다음 의 3.361 ملاریا go iih 4.00. Gefangbuch für Evangelische Gemeinden Schlefiens. Nach den Beschlüssen der Provinzial- Synode vom Jahre 1878 mit Genehmigung des Evangelischen Ober- Kirchenraths herausgegeben vom Königlichen Consistorium. Will 732 CANDIDE ET CAUTE Breslau. Verlag von Wilh. Gottl. Korn. 1885. Gb 3361 Lembite mani 12 sdom 2 loignico70 Univ.- Bibl. Giessen poblilaguno™) ilag tisurg ● Inhalts- Verzeichniß. dil spil Frster Abschnitt. Kirchliche Beiten und Handlungen Nr. 1-198. I. Kirchliche Zeiten Nr. 1-162. 188-108 at prom TUS SE a. Festlieder Nr. 1-133. 1. Advent Nr. 1-14. d. red moll 2. Weihnachten Nr. 15-28. Wism 3. Jahresschluß und Neujahr Nr. 29-41. III 4. Epiphanias Nr. 42-44. 30112, 5. Passion Nr. 45-73. Jesus im Grabe Nr. 74-79. 308 30 20 6. Ostern Nr. 80-99. 7. Himmelfahrt Nr. 100-107. fe onu 8. Pfingsten Nr. 108-125. 9. Trinitatis Nr. 126-132. 10. Michaelisfest Nr. 133. b. Lieder für den Sonntags- Gottesdienst Nr. 134-162. II. Kirchliche Handlungen Nr. 163-198, en ITE 1. Taufe Nr. 163-166.) au du 100 2. Confirmation Nr. 167-177. 83. Abendmahl Nr. 178 198.2) aus de 100 mg adsi2 II છે? IV Inhalts- Verzeichniß. Zweiter Abschnitt. Der christliche Glaube Nr. 199-370. I. Von Gott dem Vater, seinem Wesen und Wirken Nr. 199-228. II. Von Jesu Christo, Gottes Sohn, seiner Person und seinem Werke Nr. 229-260. alinant 19579 1. Jesu Würde Nr. 229-242. 2. Jesu Werk Nr. 243-261. a. prophetisches Amt Nr. 244-246. b. hohepriesterliches Amt Nr. 247-255. c. königliches Amt Nr. 256-260. III. Vom heiligen Geist und den Heilswirkungen Nr. 261-370. 1. Von der Heilsordnung Nr. 261-334. a. Buße und Beichte Nr. 261-283. b. Glaube und Rechtfertigung Nr. 284-305. c. Wiedergeburt und Heiligung Nr. 306-334. 2. Von der Kirche Nr. 335-370. a. Kampf und Sieg der Kirche Nr. 335-355. b. Mission Nr. 356-365. c. Einführung von Dienern der Kirche Nr. 366-368. d. Kircheneinweihung Nr. 369-370. 199 Dritter Abschnitt. Das christliche Leben Nr. 371-559. I. Vertrauen zu Gott und Jesus( Kreuz- und Trostlieder) Nr. 371 bis 413. II. Liebe zu Gott und Jesus( Lob- und Danklieder) Nr. 414-443. Inhalts- Verzeichniß. III. Liebe zum Nächsten Nr. 444-448. IV. Gebetslieder Nr. 449-458. V. Morgen- und Abendlieder, Tischlieder Nr. 459-517. 1. Morgenlieder Nr. 459-484. Zum Sonntagsmorgen Nr. 479 bis 484. Zum Wochenanfang Nr. 485. V 2. Abendlieder Nr. 486-509. Zum Sonntagsabend Nr. 504 Lind bis 507. Zum Wochenschluß Nr. 508-509. 3. Tischlieder Nr. 510-516. Vor dem Essen Nr. 510-512. Nach dem Essen Nr. 513-516. VI. Haus und Beruf Nr. 517-537. 1. Trauung und Ehe Nr. 517-528. Vor der Trauung Nr. 517 d bis 520. Nach der Trauung Nr. 521-522. Jm Ehestande Nr. 523-526. Beim Kirchgange Nr. 527. Gebet der Eltern Nr. 528. 2. Jugend und Alter Nr. 529-532. 3. Geburtstag Nr. 533. 4. Beruf Nr. 534-536. 5. Abschied Nr. 537. VII. Staat und Obrigkeit Nr. 538-544. 1. Krieg und Frieden Nr. 538-542. 2. Obrigkeit Nr. 543-544. VIII. Die Jahreszeiten Nr. 545-559. 1. Frühling Nr. 545. 2. Sommer und Ernte Nr. 546-557. Vor der Ernte Nr. 548 bis 549. Bei schlechter Witterung Nr 550. Bei der Ernte Nr. 551-556. Bei sparsamer Ernte Nr. 557. 3. Herbst Nr. 558. 4. Winter Nr. 559. VI Inhalts- Verzeichniß. Vierter Abschnitt. Die letzten Dinge Nr. 560-642. I. Tod und Vergänglichkeit im Allgemeinen Nr. 560-571. FOOT II. Lieder für Sterbende Nr. 572-599. III. Lieder beim Tode Angehöriger, Begräbnißlieder Nr. 600-623. Beim Tode der Gattin Nr. 614. Beim Tode von Kindern millo Nr. 615-623. IV. Auferstehung und ewiges Leben Nr. 624-642. Verzeichniß der Liederdichter, nebst biographischen Angaben über sie, Seite 377. S 14-888 10 hot dur und IV 708 786-01 8 Isda dr innte ilv de folgirdas motisorging si HIV ad at paildi K I Inhalts- Verzeichniß. Anhang. Erste Abtheilung. 1. Morgen- und Abendgebete. 2. Fest- Gebete 3. Buß-, Beicht- und Communiongebete. 4. Gebete für Kranke und Sterbende 3 weite Abtheilung. 1. Liturgie. 2. Litanei 3. Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi 4. Verzeichniß der Evangelien und Episteln. 5. Katechismus Luthers. ● VII 2 11 25 36 39 40 41 60 64 VI 01 dine Jedei due in Erster Abschnitt. dhd dorg now I eved 29 of 07 Tholl din don smist band idip Kirchliche Zeiten und Handlungen. giur sid rad für 810 di and és ifi diose trofas I. Kirchliche Zeiten.ind bi popod doing a. Festlieder. nad jun thi? misd gol as gimni and boil sid 1. Advent. id Mel. Aus meines Herzens Grunde. ( uf, auf, ihr Reichsgenossen, 10 1 this nili 5. Seid fromm, ihr Unterthanen, der König ist gerecht. Laßt 1. uns den Weg ihm er liebt, recht und schlecht, meint's im Strafen gut. Drum Empfangt ihn unverdrossen, den was großen Wundermann. Ihr Christen, auch geht herfür, laßt uns vor allen lasset uns die Plagen, die er uns Dingen ihm Hosianna singen mit schickt, ertragen mit unerschrocknem heiliger Begier. idi Muth.i pori lilojine dor ndr 2. Auf, ihr betrübten Herzen, der König ist gar nah. Hinweg 6. Frisch auf in Gott, ihr Armen, der König sorgt für euch. Er will all' Angst und Schmerzen, der durch sein Erbarmen euch machen Helfer ist schon da. Seht, wie so mancher Ort hochtröstlich ist zu nennen, da wir ihn finden können in Nachtmahl, Tauf' und Wort. groß und reich. Der über Alles wacht, der wird auch euch ernähren. Was Menschen nur begehren, das steht in seiner Macht. 3. Auf, auf, ihr Vielgeplagten, 7. Frisch auf, ihr Hochbetrübten, der König ist nicht fern. Seid der König kommt mit Macht. Uns, fröhlich, ihr Verzagten, dort kommt seine Herzgeliebten, hat er schon der Morgenstern. Der Herr will längst bedacht. Nun wird kein' in der Noth mit reichem Trost euch Angst, noch Bein, noch Zorn hinspeisen; er will euch Hilf' erweisen, für uns schaden, dieweil uns Gott ja tödten selbst den Tod. aus Gnaden läßt seine Kinder sein. 4. Nun hört, verstockte Sünder! 8. So eilt mit schnellem Schritte, der König merket d'rauf, wenn ihr, den König nun zu sehn. Er kommt verlor'ne Kinder, in schnödem Sün- in eure Mitte stark, herrlich, sanft denlauf' auf Arges feid bedacht und und schön; und tretet All' heran, thut es ohne Sorgen, ihm ist es den Heiland zu begrüßen, der alles nicht verborgen, er hat auf Alles Kreuz versüßen und uns erlösen fann. Acht. Neues Gesangbuch. 2 Advents- Lieder. 9. Der König will bedenken die, den empörten Triften des Lebens so er herzlich liebt, mit köstlichen neuen Bund zu stiften, und schlägst Geschenken, als der sich selbst uns in Fessel Sünd' und Tod. giebt durch seine Gnad' und Wort'. OKönig, hocherhoben, wir alle wollen loben dich freudig hier und dort. 5. Herr, von großer Huld und Treue, o komme du auch jetzt aufs neue zu uns, die wir sind 10. Nun, Herr, du giebst uns schwer verstört! Noth ist es, daß reichlich, wirst selbst doch arm du selbst hienieden kommst, zu erund schwach; du liebest unvergleich- neuen deinen Frieden, dagegen sich lich, du gehst den Sündern nach. die Welt empört. Drum woll'n wir insgemein die 6. O laß dein Licht auf Erden Stimmen lassen klingen, dir Hosi- siegen, die Macht der Finsterniß eranna singen und ewig dankbar sein. liegen, und lösch' der Zwietracht tj08 Joh. Rist( 1607-1667). Glimmen aus, daß wir, die Völfer Josil 19 onnd di ps mod& und die Thronen, vereint als Brüs Mel. Ach Jesu, meiner Seelen Freude. der wieder wohnen in deines großen Vaters Haus.sd morg 2. ein König kommt in niedern Hüllen sanftmüthig, ll Friedrich Rückert( 1789-1866). auf der Ef'lin Füllen: empfang'impi nimijo ihn froh, Jerusalem! trag' ihm ent- Mel. Freu' dich sehr, meine Seele. di qui gegen Friedenszweige, bestreu mit 3. einſt erD Bu, deß Zukunft Maien seine Steige, so ist's dem flehten Tausende in Israel, Herren angenehm. du bist unter uns getreten, Christus 2. O mächt'ger Herrscher ohne und Immanuel.Doder theuren. Heere, gewalt'ger Kämpfer ohne Gnadenzeit! Nun ist Allen Heil beSpeere, o Friedensfürst von großer reit, nun soll Reiner hilflos klagen, Macht! Oft wollten dir der Erde Keiner hoffnungslos verzagen. ni Herren den Weg zu deinem Throne 2. Gott sei Dank, mun ist gesperren; doch du gewannst ihn ohne schehen, nun aus Gnaden uns ges Schlacht. indotdailograd smis währt, was so Viele hier zu sehen 3. Dein Reich ist nicht von die- und zu hören einst begehrt. Gottes ser Erden, doch alle Erdenreiche Rath ist nun enthüllt und zu unserm werden dem, das du gründest, Heil erfüllt jetzt der Väter heiße unterthan. Bewaffnet mit des Bitte: Christus ist in unsrer Mitte! Glaubens Worten zieht deine Schaar 3. Aber der der Welt erschienen, nach den vier Orten der Welt hin- wie vom Vater er gesandt, wandelt aus und macht dir Bahn. s mitten unter ihnen Vielen fremd und unbekannt; unbeachtet läßt man ihn seinen Weg vorüberziehn; ruft er, will man ihn nicht hören, 4. Und wo du kommest hergezogen, da ebnen sich des Meeres Wogen, es schweigt der Sturm, von dir bedroht. Du kommst, auf läßt in Sünden sich nicht stören. 3 4. Und er klopft an manche alten, hochbeschwornen Bund, den Pforte, suchet Eingang hier und ewig festen Glaubensgrund durch dort, grüßt sie mit holdsel'gem seinen Geist uns lehren. sidus Worte; doch man weis't ihn schnöde 2. Auf, Zion, Preis und Ehr fort. Wer nicht fühlt, was ihm und Ruhm dem höchsten Herrn zu gebricht, dem gefällt der Helfer singen! Dein königliches Priesternicht; wer nicht in sein Herz will gehen, läßt den Heiland draußen ſtehen. difunt din thum muß Dank zum Opfer bringen. Gelobt sei Gott, der durch sein Wort die Christenheit und diesen Drt zu seinem Tempel weihet.nt] 5. Kennt ihr ihn, der, uns zu retten, von dem Thron des Vaters 3. Wir sind nicht werth der kam, und, damit wir Frieden hätten, neuen Huld des Gottes aller Gnauns're Strafe auf sich nahm? Lebt den. Des alten Menschen alte ihr als sein Eigenthum ihm zur Freude und zum Ruhm? Seid auch ihr schon angeschrieben unter denen, die ihn lieben? Advents- Lieder. Schuld, die wir auf uns geladen, nimmt unsern eig'nen Ruhm dahin; denn sie bewies den alten Sinn noch stets mit neuen Sünden. 6. Ließt ihr ihn das Herz ge- 4. Ach, Herr, gieb uns den winnen, nahmt auf euch sein sanf- neuen Geist, und mach' uns durch tes Joch? Ist sein Reich bei euch die Güte, die sich an uns auf's darinnen, oder widerstrebt ihr noch? neu erweist, erneuert im Gemüthe. Sagt, wem dient ihr überall: Den neuen Menschen zieh' uns an, Christo oder Belial? Osingt der dir allein gefallen kann in seiChristo Hosianna, er allein hat nem ganzen Leben.ddsig Lebensmanna. nind dipi5. Spiezu erhalt' uns, Herr, 7. Hosianna, sei willkommen, dein Wort, sammt Tauf' und Heiland, kehre bei uns ein, du sollst Abendmahle, so wandern wir mit von uns aufgenommen, herzlich aufgenommen sein. Sieh, zum Einzug öffnen wir freudig uns're Herzen dir, komm', o komm', darin zu wohnen, ja als König d'rin zu thronen. mogildijisa shijs Karl Spitta( 1801-1859). Freuden fort in diesem dunkeln Thale. Herr, segne dieses Kirchenjahr, laß Kirch' und Schul', Tauf und Altar uns deine Wege zeigen. 6. Gieb deinen Hirten Kraft und Geist zu reiner Lehr' und Leben, dein Wort, das Gottes Weide heißt, der Heerde rein zu geben; laß alle Hörer Thäter sein, damit kein heuchlerischer Schein des Glaubens Kraft verleugne.ofgom Mel. Nun freu't euch, liebe 2c. oder: Es ist das Heil uns kommen her. 010 4. ott Lob! ein neues Kirchenjahr macht uns die große 7. So halten und vollenden wir das Kirchenjahr auf Erden; dabei Treue des ew'gen Gottes offenbar; und nun will er auf's neue den befehlen wir es dir, wie wir es 1* 6 Advents- Lieder enden werden. Hier bleibt die dir mög' entgegengehn und vor dir Kirche noch im Streit; kommt aber gerecht bestehn. einst die Ewigkeit, dann wird sie triumphiren. Heinr. Held( gest. um 1659). ju! S Heinrich Hecker( 1699-1743). Mel. Meinen Jesus laß ich nicht. beiland. 6. Hosianna! Davids Sohn fommt in Zion einge5. 6° ott sei Dank durch alle zogen. Auf, bereitet ihm den Welt, der sein Wort be- Thron, setzt ihm tausend Ehrenständig hält und der Sünder Trost bogen! Streuet Palmen, machet und Rath zu uns her gesendet hat. Bahn, daß er Einzug halten kann. 2. Was der alten Väter Schaar höchster Wunsch und Sehnen war, und was sie geprophezeit, ist erfüllt in Herrlichkeit. 2. Hosianna! sei gegrüßt; komm, wir gehen dir entgegen; unser Herz ist schon gerüst't, will sich dir zu Füßen legen. Zieh' zu unsern Thoren ein, du sollst uns willkommen sein. 3. Zions Hilf' und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jungfrau Sohn, Christ der ew'ge Gottesheld, hat sich treulich eingeſtellt. 3. Hosianna! Friedensfürst, Ehrenkönig, Held im Streite, Alles, was du schaffen wirst, das ist unsre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht, und dein Reich allein be ſteht.@ Mel. Nun tomm', der Heiden Heiland. 4. Sei willkommen, o mein Heil! Hosianna, o mein Theil! Richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an. llojes millo sid 5. Zieh', du Ehrenkönig, ein! 4. Hosianna! lieber Herr, wir es gehöret dir allein; mach' es, wie sind deine Reichsgenossen; ach, so du gerne thust, rein von aller gieb zu deiner Ehr, daß wir allSündenlust. duur of zeit unverdrossen deinem Scepter dienstbar sei'n; herrsche du in uns allein. di tuo 5. Hosianna! tomme bald, laß uns deine Sanftmuth küssen. Wollte gleich die Knechtsgeſtalt deine Majestät verschließen, nun so kennet Zion schon Gottes und auch Davids Sohn, 6. Und wie deine Ankunft war voller Sanftmuth, ohn' Gefahr; also sei auch jederzeit deine Sanftmuth mir bereit. dr7. Tröste, tröste meinen Sinn, weil ich schwach und blöde bin, und des Satans Macht und List wider mich geschäftig ist. 8. Tritt der Schlange Kopf entzwei, daß ich, aller Aengsten frei, dir im Glauben mög' fortan selig bleiben zugethan; usting 6. Hosianna! steh uns bei, o Herr, hilf, laß wohlgelingen, daß wir ohne Heuchelei dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmſt 9. Daß, wenn du, o Lebensfürst, keinen Jünger an, der dir nicht prächtig wiederkommen wirst, ich gehorchen kann. But un di Advents- Lieder. 5 7. Hosianna! laß uns hier an 5. Ich flopfe an. Klopft dir den Delberg dich begleiten, bis wir dein Herze mit bei meiner Stimme einstens für und für dir ein Psal- Ton? Erschreckt dich denn der menlied bereiten. Dort ist unser treusten Liebe Tritt wie fernen DonBethphage: Hosianna in der Höh! ners Drohn? O hör, auf deines 8. Hosianna nah und fern! Eile, bei uns einzugehen. Du Gesegneter des Herrn, warum willst du draußen stehen? Hosianna! bist du da? Ja, du kommst. Halleluja! Horst Benj. Schmold( 1672-1737). Herzens Pochen, in deiner Brust hat Gott gesprochen-:,: ich klopfe an!:,: 6. Ich klopfe an. Sprich nicht: es ist der Wind, er rauscht im dürren Laub; dein Heiland ist's, dein Herr, dein Gott, mein Kind, o stelle dich nicht taub; jetzt komm' ich noch im sanften Sausen, doch vielleicht im SturmesbrauY omn Mel. Es ist genug. 7.3 ch klopfe an zum heiligen Advent und stehe vor der bald Thür, so spricht der Herr. O selig, sen wer mich kennt und eilt und öffnet mir! Ich werde Nachtmahl mit ihm halten, ihm Gnade spenden, Licht entfalten:: Ich flopfe an!:,: :,: ich klopfe an!:,: 7. Ich klopfe an. Jetzt bin ich noch dein Gast und steh vor deiner Thür; einst, Seele, wenn du hier kein Haus mehr hast, dann klopfeſt 2 Ich flopfe an. Da draußen du bei mir. Wer hier gethan nach ist's so falt in dieser Winterzeit. meinem Worte, dem öffn' ich dort Vom Frost erstarrt schläft ringsum die Friedenspforte Feld und Wald, die Welt ist ein- an!:,: :,: ich klopfe - - - geschneit, auch Menschenherzen sind gefroren, ich stehe vor verschloss'nen Thoren, ich klopfe an!:,: Mel. Lobe den Herren, den mächtigen 2c. 3. Ich klopfe an. Sähst bu 8. in Staube willkommen! K önig der uns mir nur einmal in's treue Angeim Karl Gerok( geb. 1815). Instrods sicht, den Dornenkranz, der Nägel Nicht bei den Engeln erscheinest du, blut'ges Mal, o du verwürfst mich nicht bei den Frommen; Sünder nicht! ich trag' um dich so heiß Ver- sind's nur, wo du auf niedriger Spur langen, ich bin so lang dich suchen huldreich den Einzug genommen. g'gangen: Ich klopfe an!:,: 4. Ich klopfe an und bringe nichts denn Heil und Segen für und für, Zachäus' Glück, Marias gutes Theil beschert' ich gern auch dir; wie ich den Jüngern einst beschieden in finst'rer Nacht den süßen Frieden-: ich flopfe an!:,: 2. Heil uns, das Leben will arm und in Sanftmuth erscheinen; Herrlichkeit will mit dem Elend sich liebend vereinen! Ehre sei dir! Anders, Herr, würden ja wir ewiglich nimmer die Deinen. 3. Seliger Anblick: wie mild auf den irdischen Auen läßt der Advents- Lieder. Beherrscher der himmlischen Heere| soll mein Reichthum sein, wenn du sich schauen! seht, er empfäht liebe- bei mir ziehest ein. id prodisk d voll Gruß und Gebet Aller, die 3. Nimm mein Hofianna an kindlich ihm trauen. odsi stuen mit des Sieges Palmenzweigen. 4. Komm' zu den Deinen, o Soviel ich nur immer fann, will Herr, die dich innig begehren! Feinde ich Ehre dir erzeigen und im Glaunoch triffst du genug, die das Herz ben dein Verdienst mir zueignen uns beschweren, aber dein Blick mit Gewinnst. scheucht sie allmächtig zurück! hilf uns, du König der Ehren! 4. Hosianna! David's Sohn, ach Herr, hilf, laß wohlgelingen, 5. Hebe dein Antlitz auf deine laß dein Scepter, Reich und Kron' versöhnte Gemeinde! Treibe hinweg uns viel Heil und Segen bringen, die Verblendung, vernichte die daß in Ewigkeit besteh': Hosianna Feinde, bis wir befreit, ganz dir in der Höh'! sool zum Dienste bereit, unserm Erlöser Joh. Gottfr. Olearius( 1635-1711). und Freunde! 6 6. Pflanze die Palmen des Glaubens im Grunde der Seelen, 10. wo mit den Blüthen sich reifende Früchte vermählen; Frieden und kommt der Herr der Herrlichkeit, Ruh', siegende Hoffnung dazu laß dem Gemüthe nicht fehlen! ein König aller Königreich', ein Heiland aller Welt zugleich, der 7. Komm! Hosianna!- So tönt Heil und Leben mit sich bringt. dir's von Orten zu Orten! Komm! Derhalben jauchzt, mit Freuden Hosianna! Begrüß' uns mit singt: gelobet sei mein Gott, mein gnädigen Worten! Dort nach dem Schöpfer, reich von Rath. Lauf thu' uns in Herrlichkeit auf, Jesu, die himmlischen Pforten! Albert Knapp( 1798-1864). 2. Er ist gerecht, ein Helfer werth, voll Sanftmuth er sich zu uns fehrt. Sein Königstron' ist louisblus Heiligkeit, sein Scepter ist BarmMel. Meinen Jesus laß' ich nicht. herzigkeit. All' unsre Noth zum omm, du werthes Lösegeld, End' er bringt. Derhalben jauchzt, dessen alle Heiden hoffen; mit Freuden singt: gelobet sei mein komm, o Heiland aller Welt! Thor Gott, mein Heiland, groß von und Thüren stehen offen: komm That! dosta 9. K in deiner Gotteszier, komm, wir warten mit Begier. 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, die diesen König bei sich 2. Beuch auch in mein Herz hat! wohl allen Herzen insgemein, hinein, o du großer Ehrenkönig, da dieser König ziehet ein! Er ist laß mich deine Wohnung sein! Bin die rechte Freudensonn', bringt mit ich armer Mensch zu wenig, ei, so sich lauter Freud' und Wonn': od Eigene Melodie. bim 190 At hoch die Thür, 7 Advents- Lieder. gelobet sei mein Gott, mein Tröster| Leiten, das kann sich recht bereiten, früh und spät.bod him itdod dzu dem kommt Jesus Christ. idi 4. Macht hoch die Thür, died 4. Ach mache du mich Armen Thore weit, das Herz zum Tempel zu dieser heil'gen Zeit aus Güte macht bereit! Die Palmen der Gott- und Erbarmen, Herr Jesu, selbst seligkeit steckt auf mit Andacht, Lust bereit! Zieh in mein Herz hinein, und Freud'. So kommt der König ruh d'rin, wie in der Krippen, so auch zu euch, ja Heil und Leben werden Herz und Lippen dir allzeit mit zugleich gelobet sei mein dankbar sein. isild Tomis) ni Gott, voll Rath, voll That, voll gopis Val. Thilo( 1607-1662). Gnad'. du50nol oils and dust 5. Komm, o mein Heiland Jesu Mel. Aus meines Herzens Grunde. 1900 Christ! Mein' Herzensthür dir offen 12. Nun jauchzet all, he ist; ach zieh' Frommen, in dieser dein' Freundlichkeit auch uns er- Gnadenzeit, weil unser Heil ist komschein'! Dein heil'ger Geist uns führ' men, der Herr der Herrlichkeit: und leit' den Weg zur ew'gen zwar ohne stolze Pracht, doch Seligkeit. Dem Namen dein, o mächtig, zu verheeren und gänzlich Herr, sei ewig Preis und Ehr'. nodiad Georg Weissel( 1590-1635). sior tonit duis po naprel, bom zu zerstören des Teufels Reich und Macht. jollo hi Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 2. Er kommt zu uns, den Armen, in tiefer Niedrigkeit aus herz11. Mit Ernst, o Menschen- lichem Erbarmen, zum Opfertod finder, das Herz in Er bringt kein Gut der euch bestellt! bald wird das Heil Erd'; er will allein erwerben durch der Sünder, der wunderstarke Held, Leiden und durch Sterben den den Gott aus Gnad' allein der Schaß, der ewig währt. id i Welt zum Licht und Leben gesendet 3. Rein Scepter, keine Krone und gegeben, bei Allen kehren ein. sucht er in dieser Welt; im hohen 2. Bereitet doch fein tüchtig den Himmelsthrone ist ihm sein Reich Weg dem großen Gast. Macht bestellt. Er will hier seine Macht seine Steige richtig; laßt Alles, und Majestät verhüllen, bis er des was er haßt. Macht alle Bahnen recht. Die Thal' laßt sein erhöhet; macht niedrig, was hoch stehet, was krumm ist, gleich und schlecht. Vaters Willen im Leiden hat vollbracht. so als du dis? 3. Ein Herz, das Demuth liebet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmuth übet, mit Angst zu Grunde geht; ein Herz, das richtig ist und folget Gottes 4. Ihr Mächtigen auf Erden, nehmt diesen König an, wenn ihr wollt selig werden und gehn die rechte Bahn, die führt zum Himmelslicht; sonst, wo ihr ihn verachtet und nur nach Hoheit trachtet, trifft euch sein Strafgericht. 8 Advents- Lieder. 5. Ihr Armen und Elenden du kommst und machst mich groß in dieser bösen Zeit, die ihr an und hebst mich hoch zu Ehren und allen Enden müßt haben Angst und schenkst mir großes Gut, das sich Leid, seid dennoch wohlgemuth, nicht läßt verzehren, wie irdisch laßt eure Lieder flingen, dem Reichthum thut. j( bnm König zu lobsingen, der euer höchstes 5. Nichts, nichts hat dich ge= Gut. dustrieben zu mir vom Himmelszelt, 6. Er wird nun bald erscheinen als das geliebte Lieben, damit du in seiner Herrlichkeit und euer Leid und Weinen verwandeln ganz in Freud'. Er ist's, der helfen kann. Macht eure Lampen fertig und seid stets sein gewärtig: er ist schon auf der Bahn. alle Welt in ihren tausend Plagen und großen Jammers Last, die kein Mund kann aussagen, so fest umfangen hast. nismo u Mich. Schirmer( 1606-1673). nom 6. Das schreib' dir in dein Herze, du hochbetrübtes Heer, bei denen Gram und Schmerze sich häufen mehr und mehr. Seid unverzagt, ihr habet die Hilfe vor der Thür: Mel. Valet will ich dir geben. 13. Wie gie soll ich dich em- der eure Herzen labet und tröstet, pfangen, und wie besteht allhier. gegn' ich dir? o aller Welt Ver- 7. Ihr dürft euch nicht bemühen, langen, o meiner Seele Zier! O noch sorgen Tag und Nacht, wie Jesu, Jesu, seße mir selbst die ihr ihn wollet ziehen mit eures Fackel bei, damit, was dich ergöße, Armes Macht: er kommt, er kommt mir fund und wissend sei. disad mit Willen, ist voller Lieb' und Lust, 2. Dein Zion streut dir Palmen all' Angst und Noth zu stillen, die und grüne Zweige hin, und ich ihm an euch bewußt.did will dir in Psalmen ermuntern 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken meinen Sinn. Mein Herze soll vor eurer Sündenschuld: nein, Jedir grünen in stetem Lob und Preis sus will sie decken mit seiner Lieb' und deinem Namen dienen, so gut und Huld. Er kommt, er kommt, es kann und weiß. 19 Alls den Sündern zum Trost und 097 3. Was hast du unterlassen zu wahren Heil, schafft, daß bei Gottes meinem Trost und Freud'? Als Kindern verbleib' ihr Erb' und Leib und Seele saßen in ihrem Theil. größten Leid, als mir das Reich 9. Was fragt ihr nach dem genommen, da Fried' und Freude lacht: da bist du, mein Heil kommen und hast mich froh gemacht. Dräuen der Feind' und ihrer Tück'? Der Herr wird sie zerstreuen in einem Augenblick. Er kommt, er 4. Ich lag in schweren Banden, kommt, ein König, dem wahrlich du kommst und machst mich los; alle Feind' auf Erden viel ich stand in Spott nnd Schanden, zum Widerstande seind. pit and zu wenig 09 Weihnachts- Lieder. 10. Er kommt zum Weltgerichte, 5. Das Gesetz mit dunklen, bangen zum Fluch dem, der ihm flucht, Satzungen hielt uns gefangen, todtes mit Gnad' und süßem Lichte dem, Bild und Schatten war Tempel, der ihn liebt und sucht. Ach komm, Opfer und Altar. and med di ach tomm, o Sonne, und hol' uns allzumal zu ew'gem Licht und Wonne in deinen Freudensaal. 6. Nun zerreißt die dichte Hülle, denn er trägt der Gottheit Fülle! Es ward Licht, als er erschien, Gnad' und Wahrheit ward durch ihn. Paul Gerhardt( 1606-1676). sinft Mel. Sollt' es gleich bisweilen scheinen. do Rions König ist erschienen! 7. Gottesliebe, Bruderliebe! Ach die seligsten der Triebe, Großmuth, 14. Feinden zu verzeih'n, flößt er unſern Seelen ein.stor 8. Zu der Erde neigt sich wieder Sott mit Wohlgefallen nieder; der den Sündern Tod gedräut, ist nun ganz Barmherzigkeit. ihm dienen. Sanft und mild kommt er zu euch, Menschen, seht, er wird uns gleich. od to sidot no 12. Naht dem wundervollen Kinde! Es betritt die Welt der Sünde, nennt sich selbst des Menschen Sohn, und der Himmel war sein Thron. 13. Fern von Hoheit, Macht und Größe trägt er Schwachheit, Armuth, Blöße, alle Leiden, jeden Schmerz 10. Und er ist im Fleisch ge theilt mit uns sein liebend Herz. kommen! Freut euch, Sünder, 4. Der nicht hat, sein Haupt zu jauchzt, ihr Frommen! Betet an, legen, geht umher und spendet lobsingt, nun ist Gott mit uns durch Segen, macht der Blinden Augen Jesum Christ. baik an ſehn, heißt die Todten auferſtehn. Samuel Bürde( 1753—1831). 9. Seine Lieb' uns zu verpfänden, fonnt er etwa Größ'res senden als den Sohn der Ewigkeit, zum Erlöser uns geweiht? 18 1 susi dan mural 2. Weihnachten. otisat und nbügt dis Mel. Wir Christenleut' 2c. 3. Er, unser Freund, mit uns uf, schicke dich, recht vereint zur Zeit, da wir noch seine feierlich des Heilands Feinde waren, er wird uns gleich, Fest mit Danken zu begehen! Lieb' um Gottes Reich und seine Lieb' ist der Dank, der Lobgesang, durch im Fleisch zu offenbaren. 15. den wir ihn, den Gott der Lieb', 4. An ihm nimm Theil; er ist erhöhen. & nifis 100 jadi das Heil. das Heil. Thu' täglich Buß' und 2. Sprich dankbar froh: also, glaub' an seinen Namen. Der ehrt also hat Gott die Welt in seinem ihn nicht, wer, Herr, Herr!" spricht Sohn geliebet! O wer bin ich, und doch nicht sucht, sein Beispiel Herr, daß du mich so herrlich hoch nachzuahmen. in deinem Sohn geliebet! 5. Aus Dank will ich in Brüdern 10 Weihnachts- Lieder. dich, dich, Gottes Sohn, bekleiden, ist da. Er ruft so freundlich d'rein speisen, tränken; der Frommen Herz mit süßen Liebesworten: geöffnet sind in ihrem Schmerz mit Trost erfreu'n und dein dabei gedenken. die Pforten, ihr Kinder, kommt herein! hul om tdsil ni d 6. Rath, Kraft und Held, durch den die Welt und Alles ist im Himmel und auf Erden! Die ChristenErnst Moritz Arndt( 1769-1860). mal di titi Mel. Vom Himmel hoch, da komm' ich her. heit preiſ't dich erfreut, und Aller 17. Dies ist der Tag, den Knie soll gebeuget werden. sein 17. Erhebt den Herrn! Er hilft werd' in aller Welt gedacht! Ihn uns gern, und wer ihn sucht, den preise, was durch Jesum Christ im wird sein Name trösten. Halleluja, Himmel und auf Erden ist! Halleluja! Freut euch des Herrn, und jauchzt ihm, ihr Erlösten! od Chr. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). rdan doR moduütend Mel. Aus meines Herzens Grunde. 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward: da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. $ 0 16. er heil'ge Christ iſt kommen, der süße Gottessohn, deß freu'n sich alle Frommen im höchsten Himmelsthron. Auch was auf Erden ist, muß preisen hoch und loben mit allen Engeln droben den lieben, heil'gen Christ. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still; er betet an, und er ermißt, daß Gottes Lieb' unendlich ist.md sün ol 2. Das Licht ist aufgegangen, die lange Nacht ist hin; die Sünde 4. Damit der Sünder Gnad' erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch, ist gefangen, erlöset ist der Sinn, wirst unser Heil.sid täied anda? die Sündenangst ist weg, und Liebe 5. Dein König, Zion, kommt zu und Entzücken bau'n weite Himmels- dir:, ich komm', im Buche steht brücken aus jedem schmalsten von mir; Gott, deinen Willen thu' Steg. nisse ich gern." Gelobt sei, der da 3. Nun sind nicht mehr die Kinder vom Herrn! verwaist und vaterlos; Gott rufet 6. Herr, der du Mensch geboren selbst die Sünder in seinen Gnaden- wirst, Immanuel und Friedefürst, schooß; er will, daß Alle rein von ihren alten Schulden, vertrauend seinen Hulden, geh'n in den Himmel ein. auf den die Väter hoffend sah'n, dich, Gott, Messias, bet' ich an. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 4. Drum freuet euch und preiset, ihr Kinder fern und nah! Der euch den Vater weiset, der heil'ge Christ kommt kommt Weihnachts- Lieder. 11 4. Laß nur indessen helle scheinen dein Glaubens- und dein Liebeslicht; mit Gott mußt du es treulich meinen, sonst hilft dir diese Sonne nicht; 9. Durch Eines Sünde fiel die willst du genießen diesen Schein, Welt; ein Mittler ists, der sie so darfst du nicht mehr dunkfel erhält. Was zagt der Mensch, wenn sein. and d der ihn schützt, der in des Vaters Schooße sitzt? 5. Drum, Jesu, schöne Weihnachtssonne, bestrahle mich mit deiner Gunst! Dein Licht sei meine Weihnachtswonne und lehre mich die sel'ge Kunst, wie ich des Weihnachtsglanzes voll in deinem Lichte wandeln soll. Casp. Nachtenhöfer( 1624-1685). 8. Gedanke voller Majestät! Du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke voller Seligkeit! Du bist es, der das Herz erfreut! 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt, und Erde, die ihn heute sieht, sing' ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 11. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd' in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Mel. Lobe den Herren, den 2c. Jeſum Chriſt im Himmel und auf 19. Ehre sei Gott in der Erden ist! tihnila 0 Der Herr ist geboren, Sündern zum Heiland vom Höchsten aus Gnaden erforen! Lasset uns sein, seiner Erbarmung uns 18. Dies ist die Nacht, da freu'n! Ist er nicht uns auch gemir erschienen des groboren? Ben Gottes Freundlichkeit; das Kind, 2. Dunkel bedeckte den Erdkreis; dem alle Engel dienen, bringt Licht in Finsterniß irrten Völker umher, in meine Dunkelheit, und dieses wie die Heerden, verlassen vom Welt- und Himmelslicht weicht Hirten. Jesus erschien; Nächte verhunderttausend Sonnen nicht. schwanden durch ihn, die auch den Weisen verwirrten. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, versäume nicht den Gnadenschein! Der Glanz in dieser kleinen Höhle streckt sich in alle Welt hinein: Christ. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). malled monist tim da su sud Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 3. Menschen, berufen, sich untereinander zu lieben, folgten der Zwietracht und Bitterkeit schänder treibet weg der Hölle Macht, lichen Trieben. Jesus erschien; lehrte der Sünden und des Kreuzes Nacht. den Menschenhaß fliehn, lehrte den Frieden uns lieben. 3. In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der klaren Seligkeit; 4. Wahrheit und Tugend entwenn Sonne, Mond und Stern' vergehen, vielleicht schon in gar kurzer Zeit, wird dieses Licht mit seinem Schein dein Himmel und dein Alles fein. keimten des Göttlichen Schritten; Trost und Erquickung trug er in der Weinenden Hütten. Selbst er, ihr Freund, hatte vielfältig geweint, Lasten getragen, gelitten. 12 Weihnachts- Lieder. 5. Ehre sei Gott in der Höhe!| erklang, der hohe Freudentag ist da! Ein ewiges Leben hat er durch ihn, Ihr Christen, singt: Halleluja! seinen Sohn, uns erbarmend gegeben. Fr. Adolf Krummacher( 1768—1845). Bis in das Grab stieg er vom grog, ang Himmel herab, einst uns zum Himmelpidid Eigene Melodie. zu heben. 21. Es ist ein Rofent6. Seliger Glaube, daß einst sprungen aus einer meinen Retter ich sehe, ihn mit den Wurzel zart, als uns die Alten Schaaren Vollendeter ewig erhöhe! sungen, von Jesse kam die Art, und Völlig beglückt, sing' ich dann, hat ein Blümlein bracht mitten im himmlisch entzückt: Ehre sei Gott falten Winter wohl zu der halben in der Höhe! Nacht. August Niemeyer( 1754-1828). 2. Das Röslein, das ich meine, davon Jesajas sagt, hat uns gebracht alleine Marie, die reine Magd. Mel. Vom Himmel hoch, da komm' 2c. 20. Empor zu Gott, mein Aus Gottes ew'gem Rath hat sie Lobgesang! Er, dem ein Kind geboren wohl zu der halben das Lied der Engel klang, der hohe Nacht. Freudentag ist da! Lobsinget ihm, 3. Das Röselein so kleine, das Halleluja! duftet uns so süß; mit seinem hellen Scheine vertriebs die Finsterniß. Wahr' Mensch und wahrer Gott! hilft uns aus allem Leide, rettet von Sünd' und Tod. to 4. O Jesu, bis zum Scheiden aus diesem Jammerthal laß dein' Hülf' uns geleiten hin in der Engel Saal, in deines Vaters Reich, da wir dich ewig loben; ach Gott, das uns verleih'! musl 2. Vom Himmel kam in dunkler Nacht, der uns das Lebenslicht gebracht; nun leuchtet uns ein milder Strahl, wie Morgenroth im dunkeln Thal. 3. Er kam, des Vaters Ebenbild, von schlichtem Pilgerkleid umhüllt, und führet uns mit sanfter Hand, ein treuer Hirt, in's Vaterland. 4. Er, der jetzt bei dem Vater thront, hat unter uns, ein Mensch, gewohnt, damit auch wir ihm werden Mel. Warum sollt' ich mich denn grämen. Vers 1-2 altkirchlich( 15. Jahrh.). doce gleich auf Erden und im Himmel 22. Fröhlich soll mein Herze 81 dieser Zeit, 5. Einst führet er zur Himmelsbahn uns, seine Brüder, auch hinan, und wandelt unser Pilgerkleid in Sternenglanz und Herrlichkeit. 6. Empor zu Gott, mein Lobgesang! Er, dem der Engel Lied da vor Freud' alle Engel singen. Hört, hört, wie in vollen Chören laut es schallt, wiederhallt: Christus ist geboren! drier 198 2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, der die Welt reißt Weihnachts- Lieder. 13 aus allem Jammer, Gott wird| ich endlich schweben voller Freud' Mensch, dir, Mensch, zu gute; Gottes ohne Zeit dort im andern Leben. Kind, das verbind't sich mit unserm Paul Gerhardt( 1606-1676). Blute. rad 3. Er nimmt auf sich, was auf Erden wir gethan, beut sich an, 23. unser Heil zu werden. Gottes Lamm will für uns sterben und bei Gott für den Tod Heil und Fried' erwerben. Eigene Melodie. 1000 m 50, dun elobet ſeiſt du, Jeſu enotno Christ, daß du Mensch geboren bist von einer Jungfrau, das ist wahr; deß freuet sich der Engel Schaar. Kyrie eleis. 4. Nun liegt er in seiner Krippen, 2. Des ew'gen Vaters einig ruft zu sich mich und dich, spricht Kind jetzt man in der Krippe find't; mit süßen Lippen: lasset fahren, liebe in unser armes Fleisch und Blut Brüder, was euch quält, was euch verkleidet sich das ew'ge Gut. fehlt: ich bring Alles wieder. Kyrie eleis. 5. Ei, so kommt nur ohn' Ver- 3. Den aller Weltkreis nie beweilen stellt euch ein, Groß' und schloß, der liegt in Mariens Schooß; Klein'; laßt zu ihm uns eilen! er ist ein Kindlein worden klein, Liebt den, der vor Liebe brennet, der alle Ding erhält allein. Kyrie schaut den Stern, der uns gern eleis. CHIL Licht und Labsal gönnet. 4. Das ew'ge Licht geht da herein, giebt der Welt ein'n neuen Schein; es leucht't wohl mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht. Kyrie eleis. 7. Wer sich fühlt beschwert im Herzen, wer empfind't seine Sünd' und Gewissensschmerzen, sei getrost; hier wird gefunden, der da heilt 6. Er ist auf Erden kommen unverweilt auch die tiefsten Wunden. arm, daß er unser sich erbarm' 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt hier ward und führt uns aus dem Jammerthal, macht Erben uns im Himmelssaal. Kyrie eleis. 8. O mein Heil, laß dich um- und in dem Himmel mache reich fangen, laß an dir, meine Zier, und seinen lieben Engeln gleich. unverrückt mich hangen! Du bist Kyrie eleis. meines Lebens Leben: nun fann ich mich durch dich wohl zufrieden sein' geben. 7. Das hat er alles uns gethan, große Lieb' zu zeigen an. freu' sich alle Christenheit Deß 9. Ich will dir den Dank be- und dank' ihm deß in Ewigkeit. wahren; ich will dir leben hier und Kyrie eleis. mit dir heimfahren. Mit dir will Martin Luther( 1483-1546). 6. Die ihr schwebt in großen Leiden, sehet, hier ist die Thür zu den wahren Freuden. Faßt ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da hinfort euch kein Kreuz wird rühren. 14 Weihnachts- Lieder. duro tunio Mel. Lobe den Herren, den mächtigen 2c.| doch, mein Heiland! denn ohne dich 24. Juh auchzet, ihr Himmel, bin ich verloren. Wohne in mir, frohlocket, ihr Engel, mache ganz eins mich mit dir, der in Chören! singet dem Herren, dem du mich liebend erforen! Heiland der Menschen, zu Ehren! 8. Menschenfreund, Jesu, dich sehet doch da, Gott will so freund- lieb' ich, dich will ich erheben; laß lich, so nah, zu den Verlornen sich mich doch einzig nach deinem Gefehren. fallen nur streben! gieb mir doch bald völlige Kindesgestalt, um dir allein nur zu leben. 1501 2. Jauchzet, ihr Himmel, froh locket, ihr Enden der Erden! Gott und der Sünder, die sollen zu que un ingin me Gerh. Tersteegen( 1697-1769). Freunden nun werden, Friede und bigodom Om( Freud' wird uns verfündiget heut. dil, Mel. Jefu hilf siegen. Freuct euch, Hirten und Heerden! 25. Jesus ist kommen, Grund 3. Sehet wie tief Aufe Freude, sich der Höchste geneiget! fehet die fang und Ende, der Heiland ist Liebe, die endlich als Liebe sich da; Gottheit und Menschheit verzeiget! sie wird ein Kind, träget einten sich beide; Schöpfer, wie und tilget die Sünd'; Alles anbe- kommst du uns Menschen so nah! tet und schweiget. Himmel und Erde erzählt es den Heiden: Jesus ist kommen, Grund ewiger Freuden. Hier ist die Pforte des Lebens nun 2. Jesus ist kommen, die lieboffen zu sehen. Gehet hinein, eins mit dem Kinde zu sein, die ihr zum Vater woll't gehen. 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen gedenken? Du willst dich selber, dein Herz voll Erbarmen mir schenken. Sollt' nicht mein Sinn innigst sich freuen darin und sich in Demuth versenlichste Krone seines erhabenen Vaters ist hier, holet sich Sünder und führt sie zum Throne. O welch ein herrliches Rettungspanier! Danfet der Liebe, ergebt euch dem Sohne! Jesus ist kommen, die lieblichste Krone. ten? 4. Gott ist im Fleische! wer kann dies Geheimniß verstehen? 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, du, dem ich wieder mein Herz auch in Liebe verbinde, du sollst es sein, den ich erwähle allein; ewig entfag' ich der Sünde. 7. Treuer Immanuel, werd' auch in mir nun geboren! komm' T 3. Jesus ist kommen, nun springen die Bande; Stricke des Todes, die reißen entzwei. Er, unser König im Pilgergewande, weil er der Freie ist, macht er uns frei, bringet zu Ehren aus Sünd' und aus Schande: Jesus ist kommen, nun springen die Bande. 4. Jesus ist kommen, der starke Erlöser, bricht dem gewappneten Starken in's Haus; sprenget des Weihnachts- Lieder. 15 Feindes befestigte Schlösser, führt G'walt, wird niedrig und gering die Gefangenen siegend heraus. und nimmt nun an sich KnechtsFühlst du den Stärkeren, Erbfeind, gestalt, der Schöpfer aller Ding'. du Böser? Jesus ist kommen, der starke Erlöser. jbelb 4. Er liegt an seiner Mutter Brust, ernährt nach Kinderweis', 5. Jesus ist fommen, die ewige an dem die Engel sehn ihr' Lust, Liebe. Liebe, du bist uns recht denn er ist Davids Reis, nahe verwandt; Liebe, du liebst uns 5. Das dürrem Stamm entmit feurigem Triebe; Liebe, du bist sprießen sollt' in dieser letzten Zeit, unser König genannt. O daß mein durch welches Gott aufrichten wollt' Alles sich zu dir erhübe! Jesus sein Reich, die Christenheit. nist ist kommen, die ewige Liebe. 6. Er wechselt mit uns wunder6. Jesus ist kommen, die Sünde bar: er wird uns Menschen gleich zu fühnen. Welt, deine Schuld und beut uns seine Gottheit dar, trägt als Opfer dies Lamm! Sün- wird arm und macht uns reich. der, euch ist der Erlöser erschienen, 7. Er wird ein Knecht und ich ja für euch starb er am blutigen ein Herr: das mag ein Wechsel Stamm. Tag der Versöhnung, du sein! Wie könnte doch wohl freundbist uns erschienen: Jesus ist kom- licher das holde Christkind sein! 50 men, die Sünde zu fühnen. 80 8. Heut schließt er wieder auf 7. Jesus ist kommen, die Quelle die Thür zum schönen Paradeis, der Gnaden, komme, wer dürftet, der Cherub steht nicht mehr dafür: und trinke, wer will. Holet für Gott sei Lob, Chr' und Preis! euren verderblichen Schaden Gnade aus dieser unendlichen Füll'; hier ello qöch kann das Herze sich laben und Eigene Melodie. siu Nic. Hermann( gest. 1561). dmg be of baden: Jeſus iſt kommen, die 27. Yom Himmel hoch, da Quelle der Gnaden. d ich her, ich bring' euch gute neue Mähr; der guten Mähr bring ich so viel, davon ich singen und sagen will. of Nach Johann Allendorf( 1693-1773). njulaling find tolls 11id Eigene Melodie. no 8 26. Pobt Gott, ihr Christen, allzugleich in seinem höchsten Thron, der heut ausschließt 2. ,, Euch ist ein Kindlein heut gebor'n, von einer Jungfrau auserfor'n, ein Kindelein, so zart und sein Himmelreich und schenkt uns fein, das soll eu'r Freud' und seinen Sohn.d ND TOUS dorg nd sildhar Wonne sein. 11 2. Er kommt aus seines Vaters 3. Es ist der Herr Christ, unSchooß und wird ein Kindlein klein; ser Gott, der will euch führ'n aus er liegt dort elend, nackt und blos aller Noth; er will eu'r Heiland in einem Krippelein. bigotin selber sein, von allen Sünden machen 3. Er äußert sich all' seiner rein. im spisugun isdranak 16 Weihnachts- Lieder. 4. ,, Er bringt euch alle Selig- aller Welt Macht, Ehr' und Gut keit, die Gott, der Vater, hat bereit't, vor dir nichts gilt, nichts hilft, daß ihr in seinem Himmelreich sollt noch thut. Idi& leben seinen Engeln gleich. 194 13. Ach, du herzlieber Jesu mein, mach dir ein Bette sanft und rein, zu ruhn in meines Herzens Schrein, daß nimmer ich vergesse dein!.sdsię 5. So merket nun die Zeichen recht, die Krippe und die Windeln schlecht, da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt. 14. Davon ich allzeit fröhlich sei, frohlock' und singe immer frei zu Ehren dir, o Gottessohn, ein Wieme 6. Deß laßt uns Alle fröhlich sein und mit den Hirten gehn hin- genlied in süßem Ton. ein, zu sehn, was Gott uns hat 15. Lob, Ehr' sei Gott im bescheert, mit seinem lieben Sohn höchsten Thron, der uns schenkt verehrt.slamistad du seinen ein'gen Sohn; deß freuet sich 7. Merk' auf, mein Herz, und der Engel Schaar und singet uns sieh dorthin: was liegt dort in solch neues Jahr.d i thin and der Krippe d'rin? Es ist deinsgitid Martin Luther( 1483-1546). Heiland, Jesus Christ, der für dich dör redan munt Mensch geboren ist. dlod and och Mel. Erschienen ist der herrlich' Tag. d 8. Sei mir willkommen, edler 28. Wir singen bir, Sms Gast! Den Shinder nicht vermanuel, du Lebensschmähet hast und kommst in's fürst und Gnadenquell, du HimmelsElend her zu mir; wie soll ich blum' und Morgenstern, du Jungimmer danken dir? frau'nsohn, Herr aller Herrn! Halleluja. 11 9. Ach Herr, du Schöpfer aller Ding', wie bist du worden so ge= ring'! Daß du da liegst im finstern Stall, als wär's ein hoher Königsfaal. bus grin 10. Und wär' die Welt vielmal so weit, von Edelstein und Gold bereit't, so wär' sie dir doch viel zu klein, zu sein ein enges Wiege3. Von Anfang, da die Welt gemacht, hat manches Herz nach dir gewacht, auf dich gehofft ſo lange Jahr der Väter und Propheten Schaar. Halleluja. lein. uisbedrift mis 11. Für Sammt und Seide wähltest du grob Heu und Windeln 4. Vor andern hat dein hoch dir zur Ruh, darauf du, König, begehrt der Hirt und König deiner groß und reich, nun prangst, als wär's dein Himmelreich. diose Heerd', der Mann, der dir so wohlgefiel, wenn er dir sang auf Saitenspiel. Halleluja. 5. ,, Ach, daß der Herr aus Zion 12. Das hat also gefallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir, wie 10 200 2. Wir singen dir mit deinem Heer aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr', daß du, o lang' ge wünschter Gast, dich nunmehr eingestellet hast. Halleluja. 17 täm' und unsre Bande von uns nähm'; ach, daß die Hilfe bräch' herein, so würde Jakob fröhlich sein!" Halleluja. 11. Darum, so hab' ich guten Muth, du wirst auch halten mich für gut. O Jesu Christ, dein frommer 6. Nun bist du hier, da liegest Sinn macht, daß ich so voll Trostes du, hält'st in der Krippe deine Ruh, bin. Halleluja. bist klein und machst doch Alles Weihnachts- Lieder. 12. Und bin ich gleich der Sünde groß, du schmückst die Welt und voll, hab' ich gelebt nicht, wie ich kommst doch bloß. Halleluja. soll, du kommst ja doch deswegen 7. Du kehrst in fremder Wohnung her, daß sich der Sünder zu dir ein, und sind doch alle Himmel kehr'. Halleluja. dein; du liegst an einer Menschenbrust und bist doch aller Engel Lust. Halleluja. 13. So faff' ich dich nun ohne Scheu, du machst mich alles Jammers frei, du trägst den Zorn, erwürgst den Tod, verkehrst in Freud' all' Angst und Noth. Halleluja. 8. Du bist der Ursprung aller Freud' und duldest so viel Herzeleid; du bist der treue Menschenfreund, doch sind dir so viel Menschen feind. Halleluja. 14. Du bist mein Haupt, hinwiederum bin ich dein Glied und Eigenthum und will, so viel dein Geist mir giebt, stets dienen dir, wie dir's beliebt. Halleluja. 9. Ich aber, dein geringster Knecht, ich sag' es frei und mein' es recht, ich liebe dich, doch nicht so viel, als ich dich gerne lieben will. Halleluja. 10. Der Will' ist da, die Kraft 15. Ich will dein Halleluja hier mit Freuden singen für und für, und dort in deinem Ehrensaal soll's ist klein; doch wird dir nicht zu schallen ohne Zeit und Zahl: Hallewider sein mein armes Herz, und, luja! was es kann, wirst du in Gnaden nehmen an. Halleluja. Paul Gerhardt( 1606-1676). 3. Jahresschlußz und Neujahr. a. Jahresschluß. 2. Gedanken, Worte, Thatent= heere, wie, dürft ihr Gottes Licht Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte. nicht scheun? Wenn ich dies Jahr 29. Ach wiederum ein Jahr geſtorben wäre, wo würd' jetzt meine verschwunden! ein Seele sein? Stünd' ich verklärt Jahr, und kommt nicht mehr zurück! bei Gottes Kindern? Wär' ich von Ach so viel theure Gnadenstunden seiner Lieb' entflammt? Wie, oder sind weg, als wie ein Augenblick! hätte mit den Sündern der Allgeweg meine Tugenden und Sünden! rechte mich verdammt? Doch nein, der Richter aller Welt läßt jegliche mich wieder finden, wann er vor seinen Thron mich stellt. 3. Den Gott, der liebt, wie Väter lieben, hat ihn mein Undank nie betrübt? Den Gott, der mir. Neues Gesangbuch. 9 18 so treu geblieben, hab' ich ihn auch Mel. Valet will ich dir geben. ſo treu geliebt? Zebt ich für ihn 30. Ach wie die Sahre ſchwing nach seinem Willen, stets als vor den, Alles muß seinem Angesicht? Fromm öffentlich, vergehn! Was wir auf Erden finden, und fromm im Stillen, treu dem Gewissen und der Pflicht? deß kann nicht Eins bestehn. Wie schnell ergraut der Scheitel, wie bald erlahmt die Kraft! Ach wie ist Alles eitel auf dieser Pilgerschaft! 4. Nein, Vater, sie sind nicht zu zählen die Sünden dieses Jahres, nein! Wie kann ich's dir und mir verhehlen? Ich bin nicht werth, noch hier zu sein! Zu oft ließ ich mein Herz erkalten, zu oft verletzt' ich meine Pflicht! Ich darf vor dir nicht Rechnung halten; ich zittre: geh' nicht in's Gericht! 2. Der Kindheit Glück zerstiebet und ist wie Rauch entflohn; die wir zuerst geliebet, sie gehn zuerst davon. Der Jugend Hoffnungsträume und all' ihr Lieb' und Glück zergehn wie Wasserschäume, und Leid nur bleibt zurück. Jahresschluß. 5. Nein, Vater, sie sind nicht zu 3. Wir legen Händ' in Hände, zählen die Gnaden dieses Jahres, als wär's für immerdar, und plößnein! Wie kann ich's dir und mir lich ist's am Ende, wenn es am verhehlen? Ich bin nicht werth, schönsten war. Es geht Eins nach mehr hier zu sein! Wo fang ich an? dem Andern hinunter in die Ruh, Gott, welche Menge vom ersten bis und über Gräber wandern wir zum letzten Tag! Ich weiß, daß, unserm Grabe zu. wenn ich Jahre sänge, ich dir zu danken nicht vermag. 4. In Sorge, Müh' und Plage, bei nichtigem Gewinn, geh'n unsre 6. Ich flehe dich: ach üb' Er- Lebenstage wie ein Geschwäß dahin. barmen, gedenke meiner Sünden nicht Bringst du es hoch an Jahren, und zeig' dem Reuenden und Armen, was ist es, was du hast? Denn der Gnade sucht, dein Angesicht! Wie wenn sie köstlich waren, war's Arfreudig will ich dann mein Leben von beit, Müh und Last. nun an deinem Dienste weihn! Wie eifrig will ich mich bestreben, durch deinen Geist ein Christ zu sein! 5. Und was uns dann gelungen im Schweiß des Angesicht's, was wir geschafft, errungen, es ist ein 7. Ich danke dir für alle Gnaden, eitel Nichts. Noch heut gedenkt die du dies Jahr der Welt erzeigt. man dessen, in Eile kommt die Nacht, Ach eile, Herr, die zu entladen, die und morgen ist's vergessen, als noch das Elend niederbeugt! Ja, wär' sein nie gedacht. aller, aller Menschen Seelen will 6. Bevor wir's werden innen, ich, mein Heiland, Jesus Christ, ist uns das Ziel gestellt, da fahren auf's neue deiner Huld empfehlen, wir von hinnen und uns vergißt weil du doch aller Heiland bist. die Welt. Wir kamen und wir schwanden, und wie wir selber gehn, Johann Lavater( 1741-1801). Jahresschluß. 19 wird Alles, was vorhanden, ver- durch diese Erdenzeit: nur immer schwinden und verwehn. vorwärts sehen mit sel'ger Freudig7. Nur Eins bleibt unverloren, feit; wird uns durch Grabeshügel du, Herr, du alterst nicht; und wer der flare Blick verbaut, Herr, gieb aus dir geboren und schaut dein der Seele Flügel, daß sie hinüberAngesicht, wer dich im Herzen findet, schaut. der hat, was ewig steht, wenn alles andre schwindet und Erd' und Welt vergeht. 6. Hilf du uns durch die Zeiten und mache fest das Herz, geh' selber uns zur Seiten und führ' uns heimathwärts. Und ist es uns hienieden so öde, so allein, o las in deinem Frieden uns hier schon Victor v. Strauß( geb. 1809). 31. D Mel. Herzlich thut mich verlangen. as Jahr geht still zu selig sein. Ende, nun sei auch still, mein Herz. In Gottes treue Hände leg' ich nun Freud' und Schmerz, und was dies Jahr umschlossen, Mel. Christus, der ist mein Leben. Eleonore Fürstin Reuß, geb. Gräfin Stolberg( geb. 1835). was Gott, der Herr, mir weiß, die 32. Das Jahr iſt nun zu die Thränen, die brennend heiß. Ende, doch, Herr, dein Lieben nicht; noch segnen deine 2. Warum es so viel Leiden, Hände, noch scheint dein Gnadenso kurzes Glück nur giebt? Warum licht. denn immer scheiden, wo wir so sehr geliebt? so manches Aug' gebrochen und mancher Mund nun stumm, der erst noch hold gesprochen - du armes Herz, warum? 2. Des Glückes Säulen wanken, der Erde Glut zerstäubt, selbst alte Freunde schwanken; doch deine Liebe bleibt. 3. Der Jugend Reiz vergehet, des Mannes Kraft wird matt; doch innerlich erstehet, wer dich zum Freunde hat. 4. Mein Tag ist hingeschwunden, mein Abend bricht herein; doch weil ich dich gefunden, so kann ich fröhlich sein. 5. Und ob der Lebensfaden auch heute noch zerreißt: du sicherst mich vor Schaden, denn du bewachst den Geist. 6. Das Dunkel ist gelichtet, das auf dem Grabe liegt; das Kreuz ist aufgerichtet, an dem du hast gesiegt. 2* 3. Daß nicht vergessen werde, was man so gern vergißt: daß diese arme Erde nicht unsre Heimath ist. Es hat der Herr uns Allen, die wir auf ihn getauft, in Zions goldnen Hallen ein Heimathrecht erkauft. 4. Hier gehen wir und streuen die Thränensaat ins Feld, dort werden wir uns freuen im sel'gen Himmelszelt; wir sehnen uns hienieden dorthin ins Vaterhaus, und wissen's, die geschieden, die ruhen dort schon aus. 5. O das ist sich'res Gehen 20 Jahresschluß. 7. Es heben gleich die Sünden| wiewohl ich weiß, daß dir's gefällt, des alten Jahres sich, du läsfest wenn ich mit Herz und Munde Heil verkünden und wirfst sie hinter dich kommen heiße und darauf von dich. mun an richte meinen Lauf, daß ich dir tomm' entgegen. au 8. Du heilst der Sünden Schaden, hilfft mir aus der Gefahr und siehst mich an mit Gnaden auch in dem neuen Jahr. Christian Bähr( 1795-1846). 6. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann von deiner Liebe trennen und daß ich frei vor Jedermann Dich meinen Freund darf nennen, und daß du dort, o Lebensfürst, Mel. Herr, wie du willst, so schick's mit. dich ganz mit mir vereinen wirst 33. Gottlob! ein Schritt zur und mir dein Erbe ſchenken. Ewigkeit ist abermals vollendet; zu dir im Fortgang dieser Zeit mein Herz sich sehnlich wendet, o Quell, daraus mein Leben fließt und alle Gnade sich ergießt zu meiner Seele Leben. 2. Ich zähle Stunden, Tag und Jahr, und wird mir fast zu lange, bis es erscheine, daß ich gar, o Leben, dich umfange, damit, was sterblich ist an mir, verschlungen werde ganz in dir und ich unsterblich werde. huc 7. Drum preis' ich dich aus Dankbarkeit. daß sich das Jahr geendet, und also auch von dieser Zeit ein neuer Schritt vollendet; ach führ' mich eilig weiter fort, bis ich gelange an die Pfort' Jerusalems dort oben. 8. Wenn auch die Hände lässig sind und meine Kniee wanken, so biet' mir deine Hand geschwind und halt mich in den Schranken des Glaubens, daß in dir mein Herz sich stärke, und ich himmelwärts ohn' Unterlaß aufsteige. 3. Vom Feuer deiner Liebe glüht mein Herz, das du entzündet; du 9. Geh, Seele, frisch im Glau bist's, mit dem sich mein Gemüth ben d'ran und sei nur unerschrocken; aus aller Kraft verbindet. Ich leb' laß dich nicht von der rechten Bahn in dir, und du in mir, doch möcht' die Lust der Welt ablocken. So ich, o mein Heil, zu dir noch immer dir der Lauf zu langsam däucht, näher dringen. so eile, wie ein Adler fleugt, mit Flügeln süßer Liebe. 4. O daß du selber kämest bald! Ich zähl' die Augenblicke; ach komm', 10. O Jesu! meine Seele ist eh mir das Herz erkalt' und sich zu dir schon aufgeflogen: du hast, zum Sterben schicke! Komm' doch weil du voll Liebe bist, mich ganz in deiner Herrlichkeit; schau' her, zu dir gezogen. Fahr' hin, was die Lambe steht bereit, die Lenden sind umgürtet! heißet Stund' und Zeit? Ich bin schon in der Ewigkeit, weil ich in Sefu lebe. Herm. Aug. France( 1663-1727) 5. Doch sei dir ganz anheimgestellt die rechte Zeit und Stunde, Neujahrs- Lieder. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 34. wiederbringlich schnell entfliehn die Tage, Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 5. Wir eilen mit dem Strom der Zeit stets näher hin zur Ewigkeit. Du hast die Stunden zugezählt, die letzte weislich uns verhehlt. 21 whe b. Neujahr. die uns Gott verliehn. Ein Jahr 35. Bis hierher hat mich tritt ein und wie gebracht durch ist bereits entflohn! seine große Güte, bis hierher hat 2. Dank dir, du ewig treuer er Tag und Nacht bewahrt Herz Gott, für deinen Beistand in der und Gemüthe, bis hierher hat er Noth, für tausend Proben deiner mich geleit't, bis hierher hat er Treu', denn deine Huld ward täg- mich erfreut, bis hierher mir gelich neu. holfen. 3. Wenn unser Herz, von Schuld 2. Hab' Lob und Ehre, Preis befreit, sich mancher guten That und Dank für die bisher'ge Treue, erfreut, weß war die Kraft? wer die du, o Gott, mir lebenslang gab Gedeihn? Dir, Herr, gebührt bewiesen stets auf's neue! In mein der Ruhm allein! nadnil Gedächtniß schreib' ich an: der Herr hat Großes mir gethan, bis hierher mir geholfen. 4. Oft fehlten wir und merkten's nicht; verzeih uns die verletzte Pflicht! Du siehst, Erbarmer, unsre Reu'; um Christi willen sprich uns frei! 3. Hilf fernerhin, mein treuster Hort, hilf mir zu allen Stunden, hilf mir an all und jedem Ort, hilf mir durch Jesu Wunden, damit ich sag' bis in den Tod: durch Christi Blut hilft mir mein Gott, er hilft, wie er geholfen! Aemilie Juliane, Gräfin v. SchwarzburgRudolstadt( 1637-1706). 6. Herr unsers Lebens, mache du uns selber recht geschickt dazu, usually tibom dock snied daß nicht, indem wir sicher sind, Mel. Vom Himmel hoch, da der Tod uns unbereitet find't. 36. Das 7. Ist einst die Zahl der Stunden voll, die unser Loos entscheiden soll: so führ' uns aus der Prüfungszeit zu deiner frohen Ewigkeit. as alte Jahr vergangen ist: wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du in Noth uns und Gefahr behütet gnädiglich dies Jahr. 8. Da sind wir unsers Heils 2. Wir bitten dich, den ew'gen gewiß, da wechseln Licht und Finster- Sohn des Vaters in dem höchsten niß nicht mehr, wie hier, du ew'ges Thron, du woll'st dein' arme Licht; Herr, unser Gott, verlaß uns Christenheit bewahren ferner allezeit. nicht! 3. Entzieh' uns nicht dein heilsam Wort, das uns'rer Seelen Trost und Hort; vor falscher Lehr', Abud and Br 10 Christoph Neander( 1724-1802). and 22 Neujahrs- Lieder. götterei behüt' uns, Herr, und steh'| Seelen, der ein erneutes Herz bes uns bei. gehrt und laß es nicht an Früchten 4. Hilf, daß wir fliehn der fehlen, wenn sich der alte Mensch Sünde Bahn und neu zu werden bekehrt! fangen an. Der Sünd' vom alten Jahr nicht denk', ein gnadenreich Neujahr uns schenk'. 5. Laß deinen Namen neu erschallen, so weit dein Reich die Erde deckt; laß alle falschen Götter fallen, so weit das Kreuz die Arme streckt. Du hast den heil'gen Christusnamen zum Gnadenthrone hingeJoh. Steuerlein( 1546-1613) Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte. 37. Ein tin neues Jahr ist an- stellt, aus diesem Lebenskeim und gefangen, laß es ein Samen erneure die erstorbne Welt. Jahr der Gnade sein. Herr, Jeder 6. Laß Trost und Frieden neu blicket voll Verlangen in diese verkünden den Herzen, die zerschlatünft'ge Zeit hinein. Laß Jeden gen sind, zerbrich das Joch der finden und erfahren, was seiner alten Sünden und rette das verirrte Seele dient und frommt. Heil Kind! Vergieb uns, Herr, was uns, wenn in allen Jahren dein wir bereuen und lege du den bessern Reich uns immer näher kommt. Grund, auf dem wir Tag für Tag erneuen den festgeschloffnen Gnadens bund. 2. Die Tage flieh'n und tauchen nieder, die Jahre schwinden wie ein Rauch. Du sprichst, ihr Menschen tommet wieder und nimmt sie weg mit einem Hauch. Du führst her- Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Heinrich Buchta( 1808-1858). aus die Zahl der Sterne; vor dir 38. ott ruft der Sonn' ist alles Fleisch wie was du gebeut'st, das kommt von ferne und deine Hand macht Alles neu. und schafft den Mond, das Jahr darnach zu theilen. Er schafft es, daß man sicher wohnt, 3. O laß auch uns ein Neues und heißt die Zeiten eilen; er ordnet hören in dieser neuen Gnadenzeit, Jahre, Tag und Nacht, auf, last ein Neues aus des Himmels Chören, uns ihm, dem Gott der Macht, ein Neues aus der Ewigkeit, ein Ruhm, Preis und Dank ertheilen! neues Wort von alter Treue, die 2. Herr, der da ist, und der da täglich neu die Hand uns beut, ein war! von dankerfüllten Zungen sei Wort, das unser Herz erfreue, so dir für das verfloss'ne Jahr ein oft es seine Kraft erneut. heilig Lied gesungen; für Leben, 4. Hilf, Gott, mit deinem Gna- Wohlfahrt, Trost und Stath, für dengeiste, daß dieses angefang'ne Fried' und Ruh', für jede That, Jahr in deinem Reich ein Beff'res die uns durch dich gelungen! leiste als der Gewinn des alten 3. Laß auch dies Jahr gesegnet war! Erwecke du den Trieb der sein, das du uns neu gegeben! 23 Neujahrs- Lieder. Verleih' uns Kraft, die Kraft ist schade, sondern bald Vergebung dein, in deiner Furcht zu leben! find'. Auch durch deine Gnad' verDu schützest uns und du vermehrst leih', daß ich herzlich sie bereu', der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. Herr, in dir, denn du, mein Leben, fannst die Sünde mir vergeben. 4. Gieb mir, wofern es dir ge- 3. Tröste mich mit deiner Liebe; fällt, des Lebens Ruh' und Freu- nimm, o Gott, mein Flehen hin, den; doch schadet mir das Glück weil ich mich so sehr betrübe und der Welt, so gieb mir Kreuz und voll Angst und Zagen bin. Wenn Leiden: nur stärke mit Geduld ich schlafe oder wach', sieh du, Herr, mein Herz, und laß mich nicht in auf meine Sach', stärke mich in Noth und Schmerz die Glücklichern meinen Nöthen, daß mich Sünd' beneiden. und Tod nicht tödten. 5. Hilf deinem Volke väterlich 4. Herr, du wollest Gnade geben, in diesem Jahre wieder; erbarme daß dies Jahr mir heilig sei, und der Verlass'nen dich und der be- ich christlich könne leben, sonder drängten Brüder. Gieb Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern Fürsten nieder: Trug und Heuchelei, dich und meinen Nächsten lieb' und denselben nicht betrüb', daß ich auch allhier auf Erden fromm und selig möge werden. 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit auf seinem Stuhle throne; 5. Jesu, laß mich fröhlich enden daß Tugend und Zufriedenheit in dieses angefang'ne Jahr; trage stets unserm Lande wohne; daß Treu' mich auf den Händen, bleibe bei und Liebe bei uns sei: dies, lieber mir in Gefahr. Steh mir bei in Vater, dies verleih' in Christo, aller Noth und verlaß mich nicht deinem Sohne! im Tod: freudig will ich dich umfassen, wenn ich soll die Welt verlaffen. Chr. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. Nach Joh. Rist( 1607-1667). 39. fingen, hilf, das neue Herr geH Sahr geht an; laß es neue Kräfte 40. ein, da ein neues Mel. Meinen Jesus laß ich nicht. esus soll die Loosung bringen, daß auf's neu ich wandeln kann. Laß mich dir befohlen sein, auch daneben all das Mein': neues Glück und neues Leben wollest du aus Gnade geben. Jahr erschienen; Jesu Name soll allein denen zum Paniere dienen, die in seinem Bunde stehn und auf seinem Wege gehn. 2. Laß es sein ein Jahr der 2. Jesu Name, Jesu Wort soll Gnade; sprich mich los von meiner in den Gemeinden schallen, und so Sünd'; hilf, daß sie mir nimmer oft wir nach dem Ort, der nach ihm Neujahrs- Lieder. 24 genannt ist, wallen, mache seines Namens Ruhm unser Herz zum Heiligthum. 6. Ach, Hüter unsers Lebens, färwahr, es ist vergebens mit unserm Thun und machen, wo nicht dein' Augen wachen. 3. Sein Verfühnen und sein Heil wollen wir im Glauben ehren: also 7. Gelobt sei deine Treue, die wird es uns zu Theil, wird sich täglich alle Morgen neue; Lob sei den bei uns mehren; auch für's neue starken Händen, die alles Herzleid Jahr uns beut Jesu Name Seligkeit. 4. Uns're Wege wollen wir nun in Jesu Namen gehen; geht uns dieser Leitstern für, so wird Alles wohl bestehen und durch seinen Gnadenschein Alles voller Segen sein. 5. Alle Sorgen, alles Leid soll sein Name uns versüßen: so wird alle Bitterfeit uns ein Segen werden müssen. Er, der allen Kummer stillt, Jesu Nam' sei Sonn' und Schild. Benj. Schmold( 1672-1737). wenden. 8. Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in unſerm Kreuz und Leiden ein Brunnen uns'rer Freuden. 9. Gieb mir und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 10. Schließ' zu die Jammerpforten; behüt' uns aller Orten vor Krieg und Blutvergießen, laß Frieand densströme fließen. 9000 Mel. Wach' auf, mein Herz, und singe. 41. N un faßt uns gehn und treten mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hierher Kraft gegeben. 2. Wir geh'n dahin und wandern von einem Jahr zum andern, wir leben und gedeihen vom alten zu dem neuen, 3. Durch so viel Angst und Plagen, durch Zittern und durch Zagen, durch Krieg und große Schrecken, die alle Welt bedecken. 11. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen; laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. 12. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berather, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und habe. 13. Hilf gnädig allen Kranken; gieb fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermuth quälen. 14. Und endlich, was das Meiste, füll' uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 15. Das Alles woll'st du geben, o meines Lebens Leben, mir und der Christenschaare zum sel'gen neuen Info Paul Gerhardt( 1606-1676). 4. Denn wie von treuen Müttern in schweren Ungewittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden: 5. Also auch und nicht minder läßt Gott uns, seine Kinder, wenn Noth und Trübsal bligen, in seinem Jahre. Schooße sitzen. Epiphanias- Lieder. 4. Epiphanias. Mel. Valet will ich dir geben. erkennen kann; dort aber wird's geerr Jesu, Licht der Hei- schehen, daß ich von Angesicht zu 42. und Lieb', wir kommen jetzt mit klares Licht. Freuden durch deines Geistes Trieb in diesen deinen Tempel und suchen mit Begier, nach Simeons Erempel, dich, Gottes Sohn, nun hier. is 2. Du wirst von uns gefunden, o Herr, an jedem Ort, wo Gläub'ge schienen, meine Seele will so gern sich verbunden auf dein Verheißungs- dir an deinem Feste dienen; nimm wort; vergönnst noch heutzutage, doch, nimm doch gnädig an, was daß man dich gleicherweis auf Glau- ich Armer schenken kann. bensarmen trage, wie dort der fromme Greis. 2. Nimm das Gold des Glaubens hin, wie ich's von dir selber habe und damit beschenket bin, so ist dir's die liebste Gabe. Laß es auch bewährt und rein in der Trübsal Feuer sein. 3. Sei unser Glanz in Wonne, ein helles Licht in Pein, in Schrecken uns're Sonne, im Kreuz ein Gnadenschein. Wenn wir in Angst verzagen, sei uns ein Freudenstrahl, ein Arzt in Noth und Plagen, ein Stern in Todesqual. 25 4. Herr, laß auch uns gelingen, daß einst, wie Simeon, den Schwanensang wir singen in süßem Freudenton: mir werden nun in Frieden die Augen zugedrückt, nachdem ich schon hienieden den Heiland hab' erblickt. Joh. Frand( 1618-1677). Mel. Meinen Jesus laß' ich nicht. 43. Jeju, großer Wunderstern, aus ist ers 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, laß ihn gnädig dir genügen; laß mein Herz in Demuth stets, ihn zu opfern, vor dir liegen. Wenn ich bete, nimm es auf und sprich Ja und Amen d'rauf. 4. Nimm die Myrrhen bitt'rer Reu'; ach, mich schmerzet meine Sünde! Aber du bist fromm und treu, daß ich Trost und Gnade finde und nun fröhlich sprechen kann: Jesus nimmt mein Opfer an. 5. Ja, ja ich hab' im Glauben, mein Jesu, dich geschaut: kein Feind kann dich mir rauben, droht er auch noch so laut. Ich wohn' in deinem Herzen und in dem meinen du; uns Erdm. Neumeister( 1671-1756). di ſcheiden keine Schmerzen, nicht Angſt, 44. Webas liegt mir oft im Mel. Christus, der ist mein Leben. ie Simeon verschieden. Sinn: ich führe gern im Frieden aus diesem Leben hin. 2. Ach laß mir meine Bitte, mein noch Tod dazu. 6. Hier will es oft mir scheinen, du säh'st mich strafend an, daß ich vor Angst und Weinen dich kaum 26 treuer Gott, geschehn: laß mich aus dieser Hütte in deine Wohnung gehn. 3. Dein Wort ist uns geschehen, an diesem nehm' ich Theil: wer Jesum werde sehen, der sehe Gottes Heil. Passions- Lieder. 4. Ich seh' ihn nicht mit Augen, doch an der Augen Statt kann mir mein Glaube taugen, der ihn zum Heiland hat. 5. Ich hab' ihn nicht in Armen, wie jener Fromme da; doch ist er voll Erbarmen auch meinem Herzen nah. 6. Mein Herz hat ihn gefunden; es rühmt: mein Freund ist mein; auch in den letzten Stunden ist meine Seele sein. 7. Ich kenn' ihn als mein Leben; er wird mir nach dem Tod bei sich ein Leben geben, dem nie der Tod mehr droht. 8. Mein Glaube darf ihn fassen, sein Geist giebt Kraft dazu; er wird auch mich nicht lassen, er führt mich ein zur Ruh. 9. Wann Aug' und Arm erkalten, hängt sich mein Herz an ihn; wer Jesum nur kann halten, der fährt im Frieden hin. Philipp Hiller( 1699-1769). 5. Passion. Mel. Dir dir Jehova will ich singen. ch sieh ihn dulden, bluten, sterben! O meine Seele, sag' ihm frommen Dank! Sieh Got45. A 4. Dein bin ich nun und Gottes tes eignen Sohn und Erben, wie Erbe; ich sehe in sein Vaterherz mächtig ihn die Menschenliebe drang! Wo ist ein Freund, der je, was er, gethan? der so, wie er, für Sünder sterben kann? hinein. Wann ich nun leide, wann ich sterbe, kann ich unmöglich je verloren sein. Wenn Sonn' und Mond und Erde untergehn, so bleibt mir Gottes Gnade ewig stehn. So wahr dich Gott für mich zum Opfer giebt, so fest steht es, daß er mich herzlich liebt. 2. Wie dunkel waren jene Stunden, o Herr, und welche Lasten drückten dich! Wie quoll das Blut aus deinen Wunden, und ach, es floß zum Heil und Trost für mich und ruft noch heute mir ermunternd in jeder Noth. Unschuldig littest zu, daß du mich liebst, du frommer du, doch Preis und Ruhm ist auch Dulder, du! im Kampf der Unschuld Eigenthum. 3. So sollt' es sein: du maßtest 6. Ja, Herr, dein Beispiel soll leiden; dein Tod macht mir de? mich lehren, des Lebens Unschuld Vaters Liebe fund. Er wird für sei mein Ehrenkleid. Froh will ich mich ein Quell der Freuden, ein deine Stimme hören und willig thun, Siegel auf den ew'gen Friedensbund. was mir dein Wort gebeut. Die 5. Ja, mir zum Trost und dir zur Ehre gereicht dein ganzer Kampf, dein Kreuzestod. Beſtätigt ist nun deine Lehre, ich baue fest darauf Univ.- Bibl. Giessen Passions- Lieder. Dankbarkeit drängt innigst mich dazu, wer hat es mehr um mich verdient, als du? 27 Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 47.3 er am Kreuz ist meine Liebe, meine Lieb' iſt 7. Nie will ich mich am Feinde Jesus Christ. Weicht von mir, ihr rächen; auch dieß lern ich, mein Sündentriebe, eure Frucht Verder= Heiland, hier von dir; nie Gottes ben ist. Eure Lieb' ist nicht von Schickung widersprechen, wär' auch Gott, eure Liebe bringt den Tod. sein Pfad jest noch so dunkel mir. Auf Dornen gingst du selbst zum Biele hin; ich folge dir, weil ich dein Jünger bin. Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu sein mich übe. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe. Spötter, was befremdet's dich, daß 8. Was fürcht' ich noch des ich treu zu sein mich übe? Jesus Todes Schrecken? Du schliefst auch gab sich selbst für mich, so ist er einst im Grab, o Seelenfreund! mein Friedensschild, aber auch mein Mag sie doch meine Asche decken, Lebensbild. Der am Kreuz ist meine die Erde, wann des Todes Nacht Liebe, dem ich treu zu sein mich übe. erscheint! Der Gott, der dir das Leben wieder gab, wälzt einstens auch den Stein von meinem Grab'. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe. Sünde, du bist mir verhaßt. Weh' mir, wenn ich den betrübe, der für 9. Nimm hin den Dank für deine mich am Kreuz erblaßt! Kreuzigt' Plagen, mein Retter, den dir treue ich nicht Gottes Sohn? Trät' ich Liebe bringt! Noch heißern Dank nicht sein Blut mit Hohn? Der will ich dir sagen, wann dich mein am Kreuz ist meine Liebe, dem ich Geist im Engelchor besingt: dann treu zu sein mich übe. stimmen alle Sel'gen fröhlich ein, der ganze Himmel soll dann Zeuge sein! Johann Hermes( 1738-1821). 4. Der am Kreuz ist meine Liebe. Schweig, Gewissen, zage nicht. Ewig treu bleibt Gottes Liebe, wenn mich Sünd' und Tod anficht. Sieh, es floß auch mir zu gut seines Sohnes theures Blut. Der am Kreuz ist Eigene Melodie. 46. Christe, du Lamm Gottes, meine Liebe, dem ich treu zu ſein mich übe. du trägst die Sünde der Welt, erbarm' dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm' dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, gieb uns dein'n Frieden! Amen. Alte Passions- Antiphone. 5. Der am Streuz ist meine Liebe. kein Trübsal noch so groß, Hunger, Blöße, Geißelhiebe, nichts macht mich von Jesu los, nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, noch Fürstenthum. Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu sein mich übe. 6. Der am Kreuz ist meine Liebe. 28 Passions- Lieder. Komm', o Tod, mein bester Freund!| sein Vaterherz ist treu gesinnt. Drum Wenn ich einst in Staub zerstiebe, halt' ich mich getrost an dich, und werd' mit Jesu ich vereint. Da, rufe: Abba! höre mich! Amid da schau ich Gottes Lamm, meiner 6. Du wirfst voll Zuversicht und Seele Bräutigam. Der am Kreuz Liebe dem Vater dich an's treue ist meine Liebe, dem ich treu zu Herz und rufft aus stärkstem Herzenssein mich übe. triebe mit heißen Thränen himmelwärts, auch mir sind Glaub' und Liebe noth, sonst ist mein Beten gänzlich todt. Johann Greding( 1676-1748). Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 48. D u gehest in den Garten beten; mein treuer Jesu, nimm mich mit! Laß mich an deine Seite treten, ich weiche von dir keinen Schritt: ich will an dir, mein Heiland, sehn, wie mein Gebet soll recht geschehn. 2. Du gehst mit Zittern und mit Zagen und bist bis in den Tod betrübt; ach, dieses soll an's Herz mir schlagen, daß ich die Sünde so geliebt; drum willst du, daß ein Herz voll Reu' mein Anfang zum Gebete sei. 7. Voll Klagen trägst du deinen Jammer dem hocherhabnen Vater vor und klopfst zuletzt mit starkem Hammer um Rettung an das Gnadenthor. So flag' auch ich dir, was mich quält und bitt' um das, was mir noch fehlt. 3. Du eilst, entziehst dich allen Leuten und suchst die stille Einsamkeit: so muß auch ich mich wohl bereiten und fliehen, was mein Herz zerstreut. Zieh mich von aller Welt allein, und laß nur uns beisammen ſein. 8. Geduldig Lamm, wie hältst du stille, hältst im Gebete dreimal an: auch ich soll thun, das ist dein Wille, wie du, mein Heiland hast gethan. Hilft Gott nicht gleich auf's erste Fleh'n, so darf ich wieder zu ihm gehn. 9. Dein Wille senkt sich in den Willen des allertreusten Vaters ein: so muß sich auch mein Wille stillen, will ich von ihm erhöret sein. Drum bet' ich in Gelassenheit: was mein Gott will, gescheh' allzeit. 10. Nun, du erlangest auf dein 4. Du wirfst dich knieend hin zur Flehen Trost, Kraft, Sieg, Leben, Erden, fällst nieder auf dein Ange- Herrlichkeit; damit hast du auf mich sicht: so muß die Demuth sich ge- gesehen, daß ich zur angenehmen berden; darum erheb' ich Staub Zeit auf ernstlich Beten freudenvoll mich nicht. Ich beuge mich in den gleichen Segen ernten soll.d Niedrigkeit, wie du, voll Trauer, 11. Mein Jesu, hilf mir stets Angst und Leid. 5. Du betest zu dem lieben Vater, rufft: Abba! Abba! wie ein Kind; dein Vater ist auch mein Berather, hon so beten, wie mich dein heilig Vorbild lehrt: so kann ich frei zum Vater treten und werde stets voit ihm erhört; so bet' ich mich zum Passions- Lieder. 29 Himmel ein und will dir ewig| mein Jesu, wer war ich? Du denkst dankbar sein. Benj. Schmold( 1672-1737). an deine Freunde; gedenk, Herr, auch an mich! Du machst den Schächer selig, verheißest ihm dein Reich; das macht mich Sünder Mel. Herzlich thut mich verlangen. 49. Du, meines Lebens Leben, fröhlich, mich, der dem Schächer meines Todes Tod, 11 7. Du flagst voll Angst im Herzen: mein Gott verlässet mich!" Du dürftest in den Schmerzen; und Niemand labet dich. Nun kommt der Leiden Ende, du rufft: ,, es ist vollbracht!" Befiehlst in Vaters Hände den Geist; es war vollbracht! 8. Ich seh' mit Lieb' und Beugen des Heilands letzten Blick, ich seh' sein Haupt sich neigen, das war mein ewig Glück; mein Bürge stirbt, ich lebe, so todeswerth ich bin; er giebt sich mir, ich gebe mich ihm zu eigen hin! 3. Ich komm' erst zu der Stätte, wo Jesus niedersank und ringend 9. du, an den ich glaube, und im Gebete den Kelch des Leidens trank; die Angst, die ihn durch- den mein Geist umfaßt, der du im dringet, traf ihn durch mein Vergehn, den Tod, mit dem er ringet, den sollt' ich selbst bestehn. Todesstaube für mich gelegen hast! auf dein Verdienst und Leiden vertrau' ich ganz allein, darauf werd' ich einst scheiden und ewig bei dir für mich dahin gegeben in tiefe Seelennoth, in Martern, Angst und Sterben aus liebender Begier, das Heil mir zu erwerben; nimm Preis und Dank dafür! 2. Ich will jetzt mit dir gehen den Weg nach Golgatha. Laß mich im Geiste sehen, was da für mich geschah. Mit innig zartem Sehnen begleite dich mein Herz, und meine Augen thränen um dich vor Liebesschmerz! 4. Mein Heiland wird verrathen, geführt zu Spott und Qual; ach sein. 10. Erhalt' mir deinen Frieden meine Missethaten, die brachten allzumal ihn vor's Gericht der Heiden und deines Heil's Genuß, so lang' und in der Feinde Hand; ich war's, ich noch hienieden in Schwachheit ich sollte leiden, was da mein Bürg' empfand. wallen muß, bis endlich dir zu Ehren, der mich mit Gott versöhnt, dort in den obern Chören mein Halleluja tönt. 5. ,, Seht, welch ein Mensch!" er stehet geduldig, wie ein Lamm, und nun wird er erhöhet, ein Fluch, am Kreuzesstamm, vollendet da sein Büßen, der Welt, auch mir zu gut; aus Händen, Seit und Füßen 50. Der Sefu, heiße Zähren, Ernst v. Wobeser( 1727-1795). drar Mel. Allein zu dir, Herr Jesu Christ. u weinest um Jerusalem, strömt sein Versöhnungsblut. Herr 6. Du bittest für die Feinde; bezeugst, es sei dir angenehm, wenn 30 Passions- Lieder. Sünder sich bekehren. Wenn ich dir im Himmelsthrone. O nimm vor dir mit Buß' erschein' und über mich nach vollbrachtem Lauf zu meine Sünden wein', so tilgest du deinen Auserwählten auf, dann will aus lauter Gnad' all' Missethat, ich recht lobsingen dir, o höchste die mich bisher gequälet hat. Zier, für deine Thränen für und für. Joh. Heermann( 1585-1647). 2. Wenn deines Vaters Zorn entbrennt ob meiner schweren Sünde, zu deinen Thränen ich mich wend', Mel. An Wasserflüssen Babylon. da ich Erquickung finde. Vor Gott 51. Ein Lämmlein geht und hoch wer darauf trägt die der sein Vertrauen setzt, den blickt Gott Welt und ihrer Kinder; es geht an mit Gütigkeit zu jeder Zeit und führet ihn aus Angst und Streit. und träget in Geduld die Sünden aller Sünder. Es geht dahin, wird 3. Hier muß ich noch im Thränen- matt und krank, ergiebt sich auf die thal, Herr Jesu, oftmals weinen, Würgebant, entsaget allen Freuden; mich drücken Leiden ohne Zahl, die es nimmt auf sich Schmach, Hohn Welt plagt hier die Deinen. Auf und Spott, Angst, Schläge, Wunden, allen Seiten, wo sie kann, fängt Kreuz und Tod, und spricht: ich sie mit mir zu hadern an. Dies will's gern leiden. tröstet mich zu aller Frist, daß du, Herr Christ, in Nöthen auch gewesen bist. 2. Das Lamm, das ist der große Freund und Heiland uns'rer Seelen; den, den hat Gott zum Sündenfeind 4. Du zählest alle Thränen mein; und Sühner wollen wählen. ,, Geh ich weiß, sie sind gezählet, und ob hin, mein Kind, und nimm dich an sie nicht zu zählen sei'n, dennoch der Sünder, die nichts retten kann dir feine fehlet. So oft vor dir vom ewigen Verderben. Die Schuld sie regen sich, so oft sie auch bewegen dich, daß du dich mein erbarmen mußt, wie gern du thust, denn meine Noth ist dir bewußt. ist schwer, die Strafe groß, du kannſt und sollst sie machen los durch Leiden und durch Sterben." 11.11 5. Sä't man hienieden Thränen aus und hält geduldig stille, wird ernten man in deinem Haus, da Freude ist die Fülle, ja solche Freude, die kein Mann, fein Engel je ergründen kann, die bleiben wird in Ewigkeit. Mein Kreuz und Leid wird werden dort zu lauter Freud'. 3. Ja, Vater, ja von Herzensgrund leg' auf, ich will's gern tragen. Mein Wollen hängt an deinem Mund mein Thun an deinem Sagen."" O Wunderlieb', o Liebes macht, du kannst, was nie ein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abzwingen. O Liebe, Liebe, du bist start, du streckest den in Grab und 6. Für diese Thränen dank' ich Sarg, vor dem die Felsen springen. dir, daß du die Freudenkrone, Herr 4. Du läsfest ihn am KreuzesChrist, dadurch erworben mir bei stamm' für uns're Sünden büßen, Passions- Lieder. 31 zur Schlachtbank reif, ein Opfer-| in Traurigkeit mein Lachen, in lamm, dem Herz und Adern fließen, Fröhlichkeit mein Saitenspiel und das Herz mit seiner Seufzer Kraft, wenn mich nichts erquicken will, soll die Adern mit dem edlen Saft des mich dies Manna speisen. Im purpurrothen Blutes. O süßes Durst sei's mir als Quell bereit, Lamm, was soll ich dir erweisen in Einsamkeit mein stet' Geleit dadafür, daß du mir erzeigest so viel heim und auch auf Reisen. Gutes? 9. Was schadet mir des Todes Gift? Dein Blut, das ist mein Leben. Wenn mich des Tages 5. So lang ich lebe, will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen; dich will ich stets, gleich wie du Hiße trifft, kannst du mir Schatten mich, mit Liebesarmen fassen. Du geben. Seßt Schwermuth meinem sollst sein meines Herzens Licht, Herzen zu, so find' bei dir ich meine und wenn mein Herz in Stücke Ruh, wie auf dem Bett ein Kranker; bricht, sollst du mein Herze bleiben. und wenn des Lebens stürmisch Ich will mich dir, mein höchster Meer mein Schifflein treibet hin Ruhm, hiermit zu deinem Eigen- und her, so bist du dann mein thum in Ewigkeit verschreiben. Anter. 6. Ich will von deiner Lieblich- 10. Wenn ich soll endlich treten keit bei Nacht und Tage singen, ein in deines Reiches Freuden, so mich selbst auch dir zu aller Zeit soll dein Blut mein Purpur sein, zum Freudenopfer bringen. Es ich will mich darein fleiden; es soll soll mein Lebensbach sich dir und sein meines Hauptes Kron', mit deinem Namen für und für in welcher ich will vor den Thron des Dankbarkeit ergießen; und was du höchsten Vaters gehen, und dir, mir zu gut gethan, das will ich dem er mich anvertraut, gleich einer stets, so tief ich kann, in mein Ge- wohlgeschmückten Braut an deiner dächtniß schließen. Seite stehen. Paul Gerhardt( 1606-1676). 7. Erweit're dich, mein Herzensschrein, du sollst ein Schathaus werden der Schätze, die viel größer Mel. Es ist genug 2c. fein, als Himmel, Meer und Erden. 52. Es ist vollbracht, das Weg mit den Schäßen dieser Welt Welt, . und Allem, was der Welt gefällt! das Licht der Wahrheit siegt; es ich hab ein Beff'res funden: Herr wird die Nacht, des Irrthums Jesu Christ, mein Schatz und Gut Nacht erhellt, die auf der Menschist dein für mich vergossnes Blut, heit liegt. Der Gottgesandte hat das Heil in deinen Wunden. vollendet, sein Blut für unser Heil verpfändet. Es ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht! Er ruht mun von der Qual, deß Herz für 8. Das soll und will ich mir zu Nug' zu allen Zeiten machen. Im Streite soll es sein mein Schuß, 32 Passions- Lieder. uns nur schlug, der Ungemach und erkauft. Füll' mit Andacht unsern Leiden ohne Zahl für uns aus Geist, daß er sich der Welt entreißt Liebe trug. Nun wird er bei dem und in Christo Ruhe finde für die Vater droben zu Macht und Herr- schwere Last der Sünde. lichkeit erhoben. Es ist vollbracht! d 2. Lehre selbst uns würdig feiern 3. Es ist vollbracht, des Vaters Jesu Christi Leidenszeit; unsern Rath erfüllt, erfüllt zu seinem Bund mit Gott erneuern lehr' uns, Ruhm. Der Vorhang riß; auf Geist der Heiligkeit. Fülle mit der ewig ward's enthüllt, der Liebe Wehmuth Schmerz das zu ihm geHeiligthum. Die Mörder des Ent- wandte Herz, und von deinem Strahl schlaf'nen beben, ob er gleich ihnen getroffen, steh' es heil'ger Rührung mild vergeben. Es ist vollbracht! offen. 4. Es ist vollbracht! Wer sah 3. Stell' den Mittler unsers nicht Gottes Spur, als er am Bundes uns in seiner Schönheit Kreuz entschlief! Die Sonn' er vor, bring' die Reden seines MunLosch, Angst faßte die Natur, die des vor das aufgeschloss'ne Ohr; Erde bebte tief, es spalteten sich führ' uns nach Gethsemane in das Felsenwände beim Ruf' von seinem Allerheiligste, wo die Todesnacht frühen Ende. Es ist vollbracht! ihn schrecket und mit blut'gem Schweiß bedecket. 5. Es ist vollbracht! Und ach, ein menschlich Herz blieb' falt, 4. Zeig' uns ihn, den Weltverschlüg' ohne Dank am Kreuze deß, jöhner, unter seiner Mörder Schaar, der unterm tiefsten Schmerz für wie auf Erden Keiner schöner, Keiuns zum Tode sant? Wer sollte nicht mit heißen Zähren ihm heute Lieb' und Treue schwören? Es ist vollbracht! ner so verachtet war; wie er unter Spott und Hohn, unter seiner Dor nenkron', Geißelschlägen, Todeswunden so geduldig ward erfunden. 6. Es ist vollbracht! Ach, ewig 5. Geh mit uns dem Opferlamme feierlich sei mir sein Todestag! auf dem blut'gen Pfade nach; zeig' Noch kraftvoll sei, zu preisen, Mitt- uns an dem Kreuzesstamme seines ler, dich mein letzter Herzensschlag! großen Todes Schmach. Zeige uns Hinauf zu dir blick' ich am Ziele des Edlen Blut, seinen hohen und ruf' voll hoher Dankgefühle: Geistesmuth, trage uns auf schnelEs ist vollbracht! lem Flügel auf den nachtbedeckten Hügel. Nach Julius Sinz( um 1799). 6. Seine letzten Worte schreibe uns ins Herz mit Flammenschrift. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 53. Fall' auf die Gemeinde Stärk' uns, Tröſter, bleibe, bleibe Geist, der uns bei uns, wenn der Tod ihn trifft. mit Feuer tauft! Alle sind wir Wenn, ,, nun ist die Welt versöhnt", Christi Glieder, Alle durch sein Blut im Vollbracht herunter tönt, und Passions- Lieder. 33 das Antlik wir, das bleiche, schau'n,| zugewandt, daß er, verirrt auf dunkach unsern Herrn als Leiche. lem Pfade, dich, guten Hirten, 7. O, du heilige Gemeinde, blick wiederfand; dein Aug' begegne zu deinem Haupt empor, zum Er- meinem Sehnen, daß aufwärts seine löser, deinem Freunde, den zum Seufzer schickt; denn milder fließen Retter Gott erfor. Welche Wonn' meine Thränen, wenn du mich, Jesu, und Seligkeit schafft die stille Lei- angeblickt. bidsi apot denszeit! Sie entreißt dem Weltgetümmel, hebt den Geist empor zum Himmel.ad fotod aroun Christian Schubart( 1739-1791). 5. D du, mein freundlichster Regierer, seitdem ich wall' im Pilgerland, sei ferner noch mein treuer Führer bis zu dem schönen Heimathland! Halt mir dein Ohr für Alles offen, was ich dir klag' im Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz. 54. Gefreuzigter! zu deinen Kämmerlein, und laß mich stets voll Füßen hebt aus dem Staube sich empor mein Herz, wann Demuth hoffen, daß es soll Ja und Amen sein. MALING LANDTIME( S) es von Gram zerissen; es sucht dein 6. Du sahest segnend auf die Herz, dein Aug' und Ohr: dein Herz, die Ruhestatt der Armen, die Niemand sonst erquicken kann, dein Herz, das zärtlich, voll Erbarmen den Leidenden ist zugethan. Deinen, Herr, einst vom blut'gen Kreuz herab; so sieh auch mich an und die Meinen in jeder Stunde bis zum Grab. Wie wird uns sein, befreit vom Staube, der oft den 2. Du, unser heil'ger Blutsver- Geist mit Angst beschwert, wann wandter, der einst so heiß für uns endlich Hoffnung, Lieb' und Glaube geweint; o du, mit jeder Noth be- die tühnsten Bitten sieht erhört! kannter, erfahrner Arzt und Seelen- Nach Christian Dann( 1758-1837). freund: eröffne du dein Herz dem plotám nagrod Matten als eine stille Felsenkluft, Mel. Die Tugend wird durch's Frenz. eld wo Kühlungen ihn ſanft umſchatten, 55. He willen gehst du des Leiwenn oft ein Schmerz dem andern ruft! dens Opfergang, nimmst, uns'rer Seelen Pein zu stillen, auf dich des Seelenkummers Drang. Erschüttert blicken uns're Herzen dir nach, der unser Heil versicht und blutend unter Todesschmerzen die Bahn des ew'= 3. Wie sich aus deinen Todeswunden dein Blut zu meinem Heil ergießt: das sei's in meinen bängsten Stunden, was mir den Leidenskelch versüßt. Das gieb als Balsam deinem Kranken, den Frieden Gottes flöß' ihm ein; und wann des Glau- gen Lebens bricht. bens Grund will wanken, so müff' 2. Ach muß es sein? im Tod ihm das zur Stütze sein. erlieget dein Herz? du sinkst in 4. Dein Aug' mit jenem Blick Todesnacht? die kalte Grabesnacht voll Gnade, das du dem Petrus besieget nicht solcher Liebe FlammenNeues Gesangbuch. 3 34 Passions- Lieder. macht. O Tod, du bindest sie ver-| hobst mit Liebesarmen die ungeheure gebens, die starke bricht dein finst'res Last, und auf dein Haupt hernieder Thor und schwebt als Fürstin ew'gen ließ'st stürzen du den Stoß, daß Lebens zur Gottesmajestät empor. blutend deine Glieder ein heißer 3. Gekreuzigte, verklärte Liebe, Strom umfloß. du mehr als jeder Schatz der Welt, ob nichts, was irdisch ist, mir bliebe, du bist's, die mehr als schadlos hält. Und wandelt ich auf dunklen Wegen, du bist's, auf die mein Herz vertraut, du bist des Glaubens Licht und Segen, bis dich mein Aug' im Throne schaut. 4. Da, als dich Nacht umfangen und bittre Todesqual, ist hell mir aufgegangen der Hoffnung füßer Strahl; als deine Seel' im Leben den Vater fast verlor, da brach zu meinem Leben die Sonne mir hervor. 5. Ach, Herr, ich kann's nicht laffen, stets muß ich denken d'ran 4. Laß dir mit uns'rer Liebe und kann's doch nimmer fassent, lohnen, sie sei dein Sieg's- und was du um mich gethan. Du Ehrenkranz! Nimm Alle hin, nimm riefft:„ Für mich die Schmerzen, Millionen, nimm hin zum Lohn die für euch die Freud' allein"! Wie Erde ganz! Und wo du thronst in könnt' in einem Herzen wohl größ're Gottesstrahlen, nimm noch der Ar- Liebe sein? n muth Opfer an, bis dir das Herz ach! nie bezahlen, doch rein're Flammen opfern kann. Karl Garve( 1763-1841). stuoll) de' asi? pourfog bids Mel. O Haupt voll Blut und Wunden. 6. Wenn schöner nun die Sonne mir von dem Himmel lacht, wenn is mich mit höh'rer Wonne entzückt der Erde Pracht; wenn freundlich mir das Leben, der Tod nicht bitter ist, das hat mir nur gegeben dein Kreuz, Herr Jesu Christ. 56. H( err, der mit so viel Schmerzen uns ew'gen 7. Drum wenn ein freud'ges Trost erwarb und mit gebrochnem Regen das Herz mir wird durchHerzen für uns am Kreuze starb, gehn, will ich mit Dankbewegen daß unser Herz mit Freuden möcht' nach deinem Kreuze schn. Das ist wallen allezeit, weil dein hochheilig Leiden verschlungen alles Leid: 2. An deines Kreuzes Stamme will ich in Thränen stehn und meines Dankes Flamme soll dir entgegenwehn. Ach, daß ich's könnte sagen, wie es mein Herz begehrt, was du mit tausend Plagen mir haft für Heil bescheert! 3. Du, Herr, hast voll Erbarmen die Schuld der Welt umfaßt und der Schild, der schließet in seinen Schuß mich ein, das ist der Quell, d'raus fließet mir lauter Freudenwein. 8. Ich kann nicht g'nug dich loben, zu schwach ist mir der Sinn; doch wenn ich einst da droben unendlich selig bin, wenn dann die Harfen klingen, die Stimmen hell und zart, dann will auch ich dir singen, Lamm, das erwürget ward. Carl Rothe( geb. 1812). Passions- Lieder. 35 Mel. Herzliebster Jesu, was hast du preisen, zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad' erzeiget, die Gnade steiget. 9. Laß deinen Geist mich stets, mein Heiland, lehren, dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren, daß ich, getreu in dem Beruf der Liebe, mich christlich übe. 10. Da du dich selbst für mich dahin gegeben, wie könnt' ich noch nach meinem Willen leben und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? 11. Ich sollte nicht, wenn Leiden dieser Erden, wenn Kreuz mich trifft, gelaff'nen Herzens werden? Du haft so viel für uns, das wir verschuldet, liebreich erduldet. 12. Lockt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize, so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze, und werd' ich matt im Laufe guter Werke, so sei mir's Stärke. verbrochen. 57. H err, stärke mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen. 2. Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Erden und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, an uns'rer Statt, gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen: 3. Welch wundervoll, welch heiliges Geschäfte! Sinn' ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, mein Herz erbebt; ich seh' und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb' und läßt die Welt erlösen: dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder, es stürzt mich tief und es erhebt mich wie der, lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deine Güte. 13. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden fränken, so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken, dein Kreuz, es sei, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried' und Freude. Chr. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). Eigene Melodie. 58. Herzliebster Sefu, was 7. Sie übersteigt die menschlichen du verbrochen, Gedanken, soll ich darum in meinem daß man solch scharfes Urtheil dir Glauben wanken? Ich bin ein gesprochen? Was ist die Schuld? Mensch, darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? In was für Missethaten bist du gerathen? 8. Das Größt' in Gott ist 2. Du wirst gegeißelt und mit Gnad' und Lieb' erweisen; uns Dorn gekrönet, in's Angesicht ge= kommt es zu, sie demuthsvoll zu schlagen und verhöhnet, du wirst 3* Passions- Lieder. 36 mit Essig und mit Gall' getränket, 11. Weil aber dies nicht steht an's Kreuz gehenfet. in eignen Kräften, fest die Begierden 3. Was ist doch wohl die Ursach an das Kreuz zu heften, so gieb solcher Plagen? Ach, meine Sün- mir deinen Geist, der mich regiere, den haben dich geschlagen. Ich, zum Guten führe. nein Herr Jesu, habe dies verschuldet, was du erduldet. 4. Wie ist so wunderbar doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe; die Schuld bezahlt der Herr, er, der Gerechte, für seine Knechte. 12. Dann werd' ich dankvoll deine Huld betrachten, aus Lieb zu dir die Welt für gar nichts achten; bemühen werd' ich mich, Herr, deinen Willen stets zu erfüllen. 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt; der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt! Der Mensch verwirkt den Tod und ist schmerzen nehmen zu Herzen. 13. Ich werde dir zu Ehren Alles wagen, kein Kreuz mehr achten, keine Schmach, noch Plagen, nichts von Verfolgung, nichts von Todesentgangen: Christ wird gefangen. 6. Ich war vom Fuß auf voller Schand und Sünden, bis zu dem Scheitel war nichts gut's zu finden, dafür hätt' ich dort in der Hölle müssen ewiglich büßen. 14. Dies Alles, ob es gleich gering zu schäßen, wirst du doch, Herr, nicht gar bei Seite setzen; in Gnaden wirst du dies von mir annehmen, mich nicht beschämen. 15. Wenn, o Herr Jesu, dort 7. O große Lieb', o Lieb' ohn' vor deinem Throne auf meinem alle Maße, die dich gebracht auf Haupte glänzt die Ehrenkrone, dann diese Marterstraße! Ich lebte mit will ich dir, wenn Alles wird wohl der Welt in Lust und Freuden, und du mußt leiden! flingen, Lob und Dank singen. Joh. Heermann( 1585-1647). fola 8. Ach großer König, groß zu allen Zeiten, wie kann ich g'nugsam Mel. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut. ſolche Treu' ausbreiten? Kein menſch- 59. Ich danke dir für deinen Herz vermag es auszudenken, was dir zu schenken. Tod, Herr die Schmerzen, die du in deiner 9. Ich kann's mit meinen Sinnen letzten Noth empfand'st in deinem nicht erreichen, womit doch dein Herzen! Laß das Verdienst von Erbarmen zu vergleichen. Wie kann deiner Bein ein Labsal meiner ich dir denn deine Liebesthaten im Seele sein, wann mir die Augen Werk erstatten? brechen. 10. Doch etwas ist, das wirst du gern annehmen! Ich will des Fleisches böse Lüste zähmen, daß sie aufs neue nicht mein Herz entzünden mit alten Sünden. 2. Ich danke dir für deine Huld, die du mir hast erzeiget, da du beim Tilgen meiner Schuld dein Haupt zu mir geneiget. Ach neige dich, mein Herr und Gott, zu mir auch Passions- Lieder. 37 in der Todesnoth, daß ich dein'| Gewissen still', dich in's Mittel stelle. Gnade spüre! Dich und deine Passion laß mich 3. Laß meine Seel' in deiner gläubig faffen: liebst du mich, 0 Gunst aus ihrem Leben scheiden, Gottessohn, wie kann Gott mich auf daß an mir nicht sei umsonst hassen? dein theuer werthes Leiden; nimm 6. Gieb auch, Jesu, daß ich gern sie hinauf, Herr Jesu Christ, wo dir das Kreuz nachtrage, daß ich du zur Rechten Gottes bist, und laß mich ewig leben! Johann Scheffler( 1624-1677). Demuth von dir lern' und Geduld in Plage, daß ich dir geb' Lieb' um Lieb' und dir Dank erweise, bis ich dort- o Herr, das gieb dich im Himmel preiſe. Sigm. v. Birken( 1626-1681). Mel. Christus, der uns selig macht. 60. Je esu, deine Passion will ich jetzt bedenken: wollest mir vom Himmelsthron' Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. Geiſt und Andacht ſchenken. In 61. Jeſu, deine tiefen unden, dem erschein', Jesu, deine Qual bitt'rer Tod, geben mir zu allen Stunden Trost in Leib's- und Seelennoth. 2. Meine Seele sehen mach' deine Fällt mir etwas Arges ein, denk' Angst und Bande, deine Schläge, ich gleich an deine Pein, die erlaubet deine Schmach, deine Kreuzesschande, meinem Herzen mit der Sünde nicht deine Geißeln, Dornenfron', Speer und Nägelwunden und den Tod, o Gottessohn, all die Marterstunden. meinem Herzen, wie du, unser Heil zu sein, littest alle Schmerzen. zu scherzen. 2. Will sich denn in Wollust weiden mein verderbtes Fleisch und Blut, so gedenk ich an dein Leiden: bald wird Alles wieder gut. Kommt mir der Versucher nah, blick' ich hin auf Golgatha, zeig ihm deine Gnadenzeichen: bald muß er von dannen weichen. sijdalf 3. Will die Welt mein Herze 4. Jesu, lehr' bedenken mich dies führen auf die breite Sündenbahn, mit Buß' und Reue; hilf, daß ich da nichts ist, als Jubiliren, schau' mit Sünde dich mart're nicht auf's ich unablässig an deiner Marter neue. Sollt' ich dazu haben Lust Centnerlast, die du ausgestanden und nicht wollen meiden, was du hast: so kann ich in Andacht bleiben, selber büßen mußt mit so großen alle böse Lust vertreiben. Leiden?' nisd gule 4. Ja für Alles, was mich fränket, 5. Wenn mich meine Sünde will geben deine Wunden Kraft; wenn schrecken mit der Hölle: Jesu, mein mein Herz hinein sich senket, schöpf 3. Aber laß mich nicht allein deine Marter sehen, laß mich auch die Ursach' fein und die Frucht verstehen. Ach, die Ursach' war auch ich, ich und meine Sünde: diese hat gemartert dich, daß ich Gnade finde. 38 Passions- Lieder. ich neuen Lebensfaft. Deines Trostes| meine Plagen und zu seßzen mich Süßigkeit wendet mir das bitt're in Ruh. Ach du haft zu meinem Leid, weil du mir das Heil erworben, Segen lassen dich mit Fluch belegen: da du bist für mich gestorben. tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! no 800 jup 5. Auf dich seh' ich mein Versrauen, du bist meine Zuversicht; 4. Bitter hat man dich verhöhnet, dein Tod tilgt des Todes Grauen, dich mit großem Schimpf belegt daß er mich kann tödten nicht. Daß ich an dir habe Theil, bringet mir Trost, Schuz und Heil. Deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. und mit Dornen dich gekrönet. Was hat dich dazu bewegt? Daß dit möchtest mich ergößzen, mir die Ehrenfron' aufseßen: tausend, tausendmal min sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 6. Hab' ich dich in meinem Herzen, du Brunn aller Gütigkeit, so empfind' ich feine Schmerzen auch im letten Kampf und Streit. Ich verberge mich in dich, kein Feind kann verletzen mich. Wer sich birgt in deine Wunden, der hat glücklich überwunden. din Joh. Heermain( 1585-1647). is Eigene Melodie 19th oder: Alle Menschen müssen sterben. 62. esu, meines Lebens Leben, 5. Willig ließest du dich schlagen, mich zu lösen von der Pein, ließest fälschlich dich anklagen, daß ich könnte sicher sein; daß ich möchte trostreich prangen, hast du sonder Trost gehangen: tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 6. Du, mit blut'gem Schweiß bedecket, hast gelitten mit Geduld und den herben Tod geschmecket, um zu büßen meine Schuld. Daß ich würde losgezählet, hast du wollen sein gequälet: tausend, tauſendmal der du dich für mich gegeben in 7. Deine Demuth hat gebüßet die tiefste Seelennoth, in das äußerste Verderben, nur daß ich nicht möchte sterben: tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! o und meinen Stolz und Uebermuth, dein Tod meinen Tod versüßet: es kommt Alles mir zu gut. Dein Verspotten, dein Verspeien, muß zu Ehren mir gedeihen: tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 2. Du, ach du hast ausgestanden Lästerreden, Spott und Hohn, Speichel, Schläge, Strick' und Banden, du gerechter Gottessohn, nur mich Armen zu erretten von den schweren Sündenketten: tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 8. Nun, ich danke dir von Herzen, Jesu, für gesammte Noth; für die Wunden, für die Schmerzen, für den herben, bittern Tod, für dein Zittern, für dein Zagen, für die tausendfachen Plagen, für dein' Angst und tiefe Pein will ich ewig dankbar sein. 3. Wunden ließest du dir schlagen, ließest allen Frevel zu, um zu heilen| Ernst Homburg( 1605-1681). Passions- Lieder. 39 Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte. wo mein Erlöser litt und starb, 63. Daß mir die Feier beiner und nur allein auf den vertrauen, Mitt der uns die erwarb! ler, heilig sein! Sie lehre mich die gundChristoph Meister( 1738-1811). Sünde meiden und dir mein ganzesupune tim Leben weihn, dir, dessen Blut für Mel. Gottlob, es geht nunmehr zu Ende. ein was mich gefloffsen, beßz Herz für mich 64. M joul ich leben? Mein soll noch sterbend schlug, und der so ruhig und entschlossen auch meiner Sünden Strafe trug. Haupt erblaßt, wo bleibt sein Glied? Ach sollt' ich ihm den Geist nicht geben, da jetzt sein Geist von dannen zieht? Ach ja, ich sterbe nun mit dir, dein Tod verkläre sich in nid Taguorit mir. 2. Wie seid ihr mir so lieb und theuer, Gethsemane und Golgatha, ihr Stätten, wo die Welt die Feier der allergrößten Liebe fah! Hier lern' ich jede Tugend üben, in Noth und Tod gelassen sein, hier stärkt mein Herz sich, Gott zu lieben und selbst dem Feinde zu verzeihn. 2. Mein Jesus stirbt, die Augen brechen; ach, nimm den letzten Blick von mir! Sein Mund verschmacht't, was soll ich sprechen? Mein letztes Wort ist Jesus" hier. Ach Jesu, Jesu, laß mich nicht, wenn mir das 3. Drum in den stillsten meiner Stunden will ich nach deinem Kreuze sehn und dich, o Herr, für deine Herz im Tode bricht. Wunden mit tief gerührtem Dant 3. Mein Jesus neigt sein Haupt erhöhn. Olaß mich deine Huld zur Erde. Welt, gute Nacht, ich ermessen, die noch kein Sterblicher scheide mit. Muß Jesus selbst zur gefaßt und nie im Undant es vergessen, was du für mich gelitten haft. Leiche werden, was scheu' ich denn den letten Tritt? Ich küsse seinen blassen Mund und stürbe gern zu gleicher Stund'. 150 mm( 1 4. Mir follen diese Feierzeiten der größten Liebe heilig sein; still 4. Mein Jesus wird ins Grab foll dein Kreuz mich stets begleiten und jede meiner Stunden weihn. Dein Leiden sei mein höchster Segen dein Tod mein seligster Gewinn; mein Herz schlägt dir voll Dant entgegen, daß ich durch dich erlöset bin. gesenfet; o leget in mein Herz ihn hin. Und daß man immer d'ran gedenket, daß ich mit ihm gestorben bin, so sezt mir diese Grabschrift bei: daß Jesu Tod auch mein Tod sei. Benj. Schmold( 1672-1737). 5. Bleibt mir zu allen Zeiteniu Mel. Jefus, meine Zuversicht. theuer, Gethſemane und Golgatha, 65. Seele, geh' auf Golgatha, wo die der allergrößten Liebe sah! Nach Kreuze, nimm zu Herzen, wie dich da euch will ich voll Andacht schauen, seine Pein zur Buße reize. Willst 40 Passions- Lieder. du unempfindlich sein? o, so bist du| Wunden finden; wen du dadurch mehr als Stein. doll dheil gemacht, spricht getrost: es ist 2. Schaue doch das Jammerbild vollbracht. zwischen Erd' und Himmel hangen, wie das Blut mit Strömen quillt, daß ihm alle Kraft vergangen! Ach, Benj. Schmold( 1672-1737). Mel. Jesu, deine Passion. der übergroßen Noth: es iſt ja mein 66. Seele, mach dich heilig auf, todt! zu gen Jerusalem hinauf, und tritt ihm zur Seiten. In der Andacht folg' ihm nach zu dem bittern Leiden, bis du aus dem Ungemach zu ihm wirst abscheiden. 3. D Lamm Gottes ohne Schuld, alles das hab' ich verschuldet, und du hast aus großer Huld Bein und Noth für mich erduldet. Daß ich nicht verloren bin, giebst du dich am Kreuze hin. 4. Unbeflecktes Gotteslamm, ich verehre deine Liebe. Schaue von des Kreuzes Stamm, wie ich mich um dich betrübe. Dein zum Tod' verwundet Herz bringt mir tausendfachen Schmerz. 5. Ich kann nimmer, nimmermehr diese Plagen dir vergelten. Du verbindest mich zu sehr: alle Güter, tausend Welten, Alles wäre noch kein Dank nur für deinen Gallentrant. 6. Eines weiß ich, Herr, für dich: sich mein Herz, ich will dir's geben; dieses soll beständiglich unter deinem Kreuze leben. Wie du mein, so will ich dein lebend, leidend, sterbend sein. olden 2. Seele, siehe, Gottes Lamm gehet zu dem Leiden, deiner Seele Bräutigam, als zu Hochzeitsfreuden. Geht, ihr Töchter von Zion, Jesum zu empfangen; sehet ihn in seiner Kron' unter Dornen prangen. Macedo 3. Du ziehst als ein König ein, wirst dafür empfangen; aber Bande warten dein, drin du wirst gefangen. Für die Ehre Hohn und Spott wird man dir, Herr, geben, bis du durch den Kreuzestod schließen wirst dein Leben. 4. Das Kreuz ist der Königsthron, d'rauf man dich wird setzen, dein Haupt mit der Dornenfron' bis zum Tod verlegen. Jesu, dein Reich auf der Welt ist in lauter Leiden: so ist es von dir bestellt 7. Kreuzige mein Fleisch und bis zum letzten Scheiden.deind Blut, lehre mich die Wet ver- 5. Du, o Herr der Herrlichkeit, schmähen; laß auf dich, du höchstes Gut, immer unverwandt mich sehen; führ' in allem Streuze mich, wie du willst, nur seliglich. 18. Endlich laß mich meine Noth auch geduldig überwinden. Nirgends sonst soll mich der Tod als in deinen wirst ja müssen sterben, daß des Himmels Seligkeit ich dadurch mög' erben. Aber ach, wie herrlich glänzt deine Kron' von ferne, die dein siegreich Haupt bekränzt, schöner als die Sterne. sdsi starpvalle d 6. Liebster Jesu, nun Glück zu! Passiions- Lieder. 41 Es muß dir gelingen: nach der Auge blickt, so lange soll die Bein, stillen Sabbathsruh' wirst du Freude die du für uns erträgst, uns unbringen. Tritt nur auf die Todes- vergessen sein! bahn: die gestreuten Palmen künden dir den Sieg schon an und die Osterpsalmen. 5. Seht, welch ein Mensch ist das! Ach sieh uns an in Gnaden! wenn wir in Reu' und Leid beweinen unsern Schaden, so laß den Blick vom Kreuz in unsre Seele gehn und dein vergoßnes Blut für 7. Laß mich deine Leidenszeit mir zum Heil bedenken, voller Andacht, Reu' und Leid ob der Sünd' mich fränken. Herr, dein Leiden uns beim Vater flehn! tröste mich bei so vielem Jammer, bis nach allem Leiden ich geh' zur Ruhekammer. Abraham Klesel( 1636-1702). inishid Mel. O Gott, du frommer Gott. 67. Seht, eht, welch ein Mensch ist das! Blicke voller Thränen, o Antlitz voller Schmach, o Lippen voller Sehnen, o Haupt 6. Seht, welch ein Mensch ist das! So wollen wir dich schauen und unsern ganzen Trost auf dein Verdienst nur bauen. Wenn nun dein Haupt sich neigt, so sterben wir mit dir; wenn unser Auge bricht, Heil uns! dann leben wir. id Benjamin Schmold( 1672-1737). var- s001) jedno Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. voll Todesschweiß, o Seele voller 68 Sei mir tauſendmal geo Herze voll Geduld, o Lieb' voll Angst und Tod! 2. Seht, welch ein Mensch ist das! Ach sehet seine Wunden! Habt ihr, ihr Sünder, nicht den Heiligen gebunden? Sind eure Lüste nicht die Dornen, die er trägt? Jst's eure Bosheit nicht, die an ihn schlägt? grüßet, mich je und je geliebt, Sesu, der du selbst gebüßet das, womit ich dich betrübt! Ach, wie ist mir doch so wohl, wenn ich fnien und liegen soll an dem Kreuze, da du stirbest und um meine Seele wirbest.se giors das Kreuz 2. Ich bedenke alle Stunden him masin deiner Leiden große Zahl, dente 3. Seht, welch ein Mensch ist deiner heil'gen Wunden, deiner blut'das! Ach, opfert Thränenfluten, gen Nägelmal'. O wer kann, du denn eure Sünde macht das Herz Lebensfürst, den so sehr nach uns des Heil'gen bluten; geht nicht vor- gedürft't, deine Liebe recht ergrünüber hier, wo Schmerz ist über Schmerz; seht durch die off'ne Brust 3. Heile mich, o Heil der Seelen, in eures Jesu Herz! diudag sou wo ich krank und traurig bin; nimm 14. Seht, welch ein Mensch ist die Schmerzen, die mich quälen, und das! Ach ja, wir wollen sehen, was den ganzen Schaden hin, den mir dir, du Menschenfreund, durch Adams Fall gebracht und ich selber Menschen ist geschehen; so lang' ein mir gemacht. Wird, o Arzt, dein den, ohne Trost darin zu finden. 42 Passions- Lieder. Blut mich neßen, wird sich all' mein| liebend neiget, als sich Leib und Jammer seßen. m sid Seele trennt. ndan's Biff 4. Schreibe deine blut'gen Wun- 4. Liebe, die mit ihren Armen den, Jesu, in mein Herz hinein; laß sie mir zu allen Stunden unvergeßlich theuer sein. Du bist doch mein schönstes Gut, d'rin mein ganzes Herze ruht. Laß mich stets zu deinen Füßen deiner Lieb' und Huld genießen. mich zuletzt umfangen wollt'; Liebe, welche aus Erbarmen mich zuletzt in höchster Huld ihrem Vater überlassen, die selbst starb und für mich bat, mir die Strafe zu erlassen, weil mich ihr Verdienst vertrat. 5. Liebe, die mit so viel Wunden 5. Dich, dich will ich ewig halten, meine Seel,' als ihre Braut, ungieb mir, daß ich's ewig kann! aufhörlich sich verbunden und auf Schaue meiner Hände Falten und ewig anvertraut; Liebe, laß auch mich Armen freundlich an; schau' meine Schmerzen, meiner Sünden vom hohen Kreuzesstamm auf mich bitt're Bein in dem todeswunden nieder, Gotteslamm! Sprich: laß Herzen sanft in dir gestillet sein. all dein Trauern schwinden, ich, ich tilge deine Sünden. in Paul Gerhardt( 1606-1676). db) id' Je opno: Eigene Melodie. 6. Liebe, die für mich gestorben und ein immerwährend Gut an dem Kreuzesholz erworben, ach, wie dent' ich an dein Blut! ach, wie dank ich deinen Wunden, schmerzensreiche 69. du Liebe meiner Liebe, Liebe du, wenn ich in den letzten Stunden sanft in deinen Armen ruh'! du erwünschte Seligkeit, die du dich aus höchstem Triebe in das jammervolle Leid deines Leidens, mir zu gute, als ein Lamm haft eingestellt und bezahlt mit deinem Blute alle Missethat der Welt. 2. Liebe, die mit Schweiß und Thränen an dem Delberg sich betrübt; Liebe, die mit heißem Sehnen unaufhörlich fest geliebt; Liebe, die mit allem Willen Gottes Zorn und 7. Liebe, die sich todt gekränket und für mein erkaltet Herz in ein faltes Grab gesenfet, ach, wie dank' ich deinem Schmerz! Habe Dank, daß du gestorben, daß ich ewig leben kann, und der Seelen Heil erworben: nimm mich ewig liebend an! Adam Drese( gest. 1718). Mel. Herzlich thut mich verlangen. Eifer trägt, den, ſo Niemand konnte 70. Haupt voll Blut und dein Sterben beigelegt. Wunden, voll Schmerz 3. Liebe, die mit starkem Herzen und voller Hohn, o Haupt, zum allen Spott und Hohn gehört; Liebe, Spott gebunden mit einer Dornendie bei Angst und Schmerzen bis fron', o Haupt, sonst schön gekrönet zum Tod' blieb unversehrt; Liebe, mit höchster Ehr' und Zier, doch die sich liebend zeiget, als sich Kraft schimpflich nun verhöhnet: gegrüßet und Athem end't; Liebe, die sich seist du mir! img302 Passions- Lieder. 43 2. Du edles Angesichte, davor 8. Ich danke dir von Herzen, sonst schrickt und scheut das große o Jesu, liebster Freund, für deines Weltgewichte, wie bist du so bespeit! Todes Schmerzen, da du's so gut wie bist du so erbleichet; wer hat gemeint. Ach, gieb, daß ich mich dein Augenlicht, dem sonst kein Licht halte zu dir und deiner Treu, und mehr gleichet, so schändlich zugericht't? wenn ich nun erkalte, in dir mein Ende sei! 3. Die Farbe deiner Wangen, der rothen Lippen Pracht ist hin 9. Wenn ich einmal soll scheiden, und ganz vergangen; des blassen so scheide nicht von mir; wenn ich Todes Macht hat Alles hingenom- den Tod soll leiden, so tritt du men, hat Alles hingerafft, und daher bist du kommen von deines Leibes Kraft. dann herfür. Wenn mir am aller bängsten wird um das Herze sein, so reiß' mich aus den lengsten kraft deiner Angst und Pein. 4. Nun, was du, Herr, erduldet, ist Alles meine Last; ich hab' es 10. Erscheine mir zum Schilde, selbst verschuldet, was du getragen zum Trost in meinem Tod und laß hast. Schau' her, hier steh ich mich sehn dein Bilde in deiner Armer, der Zorn verdienet hat: Kreuzesnoth. Da will ich nach dir gieb mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad'! blicken, da will ich glaubensvoll fest an mein Herz dich drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. pol Paul Gerhardt( 1606-1676). polé fid 5. Erkenne mich, mein Hüter, mein Hirte, nimm mich an! Von dir Quell aller Güter, ist mir viel Gut's gethan: dein Mund hat mich gelabetu mit Milch und füßzer Koft, dein 71. Geist hat mich begabet mit mancher Himmelslust. 6. Ich will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht; von dir will ich nicht gehen, wann dir dein Herze bricht. Wann dein Haupt wird erblassen im letzten Todesstoß, alsdann will ich dich fassen in meinen Arm und Schooß. Eigene Melodie. Samum Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, all'zeit er= funden geduldig, wiewohl du warest verachtet; all' Sünd' hast du ge= tragen, sonst müßten wir verzagen, erbarm' dich unser, o Jesu! 2. D Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, all'zeit erfunden geduldig, wiewohl du warest verachtet; all' Sünd' hast du getragen, sonst müßten wir verzagen, erbarm' dich 7. Es dient zu meinen Freuden und kommt mir herzlich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach, möcht' ich, unser, o Jesu! o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir wie wohl geschähe mir! 3. Lamm Gottes, unschuldig geben, am Stamm des Kreuzes geschlachaietet, all'zeit erfunden geduldig, wie 44 Passions- Lieder. wohl du warest verachtet; all' Sünd'| den Segen; dein Leiden muß mein hast du getragen, sonst müßten wir Labsal sein. verzagen. Gieb uns dein'n Frieden, o Jesu! Nicolaus Decius( gest. 1541). 7. Du setzest dich zum Bürgen, ja, läsfest dich erwürgen für mich und meine Schuld. Mir läsfest du dich frönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest Alles mit Ge Mel. Nun ruhen alle Wälder. 72. Welt, sich hier dein duld. Leben am Stamm des Kreuzes schweben! Dein Heil sinkt in den Tod. Der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau' mit 9. Nun, ich kann nicht viel geben Fleiße: Sein Leib ist ganz mit in diesem armen Leben; eins aber Schweiße des Todes überfüllt. will ich thun: es soll dein Tod Aus seinem edlen Herzen vor un- und Leiden, bis Leib und Seele ermess'nen Schmerzen ein Seufzer scheiden, mir stets in meinem Herzen nach dem andern quillt. ruhn. 3. Wer hat dich so geschlagen, 10. Ich will's vor Augen setzen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht't? Du bist ja nicht ein Sünder wie wir und uns're Kinder, von Missethaten weißt du nicht. mich stets daran ergößen, ich sei auch, wo ich sei. Es soll mir sein ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel der Lieb' und unverfälschten Treu'. 8. Ich bin, mein Heil, verbunden all' Augenblick und Stunden dir überhoch und sehr. Was Leib und Seel' vermögen, das soll ich billig legen all'zeit an deinen Dienst und Ehr'. 4. Ich, ich und meine Sünden, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget, und deiner Marter ganzes Heer. 11. Ich will daraus studiren, wie ich mein Herz soll zieren mit stillem, sanftem Muth und wie ich die soll lieben, die bitter mich betrüben mit Werken, so die Bosheit thut. 12. Wenn böse Zungen stechen, 5. Ich bin's, ich sollte büßen, mir Glimpf und Namen brechen, an Händen und an Füßen gebunden so will ich zähmen mich. Das Unin der Höll'; die Geißeln und die recht will ich dulden, dem Nächsten Banden und was du ausgestanden, seine Schulden verzeihen gern und das hat verdienet meine Seel'. williglich. 6. Du nimmst auf deinen Rücken 13. Ich will mich mit dir schla die Lasten, die mich drücken viel gen an's Kreuz und dem absagen, schwerer als ein Stein. Du wirst was meinem Fleisch gelüst't. Was ein Fluch, dagegen verleihst du mir deine Augen hassen, das will ich Passions- Lieder. 45 fliehn und lassen, soviel mir immer wie viel es dich gekostet, daß ich ermöglich ist. löset bin. tint 14. Dein Seufzen und dein Stöhnen und die viel tausend Thränen, die dir geflossen zu, die sollen mich am Ende in Seinen Schooß und Hände begleiten zu der ew'gen Ruh'. Paul Gerhardt( 1606-1676). 7. Laß mich an andern üben, was du an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen Jedermann ohn' Eigennuß und Heuchelschein und, wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb' allein. Mel. Herr Christ, der ein'ge Gott'ssohn. 73. W enn mich die Sünden fränken, o mein Herr Jesu Christ, so laß mich wohl bedenken, wie du gestorben bist und alle meine Schuldenlast am Stamm des heil'gen Kreuzes auf dich genommen hast. 8. Laß endlich deine Wunden mich trösten kräftiglich in meinen letzten Stunden und deß' versich're mich, weil ich auf dein Verdienst 2. Wunder ohne Maßen, be- nur trau', du werdest mich annehdenk' es, Seele, recht! Es hat men, daß ich dich ewig schau'. sich martern lassen der Herr für das Justus Gesenius( 1601-1673). seinen Knecht. Es hat sich selbst der wahre Gott für mich verlornen Menschen gegeben in den Tod. 2 Jesus im Grabe. Dit hi 3. Was kann mir denn nun Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. ſchaden der Sünden große Zahl? 74. Am Streuz erblaßt, der bin bei Gott in die 6. Mein Kreuz und meine Plagen, sollt's auch sein Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen. Gieb, o mein Herr und Gott, daß ich verleugne diese Welt und folge treu dem Bilde, das du mir vorgestellt. Schuld ist allzumal bezahlt durch qualen müde, findet mein Erlöser Christi theures Blut, daß ich nicht erst in dem Grabe Friede. mehr darf fürchten der Hölle Qual und Glut. 2. Ein heil'ger Schmerz durchdringt mein Herz, und, Herr, was kann ich sagen? nur an meine Brust kann ich tiefgebeuget schlagen. 3. Du schüßest mich, und über dich gehn aller Trübsal Wetter. Sterben wolltest du für mich, einziger Erretter. 4. Drum sag' ich dir von Herzen jetzt und mein Leben lang für deine Bein und Schmerzen, o Jesu, Lob und Dank, für deine Noth und Angstgeschret, für dein unschuldig Sterben, für deine Lieb' und Treu. 5. Herr, laß dein bitter Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernst zu meiden die sündliche Begier, daß mir nie komme aus dem Sinn, 4. Du hast's gethan; dich bet' ich an, du König der Erlösten! Dein will ich im Tode mich glaubensvoll getrösten. 46 Passions- Lieder. 5. Es ist vollbracht! riefst du wir werden auferstehen, weil du mit macht! du zeigst, daß du dein auferstanden bist, werden dich, Herr Leben, mein Versöhner, göttlich frei Jesu Christ, einst in deiner Klars Hast dahingegeben. heit sehen. Unsre Herzen harren dein; Amen, ewig sind wir dein! Karl Garve( 1763-1841). 6. Hochheil'ge That! des Höchsten Rath will ich in Demuth preisen. Mein Erlöser wird mir einst seine Tiefen weisen. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 76. Der bu, Herr Jeju, Ruh 7. Allmächtig rief er, der entschlief, den Todten: sie erstanden. und Rast in deinem Leicht entschwingt der Lebensfürst Grab' gehalten hast, gieb, daß wir sich des Todes Banden.d in dir ruhen All' und unser Leben dir gefall'. 8. Das finst're Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen; denn durch dich, Erlöser, ist's mir der Weg zum Schauen. 9. Ich preise dich, erforsche mich und siehe, wie ich's meine. Ja, du siehst es, wenn ich still meinen Dant dir weine. 2. Verleih, o Herr, uns Stärk' und Muth, die du erkauft mit deinem Blut, und führ' uns in des Himmels Licht zu deines Vaters Angesicht. 3. Wir danken dir, o Gotteslamm, getödtet an des Kreuzes 10. Vergeff' ich dein, so werde Stamm; laß ja uns Sünderu deine mein in Ewigkeit vergessen. Herr, Bein den Eingang in das Leben sein. ich will, so lang' ich bin, deine Lieb'Georg Werner( 1589-1643). ermessen. Christoph Neander( 1724-1802). Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. 77. N un gingst auch du zur Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht singen. men! Sabbathsruh in's stille Grab hinüber; all' dein' Arbeit iſt 75. A Friebe wird auch unser gethan, all' dein Leid vorüber. 2. Nichts fränkt dich mehr, Fried ist umher; dein Herz hat ausge schlagen, das im heißen Kampf für uns uns're Sünd' getragen. Grab durchwehn, wenn wir, von der Wallfahrt müde, ruhn, um froher aufzustehn. Amen! Fürst der Auferstehung, der des Grabes Siegel brach, zieh' durch Grab und Tod uns nach zu der Heiligen Erhöhung, wo dem Lamm, das uns versöhnt, aller Himmel Loblied tönt. 3. D Erdengruft, du dunkle Kluft. wie heilig und voll Segen wurdest du, seit Gottes Sohn hat im Grab' gelegen! 2. Großer Erstling deiner Brü- 4. Wie selig ruhn die Todten der, ja du ziehest uns nach dir; du, nun, die in dem Herrn verschieden! das Haupt, ziehst deine Glieder, all' ihr Werk folgt ihnen nach, ja, weil du lebst, so leben wir. Ja, sie ruh'n in Frieden. Passions- Lieder. 47 5. D Sabbathsruh, durch welche 7. O selig ist zu jeder Frist, der du uns jede Ruh erworben, wo dieses recht bedenket, wie der Herr du wie ein Saattorn lagst in der der Herrlichkeit wird ins Grab geErd' erstorben! sentet. 6. Herr, führe du zur Sabbaths- 8. O Jesu, du mein' Hilf' ruh die tiefbetrübten Seelen, die um ihre Sündenlast sich in Reu' zerquälen! Hilf und und Ruh', ich bitte dich mit Thränen: hilf, daß ich mich bis in's Grab nach dir möge sehnen. 7. Laß deiner Heerd', o Heiland werth, bald ihren Sabbath kommen, wo sie allem Kampf und Leid' ewig ist entnommen! o Victor v. Strauß( geb. 1809). 79. o ruhest du, meine Sº Ruh' in deines Grabes Höhle und erweckst durch deinen Tod meine todte Seele. Eigene Melodie. 78. Traurigkeit, o Herzeleid! Ist das nicht zu beklagen? Gott des Vaters einig Kind wird ins Grab getragen.d 2. O große Noth, der Herr liegt tødt! Am Kreuz ist er gestorben, hat dadurch das Himmelreich uns aus Lieb' erworben. stiljojed Der Verfasser v. Vers 1 unbekannt, die übrigen Verse v. Joh. Rift( 1607-1667). de dincoll darius Mel. O Traurigkeit. 5. O süßes Heil, mein bestes Theil, wie bist du so zerschlagen. Alles, was auf Erden lebt, muß dich ja beklagen.the 2. Man senkt dich ein nach vieler Pein, du meines Lebens Leben! Dich hat jetzt ein Felsengrab, Fels des Heils, umgeben. 3. Ach bist du falt, mein Hort und Halt! Das macht dein heißes Lieben, das dich in das falte Grab mir zu gut getrieben.den 4. D Lebensfürst, ich weiß, du 3. O Menschenfind, nur deine wirst mich wieder auferwecken: sollte Sünd' hat dieses angerichtet, da denn mein gläubig Herz vor der du durch die Missethat warest ganz Gruft erschrecken? vernichtet. pod 5. Sie wird mir sein ein Kämmer4. Dein Bräutigam, das Gottes- lein, da ich in Frieden liege, weil lamm, liegt hier mit Blut beflossen, ich nur durch deinen Tod Tod und welches er ganz mildiglich hat für Grab besiege. dich vergossen. 6. Gar nichts verdirbt, der Leib mur stirbt, doch wird er auferstehen und ganz herrlich und verklärt aus dem Grabe gehen. 7. Indeß will ich, mein Jesu, dich in meine Seele senten und an deinen bittern Tod bis zum Tod 6. D edles Bild, schön, zart und mild in deinen Todeswehen! Niemand soll dein rinnend Blut ohne gedenken. Reu' ansehen. Salomo Frand( 1659-1725). 48 Oster- Lieder. 6. Oftern. hom Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht singen. 5. Freut euch seiner, Gottes 80. uferstanden, auferstan- Kinder! Er sei euer Lobgesang. den ist, der uns mit Bringt dem Todesüberwinder ewig Gott versöhnt! O wie hat nach Ehre, Preis und Dank! Rühmt's Schmerz und Banden Gott mit in der Versuchung Stunden, wenn Ehren ihn gekrönt! Dort auf seines euch Sünd' und Elend droht; Vaters Throne über Schmach und rühmt's in eurer Todesnoth: unser Tod erhöht, herrscht er nun in Herr hat überwunden! der uns Majestät. Fallet nieder vor dem einst zu sich erhebt, Halleluja, Jesus Sohne, der uns einst zu sich erhebt. lebt! Halleluja, Jesus lebt! Nach Johann Lavater( 1741-1801). 2. Singt dem Herrn, er ist erstanden, er, der starb auf Golgatha! Mel. Mein Gott in der Höh' sei Ehr. ringt und Ruhm Rühmt es laut in allen Landen: 81.3 dem Heiland dar, frohwas sein Mund verhieß, geschah. Er, der Wer, wer kann ihm widerstreben? lockt ihm, alle Frommen! Mächtig steigt der Held empor; für uns getödtet war, ist dem Ge im Triumph bricht er hervor; und richt entnommen. Sei hoch gelobt, des Abgrunds Pforten beben, da Herr Jesu Christ, daß du für uns ihr Sieger sich erhebt. Halleluja, gestorben bist und siegreich auferJesus lebt! and i bid standen. 3. Uns vom Tode zu befreien, 2. Dein Leben in der Majestät sant er in des Grabes Nacht; uns befestigt unsern Glauben. Wer kann, zum Leben einzuweihen, stand er da dich dein Gott erhöht, den großen auf durch Gottes Macht. Tod, du Trost uns rauben, daß du der bist in Sieg verschlungen. Deine Menschen Heil vollbracht und über Schrecken sind gedämpft, deine Herr- uns'rer Gräber Nacht ein helles schaft ist bekämpft und das Leben Licht verbreitet? uns errungen. Ob man unsern Leib begräbt, Halleluja, Jesus lebt! 4. Aus dem Grab uns zu erheben, ging er zu dem Vater hin. 3. Gott selbst, der dich dem Grab entrückt, hat dem, was du gelehret, der Wahrheit Siegel auf gedrückt und dich als Sohn geehret, Laßt uns ihm zur Ehre leben, dann hat deines Todes hohen Werth der ist Sterben uns Gewinn. Haltet Welt auf's herrlichste bewährt, da unter Luft und Leiden im Gedächt- er dich auferweckte. niß Jesum Christ, der vom Tod 4. Erstandner, ich frohlocke dir! erstanden ist. Unvergänglich sind Dein Sieg ist auch mein Leben. die Freuden deß, der nach dem Du lebst und herrschest, wirst auch Himmel strebt. Halleluja, Jesus lebt!| mir ein ew'ges Leben geben. Du Ofter- Lieder. 49 wirst auch mein Regierer sein und 3. Halleluja, Halleluja, Halleneue Kräfte mir verleihn, mit luja! Deß soll'n wir alle froh sein: Freuden Gott zu dienen. Christ soll unser Trost sein. Kyrie Aus dem 12. Jahrhundert. 5. O hilf du mir, mein Herr, eleis.c dazu, befreie mich von Sünden. Laß mich für meine Seele Ruh' im Glauben an dich finden. Erwecke Mel. Christ lag in Todesbanden. deinen Sinn in mir, damit ich, Gott 83. Dem Herrn fei Ehre, ergeben, hier als dein wandle. Preis und 6. Dein ist das Reich, dein ist Herr ist auferstanden! Ihn preise die Macht, Verstorb'ne zu erwecken. laut mit Lobgesang sein Volk in Du rufft einst: und der Gräber Nacht wird Todte nicht mehr decken. Denn wie du auferstanden bist, so werd' auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auferstehen. allen Landen. Wo ihn eine Zunge nennt, wo ihm ein Herz in Lieb' entbrennt, ertöne seinem Namen: Halleluja! 2. Der Heiland lebt, des Grabes 7. O laß mich, weil ich hier Nacht zerfloß in Morgenröthe. Der noch bin, im Glauben an dich an dem Kreuz sein Werk vollbracht, wandeln und jederzeit nach deinem ist der von Gott Erhöhte. Friede, Sinn rechtschaffen sein und handeln; spricht er, sei mit euch! Wie damit ich, wenn ich aufersteh' und machet seine Huld so reich! Er dich, des Todes Sieger, seh', vor lebt, uns zu beleben. Halleluja! dir dann nicht erschrecke. 3. In's Leben fehrt' er siegreich 8. Wo du, Herr, bist, da soll ein. Erhebt euch aus dem Staube, auch einst dein Jünger mit dir le- kommt, ewig seiner euch zu freu'n! ben, und du wirst ihn, wenn du Es siegt der Christen Glaube. erscheinst, zu deinem Licht erheben. Laß dieses Glück mein Erbtheil sein, so werd' ich dein mich ewig freu'n, du Todesüberwinder! Johann Diterich( 1721-1791). Unser Herr, der auferstand, hat Leben nun in seiner Hand. Wer kann das Heil uns rauben? HalleLuja! 4. Sei hier die Liebe gleich vers fannt, und mag sie einsam weinen, durch ihn, der siegreich auferstand, Eigene Melodie. 82. Christ ist erstanden von wird einſt ihr Lohn erscheinen. der Marter alle, deß Liebe wird durch Kreuz bewährt, mit Muth durch seinen Sieg verflärt, die Welt soll uns nicht trüben. Halleluja! soll'n wir Alle froh sein, Christ soll unser Trost sein. Kyrie eleis. 2. Wär' er nicht erstanden, die Welt, die wär' vergangen. Seit 5. Verlassen uns die Theuren daß er erstanden ist, lob'n wir den auch, die wir auf Erden fanden: Vater Jeju Christ. Kyrie eleis. Kyrie eleis. uns schrecket nicht des Todes Hauch, Neues Gesangbuch). Univ- Bibl. Giessen 50 Ofter- Lieder. thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst; und du erfüllst einst mein Vertrau'n, mit meinen Augen dich zu schaun. denn Jesus ist erstanden. Jesus| gleich und ewig, ewig selig sein, führt durch's Grabesthor, schenkt Herr, welche Herrlichkeit ist mein! wieder, was das Herz verlor, sein 7. Du, der du in den Himmeln Grab ist vor uns offen. Halleluja! # 6. D Sieger, reich uns deine Hand, du einz'ger Trost auf Erden! Dein Sieg soll unsers Sieges Pfand bei jedem Kampfe werden. Herr, 8. Ich soll, wenn du, des Lebens dem Tod und Hölle weicht, bleib' Fürst, in Wolken herrlich kommen bei uns, bis der Tag sich neigt, wirst, erweckt aus meinem Grabe dann geh'n wir ein in's Leben. gehn und rein zu deiner Rechten Halleluja! 22 andro? nello stehn. du: thuis ur 2 Wilhelm Hülsemann( 1781-1865). 9. Mit Engeln und mit Serastus phim, mit Thronen und mit Cherubim, mit allen Frommen aller, Mel. Vom Himmel hoch, da komm' ich her. 84. Erinn're dich, mein Geiſt, Zeit soll ich mich freu'n in Ewigkeit. erfreut hohen 10. Zu welchem Glück, zu Tag's der Herrlichkeit. Halt' im welchem Ruhm erhebt uns nicht Gedächtniß Jesum Christ, der von das Christenthum! Mit dir gefreudem Tod erstanden ist. zigt, Gottes Sohn, sind wir auch auferstanden schon. 2. Fühl' alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir erschien'; als spräch' er: Friede sei mit dir! so freue dich, mein Geist, in mir. 11. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, damit ich mich, in Liebe treu, zu deinem Bilde stets erneu'. 3. Schau' über dich und bet' ihn an. Er mißt den Sternen ihre 12. Er ist's, der Alles in uns Bahn; er lebt und herrscht mit schafft; sein ist das Reich, sein ist Gott vereint und ist dein König die Kraft. Halt' im Gedächtniß und dein Freund. Joj Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. Christ. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist und der da war! Sein Name sei gebenedeit von nun an bis in Ewigkeit! Mel. Sollt ich meinem Gott nicht singen. 5. Glaube, der das Herz er- 85. rößter Morgen, der die höht! Was ist der Erde Majestät, Erde tiefen wenn sie mein Geist mit der ver- Nacht belebt, der sie nach dem gleicht, die ich durch Gottes Sohn Wort„ es werde!" nochmals aus erreicht? dem Nichts erhebt! Nach der Nacht 6. Vor seinem Thron in seinem voll düst'rer Sorgen, da man angstReich unsterblich, heilig, Engeln und kummervoll ohne Jesus leben Oster- Lieder. 51 soll, bringt der allerschönste Morgen| tiefem Gottesplan ewig selig machen Jesus aus des Todes Thor, Jesus, fann! unser Licht, hervor. 06. Großer Hirte deiner Schafe, 2. Seht! der Stein ist abge- von den Todten ausgeführt, dem, hoben und kein Kriegsknecht hütet nach ganz erlittner Strafe uns'rer mehr; blickt nun selig froh nach Schuld, der Preis gebührt! Nimm oben: Jesus lebt, das Grab ist ihn von den Millionen derer, die leer! Kommt und seht, wo er ge- das Grab noch deckt, derer, die dein legen; Tuch und Binden findet ihr, Ruf schon weckt, derer, die im Himaber Jesus ist nicht hier. Engel mel wohnen, auch von uns hier rufen euch entgegen: ,, Sucht ihn, unten an, wie dich Jeder preisen sucht den nicht im Grab, der der kann! Welt das Leben gab!" 3. Großes Haupt, so lebst du wieder? nur auf wenig Tage todt? Nun erwachen Siegeslieder mit dem Ostermorgenroth! Engel müssen 7. Hilf uns aus den Fesseln gehen, da die Welt uns mit bestrickt; laß uns geistlich auferstehen, allem Sündendienst entrückt! Schenk' uns Kraft zum neuen We11 sie dir singen: Den ihr suchet, sen, daß es täglich Ostern sei, dann Jesus, lebt!" und die Gruft hallt: kommt einst der Tag herbei, da du " Jesus lebt!" und die nahen Felsen völlig uns erlösen und zu dir erflingen: ,, Gottes Sohn, der todt heben wirst, auferstand'ner Siegeswar, lebt!" und die Welt ertönt: fürst. er lebt!" Johann Lehmus( 1707-1788). 4. Lebt nun auf, ihr stillen Seelen, die in Thränen ihr zerMel. Jesus meine Zuversicht. floſs't, die ihr euch in Kummer- 86. Ho und Teufel sind alleluja! lebt! höhlen ohne Licht und Kraft verschloff't! Lebt nun auf: er ist er standen! Er, an den ihr doch geglaubt, ist vom Tode nicht geraubt, nein, er lebt, ist frei von Banden und mit Klarheit angethan; betet euren König an! bezwungen; Gruft und Kluft und Erde bebt, da der Held hindurchgedrungen. Geht nicht mehr nach Golgatha, Jesus lebt, Halleluja. 2. Halleluja! seht das Grab, die ihr seinen Tod beweinet. Trocknet eure Thränen ab, weil die helle Sonne scheinet. Euer Heiland ist nicht da, Jesus lebt, Halleluja. 5. Jauchz', o Erde, Himmel, tönet, rühme, neu geschaffne Welt! Gott und Menschheit sind versöhnet. Seht, wie glänzt der große Held, 3. Halleluja! suchet nicht den der des Abgrund's und der Höllen Lebend'gen bei den Todten, glaubet und der Himmel Schlüssel führt, aber dem Bericht der verklärten und mit Ehr' und Schmuck gezieret, Osterboten. Diese wissen, was geseine Kirche sicher stellen und nach schah: Jesus lebt, Halleluja. 52 Oster- Lieder. weckt. 4. Halleluja! dieses Wort soll den erblicken, der mich vom Tode mich wiederum beleben. Kann ich gleich nicht an den Ort seines Grabes mich begeben, g'nug, daß es mein Glaube sah: Jesus lebt, Halleluja. 5. Du fährest in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, wo 5. Halleluja! er wird mir Le- lauter Glanz um dich; da warten ben in dem Tode geben. Also lauter Kronen in deiner Hand auf streb' ich freudig hier, Christi Tod mich. ist mun mein Leben. Nun getrost, 6. O meines Lebens Leben, o ich glaube ja: Jesus lebt, Halleluja. meines Todes Tod! Dir will ich Benj. Schmold( 1672-1737). mich ergeben in meiner letzten Noth. Dann schlaf' ich ohne Kummer in deinem Frieden ein, und wach' ich Mel. Valet will ich dir geben. 87. Ich geh' zu deinem Grabe, auf vom Schlummer, ſollst du mein du großer Osterfürst, Loblied sein. weil ich die Hoffnung habe, daß du mir zeigen wirst, wie man kann fröhlich sterben und fröhlich aufMel. Lobt Gott, ihr Christen. erſtehn und mit den Himmelserben 88. Ich sag' es Sedem, daß Land des er lebt und auferBenj. Schmold( 1672-1737). 2. Du liegest in der Erde und standen ist, daß er in uns'rer Mitte hast sie eingeweiht, wenn ich be- schwebt und ewig bei uns ist. graben werde, daß sich mein Herz 2. Ich sag' es Jedem, Jeder nicht scheut, auch in den Staub zu sagt es seinen Freunden gleich, daß legen, was Staub und Asche ist, bald an allen Orten tagt das neue weil du ja allerwegen der Herr der Erde bist. Himmelreich. 3. Jetzt scheint die Welt dem 3. Du ruhest in dem Grabe, neuen Sinn erst wie ein Vaterland. daß ich auch meine Ruh im Schooß Ein neues Leben nimmt man hin der Erde habe; du schließ'st die Augen zu: so soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht; ich werde den wohl schauen, der mir zur Seite steht. entzückt aus seiner Hand. 4. Hinunter in das tiefe Meer versank des Todes Graun, und Je der kann nun leicht und hehr in seine Zukunft schaun. 5. Der dunkle Weg, den er be trat, geht in den Himmel aus, und wer nur hört auf seinen Rath, kommt auch ins Vaterhaus. 4. Dein Grab schließt Stein und Siegel, und dennoch wirst du frei; auch meines Grabes Siegel bricht einst dein Arm entzwei. Du wirst den Stein schon rücken, der auch 6. Nun weine Reiner mehr all mein Grab bedeckt. Da werd' ich hie, wenn eins die Augen schließt; Ofter- Lieder. 53 vom Wiedersehn, spät oder früh,| Kraft zu jeder Pflicht: dies ist meine wird dieser Schmerz verſüßt. Zuversicht. Jesus lebt! nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben: welchen Trost in Todesnoth wird er meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! i alt 8. Er lebt und wird nun bei uns sein, wenn Alles uns verläßt; und so soll dieser Tag uns sein ein Chr. Fürchtegott Gellert( 1715-1769). Weltverjüngungsfeſt. Fr. Ludw. von Hardenberg( Novalis) ( 1772-1801). 7. Es kann zu jeder guten That ein Jeder frischer glühn; denn herrlich wird ihm diese Saat auf schönern Fluren blühn. Eigene Melodie. ( esus, meine Zuversicht und mein Heiland, ist im Le90. Mel. Jesus, meine Zuversicht. ben: dieses weiß ich; sollt' ich nicht 89. Jesus lebt, mit ihm auch darum mich zufrieden geben? was Todesnacht auch für ich! wo sind nun die lange deine Schrecken? Jesus lebt und Gedanken macht? wird auch mich von den Todten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht: dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt! ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd' auch ich zugleich ewig herr- nicht nach sich zieht? schen, ewig leben. Gott erfüllt, was 3. Ich bin durch der Hoffnung er verspricht: dies ist meine Zuver- Band zu genau mit ihm verbunden; sicht. meine starke Glaubenshand wird in 3. Jesus lebt! wer nun verzagt, ihn gelegt befunden, daß mich auch lästert ihn und Gottes Ehre; Gnade kein Todesbann ewig von ihm trenhat er zugesagt, daß der Sünder sich nen kann. befehre. Gott verstößt in Christo nicht: dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt! sein Heil ist mein, sein sei auch mein ganzes Leben; reines Herzens will ich sein und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht: dies ist meine Zuversicht. 4. Ich bin Fleisch und muß daher auch einmal zu Asche werden. Das gesteh' ich, doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn sein mög' allezeit. 5. Dann wird mich statt dieser CHaut ein verklärter Leib umgeben, 5. Jesus lebt! ich bin gewiß, für die neue Welt gebaut und genichts soll mich von Jesu scheiden, schickt zum bessern Leben. Und in keine Macht der Finsterniß, teine diesem Leib' werd' ich Jesum sehen Herrlichkeit, kein Leiden. Er giebt ewiglich. 2. Jesus, er, mein Heiland, lebt! ich werd' auch das Leben schauen, sein, womein Erlöser schwebt; warum sollte mir denn grauen? lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es 54 Ofter- Lieder. 6. Dieser meiner Augen Licht ihr Trok darnieder, sein Sieg hat wird ihn, meinen Heiland, kennen; uns befreit; uns frönet Gott nun ich, ich selbst, ein Fremder nicht, werd' in seiner Liebe brennen; nur die Schwachheit um und an wird von mir sein abgethan. 7. Was hier franket, seufzt und fleht, wird dort frisch und herrlich gehen. Irdisch werd' ich ausgesä't, himmlisch werd' ich auferstehen. Hier geh' ich natürlich ein, dort, da werd' ich geiſtlich sein. 8. Seid getrost und hocherfreut! Jesus trägt euch, seine Glieder. Gebt nicht Statt der Traurigkeit; sterbt ihr, Christus ruft euch wieder, wenn die letzt' Posaun' erklingt, die auch durch die Gräber dringt. 3. Der Felsen Grund erbebet, die Mächte fliehn, das Grab ist leer. Der todt war, sieh, er lebet, er lebt. und stirbt hinfort nicht mehr. Die schwachen Jünger wanken, er stärkt die Wankenden; sie sehn ihn, freu'n sich, danken dem Auferstandenen. Sie sehn empor ihn steigen und gehn, wie er gebot, mit Freuden hin und zeugen von ihm bis in den Tod. 9. Lacht der finstern Erdenkluft, lacht des Todes und der Höllen; denn ihr sollt euch aus der Gruft eurem Heiland zugesellen. Dann wird Schwachheit und Verdruß liegen unter eurem Fuß. 10. Nur daß ihr den Geist er hebt von den Lüften dieser Erden 4. Herr, deine Boten siegen, von dir und deinem Geist gelehrt; die Gögentempel liegen, der Erdkreis und euch dem schon jetzt ergebt, wird zu Gott bekehrt. Ich weiß, dem ihr beigefügt sollt werden. Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein. an wen ich glaube, bin freudevoll ein Christ. Ihn bet' ich an im Staube, ihn, der mein Retter ist. Ich werd' ihn ewig schauen, wenn er auch mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen; er starb für mich und lebt. Christoph Neander( 1724-1802). Louise Henriette, Kurfürstin von DE Brandenburg( 1617-1667). Mel. Nun lob', mein' Seel', den Herren. 91. Pobfinge, meine Seele, dem wieder mit Huld und Seligkeit. 2. Froh führte seine Sonne den festlich frohen Tag herauf; da stand er, unsre Wonne, der Heiland und Versöhner, auf. Gedanke, der zu Freuden des Himmels mich erhebt, Gedanke, der das Leiden mit reichem Trost belebt, des höhern Lebens Quelle, mein Schild in jeder Noth: wo ist dein Sieg, o Hölle? wo ist dein Stachel, Tod? lobsing' ihm und erzähle, was er zum Heil dir hat gethan. Er hat Welterlöser, bet' ihn an; Mel. O daß ich tausend Bungen hätte. ein wie 92. Mann ich sterben? pier für dich gerungen, durch seine Macht steht mein Haupt und triumphirt; hat er des Todes Macht bezwungen, so muß ich ja das Leben erben, gestürzt der Hölle Heer. Nun liegt weil Noth und Tod die Macht ver 55 Ofter- Lieder. liert. Weg Traurigkeit, weg Sorgen-| 3. Da in Morgendämmerungen heer! Mein Jesus lebt, das Grab noch verhüllt die Erde schwieg, da ist leer. zu tiefern Anbetungen Gottes Engel 2. Mein Jesus siegt! drum liegt niederstieg, aber jetzt noch bebend zu Füßen, was mir das Leben schwieg, da erstandest du!- schnell rauben kann; der Tod muß mun sungen aller Himmel Chöre dir, die Erde küssen, und Alles wird mir Todesüberwinder, dir.indi unterthan. Der Hölle Abgrund selber 4. Jetzt, da ich an dich nur bebt, denn überall schallt's: Jesuslebt. glaube, seh ich dunkel nur von fern, 3. Mein Jesus lebt! Das Grab ich, der Wanderer im Staube, dich, ist offen: so geh' ich freudig in die die Herrlichkeit des Herrn! dich, Gruft. Hier kann ich auch im Tode die Herrlichkeit des Herrn! Dennoch, hoffen, daß mich sein Wort ins wenn ich innig glaube, wenn ich Leben ruft. Wie süß erschallt die dürfte, strömt mir Ruh deines Tod's Stimme hier: ich leb' und ihr lebt und Lebens zu. auch in mir. plors ju8 Thislp olen5. Gerne will ich hier noch wallen, 4. Mein Jefus bleibt also mein Herr, so lange du es willst. Knieen Leben, er lebt in meinem Herzen will ich, niederfallen, fleh'n, bis du hier; und soll ich ihm mein Leben dich mir enthüllst und mein Herz geben, kommt mir der Tod nicht mit Kraft erfüllst, dein hochheilig schrecklich für, weil er mich in den Lob zu lallen. Selig war stets, Himmel hebt, so wahr als Jesus wen dein Lob, Ewiger, zu dir erist und lebt. hob! 356 smo a! jn! Benjamin Schmold( 1672-1737). 6. Wann ich aus dem Grabe nu din is gehe, wann mein Staub Verklärung add Eigene Melodie. spojams ist, wann ich, Herr, dein Antlitz 93.p reis dem Todesüberwin- sehe, dich, mein Mittler, Jesu Christ, der, sieh, er starb auf dich, Verklärter, wie du bist, o dann, Golgatha! Preis dem Retter aller wann ich auferstehe, hab ich, du Sünder, was er uns verhieß, geschah; der Sünder Heil, ganz an deinem sieh', er starb auf Golgatha; singt, Leben Theil! des neuen Bundes Kinder, aus dem do Friedrich Klopstod( 1724-1803). Grab' eilt er empor, singet ihm indian sigs and met höherm Chor! Mel. Jesu, du mein liebstes, 2. Laßt des Dankes Harfe klingen, oder: Sollt' ich meinem Gott nicht zc. daß die Seele freudig bebt! Laßt 94. Heberwinder, nimm die uns, laßt uns singen dem, Palmen, dein Volk der starb und ewig lebt! daß das Herz dir heute bringt, das mit frohen vor Wonne bebt! Preis und Ehre laßt uns bringen dem, der starb und ewig lebt! dem, der starb und ewig lebt! Osterpsalmen den erkämpften Sieg besingt! Wo ist nun der Feinde Pochen und der Würger Mordge 56 Ofter- Lieder. schrei, da des Todes Nacht vorbei, und sein Stachel ist zerbrochen? Tod und Hölle liegen da. Gott sei Dank, Halleluja! 6. Beige, wann der blöde Kummer über Sarg und Grüften weint, wie die Schwachheit nach dem Schlummer dort in voller Kraft erscheint. Sind 2. Stecke nun dein Siegeszeichen wir sterblich hier geboren, o so auf der dunklen Gruft empor! Was streift das kühle Grab nur, was kann deinem Ruhme gleichen? Held sterblich heißt, uns ab, und der und König, tritt hervor! Laß dir Staub ist unverloren: unser Hirte tausend Engel dienen, denn nach hütet da. Gott sei Dank, Halleluja! harter Leidenszeit ist dein Tag der Herrlichkeit, höchste Majestät, erschienen! Erd' und Himmel jauchzen da: Gott sei Dant, Halleluja! 7. Rufe die zerfallnen Glieder endlich aus der dunklen Nacht, wann der Deinen Asche wieder in verflärtem Glanz erwacht. Dann wirst 3. Theile, großer Fürst, die Beute du die Krone geben, dann wird deiner armen Heerde mit, die in uns're volle Brust, Herr, mit engel froher Sehnsucht heute vor den gleicher Lust ewig deinen Sieg erThron der Gnade tritt. Deinen heben, und wir sprechen auch allda: Frieden gieb uns Allen, o so jauchzet Gott sei Dank, Halleluja! de Herz und Muth, weil das Loos Christian Taddel( 1706-1775). uns wundergut und auf's lieblichste in do gefallen! Freud' und Wonne grünen da, Gott sei Dank, Halleluja! Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 95. Wach' auf, mein Herz, die 4. Laß! o Sonne der Gerechten, deinen Strahl in's Herz uns gehn. Nacht ist hin, die Sonn' ist aufgegangen; ermunt're dich, mein Gieb Erleuchtung deinen Knechten, Geist und Sinn, den Heiland zu daß sie geistlich auferstehn. Hält der Schlaf uns noch gefangen, o so förd're du den Lauf, rufe mächtig: ,, wachet auf! denn die Schatten sind vergangen, und der helle Tag ist da!" Gott sei Dank, Halleluja! empfangen, der heute durch des Todes Thor gebrochen aus dem Grab hervor der ganzen Welt zur Wonne. 2. Steh' aus dem Grab der Sünden auf und such' ein neues 5. Tilg' in uns des Todes Leben; vollführe deinen GlaubensGrauen, wann die letzte Stunde lauf und laß dein Herz sich heben schlägt, weil du denen, die dir trauen, gen Himmel, da dein Jesus ist, schon die Krone beigelegt. Gieb und such', was droben, als ein uns in den höchsten Nöthen, gieb Christ, der geistlich auferstanden. uns mitten in der Pein deinen 3. Vergiß mun, was dahinten Trost und Glauben ein, o so fann ist, und tracht' nach dem, was der Tod nicht tödten; denn die droben, damit dein Herz zu jeder Hoffnung blühet da. Gott sei Dank, Frist zu Jesu sei erhoben. Tritt Halleluja! unter dich die böse Welt und strebe Oster- Lieder. 57 nach des Himmels Zelt, wo Jesus| Blut. Herr Jesu, gieb uns Kraft ist zu finden. und Muth, daß wir auch über4. Drückt dich ein schwerer Sorgen- winden! stein, dein Jesus wird ihn heben; es fann ein Christ bei Kreuzespeindd in Freud' und Wonne leben. Wirf Mel. O du Liebe meiner Liebe. dein Anliegen auf den Herrn und 96. Wand'le leuchtender und er ist nicht denn er ist auferstanden. 5. Es hat der Löw' aus Juda's Stamm heut siegreich überwunden, deinen Lauf; denn dein Herr und mein Versöhner stieg aus seinem Grabe auf. Als das Haupt er und das erwürgte Gotteslamm das sterbend beugte, bargst du dich in Leben wieder funden; es bringt nächt'gen Flor; doch jetzt komm Heil und Gerechtigkeit und hat nach hervor und leuchte, denn auch er hartem Kampf und Streit den Feind stieg längst empor! zur Schau getragen. 2. Erde, breite dich in Frieden 6. Drum auf, mein Herz, geh' unter deinem Himmel aus; denn in den Streit, weil Jesus über dein Herr ist nicht geschieden, er wunden; in dir auch überwinde zerbrach des Todes Haus. Deine weit er, der den Feind gebunden. starten Felsen bebten, als er seinen Er hilft dir nun, daß du aufstehst Geist verhaucht. Grüße nun den und in ein neues Leben gehst und Neubelebten wonnevoll, in Licht Gott im Glauben dieneſt. getaucht! 7. Laß weder Teufel, Welt, noch Tod dich scheu und zaghaft machen; denn Jesus lebt, es hat nicht Noth, er ist noch bei den Schwachen und den Geringen in der Welt als ein gefrönter Siegesheld; d'rum wirst du überwinden. Laurentius Laurenti( 1660-1722). 