Drenes, Kränze ums Kirchenjahr. 6216. HW Kränze 11ms Kirchenjahr. Geistliche Lieder von Guido Maria Dreves S. J. Paderborn, 1886. Druck u. Verlag der Junfermannschen Buchhandlung. ( Albert Pape.) Gb 4413 Univ.- Bibl. Giessen trans Sr. Hochwürden, Herrn P. Sigmund fellöcker 0. S. B. f. F. Schulrat, geistl. Rat, Prior des Stifts Kremsmünster, zugeeignet v. V. che. Dreves, CHORRITARRPERIS Kränze ums Kirchenjahr. G best ve Bhd d Kränze 11ms Kirchenjahr. Geistliche Lieder தத்தி von Guido Maria Dreves S. J. Paderborn, 1886. Druck u. Verlag der Junfermannschen Buchhandlung. ( Albert Pape.) Gb 4413 Univ.- Bibl. Giessen Sr. Hochwürden, Herrn P. Sigmund fellöcker 0. S. B. f. F. Schulrat, geistl. Rat, Prior des Stifts Kremsmünster, zugeeignet v. V. Omonate$ Hochwürdiger Herr und väterlicher Freund! Es ist mir eine wahre Genugthuung, Jh nen, Hw. P. Prior, diese anspruchslosen poetischen Versuche auf dem steilen und steinigen Höhenpfade der kirchlich religiösen Dichtung zu widmen. Bei Ihnen als dem langjährigen und vertrauten Freunde meines sel. Vaters, dem Sie nächst Gott den Weg zum wahren und vollen christlichen Glauben gebahnt und geebnet haben; bei Ihnen, dem Kenner und förderer der religiösen und namentlich der volkstümlichen Dichtung, glaube ich am ehesten. die Nachsicht zu finden, deren ich, wie ich nur zu gut fühle, bedarf. Unter diesen geistlichen Liedern sind zwar nicht alle wer dies glaubte. würde mich gründlich mißverstehen aber doch ein nicht unbedeutender Bruchteil als Kirchenlieder von mir gedacht und gedichtet, ein, wie ich wohl weiß, fühnes, fast unbescheidenes Unterfangen. Ist doch hier unter uns seit hundert, ja ich darf sagen zweihundert Jahren jede Tradition unterbrochen, jede Verbindung abgeschnitten, jede Übung so gut wie ausgestorben. Die letzten - mustergültigen und anregenden Vorbilder finden sich, wenn ich an das näher liegende deutsche Kirchenlied denke, im siebzehnten, wenn ich den fernerstehenden lateinischen Hymnus betrachte, gar im fünfzehnten Jahrhundert, sind also von unserem modernen Denken und fühlen durch eine breite Kluft getrennt. Was dazwischen liegt, war stets entweder aus dem Glauben geboren, ein Kirchenlied habe jedes Bild, jede Wendung, jedes Gefühl zu meiden, das nicht sofort ein beliebiger vom Markte oder von der Straße Berufener a prima vista zur Zufriedenheit und erschöpfend eregefieren könne, was dem Kirchenliede als Lied, ja als poetisches Gebilde bedingungslose Kapitulation zumuten hieß; oder es war dem wenn auch unbestimmten und unbewußten Gefühle entsprossen, das Kirchenlied habe sich in allem unserer modernen verweichlichten Lyrik zu verähnlichen und sei am besten dann geraten, wenn es sich durch bloße Vertauschung der heiligen Namen und Personen, an die es sich wendet, ohne weiteres zu einem Erotikon gestalten lasse. Geister, die einmal an diese Armenkost gewöhnt sind, vertragen die solide und gehaltvolle Nahrung des alten Kirchenliedes nur, wenn sie in entsprechender Verdünnung gereicht wird. Jst eine Bewegung zum Besseren hierin überhaupt vorhanden, so ist sie jedenfalls schwach, erschrickt vor ihren eigenen Konsequenzen und dürfte in 6 der Halbheit und Mutlosigkeit untergehn, wenn nicht ein ernstes Studium des Alten dazu führt, nicht etwa es gleich beim ersten Versuche unendlich viel besser wissen und machen zu wollen, sondern durch bescheidenes Lernen und Belauschen den zerrissenen Faden der Tradition dort anzuknüpfen, wo er durch die Ungunst der Zeiten abgebrochen. So sehen wir ja, daß auf allen Gebieten der christlichen Kunst mit dem schönsten Erfolge verfahren wird, vor allem der Architektur und ihrer Geschwister und Gespielen. Und welch leuchtendes Vorbild hat unter dieser Rücksicht der Pinsel in der Hand des unsterblichen Klein gegeben. Wenn ich mir den Engel des heil. Gesanges, wenn ich mir die fromme Seele eines kirchlichen Liedes als persönliche Erscheinung denke, es können nur Gestalten sein, so geistig und so gesund, so ernst und mild, so herb und weich, wie wir sie bei ihm zu finden gewöhnt sind, der von den Mustern kirchlicher Blütezeit zwar alles Mangelhafte abgestreift, aber so, daß er auch nichts von dem Edeln, Verkärten, Himmlischen verlor, das sich meist gerade da äußert, wo der vorschnelle Neuling nur Steifheit, nur Manier zu entdecken glaubt. Aber leider, dies Studium ist in Bezug auf unser deutsches Kirchenlied an nur wenige Namen geknüpft. Die Zahl der Eingeweihten und Kunstrichter aber ist trotzdem( oder vielleicht 7 eben deswegen) auf diesem Gebiete nicht etwa geringer sondern eher größer als anderwärts, und das Urteil ist bekanntlich um so zuversichtlicher, durch je weniger Normen es fich beengt fühlt. So ist mir denn, da ich im Begriffe stehe, diese kleinen anspruchslosen Sänger in die Welt zu schicken, als nähme ich kaum flügge Nestlinge und stieße sie hinaus in rauhes schneidendes Märzenwetter. Wird es ihnen besser gehen als den befiederten Lenzesboten, die dem ersten trügerischen Sonnenschein vertrauend, sich in den kalten Norden locken ließen? Wie dem auch sei, sicher ist ja, daß sie bei Ihnen ein freundliches Heim finden werden. Sie, Hochwürdiger Herr, werden es verstehen, daß ich dort in die Schule ging, wo allein zu lernen ist; und finden Sie manchmal und bei Jhrem geübten Auge wird es ja nur zu oft der fall sein daß das Werk nicht den Meister lobt sondern den Lehrling verrät, so wollen Sie sich daran erinnern, daß der alte Dichter in großen Dingen auch den Mißerfolg vom Sobe nicht ausschließt. Prag, am hl. Oſtertage 1886. - - Guido M. Dreves S. J. @ u, von Cherubim getragen, Herr, der du auf Hymnen thronst, Darf der Erdenwurm es wagen, Unaussprechliches zu sagen Von dem Licht, darin du wohnst? Kann der Wurm im Staube sehen, Wie auf diamantner Bahn Sonnenriesen leuchtend gehen Und im Wechselsang sich drehen, Bald sich fliehen, bald sich nahn? Wie aus unerschaffner Quelle Alles Lebens Strom entspringt, Lebensfreudig, liebeshelle Sein um Wesen, Well um Welle Wie mit Armen sich umschlingt? 9 Wie der Wurzel hoch im Throne Ewiglich der Zweig entstammt, Wie vom Vater, wie vom Sohne Beider freude, beider Krone, Ew'ges Licht der Liebe flammt? Darf, wo Cherubim sich neigen Vor dem unnahbaren Licht, Durch der sel'gen Geister Reigen Lied von Menschenlippe steigen, Heil'ger, vor dein Angesicht? Abba, Vater, zu uns kehren, Daß er in uns betet fleht, Uns zu läutern, uns zu lehren, Uns zu leuchten, uns zu klären, Laß den heil'gen Paraklet. 10 Schneeglöcklein. Rorate- Lied. N₁ Bieder, Herr, die Himmel neige, Beuge sie mit starker Hand, Und zu uns herniedersteige In dies trübe Erdenland. Komme, komme, Heil'ger Christ, o komme! Aus dem Dunkel wir uns sehnen Nach dem neuen Morgenschein, Und in Trauer und in Thränen Harren wir, o Heiland, dein. Komme, fomme, Heil'ger Christ, o komme! Zeige dich am Himmelsbogen, Schöner Stern aus Jakobs Haus! Wolken kommt heraufgezogen, Regnet uns den Tröster aus! Komme, komme, Heil'ger Christ, o komme! 13 Und du, Erde, laß sich's regen In des Jesse altem Stamm! Vater, send den alten Segen, Send das königliche Lamm! Komme, komme, Heil'ger Christ, o komme! Komm ersehnter, auserkorner, Komm du starker Davidssohn, Du vor Engeln Erstgeborner, Steig auf deiner Väter Thron. Komme, komme, Heil'ger Christ, o komme! Komm zu trösten, komm zu retten, Schlag das schwere Joch entzwei, Lös die Bande, brich die Ketten, Daß Gott wieder mit uns ſei. Komme, komme, Heil'ger Christ, o komme. 14 Anbefleckte Kmpfängnis. elch ein Glühen, welch ein Schimmer, Welch ein rosenfarbnes Licht! Also gleißt der Morgen nimmer, Also glänzt die Sonne nicht. Und welch süße frühlingslüfte Mitten um die Winterszeit, Duftiger als Lilien- Düfte, Als des Lenzes Lieblichkeit. Dorn und Distel mußten sproffen Um den ganzen Erdenkreis, Heute hat sich aufgeschlossen Röslein silber- silberweiß. Hoch willkommen, süße Rose, Blüte aus dem Paradies, Unbefleckte, makellose, Die uns Gott zu Trost verhieß. 15 Die als lichten Friedensbogen Er ans firmament gestellt, Als durch Schlangenlist betrogen, früh in Sünden sank die Welt. O nun kann's nicht lange währen, Dann erfüllet sich die Zeit, Und der König aller Ehren Hüllt sich in des Knechtes Kleid. Daß der Heiland uns erschienen, Daß sein Tod uns hat befreit, Müssen wir zu Dank dir dienen, Ewig, ewig reinste Maid. 16 II. öchter Sion, kommt und sehet, Wer ist jene, die da stehet An dem Himmel glanzumwallt? Lauter Anmut, laut're Wonne, Wie ein Kleid umfließt die Sonne Jhre fürstliche Gestalt. Rosen blühn auf ihren Wangen, Lilien auf den Füßen prangen, Gold und Licht ihr wallend Haar; Keins der Sternlein kann verdunkeln, Die in ihrer Krone funkeln, Jhre Stirne licht und klar. Engel sie im Kreis umgeben, Und wie Himmelsblüten weben Einen Kranz sie rund umher; Durch der Geister Reih'n, den schönen, Klingt es wie von Harfentönen, Rauscht es wie ein fernes Meer: 17 2 Schönste sündenlose Eine Über alle Engel Reine, über alle Engel schön, Ohne Makel, ohne fehle, Rein am Leib und rein an Seele, ³ Klarster Stern in Himmelshöhn! „ O verschlossner Wonnegarten, Jungfrau, die den fuß, den zarten, Auf das Schlangenhaupt gesetzt; Deren ferse unbewehret Nicht des Drachen Zahn versehret, Nicht des Zahnes Gift verletzt! " Schönste du auf Salems Uuen, Schönste unter Judas frauen, Deines Volkes hellster Ruhm; Lilienblüte makellose, Weiße, unbefleckte Rose, Unentweihtes Heiligtum!" 18 Des Engels Botschaft. in Engel flog, da früh es tagt', Er flog gen Nazareth, Da fand er eine fromme Magd, Er fand sie im Gebet: Was säumest du, Emanuel, Wann kommst du, starker Gott, Wie lange giebst du Jsrael Dem feinde preis zum Spott? Komm Davidssohn, o mach uns frei, Vollend' das Wort des Herrn, Und wer auch deine Mutter sei, Wie diente ich ihr gern." Da trat der Engel rasch herein: ,, Gegrüßt du reine Magd! Du selber sollst die Sel'ge sein, Von der Jesaias sagt. Denn du bist aller Gnade voll, Der Höchste ist mit dir! Sprich, ob es sich erfüllen soll, Was ich entboten dir." 19 Univ.- Bibl. Giessen 2* Da sprach die Magd in süßer Zucht: Ich weiß von keinem Mann, Sprich, wie ich also edle frucht Von Gott gewinnen kann? ,, Vertrau, unmöglich ist kein Ding Dem, der im Himmel wohnt, Sieh, seit Elisabeth empfing, Ist dies der sechste Mond." Sie sprach: Ich bin des Herren Magd, Gescheh an mir sein Wort.' O Wort, wie keines wohlgesagt, Du bringst uns unsern Hort. Du bringest uns den Heiland ja, Schon ist er nicht mehr weit, Drum rüste dich, o Ephrata, Mach, Sion, dich bereit. Halt offen ihm ein fürstlich Haus, Bereite seinen Pfad, Trag Berge ab, füll Thäler aus; Denn sieh, dein König naht. 20 Shrift- Nacht. ie Hirten schliefen in dem Thal Zur Mittnacht um die Stunde, Da ward es hell mit einem Mal, Da scholl's von guter Kunde. Da zogen Engel durch die Luft Gen Bethlehem zum Stalle, Und überm Berg und aus der Kluft Da klang's von freudenschalle. Die Engel sangen: ,, Kommt geschwind, Die Jungfrau hat geboren, Jm Stalle liegt's, ein kleines Kind, Zwar klein, doch auserkoren. Zwar arm und doch unendlich reich, Ein Gott vom wahren Gotte; Sein Bettlein ist fürwahr nicht weich Und gar so kalt die Grotte." 21 Die Hirten aber säumten nit, Zur Stadt fie gingen alle, Und wir, wir gehen alle mit Zum Kindelein im Stalle. Das soll uns recht gelegen sein, Wir küssen seine Hände, Dann giebt es uns den Segen sein Zu einem guten Ende. 22 Beihnachtslieder. S hrist, der du geboren bist Als ein Kindlein kleine, Lob sei dir zu dieser Frist Mit der Jungfrau reine. Christ, der du geboren bist In dem armen Stalle, Dank sei dir zu dieser Frist Dargebracht mit Schalle. Christ, der du geboren bist Uns zu Trost und frommen, Sei gelobt zu dieser frist, Sei uns recht willkommen! 23 II. ist gewaltig stark von Art, Der heut zur Nacht geboren ward, Das ist der fürst und Heiland Christ, Den lobet alles, was da ist. Im Himmel steht gar hoch und hehr Sein Thron gebaut, und alles Heer Der lieben Engel dienet ihm, Erzengel, Mächte, Cherubim. Sein Kripplein ist ihm viel zu weit, Doch reicht er über Raum und Zeit, In Windeln liegt er stumm und still Und lenkt doch alles wie er will. Und spielt doch mit dem Erdenball Und trägt und stützt das Weltenall, Ruft Sonn und Mond, und Nacht und Tag Und frägt bei keinem König nach. Auf seinen Schultern Herrschaft ruht, Land, Luft und alles Meeres flut, Die Himmel all sind sein Gebiet, Und was das Kindlein spricht, geschieht. 