Sine Liedersammlung Jan Seb and Smeite ofiar Bering des Wefan jad 1886 3107 کاری Bolianna! K... Eine Liedersammlung zum Gebrauch in christlichen Vereinen und Familien. Zweite Auflage. Elberfeld. Verlag des Weftdeutschen Jünglingsbundes. ( W. Dröner). 1886. Gb 3107 Univ.- Bibl. Giessen Vorwort zur zweiten Auflage. Dac achdem die erste Auflage in einer Stärke von 5000 Expl. vollständig vergriffen ist, darf unser ,, Hosianna" zum zweiten Mal die Druckerpresse verlassen. Kaum wird man das Büchlein wieder erkennen, so sehr hat es ſeine Gestalt verändert. Ob zum schlimmeren? Wir glauben nicht. Im Gegenteil, wir sind überzeugt, daß das Büchlein in dieser zweiten, veränderten Auflage ohne Übertreibung auch das Beiwort ,, verbesserte" führen darf. Es hat sich als ein Bedürfnis herausgestellt, daß den Liedern zum leichtern Gebrauch bei den Vereinsversammlungen, Festen und Ausflügen die Melodie beigedruckt wurde. Auch nahmen einige Lieder durch die Aufnahme aller ihrer Verse oft unnötig viel Raum ein. Durch die Weglassung solcher gewannen wir Raum, um dem ersteren Wunsche nachkommen zu können. Dadurch ist dem„ Hosianna" auch der Weg gebahnt, bei anderen Gelegenheiten verwandt zu werden z. B. in Jungfrauenvereinen, Sonntagschulen, bei Hausandachten, u. s. w. Vor allen Dingen wünschen wir freilich, daß unser Büchlein dazu dienen möge, daß auch in den ,, nichtmusikalischen" oder nichtgesanglichen" Zusammenkünften unserer Vereine öfter ein Lied angestimmt werde in brüderlicher Gemeinschaft. Nicht allen Menschen ist die Gabe von Gott geschenkt, an mehrstimmigem Gesang sich beteiligen zu können; aber 1* - mit vielen einstimmig singen, kann am Ende jeder. Dazu soll uns das Pfalmwort ,, Herr, du läsfest mich fröhlich singen von deinen Werken, und ich rühme die Geschäfte deiner Hände" stets einen neuen Antrieb geben. So möge denn unser Büchlein ,, Hosianna" neben seinem größeren Bruder, unserer ,, Bundesharfe" auch in diesem neuen schönen Gewande sich zu seinen alten Freunden noch recht viel neue erwerben und an seinem Teil dazu beitragen, daß der Name unsers hochgelobten Herrn und Heilandes Jesu Christi geehrt und gepriesen werde. Elberfeld, Juni 1886. Das Komitee des Westdeutschen Jünglingsbundes. 1. fe 1. I. Loblieder. Eigene Melodie. Allein Gott in der Höh sei Ehr Und Da- rum daß nun und nimmer- mehr Uns Dank für sei- ne Gna- de, rüh- ren kann kein Scha- de! Ein Wohlge- fall'n Gott an uns hat; Nun ist groß Fried ohn Un- ter laß; All' = Fehd' hat nun ein En de. 2. Wir loben, preis'n, anbeten dich Für deine Ehr', wir danken, Daß du, Gott Bater, ewiglich Regierst ohn' alles Wanken. Ganz unermess'n ist deine Macht; Fort g'schieht, was dein Will' hat bedacht: Wohl uns des feinen Herren! = 3. D Jesu Christ, Sohn eingebor'n Deines himmlis schen Vaters, Versöhner der'r, die war'n verlor'n, Du Stiller unsers Haders, Lamm Gottes, heilger Herre Gott, Nimm an die Bitt' von unsrer Not: Erbarm dich unser aller! 4. Dheilger Geist, du höchstes Gut, Du all'rheilsamster Tröster, Vors Teufels G'walt fortan behüt, Die Jesus Christ erlöste. Durch große Mart'r und bittern Tod, Abwend all' unsern Jamm'r und Not, Dazu wir uns verlassen. Nikol. Decius, † 1529. 2. 3 4 1. E le! le, Ich will Ihn lo Will ich lob- sin Wer- de Lo = be den Her- ren, o Weil ich noch Stunden auf Er Der Leib und Seel' Hal- le- lu - ge= Eigene Melodie. = ja, - = prie sen = ben bis in gen ge mei= ne See- den zäh= mei- nem früh ge= ben A und Hal- le= lu Tod; Gott: = hat, spat! ja! 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, Und kehren um zu ihrem Staub; Ihre Anschläge sind auch verloren, Wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil denn kein Mensch uns helfen kann, Rufe man Gott um Hülfe an. Halleluja, Halleluja! 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, Deß Hülfe der Gott Jakobs ist; Welcher vom Glauben sich nicht läßt trennen Und hofft getrost auf Jesum Christ. Wer dieſen Herrn zum Beistand hat, Findet am besten Rat und Tat. Halleluja, Halleluja! 3. 4. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen Des, der so große Wunder thut; Alles, was Odem hat, rufe Amen Und bringe Lob mit frohem Mut! Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heil'gen Geist. Halleluja, Halleluja! Daniel Herrnschmidt † 1723. b t 1. - 7- 4 mei- ne Har fe — Eigene Melodie. Hal- le- lu- ja! Gott zu lo- ben Blei- be & wig sei mein Gott er ho- ben, Mei- ne = Ĵ See= len= freud! ihm ge= weiht! } Sa, so lang ich leb und bin, Dank, an- bet und preis ich ihn! 2. Heil dem, der im Erdenleben Jakobs Gott zur Hülfe hat, Der sich dem hat ganz ergeben, Dessen Nam ist Rat und Tat! Hofft er von dem Herrn sein Heil, Seht, Gott selber wird sein Teil! 3. Er, der Himmel, Meer und Erde Mit all ihrer Füll und Pracht Durch sein schaffendes: ,, Es werde!" Hat aus nichts hervorgebracht, Er, der Herrscher aller Welt, Ist's, der Treu und Glauben hält! 4. Er ist Gott und Herr und König; Er regieret ewiglich! Zion, sei ihm unterthänig, Freu mit deinen Kindern dich! Sieh, dein Herr und Gott ist da! Halleluja, er ist nah! 4. Kö ift 1. = Lo= be Mei- ne Eigene Melodie. den Her- ren, den ge liebe= te = nig der mein Be= Ch geh = ren; = ren. Hauf! Psalter und Har fe, = Lob- ge= sang = mäch- ti- gen See= le, das Kom met zu = do wacht auf! La- set den hö 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, Der dich auf Adelers Fittigen sicher geführet, Der dich erhält, Wie es dir selber gefällt! Hast du nicht dieses verspüret? = ren! 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, Der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet! In wie viel Not Hat nicht der gnädige Gott Über dir Flügel gebreitet! 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gefegnet, Der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet! Denke daran, Was der Allmächtige kann, Der dir mit Liebe begegnet! 5. Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen! Alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen! Er ist dein Licht, Seele, vergiß es ja nicht! Lobende, schließe mit Amen! Joachim Neander, † 1680. 5. 1. 4 Gro- Ber Vor dir Herr, wir prei Und be wun Wie du du = 2 9- Eigene Melodie. Gott, wir lo beugt die Er sen dei dert dei = ne = ne wig = warst vor al= ler Zeit, ff = keit. ben de fich dich; N Stärke! Wer- ke! in 2. Alles, was dich preisen kann, Cherubim und Seraphinen Stimmen dir ein Loblied an; Alle Engel die dir dienen, rufen dir stets ohne Ruh: Heilig! heilig! heilig! zu. So bleibst 3. Sieh dein Volk in Gnaden an! Hilf uns, segne, Herr, dein Erbe! Leit es auf der rechten Bahn, Daß der Feind es nicht verderbe! Hilf, daß es durch Buß und Flehn Dich im Himmel möge sehn! 4. Alle Tage wollen wir Dich und deinen Namen preisen Und zu allen Zeiten dir Ehre, Lob und Dank erweisen! Gieb, daß jeder sündenfrei, Deiner Gnade würdig sei. 5. Herr, erbarm, erbarme dich, Über uns, Herr, sei dein Segen! Deine Güte zeige sich Allen der VerheiBung wegen! Auf dich hoffen wir allein; Laß uns nicht verloren sein! Nach dem Lateinischen des heil. Ambrosius, † 397. 6. te te ť 1. — 10- Eigene Melodie. daß ich So stimmt ich tausend Zun- gen da= mit in die Und einen tau send- fa- chen Mund, Aus aller= tief stem Her- zens= grund = hätWetEin Lob- lied nach dem an dern an Von dem, was Gott an mir ge= than! 2. O, daß doch meine Stimme schallte Bis dahin, wo die Sonne steht; D, daß mein Blut mit Jauchzen wallte, So lang es noch im Laufe geht; Ach wär ein jeder Puls ein Dank, Und jeder Odem ein Gesang! 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euren Fleiß Und stehet munter im Geschäfte zu Gottes, meines Herren, Preis! Mein Leib und Seele, schicke dich Und lobe Gott herzinniglich! 4. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schützet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr, Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld Unsäglich gnädige Geduld. 5. Ich will von deiner Güte singen, So lange sich die Zunge regt; Ich will dir Freudenopfer bringen So lange sich mein Herz bewegt; Ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, So stimm ich doch mit Seufzen ein. - 11- 6. Ach nimm das arme Lob auf Erden, Mein Gott, in allen Gnaden hin; Im Himmel soll es besser werden, Wann ich bei dir verkäret bin; Dann sing ich dir im höhern Chor Viel tausend Halleluja vor. Menter, † 1734. 7. [ 6 1. Eigene Melodie. Nun dan- ket al= le Gott Mit Her- zen, Der große Din- ge thut An uns und Mund und Händen, al len En- den, f = Der uns von Mut- ter- leib Und Kindes bei- nen an Un- zählig viel zu 2 = gut Und noch jek- und ge than. 2. Der ewig reiche Gott Woll uns bei unserm Leben Ein immer fröhlich Herz Und edlen Frieden geben Und uns in seiner Gnad Erhalten fort und fort Und uns aus aller Not Erlösen hier und dort! 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, Dem Vater und dem Sohne Und dem, der beider Geist Jm höchsten Himmelsthrone! Gott, dem Dreieinigen, Dem, der im Anfang war Und ist und bleiben wird Jeund und immerdar! Martin Rinckart, † 1619. 8. fe 1. - 12- Eigene Melodie. Dir, dir, Je- ho- vah! will ich Dir will ich meine Lie- der fin- gen; Denn brin- gen; Ach Id wo ist doch ein solcher Gott wie du? gieb mir deines Geistes Kraft da- zu, Daß ich es thu im Namen Jesu Christ So, wie es dir durch ihn ge= fäl- lig = ift! 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, Damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir; Dein Geist in meinem Herzen wohne Und meine Sinnen und Verstand regier, Daß ich den Frieden Gottes schmeck und fühl Und dir darob im Herzen sing und spiel! 