8. Ach, mein Herr Jesu, der du bist vom Tode auferstanden, rett' uns aus Satans Macht und List 3. Doch du selber, meine Seele, sag', wie feierst du den Tag, da der Herr des Grabes Höhle mit gewalt'gem Arm durchbrach? Feierst du sein Auferstehen auch in rechter Osterfreud'? Kann man an dir selber sehen, welch ein hoher Festtag heut? 4. Bist du mit ihm auferstanden aus der Sünde Todesnacht? Hast du dich von ihren Banden losund aus des Todes Banden, daß gerungen, frei gemacht? Oder liegst wir zusammen insgemein zum neuen Leben gehen ein, das du uns hast du noch verborgen und in deinen Sünden todt? Kündet deinen Ostermorgen noch kein helles Morgenroth? erworben. 9. Sei hochgelobt in dieser Zeit 5. O dann laß dich nicht bevon allen Gottestindern und ewig decken länger mehr die finst're Nacht; in der Herrlichkeit von allen Ueber- sieh, dein Herr ist, dich zu wecken windern, die überwunden durch dein von dem Tode, aufgewacht! Komm', 58 Ofter- Lieder. vom Schlaf dich zu erheben, komm',| uns in diesen Segenstagen öfters der Fürst des Lebens ruft: ,, Wache solch ein Himmelsstündlein schlagen, auf zum neuen Leben, steig' herauf und sein holdes Friedensweh'n uns aus deiner Gruft!" mit Gotteskraft durchgeh'n! nist 6. Sieh, er reicht dir hülfreich, 2. Thränen, die ihm Lieb' und gnädig die durchbohrten Hände hin, Sehnsucht weinen, trocknet er mit macht dich der Betäubung ledig, milder Hand. Freundlich naht er weckt mit Liebesruf den Sinn. Keine wandelnd zu den Seinen, setzt ihr Strafe sollst duscheuen, darum bleibe nicht zurück, raff' dich auf, dich zu erfreuen an des neuen Lebens Glück! Herz in heil'gen Brand; freundlich läßt er sich zum Bleiben bitten, gehet ein zu unsern Friedenshütten, reicht sein Lebensbrot uns dar, und ihn kennt der Seinen Schaar.ds? 7. Steig' empor zum neuen Leben; denn du schliefest lang' genug. Kraft zum Leben wird dir geben, der für dich den Tod ertrug. Fang' nur an erst aufzuſtehen, fühlst du dich auch noch so matt; der wird dir zur Seite gehen, der dich auferwecket hat. 3. Oder prüfend tritt er vor die Seele: ,, Hast du, sprich, hast du mich lieb?" wer verdeckt ihm Schwächen oder Fehle? wer den tiefst verborg'nen Trieb? Selig, wessen Herz durch 8. bedenke und erwäge, wie ihn entzündet, laut're Lieb' in Wort du gehn magst, nicht so lang'! und Werk verkündet und, zum Solch Bedenken macht nur träge, Glaubenssieg geübt, ohne Sehen macht dich mehr noch schwach und glaubt und liebt! trant. Keine Hilfe wird versagen 4. Selig, wen der Herr bei er, wenn du nur erst begannst, wird seinem Namen mit der Himmelsdich auf den Armen tragen, wo du stimme nennt; wer, wenn lange selbst nicht gehen kannst. 9. Sieh, dein Herr ist auferstanden, daß du könntest aufersteh'n, aus der Sünde Haft und Banden in die schönste Freiheit geh'n! Willst du ihm dich nur ergeben, streift er deine Ketten ab, und du siehst dein altes Leben hinter dir als leeres Grah. Karl Spitta( 1801-1859). Glaubensnächte kamen, froh be schämt ihn wieder fennt! stammelnd wird er jetzt zu seinen Füßen ihn mit neuer Glaubenswonne grüßen; und entbrannt für ihn, für ihn froh durch Tod und Leben zieh'n. 5. Dank sei dir, du Herr und Gott der Deinen, bis an's Ende fühlbar nah! Noch kannst du dem Geist in Kraft erscheinen, daß er jauchzt: der Herr ist da! fannſt mit deinem Hauche neu beleben, und den Geist aus Gott uns wiedergeben. seinen heil'gen Friedensgruß in die Komm' in deines Geistes Kraft, Herr, Kreise seiner Lieben brachte: welche zu deiner Jüngerschaft! Stunden voll Genuß! Möcht' auch Karl Garve( 1763-1841). Mel. Marter Gottes, wer kann. 97. We enn der Herr, der aus dem Grab erwachte, PONED Ofter- Lieder. 59 Mel. Ach Gott, wie manches Herzeleid.| 3. Wenn zwei Seelen sich be98. W so willst du hin, weil's sprechen, so ist er der dritte Mann; Abend ist, o lieber er bemerket die Gebrechen, redet, was Pilger, Jesus Christ? komm', laß uns trösten kann. Denn er kann mich so glückselig sein und kehr' in uns nicht versäumen, wie wir glaumeinem Herzen ein. benslosoft träumen. Er weiß Alles, nah' und fern, seine Treue 2. Laß dich erbitten, liebster Freund, dieweil es ist so gut gemeint; hilft uns gern. du weißt, daß du zu aller Frist ein 4. herzenslieber Gast mir bist. 3. Es hat der Tag sich sehr geneigt, die Nacht sich schon von ferne zeigt; drum wollest du, o wahres Licht, mich Armen ja verlassen nicht. 4. Erleuchte mich, daß ich die Bahn zum Himmel sicher finden kann, damit die dunkle Sündennacht mich nicht verführt, noch irre macht. 5. Vor Allem in der letzten Noth hilf mir durch einen sanften Tod. Herr Jesu, bleib', ich halt' dich fest, ich weiß, daß du mich nicht verläßt. Johann Scheffler( 1624-1677). als s'hr 5. Hat sich eine Noth gefunden, so ließ er mich nicht allein. Jesus stellt zur rechten Stunde sich mit seinem Beistand ein. Wenn ich mich im Leid verzehre, gleich als ob er ferne wäre, o, so ist er mehr als nah und mit seiner Hilfe da. Mel. Jesu, meines Lebens Leben, oder: Alle Menschen müssen sterben. 99.3 6. Treuster Freund von allen Freunden, bleibe weiter doch bei mir! Kommt die Welt, mich anzufeinden, ach, so sei du auch allhier! Wenn Dween Jünger gehn mit mich Trübsalswetter schrecken, wollst Sehnen über Feld nach du mächtig mich bedecken. Komm', Emmaus. Ihre Augen sind voll in meinem Geist zu ruhn: was du Thränen, ihre Seele voll Verdruß, willst, das will ich thun. und sie wechseln Klageworte; doch es ist von ihrem Orte schon der Heiland gar nicht weit und vertreibt die Traurigkeit. 4. Jesus ist mir nachgegangen, wenn ich meiner Eitelkeit und den Sünden nachgehangen. O, der unglücksel'gen Zeit, die ich dergestalt verloren! Doch er hat mich neugeboren; Jesus hat an mich gedacht und das Schäflein wiederbracht. 2. Ach, es gehn noch manche Herzen ihrem stillen Jammer nach; sie beweinen voller Schmerzen ihre Noth, ihr Ungemach. Manches wandert gar alleine, daß es nur zur G'nüge weine; doch mein Jesus ist dabei, fragt', was man so traurig sei? 7. Bin ich traurig und betrübet, Herr, so gieb mir in den Sinn, daß mich deine Seele liebet und daß ich der Deine bin. Laß dein Wort mich fester gründen, laß es so mein Herz entzünden, daß es voller Liebe brennt und dich immer besser kennt. 8. Tröst' auch And're, die voll Jammer einsam durch die Fluren geh'n, oder in der stillen Kammer tiefbekümmert zu dir fleh'n. Wenn 60 Himmelfahrts- Lieder. sie von der Welt sich trennen, daß| dir. Laß mich deine Freuden theilen, sie sich satt weinen können, sprich sei und bleibe stets bei mir. Bleibe dann ihren Seelen zu: liebes Kind, doch in uns'rer Mitten, wie dich deine was trauerst du? Kinder bitten. Dank sei dir, o lie9. Kannst du bei der Welt nicht ber Gast, daß du mich getröstet hast! weilen, ach, so nimm mich auch mit Joh. Neunherz( 1653-1737). 7. Himmelfahrt. 100. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern.| Laß unsern Wandel himmlisch sein, ch, wundergroßer daß wir der Erde eitlen Schein Siegesheld, du und Hoffahrt stets verachten. Nicht'Sündenträger aller Welt, heut bist ges, Flücht'ges laß uns meiden, du aufgefahren zur Rechten Gottes christlich leiden, wohl ergründen, in der Kraft, hast deinem Reich den wo die Gnade sei zu finden. Sieg verschafft ob aller Feinde 5. Sei, Jesu, unser Schuß und Schaaren. Mächtig, prächtig, trium- Hort, sei unser Ruhm und sich'rer phirst du und regierst du, Tod Ort, darauf wir uns verlassen. und Leben ist, Herr Christ, dir Laß suchen uns, was droben ist. untergeben. Auf Erden wohnet Trug und List; es ist auf allen Straßen Lügent, Trügen, Angst und Plagen, die da nagen, die da quälen täglich, stündlich uns're Seelen. 2. Dir dienen alle Cherubim; viel tausend hohe Seraphim dich Siegesfürsten Loben, weil du den Segen wiederbracht, mit Majestät und großer Pracht zur Freude bist 6. Herr Jesu, komm', du Gnaerhoben. Singet, flinget, rühmt und denthron, du Siegesfürst, Held, ehret den, der fähret auf zum Davids Sohn, komm', stille das Throne, zu empfah'n die Himmels- Verlangen! Du, du bist Allen uns frone. zu gut, o Jesu, durch dein theures 3. Du bist das Haupt, hingegen Blut in's Heiligthum gegangen. wir sind Glieder, ja, es kommt von Komm', Herr, hilf, Herr! Denn so dir auf uns Licht, Trost und Leben; sollen, denn so wollen wir ohn Heil, Friede, Freude, Stärk' und Ende jauchzend heben unsre Hände. Kraft, ja, was dem Herzen Labsal Ernst Homburg( 1605-1681). schafft, wird uns von dir gegeben. Dringe, zwinge, ew'ge Güte, mein Mel. Es ist das Heil uns kommen her. uf Gemüthe, dich zu preiſen, Lob und 101. Afahrt allein ich meine Dant dir zu erweisen. 4. Zieh', Jesu, uns, zieh' uns Nachfahrt gründe und allen Zweifel, nach dir, hilf, daß wir forthin für Angst und Pein hiermit stets überund für nach deinem Reiche trachten. winde. Denn weil das Haupt im **** Himmelfahrts- Lieder. 61 Himmel ist, wird seine Glieder Jesus 4. Solch' Himmelfahrt fängt in Christ zur rechten Zeit nachholen. uns an, wenn wir den Vater anroad32 2. Weil er gezogen himmelan, finden, stets fliehn der Weltlust und große Gab' empfangen, mein breite Bahn und werden Gottes Herz auch nur im Himmel kann, Kinder. Die seh'n hinauf und Gott sonst nirgends Ruh' erlangen. herab, an Treu' und Lieb' geht Denn wo mein Schatz gekommen ihn'n nichts ab, bis sie zusammen hin, da ist auch stets mein Herz und kommen. Sinn; nach ihm mich sehr verlanget. 5. Dann wird der Tag erst 3. Ach Herr, laß diese Gnade freudenreich, wenn uns Gott zu mich von deiner Auffahrt spüren, sich nehmen und seinem Sohn wird daß mit dem wahren Glauben ich machen gleich, wie wir ihn jetzt bemag meine Nachfahrt zieren, und kennen. Da wird sich finden Freud' dann einmal, wenn dir's gefällt, und Muth zu ew'ger Zeit beim mit Freuden scheiden aus der Welt. höchsten Gut: Gott woll', daß Herr, höre doch mein Flehen! wir's erlangen! Josua Wegelin( 1604-1640). Joh. Zwick( 1496-1542). Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Mel. Valet will ich dir geben. 102. A uf diesen Tag beden- 103. Ergrünt, ihr Sieges= ken wir, daß Christus palmen! Himaufgefahren, und fleh'n mit herz- mel, werdet klar, ihr Herzen, brinlicher Begier, Gott woll' uns All' get Psalmen und schmücket den bewahren, die wir auf dieser armen Altar! Singt von dem MenschenErd', ohn' ihn von Noth und Tod sohne und seinem großen Sieg! beschwert, nicht Trost noch Hoff- Singt, wie er auf zum Throne der mung haben. Ewigkeiten stieg! 2. Gott Lob, nun ist der Weg 2. Der einst, von Qual durchgemacht, und steht der Himmel drungen, den Sündern war ein offen; Christus schließt auf mit Spott; der unsern Tod verschlungen großer Macht, was vorhin war ver- in seine Todesnoth: den sehn wir schlossen. Wer's glaubt, deß Herz hoch und prächtig im Siegesglanze ist freudenvoll; dabei er sich doch rüsten soll, dem Herren nachzufolgen. ziehn, der schwinget sich allmächtig durch alle Himmel hin. 3. Wer nicht des Herren Willen thut, ihm nicht das Herz hält offen, der kann ja doch für Fleisch und Blut das Himmelreich nicht hoffen. Am Glauben liegt's: ist der nur echt, so wird gewiß das Leben recht zu Gott hinaufgerichtet. 3. Die Engel und die Thronen und aller Mächte Chor, viel tausend Legionen, die schwebten mit empor, den Sieger zu geleiten, als er sich herrlich hob, den König zu begleiten mit Preisgesang und Lob. 4. Dort auf dem Delberg stehen 62 Himmelfahrts- Lieder. die Jünger, arm und schwach; mit| wenn ich Seufzer zu dir schicke, thue deiner Mutter sehen sie dir, o Jesu, mir den Himmel auf, und wenn ich nach. Doch sehn sie froh dich scheiden in deinen Sternensaal, weil du mit Licht und Freuden sie tröstest ohne Zahl. sin nicht beten kann, rede du den Vater an; denn du bist zu seiner Rechten: darum hilf uns, deinen Knechten. 3. Zieh' die Sinne von der Erde 5. Du aber haft nach oben zum über alles Eitle hin, daß ich mit Throne dich gewandt und waltest dir himmlisch werde, ob ich gleich ewig droben zu Gottes rechter Hand. noch sterblich bin, und im Glauben Von dannen wirst du kommen meine Zeit richte nach der Ewigkeit, in Richtermajeſtät; dann jauchzen bis wir auch zu dir gelangen, wie deine Frommen, der Stolzen Hohn du bist vorangegangen. vergeht. 4. Dir ist Alles übergeben, nimm dich auch der Deinen an! Hilf mir, daß ich christlich leben und dir heilig dienen kann. Klagt der Satan wider mich, ach, so wirf ihn unter dich, zu dem Schemel deiner Füße, daß er ewig schweigen müſse. 6. O Jesu, Heil der Deinen, rüst' uns auf diesen Tag, sei's, daß er heut erscheinen, sei's, daß er säumen mag! Wenn dann dir deine Knechte verklärt entgegenziehn, dann führe deine Rechte auch uns zum Himmel hin! 5. Meine Wohnung mir bereite 7. Dann laß in Strömen quillen droben in des Vaters Haus, da ich dein schönes Lebenslicht; dann zeig' werde nach dem Streite bei dir gehen uns ohne Hüllen des Vaters An- ein und aus. Herr, der Weg dagesicht. himmlisches Entzücken! hin bist du, darum bringe mich zur o sel'ger Liebeszug! wenn wir nur Ruh. Nimm an meinem letzten dich erblicken, hat unser Herz genug. Ende meinen Geist in deine Hände. Nach einem lateinischen Liede von Beda dem Ehrwürdigen( † 735) übertragen von A. Knapp. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 104. Kerr, auf Erden muß 6. Kehre, wenn es Zeit ist, wieder, denn du hast es zugeſagt, und erlöse deine Glieder aus des finstern Grabes Nacht. Richtest du alsdann die Welt, die dein Wort für Lügen hält, so führ' uns nach allem Leide ich leiden und bin ein zu deines Himmels Freude. voller Angst und Weh. Warum Casp Neumann( 1648-1715). willst du von mir scheiden? warum esd abin fährst du in die Höh? Nimm mich Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte. Jeſushände, voll Heil, voll Gaben möge täglich bei mir haben. Wunderkraft des Herrn, ihr wirlt Armen auch mit dir, oder bleibe 105. Jbraufgehob'nen Seu doch in mir, daß ich dich und deine 2. Laß mir doch dein Herz zu- und waltet bis an's Ende, uns unrücke und nimm meines mit hinauf; gesehn, doch niemals fern. Im Seg PRED 63 2. Seh' ich dich gen Himmel fahren, seh' ich dich auf Gottes Thron, seh' ich, wie der Engel Schaaren jauchzen dir, dem ew'gen Sohn; sollt' ich da nicht niederfallent und mein Herz vor Freude wallen, da der Himmel jubilirt, und mein König triumphirt? 2. Ihr segnet Christi Schaar hienieden mit Freude, die ohn' Ende währt; ihr legt auf sie den hohen Frieden, den keine Welt uns sonst bescheert. Ia, segnend ruht ihr auf 3. Weit und breit, du Himmelsden Seinen; dies beugt und stärkt sonne, deine Klarheit sich enthüllt, uns bis ans Grab, und wenn wir Sehnsuchtsthränen weinen, so trocknet dies die Thränen ab. und mit neuem Glanz und Wonne alle Himmelsgeister füllt; prächtig wirst du aufgenommen, freudig heißt man dich willkommen: schau', dein armes Kind steht hier, ruft auch Hosianna dir. ay Relah 4. Sollt' ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Klarheit seh? Sollt' mein Muth noch wollen sinken, da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen ohne Furcht und ohne Grauen, nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich. 4. Einst öffnet ihr die Himmelsthore der treuen Erdenpilgerschaar und reicht dem Ueberwinderchore 5. Herr, dein heil'ger Geist erdes ew'gen Lebens Krone dar. Dann, dann, mit jeder Gottesgabe, mit jedem Heil begabt durch euch, jauchzt eurem goldnen Königsstabe des weiten Himmels Königreich. gieße über uns sich kräftiglich, bis zum Schemel deiner Füße alle Feinde legen sich. Herr, zu deinem Scepter wende Alles bis zum fernsten Ende, mache dir auf Erden Bahn, alle Serzen unterthan. Karl Garve( 1763-1841). Mel. Alle Menschen müssen sterben. 6. Nun erfüllst du aller Orten Alles durch dein Nahesein; meines 106, Siegesfürst und Ehren- armen Herzens Pforten steh'n dir könig, du verklärte offen, komm' herein! Komm', du Majestät, alle Himmel sind zu wenig. König aller Ehren, komm', bei mir du bist d'rüber hoch erhöht; sollt' auch einzukehren! Ewig in mir leb' ich nicht zu Fuß dir fallen und mein und wohn', wie in deinem HimmelsHerz vor Freude wallen, wenn mein thron! Glaubensaug' entzückt deine Herr- Gerh. Tersteegen( 1697-1769). lichkeit erblickt? Himmelfahrts- Lieder. nen seid ihr aufgefahren, im Segnen kommt ihr einst zurück; auch in des Glaubens Pilgerjahren bleibt ihr der Seelen Trost und Glück. 3. Ihr zieht mit Gotteskraft die Herzen zu ihm und an sein Herz hinauf; ihr stillt, ihr heilt die Seelenschmerzen, ihr helft der Schwachheit mächtig auf. Ihr brecht den Zwang, der Herzen kettet, ihr faßt und stärkt des Pilgers Hand; ihr hebt, ihr tragt, und ihr errettet und führet uns ins Vaterland. 64 Pfingst- Lieder. Mel. Ach Gott und Herr. stege. Wir irren leicht, sind bald 107. 3ich' uns nach dir, so verscheucht vom rechten Lebenseilen herz- wege. lichem Verlangen hin, da du bist, 4. Zieh' uns nach dir, so folgen o Jesu Christ, aus dieser Welt ge- wir dir nach in deinen Himmel, gangen. daß uns nicht mehr allhier be2. Zieh' uns nach dir in Heils- schwer' das böse Weltgetümmel. begier aus diesem Erdenleben, so dürfen wir nicht länger hier in Noth und Sorgen schweben. 5. Zieh uns nach dir nur für und für und gieb, daß wir nachfahren dir in dein Reich, und mach' uns gleich den auserwählten Schaaren. Friedr. Fabricius( 1642-1703). 3. Zieh' uns nach dir, Herr Christ, ach führ' uns deine Himmels8. Pfingsten. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. menschliche Gemüther besserst und 108. Der du uns als Bater mit Trost erfreuſt! Nach dir, Herr, verlanget mich; ich ergebe mich an dich: mache mich zu Gottes Preise heilig und zum Himmel weise. liebest, treuer Gott, und deinen Geist denen, die dich bitten, giebeſt, ja, uns um ihn bitten heiß'st, demuthsvoll fleh ich zu dir: Vater, sende ihn auch mir, daß er meinen Geist erneue und ihn dir zum Tempel weihe. 5. Fülle mich mit heil'gen Trieben, daß ich dich, mein höchstes Gut, über Alles möge lieben, daß ich mit getrostem Muth deiner Vaterhuld mich freu' und mit wahrer Kindestreu' stets vor deinen Augen wandle und rechtschaffen denk' und handle. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit, und mein Herz bleibt dir entrissen und dem Dienst der Welt geweiht, wenn er nicht durch seine Kraft die Gefinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich fann ich nicht ertennen, Jesu, noch mit rechter Treu' meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet mir dein Geist nicht bei. D'rum so laß ihn fräftiglich in 6. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb' und Sanftmuth übe und mir's rechne zum Gewinn, wenn ich je ein Friedensband knüpfen fann, wenn meine Hand zur ErLeicht'rung der Beschwerden kann dem Nächsten nüßlich werden. 7. Lehre mich, mich selber kennen, mir wirten, daß ich dich glaubens- die verborg'nen Sünden sehn, sie voll als Mittler ehre und auf deine voll Reue Gott bekennen und ihn Stimme höre. um Vergebung fleh'n. Mache täg4. Ew'ge Quelle wahrer Güter, lich Ernst und Treu', mich zu bessern, hochgelobter Gottesgeist, der du in mir neu; zu dem Heiligungs Pfingst- Lieder. 65 geschäfte gieb mir immer neue| 4. Sie wurden All' des Geistes Kräfte. voll und fingen an zu reden wohl, 8. Wenn der Anblick meiner Sün- wie er gab auszusprechen. Erfüll' den mein Gewissen niederschlägt, auch uns mit heil'ger Glut, daß wenn sich in mir 3weifel finden, wir des Herzens blöden Muth mit die mein Herz mit Zittern hegt, freier Rede brechen. wenn mein Aug' in Nöthen weint, 5. Die Welt zwar treibt nur und Gott nicht zu hören scheint, ihren Spott, und wer nicht merkt o, dann laß es meiner Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen! disto die Kraft aus Gott, der höhnet: sie sind trunken. Den rechten Freudenwein uns gieb, erquick', o Herr, in deiner Lieb', was noch in Angst versunken. 9. Was sich Gutes an mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir; selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. O so sebe durch dein Wort deine Gnadenwirfung fort, bis sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende. 6. Dein Licht treib' in des Herzens Haus mit hellen Strahlen gänzlich aus die alten Finsternisse, daß Blindheit, Irrthum, falscher Wahn, und was uns sonst verleiten tann, auf ewig weichen müsse. David Bruhn( 1727-1782). Mel. Kommt Her zu mir, spricht Gottes Sohn. 7. Dein Feuer tödt' in uns'rer Brust, was sich noch regt von Sündenlust, erwecke reine Triebe; 109.€ jaß ein frommes auf daß wir, statt in Eitelkeit, nur finden unsre wahre Freud' in Jesu treuer Liebe. Häuflein dort und wollte nach des Herren Wort einmüthig Pfingsten halten. Ach, laß auch jetzt im Christenstand, Herr Jefu, deiner Liebe Band bei frommen Gliedern walten. Hieronymus Annoni( 1697-1770). mode odu Mel. Liebster Jefu, wir sind hier. 110. Geist der Wahrheit, 2. Schnell fiel hernieder auf das lehre mich aller WeisHaus ein starker Wind, der mit heit Quelle kennen, Jesum Christum! Gebraus sich wundersam erhoben. Nur durch dich kann ich meinen O Gotteshauch, ach lasse dich bei Herrn ihn nennen; du, du mußt uns auch spüren kräftiglich und ihn mir verklären, ganz mein Herz weh' uns an von oben. O zu Gott bekehren. 3. Er füllete die Wohnung ganz, 2. In des Irrthums Finsterniß zertheilter Zungen Feuerglanz ließ müßt' ich ohne Führer wanken; du sich auf Jedem spüren. Ach, nimm nur machst das Herz gewiß und auch uns're Kirchen ein, laß feurig erleuchteft die Gedanken, offenbarest deine Boten sein und laß dein Gottes Pfade, zeugst von WahrWort uns rühren.ali heit und von Gnade. Neues Gejangbuch. 66 Pfingst- Lieder. 3. Tröster, Tröster heißest du, 3. Geist des Lichtes! mehr' in überschwänglich kannst du trösten; mir meinen Glauben für und für, du erfüllst mit Himmelsruh' die der mich Christo einverleibt und Gemüther der Erlösten, daß sie nach durch Liebe Früchte treibt. der Angst der Sünden Gottes Vaterhuld empfinden. d 4. Geist der Andacht! schenke mir Salbung, Inbrunst, Glut von 4. Mächtig stärkst du zum Gebet, dir; laß mein Bitten innig, rein weckst in uns inbrünst' ges Sehnen, und vor Gott erhörlich sein. da das mit stillen Seufzern fleht und 5. Geist der Liebe, Kraft und zur Wonne führt durch Thränen. Zucht! wann mich Welt und Fleisch Hoffnung und Geduld im Leiden versucht, o dann unterstüße mich, ist dein Werk, du Geist der Freuden. daß ich ringe; rette mich! 5. Heiligung und Reinigkeit und ein gottgefällig Leben, selige Zufriedenheit, wahre Weisheit kannst du geben. Selig, die an deinen Gaben theil durch Lieb' und Glauben haben! 6. Ich erflehe sie von dir; todt 6. Geist der Heiligung! verklär' Jesus in mir mehr und mehr und erquicke innerlich durch den Frieden Gottes mich. 7. Geist der Hoffnung! führe du mich dem Himmelserbe zu; laß ist noch mein ganzes Wesen. Komm' mein Herz sich deiner freu'n und und wohne selbst in mir, und ich in Hoffnung selig sein. leb' und bin genesen. Dann wird Heinrich Tode( 1733-1797). meine Schwachheit Stärke, und ich wirke Gottes Werke. ur Mel. Herzliebster Jesu was hast du zc. 7. Nimmn mein Herz und mach' 112. Gieb deinen Frieden es rein; auch die durch uns, o Leiden soll mir theurer Segen sein, Stärke! Im Frieden nur gedeihen Weihung zu den höhern Freuden, deine Werke, daß wir im Kampf bis wir einst den Engeln gleichen mit Sünde nicht ermüden, stärk und des Glaubens Ziel erreichen. uns dein Frieden. Samuel Bürde( 1753-1831). 2. Des Lebens Tag ist schwül; des Lebens Abend oft stürmisch noch und Wenigen nur labend. Ach es bedarf das Herz im Staub hienieden, Herr, deinen Frieden! Mel. Gott sei Dank in aller Welt. 111. Geist vom Vater und vom Sohn, weihe dir mein Herz zum Thron; schenke dich mir immerdar, so wie einst der Jüngerschaar. 3. Gieb Frieden, daß die fromme, dir getreue, oft schon geprüfte Seele sich erneue, daß sie nicht muthlos hingerissen werde vom Geist der 2. Geist der Wahrheit, leite mich; eig'ne Peitung täuschet sich, da sie Erde! leicht des Wegs verfehlt und den Schein für Wahrheit wählt. 4. Gieb, wie den Vätern, die dir wohlgefallen, auch uns den Pfingst- Lieder. 67 Frieden, die im Kampf noch wallen. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. Gieb Hoffnung, daß des Glaubens 114. ott, gieb einen milden lohne! Regen, da mein Herz, 5. Das ganze Leben auf der wie dürrer Sand, dürstet nach des dunk'len Erde ist auch ein Streit Himmels Segen, tränke dein vermit Sorgen und Beschwerde. Oschmachtet Land; laß des heil'gen birg uns, Herr, in deines Friedens Geistes Gab' aus der Höh' auf Schatten, wenn wir ermatten! mich herab wie die starken Ströme 6. Und wenn zuletzt wir mit fließen und sich in mein Herz erdem Tode ringen, deck' uns dein gießen. Engel, Herr, mit mächt'gen Schwin2. Kann ein ird'scher Vater gegen und trag' uns hin, von allem ben gute Gaben seinem Kind' und Kampf geschieden, zum ew'gen was noth ihm ist zum Leben, wär' Frieden! sidder gleich auch arg gesinnt: solltest du denn, der du heiß'st guter Vater, deinen Geist mir nicht geben, mich nicht laben mit den guten Carl Garve( 1763-1841). Mel. Herzlich thut mich verlangen. 113. Cieb Frieden, Herr, gieb Himmelsgaben? Frieden, du milder 3. Jesu, der du hingegangen zu Liebeshort! einst bist du abgeschie- dem Vater, sende mir deinen Geist, den mit süßem Freudenwort: ich den mit Verlangen icherwarte, Herr, geb' euch meinen Frieden, wie ihn von dir; laß den Tröster ewiglich die Welt nicht giebt, verheißen und beschieden dem, der da glaubt und liebt. 2. Gieb Frieden, Herr, gieb Frieden! die Welt will Streit und Krieg, der Stille wird gemieden, der Wilde hat den Sieg. Nur Unruh herrscht auf Erden und Lug und Trug und Lift ach laß es stille werden, du stiller Jesus Christ. - bei mir sein und lehren mich, in der Wahrheit fest zu stehen und auf dich im Glauben sehen. 4. Heil'ger Geist, du Kraft der Frommen, kehre bei mir Armen ein und sei tausendmal willkommen; laß mich deinen Tempel sein. Säub're du mur selbst das Haus meines Herzens, thu' hinaus Alles, was mich hier kann scheiden von den 3. Gieb Frieden, Herr, gieb Frie- süßen Himmelsfreuden. den, du milder Liebeshort! dann 5. Schmücke mich mit deinen Gawird es schon hienieden ein Para- ben. Mache mich neu, rein und diesesort, und Sorgen flieh'n und schön, laß mich wahre Liebe haben Schmerzen aus jederschweren Brust; und in deiner Gnade stehn. Gieb in Freuden glüh'n die Herzen, in mir einen starken Muth, heilige mein Lieb' und Himmelslust. Fleisch und Blut; lehre mich vor Gott hintreten und in Geist und Wahrheit beten. Ernst Moritz Arndt( 1769-1860). 5* 68 Pfingst Lieder. und sprich: Ja! wenn wir gläubig beten. 6. So will ich mich dir ergeben,| freudig vor Gott treten, sei uns nah dir zu Ehren soll mein Sinn dem, was himmlisch ist, nachstreben, bis ich werde kommen hin, da mit Vater und dem Sohn' dich im höchsten Himmelsthron' ich erheben kann und preisen mit der Engel süßen Weisen. smo Moriß Kramer( 1646-1702). 7. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen, gieb uns Muth, Fleisch und Blut, Sünd' und Welt zu dämpfen: Laß uns Trübsal, Kreuz und Leiden, Angst und Noth, Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden. Mel. Warum sollt' ich mich denn grämen. 115.5 öchster Tröster, komm' 8. Hilf uns nach dem Besten streben, schenk' uns Kraft, tugendhernieder, Geist des haft und gerecht zu leben; gieb, daß Herrn, sei nicht fern, salbe Jesu wir nicht stille stehen, treib' uns an, Glieder! Er, der nie sein Wort froh die Bahn deines Wort's zu gebrochen, Jesus hat deinen Rath seinem Volk versprochen. gehen. c) Hn3 9. Sei in Schwachheit uns're 2 Schöpfer unsers neuen Lebens, Stüge, steh' uns bei, mach' uns jeder Schritt, jeder Tritt ist ohn' treu in der Prüfungshite; führ', dich vergebens. Ach das Seelen- wenn Gott uns nach dem Leide werk ist wichtig; wer ist wohl, wie sterben heißt, unsern Geist in des er soll, treu zu handeln tüchtig? Himmels Freude. i d 3. Herr, wir fallen dir zu Fuße; diu Ehrenfr. Liebich( 1713-1780). eins ist noth für den Tod: Buße, dr wahre Buße. Zeig' uns selbst den Eigene Melodie. Gren't ber Sünde, daß das Herz 116. Romm', heiliger Gift Angst und Schmerz, Reu' und Scham empfinde. Geist, Gott, erfüll' mit deiner Gnaden Gut deiner 4. Zeig' uns des Erlösers Wun- Gläubigen Herz, Muth und Sinn, den, ruf uns zu: ihr habt Ruh', dein brünstig' Lieb' entzünd' in ihn'n. ihr habt Heil gefunden. Unsre O Herr, durch deines Lichtes Glanz Sünd' wird nicht gezählet: Jesu zu dem Glauben versammelt hast Blut machet gut, was die Welt ge- das Volk aus aller Welt Zungen: fehlet. das sei dir, Herr, zu Lob gesungen. 5. Weck' uns auf vom Sünden- Halleluja, Halleluja. schlafe, rette doch heute noch die verlornen Schafe; reiß die Welt aus dem Verderben, laß sie nicht im Gericht der Verstockung sterben. 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort, und lehr' uns Gott recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen. O 6. Geist der Weisheit, gieb uns Herr, behüt' vor fremder Lehr', daß Allen durch dein Licht Unterricht, wir nicht Meister suchen mehr denn wie wir Gott gefallen; lehr' uns Sesum Christ mit rechtem Glauben, Pfingst- Lieder. 69 und ihm aus ganzer Macht ver- 5. Reiz' uns, daß wir zu ihm trauen. Halleluja, Halleluja. antreten, frei mit aller Freudigkeit; 3. Du heilige Brunst, süßer Trost, seufze in uns, wenn wir beten, und nun hilf uns, fröhlich und getrost vertritt uns allezeit: so wird uns're in deinem Dienst beständig bleiben, Bitt' erhört und die Zuversicht die Trübsal uns nicht abtreiben. vermehrt.ams snu jol Jimm smisd DO Herr, durch dein' Kraft uns bereit' und stärk' des Fleisches Blödigkeit, daß wir hier ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Halleluja, Halleluja. Martin Luther( 1483-1546). ' dinthe 6. Wird um Trost dem Herzen bange, daß es ruft voll Traurigkeit: ach mein Gott, mein Gott, wie lange! o so wende unser Leid; sprich der Seele tröstlich zu und gieb Muth, Geduld und Ruh. nd lid diose 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser, neuer Geist, förd're in uns deine Werke. Wenn 117. Komm', o komm', du des Satans Macht ſich weiſ't, ſchenk uns Waffen halt' in uns den Sieg. und erKrieg Geist des Lebens, wahrer Gott von Ewigkeit! Deine Kraft sei nicht vergebens, sie erfüll' uns jederzeit: so wird Geist und Licht und Schein in den dunkeln Herzen sein. idri Eigenc Melodie. msonik oder: Gott des Himmels und der Erden. 2. Gieb in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rath, Verstand und Zucht, daß wir anders nichts beginnen, denn was nur dein Wille sucht; dein' Erkenntniß werde groß und mach' uns vom Irrthum Los. 8. Herr, bewahr' auch unsern Glauben, daß kein Teufel, Tod, noch Spott uns denselben möge rauben: du bist unser Schutz und Gott. Sagt das Fleisch gleich immer nein, laß dein Wort gewisser sein. 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versich're uns je mehr, als des Himmelreiches Erben, jener Herrlichkeit und Ehr', die uns wird durch Jesum Christ und die unaussprechlich ist. tons bid thi nai Heinrich Held( gest. gegen 1659). simu mmol Eigene Melodie. hi 3. Zeige, Herr, die rechten Stege, führe uns auf eb'ner Bahn. Räume Alles aus dem Wege, was im Lauf'm uns hindern kann. Wirke Reu' sid ni durch deine Gnad', wenn der Fuß 118. N gestrauchelt hat. un bitten wir den heiligen Geist um 4. Laß dein Zeugniß uns em- den rechten Glauben allermeist, daß pfinden, daß wir Gottes Kinder sind, die auf ihn allein sich gründen, wenn sich Noth und Drangsal find't; lehr' uns, daß des Vaters Zucht einzig 2. Du werthes Licht, gieb uns unser Bestes sucht. d deinen Schein, lehr' uns Jesum Christ er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heimfahren aus diesem Elende. Kyrie eleis. not 70 Pfingst- Lieder. kennen allein, daß wir an ihm blei- nach deinem Willen, mich an Leib ben, dem treuen Heiland, der uns und Seel' erfüllen. gebracht zum rechten Vaterland. Syrie eleis. 4. Du bist weise, voll Verstandes, was geheim ist, ist dir kund, zählſt 3. Du süße Lieb', schenk uns den Staub des kleinsten Sandes, deine Gunst, laß uns empfinden der gründest auch des Meeres Grund. Liebe Brunst, daß wir uns von Nun, du weißt auch zweifelsfrei, Herzen einander lieben und in Fried' wie verderbt und blind ich sei; auf einem Sinne bleiben. Kyrie d'rum gieb Weisheit und vor allem, eleis. wie ich möge Gott gefallen. 4. Du höchster Tröster in aller 5. Du bist heilig, läß'st dich Noth, hilf, daß wir nicht fürchten finden, wo man rein und redlich Schand', noch Tod, daß in uns ist; flieh'st hingegen Schand' und die Sinne nicht verzagen, wenn der Sünden, weil du lauter Klarheit Feind wird das Leben vertlagen. bist; mache mich, o Gnadenquell, Kyrie eleis. rein und züchtig, keusch und hell; laß mich fliehen, was du fliehest, gieb mir, was du gerne siehest. Martin Luther( 1483-1546). Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 6. Du bist, wie ein Lamm es 119. du allersüßste Freude! pfleget, frommen Herzens, ſanften o du allerschönstes Licht! der du uns in Lieb' und Leide unbesuchet läsfest nicht; Geist des Höchsten, höchster Fürst, der du hält'st und halten wirst ohn' Aufhören alle Dinge, höre, höre, was ich finge! Muth's, bleibst im Lieben unbeweget, thust uns Bösen alles Gut's; ach, verleih' und gieb mir auch diesen edlen Sinn und Brauch, daß ich Freund' und Feinde liebe, keinen, den du liebst, betrübe. 7. Mein Hort, ich bin wohl 2. Du bist ja die beste Gabe, zufrieden, wenn du mich nur nicht die ein Mensch nur nennen kann; verstöß'st; bleib' ich von dir unge wenn ich dich erwünsch' und habe, schieden, ei so bin ich g'nug getröst't! geb' ich alles Wünschen d'ran. Ach Laß mich sein dein Eigenthum! Ich ergieb dich, komm' zu mir in mein versprech' hinwiederum, hier und Herze, das du dir, da ich in die Welt geboren, selbst zum Tempel außerforen. dort all mein Vermögen dir zu Ehren anzulegen. 8. Nur allein, daß du mich 3. Du wirst als ein milder Re- stärkest und mir treulich stehest bei! gen ausgegossen von dem Thron', Hilf, mein Helfer, wo du mertest, bringst uns nichts als lauter Segen daß mir Hilfe nöthig sei; brich des von dem Vater und dem Sohn. bösen Fleisches Sinn, nimm den Laß doch, o du werther Gast, Gottes alten Willen hin, daß er sich in dir er Segen, den du haft und vertheilst| neue, und mein Gott sich meiner freue. per V Pfingst- Lieder. 71 9. Halt' mich, wann die Kniee| Trieb; bewahr' mein Herz und alle beben, wann ich sinke, sei mein Stab; Sinnen untadelig in Gottes Lieb'; wann ich sterbe, sei mein Leben; dein stetig Beten, Lehren, Kämpfen wann ich liege, hüt' mein Grab; laß nichts in meiner Seele dämpfen. wann ich wieder aufersteh', ei so hilf mir, daß ich geh' hin, wo du in ew'gen Freuden wirst die Außerwählten weiden. 6. Geist, o Strom, der uns vom Sohne eröffnet und frystallenrein aus Gottes und des Lammes Throne nun fließt in stille Herzen ein, ich öff'ne meinen Mund und sinke hin zu der Quelle, daß ich trinfe. Paul Gerhardt( 1606-1676). 7. Ich laß mich dir und bleib' indessen, von Allem abgekehrt, dir nah; ich will die Welt und mich vergessen, dies innig glauben: Gott ist da! O Gott, o Geist, o Licht des Lebens, man harret deiner nie vergebens. 120.0 Mel. Erquidke mich, du heil der Sünder. Gott, o Geist, Licht des Lebens, das uns im Todesschatten scheint, du seheinst, du lockst so lang' vergebens, weil Finsterniß dem Lichte feind. O Geist, dem Reiner kann entgehen, dich laß ich gern mein Inn'res sehen. Gerh. Tersteegen( 1697-1769). 2. Entdecke Alles und verzehre, was nicht in deinem Lichte rein; Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. wenn mir's gleich noch ſo schmerz 121. heil ger Geiſt, tehr lich wäre, die und laß uns deine Wohnung sein, o komm', du Herzenssonne! Du Himmelslicht, laß deinen Schein bei uns und in 3. Ich kann nicht selbst der Sünde uns träftig sein zu steter Freud' steuern, das ist dein Werk, du und Wonne. Sonne, Wonne, himmQuell des Lichts; du mußt von lisch Leben willst du geben, wenn Grund aus mich erneuern, sonst wir beten; zu dir kommen wir gehilft mein eignes Trachten nichts. treten. Geist, sei meines Lebens Leben: 2. Du Quell, daraus die Weisich kann mir selbst fein Gutes geben. heit fließzt, die sich in fromme Seelen 4. Du Odem aus der ew'gen gießt, laß deinen Trost uns hören, Stille, durchwehe sanft der Seele daß wir in Glaubenseinigkeit auch Grund, füll' mich mit aller Gottes- fönnen alle Christenheit dein wahres fülle, und da, wo Sünd' und Greuel Zeugniß lehren. Höre, lehre, daß stund, laß Glauben, Lieb' und Ehr- wir können Herz und Sinnen dir furcht grünen, in Geist und Wahr ergeben, dir zum Lob' und uns heit dir zu dienen. nach der Pein: o komm', daß sich in mir das Alte in Jesu Klarheit umgestalte. zum Leben. 5. Mein Wirken, Wollen und 3. Steh' uns stets bei mit deinem Beginnen sei kindlich folgsam deinem Rath und führ' uns auf den rechten 72 Pfingst- Lieder. Pfad, die wir den Weg nicht wissen; Mel. Herzlich thut mich verlangen. gieb uns Beſtändigkeit, daß wir ge- 122.0 komm, du Geiſt der treut dir bleiben auch Wahrheit, und kehre wenn wir leiden müssen. Schaue, bei uns ein, verbreite Licht und baue, was zerrissen und beflissen, Klarheit, verbanne Trug und Schein. dich zu schauen und auf deinen Trost Gieß' aus dein heilig Feuer, rühr' zu bauen. CHD Herz und Lippen an, daß Jeglicher getreuer den Herrn bekennen kann. 4. Laß uns dein' edle Balsamkraft empfinden und zur Ritterschaft dadurch gestärket werden; auf daß 2. O du, den unser größter wir unter deinem Schußz begegnen Regent uns zugesagt, komm zu uns, aller Feinde Truß mit freudigen werther Tröster, und mach' uns Geberden. Laß dich reichlich auf unverzagt. Gieb uns in dieser uns nieder, daß wir wieder Trost schlaffen und glaubenzarmen Zeit empfinden, alles Unglück überwinden. Die scharfgeschliffnen Waffen der 5. O starker Jels und Lebens- ersten Christenheit. hort, laß uns dein süßes Himmelswort in unsern Herzen brennen, daß, wir uns mögen nimmermehr von deiner weisheitsreichen Lehr' und reinen Liebe trennen. Fließe, gieße deine Güte ins Gemüthe, daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 3. Unglaub' und Thorheit brüsten sich frecher jetzt als je, darum mußt du uns rüften mit Waffen aus der Höh', du mußt uns Kraft verleihen, Geduld und Glaubenstreu', und mußt uns ganz befreien von aller Menschenscheu. 6. Du süßer Himmelsthau, laß 4. Es gilt ein frei Geständniß dich in unsre Herzen kräftiglich und in dieser uns'rer Zeit, ein offenes schenk' uns deine Liebe, daß unser Bekenntniß bei allem Widerstreit; Sinn verbunden sei dem Nächsten trotz aller Feinde Toben, trot allem stets mit Liebestreu' und sich da- Heidenthum zu preisen und zu loben rimmen übe. Kein Neid, kein Streit das Evangelium. dich betrübe; Fried' und Liebe müssen schweben, Fried' und Freude wirst du geben. 5. Fern in der Heiden Lande erschallt dein träftig Wort; sie werfen Satans Bande und ihre Gözzen 7. Gieb, daß in reiner Heiligkeit fort. Von allen Seiten kommen wir führen unsre Lebenszeit; sei sie in das Reich herein. Ach, soll unsers Geistes Stärke, daß uns es uns genommen, für uns verhinfort sei unbewußt die Eitelkeit, schlossen sein? des Fleisches Lust und seine todten Werke. Rühre, führe unser Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden. Mich. Schirmer( 1606-1673). 6. Du heil'ger Geist, bereite ein Pfingstfest nah und fern, mit deiner Kraft begleite das Zeugniß von dem Herrn. O öffne du die Herzen, der Welt und uns den Mund, Pfingst- Lieder. 73 daß wir in Freud' und Schmerzen 6. Schlage deine Flammen über das Heil ihr machen kund. uns zusammen, wahre Liebesglut! Karl Spitta( 1801-1859). laß dein sanftes Wehen auch bei id pidlubi aid uns geschehen, dämpfe Fleisch und Blut. Laß uns doch am Sündenschmückt das Feſt mit joch nimmermehr wie vormals ziehen Mel. Jesu, meine Freude. 123. S Maien, und streuen, zündet Opfer an; denn der 7. Gieb zu allen Dingen Wollen Geist der Gnaden hat sich einge- und Vollbringen, führ' uns ein laden: macht ihm freudig Bahn; und aus; wohn' in uns'rer Seele, nehmt ihn ein, so wird sein Schein unser Herz erwähle dir zu deinem euch mit Licht und Heil erfüllen Haus. Werthes Pfand, mach' uns und den Kummer stillen. bekannt, wie wir Jesum recht erkennen und Gott Bater nennen! 2. Tröster der Betrübten, Siegel der Geliebten, Geist voll Rath und That, starker Herzbezwinger, sanfter Friedensbringer, Licht auf unserm Pfad: gieb uns Kraft zur Ritterschaft, laß uns deine theuren Gaben zur Genüge laben. 8. Hilf das Kreuz uns tragen und in finstern Tagen sei du unser Licht; trag' nach Zions Hügeln uns auf Glaubensflügeln und verlaß uns nicht, wenn der Tod, die letzte Noth, mit uns will zu Felde liegen, daß wir fröhlich siegen. hasor 3. Laß die Herzen brennen, wenn wir Jesum nennen, heb' den Geist 9. Laß uns hier indessen nimmerempor; gieb uns Krast, zu beten mehr vergessen, daß wir Gott verund vor Gott zu treten, sprich du wandt: dem laß uns stets dienen selbst uns vor. Gieb uns Muth, und im Guten grünen als ein du höchstes Gut, tröst' uns fräftig- fruchtbar Land, bis wir dort, du lich von oben bei der Feinde Toben. werther Hort, bei den grünen 4. Helles Licht, erleuchte, flarer Himmelsmaien ewig uns erfreuen. Brunn, befeuchte unser Herz und m di Benj. Schmolck( 1672-1737). Sinn: heil'ge Flut, erquicke, Liebeszug, entzücke bis zum Himmel hin. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. Baue dir den Tempel hier, daß 124. Strahl der Gottheit der Höhe, dein Heerd und brennet, wo man Gott bekennet. and is der Gnaden, wahrer Gott, höre, 5. Goldner Himmelsregen, schütte wie ich Armer flehe, das zu geben, deinen Segen auf das Kirchenfeld! was mir Noth; laß den Ausfluß Lasse Ströme fließen, die das Land deiner Gaben auch mein dürres begießen, wo dein Wort hinfällt, Herz mir laben. und verleih, daß es gedeih. Hundert- 2. Glaube, Weisheit, Rath und fältig Frucht zu bringen, laß ihm Stärke, Furcht, Erkenntniß und Verstets gelingen. stand, das sind deiner Gottheit 74 Pfingst- Lieder. Werke, dadurch wirst du uns be-/ Errettung schafft. Entsünd'ge meis kannt; dadurch weißt du recht zu lehren, wie wir Gott und Jesum ehren. nen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr' und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Theurer Lehrer, Gottes Fin- 3. Ich glich den wilden Reben, ger, lehr' und schreibe deinen Sinn du hast mich gut gemacht; der Tod auch in's Herz mir, deinem Jünger, durchdrang mein Leben, du nahmſt Seel' und Geist nimm völlig hin, ihm seine Macht. Nun bin ich daß ich dann von deiner Fülle reichlich lerne, was dein Wille. hochbeglückt, da mir im Wasserbade versiegelt Gottes Gnade, die noch im Tod erquickt. 4. Laß das Feuer deiner Liebe rühren meine Zung' und Mund, daß ich auch mit heißem Triebe Gottes Thaten mache kund; laß es selbst mein Herz entzünden, auszubrennen alle Sünden. 4. Du salbtest mich mit Dele. Durch dich geweihet ist mein Leib und meine Seele dem Herren Jesu Christ zum wahren Eigenthum, zum Priester und Propheten, zum König, den in Nöthen Gott schüßt im 5. Leg' hingegen meiner Seele deine heil'ge Salbung bei, daß mein Heiligthum. Leib von deinem Dele dein geweihter 5. Du bist ein Geist, der lehret, Tempel sei; bleib' auch bei mir, wie man recht beten soll. Dein wenn ich sterbe, daß ich Christi Reich ererbe. 6. Strahl der Gottheit, Kraft der Höhe, Geist der Gnaden, wahrer Gott, höre, wie ich Armer flehe, das zu geben, was mir Noth; laß den Ausfluß deiner Gaben auch mein dürres Herze laben. Verfasser unbekannt. Beten wird erhöret, dein Singen flinget wohl; es steigt zum Himmel an, es läßt nicht ab und ringet, bis der die Hilfe bringet, der Allen helfen kann. 6. Du bist ein Geist der Freuden, vom Trauern hältst du nicht, er leuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manchesmal hast du mit süßen Worten mir aufgethan die Pforten zum gold'nen Mel. Aus meines Herzens Grunde. 125. Bieh' ein zu meinen Freudenſaal! Thoren, sei meines 7. Du bist ein Geist der Liebe, Herzens Gast, der du, da ich ge- ein Freund der Freundlichkeit, willst boren, mich neu geboren haft, o nicht, daß uns betrübe Zorn, Zant, hochgeliebter Geist des Vaters und Haß, Neid und Streit. Der Feinddes Sohnes, mit Beiden gleichen schaft bist du feind, willst, daß durch Thrones, mit Beiden gleich gepreis't! Liebesflammen sich wieder thun zu2. Zieh' ein, laß mich empfinden sammen, die voller Zwietracht sind. und schmecken deine Kraft, die Kraft, 8. Du, Herr, hast selbst in die uns von Sünden Hilf' und Händen die ganze, weite Welt, WAN Trinitatis- Lieder. 75 tannst Menschenherzen wenden, wie dir widersetet, und, was dein Herz es dir wohlgefällt: So gieb doch| ergößet, aus unsern Herzen reißt. deine Gnad' zu Fried' und Liebes- 11. Gieb Freudigkeit und Stärke, banden; verknüpf' in allen Landen, zu stehen in dem Streit, den Satans was sich getrennet hat. Reich und Werke uns täglich aner 9. Beschirm' die Obrigkeiten, bau' beut. Hilf tämpfen ritterlich, damit unsers Fürsten Thron, gieb Glück wir überwinden und ja zum Dienst zu unsern Zeiten; schmück' als mit einer Kron' die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Land. der Sünden kein Christ ergebe sich. 12. Richt' unser ganzes Leben all'zeit nach deinem Sinn, und wenne wir's sollen geben in Todes Hände hin, wenn's mit uns hier wird aus, 10. Erfülle die Gemüther mit so hilf uns fröhlich sterben und reiner Glaubenszier, die Häuser und nach dem Tod ererben des ew'gen die Güter mit Segen für und für. Lebens Haus.julsll Vertreib' den bösen Geist, der sich Paul Gerhardt( 1606-1676). 9. Trinitatis. Eigene Melodie. 4. O heil'ger Geist, du höchstes Gut, du all'rheilsamster Tröster, 126. vor's Teufels Macht fortan behür, die Jesus Christ erlöste durch große Mart'r und bittern Tod; abwend" all' unsern Jamm'r und Noth, darauf wir uns verlassen. Nit. Decius( gest. 1541) llein Gott in der Höh' für seine Gnade, darum daß num und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefall'n Gott an uns hat: nun ist groß Fried' ohn' Unterlaß, all Fehd' hat nun ein Ende. 2. Wir loben, preis'n, anbeten Mel. Nun danket Alle Gott. dich für deine Ehr', wir danten, 127. elubet jei der Herr, daß du, Gott Vater, ewiglich remein Gott, mein gierst ohn' alles Wanken. Ganz mein Leben, mein Schöpfer, der mir unermess'n ist deine Macht, all'- hat mein Leib und Seel' gegeben, zeit geschieht, was du bedacht: mein Vater, der mich schütt von wohl uns des starfen Herren! Mutterleibe an, der jeden Augen3. Jesu Christ, Sohn einblick viel Gutes mir gethan. bering gebor'n deines himmlischen Vaters, 2. Gelobet sei der Herr, mein Versöhner derer, die war'n verlor'n, Gott, mein Heil, mein Leben, des bu Stiller unsers Haders, Lamm Vaters liebster Sohn, der sich für Gottes, heil'ger Herr und Gott, mich gegeben, der mich erlöset hat mit nimm an die Bitt' von uns'rer feinem theuren Blut, der mir im GlauNoth, erbarm' dich unser aller! ben schenkt sich selbst, das höchste Gut. 76 3. Gelobet sei der Herr, mein 3. Halleluja, Gott heil'ger Getst, Gott, mein Trost, mein Leben, des sei ewiglich von uns gepreist, durch Vaters werther Geist, den mir der den wir neu geboren, der uns mit Sohn gegeben, der mir mein Herz Glauben hat geziert, dem Bräuerquickt, der mir giebt neue Kraft, tigam uns zugeführt, der uns sich der mir in aller Noth Rath, Trost hat erforen! Heil uns, heil uns! und Hilfe schafft. Da ist Freude, da ist Weide, da iſt Manna und ein ewig Hosianna. Trinitatis- Lieder. 4. Gelobet sei der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den Alles rühmt und lobt, was in ihm lebt und webet; gelobet sei der Herr, deß Name Heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn und Gott der werthe Geiſt: 5. Dem Halleluja wir mit Freu- singet: hoch und heilig, heilig, heilig, den lassen klingen und mit der Engel heilig ist Gott, unser Gott, der Herr Schaar das heilig, Heilig singen, den herzlich lobt und preist die ganze Christenheit: gelobet sei mein Gott in alle Ewigkeit! Dodu Zebaoth. Verfasser unbekannt( um 1698). Mel. Was mein Gott will, gescheh' allzeit. od Joh. Olearius( 1611–1684). 129. Hochheilige Dreieinige falas Mel. Wie Schön leuchtet der Morgenstern. 128. alleluja, Lob, Preis und Ehr' sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke! Von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt er und herrschet weit und breit mit Weisheit, Güt' und Stärfe. 2. Vater, nimm ganz kräftig Klinget, singet: hoch und heilig, hei- ein das sehnende Gemüthe, mach' lig, heilig, heilig ist Gott, unser Gott, der Herr Zebaoth. feit, du so süß und milde mich hast geschaffen in der Zeit zu deinem Ebenbilde: ach, daß ich dich von Herzensgrund doch lieben möchte alle Stund'! drum komm' doch und zieh' ein bei mir, mach' Wohnung und bereit mich dir. es zu deinem innern Schrein und deiner stillen Hütte: vergieb, daß 2. Halleluja, Preis, Ehr und meine Seele sich so oft zerstreuet Macht sei auch dem Gotteslamm jämmerlich; versetze sie in deine gebracht, in dem wir sind erwählet, Nuh', daß nichts in ihr sei, als nur du! das uns mit seinem Blut erkauft, 3. Gott Sohn, erleuchte den Verin dessen Tod wir sind getauft, das stand mit deiner Weisheit Lichte: sich mit uns vermählet. Heilig, selig vergieb, daß er sich oft gewandt zu ist die Freundschaft und Gemein- eitelem Gedichte. Laß Thun und schaft, die wir haben und darinnen wir uns laben. d Denken nur allein auf dich hinfort gerichtet sein; zieh' mich, daß ich 4. Halleluja, Lob, Preis und Ehr' sei unserm Gott je mehr und mehr und seinem großen Namen! Stimmt an mit aller Himmelsschaar und finget nun und immmerdar mit Freuden Amen, Amen! Klinget, ******* Trinitatis- Lieder. 77 hier allbereit mich reiße los vom haben, daß du stets nach deinem Tand der Zeit! od dinu nedration Willen, wollest meine Bitt' erfüllen. 4. heil'ger Geist, du Liebes- bun la Joh. Schrader( 1684-1737). glut, entzünde meinen Willen, stärk' i Doju siln msdound doud ihn, komm' mir zu Hilf, gieb Muth, Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. den deinen zu erfüllen. Vergieb, 131. Was freut mich noch, daß ich so oft gewollt, was ich als sündlich nicht gefollt; verleih', daß ich mit reiner Glut dich ewig lieb', mein höchstes Gut! 5. O heilige Dreieinigkeit, führ' mich nur ganz von hinnen; richt' zu dem Lauf' der Ewigkeit all mein Begehr und Sinnen! Verein'ge mich und laß mich hier eins mit dir sein, daß ich mit dir auch dort sei in der ber 2 2. Was freut mich noch, wenn Herrlichkeit, o heilige Dreieinigkeit! du's nicht bist, mein Herr und Heiwenn bist, Herr Gott, der doch mein Alles ist, mein Trost und meine Wonne? Bist du nicht Schild, was decket mich? Bist du nicht Licht, wo finde ich im Finstern eine Sonne? Meine eine, wahre Freude, Trost im Leide, Heil in Sünden ist, Herr, nur in dir zu finden. Joh. Scheffler( 1624-1677).| land, Jesus Christ, mein Frieden logu rollo indod hi ind und mein Leben? Heilst du mich Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. nicht, wo find' ich Heil? Bist du 130. Senbe, Bater, beinen nicht mein, wo ist mein Theil? Geist, da ich vor dein du nicht, wer wird geben? Antlig trete, daß, wie du mich Meine eine, wahre Freude, wahre felber heiß'st, ich im Geist und Wahr- Weide, wahre Gabe hab' ich, wenn heit bete; lehre mich, dich recht er- ich Jesum habe. Tuist kennen und dich Abba, Vater, nennen! 3. Was freut mich noch, wenn 2. Mein Herr Jefu, hilf du mir, daß ich bet' in deinem Namen, daß, was Gott verheißt in dir, mir auch werde Ja und Amen; sprich für mich und laß mich sehen dich zur Rechten Gottes stehen! du's nicht bist, o Geist, der uns gegeben ist zum Führer der Erlösten? Bist du nicht mein, was sucht mein Sinn? Führst du mich nicht, wo komm ich hin? Hilfst du nicht, wer will trösten? Meine eine, wahre Freude, Trost im Leide, Heil für Schaden ist in dir, o Geist der Gnaden. B. 1. 2. v. Philipp Hiller( 1699-1769). nid B. 3 neuer Zusaß. dist dan 13. Heil'ger Geist, erleuchte mich und entzünde mein Verlangen, daß ich Gottes Huld durch dich voller Inbrunst mög' empfangen; brich die Trägheit, zieh' die Sinnen aus der Welt zu dir von hinnen. his alle Heilige Dreieinigkeit, Urſprung guten Gaben, wahre Freudigkeit und im Herzen Zeugniß mischlen Eigene Melodie. 132. Wir glauben 20' an einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, der sich 78 Trinitatis- Lieder. zum Vater geben hat, daß wir seine| die wir war'n verloren, am Kreuz Kinder werden. Er will uns all' gestorben und vom Tod wieder auf zeit ernähren, Leib und Seel' auch erstanden durch Gott. Lisd wohl bewahren; allem Unfall will 3. Wir glauben an den heil'gen er wehren, kein Leid soll uns wider- Geist, Gott mit Vater und dem fahren; er forget für uns, hüt't und Sohne, der aller Blöden Tröster wacht: es steht Alles in seiner Macht. heißt, uns mit Gaben zieret schöne; 2. Wir glauben auch an Jesum die ganze Christenheit auf Erden Christ, seinen Sohn und unsern hält in einem Sinn gar eben; hier Herren, der ewig bei dem Vater ist, all' Sünd' vergeben werden; das gleicher Gott von Macht und Ehren. Fleisch soll auch wieder leben: nach Von Maria der Jungfrauen ist ein diesem Elend ist bereit uns ein Le wahrer Mensch geboren durch den ben in Ewigkeit. Umen. heil'gen Geist im Glauben, für uns, Mart. Luther( 1483-1546) 10. Michaelisfest. Mel. Meinen Jesus laß ich nicht. 133. H err, du hast in deinem dir gehorsam werden, und verleih', daß ich dabei aller Engel Bruder Reich große Schaaren sei. heil ger Engel; diesen bin ich noch 5. Diese Welt ist voll Gefahr, nicht gleich, denn mein Herz ist droht mit wilden Meereswellen. Laß voller Mängel; ach, wann werd' ich sich deiner Engel Schaar schirmend auch so rein als die guten Engel uns zur Seite stellen, und da, wo fein? wir schlafen ein, laß sie uns're Wächter sein. 19 dhid dng mnl 2. Mich beschweret Fleisch und Blut: hilf du, daß ich geistlich werde; gieb mir einen Engelmuth, der sich trenne von der Erde, daß ich als dein liebes Kind all'zeit himmlisch fei gesinnt. 3. Mache mir dein Wort bekannt durch des heil'gen Geistes Gabe, daß ich Weisheit und Verstand wie ein Engel Gottes habe, bis wir einst in jenem Licht völlig sehn dein Angesicht. 4. Herr, dein Wille joll geschehn in dem Himmel und auf Erden; darum laß uns dahin sehn, daß wir 6. Mach' es, wie mit Lazaro, wenn ich fünftig werde sterben; und damit ich ebenso möge Trost und Segen erben, heiß' die Engel mich zur Ruh' tragen nach dem Himmel zu. 7. Laß mich dann vor deinem Thron in dem Chor der Engel gehen, in des ew'gen Lebens Kron' mit den Auserwählten stehen, daß ich so in deinem Reich lobe dich den Engeln gleich. Casp. Neumann( 1648-1715). Sonntagsgottesdienst. sibin B. Lieder für den Sonntagsgottesdienst. Mel. Christus, der ist mein Leben. ch bleib' mit deiner 3. Das Gebet der frommen Schaar, was sie fleht und bittet, 134. uns, das wird auf dem Rauchaltar vor Gott ausgeschüttet; und da ist Jesus Christ Priester und Verfühner aller seiner Diener. Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List! 2. Ach, bleib' mit deinem Worte bei uns, Erlöser, werth, daß uns beid', hier und dorte, sei Güt' und Heil bescheert! Je 3. Ach, bleib' mit deinem Glanze bei uns, du werthes Licht; dein' Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht! Parod du 4. Ach, bleib' mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr; dein' Gnad' und all's Vermögen in uns reichlich vermehr'! 5. Ach, bleib mit deinem Schutze bei uns, du starter Held, daß uns der Feind nicht truke, noch fäll' die böse Welt! 79 6. Ach, bleib' mit demner Treue bei uns, mein Herr und Gott, so zum End' der Feinde. Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Noth. Josua Stegmann( 1588-1632). Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. 135. Betgemeinde, heil'ge dich mit dem heil'gen Dele! Jesu Geist ergieße sich dir in Herz und Seele; laß den Mund alle Stund von Gebet und Flehen heilig übergehen. 4. Kann ein einiges Gebet einer gläub'gen Seele, wenn's zum Herzen Gottes geht, seines Ziel's nicht fehlen: was wird's thun, wenn sie nun Alle vor ihn treten und zusammen beten! 5. Wenn die Heil'gen dort und hier, Große mit den Kleinen, Engel, Menschen mit Begier Alle sich vereinen, und es geh't ein Gebet aus von ihnen allen: wie muß das erschallen! 6. Oder unerkannten Macht von der Heil'gen Beten! Ohne das wird nichts vollbracht, so in Freud' als Nöthen; Schritt für Schritt wirkt es mit, wie zum Sieg der Freunde, 7. O so betet Alle d'rauf, betet immer wieder; heil'ge Hände hebet auf, heil'get eure Glieder, heiliget das Gebet, das zu Gott sich schwinget: daß hinauf es dringet. 8. Betet, daß die letzte Zeit ganz vorübergehe, daß man Christi Herrlichkeit offenbaret sehe; ſtimmet ein insgemein mit der Engel Sehnen nach dem Tag, dem schönen. m50 9. Das Gebet hat Christi Gunst, 2. Heilige der Seele Glut und wo man's ernstlich übet; und das ihr groß Verlangen, dem, der für ist der Heil'gen Kunst: beten, wie dich gab sein Blut, innig anzuhangen. er's liebet, daß gescheh' je und je, Heil'ger Rauch sei es auch, der zu wie er's vorgenommen, auf sein Gott aufgehet, wenn dein Herze flehet. endlich kommen. Sonntagsgottesdienst. 10. Dies Verlangen muß vorher| Wunden senkt! Wahrlich, nichts in der Seele glimmen: so macht als Jesum kennen, Jefum suchen, aus dem Bitten er Donner, Blig finden, nennen, das erfüllet unfre und Stimmen, die ergeh'n und gescheh'n, daß die Feinde beben und Gott Ehre geben.hpun 10 Christoph v. Pfeil( 1712-1784). oud Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend'. 136. B runn alles Heils, dich ehren wir und öffnen unsern Mund vor dir: aus deiner 3. Nun so laß auch diese Stunde Gottheit Heiligthum dein hoher Se- dein Gedächtniß in uns sein; in gen auf uns komm'. dem Herzen, in dem Munde leb' 2. Der Herr, der Schöpfer, bei und herrsche du allein. Laß uns uns bleib'; er segne uns nach Seel' deiner nie vergessen: wie Maria und Leib, und uns behüte seine einst gesefsen, da sie dir hat zugeMacht vor allem Uebel Tag und hört, mach' das Herz dir zugekehrt. Nacht. Ernst Gottl. Woltersdorf( 1725-1761). 3. Der Herr, der Heiland, unser quth manist tim dield( 19 0 Licht, uns leuchten Laß sein Ange- Mel. Mein Jesu, dem die Seraphinen. ſicht, daß wir ihn ſchau'n und 138. Dein Wort, o Hert, er uns ewig gnädig sei. bringt uns zusammen, daß wir in der Gemeinschaft steh'n; 4. Der Herr, der Tröster, um es läßt an uns die heil'gen Flamuns schweb', sein Antlik über uns men des Glaubens und der Liebe erheb', daß uns sein Bild werd' seh'n. Wir werden durch das Wort eingedrückt, und geb' uns Frieden der Gnaden auch zur Gemeinschaft unverrückt. He jener Schaar, die um das Lamm beständig war, gelockt und fräftig eingeladen. 80 5. Jehovah, Vater, Sohn und Geist, o Segensbrunn, der ewig fleußt, durchström' Herz, Sinn und Wandel wohl und mach' uns deines Segens voll. Gerh. Terstegen( 1697-1769). Zeit mit der höchsten Seligkeit. 2. Jesu, deine Gnadenquelle fließt so gern ins Herz hinein, deine Sonne scheinet helle, denn du willst genoffen sein, und bei aller Segensfülle ist dein Wunsch und ernster Wille, daß man, weil dein Brünnlein voll, unaufhörlich schöpfen soll. 2. Nur Menschen, die von Gott geboren, die unter einem Haupte steh'n, sie hat der Herr sich aus erforen, sie läßt er seine Liebe seh'n: Gemeinschaft mit dem Vater haben und mit dem Sohn' im heil'gen Geist, das ist, was ihre Seele speis't, Stunde, Jesu, da nur das kann sie vollkommen laben. man dein gedenkt und das Herz 3. Der Glaubensgrund, auf dem von Herzensgrunde tief in deine wir stehen, ist Christus, und sein Mel. Alle Menschen müssen sterben. 137. Da as ist eine sel'ge Sonntagsgottesdienst. 81 theures Blut; das ein'ge Ziel, dar-| Genuß des großen Gut's: Gott auf wir sehen, ist Christus, unser ganz in ihnen.jira nisd: dnud höchstes Gut; sein Wort die Regel, du gr9 Joh. Allendorf( 1693-1773). die wir kennen, sein Geist das Band, somstu nod sin onu dmist? das uns vereint; die Seelen, die Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. ſein Licht durchſcheint, find, was 139. ein Wort, o Herr, iſt wir seine nennen. aid ind milder 4. Was ist das für ein himm- trostbedürft'ge Seelen: laß keinem lisch Leben, mit Vater, Sohn und Pflänzlein deiner Au' den Himmelsheil'gem Geist in seliger Gemein- balsam fehlen! Erquickt durch ihn schaft schweben, genießen das, was laß jedes blüh'n und in der ZuGott geneußt! Wie flammen da kunst Tagen dir Frucht und Samen die süßen Triebe! Gott schüttet in tragen. sein geistlich Haus die ganze Gnadenfülle aus; hier wohnet Gott, die ew'ge Liebe. nl dan tro di 2. Dein Wort ist, Herr, ein Flammenschwert, ein Hamm'r, der Felsen spaltet, ein Feuer, das im 5. Der Vater liebt und herzt die Herzen zehrt und Mark und Bein Kinder und schenkt den Geist, der durchschaltet. Dlaß dein Wort Abba schreit; des Sohnes Treue noch fort und fort der Sünde Macht schmückt die Sünder mit ewiger zerscheitern und alle Herzen läutern. Gerechtigkeit, der heil'ge Geist tritt 3. Dein Wort ist uns der Wundermit dem Dele des Friedens und der Freude zu: das Herze schmecket Gottes Ruh, die Kraft durchdringet Leib und Seele. Inl stern für uns're Pilgerreise; er führt den Thoren hin zum Herrn und macht die Einfalt weise. Dein Himmelslicht verlösch' uns nicht und leucht' in jede Seele, daß keine dich verfehle. 18. st 6. Die eines Herren Leib ge gessen, die stehen auf für einen Mann; macht sich der Feind an Eins ver- 4. Ich suchte Troft und fand ihn messen, sobald greift er sie Alle nicht, da ward das Wort der Gnade an; sie fallen betend Gott zu Füßen mein Labsal, meine Zuversicht, die und siegen in des Herren Kraft; Fackel meiner Pfade. Sie zeigte sie wollen von der Brüderschaft mir den Weg zu dir und leuchtet der Heil'gen nicht das Kleinste missen. pilind meinen Schritten bis zu den ew'gen Hütten. bodo mu'd pinni monsid than 7. Sie wallen mit verbundnen Herzen durch's Thränenthal in's Vaterland, versüßen sich die bittern Schmerzen, eins reicht dem Andern seine Hand und wollen sich mit Freuden dienen, mit Herz und Auge, Hand und Fuß, bis zu dem völligen Neues Gesangbuch. 5. Nun halt' ich mich mit festem Sinn zu dir, dem sichern Horte, wo wendet ich mich anders hin? Herr, du hast Lebensworte. Noch hör' ich dein: ,, komm', du bist mein," das ist mir nicht vergebens ein Wort des ew'gen Lebens. nöbi mod 6 82 Sonntagsgottesdienst. 6. Auf immer gilt dein Segens- und an dem Wort uns zu erbau'n, bund: dein Wort ist Ja und Amen; womit du dien'st den Deinen. D nie weich' es uns aus Herz und 3. Hier legen wir den Pilgerstab Mund und nie von unserm Samen. und allen Staub der Erde ab und Laß immerfort dein helles Wort alle Müh'n und Sorgen; und halten in allen Lebenszeiten uns trösten, mit einander Rast, wir laden uns warnen, leiten! Ting bei dir zu Gast und fühlen uns geborgen. 7. O, sende bald von Ort zu Ort den Durst nach deinen Lehren, 4. Da wird das Herz so freudensend' Hunger, Herr, dein Lebens- voll und weiß nicht, wie es danken wort und deinen Geist zu hören, soll; da beten wir und fingen, um und send' ein Heer von Meer zu dir mit aller Engel Heer demüthig Meer, der Herzen Durst zu stillen Lob und Preis und Ehr' als Opfer und dir dein Reich zu füllen! darzubringen. pag ma Karl Bernh. Garve( 1763-1841). 759 flogf logo Mel. Herr und Neltester deiner. 5. Ach komm' und sei uns Burg und Hort und laß von deinem lautern Wort uns nichts auf Erden 140. Die wir uns allhier bei treiben und ſegne gnädig unſern sammen finden, schlaGang, damit wir unser Leben lang gen uns're Hände ein, uns auf bei deinem Haus verbleiben. deine Marter zu verbinden, dir auf i Julius Sturm( geb. 1816). ewig treu zu sein: und zum Zeichen, die ding and ab daß dies Lobgetöne deinem Herzen Mel. Wunderbarer König. angenehm und schöne, sage Amen 142. Gott ist gegenwärtig; Friede, Friede sei mit euch! mind she doj Christian Renatus Gr. v. Zingendorf ( 1727-1752) uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten. Gott ist in der Mitten; Alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge. Wer ihn fennt, wer ihn nennt, schlag' die Augen nieder, 141. Eins hätten wir von Herzen gern und geb' das Herz ihm wieder. 2. Gott ist gegenwärtig, dem die wollen unsern lieben Herrn recht Cherubinen Tag und Nacht in Ehrinnig d'rum anflehen: ach lieber furcht dienen. Heilig, heilig, heilig, Gott, in deinem Haus laß uns ge- singen ihm zur Ehre aller Engel segnet ein und aus als deine Kinder Chöre. Herr, vernimm uns're Stimm', gehen. da auch wir Geringen uns're Opfer bringen. and trag and drout ad thin Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. 2. Es ist doch nirgends in der Welt um unser Herz so wohl bestellt, als hier, wo wir erscheinen, den schönen Gottesdienst zu schau'n 3. Wir entsagen willig allen Eitelfeiten, aller Erdenlust und Freuden. Da liegt unser Wille, Seele, Leib Sonntags gottesdienst. 83 und Leben dir zum Eigenthum er- laß mich dich erblicken, ganz in dich geben! Du allein sollst es sein, mich schicken. isd379 unser Gott und Herre, dir gebührt die Ehre.hrdin bilusisg im Gerhard Tersteegen( 1697-1769). dig hi moim stindus anbe ni Mel. Ach, Gott und Herr.In s 4. Majestätisch Wesen, möcht' ich dich recht preiſen und im Geit 143. Gott ist mein Hort und dir Möcht' ich auf sein soll wie die Engel immer vor dir meine Seele trauen. Ich wand'le stehen und dich gegenwärtig sehen! hier, mein Gott, vor dir im GlauLaß mich dir für und für trach- ben, nicht im Schauen. ten zu gefallen, liebster Gott, in Allem! pu 2. Dein Wort ist wahr; laß disdag dispuimmerdar mich seine Kräfte schmecken. 5. Geist, der Alles füllet, d'rin Laß keinen Spott, o Herr, mein aller Dinge Gott, mich von dem Glaubent Meer ohn' schrecken! wir sind und weben, Grund und Leben! Grund und Ende! Wunder aller 3. Wo hätt' ich Licht, wofern Wunder! Ich senk' mich in dich mich nicht dein Wort die Wahrheit hinunter: ich in dir, du in mir, laß nur dich mich finden, in dir ganz verschwinden. m lehrte? Gott, ohne sie verftünd' ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erflärt der Seele 6. Du durchdringest Alles: wollst Werth, Unsterblichkeit und Leben; mit deinem Lichte, Herr, berühren zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mein Gesichte! Wie die zarten Blu- mir übergeben. röd men willig sich entfalten und der 5. Dein ew'ger Rath, die MisseSonne stille halten: laß mich so, that der Sünder zu verfühnenstill und froh deine Strahlen fassen und dich wirken lassen. nd den fennt' ich nicht, wär' mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. 7. Mache mich recht findlich, innig, abgeschieden, sanft und still in deinem Frieden; mach' mich reines Herzens, daß ich deine Klarheit schauen mag in Geist und Wahr- 7. Mich zu erneu'n, mich dir zu heit; laß mein Herz überwärts wie ein Adler schweben, und in dir nur leben. 6. Nun darf mein Herz in Reu' und Schmerz der Sünden nicht verzagen: nein, du verzeih'st, lehr'st meinen Geist ein gläubig Abba sagen. weih'n, ist meines Heils Geschäfte; durch meine Müh' vermag ich's nie, dein Wort giebt mir die Kräfte. 8. Komm', in mir zu wohnen, 8. Herr, unser Hort, laß uns laß mein Herz auf Erden dir ein dies Wort; denn du hast's uns Heiligthum noch werden! Komm', gegeben. Es sei mein Theil, es du nahes Wesen, dich in mir ver- sei mir Heil und Kraft zum ew'gen kläre, daß ich stets dich lieb' und Leben! ehre! Wo ich geh', siz' und steh', Chr. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). 6* 84 Sonntagsgottesdienst. bi Mel. du Liebe meiner Liebe. 144. err, dein Wort, die Throne, laß all'zeit Reich und Krone in segensvollem Glanze ſtehn. III. edle Gabe, diesen 5. Laß Alle, die regieren, ihr Schatz erhalte mir! Denn ich zieh' Amt getreulich führen; schaff Jederes aller Habe und dem größten mann sein Recht, daß Fried' und Reichthum für. Wenn dein Wort Treu' sich müssen in unserm Lande nicht mehr soll gelten, worauf soll tüssen, und segne beide, Herrn und der Glaube ruhn? Mir ist's nicht Knecht. Tommi Jspn sid siur um tausend Welten, aber um dein 6. Erhalt' in jeder Ehe beim Wort zu thun.b Glücke wie beim Wehe rechtschaff'ne Frömmigkeit. In Ehrbarkeit und Tugend gedeihe uns're Jugend, zu deines Reiches Dienst bereit. 2. Halleluja! Sa und Amen! Herr, du wollest auf mich sehn, daß ich mög' in deinem Namen fest und unbeweglich stehn. Laß mich 7. O Vater, wend' in Gnaden eifrig sein beflissen, dir zu dienen früh und spät, und zugleich zu deinen Füßen siken, wie Maria that. Krieg, Feuer, Wasserschaden und Sturm und Hagel ab. Bewahr des Landes Früchte und mache m Nicolaus Ludwig Gr. v. Zinzendorf nicht zu nichte, was deine milde stydspidric( 1700-1760). si hi Hand uns gab. him hid slo od trills trok nis@ A Face Mel. Nun ruhen alle Wälder. 8. Gieb uns den lieben Frieden, laß alle Feind' ermüden; gieb uns gesunde Luft. Laß Noth und theure 145. höre! Breit' deines Zeiten sich nie bei uns verbreiten, Namens Ehre an allen Orten aus. da man nach Brot vergebens ruft. Beschüße alle Stände durch deiner 9. Die Hungrigen erquicke, und Allmacht Hände, beschüße Kirche, bringe die zurücke, die in der Stre Thron und Haus.dbrud thin this gehn. Die Wittwen und die Waisen 2. Ach, laß dein Wort uns Allen wollst du mit Troste speisen, wenn noch ferner reichlich schallen zu sie zu dir um Hilfe flehn.de pi unsrer Seelen Nuß. Bewahr' uns 10. Hilf gnädig allen Kranken vor den Rotten, die deiner Wahr- und, die im Glauben wanken, laß heit spotten, biet' allen deinen nicht zu Grunde gehn. Die Alten Feinden Truß. Banism indischeb' und trage, auf daß sie ihre 3. Gieb du getreue Lehrer und Plage geduldig mögen überstehn. unverdroßne Hörer, die beide Thäter sei'n. Auf Pflanzen und Begießen laß dein Gedeihen fließen, und ernte reichlich Früchte ein. sdsp i 11. Bleib' der Verfolgten Stüße, die Reisenden beschütze, die Sterbenden geleit' mit deinen Engelschaaren, daß sie in Frieden fahren zu Zions Freud' und Herrlichkeit. 4. Du wollst uns hoch beglücken, mit steten Gnadenblicken auf unsern 12. Nun, Herr, du wirst erfüllen, Kaiser sehn. Schütz' ihn auf seinem was wir nach deinem Willen in err, höre! Herr, er ******** 85 Sonntagsgottesdienst. Demuth jezt begehrt. Wir sprechen| Thron; der heiligen Dreieinigkeit nun das Amen in unsers Jesu sei Lob und Preis in Ewigkeit. Namen: so ist all' unser Fleh'n ildi Joh. Olearius( 1611-1684). erhört. indun nedoi?& 991 of 100 nisi and, Benj. Schmoldk( 1672-1737). Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. -00TI) Eigene Melodie. 148. Herr, vor beinem Angesicht hat die An146. Herr Jesu Christ, dich dacht uns verſammelt; ach verwirf zu uns wend', den die Bitte nicht, die dein Volk dir, heil'gen Geist du zu uns send'; mit Höchster, stammelt! Hör' auf uns're Hilf' und Gnad', Herr, uns regier' schwachen Lieder und sieh gnädig und uns den Weg zur Wahrheit führ'! auf uns nieder. on dreling 2. Thu auf den Mund zum 2. Laß dein Wort, das hier erLobe dein, bereit' das Herz zur schallt, viele gute Früchte bringen Andacht fein! Den Glauben mehr', und mit göttlicher Gewalt tief in stärk' den Verstand, daß uns dein uns're Seele dringen; laß es unsern Nam' werd' wohl bekannt. Sinn erneuen und das Herz mit sd 3. Bis wir fingen mit Gottes Trost erfreuen.dan ohis si Heer: heilig, heilig ist Gott der Herr! und schauen dich von Angesicht in ew'ger Freud' und sel'gem Licht. 3. Dein Gebot mach' uns befannt und hilf selbst es treulich üben, dich und den, den du gesandt, 4. Ehr' sei dem Vater und dem Jesum Christum, herzlich lieben, Sohn, dem heil'gen Geist in einem daß kein Schmerz und keine Freude Thron, der heiligen Dreifaltigkeit uns von deiner Liebe scheide. sei Lob und Preis in Ewigkeit. End Daniel Schiebeler( 1741-1771). Wilhelm II., Herzog v. S.- Weimarisda'sir onism bilgrad af& si ( 1598-1662).inni Sud Mel. O du Liebe meiner Licbe. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend'. zusammen, sucht 149. Herz und Herz vereinten 147. mir bie Gottes Ruh! eure err, Herzensthür', zieh' Liebesflammen lodern auf den Heimein Herz durch dein Wort zu dir; land zu! Er das Haupt, wir seine laß mich dein Wort bewahren rein, Glieder, er das Licht und wir der Laß mich dein Kind und Erbe sein! Schein, er der Meister, wir die 2. Dein Wort bewegt des Her- Brüder, er ist unser, wir sind sein. zens Grund, dein Wort macht Leib h2. Kommt, mach kommt, ihr und Seel' gesund, dein Wort ist's, Gotteskinder, und erneuert eurent was mein Herz erfreut, dein Wort Bund; schwöret unserm Ueberwinder giebt Trost und Seligkeit. Lieb' und Treu' aus Herzensgrund, und wenn eurer Liebeskette Festigkeit und Stärke fehlt, o, so flehet um 3. Ehr' sei dem Vater und dem Sohn', dem heil'gen Geist in einem 86 Sonntagsgottesdienft. die Wette, bis sie Jesus wieder von deinem Brennen nehme unser stählt! Sissel dum do is Licht den Schein: also wird die 3. Legt es unter euch, ihr Glie- Welt erkennen, daß wir deine Jünger der, auf so treues Lieben an, daß sei'n. ein Jeder für die Brüder auch das T Nikolaus Ludw. Gr. v. Zinzendorf Leben lassen kann! So hat uns der Herr geliebet, so vergoß er einſt sein Blut; jeder Jünger ihn betrübet, Mel. Alle Menschen müssen sterben. der nicht gleich dem Meiſter thut. 150. Jefu! Seelenfreund der der reize doch den gern in Demuth und gering unserm Gerechtigkeit, wandelnd unter den Heiland nachzuwandern, der für uns Gemeinen, die zu deinem Dienst beam Kreuze hing. Einer soll den reit, komm' zu uns, wir sind beiAndern wecken, alle Kräfte Tag sammen; gieße deine Geistesflammen, für Tag nach dem Ziele auszustrecken, daß er ihm gefallen mag. gieße Licht und Leben aus über dies dein Gotteshaus! ad 5. Halleluja, welche Höhen, welche Tiefen reicher Gnad', daß wir dem in's Herze sehen, der uns so geliebet hat; daß der Vater aller Geister, der der Wunder Abgrund ist, daß du, unsichtbarer Meister, uns so fühlbar nahe bist.m 6. O du treu'ster Freund, vereine deine dir geweihte Schaar, daß fie es so herzlich meine, wie's dein letzter Wille war, und daß, wie du eins mit ihnen, also sie auch eines sei'n, sich in wahrer Liebe dienen und einander gern erfreun.& ( 1700-1760). daloi ronopio 2. Komm', belebe alle Glieder, du, der Kirche heilig Haupt; treibe aus, was dir zuwider, was uns deinen Segen raubt! Romm', entdeck' uns in der Klarheit Gottes Herz voll Gnad' und Wahrheit; laß uns fühlen allzugleich: ,, Ich bin mitten unter euch!" and mor 3. Laß sich die Gemüther kehren zu dir, Glanz der Ewigkeit! Laß uns innigst mur begehren, was uns dein Erbarmen beut. Laß dein Licht und Leben fließen und in Alle sich ergießen; stärke deinen Gnadenbund, Herr, in jedes Herzens Grund! 7. Liebe, hast du es geboten, daß man Liebe üben soll, o, so mache 4. Laß auch unsern Lehrer sehen doch die todten, trägen Herzen le- nur auf dich, Herr Sesu Christ, bensvoll. Zünde an die Liebesflamme, laß die Hörer tief verstehen, daß du daß ein Jeder sehen fann: wir, als selbst zugegen bist, mild in jedes die von einem Stamme, stehen auch Herz zu kommen. Denn was nicht für einen Mann. no von dir gekommen, ist, und wär' 8. Laß uns so vereinigt werden, es noch so schön, werth nicht deiner wie du mit dem Vater bist, bis Himmelshöh'n. schon hier auf dieser Erden fein 5. Komm', o Herr, in jede Seele, getrenntes Glied mehr ist, und allein laß sie deine Wohnung sein, daß 111 Sonntagsgottesdienst. 87 dir einst nicht eine fehle in der| angenehm. Herr, thu' auf des Gotteskinder Reih'n. Laß uns dei Wortes Thür; rufe Allen: kommt nes Geistes Gaben reichlich mit zu mir! isdin einander haben; offenbare inniglich, 4. Es sei feine Sprach', noch Haupt, in allen Gliedern dich. Rede, da man deine Stimm' nicht hört, und kein Land so fern und öde, wo nicht dein Gesetz sie lehrt! Laß den hellen Freudenschall, laß 6. Was von dir uns zugeflossen, müsse Geist und Leben sein; was von dir die Seel' genossen, mache sie gerecht und rein. Komm', o Jesu, ihn ausgeh'n überall. pr uns zu segnen, Jedem gnädig zu begegnen, daß in ew'ger Lieb' und Treu' Jedes dir verbunden sei. Nach Michael Hahn( 1758-1819). 5. Geh', du Bräut'gam, aus der Kammer, laufe deinen Heldenpfad; strahle Tröstung in den Jammer, der die Welt umdunkelt hat; o erleuchte, ew'ges Wort, Ost und West und Süd und Nord! Mel. Herzlich thut mich verlangen. 151. bein sein und 6. Und auch uns're Seebleiben, du treuer Gott len, mach' die Augen hell und klar, und Herr! Von dir laß mich nichts daß wir dich zum Lohn erwählen, treiben, halt mich bei deiner Lehr'. dich umfassen ganz und gar. Ja, Herr, laß mich nur nicht wanten, laß deinen Himmelsschein unser's gieb mir Beständigkeit; dafür will Fußes Leuchte sein. ich dir danken in alle Ewigkeit. T op d 6 Ewald Rudolf Stier( 1800-1862). Nitol. Selnecker( 1530-1592).hin our toliau dimet bon end of dop dro Mel. Straf mich nicht in deinem Born. Mcl. Gott bes Himmels und der Grden 153. Pieter eilen, wet 152. Dicht, das in die Welt gekommen, Sonne voller Glanz und Pracht, Morgenstern, aus Gott entglommen: treib' hinweg die alte Nacht! Zieh' in deinen Wunderschein bald die ganze Welt hinein. dich, Geist berühre, und durch deine Gotteskraft mich zu dir hinführe, daß ich dich inniglich mög' in Liebe fassen, alles And're lassen! lln am bom 2. Sammle den zerstreuten Sinn, treuer Hirt der Seelen! denn, wenn ich in dir nicht bin, muß mein Geift sich quälen. Kreatur ängstet nur, du allein fannst geben Ruhe, Freud' und Leben.d 18 b d 200 2. Gieb dem Wort, das von dir zeuget, einen recht gepries'nen Lauf, daß noch manches Knie sich beuget, sich noch manches Herz thut auf, eh' die Zeit erfüllet ist, wo du richtest, Jesu Christ. 3. Mache mich von Allem frei, gründlich abgeschieden, daß ich eingekehret sei stets in deinen Frieden; findlich rein, sanft und klein dich in 3. Heile die zerbroch'nen Herzen, baue dir Jerusalem und verbinde uns're Schmerzen, denn so ist's dir Unschuld sehe, in dir leb' und stehe. 88 Sonntagsgottesdienst. 4. Menschenfreund, Immanuel, 2. Bereitet ist für dich die Bahn, dich mit mir vermähle! O du sanfter die Herzen sind dir aufgethan; wir Liebesquell, salbe Geist und Seele, sehnen uns nach deinem Licht und daß mein Will' sanft und still ohne seufzen: Herr, versäum' uns nicht. Widerstreben dir sich mög'er- 3. Du Wort der Wahrheit, laut'> geben. dun ist du drer Quell, mach' uns're Glaubens5. Was noch flüchtig, sammle du; augen hell, daß wir die Wege was noch stolz ist, beuge; was ver- Gottes seh'n und in der Welt nicht wirret, bring' zur Ruh'; was noch irre geh'n. monis darbs hart, erweiche: daß in mir Nichts hinfür lebe, noch erscheine, als du, Herr, alleine. gadönt so Gerh. Tersteegen( 1697-1769). pli dnn G Jo 4. Du Wort der Buße, füll' das Herz uns an mit tiefem neueschmerz, daß unser Fleh'n und Seufzen sei: Gott steh' uns armen Sündern bei. 5. Du Wort der Gnade, tröstend Eigene Melodie. didWort, o bring' uns Botschaft fort Diebster Jefu, wir sind und fort von ihm, der für uns littund hier, dich und dein starb und uns Gerechtigkeit erwarb. ag 6. Du Wort des Glaubens, gieb uns Kraft, daß wir, der Eitelkeit entrafft, im gnädig dargebot'nen Heil begreifen unser ew'ges Theil. 154. P Wort anzuhören. Lente Sinnen und Begier auf die füßen Himmelslehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsterniß umhüllet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, thun und dichten mußt du selbst in uns verrichten.nied( haud duur sadilr 7. So geh' uns auf, du Gottesglanz, durchdring' uns und verklär' uns ganz, du Wort, das noch in Kraft besteht, wenn Erd' und Him mel untergeht. ( ab 1816. Julius Sturm( geb. 1816). bore din ml lle 3. O du Glanz der Herrlichteit, Licht vom Licht, aus Gott geboren, mach' uns alleſammt bereit, öffne 156. Sich uns fertig, geden Herzen, Mund und Ohren; unser anzubeten, Bitten, Fleh'n und Singen laß, Herr Herr, vor dir. Dir zu Ehre, uns Jesu, wohl gelingen.in vid bzur Lehre sind wir All' versammelt Tobias Clausniger( 1618-1684). hier. Herr, erscheine, Groß und duas& adult madso ni niolla nd Kleine deiner Gnade harren wir. mdig Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns zc. 155. N' un geh' uns auf, du 2. Hohe Stille, Segensfülle weht um uns an diesem Ort; was zerMorgenstern, du selig- streuet und entzweiet, blieb aus machend Wort des Herrn, du Pfand diesen Mauern fort; deine Hallen des Heils, das uns im Sohn der soll durchschallen, Herr, Herr, dein Vater gab von seinem Thron.lebendig Wort. nogros Mel. Sieh hier bin ich, Ehrenkönig. Di Gonntagsgottesdienst. 89 3. Wie mit Wonne für die Sonne| daß mein Singen und mein Betent Blumenkelche offen stehn, voll Ver- sei ein Opfer ohne Fehl'; heilige langen, zu empfangen gold'nes Licht aus Himmelshöhn: Herr, so warten wir, dein Garten, Sonne, laß dein Antlitz sehn. Se floUR du Mund und Ohr, zieh' das Herz zu dir empor. n( bime jol mór 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Same auf mich fällt; 4. Wie die graue, dürre Aue gieb mir Licht in dem Verstande; lechzet in der Sonne Brand, bis und was mir wird vorgestellt, präge im Regen süßer Segen ihr vom meinem Herzen ein, laß es mir zur Himmel wird gesandt: Herr, so Frucht gedeih'n. schmachtet, Herr, so trachtet heut 5. Stärk' in mir den schwachen nach dir dein durstig Land! dun 5. Wie gerechte, fromme Knechte warten auf den Wink des Herrn, Glauben; laß dein theures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rauben; halte stets dein Wort mir für, daß auf ihn schauen, auf ihn trauen, es sei der Morgenstern, der mich dessen Aug' ihr Augenstern: großer führt zu meinem Herrn. big Lehrer, laß die Hörer horchen und gehorchen gern! d op bas 6. Sieh uns fertig, gegenwärtig, anzubeten, Herr, vor dir; brich die Wolke, zeig' dem Volke offen deine Himmelsthür. Laß uns brennen und erkennen: ja fürwahr, der Herr ist hier. the rig and 3 di dini Karl Gerot( geb. 1815). 6. Rede, Herr, so will ich hören, und dein Wille werd' erfüllt. Nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt. Speise mich mit Himmelsbrot, tröste mich in aller Noth. tourid d 7. Deffne mir die grünen Auen, d'rauf mein Herz sich laben kann; laß herab dein Manna thauen, zeige mir die rechte Bahn hier durch dieses Jammerthal zu des Himmels opp ud bour siropli Mel. Gott des Himmels und der Erden. 157. Thut mir auf die schöne Freudenſaal. Ha Pforte, führet mich dul Benj. Schmold( 1672-1737). in Zion ein; ach, wie kann an die- dred isdnd chin 69 gol ustan sem Orte meine Seele fröhlich sein! Mel. Gott des Himmels und der Erden. Hier ist Gottes Angesicht, hier ist 158. heures Wort aus lauter Trost und Licht, mallo Gottes Munde, das 2. Ich bin, Herr, zu dir ge mir lauter Segen trägt, dich allein kommen, fomme du nun auch zu mir. hab' ich zum Grunde meiner SeligWo du Wohnung hast genommen, feit gelegt. In dir treff' ich Alles da ist lauter Himmel hier. Zieh' an, was zu Gott mich führen kann. doch in mein Herz hinein, laß es 2. Will ich einen Vorschmack deinen Tempel sein. old haben von des Himmels Seligkeit, 3. Laß in Furcht mich vor dich so kannst du mich herrlich laben, treten, heilige du Leib und Seel', weil bei dir ein Tisch bereit, der 90 Sonntagsgottesdienst. mir lauter Manna schenkt, mich mit schließ den Schaß im Herzen ein, Lebenswasser tränkt. misis daß ich fest im Glauben steh', bis 3. Du, mein Paradies auf ich dort zum Schauen geh'. nspal Erden, laß' mich all'zeit in dir sein; Benj. Schmold( 1672-1737). laß' mich täglich weiser werden, daß mind gol shnd 5 str nied dein heller Gnadenschein mir bis in die Seele bringt und die Frucht 159. Wir danten, treuer is Mel. An Wasserflüssen Babylon. Heidir, daß du uns des Lebens 4. Geist der Gnaden, der im nicht gelassen als unversorgte WaiWorte mich an Gottes Herze legt, sen hier auf unbekannten Straßen, öffne mir des Himmels Pforte, im fremden Volt und fremden daß mein Geist hier recht erwägt, Land, da uns're Sprache unbekannt was für Schätze Gottes Hand durch und Thorheit uns're Sitte; nein, sein Wort mir zugewandt. stod nicht als Waisen steh'n wir da, du 5. Halte meinen Geist in Schran- bist uns allenthalben nah, und lebst fen, gieb ein stilles Wesen mir; in uns'rer Mitte. richte Sinnen und Gedanken, frei 2. Du bist bei uns mit deinem von Sorgen, hin zu dir, daß die Welt mich gar nicht stört, wenn mein Herz dich reden hört. Geist, o fel'ge, heil'ge Nähe, die so lebendig sich erweist, als ob dich selbst man sähe! Du giebst uns Licht im dunklen Thal, wärmst uns in deiner Liebe Strahl, giebst Seelen Trank und Speise, stehst uns mit Rath und That zur Seit' und giebst uns selber das Geleit auf uns'rer Pilgerreiſe. 6. Gieb dem Samen einen Acker, der die Frucht nicht schuldig bleibt; mache mir die Augen wacker, und, was hier dein Finger schreibt, präge meinem Herzen ein; laß den Zweifel ferne sein. sidi 7. Was ich lese, laß mich merken; 3. Du bist bei uns mit deinem was du sagest, laß mich thun. Wort, das kann man kräftig spüren, Wird dein Wort den Glauben damit verstehst du fort und fort die stärken, laß es nicht dabei beruh'n, Herzen zu berühren. Wie sprichst sondern gieb, daß er dabei auch du uns so freundlich zu! Wie 8. Hilf, daß alle meine Wege alle mannigfaltig! Wie legt darob nur nach dieser Richtschnur geh'n; sich bald der Schmerz! Wie brenwas ich so zum Grunde lege, müsse net da in uns das Herz! wie ein Felsen steh'n, daß mein predigst du gewaltig! and Geist auch Rath und That in den größten Nöthen hat. Wie 4. Du bist bei deinem Abendmahl mit Lieb' und Huld zugegen, 9. Laß dein Wort mir einen da fann man sich getrost einmal Spiegel auf dem Lebenswege sein; recht nah an's Herz dir legen. drücke d'rauf dein Gnadensiegel, Ein Herz, das einst sein theures Sonntagsgottesdienst. 91 Blut vergossen hat auch uns zu 3. Für solches Heil sei, Herr, gut, daß steht uns ewig offen; von dem ist lauter Lieb' und Huld, Verschonung, Langmuth und Geduld mit Zuversicht zu hoffen.d gepreist, laß uns dabei verbleiben und gieb uns deinen heil'gen Geist, daß wir dem Worte glauben, dasselbe halten jederzeit mit Sanftmuth, Ehre, Lieb' und Freud' als Gottes, nicht 5. Du bist bei uns, wo Zwei und Drei vereint zusammentreten, der Menschen.. junuod pidn im Glauben, aller Zweifel frei, zu 4. Hilf, daß der losen Spötter ihrem Vater beten. Und wo sich Schaar uns nicht vom Wort abdeine Gegenwart im Bruderkreise wende; ihr Spott verstummt sie offenbart, da giebt es sel'ge Stun- selbst fürwahr ereilt ein schrecklich den, den Vorschmack jener Seligkeit, wenn wir nach dieser Pilgerzeit das Vaterhaus gefunden. sier dir Ende! Gieb du selbst deinem Worte Kraft, daß demne Lehre in uns haft', auch reichlich bei uns wohne. 6. Du bist bei uns zwar unge- 5. Deffn' uns die Ohren und sehn, doch wird's nicht lange wäh- das Herz, daß wir das Wort recht ren, so dürfen wir hinüber gehn fassen, in Lieb' und Leid, in Freud' in's Reich der Freud' und Ehren. und Schmerz es aus der Acht nicht Dann sind wir bei dir allezeit und lassen; daß wir nicht Hörer nur schauen deine Herrlichkeit und preisen allein des Wortes, sondern Thäter deinen Namen. O bleib' bei uns, geh' sei'n, Frucht hundertfältig bringen. uns zur Seit', gieb uns ein sicheres Geleit bis in den Himmel! Amen. is i id dui Karl Spitta( 1801-1859). anget propenle moin Mel. Es ist gewißlich an der ge die Wurzel nicht bekommen! Der 6. Am Weg' der Same wird sofort vom Teufel hingenommen; in Fels und Steinen fann das Wort Zeit. Sam', so in die Dornen fällt, von 160.Bir Menschen sind zu Sorg' und Wolluſt dieser Welt verdem, o Gott, was dirbet und ersticket. and dort . - geistlich ist, untüchtig; dein Wesen, 7. Ach, hilf, Herr, daß wir werden Wille und Gebot ist viel zu hoch und wichtig. Wir wissen und verstehen's nicht, wo uns dein göttlich Wort und Licht den Weg zu dir nicht weiset. noomulon gleich dem guten, fruchbar'n Lande und sei'n an guten Werken reich in unserm Amt und Stande; viel Früchte bringen in Geduld, bewahren deine Sehr und Huld in feinem guten Herzen! 2. D'rum sind vor Zeiten aus- 8. Laß uns, so lang' wir leben gesandt Propheten, deine Knechte; hier, den Weg der Sünder meiden; daß durch dieselben würd' bekannt gieb, daß wir halten fest an dir in dein Will' und deine Rechte. Zum Anfechtung und Leiden. Rott' aus sta letzten ist dein ein'ger Sohn, o Vater, die Dornen allzumal, hilf uns die bon des Himmels Thron selbst Weltsorg' überall und böse Lüfte lommen, uns zu lehren. diodämpfen. du dane niso il tuo 92 Sonntagsgottesdienst. 9. Dein Wort, o Herr, laß all- ein Palmbaum, den man sieht bei weg' sein die Leuchte unsern Füßen, den Flüssen an den Seiten seine erhalt' es bei uns klar und rein, frischen Zweig' ausbreiten.fi nd hilf, daß wir d'raus genießen Kraft, 3. Also, sag' ich, wird auch grünen, Rath und Trost in aller Noth, wer in Gottes Wort sich übt. Luft daß wir im Leben und im Tod und Erde wird ihm dienen, bis er beständig darauf trauen. dreife Früchte giebt; seine Blätter 1910. Gott Vater, laß zu deiner werden alt und doch niemals unEhr' dein Wort sich weit verbreiten! gestalt't. Gott giebt Glück zu seinen Hilf, Jesu, daß uns deine Lehr' er- Thaten; was er macht, muß wohlleuchten mög' und leiten! gerathen. doig ad tandmojjo heil'ger Geist, dein göttlich Wort laß 4. Aber wen die Sünd' erfreuet, in uns wirken fort und fort Glaub', mit dem geht's viel anders zu; Lieb', Geduld und Hoffnung.( ber wird wie die Spreu zerstreuet David Denicke( 1603-1680). von dem Wind im schnellen Nu. thon tro and vir jnd gg and Wo der Herr sein Häuflein richt't, Mel. Werde munter, mein Gemüthe. da bleibt ein Gottloser nicht. Summa: Gott liebt alle Frommen, und wer bös' ist, muß umkommen. 22 161. Johl dem Menschen, der is Paul Gerhardt( 1606-1676). g nicht wandelt in gott Loser Leute Rath; wohl dem, der nicht unrecht handelt, noch tritt auf der Sünder Pfad, der der Spötter Freundschaft flieht und von ihren Schluß des Gottesdienstes. Sißen weicht, der hingegen herzliche Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. ehret, was uns Gott vom Himmel 162. Unſern Ausgang fegme momma oid mi Gott, unsern Eingang 2. Wohl dem, der mit Lust und gleichermaßen, segne unser täglich Freude das Gesez des Höchsten Brod, segne unser Thun und Lassen; treibt und hier, als auf süßzer Weide, segne uns mit sel'gem Sterben und Tag und Nacht beständig bleibt! mach' uns zu Himmelserben. Dessen Segen wächst und blüht, wie du Hartmann Schenk( 1634-1681). sidhinlsid: odus on t sinn chilttöp nisd smu out adhin emodell smisd nordovted, dhudsni, mouisd rid on nd thi dar troll ad d Insgro@ gmonis II. Kirchliche Handlungen. asfisur tibin seun modism sedmi sed pand 1. Taufe. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. sting rod duit mun' S miedotadora idunt m dein Erbarmen, daß es seine Lebens tage deiner Kindschaft Zeichen trage. 163.6⁰ ott und Vater, nimm zur Stund' dieses Kind von unsern Armen, nimm es auf in deinen Bund und erzeig' ihm laß' in deiner Taufe Flut die er 2. mache rein es durch dein Blut, treuer Jesu, von den Sünden, ad Tauf- Lieder. D 93 erbte Schuld verschwinden und sein 12. Sa, es schallet allermeist dieses Leben auf der Erden deinem Vor- Wort in uns're Ohren: Wer durch bild ähnlich werden.de di Wasser und durch Geist nicht zuvor ist neugeboren, wird von dir nicht aufgenommen und in Gottes Reich nicht kommen. 3. Und du werther, heil'ger Geist, schenk' ihm deine Gnadenkräfte, treibe, wie dein Bund verheißt, selbst in ihm des Heil's Geschäfte, daß dies Kind an Jesu Leibe ein lebendig Glied stets bleibe. stbustas mind mnm sier Benj. Schmold( 1672-1737). Tist doming red bon Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr. 3. Darummeilen wir zu dir. Nimm das Pfand von unsern Armen, tritt mit deinem Glanz herfür und erzeige dein Erbarmen, daß es dein Kind hier auf Erden und im Himmel möge werden. ndog napak 164. Gott Vater, höre unſ're 4. Mach', o Jeſu, durch dein Bitt': theil diesem Kind' den Segen mit, erzeig' ihm deine Gnade. Es sei dein Kind; nimm weg die Sünd', daß ihm dieselb' nicht schade. I u grob Blut seine Seele rein von Flecken; laß es nach der Taufe Flut deinen Purpurmantel decken; schenk' ihm deiner Unschuld Seide, daß es ganz in dich sich kleide.pmsdono disjunt 5. Hirte, nimm dein Schäflein an, Haupt, mach' es zu deinem Gliede, Himmelsweg, zeig' ihm die Bahn, Friedefürst, schenk' du ihm Friede, Weinstock, hilf, daß diese Rebe auch im Glauben dich umgebe! 9d 6. Nunwir legen an dein Herz, was von Herzen ist gegangen; führ' die Bitten himmelwärts und erfülle das Verlangen; ja den Namen, den wir geben, schreib' ins Lebensbuch zum Leben. Benj. Schmold( 1672-1737). disld vid inde i 08 Mel. Die Himmel rühmen. du sodat jou Verfaſſer unbekannt. 166. Bater, ſieh mit Wohldr8 dn di tidbi idili god and and dies 2. Herr Christe, nimm es gnädig auf durch dieses Bad der heil'gen Tauf zu deinem Glied' und Erben, damit es dein mög' all'zeit sein im Leben und im Sterben! as 3. Und du, o werther, heil'ger Geist, sammt Vater und dem Sohn gepreist, wollst gleichfalls zu uns kommen, damit zur Stund' in deinen Bund es werde aufgenommen! 4. O heilige Dreieinigkeit, dir sei Lob, Ehr' und Dank bereit für diese große Güte! Gieb, daß dafür wir dienen dir; vor Sünden uns behüte. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. blein an, das wir dir weih'n, und 165. Diebster Seju, hier sind laß des Säuglings schwaches Lallen & wir, deinem Worte dir Lobgesang und Psalter sein. nachzuleben. Dieses Kindlem kommt 2. Dirt voll Liebe und Erzu dir, weil du den Befehl gegeben, barmen, nimm dieses zarte Schäfdaß man sie zu Christo führe; denn lein auf; mit deiner Liebe starten das Himmelreich ist ihre. Armen behüte seinen Lebenslauf. 94 Confirmations- Bieder. 3. D Geist des Lichtes und der Klarheit im Pilgerthal' sein LeitWahrheit, erfülle du mit sanftém stern sein.id android fun nisda? Schein das zarte Herz, laß deine Fried. Adolf Krummacher( 1768-1845). bir vid nod drior i moglind dhout nd di 8 ( bis astro ni d2. Confirmation. done smis snsd andi' Inschl ut tydlot indre du du nisd siut und die Nacht herniedersteigt; wenn mein Aug' wird dunkler, trüber, bleiben, stets in dei- dann erleuchte meinen Geist, daß nem Dienste stehn; nichts soll mich ich fröhlich zieh' hinüber, wie man von dir vertreiben, will auf deinen nach der Heimath reis't. Mel. O du Liebe meiner Liebe. uei dir, Jesu, will ich Wegen gehn. Du bist meines Le- amdearl Spitta( 1801-1859). bens Leben, meiner Seele Trieb und disputo Kraft, wie der Weinstock seinen Re- Mel. O du Liebe meiner Liebe. giebe 167. Bet ben zuſtrömt Kraft und Lebenssaft. 168. Bleibt bei dem, der 2. Könnt' ich's irgend euretwillen auf die ha ben, als bei dir, der allezeit so viel tausend Gnadengaben für mich Armen hat bereit? Könnt' ich je getroster werden, als bei dir, Herr Jesu Christ, dem im Himmel und auf Erden alle Macht gegeben ist? 3. Wo ist solch ein Herr zu finden, der, was Jesus that, mir thut, mich erkauft von Tod und Sünden mit dem eig'nen theuren Blut? sollt' ich dem nicht angehören, der sein Leben für mich gab? sollt' ich ihm nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grab? Erde nieder fam; der, um euren Schmerz zu stillen, tausend Schmerzen auf sich nahm; bleibt bei dem, der einzig bleibet, wenn auch Alles untergeht, der, wenn Alles auch zer= stäubet, siegend über'm Streite steht. 2. Alles schwindet, Herzen brechen, denen ihr euch hier ergabt; und der Mund hört auf zu sprechen, der euch oft mit Trost gelabt; und der Arm, der euch zum Stabe und zum Schilde ward, erstarrt, und das Auge schläft im Grabe, das euch sorgsam einst bewahrt. 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib' 3. Alles stirbt; das Ird'sche finich, so in Freude, wie in Leid; bei det in dem Irdischen sein Grab; dir bleib' ich, dir verschreib' ich mich alle Lust der Welt verschwindet, und für Zeit und Ewigkeit. Deines das Herz stirbt selbst ihr ab. Ird'Wink's bin ich gewärtig, auch des sches Wesen muß verwesen, ird'sche Ruf's aus dieser Welt; denn der Flamme muß verglühn, ird'sche ist zum Sterben fertig, der sich lebend zu dir hält. Fessel muß sich lösen, ird'sche Blüthe muß verblühn. 4. Doch der Herr steht über'm Staube alles Irdischen und spricht: Stüße dich auf mich und glaube, 5. Bleib' mir nur auf dieser Erden nahe, bis mein Tag sich neigt. Wenn es einst will Abend werden, Confirmations- Lieder. 95 hoffe, lieb' und fürchte nicht! Darbald da in Schuld gefallen. Er um bleibt bei dem, der bleibet, und trägt euch gern in seinem Vaterder geben fann, was bleibt, der, sinn; er liebt den größten Sünder wenn ihr euch ihm verschreibet, euch unter allen. Kommt, bittet ab, so ins Buch des Lebens schreibt. d weiß er feine Schuld: er hat GeKarl Spitta( 1801-1859). duld. o o bent er 5101911150 1130 6. Er läßt euch nicht, denn er Eigene Melodied bi mid hat selbst gesagt: nichts soll sie mir oder: Ach, wie so selig ist der Mensch. aus meinen Händen reißen! und 169. Bleibt, Schöflein, bleibt, wenn euch Lust und Furcht in verlasset nicht die Schrecken jagt, so will er selbst der Hut des guten Hirten, dem ihr euch Hort euch sein und heißen. Wer ergeben! So bittet euch und fleht nur mit Vorsatz nicht den Bund durch Christi Blut ein Lehrer, der zerbricht, den läßt er nicht. Bol zid nichts wünscht, als euer Beben; er 7. Ihr seid sein Ruhm, sein Lob ruft, weil ihn die heiße Liebe treibt: und seine Lust; dazu ist er gestorbleibt, Kindlein, bleibt. minh ben und geboren. Das wäre recht 2. Er hat's gehört, was euer ein Schwert durch seine Brust, Mund gesagt: ich will an Jesum wenn er sein theures Blut an euch glauben, Jesum lieben. Er war verloren; denn was ihr seid, ist dabei, so oft man euch gefragt, und voch sein Eigenthum: ihr seid sein hat das Jawort in sein Buch ge- Ruhm. bir schrieben, er weiß auch Alles, was 8. Ach, wehe euch, ihr wäret man euch gelehrt; er hat's gehört. doppelt todt, wenn ihr euch nun aus 3. Er hat euch lieb, bedenket seinen Händen risset; ihr häuft euch was er that, wie er am Kreuz im Gottes Zorn und ew'ge Noth, wo Blute dagehangen, bedenket, wie er ihr das Wort verachtet, das ihr euch so zärtlich bat, bis euer Fuß wisset: Gott ist an Zorn, sowie an von Sodom ausgegangen! O, wie Gnade reich; ach, wehe euch! viel stärker brennet nun sein Trieb! 9. O Jesu, nein, laß du es ja Er hat euch lieb. r bombnicht zu, daß sie sich dir aus dei4. Er nimmt euch an, so fündig nen Händen winden! Laß ihnen wie ihr seid, so blind und todt, so doch im Herzen keine Ruh, als wenn kalt und voller Schaden. Bringt sie sich in deinem Schooße finden. gar nichts mit, denn Alles ist be- Wie soll denn eins davon verloren reit, er will euch reich mit Licht sein? O Jesu, nein. und Kraft begnaden. O, kommt 10. So bleibt nun, bleibt! o bleibt doch nur, ein Jedes, wie es fann, in Ewigfeit und laßt euch nichts von er nimmt euch an. seiner Liebe trennen! Das ew'ge Leben ist für euch bereit: die aber weichen, werden ewig brennen. O, 5. Er hat Geduld: werft nicht den Muth dahin, wenn ihr bald hier, 96 Confirmations- Lieder. seht doch, wie euch Fluch und Se-| taufet. Dessen soll mein Herz sich gen treibt: so bleibt nun, bleibt! freu'n; ewig, ewig bin ich dein! Ernst Gottl. Woltersdorf( 1725-1761). 2. Welch' ein göttlicher Gewinn, of do tottid tumnost nolln 1stmu daß ich durch der Taufe Gabe nun Mel. Komm, heiliger Geist, Herre.dein Kind und Erbe bin, daß ich 170. Erhör, Gott, das trhör', o Gott, das dich zum Vater habe! Einst von heiße Fleh'n der Kin- allen Sünden rein, ewig, Vater, der, die hier vor dir steh'n; erbar bin ich dein! isite auspic mend blick auf sie hernieder! denn 3. Ich, ein Sünder von Natur, dein sind sie, sind Christi Glieder. ich, Gefall'ner, soll auf Erden eine Gieb ihnen, Vater, Sohn und Geist, neue Kreatur, soll, o Gott, dir ähnden Segen, den dein Wort verheißt: lich werden. Heilig, heilig will ich erfülle sie mit deinen Gaben, mit sein; Jesus und sein Geist ist mein! dir laß sie Gemeinschaft haben. Er- 4. Ich versprach's, gelob' es noch; barme dich! Erbarme dich! brach zwar oft den Bund der Taufe, OCH PE medail mula 2. Sie wollen, deiner sich zu kämpfte schon und wurde doch freu'n, Gott, ihren Bund mit dir schwach im Kampf und matt im erneu'n, sie wollen feierlich dir Laufe; dennoch will noch Jesus schwören, dich stets zu lieben, zu mein, Gott will noch mein Vater verehren, im Glauben treu, im sein! duelo Herzen rein, im Wandel ohne Falsch 5. Das ist Gottes Bund mit zu sein. Dreieiniger, sprich du das mir. Gnädig hat er mir verheißen: Amen zu dem Gelübd' auf deinen mich soll keine Macht von dir, Namen und stärke sie! Und stärke sie! feine Sünde von dir reißen. Gott, mein Gott, ich will nur dein, dein und meines Jesu sein! and put 3. Schent' ihnen Muth und Freudigkeit, laß des Gelübdes Heiligteit so stark, so tief ihr Herz durchdringen, daß sie ihr Wollen treu vollbringen! Auch uns laß jetzt mit Herz und Mund mir dir erneuern unsern Bund, und einst hör' unser brünstig Flehen- mit ihnen in den Himmel gehen! Erhör' uns Gott! Erhör' uns Gott! 6.0 Ich entsage, Satan, dir, dir, o Welt, und dir, o Sünde; ich entsag' euch, weicht von mir, dem erlösten Gottesfinde! Eure Bust ist Schmach und Pein: Gott, nur Gott will ich mich weih'n! 7. Wachen will ich, fleh'n um Kraft, daß ich stets auf seinem szalsa Elieser Küster( 1732-1799). Wege heilig und gewissenhaft und Er hiss G Sist im Glauben wandeln möge. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. wird mir die Kraft verleih'n, 171. wig, ewig bin ich dein, bis in den Tod zu sein. treu od theuer dir, mein Gott, 8. Höre mich, denn ich bin dein, erfaufet; bin auf dich, um dein zu theuer dir, mein Gott, erfaufet; sein, Vater, Sohn und Geist, ge- bin auf dich, um dein zu sein, Confirmations- Lieder. 97 Vater, Sohn und Geist getaufet.| 6. Weich', weich', du Fürst der Ewig, ewig laß mich dein, ewig Finsternisse! ich bleibe mit dir unlaß mich selig sein! Johann Cramer( 1723-1788). vermengt; hier ist zwar ein befleckt Gewissen, allein mit Jesu Blut besprengt. Weich', eitle Welt, du Sünde, weich'! Gott hört es! ich entsage euch. Vorsak nimmer 172. Ich bien getment, Gott wanfen, Gott Bater, Sohn und 7. Vater, Sohn und heil'ger Geist. heil'ger Geist! Halt' mich in deines Ich bin gezählt zu deinem Samen, Bundes Schranken, bis mich dein zum Volk, das dir geheiligt heißt. Wille sterben heißt: so leb' ich Ich bin in Christum eingesenkt, ich dir, so sterb' ich dir; so lob ich dich bin mit seinem Geist beschenkt. dort für und für. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, mich erklärt; du hast die Frucht von deinem piana. Joh. Jat. Rambach( 1693-1735). in der Eigene Melodie. Sterben, mein treuer Heiland, mir 173. Nicht eine Welt, die in gewährt; du willst vergeht, Mel. O daß ich tausend Zungen oder: Wer nur den lieben Gott 2c. und Bein, o guter Geist, mein Tröster sein. ai nicht einen Schat, der nicht kann ewig gelten, nicht eit'len Ruhm hat sich mein Herz erfleht: Ich bin ein Christ, ich suche beff're Welten! 3. Doch hab' ich dir auch Furcht und Liebe, Treu' und Gehorsam zugesagt; ich habe mich aus reinem Triebe dein Eigenthum zu sein gewagt, hingegen sagt' ich bis in's Grab des Satans schnöden Werken ab. 2. Jch bin erkauft, ein Knecht des Herrn zu sein, vor welchem sich der Erde Fürsten neigen; er ist mein Friedefürst, mein Herr allein, ich bin ein Christ, vor ihm will ich mich beugen. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite bleibt dieser Bund wohl feste stehn, wenn aber ich ihn überschreite, 3. Stolz um mich her erhebet so laß mich nicht verloren gehn; sich der Thor; ich soll mit ihm der nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, wenn ich hab' einen Fall ge than. Gözzen Lust genießen. Er lockt und droht; ich schenk' ihm nicht mein Ohr: Ich bin ein Christ, ich sig' zu Jesu Füßen. 5. Ich gebe dir, mein Gott, auf's neue Leib, Seel' und Herz zum Opfer hin. Erwecke mich zu neuer Treue und nimm Besitz von meinem Sinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut, der nicht, Herr, deiren Willen thut. in d Neues Gesangbuch. 4. Ihr rührt mich nicht, wenn eure Hand mir winkt, daß sich mein Herz an dieser Welt ergöße, die ihr den Tod in eure Adern trinkt! Ich bin ein Christ, mich reizen ew'ge Schäße. 7 98 Confirmations- Lieder. 5. Zwar thränenvoll ist meines| daß dereinst nicht Eines fehlet! Laufes Bahn und reich an Pein:: Seid eingedenk!:,: und arm an Erdenfreuden. Ich 4. Seid eingedenk, nicht weit mehr seh' auf ihn, mein Mittler geht gehn wir mit, die euch hierher gevoran; ich bin ein Christ, ich will bracht. Bald schläft das Aug', das mit Christo leiden. euren Kindertritt so liebreich hat bewacht; denkt an des treuen Vaters Lehren, denkt an der frommen Mutter Zähren.:,: Seid eingedenk!:,: 5. Seid eingedent, wenn die Versuchung naht und Welt und Sünde Lockt, wenn ungewiß auf blumen7. Und wann der Tag, der reichem Pfad der Fuß des Pilgers große Tag erwacht, wann um mich stockt; dann denkt, was ihr so fest her viel Anferstand'ne beben, so tret' ich froh aus meines Grabes Nacht: Ich bin ein Christ, ich werde ewig leben! gelobet, dann sorgt, daß ihr die Treu' erprobet,:,: seid eingedenk!:,: Christoph Sturm( 1740-1786). 6. Seid eingedenk des hohen Vaterlands, das eurer Wallfahrt Biel; verscherzet nicht den ew'gen Ehrenkranz um Tand und Kinderspiel! Der Krone, die am Ziele blinMel. Es ist genug 2c. 174. Beid eingedenk! theure fet, der Palmen, die dem Sieger winket,:: seid eingedenk!:,: Kinderschaar, vergiß der Stunde nicht, da du gekniet am festlichen Altar im heil'gen Morgenlicht! da fromm geneigt mit glüh'nden Wangen den Segen du auf's Haupt empfangen.-:: Seid eingedenk!:,: 7. Seid eingedenk!-Ogroßes Hirtenherz, du hast sie dir erkauft; du blutetest um sie im Todesschmerz, auf dich sind sie getauft; wir lassen sie in deinen Händen, du wollst das gute Werk vollenden. -:,: Seid 2. Seid eingedenk! Ein gut Be- eingedenk!:,: kenntniß klang aus eurem Kinder= Karl Gerot( geb. 1815). mund; Gott hat's gehört, o stehet dann dni, misdum m lebenslang auf diesem Felsengrund! Mel. Warum sollt' ich mich denn grämen. Was ihr in göttlich schönen Stun- 175. Selig, wer dich ewig den 6. Und kommt er dann nach lang' gekämpftem Streit, der Todestag, mich zu dem Herrn zu bringen, so sterb' ich auch mit Muth und Heiterkeit; ich bin ein Christ, ich kann den Tod bezwingen. - - den,:,: seid eingedenk!:;: und zum Lohn dir sein Herz er= 3. Seid eingedent, wie euch der giebet! Selig, wer in jeder Stunde gute Hirt so treu bei Namen rief, mit Gebet dir nachgeht, treu dem daß kein's hinfort, aus seiner Hut Gnadenbunde. verirrt, zur Wüste sich verlief; er 2. Dazu bist du ja gekommen, hat die Schäflein all' gezählet, o Herr, und haft uns're Last auf dein Confirmations- Lieder. 99 Haupt genommen; dazu weiht uns| 5. Gieb auch, daß dein Geist, deine Taufe segnend ein, stark zu wie dein Wort verheißt, unaufhörsein in dem Siegeslaufe. lich uns vereine mit der gläubigen Gemeine, bis wir dort dich seh'n und dein Lob erhöh'n. 3. Lebensfürst und Ueberwinder, sieh' uns an, brich' uns Bahn, stärke deine Kinder! Nähr' uns mit dem Himmelsbrote, gieb uns Muth, Liebesglut, Treue bis zum Tode. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 4. Besser nie, ach nie geboren, als dem Herrn fremd und fern und zulett verloren! Liebe, hilf uns liebend leben! Halt' an dir für und für, Weinstock, deine Reben! 5. Ewig währet deine Treue. Inniglich fasset dich unser Herz auf's Neue. Sprich dazu in deinem Namen von dem Thron, Vater, Sohn, Geist, auf ewig Amen! Albert Knapp( 1798-1864). Samuel Marot( 1771-1865). honeduall strite Gemeinde. 177. yor bir, Todesüberwinder, stehn deine theu'r erlösten Kinder; ihr Lobgesang sei dir gebracht! Freudig geh'n sie dir entgegen, weil du der Liebe reichsten Segen den Kinderſeelen zugedacht. Dein Auge sieht sie hier im Jugendschmuck vor dir knie'n und beten. Herr, sie sind dein! Laß ihre Reih'n dir an dein Herz geleget sein. Mel. Seelenbräutigam. 176. Yon des Himmels Thron sende, Gottes Sohn, deinen Geist, den Geist der Stärke; gieb uns Kraft zum heil'gen Werte, dir uns ganz zu weih'n, ewig dein zu sein. 2. Mach' uns selbst bereit, gieb uns Freudigkeit, unsern Glauben zu bekennen und dich unsern Herrn zu nennen, dessen theures Blut floß auch uns zu gut. 3. Richte Herz und Sinn zu dem Himmel hin, daß wir unsern Bund erneuern und mit Wahrheit dir betheuern, deine Bahn zu geh'n, Weltlust zu verschmäh'n. od 4. Wenn wir betend nah'n, Segen zu empfah'n, wollest du auf unser Bitten uns mit Gnade überschütten; Licht und Kraft und Ruh' ströme dann uns zu. udad Chor der Kinder. 2. Friedefürst! ich ward erkoren am ersten Tag, als ich geboren, zu deinem sel'gen Gnadenkind'; du gabst mir des Himmels Gaben, weil wir nichts Gutes eigen haben und ohne dich verloren sind. O Jeſu, meine Ruh'! Ich greife freudig zu nach den Gaben, die du mir heut zur Seligkeit durch dein Erbarmen hast erneu't. 3. Laß dich halten und umfassen; ich will dich ewig nicht verlassen, verlaß auch du mich ewig nicht! Schüße mich vor Welt und Sünde und offenbare deinem Kinde dein gnadenvolles Angesicht, auf daß ich Tag für Tag in dir mich freuen mag still und heilig, und mich dein 7* 100 Abendmahls- Lieder. Mund zu jeder Stund' erinn're an| guten Werke, zum Ringen, Wachen den Liebesbund! und Gebet, bis ich den Pilgerstand im ew'gen Vaterland siegreich ende und du, o Sohn, der Treue Lohn fehlen, wenn meine Seele von dir mir reichst von deinem Gnadenthron. 4. O du Hirt erkaufter Seelen! Ich muß des rechten Weg's verim Albert Knapp( 1798-1864). geht. Darum gieb mir Licht und Stärke und Glaubensmuth zum| 3. Abendmahl. Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. Herzliebster Jesu, was haft. 178. Ah, Sejus lebt in mir! 179. Erlöſer, der du ſelbſt Nichts ist, das uns hast gerufen, hier kann scheiden; es ist im Abendmahl stehen wir an deines Altars Stufen; Eins worden aus uns beiden. Ich mühselig und voll Reu', voll tiefer hab' ihn, er hat mich; was sein ist, Schmerzen sind uns're Herzen. das ist mein: sein Herz, mein Herz: 2. Du hast's versprochen, Müde ein Herz! Was mein ist, das ist sein. zu erquicken, zu heilen die, die 2. An Jesu hange ich; er lebt, und ich soll leben! Er hat mir als ein Pfand sein Fleisch und Blut gegeben. Ich hab' die rechte Speis', ich hab' den rechten Trank, dadurch ich ewig leb', Herr, dir zu Lob und Dank. Sündenlasten drücken; du willst, wenn wir hier würdig dein gedenken, dein Mahl uns schenten. 3. Wir kommen jetzt und nehmen deine Speise und deinen Trank zu deines Todes Preise. Nun sind wir dein, sind einzig dir ergeben im Tod und Leben. 3. Zum Leben hast du mich gespeiset und getränket; der Vater hat mit dir auch Alles mir geschenket. Auf diesen Trost leb' ich und fahr' Mel. Jesu, der du meine Seele. lsd auch d'rauf dahin, weil du mein 180. Freu' dich, Seele, rühm mein Gewinn. und preise! 18 EUDO Verfasser unbekannt. 4. Sterb' ich dem Leibe nach, sei dein Lobgesang! Sein Leib ist so muß mir's doch gelingen. Ich die rechte Speise, und sein Blut der werde durch den Tod zu dir in's rechte Trant; jener Leib, der für Leben dringen. Ich weiß es zu ge- dein Leben sich zum Opfer hinge wiß, daß mein Erlöser lebt, der aus geben, jenes Blut, das Golgatha dem Grab auch mich zum Leben tief erbebend fließen sah. einst erhebt. Aemilia Juliana, Gräfin v. SchwarzburgRudolstadt( 1637-1706). 2. Allerheiligstes des Sohnes, das vor uns kein Vorhang deckt; sanfter Glanz des Gnadenthrones, Klarheit Christi, die nicht schreckt! Abendmahls- Lieder. Ja, dir nah' ich, dank' und preise:| loben und dir für deine Liebesprodein Fleisch ist die rechte Speise, ben anstimmen ein Halleluja! Zu und dein Blut der rechte Trank. lange schon verschloß die Seele Bring' ihm, Seele, Lob und Dank! freudenlos Lob und Danken. Die Sünde war mir immerdar in Noth und Elend offenbar. 3. Ich will euch in Felsen graben, Worte meiner Zuversicht; meine Seele sollt ihr laben, wenn mein 2. Aber du, o mein Befreier, Herz im Tode bricht. Knie'n will bist größer, gnadenvoller, treuer, ich und niederfallen, freudig soll als dieses Herz, das mich verdammt. mein Roblied schallen, schwing' ich Was mich Jahre lang auch drücket, in der Sieger Chor mich dereinst zu das wird, wenn du mich angeblicket, Gott empor. im Augenblick hinweggeflammt. Du willst, so bin ich frei von aller Tyrannei und Befleckung und danfend sieht, von Lieb' erglüht, hinauf zum Himmel mein Gemüth. 4. Wunderbar in deinem Geben, giebst du, Herr der Herrlichkeit, mir, dem Todeserben, Leben, Leben dei ner Ewigkeit; mich, der ich verwesen werde, mich erweckst du aus der Erde; daß ich ewig leb' und frei von dem andern Tode sei. 101 Friedrich Klopstock( 1724-1803). The Mel. Wachet auf, so ruft. 3. Möcht' ich dieß auf ewig fassen und nimmer mich erschrecken lassen, als wärest du von mir entfernt! O an deiner Gottesgnade hat auf dem dunklen Glaubenspfade noch nie der Pilger ausgelernt. In deinem Lichte nur seh'n wir des Friedens Spur helle glänzen und irren nicht. Mit diesem Licht erleuchte, Herr, mein Angesicht. 5. Nicht nur, daß ich ewig lebe, sondern auch mit dir vereint, Herr, zu dir mich ganz erhebe, ewig ganz mit dir vereint. Dank', erlöste Seel', und preise; Christus ist die rechte Speise. Sein genieß' ich voll Vertrau'n, daß ich ihn werd' ewig schau'n. 6. Preis dem Heiligen der Sün- 4. Werd' ich auf die Knie' mun der! Sing' dem Herrn, erlöste sinken, des neuen Bundes Kelch zu Schaar! Macht ist er und Ueber- trinken, dann steh' im Geiste du winder, Rath ist er und wunder- vor mir, laß mich dann nach allem bar. Hosianna, er ist Leben, das Grämen das hohe Friedenswort verwill er mir ewig geben. Preis ihm, nehmen:, all deine Schuld erlaß der da ist und war und der sein ich dir!" Dann leuchte sanft und wird immerdar. mild dein heil'ges Todesbild in die Seele. Der Lüste Reiz, Stolz, Haß und Geiz vertilge dann dein ernstes Kreuz. 5. Wie die Blume sich erhebet, 181. Herr, du bu tetmest alle wenn ſie der Morgenthan belebet, meine Fehle; sie liegen offen vor laß mich erstehen neu belebt, mich Statt zu flagen, laß mich in seligem Verlangen dich, meinen dir da. Abendmahls- Lieder. Seelenfreund, umfangen, der gnädig 4. Halte die Vernunft in Schransich mit mir vermählt. Denn wer ken, wenn sie Zweifel mir erregt. dich, Herr, erkennt, deß Herz und Wirke heilige Gedanken, wenn mich Geist entbrennt in der Liebe, dem sünd'ge Lust bewegt; daß ich mich ist die Welt hinfort vergällt; du in meiner Noth sehne nach dem bist's, du bist's, zu dem er hält. Himmelsbrot, welches allen Hunger stillet und das Herz mit Gott er füllet. 6. Jenes Mahl's will ich ge denken, da du vom neuen Weinstock tränken dein Volk im Reiche droben 5. Bist du doch der Fürst des wirst. was wird man dort er- Lebens, Jesus ist der Name dein, fahren, wenn nun nach allen Erden- nimmermehr fannst du vergebens jahren uns speisen wird der Lebens- für die Welt gestorben sein; d'rum fürst, um ihn die Seraphim, die erhöre, was ich bitt': theile mir heil ge Schaar bei ihm ewig, ewig! Dort hoff' auch ich, zu schauen dich, dorthin, o Jesu, führe mich! Albert Knapp( 1798-1864). 102 dich selber mit und laß heut in mein Gewissen Trost aus deinen Wunden fließen. 6. Sind wir doch aus dir geboren, nähr' uns auch durch deine Kraft, und weil Alles da verloren, wo nicht sie uns Hilfe schafft, laß dies Brot und diesen Wein meines Herzens Manna sein, daß die Wirfung dieser Speise fünftig in der That sich weise. 182.ee Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. err, du haft für alle Sünder einen reichen Tisch gedeckt, wo das Brot der armen Kinder nach des Vaters Liebe schmeckt. Heute mun bin ich dein Gast, weil du mich geladen hast. Laß mich nicht mit argem Herzen deine große Huld verscherzen. 7. Laß mich deine Liebe schmecken und die Güter jener Welt; und wenn mich auch Furcht und Schrecken 2. Heilige du mein Gemüthe, noch zuweilen überfällt, so verschaffe alles Arge treibe aus, daß auch mir dein Blut einen wahren Freudenmeines Herzens Hütte werde dein muth, daß ich meinen Trost im geweihtes Haus; denn ich hoffe nur Glauben mir durch Niemand lasse auf dich, liebster Jesu, höre mich| rauben. und laß deinen Tisch auf Erden 8. Hilf mir recht in's Herze fassen mir des Himmels Vorschmack werden. deinen herben, bittern Tod; laß 3. Gnadenvoll willst du mir schenken deinen Leib, dein theures Blut, darum laß mich wohl bedenken, was hier deine Liebe thut, und vermich auch Niemanden hassen, der mit mir genießt ein Brot. Nimm mich ganz vollkommen ein, bis ich werde bei dir sein und die Fülle leihe, daß ich nicht eff' und trinke deiner Gaben, meinen Gott und zum Gericht, was du, Jesu, für Alles haben. mein Leben zur Erlösung haft gegeben. MKaspar Neumann( 1648-1715). 三十 Abendmahls- Lieder. 103 Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. die sich weiden, die, mit der Welt 183. Kerr Jesu Christ, du im Streit, in Eifer sich verzehrt; Höchstes But, du die mit der Sünde ringen, durch Brunnquell aller Gnaden, wir Tod zum Leben dringen, die werden kommen, deinen Leib und Blut, hier genährt. wie du uns hast geladen, zum Preise 4. Die arm im Geiste leben und deiner Herrlichkeit und uns'rer Seelengeistig hungrig sind, die sich dem Seligkeit im Glauben zu genießen. Herrn ergeben, bei denen Reu' sich 2. O Jesu, mach' uns selbst befind't, die nach Gerechtigkeit sich reit zu diesem hohen Werke; schenk' sehnen: solchen Herzen ist für die uns dein schönes Ehrenkleid durch Sündenschmerzen das Gnadenmahl deines Geistes Stärke; hilf, daß bereit. wir würd'ge Gäste sei'n und werden dir gepflanzet ein zu ew'gen Himmelswesen. 3. Bleib' du in uns, daß wir in dir auch bis an's Ende bleiben. Laß Sünd' und Noth uns für und für nicht wieder von dir treiben, bis wir durch deines Nachtmahls Kraft in deines Himmels Bürgerschaft einst ewig selig werden. 5. Wenn sie die Schuld bereuen von Herzen früh und spät, so sollen sie sich freuen an dieser heil'gen Stätt'. Gott stößt sie nicht hinaus, weil sie aus ihm geboren, so hat er sie erforen, zu sein in seinem Haus. Verfasser unbekannt. 6. O Jesu, meine Wonne, ich komm' jetzt auch zu dir, du Herr, mein Schild und Sonne, mit herzlicher Begier. Tränk' mich mit deinem Blut, speis' mich mit deinem Leibe, Mel. Von Gott will ich nicht lassen. weil ich es weiß und glaube, daß 184. Hier ist der Herr zu du mein höchſtes Gut. gegen, hier ist des 7. Erquicke mich mit Freuden, Himmels Pfort'. Es ist mit Gnad' der ich so müd' und matt von und Segen der Herr an diesem Ort. Sündenschmerz und Leiden, mach' Hier finden ganz gewiß die wahren wieder, Herr, mich satt vom LebensGlaubensstreiter die rechte Himmels- wein und Brod, daß ich dir treu leiter trotz allem Hinderniß. verbleibe, ja dir mich ganz verLaurentius Laurenti( 1660-1722). 2. Es steht die Thür hier offen, schreibe im Leben und im Tod. wer nur mit Reu' erscheint, in Glaube, Lieb' und Hoffen, und seine Schuld beweint, der wird verstoßen nicht; er wird mit allen Frommen von Jesu aufgenommen und kommt nicht in's Gericht. Eigene Melodie. 185. im Staub h ier liegt vor deiner Majestät die Christenschaar, das Herz zu dir, 3. Hier ist ein Mahl der Freuden o Gott, erhöht, die Augen zum für Gottes Volf bereit. Hier sollen Altar. Schent' uns, o Vater, deine 104 Abendmahls- Lieder. Huld, vergieb der Sünden schwere| Dienste stärke mich, damit ich siege, Schuld. Gott, von deinem An- Herr, durch dich. Herr Jesu Christ, gesicht verstoß' uns arme Sünder mein Herr und Gott, mein Herr nicht! Cound Gott, zum Leben führ' uns Verfasser unbekannt. durch den Tod. Samuel Bürde( 1753-1831) Mel. Herzlich lieb hab' ich dich. 186. htomme, eil der Wel. Ein Lämmlein geht und trägt. Welt, zu dir, erbar 187. Ich komme, Herr, und mend ruf'st du ja auch mir, den dich, Frieden zu empfangen. Der Sünden und beladen. Gott, mein Erbarmer, Laft ist mir zu schwer, laß doch würd'ge mich des Wunders deiner mein Herz von Trost nicht leer, Gnaden! Ich liege hier vor deinem ach, laß es Ruh' erlangen; die Thron, Sohn Gottes und des Men Ruhe, welche selbst dein Geist mir schen Sohn, mich deiner zu getrösten. durch dein trostvoll Wort verheißt. Ich fühle meiner Sünden Müh', Wer tröstet mich wie du allein? ich suche Ruh' und finde sie im Wer macht mein Herz von Sünden Glauben der Erlösten. d rein? Herr Jesu Christ, mein Trost und Licht, mein Trost und Licht, verwirf mich, o mein Heiland, nicht. 2. Dich bet' ich zuversichtlich an: du bist das Heil der Sünder; du Hast die Handschrift abgethan, und 2. Nur du bist meine Zuversicht, wir sind Gottes Kinder. Ich denk entzieh' mir deine Gnade nicht, mich an deines Leidens Macht und an reuen meine Sünden. Laß mich, dein Wort: es ist vollbracht! Du verdien' ich gleich den Tod, den hast mein Heil verdienet. Du hast Gottes Fluch den Sündern droht, für mich dich dargestellt; Gott war durch dich das Leben finden. Dein in dir und hat die Welt in dir mit Tod ist der Verlornen heil, gieb sich verfühnet. mir an seinem Segen Theil; er sei 3. So freue dich, mein Herz, in auch mir Beruhigung und meines mir: er tilget deine Sünden und Lebens Heiligung. Herr Jesu Christ, läßt an seiner Tafel hier dich Gnad' ich hoff' auf dich, ich hoff' auf dich, um Gnade finden. Du rufft und in dieser Hoffnung stärke mich. er erhört dich schon, spricht liebreich: ( 3. Mein ganzes Leben preise dich; sei getrost, mein Sohn, die Schuld erlöst, mein Mittler, bin auch ich, ist dir vergeben! Du bist in meinen dein Eigenthum zu werden. Obin Tod getauft, und du wirst dem, ich dein, so fehlt mir nichts, nichts der dich erkauft, von ganzem Herzen einst am Tage des Gerichts, nichts, leben. Om Hemm o mein Heil, auf Erden. Auf dieser 4. Dein ist das Glück der SeligBahn zum Vaterland entzieh' mir teit; bewahr' es hier im Glauben niemals deine Hand. Zu deinem und laß durch keine Sicherheit dir Abendmahls- Lieder. 105 in Jo deine Krone rauben. Sieh', ich ver- rauf das Amen: du, Sünder, bist eine mich mit dir; ich bin der Wein- durch mich erlöst. stock: bleib' an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 5. D'rauf will ich nun empfangen mit gläubigem Verlangen am Altar Leib und Blut, die du für mich gegeben. Hilf, daß mir's sei indbom das Leben und meiner Seele höchstes Gut. 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot, ich will es treu erfüllen und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich Verfasser unbekannt. vid dogg Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. von nun an würdig ſein, mein 189. Ich preife dich, o Herr, ganzes Herz zu weih'n mein für deine und deinen Tod zu preisen; laß Todesleiden. Hab' ich an ihren mich den Ernst der Heiligung durch Früchten Theil, was fehlt dann eine wahre Besserung mir und der meinen Freuden? Du wardst ein Welt beweisen. @asds Opfer auch für mich: o gieb, daß Christ. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). meine Seele sich deß ewig freuen möge. 2. Du lässest mich in deinem Tod das wahre Leben finden: Erlösung aus der größten Noth, Vergebung aller Sünden, Gewissensruh', zur Bess'rung Kraft, das hast du, Herr, auch mir verschafft, da du am Kreuze starbest. 188. Mel. Nun ruhen alle Wälder. ch komm' jegt eingeladen zu deinen großen Gnaden, mein Heiland, Jesu Christ! Doch scheu' ich mich mit Beten vor meinen Gott zu treten, weil mein Herz voller Sünden ist. 3. Dein Abendmahl ist mir ein 2. Ich bin ein armer Sünder, Pfand von deiner großen Güte. wie alle Menschenfinder, gestehe Wie viel hast du an mich gewandt! meine Sünd'; und weil ich über stärke mein Gemüthe zum gläutreten, so hilf du, Jesu, beten, bigen Vertrau'n auf dich, daß ich, damit ich wieder Gnade find'. so lang' ich lebe, mich an deine 3. Ich will nun wiederkehren, Gnade halte! der Schwachheit wollst du wehren, bergieb mir meine Schuld! Du bist für mich gestorben, haft mir das Heil erworben; d'rum habe mit mir noch Geduld. ed 4. Ich fühle, Herr, voll Reu' und Schmerz die Last von meinen Sünden; laß mein vor dir gebeugtes Herz den großen Trost empfinden, daß du aus großer Lieb' und Huld 4. Zu deinen blut'gen Wunden auch mir Vergebung meiner Schuld hab' ich mich eingefunden, und auf Buße haft erworben. bin dadurch getröst't. Hilf mir 5. Der Trost, den mir dein Tod durch deinen Namen, sprich du da- verschafft, werd' ewig mir zum 106 Abendmahls- Lieder. Segen; er stärke mich mit neuer| Schulden willst du decken, mich Kraft, auf allen meinen Wegen nur befrei'n von Furcht und Schrecken; das zu thun, was dir gefällt, und willst ein ewig sel'ges Leben als alle Furcht und Lust der Welt standhaft zu überwinden. des Glaubens Frucht mir geben. 6. Die Liebe, die du mir erzeigt, ist gar nicht zu ermessen, o mache selbst mein Herz geneigt, sie nimmer zu vergessen, daß ich aus ächter Gegentreu dir bis zum Tod ergeben sei und dir zur Ehre lebe. 7. Laß deines Leidens großen Zweck mir stets vor Augen stehen; nimm alle Hindernisse weg, die eb'ne Bahn zu gehen, die mir dein heilig Vorbild weis't und die einst den erlösten Geist zu deiner Freude führet. 8. Zu meinem Heile hast du dich für mich dahin gegeben. Dein Abendmahl erwecke mich, mit Ernst danach zu streben. Herr, mache mich dazu geschickt, und werd' ich einst der Welt entrückt, so sei dein Tod mein Leben! Johann Diterich( 1721-1791). 3. Mich, den zweifelnden und Schwachen, willst du fest im Glauben machen; ladest mich zu deinem Tische, daß mein Herz sich dort erfrische. So gewiß ich Wein ge nosfen, ist dein Blut für mich geflossen; so gewiß ich Brot empfangen, werd' ich Heil in dir erlangen. 4. Ja du kommst, dich mit den Deinen in dem Nachtmahl zu vereinen; du, der Weinstock, giebst den Reben Muth und Kraft zum neuen Leben. Durch dich muß es mir gelingen, reiche, gute Frucht zu bringen und durch Frömmigkeit zu zeigen, daß ich gänzlich sei dein eigen. 5. Nun so sei der Bund erneuet und mein Herz dir ganz geweihet! Auf dein Vorbild will ich sehen und dir nach, mein Heiland, gehen. Was du hassest, will ich hassen, ftets von dir mich leiten lassen; was du liebest, will ich lieben, nie durch Untreu' dich betrüben. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 190. Jeju, Freund der Men6. Doch ich kenne meine Schwäche! schenkinder, Heiland Schwer ist, was ich dir verspreche. der verlor'nen Sünder, der zur Werd' ich dir auch Glauben halten Sühnung uns'rer Schulden Kreuzes- und im Guten nie erkalten?, schmach hat wollen dulden: wer steh du mir bei und stärke mich zu kann fassen das Erbarmen, das du jedem guten Werke. Hilf, daß ich trägest mit uns Armen? In der die Luft zur Sünde durch dich Schaar erlöster Brüder fall' ich fräftig überwinde. dankend vor dir nieder. 7. Gieb, daß ich und alle Christen 2. Ja auch mir strömt Heil und sich auf deine Zukunft rüsten, daß, Segen, Herr, aus deiner Füll' ent- wenn heut der Tag schon käme, gegen; in dem Elend meiner Sünden Keinen, Herr, dein Blick beschäme. soll ich bei dir Hilfe finden. Meine Schaff' ein neues Herz den Sün Abendmahls- Lieder. 107 dern, mache sie zu Gottes Kindern, Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. die dir leben, leiden, ſterben, deine 192. Komm', mein Herz! in Herrlichkeit zu erben. olar. And Jesu Leiden 8. Großes Abendmahl der From- auch dir ein Quell der Freuden; men, Tag des Heils, wann wirst stille hier dein sehnlich Dürsten aus du kommen, daß wir mit der Engel dem Kelch des Lebensfürsten! Daß Chören, Herr, dich schau'n und ewig ich einen Heiland habe und in ehren! halleluja, welche Freuden seinem Heil mich labe und in sein sind die Früchte deiner Leiden! Verdienst mich kleide, das ist meines Danket, danket, fromme Herzen, Herzens Freude.id tim od sim lism ewig ihm für seine Schmerzen! Johann Lavater( 1741-1801). 2. 3war ich hab' ihn alle Tage, wenn ich Sehnsucht nach ihm trage; er ist auf der Himmelsreise täglich meine Seelenspeise. Daß ich einen Heiland habe, bleibt mein Alles bis zum Grabe, und ich mag nichts And'res wissen, als sein Lieben zu genießen. Mel. Fahre fort, Zion, fahre fort. 191. K omm' herein:,: Haupt der Deinen, komm' herein! Sprich den Frieden deines Mundes über uns! wir harren dein. Komm', du Stifter uns'res Bundes, halte selbst mit deiner Glieder Zahl :: Abendmahl.:: b 2.:: Weihe selbst,:,: weih, und brich dein Lebensbrot uns zum innern Geistesleben, weil du opfernd in den Tod deinen Leib für uns gegeben. Stärk' uns, daß der Geist vom Weltsinn frei:: himmlisch sei.:,: 3.: Lebensfürst!:,: komm', aus deiner Segensflut unsern Seelendurst zu stillen, daß dein heilig Opferblut willig floß um unsert willen, geb' uns Kraft, dir bis in's Grab hinein:: treu zu sein.:,: 4. Ach, wie werd' ich oft so müde, wie entweicht der süße Friede! Sünd' und Welt kann mich verwunden, wenn mir dieses Licht entschwunden, daß ich einen Heiland habe, der mit seinem Hirtenstabe sanft und mild und voll Vergeben mir nichts ist als Heil und Leben. 4.:,: Er will's thun.:,: Spürt 5. Sei gesegnet, ew'ge Liebe, daß ihr seinen Segenstritt? Freundlich du mir aus treuem Triebe, da das naht er unserm Kreise, bringt uns Mißtrau'n mich vergiftet, solch ein Himmelsgüter mit, Lebenstrank und Denkmal hast gestiftet, daß ich Lebensspeise. Seht, wie Segen seiner einen Heiland habe, der den Gang Hand entströmt!:: Kommt und zum Kreuz und Grabe gern gethan, nehmt.:;: mich zu versöhnen und mit Gnade Karl Garve( 1763-1841). mich zu frönen. In t 3. Dennoch will ich mit Verlangen auch sein Abendmahl empfangen; darf ich da mich ihm verbinden, werd' ich's tiefer noch empfinden, daß ich einen Heiland habe, der am Kreuz und in dem Grabe, wie sein Wort mir sagt und schreibet, mein Erlöser war und bleibet. 108 Abendmahls- Lieder. 6. Heil'ges Brot, sei mir gesegnet, 3. Es wird dem zitternden Geweil mir der mit dir begegnet, der wissen ein neues Siegel aufgedrückt, mit seinen theuren Wunden die Er- daß unser Schuldbrief sei zerrissen, Lösung mir erfunden! Daß ich einen daß uns're Handschrift sei zerstückt, Heiland habe, der erblaßt und todt daß wir Vergebung uns'rer Sünden im Grabe auch für meine Schuld in deinen blut'gen Wunden finden. gelegen, will ich schmecken und er- 4. Das Band wird fester angewägen. di 7. Heil'ger Kelch, sei mir gesegnet, weil mir der mit dir begegnet, desfen Blut mich lässet finden die Vergebung aller Sünden! Daß ich einen Heiland habe, der die matte Seele labe, muß dieß nicht mein Dürsten stillen und mein Herz mit Wonne füllen? zogen, das dich und uns zusammen hält; es fühlt die Freundschaft, längst gepflogen, auf neue Stüßen sich gestellt. Wir werden mehr in solchen Stunden mit dir zu einem Geist verbunden. 5. Dieß Brot kann wahre Nahrung geben, und dieser Kelch erquickt den mm Geist; es mehrt sich unser inn'res Leben, wenn unser Glaube dich ge nießt. Wir fühlen neue Kraft und Stärke in unserm Kampf und Glaubenswerke. sting 8. Will hinfort mich etwas quälen, oder wird mir etwas fehlen, oder wird die Kraft zerrinnen, so will ich mich nur befinnen, daß ich einen Heiland habe, der vom Kripplein 6. Wir treten in genau're Bande bis zum Grabe, bis zum Thron', mit deines Leibes Gliedern ein; wo man ihn ehret, mir, dem Sün- wir müssen all' in solchem Stande der, zugehöret! tein Herz und eine Seele sein; der Geist muß mehr zusammenfließen, da wir ein Fleisch und Blut genießen. 7. Dein Leib muß uns zum Pfande dienen, daß unser Leib, jetzt schwachheitsvoll, einst herrlich aus dem Staube grünen und unverweslich werden soll; ja, daß du uns ein ewig Leben nach diesem kurzen werErnst Woltersdorf( 1725-1761). Isdair on Eigene Melodie. siurdim ein Jesu, der du 193. vor dem Scheiden in deiner legten Trauernacht uns alle Früchte deiner Leiden als letzten Willen hast vermacht, es preisen gläubige Gemüther dich, Stifter dest geben. solcher hohen Güter! 8. O theures Lamm, so edle Ga2. So oft wir dieses Mahl ge- ben hast du in dieses Mahl gelegt! nießen, wird dein Gedächtniß bei da wir dich selbst zur Speise haben, uns neu, und neue Segensströme ist unser Geist so wohl gepflegt! fließen uns zu von deiner Güt' und Dieß Mahl ist unter allen Leiden Treu'; dein Blut, dein Tod und ein wahrer Vorschmack jener Freuden. deine Schmerzen erneuern sich in unsern Herzen. 9. Dir sei Lob, Ehr' und Preis gesungen, ja solcher hohen Liebe Abendmahls- Lieder. 109 Schein verdient, daß aller Engel| 3. Wie soll ich dir doch danken, Zungen zu ihrem Ruhm geschäftig o Herr, daß du mich Kranken gesei'n. Wird unser Geist zu dir er- speiset und getränket, ja selbst dich hoben, so wird er dich vollkommen mir geschenket! loben. Joh. Rambach( 1693-1735). 194.0 Mel. Allein Gott in der Höh' sei Ehr'. Jesu, dir sei ewig Dank für deine Treu und Gaben. Ach, laß durch diese Speif' und Trank auch mich das heißen Thränen. Leben haben! Sei mir willkommen, edler Gast, der du uns nicht verschmähet haft! Wie soll ich Dank dir sagen? 2. D, Jesu Christ, du kannſt allein mir Leib und Seele laben. Nun bin ich dein, und du bist mein mit allen deinen Gaben. Hier hab' ich, was ich haben soll; dein Gnadenbrünnlein ist stets voll, hier find' ich Trost und Leben. 3. Laß mich auch ewig sein in dir, laß dir allein mich leben, und bleib' du ewig auch in mir: o Herr, du wirst mir geben, daß ich traft dieser Speis' und Trank stark bleibe, wenn ich schwach und krank, und fahr' zu dir mit Freuden. Joh. Olearius( 1611-1684). 4. Ich lobe dich von Herzen für alle deine Schmerzen, für deine Schläg' und Wunden, die du für mich empfunden. 102 Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. 5. Dir dank' ich für dein Leiden, den Ursprung meiner Freuden, dir dank' ich für dein Sehnen und deine 6. Dir dank' ich für dein Lieben, das standhaft ist geblieben: dir dank' ich für dein Sterben, das mich dein Reich läßt erben. nd hun naathe 7. Jetzt schmecket mein Gemüthe den Reichthum deiner Güte; dieß theure Pfand der Gnaden tilgt allen meinen Schaden. 8. Herr, laß mich nie vergessen, anbetend mich ermessen die Kraft der Himmelsspeise, dafür mein Herz i9502 odtie dich preise. 9. Du wollest doch die Sünde, die ich in mir noch finde, aus meinem Herzen treiben und träftig in mir bleiben. 10. O gieb, daß meine Seele nur dich allein erwähle; laß mich stets mitVerlangen an deiner Liebe hangen. 11. Nun fann ich nicht verder= ben; d'rauf will ich selig sterben und 195. Seju, meine Bonne, freudig auserstehen, o Jesu, dich zu du meiner Seele sehen. Sonne, du Freundlichster auf Erden, laß mich dir dankbar werden. sid Joh. Rist( 1607-1667). 19 001 19 ed mind sjör sidang Eigene Melodie. Idout due 2 h 2. Wie kann genug ich schätzen di dick himmliſche Ergößen und dieſe 196. Schmücke bich, o liebe Seele, laß die dunk'le haben! die uns gestärket da Sündenhöhle, komm' an's helle Licht 110 Abendmahls- Lieder. gegangen, fange herrlich an zu pran-| erreichen, daß dies Brod nie wird gen! Denn der Herr voll Heil und Gnaden will dich jetzt zu Gaste laden; der den Himmel kann verwalten, will jetzt Herberg' in dir halten. verzehret, ob es gleich viel' Tausend nähret, und daß mit dem Saft der Reben uns wird Christi Blut gegeben. O Geheimniß voller Freuden, das nur Gottes Geist kann deuten. 2. Eile, wie Verlobte pflegen, deinem Bräutigam entgegen, der 7. Jesu, meine Lebenssonne, Jesu, mit süßen Gnadenworten klopft an meine Freud' und Wonne, Jesu, deines Herzens Pforten; eile, sie du mein ganz Beginnen, Lebensihm aufzuschließen, wirf dich hin quell und Licht der Sinnen, hier zu seinen Füßen, sprich: o Herr, laß dich umfassen, von dir will ich nimmer lassen. fall' ich zu deinen Füßen; laß mich würdiglich genießen diese deine Him melsspeise, mir zum Heil und dir zum Preise! 3. Pflegt man sonst bei höchsten Schäßen auch das Höchste einzusetzen, 8. Herr, es hat dein treues Lieben so willst du umsonst gewähren, was dich vom Himmel hergetrieben, daß die Seele soll ernähren, da in allen du willig haft dein Leben in den Bergwerksgründen kein solch Kleinod Tod für uns gegeben und den ist zu finden, wie dein Blut, vom Himmel uns erschlossen durch dein Kreuz geflossen, das du haft für Blut, für uns vergossen, das uns uns vergossen. jetzt kann kräftig tränken, deiner 4. Ach, wie hungert mein Ge- Liebe zu gedenken. müthe, Menschenfreund, nach deiner 9. Jesu, wahres Brot des Lebens, Güte! ach, wie pfleg' ich oft mit hilf, daß ich doch nicht vergebens Thränen mich nach dieser Kost zu oder mir vielleicht zum Schaden sehnen! ach, wie pfleget mich zu sei zu deinem Tisch geladen; laß dürften nach dem Trank des Le- mich durch dies Seelenessen deine bensfürsten, daß mein Herz im Brot Liebe recht ermessen, daß ich einst, und Weine sich durch Gott mit Gott wie jetzt auf Erden, mög' dein Gast im Himmel werden. vereine. 5. Beides, Wonne und auch Joh. Frand( 1618-1677). Bangen fühl' ich jetzt mein Herz umfangen; das Geheimniß dieser Mel. Straf mich nicht, in deinem Born. Speise und die unerforschte Weise 197. T retet her zum Tisch macht, daß ich voll Staunen merte, des Herrn, Gott hat Herr, die Größe deiner Werke. Ist euch geladen; eure Herzen sei'n nicht auch wohl ein Mensch zu finden, fern von dem Mahl der Gnaden; der dein' Allmacht könnt' ergründen? betet, wacht! Habet Acht, was euch 6. Nein, es muß Vernunft hier Gott wird geben zu dem ew'gen weichen, kann dies Wunder nicht Leben. Abendmahls- Lieder. 111 2. Kommt in Reu' und wahrem j er kommt und macht mich frei; und Leid über eure Sünden; Demuth stets quillt aus dem Herzen ihm und Gottseligkeit laffet bei euch neue Lieb' und Treu'. finden. Schlagt die Brust, deß bewußt, was ihr habt verschuldet, eh' ihr Straf' erduldet. 2. Wie sollt' ich ihn nicht lieben, der mir so hold sich zeigt? wie jemals ihn betrüben, der so zu mir 3. Geh't heran, schön angethan sich neigt? Er, der am Kreuz ermit dem Glaubenskleide; solche Gästehoben, für mich ging himmelan und nimmt Gott an, sie sind seine Freude. täglich nun von oben mich segnend Nehmt die Speis', gleicher Weif' will umfah'n. trinkt sein Blut vergossen, o ihr Tischgenossen! 4. So ihr würdig eßt und trinkt von dem Brot und Weine: solches Sakrament euch bringt Lebenstrost alleine. Danket Gott, liebt in Noth, lebt als Gottes Kinder, werdet nicht mehr Sünder! 3. Ihn will ich ewig lieben, der mir aus Todesnacht, von meinem Schmerz getrieben, Unsterblichkeit gebracht, der noch zur lehten Stunde mir reicht' die treue Hand, bis auch die letzte Wunde ausheilt, die mich gebrannt. 4. Er giebt zum heil'gen Pfande 5. Jesu, Jefu, höchstes Gut! mir seinen Leib, sein Blut; hebt König aller Frommen, laß doch mich aus Nacht und Schande, füllt deinen Leib und Blut in mein Herze mich mit Himmelsmuth; will selber kommen seliglich! Das bitt' ich, in mir thronen mit heil'gem GnadenHerr, in deinem Namen, hochgelobet. schein: sollt' ich bei ihm nicht wohnen? in ihm nicht selig sein? Amen! Joh. G. Müller( 1651-1745). 5. Bei Freuden und bei Schmerzen durchleuchte mich dein Bild, wie du, Mel. Herzlich thut mich verlangen. o Herz der Herzen, geblutet hast könnt' ich sein ver- so mild! Mein Lieben und mein gessen, der mein Hoffen, mein Dulden weih' ich dir!. 198. Wie noch nie vergaß? Kann ich die Laß mir die Heimath offen, und Lieb' ermessen, dadurch mein Herz dein Herz für und für! genas? Ich lag in bittern Schmerzen, Gottlob Kern( 1792-1835). - 112 nidi ods Zweiter Abschnitt. Der christliche Glaube. minat Fort di Tur I. Von Gott, dem Dater, seinem Wesen und Wirken. Mel. Jesu, meine Freude. 5. Ehr' sammt allen Schäßen 199. das und was mag ich hab' erlesen mir missen gern; Freude, Trust und zum höchsten Gut: du vergnügst Gaben, die sonst And're haben will alleine völlig, innig, reine Geist ich auch eutbehr'n. Du sollst sein und Seel' und Muth. Wer dich mein Theil allein, der mir soll trop hat, ist still und fatt; wer dir kann andern Dingen Ruh' und Freude im Geist anhangen, darf nichts mehr bringen. verlangen. nis 6. Komm', du selig Wesen, das 2. Wem du dich gegeben, kann ich mir erlesen, werd' mir offenbar! in Frieden leben, er hat, was er meinen Hunger stille, meinen Grund will; wer im Herzensgrunde mit erfülle mit dir selber gar. Komm', dir lebt im Bunde, liebet und ist nimm ein mein Kämmerlein, daß still. Bist du da und innig nah, ich Allem mich verschließe und mur muß das Schönste bald erbleichen dich genieße. und das Beste weichen. husband 7. Laß, o Herr, mit Freuden 3. Höchstes Gut der Güter, Ruhe mich von Allem scheiden, fern der der Gemüther, Trost in aller Pein; Creatur! innig dir ergeben, findwas Geschöpfe haben, kann den Geist lich mit dir leben. Sei mein Himmel nicht laben, du bergnügst allein. nur! Bleib' nur du mein Gut und Was ich mehr als dich begehr', Ruh', bis du wirst in jenem Leben kann mein Seligsein nur hindern dich mir völlig geben.me und den Frieden mindern. Gerh. Tersteegen( 1697-1769) 4. Was genannt mag werden droben und auf Erden, Alles reicht Mel. Gott des Himmels und der Erde. nicht zu; Einer nur kann geben 200. Amen! Amen! fauter und Leben, ist Noth: mur du! Hab' ich dich treue Gottesmund. Ewig führet nur wesentlich, so mag Leib und er den Namen, daß er aller WahrSeel' verschmachten, ich will's doch heit Grund. Was er sagt, trifft Alles ein, es muß ja und Amen sein nicht achten. Von Gott, dem Vater. 113 2. Menschen mögen ja wohl du die Erfüllung geb'st. Amen! trügen und nicht frei von Falschheit ja, so wahr du lebst.did ibil sein, doch kann dieser Held nichtlich Benj. Schmolck( 1672-1737). lügen, denn er liebt nicht falschen Ennised list ma Schein. Er treibt mit uns feinend Mel. O Gott, du frommer Gott. Scherz, wie der Mund, ſo iſt ſein 201. Anbetungswürd ger Gott, voll Ehrfurcht 3. Die Verheißuns kann ver- stets zu nennen, du bist unendlich ziehen; kommt nicht bald, was er mehr, als wir begreifen können. verspricht, muß man allen Zweifel O flöß' auch meinem Geist die fliehen, weil er sein Wort niemals tiefste Demuth ein, und laß mich bricht. Ist die rechte Zeit nur da, stets vor dir voll Ehrerbietung so wird alles lauter Ja. sein. 4. Hat er es doch so gehalten 2. Du bist das höchste Gut, von dem Anbeginn der Welt, seine du weißt von feinem Leide; stets Wahrheit wird auch walten, bis die ruhig in dir selbst thronst du in Welt in Asche fällt; weil er heute ew'ger Freude. Dein ist die Herrund fortan sich nicht selbst ver- lichkeit, auch ohne Creatur bist du leugnen fann. Model 18 dir selbst genug, du Schöpfer der 5. Er sprach einmal nur: es Natur. werde! da zuvor tein Wesen war, 3. Du riefst dem, das nicht war, auf's so ward Himmel und die Erde, die um Lust und Seligkeiten sein Machtwort stellte dar. Also Mannigfaltigste um dich her ausbleibt es noch dabei, daß ihm nichts zubreiten. Die Liebe bist du selbst, unmöglich sei. Verstand und Rath sind dein, und du gebrauchst sie gern, zu segnen, zu erfreu'n. 6. Nicht ein Wort ist, das ver gebens auf die Erde fallen kann. Also zeigt das Wort des Lebens 4. Du sprichst, und es geschieht; sich als treuen Zeugen an. Der auf dein allmächtig: Werde! entuns seinen Sohn versprach, kam auch seinen Worten nach. 7. Wohl, mein Herz, du kannst ihm trauen. Was er dir verheißen hat, wirst du auch erfüllet schauen, kommt es auch bisweilen spät; spart 5. Du bist der Herren Herr; der er's auch oft weit hinaus, es wird Erde Majestäten sind, Höchster, vor doch ein Amen d'raus. undir Staub, dein Wort erschafft, stand dein großes Werk, der Himmel und die Erde. Mit deinem kräft'gen Wort trägst du die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns unmöglich fällt. 8. Amen! Herr, du willst erfüllen, fann tödten. Wen du erniedrigeſt, was dein treuer Mund verspricht. Gott, wer kann den erhöh'n? Wen Das vernehm' ich hier im Stillen, du erhöhen willst, deß Hoheit muß bis sich's offenbart im Licht, daß besteh'n. Neues Gesangbuch. 8 $ 114 Von Gott, dem Vater. 16. Du bist es, der allein Unsterb-| zu frischen Quellen, schafft Rath in lichkeit besitet, der Leben giebt und allen Fällen. i tebin drum nsplat nimmt, der unsern Odem schüzet. 4. Wenn meine Seele zaget und Den Geist, der in uns lebt, ihn sich mit Sorgen plaget, weiß er sie haben wir von dir; ihn forderst du zu erquicken, aus aller Noth zu zurück, du bleibest für und für. rücken. 7. Wer hat dich je geseh'n? Wer 5. Er lehrt mich thun und lassen, kann im Fleisch dich sehen? Kein führt mich auf rechter Straßen, sterblich Auge reicht bis zu des läßt Furcht und Angst sich stillen Lichtes Höhen, wo du voll Majestät um seines Namens willen. auf deinem Stuhle thronst und unter frohem Lob der Himmelsheere wohnst. is 6. Und ob ich gleich vor Andern im finstern Thal muß wandern, fürcht' ich doch feine Tücke, bin frei von Mißgeschicke. 8. Doch hier erkennen wir dich noch gar unvollkommen; wird aber dermaleinst der Vorhang weggenommen, der jetzt das Heiligste noch unserm Blick verschließt, dann seh'n wir klarer ein, wie herrlich, Gott, du bist. amini 7. Denn du stehst mir zur Seiten, schütz'st mich vor bösen Leuten; dein Stab, Herr, und dein Stecken benimmt mir allen Schrecken. 8. Du sehest mich zu Tische, machst, daß ich mich erfrische, wenn mir mein Feind viel Schmerzen erweckt in meinem Herzen. der 9. Du falbst mein Haupt mit Dele, du stillest meine Seele und reichst mir, wenn ich leide, den vollen Kelch der Freude. 309. In Ehrfurcht sei schon jetzt dein Ruhm von uns besungen, verschmäh' nicht unser Lob, das Lallen schwacher Zungen. Dort soll, wenn wir dereinst vor dir verherrlicht steh'n, ein Lied im höhern Chor dich, großer Gott, erhöh'n. Johann Rambach( 1693-1735). < img sdish gimin nist Mel. Wach' auf, mein Herz und singe. 10. Barmherzigkeit und Gutes wird mein Herz guten Muthes, voll Lust, voll Freud' und Lachen, so Lang' ich lebe, machen. 202. De er Herr, der aller 11. Ich will dein Diener bleiben Enden regiert mit und dein Lob herrlich treiben im seinen Händen, der Brunn der ew'- Hause, da du wohnest und Frommgen Güter, der ist mein Hirt' und sein wohl belohnest. ud Hüter. d in 12. Ich will dich hier auf Erden 2. So lang' ich diesen habe, und dort, wo wir dich werden selbst fehlt mir's an feiner Gabe; der schau'n, im Himmel droben, hoch Reichthum seiner Fülle giebt mir preisen, singen, loben. die Füll' und Hülle. Paul Gerhardt( 1606-1676). 3. Er lässet mich mit Freuden auf grüner Aue weiden, führt mich Von Gott, dem Vater. 