24 Es ist auch gut und mild von Art, Das Kind, das uns geboren ward, Ist unser Heiland Jesus Christ, Kein Wunder, daß es gütig ist. Die reinste Jungfrau es gebar, Drum leuchtet es so hell und klar Wie Himmelslicht und Himmelsglanz, Ganz Lieblichkeit und Anmut ganz. Wie frischer Schnee und Elfenbein So schimmert ganz dies Kindelein, Sein Haar wie lauter lichtes Gold, Wie Himmels Blau sein Änglein hold. Aus seinen Händchen quillt und fällt Ein Gnadenstrom auf diese Welt, An seinen Blicken hell und klar, Da weidet sich die Engelschar. Laß leuchten deine Äuglein lind Auch über uns, du Himmelskind, Breit segnend deine Händchen beid Aus über Zeit und Ewigkeit. 25 III. S in Kind ist uns geboren, Ein Sohn ist uns geschenkt, Aus Tausend auserkoren, Der alles schuf und lenkt. Du Kindlein in der Krippen, Wie edelfein du bist, Anmut auf deinen Lippen Wie ausgegoffen ist. Auf deinen Schultern lieget Die Herrschaft aller Welt, Der, den die Jungfrau wieget, Die Himmel trägt und hält. Leb wohl, du reiche Erde, Jhr hohen Häuser all, Daß meine Wohnung werde Im feld der arme Stall. 26 Dies Kripplein dort, das kleine, Ist ja der Himmelsthron, Dort kniet die zarte, reine, Die Maid bei ihrem Sohn. Da stehn viel Englein drinnen Um ihren Herrn zur Wacht Und schaun mit tiefem Sinnen, Wie's Kindlein weint und lacht. Und wie's zur Mittnachtstunde Von Englein singt und klingt, Ihr Lied mit froher Kunde Durch alle Welt sich schwingt: ,, Die Jungfrau hat geboren, Hat uns ein Kind gebracht, O Nacht, wie auserkoren, Wie hell bist du, o Nacht! 11 O Kindlein auserwählet, Wie bist du gar so klein, O Mutter unvermählet, Wie bist du engelrein!" 27 IV. S eboren ist Der heil'ge Christ, Wer sollte sich nicht freuen! Muß sich ja bald Der Welt Gestalt, Sich alles nun erneuen. Geboren ist Der heil'ge Christ Von aller frauen Krone, Das singen wir Zu Lobe ihr, Der reinen Magd zu Lohne. Geboren ist Der heil'ge Christ Jm Stall so arm und enge, Ein Engelchor Der sang davor Gar süße Himmelsklänge. 28 Geboren ist Der heil'ge Christ Zu unserm Trost und frommen, Dies Königskind So lieb, so lind, Das sei uns froh willkommen. Geboren ist Der heil'ge Chriſt, Der komm in unsre Herzen, Der mach in Huld Uns frei von Schuld Und frei von allen Schmerzen, Geboren ist Der heil'ge Christ, Der bleib allzeit darinnen, All unser Thun, All unser Ruhn Sei sein und alles Sinnen. 29 V. Besukind, sei hochwillkommen Mit den Äuglein tief und klar, Schön're Sternlein nie erglommen, Schöner Kindlein nimmer war Alls das Kindlein Jesus Christ, Das der Menschen Heiland ist! Jesukind, die Englein singen Durch das tiefe, stille Chal, Hör all überall es klingen: Solch ein Kind kommt nur einmal, Als das Kindlein Jesus Christ, Das der Menschen Heiland ist. Jesukind, wie soll ich's deuten, Daß du kamst auf unsre flur Zu uns armen Hirtenleuten? Ach! solch Kind kommt einmal nur, Als das Kindlein Jesus Christ, Das der Menschen Heiland ist. 30 Kindelein, kehrst du zurücke Einst zum goldnen Himmel dein, Bau auch uns dorthin die Brücke, Denn wie könnten wir noch sein Ohn' dich, Kindlein Jesus Christ, Das uns Herr und Heiland ist. 31 VI. rene dich, Jerusalem, Sion, sei nicht blind, Eile mit nach Bethlehem Zu dem Stall geschwind; Sieh, dort ist geboren, Klein doch auserkoren, Dir ein Königskind. fehlt's von Sammt und Seide gleich Un des Kindleins Chron, Dennoch ist er fürstlich reich, Dieser Königssohn, Der die Vöglein weidet, Und die Lilien kleidet Schön wie Salomon. Stehet seine Wiege auch In dem ärmsten Stall, Schaltet er nach Herrscherbrauch Dennoch überall, Lenket nah und ferne Sonnen, Monde, Sterne, Trägt den Erdenball. 32 Keine Diener siehst du zwar Seinen Thron umstehn, Doch der lieben Engel Schar Dient ihm ungesehn, Wie des Kindleins Brauen Winken, sie voll Grauen Kommen oder gehn. Ei, so lasse, Christenheit, Dir zu Troste sein Dieses Kindes Lieblichkeit, Das so arm und klein, Da wir all verloren, Ward für uns geboren, Daß wir selig sei'n. 33 3 Krippen- Lied. N™ un wollen wir dich wiegen, Du allerschönstes Kind, Indessen deine Mutter Den gold'nen faden spinnt. Nun wollen wir dir singen Manch schöne Melodei'n, Die Hirten dazu blasen Mit flöten und Schalmei'n. Die Englein dazu helfen, Die singen gar so fein, Mit Stimmen also linde, Wie Glöcklein also rein. ,, Schlaf, Kindlein, und im Schlafe Träum von dem Himmelreich, Im Himmel wohnt dein Vater, Dein Thron ist seinem gleich. 34 ,, Schlaf, Kind, und denkst im Schlafe Du an das Kreuze schwer, So denk, wie ohn' dein Kreuze Die Welt verloren wär. ,, Schlaf, Kindlein, und im Schlafe Auch an uns Kinder denk Und deine Lieb und Gnade Uns tief ins Herze senk. " So tief, daß Welt und Hölle Sie uns nicht rauben mag, Daß wir dich unser Leben Vergessen keinen Tag. ,, So tief, daß wenn du einstens Kommst richten deine Welt, Das Würzlein deiner Liebe Noch fest wie heute hält." 35 3* Drei- Königs- Tag. in Stern ist aufgegangen, Ein Stern aus Jakobs Haus, Drei Weise sah'n ihn prangen, Drei Kön'ge zogen aus. Sie zogen aus zu sehen Den neugebornen Herrn, Da sahn sie fürbaß gehen Den wunderbaren Stern. Sie sahn ihn ziehn und halten Wohl mitten in dem Feld, Da lag im Stall, im kalten, Der König aller Welt. Jm Stalle da im feuchten, Sie sahn die reine Braut, In Züchten sie sich beugten Und lobeten sie laut. 36 Zu schauen sie begehrten Das Kindlein wert und hold, Und Weihrauch sie bescherten Und Myrrhe ihm und Gold. Weihrauch dem Gotteserben, Dem Königskinde Gold, Die Myrrhe ihm, der sterben für uns am Kreuze wollt! Nun sei auch uns willkommen Du höchster Königssohn, Dank, daß du eingenommen Hast deiner Väter Thron. Dank, daß du uns berufen Aus tiefer, tiefer Nacht Zu deines Thrones Stufen, Zu deines Lichtes Pracht. Laß alle Völker sehen Helleuchtend deinen Stern, Jhn sehen und verstehen Und finden ihren Herrn. 37 Sum Namenstage des Herrn. Cesus ist ein füßer Name, Jesus ist das beste Wort, Wahrer Herzensfreud ein Same, fällt er an den rechten Ort. Jesu Name ist ein Bronnen, Der die Seele tränkt mit Lust, Ist ein Licht wie tausend Sonnen, Glüht wie feuer in der Brust. Jesu Nam' ist wie von Saiten, Wie von( Schellen hell ein Klang, n Wie ein Gruß aus bessern Zeiten, Ist wie ferner Engelsang. Jesu Name in dem Herzen Ist ein Himmel in der Zeit, Schweigen müssen alle Schmerzen Vor so großer Seligkeit. 38 Jesu, wer dich nie empfunden In der Seele tiefstem Grund, Nie geruht in deinen Wunden, Ach! dem schildert dich kein Mund. Jesu, präge meinem Herzen Deines Namens Zeichen ein, Daß er nie sei auszumerzen, Allzeit mög darinnen sein. 39 In nomine Jesu. H gn des neuen Jahres Schwelle Wie es golden strahlt und blinkt, Das ist nicht des Tages Helle, Was so freundlich grüßt und winkt: Nein, das ist der Geister Wonne, Neues Salem, deine Sonne, Die erhellt Und erfreut die Engelwelt. Jesus, schönster aller Namen, Süßer über allen Sang, Aller, die vom Himmel kamen, Aller Klänge schönster Klang. Du des Ew'gen Vaterfreude, Aller Engel Lust und Weide, Aller Zeit, Aller Menschen Seligkeit. Jesus heißt der Kön'ge König, Jesus heißt der Gottessohn; Jubelstimmig, tausendtönig Auf des Vaters ew'gen Thron 40 Engellieder ihn umklingen, Tausend Seraphschöre singen Jhm zum Preis, Den kein Lied zu fassen weiß. Jesus heißt der gute Hirte, Der uns Ärmste suchen kam, Der das Schäflein, das verirrte, Auf die sichre Schulter nahm; Der aus göttlichem Erbarmen Uns mit göttlich starken Armen Hat befreit Aus der Hölle Dienstbarkeit. Jesus ist's, der um Erbarmen Un dem Thron des Vaters fleht, Der mit ausgespannten Armen Alles schließt in sein Gebet, Alle Sünder, jede Seele, Daß dereinstens keine fehle, Wann er zählt, Die der Vater ihm erwählt. Jesus, unser Ein und Alles, Jesus, unser Einst und Jetzt; des freudenreichen Schalles, Denn kein Name ist gesetzt, 41 Keiner, drin wir selig werden Nicht im Himmel, nicht auf Erden, Keiner ist, Außer deiner, Jesu Christ. Darum singt in Jesu Namen, Himmel, Erde, singet, klingt! Rufet: Jesu! Eja, Amen! Daß es bis zur Tiefe dringt; Daß sich die in Unterwelten, Daß sich die in Himmelszelten, Jedes Knie Sich ihm beuge dort und hie. 42 Bon der Lieblichkeit des Herrn. schönes Weltenmorgenlicht, Mein Heiland Jesu Christ, Ein' schön're Zierde giebt es nicht, Denn du, o Herre, bist. Die Sonne giebt wohl starken Schein, Hell kommt der Mond daher, Doch leuchtest du, o Herr, darein, Sieht man ihr Licht nicht mehr. Und was rund um die Erde blüht, Und aller Mägdlein Zier, Ein fünklein ist's, der von dir sprüht, Ein Tröpflein ist's von dir. O zeige uns dein Angesicht, Du lieber Jesus Christ, Denn schön're Zierde giebt es nicht Als du, o Herre, bist. 43 II. S Gesu, meiner Seele Leben, Meiner Seele Lust bist du; Keinen Trost hab ich daneben, Hab daneben keine Ruh. Wie die Hindin lechzend trachtet Nach dem Waldesbrünnlein klar, Also meine Seele schmachtet Nach dir, Heiland, immerdar. Ach, auf dieser Pilgerreise Durch der Wüste Sonnenglut Sie mit deinem Leibe speise, Letze sie mit deinem Blut. Und ist diese Zeit verronnen Und verrauscht mit ihrem Schmerz, Laß an deines Hauses Bronnen Stillen sich mein schmachtend Herz. 44 III. D as fönnt' ich noch verlangen, O Herr, auf dieser Welt, Seit du mir aufgegangen, Seit mich dein Licht erhellt? Ist etwas wol geblieben, Das noch geftele mir, Nun ich gelernt dich lieben, Geschanet deine Zier? Nun meines Herzens Sehnen Sich ganz nach dir gekehrt, Nun es in freudenthränen Stündlich nach dir begehrt. Du bist, o Herr, sein Leben, Sein Schlag, o Herr, bist du, Und all sein rastlos Streben Kommt erst bei dir zur Ruh. 45 Was soll ich drum verlangen, O Herr, auf dieser Welt, Seit du mir aufgegangen, Seit mich dein Licht erhellt? 46 ,, Lux lucis et fons luminis." H gm hohen Himmel winket Ein wundervolles Licht, So hell, so freundlich blinket Die helle Sonne nicht; Das ist im Strahlenkranze Der ew'ge Gottessohn, Der thront mit großem Glanze Auf seines Vaters Thron. Jm Kranz der Morgensterne Er pranget wunderbar, Er glänzet nah und ferne Vor andern Sternen klar; Es reichet sein Erbarmen Don höchster Sternenhöh Mit Strahlen liebewarmen Zum Grund der tiefsten See. Ist keine Not hienieden, Kein Elend, keine Pein, Er strahlet seinen Frieden, Strahlt seinen Trost hinein; 47 Ist keine Nacht so dunkel, Kein Nebel je so dicht, Sein liebliches Gefunkel Macht alles wieder licht. Du lieber Stern der Gnade, Laß uns dich allzeit sehn, Erhell all unsre Pfade, Daß wir nicht irre gehn, Daß wir nicht müd ermatten, Daß über unserm Haupt Nicht lagert Todesschatten Und uns dein Antlitz raubt. Gieb, wenn für diese Erde Zu unser Auge fällt, Daß wieder Tag es werde In einer lichtern Welt; Da laß uns freundlich winken Dein mildes Angesicht, Und unsre Seele trinken Vom Quell das ew'ge Licht: 48 Passionsblumen. Not Gottes. m Garten um die Mitternacht Begann der Herr zu zagen, Sein Herz bedrückt mit solcher Macht, Was er um uns getragen: Da kam Gott selbst in höchste Not, Vor tiefem Jammer bis zum Tod. Da hat in stiller Einsamkeit Er mit dem Tod gerungen, fast wäre ob so schwerem Leid Sein Herz in ihm zersprungen; Sein Blut aus allen Adern schoß Und in die bunten Blümlein floß. Da hob ringsum die ganze Welt An mit dem Herrn zu trauern, Durch Gras und Baum, forst, flur und feld, Ging banges Todesschauern; Denn der sie einst ins Leben rief, Der lag in Not des Todes tief. 51 7* Hieher, o Christ, tritt da herzu, Schau, wie der Herr vernichtet, Schau, wie wir Sünder, ich und du Jhn übel zugerichtet; Daß unser Tod ein sel'ger sei, Giebt er sich allen Schmerzen frei. O Jesu, all die bittre Qual, Die nun dein Herz getragen, Sei unser Troft, wenn auch einmal Wird unser Stündlein schlagen; Dann, Herr, gedenk an deine Pein Und laß uns des geholfen sein. 52 Jesu Leiden. es ew'gen Vaters einz'ger Sohn Zum Tode geht gebunden, In Schmerz versenkt, bedeckt mit Hohn, Nur Weh und lauter Wunden. Wie bist du, Herr, von Blute rot, Wie bist du so zerschlagen, Wie bist du müde bis zum Tod, Wie hast du schwer getragen. Wie ist dein zarter Leib zerrenkt Dom Scheitel bis zur Zehe, Und nackend an ein Kreuz gehenkt In namenlosem Wehe. All deine Marter, deine Qual, Ich bin's, der das verschuldet, Ach! meiner Hände Werk zumal Ist, was du hast erduldet. 53 zeige mir dein Angesicht, Von Dornen rings umbunden, Und wenn mein müdes Auge bricht, Stärk mich durch deine Wunden. 54 II. Cesu, Jesu, mein Verlangen, Jesu, Jesu, meine Zier! Wer ist also umgegangen, Schönster Menschensohn, mit dir? Wer hat dich mit solchem Kranze, Königliches Haupt, geschmückt, Hat nach dir die blut'ge Lanze, Allerreinste Brust, gezückt? Herr, wer trieb die scharfen Nägel Durch die wunderthät'ge Hand, Hat ans Kreuz dich, wie ein Segel An die Rahe ausgespannt? Wer hat fittich dir und flügel, Höchster Cherub, so zerrenkt, Arm und Hand, die doch die Zügel Aller Welten hält und lenkt? 