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, So wird gewiß mein Singen recht gethan; So flingt es schön in meinem Liede, Und ich bet dich im Geist und Wahrheit an: So hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, Daß ich dir Psalmen sing im höhern Chor. 4. Dein Geist kann mich bei dir vertreten Mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind; Der lehret mich recht gläubig beten, Giebt Zeugnis meinem Geist, daß ich dein Kind Und ein Miterbe Jesu Christi sei; Daher ich Abba! lieber Vater! schrei. 5. Wohl mir, ich bitt in Jesu Namen, Der mich zu deiner Rechten selbst vertritt! In ihm ist alles Ja und Amen, Was ich von dir im Geist und Glauben bitt: Wohl mir, Lob dir, jetzt und in Ewigkeit, Daß du mir schenkest solche Seligkeit! Barth. Craffeltus, † 1724. 9. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. be 1. ben Dem Le- ben ben; Erzählt sein Dem König, welcher Dem König wer- de Singt al= le - ü= ber al - 13. : seiner Völ- fer Lob der E= wig Wunder, LeBlut und Preis ge= gedie = weiht, feit; er thut; Doch les rühmt sein Blut! 2. Den König hat mein Herz gefunden; Wo anders, als auf Golgatha? Da floß mein Heil aus seinen Wunden, Auch mich, auch mich erlöst er da. Für mich gab er sein Leben dar, Der ich von seinen Feinden war. König, der 3. Wem anders sollt ich mich ergeben, am Kreuz verblich? Hier opfr' ich dir mein Blut und Leben; Mein ganzes Herz ergießet sich. Dir schwör ich zu der Kreuzesfahn Als Streiter und als Unterthan. 4. D gieb dein Manna mir zu essen; Dein Freudenwein erquicke mich, O laß mich deiner nie vergessen; In meinem Geist verkläre dich. So halt ich täglich Abendmahl; Denn dein Verdienst ist ohne Zahl. 10. be C En 1. Schönster Herr Je = Sohn: 11. 圈 den, Gottes 14- Eigene Melodie. Dich will ich lie 1. Dan- ket = Herrn; denn er - fu, und Ma = Herr- scher al= ler eh ren, Du meiner See- le Freud und Kron! 2. Schön sind die Felder; Schön auch sind die Wälder In der schönen Frühlingszeit: Jesus ist schöner; Jesus ist reiner, Der unser traurig Herz erfreut. = 3. Schön leucht't die Sonne; Schön auch leucht't der Monden Und die Sternlein allzumal: Jesus leucht't schöner; Jesus leucht't reiner Als die Engel im Himmelssaal. Kreuzfahrerlied aus dem 12. Jahrh. Eigene Melodie. ri= ä ben; Dich will ich dem Herrn! Wir danken dem ist freundlich, und seine Gü- te wäh- ret e = wig = 12. 15- 1. lich; sie wäh- ret lich; sie wäh- ret wig lich! 2. Lobet den Herrn! Ja lobe den Herrn Auch meine Seele; Vergiß es nie, was er dir Guts gethan. e= 3. Sein ist die Macht! Allmächtig ist Gott; Sein Thun ist weise, Und seine Huld ist jeden Morgen neu. = 4. Groß ist der Herr! Ja, groß ist der Herr; Sein Nam' ist heilig, Und alle Welt ist seiner Ehre voll. wie be= gegn' ich mei- ner See- le 5. Betet ihn an! Anbetung dem Herrn; Mit hoher Ehrfurcht Werd auch von uns sein Name stets genannt. 6. Singet dem Herrn! Lobsinget dem Herrn In frohen Chören; Denn er vernimmt auch unsern Lobgesang. e= II. Christliche Feste. a) Adventslieder. Mel. Valet will ich dir geben. wigA dir? Bier! J 2. Wie soll ich dich empfan- gen? Und al= ler Welt Ver langen, D = Je su, Je su - 16 - set- ze mir selbst die Fackel bei, Da- mit, was dich er- göt= ze, Mir kund und wis- send fei. hin, Und ich will dir in Psalmen Sinn. Mein Herze soll dir grünen Preis Und deinem Namen dienen, und weiß. 2. Dein Zion streut dir Palmen Und grüne Zweige Ermuntern meinen In stetem Lob und So gut es kann 3. Ich lag in schweren Banden; Du kommst und machst mich los; Ich stand in Spott und Schanden; Du kommst und machst mich groß Und hebst mich hoch zu Ehren Und schenkst mir großes Gut, Das sich nicht läßt verzehren, Wie ird'scher Reichtum thut. 13. 4. Nichts, nichts hat dich getrieben Zu mir vom Himmelszelt Als daß geliebte Lieben, Welt In ihren tausend Plagen Und last, Die kein Mund kann aussagen, gen haft. Damit du alle großen JammerSo fest umfanf* c 1. 5. Er kommt zum Weltgerichte, Zum Fluch dem, der ihm flucht, Mit Gnad und süßem Lichte Dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne, Und hol uns allzumal zum ewgen Licht und Wonne In deinen Freudensaal! Paul Gerhardt, † 1676. Mel. Aus meines Herzens Grunde. Mit Ernst, ihr Menschen- kin Da mit das Heil der Sün : der, Das der, Der Herz in euch be= stellt, große Wunder= held, lein Der Welt zum Licht und Leben Ge- sen- det 17- und ge= ge ben, Bei al= len keh- re ein! 2. Bereitet doch fein tüchtig Den Weg dem großen Gast; Macht seine Steige richtig; Laßt alles, was er haßt! Macht eben Bahn und Pfad; Die Thale rings erhöhet; Erniedrigt, was hoch stehet, Was frumm iſt, macht gerad. } Den Gott aus Gnad' al= 14. be 1. 3. Ein Herz, das Demut liebet, Bei Gott am höchsten steht; Ein Herz, das Hochmut übet, Mit Angst zu Grunde geht. Ein Herz, das redlich ist Und folget Gottes Leiten, Das kann sich recht bereiten; Zu dem kommt Jesus Christ. 4, Ach, mache du mich Armen In dieser Gnadenzeit Aus herzlichem Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit! Zeuch in mein Herz hinein, Und wohn auf immer drinnen, So werden Herz und Sinnen Dir ewig dankbar sein. Valentin Thilo. Zeuch, Zeig Mel. Mir nach, spricht Christus, unser Held. Kö- nig, in die uns in dei- ner Her- zen ein, Die Gna- de Schein, Wie 2 1 18 deiner lie- bend hof- fen! nun dein Himmel of- fen. = - } ,, Macht hoch die Thür in al= ler Welt, Der König kommt, der star- ke Held!" 2. Zeuch ein, Prophet, in unsre Nacht! Dein helles Licht laß scheinen, Daß wir, zum wahren Tag erwacht, Nicht mehr im Finstern weinen. In deinem Licht sehn wir das Licht, Daß keine Klarheit uns gebricht. 15. 3. Zeuch, Hoherpriester, in das Haus Des Herzens, drin zu weilen! Was dir nicht dient, das treib' hinaus; Du willst dein Haus nicht teilen! Nun nimm uns ganz nun nimm uns hin, Dein sei Leib, Seele, Herz und Sinn! 4. Zeuch zu uns ein, zeuch uns zu dir, Daß wir beisammen bleiben! Was wär die Welt, wärst du nicht hier, Die Schrecken zu vertreiben? Im Leben müßten wir allein, Im Tode ganz verlassen sein! 5. Drum beten wir: ,, zeuch zu uns ein, Komm doch herab zur Erden!" Und wird der Lauf vollendet sein, Daß wir nun sterben werden, Dann rufe du: ,, zieht zu mir ein!" Was wird das für ein Christfest sein! Ludwig Josephson. b) Weihnachtslieder. Mel. Warum sollt ich mich denn grämen? 1. Fröhlich soll mein Her- ze sprin gen - 19 - Dieser Zeit, Da vor Freud' Al- le En- gel singen. Hört, hört, wie mit vol- len Chö Luft lau te ruft: Christus ist = ren ge= bo Al= le = € ren! 2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, Der die Welt Reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch, dir, Mensch, zugute; Gottes Kind, Das verbind't Sich mit unserm Blute. 3. Sollt uns Gott nun können hassen, Der uns giebt, Was er liebt über alle Maßen? Gott giebt, unserm Leid zu wehren, Seinen Sohn aus dem Thron Seiner Macht und Ehren. 4. Er nimmt auf sich, was auf Erden Wir gethan, Giebt sich an, Unser Lamm zu werden. Unser Lamm, das für uns stirbet Und bei Gott Für den Tod Heil und Fried erwirbet. 5. Nun er liegt in seiner Krippen, Ruft zu sich Mich und Dich, Spricht mit süßen Lippen: Lasset fahren, liebe Brüder, Was euch quält, Was euch fehlt, Ich bring alles wieder! 6. Ei, so kommt und laßt uns laufen, Stellt euch ein, Groß und klein; Kommt mit großen Haufen. Liebt den, der vor Liebe brennet; Schaut den Stern, Der uns gern Licht und Labsal gönnet! 7. Süßes Heil, laß dich umfangen, Laß mich dir, Meine Zier, Unverrückt anhangen! Du bist meines Lebens Leben; Nun kann ich mich durch dich Wohl zufrieden geben. Paul Gerhardt † 1676. 2* 20 16. Mel Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren. 4 da! 1. En= gel, in Chö Menschen zu Ch Jauchzet, ihr Him- mel, froh- lo- cket, ihr Sin- get dem Herren, dem Hei- land der -- Gott will so = ren! = ren! Se= het HE freundlich und nah J Zu den Ver= lor= nen sich feh doch = ren. 2. Jauchzet ihr Himmel, frohlocket, ihr Enden der den! Gott und der Sünder, die sollen zu Freunden nun werden. Friede und Freud Wird uns verkündiget heut; Freuet euch, Hirten und Herden! 3. Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste hier beuget! Sehet die Liebe, die endlich als Liebe sich zeiget! Gott wird ein Kind, Träget und hebet die Sünd; Alles anbetet und schweiget. 4. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, Dem ich auch wieder mein Herze in Liebe verbinde, Du sollst es sein, Den ich erwähle allein; Ewig entfag ich der Sünde! 5. Süßer Immanuel, werd auch geboren inwendig! Komm doch, mein Heiland, und laß mich nicht länger elendig. Wohne in mir; Mach mich ganz eines mit dir und mich belebe beständig! Carl Terstegen, † 1769. 17. 1. - 21- - 4 - Mel. Mein Herz, ermuntre dich zum Preise. Dies ist die Nacht, da mir er= schieDas Kind, dem al= le En= gel dienen Des großen Gottes Freundlichkeit. nen, Bringt Licht in mei= ne Dunkelheit, Und die= ses Welt- und Himmels- licht Weicht = hundert= tau send Sonnen nicht. 2. In diesem Lichte kannst du sehen Das Licht der klaren Seligkeit; Wann Sterne, Sonn und Mond vergehen Vielleicht in einer kurzen Zeit, Wird dieses Licht mit seinem Schein Dein Himmel und dein alles sein. 3. Laß nur indessen helle scheinen Dein Glaubensund dein Liebeslicht; Mit Gott mußt du es treulich meinen, Sonst hilft dir diese Sonne nicht. Willst du genießen diesen Schein, So darfst du nicht mehr dunkel fein. 4. Drum, Jesu, schöne Weihnachtssonne, Durchstrahle meiner Seel: Grund; Dein Licht sei meine Weihnachtswonne, Und mach' es meinem Herzen kund, Wie ich, des Weihnachtsglanzes voll, In deinem Lichte wandeln soll. Kaspar Fr. Nachtenhöfer. 