115 Eigene Melodie.milled| mehr Sohn, als man erwarten kann, er Herr gut, in fein fühler Trank ist unvergolten 203.De bejer Dienst wir blieben, er giebt dafür die ganze dessen steh'n, wir dürfen ihn in Demuth Segensflut; der Herr ist gut! Vater nennen; wenn wir nur treu 7. Der Herr ist gut und bleibt auf seinen Wegen geh'n, so seh'n wir es bis zum Tod, wir sollen ihm in ihn von zarter Liebe brennen. Dies seinen Armen sterben; er will uns Wort giebt uns im Kampfe Kraft führen aus der letzten Noth und und Muth: der Herr ist gut! Ism Alles, was er hat, uns lassen erben, und Ruhe geben, wie er selber ruht; der Herr ist gut! mi miod ogro 2. Der Herr ist gut! er will der Sünder Schuld nicht unerbittlich mit dem Schwerte rächen; es ist bei ihm ein Reichthum der Geduld, er heilet gern der Irrenden Gebrechen; er segnet uns durch seines Sohnes Blut: der Herr ist gut! 8. Der Herr ist gut! fallt nieder vor dem Thron; wir sind zum Segen herzlich eingeladen. Lobt unsern Gott, lobt seinen lieben Sohn, lobt seinen heil'gen Geist, den Geist der Gnaden; lobt ihn für Alles, was er ist und thut, der Herr ist gut! Nach Johann Rambach( 1693-1735). dismisd( hud 3. Der Herr ist gut und theilt sich willig mit, sein Wesen ist ein Brunnen edler Gaben! er geht uns nach und fragt bei jedem Schritt, ob wir nicht was von ihm zu bitten mel. Es ist gewißlich an der Zeit. haben? Wo ist ein Herr, der fo 204. Der er i be ich so Herr ist mein getreuer Hirt, dem mit Knechten thut? Herr ist gut! mich ganz vertraue; zur Weid' er mich, sein Schäflein, führt, auf schöner, grüner Aue. Zum frischen Wasser führt er mich, mein' Seel' zu laben fräftiglich durch's sel'ge 4. Der Herr ist gut! kein Elend ist so groß, er hat so Kraft, als Neigung, uns zu schützen; umschließzet uns der ew'gen Liebe Schooß, so können wir im stillen Frieden sizen. Das macht sein Schuß, daß man Wort der Gnaden. hier sicher ruht: der Herr ist gut! 2. Er führet mich auf rechter 5. Der Herr ist gut! wer dies Bahn von seines Namens wegen. im Glauben schmeckt, wird nimmer- Ob gleich viel Trübsal kommt heran mehr aus seinem Dienste gehen; auf finstern Todesstegen, so grauet hier wird erst recht, was Freiheit mir doch nicht dafür: mein treuer sei, entdeckt. Hier kann der Geist Hirt ist stets bei mir, mich tröst't im rechten Adel stehen. Nichts ist sein Stab und Stecken. im bi umsonst, was hier der Glaube thut: 3. Er macht mir einen Tisch beder Herr ist gut! breit, ob's auch den Feind verdrießet; 6. Der Herr ist gut! er sieht in er schenkt den Becher voll von Freud', Gnaden an den armen Dienst der von Del das Haupt mir fließet, Knechte, die ihn lieben; er giebt und Gutes und Barmherzigkeit läßt 8* Von Gott, dem Vater. 116 er mir folgen allezeit: ich bleib' in Gottes Hause. Innsli ist Corn. Becker( 1561-1604). 205.0¹ Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. u Vater deiner Menschenkinder, der du die Liebe selber bist, du, dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist, laß mich von ganzem Herzen dein im Leben und im Tode sein. bestimmt. Auch Trübsal führt zu ew'gen Freuden; wer ihre Last gern auf sich nimmt, sie willig trägt und weislich nütt, wird mächtig von dir unterstützt.rse 3. Vertilge, Herr, durch deine Liebe in mir die Liebe zu der Welt und gieb, daß ich Verleugnung übe, wenn mir das Eitle noch gefällt. Wie soll ich je die Kreatur dir vorziehn, Schöpfer der Natur? 7. In deiner Liebe laß mich sterben, so ist auch Sterben mein Gewinn, dann werd' ich deinen Him mel erben, wo ich dir ewig nahe bin. Da lieb' ich in Vollkommenheit dich, Vater der Barmherzigkeit. Balth. Münter( 1735-1793). 2. Gieb, daß ich als dein Kind dich liebe, der du mich als ein Va- Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. ter liebſt, und ſo geſinnt zu ſein mich 206. Ew'ge Liebe, mein Ge übe, wie du mir selbst die schrift giebst. Was dir gefällt, gefall' auch mir; Nichts scheide mich, mein Gott, von dir. müthe waget einen tühnen Blick in den Abgrund deiner Güte: send' mir einen Blick zurück, einen Blick voll Heiterkeit, der die Finsterniß zerstreut, die mein blödes Auge drücket, wenn es nach dem Lichte blicket. 2. Ich verehre dich, o Liebe, daß du dich erbarmet hast und aus eig's nem freien Triebe den erwünschten 4. Laß mich um deines Namens Rath gefaßt, der mit Fluch bewillen gern thun, was mir dein schwerten Welt durch ein theures Wort gebeut. Kann ich's nicht, Lösegeld, durch des eig'nen Sohnes wie ich soll, erfüllen, so sieh auf Sterben, Gnad' und Freiheit zu meine Willigkeit, und rechne mir erwerben. nach deiner Huld die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld. 3. O ein Rathschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freund5. Der liebt dich nicht, der noch lichkeit, welcher umns verlor'nen Ars mit Freuden das thut, was dir, men Gnade, Trost und Hilfe beut! o Gott, mißfällt. D'rum laß es Liebe, die den Sohn nicht schont, mich mit Sorgfalt meiden, gefiel der in ihrem Schooße wohnt, und es auch der ganzen Welt. Laß, zum Mittler ihn erkoren, zu erretten, Vater, mich behutsam sein, die kleinste was verloren. Sünde selbst zu scheu'n. 4. Doch du hast, o weise Liebe, 6. Aus Liebe laß mich Alles eine Ordnung auch bestimmt, daß leiden, was mir dein weiser Rath sich Jeder darin übe, der am Segen Von Gott, dem Vater. 117 Antheil nimmt. Wer nur an den ewiglich, deiner Hand entreißen Mittler glaubt, und ihm treu ergeben bleibt, der soll nicht verloren gehen, sondern Heil und Leben sehen. him jojoju können, noch von deiner Liebe trennen. pri Johann Rambach( 1693-1735). imour pisti Wel. O daß ich tausend Zungen hätte. 5. Dieſen Glauben anzuzünden, 207. Geht hin, ihr gläubigen giebst du deinen in's weite sich lässet willig finden, wie dein Feld der Ewigkeit, erhebt euch über theures Wort verheißt, Allen, die alle Schranken der alten und der gebeuget steh'n, die ihr Unvermögen neuen Zeit: erwägt, daß Gott die seh'n und zum Thron der Gnaden Liebe sei, die ewig alt und ewig neu. eilen, seine Gaben mitzutheilen. 2. Der Grund der Welt war 6. Keinen tilgst du zum Ver- nicht geleget, der Himmel war noch derben ohne Grund aus deinem nicht gemacht, da hat Gott schon Buch; die in ihren Sünden sterben, den Trieb geheget, der mir das laden selbst auf sich den Fluch. Beste zugedacht. Da ich noch nicht Wer nicht glaubt an deinen Sohn, geschaffen war, da reicht er mir der hat ew'gen Tod zum Lohn; schon Gnade dar. fein muthwillig Widerstreben schließt ihn aus von Heil und Leben. hid ando 3. Sein Rathschluß war, ich sollte leben durch seinen eingebor'nen 7. Liebe, dir sei Lob gesungen Sohn; den wollt' er mir zum Mittfür den heiligen Entschluß, den die ler geben, den macht' er mir zum Schaar verklärter Zungen rühmen Gnadenthron, in dessen Blute sollt' und bewundern muß, den der Glaub' ich rein, geheiliget und selig sein. in Demuth ehrt, die Vernunft er- 4. O Wunderliebe, die mich staunend hört und umsonst sich un- wählte vor allem Anbeginn der Welt, terwindet, wie sie dessen Tief' er- und mich zu ihren Kindern zählte, gründet. für welche sie das Reich bestellt! 8. Liebe, laß mich dahin streben, O Vaterhand, o Gnadentrieb, der meiner Wahl gewiß zu sein; richte mich in's Buch des Lebens schrieb. selbst mein ganzes Leben so nach 5. Wie wohl ist mir, wenn mein deinem Willen ein, daß des Glau- Gemüthe hinauf zu dieser Quelle bens Frucht und Kraft, die dein steigt, von welcher sich ein Strom Geist in mir geschafft, mir zum der Güte zu mir durch alle Zeiten Beugniß dienen möge, ich sei auf neigt, daß jeder Tag sein Zeugniß dem Himmelswege.in hi giebt: Gott hat mich je und je 9. Laß mich meinen Namen geliebt. schauen in dem Buch des Lebens 6. Wer bin ich unter Millionen steh'n; denn so werd' ich ohne Grauen der Kreaturen seiner Macht, die in selbst dem Tod entgegengeh'n. Keine der Höh' und Tiefe wohnen, daß Kreatur wird mich, den du liebest er mich bis hierher gebracht! Ich 118 Von Gott, dem Vater. bin ja mur ein dürres Blatt, ein| Schöpfer aller Freuden; bist du Staub, der keine Stätte hat.mömein Freund, wie wohl ist mir! 7. Ja freilich bin ich zu geringe Ich bleibe darum stets an dir; der herzlichen Barmherzigkeit, womit, nichts foll von dir mich scheiden. o Schöpfer aller Dinge, mich deine Du fassest mich bei meiner Hand, Liebe stets erfreut. Ich bin, o Va- machst mir den Weg des Heils beter, selbst nicht mein, dein bin ich, kannt, machst meinen Gang darauf Herr, und bleibe dein. dlogewiß, und schaffst mir Licht in 8. Die Hoffnung schauet in die Finsterniß. Ja, Herr, mein Gott, Ferne durch alle Schatten dieser du bist mein Licht, du bist mein Zeit. Der Glaube schwingt sich Licht; ich folge dir, so irr' ich nicht. über Sterne und blickt in's Reich der Ewigkeit; da zeigt mir deine milde Hand mein Erbtheil im gelobten Land. 2. Du leitest mich nach deinem Rath, der nun für mich beschloffen hat, was auf mein Bestes gehet. Führst du mich gleich oft wunder9. Im sichern Schatten deiner bar, so macht es doch der Ausgang Flügel find' ich die ungestörte Ruh'. klar, daß stets dein Rath beſtehet. Der feste Grund hat dieses Siegel: Folg' ich dir auch auf rauher Bahn, wer dein ist, Herr, den kennest du! so nimmst du mich mit Ehren an; Laß Erd' und Himmel untergeh'n, und dann verkehrt sich alles Leid dies Wort der Wahrheit bleibet steh'n. in Wonn' und in Zufriedenheit. Mein Herr und Gott, welch ein Gewinn, welch ein Gewinn ist mir'3, wenn ich dein Erbe bin! 10. Ach könnt' ich dich nur besser ehren, welch edles Loblied stimmt' ich an! Es sollten Erd' und Himmel hören, was du, mein Gott, an mir gethan; nichts ist so köstlich, nichts so schön, als, höchster Vater, dich erhöh'n. and sit schibur a 11. Doch nur Geduld, es kommt die Stunde, da mein durch dich erlöster Geist im höhern Chor mit frohem Munde dich, schönste Liebe, schöner preis't: d'rum eilt mein Herz aus dieser Zeit und sehnt sich nach der Ewigkeit. Joh. Gottfr. Herrmann( 1707-1791). og Mel. Herzlich lieb hab' ich dich. 4. Auch in der allergrößten Noth 208. Gott, der du mich als erquickst du mich, und wenn im Vater liebst, mit Tod auch Leib und Seel' verWohlthun überall umgiebst, du schmachten. Wie könnte das mir 3. Du mur bist meine Zuversicht. Hab' ich nur dich, so frag' ich nicht nach Himmel und nach Erden. Wär' ich im Himmel ohne dich, so könnte seine Pracht für mich doch nie erquickend werden. Könnt' ich dein nicht schon hier mich freu'n, so möcht' ich nicht auf Erden sein; denn außer dir ist doch kein Gut, das meinem Wunsch Genüge thut. Mein Herr und Gott, wo du nicht bist, wo du nicht bist, ist nichts, was mir erfreulich ist. Von Gott, dem Vater. 119 schrecklich sein? Mein Glaube lernt getreu bei Wohlsein und bei Schmerz, auch Todespein in deiner Huld ver- in gut und böser Zeit. Weicht, achten. Denn du, du bleibst auch Berge, weicht, fallt hin, ihr Hügel! dann mein Heil, mein Trost, und| Mein Glaubensgrund hat dieses meines Herzens Theil, und führst Siegel:: Gott ist getreu!:,: hil mich über Welt und Zeit zum 2. Gott ist getreu! Er ist mein Schauen deiner Herrlichkeit, so wahr treuster Freund, dieß weiß, dieß du bist! Mein Herr und Gott, mein hoff' ich fest. Ich bin gewiß, daß Herr und Gott, du fegnest mich er mich keinen Feind zu hart verselbst durch den Tod. 100 suchen läßt. Er wiegt bei jeder 5. Nur wer von dir weicht und Prüfungsstunde die Kraft von meidie Welt mehr liebt als dich, nicht nem Glaubenspfunde.:: Gott ist zid ildst énut Glauben hält, der stürzt sich in's getreu!:,: id Verderben. Wer dieser Erde Lust 3. Gott ist getreu! Er thut, was und Pracht zu seinem Himmelreiche er verheißt, er hält, was er vermacht, der kann dein Reich nicht spricht; wenn mir sein Wort den erben. Denn wer dich hier nicht lieben lernt, und nicht sein Herz von dem entfernt, was dir, o Heiligster, mißfällt, schaut nicht das Heil der bessern Welt. Nur den, der hier fein Herz dir weiht, sein Herz dir weiht nur den führst du zur Herrlichkeit. 4. Gott ist getren! Er handelt väterlich, und, was er thut, ist gut; 6. Und dieses Glück entzög' ich trifft mich sein Schlag, er weckt mir? Nein, Gott, ich halte fest an und bessert mich, die Strafe meint dir; das, das ist meine Freude. es gut. Das Kreuz wird mir zur Dein Wort, o Vater, soll allein die Himmelsleiter, der Kampf macht Richtschnur meines Lebens sein, mich zum guten Streiter.:: Gott mein Trost in allem Leide! Ich ist getreu!:,: seze meine Zuversicht auf dich, mein 5. Gott ist getreu! Er giebt der Fels, und wante nicht, bis einst bösen Welt den ein'gen Sohn dasich in der Ewigteit mein Herz ganz hin. Der Heiligste bezahlt das deiner Liebe freut. Gott meines Lösegeld, damit ich selig bin. Um Heils, ich bleibe dein, ich bleibe uns zu retten vom Verderben, ließ dein; laß deine Huld stets mit mir sein. er den Eingebornen sterben.:,: Gott Dieterich nach Neumeister( 1671-1756). ist getreu!:,: 6. Gott ist getreu! Mein Vater, deß ich bin, sorgt für mein SeelenMel. Es ist genug. 209. Gott ist getreu! Sein wohl. Sein Will' und Wunſch, Bemüh'n ist, Herz, sein Vater- sein Zweck und sein herz ist voller Redlichkeit. Gott ist daß ich leben soll. Er reinigt mich Weg zum Leben weist, so gleit' und irr' ich nicht. Gott ist kein Mensch, er tann nicht lügen, sein Wort der Wahrheit kann nicht trügen.:,: Gott ist getreu!:: iur no 120 von allen Sünden, er läßt mich Ruh' in Christo finden.:,: Gott iſt getreu!:,: 1901 7. Gott ist getreu! Sein göttlich treuer Blick giebt sorgsam auf mich Acht; er sieht mit Luft, wenn mich ein zeitlich Glück erfreut und dankbar macht. Was uns zu schwer ist, hilft er tragen, und endlich stillt er alle Klagen.:,: Gott ist getreu!:,: Von Gott, dem Vater. 8. Gott ist getreu! Mein Herz, was fehlt dir noch, dich stets im Herrn zu freu'n? Sei Gott getreu, sei unverzagt, mag doch die Welt voll Falschheit sein! Der falschen Brüder neid und Tücke gereicht am Ende mir zum Glücke.:,: Gott ist getreu!:,: npil thin munt Gott, und seines Thrones Veste ift Wahrheit und Gerechtigkeit. un 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn' Anfang Gott, und Gott in ew'gen Zeiten, Herr aller Welt, wer ist dir gletch? di 5. Was ist und war im Himmel, Erd' und Meere, das kennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah', du sizzest oder gehest, ob du an's Meer, ob du gen Himmel flöhest, so ist er allenthalben da.in 8. Er kennt mein Fleh'n und allen Rath der Seele, er weiß, wie oft ich Gutes thu' und fehle, und eilt mir gnädig beizusteh'n. gr 9. Gott ist getreu! Vergiß, o Seel', es nicht, wie zärtlich treu Gott ist. Gott treu zu sein, sei deine hohe Pflicht, so lang' du denkst und bist. Halt' fest an Gott, sei treu im Glauben, laß dir den wie lang' ich leben sollte, da ich noch starken Trost nicht rauben::,: Gott unbereitet war. iſt getreu!:,: . 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch rotislabmumic? mi10. Nichts, nichts ist mein, das Hal Ehrenfried Liebich( 1713-1780). Gott nicht angehöre. Herr, immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde sein. Tad tobin Eigene Melodie. 210, Gott ist mein Lied, er ott ist mein Lied, er 11. Wer kann die Pracht von ist der Gott der deinen Wundern fassen? Ein jeder Stärke; hehr ist sein Nam', und Staub, den du hast werden lassen, groß sind seine Werke und alle verkündigt seines Schöpfers Macht. Himmel sein Gebiet. odagni mod 2. Er will und spricht's, so sind und leben Welten; und er gebeut, so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. Idem 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel, du Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Pſalm. Juyning th the pos 13. Rein Sperling fällt, Herr fällt, Serr ohne deinen Willen; sollt' ich mein 3. Licht ist sein Kleid und seine Wahl das Beste; er herrscht als Von Gott, dem Vater. Herz nicht mit dem Troste stillen, 5. Wen dein Aug' voll Falschdaß deine Hand mein Leben hält? heit findet, wen es sieht im Finstern 14. Ist Gott mein Schuß, will geh'n, wen die Lust der Welt entGott mein Retter werden: so frag'| zündet, der kann nicht vor dir beich nichts nach Himmel und nach steh'n; du bist nur der Wahrheit Erden, und biete selbst der Hölle Freund, allem Bösen bist du Feind, Truß.dct apitied dapat iach, das muß uns Sünder schrecken, Chr. Fürchtegott Gellert( 1715-1769). Furcht und Schmerz in uns erwecken. fini rodima romier Fondin@ 6. Tilge solche Furcht und Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. Schmerzen! Du bist rein und 211. Gott, vor desfen Ange- machest rein, schaff' in uns doch sichte nur ein reiner solche Herzen, welche rein und heilig Wandel gilt, ew'ges Licht, aus jei'n. Rein'ge sie, o höchstes Gut, dessen Lichte nichts als reinste Klar- rein'ge uns durch Christi Blut und heit quillt: laß uns doch zu jeder Beit Strahlen deiner Heiligkeit so durch Herz und Seele dringen, daß auch wir nach Heil'gung ringen! laß so Verstand und Willen deinen heil'gen Geist erfüllen. 7. Hilf, o Vater, unsern Seelen glaubensvoll auf dich zu seh'n; 2. Du bist rein in Werk und deinen ew'gen Weg zu wählen und Wesen, und dein unbeflecktes Kleid, ihn ohne Falsch zu geh'n, bis wir das von Ewigkeit gewesen, ist die mit der fel'gen Schaar der Erlösten reinste Heiligkeit. Du bist heilig, immerdar Heilig! Heilig! Heilig!" aber wir, großer Schöpfer, steh'n singen und die reinsten Opfer vor dir, wie in einem Kleid voll bringen.d Flecken, die wir dir umsonst verdecken. Johann Zimmermann( 1702-1783). 11 moisg Mel. Jesus, meine Zuversicht. 121 3. Nichts wird sonst von dir geliebet, Vater, als was sich allein deiner Heiligkeit ergiebet und fich 212. Habe deine Luſt am sehnt, gleich zu darum nimm dich unser an, deren Herz nichts lieben fann, als was Straf und Zorn verdienet, weil es noch der Sünde dienet.d thi and em Herrn, der dir schentet Lust und Leben, so wird dir sein Gnadenstern tausend holde Strahlen geben; denn er beut dir treulich an, was dein Herz nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eit'le Luſt, die in Weinen sich verkehret; wisse, wer in seiner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, dieser trifft in Allem an, was das Herz nur 4. Was dein Geist und Herze sinnet, was dein weiser Wille thut, was dein starker Arm beginnet, das ist heilig, rein und gut; und so bleibst du ewiglich. während wir auf Erden dich durch das Böse, wünschen kann. das wir üben, stets von Jugend 3. Lust an Gott erhebet dich, auf betrüben. srbijs wenn du ihn im Wort erkennest; 122 Von Gott, dem Vater. Lust an Gott ist innerlich, wenn du| Wann Berge stürzen, Hügel brechen, in der Liebe brennest. Solche Luft so bleibt dein Bund und deine Treu; geht eine Bahn, die das Herz nur wann Erd' und Himmel weicht und wünschen kann.bin und dfällt, so lebt doch Gott, der Glauben 4. Wer die Lust am Herren hat, hält. osmi chun etchise di hat auch Lust an seinem Willen, 5. Für deine theuren Saframente, ist bemüht, in Wort und That die Siegel deiner wahren Schrift, ihn getreulich zu erfüllen; und so wird ihm auch gethan, was das Herz nur wünschen kann. d'rin Gott, damit ich glauben könnte, ein Denkmal seiner Wunder stift't; für diese Gnaden in der Zeit dankt dir mein Herz in Ewigkeit. 5. Ist die Luft nicht ohne Last, trag' geduldig die Beschwerden; 6. Ja, Mund und Herze soll wenn du wohl gelitten hast, wirst dir danken; doch bittet auch mein du erst recht fröhlich werden und triffst dort im Himmel an, was dein Herz nur wünschen kann. Benjamin Schmold( 1672-1737). dstu( bid jun Hovenso jullovens Herz und Mund: laß weder Mund, noch Herze wanken und gründe mich auf diesen Grund; erhalte nur durch Deine Treu auch bis ans Ende mich dabei. oni prip'lis hom sur thua Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 7. Laß mir dein allgemein Erden der Armen, err von unendlichem barmen, das allgemeine Lösegeld, gründlich Liebesmeer! Ich danke den allgemeinen Trost der Welt, dir mit andern Armen, mit einem die Mittel, welche allgemein, den ganzen Sünderheer', für deine Huld festen Grund des Glaubens fein. in Jesu Christ, die vor der Welt gewesen ist. 213. 2. Jür dein so allgemein Erlösen, für die Verfühnung aller Schuld, für deinen Ruf an alle Bösen und für das Wort von deiner Huld, ja, für die Kraft in deinem Wort dankt dir mein Herze hier und dort. 8. Du gabst ja mir auch solche Gnaden, auch ich, ich habe Theil daran; ich lag ja mit in gleichem Schaden, für mich ist auch genug gethan; an deinem Worte, Trost und Heil gehört mir mein besond'res Theil. Sout ur 9. An diesem kann ich nun ermisd fennen, daß ich dein Kind in Gnaden 3. Für deinen heil'gen Geist der bin; du willst mir selbst die Ehre Liebe, der Glauben wirkt in unserm gönnen, du gabst den Sohn für Geist, für dieses Glaubens Kraft mich dahin, der war den Sündern und Triebe, wodurch sich deine Macht zugezählt, in dem die Sünder aus erweist, für die Befestigung darin erwählt. collgiuns dankt dir mein neugeschaff'ner Sinn. 10. Laß mich in Liebe heilig 4. Für dein so tröstliches Ver- leben, unsträflich dir zum Lobe sein; sprechen, daß deine Gnade ewig sei. versichere mein Herz daneben: es Von Gott, dem Vater. 123 reiße feine Qust, noch Pein mich ist mir Gewinn, der Tod selbst iſt von der Liebe Gottes hin, weil ich mein Leben. Ich bin ein Sohn in Christo Jesu bin.. mda değ, der vom Thron des Himmels r 11. Tod, Leben, Trübsal, Angst wohl regieret, der, wenn er schlägt und Leiden, was Welt und Hölle und Kreuz auflegt, doch stets mit in sich schließt, nichts soll mich von Liebe führet. In d hi lo der Liebe scheiden, die da in Christo 2. Das kann mir fehlen nimmerJesu ist. Ja, Amen! Vater aller Treu', zähl' mich den Auserwählten bet.lug! mehr: mein Vater muß mich lieben. Wenn er mich auch gleich wirft bin Hoblih) omu dluds in's Meer, so will er mich nur üben und mein Gemüth in seiner Güt gewöhnen, fest zu stehen. Halt' ich dann Stand, weiß seine Hand mich wieder zu erhöhen. 3. Es ist ja Weisheit und Ver= stand bei ihm ohn' alle Maaßen; Zeit, Ort und Stund' ist ihm bekannt, zu thun und auch zu lassen. 2. Wenn im Dunkel auch sein Er weiß, wann Freud', er weiß, Häuflein irrt: er wacht, der treue wann Leid uns, seinen Kindern, Hirt, und läßt den Seinen ein diene, und was er thut, ist Alles freundlich Sternlein scheinen. Halle gut, ob's noch so traurig schiene. Luja! pics anormd dim 2un msd dim au 14. Du denkest zwar, wenn du 3. Sicher leitet aus des Todes nicht hast, was Fleisch und Blut Grau'n er uns auf grüne Au'n, begehret, als sei mit einer großen aus Sturm und Wellen zur Küh- Last dein Glück und Heil beschweret; lung leiser Quellen. Halleluja! hast spät und früh viel Sorg' und 4. Freundlich blickt sein Aug' auf Müh' an deinen Bunsch zu kommen, uns herab; sein sanfter Hirtenstab und denkest nicht, daß, was geschieht, bringt Trost und Friede; er wachet gescheh' zu deinem Frommen. sich nicht müde. Halleluja! 5. Ei nun, mein Gott, so fall' 5. Ja fürwahr! er ist getreu ich dir getrost in deine Hände: und gut. Auch uns're Heimath ruht nimm mich und mach es so mit in seinen Armen. Sein Name ist Erbarmen. Halleluja! an Friedr. Ad. Krummacher( 1768-1845), ik de Mel. Was mein Gott will, gescheh' ze. 215. ch hab' in Gottes Herz und Sinn mein Herz und Sinn ergeben. Was böse scheint, mir bis an mein beztes Ende, wie du wohl weißt, daß meinem Geiſt dadurch sein Nuß entstehe, und deine Ehr' je mehr nnd mehr sich in ihr selbst erhöhe. du Philipp Hiller( 1699-1769). iar d 200 and Mel. Auferstehn, ja auferstehn. 214. Ja mit fanfter Hand ein ( a fürwahr! uns führt Hirt durch's Pilgerland der dunklen Erde, uns, seine kleine Heerde. Halleluja! ja 6. Willst du mir geben Sonnen= schein, so nehm' ich's an mit Freuden; soll's aber Kreuz und Unglück 124 Von Gott, dem Vater. sein, will ich's geduldig leiden. Soll| 7. Ach Herr, mein Gott, das mir allhier des Lebens Thür noch kommt von dir, du, du mußt Alles ferner offen stehen: wie du mich thun; du hältst die Wach' an unf'führst und führen wirst, so will ich rer Thür und läßt uns sicher ruh'n. gern mitgehen. du8. Du nährest uns von Jahr zu 7. Soll ich dann auf des Todes Jahr, bleibst immer fromm und Weg und finst're Straße reisen, treu und stehst uns, wenn wir in wohlan, so tret' ich Bahn und Gefahr, mit Huld und Stärke bei. Steg, den mir dein' Augen weisen. 9. Du strafst uns Sünder mit Du bist mein Hirt, der Alles wird Geduld und schlägst nicht allzusehr, zu solchem Ende kehren, daß ich ja, endlich nimmst du uns're Schuld einmal in deinem Saal dich ewig möge und wirfst sie in das Meer. ehren.dand 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, wirst du gar leicht erweicht und giebst uns, was uns Mel. Lobt Gott, ihr Christen.nl hoch erfreut und dir zur Ehr' gePaul Gerhardt( 1606-1676). 216. h finge dir mit Herz reicht. und Mund, Herr, 11. Du zählst, wie oft ein Christ meines Herzens Luft. Ich sing' hier wein', und was sein Kummer und mach' auf Erden kund, was sei; kein Zähr- und Thränlein ist mir von dir bewußt.cur disusid so flein, du hebst und legst es bei. 2. Ich weiß, daß du der Brunn 12. Du füllst des Lebens Mangel der Gnad' und ew'ge Quelle bist, aus mit dem, was ewig steht, und daraus uns Allen früh und spät führst une in des Himmels Haus, viel Heil und Gutes fließt.dopo wenn uns die Erd' entgeht. im 3. Was sind wir doch? was 13. Wohlauf mein Herze, sing' haben wir auf dieser ganzen Erd', und spring' und habe guten Muth! das uns, o Vater, nicht von dir dein Gott, der Schöpfer aller Ding', allein gegeben werd'? in hmod dift selbst und bleibt dein Gut. 4. Wer hat das schöne Himmels- 14. Er ist dein Schatz, dein Erb' zelt hoch über uns gesetzt? Wer und Theil, dein Glanz und Freudenist es, der uns unser Feld mit Thau licht, dein Schirm und Schild, dein und Regen netzt? du tim mm Hilf' und Heil, schafft Rath und läßt dich nicht. 19 moist mi 5. Wer wärmet uns in Kält' und Frost? Wer schützt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Del und Most zu seinen Zeiten find't? 6. Wer giebt uns Leben, Kraft uud Muth? Wer schüßt mit seiner macht.sto ſeizer 15. Was fränkst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? nimm deine Sorg' und wirf sie hin auf den, macht, molte an hand to be der dich geth als 16. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und ernährt? wie Sincens Hand des goldnen Friedens werthes Gut in unserm Vaterland? Von Gott, dem Vater. 125 manchen schweren Unglückslauf hat| lassen mit Allem, was ich hab' und er zurückgekehrt! dasig: dubin; ich werfe, was ich nicht fann 17. Er hat noch niemals was fassen, auf deine Macht und Weis verseh'n in seinem Regiment; nein, heit hin. Mein Vater, führ' mich was er thut und läßt gescheh'n, das immerdar mur selig, wenn gleich snis nimmt ein gutes End'. did wunderbar. joh Bord 18. Ei nun, so laß ihn ferner 6. Hilf, daß ich nie von dir mich thun und red' ihm nicht darein: so wirst du hier in Frieden ruh'n und ewig felig sein.de Paul Gerhardt( 1606-1676). og hustotugis dit Mel. Wer nur den lieben Gott läßt. ein Gott, wie bist du so verborgen, wie ist kehre; in Glück und Unglück, Freud' und Leid schick Alles, Herr, zu deiner Ehre und meiner Seele Seligfeit. Mein Vater, führ' mich immerdar nur selig, wenn gleich wunderbar. id od Salomon Franck( 1659--1725). din 217. M dein Rath so wunderbar! Was helfen 218. Nie but as fernt, du Mel. Mir nach, spricht Christus bist du, Höchſter, von uns alle meine Sorgen? du hast geforget, eh' ich war. Mein Vater, führ' mich immerdar nur selig, wenn gleich wunderbar. wirkst an allen Enden; wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb' und athme ich, denn deine Rechte schüßet mich. 2. Was ich gedenke, siehest du, du prüfest meine Seele. Du fiehst es, wenn ich Gutes thu', du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts fann deinem Aug' entflieh'n und nichts mich deiner Hand entzieh'n. wunderbar. 2. Kein Mensch kann, Herr, dein Antlitz sehen, wir seh'n dir nur von Ferne nach. Was du bestimmt, das muß geschehen bei unserm Glück und Ungemach. Mein Vater, führ' mich immerdar nur selig, wenn gleich end us fou 3. Herr, wer fann deinen Rath ergründen? dir bleibt allein der Weisheit Preis, du kannst viel tausend Wege finden, da, wo der Mensch nicht einen weiß. Mein Vater, führ' mich immerdar nur selig, wenn gleich wunderbar. 3. Wenn ich in stiller Einsamkeit mein Herz an dich ergebe, und über deine Huld erfreut, lobsingend dich erhebe: so hörst du es und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer ſei. 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rath verkehrte Wege wählet; und bleibt auch eine böse That vor aller Welt verhehlet: so weißt du sie und strafest mich zu meiner 4. Gott, deine heiligen Gedanken sind himmelweit von Menschenwahn; d'rum leite mich in deinen Schranken und führe mich auf rechter Bahn. Mein Vater, führ' mich immerdar Bess'rung väterlich. nur selig, wenn gleich wunderbar. 5. Dir will ich ganz mich über- zu, daß Hilfe mir erscheine; voll 5. Du hörest meinem Seufzen 126 Von Gott, dem Vater. Mitleid, Vater, zählest du die Thrä- gieb Kraft, um dich zu lieben. Herz nen, die ich weine. Du siehst und und Begierden, Muth und Sinn wägest meinen Schmerz, und stärkst sei'n dir hiermit verschrieben. Brenn' mit deinem Trost mein Herz. aus den Zunder böser Lust, laß ewig 6. O drück', Allgegenwärtiger, nichts in dieser Brust als deine dies tief in meine Seele, daß, wo Liebe glühen. stugis ich bin, nur dich, o Herr, mein Friedrich Lampe( 1683-1729). Herz zur Zuflucht wähle, daß ich 220. R 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln, und stärke mich dazu mit Kraft, vor dir getrost zu wandeln. Daß du, o Gott, stets um mich sei'st, das tröst' and beff're meinen Geist. O FO dein heilig Auge scheu' und dir zusrs Eigene Melodie. nd jut dienen eifrig sei. Juhe ist das beste Gut, daß man haben kann; Stille und ein guter Muth steiget himmelan. Die suche du! Hier und dort ist keine Ruh', als bei Gott; ihm eile zu: Gott ist die Ruh'. 2. Ruhe suchet jedes Ding, allerChristoph Sturm( 1740-1786). meist ein Christ. Du, mein Herz, ou dat nallo un inach Ruhe ring', wo du immer biſt! Mel. Allein Gott in der Höh' sei Ehr' O suche Ruh'; in dir selber wohnt 219.0 iebesglut, wie soll sie nicht; such' in Gott, was dir 3. Ruhe giebt dir nicht die Welt, ihre Freud' und Pracht; Ruhe giebt nicht Gut und Geld, Luſt, Ehr', Gunst und Macht; Keins reichet zu. Wenn du recht bekümmert bist, suchst du das, was droben ist; Gott ist die Ruh'. 1. ich dich nach Würdig- gebricht! Gott ist die Ruh'. keit besingen? es müssen deine Tiefen mich, du volle See, verschlingen! es flammet Gottes Herrlichkeit, es brennt die ganze Ewigkeit: bleibt noch mein Herz erkaltet? du 2. D Liebe, die Gott seinen Sohn aus seinem Schooß genommen: er ist von dem gestirnten Thron zu 4. Ruhe geben kann allein Jesus, uns herabgekommen. Sein Mangel, Gottes Sohn, der uns Alle ladet Knechtschaft, Kreuz und Grab sind ein vor des Himmels Thron zur uns ein Bild, zu malen ab, wie start wahren Ruh'. Wer den Ruf verGott lieben fönne. dad isdim nommen hat, dringe ein zur Gottes3. Hör' auf, zu grübeln, glaub' stadt! Gott ist die Ruh'. d allein, kannst du dies Meer nicht 5. Ruhe beut er Allen an, die gründen, so wirf dich blindlings da beladen sind. Arm und Reiche, hinein mit allen deinen Sünden, kommt heran, Mann und Weib und daß dem dein Herze sei gewährt, der Kind, ihr findet Nuh'! Traget dir sein Herz hat ganz beschert, gieb ihr des Leides viel, Gott setzt Herz für Herz zum Opfer. allem Leid ein Ziel; Gott ist die Ruh' 4. O liebster Vater, nimm es hin! Von Gott, dem Vater. 127 6. Ruhe kommt aus Glauben her,| Ruh' in dir; gieb Ruh' dem Geist. der nur Jesum hält; Jesus machet Schließt sich dann mein Auge zu, leicht, was schwer, richtet auf, was so führ' Beib und Seel' zur Ruh', fällt, sein Geist bringt Ruh'; gieb dem Himmel zu! stotinis) im Glauben Herz und Sinn seinem prol Johann Schade( 1666-1698). Geist zu eigen hin, Gott ist died liur ndio ldour of nas ind Ruh'. ird jog and trpd m' ammin Eigene Melodie o 7. Ruhe findet sich zumeist, wo 221. So ollt' ich meinem Gott Gehorsam blüht; ein in Gott ge- nicht singen und in setzter Geist macht ein still Gemüth ihm nicht fröhlich sein? Denn ich und Seelenruh'. Darum selig, wer seh' in allen Dingen, wie so gut sich giebt, daß er Gottes Willen er's mit mir mein'. Ist's doch übt! Gott ist die Ruh.asp nichts als lauter Lieben, das sein 8. Ruhe wächset aus Geduld und treues Herz bewegt, das ohn' Ende Gelassenheit, die sich lehnt auf hebt und trägt, die in seinem Dienst Gottes Huld und in Lieb' und Leid sich üben. Alles Ding währt seine sich giebt zur Ruh'. Je zufriedener du bist, desto näher Gott dir ist: Gott ist die Ruh. 13 esttal Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. hi 9. Ruhe hat, wer williglich Christi sanftes Joch hingebücket nimmt auf sich; ist es lieblich doch und schaffet Ruh'. Folge deinem Heiland gern, dann ist nie sein Friede fern; Gott 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, also hat auch immer wieder mich des Höchsten Arm gedeckt. Seit den ersten Athemzügen, da er mir das Leben gab und das Wesen, das ich hab', durft' an seiner Brust ich liegen. ist die Ruh'. spin Alles Ding währt seine Zeit, Gottes ug be Lieb' in Ewigkeit.isi2 suon sundi als wo Demuth blüht; was zur 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu Niedrigkeit fein treibt und hinunter theuer, nein, er giebt ihn für mich zieht, giebt wahre Ruh'. Darum hin, daß er mich vom ew'gen Feuer bleibe arm und klein, so wird Gott durch sein theures Blut gewinn'. dir nahe sein; Gott ist die Ruh'. O du unergründ'ter Brunnen, wie 10. Ruhe nirgends lieber bleibt, 11. Ruh' entspringet aus dem Quell, der als Liebe fleußt. das Herz nur klar und hell, sanft und still der Geist, dann strömet Ruh'. Liebe, wenn du Ruh' begehrst, bis du seliglich erfährst: Gott ist die Ruh'. will doch mein schwacher Geist, ob st er sich gleich hoch befleiß't, deine Tief' ergründen können? Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. od hun 4. Seinen Geist, den edlen Führer, giebt er mir in seinem Wort, daß 12. Ach, du Gott der wahren er werde mein Regierer durch die Ruh', gieb auch Ruhe mir! Was Welt zur Himmelspfort', daß er mir ich denke, red' und thu', streb' nach mein Herz erfülle mit dem hellen Univ.- Bibl. Giessen 128 Von Gott, dem Vater. Glaubenslicht, das des Todes Macht 9. Seine Strafen, seine Schläge, zerbricht und mein banges Herz ob mir dies gleich bitter scheint, macht stille. Alles Ding währt sind, wenn ich es recht erwäge, seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. dennoch Zeichen, daß mein Freund, 5. Meiner Seele Wohlergehen der mich liebet, mein gedenke und hat er ja so wohl bedacht; will dem mich von der schnöden Welt, die Leibe Noth entstehen, nimmt er's uns hart gefangen hält, durch die gleichfalls wohl in Acht. Wenn Trübsal zu sich lente. Alles Ding mein Können, mein Vermögen nichts währt seine Zeit, Gottes Lieb' in vermag, nichts helfen kann, kommt Ewigkeit. mein Gott und hebet an, seine Kraft 10. Das weiß ich fürwahr und mir beizulegen. Alles Ding währt lasse mir's nicht aus dem Sinne seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigfeit. geh'n: Christenfreuz hat seine Maaße nib Jibom is 198 6. Himmel, Erd' und ihre Heere und muß endlich stille steh'n. Wenn hat er mir zum Dienst bestellt; wo der Winter ausgeschneiet, tritt der ich nur mein Aug' hinkehre, find' schöne Sommer ein: also wird auch ich, was mich nährt und hält, Thier nach der Pein, wer's erwarten fann und Kräuter und Getreide. In den erfreuet. Alles Ding währt seine Gründen, in der Höh', in den Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. Büschen, in der See: überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 11. Weil denn weder Ziel, noch Ende sich in Gottes Liebe find't, ei, so heb' ich meine Hände zu dir, Va7. Wenn ich schlafe, wacht sein ter, als dein Kind, bitte, woll'st mir Sorgen und ermuntert mein Ge- Gnade geben, dich aus aller meiner müth, also daß ich jeden Morgen, Macht zu umfangen Tag und Nacht schaue neue Lieb' und Güt'. Wäre hier in meinem ganzen Leben, bis mein Gott nicht gewesen, hätte mich ich dich nach dieser Zeit lob' und lieb' sein Angesicht nicht geleitet, wär' in Ewigfeit! di ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, ab Gottes Lieb' in Ewigkeit. nd nist tilg ME Paul Gerhardt( 1606-1676). 8. Wie ein Bater ſeinem Stinde 222 Yater, meine Seele ter Mel. Alles ist an Gottes Segen. fens ehret, Höchster, sein Herz niemals ganz entzieht, ob es gleich bisweilen Sünde thut und aus der Zucht entflieht; also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zu gut, will mein Fehlen mit der Ruth' und nicht mit 2. Ohne dich ist doch kein Friede; dem Schwerte rächen. Alles Ding und die Seele rennt sich müde nach währt seine Zeit, Gottes Lieb' in dem Schattenſpiel der Zeit. Shren Ewigkeit. Durft kannst du nur stillen: möchtest dich und nennet gut und heilig dein Gebot, wünschet, ewig dich zu lieben, deinen Willen nur zu üben, dein allein zu sein, o Gott. Von Gott, dem Vater. 129 du sie ganz erfüllen, Gott in Zeit| in Trümmer geh'n, Gottes Gnade und Ewigkeit. wird besteh'n. 3. Gieb, daß mir der Tand der Erde täglich immer nicht'ger werde! feines Wunsches ist er werth. Frommsein ist das Glück der Seele, gieb, daß ich nur dieses wähle, Gott, der mein Gebet erhört. masid 2. Sott hat Gnade mir versprochen, Gott hat einen Bund gemacht, der wird nimmermehr gebrochen, bis er Alles hat vollbracht. Er, die Wahrheit, trüget nicht, er erfüllt, was er verspricht. 3. Seine Gnade soll nicht weichen, wenn gleich Alles bricht und fällt, sondern ihren Zweck erreichen, der mein Herz zufrieden stellt. Ist die Welt voll Heuchelei, Gott ist fromm und gut und treu. 5. Mag die Welt mich immer 4. Will die Welt den Frieden haffen, kann ich dich im Geist um brechen, hat fie lauter Krieg im fassen und verdammt mein Herz Sinn, Gott hält immer sein Vermich nicht, o so bin ich voller sprechen; so fällt aller Zweifel hin, Freude, glücklich dann selbst, wenn als wär' er nicht immerdar, was ich leide, bleib' ich treu nur meiner er ist, und was er war. Pflicht. 6. Laß den Reiz der Eitelkeiten nie von dir mein Herz ableiten, bleibe du mein höchstes Gut! hilf mir den Betrug der Sünden, Vater, endlich überwinden; schenk mir Christenheldenmuth. 4. Friede werd' ich im Gewissen, hier den Himmel schon genießen, lieb' ich herzlich dich allein, such' ich, Vater, mehr als Allen, such' ich dir nur zu gefallen, so sind deine Freuden mein. OH! 7. Bente du all' mein Bestreben weg von hier zum bessern Leben, daß ich mich schon in der Zeit nur am Ewigen ergöße und den Werth der Dinge schäße wie einst in der Ewigkeit. ibi Johann Lavater( 1741-1801). 5. Mag sein Antlik sich verstellen, ist sein Herz doch treu gefinnt und bezeugt in allen Fällen, daß ich sein geliebtes Kind, dem er beide Hände reicht, wenn auch Grund und Boden weicht. Mel. Gott des Himmels und der Erde. 223. Weich eicht, ihr Berge, fallt, ihr Hügel, brecht, ihr Felsen, stürzet ein! Gottes Gnade hat das Siegel: sie will unverändert sein. Laßt die Welt Neues Gesangbuk 6. Er will Friede mit mir halten, wenn die Welt sich auch empört; ihre Liebe mag erkalten, bleib' ich meinem Gott nur werth. Ob die Sonne sich verhüllt, bleibt er mir doch Sonn' und Schild. 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer, so hat er sich selbſt gejo nannt; das ist Trost: so bleib' ich Armer immerdar in seiner Hand. Sein Erbarmen läßt nicht zu, daß er mir was Leides thư. 8. Nun, so soll mein ganz Vertrauen fest auf diesem Felsen ruhn; ewig will ich auf ihn bauen, was 9 130 Von Gott, dem Vater. er sagt, das wird er thun. Erd'| und Preis, ist sich ein täglicher und Himmel mag vergeh'n, ewig Beweis von deiner Güt' und Größe. wird sein Bund besteh'n. Benj. Schmold( 1672-1737). 6. Erheb' ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei gepreis't, und alle Welt sag' Amen! Und alle Welt fürcht' Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 224. W Jenn ich, o Schöpfer, ihren Herrn, und hoff auf ihn und deine Macht, die dien' ihm gern: Wer wollte Gott Weisheit deiner Wege, die Liebe, nicht dienen! die für Alle wacht, anbetend überlege: so weiß ich, von Bewund'rung voll, nicht, wie ich dich erheben Chr. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). Eigene Melodie. ſoll, mein Gott, mein Herr und 225. Wie groß ist des an Vater. Güte! 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke; der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preis't dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn' an ihm erhöht? wer fleidet sie mit Majestät? wer ruft dem Heer der Sterne? Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt, der mit verhärtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen: vergiß, mein Herz, auch seiner nicht! 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schooß der Erde auf, mit Vorrath uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Kath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Gut's genießen? Ist's nicht sein Arm, der Alles schafft? 3. Schau', o mein Geist, in jenes geringste Wurm, bringt meinem Leben, zu welchem du erschaffen bist, Schöpfer Ehre! Mich, ruft der wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Baum in seiner Pracht, mich, ruft Gott ewig seh'n wirst, wie er ist! die Saat, hat Gott gemacht: bringt unserm Schöpfer Ehre! 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preis't der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der Du hast ein Recht zu diesen Freuden; durch Gottes Güte sind sie dein: sieh', darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet, der Mensch, ein Geist, den sein Verstand, dich zu erfennen, leitet, der Mensch, der Schöpfung Ruhm versteh'n? Er sollte rufen, ich nicht 4. Und diesen Gott sollt' ich nicht ehren und seine Güte nicht Von Gott, dem Vater 131 hören, den Weg, den er mir zeigt,| güsse und du spürst nicht seinen nicht geh'n? Sein Will' ist mir in's Herz geschrieben, sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über Alles lieben und meinen Nächsten gleich als mich. Fuß: so auch in dem Meer der Sorgen hält Gott seinen Pfad verborgen, daß man nach ihm suchen muß. 4. Kein Befinnen kann ersinnen, wo man könnte Rath gewinnen; 5. Dies ist mein Dank, dies ist die Vernunft ist hier zu blind; ihre sein Wille: ich soll vollkommen halbgebrochnen Augen können hier sein, wie er. Je mehr ich dies zum Seh'n nicht taugen, weil es Gebot erfülle, stell' ich sein Bild- Gottes Wege sind.m niß in mir her. Lebt seine Lieb' in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht, und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 5. Weil der Herr im Dunfeln thronet und sein Reich im Glauben wohnet, da man glaubt, ob man nicht sieht, bleibt die Sorge bei den Sorgen, wer nicht trauen will auf morgen, dem auch keine Hülfe blüht. 6. O Gott, laß deine Güt' und liebe mir immerdar vor Augen sein! Sie stärk' in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weih'n; sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, 6. Gott muß man in allen Sachen, weil er Alles wohl kann machen, End' und Anfang geben frei. Er wird, was er angefangen, fie leite mich zur Zeit des Glücks, lassen solch ein End' erlangen, daß und sie besieg' in meinem Herzen es wunderherrlich sei. die Furcht des letzten Augenblicks! 7. Oftmals lässet er mit Schrecken Wasserwogen dich bedecken, und sein Donner schallt darein. Oftmals führt er dich durch Klüfte, ja, durch Christ. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). ăn 1 Ph Homörin Mel. O wie selig sind die Seelen. 226, Wunderanfang, herr- Feu'r und stürm'sche Lüfte und durch and're Noth und Pein. lich Ende, wo die gnadenreichen Hände Gottes führen 8. Aber lasse dir nicht grauen! ein und aus. Wunderweislich ist Verne deinem Gott vertrauen, sei sein Rathen, wunderherrlich seine getrost und guten Muth's. Er Thaten und du sprichst, wo will's fürwahr, er wird dich führen, daß hinaus? aid sodd du wirst am Ende spüren, wie er thue lauter Gut's. 9. Du wirst freudig dann erOb zählen und nicht vor der Welt verhehlen, was die blinde Welt nicht fennt. Er wird dir dein Kreuz ad versüßen, daß du wirst bekennen 3. Gottes Weg geht wie durch müssen: Wunderanfang, herrlich End'. Flüsse und durch große Wasser- 00 Heinrich) Stockfleth( 1648-1708). 2. Denke doch, es muß so gehen, was Gott weislich heißt geschehen, ihm und dir zur Herrlichkeit. der Anfang seltsam scheinet, ist das End' doch gut gemeinet; Friede folget nach dem Streit. 9* 132 Von Gott, dem Vater. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. tpis Mel. Eins ist Noth, ach Herr. 227. Wunderbar ist Gottes 228 Paget nicht, wenn Duntele Schicken, wunderauf des Lebens bar ist wohl sein Rath, doch ist herrlich Pfade ruhn: Gott ist gut, er wird sein Erquicken; dies erweist zuletzt euch leiten, ihm ist's Freude, wohl die That. Die er liebt, betrübt er zuthun. Sind seine Gedanken nicht auch, dieses ist sein alter Brauch; eure Gedanken, laßt dennoch, o laß dein Herz nur nimmer wanken, Christen, den Glauben nicht wanten, du wirst ihm dereinst noch danken. daß er, der des Wurmes im Staube 2. Sieh' auf deine vor'gen Tage, gedenkt, auch sorgsam und freundsieh', was dich dein Leben lehrt. lich durch's Dunkel euch lenft. Wie so manche Noth und Plage 2. Alles Dunkel dieses Lebens hat dein Gott in Heil verkehrt. In glänzt vor Gott wie Sonnenlicht: der dunklen Kreuzesnacht hast du wir durchforschen's oft vergebens, oft voll Angst gedacht: ich muß seinen Blick hemmt Dunkel nicht. hilflos untergehen, doch ließ Gott Er tennet das Große, das Kleine, dich Rettung sehen. das Ferne, die Thränen der Armen, die Schaaren der Sterne, mit mächtiger Liebe verfolgt er den Plan, den seine unendliche Weisheit ersann. 3. Höre, was dir Gott versprochen, was dir zugesagt sein mund; nie hat er sein Wort gebrochen, fest bleibt seiner Gnade Bund: ,, Erd' 3. Ach, erkenne dich, o Seele, und Himmel wird vergeh'n, Gottes fühle, wie so schwach du bist; blicke Wort bleibt ewig steh'n." Darauf still zu Gott und wähle, was von fannst du voll Vertrauen, als auf ihm verordnet ist. Der Trübfal einen Felsen bauen. em entströmen oft heilige Freuden, und 4. Hält es Gott dir gleich ver- Segen entsprießet den bittersten Leiborgen, wann und wie er helfen den. Bedenk' es, und jauchze, daß will! Mach' dir darum keine Sorgen, Gott dich regiert, sei folgsam, auch sei in deinem Gott nur still. Er wenn er durch Dornen dich führt. will prüfen, ob auch fest sich dein 4. Nicht das sinnliche Vergnügen Herz auf ihn verläßt, ob du seinen wird von Christen hochgeehrt; Sinn wohl kennest und ihn findlich Schäße nur, die nimmer trügen, sind des heißen Strebens werth. 5. Ja, mein Gott, dich laß ich Hinweg denn, ihr bangen, entehrens walten, dich, der du mein Vater bist. den Sorgen! Vater nennest. In Gott sind die verborgen. Deine Huld wird mich erhalten, mir verleih'n, was heilsam ist. meine Zuversicht, daß ich hoff und zweifle nicht: wunderbar wirst du's noch schicken, um mich herrlich zu erquicken. Hier tilgt sie kein Unfall, kein tobender Schmerz; auch traurige Stunden bereichern das Herz. ( eor Johann Weißenborn( 1644-1700). Stärke Schätze des Christen 5. Dulden wir gleich manche Plage, der Allweise wägt sie ab: Von Jesu Christo, Gottes Sohn. 133 er durchschauet uns're Tage von der Siegen, siegen wird mein Glaube, Wiege bis zum Grab. Was jetzt der den Herrn des Lebens preis't. uns betrübet, wird einst uns ent- O laß dich das Dunkel der Erde zücken, o selige Hoffnung, wie kannst nicht fümmern, schon sieht ja dein du erquicken! Nun ängsten die fünf- Glaube die Herrlichkeit schimmern, tigen Tage uns nicht; der Ewige die jenseits der Sterne dir Jesus spricht, und das Dunkel wird licht. enthüllt. Da rufft du einst jauch6.15 Schwinge dich empor vom zend: das Herz ist geſtillt! d Staube, fasse Muth, verzagter Geist!| Johann Reche( 1764-1835). bailadoro thindonud tool sid II. Don Jesu Christo, Gottes Sohn, seiner Person dr und seinem Werke. 1. Jesu Würde. hid Hasd nord op Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende in gleichen Ehren von nun an bis oder: Wer nur den lieben Gott läßt. in Ewigkeit. Ein Jeder liebe, was ch sagt mir nichts von er will; ich liebe Jesum, der mein 229. A Sold und Schätzen, Ziel! von Pracht und Schönheit dieser 5. Sein Reichthum läßt sich nicht Welt! Es kann mich ja kein Ding ergründen, sein hoch und heilig Anergößzen, das mir die Welt vor gesicht, und was von Schmuck um Augen stellt. Ein Jeder liebe, was ihn zu finden, verbleichet und verer will; ich liebe Jesum, der mein altet nicht. Ein Jeder liebe, was Biel! 9is indirdiar d der will; ich liebe Jesum, der mein 2. Nur er allein ist meine Ziel! Freude, mein Gold, mein Schat, 6. Er fann mich über Alles hemein schönstes Bild, an dem ich ben und seiner Klarheit machen meine Augen weide und finde, was gleich; er fann mir so viel Schätze mein Herze stillt. Ein Jeder liebe, geben, daß ich werd' unerschöpflich was er will; ich liebe Jesum, der reich. Ein Jeder liebe, was er will; mein Ziel! u domid alibich liebe Jesum, der mein Ziel! 3. Die Welt vergeht mit ihren 7. Und ob ich's zwar noch muß Lüften, des Leibes Schönheit dauert entbehren, so lang' ich wand're nicht; die Zeit kann alles das ver durch die Zeit, so wird er mir's wüsten, was Menschenhände zuge- doch wohl gewähren im Reiche seiner richt't. Ein Jeder liebe, was er herrlichkeit. D'rum thu' ich billig, will; ich liebe Jesum, der mein Ziel! was ich will: ich liebe Jesum, der 4. Sein Schloß kann keine Macht mein Ziel! zerstören, sein Reich vergeht nicht mit der Zeit, sein Thron bleibt stets and Joh. Scheffler( 1624-1677). 134 Von Jesu Christo, Gottes Sohn. Mel. Valet will ich dir geben. 3. Du bist die Liebe, die getra230. As us irdischem Getüm- gen der sünd'gen Menschheit Schuld mel, wo Glück und und Noth, die Liebe, die, an's Kreuz Lust vergeht, wer ist mein Weg geschlagen, mit Freuden starb den zum Himmel, dahin die Hoffnung Opfertod: du Liebesfürst, ich bitte steht? Wer leitet unser Streben, dich, zu deiner Lieb' entflamme mich! wenn es das Ziel vergißt? Wer führt durch Tod zum Leben? Der Weg ist Jesus Christ. 4. Du bist der Quell des ew's gen Lebens, den Gott uns offenbar gemacht, und wen du tränkst, den 2. Wenn Frrthum uns befangen, schreckt vergebens der Sünde und kein Strahl die Nacht durchbricht, des Grabes Nacht: du Liebesquell, wie fönnen wir gelangen zum ich bitte dich, in meinen Geist er wahren Lebenslicht? Getrost! es gieße dich! strömt die Klarheit von Gottes ew'gem Thron; denn Christus ist die Wahrheit, der eingeborne Sohn. 5. Du bist die Schönheit, die Vollendung, in der sich Gottes Bild erschloß, als er in liebender Ver3. Wer schenkt in Noth und Lei- schwendung des Geistes Füll' auf den, wenn bang' das Herz verzagt, dich ergoß. Abglanz von Gott, ich die Hoffnung ew'ger Freuden, daß bitte dich, verkläre mich, verkläre mich. einst der Morgen tagt? wer stilltid i Julius Sturm( geb. 1816). der Seele Beben? Wer giebt imeni nisl of him mumt 23, Tode Ruh'? Heil! Christus ist das Mel. Wollt ihr wissen, was mein zc. 4 Leben, führt uns dem Bater 232. Einer nur iſt ewig zu. werth, daß ihm Christoph Aschenfeldt( 1792-1856). Ehre widerfährt; einer nur, daß Malle Welt betend vor ihm niederMel. Wer nur den lieben Gott 2c. fällt::: Jesus, der vom Himmel 231. Gott gesendet, bein D u bist das Licht, von fam.:,: odlič nili 2. Einer hat der Menschheit Last Wort ist wie die Sonne flar, und in den treuen Arm gefaßt; einer wer sich dem hat zugewendet, der nahm in's eig'ne Grab aller Sünder wird erleuchtet wunderbar. Du Schuld hinab::,: Jesus, der am Licht aus Gott, ich bitte dich, er- Kreuze starb.:,: d the pi leuchte mich, erleuchte mich! dm 3. Einer hat aus Todesnacht 2. Du bist die Macht, du bist Leben an das Licht gebracht, daß die Stärfe, der Grundstein in dem ein Strahl aus jener Welt uns'rer Bau der Welt, die Kraft zu jedem Tage Nacht erhellt::: Jeſus, der guten Werke, der Fels, auf den das vom Tod erstand.:: sdeil Werk gestellt: du starker Held, ich 4. Einer hat den Zorn geſtillt, bitte dich, mit deiner Kraft durch- dessen Opfer ewig gilt, einer, der dringe mich! zu jeder Frist ein barmherz ger ***** Von Jesu Christo, Gottes Sohn. 135 Priester ist:: Jefus, der gen Him- doch in Andacht und Liebe dich mel fuhr.:,: o ad hören! Denn dein Wort, o Jesu, 5. Einer wohnt im Heiligthum ist Leben und Geist, was ist wohl, und vollendet Gottes Ruhm, sammelt, das man nicht in Jesu genießt? heiligt und erbaut seinen Tempel, 5. Aller Weisheit höchste Fülle seine Braut::,: Jesus, der vom in dir ja verborgen liegt. Gieb Himmel kommt.:,: lomu nur, daß sich auch mein Wille fein Samuel Preiswert( geb. 1799). in solche Schranten fügt, worinnen distiek ai dis didie Demuth und Einfalt regieret di und mich zu der Weisheit, die Eigene Melodie. 233. Eins ist noth! Ach, Herr, himmliſch iſt, führet; ach, wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, so hab' ich der Weisheit vollkommenen Preis.dn dies Eine lehre mich erkennen doch: alles And're, wie's auch scheine, ist ja nur ein schweres Joch; darunter das Herze sich naget 6. Nichts kann ich vor Gott ja und plaget und dennoch kein wahres Vergnügen erjaget. Erlang' ich dies Eine, das Alles ersetzt, so werd' ich mit Einem in Allem ergött.2 bringen, als nur dich, mein höchstes Gut; Jesu, es muß mir gelingen durch dein heil'ges, theures Blut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir erworben, da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben; die Kleider des Heils ich da habe erlangt, worinnen mein Glaube in Ewigkeit 2. Seele, willst du dieses finden, such's bei keiner Kreatur; laß, was irdisch ist, dahinten, schwing' dich über die Natur! Wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet, wo prangt. alle vollkommene Fülle erscheinet, 7. Nun, so gieb, daß meine Seele da, da ist das beste, nothwendigste auch nach deinem Bild erwacht: Theil, mein Ein und mein Alles, du bist ja, den ich erwähle, mir Was mein seligstes Heil. disidrad zur Heiligung gemacht. 3. Wie dies Eine zu genießen dienet zum göttlichen Wandel und sich Maria dort befliß, als sie sich Leben, ist in dir, mein Heiland, zu Jesu Füßen voller Andacht nieder- mir Alles gegeben: entreiße mich ließ, ihr Herze entbrannte, dies einzig aller vergänglichen Zust; dein Leben zu hören, was Jesus, ihr Heiland, sei, Jesu, mir einzig bewußt.q sie wollte belehren, ihr Alles war 8. Ja, was soll ich mehr vergänzlich in Jesum versenkt, d'rum langen? mich bedeckt die Gnadenwurde ihr Alles in Einem geschenkt. flut; du bist einmal eingegangen 4. Also ist auch mein Verlangen, in das Heil' ge durch dein Blut. liebſter Jeſu, nur nach dir: laß Da hast du die ew'ge Erlösung mich treulich dir anhangen, schenke gefunden, daß ich nun der Herrschaft dich zu eigen mir! Ob Viele zum der Hölle entbunden; dein Eingang größesten Hausen umkehren, will ich die völlige Freiheit mir bringt, im Von Jesu Christo, Gottes Sohn. 136 3. Wo sind die stolzen Helden findlichen Geiste das Abba nun| flingt. 10nisd mms hro all', die hoch zu Roß den Erden9. Volle G'nüge, Fried' und ball mit Heeresmacht durchstürmten, Freude meine Seele nun ergößt, die unersättlich Krieg auf Krieg weil auf eine frische Weide mein und ruhmestrunken Sieg auf Sieg Hirt, Jesus, mich gesetzt. Nichts der Welt zum Wunder thürmten? Süß'res kann also mein Herze er- Träume! Schäume! Schall in laben, als wenn ich nur, Jesu, dich Lüften, Staub in Grüften, Spiel immer soll haben; nichts, nichts ist, für Kinder seid ihr Weltenüberdas also mich) innig erquickt, als winder. wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. 4. Was ist der Weisen Wissenschaft? was haben sie zu Tag ge 10. D'rum auch, Jesu, du alleine schafft, ein hungrig Herz zu nähren? sollst mein Ein und Alles sein! Wer holt sich Trost in SündenPrüf', erfahre, wie ich's meine, tilge noth, in Trübsal Kraft und Licht allen Heuchelschein. Sieh', ob ich im Tod aus ihren stolzen Lehren? auf bösem, betrüglichem Stege, und Künste! Dünste! leite mich, Höchster, auf ewigem Wege; gieb, daß ich nichts achte in Leben und Tod und dich nur gewinne: dies Eine ist noth. Troft für Schmerzen, Heil für Herzen, Mart des Lebens sucht bei euch die Welt vergebens.id nd lliur shed 5. Es ist in feinem Andern Heil, our 1 Joh. Schröder( 1666-1699). kein Name ward uns sonst zu Theil iisipior ni sdunt niom moun im Himmel und auf Erden. Du Mel. Wie schön leucht'runs der Morgenstern. süßer Name, Jesu Christ, der du der 234. Es ist in feinem Andern Bjalm der Engel bist, sollſt unſer Heil, tein Name Lied auch werden! Seele, wähle: ward uns sonst zu Theil, darin wir hier die Bronnen ird'scher Wonnen, selig werden; den Stein, den alle dort die Weide wahren Lebens, ew'Welt veracht't, zum Eckstein hat ihn ger Freude. Karl Gerof( geb. 1815). Gott gemacht im Himmel und auf ff Erden. Droben loben sel'ge Geister ihn als Meister und im Staube Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. alt' im Gedächtniß preis't in Thränen ihn der Glaube. 235. Hejum Chrift, o 2. Viel Namen glänzten in der Welt, sie funkelten am Himmelszelt Mensch, der auf die Erden vom und mußten doch zerstieben; erst Thron des Himmels kommen iſt, prangten sie im Heldenbuch, dann dein Bruder da zu werden. Vergiß fanten sie in's Leichentuch und keiner nicht, daß er dir zu gut hat anges ist geblieben. Keiner? Einer! Einernommen Fleisch und Blut; dank' funkelt unverdunkelt durch die Zeiten, ihm für diese Liebe. ja, durch tiefe Ewigkeiten. fadesid 2. Halt' im Gedächtniß Jesum - Von Jesu Christo, Gottes Sohn. 137 Christ, der für dich hat gelitten, ja daß ich rede wahr, vor dir ist Alles gar am Kreuz gestorben ist und dir das Heil erstritten, besiegt Welt, Sünde, Höll' und Tod und dich erlös't aus aller Noth; dank' ihm für diese Liebe. sonnentlar, ja tlarer als die Sonne. Herzlich such' ich dir vor Allen zu gefallen, nichts auf Erden kann und soll mir lieber werden.mok nied 2. Dies ist mein Schmerz, dies 3. Halt' im Gedächtniß Jesum fränket mich, daß ich nicht g'nug Christ, der auch am dritten Tage kann lieben dich, wie ich dich lieben siegreich vom Tod erstanden ist, be- wollte; täglich zu neuer Lieb' entfreit von Noth und Plage. Bedenke, zünd't, je mehr ich lieb', je mehr daß er Fried' gemacht, und Heil ich find', wie ich dich lieben sollte. und Leben niederbracht; dank' ihm Von dir laß mir deine Güte in's für diese Liebe. Gemüthe lieblich fließen, so wird 4. Halt' im Gedächtniß Jesum sich die Lieb' ergießen. Christ, der nach den Leidenszeiten gen Himmel aufgefahren ist, die Stätt' dir zu bereiten, da du sollst bleiben allezeit und sehen seine Herrlichkeit; dank" ihm für diese Liebe. 5. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ, der einst wird wiederkommen, und sich, was todt und lebend ist, zu richten vorgenommen. Bedenke, daß du da bestehst und mit ihm in sein Reich eingehst, ihm ewiglich zu danken. 3. Durch deine Kraft treff' ich das Ziel, daß ich, soviel ich kann und will, dir alle Zeit anhange. Nichts auf der ganzen, weiten Welt, Pracht, Wollust, Ehre, Freud' und Geld, und was ich sonst erlange, kann mich ohn' dich g'nugsam laben: nur die Gaben deiner Liebe trösten, wenn ich mich betrübe. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, schaff'st seinem Herzen Fried' und Ruh', erfreuest sein Gewissen. Wie's ihm auch geh' auf dieser Erd', wie sehr ihn auch das Kreuz beschwert, soll er doch dein genießen. Ewig selig nach dem Leide, volle Freude wird er finden: alles Trauern rah# 5. Kein Ohr hat jemals dies gein's Leben dringen.hört, kein Mensch gesehen, noch ge Cyriacus Günther( 1649-1704). lehrt und Niemand kann's beschreiben, 6. Gieb, Jesu, gieb, daß ich dich kann mit wahrem Glauben fassen und nie, was du an mir gethan, mög' aus dem Herzen lassen! Daß dessen ich in aller Noth mich trösten muß verschwinden. mög' und durch den Tod zu dir Wird drid döls was denen dort für Herrlichkeit bei dir und von dir ist bereit't, die in 236. Seju, Seju, Gottes der Liebe bleiben. Nimmer läßst Sohn, mein Heiland sich hier erreichen, noch vergleichen und mein Gnadenthron, du meine Erdenschätzen, was uns wird bei Freud' und Wonne: du weißt es, dir ergößen. Mel. Wie schön leucht' tuns der Morgenstern. 138 Von Jesu Christo, Gottes Sohn. nommen. 6. Drum laß ich billig dies dieser Erden, die doch bald verzehren allein, o Jesu, meine Sorge sein, sich und zu Staub und Asche werdaß ich dich herzlich liebe; daß ich den? Suche Jesum und sein Licht, in dem, was dir gefällt, und was alles And're hilft dir nicht. dein Wort mir vorgestellt, aus Liebe 2. Samm'le den zerstreuten Sinn, stets mich übe, bis ich endlich werd' laß ihn sich zu Gott aufschwingen, abscheiden und mit Freuden zu dir richt' ihn stets zum Himmel hin, kommen, aller Trübsal ganz ent- laß ihn in die Gnad' eindringen: u bilgitosuche Jesum und sein Licht, alles 7. Da werd' ich deine Freund- And're hilft dir nicht. droje nod lichkeit, die schon auf Erden mich 3. Du verlangst oft süße Ruh', erfreut, in reiner Liebe schmecken dein betrübtes Herz zu laben; eil' und seh'n dein liebreich Angesicht der Lebensquelle zu, da kannſt du mit unverwandtem Augenlicht ohn' sie reichlich haben: suche Jesum und alle Furcht und Schrecken. Reich- sein Licht, alles And're hilft dir nicht. lich werd' ich dann erquicket und geschmücket mit der Krone steh'n vor deinem Himmelsthrone. juni dd Joh. Heermann( 1585-1647). sommes not thi or dry dls mofoun' Eigene Melodie.( hint 4. Fliehe die unsel'ge Pein, die das finst're Reich gebieret; laß nur den dein Labsal sein, der zur Glaubensfreude führet: suche Jesum und sein Licht, alles And're hilft dir nicht. 237. Schönster Herr Jeſu, 5. Ach, es wäre nun genug, daß Herrscher aller Enden, du so viel Zeit verdorben, daß dein Gottes und Marieen Sohn, dich Herz im Selbstbetrug und in Weltwill ich lieben, dich will ich ehren, lust fast erstorben: suche Jesum du meiner Seele Freud' und Kron'. und sein Licht, alles And're hilft 2. Schön sind die Felder, noch dir nicht. schöner die Wälder in der schönen 6. Geh' in Einfalt nur einher, Frühlingszeit; Jesus ist schöner, las dir nichts das Ziel verrücken; Jesus ist reiner, der unser traurig Gott wird aus der Liebe Meer Herz erfreut. dni drid dich, den Schwachen, schon erquicken: 3. Schön leucht't die Sonne, suche Jesum und sein Licht, alles der Mond noch schöner und die And're hilft dir nicht. Sternlein allzumal: Jesus leucht't 7. Du bist ja ein Hauch aus schöner, Jesus Leucht't reiner, als Gott und aus seinem Geist geboren, all' die Engel im Himmelsjaal.bist erlöst durch Christi Tod und si Aus dem 12. Jahrhundert. zu seinem Reich erforen: suche Jesum und sein Licht, alles And're hilft dir nicht. do 1761 mm modisid odbi. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 238. Beele, was ermüd'ſt du 8. Nahe dich dem lautern Strom, dich in den Dingen der vom Thron des Lammes fließet 139 4. Mein's Herzens Kron', mein' Freudensonn' sollst du, Herr Jesu, bleiben; laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben. Bleib' du mein Preis, dein Wort mich speis', bleib' du mein Ehr', dein Wort mich lehr', an dich stets fest zu glauben. Von Jesu Christo, Gottes Sohn. und auf die, so keusch und fromm, sich in reichem Maaß' ergießet: suche Jesum und sein Licht, alles And're hilft dir nicht. 9. Laß dir seine Majestät immerdar vor Augen schweben; laß mit brünstigem Gebet sich dein Herz zu ihm erheben: suche Jesum und sein Licht, alles And're hilft dir nicht. 10. Sei im Uebrigen ganz still, du wirst schon zum Ziel gelangen; glaube, daß sein Liebeswill' stillen werde dein Verlangen: suche Jesum 5. Wend' von mir nicht dein Angesicht, laß mich im Kreuz nicht zagen; weich' nicht von mir, mein' höchste Zier, hilf mir mein Leiden teagen. Hilf mir zur Freud' nach und sein Licht, alles And're hilft diesem Leid', hilf, daß ich mag nach dir nicht. dieser Klag' dir ewig dort Lob Mun Jat. Wolf( 1684-1754). jagen. bi nuntun hid( bru@ graduño nost sisd i Mel. Es ist das Heil uns kommen her. dualidadn mGeorg Weissel( 1590-1635). prudni tim Mel. Alles ist an Gottes Segen. 239 Buch, wer da will, ein ander Ziel, bie Selig 240. Unter tauſend frohen die im feit zu finden: mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christum sich zu gründen. Sein Wort ist wahr, sein Werk ist klar, sein heil'ger Mund hat Kraft und Grund, all' Feind' zu überwinden. Leben ich gefunden, blieb nur eine mir getreu, eine, wo in tausend Schmerzen ich erfuhr in meinem Herzen, wer für mich gestorben sei. 2. Wenn sie Jesu Liebe wüßten, 2. Such', wer da will, Noth- alle Menschen würden Christen, helfer viel, die uns doch nichts er- ließen alles And're steh'n, liebten worben; hier ist der Maun, der Alle nur den Einen, würden ewig helfen kann, bei dem nie was ver- ihn nur meinen, ewig ihm zur Seite dorben. Uns wird das Heil durch ihn steh'n. zu Theil; uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. bim ud sfjör 3. Ach, sucht doch den, laßt Alles steh'n, die ihr das Heil begehret! Er ist der Herr und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. 241. Wie herrlich ſtrahlt der ihn all' Stund' von HerzensMorgenstern! Friedr. v. Hardenberg( Novalis) ( 1772-1801). 90x90 Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. grund, sucht ihn allein, denn wohl welch ein Glanz geht auf vom wird sein dem, der ihn herzlich Herrn! Wer sollte sein nicht achten? ehret. sdn Glanz Gottes, der die Nacht durchal 140 Von Jesu Christo, Gottes Sohn. bricht, du bringst in finst're Seelen den Größten, dir zum Freunde Licht, die nach der Wahrheit und dann fürchte keine Feinde. bi schmachten. Dein Wort, Jesu, ist 6. Ihm, welcher Tod und Grab voll Klarheit, führt zur Wahrheit bezwang, ihm müsse froher Lobgeund zum Leben: wer kann dich sang mit jedem Tag' erschallen, dem genug erheben? Lamme, das erwürget ist, dem 2. Du, hier mein Trost und Freunde, der uns nie vergißt, zum dort mein Lohn, Sohn Gottes und Ruhm und Wohlgefallen! Tönet, des Menschen Sohn, des Himmels tönet, Jubellieder, schallet wieder, großer König, von ganzem Herzen daß die Erde voll von seinem Lobe preis' ich dich! Hab' ich dein Heil, werde! ig ligamg mach) Tria id so rühret mich das Glück der Erde 7. Wie freu' ich mich, o Jesu wenig. Zu dir komm' ich; wahrlich, Christ, daß du der Erst' und Letzte Keiner tröstet deiner sich vergebens, bist, der Anfang und das Ende; sucht er dich nur, Herr des Lebens. 3. Durch dich nur kann ich selig sein; o drücke tief in's Herz mir ein Empfindung deiner Liebe, damit ich ganz dein eigen sei, aus Weltsinn deinen Dienst nicht scheu', gern deinen Willen übe. Nach dir, nach is Joh. Adolf Schlegel( 1721-1793). dir, den ich fasse und nicht lasse, ich gebe, Heiland, meinen Geist, wenn er sich einst dem Staub' entreißt, in deine treuen Hände. Ewig werd' ich, Herr dort oben hoch dich loben, dem ich traue, wenn ich nun dein Antlitz schaue. maird ewig wähle, dürstet meine ganzedour Seele. Eigene Melodie. 242. Wie 4. Von Gott strahlt mir ein. der Morgenstern, schön leucht't uns Freudenlicht, die Hoffnung, daß voll Gnad' und Wahrheit von dem dein Angesicht ich einstens werd' Herrn aus Juda aufgegangen! Du erblicken. Du wirst indeß durch Davids Sohn aus Jakobs Stamm, deine Kraft, die Ruh' in miden du Menschensohn und Gotteslamm, Seelen schafft, mich stärken und du hältst mein Herz umfangen, erquicken. Tröste du mich, Selig- lieblich, d freundlich, schön und macher, daß ich Schwacher auf prächtig, groß und mächtig, reich der Erde Himmelsfreuden inne an Gaben, über Alles hoch erhaben. werde. 2. O meine Perl', du werthe 5. Und wie, Gott Vater, preis' Kron', Sohn Gottes und Marieens ich dich? Von Ewigkeit her haft Sohn, vom Vater uns gegeben, du du mich in deinem Sohn geliebet. bist des Herzens höchster Ruhm, Dein Sohn hat mich mit dir ver- dein süßes Evangelium ist lauter eint, er ist mein Bruder und mein Geist und Leben. Jesu, Jesu, HoFreund: was ist, das mich betrübet? sianna, himmlisch Manna, das wir Seele, wähle ihn, den Besten, ihn, essen, deiner fann ich nicht vergessen. Von Jesu Christo, Gottes Sohn. 141 3. Gieß' sehr tief in mein Herz| auf ihn mein Herz mit Freuden hinein, du helles Licht und Himmels- schaut, daß nun mich nichts betrübet schein, die Flamme deiner Liebe. Heil mir, Heil mir! Himmlisch Erfreue mich, daß ich doch bleib' Leben wird er geben mir dort oben; an deinem auserwählten Leib' ein ewig soll mein Herz ihn loben. Glicd voll Lebenstriebe. Nach dir 6. Die Saiten stimmt zu hellem wallt mir, ew'ge Güte, mein Ge- Klang und laßt den süßen Lobgemüthe, bis es findet dich, deß Liebe fang ganz freudenreich erschallen, mich entzündet. daß ich mit Jesu mög' allein, der mir soll Ein und Alles sein, in steter Liebe wallen. Singet, klinget, jubiliret, triumphiret, dankt dem Herren, ihm, dem Könige der Ehren! 4. Von Gott kommt mir ein Freudenlicht, wenn du mit deinem Angesicht mich freundlich wirst anblicken. Sesu, du mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut mich innerlich erquicken. Nimm mich freundlich in die Arme, daß ich warme werd' von Gnaden; auf dein Wort komm' ich geladen. 7. Wie bin ich doch so herzlich froh, daß mein Freund ist das A und 0, der Anfang und das Ende. Er wird mich auch, wie er verhieß, aufnehmen in das Paradies, in seine treuen Hände. Amen, Amen. 5. Gott Vater, du mein starter Komm', du schöne Freudenkrone! Held, du hast mich ewig vor der Mit Verlangen wart' ich dein, dich Welt in deinem Sohn geliebet. zu umfangen. Sif gliml vertraut; do Nach Phil. Nicolai( 1556-1608). Er hat sich innig mir 2. Jesu Wert. Mel. Jerusalem, du hochgebaute Stadt. dein Wort bestehen, und deine 243.h folge dir, mein Gnade bleibt. Führer, auf der Bahn, 3. Ich folge dir, mein Hoherda du mich führst zum Ziel! Die priester, nach zu deinem KreuzesWelt erwählt in ihrem blinden stamm, wo dir das Herz in treuer Wahn sich falscher Führer viel. Liebe brach, unschuldig Opferlamm! Ich bleibe dir ergeben, nur ewig Als du am Kreuz geendet, da ward dir geweiht, dir folg' ich nach im ich Gottes Kind; da wurden die Leben, dir nach in Ewigkeit. vollendet, die dir geheiligt sind. 2. Ich folge dir, Prophet, der me mich trügt, nie ohne Trost mich läßt; ich weiß, daß nie dein heilig Wort mir lügt, es steht wie Felsen fest. Wenn Alles wird vergehen, 4. Ich folge dir, mein König, dem wie Gott hier Alles unterthan! Die Welt vergeht, zu Schanden wird der Spott, verschwinden muß der Wahn. Welch Heil ist mir bein Feuersglut zerstäubt, wird fest reitet, wenn mich dein Geist regiert, 142 Von Jesu Christo, Gottes Sohn. auf ebner Bahn mich leitet und zu willig weichen Jedermann, die nicht dem Himmel führt! and und suchen eig'ne Rach' und befehlen 5. Ich folge dir, mein Hirt, Gott die Sach': diese will der durch Kampf und Qual, mich lenkt Herr so schüßen, daß sie noch das dein Hirtenstab! Du leitest mich Land besitzen. einst auch durch's Todesthal, nicht 5. Selig sind, die sehnlich furchtbar ist das Grab; der Ein- streben nach Gerechtigkeit und gang ist's zur Höhe, zu dir, Herr Treu', daß in ihrem Thun und Jesu Christ, wo man in deiner Leben kein' Gewalt noch Unrecht Nähe der armen Welt vergißt. Karl Döring( 1783-1844). sei; die da lieben eb'nen Pfad, sind aufrichtig, fromm und grad', Geiz, Betrug und Unrecht hassen, die wird Gott satt werden lassen. a. Prophetisches Amt. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 6. Selig sind, die aus Er244. Kommt, laßt euch den barmen sich annehmen fremder Herren lehren, kommt und lernet allzumal, welche die sind, die gehören zu der rechten Christen Zahl: die bekennen mit dem Mund, glauben fest von Herzensgrund, und bemühen sich daneben, Gut's zu thun, so lang' sie leben. Noth, sind mitleidig mit den Armen, bitten treulich für sie Gott; die behilflich sind mit Rath, auch, wo möglich, mit der That, werden wieder Hilf' empfangen und Barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die funden werden 2. Selig sind, die Demuth haben reines Herzens jederzeit, die in und sind all'zeit arm im Geist, Werk, Wort und Geberden lieben rühmen sich gar keiner Gaben, daß Zucht und Heiligkeit: diese, welchen Gott werd allein gepreis't, danken nicht gefällt die unreine Lust der der auch für und für; denn das Welt, sondern die mit Ernst sie Himmelreich ist ihr. Gott wird meiden, werden schauen Gott mit dort zu Ehren setzen, die sich selbst gering hier schätzen. Freuden. 8. Selig sind, die Frieden 3. Selig sind, die Leide tra- machen, und d'rauf seh'n ohn' gen, und die göttlich traurig sind, Unterlaß, daß man mög' in allen die beseufzen und beklagen ihr' und Sachen fliehen Hader, Streit und and'rer Leute Sünd'; die derhalben Haß; die da stiften Fried' und Ruh', traurig geh'n, oft vor Gott mit rathen allerseits dazu, sich auch Thränen steh'n, diese sollen noch Friedens jelbst befleißen, werden auf Erden und dann dort getröstet Gottes Kinder heißen. werden. 9. Selig find, die müssen dulden 4. Selig find die sanften Her- Schmach, Verfolgung, Angst und zen, die kein Zorn erbittern kann, Pein, da sie es doch nicht verwelche Hohn und Troß verschmerzen, schulden und gerecht erfunden sein; PIL Von Jesu Werk. 143 ob des Kreuzes gleich ist viel, setzet| doch deiner Armuth gleich! Gieb Gott doch Maß und Ziel, und her- uns, Jesu, den reichen Muth, der nach wird er's belohnen ewig mit einzig ruht in dir, dem höchsten, der Ehre Kronen. ew'gen Gut! 10. Herr, regier' zu allen Zeiten meinen Wandel auf der Erd', daß ich solcher Seligkeiten hier aus Gnaden fähig werd'! Gieb, daß ich mich acht' gering, meine Klag' oft vor dich bring', Sanftmuth auch an Feinden übe, die Gerechtigkeit stets Liebe; 11. Daß ich Armen helf' und diene, immer hab' ein reines Herz, die in Unfried' steh'n, verfühne, dir anhang' in Freud' und Schmerz. Vater, hilf von deinem Thron, daß ich glaub' an deinen Sohn, und durch deines Geistes Stärke mich befleiße guter Werke. Joh. Heermann( 1585-1647). 3. Selig sind, die Leide tragen! sie wissen viel von Trost zu sagen; ihr König ging den Weg voran. Stieg er auf zum Thron durch Leiden, so will er uns den Kelch bescheiden, der ihm hienieden gut gethan. Uns ist in dieser Zeit kein Sabbath noch bereit; hier gilt's Weinen; beim Hochzeitsmahl ist keine Qual; wir aber gehn durch's Jammerthal. 4. Selig sind die sanften Geister! Sie werden einst auf Erden Meister, und Niemand sieht es ihnen an, da sie doch durch stillen Wandel, in friedlichem Ge125 schäft und Handel den Jesussinn oft dargethan. Der Seelenbräutigam, er ist ja Gottes Lamm, Lamm und Mel. Wachet auf, so ruft die Stimme 245. Fron' und Lohn be- Löwe, ist sanft und weich, doch ſtark herzter Ringer! der zugleich; so sind auch die aus seinem Seligkeiten Wiederbringer, Herr Reich. in and mor Jesu, Herr der Herrlichkeit! Schau' 5. Selig, gleich dem Lebensvor deines Thrones Stufen uns fürsten, sind alle Seelen, welche Arme, welche zu dir rufen: wir dürsten und hungern nach Gewären gern gebenedeit! Du segnest rechtigkeit. Sättigung soll ihnen ja so gern, Gesegneter des Herrn! werden, wie einst ihr Heiland hier wir begehren's! so komm herein, auf Erden gedürstet in der Leidenswir sind ja dein, und la uns recht zeit, dann nach der Himmelfahrt gesegnet sein! vollauf gesättigt ward bei dem 2. Selig sind die Geistlich- Vater. Wer in der That so Hunger Armen! Sie finden reichlich dein hat, und also dürstet, der wird satt! Erbarmen, das Land der Himmel 6. Selig sind barmherz'ge bleibet ihr, wenn die Satten und Seelen! Barmherzigkeit wird sich die Reichen im eignen Geist gar vermählen dereinst mit ihrer Dürftigferne weichen von deines Königreiches keit. Wer ein Tröpflein Waſsers Zier. Ach, mach' uns Arme reich, giebet, wird um das Tröpflein auch 144 Von Jesn Werk. geliebet und wohl belohnt zu seiner bist aus Lieb' für uns geſtorben; Zeit. Wohl also Jedermann, der hier viel Gut's gethan! Wehe denen, die sich durch Pracht darum gebracht! Vor Gott wird ihrer schlecht gedacht. wer ist, der solche Proben giebt? Wohlan, wir bitten dich, o Liebe, inniglich: bild' uns völlig nach deinem Bild, so rein und mild; es ist dein Himmel, den es gilt! 7. Selig sind die reinen Herzen, Nicolaus Graf Zinzendorf( 1700-1760). die ihre Krone nicht verscherzen! Sie werden Gottes Antlitz sehn.. Alle Heuschen, Unbefleckten, von Mel. Vater unser im Himmelreich. Jeſu stündlich Aufgeweckten, die in 246. Lehrer, dem fein der Reinigkeit besteh'n: sie schauen andrer gleich, an einst im Licht sein heit'res Angesicht Weisheit, Lieb' nnd Eifer reich, du, voller Gnaden! Herr, wir sind aller Menschen Licht und Rath, dein! O mach uns rein, und lehre uns dir ähnlich sein! Prophet, bewährt durch Wort und That, gefalbet durch des Vaters Hand und uns zu unserm Heil gesandt! 8. Selig, die in allen Sachen von Herzen gerne Frieden machen! Gott siehet sie als Kinder an. Dort in jenen Friedensgrenzen soll einst im Friedensfchmucke glänzen, wer hier zum Frieden viel gethan. Wer ließe sich denn nun nicht lieber Unrecht thun? Friede, Friede hat uns're Gunst, ist uns're Kunst; Gewinn durch Streit ist eitel Dunst. 3. Dn wieseft uns die wahre Spur zu Gott, dem Schöpfer der 9. Selig sind, die still, mit Natur; du hast den Weg uns recht Freuden hier um der Wahrheit gezeigt, auf welchem man zum willen leiden, und sprechen: du Himmel steigt. Was du vom Bater bist unser Gott! Die getroft um selbst gehört, das hast du unverdeinetwillen das Maaß des Kreuzes fälscht gelehrt. 2. Du kamst aus deines Vaters Schooß und machtest alle Siegel los, womit sein Rath versiegelt war. Durch dich ist Alles offenbar und an das helle Licht gestellt, was Dunkelheit umschlossen hält. wohl erfüllen, und fröhlich tragen 4. Du sahest in der Gottheit Haß und Spott. Wen hier die Licht mit unverhülltem Angesicht, Welt verhöhnt, der wird einst dort was nach des Vaters weisem Rath gefrönt als ein Sieger. Herr, geh' man fünftig zu erwarten hat; du voran auf dieser Bahn! Lehr' leiden machtest Alles flarer fund, als uns, wie du gethan! jemals der Propheten Mund. 10. Also laß auch uns auf Erden 5. Das Lehramt, welches du genoch ganz in dir erfunden werden! führt, hast du mit Heiligkeit geziert; Du hast uns je und je geliebt. Du du haft mit Wundern es bestärkt, hast erst um uns geworben, und daraus man deine Gottheit merkt, Von Jesu Werk. ja endlich, als es Gott geschickt, 3. Elend bin ich und verdorben, ein blutig Siegel d'rauf gedrückt. in der Sünde fast erstorben. Sünder 6. Nachdem du hingegangen bist, können nichts verdienen, nichts verwo aller Weisheit Ursprung ist, so güten, nichts verfühnen. Willst du setest du an jedem Ort dein Lehr in der ew'gen Hütte mich vergessen amt durch die Knechte fort, die dein in der Bitte, nicht auf deinem Ruf hat herbeigeführt, und die Herzen tragen: muß ich sterben mit Gaben du geziert. und verzagen. 7. Du aber sendest deinen Geist, den du den Gläubigen verheiß'st, der allen Seelen, die er liebt, Erkenntniß, Licht und Weisheit giebt, 4. Du nur giltst im Heiligthume, und zu deiner Wunden Ruhme, weil du für die Sünde littest, giebt der Vater, was du bittest. Wenn und der, wenn man ihn nicht ver- schon Zornesflammen lodern, darfst treibt, dein Wort in Herz und Sinne schreibt. 145 du noch Erbarmung fodern, Hilfe, wo die Engel trauern, Leben in des Todes Schauern. 8. Ach, laß, o himmlischer Prophet, mich schauen deine Majestät! 5. O wie groß ist dein VermöMach' mich von Eigendünkel frei, gen! Priesteramtes kannst du pfledamit ich dir gehorsam sei! Du gen, Welten auf dem Herzen tragen, sollst mein höchster Lehrer sein; führ' mich in deine Wahrheit ein! Joh. Rambach( 1693-1735). Sünd' und Hölle niederschlagen, Gräber öffnen, Todte wecken, sie mit Himmelsblüthe decken und hinauf zu ew'gem Leben auf der Retterhand erheben! 247.A b. Hohepriesterliches Amt. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. n dein Bluten und Erbleichen, an dein Opfer ohne Gleichen, an dein priesterliches Flehen mahnet mich des Geistes Wehen. Und so wünsch' ich, ew'ge Güte, für mein Leben eine Blüthe, einen Ruhm an meinem Grabe: daß ich dich geliebet habe. 7. Lieben will ich, fleh'n und 2. Hoherpriester ohne Tadel! loben, bis der Vorhang weggeschoLebensfürst von großem Adel! ben; dann zu dir, du Ewigreiner! Licht und Herrlichkeit entfalten, Jesus Christus, denke meiner! segnen heißt dein hohes Walten. Eines schenke mir hienieden: deinen Segnend trittst du mir entgegen; Geist und deinen Frieden, und den und so wünsch' ich einen Segen, Ruhm an meinem Grabe, daß ich einen Ruhm an meinem Grabe: dich geliebet habe. daß ich dich geliebet habe. Albert Knapp( 1798-1864). Neues Gesangbuch. 6. Was ist Reichthum, Qust und Ehre, was ein Ueberfluß, wie Meere, wenn du, Herr, mich nicht erkennest, nicht im Heiligthume nennest? Sel'ger Pilger, dem die Kunde tief ertönt im Herzensgrunde: Christus, meine Lebenssonne, denket mein im Haus der Wonne. - 10 2004 146 Von Jesu Werk. Mel. Lobt Gott, ihr Christen allzugleich.| läßt's im Thränenthal sich wandern, 248.0 er Herr, der einst auf Erden war, uns hergesandt von Gott, der war ein Retter in Gefahr, ein Helfer in der Noth. wenn dies Eine mit uns geht: Unverrückt auf einen Mann zu schauen, der mit blut'gem Schweiß und Todesgrauen auf sein Antlitz niederfank und den Kelch des Vaters trank. 2. Er zog umher von Haus zu Haus in niedriger Gestalt, und eine 2. Ewig soll er mir vor Augen Kraft ging von ihm aus, die heilte stehen, wie er als ein stilles Lamm Jung und Alt. 3. Wer elend war, blieb vor ihm steh'n und klagte ihm sein Leid; ein Wort, ein Blick, dann war's gescheh'n, aus Leid ward Herzensfreud'. 4. O liebster Jesu, wärest du bei uns noch sichtbarlich, wir liefen Alle auf dich zu und hingen uns an dich; dort so blutig und so bleich zu sehen, hangend an des Kreuzes Stamm; wie er dürstend rang um meine Seele, daß sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, und dann auch an mich gedacht, als er rief: Es ist vollbracht! 3. Ja, mein Jesu, laß mich nie vergessen meine Schuld und deine Huld! Als ich in der Finsterniß gesessen, trugest du mit mir Geduld, hattest längst nach deinem Schaf getrachtet, eh' es auf des Hirten Ruf geachtet, und mit theurem Lösegeld mich erkauft von dieser 5. Und rühreten in jeder Noth dein Kleid vertrauend an, und horchten still auf dein Gebot, und Alles wär' gethan. 6. Doch, liebster Heiland, Jesu Christ, wenn du auch gleich nicht Welt. mehr auf dieser Erde sichtbar bist, bist du doch unser Herr. 4. Ich bin dein! sprich du darauf ein Amen! Treuster Jesu, 7. Und lebst und siehst uns du bist mein! Drücke deinen ſüßen gnädig an, bist bei uns für und für, Jesusnamen brennend in mein Herz der Himmel ist dir unterthan, die Welt gehöret dir. 8. Drum freuen wir uns herzlich dein und glauben sestiglich: wie du einst warst, mußt du noch sein; im Himmel seh'n wir dich. hinein! Mit dir Alles thun und Alles lassen, in dir leben und in dir erblassen, das sei bis zur letzten Stund' unser Wandel, unser Bund. Albert Knapp( 1798-1864). Nach Matth. Claudius( 1740-1815). - 250. Hechenliebe war die Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. eiland, deine Men Mel. Herr und Nelt'ster deiner. 249. ine fines wünsch' ich mir Quelle deiner Triebe, die dein treues vor allem Andern, Herz bewogen, dich zur Erd' hereine Speise früh und spät; selig abgezogen, dich mit Schwachheit Von Jesu Werk. 147 überdecket, dich vom Kreuz in's| die dich lästerten, zu segnen, für Grab gestrecket: der wunderbaren der Feinde Schaar zu beten, und Triebe deiner treuen Menschen die Mörder zu vertreten. liebe! 2. Ueber seine Feinde weinen, Jedermann mit Hilf erschemen, sich der Blinden, Lahmen, Armen mehr als väterlich erbarmen, der Betrübten Klagen hören, sich in And'rer Dienst verzehren, für die Welt sein Leben lassen, wer fann solche Liebe fassen! 7. Demuth war bei Spott und Hohne deiner Liebe Schmuck und Krone; diese machte dich zum Knechte einem sündigen Geschlechte, war voll Einfalt, wie die Tauben ohne Falsch, voll Treu und Glauben und durch Vorsicht doch bewahret, mit Gerechtigkeit gepaaret. 8. Herr, laß deine Liebe decken 3. D du Zuflucht aller Armen! meiner vielen Sünden Flecken. Du Wer hat nicht durch dein Erbar- hast das Gesez erfüllet, des Gemen Segen, Hilf' und Heil gesetzes Fluch gestillet. Gieb, daß nommen, der gebeugt zu dir ge- wider seine Stürme deiner Liebe kommen? wie ist dein Herz ge- Schild mich schirme. Heil'ge meines brochen, wenn dich Kranke ange- Herzens Triebe, heil'ge sie durch sprochen wie pflegtest du zu deine Liebe. eilen, das Gebet'ne mitzutheilen! Johann Rambach( 1693-1735). 4. Die Betrübten zu erquicken, Kinder an dein Herz zu drücken, Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Jesu, die Umwviſſenden zu lehren, die Ber: 251. Heil'ger Sen, Heil führten zu die gungsquelle, mehr sich selbst verstocken, liebreich zu dir als Krystall rein, klar und helle, hin zu locken; das, o Herr, war du laut'rer Strom der Heiligkeit! deine Weise, das war täglich deine Aller Glanz der Cherubinen, die Speiſe. 5. Owie hoch stieg dein Erbarmen, da du Mittler für die Armen dein unschätzbar theuer Leben in den schwersten Tod gegeben, da du in der Sünder Orden aller Schmerzen Ziel geworden und, den Segen zu erwerben, als ein Fluch haft wollen sterben. Heiligkeit der Seraphinen ist gegen dich nur Dunkelheit. Ein Vorbild bist du mir! Ach, bilde mich nach dir, du, mein Alles! Jesu, hilf du, hilf mir dazu, daß ich auch heilig sei, wie du. 2. Stiller Jesu, wie dein Wille dem Willen deines Vaters stille und bis zum Tod gehorsam war: 6. Deine Lieb' hat dich getrieben, also mach' auch gleichermaßen mir Sanftmuth und Geduld zu üben; Herz und Willen ganz gelassen, ohne Schelten, Drohen, Klagen still meinen Willen ganz und gar. and'rer Schmach und Last zu tra- mach' mich dir gleich gesinnt, wie gen, Allen Freundlich zu begegnen, ein gehorsam Kind, stille, stille! 10* 148 Von Jesu Werk. Jesu, hilf du, hilf mir dazu, auf| hilf du, hilf mir dazu, daß ich de daß ich stille sei, wie du. müthig sei, wie du 3. Wacher Jesu, ohne Schlummer 7. Liebster Jesu, liebstes Leben, in großer Arbeit, Müh' und mach mich in Allem dir ergeben Kummer bist du gewesen Tag und und deinem heil'gen Vorbild gleich. Nacht; mußtest täglich viel bestehen, Gieb, daß mich dein Geist durchdes Nachts lagst du vor Gott mit dringe, daß ich viel Glaubensfrüchte Flehen, du hast gebetet und ge- bringe und tüchtig werd' zu deinem wacht. Gieb mir auch Wachsamkeit, Reich. Ach, zieh' mich ganz zu dir, damit ich allezeit wach' und bete! behalt' mich für und für, treuer Jesu, hilf du, hilf mir dazu, daß Heiland! Jesu, hilf du, laß mich, ich stets wachsam sei, wie du. wie du, und wo du bist, einst fine den Ruh'! 4. Güt'ger Jesu, ach, wie gnädig, wie liebreich bist du, wie gutthätig, Nach Jodocus von Bodenstein von selbst gegen Feinde wie gelind'! Bartholomäus Craffelius( 1677-1724). Deine Sonne scheinet Allen, dein dir gleich undankbar ſind. Mein 252. Paſſet uns mit Zehr Regen muß auf Alle fallen, ob sie Mel. Sollt ich meinem Gott nicht singen. Jesu lehre mich, damit auch ziehen, seinem Vor hierin ich dir nacharte! Jesu, hilf bild folgen nach, in der Welt der du, hilf mir dazu, daß ich auch Welt entfliehen, auf der Bahn, die gütig sei, wie du. er uns brach, immerfort zum Himmel 5. Sanfter Jesu, wie geduldig reisen, irdisch noch, schon himmlisch trugst du die Schmach und litt'st sein, glauben recht und leben rein, unschuldig und sprach'st kein sünd- Glauben in der Lieb' erweisen. lich Drohen aus! Wer kann deine Treuer Jesu, bleib' bei mir, gehe Sanftmuth messen, bei der du den- vor, ich folge dir. noch nie vergessen den Eifer um 2. Lasset uns mit Jesu leiden, des Vaters Haus? Mein Heiland, seinem Vorbild werden gleich: nach ach verleih' mir Sanftmuth und dem Leiden folgen Freuden, Ardabei reinen Eifer. Jesu, hilf du, muth hier macht dorten reich), hilf mir dazu, daß ich sanftmüthig Thränensaat geht auf in Wonne, sei, wie du. Hoffnung tröstet mit Geduld; denn 6. Hoher Jesu, Ehrenkönig, du es scheint durch Gottes Huld nach suchtest deine Ehre wenig und wur- dem Regen bald die Sonne. Jesu, dest niedrig, und gering, wandeltest hier leid' ich mit dir, theil' dort ganz arm auf Erden in Demuth deine Freud mit mir! und in Knechtsgeberden, erhobst 3. Lasset uns mit Jesu sterben: dich selbst in keinem Ding'. Herr, sein Tod wehret unserm Tod, solche Demuth lehr' auch mich je rettet uns von dem Verderben, von mehr und mehr täglich üben! Sesu, der Seele arger Noth. Laßt uns H Von Jesu Werk. 149 sterben, weil wir leben, unsern 5. Liebe, die mich ewig liebet, Lüsten sterben ab; dann wird er die für meine Seele bitt't, Liebe, uns aus dem Grab' in sein Himmel- die das Lös'geld giebet und mich reich erheben. Jesu, sterb' ich, sterb' kräftiglich vertritt, Liebe, dir ergeb' ich dir, daß ich lebe für und ich mich, dein zu bleiben ewiglich. für. 6. Liebe, die mich wird erweckent aus dem Grab der Sterblichkeit, Liebe, die mich wird umstecken mit dem Laub' der Herrlichkeit, Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben 4. Lasset uns mit Jesu leben; weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wiedergeben. Jesu, unser Haupt du bist, wir sind deines Leibes Glieder; wo du lebst, da leben wir. ewiglich. Ach, erkenn' uns für und für, Johann Scheffler( 1624-1677). trauter Freund, für deine Brüder! Dir, o Jesu, leb' ich hier und einst Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz. ewig dort bei dir. Sigm. v. Birken( 1626-1681). 254. Wa Jas wär' ich ohne dich gewesen? Was würd' ich ohne dich nicht sein? Zu Furcht und Aengsten auserlesen, Mel. Gott des Himmels und der Erden. 253, Diebe, die du mich zum ſtünd' ich in weiter Welt allein! Bilde deiner Gott Nichts wüßt' ich sicher, das ich heit hast gemacht, Liebe, die du liebte; die Zukunft wär' ein dunkler mich so milde nach dem Fall hast Schlund, und wenn mein Herz sich wiederbracht, Liebe, dir ergeb' ich tief betrübte, wem thät' ich meine mich, dein zu bleiben ewiglich. Sorge fund? 2. Liebe, die du mich erkoren, eh' als ich geschaffen war. Liebe, 2. Einsam verzehrt von Lieb' und Sehnen, erschien' mir nächtlich die du Mensch geboren und mir jeder Tag. Ich folgte nur mit gleich wardst ganz und gar, Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. heißen Thränen dem wilden Lauf' des Lebens nach; ich fände Unruh im Getümmel und hoffnungslosent Gram zu Haus; wer hielte ohne Freund im Himmel, wer hielte da auf Erden aus? 3. Liebe, die für mich gelitten und gestorben in der Zeit, Liebe, die mir hat erstritten ew'ge Lust und Seligkeit, Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 4. Liebe, die mich hat gebunden 3. Hat Christus mir sich fund gegeben, und bin ich seiner erst gewiß, wie schnell verzehrt ein lichtes an ihr Joch mit Leib und Sinn, Leben die bodenlose Finsterniß! Liebe, die mich überwunden und Für alle seine tausend Gaben bleib' mein Herz hat ganz dahin, Liebe, ich sein demuthvolles Kind, gewiß, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ihn unter uns zu haben, wenn zwei ewiglich. auch nur versammelt sind. Von Jesu Werf. 4. geht hinaus auf allen die mit off'nen Armen Reuigen ent Wegen und holt die Irrenden gegen geht? Wo wird alle Schuld herein; streckt Jedem eure Hand entgegen und ladet froh sie zu uns ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden, im Glauben schauen wir ihn an; die eines Glaubens mit uns werden, auch denen ist er aufgethan. 5. Das Herz, des Lebens reichste Wunden, wo wird Lind'rung für Quelle, welch böses Wesen wohnte den Schmerz, wo wird Rath und dr'in! Und ward in unserm Geist es helle, so war nur Unruh' der Gewinn. Ein eisern Band hielt an der Erde die bebenden Gefang'nen fest; Furcht vor des Todes Richterschwerte verschlang der Hoffnung Ueberrest. 150 vergeben, alle Missethat bedeckt und, wenn Tod und Hölle schreckt, Seligfeit geschenkt und Leben? Fasse Muth! in Jesu Christ solcher Gnaden Fülle iſt! 2. Wo wird Balsam für die 6. Da kam ein Heiland, ein 3. Wer giebt Leben, das genüget? Befreier, ein Menschensohn voll Wer giebt Freud' in Traurigkeit Lieb' und Macht, und hat ein all- und mit Allem, was Gott füget, belebend Feuer in unserm Innern völlige Zufriedenheit? Wer giebt angefacht. Nun sah'n wir erst den findliches Vertrauen, legt uns in Himmel offen als unser altes Vater- des Vaters Schooß, macht uns land, wir lernten glauben nun und eitler Sorgen los, läßt uns Gottes hoffen und fühlten uns mit Gott Wunder schauen? Freue dich: dein verwandt. Jesus Christ solcher Gnaden Geber ist! Friedr. v. Hardenberg( Novalis) ( 1772-1801). Troft gefunden für ein rath- und thatlos Herz? Wo erquickt man müde Seelen, richtet die Gefall'nen auf, stärkt zu unverdroff'nem Lauf', läßt des rechten Wegs nicht fehlen? Sei getrost! in Jesu Christ solcher Gnaden Fülle iſt! 7. Noch steht in wundersamem Glanze der heilige Geliebte hier; 4. Wer giebt Sinn der Kinder gerührt von seinem Dornenkranze Gottes, Demuth, die ihr Nichts und seiner Treue, weinen wir. Ein erwägt, Sanftmuth, die den Pfeil jeder Mensch ist uns willkommen, der seine Hand mit uns ergreift und, in sein Herz mit aufgenommen, zur Frucht des Paradieses reift. des Spottes ungereizt zur Seite legt; Liebe, die fein Opfer scheuet, der das Geben Seligkeit, die zu allem Dienst bereit, mit den Fröhlichen sich freuet? Dante Gott! dein Jesus Christ solcher Gnaden Geber ist! Mel Sollt' ich meinem Gott nicht singen. 5. Wer macht zum Gewinn das die und uns ew'ge Güter erbert, o ist göttliches Er- Sterben, läßt den Tod uns nimmer Sünder nicht verschmäht? Liebe, wann wir bloß von hinnen geh'n? 255. 1 11111 Von Jesu Werk. 151 Wer läßt einmal noch auf Erden| Seele als Freund begegnen, ist für die Saat, die da gesä't, daß deine Lust. sie herrlich aufersteht, Frühling 5. Ach, gieb an deinem kostbaren durch sein Wort es werden? Lob' Heil uns alle Tage vollkommen und singe: Jesus Christ solcher Gnaden Geber ist! Theil, und laß uns're Seele sich immer schicken, aus Noth und Liebe nach dir zu blicken ohn' Unterlaß. 6. O du Einer, der du Allen Alles giebst und Alles bist, weil nach Gottes Wohlgefallen alle Fülle in dir ist! Alle hast du eingeladen, Alle sollen zu dir nah'n, Allen haft du aufgethan solche Fülle deiner Gnaden. Selig, wer es recht genießt, was du giebst und was du bist! Karl Spitta( 1801-1859). 6. Und wenn wir weinen, so tröst' uns bald mit deiner blutigen Tod'sgestalt; ja, die laß uns immer vor Augen schweben und dein wahrHaftiges Inunsleben zu sehen sein. 7. Ein herzlich Wesen und Kindlichkeit sei uns're Zierde zu aller Zeit, und die heil'ge Tröstung aus deinen Wunden erhalt' uns Frieden zu allen Stunden bei Freud' und Leid. 8. So werden wir bis zum Himmel hinein mit dir vergnügt 256. wie die Kindlein ſein. Muß man c. Königliches Amt. Eigene Melodie A ch, mein Herr Jesu, dein Nahesein bringt großen Frieden in's Herz hinein, und dein Gnadenanblick macht uns so selig, daß Leib und Seele darüber fröhlich und dankbar wird. gleich die Wangen noch manchmal negen, wenn sich nur das Herz an dir ergößzen und stillen kann. 9. Du reichst uns deine durch2. Wir seh'n tein freundliches grab'ne Hand, die so viel Treue an Angesicht voll Huld und Gnade uns gewandt, daß wir beim D'ranwohl leiblich nicht; aber uns're Seele denken beschämt dastehen, und unser fann's wohl gewahren: du kannst Auge muß übergehen vor Lob und dich fühlbar uns offenbaren auch Dank. ungesehn. Christian Gregor( 1723-1801). 3. D wer nur imner bei Tag' und Nacht, dein zu genießen, recht Mel. Valet will ich dir geben. wär' bedacht, der hätt ohne Ende 257. Es kennt der Herr die von Glück zu sagen, und Leib und Seinen sie Seele müßt' immer fregen: Wer stets gekannt, die Großen und die ist wie du? Kleinen in jedem Volk' und Land'. 4. Barmherzig, gnädig geduldig Er läßt sie nicht verderben, er ſein, uns täglich reichlich de Schuld führt sie aus und ein; im Leben berzeih'n, uns helfen und trösten, und im Sterben sind sie und bleiben erfreu'n und segnen und uns'rer sein. 152 Von Jesu Werk. 2. Er kennet seine Schaaren am| seinen Knechten in dem Reich der Glauben, der nicht schaut und doch Gnade schüßt; dem auf dem erhabnen dem Unfichtbaren, als säh' er ihn, Throne in der königlichen Krone vertraut, der aus dem Wort ge- aller sel'gen Geister Heer bringt in zeuget und durch das Wort sich Demuth Preis und Ehr': nährt und vor dem Wort sich beuget und mit dem Wort sich wehrt. 3. Er fennt sie als die Seinen an ihrer Hoffnung Muth, die fröhlich auf dem Einen, daß er der Herr ist, ruht, in seiner Wahrheit Glanze sich sonnet frei und kühn, die wunderbare Pflanze, die immerdar ist grün. 4. Er fennt sie an der Liebe, die seiner Liebe Frucht, und die mit laut'rem Triebe ihm zu gefallen sucht; die Andern so begegnet, wie er das Herz bewegt, die segnet, wie er segnet, und trägt, wie er sie trägt. 2. Dein Erlösungswerk auf Erden und dein Opfer ist vollbracht; was vollendet sollte werden, das vollführtest du mit Macht: Da du bist für uns gestorben, ist uns Gnad' und Heil erworben, und dein siegreich Aufersteh'n läßt uns in die Freiheit geh'n. 3. Nun ist dieses dein Geschäfte, in dem obern Heiligthum die erworbnen Segenskräfte durch dein Evangelium allen denen mitzutheilen, die zum Thron der Gnade eilen; nun wird uns durch deine Hand heil und Segen zugewandt. 4. Alle Namen deiner Frommen 5. So kennt der Herr die Seinen, trägst du stets auf deiner Brust; wie er sie stets gekannt, die Großen und die gläubig zu dir kommen, und die Kleinen in jedem Bolk' und sind und bleiben deine Lust. Du Land': Am Werk' der Gnadentriebe vertrittst, die an dich glauben; daß durch seines Geistes Stärk', an sie nichts dir möge rauben, bitt'st Glauben, Hoffnung, Liebe, an seiner Gnade Werk. du in des Vaters Haus ihnen eine Wohnung aus. 6. So hilf uns, Herr, zum Glauben und halt' uns fest dabei; laß nichts die Hoffnung rauben, die Liebe herzlich sei! Und wird der Tag erscheinen, da dich die Welt wird seh'n, so laß uns als die Deinen zu deiner Rechten steh'n. Karl Spitta( 1801-1859). 5. Doch verzissest du der Armen, die der Welt noch dienen, nicht, weil dein Herz dir von Erbarmen über ihrem Glend bricht; daß dein Vater ihrer schone, daß er nicht nach Werfer Lohne, daß er änd're ihren Sim: ach da zielt dein Bitten hin Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 6. Zwar in deines Fleisches Tagen, als die Sünden aller Welt 258.Großer Mittler, der zur noch auf deinen Schultern lagen, Rechten seines großen hast du dich vor Gott gestellt, bald Vaters sigt und die Schaar von mit Seifzen, bald mit Weinen für 11 Von Jesu Werk. 153 die Sünder zu erscheinen: O in| glänzen, wo viel tausend treue Seelen welcher Niedrigkeit batest du zur dich zu ihrem Haupt erwählen, die selben Zeit! durch's Scepter deines Mundes nach 7. Aber nun, wo deine Bitte dem Recht des Gnadenbundes sich durch die Allmacht wirksam ist, weil von dir regieren lassen und, wie du in vollkomm'ner Hütte in ver- du, das Unrecht haffen. klärter Menschheit bist, nun kannst 4. In dem Reiche deiner Ehren du des Feindes Klagen majestätisch kann man stets dich loben hören von niederschlagen, und nun macht dein redend Blut uns're böse Sache gut. dem himmlischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlitz schauen, die dich unermüdet preisen und dir Ehr' und Dienst erweisen. 5. König, du in dreien Reichen, dir ist Niemand zu vergleichen an dem Ueberfluß der Schäße, an der Ordnung der Gesetze, an Vortrefflichkeit der Gaben, welche deine Bürger haben; du beschüßzest deine Freunde, du bezwingest deine Feinde. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 6. Herrsche auch in meinem Her259. Kön önig, dem kein König zen über Zorn, Furcht, Lust und gleichet, dessen Ruhm Schmerzen; laß mich deinen Schußz kein Mund erreichet, dem als Gott genießen, auf mich deine Gnade fliedas Reich gebühret, der als Mensch Ben; laß mich stets dich loben, liedas Scepter führet, dem das Recht ben, und mich im Gehorsam üben, gehört zum Throne als des Vaters hier mit leiden, hier mit streiten, ein'gem Sohne, den so viel Voll- dort mit herrschen, dir zur Seiten. kommenheiten trönen, zieren und Joh. Rambach( 1693-1735). 8. Großer Mittler, sei gepriesen, daß du in dem Heiligthum so viel Treu' an uns bewiesen: Dir sei Ehre, Dank und Ruhm! Laß uns dein Verdienst vertreten, wenn wir zu dem Vater beten; schließt die Lippen uns der Tod, sprich für uns in letzter Noth. 200 Joh. Rambach( 1693-1735). begleiten: 2. Himmel, Erde, Luft und Meere, Had Eigene Melodie. aller Streaturen Heere müſſen dir 260.Wie herrlich iſt's, eitt zu Dienste was du willst, Schäflein Christi das muß geschehen; Fluch und Se- werden und in der Huld des treugen, Tod und Leben, Alles ist dir sten Hirten steh'n! Kein höh'rer übergeben, und vor deines mundes Stand ist auf der ganzen Erden, Schelten zittern Menschen, Engel, als unverrückt dem Lamme nachzugeh'n. Was alle Welt nicht geben 3. In des Gnadenreiches Gren- fann, das trifft ein Schäflein ſtets zen sieht man dich am schönsten bei diesem Hirten an. Welten. 154 Von Jesu Werk. 2. Hier findet es die angenehm- entwenden, weil der allmächtig ist, sten Auen, hier wird ihm stets ein an den es glaubt. Es kommt nicht frischer Quell entdeckt; fein Auge um in Ewigkeit und wird im Todeskann die Gaben überschauen, die es thal von Furcht und Fall befreit. allhier in reicher Menge schmeckt. 5. Wer leben will und gute Tage Hier wird ein Leben mitgetheilt, das sehen, der wende sich zu dieses Hirvoll Vergnügen ist und nie vor- ten Stab; hier wird sein Fuß auf übereilt. süßer Weide gehen, da ihm die Welt vorhin nur Träber gab. Hier wird nichts Gutes je vermißt, dieweil der Hirt ein Herr der Schätze Gottes ist. 6. Doch dies ist nur der Vors schmack größ'rer Freuden, es folget noch die lange Ewigkeit: da wird das Lamm die Seinen herrlich weiden, wo der frystall'ne Strom das Wasser beut. Da siehet man erst 3. Wie läßt sich's da so froh und ruhig sterben, wenn hier das Schaf im Schooß des Hirten liegt! Es darf sich nicht vor Höll' und Tod entfärben, sein treuer Hirt hat Höll' und Tod besiegt. Büß't gleich der Leib das Leben ein, so wird die Seele doch fein Raub des Todes sein. 4. Das Schäflein bleibt in sei- klar und frei, wie schön und ausernes Hirten Händen, wenn gleich vor wählt ein Schäflein Christi sei. Zorn der weite Abgrund schnaubt; Joh. Rambach( 1693-1735). es wird der Wolf es nimmer ihm III. Dom heiligen Geist und den Heilswirkungen. 1. Von der Heilsordnung. dienet. Geh' mit mir nicht, Gott, in's Gericht, dein Sohn hat mich verfühnet. ch Gott und Herr, 4. Soll's ja so sein, daß Straf' wie groß und schwer und Bein auf Sünde folgen müssen, sind mein' begang'ne Sünden! Da so fahr' hier fort und schone dort ist Niemand, der helfen kann, in diejer Welt zu finden. a. Buße und Beichte. inds Eigene Melodie. 261. A und laß mich hier wohl büßen. 5. Gieb, Herr, Geduld, vergiß 2. Lief ich gleich weit zu dieser die Schuld. Gieb Demuth meinem Zeit bis an der Welt ihr Ende, Herzen; laß mich mein Heil, mein und wollt' los sein des Kreuzes bestes Theil durch Undank nicht mein, würd' ich es doch nicht wen- verscherzen. den. 6. Handle mit mir, wie's dünket 3. Zu dir flieh' ich: verstoß' dir, durch dein' Gnad' will mich nicht, wie ich's wohl hab' ver- ich's leiden; nur woll'st du mich Buß- und Beichtlieder. 155 ul nicht ewiglich von deiner Liebe Eigene Melodie. and scheiden. n dir allein, an dir hab' ich gesündigt adulas und übel oft vor dir gethan; du Eigene Melodie. siehst die Schuld, die mir 263. A" Martin Rutilius( 1550-1618). den 262. Allein zu dir, Herr Jefu Fluch verklündigt; ſich, Gott, auch meinen Sammer an. mung steht auf Erden; ich weiß, 2. Dir ist mein Fleh'n, mein daß du mein Tröster bist, fein Seufzen nicht verborgen, und meine Trost mag mir sonst werden. Von Thränen sind vor dir. Ach Gott, Anbeginn ist nichts erfor'n, auf mein Gott, wie lange soll ich sorErden ist kein Mensch gebor'n, der mir aus Nöthen helfen kann: ich ruf' dich an, auf den ich fest vertrauen fann. gen? Wie lang' entfernst du dich von mir? 3. Herr, handle nicht mit mir nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach meiner Schuld. Ich suche dich; laß mich dein Antlig finden, du Gott der Langmuth und Geduld. 2. Mein Sünd' ist schwer und übergroß und reuet mich von Herzen. Erbarme dich und sprich mich los kraft deiner Todesschmerzen, und nimm dich mein beim Vater an, der du genug für mich gethan; so werd' ich los der Sündenlast. Mein Glaube faßt, was du mir, Herr, versprochen haſt. 3. Gieb mir durch dein' BarmHerzigkeit den wahren Christenglauben; auf daß ich deine Freundlichkeit mög' inniglich anschauen, vor allen Dingen lieben dich und meinen Nächsten gleich als mich. Im Sterben deine Hilf' mir send'; am letzten End' befehl ich mich in deine Händ'. 4. Ehr' sei Gott in dem höchsten Thron, dem Vater aller Güte, und Chr. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). Christo, seinem lieben Sohn, derid ja uns all'zeit behüte, und Gott, dem Eigene Melodie. werthen, heil'gen Geist, der uns 264.A us tiefer Noth schrei' sein' Hilfe all'zeit leist't, damit wir ich zu dir, Herr Gott, ihm gefällig sei'n in dieser Zeit und erhör' mein Rufen: dein gnädig vollends in der Ewigkeit. Ohr neig' her zu mir und meiner Bitt" es öffne! Denn so du willst Joh. Schneesing( gest. 1567). 4. Früh wollst du mich mit deiner Gnade füllen, Gott, Vater der Barmherzigkeit. Erfreue mich um deines Namens willen. Du bist ein Gott, der gern erfreut. ad 5. Laß deinen Weg mich wieder freudig wallen und lehre mich dein heilig Recht; laß stets mich thun nach deinem Wohlgefallen, du biſt mein Gott, ich bin dein Knecht. 6. Herr, eile, du mein Schuß, mir beizustehen und leite mich auf eb'ner Bahn. Er hört mein Schrei'n, der Herr erhört mein Flehen und nimmt sich meiner Seele an. 156 Buß- und Beichtlieder. das sehen an, was Sünd' und Un-| 2. Dein Jesus ruft dich auch recht ist gethan, wer kann, Herr, zum Glauben durch's süße Evanvor dir bleiben? gelium und will aus Gnaden dir erlauben, zu werden ganz sein Eigenthum, daß du nun durch sein werthes Wort sollst selig werden hier und dort. 2. Bei dir gilt nichts, denn Gnad' und Gunst, die Sünde zu vergeben; es ist doch unser Thun umsonst auch in dem besten Leben. Vor dir Niemand sich rühmen kann, deß muß dich fürchten Jedermann und deiner Gnade leben. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf ihn mein Herz soll lassen sich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein werthes Wort: das ist mein Trost und treuer Hort, deß will ich allzeit harren. 3. So änd're, Jesu, meine Sinnen und schaff' in mir das Herz ganz rein; laß mich von Neuem nun beginnen, was dir, mein Jesus, lieb fann sein und hilf, daß ich nach deinem Sinn recht gläubig und recht heilig bin. Verfasser unbekannt. Mel. Der Tag ist hin, mein Jesu. 4. Und ob es währt bis in die 266. Gott rufet noch; ſollt Nacht und wieder an den Morgen, doch soll mein Herz an Gottes Macht hören? Wie laß ich immer noch verzweifeln nicht, noch sorgen: so mein Herz bethören! Die furze thu', Israel rechter Art, der aus Freud', die kurze Zeit vergeht, dem Geist erzeuget ward und seines indeß mit mir es so gefährlich steht. Gottes harret. 2. Gott rufet noch; sollt' ich 5. Ob bei uns ist der Sünden nicht endlich kommen? Ich hab' viel, bei Gott ist viel mehr Gnade; so lang' die treue Stimm' ver sein' Hand zu helfen hat kein Ziel, nommen, ich wußt' es wohl, ich wie groß auch sei der Schade. Er war nicht, wie ich sollt', er winkte ist allein der gute Hirt, der Israel mir, ich habe nicht gewollt. erlösen wird aus seinen Sünden allen. Martin Luther( 1483-1546). Mel. Wer nur den lieben Gott läßt zc. 265. ein Sesus rufet dich Herze, eil! zur Buße; komm', 4. Gott rufet noch; ob ich mein bring' dein armes Herz herbei! Ohr verstopfet, er stehet noch an Komm', falle ihm doch bald zu meiner Thür und klopfet; er ist Fuße und zeig' ihm deiner Seele bereit, daß er mich noch empfang'; Reu', die das Geseh in uns erwect, er wartet noch auf mich, wer weiß, wenn's uns're Sünde uns entdeckt.| wie lang'? 3. Gott rufet noch; ach, daß ich mich nicht gebe! sein Joch noch fürcht' und doch in Banden lebe. Ich hind're meiner eig'nen Seele Heil; er ziehet mich, o armes Buß- und Beichtlieder. 157 mit dem Sünder nicht." 5. Gieb dich, mein Herz, gieb| schlagen: Geh' doch in's Gericht endlich dich gefangen! Wo willst du Trost, wo willst du Ruh' er- 4. Jede Hülle fällt, werd' ich langen? Laß von der Welt! brich hingestellt, Herr, vor deinem Analle Band' entzwei! Dein Geist gesichte, dann erst steh' ich ganz im wird sonst in Ewigkeit nicht frei. Lichte. Was ich bin vor dir, das 6. Gott locket mich; ich will nicht länger weilen. Er will mich ganz! ich will mein Herz nicht theilen. D'rum, Welt und Fleisch, sag', was du immer willst, mir Gottes Stimme mehr als deine gilt. 7. Ich folge Gott; ich will ihm ganz genügen; die Gnade soll im Herzen endlich siegen. Ich gebe mich; Gott soll hinfort allein und unbedingt mein Herr und Meister sein. 8. Ach nimm mich hin, du Langmuth ohne Maßen! Ergreif' mich fest, ich will dich nimmer lassen. Herr, rede nur! ich geb' begierig Acht. Führ', wie du willst, ich bin in deiner Macht. Gerh. Tersteegen( 1697-1769). Mel. Seelenbräutigam. 267. Herzenständiger, bu Gott bin ich in mir. 5. Du, der Gnad' erweist dem gebeugten Geist, du, bei dem so viel Vergeben, Seligkeit und ew'ges Leben, sprich von deinem Thron: sei getrost mein Sohn. 6. Gieb das Hochzeitskleid der Gerechtigkeit, meine Blöße d'rein zu kleiden, daß ich deinen Anblick leiden und es tragen kann, siehest du mich an. 7. Nimm mir, was mich quält, gieb, was mir noch fehlt! Laß von allem argen Wesen meine Seele recht genesen; laß durch dich mich rein, dir gehorsam sein. 8. Gieb den Kindesgeist, der dich Vater heißt, daß mit kindlichem Vertrauen ich dir in die Augen schauen, ja mich freuen kann, siehest du mich an. Karl Spitta( 1801-1859). Ach, du weißt es, wie ich's meine, was ich bin und was ich scheine. 268. mein Gott, ich geb' mein Herz; Meines Herzens Grund ist dir klar und fund. es dir, dir, der es gnädig schuf. 2. Urquell alles Lichts, dir ver- Nimm es der Welt, mein Kind, hüllt sich nichts, wollt' ich dir auch und gieb es mir!" dies ist an nichts bekennen, würdest du mich mich dein Ruf. Hier ist das Opfer doch erkennen; ja du kennest mich meiner Liebe, ich weih' es dir aus besser noch als ich. treuem Triebe; hier ist mein Herz!:,: Mel. Es ist genug 2c. 3. Und du siehst mich an. Hei2. Hier ist mein Herz! O nimm liger, wer kann deiner Augen Blick es gnädig an, ob ihm gleich viel ertragen, ohn' an seine Brust zu gebricht. Ich geb' es dir, so gut 158 Buß- und Beichtlieder. ich's geben fann; verschmäh' die| und Hoffahrt fliehe und klein zu Gabe nicht! Es ist mit böser werden sich bemühe, mein niedrig Lust beflecket, mit Sünd' erfüllt, Herz.:,: mit Schuld bedecket, mein fündig Herz.:,: 3. Hier ist mein Herz, das bisher steinern war, nun ist's ein fleischern Herz; es legt sich dir matt und zerbrochen dar, es fühlet Angst und Schmerz, es jammert bei der Last der Sünden, es seufzt: wo soll Herz.:;: ich Rettung finden? mein reuig Herz.:,: 9. Hier ist mein Herz! Bewahr' es, treuster Freund, vor aller 4. Hier ist mein Herz! Gott der Feinde List! Gieb, wann der Tod, Barmherzigkeit, erbarme du dich der letzte Feind, erscheint, daß stark fein! Die ganze Welt, sie stillet es gläubig ist. Hilf mir, wann nicht sein Leid, du bist sein Trost meine Augen brechen, das treue allein. Es fagt mit findlichem Ver- Wort froh zu dir sprechen: Hier trauen:, ich werde Gott als Vater ist mein Herz!":,: schauen," mein hoffend Herz.:,: Ehrenfr. Liebich( 1713-1780). 8. Hier ist mein Herz! Lehr' es Gelassenheit; sein Glück sei stets dein Rath; sein Wahlspruch sei im Wohlergeh'n und Leid: was Gott beschlossen hat!" Es glaube fest zu deinem Preise:„ Der Herr ist treu; mein Gott ist weise," mein folgsam 5. Hier ist mein Herz! Es sucht in Christo Heil, es naht zum KreuzespodEigene Melodie. hin und ſpricht:„ o Herr, du bist 269. Küter, wird die Nacht mein Gut und Theil, dein Tod ist der Sünden nicht mein Gewinn!" Es hat in des Er- verschwinden? Hüter, ist die Nacht lösers Wunden Trost, Ruh' und schier hin? Wird die Finsterniß der Seligkeit gefunden, mein gläubig Herz.:,: Sinnen bald zerrinnen, darin ich gefangen bin? 6. Hier ist mein Herz! Geist Gottes, schaff' es rein und mach' es gänzlich neu; weih' es dir selbst zum heil'gen Tempel ein; mach' es zum Guten treu; hilf, daß es stets nach Gott verlange, ihn fürcht', ihn lieb' und an ihm hange, mein neues Herz.:,: 2. Möcht' ich, wie das Rund der Erden, licht doch werden: Seelensonne, gehe auf! Ich bin finster, falt und trübe: Jesu, Liebe, komm', beschleunige den Lauf! 3. Wir sind ja im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist, und ich muß mich noch im Schatten stets ermatten, weil du mir so ferne bist. 7. Hier ist mein Herz! Es überdenkt gerührt die Hoheit deines Thron's; schenk' ihm den Schmuck, 4. Sind wir doch der Nacht entder deine Knechte ziert, die Demuth ronnen, da du kommen; aber ich bin deines Sohn's! Gieb, daß es Stolz lauter Nacht. Darum wollst du mir, 11 Buß- und Beichtlieder. 159 dem Deinen, auch erscheinen, der der Gnad' erlange, ich armes und nach Licht und Recht ich tracht'. verlornes Kind. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. 3. Hör', ach, erhör' mein Seufzen, Schreien, du allertreustes Va= terherz, wollst alle Sünde mir verzeihen und lindern meines Herzens Schmerz. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. 4. Wie lang' soll ich vergeblich klagen? Hörst du denn nicht, ach hörst du nicht? Soll ich in meiner Noth verzagen? Hör', was der arme Sünder spricht: Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. 5. Wie kann ich des Lichtes Werke ohne Stärke in der Finsterniß vollzieh'n? Wie kann ich die Liebe üben, Demuth lieben und der Nacht Geschäfte flieh'n? 6. Laß nicht zu, daß meine Seele sich so quäle, zünd' dein Feuer in mir an; laß im Dunkel dieser Erden hell mich werden, daß ich Gutes wirken fann. 7. Das Vernunftlicht kann das Leben mir nicht geben: Jefus und sein heller Schein, Jesus muß das Herz anblicken und erquicken; Jesus muß die Sonne sein. 8. Von den Augen nimm die Hülle, daß in Fülle deine Klarheit brech' herein; wenn dein helles Licht den Deinen soll erscheinen, dann muß rein das Auge sein. 9. Jesu, gieb gesunde Augen, die was taugen, rühre meine Augen an! Denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. Christ. Friedr. Richter( 1676-1711). Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 5. Wahr ist es, übel steht der Schade, den Niemand heilt, als du allein, ach aber, Vater, Gnade, Gnade, laß mich doch nicht verloren sein!-Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. 6. Nicht, wie ich hab' verschuldet, lohne und handle nicht nach meiner Sünd'; o treuer Vater, schone, schone, erkenn' mich wieder für dein Kind. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. 270. Jh 67. ( ch armer Mensch, ich 7. Sprich nur ein Wort, so armer Sünder steh' werd' ich leben, sprich, daß ich arhier vor Gottes Angesicht; ach mer Sünder hör': geh' hin, die Gott, verfahre doch gelinder und Sünd' ist dir vergeben, doch süngeh' nicht mit mir in's Gericht. dige hinfort nicht mehr. Erbarme Erbarme dich, erbarme dich, Gott, dich, erbarme dich, Gott, mein Ermein Erbarmer, über mich. barmer, über mich. 2. Wie ist mir doch so angst 8. Ich traue feft, ich bin erhöret, und bange, Herr, wegen meiner erhöret bin ich zweifelsfrei, weil großen Sünd'! Hilf, daß ich wie- sich der Trost im Herzen mehret, Buß- und Beichtlieder. 160 daß ich von dir begnadigt sei. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. Christoph Titius( 1641-1703). 6. Die Thorheit meiner jungen Jahr' und meine spätern Sünden verklagen mich zu offenbar, sie sind nicht zu ergründen; sie steh'n vor deinem Angesicht und führen einst mich vor's Gericht, wie soll ich Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. 271. Ich will von meiner Rettung finden? Missethat zum Herren 7. Bisher hab' ich in Sicherheit mich bekehren: du wollest selbst mir gar unbesorgt geschlafen, gedacht: Hilf' und Rath hierzu, o Gott, be- Es hat noch lange Zeit! Gott scheeren, und deines guten Geistes pflegt nicht bald zu strafen; er Kraft, der neue Herzen in uns handelt nicht nach uns'rer Schuld, schafft, aus Gnaden mir gewähren. so strenge nicht, es hat Geduld der Hirte mit den Schafen." 2. Ein Mensch kann von Natur doch nicht sein Elend recht empfin8. Doch endlich aus dem Schlaf den, er ist ohn' deines Geistes Licht erwacht will mir das Herz zererstorben ganz in Sünden; ver- springen; ich sehe des Geseßzes Macht kehrt ist Wille, Sinn' und Thun. und Schrecken auf mich dringen. - Des großen Jammers wollst du mun, o Vater, mich entbinden. - Es ist, als regten sich zugleich des Todes und der Hölle Reich und wollten mich verschlingen. 3. So llopfe gnädig bei mir an und führ' mir recht zu Sinnen, was Böses ich vor dir gethan; du fannst mein Herz gewinnen, daß ich in Kummer und Beschwer laß über meine Wangen her viel heiße Thränen rinnen. 9. Wo bleib' ich denn in solcher Noth? Wer setzt ihr Thor und Riegel? wo flieh' ich hin? du Mors genroth, ach leih' mir deine Flügel! Verbirg mich, o du fernes Meer, bedecket mich, fallt auf mich her ihr Klippen, Berg' und Hügel! 4. Wie hast du doch an mich gewandt den Reichthum deiner Gna10. Umsonst, umsonst; und könnt' den. Mein Leben dank' ich deiner ich gleich bis in den Himmel ſtei Hand, auch gabst auf meinen Pfa- gen und nieder in der Hölle Reich den du reiches Gut an Ehr' und mich tief hinunter neigen: so würde Brot und machtest, daß mir keine mich doch deine Hand da finden Noth jemals hat können schaden. und mir meine Schand' in hellem 5. Du hast in Christo mich er- Lichte zeigen. wählt, der mich vom Tod behüte, 11. Herr Jesu, nimm zu dir es hat auch sonst mir nicht gefehlt mich ein, ich flieh' zu deinen Buns an Segen im Gemüthe, und, daß dent. Laß mich in dir geborgen ich ja dein eigen sei, hast du mich sein und bleiben alle Stunden. Du nur aus großer Tren gestraft voll hast, unschuldig Gotteslamm, für Vatergüte. Buß- und Beichtlieder. 161 alle Sünd' am Kreuzesstamm' Er-| Ich komm' mühselig, nackt und lösung uns gefunden. bloß, ach, laß mich Gnade finden! 12. So will ich mich mein Le- Ich bin vom rechten Weg verirrt, ben lang vor neuen Sünden scheuen. Herr, nimm mich auf, du treuer Du wollest deines Geistes Drang Hirt, und tilge meine Sünden. in Gnaden mir verleihen, daß er von aller Sünden List und dem, was dir zuwider ist, helf' ewig mich befreien. 6. Ach, weh' mir, daß zum Abgrund hin von dir ich abgewichen bin! Ach, laß mich wiederkehren zu deiner Heerde, nimm mich an und mach' mich frei von Fluch und Bann! Das, Herr, ist mein Begehren. 7. Laß mich dein eigen ewig sein, sei du mein treuer Hirt allein im Leben und im Sterben; laß 272. mich verleugnen Welt und Sünd kommt eilig, fommt und macht euch und als ein wahres Gotteskind auf, mühselig und beladen! Es dein Himmelreich ererben.d öffnet Jesu treues Herz sich Allen, die in Reu' und Schmerz erkennen ihren Schaden. Laurentius Laurenti( 1660-1722). dsier ordent bildn Eigene Melodie. nd Louise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg( 1617-1667). Mel. Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. hr armen Sünder, stuldastus 2. Es heißt: er nimmt die Sün- 273. Kehre wieder, fehre wiean; komm', dein Jesus dich verwill und kann erretten dich, den Ioren hast, sinke reuig bittend nieArmen. Komm' weinend, komm' in wahrer Buß' und fall' im Glauben ihm zu Fuß': er wird sich dein erbarmen. der vor dem Herrn mit deiner Last! Wie du bist, so darfst du kommen und wirst gnädig aufgenommen. Sieh, der Herr kommt dir entgegen, und sein heilig Wort verspricht dir Vergebung, Heil und Segen; kehre wieder, zaud're nicht! 3. Ein Hirt verläßt sein Schäflein nicht, wenn dem verirrten Hilf gebricht; er sucht es mit Verlangen. Er läßt die neun und 2. Kehre aus der Welt Zerstreuneunzig steh'n, dem Einen sorglich ung in die Einsamkeit zurück, wo nachzugeh'n, das eine zu umfangen. in geistiger Erneuung deiner harrt 4. So sucht der Hirte Jesus ein neues Glück; wo sich bald die Christ das Schäflein, das verloren Stürme legen, die das Herz so ist, bis daß er es gefunden. D'rum wild bewegen; wo des Heil'gen laß dich finden, liebe Seel', den Geistes Mahnen du mit stillem guten Hirten dir erwähl'; noch sind Beben hörst, und von Neuem die Gnadenstunden. zu den Fahnen Jesu Christi heilig schwörst. 5. Jesu, deine Lieb' ist groß! Neues Geianabud. 11 162 Buß- und Beichtlieder. 3. Kehre wieder, irre Seele! 2. Du siehst, wie uns die SünDeines Gottes treues Herz beut den brennen, wir wissen keinen anVergebung deinem Fehle, Balsam dern Rath, als dir von Herzen zu für den Sündenschmerz: sieh auf bekennen all' uns're Schmach und den, der voll Erbarmen dir mit Missethat, und was vergessen unser ausgestreckten Armen winket von Mund, das lies in uns'rer Seelen dem Kreuzesstamme; kehre wieder, fürchte nicht, daß der Gnäd'ge dich verdamme, dem sein Herz vor Liebe bricht! Grund. 2 dl vollo qug 3. Wir können nicht vor dir bestehen, ach, geh' mit uns nicht in's Gericht! Wir beugen uns're Knie' und flehen: verwirf uns nicht, verwirf uns nicht! Nimm uns um Christi willen an, der auch für uns genug gethan. 4. Herr, wolle länger nicht verhüllen dein Antlig, hör' auf unser Schrei'n, um Christi, deines Sohnes willen, laß leuchten deiner Gnade Schein! Es floß ja einst auch uns zu gut vom Kreuz sein heilig Opferblut. 4. Kehre wieder! neues Leben trink' in seiner Liebeshuld; bei dem Herrn ist viel Vergeben, große Langmuth und Geduld. Faß' ein Herz zu seinem Herzen: er hat Trost für alle Schmerzen, er kann alle Wunden heilen, macht von allen Flecken rein; darum kehre ohne Weilen zu ihm um und bei ihm ein! 5. Kehre wieder! endlich fehre in der Liebe Heimath ein, in die Fülle aus der Leere, in das Wesen 5. Vergieb, vergieb uns uns're aus dem Schein; aus der Lüge in Fehle, ob uns das eig'ne Herz verdie Wahrheit, aus dem Dunkel in dammt, und gieß' in uns're bange die Klarheit, aus dem Tode in das Seele den Frieden der vom HimLeben, aus der Welt in's Himmel- mel stammt, und send' uns deinen reich! Doch, was Gott dir heut heil'gen Geist, der uns der Sünde will geben, nimm auch heute, fehre gleich! Macht entreißt. dmjöhe Qura Karl Spitta( 1801-1859). Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Mel. Wer nur den lieben Gott läßzt 275. Nimm hin mein Herd walten. 274. Mag es an! Jag über uns dein Ich bring' es dir zur Gabe; ich Eifer flammen, bring' es dir, so gut ich's fann, weil wir vor dir nicht recht gethan, so schwach und arm ich's habe; mag uns das eig'ne Herz verdam- ich weiß doch, du verschmähst es men, wir wagen's dennoch dir zu nicht, so viel dem Opfer auch genah'n; wir treten vor dein Ange- bricht, das ich dir willig weihe. sicht: verwirf, o Herr, verwirf uns 2. Nimm, o mein Heiland, nimm es hin, du Herz voll ew'ger Liebe! nicht. round Julius Sturm( geb. 1816) Buß- und Beichtlieder. mein Herz ist voller Eigensinn und| Herz, was will ich mehr verlangen? voll verkehrter Triebe; es hängt an Welt und eitler Luft; doch ist dir's auch, o Herr, bewußt, ich kann's nicht selbst bekehren! Dann bleib' ich fest in Freud' und Schmerz an deiner Liebe hangen; dann bin ich dein, und du bist mein; dann werd' ich einst dort oben sein und selig dich umfangen! Ernst Woltersdorf( 1725-1761). 3. Mach' du's zu deinem reinen Haus, das dir gefallen könne; was dir zuwider, reiß' heraus, daß dich und mich nichts trenne! Entsünd'ge mich mit deinem Blut, gieb mir 276. Geist,- dann ich gut, dann fang' ich an zu leben. 163 6. Gieb mir ein Herz, das deine Zucht, wenn es gefehlt, bald spüret; das keine and're Straße sucht, als die 4. Herr, gieb, und kost' es immerhin dem Willen tausend Schmerzen, Herr, gieb mir einen neuen Sinn, ein Herz nach deinem Herzen, ein Herz, das dich mit Freuden ehrt, das kindlich deine Stimme hört und deinen Namen fürchtet. 5. Gieb mir ein Herz, das dich 2. Hier steh' ich, wie der Zöllner forthin mit Vorsatz nie betrübet: that, beschämet und von ferne; ich das immer dich mit lauterm Sinn suche deine Hilf' und Gnad', mein aus allen Kräften liebet, ein Herz, Gott, du hilfft ja gerne; doch weil das nur für dich entbrennt und ich voller Fehler bin und, wo ich teine falsche Liebe fennt, ein Herz mich nur wende hin, des Ruhmes voll Kraft und Glauben. vor dir ledig, so schlag' ich nieder mein Gesicht vor dir, du reines Himmelslicht: Gott, sei mir Sünder gnädig! 3. Die Schuld, der ich mir bin bewußt, beängstet mein Gewissen; d'rum schlag' ich reuig an die Brust und will von Herzen büßen. Ich bin, o Vater, ja nicht werth, daß ich noch wandle auf der Erd'; doch weil du rufft, so bete ich mit bangem, ganz zerknirschtem Geist, der gleichwohl dich noch Vater heißt: Gott, sei mir Sünder gnädig! zum Himmel führet; ein Herz, das auch in Noth und Pein zu dir die Zuflucht nimmt allein, und auch im Kreuz dich preiset; Mel. Ein Lämmlein geht und trägt. König, deſſen Maweit über Alles steiget, dem Erd' und Meer zu Dienste steht, vor dem die Welt sich neiget; der Himmel ist dein helles Kleid, du bist voll Macht und Herrlichkeit, sehr groß und wunderthätig; ich Armer aber kann allein auffeufzen voller Herzenspein: Gott sei mir Sünder gnädig! 7. Ein Herz, das Freund' und Feinde liebt, und nichts haßt als die Sünden; ein Herz, das täglich mehr sich übt, sich stets in dir zu finden; ein Herz, das immer droben ist, dort, wo du bist, Herr Jesu Christ, zu deines Vaters Rechten. 4. Mein Vater, schaue Jesum 8. Herr, giebst du mir ein solches an, den Gnadenthron der Sünder, 11* CON 164 Buß- und Beichtlieder. der für die Welt genug gethan, Rath, wo es an Rath mir fehlet; und, daß wir würden Kinder, ge- gieb Willen, Mittel, Kraft und tragen alle uns're Schuld! ich senke Stärk', daß ich mit dir all' meine mich in seine Huld, die groß und Werk' anfange und vollende. wunderthätig. Ich fasse ihn und 3. O Jesu Christe, der du hast laß' ihn nicht, bis dir dein Herz am Kreuze für mich Armen ge vor Mitleid bricht: Gott, sei mir tragen aller Sünden Last, wollst Sünder gnädig! meiner dich erbarmen! D Gottes 5. Regiere doch mein Herz und und Marien Sohn, erbarm' dich Sinn in diesem ganzen Leben: du mein und mein verschon': hör' an bist mein Gott, und was ich bin, mein kläglich Rufen! bleibt ewig dir ergeben. Ach, heilige 4. Laß deiner Wunden theures mich ganz und gar, mein Glaube Blut, dein' Todespein und Sterben sei auch immerdar durch wahre mir tommen kräftiglich zu gut, daß Liebe thätig; und geht's nicht vor- ich nicht müss' verderben; bitt' du wärts, wie es soll, so ruf' ich doch den Vater, daß er mir im Zorn vertrauensvoll: Gott, sei mir Sün- nicht lohne nach Gebühr, wie ich der gnädig! es hab' verschuldet. 6. Mein Leben und mein Sterben ruht allein in deiner Gnade; mir geh' es böse oder gut, gieb nur, daß mir nichts schade. Und kommt das letzte Stündlein dann, so mache auf der Todesbahn mein Herz von Aengsten ledig, und wenn ich nicht mehr sprechen kann, so nimm den legten Seufzer an: Gott, sei mir Sünder gnädig! 5. O heil'ger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, wenn mich der Sünden Lust ansicht: laß mich von dir nicht wanken; verleih' daß nun und nimmermehr Begier nach Reichthum oder Ehr' in meinem herzen herrsche. Valentin Löscher( 1673-1749). 6. Und wenn mein Stündlein kommen ist, so hilf mir treulich kämpfen, daß ich des bösen Feindes List durch Christi Sieg mög' dämpfen; auf daß mir Krankheit, Angst und Noth und dann der leßte Feind, Tim thi and Mel. Ea ist gewißlich an der Zeit. 277. Bater der Barmher- der Tod, nur ſei die Thür'zum Leben. O zigkeit, ich falle dir David Denice( 1603-1680). zu Fuße: verstoß' den nicht, der zud dir schreit in wahrer Reu' und mel. Jefus, meine Buversicht. Buße; was ich begangen wider 278. Schaffet eure Selig dich, verzeih' durch deine große Güte. Seligkeit allezeit mit Furcht aur und Zittern! mache uns, o Gott, 2. Durch deiner Allmacht Wun- bereit, daß mit heiligem Erschüttern derthat nimm von mir, was mich dies Wort, als ein Donnerschlag, quälet, durch deine Weisheit schaffe unf're Herzen rühren mag. Buß- und Beichtlieder. 2. Schaffet eure Seligkeit! Ach, Mel. Bater unser im Himmelreich. bas iſt das Allerbeſte. Dieſes bleibt 279. wahr ich lebe, ſpricht Co $ dein uns nach der Zeit; sind wir hier doch fremde Gäste, werden eilends weggerafft, ob man noch so Vieles schafft! 165 nicht lieb des Sünders Tod; mein Wunsch und Will' ist dies vielmehr, daß er von Sünden sich befehr', von seiner Bosheit wende sich und lebe mit mir ewiglich. 3. Schaffet eure Seligkeit! O, es sind nicht leichte Werke, und es ist ein harter Streit; denn man 2. Dies Wort bedenk', o Men= brauchet Gottes Stärke, eh' man schenkind, verzweifle nicht in deiner Fleisch und Blut bezwingt und zum rechten Leben dringt! 4. Schaffet eure Seligkeit! Ach, da setzt es Furcht und Schrecken, eh' der Geist sein: Abba! schreit. Sa, er muß uns stets erwecken erst zu heil'ger Gottesscheu, daß das Herz nicht sicher sei. 7. Schaffet eure Seligkeit! Ach, jetzt dent' ich an den Bürgen, der mich von der Schuld befreit und sich selber ließ erwürgen. Gott sei Lob, an diesem Heil hat mein Glaube auch sein Theil. um of misd Sünd'! hier findest du Trost, Heil und Gnad', die Gott dir zugesaget hat und zwar mit einem theuern Eid: o selig, wem die Sünd' ist leid! 3. Doch hüte dich vor Sicherheit! Denk' nicht: zur Buß ist wohl noch Zeit, ich will erst fröhlich sein auf Erd'; wann ich des Lebens müde 5. Schaffet eure Seligkeit! Jst werd', alsdann will ich bekehren das auch von uns geschehen? Ach, mich, Gott wird wohl mein eres fehlet noch gar weit. Was für Mängel muß man sehen! O wie gottlos ist der Sinn, und wie sicher geht man hin! indung dunt 6. Schaffet eure Seligkeit! Hartes Herz, zerfließ' in Thränen wegen deiner Sicherheit und sei heute unter denen, die ob ihrer schweren Sünd' recht zerfnirschten Geistes sind. barmen sich. id au grombe 4. Wahr ist's, Gott ist zwar stets bereit dem Sünder mit Barmherzigkeit; doch wer auf Gnade fündigt hin, fährt fort in seinem bösen Sinn und seiner Seele selbst nicht schont, dem wird mit Ungnad' einst gelohnt. 5. Gnad' hat dir zugesaget Gott durch Jesu Christi Blut und Tod: doch nicht verbürget hat er dir, ob du bis morgen lebest hier. Daß du mußt sterben, ist dir fund, verborgen ist des Todes Stund'. hoom 6. Heut lebst du, heut befehre 8. Schaffet eure Seligkeit! Jesu, dich! Eh' morgen kommt, kann's hilf mir selber ringen. Meine Träg- ändern sich, wer heut ist frisch, geheit ist mir leid, laß' mich bess're sund und roth, ist morgen frant, Früchte bringen, daß ich meine Chri- vielleicht schon todt: stirbst du dastenbahn selig einst vollenden kann! hin mun ohne Bußz', dein Leib und Gottl. Adolph( 1685-1745). Seel' verderben muß. 166 Buß- und Beichtlieder. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du Mel. Wer nur den lieben Gott läßt. mir, daß ich noch heute komm' zu 281.ir liegen hier zu deis dir und thue eh' nen schneller Tod mich übereilt, auf daß von großer Güt' und Tren', und ich heut und jederzeit zu meiner, fühlen schmerzlich im Gewissen, wie Heimfahrt sei bereit. wohlverdient die Strafe sei. Ach, uns'rer Sünden Maaß ist voll; weh' uns, wenn Recht ergehen soll. Joh. Heermann( 1585-1647). Eigene Melodie. 2. Du bist gerecht, und wir sind Sünder: wie wollen wir vor dir Nöthen sein und besteh'n? Wir sind die ungerathnen Kinder, die des Verderbens Wege geh'n. Kein Wunder, wenn dein Racheschwert uns längst schon hätte aufgezehrt. 280. We Jenn wir in höchsten wissen nicht, wo aus, noch ein, und finden weder Hilf', noch Rath, ob wir gleich sorgen früh und spät: 2. So ist dies unser Trost allein, daß wir zusammen insgemein anrufen dich, o treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Noth; 3. Doch, Vater, denk' an deinen Namen, gedenk' an deinen lieben Sohn. Dein Wort ist immer Ja und Amen; dein Eidschwur zeuget selbst davon: du willst den Tod des Sünders nicht. Ach, geh' nicht 3. Und heben unser Aug' und Herz zu dir in wahrer Reu' und Schmerz und bitten um Begnadigung und aller Strafen Linderung, mit mir in's Gericht! 4. Die du verheißest gnädiglich Allen, die darum bitten dich durch unsern Heiland, Jesum Christ, der unser Heil und Fürsprech ist. 4. Wir liegen, Herr, vor dir im Staube, zerknirrscht das Herz in Leid und Reu'; uns tröstet ganz allein der Glaube, daß dein Erbar 5. D'rum kommen wir, o Herre men täglich neu. Du hast ja noch Gott, und flagen dir all' uns're ein Vaterherz, so siehe doch auf Noth, weil wir jetzt steh'n verlassen unsern Schmerz. gar in großer Trübsal und Gefahr. 5. Der Mittler steht ja in der 6. Sieh' nicht an uns're Sünde Mitte, wir schau'n zu seinen Wun groß, sprich uns von ihr in Gnaden den auf; er hat für uns're Schuld los; steh' uns in unserm Elend bei, gelitten und leistete die Zahlung mach' uns von allen Plagen frei. d'rauf; entzögst du uns der Gnade 7. Auf daß von Herzen können Schein, so müßt' sein Blut verloren wir nachmals mit Freuden danken sein. dir, gehorsam sein nach deinem Wort, dich all'zeit preisen hier und dort. 6. Das theure Blut von deinem Sohne ruft für uns um Barmherzigkeit. Schau' her von deinem Paul Eber( 1511-1569). Gnadenthrone und denke noch der alten Zeit, da du auch Gnade hast #HAN Buß- und Beichtlieder. 167 erzeigt, dein Herz dem geneigt. rid Sünder zu-| Wunden ich stets das Heil gefunfoil dmi sidi den. im ail 7. Ach, laß die wohlverdiente 4. Durch den unschuldig Blut, Strafe nicht über uns're Häupter die theure Gnadenfluth, tilg' alle geh'n, daß wir nicht in dem Sün- meine Sünde, die Wunden mir denschlafe von deiner Huld verlassen verbinde und ihr'r nicht mehr gesteh'n. Ach, sammle uns in deinem denke, in's Meer sie tief versenke. Schooß und mach' uns aller Pla- 5. Du bist es, der mich tröst't, weil du mich selbst erlös't. Was gen los. 8. Gieb Fried' im Land und ich gesündigt habe, das liegt in im Gewisfen, gieb heilsam Wetter, deinem Grabe, da hast du es begute Zeit; laß Lieb' und Treue decket, daß es mich nicht mehr stets sich küssen und förd're die Ge- schrecket. silloar pas rechtigkeit. Krön' unser Feld mit 6. Fst meine Sünde groß, werd' deinem Gut, nimm Kirch' und ich doch ihrer los, wenn ich dein Haus in deine Hut. Kreuz umfasse und mich auf dich verlasse; wer sich zu dir nur findet, all' Angst ihm bald verschwindet. 9. So wollen wir dir Opfer bringen, die Deinen sein mit Leib und Seel'. Es soll dein Lob zum 7. Mir mangelt zwar sehr viel, Himmel dringen, und dein erlöstes doch was ich haben will, ist Alles Israel in dieses Loblied stimmen mir zu gute erlangt in deinem Blute, ein: der Herr soll mein Gott ewig damit ich überwinde Tod, Teufel, sein. möurg, Jroie moni Höll' und Sünde. Hun chimdir Benj. Schmold( 1672-1737). 8. Darum allein auf dich, Herr Mel. Auf meinen lieben Gott. Christ, verlaß ich mich. Nun kann ich nicht verderben, dein Reich muß o soll ich fliehen ich ererben; denn du hast mir's er282. da du für mich geſtorben. schweret bin mit vielen, großen 9. Führ' auch mein Herz und Sünden? Wo kann ich Rettung Sinn durch deinen Geist dahin, daß finden? Wenn alle Welt auch käme, ich mög' Alles meiden, was mich mein' Angst sie nicht wegnähme. und dich kann scheiden, daß ich an deinem Leibe ein Glied auf ewig 2. D Jesu voller Gnad', auf dein Gebot und Rath kommt mein bleibe. betrübt Gemüthe zu deiner großen mohlo Joh. Heermann( 1585-1647). Güte; laß du auf mein Gewissen ein Gnadentröpflein fließen. Anni& ld dis Mel. Herzlich lieb hab' ich dich. 3. Ich, dein betrübtes Kind, 283. Bu bir, Herr Jeſu, 3 werf' alle meine Sünd', die mir komme ich, nachdem am Herzen naget und mich mit du mich so gnädiglich zu dir hast Schrecken plaget, auf dich, in dessen heißen kommen. Mich drücket mei 168 Buß- und Beichtlieder. ner Sünden Last, sie läßt mir keine| und ob ich dabei würde aus Schwach Ruh' und Rast; wird sie mir nicht heit, die dir ist befannt, ermüden, benommen, so muß darunter ich wird doch deine Hand mir immer vergeh'n, ich kann vor Gott ja nicht wieder helfen auf, um zu vollenden besteh'n, vor dem die Himmel selbst meinen Lauf. Herr Jesu Christ, nicht rein: ich müßt' ein Kind des durch dich allein, durch dich Todes sein. Herr Jesu Christ, mein allein kann hier und dort ich selig Trost und Licht, mein Trost und sein. Licht, erquicke mich und laß mich nicht! l som du Jourha Joh. Freilinghausen( 1670-1739). b. Glaube und Recht2. Der Sünden Joch ist mir zu schwer, es drückt mein Herze allzu- 3491 sehr: du, Herr, wollst es zerbrechen! Gedenke, daß du diese Last darum für mich getragen hast, damit nicht dfertigung. i8 ng id a drop de mon chip ski Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns oder: Nun laßt uns den Leib begraben. möchte rächen der Bater, was ich 284. Christi Blut und Ge vielmehr, daß hab' rechtigkeit, das ist Gnad' und Huld mir Armen wie- mein Schmuck und Ehrenkleid: dader werd' zu Theil, mach' mich mit will ich vor Gott besteh'n, wenn durch deine Wunden heil, Herr ich zum Himmel werd' eingeh'n. Jesu Christ, und für mich bitt', 2. Und wenn ich durch des Herrn und für mich bitt', wenn Satan Verdienst noch so treu würd' in wider mich auftritt. seinem Dienst, gewönn' den Sieg dem Bösen ab und fündigte nicht bis in's Grab: 3. Bu dir steht meine Zuversicht, ich weiß von einem Helfer nicht ohn' dich, du Arzt der Sünder! 3. So will ich, wenn ich zu ihm All' and're Helfer sind zu schlecht, komm', nicht denken mehr an gut du bist allein vor Gott gerecht, und fromm, nur dies: da kommt des Todes Ueberwinder, die Frei- ein Sünder her, der gern für's statt und der sich're Ort, das feste Lös'geld selig wär'. Schloß, der Schild und Hort, der Mittler und der Gnadenthron, des Vaters Herz und liebster Sohn. Herr Jesu Christ, das glaube ich, Welt bezahlt ein ewig Lösegeld. das glaube ich: ach stärk' in solchem 4. Sa, sei gelobt, Herr Jesu Christ, daß du als Mensch geboren bist, und haft für mich und alle Glauben mich. Nikolaus Graf v. Zinzendorf om( 1700-1760). 4. Hinfort will ich nun jederzeit auf mich zu nehmen sein bereit dein Mel. Mach's mit mir Gott nach deiner. Soch, die ſanfte Bürde. Darunter 285. Das iſt ein the wor theuer find' ich Fried' und ich thes Wort, ein Wort wachs' und nehm' im Guten zu, sehr lieb zu hören: daß Jesus iſt Glaubens nnd Rechtfertigungslieder. 169 der Sünder Hort und will die Ar-| man traut ihr ohne Reu'; und men lehren. Das ist ein theuer werthes Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort. wenn uns je will grauen, so bleibt's: der Herr ist treu! ulg 4. Die Gnade, die den Alten ihr Weh' half übersteh'n, wird uns ja auch erhalten, die wir auch da2. Mein Jefus nimmt die Seran ten an, er heilet allen Schaden; er ist ein Gast bei Jedermann, der rum fleh'n. ihn zu sich geladen. Das ist ein 5. Wird stets der Jammer grötheuer werthes Wort, daß Jesus Ber, so glaubt und ruft man noch: ist der Sünder Hort. ,, Du mächtiger Erlöser, o komm', 3. Mein Jesus ist ein treuer o komme doch!" ladan Hirt, er suchet, was verloren; er holt zurück, was sich verirrt, er ist zum Heil erkoren. Das ist ein theuer werthes Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort.d optry int 4. Lob sei dir, Jesu, Gottes Sohn, du haft die Schuld getragen, du Osterlamm, du Gnadenthron, du Freistatt, wenn wir zagen. Das ist ein theuer werthes Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort.del a 6. Damit wir nicht erliegen, muß Gnade mit uns sein; sie flöBet zu dem Siegen Geduld und Glauben ein. 7. So scheint uns das kein Schade, was man für Gott entbehrt; der Herr hat eine Gnade, die über Alles währt. d 5. Ach, gieb mir, daß ich diese Gnad' und meine Sünd' erkenne, daß ich, mein Hirte, früh und spät nach dir vor Liebe brenne und dent' an dieses werthe Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort. Heinr. Neuß( 1654-1716). o thunnl ud Ger mundr Mel. Christus, der ist mein Leben. ie Gnade sei mit Allen, 8. Bald ist es überwunden mun durch des Sohnes Blut, das in den schwersten Stunden die größten Thaten thut.sd und immest 9. Herr! laß es dir gefallen, noch immer rufen wir: ,, die Gnade sei mit Allen, die Gnade sei mit mir!" 803 id quill Philipp Hiller( 1699-1769). 15 Mel. Nun sich der Tag geendet hat. ie Gnade wird doch 287. Dewig fein, die Wahr280. die Gnade unsers heit doch gewiß, bräch' auch des gern. Herrn, des Herrn, dem wir hier Himmels Feste ein und sänk' in wallen, deß Nah'n wir sehen Finsterniß! dit SuHo0. 2. Gott ist fein Mensch, den 2. Auf dem so schmalen Pfade etwas reut und sein Wort bricht gelingt uns ja kein Tritt, es geh' er nie; die Gnade währt nicht denn seine Gnade bis an das Ende turze Zeit, nein, ewig währet sie. tdsip sonolo mit. 3. Auf Gnade darf man trauen, 3. Hat er uns Gnade zugesagt, so bleibt er fest dabei; und wenn 170 uns Furcht und Zweifel plagt, so bleibt er doch getreu. 4. So glaubt es denn mein Herz getrost auf diese Gnade hin, daß Gott mich ewig nicht verstößt, weil ich in Jefu bin. Glaubens- und Rechtfertigungslieder. 5. In Jesu liegt der Gnade 4. Hier ist die Zeit der Gnaden, Grund, da nimmt der Glaube Theil; der Angst sich zu entladen, auf mein Heiland, an dem Kreuz ver- Gottes Wort zu ruhn, die Seele wund't, macht meine Seele heil. zu erretten, zu glauben und zu 6. Gnade! daß mein Glaube beten und das in Jesu Namen thun. dich recht herzhaft fassen könnt', so 5. Gott, gieb, daß meiner Seele lang', bis meine Seele sich von der Trost doch niemals fehle, daß meinem Leibe trennt. du die Schuld vergiebst. Wenn ich mich betend beuge, so sei dein Geist mir Zeuge, daß du dein Kind in 3. Mein liebstes Gut auf Er den soll die Vergebung werden: so wird mein Tod nicht schwer. O, in den Sünden sterben, ist ewiges Verderben! Davor bewahr' uns, lieber Herr. 7. Herr! deine Gnade mache mich in mir recht arm und klein; denn nur in dir allein kann ich erst Christo liebst. id groß und herrlich sein. dod 8. Herr! lasse nichts von mir gescheh'n, die Gnade sei denn mit; laß deine Gnade mit mir geh'n, bis zu dem letzten Schritt. 6. Wenn ich von hinnen scheide, so mach' mir das zur Freude, daß ich begnadigt bin. Im Glauben an Vergebung, in Hoffnung der Belebung fahr' ich alsdann im Frieden hin. dod Philipp Hiller( 1699-1769.) durd om misti jad Mel. Alle Menschen müssen sterben. o du Philipp Hiller( 1699-1769). 289. Ju sollst glauben, bu D Armer, du zweiMel. Nun ruhen alle Wälder. felst? Zweifle nicht! Du sollst beten 288.0 ie Sünden sind ver- zum Erbarmer, und du kannst, du geben! Das ist ein fannst es nicht? Kindlich sollst du Wort zum Leben für den gequälten hier vertrauen, dort wirst du den Geist; sie sind's in Jesu Namen, Ausgang schauen. Jefu Ausgang in dem ist Ja und Amen, was ward erst tlar, als er auferstanden Gott uns Sündern je verheißt. war. 2. Das ist auch mir geschrieben, 9. Kommt dann dein großer Tag herbei, so laß im Aufersteh'n, daß deine Gnade ewig sei, mich auch im Himmel seh'n! sid ( east- eest) alg 2. Glaube giebt der Andacht auch mich umfaßt sein Lieben, weil Flügel, Glaube hebt zu Gott emGott die Welt geliebt; auch ich por; Glaube bricht des Grabes kann für die Sünden bei Gott noch Riegel, selbst der Ewigkeiten Thor; Gnade finden; ich glaube, daß er Glaube geht durch Flamm' und mir vergiebt.dnd ließ die Zeugen Jesu Fluten, ließ Glaubens- und Rechtfertigungslieder. 171 bluten; doch sie überwanden weit, behüten. Der Glaub' sieht Jesum sicher ihrer Seligkeit. Christum an, der hat genug für 3. Glaube hilft durch Alles sie- uns gethan, er ist der Mittler gen, macht die schwerste Tugend worden. leicht; Alles muß zu Füßen liegen, selbst gewohnte Sünde weicht; ob du auch im Kampf erlagest, schon an Glaubenskraft verzagest, kämpfe stärker, kämpfe mehr: deine Hilfe ist der Herr. 4. Wär'st du selbst des Harrens müde, weil die Zweifelsucht sich 3. Es war der falsche Wahn mehrt, nah' ist Gott und Gottes dabei, daß das Gesetz gegeben, als Friede, nahe der, der Alles hört. ob wir könnten selber frei nach Aus Gehorsam mußt du hoffen, seinem Willen leben; doch ist es Erd' und Himmel steht dir offen. nur ein Spiegel zart, der uns anGlaube fest: der Alles schafft, giebt dir auch zum Glauben Kraft. zeigt die sünd'ge Art, in unserm Fleisch verborgen. 4. Nicht möglich war es, diese Art aus eig'ner Kraft zu lassen, wiewohl es oft versuchet ward; die Sünd' mehrt sich ohn' Maaßen; denn sie nahm Ursach' am Gebot, das drohte mir den ew'gen Tod, weil ich den Sünden diente. 5. Hast du nicht des Wunderbaren Wunderausgang oft geseh'n? Sah'st du nicht den Unsichtbaren groß durch Thaten bei dir steh'n? Mußt du denn ihn immer sehen? Bald des Ew'gen Rath verstehen, bald dich seiner Hilfe freu'n, würde dies dein Bestes sein? 2. Was Gott uns im Gesetz gebot, das konnte Niemand halten, darob erhob sich große Noth vor Gott so mannigfalten. Vom Fleisch wollt' nicht heraus der Geist, d'rauf das Geset dringt allermeist, es war mit uns verloren. dun Y 5. Doch mußt's Geset erfüllet 6. Glaube dann noch, wann zu sein, sonst waren wir verloren; glauben fast kein Hoffnungsstrahl d'rum schickt Gott seinen Sohn mehr bleibt; laß dir Nichts sein herein, der ward als Mensch geMachtwort rauben: felig, selig ist, boren. Das ganz' Gesetz er hat erwer glaubt! Ach, die Ersten dort füllt, dadurch des Vaters Zorn geam Throne glaubten ohne Schau'n stillt, der über uns ging alle. die Krone, rangen, starben, wankten nie, und empfingen!- Sei wie sie! Reichard Reiber( 1744-1817). 6. Und weil es nun erfüllet ist durch den, der's konnte halten, so lerne jetzt ein frommer Christ des Glaubens Art und Walten. So Eigene Melodie. busprich denn: lieber Herre mein, dein ist das Heil uns Tod wird mir das Leben sein, du to men her von hast für mich bezahlet. Gnad' und lauter Güte. Die Werke 7. Daran ich keinen Zweifel trag', helfen nimmermehr; sie mögen nicht dein Wort kann nimmer lügen. Du 290.€ ³ Es 172 Glaubens- und Rechtfertigungslieder. sprichst ja, daß kein Mensch ver- 13. Sei Lob und Ehr' mit hohem zag', und wirst fürwahr nicht trügen, Preis, um dieser Wohlthat willen, wer an mich glaubt und wird ge- Gott Vater, Sohn und heil'gem tauft, dem ist der Himmel schon Geist. Der woll' mit Gnad' ererkauft, daß er nicht wird verloren. füllen, was er in uns begonnen 8. Gerecht vor Gott sind die hat zu Ehren seiner Macht und allein, die dieses Glaubens leben;- Gnad', daß heilig werd' sein Name. doch wird des Glaubens heller Schein durch Werke fund gegeben; der Glaub' ist wohl mit Gott da- Himmelsthrone. Das täglich' Brod ran und aus der Nächstenlieb' sieht man, daß du aus Gott geboren. 14. Sein Reich uns komm', sein Will' auf Erd' g'scheh', wie im ja heut uns werd'. Gott unf're Schuld verschone, wie wir thun unsern Schuldigern, laß sein von uns Versuchung fern; lös' uns vom 9. Die Sünde, durch's Geset erkannt, schlägt das Gewissen nieder, das Evangelium kommt zur Hand Uebel. Amen. und stärkt den Sünder wieder; es Paul Speratus( 1484-1554). spricht: komm' nur zum Kreuz herzu, du findest doch nicht Rast Mel. Wer nur den lieben Gott läßt 2c. und Ruh' in des Geſetzes Werten. 