55 Jch, o Herr, ich bin der Sklave, Der dich raufte und dich frug: Ei du Ehrenkönig, Ave! Prophezeie, wer dich schlug! Herr, vergesse, Herr vergebe, Was ich that, ich wußt' es nicht; Herr, durch den ich bin und lebe, Geh mit mir nicht ins Gericht. 56 III. st das der Himmel Kaiser, Ein Kreuz, ist das sein Thron? Er trägt statt Lorbeerreiser Von Dornen eine Kron; Sein Purpur ist sein eigen Blut, Das fließt aus tausend Wunden, Die glühn wie Feuersglut. 1 Ach, der am Kreuz da wimmert, Ist doch der Gottessohn, Und wo's von Sternen schimmert, Da steht gebaut sein Thron; Und diese Hände krank und wund Sind's, die das Land gefestigt Jm tiefen Meeresgrund. Christ, schau zu diesen Händen, Kennst du die Hände noch? Sie lenken aller Enden Die Sternenwelten doch; Es liegt in ihren Wunden breit Doch aller Menschen Rettung Und aller Seligkeit. 57 Univ.- Bibl. Giessen Und was der Herr gelitten, für dich litt er es auch, für dich hat er gestritten Tren bis zum letzten Hauch; für dich in seiner letzten Not Er rang mit heißem flehen Und sich zum Bürgen bot. So laß uns eins erflehen, O lieber Jesu Christ, Olaß das nie geschehen Durch Satans Trug und List, Daß all dein Leiden, all dein Weh Nun doch um unsre Sünden An uns verloren geh. 58 IV. TO gn dem Kreuzesholz, dem harten, Mit drei Nägeln scharf und groß Sieh der Jungfrau Sohn, den zarten, festgenagelt nackt und bloß. Sieh, wie sich sein Blut ergießet, Wie's aus tausend Brünnlein quillt, Und in tausend Bächlein fließet, Hell und rot und ungestillt. Schau, wie seine heil'gen Wunden In des fiebers Hitze glühn, Unbesorgt und unverbunden, Rosen gleich im Schmerze blühn. Sieh, wie seine zarten Glieder Zitternd hängen in der Pein, Wie die Schmerzen auf und nieder Zuckend gehn durch Fleisch und Bein. 59 Suche, ob ein Glied du sehest, Das nicht schwimmt in seiner Qual, Ob ein Plätzlein du erspähest Ohne Wunde, ohne Mal. Herr! wie viele dieser Wunden Schlugen meine Sünden dir, Mehr vielleicht als Tag und Stunden Ich verbracht auf Erden hier. Mehr vielleicht als an den Meeren Körnlein liegen in dem Sand, Mehr als ich mit allen Zähren Je zu fühnen bin im Stand. Jede Sünde ihre Wunde, Keine, die der Herr nicht trug, Keine, die in jener Stunde Jhn nicht schmerzlich traf und schlug. Herr, verzeih, daß meine Hände Ich erhoben gegen dich Und so schwer gemacht dein Ende; Herr, wie bitter kränkt es mich. 60 Auch an meinen Händen klebet, Gotteslamm, dein reinstes Blut, Ach! mein Herz in Schmerz erbebet Des gedenkend, höchstes Gut. Laß nicht zu, ich fleh von Herzen, Daß durch neue Sünde je Ich erneu're deine Schmerzen Und vermehre, Herr, dein Weh. 61 V. H m Kreuz in bittern Qualen Da hängt Mariä Kind, Am Kreuz aus tausend Malen Sein Blut zur Erde rinnt. Am Kreuz in bittern Wehen Des Herren Mutter stand; Kann das ein Herz verstehen, Was da ihr Herz empfand? Herr, all deine Peinen, O Mutter, all dein Leid Laß herzlich uns beweinen In dieser heil'gen Zeit. 62 Ecce homo! Laß mich sehen, Mann der Schmerzen, Deine blutige Geſtalt, Daß ihr Abbild tief im Herzen Ewig ich verborgen halt! Laß mich deine Wunden zählen, Alle Striemen, jedes Mal, Laß mich in der tiefften Seelen Mitempfinden deine Qual. Laß den Dornenkranz mich küsſen Und den Mantel und das Rohr, Naß vom Blut, das sich in flüsſen Drängt aus tausend Quellen vor. O mein Herr, was ich verschuldet, Sühnest du in bitt'rer Pein; O so laß, was du erduldet, Nicht an mir verloren sein. 63 Sharfreitag. ein Heiland ist gestorben, Schau her, o Christ, und wein', Hat dir das Heil erworben Durch seine Todespein. Laß dich die Lieb' bewegen, Glaub', größre gab es nie; Es tief ins Herz zu prägen, Sein heilig Kreuzbild sieh. Laß mich dein Sterben ehren, Sei, toter Herr, gegrüßt, Ich denk mit frommen Zähren, Was du für mich gebüßt. Hast dich dahingegeben für mich in Weh und Not, Mir schenktest du das Leben, Selbst gingst du in den Tod. 64 Schließ mich in deine Arme, O Herr, vom Kreuzesstamm, Und meiner dich erbarme, Du schuldlos Opferlamm. Zu deines Kreuzes fuße Sieh du auf mich herab, Daß ich in treuer Buße Dich allzeit lieber hab'. 65 5 Arma Christi. Kreuz, du Siegeszeichen, Sieghafter heil'ger Speer, Davor noch heut entweichen Welt, Höll' und all ihr Heer; Jhr sollet, wenn wir streiten, Der Christen Heerbann leiten. Kreuz, du hast getragen Den Herrn und Heiland mein, Du sollst mir Kunde sagen Von seiner Todespein, Wie er in tausend Leiden Wollt von dem Leben scheiden. ONägel eingetrieben, ONägel scharf und hart, Damit auch ich geschrieben In seine Hände ward; Will euch in Händ' und Füßen Mit Kuß und Zähren grüßen. 66 O Dorn in roter Blüte, Der rings sein Haupt umgiebt, Grab ein in mein Gemüte, Wie stark er mich geliebt, Daß jeder meiner Tage Dank seiner Liebe sage. Der uns sein Herz erschlossen, Du süßer heil'ger Speer, Und über uns ergoffen Don Seligkeit ein Meer, O bahn auch mir die Pfade Zu diesem Heim der Gnade. Den Dorn zu seiner Krone, Zum Zepter nahm den Speer, Das Kreuz zu seinem Throne Der König hoch und hehr, Der mit durchbohrten Händen Die Welt lenkt aller Enden. 67 5* Blüten unterm Kreuz. Perrlich blüht es, herrlich glänzt es Um das heil'ge Kreuz des Herrn, Und ein Blütenkranz umkränzt es, Lieblich duftend nah und fern. O da blüht's von purpurrosen Aus des Gottessohnes Blut, Blüht's von Lilien, makellosen, Aus der Reinsten Thränenflut. O ihr Lilien voller Schimmer, O ihr Rosen voller Glut, Un Mariens Thränen immer Mahnt mich und an Jesu Blut. 68 Ofterveilchen. In der fröhlichen Qfterzeit. N Sun singt, ihr Christenlente, Zu dieses Lenzes frist; Aus Grab und Banden heute Der Herr erstanden ist. Er ging an einem Morgen Aus seinem Grab heraus, Da brach, die lang verborgen, Die Gottheit glänzend aus. Da war so schön zu sehen Der heil'ge Leib des Herrn, Vom Grab thät er erstehen Ein lichter Morgenstern. Da strahlten seine Wunden Wie rotes Sonnenlicht; Der Tod war überwunden, Den Herrn bezwang er nicht. 71 Es sangen Engel droben: Nun lobet alle Christ, Der sich vom Schlaf erhoben Zu dieses Lenzes frist. 72 II. $ 5 Peut ist des Heilands Ehrentag, Heut winkt sein Siegspanier, Daß Tod und Hölle ihm erlag, Des, Christen, jubeln wir. Mit Sieg gekrönt und Herrlichkeit, So steigt er aus dem Grab, Streift jede Spur der Sterblichkeit, Streift alle Schwachheit ab. Sein Leib, der bleich im Grabe lag, Der glänzt wie lauter Licht, Es glänzt den schönsten Sommertag So schön die Sonne nicht. Und seine Augen wie der Glanz Der Sternlein sind zur Nacht, Sind seine Male wie ein Kranz Von rosenroter Pracht. 73 Der Hölle bangt vor seinem Licht, Die schreckt der Heiland heut, Doch was er zu den Christen spricht, Jst lauter fried' und freud. Gieß deines Ostertages Lust, Gieß auch den frieden dein, O Herr, in unser aller Brust, Daß recht wir fröhlich sein. 74 III. Peut ist ein Tag, den Gott gemacht, heut laßt uns fröhlich sein! Vorüber ist die dunkle Nacht, Der Morgen bricht herein. Der Morgen gar so lieblich ist, Das macht die Sonne nicht, Du, unser Herre Jesu Christ, Bist dieses Tages Licht. Es ging der Herr aus Grabesnacht, Kein Stein da widerstand, Mit seines Glanzes Strahlenpracht Erfüllt er rings das Land. So kündet es der weiten Welt Und heißt sie fröhlich sein, Ihr Engel in dem Himmelszelt, Stimmt in den Jubel ein. 75 Denn diesen Tag hat Gott gemacht, Das freut uns herzlich sehr; O Christe, unsres Herzens Nacht Erleuchte mehr und mehr! 76 IV. in Gärtner steht im Garten, Wer weiß uns, wer das ist? Er thut der Blümlein warten, Das ist der heil'ge Christ. Maria sucht und weinet Und fragend zu ihm spricht, Und den sie treulich meinet, Den Herrn erkennt sie nicht. ,, Maria, wein nun nimmer, Ich selber bin dein Christ." O Meister, nun und immer Du meine Liebe bist. 11 Meister, deine füße, Die reich mir noch einmal, Daß ich viel tausend Küsse Drück in der Wunden Mal. 77 ,, Maria, dein Verlangen Ist allzu rasch und heiß, Du sollst mich wohl umfangen, Doch erst im Paradeis." 78 V. hristus ist erstanden In der Gottheit macht Aus des Todes Banden, Aus des Grabes Nacht; Der am Kreuz gestorben ist. Jesus Christ Kehrt als Sieger aus dem Streit Heim in Herrlichkeit. Christus ist gedrungen In der Hölle Graus, Hat den feind bezwungen In dem eignen Haus; Der am Kreuz verschmachtend hing, Siegreich ging, fesselte des Drachen Wut In des Abgrunds Glut. Christus hat errungen Aller Siege Sieg, Aller feind bezwungen In dem heißen Krieg; 79 Der am Kreuz hing nackt und bloß, Glänzend, groß, Mit der Siegesfahne, seht, Auf dem Grabe steht. Christus hat befreiet Heut der Väter Schar, Des sei benedeiet Von uns immerdar, Der am Kreuz du für uns starbst Und erwarbst Deines Reiches Herrlichkeit; Lob sei dir allzeit. Lob sei dir und Ehre Von den Cherubim, Von dem Himmelsheere, Von den Seraphim, Der du hingst am Kreuzesstamm, Gotteslamm, Würdig bist du, Dank und Preis Sei dir, Davidsreis. 80 Ofter- Montag. un wie die Jünger weiland Laßt uns nach Emaus gehn, Da sollen wir den Heiland, Den auferstand'nen sehn. Da will er zu uns sprechen, Daß wir sein Reich verstehn, Will er das Brod uns brechen, Daß wir sein Antlitz sehn. Und was in deinem Herzen Dich noch so bitter kränkt, Heut heilt er alle Schmerzen Und Osterfreude schenkt. Laß, Herr, die Herzen brennen In uns bei deinem Wort; Nichts soll uns jemals trennen Von dir, du höchster Hort! 81 Und dunkelt zu die Erde, Da, Herr, verlaß uns nicht, Sei deiner kleinen Herde Weg, führer, Trosft und Licht. Laß deinen Glanz uns scheinen Hellleuchtend durch die Nacht, Daß keinen von den Deinen Die Hölle wankend macht. 82 Auf dem Bittgang. ir ziehen unsrer Wegen Und bitten Gott den Herrn, Er gebe seinen Segen Dem Erdreich nah und fern. Der Heiland uns verleihe, Der unsre Sünde trug, Daß Gott die Welt befreie Dom alten Sündenfluch. Der alles du belebest, komm, du heil'ger Geist, Wo du vorüberschwebest, Du fruchtbarkeit verleihst. O Jungfrau, die empfangen, Betaut vom Himmelszelt, Hilf Segen uns erlangen Befruchtend flur und feld. 83 Jhr lieben Engel alle, Geht mit uns diesen Gang, Stimmt ein mit süßem Schalle In unsern Lobgesang. Stimm ein in unsre Weise Was immer singen mag, Und allumher im Kreiſe Die Welt ihr Umen sag. 84 II. oblauf zum frommen Pilgergang Zu unsres Gottes Ehre, Mit Dankgebet und Lobgesang, Jhr Christen, zieht die flur entlang, Daß er den Segen mehre. Stimmt an ein neues Lied dem Herrn, Stimm ein, du Himmelsfeste, Jhr Sonnen, Monde nah und fern, Jhr Himmelsleuchten Stern an Stern, Und singt sein Sob aufs beste. Blitz, Donner, frost und Hagelschlag, Lobt Gott mit euren Zungen, Du Morgenrot, du goldner Tag, Und was einst auf dem Abgrund lag Un Nacht und Dämmerungen. Jhr Bergeshöh'n, ihr Hügelreih'n, Jhr Schluchten in den Wäldern, Jhr Quellen, Bäche groß und klein, Jhr flüsse, Ströme stimmet ein, Jhr Brünnlein in den feldern. 85 Jhr Thronen, fürsten, Cherubim Und alle Engelheere, Erzengel, Mächte, Seraphim, Lobsinget Gott und danket ihm Und gebet ihm die Ehre. Daß er dem Erdreich dieses Jahr Geb' fröhliches Gedeihen, Vor Hunger, Pest und Kriegsgefahr, Vor allem Schaden uns bewahr; Das woll er uns verleihen. Daß wir in fried' und freudigkeit Jhm dienen und gefallen, Und durch die Wechsel dieser Zeit Dem Vaterland, der Ewigkeit Getrost entgegenwallen. Durch unsern Herren, seinen Sohn, In Jesu heil'gem Namen, Der mit dem Vater seine Kron' Und mit dem Geiste teilt den Thron Zu ew'gen Zeiten Amen. 86 Am Simmelfahrtstage. Sum Himmel hoch ob Land und Meer Jst Christus heut gefahren, Mit lautem Schall fuhr er daher, Umringt von Engelscharen. Es fuhr der Herr mit Macht dahin, Er führt den Tod gefangen, Die Himmel wie im Anbeginn Zu Gottes Lobe sangen. Es fuhr der Herr in Herrlichkeit, Er fuhr zum hohen Throne, Aus laut'rem Golde ist sein Kleid, Aus edlem Stein die Krone. Er sprach: Ich geh zum Dater mein, Den Platz euch zu bereiten, Ich ruf euch alle himmelein Nach wenig kurzen Zeiten. 87 Inzwischen gehet, zieht ins feld, Tragt meines Kreuzes Zeichen Bis an die Enden dieser Welt Zu Städten, Zungen, Reichen. Und fürchtet nicht, ob alle Macht Sich wider euch verbände, Ich selber bin's, der für euch wacht, Bin bei euch bis ans Ende. O frommer Christ, vergiß es nie, Zum Himmel sollst du trachten, Und was dir Leids geschehe hie, Des sollst du wenig achten. 