18. bb C 1. 22 Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. = Je su, göttlich Ich seh' mich sanft mit Wun- der- kind, Das stil- lem Sinn Jm mir mein ganzes Herz entzünd't, Du wollst mich nicht verGeist zu deiner Krip- pe hin Und will dich recht beschmähen!} Laß dein' Äug- lein Mich anſe= hen. bli- cken, In mich drücken Dei ne Klarheit Und dein Kinder bild der Wahr- heit. 2. Du großer Schöpfer aller Ding' Liegst da so klein und so gering; O aller Demut Wunder! Du hälst verborgen deinen Schein; Du willst veracht't und niedrig ſein, Wie läßt du dich herunter! Jesu, Wie du Laß mich werden Noch auf Erden, Daß ich gerne Von dir wahre Demut lerne! 3. Du heilig holdes Kindelein! Ich müßt ein harter Felsen sein, Wenn ich dich nicht sollt lieben; Was an dir ist, ist liebenswert, Du bist es, den mein Herz begehrt; Es sei dir ganz verschrieben! Jesu, Nur du Bist's alleine, Den ich meine; 2aß auf Erden Auch dein liebes Kind mich werden! Gerhard Terstegen. 19. M - 23# 1. Her- bei, o ihr Gläubigen; fröhlich tri- umA bo= ren! D # phie- ret, D kom- met, o kom- met nach Beth= le보 hem! Se het das Kindlein, uns zum Heil ge= las- set uns an = be= ten, = D las- set uns an- be- ten, o las set uns anbe= ten den Kö nig! 2. Du König der Ehren, du Herrscher der Heerscharen, Du ruhst in der Krippe im Erdenthal, Gott, wahrer Gott, von Ewigkeit geboren.:: O laffet uns anbeten:,: den König. 3. Kommt, singet dem Herrn, o singt ihm Engelchöre; Frohlocket, frohlocket, ihr Seligen! Ehre sei Gott im Himmel und auf Erden:: O lasset uns anbeten:,: den König! 24- 4. O dir, liebster Jesu, der heut für uns geboren, Dir, Jesu, sei Ehr und dir sei Ruhm! Dir Fleisch gewordnes Wort des ew'gen Vaters!:: O laffet uns anbeten:: den König! 20. ſe= li= ge, 20 1. D du fröh- li zeit! bo Welt Italienische geistliche Volksweise. Te = AP Gna- den= ren: Freu e, = ging ver= lo che, D du brin- gende Weihnachts- ren; Christ ist gefreu- e dich, ol Christen heit! 2. O du fröhliche, o du selige, Gnadenbringende Weihnachtszeit! Christ ist erschienen, Uns zu verfühnen! Freue, freue dich, o Christenheit! 3. D du fröhliche, o du selige, Gnadenbringende Weihnachtszeit! Himmlische Heere Jauchzen dir Ehre; Freue, freue dich, o Christenheit! 21. E 1. 25- c) Neujahrslieder. Mel. Allein Gott in der Höh sei Ehr'. = Bis hie- her hat mich Gott ge- bracht Durch Bis hie- her hat er Tag und Nacht Be= sei- ne gro- ße Gü te; wahrt Herz und Gemü- te. J Bis hie- her hat er E mich ge- leit't', Bis hie- her hat er mich erfreut, Bis = hie- her mir ge= hol fen. 2. Hab Lob, hab Ehr, hab Preis und Dank Für die bisher'ge Treue, Die du, o Gott, mir lebenslang Bewiesen täglich neue; In mein Gedächtnis schreib ich Der Herr hat Groß's an mir gethan, Bis hieher mir geholfen. an: 3. Hilf ferner mir, mein treuster Hort; Hilf mir zu allen Stunden; Hilf mir an all und jedem Ort; Hilf mir durch Jesu Wunden; Damit ich sag bis in den Tod: Durch Christi Blut hilft mir mein Gott, Er hilft, wie er geholfen! Ämilie Juliane, Gräfin v. Schwarzburg- Rudolstadt, † 1706. 22. 4 1. - 26- Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 2- ber mal ein Jahr ver= flos = = Näher zu So ver ge = - sen Wie ein Pfeil wird ab ge- schof- sen, = der E= wig- keit! het meine Zeit: £ 1 Ze= ba= oth, Un ver än- der= li= Ach, was soll, was soll ich brin- gen Lang- mut Dank zu fin ( = gen. Univ.- Bibl. Ciessen ge= treu- er cher Gott! Dei- ner 2. Auf, mein Herz! gieb dich denn wieder Ganz dem Friedensfürsten dar; Opfre dem der Seele Lieder, Welcher krönet Tag und Jahr; Fang ein neues Leben an, Das dich endlich führen kann Mit Verlangen nach dem Sterben, da du wirst die Kron ererben! 3. Soll ich dann in diesen Hütten Mich ein Zeitlang plagen noch, So wirst du mich überschütten Mit Geduld; das weiß ich doch. Setze denn dein Herz auf mich, Jesu Christe; du und ich Wollen ewig treu verbleiben Und von neuem uns verschreiben. 6 27- 4. An dem Abend und am Morgen, O mein Rat, besuche mich! Laß der Heiden Nahrungssorgen Nimmer scheiden mich und dich; Prüf in jedem Augenblick Meine Nieren und mich schick, Schick mich, daß ich wachend stehe, Ehe denn ich schnell vergehe! Joachim Neander, † 1680. 23. &* Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. Ei 1. Der Herr hat uns so weit ge- bracht, Zu wa- chen ei= ne andre Nacht; Das alte Jahr, das läuft nun ab, Ein neu- es Jahr ist Got- tes Gab'. 2. Wir danken Gott und beten an, Für das, was er an uns gethan, Erbitten ferner Seine Huld, Vergebung aller unsrer Schuld. 3. In dieser feierlichen Stund' Bekennen wir mit Herz und Mund: Auf ewig Jesu treu zu sein; Die Kraft dazu wird er verleihn. 4. Des Bundes, den wir nun gemacht, Werd' immer liebevoll gedacht, Und das Gelübd', das wir gethan, Das steh' geschrieben droben an. 5. Herr Jesu, sieh', wir harren Dein; Wir möchten gern gesegnet sein; O gieße Deinen Geist jetzt aus Auf alle hier in diesem Haus! 6. Und wenn durch Deine weise Hand Getrennt wird unser Bruderband, So laß im Himmel insgemein Uns wieder ganz vereinigt sein! 24. gef 96 des 1. = = 28 d) Passionslieder. Mel. Herr und Ält'ster deiner Kreuzgemeine. - Marter Chri- sti, wer kann dein Un ser Her- ze wünscht sich un = ſen, Der in dir sein sen Stets noch mehr zum ver= ter= Wohlfein find't? Dank entzünd't? Un- fre See le soll sich daran näh- ren, Un- fre Ohren nie was Liebres hö- ren; Al- le Ta- ge kommt er mir Schö- ner in dem Bilde für. 2. Tausend Dank, du unser treues Herze! Leib und Geist bet't drüber an, Daß du unter Martern, Angst und Schmerze Hast genug für uns gethan! Laß dich jedes um so heißer lieben, Als es noch im Glauben sich muß üben, Bis es einst als deine Braut Dich von Angesichte schaut! 3. Meine kranke und bedürft'ge Seele Eilet deinen Wunden zu. Da, da findet sie die sichre Höhle, Wo ihr fließen Fried' und Ruh. Auf dein Kreuz laß, Herr, mich gläubig sehen; Laß dein Marterbild stets vor mir stehen, So geht mir bis in mein Grab Nichts von deinem Frieden ab. 4. Die wir uns allhier beisammen finden Schlagen unsre Hände ein, Uns auf deine Marter zu verbinden, Dir auf ewig treu zu sein; Und zum Zeichen, daß dies Lobgetöne Deinem Herzen angenehm und schöne, Sage Amen und zugleich: Friede, Friede sei mit euch! Christ. Renatus von Zinzendorf, † 1752. 25. * 4 29 1. O Mel. Nun ruhen alle Wälder. Welt! sieh hier dein Le ben Am = Stamm des Kreuzes schweben; Dein Heil sinkt in den Tod; Der große Fürst der Ehren Läßt wil- lig sich beschwe- ren Mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Wer ist's, der dich geschlagen, Mein Heil, und dich mit Plagen So zugerichtet hat? Du bist ja nicht ein Sünder, Wie wir und unsre Kinder, Und weißt von keiner Missethat. 3. Ich, ich und meine Sünden, Die sich wie Körnlein finden Des Sandes an dem Meer, Die haben dir erreget Das Elend, das dich schläget Und deiner Martern ganzes Heer. 4. Ich bin, mein Heil, verbunden All' Augenblick und Stunden Dir überhoch und sehr; Was Leib und Seel' vermögen, Das soll ich billig legen Allzeit zu deinem Dienst und Ehr. Paul Gerhardt. 26. 把 1. D 30 Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. II Haupt, voll Blut und Wun- den, Voll Haupt, zum Spott ge bun- den Mit Schmerz und voller Hohn! einer Dor- nen- kron! S = D Haupt, sonst schön gezie - ret Mit höchster Ehr und Zier, Jetzt a= ber höchst schim- pfie- ret: Ge- grüßet seist du mir! 2. Du edles Angesichte, Davor sonst schrickt und scheut Das große Weltgewichte, Wie bist du so bespeit! Wie bist du so erbleichet! Wer hat dein Augenlicht, Dem sonst kein Licht mehr gleichet, So schändlich zugericht't? 3. Nun, was du, Herr, erduldet, Ist alles meine Last; Ich hab es selbst verschuldet, Was du getragen hast. Schau her, hier steh ich Armer, Der Zorn verdienet hat; Gieb mir, o mein Erbarmer, Den Anblick deiner Gnad'! 4. Ich danke dir von Herzen, O Jesu liebster Freund, Für deine Todesschmerzen, Da du's so gut gemeint. Ach! gieb, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, Und wenn ich einst erkalte, In dir mein Ende sei. 5. Wann ich einmal soll scheiden, So scheide nicht von mir; Wann ich den Tod soll leiden, So tritt du dann herfür. Wenn mir am allerbängsten Wird um das Herze sein, So reiß mich aus den Ängsten Kraft deiner Angst und Pein! 31- 6. Erscheine mir zum Schilde, Zum Trost in meinem Tod, Und laß mich sehn dein Bilde In deiner Kreuzesnot! Da will ich nach dir blicken; Da will ich glaubensvoll Dich fest an mein Herz drücken; Wer so stirbt, der stirbt wohl! Paul Gerhardt, † 1676. 27. 1. e) Osterlieder. Mel. Mein Fels hat überwunden. Mein Fels hat über= wun- den Der Der Drache liegt ge= bunden, Die Sünde kann nicht mehr} Mich durchs Gesetz ver- dammen; Denn al= le Je sus = Zor- nes- flam = = men aus gelöscht. 2. Auf denn, mein Herz, und bringe Dem Heiland Dank davor; Vertreib die Furcht und schwinge Im Glauben dich empor; Wirf des Gewissens Nagen, Dein Sorgen und dein Zagen In Christi leeres Grab! 3. Ist Jesus auferstanden, So bist du ja den Banden Kein Fluch ist übrig blieben; ben, Daß alles sei bezahlt. Hat Mit Herrlichkeit geschmückt, Des Todes mit entrückt: Die Quittung ist geschrie 32- 4. Wohlan denn, Fürst des Lebens, Jch bring dir, was ich hab! Ich matte mich vergebens Bei meinen Wunden ab; Ich kann sie nicht verbinden; Soll ich Genesung finden, Du mußt sie rühren an. Hast du den Tod verschlungen, Verschling ihn auch in mir; Wo du bist durchgedrungen, Da laß mich folgen dir; Erfülle mein Verlangen Und laß den Kopf der Schlangen In mir zertreten sein! 6. Leb in mir als Prophete Und leit mich in dein Licht, Als Priester mich vertrete, Mein Thun und Lassen richt', Um deinen ganzen Willen Als König zu erfüllen. Leb, Christe, leb in mir! Fr. Adolf Lampe † 1729. 