291. Es ist noch Raum in 10. Die Werke her aus einem rechten Glauben; mich, der ich verwundet bin; da denn das kein rechter Glaube wär', hab' ich meine Ruh' gefunden, da dem man die Wert' wollt' rauben; sieht mein Geist mit Freuden hin, doch macht gerecht der Glaub' da werd' ich armer Kranker heil, allein. Die Werke sollen Früchte da find' ich auch das beste Theil. sein, d'ran wir den Glauben merken. 2. Es ist noch Raum in deinem 11. Die Hoffnung harrt der Herzen für mein geängstet, traurig rechten Zeit. Was Gottes Wort Herz; o lind're doch die Seelen zusaget, das wird geschehen uns zur schmerzen und zieh' mich, zieh' mich Freud', wenn Gott es auch ver- himmelwärts; in deine Obhut nimm taget. Er weiß wohl, wann's am mich ein und laß mich ewig sicher Besten ist und braucht an uns kein' sein. w arge List, deß sollen wir ihm trauen. 3. Es ist noch Raum in deinen 12. Und schien es auch, als wollt' Armen: du streckest sie ja täglich er nicht, so laßz dich das nicht aus und trägst uns liebreich mit schrecken; es wacht ob dir sein An- Erbarmen darauf in deines Vaters gesicht, kannst du's auch nicht ent- Haus: ich fall' in diese treue Hand; decken. Sein Wort laß dir gewisser sie trägt gewiß in's Vaterland. sein. Und spräch' dein Fleisch gleich 4. Es ist noch Raum in deinem lauter ,, nein", so laß dir doch nicht Himmel: ich möchte gerne selig sein, ich eil aus diesem Weltgetümmel grauen. 1 Glaubens- und Rechtfertigungslieder. 173 und geh' mit Freuden da hinein,| der Thür. Gott kann in dir nicht in das verheiß'ne Kanaan; da treff'| Ruhstatt finden, du hegest lieber ich meinen Heiland an. Welt und Sünden.:: Da ist kein Raum.:,: Joh. Schlipalius( 1719-1764). 6. Es ist noch Raum. O Schande, wenn du satt, nicht leer und hungrig ist noch Raum! bist. Die reiche Hand, die tausend 292. Es mein paus ist noch Gaben hat, die unerschöpflich iſt, kann doch ihr Gut auf dich nicht schütten. Du willst ja noch nicht ernstlich bitten.:: Da ist kein Raum.:,: Mel. Es ist genug. nicht voll; mein Tisch ist noch zu leer: der Raum ist da, daß Jeder sigen soll, o bringt die Gäste her! Geht, nöthigt sie von allen Straßen, ich habe viel bereiten lassen.:,: Es ist noch Raum.:: idigt 7. Es ist noch Raum. Ach bleib' nicht draußen steh'n, Gesegneter des 2. Es ist noch Raum. Wie öffnet Herrn! So oft du kommst, in mein sich, mein Gott, dein Herz in Lie- Herz einzugeh'n, will ich dich sehen besglut! Du sähest's gern- dir gern. O laß mein Herz in Liebe ist's fürwahr fein Spott wir brennen, so wird's, geöffnet, sagen Alle hätten's gut. So grenzenlos können::: Es ist noch Raum.:,: ist dein Verlangen, so weit des Himmels Wolken hangen.:: Es ist noch Raum.:,: 8. Es ist noch Raum, wenn hier fein Raum mehr ist, der Tod von hier uns treibt. Gottlob, es glaubt, es weiß ein wahrer Christ, wo er auf ewig bleibt. Mag Herberg' ihm sind. Du zögest gern durch deinen die Welt versagen, genug, wenn Gnadenzug ein jedes Menschenkind. Du rufft so traut mit lautem Schalle: mein Herz umfaßt euch Sünder alle.:: Es ist noch Raum.:,: 3. Es ist noch Raum. Das ist dir nicht genug, daß Viele selig Jesu Lippen sagen::: Es ist noch Raum.:,: 4. Es ist noch Raum vor deinem Gnadenthron, wenn man sich betend beugt. Der ist dir lieb in Christo, deinem Sohn, der keine Noth ver schweigt. Wohl dem, der nicht zu wenig bittet, sein Herz dir ganz im Fleh'n ausschüttet.:: Es ist noch Raum.:,: for ſchäme dich! Gs iſt kein Naum bei 293. Herr Sen Chrift, bet 5. Es ist noch Raum. O Sünder, Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. dein Es Jesu dir. Dein Herz ist zu, dein Sinn theures Blut iſt verriegelt sich; der Freund steht vor meiner Seele höchstes Gut. Das - 9. Es ist noch Raum, ein Haus, das göttlich groß, das viele Wohnung hat. Da ruht man aus, geschüßt in Abrams Schooß, da wird, wer hungert, satt. Die Schaar, die Jesum angenommen, die wird dann endlich zu ihm kommen.:: Da ist noch Raum.:: d: notind Ernst Woltersdorf( 1725-1761). 174 Glaubens- und Rechtfertigungslieder. stärkt, das labt, das macht allein| Angst, noch Grauen mir ewig raumein Herz von allen Sünden rein. ben soll: 2. Dein Blut mein Schmuck, 4. Daß weder Tod, noch Leben mein Ehrenkleid, dein' Unschuld und und keiner Engel Macht, wie hoch Gerechtigkeit macht, daß ich kann sie möchten schweben, kein Fürstenvor Gott besteh'n und zu der Him- thum, tein' Pracht, nichts dessen, melsfreud' eingeh'n. was zugegen, nichts, was die Zu kunst trägt, nichts, was da hochgelegen, nichts, was die Tiefe hegt, 5. Noch sonst, was je erschaffen, von Gottes Liebe mich soll scheiden oder raffen; denn diese gründet sich 4. Herr Jesu! in der letzten auf Christi Tod und Sterben, ihn Noth, wenn mich schreckt Teufel, fleh' ich gläubig an, der mich, sein Höll' und Tod, so laß ja dies mein Kind und Erben, nicht lassen will, Labsal sein: dein Blut macht mich noch kann.isdato von Sünden rein! Simon Dach( 1605-1659). 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn! Mein Trost, mein Heil und Gna denthron! Dein theures Blut, dein Lebensfast gieb mir stets neue Lebenskraft. Joh. Olearius( 1611-1684). 20 bin Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. Mel. Valet will ich dir geben. 295. 3ch 294. habe nun den Grund gefunden, der meinen Gnaden durch Christi Anker ewig hält; wo anders, als Blut und Tod: was kann mir nun in Jesu Wunden? da lag er bor noch schaden? Was acht' ich alle der Zeit der Welt, der Grund, der Noth? Ist er auf meiner Seiten, unbeweglich steht, wenn Erd' und gleichwie er wahrlich ist, laß immer Himmel untergeht. mich bestreiten auch alle Höllenliſt. 2. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt; es sind 2. Was wird mich können schei- die offnen Liebesarme deß, der sich den von Gottes Lieb' und Treu? zu dem Sünder neigt, dem allemal Verfolgung, Armuth, Leiden und das Herze bricht, wir kommen oder Trübsal mancherlei? Mag Schwert kommen nicht. und Blöße walten, mag man in 3. Wir sollen nicht verloren tausend Bein mich für verloren werden, Gott will, uns soll geholhalten: der Sieg bleibt dennoch fen sein: deswegen kam der Sohn auf Erden und nahm hernach den 3. Ich kann um dessen willen, Himmel ein; deswegen flopft er für der mich geliebet hat, wohl meinen und für so stark an uns're HerzensUnmuth stillen und fassen Trost und thür. 4. mein. Rath; denn das ist mein Vertrauen, Abgrund welcher alle der Hoffnung bin ich voll, die weder Sünden in Chrifti Tod verschlun( ch bin bei Gott in I Glaubens- und Rechtfertigungslieder. 175 gen hat! Das heißt die Wunde| wegt. So sing' ich einstens hoch recht verbinden, da findet kein Ver- erfreut: o Abgrund der Barmherdammen statt, weil Christi Blut zigkeit! drols mom and beständig schreit: Barmherzigkeit, oob Joh. Andr. Rothe( 1688-1758). Barmherzigkeit! Guolisc tremism the widthe S Mel. Valet will ich dir geben. 5. Darein will ich mich gläubig ſenken, dem will ich mich getroft 296. Ich weiß, an wen ich ich weiß, was vertrau'n. Und wenn mich meine. Sünden kränken, nur bald nach fest besteht, wenn Alles hier im Gottes Herzen schau'n: da findet Staube wie Rauch und Staub versich zu aller Zeit unendliche Barm- weht; ich weiß, was ewig bleibet, herzigkeit. u dwo Alles wankt und fällt, wo 6. Wird alles And're weggerissen, Wahn die Weisen treibet und Trug was Leib und Seel' erquicken kann, die Klugen hält. mo darf ich von keinem Troste wissen 2. Das ist das Licht der Höhe, und nimmt sich Niemand meiner das ist mein Jesus Christ, der Fels, an, ist die Errettung noch so weit, auf dem ich stehe, der diamanten mir bleibet die Barmherzigkeit. ist; der nimmermehr kann wanken, 7. Beginnt das Irdische zu der Heiland und der Hort, die drücken, ja, häuft sich Nummer und Leuchte der Gedanken, die leuchtet Verdruß, daß ich mich noch in vielen hier und dort. Stücken mit eitlen Dingen mühen 3. Er, den man blutbedecket am muß, werd' ich dadurch oft sehr Abend einst begrub, er, der von zerstreut, ich hoffe auf Barmherzig- Gott erwecket sich aus dem Staub' erhub; der meine Schuld versöhnet, teit. 8. Muß ich an meinen besten der seinen Geist mir schenkt, der Werken, darinnen ich gewandelt bin, mich mit Gnade trönet und ewig viel Unvollkommenheit bemerken, so mein gedenkt. fällt wohl alles Rühmen hin, doch 4. D'rum weiß ich, was ich ist auch dieser Trost bereit: mein glaube, ich weiß, was fest besteht, Herr ist voll Barmherzigkeit. und in dem Erdenstaube nicht mit 9. Es gehe mir nach dessen zu Staub verweht: es bleibet mir Willen, bei dem so viel Erbarmen im Grauen des Todes ungeraubt, ist; er wolle selbst mein Herze stillen, damit es das nur nicht vergißt, so stehet es in Lieb' und Leid' in, durch und auf Barmherzigkeit. es schmückt aus Himmelsauen mit Kronen einst mein Haupt. 10. Bei diesem Grunde will ich Ernst Moriz Arndt( 1769-1860). astches us( Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. bleiben, so lange mich die Erde 297. Ich weiß von keinem trägt; denken, thun und andern Grunde, als treiben, so lange sich ein Glied be- den der Glaub' in Christo hat; ich 176 Glaubens und Rechtfertigungslieder. weiß von feinem andern Bunde,| mich stets fromm und wachsam sein, von keinem andern Weg und Rath, so reißet nichts den Grund mir ein. als daß man elend, arm und bloß Karl v. Bogatty( 1690-1774). sich legt in seines Vaters Schooß.ilgiodmin@ 2. Ich bin zu meinem Heiland Mel. Jesus, meine Zuversicht. kommen und eil' ihm immer beffer 298. e refus nimmt die Sünzu; ich bin auch von ihm aufgenomder an! Saget doch men und finde bei ihm wahre Ruh'; dies Trostwort Allen, welche von er ist mein Kleinod und mein Theil, der rechten Bahn auf verkehrten und außer ihm weiß ich kein Heil. Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 3. Ich bleib' in Christo nun er funden und bin in ihm gerecht und rein; bleib' ich mit ihm nur stets 2. Keiner Gnade sind wir werth; verbunden, so kann ich immer sicher doch er hat in seinem Worte eidlich ſein. Gott sieht auch mich in sich dazu erklärt. Sehet nur, die Christo an, wer ist, der mich ver- Gnadenpforte ist hier völlig aufgedammen kann? do dhi mod juthan: Jesus nimmt die Sünder an. 4. Jch fühle noch in mir die 3. Wenn ein Schaf verloren ist, Sünde, doch schaden kann sie mir suchet es ein treuer Hirte; Jesus, nicht mehr, weil ich in Chrifto mich der uns nie vergißt, suchet treulich befinde; wohl aber beuget sie mich das Verirrte, daß es nicht verdersehr. Ich halte nichts gering und ben fann: Jesus nimmt die Sün klein, sonst dringt ein sich'res We- der an. sen ein. 5. Ich kämpfe gegen mein Verderben im Glauben und in Christi Kraft; der alte Mensch muß täglich sterben, der mir noch immer Unruh' schafft; dies aber macht mich arm und klein und lehrt mich stets nach Hilfe schrei'n. 4. Kommet Alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder! Je sus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes Kinder. Glaubet's doch und denket dran: Jesus nimmt die Sünder an. 5. Ich Betrübter komme hier tid und bekenne meine Sünden: laß, 6. Ich suche stets vor ihm zu mein Heiland, mich bei dir Gnade stehen und seh' in Allem ihn nur und Vergebung finden, daß dies an, nach seinem Wink einherzugehen, Wort mich trösten kann: Jesus daß nichts mein Ziel verrücken kann; nimmt die Sünder an. ich seufze stets: Herr, steh' mir bei, daß ich ein rechter Jünger sei. 6. Ich bin ganz getrosten Muth's. Ob die Sünden blutroth wären, 7. Jesu, laß mich in dir blei- müssen sie, fraft deines Blut's, denben, o Jesu, bleibe du in mir. Laß noch sich in Schneeweiß kehren, da deinen guten Geist mich treiben, ich gläubig sprechen kann: Jesus daß ich im Glauben folge dir. Laß nimmt die Sünder an. Glaubens und Rechtfertigungslieder. 177 7. Mein Gewissen zaget nicht.| barmer, mache mich von Sünden Wer will mich bei Gott verklagen? los und von allen Feindestücken, Der mich frei und ledig spricht, die mein armes Herz bestricken. hat für mich die Schuld getragen, Ach. laß deinen treuen Mund zu daß mich nichts verdammen fann: mir sprechen: sei gesund! Jesus nimmt die Sünder an. 5. Siehe, meine Seele rühret 8. Jesus nimmt die Sünder an. deinen Saum im Glauben an, Mich auch hat er angenommen und wartet, bis sie endlich spüret, was An dein den Himmel aufgethan, daß ich selig du hast an ihr gethan. zu ihm kommen und auf den Trost Wort will ich mich halten und insterben fann: Jesus nimmt die deß dich lassen walten; da dein Sünder an. si Wort mir Heil verspricht, fannſt du dich verleugnen nicht. Erdm. Neumeister( 1671-1756). 6. Amen! Du wirst mich erhören, daß ich durch dich werde Mel. Jesus, meines Lebens Leben. 9. & Tagen deiner Nie- daß ich könne fröhlich sein. So will brigkeit allhier hörte man zum Volk ich aus Herzensgrunde deine Güte dich sagen: es geht eine Kraft von mit dem Munde rühmen hier in mir. Laß auch deine Kraft aus- dieser Zeit bis zur frohen Ewigkeit. fließzen und sich deinen Geist erVerfasser unbekannt. gießen, da du in der Herrlichkeit Eigene Melodie. nun regiereft weit und breit. tit 2. Denn dir ist in deine Hände 300. Mein Jeſu, bem die mun gegeben alle Macht; bis an Seraphinen im aller Welten Ende wird dein Name Glanz der höchsten Majeſtät selbſt hochgeacht't; Alles muß sich vor mit bedecktem Antlitz dienen, wenn dir neigen, und was hoch ist, muß dein Befehl an sie ergeht, wie sollten sich beugen, selbst der letzte Feind blöde Menschenaugen, die der verauch muß endlich unter deinen Fuß. haßten Sünden Nacht mit ihrem 3. Darum fannst du Allen ra- Schatten trüb' gemacht, dein helles then; deine Kraft ist nie zu klein: Licht zu schauen taugen? es bezeugen's deine Thaten, die uns 2. Doch gönne meinen Glauaufgeschrieben sein. Ja, du bist des- bensblicken den Eingang in dein wegen kommen, weil du dir hast Heiligthum und laß mich deine vorgenommen, aller Menschen Heil Gnad' erquicken zu meinem Heil zu sein und zu retten Groß' und und deinem Ruhm. Reich deine Gnade meiner Seele, die reuerfüllt 4. Hier, mein Arzt, steh' auch vor dir sich beugt und glaubensvoll ich Armer, trant am Geiste, blind zu dir sich neigt, sprich, ja du und bloß: rette mich, o mein Er- bist's, die ich erwähle." Klein'. Neues Gesangbuch. 12 178 Glaubens- und Rechtfertigungslieder. 3. Sei gnädig, Jesu, voller| es deinen Himmel sein, bis du, Güte dem Herzen, das nach Gnade wenn dieser Bau fällt ein, mich lechzt; hör', wie das sehnende Ge- wirst in deinen Himmel heben. müthe: Gott, sei mir Sünder 8. Ich steig' hinauf zu dir im gnädig" ächzt, ich weiß, du fannst Glauben, steig' du in Lieb' herab mich nicht verstoßen; wie könntest zu mir; laß mir nichts diese Freude du ungnädig sein dem, den dein rauben, erfülle mich nur ganz mit Blut von Schuld und Bein erlös't, dir. Ich will dich fürchten, lieben, da es so reich geflossen. ehren, so lang' in mir das Herz 4. Ich fall' in deine Gnaden- sich regt, und wenn dasselbe nicht hände und flehe glaubensvoll zu mehr schlägt, so soll doch noch die dir: gerechter König, wende, wende Liebe währen. dich mit Erbarmung her zu mir. Wolfg. Değler( 1660-1722). Bin ich gerecht durch deine Wunden, so ist nichts Sträfliches an mir; Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. bin aber ich verſöhnt mit dir, jo 301. bleib' ich auch mit dir verbunden. Mit Mir ist Erbarmung widerfahren, Erbarmung, deren ich nicht werth, das zähl' ich zu dem Wunderbaren, mein stolzes Herz hat's nicht be gehrt: nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barmher zigkeit. tid du tisur fissips 2. Ich hatte nichts als Zorn verdienet und soll bei Gott in Gnaden sein; Gott hat mich mit ihm selbst verfühnet, macht durch des Sohnes Blut mich rein: wo kam dies her? warum geschieht's? Erbarmung ist's und weiter nichts. 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen, das rühm' ich, wenn ein Mensch mich fragt; ich kann es nur Erbarmung nennen, so ist mein ganzes Herz gesagt; ich beuge mich 7. Ja, ja, mein Herz will dich und bin erfreut und rühme die umfassen: erwähl' es, Herr, zu Barmherzigkeit. deinem Thron; hast du aus Lieb' 4. Dies laß ich kein Geschöpf eh'mals verlassen des Himmels mir rauben, dies soll mein einzig Pracht und deine Kron', so würd'ge Rühmen sein, auf dies Erbarmen auch mein Herz, o Leben, und laß will ich glauben, auf dieses bet' ich 5. Ach, laß mich deine Weisheit leiten und nimm ihr Licht nicht von mir weg; stell' deine Gnade mir zur Seiten, daß ich auf deiner Wahrheit Steg beständig bis an's Ende wandle; damit ich auch zu jeder Zeit in Bieb' und Herzensfreudigkeit nach deinem Wort und Willen handle. 6. Reich mir die Waffen aus der Höhe und stärke mich durch deine Macht, daß ich im Glauben sieg' und stehe, wenn Stärk und List der Feinde wacht: so wird dein Gnadenreich auf Erden, das uns zu deiner Ehre führt und endlich gar mit Kronen ziert, auch in mir ausgebreitet werden. 211 Glaubens- und Rechtfertigungslieder. 179 auch allein, auf dieses duld' ich in ihm fürwahr kein Scherz, er ließ's der Noth, auf dieses hoff' ich noch sein Bestes kosten. im Tod. 5. Er sprach zu seinem lieben 5. Gott, der du reich bist an Sohn: es ist Zeit zu erbarmen; Erbarmen, nimm dein Erbarmen fahr' hin, mein's Herzens werthe nicht von mir und führe durch den Kron', und sei das Heil dem Armen, Tod mich Armen durch meines und hilf ihm aus der Sündenoth, Heilands Tod zu dir: da bin ich erwürg' für ihn den bittern Tod, ewig recht erfreut und rühme die und laß ihn mit dir leben! Barmherzigkeit. 6. Der Sohn dem Vater g'horPhilipp Hiller( 1699-1769). fam ward: er kam zu mir auf Eigene Melodie. 302. N un freut euch, lieben Christeng'mein, und laßt uns fröhlich springen, daß wir getrost und All' in Ein' mit Lust und Liebe singen, was Gott an uns gewendet hat und seine süße Wunderthat; gar theu'r hat er's erworben. 2. Dem Teufel ich gefangen lag, im Tod war ich verloren, mein' Sünd' mich quälte Nacht und Tag, barin ich war geboren; ich fiel auch immer tiefer d'rein, es war fein Gut's am Leben mein, die Sünd' hat' mich besessen. Erden, von einer Jungfrau rein und zart, er sollt' mein Bruder werden; gar heimlich führt' er sein' Gewalt, er ging in meiner arm'n Gestalt, den Teufel wollt' er fangen. 7. Er sprach zu mir:, halt' dich an mich, es soll dir jetzt gelingen; ich geb' mich selber ganz für dich, da will ich für dich ringen. Denn ich bin dein, und du bist mein, und wo ich bleib', da sollst du sein; uns soll der Feind nicht scheiden. 8. Vergießen wird er mir mein Blut, dazu mein Leben rauben; das leid' ich Alles dir zu gut, das halt' mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, mein' Unschuld trägt die Sünde dein, da bist du selig worden." 3. Mein' guten Werk' die galten nicht, es war mit ihn'n verdorben, der freie Will' haft Gott's Ge- 9. ,, Gen Himmel zu dem Vater richt, er ist zum Gut'n erstorben; mein fahr' ich aus diesem Leben, die Angst mich zu verzweifeln trieb, da will ich sein der Meister dein; daß Nichts denn Sterben bei den Geist will ich dir geben, der mir blieb, zur Hölle mußt' ich dich in Trübsal trösten soll und finfen. Lehren mich erkennen wohl und in die Wahrheit leiten." 4. Da jammert Gott in Ewigteit mein Elend über Maaßen, er dacht' an sein' Barmherzigkeit, er woll't mir helfen lassen; er wandt' Ju mir sein Vaterherz, es war bei H 10. Was ich gethan hab' und gelehrt, das sollst du thun und lehren, damit das Reich Gott's werd' gemehrt zu Lob und seinen Ehren, 12* 180 Glaubens- und Rechtfertigungslieder. und hüte dich vor Menschen Saz,| Wer hilft in der letzten Noth? Wer davon verdirbt der edle Schat; das versetzt mich in sein Reich? Wer laß ich dir zulette." macht mich den Engeln gleich? Martin Luther( 1483-1546).:: Jesus, der Gekreuzigte!:,: do 6. Und so wiss't ihr, was ich Mel. Ringe recht, wenn Gottes Gnade. weiß; ihr wiss't meinen 3weck und 303. Wenn doch alle Seelen Preis; glaubt, lebt, duldet, ſterbet wüßten, Jesu, daß dem, der uns Gott macht anges du freundlich bist, und der Zustand nehm::: Jesu, dem Gekreuzigten!:,: wahrer Christen unaussprechlich Joh. Schwedler( 1672-1730). felig ist! 2. Ach, wie würden sie mit Freu- Mel. Dir, dir, Jehova, will ich singen. den aus der Welt Gemeinschaft 305, 3u dir iſt meine Geele geh'n und bei Leiden fest und unbeweglich steh'n! an Ernst Woltersdorf( 1725-1761). stille, mein Herr, mein Gott, auf den mein Glaube blickt; aus deiner Gnade reicher Fülle fließt mir der Trost, der meinen Geist erquickt. Da alle Welt nicht rathen, helfen kann, treff' ich bei dir, was mich beruhigt, an. ihr lernen, was ich weiß? Wollt 2. Dir ist mein Seufzen nicht ihr seh'n mein Eigenthum? Wollt verborgen, du weißt, wonach das ihr hören, was mein Ruhm? :,: Jesus, der Gekreuzigte!:,: arme Herz sich sehnt: du siehst, wie unter bangen Sorgen voll Kümmerniß das Auge zu dir thränt: dies liegt mir an, ich möchte gerne rein und durch dein Blut, o Lamm, entsündigt sein. i Eigene Melodie. 304. W⁰t follt ihr wissen, was mein Preis? Wollt 2. Wer ist meines Glaubens Grund? Wer stärkt und erweckt den Mund? Wer trägt meine Straf und Schuld? Wer schafft mir des Vaters Huld?:: Jesus, der Gefreuzigte!:,: 3. Ich dank' es ewig deiner Gnade, die mich gesucht, die mich 3. Wer ist meines Lebens Saft? vom Schlaf erweckt, die mir, wie Wer ist meines Geistes Kraft? tief mein inn'rer Schade, durch Wer macht fromm mich und ge- deinen Geist recht deutlich aufgerecht? Wer macht mich zu Gottes deckt, und die zugleich, da mich mein Knecht?:,: Jesus, der Gefreuzigte!:,: Elend beugt, mir Hilf' und Rath in deinen Wunden zeigt. 4. Wer ist meines Leidens Trost? Wer schüßt, wenn mich Sturm um4. Die sind doch auch für mich tost? Wer erquickt mein mattes Herz? geschlagen: wer Sünder heißt, den Wer verbindet meinen Schmerz? geht der Heiland an, der alle Schulz :: Jefus, der Gekreuzigte!:: den abgetragen und für die Welt 5. Wer ist meines Todes Tod? auf ewig g'nug gethan. Du rufft TH Glaubens- und Rechtfertigungslieder. 181 auch mich zu deinem Kreuze hin:| ruf ein: du bist gerecht; nun sollst ich wag's auf's Wort und komme, du herrlich sein. wie ich bin. Andreas Rehberger( 1716-1769). 5. Mein Hoffnungsgrund ist dein Erbarmen; ich weiß, dein Herz neigt gerne sich zu mir, Versöhner, Freund der geistlich Armen, wer zu dir kommt, den stöß'st du nicht von dir, Mel. Ach, was soll ich Sünder machen. dies haſt du ja an keinem noch 306. Auf, ihr Streiter, durchgethan: ich bin gewiß, an mir fängst du's nicht an. gedrungen, auf c. Wiedergeburt und Heiligung. folgt dem Heiland nach, der durch Marter, Hohn und Schmach sich zum Himmel aufgeschwungen! Nach! das Haupt hat schon gesiegt, weh' dem Glied', das müßig liegt! 6. Nein, Jesu, du hast Lust zum Leben, du rufft mir zu: getrost, Sohn, du bist mein! Was du gefündigt, ist vergeben: nun soll an dir nichts mehr verdammlich sein. Ich schenke dir mein reines Unschuldskleid und schmücke dich mit meiner Heiligkeit. 2. Fort, nur nach mit Wachen, Beten! Auf! der Held zieht uns voran. Christus, der den Sieg gewann, hat der Schlange Kopf zer7.So hab' ich Gnad' bei dir treten. Rufet laut im Siegeston': gefunden? Ja, Herr, dein Geist be- ,, Schwert des Herrn und Gideon!" zeugt es meinem Geist, der, aller 3. Kein Erlöster müsse sprechen: seiner Last entbunden, mit Dank ,, ich bin elend, arm und schwach, und Ruhm aus allen Kräften preist, und durch so viel Ungemach fann wie wohl ihm ist, da deine Sesus- kein armer Sünder brechen;" denn macht ihn unverdient zum Kind- der Herr ist's, der uns heilt und schaftsrecht gebracht. den Schwachen Kraft ertheilt. 8. Muß ich noch was am Fleische 4. Sind wir schwach- bei ihm leiden, so duld' ich es mit stillge ist Stärke; sind wir arm- der lass'nem Muth. Kann mich doch Herr ist reich. Wer ist unserm Nichts mehr von dir scheiden, von König gleich? Unser Gott thut dir, in dem mein Glaube sicher Wunderwerke. Sagt, ob der nicht ruht. der Schmerz sei groß, ich helfen kann, dem der Himmel unterbleibe doch gesetzt, weil mich der than? Trost: ich habe Gnad'! ergößzt. 5. Niemand kann zu Salem thro 9. Der ist's, der in den letzten nen, der nicht recht mit Jefu kämpft Stunden zum letzten Kampf mich und des Fleisches Lüste dämpft, stark und muthig macht. Da du weil wir noch im Fleische wohnen. den Tod längst überwunden und Nur durch Ringen, Kampf und dorten mir mein Erbe zugedacht, Streit kommet man zur Sicherheit. so schlaf ich sanft auf deinen Zu- 6. Nun so wachet, kämpset, rin- 182 Heiligungslieder.& mdiml get, streitet mit Gebet und Fleh'n,| bewußt: ertödte du die schnöde Lust, bis wir auf der Höhe steh'n, wo ach, rüst' mich aus mit Kraft und das Lamm die Fahne schwinget. Muth, zu streiten wider Fleisch und Ist der Erde Werk gethan, geht Blut! des Himmels Sabbath an. Johann Buchka( 1705-1752). 3. Schaff' in mir, Herr, den neuen Geist, der dir mit Lust Gehorsam leist't, und nur, was du ge bietest, will; ach, Herr, mit ihm mein Herz erfüll'! 4. Auf dich laß meine Sinnen geh'n, daß sie nach dem, was droben, steh'n, bis ich dich schau', o ew'ges Licht, von Angesicht zu Angeficht! 2 Joh. Ruopp( gest. 1708). 307.€ Mel. Ach Gott, wie manches Herzeleid. reines Herz, Herr, • schaff' in mir, schließz' zu der Sünde Thor und Thür, vertreibe sie und laß nicht zu, daß fie in meinem Herzen ruh! 2. Dir öffn' ich meines Herzens Thür: ach, komm' und wohne du n bei mir, was unrein ist, das treib' hinaus aus deinem Tempel, deinem Haus. Eigene Melodie. 309. s glänzet der Christen 3. Laß deines guten Geistes inwendiges Leben, Licht und dein hellglänzend Ange- wenn gleich es verhüllet ihr irdischer sicht mein Herz erleuchten und Ge- Stand; was ihnen der König des müth, o Brunnquell unerschöpfter Güt'. Himmels gegeben, ist keinem als ihnen nur selber bekannt. Was Nie4. Und mache dann mein Herz mand verspüret, was Niemand be zugleich an Himmelsgut und Segen rühret, hat ihre erleuchteten Sinne reich, gieb Weisheit, Stärke, Rath, gezieret und sie zu der göttlichen Verstand aus deiner milden Gna- Würde geführet. dog denhand. 2. Sie scheinen von außen oft arm und geringe, verschmäht von den Hohen, verlacht von der Welt, doch innerlich sind sie voll herrlicher Dinge, der Zierrath, die Krone, die Sesus gefällt, das Wunder der Zeiten, die hier sich bereiten, dem Mel. Ach Gott, wie manches Herzeleid. König, der unter den Bilien weidet, 308. Erneu're mich, o ew'- zu dienen, mit heiligem Schmucke ges Licht, und laß bekleidet. 5. So will ich deines Namens Ruhm ausbreiten, als dein Eigenthum und dieses achten für Gewinn, wenn ich nur dir ergeben bin. Heinr. Neuß( 1654-1716). von deinem Angesicht mein Herz' 3. Sie gleichen von außen den und Seel mit deinem Schein durch- Kindern der Erde und tragen wohl leuchtet und erfüllet sein. an sich des Irdischen Bild; sie 2. Hier steh' ich vor dir schuld- fühlen wie And're der Menschheit 183 Heiligungslieder. Beschwerde, oft seh'n sie die Sonne| gleich uns die Schmach deines der Freude verhüllt. Sie stehen Kreuzes entstellt! Die wenig beachtet, und wandeln, sie reden und handeln, mit Spott oft betrachtet, verborgen wie Jeder es treibet in zeitlichen in Christo im Vater hier leben, die Dingen, doch kann sie die weltliche wird er einst öffentlich zu sich erLust nicht bezwingen. dinte heben. Christ. Richter( 1676-1711). 4. Denn innerlich sind sie vonahin Sibe göttlichem Stamme, geboren aus Gott durch sein mächtiges Wort; Mel. Es tostet viel, ein Christ zu sein 3 es lodert in ihnen die himmliſche 310. Es iſt nicht schwer, ein Flamme, entzündet von oben, genähret von dort. Die Engel als nach dem Sinn des reinen Geistes Brüder erfreu'n sich der Lieder, die leben. Zwar der Natur geht es hier von den Lippen der Frommen gar sauer ein, sich immerdar in erklingen und bis in das himmlische Christi Tod zu geben; doch führt Heiligthum dringen. die Gnade selbst zu aller Zeit :: den schweren Streit.:: 5. Sie wandeln auf Erden und leben im Himmel, sie bleiben ohn- 2. Du darfst ja nur ein Kindlein mächtig und schützen die Welt. sein, du darfst ja nur die leichte Sie schmecken den Frieden bei allem Liebe üben. O blöder Geist, schau' Getümmel, sie finden, die Aermsten, doch, wie gut er's mein'! Das was ihnen gefällt. Sie stehen in kleinste Kind fann ja die Mutter Leiden und bleiben in Freuden, sie lieben. D'rum fürchte dich nur ferscheinen ertödtet den äußeren Sin- ner nicht so sehr,:,: es ist nicht nen, und führen das Leben des schwer.:: Glanbens von innen. 3 6. Wenn Christus, ihr Leben, wird offenbar werden, wenn er sich einst dar in der Herrlichkeit stellt, dann werden sie mit ihm als Für sten der Erden auch herrlich erscheinen zum Wunder der Welt; sie werden regieren, mit ihm triumphiren, als leuchtende Sterne des 4. Wirf nur getrost den Kummer Himmels dort prangen, denn dann hin, der nur dein Herz vergeblich ist die Welt und das Alte ver- schwächt und plaget; erwecke nur 3. Dein Vater fordert nur das Herz, daß er es selbst mit reiner Gnade fülle; der fromme Gott schickt dir zum Heil den Schmerz, die Unlust schafft in dir dein Eigenwille. D'rum übergieb ihn willig in den Tod,:,: so hat's nicht Noth.:,: gangen. zum Glauben deinen Sinn, wenn 7. O Jesu, verborgenes Leben Furcht und Weh' am schwachen der Seelen, du heimliche Zierde Herzen naget. Sprich: Vater, schau' der inneren Welt, laß deine verbor- mein Elend gnädig an!:: so ist's genen Wege uns wählen, wenn gethan.:,. 184 Heiligungslieder. 5. Erhalt' dein Herz nur in| Kampf wohl ausgericht't,:,: das Geduld, wenn du nicht gleich des macht's noch nicht.:: Vaters Hilfe merkest. Versiehst du's 2. Man muß hier stets auf oft und fehlft aus eig'ner Schuld, Schlangen geh'n, die leicht ihr Gift so sieh', daß du dich durch die in uns're Fersen bringen; da kostet's Gnade stärkest; so gilt dein Fehl Müh', auf seiner Hut zu steh'n, und kindliches Verseh'n:,: als nicht daß nicht das Gift kann in die gescheh'n.:,: Seele dringen. Wenn man's ver6. Laß nur dein Herz im Glau- sucht, so spürt man, mit der Zeit ben ruhn, wenn dich will Nacht: die Wichtigkeit.:,: und Finsterniß bedecken; dein Vater 3. Doch ist es wohl der Mühe wird nichts Schlimmes mit dir thun, werth, wenn man mit Ernst die kein Sturm darf dich, so schwer er Herrlichkeit erwäget, die ewiglich ist, erschrecken. Ja, siehst du auch ein solcher Mensch erfährt, der von Hilfe teine Spur,:,: so glaube rechten Sinn für's Himmlische nur heget. Es hat wohl Müh', die Gnade aber schafft:: uns Muth und Kraft.:,: nur.:,: 7. So wird dein Licht auf's Neu' entsteh'n, du wirst dein Heil mit größrer Klarheit schauen; was 4. Man soll ein Kind des Höch du geglaubt, wirst du dann vor dir sten sein, ein reiner Glanz, ein Licht seh'n: d'rum darfst du nur dem im großen Lichte; wie wird man frommen Vater trauen. O Seele, da so start, so hell und rein, so sich doch, wie ein wahrer Christ herrlich und verklärt von Ange:,: so selig ist.:,: Ichinosichte, dieweil da Gottes wesentliche 8. Auf, auf, mein Geist! was Pracht:: so schön uns macht.:: säumest du, dich deinem Gott ganz 5. Da wird das Kind den Vater kindlich zu ergeben? Geh' ein, mein seh'n, im Schauen wird es ihn mit Herz, genieß' die süße Ruh', in Lust empfinden, des Lebens Strom Frieden sollst du vor dem Vater wird durch das Herz ihm geh'n schweben. Die Sorg' und Last und es mit Gott in Einem Geist wirf nur getrost und fühn:: allein verbinden. Wer weiß, was da im auf ihn.:,: od Geiste wird gescheh'n?:: Wer mag's Christian Richter( 1676-1711). versteh'n?:: m ( hildspad Eigene Melodie. 6. Da giebt sich ihm die Weißheit ganz, die hier das Kind mit 311. 3 kostet viel, ein Christ zu sein und nach dem Mutterlieb' geführet. Sie krönet es mit ihrem Perlenkranz und wird Sinn des reinen Geistes leben; als Braut der Seele zugeführet; denn der Natur geht es gar fauer ein, sich immerdar in Christi Tod zu geben; und ist hier gleich ein die Herrlichkeit wird da ganz offenbar,:,: die in ihm war.:: 7. Was Gott genießt, genießt Heiligungslieder. 185 es auch, was Gott besitzt, wird 5. Mit deiner Kraft mich rüste, ihm in Gott gegeben; der Himmel zu kreuz'gen die Begier und alle steht bereit ihm zum Gebrauch, wie bösen Lüste, auf daß ich für und Lieblich wird es dort mit Jesu leben! für der Sündenwelt absterbe und Nichts höher wird an Kraft und nach dem Fleisch verderbe, hingegen Würde sein,:: als Gott allein.:,: leb' in dir. 8. Auf, auf, mein Geist! ermüde 6. Ach, zünde deine Liebe in nicht, dich durch die Macht der meiner Seele an, daß ich aus inn'Finsterniß zu reißen! Was sorgest rem Triebe dich ewig lieben kann du, daß dir's an Kraft gebricht? Bedenke, was für Kraft uns Gott verheißen. Wie gut wird sich's doch nach der Arbeit ruhn!:,: Wie wohl wird's thun!:,: und dir zum Wohlgefallen beständig möge wallen auf rechter Lebensbahn. Christian Richter( 1676-1711). 7. Nun, Herr, verleih' mir Stärke, verleih' mir Kraft und Muth! Denn das sind Gnadenwerfe, die dein Geist schafft und thut; hingegen all' mein Sinnen, mein Lassen und err Jesu, Gnaden- Beginnen ist böse und nicht gut. Mel. Herr Christ, der ein'ge Gott'ssohn. 312. H sonne, wahrhaftes 8. Darum, du Gott der Gnaden, Lebenslicht! Laß' Leben, Licht und du Vater aller Treu', wend' allen Wonne mein blödes Angesicht nach Seelenschaden und mach' mich täglich deiner Gnad' erfreuen und meinen neu! Gieb, daß ich deinen Willen Geist erneuen; mein Gott, verjag' getreulich mög' erfüllen und steh' tudiomir träftig bei. mir's nicht! Ludwig Gotter( 1661-1735). 2. Vergieb mir meine Sünden und wirf sie hinter dich; laß allen Zorn verschwinden und hilf mir gnädiglich, daß deine Friedensgaben oder: Zeuch meinen Geist, triff meine. ier legt mein Sinn sich Eigene Melodie. das arme Herz mir laben; ach, 313. Hvor bir nieder, mein Herr, erhöre mich! 3. Vertreib' aus meiner Seele Geist sucht seinen Ursprung wieder; den alten Adamssinn, und laß mich Herr, dein erfreuend Angesicht verdich erwählen, daß ich mich künf- birg vor meinem Flehen nicht. tighin zu deinem Dienst ergebe und dir zu Ehren lebe, weil ich erlöset bin. 2. Schau' her, ich fühle mein Verderben, laß täglich mich in Christo sterben. O möchte doch in seiner Pein mein eig'nes Selbſt getödtet ſein! 4. Beförd're dein Erkenntniß in mir, mein Seelenhort, und öffne mein Verständniß durch dein lebendig Wort, damit ich an dich glaube und in der Wahrheit bleibe, ja, wachse fort und fort. 3. Du wollest, Jesu, meinen Willen ganz mit Gelassenheit erfüllen; des Fleisches Fesseln brich 186 Heiligungslieder. entzwei und mache meinen Willen| Streite, so faff ich schon des Sieges frei. Beute und fühle, daß es Wahrheit 4. Ich fühle wohl, daß ich dich ist, daß du, mein Gott, die Liebe liebe und mich in deinen Wegen bist. übe, jedoch ist von Unlauterkeit die Liebe noch nicht ganz befreit. Christ. Richter( 1676-1711). 5. Ich muß noch mehr auf dieser Erden durch deinen Geiſt geheiligt 314. Bahn: wir sind Gäſte Mel. Jesus, meine Zuversicht. immelan geht uns're werden; der Sinn muß tiefer in dich geh'n, der Fuß muß unbeweglich steh'n. nur auf Erden, bis wir einst nach Kanaan durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgerstand, droben unser Vaterland. 6. Ich weiß mir zwar nicht selbst zu rathen; hier gelten nichts der Menschen Thaten; wer macht sein Herz wohl selber rein? Es muß durch dich gewirket sein. 7. Doch kenn' ich wohl dein treues Lieben; du bist noch immer treu geblieben. Ich weiß gewiß: du stehst mir bei und machst mich von mir selber frei. 2. Himmelan schwing' dich, mein Geist! Denn du bist ein himmlisch Wesen, und fannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem Zweck erlesen; ein von Gott erleucht'ter Sinn kehrt zu seinem Ursprung hin. 3. Himmelan! die Welt fann dir nur geborgte Güter geben; dein 8. Indessen will ich treulich Verlangen muß schon hier nur nach kämpfen und jede böse Regung solchen Schätzen streben, die uns dämpfen, bis du dir deine Zeit er- bleiben, wenn die Welt wiederum siehst und aus der Sünde Neß mich in Nichts zerfällt. ziehst. 4. Himmelan! ich muß mein 9. In Hoffnung kann ich fröhlich Herz bei dem ew'gen Schake haben; sagen: Gott hat der Hölle Macht denn es kann mich anderwärts fein geschlagen, Gott führt mich aus dem so großer Reichthum laben, weil Kampf und Streit in seine Ruh' ich schon im Himmel bin, wenn ich und Sicherheit. nur gedenk' an ihn. di& 10. D'rum will die Sorge meiner 5. Himmelan! ruft er mir zu, Seelen ich dir, mein Vater, ganz wenn ich ihn im Worte höre: das befehlen. Ach, drücke tief in meinen weis't mir den Ort der Ruh', wo Sinn, daß ich in die schon selig bin. ich einmal hingehöre. Hab' ich dieſes 11. Wenn ich mit Ernst hieran Wort bewahrt, halt' ich eine Himgedenke und mich in dein Erbarmen melfahrt. senke, so werd' ich von dir ange6. Himmelan denk ich all'zeit, blickt und tief im Herzensgrund er- wenn er mir die Tafel decket, und quickt. mein Geist hier allbereit eine Kraft 12. So wächst der Eifer mir im des Himmels schmecket. Nach der 2011 Heiligungslieder. 187 Kost im Jammerthal folgt des| auf ew'gen Hügeln der Tempel Lammes Hochzeitsmahl. Gottes steht. 7. Himmelan! Mein Glaube zeigt mir das schöne Loos von ferne, 6. Hindurch, hindurch mit Freuden selbst durch des Todes Nacht! daß mein Herz schon aufwärts Hin durch die letzten Leiden, bis steigt über Sonne, Mond und Sterne; denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 8. Himmelan wird mich der Tod daß es heißt: ,, vollbracht"! durea in die rechte Heimath führen, ba 316. Lebensbahn! Jeju, der hards Mel. Seelenbräutigam. resu, geh' voran auf ich über alle Noth ewig werde triumphiren. Jesus geht mir selbst und wir wollen nicht verweilen, voran, daß ich freudig folgen kann. dir getreulich nachzueilen; führ' uns 9. Himmelan, ja himmelan! Das an der Hand bis in's Vaterland. soll meine Losung bleiben; ich will 2. Soll's uns hart ergeh'n, laß allen eitlen Wahn durch die Him- uns feste steh'n und auch in den melslust vertreiben. Himmelan steht ſschwersten Tagen niemals über nur mein Sinn, bis ich in dem Lasten klagen; denn durch Trübsal Himmel bin. hier geht der Weg zu dir. Benjamin Schmold( 1672-1737). 3. Rühret eig'ner Schmerz irgend unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden, o so gieb Geduld zu beiden; Mel. Ach bleib' mit deiner Gnade. 315. Hindurch, hindurch mit richte unsern Sinn auf das Ende Freuden! Das soll hin! d die Losung sein! Hindurch durch alle Leiden, durch Kreuz und Noth und Bein! Ernst Zeller( geb. 1804). 4. Ordne unsern Gang, Jesu, lebenslang! Führst du uns durch rauhe Wege, gieb uns auch die nöth'ge Pflege; thu' uns nach dem 2. Hindurch, hindurch mit Freuden, mit Gottes Helm und Sieg Lauf' deine Thüre auf. durch Leiden und durch Streiten in seinem heil'gen Krieg! 3. Hindurch die öden Strecken 4. Und wenn es schwül und traurig und trostlos allwärts steht und das Gewölke schaurig fast bis zur Erde geht: Nik. Gr. Zinzendorf( 1700-1760). Eigene Melodie. von uns'rer Wanderschaft, durch 317. Jeſu, hilf stegen, bu Klüfte feiner Gottestraft. Fürfte Lebens! Sieh', wie die Finsterniß dringet herein, wie sie ihr drohendes Heer nicht vergebens mächtig aufführet, mir schädlich zu sein! Schau', wie sie sinnet auf allerlei Ränfe, daß 5. Hindurch m't Adlerflügeln, sie mich sichte, verstöre und fränke! mit Danfen und Gebet, hin, wo 2. Jesu, hilf siegen! Du wollest 188 Heiligungslieder. mich schirmen, Heiland, wenn je-| schlagenen Feind? Wer mag doch mals die Mächte der Welt, mich dessen Versuchung entgehen, der als zu betrüben, gewaltig anstürmen ein Engel des Lichtes erscheint? oder mir schmeichlerisch nah'n und Ach, wo du weichest, so muß ich ja verstellt. Wider die Sünde von irren, wenn mich die Schlangerlift außen und innen laß deine Hilfe sucht zu verwirren. d mir niemals zerrinnen. 8. Jesu, hilf fiegen und laß 3. Jesu, hilf siegen! ach wer muß mich nicht sinken! wenn sich die nicht sagen: Herr, mein Gebrechen Kräfte der Lügen aufbläh'n und mit ist immer vor mir! Hilf, wann dem Scheine der Wahrheit sich mich Sünden der Jugend verklagen, schminken; laß doch viel heller dann die mein Gewissen mir täglich hält deine Kraft seh'n. Steh' mir zur für; ach laß mich schmecken dein Rechten, o König und Meister, lehre träftig Verfühnen, und dies zu mich kämpfen und prüfen die Geister. meiner Demüthigung dienen! 4. Jesu, hilf siegen, wann in mir die Sünde, Eigenlieb', Hoffahrt und Mißgunst sich regt, wann ich die Last der Begierden empfinde, und sich mein tiefes Verderben darlegt. Hilf dann, daß ich vor mir selber erröthe und durch dein Leiden die Sündenlust tödte. 9. Jesu, hilf siegen im Wachen und Beten: Hüter, du schläfft ja und schlummerst nicht ein! Laß dein Gebet mich unendlich vertreten, da du versprochen, Fürsprecher zu sein. Will mich die Nacht in Ermüdung hinstrecken, wollst du mich, Jesu, ermuntern und wecken. 10. Jefu, hilf siegen, wann Alles 5. Jesu, hilf Siegen, und lege verschwindet, und ich mein Nichts gefangen in mir die Lüste des Flei- und Verderben nur seh'; wann kein sches und gieb, daß in mir lebe des Vermögen zu beten sich findet, und Geistes Verlangen, auswärts sich ich bin wie ein verschüchtertes Reh. schwingend durch heiligen Trieb; Herr, ach dann wollst du im Grunde laß mich eindringen in's göttliche Wesen, so wird mein Geist, Leib und Seele genesen. der Seelen dich mit dem innersten Seufzen vermählen. 11. Jefu, hilf siegen und laß 6. Jefu, hilf siegen, damit auch mir's gelingen, daß ich das Zeichen mein Wille dir, Herr, sei gänzlich des Sieges erlang'; dann will ich zu eigen geschenkt, und ich mich stets ewig dir Lob und Dank fingen, Jesu, in dein Wollen einhülle, da sich mein Heiland, mit frohem Gefang! die Seele zur Ruhe versenkt. Laß Wie wird dein Name dann werden mich mir sterben und alle dem mei- gepriesen, wenn du, o Held, dich ſo nen, daß ich mich zählen darf unter mächtig erwiesen! die Deinen. 12. Jesu, hilf siegen, wann's 7. Jesu, hilf siegen! Wer mag nun kommt zum Sterben; mach’ sonst bestehen wider den listig ver- du mich würdig und stetig bereit, Heiligungslieder. 189 daß ich mich nenne des Himmelreichs| Feinden Herz, Zunge, Fuß und Erben dort in der Ewigkeit, hier Hand, knüpft zwischen frommen in der Zeit. Jesu, dir bleib' ich Freunden der Liebe Bruderband. auf ewig ergeben, hilf du mir siegen, mein Heil, Troft und Leben! 5. So wandeln wir entschlossen dem Himmelsführer nach und dul13. Jefu, hilf fiegen, wenn ich den unverdrossen und tragen seine mun soll scheiden von dieser jammer- Schmach und fleh'n im finstern und leidvollen Welt; wenn du mich Thale: o Jesu, steh' uns bei und rufest, gieb, daß ich mit Freuden mach' im Hochzeitssaale bald Alles, zu dir mög' fahren in's himmlische Alles neu! aid dind Zelt. Laß mich, o Jesu, recht ritterlich ringen, laß mich durch Leben und Tod zu dir dringen. Johann Frickert. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. Johann Schröder( 1666-1699). 319. Kommt, Kinder, laßt P uns gehen, der Abend Mel. Balet will ich dir geben.com fommt herbei, es ist gefährlich stehen 318. In unsers Stönigs Na- in dieſer Wüſtenei. Kommt, ſtärket men betreten wir die euren Muth, zur Ewigfeit zu wanBahn: ihr, ihr von seinem Samen, dern, von einer Kraft zur andern: schließt euch freudig an! Wir es ist das Ende gut. zieh'n zum Friedenslande, ein Leib, ein Herz, ein Geist. Wohl dem, der alle Bande voll Heldenmuth zerreißt. 2. Der Weg ist schmal, doch eben und führt zur Seligkeit. Die Straße dort daneben ist zwar bequem und breit; doch wer sie geht, muß sterben. An ihrem Ende droht ein ewiges Verderben, Fluch, Zorn und Qual und Tod. 2. Es soll uns nicht gereuen der schmale Pilgerpfad; wir kennen ja den Treuen, der uns gerufen hat: kommt, folget, trau't auf ihn und lentt mit festen Schritten zu Salems ew'gen Hütten die Pilgerreise hin. 3. Der Ausgang, der geschehen, ist uns fürwahr nicht leid. Es soll noch tiefer gehen zur Abgeschiedenheit. Ihr Lieben, seid nicht bang', verachtet tausend Welten, ihr Locken und ihr Schelten und geht nur 3. Wir folgen deinem Locken, du ewig treuer Freund! Wer könnte sich verstocken? du hast's so gut ge- euren Gang. meint. Wir wandern abgeschieden, 4. Geht's der Natur entgegen, und Jeder trägt sein Kreuz ergeben so geht's den rechten Weg. Wer und zufrieden: für Pilger hat es nur sein Fleisch will pflegen, verReiz. fehlt den schmalen Steg. Verlaßt 4. Der große Hirt der Heerde die Kreatur und was euch ſonſt geht seinem Volk voran. Sein All- will binden, ja Alles laßt dahinten, machtswort: es werde! bereitet selbst es geht durch Sterben mur. die Bahn. Es lähmt erzürnten| 5. Man muß wie Pilger wan 190 Heiligungslieder. deln, von Lasten unbeschwert; viel 11. Kommt, laßt uns munter Sammeln, Halten, Handeln nur wandern, der Weg nimmt immer unsern Fortgang stört. Der Last ab; ein Tag, der folgt dem andern, man leicht erliegt. Wir reisen ab- bald sinkt der Leib in's Grab: nur geschieden, mit Wenigem zufrieden, noch ein wenig Muth, nur noch ein und Nothdurft uns genügt. wenig treuer, von allen Dingen freier, gewandt zum ew'gen Gut! 12. Es wird nicht lang' mehr 6. Schmückt euer Herz auf's Beste, was schmückt ihr Leib und Haus? Wir sind hier fremde Gäste währen: harr't noch ein wenig aus; und ziehen bald hinaus. Gemach es wird nicht lang' mehr währen, bringt Ungemach, ein Pilger muß so kommen wir nach Haus: da wird sich schicken, soll dulden und sich man ewig ruh'n. Wenn wir mit allen bücken den kurzen Pilgertag. Frommen daheim zum Vater kommen, wie wohl, wie wohl wird's thun! 7. Wohl ist der Wege oft enge, gar einsam, krumm und schlecht, wohl Dornen er in Menge und manches Kreuz uns trägt, doch bleibt uns nur der Weg. So sei's; wir gehen weiter und folgen unserm Leiter und brechen Bahn und Steg. 8. Wir wandeln eingefehret, ver- es soll nur Jesus sein. achtet, unbekannt; man siehet, fennt und höret uns faum im fremden Land, und höret man uns ja, so höret man uns ſingen von all den 320. Mache dich, mein Se Dingen, auf uns warten da. Mel. Straf' mich nicht in deinem 3orn. Geist, bereit, fleh' und bete, daß dich nicht die böse 9. Wohlauf, so laßt uns wan- Zeit unverhofft betrete! Denn es iſt dern! Wir gehen Hand in Hand, Satans List über viele Frommen Eins freue sich am Andern in diesem zur Versuchung kommen.. fremden Land. Kommt, laßt uns 2. Darum wach' vor Allem auf findlich sein und auf dem Weg nicht von dem Sündenschlafe, denn es streiten: die Engel selbst begleiten folget sonst darauf eine lange Strafe, als Brüder uns're Neih'n. und die Noth sammt dem Tod möchte dich in Sünden unvermuthet finden. 10. Sollt' wo ein Schwacher fallen, so greif' der Stärk're zu; 3. Wache auf, sonst kannst du man trag', man helfe Allen, man nicht Christi Klarheit sehen. Wache, pflanze Fried' und Ruh'. Kommt, denn sonst wird sein Licht dir noch schließt euch fester an; ein Jeder ferne stehen; denn Gott will für sei der Kleinste und dabei gern der die Füll' seiner Gnadengaben offne Reinste auf uns'rer Pilgerbahn. Augen haben. 13. D'rauf wollen wir's denn wagen, es ist wohl Wagens werth, und gründlich dem absagen, was aufhält und beschwert. Welt, du bist uns zu flein; wir geh'n durch Jesu Leiten hin in die Ewigkeiten: Gerhard Tersteegen( 1697-1769) 9000/340 Heiligungslieder. 191 4. Wache, laß dich Satans List weit, da uns Gott wird richten, nicht im Schlafe finden, weil's ihm Spreu und Weizen sichten. sonst ein Leichtes ist, dich zu über- Joh. Freystein( gest. 1720). winden; und Gott giebt, die er liebt, mom d him 201 oft in seine Strafen, wenn sie sicher mel. Ich bin ja, Herr, in deiner Macht. schlafen. 5. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge, oder, wenn sie sich verstellt, wieder an sich bringe. Wach' und sieh', daß dich nie falscher Brüder Lügen um dein Heil betrügen. 6. Wach' und hab' auf dich wohl Acht, trau' nicht deinem Herzen, leicht kann, wer es nicht bewacht, Gottes Gnad' verscherzen; denn es ist voller List, weiß sich selbst zu schmeicheln, Frömmigkeit zu heucheln. 321. M ein Leben ist ein Pilgerstand, ich reise nach dem Vaterland, nach dem Jerusalem dort oben, das Gott als eine feste Stadt auf Bundesblut gebauet hat; da werd' ich ihn ohn' Ende loben. Mein Leben ist ein Pilgerstand. Ich reise nach dem Vaterland. 2. Es rinnet ohne Unterlaß auch meines Lebens Stundenglas, und was vorbei ist, kommt nicht wieder. Ich eile zu der Ewigkeit: Herr Jesu, mach' mich nur bereit, und öffne meine Augenlider, daß ich, was in dem Wachen; denn der Herr zeitlich ist, veracht' und nur nach nur kann dich frei von dem Allen machen, was dich drückt und bestrickt, daß du schläfrig bleibest und sein Werk nicht treibest. 7. Bete aber auch dabei mitten 8. Ja, er will gebeten sein, soll er Etwas geben; er verlanget Fleh'n und Schrei'n, wenn wir sollen leben und durch ihn unsern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Sünden kräftig überwinden. dem, was ewig, tracht'. 3. Kein Reisen ist ohn' Ungemach: der Lebensweg hat auch sein Ach, man wandelt nicht auf weichent Rosen; der Steg ist eng, der Feinde viel, die mich ableiten von dem Ziel. Ich muß mich oft an Dornen stoßen, ich muß durch dürre Wüsten geh'n und kann selbst keinen Ausweg seh'n. 9. Doch getroft: es muß uns 4. Der Sonne Glanz mir oft schon Alles glücklich gehen, wenn gebricht, der Sonne, die mit Gnawir ihn durch seinen Sohn im denlicht in unverfälschte Herzen Gebet anflehen; denn er will alle strahlet; Wind, Regen stürmen auf Füll' über uns ausschütten, wenn mich zu, mein matter Geist findt wir gläubig bitten. nirgend Ruh': doch alle Müh' ist schon bezahlet, wenn ich das gold'ne Himmelsthor mir stell' in Glaub' und Hoffnung vor. 10. D'rum so laßt uns immer dar wachen, flehen, beten, weil die Angst, Noth und Gefahr immer näher treten; denn die Zeit ist nicht 5. Du treuer Hüter, Jesu Christ, 192 Heiligungslieder. der du ein Pilger worden bist, da| euer Kreuz und Ungemach auf euch, du mein Fleisch hast angenommen: folgt meinem Wandel nach! zeig' mir im Worte deinen Tritt, 2. Ich bin das Licht, ich leucht' laß mich bei einem jeden Schritt euch für mit heil'gem Tugendleben. zu deinem Heil stets näher kommen. Wer zu mir kommt und folget mir mein Leben flieht; ach eile du mit darf nicht im Finstern schweben; deines Lebens Kraft herzu! ich bin der Weg, ich weise wohl, 6. Durch deinen Geist mich heilig wie man wahrhaftig wandeln leit'; gieb in Geduld Beständigkeit, soll. vor Straucheln meinen Fuß beschüßze. Ich falle stündlich: hilf mir auf! Zieh' du mich selbst zu dir hinauf, sei mir ein Schirm in Trübfalshize; laß deinen süßen Gnadenschein in Finsterniß nie ferne sein. 7. Wenn mir mein Herz, o Gnadenfüll', vor Durst nach dir ver- 4. Ich zeig' euch das, was schmachten will, so laß mich dich schädlich ist, zu fliehen und zu zum Labsal finden, und schließ' ich meiden, und euer Herz von arger meine Augen zu, so bring' mich zu List zu rein'gen und zu scheiden; der stolzen Ruh', wo Streit und ich bin der Seelen Fels und Hort alle Müh' verschwinden, laß mich und führ' euch zu der Himmels da sein in Abrams Schooß dein pfort'. Liebling und dein Hausgenoß. 5. Fällt's euch zu schwer, ich 8. Bin ich in diesem fremden geh' voran, ich steh' euch an der Land der argen Welt gleich unbe- Seite; ich kämpfe selbst, ich brech' kannt, dort sind die Freunde, die die Bahn, bin Alles in dem Streite. mich kennen; dort werd' ich mit Ein böser Knecht, der still darf der Himmelsschaar dir jauchzend steh'n, wenn er den Feldherrn sieht dienen immerdar und in der reinsten angeh'n! Liebe brennen. Mein Heiland, komm', ach bleib' nicht lang'! Hier in der Wüste wird mir bang'! Friedr. Lampe( 1683-1729). 3. Mein Herz ist voll Demithigkeit, voll Liebe mein Gemüthe; mein Mund, der fließt zu jeder Zeit von Sanftmuth und von Güte. Mein Geist und Wille, Kraft und Sinn ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 6. Wer seine Seel' zu finden meint, wird sie ohn' mich verlieren; wer hier sie zu verlieren scheint, wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt Mel. Mach's mit mir, Gott, nach deiner. mir, ist mein nicht werth und meiner 322. Mir nach, spricht Chri- Zier. stus, unser Held, 7. So last uns denn dem lieben mir nach, ihr Christen alle, ver- Herrn mit Leib und Seel' nachleugnet euch, verlaßt die Welt, folgt gehen und wohlgemuth, getrost und meinem Ruf und Schalle, nehmt gern bei ihm im Leiden stehen. Heiligungslieder. 193 Wer nicht gekämpft, trägt auch| der Blick auf jenes Lebens Freudie Kron' des ew'gen Lebens nicht den. davon. 6. Nach diesem Kleinod, Herr, Joh. Scheffler( 1624-1677). Laß mich vor allen Dingen trachten, biggjor de und was mir daran hinderlich, mit Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. festem Muth verachten. Daß ich 323, Nach meiner Seelen Se- auf deinen Wegen geh' und im Geligkeit laß, Herr, richt vor dir besteh', sei meine größte mich eifrig ringen und nicht die Sorge. ded furze Gnadenzeit in Sicherheit ver- 7. Doch was vermag ich, wenn bringen. Wie würd' ich einst vor du nicht vor Trägheit mich beschützest, dir besteh'n? Wer in dein Reich und nicht zur Treu' in dieser Pflicht wünscht einzugeh'n, muß reines Her- mit Kräften unterstüßest? O stärke zens werden. mich, mein Gott, dazu! So find' 2. Erst an dem Schluß der Leich hier schon wahre Ruh' und dort bensbahn auf seine Sünden sehen, das ew'ge Leben. 00 nod to12 und wenn man nicht mehr fünd'gen sid in Joh. Diterich( 1721-1797). kann, Gott um Erbarmung flehen: Sushi das ist der Weg zum Leben nicht, Mel. Ich dant dir schon durch deinen. den uns, o Gott, dein Unterricht 324. Chrift, erhebe Herz in deinem Wort gewiesen. de VI und was du an der Erden? Hinauf! Schwing' dich zum Himmel hin: ein Christ muß himmlisch werden. 3. Du rufft uns hier zur Heiligung, d'rum laß auch hier auf Erden des Herzens wahre Besserung mein Hauptgeschäfte werden. Herr, 2. Was bist du in der Welt? dazu gieb mir Kraft und Trieb, ein Gast, ein Fremdling und ein nichts sei zu groß, nichts mir zu Wandrer. Wenn du kurz hausgelieb, das ich nicht freudig opf're. halten hast, so erbt dein Gut ein And'rer. 4. Gewönn' ich auch die ganze Welt mit allen ihren Freuden, und sollte das, was dir gefällt, o Gott, darüber meiden: was hülfe mir's? Nie kann die Welt mit Allem, was sie in sich hält, mir deine Gnad' ersetzen. sdro 3. Was hat die Welt? was beut fie an? Nur Tand und eit'le Dinge. Wer einen Himmel hoffen kann, der schätzt die Welt geringe. 4. Wer Gott erfennt, fann der wohl noch den Sinn auf's Nied're 5. Was führt mich zur Zufrie- lenten? Nur wer an Gott denkt, denheit schon hier in diesem Zeben? denket hoch: so müssen Chriſten Was fann mir Trost und Freudig- denten. feit auch selbst im Tode geben? 5. Sieh', Christ, nie sorgend Nicht Menschengunst, kein irdisch unter dich, wenn dich die Leiden Glück, nur Gottes Gnade und drücken! Sieh' gläubig in die Höh' 13 Neues Gefangsbuch. Univ.- Bibl. Giessen 194 Heiligungslieder. und sprich: der Herr wird mich er-| 3. Ach, so mußt du uns vollenquicken. den, willst und kannst ja anders 6. Der Christen hohes Bürger- nicht; denn wir sind in deinen Hänrecht ist dort im Vaterlande; der den, auf uns ist dein Herz gericht't, Chrift, der irdisch denkt, denkt schlecht ob wir gleich vor allen Leuten als und unter seinem Stande. ein Spott nur sind geacht't, und des Kreuzes Niedrigkeiten an uns schnöde sind verlacht. 4. Schaue doch auf uns're Ketten, da wir mit der Kreatur seufzen, um Erlösung beten von der fündigen Natur, von dem Dienst der Eitelkeiten, der uns an sich hält gebannt, ob der Geist sich auch bei Zeiten schon dem Höchsten zugewandt. 7. Dort ist das reiche Kanaan, wo Lebensströme fließen; blick' oft hinauf, der Anblick kann den Leidenstelch versüßzen. 8. Dort oben ist des Friedens Haus. Gott theilt zum GnadenIohne den leberwindern Kronen aus; kämpf' auch um Ruhm und Krone! 9. Dort singen Engelchör' im Licht von Gott und seinen Werken. D Seele, sehnest du dich nicht, dies Loblied zu verstärten? 5. Stärke uns're matten Kräfte, reiß' uns endlich einmal los, daß wir durch die Weltgeschäfte frei hin10. Hilf, Jesu, daß ich für und durchgeh'n, frei und groß. Weg für den Geist dorthin erhebe, und mit Menschenfurcht und Zagen! daß ich jetzt und ewig dir gehöre, Weg Vernunftbedenklichkeit! Weg diene, lebe! mit Scheu vor Schmach und Pla gen! Weg mit Fleischeszärtlichkeit! Ehrenfried Liebich( 1713-1780). 6. Wir verlangen keine Ruhe für das Fleisch in Ewigkeit: wie du's nöthig find'st, so thue noch vor uns'rer Abschiedszeit; aber unser Geist, er bindet dich im Glauben, läßt dich nicht, bis er die Erlösung findet, die dein treuer Mund verspricht. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 325. Durchbrecher aller Bande, der du immer bei uns bist, und der Schaden, Spott und Schande uns mit Himmelslust versüßt: ftrafe ferner an den Deinen, Jesu, allen argen Sinn, bis dein seliges Erscheinen uns führt aus dem Kerter hin. 7. Herrscher, herrsche! Sieger, fiege! König, brauch' dein Regiment! 2. Ist's doch deines Vaters Führe deines Reiches Kriege, mach' Wille, daß du endest dieses Werk: der Sklaverei ein End'; aus dem hierzu wohnt in dir die Fülle aller Sterker führ' die Seelen durch des Weisheit, Lieb' und Stärk': daß neuen Bundes Blut; laß uns länger du Nichts von dem verlierest, was nicht so quälen, denn du meinst es er dir geschenket hat, und aus diesem Treiben führest zu der süßen Ruhestatt. mit uns gut. 8. Hatten wir auch selbst erkoren Fleisches- Lust und Herrlichkeit, gieb Heiligungslieder. 195 uns dennoch nicht verloren in den mir erwünschte Hilfe leiste; Gott, Tod der Eitelkeit! Ach, die Last stehe mir in Gnaden bei und gieb treibt uns, zu rufen, alle flehen mir einen solchen Geist, der neu, wir dich an: zeig' doch nur die gewiß und willig heißt. ersten Stufen der gebroch'nen Freiheitsbahn! 4. Doch, weil ich meine Schwachheit merke, mein Vater, so verwirf mich nicht und stoße wegen meiner Werke mich nicht von deinem Angesicht: laß hier mich in der Gnade steh'n und dort in deinen Himmel geh'n. 9. Ach, wie theu'r sind wir erworben, nicht der Menschen Knecht zu sein! D'rum, so wahr du bist gestorben, mußt du uns auch machen rein! rein und frei und ganz voll5. Nimm deinen Geist, den Geist kommen, ähnlich deinem heil'gen der Liebe, doch nun und nimmerBild: der hat Gnad' um Gnad' mehr von mir, und leite mich durch genommen, welchen deine Füll' er- seine Triebe, durch deinen Beistand füllt. für und für. So führe du mich Ewigkeit. 10. Liebe, zieh' uns in dein durch die Zeit hin zu der sel'gen Sterben; laß mit dir gekreuzigt sein, was dein Reich nicht kann ererben; führ' in's Paradies uns ein! Doch wohlan, du wirst nicht säumen, laß Johann Olearius( 1611-1684). Eigene Melodie. uns nur nicht läffig sein. Wird's 327. Ursprung des Lebens, o ewiges Licht, doch als ob wir träumen, wenn die Freiheit bricht herein. Gottfried Arnold( 1666-1714). da Niemand vergebens sucht, was ihm gebricht! Lebendige Quelle, die lauter und helle sich aus einem heiligen Tempel ergießt und in die begierigen Seelen einfließt! reines Wesen, der 2. Du sprichst: wer begehret zu trinken von mir, was ewiglich nähret, der komme: denn hier sind himmlische Gaben, die füßiglich laben; er trete im Glauben zur Quelle heran; hier ist, was ihn ewig bejeligen kann. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt. 326. großer Gott, du bu die reinen Herzen dir zur steten Wohnung auserlesen, ach, schaff' ein reines Herz in mir, ein Herz, das von der argen Welt sich frei und unbefleckt erhält. 2. Vor allem mache mein Gemüthe durch ungefärbte Buße rein und laß, o Herr, durch deine Güte all' meine Schuld dann mache mich zur Reinigkeit des Lebens seelig und bereit. 3. Regiere mich mit deinem Geiste, der mein getreuer Beistand sei und 3. Hier komm' ich, mein Hirte, mich dürstet nach dir; o Liebster, getilget sein; bewirthe dein Schäflein allhier! Du kannst dein Versprechen mir Armen nicht brechen; du siehest, wie elend und durftig ich bin, auch giebst du die Gaben aus Gnaden nur hin. 13* 196 Heiligungslieder. 4. Du, süße Flut, labest Geist,| Leben, dring' hinein in Gottes Seele und Muth, und wen du be- Reich; will das Fleisch dir widergabeft, find't ewiges Gut. Wenn streben, werde weder matt, noch man dich genießet, wird Alles ver- weich. süßet; es jauchzet, es singet, es springet das Herz, es weichet zurück der betrübende Schmerz. 4. Ringe, daß dein Eifer glühe, und die erste Liebe dich von der ganzen Welt abziehe; halbe Liebe hält nicht Stich. 5. Ringe mit Gebet und Schreien, halte brünstig damit an; laß' dich feine Zeit gereuen, seßze Tag und Nacht daran. 5. D'rum gieb mir zu trinken, was dein Wort verheißt: laß gänzlich versinken den sehnenden Geist im Meer deiner Liebe, laß heilige Triebe mich immerfort treiben zum Himmlischen hin: es werde mein Herze beseligt darin. 6. Wenn du auch vom Leiden mir schenkest was ein, so gieb, dir mit Freuden gehorsam zu sein. Denn alle die, welche mittrinken vom Kelche, den du hast getrunken im Leiden allhier, die werden dort ewig sich freuen mit dir. 6. Hast' du dann die Perl' ers rungen, denke ja nicht, daß du mun alles Böse hast bezwungen, o, es ist noch viel zu thun! 7. Nimm mit Furcht ja deiner Seele, deines Heils mit Bittern wahr; hier in dieser Welt voll Fehler schwebst du stündlich in Gefahr. 8. Halt' ja deine Krone feste, halte männlich, was du hast; recht beharren ist das Beste, Rückfall bringt dir neue Laſt. 9. Nichts hab' Aug' und Hand zu schaffen mit der schnöden Eitelkeit; bleibe Tag und Nacht in Waffen, fliehe träge Sicherheit. 10. Laß' dem Fleische nicht den Willen, gieb der Lust den Zügel nicht; willst du die Begierden stillen, Eigene Melodie. 328. Ringe recht, wenn so verlischt das Gnadenlicht. Gottes Gnade dich 11. Wahre Treu' führt mit der nun ziehet und bekehrt, daß dein Sünde bis in's Grab beständig Geist sich recht entlade von der Bast, Krieg, gleichet nicht dem Rohr im die ihn beschwert. Winde, sucht in jedem Rampf den 7. D'rum laß' mich auch werden, mein Jesu, erquickt, da wo deine Heerden kein Leiden mehr drückt; wo Freude die Fülle, wo liebliche Stille, wo Wonne, wo Jauchzen, wo Herrlichkeit wohnt, wo heiliges Leben wird ewig belohnt. Christian Koitsch( gest. 1735). 2. Ringe, denn die Pfort' ist Sieg. enge, und der Lebensweg ist schmal: hier verliert sich im Gedränge, was nicht strebt zum Himmelssaal. 12. Wahre Treu' liebt Christi Wege, steht beherzt auf ihrer Hut, ringt, wie auch das Fleisch sich rege, 3. Kämpfe bis auf's Blut und hält sich selber nichts zu gut. Heiligungslieder. 197 13. Wahre Treu' kommt dem| verhöhnt, währt nicht lange, und Getümmel dieser Welt niemals zu Gottes Sohn hat längst uns schon nah'; ist ihr Schatz doch in dem dort beigelegt die Ehrenkron'. Himmel, d'rum ist auch ihr Herz allda. 4. Jesu, stärke Gottes Kinder und mach' aus denen Ueberwinder, die du erfauft mit deinem Blut. Schaff' in uns ein neues Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, wenn uns entfallen will der Muth. Johann Winkler( 1670-1722). Gieß aus auf uns den Geist, daJu sigor din Trite dim fort durch die Liebe fließt in die Herzen: Mel. Wachet auf, rust uns die Stimme. so halten wir getreu an dir im Tod 329. Rüſtet euch, ihr Chri- und Leben für und für. apping 14. Dies bedenket wohl, ihr Streiter: fämpfet recht, bezwinget euch, dringet alle Tage weiter, bis ihr kommt in's Himmelreich, idon Wilh. Arends( gest. 1721). suchen euch zur Beute, ja, Satan selbst hat eu'r begehrt. Wappnet Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. euch mit Gottes Worte und kämpfet 330. Schaffet, ſchaffet, Menfrisch an jedem Orte, damit ihr schenkinder, bleibet unversehrt. Sst euch der eure Seligkeit; bauet nicht wie sich're Feind zu schnell, hier ist Immanuel. Sünder, nur auf diese kurze Zeit, Hosianna! Der Starke fällt durch sondern schauet über euch, ringet diesen Held, und wir behalten mit nach dem Himmelreich und bemühet das Feld. and portul d euch auf Erden, wie ihr möget felig werden.im 108 2. Reinigt euch von euren Lüsten, besieget sie, als rechte Christen, und 2. Daß nun dieses mög' gestehet in des Herren Kraft. Stärket schehen, dürft ihr nicht nach Fleisch euch in Jesu Namen, daß ihr nicht und Blut und nach dessen Neigung strauchelt wie die Lahmen, zeigt, gehen; nein, was Jesus will und was der rechte Glaube schafft. Wer thut, das muß einzig und allein hier ermüden will, der schaue auf eures Lebens Richtschnur sein, es das Ziel; da ist Freude. Wohlan, mag Fleisch und Blut in Allem so seid zum Kampf bereit, dann übel oder wohl gefallen. krönet euch die Ewigfeit. ins 3. Ihr habt Ursach', zu bekennen, 3. Streitet recht die wen'gen daß ihr noch voll Sünde seid, daß Jahre, eh' ihr kommt auf die Todten- ihr Fleisch vom Fleisch zu nennen, bahre; furz, kurz ist unser Le- daß ihr fehlt zu jeder Zeit und daß benslauf. Wenn Gott wird die Gottes Gnadenkraft nuc allein das Todten wecken, so wird die Welt Gute schafft, ja, daß außer seiner vor ihm erschrecken, wir aber steh'n Gnade nichts euch bleibt als Seelenmit Freuder auf Gott Lob! wir schade. sind versöhnt; daß uns die Welt 4. Selig, wer im Glauben 198 Heiligungslieder. tämpfet, selig, wer im Kampf be-| daß ich deinen Beistand finde, in steht und die Sünde in sich däm- der Gnade zu besteh'n. Ach, mein pfet, selig, wer die Welt verschmäht! Heiland, geh' doch nicht mit mir Unter Chrifti Kreuzesschmach jaget Armen in's Gericht; gieb mir deines man dem Frieden nach; wer den Geistes Waffen, meine Seligkeit zu Himmel will ererben muß zuvor schaffen. mit Christo sterben. 10. Amen, es geschehe, Amen! 5. Werdet ihr nicht treulich Gott versiegle dies in mir, daß ich ringen, sondern träg' und lässig sein, treu in Jesu Namen meinen Glaueure Neigung zu bezwingen, so benskampf vollführ'. Er verleihe bricht eure Hoffnung ein. Ohne Kraft und Stärk' und regiere selbst tapfern Streit und Krieg folget das Werk, daß ich wache, bete, niemals rechter Sieg. Nur den ringe und also zum Himmel dringe! Siegern wird die Krone beigelegt Ludw. Gotter( 1661-1735). zum Gnadenlohne. 6. Mit der Welt dem Eitlen leben hat bei Chriften keine Statt, 331. Se ihren Lüsten sich ergeben schwächt den Geist und macht ihn matt. Unter Christi Kreuzesfahn' geht es wahrlich nimmer an, daß man noch mit sicherm Herzen mit der Sünde wollte scherzen. Eigene Melodie. eelenbräutigam, Jefu, Gotteslamm! Habe Dank für deine Liebe, die mich zieht aus reinem Triebe aus dem Sündenbann', Jesu, Gotteslamm! hus 2. Deine Liebesglut stärket Muth und Blut; wenn du freundlich mich anblickest und an deine Brust mich drückest, macht mich wohlgemuth deiner Liebe Glut. 7. Furcht muß man im Herzen tragen vor dem Herrn, dem heil'gen Gott, der im Zorne kann zerschlagen aller seiner Feinde Rott'; aber 3. Wahrer Mensch und Gott, denen, die er liebt, Wollen und Trost in Noth und Tod! Du bist Vollbringen giebt. so laßt uns darum Mensch geboren, zu erſehzen, zu ihm gehen, Gott um Gnade anzuflehen. me was verloren, durch den Kreuzestod, wahrer Mensch und Gott! 8. Und so schlagt mit Macht 4. Meines Glaubens Licht laß darnieder, was sich Arges in euch verlöschen nicht; salbe mich mit regt, kämpft und kämpfet immer Freudenöle, daß hinfort in meiner wieder, bis sich seine Macht gelegt. Seele ja verlösche nicht meines Was euch ärgert, senkt in's Grab, Glaubens Licht. was euch hindert, werfet ab und denkt stets an Jesu Worte: dringet durch die enge Pforte! 5. So werd' ich in dir bleiben für und für; deine Liebe will ich ehren, wo ich kann, dein Lob ver9. Zittern will ich vor der mehren, weil ich für und für bleiSünde und auf dich, o Jesu, seh'n, ben werd' in dir. Heiligungslieder. 199 6. Held aus Davids Stamm!| nur kann gefallen, werthe SaronsDeine Liebesflamm' mich ernähre blum', du mein Preis und Ruhm. und verwehre, daß die Welt mich di Adam Drese( geſt. 1718). Isid nicht versehre, ob sie mir gleich gram, Held aus Davids Stamm! Mel. Jesus, meine Zuversicht. 7. Großer Friedefürſt! wie haft 332. Steil und dornicht iſt du nach Menschen Heil und Leben, der du in den Tod zur Vollendung leitet. Selig ist gegeben, da du rief'st: mich dürst't! wer ihn betrat und im Namen Jes großer Friedefürst! streitet, selig, wer den Lauf voll bringt und nicht kraftlos niedersinkt! 2. Ueberschwenglich ist der Lohn der bis in den Tod Getreuen, die, der Lust der Welt entflohn, ihrem Heiland ganz sich weihen, deren geskrone blickt. 9. Wer der Welt abstirbt, emsig Hoffnung unverrückt nach der Siesich bewirbt um ein gläubiges Vertrauen, der wird bald mit Freuden schauen, daß Niemand verdirbt, der der Welt abstirbt. C 10. Nun ergreif' ich dich, du, mein ganzes Ich! Ich will nimmermehr dich lassen, sondern gläubig dich umfassen, weil im Glauben ich nun ergreife dich. nd d 3. Den wir lieben und nicht seh'n, der hat uns den Lohn errungen, von dem Kreuz zu Gottes Höh'n sich vom Staub emporgeschwungen. Sieger in des Todes Nacht, sprach er selbst: es ist vollbracht! 4. Zieh', o Held, uns hin zu 11. Hier durch Spott und Hohn, dir, zieh' uns nach, die Schaar der dort die Ehrenkron'; hier im Hoffen Streiter! Sturm und Nacht umund im Glauben, dort im Haben fängt uns hier; droben ist es still und im Schauen; denn die Ehren- und heiter. Hoffnung sieht das tron' folgt auf Spott und Hohn. Morgenroth schimmern hinter Grab 12. Jesu, hilf, daß ich kämpfe und Tod. ritterlich, Alles durch dich überwinde und in deinem Sieg empfinde, wie so ritterlich du gekämpft für mich. 5. Auf denn, Mitgenossen, geht muthig durch die kurze Wüste; ſeht auf Jesum, wacht und fleht, daß 13. Du, meiu Preis und Ruhm, Gott selbst zum Kampf euch rüste! werthe Saronsblum',*) in mir soll der im Schwachen mächtig iſt, nun Nichts erschallen, als was dir giebt uns Sieg durch Jesum Christ. Sam. Bürde( 1753-1881). 8. Deinen Frieden gieb aus so großer Lieb' uns, den Deinen, die dich kennen und nach dir sich Christen nennen, denen du bist lieb, deinen Frieden gieb! *) Purpurfarbige Lilie in der Ebene Saron: Bild des am Kreuze blutenden Erlösers. 200 Heiligungslieder. Mel. Alle Menschen müssen sterben.| verhöhnt. Deine theure Gnaden333. Wer das skleinod will krone iſt mir überg'nug zum Lohne; erlangen, jag' ihm wirst du nur Beistand sein, nach, so viel er kann; wer die Krone so ist sie in Kurzem mein. will empfangen, der muß kämpfen 18 Joh. Menger( 1658-1734). als ein Mann, muß sich auch zuod sigt His allen Beiten auf das Beste vorbe- Mel. Lobt Gott, ihr Christen alle gleich. Sünde gut hat's reiten, alles Und're lafſen geh'n, 334. Wie ſelig wer von de was ihm kann im Wege steh'n. frei! Wie 2. Treuer Jesu, deine Güte hält Christi Knecht! Im Sündendienst auch mir ein Kleinod für, das ent- ist Sklaverei, in Christo Kindesrecht. zückt mich im Gemüthe durch den 2. Im Sündendienst ist Finster Reichthum seiner Zier. O wie niß, den Weg erkennt man nicht; glänzt die schöne Krone von dem ho- bei Christo ist der Gang gewiß, hen Ehrenthrone, die du in der Herr- man wandelt in dem Licht. lichkeit deinen Streitern hast bereit't! 3. Im Sündendienst ist Haß und 3. Mich verlangt von ganzen Leid, man plagt und wird betrübt; Herzen, daß sie mög' mein eigen in Christi Reich ist Freudigkeit, sein, ja, ich sehne mich mit Schmer- man liebt und wird geliebt. zen nach dem freudevollen Schein; 4. Die Sünde giebt den Tod doch das Ringen macht mir bange, zum Lohn: das heißt ja schlimm und der Kampf währt mir zu lange; gedient! Das Leben aber ist im an der Erde hängt mein Sinn, bald sinkt meine Kraft dahin. Sohn, der uns mit Gott verfühnt. 5. O Heiland, dir nur dien' ich gern; denn du hast mich erkauft. Ich weiß und will sonst feinen Herrn, auf dich bin ich getauft. 4. D'rum, mein Jesu, steh' mir Armen in so großer Schwachheit bei; laß dich meine Noth erbarmen, mache mich von Allem frei, was mir will mein Ziel verrücken; laß 6. Wen du frei machst, der ist recht frei, du schenkst ihm alle Schuld, mich in die Zeit mich schicken; gieb und darum dank' ich deiner Treu' mir Kraft und Freudigkeit, förd're und rühme deine Huld. meinen Lauf und Streit! 7. Ich bete an, Herr Jesu Christ, 5. Es verlohnt sich wohl der und sage: ich bin dein; nimm mich Mühe, kämpfen, eh' ich werd' ge- zu dir! denn wo du bist, soll auch frönt, d'rum ich mich der Welt dein Diener sein. entziehe, die den heil'gen Kampf| Phil. Hiller( 1699-1769). Von der Kirche. 2. Von der beber Kirche. Herr, daß wir nichts And'res suchen mehr. am si d a. Kampf und Sieg der Kirche. 9. Gieb, daß wir thun nach Mel. Ach Gott, wie manches Herzeleid. deinem Wort und darauf ferner 335. Ach bleib' bei uns, Sperr fahren fort von hinnen aus dem Jesu Christ, weil es zu in Him201 mun Abend worden ist; dein gött- melsjaal. Nikol. Selneder( 1530-1592). lich Wort, das helle Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht! verleih' uns, Herr, Beſständigkeit, 336. Afieh' darein und laß 2. In dieser schwerbetrübten Zeit Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. Gott vom Himmel daß wir dein Wort und Sakrament behalten rein bis an das End'. dich deß erbarmen; wie wenig sind 3. Herr Jesu, deine Kirch' er- der Heil'gen dein, verlassen sind halt: wir sind gar sicher, träg' und wir Armen! Dein Wort will man kalt; gieb Glück und Heil zu dei- nicht haben wahr, der Glaub' ist nem Wort, damit es schall' an je auch erloschen gar bei so viel Mendem Ort'. di stup schenkindern. 4. Erhalt uns nur bei deinem 2. Sie lehren eitel falsche List, Bort, und wehr' des Teufels Trug was eig'ner Wig erfindet; ihr Herz und Mord! Gieb deiner Kirche nicht eines Sinnes ist, in Gottes Gnad' und Huld, Fried', Einigkeit, Wort gegründet. Der wählet dies, Muth und Geduld. Hur der And're das; sie trennen uns ohn' alles Maaß und gleißen schön von außen.se 5. Ach Gott, es geht gar übel zu. Auf dieser Erd' ist keine Ruh'; viel Setten und viel Schwärmerei, sie kommen haufenweis herbei. 6. Den stolzen Geistern wehre doch, die sich mit Macht erheben hoch und bringen stets was Neues her, zu fällen deine rechte Lehr'. 7. Die Sach' und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern dein ja ist; darum so steh' du denen bei, die sich auf dich verlassen frei. 3. Gott woll' ausrotten Aller Lehr', die falschen Schein uns lehren, und sich vermessen hoch und sehr: trot dem, der's uns will wehren! Wir haben Recht und Macht allein; was wir gesetzt, gilt allgemein: wer ist, der uns sollt' meistern? 4. Darum spricht Gott: ich muß auf sein; die Armen sind verstöret, ihr Seufzen dringt zu mir herein, ich hab' ihr' Klag' erhöret. Mein 8. Dein Wort ist unsers Herzens heilsam Wort soll auf dem Plan Trußz und deiner Kirche wahrer getrost und frisch sie greifen an Schuß; dabei erhalt' uns, lieber und sein die Kraft der Armen. 202 Von der Kirche. 5. Das Silber, durch Feu'r sie- Mel. Nun sich der Tag geendet hat. benmal bewährt, wird lauter funden: 338. De er du noch in der an Gottes Wort man warten soll letzten Nacht, eb' desgleichen alle Stunden, es will du für uns erblaßt, den Deinen durch's Kreuz bewähret sein, da von der Liebe Macht so schön ge wird erfannt sein' Kraft und predigt hast; Schein und leucht't start in die Lande. 2. Erinn're deine kleine Schaar, die sich sonst leicht entzweit, daß deine letzte Sorge war: der Glieder Einigkeit. 6. Das wollst du, Gott, be wahren rein vor dieser Zeit Geschlechte und laß uns dir befohlen sein, daß uns hier nichts anfechte. Der gottlos' Haufe da sich sind't, und führ' ihn in die Liebe hin zu wo diese bösen Leute sind in deinem deiner Liebe Preis. Volk erhaben. 3. Bezwing' doch unsern stolzen Sinn, der nichts von Demuth weiß, endus sd hid Nicol. Gr. v. Binzendorf( 1700-1760). Martin Luther( 1483-1546). Eigene Melodie. 339. 337. Chrift Fin' tin' feste Burg ist hriste, du Beistand unser Gott, ein' deiner Kreuzgemeine, gute Wehr und Waffen; er hilft eile; mit Hilf' und Rettung uns uns frei aus aller Noth, die uns erscheine: steu're den Feinden, jegzt hat betroffen. Der alt, böse ihre Blutgerichte:: mache zu Feind, mit Ernst er's jetzt meint; nichte!:,: groß' Macht und viel List sein' 2. Streite doch selber für uns grausam' Rüstung ist; auf Erd'n arme Kinder; wehre dem Bösen, ist nicht sein'sgleichen. seine Macht verhinder': alles, was kämpfet wider deine Glieder,:,: stürze darnieder!:,: 5 Eigene Melodie. 2. Mit uns'rer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren; es ftreit't für uns der rechte Mann, den Gott selbst hat erforen. Fragit du, wer der ist: er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein and'rer Gott; das Feld muß er behalten. d 4. Also wird zeitlich deine Güt' 3. Und wenn die Welt voll Teufel erhoben; alho wird ewig und ohn' wär' und wollt'n uns gar vers Ende loben dich, o du Wächter schlingen, so fürchten wir uns nicht deiner armen Heerde,:: Himmel so sehr: es soll uns doch gelingen. und Erde!:,: Ho tro molis Der Fürst dieser Welt, wie sau'r si Matth. Apelles v. Löwenstern er sich stellt, thut er uns doch nichts: das macht, er ist ge10( 1594-1648). 3. Friede in Kirch' und Schule uns bescheere, Friede zugleich der Obrigkeit gewähre; Friede dem Herzen, Friede dem Gewissen:: gieb zu genießen!:,: Von der Kirche. 203 richt't; ein Wörtlein kann ihn 5. Erhalt' uns, Herr, dein Erbe, fällen. dein werthes Heiligthum; zerreiß', 4. Das Wort sie sollen lassen zerschmeiß', verderbe, was wider stahn und kein'n Dank dazu haben; deinen Ruhm. Laß dein Gefet uns er ist bei uns wohl auf dem Plan führen, gönn' uns dein Himmels= mit seinem Geist und Gaben. Neh-| brot, laß deinen Schmuck uns zieren, men sie den Leib, Gut, Ehr', Kindheil' uns durch deinen Tod! und Weib: laß fahren dahin, sie 6. Erhalt' und laß uns hören haben's kein'n Gewinn; das Reich dein Wort, das selig macht, den muß uns doch bleiben. Mart. Luther( 1483-1546). Spiegel deiner Ehren, das Licht in dieser Nacht. Daß dieser Brunn uns tränke, der Himmelsthau uns nez', uns diese Richtschnur lenke, Mel. Lobet Gott, unsern Herren. 340. Erhalt uns deine Lehre, der Honig uns ergötz'. Herr, zu der letzten 7. Erhalt' in Sturm und Wellen Beit, erhalt dein Reich, vermehre dein Häuflein, laß doch nicht uns dein' edle Christenheit; erhalte festen Wind und Wetter fällen; steu'r Glauben, der Hoffnung hellen selbst dein Schiff und richt' den Strahl. Laß uns dein Wort nicht Lauf, daß wir gelangen zum Hafen rauben in diesem Jammerthal. nach der Zeit und Ruh' nach Streit erlangen in sel'ger Ewigkeit. Andr. Gryphius( 1616-1664). 2. Erhalt' dein' Ehr' und wehre dem, der dir widerspricht; erleucht' Herr, und bekehre, allwissend ewig Licht, was dich bisher nicht kennet; Mel. Ach Gott, wie manches Herzeleid. entdecke doch der Welt, der du dein 341. Erhalt' uns, Herr, bei deinem und Licht fällt. gegönnet, was einzig dir gesteu're deiner Feinde Mord, die 3. Erhalt', was du gebauet und Jesum Christum, deinen Sohn, durch dein Blut erwarbst, was du wohl stürzten gern von seinem dir haft vertrauet, da du am Kreuze Thron! starbst. So viele Feinde stürmen 2. Beweis' dein' Macht, Herr zu deiner Kirche Fall, du aber Jesu Christ, der du Herr aller Herren wollst sie schirmen als Mau'r und bist; beschirm' dein' arme ChristenFelsenwall. heit, daß sie dich lob' in Ewigkeit! 4. Erhalt', Herr, deine Heerde, der grimme Wolf kommt an; schaff', 3. Gott, heil'ger Geist, du daß uns Hilfe werde, weil Niemand Tröster werth, dem Volk gieb einen retten kann, ohn' dich, du großer Sinn auf Erd'; steh' bei uns in Hirte. Beit' uns auf guter Weid', der letzten Noth, leit' uns in's treib', nähr', erfreu', bewirthe uns Leben aus dem Tod. in der wüsten Haid'. Martin Luther( 1483-1546). 204 ad misd Eigene Melodie. verlasse, was dahinten! Zion, in 342. Fabre fortion, dem letzten Kampf und Strauj im Licht,:,: halte aus!:: tro an mache deinen Leuchter helle, laß die dod Joh. Schmidt( 1669-1745). erste Liebe nicht, suche stets diem ud un Ikour mind fi Lebensquelle; Zion, dringe durch Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. die enge Pfort',; fahre fort!:: 343. Gottes Stadt ſteht feſt dich:: ohne gegründet auf heil'Scheu Tribsal, Angst mit Spott gen Bergen, es verbündet sich wider und Hohne; sei bis in den Tod sie die ganze Welt; dennoch steht getreu, siehe auf die Lebenskrone; sie und wird stehen, man wird an Zion, fühlest du der Schlangen Stich, ihr mit Staunen sehen, wer hier :,: leide dich!:: die Hut und Wache hält. Der 3. Folge nicht:: Zion, folge Hüter Israels ist ihres Heiles Fels. nicht der Welt, die dich suchet groß H alleluja! Lobsingt und sprecht zu machen; achte nicht ihr Gut und wohl dem Geschlecht, das in ihr Geld, halt' am Beten und am hat das Bürgerrecht! sido d Wachen; Zion, wenn sie dir viel 2. Zions Thore liebt vor allen Lust verspricht,:,: folge nicht!:,: der Herr mit gnäd' gem Wohlge4. Prüfe recht:: Zion, prüfe fallen, macht ihre Riegel stark und recht den Geist, der dir ruft zu fest; segnet, die darinnen wohnen, beiden Seiten; thue nicht, was er weiß überschwenglich dem zu lohnen, dich heißt, laß nur deinen Stern der ihn nur thun und walten läßt. dich leiten; Zion, das, was gut Wie groß ist seine Huld, wie trägt scheint und was schlecht,:: prüfe er mit Geduld all' die Seinen! recht!:,: O Gottes Stadt, du reiche Stadt, Von der Kirche. 5. Dringe ein Zion, dringe die solchen Herrn und König hat. ein in Gott; stärke dich mit Geist und 3. Große, heil'ge Dinge werden und Leben, sei nicht, wie die An- in dir gepredigt, wie auf Erden dern, todt, sei du gleich den grünen sonst unter keinem Volk man hört. Reben; Zion, in die Kraft, nicht Gottes Wort ist deine Wahrheit, in den Schein:: dringe ein!:: du hast den Geist und hast die 6. Brich herfür:: Zion, brich Klarheit, die alle Finsterniß zer herfür in Kraft, weil die Bruder- stört. Da hört man fort und fort liebe brennet; zeige, was der in dir das theuerwerthe Wort ew'ger schafft, der als seine Braut dich Gnade. Wie lieblich tönt, was hier fennet; Zion, durch die dir gegeb'ne versöhnt und dort mit ew'gem Leben Thür: brich herfür!:,: frönt! 7. Halte aus:,: Zion, halte deine 4. Auch die nichts davon verTreu'; lasse nimmer lau dich finden: nommen, die fernsten Völker werden auf, das Kleinod rückt herbei; auf, kommen und in die Thore Zions Von der Kirche. 205 geh'n. Denen, die im Finstern saßen, 2. Sei, Herr, mit uns, verlaß wird auch der Herr noch pred'gen uns nie, uns, deines Leibes Glieder; lassen, was einst für alle Welt ge- hilf deiner Kirch' und schüße siei scheh'n.Wo ist der Gottessohn? denn wir sind deine Brüder. Sie, wo ist sein Gnadenthron? wird man fragen. Dann kommt die Zeit, wo weit und breit erscheint der Herr in Herrlichkeit. die dir vertraut, hast du selbst erbaut. Ach, erhalt' sie rein! Und die den Bund entweih'n, die heilige dan dir wieder! 3. Eins, Herr, ist, was dein Zion fränkt, daß unter deinen Christen so mancher deiner nicht gedenkt, beherrscht von seinen Lüsten. Vieler Glaub' ist schwach, kalt die Lieb', und ach, sie bedenken nicht: es wart't ein schwer Gericht auf träge, sich're Christen. 4. Und du, o Jesu, bist so treu; ach, daß wir frömmer wären! Mach' 6. Gottes Stadt, du wirst auf alle Herzen rein und neu, laß alle Erden die Mutter aller Völker sich befehren. Gieb uns Wissenwerden, die ew'ges Leben fanden schaft, Glauben, Lieb' und Kraft, hier. Welch ein Jubel, wie vom Reigen, wird einst von dir zum Himmel steigen! Die Lebensbrunnen sind in dir. In dir das Wasser 5. Entferne Zwietracht, Krieg quillt, das alles Dürsten stillt. und Mord, erhalt' uns Ruh und Halleluja! Von Sünd' und Tod, Frieden. Laß uns, gestärket durch von aller Noth erlöst nur einer, Zions Gott. gieb Entschluß und Muth, zu wagen Ehr' und Blut zu deines Namens Ehren. Karl Spitta( 1801-1859). dein Wort, im Guten nie ermüden. Mache leicht, was drückt, gieb uns, was beglückt; nach der Prüfung Zeit ruf' uns zur Seligkeit, zu deines Himmels Frieden! 344. Mel. Ein' feste Burg ist unser Gott. err, deine Kirche danket dir; noch 6. Herr, deine Kirche streitet noch, hilf deiner Kirche siegen! Wie schwer wohnt dein Wort im Lande. Von ihr Kampf ist, müsse doch kein deiner Gnade haben wir noch deinen Kämpfer unterliegen! Hör' ihr kindGeist zum Pfande. Kommt sie in lich Fleh'n, eil', ihr beizusteh'n, daß Gefahr durch der Feinde Schaar: sie standhaft sei, stets deiner Wahrdann, o Jesu Christ, besiege Macht heit treu. Hilf deiner Kirche siegen! und List und herrsch' in jedem Joh. Mich. Uhlich( 1713-1774). Lande. 5. Darum stellet ein die Klagen, man wird noch einst zu Zion sagen: wie mehrt sich deiner Bürger Zahl! Voll Erstaunen wird man schauen, wie Gott sein Zion mächtig bauen und herrlich weitern wird einmal. Erhebet Herz und Sinn! Es ist die Nacht schier hin für die Heiden; es kommt ihr Tag, sie werden wach und Israel folgt ihnen nach. 206 Von der Kirche. 345.5 err, unser Gott, laß Mel. Herzlichster Jesu, was hast. West, fürchten nicht Martern und scheuen nicht Bande, sie halten am nicht zu Schanden Erlöser fest. Auf aller theuren werden die, so in ihren Nöthen und Märt'rer Blut ohn' Wanken Christi Beschwerden bei Tag und Nacht| Kirche ruht. Halleluja, Halleluja! auf deine Güte hoffen und zu dir rufen. 3. Schon benedei'n dich viel tausend Zungen, o Herr, als Hei2. Zu Schanden mache Alle, die land und Prophet: überall ist ja dich hassen, die sich allein auf ihre dein Nam' erklungen, des Kreuzes Macht verlassen. Ach, kehre dich Gnadenbild erhöht; den fernen Inmit Gnaden zu uns Armen; laß seln naht dein Wort, dir jauchzt dich's erbarmen! der Süden und der Nord: Halleluja, Halleluja! 3. Und schaff' uns Beistand wider uns're Feinde. Wenn du ein 4. Fernhin und nahe sind wir Wort sprichst, werden sie bald nun Brüder; ein Herr, ein Glaub', Freunde; sie müssen Wehr und ein Sakrament. Allzugleich sind Waffen niederlegen, kein Glied mehr wir des Mittlers Glieder, der vor dem Vater uns bekennt. Tausend und Tausend fleh'n zugleich:„ Vater unser im Himmelreich." Halleluja, Halleluja! regen. 4. Wir haben Niemand, dem wir uns vertrauen; vergebens ist's, auf Menschenhülfe bauen, mit dir wir wollen Thaten thun und kämpfen, die Feinde dämpfen. 5. Du bist der Held, der sie fann untertreten und das bedrängte 5. Lobet den Herren! Einst kommt die Stunde, wo eine Heerd', ein Hirte ist! Alle die Völker sind dann im Bunde und beugen sich kleine Häuflein retten. Wir trau'n vor Jesus Christ; wann dieser sel'ge auf dich, wir schrei'n in Jesu Na- Tag erscheint, Himmel und Erde men: hilf, Helfer! Amen. sind vereint. Halleluja, Halleluja! Hermann Daniel( 1812-1871). Joh. Heermann( 1585-1647). 10321-10 346. Bobe ben Herren, o 347.0 & Christengemeinde, der Mel. Lobe den Herren, o meine Seele. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend'. Jesu Christe, wahres Licht, erleuchte, die seine Kirche mächtig hält, sinkt in dich kennen nicht, und bringe sie den Staub, ihr, des Kreuzes Feinde: zu deiner Heerd', daß ihre Seel' der Herr ist Gott und sein die auch selig werd'! Welt! Sein fräftig Wort schallt 2. Erfüll' mit deiner Gnade weit und breit von Ewigkeit zu Schein, die noch des Irrthums Ewigkeit. Halleluja, Halleluja! Nacht hüllt ein; auch die, so heim2. Ringsumher gehen in alle lich noch ficht an in ihrem Sinn Lande Apostel aus nach Ost und ein falscher Wahn. Von der Kirche. 207 3. Und was sich sonst verloren| kräftig sein und zum hellen Schein, hat von dir, daß suche du mit der unsern Glauben mehrt, der Gnad', und ihr verwund't Gewissen Sünden Macht zerstört und fromme heil', laß sie am Himmel haben Christen machet. Theil. 4. Den Tauben öffne das Gehör: die Stummen richtig reden lehr', die nicht bekennen wollen frei, was ihres Herzens Glaube sei. 4. Laß uns beim Evangelio Gut, Blut und Leben wagen; mach' uns dadurch getrost und froh, das schwerste Kreuz zu tragen. Gieb uns Beständigkeit, daß uns Lust und Leid von dir nicht scheiden mag, bis wir den Jubeltag bei dir im Himmel halten. ad 5. Erbarm' dich deiner Christenheit, vermehre deine Heerde; für 6. So werden sie mit uns zu uns, dein armes Häuflein, streit', gleich auf Erden und im Himmel- daß es erhalten werde. Den Aergerreich, hier zeitlich und dort ewiglichnissen wehr; was dich haßt, bekehr'; für solche Gnade preisen dich. Joh. Heermann( 1585-1647) was sich nicht beugt, zerbrich; mach' endlich seliglich an aller Noth ein Ende. 5. Erleuchte, die da sind verblend't, bring' her, die sich von uns getrennt, versammle, die zerftreuet geh'n, mach' feste, die im Zweifel steh'n. Mel. Ein' feste Burg ist unser Gott. 6. Ach, Jesu, ach, wir bitten 348. Seju, einig wahres dich in deinem Jesus- Namen: erHaupt der heiligen hör', erhör' uns gnädiglich sprich, Gemeine, die an dich, ihren Heiland, Jesu, Ja und Amen! Willst du glaubt und nur auf dir alleine, uns Jesus sein, sind wir, Jesu als ihrem Felsen, steht, der nie dein: so halt' dein Jeſus- Wort, untergeht, wenn gleich die ganze und laß uns hier und dort darüber Welt zertrümmert und zerfällt; er- dir lobsingen. hör', erhör' uns, Jesu! Johann Menger( 1658-1734). 2. Laß, guter Hirt, das Häuf- do lein klein, das sich zu dir bekennet, IND Mel. Fahre fort. bir ferner anbefohlen ſein, erhalt 349. Reich des Herrn, :,: hervor in vollem uns ungetrennet. Tauf' und Abendmahl laß in dieser Zahl Tag! Deiner Strahlen macht erund ersten Reinigkeit bis an den helle, was in Todesschatten lag! Schluß der Zeit zu unserm Troste Wolk' und Zweifelsnebel fälle; sende Licht und Wärme nah' und fern, :: Reich des Herrn.:;: bleiben. 3. Hilf, daß wir dir zu aller Beit mit reinem Herzen dienen. Laß und das Licht der Seligkeit, das 2. Siege bald!:: Komm', das falte Reich der Nacht aller Enden uns bisher geschienen, zur Buße zu zerstören! Sieh', es sammelt 208 Von der Kirche. seine Macht; doch wer kann den| Mel. Herr Jesu Christ, mein's Lebens Sieg dir wehren! Denn die Sonne i ndshut Licht. der Gerechtigkeit, führt denStreit.:,: 350. So lange Jeſus bleibt der Herr, wird's alle Gnade Sieg'sgewalt schlage Feind Tage herrlicher: so war's, so ist's, an Feind darnieder! Bring' in deine so wird es sein bei seiner gläubigen Herrschaft bald alles Abgefall'ne Gemein'. wieder! Dann umarme Freud' und Friede sich ewiglich.:,: 4. Uleberall:: laß bis an der Welten Rand, laß durch jeden Kreis der Erden deinen Namen hell erkannt, deine Kraft verherrlicht werden, bis du als der Völfer Friedefürst:: herrschen wirst.:,: 5. Menschenhuld:: flopft in deiner milden Brust; unter Menschenkindern wohnen, das ist deines Herzens Lust. Nimm, o nimm die Nationen, nimm zum Wohnsitz alle Länder ein;:: sie sind dein!:,: 6. Aber ihr,:,: die der König ausgefandt, geht voran in alle 30nen; bahnt die Weg' und macht befannt unter allen Nationen, wie die Gnade, wo der Herr regiert, :,: triumphirt.:,: 6. Denkt man daran, so weiß man nicht, wie einem recht dabei 7. Welch ein Herr!:: Ihm zu geschieht, steht nur so da und sieht dienen, welch ein Stand! Wenn dir zu und denkt: Gefreuzigter, wir seines Dienstes pflegen, lohnt nur du! 2. Es bleibt bei dem bekannten Wort, von Zeit zu Zeit, von Ort zu Ort: Christi Blut und Gerech tigkeit bleibt seiner Kirche Herrlichkeit. 3. Wir sagen Ja mit Herz und Mund! Das Lamm ist seiner Kirche Grund, der fest und unbeweglich steht, wenn Erd' und Himmel uns tergeht. 4. Du bist und bleibest unser Herr, der Leitstern deiner Wanderer, der Kirche theures Oberhaupt, dem teiner Feinde Macht sie raubt. 5. Dein Geist, der Geist der Herrlichkeit, mit dem der Vater dich geweiht, ruht auf der Kirche fort und fort und segnet ihrer Zeugen Wort. er uns'rer schwachen Hand armes 7. Mach' deine Boten sieggekrönt Werk mit reichem Segen. Wallen zum Preise dir, der uns versöhnt wir, so wallt sein Friede mit und gieb mit uns an deinem Heil :: Schritt vor Schritt.:,: der ganzen Welt aus Gnaden Theil! 8. Kommt herbei:: frohe Zei- Nicol. Gr. v. Zinzendorf( 1700 –1760). ten, säumet nicht, daß der Herr sich offenbare als der Völker Recht und Mel Kommt her zu mir, spricht Gottes Licht! Kommt, daß alle Welt erSohn. fahre, wie die Menschenheerd ihr 351. Yerzage nicht, duon großer Hirt: weiden wird.:,: Häuf lein klein, obschon Carl Garve( 1763-1841). die Feinde Willens sein, dich gänz Von der Kirche. 209 lich zu verstören und suchen deinen| Geistesschwert in Händen. Des Untergang, davon dir wird recht Heilands reine Lehr' ist uns're Waff' angst und bang'; es wird nicht und Wehr, Christi Gerechtigkeit ist lange währen. d unser Panzerkleid und unser Schild der Glaube. 2. Getröst' dich nur, daß deine Sach' ist Gottes; dem befiehl die Rach', und laß du ihn nur walten. Er wird durch einen Gideon, den er wohl weiß, dir helfen schon, dich und sein Wort erhalten.d th 4. Wir wandeln in dem lichten Glanz, der von dem Herrn ausgehet; der Herr ist selber uns're Schanz', wenn unser Feind aufstehet. Wir sind auf festem Grund, da unserm Glaubensbund der Heis land Jesus Christ der Grund- und Eckstein ist und allezeit wird bleiben. 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, muß Teufel, Welt und Höllenpfort', und was dem thut anhangen, endlich werden zit Schand' 5. Durch Christum wird beund Spott. Gott ist mit uns und wir mit Gott, den Sieg woll'n wir erlangen. schirmet sein die Kirche sondergleichen, wenn auch wohl Hügel sinken ein und selber Berge weichen. Ihm ist sie ja vertraut, auf ihn, den Fels, erbaut; er wohnt bei ihr darin, hell glänzet ihre Zinn', darauf sein Zeichen stehet. Mel. Ein' feste Burg ist unser Gott. 352. erzage nicht, du fleine 6. O Glaubensherzog, Jesu Schaar, ob auch die Christ, hilf uns dein Wort beFeinde schnauben: halt' dich an wahren: und wächst der Feinde Gott in der Gefahr und stehe fest Macht und List, so stärk' uns in im Glauben: sein helles Auge wacht Gefahren. Held Gottes, dein Panier auch in der Mitternacht. Gewaltig bricht auf, wir folgen dir: in deiner ist sein Arm. Der Widersacher heil'gen Hut steht Ehre, Gut und Schwarm schlägt seine Hand zu Blut der treuen Kampfgenoffen. Boden. Ste Gustav Adolfs Feld lied, in Reime gebracht von Michael Altenburg( 1632). ni( bid daipito Christian Bähr( 1795-1846). 2. Mag immerhin ihr stolzer in tidig Mund viel neue Satzung lehren, Mel. Ein' feste Burg ist unser Gott. ben alten, tiefen Glaubensgrund 353. Menn Chriſtus feine der Christen umzukehren: so weichen Kirche schüßt, so wir doch nicht von Gott und seinem mag die Hölle wüthen; er, der zur Licht; sein seligmachend Wort wird Rechten Gottes sigt, hat Macht, von der Höllenpfort' doch nimmer- ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe mehr bezwungen. nah, wenn er gebeut, steht's da; er schüßzet seinen Ruhm und hält an, umgürten uns're Lenden und das Christenthum: mag doch die steh'n, mit Wahrheit angethan, das Hölle wüthen. 3 Wir zieh'n der Harnisch Gottes Neues Gefangbuch. 14 210 Von der Kirche. 2. Gott sieht die Fürsten auf er in Ruh: Zion, laß dich nicht dem Thron sich wider ihn empören; bewegen! Bald wird Sturm und denn den Gesalbten, seinen Sohn, Flut sich legen. und daue fem den wollen sie nicht ehren. Sie 3. Berg' und Felsen mögen schämen sich des Wort's, des Hei- weichen, ob sie noch so feste steh'n; lands, unsers Hort's; sein Kreuz mag die Welt mit ihren Reichen selbst ist ihr Spott, doch ihrer lachet wanken, ja selbst untergeh'n: denGott: fie mögen sich empören. noch hat es teine Noth, nicht im 3. Der Frevler mag die Wahr- Leben, nicht im Tod; Zion, du heit schmäh'n, uns kann er sie nicht fannst doch nicht wanken, aus des rauben: der Unchrist mag ihr wider- ew'gen Bundes Schranken. steh'n, wir halten fest im Glauben. 4. Müssen schon allhier die Gelobt sei Jesus Christ! Wer hier sein Jünger ist, sein Wort von Herzen hält, dem fann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. Thränen deine schönsten Perlen sein, dringt dein Seufzen und dein Stöhnen auch in deine Lieder ein, ist der Spott dein täglich Brot und dein Trank die bitt're Noth: Zion, laß dir doch nicht grauen! Du fannst deinem Gott vertrauen. 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Droh'n erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß be- 5. Droht man dir mit Schmach decken. Der Herr, Herr, Zebaoth, und Banden, mit viel Qual und hält über sein Gebot, giebt uns Herzeleid, dennoch wirst du nicht Geduld in Noth und Kraft und zu Schanden; denk' nur an die Muth im Tod: was will uns denn Ewigkeit. Sei getrost und wohlerschrecken? dint Christ. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). um 10ird Mel. Werde munter, mein Gemüthe. Pion, gieb dich nur zugemuth; denn der Herr ist's, der e3 thut: Zion, Gott wird dich schon stärken, seine Hilfe wirst du merken. 6. Freue dich, es kommt das Ende und der Abend schon herbei; 354. Bio, frieden! Gott ist gieb dich nur in Gottes Hände, noch bei dir darin, du bist nicht der macht dich von Allem frei. Für von ihm geschieden: er hat einen die Trübsal, Spott und Hohn giebt Vatersinn. Wenn er straft, so liebt er auch, dies ist Gottes steter Brauch: Zion, lerne dies bedenken! Warum willst du dich so kränken? er dir die Freudenkron': Zion, Gott, dein Schußz, wird wachen und die Welt zu Schanden machen. 7. Freuet euch, ihr Himmelserben, 2. Treiben dich die Meereswellen freuet euch mit Zion hier; ihr sollt auf der wilden, tiefen See, wollen nicht im Tode sterben, ihr sollt leben sie dich gar zerschellen, daß du für und für. Dort ist nicht mehr rufest Ach und Weh', schweigt dein Angst und Qual in dem schönen Heiland still dazu, gleich als schliefe Himmelssaal: Zion, wer will dich Von der Kirche. 211 nun scheiden von dem Lamm' und| hab' ich dich geschrieben an! Wie seinen Freuden? doni nanied To Joachim Pauli( um 1674). menied sunet dn wollja Eigene Melodie. und mag es denn anders sein? Ich muß ja gedenken dein; deine Mauern will ich bauen und in Gnade dich anschauen. bin unol nu 355. Zion Flagt mit Angſt 6. Wie der Säugling ohne SorAlonus! und Schmerzen, Zion, gen ruht in seiner Mutter Schooß, Gottes werthe Stadt, die er trägt bist auch du in mir geborgen, meine in seinem Herzen, die er sich er- Treu' zu dir ist groß. Dich und wählet hat. Ach, spricht sie, wie hat mich kann keine Zeit, keine Noth, mein Gott mich verlassen in der Gefahr und Streit, ja des Todes Noth, läßt mich so in Nengsten Macht nicht scheiden: bleib' getreu schweben, hat sich meiner ganz be- in allen Leiden. geben. odppor Joh. Heermann( 1585-1647). b. Mission. 2. Der Gott, der mir hat versprochen seinen Beistand jederzeit, mou der läßt sich vergebens suchen jett Mel. Valet will ich dir geben. in meiner Traurigkeit. Ach, will er 356. Der du zum Heil erschienen denn für und ohne Gnade zürnen mir? Kann und will er sich der Armen jetzt nicht, wie vorhin erbarmen? ärmsten Welt und von den Cherubinen zu Sündern dich gefellt; den sie mit frechem Stolze verhöhnt mit seiner Huld, als du am dürren 3. Sion, o du vielgeliebte, sprach zu ihr des Herren Mund, zwar du Holze versöhntest ihre Schuld: bist jetzt die Betrübte, Seel' und 2. Damit wir Kinder würden, Leib ist dir verwund't; doch stell' gingst du vom Vater aus, nahmst alles Trauern ein: wo mag eine an dich uns're Bürden und bautest Mutter sein, die ihr eigen Kind uns ein Haus. Von Westen und fann hassen und aus ihrer Sorge von Süden, von Morgen ohne Zahl Laffen? sind Gäste nun beschieden zu deinem 4. Ja, wenn gleich du könntest Abendmahl. finden einen solchen Muttersinn, 3. Im schönen Hochzeitskleide, dem die Liebe sollt entschwinden, von allen Flecken rein, führst du so bleib' ich doch, der ich bin. Meine zu deiner Freude die Völkerschaaren Treue bleibet dir, Zion, o du meine ein; und welchen nichts verkündigt, zier! Längst hast du mein Herz tein Heil verheißen war, die bringen besessen, deiner fann ich nicht ver- nun entsündigt dir Preis und Ehre geffen. dar. 5. Laß dich nicht den Feind ver- 4. Du hast den ärmsten Sklaven, blenden, der sonst nichts als schrecken wo heiß die Sonne glüht, wie kann. Siehe hier in meinen Händen deinen andern Schafen zu Liebe 14* 212 Von der Kirche. dich gemüht, und selbst den öden| will uns're Schaar auch komment Norden, den ew'ges Eis bedrückt, vor deinen Gnadenthron. Laß unser zu deinen Himmespforten erbarmend schwaches Lallen dir, Vater, wohl hingerückt.nd gefallen und segne uns in deinem Sohn. abund 5. D'rum kann nicht Ruhe werden, bis deine Liebe siegt, bis dieser Kreis der Erden zu deinen Füßen liegt; bis du im neuen Leben die ausgeföhnte Welt dem, der sie dir gegeben, vor's Angesicht gestellt. 3. Die, Herr, nach dir sich nennen, dich aber noch nicht kennen, erleucht" mit deinem Wort. Weck' auf die todten Herzen, die Zeit nicht zu verscherzen zum Seligwerden hier und dort. SIS 6. Und siehe, tausend Fürsten mit Völkern ohne Licht steh'n in 4. Tritt unter deine Füße das der Nacht und dürsten nach deinem Reich der Finsternisse zu deines NaAngesicht! Auch sie hast du gegraben mens Ruhm! Durchdring' der Heiden in deinen Priesterschild, am Brunn- Herzen zum Lohne deiner Schmerzen quell sie zu laben, der dir vom mit deinem Evangelium. Herzen quillt. 7. So sprich dein göttlich: Werde! Laß deinen Odem weh'n, daß auf der finstern Erde die Todten auf ersteh'n, daß, wo man Götzen fröhnet und vor den Teufeln Eniet, ein willig Volk versöhnet zu deinem Tempel zieht. 5. Stärk', Heiland, deine Knechte, zu fördern deine Rechte, zu streiter in Geduld. Gieb Allen Muth und Kräfte zum großen Heilsgeschäfte und labe sie mit deiner Huld. 6. Erhöre unser Flehen, o Herr, und laß geschehen, was unser Herz begehrt, daß bald die ganze Erde 8. Wir rufen, du willst hören: dein Gottestempel werde. Wer's wir fassen, was du sprichst; dein glauben kann, dem wird's gewährt. Wort muß sich bewähren, womit Verfasser unbekannt. du Fesseln brichst. Wie viele sind zerbrochen, wie viele sind's noch dit magis adr Mel. Meinen Jesus laß' ich nicht. nicht! du, der's uns verſprochen, 358, ine Heerde und ein O aller Heiden wird dann adislais Albert Knapp( 1798-1864). dir sein, o Erde, wenn sein Tag Mel. Nun ruhen alle Wälder. erscheinen wird? freue dich, du kleine Heerde, mach' dich auf und werde dem Alles unterthä357. D großer Bionstönig, Licht: Jeſus hält, was er verſpricht. 2. Hüter, ist der Tag noch fern? ng und übergeben ist, vor dem die Schon ergrünt es auf den Weiden, Erd' sich beuget, dem sich der Him- und die Herrlichkeit des Herrn mel neiget: hör' unser Fleh'n, Herr nahet dämmernd sich den Heiden; Jesu Christ. 2. Vereint mit deinen Frommen, blinde Pilger fleh'n um Licht: Jesus hält, was er verspricht. Von der Kirche. 213 3. Komm', o tomm', getreuer| Uns're Kraft ist schwach und nichtig, Hirt, daß die Nacht zum Tage und Reiner ist zum Werke tüchtig, werde! Ach, wie manches Schäflein der nicht von dir die Stärke hat. irrt fern von dir und deiner Heerde. D'rum brich den eignen Sinn; denn Kleine Heerde, zage nicht: Jesus Armuth ist Gewinn für den Himhält, was er verspricht. mel. Wer in sich schwach, folgt, 4. Sieh, das Heer der Nebel Herr, dir nach und trägt mit Ehren flieht vor des Morgenrothes Helle, deine Schmach. und der Sohn der Wüste kniet 3. O Herr Jesu, Ehrenkönig, durstend an der Lebensquelle; ihn die Ernt' ist groß, der Schnitter umleuchtet Morgenlicht: Jesus hält, wenig; d'rum sende treue Zeugen was er verspricht. aus! Send' auch uns hinaus in 5. Gräber harren aufgethan: Gnaden, viel arme Gäste dir zu rauscht, verdorrete Gebeine, macht laden zum Mahl in deines Vaters dem Bundesengel Bahn! Großer Haus. Wohl dem, den deine Wahl Tag des Herrn, erscheine: Jesus beruft zum Abendmahl im Reich' ruft: es werde Licht! Jesus hält, Gottes! Da ruht der Streit, da was er verspricht. währt die Freud' heut, gestern und in Ewigkeit. 1100 6. O des Tag's der Herrlichkeit! Jesus Christus, du die Sonne, und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried' und Bonne! Mach' dich auf, es werde Licht! Jefus hält, was er verspricht. Friedrich Krummacher( 1768-1845). 4. Schau' auf deine Millionen, die noch im Todesschatten wohnen, von deinem Himmelreiche fern! Seit Sahrtausenden ist ihnen fein Evangelium erschienen, kein gnadenreicher Morgenstern. Glanz der Gerechtigkeit, geh' auf, denn es ist Zeit! Komm', Herr Jesu, zieh' uns voran Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 359. Einer ist's, an dem wir und mach' uns Bahn, gieb beine Thüren aufgethan! hangen, der für uns in den Tod gegangen und uns erkauft mit seinem Blut. Uns're Leiber, uns're Herzen gehören dir, o Mann der Schmerzen, in deiner Liebe ruht sich's gut. Nimm uns zum Eigenthum, bereite dir zum Ruhm deine Kinder; verbirg uns nicht das Gnadenlicht von deinem heil'gen Angesicht! 2. Jäicht wir haben dich erwählet, du selbst hast uns're Zahl gezählet 6. Heiland, deine größten Dinge nach deinem ew'gen Gnadenrath. beginnest du still und geringe: was 5. Deine Liebe, deine Wunden, die uns cin ew'ges Heil erfunden dein treues Herz, das für uns fleht, wollen wir den Seelen preisen und auf dein Kreuz so lange weisen, bis es durch ihre Herzen geht. Denn fräftig ist dein Wort, es richtet und durchbohrt Geist und Secle; deiu Joch ist süß, dein Geist gewiß, und offen steht dein Paradies. 214 Von der Kirche. find wir Armen, Herr, vor dir? Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Aber du wirst für uns ſtreiten und 361. König Jeſu, ſtreite, ſiege, uns mit deinen Augen leiten: auf daß bald dir deine Kraft vertrauen wir. Dein unterliege, was lebt und webt in Senfforn arm und flein, wächst dieser Welt. Blick' auf deine Frie endlich ohne Schein doch zum densboten, laß wehen deinen LebensBaume, weil du, Herr Christ, sein odem durch's ganze, weite TodtenHüter bist, dem es von Gott ver- feld. Erhöre unser Fleh'n, und laß trauet iſt. es bald gescheh'n! Amen, Amen! Albert Knapp( 1798-1864). So rühmen wir und jauchzen dir pliurein Halleluja für und für. Verfasser unbekannt. und Eigene Melodie. ts wolle Gott uns 360.€ ³ gnädig sein und sei- Mel. Wie schön feucht'tuns der Morgenſtern. 362. Macht weit die for ten in der Welt: nen Segen geben; sein Antlit uns mit hellem Schein erleucht' zum ew'gen Leben, daß wir erkennen ein König ist's, der Einzug hält, seine Werk' und, was ihm lieb auf umglänzt von Gnad' und Wahrheit. Erden, und Jesu Christi Heil und Wer von der Sünde sich gewandt, Stärk' bekannt den Heiden werden wer auf vom Todesschlafe stand, und sie zu Gott bekehren.oder siehet seine Klarheit. Seht ihn 2. So danken dir und loben weithin herrlich schreiten, Licht verdich, o Gott, die Völker alle, und breiten: Nacht zerstreut er, Leben, alle Welt, die freue sich und sing' mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist und läßt die Sünd' nicht walten; dein Wort die Hut und Weide ist, das wird uns wohl erhalten, in rechter Bahn zu wallen. Fried' und Wonne beut er. 2. Es jauchzt um ihn die große Schaar, die lang' in schweren Fesseln war: er hat sie freigegeben. Blind waren sie und sehen nun; lahno waren sie und gehen nun; todt waren sie und leben! Köstlich, tröstlich allen Kranken, ohne Wanken, ohne Schranken walten seine Heils gedanken. 3. Es danke, Gott, und lobe dich das Volk in guten Thaten! Das Land bring' Frucht und bess're sich, dein Wort laß wohl gerathen. Uns 3. Noch liegt vor ihm so tief segne Vater und der Sohn, uns und schwer der Sünden ungeheures segne Gott der heil'ge Geist, dem Heer, das tausend Völker drücket. alle Welt die Ehre thu', vor ihm Um Nache schreit es auf zu Gott; fich fürchte allermeist. Nun sprecht doch lebet er und hat die Noth der von Herzen: Amen! Sünder angeblicket, betet, rettet, heilt und segnet und begegnet seinen Armen als ein Heiland voll Erbarmen. Mart. Luther( 1483-1546). Von der Kirche. 215 4. Längst ist in seinem ew'gen| unaussprechlich Liebender, und bald Rath für sie zu seinem Reich der die ganze Welt erkennte, daß du Pfad gezeichnet und gebahnet; ohn- bist König, Gott und Herr! mächtig droht der Feinde Hohn; 2. Zwar brennt es schon in schnell steht in Herrlichkeit sein heller Flamme jetzt hier, jetzt dort, Thron, wo Niemand es geahnet. in Ost und West: dir, dem am Selig, selig, wer da trauet, bis er Kreuz erwürgten Lamme, ein herrlich schauet; wer sich mühet, bis sein Pfingst- und Freudenfeſt. Gott vorüberziehet! Impol llom 3. Und noch entzünden Himmels5. Die ihr von Christi Hause funken so manches falte, todte Herz seid, kommt, schließzet nun mit Freu- und machen Durst'ge freudetrunken digkeit den Bund in seinem Namen! und heilen Sünd' und Höllenschmerz; Laßt uns auf seine Hände schau'n, 4. Verzehren Stolz und Eigenan seinem Reiche muthig bau'n! liebe und sondern ab, was unrein Sein Wort ist Ja und Amen. ist, und mehren jener Flamme Flehet, gehet, Himmelserben anzu- Triebe, die nur auf dich gerichtet ist. werben, harret, ringet: Jesus ist 5. Erwecke, läut're und vereine es, der euch dinget.dides ganzen Christenvoltes Schaar 6. O du, den unsre Sünde schlug, und mach' in deinem Gnadenscheine wann wird doch deines Lob's genug dein Heil noch Jedem offenbar. auf dieser Welt erschallen? Wann 6. Du unerschöpfter Quell des wird der Völker volle Zahl im un- Lebens, allmächtig starker Gottesgetrübten Sonnenstrahl zu deinem Hauch, dein Feuermeer ström' nicht Tempel wallen, wo dich freudig vergebens! Ach, zünd' in unsern Alle tennen, Jesus nennen, dir ge- Herzen auch! boren, dir auf ewig zugeschworen? 7. Schmilz Alles, was sich 7. Wir harren dein, du wirst trennt, zusammen und baue deinen es thun, dein Herz voll Liebe fann Tempel aus; laß leuchten deine nicht ruhn, bis Alles ist vollendet; heil'gen Flammen durch deines die Wüste wird zum Paradies und Vaters ganzes Haus. bittre Quellen strömen süß, wenn 8. Beleb', erleucht', erwärm', du dein Wort gesendet. Zu dem entflamme doch bald die ganze weite Sturme sprichst du: schweige! Meer, Welt und zeig' dich jedem Völkerverseige! Flammen, zündet! Tempel stamme als Heiland, Friedefürst Gottes, sei gegründet! gund Held. Albert Knapp( 1798-1864). 9. Dann tönen dir von Millionen der Liebe Jubelharmonie'n, und Alle, die auf Erden wohnen, knie'n vor den Thron des Lammes daß doch bald dein hin. Feuer brennte, du Joh. Frickert. Mel. Du klagst und fühlest die Beschwerden. 363.0 216 Von der Kirche. Mel. Dir, dir, Jehova, will ich singen.| käme! O daß dein Geist, sowie dein 364. Wach auf, du Geiſte Wort verſpricht, dein Volk aus dem der ersten Zeugen, Gefängniß nähme! Owürd' es doch der Wächter, die auf Zions Mauern nur bald vor Abend licht! Ach reiß', steh'n, die Tag' und Nächte nimmero Herr, den Himmel bald entzwei schweigen, und die getrost dem Feind' und komm' herab zur Hilf' und entgegen geh'n, ja deren Schall die mach' uns frei! ganze Welt durchdringt und aller Völker Schaaren zu dir bringt. 7. Ach, laß dein Wort recht schnelle laufen! Es sei tein Ort 2. O daß doch bald dein Feuer ohn' dessen Glanz und Schein! brennte! möcht' es doch in alle Ach, führe bald dadurch mit Haufen Lande geh'n! Ach, Herr, gieb doch der Heiden Füll' zu allen Thoren in deine Ernte viel Knechte, die in ein! Ja weckte doch auch Ifrael treuer Arbeit steh'n! Herr der bald auf, und also segne deines Ernte, siehe doch darein: die Ernt' Wortes Lauf. ist groß, die Zahl der Knechte klein. 8. O beff're Zions wüste Stege, 3. Dein Sohn hat ja mit flaren und was dein Wort im Laufe Worten uns diese Bitte in den hindern kann, das räume bald aus Mund gelegt. siehe, wie an jedem Wege; vertilg', o Herr, den allen Orten sich deiner Kinder Herz falschen Glaubenswahn und mach' und Sinn bewegt, dich recht in- uns bald von jedem Miethling frei, brünstig hierum anzufleh'n; d'rum daß Kirch' und Schul' ein Garten hör', o Herr, und sprich: es soll Gottes sei! dorong apit gescheh'n. Karl von Bogatky( 1690-1774). 4. Wie kannst du uns denn dasop videon versagen, was uns dein Sohu Mel. Nun komm', der Heiden Heiland. und ſelbſt deutlich bitten heißt? Wie denkſt 365. Walte, walte nahaltig du dieses abzuschlagen, wozu du fern, allgewaltig ſelbst uns treibst durch deinen Geist? Wort des Herrn, wo nur seiner denn, daß wir hierum zu dir brünstig Allmacht Ruf Menschen für den fleh'n, das ist allein durch deinen Himmel schuf! Geist gescheh'n. Ind 2. Wort vom Vater, der die 5. Breit' aus dein Wort durch Welt schuf und in den Armen hält große Schaaren, die in der Kraft und der Sünder Trost und Rath Evangelisten gleich; laß eilend Hilf' zu uns hergesendet hat, uns widerfahren und brich mit 3. Wort von des Erlösers Huld, Macht hinein in Satans Reich. der der Erde schwere Schuld durch breite, Herr, auf weitem Erdenkreis dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! des heil'gen Todes That ewig weggenommen hat, 6. Ach, daß die Hilf' aus Zion 4. Kräftig Wort von Gottes Geist, der den Weg zum Himmel Von der Kirche. weis't und durch seine heil'ge Kraft Wollen und Vollbringen schafft, 5. Wort des Lebens, stark und rein, alle Völker harren dein: walte fort, bis aus der Nacht alle Welt zum Tag' erwacht! 217 4. Erhalt' uns diesen Dienst bis an das End' der Erden, und weil die Ernte groß, groß' Arbeit und Beschwerden, schick' selbst Arbeiter aus und mach' sie klug und treu, daß Feld und Arbeit gut, die Ernte reichlich sei. 6. Auf zur Ernt', in alle Welt! Weithin wogt das weiße Feld; 5. Die du durch deinen Ruf der klein ist noch der Schnitter Zahl, Kirche hast gegeben, erhalt' bei viel der Garben überall. reiner Lehr' und einem heil'gen 7. Herr der Ernte, groß und Leben; leg' deinen Geist in's Herz, gut, weck' zum Werke Lust und das Wort in ihren Mund, was Muth, laß die Völker allzumal Jeder reden soll, das gieb du ihm schauen deines Lichtes Strahl! zur Stund'. Jonath. Bahnmaier( 1774-1841). 6. Ach segne all' dein Wort delih drir uoddal momit Kraft an unsern Seelen; lağ deiner Heerd' es nie an guter Weide fehlen; such' das Verirrte selbſt, das Wunde binde zu, das Schlafende wedk' auf, das Müde bring' zur Ruh'. e. Einführung von Dienern der Kirche. 366. Hevon Gott als Lehrer Mel. O Gott, du frommer Gott. err Jesu! der du selbst 7. Bring', was noch draußen ist, tommen, und wie du's in dem zu deiner kleinen Heerde; was d'rinSchooß des Vaters hast vernom- nen ist, erhalt', daß es geſtärket men, den rechten Weg zu Gott mit werde; dring' durch mit deinem Wort und Werk gelehrt, sei für dein Wort, bis einstens Heerd' und Hirt Predigtamt gelobt von deiner Heerd'! im Glauben, Herr, an dich zusammen selig wird. Eberhard Fischer( 1695-1773). 2. Du bist zwar in die Höh' zum Vater aufgefahren, doch giebst du noch der Welt dein Wort mit großen Schaaren und baust durch diesen Dienst die Kirche, deinen Leib, Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. daß er im Glauben wachſ', fest bis 367. Seju, Herr der Herran's Ende bleib'. 3. Hab' Dank für dieses Amt, deiner Christenheit, du Hirte deiner burch welches man dich höret, das Heerde! du siehst auf die erlöste uns den Weg zu Gott und die Welt, regierst sie, wie es dir geVersöhnung lehret, durch's Evan- fällt, sorgst, daß sie selig werde.. gelium ein Häuflein in der Welt von dir sind wir auch erwählet, berufet, sammelt, stärkt, lehrt, tröstet zugezählet den Erlösten, die du segnen willst und trösten. und erhält. 218 Von der Kirche. 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst, nach deinem Sinn ihm Hirten giebst, die es zum Himmel führen, und die voll Eifer, Geist Gott will geben. und Kraft, gottselig und gewissen= haft das Herz des Sünders rühren. Treue Hirten laß den Seelen nie- Mel. O Tag des Herrn, du sollst mir mals fehlen und die Heerden mit ut heilig. paut midis d den Hirten selig werden. beiner 368. gürte bie, o Gott, 3. Wir nehmen hier von deiner mit Kräften in ihrem Hand den Lehrer, den du uns ge- heil'gen Amt und Stand, die zu sandt: Herr, segne seine Werke! des Predigtamts Geschäften dein Die Seelen, die sich ihm vertrau'n, gnadenvoller Ruf gesandt! Lehr' durch Lehr' und Leben zu erbau'n, du sie, dann sind sie gelehret; er gieb Weisheit ihm und Stärke. neu're, die du, Herr, bekehret; hilf Lehr' ihn, hilf ihm thun und leiden, ihnen selbst, dann wird allein ihr dulden, streiten, beten, wachen, selig Amt an uns gesegnet sein. sich und uns zu machen. Gott mit dir! Amen, Amen. Mit dir geh'n wir durch die Leiden dieser Zeiten zu dem Leben, das uns unser 6. Sei uns gesegnet, Knecht des Herrn, wir heißen dich willkommen gern in Jesu Christi Namen! Hirte, nimm uns bei der Hand, führ' uns zum ew'gen Vaterland: Joh. Bickel( 1737-1809). 2. Laß auf ihr Pflanzen, Säen, 4. Herr, deinen Geist laß auf Bauen des Geistes Kraft von oben ihm ruhn, laß ihn sein Amt mit her zum reichlichsten Gedeihen Freuden thun; nichts sei, das ihn thauen! Bau' selbst dein Reich je betrübe! Wenn er uns deine Wahr- mehr und mehr! Laß in verändert heit lehrt, gieb uns ein Herz, das neuer Erden dein Wort zur Saat folgsam hört, ein Herz voll treuer des Lebens werden, damit es auf Liebe. Lehrer, Hörer laß in Freund- den Erntetag Frucht hundertfältig schaft und Gemeinschaft feste stehen und den Weg zum Himmel gehen. bringen mag! 3. Gieb, daß von deiner ganzen 5. Wenn einst dein großer Tag Heerde, so du den Hirten anvertraut, erscheint, laß unsern Lehrer, unsern kein Einziges verloren werde, noch Freund uns dir entgegen führen! bleibe blind und unerbaut. Hilf Du giebst ihm unter seine Hand unfern Lehrern heilig wandeln, in die Seelen als ein theures Pfand: Demuth und in Sanftmuth handeln; laß keine ihn verlieren! Jesu, hilf mach' sie zum guten Kampf bereit du, biet' die Hände, daß am Ende mit Weisheit, Treu' und TapferHirt und Heerde treu vor dir be- feit! funden werde. 4. Dein Wort laß einem Strome gleichen, der mächtig durch die Länder fließt, dem alle Felsen müſsen weichen, der alle Dämme niederreißt; der Alles reinigt, labt und bessert, der alle dürren Gründe Von der Kirche. wässert, der alle harten Felder| Haus, als er Christus aufgenomzwingt und in die tiefsten Risse men; und hier rufet Jesus aus: dringt! muselig sind, die zu mir kommen! 219 109.8 5. Gieb unsern Lehrern Geistes- Ihre Herzen nimmt er ein, daß sie waffen, der Feinde Grimm zu wider- feine Tempel sei'n. steh'nt, daß sie beim Bitten und Be- 3. O, welch' Heil ist bis hierher strafen auf Menschenfurcht und diesem Hause widerfahren! Wenn Gunst nicht seh'n! Gieb, wenn sie der Herr nicht bei uns wär', der lehren, Ueberzeugung; gieb, wenn sich uns will offenbaren, woher sie warnen, tiefe Beugung; gieb, hätten wir den Geist, der den Weg wenn sie trösten, Kraft und Licht zum Himmel weis't? und felfenfeste Zuversicht! 4. O, wie lieblich, o, wie schön 6. D Herr, wir trauen deiner sind des Herren Gottesdienste! Liebe, die Hirten deinem Volk be- Laßt uns froh zu ihnen geh'n; hier stimmt, und mit erbarmungsvollem erlangt man zum Gewinnste einen Triebe die Heerden auch in Obhut Schatz, der ewig währt, den fein nimmt. Du wirst selbst seh'n nach Rost, noch Wurm verzehrt. deinen Sachen, und über deinen Knechten wachen; denn ihrer sind die Schafe nicht, nein, dein sind sie, 5. Bleibe bei uns, liebster Gast, speif' uns gnädig mit dem Worte, das du uns gegeben hast, Jeſu, stets an diesem Orte; laß die Kirche feste steh'n, bis die Welt wird untergeh'n! D Seelenlicht! 7. Wir sind mit deinem Blut erlaufet: d'rum denke an dies theure Blut! Wir sind in deinen Tod getaufet: so schüze dein erstritt'nes Gut! Dein Vater hat uns dir er Mel. Wie schön leucht't uns der Morwählet, und uns zu seinem Volk Benj. Schmold( 1672-1737). genstern. d. Kirchen einweihung. Mel. Jesus, meine Zuversicht. ch wie heilig ist der gezählet; so weide jedes Gottes- 370. Gott Vater, aller Dinge kind, Herr, dem wir sauer worden find! Verfasser unbekannt. gieb Vaternamen fund an diesem heil's gen Orte; wie lieblich ist die Stätte hier! Die Herzen wallen auf zu dir; hier ist des Himmels Pforte. Wohne, throne hier bei Sündern, als bei Kindern, voller Alarheit; 369. Ort, ach wie selig heil'ge uns in deiner Wahrheit. ist die Stätte Hier, hier ist des 2. Sohn Gottes, Herr der HerrHir: mels Pfort', hier erhöret Gott lichkeit, dies Gotteshaus ist dir Gebete, hier erschallt sein theures geweiht; o laß dir's wohlgefallen! Wort; o wie felig ist der Ort! hier schalle dein lebendig Wort, 2. Heil war in des Zöllners dein Segen walte fort und fort 220 Von der Kirche. in diesen Friedenshallen. Einheit, 4. Dreiein'ger Gott, Lob, Dank Reinheit gieb den Herzen; Angst und Preis sei dir vom Kinde bis und Schmerzen tilg' in Gnaden, zum Greis für dies dein Haus geheil' uns ganz vom Sündenschaden. sungen! Du hast's geschenkt und 3. Gott, heil'ger Geist, du werthes auferbaut, dir ist's geheiligt und Licht, wend' her dein göttlich An- vertraut mit Herzen, Händen, Zungesicht, daß wir erleuchtet werden; gen; ach, hier sind wir noch in gieß' über uns und dieses Haus Hütten! Herr, wir bitten, stell' uns dich mit allmächt'gen Flammen aus, droben in den Tempel, dich zu mach' himmlisch uns auf Erden: loben. Lehrer, Hörer, Kinder, Väter. Früher, später geht's zum Sterben: hilf uns Jesu Reich erwerben. Albert Knapp( 1798-1864). indt duit ordi Dritter Abschnitt. zid n'd Das christliche Leben. ubilac thwedl ma ponovo 1168 I. Vertrauen zu Gott und Jesus. ( Kreuz- und Trostlieder.) 1267 und regieret, wird mein Helfer Eigene Melodie. 371. Alles ist an Gottes ferner sein. Segen und an seiner 3. Viele mühen sich um Sachen, Gnad' gelegen, was hilft sonst uns die nur Sorg' und Unruh' machen Geld und Gut? Wer auf Gott die und ganz unbeständig sind: ich beHoffnung setzet, der behält ganz gehr' nach dem zu ringen, was mir unverleget einen freien Heldenmuth. fann den Frieden bringen und man 2. Der mich hat bisher ernähret jetzt gar selten find't. und so manches Glück bescheeret, 4. Hoffnung kann das Herz erist und bleibet ewig mein. Der mich quicken. Was ich wünsche, wird sich wunderlich geführet und noch leitet schicken, so es anders Gott gefällt: Kreuz- und Trostlieder. 221 meine Seele, Leib und Leben hab'| wenn man nicht so selig ist, so ich seiner Gnad' ergeben und ihm wird man's nimmermehr. din sice Alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen mein Verlangen zu erfüllen; og Karl Spitta( 1801-1859). Innodibildot dist Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. es hat Alles ſeine Zeit. Ich hab' 373. Auf Gott und nicht auf wie Gott nichts will, so muß es bleiben; Gott will, bin ich bereit. meinen Rath will wann mein Glücke bauen und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer 6. Soll ich hier noch länger Seele trauen. Er, der die Welt leben, will ich ihm nicht wider- allmächtig hält, wird mich in meinen streben; ich verlasse mich auf ihn. Tagen als Gott und Vater tragen. Ist doch nichts, das lang' bestehet; alles Irdische vergehet und fährt wie ein Strom dahin. 2. Er sah' von aller Ewigkeit, wie viel mir nützen würde, bestimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? hun di domi Verfasser unbekannt. op at nis& Mel. Lobt Gott, ihr Christen, allzugleich. m Ende ist's doch gar nicht schwer, 3. Gott fennet, was mein Herz ein sel'ger Mensch zu sein, man begehrt, und hätte, was ich bitte, giebt sich ganz dem Herren her und hängt an ihm allein. unonis 372. A 2. Man ist nicht Herr, man ist nicht Knecht, man ist ein fröhlich Kind, und wird stets sel'ger, wie mir gnädig, eh' ich's bat, gewährt, wenn's seine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich; nicht was ich mir ersehe, sein Wille nur geschehe! man recht den Herren lieb gewinnt. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück 3. Man wirkt in stiller Thätig- weit schwerer oft zu tragen, als keit und handelt ungesucht, gleich selbst das widrige Geschick, bei dessen wie ein Baum zu seiner Zeit von Last wir klagen? Die größte Noth selbst bringt Blüth' und Frucht. hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und habe verläßt mich einst im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glückder Herr hat stets in uns gethan, lich macht, läßt Gott es keinem fehlen; Gesundheit, Weltlust, Ehr' 5. Man fügt sich freudig immer- und Pracht sind nicht das Glück fort in Alles, was er fügt, ist alle der Seelen. Wer Gottes Rath Zeit, an jedem Ort, wo man ihn vor Augen hat, dem wird ein gut hat, vergnügt. 4. Man sieht nicht seine Arbeit an als Müh', vor der uns bangt; was er von uns verlangt. 6. So selig ist ein gläub'ger Christ, so reich und sorgenlcer, und Gewissen die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! 222 Kreuz- und Trostlieder. Was ist das Leiden dieser Zeit? dnd mada Eigene Melodie. His wie bald ist's überwunden! Hofft 375. Befiehl du deine Wege, und was dein Herze auf den Herrn: er hilft uns gern; seid fröhlich, ihr Gerechten! Der Herr hilft seinen Knechten. kränkt, der allertreusten Pflege deß, der den Himmel lenkt: der Wolken, Luft und Winden giebt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dir's soll wohl ergeh'n; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll besteh'n. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein läßt Gott sich gar nichts nehmen; es muß erbeten sein.d 3. Dein' ew'ge Treu' und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt; und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zu Stand und Wesen, was deinem Rath gefällt. 4. Weg hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dir's nicht; dein Thun 4. O mein Herr Jesu Christ, ist lauter Segen, dein Gang ist ber bu geduldig bist für mich am lauter Licht. Dein Werk kann NieKreuz gestorben, hast mir das Heil mand hindern, dein' Arbeit darf erworben und deinem Volk beschie- nicht ruhn, wenn du, was deinen den im Himmelreich den Frieden: Kindern ersprießlich ist, willst thun. 5. Erhöre gnädig mich, mein 5. Und ob gleich alle Teufel Trost, das bitt' ich dich; hilf mir hier wollten widersteh'n, so wird am letzten Ende, nimm mich in doch ohne Zweifel Gott nicht zu deine Hände, auf daß ich selig rücke geh'n. Was er sich vorges scheide zur ew'gen Himmelsfreude. nommen und was er haben will, 6. Amen zu aller Stund' sprech' das muß doch endlich kommen zu ich aus Herzensgrund: du wollest seinem Zweck und Ziel. selbst uns leiten, Herr Christ, zu 6. Hoff', o du arme Seele, hoff allen Zeiten, auf daß wir deinen und sei unverzagt! Gott wird dich Namen ewiglich preisen. Amen. Christ. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). 1769). Eigene Melodie.O 374. Auf meinen lieben Gott trau' ich in Angst und Noth: der kann mich allzeit retten aus Trübsal, Angst und Nöthen; mein Unglück kann er wenden: es steht in seinen Händen. 2. Ob mich mein' Sünd' anficht, will ich verzagen nicht: auf Christum will ich bauen und ihm allein vertrauen; ihm hab' ich mich ergeben im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, ist Sterben mein Gewinn, und Christus ist mein Leben: dem hab' ich mich ergeben; ich sterb' heut oder morgen, wird für die Seel' er sorgen. aus der Höhle, da dich der Kummer Inga Sigm. Weingärtner( um 1600). plagt, mit großen Gnaden rücken; 223 Kreuz und Trostlieder. erwarte nur die Zeit, so wirst du bis in den Tod uns all'zeit deiner schon erblicken die Sonn' der Pflege und Treu' empfohlen sein: schönsten Freud'.pnnolla jun so gehen uns're Wege gewiß zum 7. Auf, auf, gieb Seinem Schmerze Himmel ein. und Sorgen gute Nacht; laß fahren, was dein Herze betrübt und traurig macht! Bist du doch nicht Regente, bond Paul Gerhardt( 1606-1676). Mel. Meinen Jesus laß' ich nicht. der Alles führen ſoll; Gott fight 376. Dennoch bleib' ich ſtets im Regimente und führet Alles wohl. an dir, wenn mir Alles gleich zuwider; feine Trübsal 8. Ihn, ihn laß thun und wal- drückt in mir die gefaßte Hoffnung ten: er ist ein weiser Fürst und nieder, daß, wenn Alles bricht und wird sich so verhalten, daß du dich fällt, dennoch deine Hand mich hält. wundern wirst, wenn er, wie ihm 2. Leite mich nach deinem Rath, gebühret, mit wunderbarem Rath| der wohl wunderbar geschiehet, aber die Sach' hinausgeführet, die dich endlich in der That nur auf meine Wohlfahrt siehet; denn du führst es wohl hinaus, ob es auch vers kehrt sieht aus. bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verzieh'n und thun an seinem Theile, als hätt' in seinem Sinn er deiner sich begeben, und sollt'st du für und für in Angst und Nöthen schweben, fragt er doch nichts nach dir. 3. Nimm mich dort mit Ehren an, wenn ich ausgekämpfet habe: führe mich die Lebensbahn zu dem Himmel aus dem Grabe; endlich od zeige mir das Loos in der Auserwählten Schooß. 10. Wird's aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, so wird 4. Mag es doch indessen hier er dich entbinden, da du's am wunderlich mit mir ergehen, denmind'sten gläubst; er wird dein noch bleib' ich stets an dir, dennoch Herze lösen von der so schweren will ich feste stehen; ich muß ja Last, die du zu keinem Bösen bis- trotz aller Bein dennoch, dennoch her getragen hast. amalan selig sein! Benjamin Schmold( 1672-1737). 11. Wohl dir, du kind der Treue! Du hast und trägst davon mit Ruhm und Dankgeschreie den Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. biti bie Ehrenkron': Gott giebt 377. Dennocht iſt ein ſchö selbst Palmen in deine " 1 Hand, und du singst Freudenpsal- heißt mein Glaube; dennoch" sag' men dem, der dein Leid gewandt. ich fort und fort, ob ich lieg' im 12. Mach End', o Herr, mach' Staube, ob ich steh' auf der Höh' Ende mit aller uns'rer Noth; stärk' in des Glückes Schimmer: denuns're Füß' und Hände und laß noch" sag' ich immer. 11 224 Kreuz und Trostlieder. 2. Ob ich ein geprüfter Mann,| denkt man recht innig dein! In und die Andern prangen, da ich reichen Pilgerklängen singt man weder will, noch kann, wie sie es auf allen Gängen: schön geht's verlangen; ob der Welt es gefällt, weltaus und himmelein! mich darum zu plagen:„ dennoch" odpoFriedr. de la Motte- Fouqué will ich sagen. di( 1777-1843). DITUDT 3. Dennoch will ich stille seinsp und an Gott mich halten; dennoch Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. laß ich ihn allein, meinen Bater, 379. Ein Chriſt kann ohne walten; dennoch meint, er, mein Freund, es mit mir auf's Beste: damit ich mich tröſte! todoin nicht D'rum laß dich's nicht betrüben, wenn Gott versucht mit Kreuz und Bein die Kinder, die ihn lieben. Je lieber Kind, je ernster sind des Mel. Nun ruhen alle Wälder.d frommen Vaters Schläge. Schau', ich preis' ich lauten das sind Gottes Wege. ne sid Claus Harms( 1778-1855). 378. halles für Alles, Di Herr, für Alles, ja auch für Sorg' und Leid! Du hast es so gesendet, daß bald in Lust sich's wendet und endlich gar in Herrlichkeit. 2. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein. Gott will's nicht anders haben. Auch dieses Lebens Noth und Bein sind deines Vaters Gaben. Soll's denn so sein, so 2. Was mir noch wird begegnen, geh' es ein. Es kommt von Liebes ob Sonnenschein, ob Regen, ob händen, Gott wird nichts Böses Sturm, ob süße Ruh', auch was senden. davon mir tauge, das sieht kein sterblich Auge, doch Beides siehst, o Höchster, du. 3. Du, in der Höhe prangend, bist doch bei dem, der bangend durchwandelt tiefes Thal. Du läsfest ihn nicht fallen, kennst seiner Seufzer Wallen und seiner heißen Thränen Zahl. 3. Ein Christ fann ohne Kreuz nicht sein. Das Kreuz lehrt fleißig beten, zieht ab von eitlem Trug und Schein und lehrt zu Jesu treten. D'rum wirf's nicht hin mit sprödem Sinn, wenn's nun zu dir gekommen: es soll der Seele frommen. did 4. Ein Christ kann ohne Kreuz 4. Gepriesen, Herr, in Thränen, nicht sein. Das muß uns immer gepriesen, Herr, in Sehnen, ge- wecken; wir schliefen sonst in Sünpriesen sei am Grab! Ja laß mich den ein. Wie müßten wir erschrecken, Thränen weinen, einst wird ein wenn unbereit't die Ewigkeit und Tag erscheinen, da trocknest du sie der Posaunen Schallen uns würde lieblich ab. odune überfallen! 5. O schönster Tag der Tage, 5. Ein Christ fann ohne Kreuz leicht wiegen Schmerz und Plage, nicht sein. Es lehrt die Sünde 111111 Kreuz- und Trostlieder. 225 haffen und unsern lieben Gott| Leiden weiht die Leibeshütte zu allein mit rechter Lieb' umfassen. dem Schlaf in kühler Gruft, gleichet Die Welt vergeht, und Gott be- einem frohen Boten jenes Frühsteht. Bedenk's und laß dich üben, lings, der die Todten zum Empfang' das ew'ge Gut zu lieben. h des Lebens ruft. 6. Auch ich will ohne Kreuz 6. Leiden macht im Glauben nicht sein. Was Gott schickt, will gründlich, macht gebeugt, barmherich tragen, schickt's doch der liebste zig, findlich, Leiden, wer ist deiner Vater mein, sind's doch nur kurze werth? Hier heißt man dich eine Plagen und wohlgemeint! Wer Bürde, droben bist du eine Würde, gläubig weint, lebt dort in steten die nicht Jedem widerfährt. Freuden. Ich will mit Christo leiden. David Nerreter( 1649-1726). 7. Brüder, solche Leidensgnade wird in mannigfachem Grade Jesu Jüngern fundgemacht; wenn sie mancher Schmerz durchwühlet, wenn sie manchen Tod gefühlet, Nächte Mel. Fortgekämpft und fortgerungen. 380. Endlich bricht das Kreuz seufzend durchgewacht. Bilde zusammen und, wie 8. Im Gefühl der tiefsten Gold in Feuerflammen, ist der Schmerzen dringt das Herz zu Jesu Glaub' in Leid bewährt. Zu des Herzen immer liebender hinan, und Himmels höchsten Freuden werden um eins nur fleht es sehnlich: nur durch tiefe Leiden Gottes Lieb- mache deinem Tod mich ähnlich, linge verklärt. daß ich mit dir leben kann! 2. Unter Leiden prägt der Meister 9. Endlich mit der Seufzer Fülle in die Herzen, in die Geister sein bricht der Geist durch jede Hülle, allgeltend Bildniß ein. Wie er und der Vorhang reißt entzwei. dieses Leibes Töpfer, will er auch des künft'gen Schöpfer auf dem Weg der Leiden sein. Wer ermisset denn hienieden, welch ein Meer von Gottesfrieden droben ihm bereitet sei? 3. Leiden sammelt uns're Sinne, 10. Sesu, laß zu jenen Höhen daß die Seele nicht zerrinne in den heller stets hinauf uns sehen, bis Bildern dieser Welt; ist wie eine die letzte Stunde schlägt, da auch Engelwache, die im innersten Ge- uns nach treuem Ringen heim zu mache des Gemüthes Ordnung hält. dir auf lichten Schwingen eine 4. Leiden stimmt des Herzens Schaar der Engel trägt. one Saiten für den Psalm der EwigNach Carl Hartmann( 1743-1815). feiten, lehrt mit Sehnsucht dorthin scusi seh'n, wo die sel'gen Palmenträger Mel. Meinen Jesus laß' ich nicht. mit dem Chor der Harfenschläger 381. Endlich, endlich muß es preisend vor dem Throne steh'n. 5. Leiden fördert uns're Schritte, ein Ende nehmen. Endlich bricht Neues Gesangbuch. 15 226 Kreuz und Trostlieder. das harte Joch, endlich schwindet| Er will dich im Glauben üben; Angst und Grämen, endlich muß Gott, die Liebe, kann nur lieben; der Kummerstein doch in Gold verwandelt sein. Wonne wird bald deine Qual. épmil 4. Wend' von aller Welt die 2. Endlich bricht man Rosen ab, Blicke, schau' nicht seitwärts, nicht endlich kommt man durch die Wüsten, zurücke, nur auf Gott und Ewigendlich muß der Wanderstab sich keit. Nur zu deinem Jesus wende zum Vaterlande rüsten; endlich Aug' und Herz und Sinn' und bringt die Thränensaat, daß die Hände, bis er himmlisch dich erFreudenerndte naht. 907 freut. 3. Endlich sieht man Kanaan 5. Aus des Jammers wilden nach der Erde Diensthaus liegen, Wogen liegen, Wogen hat dich oft herausgezogen endlich trifft man Tabor an, wenn seiner Allmacht treue Hand. Nie der Delberg überstiegen. Endlich zu kurz ist seine Rechte; wo ist einer geht man da hinein, wo nicht Leid, seiner Senechte, der bei ihm nicht noch Tod wird sein. mbus Rettung fand? 4. Endlich, o du schönes Wort, du kannst alles Kreuz versüßen, 6. Schließ' dich ein in deine Kammer, geh' und schütte deinen Jammer wenn der Felsen erst durchbohrt, aus in Gottes Vaterherz. Kannst läßt er Wasserströme fließen. Ei, mein Herz, d'rum merke dies: endlich! endlich! kommt gewiß. bom Benj. Schmold( 1672-1737). 1 od on( 02-1000 du gleich ihn nicht empfinden, Worte nicht, nicht Thränen finden: flag' ihm schweigend deinen Schmerz. 7. Kräftig ist dein tiefes Schweigen, Gott wird sich als Vater Eigene Melodie. die zeigen, glaube nur, daß er dich 382. Fortgekämpft und fort- hört; glaube, was du haſt gebeten, daß dich Jesus will vertreten und der Vater es gewährt. gerungen, bis zum Ziele durchgedrungen muß es, bange Seele, sein! Durch die tiefsten 8. D'rum so will ich nicht ver Dunkelheiten kann dich Jesus hin- zagen, mich vor Gottes Antlig begleiten; Muth spricht er den Schwachen ein. sdm.19 wagen, flehen, ringen fort und fort. Ja, ich werd' ihn überwinden, was 2. Bei der Hand will er dich ich bitte, werd'ich finden; er gelobt's fassen, scheinst du gleich von ihm in seinem Wort! verlassen, glaube nur und zweiflens Johann Lavater( 1741-1801). nicht! Bete, kämpfe sonder Wanten; por mim si lle bald wirst du voll Freude danken, irad Eigene Melodie. bald umgiebt dich Trost und Licht. 383. Gieb bich zufrieben w dir sein und 3. Bald wird stille dem scheinen; hoffe, harre bei dem Gotte deines Lebens: in ihm ruht Weinen, nie gereut ihn seine Wahl. aller Freuden Fülle, ohn' ihn mühst Kreuz- und Trostlieder. 227 du dich vergebens. Er ist dein| dich schon erhöret: gieb dich zu Quell und deine Sonne, scheint täglich hell zu deiner Wonne: gieb dich zufrieden. dap 2. Er ist voll Licht, voll Trost und Gnaden, ungefärbten, treuen Herzens. Wo er steht, thut dir feinen Schaden auch die Bein des größten Schmerzes. Kreuz, Angst und Noth kann er bald wenden, ja, auch den Tod hat er in Händen: gieb dich zufrieden. 3. Wie dir's und Andern oft ergehe, ist ihm wahrlich nicht verborgen; er sieht und fennet aus der Höhe der betrübten Herzen Sorgen; er zählt den Lauf der heißen Thränen und achtet wohl auf unser Sehnen: gieb dich zusie 8. Der allen Vöglein in den Wäldern ihr bescheiden Körnlein weiset, der auch die Heerden auf den Feldern alle Tage tränkt und speiset, der wird auch deine Nothdurft stillen, mit Freud' und Trost dein Herz erfüllen: gieb dich zu frieden. frieden. 4. Wenn auch nicht einer mehr 9. Sprich nicht: wohin mein Aug' ich kehre, seh' ich Mangel, der mich quälet. Denn das ist Gottes größte Ehre: helfen, wenn's an auf Erden, dessen Treue du darfst Allem fehlet. Wenn ich und du ihn trauen, alsdann will er dein Tröster werden und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heimlich Grämen, weiß auch die Zeit, dir's abzunehmen: gieb dich nicht mehr spüren, tritt er herzu, uns wohl zu führen: gieb dich zufrieden. zufrieden. 10. Verzieht die Hilfe auch recht lange, wird sie dennoch endlich mitums un asid fommen; macht dir das Harren 5. Er hört die Seufzer deiner angst und bange, glaube nur, es Seelen und des Herzens stilles wird dir frommen. Was langſam Klagen, und was du keinem darfst geht, faßt man gewisser, und kommt erzählen, magst du Gott gar fühnlich es spät, ist's desto süßer: gieb dich fagen; er ist nicht fern, steht in der zufrieden. Mitten, hört bald und gern der Armen Bitten: gieb dich zufrieden. 11. Nimm nicht zu Herzen, was die Rotten deiner Feinde von dir 6. Laß dich dein Elend nicht dichten; laß sie nur immer deiner bezwingen; halt' an Gott, so wirst spotten, Gott wird's hören und du siegen. Ob alle Fluten dich recht richten. Ist Gott dein Freund umringen, sollst du doch nicht unter- und deiner Sachen, was kann dein liegen; denn wenn du wirst zu hoch Feind, der Mensch, denn machen? beschweret, hat Gott, dein Fürst, Gieb dich zufrieden. frieden. 7. Was sorgst du für dein armes Leben, wie du's halten willst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, wird auch Unterhalt bescheeren. Er hat die Hand voll aller Gaben, d'ran See und Land sich müssen laben: gieb dich zufrieden. 15* 228 Kreuz und Trostlieder. 12. Es ist ein Ruhetag vorhan-| er tröstet nach dem Weinen, er läßt den, da uns unser Gott wird lösen; nach trüber Nacht die Freudensonne er wird uns reißen aus den Banden scheinen. Der Sturm der Trübjal dieses Leib's und allem Bösen. Es geht auf seinen Wint vorbei; fei, wird einmal der Tod herdringen Seele, nur getrost: Gott ist und und aus der Qual uns sämmtlich bleibt getreu. bringen: gieb dich zufrieden.d 5. Gott ist und bleibt getreu 13. Er wird uns bringen zu den und stillet dein Begehren. Er will Schaaren der Erwählten und Ge- dein Glaubensgold in Trübfalstreuen, die hier mit Frieden heim- glut bewähren. Nimm an von Gottes gefahren, sich nun dort in Frieden Hand den Kreuzkelch ohne Scheu; freuen, wenn den, der nie sein Wort der Lebensbecher folgt: Gott ist kann brechen, den ew'gen Mund, und bleibt getreu. sie hören sprechen: gieb dich zu- 6. Gott ist und bleibt getreu; frieden. dual sim nofli Paul Gerhardt( 1606-1676). befiehl ihm deine Sachen: Gott wird der Trübsal doch ein solches Ende machen, daß alles Kreuz und Leid dir ewig nüßlich sei. So liebt der Höchste dich: Gott ist und bleibt getreu. Joh. Wilhelmi( um 1720). Mel. O Gott, du frommer Gott. 384. Gott ott ist und bleibt getren; sein Herz bricht ihm vom Lieben, pflegt er gleich oftmals hier die Seinen zu betrüben. Er prüfet durch das Kreuz, Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. wie rein der Glaube ſei, wie ſtand- 385. ott lebt; wie kann ich haft die Geduld: Gott ist und bleibt getreu. traurig sein, wär' kein Gott zu finden? Er weiß 2. Gott ist und bleibt getreu; gar wohl von meiner Pein, die ich er hilft ja selber tragen, was er hier muß empfinden. Er kennt mein uns auferlegt, die Last der schweren Herz und meinen Schmerz; d'rum Plagen; er braucht oft harte Zucht will ich nicht verzagen und ihm und bleibet doch dabei ein Vater, nur Alles klagen. der uns liebt: Gott ist und bleibt getreu. 2. Gott hört, wenn Niemand dig hören will, wer will dem wider 3. Gott ist und bleibt getreu; sprechen? Als könnt' mein Seufzen er weiß, was wir vermögen, er nicht zum Ziel, nicht durch die pfleget nie zu viel den Schwachen Wolken brechen? Schrei' ich empor, aufzulegen. Er macht die Seinen so hört sein Ohr, so steigt die Hilfe gern von Last und Banden frei, nieder, und Amen schallet wieder. wenn große Noth entsteht: Gott ist und bleibt getreu. 3. Gott sieht; wie flaget denn mein Herz, als säh' er nicht mein 4. Gott ist und bleibt getreu; Weinen? Vor ihm muß auch der Kreuz- und Trostlieder. 229 tieffte Schmerz ganz offenbar er- 2. Wer sich kränket, weil er scheinen. Kein Thränlein fehlt, das denket, Jesus schlaf' und acht' nicht er nicht zählt, darauf sein Aug' sein, wird mit Klagen nur sich nicht blicket, bis er uns hat er plagen, d'rin der Unglaub' leidet quicket. Bein. odsl mad 4. Gott führt; so geh' ich ruhig fort auf allen meinen Wegen, und 3. Du Verächter! Gott, dein Wächter, schläft ja doch und schlumwill die Welt bald hier, bald dort mert nicht; zu den Höhen aufmir ihre Stricke legen, so wird er zusehen wäre deine Glaubensmich zwar wunderlich, doch all'zeit pflicht. mi dzim sicher leiten, daß nie mein Fuß 4. Im Verweilen und im Eilen tann gleiten. Gundams bleibet ostets sein Vaterherz; laß dein Weinen bitter scheinen, dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz! 5. Gott giebt; und wär' ich noch so arm, doch soll ich nicht verderben; was hilft mir denn mein steter Harm, als müßt' ich Hungers sterben? Er hat ja Brot; und wenn die Noth uns in die Wüste weiset, wird man auch da geſpeiset. 6. Gott liebt; ob ich die Baterlieb' in Trübsal nicht leicht finde! Wie er ein lieber Vater blieb am Kreuz bei seinem Kinde, so bleibt er mir mein Vater hier, der je und je mich liebet, ob gleich sein Kreuz betrübet. 5. Glaub' nur feste, daß das Beste über dich beschlossen sei; wenn dein Wille nur ist stille, wirst du von dem Kummer frei. 6. Willst du wanten in Gedanken, sent' dich in Gelassenheit; laß den sorgen, der auch morgen Herr iſt über Leid und Freud'. ithin door 7. Gottes Hände sind ohn' Ende, sein Vermögen hat kein Ziel; ist's beschwerlich, scheint's gefährlich, deinem Gott ist nichts zu viel. 7. Gott lebt; wohlan ich merke 8. Wann die Stunden sich gedas. Gott hört; ich will ihm klagen. funden, bricht die Hilf' mit Macht Gott sieht; er setzt den Thränen herein; und dein Grämen zu Maaß. Gott führt; ich darf nicht beschämen, wird es unversehens zagen. Gott giebt und liebt; nur sein. unbetrübt! Er wird mir endlich 9. Nun so trage deine Plage fein geben, auch dort mit ihm zu leben. getrost und mit Geduld! Wer das Benj. Schmold( 1672-1737). Leiden will vermeiden, häufet seine ad thiSündenschuld. Eigene Melodie.in they 10. Aber denen, die mit Thränen 386. Gott will's machen, tüßen ihres Jeſu Joch, wird die daß die Sachen Krone vor dem Throne ihres Heigehen, wie es heilsam ist; laß die lands werden noch. Wellen höher schwellen, wenn du mur bei Jefu bist! 11. Amen, Amen! In dem Namen meines Jesu halt' ich still: es ge 230 Kreuz- und Trostlieder. schehe und ergehe, wie und wann des Herrn; Alles ihm befehle, hilft und was er will! er doch so gern. Wenn Alles bricht, Johann Herrnschmidt( 1675-1723). Gott verläßt uns nicht; größer als galder Helfer ist die Noth ja nicht. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt. Ewige Treue, Retter in Noth, rett' 387. Hatt alt' an, mein Herz, auch uns're Seele, du treuer Gott. Cäsar Malan( 1786-1864). in deinem Glauben, Beständigkeit ist Kronen werth; d wer sich den Anker lässet rauben, der wird im Schiffbruch leicht versehrt. Wer sich nur fest an Jesus hält, der steht, wenn Erd' und Himmel fällt. 2. Halt' ein, o Herz, mit deinen Klagen, der Himmel liebet die Geduld. Wenn wir die Last gelassen tragen, gewinnen wir des Schöpfers Huld, da sein Gewissen der verletzt, der Gott sich murrend widerjeßt. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 389. Ich hab' in guten Stun den des Lebens Glüd empfunden und Freuden ohne Zahl. So will ich denn gelassen mich auch im Leiden fassen; welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder. Du züchtigst stets gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, be schwert mit Schulden, kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Halt' aus, das Kreuz, es währt nicht immer. Die Hoffnung 3. Dir will ich mich ergeben; fieget ganz gewiß, auf Sturm folgt nicht meine Ruh', mein Leben mehr heller Sonnenschimmer, der Kreuz- lieben, als den Herrn. Dir, Gott, weg führt in's Paradies; Gott will ich vertrauen und nicht auf führt einst Alles wohl hinaus, Menschen bauen; du hilfft und du d'rum heißt's: halt' an! halt' ein! errettest gern. halt' aus! Beuj. Schmold( 1672-1737). 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereu'n. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. Eigene Melodie. 388.5 arre, meine Seele, harre des Herrn; Alles ihm befehle, hilft er doch so 5. Wenn ich in Christo sterbe, gern. Sei unverzagt, bald der bin ich des Himmels Erbe; was Morgen tagt, und ein neuer Früh- schreckt mich Grab und Tod? Auch ling folgt dem Winter nach. In auf des Todes Pfade vertrau' ich allen Stürmen, in aller Noth, wird deiner Gnade; du, Herr, bist bei er dich beschirmen, der treue mir in der Noth. Gott. 6. Ich will dem Kummer wehren, 2. Harre, meine Seele, harre dich durch Geduld verehren, im # 111 Kreuz und Trostlieder. 