88 Bon des Herren Königtum. O elobt seist du, Herr Jesu Christ, Ein König aller Ehren; Dein Reich ohn' alle Grenzen ist, Ohn' Ende muß es währen. O Auf deinem Haupt voll Majestät Trägst du der Gottheit Krone, Süß' Licht aus deinem Auge geht, Groß' Glanz von deinem Throne. Da liest man einen wahren Ruf, Ein A und der Welten: Das Wort, das sie zu Anfang schuf, Wird bis ans Ende gelten. Auch jeder Menschenseele Loos fällt, Herr, von deinen Händen, Und was da birgt der Zeiten Schoß, Du lenkst es aller Enden. O sei uns nah mit deinem Licht, Mit deiner reichen Gnade, Und wenn du kommst zu dem Gericht, Christ, in dein Reich uns lade. 89 II. ei gegrüßet, Gotteswort, Aller Heiland, aller Hort, Ehrenkönig, Herr der Herrn, Wahrer Weltenmorgenstern. Ehre sei dir, Gottessohn, Der du von des Vaters Thron Herrschest mit des Vaters Geist, Cherub dich und Seraph preist. Ehre sei dir, Gotteslamm, Ruhend auf des Kreuzes Stamm, Du, das unsre Sünden trug, Öffnest des Gerichtes Buch. Ehre sei dir, sieggekrönt, Einst verspottet, einst verhöhnt, Nun erhöht zu Gottes Hand Herrschest du von Land zu Land. 90 Ehre sei dir, schönstes Licht, Leuchte uns, verbirg dich nicht, Hilf uns deine Wege gehn, Bis wir einst dein Antlitz sehn. Eja, Amen, Gotteswort, Aller Heiland, aller Hort, Ehrenkönig, Herr der Herrn, Wahrer Weltenmorgenstern. 91 III. ommet, seht, er hat gesiegt, Judas Len hat überwunden, Hat den fürst der Welt bekriegt, Und gefangen und gebunden: Davidssohn, Hoch im Chron, Sei uns hochgepriesen! Über Wolken steht sein Thron, Hoch umwölbt vom Regenbogen, fernhin leuchtet seine Kron, Rings mit edlem Stein umzogen, Und vom Thron Geht ein Ton, Wie des Blitzes Stimme. Golden aus der Krone Band Sieht man seine Locken fallen, Und in falten sein Gewand Bis herab zur Erde wallen, Und umher Land und Meer Und das All erfüllen. 92 Horch, ein Koblied ihm erschallt Wie unzähl'ger Wasser Rauschen, Wie des Donners Rollen hallt, Und die Himmel alle lauschen; Und es singt Wie es klingt Von der Harfe Klingen: Würdig bist du, nimm das Buch Und erbreche seine Siegel Mit der Rechten, die zerschlug Himmelsthor und Höllenriegel; Gotteslamm, Einst am Stamm, Einst am Kreuz geschlachtet. Jauchzt, das Lamm ist euer Hirt, Jhr im Himmel, ihr auf Erden! Was da war und ist und wird, Tod und Leben, Sein und Werden, Stimmet ein, Sein, ja Sein, Alles Sein und Wesen. 93 Lob dem Lamme, Lob und Preis, Das da thront auf Gottes Throne! Mit dem Geiste gleicher Weis' Preis dem Vater und dem Sohne! Ihre Macht, Waltet, wacht Und wird ewig währen. 94 Pfingstrosen. Am den heiligen Geift. end' deinen Geist, Herr Jesu Christ, Der unser Trost und Anwalt ist, Dein Werk hie zu vollenden; Daß er uns lehre deine Lehr, Und unser Herz zu dir bekehr Und trage auf den Händen. Dein Geist entflammt des Glaubens Licht, Wo dein Geist weilet, lischt es nicht, Bleibt allzeit unbezwungen; Er forget, daß es scheint und lacht Durch jede finsternis der Nacht Und alle Dämmerungen. Dein Geist macht uns das Kreuze wert, Uns recht dein Kreuze tragen lehrt Und niemals unterliegen; Er weiset uns den rechten Steg, Und warnet uns, wenn in den Weg Wir des Verderbens biegen. 97 Wo dein Geist ist, ist unser Sieg, Ob alles gleich erfüllt mit Krieg In Waffen starrt und Wehren; Ob auch der alte fürst der Welt Sich leget wider uns ins feld Mit seiner Engel Heeren. Wo dein Geist ist, ist unsre Ruh, Er deckt mit seinem Schild uns zu, Daß uns kein feind erreiche; Er hält bei deiner Herde Wacht, Daß sie der Wolf zu dunkler Nacht Nicht unverhofft beschleiche. Dein Geist ist unsre Seligkeit, Er tröstet uns zu jeder Zeit, So lange wir hier wallen; Er stärket uns in unserm Tod, Macht, daß wir in der letzten Not Noch deinen Namen lallen. Dein Geist ist treu und voll Geduld, Voll Mitleid stets und stets voll Huld, Will nie sich von uns wenden, Will in uns wohnen fort und fort, Zu aller frist, an jedem Ort, Bis wir in ihm vollenden. 98 Sum Hl. Geiste. Seiſt der Wahrheit, des Verſtandes, der Gottesfurcht und Kraft, flamme heil'gen Liebesbrandes, Der die Herzen neu erschafft; Lob und Ehre Sei dir, Herr, vom Himmelsheere. Komm, o höchster Trost, hernieder, Tau der Gnade, wasch uns rein, Leben ströme in die Glieder, In die Herzen Liebe ein; Gnadenregen, Brich nun aus, du Gottessegen! Schütte aus die Liebesflammen Und durchglühe unsern Geist, Glüh mit Christo uns zusammen, Daß kein feind uns von ihm reißt; Uns durchdringe Und erfülle und umschlinge. 29 Komm, o schönstes Licht der Gnade, Mache hell umher die Nacht, Leucht zum Himmel uns die Pfade, Unsre Schritte nimm in acht; Daß wir wallen Und nicht straucheln und nicht fallen. Komm, o reine Gottestaube, Kehr in unsre Herzen ein, Daß die Hoffnung und der Glaube Samt der Liebe ewig sei'n; Daß uns nimmer Blende eitel Erdenschimmer. Schütte aus die flammenzungen, Mach die Herzen frohbereit, Daß dir recht zu Lob gesungen Werd durch alle Christenheit; Daß wir droben Einst dich mit den Engeln loben. 100 II. ahr', o heil'ger Geist, hernieder, Liebesglut, die mächtig brennt, Und vereine Haupt und Glieder, Daß sie keine Macht zertrennt. Heil'ger Tröster, komm und kehre, Kehr' in unsre Seelen ein Und versenge und verzehre, Was da mag an Sünden sein. Lehr uns diese Welt verachten, Ihr entsagen ganz und voll, Nie nach ihrem Lobe trachten, Niemals scheuen ihren Groll. Lehr uns unsern Heiland kennen, Ihn erfassen und verstehn, Mit dem Werke ihn bekennen, Tren auf seinen Wegen gehn; TOT Niemals andre Meister nehmen, Alles sehn in seinem Licht, Nie uns seines Namens schämen, Thun als kennten wir ihn nicht. Laß die Liebe nie erkalten, Gieb, daß wir uns lebenslang An ihn klammern, an ihn halten Bis zum letzten harten Gang. Da sei du an unserm Ende, Du, der unser Tröster heißt, Daß wir gern in deine Hände Legen unsern müden Geist; Daß wir ewiglich dir danken für die sorglich trene Hut, Hort der Schwachen, Arzt der Kranken, Geist der reinen Liebesglut. 102 Trinitatis. ich preisen wir, du Herr der Welt, Mit Herz und Hand, mit Hand und Munde, Das Land, das Meer, des Himmels Zelt, Dein Lob verkünden sie im Bunde. Der Himmel dient dir als ein Thron, Die Wolken dienen dir als Küsſen, Den Erdball legst du deinem Sohn Als einen Schemel zu den füßen. Du schlingst das leuchtend' Morgenrot Als Diadem um deine Stirne, Es lauschen deinem Machtgebot Und neigen sich vor dir die firne. Don Pol zu Pol reicht deine Hand, Lenkt hier und dort der Sterne Reigen, Dämmt ein das Meer mit leichtem Sand, Bedräut die Winde, und sie schweigen. 103 Dir jauchzt vor Lust der Morgenstern, Die Himmel singen deine Ehre, Wie Sonnen um des Lichtes Kern Umkreisen dich die Engelheere. Und heilig, dreimal heilig schallt's, Wer ist wie Gott, ihr Himmelsstreiter? Durch alle Höh'n und Tiefen hallt's Und tausend Echos rufen's weiter. Preis sei und Dank dir dargebracht, Dem Vater Preis und Dank dem Sohne, Und höchste Herrschaft, ew'ge Macht, Dem ew'gen Geist im höchsten Throne. 104 II. in'ger Gott in drei Personen, Der das Meer und alles Land, Der des Himmels weite Zonen Du umspanneft mit der Hand! Ein'ger Gott in drei Personen, Abgrund aller Majestät, Seraphinen, Mächte, Thronen, Keiner zu dem Grunde geht. Niemand giebt dir würdig Ehre, Keine Zunge ist so rein, Keine auch im Engelheere, Schweigen ehret dich allein. Du alleine magst dich preisen, Wie es deiner würdig ist, Und in unnennbaren Weisen Spricht dein Lob der heil'ge Christ. 105 Er ist unser Mittler droben, Ist ein Heiland aller Welt, Jhm vereinet wir dich loben, Starker Gott im Himmelszelt. Halleluja singt, ihr Gründe, Halleluja ruft, ihr Höh'n, Ruft ihr grünen Meeresschlünde, Wälder, Wiesen, flüffe, See'n. Lobet Gott in frohem Tone, Seine Milde, seine Macht, Dank dem Vater und dem Sohne Und dem Geist sei dargebracht. 106 III. geheimnisvolle Quelle, Die ohn' Ende sich ergießt, Deren wesensvolle Welle Stets zurück zur Quelle fließt: Vater, aller Wesen Grund, Sei gelobt mit Herz und Mund! Sei gelobt, du ew'ge Blume, Die sich anfangslos erschloß, Die aus höchstem Heiligtume, Aus des Vaters Herzen sproß: Sei des ew'gen ew'ger Sohn Uns gelobt im Jubelton. Sei gelobt, du Hauch des Mundes, Wie des Vaters fo des Sohns, Pfand des ew'gen Liebesbundes, Mit dem Vater eines Throns: Band der Liebe, das nie reißt, Sei gepriesen, heil'ger Geist. 107 Lob- und Danklieder. er Kön'ge König, sei gelobt, Gelobt, du Herr der Ehren, Ob auch der Schwarm der feinde tobt, Dein Reich muß ewig währen; S Die Welt vergeht, Dein Rühm besteht Und wird sich ewig mehren. Von Menschenlippen kommt kein Wort Und keins von Engelzungen, Dadurch dein Lob, du höchster Hort, Nach Würden wär erklungen; Was Cherubim, Was Seraphim, Was Engel je gesungen. Dich rühmt der Himmel ganzes Heer Seit Anbeginn der Zeiten; Was ist's? Ein Tröpflein aus dem Meer Von deinen Herrlichkeiten; Ein Tröpflein, eins, Dom Quell des Seins Grundloser Ewigkeiten. 108 Was ist's, was Menschenzunge weiß Von deinem Lob zu lallen? Laß dir ihr Nichts zu deinem Preis, Du Menschenfreund, gefallen; Jm Rätsel nur Schau'n deine Spur Wir, die im Glauben wallen. O ew'ger Vater, dir sei Preis, Du Herr ob allen Dingen, Dir dient der ganze Erdenkreis Jm Großen und Geringen; Was dir gefällt, Durch alle Welt Muß sich's im Werk vollbringen. Sei auch gelobt, du heil'ger Christ Auf deines Vaters Throne; Es bricht doch keine Macht noch List Von deinem Haupt die Krone; Reichst mit der Hand Von Meer zu Land, Zur fernsten Himmelszone. Sei uns gegrüßt, Herr heil'ger Geist, Der du im Sohne thronest, 109 Der du das Bad des Lebens weihst Und siebenfältig lohnest; Ein Gnadenband, Ein Liebesbrand Du in uns weilst und wohnest. Du höchster König, starker Gott, Schirm uns mit deinen Händen; Gieb uns dem Feinde nicht zum Spott, Hilf unsern Jammer wenden! Der Engel Schar, Wie Blitze klar, Woll du zu Hülf uns senden. Du bist allein in aller Not, Auf den wir schau'n und trauen; Denn ohne dich ist alles Tod, Not, Tod und Todesgrauen. Du bist allein Der fels, der Stein, Auf dem wir steh'n und bauen. 110 II. in Danklied sei dem Herrn für alle seine Gnade; Er waltet nah und fern, Kennt alle unsre Pfade, Ganz ohne Maß ist seine Huld Und allbarmherzige Geduld. O sei zu seinem Lob Nicht träge, meine Seele, Und wie er dich erhob, Zu seinem Lob erzähle; Drum sei am Tage wie zur Nacht Sein Name von dir groß gemacht. Er ist's, auf dessen Ruf Wir in dies Leben kamen, Und was er rief und schuf, Er kennt und nennt mit Namen; Auf unsrem Haupte jedes Haar, Er hat's gezählt, er nimmt sein wahr! 111 Er ist es, der uns trägt In Händen und erwählet, Der seine Huld nicht wägt Noch seine Gnade zählet; Der seine flügel um uns schlägt Und uns darunter birgt und hegt. Der seinen Sohn uns gab, Da wir noch Sünder waren, Der läßt von uns nicht ab In Nöten und Gefahren, Schirmt uns mit ausgestreckter Hand Un Seel und Leib, zu See und Land. Drum wirf die Sorge weg, Laß allen Kummer fahren, Wie enge gleich der Steg, Wie viel des feindes Scharen; Dein Name steht in Gottes Hand, Gott liest und schaut ihn unverwandt. Gieb dich in seine Hand Mit innigem Vertrauen, Sollst nicht auf eitel Sand, Auf echten Felsen bauen, Ganz geben dich in Gottes Hut Und sei gewiß, er meint es gut. 112 Des Herren Macht. ottesworte, Gotteswerke, Gotteswille, Gottesthat! Unaussprechlich seine Stärke, Unergründlich Gottes Rat. S Laß ein Wort den Ew'gen sprechen, Und es bebt umher das Nichts, Aus des Abgrunds Tiefen brechen Tagesquellen, Ströme Sichts! Laß des Ew'gen Wort ertönen, Und es schwingt sich Stern um Stern. Wie sie reisen, wie sie dröhnen, Singen sie das Lob des Herrn. Läßt ein Wort der Ew'ge fallen, Und die Brandung tost umher, Wellen schlagen, Wogen prallen, Und es kocht und schäumt das Meer. 113 8 Haucht ein Wörtchen, haucht ein Werde, Und die Welt hat sich belaubt, Und es schlingt die junge Erde Sich den Blütenkranz ums Haupt. Eine Silbe! welch Gewimmel Unter, neben, über ihm, Und es rauschen durch die Himmel, fittiche der Seraphim. Herr, ich lausche deinem Worte, Und ich liege wie im Traum, Deine Hand an jedem Orte Und dein Arm im Weltenraum! Deine Worte, deine Werke, Und dein Wille, deine That! Wer verkündet deine Stärke, Herr, wer gründet deinen Rat! 114 Bon dem hl. Frohnleichnam. s hat uns zugerüstet Ein Mahl der heil'ge Christ, Nie and'rer Speis gelüftet, Wer einmal davon ist. Dein Engel, Mensch, begehret Dem Mahle sich zu nahn, Doch ihm ist nicht gewähret, Was du nimmst, zu empfahn. So eile zum Gelage, Komm, beuge deine Knie', An deinen Busen schlage Und sprich: Gott selbst ist hie! Gott selbst ist hier beschlossen, Christ ganz mit Fleisch und Blut: Des Himmels festgenossen Erlabt kein höher Gut. 115 Sein Fleisch und Blut und Leben, Sein alles er hier giebt, Mehr hat er nicht zu geben, Der bis ans End' geliebt. 