28. fe 1. Mel. Allein Gott in der Höh sei Ehr. D Was Tod, wo ist dein Sta- chel nun? Wo kann fort- hin der Feind uns thun Wie ist dein Sieg, = grauſam er sich ſtelle?} Gott sei ge- lobt in höchsten Ewigkeit, Der uns nach lan- gem schwerem Streit Den Ĵ ben! Sieg ge= ge 33- 2. Denn aus des Grabes dunklem Thor Und aus des Todes Banden Geht Christus lebend nun hervor; Der Herr ist auferstanden! Nichts hält in seinem Siegeslauf Den großen Lebensfürsten auf! Der Held hat überwunden. - 3. Es war getötet Jesus Christ, Und sieh, er lebet wieder! Weil nun das Haupt erstanden ist, Erstehen auch die Glieder. So jemand Christi Worten gläubt, Im Tod und Grabe der nicht bleibt; Er lebt, obgleich er stirbet. 4. Dies ist die rechte Seligkeit, Der wir teilhaftig werden: Heil, Frieden und Gerechtigkeit Im Himmel und auf Erden. Hier warten stille wir hinfort, Bis unser Leib wird ähnlich dort Christi verklärtem Leibe. Nach Dr. Justus Gesenius. 29. Mel. Vom Himmel hoch, da komm ich her. € 1. Triumph! Triumph! es kommt mit Pracht Der Sie- ges- fürst heut aus der Schlacht! Wer seines Rei- ches Unster- than, Schau heu te sein Tri- umph- fest an. = 2. Vor Freuden Thal und Wald erklingt; Die Erde schöne Blumen bringt; Jhr zarter Schmuck zu dieser Frist Zeugt, daß ihr Schöpfer Sieger ist. 3 - 34 3. Die Sonne sich auf's schönste schmückt Und wieder durch das Blaue blickt, Die vor im schwarzen Trauerkleid Beschaut den Blut- und Todesstreit. 4. Das stille Lamm jetzt nicht mehr schweigt, Sich mutig wie ein Löwe zeigt; Kein harter Fels ihn hält und zwingt, Grab, Riegel, Siegel vor ihm springt. 5. Der andre Adam heut erwacht Nach seiner schweren Todesnacht; Aus seiner Seite er erbaut Die Christenheit, sein teure[ Braut. 6. Nun ist die Heiligkeit erkämpft, Der Sünde Pest und Gift gedämpft; Der schweren Handschrift Fluch und Bann Hebt auf der große Gottesmann. 7. Herr Jesu, wahrer Siegesfürst! Wir glauben, daß du schenken wirst Den Frieden uns, den du gebracht Mit aus dem Grab und aus der Schlacht. Johann Rist. 30. e 1. 35 f) Himmelfahrtslieder. Mel. Aus meines Herzens Grunde. Der Herr fährt auf gen Him Aus nie- derm Welt- ge tüm= = = mel Zu melschwingt ſei- nes Vaters Thron!} 2ov- singt, lob- sin- get sich der Men- schen = Gott! Lob- singt ihr Na- ti = o nen Dem Herrscher 3 nen, Dem Her- ren Ze ba= oth! al= ler Thro 2. Der Herr wird aufgenommen In königlicher Pracht; Des freu'n sich alle Frommen; Er hat sie frei gemacht. Der Himmel neigt sich ihm; Der Seraphinen Chöre Lobsingen seiner Ehre und alle Cherubim. 3. Wir wissen nun vom Siege, Der unser Haupt erhöht; Wir wissen zur Genüge, Wie man zum Himmel geht. Der Heiland geht voran, Will uns zurück nicht lassen; Er zeiget uns die Straßen; Er bricht uns sichre Bahn. 4. Wir sollen himmlisch werden; Der Herr bestellt den Ort; Wir gehen von der Erden Getrost zum Himmel fort. Ihr Herzen macht euch auf! Wo Jesus hingegangen, Dahin sei das Verlangen, Dahin geht euer Gottfried Wilhelm Sacer Lauf! 3* 31. Gott zu fen C J 1. Jesus Christus herrscht als Kö- nig, Al- les ist ihm un- ter= thä- nig, Fuß. 36 = nen, Eigene Melodie. nen= nen, - Al= le Je= sus fei Dem man Al- les legt ihm Zun- ge soll beder Herr zu Ch= re ge= ben # muß, Dem man Eh- re ge= ben muß. 2. Fürstentümer und Gewalten, Machten, die die Thronwacht halten, Geben ihm die Herrlichkeit: Alle Herrschaft dort im Himmel, Hier im irdischen Getümmel, Ist zu seinem Dienst bereit. 3. Jauchzt ihm, Menge heilger Knechte; Rühmt, vollendete Gerechte Und du Schar, die Palmen trägt, Und du Blutvolk in der Krone, Und du Chor vor seinem Throne, Der die Gottesharfen schlägt. 4. Ich auch auf der tiefsten Stufen, Ich will glauben, reden, rufen, Ob ich schon noch Pilgrim bin: Jesus Christus herrscht als König, Alles sei ihm untethänig! Ehret, lobet, liebet ihn! Phil. Frd. Hiller, † 1769. 32. ffc. 1. 37- g) Pfingstlieder. Mel. O du Liebe meiner Liebe. Daß es auf der ar- men Er- de, Un- ter dei ner Wieder einmal Pfingsten werde, Herr, das ma- che Christenschar 1 gnä- dig wahr! In den kalten Fa- che neu der Liebe Flammen Herzen an; Füge, was entzweit, zu- sam- men, Daß man Eintracht se hen kann! = 2. Mache alle kranken Glieder Rüstig, kräftig und gesund; Laß die erste Liebe wieder Einen unsern Christenbund, Daß bald wieder nur der Eine, Große, heil'ge Gottesgeist Sichtbar sei in der Gemeine, Welche Christi Kirche heißt. 3. Rüste deines Geistes Streiter Mit des Geistes Waffen aus; Zieh' der Kirche Grenzen weiter, Und erfülle Herz und Haus! Mach' in jeder Seele Pfingsten Nach dem Ostermorgenrot, Daß auch keines der Geringsten Bleibe noch in Sünden tot! 4. Also laß des Geistes Wehen In der ganzen Christenheit, Jesu, heute neu erstehen! Gieb uns Glaubensfreudigkeit, Daß in jeder Christgemeine, Nah und fern zu Berg und Thal, Deines Geistes Macht erscheine,- Pfingsten werde überall! Leonhard Meißer. Univ.- Bibl. Giessen 33. be 1. son= ne! Won- ne! le= ben - - 38 Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. laß uns deine Woh- nung sein; O komm, du Her- zensuns und in uns kräf- tig sein Zu ste ter Freud und = FAE Daß - = heil ger Geist, kehr bei uns ein Und Du Him- melslicht, laß dei- nen Schein Bei In # uns er= ge= ben Und mit wir dir recht zu beten Oft des halben vor dich tre= ten. 2. Gieb Kraft und Nachdruck deinem Wort, Laß es wie Feuer immerfort In unsern Herzen brennen, Daß wir den Vater und den Sohn, Dich, beider Geist, in einem Thron, Als wahren Gott bekennen! Bleibe, Treibe Und behüte das Gemüte, daß wir glauben Und im Glauben standhaft bleiben! 3. Steh uns stets bei mit deinem Rat Und führ' uns selbst den rechten Pfad, Die wir den Weg nicht wissen. Gieb uns Beständigkeit, daß wir Getreu dir bleiben für und für, Wenn wir hier leiden müssen. Schaue, Baue Was zerrissen und geflissen, dich zu schauen Und auf deinen Trost zu bauen! 34. 39 4. Gieb, daß in reiner Heiligkeit Wir führen unsre Lebenszeit; Sei unsers Geistes Stärke, Daß uns hinfort sei wohlbewußt Die Eitelkeit, des Fleisches Lust Und seine toten Werke. Rühre, Führe Unser Sinnen und Beginnen von der Erden, Daß wir Himmelserben werden! M. Schirmer, † 1673. 1. - Mel. Gott des Himmels und der Erden. Komm, o komm, du Deine Kraft sei Geist des Le nicht verge T Wahrer Gott von E- wig- keit! Sie er= füll' uns je- der- zeit! = = bens, bens; 1² So wird Leben, Licht und Schein In dem dunk- len Her- zen sein. 2. Gieb in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rat, Verstand und Zucht, Daß wir anders nichts beginnen, Als nur, was dein Wille sucht. Dein Erkenntnis werde groß, Und mach' uns vom Irrtum los! 3. Reiz' uns, daß wir zu ihm treten Frei mit aller Freudigkeit; Seufze in uns, wenn wir beten, Und vertritt uns allezeit! So wird unsre Bitt' erhört Und die Zuversicht vermehrt. 4. Wann wir endlich sollen sterben, So versichre uns je mehr, Als des Himmelreiches Erben, Jener Herrlichkeit und Ehr', Die Gott giebt durch Jesum Christ, Und die unaussprechlich ist. Heinrich Held. 35. 1. 40 III. Gemeinschafts- und Bundeslieder. Die Und eig ster- ben in sie nicht unter= gehn. J - : nen Eigene Melodie. Sach ist dein, Herr weil es dei- ne der - forn, be- vor Es fruchtbar sproßt zum Licht em- por, Muß E = Je su Chrift, Die Sache ist, kann Al- lein das Wei- zenEr de Schoß zu= vor vom We sen los. Durch Ster ben eig= nen We sert = los, vom los. 2. Du gingst, o Jesu, unser Haupt, Durch Leiden himmelan Und führest jeden, der da glaubt, Mit dir die gleiche Bahn. Wohlan, so nimm uns allzugleich Zum Teil am Leiden und am Reich; Führ uns durch deines Todes Thor Samt deiner Sach zum Licht empor, Zum Licht empor, durch Nacht zum Licht empor. S. Preiswert. = 36. e 1. - Eigene Melodie. Treu er Un= fre 41- In der An- dacht Stil- le; Len ke sanft dein Wille; heller Schein Strahl in Uns mit Licht er Hei- land, Sin- ne = fül wir sind hier und Be- gier unt= ser Herz hinein, = Dei- nes Wor- tes le. 2. Kehr, o Jesu, bei uns ein; Komm in unsre Mitte; Wollest unser Lehrer sein; Hör der Sehnsucht Bitte: Deines Wortes stille Kraft, Sie, die neue Menschen schafft, Bilde Herz und Sitte! 3. Von dir lernen möchten wir Deiner Sanftmut Milde; Möchten ähnlich werden dir, Deinem Demutsbilde, Deiner stillen Thätigkeit, Deiner armen Niedrigkeit, Deines Wohlthuns Milde. 4. Zeige deines Wortes Kraft An uns armen Wesen; Zeige, wie es neu uns schafft, Kranke macht geneſen. Jesu, dein allmächtig Wort Fahr in uns zu wirken fort, Bis wir ganz geneſen. 5. D wie selig ist es, dir Kindlich zu vertrauen! Unerschüttert können wir Auf dich Felsen bauen. Herr! wir glauben in der Zeit, Bis die sel'ge Ewigkeit Uns erhebt zum Schauen. Chr. H. Zeller. 37. 6 8 1. In 42 Eigene Melodie. dem, der un sers Königs = Namen Betreten wir die Bahn; Ihr, ihr von sei= nem Sa- men, O schließt euch freu- dig an! Wir zieh'n zum #* N ♫ Frie- dens- lan- de, Ein Leib, ein Herz, ein Geist. Wohl al= le Ban- de Voll Hel- den mut zer= reißt, Voll Hel- den mut zer= reißt. 