231 Glauben zu dir fleh'n. Ich will was Gott gefällt, gefällt auch den Tod bedenken; du, Herr, wirst mir. Alles lenken; und, was mir gut ist, nt bon wird gescheh'n. di Salomo Franck( 1659-1725). 0720 Chr. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). Mel. Wer nur den lieben Gott läßt 2c. größer Kreuz, je Jim Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 391. I näher Himmel: wer 390. Ich halte Gott in Allem ohne Kreuz, ist ohne Gott. Bei stille; er liebet mich Sündenlust und Weltgetümmel verin Freud' und Schmerz. Wie gut gißt man Hölle, Fluch und Tod; ist Gottes Vaterwille, wie freund- o selig ist der Mensch geschäßt, den lich sein mich liebend Herz! Er Gott in Kreuz und Trübsal setzt. ist mein Hort und meine Zier: 2. Je größer Kreuz, je beff're was Gott gefällt, gefällt auch Christen. Das Kreuz ist unser mir. diut Probestein. Wie manche Gärten werden Wüsten, fällt nie ein Thränenthau hinein, im Feuer wird das Gold bewährt, der Christ durch Trübsalsglut verklärt. Khin gu ist wohlgemeint. Sein Lieben währet 3. Je größer Kreuz, je stärker für und für: was Gott gefällt, gefällt auch mir. dun do dn dan Glaube. Es wächst die Palme bei der Last; die Süßigkeit fließt aus der Traube, wenn du sie wohl gefeltert hast. Im Kreuze bricht hervor der Muth, wie Perlen in der Meeresflut. dlube sism 2. Mein Gott weiß Alles wohl zu machen, er ist der ewig treue Freund, er läßt mich nach dem Weinen lachen; was er thut, das 3. Sein Wille bleibet mein Vergnügen, so lang' ich leb' auf dieser Welt; mein eig'ner Wille kann nur trügen, der das nicht will, was Gott gefällt. Ich denk' an meine 4. Je größer Kreuz, je größer Christgebühr: was Gott gefällt, Liebe. Der Wind bläst nur die gefällt auch mir. o tim i Flammen auf, und scheint einmal tobus der Himmel trübe, nur schöner lacht die Sonne d'rauf. Das Kreuz vermehrt der Liebe Glut, gleich wie das Del dem Feuer thut. dor 4. Er will und wird mich ewig lieben, er weiß wohl, was mir nüglich sei, er hat mich in die Hand geschrieben mit lauterm Golde seiner Treu'. Weg, eig'ner Wille, 5. Je größer Kreuz, je mehr weg mit dir! Was Gott gefällt, Gebete. Sie strömen aus dem Hergefällt auch mir. illo med ou gen fort; wenn um das Schiff kein 5. Gott will, daß mir geholfen Sturmwind wehte, so fragte man werde, er will der Seelen Selig- nicht nach dem Port. Wo kämen feit; d'rum reiß' ich mich von dieser Davids Psalmen her, wenn er nicht Erde durch wahre Gottgelassenheit. auch versuchet wär'? Sein Will' geschehe dort und hier: 6. Je größer Kreuz, je mehr bne 232 Kreuz und Trostlieder. Verlangen. Im Thale steiget man| 3. Es kann mir nichts geschehen, bergan; wer durch die Wüste oft als was er hat versehen und was gegangen, der sehnet sich nach Ka- mir selig ist. Ich nehm' es, wie naan. Die Taube findet hier nicht er's giebet; was ihm von mir beRuh', d'rum eilet sie der Arche zu. liebet, erwähl' auch ich zu jeder 7. Je größer Kreuz, je lieber Frist. Sterben: man freut sich recht auf 4. Ich traue seiner Gnaden, die seinen Tod; denn man entgehet dem mich vor allem Schaden, vor allem Verderben, es stirbt auf einmal alle Uebel schüßt. Leb' ich nach seinen Noth. Das Kreuz, das uns're Sätzen, so wird mich nichts verGräber ziert, bezeugt, wir haben lehen, und nichts mir fehlen triumphirt. mir nüßt. was 8. Je größer Kreuz, je schöner 5. Er wolle meiner Sünden in Krone, die Gott den Seinen beige- Gnaden mich entbinden, durchstreilegt, und die einmal vor seinem chen meine Schuld; er wird auf Throne das Haupt der Ueberwin- mein Verbrechen nicht stracks das der trägt. Ach, dieses theure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht't. tulpel di Urtheil sprechen und mit mir haben noch Geduld. 1961 55 drept 6. Leg' ich mich spät erst nieder, 9. Gekreuzigter, laß mir dein erwach' ich frühe wieder, lieg' oder Kreuze je länger, desto lieber sein! zieh' ich fort, in Schwachheit und Daß mich die Ungeduld nicht reize, in Banden, ob auch viel Noth vorso pflanz' ein solches Herz mir ein, handen, mich tröstet allezeit sein das Glaube, Lieb' und Hoffnung hegt, bis dort mein Kreuz die Krone trägt. jor Benj. Schmold( 1672-1737). Wort. oder: Nun ruhen alle Wälder. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängniß geh'n: kein Unfall unter di allen wird je zu hart mir fallen, Inutit Eigene Melodie moich will mit Gott ihn übersteh'n. 8. Ihm hab' ich mich ergeben, in allen meinen Thaten zu sterben und zu leben, sobald er laß' ich den Höchsten mir gebeut; es sei heut oder morrathen, der Alles kann und hat. gen: dafür laß' ich ihn sorgen: er Er muß zu allen Dingen, soll's weiß allein die rechte Zeit. anders wohl gelingen, mir selber geben Rath und That. 9. So sei nun, Seele, seine, und traue dem alleine, der dich erschaffen hat! Es gehe, wie es gehe, dein um alle meine Mühe, mein Sorgen Vater in der Höhe, der weiß zu ist umsonst. Er mag's mit meinen allen Sachen Rath. 2. Nichts ist es spät und frühe Sachen nach seinem Willen machen, ich stell's in seine Vatergunst. Paul Flemming( 1609-1640). 1700 392.J Kreuz- und Trostlieder. 233 Mel. Balet will ich dir geben.| men, die ängsten nicht mein Herz; 393. It ( st Gott für mich, so kein Urtheil mich erschrecket, kein Unheil mich betrübt, weil mich mit Flügeln decket mein Heiland, der mich liebt.im Bot Bonis vid trete gleich Alles wider mich; so oft ich ruf und bete, weicht Alles hinter sich. Hab' ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, was kann mir thun der Feinde und Widersacher Rott'? 7. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regieret meinen Sinn, vertreibet Sorg' und Schmerzen, nimmt allen Kummer hin, giebt Segen und Gedeihen, dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba 2. Nun weiß und glaub' ich feste, ich rühm's auch ohne Scheu, baß Gott, der Höchst' und Beste, schreien aus aller meiner Kraft. mein Freund und Vater sei, und 8. Und wenn an meinem Orte daß in allen Fällen er mir zur sich Furcht und Schwachheit find't, Rechten steh' und dämpfe Sturm so seufzt und spricht er Worte, die und Wellen und, was mir bringet unaussprechlich sind zwar mir und Weh. meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, der an des Herzens Grunde sllige ersiehet seine Lust. 3. Der Grund, da ich mich gründe, ist Christus und sein Blut: das machet, daß ich finde das ew'ge, wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd'; was Christus mir gegeben, das ist der Liebe werth. d 9. Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu, wie Gott dem Hilfe leiste, der bei ihm suchet Ruh', und wie er hab' erbauet ein' edle, neue Stadt, da Aug' und Herze schauet, was es geglaubet hat. 4. Mein Jesus ist mein' Ehre, mein Glanz und helles Licht; wenn der nicht in mir wäre, so dürft' und könnt' ich nicht vor Gottes Augen stehen, und vor des Richters Thron: in Angst müßt' ich vergehen bei des Gesetzes Droh'n. 10. Da ist mein Theil, mein Erbe mir prächtig zugericht't; wenn ich gleich fall' und sterbe, fällt dod) mein Himmel nicht. Muß ich aud) gleich hier feuchten mit Thränen meine Zeit, mein Jesus und sein 5. Der Herr hat ausgelöschet den Zorn durch seinen Tod, er ist's, Leuchten durchfüßet alles Leid. der rein mich wäschet, schneeweiß 11. Die Welt, sie mag zerfallen, macht, was blutroth. In ihm kann du bleibst mir ewiglich. Kein Uebel ich mich freuen, hab' einen Helden- unter allen soll scheiden dich und muth, darf kein Gericht mehr mich, kein Hungern und kein Dürscheuen, wie sonst ein Sünder thut. sten, fein' Armuth, keine Bein; 6. Nichts, nichts kann mich ver- auch soll kein Zorn des Fürsten dammen, nichts macht hinfort mir der Welt mir Hemmniß sein. Schmerz, die Höll' und ihre Flam12. Kein Engel, keine Freuden, 234 Kreuz und Trostlieder. kein Thron und Herrlichkeit, kein| wirst du bald schauen, wie die Ruh' Lieben und kein Leiden, fein' Angst, so groß, die da fließt aus stillem fein Herzeleid, was man nur fann Geist: wer sich weiß in Gott zu erdenken, es sei flein oder groß, schicken, den kann er erquicken. der feines soll mich lenken aus deinem Arm und Schooß. 5. Still, o meine Seele! was dich immer quäle, sent' in Jesu 13. Mein Herze geht in Sprün- Brust. Werde stark durch Hoffen! gen und kann nicht traurig sein, Was dich je betroffen, trage du ist voller Freud' und Singen, sieht mit Lust; fasse dich ganz inniglich lauter Sonnenschein. Die Sonne, durch Geduld und Glauben fejte: die mir lachet, ist mein Herr Jesus endlich kommt das Beſte! Christ; das, was mich singen machet, ist, was im Himmel iſt. Paul Gerhardt( 1606-1676). Mel. Jesu, meine Freude. Ho 6. Amen, es geschiehet! Wer zu Jesu fliehet, wird deß Zeuge sein: wie Gott seinen Kindern pflegt das Kreuz zu lindern und ein froh Gedeih'n aufbewahrt, bis, wer da harrt, endlich aus dem schweren Leide übergeht in Freude. 394. da eine Seel' ist stille Meine zu Gott, dessen Wille mir zu helfen steht. Mein Herz ist vergnüget mit dem, was Gott füget, nimmt's an, wie es 1 Johann Schade( 1666-1698). and admit thi Mel. Jesus, meine Zuversicht. geht. Geht die Bahn nur himmelan, 395. Meine Seele jente bin ich zufrieden. 2. Meine Seele hanget an dir still in Gottes Herz und Hände, und erwartet, was er will, seiner Wege Ziel und und verlanget, Gott, bei dir zu Ende, lieget still und willenlos in sein, will dich wirken lassen, will des liebsten Vaters Schooß. nur dich umfassen, nur in dir sich freu'n; von der Welt, Ehr', Lust 2. Meine Seele murret nicht, ist mit Allem wohl zufrieden; was und Geld, dessen Viele so beslissen, der eigne Wille spricht, ist zum mag sie nichts mehr wissen. Tode schon beschieden; was die 13. Nein, ach nein! nur Einer, Ungeduld erregt, ist in Christi Grab sag' ich, und sonst Keiner wird von gelegt. dobud mir geliebt: Jesus, der Getreue, 3. Meine Seele sorget nicht, in dem ich mich freue, der sich ganz will vielmehr an nichts gedenken, mir giebt! Er allein, er soll es was mich gleich den Dornen sticht sein, dem ich wieder mich ergebe, dem ich einzig lebe! und den Frieden nur kann fränken. Sorgen kommt dem Schöpfer zu: 4. Gottes Gür erwäge, meine meine Seele sucht nur Ruh'. Seel', und lege dich in seinen 4. Meine Seele grämt sich nic Schooß; lerne ihm vertrauen, so liebt hingegen Gott im Leiden; Kreuz und Trostlieder. 235 Kummer, der das Herze bricht, das man nur durch Kampf ertrifft und ängstet nur die Heiden. Wer Gott in dem Schooße liegt, bleibt in aller Noth vergnügt. reicht; will man hier das Kleinod finden, so muß man erst überwinden. 5. Meine Seele flaget nicht, denn sie weiß von keinen Nöthen, hängt an Gottes Angesicht auch alsdann, wenn er will tödten. Wo sich Fleisch und Blut beklagt, wird der Freudengeist verjagt. 4. Unser Weg geht zu den Sternen, ist mit Kreuzen dicht besetzt, und man darf sich nicht entfernen, wär' er gleich mit Blut benetzt. Zu dem Schloß der Ewigkeit kommt kein Mensch hin sonder Streit! Die in Salems Mauern 6. Meine Seel' ist still zu Gott, wohnen, zeigen ihre Dornenfronen. und die Zunge bleibt gebunden; 5. Es sind wahrlich alle From= also hab' ich allen Spott, alle men, die des Himmels Klarheit Schmerzen überwunden, bin gleich seh'n, aus viel Trübfal hergekomwie ein stilles Meer, bin voll Gottes men; darum siehet man sie steh'n Lob und Ehr'. part dig tin vor des Lammes Stuhl und Thron, Johann Windler( 1670-1722). prangend in der Ehrenfron' und bimit Palmen schön gezieret, weil sie Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. glücklich triumphiret. 396. eine Sorgen, Angst 6. Gottes Ordnung stehet feste und Plagen gehen und bleibt ewig unverrückt: seine mit der Zeit zu End'; alles Seuf- Freund' und Hochzeitsgäste werden zen, alles Klagen, das der Herr nach dem Streit beglückt; Ifrael allein ganz kennt, wird gottlob erhält den Sieg nach geführtem nicht ewig sein. Nach dem Regen Kampf und Krieg. Kanaan wird wird ein Schein von viel tausend nicht gefunden, wo man nicht hat Sonnenblicken meinen matten Geist überwunden. di erquicken. l usfinl anu Alle 7. Darum trage deine Ketten, 2. Meine Saat, die ich gesäet, meine Seel', gedulde dich! Gott wird zur Freude wachsen auf; wird dich gewiß erretten. wenn die Dornen abgemähet, so Stürme legen sich; nach dem Blizz trägt man die Frucht zu Hauf. und Donnerschlag folgt ein angeWenn ein Wetter ist vorbei, wird nehmer Tag; auf den Abend folgt der Himmel wider frei; nach dem der Morgen und die Freude nach Kämpfen, nach dem Streiten fom den Sorgen. bid blod dan i ist mer die Erquickungszeiten spod tim dr Verfasser unbekannt. 3 Wenn man dort will Roseng gel mallodd brechen, muß man leiden in der Mel. Warum sollt' ich mich denn grämen. uns hier die Dornen 397. Meines Herzens reinſte & Still'; stechen, Alles geht, wie Gott es ; baß Freude bleibet die, will. Er hai uns ein Ziel gezeigt, daß ich nie mich von Jesu scheide: 236 Kreuz- und Trostlieder. daß ich ihn durch Glauben ehre, 3. Kann's doch nicht ewig währen! jederzeit hocherfreut seine Stimme Oft hat Gott uns're Zähren mit höre. fis non fun of deinmal abgewischt; wann's bei uns 201 2. Freundlich ruft er alle Müden hieß:, wie lange wird mir so angst und erfüllt reich und mild ihren und bange?" so hat er Leib und Geist mit Frieden. Seine Last ist Seel' erfrischt. monit leicht zu tragen, er macht Bahn, 4. Gott pflegt es so zu machen: geht voran, stärkt uns, wenn wir nach Weinen schafft er Lachen, nach zagen. illist turmet Regen Sonnenschein; nach rauhen 3. Denn er kennt die Leidens- Wintertagen muß uns der Lenz stunden; größern Schmerz als sein behagen; er führt in Höll' und Herz hat kein Herz empfunden. Himmel ein! Darum blickt, wenn seiner Brüder 5. Die Last ist uns indessen einer weint, unser Freund mitleids- von Gott schon zugemessen, auf voll hernieder. odbil mendimo daß wir werden klein. Was aber 4. Will das Herz vor Jammer nicht zu tragen, darf sich nicht an brechen, ach er trägt und verpflegt uns wagen, und sollt's auch noch uns in unsern Schwächen. Selig, so wenig sein. wer in bösen Zeiten, in Gefahr 6. Der Herr will uns nur ziehen immerdar sich von ihm läßt leiten. zu Kindern, die da fliehen das, 5. Jesu, treu'ster Freund vor was er untersagt; er will das Allen, mit dir will froh und still Fleisch nur schwächen, den Eigenich durch's Leben wallen. Auch der willen brechen, die Lust ertödten, Tod kann mich nicht schrecken, denn die uns plagt. dis du wirst, Lebensfürst, einst mich auferwecken.com QU Samuel Bürde( 1753-1831). 7. Er will uns dadurch lehren, wie wir ihn sollen ehren mit Glauben und Geduld; und sollt' er auch in Nöthen uns lassen gar ertödten, uns doch getrösten seiner Huld. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 398. Mein Herz, gieb dich 8. Denn was will uns auch zufrieden und bleibe scheiden von Gott und seinen Freuganz geschieden von Sorge, Furcht den, dazu er uns erseh'n? Man lebe und Gram: die Noth, die dich jetzt oder sterbe, so bleibet uns das drücket, hat Gott dir zugeschicket; Erbe des Himmels ewiglich doch sei still und halt' dich wie ein Lamm. steh'n. 2. Mit Sorgen und mit Zagen, 9. Ist Christus unser Leben, mit unmuthvollem Klagen häufst so muß uns, seinen Reben, der du nur deine Bein; durch Stille- Tod sein ein Gewinn. Er mag die sein und Hoffen wird, was dich Leibeshöhle zerbrechen, doch die jetzt betroffen, erträglich, sanft und Seele schwingt froh sich auf zum lieblich sein. nou Himmel hin. Kreuz und Trostlieder. 237 10. D'rum gieb dich ganz zu- 6. Die Kreuzespein wird ja nicht frieden, mein Herz, und bleib' ge- ewig sein, es ist ein Kelch, der seischieden von Sorge, Furcht und nen Boden zeiget. Man sieht den Leid! Vielleicht wird Gott bald Grund, wenn Alles ausgeneiget, senden, die dich auf ihren Händen d'rum laß dir einen Trunk des hintragen in die Herrlichkeit. Lebens sein die Kreuzespein. Joh. Freylinghausen( 1670-1739).7. Die große Noth zerbricht doch einst der Tod. Hindurch, hindurch! und folge deinem Führer. Der Heiland ist des Weltenalls Regierer, der hindurch für dich durch alle Noth und durch den Tod. Just gors Eigene Melodie. 399. sein, das tiefe Meer muß dir den Durchgang gönnen. Was klagest du? Sollt der nicht helfen können, der, nach dem Leid giebt heitern Sonnenschein? Nur frisch hinein! fur frisch hinein! es 2. Der Himmelsheld hat schon den Weg bestellt, den Niemand 8. Er ist dein Hirt, der dich nicht lassen wird, er wird sein Schaf auf seinen Achseln tragen; es wartet schon auf dich der Engel Wagen; sie sind dein Schuß, und ob du dich verirrt, er ist dein Hirt. weiß. Eh' sein' Volk sollte sinken, 9. Der Christenstand ist also muß selbst das Meer auf dieses Helden Winken zur Mauer sein, denn selbst im Flutenfeld noch herrscht der Held.in im 3. Die Tapferkeit ist jederzeit bereit, durch Kreuz und Schmach hier benannt: es muß ein Kreuz das and're Kreuz ablösen. So ging es ihm, er kam, uns zu erlösen am Kreuzesstamm. Es ist kein Kindertand der Christenstand. Halon 10. Ach mein Herr Christ! Wenn und durch empörte Wellen zu du nur bei mir bist, so will ich bringen durch; kein Sturmwind kann auch mein Leben willig enden. Zu sie fällen. Sie hält uns fest in dir, mein Gott, will ich mich gänzsteter Sicherheit, die Tapferkeit. en, was lich wenden und tragen, aufgeleget ist, Herr Jesu 4. Ein Kriegesmann muß tapfer mir halten an, es steht nicht wohl, Christ. wenn Krieger wollten gehen, weil hid sie das End' des Kampfes nicht erſehen. Ein Christ ist nur, wer tapfere tämpfen kann, ein Kriegesmann. 5. Das Leid hört auf, wenn hier dein Bilgerlauf das Ziel erreicht; verließe Gott die Seinen, o, so was einmal angefangen, das nimmt ein End'. Christ ist vorangegangen. Du folgest nach und tritt nur tapfer d'rauf; es höret auf. 00 Michael Kongehl( 1646—1710). Eigene Melodie. 400. Follt' es gleich bis weilen scheinen, als glaub' und weiß ich dies: Gott hilft endlich doch gewiß. 2. Hilfe, die er aufgeschoben, hat er d'rum nicht aufgehoben; 238 Kreuz- und Trostlieder. hilft er nicht zu jeder Frist, hilft| bleibet fest, der die Seinen nicht er doch, wenn's nöthig ist. 3. Wie nicht immer Väter geben, wonach ihre Kinder streben, so hält Gott auch Maaß und Ziel: er giebt, wie und wann er will. verläßt? 2. Er weiß Alles, was mich drücket, mein Anliegen, meine Noth, steht mir bei bis in den Tod, er weiß, was mein Herz erquicket. Seine Lieb' und Vatertreu' bleibt mir jetzt und ewig neu. 4. Seiner kann ich mich getrösten, wenn die Noth am allergrößten; er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich geſinnt. 3. Der die Vögel all' ernähret, blin welcher Blumen, Laub und Gras fleidet schön ohn' Unterlaß, alles Gute uns bescheeret, sollte der verlassen mich? Nein, dem Höchsten traue ich. 5. Will mir Satan bange machen, ich kann seine Macht verlachen. Drückt mich schweren Kreuzes Joch: Gott, mein Vater, lebet noch. spon whichly nonist tuo 4. Wenn nach seinem Reich' ich 6. Troß dem Tod, den Alles trachte, wenn ich durch Gerechtigkeit scheuet, trotz der Welt, die mich suche meine Seligkeit, wenn ich bedräuet und mir ohne Ursach' Geld und Gut nicht achte, segnet feind: Gott im Himmel mir Gott früh und spät Worte, Freund. un Werke, Rath und That. ist mein dig 7. Laß die Welt nur immer neiden! Will sie mich nicht länger leiden, ei, so frag' ich nichts danach, Gott ist Richter meiner Sach'. 5. Nun, so sorg' ich nicht für morgen; Alles, was zukünftig ist, irrt mich nicht, ich bin ein Christ! Meinen Gott nur lass' ich sorgen: hat ja doch ein jeder Tag seine Sorge, seine Plag'. 8. Will sie mich gleich von sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben; ist der Himmel mein Ge- 6. Gott sei Lob, der mich erwinn, geb' ich alles And're hin. 9. Ach, Herr, wenn ich dich nur habe, frag' ich nicht nach and'rer Gabe; legt man mich gleich in das ich weiß, Gott liebet mich, Grab, g'nug, Herr, wenn ich dich versorgt mich ewiglich. nur hab'. freuet, daß ich glaube sicherlich, Gott, mein Vater, sorgt für mich! der mir diesen Trost erneuet, daß Gott Christoph Titius( 1641-1703). abisto ille Mel. Ach, was soll ich Sünder nder machen in Joh. Olearius( 1611-1684). at hindi Mel. Jesus, meine Zuversicht. 401. Sollt ich meinem Gott 402, Start ist meines Seju Hand, und er wird nicht trauen, der mich ewig fassen, hat zu viel an mich liebt so väterlich, der so herzlich mich gewandt, um mich wieder sorgt für mich? Sollt' ich auf den loszulassen. Mein Erbarmer läßt Fels nicht bauen, der mir ewig mich nicht, das ist meine Zuversicht. Kreuz und Trostlieder. 239 2. Sieht mein Kleinmuth auch nicht, da mich der Jammier drückt! Gefahr, fürcht' ich auch zu unter- Ach, sende mir in Finsterniß dein liegen: Christus reicht die Hand Licht, daß es mein Herz erquickt! mir dar, Christus hilft dem Sch liege vor dir, Herr, im Staube; Schwachen siegen. Daß mich Gottes bald wankt, bald sinkt mein schwacher Huld verficht, das ist meine Zuversicht. Glaube::,: verlaß mich nicht!:,: 2. Verlaß mich nicht, Herr, sei von mir nicht fern! denn, ach, die Angst ist nah'. Mein Glaube weiß: die Hilfe kommt vom Herrn; sonst ist kein Helfer da. Werd' ich bald deine Hilfe sehen? Ach, eile, Herr, 3. Wenn der Kläger mich verflagt, Christus hat mich schon vertreten; wenn er uns zu sichten wagt, Christus hat für mich gebeten. Daß mein Mittler für mich spricht, das ist meine Zuversicht. 4. Würd' es Nacht vor meinem mir beizustehen,:,: verlaß mich Schritt, daß ich keinen Ausgang nicht!:,: wüßte und mit ungewissem Tritt 3. Verlaß mich nicht, sieh, wie ohne Licht verzagen müßte: Christus mein mattes Herz im matten Leibe ist mein Stab und Licht, das ist bebt! Ich fühle kaum vor Kummer, meine Zuversicht. Angst und Schmerz die Kraft, die 5. Mag die Welt in Mißgeschick mich belebt; mein Jammer kommt beben oder ängstlich flagen! Ohne mit jedem Morgen, die finst're Halt ist all' ihr Glück, wahrlich, Nacht bringt finst're Sorgen: sie hat Grund zu zagen. Daß mein:: verlaß mich nicht!:,: Anker nie zerbricht, das ist meine Zuversicht. ndodhim duit m 4. Verlaß mich nicht! Zu meinem Glück und Ruhm geh' ich die 6. Will der Herr durch strenge Dornenbahn: du bist der Herr, Bucht mich nach seinem Bild ge- dem ich sein Eigenthum nicht vorstalten, dennoch will ich ohne Flucht enthalten kann. Was ich besitz', ist seiner Hand nur stille halten. Er deine Gabe; auch dann ist's dein, übt Gnad' auch im Gericht, das wann ich es habe::: verlaß mich ist meine Zuversicht. do dni nicht!:,: adrial and 7. Seiner Hand entreißt mich 5. Verlaß mich nicht, da mich nichts; wer will diesen Trost mir der beste Freund, den du mir rauben? Mein Erbarmer selbst ver- gabst, verläßt! Wenn meine Treu' spricht's; sollt' ich seinem Wort verlorne Treu' beweint, so halt' nicht glauben? Sesus läßt mich nur du mich fest; wenn du mein ewig nicht, das ist meine Zuversicht. Liebstes von mir trennest, so zeige, Karl Garbe( 1763-1841). daß du trösten könnest::: verlaß mich nicht!:,: Mel. Es ist genug. 6. Verlaß mich nicht! Wenn du nur bei mir bist, so hab' ich Hilf' 403. Gott, verlaß mich und Muth; der bitt're Kelch wird erlaß mich nicht, mein 3000 MALE BR 240 as Kreuz- und Trostlieder. abier Etling mir durch dich versüßt, du bleibst| laß sie lachen: Gott, mein Heil, das höchste Gut. Wenn die, die wird in Eil' sie zu Schanden für mich lebten, sterben, so laß machen. mal mich Trost und Segen erben; :,: verlaß mich nicht!:,: dind Ehrenfried Liebich( 1713-1780). 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets fich lassen schauen; wollt' ihn auch der Tod aufreiben, soll der Muth dennoch gut und fein stille bleiben. arum sollt ich mich denn grämen? 8. Kann uns doch der Tod nicht tödten, sondern reißt unsern Hab' ich doch Christum noch: wer Geist aus viel tausend Nöthen, will den mir nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? schließt das Thor der bittern Leiden und macht Bahn, da man kann geh'n zu Himmelsfreuden. 2. Arm und bloß kam ich in's Leben, da es mir, Herr, von dir ward zuerst gegeben. Arm und bloß werd' ich hinziehen, wann ich werd' von der Erd' wie ein Schatten fliehen. oidnograil modoj tim $ 13.0 Gut und Blut, Leib, Seel' 9. Allda will mit süßen Schäßen ich mein Herz nach dem Schmerz ewiglich ergößen: hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß im Nu verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Eine Hand voller Sand, und Leben ist nicht mein; Gott Kummer der Gemüther; dort, dort allein ist es, der's gegeben. Will sind die edlen Gaben, da mein Hirt er's wieder zu sich kehren, nehm' Christus wird mich ohn' Ende laben. er's hin; ich will ihn dennoch 11. Herr, mein Hirt, Brunn fröhlich ehren. ist bis aller Freuden, du bist mein, ich 4. Schickt er mir ein Kreuz zu bin dein, Niemand kann uns scheitragen, dringt herein Angst und den. Ich bin dein, weil du dein Bein, sollt ich d'rum verzagen? Leben und dein Blut mir zu gut Der es schickt, der wird es wenden; in den Tod gegeben. er weiß wohl, wie er soll all mein b12. Du bist mein, weil ich dich Unglück enden. 5. faffe, und dich nicht, o mein Licht, Gott hat mich bei guten aus dem Herzen lasse. Laß mich, Tagen oft ergößt: sollt' ich jetzt laß mich hingelangen, da du mich, auch nicht etwas tragen? Fromm und ich dich ewig werd' umfangen. ist Gott und übt mit Maaßen sein his P. Gerhardt( 1606-1676.) Gericht, kann mich nicht ganz und e gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten 405. Was können mir nichts mehr hier thun, Eigene Melodie. 404. W Eigene Melodie. as Gott thut, das als meiner spotten. Laß sie spotten, bleibt gerecht sein Wille; wie er ist wohlgethan! Es Kreuz- und Trostlieder. meine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, 406. gescheh' all'zeit; as mein Gott will, der in der Noth mich wohl weiß zu erhalten; d'rum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er kann ja nimmer trügen, er führet mich auf rechter Bahn: so laß' ich mir genügen an seiner Huld und hab' Geduld. Er wird mein Unglück wenden, es steht in seinen Händen. sein Wille ist der beste; zu helfen ist er dem bereit, der an ihn glaubet feste; er hilft aus Noth, der fromme Gott, und züchtigt uns mit Maaßen; wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, den will er nicht verlassen. 2. Gott ist mein Trost, mein Zuversicht, mein' Hoffnung und mein Leben. Was mein Gott will, das mir geschieht:- ich will nicht widerstreben! Sein Wort ist wahr, er hat mein Haar auf meinem Haupt gezählet; er hüt't und wacht, nimmt uns in Acht, auf daß uns gar nichts fehlet. 241 Eigene Melodie. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er wird mich wohl bedenken; mein Arzt, der Alles heilen kann, wird mir nicht Gift ein schenken für Arzenei. Gott ist getreu; d'rum will ich auf ihn bauen und seiner Gnade trauen. 3. D'rum will ich gern von 4. Was Gott thut, das ist wohl- dieser Welt heimfahren, wenn's gethan! Er ist mein Bicht und sein Wille, zu meinem Gott; wenn's Leben, der mir nichts Böses gönnen ihm gefällt, will ich ihm halten kann: ich will mich ihm ergeben in stille; mein' arme Seel' ich Gott Freud' und Leid. Es kommt die befehl' in meinen letzten Stunden. Zeit, da öffentlich erscheinet, wie O frommer Gott, Sünd', Höll' treulich er es meinet. und Tod hast du mir überwunden. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Dabei will ich verbleiben: es 5. Was Gott thut, das ist wohl- 4. Noch eins, Herr, will ich bitten gethan! Muß ich den Kelch gleich dich, du wirst mir's nicht versagen: schmecken, der bitter ist nach meinem wenn mich der böse Feind ansicht, laß Wahn, laß' ich mich doch nicht mich doch nicht verzagen; hilf, ſteur' schrecken, weil doch zuletzt ich werd' und wehr', o Gott, mein Herr, zu ergößt mit süßem Trost im Herzen: Ehren deinem Namen! Wer das beda weichen alle Schmerzen. gehrt, dem wird's gewährt: drauf sprech' ich fröhlich: Amen. Albrecht, Markgraf zu Brandenburg ( 1522-1557). mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich ganz väterlich in Mel. Von Gott will ich nicht laffen. einen Armen halten; d'rum laß 407. Was willst du dich ihn nur walten. betrüben, o meine Samuel Rodigast( 1649-1708). liebe Seel'? Woll' den nur herzlich Neues Gesangbuch. 16 SAMOLE 242 Kreuz- und Trostlieder. lieben, der heißt Immanuel. Ver- Welt, ch' er dich kann lassen, oder trau' dich ihm allein, er wird gut gar dich hassen. Alles machen und fördern deine Sachen, wie dir's wird selig sein. 3. Weine nicht! Gott siehet dich, ist er gleich verborgen. Faffest in Geduld du dich trotz der Laft der 2. Denn Gott verlässet Keinen, Sorgen, reicht er dir Trost dafür der sich auf ihn verläßt. Er bleibt und läßt nach dem Weinen seine getreu den Seinen, die ihm ver- Sonne scheinen. trauen fest. Dünkt dir's gleich 4. Weine nicht! Gott höret dich, wunderlich, so laß dir doch nicht wenn dich Gram verwirret. Hätteſt grauen, mit Freuden wirst du noch so weit du dich in der Noth schauen, wie Gott wird retten verirret. Ruf' ihn an, denn er dich. kann deinen Unglückswellen Ziel und Grenzen stellen. 3. Auf ihn magst du es wagen getroft mit frohem Muth, mit ihm 5. Weine nicht! Gott liebet dich, wirst du erjagen, was dir ist nüt' wenn die Welt auch hasset und und gut. Was Gott beschlossen hat, das kann Niemand verhindern von allen Menschenkindern; es geht nach seinem Rath. pid voll Arglist wider dich bösen Anschlag fasset. Wen Gott liebt, nichts betrübt, will gleich All's vergehen, Gott wird's wohl versehen. 4. D'rum ich mich ihm ergebe, 6. Weine nicht! Gott sorgt für ihm sei es heimgestellt! Nach nichts dich, was kann nun dir fehlen? mehr ich sonst strebe, denn nur, Willst du unablässig dich mit den was ihm gefällt. Sein Will' ist Sorgen quälen? Wirf auf ihn Alles mein Begier, der ist und bleibt der beste, das glaub' ich stät und feste; wohl dem, der glaubt mit mir. hin; er wird deine Sachen wieder besser machen. Johann Heermann( 1585-1647). Mel. Mache dich, mein Geist, bereit. 408. eine nicht! Gott lebet noch, du betrübte Seele; drückt dich gleich ein schweres Joch in der Trauerhöhle; nur Geduld! Gottes Huld giebt 7. Weine nicht! Gott tröstet dich nach den Thränengüssen, endlich him wird der Summer sich in das Grab verschließen. Durch den Tod stirbt die Noth, und wenn der erscheinet, hast du ausgeweinet. the 1930s Benjamin Schmolck( 1672-1737). and to Mel. Was mein Gott will. dir nach dem Leiden wieder Trost 409. Wer Gott ut vertraut, und Freuden. hat wohl gebaut 2. Weine nicht! Gott denkt an im Himmel und auf Erden; wer dich; hat man dein vergessen, o sich verläßt auf Jesum Christ, dem dann hat er längſt bei sich, was dir muß der Himmel werden; darum nützt, ermessen! Eh' zerfällt diese auf dich all' Hoffnung ich will feſt Kreuz- und Trostlieder. 243 und sicher setzen; Herr Jesu Christ,| erwählt, der weiß auch sehr wohl, mein Trost du bist in Todes Noth und Schmerzen.drinor i S was uns fehlt. 2. Und wenn's gleich wär' dem Teufel sehr und aller Welt zuwider, so bist du es, Herr Jesu Christ, der sie doch schlägt darnieder. Und 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, er weiß wohl, wann es nüglich sei; wenn er uns nur hat treu erfunden und merket feine Heuchelei, so kommt Gott, eh' wir's wenn ich dich nur hab' um mich uns verseh'n, und lässet uns viel mit deinem Geist und Gnaden, so kann fürwahr mir ganz und gar nicht Tod, noch Teufel schaden. 3. Dein tröst' ich mich ganz ficherlich; denn du könnt'st mir's wohl geben, was mir ist Noth, du treuer Gott, hier und in jenem Leben. Gieb wahre Reu', mein Herz erneu', errette Leib und Seele. Ach höre, Herr, dies mein Begehr, mein Bitten laß nicht fehlen. libist Gut's gescheh'n.en 5. Dent' nicht in deiner Drangs salshize, daß du von Gott vers lassen seist, und daß ihm der im Schooße size, den alle Welt als glücklich preist. Die Folgezeit verändert viel und setzet Jeglichem sein Ziel. sinoni ni bing 6. Es sind ja Gott sehr leichte Sachen, und ist dem Höchsten Alles gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß Joh. Mühlmann( 1573-1613). si di d und reich. Gott ist der rechte WunEigene Melodie. and did dermann, der bald erhöh'n, bald 410. Wot läßt walten We er nur den lieben stürzen kann. • Gott läßt walten 7. Sing', bet' und geh' auf und hoffet auf ihn allezeit, den wird Gottes Wegen, verricht' das Deine er wunderbar erhalten in allem nur getreu und trau' des Himmels Kreuz und Traurigkeit. Wer Gott, reichem Segen, so wird er bei dir dem Allerhöchsten, traut, der hat werden neu; denn, welcher seine auf keinen Sand gebaut. Zuversicht auf Gott setzt, den vers 2. Was helfen uns die schweren läßt er nicht. Sorgen? Was hilft uns unser Wehbu und Ach? Was hilft es, daß wir s driut tysing n alle Morgen beseufzen unser Un- Mel. Es ist das Heil uns kommen her. gemach? Wir machen unſer Kreuz 411. Wie Gott mich führt und Leid nur durch die Traurigkeit. will geh'n Georg Neumark( 1621–1681). ohn' alles Eigenwählen; geschieht, 3. Man halte nur ein wenig was er mir auserseh'n, wird mir's stille und sei doch in sich selbst ver- an Steinem fehlen. Wie er mich gnügt, wie unsers Gottes Gnaden- führt, so geh' ich mit und folge wille und sein' Allwissenheit es willig Schritt vor Schritt in kindfügt: Gott, der uns ihm hat aus- lichem Vertrauen. 16* Moderat 244 Kreuz- und Trostlieder. 2. Wie Gott mich führt, so bin| will und nichts mehr thut, als daß ich still und folge seinem Leiten, sie Jesum liebt! id obgleich im Fleisch' der Eigenwill' 2. Still wandelt sie an seiner will öfters widerstreiten. Wie Gott Hand, ein selig Kind des Lichts, mich führt, bin ich bereit, in Zeit das Antlik hin zu ihm gewandt, und auch in Ewigkeit stets seinen und scheut und fürchtet nichts. Rath zu ehren.al of 3. Wie Gott mich führt, bin ich vergnügt, ich ruh' in seinen Händen; wie er es schickt und mit mir fügt, wie er's will mit mir wenden, sei 3. Sie ziehet muthig ihre Bahn; mit ihm wird nichts zu schwer, und Erdenlust und eitler Wahn verlocken sie nicht mehr. 4. Sie geht getroft, heißt er sie ihm hiermit ganz heimgestellt: er geh'n, sie weiß, er ist ihr Hort; mache, wie es ihm gefällt, zum Leben oder Sterben. kann sie doch seine Liebe seh'n, glaubt sie doch seinem Wort! 5. Sie trägt geduldig ihre Last, bis seine Stunde schlägt; sie weiß: scheint's der Vernunft gleich wun- er gönnt ihr wieder Rast, der treu derlich, sein Rath wird doch er- die Schwachen trägt. füllen, was er in Liebe hat bedacht, eh' er mich an das Licht gebracht: ich bin ja nicht mein eigen. 6. Auch wird kein Opfer ihr zu schwer, die Liebe macht es leicht und siehe, wie von ungefähr ist bald das Ziel erreicht. 5. Wie Gott mich führt, so bleib' ich treu im Glauben, Hoffen, Leiden; steht er mit seiner Kraft mir bei, was will mich von ihm scheiden? Ich fasse in Geduld mich fest: was Gott mir widerfahren läßt, muß mir zum Besten dienen. 7. Da wird die Liebe zum Panier, der Glaub' ihr Hochzeitskleid; die Hoffnung öffnet ihr die Thür', ihr Erbe steht bereit. 8. Ach ja, die Seele hat es gut, die sich dem Herrn ergiebt, die 6. Wie Gott mich führt, so will nichts mehr will und nichts ich geh'n, es geh' durch Dorn und mehr thut, als daß sie Jesum Hecken; kann ich's auch anfangs liebt! nicht versteh'n, zuletzt wird er's auf- jo decken, wie er nach seinem Vaterrath mich treu und wohl geführet s Verfasser unbekannt. hat: dies ſei mein Glaubensanter. 413. Lampertus Gedicke( 1683-1735). 4. Wie Gott mich führt, so geb' ich mich in seinen Vaterwillen; Mel. Es ist genug. Wie's Got gets gefällt", das ist mein bestes Wort; mir geh' es, wie Gott will. Mel. Lobt Gott, ihr Christen, allzugleich. Zeigt er den Weg, so find' ich 412.W ie hat's die Seele hier und dort das angenehmste Wohl dem, der sich von doch so gut, die sich Ziel. dem Herrn ergiebt, die nichts mehr Gott läßt führen, der wird viel Lob- und Danklieder. 245 Trost darinnen spüren::,: wie's Gott gefällt.:,: 4. Wenn's Gott gefällt, alsdann wird es gescheh'n, ich traue seiner 2. Was Gott gefällt, es sei Huld. Ich werd' es schon heut Freud' oder Leid, ich nehme beides oder morgen seh'n; d'rum wart' ich an. Er weiß allein, was meiner mit Geduld. Gott wird ja nicht Seligkeit vor anderm dienen kann; zu lang' verziehen. Mein Herzensdamit wird er mich überschütten. wunsch wird mir verliehen,:,: wenn's Im Namen Jesu will ich bitten: Gott gefällt.:,: :: was Gott gefällt.:,: 5. ,, Wie's Gott gefällt", so 3. Wo's Gott gefällt, so gilt mach' ich den Beschluß. Es sorge, kein Hinderniß, wenn er mir was wer da will, ich weiß doch wohl, bescheert. Gefällt's ihm nicht, so daß es so gehen muß, wie Gott schadet das gewiß, was man sich setzt Maß und Ziel. Derselbe läßt selbst begehrt. D'rum geb' ich mich mich nicht verderben, ich mag gleich in Gottes Willen, damit will ich leben oder sterben::: wie's Gott mein Herze stillen::: wo's Gott gefällt.:: bo aneda? Coment gefällt.:,: Joh. Hängschel( 1707-1748). II. Liebe zu Gott und Jesus. ( Lob- und Danklieder.) Mel. Es ist das Heil uns kommen her.| schenfet, was uns nütt: d'rum 414. Bringt her dem Herren danket ſeinem Namen! und aus 4. Lobt Gott; er giebt uns seinen freudigem Gemüthe; ein Jeder Sohn, der für uns ist gestorben Gottes Ruhm vermehr' und preise und uns des ew'gen Lebens Kron' seine Güte; ach, lobet, lobet Alle durch seinen Tod erworben; der Gott, der uns befreiet aus der Tod und Hölle macht zu Spott Noth, und danket seinem Namen! und uns versöhnt mit unserm Gott: d'rum dantet seinem Namen! 2. Lobt Gott und rühmet alle zeit die großen Wunderwerke, die 5. Lobt Gott, der in uns durch Majestät und Herrlichkeit, die Weis- den Geist den Glauben angezündet heit, Kraft und Stärke, die er be- und alles Gute noch verheißt, uns weist in aller Welt, dadurch er alle stärket, kräftigt, gründet, der uns Ding' erhält: d'rum danket seinem erleuchtet durch sein Wort, regiert und treibet fort und fort: d'rum danket seinem Namen! Namen! 3. Lobt Gott, der uns erschaffen hat, Leib, Seele, Geist und Leben 6. Lobt Gott, der auch dies aus lauter väterlicher Gnad' uns gute Wert, so in uns angefangen, Allen hat gegeben der uns durch vollführen wird und geben Stärk', feine Engel schützt und täglich das Kleinod zu erlangen, das er 246 Lob- und Danklieder. hat Allen dargestellt und seinen| eb'nem Wege, wenn Licht und Leis Gläub'gen vorbehält: d'rum danket tung mir gebricht. seinem Namen! 5. D'rum soll vor dir mein Herz 7. Lobt Gott, ihr starken Sera- sich stillen; ich weiß, daß ohne phim, ihr Engel und ihr Thronen; deinen Willen kein Haar von mei es loben Gott mit heller Stimm', nem Haupte fällt. Auf dich allein die hier auf Erden wohnen. Lobt fann ich vertrauen und meiner ZuGott und preist ihn früh und spät, kunft Hoffnung bauen in dieser un ja Alles, was nur Odem hat, das beständ'gen Welt. danke seinem Namen! Christian Günther( 1649-1704). storum nodon of ond al dish Eigene Melodie. n 6. Ja, Herr, es sei mein ganzes Leben bloß deiner Leitung übergeben, bis dieser Lebensbaum zerbricht. Ob Berge weichen, Hügel 415. Det er du das Loos von fallen, fest bleibt dein Bund den meinen Tagen und Deinen allen und deine Gnade meines Lebens Glück und Plagen weichet nicht.) egap@ mit Güt' und Weisheit mir beJohann Paßte( 1727-1787). stimmt, dir, Gott, dank' ich mit frohem Herzen, das seine Freuden, Mel. Was Gott thut, das ist. ſeine Schmerzen aus deinen Segens- 416. Dich Jeſu, laß ich envis ewig nicht; dir bleibt 2. Du hast im Lauf' von meinem Herz ergeben; du kennst dies Herz, Leben mehr Glück als Leiden mir das redlich spricht: nur Einem will gegeben, mehr Gut's, als ich ver- ich leben. Du, du allein, du sollst dient, bescheert. Mußt' ich den es sein; du sollst mein Trost auf Abend lang' auch weinen, läß'st du Erden, mein Glück im Himmel mir doch die Sonne scheinen, wann werden. kaum der Morgen wiederkehrt. 2. Dich, Jesu, laß' ich ewig 3. Soll ich nach deinem Wohl- nicht; ich halte dich im Glauben. gefallen durch mancher Prüfung Nichts fann mir meine Zuversicht Enge wallen, die Fleisch und Blut und deine Gnade rauben; der Glaumir schwerer macht, so darf mein bensbund hat festen Grund: die Herz doch nicht verzagen; ich deiner sich nicht schämen, die kann weiß, du bist bei meinen Plagen dir Niemand nehmen. stets auf mein wahres Wohl be= dacht. dar tot di 3. Dich, Jesu, laß' ich ewig dmnicht. Aus göttlichem Erbarmen 4. Selbst aus des Lebens Bitter- gingst du für Sünder in's Gericht feiten weißt du mein Glück mir zu und büßtest für mich Armen. Aus bereiten und schaff'st aus Finster- Dankbarkeit will ich all'zeit um nissen Licht; du bahnst vor mir die deines Leidens willen die Pflicht rauhen Stege und leitest mich auf der Treu' erfüllen. Lob- und Danklieder. 247 4. Dich, Jesu, laß' ich ewig| wieder zieh' zu dir; dein Geist in nicht. Du stärkest mich von oben; meinem Herzen wohne und meine auf dich steht meine Zuversicht, Sinne und Verstand regier', daß wenn meine Feinde toben. Ich ich den Frieden Gottes schmeck' halt' an dir, du bleibst bei mir. und fühl' und dir darob im HerWie sehr mich Feinde hassen, du zen sing' und spiel'. wirst mich nicht verlassen. 3. Verleih' mir, Höchster, solche Güte, so wird gewiß mein Singen recht gethan; so klingt es schön in meinem Liede, so bet' ich dich in Geist und Wahrheit an; so hebi dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psalmen sing' im höhern Chor. 5. Dich, Jesu, laß' ich ewig nicht, dich, Gottes größte Gabe, ich weiß, daß mir kein Gut gebricht, Herr, wenn ich dich nur habe. Sucht mich die Welt durch Gut und Geld dir ungetren zu machen, so will ich sie verlachen. 6. Dich, Jesu, laß' ich ewig 4. Dein Geist kann mich bei dir nicht; nichts soll mich von dir vertreten mit Seufzern, die ganz scheiden. Es bleibet jedes Christen unaussprechlich sind; er lehret mich Pflicht, mit seinem Herrn zu leiden. recht gläubig beten, giebt Zeugniß Doch all' mein Leid währt turze meinem Geist, daß ich dein Kind Zeit, bald ist es überstanden, und und ein Miterbe Jesu Christi sei, Ruh' ist dann vorhanden. daher ich Abba, lieber Vater, 7. Dich, Jesu, laß' ich ewig schrei'. nicht; nie soll mein Glaube wanken, 5. Wenn dies aus meinem Herund wenn des Leibes Hütte bricht, zen schallet durch deines heil'gen sterb' ich mit dem Gedanken: mein Geistes Kraft und Trieb, so bricht Freund ist mein, und ich bin sein; dein Vaterherz und wallet ganz er ist mein Schuß, mein Tröster, brünstig gegen mich vor heißer und ich bin sein Erlöster. Lieb', daß mir's die Bitte nicht versagen kann, die ich nach deinem Willen hab' gethan. 6. Was mich dein Geist selbſt bitten lehret, das ist nach deinem Ehrenfried Liebich( 1713-1780). aid Eigene Melodie.dis ir, dir, Jehovah, will 417. D ich singen; denn wo Willen eingericht't und wird gewiß ist doch ein solcher Gott wie du? von dir erhöret, weil es im Namen dir will ich meine Lieder bringen: deines Sohn's geschieht, durch ach, gieb mir deines Geistes Kraft welchen ich dein Kind dazu, daß ich es thu' im Namen Jesu Christ so wie es dir durch ihn gefällig ist. und Erbe bin und nehme von dir Gnad' um Gnade hin. 7. Wohl mir, daß ich dies Zeug2. Zieh' mich, o Bater, zu dem niß habe! D'rum bin ich voller Sohne, damit dein Sohn mich Trost und Freudigkeit und weiß, 248 Lob- und Danklieder. math schau'n; daß alle gute Gabe, die ich von des Todes, offen die wahre Heidir verlange jederzeit, die giebst du und thust überschwänglich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr'. 7. Du, der mich handeln lehret, wie es vor Gott gebührt, und der 8. Wohl mir! ich bitt' in Jesu mir unversehret den Fuß vom Namen, der mich zu deiner Rechten Wege kehret, der zum Verderben selbst vertritt; in ihm ist Alles Ja führt: und Amen, was ich von dir im 8. Dir bin ich hingegeben zu Geist und Glauben bitt'. Wohl mir, Lieb' und Dankbarkeit. Mein Ruhen Lob dir jetzt und in Ewigkeit, daß und mein Streben, mein Sterbent du mir schenkest solche Seligkeit! und mein Leben sei, Jesu, dir geweiht! Bartholom. Crasselius( 1677-1724). 9. Du Wonne meiner Seele, mein Ruhm, mein Lobgesang, dem ich mein Herz vermähle, Versöhner Mel. O Jesu, mein Vergnügen. u, dem ich angehöre, 418. meiner Fehle, dein bin ich lebensHeiland, Jesu Christ, dem oft die stille Zähre zur lang! Huldigung und Ehre aus frommendil Augen fließt: Karl Wehrau( 1761-1808). 2. Wenn in Erinnerungen an Eigene Melodie. dein Verdienſt verſenkt, von Liebe 419.6ich, Herr, wir preiſen roßer Gott, wir loben tief durchdrungen, im Geist von dir umschlungen, dich meine Seele deine Stärke. Vor dir beugt die denkt: Erde sich und bewundert deine 3. Alsdann wird diese Erde, Werke. Wie du warst vor aller auch einst bewohnt von dir, trog mancherlei Beschwerde, die ich hier inne werde, zum Heiligthume Zeit, so bleibst du in Ewigkeit. mir. 2. Alles, was dich preisen kann, Cherubim und Seraphinen stimmen dir ein Loblied an, alle Engel, die dir dienen, rufen dir in sel'ger Ruh: heilig, heilig, heilig zu. 3. Heilig, Herr Gott Zebaoth, heilig, Herr der Kriegesheere, starker Helfer in der Noth; Himmel, Erde, Luft und Meere sind erfüllt von 4. Ich folge deinen Blicken, ich hang' an deiner Hand und schaue mit Entzücken hin, wo nicht Leiden drücken, dir nach in's Vaterland. 5. Du, der nur Andern lebte, der nur für And're litt, nur uns zu retten strebte und, ob das Herz deinem Ruhm, alles ist dein Eigergleich bebte, doch selbst zum Sterben thum. schritt; 4. Der Apostel heil'ger Chor, 6. Du, der mich lehret hoffen der Propheten große Menge schickt und glauben und vertrau'n, durch zu deinem Thron empor neue Lobden ich kann, getroffen vom Grau'n und Dankgesänge; der Blutzeugen Lob- und Danklieder. 249 große Schaar lobt und preist dich| Dank erweisen. Gieb, daß Jeder immerdar. sündenfrei deiner Gnade würdig sei. 5. Auf dem ganzen Erdenkreis 12. Herr, erbarm', erbarme dich! Loben Große und auch Kleine dich, Auf uns komme, Herr, dein Se Gott Vater, dir zum Preis singt gen! Deine Güte zeige sich Allen die heil'ge Gemeine; sie verehrt auf der Verheißung wegen! Auf dich seinem Thron deinen eingebornen hoffen wir allein, laß uns nicht Sohn. verloren sein! 6. Sie verehrt den heil'gen Geist, welcher uns mit solchen Lehren und mit Troste kräftig speist, der, o Eigene Melodie. Stönig aller Ehren, der mit dir, 420. Her Gott, dich Loben wir, Herr Herr Jesu Christ, und ewig ist. Gott, wir danken dir. Dich, Gott, Vater in Ewigkeit, ehret die Welt sehr weit und breit. All' Engel und Himmelsheer, und was dienet deiner Ehr', auch Cherubim und Seraphim singen immer mit hoher Stimm': heilig ist unser Gott, heilig iſt unser Gott, heilig ist unser Gott! der Herre Zebaoth. 7. Du, des ew'gen Vaters Sohn, haft die Menschheit angenommen; du bist auch von deinem Thron zu uns auf die Welt gekommen. Gnade hast du uns gebracht, von der Sünde frei gemacht. 8. Nunmehr steht das Himmelsthor Allen, welche glauben, offen; du stellst uns dem Vater vor, wenn Verfasser unbekannt. 2. Dein göttlich' Macht und wir kindlich auf ihn hoffen; endlich Herrlichkeit geht über Himmel und kommst du zum Gericht, Zeit und Stunde weiß man nicht. Erde weit. Der heiligen zwölf Boten Zahl und die lieben Propheten all', die theuren Märt'rer allzumal loben dich, Herr, mit großem Schall. Die ganze werthe Christenheit rühmt dich auf Erden allezeit; dich, Gott, Vater im höchsten Thron, deinen rechten und ein'gen Sohn, den heil'gen Geist und Tröster werth, mit rechtem Dienſt ſie lobt und ehrt. 9. Steh', Herr, deinen Dienern bei, welche dich mit Demuth bitten; alle machtest du ja frei durch den Tod, den du gelitten. Nimm uns nach vollbrachtem Lauf zu dir in den Himmel auf! 10. Sieh dein Volk in Gnaden an, hilf uns, segne, Herr, dein Erbe! Leit es auf der rechten Bahn, daß der Feind es nicht verderbe! Hilf, daß es durch Buß' und Fleh'n dich im Himmel möge seh'n! 3. Du König der Ehren, Jesu Christ, Gott Baters ew'ger Sohn du bist! Der Jungfrau Leib nicht 11 Alle Tage wollen wir dich hast verschmäht, zu erlösen das und deinen Namen preisen und zu menschlich' Geschlecht. Du hast dem allen Zeiten dir Ehre, Lob und Tod' zerstört sein' Macht und all' and Liebe zu Jesu. Christen zum Himmel bracht. Du erlös't. Herr Jesu Christ, mein sitz'st zur Rechten Gottes gleich Gott und Herr, mein Gott und mit aller Ehr' in's Vaters Reich. Herr, in Schanden laß mich nimmerEin Richter du zukünftig bist Alles, mehr! mi( bun dis was todt und lebend ist. 2. Es ist ja dein Geschenk und 4. Nun hilf uns, Herr, den Gab' mein Leib' und Seel' und Dienern dein, die mit dein'm theur'n was ich hab' in diesem armen Blut erlöset sein. Laß uns im Leben; damit ich's brauch' zum Himmel haben Theil mit den Lobe dein, zu Nuß und Dienst des Heil'gen in ew'gem Heil! Hilf Nächsten mein, woll'st du mir dein'm Volk, Herr Jesu Christ, Gnade geben. Behüt' mich, Herr, und segne, was dein Erbtheil ist; vor falscher Lehr', des Satans wart' und pfleg' ih'r zu aller Mord und Lügen wehr'; in allem Zeit und heb' sie hoch in Ewig- Kreuz erhalte mich, auf daß ich's feit. trage geduldiglich. Herr Jesu Christ, 5. Täglich, Herr Gott, wir loben mein Herr und Gott, mein Herr dich und ehr'n dein'n Namen und Gott, tröst' meine Seel' in stetiglich. Behüt' uns heut, du Todesnoth! treuer Gott, vor aller Sünd' und 3. Ach lasse, Herr, die Engel Missethat! Sei uns gnädig, o Herre dein am letzten End' die Seele Gott, sei uns gnädig in aller mein in Abrahams Schooß tragen, Noth; zeig' uns deine Barmher- den Leib in seinem Kämmerlein gar zigkeit, wie uns're Hoffnung zu dir sanft, ohn' alle Qual und Pein, steht. Auf dich hoffen wir, lieber Herr: in Schanden laß uns nimmermehr! Amen! il sid ruh'n bis zum jüngsten Tage. Alsdann vom Tod' erwecke mich, daß meine Augen sehen dich in aller Freud', o Gottes Sohn, mein Heiland und mein Gnadenthron! IntheHerr Jesu Christ, erhöre mich, erhehöre mich! ich will dich preisen hab' ich ewiglich. 250 Te Deum ladamus, von Ambrosius ( † 397); deutsch von Martin Luther. Eigene Melodie. erzlich lieb dich, o Herr! Ich bitte, jei von mir nicht fern mit Martin Schalling( 1532-1608). deiner Hilf' und Gnaden. Die Mel. Erquicke mich, du Heil' der Sünder. an die Macht ganze Welt erfreut mich nicht, nach 422. Jch betebe, die ſich der Erd' und Himmel frag' ich nicht, wenn ich nur dich kann haben. Und in Jesu offenbart; ich geb' mich hin wenn mir gleich mein Herz zer dem freien Triebe, mit dem ich bricht, bist du doch meine Zuver- Staub geliebet ward; ich will an sicht, mein Heil und meines Herzens statt an mich zu denken, in's Meer Trost, der du mich durch dein Blut der Liebe mich versenken. 131929 421. Liebe zu Jesu. 251 2. Wie bist du mir so sehr ge-| dich lieben, schönstes Licht, bis mir wogen, und wie verlangt mein das Herze bricht. Herz nach dir! Durch Liebe sanft und stark gezogen, neigt sich mein Alles auch zu dir; du traute Liebe, gutes Wesen, du hast mich und ich dich erlesen. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, als meinen allerbesten Freund; ich will dich lieben und erheben, so lange mich dein Glanz bescheint; ich will dich lieben, Gotteslamm, als Seelenbräutigam. 3. Ach, daß ich dich so spät erkennet, du hochgelobte Schönheit du, und dich nicht eher mein genennet, du höchstes Gut und wahre Ruh'! Es ist mir leid, ich bin betrübt, daß ich so spät geliebt. ( bun 3. Ich fühl's, du bist's, ich muß dich haben, ich fühl's, ich muß für dich nur sein. Nicht im Geschöpf', nicht in den Gaben, mein Leben ist in dir allein. Hier ist die Ruh', hier ist Vergnügen, d'rum folg' ich deinen sel'gen Zügen. 4. Dein ewig sei mein Herz und 4. Ich lief verirrt und war verLeben, Erlöser, du mein einzig Gut; blendet, ich suchte dich und fand für dich hast du mir's nur gegeben, dich nicht. Ich hatte mich von dir in dir es still und selig ruht. Du, gewendet, ich liebte das geschaff'ne Heiland meines tiefen Falles, für Licht; nun aber ist's durch dich gedich ist ewig Herz und Alles. scheh'n, daß ich dich hab' erseh'n. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß mir dein Glanz hat Licht gebracht; ich danke dir, du Himmelswonne, daß du mich froh und frei gemacht; ich danke dir, du ew'ger Hort, daß mich geheilt dein Wort. 16. Erhalte mich auf deinen Stegen und laß mich nicht mehr irre geh'n! Laß meinen Fuß auf deinen Wegen nicht straucheln oder stille steh'n; erleucht' mir Leib und Seele ganz, du schöner Himmelsglanz! + 7. Ich will dich lieben, meine Krone, ich will dich lieben, meinen Gott; ich will dich lieben ohne Lohne dan sim Eigene Telodie. auch in der allergrößten Noth; ich will dich lieben, will dich lieben, schönstes Licht, bis meine Stärke, ich mir das Herze bricht. will dich lieben meine Zier, ich will dich lieben mit dem Werke und immerwährender Begier; ich will 423. J Johann Scheffler( 1624-1677) 5. Ehr' sci dem hohen Jesusnamen, in dem der Liebe Quell entspringt, von dem hier alle Bächlein kamen, aus dem der Sel'gen Schaar dort trinkt! Wie beugen sie sich ohne Ende! Wie falten sie die frohen Hände! nad bin 6. O Jesu, daß dein Name bliebe im Grunde tief gedrücket ein! Möcht' deine süße Jesusliebe in Herz und Sinn gepräget sein! Im Wort, im Werk und allem Wesen sei Jesus und sonst nichts zu leſen. in Gerhard Tersteegen( 1697-1769). titol to 252 Liebe zu Jesu. METTE Eigene Melodie. 6. Weicht, ihr Trauergeister! 424. Jesu, meine Freude, denn mein Freudenmeiſter, Jeſus, meines Herzens Weide, tritt herein. Denen, die Gott lie Jesu, meine Zier, ach, wie lang', ben, muß auch ihr Betrüben lauter wie lange ist dem Herzen bange Segen sein. Duld' ich schon hier und verlangt nach dir! Gottes Spott und Hohn, dennoch bleibst Lamm, mein Bräutigam, außer dir du auch im Leide, Jesu, meine soll mir auf Erden nichts sonst Freude. aida lieber werden! Johann Frand( 1618-1677). 2. Unter deinem Schirmen bin ich vor dem Stürmen aller Feinde Mel. Alle Menschen müssen sterben. frei. Mag die Hölle wüthen, ich 425. Jeſus schwebt mir in fann ihr bieten; Gedanken, liegt mir bei. Ob die Welt in Trüm- mir stets im Sinn; von ihm will mer fällt, ob gleich Sünd' und ich nimmer wanken, weil ich hier Tod mich schrecken, Jesus wird im Leben bin. Er ist meiner Aumich decken. hinahid gen Weide, meines Herzens höchste Freude, meiner Seele schönste Zier: Jesus lieb' ich für und für. 3. Mag der Feind mir nahen, mich der Tod umfahen, dennoch hab' ich Muth. Zürne, Welt, und 2. Jesus funkelt mir im Herzen, tobe, meinen Gott ich lobe in gar wie der goldnen Sterne Schein; sich'rer Hut. Gottes Macht hält er vertreibt mir Angst und Schmermich in Acht; Erd' und Abgrund zen, er ist mein und ich bin sein. mögen zittern, nichts fann mich erschüttern. D'rum ergreif' ich ihn mit Freuden, wenn ich soll von hinnen scheiden; er ist meines Lebens Licht: Jesus laß' ich von mir nicht. 4. Weg mit allen Schätzen! Du bist mein Ergößen, Jesu, meine Lust. Weg, ihr eitlen Ehren! Will 3. Jesu habe ich geschworen, da von euch nicht hören, bleibt mir ich von den Sünden rein und von unbewußt! Elend, Noth, Kreuz, Neuem ward geboren in der heil'Schmach und Tod soll mich, ob gen Taufe mein; ihm will ich den ich viel muß leiden, nicht von Jesu Schwur auch halten und in Allem scheiden. lassen walten, es sei Leben oder aller Tod: Jesus hilft aus 5. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen, mir gefällst du Noth. nicht! Gute Nacht, ihr Sünden, 4. Jesus will ich bei mir haben, bleibet weit dahinten, kommt nicht wenn ich gehe aus und ein; feines mehr an's Licht; gute Nacht, du Geistes Trost und Gaben ruh'n in Stolz und Pracht, dir sei ganz, meines Herzens Schrein; wenn ich du Sündenleben, gute Nacht ge- mich zur Ruh' begebe oder mich geben. vom Schlaf' erhebe, bleibt doch Lob und Danklieder. 253 Jesus früh und spät meiner Seele 2. Lobe den Herren, der Alles Schutz und Rath.mdorim so herrlich regieret, der dich auf 5. Jesus will ich lassen rathen, Adlers Fittigen sicher geführet, der der am Besten rathen kann; er ge- dich erhält, wie es dir selber ge= segne meine Thaten, die ich fröhlich fällt; hast du nicht dieses ver= fange an, daß in seinem theuren spüret? Namen Alles glücklich sei und Amen: so wird Alles werden gut; wohlgethan ist, was er thut. 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freund6. Jesus, meiner Jugend Leiter lich geleitet: in wie viel Noth hat und Regierer meiner Sinn', wird nicht der gnädige Gott über dir auch sein mein Trostbereiter, wenn Flügel gebreitet! thonisp ich alt und kraftlos bin, wenn ent- 4. Robe den Herren, der deinen träftet meine Glieder, und die Lebens- Stand sichtbar gesegnet, der aus sonn' geht nieder, sie verdunkelt mein dem Himmel mit Strömen der Liebe Gesicht: meinen Jesus laß' ich nicht. geregnet; denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet. 7. Jesus soll in allen Leiden mein getreuer Beistand sein: nichts, nichts soll mich von ihm scheiden; 5. Lobe den Herren, was in es soll keine Herzenspein, keine mir ist, lobe den Namen! Alles, Trübsal, keine Schmerzen reißen was Odem hat, lobe den heiligen ihn aus meinem Herzen. Ob mir Namen! Er ist dein Licht: Seele, gleich mein Herz zerbricht, laß' ich vergiß es ja nicht, lob' ihn in dennoch Jesus nicht. Ewigkeit! Amen. Joachim Neander( 1650-1680). 8. Jesu leben, Jesu sterben, Jesu einzig eigen sein und mit Jesu dor- sp ten erben, dies ist mein Gewinn Eigene Melodie. allein. Sefu will ich ſein und blei- 427 Dobe den Herren, D Nichts, soll mich von ihm treiben. Laß ich gleich Gut, will ihn loben bis zum Tod! So Blut und Ehr, Jesus dennoch lang' ich Stunden auf Erden zähle, nimmermehr! will ich lobsingen meinem Gott. Verfasser unbekannt. Der Leib und Seel' gegeben hat, s donosim did werde gepriesen früh und spät. Eigene Melodie. tha: Halleluja.:,: 426. Pobe den Herren, den 2. Fürsten sind Menschen, vom mächtigen König der Weibe geboren, und kehren um zu Ehren, meine geliebete Seele, das ihrem Staub'; ihre Anschläge sind ist mein Begehren. Kommet zu auch verloren, wenn nun das Grab Hauf, Pfalter und Harfe, wacht nimmt seinen Raub. Weil denn auf, lasset den Lobgesang hören! kein Mensch uns helfen kann, rufe A 254 Lob- und Danklieder. man Gott um Hilfe an.:: Halle-| hat, rufe Amen und bringe Lob Luja.:;: mit frohem Muth! Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heil'gen Geist.:,: Halleluja.:: idtod omista onge Joh. Herrnschmidt( 1675-1723). 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, deß Hilfe der Gott Jakobs ist, welcher vom Glauben sich nicht läßt trennen und hofft getrost auf Jesum Christ! Wer diesen Herrn zum Beistand hat, findet am besten Mel. Nun lob', mein Seel', den Herrn. Rath und That.:,: Halleluja.:,: 428. M an lobt dich in der Stille, du hocher4. Dieser hat Himmel, Meer und die Erden, und, was darinnen hab'ner Zionsgott; des Rühmens ist, gemacht; Alles muß pünktlich ist die Fülle vor dir, o Herr Gott erfüllet werden, was er uns einmal Bebaoth! Du bist doch, Herr, auf zugedacht. Er ist's, der Herrscher Erden der Frommen Zuversicht; aller Welt, welcher uns ewig Glau- in Trübsal und Beschwerden läßt ben hält.:: Halleluja.:;: du die Deinen nicht. D'rum soll 5. Müssen hier Manche noch dich stündlich ehren mein Mund Unrecht leiden, er ist's, der ihnen vor Jedermann und deinen Ruhm Recht verschafft; Hungrigen wird vermehren, so lang' er fallen fann. er an Speise bescheiden, was ihnen dient zur Lebenskraft. Die hart Gebund'nen macht er frei, und seine Gnad' ist mancherlei.:: Halleluja.:,: 2. Es müssen, Herr, sich freuen von ganzer Seel' und jauchzen hell, die deinem Dienst sich weihen. Ge lobt seist du, Gott Israel! Dein Histio Name sei gepriesen, der große Wun6. Sehende Augen giebt er den der thut, und der auch mir erwiesen, Blinden, erhebt, die tief gebeuget was heilsam ist und gut. D'rum geh'n; wo er fann einige Fromme geb' ich mich mit Freuden dir, Herr, finden, die läßt er seine Liebe seh'n; zu eigen hin, nichts soll von dir mich sein Aufsehn ist des Fremden Truß, scheiden, so lang' ich leb' und bin. Wittwen und Waisen ist er Schutz. 3. Herr, du hast deinen Namen :: Halleluja.:: ipso herrlich in der Welt gemacht; 7. Aber der Gottesvergessenen wenn Schwache zu dir kamen, haft Tritte kehrt er mit starker Hand du mit Hilf' an sie gedacht. Du zurück, daß sie nur wählen verkehrte haft mir Gnad' erzeiget: nun, wie Schritte und fallen selbst in ihren vergelt' ich's dir? Ach, bleibe mir Stric. Der Herr ist König ewig- geneiget, so will ich für und für lich: Zion, dein Gott sorgt stets den Kelch des Heils erheben und für dich.:: Halleluja.:,: preisen weit und breit dich, Herr, 8. Rühmet, ihr Menschen, den mein Gott, im Leben und dort in hohen Namen deß, der so große Ewigkeit. Wunder thut; Alles, was Odem Johann Rist( 1607-1667) Lob- und Danklieder. 255 an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib' und Kindesbeinen an unzählig viel zu gut und noch jetzt hat gethan!/ dint Eigene Melodie. 429. M einen Jesus laß' ich nicht, weil er sich für mich gegeben, so erfordert meine Pflicht, nur allein für ihn zu leben, 2. Der ewig reiche Gott woll' er ist meines Lebens Licht: meinen uns bei unserm Leben ein immer Jesus laß' ich nicht. umfröhlich Herz und edlen Frieden 2. Jesus laß' ich nimmer nicht, geben, und uns in seiner Gnad' ernicht in meinem ganzen Leben; ihm halten fort und fort, und uns aus hab' ich voll Zuversicht, was ich bin aller Noth erlösen hier und dort. und hab', ergeben; Alles ist auf ihn gericht't: meinen Jesus laß' ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meiner Seele Grund sich sehnet; Jesus wünsch' ich und sein Licht, der mich hat mit Gott verföhnet, der mich frei macht vom Gericht: meinen Jesus laß' ich nicht. 3. Laß vergehen das Gesicht, alle Sinne mir entweichen, laß das letzte Tageslicht mich auf dieser Welt erreichen; wenn der Lebensfaden bricht: meinen Jesus laß' ich nicht. so immerdar. 4. Ich werd' ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, Martin Rinkart( 1586-1649). 383002 wo vor seinem Angesicht frommer Mel. Lobt Gott, ihr Christen, allzugleich. Christen Glaube pranget. Mich erfreut sein Angesicht: meinen Jeſus laß' ich nicht. 431, N Jun danket All' und bringet Ehr, ihr Menschen in der Welt, dem, dessen Lob der Engel Heer erhebt im Himmelszelt. 3. Lob, Ehr' und Preis sei Gott dem Vater und dem Sohne und auch dem heil'gen Geist im höchsten Himmelsthrone, ihm, dem dreiein'gen Gott, als der ursprünglich war und ist und bleiben wird wie jetzt, 6. Jesus laß ich nicht von mir, geh' ihm ewig an der Seiten; Christus läßt mich für und für zu den Lebensbächen leiten. Selig, wer mit mir so spricht: meinen Jesus laß ich nicht! mu pred Christian Keimann( 1607-1662). 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, unserm höchsten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge thut. 3. Der uns von Mutterleibe an frisch und gesund erhält und, wo kein Mensch mehr helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt. 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, doch gnädig bleibt und gut, Die Straf' erläßt, die Sünd' verand giebt und nichts als Gutes thut. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, Eigene Melodie. 430. un banket Alle Gott erfrische Geist und Sinn und werf und mit Herzen, Mund all' Angst, Sorg', Furcht und Händen, der große Dinge thut Schmerz in's Meeres Tiefe hin. 256 Lob- und Danklieder. 6. Er laffe seinen Frieden ruh'n 3. Wie Väter sich erbarmen, auf unserm Vaterland; und gebe wenn ihre Kinder hülflos schrei'n, Glück zu unserm Thun und Heil so thut der Herr uns Armen, wenn in allem Stand'. wir ihn fürchten findlich rein. Er 7. Er lasse seine Lieb' und Güt' fennet uns're Schwäche, er weiß, um, bei und mit uns geh'n, was wir sind nur Staub, ein Gras aber ängstet und bemüht, gar ferne von uns steh'n. auf dürrer Fläche, ein' Blum' und fallend Laub; der Wind nur d'rüber wehet, so ist es nimmer da: also der Mensch vergehet, sein End' ist 8. So lange dieses Leben währt, sei er stets unser Heil, und bleib' auch, wenn wir von der Erd' ab- stets ihm nah'! scheiden, unser Theil. 4. Nur Gottes Gnad' alleine 9. Er drücke, wenn das Herze bleibt spät und fest in Ewigkeit bei bricht, uns uns're Augen zu und seines Sohn's Gemeine, die stets zeig' uns d'rauf sein Angesicht dort in seiner Furcht bereit. Sein Bund in der ew'gen Ruh'. Paul Gerhardt( 1606-1676). Eigene Melodie. dist nicht veraltet, er herrscht im Himmelreich. Ihr starken Engel, waltet des Lob's und dient zugleich dem großen Herrn zu Ehren und treibt sein heilig Wort; mein Geist soll auch vermehren sein Lob an 432. un lob', mein' Seel', den Herren, was in mir ist, den Namen sein, der stets jedem Ort. sein' Gnad' will mehren, vergiß es nicht, o Herze mein. Er hat die Johann Graumann( 1487-1541) ons on bisk in heit groß, beſchirmt dein armes 433. Num preiſet Alle( 200 un Gottes Leben, in Schooß, Barmherzigkeit! Lob' mit Trost er überschüttet, verjüngt ihn mit Schalle, wertheste Christens dem Adler gleich. Der Herr schafft heit! Er läßt dich freundlich zu Recht, behütet die Leidenden im Reich. sich laden;:;: freue dich, Israel, Sünd' vergeben, heilt deine Schwach- bit d Eigene Melodie. 2. Er hat uns wissen lassen seiner Gnaden!:: sein heilig Recht und sein Gericht. 2. Der Herr regieret über die Sein' Güt' ist ohne Maaßen, es ganze Welt; was sich nur rühret, mangelt an Erbarmung nicht. Den froh ihm zu Füßen fällt; viel tauZorn läßt er wohl fahren, straft send Engel um ihn schweben; nicht nach uns'rer Schuld, läßt:: Psalter und Harfe ihm Ehre Gnade uns erfahren, Verzagten seine geben.:,: 3. Huld. Sein' Güt' ist hoch erhaben Wohlauf, ihr Heiden, lasset ob dem, der fürchtet ihn. So fern das Trauern sein, zu grünen Weiden der Ost vom Abend, ist uns're stellet euch willig ein! Da läßt Sünd' dahin. er uns sein Wort verkünden, Lob- und Danklieder. 257 :: machet uns ledig von allen| belebet sein und stimmet lieblich mit Sünden.:,: mir ein! llot de 4. Er giebt uns Speise reichlich und überall, nach Vaterweise sättigt 5. Ach, Alles, Alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, er allzumal; er schaffet früh und soll sich mir zum Gehilfen geben, späten Regen,:,: füllet uns Alle denn mein Vermögen ist zu matt, mit seinem Segen.:;: die großen Wunder zu erhöh'n, 5. D'rum preis' und ehre seine die allenthalben um mich steh'n. Barmherzigkeit, sein Lob vermehre, wertheste Christenheit! Uns soll hinfort kein Unfall schaden::: Freue dich, Israel, seiner Gnaden!:,: 6. Lob sei dir, liebster Gott und Vater, für Leib und Seele, Hab' und Gut; Lob sei dir, mildester Berather, für Alles, was dein Lieben thut, und was du in der ganzen Welt zu meinem Nutzen haft bestellt. Matth. Apelles v. Löwenstern ( 1594-1648). Eigene Melodie. 7. Mein treuster Jesu, sei ge434. daß ich tauſend Zun- prieſen, daß dein erbarmungsvolles gen hätte und einen tausendfachen Mund, so stimmt' ich damit um die Wette von allertiefstem Herzensgrund' ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir gethan. Herz sich mir so hilfreich hat bewiesen und mich durch deinen Todesschmerz vom Sündenelend hat befreit und dir zum Eigenthum geweiht. O daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht, o daß mein Blut mit Jauchzen wallte, so lang' es noch im Laufe geht! Ach, wäre jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein Gesang! 8. Auch dir sei ewig Lob und Ehre, o heiligwerther Gottesgeist, für deine süße Himmelslehre, die mich ein Kind des Lebens heißt! Was Gutes soll durch mich gedeih'n, das wirkt dein göttlich Licht allein. 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht 9. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schüßzet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr Gott allen euren Fleiß und stehet munter Bebaoth! Du trägst mit meiner im Geschäfte zu Gottes, meines Sündenschuld unsäglich gnädige GeHerren, Breis! Mein Leib und duld. Seele, schicke dich und lobe Gott herzinniglich. 10. Wie sollt' ich nun nicht voller Freuden in deinem steten 4. Ihr grünen Blätter in den Lobe steh'n? wie sollt' ich auch im Wäldern, bewegt und regt euch doch tiefsten Leiden nicht triumphirend mit mir! Ihr schwanken Gräschen einher gehn? Und fiele auch der in den Feldern, ihr Blumen, laßt Himmel ein, so will ich doch nicht doch eure Zier zu Gottes Ruhm traurig sein. Neues Gesangbuch. 17 258 Lob- und Danklieder. 11. Ich will von deiner Güte| mir zu. D'rum will ich stille singen, so lange sich die Zunge leiden, und soll mich keine Pein regt; ich will dir Freudenopfer von deiner Liebe scheiden, noch mir bringen, so lange sich mein Herz beschwerlich sein. bewegt; ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm' ich noch mit Seufzen ein. 5. Mein Herze bleibt ergeben dein eigen für und für im Sterben und im Leben. Viel lieber will mit dir des Kreuzes Schmach ich leiden, als, Heiland, ohne dich genießen eitle Freuden, reich und doch jämmerlich. 6. Herrlichkeit der Erden, dich mag und will ich nicht! Mein Geist will himmlisch werden und ist dahin gericht't, wo Jesus wird geschauet: da sehn' ich mich hinein, wo Jesus Hütten bauet; denn dort ist gut zu Mel. Valet will ich dir geben. 435. Schat über alle Schäße, sein. o Jesu, du mein 7. Nun, Jesu, mein Verlangen, Ruhm, an dem ich mich ergöße, so komm' und wohn' in mir, laß dir sei ein Heiligthum in meinem fest an dir mich hangen, du, meiner treuen Herzen, mein Heiland, zu- Seele Zier, setz' endlich mich aus getheilt, weil du mit deinen Schmer- Gnaden in deine Freudenstadt: so zen mir meinen Schmerz geheilt. kann mir Niemand schaden, so bin 2. Ach, Freude meiner Freuden, ich reich und satt. Salomon Liscov( 1640-1689). 12. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin! Im Himmel soll es besser werden, wenn ich den Engeln ähnlich bin: da sing' ich dir im höhern Chor viel tausend Halleluja bor. Joh. Menzer( 1658-1734). du wahres Himmelsbrot, damit ich mich kann weiden, das meine Seelennoth so ganz vermag zu stillen und Mel. Es ist das Heil uns kommen her. in der Zeidenszeit mich reichlich 436. Sei Lob und Ehr' bem digkeit. Gut, Vater aller Güte, dem Gott, der 3. Laß, Heiland, mich erblicken alle Wunder thut, dem Gott, der dein freundlich Angesicht, mein mein Gemüthe mit seinem reichen Herze zu erquiden; komm', komm', Trost erfüllt, dem Gott, der allen mein Freudenlicht! Denn ohne dich Jammer stillt: gebt unserm Gott zu leben ist lauter Herzeleid; vor die Ehre! deinen Augen schweben ist wahre Seligkeit. 2. Es danken dir die Himmels heer', o Herrscher aller Thronen, 4. O reicher Quell des Lebens, und die auf Erden, Luft und Meer o Jesu, süße Ruh', dich such' ich in deinem Schatten wohnen, die nie vergebens, schickt Gott ein Kreuz preisen deine Schöpfermacht, die Liebe zu Jesu. 259 Alles also wohlbedacht: gebt unserm| Die falschen Gözen macht zu Spott; Gott die Ehre! S80 s der Herr ist Gott, der Herr ist Gott: gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott erschaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spät mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich ist Alles recht, ist Alles gleich: gebt unserm Gott die Ehre! 9. So kommet vor sein Angesicht, mit Jauchzen Dank zu bringen; bezahlet die gelobte Pflicht, und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es 4. Ich rief zum Herrn in meiner Alles wohlbedacht und Alles, Alles Noth: ach Gott, vernimm mein recht gemacht, gebt unserm Gott Schreien! Da half mein Helfer mir die Ehre! vom Tod und ließ mir Trost ge- d deihen; d'rum dank', ach Gott, drum dank' ich dir; ach, danket, Mel. Befiehl du deine Wege. danket Gott mit mir: gebt unserm Gott die Ehre!& nd Jenn Alle untreu werden, so bleib' 5. Der Herr ist noch und nimmer ich dir doch treu, daß Dankbarkeit nicht von seinem Volk geschieden; er bleibet ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er die Seinen stetig hin und her: gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hilf' ermangeln muß, die alle Welt erzeiget, so kommt mit seinem Ueberfluß der Schöpfer selbst und neiget die Vateraugen denen zu, die sonsten nirgends finden Ruh': gebt unserm Gott die Ehre! dun si dis t350 br si Joh. Schütz( 1640-1690). 7. Ich will dich all' mein Leben lang, o Gott, von nun an ehren; man soll, Gott, meinen Lobgesang an allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermunt're sich; mein Geist und Leib erfreue dich: gebt unserm Gott die Ehre! 437. We auf Erden nicht ausgestorben sei! Für mich umfing dich Leiden, vergingst für mich in Schmerz, d'rum geb' ich dir mit Freuden auf ewig dieses Herz. 2. Oft muß ich bitter weinen, daß du gestorben bist, und Mancher von den Deinen dich lebenslang vergißt. Von Liebe nur durchdrungen, hast du so viel gethan, und doch bist du verklungen, und Wen'ge denken dran. 3. Du stehst voll treuer Liebe noch immer Jedem bei, und wenn dir Reiner bliebe, so bleibst du dennoch treu. Die treu'ste Liebe sieget, am Ende fühlt man sie, weint bitterlich und schmieget sich findlich an dein Knie. 4. Ich habe dich empfunden; o 8. Ihr, die ihr Christi Namen lasse nicht von mir! Laß innig mich nennt, gebt unserm Gott die Ehre! verbunden auf ewig sein mit dir! Ihr, die ihr Gottes Macht be- Einst schauen meine Brüder auch tennt, gebt unserm Gott die Ehre! wieder himmelwärts und sinken lie17* 260 Liebe zu Jesu. bend nieder und fallen dir an's derer, die verloren, und ihr Licht Herz. dazu, Jefu, süße Ruh'. 2. Leben, das den Tod, mich aus aller Noth zu erlösen, hat geeschmecket, meine Schulden zugedecket und mich aus der Noth hat geFriedr. v. Hardenberg( Novalis) ( 1772-1801.) Eigene Melodie. 438. W Jenn ich ihn nur habe, führt zu Gott! wenn er mein nur 3. Glanz der Herrlichkeit, du bist ist, wenn mein Herz bis hin zum vor der Zeit zum Erlöser uns ge Grabe seine Treue nie vergißt: schentet und in unser Fleisch verweiß ich nichts von Leide, fühle senket in der Füll' der Zeit, Glanz nichts als Andacht, Lieb' und der Herrlichkeit. Freude. moo 2. Wenn ich ihn nur habe, laß ich Alles gern, folg' an meinem Wanderstabe treugesinnt nur meinem Herrn; laffe still die Andern breite, lichte, volle Straßen wandern. 4. Großer Siegesheld, Sünde, Höll' und Welt hast du mächtig überwunden, und ein ewig Heil er funden durch das Lösegeld deines Blut's, o Held! 3. Wenn ich ihn nur habe, schlaf' ich fröhlich ein; ewig wird zu süßer Labe mir doch seine Liebe sein, die mit sanftem Zwingen Alles wird erreichen und durchdringen. 4. Wenn ich ihn nur habe, hab' ich auch die Welt, und des Him mels reiche Gabe meinen Blick nach oben hält. Hingesenkt im Schauen kann mir vor dem Irdischen nicht grauen. 5. Wo ich ihn nur habe, ist mein Vaterland, und es fällt mir jede Gabe wie ein Erbtheil in die Hand; liebe Freund' und Brüder find' ich nun in seinen Jüngern wieder. Friedr. v. Hardenberg( Novalis) ( 1772-1801.) 5. Höchste Majestät, König und Prophet, deinen Scepter will ich tüssen, wie Maria dir zu Füßen sigen früh und spät, höchste Ma jestät! 6. Laß mich deinen Ruhm, als dein Eigenthum, durch des Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe brennen, als dein Eigenthum, du mein schönster Ruhm. 7. Zieh' mich ganz zu dir, daß dein Lieben mir ganz durchströme Herz und Sinne und mein Sehnen ganz verrinne, süßes Heil, in dir: wohne du in mir! 8. Deiner Sanftmuth Schild, deiner Demuth Bild mir anlege, in mich präge, daß kein Zorn, noch Stolz sich rege: vor dir sonst nichts gilt, als dein eigen Bild. Mel. Seelenbräutigam. 9. Steure meinem Sinn, der er ist wohl wie du, zur Welt will hin, daß ich nicht Jesu, süße Ruh'! mög' von dir wanken, sondern unter Vielen auserforen, Leben, bleiben in den Schranken; sei du 439. We Liebe zu Gott. 261 mein Gewinn, gieb mir deinen| täglich fester überzeugt, er sei mir Sinn. väterlich geneigt. 3. Ich finde täglich so viel Proben, wie seine Liebe sich vermehrt und kann nicht preisen g'nug und loben, wie seine Huld nie auf= gehört. Da geht kein Augenblick vorbei, der nicht ein Zeuge seiner Treu'. 4. So hat er mich zu sich gezogen, daß ich nicht mehr mein eigen bin; und weil er mir so sehr gewogen und liebet mich von Anbeginn, so ist es meines Herzens Schluß, daß ich ihn wieder lieben muß. 10. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unverrückt zu dir fortseße, und mich nicht in seinem Netze Satan halte auf: förd're meinen Lauf. 11. Deines Geistes Trieb in die Seele gieb, daß ich machen mög' und beten, freudig vor dein Antlig treten; ungefärbte Lieb' in die Seele gieb. 12. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Herzens Schifflein decken, woll'st du deine Hand ausstrecken, habe auf mich Acht, Hüter in der Nacht. 13. Einen Heldenmuth, der da Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüste hasse, gieb mir, höchstes Gut, durch dein theures Blut. 14. Soll's zum Sterben geh'n, woll'st du bei mir steh'n, mich durch's Todesthal begleiten und zur Herrlichkeit bereiten, daß ich einst mag seh'n mich zur Rechten steh'n. Joh. Freylinghausen( 1670-1739). 5. Wer wollte sich nicht ziehen lassen, wenn man in Liebesseilen geht? Gewiß, der muß sich selber hassen, der dieser Liebe widersteht und nicht, von Gegenlieb' entbrannt, gern geht an dieser Liebeshand. 6. Doch weil ich nicht aus eignen Kräften bei meiner Schwachheit fähig bin, des Fleisches Lust an's Kreuz zu heften, so zieh', mein Gott, den trägen Sinn durch deine Kraft so fest zu dir, daß ich in dir und du in mir. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. Jie sollt' ich meinen 7. Gieb, daß ich mich der Welt 440. Wie entziehe, die mich auf SündenGott nicht lieben? wege führt, und ihre gold'nen Netze Gott hat mich je und je geliebt fliehe, darinnen Mancher sich verund mir sein ganzes Herz verschrie- liert, wenn er bei Wollust, Gut ben, da er den eig'nen Sohn mir und Geld in Seelen- Noth und Tod giebt. Durch diese Gabe zeigt er verfällt. an, wie herzlich er mir zugethan. 8. Führst du mich gleich auf 2. Er hat von Ewigkeit beschlossen, rauhen Wegen, das Kreuz ist auch ich soll sein Kind und Erbe sein; ein Liebesfeil. Wer dessen Frucht bisher ist keine Zeit verflossen, da will recht erwägen, der findet hier nicht ein neuer Liebesschein mich das beste Theil, das ihn auch auf 262 Liebe zu Jesu. der Dornenbahn zu Himmelsfreuden| schon den Ort gefunden, wo mich führen kann. kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt 9. Und endlich wirf mir auch Alles wider mich zusammen, du bist im Sterben das Rettungsseil der mein Heil: wer will verdammen? Liebe zu, und ziehe mich aus dem Die Liebe nimmt sich meiner an. Verderben durch Jesu Tod in's 4. 4. Führst du durch Wüsten Land der Ruh'. Dort ist die beste meine Reise, ich folg' und lehne Einigkeit, da lieben wir in Ewig-| mich auf dich; du nährest mich mit feit. Himmelsspeise und labest aus dem Benjamin Schmolck( 1672-1737). Felsen mich. Ich traue deinen po Wunderwegen, sie enden sich in Eigene Melodie.idpi Lieb' und Segen: genug, wenn ich 441. Wie wohl ist mit, o dich bei mir hab'. Ich weiß, wen Freund der Seele, du willst herrlich zieren und über wenn ich in deiner Liebe ruh'! Ich Sonn' und Sterne führen, den steige aus der Schwermuthshöhle führest du zuvor hinab. und eile deinen Armen zu. Da 5. Der Tod mag Ändern düster muß die Nacht des Trauerns schei- scheinen, mir nicht, weil Seele, den, wenn mit der Fülle sel'ger Freuden die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden: wer sollte nicht bergnüget werden, der in dir suchet Ruh' und Lust! ions ind Herz und Muth in dir, der du verläsfest Keinen, o du mein Heil und Leben, ruht. Kann der des Weges Ende scheuen, der aus dem Wald, wo Mörder drohen, gelanget in die Sicherheit? Mein Licht, so 2. Die Welt mag meine Feindin will auch ich mit Freuden aus dies heißen: es sei also; ich trau' ihr sem dunklen Thale scheiden zur sel nicht. Wenn sie mir gleich will Lieb' gen Ruh' der Ewigkeit. him erweisen bei einem freundlichen Ge- 6. Wie ist mir dann, o Freund sicht. In dir vergnügt sich meine der Seelen, so wohl, wenn ich Seele, du bist mein Freund, den mich lehn' auf dich! Mich kann ich erwähle, du bleibst mein Freund, Welt, Noth und Tod nicht quälen, wenn Freundschaft weicht. Der Haß weil du, mein Freund, vergnügest der Welt kann mich nicht fällen, mich. Laß solche Ruh' in dem weil in den stärksten Unglückswellen Gemüthe nach deiner unumschränkmir deine Treu' den Anfer reicht. ten Güte des Himmels süßen Vor b 3. Will mich der Sünde Last schmack sein. Weg, Welt, mit deinen erdrücken, blitzt auf mich des Ge- Schmeicheleien! Nichts kann, als seßes Weh, zeigt sich die Hölle Jesus, mich erfreuen. O reicher meinen Blicken, so schau' ich gläu- Trost, mein Freund ist mein. big in die Höh' und flieh' zu dir und deinen Wunden: da hab' ich Wolfgang Deßler( 1660-1722) Lob- und Danklieder. 263 Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 6. O, wie hat mich deine Gnade 442. Womit soll ich dich ſtets geſucht, zu dir zu zieh'n, daß wohl ich von der Sünde Pfade zu tiger Herr Zebaoth? Sende mir Wunden möchte flieh'n, die mich dazu von oben deines Geistes ausgeföhnet haben und mir Kraft Kraft, mein Gott! Sonst kann nie zum Leben gaben. Tausend, taumein Lob erreichen deine Gnad' sendmal sei dir, großer König, Dank und Liebeszeichen: tausend, tausend- dafür! mal sei dir, großer König, Dank dafür. 7. Ja, Herr, lauter Gnad' und 2. Herr, entzünde mein Gemüthe, Wahrheit ist vor deinem Angesicht; daß ich deine Wundermacht, deine du, du trittst hervor in Klarheit, Gnade, Treu' und Güte stets er- in Gerechtigkeit, Gericht, daß man hebe Tag und Nacht! Denn von soll aus deinen Werken deine Güt' deinen Gnadenströmen dürfen Leib und Allmacht merken. Tausend, und Seele nehmen. Tausend, tau- tausendmal sei dir, großer König, sendmal sei dir, großer König, Dank dafür! Dank dafür! 8. Bald mit Lieben, bald mit Leiden kamst du, Herr, mein Gott, zu mir, nur mein Herze zu bereiten, ganz sich zu ergeben dir, daß mein gänzliches Verlangen möcht' an deinem Willen hangen: tausend, tausendmal sei dir! Großer König, Dank dafür! 3. Denk ich, wie ich dich verlassen und gehäufet Schuld auf Schuld, so möcht' ich vor Scham erblassen vor der Langmuth und Geduld, womit du, o Gott, mich Armen hast getragen mit Erbarmen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 9. Wie ein Vater nimmt und 4. Wahrlich, wenn ich überlege, giebet, wenn's den Kindern nützlich wie mit Lieb' und Gütigkeit du ist, so hast du mich auch geliebet, durch so viel Wunderwege mich ge- Herr, mein Gott, zu jeder Frist führt die Lebenszeit, so weiß ich und dich meiner angenommen, wenn fein Ziel zu finden, noch den Grund die Noth auf's Höchste kommen. hier zu ergründen. Tausend, tau- Tausend, tausendmal sei dir, großer sendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 5. Du, Herr, bist mir nachgegangen, als ich in der Irre ging, in der Sünde Wahn befangen nur an Erdengütern hing, lehrtest mich nach Besserm trachten, wahre Schäße hoch nur achten; tausend, tausend mal sei dir, großer König, Dank dafür! König, Dank dafür! 10. Mich hast du auf Adlers Flügeln oft getragen väterlich; in den Thälern, auf den Hügeln wunderbar errettet mich. Schien auch Alles zu zerrinnen, ward doch deiner Hilf' ich innen: tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 11. Fielen Tausend mir zur Seiten und zur Rechten zehnmal 264 Nächstenliebe. do mehr, ließest du mich doch begleiten| deine Gnadenströme hast du lassen durch der Engel starkes Heer. fließen, ob wir dich schon oft verNöthen, die auf mich eindrangen, ließen. Hilf uns noch, stärk' uns bin ich glücklich dann entgangen. doch; laß uns fröhlich singen, Lob Tausend, tausendmal sei dir, großer und Preis dir bringen. König, Dank dafür! 2. Jauchzet laut, ihr Himmel, 12. Vater, du hast mir erzeiget unsern Gott zu ehren, lasset euer lauter Gnad' und Gütigkeit, und Loblied hören! Preise deinen du hast zu mir geneiget, Jesu, deine Schöpfer, Sonne, deren Strahlen Freundlichkeit, und durch dich, o dieses große Rund bemalen; Mond Geist der Gnaden, werd' ich stets und Stern', lobt den Herrn, ihr, noch eingeladen: tausend, tausend- der Allmacht Werke, rühmet, seine mal sei dir, großer König, Dank Stärke! dafür! 3. O du, meine Seele, singe 13. Tausendmal sei dir gesungen, fröhlich, singe ihm, dem Schöpfer Herr, mein Gott, Preis, Lob und aller Dinge! Was da Odem holet, Dank, daß es mir bisher gelungen! falle vor ihm nieder, singe Dank Ach, laß meines Lebens Gang ferner noch durch Jesu Leiten hingeh'n in die Ewigkeiten: da will ich, Herr, für und für ewig, ewig danken dir! und Freudenlieder! Er ist Gott, Zebaoth, er nur ist zu loben hier und ewig droben. Ludwig Gotter( 1661-1735). 4. Halleluja singe, wer den Herrn erkennet und in Christo Vater nennet! Halleluja singe, welcher Christum liebet, ihm von Herzen sich ergiebet! Welch ein Heil ist dein Theil! Einst wirst du dort Herrscher von uns oben ohne Sünd' ihn loben. Allen, laß dir unser Lob gefallen: Eigene Melodie. 443. W underbarer König, Joachim Neander( 1650-1680). III. Liebe zum Nächsten. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 3. O nicht so fest und eng' ver444. Christ, wenn die Armen schließ' die Thüre und das Herz! auch einmal vor Ach, wer den Heiland von sich stieß', deiner Thüre steh'n, mert auf, ob was träfe den für Schmerz! nicht in ihrer Zahl der Herr sei ungeseh'n. 2. Und wenn ihr matter Ruf so bang' erschallt zu dir herein, 4. D'rum öffne gern und mitleidsvoll dem Flehenden dein Haus, und reiche mild der Liebe Zoll dem Dürftigen hinaus. horch auf, ob seiner Stimme Klang 5. Denn ehe du dich's wirst vers nicht möchte d'runter sein. seh'n, ist's dein Herr Jesus Christ; Nächstenliebe. 265 der wird durch deine Thüre geh'n,| Troft zu dir gefleht, hat für alle weil sie so gastlich ist. seine Wunden, Herr, in deiner 6. Und ehe du ihn noch er- treuen Hand Rettung, Heil, und kannt, der arm erschien vor dir, Trost gefunden, Hilfe, die er erhebt er seine heil'ge Hand, zum nirgends fand. Segen für und für; 7. Zum Segen über deinen Tisch und über all' dein Gut und über deine Kinder frisch und deinen frohen Muth; 8. Zum Segen über deine Zeit, die du hienieden gehst, und über deine Ewigkeit, da du dort oben stehst; 4. D'rum wenn mich mein Bruder träntet, denk' ich, Jesus litt' noch mehr. Ob er Böses von mir denket, sanfter will ich sein, wie er. Ob er Rummer mir bereitet, irrt vielleicht nur sein Verstand; weil er strauchelt, weil er gleitet, braucht er öfter meine Hand. 5. Nimmer soll mein Herz er9. Dort oben, wo er dann die müden, dem Bedrängten beizusteh'n. Thür dir auf mit Freuden thut, Es gewährt so hohen Frieden, wie ihm und seinen Brüdern hier seinen Schmerz gestillt zu seh'n. du that'st mit frommem Muth. Wilhelm Hey( 1789-1854). Wer um Dank und Lohn nur ringet, hat dahin der Erde Lohn; wen die Liebe einzig dringet, fühlt in ihr den Himmel schon. 445. M Mel. O Durchbrecher aller Bande. enschenfreund, nach deinem Bilde bilde 6. Zwar so manche Thräne fließet dem, der edle Saat gestreut, sich mein ganzer Sinn! Deine wenn der Hoffnung Feld nicht Sanftmuth, deine Milde sei mein sprießet oder wenig Frucht ihm köstlichster Gewinn. Unwerth wär' beut; aber wer beim Säen weinet, ich, dich zu kennen, liebt ich nicht, freut doch einst sich, wär's auch wie du geliebt, unwerth, mich nach spät; denn in ew'ger Frucht dir zu uennen, wenn ich Andre erscheinet, was Andre erscheinet, was die Liebe ausschwer betrübt. geſä't. August Niemeyer( 1754-1828). 2. Jesu, wo du liebend nahteſt, folgte Wohlthun deiner Spur, da du segnend Gutes thatest in der Mel. Valet will ich dir gebeu. Hütte, auf der Flur, an dem Lager 446. Nicht Opfer und nicht tranter wo du je nur Gaben, auch Ruhm geblickt, kehrte Freud' und Hoffnung und Ehre nicht, noch was sonſt wieder, und der Dulder ward er Menschen haben, befreit uns vom quickt. Gericht. Nur Jesu Liebe bleibet, fie 3. O du Menschlichster von Allen, ist von Ewigkeit; was außer ihr Keinen hast du je verschmäht, wer uns treibet, verschwindet mit der verirrt war, wer gefallen, wer um Zeit. 266 Nächstenliebe. 2. Sie giebt uns Kraft und denn wir sind alle Brüder. Gott Leben, reißt jeden Bann entzwei, schuf die Welt nicht bloß für mich, lehrt helfen, trösten, geben, macht mein Nächster ist sein Kind, wie ich. von der Lüge frei. Sie muß ge- 3. Ein Heil ist unser Aller Gut; ich recht uns machen und los von sollte Brüder hassen, die Gott durch Sündenlust, zum Beten und zum seines Sohnes Blut so theu'r er= Wachen bewegen uns're Brust. faufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich versühnt, hab' ich das mehr, als sie, verdient? 3. Sie ist die höchste Zierde, des Christenthumes Kern, sie gilt als schönste Würde und Krone vor dem Herrn. Was hilf's, mit Engelzungen wohlreden ohne Herz? Wen Liebe nicht durchdrungen, der ist ein todtes Erz. 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen, ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeih'n, dem du vergiebst? und 4. Geheimnißvolle Lehren und den nicht lieben, den du liebst? Thaten, fraftbeseelt, steh'n nicht bei 5. Was ich den Frommen hier Gott in Ehren, wenn's an der gethan, dem Kleinsten auch von Liebe fehlt. Der treibt mur arm diesen, das siehet mein Erlöser an, Geschwäge, wer falt und liebeleer als hätt' ich's ihm erwiesen: wie der Weisheit reiche Schäßze ver- fönnt' ich denn sein Jünger sein und breitet um sich her.d ihn in Brüdern nicht erfreu'n? 5. Der Vater ist die Liebe, der Sohn ist Lieb' allein; des heil'gen Geistes Triebe sind Liebe, heiß und rein. Liebe, Lebensquelle vom Vater und vom Sohn, mach' uns're Seelen helle, du Licht von Gottes Thron. 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. D'rum gieb mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist. Christ. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). thi masal Johann Rothen( geb. 1797). Mel. Mach's mit mir, Gott, nach deiner. so jemand spricht: ich 448. und uns Mel. Aus meines Herzens Grunde. enn uns die Feinde fränken 447. 8 liebe Gott, und haßt ein Freund vergißt, dann laß uns doch seine Brüder, der treibt mit dein gedenken, o Heiland, Jefu Gottes Wahrheit Spott und reißt Christ; sei du uns Schirm und sie ganz darnieder. Gott ist die Schuß, daß nicht in uns erwache Lieb' und will, daß ich den Nächsten der böse Geist der Rache und sünd' liebe gleich als mich. ger Groll und Truß. 2. Wir haben einen Gott und 2. Das Herz ist leicht erschüttert, Herrn, sind eines Leibes Glieder, und wogend wallt das Blut, der d'rum diene deinem Nächsten gern, Sinn ist leicht verbittert, und trotzig Gebetslieder. ist der Muth; schnell reißt der Zorn| Sterben für die, so dich verderben, uns fort und aus empörtem Grunde und deckst sie, als ein Schild. drängt nach dem stolzen Munde sich grollend Wort um Wort. 267 3. Ach, Herr, laß vor uns stehen dein bleiches, blut'ges Haupt, wenn 4. Zieh' ein, du Fürst der Liebe, zieh' ein in uns're Brust und heil'ge uns're Triebe und tilg' die böse Lust, daß wir, wie Gott es will, der Verläumder Schmähen uns gern unserm Feind vergeben und in frech die Ehre raubt. Wie blickest der Liebe leben geduldig, sanft und still. du so mild und betest noch im| Julius Sturm( geb. 1816.) IV. Gebetslieder. adi Mel. O Gott, du frommer Gott. 5. Ach, Gott, verlaß mich nicht; 449. Ah, Gott, verlaß mich ich bleibe dir ergeben. Hilf mir, o nicht, gieb mir die Gnadenhände; ach, führe mich, dein Kind, daß ich den Lauf vollende zu meiner Seligkeit; sei du mein Lebenslicht, mein Stab, mein Hort, mein Schutz, ach, Gott, verlaß mich nicht. 2. Ach, Gott, verlaß mich nicht, regiere du mein Wallen; ach, laß großer Gott, recht glauben, christlich leben und selig scheiden einst, zu seh'n dein Angesicht. Hilf mir in Noth und Tod; ach, Gott, verlaß mich nicht. mars 2 tolk Salomon Frand( 1659-1725.) dafta Mel. Erschienen ist der herrlich' Tag. mich nimmermehr in Sünd' und 450. Ju, deß sich alle Spimmir den guten Geist, gieb Glaubenszuversicht, sei meine Stärk' und Kraft; ach, Gott, verlaß mich nicht. d mel freu'n: auch meine Seele freut sich dein, daß du, du selbst, der ewig ist, Herr, Herr, daß du mein Vater bist, mein Vater biſt! Idejulsllad 3. Ach, Gott, verlaß mich nicht, ich ruf aus Herzensgrunde; ach, 2. Weit über unser Stammeln, Höchster, stärke mich in jeder bösen Stunde; wenn die Versuchung naht, und mir's an Kraft gebricht, so weiche nicht von mi; ach, Gott, verlaß mich nicht. weit geht deines Namens Herrlichkeit; ihn heilige, von Lieb' entbrannt, wem deines Namens bekannt, Unendlicher! mens Ruhm 3. Du herrschest, Gott; wer 4. Ach, Gott, verlaß mich nicht, herrscht dir gleich? Die Welten alle ach, laß dich doch bewegen; ach, sind dein Reich! Am väterlichsten Bater, fröne du mit reichem Him- herrschest du durch Christum; gieb melssegen die Werke des Berufs, uns Christi Ruh'! Du bist verdie Werke meiner Pflicht, zu thun, söhnt! was dir gefällt; ach, Gott, verlaß 4. Der du dich uns durch ihn mich nicht. sd enthüllst,- das nur ist selig, was 268 Gebetslieder. du willst. Dein Will' auf Erden so viel ich haben muß, nach deiner hier gescheh', wie droben in der Gnade werden. Himmel Höh', du Liebender! Gieb mir nur selbst zu erkennen. Weisheit und Verstand, dich, Gott, 5. O Vater, in des Leibes Noth und den, den du gesandt, und mich sei mit uns, gieb uns unser Brot! Labst du den Leib, schickst du ihm Schmerz: froh, still, voll Dank sei unser Herz; erhalt' uns dir! 3. Ich bitte nicht um Ehr' und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren: des guten Namens Eigenthum laß Mein 6. Vergieb uns uns're Missethat, mich nur nicht verlieren. die, Vater, dich erzürnet hat, wie wahrer Ruhm sei meine Pflicht, wir, vom Haß des Bruders rein, der Ruhm vor deinem Angesicht Beleidigungen ihm verzeihn; er- und frommer Freunde Liebe. barme dich! 4. So bitt' ich dich, Herr Ze 7. Zu heiß sei die Versuchung baoth, auch nicht um langes Leben: nicht; uns leucht', Erbarmender, im Glücke Demuth, Muth in Noth, dein Licht, wenn uns der Fluch der das wollest du mir geben. In deiner Sünde schreckt, und Nacht vor uns Hand steht meine Zeit: laß du mich dein Antlitz deckt, Erbarmender! nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden! Christ. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). 8. Erlös', erlös' uns, unser Gott, aus dieser und aus aller Noth! Laß sterbend uns dein Herz erfleh'n und dann zu deiner Ruh' eingeh'n, Gott, dem wir trau'n! Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend'. komme vor dein 452. Ich Angesicht, verwirt, 9. In deines Himmels Heiligthum, auf deiner Erd' erschall' dein o Gott, mein Flehen nicht; vergieb Ruhm; du bist der Herr der Herr- mir alle meine Schuld, du Gott lichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit; Hallelujah! Friedr. Gottlieb Klopstod( 1724-1803). der Gnade und Geduld. 2. Schaff' du ein reines Herz in mir, ein Herz voll Lieb' und Furcht zu dir; ein Herz voll Des muth, Preis und Dank, ein ruhig Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 451. Gott, beine Güte reicht Herz mein Leben lang. so weit, so weit die 3. Sei mein Beschüßer in GeWolken gehen; du frönst uns mit fahr, ich harre deiner immerdar. Barmherzigkeit und eilst uns beizu- Sst wohl ein Uebel, das mich schreckt, stehen. Herr, meine Burg, mein wenn deine Rechte mich bedeckt? Fels, mein Hort, vernimm mein Fleh'n, mert' auf mein Wort: denn 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand; von dir empfing' ich den Verstand, erhalt' ihn mir, o Herr, 2. Ich bitte nicht um Ueberfluß mein Hort, und stärk' ihn durch und Schäße dieser Erden: laß mir, dein göttlich Wort. ich will vor dir beten. Gebetslieder. 269 5. Laß, deines Namens mich| herzlich an, und sei durch Christum, zu freu'n, ihn stets vor meinen Augen sein! Laß, meines Glaubens mich zu freu'n, ihn stets durch Liebe thätig sein! deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild und großer Lohn. Christ. Fürchteg. Gellert( 1715-1769.) 6. Das ist mein Glück, was du Mel. Wer nur den lieben Gott läßt. mich lehrſt, das ſei mein Glück, 453. Mein Gott, ich Hopp daß ich zuerst nach deinem Reiche an deine Pforte tracht' und treu in allen meinen mit Seufzen und mit Bitten an; Pflichten sei. 7. Ich bin zu schwach aus eig'ner Kraft zum Kampf mit meiner Leidenschaft; du aber ziehst mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erlangen kann. ich halte mich an deine Worte: flopft an, so wird euch aufgethan. Ach, öffne mir die Gnadenthür, in Jesu Namen steh' ich hier. 2. Wer kann was von sich selber haben, das nicht von dir den Ursprung hat? Du bist der Geber aller Gaben, bei dir iſt immer Rath und That. Du bist der Brunn, der immer quillt, du bist das Gut, GG das immer gilt. 8. Gieb von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel, als dir gefällt; gieb deinem Knecht ein mäßig Theil, zu seinem Fleiße Glück und Heil. 9. Schenkt deine Gnad' mir 3. D'rum komm' ich auch mit Ueberfluß, so laß mich mäßig im meinem Beten, das voller Herz Genuß und einen frohen Geber und Glauben ist; der mich vor dich ſein, um dürft'ge Brüder zu er- hat heißen treten, ist mein Erfreu'n. löser, Jesus Christ, und der in mir das Abba spricht, ist ja dein Geist der Zuversicht. 4. Gieb, Vater, gieb nach deinem Willen, weß ich, dein Kind, bedürftig bin; du fannst mir meinen 11. Erwecke mir stets einen Hunger stillen, in dir muß aller Freund, der's treu mit meiner Wohl- Segen blüh'n; doch gieb, o Geber, fahrt meint, mit mir in deiner allermeist, was meiner Seele selig Furcht sich übt, mir Rath und Trost heißt. und Beispiel giebt. 5. Verleih Beständigkeit im 12. Beſtimmſt du mir ein läng'res Glauben, laß meine Liebe brünstig Ziel, und werden meiner Tage viel: sein; und will der böse Feind sie so bleih' du meine Zuversicht, ver- rauben, so schließ' in deinen Schußz laß mich auch im Alter nicht. mich ein, damit mein schwaches 13. Und wird sich einst mein Fleisch und Blut dem Feinde nichts Ende nah'n, so nimm dich meiner zu Willen thut. 10. Gieb mir Gesundheit und perleih', daß ich sie müß' und dankbar sei, und nie aus banger Sorg' um sie mich zaghaft einer Pflicht entzieh'. 270 Gebetslieder. 6. Erweck' in mir ein gut Ge-| feit; gern thun, was dir gefällt, wissen, das nicht die Welt, den wirkt reinere Zufriedenheit, als Feind nicht scheut, und laß mich alles Glück der Welt. meine Sünden büßen noch hier in dieser Gnadenzeit. Durchstreich' die Schuld mit Jesu Blut und mach' das Böse wieder gut. 4. Alsdann hab' ich Vertrau'n zu dir, dann schenket selbst dein Geist das freudige Bewußtsein mir, daß du mir gnädig ſeiſt. 7. Ich will dich auch, mein Gott, 5. Er leite mich zur Wahrheit nicht bitten, daß mich das Kreuz hin, zur Tugend stärk' er mich, verschonen soll; mein Heiland hat bewähre, wenn ich traurig bin, auch ja selbst gelitten, und also leid' ich billig wohl. Doch wird Geduld gar nöthig sein, die wollest du mir, Sott, verleih'n. mir als Tröster sich. me 6. Er schaff' in mir ein reines Herz, versieg'le deine Huld, und er bewaffne mich im Schmerz mit Muth und mit Geduld. Christoph Neander( 1724-1802). 10. 8. Das And're wird sich Alles fügen, ich mag nun arm sein oder reich; an deiner Huld laß ich mir g'nügen, die macht mir Glück und Eigene Melodie. Unglück gleich; kommt zeitlich Gut 455. Gott, du frommer wird's doch genug zur Nothdurft sein. du quell guter Gaben, ohn' den nichts 9. Ich bitte nicht um langes ist, was ist, von dem wir Alles Leben, nur daß ich christlich leben haben: gesunden Leib gieb mir, mag; laß mir den Tod vor Augen und daß in solchem Leib' ein' unschweben und des Gerichtes großen verletzte Seel' und rein Gewissen Tag, damit mein Ausgang aus der Welt den Eingang in den Himmel hält. bleib'. 2. Gieb, daß ich thu' mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande dampführet. Gieb, daß ich's thue bald, Mel. Lobt Gott, ihr Christen, allzugleich. zu der Zeit, da ich soll, und wenn Benj. Schmold( 1672-1737). 454. Nicht icht um ein flüchtig ich's thu', so gieb, daß es gerathe Gut der Zeit, ich wohl. fleh' um deinen Geist, o Gott, den mir zur Seligkeit dein theures Wort verheißt. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen. Laß kein unnüßes Wort aus meinem Munde gehen, 2. Die Weisheit, die vom Him- und wenn in meinem Amt ich mel stammt, o Bater, lehr' er mich, reden soll und muß, so gieb den die Weisheit, die das Herz ent- Worten Kraft und Nachdruck ohn' flammt zur Liebe gegen dich. Verdruß. 3. Dich lieben, Gott, ist Selig- 4. Find't sich Gefährlichkeit, so Gebetslieder. 271 laß mich nicht verzagen, gieb einen| du Menschensohn!:: Laß dich finHeldenmuth, das Kreuz hilf selber den,:,: bin ich gleich nur Asch' und tragen; gieb, daß ich meinen Feind Thon. mit Sanftmuth überwind', und wenn ich Rath bedarf, auch guten Rath erfind'. od en 2. Sieh' doch auf mich, Herr, ich bitt' dich, lenke mich nach deinem Sinn! Dich alleine ich nur meine, 5. Laß mich mit Jedermann in dein erkaufter Erb' ich bin.:,: Laß Fried und Freundschaft leben, dich finden,:,: gieb dich mir und soweit es christlich ist. Willst du nimm mich hin. mir etwas geben an Reichthum, Gut und Geld, so gieb auch dies dabei, daß von unrechtem Gut nichts untermenget sei. 3. Herr, erhöre! Ich begehre nichts, als deine freie Gnad', die du giebest, wo du liebest, und man dich liebt mit der That.:: Laß dich finden.:,: Der hat Alles, wer dich hat. 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch in's Alter 4. Himmelssonne, Seelenwonne, dringen, so gieb Geduld; vor Sünd' unbeflecktes Gotteslamm, all' mein und Schanden mich bewahr', auf Sinnen und Beginnen suchet dich, daß ich tragen mag mit Ehreno Bräutigam!:,: Laß dich finden,:,: graues Haar. starker Held aus Davids Stamm. 7. Laß mich an meinem End' 5. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichauf Christi Tod abscheiden; die thum, Wollust, Ehr' und Freud' Seele nimm zu dir hinauf zu sind nur Schmerzen meinem Herzen, deinen Freuden; dem Leib' ein welches sucht die Ewigkeit.:,: Laß Räumlein gönn' bei frommer Christen dich finden,:,: großer Gott, ich bin Grab', auf daß er seine Ruh' an bereit! feiner Seite hab'. Joachim Neander( 1650-1680). 8. Wenn du die Todten wirst an jenem Tag erwecken, wollst du zu meinem Grab' auch deine Hand 457. ausstrecken; laß hören deine Stimm' Eigene Melodie. rquell aller Seligfeiten, die in Strög und meinen Leib weck' auf und men sich verbreiten durch der führ' ihn schön verklärt zum aus- Schöpfung weit Gebiet, Bater, hör' erwählten Hauf'. Joh. Heermann( 1585-1647). mein flehend Lied! 2. Nicht um Güter dieser Erde, des erhabnen Geist's Beschwerde, um die Weltlust komm' ich nicht, Eigene Melodie. 456 Sich', hier bin ich, Vater, vor dein Angeſicht. Ehrenkönig, lege mich 3. Schäße, die mich nicht vervor deinen Thron: schwache Thrä- lassen, wann ich sterbend werd' ernen, kindlich Sehnen bring' ich dir, blassen, Tugenden, des Christen Gebetslieder. 272 Eigene Melodie. werth, find es, die mein Herz begehrt. 458, ater unser im Himmel 4. Geber aller guten Gaben! reich, der du uns festen Glauben möcht' ich haben, Alle heißest gleich Brüder sein und wie ein Meerfels unbewegt, wenn dich rufen an und willst das Beten an ihn die Woge schlägt; von uns ha'n: gieb, daß nicht bet' allein der Mund; hilf, daß es geh' aus Herzensgrund. 5. Lieb', aus deinem Herzen stammend, immer rein und immer flammend, Liebe, die dem Feind verzeiht, und dem Freund das Leben weiht; 2. Geheiligt werd' der Name dein, dein Wort bei uns hilf halten rein, daß wir auch leben heiliglich, 6. Hoffnung, die mit hohem nach deinem Worte würdiglich. Haupte, wenn die Welt ihr Alles Behüt' uns, Herr, vor falscher raubte, hinblickt, wo sie wonnevoll Lehr'. Das arm', verführte Voll Alles wieder finden soll; 7. Starken Muth im Kampf des Christen mit der Welt und ihren Lüsten; Sieg dem Geist und, wenn er siegt, Demuth, die im Staub sich schmiegt; 8. Duldung, alle Lebensplagen mit Gelassenheit zu tragen; stilles Harren, bis der Tod mich erlös't auf dein Gebot; 9. Seelenruhe, Muth im Sterben, wann die Lippen sich entfärben, und der letzte Seufzer spricht: o mein Jesu, laß mich nicht! befehr'! 3. Es komm' dein Reich zu dieser Zeit und dort hernach in Ewigkeit. Der heil'ge Geist uns wohne bei mit seinen Gaben mancherlei. Des Satans Zorn und groß' Gewalt zerbrich, vor ihm dein' Kirch' erhalt'. 10. Willst du, Herr von meinem Leben, diese Seligkeit mir geben, so wird auch die Leidensnacht mir zum heitern Tag gemacht. 4. Dein Will' gescheh', Herr Gott, zugleich auf Erden, wie im Himmelreich! Gieb uns Geduld in Leidenszeit, gehorsam sein in Lieb' und Leid; wehr' und steur' allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut. 5. Gieb uns heut unser täglich Brot, und was man darf zur Lei besnoth; behüt' uns, Herr, vor Unfried, Streit, vor Seuchen und 11. Immer will ich beten, ringen, vor theurer Zeit, daß wir in gutem stille harren, Dank dir bringen, Frieden steh'n, der Sorg' und Geizes bis dein Ruf einst meinen Geist zu dir, Vater, kommen heißt. 6. All' uns're Schuld vergieb 12. Seele, gieb dich nun zu- uns, Herr, daß sie uns nicht befrieden: Jesus kommt und stärkt die trübe mehr, wie wir auch unsern Müden; nur vergiß nie sein Gebot: Schuldigern ihr' Schuld und Fehl jei getreu bis in den Tod!" vergeben gern; zu dienen mach' uns All' bereit in rechter Lieb und Einigkeit. ledig geh'n. Christian Schubart( 1739-1791.) Morgenlieder. 273 7. Führ' uns, Herr, in Ver- scheer' uns auch ein selig End', suchung nicht! Wenn uns der böse nimm uns're Seel' in deine Händ'.' Feind anficht; zur linken und zur 9. Amen, das ist: es werde rechten Hand hilf uns thun starken wahr. Stärk' unsern Glauben imWiderstand, im Glauben fest und merdar, auf daß wir ja nicht zweiwohlgerüst't, und durch des heil'gen feln d'ran, das wir hiermit gebeten Geistes Trost. ha'n. Auf dein Wort, in dem Namen dein: so sprechen wir das 8. Von allem Uebel uns erlös': es sind die Zeit' und Tage bös'; Amen fein. erlöse uns vom ew'gen Tod und tröst' uns in der letzten Noth; beMart. Luther( 1483-1546). V. Morgen- und Abendlieder. Tischlieder. 1. Morgenlieder. Mel. Aus meines Herzens Grunde. der Welt mich jemals nach sich 459.Allmächtiger, ich hebe ziehn: helf' er mein Herz bewahren, helf' er mir die Gefahren der Sünde seh'n und flieh'n. Aug' empor zu dir. Preis dir, durch den ich lebe, und neuer Dank dafür! Herr, 5. Beglücke du die Meinen nach deine Huld ist groß, und du läßt deiner Gütigkeit. Vergiß der Armen dir das Lallen des Dankes wohl- keinen, wend' alles Herzeleid. Du gefallen, das aus dem Herzen floß. willst ja gern erfreu'n, eilst, Allen beizustehen; so laß auch dies mein Flehen dir wohlgefällig sein. 2. Daß nicht in tiefem Schlummer des Lebens Licht verlischt, und daß mich, frei von Kummer, ein fanfter Schlaf erfrischt: dies dank' ich deiner Macht und deiner Vatertreue; durch sie bin ich auf's Neue mit heiterm Muth erwacht. 6. Gott, dem ich angehöre, dein Friede ruh' auf mir! Mein Seufzen, meine Zähre, Erbarmer, ist vor dir. Deß soll mein Herz fich freu'n! Wer dir nicht traut, der bebe! Ich sterbe oder lebe: so bin 3. Beschützer uns'rer Seele, ich traue freudig dir; nicht, was ich ich ewig dein. mir erwähle, dein Rath gescheh' an mir! Gieb, was mir heilsam ist, und wenn ich Schwacher wante, ſo stärt mich der Gedanke, daß du 460. A Grunde jag' ich dir Eigene Melodie. meines stets um mich bist. 4. Er stärke mich, mit Freuden Lob und Dank in dieser Morgenzu thun, was dir gefällt; er röste stunde und all' mein Leben lang, mich im Leiden; und will die Lust o Gott, in deinem Thron, dir zu Neues Gesangsbuch. 18 Christoph Neander( 1724-1802). 274 Morgenlieder. Lob, Preis und Ehren durch Chri- an. D'rauf streck' ich aus die ſtum, unsern Herren, dein'n einge- Hand, greif' an mein Werk mit bornen Sohn: Freuden, das Gott mir will be2. Daß du mich hast aus Gna- scheiden in meinem Amt und Stand. den in der vergang'nen Nacht vor Joh. Matthesius( 1504-1565). Angst, Gefahr und Schaden behütet und bewacht. Ich bitt' in Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. Demuth dich: woll'ſt mir die Sünd' 461. Brich an, du ſchönes vergeben, womit in meinem Leben ich hab' erzürnet dich. mache munter mein Gesicht, laj 3. Du wollest auch behüten mich deine Strahlen glimmen; brich an, gnädig diesen Tag vor aller Bösen du theure Andachtsglut, aus gan Wüthen, vor Sünden und vor zem Herzen, Sinn und Muth ein Schmach, vor Feu'r und Wassers- Danklied anzustimmen! noth, vor Armuth und vor Schan- rühmet den ohn' Ende, dessen den, vor Krankheit und vor Ban- Hände mich behütet und mit Segen den, vor bösem, schnellen Tod. Preiset, 4. Mein' Seele, Leib und Leben, Gut, Ehr', Gemahl und Kind sei dir, Herr, übergeben, dazu mein Hausgesind', als dein Geschenk und Gab', die Eltern und Bekannten, Geschwister und Verwandten und Alles, was ich hab'. überschüttet. 2. Ach, Gott, mein Gott, ich danke dir von ganzem Herzen, daß du mir verliehen deine Güte, und mich in dieser düstern Nacht durch deine Engel hast bewacht an Leib, Seel' und Gemüthe, daß ich fröhlich meine Glieder rege wieder und die Kräfte brauche zu des Tag's 5. Laß deinen Engel bleiben und weichen nicht von mir, den Geschäfte. Feind von mir zu treiben, daß der 3. Ach gieb, o treues Vaterherz, Versucher hier, wenn's geht durch's daß alle Sünden, Angst und dunkle Thal, sein Macht und List Schmerz mit dieser Nacht vergehen, nicht übe, mir Leib und Seel' betrübe und bringe mich zu Fall. daß ich in deiner Gnad' und Huld' auch möge ledig aller Schuld recht 6. Gott will ich lassen rathen, geistlich auferstehen. Laß mich der alle Ding' vermag, er segne christlich meine Sorgen diesen Mormeine Thaten und förd're meine gen so erwägen, daß ich spüre deiSach': ihm hab' ich's heimgestellt: nen Segen. den Leib, die Seel', das Leben, 4. Herr Jesu, leite meinen Gang, und was er sonst gegeben. Er thu', daß ich forthin mein Leben lang wie ihm gefällt. nach deinem Willen walle; behüte 7. Darauf so sprech' ich Amen mir mein' Seel' und Leib, mich und zweifle nicht daran, Gott nimmt selbst in deine Hände schreib', das in Jesu Namen mein Flehen gnädig mit ich ja nicht falle! Mach' mich Morgenlieder. 275 willig, deine Wunden alle Stun- Tugend und Ehrbarkeit lieben und den zu betrachten und die Welt für nichts zu achten! Fleiß d'rauf wenden, als rechte Christenleut'. 5. Regiere mich mit deinem Geiſt, 5. Gieb deinen milden Segen, der mir den Weg zum Himmel daß wir auf dein Geheiß wandeln weist, auf daß ich überwinde, und auf guten Wegen, thun unser Amt deine reiche Segenshand bei mei- mit Fleiß: daß Jeder seine Netze nem Amte, meinem Stand zu jeder auswerf', und auf dein Wort den Zeit empfinde, bis ich endlich werd' Trost wie Petrus sege; so geht die in Freuden einstens scheiden und Arbeit fort. mit Singen dir ein neues Danklied bringen. Verfasser unbekannt. 6. Was dir gereicht zu Ehren und der Gemein zu Nuß, das will der Satan wehren mit List und großem Truk; doch kann er nichts vollbringen, weil du, Herr Jesu Christ, herrschest in allen Dingen, und unser Beistand bist. Eigene Melodie. 462.Da ant sei Gott in der Höhe zu dieser Morgenstund', durch den ich heut auf7. Wir sind die zarten Reben, stehe vom Schlaf' frisch und ge- der Weinstock selbst bist du, daran sund. Mich hatte zwar gebunden wir wachsen, leben und bringen mit Finsterniß die Nacht: ich hab' Frucht dazu. Hilf, daß wir an sie überwunden durch Gott, der dir bleiben und wachsen immermehr, mich bewacht. laß deinen Geist uns treiben zu Werken deiner Ehr'. Joh. Mülmann( 1573-1613). 2. Dich will ich gläubig bitten, 0 Schutzherr Israel, du woll'st mich treu behüten den Tag mit Leib und Seel'. Laß uns're Obrig- Mel, Nun sich der Tag geendet hat. beiten, die Schule und Gemein' in 463. Das äuß're Sonnenlicht Herr, beist da und fohlen sein. mir in's Gesicht, Gott ist noch 3. Erhalt' durch deine Güte mehr dem Geiste nah' mit seinem uns bei gesunder Lehr', vor Abfall Lebenslicht. uns behüte, streit' für dein Wort 2. Ach wohn' in mir, du Gottesund Ehr', daß wir mit unserm sonn', mein Geist dein Himmel werd', Samen all'zeit in einem Geist daß ich, o reine Seelenwonn', ſei sprechen: des Herren Namen sei ganz in dich verklärt. groß und hoch gepreist! 4. Dem Leibe gieb daneben Nahrung und guten Fried', Gesundheit, mäßig Leben, dazu ein froh Gemüth, daß wir in allen Ständen 3. Wenn sich die Sonne offenbart, so weicht die Dunkelheit: vertreib' durch deine Gegenwart die Sünd' und Eigenheit. 4. Du bist ein Licht und wohnst 18* 276 Morgenlieder im Licht; ach, mach' mich licht und| hier, so will ich dankbar sein dafür: rein, daß ich kann schauen dein Ge- auf sein Wort werf' ich aus mein sicht, dir ganz vereint fann sein. Netz und sag' in meiner Arbeit stets: das walte Gott! 5. Der Adler schauet gradezu die Sonne fröhlich an: mein Geistesauge öff'ne du, daß ich dich schauen fann. 6. Wer dich in deinem Licht erblickt in seiner Seelen Grund, der wird wie Engel hier beglückt und ehrt dich alle Stund'. 7. So laß mich wandeln, wo ich bin vor deinem Angesicht; mein Thun und Lassen immerhin sei lauter, rein und licht. 8 Dein Auge leite meinen Gang, daß ich nicht irre geh', ach, bleib' mir nah' mein Leben lang, bis ich dich ewig seh'. Gerhard Tersteegen( 1697-1769). 5. Anfang und Mitte, sammt dem End', stell' ich allein in Gottes Händ'. Er gebe, was mir nützlich ist, d'rum sprech' ich auch zu jeder Frist: das walte Gott! Mel. Erschienen ist der herrlich' Tag. 464. Da as walte Gott, der 6. Legt er mir seinen Segen bei nach seiner großen Güt' und Treu', so g'nüget mir's zu jeder Stund', d'rum sprech' ich auch aus Herzensgrund: das walte Gott! 7. Trifft mich ein Unglück: unverzagt, ist doch mein Werk in Gott gewagt. Er wird mir Hülfe stets verleih'n, d'rum soll dies meine Loosung sein: das walte Gott! 8. Er kann mich segnen früh und spät, bis all mein Thun zu Ende geht; er giebt und nimmt, macht's, wie er will, d'rum sprech' ich auch helfen kann! Mit fein in der Still': das walte Gott! 9. Gott steht mir bei in aller und giebt mir auch mein täglich Brot, nach seinem alten Vaterbrauch thut er mir Gut's; drum sprech' ich auch: das walte Gott fang' ich die Arbeit an; mit Gott nur geht es glücklich fort; Noth d'rum ist auch dies mein erstes Wort: das walte Gott! 2. All' mein Beginnen, Thun und Werk erfordert Gottes Kraft Gott! und Stärk'. Mein Herz sucht 10. Nichts glücket ohne Gottes Gottes Angesicht, d'rum auch mein Gunst, nichts hilft Verstand, Wiz Mund mit Freuden spricht: das walte Gott! oder Kunst, mit Gott geht's fort, geräth's auch wohl, daß man darf 3. So Gott nicht hilft, so kann sprechen glaubensvoll: das walte ich nichts; wo Gott nicht segnet, Gott! da gebricht's; Gott giebt und thut 11. Theilt Gott was mit aus mir so viel Gut's: d'rum sprech' Gütigkeit, so acht' ich keiner Feinde ich nun auch guten Muth's: das walte Gott! Neid; mag hassen, wer's nicht laſſen kann, ich stimme doch mit Freuden an: das walte Gott! 4. Will Gott mir etwas geben Morgenlieder. 277 12. So will ich denn mit Gottes| ruhig Herz, das sich auf deine Rath beharren auf dem schmalen Weisheit stüzet und dir vertraut Pfad, dann Alles wohl gerathen muß; d'rum sprech' ich nochmals zum Beschluß: das walte Gott! Joh. Betichius( 1650-1722). auch in dem größten Schmerz. Du weißt, was mir zum wahren Wohl gebricht, und du versäumst gewiß mein Bestes nicht. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich singen. 465. Dich, ich, dich, mein Gott, 6. In diesem kindlichen Vertrauen will ich an des Berufs Geschäfte geh'n, auf deinen sichern Beiſtand will ich erheben: du bauen und deiner Fügung still entwarst mein Schirm in der verfloffnen gegenseh'n: ich weiß, du führst mich Nacht, erquicktest mich, erhielt'st stets auf rechter Bahn, und nimmst mein Leben und schafftest, daß ich mich einst gewiß zu Ehren an. fröhlich bin erwacht. Wer bin ich, Joh. Diterich( 1721-1797). daß du meiner so gedenkst und wieder einen Tag zum Heil mir Mel. Wie schön leucht't uns der Morschenkst? genstern. 2. Auch über mir ist deine Güte 466. Dich feh' ich wieder, noch immerfort an jedem Morgen Morgenlicht, und neu: mit dankbar freudigem Ge- freue mich der hohen Pflicht, dem müthe fühl ich die Größe deiner Höchsten Lob zu singen: ich will Vatertreu. Auch diesen Tag will voll frommer Dankbegier, o ewig ich mich deiner freu'n; auch er soll bir zum Dienst geheiligt sein. guter Vater, dir Preis und Anbetung bringen: Schöpfer, Vater! deine Treue rührt auf's Neue mein Gemüthe; froh empfind' ich deine Güte. 2. Du warst auch diese Nacht um mich: was wär' ich, hättest du nicht dich so hilfreich mir bewiesen? Zu meinem Leben fügtest du jetzt einen neuen Tag hinzu: sei hoch 4. Laß diesen Tag mich so voll- dafür gepriesen. Durch dich bin ich, bringen, daß ich ihn ohne Reu' be- und ich merke neue Stärke: dich schließen kann; soll guter Vorsatz erhebe Herz und Geist, so lang' ich mir mißlingen, sieh doch den guten lebe. Willen gnädig an. Auch dieser Theil 3. Verleih', o Gott der Lieb' und von meiner Uebungszeit sei mir Macht, daß Sünd' und Gram, wie Gewinn noch für die Ewigkeit. diese Nacht, auf ewig von mir 5. Gieb mir auch heute, was mir fliehe, daß ich die kurze Lebenszeit nüzet; vor Allem aber gieb ein in christlicher Zufriedenheit zu müßen 3. Vor deinen Augen will ich wandeln und redlich thun, was dir, mein Gott, gefällt; gewissenhaft in Allem handeln und weislich fliehn die schnöde Lust der Welt. O stärke selbst durch deine Gnade mich; denn was vermag ich Schwacher ohne dich? Morgenlieder. 278 mich bemühe; prüfe, siehe, wie ich's meine; dir ist keine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht, verborgen. 3. Lasset uns singen, dem Schöpfer bringen Güter und Gaben; was wir nur haben, Gott sei das 4. Ich bin ein Christ, o Herr, Alles zum Opfer geweiht. Die besten verleih', daß ich des Namens würdig Güter sind uns're Gemüther; Lieder sei! Mein Ruhm sei deine Gnade. der Frommen, von Herzen gekom. Denn, ach, was bin ich ohne dich? men, die sind's, daran er am meisten Ein irrend Schäflein: halte mich, sich freut. mein Hirt, auf deinem Pfade! Stärk' mich, daß ich stets mich übe, deine Liebe zu betrachten, über Alles dich zu achten. 4. Abend und Morgen sind seine Sorgen; segnen und mehren, Un glück abwehren sind seine Werke und Thaten allein. Wenn wir uns 5. Auch im Geräusch der Welt legen, so ist er zugegen; wenn wir soll mich der heilige Gedank' an aufstehen, so läßt er aufgehen über dich oft still zu dir erheben. Im uns seiner Barmherzigkeit Schein. dunklen Thale wall' ich hier; einst 5. Ich hab' erhoben zu dir hoch nimmst du mich hinauf zu dir, zum droben all' meine Sinnen: laß Licht und höhern Leben. Auf dich mein Beginnen ohn' allen Anstoß hoff ich: Herr, ich werde mich der und glücklich ergeh'n. Laster und Erde gern entschwingen, dir dort Schande, des Seelenfeind's Bande, ewig Lob zu singen. Fallen und Tücke treib' ferne zu rücke, laß mich auf deinen Geboten besteh'n. Christoph Neander( 1724-1802). Eigene Melodie. 467. Die ie gold'ne Sonne, 6. Laß mich mit Freuden ohn' alles Neiden sehen den Segen, den voll Freud' und du wirst legen in meines Bruders Wonne, bringt unsern Grenzen mit und Nächsten Haus. Geiziges ihrem Glänzen ein herzerquickendes, Brennen, unchristliches Rennen nach liebliches Licht. Mein Haupt und Gut mit Sünde, das tilge geschwinde Glieder, die lagen darnieder; aber von meinem Herzen und wirf es nun steh' ich, bin munter und hinaus. fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht. 7. Menschliches Wesen, was ist's? gewesen! in einer Stunde 2. Mein Auge schauet, was Gott geht es zu Grunde, sobald die gebauet zu seinen Ehren und uns Lüfte des Todes d'rein weh'n. zu lehren, wie sein Vermögen sei Alles in Allen muß brechen und mächtig und groß, und wo die fallen, Himmel und Erden, die Frommen dann sollen hinkommen, müssen das werden, was sie ge wenn sie mit Frieden von hinnen wesen vor ihrem Entsteh'n. geschieden aus dieser Erden vergänglichem Schooß. - - 8. Alles vergehet; Gott aber stehet ohn' alles Wanken, seine Ges Morgenlieder. 279 danken, sein Wort und Wille hat Mel. Herr Jesu Christ, mein's Lebens ewigen Grund. Sein Heil und Licht. Gnaden, die nehmen nicht Schaden, 468. Die helle Sonn' leucht't fröhlich Schmerzen, halten uns zeitlich und vom Schlaf' aufstehen wir, Gottewig gesund. lob, der uns heut diese Nacht behütet vor des Feindes Macht. 9. Gott, meine Krone, vergieb und schone, laß meine Schulden in Gnad' und Hulden von deinen Augen sein ferne gewandt! Sonst, Herr, regiere, mich lenke und führe, wie es dein Wille; ich halte dir sein: stille, geb' mich in deine allmächtige Hand. 2. Herr Christ, den Tag uns auch behüt von Sünd' und Schand' durch deine Güt', laß deine lieben Engelein uns're Hüter und Wächter 10. Willst du mir geben, womit mein Leben ich fann ernähren, so laß mich hören all'zeit im Herzen dies heilige Wort: Gott ist das Größte, das Schönste, das Beste. Gott ist das Süß'ste und Allergewiß'ste, aus allen Schäßen der edelste Hort. 3. Daß unser Herz gehorsam leb' und deinem Wort nicht widerstreb', daß wir stets geh'n auf deiner Bahn in Allem, was wir fangen an. 4. Laß unser Werk gerathen wohl, das ein Jeder ausrichten soll, daß uns're Arbeit, Müh' und Fleiß gereich' zu deinem Lob und Preis. Nicolaus Hermann( gest. 1561). 11. Willst du mich fränken, mit Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Galle tränken, und soll von Plagen 469. Erhebe dich, o meine ich auch was Seel', Finsterniß vergehet; der Herr erscheint dir, Israel, sein Licht am Himmel stehet. Erhebe dich aus deinem Schlaf, du alleine; nie haft zu sehr du die daß er was Gutes in dir schaff', tragen, mach' es, wie dir es beliebt. Was gut und tüchtig, was schädlich und nichtig meinem Gebeine, das weißt Deinen betrübt. und dich sein Geist erleuchtet. 12. Trübsal und Zähren nicht 2. Im Licht muß Alles rege ewig währen; nach Meeres Brau sein und sich zur Arbeit wenden; sen und Windes Sausen leuchtet im Licht singt früh das Vögelein, der Sonne erwünschtes Gesicht im Licht will es vollenden. So Freude die Fülle und selige Stille soll der Mensch in Gottes Licht darf ich erwarten im himmlischen Garten: dahin sind meine Gedanken gericht't. aufheben billig sein Gesicht zu dem, der ihn erleuchtet. Paul Gerhardt( 1606-1676). 3 Laßt uns an unsre Arbeit geh'n, den Herren zu erheben; laßt uns, indem wir aufersteh'n, bes weisen, daß wir leben; laßt uns in Morgenlieder. 280 diesem Gnadenschein nicht eine Mel. Herzlich thut mich verlangen. Stumde müßig ſein: Gott ist's, der 470. Es hat uns heißen uns erleuchtet. treten, o Gott, lieber Sohn, mit herzlichen Gebeten vor deinen hohen Thron, und uns mit theurem Amen Erhörung zugesagt, wenn man in seinem Namen nur bittet, fleht und flagt. 2. Darauf komm' ich gegangen in dieser Morgenstund'; ach, laß mich doch erlangen, was ich aus 5. Du zeigst, was zu verrichten Herzensgrund von dir, mein Gott, sei auf unsern Glaubenswegen; so begehre im Namen Jesu Christ, hilf' uns nun und steh' uns bei, und gnädig mir gewähre das, was verleihe deinen Segen, daß das mir nützlich ist. Geschäft von deiner Hand vollführet werd' im ganzen Land, wo zu du uns erleuchtet. 3. Nicht bitt' ich, mir zu geben aus deiner reichen Hand Geld, Gut und langes Leben, nicht Ehr', noch hohen Stand; denn dieses ist nur nichtig und lauter Eitelkeit, daß ich recht brauch' die Gnaden- vergänglich, schwach und flüchtig zeit; so fleh'n wir auch einhellig, die du geboren aus dem Geist, die deinen Zorn du fürchten heiß'st, nachdem du sie erleuchtet. 6. Ich flehe, Herr, mach' mich bereit zu dem, das dir gefällig, und schwindet mit der Zeit. 4. Ich bitte, mir zu schenken ein frommes, keusches Herz, das nimmermehr mag denken auf Sünd' 7. Das Licht des Glaubens sei in und schnöden Scherz, das stets in mir ein Licht der Kraft und Stärke; Liebe flammet zu dir, Gott, himmeles sei die Demuth meine Zier, die an und alle Lust verdammet, der Lieb' das Werk der Werke. Die sündenvollen Bahn. 4. Ein Tag geht nach dem andern fort, und unser Werk bleibt liegen. Ach, hilf uns, Herr, du treuer Hort, daß wir uns nicht betrügen; gieb, daß wir greifen an das Werk; gieb Gnade, Segen, Kraft und Stärk, im Licht, das uns erleuchtet. Weisheit fließt in diesen Grund, und öffnet beides, Herz und Mund, dieweil die Seel' erleuchtet. 5. Dann laß mich auch gewinnen, nach deiner großen Kraft, Kunst, Weisheit, fluge Sinnen, Verstand 8. Herr, bleib' bei mir, du und Wissenschaft, daß all' mein ew'ges Licht, daß ich stets wandle Thun und Handeln dir mag gerichtig; erfreu' mich durch dein fällig sein, und vor der Welt mein Angesicht, mach' mich zum Guten Wandeln ohn' allen falschen Schein. tüchtig, bis ich erreich' die gold'ne Stadt, die deine Hand gegründet hat und ewiglich erleuchtet. 6. So wird von jenen allen: Stand, Leben, Ehr' und Geld, in meinen Schooß mir fallen, so viel dir, Gott, gefällt. Man muß die Seel' erst schmücken, so wirst Peter Lackmann( gest. 1713). E Morgenlieder. 281 allgemach den Leib auch schon be- Schild, mein Ehr', mein Ruhm, glücken: Glück folgt der Tugend nach. Georg Neumark( 1621-1681). Eigene Melodie. 471.6 ott des Himmels und nimm mich auf, dein Eigenthum! 7. Deinen Engel zu mir sende, der des bösen Feindes Macht, Liſt und Anschläg' von mir wende und mich halt' in guter Acht, der auch endlich mich zur Ruh' trage der Erden, Vater, nach dem Himmel zu. Sohn und heil'ger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn' und Mond uns scheinen Mel. Ich dank' dir schon durch deinen. 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen hast behütet und bewacht, daß des bösen Feindes List mein nicht mächtig worden ist. Heinrich Alberti( 1604-1651). heißt, deſſen ſtarke Hand die Welt, 472. Mein erſt Gefühl fer was d'rinnen ist, erhebe Gott, o Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang: Lobsing' ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schüßen ohne macht, lag ich und schlief in Frieden: wer schafft die Sicherheit der Nacht 3. Laß die Nacht auch meiner und Ruhe für die Müden? Sünden jetzt mit dieser Nacht ver- 3. Wer wacht, wenn ich von geh'n; o Herr Jesu, laß mich finden deine Wunden offen steh'n, da alleine Hilf und Rath ist für meine Missethat. mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß und schützt mich vor Gefahren? 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen geistlich auferstehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort: sei und bleibe du auch heute 6. Gelobet feist du, Gott der mein Beschützer und mein Hort! Macht, gelobt sei deine Treue, daß Nirgends als bei dir allein fann ich nach einer sanften Nacht mich ich recht bewahret sein. dieses Tag's erfreue! 6. Meinen Leib und meine Seele, 7. Laß deinen Segen auf mir ſammt den Sinnen und Verstand, ruh'n, mich deine Wege wallen, und großer Gott, ich dir befehle unter lehre du mich selber thun nach deideine starke Hand. Herr, mein nem Wohlgefallen. 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, uns wieder aufzuwecken? 5. Du bist es Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben: du bist es, der es uns erhält und mir's jetzt neu gegeben. Kar 282 Morgenlieder. 8. Nimm meines Lebens gnädig| Gott, der Sohn; stärk' mich, Gott, wahr, auf dich hofft meine Seele; sei mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle. heil'ger Geist! Herr, segne und behüte, laß leuchten deine Güte, gieb Frieden allermeiſt! 9. Gieb mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb' und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erfenn' und willig thue; 4. Ja, Vater, der du Allen die Sonne scheinen läß'st, dein' Gnad' und Wohlgefallen steht alle Tage fest. Erbarme dich auch heut der 10. Daß ich als ein getreuer Frommen und der Bösen, hilf alleKnecht nach deinem Reiche strebe, sammt erlösen jetzt und in Ewigkeit! gottselig, züchtig und gerecht durch Kaspar Neumann( 1648-1715). deine Gnade lebe; 11. Daß ich, dem Nächsten beiEigene Melodie. zuſteh'n, nie Fleiß und Arbeit ſcheue, 474. Morgenglanz der Gwigmich gern an Wohlergeh'n und ihrer Tugend freue; feit, Licht vom unerschöpften Lichte, schick' uns diese 12. Daß ich das Glück der Le- Morgenzeit deine Strahlen zu Gebenszeit in deiner Furcht genieße sichte und vertreib' durch deine und meinen Lauf mit Freudigkeit, Macht uns're Nacht! wann du gebeut'st, beschließe. Christ. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). Mel. Aus meines Herzens Grunde. 473. M it Gott will ich's anfangen, sein Nam' 2. Die umwölkte Finsterniß mög' vor deinem Glanz verfliegen, in die Adams Fall uns riß, und in der wir Alle liegen, daß wir, Herr, durch deinen Schein selig sci'n! 3. Deiner Güte Morgenthau sei benedeit! nachdem die Nacht fall' auf unser matt Gewissen, laß vergangen, und sich der Tag er- die dürre Lebensau deinen süßen neut. Hör' auf, mein Herz, zu Trost genießen und erquick' uns, ruh'n, erkenne Gottes Güte und deine Schaar, immerdar. richte dein Gemüthe, viel Gutes heut zu thun! 4. Gieb, daß deiner Liebe Glut uns're falten Werke tödte, und ers 2. Herr, dir ist nicht verborgen, weck' uns Herz und Muth bei er daß wir noch Sünder sind, und standner Morgenröthe, daß wir, daß man alle Morgen auf Erden eh' wir gar vergeh'n, recht aufKummer find't; d'rum halt' mein steh'n. Herze rein, laß Sünd' es nicht verderben, und sollt' ich heute sterben, so laß es selig sein. 5. Hilf uns doch das Sündenfleid heut' mit heil'gem Ernste meiden; laß in die Gerechtigkeit 3. Was meiner Seele nüße, gieb wie in ein Gewand uns kleiden, mir von deinem Thron: Gott, daß wir so vor Sündenpein sicher Vater, mich beschüße, regier' mich, sei'n. Morgenlieder. 6. Ach, du Aufgang aus der Mel. O Gott, du frommer Gott. Höh', gieb, daß auch am jüngſsten 476.0 Sesu, süßes Licht, Tage ersteh' nun ist die und, entfernt von aller Plage, sich vergangen, nun hat dein Gnadenauf jener Freudenbahn freuen kann. glanz auf's Neue mich umfangen; 7. Leucht' uns selbst in jene nun ist, was an mir ist, vom Welt, du verklärte Gnadensonne, Schlafe aufgeweckt und hat sich, führ' uns durch dies Thränenfeld Herr, zu dir verlangend ausgestreckt. in das Land der süßen Wonne, da die Lust, die uns erhöht, nie vergeht! 2. Was soll ich dir denn nun, mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar in deine Gnad' einsenken, mit Leib', mit Seel', mit Geist heut diesen ganzen Tag: das soll mein Opfer sein, weil ich Christ. Knorr v. Rosenroth( 1636-1689). Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend'. 475. heilige Dreifaltigkeit, sonſt nichts vermag. 3. o hochgelobte Einigfeit: Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist, heut diesen Tag mir Beistand leist'! 2. Mein' Seel', Leib, Ehr' und Gut bewahr', daß mir kein Böses widerfahr', und mich der Böse nicht verletz', noch mich in Schand' und Schaden setz'. 283 3. Des Vaters Huld mich heut anblick', des Sohnes Güte mich erquick, des heil'gen Geistes Glanz und Schein erleucht' des finstern Herzens Schrein. 4. Da sei denn auch mein Leib zum Tempel dir ergeben, zur Wohnung und zum Haus, o du mein Heil und Leben, ach wohn', ach leb' in mir, beweg' und rege mich! So hat Geist, Seel' und Leib mit dir vereinigt sich. 5. Dem Leibe hab' ich jetzt die 4. Mein Schöpfer, steh' mir Kleider angeleget: laß meiner Seele träftig bei; o mein Erlöser, hilf sein dein Bildniß eingepräget im mir frei! O Tröster werth, weich' goldnen Glaubensschmuck, in der nicht von mir, mein Herz mit wer- Gerechtigkeit, die allen Seelen ist then Gaben zier'! da echte Ehrenkleid. 5. Herr, segne und behüte mich, erleuchte, Herr, mich gnädiglich, Herr, heb' auf mich dein Angesicht und deinen Frieden auf mich richt'! Martin Behemb( 1557-1622). D'rum siehe da, mein Gott, da hast du meine Seele: sie sei dein Eigenthum, mit ihr dich heut vermähle in deiner Liebe Kraft! Da hast du meinen Geist, darinnen woll'st du dich verklären allermeiſt. 6. Mein Jesu, schmücke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keuſchheit, mit Geduld durch deines Geistes Triebe! Auch mit der Demuth mich vor Allem fleide an: so bin ich wohlgeschmückt und köstlich angethan. 284 Morgenlieder. 7. Bleib' du mir diesen Tag stets 7. Die wirst du nicht ver vor den Augen schweben; laß dein' schmähen: du kannst in's Herze Allgegenwart mich wie die Luft sehen und weißt wohl, daß zur umgeben, auf daß mein ganzes Gabe ich ja nichts Bess'res habe. Thun durch Herz, durch Sinn und Mund dich lobe inniglich, mein Gott, zu aller Stund'. 8. So woll'st du nun vollenden dein Werk an mir und senden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. 8. Ach segne, was ich thu', ja rede und gedenke. Durch deines 9. Sprich Ja zu meinen Thaten, Geistes Kraft es also führ' und hilf selbst das Beste rathen; den lenke, daß Alles nur gescheh' zu Anfang, Mitt' und Ende, ach, Herr, deines Namens Ruhm, und daß ich zum Besten wende. unverrückt verbleib' dein Eigenthum. Joachim Lange( 1670-1744). 10. Mit Segen mich beschütte, mein Herz sei deine Hütte, dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reise. Paul Gerhardt( 1606-1676). Eigene Melodie. 477. Wach' auf, mein Herz, und singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber Mel. Werde munter, mein Gemüthe. aller Güter, dem frommen Men- 478. We Jenn ich einst von schenhüter. jenem Schlummer, 2. Heut, als die dunkeln Schatten welcher Tod heißt, aufersteh', und mich ganz umfangen hatten, blieb von dieses Lebens Kummer frei, ich doch unversehret, Gott hat dem den schönen Morgen seh': o, dann Leid gewehret. wach' ich anders auf! Schon am Ziel ist dann mein Lauf. Träume sind des Pilgers Sorgen, großer Tag, an deinem Morgen. armen. 2. Hilf, daß keiner meiner Tage, 4. Du sprachst: mein Kind, nun Geber der Unsterblichkeit, dir, dem liege, mein starker Schutz dir Richtenden, einst sage, er sei ganz g'nüge: schlaf' wohl, laß dir nicht grauen, du sollst die Sonne schauen 5. Dein Wort, das ist geschehen, ich kann das Licht noch sehen, von Noth bin ich befreiet, dein Schutz hat mich erneuct. von mir entweiht! Auch noch heute wacht' ich auf. Dank dir, Herr, zu dir hinauf führ' mich jeder meiner Tage, jede Freude, jede Plage. 6. Du willst ein Opfer yea: hier bring' ich meine Gaben; in Demuth fall' ich nieder und bring' 3. Daß ich froh gen Himmel sehe, wenn mein letter Tag er scheint, wenn zum dunkeln Thal ich gehe, und mein Freund nun um mich weint. Lind're dann des Todes Pein, laß mich dann am stärksten Gebet und Lieder. 3. Ja, Vater, ob Gefahren mir noch so nahe waren, hieltst du mich voll Erbarmen in deinen Vater 1114M Morgenlieder. 285 sein, daß ich ihn zum Himmel weise| Mel. Gott des Himmels und der Erden. und dich, Herr des Todes, preise. 480. Großer Gott von Fr. Gottl. Klopstock( 1724-1803). alten Zeiten, Zum Sonntagsmorgen. Mel. Ach Gott, wie manches Herzeleid. 479.€ ³ Es wird mein Herz mit Freuden wach, ein Segenstag ist dieser Tag; da ruft's mit hellem Klang hinaus: fomm' heut in deines Gottes Haus! 2. Am Tage, da er reden will, thu' auf dein Herz und halt' ihm still; da er an dir sein Werk will thun, laß deiner Hände Arbeit ruh'n. 3. Heut hält der Herr ein offnes Haus, da theilt den Hungrigen er aus sein theures Wort, das Lebensbrot; wer das genießt, dem schad't tein Tod. 4. Heut wird der gute Sämann geh'n, den edlen Samen auszusä'n, der in den Herzen, da er haft't, vielfältig edle Früchte schafft. 5. Heut führt der treue Hirt in's Thal die Schaf' und Lämmer allzumal zu guter Weid' an rechter Stell' auf grüner Au' zum frischen Quell. 6. Heut ist der Arzt, der Wundermann, der allen Schaden heilen fann, mit Hilf' in Rath und That bereit für Aller Wunden, Schmerz und Leid. dessen Hand die Welt regiert, dessen Treu' auf allen Seiten mich von Jugend auf geführt: heute weckt des Tages Lauf mich zu lauter Andacht auf. 2. Ach, wie lieb' ich diese Stunden, denn sie sind des Herren Fest, das mit so viel Trost verbunden, da mein Gott mich ruhen läßt und durch seinen guten Geist mir den Weg zum Himmel weiſt. 3. Habe Dank für diesen Morgen, der mir Zeit zum Guten schenkt: das sind uns're besten Sorgen, wenn der Mensch an Gott gedenkt und von Herzen bet't und singt, daß es durch die Wolken dringt. 4. Was ist schöner, als Gott dienen? Was ist süßer, als sein Wort, da wir sammeln wie die Bienen und den Honig tragen fort? Selig ist, wer Tag und Nacht also auf sein Heil bedacht. 5. O, mein Gott, sprich selber Amen! Denn wir sind dein Eigenthum. Alles preise deinen Namen, alles mehre deinen Ruhm, bis es künftig wird gescheh'n, daß wir dich im Himmel seh'n. Kaspar Neumann( 1648-1715). Mel. Gott des Himmels und der Erden. 7. Das iſt ein Tag, ein Segens- 481. Halleluja, ichöner Mor tag, ja mit Freuden gen, als man wach, denn lieblich klingt der Ruf denken mag! Heute fühl' ich keine hinaus: komm' heut in deines Gottes Sorgen; denn das ist ein lieber Tag, der durch seine Lieblichkeit recht das Innerste erfreut. Haus! Karl Spitta( 1801-1859). Morgenlieder. 286 2. Ruh'tag für die Müden alle, Sonntag, der voll Lichtes ist, heller Tag im dunklen Thale, Zeit, in der viel Segen fließt, Stunde voller Seligkeit: du vertreibst mir alles Leid. 3. Ach, wie schmeck' ich Gottes Güte recht als einen Morgenthau, die mich führt aus meiner Hütte zu des Vaters grüner Au': da hat Mel. Ach, was soll ich Sünder machen. wohl die Morgenſtund' edlen Schatz 482. Herr, es iſt ein Tag im erschienen, der mich 4. Ruht nur, meine Weltge- in den Himmel weist und an Gott schäfte, beff'res hab' ich heut zu gedenken heißt: darum komm' ich, thun; denn ich brauche alle Kräfte, dir zu dienen; richte du mich selber in dem höchsten Gott zu ruh'n. zu, daß ich deinen Willen thu'. Heut schickt feine Arbeit sich, als nur Gotteswerk für mich. 5. Welches Kleid soll heut mich schmücken, daß ich Gott gefallen mag? Herr, du wirst das Kleid mir schicken, daß ich dir zu Ehren trag'; dein Blut und Gerechtigkeit ist das schönste Sonntagskleid. 9. Gieb, daß ich den Tag beschließe, wie er angefangen ist; segne, pflanze und begieße, der du Herr des Sabbaths bist, bis ich einst auf jenen Tag ewig Sabbath halten mag. Jonathan Krause( 1701-1762). 2. Stille selbst an diesem Morgen den verwirrten Lauf der Welt, der uns hier gefangen hält; brich die Nacht der eitlen Sorgen, daß ich heut, von Allem frei, dir allein ergeben sei. 3. Schmuck und Lust sind eitle Sachen: wer sein Thun auf diese 6. Ich will in der Zionsstille richt't, der gefällt dem Himmel heute voller Arbeit sein; denn da nicht. Du, mein Jesu, fannst es samm'le ich die Fülle von den höchsten Schäßzen ein, wenn mein Jesus meinen Geist mit dem Wort des Lebens speiſt. machen, daß ich werde schön und rein in den Augen Gottes sein. 4. Kröne mich mit deinen Gaben, rüste mich mit deiner Kraft, die 7. Herr, ermunt're meine Sinne, den neuen Menschen schafft. Was wirke selbst in meiner Brust, daß für Freude werd' ich haben, wenn ich Lehr' und Trost gewinne; gieb das Herz in meiner Bruſt sucht zu deinem Manna Lust, daß mir am Herren seine Lust! deines Wortes Schall tief im Herzen wiederhall'. 5. Laß die Predigt wohl ge lingen, steh' auch deinem Worte 8. Segne deiner Knechte Lehren, bei, daß es in mir kräftig sei; unser öffne selber ihren Mund; mach' mit Beten, unser Singen, und was Allen, die dich hören, heute deinen sonst noch wird gethan, siehe du Gnadenbund, daß, wenn man hier mit Gnaden an. fleht und singt, solches in dein Herze dringt. 6. Laß mich nicht in Sünden fallen, laß mich heute nichts ver Morgenlieder. 287 ruh'n. seh'n, laß kein Unglück mir gescheh'n:| sonst thun, als in deiner Liebe lieber Vater, hilf uns allen, und ich will mit frohem Sang' dir am Abend sagen Dank. Kaspar Neumann( 1648-1715). 7. Du bist mehr als Salomon: laß mich deine Weisheit hören. Ich will deinen Gnadenthron mit gebeugten Knieen ehren, bis mir deine Sonne lacht und den schönsten Mel. Meinen Jesum laß' ich nicht. 483. Bicht vom Licht, er- Sonntag macht. & leuchte mich bei dem Benjamin Schmold( 1672-1737) neuen Tageslichte; Gnadensonne, zeige dich meinem frohen Angesichte, Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. und dein Himmelsglanz verleih', 484. Beige dich uns ohne mein sei! ström' 2. Brunnquell aller Seligkeit, uns der Gnaden Fülle, daß an laß mir deine Ströme fließen, mache diesem Gottestage unser Herz der selbst mein Herz bereit, deiner Gnade Welt entsage, daß durch dich, der zu genießen; streu' das Wort mit starb, vom Bösen uns Gefall'ne zu Segen ein, laß es hundertfrüchtig erlösen, deine glaubende Gemeine sein. mit dem Vater sich vereine. 4. Laß mich heut und allezeit heilig, heilig, heilig! singen und mich in die Ewigkeit mit des Geistes Flügeln schwingen: flöß' mir einen Vorschmack ein, wie es wird im Himmel sein. 3. Zünde selbst das Opfer an, 2. O daß frei von Erdenbürden bas auf meinen Lippen lieget; sei und der Sünde Lasten würden mir Weisheit, Licht und Bahn, daß uns're Seelen, unser Wille, sanft, fein Irrthum mich betrüget, und wie diese Sabbathstille; daß von fein fremdes Feuer brennt, welches fern in deinen Höhen wir des dein Altar nicht fennt. Lichtes Aufgang sähen, daß die Sel'gen dort verfläret, wo der Sabbath ewig währet. 3. Was ich strahlen seh' am Throne, ist es nicht der Sieger Strone? Was von jenen Höh'n ich höre, sind's nicht Ueberwinderchöre? 5. Ruh' in mir und ich in dir, Feiernd tragen sie die Palmen, ihr bau' ein Paradies im Herzen, offen- Triumph erschallt von Psalmen: bar' dich völlig mir und gieß' Herr, du selber woll'st mich weihen meiner Andacht Kerzen immer neue diesem Sabbath deiner Treuen. Nahrung zu, heil'ge Liebesflamme bu! 6. Dieser Tag ist dir geweiht; weg mit allen Eitelkeiten: ich will deiner Herrlichkeit einen Tempel zubereiten, nichts sonst wollen, nichts Schaar du eingeladen, wo nicht mehr 4. Decke meiner Blöße Schande mit dem festlichen Gewande deiner Unschuld, daß am Tage deines Mahl's ich froh es wage, dort zu wandeln, wo voll Gnaden deine 288 Abendlieder. die Streiter ringen, wo sie Sieges- lebe, mit Noth und Tod umgeben lieder fingen. bin, so weich' auch heute nicht von mir; denn meine Hilfe steht bei dir. Fr. Gottl. Klopstod( 1724-1803). Zum Wochenanfang. 4. Mein Glück in dieser neuen Woche soll nur in deinem Namen blüh'n: ach, laß mich nicht am Sündenjoche mit meinem Fleisch' und Mel. Wer nur den lieben Gott läßt 2c. 485. in in neuer Tag, ein Blute zieh'n! Gieb deinen Geist, der neues Leben geht mich regier' und nur nach deinem mit der neuen Woche an. Gott will Willen führ'. mir heut auf's Neue geben, was 5. Soll ich mein Brot mit Kummir sonst Niemand geben kann; mer essen, so laß es doch gesegnet denn hätt' ich seine Gnade nicht, sein, und was du sonst noch zugewer gäbe mir sonst Trost und Licht? messen, das richte mir zum Besten 2. Ich grüße diesen lieben Morgen ein: ich bitte nicht um Ueberfluß, und preise Gottes Vaterhand, die gieb mir nur, was ich haben muß. diese Nacht so manche Sorgen in Gnaden von mir abgewandt. Ach, Herr, wer bin ich Armer doch? Du forgst für mich, ich lebe noch. 3. Nun das erkenn' ich wohl und gebe mich freudig dir zum Opfer hin: doch weil ich hier, so lang' ich 6. So thue nun, mein Gott, das Deine und laß mich auch das Meine thun; behüte beide, Groß' und Kleine, daß sie in deiner Gnade ruh'n, und hilf, daß Jeder diesen Tag in dir vergnügt beschließen mag. Benj. Schmold( 1672-1737). 2. Abendlieder. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen.| Armer nehme ernstlich nicht in Acht, 486. Ah, mein Seju, sieh' daß ich dich bei Tag und Nacht ich trete, da der herzlich suchte. Mein Erbarmer! Tag nunmehr sich neigt und die o wie mancher Tag geht hin, da Finsterniß sich zeigt, hin zu deinem ich nicht recht wachsam bin! Thron und bete. Neige du zu deinem 4. Ach, ich muß mich herzlich Sinn auch mein Herz und Sinnen schämen: du erhältst und schüßzeſt hin. mich Tag und Nacht so treu, und 2. Meine Tage gehn geschwinde, ich will es nicht zu Herzen nehmen, wie ein Pfeil, zur Ewigkeit, und fern von jedem Heuchelschein herzdie allerlängste Zeit braust vorüber, lich dankbar dir zu sein. gleich dem Winde, wie der Strom 5. Nun, ich komme mit Ver vom Berge her Well' auf Welle langen, o mein Herzensfreund, zu trägt ins Meer. dir: neige du dein Licht zu mir, 3. Und, mein Jesu, sieh', ich da der Tag nunmehr vergangen. Abendlieder. sei du selbst mein Sonnenlicht, das| wunderbar, an der zu wiederholten durch alles Dunkel bricht. Malen dein leiser Wink vergeblich 289 6. Laß mich meine Tage zählen, war. die du mir noch gönnen willst; ist 4. O Hauch des Lebens, Kraft mein Herz von dir erfüllt, dann der Gnade, du niemals ausge= wird mich nichts dürfen quälen; schöpftes Meer, ergieße dich mit denn, wo du bist Tag und Licht, deinen Wellen in dieses Herz, so schaden uns die Nächte nicht. arm und leer, o Gott voll Liebe, 7. Nun, mein Heiland, deine voll Erbarmen, o Heiland, reich Güte schüße mich in dieser Nacht, an Treu' und Huld, laß uns're halte du bei mir die Wacht. Deine Seele nicht verarmen im Jammer Treue mich behüte; Leib und Seel' ihrer Sündenschuld. laß sicher sein, ob ich gleich jetzt schlafe ein. Lewin Schlicht( 1681-1723). 5. Wenn uns're Kraft dahingesunken, wenn unser Fuß den Weg verlor, ersticke nicht den schwachen Funken, zerbrich nicht das geknickte Mel. Dein Heil, o Christ, nicht zu zc. Rohr. Du kannst die Deinen ja er Leib verlangt nach nicht lassen, die Kinder, die aus seiner Ruhe, die tiefen Weh'n nach deinen RettungsSeele sucht das Friedensthal. Vor- händen fassen, du kannst sie nicht über ist der Tag der Mühe, hin- versinken seh'n. 487. D unter ist der Sonnenstrahl. Zieh' 6. laß das Wort der Gnade ein zu meines Herzens Thoren, o siegen, laß dein Erbarmen mächtig Herr, des Tages Glanz lischt aus, sein, laß nicht den Glauben unternun komm' und bringe du die liegen, hauch' ihm des Geistes Leuchte in meiner Seele stilles Haus. Odem ein, so schwer die Last und 2. Laß mich in dieser Abend- Bürde wieget, so scharf des Feindes stunde in dem verborg'nen Käm- Pfeile geh'n, so fest laß die erlöſte merlein mit Herz und Sinn im Seele auf ihrem Grund und Felsen engsten Bunde bei dir und bei dem steh'n. Christian Buchta( 1808-1858). Vater sein. Gott, Vater, deinen Engel stelle zum Schutz der Nacht an diese Thür, laß über dieses Mel. Nun ruhen alle Wälder. Hauſes Schwelle nichts Böſes 488. Der Mond ist aufge kommen gangen, die 3. O Licht, das in dem Geiste Sternlein prangen am Himmel hell zeuget, wenn dieses Lebens Licht und klar. Der Wald steht schwarz erlischt, das uns erhebt, wenn es und schweiget, und aus den Wiesen uns beuget, und Balsam in die steiget der weiße Nebel wunderbar. Thränen mischt. O rühre heut mit deinen Strahlen, erived' die Seele Neues Gesangbuch. 2. Wie ist die Welt so stille und in der Dämm'rung Hülle so traulich 19 Abendlieder. 290 und so hold, als eine stille Kammer, 2. Die Nacht ist da: sei, Jesu, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen sollt. nah, mein Licht, mit hellen Kerzen; treib' der Sünden Dunkelheit weg aus meinem Herzen. 3. Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen, 3. Der Sonnen Licht uns jetzt geund ist doch rund und schön. So bricht; o unerschaffne Sonne, brich sind wohl manche Sachen, die wir mit deinem Licht hervor mir zur getrost belachen, weil uns're Augen Freud' und Wonne. sie nicht seh'n. 4. Des Mondes Schein fällt 4. Wir stolzen Menschenkinder nun hinein, die Finsterniß zu sind eitel arme Sünder und wissen mindern. Laß mich ohne Wandel gar nicht viel. Wir spinnen Luft- sein, meinen Lauf nichts hindern. gespinnste und suchen viele Künste und kommen weiter von dem Ziel. 5. Der Sterne Heer zu Gottes Ehr' am blauen Himmel flimmert. Wohl dem, der in jener Welt gleich den Sternen schimmert. 6. Was sich geregt, was sich bewegt, ruht aus von seinen Werken: laß mich, Herr, in stiller Ruh' dein Werk in mir merken. 5. Gott, laß dein Heil uns schauen, auf nichts Vergänglich's trauen, nicht Eitelkeit uns freu'n. Laß uns einfältig werden und vor dir hier auf Erden wie Kinder fromm und fröhlich sein. 6. Woll'st endlich sonder Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod; und wenn du uns genommen, laß uns in Himmel kommen, du lieber, treuer, frommer Gott. 7. Es ist so still, ein Jeder will der süßen Ruhe pflegen. Laß die Unruh' dieser Zeit, Jesu, bald sich legen! 8. Halt' du die Wach', damit fein Ach und Weh' den Geist be rühre; sende deiner Engel Schaar, die mein Lager ziere. 7. So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Namen nieder; falt ist 9. Wann aber soll der Wechsel der Abendhauch. Verschon' uns, wohl der Tag und Nächte weichen? Gott, mit Strafen und laß uns Wenn der Tag anbrechen wird, ruhig schlafen, und unsern franken Nachbar auch. Matthias Claudius( 1740-1815). Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. 489. Der er Tag ist hin: mein Geist und Sinn sehnt sich nach jenem Tage, der uns völlig machen wird frei von aller Plage. dem kein Tag zu gleichen. 10. Alsdann wird nicht das Sonnenlicht Jerusalem verlieren; denn das Lamm ist selbst das Licht, das die Stadt wird zieren. 11. Halleluja! O wär' ich da, da Alles lieblich flinget, da man ohne Unterlaß: heilig, heilig! singet. 12. O Jesu, du mein Hilf und Ruh', laß mich dahin gelangen, daß Abendlieder. 291 ich mög' in deinem Glanz vor dir| hast väterlich mein Haus und mich ewig prangen! Joh. Freylinghausen( 1670-1739). beschüßet und genähret. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 490. i ie stillen Abend3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk: der Geist, mit dem ich dein gedenk', ein ruhiges Gemüthe, was ich vermag bis diesen Tag, ist stunden, sie sind alles deine Güte. uns schnell entschwunden in häuslich 4. Sei auch nach deiner Lieb' froher Ruh' ,. Die ernste Nacht und Macht mein Schuß und Schirm finkt nieder und drückt uns Allen wieder mit leiser Hand die Augen zu. in dieser Nacht, vergieb mir meine Sünden; und kommt mein Tod, barmherz'ger Gott, so laß mich Gnade finden. 2. Laßt uns vor Gott erwägen, welch unverdienten Segen uns dieser Tag gebracht! Laßt uns von Dank entbrennen und tief gerührt bekennen: der Herr hat Alles wohl gemacht. Christ. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). Mel. Jesu, der du meine Seele. 492. Gott der Tage, Gott der Nächte, uns're Seele harret dein, lehnet sich an deine Rechte, nie kannst du uns ferne sein; auch in stiller Nächte Stunden hat dich manches Herz gefunden, und sich aus dem Lärm der Welt einsam bei dir eingestellt. 2. Vater, viele Menschen weinen, viele Kranke schmachten nun! Aber du verläsfest Keinen, heißest wachen, heißest ruh'n, trocknest viele tausend Thränen und erfüllst das heiße Sehnen ach! so vieler Leidenden, die um Hilf' und Lind'rung fleh'n. 3. Vater, sende Muth den Sam. Bürde( 1753-1831). Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr. 491. Für alle Güte jei ge- Schwachen, Licht in jedes dunkle preis't, Gott, Vater, Herz! Allen, die befümmert wachen, Sohn und heil'ger Geist! ihr'r bin lind're du den heißen Schmerz; ich zu geringe. Vernimm den Dant, laß die Wittwen, laß die Waisen den Lobgesang, den ich dir kindlich deine Lieb' und Treue preiſen; bringe. schenke Kranken sanfte Ruh', Sterbenden sprich Tröstung zu! 3. Du Gott der Treu' und Gnade, hast segensvolle Pfade uns bis hierher geführt! Nicht uns, dir jei die Ehre! Ein jeder Tag vermehre in uns den Dank, der dir gebührt. 4. Der Schlaf, den du den Müden nach Tageslast beschieden, auch er sei dir geweiht; wir schlummern ohne Sorgen, du weckst uns wieder morgen hier oder in der Ewigkeit. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, hast Großes heut an mir gethan, mir mein Gebet gewähret; 4. O du treuer Menschenhüter! Nacht ist vor dir, wie der Tag. 19* Abendlieder. Allgewaltiger Gebieter, du verwan- und dort den Preis des Glaubens delst Schmerz und Plag' unverhofft seh'n! in Dank und Freuden! Ach, laß 4. Ich weiß, an wen ich glaube Alle, die jetzt leiden, bald erlöst aus und nahe mich im Staube zu dir, ihrer Pein, deiner Vaterhuld sich o Gott, mein Heil. Ich bin der freu'n! Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmel ist 292 5. Vater, dieser Nam' erweitert jede Brust voll Angst und Schmerz; mein Theil. wie der Mond die Nacht erheitert, 5. Bedeckt mit deinem Segen, kommt die Ruh' in jedes Herz, das eil' ich der Ruh' entgegen: dein nach deinem Troste weinet, eh' die Name sei gepreis't! Mein Leben Sonne wieder scheinet. O wie oft und mein Ende ist dein, in deine verwandelst du bangen Schmerz in Hände befehl' ich, Vater, meinen füße Nuh'! Geist! Christ. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). 6. Jesus Christus! manche Nächte hast du für uns durchgewacht, und dem sterblichen Geschlechte durch dein Wachen Ruh' gebracht. Tröſter! 494. Heben wiederum ein Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. err, es von meinem du willst deinen Kindern auch durch Schlaf den Kummer lindern. Wachen oder schlummern sie, weichst du doch von ihnen nie. Johann Lavater( 1741-1801). Tag dahin: lehre mich nun Achtung geben, ob ich fromm gewesen bin; zeige mir auch selber an, wenn ich was nicht recht gethan, und hilf jetzt in allen Sachen guten Feierabend machen. Mel. Nun ruhen alle Wälder. err, der du mir das 493. ben bis diejen Tag finden, was dir nicht gefallen hat; 2. du Manches denn ich bin noch voller Sünden in Gedanken, Wort und That, und zu jeder Tagesstund' pfleget Herze, Hand und Mund so geschwind' und oft zu fehlen, daß ich's selber nicht kann zählen. gegeben, dich bet' ich findlich an: ich bin viel zu geringe der Treue, die ich singe, und die du heut an mir gethan. 2. Mit dankbarem Gemüthe freu' ich mich deiner Güte, ich freue mich in dir: du giebst mir Kraft und Stärke, Gedeih'n zu meinem Werke und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Aber, o du Gott der Gnaden, habe noch mit mir Geduld! Ich bin freilich schuldbeladen: doch vergieb mir alle Schuld. Deine große 3. Gott, welche Ruh' der Seelen, Vatertreu' werde diesen Abend neu: nach deines Wort's Befehlen einher so will ich auch deinen Willen im Leben geh'n, auf deine Güte tünftig mehr als heut erfüllen. hoffen, im Geist den Himmel offen 4. Heilige mir das Gemüthe, Abendlieder. 293 daß mein Schlaf nicht fündlich sei;| mancher Plag' durch deine Engel decke mich mit deiner Güte: auch haft behüt't aus Gnad' und väterdein Engel steh' mir bei, daß nicht licher Güt'. Feuer breche aus, und bewahre 3. Womit wir heut erzürnet sonst das Haus, daß ich morgen dich, dasselb' verzeih' uns gnädigmit den Meinen nicht im Unglücklich und rechn' es uns'rer Seel' dürfe weinen. nicht zu, laß schlafen uns in Fried' 5. Steu're den gottlosen Leuten, und Ruh'. die im Finstern Böses thun, sollte 4. Die Engel uns zur Wach' man gleich was bereiten, uns zu bestell', daß uns der böse Feind schaden, wenn wir ruhn, so zerstöre nicht fäll', vor Schrecken, Grau'n du den Rath und verhindere die und Feuersnoth behüte uns, o That; wend' auch allen andern treuer Gott. Schrecken, den die Bosheit kann erwecken. Nil. Hermann( gest. 1561). 6. Herr, dein Auge geht nicht Mel. Jesu, meine Freude. unter, wenn es bei uns Abend 496.5 irte deiner Schafe, der wird; denn du bleibest ewig munter von feinem Schlafe und bist wie ein guter Hirt, der etwas wissen mag, deine Wunderauch in der finstern Nacht über güte war mein Schild und Hütte seine Heerde wacht. Darum hilf den vergangnen Tag: sei die Nacht du deiner Heerde, daß sie wohl be auch auf der Wacht und laß mich von deinen Schaaren um und um bewahren! hütet werde. 2. Decke mich von oben vor der 7. Laß mich denn gesund erwachen, wenn es rechte Zeit wird sein, daß ich ferner meine Sachen Feinde Toben, Gott, mit Vaterrichte dir zu Ehren ein: oder hast huld: ein versöhnt Gewissen sei du, lieber Gott, heut bestimmet mein Ruhekissen, d'rum vergieb die meinen Tod, so befehl' ich dir am Schuld; Jesus Christ mein Mittler Ende Leib und Seel' in deine ist, und in seinen tiefen Wunden Hände. hab' ich Heil gefunden. Kaspar Neumann( 1648-1715). 3. Laß auch meine Lieben keine Noth betrüben; sie sind mein und Mel. Ach Gott, wie manches Herzeleid. dein. Schließ' uns mit Erbarmen inunter ist der Sonne in den Vaterarmen ohne Sorgen Schein, die finst're ein. Du bei mir und ich bei dir! Nacht bricht stark herein: leucht' also sind wir ungeschieden, und ich uns, Herr Christ, du wahres Licht, schlaf' in Frieden. 495. laß uns im Finstern wandeln nicht! 2. Dank sei dir, den Tag vor Noth, 4. Komm', verschließ' die Namdaß du uns mer und laß allen Jammer ferne Gefahr und von uns sein. Sei du Schloß und 6321 294 Abendlieder. Riegel, unter deine Flügel nimm| nen, was eurem Schöpfer wohldein Rüchlein ein. Decke zu mit gefällt! Schutz und Ruh': so wird uns kein Grauen wecken, noch der Feind uns schrecken. 2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind. Fahr' hin, ein' and're Sonne, mein Jesus, meine Sonne, gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun vergangen, die goldnen Sternlein prangen am blauen Himmelsfaal: also werd' ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Sams merthal. 6. Nun wohlan, ich thue in vergnügter Ruhe meine Augen zu. 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, Seele, Leib und Leben hab' ich dir legt ab das Kleid, die Schuhe, das gegeben, o du Hüter du! Gute Bild der Sterblichkeit; die zieh' ich Nacht! Nimm mich in Acht! Und aus, dagegen wird Christus mir erleb' ich ja den Morgen, wirst anlegen den Rock der Ehr' und du weiter sorgen. Herrlichkeit. Benj. Schmold( 1672-1737). 5. Wie, wenn ich mein Bette heut zum Grabe hätte? Wie bald roth, bald todt! D'rum, hast du beschlossen, daß mein' Zeit verflossen, kommt die Todesnoth, so will ich nicht wider dich: hab' ich Jesum nur gefunden, sterb' ich alle Stunden. 5. Das Haupt, die Füß' und Hände sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sei. Herz, freu' dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden Arbeit frei. Mel. Der goldnen Sonne Licht und Pracht. 497.N un, matter Leib, gieb dich zur Ruh' und schlafe sanft und stille; ihr müden 6. Nun geht, ihr matten Glic Augen schließt euch zu: denn das der, geht hin und legt euch nieder, ist Gottes Wille. Doch schließt der Ruhe ihr begehrt: es kommen auch dies mit ein: Herr Jesu, ich Stund' und Zeiten, da man euch bin dein! So ist der Schluß recht wird bereiten zur Ruh' ein Bettwohl gemacht. Nun, Jesu, Jesu, lein in der Erd'. gute Nacht. 7. Mein' Augen steh'n verdrossen, Christian Scriver( 1629-1693). im Nu sind sie geschlossen: wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden, sei gut für Eigene Melodie. 498. un ruhen alle Wäl- allen Schaden, du Aug' und der, Vieh, Men- Wächter Israel. schen, Städt' und Felder, es schläft 8. Breit' aus die Flügel beide, die ganze Welt: ihr aber, meine o Jesu, meine Freude, und nimm Sinnen, auf, auf, ihr sollt begin- dein Rüchlein ein! Will mich der Abendlieder. Feind verschlingen, so laß die Engel 8. Weicht, nichtige Gedanken, singen: dies Kind soll unverleget hin, vollendet euren Lauf! Ich ſein. baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 9. Soll diese Nacht die letzte sein in diesem Jammerthal, so führ' mich, Herr, zum Himmel ein zur auserwählten Zahl. 9. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heute nicht betrüben ein Unfall, noch Gefahr! Gott laß euch ruhig schlafen, stell' euch die güldnen Waffen um's Bett und seiner Engel Schaar. Paul Gerhardt( 1606-1676). Eigene Melodie. 499. un sich der Tag geendet hat und feine Sonn' mehr scheint, schläft Alles rings, was müd' und matt und was zuvor geweint. 2. Nur du, mein Gott, haft keine Rast, du schläfst, noch schlummerst nicht; die Finsterniß ist dir verhaßt, weil du bist selbst das Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich in dieser schwarzen Nacht, und schenke du mir gnädiglich den Schirm von deiner Wacht. 4. Wend' gnädig ab, was mich bedroht, durch deiner Engel Schaar; ich weiß, dann hat es feine Noth, und bringt mir nichts Gefahr. 5. Zwar fühl ich wohl der Sünden Schuld, die mich bei dir tlagt an; doch hat ja deines Sohnes Huld genug für mich gethan. 295 6. Den setz' ich dir zum Bürgen ein, wenn ich muß vor Gericht; ich fann ja nicht verloren sein in solcher Zuversicht. 10. Und also leb' und sterb' ich dir, du Herr Gott Zebaoth: im Tod und Leben hilfst du mir aus aller Angst und Noth. Joh. Friedrich Herßog( 1647-1699). Mel. Ich will danken und lobsingen. oder: O Durchbrecher aller Bande. 500, Si Bieh, es will schon Abend werden, bleibe bei uns, lieber Herr! Ach schon bei des Tag's Beschwerden stand nach dir oft das Begehr. Aber nun wir Ruhe haben, sehnen wir uns heißer noch, uns an deiner Näh' zu laben, darum bleibe, bleibe doch! 2. Jetzt, da Menschen uns nicht stören, möchten wir von dir auf's Neu' gern ein Wort des Segens hören, das wie milder Thau uns sei; denn des Tages heiße Schwüle hat das Herz uns ausgedörrt und es lechzt nach Segenstühle, wie sie deine Huld gewährt. 3. Sieh', betrübt ob uns'rer Sünden, die wir heute noch vermehrt, möchten wir auch Gnade finden, und wer ist's, der sie ge7. D'rauf thu' ich meine Mugen währt? Niemand kann sie uns je zu und schlafe fröhlich ein; cum spenden als nur du, o Herr, allein, Gott wacht während meiner Ruh'. ja allein in deinen Händen liegt Wer wollte traurig sein? die Macht, uns zu verzeihn. 296 Abendlieder. 4. D'rum beglücke uns're Hütte,| 2. Herr! du mur bleibest, wie Herr, mit deiner Gegenwart! Sei du bist, du schläfst und schlummerst als Gast in uns'rer Mitte, längst nicht; die Finsterniß, die uns umschon haben wir geharrt. Bleibe, schließt, ist deinem Auge Licht. sieh', wie wir uns setzen dir zu Füßen, Jesu Christ! Ach, ein Fest ist's voll Ergößen, wenn du, Herr, so bei uns bist. 3. Dir übergeb' ich voll Vertrau'n, mich auch in dieser Nacht. Und wovor sollte mir dann grau'n? Mich schüket deine Macht. Carl Barthel( 1817-1853). 4. Hab' ich an deiner Gnade nur noch Theil, o Herr, mein Gott, so fürcht' ich nichts in der Natur Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 501. Sin ich einst in jenen und scheue nicht den Tod. aus dem SEPT 5. Zwar ich erkenne meine Schuld, mit Reue fühl' ich sie; doch, mein Erbarmer, deine Huld, wie trost voll ist mir die! Keiner mehr erwacht, geh' ich aus der Welt voll Kummer, Todesruh', in deine Nacht: o dann schlaf' ich anders ein; weg aus dieses Lebens 6. Ich eil' im Glauben zu dir Bein wall' ich hin zu deren Hütten, hin und weiß, wie sicher ich im die, nun glücklich, hier auch litten! 2. Jeho schlaf' ich, aufzuwachen noch für Tage dieser Zeit. Laß 7. Flieht, finst're Sorgen, weit mich fertig stets mich machen, Vater, von mir! Herr Jesu, du allein zu der Ewigkeit, daß ich Wanderersei'st mein Gedanke! weihe dir mein dann sei leicht, bereit, von Bürden Herz zum Tempel ein. Schuße deiner Allmacht bin: ich trau' allein auf dich. frei, von den Lasten dieser Erde, wann ich nun unsterblich werde. 8. Ist dies vielleicht die legte Nacht in meiner Prüfungszeit, so 3. Gerne laß den Tag mich führe mich durch deine Macht zum sehen, der als Retter mir erscheint, Licht der Ewigkeit. wann mit unerhörtem Flehen, wer 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, mich liebet, um mich weint; stärker dein bin ich auch im Tod! Du, als mein Freund im Schmerz sei mein Erretter, bist bei mir und mein gottverlangend Herz, daß ich, hilfft aus aller Noth. voll von deinem Preise, ihn zu dir gen Himmel weise. Christoph Neander( 1724-1802). Friedrich Klopstod( 1724-1803). Eigene Melodie. 503. We Mel. Nun sich der Tag geendet hat. erde munter, mein Gemüthe, und, ihr Sinnen, hebet an, laut zu preisen hin! Auch dieser ist Gottes Güte, die er heut an mir nicht mehr. Die Nacht, der Müden gethan, da er mich den ganzen Tag Trösterin, eilt wieder zu uns her. vor so mancher schweren Plag' durch 502. S o fliehen uns're Tage 297 7. O du Licht der frommen Seelen, o du Glanz der Ewigkeit, dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und allezeit. Bleibe doch, mein Gott, allhier in der Dunkelheit bei mir; tröste mich mit deiner Liebe, daß kein Unfall mich betrübe. Abendlieder. durch sein gnadenreiches Walten hat beschirmet und erhalten. 2. Lob und Dank sei dir ge fungen, Vater der Barmherzigkeit, daß mir heut mein Werk gelungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden mancher Art so getreulich haft bewahrt, manches Unheil auch vertrieben, daß ich unbeschädigt blieben. 3. Keine Klugheit kann ergründen deine Güt' und Wunderthat, und fein Mund es recht verkünden, was bein' Hand erwiesen hat. Deiner Wohlthat ist zu viel, und sie hat nicht Maaß, noch Ziel. Herr, du hast mich so geführet, daß kein Unfall mich berühret. 9. O, du großer Gott, erhöre, was dein Kind gebeten hat! Jesu, 4. Dieser Tag ist nun vergangen, den ich stets verehre, bleibe ja mein und die Nacht bricht jetzt herein, Schuß und Rath, und mein Hort, hin ist nun der Sonne Prangen du werther Geist, der du Freund und ihr freudenreicher Schein. Stehe und Tröster heiß'st; höre doch mein mir, o Vater, bei, daß dein Licht sehnlich Flehen! Amen, ja es soll stets bei mir sei. Tiefe Nacht herrscht geschehen. rings auf Erden, laß es hell im Herzen werden. Joh. Rist( 1607-1667). 8. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanft' und süße Ruh', alles Uebel laß verschwinden, decke mich mit Segen zu. Leib und Seele, Muth und Blut, Weib und Kinder, Hab' und Gut, Freunde, Feinde, Hausgenossen sei'n in deinen Schutz geschlossen. Zum Sonntagsabend. 5. Herr, verzeihe mir aus Gnaden alle Sünd' und Missethat, die mein armes Herz beladen und dich Mel. Nun ruhen alle Wälder. leht erzünet hat. Des Verſuchers Liſt 504. Der Sabbath iſt au und deine gangen: ich habe zurück. Gott, du fannst allein mich mein Verlangen nach Herzenswunsch retten, strafe nicht mein Uebertreten. erfüllt; Gott hat mich unterweiſet, 6. Bin ich gleich von dir ge- mit Lebensbrot gespeiset und meiner wichen, stell' ich mich doch wieder Seele Durst geſtillt. ein: meine Schuld ist ausgeglichen 2. Gott ruht durch's Wort im durch des Heilands Angst und Bein. Herzen; d'rum leg' ich ohne SchmerIch verleug'ne nicht die Schuld; zen auch meinen Leib zur Ruh'; aber deine Gnad' und Huld ist viel denn allen Sündenschaden deckt größer, als die Sünde, die ich stets Jesus num in Gnaden mit seinem in mir noch finde. Purpurmantel zu. 298 Abendlieder. 3. du dreieinig Wesen, mein| entschwunden, leucht't er in unser Geist ist schon genesen, weil ich Herz hinein. dein Tempel bin. Ich habe Licht 5. Wenn sich die Augen senken, vom Lichte, dein leuchtend Ange- dann laß dein Angedenken nicht sichte treibt alle Finsternisse hin. völlig schlafen ein. Laß in den Finsternissen dein Wort und mein Gewissen die beiden treuen Wächter sein. 4. Du wirst schon bei mir wachen und eine Sonne machen auch mitten in der Nacht, bis bei den Cherubinen ein Sonntag ist erschienen, der alle Nacht zu macht. 6. Herr, schenke mir indessen ein Schanden seliges Vergessen von allem eitlen Wahn, kein Auge mag ich schauen, nur von des Himmels Auen blick du, mein Gott und Herr, mich an. Christian Buchta( 1808-1858). 5. Ich schlafe ganz vergnüget; denn wo mein Herze lieget, da ist der Engel Heer. Mich stört fein Weltgetümmel, es träumt mir nur vom Himmel: ach, wer doch nur bald droben wär'! Benj. Schmold( 1672-1737). 506, Mel. Nun sich der Tag geendet hat. un bricht die finst're Nacht herein, des Tages Glanz ist todt; jedoch, mein Herz, schlaf' noch nicht ein, komm', sprich zuvor mit Gott. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 505. D ie schönen Sonntagsstunden sind nun 2. O Gott, du großer Herr der dahingeschwunden, uns grüßt die Welt, den Niemand sehen kann, du Abendruh'; nun will ich all' mein siehst auf mich vom Himmelszelt, Dichten zu dir nach oben richten, Anfang und Ende bleibest du. 2. Herr, dir sei Preis und Ehre für alle Lieb' und Lehre, die ich empfangen heut; du bist allein zu Loben für jedes Licht von oben, das diesen Tag hat eingeweiht; 3. Den Glanz von deinem Throne, das Wort von deinem Sohne, den Hauch von deinem Geist. Was unser Sinn geſpüret, was unser Herz gerühret, für Alles, Alles sei gepreist. hör' auch mein Seufzen an. 3. Der Tag, den ich nunmehr vollbracht, war dein, vor allen dein, d'rum sollt' er mir bis in die Nacht vor allen heilig sein. 4. Vielleicht ist dieses nicht ge scheh'n, denn ich bin Fleisch und Blut und pfleg' es öfters zu vers seh'n, wenn gleich der Wille gut. 5. Nun such' ich deinen Gnadenthron, sieh' meine Schuld nicht an, und denke, daß dein lieber Sohn für mich genug gethan. 4. Laß diesen Strahl des Lebens, 6. Schreib', was dein Wort dies Licht noch nicht vergebens für uns heut gelehrt, in uns're Herzen uns entzündet sein. Noch in den ein, laß Alle, welche es gehört, dir dunklen Stunden, wenn Alles sonst auch gehorsam sein. Abendlieder. 7. Erhalt' uns ferner auch dein Wort und thu' uns immer wohl, damit man stets an jedem Ort dir diene, wie man soll. 8. Jetzt aber such' ich meine Ruh', o Vater, steh' mir bei und gieb mir deinen Engel zu, daß er mein Wächter sei. 299 4. And're Tage, von dem Morgen bis hinein in späte Nacht, werden meist mit eitlen Sorgen und mit Arbeit zugebracht, aber der mir heut erschienen, war be= stimmet, Gott zu dienen. 5. O, du Heiland aller Leute, mein Erlöser und mein Hort, wie viel Menschen hast du heute unterrichtet durch dein Wort, hier getröstet, dort ermahnet und den Weg zu Gott gebahnet! 10. Sofern es dir, mein Gott, 6. Herr, ich preise deinen Nagefällt, so hilf mir morgen auf, men nun und bis in Ewigkeit, daß daß ich noch ferner in der Welt vollbringe meinen Lauf. du so viel guten Samen in die Herzen ausgestreut. Dir zum Ruhme mög' er bleiben und viel' gute Früchte treiben. 7. Nunmehr geh' ich wieder schlafen und leg' allen Kummer hin; denn mich decken deine Waffen, unter deren Schuß ich bin; mag doch Welt und Hölle toben, hier 9. Gieb Allen eine gute Nacht, die heute recht gelebt und bess're den, der unbedacht hat wider Gott gestrebt. 11. Und endlich führe, wenn es Zeit, mich in den Himmel ein; da wird in deiner Herrlichkeit mein Sabbath ewig sein. Kaspar Neumann( 1648-1715). Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 507. Unſer Sabbath geht bin ich gut aufgehoben. vollendet seinen Lauf! Preiset Gottes Vaterhände, seine Güte hört nicht auf. Laßt uns mit Gebet und Singen ihm das Abendopfer bringen. 2. Herr, bei dem man alle Tage Rath und Hilfe finden kann, höre gnädig, was ich sage und nimm meine Seufzer an; denn nichts And'res kann ich geben, als nur deinen Ruhm erheben. 8. Soll ich morgen auch noch leben und in deinem Dienste steh'n, nun, so wirst du Gnade geben, daß mir's ferner wohl wird geh'n: denn das weiß und glaub' ich feste: Gott vertrauen ist das Beſte. Kaspar Neumann( 1648-1715). Zum Wochenschluß. Mel. Valet will ich dir geben. 508. Die ie Woche geht zu 3. Und wer wollte das verschweigen, wie Gott alle Menschen Ende, nicht aber liebt? Tag und Nacht sind uns're Gottes Treu': denn, wo ich mich Zeugen, wie er so viel Gutes giebt; hin wende, da ist sie immer neu: denn mit jeder meiner Stunden ist die Zeit kann wohl verschwinden, ein Segen auch verbunden. nur Gottes Treue nicht: sie läßt 300 Abendlieder. sich täglich finden und giebt mir| Munde; ich lobe dich, so hoch ich Trost und Licht. kann; ich rühme dich von Herzens2. Die ganze Woche zeuget von grunde für Alles, was du mir gedeiner Gütigkeit, mit der du mir than, und weiß, daß dir durch Segeneiget; ja, meine Lebenszeit von sum Christ mein Dank ein süßer frühsten Kindertagen weiß ich von Weihrauch ist. deiner Treu' und Güte nur zu sagen, die alle Morgen neu. 3. Hat mich in diesen Wochentagen das liebe Kreuz auch mit bes 3. Allein mein Herz erbebet, sucht, so giebst du auch die Kraft, wenn heut zurück es denkt, wie zu tragen; zudem, es ist voll Heil untreu ich gelebet, wie oft ich dich und Frucht durch deine Liebe, Herr, gekränkt. D'rum will ich dir ge- zu mir, und darum dank' ich dir loben, von nun an treu zu sein. dafür. Dein guter Geist von oben wird hierzu Kraft verleih'n. 4. Nur Eines bitt' ich über Alles, ach, du versagst mir dieses nicht: 4. Ich bin dein Kind auf's gedente keines Sündenfalles, da Neue; d'rum gieb, daß diese Nacht doch mein Heiland frei mich spricht, mich auch dein Schuß erfreue, der mein Jesus, der die Missethat auf Alles sicher macht. Ich werde ewig schon gebüßet hat. gleichsam sterben, der Schlaf ist wie ein Tod; doch kann ich nicht verderben: du lebst in mir, mein 5. Dein Schwur ist ja noch nicht gebrocher, du brichst ihn nicht in Ewigkeit, da du dem Sünder hast versprochen, daß er, wenn ihm die Sünde leid, nicht sterben, sondern gnadenvoll als ein Gerechter leben soll. Gott. 5. Soll dies in meinem Leben die letzte Woche sein, will ich nicht widerstreben und mich im Geiste freu'n auf jenen Feierabend, den 6. Mein Glaube hält an diesem Christi Tod gemacht; an diesem Segen, und so will ich den WochenTrost mich labend sag' ich nun: schluß vergnügt und froh zurück gute Nacht! Benj. Schmolck( 1672-1737). nun legen, da der Trost mich ergözen muß: daß ich ja soll in Christo dein und schon in Hoffnung felig sein. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 509.8 o ist die Woche nun geschlossen, doch, 7. Doch da mein Leben zugenommen, so bin ich auch der Ewigtreuer Gott, dein Herze nicht: wie feit um eine Woche näher kommen sich dein Segensquell ergossen, so und warte nun der letzten Zeit, bin ich noch der Zuversicht, daß er da du die Stunde hast bestimmt, sich weiterhin ergießt und unauf- die mich zu dir gen Himmel nimmt. hörlich auf mich fließt. 8. Und wenn ich morgen früh 2. Ich preise dich mit Herz und auf's Neue den Sonntag wieder MEN Tischlieder. 301 sehen kann, so blickt die Sonne| giebst: du wirst es in der That erdeiner Treue mich auch mit neuen Gnaden an: ach ja, da theilt dein Wort und Haus den allerbesten Segen aus. weisen, daß du mich je und immer liebst und leitest mich nach deinem Rath, bis Leid und Zeit ein Ende hat. Erdm. Neumeister( 1671-1756). 9. So will ich das im voraus preisen, was du mir künft'ge Woche 3. Tischlieder. Vor dem Essen. Mel. Herr Jesu Christ, mein's Lebens. 511. esegn' uns, Herr, die Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend'. Gaben dein, die 510. Bescheer' uns unser Speis' laß uns're Nahrung ſein, hilf, daß dadurch erquicket werd' der schwache Leib auf dieser Erd'. täglich Brot; vor Theurung und vor Hungersnoth behüte uns durch deinen Sohn, Gott, Vater, in dem höchsten Thron. 2. Doch dieses zeitlich' Brot allein fann uns nicht g'nug zum Leben sein; dein göttlich Wort die Seele speist, hilft uns zum Leben allermeist. 2. Thu' auf, Herr, deine milde Hand, mach' deine Gnad' und Güt' bekannt, ernähr' auch uns, die Kinder dein, du speisest ja die Bögelein. 3. Erhörst du doch der Raben Stimm', d'rum uns're Bitt', Herr, Ewigkeit Amen. auch vernimm, denn Schöpfer aller Ding' du bist und jedem Thier sein Futter giebst. 3. D'rum gieb uns Beides, Herr und Gott, hilf endlich auch aus aller Noth: so preisen wir dein' Gütigkeit hier und auch dort in Verfasser unbekannt. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. Herr, der du unſer Vater biſt, 512. Speiſe, Bater, deine weil Bruder ist, wir trauen ganz allein auf dich und betrübten Sünder, sprich den Segen woll'n dich preisen ewiglich. zu den Gaben, die wir jetzt hier vor 5. Gedenk' nicht uns'rer Misse- uns haben, daß sie uns zu diesem that und Sünd', die dich erzürnet Leben Stärke, Kraft und Nahrung hat, laß scheinen dein' Barmher- geben, bis wir endlich zu den zigkeit, daß wir dich lob'n in Ewig- Frommen an die Himmelstafel feit. Amen. fommen. Amen. Verfasser unbekannt. Nikolaus Hermann( geft. 1561). 302 Tischlieder. Mel. Wach' auf, mein Herz, und singe. 514. ott, Schöpfer aller 513. Dan Dinge, ich bin viel zu geringe, den Segen deiner Gaben ante dem Herren, oso mild und reich zu haben. Seele, dem Urquell 2. Ach, wie soll ich dich preisen der Güter, der uns ernähret den für diese deine Speisen, die wir Leib und erquickt die Gemüther, aus deinen Händen zur Nahrung gebet ihm Ehr', liebet den Gütigen nun verwenden. sehr, stimmet an dankende Lieder. Nach dem Essen. Mel. Lobe den Herren, den mächtigen König. 3. Ich danke deiner Güte, ich 2. Du hast, o Güte, dem Leibe preise dich und bitte, du wollest die Nothdurft bescheeret, laß doch deinen Segen auf deine Gaben die Kräfte im Guten nur werden legen. verzehret, Alles ist dein, Leib und die Seele, allein werd' auch durch beide geehret. 4. Gieb, daß es uns gedeihe und Seel' wie Leib erfreue, daß wir, indem wir essen, der Armen nicht vergessen. 3. Lebenswort, Jesu, komm', speise die schmachtenden Seelen, laß 5. Laß uns an deinen Gaben in der Wüste uns nimmer das Nö- satt und Genüge haben, laß nie sie thige fehlen, gieb nur, daß wir uns entweihen, in dir uns ihrer innig stets dürsten nach dir, ewig freuen. zur Lust dich erwählen. 6. Laß uns vor allen Dingen 4. Nimm die Begierden und nach deinem Reiche ringen und Acht Sinne in Liebe gefangen, daß wir auf dein Wort geben: denn das nichts neben dir, Jesu, auf Erden ist unser Leben: verlangen. Laß uns mit dir leben 7. Damit wir noch auf Erden verborgen allhier und dir im Geiste der Tafel würdig werden, da uns anhangen. wird Jesus speisen und wir ihn ewig preisen. Friedr. Christ. Henrici( 1700-1764). 5. Laß deinen Lebensgeist kräftig uns Alle durchdringen, und uns dein göttliches Leben zu Tugenden bringen. Bis nur wird sein in Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. uns bein Leben allein, Heiland, du 515. Gott, von dem wir fannst es vollbringen. Alles haben, die 6. Gütigster Hirte, du wollest Welt ist ein sehr großes Haus, du uns stärken und leiten und zu der aber theilest deine Gaben recht wie Hochzeit des Lammes rechtschaffen ein Vater d'rinnen aus; dein bereiten. Bleib' uns hier nah, Segen macht uns Alle reich: Ach, bis wir dich ewig allda schmecken lieber Gott, wer ist dir gleich? und schauen in Freuden. 2. Wer kann die Menschen alle Gerhard Tersteegen( 1697-1769). zählen, die stets bei dir zu Tische Trauung und Che. 303 geh'n? Und doch läßt du es Keinem 6. Wir wollen es auch nie verfehlen, denn du weißt Allem vorzusteh'n und schaffest, daß ein jedes Land sein Brot empfängt aus deiner Hand. gessen, was uns dein Segen träget ein; ein jeder Bissen, den wir essen, soll deines Namens Denkmal sein, und Herz und Mund soll lebens3. Du machst, daß man auf lang für uns're Nahrung sagen Hoffnung säet und endlich auch die Dank. Frucht genießt: der Wind, der durch die Felder wehet, die Wolke, die das Land begießt, des Himmels Thau, der Sonne Strahl sind deine Diener allzumal. Kaspar Neumann( 1648-1715). Mel. Nun lobt und dankt Gott all' zusammen. 516. Wit ir danken Gott für seine Gaben, die 4. Und also wächst des Menschen Speise, der Acker reichet ihm das wir von ihm empfangen haben; Brot; es mehrt sich wunderbarer wir bitten unsern lieben Herrn, er Weise, was anfangs schien, als wär' woll' hinfort uns mehr bescheer'n, es todt, bis in der Ernte Jung und Alt erlanget seinen Unterhalt. und speisen uns mit seinem Wort, daß wir satt werden hier und dort. 5. Nun, Herr, was soll man 2. Ach, lieber Gott, du woll'st mehr bedenken? Der Wunder sind uns geben nach dieser Welt das hier gar zu viel. So viel, als du, ew'ge Leben! Wir danken dir, Herr kann Niemand schenken, und dein Jesu Christ, daß du unser Gast Erbarmen hat kein Ziel, denn gewesen bist. Bleib' du bei uns, so immer wird uns mehr bescheert, hat's nicht Noth, du bist das rechte als wir, die armen armen Sünder, Lebensbrot. werth. Mich. Prätorius( 1571-1621). VI. Haus und Beruf. 1. Tranung und Che. Vor der Trauung. 2. Hier erscheinen zwei vereint, deinen Segen zu erbitten; allerMel. Liebster Jesu, wir sind hier. treuster Menschenfreund, tritt doch err, der durch der segnend in die Mitte, sei ihr Schatz 517. von dem Altar bis He Liebe Band innig und ihre Habe Mann und Weib verbindet, Herr, zum Grabe. der auf den Ehestand seiner Reiche 3. Sei ihr Beistand in der Noth, Wachsthum gründet, segne die, die sei im Kummer ihre Freude, gieb, jetzt mit Beten, in den Stand der daß nichts als nur der Tod das, was du verbindest, scheide. Hilf, Ehe treten. 304 Trauung und Che. daß sie dich hier und oben herzlich| in's Buch des Lebens ein, er selbst, lieben, fröhlich loben. Herr Zebaoth, wird Schild und Lohn uns sein. Ehrenfried Liebich( 1713-1780). Benj. Schmold( 1672-1737). Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. 518. yon bir, du Gott der Mel. Was mein Gott will, gescheh' allezeit. Einigkeit, ward einst 520. 3 520. Zwei Hände wollen der Ehe Bund geweiht: o weih' auch heute sich an heil'sie zum Segen, die hier vor deinem ger Stätte fassen, sich halten treu Angesicht bereit steh'n, dir den und inniglich und nimmermehr sich Schwur der Pflicht und Eintracht lassen; doch festzuziehn solch' Liebesabzulegen! Laß sie, Vater, dir er- band, soll helfen eine and're Hand, geben einig leben, treu sich lieben, soll Gottes Hand zum Segen sich treu die Pflicht der Christen üben. auf die euern legen! 2. Gott, der du sie verbunden 2. 3wei Zungen wollen heut' hast, mach' ihnen leicht des Lebens ein Wort, ein heilig Ja sich geben; Last, gieb, daß kein Gutes fehle. das furze Wort, o fling' es fort Die Treue laß sie nie entweih'n, durch's ganze lange Leben! Doch in Freud' und Leid laß stets sie daß dies Ja gesegnet sei, ertöne sein ein Herz und eine Seele! noch ein Ja dabei, erschall' aus Immer laß sie, dir ergeben, einig Gottes Munde das Ja zu eurem leben, einig handeln, fromm und Bunde! heilig vor dir wandeln. 3. Zwei Herzen brennen fröhlich 3. O segne sie, der gern beglückt heut' in einer Liebe Flammen und und Segen uns von oben schickt, halten fest in Leid und Freud' von auf allen ihren Wegen! Herr, lehre heute an zusammen; doch daß da sie sich deiner freu'n; gieb selbst bleibe Herz an Herz, so haltet zu ihrem Fleiß Gedeih'n, und ihr fleißig himmelwärts zum Beruf sei Segen! Laß sie, Vater, herzen droben die eurigen erhoben. dir ergeben glücklich leben, freudig sterben: so sind sie des Himmels VaterErben. 4. Zwei Namen wollen heute gern in einen sich verschlingen, den ihren will dem Eheherrn die Braut 3um Opfer bringen; doch soll der Bund gesegnet sein, so klinge noch ein Name drein, so tling' in Gottes Johann Eschenburg( 1748-1820). Mel. Nun danket Alle Gott. 519. Was as Gott zusammen- Namen zu eurem Ja das Amen! fügt, das soll der 5. Zwei Häufer blicken lieb und Mensch nicht scheiden; d'rum gehen traut, auf's neugeschmückte dritte; wir dahin in Gottes Fried' und der Eltern Segen hat's gebaut den Freuden. Der uns're Namen schreibt Liebenden zur Hütte; wie glänzt Trauung und Ehe. das Haus so schmuck und neu!| Herr, verläß'st die Deinen Doch daß da gut zu wohnen sei, wirst ewig mit uns sein. laßt fleißig euch die Glocken zum dinsdag sonil Verfasser unbekannt. Hause Gottes locken! minsqqi2 de los munitob sooj Mel. O Gott, du frommer Gott. 6. So zieht zu Zwei'n in's Gotteshaus, die Freunde zum Ge- 522. Daß dich, Herr Jeſu mein fommt vom Herrn heraus, er selbst an eurer Seite! Zieht fröhlich ein zur eig'nen Thür, bleibt eins in Liebe für und für, und Gott in eurer Mitte sei selbst im Bund der Dritte! eld2 Karl Gerot( geb. 1815). Segen in das Haus. do no nopoltsa etsijun disldnds Nach der Trauung. grist Mel. Ich finge dir mit Herz und lota Mund. 305 nicht, 3 Gebet bewegen; komm' in mein Herz und Haus und bringe mir den Segen. Nichts richten Müh' und Kunst ohn' deine Hilfe aus; wo du mit Gnaden bist, kommt tig 2. Sieh gnadenvoll auf uns herab, die wir uns deiner freu'n; daß wir ein Herz nur bis an's Grab und eine Seele sei'n. 521. Geſchloſsen ist nun unser Bund vor deinem 523, Angesicht; wir fleh'n zu dir mit Herz und Mund: verlaß uns, Vater, Herr, die nicht!! drug sdale goh. Heermann( 1585-1647). 4. Soll's uns bei heiterm Sonnenschein in Zukunft glücklich geh'n, so wird das Herz dir dankbar sein, und deinen Ruhm erhöh'n. 5. Doch sollt' auch manches Leiden sich zu unserm Herzen nah'n; so nimm dich unser gnädiglich in allen Nöthen an. Im Ehestande. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenſtern. mein Haus, wir sind bereit, dir, ganze Lebenszeit mit Seel' und Leib zu dienen. Du sollst der Herr im Hause sein, gieb deinen Segen nur darein, daß wir dir willig dienen. Eine kleine, fromme, reine Hausgemeinde mach' aus Allen: dir nur soll sie wohlge3. Laß deinen Geist stets auf uns ruhn, der alles Gute schafft; fallen. lehr' uns nach deinem Willen thun, 2. Es wirke durch dein kräftig stärk' uns dazu mit Kraft. Wort dein guter Geist stets fort und fort an unser Aller Seelen; er leucht' uns wie das Sonnenlicht, damit's am rechten Lichte nicht im Hause möge fehlen, reiche gleiche Seelenspeise auch zur Reise durch dies Leben uns, die wir uns dir ergeben. 3. Gieß' deinen Frieden auf das 6. Nun, du bist uns're Zuver- Haus und Alle, die d'rin wohnen, ficht, und wir sind ewig dein. Du, aus, im Glauben uns verbinde Neues Gesangbuch. 20 306 Trauung und Ehe. Laß uns in Liebe allezeit zum| und liebste bist; wo Aller Herzen Dulden, Tragen sein bereit demü- dir entgegenschlagen, und Aller Authig, sanft und linde. Liebe übe gen freudig auf dich seh'n; wo Aller jede Seele, Keinem fehle, d'ran Lippen dein Gebot erfragen, und man fennet den, der sich den Dei- Alle deines Wink's gewärtig steh'n. nen nennet. us gequümbet 2. ſelig Haus, wo Mann 4. Laß unser Haus gegründet und Weib in einer, in deiner Liebe sein auf deine Gnade ganz allein eines Geistes sind, als beide eines und deine große Güte. Auch laß Heils gewürdigt, feiner im Glauuns in der Nächte Grau'n auf bensgrunde anders ist gesinnt; wo deine treue Hilfe schau'n mit kind- beide unzertrennbar an dir hangen lichem Gemüthe; selig, fröhlich selbst in Lieb' und Leid, Gemach und mit Schmerzen in dem Herzen dir Ungemach, und nur bei dir zu uns lassen und dann in Geduld bleiben stets verlangen an jedem uns fassen. guten, wie am bösen Tag'. 5. Giebst du uns ird'sches Glück 3. O selig Haus, wo man die in's Haus, so schließ' den Stolz, lieben Kleinen mit Händen des Gedie Weltlust aus, des Reichthums bet's an's Herz dir legt, du Freund böse Gäste; denn wenn das Herz der Kinder, der sie als die Seinen an Demuth leer und voll von eitler mit mehr als Mutterliebe hegt und Wollust wär', so fehlte uns das pflegt; wo sie zu deinen Füßzen Beste: jene schöne, tiefe, stille Gna- gern sich sammeln und horchen deidenfülle, die mit Schäßen einer ner süßen Rede zu und lernen früh Welt nicht zu ersetzen.d for dein Lob mit Freuden stammeln, 6. Und endlich fleh'n wir aller- sich deiner freu'n, du lieber Heiland, meist, daß in dem Haus fein an- du! d'rer Geist, als nur dein Geist re4. O selig Haus, wo Knecht gicre; daß er, der Alles wohl be- und Magd dich kennen und wissen, stellt, der gute Zucht und Ordnung wessen Augen auf sie seh'n, bei hält, uns Alle lieblich ziere. Sende, allem Werk in einem Eifer bren spende ihn uns Allen, bis wir nen, daß es nach deinem Willen wallen, heim und droben dich in mag gescheh'n; als deine Diener, deinem Hause loben. Tuol 39 within stoKarl Spitta( 1801-1859). Miel. So führst du doch recht selig, Herr. 524.0 selig Haus, wo man deine Hausgenossen, in Demuth willig und in Liebe frei, das Ihre po shu schaffen froh und unverdrossen, in kleinen Dingen zeigen große Treu. 5. O selig Haus, wo du die dich aufgenommen, Freude theilest, wo man bei keiner du wahrer Seelenfreund, Herr Jesu Freude dein vergißt; o selig Haus, Christ! Wo unter allen Gästen, wo du die Wunden heilest und die da kommen, du der gefeiert'ste Aller Arzt und Aller Tröster bist; Trauung und Ehe. 307 bis Jeder einst sein Tagewerk voll- fließen. Indessen, wer sich in Geendet, und bis sie endlich Alle duld ergiebt, deß Leid wird Gottes ziehen aus dahin, woher der Vater Huld in großen Freuden schließen. dich gesendet, in's große, freie, Wage, trage nur ein wenig; unser schöne Vaterhaus.di di König macht behende, daß die Noth und Angst sich wende. Karl Spitta( 1801-1859). Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. isted 5. Wohl denn, mein König, tritt herzu! Gieb Rath im Kreuz, in Nöthen Ruh', in Nengsten Trost 525. Wie schön ist's doch, und Freude. Deß ſollst du haben Herr Christ, im Stande, da dein Segen ist, im Stande heil'ger Ehe, wie steigt und neigt sich deine Gab' und alles Gut so mild herab aus deiner heil'gen Höhe, wenn sich an dich fleißig halten, Gottes Walten fromm vertrauen, die ihr Haus vereinigt bauen. blobs ningin& wir wollen singen bester Weis' und danken alle beide, bis wir bei dir, deinen Willen zu erfüllen, deinen Namen ewig loben werden. Amen. lo hic Paul Gerhardt( 1606-1676). Mel. Ach Gott, wie manches Herzeleid. oder: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend'. 2. Wenn Mann und Weib sich 526. Wohl einem Haus, da wohl versteh'n und Hand in Hand allein durch's Leben geh'n im Bunde reiner der Herr und Meister ist! Ja, Treue: da blüht das Glück von wenn er nicht darinnen wär', wie Jahr zu Jahr, da sieht man, wie finster wär's, wie arm und leer! der Engel Schaar im Himmel selbst 2. Wohl, wenn dort Mann und sich freue. Kein Sturm, kein Wurm fann zerschlagen, kann zernagen, was Gott giebet dem Paar, das in ihm sich liebet. idoun bielp in Weib und Kind im rechten Glauben einig sind, zu dienen ihrem Herrn und Gott nach seinem Willen und Gebot. 3. Seid gutes Muth's, nicht 3. Wohl, wenn ein solches Haus Menschenhand hat aufgerichtet sol- der Welt ein Vorbild vor die Augen chen Stand, Gott ist es, unser stellt, daß ohne Gottesdienst im Vater; der hat uns je und je ge- Geist das äuß're Werk nichts ist liebt und bleibt, wenn Sorge uns und heißt. betrübt, der beste Freund 4. Wohl, wenn wie Weihrauch Rather: Anfang, Ausgang aller das Gebet beständig in die Höhe Sachen, die zu machen wir gedenken, geht, und man nichts treibet fort wird er wohl und weislich lenken. und fort als Gottes Werk und 4. Zwar bleibt's nicht aus, und Gottes Wort. and it kommt ja wohl ein Stündlein, da 5. Wohl, wenn im äußerlichen man Leides voll die Thränen lässet und Stand mit fleißiger, getreuer Hand 20* 308 ein Jegliches nach seiner Art den Geist der Eintracht offenbart. dlud 6. Wohl, wenn die Eltern gläubig sind und sie an Kind und Kindesfind versäumen nichts zum ew'gen Glück; dann bleibt derselben keins zurück.nö nisun, ind do Trauung und Ehe. od erweisen und meinem Kinde Kraft verleih'n, daß es in deinem Bunde bleib', dein heil'ger Geist es immer treib'. orp' ni odbog, hid. 4. Gieb ihm das Wachsthum deines Sohnes, bei Gott und Menschen Huld und Gnad'; der 7. Wohl solchem Haus! denn Flügel deines Gnadenthrones, der es gedeiht; die Eltern werden hoch es bereits beschattet hat, bedeck' es, erfreut, und ihren Kindern sieht wo es geht und steht, bis es zum man's an, wie Gott die Seinen Himmel wird erhöht. segnen kann. Innd dim lise pijed 8. So mach' ich denn zu dieser Stund' sammt meinem Hause diesen Bund: wich' alles Volk auch von ihm fern, ich und mein Haus steh'n bei dem Herrn. 5. Ja, du bist aller Kinder Vater, dein Sohn ist aller Kinder Freund: sei du nun ferner mein Berather, daß, wenn dein letzter Tag erscheint, ich und mein Kind dort vor dir steh'n und dir zu deiner Rechten geh'n.ed Saddlesid Jon Benjamin Schmold( 1672-1737). Christ. v. Pfeil( 1712-1784). om Beim Kirchgang. din din nil drit Gebet der Eltern. om Mel. Wer nur den lieben Gott läßtist son mi t'dan uede? a'bryd S walten. Mel. Werde munter, mein Gemüthe. 527. Gott Lob, ich schließe 528. Sorge doch für uns're meine Wochen und nimm preise meines Gottes Kraft; ich dich ihrer an. Sind sie gleich vor habe Gott ein Wort versprochen, dir noch Sünder, sind sie dir doch der neues Leben in mir schafft: zugethan, und durch deines Sohnes wird er mir Rath und Kraft ver- Blut gleichwohl dein erworb'nes leih'n, so soll mein Herz sein Opfer Gut. Darum wirst du sie aus fein". sid sed jo tisod Gnaden wohl beschützen und be2. Ich komme, meines Lebens rathen. Leben, und sage dir, mein Schöpfer, 2. Sie sind dir von Kindesbeinen Dank: da tausend Schmerzen mich und von ihrer ersten Stund' zus umgeben und schon der Tod zum geeignet als die Deinen, und durch Herzen drang, da hast du also deinen Gnadenbund hast du sie in mich erquickt, daß mich mein Kreuz ihrer Tauf' väterlich genommen nicht hat erdrückt.ro d auf, daß sie, wenn sie gläubig 3. Nun, deine Magd wird solches sterben, werden deines Reiches preisen und ewig dafür dienstbar Erben. sein; doch wirst du mir noch mehr 3. Du hast sie bisher ernähret; Jugend und Alter. 309 manchem Unheil, mancher Noth laß doch ihren Fuß nicht gleiten; mehr als väterlich gewehret, die sie laß sie ihre Lebensjahr in der jemals hat bedroht, in's Verderben Tugend bringen zu, bis du sie, wie leicht gestürzt und ihr Leben jäh' mich, zur Ruh' wirst in's fühle verkürzt, aber deine Vatertreue Grab versenken und die Seligkeit bleibt bei ihnen täglich neue. bod uns schenken. bin im Griot ud 4. Sollt' ich nicht für solche 7. Wenn dann ihre Jahr' verGüte immer dir verpflichtet sein, flossen, und sie ihre Lebenszeit und mit dankbarem Gemüthe folchen ehrlich haben hier genossen, dann Glückes Sonnenschein und was du sie in die Ewigkeit endlich sollen an mir gethan rühmen, Herr, vor gehen ein, mögst du selbst ihr Jedermann? Ach, so müßt' ich ganz Helfer sein, daß sie all' nach sanftem vermessen dein, mein Gott und Heil, Sterben glaubensvoll den Himmel bergessen. tor dim midi il erben. 15. Sammeln And're große 8. Gönne mir die große Freude, Schäße, suchen sie auf Erden Heil, daß ich einst am jüngsten Tag nach daß sie Geld und Gut ergöße, so so manchem Kampf und Leide mit bist du mein einzig Theil. Bleib' Frohlocken sagen mag: liebster auch meiner Kinder Gott, lasse sie Bater, ich bin hier, und die Kinder, in feiner Noth und in keinem Kreuz die du mir hast in jener Welt beverderben, bis sie endlich selig scheeret. Ewig jei dein Nam' gesterben. asdsh the mehret! sd Ludw. Schlosser( 1663-1723). 6. Dringt auf sie von allen Seiten der Verführer list'ge Schaar, dot di he vid ind Amand 2. Jugend und Alter. nd 50917 0 2013 a. Jugend. and pisar thni Mel. Lobt Gott, ihr Christen. oder: Nun sich der Tag geendet.d 529. S mir nun, was ich aus Dankbarkeit dir soll für deine Liebe thun, und was dein Herz erfreut. 4. Willst du mein Herz? Ach Joh ch bin ein kleines nimm es hin, nimm's, liebster HeiRindelein und meine land, an! Ich weiß doch, daß ich Kraft ist schwach; ich wollte gerne dein nur bin und geb' dir, was ich selig sein und weiß nicht, wie ich's kann. mach'. 5. Du hast mich in der Taufe 2. Mein Heiland, du bist mir ja mit deinem Heil bekleid't, und zu gut geworden einst ein Kind; eh' ich etwas wußt' und sah, zu man sagt, du hast mich durch dein deinem Kind geweiht. Blut erlöst von aller Sünd'. 3. Mein liebster Heiland, rath' 6. Bewahr' mein Herz und halt' es rein von Allem, was befleckt; Jugend und Alter. 201 310 du hast's gebadet, laß es sein von deiner Flut bedeckt. 7. Holst du mich früh aus dieser Beit, was ist es dann wohl mehr? Huld getragen von meiner Jugend auf: auf allen meinen Wegen umgab mich, Gott, dein Segen, auch selbst im schwersten Leidenslauf. Dann komm' ich in die Ewigkeit, 2. Oft hatt ich große Sorgen; dort wird mir nichts zu schwer. doch, wie ein heit'rer Morgen durch dunkle Nächte bricht, so hab' ich's auch erfahren: du weißt uns zu bewahren und führ'st durch Fin sterniß zum Licht. 8. Doch soll ich länger hier noch sein, nehm' ich an Jahren zu, so hilf mir, liebster Jesu mein, daß ich viel Gutes thu'. ispu 9. Und schließ ich endlich meinen 13. War Menschenrath vergebens, Lauf im Glauben seliglich, so hebe so warst du, Herr des Lebens, mich zu dir hinauf und nimm und mein Licht auf dunkler Bahn. Dich segne mich. mdließ ich thun und rathen; denn Nicol. Gr. v. Zinzendorf( 1700-1760). du thust große Thaten und nimmst i Nuts( bl god dich unser huldreich an. Eigene Melodie. om 4. Bis zu des Alters Tagen will ich dich heben, tragen und dein Erretter sein". Dies hast du mir versprochen und nie dein Wort ge brochen; deß will ich mich auch immer freu'n. 530. We eil ich Jesu Schäflein bin, freu' ich mich nur immerhin über meinen guten Hirten, der mich wohl weiß zu bewirthen, der mich liebet, der mich fennt und bei meinem Namen nennt. 5. Du wirst in meinem Alter Stab sein, mein Erhalter, 2. Unter seinem sanften Stab mein geh' ich aus und ein und hab' un nach deiner Batertreu'. Bin ich aussprechlich süße Weide, daß ich gleich schwach und müde, bei dir iſt keinen Mangel leide; und so oft ich durstig bin, führt er mich zum Brunnquell hin. Trost und Friede, du stehst mir Schwachen mächtig bei. 3. Sollt' ich denn nicht fröhlich sein, nun ich sein bin, und er mein? Denn nach diesen schönen Tagen werd' ich endlich heimgetragen in des Hirten Arm und Schooß; 7. Ich harre froh und stille, bis, Amen, ja mein Glück ist groß! 6. Nach wenig bangen Stunden hab' ich ganz überwunden; ich bin dem Ziele nah', dem Ziele aller Leiden; o welche hohe Freuden ers wartet meine Seele da! Louiſe von Hayn( 1724-1782). ind the moniso im b. Alter. natts thi Mel. Nun ruhen alle Wälder. u, Herr, von meinen Jacob Feddersen( 1736-1788). Tagen, hast mich mit tot dus Herr, mein Gott, dein Wille mich nach dem Kampfe frönt. An meiner Laufbahn Ende sink ich in Jesu Hände; denn er hat mich mit dir versöhnt. din fod 531. D 311 Mel. Christus, der ist mein Leben. 5. Will mein Gehör verfallen, 532. erwirf mich nicht im so laß dies Wort allein mir in Alter, verlaß mich dem Herzen schallen: ,, Ich will dir nicht, mein Gott! Bist du nur gnädig sein!" Am mein Erhalter, so werd' ich nie zu Spott. 6. Wenn mich die Glieder schmerdozen, so bleibe du mein Theil und 2. Wie oft hab' ich erfahren, mach' mich an dem Herzen durch der Vater sei getreu; ach, mach' in alten Jahren mir dieses täglich neu! Christi Wunden heil.dusdi 3. Wenn ich Berufsgeschäfte in äuß'rer Schwachheit thu', leg' deines Geistes Kräfte dem innern Menschen zu. 7. Sind Stimm' und Zunge blöde, so schaffe du, daß ich im Glauben stärker rede: ,, mein Heiland, sprich für mich!" find thi 8. Wann Händ' und Füße beben, Geburtstag. Beruf. 4. Wenn dem Verstand, den als zu dem Grabe reif, gieb, daß Augen die Schärfe mm gebricht, ich nur das Leben, das ewig ist, daß sie nicht viel mehr taugen, sei ergreif. Jesus noch mein Licht. dunnur Philipp Hiller( 1699-1769). mid nodig sier a 3. An Geburtstag. of Eigene Melodie. 533. H Bat dzum süßen Trost geneigt. Du biſt merr, von dir hab' ich meine Zuversicht; heil'ger Geist, mein Leben, habe dich laß' ich nicht. von dir Leib und Geist. Du hast 4. Ach, mein Gott, du hast vor Alles mir gegeben und stets Vater- Vielen mich zum Wunder dargeſtellt. treu' erweis't. Du bist meine Zu- Worauf deine Wege zielen, das versicht; dich, mein Schöpfer, laß' verbirgst du vor der Welt. Du ich nicht. do bleibst meine Zuversicht; dich, mein Bater, laß' ich nicht. dmthilp! 2. Jesu, du hast meine Sünde an dem Kreuze selbst gebüßt, daß 5. Mit dir hab' ich angehoben, mun mir als deinem Kinde Gott, mit dir schließ' ich meinen Lauf. dein Vater, gnädig ist. Du bist Dort will ich dich ewig loben; meine Zuversicht; dich, mein Jesu, nimm mich einst zu dir hinauf. laß' ich nicht. Dich, mein Heil und Zuversicht, 3. Heil'ger Geist, du hast die laß' ich auch im Tode nicht. Schäße mir in Gottes Wort gezeigt, und mein Herz zu dem Gesetze und Gottfried Hoffmann( 1658-1712). 680 4. Beruf. D 534. die Beschwerden des und siehst, daß du vergebens strebst. Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz.| Stand's, in dem du dürftig lebst; u flagst und fühlest du strebest, glücklicher zu werden, 312 Jurs Beruf. da Ja flage! Gott erlaubt die Zähren; 2. Es steht in feines Menschen doch denk' im Klagen auch zurück: Macht, daß sein Rath werd' in's ist denn das Glück, das wir be- Werk gebracht und sich des Fortgehren, für uns auch stets ein gangs freue: des Höchsten Rath, wahres Glück? sid om urs D der macht's allein, daß Menschen2. Nie schenkt der Stand, nie rath gedeihe. schenken Güter dem Menschen die 3. Oft denkt der Mensch in seiZufriedenheit; die wahre Ruhe der nem Muth, dies oder jenes sei ihm Gemüther ist Tugend und Genüg- gut, und ist doch weit gefehlet. samkeit. Genieße, was dir Gott Oft sieht er auch für schädlich an, beschieden, entbehre gern, was du was Gott doch selbst erwählet.us nicht hast; ein jeder Stand hat 4. So Mancher, der sich weise seinen Frieden, ein jeder Stand auch dünkt, meint, daß sein Werk ihm seine Last. jis sdnr ad gal wohl gelingt und bringt doch nichts 3. Gott ist der Herr, und seinen zu Stande. Er meint, er bau' ein Eegen vertheilt er stets mit weiser festes Haus und baut nur auf dem Hand, nicht so, wie wir's zu wün- Sande. thi2 nism then sub8 schen pflegen, doch so, wie er's uns 5. Wie Mancher ist in seinem heilsam fand. Willst du zu denken Sinn schon über alle Höhen hin, dich erkühnen, daß seine Liebe dich und eh' er sich's versiehet, so fällt vergißt? Stets giebt er mehr, als er hin, und all' sein Sinn hat sich Sinn hat fiel wir verdienen, und niemals, was umsonst gemühet. uns schädlich ist. mism 4. Verzehre nicht des Lebens Kräfte in träger Unzufriedenheit; besorge deines Stand's Geschäfte und müße deine Lebenszeit; bei Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, 6. Gieb mir Verstand aus deiner Höh', auf daß ich ja nicht ruh' und steh' auf meinem eignen Willen. Sei du mein Freund und treuer Rath, was gut ist, zu erfüllen. 7. Was dir gefällt, das laß ein ewig Glück in Hoffnung seh'n, auch mir, o meiner Seele Sonu' dies ist der Weg zu Ruh' und Le- und Zier, gefallen und belieben. ben. Herr, lehre diesen Weg mich Was dir zuwider, laß mich nicht geh'n! id linis Christ. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). in Wort und That verüben. 8. Ist's Wert von dir, so hils zu Glück; ist's Menschenthun, so treib's zurück und änd're meine Was du nicht wirkst, daß all' mein Thun pflegt von sich selbst in Kurzem zu Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr. 535. Ich weiß, mein Gott, Sinnen. und Werk' in deinem Willen ruh'n; zerrinnen. von dir kommt Glück und Segen. 9. Tritt du zu mir und mache Was du regierst, das geht und leicht, was mir sonst fast unmögsteht auf rechten, guten Wegen. lich deucht, und bring' zum guten del Beruf. 313 Ende, was du selbst angefangen| Kraft und läßt das Werk gelingen, hast, durch Weisheit deiner Hände. 10. Ist gleich der Anfang etwas ſchwer, und muß ich auch in's tieſe treten, Meer der bittern Sorgen so treib' mich nur, ohn' Unterlaß zu seufzen und zu beten. läßt einen reichen Zug uns thun, Gedeih'n auf uns'rer Nahrung ruh'n, daßß wir die Füille haben.de 11. Wer fleißig betet und dir traut, wird alles, davor sonst ihm graut, mit tapferm Muth bezwingen; sein Sorgenstein wird in der Eil' in tausend Stücke springen. 3. Wer erst nach Gottes Reiche tracht't und bleibt auf seinen Wegen, der wird gar leicht auch reich gemacht durch Gottes milden Segen. Noch wird der Fromme immer satt, daß er von seiner Arbeit hat auch Armen Brot zu thier mal geben. 12. Der Weg zum Guten ist gar wild, mit Dorn und Hecken AQUE 4. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, er krönet sie mit Gnaden; ausgefüllt; doch wer ihn freudig der bösen Welt Haß, Neid und gehet, kommt, Herr, dahir durch deinen Geist, wo Freud' und Wonne ftehet. 3 Hohn kann ihnen gar nicht schaden. Gott decket sie mit seiner Hand, er segnet ihren Weg und Stand und füllet sie mit Freuden. 13. Du bist mein Vater, ich dein Kind; was ich bei mir nicht hab' und find', hast du zu aller G'nüge. So hilf nun, daß ich meinen Stand wohl halt' und herrlich siege. 14. Dein soll sein aller Ruhm und Ehr': ich will dein Thun je mehr und mehr aus hocherfreuter deinen Segen. Seelen vor deinem Volk und aller Welt, so lang' ich leb', erzählen. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 5. D'rum tomm', Herr Jesu, stärke mich, hilf mir in meinen Werken; laß du mit deiner Gnade dich bei meiner Arbeit merken. Gieb dein Gedeihen selbst dazu, daß ich in Allem, was ich thu', ererbe 6. Regiere mich durch deinen Geist, den Müssiggang zu meiden, Paul Gerhardt( 1606-1676). daß das, was du mich schaffen heiß'st, 200 gescheh' mit lauter Freuden, auf daß ich dir mit aller Treu' auf 536. In Gottes Namen fang' dein Gebot gehorſam ſei und meinen ich an, was mir zu Nächsten au thun gebühret. Mit Gott wird Alles 7. Nun, Jesu, komm' und bleib' wohlgethan und glücklich ausge- bei mir. Die Werke meiner Hände führet, was man in Gottes Namen befehl' ich, liebster Heiland, dir: thut, ist allenthalben recht und gut hilf, daß ich sie vollende zu deines und muß uns auch gedeihen. Namens Herrlichkeit, und gieb, daß ich zur Abendzeit erwünschten Lohn empfange. 2. Gott ist's, der das Vermögen schafft, das Gute zu vollbringen. Er giebt uns Segen, Muth und Sal. Liscov( 1640-1689). 314 Krieg und Frieden. 5. Abschied. 537. Mel. Herzlich thut mich verlangen. an einem Leib. Man spricht vom Scheidewege und grüßt sich einmal noch und geht auf einem Wege in einer Richtung doch. as macht ihr, daß ihr weinet und brechet mir mein Herz? Im Herrn sind wir vereinet und bleiben's aller- 4. Was sollen wir nun weinen wärts. Das Band, das uns ver- und so gar traurig seh'n? Wir bindet, löst weder Zeit, noch Ort; fennen ja den Einen, mit dem wir was in dem Herrn sich findet, das Alle gehn. In einer Hut und währt in ihm auch fort. Pflege, geführt von einer Hand, 2. Man reicht sich wohl die auf einem sichern Wege in's eine Hände, als sollt's und bleibt doch 5. So sei denn diese Stunde innigsten Verein. Man sieht sich nicht schwerem Trennungsleid, nein, an, als sähe man sich zum letzten einem neuen Bunde mit unserm Mal und bleibt in gleicher Nähe Herrn geweiht. Wenn wir uns dem Herrn doch überall. ihn erkoren zu unserm höchsten 3. Man spricht: ich hier, du Gut, sind wir uns nicht verloren, dorten, du zieheſt und ich bleib' wie weh' auch Scheiden thut. und ist doch aller Orten ein Glied geschieden sein Vaterland. ohne Ende im Karl Spitta( 1801-1859). dip VII. Staat und Obrigkeit. 1. Krieg und Frieden. 15211 Mel. Nun lob', mein' Seel' den Herren. der Sünden schlimme Saat. Wir 538. Gott ott Lob! nun ist er sind fürwahr geschlagen mit harter, 04 • schollen das edle scharfer Ruth', und dennoch muß Fried'- und Freudenwort, daß nun- man fragen: wer ist, der Buße thut? mehr ruhen sollen die Spieß' und Wir sind und bleiben böse; Gott Schwerter und ihr Mord. Wohlauf ist und bleibet tren, hilft, daß sich und nimm nun wieder dein Saiten bei uns löse der Krieg und sein spiel hervor, o Deutschland, singe Geschrei. Lieder im hohen, vollen Chor! Er3. Sei tausendmal willkommen, hebe dein Gemüthe zu deinem Gott du theure, werthe Friedensgab'! und sprich: Herr, deine Gnad' und Jetzt seh'n wir, was für Frommen Güte bleibt dennoch ewiglich! dein Beiunswohnen in sich hab'! 2. Wir haben nichts verdienet, In dich hat Gott versenket all als Zorn für uns're Missethat, unser Glück und Heil; wer dich dieweil noch immer grünet bei uns betrübt und kränket, der drückt Krieg und Frieden. 315 sich selbst den Pfeil des Herzleids von uns gnädig doch in Eil' die in das Herze und löscht aus Un- Noth, die uns noch fränket. verstand die gold'ne Freudenkerze mit seiner eig'nen Hand.us 3. Lösch' der Bedrängniß Angst und Graus im Brunnen deiner 4. Das drückt uns Niemand Gnaden, erfreu' und führ' uns besser in uns're Seel' und Herz nun heraus nach ausgestand'nem hinein, als ihr zerstörten Schlösser Schaden. Willst du denn zürnen und Städte voller, Schutt und ewiglich? Und sollen deine Fluten Stein; ihr vormals schönen Felder, sich ohn' alles End' ergießen?] mit frischer Saat bestreut, jetzt 4. Willst du, o Vater, uns denn aber lauter Wälder und dürre, nicht nun einmal wieder laben? wüste Haid'; ihr Gräber, voller Und sollen wir an deinem Licht Leichen und blut'ger Helden Schweiß, nicht wieder Freude haben? Ach, der Helden, deren Gleichen auf gieß' von deines Himmels Haus, Erden man nicht weiß. Herr, deiner Güte Segen aus auf uns und uns're Häuser. 5. Ach, laß dich doch erwecken! Wach' auf, wach' auf, du harte 5. Ach, daß ich hören möcht' das Welt, bevor das letzte Schrecken Wort erschallen bald auf Erden, dich schnell und plötzlich überfällt! daß Friede soll an jedem Ort, wo Wer aber Christum liebet, sei un- Christen wohnen, werden! Ach, daß erschrock'nen Muth's; der Friede, uns Gott doch sagte zu des Krieges den er giebet, bedeutet alles Gut's. Schluß, der Waffen Ruh' und alles Nach diesem laßt uns ringen, nicht Unglück's Ende! sparis nomine achten Kampf und Streit, durch 6. Ach, daß doch diese böse Zeit Tod und Leben dringen wir dann bald wiche guten Tagen, damit wir zur Herrlichkeit, dm isidro mind in dem großen Leid nicht ganz und Paul Gerhardt( 1606-1676). gar verzagen! Doch Gottes Hilfe nd di endy dhusu mammoist nicht weit, und seine Gnade ist Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir. bereit all' denen, die ihn fürchten. 539. Her err, der du vormals 57. Wenn wir nur fromm sind, haft dein Land mit wird sich Gott schon wieder zu uns Gnaden angeblicket, und, wenn du wenden, den Krieg und alle and're Strafen ihm gesandt, es wiederum Noth nach Wunsch und also enden, erquicket, der du die Sünd' und daß seine Ehr' in unserm Land Missethat, die alles Volk begangen und überall recht werd' erkannt, hat, uns väterlich verziehen: deja stetig bei uns wohne. 2. Herr, der du deines Eifers 8. Die Güt' und Treue werden Glut doch stets zuletzt gewender schön einander grüßen müssen; das und nach der Straf' das süße Gut Recht wird durch die Lande geh'n der Lieb' und Huld gesendet; ach und wird den Frieden küssen, die treuer Gott, du unser Heil, nimm Treue wird mit Luſt und Freud' 316 Krieg und Frieden. i 197730 auf Erden blüh'n, Gerechtigkeit wird und bitten, du woll'st geben, daß von dem Himmel schauen.idose wir auch künftig stets in guter 19. Der Herr wird uns viel Gutes Ruhe leben. Krön' uns mit deinem thun, das Land wird Früchte geben, Gut, erfülle für und für, o Vater, und die in seinem Schooße ruh'n, unsern Wunsch; Herr Gott, wir die werden davon leben; Gerech- danken dir! tigkeit wird wohl besteh'n und stets fjölb Johann Franck( 1618-1677). in vollem Schwange geh'n zur Ehre Hublou sidi dirit seines Namens. allo do this Mel. Befichl du deine Wege 190 du dich Snodal vodsiur mun sehen, Volkes thi Mel. Nun danket Alle Gott. ill alter Hort, Heil Allen, die verstehen Gott, loben dein Zeichen und dein Wort. Du & Paul Gerhardt( 1606-1676). 541. Noch läſfest by bi Nº 540. wir für deine großen wandelst in den Lüften, im Säuſeln Gnaden, daß du das Vaterland vor uns her, du rollst in Felsenvon Kriegeslast entladen, daß du flüften die Donner stark und uns blicken läßt des gold'nen Frie- schwer. duhout dens Zier; d'rum jauchzet alles 2. Herr, wir sinken nieder Volt: Herr Gott, dich loben wir! vor deiner Herrlichkeit, noch einmal 2. Herr Gott, dich loben wir, sende nieder uns deine Gnadenzeit. die wir in bangen Tagen der Erhör' des Landes Flehen und Waffen schweres Joch und wilden übe du Geduld, wenn wir dir ein Grimm ertragen; jest rühmet unser gestehen die Armuth und die Mund mit herzlicher Begier: Gott- Schuld. itd. lob, wir sind in Ruh'! Herr Gott, 3. Wir haben All' verschwendet wir danken dir! dis gorp med dein Erbtheil und dein Gut, zum Eitlen uns gewendet vom ehrbar frommen Muth. Was du ſo schön bereitet, was du so wohl bedacht. das hat uns, ach! verleitet zum Trotz auf eigne Macht. 3. Herr Gott, dich loben wir, daß du Geschoß und Wagen, der Feinde Macht und Schwert zer brochen und zerschlagen. Der Streit ist nun entzwei; darum so singen wir mit Herz, mit Mund und 4. Herr Gott, sei gnädig wieder, wir sind Zung': Herr Gott, wir danken dir! verschone unser Blut 4. Herr Gott, dich loben wir, nun wieder Brüder und eins in daß du uns zwar gestrafet, jedoch Liebesmuth der uns'res Voltes in deinem Zorn nicht gar hast weg- Schaden im rechten Grunde kennt, geraffet! Es hat die Vaterhand Herr Gott, Herr Gott in Gnaden, uns deine Gnadenthür' jetzt wieder den Alles Helfer nennt. aufgethan: Herr Gott, wir danken dir! ssdir 5. Ach, Alles soll vergessen, vergeben Alles sein. Nach rechtem 5. Herr Gott, wir danken dir Maaß gemessen, wer hieße fromm - - Obrigkeit. 317 und rein? Und weil denn gar kein| eines Reiches Glieder und stehen Reiner in unsern Reihen steht, so Mann für Mann. fuo di ud sei fortan auch einer gelästert Max v. Schenkendorf( 1784-1817). und geschmäht. sp'lisd old nd sadnie pidust BIGSTE STUDarool 6. Im Leben und im Wandel, stis Eigene Melodie. nd sid im Frieden und im Streit, im 542. Yerleih' uns Frieden im Handel zu jeder Herr Frist und Zeit soll Alles ehrlich Gott, zu unsern Zeiten! Es ist ja halten auf Zucht und Fleiß und doch kein And'rer nicht, der für Treu', dann wird das Glück der uns könnte streiten, denn du, unser Alten auch wieder bei uns neu. Gott, alleine. 7. Herr Gott, der allen Sündern 12. Den König und die Obrigin Gnaden gern vergiebt und an feit den Frieden laß bewahren, daß gefallnen Kindern im Strafen in gottsel'ger Ehrbarkeit wir unter Wohlthat übt, wir Alle sinken ihnen führen ein Leben still, geruhig. nieder und beten dankend an, sind Martin Luther( 1483-1546.) mom ( 238 mischie 2. Obrigkeit. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 543. Gott woll' uns hoch 544. Yater, fröne du mit beglücken, mit steten Segen unsern Kaiser Gnadenblicken auf unsern König und sein Haus, führ' durch ihn. seh'n! ihn schützen auf dem Throne, auf deinen Wegen herrlich deinen auf seinem Haupt die Krone Rathschluß aus! Deiner Kirche ſei lang', lang' und glanzreich lassen er Schutz, deinen Feinden biet' er steh'n.dzi no sd najd Truß. Sei du dem Gesalbten 2. Gott woll' uns hochbeglücken, gnädig: segne, segne unsern König! mit seinen Gaben schmücken das 2. Rüst' ihn mit des Glaubens ganze Königshaus! darüber mächtig Schilde, reich' ihm deines Geistes walten, den theuern Stamm er- Schwert, daß Gerechtigkeit und halten bis in die fernste Zeit Milde ihm des Friedens Heil gehinaus! währt. Mach' ihm leicht die schwere 3. Gott woll' uns hoch be- Last, die du auferlegt ihm hast; glücken, ein Gottessiegel drücken sei in Jesu du ihm gnädig: Schüßze, auf jede Königsthat, daß Freud' segne unsern König! aus ihr die Fülle und Heil und Segen quelle zum Wohl, das keinen Wandel hat. 3. Samm'le um den Thron die Treuen, die mit Rath und frommem Fleh'n fest in deiner Streiter Reihen für des Landes Wohlfahrt ſteh'n. Baue unsers Kaisers Thron, fei Claus Harms( 1778-1855). 318 Jahreszeiten. sein Schild und großer Lohn; sei du ihm auf ewig gnädig: leite, segne unsern König! 6. Gieb uns Muth in den Gefahren, wenn der Feind uns ernſt bedroht, daß wir Treue dann be4. Nähre du die heil'ge Flamme, wahren, freudig gehen in den Tod, die das Herz des Volks erneut, du bist unser Siegspanier: Gott daß es unserm Königsstamme Liebe mit uns, so siegen wir. Deine bis zum Tode weiht. In so mancher Treuen frönst du gnädig: segne, Stürme Nacht hast du über ihm segne unsern König! ing du gewacht; du erhieltest ihn uns7. Breite, Herr, dein Reich auf gnädig: segne, segne unsern König! Erden, auch in unserm Lande aus, sik 5. Fürchtet Gott, den König daß wir deine Bürger werden, ehret: das, o Herr, ist dein Gebot. ziehen in dein Vaterhaus. Frieden Dein Sohn hat es selbst bewähret, und Gerechtigkeit gieb uns, Gott, ward gehorsam bis zum Tod. Wer zu aller Zeit; jei du deinem Volke segne unsern dich liebt, der folget dir; d'rum gnädig: ſegne, so beten Alle wir: vor dem Bösen König! dd nisted dan dau schüß' uns gnädig: Gott erhalte Wilhelm Hülsemann( 1781-1865). unsern König! NO O T solinit ist HONS ndiher slin mur aut ne VIII VIII Die Jahreszeiten. 1. Frühling. Eld bildnsdom@ Mel Alle Menschen müssen sterben. 3. Soll der Mensch denn stille 545. Gott, du läſfest Treu' schweigen, den du noch weit höher und Güte täglich frönst, den du dir erwählst zu eigen, über uns aufgeh'n, schmückst die dessen Herz du dir versöhnst? den Flur mit Laub und Blüthe, machest du durch dich selbst erneueſt, den uns die Erde schön, daß sich in du inniglich erfreuest, daß er wieder dem grünen Maien Berg und Thal dich erfreu' und dein schöner Gar und Wiesen freuen. Wo das Aug' sich wendet hin, sieht es deinen Segen blüh'n. mui boite ten fei? 4. Auf, die ihr seid Christi Glieder, opfert eurem Schöpfer Dant; 2. Die gewünschten Frühlings- bringt ihm angenehme Lieder, stimzeiten haben Wald und Feld ver- met an den Lobgesang, daß er durch jüngt; Alles muß dein Lob ver- die Wolken dringe und in Gottes breiten, Nachtigall und Lerche fingt; Herzen klinge, der so freundlich auf ja, kein Gras ist so geringe, das, uns blickt und das Jahr mit Güto Schöpfer aller Dinge, nicht er- tern schmückt! zählte deine Treu' und wie groß Verfaſser unbekannt. dein Wohlthun sei. Jahreszeiten. 2. Sommer und Ernte. ( DOUT 319 Mel. Ringe recht, wenn Gottes Gnade. 3. Die Lerche schwingt sich in 546. Freuet euch der schönen die Luft, die Taube fliegt aus ihrer Erde, denn und macht sich in die Wälder. wohl werth der Freud'; o was Die hochbegabte Nachtigall ergößt hat für Herrlichkeiten unser Gott und füllt mit ihrem Schall Berg, da ausgestreut! umjod pm Hügel, Thal und Felder. 2. Und doch ist sie seiner Füße 4. Die Henne führt ihr Völklein reichgeschmückter Schemel nur, ist aus, der Storch baut und bewohnt nur eine schön begabte, wunderreiche sein Haus, die Schwalbe speiſt die Kreatur. and Jungen. Der schnelle Hirsch, das leichte Reh ist froh und kommt aus seiner Höh' in's tiefe Gras gesprungen. 5. Die Bächlein rauschen in dem Sand und malen sich und ihren Rand mit schattenreichen Myrthen. Die Wiesen liegen dicht dabei und klingen ganz von Lustgeschrei der 5. Wenn am Schemel seiner Heerd' und ihrer Hirten.d Füße und am Thron schon solcher 6. Die unverdross'ne BienenSchein, o was muß an seinem Her- schaar fliegt hin und her, sucht zen erst für Glanz und Wonne immerdar in Blumen ihre Speise. ſein! de dicho did Des edlen Weinstocks süßer Saft gewinnet täglich neue Kraft in feinem schwachen Reise. ah Karl Spitta( 1801-1859). 3. Freuet euch an Mond und Sonne und den Sternen allzumal, wie sie wandeln, wie sie leuchten über unserm Erdenthal. 4. Und doch sind sie nur Geschöpfe, von des höchsten Vaters Hand hingesä't auf seines Thrones weites, glänzendes Gewand. Mel. Heut singt die liebe Christenheit. 7. Der Weizen wächset mit 547. eh' aus, mein Herz, Gewalt, darüber jauchzet Jung und und suche Freud' in Alt und rühmt die große Güte dieſer lieben Sommerzeit an deines deß, der so überflüssig labt und Gottes Gaben; schau' an der schö- mit so manchem Gut begabt das nen Gärten Zier, und siehe, wie menschliche Gemüthe.comisă sie mir und die sich ausgeſchmücket haben. 8. Ich selber kann und mag nicht ruh'n; des großen Gottes 2. Die Bäume stehen voller Laub, großes Thun erweckt mir alle Sindas Erdreich decket seinen Staub nen; ich singe mit, wenn Alles mit einem grünen Kleide. Nar- singt, und lasse, was dem Höchsten cissen und die Tulipan, die ziehen flingt, aus meinem Herzen rinnen. sich viel schöner an, als Salomonis 9. Ich denke, machst du's hier so schön und läßt du's uns so liebSeide. 320 Jahreszeiten. Vor der Ernte. lich geh'n auf dieser armen Erden: was will doch wohl nach dieser Welt, dort in dem reichen Himmels- Mel. Nun freut euch, lieben Christenzelt und goldnen Schlosse werden? 15d thi g'mein. Gott, a 10. Welch' hohe Luſt, welch' 548. s baut, o Gott, auf Geheiß der heller Schein wird dort in Christi Garten sein, wie muß es da wohl Menschen Hand die Erde, voll Hoff flingen, da so viel tausend Sera- nung, daß nun auch ihr Fleiß von phim aus einem Mund' mit heller dir gesegnet werde. Auf dein VerStimm' ihr Halleluja singen! sprechen trauen sie, daß sie ihr Brot mit Fleiß und Müh' auch lebenslang genießen. 11. O wär' ich da, o ständ' ich schon, ach süßer Gott, vor deinem Thron und trüge meine Palmen! So wollt' ich nach der Engel Weis' erhöhen deines Namens Preis mit tausend schönen Psalmen. 12. Doch will ich gleichwohl, 2. Noch immer traf dies Wort uns ein, gieb ferner deinen Segen; daß Saat und Pflanzen wohl gedeih'n, gieb Sonnenschein und Regen; denn ohne deine Segenshand bringt weil ich noch hier trage dieses Lei- selbst ein wohlgebautes Land nicht, bes Joch, auch nicht gar stille was es bringen könnte. schweigen; mein ganzes Herz soll 3. Umsonst ist aller Menschen fort und fort an diesena und an Müh' im Pflanzen und Begießen, jenem Ort zu deinem Lob sich neigen. läss'st du vom Himmel nicht auf 13. Hilf mir und segne meinen sie die Segensströme fließen. Nur Geist mit Segen, der vom Himmel du regierst des Wetters Lauf, durch fließt, daß ich dir stetig blühe! dich wächst jede Pflanze auf, durch Gieb, daß der Sommer deiner dich nur bringt sie Früchte. Gnad' in meiner Seele früh und spät viel Glaubensfrucht erziehe! 4. So kröne denn mit Fruchtbarkeit das Land nach deiner Güte, 14. Mach' in mir deinem Geiste und wenn die Aussaat uns gedeiht, Raum, daß ich dir werd' ein guter o Vater, so verhüte, daß Frost Baum, an dem die Knospen treiben. und Sturm und Hagelschlag sie Verleihe, daß zu deinem Ruhm ich nicht zerstörend treffen mag, nicht deines Gartens schöne Blum' be- Flut sie überschwemme. ständig möge bleiben. 5. Wir trau'n auf dich, barm herz'ger Gott, dich lassen wir nur walten. Du kennst am besten uns're Noth, hast lange hausgehalten. So wirst du denn zu deinem Ruhm mit Nothdurst uns, dein Eigenthun, noch fernerhin versorgen.bid Verfaffer unbekannt. 15. Erwähle mich zum Paradies, und laß mich bis zur letzten Reis' an Leib und Seele grünen: so will ich dir und deiner Ehr' allein und keinem Andern mehr hier und dort ewig dienen. dal of Paul Gerhardt( 1606-1676). Jahreszeiten. 321 Mel. Wer nur den lieben Gott läßt 2c. 549.0 Gott! es steht dein 7. Und also laß uns künftig leben, wie es dein Will' im Worte milder Segen in lehrt, daß wir dir Dank und Ehre unsern Feldern herrlich schön; wir geben, und sich dein Segen täglich jollten's billig All' erwägen, die mehrt. Führ' endlich uns auch insWohlthat dankbar zu erhöh'n; du gemein in deine Himmelsscheuern lockest dadurch Jedermann zu Buß' ein. und frommem Leben an. Gottfried Hoffmann( 1658-1712). 2. Allein, wer folget diesem Triebe? Wo ist die wahre Dantbarkeit? Man lebt in Welt- und Eigenliebe, in Sünde und in SicherBei schlechter Witterung. Mel. Von Gott will ich nicht laſſen. heit, ſo daß des Segens Ueberfluß 550. Du, beſter Troſt der Aruns zur men Gott, Schöpfer, 3. Ein Wunder ist's, daß du Herr der Welt, du Vater, voll Erdurch Strafe uns nicht wie man- barmen, der auch den Wurm erches Volk erschreckst und aus dem hält! Schau' her auf uns're Noth, tiefen Sündenschlafe durch Hunger, laß deine Hilf' erscheinen! So Viele Krieg und Krankheit weckst; das geh'n und weinen ach! um ihr tägmachet deine Gütigkeit, die schonet lich Brot. unser noch zur Zeit. 4. D Gott, befehre doch die Sünder, vergieb uns uns're schwere Schuld; erbarm' dich deiner armen Kinder und habe noch mit uns Geduld! Wirk' in uns träftig durch dein Wort und treib' die Lust zur Sünde fort.al andnople 2. O, guter Vater, wende der Zeiten schweren Lauf! Thu' deine milden Hände, uns zu versorgen, auf. Was irgend Leben hat, nährst du mit Wohlgefallen; nähr' uns auch, schaff' uns Allen nun auch im Mangel Rath. 3. Bisher war jeden Morgen 5. Ach, segne ferner deine Ga- dein Vatersegen neu; jetzt wird von ben, die jetzt in unsern Feldern Nahrungs- Sorgen das Herz nur steh'n; laß uns gut Erntewetter selten frei. Dir ist's zu helfen haben und alle Noth vorübergeh'n, leicht; du kannst dem Mangel wehGott, lieber Gott, daß Jedermann ren, in lleberfluß ihn kehren, wenn's die Früchte völlig ernten kann! uns unmöglich däucht. 6. Hilf, daß wir sie auch recht 4. Laß Alles wohl gerathen, genießen, uns ihrer freu'n in Fried' weß wir uns hoffend freu'n: gebiet', und Ruh', den Armen auch von daß uns're Saaten zu reicher Frucht unserm Bissen aus Lieb' und Mit- gedeih'n. Mit milder Vaterhand leid theilen zu. Berhüte bei uns gieb Wärme, Thau und Regen, allezeit den Mißbrauch deiner Gü- und freundlich kehr' dein Segen tigkeit. zurück in unser Land. Neues Gesangbuch. 21 322 Jahreszeiten. 5. Den Reichen gieb Erbarmen 3. Zwar manchen schönen Segen bei ihres Nächsten Schmerz und für den Gram der Armen ein mit leidsvolles Herz; damit sie gern ihr Brot, Herr, deinen Kindern brechen, und nicht mit Härte sprechen: ,, Geht hin! euch helfe Gott!" 6. Auch diese Prüfung werde 4. Er hat sein Herz geneiget, für unser Herz Gewinn; es hebe uns Sünder zu erfreu'n, genugsam von der Erde zu dir sich unser sich bezeuget durch Regen, SonnenSinn. Lehr' uns, dein uns zu schein; ward's aber nicht geacht't, freu'n, zu dir Vertrauen haben und so hat er sich verborgen und durch deines Segens Gaben durch Miß- sein heimlich Sorgen zum Beten brauch nie entweih'n. uns gebracht. hat böses Thun verderbt, den wir auf guten Wegen sonst hätten noch ererbt; doch hat Gott mehr gethan aus unverdienter Güte, als Herz, Mund und Gemüthe nach Würden rühmen kann. 7. Allgütiger! wir hoffen auf 5. O du getreuer Vater, du hast dich und deine Treu'. Oft hat uns viel Dank verdient, du mildeſter Noth betroffen; und immer stand'st Berather, machst, daß uns Segen du bei. Du hilfft und tröstest gern: grünt. Wohlan, dich loben wir für so sei denn unser Leben dir fröh- abgewandten Schaden, für viel' und lich übergeben, dir, unserm Gott große Gnaden: Herr Gott, wir und Herrn! danken dir! Joh. Adolf Schlegel( 1721-1793). 6. Zum Danke kommt das Bitten: du wollest, frommer Gott, vor Feuer uns behüten und aller andern Noth; gieb friedevolle Zeit, erhalte deine Gaben, daß wir uns damit laben; regier' die Obrigkeit. 7. Besonders laß gedeihen dein eingebracht, durch den Gott alle reines, wahres Wort, daß wir uns Stände satt, reich und fröhlich dessen freuen; und auch an unserm macht. Der alte Gott lebt noch, Ort laß diese gute Saat vielfältig man kann es deutlich merken an so Früchte bringen und uns in allen viel Liebeswerken: d'rum preisen Dingen regieren deine Gnad'. wir ihn hoch. 8. Gieb, daß zu dir uns lenket, 2. Wir rühmen seine Güte, die was du zum Unterhalt des Leibes uns das Feld beſtellt und oft ohn' hast geschenket, daß wir dich mannichuns're Bitte gethan, was uns ge- falt in deinen Gaben seh'n, mit fällt; die immer noch geschont, ob Herzen, Mund und Leben dir Dant wir gleich sündlich leben, die Fried' und Ehre geben: o, laß es doch und Ruh' gegeben, daß Jeder sicher gescheh'n! wohnt. 9. Kommnt unsers Lebens Ende, Bei der Ernte. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 551. Die ie Ernt' ist nun zu Ende, der Segen Jahreszeiten. 323 so nimm du unsern Geist in deine| tern Kraft und Stärke und unsern Vaterhände, wo ewig er dich preist, Feldern Sonnenschein, daß wir uns wo ihm kein Leid bewußt: so ernten wir mit Freuden nach ausgestand'nen Leiden die Garben voller Lust. über deine Werke, Herr, überschwänglich können freu'n. Gottfried Tollmann( 1680-1769). 5. Wohlan, so laß uns fröhlich führen das Wort in's Herz, das Korn in's Haus und durch des guten Geist's Regieren die Garben Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz 2c. 552.6 ott Lob! die Zeit der ein, die Sünden aus. Laß reifen Ernt' ist kommen, uns in Gnadenstunden, daß, wenn der Schnitter schlägt die Sichel an, des Todes Sichel schlägt, man uns kommt auch und danket Gott, ihr als Garben wohl gebunden, Herr, Frommen, und wer jetzt fröhlich in die Himmelsscheuer trägt. ernten kann. Die Andacht muß die Ernte weihen, mit Beten führt die Verfasser unbekannt. Gaben ein, der Herr muß Segen Mel. Wach' auf, mein Herz, und singe. uns verleihen, so wird die Ernte 553. Kommt, laßt uns Gott lobsingen, und Preis 2. Ach, treuer Vater deiner und Dank ihm bringen für seiner Kinder, wie hältst du doch so reichlich Ernte Gaben, die wir geſammelt Haus! Wie sorgst du für uns arme haben. Sünder und theilst uns so viel Gutes aus! Wir müssen Alle selbst geſtehen, daß wir der Ernte gar nicht werth; wie soll'n wir deine Hand erhöhen, die wieder so viel Gut's bescheert? 2. Der Herr hat uns gegeben, was nöthig ist zum Leben, zum freudigen Genusse, aus seinem Ueberflusse. 3. Die Scheuern sind voll Segen; denn er gab Thau und Regen; der Frucht, der wir uns freuen, Schuß, Wachsthum und Gedeihen. 3. Herr Gott, wir loben deinen Namen und preisen deine Gütigkeit, daß du hast wieder Brot und Samen auf's Künftige für uns bereit't. Kann unser Mund gleich nichts als stammeln, dankt dir das Herz doch so vielmal, so viel wir jetzt der oft droh'ten Sturm und Wetter Halmen sammeln, so viel der Körner den Untergang der Saaten, und 4. Frohlocket seiner Milde, daß Auen und Gefilde, was wir gefäet haben, so reichlich wieder gaben. 5. Frohlockt ihm, dem Erretter! an der Zahl. doch sind sie gerathen. 4. Barmherz'ger Gott, so segne 6. Er läßt uns Segen ernten. heuer die Ernte, die du hast be- daß wir dankvoll lernten, ihm scheert, und bringe glücklich in die ähnlich, uns der Armen mitleidig Scheuer, was künftig Thier und zu erbarmen. Menschen nährt. Gieb deinen Schnit7. Verehret seine Gnade und 21* 324 Jahreszeiten. wandelt seine Pfade; daß seine| Segen, Licht und täglich Brot. Laß Mild' und Treue euch auch forthin Lebensbrot genießen ein jedes Christenhaus, laß Lebenswasser fließen erfreue. auf uns're Herzen aus; daß wir nicht blos auf Erden an Früchten werden reich, nein, dort auch Bürger Johann Cramer( 1723-1788). un laßt den Herrn werden in deinem Himmelreich! Johann Weber( 1768-1851) Mel. Nun lob', meine Seel' den Herren. 554. N uns preisen für alle Lieb' und milde That; laßt uns ihm Tank erweisen für seiner Gnade Mel. O daß ich) tausend Zungen hätte. treuen Rath! Er hat uns Frucht 555, daß doch bei der gegeben gar reichen wohat unser armes Leben erquickt mit mit du, Höchster, uns erfreust, ein reicher Hand. Mit Freuden ist ge- Jeder froh empfinden lernte, wie diehen, was wir gesäet aus, und reich du uns zu segnen weißt, wie nach viel Fleiß und Mähen auch gern du unsern Mangel stillst und uns mit Speis' und Freud' erfüllst! wohl gebracht nach Haus. 2. Wer sollte nicht erkennen, was 2. Du siehst es gern, wenn deiGott an seinen Kindern thut? Wer ner Güte, o Vater, unser Herz sich sollte ihn nicht nennen das einzig freut und ein erkenntliches Gemüthe allerhöchste Gut? Es ist nichts, der auch das, was du für diese Zeit da säet, nichts, der da sammelt ein; der Wind des Herren wehet, es glänzt sein Sonnenschein, er sendet seinen Regen und macht uns freudevoll; an ihm nur ist's gelegen, wenn Gutes kommen soll. uns zur Erquickung hast beſtimmt, mit Dank aus deinen Händen nimmt. 3. So kommt denn, Gottes Huld zu feiern, kommt, Christen, laſſet sein uns freu'n und bei den angefüllten Scheuern dem Herrn der 3. Wann er denn nun gespendet Ernte dankbar sein! Ihm, der uns den Segen über Land und Stadt, stets Versorger war, bringt neuen wann Frieden er gesendet, daß Dank zum Opfer dar. friedlich man geerntet hat; dann 4. Nimm gnädig an das Lob sollen wir ihn preisen, der in dem der Liebe, das unser Herz dir, Himmel wohnt und auf viel tausend Vater, weiht! Dein Segen mehr Weisen uns Sünder nährt und in uns die Triebe zum that gen lohnt; dann sollen wir ihm danken Dank, zur Folgsamkeit, daß Preis mit Herz, mit Hand und Mund, für deine Batertreu' auch unser mit Werken, und nicht wanken von ganzes Leben sei. seinem Gnadenbund. 5. Du nährest uns bloß aus 4. Daß solches nun geschehe, das Erbarmen, das treib' auch uns woll'st du helfen, treuer Gott! zum Wohlthun an: nun sei auch Gieb ferner aus der Höhe uns gern ein Trost der Armen, wer Jahreszeiten. 325 ihren Mangel stillen kann. Herr,| gerathen auf dem Gefild', was wir der du Aller Vater bist, gieb Jedem, bestellt. was ihm nützlich ist! Doch reifen auch des Glaubens Saaten auf deines Sohnes Erntefeld? Sind wir auch, wenn er auf uns sieht, ein Acker, der ihm grünt und blüht? 5. Der List des Feindes woll'st du wehren, wann er geschäftig Unfraut streut; die Frucht des Wortes laß sich mehren zu deinem Ruhme weit und breit', damit am großen Erntetag ein Jeder Garben bringen 6. Thu' deine milden Segenshände, uns zu erquicken, ferner auf; verforg' uns bis an unser Ende und mach' in unserm Lebenslauf uns dir im Kleinsten auch getreu, daß einst uns größ'res Glück erfreu'. 7. Bewahr' uns den geschenkten Segen, gieb, daß uns sein Genuß gedeih' und unser Herz auch seinetwegen dir dankbar und ergeben sei: der du uns täglich nährst und speis'st, erquick auch ewig unsern Geist. Ehrenfried Liebich( 1713-1780). mag. do Ehrenfried Liebich( 1713-1780). monischen den anden Bei sparsamer Ernte. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. 557. Wa as Gott thut, das Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. ist wohlgethan, so 556. W ir kommen, deine denken Gottes Kinder. Wenn man Huld zu feiern, nicht reichlich ernten kann, liebt er vor deinem Antlit uns zu freu'n, uns doch nicht minder. Er zieht bei reichlich angefüllten Scheuern das Herz nur himmelwärts, wenn bir, Herr der Ernte, Dank zu weih'n, er uns läßt auf Erden beim Mangel der du mit milder Vaterhand auf's traurig werden. Neu' gesegnet unser Land. 2. Dein Lob, das wir gerührt verkünden, nimm es, o Vater, gnädig an und tiefer stets laß uns empfinden, wie viel du Gutes uns gethan; auf daß der Dank für deine Treu' ein dir geweihtes Leben sei. 3. Und wie du selber nur aus Liebe uns schenkest unser täglich Brot, so weck' in uns des Mitleids Triebe, laß fühlen uns der Brüder Noth; und weil du Reich' und Arme liebst, so dien' auch beiden, was bu giebst. d frond 4. Durch dich ist Alles wohl ist wohl 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan; giebt er, so kann man nehmen; nimmt er, wir sind nicht übler dran, wenn wir uns nur bequemen. Die Linke schlägt, die Rechte trägt, und beide Hände müssen wir doch in Demuth küssen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan: er zeigt uns oft den Segen, und eh' er noch gedeihen kann, muß sich die Hoffnung legen; weil er allein der Herr will sein, so macht er and're Güter durch den Verlust uns bitter. 4. Was Gott thut, das ist wohl 326 Jahreszeiten. gethan; wenn man nach reichem gethan; das Feld mag traurig Säen doch wenig Garben ernten stehen: wir geh'n getrost die Glaukann, so ist's vielleicht geschehen, bensbahn und wollen Gott erhöhen. weil Gott auch Frucht bei uns ge- Sein Wort ist Brot, so hat's nicht fucht, und doch hat müssen klagen, Noth: die Welt muß eh' verderben, daß wir so schlecht getragen. als wir vor Hunger sterben. 5. Was Gott thut, das ist wohl- 8. Was Gott thut, das ist wohlgethan; wir müssen besser werden. gethan! So wollen wir stets schließen Man baue nur die Herzen an, so und ist bei uns kein Kanaan, wo folgt die Frucht der Erde. Den Milch und Honig fließen, doch ist's Mangel muß ein Ueberfluß zu genug zur Sättigung, wenn Gott and'rer Zeit ersetzen und Feld und die Nothdurft segnet, ob's auch Herz ergößen. nicht Fülle regnet. 6. Was Gott thut, das ist wohl- 9. Was Gott thut, das ist wohlgethan; es geh' nach seinem Willen; gethan! wie er es nur gefüget, so läßt es sich auch zum Hunger an, nehmen wir es billig an und sind er weiß ihn doch zu stillen, ob- dabei vergnüget, mag gleich nur gleich das Feld nicht viel enthält. klein der Vorrath sein; er wird Man kann bei wenig Brocken satt das Kleine segnen und Liebesströme werden und frohlocken. regnen. 7. Was Gott thut, das ist wohlBenjamin Schmold( 1672-1737). 3. Herbst. Mel. Kommt her zu mir, spricht.| rechter Weinstock, höchstes Gut, 558. D es Jahres schönster laß deine Reben durch dein Blut Schmuck entweicht, sich freudig stets erneuen! die Flur wird kahl, der Wald erbleicht, der Vöglein Lieder schweigen. Ihr Gottestinder, schweiget nicht und laßt hinauf zum ew'gen Licht 4. Was Gottes Hand für uns gemacht, das ist nun Alles heimgebracht, hat Dach und Raum gefunden. So sammle dir zur Gnadendes Herzens Opfer steigen! zeit, o Seele, was dein Herr dir beut für deine Kreuzesstunden! 2. Gott ließ der Erde Frucht gedeih'n; wir greifen zu, wir holen ein, wir fammeln seinen Segen. Herr Sesu, laß uns gleichen Fleiß an deiner Liebe Ruhm und Preis mit Herzensfreude legen! 5. Denn wie die Felder öde steh'n, die Nebel falt darüber weh'n und Reif entfärbt die Matten: so endet alle Lust der Welt; des Lebens Glanz und Kraft zerfällt, schnell 3. Der Weinstock giebt die süße wachsen seine Schatten. Kost, aus voller Stelter fließt der 6. Es braust der Sturm, der Most, die Herzen zu erfreuen. Du Wald erkracht, der Wand'rer eilt, andsile Jahreszeiten. 327 um noch vor Nacht zu flüchten aus seine Saat ausstreuet, eh' der den Wettern. O Jesu, sei uns Dach Winter naht, um künftig Frucht und Thurm, hilf, wenn des Lebens zu sehen: so, treuer Vater, deckest rauher Sturm uns will zu Boden du auch unsern Leib mit Erde zu, schmettern! daß er soll auferstehen. 7. Es fällt der höchsten Bäume 9. Indeß, wie über Land und Laub und mischt sich wieder mit Meer der Störche Zug, der dem Staub, von dannen es ge- Schwalben Heer der Sonn' entkommen. Ach, Mensch, sei noch so gegenstreben: so laß zu dir die froh und werth: du mußt hin- Seele flieh'n, zu deinem Paradieſe unter in die Erd', davon du bist zieh'n, an deiner Sonne leben! Victor v. Stranß( geb. 1809). genommen. 8. Doch, wie der Landmann 4. Winter. Mel. Gott des Himmels und der Erden.| der finstern Zeiten Mitte zeigst du 559. Herr, dein Name sei ge- uns die rechte Bahn. Wenn sich priesen, wenn du Alles von uns kehrt, haſt du Gutes nimmſt und wenn du giebst! Du uns bescheert. hast tausendfach bewiesen, wie du 5. Herr, bewahr' den Keim des freundlich sorgst und liebst. Ewig Lebens in der rauhen, harten Zeit, sei von uns gedacht deiner Weisheit, Güt' und Macht. daß der Glaube nicht vergebens harr' auf deine Freundlichkeit! Unsre Hoffnung, unsre Ruh', großer Schöpfer, bleibest du. 6. Wenn die Augen nichts mehr sehen, und die Seele einsam wacht, dann am Himmel lasse stehen einen Stern in dunkler Nacht; einen Stern der Ewigkeit zeig' uns in der Winterzeit! 7. Wenn die Stimmen wieder 2. Laß die Erde wieder schweigen, stille sei vor dir die Welt; in der Demuth soll sich neigen, was bedeckt dein Himmelszelt. Du allein biſt reich und groß, wir sind elend, arm und bloß. 3. Du verleihst das Kleid der Ehren, welches uns're Schwachheit deckt, und zum Staub muß wiederkehren, was du aus dem flingen, und der Schöpfung Stunde Staub erweckt. Deine Huld und schlägt, laß uns von der Gnade deine Treu' macht allein die Erde singen, von dem Wort, das Alles trägt. Laß uns loben Jesum Christ, der das Licht der Zeiten iſt. neu. Verfasser unbelannt. 4. Wie du führest uns're Schritte, ist es gut und wohlgethan. Durch 328 sto Sterbe- und Begräbnißlieder. Vierter Abschnitt. Die letten Dinge. I. Tod und Vergänglichkeit im Allgemeinen. es Mel. Valet will ich dir geben. oder: Herzlich thut mich verlangen. 560. edenke, Mensch, das Ende, bedenke deinen Tod! Der Tod kommt oft behende: wer heut noch frisch und roth, kann morgen und geschwinder wohl schon gestorben sein; d'rum bilde dir, o Sünder, dein Sterben täglich ein. die Freudenkrone als Preis gegeben wird. 5. Herr, lehre mich bedenken der Zeiten Letzte Zeit, daß, sich nach dir zu lenken, mein Herze sei bereit; laß mich den Tod betrachten und deinen Richterspruch, laß mich ja nicht verachten der Hölle Bein und Fluch. 2. Bedenke, Mensch, das Ende, 6. Hilf, Gott, daß ich bei Zeiten bedenke das Gericht! Es müssen auf meinen letzten Tag mit Buße alle Stände vor Jesu Angesicht. mich bereiten und täglich sterben Kein Mensch ist ausgenommen, dort mag! Im Tod und vor Gerichte muß ein Jeder nah'n und wird den steh' mir, o Jesu, bei, daß ich im Lohn bekommen, nachdem er hat Himmelslichte zu wohnen würdig gethan. fei! Salomon Liscov( 1640-1689). 3. Bedenke, Mensch, das Ende, der Hölle Angst und Leid, daß dichand di die Welt nicht blende mit ihrer Eitelkeit! Hier find nur kurze 561. Freuden, aber ewiglich Gewissenspein und Leiden: ach, Sün- lichen, sind Staub, sie blühen auf der, hüte dich! Mel. Befiehl du deine Wege. Erde Die auf bere wallen, die und fallen, des Todes fich'rer 4. Bedenke, Mensch, das Ende, Raub. Verborgen ist die Stunde, bedente doch die Zeit! Daß dich da Gottes Stimme ruft; doch jede, ja nichts abwende von jener Herr- jede Stunde bringt näher uns zur lichkeit, womit vor Gottes Throne Gruft. die Seele wird geziert, wenn ihr 2. Getrost geh'n Gottes Kinder Sterbe- und Begräbnißlieder. 329 des Todes dunkle Bahn, zu der mag ergößen, was wir für ewig verstockte Sünder verzweiflungsvoll schätzen, wird als ein leichter Traum sich nah'n; wo selbst der freche vergeh'n. Spötter, nicht mehr zu spotten wagt, vor dir, Gott, seinem Retter, erzittert und verzagt. 2. Was sind doch alle Sachen, die uns so trotzig machen, als Tand und Nichtigkeit? Was ist des Men3. Wenn, diese Bahn zu gehen, schen Leben, das stets umher muß dein Will' einst mir gebeut, wenn schweben als wie ein Traumbild vor der Seele stehen Gericht und Ewigkeit, wenn meine Kräfte beben und nun das Herz mir bricht: Herr über Tod und Leben, o dann verlaß mich nicht! dieser Zeit? 3. Der Ruhm, nach dem wir trachten, den wir unsterblich achten, ist nur ein falscher Wahn: sobald der Geist gewichen und dieser Mund erblichen, fragt Reiner, was man 4. Hilf, Todesüberwinder, hilf mir in solcher Angst, der du zum hier gethan. Heil der Sünder selbst mit dem 4. Es hilft kein weises Wissen; Tode rangst. Wenn bei des Kampfes wir werden hingerissen ohn' einen Ende mich Todesschrecken faßt, Unterschied: was nützt der Güter dann nimm in deine Hände, den Menge? Dem hier die Welt zu du erlöset hast. enge, dem wird ein enges Grab zu weit. 5. Des Himmels sel'ge Freuden ermißt fein sterblich Herz. O Trost 5. Dies Alles wird zerrinnen, für kurze Leiden, für kurzen Todes- was Müh' und Fleiß gewinnen schmerz! Dem Sündenüberwinder und saurer Schweiß erwirbt: was sei ewig Preis und Dank; Preis Menschen hier besitzen, kann für ihm, der für uns Sünder den Kelch des Todes trank! den Tod nicht nützen; dies Alles stirbt uns, wenn man stirbt. 6. Heil denen, die auf Erden 6. Wie eine Rose blühet, wenn sich schon dem Himmel weih'n, die sie die Sonne siehet begrüßen diese aufgelöst zu werden mit heil'ger Welt; die, eh' der Tag sich neiget, Furcht sich freu'n! Bereit, es ihm eh' sich der Abend zeiget, verwelkt zu geben, wenn Gott, ihr Gott, und unverseh'ns abfällt: 7. So wachsen wir auf Erden, und hoffen groß zu werden, von Schmerz und Sorgen frei: doch, eh' wir zugenommen und recht zur Blüthe kommen, bricht uns des Togebeut, geh'n sie getrost durch's Leben zur sel'gen Ewigkeit. Gottfr. Funk( 1734-1814). Mel. Nun ruhen alle Wälder. 562. Die Herrlichkeit der des Sturm entzwei. Erden muß Rauch 8. Wir rechnen Jahr auf Jahre, und Asche werden; kein Fels, kein indessen wird die Bahre uns vor Erz kann steh'n. Was uns hier die Thür gebracht: d'rauf müſsen 330 Sterbe- und Begräbnißlieder. wir von hinnen, und eh' wir uns| Auf! sammle dich! und überzähle besinnen, der Erde sagen gute Nacht. der Menschentage kleine Zahl. Ge9. Auf, Herz, wach' und bedenke, setzt, wär' auch dein Ende fern, sei daß dieser Zeit Geschenke den Au- fromm und wand'le vor dem Herrn! genblick nur dein: was du zuvor 5. Mit jedem neu geschenkten genossen, ist als ein Strom ver- Morgen erwecke dich zu dieser flossen: was fünftig, wessen wird Pflicht; sprich:„ dir, o Gott! ist es sein? nichts verborgen, ich bin vor deinem 10. Wohl dem, der auf Gott Angesicht und will mich deiner Huld trauet! Er hat recht fest gebauet, zu freu'n, mein Leben ganz der und ob er hier gleich fällt, wird Tugend weih'n!" er doch dort bestehen und nimmer- 6. ,, Erleucht' und stärke meine mehr vergehen, weil ihn die All- Seele, weil ohne dich sie nichts macht selbst erhält. Andr. Gryphius( 1616-1664). vermag. Du schenkst, daß ich mein Seil erwähle, aus Gnaden mir noch diesen Tag. Wie viel ist jede Stunde werth, die deine Langmuth mir gewährt!" 563,€ ³ ta eilt der lette von 7. Wohl mir, wenn ich aus den Tagen, die du allen Kräften nach wahrer Weisheit hier lebst, o Mensch, herbei. Er- hier gestrebt, in gottgefälligen Gekauf' die Zeit! und, statt zu klagen: schäften die Erdentage durchgelebt fie sei zu kurz, gebrauch' sie treu! und einst im Glauben sagen kann: Nimm mit erkenntlichem Gemüth der nahen Stunde wahr; sie flieht! du nimmst mich, Herr, zu Ehren an! Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende. oder: Wer nur den lieben Gott 2c. 2. Getäuscht von eitlen Kleinig- 8. Mein sprachlos Fleh'n bei keiten, verlierst du deines Lebens meinem Ende vernimmst du, HerZweck, verschiebst dein Heil auf zenskündiger. In deine treuen Vaferne Zeiten, und wirfst so sicher terhände befehl' ich meinen Geist, Jahre weg! Bist du, zu fühner o Herr! Er schwingt sich über Grab Sterblicher, des nächsten Augen- und Welt zu dir, wenn ſeine Hütte blickes Herr? fällt. Christoph Neander( 1724-1802). 3. Einst Ewigkeiten zu besigen, sollst du des kurzen Lebens Zeit, als theure Saatzeit, nüßen, und thun, was dir der Herr gebeut. freundlich zu: sieh, Eins ist noth! weislich Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende oder: Wer nur den lieben Gott 2c. Er ruft den Menschen 564. mein Leben eilt im. ch und " 1 was säumest du?" merfort zum Grabe hin: wer fann 4. D'rum eil', errette deine Seele mir einen Bürgen geben, ob ich und denke nicht: ein andermal! noch morgen lebend bin? Die Zeit Sterbe- und Begräbnißlieder. 331 geht hin, der Tod kommt her: ach,| befehl' dir meinen Geist! Und wer nur immer fertig wär'! schließen meine Lippen sich, so bitte Jesu Blut für mich. 2. Ein Mensch, der sich mit Sünden träget, ist immer reif zu 8. Kann ich nicht segnen mehr Sarg und Grab; der Apfel, der die Meinen, so segne du sie, Herr, den Wurm schon heget, fällt end- für mich, und wenn sie bitt're lich unversehens ab. Ich weiß: es Thränen weinen, o Vater, so erist der alte Schluß, daß ich zu barme dich, und lasse der Verlass= Erde werden muß. nen Schrei'n durch Christi Tod erhörlich sein! 9. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, so schließe mir den Himmel auf; verkürze mir des Todes Schmerzen und hole mich zu dir hinauf: so wird mein Abschied keine Pein, zwar eilig, dennoch selig Benj. Schmolck( 1672-1737). 3. Es schickt der Tod nicht immer Boten, er kommet oft unangemeld't und fordert uns in's Land der Todten: wohl dem, der Haus und Herz bestellt! Denn ewig Weh' und ewig Glück hängt nur an einem Augenblick. 4. Herr aller Herren, Tod und sein. Leben hast du allein in deiner Hand; wie lange du mir Frist ge- ind geben, das ist und bleibt mir unMel. Jesus, meine Zuversicht. bekannt. Hilf', daß ich jeden Glocken- 565. Meine Lebenszeit vers schlag an mag! Abschied denken stündlich streicht, eil' ich zu dem Grabe; und was 5. Es kann vor Abend anders ist's, das ich vielleicht, das ich noch werden, als es am Morgen mit zu leben habe? Denk', o Mensch, mir war; denn einen Fuß hab' ich an deinen Tod; säume nicht, denn auf Erden, den andern auf der eins ist noth. Todtenbahr'; ein kleiner Schritt ist bis dahin, wo ich nur Staub und Asche bin. 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, nichts kann dich im Tod erfreu'n; diese Güter sind nicht dein. 6. Ein einz'ger Schlag kann Alles enden, und Fall und Tod beisammen sein; doch straf' mich nur mit Vaterhänden und schließ' 3. Nur ein Herz, das Gutes in Christi Tod mich ein, daß, wenn liebt, nur ein ruhiges Gewissen, der Leib zu Boden fällt, die Seel' das vor Gott dir Zeugniß giebt, an Jesu Kreuz fich hält. wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, ist des Todes Freudigkeit. 7. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, wenn Auge, Mund und Ohr sich schließt; d'rum bet' 4. Wenn in deiner letzten Noth ich bei gefunden Tagen: Herr, ich Freunde hilflos um dich beben, 332 Sterbe- und Begräbnißlieder. dann wird über Welt und Tod wie ich sterbe, dieweil der Tod viel dich dies reine Herz erheben; dann erschreckt dich kein Gericht. Gott ist deine Zuversicht. Wege hält: dem Einen wird das Scheiden herbe, der And're sanft in Schlummer fällt. Doch wie du willst! Gieb, daß dabei mein End' 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott und bet' und wache. in dir nur selig sei. Sorge nicht, wie früh du stirbst, 4. Mein Gott, ich weiß nicht, deine Zeit ist Gottes Sache. Lern' wo ich sterbe und welcher Sand nicht nur den Tod nicht scheu'n, mein Grab bedeckt: doch wenn ich lern' auch seiner dich erfreu'n. nur dies Heil erwerbe, daß mich 6. Ueberwind' ihn durch Ver- dein Ruf zum Leben weckt- mag trau'n; sprich: ich weiß, an wen hier, mag dort die Stätte sein: die ich glaube, und ich weiß, ich werd' Erd ist allenthalben dein. ihn schau'n einst in dem verklärten 5. Nun, liebster Gott, wenn ich Leibe. Er, der rief: es ist voll- denn sterbe, so nimm du meinen bracht, nahm dem Tode seine Macht. Geist zu dir, auf daß ich dort mit 7. Tritt im Geist zum Grab Christo erbe. Wenn nur mein Heioft hin; siehe dein Gebein versen- land lebt in mir, so gilt mir's ken. Sprich: Herr, daß ich Erde gleich und geht mir wohl, wann, bin, lehre du mich selbst bedenken. wo und wie ich sterben soll. Lehre du mich's jeden Tag, daß nobat Benj. Schmold( 1672-1737). Cag, da ich weiser werden mag. Christ. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). intelleja Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende. oder: Wer nur den licben Gott 2c. Eigene Melodie. 567. Mitt itten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen: wen such'n wir, der Hilfe 566. Mi ein Gott, ich weiß thu', daß wir Gnad' erlangen? wohl, daß ich Das bist du, Herr, alleine. Uns sterbe: ich bin ein Mensch, der bald reuct uns're Missethat, die dich, vergeht, und finde hier kein solches Herr, erzürnet hat. Heiliger Herre Erbe, das ewig in der Welt besteht. Gott, heiliger, starter Gott, heiliger D'rum zeige mir in Gnaden an, barmherz'ger Heiland, du ewiger wie ich recht selig sterben kann. Gott, laß uns nicht versinken in 2. Mein Gott, ich weiß nicht, des bittern Todes Noth! Kyrie wann ich sterbe: kein Augenblick eleison! geht sicher hin; wie bald zerbricht 2. Mitten in dem Tod anficht doch eine Scherbe! Die Blume uns der Hölle Rachen: wer will kann gar leicht verblüh'n! D'rum uns aus solcher Noth frei und mache mich nur stets bereit hier ledig machen? Das thust du, Herr, in der Zeit zur Ewigkeit. alleine. Es jammert dein' Barm3. Mein Gott, ich weiß nicht, herzigkeit uns're Sünd' und großes Sterbe- und Begräbnißlieder. 333 Leid. Heiliger Herre Herre Gott, durch Christi Blut, mach's nur mit heiliger, starker Gott, heiliger, meinem Ende gut. barmherz'ger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht verzagen vor der tiefen Hölle Glut! Kyrie eleison! 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für und sag' getrost in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schick's mit mir. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! 3. Mitten in der Höllen Angst uns're Sünd'n uns treiben: wo soll'n wir denn fliehen hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine. Vergoffen ist dein theures Blut, das g'nug für die Sünde thut. Heiliger Herre Gott, hei liger, starker Gott, heiliger barmherz'ger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost! Kyrie eleison! Erweit. v. Mart. Luther( 1483-1546). nion Eigene Melodie. 568. Wer fer weiß, wie nahe mir mein Ende! Hin geht die Zeit, her kommt der 7. Ich weiß, in Jesu Blut und Tod. Ach, wie geschwinde und be- Wunden, da hab' ich eine sich're hende kann kommen meine Todes- Stätt', da find' ich Trost in Todesnoth! Mein Gott, ich bitt' durch stunden, find' Alles, was ich gerne Christi Blut, mach's nur mit meinem hätt'. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! Ende gut. 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; so lang' ich leb' auf dieser Erden, leb' ich in steter Tod'sgefahr. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! 5. Mach' immer süßer mir den Himmel, und immer bitt'rer diese Welt; gieb, daß mir in dem Weltgetümmel die Ewigkeit sei vorgestellt. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! 6. Ach, Vater, deck' all' meine Sünde mit dem Verdienste Christi zu, auf das ich gläubig fest mich gründe: das giebt mir die erwünschte Ruh'. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! 8. Nichts ist, was mich von Jesu scheide, nichts, sei es Leben oder Tod; ich leg' die Hand in seine Seite und sage: mein Herr und mein Gott! Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! 3. Herr, lehr' mich stets mein End' bedenken, und wenn ich einstens sterben muß, die Seel' in Jesu Wunden senken und ja nicht sparen 9. Ich habe Jesum angezogen als Kind schon in der heil'gen Tauf, und darum bist du mir gemeine Buß'. Mein Gott, ich bitt' wogen, nahmst mich zu deinem 334 Sterbe- und Begräbnißlieder. Kinde auf. Mein Gott, ich bitt' 3. Nur du, Jehova, bleibest mir durch Christi Blut, mach's nur das, was du bist; ich traue dir, mit meinem Ende gut! laß Berg und Hügel fallen hin: mir ist Gewinn, wenn ich allein bei Jefu bin. 10. Ich habe Jesu Leib gegessen, ich hab' sein Blut getrunken hier; nun kannst du meiner nicht ver- 4. So lang' ich in der Hütte gessen: ich bleib' in ihm und er in wohn', so lehre mich, o Gottes mir. Mein Gott, ich bitt' durch Sohn, daß stets ich zähle meine Christi Blut, mach's nur mit Tag', der Welt entsag', daß, eh' meinem Ende gut! ich sterb', ich sterben mag. 11. So komm' mein End' heut 5. Was hilft die Welt in letzter oder morgen: ich weiß, daß mir's Noth? Lust, Ehr' und Reichthum mit Jesu glückt; darf nicht um in dem Tod? Bedenk's, o Mensch, meine Seele sorgen, bin für den was eilest du den Schatten zu? Himmel schön geschmückt. Mein So kommst du nicht zur wahren Gott, ich bitt' durch Christi Blut, Ruh'. mach's nur mit meinem Ende gut! 6. Weg Eitelkeit, der Thoren 12. Ich leb' indeß mit dir ver- Lust! Mir ist das höchste Gut begnüget und sterb' ohn' alle Küm- wußt: das such' ich nur, das bleibet merniß; mir g'nüget, wie mein mir; o mein Begier, Herr Jesu, Gott es füget, ich glaub' und bin zieh' mein Herz nach dir! es ganz gewiß: durch deine Gnad' und Christi Blut machst du's mit meinem Ende gut. 7. Was wird das sein, wenn ich dich seh' und bald vor deinem Throne steh'! Du unterdessen lehre mich, daß stetig ich mit flugem Herzen suche dich. band Joachim Neander( 1650-1680). Aemilie Juliane, Gräfin zu Schwarzburg- Rudolstadt( 1637-1706). som Mel. Ich hab' mein' Sach)' Gott heimgestellt. Mel. O Jesu Christ, mein's Lebens Licht. 569. Wie fliegt dahin der 570. Wie sicher lebt der Menschen Zeit, wie Mensch, Staub! eilet man zur Ewigkeit! Wie Wen'ge Sein Leben ist ein fallend Laub; denken an die Stund' von Herzens- und dennoch schmeichelt er sich gern, grund, wie schweigt hiervon der träge Mund! der Tag des Todes sei noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises 2. Das Leben gleichet einem Ziel, der Mann noch seiner Jahre Traum, der flücht'gen Welle viel, der Greis zu vielen noch ein nicht'gem Schaum, es gleicht dem Jahr, und keiner nimmt den IrrGras, das heute steht und schnell thum wahr. vergeht, sobald der Wind darüber weht. 3. Sprich nicht: ich denk' in Glück und Noth im Herzen oft an Sterbe- und Begräbnißlieder. 335 meinen Tod. Der, den der Tod| 12. Daß ich mein Herz mit jedem nicht weiser macht, hat nie mit Tag vor dir, o Gott, erforschen Ernst an ihn gedacht. mag, ob Glaube, Demuth, Lieb' 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, und Treu' die Frucht des Geistes zu thun, was uns der Herr ge- in mir sei; beut; und unsers Lebens kleinster 13. Daß ich zu dir um Gnade Theil ist eine Frist zu unserm Heil. fleh', stets meiner Schwachheit 5. Der Tod bringt Seelen vor's widersteh' und sterbend in des Gericht; da bringt Gott Alles an Glaubens Macht mit Freuden ruf': das Licht, und macht, was hier es ist vollbracht! verborgen war, den Rath der Christ. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). Herzen, offenbar. 6. Weil denn der Tod uns täglich droht, so ſei doch wacker 571. Wie Heimath, die o findet Seele und bereit; prüf' deinen Glauben als ein Christ, ob er durch Liebe thätig iſt. Eigene Melodie. 7. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folgt und sich vom Bösen kehrt, ein gläubig Herz, von Lieb' erfüllt, dies ist es, was in Christo gilt. 8. Die Heiligung erfordert Müh', du wirkst sie nicht, Gott wirket sie: du aber ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Werk von dir. Ruh'? Wer deckt sie mit schüßenden Fittigen zu? Ach, bietet die Welt feine Freistadt mir an, wo Sünde nicht kommen, nicht anfechten kann? Nein, nein, hier ist sie nicht: die Heimath der Seele ist droben im Licht.d 2. Verlasse die Erde, die Heimath zu seh'n, die Heimath der Seele, so herrlich, so schön! Je9. Das Ziel des Lebens, das rusalem droben, von Golde gebaut, du lebst, das höchste Ziel, nach ist dieses die Heimath der Seele, dem du strebst und deiner Tage der Braut? Ja, ja, dieses allein Rechenschaft ist Tugend in des kann Ruhplaß und Heimath der Glaubens Kraft. Seele nur sein. 10. Ihr alle seine Tage weih'n 3. Wie selig die Ruhe bei Jesu heißt eingedenk des Todes sein, im Licht! Tod, Sünde und und wachsen in der Heiligung ist Schmerzen, die fennt man dort wahre Tod'serinnerung. nicht. Das Rauschen der Harfen, 11. Wie oft verges' ich dieser der liebliche Klang bewillkommt die Pflicht! Herr, geh' mit mir nicht Seele mit süßem Gesang. in's Gericht! präg' selbst des Todes Ruh', himmlische Ruh' im Schooßze Bild mir ein, und lehre du mich des Mittlers, ich eile dir zu. wachsam sein: Ruh', Verfasser unbekannt. 336 Sterbe- und Begräbnißlieder. II. Lieder für Sterbende. Mel. Christus, der ist mein Leben.| sanfte Ruh'. Bett' ihm im kühlen 572. Ach, wär ich schon Grabe den letzten weichen Pfühlt, dort oben, mein die einz'ge letzte Habe vom ganzen Heiland, wär' ich da, wo dich die Weltgewühl. Schaaren loben und säng' Halleluja! 3. Ade, ihr sollt nicht weinen, 2. Wo wir dein Antlitz schauen, ihr Freunde, lieb und fromm, das da sehn' ich mich hinein, da will Licht wird bald mir scheinen, das ich Hütten bauen; denn dort ist gut ruft den Schläfer: komm'! Das zu sein. flingt in seine Kammer: steh' nur vom Schlummer auf, steh' auf aus Erdenjammer, der Himmel thut sich auf. ind 4. Ade, ihr sollt nicht klagen, 4. Da fetern die Gerechten, die daß ich von hinnen muß, die Nacht ungezählte Schaar, mit allen deinen wird wieder tagen mit FreudenKnechten das große Jubeljahr. 3. Da werd' ich Alles sehen, den großen Schöpfungsrath, was durch dein Blut geschehen und deines Geistes That. überfluß. Der große Held der 5. Mit göttlich süßen Weisen Frommen wird mit der Krone steh'n, wird mein verklärter Mund dich ohne Sünde preisen, du meines Lebens Grund! und Engel werden kommen und mich zu Gott erhöh'n. 6. Da werden meine Thränen ein Meer voll Freude sein: ach Ernst Moritz Arndt( 1769-1860). on chri Eigene Melodie. Menschen stille bald mein Sehnen und hole 574. A ſterbent, alles Fleiſch mich hinein! sopio in Ernst Gottl. Woltersdorf( 1725-1761). ist gleich wie Heu; was da lebet golgint mol muß verderben, soll es anders Mel. Herzlich thut mich verlangen. werden neu. Dieser Leib, er muß 573. A be, ich muß nun ſchei- verweſen, wenn er anders ſoll geden, ihr Freunde, nesen zu der großen Herrlichkeit, gute Nacht! In Freuden und in die den Frommen ist bereit't. Leiden gar schwer ist mir's gemacht, 2. D'rum so will ich dieses Leben, in Kummer und in Thränen, in wenn es meinem Gott beliebt, auch Arbeit und in Noth, d'rum ruft ganz willig von mir geben, bin mein heißes Sehnen: o komm', darüber nicht betrübt; denn in mein Herr und Gott. meines Jesu Wunden hab' ich 2. O komm' und schließ dem schon Erlösung funden. Und mein Matten die müden Augen zu, bett' Trost in Todesnoth ist des Herren ihm im fühlen Schatten die stille, Jesu Tod. Sterbe- und Begräbnißlieder. 337 3. Jesus ist für mich gestorben, Kinder und Verwandte, Brüder, und sein Tod ist mein Gewinn. Freunde und Bekannte, lebet wohl, Er hat mir das Heil erworben, zu guter Nacht! Gott sei Dank, es d'rum fahr' ich mit Freuden hin, ist vollbracht. 5di5 b Injir? hin aus diesem Weltgetümmel in mis Joh. Albinus( 1624-1679). den schönen Gotteshimmel, da ich werde allezeit schauen die Dreifaltigkeit. dpisi sopie 4. Das wird sein ein Freudenleben, wo viel tausend Seelen schon sind mit Himmelsglanz umgeben, dienen Gott vor seinem Thron, wo die Seraphinen prangen und das hohe Lied anfangen: heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist! Igunsg 5. Wo die Patriarchen wohnen, die Propheten allzumal, wo auf ihren Ehrenthronen sitzt der zwölf Apostel Zahl, wohin seit viel tausend Jahren alle Frommen auf gefahren, wo dem Herrn, der uns versöhnt, ewig Halleluja tönt. 6. O Jerusalem, du schöne, ach wie hell erglänzest du! Ach, wie lieblich Lobgetöne hört man da in fanfter Ruh'! der großen Freud' und Wonne! Endlich gehet auf die Sonne, und der große Tag bricht an, der kein Ende nehmen kann. da Eigene Melodie. 575. Christus, der ist mein Leben und Sterben mein Gewinn; dem will ich mich ergeben, mit Freud' fahr' ich dahin. 2. Mit Freud' fahr' ich von dannen zu Christ, dem Brud mein, daß ich mag zu ihm komme und ewig bei ihm sein. 3. Nun hab' ich überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Noth: durch seine heil'gen Wunden bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, mein Athem geht schwer aus, und kann kein Wort mehr sprechen, Herr, nimm mein Seufzen auf! 5. Wenn Sinne und Gedanken vergehen wie ein Licht, das hin und her muß wanken, wenn ihm die Flamm' gebricht: 6. Alsdann fein sanft und stille, Herr, laß mich schlafen ein nach deinem Rath und Willen, wann kommt mein Stündelein. 7. Ach, ich habe schon erblicket alle diese Herrlichkeit: sieh', schon 7.An dir laß, gleich den Reben, werd' ich schön geschmücket mit dem mich bleiben allezeit und ewig bei weißen Himmelskleid; mit der dir leben in Himmelswonn' und gold'nen Ehrenkrone steh' ich da Freud'honor med drur od THE vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen fann. duo illo asid bi bjellel jurna 8. Nun, da will ich ewig wohnen! Jodopae Verfasser unbekannt. Mel Du, o schönes Weltgebäude. Meine Lieben, gute Nacht! Eure 576. Eitle Welt! ich bin dein die ihr müde, Seele habt an mir vollbracht." Liebste sehnet sich nach des Himmels Rut' Neues Gesangsbuch). 22 3 38 Sterbe- und Begräbnißlieder. und Friede; ach, mein Gott, wann ich Gottes Hand. Gott versorget, rufst du mich? Rufe mich; mit Gott beschüßzet, Gott bescheeret, allen Freuden will ich aus der was euch nützet; also ist mein Trübsal scheiden, denn ich weiß, Haus bestellt, gute Nacht, du eitle durch Christi Blut machest du mein Welt! Ende gut. Erdm. Neumeister( 1671-1756). 2. Mir macht ja der Tod nicht bange, denn ich bin des Lebens Eigene Melodie. ts ſatt; wer das Jammerthal ſo lange, 577. Es ist genug, ſo nimm, als wie ich, durchmessen hat, wird Geist wohl alle Stunden zählen, bis die zu Zions Geistern hin! Lös' auf Freiheit seiner Seele und der Ab- das Band, das schon allmälig schied aus der Welt sich erwünscht hat eingeſtellt. reißt; befreie meinen Sinn, der sich nach seinem Gotte sehnet, der täglich 3. Zwar ich bin nicht unge- flagt und nächtlich thränet!:: Es duldig, daß mich Kreuz und Elend ist genug!:,: drückt; ich bin mehr zu leiden 2. Es ist genug des Jammers, schuldig, als mir Gott hat zuge- der mich drückt! Die fündliche Beschickt. Weiß ich doch, daß mich gier mit ihrem Gift hat mich fast kein Leiden kann von seiner Liebe ganz umstrickt; nichts Gutes wohnt scheiden, sondern daß das Kreuz in mir. Was täglich noch von Gott ein Kuß seiner Liebe heißen muß. mich trennet, was täglich im Ge wissen brennet,:,: das ist genug. 4. Blos deswegen will ich sterben, daß ich Jesum möge seh'n und sein 3. Es ist genug des Kreuzes, ewig Heil ererben; möcht' es heute das mir fast den Rücken wund noch gescheh'n! Doch, wer weiß, wie gemacht! Wie schwer, o Gott, wie wenig Stunden, daß ich, aller hart ist diese Last! Ich schwemme Angst entbunden, nach der Müh' manche Nacht die harte Lagerstatt der Lebensbahn meinen Lauf mit Thränen, wie lang', wie lang' muß ich mich sehnen?:: Wann ist's genug?:,: vollenden kann! 5. So ist mir der Tod ein Segen, und das Sterben ein Gewinn; 4. Es ist genug, wenn nur mein kommt, ihr Engel, kommt ent- Heiland will; er fennet ja mein gegen, traget meine Seele hin! Ach, Herz. Ich harre sein und halt' inmir wird von jenem Leben jetzt dessen still, bis er mir allen der Vorschmack schon gegeben, Schmerz, der meine sieche Bruſt darum wünsch' ich dies allein, auch zernaget, abnimmt und endlich zu im Schauen da zu sein. mir saget: Es ist genug!:: 6. Alle, die mich hier geliebet, 5. Es ist genug! Herr, wenn es Alle, denen ich bekannt, die mein dir gefällt, so spanne mich doch Scheiden tief betrübet, die befehl' aus; mein Retter kommt, nun gute Sterbe- und Begräbnißlieder. 339 Nacht, o Welt! Ich fahr' in's Him-| und Asche bin. Der Herr wird mein melshaus; ich fahre sicher hin mit Frieden, mein großer Jammer bleibt hienieden.:,: Es ist genug!:,: Gebein, wenn er die Gräber wird aufdecken, an jenem Tage schon er wecken::,: Es ist vollbracht!:,: Franz Burmeister( um 1660). 6. Es ist vollbracht! Ich dringe froh hindurch- wie werd' ich nun erfreut! Ich stieg empor zur Mel. Es ist genug. 578. Es ist vollbracht! Gott hohen Himmelsburg, da find' ich Lob, es ist vollbracht! Sicherheit, da können Feinde mich Mein Jesus nimmt mich auf: fahr'nicht stören und Dorn und Distel hin, o Welt, ihr Freunde, gute nicht versehren::: Es ist vollNacht! Ich ende meinen Lauf bei bracht!:,: Jesu Kreuz mit tausend Freuden, ich sehne mich von hier zu scheiden: :: Es ist vollbracht!:,: do 7. Es ist vollbracht! Gott Lob, es ist vollbracht! Mein Jesus nimmt mich auf: fahr' hin, o Welt, 2. Es ist vollbracht! Mein Jesus ihr Freunde, gute Nacht! Ich ende hat auf sich genommen meine Schuld; meinen Lauf und alle Noth, die gebüßt hat er am Kreuzesstamm| mich getroffen. Wohl mir! Ich seh' für mich, o unermess'ne Huld!- den Himmel offen::: E3 ist vollund ich hab' in des Heilands bracht!:,: Wunden die rechte Freistatt nun Andreas Gryphius( 1616-1664). - gefunden::: Es ist vollbracht!:: 3. Es ist vollbracht! Weg KrankEigene Melodie. heit, Schmerz und Pein! Weg 579. Freu' dich sehr, o meine weg GolSeele, und vergiß gatha soll mir ein Tabor sein; all' Noth und Qual, weil dich mein matter, müder Fuß wird hier Christus nun, dein Herre, ruft aus auf diesen Friedenshöhen frei von diesem Jammerthal. Aus viel Trübder Erde Banden gehen::: Es ist sal, Angst und Leid sollst du kommen zu der Freud', die kein Ohr hat je gehöret, die in Ewigkeit vollbracht!:,: 4. Es ist vollbracht! Hier schweb' ich frei von Noth: wie wohl, wie auch währet. wohl ist mir! Hier speiset mich der 2. Tag und Nacht hab' ich geHerr mit Himmelsbrot, und zeigt rufen zu dem Herren, meinem Gott, mir Salems Zier. Hier hör ich mit der Sel'gen Singen den süßen Ton der Engel klingen::: Es ist weil mich stets viel Kreuz getroffen, daß er helfe aus der Noth. Wie sich sehnt ein Wandersmann nach dem Ende seiner Bahn, so hab' ich gewünscht, mein Leben hin in Gottes Hand zu geben. vollbracht!:,: 5. Es ist vollbracht! Der Leib mag immerhin Raub der Verwesung sein: ich weiß ja, daß ich Staub 3. Denn gleichwie die Rosen 22* 340 Sterbe- und Begräbnißlieder. stehen unter Dornen rings umher,| schwind't, meine Zung' nicht mehr also auch die Christen gehen in viel kann sprechen, mein Verstand sich Aengsten groß und schwer. Wie nicht besinnt: bist du doch mein bei ungestümem Wind ruhelos die Licht und Hort, Leben, Weg und Wellen sind, also ist allhier auf Himmelspfort'; du wirst selig mich Erden unser Lauf voll von Be- regieren, mich die Bahn zum Him schwerden. mel führen. 4. Welt und Teufel, Tod und 9. Freu' dich sehr, o meine Seele, Hölle, unser eigen Fleisch und Blut und vergiß all' Noth und Qual, sind so vieler Leiden Quelle, ach, weil dich Christus num, dein Herre, leter da sinket oft der Muth. Leid folgt ruft aus diesem Jammerthal. Seine stets der Freude nach und sein Freud' und Herrlichkeit sollst du Kreuz hat jeder Tag; von der seh'n in Ewigkeit, mit den heil'gen Wiege bis zum Grabe ist nur Engeln droben ewig Gottes Gnade Jammer uns're Habe. loben. 5. Wenn die Morgenröth' aufgehet, und der Schlaf sich von uns wend't, Sorg' und Kummer neu erſtehet, schwere Mith' an allem 580. Geht nun hin und End'; uns're Thränen sind das grabt Grab, Brot, das wir essen früh und spät; denn ich bin des Wanderns müde; hört die Sonne auf zu scheinen, währt das Klagen noch und Weinen. von der Erde scheid' ich ab, denn mir ruft des Himmels Friede, denn mir ruft die süße Ruh' von den Engeln droben zu. 6. Leuchte mir mit deiner Gnade, Jesu, heller Morgenstern, muß ich geh'n des Todes Pfade, sei du dann von mir nicht fern. Hilf, daß ich mit Fried' und Freud' fahr zu deiner Herrlichkeit. Ach, sei du mir Licht und Straße, mich mit Beistand nicht verlasse. Kaspar von Warnsdorf( gest. 1634). 2517 lug Mel. Jesus, meine Zuversicht. 2. Geht nun hin und grabt mein Grab; meinen Lauf hab' ich vollendet, lege nun den Wanderstab hin, wo alles Ird'sche endet; lege selbst mich nun hinein in das Bette sonder Pein. ad 7. Gläubig will ich zu dir flie- 3. Was soll ich hienieden noch hen auf dem bittern Todesgang, in dem dunklen Thale machen? heim zu dir, o Jesu, ziehen in mein Denn wie mächtig, stolz und hoch himmlisch Vaterland. In das schöne wir auch stellen uns're Sachen, Paradies, das dein Mund dem muß es doch wie Sand zergeh'n, Schächer wies, woll'st du mich, wenn die Winde d'rüber weh'n. mein Heiland, führen und mit ew'ger Klarheit zieren. 4. Darum, Erde, fahre wohl, laß mich nun in Frieden scheiden! 8. Ob mir schon die Augen Deine Hoffnung, ach! ist hohl, brechen, das Gehör mir ganz ver- deine Freuden werden Leiden, deine • Sterbe- und Begräbnißlieder. 341 Schönheit Unbestand, alles Wahn| macht! D'rum laßt mich geh'n, ich und Trug und Tand. reise fort: mein Jesus ist mein letztes Wort. 5. Darum letzte gute Nacht, Sonn' und Mond und liebe Sterne! Fahret wohl mit eurer Pracht, denn ich reis' in weite Ferne, reise hin zu jenem Glanz, worin ihr erbleichet ganz. 2. Was fragt ihr viel nach meinem Glauben? Ich glaube, daß mich Jesus liebt. Kein Tod soll mir die Freude rauben, wenn Jesus Trost und Leben giebt. Ich fahre wohl und weiß den Ort, denn Jesus bleibt mein letztes Wort. 6. Die ihr nun in Trauern geht, fahret wohl, ihr lieben Freunde; was von oben niederweht, tröstet $ 1 3. Die Hoffnung hat mich nie froh des Herrn Gemeinde; weint betrogen; ich bin auf seinen Tod nicht ob dem eitlen Schein: droben nur kann ewig sein. getauft: da hab' ich Jeſum angezogen, da hat er mich vom Tod 7. Weinet nicht, daß nun ich erkauft. D'rum Jesus bleibt mein will von der Welt den Abschied Heil und Hort, sein Name sei mein nehmen, daß ich aus dem Irrthum letztes Wort. dm donandas will, aus den Schatten, aus den 4. Will gleich die Sünde mich Schemen, aus dem Eitlen, aus dem noch fränken, wer ist, der ohne Nichts hin in's Land des ew'gen Tadel lebt? Allein, ich darf an Lichts. et Jesum denken, der mich in seinen 8. Weinet nicht! Mein süßes Tod begräbt: so komm' ich an den Heil, meinen Heiland hab' ich fun- Lebens- Port, und Jesus ist mein ben. Und ich habe auch mein letztes Wort. dan Theil in den warmen Herzenswunden, woraus einst sein heilig Blut floß der ganzen Welt zu gut. 5. Mein Jesus hat den Tod bezwungen, als er am Kreuze ſelbſt verschied. Da ward mein Tod zu9. Weint nicht, mein Erlöser gleich verschlungen, er ist mein lebt! Hoch vom finstern Erdenstaube Haupt, ich bin sein Glied: was Jehell empor die Hoffnung schwebt, sus hat, das hab' ich dort, d'rum und der Himmelsheld, der Glaube, sei er auch mein letztes Wort. und die ew'ge Liebe spricht: Kind des Vaters, zitt're nicht! Ernst Moriz Arndt( 1769-1860). 6. Gedenket nicht an eitle Sachen, der Höchste sorget für die Welt: befehlt es ihm, er wird's wohl machen, daß Licht und Recht den Plaß behält. Gott nehme allen Eigene Melodie. 581. Gott Lob, es geht nim- Jammer fort durch Jeſum, der mehr zum Ende, der mein letztes Wort. schwerste Kampf ist nun vollbracht: 7. Nun freuet euch, es geht mein Jesus reicht mir schon die zum Ende: Mein Jesus bleibt mein Hände, mein Jesus, der mich selig letzter Ruhm. Wie schlag' ich froh 342 Sterbe- und Begräbnißlieder. in meine Hände! Wo bleibst du in deinem Wort, das trau' ich doch, mein Eigenthum? Ach Jesu, dir: sei mein letztes Wort. Nun schweig' ich still und fahre fort. Christ. Weise( 1642-1708). 11 6. Fürwahr, fürwahr, so sage ich, wer mein Wort hält und glaubt an mich, der wird nicht kommen in's Gericht, den Tod auch schmecken ewig nicht; und ob er gleich hier Jesu, wahrer zeitlich stirbt, mit nichten er d'rum Mel. Vater unser im Himmelreich. err 582. Hensch und Gott, gar verdirbt! der du litt'st Marter, Angst und 7. ,, Vielmehr will ich mit starker Spott, für mich am Kreuz auch Hand ihn reißen aus des Todes endlich starbst und mir des Vaters Huld erwarbst: ich bitt' durch's bitt're Leiden dein, du woll'st mir Sünder gnädig sein. Band' und zu mir nehmen in mein Reich, da soll er dann mit mir zu gleich in Freuden leben ewiglich!" Dazu hilf uns ja gnädiglich! 8. Ach, Herr, vergieb all' uns're Schuld; hilf, daß wir warten mit Geduld, bis unser Stündlein kommt herbei, auch unser Glaub' stets wacker sei, dein'm Wort zu trauen festiglich, bis wir entschlafen seliglich! Paul Eber( 1511-1569) 2. Wenn ich nun komm' in Sterbensnoth und ringen werde mit dem Tod, wenn mir vergeht all' mein Gesicht, und meine Ohren hören nicht, und meine Zunge nicht mehr spricht, und mir vor Angst mein Herz zerbricht; 3. Wenn mein Verstand sich Nichts besinnt, und mir all' menschMel. Christus, der ist mein Leben. lich' Hilf' zerrinnt: ſo komm', Herr 583. Herr! meine Leibeshte so Christ, dich zu mir wend' zur Hilfe sinkt nach und nach mir bei meinem End', und führ' zu Grab; gewähre mir die Bitte mich aus dem Jammerthal, verkürz' und brich sie stille ab. mir auch des Todes Qual! 2. Gieb mir ein ruhig Ende; der Augen matten Schein und die mir treib', mit deinem Geist stets gefalt'ten Hände laß sanft entseclet bei mir bleib', wenn sich die Seel' sein. 4. Die schweren Sorgen von vom Leibe trennt, so nimm sie, 3. Laß meine Athemzüge am Herr, in deine Händ'! Der Leib End' zu schwer nicht sein und gieb, daß so ich liege, als schlummerte ich ein. hab' in der Erde Ruh'; einst kommt der jüngste Tag herzu. 5. Dann fröhlich Aufersteh'n ver4. Doch es gescheh' dein Wille! leih', mir im Gericht Fürsprecher Ich scheide leicht dahin im Kämpfen sei und meiner Sünden nicht ge- oder stille, wenn ich nur selig bin! denk', aus Gnaden mir das Leben 5. Bleibst du mir in dem Herschenk'. Ja, was du zugesaget mir zen, deine Name mir im Mund, Sterbe- und Begräbnißlieder. 343 es war auf Erden. so sind mir auch die Schmerzen| Bösen; es soll besser werden, als im Sterben noch gesund. du 6. Dein Blut hat mich gereinigt; trennt Leib und Seele sich, so werden sie vereinigt zum Seligsein durch dich. 6. Frieden werd' ich finden, ledig sein von Sünden und auf allen Seiten nicht mehr dürfen streiten; himmlisch Freudenleben soll mich ganz umgeben. 7. Nach deiner Gnade Größe nimm nur den Geist zur Hand, es reiße oder Löse der Tod des Leibes Band. donis 7. Wo man Palmen träget, ist mir beigeleget schon zum Gnadenlohne eine schöne Krone, die zum ew'gen Leben mir der Herr wird geben. 8. Ich werde auferstehen, da geht's zum Himmel ein; ich werde Jesum sehen, er wird mir gnädig sein! in die Philipp Hiller( 1699-1769). 8. Mein Erlöser lebet, der mich ſelber hebet aus des Todes Kammer: weg ist aller Jammer; in plats die Stadt der Frommen werd' ich aufgenommen. Eigene Melodie.idndod oder: Gottes Sohn ist kommen. 9. Dieser Leib soll leben und 584. Herr, nun laß in Frie- in Selarheit ſchweben, wenn die den mich, aufsteh'n von der bensmüden, deinen Diener fahren Erden; Christum werd' ich schauen, zu den Engelschaaren selig und im darauf kann ich trauen. Stillen, doch nach deinem Willen! 10. Ihm will ich lobsingen, Lob 2. Gerne will ich sterben und und Ehre bringen, rühmen seine den Himmel erben; Christus mich Güte mit Seel' und Gemüthe, geleitet, welchen Gott bereitet zu preisen seinen Namen ohn' Aufdem Licht der Heiden, das uns hören. setzt in Freuden. Amen. 3. Hier hab' ich gestritten, Un- draút gemach erlitten, ritterlich gekämpfet, Dav. Behme( 1605-1657). bu Eigene Melodie. manchen Feind gedämpfet, Glauben 585. Herzlich thut mich vermit den den Alten. 4. Unter vielen Thränen und in Angst und Sehnen hab' ich viel erfahren in der Christen Schaaren, mußte Trübfal tragen, über Sünde flagen. sel'gen End', weil ich hier bin um fangen mit Trübsal und Elend; ich hab' Lust abzuscheiden von dieser argen Welt, sehn' mich nach ew'gen Freuden: o Jesu, komm' nur bald! 1100 5. Nunmehr soll sich's wenden, Stampf und Lauf sich enden, Gott 2. Du hast mich ja erlöset von Sünde, Tod und Höll', es hat dein Blut gekostet: d'rauf ich mein' wird mich erlösen bald von allem Hoffnung stell'. Warum sollt' mir 344 Sterbe- und Begräbnißlieder. denn grauen vor Teufel, Tod und doch die Raben speist? Den WittSünd'? Weil ich auf dich kann wen und den Waisen will er in bauen, bin ich ein selig Kind. seiner Treu' sich immerdar erweisen, 3. Wenn süß gleich ist das Leben, das glaubet ohne Scheu! der Tod sehr bitter mir, will ich 9. Gott segne euch, ihr Lieben, mich doch ergeben, zu sterben willig behüt' euch Gott, der Herr! Und dir. Ich weiß ein besser Leben, zu laßt euch nicht betrüben mein Scheidem mein Geist zieht hin, das willst den allzusehr. Steht fest im Gottdu, Herr, mir geben: Sterben ist vertrauen, bis wir nach kurzer Zeit mein Gewinn. suis onduleinander wiederschauen dort in der 4. Der Leib, der in der Erden Ewigkeit. sdreef zum Staube wiederkehrt, wird auf- 10. Und wenn ich ganz mich erwecket werden durch Christum wende zu dir, Herr Christ, allein: schön verklärt, wird leuchten wie gieb mir ein selig Ende, send' mir die Sonne und leben ohne Noth die Engel dein; führ' mich in's in Himmelsfreud' und Wonne; was ew'ge Leben, das du erworben hast, schadet mir der Tod? moni da du dich hingegeben für meine Sündenlast. 5. Ob mich die Welt gleich reizet, zu bleiben länger hier, und mir 11. Hilf, daß ich ja nicht wanke auch immer zeiget Ehr', Gut und von dir, Herr Jesu Christ, den all' l' ihr' Zier, doch ich das gar schwachen Glauben stärke in mir nicht achte, es währt nur kurze zu aller Frist. Hilf ritterlich mir Beit; nach Himmlischem ich trachte, ringen, halt' mich durch deine das bleibt in Ewigkeit. Macht, daß ich mög' fröhlich singen: Gott Lob, es ist vollbracht! Christoph Knoll( 1563-1621). bio 6. Und wenn auch gleich das Scheiden von Freunden wehe thut, daß ich und sie viel leiden, doch and tröstet meinen Muth, daß wir in großen Freuden beiſammen werden 586. Ich bin ein Gaſt auf wo uns kein Tod kann scheiErden und hab' hier Mel. Herzlich thut mich verlangen. interfot - den, anrühren keine Bein. keinen Stand; der Himmel soll mir 7. Muß ich auch hinterlassen werden, da ist mein Vaterland. betrübte Waisen hier- fie jam- Hier wall' ich bis zum Grabe; mern mich ohn' Maaßen, das Herz dort in der ew'gen Ruh' ist Gottes will brechen mir- doch will ich Gnadengabe, die schließt all' Argerne sterben und trauen meinem beit zu. 16 mi Gott, er läßt sie nicht verderben und hilft aus aller Noth. S 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an als Müh' 8. Was wollt ihr denn ver- und Noth gewesen? So lang' ich zagen, seid ihr auch früh verwaist? denken kann, hab' ich so manchen Sollt' der die Hilf' versagen, der Morgen, so manche liebe Nacht Sterbe- und Begräbnißlieder. 345 mit Kummer und mit Sorgen des müde bin. Je länger ich hier walle, Herzens zugebracht.oneisid sd je wen'ger find' ich Freud', die 3. Mich hat auf meinen Wegen meinem Geist gefalle; das Meist' manchharter Sturm erschreckt, ist Herzeleid. mod. manch Wetter kam entgegen und 9. Die Herberg' ist zu böse, der hat mir Angst erweckt; Verfolgung, Trübsal ist zu viel; ach, komm', Haß und Neiden, ob ich's gleich mein Gott, und löse mein Herz, nicht verschuld't, hab' ich doch wenn dein Herz will; komm', mach' müssen leiden und tragen mit Ge- ein selig Ende mit meiner Wanderduld. abnimi schaft, und was mich kränkt, das wende durch deines Armes Kraft. 10. Was ich bisher besessen, ist nicht mein rechtes Haus; wenn meine Zeit durchmessen, so tret' ich dann hinaus; und was ich hier gebrauchet, das leg' ich Alles ab, und wenn ich ausgehauchet, so senkt man mich in's Grab. 11. Du aber, meine Freude, du meines Lebens Licht, du ziehst mich wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht, in's Haus der ew'gen Wonne, da ich stets freudenvoll, gleichwie die helle Sonne, mit Andern leuchten soll! 6. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt; doch 12. Da will ich immer wohnen, denk ich nicht zu bleiben in diesem und nicht nur als ein Gast bei fremden Zelt. Ich wand're meine denen, die mit Kronen du ausgeStraße, die zu der Heimath führt, schmücket hast; da will ich herrlich da mich in vollem Maße mein singen von deinem großen Thun, Vater trösten wird. und frei von eitlen Dingen in meinem Erbtheil ruh'n. 4. So ging's den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich halten, wenn's fehlt an gutem Rath. Sie zogen hin und wieder, ihr Kreuz war immer groß, bis daß der Tod sie wieder legt' in des Grabes Schooß. 5. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Weh'; was will ich besser leben, als ich an ihnen seh'? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten sein; wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freude ein. Jammui d 7. Mein' Heimath ist dort oben, da aller Engel Schaar den großen S Paul Gerhardt( 1606-1676). Herrscher loben und preisen immer- mod inden mun@ one mijed dar, der Alles kräftig träget und Mel. Herzlich thut mich verlangen. für und für erhält, auch Alles hebt 587. Ich habe Luſt zu scheitz und es Sinn fällt. aus der Welt, ich sehne mich mit 8. Zu ihm steht mein Verlangen, Freuden nach Zions Rosenfeld. da wollt ich gerne hin; die Welt Weil aber uns die Stunde des bin ich durchgangen, daß ich's fast Abschieds Neiner nennt: so hört Sterbe- und Begräbnißlieder. 346 aus meinem Munde mein Testament. letztes| Staube, bis Gottes Stimme ruft: denn dieses sagt mein Glaube: er 2. Gott, Vater, meine Seele bleibt nicht in der Gruft. befehl' ich deiner Hand: aus dieser 8. Dies ist mein letzter Wille: dunklen Höhle führ' sie in's Vater- Gott drückt das Siegel d'rauf. land. Du hast sie mir gegeben, Nun wart' ich in der Stille, bis so nimm sie wieder hin, daß ich im Tod und Leben nur dein alleine bin. daß ich meinen Lauf durch Christi Tod vollende: so geh' ich freudig hin und weiß, daß ich ohn' Ende 3. Was werd' ich, Jesu, finden, des Himmels Erbe bin. das dir gefallen kann? Ach, nimm du meine Sünden als ein VerBenj. Schmold( 1672-1737). mächtniß an! Wirf sie kraft deiner Mel. Herzlich thut mich verlangen. Wunden in's Meer der Gnad' 588. Ich hab' mich Gott ers hinein; so hab' ich Heil gefunden und schlafe selig ein. geben, liebsten Vater mein: hier ist kein ewig Le 4. Dir, o du Geist der Gnade, ben, es muß geschieden sein. Der laß ich den letzten Blick: zieh' ich Tod kann mir nicht schaden, er ist des Todes Pfade, so sieh auf mich nur mein Gewinn: in Gottes Fried' zurück. Ach, fleh' in meinem Her- und Gnaden fahr' ich mit Freud' zen, wenn ich kein Glied mehr dahin. rühr', und stell' in meinen Schmerzen mir nichts, als Jesum, für! 2. Mein Weg geht jetzt vorüber: o Welt, was acht' ich dein? Der 5. Ihr Engel, nehmt die Thrä- Himmel ist mir lieber: da trachte nen von meinen Wangen an: ich ich hinein, darf mich nicht mehr be weiß, daß euer Sehnen sonst nichts laden, weil ich wegfertig bin; in erfreuen kann. Wenn Leib und Gottes Fried' und Gnaden fahr' Seele scheiden, tragt mich in Jesu ich mit Freud' dahin. 18 Schooß: so bin ich voller Freuden und aller Thränen los. 3. Ach, sel'ge Freud' und Wonne hat mir der Herr bereit't, da 6. Euch aber, meine Lieben, die Christus ist die Sonne, Leben und ihr mich dann beweint, euch hab' Seligkeit. Was kann mir doch nur ich was verschrieben: Gott, euren schaden, weil ich bei Christo bin? besten Freund. D'rum nehmt den In Gottes Fried' und Gnaden letzten Segen: es wird gewiß ge- fahr' ich mit Freud' dahin. scheh'n, daß wir auf Zions Wegen einander wiederseh'n. nen, 4. Gesegn' euch Gott, ihr Meiihr Liebsten allzumal! Um 7. Buletzt sei dir, o Erde, mein mich sollt ihr nicht weinen: ich blaffer Leib vermacht, damit dir weiß von feiner Qual. Den rech wieder werde, was du zu mir ge- ten Weg noch heute nehmt Alle bracht: mach' ihn zu Asch' und wohl in Acht: in Gottes Fried' Sterbe- und Begräbnißlieder. 347 und Freude fahrt mir bald Alle| Herz vergißt. Ich lieg' und schlafe nach. Joh. Lcon( gest. 1597). odoro fröhlich ein, um droben bei dem Herrn zu sein. 2. Ich lieg' und schlafe ganz im Frieden, mir ist das Grab nicht Mel. Wer nur den lieben Gott läßt. che 589. steh' mit einem schauerlich; ich bleibe nicht von dem Fuß im Grabe, es geschieden, der durch sein Blut erist um einen Schritt gethan, so kaufte mich. In Grabesnacht ist sinkt die Hütte, die ich habe, die er mein Licht; zu ihm steht meine nichts, als Schwachheit, bergen Zuversicht. fann. D'rum sei mir stets ein Wort bewußt: bedenke, daß du sterben mußt. 3. Ich lieg' und schlafe ganz im Frieden, wie laut auch Stürme mich umweh'n. Das höchste Glück 2. Dem Menschen ist ein Ziel ist mir beschieden, kein Sterblicher gesetzet und kommt nichts anderes kann es versteh'n. Der Himmel ist heraus, wenn man am sichersten mir aufgethan, ich schau' und bete sich schäßet, so ist der Lebensseiger Jesum an. aus. D'rum schreib' ich stets in meine Brust: bedenke, daß du sterben mußt. 4. Ich lieg' und schlafe ganz im Frieden, wie süß wird doch die Ruhe sein dem Herzen, das sich oft 3. Wie Mancher ist vorange- hienieden gemüh't, der Ruhe sich gangen! Wer weiß, wenn ich ihm zu freu'n,- dem, der gehofft und folgen muß? Der Tod giebt oft sich gesehnt, das Aug' im Stillen den frischen Wangen ganz unver- oft gethränt! hofft den falten Kuß. D'rum weg, 5. Wann lieg' und schlaf' ich mein Herz, mit eitler Lust: bedenke, ganz im Frieden? Wann nimmſt daß du sterben mußt. du mich, mein Jesu, hin?- Wann wird der Tag mir sein beschieden, da ich darf in die Heimath zieh'n? O Jesu, komm', und führe du mich bald hinein zur ew'gen Ruh'! Emanuel Langbecker( 1792-1843). 4. Wohlan, so will ich täglich sterben, daß ich nicht ewig sterben muß. Ein Weiser fliehet das Verderben und macht sich diesen festen Schluß: o Mensch, in Allem, was du thust, bedenke, daß du sterben mußt. Benj. Schmold( 1672-1737). Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein zc. Ich werfe mich in deine Hände, ach, treuer 591. Joh Mel. Wer nur den lieben Gott läßt. 590.ch lieg' und schlafe Bater, halt mich feſt, verlaß den ganz im Frieden, nicht an seinem Ende, der ewig sich wenn einst mein Stündlein kommen auf dich verläßt. Du bist mein ist; was mich gedrückt, beschwert Gott von Jugend auf, beschließ' hienieden, das Alles dann mein auch meinen Lebenslauf. 348 Sterbe- und Begräbnißlieder. 2. Du hast nach deiner Vater- Mel. Wer nur den lieben Gott läßt. güte beſtändig wohl an mir gethan. 592. J( ch will dich noch im auch letzte Bitte: Tod' erheben, noch Erhör' nimm, Gott, mich dort zu Ehren nah' am Grabe preis' ich dich; an. Ach, Vater, ach, noch eins ist zum Segen gabst du mir das Lenoth: ein guter Schluß, ein sel'ger ben; du segnest auch im Sterben Tod. mich. Mein Leben sucht' ich dir zu 3. Du hast mich je und je ge- weih'n; mein Tod auch soll dir liebet, versorgt, gestärkt, beschützt, heilig sein. sid sittia, sid regiert, mit Lust erquickt, mit Kreuz 2. Gott, welche feierliche Stungeübet, oft wunderbar, stets wohl den, wenn du mich nun der Erd' geführt. Wohin ich ging, wohin entziehst, auf mich, den du getreu ich sah, gingst du mit mir, warst befunden, voll schonender Erbardu schon da. mung siehst; Allmächtiger, in dein Gericht gehst du mit mir Erlöstem 4. Tritt jetzt zu meinem Sterbebette, sieh meine Noth erbarmend nicht. mo DH an, verbinde, lindere, errette! Du 20 3. Der Leib wird schwach, die bist es, der mir helfen kann. Be- ird'sche Hütte, der Glieder morscher schüße den, der an dich glaubt, Bau zerfällt; schon gehen meine daß deine Treu' im Tode bleibt. müden Schritte den Weg zu Gott 5. Komm', Heiland, komm', ver- aus dieser Welt. Ich bin getrost treib' das Bangen, besiege meinen und zage nicht; denn Gott ist selbst letzten Feind! Im Tod laß meinen mein Heil und Licht. Sa mg Blick ich hangen an deinem Opfer, 4. Wie sollt' ich vor dem Tode Seelenfreund. Sprich' mir Trost, beben, da du für mich, Erlöser, Muth und Freude zu, mach' Ende, starbst? Er ist durch dich der Weg Herr, bring' mich zur Ruh'. zum Leben, das du am Kreuze 6. Ihr todten Güter dieser Er- mir erwarbst; wie du ihn sahſt, den, ihr machet mir den Tod nicht will ich ihn seh'n, wie du, so werd' schwer; zurück! jetzt will ich selig ich aufersteh'n. werden, ich brauch' und acht' euch nun nicht mehr. Wer droben Alles erben kann, sieht schlechte Dinge nicht mehr an. mi jum 5. Laß Qual und Leid mein Grab umringen und mir die letzten Schrecken droh'n; du halfft mir, Herr, die Welt bezwingen, durch 7. Ich übergebe dir die Meinen, dich darf ich den Tod nicht scheu'n; du Vater der Barmherzigkeit; laß so nah' dem Lohn', den Gott vers ihnen stets dein Trostlicht scheinen spricht, so nah' dem Ziele sink' ich und bleib' ihr Gott zu aller Zeit. Beschüße sie vor Ungemach und 6. Ich will dich noch im Tod' bringe sie mir selig nach. nicht. erheben, noch nah' am Grabe preif' Ehrenfried Liebich( 1718-1780). ich dich, denn ewig werd' ich vor 9 Sterbe- und Begräbnißlieder. 349 dir leben. Wie segnest du, mein| der gold'nen Gaffen, Herr, mein Vater, mich! O Tod! o Sterben, mein Gewinn! Wohl mir, daß ich erlöset bin. Gott! ich kann's nicht fassen, was das wird für Wonne sein. 5. Paradies,:,: wie ist deine Frucht so süß! Unter deinen Lebensbäumen wird uns sein, als ob wir träumen: bring' uns, Herr, in's Gust. Knat( 1806-1878). Johann Eschenburg( 1743-1820). 052 dan dis? 15 Mel. Herr Jesu Christ, mein's Lebens. n 593. Chrifti Wunden Paradies. schlaf' ich ein, die machen mich von Sünden rein; ja, Christi Blut- Gerechtigkeit, das ist mein Schmuck und Ehrenkleid; 595. 2. Damit will ich vor Gott besteh'n, wenn ich zum Himmel werd' eingeh'n; mit Fried' und Freud' fahr' ich dahin, ein Gotteskind ich all'zeit bin.l - 3. Dank hab', o Tod, du förderst mich; in's ew'ge Leben wand're ich, durch Christi Blut von Sünden rein. Herr Jesu, stärk' den Glauben mein! hin Mel. Meinen Jesum laß' ich nicht. 595. Piebſter Seju, laß mich nicht, schau' auf mich, wie ich muß streiten; wenn der Tod die Glieder bricht, laß mich deine Liebe leiten und durch deinen Kreuzestod überwinden alle Noth! 2. Treuer Jesu, laß mich nicht, denn du bist ein Arzt der Schwachen; ja, du hast dich mich mir verpflicht't, daß du willst mich selig Paul Eber( 1511-1569). machen. Meine Kräfte neigen sich: mio, mein Jesu, stärke mich! ado, ndio Min erim Eigene Melodie. 3. Starker Jesu, laß mich nicht, 594. Daßt mich geh'n,:,: daß weil ich doch an dir nur hange! ich Jesum möge seh'n! Meine Seel' ist voll Verlangen, ihn auf ewig zu umfangen und vor seinem Thron zu steh'n. Mich erschreckt zwar das Gericht und die Sünde macht mir bange; aber dein Verdienst und Huld decket alle meine Schuld. 2. Süßes Licht,:,: Sonne, die 4. Süßer Jesu, laß mich nicht, burch Wolfen bricht! D, wann wenn du siehst, ich soll gesegnen; werd' ich dahin kommen, daß ich führe mich, du bist mein Licht, dort mit allen Frommen schau' laß die Engel mir begegnen, daß dein holdes Angesicht? thin 3. Ach wie schön:,: ist der Engel Lobgetön'! Hätt' ich Flügel, hätt' ich Flügel, flög' ich über Thal und Hügel heute noch nach Zions Höh'n. 4. Wie wird's sein, wenn ich spricht, zieh' in Salem ein, in die Stadt Himmel erben; sie mich zur süßen Ruh' tragen nach dem Himmel zu! 5. Treuer Jesu, laß mich nicht! denn ohn' dich will ich nicht sterben. Niemand, wie dein Mund selbst kann ohr' diy den darum bleib', ach, 350 Sterbe- und Begräbnißlieder. bleib' in mir, daß ich selig sterb'| Mel. Nun ruhen alle Wälder. in dir. 597.0 Welt, ich muß dich 6. Jesu, laß auch diese nicht, lassen, ich ziehe die dann bitter um mich weinen; meine Straßen in's ew'ge Vaterlaß dein gnädig Angesicht ihnen land. Den Geist will ich aufgeben, stets mit Trost erscheinen; zieh' sie dazu sei Leib und Leben gesetzt in aus dem Ungemach endlich in den Gottes gnäd'ge Hand. Himmel nach! Bachar. Herrmann( 1643-1717). 2. Mein Lauf ist nun vollendet, der Tod das Leben endet: Sterben ist mein Gewinn. Kein Bleiben ist auf Erden, das Ew'ge muß mir Mel. O Jesu, mein Vergnügen. 596. Nein, nein, das iſt werden, mit Fried' und Freud' fein Sterben, zu fahr' ich dahin. seinem Gott zu geh'n, der dunkeln Erd' entfliehen und zu der Heimath ziehen in reine Sternenhöh'n! Ob mich die Welt betrogen und oft von Gott gezogen durch Sünden mancherlei: will ich doch nicht ver2. Nein, nein, das ist kein zagen, ich will im Glauben sagen, Sterben, ein Himmelsbürger sein, daß meine Schuld vergeben sei. beim Glanz der ew'gen Kronen in süßer Ruhe wohnen, erlöst von Kampf und Pein. 3. Nein, nein, das ist kein Sterben, der Gnadenstimme Ton voll Majestät zu hören: Komm', Kind, und schau' mit Ehren mein Antlitz auf dem Thron." 