116 II. S ei, Leib des Heilands, mir gegrüßet, Sei mir gegrüßt des Heilands Blut, Brot, das uns jedes Leid versüßet, Sei mir gegrüßet, höchstes Gut. Zugegen schaut dich, Herr, mein Glaube, Gewalten, Thronen schaut er hier, Anbetend liegen sie im Staube Und singen heilig, heilig dir. Sie singen: Herr, wer kann dich faſsen, Wie warst als Kind du arm und klein, Wie warst am Kreuz du so verlassen, Und nun umschließt dich Brot und Wein? Sie singen: Herr, wer kann dir danken, Wie du des Dankes würdig bist, Du Trost der Armen, Heil der Kranken, Du Brot des Lebens, Jesu Chriſt. 117 O selig, selig, wer berufen Zu diesem heil'gen Mahle ist, Wer an des Heiligtumes Stufen Im Glauben trinkt, im Glauben ißt. O sel'ge Christen, Himmelserben, Genießt das Brot, das Christus bricht, Jhr werdet leben und nicht sterben, Und Tod nicht schauen noch Gericht. Osel'ge Christen, Auserwählte, Er lebt in euch und ihr in ihm, O wenn die Himmel Neid noch quälte, Euch neideten die Seraphim. O dreimal selig, die nicht schauen Und dennoch glauben unentwägt, Auf Gottes Wort wie felsen bauen, Das Welten schuf und Welten trägt. 118 III. in Mahl ist uns bereitet, Ein Tisch ist uns gedeckt, Kein feind, der uns bestreitet, Kein feind mehr, der uns schreckt. Denn dieses Weizens Stärke, Denn dieses Weines Glut, Schafft in uns Gottes Werke Und Gottes Wunder thut. Es macht unwiderstehlich Dem Fürsten uns der Welt, Daß seine Scharen schmählich Entfliehen aus dem Feld. So freudig drum erklingen, Verhallend nah und fern, Die Lieder, die wir singen Am Tische unsres Herrn. 119 Wie Zweige, junge, schöne, Des Ölbaums anzusehn, Sind, Kirche, deine Söhne, Wenn sie den Tisch umstehn. Wie junge Löwen sprühn sie Von ihres Herren Glut, Von seiner Liebe glühn sie Und widerstehn aufs Blut. Und keine Macht der Erde Bewirkt und keine Lift, Daß einer untreu werde Und seines Schwurs vergißt. Denn:„ Wer dies fleisch genießet Und trinkt vom Blute hier, Bleibt, wie er mich umschließet, Umschlossen stets von mir!" 120 IV. Gefu heil'gen Leib ich grüße, Der für mich am Kreuze hing, Und das Blut, das heilig süße, Das aus seinem Herzen ging. Auf was wunderbare Weise, Was geheimnisvolle Art, Uns dein Leib, o Herr, zur Speiſe, Und dein Blut zum Tranke ward. Gieb, daß wir es recht verkosten Und berauscht von Liebe sei'n, Und die Liebe laß nicht rosten Und uns ewig dir verein! 121 Per ipsum, cum ipso, in ipso! S urch ihn, durch seinen bittern Tod Hoff ich das Heil zu erben, Durch ihn besteh ich jede Not, Er läßt mich nicht verderben; Durch ihn, durch ihn, er ist die Thür, Die steht mir offen dort und hier! mit ihm hienieden allezeit, Mit ihm will ich es halten, Es mag zu Lust, es mag zu Leid Das Leben sich gestalten; Bin ich mit ihm, ist er mit mir, So bin ich sicher dort und hier! In ihm beschlossen liegt mein Heil, Dort hoff ich's einst zu heben, Er selber ist mein einzig Teil, Mein Erbe und mein Leben; Leb ich in ihm und er in mir, Dann bin ich selig dort und hier. 122 Bom Herzen des Herrn. N₁ un laßt uns fröhlich loben, Des Herren heilig Herz, Das um uns hat gelitten So bittern Tod und Schmerz. Sein Herz ist eine Blume, Die blüht in tiefem Leid, Von Dornen hält umschlungen Ein Kranz sie dicht und breit. Sein Herz ist eine Rose, Die duftet stark und glüht, Wer ihren Duft verkostet, Des Herz in Liebe blüht. O laß auch uns ihn kosten, Herr, schließ uns auf dein Herz, Daß wir uns von der Erde Recht sehnen himmelwärts. 123 Da wollen froh wir loben, O Herr, dein heilig Herz, Das um uns hat gelitten So bittern Tod und Schmerz. 124 II. in Herz ist uns geschenket, Ein Herz so tief und weit, Darinnen eingesenket Liegt Gottes Herrlichkeit. Das Herz davon wir singen, Das schlägt in Christi Brust, Das ist vor allen Dingen Des Christen höchste Lust. Das ist in allen Wehen Des Christen höchster Trost; Allda wir sicher stehen, Was sich der feind erbost. O Herz, nun laß uns frommen All deine Huld und Zier, All Gut ist uns gekommen, O süßes Herz, mit dir! 125 Nun lehre uns in Treuen Dir dienen mehr und mehr, Und uns dein Herz erfreuen Und recht dich lieben lehr'. 126 III. S sei mir, königliches Herz, Viel tausendmal gegrüßet, Das du der Erde bittern Schmerz Gar wundermild versüßet. Ein königliches Zepter steigt Aus dir des Kreuzes Blume, Dein Dornendiadem auch zeugt Von deinem Königtume. Und ward ein Purpur je gesehn Wie deiner flamme Gluten, Die wie ein Königsmantel wehn Und wallend dich umfluten? Dein Thron ist, schau ich himmelwärts Don Sternen aufgebauet, Auf Erden ist's ein jedes Herz, Das gläubig dir vertrauet. 127 Dein Reich geht über Zeit und Raum, Und kennet keine Grenzen, Selbst wo am letzten Weltensaum Die letzten Sterne glänzen. 128 IV. $ 3 erz Jesu, du viel süßes Herz, Ein Brunnquell fließt in dir, Der ziehet allen Erdenschmerz Tief aus der Seele mir. Tief in der Seele leuchtet mir Dein Licht so treu und wahr, Und deines Herzens reiche Zier, Ich seh sie immerdar. Ich seh sie fröhlich immerdar, Und schau und werd' nicht satt, Wann ziehn wir mit der Engelschar Zu deiner Friedensstadt? Zu deiner goldnen Friedensstadt, Hoch überm Strom der Zeit, führ du die Pilger müd und matt Zur Ruh der Ewigkeit. 129 9 V. Herz, du aller Herzen, Du freude jeder Bruſt, Du höchster Trost in Schmerzen, freud über alle Lust. Es schlägt kein Herz auf Erden, Und in dem Himmel keins, Dadurch wir selig werden Denn, o Herr Jesu, deins. Wie viel hast du gelitten, Wie schwer um uns gebüßt, Haft uns das Heil erstritten, Uns alles Leid versüßt. O Herz voll heil'ger Liebe, O Herz voll Gottesglut, Zieh uns mit mächt'gem Triebe An dich, du höchstes Gut. 130 Zieh an dich unsre Seele, Zieh sie in dich hinein, Sie ewig dir vermähle, Dein laß sie ewig sein. Gieb daß sie nie dich kränke, Nie lau und niemals falt, Stets deiner Lieb gedenke, Stets an dein Herz sich halt'. Sich gänzlich dir ergebe, Nie wanke in der Tren' Und ewig in dir lebe Und sich in dir erfreu'. 131 9# VI. ei, o süßes Herz, gegrüßet, Herz des Heilands Jesu Christ, Herz, das aller Huld und Gnade, Aller Güte Grundquell ist. Keine Liebe über deine, Ewig alt und ewig neu, Ewig neu in neuer Wärme, Ewig alt in alter Treu. Keine Liebe über deine, Eingeborner Gottessohn, Den mit anfangloser Liebe Liebt der Vater auf dem Chron. Keine Liebe über deine, Sohn der Lilienblüte klar, Die, vom Geist der ew'gen Liebe Überschattet, dich gebar. 132 Keine Liebe über deine, Dessen Angesicht zu schaun, Alle Engel es gelüftet Mit unendlich süßem Grau'n. Du, für den die Jünger ließen Dater, Mutter, Hab und Gut, Du, für den die mut'gen Zeugen froh verspritzten all ihr Blut. Du, für den die reinen Mägde Jede andre Liebe flohn; Keine Liebe über deine, Allerreinster Jungfrau'nsohn. Keine Liebe wahr wie deine, Lieblich, adlig, himmlisch rein, Aller Liebe aller Herzen Würdig ist dein Herz allein. 133 An den Kreuzfeften. ein Erb und Teil, Mein Glück und Heil Ist ganz im Kreuz beschlossen, An dessen Stamm Das Gotteslamm für mich sein Blut vergossen. Kein Baum, kein Holz Hat je so stolz Wie dieses Holz geblühet; Kein Ast noch Zweig War je so reich Von Himmelslicht umglühet. Wie Elfenbein Schneeweiß und rein Stand seine Blüt erschlossen, In Blut und Not Mit Scharlach rot, Mit Purpur reich durchschoffen. 134 Jhr Glanz und Schein, Jhr Duft so rein War überauserlesen; Nun mag nicht sein Nicht Leid noch Pein, Davon wir nicht genäsen. Nun herrscht von dir Voll Glanz und Zier Christ, königlich geehret; Nicht Raum noch Zeit Ist also breit, Als seine Herrschaft währet. Wann du dereinst Am Himmel scheinst, Und ins Gericht wir kommen, Kreuze gut, Laß Jesu Blut, Laß Jesu Pein uns frommen! 20 135 II. ei, o süßes Kreuz, gegrüßet, Baum von einzig edler Art, Der du süße frucht getragen, Jefu heil'gen Leichnam zart. Sei, o süßes Kreuz, gegrüßet, Banner, das im Kampfe stand, Das im blut'gen Streit getragen Christ, des starken Siegers Hand. Sei, o süßes Kreuz, gegrüßet, Barke, die kein Sturm bezwingt, Die durch Wogen, die durch Riffe Sicher uns zur Heimat bringt. Sei, o süßes Kreuz, gegrüßet, Brücke hoch und hehr gespannt Von dem Strande der Verbannung Zu dem ew'gen Vaterland. 136 Sei, o süßes Kreuz, gegrüßet, Das dereinst am Himmel brennt, Wenn des Weltenbrandes feuer Dieser Erde Haus zertrennt. 137 III. chön vor allen niedern Bäumen Steht des Libans Zeder da, Aber höher als die Zeder Ragt der Baum des Golgatha! Üppig grünet die Platane An der Wasserbäche flut, Schöner blüht der Baum des Kreuzes, Denn ihn tränkt das heil'ge Blut. Seine ew'gen Wipfel ragen Bis hinein ins Himmelszelt, Unterm Laubdach seiner Üste findet Platz die weite Welt. Unterm Laubdach seiner Äste Blüht ein neues Paradies, Wonnereicher als das erste, Draus der Cherub uns verstieß. 138 frauenmantel. UNOHDI Mariä Himmelfahrt. Sur Gottesburg hoch droben . fuhr unsre liebe frau, Viel Engelhände hoben Sie zu der Himmelsau. Die Urme ausgebreitet hielt da ihr lieber Sohn Und fröhlich sie geleitet' Zu seines Vaters Thron. Gott Vater that sich neigen Und krönte sie mit Pracht, Hieß sie den Thron besteigen, Da halten Engel Wacht. Viel Engel stehn und singen, Gar lieblich tönt ihr Lais, Die Stimm' fie lassen klingen Zu unsrer frauen Preis. 141 Jhr Mantel ist die Sonne. Jhr Schemel ist der Mond, Und ewig quillt von Wonne Ein Bronnen, wo sie thront. Gelobet muß sie werden In Gottes ganzem Reich, Im Himmel und auf Erden Ist ihr kein Wesen gleich. 142 II. roben auf der Himmelsaue Stehet golden Thron bei Thron, Droben unsre liebe fraue Krönt ihr eingeborner Sohn. Und er spricht mit süßem Munde: ,, Ave, liebste Mutter mein, Ave war des Engels Kunde, Soll auch mein Willkommen sein. ,, Anmutreiche, sei willkommen, Gott, mein Vater, ist mit dir, Alle frauen, alle frommen Benedeien dich mit mir. „ Unter allen, die geboren, Keiner Segen war so groß, Denn vor Tausend auserkoren Ist die Frucht aus deinem Schoß. 143 ,, Eja, nimm Besitz vom Throne, Den der Vater dir bestimmt, Herrsche, Mutter, mit dem Sohne, Deffen Reich kein Ende nimmt." Und ein goldnes Zepter drückte Jhr der Vater in die Hand, Und der heil'ge Geist sie schmückte Mit der Sonne Licht- Gewand. Und die Englein alle, alle Traten grüßend vor sie hin, Stimmten an mit süßem Schalle: „ Heil o Himmelskönigin. " Heil o Herrscherin der Engel, Gotteswurzel, Himmelsthor, Ohne Makel, ohne Mängel, Aus dir ging das Licht hervor! „ Heil, dein Glanz wird nie erbleichen, Deine Unmut nie verblühn, O du Blume ohne Gleichen, Ew'gen Lichtes Morgenglühn!" 144 Sur Schmerzens- Uutter. ( Nach dem Altdeutschen.) 34 aria, Rose ohne Dorn, Durch meine Schuld hab ich verlorn Das Kindlein, das du uns geborn; Behüt mich du vor seinem Zorn. Ave Maria! Maria, deines Kindes Blut, In deiner Brust der Schmerzen Glut, Dein Weh so tief wie Meeresflut, Das komm im Tode mir zu gut. Ave Maria! Maria deines Kindes Tod, Das vor dir hing, von Blute rot, Helf mir, daß ich der Engel Brot Mit Reu empfah' in Todesnot. Ave Maria! 145 10 Maria, frau unwandelbar, Send mir der lieben Engel Schar; Wann heim von dieser Welt ich fahr, Mich vor dem bösen feind bewahr. Ave Maria! Durch deines Sohnes Pein so groß, Durch all sein Blut, das er vergoß, Mach meine Seel von Sünden los Und führe sie in Gottes Schoß. Ave Maria! 146 Marien- Lieder. ( Mater Christi.) egrüßt, du Sitz der Heiligkeit, Maria, Mutter und doch Maid, Es hat dein reiner Leib umfahn Den Herrn, dem Tausend unterthan. Land, Meer und was darinnen ist, Des mächtig waltet König Christ, Drum, frau, die deine Diener sind, Versöhne sie mit deinem Kind. Sein Zepter waltet kräftiglich, Von Pol zu Pol es strecket sich, Ach, frau, dich über uns erbarm, Halt ein des Sohnes starken Arm. Kein Ende kennt des Herrn Gebiet, Was du ihn bittest, das geschieht; O milde frau, dein einzig Kind Bitt für dein Volk und Ingesind! 142 10* Bitt für dein Volk, daß es besteh, Durch alle feinde siegreich geh, Bitt für dein Ingesind, auf daß Dir's treulich dien' ohn' Unterlaß. Bitt für dein Volk, auf daß es nicht Dein Sohn verwerfe im Gericht, Wann prächtig über Land und Meer Er zieht mit seiner Engel Heer. Wann er den Wolkenthron besteigt, And alles bebt, und alles schweigt, O milde frau, da schweig uns nicht, Sprich du für uns in dem Gericht. 148 II. ( Virgo Virginum.) Schrift hat sich auserkoren Ein edles zart, Davon er ward geboren Aus königlicher Art. Sie sitzt auf einem Throne Und trägt ein gülden Kleid, Trägt eine güldne Krone Und blitzend Halsgeschmeid. Sie sitzt in einem Garten, Da blühen Blümlein bunt, Der Blümlein Engel warten, Die singen mit ihrem Mund. Die singen mit süßem Tone: Du bist der Engel Glanz, Bist aller frauen Krone, Bist aller Mägdlein Kranz. 