2. Der Weg ist schmal, doch eben Und führt zur Seligkeit, Die Straße dort daneben Ist zwar bequem und breit; Doch wer sie geht, muß sterben! An ihrem Ende droht Ein ewiges Verderben, Fluch, Zorn und Qual und Tod. Dem HimmelsUnd tragen seine 3. Drum wandeln wir entschlossen führer nach Und dulden unverdrossen Schmach Und fleh'n im finstern Thale: O Jesu, steh' uns bei Und mach im Hochzeitssaale Bald alles, alles neu. 4. Seht, wie die Krone schimmert, Die unser Haupt einst schmückt! Und wird der Leib zertrümmert, Der Weltenbau zerstückt, Erlöschen Sonn und Sterne: Kein 43- Pilger werde matt! Dort glänzt uns schon von ferne Des großen Königs Stadt! 5. Hinan, hinan, ihr Frommen! Es kostet Schweiß und Blut! Hinan, hinangeklommen Wit wahrem Heldenmut! Bald hebt uns unser Sehnen Hoch über Tod und Grab; Bald trocknet unsre Thränen Die Hand der Liebe ab. 38. 1. Brü- der, seht die Bundes- fahne In den Eigene Melodie. Lüf- ten weh'n! Neu- be- lebt sollt ihr die Rech- te Got- tes fie- gen seh'n. ,, Gott mit uns," sei un- sre Losung! Vorwärts Glo- ri Le bens fro= ne! = a! " 1 Ah! uns winkt die Mut, Hal- le- lu ja! 2. Seht des Satans mächt'ge Heere Wüten in dem Streit! Manche seh'n wir um uns fallen; Drum seid kampfbereit! 组 = 3. Blickt auf Jesu Kreuzesbanner; Hört auf sein Signal, Daß ihr bald in seinem Namen Sieget überall. 4. Seid getreu!" ruft unser Jesus; Denn„ Ich komme bald!" ,, Nimm uns, Herr, dir ganz zu eigen, Sage jung und alt. 39. 3 4 1. Brü- der, reicht die Hand zum Bun- de; ist, ent fliehen; - # Die se schöne Freundschaftsstun- de nie- en は hin zu lich- tern Höhn! Laßt, was ir = 44- Eigene Melodie. Dau- ern Dau- ern Führ uns e= wig fest = O disch Un srer Freundschaft Harmo= und schön, e= wig feſt und schön. 2. Preis und Dank dem Weltenmeister, Der die Herzen, der die Geister Für ein ewig Wirken schuf! Licht und Recht und Tugend schaffen Durch der Wahrheit heilge Waffen,:,: Sei uns göttlicher Beruf.:,: 3. Jhr, auf diesem Stern die besten Menschen, all in Ost und Westen Wie im Süden und im Nord: Wahrheit suchen, Tugend üben, Gott und Menschen Herzlich lieben,:,: Das sei unser Losungswort.:;: Fr. v. Schiller, † 1805. 40. 1. 3 8 - Drum hab ichs Schlesisches Volkslied. be= ste Freund ist in dem Denn bei dem falschen Welt= ge= Der 45 Him- mel; Auf Er den sind die Freunde rar; tüm- mel Ist Red lichkeit oft in Gefahr. = = im- mer so 21 ge meint: Mein = A be- ſte Je sus iſt der Freund. 2. Die Welt ist gleich dem Rohr im Winde; Mein Jesus stehet felsenfest; Wenn ich mich gar verlassen finde, Mich seine Freundschaft doch nicht läßt; Er ists allein, ders treulich meint, Mein Jesus ist der beste Freund. 3. Er läßt sich selber für mich töten, Vergießt für mich sein eigen Blut; Er steht mir bei in allen Nöten; Er sagt für meine Schulden gut. Er hat mir niemals was verneint: Mein Jesus ist der beste Freund. 4. Mein Freund, der mir sein Herze giebet, Mein Freund, der mein ist und ich sein, Mein Freund, der mich beständig liebet, Mein Freund bis in das Grab hinein. Ach, hab' ich's nun nicht recht gemeint? Mein Jesus ist der beste Freund! 5. Behalte, Welt, dir deine Freunde; Sie sind doch gar zu wandelbar. Und hätt ich hunderttausend Feinde, So krümmen sie mir nicht ein Haar. Hier nimmer Freund und nimmer Feind; Mein Jesus ist der beste Freund. B. Smolt, † 1737. 41. fe. с 1. - 46- Mel. O du Liebe meiner Liebe. Herz und Herz vereint zusammen Sucht in Got- tes Las set eu- re Lie- besflammen Lo- dern auf den = Her- zen Ruh; Er ist's Haupt, wir sei ne Hei- land zu! f = Er das Licht und Glie- der; wir der Schein; Er der Mei- ster wir die Brü- der; Er ist unser, wir sind sein. 2. Kommt, ach kommt ihr Gnadenkinder, Und erneuert euren Bund; Schwöret unserm Überwinder Lieb und Treu aus Herzensgrund; Und wenn eurer Liebeskette Festigkeit und Stärke fehlt, D, so flehet um die Wette, Bis sie Jesus wieder stählt. 3. Tragt es unter euch, ihr Glieder, Auf so treues Lieben an, Daß ein jeder für die Brüder Auch das Leben lassen kann. So hat uns der Freund geliebet, So zerfloß er dort im Blut; Denkt doch, wie es ihn betrübet, Wenn ihr euch selbst Eintrag thut. 4. Liebe, hast du es geboten, Daß man Liebe üben soll: O, so mache doch die toten, Trägen Geister lebensvoll; Zünde an die Liebesflamme, Daß ein jeder sehen kann: Wir, als die von einem Stamme, Stehen auch für einen Mann. 47- 42. - 5. Laß uns so vereinigt werden, Wie du mit dem Vater bist, Bis schon hier auf dieser Erden Kein getrenntes Glied mehr ist, Und allein von deinem Brennen Nehme unser Licht den Schein: Also wird die Welt erkennen, Daß wir deine Jünger sein. N. L. v. Zinzendorf, † 1790. Alte Choral Melodie. E 1. Sei an= ge= be= tet, fei ge= prie- sen, Der du dein Licht uns leuch- ten läßt! Du hast uns deinen Weg ge- wie- sen; Lehr ihn uns wandeln 19 treu und feſt, Und führ uns selbst die heh= re Bahn Zur ew- gen Got- tes= stadt hin an! 2. Verleih uns deines Geistes Weihe, Herr, heilge uns im Herzensgrund! Vereinet sind wir heut auf's neue; D segne, segne unsern Bund! Zieh uns zu dir und sprich zugleich, Dein Friede, Friede sei mit euch!" Fr. A. Krummacher, † 1845. 43. 6 1 nier; 48 Eigene Melodie. — 1. Wir rei- chen uns zum Bun- de Die treu- e Bruder- hand; Es ruht auf Fel un fres Bun- des = grunde Die Liebe, die uns band. Ein = Wort hat uns ver- bun den; Wir tragen ein Pa= Das Wort von Je- su senWun- den Ist Zier. Auf falschen Pfaden 2. Und ob auch alle weichen, gehn, Uns eint ein Bundeszeichen, Das kann kein Sturm verwehn. Das Zeichen, das wir tragen, Das ist ein Kreuz im Schild; Das Ziel, dem wir nachjagen, Ist unsers Jesu Bild. 3. Wir wissen' was wir glauben, und ist's der Welt ein Spott, Wer will ihn uns denn rauben, Den treuen Bundesgott? Und geht's zu hartem Streite Er, er ist Schild und Wehr! Sein Name wird noch heute Im Kampfe herrlicher. - 49 4. Mag man auch Dornen flechten, Mit frechem Hohn uns nahn, Der Mann zu Gottes Rechten Kampf voran. Wie immer man uns nenne, Brüder, Christi Schmach, Daß auch die Welt erkenne: Wir folgen Jesu nach. Geht uns im Tragt, 5. Die Lügenmasten fallen; Die Kampfesstunde schlägt; Laut muß es jetzt erschallen, Was unsre Brust bewegt. Durchglüht von Jesu Lieben, Der uns zuerst geliebt, Laßt uns den Glauben üben, In dem er uns geübt. 44. 6. So sei der Bund beschworen, Zeit; Als Wahlſpruch ſei erkoren: keit! Und mag die Welt zersplittern, Uns bleibt das Erneut in schwerer Ihm treu in EwigSchiboleth: Der Glaube darf nicht zittern, So lang das Kreuz noch steht. W. Hermann, † 1856. Mel. Christus der ist mein Leben. be 1. Mit war- mem Bru- der= her innig uns ge= grüßt In je 티 zen Seid = nem Mann der Schmerzen, Der un= ser Hel- fer ift. 2. In Jesu hat man Leben, In Jesu Seligkeit. Nur wer sich ihm ergeben, Kennt ewiglich kein Leid. 3. Reicht her die treuen Hände; Wir bleiben eng vereint Bis hin an unser Ende Bei unserm Seelenfreund. 4. Wo Seelen sich verbunden Auf sein vergofsnes Blut, Da giebt es sel'ge Stunden, Da ist es fein und gut. 5. O Jesu, Jesu, segne Du unsern Bruderbund; Mit Gnaden uns begegne Bis zu der letzten Stund. 4 45. & C 1. Wer Der - 50 - - Volksweise. will ein Streiter stel- le sich zur Chri- sti sein Und Werbung ein, Wie J nicht ein Wi- der= chriſt,} Die Kreu- zes- fah- ne es ge bo ten weht; Wohl dem, der zu ihr steht! Po- sau- nen schal- len t weit und breit: Frisch auf, frisch auf zum Streit! 2. Wer sich zu diesem König hält, Bekommt ein EhrenKleid; Das schmücket ihn vor aller Welt Mit der Gerechtigkeit; Zum Handgeld und zum Sold Mit Kreuz geprägtes Gold, Zur Nahrung Brot und Wassers satt, Geduld zur Lagerstatt. 3. Und dafür wird man täglich fein In Waffen ererziert, Bald truppenweis, bald ganz allein, Bald links, bald rechts geführt. Man ziehet auf die Wacht, Giebt auf die Ordre acht, Und also kommt man allgemach Den Kampfgeübten nach. 4. Und kommt es endlich dann zur Schlacht Mit manchem Feindesheer, Wo's haut und sticht und brennt und kracht, Da braucht man gute Wehr: Den Glaubensschild, der schützt, Den Helm des Heils, der blitt, Das Wort, das als ein scharfes Schwert Durch Mark und Seele fährt. 51- 5. Die Kriegsmanier ist mancherlei, Die Wahlstatt hin und her; Des einen Kampf ist bald vorbei; Der andre leidet mehr. Wird auch ein Streiter wund, So macht ihn Gott gesund Und schenkt ihm wieder neue Kraft Zit seiner Ritterschaft. 6. Ist nun der Widerpart gedämpft, So Ifolgt der Gnadenlohn: Ein jeder, welcher recht gekämpft, Kriegt eine Siegeskron', Ein schönes Königreich, Da er, den Engeln gleich, Mit Macht und Herrlichkeit geziert, Auf ewig triumphiert. 7. Wer aber schlecht, ja gar nicht sicht Und andre stecken läßt, Wer sich in fremde Händel flicht und seinen Mitknecht preßt, Wer Eid und Pflicht vergißt widerspenstig ist: Den trifft als einen bösen Knecht scharfes Kriegesrecht. Und Ein 8. So kommet denn und bücket euch Vor Jesu Christi Thron! Ihr Streiter, kommet allzugleich, Schart euch um Gottes Sohn! Hebt euer Aug' empor! Er geht euch allen vor. Drum seid getrost und folget nur Auf eures Feldherrn Spur. 9. Wohlan, mein Herzog und mein Fürst, Bei dir meld' ich mich an; Ich weiß, daß du mir zeigen wirst, Was deine Stärke kann. Gieb mir, was dein Soldat Zum Kampfe nötig hat: Gieb Kraft und Mut in Not und Tod Aus dir, Herr Zebaoth! 10. Zeuch mit uns durch dies Feindesland; Ich kann nichts ohne dich! Regiere du Herz, Mund und Hand, So krieg ich ritterlich. Bei dir ist Sieg, bei dir! 30g, steh bei' mir! So sing' ich denn Viktoria, Halleluja! O HerAmen, Hier. d'Annone 4* 46. 52 E 1. Wie lieb- lich ist's hie- nie- den, Wenn Brüder traut bei= Volksweise. treu ge sinnt In Ein- tracht und in 7 sam- men sind, H Frieden Vertraut bei sam- men In 1. Nun hier zu ? = sind. 2. Wie Tau vom Himmel nieder Auf Gottes Berge fließt,:,: Also auch auf die Brüder Der Segen sich ergießt.:,: Eintracht und in I 3. Und einstens wird erneuert Durch sie die heilge Stadt.;: Was Knecht ist, wird befreiet Und rein, was Flecken hat.:,: sa Frie- den Ver4. Und alles Volk der Erde Geht nun zum Lichte ein,:,: Dann wird nur eine Herde Und nur ein Hirte ſein! Wezel. 