4. Auf Gott steht mein Ver trauen, sein Antlig will ich schauen, ich hoff's durch Jesum Christ, der auch für mich gestorben, des Vaters Huld erworben, und der mein Mittler worden ist. 5. Die Sünd' mag mir nicht schaden, erlöst bin ich aus Gnaden 4. Nein, nein, das ist kein umsonst durch Christi Blut. Nicht Sterben, dem Hirten nachzugeh'n! Werkdienst kann mir frommen, Er führt das Lamm zu Freuden will ich zu Gnaden kommen. Der und wird dich ewig weiden, wo wahre Glaub' allein es thut. Lebensbäume steh'n. 6. Ich rede nicht vom Lohne, 5. Nein, nein, das ist kein sag' nur: zu deinem Throne kommt Sterben, mit Herrlichkeit gekrönt ein unnüßer Knecht. Das ew'ge, zu Gottes Volk sich schwingen und sel'ge Leben willst du umsonst mir Jesu Sieg befingen, der uns mit geben, nicht nach Verdienst, nach Gott versöhnt. Wahl, noch Recht. 6. D nein, das ist kein Sterben, 7. D'rauf will ich fröhlich sterben, du Heil der Kreatur! Dort strömt das Himmelreich ererben, das Jesus in ew'gen Wonnen der Liebe voller mir erwarb; hier mag ich nicht mehr Bronnen; hier sind es Tropfen nur. weilen, mit Freuden will ich eilen Cäfar Malan( 1786-1864). hinauf zu dem, der für mich starb. V Sterbe- und Begräbnißlieder. 351 8. Damit fahr' ich von hinnen.| Noth, wie du dich, Herr, so milde O Welt, du mußt zerrinnen, da- geblutet hast zu Tod'. rum befinne dich: auf! dich zu Gott befehre und von ihm Gnad' begehre, daß er auch dein erbarme fich. Verbirg mein' Seel' aus Gnaden bei dir vor allem Leid! Rück' sie aus allem Schaden zu deiner Herrlichkeit. Der ist hier wohl gewesen, wer kommt in's Himmels Schloß, und ewig ist genesen, wer bleibt in deinem Schooß. 9. Die Zeit ist schon vorhanden: laß ab von Sünd' und Schanden und richt' dich auf die Bahn mit Beten und mit Wachen; laß alle ird'sche Sachen und fang' ein göttlich Leben an. do 10. Fahr' wohl! In Gottes Hände befehl' ich dich am Ende, 5. Schreib' meinen Nam'n auf's Beste in's Buch des Lebens ein und bind' mein' Seele feste in's schöne Bündelein der'r, die im Himmel grünen und vor dir leben frei: dahin steht mein Begehr. Hüt' dich so will ich ewig rühmen, daß treu vor Bein und Schmerzen, nimm dein Herze sei. Valerius Herberger( 1562-1627). meinen Tod zu Herzen; mein's Bleiben's ist jetzt hier nicht mehr. Joh Heß( 1490-1547). Eigene Melodie. e di 599, W enn mein Stündlein vorhanden ist, daß Eigene Melodie. lpsd had 598. Jalet will ich dir ge- ich fahr' meine Straße, geleit' du ben, du arge, falsche mich, Herr Jesu Christ, mit Hilf' Welt; dein fündlich böses Leben mich nicht verlasse! Die Seel' an durchaus mir nicht gefällt. Im meinem letzten End' befehl' ich dir Himmel ist gut wohnen. Hinauf in deine Händ': du woll'st sie mir steht mein Begier: da wird Gott bewahren. ewig lohnen dem, der ihm dient allhier. 2. Die Sünde wird mich kränten sehr, mich mein Gewissen na2. Rath' mir nach deinem Her- gen; denn ihr'r ist viel, wie Sand zen, o Jesu, Gottes Sohn! Soll am Meer, doch will ich nicht verich ja dulden Schmerzen, hilf mir, zagen, will denken, Herr, an deinen Herr Christ, davon! Verkürz' mir alles Leiden, stärk' meinen blöden Muth, laß selig mich abscheiden, set' mich in dein Erbgut. Tod, an deine heil'gen Wunden roth: die werden mich erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib', deß tröst' ich mich von Her3. In meines Herzens Grunde zen; von dir ich ungeschieden bleib' dein Nam' und Kreuz allein funkelt in Todesnoth und Schmerzen. all' Zeit und Stunde, d'rauf kann Wenn ich gleich sterb', so sterb' ich ich fröhlich sein: erschein' mir in dir: ein ewig Leben hast du mir dem Bilde zum Trost in meiner durch deinen Tod erworben. 352 Sterbe- und Begräbnißlieder. 4. Weil du vom Tod erstanden ich hin, daß ich stets bei dir leb' bist, werd' ich im Grab nicht blei- und bin: d'rum fahr' ich hin mit ben; mein höchster Trost dein' Freuden. us Auffahrt ist, kann Todesfurcht ver- dont treiben; denn wo du bist, da komm'ordre is Nit. Hermann( gest. 1561). III.£ ieder beim Code Ungehöriger, Begräbnißlieder. Mel. Nun komm', der Heiden Heiland, genommen, der Tod war ihm Ge oder: Jesu, komm' doch selbst zu mir. winn. 600. Aller Gläub'gen Sammelplaß ist da, wo ihr Herz und Schatz, wo ihr Heiland Jesus Christ, und ihr Leben hier schon ist. 3. Er schaut nun, was wir glauben, er hat nun, was uns fehlt; ihm kann der Feind nichts rauben, der uns versucht und quält. 4. Ihn hat nun als den Seinen 2. Eins geht da, das And're der Herr dem Leid entrückt, und dort in die ew'ge Heimath fort, während wir hier weinen, ist er so ungefragt, ob die und der uns hoch beglückt. Hippi nicht hier noch nützlich wär'. 5. Er trägt die Lebenskrone 3. Doch der Herr kann nichts und hebt die Palm' empor, und verseh'n; läßt er etwas denn ge- singt vor Gottes Throne ein Lied scheh'n, hat man nichts dabei zu im höhern Chor. thun, als zu schweigen und zu ruh'n. 6. Wir armen Pilger gehen hier noch im Thal umher, bis wir 4. Manches Herz, das nicht ihn wieder sehen und selig sind, mehr da, geht uns freilich innig wie er. nah'; doch, o Liebe, wir sind dein, und du willst uns Alles sein. Karl Spitta( 1801-1859). V. 2 von Christian Gregor( 1723-1801). die übrigen von Nit. Gr. Zinzendorf. 602. Dort zu Ort durch Mel. Der lieben Sonne Licht und Pracht. ie Christen geh'n von mannichfalt'gen Jammer, und kommen in den Friedensport und ruh'n Mel. Christus, der ist mein Leben. m Grabe steh'n wir 601. Astille und säen Thrä- in ihrer Kammer. Gott nimmt sie nensaat, des lieben Pilgers Hülle, nach dem Lauf in seinen Armen der ausgepilgert hat. dauf; das Weizenkorn wird in sein 2. Er ist nun angekommen, wir Beet auf Hoffnung schöner Frucht pilgern noch dahin; er ist nun an- gefä't.i 13 mmg di Sterbe- und Begräbnißlieder. 353 2. Wie seid ihr doch so wohl| Freund', alle meine Lieben! Alle, gereist! Gelobt sei'n eure Schritte, die ihr um mich weint, laßt euch du friedevoll befreiter Geist, du nicht betrüben diesen Schritt, den jetzt verlaff'ne Hütte! Du, Seele, ich jetzt thu' in die Erde nieder: bist beim Herrn, dir glänzt der schaut, die Sonne geht zur Ruh', Morgenstern; euch, Glieder, deckt kommt doch morgen wieder. mit sanfter Ruh' der Liebe stillero no Heinr. Alberti( 1604-1651). Schatten zu. 3. Wir freu'n uns in Gelassen- Mel. Nun sich der Tag geendet hat. heit der großen Offenbarung; in- 604. i wie so sauft doch in heischlummerst du nach liger Verwahrung. Wie ist das manchem schweren Stand, und Glück so groß in Jesu Arm und liegst nun da in süßer Ruh' in Schooß! Die Liebe führ' uns deines Heilands Hand! gleiche Bahn, so tief hinab, so hoch hinan! Nit. Gr. Zinzendorf( 1700-1760). 2. Sein Leiden hat dich frei gemacht von aller Angst und Pein; sein letztes Wort: es ist vollbracht!" das singt dich lieblich ein. 3. Du läß'st dich zur VerwanEigene Melodie. 603. Einen guten Stampf delung in dies Gefilde jä'n, mit hab' ich auf der Hoffnung und Versicherung: viel Welt gefämpfet: denn mein Gott schöner aufzusteh'n. hat gnädiglich all' mein Leid gedämpfet, daß ich meinen Lebenslauf selig nun vollendet und die Seele himmelauf Christo zugesendet. 4. Verbirg dein liebes Angesicht im fühlen Erdenschooß! Wer hier gelebt in Christi Licht, der erbt ein selig Loos. 2. Forthin ist mir beigelegt der 5. Wir hoffen, daß dein SeelenGerechten Krone, die mir wahre freund, der ewig treue Hirt, der's Freud' erregt in des Himmels hier mit dir so wohl gemeint, dich Throne; nun geschieht, daß jenes schön empfangen wird. d do Licht, dem ich hier vertrauet, näm- 6. Er führe, was ihm lieb und lich Gottes Angesicht, meine Seele werth, und was sich zu ihm hält, schauet. But your hp als seine auserwählte Heerd' auch 3. Dieser schnöden, bösen Welt vollends durch die Welt! fummervolles Leben mir nun länger Gottfried Neumann( 1688-1782). nicht gefällt, hab' mich d'rum er- thilde ir of di line geben meinem Herrn, bei dem ich Mel. Nun ruhen alle Wälder. 51 bin jetzt in lauter Freuden; denn 605. err, wenn wir in den jein Tod ist mein und Särgen die Unsern mein Trost sein Leiden.flagend bergen, wenn Gram das 4. Gute Nacht, ihr, meine Herz uns bricht, wie sollten wir's Neues Gesangbuch. 23 354 Sterbe- und Begräbnißlieder. ertragen, und wie nicht ganz verzagen, wenn du nicht sprächeſt: 606.ht! So hört man Mel. Jesus, meine Zuversicht. eute mir und morgen weine nicht. dir! 2. Die Liebsten, die wir haben, die Glocken klingen, wenn wir die die süß'sten Himmelsgaben sind ein Verstorb'nen hier auf den Gottesverlöschend Licht. Die wir noch heut acker bringen. Aus den Grüften umfangen, sind morgen schon ge- ruft's herfür: heute mir und morgangen, wir suchen sie und finden gen dir. nicht. 2. Heute roth und morgen todt! 3. Das thut der Sold der Unser Leben eilt auf Flügeln, und Sünde, auf daß er uns verkünde wir haben täglich Noth, daß wir dein zürnend Strafgericht. Der uns an Andern spiegeln. Bald Menschheit traurig Erbe, es wäre ergeht des Herrn Gebot: heute allzuherbe, wenn du nicht sprächest: roth und morgen todt. weine nicht. 3. Einer folgt dem Andern 4. Weint nicht, euch ist vergeben, nach. Keiner kann den Andern die Todten sollen leben vor meinem retten; und was Adam einst verAngesicht. Laßt sie die Gruft be- brach, wird in's Grab uns Alle decken: ich werde sie erwecken und betten. Jedem wird sein Schlafeuch mit ihnen. Weinet nicht. gemach, einer folgt dem Andern nach. 5. Herr über Tod und Leben, dein Werk hat fundgegeben, daß 4. Mensch, es ist der alte Bund, dein Mund Wahrheit spricht. Du ach, der Tod zählt keine Jahre; sprachst, und Todt' erstanden, du selbst, aus Todesbanden auffahrend, sagst uns: weinet nicht. bist du heute noch gesund, denk' an deine Todtenbahre. Morgen fällt, wer heute stund, Mensch, es ist der alte Bund. 6. Das präg' in uns're Herzen, vertreib' die bittern Schmerzen 5. Ach, wer weiß, wie nah' und stärk' uns zum Verzicht; du mein Tod! Ich will sterben, eh' gabst und nahmest wieder, du ich sterbe: so wird mir die letzte nimmſt und giebst uns wieder. Noth, wenn sie kommt, doch nicht Wir glauben, Herr, und weinen so herbe. Rüste mich dazu, mein nicht. Gott, ach, wer weiß, wie nah' mein Tod. 7. Fahrt wohl, ihr Herzgeliebten, um die wir uns betrübten, 6. Selig, wer in Christo stirbt! weil ihr so früh verblicht; ruht Denn ihm wird der Tod zum aus in euren Kammern von allen ben. Wer in Christo Gnad' ers Erdenjammern, der Herr, der Herr wirbt, kann den Geist getroft auf sagt: weinet nicht. geben, weil er nicht im Tod' verVictor v. Strauß( geb. 1809). dirbt. Selig, wer in Christo stirbt. Benj. Schnold( 1672-1787). ** V Sterbe- und Begräbnißlieder. 355 Mel. Christus, der ist mein Leben.| ach, fast erliegt der Geist, wenn 607. ch weiß, an wen ich Alles mun verschwindet, was Herz glaube, denn mein Erlöser lebt, der, wird der Leib zu Staube, den Geist zu sich erhebt. an Herzen bindet, das letzte Band der Tod zerreißt. 2. Ich weiß, an wem ich hange, wenn Alles wankt und weicht, der, wird dem Herzen bange, die Rettungshand mir reicht. 5. Doch konnt' es ewig dauern? Es mußte Einer trauern; dent', daß dich Gott erfor'. Gehorsam seinem Willen fühl' deinen Schmerz im Stillen und schaue gläubig dann empor. 6. Sprich: was du mir gegeben, Herr über Tod und Leben, es war mein höchstes Glück; doch blieb' es 4. Er trocknet alle Thränen so ja das Deine; ob ich auch klag' tröstend und so mild, und mein und weine, geb' ich's doch willig unendlich Sehnen wird nur durch ihn gestillt. dir zurück. August Niemeyer( 1754-1828). 3. Ich weiß, wem ich vertraue; und, wenn das Auge bricht, daß ich ihn ewig schaue, ihn selbst von Angesicht. 7. Zum Himmel früh erkoren, seid ihr uns nicht verloren, um die die Thräne fließt. Hier trübten eure Freuden doch Sorgen oft und Leiden; wir suchen noch, was ihr genießt. 608. M Mel. Nun ruhen alle Wälder. ein banges Herz, sei stille! Es war des Vaters Wille; der Vaters 8. Wer weiß, wie bald zum Will' ist gut. Was seine Hand ge- Scheiden von allen Erdenfreuden liehen, darf sie das nicht entziehen? für uns die Stunde schlägt! D'rum Und darfst du tadeln, was sie trocknet, Wehmuthszähren! Es wird thut? nicht lange währen, daß man auch uns zur Ruhe trägt. August Niemeyer( 1754-1828). 2. Wer wohl den Lauf vollbrachte, der kommt oft, eh' er's dachte, an seiner Wallfahrt Ziel. Er ruht in Vaterhänden; ihn herzlich zu vollenden, entrückt ihn Gott Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 609. Nun bringen wir den zur Ruh' 3. Des Lebens Freud' und Kum- decken ihn mit Erde zu, den Leib, mer löst sich im sanften Schlummer der nach des Schöpfers Schluß des Todes endlich auf. Der Tod zu Staub und Erde werden muß. kommt, uns zu retten von allen 2. Er bleibt nicht immer Asch' unsern Ketten; frei steigt der Geist und Staub, nicht immer der Berzu Gott hinauf. wesung Raub, er wird, wenn Chris 4. Schwer ist der Trennung stus einst erscheint, mit seiner Seele Stunde, tief ist der Seelen Wunde; neu vereint. 23* 356 Sterbe- und Begräbnißlieder. 3. Hier, Mensch, hier lerne, was Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. du biſt; schau' hier, was unser 610. Nun iſt der Kreuzberg Leben ist. mancher Noth kommt endlich noch zuletzt der Tod. überstiegen, mein Tabor hab' ich nun erlangt, nachdem in schmerzlich langem Liegen 4. Schnell schwindet uns're Le- ich hingesiechet und gefrankt. Jetzt benszeit; auf Sterben folgt die werde ich in einer Stund' auf ein Ewigkeit. Wie wir die Zeit hier mal frisch und ganz gesund. angewandt, so folgt der Lohn aus Gottes Hand. 2. Zuvor stieg ich auf schwachen Füßen mühselig nur empor zur 5. Es währen Reichthum, Ehr' Höh', mein Gott, wie hab' ich und Glück, wie wir selbst, einen flimmen müssen! Gottlob, daß ich Augenblick; so währt auch Kreuz nun oben steh'! Nun ist der Kreuzund Traurigkeit, wie unser Leben, berg hinter mir: ach Gott, wie furze Zeit. schön ist Alles hier. 6. O sich'rer Mensch, besinne 3. Ihr, meine Liebsten auf der dich! Tod, Grab und Richter nahen Erde, die ihr mich herzlich habt sich. In Allem, was du denkst und geliebt, ihr wißt am besten die Bethust, bedenke, daß du sterben schwerde, die mich gedrücket und mußt. betrübt, bis mir im Tod das Herze brach, kommt, seht mir jetzt mit Freuden nach. 7. Hier, wo wir bei den Gräbern steh'n, soll Jeder zu dem Vater fleh'n: ich bitt', o Gott, durch Christi Blut, mach's doch mit meinem Ende gut. 8. Laßt alle Sünden uns bereu'n, vor unserm Gott uns findlich scheu'n. Wir sind hier immer in Gefahr; nehm' Jeder seiner Seele wahr! 9. Wenn unser Lauf vollendet ist, so sei uns nah', Herr Jesu Christ! Mach' uns das Sterben zum Gewinn, zieh' uns're Seele zu dir hin. 4. Besehet doch mein Grabgeschmeide, hier ist kein Gold, fein Diamant, hier fragt man nicht nach Sammt und Seide, das Ird'ſche ist nur Staub und Sand. Ich habe jenen Schmuck ererbt, den ihr erst schauet, wenn ihr sterbt. 5. Die Seel' ist in dem Hochzeitssaale, da sind die Tafeln schön gedeckt, da jetzt man sich zum Abendmahle, da Alles nach dem Himmel schmeckt. Da seh' und hör' ich stimmen an, was auch fein Paulus sagen kann. 10. Und wenn du einst, du Lebensfürst, die Gräber mächtig öffnen 6. Wer rechnet mir es nicht zum wirst, dann laß uns fröhlich auf- Glücke, daß ich nun darf bei Jefu ersteh'n und dort dein Antlig ewig sein! Denkt, meine Lieben, nur seh'n. and im nischs mis sur zurücke, wie ich nur Haut noch und Ehrenfried Liebich( 1713-1780). Gebein; kein Arzt, kein' Heilung V Sterbe und Begräbnißlieder. 357 war für mich, bis Jesus sprach:| Mel. Wer nur den lieben Gott läßt. ich heile dich. 612. So tragen wir den Staub zum Staube, 7. Ich konnte fast kein Wort mehr sprechen, doch rief ich immer: Jesus! aus, es wollten mir die Augen brechen, da sah ich schon in's Hochzeitshaus, wie schön war da der Freudenort, und Jesus war mein letztes Wort. 8. Nun ist's erfüllt, ich bin genesen: wie wohl ward mir an meinem End'! Nichts ist mein letzter Wunsch gewesen, als daß ich schneller sterben könnt', doch machte mich im Tod erfreut der Vorschmack meiner Seligkeit. 9. Ihr Lieben, die ich hier verlasse, lebt wohl, ich treff' im Himmel an den Heiland, den ich nun umfasse, bei dem ich selig leben kann. Bei Gott werd' ich für's Kreuz ergößt. Bleibt All' im Glauben unverletzt. dies ist des Erdenlauf's Geschick; doch aus dem Staube hebt der Glaube zu seinem Himmel auf den Blick, wo das jetzt selig liebt und lebt, was hier im Staub so oft gebebt. insp 2. Dort über Särgen, über Grüften ruft uns der Glaube zu: empor! Empor zu heitern Sternenlüften, wo der Erlösten Jubelchor sein heilig! heilig! heilig! singt, das in die Gräber niederklingt. 3. Von dort bringt einst un sterblich Leben uns unser Gottesheld herab, der uns das höchste Pfand gegeben, der Sieger über Tod und Grab. Er spricht: von dem, was hier zerstäubt, schaut hin auf das, was ewig bleibt. 4. Zum Licht empor! in's Reich 10. Schaut mein Begräbniß hier der Frommen, in's Heimathland auf Erden, die ihr mit mir zu emporgeschaut! Von oben wird Grabe geht, denft, daß ihr auch die Freude kommen, wenn's auch müßt Asche werden, die ihr bei hier unten bebt und graut. Zu meinem Grabe steht, und folget mir empor! Empor zum Licht! endlich Alle nach in dieses fühle Empor das Herz, das Angesicht! Schlafgemach. Verfasser unbekannt. 5. So decken Erde wir mit Erde und wanken in dem Glauben nicht, daß Alles Wahrheit sei und werde, was unser Heiland zu uns spricht! Mel. Es ist genug.d din 611. So ruhe wohl! Gott weint um das nicht, was zerhat an dich gedacht, stäubt, freut euch mit dem, was und Alles wohl gemacht. Schlaf', ewig bleibt! and on über den müder Leib; schlaf' wohl zu guter Ernst Mor. Arndt( 1769-1860). Nacht, weil Jesus dich bewacht.dathord ethist Shine stál Verschlafe die erlittnen Schmerzen, Mel. Ich hab' mein' Sach' Gott 2c. wir ſchließen dich in uns're Herzen. 613. Wohlauf, wohlan zum :: ruhe wohl!:,: bid O legten Gang, furz Benj. Schmold( 1672-1737). ist der Weg, die Ruh' ist lang, 358 Sterbe- und Begräbnißlieder. Gott führet ein, Gott führet aus: 9. Mit Gott bestell' dein Haus wohlan hinaus! Kein Bleiben ist bei Zeit, eh' dich der Tod an Todte im Erdenhaus. reiht, sie rufen: gestern war's an 2. Du Herberg' in der Wander- mir. Heut ist's an dir! Hier ist zeit, du gabest Freuden, gab'st auch kein Stand, kein Bleiben hier. Leid, schließ' nur getrost die Pforte zu, was trauerst du? Dein Gast geht hin zur ew'gen Ruh'! 10. Vom Freudenmahl' zum Wanderstab, aus Wieg' und Bett in Sarg und Grab, wann, wie und wo? ist Gott bewußt! Schlag' an die Brust! Du mußt von dannen, Mensch! du mußt. 11. Da ist kein Sitz zu reich, zu arm, kein Haupt zu hoch, kein Herz zu warm, da blüht zu schön 4. Ein Schmuck ist auch das kein Wangenroth: im Finstern droht Leichentuch, ein Siegeszug der der Tod und überall der Tod. Leichenzug. Triumph! Der Herr Der Herr 12. Ach banges Herz, im Thrämacht gute Bahn, sein Kreuz nenthal, wo ist dein Licht, dein voran: das winkt und deutet Lebensstrahl? Du bist's, Herr, der Himmelan. dubig id Soud mit Gottesmacht aus Gräbernacht das Leben hat an's Licht gebracht. 13. Dein Wort, Herr, klingt so hoch und hehr: wer an mich glaubt, stirbt nimmermehr. Dein Kreuz, durid dein Grab, dein Aufersteh'n, dein Himmelgeh'n läßt uns den Himmel offen seh'n.dati 6. O selig, wer das Heil erwirbt, und in dem Herrn, dem Mittler, stirbt! selig, wer vom 14. Wohl dem, der sich, mit dir Laufe matt die Gottesstadt, die vertraut, schon hier die ew'gen droben ist, gefunden hat.ord Hütten baut! Er sieht das Kleinod 7. Was such'st du, Mensch, bis in der Fern' und kämpfet gern in den Tod? Du such'st so viel, und harrt der Zukunft seines und Eins ist Noth. Die Welt beut Herrn. ihre Güter feil:-denk' an dein Heil und wähl' in Gott das beste Theil! 15. Nun, Thor des Friedens, öffne dich! Hinein! hier schließt die 6. Was sorg'st du bis zum Wallfahrt sich. Ihr Schlafenden im Friedensreich, gönnt allzugleich auch ihm ein Räumlein neben euch. letzten Tritt? Nichts brachtest du, nichts nimmst du mit. Die Welt vergeht mit Lust und Schmerz. Schau' himmelwärts, da wo dein Schatz, da sei dein Herz. 16. Viel Gräber sind an diesem Ort, viel Wohnungen im Himmel dort, bereitet ist die Stätte schon 3. Tragt ihn fein sanft in's Schlafgemach, ihr Lieben, folgt ihm segnend nach, nun gute Nacht! Der Tag war schwül im Erdge= wühl; nun gute Nacht! Die Nacht ist fühl. - 5. Ihr Glocken, tönt hochfestlich d'rein und läutet hell den Sabbath ein, der nach des Werktags kurzer Frist durch Jesum Christ für Gottes Volk vorhanden ist. L Sterbe- und Begräbnißlieder. 359 am Gnadenthron, bereitet uns durch chem Kreuz mein Tröster bist, Gottes Sohn. muß ich in Leid verzagen. spoll 17. Sein ist das Reich mit All- 5. O treu geliebtes, selig Herz, gewalt; er zeugt und spricht: ich zu dir will ich mich wenden in komme bald. Ja, komm', Herr diesem meinem großen Schmerz, Jesu, führ' uns ein! Wir harren will die Gedanken senden zu dir dein: Amen, dein laß uns ewig und deinem jetz'gen Stand, wie fein. Gott dir alles Kreuz gewandt in höchste Freud' und Wonne. 150 Christian Sachse( 1785-1860). Beim Tode der Gattin. mobid ni usisat spnol thin sil 1gb Mel. Wenn mein Stündlein vorhanden. 6. Kein' Angst und Trübsal, Weh' und Noth kann jetzt dich noch verlegen. Im Himmel wird der liebe Gott mit Liebe dich ergößen. Die Seele schaut mit Luſt und Freud' die heilige Dreifaltigs 614. A ch, Gott, ich muß in Traurigkeit mein Leben nun beschließen, weil jetzt der feit mit allen Auserwählten. Tod von meiner Seit' so eilends hat geriffen mein treues Herz, der Tugend Schein, deß muß ich nun beraubet sein, wer kann mein Elend wenden? 7. Du kommst nicht wieder her zu mir in dies betrübte Leben, ich aber komm' hinauf zu dir. Da werd' ich mit dir schweben in höchster Freude, Wonn' und Lust, die deiner Seele stets bewußt, d'rauf ich mich herzlich freue. u 2. Wenn ich an ihre Freundlichkeit gedenk' in meinem Herzen, die sie mir doch zu jeder Zeit in 8. Dmit wie großer FreudigFreud' und auch in Schmerzen er- feit woll'n wir einander kennen! wiesen unveränderlich, dann mehrt Da wird uns dann zu keiner Zeit mein Kreuz und Weinen sich, vor der bitt're Tod mehr trennen. Weh' möcht' ich vergehen. Ach, welche Freude wird das sein, wann ich dich, die ich jetzt bewein', mit Freuden werd' umfangen. 3. Bei wem soll ich auf dieser Welt rechtschaffne Liebe finden? Der größte Theil nicht Glauben 9. Das will ich stets in meinem hält, die Treu' will gar verschwin- Leid mir zu Gemüthe führen, erden. Ich glaub' und red' es ohne warten in Geduld die Zeit, wie Scheu: die best' ist doch getraute Christen will gebühren. Gott alles Treu', der muß ich jetzt ent- Trostes, steh' zu mir und mich durch deinen Geist regier' zu deines 4. Fürwahr, es geht ein schar- Namens Ehren. fes Schwert mir jetzt durch meine Seele, die abzuscheiden oft begehrt aus ihres Leibes Höhle. Wo du nicht, o Herr Jesu Christ, in solrathen. Johann Heermann( 1585-1647). 116 318 360 Sterbe- und Begräbnißlieder. Beim Tode von Kindern. Jopogros dio? mi dum Mel. Es ist genug..d 615. Das as Mägdlein schläft; ihr Eltern jammert Paradies! Ihr Eltern, dürft nicht flagen; mit Freuden sollt ihr sagen: dem Höchsten sei Lob, Ehr' und Preis! Omu to 2. Kurz ist mein irdisch Leben; nicht. Gönnt ihm die süße Ruh'. ein besser's wird mir geben Gott Sein blasser Mund, sein friedevoll in der Ewigkeit. Da werd' ich nicht Gesicht es spricht euch tröstlich zu: mehr sterben, in keiner Noth verein lieblich Loos ist mir beschieden, derben; mein Leben wird sein lauter ich lieg' und schlafe ganz in Frie- Freud'. den::: das Mägdlein schläft.:: 2. Das Mägdlein schläft; wie selig schlief es ein in seines Hirten Arm; noch war sein Herz vom Gift der Sünde rein, d'rum starb es ohne Harm; ein schuldlos Herz, ein gut Gewissen das ist ein ruhig 4. Wie oft wird doch verführet Sterbelissen. Das Mägdlein manch' Kind, an dem man spüret schläft.:: rechtschaff'ne Frömmigkeit! Die 3. Gott eilet mit den Seinen, läßt sie nicht lange weinen in diesem Thränenthal. Ein schnell und selig Sterben heißt schnell und glücklich erben des schönen Himmels Ehrenfaal. 3. Das Mägdlein schläft; all' Welt voll List und Tücke legt Erdenweh' und Noth verschläft's heimlich ihre Stricke bei Tag und im sichern Zelt; wißt, Eltern, ihr, Nacht zu jeder Zeit. was Bitt'res ihm gedroht in dieser 5. Ihr Nek mag sie nur ſtellen, argen Welt? Jetzt mag der rauhe mich wird sie nun nicht fällen, und Winter stürmen, der schwüle Som- wird mir thun kein Leid. Denn mer Wetter thürmen;:;: das wer kann den verlegen, den Christus Mägdlein schläft.:,: nidadwill verseßen in's Schloß voll4. Das Mägdlein schläft; nur komm'ner Sicherheit? am dob eine furze Nacht verschläft's im 6. Zuvor bracht' ich euch Freude, Kämmerlein; o wenn es einst vom jetzt, da ich von euch scheide, betrübt Schlummer auferwacht, das wird sich euer Herz; doch wenn ihr's ein Morgen sein! Der eintrat in recht betrachtet und, was Gott Jairus' Kammer, der stillet dann thut, hochachtet, wird sich bald auch euren Jammer.:,: Das Mägdlein schläft.: dell slios # 8 Sonid Nach Karl Gerok( geb. 1815). & Mel. Nun ruhen alle Wälder. lindern aller Schmerz. 7. Gott zählet alle Stunden, er schlägt und heilet Bunden, er kennet Jedermann. Nichts ist jemals ge schehen, was er nicht vorgesehen, 616. Gott Lob', die Stund' und was er thut, ist wohlgethan. ist kommen, da ich 8. Wenn ihr mich werdet finden werd' aufgenommen in's schöne vor Gott, frei aller Sünden, in V Sterbe- und Begräbnißlieder. 361 weißer Seide steh'n, und tragen| Pein. Es muß hier durch den Siegespalmen in Händen und mit Tod doch einst geschieden sein; und Psalmen des Herren Ruhm und hätt' auch gleich mich Gott noch Lob erhöh'n: lassen jetzt genesen und mich gesund gemacht, was wär' es mehr gewesen?:: Darum nur gute Nacht!:,: 5. Befehlt nur in Geduld dem Höchsten euer Leid, so wird desselben Huld einst eure Traurigkeit mit lauter Lust bedecken, wenn von des Todes Macht mich Jesus wird erwecken.:,: Indessen gute Nacht!:,: Verfasser unbekannt. 9. Da werdet ihr euch freuen; es wird euch herzlich reuen, daß ihr euch so betrübt. Wohl dem, der Gottes Willen gedenket zu erfüllen und ihm sich in Geduld ergiebt! 10. Lebt wohl nun, seid gesegnet! Was euch zur Stund' begegnet, ist Andern auch gescheh'n. Viel' müssen's noch erfahren. Nun Gott woll' euch bewahren! Dort wollen wir uns wiederseh'n. Mel. O Gott, du frommer Gott. Joh. Hermann( 1585-1647). 618. ht es an Jhr hr Eltern, gute Nacht! Nun geht Eigene Melodie. ein Scheiden. Ich fahr' zu Jesu 617. r Eltern, gute Nacht! hin in seine Himmelsfreuden, zu Mein allzuschneller Sesu, welcher mich so freundlich Tod hat freilich euch gemacht viel stets anlacht. Ach, weinet, weinet Schmerzen, Angst und Noth, doch nicht, ihr Eltern, gute Nacht! laßt das Trauern fahren; mein 2. Ihr Eltern, gute Nacht! Gott hat mich gebracht zu aus- hört auf, um mich zu klagen, da erwählten Schaaren.:: Ihr Eltern, jetzt mein zarter Leib wird in das gute Nacht!:,: zu sehr, Grab getragen. Wißt, daß die 2. Betrübt euch nicht zu sehr, Seele ist zur Himmelsruh' gebracht. daß ich entrissen bin; bedenket nur Ach weinet, weinet nicht, ihr Elvielmehr, es sei so Gottes Sinn, tern gute Nacht! llamdir der mich für euch geliebet und so 3. 3. Ihr Eltern, gute Nacht! gar wohl bedacht, daß mich dort Sehr herrlich ist's, zu wohnen im nichts betrübet. Ihr Eltern, gute schönen Himmelsschloß, wo prangend steh'n viel Kronen, die Gott 3. Ich war zwar eure Lust, so den Frommen hat aus Gnaden lang' ich weilt' bei euch, nun hab' zugedacht. Ach weinet, weinet ich fort gemußt in Gottes Freu- nicht, ihr Eltern, gute Nacht! denreich und kann dafür dort oben in voller Bier und Pracht stets meinen Jesus loben.:: Ihr Eltern, gute Nacht!:,: Nacht!:,: 4. Ihr Eltern, gute Nacht! Muß ich euch schon verlassen, so werdet ihr mich doch mit Herzenslust umfassen, wenn eurer Wall4. Die Welt hat nichts als fahrt auch Gott einst ein Ende dhuis 362 Sterbe- und Begräbnißlieder. macht. Ach weinet, weinet nicht, 5. Noch netet ihr die Wangen, ihr Eltern, gute Nacht! bod do 5. Ihr Eltern, gute Nacht! Die Angst und Marterstunden, sie sind ihr Eltern, härmt euch nicht, euch hat das Leid umfangen, daß fast das Herz euch bricht. Des Vaters in dieser Welt nun völlig über- treue Liebe sieht sehnlich in mein wunden. Mein Leib schläft sanft im Grab', indeß mein Geist erwacht. Ach weinet, weinet nicht, ihr Eltern, gute Nacht! Hod Gotthard Schuster( geb. 1673). Grab; die Mutter siehet trübe und kehrt die Augen ab. 6. Ich war euch nur geliehen auf eine kurze Zeit. Will Gott mich zu sich ziehen, so werfet hin das Leid und sprecht: Gott hat's gegeben, Gott nimmt's, er hat das Recht; bei ihm steht Tod und mein Lauf ist nun Leben; der Mensch ist Gottes vollbracht. Ich bin gar wohl ver- Knecht. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 619. 8 o hab' ich obgesieget; gnüget; zu tausend guter Nacht! 7. Daß ich mein Grab muß Ihr aber, meine Lieben, sollt nicht sehen, zeigt unsern schwachen Stand. so traurig steh'n. Was wollt ihr Daß es so bald geschehen, thut euch betrüben? Mir ist gar wohl Gottes Vaterhand. gescheh'n. Gott wird 2. Fahrt hin, o Angst und Schmerzen! Fahrt immer, immer hin! Ich freue mich von Herzen, daß ich erlöset bin. Ich leb' in das Leid euch stillen; ich sterbe nicht zu jung; wer stirbt nach Gottes Willen, der stirbt schon alt genug. Gottfried Sacer( 1635-1699). tausend Freuden in meines Schöpfers Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende. Hand, mich trifft und rührt kein Leiden, das dieser Welt bekannt. sei denn dem zu rückgegeben, der 620. 3. Die noch auf Erden wallen dich, du holdes Kind, ums gab! in irrthumsvoller Zeit, vermögen Dein Tod ist Uebergang in's Leben, kaum zu lallen von froher Ewig- und frühes Heil dein frühes Grab. feit. Viel besser, wohl gestorben, Das ist es; bricht uns gleich der als in der Welt gelebt; die Schwach- Schmerz um deinen Tod das treue heit ist verdorben, worinnen ich ge- Herz. schwebt. Sup tod $ ⁰ Co 2. Nach wenig heißen Thränen 4. Schmückt meinen Sarg mit stunden entfloh dein unbefleckter Kränzen, wie sonst ein Sieger Geist, von Schmerz und Sterblichprangt. Aus jenen Himmelslenzen teit entbunden, zu dem, der Todte hat meine Seel' erlangt die ewig leben heißt; ein Engel füßte deinem grüne Krone; die werthe Sieges- Mund das Leben weg; du wardst pracht rührt her von Gottes Sohne, gesund. der hat mich so bedacht.undoj 3. Er trug mit himmlischen Ge L Sterbe- und Begräbnißlieder. 363 fieder dich, sanfte Unschuld, froh| heute kränkt und unter so viel empor zu Gottes Throne, zu der Stunden oft wenige gefunden, an Brüder und Schwestern unschulds- die er mit Vergnügen denkt. vollem Chor, wo man der Erde Leid vergißt, rein und unsterblich Alles ist. d 5. Zwar, wer in seiner Jugend den Weg zu wahrer Tugend durch Janino Jesum Christum find't und sich den ersten Glauben hat niemals lassen rauben, der lebt und stirbt auch wie ein Kind. 4. Dort wird das Aug' dich wieder finden, das Thränen hier um dich vergießt. Da werden alle Schatten schwinden, wo Licht von Gottes 6. Allein wo sind die Reinen, Stuhle fließt; dann drückt dich mit die jetzt noch so erscheinen, wie sie der reinsten Lust, wer Gott und das Wasserbad vor Gottes Augen dich liebt, an die Brust. nd histellte und die die Welt nicht fällte, nicht schon in ihrem Netze hat? 5. Dort wirst du mir entgegen gehen, gereift an Einsicht und Ver- 7. Sich Jesu ganz verschreiben stand; erstaunend werd' ich vor dir und in der Welt zwar bleiben, doch stehen dort, in der Allvollendung von der Welt nicht sein, erfordert Land. Da beten wir dann ewig höh're Kräfte als menschliche Gean, die Liebe, die nur lieben kann. schäfte: das muß allein uns Gott Johann Lavater( 1741-1801). verleih'n. Mel. Nun ruhen, alle Wälder. 8. Wie leicht geht nicht bei Kindern von uns erwachs'nen Sündern das sünd'ge Wesen an! Sind 621. Wer enn kleine Himmelserben in ihrer Un- sie der Welt entrissen, dann könschuld sterben, so büßt man sie nen wir erst wissen, daß sie fein nicht ein; sie werden nur dort oben beim Vater aufgehoben, damit sie unverloren sei'n. Tod mehr tödten kann. 9. D wohl auch diesem Kinde! Es stirbt nicht zu geschwinde. Zieh 2. Sie sind ja in der Taufe zu hin, du liebes Kind! Du gehest ja ihrem Christenlaufe für Christum nur schlafen und bleibest bei den eingeweiht und noch bei Gott in Schafen, die ewig unsers Jesu ſind. Gnaden: was sollt' es ihnen schaden, tid and Joh. Rothe( 1688-1758). daß Jesus sie zu sich entbeut? lis forg 3. Der Unschuld Glück ver- Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende. ſcherzen, stets kämpfen mit den 622. We Menschen Leben! ie turz ist der Schmerzen, mit so viel Seelennoth, im Angstgefühl der Sünden das wie eilend wird es hingerafft! Wir Sterben schwer empfinden: davor sind mit Sterblichkeit umgeben. bewahrt ein früher Tod. i Wie bald verwelft des Lebens Kraft! Wir blühen auf und fallen ab, wir steigen aus der Wieg' ins Grab. 4. Ist einer alt an Jahren, so hat er viel erfahren, das ihn noch 364 Sterbe- und Begräbnißlieder. 2. Wohl aber dem, der also8. Verwelkt der Leib gleich in stirbet, daß ihn sein Sterben nicht der Erden, er wird doch künftig betrübt, den Gott entrückt, eh' er wieder blüh'n, von Jesu schön ver berdirbet und ihm ein besser Leben fläret werden, der wird ihm seinen giebt, ein Leben in der Herrlichkeit, Glanz anzieh'n; da werd' ich als von Jammer und von Noth befreit. ein Engel sein, deß wird sich euer Herz erfreu'n. 3. Ach, weinet nicht, daß ich gestorben, ich habe ja nun ausge- 9. Ich bin der bösen Welt enttranft; was mir mein Jesus hat flogen, in welcher ihr euch noch erworben, das hab' ich in dem betrübt; mich hat der Herr zu sich Tod erlangt; ich bin an einen Ort gezogen, der mich viel mehr als gebracht, da mir das Herz vor ihr geliebt; ich schaue Jesu AngeFreude lacht. du s sicht, daran gedenkt und weinet 4. Wie lieblich wohnt sich's in nicht. dem Himmel, wie süß spricht mir mein Jesus zu! Hier schrecket mich idrot Bach. Herrmann( 1643-1717) kein Weltgetümmel, ich wohne hier puds Mel. Es ist genug. de in ſtolzer Ruh' und habe für ein 623. Zieh' hin, mein Kind! erlangt der Ewigkeit. dished Gott selbst fordert dich aus dieser argen Welt. 5. Je weiter ich von euch ge- Ich leide zwar, dein Tod betrübet wichen, je näher bin ich nun bei mich; doch weil es Gott gefällt, Gott, bin ich auch jung und früh so unterlass' ich alles Klagen und verblichen, ich schlafe nur und bin will mit stillem Geiste sagen::: Bieh' nicht todt. Gott hat mir Sicher- hin, mein Kind!: od dubi Heit verschafft und mich vor'm Unglück weggerafft. 2. Zieh' hin mein Kind! Der Schöpfer hat dich mir nur für die 6. O gönnt mir, daß ich leb' Zeit gelieh'n. Die Zeit ist weg, im Glücke, das größer ist, als ihr darum befiehlt er dir nun wieder es denkt; enthaltet euch der Thrä- fortzuzieh'n. Zieh' hin! Gott hat nenblicke und eure Herzen aufwärts es so versehen; was dieser will, lenkt! Ach, mäßigt doch das bittre Leid. Ich bin in großer Herrlich das muß geschehen::: Zieh' hin, mein Kind!: apl feit. 3. Zieh' hin, mein Kind! Im 7. Wie wohl bin ich doch auf- Himmel findest du, was dir die gehoben! Wie wohl hat mich doch Welt versagt; denn nur bei Gott Gott versorgt! Ich will dafür ihn ist wahre Freud' und Ruh', kein ewig loben, denn ich war euch doch Schmerz mehr, der uns plagt. nur geborgt: mein Gott hat mich Hier müssen wir in Aengsten schwe der Welt entwandt und mir den ben, dort fannst du ewig fröhlich Himmel zuerfannt. Sigis leben::: Zieh' hin, mein Kind!:,: Lieder vom ewigen Leben. 365 4. Zieh' hin, mein Kind! Wir| Engel warten schon auf deinen folgen Alle nach, sobald es Gott frommen Geist! Nun siehest du, gefällt. Du eilest fort, eh' dir das wie Gottes lieber Sohn dir schon Ungemach verbittert diese Welt. Die Krone weis't. Vorüber sind Wer lange lebt, ist lang' im Leide; die Leidensstunden, du hast im wer frühe stirbt, kommt bald zur Herren überwunden::: Zieh' hin, Freude::: Zieh' hin mein Kind!:: mein Kind!:,: 5. Zieh' hin, mein Kind! Die lind Gottfried Hoffmann( 1658-1712). IV. Auferstehung und ewiges Leben. Eigene Melodie. inden 624. A ufersteh'n, ja aufersteh'n wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh'! Unsterblich Leben wird, der dich schuf, dir geben. Halleluja! 2. Wieder aufzublüh'n werd' ich gefä't. Der Herr der Ernte geht und sammelt Garben, uns ein, die in ihm starben. Halleluja! Mel. Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. Tod hält keinen andern Lauf. Er sagt zuletzt die Wohnung auf uns Allen, die wir leben. 3. Wir werden aus den Grä3. Tag des Dank's, der Freu- bern geh'n und Alle vor Gericht denthränen Tag, du, meines Gottes einst steh'n, das Christus selbst Tag! Wenn ich am Grabe genug wird hegen, wann auf der Engel geschlummert habe, erweckst du mich. Feldgeschrei die Glut das große 4. Wie den Träumenden wird Weltgebäu wird in die Asche dann uns sein; mit Jesu geh'n wir legen. ein zu seinen Freuden; der müden 4. Alsdann wird erst der gan Pilger Leiden sind dann nicht mehr. zen Welt ew'ge Vergeltung zuge5. Ach, in's Allerheiligste führt stellt, die Sünder werden büßen mich mein Mittler. Dann leb' ich und sich ohn' allen Trug und im Heiligthume zu seines Namens Schein selbst Kläger und auch Ruhme. Halleluja! dus dind Richter sein, verdammt durch ihr Friedr. Gottlieb Klopstock( 1724-1803). Gewissen. 5. Stell' ich, Herr, mir das Urtheil vor, so steigen mir die Haar' empor, mein Herz faßt Angst und Schrecken! Ihr hohen Hügel, und fort heb' ich an, ihr Berg' und was dort da stürzen kann, fallt nieder, mich Der zu decken! 625, D u siehst, o Mensch, wie fort der Eine hier, der And're uns gute Nacht muß geben. 2. Bedenk' es weislich in der Zeit. Flieh' allen Schlaf der Sicherheit und bleibe stündlich wacker! Wie's jetzt ist, also bleibt es nicht, bald trägt man, wo dir scheint kein Licht, dich auf den Gottesacker. 366 Lieder vom ewigen Leben. 6. Ach Jesu, meine Zuversicht,| Erquichungszeiten, die Abendröthe laß mir dein strenges Endgericht zeigt den schönen Tag von Weitem, an jenem Tag nicht schaden; bereit' davor das Dunkel weicht. mich wohl auf jenen Tag, damit 5. Begegnet ihm auf Erden, ich selig hören mag den süßen ihr, die ihr Zion liebt, mit freuSpruch der Gnaden. digen Geberden und seid nicht 7. Gieb, daß ich mich bei fla- mehr betrübt! Es sind die Freu rem Sinn, so lang' ich noch bei denstunden gekommen, und der Braut Kräften bin, zum Sterben fertig wird, weil sie überwunden, die halte und nicht, verstrickt in Sün- Krone nun vertraut. denlust, des ew'gen Heiles unbewußt, zum andern Tod erkalte. Simon Dach( 1605-1659). 6. Die ihr Geduld getragen und mit gestorben seid, sollt nun nach Kreuz und Plagen in Freuden sonder Leid mitleben und regieren und vor des Lammes Thron Mel. Valet will ich dir geben. 626. Ermuntert euch, ihr mit Jauchzen triumphiren in eurer Frommen, zeigt eurer Siegeskron'. Lampen Schein! Der Abend ist 7. Hier sind die Siegespalmen, gekommen, die finst're Nacht bricht hier ist das weiße Kleid, hier singt ein; es hat sich aufgemachet der man Freudenpsalmen im Frieden Bräutigam mit Pracht; auf, betet, nach dem Streit; hier schweigen kämpft und wachet! Bald ist es alle Klagen, hier grünen die GeMitternacht. bein', die dort der Tod erschlagen; hier schenkt man Freudenwein. is 2. Macht eure Lampen fertig und füllet sie mit Del, und seid des Heils gewärtig, bereitet Leib und Seel', die Wächter Zions schreien: der Bräutigam ist nah'! Begegnet ihm in Reihen und singt: Halleluja! TESCO 8. Hier ist die Stadt der Freude, Jerusalem, der Ort, der Schäflein grüne Weide, und hier der sich're Port; hier sind die gold'nen Gassen, hier ist das Hochzeitsmahl, hier soll sich niederlassen die Braut im No3. Ihr klugen Jungfrau'n alle, senthal. hebt nun das Haupt empor mit 9. O Jesu, meine Wonne, komm' Jauchzen und mit Schalle zum bald und mach' dich auf! Geh' frohen Engelchor! Die Thür ist auf, ersehnte Sonne, und förd're aufgeschlossen, die Hochzeit ist be- deinen Lauf! Jesu, mach' ein reit: auf, auf, ihr Reichsgenossen! Ende und führ' uns aus dem Der Bräut'gam ist nicht weit. Streit! Wir heben Haupt und 4. Er wird nicht lang' verziehen, Hände nach der Erlösungszeit. d'rum schlafet nicht mehr ein. Man sieht die Bäume blühen, der schönste Frühlingsschein verheißt Laurentius Laurenti( 1660-1722). Lieder vom ewigen Leben. 367 Eigene Melodie. darinnen steh'n die Deinen, auf daß 627. Es ist gewißlich an der ich ſammt den Brüdern mein mit dir geh' in den Himmel ein, den du uns hast erworben. Zeit, daß Gottes Sohn mun komme in seiner großen Herrlichkeit, zu richten Bös' und 7. O Jesu Christ, du machst Fromme, wer wird alsdann vor es lang' mit deinem jüngsten Tage, ihm besteh'n, wenn Alles wird den Menschen wird auf Erden durch's Feuer geh'n, wie uns sein bang' ob vieler Noth und Plage. Wort bezeuget? Ach komm', ach komm', du Richter groß, und mache uns in Gnaden los von allem Uebel! Amen. 2. Posaunen wird man hören dann an aller Welten Ende; da werden alsbald aufersteh'n die Todten gar behende; die aber noch am Leben dann, die wird der Heiland Barth. Ringwaldt( 1530-1598). Mel. Wie wohl ist mir, o Freund. von Stund' an verwandeln und 628. Es ist noch eine Ruh erneuern. auf, 3. Ein Buch wird man verlesen des Herz, und werde licht! Du bald, darinnen steht geschrieben von seufzest hier in deinen Banden, und allen Menschen, jung und alt, ob fie Gott treu geblieben. Da wird dann hören Jedermann, was Alles er zuvor gethan in seinem ganzen Leben. deine Sonne scheinet nicht. Sieh' auf das Lamm, das dich mit Freuden dort wird vor seinem Stuhle weiden; wirf hin die Last und eil' herzu. Bald ist der heiße Kampf 4. O weh' dem Menschen, der geendet, bald, bald der schwere hier hat des Herren Wort ver- Lauf vollendet, so gehst du ein zu achtet und nur auf Erden früh deiner Ruh'. und spät nach großem Gut ge- 2. Die Ruhe hat Gott auser= trachtet, der wird fürwahr gar foren, die Ruhe, die kein Ende schlecht besteh'n und mit den Bösen nimmt; es hat, da noch kein Mensch müssen geh'n von Christo in die geboren, die Liebe sie uns schon Hölle bestimmt. Der Heiland wollte darum sterben, uns diese Ruhe zu erwerben; er ruft, er locket weit und breit: ihr müden Seelen und ihr Frommen, versäumet nicht, heut einzukommen zu meiner Ruhe Lieblichkeit! Herr Jesu, mein Fürsprecher ſei, wenn du nun wirst erscheinen 3. So kommet denn, ihr matten Seelen, die manche Last und Bürde drückt; eilt, eilt aus euren Kummerund lies mich aus dem Buche frei, höhlen, geht nicht mehr traurig 5. D Jesu, hilf zur selben Zeit durch deine heil'gen Wunden, daß ich im Buch der Seligkeit werd' eingezeichnet funden, woran ich denn auch zweifle nicht, denn du hast ja den Feind' gericht't und meine Schuld bezahlet. 368 Lieder vom ewigen Leben. und gebückt! Ihr habt des Tages 7. Da ruhen wir und sind im Last getragen; dafür läßt euch der Frieden und leben ewig sorgenlos; Heiland sagen: ich selbst will eure ach, fasset dieses Wort, ihr Müden, Ruh'statt sein. Ihr seid sein Volk, legt euch dem Heiland in den gezeugt von oben: ob Sünde, Welt Schooß! Ach, Flügel her! wir und Teufel toben, seid nur getrost müssen eilen, nicht länger mehr und gehet ein! hienieden weilen, dort wartet schon die frohe Schaar: fort, fort, mein Geist, zum Jubiliren, umgürte dich hat! Wie wird der Wanderer es zum Triumphiren, auf, auf, es danken, wenn er, von langem Wan- kommt das Ruhejahr. 4. Wie labend ist es einem Kranten, wenn seine Ruhestatt er Bold Joh. Kunth( 1700-1779). dern matt, am Ziele sich darf niedersetzen, am frischen Trunk die Lippen neßen, wie ist er dann so Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. hoch vergnügt! Doch dies sind 629. das von der Erden, Es mag dies kurze Ruhestunden: es wird noch eine Ruh' gefunden, da man auf ewig stille liegt. nun immerhin zerbrochen werden; ein and'res Haus wird uns erbaut: Gott selbst will diesen Bau voll führen, mit ew'ger Himmelsflarheit zieren, d'ran man nichts Unvollfomm'nes schaut. Hinweg, was irdisch heißt! Mein Herz und ganzer Geist flieht von hinnen, ergreift dies Wort und ist schon dort an 5. Da wird man Freudengarben bringen, denn uns're Thränensaat ist aus. O, welch ein Jubel wird erflingen und süßer Ton im Vaterhaus! Schmerz, Seufzen, Tod und alle Leiden, sie müssen fliehen und uns meiden; wir werden unsern Heiland seh'n. Er wird beim Brunn- jenem sel'gen Freudenort. quell uns erfrischen, die Thränen 2. Da wird fein Vorhang an von den Augen wischen: wer weiß, getroffen, das Allerheiligste ſteht was sonst noch wird gescheh'n! offen: o seligste Zufriedenheit! Hier 6. Kein Durst, noch Hunger läßt sich inniglich begrüßen, giebt wird uns schwächen, denn die Er- sich in Wonne zu genießen die heis quickungszeit ist da, die Sonne ligste Dreieinigkeit. Es schenkt sich wird uns nicht mehr stechen, das Lamm ist seinem Volle nah'. Es will selbst über ihnen wohnen und ihre Treue wohl belohnen mit Licht und Trost, mit Ehr' und Preis. 3. Hier ist nur lauter Licht und Der Baum des Lebens grünet Freude, die Seele prangt im wei ihnen, der große Sabbath ist er ken Kleide der allerreinsten Heilig schienen, da man von keiner Arbeit feit: wir tragen alle gold'ne Kros weiß. 100 nen, wir sigen hier auf gold'nen uns allhier der Engel schöne Zier; alle Frommen umfassen sich recht brüderlich; o Herz und Seele, freue dich! Lieder vom ewigen Leben. 369 Thronen, hier ändert sich nicht| Ewig, ewig! Schreckenshall, wenn mehr die Zeit. Hör' auf, mein man Gott hat widerstrebet, steh' blöder Sinn, wo willst du endlich mir, Gott, in Gnaden bei, daß das hin? Stille, stille. Geh ruhig Wort mir Jubel sei! ein, wo Gott allein wird Alles Benj. Schmold( 1672-1737). und in Allem sein. Jat. Baumgarten( 1668-1722). Mel. Nun preiset Alle. 631. ( ch hab' von ferne, Ich Herr, deinen Thron Mel. Jesus, meine Zuversicht. 630. wig, ewig! heißt das erblickt und hätte gerne mein Herz Wort, das wir wohl bedenken müssen. Zeitlich hier und ewig dort: das ist, was wir Alle wissen; denn nach dieſer kurzen Beit folgt die lange Ewigkeit. vorausgeschickt, und hätte gern mein müdes Leben,:,: Schöpfer der Geister, dir hingegeben.:: 2. Das war so prächtig, was ich im Geist geseh'n! Du bist all2. Es wird endlich alle Zeit von mächtig. D'rum ist dein Licht so der Ewigkeit verschlungen: diese ichön. Könnt' ich an diesen hellen bringet Freud' und Leid, wie man Thronen:: doch schon von heute hier danach gerungen. Was wir an ewig wohnen!:,: in der Zeit gethan, schreibt die Ewigkeit uns an. 3. Ewig wird das Erbe sein derer, die an Christum glauben und ohn' allen Heuchelschein treu in seiner Liebe bleiben: für das Leiden dieser Zeit krönet sie die Ewigkeit. 5. Mein Gott, laß mich in der Zeit an die Ewigkeit gedenken und durch feine Sicherheit mir das rechte Ziel verschränken, daß mich, eh' die Zeit verläuft, nicht die Ewigkeit ergreift! 3. Nur bin ich jündig, der Erde noch geneigt: das hat mir bündig dein heil'ger Geist gezeigt. Ich bin noch nicht genug gereinigt,:,: noch nicht ganz innig mit dir vereinigt.:,: 4. Doch bin ich fröhlich, daß mich kein Bann erschreckt; ich bin schon selig, seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben und dich zeitlebens inbrünstig 4. Ewig aber ist verflucht, wer die Zeit in seinem Leben zu verschwenden nur gesucht und sich lieben.:: eitler Lust ergeben: diesem bringt die Ewigkeit endlich ein unendlich Leid. 5. Ich bin zufrieden, daß ich die Stadt geseh'n, und ohn' Ermüden will ich ihr näher geh'n und ihre hellen, goldnen Gassen:: lebenslang nicht aus den Augen laſsen.:;: Joh. Timotheus Hermes( 1738-1821). Eigene Melodie. 632. Jerusalem, du hochgeStadt, wollt' 6. Ewig, ewig! Süßer Schall, wenn man hier hat fromm gelebet! Gott, ich wär' in dir! Mein sehnend 24 Reues Gejangbud. 370 Lieder vom ewigen Leben. Herz so groß Verlangen hat und in Freiheit überall, mit Klarheit ist nicht mehr bei mir. Weit über hell umgeben, mit sonnenlichtem Berg' und Thale, weit über blaches Strahl. Feld schwingt es sich über alle und eilt aus dieser Welt. 7. Wenn dann zuletzt ich angelanget bin im schönen Paradies, 2. O schöner Tag und noch viel von höchster Freud' erfüllet wird schön're Stund', wann wirst du der Sinn, der Mund voll Lob kommen, wann? da ich mit Lust, und Preis. Das Halleluja singet mit freiem freud'gen Mund die man dort in Heiligkeit, das HoSeele geben kann in Gottes treue sianna flinget ohn' End' in EwigHände zum auserwählten Pfand, feit. nd daß sie mit Heil anlande bei jenem 8. Mit Jubelklängen und mit Vaterland! uid aid oli Harfen schön in Chören ohne Zahl, 3. Im Augenblick wird sie er- daß von dem Schall und lieblichen heben sich bis an das Firmament, Getön' sich regt der Freudensaal, wenn sie so sanft, so stark ent- mit hunderttausend Zungen, mit ringet sich der Stätt' der Element, Stimmen noch viel mehr, wie von fährt auf Elias Wagen mit heil'ger Anfang gesungen des Himmels Engel Schaar, die sie in Händen selig Heer. tragen, umgeben ganz und gar. id di Joh. Meyfart( 1590-1642). 4. Ehrenburg, nun sei gegrüßet mir, thu' auf die GnadenMel. Wer nur den lieben Gott läßt. pfort'! Wie lange Zeit hat mich 633. Nach einer Prüfung verlangt nach eh' ich kommen fort aus jenem bösen Leben, aus jener Nichtigkeit, und mir Gott hat gegeben das Erb' der Ewigkurzer Tage erwartet uns die Ewigkeit. Dort, dort verwandelt sich die Klage in göttliche Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und jene Welt reicht ihr den Preis. teit. 5. Was für ein Volt, weleh' eine edle Schaar kommt dort ge2. Wahr ist's, der Fromme zogen schon? Was in der Welt schmeckt auf Erden schon manchen von Auserwählten war, trägt mum sel'gen Augenblick; doch alle Freuden, die Ehrenkron', die Jesus mir ent- die ihm werden, sind nur ein un gegen vom Himmel hat gesandt, vollkomm'nes Glück. da ich auf fernen Wegen noch war im Thränenland. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh' nimmt in der Seele ab und zu. 6. Propheten groß und Pa3. Bald stören ihn des Körpers triarchen hoch, auch Christen ins- Schmerzen, bald das Geräusche gemein, die einst getragen treu des dieser Welt, bald kämpft in seinem Kreuzes Joch und der Tyrannen eignen Herzen ein Feind, der öfter Bein, schau' ich in Ehren schweben, siegt, als fällt, bald sinkt er durch Lieder vom ewigen Leben. 371 | umzugeh'n. Da wird in jedem Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Laster öfters glücklich 10. Da werd' ich dem den Dank ist, wo man den Glücklichen be- bezahlen, der Gottes Weg mich neidet, und des Bekümmerten ver- gehen hieß, und ihn zu millionen gißt: hier kann der Mensch nie frei von Bein, nie frei von eig'ner Schwachheit sein. Malen noch segnen, daß er mir ihn wies; da find' ich in deß Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. sidibilberb) of des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 5. Hier such' ich's nur, dort werd' ich's finden! Dort werd' ich, 11. Da ruft, o möchte Gott heilig und verklärt, der Tugend es geben! vielleicht auch mir ein ganzen Werth empfinden, den un- Sel'ger zu: Heil sei dir, denn du aussprechlich großen Werth: den hast mein Leben, die Seele mir geGott der Liebe werd' ich seh'n, ihn lieben, ewig ihn erhöh'n. rettet, du! Gott, wie muß das Glück erfreu'n, der Retter einer Seele sein! pe o jum 6. Da wird der Vorsicht heil'ger Wille mein Will' und meine Wohl- 12. Was seid, ihr Leiden dieser fahrt sein, und lieblich Wesen, Heil Erden, doch gegen jene Herrlichkeit, die Fülle am Throne Gottes mich die offenbart an uns soll werden erfreu'n. Dann läßt Gewinn stets von Ewigkeit zu Ewigkeit! Wie auf Gewinn mich fühlen, daß ich nichts, wie gar nichts gegen sie ist ewig bin. doch ein Augenblick voll Müh'! Christ. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). die 7. Da werd' ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah; das wunderbar und heilig Eigene Melodie. nennen, was unerforschlich hier ge- 634. Ewigkeit, du Donda mit schah; nerwort, o Schwert Preis und Dank die Schickung im das durch die Seele bohrt, o AnZusammenhang. fang sonder Ende! O Ewigkeit, 8. Da werd' ich zu dem Throne Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer dringen, wo Gott, mein Heil, sich Traurigkeit nicht, wo ich mich hinoffenbart, ein Heilig, Heilig, Heilig wende. Mein ganz erschrocknes singen dem Lamme, das erwürget Herz erbebt, wenn mir dies Wort ward: und Cherubim und Sera- dem Sinn vorschwebt. phim und alle Himmel jauchzen ihm.rabo) o n 2. Kein Unglück ist in aller Welt, das mit der Zeit nicht endlich fällt, 9. Da werd' ich in der Engel das sich nicht müßte wenden. Die Schaaren mich ihnen gleich und Ewigkeit nur hat kein Ziel; ihr heilig seh'n; das nie gestörte Glück mächt'ger Strom steht nimmer ſtill erfahren, mit Frommen stets fromm und wird auch niemals enden. Nie 24* 372 Lieder vom ewigen Leben stirbt ihr Wurm, wie Jesus spricht,| ein. Gehen wir hier hin und weinen, erlöschen wird ihr Feuer nicht. dorten wird die Sonne scheinen; dort ist Tag und keine Nacht, dort, wo man nach Thränen lacht. 3. Ewigkeit, du machst mir bang'! O ewig, ewig ist zu lang'! Hier gilt fürwahr kein Scherzen. 2. Es ist doch um dieses Leben D'rum, wenn ich diese lange Nacht nur ein jämmerliches Thun, und zusammt der großen Bein betracht', die Noth, die uns umgeben, lässet erschreck' ich recht von Herzen. uns gar selten ruh'n. Von dem Nichts ist zu finden weit und breit Abend bis zum Morgen kämpfen so schrecklich, als die Ewigkeit. wir mit lauter Sorgen, und die 4. Ach Gott, wie bist du so ge- überhäufte Noth heißet unser täglich recht, wie strafest du den bösen Brot. Knecht mit unerhörten Schmerzen! 3. Ach, wer wollte sich nicht Auf kurze Lüste dieser Welt hast sehnen, dort in Zion bald zu steh'n du so lange Bein bestellt. Ach, nimm und aus diesem Thal der Thränen dies wohl zu Herzen und merke d'rauf, o Menschenkind: kurz ist die Zeit, der Tod geschwind! an den Freudenort zu geh'n, wo das Kreuz sich einst in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, uns're Last in Lust verkehrt und das Jauchzen ewig währt! 5. Wach' auf, o Mensch, vom Sündenschlaf, ermunt're dich, verlornes Schaf, und bess're bald dein 4. Da wird unser Aug' erblicken, Leben! Wach' auf, denn es ist hohe was ganz unvergleichlich ist, da Zeit, es kommt heran die Ewigkeit, wird unsern Mund erquicken, was dir deinen Lohn zu geben. Vielleicht aus Gottes Herzen fließt, da wird ist heut der letzte Tag: wer weiß, unser Ohr nur hören, was die wie man noch sterben mag! Freude kann vermehren, da em6. D Ewigkeit, du Donnerwort, pfindet unser Herz lauter Labfal o Schwert, das durch die Seele ohne Schmerz. bohrt, o Anfang sonder Ende! 5. O, wie werden wir so schöne Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich bei der Klarheit Gottes fein! wie weiß vor großer Traurigkeit nicht, wird uns das Lobgetöne seiner wo ich mich hinwende. Nimm du Engelschaar erfreu'n, wie wird mich, wenn es dir gefällt, Herr uns're Krone glänzen, bei so vielen Jesu, in dein Himmelszelt. Siegeskränzen, wie wird unser Kleid so rein, heller als die Sonne sein! Johann Nist( 1607-1667). Mel. Jesu, der du meine Seele. 6. Manna wird uns dorten thauen, wo Gott selbst den Tisch 635. wie fröhlich, o, wie gedeckt, auf den immergrünen Auen, selig werden wir die kein Gifthauch mehr befleckt; im Himmel sein! Droben ernten Wonne wird, wie Ströme, fließen, wir unzählig uns're Freudengarben und wir werden mit den Füßen Lieder vom ewigen Leben. 373 weilen und nicht freudig zur Vollendung eilen! 5. Ach, wer wollte denn nicht gerne sterben und den Himmel für 7. Ach, wann werd' ich dahin die Welt ererben! Wer hier noch kommen, daß ich Gottes Antlik schau'! Werd' ich nicht bald aufgenommen in den schönen Himmels- 6. Komm', o Jesu, komm', uns bau, dessen Grund den Perlen auszuspannen, lös' uns auf und gleichet, dessen Glanz die Sonne führ' uns bald von dannen! Bei weichet, dessen wundervolle Pracht dir, o Sonne, ist der frommen alles Gold beschämet macht? Seelen Freud' und Wonne. 8. Nun, so stille mein Verlangen, o du großer Lebensfürst! Laß mich bald dahin gelangen, wo du Mel. Wenn mein Stündlein vorhanden. Simon Dach( 1605-1659). mi dis mich recht tröſten wirst. Unterdeſsen 637. Schon ist der Tag von Erden schon mein Benj. Schmold( 1672-1737). Eigene Melodie. da, himmlisch werden, bis mein Loos wer auf Erden wandelt, sein Loos in jener Welt auf das Allerschönste aus Gottes Händen nimmt, nachfällt. dem er hier gehandelt. Er kommt, er fommt, des Menschen Sohn! Er kommt, und Wolken sind sein Thron, den Erdenkreis zu richten. 2. Hier an dem Rand der Ewigdoch, ihr Frommen, feit, hier steh'n die Millionen, die die ihr durch den Tod zu Gott seit dem ersten Tag der Zeit auf gekommen! Ihr seid entgangen aller dieser Erde wohnen, nur dem AllNoth, die uns noch hält gefangen. wissenden bekannt, unzählbar wie am Meer der Sand: hier steh'n sie vor dem Richter. 636. wie selig seid ihr ✪ 2. Muß man hier doch wie im Kerker leben, da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben: was wir hier kennen, ist nur Müh' und Herzeleid zu nennen. 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahrheit unterliegen; hier, wo das Recht die Wage hält, 3. Ihr hingegen ruht in eurer wird feine Sünde siegen! Hier ist Stammer sicher und befreit von zur Buße nicht mehr Frist, hier allem Jammer: kein Kreuz und gilt nicht mehr Betrug und Liſt, Leiden ist euch hinderlich in euren hier gilt fein falscher Zeuge. Freuden. mur auf lauter Rosen geh'n, die in| Edens Garten steh'n. 4. Christus trocknet alle eure Thränen, ihr habt schon, wonach wir uns erst sehnen; euch wird gefungen, was in Keines Ohr hier iſt gedrungen. 4. Der Richter spricht, der Himmel schweigt, und alle Völker hören erwartungsvoll und tiefgebeugt: kommt, erbt das Reich der Ehren! So spricht er zu der frommen Schaar, doch die, die widerspenstig 374 Lieder vom ewigen Leben. war, heißt er nun von sich hat den Anfang, wenn der Geist weichen. von dem Leibe, von dem Leide zu 5. O Herr, mit welcher Majestät den reinen Geistern reist, wenn er wirst du dies Urtheil fällen! Die auf Elias Wagen wird in Abrah'ms Sünder, die dich hier verschmäht, Schooß getragen. geh'n dann gewiß zur Höllen. Dort 3. Arbeit, Elend, Angst und trifft sie unerforschte Pein: wer Klagen, Jammer, Wehmuth, große wird dann noch ihr Retter sein? Ihr Warten ist verloren. Noth, alle Morgen neue Plagen, Kreuz, das schwerer als der Tod, drohet hier nur Christi Schafen, doch die Todten ruh'n und schlafen. 4. Nur die Leiber ruh'n im Grabe, doch den Seelen schafft Gott Lust, schenkt den Frommen das zur Gabe, was kein Aug' und Ohr gewußt und belohnt ihr Kämpfen, Ringen, das er selber half vollbringen. 6. Sie, die Gerechten, leuchten dann so, wie der Glanz am Himmel. Du selbst nimmst sie zu Ehren an: o welch ein froh Getümmel! Nun seh'n sie mit erstauntem Blick, daß Glaub' und Lieb' das höchste Glück aus Gottes Gnad' ererben. N nadrock alt 7. Sie geh'n nun in das sel'ge Reich, das Gott für sie bereitet, und seh'n auf ewig, Engeln gleich, ihr Wohlsein ausgebreitet. Das Stückwerk wird Vollkommenheit; kein Kummer, keine Traurigkeit stört ihre ew'ge Freude. 8. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! 5. Selig, selig sind die Todten, die am Grabe wohl besteh'n und mit welchen Gottes Boten, Engel, selbst zu Grabe geh'n, die von Christo, wenn sie sterben, Wohnung, Heil und Leben erben. Christian August Freyberg( 1684-1743) Es stärke meine Zuversicht, wenn Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. mich die Leiden kränken, es reize 639. Selig find des Himmels gewissenhaft und Erben, die der Rechenschaft nach deinem Wort die im Herren sterben, zur Auferzu wandeln. Sodoufstehung eingeweiht. Nach den letzJoh. Sam. Diterich( 1721-1797). ten Augenblicken des TodesschlumMel. Herr, ich habe mißgehandelt. mers folgt Entzücken: folgt Wonne der Unsterblichkeit. Im Frieden 638. elig, felig find die ruhen sie, los von der Erden Mih'. Todten, die am Ende Hosianna! vor Gottes Thron zu wohlbesteh'n und mit welchen Gottes seinem Sohn begleiten ihre Werke Boten, Engel, selbst zu Grabe geh'n, sie. nochi idon vill die von Christo, wenn sie sterben, 2. Danf, Anbetung, Preis und Wohnung, Heil und Leben erben. Ehre, Macht, Weisheit, ewig, ewig 2. Ihre Seligkeit und Freude Ehre sei dir, Versöhner, Jesu Lieder vom ewigen Leben. 375 Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen All' zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl. Christ! Ihr, der Ueberwinder Chöre,| Nun komm', du werthe Kron', Herr bringt Dank, Anbetung, Preis und Ehre dem Lamme, das geopfert ist! Er sant, wie wir, in's Grab, wischt uns're Thränen ab, alle Thränen! Er hat's vollbracht! Nicht Tag, nicht Nacht wird an des Lammes Throne sein. 3. Gloria sei dir gesungen mit Menschen- und mit Engelszungen, mit Harfen und mit Cymbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Thore 3. Nicht der Mond, nicht mehr an deiner Stadt: wir steh'n im die Sonne scheint uns alsdann; er Chore der Engel hoch um deinen ist uns Sonne, der Sohn, die Thron. Kein Aug' hat je gespürt, Herrlichkeit des Herrn. Heil, nach kein Ohr hat je gehört solche Freude; dem wir weinend rangen, nun bist d'rum jauchzen wir und singen dir du, Heil, uns aufgegangen, nicht das Halleluja für und für. Philipp Nicolai( 1556-1608). mehr im Dunkel, nicht von fern.on Nun weinen wir nicht mehr; das Alte ist nicht mehr. Halleluja! Er sank hinab, wie wir, in's Grab, er ging zu Gott, wir folgen ihm. 641. Wie wenn mir jein, Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. HIB wird dann, Fr. Gottl. Klopstod( 1724-1803). dann wenn ich, mich ganz des Herrn zu freu'n, in ihm entschlafen werde, achet auf, ruft uns von feiner Sünde mehr entweiht, die Stimme der entladen von der Sterblichkeit, nicht Wächter sehr hoch auf der Zinne, mehr der Mensch von Erde. Freu' wach' auf, du Stadt Jerusalem! dich, Seele, stärke, tröste dich, ErMitternacht heißt diese Stunde! löste, mit dem Leben, das dir dann Sie rufen uns mit hellem Munde: dein Gott wird geben. wo seid ihr klugen Jungfrauen? 2. Ich freue mich und bebe doch: Wohlauf, der Bränt'gam kommt! so drückt mich meines Elends Joch, Steht auf, die Lampen nehmt! der Fluch der Sünde nieder. Der Halleluja! Macht euch bereit zu Herr erleichtert mir mein Joch; es der Hochzeit: ihr müsset ihm ent- stärkt durch ihn mein Herz sich doch, gegen geh'n. glaubt und erhebt sich wieder. Jesus Christus, laß mich sterben, dir zu leben, dir zu sterben, deines Vaters Reich zu erben. Eigene Melodie. 640. W 2. Zion hört die Wächter sin gen, das Herz will ihr vor Freuden springen, sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt 3. Verachte denn des Todes vom Himmel prächtig, von Gnaden Grau'n, mein Geist! er ist ein Weg stark, von Wahrheit mächtig: ihr zum Schau'n, der Weg im finstern Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Thale. Er sei dir nicht mehr 376 Lieder vom ewigen Leben. fürchterlich; in's Allerheiligste führt| Eigene Melodie. dich der Weg im finstern Thale. 642. Wird das nicht FreuGottes überde sein, gläuschwänglich; die Erlösten wird sie bigem Vertrauen dort selbst den unaussprechlich trösten. Heiland schauen in Salems gold'4. Herr, Herr, ich weiß die nem Schein? mit seinen holden Stunde nicht, die mich, wenn nun Blicken und Worten sich erquicken, mein Auge bricht, zu deinen Tod- wird das nicht Freude sein? ten ſammelt. Vielleicht umgiebt 2. Wird das nicht Freude sein, mich ihre Nacht, eh' ich dies Flehen wenn, was der Tod genommen, noch vollbracht, mein Lob dir aus- uns wird entgegen kommen und gestammelt. Vater, Vater, ich be- jauchzend holen ein; wenn man fehle meine Seele deinen Händen, wird froh umfassen, was thränend deinen treuen Vaterhänden. man verlassen? Wird das nicht Freude sein? 5. Vielleicht sind meiner Tage viel, ich bin vielleicht noch fern 3. Wird das nicht Freude sein, vom Ziel, an dem die Krone schim- wenn Alles liegt bezwungen, womert. Bin ich von meinem Ziel mit man hier gerungen? Gott noch weit, die Hütte meiner Sterb- dienen engelrein, von Schmerzen, lichkeit, wird sie erst spät zertrüm- Leid, Verdrießen nicht das Geringste mert: laß mich, Vater, reiche Saa- wissen, wird das nicht Freude sein? ten guter Thaten dann begleiten vor den Thron der Ewigkeiten! 4. Wird das nicht Freude sein? Was unaussprechlich, hören, des 6. Wie wird mir dann, ach, Höchsten Lob vermehren, mit Endann mir sein, wenn ich, mich ganz geln stimmen ein, wenn sie mit des Herrn zu freu'n, ihn dort an- füßem Klingen ihr dreimal heilig beten werde, von feiner Sünde singen, wird das nicht Freude sein? mehr entweiht, ein Mitgenoß' der 5. O, das wird Freude sein! Ewigkeit, nicht mehr der Mensch Weg Güter dieser Erden, ihr Ehren von Erde! Heilig, heilig, heilig sin- voll Beschwerden, ihr Freuden auf gen wir dir, bringen Preis und den Schein! Gehabt euch wohl, ihr Ehre dir, der war und sein wird, Lieben; muß ich euch jetzt betrüben, Ehre! denkt, dort wird Freude sein! Fr. Gottl. Klopstod( 1724-1803). Hans von Schweinig( 1645-1722). Dichter- Verzeichnik. 877 Gottlob Adolph, geb. 1685 zu Niederwiese in der Oberlausiß, seit 1727 Prediger in Hirschberg, starb 1745. Heinrich Alberti, geb. 1604 zu Zobenstein im Fürstenthum Reuß, seit 1631 Organist zu Königsberg, Musiker und Dichter, Mitglied des Königsberger Dichterbundes( f. Simon Dach), dort geft. 1651. Johann Albinus, geb. 1624 in Unternessa bei Weißenfels, seit 1657 Pastor in Naumburg, dort gest. 1679. Johann Allendorf, geb. 1693 zu Johbach in Hessen, unter France in Halle gebildet, Hosprediger in Köthen, dann Consistorialrath von Wernigerode, gest. 1773 als Pastor in Halle. Johann Altenburg, geb. 1584 in Alach bei Erfurt, Prediger zu Erfurt, geft. 1640 daselbst. Hieronymus Annoni, geb. 1697 in Basel, starb als Prediger in Muttenz bei Basel 1770. Ernst Morik Arndt, geb. 1769 auf Rügen, bekannter Patrist und Sänger aus den Freiheitskriegen, Professor der Geschichte in Greifswald und Bonn, wo er 1860 starb. Wilhelm Arends, gest. als Pastor in Halberstadt 1721. Gottfried Arnold, geb. 1666 in Annaberg im sächsischen Erzgebirge, Kirchengeschichtsschreiber und Verfasser mystischer Schriften, geft. 1714 als Pfarrer zu Perleberg( Brandenburg). Christoph Afdhenfeldt, geb. 1792 in Kiel, Probst und Consistorialrath zu Flensburg, dort gest. 1856. Christian Bachr, geb. 1795 in Atterwasch bei Guben, Pfarrer in Oppach und Weigsdorf bei Baußen, gest. 1846 zu Weigsdorf. Jonathan Bahnmeier, geb. 1774 zu Oberstenfeld bei Marbach( Würtemberg), von 1815 Professor der Theologie in Tübingen, seit 1819 Decan in Kirchheim unter Teck, daselbst gest. 1841. Karl Johann Barthel, geb. 1817 zu Braunschweig, Privatlehrer in Braunschweig, daselbst gest. 1853. Anmerkung: Die mit einem Sternchen versehenen Dichter sind Schlesier. Neues Gesangbuch. 25 378 Dichter- Verzeichniß. Jacob Baumgarten, geb. 1668 zu Wollmirstedt bei Magdeburg, Inspector des Halleschen Pädagogiums, von 1701 Pfarrer zu Wollmirstädt, 1713 Prediger in Berlin, dort gest. 1722. Cornelius Becker, geb. 1561 in Leipzig, Professor der Theologie in Leipzig, dort geft. 1604. * Martin Behemb( Behm), geb. 1557 zu Lauban, Oberpfarrer daselbst, geft. 1622. Johann Betichius, geb. 1650 zu Steckby in Anhalt, Pfarrer in Zerbst, dort geſt. 1722. Johann Daniel Bickel, geb. 1737 zu Altweilnau in Hessen- Nassau, geft. 1809 als Consistorialrath in Usingen bei Nassau. Caspar Bienemann, geb. 1540 zu Nürnberg, als Generalsuperintendent in Altenburg gest. 1591. Sigmund v. Birken, geb. 1626 zu Wildenstein bei Eger, Mitglied und später Leiter des Nürnberger Dichterbundes, genannt Blumenorden, vom Kaiser Ferdinand III. wegen seiner Gedichte in den Adelstand erhoben, gest. 1681 zu Nürnberg. * Carl Heinr. v. Bogakky, geb. 1690 zu Jankowe bei Militsch( Schlesien), studirte in Halle unter Herm. A. France Theologie, war aber durch Kränklichkeit am Predigen verhindert. Verfaßte das goldene Schatzkästlein und andere Erbauungsschriften; lebte meist in Schlesien, gest. 1774 in Halle. * David Behme, geb. 1605 zu Bernstadt( Schlesien), seit 1638 Consistorial rath zu Bernſtadt, wo er 1657 gestorben ist. Albrecht Markgraf zu Brandenburg, geb. 1522, bekannt aus den Kriegen der Reformationszeit, an der Seite Morit v. Sachsen und dann im Kriege gegen ihn, in der Verbannung gest. 1557. Louise Henriette Kurfürstin von Brandenburg, geb. Prinzessin von Dranien, geb. 1617, Gemahlin des großen Kurfürsten, geft. 1667. David Bruhn, geb. 1727 zu Memel, seit 1754 Prediger an der Marienkirche in Berlin, dort gest. 1782. Bohann Buchka, geb. 1705 zu Arzberg( Oberfranken), Conrector und Hilfsprediger zu Hof, daselbst geſt. 1752. * Samuel Bürde, geb. 1753 zu Breslau, starb als Hofrath und Kanzlei director in Berlin 1831. Franz Joachim Burmeister, geb. zu Lüneburg, Freund und Gehülfe Joh. Rist's, von diesem zum Dichter gekrönt. Todesjahr unbekannt. Matthias Claudius, geb. 1740 zu Reinfeld( Holstein), Verfasser des Wandsbecker Boten, gest. 1815 in Hamburg. Tobias Clausniker, geb. 1618 zu Thum bei Annaberg( Königr. Sachsen), schwedischer Feldprediger, zulegt Pfarrer in Bergstein und Weyden ( Oberpfalz), gest. 1684. Johann Andreas Cramer, geb. 1723 in Jöhstadt( sächs. Erzgebirge), Freund Gellerts und Klopstocks, Hosprediger in Kopenhagen, wegen Dichter- Verzeichniß. 379 seines Freimuths entsekt, später vom Könige v. Dänemark nach Kiel als Professor der Theologie berufen, hier gest. 1788. Bartholomaeus Craffelius, geb. 1677 zu Wernsdorf bei Glaucha( Königr. Sachsen), seit 1708 Pfarrer in Düsseldorf, daselbst geft. 1724. Simon Dachy, geb. 1605 zu Memel, erst Conrector an der Domschule zu Königsberg, dann Professor der Poesie ebendas., Haupt der Königsberger Dichterschule, gest. 1659. Christian Dann, geb. 1758 in Tübingen, gest. als Stadtpfarrer zu Stuttgart 1837. Hermann Daniel, geb. 1812 zu Röthen, Inspector am Pädagogium in Halle, Hymnologe und Herausgeber eines Gesangbuchs, gest. 1871 zu Leipzig. Nicolaus Decius, ursprünglich Mönch, evangelisch geworden wirkte er als Lehrer in Braunschweig und Prediger in Stettin, hier gest. 1541. David Denicke, geb. 1603 zu Bittau, Jurist und Consistorialrath in Hannover, das. geft. 1680. Vgl. Just. Gesenius. Wolfgang Deffler, geb. 1660 zu Nürnberg, ursprünglich Juwelier, dann Theologe, wegen Kränklichkeit am Predigen gehindert wurde er Lehrer in Nürnberg, dort gest. 1722. Johann Diterich, geb. 1721 zu Berlin und dort als Pastor an der Marienkirche gefst. 1797. Adam Drese, Kapellmeister erst in Weimar und Jena, dann in Arnstadt, wo er mit Speners Schriften bekannt wurde, seit dem viel verfolgt wegen seines Pietismus, gest. 1718. Carl Döring, geb. 1783 zu Alvensleben bei Magdeburg, Mitbegründer des Vereins für Verbreitung von Erbauungsschriften im nördlichen Deutschland, gest. als Prediger in Elberfeld 1844. Paul Eber, geb. 1511 zu Kizingen( Unterfranken), Freund Melanchthons, nach dessen Tode sein Nachfolger, starb 1569 als Generalsuperintendent in Wittenberg am gebrochnen Herzen. Johann Eschenburg, geb. 1743 zu Hamburg, Schüler Gellerts, Professor der schönen Wissenschaften zu Braunschweig, dort gest. 1820. Friedrich Fabricius, geb. 1642 in Stettin, dort gest. 1703 als Senior an St. Nicolai. Jacob Feddersen, geb. 1736 zu Schleswig, Prediger an mehreren Orten, zuletzt in Altona, wo er 1788 starb. Ludwig Eberhard Fischer, geb. 1695 zu Aichelberg bei Schorndorf ( Württemberg), Oberhofprediger und Consistorialrath in Stuttgart, Bertheidiger der politischen Freiheiten gegen die Willkühr des Herzogs Carl, gest. 1773. Paul Flemming, geb. 1609 zu Hartenstein im Königr. Sachsen, Dichter aus der Schule von Dpit, erlag 1640 den Beschwerden einer Reise nach Persien. 25*. 380 Dichter- Verzeichniß. Johann Frank, geb. 1618 zu Guben und daselbst erst Rechtsanwalt, dann Bürgermeister, Schüler Simon Dachs, gest. 1677. Salomo Franck, geb. 1659 in Weimar und dort Nachfolger Georg Neumarts als Bibliothekar und Hofpoet, gest. 1725. Hermann August Franke, geb. 1663 zu Lübeck, neben Spener Hauptvertreter des Bietismus, deshalb aus Leipzig und Erfurt vertrieben, seit 1692 in Halle als Prediger und Professor, Gründer des Halleschen Waisenhauses, gest. 1727. Christian Freyberg, geb. 1684 zu Stolpen bei Dresden, deutscher Schulmann, Rector der Armenschule zu Dresden, geft. 1743 zu Dresden. Johann Freylinghausen, geb. 1670 in Gandersheim( Braunschweig), Francke's Gehülfe und Nachfolger in Halle, geft. 1739. Sohann Freystein, Hof- und Justizrath in Dresden, dort mit Spener in Verbindung, geft. 1720. Johann Ludwig Frickert nicht näher bekannt. Gottfried Funk, geb. 1734 zu Hartenstein im Kgr. Sachsen, Erzieher im Hause Johann Cramers, mit diesem, so wie mit Gellert und Klopstock in regem Verkehr; eine Verpflichtung auf die symbolischen Bücher scheuend, wird er Rector in Magdeburg, dort gest. 1814. Carl Garve, geb. 1763 zu Jeinsen bei Hannover, verwaltet zuerst eine Lehrerstelle am Pädagogium zu Niesky, von dort abgerufen, weil er Rantsche Zweifel der Jugend mittheilte; dann an verschiedenen Brüdergemeinden als Prediger thätig, zuletzt in Herrnhut gest. 1841. Als Dichter angeregt durch Klopstock. Lampertus Gedicke, geb. 1683 zu Gardelegen in der Altmark, Theologe aus der Schule H. A. Frances, gest. 1735 als Feldprobst in Berlin. Christian Fürchtegett Gellert, geb. 1715 zu Hainichen bei Leipzig, Pro fessor der Philosophie zu Leipzig, beliebter Fabeldichter, giebt 1757 seine geistlichen Oden und Lieder heraus, gest. 1769. Paul Gerhardt, geb. 1606 zu Gräfenhainchen bei Halle, 1651 Probst in Mittenwalde bei Berlin, 1657 Diaconus in Berlin, vom großen Kurfürsten 1667 abgesegt, weil er sich nicht Vorschriften über den Kanzelgebrauch( Polemik gegen die Reformirten) gefallen lassen will, feit 1668 in Lüben, dort gest. 1676. Carl Gerok, geb. 1815 zu Stuttgart, durch Gustav Schwab in der Poesie angeregt, seit 1849 Prediger, jest Prälat und Oberhofprediger in Stuttgart, am bekanntesten durch seine Lieder ,, Palmblätter." Bustus Gesenius, geb. 1601 zu Esbeck im Lauenburgschen, Schüler Georg Calirt's, wegen seiner Vermittlungstheologie in erbitterte Streitigkeit verwickelt, Demprediger in Hildesheim, dann General superintendent in Hannover, gab ein Reformgesangbuch heraus, we zuerst die alten Lieder überarbeitet sind, gest. 1673. Dichter- Verzeichniß. 381 Ludwig Gotter, geb. 1661 zu Gotha, Hofrath zu Gotha, Dichter aus der Franckeschen Schule, geft. 1735. Johann Graumann( Poliander), geb. 1487 zu Neustadt an der Haardt, Rector in Leipzig, bei der Disputation Luthers mit Eck des Letteren Schreiber trat bald darauf zur Reformation über und wurde neben Speratus Pfarrer in Königsberg in Preußen, dort gest. 1541. Johann Greding, geb. 1676 zu Weimar, Rector in Hanau( Hessen), später Prediger in Altheim bei Hanau, gest. 1748. Christian Gregor, geb. 1723 zu Dirsdorf bei Nimptsch( Schlesien), seit 1742 im Dienst der Brüdergemeinde erst als Organist, später in mehreren geistlichen Aemtern, zuletzt Bischof, gest. 1801. Andreas Gryphius, geb. 1616 zu Groß- Glogau, dort als Syndicus gest. 1664, berühmter weltlicher Dichter, der nur einige geistliche Lieder gedichtet hat, Freund Johann Heermann's. * Cyriacus Günther, geb. 1649 zu Goldbach bei Gotha, Lehrer am Gymnasium zu Gotha, dort gest. 1704. Johann Hänkschel, geb. 1707 zu Seifhennersdorf bei Zittau, Prediger zu Zittau, gest. 1748. Michael Hahn, geb. 1758 zu Altdorf( Württemberg), unstudirter Laienprediger von theosophischer Geistesart, gest. 1819. Friedrich v. Hardenberg,( Novalis), geb. 1772 zu Wiederstedt( Prov. Sachsen), gleich begabt für philosophische Speculation als Poesie, der geistliche Dichter der Romantik, gest. 1801 an der Schwindsucht. Claus Harms, geb. 1778 zu Fahrstedt( Holstein), hervorragender Prebiger, seit 1816 in Kiel, dort zuletzt Kirchenprobst bis 1849, wo er in Folge von Erblindung sein Amt niederlegte, gest. 1855. Carl Hartimann, geb. 1743 zu Adelberg( Württemberg), tiefsinniger Theologe, aus der Schule Detingers, Lehrer Schillers an der Karlsschule, zulegt Prediger in Lauffen am Neckar, gest. 1815 in Tübingen. Louise v. Hayn, geb. 1724 zu Idstein( Hessen- Nassau), Mitglied der Brüdergemeinde, gest. 1782 zu Herrnhut. Heinrich Hecker, geb. 1699 zu Hamburg, Pfarrer in Meuselwiß in Sachsen- Altenburg, daselbst gest. 1743. Johann Heermann, geb. 1585 zu Raudten bei Wohlau, bedeutendster geistlicher Dichter der ersten schlesischen Dichterschule, erfuhr in der Jugend den Einfluß von Valer. Herberger, seit 1611 Prediger in Köben bei Steinau, 1636 wegen Kränklichkeit in den Ruhestand getreten, gest. 1647 in Lissa. Heinrich Held, aus Guhrau( Schlesien), dort Rechtsanwalt, gest. gegen 1659. * Christian Henrici, geb. 1700 zu Stolpen bei Dresden, Oberpostcommissarius in Leipzig, gest. 1764. Balerius Herberger, geb. 1562 zu Fraustadt, Prediger in seiner Vater stadt, dort gest. 1627. 382 Dichter- Verzeichniß. Nicolaus Hermann, Cantor in Joachimsthal am Erzgebirge( gr. Böhmen), wirkte daselbst neben dem Prediger Mathesius, gest 1561. Johann Gottfried Herrmann, geb. 1707 zu Alt- Jeßnitz( Kgr. Sachsen), 45 Jahre lang Oberhofprediger in Dresden, als solcher gest. 1791. * Bacharias Herrmann, geb. 1643 zu Namslau, Pastor in Lissa und Generalsenior über die ev. Kirchen Großpolens, gest. 1717. Johann August Hermes, geb. 1736 zu Magdeburg, gest. 1822 als Consistorialrath zu Quedlinburg. * Johann Timotheus Hermes, geb. 1738 zu Peknik bei Stargard ( Pommern), beliebter Romanschriftsteller, Pastor prim. der Reihe nach an den 3 Haupt- und Pfarrkirchen zu Breslau, gest. 1821. Johann Herrnschmidt, geb. 1675 zu Bopfingen( Württemberg), seit 1715 Prof. der Theologie in Halle und Subdirector des Waisenhauses, France's Mitarbeiter, gest. 1723. Bohann Herzog, geb. 1647 zu Dresden, Rechtsanwalt in seiner Vaterstadt, daselbst geft. 1699. Bohann Hek, geb. 1490 zu Nürnberg, erster ev. Prediger in Schlesien und Reformator Breslaus, dort seit 1523 an Maria Magdalena, geft. 1547. 018 Wilhelm Hey, geb. 1789 zu Leina bei Gotha, beliebter Jugendschrift steller, seit 1827 Hofprediger in Gotha, gest. als Superintendent in Ichtershausen 1854. Philipp Hiller, geb. 1699 zu Mühlhausen( Württemberg), Prediger in Steinheim bei Nördlingen, verlor 1751 die Stimme, seitdem um so thätiger als Schriftsteller, geft. 1769. * Gottfried Hoffmann, geb. 1658 zu Löwenberg( Schlesien), in Leipzig mit Frande bekannt, 1688 Rector in Lauban, hier gest. 1712. Ernst Homburg, geb. 1605 zu Mühla bei Eisenach, Rechtsconsulent zu Beiß( Pr. Sachsen), schon als weltlicher Dichter bekannt, bevor er durch geistliche Liederdichtung sich einen Namen machte, gest. 1681. Wilhelm Hülsemann, geb. 1781 zu Soest( Westphalen), zuerst Prediger in der Grafschaft Mart, dann Pfarrer und Superintendent zu Elsey bei Iserlohn, dort gest. 1865. * Chriftian Keimann, geb. 1607 zu Pankrak( Böhmen). Sein Vater ein Schlesier. Erst Conrector, dann Rector des Gymnasiums zu Bittau, Verfasser von Schulcomödien und gereimten Pericopen, geft. 1662. Chriflian Kern, geb. 1792 zu Söhnstetten( Württemberg), 1824 Professor am theol. Seminar in Schönthal, 1829 Pfarrer zu Dürrmeng bei Pforzheim, dort 1835 geft. * Abraham Klesel, geb. 1636 zu Fraustadt( Posen), Prediger in der Nähe von Fraustadt und Steinau, zulegt Oberpfarrer in Jauer, gest. 1702. Dichter Verzeichniß. 383 Friedrich Klopflock, geb. 1724 in Quedlinburg, berühmter Dichter des ,, Messias" und der Oden, gest. 1803 zu Hamburg. Gustav Knak, geb. 1806 in Berlin, seit 1850 Gossners Nachfolger in der Bethlehemkirche zu Berlin, daselbst geft. 1878. Albert Knapp, geb. 1798 zu Tübingen, Freund Ludwig Hofackers, von 1836 ab Prediger an verschiedenen Kirchen Stuttgarts, daselbst gest. 1864. * * Christian Knorr, Freiherr v. Rosenroth, von Kaiser Leopold in den Freiherrnstand erhoben, geb. 1636 zu Alt- Raudten bei Wohlau, Minister beim Pfalzgrafen zu Sulzbach, zur jüngeren schlesischen Dichterschule gehörig, gest. 1689 zu Sulzbach( Oberpfalz). Christian Koitsch, Inspector am Pädagogium in Halle, seit 1705 Rector des Gymnasiums zu Elbing, daselbst gest. 1735. Michael Kongehl, geb. 1646 zu Kreußburg( Pr. Preußen), Dichter aus der Schule Simon Dach's, gest. als Bürgermeister von Königsberg 1710. Morih Kramer, geb. 1646 zu Ammerswurth( Holstein), Pfarrer zu Marne, daselbst geft. 1702. Christoph Knoll, geb. 1563 zu Bunzlau, Diaconus in Sprottau, geft. 1621 daselbst. * Jonathan Krause, geb. 1701 zu Hirschberg, Pfarrer an der Peter Paulkirche in Liegniß, daselbst gest. 1762. Friedrich Adolf Krummacher, geb. 1768 zu Tecklenburg( Westphalen), am bekannteſten durch seine Parabeln, eine Theologe von Herderschem Geist, 1800 Professor der Theologie zu Duisburg, 1812 Oberhofprediger in Bernburg( Anhalt), seit 1824 an der Ansgarikirche zu Bremen, das. geft. 1845. Elieser Küster, geb. 1732 zu Wazum( Braunschweig) als Generalsuperintendent von Braunschweig geſt. 1799. * Johann Kunth, geb. 1700 zu Liegniß, 1737 Pfarrer zu Löwen bei Brieg, 1743 Pfarrer in Dorf Baruth( Kgr. Sachsen), daselbst gest. 1779. Peter Lackmann, Schüler Franckes, Oberpfarrer zu Oldenburg( Holstein), daselbst gest. 1713. Friedrich Lampe, geb. 1683 zu Detmold( Lippe), hervorragender refor #mirter Theologe, eine Zeit lang Prof. der Theol. zu Utrecht, geſt. als Prediger in Bremen 1729. Emanuel Langbecker, geb. 1792 zu Berlin, Hofftaatssecretair des Prinzen Waldemar, gest. 1843. Boachim Lange, geb. 1670 zu Gardelegen( Altmark), Freund und College H. A. Franckes, 1698 Rector in Berlin, dann Pastor daselbst, 1709 nach Halle als Professor der Theologie berufen, dort gest. 1744. ish mud Laurentius Laurenti, geb. 1660 zu Husum( Schleswig), zum Spenerschen Dichterkreis gehörig, 1684 Musikdirector am Dom in Bremen, dajelbst gest. 1722. 384 Dichter- Verzeichniß. Johann Lavater, geb. 1741 in Zürich, zur Poesie durch Bodmer und Breitinger angeregt, seit 1769 Prediger in Zürich, starb an einer von einem französischen Soldaten erhaltenen Verwundung 1801. Johann Lehmus, geb. 1707 zu Rothenburg a. d. Tauber, daselbst seit 1762 Superintendent, gest. 1788. Johann Leen, aus Ohrdruff( bei Gotha), Pfarrer in Königsee( Schwarzb. Rudolstadt), später Groß- Mühlhausen, zuletzt in Wölfis bei Ohrdruff geft. 1597. * Ehrenfried Picbidh, geb. 1713 zu Probsthayn( Liegnik), Mitherausgeber der Hirschberger Bibel, von Gellert zum Dichten ermuntert, seit 1742 Pfarrer in Lomniş bei Hirschberg, daselbst gest. 1780. * Salomon Liscov, geb. 1640 zu Niemitsch( Niederlausik), gest. 1689 als Diaconus in Wurzen. Valentin Löscher, geb. 1673 zu Sonderhausen( Schwarzburg), eifriger Gegner des Pietismus, seit 1709 Superintendent in Dresden, daselbst gest. 1749. * Matthäus Appelles v. Löwenstern, geb. 1594 in Polnisch- Neustadt ( Oppeln), Staatsrath des Herzogs von Münsterberg, vom Kaiser Ferdinand III. in den Adelstand erhoben, gest. 1648 zu Breslau. Martin Luther, geb. 1483 zu Eisleben, daselbst gest. 1546. Von ihm theils Ueberarbeitung älterer Gesänge, theils Originaldichtungen. Seachim Magdeburg, geb. 1525 zu Gardelegen( Altmark), Prediger an vielen Orten, 1581-1583 in Efferding in Desterreich, späterer Aufenthaltsort unbekannt. Cäfar Malan, geb. 1786, Prediger in Genf, daselbst gest. 1864. Johannes Mathefius, geb. 1504 zu Rochliß bei Leipzig, erst Rector, dann Pastor zu Joachimsthal( Böhmen), daselbst gest. 1565. Samuel Marot, geb. 1771, Oberconsistorialrath, Prediger an der Neufirche in Berlin, gest. 1865. Christoph Meister, geb. 1738 zu Halle, gest. 1811 als Pastor und Gymnasialdirector in Bremen. * Johann Menker, geb. 1658 zu Jahmen bei Görlik, Freund Schwedlers ( f. d.); seit 1696 Pfarrer in Kemniz bei Bernstadt, daselbst gest. 1734. Johann Meyfart, geb. 1590 in Jena, Director des Gymnasiums in Coburg, dann Prof. der Theol. zu Erfurt, wegen seiner Schriften über Sittenreform auf den Universitäten viel angefeindet, gest. 1642. Friedrich de la Motte Fouqué, geb. 1777 zu Brandenburg, romans tischer Sänger aus dem Freiheitskriege von 1813, gest. 1843 in Berlin. Johann Georg Müller, geb. 1651 zu Jauer( Schlesien), 47 Jahr Pfarrer in Limbach bei Chemniß, von Kaiser Carl VI. zum Dichter gefrönt, gest. 1745 in Limbach. Johann Mülmann, geb. 1573 zu Begau bei Leipzig, Professor der Theologie und Prediger zu Leipzig, geft. 1613. Dichter- Verzeichniß. 385 Balthasar Münter, geb. 1735 zu Lübeck, Prediger in Gotha, seit 1765 in Kopenhagen, hier in Berkehr mit Klopstock und Cramer, gest. 1793. Caspar Machtenhöfer, geb. 1624 zu Halle, Pastor in Coburg, daselbst geft. 1685. Joachim Neander, geb. 1650 zu Bremen, früh mit Spener bekannt, erster bedeutender Dichter der deutsch- reformirten Kirche, zuerst Rector in Düsseldorf, hier wegen der von ihm gehaltenen Privaterbauungsstunden viel verfolgt, seit 1679 Prediger in Bremen, hier gest. 1680. Christoph Neander, geb. 1724 zu Eckau( Kurland), Dichter der Aufklärung, Anhänger der Kantschen Philosophie, Probst in Gränzhof ( Kurland), hier gest. 1802. David Merreter, geb. 1649 zu Nürnberg, erst Prediger in Bayern, geſt. als Consistorialrath in Stargard 1726. * Caspar Neumann, geb. 1648 zu Breslau, daselbst seit 1679 Diaconus bei Maria Magdalena, gest. 1715 als Pfarrer zu Elisabeth, Kirchen- und Schuleninspector und Professor der Theologie zu Breslau. Gottfried Neumann, geb. 1688, von dem pietistischen Separatismus, dem er anfangs zugethan war, durch Graf Zinzendorf geheilt, wirkte er in der Brüdergemeinde, gest. 1782. Georg Heumark, geb. 1621 zu Langensalza( Pr. Sachsen), unter der Einwirkung Simon Dachs in Königsberg, Bibliothekar und Hofpoet in Weimar, daselbst gest. 1681. Erdmann Neumeister, geb. 1671 in Uechterit bei Weißenfels( Pr. Sachsen), eifriger Gegner des Pietismus, Oberhofprediger in Sorau( Brandenburg), seit 1715 Pastor in Hamburg, daselbst geft. 1756. * Johannes Neunherz, geb. 1653 zu Waltersdorf bei Kupferberg ( Schlesien), Pfarrer in Lauban und seit 1709 in Hirschberg, daselbst geft. 1737. Heinrich Neuß, geb. 1654 zu Elbingersda( Harz), seit 1690 Prediger in Wolfenbüttel, von dort wegen pietistischer Bestrebungen verdrängt, fand er in Wernigerode 1696 Zuflucht, dort gest. als Superintendent 1716. Philipp Nicolai, geb. 1556 in Mengeringhausen( Waldeck), Verfasser polemischer Schriften gegen die Calvinisten, Prediger im Waldeckschen, in Westphalen, zulegt in Hamburg, daselbst gest. 1608. August Niemeyer, geb. 1754 zu Halle, Enkel Freylinghausens, Oberconsistorialrath und Prof. der Theol. in Halle, daselbst gest. 1828. Johannes Olearius, geb. 1611 zu Halle, Superintendent in Querfurt ( Pr. Sachsen), wurde 1643 Oberhofprediger in Halle, gest. 1684 in Weißenfels( Pr. Sachsen). 386 Dichter- Verzeichniß. Bohann Gottfried Olearius, geb. 1635 zu Halle, ein Sohn von dem Bruder des Johannes Olearius, Diaconus in Halle, seit 1668 Superintendent in Arnstadt, daselbst gest. 1711. Johann Pakke, geb. 1727 zu Selow bei Frankfurt a. D., seit 1762 Prediger in Magdeburg, daselbst geft. 1787. Boachim Pauli, geb. um 1636 zu Wilsnack( Mark), Freund Paul Gerhardts, ein Theologe, über dessen Lebensgang wenig bekannt. Christoph v. Pfeil, aus einem altschlesischen Rittergeschlecht, geb. 1712 zu Grünstadt bei Worms, Staatsmann erst in Württembergschen Diensten, dann im Dienst Friedrich des Großen, gest. 1784. Michael Praetorius, geb. 1571 zu Kreuzburg( Eisenach), Hofkapellmeister zu Wolfenbüttel, daselbst gest. 1621. Samuel Preiswerk, geb. 1799 zu Nümlingen( Basel), Prediger zu Basel, Antistes der Basler Kirche. Christian Pudhta, geb. 1808 zu Cadolzburg( Mittelfranken), mit dem Dichter v. Platen befreundet, von Schleiermacher und Schelling an gezogen, 1839 Prof. der Phil. und Theologie zu Speyer, nach kurzer Krankheit( Trübfinn) Pfarrer in Eyb bei Ansbach, seit 1852 Pfarrer in Augsburg, das. geft. 1858. Johann Jacob Rambach, geb. 1693 zu Halle, Prof. der Theol. und Prediger daselbst, aus der Franceschen Schule, doch unter Einwirkung der Wolfschen Philosophie, später in Gießen, dort gest. 1735. Bohann Reche, geb. 1764 zu Lennep( Rheinprovinz), Pfarrer in Mühlheim am Rhein, der kantischen Philosophie zugethan, geſt. 1835. Andreas Rehberger, geb. 1716 zu Nürnberg, Mitglied des Nürnberger Dichterordens, als Prediger in Nürnberg gest. 1769. * Reichart Reiber, geb. 1744 zu Bernstadt( Schlesien), gest. als Pfarrer zu Dirsdorf bei Nimptsch 1817. * Eleonore Fürstin Reuk, geb. Gräfin Stolberg- Wernigerode, 1835 ju Gedern am Vogelsberge geb., lebt in Jänkendorf bei Niesky. Christian Friedr. Richter, geb. 1676 zu Sorau( Pr. Brandenburg), Arzt am Halleschen Waisenhause, Dichter, Componist und Erbauungsschriftsteller, gest. 1711. Bartholomaeus Ringwaldt, geb. 1530 zu Frankfurt a. D., Pfarrer in Langfeld in der Neumark, gest. um 1600. Martin Rinkart, geb. 1586 zu Eilenburg in Pr. Sachsen, daselbst als Prediger gest. 1649, Freund und Trübsalsgenosse Joh. Heermanns. Johann Rift, geb. 1607 zu Ottensen bei Hamburg, Stifter des Elb schwanenordens, von Kaiser Ferdinand III. zum Dichter gekrönt und in den Adelsstand erhoben, 32 Jahre lang Pfarrer in Wedel bei Hamburg, dort geſt. 1667. Dichter- Verzeichniß. 387 Samuel Rodigast, geb. 1649 zu Gröben( Thüringen), unter Georg Neumark gebildet, Rector an dem Gymnasium zum grauen Kloster in Berlin, dort gest. 1708. * Johann Andreas Rothe, geb. 1688 zu Lissa bei Görlit, durch Zinzen dorf 1722 nach Berthelsdorf berufen, wirkt in der Brüdergemeinde bis 1737, von da ab Gegner des Herrnhutianismus, erst Pfarrer zu Hermsdorf bei Görlit, dann zu Thommendorf bei Bunzlau, daselbst gest. 1758. Karl Rothe, geb. 1812 zu Marienwerder, erst Prediger an der Elisabeths kirche zu Berlin, dann Irwingianerprediger daselbst. Sohann Rothen, geb. 1797 zu Neueneck( Bern), Lehrer in Basel. Friedrich Rückert, geb. 1789 in Schweinfurt( Kgr. Bayern), berühmter Dichter, Prof. in Erlangen und Berlin, gest. 1866 zu Neuses bei Coburg. Bohann Ruopp, Adjunct der theol. Facultät in Halle, das. gest. 1708. Martin Rutilius, geb. 1550 zu Düben( Pr. Sachsen), gest. als Archidiaconus in Weimar 1618. Gottfried Sacer, geb. 1635 zu Naumburg, Mitglied des Elbschwanenordens ( f. Rist), vom Kaiser zum Dichter gekrönt, Rechtsgelehrter zu Braunschweig und Wolfenbüttel, daselbst gest. 1699. Christian Sachse, geb. 1785 zu Eisenberg( Sachsen- Altenburg), Consistorialrath und Hosprediger zu Altenburg, gest. 1860. Christian Scriver, geb. 1629 zu Rendsburg, Prediger in Stendal, Magdeburg und Quedlinburg, Verfasser des ,, Seelenschages," gest. 1693. Johann Schade, geb. 1666 zu Künsdorf( Reuß Schleiz), durch France für den Pietismus gewonnen und deshalb in Leipzig hart angefeindet, erhielt er einen Ruf an die Nicolaikirche zu Berlin, dort der College Speners, gest. 1698. 083 Martin Schalling, geb. 1532 in Straßburg, Schüler Melanchthons, Hofprediger in Amberg, wegen Verweigerung der Unterschrift unter die Concordienformel abgesetzt, zuletzt Prediger in Nürnberg, daselbst geft. 1608. * Johann Scheffler, geb. 1624 zu Breslau, durch Jacob Böhme's Schriften zur Mystik hingezogen, geräth in Folge seiner mystischen Anschauungen als Hofmedicus in Dels in Conflict mit der lutherischen Kirche und tritt 1653 zur kath. Kirche über. Bedeutendster tiefsinniger Dichter der 2. schlesischen Dichterschule. In Breslau gest. 1677 als fath. Priester. Hartmann Schenk, geb. 1634 zu Ruhla bei Eisenach, Prediger in Ostheim vor der Rhön, daselbst gest. 1681. Max v. Schenkendorf, geb. 1784 zu Tilfit, Dichter der Freiheitskriege, gest. als Regierungsrath zu Coblenz 1817. Daniel Schiebeler, geb. 1741 zu Hamburg, dort Canonicus beim Domcapitel, gest. 1771. a SETI 388 Dichter- Verzeichniß. Michael Schirmer, geb. 1606 zu Leipzig, seit 1636 Subrector, seit 1651 Conrector am Gymnasium zum grauen Kloster in Berlin, Freund P. Gerhardts, gest. 1673 in Berlin. Levin Schlicht, geb. 1681 zu Kalbe a. d. Mulde( Altmark), unter Frances Einfluß, Prediger an mehreren Orten der Mark, zuletzt an der Georgenkirche zu Berlin, gest. 1723. * Johann Schlipalius, geb. 1719 zu Dels( Schlesien), gest. als Prediger zu Dresden 1764. Johann Adolf Schlegel, geb. 1721 zu Meißen, Freund Gellerts und Cramers, Vater der bekannten Dichter August Wilhelm und Friedrich von Schlegel, gest. als Generalsuperintendent in Kalenberg ( Hannover) 1793. Ludwig Schloffer, geb. 1663 zu Darmstadt, Lehrer und Prediger in Frankfurt a. M., dort gest. 1723. Sohann Eusebius Schmidt, geb. 1669 zu Hohenfelden bei Erfurt, befreundet mit H. Francke, Pfarrer in Siebleben b. Gotha, daselbst gest. 1745. Benjamin Schmolck, geb. 1672 zu Brauchitschdorf( Liegniß), durch Gottfr. Hoffmann zum Dichten angeregt, f. 1704, wo seine ,, heil. Liederflammen" erscheinen, bewunderter und über Schlesiens Grenzen beliebter Dichter, durchlief in Schweidnik die kirchl. Aemter vom Diaconus bis Pastor prim., dort gest. 1737. OF Johannes Schneesing, geb. zu Frankfurt a. M., Pfarrer in Friemar bei Gotha, dort gest. 1567. Johann Schrader, geb. 1684 zu Hamburg, Probst zu Tondern( Schleswig), Herausgeber eines Gesangbuches, das wegen der Weitherzigkeit seines Standpunktes ihm viel Verfolgungen zuzog, gest. 1737. Johann Schröder, geb. 1666 zu Hallerspringa( Hannover), durch France erweckt, seit 1696 Pfarrer zu Möseburg( Magdeburg), nach 3 jähriger Amtsthätigkeit gest. 1699. Christian Schubart, geb. 1739 zu Obersontheim( Württemberg), begeisterter Anhänger Klopstocks, nach einem wüsten, unsteten Leben wegen eines Spottgedichts auf den Herzog Carl v. Württemberg auf Hohenasperg 10 Jahr gefangen gehalten, starb 1791 als Hof- und Theaterdichter in Stuttgart. Gotthard Schuster, geb. 1673, Prediger zu Zwickau, dort noch 1736. Aemilie Juliane Reichsgräfin von Schwarzburg- Rudolstadt, geb. 1637 auf der Heidecksburg bei Rudolstadt, Gemahlin des Grafen Albert Anton von Schwarzb.- Rudol., in Verkehr mit dem Dichter Ahasverus Fritsch, gest. 1706. * Johann Schwedler, geb. 1672 zu Krobsdorf bei Friedeberg a. D., Prediger in Niederwiese bei Greiffenberg, stand in Verbindung mit der Brüdergemeinde, von Zinzendorf hochgeschätt, gest. 1730. Hans v. Schweinik, geb. 1645 zu Erain bei Liegnit, Landes ältester im Görlizer Kreise, gest. 1722 in Laube. sys Dichter- Verzeichniß. 389 Johann Schük, geb. 1640 zu Frankfurt a. M., Advocat daselbst, treuer Anhänger Speners, gab den Anstoß zu den pietistischen Privaterbauungsstunden, zuletzt aus der Kirche ausgeschieden, gest. 1690. Nicolaus Selneccer, geb. 1530 im Nürnberg'schen, ein Schüler Melanchthons, dessen Lehre er sich nur zum Theil aneignete, daher von den Melanchthonianern bald ebenso verdächtigt, wie von den strengen Lutheranern. Aus Leipzig, wo er als Superintendent berufen war, durch Kanzler Crell vertrieben, kehrt er nach Crell's Tode dahin zurück, daselbst geſt. 1592. Julius Sinz( um 1799), soll Candidat des Predigtamts gewesen sein. Paul Speratus( von Spretten), geb. 1484 in Schwaben, kommt nach vielen Verfolgungen in Würzburg, Salzburg, Wien und glau zu Luther nach Wittenberg, der ihn nach Königsberg empfiehlt, gest. 1554 in Marienwerder als Bischof von Pomesanien. Carl Spitta, geb. 1801 zu Hannover, aus einer französischen Familie ( de l'Hôpital), an verschiedenen Orten in Hannover Prediger, zulegt Superintendent in Burgdorf, das. gest. 1859. Josua Stegmann, geb. 1588 zu Sulzfeld bei Meiningen, Prof. der Theol. zu Rinteln( Pr. Hessen) und Ephorus der Grafschaft Schaumburg, nach dem Restitutionsedict durch Benedictinermönche zu Tode gekränkt, gest. 1632. Johannes Steuerlein, geb. 1546 zu Schmalkalden, Stadtschultheiß zu Meiningen, daselbst gest. 1613. Ewald Stier, geb. 1800 zu Fraustadt( Posen); eine Lehrerstelle in Basel giebt er wegen Kränklichkeit auf, wird Pfarrer in Frankleben bei Merseburg, darauf in Wichlinghausen bei Barmen, legt 1847 sein Amt nieder, tritt 3 Jahre später wieder in das kirchliche Amt ein, zuletzt Superintendent in Eisleben. Geistvoller theol. Schriftsteller, gest. 1862. Heinrich Stockfleth, geb. 1643 zu Alefeld bei Hildesheim, Generalsuperintendent zu Mönchsberg( Königr. Bayern), dann Gymnasialdirector zu Bayreuth, Mitglied des Nürnberger Dichterordens, Herausgeber eines Reformgesangbuchs mit Tertveränderung, gest. 1708. Victor v. Strauß, geb. 1809 zu Bückeburg, dort Archivrath, Bundestagsgesandter zu Frankfurt, in den österreichischen Adelsstand erhoben, kirchlicher Schriftsteller und Dichter. Christoph Sturm, geb. 1740 zu Augsburg, Prediger in Halle, Magdeburg und Hamburg, hier Hauptpastor an der Petrikirche, beliebter Erbauungsschriftsteller, Gründer des Hamburger Krankeninstituts, wegen freier Ansichten von Pastor Göze in Hamburg angegriffen, geſt.-1786. Julius Sturm, geb. 1816 zu Köstrik( Fürstenthum Reuß), zuerst Pfarrer in Göschitz bei Schleiz, seit 1857 zu Köstrit, zum Dichten angeregt durch des Knaben Wunderhorn", die ersten Gedichte erschienen 1850. 390 Dichter- Verzeichniß. Christian Taddel, geb. 1706 zu Rostock, Hofrath daselbst, gest. 1775. Gerhard Tersteegen, geb. 1697 zu Mörs( Rheinprovinz), größter Dichter der reformirten Kirche, von dem Kaufmannsberuf abgehend, führt er als Bandweber in Mühlheim ein einsiedlerisches Leben, mystischer Beschaulichkeit ergeben, aus der seine Lieder und Erbauungsschriften hervorgingen, er hielt auch Erbauungsstunden, in denen er die Leute der Kirche zuführen wollte, gest. 1769. Valentin Thilo, geb. 1607 zu Königsberg, Prof. der Beredsamkeit zu Königsberg, Dichtergenosse von Sim. Dach, gest. 1662. Christoph Titius( Tieße), geb. 1641 zu Wilkau( Breslau), erhält seine Bildung in Nürnberg, im Nürnberger Gebiet Prediger, zulegt in Hersbruck Oberpfarrer, gest. 1703. Heinrich Tode, geb. 1733 zu Bollenspeicher bei Hamburg, Pfarrer zu Prizier bei Wittenberg( Mecklenburg), dann Hofprediger zu Schwerin, hier gest. 1797. Gottfried Tollmann, geb. 1680 zu Lauban, gest. als Pfarrer zu Leube 1769. Boh. Mich. Uhlich, geb. 1713 zu Gelenau( Königr. Sachsen), gest. als Superintendent in Bitterfeld( Pr. Sachsen) 1774. Caspar v. Warnsdorf, schlesischer Landeshauptmann zu Schweidnik und Jauer, gest. 1634. Bohann Weber, geb. 1768 zu Barby( Pr. Sachsen), gest. als Pastor zu Barby 1851. Carl Wehrau( 1761-1808). Josua Wegelin, geb. 1604 zu Augsburg, daselbst Prediger, in Folge des Restitutionsedicts zweimal aus der Stadt vertrieben, das zweite Mal siedelt er nach Preßburg( Ungarn) über, wo er 1640 starb. of Wilhelm II., Herzog zu Sachsen- Weimar, geb. 1598 zu Altenburg. heldenmüthiger Vorkämpfer der Evangelischen im 30 jährigen Kriege, Beförderer der Dichtkunst( s. Georg Neumark), gest. 1662. Sigismund Weingärtner, Prediger in Franken um 1600. Christian Weise, geb. 1642 zu Zittau, einflußreicher Lehrer der Poesie, erst Prof. zu Weißenfels, dann Rector zu Zittau, dort Lehrer von Gottfried Hoffmann( s. o.), gest. 1708. Sohannes Weißenborn, geb. 1644 zu Camburg( Thüringen), Gymnafial director in Hildesheim, dann Oberpfarrer zu Erfurt, zuleßt Superintendent und Kirchenrath zu Jena, daselbst gest. 1700. Georg Weiffel, geb. 1590 zu Domnau( Preußen), Pfarrer in Königsberg, Vorläufer von Simon Dach, gest. 1635. Georg Werner, geb. 1589 zu Preußisch- Holland( Pr. Preußen), Diaconus zu Königsberg, gest. 1643. Johann Wilhelmi, Regierungsadvocat und Stadtsyndicus zu Gießen um 1700. Dichter- Verzeichniß. 391 Johann Winkler, geb. 1670 zu Lucka( Sachsen- Altenburg), aus der France'schen Schule, Domprediger in Magdeburg, wegen seiner Förderung der Unionsabsichten Friedrichs I. von Preußen viel an gefeindet, gest. 1722. Ernst v. Wobeser, geb. 1727 zu Luckenwalde( Brandenburg), ursprünglich Major zu Neuwied, durch die Eindrücke der Brüdergemeinde bewogen, tritt er aus dem Militärdienst aus und wird Diaconus der Brüderkirche, dann Director der Ünitätsanstalten zu Niesky, geſt. 1795. Jacob Wolf, geb. 1684 zu Greifswalde, Prof. der Rechte zu Halle, daselbst gest. 1754. * Ernst Woltersdorf, geb. 1725 zu Friedrichsfelde bei Berlin, Stifter des Bunzlauer Waisenhauses, gest. 1761 als Prediger in Bunzlau. Ernst Albert Beller, geb. 1804 zu Heilbronn, practischer Arzt zuerst in Stuttgart, dann Director der Irrenanstalt zu Winnenthal( Württemberg), gest. 1877. Johann Bimmermann, geb. 1702 zu Langenwiesen bei Ilmenau( Weimar), Superintendent zu Uelzen( Hannover), Ueberarbeiter der alten Kirchenlieder aus der Gottsched'schen Schule, geſt. 1783. Nicolaus Graf v. Binzendorf, geb. 1700 zu Dresden, im Pädagogium in Halle unter Francke gebildet, Hof- und Justizrath in Dresden, später im Dienst der von ihm gegründeten Brüdergemeinde, gest. 1760 zu Herrnhut. Christian Renatus Graf v. Binzendorf, Sohn des Nicolaus G. 3., geb. 1727 zu Herrnhut, gest. 1752. Johannes 3wick, geb. 1496 zu Constanz, reformirter Dichter, erst Jurist, dann eifriger Prediger der evangel. Sache, seit 1526 in Constanz geft. 1542. donn Anhang Gesangbuch für evangelische Gemeinden to aliser stöd 196 zum stodopónsdis 6mm ogrollS I Schlesiens. dsil nisur rid stund dojed thi and stilded muse( baud in 19 Lagre Xt 10 mg ja ni sisid 9 bil 32 CANDIDE ET CAUTE DO 311 blog ind 19ded dop daw months anisi dui. Picbim follour ud hid siti dim i sad milded chun po3. najaid dub modell morind main() dens snied ni Solle om ab tim ist lopp sgilisd Breslau. Derlag von Wilh. Gottl. Korn. 2 punan Erste Abtheilung. L. Morgen- und Abendgebete. Dr. Luthers Morgensegen. du mich diesen Tag gnädiglich behütet haft, und bitte dich, du wolleft mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht gethan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich Das walle Gott Dater, Sohn und heiliger Geist! Amen: ch danke dir, mein lieber himmthi Christum, deinen lieben Sohn, daß meinen Leib und Seele, und Alles du mich diese Nacht vor allem in deine Hände. Dein heiliger Schaden und Gefahr behütet hast, Engel sei mit mir, daß der böse und bitte dich, du wollest mich Feind keine Macht über mich habe. diesen Tag auch behüten vor Sünden Amen. und allem Ulebel, daß dir all' mein Thun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Sonntag Morgen. Ich ( ch danke dir, gütiger Gott und Seele, und Alles in deine Hände. Vater unsers Herrn Jeſu Dein heiliger Engel sei mit mir, Christi, daß du mich diese Nacht daß der böse Feind keine Macht so gnädig und väterlich behütet über mich habe. Amen. und bewahret und mich abermals diesen Tag haft erleben lassen, an welchem ich von aller Arbeit meiner Hände ruhen, deine schönen GottesDr. Luthers Abendſegen. Amen: Das walte Golf Vater, Sohn und heiliger Geißt! dienste besuchen, dein ſeligmachendes Wort anhören und dich mit der danke dir, mein lieber himm- Gemeinde rühmen und preisen soll. lischer Vater, durch Jesum Wie freue ich mich dessen, daß wir Christum, deinen lieben Sohn, daß werden in's Haus des Herrn Morgen- und Abendgebete. 3 gehen, wo du uns weidest auf und Barmherzigkeit sagen, indem grüner Au und hinführst zum du den vergangenen Tag mir viel frischen Wasser. Ach, Gott! Laß Gutes an Leib und Seele erwiesen mich diesen Tag nicht allein heilig hast. Du hast meine Seele geanfangen, sondern auch heilig fortspeiset mit dem Brod des Lebens, seßen und heilig vollenden. Mein und mir aus der lebendigen Quelle Gott und Vater, thue Allen, die zu trinken gegeben; dein Wort ist heut dein Wort hören, das Herz meinem Munde süßer gewesen, als auf. Gieb den Lehrern und Dienern Honig und Honigseim. Ach, laß deines Amtes die Gabe deines dein Wort mein ganzes Leben hinGeistes, und salbe die Lippen, die durch ein Licht auf meinen Wegen deines Namens Ehre verkündigen. bleiben, daß ich darnach meinen Laß das Wort der Predigt nicht Gang richte, so werde ich nicht wieder leer zurückkommen, sondern straucheln oder aus deiner Gnade ausrichten, wozu du es sendest. fallen. Du bist auch mein Erretter, Mehre die Zahl deiner Gläubigen mein Beistand im Leiblichen ge= aller Orten, insonderheit in dieser wesen, daß ich gesund diesen Abend Gemeinde. Laß allen den lieben erreicht habe. Ich bin nicht werth Meinigen den heutigen Tag zu aller Barmherzigkeit, die du an einem ewigen Segen werden. Tröste mir gethan hast. Wenn sich nun die, so heut in Einsamkeit und meine Glieder zur Ruhe legen, so Traurigkeit leben müssen, deren tritt du, o mein Hüter, mir zur Seele vergeblich sich sehnet nach Seiten; hab' Acht auf mich und deinen Vorhöfen. Bringe sie und schließe mich in deinen Schutz ein. Alle, die deinen Namen lieb haben, Wende Feuers- und Wassersnoth dahin, daß wir dein Angesicht und alles Unglück von mir und den ewiglich schauen und mit den Engeln Meinigen ab, und laß alle Beimmerdar singen: Heilig, heilig, trübten, Kranken und Sterbenden heilig ist der Herr Zebaoth, alle deine reiche Gnade genießen: so Lande sind seiner Ehre voll! Amen. soll morgen früh unser aller Mund In Jesu Namen, Amen. od po deines Ruhmes voll sein, und wir wollen erzählen, was du Gutes gidap Sonntag Abend.dguns an Leib und Seele gethan hast. err, bleibe bei mir, denn es will Verzeihe, wenn ich nicht mit solchem hat sich geneiget. du lebendiger, billig gesollt, und nimm deßwegen allmächtiger Gott, wie unbegreiflich deine Gnade nicht von mir. Laß sind deine Werke, wie unaussprechlich in der neuen Woche Alles neu an iſt deine Güte, welche du den Men- mir sein, schenfe mir neue Liebe schenkindern erzeigest! Ich kann von und Verlangen nach dir, neuen Gnade und Wahrheit, von Liebe Trieb, dir zu dienen und zu ge 1* Morgen- und Abendgebete horchen: laß mich die in der vorigen und gieb mir ein fröhliches GeWoche begangenen Sünden meiden müth, deinen Willen zu treiben. und fliehen, damit Jedermann er- Dein heiliger Geist regiere mich kenne, daß ich den Sonntag nicht nun im Anfange dieser Woche und vergebens hingebracht habe. Hilf, immerdar bis an mein letztes Ende, daß ich fleißig erwäge, daß ich und sei in mir das Wollen, Wirken eine unsterbliche Seele habe, damit und Vollbringen. Amen. 4 ich mehr um die Seele, als um den Leib bekümmert sei. Ich sehe mosi Montag Abend. mich, mein Gott, nach meiner Ruhe- armherziger, gnädiger Gott und statt um, ich liege und schlafe ganz Vater, ich lobe und preise dich, mit Frieden, denn allein du, Herr, daß du mich durch deine göttliche hilfst mir, daß ich sicher wohne. Gnade und Schuß den vergangenen Also werd' ich auch ruhen in meinem Tag hast vollenden, und seine Last Grabe, bis du mich an dem frohen und Plage hast überwinden lassen. Du jüngsten Tage zum ewigen Leben bilfst ja immer eine Last nach der erwecken wirst. Dahin, zu dieser andern ablegen, bis wir endlich zur Ruhe, die du deinem Volke be- Ruhe und zu dem ewigen Tage reitet hast, wollest du mich voll- kommen, da alle Plage und Noth bereiten, stärken, kräftigen, gründen, aufhören wird. Ich danke dir von um deiner Gnade willen. Amen. Herzen für alles das Gute, das ich Montag Morgen. H diesen Tag von deiner Hand emipfangen habe. Ach Herr, ich bin zu err Gott, himmlischer Vater, ich geringe aller deiner Barmherzigkeit, danke dir durch Jesum Chri- die du täglich an mir thust. Ich stum deinen lieben Sohn, für allen danke dir auch für die Abwendung Schutz und Schirm und für alle des Bösen, das mir diesen Tag Wohlthaten, die du mir hast bisher hätte begegnen können; ich bitte angedeihen lassen, und befehle mich dich herzlich und kindlich: vergieb für diese Woche, die ich jetzt an mir alle meine Sünde, die ich diesen trete, mit Leib und Seele und alle Tag begangen habe mit Gedanken, dem, darin zu wirken du mich ge- Worten und Werfen. Ach sei mir sebet hast in meinem Berufe, in gnädig, mein Gott, sei mir gnädig! deinen Schuß und gnädige Obhut. Segne meinen Schlaf, wie den des Sei du der Anfang meines Sin- Erzvaters Jakob, da er im Traum nens und Trachtens und alles die Himmelsleiter sah und die heiThuns, und wirke du in mir, daß ligen Engel, und den Segen emich Alles zum Lobe deines Namens pfing; daß ich von dir rede, wenn beginne und, dem Nächsten zu ich mich zu Bette lege, an dich dienen, in deiner Liebe vollbringe. denke, wenn ich erwache; daß dein Erhalte mir deine Gnade in Christo, Name und Gedächtniß in meinem Morgen- und Abendgebete. Herzen bleibe, ich wache oder schlafe.| in diesem mühevollen Erdenleben Siehe, der uns behütet, schläft so oft erquicket hast. Wie wenig nicht; siehe, der Hüter Israel schläft, kann alles Irdische und Vergängnoch schlummert nicht! Sei du, o liche meine Seele befriedigen, wenn Gott, mein Schatten über meiner ich dich nicht liebe, mein Gott, und rechten Hand. Laß deine heiligen mich deines gnädigen Wohlgefallens Wächter mich behüten, und deine nicht erfreuen darf. Alles, was auf Engel sich um mich lagern. Wecke Erden ist, ist hinfällig; auf dich mich morgen zu deinem Lobe und nur fann ich mich gänzlich ver= Preise, daß ich mit neuen Kräften lassen; du bist mein Trost, du bist dir dienen möge. Wenn aber diese mein höchstes Gut. Bei dir suche Nacht nach deinem unerforschlichen ich denn auch in dieser Abendstunde Rathschluß die letzte sein sollte, und Ruhe für meine Seele, und gelobe mein Stündlein vorhanden ist, so dir auf's neue, mein ganzes Leben verleihe mir einen seligen Schlaf nach deinem Willen einzurichten. und eine selige Ruhe in Jesu Bin ich auch heute in Gedanken, Christo, meinem Herrn. Amen. Dienstag Morgen. Her Worten und Werken von deinen Wegen abgewichen, so verzeih', allgütiger Vater! Befestige selbst in Kerr, unser Gott, der du den mir den Vorsatz, unsträflicher vor Schlummer der Nacht von uns dir zu wandeln, treuer in der Nachverscheucht, nimm an unser Gebet folge meines Heilandes zu werden, und Flehen, und schenke uns Glau- und mich ernstlicher auf die Ewigben, der nicht zu Schanden wird, keit vorzubereiten. Laß mich in zuversichtliche Hoffnung und unge- deiner Liebe, und in der Gemeinheuchelte Liebe; segne unsern Ein- schaft mit dir und deinem Sohne gang und Ausgang, unsere Ge- Jesu Christo mein höchstes Glück danken, Worte und Werke, und laß suchen und mit zufriedenem und geuns diesen Tag beginnen unter lassenem Sinn Alles aus deiner Lob und Preis deiner unaussprech- Hand annehmen. Regiere mich durch lichen Güte. Geheiliget werde dein deinen guten Geist, daß ich auf Name: dein Reich komme, das Reich dem Wege des Glaubens und der des Vaters und des Sohnes und Gottseligkeit dem himmlischen Vaterdes heiligen Geistes. Amen. land zueile, und einst nach dieser afie Prüfungszeit bei dir mit den reinen Freuden der vollendeten Gerechtigkeit ewig erquickt werde! Amen. 5 Dienstag Abend. ob und Preis sei dir gesagt, & mein Schöpfer und Herr, mein gütigster Wohlthäter und Vater, für den Reichthum deiner Gnade, womit du mich bisher erfreuet, und und preise dich auch für dieſe Mittwoch Morgen. Pieber himmlischer Vater, ich lobe 6 Morgen- und Abendgebete. Nacht, die du mich überleben und| Glieder an ihrem hochgelobten für diesen Tag, den du mich haft Oberhaupte, Jesu Christo. Laß unser erleben lassen. bio ollo aller Gebet Ein Gebet sein vor dir Laß das rechte göttliche, geistliche durch Christum, in welchem du uns und himmlische Leben, das aus dir dir selbst angenehm gemacht hast. ist, durch den Geist der Gnaden Sei du selbst eine ewige Vergeltung in mir neu werden, damit nicht ich allen denen, die mir Liebe beweisen. lebe, sondern Christus in mir, und Meine Beleidiger siehe mit erbarich im Glauben des Sohnes Gottes menden Augen an und vergieb ihnen, stets erneuert werde, als eine gleich wie ich ihnen von Herzen Pflanze der Gerechtigkeit zu grünen vergebe. Alle meine Anverwandte und zu blühen, dir zum Preise, lege ich in deine Liebesarme. Kirund auszubrechen in lebendige und chen und Schulen, Obrigkeit und dir wohlgefällige Früchte des Unterthanen befehle ich dir, mein Geistes, meinem Nächsten zu Nutz Gott. Ach, siehe an den elenden und Dienst. Ich ergebe mich dir Zustand in allen Ständen, mache auf's Neue, o Vater: mache mit dich auf und hilf uns, daß deine mir, was dir wohlgefällt. Reinige, Ehre gerettet und des gottlosen läutere und bewähre mich, daß ich Wesens ein Ende werde. Hilf den ein rechtschaffener Christ sei und Armen und Elenden, die zu dir zu dem Ifrael Gottes gehöre, über schreien. Herr, mein Gott, verwelchem ist Friede und Barmher- schmähe mein Gebet nicht, sondern gigkeit. Ich begehre keine Ehre, als erhöre mich um Jesu Christi willen. deine Kindschaft, keinen Reichthum, Amen. als die Gerechtigkeit Jesu Christi, Mittwoch Abend. darum Der Herr iſt mit mir, bang ich mich nicht, was Für mein Leibliches wirst du können mir Menschen thun? Also wohl sorgen, denn du hast gesagt: spreche ich jetzt, du gnädiger und Ich will dich nicht verlassen, noch liebreicher Gott, in dieser Abendversäumen. Bewahre mich vor Müs- stunde, und sage dir demüthigen figgang. Laß mich arbeiten, nicht Dank, daß du mich diesen Tag aus Geiz, sondern aus herzlicher unter deinem väterlichen Schutz und Liebe gegen meinen Nächsten. Laß Segen hast vollenden lassen. Herr, deine Barmherzigkeit sich ausbreiten deine Güte ist groß, und deine über alle Menschen, die auf dem Barmherzigkeit hat kein Ende. Der ganzen Erdboden wohnen, und deine Herr ist nahe Allen, die ihn anGüte über alle deine Geschöpfe. rufen, Allen, die ihn mit Ernst anGedente deiner Kinder, die dich rufen; er thut, was die Gotteskennen und in der Einigkeit des fürchtigen begehren, er höret ihr Geistes verbunden sind als lebendige Schreien und hilft ihnen. keine Freude, als die gnadenreiche des 7 Morgen- und Abendgebete. Ach, mein Gott, wie geschwind Jesu! tilge meine Sünden mit gehet doch ein Tag dahin; wie ein deinem heiligen Blut. O heiliger Pfeil wird abgeschossen, so geschwind Geist! versichere mich der Vergeverfließen unsere Jahre. Darum bung aller meiner Sünden, ehe ich lehre mich doch, daß es ein Ende noch einschlafe, daß ich nicht, wenn mit mir haben muß, und mein diese Nacht die letzte sein sollte, Leben ein Ziel hat, und ich davon verloren werde. Amen. muß. Siehe meine Tage sind eine 10 sun um Hand breit vor dir, und mein Lebendier Donnerstag Morgen. ist wie nichts vor dir. allur nd err, unser Gott, der du das Wir müssen ja alle offenbar Licht scheinen läsfest aus der werden vor dem Richterstuhl Christi, Finsterniß, der du uns erquickt daß ein Jeder empfange, nach dem durch den nächtlichen Schlaf und er gehandelt hat bei Leibes Leben, wieder aufgeweckt hast, deinen Ruhm es sei Gutes oder Böses. Darum zu preisen und deinen Namen anrichte ich mich selbst und frage: zurufen: nimm jetzt von uns ant Meine Seele, wie hast du heute nach deiner grundlosen Barmhers den Tag hingebracht? Hast du auch zigkeit das Opfer unserer Anbetung etwas Gutes gedacht? Ist Gott und unsers Dankes und gewähre heute mit dir vereinigt geblieben, uns alle uns heilsamen Bitten. oder hast du ihn mit vorsätzlichen Richte uns zu, o Herr, zu Kindern und wissentlichen Sünden von dir des Lichts und des Tages und zu gestoßen? Mein Mund, was hast Erben deiner ewigen Güter. Gedu heute geredet? Hast du ge- denke, Herr, nach der Menge deiner sprochen, was ehrbar, was teusch Erbarmungen deines ganzen Volkes, ist, was wohl lautet? Ist das Lob Aller, die mit uns beten, und aller Gottes von dir ausgebreitet worden, unserer Brüder, die zu Lande oder oder bist du von schandbaren Worten zu Wasser deiner Gnade und Hülfe übergeflossen? Welchen Weg ist heut bedürfen, und schütte über sie alle dein Fuß gewandelt? Was habt aus den Reichthum deiner Barmihr verrichtet und verübet, ihr herzigkeit; auf daß wir, erlöset nach Hände? Was habt ihr gehöret, ihr Seel' und Leib, unwandelbar in Ohren? Ihr Augen, wonach habt festem Glauben, deinen heiligen und ihr gesehen? Was ist heute dein wunderbaren Namen rühmen mögen. Verlangen, Dichten und Trachten gewesen, mein Herz? Amen. Ach mein Gott, wenn ich auf te dieſe Fragen antworten ſoll, wie Ach Herr, Donnerstag Abend. elobet sei Gott, der Bater, durch Christum heiligen nimm weg mit dem entweichenden Geiste, der durch seine mannigfalTage meine Uebertretungen.tige Güte und Barmherzigkeit mich 8 Morgen- und Abendgebete. wieder heut diesen Tag gnädig be-| Heil. O gütiger Gott, verleihe wahret hat. Herr, deine Güte rei- mir Gnade, daß, wenn mein Sterchet, so hoch der Himmel ist, und bestündlein herzunahet, und ich ins deine Wahrheit, so weit die Wolken Todtenbett zur ewigen Ruhe mich gehen. Du bist gnädig und barm- soll niederlegen, daß ich durch deine herzig; alle deine Werke sind löb- Hilfe im rechten, festen Glauben lich. Ich bitte dich, huldreicher getrost und unverzagt möge selig Gott, du wollest mir aus Gnaden zum ewigen Leben einschlafen. verzeihen Alles, was ich heut wider Indeß stärke mich, Herr, daß dich gethan habe, es sei mit Werken, ich allezeit wache, nüchtern und Worten oder Gedanken. Wollest mäßig lebe, und in christlicher Beauch deine Barmherzigkeit auf mich reitschaft erfunden werde, sintemal richten und mich die Nacht lassen ich nicht wissen kann, zu welcher einschlafen und ruhen, daß ich dich, Stunde du, unser Gott, kommen der du bist die ewige Ruhe, nun wirst und mich von hinnen abforund nimmermehr verlasse, sondern dern, auf daß ich würdig werde, in dir bleibe durch den Glauben zu stehen vor des Menschen Sohn, und unter deinem Schirm sicher und nicht zu Schanden werde in wohne, auf daß sich ein Feind nicht seinem Gericht, der da sei hochgedürfe zu mir nahen und mir keinen lobet in Ewigkeit! Amen. Schaden könne zufügen. Herr, dus biling bist mein Licht und mein Heil; vor do Freitag Morgen. wem ſollte ich mich fürchten? Du er Tag, den wir durch deine bist meines vor wem be sollte mir grauen? Auf dich ver- ginnen, erinnert uns vor allem an lässet sich mein Herz, und mir ist das große Werk der Erlösung des geholfen. Du bist mein Trost und ganzen sündigen Menschengeschlechts, gewaltiger Schuß, deine rechte Hand das du durch deinen Sohn, Jesum stärke mich, deine Rechte tröste mich. Christum, ausgeführt hast. unSiehe, mein Gott, des Tages rufe endliche Liebe, also liebtest du die ich, so antwortest du mir und des Welt, daß du deinen eingebornen Nachts schweige ich auch nicht, und Sohn dahingabst, auf daß alle, die du erhörest mich. Wenn ich mich zu an ihn glauben, nicht verloren Bett lege, so denke ich an dich; wenn werden, sondern das ewige Leben ich erwache, so rede ich von dir; haben. Was können wir dir verdenn du bist mein Helfer, und gelten, o Gott, für deine Barmunter dem Schatten deiner Flügel herzigkeit? Wie sollen wir dich loruhe ich; meine Seele hanget dir ben und dir danken? Erhaben über an, deine rechte Hand erhält mich. alles Erkennen ist deine grenzenlose Wenn ich im Finstern size, so ist Liebe. Vernimm in deiner Herrdoch der Herr mein Licht und mein lichkeit das Stammeln unseres Morgen- und Abendgebete. Mundes und die schwachen Seufzer| Leitung wollen wir uns hingeben, unserer Seele, die wir dir darbrin- denn du bist der treueste Führer, gen für alle deine Erbarmungen, die kräftigste Stüße. Gieb uns wodurch du uns in deinem Sohne, selbst eine recht innige Liebe zu dir unserm Heilande, zu Hilfe kamst. in's Herz, und hilf uns deinen Du Starbst für unsere Sünden, Geboten, die nur auf unsere ZuHerr Jesu, und standest auf zu friedenheit und Seligkeit abzwecken, unserer Rechtfertigung, und herr- willig gehorchen. Gieb, daß unser schest nun in Ewigkeit zur Rechten Wandel dein Evangelium in allen deines Vaters und bittest für uns. Stücken ziere; lehre uns auf dein Dir ist alle Gewalt gegeben, daß Vorbild unser Auge unverrückt hefin deinem Namen sich alle Kniee ten und in dem Bestreben, dir mit beugen, und alle Zungen bekennen jedem Tage ähnlicher zu werden, sollen, daß du der Herr seiest, zur nicht ermüden. Ehre Gottes, des Vaters. Gelobet sei dein heiliger Name in Ewigkeit! Amen. 9 Dein guter Geist befestige in uns alle guten Vorsätze und Gesinnungen. O du, der du im Himmel lebst, du, den Engel und Menschen anbeten, blicke vom Throne Freitag Abend. Mit gerührtem Herzen erinnern deiner Herrlichkeit herab auf uns, laß uns deine segensvolle Nähe empfinden; laß uns fühlen, wie selig wir sind, wenn wir mit dir in Gemeinschaft stehen. wir uns auch am Abend dieses Tages an deine Liebe, womit du, Herr Jesu, unser göttlicher Erlöser, uns bis zum Tod am Kreuz geliebet hast. An diesem Verleihe uns, Vater Jesu Christi, Tag hast du uns sterblichen Sün- und durch ihn auch unser Vater, dern durch deinen Versöhnungstod in dieser Nacht deinen gnädigen Trost, Licht und Hoffnung im Le- Schuß! Amen. ME ben, Leiden und Sterben errungen. Gesegnet sei uns das Andenken an Sonnabend Morgen. dein göttliches Mittlerverdienst, anache auf, der du ſchläfft, und dein und Sterben. Du stehe auf von den Todten, so hast es um uns verdient. daß wir wird dich Christus erleuchten. D dich als unsern Heiland und Herrn, du barmherziger Gott, dessen Güte als unsern Retter und Versöhner, und Treue alle Morgen neu ist: als den Urheber des Friedens und ich sage dir mit Herz und Mund der ewigen Seligkeit, mit dankbarem Lob und Dank, daß du mich diesen Herzen verehren. Ja dich wollen Morgen wiederum geſund hast wir von ganzer Seele lieben, auf lassen von meinem Lager aufstehen dich unser Vertrauen setzen, denn und meinen Leib vor Schaden und du bist uns alles in allem. Deiner meine Seele vor Sünden bewahret WE AVEz 10 Morgen- und Abendgebete. haft. Wie groß ist deine Güte,| die Flamme deiner göttlichen Liebe, Herr, daß Menschen unter dem daß ich diesen Tag meinen GlauSchatten deiner Flügel trauen und ben in den Werken zeige, und in unter demselben so mächtig bewahret wahrer Liebe gegen dich und den werden. Ich schaue nach der Nächsten verharre, auf daß ich ohne Finsterniß wiederum das Sonnen- Gewissenswunden den Abend erlicht. Gieb mir Gnade, daß ich reiche. Wenn ich rufe zu dir, diesen ganzen Tag in deinem Lichte Herr, mein Gott, so schweige mir wandle und alle Werke der Finster- nicht. Höre die Stimme meines niß fliehe. Ich achte den Tag für Flehens, wenn ich die Hände aufverloren, an welchem ich der Welt hebe zu deinem heiligen Chor. Laß gedient und mich nach der Welt das Gebet der Elenden, Traurigen, Gewohnheiten und Thorheiten ge- Kranken und auch das Gebet der richtet habe, wofür ich einst vor Meinigen und aller Frommen vor deinem Gericht eine schwere Rechen- deinem Gnadenstuhl Erhörung fins schaft geben muß. Ich opfere mich den. Amen. Sonnabend Abend. hingegen dir ganz zu deinem Dienst mit Leib und Seele. Laß mich nichts wollen, nichts vornehmen gütiger, barmherziger Gott, und gedenken, als was dir gefällt, ich danke dir, daß du mich den auf daß der ganze Tag dir möge letzten Tag dieser Woche hast ergeheiligt sein. Ja, laß mich alle reichen lassen und in meinen Sünzeit so leben, reden und thun, als den mich nicht hast weggerafft. ob ich heute noch sterben müßte. Denn ich muß mich schuldig geben, Und da ich nach der finstern Nacht, daß ich viel Gutes unterlassen, viel darin ich als ein Kind in deinen Böses begangen, dir und dem NächArmen gelegen, nun wiederum von sten nicht, wie ich sollte, gedienet neuem lebe, so weiß ich nirgends habe. Ich sehe das Uebel und den hin als zu dir. Ich flopfe an Gräuel der Sünde neben der Strafe, deine Gnadenthür, ich wende mich kann mich aber selbst nicht davon wieder zu der Segensquelle, aus erretten. Darüber bin ich betrübt welcher ich nehme einen Segen und traurig, verzage ganz an mir nach dem andern, eine Hülfe nach und meinem Vermögen, und kann der andern; denn was du, Herr, nichts, als daß ich mich dir ganz segnest, das ist gesegnet ewiglich; und gar ergebe und bitte, du wollest wenn du deine Hand aufthust, so mich nach deiner Zusage aufnehmen, wird Alles gesättigt mit Wohlge- und erquicken mit deinem Geist fallen. Gieb mir guten Rath, und Trost. wenn ich Rath bedarf, richte meine O heiliger Gott, erwecke in mir Anschläge und Vornehmen nach ein herzliches Verlangen nach dem deinem Willen. Entzünde in mir heiligen Ruhetag, damit ich dein Festgebete. 11 Wort als die wahre Ruhe und meine Lust an ihm zu haben, und Freude unserer Seelen betrachte also den bevorstehenden Feiertag in und in Gebet und Andacht mich lauter göttlicher Freude, dir zu recht übe. Zeige mir die Wonne Ehren und mir zum Wachsthum deines Hauses; laß mich Jesu in der Gottseligkeit nach deinem Stimme hören, und bereite du mein Willen anzufangen und zu vollenHerz durch Demuth, Glauben und den. Amen. sid Liebe, ihn zu empfangen und alle ad por doin post rollo juo II. fest- Gebete. 191031 3150 501 schaffene Früchte der Buße gebracht Am Anfange des Kirchenjahres. haben, und erwecke uns heute zu Ewiger Gott, himmlischer Bater! einem neuen Eifer und Ernst im Wir loben deinen heiligen Na- Werke des Glaubens und der Gottmen, daß du uns heute ein neues seligkeit. Segne uns auch fernerKirchenjahr in Frieden antreten hin mit allerlei geistlichem Segen läsfest. Deiner Güte haben wir es in himmlischen Gütern durch Chri zu danken, daß der Leuchter deines stum. Rüste unsern Kaiser aus heiligen Wortes unter uns noch mit Kraft aus der Höhe, deine aufrecht steht, und deiner theuer Kirche zu schirmen und ihr Gedeierlösten Gemeinde durch die heiligen hen zu fördern. Salbe die Diener Sacramente aus dem Reichthum deines Wortes mit dem Geiste der deiner herrlichen Gnade göttliche Weisheit und der Liebe und hilf Kraft und göttliches Leben darge- ihnen mit freudigem Aufthun ihres reicht wird. Du hast nach deiner Mundes dein Heil verkündigen. großen Treue und Barmherzigkeit Laß unter uns immer mehrere zu auch in der verflossenen Zeit nicht der Zahl derjenigen hinzukommen, aufgehört, dein Evangelium reich- die da glauben und selig werden. lich unter uns wohnen zu lassen Wecke auf, die im Schlafe der in aller Erkenntniß und Weisheit, Sicherheit liegen und die geistlich und hast uns durch deine Gottes- Todten rufe zum Leben. Laß denen, kraft gestraft und gezüchtiget, aber die sich reich und satt zu sein dünauch getröstet, geſtärkt und erbauet. fen, ihre Armuth und Blöße offenObergieb uns um Jesu Christi bar werden. Führe wieder herzu willen, daß wir noch so wenig recht- die untreu gewordenen Seelen, die 12 Festgebete. die Kräfte der zukünftigen Welt dir Gutes haben und vermögen, geschmecket, aber diese Welt wieder ihm unterthan sein und dienen mölieb gewonnen haben. Vollende gen, und er seine Wohnung unter dein Werk in denen, in welchen uns und in uns habe, und wir deine Gnade einen Anfang der allezeit in seinem Reiche und in Buße und des Glaubens gewirkt seinem Gehorsam und Dienste bleiben. hat. Stärke die Schwachen, tröste Neige der Fürsten und Gewaltigen die Traurigen, gieb Sieg den Käm- Herz und Willen, daß sie dem pfenden, bewahre die Treuen und Könige aller Könige und Herrn bereite zu einem seligen Sterben, der Herrlichkeit aufthun ihre Pfordie das Ende dieses Kirchenjahres ten und Thore, laß ihn einziehen nach dem Rathe deiner Weisheit in ihre Lande, Städte und Kirchen, nicht erleben sollen. daß er seine Herberge bei ihnen O du Gott des Friedens! Hei- habe, und mit seinem Wort und lige uns alle durch und durch, da- Geist regiere und herrsche. Steure mit unser Geist ganz, sammt Seele dagegen und wehre allen denen, und Leib, unsträflich behalten werde die Christo die Pforten zuschließen auf die Zukunft unseres Herrn und ihm den Eingang wehren, Jesu Christi. Getreu bist du, der oder ihn gar vertreiben und von du uns berufen hast, du wirst es sich stoßen. Mache ihr böses Vorauch thun, zum Preise deines hei- nehmen und ihre Anschläge zunichte. ligen Namens, um Jesu Christi Beweise deine Macht und Barmherzigkeit an den armen Menschen, die noch in den Banden des Aber glaubens und in der Trostlosigkeit err Gott, himmlischer Vater, des Unglaubens, in Abgötterei und wir danken deiner Gnade, daß allerlei gottlosem Wesen und falscher du uns deinen Sohn gesandt hast Lehre gefangen sind, daß Christus und ihn gesetzt zum König der Ge- auch zu ihnen komme, und sein rechtigkeit, und zu unserm Heilande Reich des Lichts, der Wahrheit und Erlöser, der uns aus dem und Gerechtigkeit bei ihnen aufrichte, Reiche der Finsterniß errette und und du, ewiger Vater, sammt demuns Gerechtigkeit, Heil und Selig- selben, deinem einigen Sohn, und keit verleihe. Wir bitten dich aber dem heiligen Geiste mit Lob und auch: erleuchte uns in seiner Er- Preis und Anbetung deines heiligen fenntniß und stärke uns im rechten, Namens gerühmet und geehrt wahren, christlichen Glauben, daß werdest. Amen.d wir ihn für unsern König und Seedn ligmacher halten, annehmen und loben, und mit unsern Gaben und Kräften, mit Allem, was wir von willen! Amen. Advent. Weihnachten. Ulmächtiger Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, 13 Festgebete. gelobt sei dein heiliger Name immer| Beständigkeit in allen Versuchungen und ewiglich! Du hast Großes der argen Welt und meines sündan uns gethan, deß bin ich fröhlich; lichen Fleisches, und endlich Sieg denn uns ist heute der Heiland ge- im letzten Kampfe. Erbarme dich boren, welcher ist Christus, der mit deiner Heilandsliebe über mich Herr. Ich danke dir von Herzen, und alle, die dein eigen sind, und daß du solche Liebe uns erzeigt und gieb uns deinen Frieden, o Jesu! deinen eingebornen Sohn gegeben Amen. hast, auf daß wir nicht verloren werden, sondern das ewige Leben Am Jahresschlusſe. haben. Breis und Ehre lei bir, Allmächtiger Gott, Hinsicher Herr Jesu! Du bist ein Menschen- Vater! Wir von kind geworden, auf daß wir Gottes Herzen Lob und Dank, daß du Kinder würden; du bist arm ge- uns durch deine väterliche Güte worden, auf daß wir reich würden; und Treue dieses zu Ende eilende du hast dich zur Knechtsgestalt er- Jahr hast überleben und uns in niedriget, auf daß wir zum Bilde demselben deine Wohlthaten an Gottes erneuert und zum Himmel Leib und Seele reichlich haft widererhoben würden. Wir saßen Alle fahren lassen. Ach, Herr, wir sind in Finsterniß und Schatten des zu gering aller Barmherzigkeit und Todes; da bist du uns die Sonne Trene, die du an uns gethan. der Gerechtigkeit geworden, hast uns zugewendet die herzliche Barmherzigkeit Gottes; hast Frieden und Freude herniedergebracht, und läsfest uns Gnade um Gnade nehmen aus deiner Fülle. Aber mit herzlicher Reue bekennen wir dir, daß wir den Reichthum deiner Liebe nicht immer nach Ge bühr erkannt, sondern vielfältig mißbraucht, und mit Gedanken, Darum froh- Worten und Werken schwer und locket auch meine Seele und singet: mannigfaltig wider dich in dieſem Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! O lieber Herr und Heiland! Ziehe nun ein in mein Herz, das nach dir verlangt, Demuth um Vergebung aller unserer und erfülle es mit allen Gaben Sünden; und weil wir morgen deiner Güte und Barmherzigkeit. nach deinem Willen ein neues Jahr Regiere mich mit deinem heiligen beginnen, so wollest du deine väterGeiste, und heile mich vom Elende liche Huld und Treue gegen uns der Sünde. Verleihe mir Trost erneuern, und deinen heiligen Geist in allem Leide, Hilfe in aller Noth, uns schenken, damit wir mit dem Kraft zum Widerstande in allen alten Jahre alle alten Sünden, Anfechtungen des bösen Feindes, bösen Lüste und Begierden ablegen Jahre gesündiget, und dadurch deine gerechten Strafen wohl verdient haben. Darum bitten wir dich mit tiefer 14 Festgebete. and mit dem neuen Jahr ein neues Neujahr. di dolg mis chriſtliches Leben und Ulmächtiger, ewiger Gott, barmdarin mit neuer Willigkeit dienen. herziger, lieber Vater, wir Segne uns, Herr, unser Gott, und haben jetzt abermals ein Jahr hilf uns die flüchtigen Tage unserer unseres Elends und Pilgerschaft in Wallfahrt in deiner Furcht hin- diesem irdischen Leben zu Ende gebringen. Wir wissen nicht, wann bracht und fangen in deinem Namen du auch uns von unserm Tagewerk ein neues an. Ach Herr und Gott, abrufen und der Zahl derer an- wie groß ist deine Güte, die du reihen wirst, die in diesem Jahre uns bisher aus väterlichem Herzen ihren Lauf vollendet haben. Laß so unzählig bewiesen hast, da wir uns mit heiligem Ernst ihr Ende doch mit unsern Sünden Nichts anschauen und nur um so mehr als Strafe bei dir verdienet haben. Fleiß anwenden, was wir hier Dein heiliges Wort hast du uns noch leben im Fleisch, zu leben im sammt dem rechten Gebrauch der Glauben deines Sohnes, der uns heiligen Sakramente rein erhalten, geliebet hat und sich selbst für uns friedliches Regiment beschert, tägdargegeben. Rufe aber auch den liche Nahrung gegeben, unsre Herzen Betrübten und Leidtragenden unter mit Freude und Speise erfüllt, uns das Wort des Trostes und allerlei Unglück von uns gnädiglich der Hoffnung zu, daß selig sind die abgewendet, unser Haus und Hof Todten, die in dem Herrn sterben, vor Feuersnoth und mancherlei denn sie ruhen von ihrer Arbeit, Uebel behütet. Und wie können wir und ihre Werke folgen ihnen alle deine große väterliche Wohlthat inmidd erzählen! Du hast uns zwar gezüchHerr Jesu! du bist dazu ge- tiget um on unserer unserer vielfältigen storben und wieder lebendig ge- Sünden willen, aber deine Gnade worden, auf daß du über Todte hast du nicht von uns gewendet: und Lebendige ein Herr seiest. So für solche deine Barmherzigkeit erhalte uns in der Gemeinschaft jagen wir dir Lob und Dank des Geistes mit Allen, die in dir und bitten dich demüthig: rechne selig entschlafen sind und bewahre uns nicht zu unsre vorige und alte uns fest bis an's Ende, daß weder Sünde, damit wir dich so oft erTod, noch Leben uns aus deiner zürnet haben, sondern vergieb sie Hand reißen dürfe. Leben wir, uns um unseres Herrn Jesu willen. so laß uns dir leben, sterben wir, Regiere uns, daß wir keine alte so laß uns dir sterben, damit wir Missethat iu das neue Jahr bringen, dein seien, todt oder lebendig. sondern den alten Menschen aus Mach' uns, o Jesu, ewig selig! und den neuen anziehen, der nach Amen. natla allo stoc no Gott geschaffen ist. Fange an, lieber du s us Vater, uns auf's neue zu ſegnen. nach.idrot Festgebete. Gieb uns neugeborne Herzen, ver- Licht deines Evangelii so gnädig neuere deine väterliche Liebe und geoffenbaret hast, also daß deine Treue an uns, gieb heiligen Muth Herrlichkeit mun helle scheinet über und rechte Werke. Nimm von uns uns. Du wollest uns auch ferner alles Herzeleid und wohlverdiente das theure Geschenk deines Wortes Strafen, und halte deine Gnaden- unverdorbenim erhalten und den hand väterlich über uns. Barm- Leuchter desselben nimmer von seiner herziger Gott und Vater, erhöre Stätte wegnehmen lassen. Gleichwie unser Gebet, erbarme dich aller es die Weisen aus dem MorgenMenschen, erhalte uns dein reines lande herbeizog, dich anzubeten und Wort, heilige alle Lehrer und Pre- ihre Gaben dir darzubringen, also diger, erbaue Kirchen und Schulen! ziehe es nun auch mich weg von Behüte uns vor falscher Lehre, der Welt, die fern von dir ist, hin stärke alle treuen Regenten, fördere zu deiner Klarheit, daß ich dir allein guten Rath und That, segne Vater dienen und mich mit Allem, was und Mutter, regiere Kinder und ich habe und bin, dir zu eigen gebe. Gesinde, bewahre uns vor Krieg Verschmähe nicht mein geringes und Blutvergießen, wende ab Pest Opfer, du König der Ehren! Siehe, und Theuerung, fröne das Jahr ich bringe dir dar mein Herz in mit deinem Gut, gieb Frieden im Buße, in Glauben, in Liebe. HeiLande, unserm Herzen Freude, un- lige es dir zum ewigen Eigenthum; jerm Leibe Gesundheit, unserer Ge- wenn ich es behalten wollte, würde meinde Einigkeit, segne unsre Nah- es verderben zeitlich und ewig. rung, fördere das Werk unserer Weil wir dir aber dienen sollen an Hände, bekehre die Sünder, be- den Geringsten deiner Brüder, so träftige die Frommen, bringe zu mache mich willig und gern bereit, recht die Irrigen, erleuchte unsre meine Hände aufzuthun, um jeder Feinde, wehre allen Verfolgern, Noth, insonderheit der geistlichen, schüße Wittwen und Waisen, ver- nach Kräften abzuhelfen. Breite sorge die Armen, speise die Hung- dein Reich immer weiter aus, und rigen, erlöse die schuldlos Gefan- laß alle Heiden und Juden an der genen, pflege die Kranken, bewahre Welt Enden und in Mitten deiner die Reisenden, sei bei den Ster Christenheit recht bald dein ſeligbenden, durch Jesum Christum, machendes Licht schauen und fröhlich deinen lieben Sohn, unsern Heiland werden in dem Glanze, der über und Erlöser. Amen. andnd opi ihnen aufgeht. Sei Schutz und home rernu fim logi giustig Schirm, Stärke und Hilfe derer, Epiphanias. d d die den Leuchter deines Wortes Epiphanias. Dob Dob und Dank sei dir, Herr Jesu hierhin oder dahin tragen, und gieb Christ, daß du dich unsern ihnen einen Sieg über die Finsterniß heidnischen Vorfahren durch das nach dem andern. Mich selbst be 15 16 Festgebete. halte fest in deinem Wort und uns die Krone der Ehren erwürbest. Glauben bis an mein Ende, und Wir danken dir für deine willige bringe mich dahin, wo wir deine Kreuzigung, da du ein Fluch geHerrlichkeit schauen werden, die dir worden am Holz, auf daß du von der Vater gegeben hat, ehe die Welt uns den ewigen Fluch nähmest. war. Das verleihe mir um deiner ewigen Liebe willen! Amen. Du heiliges Opfer, du unbefleckter Leib; du reines, zartes Herz, wie haben dich unsere Sünden zerschlagen und gefränket! Du ehrwürdiges Haupt, wie bist du von dig Heve err Jesu Christ, du heiliges un- Dornen zerrissen! Du heiliges Anbeflecktes Lamm Gottes, der du gesicht, wie bist du entstellet! Shr trägst die Sünde der Welt! Wir sonnenklaren Augen, wie seid ihr danken dir von Herzen für dein so matt. Ihr Ohren, welche Lästerweiliges Leiden und Sterben, für worte müsset ihr vernehmen! Ihr deine große Traurigkeit, da deine hülfreichen, gebenedeiten Hände, wie Seele betrübt war bis in den Tod. seid ihr durchgraben! Ihr Füße Wir danken dir auch für dein des Friedens, wie seid ihr durch fräftiges Gebet, da du in Gethse- bohrt! Du reiner, zarter Leib, hei mane auf dein Angesicht fielest, und liger Tempel Gottes, wie bist du dich dem Willen deines himmlischen entblößet und voll blutiger Wunden! Vaters opfertest. Wir danken dir Ja, heiliger, gerechter Vater, du für deine Bande, da du dich um hast deines eingebornen Sohnes unseretwillen als ein Uebelthäter nicht verschonet, auch nicht mit dem binden ließest, auf daß du uns von geringsten Schmerze, auf daß er den Banden des ewigen Todes er- vollkommen eintrat an uns'rer Statt. lösetest. Wir danken dir für die Gott, wie ist dein Ernst wider Schläge, die du um unseretwillen die Sünde so groß! O Christe, wie gelitten, für die Geißelung, für die ist deine Liebe so groß, daß du an große Geduld, Sanftmuth und uns'rer Statt mit Leib und Seele Demuth, damit du unsern Unge- schmecktest des Todes und der Hölle horsam, Hoffahrt und Ehrgeiz, Zorn Bitterkeit. Dafür danken wir dir und Rachgier gesühnet hast. Wir von Herzens Grund. Herzlich danken danken dir, daß du dich um unseret- wir dir auch für deine liebreiche willen zum schmählichen Kreuzes- Fürbitte für die, welche dich gekreutode hast verurtheilen lassen, und ziget haben. Ach, wir haben dich uns dadurch von dem strengen Ge- ja gekreuziget mit unsren Sünden, richte Gottes und schrecklichen letzten und du haft für uns gebetet. Wir Urtheil erlöset hast. Wir danken danken dir für das tröstliche Wort: dir für deine Dornenfrone, die du Heute wirst du mit mir im Parauns zu gute getragen, auf daß du diese sein!" Wir bitten dich: Herr, Passionszeit. 1. 17 Festgebete. 11 gedenke auch an uns in deinem große Schmerzen meinethalben hat ewigen Reiche; eröffne und zeige müssen leiden! Ach Vater, siehe uns das Paradies in unserer letzten doch, wer solches leidet, und geNoth. Wir danken dir für das denke doch gnädig, für wen er leidet. Wort, da du sprachest zu Johannes: Ist nicht das, ach treuester Vater, Siehe, das ist deine Mutter." dein Sohn, das unschuldige Lamm Du wirst ja auch für uns sorgen Gottes, das du für den Knecht geund uns in unserm Kreuz trösten. geben hast? Ist nicht das der Herr Nimm unsern herzlichen Dank für der Ehren und des Lebens, der die Nacht in deiner Seele, da du wie ein Lamm zur Schlachtbank riefest: ,, Mein Gott, mein Gott, geführet und dir bis in den Tod warum hast du mich verlassen!" gehorsam gewesen, ja den allerAch, verlaß uns nicht in uns'rer schmählichsten Tod auf sich genomletzten Noth, sondern laß es uns men hat? Ach gedenke doch, o Gott, empfinden, daß du unser Gott seist der du der Welt Leben begehrest, auch in den größten Nöthen. Wir dein geliebter und einiger Sohn danken dir für deinen heiligen Durst, ist's, den du aus deinem Herzen da dich nach unserer Seligkeit ge- geboren und meiner Schwachheit dürstet hat. Stille unsern Durst theilhaftig gemacht hast, und welcher mit dem Wasser des Lebens, und unsere Sünden getragen hat. Ach sei uns ein Brunn, der in das Herr, wende deine Augen auf dieſes ewige Leben quillet. Wir danken große Werk deiner Gnade und dir inniglich für das tröstliche Gütigkeit. Siehe an deinen lieben Wort:„ Es ist vollbracht!" dadurch Sohn, wie er an seinem ganzen Alles erfüllet worden ist, was zu Beibe ausgedehnt und ausgespannt unserer Seligkeit gehöret. ist. Siehe an seine Hände, wie das danken dir für dein letztes Wort Blut daraus wie aus einer Quelle am Kreuz: ,, Vater, in deine Hände fließet, und vergieb mir gnädiglich befehl' ich meinen Geist!" O befiehl die Missethat, die meine Hände bedu selbst auch unsern Geist auf gangen haben. Siehe an, Herr, wie ewig in deine Hände! Wir danken seine Seite durchstochen ist, und dir für die Wunde in deiner Seite, erquicke mich mit dem Blute, das daraus der theure Schaß deines daraus geflossen. Siehe an ſeine heiligen Blutes geflossen, welches Füße, die doch nicht auf dem Wege ist das Lösegeld und die vollkom- der Sünde gegangen sind, sondern mene Bezahlung für unsere Sünde. allezeit in deinem Gesetz gewandelt sind, wie dieselben mit Nägeln durchgraben sind, und verleihe mir Gnade, daß meine Füße in deinen Wegen gehen; thue weg von mir Wir Amen. 2. ch Ah Herr, du ewiger und gütiger Gott und Vater, siehe doch an deinen lieben Sohn, was er für den Weg der Bosheit, und laß mich 2 18 Festgebete. allezeit auf deiner Bahn wandeln.| Leben für uns zum Schuldopfer Amen. Her gegeben; so gieb nun auch deinen bod heiligen Geist zu unserer Bekehrung, Am Charfreitage. und mache uns gerecht durch deine err, himmlischer Vater, allmäch- Erkenntniß, nachdem du unsere tiger, ewiger Gott, der du der Sünde getragen. Wir haben dir armen sündhaften Welt dich er- Arbeit gemacht in unseren Sünden barmet und um ihretwillen deines und Mühe in unseren Missethaten. eingebornen Sohnes nicht ver- Hilf aber nun, daß wir nicht ohne schonet, sondern ihn für Alle in Buße sterben oder mit unserem den Tod gegeben hast, auf daß wir fündhaften Leben dich von Neuem durch ihn wiederum möchten ewig treuzigen und durch ungläubige leben und selig werden: Dank sei Verachtung dein Blut mit Füßen dir für diese deine wunderbare treten, welches uns reinigen soll Gnade und Barmherzigkeit, daß von unseren Sünden. Vielmehr aber du den, der von keiner Sünde verleihe uns, daß wir mit geängwußte, für uns zur Sünde gemacht stetem Geiste und zerschlagenem hast, auf daß wir in ihm würden Herzen dein Leiden und Sterben die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt. täglich betrachten, in wahrem und O liebster Heiland, Jesu Christ, du festem Glauben unsere Zuflucht warest der Allerverachtetste, und nehmen zu deinen heiligen Wunden Unwertheste, voller Krankheit und und durch dieselben dermaleinst Schmerzen. Denn der Herr warf mögen eingehen zum ewigen Leben. unser aller Sünde auf dich, und Im Uebrigen bescheere uns allezeit also trugest du unsere Krankheit ein geduldiges Herz, nach deinem und ludest auf dich unsere Schmerzen; Vorbilde unser Kreuz auf uns zu du bist um unserer Missethat willen nehmen und dir willig nachzufolgen, verwundet und um unserer Sünde auf daß, so wir mit dir leiden, wir willen zerschlagen worden. Die auch mit dir zur Herrlichkeit mögen Strafe lag auf dir, auf daß wir erhoben werden. Amen. Frieden hätten und durch deine Wunden sind wir geheilet. Darum, Ostern. so sei nun auch gelobet immer underr Jesu Christ, du starker Löwe Her ewiglich, daß du uns zu Gute dies vom Stamm Juda, du unüberAlles gethan und deinem himm- windlicher Held, du mächtiger Sielischen Vater gehorsam geworden gesfürst, du Sündentilger, Uleberbist bis zum Tode, ja bis zum winder des Todes, du Zerstörer Tode am Kreuze. Erbarme dich der Hölle! Ich sage dir herzlichen noch ferner über uns, deine Erlö- Dank für deine sieghafte, fröhliche seten, und hilf, daß unser Keiner Auferstehung, dadurch du dem Tode verloren werde. Hast du doch dein die Macht genommen und ewiges, Festgebete. 19 unvergängliches Wesen wieder an's können sie nimmermehr sterben. Licht gebracht. Du hast dich be- Denn du, ihr Leben, stirbst nicht, wiesen als ein allmächtiger Herr, darum können sie ihr Leben nicht der da hat die Schlüssel der Hölle verlieren. Ach, mein Herr, du und des Todes, der da aufschließt bist hervorgebrochen, wie die schöne und Niemand zuschließt. Du warest Morgenröthe. Nun giebst du deinen todt, und siehe, nun lebest du von Gläubigen deinen ewigen Frieden, Ewigkeit zu Ewigkeit. Du hast dein welcher alle himmlischen Güter in Volk vom Tode errettet und aus sich begreift, Gottes Huld und der Hölle erlöset. Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg? Dir sei Dank, daß du uns den Sieg gegeben hast. Du hast den Tod verschlungen ewiglich, und alle unsere Thränen von unseren Augen abgewischet. Darum freuet sich mein Herz, und meine Seele ist fröhlich. Denn Gott hat deine Seele nicht in der Hölle gelassen und nicht zugegeben, daß sein Heiliger die Ver- wenn man Beute austheilt. wesung sehe. Du bist eine kleine Laß uns auch, Herr, mit dir Zeit von Gott verlassen gewesen, durch wahre Buße auferstehen. aber mun mit Ehren und Schmuck Stehe du in uns auf, lebe du in gekrönet. Du bist aus der Angst uns, siege und überwinde in uns und Gericht hinweggerissen, wer die Welt, Sünde, Tod, Teufel und will deines Lebens Länge ausreden? Hölle. Tröste uns're Seele in Angst Der Stein, den die Bauleute ver- und Traurigkeit durch dein Wort worfen haben, ist zum Eckstein und den Geist des Friedens. Erworden; und das ist vom Herrn wecke auch am jüngsten Tage durch geschehen, und ist ein Wunder vor die Kraft deiner Auferstehung meinen unsern Augen. Man singet mit Leib zum ewigen Leben. Ja, Herr, Freuden in den Hütten der Ge- da wirst du sagen: Wachet auf und rechten: die rechte Hand des Herrn rühmet, die ihr schlafet unter der ist erhöhet, die rechte Hand des Erde! denn mein Thau ist ein Herrn behält den Sieg. Ich werde Thau eines grünen Feldes. Alsnicht sterben, sondern leben, und dann wird mein nichtiger, verwesdes Herrn Werk verkündigen. Du licher, sterblicher Leib anziehen Unbist wahrhaftig die Auferstehung verweslichkeit, Unsterblichkeit, Kraft und das Leben. Wer an dich glaubt, und Ehre, und wird ähnlich sein wird leben, ob er gleich stirbt. Du deinem verklärten Leibe; denn unser bist der Gläubigen Leben, darum Leben ist in dir verborgen. Wenn - Gnade, Vergebung der Sünden, Gerechtigkeit, Sieg, Trost, ewige Freude, ewiges Leben. Oliebreicher, holdseliger, tröstlicher, lebendiger, ewiger Friede, du edle Frucht der Auferstehung Jesu Christi: komm' in mein Herz, erfreue meine Seele. Denn über diesen Frieden wird man sich freuen, wie man sich freuet in der Ernte; wie man fröhlich ist, 20 Festgebete. Buß- und Bettag. armherziger, ewiger Gott und du aber, unser Leben, wirst offenbar zu Schanden werden. Sei du unwerden, so werden wir auch mit sere Hülfe in den großen Nöthen, dir offenbar werden in der Herr- die uns betroffen. Ach, Herr Gott lichkeit. Amen. Zebaoth, sei du mit uns; ach Gott, sei du unser Gott! Mache dich auf, zu richten, und hilf allen Elenden und Bedrängten auf Erden. Ge Vater unsers Herrn Jesu statte ja nicht, getreuer Gott und Christi, du Herr Himmels und der Vater, daß dein Weinberg, den du Erden: wir arme, elende Sünder unter uns gepflanzet hast, verwüſtet bekennen vor deinem allerheiligsten werde. Stehe, auf, Herr, und hilf Angesichte, daß wir leider mit un- uns mit deiner starken Hand und sern Vätern gesündigt, daß wir allmächtigem Arm, thue wohl diesem mißgehandelt und gottlos gewesen und allen anderen Landen, in mit unsern vielfältigen schweren welchen du mit deinem Wort deine Sünden. Unsere Sünden reuen uns Wohnung hast. O lieber Herr und von Herzen, und weil du unser Gott, sei und bleibe du bei und Aller Vater und liebreicher Gott unter uns. Stärke und erweitere bist, der du dich in deinem Worte dein Reich, das du aufgerichtet hast, also erklärt hast: So wahr als denn es ist dein Werk. Erhalte uns ich lebe, ich habe keinen Gefallen und unsere lieben Nachkommen bei am Tode des Gottlosen!", so fliehen reiner, gesunder Lehre und bei ge wir zu deiner inbrünstigen und wünschtem Frieden. Verschone unser, herzlichen Barmherzigkeit mit de- o treuer Gott und Vater, mit müthiger Bitte: du wollest nicht Krieg, Aufruhr und Empörung, gedenken der Sünden unserer Ju- mit Pestilenz und anderen gefährgend, noch aller unserer Uebertre- lichen Seuchen. Wende ab alle tung, sondern vielmehr eingedenk Theuerung, Mißwachs, schädliches sein deiner grundlosen Güte, Gnade Gewitter und andere Plagen. Erund Barmherzigkeit. Ach Vater und leuchte unsere Herzen, daß wir Herr! strafe uns nicht in deinem rechtschaffene, wahre Buße thun, Born, züchtige uns nicht in deinem alle wissentliche und vorsätzliche Grimm. Ach, Herr, sei uns gnädig! Sünde fliehen und meiden, hinverstoß' uns nicht von deinem An- gegen dich und dein heiliges Wort gesicht, und laß es nicht mit uns stets vor Augen haben, und also gar aus sein: sondern wie sich ein dem wohlverdienten Verderben zeitVater über seine Stinder erbarmet, lich und ewiglich entgehen mögen. also erbarme du dich auch über Das alles wollest du thun, o treuer, uns. Erweise uns deine wunder- barmherziger Gott und Vater, um bare Güte, du Heiland derer, die des theuern Verdienstes und der auf dich hoffen, und laß uns nicht träftigen Fürbitte deines geliebten 21 Festgebete. Sohnes, Jesu Christi, unsers Herrn| mögen die Größe deiner Herrlichkeit und Heilandes willen. Amen. Himmelfahrt. Heiland, der du aus Liebe zu uud die Ueberschwenglichkeit deiner Liebe; damit wir anfangen mögen, mit ganzem Herzen, Sinn und Gemüthe gen Himmel zu wandeln, uns dich aller deiner Herr vor deinem Angesichte heilig zu lichkeit entäußert und Knechtsgestalt leben und dich zu lieben, der du angenommen hattest, und gehorsam uns so hoch geliebt hast und unworden warest bis zum Tode am endlich liebenswürdig bist. Kreuz, dem aber auch Gott einen Namen gegeben hat, der über alle Namen ist, o laß die Kraft deiner Herrlichkeit unsern Herzen bekannt werden, damit auch wir in deinem Namen uns beugen und dir, unserm Könige, dienen und anhangen. Wir danken dir, Herr Jesu, daß du durch deine Himmelfahrt uns Verherrlichter Jesus, verherrliche den Weg zum Himmel gebahnt und dich an unseren Herzen. Werde deines Vaters Herz uns aufge- erkannt in deiner Größe, werde geschlossen hast. Du fizest zur Rechten ehrt und geliebt von uns, und ziehe der Kraft Gottes, damit dir alle ein in unsere Herzen. Laß sie deine Herzen als ihrem rechtmäßigen Werkstatt sein; schleuß sie auf, daß Könige unterthan werden sollen. wir mögen ermuntert werden, dir Siehe, hier sind Herzen, worüber getrost nachzuwandeln, wie du uns du als Herr, als triumphirender König, herrschen und regieren sollst; ach, sende einen Blick deiner Freundlichkeit auf uns herab. vorangegangen bist und das Ziel erreicht hast. Erhöre unser schwaches Seufzen, o großer Hoherpriester zur Rechten Gottes; erwirb uns Herr Jesu, gieb uns ein himm- fraft deiner Verdienste ein ewiges lisches Herz, und laß uns durch Sa und Amen. Amen. Pfingsten. deine Gnade bewahret werden vor allen eitlen irdischen Gedanken; jammle uns in deiner Gegenwart; stille unser Gemüth durch deine gnadenreiche Mittheilung; laß uns vor deinem Angesichte gesegnet sein. Herr, der du den rechten Schlüssel der Erkenntniß hast, schließe durch die Salbung deines heiligen Geistes unsere Augen auf, daß wir sehen erquicke doch dein Erbtheil und Gott, der du die Herzen deiner Gläubigen so gnädig und reichlich mit deinem heiligen Geiste am Feste der Pfingsten beſucht und begabet hast; gieß auch diesen deinen Geist und gnädigen Regen über unsere dürre verschmachtete Herzen, O Herr, vergieb um deiner Liebe willen, daß wir so oft von dir und von deiner Auffahrt zur Herrlichkeit gehört und noch so wenig ihre Kraft in unseren Herzen erfahren haben. O daß wir dir die Ehre geben und uns deinem allmächtigen Scepter unterwerfen möchten! 22 Festgebete. labe die Elenden. Komm', o heiliger erhalte sie bei deiner rechten Hand Geist, und ziere uns mit deinen Amen. so vielfältigen Gaben, daß wir auch die großen Thaten Gottes, die durch Jesum Christum geschehen, wahrhaftig erkennen und preisen, daß Am Erntefest. a. Nach reicher Ernte. wir mit neuen Zungen dein Wort Allmächtiger Gott, Vater aller reden, rühmen und ausbreiten mögen. Gnade! Wir bringen heute Entzünde uns mit dem Feuer deiner vor deinen Thron unsern demüheiligen Liebe, brenne aus allen thigen Dank für deine ewig reiche fündlichen Willen, sammt allen an- Liebe, womit du auch in diesem deren fleischlichen Lüsten und Be- Jahre deine milde Hand über uns gierden: zünde an das Licht deiner aufgethan und Alles, was da lebet, Wahrheit, daß wir im Geist und mit Wohlgefallen gesättiget hast. Glauben inbrünstig mit rechtem Deine Güte reicht, so weit der Ernst und Eifer unserm Gotte Himmel ist, und deine Wahrheit, dienen mögen. O du Gott des so weit die Wolken gehen. Du hast Friedens, verbinde unsere Herzen vom Himmel uns Regen und fruchtmit deinem Bande des Friedens, bare Zeiten gegeben, den Segen daß wir in Sanftmuth und Demuth, unserer Felder uns treulich behütet in Friede und Einigkeit bei einander und unsere Herzen erfüllet mit bleiben und leben. O du Gott der Speise und Freude. Du hast Großes Geduld, gieb uns Geduld in Lei- an uns gethan, deß sind wir fröhlich denszeit und bis an's Ende Be- und sagen dir von Grund unseres ständigkeit. O du Geist des Gebets, Herzens Lob und Dank dafür. erwecke unsere Herzen, damit wir Herr, was ist der Mensch, daß du fie, sammt heiligen Händen, zu Gott sein gedenkest, und des Menschen mögen erheben und dich in allen Kind, daß du dich seiner also anNöthen anrufen: und da wir nicht nimmst! Dich sollen wir finden und wissen, was wir bitten sollen, noch fühlen in deinen Wohlthaten; aber wie sich's gebühret, ach, so vertritt mit tiefer Beschämung müssen wir du uns als unser treuer Fürsprecher bekennen, daß wir deiner Gaben mit unaussprechlichem Seufzen. nicht werth sind, daß wir deiner Sei unser Schutz und Schatten oft vergessen, oft ängstlich gesorgt in der Noth, unsere Hülfe in und gezagt, oft den Reichthum Trübsal, unser Trost in aller deiner Güte verachtet oder mißWiderwärtigkeit. Komm', du starter braucht haben. Vergieb uns, o Gott, und stärke die Schwachen, Bater, unsere Sünden! Bewahre lehre die Elenden deinen Weg, uns vor dem Leichtsinn, der deine hilf auf denen, die gefallen sind, Gebote vergißt, vor der Trägheit, bringe zurecht die Irrenden und die deine Gnade versäumt, vor der Festgebete. Unmäßigkeit, die deine Güter miß-| einig und allein deiner Erbarmung braucht, vor dem Geiz, der Herz überlassen. Dank sei deiner ewigen und Hand dem Bruder verschließt. Treue, die uns immer noch so viel Dein Segen allein machet reich, der Güter übrig gelassen, auch so und Niemand lebet davon, daß er vielen Armen bisher durchgeholfen viel Güter hat. Wenn du unsere hat, daß sie nicht verschmachtet sind. Seele von uns forderst, weß wird Ach, hilf noch ferner um Jesu sein, das wir gesammelt haben? Christi willen und gieb, daß wir O so hilf uns reich werden in dir, nur allesammt durch deine Güte unserm Gott; laß deine Güte uns und Ernst zu dir gezogen werden. zur Buße leiten und höre nicht auf, Behüte uns vor Sünde und Ununs zu segnen. Gieb ferner frucht- dant, insonderheit vor Untreue in bare Zeiten; bewahre uns väterlich dem Zeitlichen und vor Mißbrauch vor Mangel und Theurung und laß uns deinen Segen in Frieden und guter Gesundheit genießen. 23 deiner Gaben, dadurch wir deinen Segen von uns stoßen, und thue uns auch wieder Gutes, daß das Du machest fröhlich, was da Land sein Gewächs gebe. Laß keine lebet: o so erfreue nach dem Reich- Theuerung, auch die Unbarmherthum deiner Liebe auch die Herzen zigkeit der Menschen nicht überhandaller Armen, Verlaffenen und Be- nehmen. Gieb uus Geduld und trübten und laß sie inne werden, stärke unser Vertrauen auf dich, daß keins vergessen sei von dir. unsern himmlischen Vater, der geHilf uns durch deine Gnade, daß sagt hat: Ich will dich nicht verwir nicht auf das Fleisch säen, lassen, noch versäumen. Vermehre sondern auf den Geist, damit wir unsern Eifer nach dem einzig Nothvom Geiste das ewige Leben ernten wendigen, davon man lebet, und und in der himmlischen Freuden- laß uns im Himmel ewiglich geernte dich reiner und freudiger sättiget werden. Amen. loben durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Todtenfest. He err Gott, der du bist unsere b. Nach Mißernte. Zuflucht für und für! Ehe denn Ach gnädiger Gott, lieber Vater die Berge waren, und die Erde und in dem Himmel, der du reich bist die Welt geschaffen worden, bist du, über Alle, die dich anrufen, wir Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit, demüthigen uns vor dir in wahrer der du die Menschen läsfest sterben Buße über den Schaden, der die und sprichst: kommt wieder MenFrucht unserer Felder und Bäume schenkinder! Wir gedenken heute dieses Jahr betroffen und so viele derer, welche du im vergangenen Dürftige unter uns in großen Kirchenjahre aus diesem Leben abJammer gesetzet hat, wobei wir uns gerufen hast. Du hast dich, so lange 24 Festgebete. sie auf Erden wandelten, an Reinem um Jesu Christi willen und mache unter ihnen unbezeugt gelassen, unsere Herzen solcher deiner Gnade sondern Großes an ihnen Allen gewiß, auf daß wir dir dienen ohne gethan; nun aber hast du Jeden Furcht unser Leben lang in Heiligan seinen Ort gehen lassen und keit und Gerechtigkeit, die dir gegiebst ihm nach seinen Werken. Ach, fällig ist. Bewahre uns vor dem lehre uns doch, daß auch unser Ende der Ungläubigen und Unbe Leben ein Ende hat, daß du auch fehrten und laß uns nicht aussäen uns gar bald vor dein Gericht auf das Fleisch, sondern auf den stellen wirst. Denn unser Leben Geist, denn wer auf das Fleisch fährt schnell dahin, als flögen wir säet, der wird von dem Fleische davon. Unsere Jahre sind wie ein das Verderben ernten: wer aber Schatten, der bald vergehet. Der auf den Geist säet, der wird vom Mensch ist in seinem Leben wie Geiste das ewige Leben ernten. Gras, er blühet wie eine Blume Verleihe, o barmherziger Vater, auf dem Felde, wenn der Wind daß Reiner unter uns ohne Buße darüber gehet, so ist sie nimmer sterbe und ohne den seligmachenden da, und ihre Stätte fennet sie nicht Glauben an Jesum Christum, mehr. Wir sind wie ein Gras, das deinen Sohn, der sein Leben zum da frühe blühet und bald welf Lösegelde für uns gegeben hat und wird und des Abends abgehauen unser Friede ist. Reinige uns durch wird und verdorret. Es ist nur deinen heiligen Geist von allen ein Schritt zwischen uns und dem Werken des Fleisches und erwecke Tode. Ach, lehre uns doch das be- und stärke uns täglich zu neuem denken und zeige uns täglich unsere Eifer in der Heiligung, auf daß Vergänglichkeit und laß dein Ge- wir, wenn du uns rufest, bereit richt allezeit vor unseren Augen sein mögen. Mache uns Alle zu stehen, auf daß wir flug werden treuen Knechten und Mägden, die und nicht leben, als ob wir allezeit auf ihren Herrn warten. Laß dann, hier auf Erden zu bleiben hätten, o Gott, deinen heiligen Geist un und kein Tag der Rechenschaft wäre. serer Schwachheit aufhelfen und Die Seelen derer, die im vergan- uns vertreten auf's Beste mit un genen Jahre in dir und deiner aussprechlichem Seufzen, der du es Gnade gestorben sind, sind nun in Alles verstehest, denn du erforscheſt der Ruhe. Wir aber schweben noch die Herzen. Dein Licht erleuchte auf dem Meere dieser Welt, um- uns, deine Barmherzigkeit führe geben allezeit und überall von uns, deine Hand schüßze uns, deine Wellen und Klippen. Führe uns Gnade helfe uns und schenke uns sicher hindurch und laß uns auch den Eingang zu deiner Herrlichkeit. zu dir gelangen. Gedenke nicht un- Sei mit uns, o Jesu, wenn der serer Sünde, sondern vergieb uns letzte Augenblick nun da ist, und Buß-, Beicht- und Communiongebete. 25 erscheine unsern Seelen, wie du für| auch, gern um deines Namens willen uns gelitten, und unsre Sünden ge- in der Welt zu leiden, so wirst du tragen hast. Hilf uns, daß wir uns auch mit dir herrlich sein lassen. einen guten Kampf kämpfen und Mache uns treu und erfülle dann Glauben halten, auf daß wir die an uns die Verheißungen, die du Krone des Lebens empfangen. Er- den Deinen gegeben hast, daß sie halte uns im Glauben an dich und sein sollen, wo du bist, und deine in der Liebe zu dir und stärke uns Herrlichkeit sehen. Amen. III. Beicht und CommunionGebete. Buß-, BeichtBuße und Beichte. 1. Wo soll ich hingehen, mein Gott, wenn du dich nicht zu mir wendest? Wo soll ich mich verbergen, wenn erecht bist du, o Herr, und du mir nicht gnädig bist und dich recht ist dein Gericht. Alle meiner annimmst? Züchtige mich, deine Gerichte sind gerecht und aber vergieb mir; strafe mich, aber wahr. Darum flehe ich zu dir laß mich nicht verloren gehen. in Demuth, daß du mir nicht Kann auch eine Mutter vergessen thuest nach meinen Sünden, die des Sohnes ihres Leibes, so willst deine Strafe verdienen, sondern du, o Bater, doch mein nicht vernach deiner großen Barmherzigkeit, gessen. Darum rufe ich zu dir, die allen Neuigen verzeihen will. und komme vor dein Angesicht, Erbarme dich meiner und hilf mir und meine Klage hofft Erhörung. nach deiner Liebe, womit du mich Ich habe gesündigt und mein in Jesu, deinem Sohne, geliebet Gewissen verdammet mich, und hast, und würdige mich deiner meine Reue kann nicht genug thun Gnade in dem Verdienste meines deiner Gerechtigkeit. Ich kann nicht Heilandes. - bestehen an jenem Tage, da du Ich bekenne dir meine Ungerech- alle Werke der Menschen vor Getigkeit und verschweige nicht, wie richt bringest und einem jeglichen die Sünde auf mir lastet. Meine geben wirst nach seinen Werken. Fehltritte kann ich nicht zählen, Dann werde ich verstummen müssen, und meiner Vergehungen sind viel. und meine Sünde wird wider mich 26 Buß-, Beicht- und Communiongebete. zeugen, und meine Ungerechtigkeit deiner Güte. Stehet deine Kraft wider mich aufsteh'n. Dann ist all' mein Rühmen eitel, und wollte ich mich selbst rechtfertigen, so würde das Zeugniß deiner Allwissenheit mich verdammen. bei mir, so lebe ich, denn ohne dich kann ich nichts thun. Heilest du mich, so wird meine Seele gesund, und sendest du mir dein Licht, so wird mich die Finsterniß nicht überDoch du, o Herr, willst nicht winden. den Tod des Sünders, sondern Schaue herab auf mich, o Herr, daß er sich bekehre und lebe. Du von der Wohnung deiner Herrlichfandtest Jesum Christum, auf daß keit und laß alles Dunkel meiner Alle, die an ihn glauben, nicht ver- Seele vor dem Strahl deines Glanloren gehen, sondern das ewige zes verschwinden. Erfülle mich mit Leben haben. In seinem Tode heiliger Liebe und thue mir auf die sollen sie aufleben und Versöhnung Schäße deiner Erkenntniß. Alle empfangen und der Vergebung ge- meine Begierde ist dir bekannt; dawiß sein. Darum komme ich zu rum vollende, was du begannst, dir und sehe meine Zuversicht auf und was du mich durch die Erdich und hoffe auf deine helfende weckung deines Geistes bitten ließeſt. Gnade. Ich suche dein Angesicht: wende Dich soll ich suchen, o Herr, dein Angesicht zu mir und enthülle und du willst dich von mir finden mir deine Herrlichkeit. Dann wird lassen. Wenn ich dich rufe, hast meine Sehnsucht gestillt, dann wird du Erhörung zugesagt. Siehe, ich meine Freude vollkommen sein. Klopfe an, daß du mich aufnehmest Amen. und mir dein Angesicht leuchtend 2. laffest. Sei mir gnädig, wenn ich feit. mich deiner Hand übergebe. Wenn lgütiger, ewiger Gott und ich mich dir nahe mit Vater: mit tiefer Beschämung Sünden, so verwirf mich nicht. und reuerfülltem Herzen trete ich Nimm mich auf und ziehe mich zu vor dein heiliges Angesicht, um dir, daß ich dein sei und bleibe, allein in der Gnade Jesu Christi der du lebest und regierest in Ewig- Trost und Kraft zu suchen. Ach, wie vergeblich wähnte ich, durch Dir, o Vater, befehle ich mich meine eigene Gerechtigkeit in den und dem gnädigen Walten deines Himmel und zu deinem Wohlgeheiligen Geistes. Wache über meine fallen zu gelangen. Wie thöricht Sinne und Gedanken, vertilge alle glaubte ich, durch die Reinheit Hoffahrt in mir und gieb mir De- meines Gewissens und durch ernstmuth und Beugung des Herzens. liches Streben vor dir gerecht zu Lehre mich thun nach deinem Willen erscheinen. Wohl mochte ich von und laß mich erkennen die Tiefe der Welt rechtschaffen und tugend 27 Buß-, Beicht- und Communiongebete. haft gepriesen werden, und mein Nur dein Geist, nur du, mein Leben mochte den Schein des Guten Heiland und mein Gott, kannst in der äußern That zeigen, man- mir die wahre Liebe geben, ohne cherlei Liebe, Aufopferung, Pflicht- die nichts wahrhaft Gutes volltreue dem Namen nach von mir bracht werden kann; nur du den geübt werden. Aber, erbarmender himmlischen Sinn, der dir wahrBater, wenn ich im Lichte deines haft und mit Freuden nachfolgt. Wortes, wenn ich nach den inner- Aber mein eignes Wort ist nichsten Triebfedern meines Herzens tig, meine Kraft ohnmächtig was mein Thun prüfe, o wie sieht's Tugend scheint, nur Böses, denn da gar anders aus! Es war oft es ward von der Selbstsucht er nur eitle Selbstsucht, die mich lei- zeugt. Bange daher und verloren, tete; es war der Drang äußerer fann mein Herz allein in deiner Nothwendigkeit; es war der gute Gnade, allein in deiner GerechtigRuf und die Ehre, die ich bei der feit, o mein Jesu, Ruhe finden. Welt nicht verlieren wollte, was Darum laß mich von nichts rühmen, mich leitete und bewog, scheinbar als nur von deiner Gnade und aufzuopfern oder zu vollbringen, deinem Verdienst. Laß mich, wie was doch nur mit Unmuth und Paulus, von nichts wissen, denn Widerwillen meiner Seele von mir allein von dir, meinem gefreuzigten gemieden oder geübt ward. Es Heilande. Sei du allein mir Kraft, war nicht Liebe zu dir, nicht Liebe Heiligung und Gerechtigkeit. De zu meinem Heilande, nicht lautere, müthige mein Herz. Laß nicht ab, uneigennützige Liebe zu den Brü- mich von allem eignen Verdienst dern. Dagegen wohnte Lohnsucht zu entblößen, bis allein dein Name, und brennende Begierde nach irdi- dein Leben meine Kraft, meine schem Besitz in meiner Brust. Die Liebe, mein Trost ist. Erbarme Tugend, die christliche Frömmigkeit, dich deines verirrten Kindes. Der war oft auf meinen Lippen, aber du dich ja stets der Sünder so nicht in meinem Herzen, das mit freundlich und gnädig angenommen, irdischen Begierden angefüllt war. du kannst, du wirst auch mein Fle Ach, vergieb, lieber himmlischer hen nicht unerhört lassen, du mein Vater, vergieb die tiefe Selbsttäu- Herr, mein Licht, meine Wahrheit, schung, vergieb die schnöde Heuchelei, mein ewiges Heil. Amen. zu der ich mich verführen ließ. Nun erkenne ich die Wahrheit von 3. dem, was dein Wort sagt:„ In Hlage zu dir, daß ich noch imerr mein Gott, ich seufze und mir, in meinem Fleisch wohnet nichts geGutes; Wollen habe ich wohl, aber mer so fleischlich und weltlich Vollbringen das Gute finde ich sinnt bin,- so wenig frei von Leidenschaften, so voll von Regungen nicht." 28 der bösen Lust, so unbewacht gegen Schmeichelei der Sinne, so ergeben bielen eitlen Träumereien; so sehr geneigt zum Neußern, so nachlässig in Rücksicht auf das Innere; der du gesagt haft: Ich bin das so schnell aufgelegt zur Freude Brot des Lebens; wer von mir und Zerstreuung, so schwer zu be- isset, den wird nicht hungern; und wegen zur Reue und Zerknirschung; wer an mich glaubet, den wird - so bereit zur Gemächlichkeit nimmermehr dürsten. Ich komme und Fleischeslust, so träge zur Ver- zu dir und bitte dich demüthig, du leugnung meiner selbst und zur wollest mich durch wahren Glauben Tugendübung;- so begierig Neues bereiten und zum würdigen Gast zu hören und Schönes zu sehen, so machen dieser himmlischen Mahlzeit. wenig bereit, das Geringe und Ver- Du wollest mich, dein armes Schäfachtete mir gefallen zu lassen; lein, heute weiden auf deiner grünen so begierig, viel zu haben, so karg Aue und zum frischen Wasser des im Geben, so hartnäckig im Be- Lebens führen. Du wollest meine halten;- so unvorsichtig im Reden, so wenig bereit, zu schweigen; - Buß-, Beicht- und Communiongebete. - - - - Vor dem heiligen Abendmahl. 1. so schnell zur Ruhe, so langsam zur Arbeit;- so munter zu unnüßem Geschwäß, so schläfrig zu frommer Betrachtung;- so schnell zerstreut, so selten ganz gesammelt; Seele erquicken und mich auf rechter Straße führen, um deines Namens willen. Du wollest mich würdig machen zu deinem Tisch und mir voll einschenken den Becher deiner Liebe und Gnade. Ich armes Schäflein komme zu deiner Weide, zum so plötzlich zum Zorn bewegt, Brod des Lebens, zum lebendigen so vorschnell zum Verdammen, so Brunnen. Ach, du wahres, süßes schwer im Vergeben;- so über- Himmelsbrod, erwecke in mir einen müthig im Glück, so verzagt im geistlichen Hunger und heiligen Durst, Unglück; so voll frommer Ent- daß ich nach dir schreie, wie ein Hirsch schlüsse und so arm an guten Werken. schreiet nach frischem Wasser. Schaff' in mir, Gott, ein reines Gieb mir ein demüthiges, verHerz und gieb mir einen neuen ge- söhnliches Herz, daß ich meinen wissen Geist, verwirf mich nicht von Feinden von Herzensgrund verdeinem Angesicht und nimm deinen gebe. Tilge aus meinem Herzen heiligen Geist nicht von mir. Hei- die Wurzel aller Bitterfeit und lige mich, reinige mich und schaffe Feindseligkeit. Pflanze dagegen in den neuen Menschen, der in Ge- meine Seele Liebe und Barmherzigrechtigkeit und Heiligkeit vor dir keit, daß ich meinen Nächsten, ja wandle. Das thue um dener Güte willen. Amen. alle Menschen in dir lieb habe. Ach mein Herr, du hast ja selbst gesagt: die Starken bedürfen des err Jesu Christ, mein getreuer Hirt und Bischof meiner Seele, Buß-, Beicht- und Communiongebete. 29 Arztes nicht, sondern die Kranken.| sie glühenden Eifer, Frische des Ach, ich bin frank, ich bedarf deiner, Geistes und andächtigen Sinn. als meines himmlischen Seelen- Denn wer könnte der Quelle allen arztes. Du hast ja gesagt: kommt Trostes sich nahen, ohne einigen her zu mir Alle, die ihr mühselig süßen Trost hinwegzutragen? Wer und beladen seid, ich will euch er- könnte der himmlischen Glut sich quicken. Ach Herr, ich komme mit nahen, ohne erwärmt zu werden? vielen Sünden beladen, nimm sie Und du bist der Quell, du bist das von mir, erledige mich dieser großen Feuer. Wenn es mir auch nicht ver Bürde. Ich komme als ein Un- gönnt ist, die Fülle der Quelle reiner, reinige mich; als ein Blin- auszuschöpfen, so will ich doch an der, erleuchte mich; als ein Armer, den Saum derselben meinen Mund mache mich an meiner Seele reich; legen und wenigstens einige Tropfen als ein Verlorner, suche mich; als daraus trinken, um meinen Durst ein Verdammter, mache mich selig. zu stillen und nicht ganz zu ver= Ach, Jesu, treuester Freund meiner schmachten. Und wenn ich auch Seele, führe mich von mir selber noch nicht ganz himmlisch gesinnt ab, und nimm mich auf zu dir, ja und von Feuer der Liebe zu dir in dich. Denn in dir lebe ich; in durchdrungen bin, so will ich mich mir selber bin ich todt. In dir bin doch bemühen, inbrünstig zu sein ich gerecht; in mir bin ich eitel und mein Herz vorzubereiten, daß Sünde. In dir bin ich selig; in ich wenigstens einen Funken göttmir bin ich lauter Verdammniß. lichen Feuers durch demüthigen In dir habe ich volle Genüge, du Genuß deines Sacramentes erlange. bist mir Alles. Amen. Was mir aber fehlt, heiligster Erlöser, das thue du hinzu nach deiner Güte und Gnade, der du alle Müherr, in Einfalt meines Herzens, seligen und Beladenen zu dir rufft. in freudigster fester Zuversicht Ach ich bin mühselig und finde und auf dein Geheiß nahe ich mich keinen, der mir helfen könnte als zu dir. Du willst, daß ich dich dich, Herr, mein Gott und Erlöser. empfangen und in Liebe mich selbst Darum will ich mich dir befehlen und dir vereinigen soll. Darum mit Allem, was ich bin und habe, rufe ich deine Güte an und erflehe damit du mich beschirmest und zum mir dazu deine besondere Gnade, ewigen Leben leitest. Nimm mich daß ich von dir ganz durchglühet auf zum Lobe und Ruhme deines und mit Liebe zu dir erfüllet werde Namens. Amen. und um feinen Trost mich weiter fümmere. Ach, von sich selbst sind und ohne Andacht; durch dich aber erlangen 2. 3. mein und Gott, was bin ich, daß du dich mir giebeſt 30 Buß, Beicht- und Communiongebete. zur Speise und Trank? Ich bin| besser vermehrt werden, als dadurch, Erde und Asche und ein unrein daß mich mein Herr und Heiland Gefäß, und du legest so einen edlen durch seinen Leib und Blut mit Schatz in mich. O wie groß ist allen Gläubigen vereinigt, und Einen deine Liebe, daß du mir ein solches Leib aus uns machet? Wie kannſt Pfand derselben giebst, das nicht du mir, o lieber Herr, meine Hoffgrößer sein kann im Himmel und nung besser stärken und bekräftigen, auf Erden! Das Pfand des Geistes als indem du mich mit einer unhast du mir zwar gegeben, daran vergänglichen Speise zum ewigen ich erkenne, daß ich ein Kind Gottes Leben speisest? bin. Aber im Abendmahl giebst du Ach Herr mein Heiland, ich bitte mir das Pfand deines Leibes und dich demüthig, weil du mein Fleisch Blutes; daran erkenne ich, daß du und Blut angenommen hast, so laß mein Bruder bist, mein Fleisch und mich auch Alles, was dir wohlBlut. Welch' einen herrlichen und gefällt, lieben; deinen Willen laß großen Beugen meiner Erlösung meinen Willen sein; was dir zugiebst du mir im heiligen Abend- wider ist, laß auch mir zuwider mahl, nämlich dein Blut, welches sein. Laß mich auch durch Kraft auf Erden zeuget von uns'rer Er- deines Fleisches und Blutes williger lösung. Denn in deinem Leiden und und stärker werden, mein Kreuz zu Tode ist Alles, was meine Seele tragen, geduldig sein in Trübsal, erquicken und wonach sie hungern demüthig in Verachtung, sanftund dürsten kann. Ach, bereite mein müthig in Beleidigung, brünstig Herz würdiglich durch wahren Glau- und beständig in der Liebe, anben, durch wahre Buße, Liebe und dächtig im Gebet, daß ich die Kraft Demuth, zu empfangen diesen großen deines Leibes und Blutes in meinem Schatz. Ach, so schmücke meine Leben, und die Frucht deiner ErSeele mit Andacht, mit Glauben, lösung in meinem Glauben allezeit mit Liebe und Demuth und mit empfinden möge. Amen. zuversichtlicher Hoffnung, und er4. sebe, was daran noch fehlt, dich würdig zu empfangen, durch deine dir mein Herz, daß du im Gnade; und vermehre alle dieſe Herr, mein Heiland, o wie danki Stücke in mir durch dein geistliches Abendmahl ein Gedächtniß ge Rommen im heiligen Mahle. Denn stiftet hast deiner Wunder. Wie wie kann mein Glaube besser ge- stellt das gesegnete Brot mir deinen stärket werden, als wenn mir Ver- Leib vor Augen, den du unter gebung der Sünden durch Christi bittern Todesqualen für mich ant Blut versiegelt und in's Herz ge- Streuze dahingabst. Und in dem schrieben wird? Wie kann in mir gesegneten Kelch sehe ich das Blut, die Liebe Gottes und des Nächsten das du zur Versöhnung meiner Buß-, Beicht- und Communiongebete. Sünden vergossen hast und gedenke so deines schweren Leidensganges, auf dem jeder Schritt mit Schmerz, Schmach, Qual und Marter verbunden war. O was hast du für mich gethan, wie theuer bin ich erfauft durch dein kostbares 1. Herr Jesu Christ, ob es wohl wahr ist, daß ich nicht würdig Blut, wie wunderbar errettet durch deinen bin, daß du unter mein Dach gehest, Opfertod. Aber noch mehr hast so bin ich doch bedürftig deiner du gethan, ich soll Vergebung Hilfe und begierig deiner Gnaden, aller meiner Sünden und ewiges daß ich möge selig und fromm werLeben erlangen. O laß diese Absicht den. Nun komme ich in keiner andeiner Liebe auch heute ganz in Er- deren Zuversicht, denn daß ich deine füllung gehen! Sprich an deinem süßen Worte gehöret habe, damit Gnadentische mich los von aller du mich zu deinem Tische ladest Schuld und Strafe und mache mich und sagest mir Unwürdigen zu, ich auch innerlich gewiß, daß ich als soll Vergebung der Sünden haben ein versöhntes und begnadigtes Kind durch deinen Leib und Blut, so ich nichts mehr zu fürchten, Alles zu esse und trinke in diesem Sacrahoffen habe. Mache mir so ein ment. O lieber Herr, ich weiß, daß Abendmahl auch zu einer neuen deine göttliche Zusage und Wort Vereinigung mit dir und mit wahrhaftig sind, daran zweifle ich allen Gliedern deines Leibes, daß nicht, und darauf esse und trinke wir in herzlicher Liebe und Gemein- ich mit dir. schaft zusammen hangen als ein deinen Worten. Leib und ein Geist. Thue mir nach deiner Verheißung: ,, wer mein Mir geschehe nach Amen. Fleiſch iffet und trinket mein Blut, reinigen. Wahr ist es, übel Herr, der bleibet in mir und ich in ihm". Erfülle mich mit deiner Gerechtig- steht der Schade, den Niemand feit, Liebe und Wahrheit, daß ich heilt als du allein. Ach aber, ach, immer mehr dir ähnlich werde, von gieb Gnade, Gnade, laß mich doch allen Sünden ablasse und in deiner nicht verloren sein. Erbarme dich, Nachfolge fortfahre mit der Hei- erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, ligung in der Furcht Gottes. Ja über mich! heilige mich durch und durch, daß Beim Hinnahen zum Tische des Herrn. 31 2. 3. 籬 err, unser Heiland, du bist das mein Geist, sammt Seele und Leib, unsträflich behalten werden bis auf Brot des Lebens; mit tiefer den Tag deiner Zukunft. Herr hilf, Empfindung meiner Unwürdigkeit Herr, laß wohlgelingen! Amen. komme ich zu dir. Stärke und erquicke mich durch dein heiliges 32 Buß- Beicht- und Communiongebete. Mahl des Lebens, des Trostes bei Gieb, daß ich deine große Liebe der Menge meiner Sünden, der nimmermehr vergesse, deines hei Heiligung zur Besserung meines Lebens. 4. ligen Todes stetiglich gedenke. Dein heiliger Leib und dein theures Blut heilige und segne meinen Leib und Herr, dein heiliger Leib, der meine Seele, und behüte mich vor für mich gebrochen wurde, hei- allen Sünden. Ach, mein Erlöser lige mich in der Kraft deines Todes und Seligmacher, lebe du in mir an Leib und Seele und nähre mich an dem inwendigen Menschen zum ewigen Leben. Dein heiliges Blut, für mich vergossen, mache mir zu einem stets offenen Zugang den Gnadenthron deines Vaters. und ich in dir, bleibe du in mir und ich in dir. Vertreib' aus meinem Herzen alle Untugend; behalte und besize du allein das Haus meines Herzens. 5. Nach dem heiligen Abendmahl. 1. Meine arme Seele hat sich mit dir verbunden als deine Braut, und du hast dich mit ihr verlobet und err Jesu Christ, dein Brod speise vereiniget in Ewigkeit, und ist mun mich, dein Blut tränke mich. eine Königin worden, weil du selbst, Vom bösen Feinde errette mich, im der König aller Könige, dich mit wahren Glauben erhalte mich, auf ihr vermählet hast. Wie sollte sie daß ich sammt allen Auserwählten sich wieder zur Dienstmagd erniedich lobe und preise hier zeitlich drigen so vieler Sünden und Unund dort ewiglich. sauberkeit? Wie sollte sie sich ihres Adels wieder verlustig machen durch die Eitelkeit und Nichtigkeit der Sünden, und sich selbst unwürdig einer so hohen Ehre? Ach, schmücke und ziere meine Seele mit geistHerr Jesu Christ! dir sage ich lichem Schmuck, mit himmlischer von Herzen Dank, daß du mich mit Schönheit, mit starkem Glauben, der köstlichen und theuren Speise feuriger Liebe, brennender Hoffund dem Trank deines heiligen nung, mit tiefer Demuth, heiliger Leibes und Blutes gespeiset und Geduld, brünstigem Gebet, holderquicket hast. Ach, wer bin ich, seliger Sanftmuth, sehnlichem Berdaß du mich Unwürdigen gewür- langen nach dir allein und nach diget hast, von deinem Tische zu dem ewigen Leben, daß ich mit essen! Ach, wie könntest du mir dir allein Gemeinschaft habe, ich doch ein höheres Pfand geben deiner esse oder trinke, schlafe oder wache, Liebe und eine größere Versicherung lebe oder sterbe; daß du bei mir meiner Erlösung, der Vergebung der und in mir, und ich bei dir und Sünden und des ewigen Lebens? in dir ewig bleibe, mit dir esse und Ach ch, du freundlicher, liebreicher Buß-, Beicht- und Communiongebete. 33 trinke, von dir rede, singe und sage,| schaffener Gerechtigkeit und Heiligohne Unterlaß an dich gedenke; daß keit. Regiere mich, o Vater, mit ich möge in diesem Glauben ein- deinem heiligen Geiste, daß ich mich schlafen, am jüngsten Tage fröhlich hinfort nicht mehr verunreinige mit auferstehen und in die ewige Freude allerlei Sünden und Lastern und eingehen. Amen. dadurch mich selbst verwerflich mache, sondern daß ich solche Greuel von deinem Angesicht wegthue, meine allmächtiger, barmherziger Gott Hand vom Unrechten kehre und nach und Vater, der du mich nun deinen Geboten wandle. Gieb, daß abermal um deines Sohnes willen zu ich hinfort nicht mir selbst lebe, Gnaden angenommen und deiner Huld sondern dir und deinem lieben Sohne, und aller himmlischen Gnadenschätze Jesu Christo, der für mich gestorvon neuem im heiligen Abendmahl ben und auferstanden ist und jetzt versichert hast: wie soll ich doch diese wiederum mich mit seinem Fleisch hohen Wohlthaten vergelten und und Blut zu einem neuen Leben mich gegen dich dankbar erzeigen? gespeiset und getränket hat. Gieb, Liebster Vater, du forderst ja nichts daß ich an meinem Leib und in von mir, als daß ich dich fürchte meinem Geist dich preise und dir und in allen deinen Wegen wandle, diene die ganze Zeit meines Lebens daß ich dich liebe, dir von ganzem in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die Herzen und von ganzer Seele diene, dir gefällig ist. Dazu verleih' mir deine Gebote halte und dir anhange, deine göttliche Gnade und Kraft auf daß es mir wohlgehe; denn um Jesu Christi willen. Amen. es ist mir ja deutlich gesagt, was gut ist, und was du, Herr, von mir forderst: nämlich dein Wort halten, Liebe üben und demüthig sein vor dir. Gebet für Confirmanden. 2. 1. A bba mein Vater! Dein schwaGieb mir, o Herr, dein Gesetz ches Kind erhebt seine Stimme und deine Furcht in mein Herz, und will zu dir beten. Du hast daß ich nicht mehr von dir abweiche, mich in Christo, deinem Sohne, sondern deinem Wort und deiner schon geliebt, ehe der Welt Grund Stimme gehorche, dir treulich und gelegt ward, und hast zu deirechtschaffen diene und dir allein nem inde mich erwählet. Du anhange. Hilf, daß ich den alten hast meinen Namen in das Buch Menschen ablege, des Fleisches Ge- des Lebens geschrieben. Das Loos schäfte tödte, hingegen im Geist ist mir auf's Lieblichste gefallen; meines Gemüths mich erneuere und mir ist ein schön Erbtheil geworden neuen Menschen anziehe, der den. O unendliche Barmherzigkeit! nach dir geschaffen ist in recht- die mich aus einem Kinde der Sünde 3 34 Buß-, Beicht- und Communiongebete. zu einem Kinde der Gnade gemachtslautern Milch des Evangelii, und hat. Du hast mir alle meine Sün- laß mir dein Wort süßer werden, den vergeben und sie in die Tiefe denn Honig und Honigseim. Speiſe des Meeres geworfen. Du hast mich, mein Jesu, mit deinem Leib das geistliche Leben in mir ange- und Blut im heiligen Abendmahl, zündet. Ich darf dich meinen Va- damit ich stark werde in deiner ter nennen, und weil du mein Va- Gnade. Habe Geduld mit deinem ter bist, so werde ich ewiglich dein schwachen Kinde, wenn ich mich bei Kind und Erbe sein. Deß freuet deiner Gnadentafel nicht so versich mein Herz und meine Seele halte, wie ich sollte. Laß mich eine ist fröhlich über deine Güte. Aber, zarte Rebe sein in dir, dem lebenmein Vater! siehe, wie ich schwach digen Weinstock, damit ich reich an bin! Ach! du hast ein gar schwa- Früchten des Glaubens werde. ches Kind an mir. Ich bin schwach O heiliger Geist! rufe du das Abba an Erkenntniß und Erfahrung. Din mir und gieb beständig meinem mein Vater! wie leicht ist es ge- Geiste Zeugniß, daß ich ein Kind schehen, daß ein schwaches Kind und Erbe Gottes sei. Hilf meiner fällt und umkommt. Ach! darum Schwachheit auf und stärke mich leite mich mit deinen Augen, und nach deinem Wort. Abba, mein zeige mir den Weg, den ich wan- Vater! erhöre dein armes Kind; deln soll. Vergieb mir doch alle so will ich dich preisen in alle meine Ulebereilung und allen Leicht- Ewigkeit. Amen. sinn, der mich so rasch in Sünde fortreißt. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmest du um erstenmal soll ich heute, o dich über die, so dich fürchten. Da- allerheiliger Gott, vor dein rum erbarme dich auch über mich, Antlig treten an heiliger Stätte, dein Kind; denn ich fürchte deinen vor deinen Altar, um die größten Namen. Wasche und reinige mich Segnungen deiner Liebe zu empfandurch das Blut Jesu Christi, und gen, um mich dir anzugeloben, um pflanze immer mehr in mein ar- mit dir selbst, mein Erlöser, um mit mes, schwaches Herz kindliche Furcht, der Kraft deines Lebens verbunden findlichen Gehorsam, kindliche Liebe zu werden. Welche heilige Stunde, und findliches Vertrauen. Beför- welches Vorgefühl des Himmels, dere das Wachsthum deines gött- welche unendliche Gnade willst du, lichen Lichtes und alle Gnaden- mein Heiland, mein Gott, mir ge träfte in meiner Seele, damit ich währen! In mir willst du leben munter fortgehe von Licht zu Licht, und ich soll in dir sein. Ach, aber von Kraft zu Kraft, von Gnade zu wie fühl' ich meine Unwürdigkeit! Gnade. Mache mich zu dem Ende Wie kann ich sündiges Herz zu dir 2. recht begierig nach der vernünftigen, nahen? Wie oft war ich undankbar Buß-, Beicht- und Communiongebete. 35 Am Confirmationstage. Herz gegen dich; wie oft vergaß ich dein| mir die Freude, die mich von dir Wort und dein Gebet zu dir, mein abführen könnte. Deine HerrlichVater, mein Heiland voll Liebe keit, die Wonne vor deinem Antlig und Treue! Wie waren deine Er- sei mein größtes, mein höchstes Ziel. mahnungen, deine Gebote, deine Allmächtiger Erlöser, ziehe deine Lehren mir zu ernst, zu heilig; for Hand nicht von mir ab, um deines derten, wie ich meinte, zu viel von Namens willen. Amen. mir! Wie vergaß ich der wahren Liebe gegen meine Eltern; wie vergaß ich oft alle Mühe, alle Sorge, err Gott, lieber himmlischer allen Kummer, den ich ihnen geVater. Mit Rührung und macht! Wie war es bald nur Ehr Dank erhebe ich an dem Tage, an geiz, bald Stolz, Neid, Mißgunst dem ich meinen Taufbund erneuern gegen Andere, vor denen ich mich soll, meine Seele zu dir. O Gott, hervorthun wollte, was mich zu ich bin nicht werth der BarmherzigThätigkeit und Fleiß aufregte; wie feit und Treue, die du mir von leicht riß mich Muthwillen und meiner frühesten Kindheit an erwieSinnlichkeit hin, deinen heiligen sen hast. Schon als schwaches Willen ganz zu versäumen, wohl hilfloses Kind, als ich von dir und gar eitler Lust zu fröhnen! Er deinem heiligen Walten nichts wußte, barmender Vater, Herr, mein Hei- hast du dich meiner liebreich angeland, gedenke nicht der Sünden nommen und mich mächtig beschirmt. meiner Jugend, sondern gedenke Tausend Gefahren drohten meinem mein nach deiner großen Barmherzig- Leben, du hast sie gütig von mir keit. Tilge die Macht meiner sinn- gewandt. Viele ließest du sterben lichen Lust, laß mich allein im Ge- in frühen Jahren, aber mich ließest horsam gegen dein Wort meine du leben und unter treuer Pflege wahre Ehre, darin mein Lebens- aufwachsen, in der ich dich, meinen glück, im Gefühl durch dich geheilig- Schöpfer und Herrn, meinen Gott ter Kraft meine wahre Freude, in und Vater, und, den du gesandt, dir den Führer, den Leitstern mei- Sesum als den Christ und meinen ner Jugend, meines ganzen Lebens Erlöser kennen gelernt. Nun weiß Stärke mich, denn du ich, an wen ich glaube und auf wen lennſt ja am besten meine Schwach- ich schon in den ersten Tagen meiheit bei Verführung, bei der Täu- nes Lebens getauft bin. Nun weiß schung vermeinter Freunde, die dich ich, wer mich selig macht und in nicht kennen. Leite meine Wege in wessen Nachfolge ich wahres Glück einer Welt voll Gefahren, voll Reize und Seelenfrieden finde. Du bist für das wankende Herz des Jüng- es, Jesus, mein Heiland, und mit lings, mit der ganzen Kraft deiner dir schließe ich heut den Bund, dir Weisheit, deiner Treue; zerstöre Treue zu geloben bis in den Tod, erfennen. 3* 36 Gebete für Kranfe und Sterbende. dir nachzufolgen auf dem schmalen| wie wenig rechter Ernst und wie Wege, deiner Stimme zu gehorchen viel leichter Sinn noch in mir wohnt, unter allen Versuchungen und Lockun- wie Thorheit und Eitelkeit, Ungen der Welt. Stärke mich, das wahrheit und Trotz oft mächtig in schwache, strauchelnde Kind, das mir sind. Lehre mich hinankommen sich so vieler Schwächen bewußt zu dem rechten Mannesalter in ist, das nur die stete Obhut und Christo, laß mich fest werden, denn Fürsorge der Eltern vor Zügel- es ist ein köstlich Ding, daß das Losigkeit bewahrt hat und das mit Herz fest werde, welches geschieht Furcht und Zittern daran denkt, durch Gnade. Deine Gnade stärke daß es bald auf sich selbst gestellt mich, deine Gnade behüte mich und sein soll, in eigener Selbständigkeit mache den heutigen Tag zu einem und Freiheit die Pfade seines Le- Tage bleibenden Segens. bens zu gehen. Herr, du weißt, Amen. IV. Gebete für Kranke und Sterbende. In Krankheit. 1. preise. Wo es mir aber nützlicher ist, zeitlich zu sterben, denn allhier in diesem Jammerthal und elenden Leben ſo Vater, weil du uns geboten dein göttlicher Wille, wie im Himhaft und gesprochen: Rufe mich mel also auch auf Erden. Verleihe an in der Noth, so will ich dich mir nur Gnade, daß ich mich in erhören und du sollst mich preisen," deinen Willen, der allezeit der beſte deswegen schreie ich zu dir in dieser ist, gänzlich ergebe. Erhalte mich meiner großen Noth, durch Jesum fest im christlichen Glauben und Christum, deinen lieben Sohn, und wahrer Erkenntniß bis an mein bitte dich, du wollest mich armen Ende. Laß mich von dir nimmerfündigen Menschen nicht verlassen. mehr abgeschieden werden, sondern So nun diese meine Krankheit nicht nimm meine Seele zu dir in dein zum Tode ist, so hilf mir auf, daß Reich, durch deinen lieben Sohn, ii) genese, um deiner Barmherzig- Jesum Christum, unsern Herrn. teit willen, auf daß ich deine Macht| Amen. und Kraft an mir verkündige und Gebete für Krante und Sterbende. 37 2. U₁ In Todesnoth. Lohn derer, die in Trübsal aus[ nendlich gütiger und barmherzi- halten, groß sein wird. Erwede ger Gott, der du der Arzt der mich dabei, immer auf das VorKranken, der Trost der Betrübten bild meines Erlösers zu sehen, der und die Zuflucht der Verlassenen dir gehorsam war bis zum Tode, bist! Ich bekenne und klage dir ja bis zum Tod am Kreuz: damit mit innigster Reue das Verderben ich nach seinem Exempel wahre Ge meines Herzens, welches sich bei lassenheit und Geduld beweise, und meiner anhaltenden Krankheit so von dir und deiner Huld nicht geoft durch Ungeduld, Mißtrauen und schieden werde. Amen. Kleinmüthigkeit reget. Vergieb es mir um Christi willen, wo ich irgend durch ängstliches Bagen und Ewiger Gott, du barmherziger Murren mich an dir verfündiget und getreuer Schöpfer, siehe, habe, und schenke mir die Geduld, ich stehe nun vor der Pforte der die mir so nöthig ist. Laß mich Ewigkeit. In wenig Stunden oder oft an deine Verheißungen geden- Augenblicken bin ich vielleicht schon fen, und laß mich die Kraft dersel- aus dieser sichtbaren Welt geschieden. ben an meinem Herzen erfahren, Ach, verlasse mich doch nicht in damit ich mit fester Ueberzeugung diesem schweren Durchgang. Ach, glaube: ,, Du werdest meiner nicht sei mein Geleitsmann auf dem Wege vergessen, du werdest mich nicht ver- zu dir! Ach, Jesu, du Sohn David, lassen, noch versäumen." Du willst erbarme dich mein! Ach, du Lamm nicht, daß ich mein gegenwärtiges Gottes, das der Welt Sünde trägt Leiden gering schätzen, oder un- und wegnimmt, sei mir gnädig und empfindlich dagegen sein soll. Aber gieb mir deinen Frieden! Ach, gieb auch, daß ich dasselbe nicht thue mir auf die Thüre der Gnaals ein Zeichen deines Zornes und den. Ach, schließ auf dein Paradeiner Ungnade ansehe, sondern dies, das durch die Sünde verfolches als eine weise und väter- schlossen ist, und nimm mich aus liche Züchtigung, so von deiner Gnaden ein, wie den befehrten Hand kommt, verehre. Laß mich Schächer, denn du hast die Schlüssel fest überzeuget werden, daß diese der Hölle und des Todes. Krankheit nach deiner weisen Fü- Ach löse du, o mein Erlöser, alle gung mein wahres Seelenheil und Bande meiner Sünden auf, daß den christlichen Vorsaß befördern ich ritterlich ringe und mit dir frei muß, am meisten nach dem zu trach- und getroft eindringe durch den ten, was droben ist. Gieb mir Tod ins Leben. aber auch den freudigen Trost, daß Ich weiß sonst keine Zuflucht, bu zwar Wunden schlägst, sie aber noch Rath im Himmel und auf auch wieder heilest, und daß der Erden, als deine lautere Gnade, 38 Gebete für Kranke und Sterbende. o Gott, mein Erlöser. Auf diese nicht von mir, wenn meine Augen laß mich allein leben und sterben in ernster Buße. Ja, laß mich an dich, o Jesu, glauben, damit ich den Tod nicht sehe ewiglich. Amen. brechen; zeige mir alsdann deine Gestalt und laß mich sehen dein Bild, wie du dich am Kreuze zu Tode geblutet hast. Ob ich schon wandre im finstern Thal, fürchte ich doch kein Unglück, denn mein Jesus ist bei mir. Ja, mein Jesu, bleibe bei mir, stärke mich im Glauben und laß mich dein Eigenthum sein, hie As faberziget, ch, barmherziger, gütiger Gott, zeitlich und dort ewiglich. Amen. hilf mir in meinem Leid und Gebete dem Sterbenden vorzusagen. 1. 3. in meiner Todesstunde; o mein Gott, du biſt ja allezeit mein gnädigerennoch bleibe ich stets an dir, denn du hältst mich bei meiner Gott und mein Beistand gewesen, ach, bleibe es auch jetzt. Jesu, rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rath und nimmst mich endbleibe bei mir, es will Abend werden, und der Tag meines Lebens lich zu Ehren an. Durch deinen hat sich geneigt. O werther, heiliger Todeskampf und blutigen Schweiß Geist, stärke mich, erhalte mich in hilf mir, mein Heiland und Herr, festem Glauben bis an mein Ende, ich weiche nicht von dir, ach, bleibe erleuchte mich zum ewigen Leben. du auch bei mir. Jesu, wenn mein Ich will auf Jesu Blut und Wun- Kampf angeht, so hilf mir ringen, den sterben: dem lebe ich, dem sterbe so hilf mir siegen und überwinden; ich; auf sein Verdienst verlasse ich wenn die Angst meines Herzens groß wird, so führe mich aus meinen mich. Amen. Nöthen. Ich bin ja dein Eigen thum, darum führe mich durch alle Jie der Hirsch schreiet nach frischem Angst hindurch zur Freude, zur Wasser, so schreiet meine Seele, Wonne, zur Herrlichkeit. Bist du Gott, zu dir, meine Seele dürstet mit mir, so fürchte ich mich nicht, nach Gott, nach dem lebendigen so bin ich selig, so werde ich zur Gott; wann werde ich dahin kom- Freude eingehen. Amen. men, daß ich Gottes Angesicht 2. schaue? Jesu, du Licht meiner See- 4. err Jesu, dir leb' ich, Herr Jesu, vir ſterb' ich, werr Seſu, bein gehen die himmlische Klarheit; weiche bin ich todt und lebendig. Amen. wenn meine dunkel werden, ſo laß in meiner Geele auf 3 weite Abtheilung. don I. Liturgie. P'llcar Geistlicher: Chor: Im Namen des Vaters und des Und mit deinem Geiste. Geistlicher: Sohnes und des heiligen Geistes. Unsere Hilfe sei im Namen des Spricht ein Gebet als Einleitung Herrn, der Himmel und Erde ge- zur Sonntagsepistel. macht hat. Chor: und Vater! Amen. Geistlicher: Allbarmherziger Gott In tiefer Demuth erfennen und bekennen wir vor dir unsere vielfachen Sünden und Ver- Verliest die Sonntags- Epistel. gehungen. Siehe erbarmend auf Halleluja. uns nieder und vergieb uns Reuigen alle unsere Sünden, um des Verdienstes deines lieben Sohnes, unseres Heilandes, Jesu Christi willen. Amen! Chor: Amen. Geistlicher: Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Amen! Oder einen ähnlichen Spruch. Chor: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste. Amen. Geistlicher: Herr, erbarme dich unser und sei uns gnädig! - Chor: Kyrie eleison! Christe eleison! Kyrie eleison. Geistlicher: Ehre sei Gott in der Höhe! Chor: Und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen; Amen. Amen. Amen. Geistlicher: Der Herr sei mit Euch! 39 Chor: Halleluja. Geistlicher: Verliest das Evangelium. Gelobt seist du, o Christus. Chor: Amen. Geistlicher: Ich glaube an Gott, den Vater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erden und an Jesum Christum, seinen eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom heiligen Geiste; geboren von der Jungfrau Maria; gelitten unter Pontio Pilato; gekreuziget, gestorben und begraben; niedergefahren zur Hölle; am dritten Tage wieder auferständen von den Todten, aufgefahren gen Himmel; sibet zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Todten. Ich glaube an den heiligen Geist; eine heilige, allgemeine christliche Kirche; die Gemeinschaft der Heiligen; Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen. Chor: Amen. Amen. Amen. 40 II. Die Litanei. Kyrie yrie, eleison! Christe, eleison! Kyrie, eleison! Christe, erhöre uns! Herr Gott, Vater im Himmel, Erbarm' dich über uns! TE Herr, Sohn Gottes, der Welt Heiland, Erbarm' dich über uns! Herr Gott, heiliger Geist, Erbarm' dich über uns! Sei uns gnädig! Verschon' uns, lieber Herre Gott! Sei uns gnädig! Hilf uns, lieber Herre Gott! Vor allen Sünden, Vor allem Irrsal, Vor allem Uebel, Vor des Teufels Trug und List, Vor bösent, schnellen Tod, Vor Pestilenz und theurer Zeit, Vor Krieg und Blutvergießen, Vor Aufruhr und Zwietracht, Vor Jeu'r- und Wassersnoth, Vor Hagel und Unwetter, Vor dem ewigen Tod, Behüt' uns, lieber Herre Gott! Durch deine heilige Geburt, Durch deinen Todeskampf und blut'gen Schweiß, Durch dein Kreuz und Tod, Durch dein heiliges Aufersteh'n und Himmelfahrt, In unserer letzten Noth, Am jüngsten Gericht Hilf uns, lieber Herre Gott! Wir armen Sünder bitten, du woll'st uns erhören, lieber Herre Gott, Und deine heilige christliche Kirche regieren und führen, Alle Bischöfe, Pfarrherren und Kirchendiener im heilsamen Wort und heiligen Leben behalten, Allen Rotten und Nergernissen wehren, Alle Irrige und Verführte wiederbringen, Den Satan unter unsre Füße treten, Treue Arbeiter in deine Ernte senden, Deinen Geist und Kraft zum Worte geben, Allen Betrübten und Blöden helfen und trösten: Erhör' uns, lieber Herre Gott! Allen christlichen Königen und Fürsten Fried' und Eintracht geben, Unserm König steten Sieg wider seine Feinde gönnen, Unsern Landesherrn mit allen seinen Gewaltigen leiten und schützen, Unsern Rath und Gemeine segnen und behüten: Erhör' uns, lieber Herre Gott! Allen, so in Noth und Gefahr sind, mit Hilf' erscheinen, Aller Kinder und Kranken pflegen und warten, Alle unschuldig Gefangenen los und ledig lassen, Alle Wittwen und Waisen vertheidigen und versorgen, 41 O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, Erbarm' dich über uns! O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, Verleih' uns steten Fried'! Christe, erhöre uns! Kyrie, eleison! Christe, eleison! Erhör' uns, lieber Herre Gott! Kyrie, eleison! Amen! Passion. Aller Menschen dich erbarmen, Unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben und sie befehren, Die Früchte auf dem Lande segnen und bewahren, Und uns gnädiglich erhören. Erhör' uns, lieber Herre Gott! D Jesu Christe, Gottes Sohn, Dr. Martin Luther. III. Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Chriſti, nach den vier Evangelisten zur täglichen Erbauung für die gesammte Passionszeit geordnet. Erste Woche. I. die Römer und nehmen uns Land Es war aber nahe das Fest der und Leute. Einer aber unter ihnen, süßen Brote, das da Ostern heißet. Caiphas, der desselben Jahrs HoherUnd Jesus sprach zu seinen Jün- priester war, sprach zu ihnen: Ihr gern: Ihr wisset, daß nach zween wisset nichts, bedenket auch nichts; Tagen Ostern wird, und des Men- es ist uns besser, Ein Mensch sterbe schen Sohn wird überantwortet für das Volk, denn daß das ganze werden, daß er gekreuziget werde. Volk verderbe. Solches aber redete Da versammelten sich die Hohen- er nicht von sich selbst, sondern diepriester und Schriftgelehrten und weil er desselbigen Jahres Hoherdie Aeltesten im Volk in dem Palast priester war, weissagte er. Denn des Hohenpriesters, der da hieß Jesus sollte sterben für das Volk; Caiphas, hielten einen Rath und und nicht für das Volk allein, sonprachen: Was thun wir? Dieser dern daß er die Kinder Gottes, die Mensch thut viel Zeichen. Lassen zerstreuet waren, zusammen brächte. wir ihn also, so werden sie Alle an Von dem Tage an rathschlagten sie, ihn glauben. So kommen dann wie sie Jesum mit Listen griffen 42 Passion. II. auf IV. und tödteten; denn sie fürchteten| Zahl der Zwölfe. Und der ging sich vor dem Volk. Sie sprachen hin und redete mit den Hohenaber: Ja nicht auf das Fest, daß priestern und mit den Hauptleuten, nicht ein Aufruhr werde im Volk. daß er ihn verriethe, und sprach: Was wollt ihr mir geben? Ich will ihn euch verrathen. Da sie das Und da nun Jesus war zu Bethania im Hause Simonis, des Aus- höreten, wurden sie froh und sie boten ihm dreißig Silberlinge, und säßigen, trat zu ihm ein Weib, das er versprach sich. Und von dem hatte ein Glas mit ungefälschtem an suchte er Gelegenheit, daß er föstlichen Nardenwasser, und sie zer- ihn überantwortete ohne Rumor. brach das Glas und goß es sein Haupt, da er zu Tische saß. Da das seine Jünger sahen, wur- Aber am ersten Tage der süßen den sie unwillig und sprachen: Was Brote, auf welchem man mußte soll doch dieser Unrath? Man könnte opfern das Osterlamm, traten die das Wasser mehr denn um drei- Jünger zu Jesu und sprachen zu hundert Groschen verkauft haben ihm: Wo willst du, daß wir hinund dasselbe den Armen geben. gehen und dir bereiten das OsterUnd murreten über sie. Da das lamm zu essen? Und er sandte Jefus merkete, sprach er zu ihnen: Petrum und Johannem und sprach: Lasset sie mit Frieden, was beküm- Gehet hin in die Stadt; siehe, mert ihr das Weib? Sie hat ein wenn ihr hineinkommt, wird euch gut Werk an mir gethan. Ihr habt ein Mensch begegnen, der trägt allemal Arme bei euch; und wann einen Wasserkrug: folget ihm nach ihr wollet, könnet ihr ihnen Gutes in das Haus, da er hineingehet, thun; mich aber habt ihr nicht alle- und saget zu dem Hauswirth: Der zeit. Sie hat gethan, was sie ge- Meister läßt dir sagen, meine Zeit fonnt. Denn daß sie das Wasser ist herbei kommen; ich will bei dir hat auf meinen Leib gegossen, da- Ostern halten! wo ist das Gastmit ist sie zuvorgekommen, meinen haus, darinnen ich das Osterlamm Leichnam zu salben zu meinem Be- effen möge mit meinen Jüngern? gräbniß. Wahrlich, ich sage euch, Und er wird euch einen großen gewo dies Evangelium gepredigt wird pflasterten Saal zeigen; daselbst be in aller Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtniß, was sie jetzt gethan hat. reitet es. Sie gingen hin und fanden, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Osterlamm. III. V. Es war aber der Satanas gefahren in den Judas, genannt Und am Abend fam er, und setzte sich zu Tisch mit den zwölf Aposteln, Ifcharioth, der da war aus der und er sprach zu ihnen: Mich hat Passion. 43 herzlich verlanget, dies Osterlamm| Simonis Ischarioth ins Herz ges mit euch zu essen, ehe denn ich leide; geben, daß er ihn verriethe, wußte denn ich sage euch, daß ich hinfort Sesus, daß ihm der Vater hatte nicht mehr davon essen werde, bis Alles in seine Hände gegeben, und daß erfüllet werde im Reich Gottes. daß er von Gott kommen war und Und er nahm den Kelch, dankete zu Gott ging; stand er vom Abendund sprach: Nehmet denselbigen und mahl auf, legte seine Kleider ab, theilet ihn unter euch: Ich werde nahm einen Schurz und umgürtete nicht trinken von dem Gewächse des sich. Darnach goß er Wasser in Weinstocks bis an den Tag, da ichs ein Becken, hob an den Jüngern neu trinken werde mit euch in meines die Füße zu waschen und trocknete Vaters Reich.an sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petro; und derselbe sprach zu ihm: Herr, solltest du mir meine Füße waschen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißest du jegzt nicht; du wirst's aber hernach erfahren. VI. Und indem sie aßen in der Nacht, da er verrathen ward, nahm der Herr Jesus das Brot, dankete und brachs und gabs den Jüngern und sprach: Nehmet, effet; das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; folches thut zu meinem Gedächtniß. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so haſt du keinen Theil an mir. Spricht Desselbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankete, gab ihnen den und sprach: Trinket Alle daraus; dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch und für Viele zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht vergossen wird zur Vergebung der die Füße alleine, sondern auch die Sünden. Solches thut, so oft ihrs Hände und das Haupt. Spricht trinket, zu meinem Gedächtniß. Und Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, fie tranfen alle daraus. der darf nicht, denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht Alle. Denn er wußte seinen Verräther wohl; darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein. VII. bor Vor dem Jeste aber der Ostern, das ist, auf denselbigen Abend, da Jesus erkennete, daß seine Zeit kommen war, daß er aus dieser Welt Da er nun ihre Füße gewaschen ginge zum Vater; wie er hatte ge- hatte, nahm er seine Kleider und liebet die Seinen, die in der Welt setzte sich wieder nieder und sprach waren, so liebte er sie bis ans Ende. abermal zu ihnen: Wisset ihr, was Und nach dem Abendessen, da ich euch gethan habe? Shr heißet schon der Teufel hatte dem Juda mich Meister und Herr und saget 44 Passion. recht daran; denn ich bin's auch. von euch allen; ich weiß, welche ich So nun ich, euer Herr und Meister, erwählet habe, sondern daß die euch die Füße gewaschen habe, so Schrift erfüllet werde: Der mein sollet ihr auch euch unter einander Brot isset, der tritt mich mit Füßen. die Füße waschen. Ein Beispiel Jetzt sage ich's euch, ehe denn es habe ich euch gegeben, daß ihr thut, geschiehet, auf daß, wenn es gewas ich euch gethan habe. Wahr- schehen ist, ihr glaubet, daß ich's lich, wahrlich, ich sage euch, der bin. Wahrlich, wahrlich, ich sage Knecht ist nicht größer, denn sein euch, wer aufnimmt, so ich jemand Herr, noch der Apostel größer, denn senden werde, der nimmt mich auf; der ihn gesandt hat. wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. So ihr solches wisset, selig seid ihr, so ihr's thut. Nicht sage ich| Zweite Woche. I. Mensch noch nie geboren wäre. Da antwortete Judas, der ihn verrieth, und sprach: Bin ich's Rabbi? Er sprach zu ihm: Du sagst es. Da Jesus solches gesagt hatte, ward er betrübt im Geist und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, einer unter euch, der mit mir isset, Es war aber einer unter seinen wird mich verrathen. Siehe, die Jüngern, der zu Tische saß an der Hand meines Verräthers ist mit Brust Jesu, welchen Jesus lieb mir über Tische. Und die Jünger hatte. Dem winkete Simon Petrus, wurden sehr traurig, sahen sich unter daß er forschen sollte, wer es wäre, einander an, und ward ihnen bange, von dem er sagte. Denn derselbige von welchem er redete. Und sie lag an der Brust Jesu, und sprach fingen an, zu fragen unter sich zu ihm: Herr, wer ist's? Jesus selbst: Welcher es doch wäre unter antwortete: Der ist's, dem ich den ihnen, der das thun würde, und Bissen eintauche und gebe. Und er fagten zu ihm, einer nach dem an- tauchte den Bissen ein, und gab ihn dern: Herr, bin ichs? und der an- Juda Simonis Ischarioth. Und dere: Bin ich's? Er antwortete und nach dem Bissen fuhr der Satan sprach zu ihnen; Einer aus den in ihn. Zwölfen, der mit mir in die Schüſsel Da sprach Jesus zu ihm: Was tauchet, der wird mich verrathen. du thust, das thue bald. Dasselbige Des Menschen Sohn gehet zwar aber wußte niemand über dem Tische dahin, wie es beschlossen und von wozu er's ihm sagte. Etliche meis ihm geschrieben ist; doch wehe dem neten, dieweil Judas den Beutel Menschen, durch welchen des Men- hatte, Jesus spräche zu ihm: Kaufe, schen Sohn verrathen wird. Es was uns Noth ist auf das Fest; wäre ihm besser, daß derselbige oder, daß er den Armen etwas Paffion. 4> gebe. Da er mun den Bissen ge-| gebe ich euch, daß ihr euch unter nommen hatte, ging er so bald einander liebet, wie ich euch gehinaus. Und es war Nacht. liebet habe, auf daß auch ihr einander lieb habet. Dabei wird Jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe unter einander habt. II. Da aber Judas hinausgegangen war, erhob sich ein Zank unter ihnen, welcher unter ihnen sollte für den Größten gehalten werden. Er aber sprach zu ihnen: Die weltIII. Spricht Simon Petrus zu ihm: lichen Könige herrschen, und die Herr, wo gehest du hin? Jesus Gewaltigen heißt man gnädige antwortete ihm: Da ich hingehe, Herren; ihr aber nicht also; sondern fannst du mir für diesmal nicht der Größte unter euch soll sein wie folgen; aber du wirst mir hernachder Jüngste, und der Vornehmste mals folgen. Petrus spricht zu wie ein Diener. Denn welcher ist ihm: Herr, warum kann ich dir diesmal nicht folgen? Ich will mein der Größte? der zu Tische sitzt, oder der da dienet? Ist's nicht Leben für dich lassen. Sesus antalso, daß der zu Tische sitzt? Ich wortete ihm: Solltest du dein Lebere aber bin unter euch wie ein Diener, für mich lassen? Simon, Simon, Ihr aber seid's, die ihr beharret siehe, der Satanas hat euer begehrt, habt bei mir in meinen Anfechtun- daß er euch möchte sichten wie der gen. Und ich will euch das Reich Weizen. Sch aber habe für dich bescheiden, wie mir's mein Vater gebeten, auf daß dein Glaube nicht beschieden hat, daß ihr essen und aufhöre. Und wenn du dermaleinst trinken sollt über meinem Tische in dich bekehrest, so stärke deine Brümeinem Reich, und sizen auf Stühlen richten die zwölf der. Er sprach aber zu ihm: Herr, Geschlechter ich bin bereit, mit dir in's Ge zwölf Geschlechter fängniß und in den Tod zu gehen.. Er aber sprach: Wahrlich, wahrlich, Petrus, ich sage dir, der Hahn wird heute nicht frähen, ehe denn du dreimal verleugnet hast, daß du mich fennest. und und richten die Ifrael. Da spricht aber Jesus: Nun ist des Menschen Sohn verfläret, und Gott ist verkläret in ihm. Ist Gott verkläret in ihm, so wird ihn auch Gott verklären in ihm selbst und wird ihn bald vertiären. IV. Liebe Kindlein, ich bin noch eine Und er sprach zu ihnen: So oft fleine Weile bei euch. Ihr werdet ich euch gesandt habe ohne Beutel, mich suchen; und wie ich zu den ohne Tasche und ohne Schuhe, habt Juden sagte, wo ich hingehe, da ihr auch je Mangel gehabt? Sie könnt ihr nicht hinkommen. Und sprachen: Nie keinen. Da sprach er ich sage euch num: Ein neu Gebot zu ihnen: Aber nun, wer einer 46 Passion. Beutel hat, der nehme ihn, dessel- sprach: Vater, die Stunde ist hier, bigen gleichen auch die Tasche; wer daß du deinen Sohn verklärest, auf aber nicht hat, verkaufe sein Kleid daß dich dein Sohn auch verkläre; und kaufe ein Schwert. Denn ich gleichwie du ihm Macht hast gefage euch: Es muß noch das auch geben über alles Fleisch, auf daß vollendet werden an mir, das ge- er das ewige Leben gebe Allen, die schrieben stehet: Er ist unter die du ihm gegeben hast. Das ist aber Uebelthäter gerechnet. Denn was das ewige Leben, daß sie dich, daß von mir geschrieben ist, das hat ein du allein wahrer Gott bist, und den Ende. Sie sprachen aber: Herr, du gesandt hast, Jesum Christum siehe, hier sind zwei Schwerter. Er erkennen. Jch habe dich verkläret aber sprach zu ihnen: Es ist genug. auf Erden und vollendet das Werk, das du mir gegeben hast, das ich V. thun sollte. Und nun verkläre mich Und als sie den Lobgesang ge- du, Vater, bei dir selbst, mit der sprochen hatten, ging Jesus hinaus Klarheit, die ich bei dir hatte, ehe nach seiner Gewohnheit, über den die Welt war. VII. Bach Kidron an den Delberg. Es folgten ihm aber seine Jünger nach. Da sprach er zu ihnen: In dieser Ich habe deinen Namen offen Nacht werdet ihr euch alle an mir baret den Menschen, die du mir ärgern. Denn es stehet geschrieben: von der Welt gegeben hast. Sie Ich werde den Hirten schlagen, und waren dein, und du hast sie mir die Schafe der Heerde werden sich gegeben, und sie haben dein Wort zerstreuen. Wenn ich aber aufstehe, behalten. Nun wissen sie, daß Alles, will ich vor euch hingehen in Ga- was du mir gegeben hast, hab' ich liläa. Petrus aber antwortete und ihnen gegeben; und sie haben's an sprach zu ihm: Wenn sie auch Alle genommen und erkannt wahrhaftig, sich an dir ärgerten, so will ich doch daß ich von dir ausgegangen bin, mich nimmermehr ärgern; Jesus und glauben, daß du mich gesandt sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage hast. Sch bitte für sie, und bitte bir, heute in dieser Nacht, ehe der nicht für die Welt, sondern für die, Hahn zweimal krähet, wirst du mich so du mir gegeben hast; denn ſie breimal verleugnen. Er aber redete noch weiter: Ja, wenn ich mit dir sind dein. Und Alles, was mein ist, noch weiter: Ja, wenn ich mit dir das ist dein, und was dein ist, das auch sterben müßte, wollt' ich dich ist mein; und ich bin in ihnen vernicht verleugnen. Deſselbigen gleichen flärt. Und ich bin nicht mehr in sagten auch alle Jünger. VI. der Welt; sie aber sind in der Welt; und ich komme zu dir. Heiliger Vater, erhalte sie in deinem Namen, Solches redete Jesus und hob seine Augen auf gen Himmel und die du mir gegeben hast, daß ſie Passion. 47 Eines seien, gleichwie wir. Dieweil| der Welt, wie denn auch ich nicht ich bei ihnen war in der Welt, er von der Welt bin. Ich bitte nicht, hielt ich sie in deinem Namen. Die daß du sie von der Welt nehmest, du mir gegeben hast, die habe ich sondern daß du sie bewahrest vor bewahret, und ist keiner von ihnen dem Uebel. Sie sind nicht von der verloren, ohne das verlorene Kind, Welt, gleichwie auch ich nicht von daß die Schrift erfüllet würde. der Welt bin. Heilige sie in deiner Nun aber komme ich zu dir und Wahrheit; dein Wort ist die Wahrrede solches in der Welt, auf daß heit. Gleichwie du mich gesandt sie in ihnen haben meine Freude hast in die Welt, so sende ich sie vollkommen. Ich habe ihnen ge- auch in die Welt. Ich heilige mich geben dein Wort, und die Welt selbst für sie, auf daß auch sie gehasset sie; denn sie sind nicht von heiliget seien in der Wahrheit. Dritte Woche. ihnen deinen Namen fund gethan und will ihnen kund thun, auf daß die Liebe, damit du mich liebest, sei in ihnen, und ich in ihnen. I. II. Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, so durch ihr Wort an mich glauben werden, auf daß sie Alle Eines seien, gleichwie du, Vater, in mir, und ich in dir; daß auch sie in uns Eines Da kam Jesus mit ihnen zu einem seien, auf daß die Welt glaube, du Hofe, der hieß Gethsemane. Da war habest mich gesandt. Und ich hab' ein Garten, darin ging Jesus und ihnen gegeben die Herrlichkeit, die seine Jünger. Judas aber, der du mir gegeben hast, daß sie Eines ihn verrieth, wußte den Ort auch; seien, gleichwie wir Eines sind. Ich denn Jesus versammelte sich oft in ihnen und du in mir, auf daß daselbst mit seinen Jüngern. Da sie vollkommen seien in Eines, und sprach Jesus zu ihnen: Sezet euch die Welt erkenne, daß du mich ge- hier, bis daß ich dorthin gehe und sandt hast und liebest jie, gleichwie bete. Und er nahm zu sich Petrum du mich liebest. Vater, ich will, und Jacobum und Johannem, die daß, wo ich bin, auch die bei mir zween Söhne Zebedäi, und fing seien, die du mir gegeben hast, daß nun an zu trauern und zu zittern sie meine Herrlichkeit sehen, die du und zu zagen. Und sprach zu mir gegeben hast. Denn du haft ihnen: Meine Seele ist betrübt bis mich geliebet, ehe denn die Welt an den Tod; bleibet hier und gegründet ward. Gerechter Vater, wachet mit mir; betet, auf daß ihr die Welt fennet dich nicht; ich aber nicht in Anfechtung fallet. kenne dich; und diese erkennen, daß Und er riß sich von ihnen bei du mich gesandt hast. Und ich habe einem Steinwurf und kniete nieder, Passion. 48 fiel auf sein Angesicht auf die Erde und betete, daß, so es möglich wäre, die Stunde vorüberginge, und sprach: Abba, mein Vater, es ist dir Alles möglich, überhebe mich dieses Kelches: doch nicht, was ich will, sondern was du willst. schlafet ihr? Es ist genug. Siehe, die Stunde ist kommen, und des Menschen Sohn wird überantwortet in der Sünder Hände; stehet auf und laßt uns gehen; siehe, der mich verräth, ist nahe. Betet aber, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Und er kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend. Und sprach III. zu Petro: Simon, schläfest du? Und alsbald, da er noch redete, vermöchtest du nicht eine Stunde siehe Judas, der Zwölfen einer, mit mir zu machen? Wachet und da er nun zu sich genommen die betet, daß ihr nicht in Anfechtung Schaar, und Diener der Hohenfallet. Der Geist ist willig; aber priester und Pharisäer, der Aeltesten das Fleisch ist schwach. und Schriftgelehrten, ging er zuvor Der Verräther aber hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist's: den greifet. Zum andernmal aber ging er der Schaar, und kommt dahin mit wieder hin, betete und sprach: Fackeln, Lampen, Schwertern und Mein Vater, ist's nicht möglich, Stangen. daß dieser Kelch von mir gehe, ich trinke ihn denn; so geschehe dein Wille. Und er kam und fand sie abermal schlafend, und ihre Augen waren voll Schlaf's, und wußten Als nun Jesus wußte Alles, was nicht, was sie ihm antworteten. ihm begegnen sollte, ging er hinaus Und er ließ sie und ging abermal und sprach zu ihnen: Wen suchet hin und betete zum drittenmal die ihr? Sie antworteten ihm: Jesum selben Worte und sprach: Vater, von Nazareth. Jesus spricht zu willst du, so nimm diesen Kelch ihnen: Ich bin's. von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe. Judas aber, der ihn verrieth, stand auch bei ihnen. Als nun Es erschien ihm aber ein Engel Sesus zu ihnen sprach: Ich bin's, vom Himmel und stärkete ihn. wichen sie zurück und fielen zu Und es tam, daß er mit dem Tode Boden. Da fragte er sie abermal: rang, und betete heftiger. Es ward Wen suchet ihr? Sie aber sprachen: aber sein Schweiß wie Bluts- Jesum von Nazareth. Jesus ant tropfen, die fielen auf die Erde. wortete: Ich hab's euch gesagt, daß Und er stand auf von dem Gebet ich es sei. Suchet ihr denn mich, und kam zu seinen Jüngern und so lasset diese gehen. Auf daß das fand sie schlafend vor Traurigkeit. Wort erfüllet würde, welches er Und sprach zu ihnen: Ach, wollt sagte: Ich habe der keinen verloren, ihr nun schlafen und ruhen? Was die du mir gegeben hast. Passion. Und Judas nahte sich zu Jesu,| als zu einem Mörder, mit Schwertern ihn zu küssen, und alsbald trat er und mit Stangen ausgegangen, mich zu ihm und sprach: Gegrüßet seiest zu fahen; ich bin doch täglich gedu, Rabbi, und tüssete ihn. Jesus sessen bei euch und habe gelehret im aber sprach zu ihm: Mein Freund, Tempel, und ihr habt keine Hand warum bist du kommen? Juda, an mich gelegt; aber dies ist eure verräthst du des Menschen Sohn Stunde und die Macht der Finstermit einem Kuß? Da traten sie niß, auf daß die Schrift erfüllet hinzu und legten die Hände an würde. Das ist aber Alles geJesum und griffen ihn. schehen, auf daß erfüllet würden die Schriften der Propheten. Da verließen ihn alle Jünger und flohen. 49 IV. Da aber sahen, die um ihn waren, was da werden wollte, sprachen sie zu ihm: Herr, jollen wir mit dem Schwert drein schlagen? Da hatte Simon Petrus ein Schwert und zog es aus, und schlug nach des Hohenpriesters Knecht, und hieb ihm sein recht Ohr ab; und der Knecht hieß Malchus. Und es war ein Jüngling, der folgete ihm nach, der war mit Leinwand bekleidet, auf der bloßen Haut; und die Jünglinge griffen ihn. Er aber ließ die Leinwand fahren und floh bloß von ihnen. VI. Jefus aber antwortete und sprach: Lasset sie doch so ferne machen. Die Schaar aber, und der Oberhauptmann und die Diener der Juden nahmen Jesum und banden Und sprach zu Petro: Stecke dein ihn, und führeten ihn auf's erste Schwert in die Scheide, denn wer das Schwert nimmt, der soll durch's Schwert umkommen. Oder meinest du, daß ich nicht könnte meinen Vater bitten, daß er mir zuschickte daß Ein Mensch würde umgebracht mehr denn zwölf Legionen Engel? für das Volk. Soll ich den Kelch nicht trinken, Und sie führeten ihn zu dem den mir mein Vater gegeben hat? Hohenpriester Caiphas( das iſt, zum Wie würde aber die Schrift er- Fürsten der Priester), dahin alle Es muß also geschehen. Hohepriester und Schriftgelehrten Und er rührte sein Ohr an und und Aeltesten sich versammelt hatten. heilete ihn. füllet? zu Hannas; der war Caiphas Schwäher, welcher des Jahrs Hoherpriester war. Es war aber Caiphas, der den Juden rieth, es wäre gut, V. VII. Zu der Stunde sprach Jesus zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels und den Aeltesten, die Simon Petrus aber folgte Jesu nach von fern und ein anderer Jünger bis in den Palast des Hohenüber ihn kommen waren: Ihr seid, priesters. Derselbige Jünger war 4 50 Passion. dem Hohenpriester bekannt, und ging| und wärmete sich, auf daß er sehe, mit Jesu hinein in des Hohenprie- wo es hinaus wollte. Die Magd sters Palast. Petrus aber stand aber des Hohenpriesters, die Thürdraußen vor der Thür. hüterin, sahe Petrum bei dem Licht, Da ging der andere Jünger, der da er sich wärmete, und sahe eben dem Hohenpriester bekannt war, auf ihn und sprach: Und du warst hinaus und redete mit der Thür- auch mit dem Jesu von Nazareth hüterin und führte Petrum hinein. aus Galiläa. Bist du nicht auch Es standen aber die Knechte und dieses Menschen Jünger einer? Er Diener und hatten ein Kohlfeuer leugnete aber vor Allen und sprach: gemacht mitten im Palast; denn Weib, ich bin's nicht. Ich kenne es war kalt, und wärmeten sich. ihn nicht, weiß auch nicht, was du Petrus aber stand auch bei ihnen sagest. Vierte Woche. I. Weile, nach dem ersten Verleugnen, Und der Hohepriester fragte Jesum als er hinaus ging nach dem Vorum seine Jünger und um seine Lehre. hofe, krähete der Hahn. Und eine Jesus antwortete ihm: Ich habe andere Magd sahe ihn und hob frei öffentlich geredet vor der Welt. abermals an zu sagen zu denen, Ich habe allezeit gelehret in der die dabei standen: Dieser war auch Schule und in dem Tempel, da alle mit Jesu von Nazareth. Da sprachen Juden zusammen kommen, und habe sie zu ihm: Bist du nicht seiner nichts im Winkel geredet. Was fra- Jünger einer? Und ein Anderer gest du mich darum? Frage die sprach: Du bist auch der einer. darum, die gehöret haben, was ich Und er leugnete abermal und schwor geredet habe. Siehe, dieselben dazu und sprach: Mensch, ich bin's wissen, was ich gesagt habe. Als nicht, und ich tenne auch den Mener aber solches redete, gab der schen nicht. Diener einer, die dabei standen, Und über eine kleine Weile, bei Jesu einen Backenstreich und sprach: einer Stunde, bekräftigte ein AnSollst du dem Hohenpriester also derer mit denen, die da standen, antworten? Jesus antwortete: Habe und sprach: Wahrlich, du bist auch ich übel geredet, so beweise es, daß der einer, denn du bist ein Galiläer, es böse sei; habe ich aber recht denn deine Sprache verräth dich. geredet, was schlägst du mich? Spricht des Hohenpriesters Knechte Und Hannas hatte ihn gebunden einer, ein Gefreundeter deß, dem gesandt zu dem Hohenpriester Betrus das Ohr abgehauen hatte: Caipha3. II. Sahe ich dich nicht im Garten bei Simon Petrus aber stand und ihm? Da fing er an zu verfluchen wärmete sich. Und über eine kleine und zu schwören: Ich kenne den Passion. 51 Menschen nicht, von dem ihr| dem lebendigen Gott, daß du uns faget. sagest, ob du seist Christus, der Und alsbald, da er noch redete, Sohn Gottes. Jesus sprach: Du krähete der Hahn zum andernmal. sagest es; ich bin's. Doch sage ich Und der Herr wandte sich und sahe euch: Von nun an werdet ihr sehen Petrum an. Da gedachte Petrus des Menschen Sohn sißen zur rechan das Wort Jesu, das er zu ihm ten Hand der Kraft und kommen gesagt hatte: Ehe denn der Hahn in den Wolken des Himmels. Da zweimal frähet, wirst du mich drei- zerriß der Hohepriester seine Kleider mal verleugnen. Und er ging und sprach: Er hat Gott gelästert; hinaus und weinete bitterlich. was bedürfen wir weiter Zeugniß? Siehe, jetzt habt ihr seine Gotteslästerung gehört. Was dünkt euch? Sie aber verdammten ihn alle und sprachen: Er ist des Todes schuldig. III. di V. Die Hohenpriester aber und Aeltesten und der ganze Rath suchten falsch Zeugniß wider Jesum, auf daß sie ihm zum Tode hälfen, und fanden feins, wiewohl viele falsche Die Männer aber, die Jesum Beugen herzu traten: denn ihre hielten, verspotteten ihn und speieten Beugnisse stimmten nicht überein. aus in sein Angesicht und schlugen Zuletzt standen auf und traten herzu ihn mit Fäusten. Etliche aber verfalsche Zeugen, und gaben falsch deckten ihn und schlugen ihn in's Zeugniß wider ihn und sprachen: Angesicht, besonders die Knechte, und Wir haben es gehört, daß er ge- sprachen: Weissage uns, Christe, sagt: Ich kann und will abbrechen wer ist's, der dich schlug? Und den Tempel Gottes, der mit Händen viele andere Lästerungen sagten sie gemacht ist, und in dreien Tagen wider ihn. einen anderen bauen, der nicht mit Händen gemacht ist. Aber ihre Zeugnisse stimmten noch nicht überein. V1. Des Morgens aber versammelten sich alle Hohenpriester, Schriftgelehrte Und der Hohepriester stand auf und die Aeltesten des Volkes, dazu unter fie und fragte Jesum und der ganze Rath, und hielten einen sprach: Antwortest du nichts zu Rath über Jesum, daß sie ihm zum dem, das diese wider dich zeugen? Tode hälfen, und führten ihn hinauf Jesus aber schwieg stille und ant- vor ihren Rath, und sprachen: Bist wortete nichts. IV. du Christus? sage es uns. Er aber sprach zu ihnen: Sage ich's euch, Da fragte ihn der Hohepriester so glaubet ihr's nicht; frage ich abermal und sprach zu ihm: Bist aber, so antwortet ihr nicht und du Christus, der Sohn des Hoch- lasset mich doch nicht los. Darum gelobten? Ich beschwöre dich bei von nun an wird des Menschen 4* 52 Passion. Da das Judas sahe, der ihn Sohn sizen zur rechten Hand der Kraft Gottes. Da sprachen sie verrathen hatte, daß er verdammt alle: Bist du denn Gottes Sohn? war zum Tode, gereuete es ihn, Er sprach zu ihnen: Ihr saget es, und brachte herwieder die dreißig denn ich bin's. Sie aber sprachen: Silberlinge den Hohenpriestern und Was bedürfen wir weiter Zeugniß? Aeltesten und sprach: Ich habe übel Wir haben's selbst gehöret aus seinem gethan, daß ich unschuldig Blut Munde. verrathen habe. Sie sprachen: Da Was gehet uns das an? Und er warf die Und der ganze Haufe stand auf, siehe du zu. und banden Jesum, führten ihn Silberlinge in den Tempel, hob von Caipha vor das Richthaus, sich davon, ging hin und erhängte und überantworteten ihn dem Land- sich selbst, und ist mitten entzwei pfleger Pontio Pilato. Und es geborsten, und sein Eingeweide aus war noch frühe. olgeschüttet. VII. Fünfte Woche. I. II. Aber die Hohenpriester nahmen die Silberlinge und sprachen: Es taugt nicht, daß wir sie in den Gotteskasten legen, denn es ist Blutgeld. Die Juden aber gingen nicht in das Richthaus, auf daß sie nicht unrein würden, sondern die Ostern efsen möchten. Da ging Pilatus zu ihnen heraus und sprach: Was Sie hielten aber einen Rath und bringet ihr für eine Klage wider kauften um die Silberlinge, um den diesen Menschen? Sie antworteten Lohn der Ungerechtigkeit, einen und sprachen zu ihm: Wäre dieser Töpfersacker zum Begräbniß der nicht ein Uebelthäter, wir hätten Pilger. Und es ist fund worden dir ihn nicht überantwortet. Da allen, die zu Jerusalem wohnen, sprach Pilatus zu ihnen: So nehmet daß also derselbige Acker genannt ihr ihn hin und richtet ihn nach wird auf ihre Sprache: Hakeldama, eurem Gesetz. Da sprachen die das ist, ein Blutacker, bis auf den Juden zu ihm: Wir dürfen Nieheutigen Tag. Da ist erfüllet, daß mand tödten. Auf daß erfüllet gesagt ist durch den Propheten würde das Wort Jesu, welches er Jeremias, da er spricht: Sie haben sagte, da er deutete, welches Todes genommen dreißig Silberlinge, da er sterben würde. mit bezahlet ward der Verkaufte, welchen sie fauften von den Kinde III. dern Israel; und haben sie gegeben Da fingen an die Hohenpriester um einen Töpfersacker, als mir der und Aeltesten ihn hart zu verklagen Herr befohlen hat. und sprachen: Diesen finden wir, Passion. 53 daß er das Volk abwendet, und hart sie dich verklagen? Hörest du verbeut den Schoß dem Kaiser zu nicht? Und er antwortete ihm nicht geben und spricht: Er sei Christus, auf ein Wort mehr, also, daß sich ein König. auch der Landpfleger sehr verV. Da ging Pilatus wieder hinein wunderte. in's Richthaus und rief Jesus, und Sie aber hielten an, und sprachen: fragte ihn und sprach: Bist du der Er hat das Volk erregt, damit daß Juden König? Jesus stand vor er gelehret hat hin und her im ihm und antwortete: Redest du das ganzen jüdischen Lande, und hat in von dir selbst? oder haben dir Galiläa angefangen bis hierher. Andere von mir gesagt? Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester Da aber Pilatus Galiläa hörete, haben dich mir überantwortet; was fragte er, ob er aus Galiläa wäre? hast du gethan? Jesus antwortete: Und als er vernahm, daß er unter Mein Reich ist nicht von dieser Herodis Obrigkeit gehörete, überWelt. Wäre mein Reich von dieser sandte er ihn zu Herodes, welcher Welt, meine Diener würden darob in denselben Tagen auch zu Jerukämpfen, daß ich den Juden nicht salem war. überantwortet würde; aber mun ist Da aber Herodes Jesum sahe, mein Reich nicht von dannen. Da ward er sehr froh, denn er hätte sprach Pilatus zu ihm: So bist du ihn längst gerne gesehen; denn er dennoch ein König? Jesus ant- hatte viel von ihm gehört und wortete: Du sagst es. Ich bin ein hoffete, er würde ein Zeichen von König. Ich bin dazu geboren und ihm sehen. Und er fragte ihn in die Welt kommen, daß ich die mancherlei; er antwortete ihm aber Wahrheit zeugen soll. Wer aus nichts. Die Hohenpriester aber und der Wahrheit ist, der höret meine Schriftgelehrten standen und verStimme. Spricht Pilatus zu ihm: flagten ihn hart, aber Herodes mit Was ist Wahrheit? seinem Hofgesinde verachtete und Und da er das gesagt, ging er verspottete ihn, legte ihm ein weiß wieder hinaus zu den Juden und Kleid an und sandte ihn wieder zu spricht zu ihnen: Ich finde feine Pilato. An dem Tag wurden PiSchuld an ihm. Platus und Herodes Freunde miteinander; denn zuvor waren sie einander feind. IV. VI Und da er verklaget ward von d den Hohenpriestern und Aeltesten, antwortete er nichts. Pilatus aber Pilatus aber rief die Hohenprieſter fragte ihn abermals und sprach: und Obersten und das Volk_zuAntwortest du nichts? Siehe, wie sammen, und sprach zu ihnen: ihr 54 Passion. habt diesen Menschen zu mir ge-| Aeltesten überredeten und reizeten bracht, als der das Volk abwende. das Volk, daß sie um Barrabas Und siehe, ich hab' ihn vor euch bitten sollten und Jesum umbrächten. verhöret und finde an dem Menschen Da antwortete nun der Landpfleger der Sachen keine, der ihr ihn be- und sprach zu ihnen: Welchen wollt schuldiget; Herodes auch nicht, denn ihr unter diesen zweien, den ich ich habe euch zu ihm gesandt; und euch soll losgeben? Da schrie der siehe, man hat nichts auf ihn ge- ganze Haufe und sprach: Hinweg bracht, das des Todes werth sei. mit diesem und gieb uns Barrabam Darum will ich ihn züchtigen und los. Da rief Pilatus abermals zu los lassen. ihnen und wollte Jesum los lassen Auf das Fest aber mußte der und sprach: Was soll ich denn Landpfleger, nach Gewohnheit, dem machen mit Jesu, den man Christum Volk einen Gefangenen losgeben, nennt? Sie schrieen abermal: Kreuwelchen sie begehrten. Er hatte aber zige, freuzige ihn. Er aber sprach zum zu der Zeit einen Gefangenen, einen drittenmal zu ihnen: Was hat er sonderlichen vor andern; nämlich denn Uebels gethan? Ich finde einen Uebelthäter und Mörder, der keine Ursach' des Todes an ihm; hieß Barrabas, der mit den Auf- darum will ich ihn züchtigen und rührerischen war in das Gefängniß los lassen. Aber sie schrieen noch geworfen; welcher in dem Aufruhr, vielmehr und sprachen: Kreuzige der in der Stadt geschah, einen ihn. Und sie lagen ihm an mit Mord begangen hatte. Und das großem Geschrei und forderten, Volk ging hinauf und bat, daß er daß er gefreuziget würde. Und ihr thäte, wie er pflegte. Und da sie und der Hohenpriester Geschrei versammelt waren, antwortete ihnen nahm überhand. Pilatus: Ihr habt eine GewohnVII. heit, daß ich euch einen los gebe auf Ostern. Welchen wollt ihr, daß Da nahm Pilatus Jesum und ich euch losgebe? Barrabam oder geisselte ihn. Die Kriegsknechte aber Jesum, den König der Juden, den des Landpflegers führeten ihn hinein man nennet Christum? Denn er in das Richthaus und riefen zu wußte wohl, daß ihn die Hohen- sammen die ganze Schaar; und priester aus Neid überantwortet zogen ihn aus und legten ihm hatten. Und da er auf dem Richt- einen Purpurmantel an und flochten stuhl saß, schickte sein Weib zu ihm eine Krone von Dornen und setzten und ließ ihm sagen: Habe du nichts sie auf sein Haupt und gaben ihm zu schaffen mit diesem Gerechten; ein Rohr in seine rechte Hand und denn ich habe heut viel erlitten beugten die Knie vor ihm und im Traum um seinetwillen. spotteten ihn und fingen an, ihn zu grüßen und sprachen: Gegrüßet Aber die Hohenpriester und Passion. 55 seiest du, König der Juden, und| Rohr und schlugen damit sein Haupt schlugen ihn in's Angesicht und und fielen auf die Kniee und beteten speieten ihn an und nahmen das ihn an. Sechste Woche. I. Da ging Pilatus wieder heraus sprachen: Läsfest du diesen los, so bist du des Kaisers Freund nicht; und sprach zu ihnen: Sehet, ich denn wer sich zum Könige macht, führe ihn heraus zu euch, daß ihr der ist wider den Kaiser. erkennet, daß ich keine Schuld an Da Pilatus das Wort hörete, ihm finde. Also ging Jesus heraus führete er Jesum heraus und setzte und trug eine Dornenkrone und sich auf den Richtstuhl, an der Purpurkleid. Und er sprach zu Stätte, die da heißet Hochpflaster, ihnen: Sehet, welch' ein Mensch! auf Hebräisch aber Gabbatha. Es Da ihn die Hohenpriester und die war der Rüsttag in Ostern um die Diener sahen, schrien sie und sprachen: sechste Stunde. Und er spricht zu Kreuzige, freuzige ihn! Pilatus den Juden: Sehet, das ist euer spricht zu ihnen: Nehmet ihr ihn König. Sie schrieen aber: Weg, weg und kreuziget ihn; denn ich finde keine Schuld an ihm. Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Gesetz, und nach dem Gesetz soll er sterben; denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht. mit dem, freuzige ihn! Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren König freuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König, denn den Kaiser. II. Da Pilatus das Wort hörete, fürchtete er sich noch mehr, und Da aber Pilatus sahe, daß er ging wieder hinein in das Richthaus nichts schaffete, sondern daß ein und spricht zu Jesu: Von wannen viel größer Getümmel ward, gebist du? Aber Jesus gab ihm dachte er dem Volk genug zu thun, keine Antwort. Da sprach Pilatus und urtheilte, daß ihre Bitte gezu ihm: Redest du nicht mit mir? schähe, nahm Wasser und wusch die Weißt du nicht, daß ich macht Hände vor dem Volk und sprach: habe, dich zu freuzigen, und macht Sch bin unschuldig an dem Blut habe, dich los zu geben? Jesus dieses Gerechten; sehet ihr zu. Da antwortete: Du hättest keine Macht antwortete das ganze Volk und über mich, wenn sie dir nicht wäre sprach: Sein Blut komme über uns von oben herab gegeben; darum, und unsere Kinder. der mich dir überantwortet hat, der Da gab er ihnen Barrabam los, hat größere Sünde. Von dem an der um Aufruhrs und Mordes trachtete Pilatus, wie er ihn los willen war in das Gefängniß geließe. Die Juden aber schrieen und worfen, um welchen sie baten; 56 Passion. Jesum aber, gegeißelt und ver-| ſpottet, übergab er ihrem Willen, daß er gekreuziget würde. V. Und sie brachten ihn an die Stätte, die da heißet auf Hebräisch Golgatha, das ist verdolmetscht Schädelstätte. Und sie gaben ihm Essig III. Da nahmen die Kriegsknechte und Myrrhen in Wein zu trinken, Jesum, zogen ihm den Mantel aus mit Gallen vermischet; und da er's und zogen ihm seine Kleider an, schmeckte, wollte er nicht trinken. und führeten ihn hin, daß sie ihn Und sie freuzigten ihn an der freuzigten. Und er trug sein Kreuz. Stätte Golgatha, und zween UebelUnd indem sie hinausgingen, fanden thäter mit ihm, einen zur rechten sie einen Menschen, der vorüber und einen zur linken Hand, Jesum ging, von Kyrene, mit Namen aber mitten inne. Und die Schrift Simon, der vom Felde kam, der ist erfüllet, die da saget: Er ist ein Vater war Alexandri und Rufi; unter die Uebelthäter gerechnet. den zwangen sie, daß er ihm sein Und es war die dritte Stunde, da Kreuz trüge, und legten das Kreuz sie ihn freuzigten. Jesus aber auf ihn, daß er's Jesu nachtrüge. sprach:( 1) Vater, vergieb ihnen, IV. denn sie wissen nicht, was sie thun. VI. Es folgten ihm aber nach ein Pilatus aber schrieb eine Uebergroßer Haufe Volks, und Weiber, schrift, was man ihm Schuld gab, die klageten und beweineten ihn. die Ursache seines Todes, und setzte Jesus aber wandte sich um zu ihnen sie auf das Kreuz oben zu seinem und sprach: Ihr Töchter von Je- Haupte. Es war aber geschrieben: rusalem, weinet nicht über mich, Jesus von Nazareth, der Juden sondern weinet über euch selbst und König. Diese Ueberschrift lasen viele über eure Kinder. Denn siehe, es Juden; denn die Stätte war nahe wird die Zeit kommen, in welcher bei der Stadt, da Jesus gekreuziget man sagen wird: Selig sind die ist. Und es war geschrieben auf Unfruchtbaren und die Leiber, die hebräische, griechische und lateinische nicht geboren haben, und die Brüste, Sprache. Da sprachen die Hohendie nicht gesäuget haben. Dann priester der Suden zu Pilato: werden sie anfangen zu sagen zu Schreibe nicht: Der Juden König; den Bergen: Fallet über uns, und sondern, daß er gesagt habe: Sch zu den Hügeln: Decket uns. Denn bin der Juden König. Pilatus ant so man das thut am grünen Holz, wortete: Was ich geschrieben habe, was will am dürren werden? Es das habe ich geschrieben. wurden aber auch hingeführet zween andere Ulebelthäter, daß sie mit ihm abgethan würden. 19 VII. 11911001 Die Kriegsknechte aber, da sie Sesum gekreuziget hatten, nahmen Passion. 57 sie seine Kleider und machten vier soll; auf daß erfüllet würde die Theile, einem jeglichen Kriegsknecht Schrift, die da saget: Sie haben einen Theil, dazu auch den Rock. meine Kleider unter sich getheilet Der Rock aber war ungenähet, von und haben über meinen Rock das oben an gewirket durch und durch. Loos geworfen. Und sie saßen Da sprachen sie unter einander: allda, und hüteten sein. Solches Lasset uns den nicht zertheilen, son- thaten die Kriegsknechte, und das dern darum loosen, weß er sein Volk stand da und sahe zu. Siebente Wochje. I. Es stand aber bei dem Kreuze Jefu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, Cleophas Weib, und Maria Magdalena. daß wir es sehen und glauben ihm. Er hat Gott vertraut, der erlöse ihn mun, lüstet es ihn; denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn. Dasselbe rückten ihm auch auf die Da nun Jesus seine Mutter sahe Mörder, die mit ihm gefreuziget und den Jünger dabei stehen, den waren, und schmäheten ihn. Es er lieb hatte, spricht er zu seiner verspotteten ihn auch die KriegsMutter:( 2) Weib, siehe, das ist fnechte, traten zu ihm und brachten dein Sohn. Darnach spricht er zu ihm Essig und sprachen: Bist du der dem Jünger: Siehe, das ist deine Juden König, so hilf dir selber. Mutter. Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. III. II. Aber der Uebelthäter einer, die Die aber vorüber gingen, lästerten da gehenfet waren, lästerte ihn und ihn und schüttelten die Köpfe und sprach: Bist du Christus, so hilf sprachen: Pfui dich, wie fein zer dir selbst und uns. Da antwortete brichst du den Tempel und bauest der andere, strafete ihn und sprach: ihn in dreien Tagen. Hilf dir nun Und du fürchtest dich auch nicht selber. Bist du Gottes Sohn, so vor Gott, der du doch in gleicher steige herab vom Kreuze. Dessel- Verdammniß bist? Und zwar wir bigen gleichen auch die Hohenpriester sind billig darinnen; denn wir emverspotteten ihn unter einander mit pfahen, was unsere Thaten werth den Schriftgelehrten und Aeltesten, sind; dieser aber hat nichts Unsammt dem Volk, und sprachen: geschicktes gehandelt. Und sprach Er hat Anderen geholfen und kann zu Jesu: Herr, gedenke an mich, ihm selber nicht helfen. Ist er wenn du in dein Reich kommst. Christus, der König in Israel, der Und Jesus sprach zu ihm:( 3) Auserwählte Gottes, so helf er ihm Wahrlich, ich sage dir, heute wirst selber, und steige nun vom Kreuze, du mit mir im Paradies sein. mi 58 Paffion. Chat is IV. loerbebte und die Felsen zerrissen und Und da es um die sechste Stunde die Gräber thaten sich auf, und kam, ward eine Finsterniß über das standen auf viel Leiber der Heiligen, ganze Land, bis um die neunte die da schliefen und gingen aus den Stunde, und die Sonne verlor Gräbern nach seiner Auferstehung ihren Schein. Und um die neunte und kamen in die heilige Stadt und Stunde rief Jesus laut und sprach: erschienen vielen. Eli, Eli, lama asabthani! das ist Aber der Hauptmann, der dabei verdolmetscht:( 4) Mein Gott, mein stand, ihm gegenüber, und die bei Gott, warum hast du mich ver- ihm waren und bewahreten Jesum, lassen? Etliche aber, die da stan- da sie sahen, daß er mit solchem den, da sie das höreten, sprachen Geschrei verschied, und sahen das sie: Er rufet den Elias. Erdbeben und was da geschahe, erschraken sie sehr und preiseten Gott und sprachen: Wahrlich, dieser ist ein frommer Mensch und Gottes Sohn gewesen. Und alles Volt, das dabei war und zusahe, da sie sahen, was da geschah, schlugen sie an ihre Brust und wandten wieder um. V. Darnach, als Jesus wußte, daß schon Alles vollbracht war, daß die Schrift erfüllet würde, spricht er: ( 5) Mich dürftet. Da stand ein Gefäße voll Essiges, und bald lief einer unter ihnen hin, nahm einen Schwamm und füllete ihn mit Essig und legte ihn um einen Ysop und steckte ihn auf ein Rohr und hielt Es standen aber alle seine Verwandten von ferne, und die Weiber, die ihm aus Galiläa waren nachgefolget und sahen das alles. Unter es ihm dar zum Munde und trän- welchen war Maria Magdalena, und kete ihn. Die anderen aber sprachen: Halt, laß sehen, ob Elias komme und ihn herabnehme. Maria, des kleinen Jacobi und Joses Mutter, und Salome, die Mutter der Kinder Zebedäi, welche ihm nachgefolget waren, da er in Galiläa war, und gedienet hatten, und viel andere, die mit ihm hinauf gen Jerusalem gegangen waren. Die Juden aber, dieweil es der Rüsttag war, daß nicht die Leich name am Kreuze blieben den Sabbath über( denn desselbigen Sabbaths Tag war groß), baten sie Pilatum, daß ihre Beine gebrochen und ab genommen würden. Da kamen die Kriegsknechte und brachen dem ersten Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stücke, von oben bis unten aus. Und die Erde die Beine und dem andern, der mit VI. Da nun Jesus den Effig genommen hatte, sprach er:( 6) E3 ist vollbracht. Und abermals rief er laut und sprach:( 7) Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände. Und als er das gesagt, neigte er das Haupt und gab seinen Geist auf und verschied. Passion. 59 ihm gefreuzigt war. Als sie aber er längst gestorben wäre. Und als zu Jesu kamen, da sie sahen, daß er erfundet von dem Hauptmann, er schon gestorben war, brachen sie gab er Joseph den Leichnam Jesu ihm die Beine nicht, sondern der und befahl, man sollte ihm dens Kriegsknechte einer öffnete seine Seite selben geben. Und Joseph kaufte mit einem Speer, und alsbald ging Blut und Wasser heraus. Und der das gesehen hat, der hat es bezeuget, und sein Zeugniß ist wahr; und derselbige weiß, daß er die Wahrheit faget, auf daß auch ihr glaubet. Denn solches ist geschehen, daß die Schrift erfüllet würde: Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen, und abermals spricht eine andere Schrift: Sie werden sehen, in welchen sie gestochen haben. eine Leinwand. Es kam aber auch Nicodemus, der vormals bei der Nacht zu Jesu gekommen war, und brachte Myrrhen und Aloen unter einander, bei hundert Pfunden. Da nahmen sie den Leichnam Jesu, der abgenommen war, und wickelten ihn in eine reine Leinwand, und banden ihn in leinene Tücher mit Specereien, wie die Juden pflegten zu begraben. VII. Es war aber an der Stätte, da er gefreuziget ward, ein Garten, und im Garten ein neu Grab; das war Josephs, welches er hatte lassen Darnach am Abend, dieweil es bauen in einen Fels, in welches Nieder Rüsttag war, welcher ist der mand je gelegt war. Daselbst hin Vorsabbath, kam Joseph von Ari- legten sie Jesum, um des Rüsttags mathia, der Stadt der Juden, ein willen der Juden, da der Sabbath reicher Mann, ein Rathsherr, ein anbrach, und das Grab nahe war. guter, frommer Mann; der hatte Und wälzeten einen großen Stein vor nicht gewilligt in ihren Rath und die Thür des Grabes und gingen Handel, welcher auf das Reich davon. Es war aber allda Maria Gottes wartete, denn er war ein Magdalena und Maria Joses, die Jünger Jesu, doch heimlich aus setzten sich gegen das Grab. Auch Furcht vor den Juden. Der wagte andere Weiber, die da Jesu waren es und ging hinein zu Pilato und nachgefolgt von Galiläa, beschaue bat, daß er möchte abnehmen den ten, wohin und wie sein Leib geLeichnam Jesu. legt ward. Sie fehrten aber um Pilatus aber verwunderte sich, und bereiteten Specerei und Salben; daß er schon todt war, und rief und den Sabbath über waren sie den Hauptmann und fragte ihn, ob stille nach dem Gesek. 60 IV. Derzeichniß der Sonn- und Fest täglichen Episteln und Evangelien. Am 1. Senntage des Advents. Epist. Röm. 13. v. 11 bis v. 14. Evang. Matth. 21. v. 1 bis v. 9. Am 2. Sonnt. des Advents. Ep. Röm. 15. v. 4 bis 13. Ev. Luc. 21. v. 25 bis 36. Am 3. Sennt. des Advents. Ep. 1. Cor. 4. v. 1 bis 5. Ev. Matth. 11. v. 2 bis 10. heh Am 4. Sonnt. des Advents. Ep. Philipp. 4. v. 4 bis 7. Ev. Joh. 1. v. 19 bis 28. Am heil. Chrifttage. Ep. Tit. 2. v. 11 bis 14 oder Jes. 9. v. 2 bis 7. Ev. Luc. 2. v. 1 bis 14. Am 2. Weihnadits- Feiertage, oder am Tage Steph. des Märtyrers. Ep. Tit. 3. v. 4 bis 7 oder Apost. 6. v. 8 bis c. 7. v. 2 und folg. v. 51 bis 59. Ev. Luc. 2. v. 15 bis 20. oder Matth. 23. v. 34 bis 39. Am 3. Weihnachts- Feiertage, oder am Tage Johannis, des Apoftels. Ep. Ebr. 1. v. 1 bis 12. od. Sir. 15. v. 1 bis 8. oder 1. Joh. 1. ganz. Ev. Joh. 1. v. 1 bis 14. oder Joh. 21. v. 20 bis 24. Am Sonnt. nadi dem Chrifttage. Ep. Gal. 4. v. 1 bis 7. Ev. Luc. 2. v. 33 bis 40. Am neuen Jahrstage. Ep. Gal. 3. v. 23 bis 29. Ev. Luc. 2. v. 21. Am Sonnt. nach dem neuen Jahr. Ep. 1. Petr. 4. v. 12 bis 19. oder 1. Petr. 3. v. 20 bis 22. oder Tit. 3. v. 4 bis 7. Ev. Matth. 2. v. 13 bis 23. der am feft der Taufe Chrifti. Ev. Matth. 3. v. 13 bis 17. Am Tage der Erfdieinung Chrifti, oder Epiphanias. Ep. Jes. 60. v. 1 bis 6. Ev. Matth. 2. v. 1 bis 12. Am 1. Sonnt. nadh Epiphanias. Ep. Röm. 12. v. 1 bis 6. Ev. Luc. 2. v. 41 bis 52. Am 2. Sennt. nadi Epiphanias. Ep. Röm. 12. v. 7 bis 16. Ev. Joh. 2. v. 1 bis 11. Am 3. Sennt. nach Epiphanias. Ep. Röm. 12. v. 17 bis 21. Cv. Matth. 8. v. 1 bis 13. Am 4. Sonnt. nadi Epiphanias. Ep. Röm. 13. v. 8 bis 10. Ev. Matth. 8. v. 23 bis 27. Verzeichniß der Episteln und Evangelien. Am 5. Sonnt. nach Epiphanias. Ep. Col. 3. v. 12 bis 17. Ev. Matth. 13. v. 24 bis 30. Am Tage Maria Reinigung. Ep. Maleach. 3. v. 1 bis 4. Ev. Luc. 2. v. 22 bis 32. Am 6. Sonnt. nach Epiphanias. Ep. 2. Petr. 1. v. 16 bis 21. oder Col. 3. v. 18 bis cap. 4. v. 1. Ev. Matth. 17. v. 1 bis 9. Am Sonnt. Septuagefima. Ep. 1. Cor. 9. v. 24 bis cap. 10. v. 5. Ev. Matth. 20. v. 1 bis 16. Am Sonnt. Serageſimä. Ep. 2. Cor. 11. v. 19 bis cap. 12. v. 9. Ev. Luc. 8. v. 4 bis 15. Am Sonnt. vor der Faften, Quinquagefima, oder Efto Mihi. Ep. 1. Cor. 13 von Anfang bis zum Ende. Ev. Luc. 18. v. 31 bis 43. Am 1. Sonnt. in der Faften, Invocavit. Ep. 2 Cor. 6. v. 1 bis 10. Ev. Matth. 4. v. 1 bis 11. Am 2. Sont. in der Faften, Reminifcere. Ep. 1. Theff 4. v. 1 bis 7. Ev. Matth. 15. v. 21 bis 28. Am 3. Sennt in der Faften, Oculi. Ep. Ephes. 5. v. 1 bis 9. Ev. Luc. 11. v. 14 bis 28. Am 4. Sennt. in der Faften, Lätare. Ep. Gal. 4. v. 21 bis 31. Ev. Joh. 6. v. 1 bis 15. Am 5. Sennt. in der Faften, Judica. Ep. Ebr. 9. v. 11 bis 15. Ev. Joh. 8. v. 46 bis 59. Am Tage der Verkündig. Mariá. Ep. Jef. 7. v. 10 bis 16. Ev. Luc. 1. v. 26 bis 38. Am 6. Sennt. in der Faften, Palmarum. Ep. Phil. 2. v. 5 bis 11 oder 1. Cor. 1. v. 23 bis 32. Ev. Matth. 21. v. 1 bis 9. Am grünen Donnerstage. Ep. 1. Cor. 11. v. 23 bis 32. ob. 2. Mos. 12. v. 1 bis 13. Ev. Joh. 13. v. 1 bis 15. Am Charfreitage. Jef. 53. ganz. Die Passionshistorie. Am heiligen Ofertage. Ep. 1. Cor. 5. v. 6. 7. 8. Ev. Marc. 16. v. 1 bis 8. Am Oftermontage. Ep. Apost. 10. v. 34 bis 41. Ev. Luc. 24. v. 13 bis 35. Am Ofterdienflage. Ep. Apost. 13. v. 26 bis 33. Ev. Luc. 34 v. 36 bis 47. 61 Am 1. Sonnt. nad Oftern, Quasimodogeniti. Ep. 1. Joh. 5 v. 4 bis 10. Ev. Joh. 20. v. 19 bis 31. Am 2. Sonnt. nadi Offern, Mifericordias Domini. Ep. 1. Petr. 2. v. 21 bis 25. Ev. Joh. 10. v. 12 bis 16. Am 3. Sonnt. nadi ftern, Jubilate. anlui Ep. 1. Petr. 2. v. 11 bis 20. Ev. Joh. 16. vb. 16 bis 23. 62 Verzeichniß der Epifteln und Evangelien. Am 4. Sonnt. nadi Oftern, Cantate. Ep. Jac. 1. v. 16 bis 21. Ev. Joh. 16. v. 5 bis 15. Am 5. Sonnt. nadhi Oftern, Regate. Ep. Jac. 1. v. 22 bis 27. Ev. Joh. 16. v. 23 bis 30. Am Tage der Simmelfahrt Chrifti. Ep. Apost. 1. v. 1 bis 11. Ev. Marc. 16. v. 14 bis 20. Am Sonnt. nadi der Bimmelfahrt Chrifti, raudi. Am heiligen Pfingsttage. Ep. Apost. 2. v. 1 bis 13. Ev. Joh. 14. v. 23 bis 31. Am 6. Sonnt. nach Trinitatis. Ep. Röm. 6. v. 3 bis 11. Ep. 1. Petr. 4. v. 8 bis 11. Ev. Joh. 15. v. 26 bis cap. 16. v. 4. Ev. Matth. 5. v. 20 bis 26. Am Sountage Trinitatis. Ep. Röm. 11. v. 33 bis 36. Ev. Joh. 3. vb. 1 bis 15. Am 1. Sennt. nadi Trinitatis. Ep. 1. Joh. 4. v. 16 bis 21. Ev. Luc. 16. v. 19 bis 31. Am 2. Sonnt. nadi Trinitatis. Ep. 1. Joh. 3. v. 13 bis 18. Ev. Luc. 14. v. 16 bis 24. Am 4. Sonnt. nadi Trinitatis. Ep. Röm. 8. v. 18 bis 23. Ev. Luc. 6. v. 36 bis 42. Q Am 3. Sonnt. nadh Trinitatis. Ep. 1. Petr. 5. v. 6 bis 11. Ev. Luc. 15. v. 1 bis 10. Am Tage Alaria Beimsuchung. Ep. Röm. 12. v. 9 bis 16. oder Jes. 11. v. 1 bis 5. oder Hohel. 2. v. 8 bis 17. Ev. Luc. 1. v. 39 bis 56. Am Pfingstmontage. Ep. Apost. 10 v. 42 bis 48. Ev. Joh. 3. v. 16 bis 21. Am Pfinghtdienflage. Am 9. Sonnt. nach Trinitatis. Ep. Apost. 8. v. 14 bis 17. oder Ep. 1. Cor. 10. v. 6 bis 13. Ev. Luc. 16. v. 1 bis 9. Apost. 2. v. 29 bis 36. Ev. Joh. 10. v. 1 bis 11. Am Tage Johannis des Täufers. Ep. Jes. 40. v. 1 bis 5. Ev. Luc. 1. v. 57 bis 80. Am 5. Sennt. nach Trinitatis. Ep. 1. Petr. 3. b. 8 bis 15. Ev. Luc. 5. v. 1 bis 11. Am 7. Sonnt. nadi Trinitatis. Ep. Röm. 6. b. 19 bis 23. Ev. Marc. 8. v. 1 bis 9. Am 8. Sonnt. nadi Trinitatis. Ep. Röm. 8. v. 12. bis 17. Ev. Matth. 7. v. 15 bis 23. Am 10. Sonnt. nach Trinitatis. Ep. 1. Cor. 12. v. 1 bis 11. Ev. Luc. 19. v. 41 bis 48. Am 11. Sonnt. nadi Trinitatis. Ep. 1. Cor. 15. v. 1 bis 10. Ev. Luc. 18. v. 9 bis 14. Am 12. Sonnt. nach Trinitatis. Ep. 2. Cor. 3. v. 4 bis 11. Ev. Marc. 7. v. 31 bis 37. Am 13. Sonnt. nach Trinitatis. Ep. Gal. 3. v. 15 bis 22. Ev. Luc. 10. v. 23 bis 37. Am 14. Sonnt. nadi Trinitatis. Ep. Gal. 5. v. 16 bis 24. Ev. Luc. 17. v. 11 bis 19. Verzeichniß der Episteln und Evangelien. Am 16. Sonnt. nadi Trinitatis. Ep. Eph. 3. v. 13 bis 21. Ev. Luc. 7. v. 11 bis 17. Am 15. Sonnt. nadi Trinitatis. Am 22. Sonnt. nadi Trinitatis. Ep. Gal. 5. v. 25 bis cap. 6. Ep. Phil. 1. v. 3 bis 11. v. 10. Ev. Matth. 6. v. 24 bis 34. Ev. Matth. 18. v. 23 bis 35. Am 23. Sonnt. uadhi Trinitatis. Ep. Phil. 3. v. 17 bis 21. Ev. Matth. 22 v. 15 bis 22. am Midiaelistage. Am 24. Sonnt. nadi Trinitatis. Ep. Offenb. Joh. 12. v. 7 bis 12. Ep. Coloff. 1. v. 9 bis 14. Ev. Matth. 18. v. 1 bis 11. Ev. Matth. 9. v. 18 bis 26 Am 17. Sonnt. nadh Trinitatis. Ep. Eph. 4. v. 1 bis 6. Ev. Luc. 14. v. 1 bis 11. Am 18. Sonnt. nadi Trinitatis. Ep. 1. Cor. 1. v. 4 bis 9. Ev. Matth. 22. v. 34 bis 46. Am 19. Sonnt. nadi Trinitatis. Ep. Eph. 4 v. 22 bis 28. Ev. Matth. 9. v. 1 bis 8. Am 20. Sennt. nadi Trinitatis. Ep. Eph. 5. v. 15 bis 21. Ev. Matth. 22. v. 1 bis 14. 63 Am 21. Sonnt. nadi Trinitatis. Ep. Eph. 6. v. 10 bis 17. Ev. Joh. 4. v. 47 bis 54. Am 25. Sennt. nadi Trinitatis. Ep. 1. Thess. 4. v. 13 bis 18. Ev. Matth. 24. v. 15 bis 28. Am 26. Sonnt. nach Trinitatis. Ep. 2. Petr. 3. v. 3 bis 14. oder 2. Theff. 1. v. 3 bis 10. Ev. Matth. 25. v. 31 bis 46. Am 27. Sennt. nadi Trinitatis. Ep. 1. Theff. 5. v. 1 bis 11. oder 2. Theff. 1. v. 3 bis 10. oder 2. Petr. 3. v. 3 bis 7. oder Röm. 3. v. 21 bis 28. Ev. Matth. 25. v. 1 bis 13. oder Matth. 24. v. 37 bis 51. oder Matth. 5. v. 1 bis 12. 64 V. Der kleine Katechismus Luthers. Erstes Sauptflück. Die zefin Bebete Gottes, wie sie ein Hausvater seinen Kindern und Gesinde einfältiglich vorhalten soll. Das erste Gebot. Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst nicht andere Götter haben neben mir. Was ist das? Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir die Predigt und sein Wort nicht verachten, sondern dasselbe heilig halten, gerne hören und lernen. Das vierte Gebot. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß dir's wohlgehe und du lange lebest auf Erden. Was ist das? Das andere Gebot. Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsere Eltern und Herren nicht verachten, noch er= zürnen, sondern sie in Ehren halten, nicht unnüglich führen; ihnen dienen, gehorchen, sie lieb denn der HErr wird den nicht und werth haben. ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht. Du sollst den Namen deines Gottes haben. Das dritte Gebot. Du sollst den Feiertag heiligen. Das fünfte Gebot. Du sollst nicht tödten. Was ist das? Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir bei seinem Namen Wir sollen Gott fürchten und nicht fluchen, schwören, zaubern, lieben, daß wir unserm Nächsten lügen oder trügen, sondern den- an seinem Leibe keinen Schaden, selben in allen Nöthen noch Leid thun, sondern ihm helfen beten, Loben und danken. und fördern in allen Leibesnöthen. anrufen, Das sechste Gebot. Du sollst nicht ehebrechen. Erstes Hauptstück. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir teusch und züchtig leben in Worten und Werken, und ein Jeglicher sein Gemahl liebe und ehre. Das fiebente Gebot. Du sollst nicht stehlen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsers Nächsten Geld oder Gut nicht nehmen, noch mit falscher Waare oder Handel an uns bringen, sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen bessern und behüten. Das achte Gebot. Du sollst nicht falsch Zeugniß reden wider deinen Nächsten. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsern Nächsten nicht fälschlich belügen, verrathen, afterreden oder bösen Leumund bösen Leumund machen, sondern sollen ihn entschuldigen und Gutes von ihm reden, und Alles zum Besten kehren. Das neunte Gebot. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. 65 Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht sein Weib, Gesinde oder Vieh abspannen, abdringen oder abs wendig machen, sondern dieselben anhalten, daß sie bleiben und thun, was sie schuldig sind. Das zehnte Gebot. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Vieh, oder Alles, was sein ist. Was saget nun Gott von diesen Geboten allen? Er saget also: Ich der HErr, dein Gott, bin ein eifriger Gott, der über die, so mich hassen, die Sünde der Väter heimsucht an den Kindern bis in's dritte und vierte Glied; aber denen, so mich lieben und meine Gebote halten, thue ich wohl in's tausendste Glied. Was ist das? Gott dräuet zu strafen Alle, die diese Gebote übertreten; darum sollen wir uns fürchten vor seinem Born und nicht wider solche Ge bote thun. Er verheißet aber Gnade und alles Gute Allen, die solche Gebote halten; darum sollen wir ihn auch lieben und vertrauen, und gerne thun nach seinen Ges boten. Was ist das? Sweites Sauptflück. Der driftliche Blaube, Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause stehen und mit einem wie ein Hausvater denselbigen seinen Schein des Rechtes an uns brin- Kindern und Gesinde auf's eingen, sondern ihm, dasselbe zu be- fältigste vorhalten soll. halten, förderlich und dienstlich sein. Der erste Artifel. Von der Schöpfung. Ich glaube an Gott, den Vater, Magd, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erden. 5 Zweites Hauptstück. Was ist das? Ich glaube, daß mich Gott geschaffen hat sammt allen Creaturen, mir Leib und Seele, Augen, ber, sondern mit seinem heiligen, theuren Blut und mit seinem under mich verlornen und verdammten Menschen erlöset hat, erworben, gewonnen von allen Sünden, vom Tode und von der Gewalt des Ohren und alle Glieder, Vernunft Teufels, nicht mit Gold oder Silund alle Sinne gegeben hat und noch erhält, dazu Kleider und Schuh, Essen und Trinken, Haus schuldigen Leiden und Sterben, und Hof, Weib und Kind, Acker, auf daß ich sein eigen sei, und in Vieh und alle Güter, mit aller seinem Reiche unter ihm lebe, und Nothdurft und Nahrung dieses ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Leibes und Lebens reichlich und Unschuld und Seligkeit, gleichwie täglich versorget, wider alle Fähr- er ist auferstanden vom Tode, lebet lichkeit beschirmet und vor allem und regieret in Ewigkeit. Das ist Uebel behütet und bewahret; gewißlich wahr. und das alles aus lauter väterlicher, göttlicher Güte und Barmherzigkeit, ohne alle mein Verdienſt und Würdigkeit; das alles ich ihm zu danken und zu loben, und dafür zu dienen und gehorsam zu sein schuldig bin. Das ist gewißlich wahr. 66 - Der dritte Artikel. Von der Heiligung. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige, christliche Kirche, die Gemeine der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen. Was ist das? staxtad stads Der andere Artikel. Von der Erlösung. Ich glaube, daß ich nicht aus Und an Jesum Christum, seinen eigener Vernunft, noch Kraft an einigen Sohn, unsern HErrn, der Jesum Christum, meinen HErrn, empfangen ist von dem heiligen glauben oder zu ihm kommen Geist, geboren von der Jungfrau kann; sondern der heilige Geist Maria, gelitten unter Pontio Pilato, hat mich durch das Evangelium begefreuziget, gestorben und begraben, rufen, mit seinen Gaben erleuchtet, niedergefahren zur Hölle, am dritten im rechten Glauben geheiliget und Tage auferstanden von den Todten, erhalten;- gleichwie er die ganze aufgefahren gen Himmel, sitzend zur Christenheit auf Erden berufet, Rechten Gottes, des allmächtigen sammelt, erleuchtet, heiliget und bei Vaters, von dannen er kommen Jesu Christo erhält im rechten wird zu richten die Lebendigen und einigen Glauben; in welcher die Todten. duis dur oduits du di Christenheit er mir und allen Gläubigen täglich alle Sünden reichlich vergiebt, und am jüngsten Ich glaube, daß Jesus Christus, Tage mich und alle Todten aufwahrhaftiger Gott vom Vater in erwecken wird, und mir, sammt Ewigkeit geboren, und auch wahr- allen Gläubigen in Christo, ein haftiger Mensch von der Jungfrau ewiges Leben geben wird. Das ist Maria geboren, sei mein HErr, gewißlich wahr. do dick Was ist das? - - Drittes Hauptflück. Das Bebet des Herrn oder das heilige Vater Unfer, wie ein Hausvater dasselbige seinen Kindern und Gesinde auf's ein 379 fältigste vorhalten soll. Drittes Hauptstück. Die Unrede. Vater unser, der du bist im Himmel. Die dritte Bitte. Was ist das? Dein Wille geschehe, wie im Gott will uns damit locken, daß Himmel, also auch auf Erden. wir glauben sollen, er sei unser rechter Vater, und wir seine rechten Kinder, auf daß wir getrost und mit aller Zuversicht ihn bitten sollen, wie die lieben Kinder ihren lieben Vater bitten. 1510 Die erste Bitte. Geheiliget werde dein Name. Im Was ist das? Gottes Name ist zwar an ihm felbst heilig; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns heilig werde. Joul Wie geschieht das? Wie geschieht das? an Wenn Gott allen bösen Rath und Willen bricht und hindert, so uns den Namen Gottes nicht heiligen und sein Reich nicht kommen lassen wollen, als da ist des Teufels, der Welt und unsers Fleisches Wille, sondern stärket und behält uns fest in seinem Wort und Glauben bis an unser Wo das Wort Gottes lauter Ende. Das ist sein gnädiger, guter und rein gelehret wird, und wir Wille. auch heilig als die Kinder Gottes darnach leben. Des hilf uns, lieber Vater im Himmel! Wer aber anders lehret und lebet, denn das heute. Wort Gottes lehret, der entheiliget unter uns den Namen Gottes. Davor behüte uns,( lieber) himmlischer Vater! Unser falo) iné 11 aschis Die andere Bitte. 67 wir bitten in diesem Gebet, daß es auch zu uns komme. Dein Reich komme. Wie geschieht das? Wenn der himmlische Vater uns seinen heiligen Geist giebt, daß wir seinem heiligen Wort durch seine Gnade glauben, und göttlich leben hier zeitlich und dort ewiglich. Was ist das? Gottes guter, gnädiger Wille aber wir bitten in diesem Gebet, geschieht wohl ohne unser Gebet; daß er auch bei uns geschehe. Die vierte Bitte. täglich Brot gieb uns Was ist das? Gott giebt täglich Brot auch wohl ohne unsre Bitte allen bösen Menschen; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er's uns erkennen lasse und wir mit Danksagung empfahen unser täglich Brot. bildns bod Was ist das? Was heißt denn täglich Brot? Gottes Reich fommt wohl ohne Alles, was zur Leibes- Nahrung unser Gebet von ihm selbst; aber und Nothdurft gehört, als: Essen, 5* 68 Viertes Hauptstück. Trinken, Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut, fromm Gemahl, fromme Kinder, fromm Gefinde, fromme und treue Oberherrn, gut Regiment, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn und desgleichen. Die fünfte Bitte. Und vergieb uns unsere Schuld als wir vergeben unsern Schuldigern. Was ist das? Wir bitten in diesem Gebet, als in der Summa, daß uns der Vater im Himmel von allerlei Ulebel Leibes und der Seele, Gutes und Ehre erlöse, und zuletzt, wenn unser Stündlein kommt, ein seliges Ende bescheere, und mit Gnaden von diesem Jammerthal zu sich nehme in den Himmel. Wie lautet der Beschluß? mie Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen. Was ist das? Was ist das? Wir bitten in diesem Gebet, daß der Vater im Himmel nicht ansehn wolle unsere Sünden und um Daß ich soll gewiß sein, solche derselben willen solche Bitten nicht Bitten sind dem Vater im Himmel versagen: denn wir sind der feines angenehm und erhöret; denn er werth, das wir bitten, haben's selbst hat uns geboten, also zu auch nicht verdienet; sondern er beten, und verheißen, daß er uns wolle es uns alles aus Gnaden will erhören. Amen, Amen, das geben: denn wir täglich viel sün- heißt: Ja, ja, es soll also gedigen und wohl eitel Strafe ver- schehen. dienen; sowollen wir zwar wiederum auch herzlich vergeben und gerne wohlthun denen, die sich an unse verfündigen. Biertes Hauptstück. Die sechste Bitte. Das Sakrament der heiligen Taufe, Und führe uns nicht in Ver- wie dasselbige ein Hausvater seinen suchung. Kindern und Gesinde soll einfältiglich vorhalten. Was ist das? Gott versucht zwar Niemand; aber wir bitten in diesem Gebet, daß uns Gott wolle behüten und erhalten, auf daß uns der Teufel, die Welt und unser Fleisch nicht betrüge und verführe in Mißglauben, Verzweiflung und andere große Schanden und Laster, und ob wir damit angefochten würden, daß wir doch endlich gewinnen und den Sieg behalten. Zum Ersten: Was ist die Taufe? Die Taufe ist nicht allein schlecht Wasser, sondern sie ist das Wasser in Gottes Gebot gefasset, und mit Gottes Wort verbunden. Welches ist denn solch Wort Gottes? Da unser HErr Christus spricht, Matthäi am letzten: Gehet hin in alle Welt und lehret alle Heiden, und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Die flebente Bitte. Sondern erlöse uns von dem Ulebel. Geistes.undi Fünftes Hauptstück. Zum Undern: Was giebt oder nützet und wiederum täglich herauskomdie Taufe? men und auferstehn ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinigkeit vor Gott ewiglich lebe. Sie wirket Vergebung der Sünden, erlöset vom Tode und Teufel, und giebt die ewige Seligkeit Allen, die es glauben, wie die Worte und Verheißungen Gottes lauten. Welche find solche Worte und Vers heißungen Gottes? Da unser HErr Christus spricht, Marci am letzten: Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig; wer aber nicht glaubet, der wird verdammt. 69 Zum Vierten: Was bedeutet denn solch Wassertaufen? Es bedeutet, daß der alte Adam in uns durch tägliche Reue und Buße soll ersäuft werden und sterben mit allen Sünden und bösen Lüsten, Wo stehet das geschrieben? Sankt Paulus zu den Römern am sechsten spricht: Wir sind sammt Christo durch die Taufe begraben in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist von den Todten aufs erwecket durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. Fünftes Hauptflück. Von der Beichte und dem Amt der Schlüffel. Zum Dritten: Wie kann Wasser solche große Dinge thun? Wasser thut's freilich nicht, sondern das Wort Gottes, so beichten. mit und bei dem Wasser ist, und Wie man die Einfältigen soll lehren der Glaube, so solchem Wort Gottes im Wasser trauet. Denn ohne Gottes Wort ist das Wasser schlecht Wasser und keine Taufe; aber mit dem Wort Gottes ist es eine Taufe, das ist ein gnadenreich Wasser des Lebens, und ein Bad der neuen Geburt im heiligen Geist; wie Sanft Paulus saget zu Tito im dritten Kapitel: Gott macht uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich, durch Jesum Christum, unsern Heiland, auf daß Vor Gott soll man aller Sünwir durch desselben Gnade gerecht den sich schuldig geben, auch die und Erben seien des ewigen Lebens, wir nicht erkennen, wie wir im nach der Hoffnung. Das ist gewißlich wahr. Welche Sünden soll man denn beichten? Vater Unser thun. Aber vor dem Beichtiger sollen wir allein die Sünden bekennen, die wir wissen und fühlen im Herzen. Haddan Was ist die Beichte P Die Beichte begreift zwei Stücke in sich: Eins, daß man die Sünde bekenne; das Andere, daß man die Absolution oder Vergebung vom Beichtiger empfahe, als von Gott selbst, und ja nicht daran zweifele, sondern fest glaube, die Sünden seien dadurch vergeben vor Gott im Himmel. Welche find die? Da siehe deinen Stand an nach den zehn Geboten, ob du Vater, Mutter, Sohn, Tochter, Herr, Frau, 70 Sechstes Hauptstück. Knecht, Magd seieft; ob du ungehorsam, untreu, unfleißig gewesen feiest, ob du jemand Leid gethan haft mit Worten oder Werken, ob du gestohlen, versäumet, verwahrlost behalten. oder Schaden gethan hast. lunit Hinde Darauf spricht der Beichtiger die Absolution. Nehmet hin den heiligen Geist. Welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie spic Wie pflegest du zu beichten? O allmächtiger Gott, barmherziger Vater! ich armer, elender, fündiger Mensch bekenne dir alle meine Sünden und Missethat, womit ich dich jemals erzürnet und deine Strafe zeitlich und ewig wohl verdienet habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr, und ich bitte dich, durch Es ist der wahre Leib und Blut deine grundlose Barmherzigkeit und unsers HErrn Jesu Christi, unter durch das heilige, unschuldige, bittere dem Brot und Wein uns Christen Leiden und Sterben deines lieben zu essen und zu trinken von Christo Sohnes, Jesu Christi, du wollest selbst eingesetzt. mir armen, sündhaften Menschen gnädig und barmherzig sein. Amen. Was ist das Sakrament des Altars? tual Sechstes Sauptflück.*) Das Sakrament des Altars, wie ein Hausvater dasselbige seinen Kindern und Gesinde einfältiglich ind vorhalten soll. do 290 Wo ist die Lehre von der Absolution oder den Schlüsseln des Himmelreichs begriffen? Wo stehet das geschrieben? So schreiben die heiligen Evans gelisten: Matthäus, Markus, Lukas und St. Paulus! Auf solch ein Bekenntniß verUnser HErr Jesus Christus, in kündige ich dir die Gnade Gottes, der Nacht, da er verrathen ward, und aus dem Befehl unseres HErrn nahm er das Brot, dankete und Jesu Christi vergebe ich dir deine und brach's, und gab's seinen JünSünden im Namen des Vaters gern und sprach: Nehmet hin, esset, und des Sohnes und des heiligen das ist mein Leib, der für euch geGeistes. Amen. Gehe hin in geben wird. Solches thut zu meis Frieden! melnem Gedächtniß. den Kelch nach dem Abendmahl, Desselbengleichen nahm er auch bankete und gab ihnen den und Matth. 16 spricht Christus zu Petro: Ich will dir des Himmel-*) In mehreren Ausgaben des luth. reichs Schlüssel geben. Alles, was Katechismus zählt dieses Hauptstück als du auf Erden binden wirst, soll der Beichte ungezählt bleibt, obwohl es as fünfte, indem das Hauptstück von auch im Himmel gebunden sein, Luther selbst verfaßt und bereits im und Alles, was du auf Erden lösen Jahre 1531 zwischen Taufe und Abendwirst, soll auch im Himmel los sein. o ist die Lehre zc. und die hier auf mahl gestellt hat. Nur die Schlußfrage: Joh. 20. Jesus blies seine Jün- genommene Beichtformel sind späteren ger an und spricht zu ihnen: Ursprungs. Sechstes Hauptstück. 71 sprach: Nehmet hin und trinket| stehen: Für euch gegeben nnd veralle daraus; dieser Kelch ist das gossen zur Vergebung der Sünden;" Neue Testament in meinem Blut, welche Worte sind neben dem leibdas für euch vergossen wird, zur lichen Essen und Trinken als das Vergebung der Sünden. Solches Hauptstück im Sakrament; und thut, so oft ihr's trinkt, zu meinem wer denselbigen Worten glaubet, Gedächtniß. der hat, was sie sagen, und wie fie lauten, nämlich Vergebung der Sünden". Was nützet denn solch Essen und Trinken? Das zeigen uns die Worte: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden;" nämlich daß uns im Sakrament Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit durch solche Worte gegeben wird, denn wo Vergebung der Sünden ist, da ist auch Leben und Seligkeit. 13 Wie kann leiblich Essen und Trinken ſolche große Dinge thun? Essen und Trinken thut's freilich nicht, sondern die Worte, so dal gläubige Herzen. sin Wer empfähet denn solch Sakrament würdiglich? 19 " 1 Fasten und leiblich sich bereiten ist wohl eine feine, äußerliche Zucht; aber der ist recht würdig und wohl geschickt, wer den Glauben hat an diese Worte: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden". Wer aber diesen Worten nicht glaubet oder zweifelt, der ist unwürdig und ungeschickt; denn das Wort" Für euch" fordert eitel ar Alphabetisches Lieder- Verzeichniß. A. Ach bleib' bei uns, Herr Jesu Ach bleib' mit deiner Gnade Ach, Gott, ich muß in Traurigkeit Ach Gott und Herr, wie groß Ach Gott, verlaß mich nicht Ach Gott vom Himmel sieh' Ach, Jesus lebt in mir! Ach, mein Herr Jesu, dein Ach, mein Jesu, sieh' ich trete Ach, sagt mir nichts von Gold und Schäken Ach, sieh ihn dulden, bluten, Ach, wär' ich schon dort oben Ach, wiederum ein Jahr Ach, wie die Jahre schwinden Ach, wie heilig ist der Ort Ach, wundergroßer Siegesheld Ade, ich muß nun scheiden Allein Gott in der Höh' sei Allein zu dir, Herr Jesu Alle Menschen müssen sterben Aller Gläub'gen Sammelplak Alles ist an Gottes Segen Allgenugsam Wesen, das ich Allmächtiger, ich hebe mein Amen! Amen! lauter Amen Amen! deines Grabes Friede Am Ende ist's doch gar nicht schwer Am Grabe stehn wir stille Nr. Am Kreuz erblaßt, der Anbetungswürdiger Gott 335 An dein Bluten und 134 An dir allein, an dir hab' ich gesündigt 614 Auf, auf, ihr Reichsgenossen 261 Auf Christi Himmelfahrt 449 Auf diesen Tag bedenken wir 336 Auferstanden, auferstanden 178 Auferstehn, ja auferstehn 256 486 Auf Gott und nicht auf meinen Rath Auf, ihr Streiter, 229 Auf meinen lieben Gott 45 Auf, schicke dich recht feierlich 572 Aus irdischem Getümmel 29 30 369 100 573 B. 126 Bedenke, Mensch, das Ende 262 Befiehl du deine Wege 574 Bei dir, Jesu, will ich 600 Bescheer' uns unser täglich Brot 510 Bleibt, Schäflein, bleibt, Brich an, du schönes MorgenNr. 372 licht 601 Bringt her dem Herren Lob 74 201 247 230 Aus meines Herzens Grunde 460 Aus tiefer Noth schrei' ich 264 263 1 101 102 80 624 373 306 274 15 510 371 199 Betgemeinde, heil'ge dich 459 Bis hierher hat mich Gott 200 Bleibt bei dem, der euretwillen 168 135 35 75 169 560 375 167 461 414 Alphabetisches Lieder- Verzeichniß. Bringt Preis und Ruhm Brunn alles Heils, dich C. Christe, du Beistand deiner Kreuzgemeine Christe, du Lamm Gottes 337 46 Christi Blut und Gerechtigkeit 284 Christ ist erstanden 82 Christus, der ist mein Leben Christ, wenn die Armen 2. Dank sei Gott in der Höhe Dan.e dem Herren, o Seele Das alte Jahr vergangen ist Das äuß're Sonnenlicht ist da Das Jahr geht still zu Ende Das Jahr ist nun zu Ende Das ist eine sel'ge Stunde Das ist ein theuer werthes Wort Das Mägdlein schläft; ihr Das walte Gott, der helfen Dein Jesus rufet dich Dein König kommt in niedern Hüllen. Nr. 81 Der Leib verlangt nach seiner Ruhe 136 Dein Wort, o Herr, bringt Dein Wort, o Herr, ist mil2 138 fingen Du, bester Trost der Armen Du bist das Licht von Gott 139 Du, dem ich angehöre der Thau 83 Du, deß sich alle Himmel freu'n Du, deß Zukunft einst erflehten Du gehest in den Garten beten 47 Du großer Zionskönig Dem Herrn sei Ehre, Preis Dennoch bleib' ich stets an dir 376 Dennoch ist ein schönes Wort 377 Der am Kreuz ist meine Liebe Der du das Loos von meinen 415 Der du, Herr Jesu, Ruh' Der du noch in der letzten Der du uns als Vater liebest 108 Der du zum Heil erschienen Der heil'ge Christ ist kommen Der Herr, der aller Enden 76 338 73 487 Der Mond ist aufgegangen 488 Der Sabbath ist vergangen 504 Der Tag ist hin: mein Geist 489 Des Jahres schönster Schmuck 558 465 Dich, dich, mein Gott will Dich, Jesu, laß' ich ewig nicht 416 Dich preis' ich lauten Schalles 378 Dich seh' ich wieder Morgen575 licht 466 444 Die auf der Erde wallen 561 602 551 286 Die Christen gehn von Ort Die Ernt' ist nun zu Ende Die Gnade sei mit Allen 462 Die Gnade wird doch ewig 287 513 Die gold'ne Sonne voll Freud' 467 36 Die helle Sonn' leucht't jest 463 Die Herrlichkeit der Erden 468 562 31 Die schönen Sonntagsstunden 505 32 Dies ist der Tag, den Gott 137 Dies ist die Nacht, da mir er17 schienen 285 Die stillen Abendstunden 615 Die Sünden sind vergeben 464 Die wir uns allhier 265 Die Woche geht zu Ende Dir, dir Jehovah will ich Nr. Der Herr, der einst auf Erden 248 der Der Herr ist gut, in dessen 203 Du weinest um Jerusalem Der Herr ist mein getreuer Hirt 204es mais sid mg sed i 18 490 288 140 508 417 550 231 418 450 3 48 357 Du, Herr von meinen Tagen 531 Du flagst und fühlest die Beschwerden 534 Du, meines Lebens Leben 49 356 Du siehst, o Mensch, wie 625 16 Du sollst glauben, o du Armer 289 202 Du Vater deiner Menschenkin205 50 74 Alphabetisches Lieder- Verzeichniß. Ehre sei Gott in der Höhe Ein Chrift kann ohne Kreuz Eine Heerde und ein Hirt Einen guten Kampf hab' ich Einer ist's, an dem wir Einer nur ist ewig werth Eines wünsch' ich mir vor Nr. Nr. 111 Es kostet viel, ein Chrift zu 311 19 Es mag dies Haus, das 629 379 Es saß ein frommes Häuflein 109 358 Es wird mein Herz mit Freu603 den wach 359 Es wolle Gott uns gnädig 232 Ew'ge Liebe, mein Gemüthe Ewig, ewig bin ich dein 249 485 Ein' feste Burg ist unser Gott 339 Ein Lämmlein geht und trägt 51 Ein neuer Tag, ein neues Ein neues Jahr ist angefangen Ein reines Herz, Herr, schaff' Eins hätten wir von Herzen Eins ist noth! Ach, Herr Eitle Welt! ich bin dein Ei wie so sanft doch Empor zu Gott, mein Endlich bricht das Kreuz 20 380 103 Endlich, endlich muß es doch 381 Für alle Güte sei gepreist Ergrünt, ihr Siegespalmen Erhalt' uns deine Lehre Erhalt' uns, Herr, bei Erhebe dich, o meine Seel' Erhör', o Gott, das heiße Erinn're dich, mein Geist, Erlöser, der du selbst uns Ermuntert euch, ihr Frommen Erneu're mich, o ew'ges Licht Es baut, o Gott, auf dein Es eilt der letzte von den Tagen 576 604 msid 37 307 Fall' auf die Gemeinde Fahre fort, Zion, fahre fort 141 233 479 gnädig 3 626 308 548 360 206 171 Ewig, ewig! heißt das Wort 630 do 342 53 Fortgekämpft und fortgerungen 382 Freu' dich, Seele, rühm' 180 Freu' dich sehr, o meine Seele 579 Freuet euch der schönen Erde 546 Fröhlich soll mein Herze 22 491 6. 340 179 341 Geh' aus mein Herz und 469 Geht hin, ihr gläubigen 170 Geht nun hin und grabt 84 Geist der Wahrheit, lehre Geist vom Vater und vom Gekreuzigter! zu deinen Füßen Gelobet sei der Herr, mein Gelobet seist du, Jesu Chrift Geschlossen ist nun unser Bund 521 Gesegn' uns, Herr, die Gaben 511 309 Gieb deinen Frieden uns, 470 Gieb dich zufrieden und sei 290 Gieb Frieden, Herr, gieb 23 563 112 451 21 Gott, deine Güte reicht so 577 Gott, der du mich als Vater 208 627 Gott der Tage, Gott der 492 Es glänzet der Christen Es hat uns heißen treten Es ist das Heil uns kommen Es ist ein' Ros' entsprungen Es ist genug, so nimm Herr Es ist gewißlich an der Zeit Es ist in keinem Andern Es ist nicht schwer, ein Christ Es ist noch eine Ruh' Es ist noch Raum in Jesu Es ist noch Raum! mein Es ist vollbracht das Opfer Es ist vollbracht! Gott Lob 471 545 343 234 Gott des Himmels und der 310 Gott, du läsfest Treu' und 628 Gottes Stadt steht fest 291 Gott, gieb einen milden Regen 292 Gott ist gegenwärtig; lasset 52 Gott ist getreu! sein Herz 114 142 209 578 Gott ist mein Hort und auf 143 Es kennt der Herr die Seinen 257 Gott, ist mein Lied, er ist 210 547 207 580 110 111 54 127 383 113 Alphabetisches Lieder- Verzeichniß. Nr. 384 Herr, der du vormals hast 385 Herr, der mit so viel Schmer 616 552 56 Gott ist und bleibt getreu Gott lebt, wie kann ich dm Gott Lob, die Stund' istis Gott Lob! die Zeit der Ernt' Gott Lob! ein neues Kirchen jahr gen fi Herr, du blickst in meine 181 Herr, du haft für alle Sünder 182 4 Herr, du hast in deinem Reich 133 Gottlob! ein Schritt zur Ewig- Herr, es ist ein Tag erschienen 482 manist mod dis 420 33 Herr, es ist von meinem Leben 494 581 Herr Gott, dich loben wir für 540 527 Herr Gott, dich loben wir! 538 Herr, höre! Herr, erhöre 266 Herr Jesu Christ! dein 38 Herr Jesu Christ, dich zu uns wend' 145 293 514 feit Gott Lob! es geht nunmehr Gott Lob! ich schließe meine Gott Lob! nun ist erschollen Gott rufet noch; sollt' ich Gott ruft der Sonn' und Gott, Schöpfer aller Dinge Gott sei Dank durch alle Welt Gott und Vater, nimm zur Gott Vater, aller Dinge Gott Vater, höre uns're Bitt' Gott, vor dessen Angesichte Gott will's machen, daß die Gott woll' uns hoch beglücken Größter Morgen, der die Erde Großer Gott, von alten Großer Gott, wir loben dich Großer Mittler, der zur Herr Jesu Christ, du höchstes Gut 5 163 370 Herr Jesu! der du selbst 164 Herr Jesu, Gnadensonne 211 Herr Jesu, Licht der Heiden 386 Herr Jesu, wahrer Mensch 543 Herr! meine Leibeshütte 85 Herr, nun laß in Frieden Herr, öffne mir die Herzensthür 480 419 258 Herr, stärke mich, dein Leiden Herr, unser Gott, laß nicht Herr, von dir hab' ich mein Leben Nr. 539 212 Herr, von unendlichem Erbar86 146 183 366 312 42 582 583 584 147 57 345 H. Habe deine Lust am Herrn Halleluja! Jesus lebt Halleluja, Lob, Preis und Halleluja, schöner Morgen Halt' an mein Herz in Halt' im Gedächtniß Jesum Harre, meine Seele Heiland, deine Menschenliebe Heil'ger Jesu, Heil'gungsquelle 251 verbrochen 58 Held Gottes, ach um unsertwillen 1 2 Herr, auf Erden muß ich lei 55 149 606 den 104 184 Herz und Herz vereint Heute mir und morgen dir Hier ist der Herr zugegen Hier ist mein Herz! mein Hier legt mein Sinn sich 144 Hier liegt vor deiner Majeſtät 185 493 Hilf, Herr Jesu, laß gelingen 517 Himmelan geht uns're Bahn poi 268 Herr, deine Kirche danket dir 344 Herr, dein Name sei gepriesen 559 Herr, dein Wort, die edle Herr, der du mir das Leben Herr, der durch der Liebe 313 39 314 533 men 213 148 128 Herr, vor deinem Angesicht 481 Herr, wenn wir in den Särgen 605 387 Herzenskündiger, du mein Gott 235 und Herr 267 421 388 Herzlich lieb hab' ich dich, 250 Herzlich thut mich verlangen 585 Herzliebster Jesu, was hast du 76 Alphabetisches Lieder- Verzeichniß. Hindurch, hindurch mit Freu- 150 Ich sterbe täglich, und mein 315 Jch und mein Haus, wir 495 Jch weiß, an wen ich glaube, 496 denn mein den Hinunter ist der Sonne Hirte deiner Schafe Hochheilige Dreieinigkeit, die Höchster Tröster, komm' Hosianna, Davids Sohn Hüter, wird die Nacht der Ja fürwahr! uns führt mit sanfter Hand Jauchzet, ihr Himmel, Ich armer Mensch, ich armer Ich bete an die Macht der Ich bin bei Gott in Gnaden Ich bin ein Gast auf Erden Ich bin ein kleines Kindelein Ich bin getauft auf deinen Namen Ich danke dir für deinen Tod Ich folge dir, mein Führer Ich geh' zu deinem Grabe Ich habe Luft zu scheiden Ich habe nun den Grund Ich hab' in Gottes Herz Ich hab' in guten Stunden Ich hab' mich Gott ergeben Ich hab' von ferne, Herr, Ich halte Gott in Allem stille out Ich klopfe an zum heiligen Advent 591 423 Ich will dich noch im Tod 592 214 391 632 Jch will von meiner Missethat 271 24 Je größer Kreuz, je näher 270 Jerusalem, du hochgebaute 422 Jesu, deine Passion 294 Jesu, deine tiefen Wunden 586 Jesu, Freund der Menschen529 finder 172 Jesu, geh' voran auf der Jesu, großer Wunderstern 59 Jesu, hilf siegen, du Fürste 243 Jesu, meine Freude 62 25 87 Jesu, meines Lebens Leben 587 Jesu, Seelenfreund der Deinen 150 295 Jesus ist kommen, Grund 215 Jesus lebt, mit ihm auch ich 389 Jesus, meine Zuversicht 588 Jesus nimmt die Sünder an 631 Jesus schwebt mir in Gedanken 390 Jesus soll die Loosung sein Ihr armen Sünder, kommt 272 617 7 Jhr aufgehob'nen Jesushände 105 186 Jhr Eltern, gute Nacht! 187 Ihr Eltern, gute Nacht! nun 618 452 In allen meinen Thaten 392 188 Jn Christi Wunden schlaf' Ich komme, Heil der Welt Ich komme, Herr, und suche Ich komme vor dein Angesicht Ich komm' jetzt eingeladen Ich lieg' und schlafe ganz im Frieden Nr. Ich preise dich, o Herr, Ich sag' es Jedem, daß er lebt Ich finge dir mit Herz und Mundo ind Ich steh' mit einem Fuß im Grabe 607 129 Jch weiß, an wen ich glaube, 296 115 Jch weiß, mein Gott, daß 6 Ich weiß nicht, was ich 535 269 Ich weiß von keinem andern Ich werfe mich in deine Hände s Ich will dich lieben, meine Nr. 564 523 St. Kehre wieder, kehre wieder, 0 589 Rönig, dem kein König 240 297 216 60 61 190 316 43 317 424 89 90 298 593 In Gottes Namen fang' ich 536 590 In unsers Königs Namen 189 3st Gott für mich, so trete 888id isina 318 393 425 40 273 259 Alphabetisches Lieder- Verzeichniß. König der Könige, sei uns König Jesu, streite, siege Komm', du werthes Lösegeld Komm', heiliger Geist, Komm' herein, Haupt der Komm' mein Herz! in Jesu Komm' o fomm', du Geist Kommt, Kinder, laßt uns gehen 319 Kommt, laßt euch den Herren 244 Kommt, laßt uns Gott lobfingen Kron' und Lohn beherzter Ringer L. Lasset uns mit Jesu ziehen Laß dich, Herr Jesu Christ Laß mich dein sein und bleiben Laß mir die Feier deiner Leiden Laßt mich geh'n, daß ich Licht, das in die Welt gekommen Nr. 8 Meine Lebenszeit verstreicht 361 Meine Seele senket still Licht, vom Licht, erleuchte Liebe, die du mich zum Bilde Liebster Heiland, nahe dich Liebster Jesu, hier sind wir Liebster Jesu, in den Tagen Liebster Jesu, laß mich nicht Liebster Jesu, wir sind hier Lobe den Herren, den mäch565 395 429 9 Meinen Jesus laß' ich nicht 116 Mein erst Gefühl sei Preis 191 Meine Seel' ist stille 472 394 192 Meines Herzens reinste Freude 397 117 Meine Sorgen, Angst und 396 Mein Gott, ich klopf' ani 453 Mein Gott, ich weiß wohl Mein Gott, wie bist du so ver566 553 245 phinen Mein Jesu, der du vor dem Scheiden 193 92 64 252 Mein Jesus lebt! wie kann 522 Mein Jesus stirbt, was soll 151 Mein Leben ist ein Bilgerstand 321 63 Menschenfreund, nach deinem 594 Bilde 445 Mir ist Erbarmung widerfahren 301 152 Mir nach, spricht Christus 483 Mit Ernst, o Menschenkinder 322 11 253 Mit Gott will ich's anfangen 473 Mitten wir im Leben find 567 153 165 Morgenglanz der Ewigkeit 474 299 595 595 01 154 426 tigen König Lobe den Herren, o Christgemeinde 346 Lobe den Herren, o meine Seele 427 Lobsinge, meine Seele, dem Lobt Gott, ihr Christen borgen 217 Mein Herz, gieb dich zufrieden 398 Mein Jesu, dem die Sera300 Nr.. M. Mache dich, mein Geist, bereit 320 Macht hoch die Thür', die Macht weit die Pforte in 91 Nicht eine Welt, die in ihr 26 10 362 N. Nach einer Prüfung kurzer Tage int 633 Nach meiner Seelen Seligkeit 323 Nein, nein, das ist kein Sterben 596 Nichts vergeht 173 454 218 Nicht Opfer und nicht Gaben 446 Nicht um ein flüchtig Gut Nie bist du, Höchster, von Nimm hin, mein Herz, Gott Noch läsfest du dich sehen Nun bitten wir den heil'gen Geift 275 541 Mag über uns dein Eifer 274 Man lobt dich in der Stille 428 Nun bricht die finst're Nacht Mein banges Herz, sei stille 608 Nun bringen wir den Leib 118 506 609 78 Alphabetisches Lieder- Verzeichniß. Nr. Nun danket Alle Gott UP 430 D Jesu, meine Wonne Nun danket All' und bringet 431 D Jesu, süßes Licht Nun freut euch lieben Christen- O König, dessen Majestät g'mein 302 D komm', du Geist der Wahr155 heit Nun geh' uns auf, du Nun gingst auch du zur Sabbathsruh' Nun ist der Kreuzberg überstiegen Nun jauchzet all' ihr Frommen Nun laßt den Herrn uns preisen Nun laßt uns gehn und Nun lob', mein' Seel', den Herren Nun, matter Leib, gieb dich Nun preiset Alle Gottes Nun ruhen alle Wälder Nun sich der Tag geendet Nur frisch hinein! es kann D Durchbrecher aller Bande D Ewigkeit, du Donnerwort Go Gott, du frommer Gott D C Gott! es steht dein milder D Lamm Gottes, unschuldig 77 D Lehrer, dem kein and'rer D Liebesglut, wie soll ich 610 D felig Haus, wo man dich 12 aufgenommen O Traurigkeit, o Herzeleid 554 O Ursprung des Lebens 41 D Vater der Barmherzigkeit 432 D Vater, sieh mit Wohlge497 fallen D Christ, erhebe Herz und D daß doch bald dein Feuer D daß doch bei der reichen O daß ich tausend Zungen434 r D du allersüß'ste Freude D du Liebe meiner Liebe Segen D Gott, o Geist, o Licht D Gott, von dem wir Alles haben 324 Preis dem Todesüberwinder 363 555 166 597 433 D Welt, ich muß dich lassen 498 D Welt, sich hier dein Leben 72 499 O wie fröhlich, o wie selig 399 D wie selig seid ihr doch Nr. 195 476 276 122 71 246 219 524 78 327 277 D großer Gott, du reines Wesen 326 D Haupt voll Blut und Wunden 70 D heil'ger Geist, kehr' bei uns 121 D heilige Dreifaltigkeit D Jesu Christe, wahres Licht 475 347 635 636 N. 119 328 Reich des Herrn, brich hervor 349 69 Ringe recht, wenn Gottes 325 Rüstet euch, ihr Christenleute 634 Ruhe ist das beste Gut 455 93 549 120 Schaffet eure Seligkeit admi 278 Schaffet, schaffet Menschenfinder 515 329 220 330 Schatz über alle Schäße 435 Schmücke dich, o liebe Seele 196 Schmückt das Fest mit Maien 123 Schönster Herr Jesu 237 Schon ist der Tag von Gott 637 Seele, geh' auf Golgatha 65 D Jesu, dir sei ewig Dank 194 D Jesu, einig wahres Haupt Seele, mach' dich heilig auf Seelenbräutigam, Jesu, 348 D Jesu, Herr der Herrlichkeit 367 Seele, was ermüd'st du dich DJesu, Jesu, Gottes Sohn 236 Seht, welch ein Mensch ist das 166 331 238 67 Alphabetisches Lieder- Verzeichniß. Nr. NE. 162 Seid eingedenk! o theure 174 Unsern Ausgang segne Gott Sei Lob und Ehr dem höchsten Unser Sabbath geht zu Ende 507 Gut 436 Unter tausend frohen Stunden 240 68 Unwiederbringlich schnell ent 639 fliehn Sei mir tausendmal gegrüßet Selig find des Himmels Selig, selig sind die Todten, Selig, wer dich ewig liebet Sende, Vater, deinen Geist Siegesfürst und Ehrenkönig Sieh', es will schon Abend 638 Urquell aller Seligkeiten 175 865 130 106 500 Sieh', hier bin ich, Ehrenkönig 456 Sieh' uns fertig, gegenwärtig 156 Sint' ich einst in jenen Schluntimer 501 502 So fliehen uns're Tage hin So hab' ich obgefieget So Jemand spricht: Ich liebe 447 619 So ist die Woche nun geschlossen So lange Jesus bleibt der Sollt es gleich bisweilen Sollt' ich meinem Gott nicht 509 350 400 fingen Sollt ich meinem Gott nicht trauen Sorge doch für uns're Kinder 528 221 401 E 93. So ruhest du, o meine Ruh' So ruhe wohl! Gott hat an 79 Wach' auf, du Geist der ersten 611 Zeugen So sei denn dem zurückgegeben 620 Wach' auf, mein Herz, die Nacht 612 279 512 So tragen wir den Staub So wahr ich lebe, spricht Speise, Vater, deine Kinder Stark ist meines Jesu Hand Steil und dornicht ist der Pfad 332 Strahl der Gottheit, Kraft Such', wer da will, ein ander Biel 402 124 239 158 Theures Wort aus Gottes Thut mir auf die schöne Pforte Tretet her zum Tisch des Herrn 197 157 und 11. sungut Ueberwinder, nimm die Palmen 94 Umgürte die, o Gott, mit 368 598 Balet will ich dir geben Bater, fröne du mit Segen 544 222 Vater, meine Seele tennet Vater unser im Himmelreich 458 Verlaß mich nicht, mein Gott, 403 Verleih' uns Frieden 542 532 Verwirf mich nicht im Alter Verzage nicht, du Häuflein 351 Berzage nicht, du fleine Schaar 352 Vom Himmel hoch, da komm' 27 Von des Himmels Thron' 176 Von dir, du Gott der Einigkeit 518 Vor dir, Todesüberwinder 177 ist hin Wach' auf, mein Herz, und 79 34 457 grämen Was freut mich noch, wenn Was Gott thut, das ist wohlgethan! es Was Gott thut, das ist wohlgethan, so denken 364 Ind 477 95 finge Wachet auf, ruft uns die Stimme 640 Walte, walte nah' und fern 365 Wand'le leuchtender und schöner 96 Warum sollt' ich mich denn 404 131 405 557 537 Was Gott zusammenfügt i 519 Was macht ihr, daß ihr Was mein Gott will, gescheh' 406 Was wär' ich ohne dich 254 80 Alphabetisches Lieder- Verzeichniß. Was willst du dich betrüben Weicht, ihr Berge, fallt ihr Hügel Weil ich Jesu Schäflein bin Weine nicht! Gott lebet noch Wenn Alle untreu werden Wenn Christus seine Kirche Wenn der Herr, der aus dem Grab' erwachte Wenn doch alle Seelen Wenn ich einst von jenem Schlummer Wenn ich ihn nur habe Wenn ich, o Schöpfer, deine Wenn fleine Himmelserben Wenn mein Stündlein vorhanden ist Nr. 407 Wie sicher lebt der Mensch Wie Simeon verschieden 223 Wie soll ich dich empfangen 530 Wie sollt' ich meinen Gott 408 Wie wird mir dann, o dann 437 Wie wohl ist mir, o Freund 353 Wir danken Gott für seine Gaben Wir danken. treuer Heiland 97 Wird das nicht Freude sein 303 Nr. 570 44 13 440 641 441 516 159 642 Wir glauben All' an einen Gott 132 Wir kommen, deine Huld zu feiern 556 478 Wir liegen hier zu deinen Füßen 281 438 Wir Menschen sind zudem, o Gott 160 224 Wir singen dir, Immanue 28 621 Wo findet die Seele die Heimath 571 Wohlauf, woblanzumletzten Gang613 Wohl dem Menschen, der nicht wandelt Wenn mich die Sünden Wenn uns die Feinde kränken 448 Wenn wir in höchsten Nöthen 280 Wer das Kleinod will erlangen Wer Gott vertraut, hat wohlgebaut 333 Werde munter, mein Gemüthe Wer ist wohl wie du, Jesu, Wer nur den lieben Gott läßt walten 599 73 genstern Wie könnt' ich sein vergessen Wie kurz ist doch der Menschen Leben 410 Wer weißwie nahe mir mein Ende 568 Wie fliegt dahin der Menschen Zeit 569 Wie Gott mich führt, so will 411 Wie groß ist des Allmächt'gen 225 Wie hat's die Seele doch 412 Wie herrlich ist's, ein Schäflein Christi werden 260 Wie herrlich strahlt der Mor241 198 Wie schön ist's doch, Herr Wie schön leucht't uns der Mor409 503 439 genſtern Wie selig, wer von Sünde frei Wie's Gott gefällt, das ist Wohl einem Haus, da Jesus Wo ist göttliches Erbarmen Wollt' ihr wissen, was mein Preis 304 Womit soll ich dich wohl loben 442 Wo soll ich fliehen hin 282 Wo willst du hin, weil's Abend ist 98 Wunderanfang, herrlich Ende 226 Wunderbar ist Gottes Schicken 227 Wunderbarer König, Herrscher 443 3. 161 526 255 3aget nicht, wenn Dunkelheiten 228 Beige dich uns ohne Hülle Zieh' ein zu meinen Thoren 125 Zieh' hin, mein Kind! denn 484 623 Zieh' uns nach dir, so eilen 3ion, gieb dich nur zufrieden 3ion flagt mit Angst und Schmerzen 622 3ions König ist erschienen 525 Zu dir, Herr Jesu, komme Zu dir ist meine Seele stille 3ween Jünger geh'n mit 242 334 Sehnen 413 3wei Hände wollen heute 107 354 355 14 283 305 99 520 Inches 1 Centimetres Blue ₂13 4 Cyan 2 5 6 44₂ 7 Farbkarte# 13 Green 3 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 LO 5 13 Magenta 14 ( O) 6 15 White 116 117 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8