149 Die fingen mit Stimmen linde: Daß du so edelfein, Das kommt von deinem Kinde, Gelobet muß es sein. Gelobet mußt du werden, O frau, mit deinem Kind, Im Himmel und auf Erden So oft als Stündlein sind. So oft ein Stündlein kehret Jm Wechsel dieser Zeit, So viel als Stündlein währet Die stille Ewigkeit. 150 III. ( Electa ut sol.) Ta throust, María, du, Und um dich blüht ein Engelkranz Und hauchet Himmelsruh. auf hohem Chron im Himmelsglanz Die Rosen rot, die Lilien rein, Sie glänzen wunderbar Wie Purpur und wie Elfenbein In deinem goldnen Haar. Der Sonne Glanz, der Sterne Schein, Sie weben dein Gewand, Das Zepter in der Rechten dein, Es blinkt wie Diamant. Doch schöner als der Blumen Glanz Und aller Sterne Schein, Und holder als der Engel Kranz Dein holdes Kindelein! 151 O zeig es uns mit mildem Sinn, Daß wir es selig schau'n, Ist die Verbannung einst dahin, Auf Sions lichten Au'n. 152 10 Tho IV. ( Advocata nostra.) Cilienklare, weiße, wahre, Milde, minnigliche Magd, Nimm die Grüße, die, o Süße, Gabriel dir angesagt. Wohl dir singen, spielen, klingen Englein ohne Ziel und Zahl, Daß es schallet und verhallet Durch den hohen Himmelssaal. Uns hienieden ist beschieden Kein so himmlisch heller Klang, Unsrer Tage Leid und Plage Klingt hinein in jeden Sang. Zu dem Preise fügt sich leise, fügt sich heimlich stets das flehn, Doch das Sehnen unsrer Thränen Wirst, o Mutter, du verstehn. 153 Eja zeige, wende, neige, Liebe frau, uns deinen Sohn; Möchten droben gern dich loben Einst ohn' allen Klageton. 154 V. ( Stella matutina.) ie schön ob allen Maßen Viel lichter Morgenstern! Ich fahr des Elends Straßen Und grüße dich von fern. Wohl manche Wolke dunkelt Mir Herz und Himmel zu, Doch durch die Wolken funkelt Dein Licht wie Himmelsruh. Dorthin, mein Herz, dich richte, Dorthin nimm deinen Lauf, Geh, Stern, mit deinem Lichte Mir recht im Herzen auf. ( 55 VI. ( Mater amabilis.) en meines Herzens Kämmerlein Jst mir ein liebes Bild, Ein Bild der werten Mutter mein Ohn' Maßen schön und mild. Ihr Antlitz ich vor Augen seh, Kommt nie von meinem Sinn, Und wo ich geh und wo ich steh, Da folgt ihr Bild mir hin. hat auch mein ganzes, ganzes Herz So überfroh gemacht, In aller freud, in allem Schmerz Bei Tag und auch zur Nacht. 156 VII. ( Salve Regina!) ei Mutter der Barmherzigkeit, Sei Königin gegrüßet, Du klarer Stern, der jedes Leid, Der allen Schmerz verfüßet; Zu dir, o milde Mittlerin, Zieht unser ganzes Sehnen hin. Zu dir, zu dir bei Tag und Nacht Ruft unser banges Weinen, Laß deines Auges milde Pracht In dieses Dunkel scheinen; Dein mildverklärtes Angesicht Auf unsre armen Seelen richt. Ach zeige uns dein liebes Kind, O schönste du der Frauen; Wenn seine Äuglein warm und lind In unsre Herzen schauen, Dann wandelt sich in Lust das Leid Und aller Harm in Seligkeit. 157 VIII. ( Ave Maria!) S egrüßt seist du, Maria, So sprach des Engels Mund; Gegrüßt seist du, Maria, Wir sprechen aus Herzensgrund. Gegrüßt du Regenbogen, Den Gott hat aufgestellt, Du spannst ein Friedenszeichen Dich über alle Welt. In Kampf und Erdennöten Und aller fährlichkeit Um deine Kinder schützend Den Sternenmantel breit. Einst scheiden wir von hinnen, Dann sei du unser Schild, Zum Himmel auf deinen Händen Trag uns, Maria mild. 158 IX. ( Consolatrix nostra.) aria, reine, reine, Ach, über Maßen gut, Dein Kindelein, das kleine, Das tröste meinen Mut. Das Kindelein, das süße, Jungfrau, in deinem Arm, Das ich viel herzlich grüße, Das tröste meinen Harm. In allem meinem Schmerze Tröst' mich die Minne sein, Die schließ ich in mein Herze, Die schließ ich tief hinein. 159 X. ( Flos campi.) ve Maria rein, Du Stern von lichtem Schein; Du Stern von süßem Licht, Das durch all' Wolken bricht. O Lilie zart und weiß, Du aller Blumen Preis, Du aller Blüten Zier, Willkommen sei du mir. O schönste aller frau'n, Laß mich dein Auge schaun, Daß mir dein Auge rein Tief in die Seele schein'. Dein engelgleiches Bild Wie Mondenlicht so mild, Wie Mondenschein so klar Steht vor mir immerdar. 160 O Magd, o Mutter rein Zeig mir dein Kindelein, Leg mir dein Kind so klein Tief in das Herz hinein. 16.1 11 XI. ( Mediatrix nostra.) ei gegrüßet, Magd so rein, Meine Lust bist du allein, Meine Lust und mein Verlangen, Stern, so lieblich aufgegangen. Sei gegrüßet, hohe frau, Dir zu handen ich vertrau, Dir zu Handen ich befehle, Gut und Blut und Leib und Seele. Sei gegrüßet, Königin, Braut, die du von Unbeginn Hast dem Höchsten unter allen Töchtern Adams wohlgefallen. Sei gegrüßet, Mittlerin, Liebe frau von mildem Sinn, Was wir Sünder auch versehen, Laß uns nicht zu Grunde gehen. 162 Süße Ros am wilden Dorn, Wehre von uns Gottes Zorn, Seine flammen von uns wehre, Daß ihr Grimm uns nicht verzehre. 163 XII. ( Ora pro nobis.) 2 aria, Mutter und auch Magd, Dir sei all meine Not geklagt, Mit deinem Kind, das du getragen, Hilf mir im Leid und allen Plagen. Maria, Mutter und auch Maid, Dir klag in Treuen ich mein Leid, O frau, in allem Leid und Plagen Hilf mit dem Kind, das du getragen. 164 Herz- Maria- Lied. $ 3 erz Mariä sei gegrüßt, Süßes Mutterherze, Herz, das jedes Leid verfüßt, Trost in allem Schmerze. Lilienkelch schneeweiß und zart, Allzeit unbeflecket, Keine Makel, keine ward dir entdecket. Je Tempel der Dreifaltigkeit, Thron, drauf Gott gethronet, Ort der höchsten Heiligkeit, Drin das Wort gewohnet. Du verschloff'ner Rosengart, Da Gott hochentzücket Hat das Röslein edler Art, Jesum Christ gepflücket. Herz aus dessen reinstem Blut Jenes Herz entsprossen, Das uns Sündern hat zu gut All sein Blut vergossen. 165 Herz du aller Herzen Lust, Herz so süß und milde, Schaff das Herz in unsrer Brust Um nach deinem Bilde. Mach es keusch und mach es klar, Lauter und unschuldig, Mach es treu und mach es wahr, Milde und geduldig. Gieb, daß es zu jeder Zeit Gottes Gnade ziere, Daß das hochzeitliche Kleid Niemals es verliere; Daß der Geist der Heiligkeit Allzeit bei ihm bleibe, Daß es ihn zu keiner Zeit Kränke noch vertreibe. Gieb daß, pocht der Bräutigam, Es ihn gleich erkenne, Daß kein Schlaf es überkam, Und die Liebe brenne. 166 Mai- Lieder. A ns ist ein Mai beschrieben, Ist aller Maien Preis; Das Würzlein hat getrieben, Schon alt, ein junges Reis. Hat himmelher ergoffen Sich über Nacht ein Tau, Und hat am Reis erschlossen Ein Blümlein licht und blau. Da hub in allen Landen fein fröhlich Blühen an, Der Winter ward zu schanden, Der frühling das gewann. Der Mai bist du gewesen, O edle Jungfrau zart, Davon sind wir genesen, Das macht des Blümleins Urt. 167 So lieblich ist zu schauen Kein Blümlein mehr, kein Reis, Der schönsten aller frauen Ward aller Kindlein Preis. Sie giebt der Welt den Segen, All' Jahr mit ihrem Kind, Davon auf Wegen und Stegen Ein neuer Mai beginnt. 168 II. ja, laßt uns singen, Laßt aus froher Brust Allumber es klingen Von des Maies Lust; Von des Maies Minne, Die da war und ist Unsre Königinne, Mutter Jesu Christ. Ave, frau viel hohe, Dir zu Dienst ich bin, Süße, selig frohe Maies Königin! Ist ein Mai gewesen. Je so wonniglich, Je so auserlesen, Der sich dir verglich? Dir, die uns geboren, Blüte lilienklar, Jhn ohn' den verloren Alles Erdreich war. 169 Ave, frau viel hohe, Dir zu Dienst ich bin, Süße, selig frohe Maies Königin! Maienminne bringet Sommerwonne ein, Morgenrot sich schwinget Vor der Sonne Schein: Maitag, süß erglommen Vor der Kunft des Herrn, Sei uns hoch willkommen, Leucht uns, Morgenstern! Ave, frau viel hohe, Dir zu Dienst ich bin, Süße, selig frohe Maies Königin! 170 Himmelskerzen. Von den hl. Engeln. ende deine Engelscharen, Herr, zu Trost der Christenheit, In die feinde heiß fie fahren, Hülf uns thun in diesem Streit. Michael, du starker Streiter, Der den Satan überwand, Sei du unfres Heerbanns Leiter, Nimm das Banner in die Hand. Gabriel, aus dessen Munde Uns die beste Zeitung klang, Bring uns nochmals gute Kunde, Daß dem feind sein Spiel mißlang. Und was liegt mit breiten Wunden Auf der Wahlstatt dürrem Land Laß erstarken und gesunden, Raphael, an deiner Hand. 173 Wehe dann, du alte Schlange, Alles zahlt sich reichlich aus, Und im ersten Waffengange fechten wir die fehde aus. Aber ist die Schlacht zu Ende, Steht kein feind im felde hier, Deine müden fähnlein sende Herr, zum Himmel ins Quartier. 124 Sum hr. Joseph. aß uns kein feind verletzet In diesem Seelenstreit, Sankt Joseph ist gesetzet Zum Vogt der Christenheit: O breite aus, Mach uns ein Haus, Aus deines Mantels falten. Und ob wir stündlich spüren Des feinds geheimen Sinn, Sankt Joseph soll uns führen Getrost zum Himmel hin, Un seiner Hand Zum Vaterland, Da wollen wir's ihm danken. In diesen argen Zeiten Hilf aller Christen Heer, Die feinde um uns reiten Und uns bedrängen schwer; Steh uns zur Seit, Thu Hülf im Streit, Du Schutzvogt aller Christen. 175 Und ist die Stund gekommen Der letzten Todespein, Dann wolle uns zum frommen Um unser Bette sein; Dann unsre Seel Zu Gott befehl, Dann hilf uns Jesum finden. 176 II. En aller Not, In Angst und Tod Sollst du zu Joseph gehen; All deine Plag Jhm künd' und klag, Er wird dich wohl verstehen. Er ist bestellt In dieser Welt Ein Tröster aller Armen; Geh hin, o Christ, Wo Joseph ist, Er muß sich dein erbarmen. In Nacht und Wind Mit seinem Kind Mußt er von Hause fliehen, Und unbekannt In fremdes Land, In Heidenland verziehen. 127 12 Und da zwölf Jahr Der Knabe war, Gedenk so großer Schmerzen, Was er empfand, Bis er ihn fand, für Gram in seinem Herzen. Drum was dich plagt, Jhm sei's geklagt, Und glaub, er wird es heilen; In aller Not, In Angst und Tod Sollst du zu Joseph eilen! 178 III. ( Ein Lied der Kinder.) Cater Joseph, schau hernieder, Deine Kinder singen dir Ihre Weisen, ihre Lieder, Und ihr Herz sie bringen dir, Dich zu grüßen Mit dem süßen Lieben Kinde Jesus Christ. Vater Joseph, schau hernieder, Alle sind wir Kinder dein, Allen wolle du hinwieder Ein gar treuer Vater ſein, Wie dem kleinen, Himmlisch feinen, Süßen Kindlein Jesus Christ. Vater Joseph, schau hernieder, Deine Kinder rufen dich, Und an deine Rechte wieder Schmiegen sie vertrauend sich. begleite, führe, leite Sie zum Kindlein Jesus Christ. 129 12* Vater Joseph, schau hernieder, Von uns wend' dein Auge nie, Segne deine Kinder wieder, Wie du oft gesegnet sie, Mit dem reinen, Mit dem kleinen, Süßen Kinde Jesus Christ. 180 Bom heiligen Ignatius. Auf auf und stimmt mit Herz und Zungen In das Lied der Freude ein, Sankt Jgnazen sei's gesungen, Aber feu'rig muß es sein. feuer brannt' in seinem Herzen, Christi edle Liebesglut, Bracht ihm freude, schafft ihm Schmerzen, Galt ihm über Geld und Gut. Galt ihm über alle Liebe, Über allen Haß der Welt, über alle Erdentriebe, Alles, was der Welt gefällt. Treu an seinem Herrn zu hangen, Jhm zu dienen früh und spät, Anders trug er kein Verlangen, Anders kannt' er kein Gebet. 181 Wie er Gottes größre Ehre, Wie er Jesu Königtum, Wie sein Reich er hie vermehre Und verbreite seinen Ruhm. Wie er seines Namens Zeichen Trage über Meer und Land, Vor die Völker, zu den Reichen, Bis zum fernsten Weltenrand. Daß doch alle ihn erkennten, Jhren König, ihren Christ, Und in Liebe zu ihm brennten, Der die ew'ge Schönheit ist. ,, Ei so zieht in alle Lande, Eja geht, Gesellen mein, Zündet an mit eu'rem Brande, Laßt es geben hellen Schein. ,, Geh, mein fähnlein, Gottes Ehre, fecht für sie den guten Strauß Und wenn sie gerettet, kehre Heim in deines Königs Haus." 182 II. in Kriegsruf ist erklungen, Ein Wort vom höchsten Herrn, Das tönt in tausend Zungen Gewaltig nah und fern: Ignatius geh werben, Geh wirb mit meinem Geld Eine Schar, die noch im Sterben Hoch auf mein Banner hält. Eine Schar, die immer mutig Bei ihrem Hauptmann steht, Und ob der Tod auch blutig Entlang die Wahlstatt geht. Jgnati, Gottesstreiter, Schreib ein, hie ist mein Nam'! O Christ, was bin ich heiter, Daß ich dein Zeichen nahm. 183 Nun folg ich deinem Wappen Getreu bis in den Tod, Du läßest deinen Knappen Nicht einsam in der Not; Du läßest deine Streiter Jm Kampfe nie allein, Du führst sie siegreich weiter Und endlich himmelein. 184 Sum Hl. Franz Xaver. Xaveri, hoch zu preisen, % du tapfrer Gottesheld, Wie die Stern' am Himmel kreisen, Ziehest du entlang die Welt. An des Abendlands Gestade Geht die neue Sonne auf, Eilt ein Riese ihre Pfade, Doch nach Osten steht ihr Lauf. Herrlich bricht im Morgenlande An des neuen Morgens Licht, Satans altgewohnte Bande Nun ein Stärkerer zerbricht. Wo er weilet, wo er ziehet, Zeichnen Wunder seine Spur, Und der Spuk der Hölle fliehet, Und es staunet die Natur. 