47. Mel. Nun ruhen alle Wälder. = ge A= men; Verklä= re dei- nen Na- men In einer je- den Seel; Ver= schließe uns aufs be= ste In= dei= ne Wunden feste, Ge kreu- zig ter Im = 48. 6 t 1. Um- gür = Die zu Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. = te 53 = des = ten In ihrem Amt, Beruf und ten Dein gna- den voller Ruf ge = ma= nu= el! Als Bundes Gott steh' ih du, 0 Herr mit KräfOrdner amts Ge- schäf= = = Stand, sandt; nen bei, Daß uns ihr Thun ge seg- net sei! 2. Laß auf ihr leiten, ordnen, bauen Des Geistes Kraft von oben her Zum fröhlichsten Gedeihen tauen; Vermehr dein Reich je mehr und mehr Mög unser schwaches Werk ein Stein Am hehren Zions- Tempel sein! 3. D Herr! wir trauen deiner Liebe, Die bis hieher mit Rat und That In der Erbarmung freiem Triebe Uns gut und treu geführet hat; Du wirst auch ferner bei uns stehn, Uns heben, tragen und erhöhn. 49. be I 1. Bit- te; Mit- te! Lie= der - Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. 54 Hier stehen wir von Je su, sel'- ge = e 2. einem Geist, vor einem Herrn Ver- eint zu Dank und kreu- zigt einst und nun er höht, Tritt ein in un- fre = € Stimm an, e nah und fern In Ma jestät, GeDie wir wie= der Nimm an Un- fre Vor dich bringen, Dei=- ner Lie= be Thun zu fin- gen. 2. Was ein verborgnes Senfkorn war, Das breitest du von Jahr zu Jahr Nun aus mit mächtgen Zweigen; zu tausenden erwächst dein Bund Und öffnet Herz und Hand und Mund, Für Gottes Heil zu zeugen, Deinen Reinen Lebenssamen, Deinen Namen Durch die Weiten Aller Länder auszubreiten. 3. Dein ist die Welt; dein sind auch wir, Und alle Völker werden dir Einst noch zu Füßen fallen; Du weckst sie aus der Todesruh Und führst schon Erstlinge herzu Zu Salems heilgen Hallen, Spendest, Sendest Licht und Segen Allerwegen Deinen Freunden, Herrschest unter deinen Feinden. 50. e 1. - 55- Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. = = Herr, du haft uns reich ge seg net Und Ja, du führ- test uns = zu- sam- men Und bist so freundlich uns be= geg = net, Daß wir dein haft der Bru- der lie- be Flammen mit dei- nem = = Na- he- sein ge- spürt;} Drum wal- let un- ſer ge- schürt; D dem an= Herz In Sehnsucht himmel wärts, Dir zu = dan ken; Denn du bist's wert, Daß man dich ehrt Und sich in dei nem Dienst ver= zehrt. 2. Doch, da wir nun wieder scheiden, Nachdem du uns getränkt mit Freuden Und auch gestärkt den schwachen Mut, Bitten wir dich noch zum Ende, Daß deine heil'gen Jesushände Besprengen uns mit deinem Blut, Und daß du fort und fort Wollst bleiben unser Hort, Unsre Liebe, Bis du uns einst, Wenn du erscheinst, In Ewigkeit um dich vereinst! Moritz Gördes 51. be 1. schen- ket. den- ket. = Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. un serm Gott mit fro- hem Schall, Der die- ses Fest uns manches Fest er ihnen giebt, Des je- der heut ge56 = Her bei, herbei ihr Brü- der all! Singt So sorgsam er die Sei- nen liebt, So Wil sin gen, Dank zu = - lig, le. Herr, dir un- ser = Bil bringen = lig Ihm zu Sind wir alLob ge fal= le! = 2. Verschmähe unsre Bitte nicht! Laß leuchten uns dein Angesicht, Daß wir vor dir uns freuen! Die Freuden, die die Welt uns beut, Die Rosen, die die Welt uns streut, Verwelken und gereuen. Deine reine Geistesweihe, Herr verleihe Dieser Feier, Du, der wahre Festeweiher! C. Pöls. 52. El 1. t - 57- Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Zieht in Frie- den Wenn euch Je= su eu= re Pfa- de! Mit Hän de schir- men, Geht's euch des großen Got- tes Gnade Und sei- ner unter Son- nen- schein und Stürmen Getrost und म heil- gen Engel Wacht!} Lebt wohl, lebt wohl im froh bei Tag und Nacht. Herrn! Er ſei euch nim- mer fern Spät und frühe. Ver geßt uns nicht In : ſei- nem Licht, Und wenn ihr sucht sein An= ge= sicht. Gustav Knak. 53. Eigene Melodie. e 1. Lebt wohl! wir sehn uns uns zur Hei- mat gehn, Jhr Freunde und ihr Brü- der, Lebt wohl auf Wie- der- 58 54. wohl auf Wieder sehn, Lebt wohl auf Wiedersehn! = e 2. Lebt wohl! wir müssen scheiden, Ihr Thäler und ihr Höhn Mit euren trauten Freuden;:: Wir werden schönre sehn!:: 3. Lebt wohl! Im Herrn verbunden, Den Heimatweg zu gehn; Jhr, die ihr ihn gefunden,:: Lebt wohl auf Wiedersehn!:,: CH. H. Zeller. wie- der; Laßt Apostolischer Segen. Die Gna- de sti und die Lie- be ſehn, Lebt Got= tes un- fers Herrn Je- su Chriund die Ge mit uns al len, = mein- schaft des heil- gen Gei 55, be 1. So Bis ge füh- re mich wig- lich! e= = - 59 # 2 Eigene Melodie. nimm denn mei- ne an mein se lig mit uns al= len! A= hen, Nicht ei = = = stes ſei Ich kann al- lein nicht Hän- de Und En de Und men. nen Schritt. 1009 Wo du wirst gehn und stehen, Da nimm mich mit. 2. In deine Gnade hülle Mein schwaches Herz Und mach es endlich stille In Freud und Schmerz; Laß ruhn zu deinen Füßen Dein schwaches Kind; Es will die Augen schließen Und glauben blind. 3. Wenn ich auch gar nichts fühle Von deiner Macht, Du bringst mich doch zum Ziele, Auch durch die Nacht. So nimm denn meine Hände Und führe mich Bis an mein selig Ende Und ewiglich! 56. 圈 t 1. - 60- Mel. Valet will ich dir geben. na= he und von uns ge- grüßt im Ihr Freunde und Se Seid froh von uns um - fern, 1 Herrn!} Er- = = nos sen Von schlos- sen; Seid fah- ret heu- te reichlich, wie er so mild und gut, Wie er so un- vergleich- lich Sich zu den Seinen thut. 2. Es ruft zu ihren Festen Die Welt so laut herbei, Und ists am allerbesten, Jsts Lüg und Täuscherei. Uns laden andre Stimmen zu andern Festen ein: Wo Gnadenfunken glimmen; Wie gut ists da zu sein! 3. D, das sind sel'ge Stunden, Wo der Gemeinschaft Glück, Die sich im Herrn gefunden, Aus jedem strahlt zurück! Und wo für eine Sache Des Einen alle glühn: Erwache, Glut, erwache, Daß rings die Funken sprühn! C. Pöls. 57. 6 be 1. Har- re, mei- ne See- le, har= re des Herrn! Alles ihm be- feh le, hilft er doch so = - 61- - IV. Christliches Leben. Eigene Melodic. gern! tagt, nach! # Sei un ver= zagt; bald der Mor- gen Und ein neuer Früh- ling folgt dem Winter In allen Stürmen, in al- ler Not Gott. Wird er dich beschir- men, der treu- e 2. Harre, meine Seele, harre des Herrn! Alles ihm befehle; hilft er doch so gern! Wenn alles bricht, Gott verläßt uns nicht; Größer als der Helfer ist die Not ja nicht: Ewige Treue, Retter in Not, Rett auch unsre Seele, du treuer Gott! 58. 1. 3 4 Der uns zur Und zur SH Se- lig Steil und dor Se- lig ist, - Mel. Großer Gott, wir loben dich. = - 62- wer = nig iſt wer ihn Vol= len= re Je = = den Lauf voll- bringt Und nicht ffs kraft los nie der- sinkt. 2. Überschwenglich ist der Lohn Der bis in den Tod Getreuen, Die, der Lust der Welt entflohn, Ihrem Heiland ganz sich weihen. Derer Hoffnung unverrückt Nach der Siegeskrone blickt. dung su der Pfad, be- trat lei- tet; streistet; 3. Den am Kreuz wir bluten sahn, Der hat uns den Lohn errungen Und zu seines Himmels Höhn Sich vom Staub emporgeschwungen. Sieger in der Todesnacht, Sprach er selbst: ,, Es ist vollbracht!" 4. Zieh, o Herr, uns hin zu dir; Zieh uns nach, die Zahl der Streiter; Sturm und Nacht umfängt uns hier; Droben ist es still und heiter; Jenseits hinter Grab und Tod Strahlt des Himmels Morgenrot. 5. Auf denn, Mitgenossen, geht Mutig durch die kurze Wüste! Seht auf Jesum, wacht und fleht, Daß Gott selbst zum Kampf uns rüste; Der im Schwachen mächtig ist, Giebt uns Sieg durch Jesum Christ! 59. fe== 63 - Eigene Melodie. 1. Fah- re fort, fah- re fort! Zi- on fah- re fort im Licht; Ma- che dei nen Leuch- ter helle; = = Laß die er= ste Lie- be nicht; Su- che stets die Le- bens quel- le! 3i on, drin- ge durch die en ge = Pfort. Fahre fort, fah= re fort! 2. Folge nicht, folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, Die dich suchet groß zu machen; Achte nichts ihr Gut und Geld! Nimm nicht an das Mal des Drachen! Zion, wann sie dir viel Lust verspricht: Folge nicht, folge nicht! 3. Brich herfür, brich herfür, Zion, brich herfür in Kraft, Weil die Bruderliebe brennet! Zeige, was der in dir schafft, Der als seine Braut dich kennet! Zion, durch die dir gegebne Thür Brich herfür, brich herfür! 4. Halte aus, halte aus, Zion, halte deine Treu; Laß dich ja nicht laulicht finden. Auf! das Kleinod rückt herbei! Auf! verlasse, was dahinten! Zion, in dem letzten Kampf und Strauß Halte aus, halte aus! 3. E. Schmidt. 60. 1. das - die Eigene Melodie. bar- mung, de- ren ich nicht wert. stol- zes Herz hat's nie begehrt. 64 Mir ist Er- bar- mung wi = = der fah- ren, ErDas zähl ich zu dem Wun- der- ba- ren; Mein und bin er = = freut Nun weiß ich Barm- her zig= feit. feit. 2. Ich hatte nichts als Zorn verdienet Und soll bei Gott in Gnaden sein; Gott hat mich mit sich selbst versühnet Und macht durchs Blut des Sohns mich rein. Wo kam dies her? warum geschicht's? Erbarmung ists und weiter nichts. Und rüh- me 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen, Das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt; Ich kann es nur Erbarmung nennen, So ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 4. Dies laß ich kein Geschöpf mir rauben; Dies soll mein einzig rühmen sein; Auf dies Erbarmen will ich glauben; Auf dieses bet ich auch allein; Auf dieses duld ich in der Not; Auf dieses hoff ich noch im Tod. 61. - 65- - 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, Nimm dein Erbarmen nicht von mir, Und führe durch den Tod mich Armen Durch deines Heilands Tod zu dir! Da bin ich ewig hoch erfreut Und rühme die Barmherzigkeit! Fr. Phil. Hiller, † 1769. 