185 Stürme weichen seinem Zeichen, Meere schweigen, wenn er droht, Lahme gehen, Blinde sehen, Seine Beute giebt der Tod. O wie lieblich sind die Füße Auf den Bergen anzusehn, Derer, die des Heiles süße freudenbotschaft fünden gehn. O Gefäß der Auserwählung, Völkerlehrer, Gottesmund, Bei des Richttags Völkerzählung Wird dein Vatersegen kund. O da wird's in allen farben Ziehn von Osten, West und Nord Und die hundertfält'gen Garben führst du fröhlich mit dir fort. 186 Bom hl. Aloysius Sonzaga. N Bun singen wir mit frohem Mut, Dein Lob, o Herr, zu mehren, Und auch das keusche fürstenblut, Sankt Aloys zu ehren. Sag an, du zarter fürstensohn, Du Blum', die nicht ihr's Gleichen, Wo ist dein Zepter, deine Kron, Dein Hut und fürstlich Zeichen. O Fürst des Reichs, wo ist der Troß Von Herren und von Knechten, Dein Schwertgehäng und stattlich Roß, Der Ring an deiner Rechten. " fahr hin, o Welt, was bist du klein, fahr hin denn nun und immer, Laß mich der Kronen ledig sein, Nimm all den eit'len Schimmer. 187 Du aber, Herr, nimm mich an dich, Laß mich sein dein Geselle, In deiner Seite berge mich, In deines Herzens Zelle." 188 Sum Hl. Stanislaus Kostka. Pine Rennbahn ist das Leben, In den Himmel läuft sie ein, Viele nach der Krone streben, Einer muß der Sieger sein. Seht, er naht in raschem Laufe, Und vom Kaufe pocht sein Herz, Hinten bleibt der matte Haufe, Kostka flieget himmelwärts. Noch ein Knabe, aber Schritte, fest und sicher wie ein Mann; Stehn die andern in der Mitte Langet er am Ziele an. Auf der Liebe flügeln fliegt er, Die kein Erdenstaub beschwert, Und ein Kind im Kampfe siegt er Und wird Männerkronen wert. 189 Eh' der Blütenmond verflogen, Eh' der frühlenz ganz verging, Müde sich die Äste bogen, Reif die frucht am Aste hing. Ei du engelreine Seele, Bitte an Mariä Thron, Daß sie sorglich uns befehle Und geselle ihrem Sohn. 190 Bunte Blätter. додежда дов Den Norgen. er Morgen zieht so schön herauf, Die Sonn hat sich erhoben; Nun wachet meine Sinnen auf, Den höchsten Gott zu loben. Den lobet sehr der Vöglein Chor, All' Brünnlein in den Wäldern, Und steigt ihm ein Gesang empor Ringsum von allen feldern. Da stimme ein auch du, mein Herz, Da sollst du stumm nicht bleiben, Sollst auch dich richten himmelwärts Und allen Schlaf vertreiben. Und lasse recht von Gottes Licht Dich innerlich durchscheinen, Bis jener schönste Tag anbricht, Der ihm uns soll vereinen. 193 13 Sur Nacht. bleib bei uns, Herr Jesu Christ, Denn es will dunkel werden, Behüt uns vor des Teufels Lift, Der ausgeht um zu morden. Bleib du bei uns, sei unser Licht, Du wahre Seelensonne, Du weißt von Nacht und Abend nicht, Bist lauter Licht und Wonne. Gieb, daß, wenn dieses Aug' fich schließt, Dir wache unsre Seele, Daß sie im Traume dein genießt, Kein häßlich Bild sie quäle. Laß deine Engel um uns sein Und unsern Schlaf behüten, Daß unser Lager keusch und rein Steh unter Lilienblüten. 194 Daß wenn der erste Hahnenschrei Ums Morgenrot erklungen, Dein Bild in unsern Herzen sei, Dein Nam' auf unsern Zungen. Daß sich zu dir zu jeder Zeit Mög unser Aug' erheben, Du Sonne der Gerechtigkeit, Du Wahrheit, Weg und Leben. 195 13* Bon der Hl. Kirche. s kommt ein Schiff gezogen Wohl übers weite Meer, Das zieht durch Wind und Wogen Still feierlich daher. Drei hohe Maste ragen, Drei Krenze stehn darauf, Drei Reihen Ruder tragen Es fort in sicherm Lauf. Das Schiff ist uns gebauet Un Galiläas Meer, Sankt Peter ist's vertrauet, Drum fährt es so einher. Wohl uns, wir sind im Schiffe, Wir fahren wohlgemut, Wir fürchten keine Riffe Und fürchten keine flut. 196 Wir fahren ohne Grauen, Der Hafen ist in Sicht, Der Leuchtturm ist zu schauen, Das ist das ew'ge Licht. 197 St. Pauli Rüftruf. Sieh an, o Christ, nimm Gottes Wehr, Daß du im Kampf magst stehen, Die fahr ist groß, der Streit ist schwer, Der feind steigt von den Höhen. Nicht wider Fleisch noch Blut noch Bein mußt du zum Kampf dich wagen, Mußt in der Geister Streit hinein, Mußt mit den Engeln schlagen. Krank wird der Seele tiefstes Mark, Die ihre Pfeile wunden, Weff' sie im Kampfe werden stark, Wird in der Höll gebunden. Hie schirmt kein Wall, hie birgt fein Hehl, Hie giebt es fein Entgehen, Ein jeder muß um seine Seel Den schwarzen feind bestehen. 198 So nimm den Helm, den setz aufs Haupt, ' s ist Glaube,' s ist Vertrauen, Wer fröhlich hofft, wer freudig glaubt, Dem darf vorm feind nicht granen. Als einen Panzer rundumher Sollst du die Liebe tragen, Darunter wundet dich kein Speer, Da mag kein Pfeil durchschlagen. Und als ein Schwert nimm Gottes Wort, ' s ist schneidig, nimm's zu Handen, Es treibt zur flucht die feinde fort, Es macht sie schnell zu schanden. So zieh voran, du bist gefeit, Nun laß die feinde toben, Mit seinen Engeln schaut dem Streit Dein König zu von droben. 199 Des Herrn Triumph. ann kommt der starke Siegesheld, Auf den die Völker harren, Und wirft die feinde aus dem Feld, Die rings in Waffen starren? Jhn sah Johannes längst; er ritt Auf einem weißen Pferde, Es beugte seinem Siegesschritt Bang bebend sich die Erde. Sein Waffenkleid, wie Blut so rot, Sein Helm wie feu'r zu schauen, Jach wie der Blitz schuf Not und Tod Sein Schwert umher und Grauen. Und hinter ihm ein starker Kern Von lauter blanken Reitern: ,, Der Kön'ge König, Herr der Herrn," So hieß er seinen Streitern. 200 Laß nur, mein Christ, die feinde dräu'n, Bald wird der Herr erscheinen Und sie zerschlagen und zerstreu'n Und jagen mit den Seinen. Bald wirft der Herr sein Banner auf Und läßt die fähnlein fliegen, Dann giebt der feind uns feilen Kauf, Dann lehret Christ uns siegen. fiel dann ins Schloß der Hölle Thor Mit fürchterlichem Dröhnen, Dann horch! welch freudenreicher Chor, Welch Lied in was für Tönen! Dann wandelt Christ in Lust all Leid, Macht allen Gram zu schanden, Und mit ihm herrscht in Ewigkeit, Wer treu zu ihm gestanden. 201 Seiftlich Soldatenlied. Her& auf zum Kampf, mich hat geladen Christus in sein Schlachtenfeld, Und er selber schaut in Gnaden Zu von seinem Ehrenzelt. Nichts entzieht sich seinem Blicke, Alles nimmt er wohl in acht, Wie ich mich zum Kampfe schicke, Wie mich halte auf der Wacht. Wie ich nun den feind bestehe Und ihn treib von Turm und Thor, Nun dem Hinterhalt entgehe, Und nun selber brech hervor. Will des feindes Obmacht siegen, Ziehen mir die Engel zu, Droht mein' Ohnmacht zu erliegen, Stiftet er die Waffenruh. 202 Und zu neuem Waffenwerke Giebt sein heißer Liebestrank Neuen Mut und frische Stärke, War mein Arm auch noch so krank. Drum so will ich fröhlich fechten, Während ich hier steh im Streit, Läßt er mir die Krone flechten, Ist sie fertig, ist es Zeit. Dann wird er mich trefflich löhnen Und mich legen ins Quartier, Und mit Händen, himmlisch schönen, Reicht den Dank Maria mir. 203 99 66 Bachet und betet." B etet, wachet, wachet, betet, Macht zur Reise euch bereit Und den engen Pfad betretet, Denn ihr wisset nicht die Zeit. Denn ihr wisset nicht die Stunde, Da der Herr die Runde macht; Keine Mahnung, keine Kunde, Darum betet, darum wacht! Kommt am Abend er, am Morgen, Über Mittag, über Nacht? Engeln ist die Zeit verborgen, Darum betet, betet, wacht. Doch sie kommt und nahet schnelle, Und schon bricht herein die Nacht Darum nutzt des Tages Helle, Darum betet, wirket, wacht. 204 Daß, wenn auf den Wolken kommen Jhr den Sohn des Menschen seht, Euer Licht nicht sei verglommen, Und ihr nicht im finstern steht. Denn das wäre späte Trauer, Denn das wäre ew'ge Nacht, Zähneknirschen, Todesschauer, Darum betet, darum wacht! Herr, des Mitleid, dessen Güte Tiefer denn das tiefste Meer, Vor dem feinde uns behüte, Macht er uns das Auge schwer. Herr, du weißt, daß dies Gebilde Du aus eitel Staub gemacht, Dran zu zeigen deine Milde, Aber nimmer deine Macht. 205 Troftlied. $ 3 Püpfe, springe, meine Seele, Und erfreue dich im Herrn! Was dir auch hienieden fehle, Denk, sein Reich ist nimmer fern. Denk, sein Reich soll dir zukommen Und sein Licht, das nie erlischt, Da all' Leid wird hingenommen, Jede Zähre abgewischt. O du lichter Tag der Wonne, Tag, den nie ein Abend schließt, Tag, da die dreifalt'ge Sonne fort und fort ihr Licht ergießt. O du ew'ger Sabbatmorgen, Dessen Duft kein Wind zerstreut, Wo wir ewig ohne Sorgen feiern morgen so wie heut. 206 O was soll ich denn noch zagen, Ist gleich schwer des Lebens Laft; Eh' wir's ahnen, muß es tagen, Lädt man uns zur Gottesrast. 207 Am Abend des Lebens. ei, o Seele, sei nicht bange, Weil's nun Abend, weil's nun still, Weil der Herr vom Pilgergange Dich nun heimwärts rufen will. Schließ die Augen, laß vom Weinen, Besser wird's mit dir noch heut, Wird das schöne Licht dir scheinen, Das die Engelwelt erfreut. Kurze Zeit und ganz verflogen Ist der Werktag schwer und heiß, Und ein Sabbat aufgezogen, Der von keinem Abend weiß. Kurze Zeit, und ganz vergessen Hast du schon der Erde Leid Und dich droben eingesessen Jn des Himmels Herrlichkeit. 208 O gesegnet sei die Stunde, Die mir meinen Heiland bringt, Da es mir aus seinem Munde Lieblich so entgegenklingt: „ Wenig zwar war dir gegeben, Doch im Kleinen warst du treu; Komm zum Vater, geh zum Leben, Ewig dich des Reiches freu!" O mein Herr, von Schuld und fehle Weiß ich nur; ich bin's nicht wert! Aber meine ganze Seele Ewig steht nach dir gekehrt. 209 14 Sum Totentanz. geht ein Spielmann in dem Land, Der führt ein' scharfe Geigen, Und wenn er fiedelt mit der Hand, Da mußt du an den Reigen. Der Con von seiner Geigen geht Durch Mark und Bein mit Schauern, Er schaffet, wo er tritt und steht, Viel Thränen nur und Trauern. Er geigt und singt ein Lied dabei Mit seiner bleichen Lippe: ,, Blau Blümlein blüht im milden Mai, Das mäh ich mit der Hippe. Blau Blümlein hängt am lockern Grund, Es kann ihm doch nicht frommen, Der Schnitter, der hat seine Stund', Die Stunde, die muß kommen. 210 Nun hütet euch, ihr Mägdlein zart Und auch ihr zarten Knaben, Ein jeder hat so seine Art, Muß auch die meine haben." 211 14 Tod und Säugling. W ohlauf, wohlan, Du kleiner Mann, Hier endet deine Strecke! Leg ab den Stab, Zieh ein ins Grab, Leicht sei dir seine Decke!- O grauser Tod, Noch hat's nicht not, 3u jung ist noch mein Leben. hat's solche Eil'? Nur kurze Weil Sollst du dazu mir geben. Es kann nicht sein, Nur Gott allein Kann etwas zu dir legen; Die Augen schließ, Der Ruh genieß, Sprich erst den Abendsegen. 212 - So geh voran, Du harter Mann, Mußt du mich also fränken. Mir wird so weh, Habt all' Ade! Und wollt an mich gedenken. Seid nur nicht bang, Es währt nicht lang, Bis ihr ihn wiedersehet; Kurz ist die Zeit,- Der Weg nicht weit, Und scharf der Wind, der wehet. 213 Sum Auszug. ommt sie einst, die letzte Stunde, Daß die Seel von hinnen scheid, Löst die Wurzel sie vom Grunde, Und streift ab ihr Pilgerkleid; Nimm, o Herr, am letzten Ende Meinen Geist in deine Hände. O da will ich mit Vertrauen In der letzten größten Not Auf dein heilig Krenze schauen, Da du hängst von Blute rot; Wollt'st auch mir zum Heile sterben, O wie könnt ich denn verderben. O wie könnt ich denn auch zagen, Du gingst mir den Weg voran, Hast so große Not getragen, Daß ich nimmer klagen kann; Daß ich fröhlich meine Seele Herr, in deine Hand befehle. 214 O da ist sie gut geborgen, Ja da ist sie wohl verwahrt, Und nun schick ich ohne Sorgen Mich zur stillen Überfahrt: Er bewahrt sie mir zum Leben, Er wird sie mir wiedergeben. O da will ich Dank dir sagen, Herr, für all die große Not, Die du hast um mich getragen, für die Liebe bis zum Tod; O da will ich ohne Ende Küssen deine Gnadenhände. 215 Grabgesang. ein Bett ist dir bereitet, Nun schlafe, Bruder, aus, Die Seele dein begleitet Dein Engel tren nach Haus. Was du im fleisch versehen, Das mög dir Gott verzeihn Um unser armes flehen, Durch seines Sohnes Pein. Das Saatkorn muß verwesen, Das wir dem Grund vertraun, Wenn wir beim Ährenlesen Einst wollen Garben schaun. Und läßet Gott zerreiben Den edlen Weizen, wißt, Es gilt, ihn zu verleiben Dem Brot, das Christus ist. 216 Drum thu dich auf, o Erde, Und bette ihn aufs Best', Daß nicht gestöret werde Sein Schlummer tief und fest. Bis die Posaun' ertöne, Die Toten auferstehn, Dann laß in junger Schöne Aus deinem Schoß ihn gehn. Dann werden diese Glieder Auch glänzen wie der Schnee Und wie auf Sturms Gefieder Enteilen in die Höh; Dem Menschensohn entgegen, Der auf den Wolken fährt, Jm Munde Fluch und Segen, Die Lilie und das Schwert. 217 Bon Bergänglichkeit der Belt. ie Welt vergeht mit ihrer Pracht, Mit ihrer Lust und Wonne, So wie der Morgen scheucht die Nacht. Den Nebel fällt die Sonne. Die Welt vergeht mit ihrer Lust, Die manchen schon betrogen, Ach weh! ihr Haus gezimmert ist Auf einen Regenbogen. Das lockt dich wohl mit luft'gem Schein, Mit schillernd bunten farben, So vieler fuß da trat hinein, Die stürzten und verdarben. Sie trinkt dir ihre Minne zu, Es perlt wie Gold im Golde, Doch fostet's deines Herzens Ruh, Schlürfft du zu ihrem Solde. 218 Drum, Menschenherz, sei auf der Hut, Trau nicht dem blinden Sinne, Hüt' dich, du rasches junges Blut Vor dieser Zauberinne. Geh lieber auf den engen Steig, Zur engen Himmelspforte, Die führen zu dem ew'gen Reich Nach Gottes ew'gem Worte. 219 Tag des Bornes. kommt der Tag und zögert nicht, Der Tag der großen Schrecken, Da Gottes Engel zum Gericht Die toten Völker wecken. Zur Rüste ging der letzte Tag, Blutrot die Sonne nieder, Dumpf dröhnt der letzte Stundenschlag Durchs öde Weltall wieder. Ein neues Morgenrot bricht aus Ringsum in lichten flammen, Laut ächzend sinkt der Erde Haus Ein morscher Bau zusammen. Vom Himmel fällt es Stern um Stern Wie Blätter von den Bäumen, Und leuchtend schwebt das Kreuz des Herrn Hoch in den dunklen Räumen. 220 Es kommt der Herr und säumet nicht, Er kommt mit tausend Schrecken, Heißt seine Engel zum Gericht Die toten Völker wecken. Allmächtig tönt wie Donnerhall Die Stimme der Drommeten, Heißt vor den Herrn allüberall Die toten Völker treten. Gieb, Grab, gieb deine Beute her, Dein Reich ist nun vergangen, Gieb deine Toten, tiefes Meer, Gieb, was du hältst gefangen. Da stehn sie schon, ein Völkerheer, Den Tod noch auf den Wangen, Denn Gottes Zornmut zentnerschwer Sehn sie zu Häupten hangen. Christ öffnet und Christ schließt das Buch; Da fällt von seinem Munde Ein Segenswort, ein Gottesfluch Und teilet rings die Runde. 221 Die Lämmer hie, die Böcke dort! Er spricht, das muß geschehen. Zum Himmel hin, zur Hölle fort! Er heischet und sie gehen. - Sie gehn und stille wird's umher, fernher nur hört man dringen Von drunten Seufzer, tief und schwer, Von droben lieblich Singen. 222 Melodieen zu einigen Liedern. Alte Melodieen. 1604 da B 1. Ein Kind ist uns ge Tau- send aus er Weinbeer- Tont. 1534. Sohn ist uns ge= schenkt; Aus = 225 = bo= ren, Ein to= ren, Der al= les schuf und lenft. M 15 16 16 2. Ge bo- ren ist der heil'ge Christ; Wer soll= te sich nicht freu= cn? Muß Bettler- Ton. 1530. sich ja bald der Welt Ge= stalt, Sich al- Ics nun cr ... le= lu= ja! 226 ncu- en! Al 4 3. Freu- e dich, Je- ru- ja= lem, Altböhmisches Kirchenlied. Si- on, sei nicht blind, Ei- le mit nach Bethlehem, Zu dem Stall ge- schwind; = Sich, dort ist ge- bo- ren, Klein, doch aus- er= 1 dala to ren, Dir ein Königs- tind. 227 15* 16 B 3 4. Adeste nunc puelluli. 1608. Nun wol- len wir dich wie= Toda gen, Du aller- schön- stes Kind, In= P dej- sen dei= ne 3 Hopell gold- nen Faden spinnt. 5. Im Gar- ten = Mut ter Den 228 um Triller. 1555. die Mitter 16 nacht Be- gann der Herr zu = gen, Sein Herz be- drückt mit sol= cher 6- ·|- ·|Macht, Was er um uns za= CER ge= traJ gen. Da kam Gott selbst in höch= ste 229 Not, Vor tic- fem Jam- mer bis zum Tod. Gadd= G 6. Hommel, Geistl. Boltsl., Nr. 137. Des ew'gen Va- ters einz'ger Sohn Zum F1To= de geht ge= bun- den. In 16 Schmerz ver- senkt, be- deckt mit Hohn, Nur Weh und lau- ter Bun- den. = 7. ,, Jeſu, Kraft der blöden Herzen." Vor 1680. 16₁==Jesu, Je su, mein Verlangen, 230 9 J Je= su, Je su, mei= ne Zier, 16PF Wer ist al 16 = 16+= 1= 4 so Schönster Menschen- sohn mit Dir? um ge= gan= gen, 8. Ich stund an einem Morgen." 1534. 1 Ist das der Himmel Kai- ser? Ein 231 160.00 Kreuz, ist das sein Thron? Er trägt statt Lorbeer 160 E rei- ser Von Dornen ei= ne Kron'; Sein Purpur ist sein ei gen Blut, Das flicßt aus tau- send Wun- den, Die = glühn wie Feu- ers- glut. = 9. Nach ,, Resurrexit Dominus." 1544. 1³. II Nun singt ihr Chri- sten= leu 232 € d te Zu die= ses Len- zes Frist; Aus Grab und Banden heu Herr cr= stan- den ist. = te Der 10. ., Surgit in hac die." Altböhmisches Kirchenlied. Christus ist er standen In der Gottheit = 160-10 Macht Aus des Todes Ban- den, 233 18-10 B Aus des Grabes Nacht; Der am Kreuz gestorben ist, Je- sus Christ, Kehrt als Sieger aus dem Streit Heim in Herr- lich- keit. = 23 16 11. ,, Wohlauf, wohlauf mit lauter Stimm." 1535. Der Kön'- ge König sei ge= lobt, Ob auch der Schwarm der Feinde tobt, d.. Gelobt, du Herr der Ehren, Dein Reich muß e= wig wäh- ren. 234 B 16 [ 1 £ Die Welt ver- geht. Dein Ruhm be- steht Und wird sich C= wig meh= ren. 12. ,, Es floß ein Ros." 1586. Ein Herz ist uns ge- schen- ket, Ein Herz, so tief und weit, rin= nen ein= ge= 235 a sen = Da= fet Liegt 16 Got- tes Herr- lich- feit, Ky- ri-e e= leison, Liegt Gottes Herr= lich= feit. 13. 16= 23+ ₂ Ge- grüßt, du Siß der Hei- lig= ,, Ich fahr' dahin." 1552. Jo keit, Mari= a, Mut- ter 256 und doch Maid, Es hat dein rei- ner Leib um- fahn Den E Herrn, dem tausend unter- than. Mari= a, D 14. ,, Und unsrer l. Frauen." 1602. Ma= ri= a! Christ hat sich aus= er= ko= ren Ein 1. ed= les Mägd- lein zart, = von er ward ge 237 = bo = Daren Aus & fö= nig= li= cher ES T Ky= ri= e= lei- son. 15. Art. Herz Ma- ri- ä, sei gegrüßt, Süßes MutterAltböhmisches Volkslied. her- ze, Herz, das jedes Leid versüßt, = 238 Trost in al- lem Schmer= ze. E6 16 ge, Neue Melodieen. Nie- der, Herr, die Him- mel nei= ſtei 1. Beu= = ge sie mit star Hand, Und zu = ge In 239 = fer uns her= nic= derdies trü= be 16 16 Er = 1 den- land. Kom= me, kom me, = Heil'ger Christ, o 16= 2. Welch cin Welch ein Glü- hen, welch ein Schimmer, = fom= mc. ro= sen= farb'= nes Licht! 240 JE Al= so gleißt der Mor- gen nim- mer, J Al- so glänzt die Son= ne nicht. = 16 3. Die Hir- ten schlie- fen in dem Thal Zur 4. O Mitt- nacht um die Stunde; Da ward es hell mit einem Mal, Da = scholl's von gu= ter Kun= de. 241 16 Christ, der du ge bo- ren bist Als ein = 6²= 4. Kind- lein klei= ne, Lob sci dir zu 4 die- ser Frist Mit der Jungfrau rei- ne. heut zur Nacht ge 5. Er ist ge- wal- tig stark von Art, Der 242 bo= ren ward, Das B 1 11 iſt der Fürst und Hei- land Christ, Den Io B 18+ = bet al= les, was da ist. 6. E O schönes Welten= morgenlicht, Mein Heiland Jesu Christ, Ein' schön'- re Zierde giebt es nicht, Denn 243 16* 18+ Je Jell du, 0 Her= re, biſt. 1623 7. Laß mich sehen, Mann der Schmerzen, Dei- ne blu- ti- ge Ge- stalt, WHEE Daß ihr Ab- bild tief im Her- zen &= wig ich ver- bor- gen halt'. = 244 8. Heut ist des Hei- lands Ehren- tag, Heut winkt sein Siegs= pa nier, Tod und Höl- le ihm er lag, Des, # Christen, ju- beln wir. = 9. Daß Heut ist ein Tag, den Gott ge245 macht, Heut laßt uns fröhlich sein! Vor2² ↑ 4 da über ist die dunk- le Nacht, Der Morgen bricht her- ein. 10. 6²₁000000 Zum Him- mel hoch ob Land und Meer Ist Christus heut ge= fah- ren, Mit = 246 daa lau- tem Schall fuhr er ringt von Engel 11. = da= her, Um= scha- ren. = 247 I Sei ge- grü- ßet Got- tes- wort, Al= ler Hei- land, al= ler Hort, Eh- ren- kö- nig, = 16- d1fd. Herr der Herrn, Wahrer Welten- morgen- stern. 12. Ein'- ger Gott in drei Per so= = nen, Der das Meer und al= les Land, Der des Himmels wei= te hod 30- nen Du um- span- nest mit der Hand. brod 13. Plod Ein Dank- lied sei dem Herrn für 248 al= le sei- ne Gna- de; E nah und fern, Kennt al= le uns- re = Pfade. Ganz ohne Maß ist sei= ne Er wal- tet Huld Und all- barmherzige Geduld. J Ky= ri= e e= lei= son. 249 16²4 ES Es hat uns zuge- rü- stet Ein 14. 1. Mahl der heil'= ge Christ, Nie and = rer Speis ge= lü= stet, Wer cin= mal da- von ißt. 15. Mein Erb' und Teil, Mein Glück und 250 Heil Ist ganz im Kreuz be- schlossen, An des- sen Stamm Das Got- tes= lamm Für mich sein Blut ver- gos- sen. 16. Sei, Mutter der Barm- her- zig- keit, Sei, Kö= ni= gin ge= grü 251 Bet, Du 18te fla- rer Stern, der je des Leid, Der = J al- len Schmerz ver- sü- Bet; Zu dir, o mil= de Mitt= 17. le= un ser ganzes Seh- nen hin. Uns ist ein Mai be 252 rin, Zieht = schrie ben, Ist al= 16- Jalt, cin jun Würz- lein hat ge= B 0 12 ler Mai- cn Preis; Das fro- her Brust Mai- es Lust; = = trie 18. = &- ja laßt uns All- um- her es ges Reis. JE = 253 ben Schon sin- gen, Laßt aus klin- gen Von des = Von des Mai- cs Min- ne, Die da war und ist Uns- re 16 Königin- ne, Mutter Je- su Christ. 1 A- ve, Frau viel ho- he, Dir zu Dienst ich bin, Süt= Bc, Mai= cs se= lig= fro= he ET Kö= ni= gin! 254 I 12 Daß uns kein Feind ver- lez- et In 19. € ₂ die- sem Seelen- streit, Sankt Joseph ist geſet= ct heit: Zum Vogt der Chri- stenObreite aus, Mach uns ein ਜੋ Haus, Aus dei- nes Mantels Fal-ten. 255 Zich an, EG 20. Ja o Christ, nimm Got= tes b Jord Wehr, Daß du im Kampf magst ste- hen, Die Fahr ist groß, der Streit ist schwer, Der Feind steigt von den Hö 256 = hen. II Inhalt. Um hohen Himmel winket. Am Kreuz in bittern Qualen An dem Kreuzesholz, dem harten An des neuen Jahres Schwelle. Auf hohem Thron im Himmelsglanz Auf und stimmt mit Herz und Zungen Auf zum Kampf, mich hat geladen. Ave Maria rein Betet, wachet, wachet, betet Christ, der du geboren bist. Christ hat sich auserkoren Christus ist erstanden Daß uns kein feind verletzet Dein Bett ist dir bereitet Dein Heiland ist gestorben Der Kön'ge König sei gelobt Der Morgen zieht so schön herauf * Des ew'gen Vaters einz'ger Sohn Dich preisen wir, du Herr der Welt Pie Hirten schliefen in dem Thal Die Welt vergeht mit ihrer Pracht. Droben auf der Himmelsane Durch ihn, durch seinen bittern Tod Du, von Cherubim getragen Eja laßt uns singen 4 257 Seite 47 62 59 40 151 181 202 160 204 23 149 79 175 216 64 108 193 53 103 21 218 143 122 9 169 12 * t Ein Danklied sei dem Herrn Ein Engel flog, da früh es tagt' Eine Rennbahn ist das Leben Ein Gärtner steht im Garten Ein'ger Gott in drei Personen. Ein Herz ist uns geschenket Ein Kind ist uns geboren Ein Kriegsruf ist erklungen Ein Mahl ist uns bereitet Ein Stern ist aufgegangen. Er ist gewaltig stark von Art Es geht ein Spielmann in dem Land Es hat uns zugerüstet. Es kommt der Tag und zögert nicht Es kommt ein Schiff gezogen fahr, o heil'ger Geist, hernieder frene dich, Jerusalem Geboren ist der heil'ge Christ Gegrüßt, du Sitz der Heiligkeit Gegrüßt seist du, Maria Geist der Wahrheit, des Verstandes Gelobt seist du, Herr Jesu Christ Gottes Worte, Gottes Werke Herrlich blüht es, herrlich glänzt es. Herz Jesu, du viel süßes Herz Herz Mariä, sei gegrüßt Hent ist des Heilands Ehrentag Heut ist ein Tag, den Gott gemacht Hüpfe, springe, meine Seele Jesu heil'gen Leib ich grüße Jesu, Jesu, mein Verlangen Jesukind, sei hoch willkommen Jesu, meiner Seele Leben 258 Seite 111 19 189 77 105 125 26 183 119 36 24 210 115 220 196 101 32 28 147 158 99 89 113 68 129 165 73 75 206 121 55 30 44 Jesus ist ein süßer Name Im Garten um die Mitternacht In aller Not. In meines Herzens Kämmerlein Ist das der Himmel Kaiser Kommet, seht, er hat gesiegt Kommt sie einst, die letzte Stunde Laß mich sehen, Mann der Schmerzen Lilienklare, weiße, wahre Maria, Mutter und auch Magd Maria, reine, reine Maria, Rose ohne Dorn Mein Erb und Teil Nieder, Herr, die Himmel neige Nun laßt uns fröhlich loben Nun singen wir mit frohem Mut . Nun singt, ihr Christenleute Nun wie die Jünger weiland Nun wollen wir dich wiegen O bleib bei uns, Herr Jesu Christ. O geheimnisvolle Quelle O Herz, du aller Herzen Kreuz, du Siegeszeichen O schönes Weltenmorgenlicht O sei mir, königliches Herz O Xaveri, hoch zu preisen. Schön vor allen niedern Bäumen Sei gegrüßet, Gotteswort Sei gegrüßet, Magd so rein Sei, Leib des Heilands, mir gegrüßet Sei Mutter der Barmherzigkeit Sei, o Seele, sei nicht bange Sei, o süßes Herz, gegrüßet 259 . Seite 38 51 122 156 57 92 214 63 153 164 159 145 134 13 123 187 71 81 34 194 107 130 66 43 127 185 138 90 162 112 157 208 132 12* Sei, o süßes Kreuz, gegrüßet Send deinen Geist, Herr Jesu Christ Sende deine Engelscharen Töchter Sion, fommt und sehet. Uns ist ein Mai beschrieben Vater Joseph, schau hernieder Wann kommt der starke Siegesheld. Was könnt ich noch verlangen Welch ein Glühen, welch ein Schimmer Wie schön ob allen Maßen. Wir ziehen unsrer Wegen Wohlauf, wohlan Wohlauf zum frommen Pilgergang. 20:Seite 136 97 173 260 17 167 179 200 45 15 212 85 Zieh an, o Christ, nimm Gottes Wehr. 198 Zum Himmel hoch ob Land und Meer. Zur Gottesburg hoch droben 87 141 155 83 98 mjahr. Inches 1 Centimetres Blue 2 ¹3 21 15 Farbkarte# 13 Green Cyan Or 4 +4 6 17 3 8 Yellow 9 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 18 19 B.I.G. Black