1. - Eigene Melodie. Mir nach! spricht Christus, un- ser Held, Mir Ver= leug- net euch, ver laßt die Welt; Folgt = = nach! ihr Christen alle;} Nehmt eu- er Kreuz und und Schalle: Un- ge- mach Auf euch; folgt meinem Wandel nach! 2. Ich bin das Licht; ich leucht' euch für Mit heilgem Tugendleben; Wer zu mir kommt und folget mir, Darf nicht im Finstern schweben. Ich bin der Weg; ich weise wohl Wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Fällt's euch zu schwer, ich geh voran, Ich steh euch an der Seite; Ich kämpfe selbst; ich brech die Bahn, Bin alles in dem Streite! Ein böser Knecht, der still darf stehn, Wenn er den Feldherrn sieht angehn! 4. So laßt uns denn dem lieben Herrn Mit Leib und Seel nachgehen Und wohlgemut, getrost und gern Bei ihm im Leiden stehen! Denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron Des ewgen Lebens nicht davon. Joh. Scheffler, 1676. 5 62. 1. Wächter sehr hoch rufen uns mit - lu= 66- - Eigene Melodie. Wachet auf! ruft uns die Mitternacht heißt die= fe Stadt Jeru sa= lem! klugen Jung- frau- en? auf der Zin- ne; Wach auf du hel- lem Mun de: Wo seid ihr = kömmt! Steht auf, die Lam- pen Stimme Der Stun- de! Sie Wohl auf, der Bräutgam ja! Macht euch bereit zu nehmt! Hal= le= der Hoch- zeit; Ihr müs- set ihm ent= ge= gen gehn! 2. Zion hört die Wächter singen; Das Herz thut ihr vor Freuden springen; Sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, Von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig; Ihr Licht wird hell; ihr Stern geht auf. Nun komm du werte Kron, Herr Jesu Gottes Sohn, Hosianna! Wir folgen all Zum Freudensaal Und halten mit das Abendmahl! - 67- 3. Gloria sei dir gesungen Mit Menschen und mit Engelzungen, Mit Cymbeln und mit Harfenton! Von zwölf Perlen sind die Thore An deiner Stadt; wir stehn im Chore Der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gespürt, Kein Ohr hat je gehört Solche Freude; Drum jauchzen wir Und singen dir Das Halleluja für und für! Phi. Nicolai, † 1680. 63. 1. Mcl. O du Liebe meiner Liebe. t Weißt du, wer dich in- nig lie- bet, Mehr als ich nur Wer dich immer treu umgie- bet Auf des Le- bens sa- gen kann? dunkler Bahn?) Weißt du, wer dir gab das Le- ben, Teu- re Eltern dir ge- schenkt? Wer dir, was du haſt, ge= geben, Und wer stets an dich ge- denkt? 2. Weißt du, wer für dich gestorben Auf dem Berge Golgatha Und den Himmel dir erworben, Als sein Opfertod geschah? Ja, du weißt ihn und du kenneſt Deinen Hirten Jesus Christ, Dessen Schäflein du dich nennest, Dessen Eigentum du biſt. 3. Lieb ihn auch, weil er dich liebet; Dank ihm, daß er dich so liebt. Weine, wenn du ihn betrübet, Daß er alles dir vergiebt. Dann wirst du nach diesen Tagen In den Himmel zu ihm geh'n, Und, von Engeln sanft getragen, Deinen lieben Heiland seh'n. 64. foc 1. Wo Bis ich daß - Fort- ge Ich will stre Ich will rin Eigene Melodie. se- lig ich's ge 68 ben = = gen bin; = winn. - lauf ich fort; Bin ich matt, ſo = run= gen, nach dem Le= ben, ein zu dringen, = = Hält man mich, so ruft das Wort; Durch- ge drun- gen = Bis zum Kleinod hin. 2. Als berufen Zu den Stufen Vor des Lammes Thron, Will ich eilen; Das Verweilen Bringt oft bösen Lohn. Wer auch läuft und läuft zu schlecht, Der versäumt sein Kronenrecht. Was dahinten, Das mag schwinden; Ich will nichts davon! 3. Jesu, richte Mein Gesichte Nur auf jenes Ziel; Lenk die Schritte, Stärk die Tritte, Wenn ich Schwachheit fühl. Lockt die Welt, so sprich mir zu; Schmäht sie mich, so tröste du; Deine Gnade Führ gerade Mich aus ihrem Spiel! 4. Du mußt ziehen! haft. Wo ihr's fehle, Kraft, Weil dein Wort das Herz durchdringt. nen: Gott ist's, der es schafft! Philipp Friedrich Hiller, † 1769. Mein Bemühen Fühlt die Seele: ein Leben bringt Dort wird's tönen Ist zu mangelAber du hast Und dein Geist Bei dem Krö 65. 69 - Eigene Melodie. 2 E 1. Wo findet die See- le die Heimat, die Ruh? Wer deckt sie mit schüt- zen- den Fit- ti- gen H zu? Ach, bietet die Welt keine Frei- statt uns an, Wo Sün- de nicht herr- schen, nicht an B kann? Nein, nein, nein, nein, hier ist sie nicht: Die = fech- ten Hei- mat der See- le ist dro- ben im Licht. = 2. Verlasse die Erde, die Heimat zu sehn, Die Heimat der Seele, so herrlich, so schön! Jerusalem droben, von Golde erbaut, Ist dieses die Heimat der Seele, der Braut? Ja, ja, ja, ja, dieses allein Kann Ruhplatz und Heimat der Seele nur sein. 3. Wie selig die Ruhe bei Jesu im Licht! Tod, Sünde und Schmerzen, die kennt man dort nicht! Das Rauschen der Harfen, der liebliche Klang, Bewillkommt die Seele mit süßem Gesang. Ruh, Ruh, Ruh, Ruh, himmlische Ruh, Im Schoße des Mittlers, ich eile dir zu. 66. Che 1. - 70. werden und in Er den Als un - Mel. O Liebe, die den Himmel hat zerrissen. Was al= le - Wie herr- lich ist's ein Schäflein Chri- sti Kein höh- rer Stand ist auf der ganzen der Huld des treusten Hirten stehn! verrückt dem Lamme nach- zu- gehn. Welt nicht geben kann, Das trifft ein 2 sol- ches Schaf bei seinem Hirten 2. Hier findet es die angenehmsten Auen, Hier wird ihm stets ein frischer Quell entdeckt; Kein Auge kann die Gaben überschauen, Die es allhier in reicher Menge schmeckt. Hier wird ein Leben mitgeteilt, Das unaufhörlich ist und nie vorübereilt. an. 3. Wer leben will und gute Tage sehen, Der mache sich zu dieses Hirten Stab! Hier wird sein Fuß auf süßer Weide gehen, Da ihm die Welt vorhin nur Träber gab; Hier wird nichts Gutes je vermißt, Dieweil der Hirt ein Herr der Schäße Gottes ist. 4. Doch ist dies nur der Vorschmack größ'rer Freuden, Es folget noch die lange Ewigkeit. Da wird das Lamm die Seinen herrlich weiden, Wo der krystallne Strom das Wasser beut; Da siehet man erst klar und frei, Wie schön und auserwählt ein Schäflein Christi sei! Joh. Jak. Rambach, † 1735. 67. 4 1. Ich be= te + Die sich in Jesu lie mich = bet zut - 71- - Eigene Melodie. hin dem frei- en Trie- be, Wo- durch ich Wurm geH Je su of an die Macht der Liebe, = = fenbart; Ich geb mich ward; Ich will, an- statt an den- ken, In's Meer der Lie= be mich ver sen fen. 2. Wie bist du mir so sehr gewogen, Und wie verlangt dein Herz nach mir! Durch Liebe sanft und stark gezogen, Neigt sich mein Alles auch zu dir! Du traute Liebe, gutes Wesen, Du hast mich, ich hab dich erlesen. = 3. Für dich ist ewig Herz und Leben, Erlöser, du mein einzig Gut. Du haft für mich dich hingegeben zum Heil durch dein Erlösungsblut. D Heil des tiefen schweren Falles, Für dich ist ewig Herz und alles! 4. D Jesu, daß dein Name bliebe Im Grunde, drück ihn tief hinein! Möcht deine süße Jesusliebe In Herz und Sinn gepräget sein! In Wort und Werk, in allem Wesen Sei Jesus und sonst nichts zu lesen. Gerhard Terstegen, † 1669. 68. E6 E 1. -72- 1 Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Rüstet euch, ihr Christen- leu- te! Die Wappnet euch mit Gottes Wor- te Und F Fein- de suchen euch zur Beute; Ja, Sa- tan käm- pfet frisch an je dem Or= te, Da- mit ihr = selbst eu'r be blzi= bet un- ver- jehrt.} Ist euch der Feind zu schnell, Hier iſt Im = ma= nu= el: Ho= st= E an na! Der Star- te fällt Durch diesen Held, R Und wir be= hal= ten mit das Feld. 2. Reinigt euch von euren Lüften; Besieget sie, die ihr seid Christen, Und stehet in des Herren Kraft! Stärket euch in Jesu Namen, Daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen! Wo ist des Glaubens Eigenschaft? Wer hier ermüden will, Der schaue auf das Ziel; Da ist Freude. Wohlan, so seid Zum Kampf bereit. So krönet euch die Ewigkeit. 73- 3. Streitet recht die wenig Jahre, Eh ihr kommt auf die Totenbahre; Kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn Gott wird die Toten wecken, Und Christus wird die Welt erschrecken, So stehen wir mit Freuden auf. Gottlob! wir sind versöhnt. Daß uns die Welt noch höhnt, Währt nicht lange, Und Gottes Sohn Hat längstens schon Uns beigelegt die Ehrenkron. 4. Jesu, stärke deine Kinder Und mach aus denen Überwinder, Die du erkauft mit deinem Blut. Schaff in uns ein neues Leben, Daß wir uns ganz zu dir erheben, Wenn uns entfallen will der Mut. Geuß aus auf uns den Geist, Dadurch die Liebe fleußt In die Herzen: So halten wir Getreu an dir Im Tod und Leben für und für. Wilh. Erasmus Arends † 1721. 69. Eigene Melodie. 1. 1 Sieh, hier Schwache bin ich, Eh- ren= kö- nig, le- ge Thrä- nen, kindlich Sehnen Bring ich mich vor deinen Thron; Laß dich finden, laß dich dir, du Menschen- sohn. J fin den Von mir, der ich Asch und Thon. 2. Ich begehre nichts, o Herre, Als nur deine freie Gnad, Die du giebest, den du liebest, Und der dich liebt in der That. Laß dich finden, laß dich finden. Der hat alles, der dich hat! 3. Himmelssonne, Seelenwonne, Unbeflecktes Gotteslamm, In der Höhle meine Seele Suchet dich, o Bräutigam! Laß dich finden, laß dich finden, Starker Held aus Davids Stamm. Joachim Neander, † 1680. 70. 1. - Jesse! ſes- sen; J 74- Eigene Melodie. Wie schön leuchtet der Mor- gen- stern Voll Du Sohn Da-vids aus Ja- kobs Stamm, Mein Lieb Gnad und Wahrheit von dem Herrn, Die süße Wur- zel König und mein Bräuti- gam, Hast mir mein Herz be= 1 lich, Freund- lich, Schön und herrlich, groß und ehr = lich, reich von Saben, Hoch und sehr prächtig er= ha= ben! 2. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, D du mein Herr und Gott allein, Die Flamme deiner Liebe! Und stärk mich, daß ich ewig bleib D Herr, ein Glied an deinem Leib In frischem Lebenstriebe! Nach dir Wallt mir Mein Gemüte, ew'ge Güte! bis es findet Dich, des Liebe mich entzündet. 3. Spielt unserm Gott mit Saitentlang, Und laßt den süßesten Gesang Ganz freudenreich erschallen! Ich will mit meinem Jesu heut Und morgen und in Ewigteit In steter Liebe wallen. Singet, Springet, Jubilieret, Triumphieret, Dankt dem Herren! Groß ist der König der Ehren! 75- 4. Wie bin ich doch so herzlich froh, Daß mein Schak ist das A und O, Der Anfang und das Ende! Er wird mich doch zu seinem Preis Aufnehmen in das Paradeis; Des klopf ich in die Hände! Amen! Amen! Komm du schöne Freudenkrone; Bleib nicht lange! Deiner wart ich mit Verlangen. Phil. Nicolai, † 1680. 71. Mel. Christus der ist mein Leben. 2- E 1. Ach, bleib mit deiner Gna de Bei uns, Herr Jesu Christ, Daß uns hin fort nicht = scha- de Des bösen Fein- des Lift. 2. Ach bleib mit deinem Worte Bei uns, Erlöser wert, Daß uns beid, hier und dorte, Sei Güt und Heil beschert. 3. Ach bleib mit deinem Glanze Bei uns, du wertes Licht; Dein Wahrheit uns umschanze, Damit wir irren nicht. 4. Ach bleib mit deinem Segen Bei uns, du reicher Herr! Dein Gnad und all's Vermögen In uns reichlich vermehr. 5. Ach, bleib mit deinem Schuße Bei uns, du starker Held! Daß uns der Feind nicht truke, Noch fäll die böse Welt! 6. Ach bleib mit deiner Treue und Gott! Beständigkeit verleihe; Not! Bei uns, mein Herr Hilf uns aus aller J. Stegmann, † 1632. 72. 2² 1. un mei-- nen An- ker lag er vor der = Mel. Mir ist Erbarmung wiederfahren. Ich habe nun den Grund ge- fun- den, Der Wo anders, als in Je su Wunden? Da be= weg= - 76- - - = mel un = e= wig hält: Zeit der Welt, lich steht, Der Grund, der Him ter= geht. geht. 2. Es ist das ewige Erbarmen, Das alles Denken übersteigt; Es sind die offnen Liebesarmen Des, der sich zu den Sündern neigt; Dem allemal das Herze bricht, Wir kommen oder kommen nicht. Wenn Erd und 3. Wir sollen nicht verloren werden; Gott will, uns soll geholfen sein: Deswegen kam sein Sohn auf Erden Und nahm hernach den Himmel ein; Deswegen klopft er für und für So stark an unsers Herzens Thür. 4. D Abgrund, welcher alle Sünden Durch Christi Tod verschlungen hat; Das heißt die Wunden recht verbinden; Da findet kein Verdammen statt, Weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit, Barmherzigkeit! J. A. Rothe, † 1758. 73. t 1. Sicher in Chor. Si= cher in = Lie Lie= - gry Eigene Melodie. Si- cher an ſeiner Brust, Sicher an seiner Brust, be, be, zu Je Je J Laß ab = Da find ich Da find ich = An meinem Her- zen = su su Ar = Ar= Ru- hend in Ru- hend in Mit hol- der Hirten- stim- me Ruft mir mein Hei- land men, men, ſei- ner ſei- ner Ende. Himmels- luft. Himmels- luft. vom eig- nen Rin- gen: ruh. 2. Sicher in Jesu Armen, Los von der Sorge Qual, Sicher vor Satans Stürmen In Jesu Wundenmal. Frei von dem Druck des Kummers, Weg aller Zweifel Spur; Nur noch ein wenig Prüfung, Wenig mehr Thränen nur. 3. Jesu, des Herzens Zuflucht, Jesu, du starbst für mich! Sicher auf diesem Felsen Stüş' ich mich ewiglich; Hier will ich stille warten, Bis daß vergang'n die Nacht, Bis an dem gold'nen Ufer Leuchtend der Tag erwacht. Aus dem Englischen. 74. 1. -78- Mel. Herr und Ält'ster deiner Kreuzgemeine. lem Eines wünsch ich mir vor Se lig läßts im Thränen- thal sich ? an= dern, Si= ne wan- dern, Wenn dies Spei- se Eine al= früh und spät; mit uns geht: Un- ver- rückt auf einen Mann zu schau- en, Der mit blutgem Schweiß und Todes- grau- en Auf sein Ant- lik nie- der- sank Und den Kelch des Vaters trank. 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, Wie er als ein stilles Lamm Dort so blutig und so bleich zu sehen, Hängend an des Kreuzes Stamm; Wie er dürftend rang um meine Seele, Daß sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, Und dann auch an mich gedacht, Als er rief: ,, Es ist vollbracht!" 3. Ja, mein Jesu, laß mich nie vergessen Meine Schuld und deine Huld! Als ich in der Finsternis gesessen, Trugest du mit mir Geduld; Hattest längst nach deinem Schaf getrachtet, Eh' es auf des Hirten Ruf geachtet, Und mit teurem Lösegeld Mich erkauft von dieser Welt. 79 4. Ich bin dein!- Sprich du darauf ein Amen! Treuster Jesu, du bist mein! Drücke deinen süßen Jesusnamen Brennend in mein Herz hinein! Mit dir alles thun und alles lassen; In dir leben und in dir erblassen: Das sei bis zur letzten Stund Unser Wandel, unser Bund! Alb. Knapp, † 1874. 75. Mel. Seelenbräutigam. 1. Je- su, geh vor- an Auf der Lebensbahn, Und wir wol= len nicht verwei= len, Dir ge treu- lich nach- zu ei= len; Führ uns an der = = !! Hand Bis ins Va= ter= land! 2. Soll's uns hart ergehn, Laß uns feste stehn Und auch in den schwersten Tagen Niemals über Lasten klagen; Denn durch Trübsal hier Geht der Weg zu dir! 3. Rühret eigner Schmerz Irgend unser Herz, Kümmert uns ein fremdes Leiden: O, so gieb Geduld zu beiden! Richte unsern Sinn Auf das Ende hin! 4. Ordne unsern Gang, Jesu, lebenslang! Führst du uns durch rauhe Wege, Gieb uns auch die nöt'ge Pflege; Thu uns nach dem Lauf Deine Thüre auf! N. 2. v. Zinzendorf, † 1760. 76. be 1. = 80 Mel. Valet will ich dir geben. Be fiehl du dei- ne Der al= ler treu- sten = 2. Und We= ge, Pflege Des was dein Herze trätt) Der Wol- ken, Luft und der den Him- mel lenkt! 17 Winden GiebtWege, Lauf und Bahn, Der wird auch Wege fin- den, Da kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, Wenn dir's soll wohl ergehn; Auf sein Werk mußt du schauen, Wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen Und mit selbsteigner Pein Läßt Gott sich gar nichts nehmen; Es muß erbeten sein. dein Fuß ge hen = 3. Weg hast du allerwegen, An Mitteln fehlt's dir nicht; Dein Thun ist lauter Segen; Dein Gang ist lauter Licht. Dein Werk kann niemand hindern; Dein Arbeit darf nicht ruhn, Wenn du, was deinen Kindern Ersprießlich ist, willst thun. 4. Wohl dir, du Kind der Treue! Du hast und trägst davon Mit Ruhm und Dankgeschreie Den Sieg die Ehrenkron. Gott giebt dir selbst die Palmen In deine rechte Hand, Und du singst Freudenpsalmen Dem, der dein Leid gewandt. P. Gerhardt, † 1676. 77. - 81- Eigene Melodie. 1. Wenn ich ihn nur ha nichts als mein nur ist, Wenn mein Herz bis hin zum Gra£ T be Sei ne Weiß ich nichts von Treu- e = be, Wenn er nie ver: gißt: # Lei= de, Füh= le An- dacht Lieb und Freu= de. 2 Wenn ich ihn nur habe, Laß ich alles gern, Folg an meinem Wanderstabe Treugesinnt nur meinem Herrn, Lasse still die andern Breite, lichte, volle Straßen wandern. 3. Wo ich ihn nur habe, Ist mein Vaterland, Und es fällt mir jede Gabe Wie ein Erbteil in die Hand Längst vermißte Brüder Find ich nun in seinen Jüngern wieder. 4. Wenn ich ihn nur habe, Ist der Himmel mein; Ewig wird zu meiner Labe mir der Name Jesus sein. Preis sei deinem Namen! Jesu, dir sei ewig Ehre! Amen! Novalis 1801. 6 78. 1. Streit - 82 Eigene Melodie. Wie wird uns sein, wenn end- lich nach dem Wir aus der Frem- de in die Heimat schweren, Doch nach dem lek- ten keh- ren î feit! S aus ge- kämpften = Und ein ziehn in das Thor der E= wig= P Wenn wir den letzten Staub von un- sern Füßen, Den letz- ten Schweiß vom An- ge- sicht gewischt, Und in der 12 grüßen, Was oft den Mut im Pil- ger- thal er= frischt. = Nä- he ſe= hen und be2. Wie wird uns sein, wenn wir vom hellen Strahle Des ewgen Lichtes übergossen stehn Und, o der Wonne, dann zum ersten Male Uns frei und rein von aller Sünde sehn; Wenn wir durch keinen Makel ausgeschlossen, Und nicht zurückgescheucht von Schuld und Pein Himmelsbürger, Gottes Hausgenossen, Eintreten dürfen in der Selgen Reihn! Als 3. Wie wird uns sein, Wenn wir ihn hören rufen: Kommt, ihr Gesegneten! Wenn wir im Licht Dastehend an des Gottesthrones Stufen Ihm schauen in sein gnädig Angesicht, Die Augen sehn, die einst von Thränen flossen Um Menschennot und Herzenshärtigkeit, Die Wunden, die das teure Blut vergossen, Das uns vom ewgen Tode hat befreit! 4. Wie wird uns sein! O was kein Aug gesehen, kein Dhr gehört, kein Menschensinn empfand, Das wird uns werden, wird an uns geschehen, Wenn wir hineinziehn ins gelobte Land. Wohlan, den steilen Pfad hinangeklommen! Es ist der Mühe und des Schweißes wert, Dahin zu eilen und dort anzukommen, Wo, mehr als wir verstehn, der Herr beschert. Spitta † 1859. 79. SARI e 1. 83 ma come Kommt, Kinder, laßt uns ift Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren. Kraft zur ge= hen; Der ge= fährlich ste= hen In A- bend kommt her- bei: Kommt, stär- ket eu= ren = : nei! Mut, Zur&= wig- keit zu wandern Von ei- ner an- dern; Es ist das Ende 6* gut! 84 2. Es soll uns nicht gereuen Der schmale Pilgerpfad; Wir kennen ja den Treuen, Der uns gerufen hat; kommt, folgt und trauet dem! Ein jeder sein Gesichte Mit ganzer Wendung richte Steif nach Jerusalem! - - Der Ausgang, der geschehen, nicht leid; heit! Welten, Ihr Locken und ihr Schelten, euren Gang! Es soll noch besser gehen Nein, Kinder, seid nicht bang; Ist uns fürwahr Zur AbgeschiedenBerachtet tauſend Und geht nur 4. Laßt uns nicht viel besehen Das Kinderspiel am Weg! Durch säumen und durch stehen strickt und träg. durch dick und Es ist so bald gethan. Wird man veran; Nur fort leichten Sinne; Es geht uns all nicht dünne! Kehrt ein die 5. Kommt, Kinder, laßt uns gehen! Der Vater gehet mit; Er selbst will bei uns stehen In jedem sauern Tritt; Er will uns machen Mut, Mit süßen Sonnenblicken Uns locken und erquicken: Ach ja, wir habens gut! 6. Sollt wo ein Schwacher fallen, So greif der Stärkre zu; Man trag, man helfe allen, Man pflanze Lieb und Nuh! Kommt, bindet fester an, Ein jeder sei der kleinste, Doch auch wohl gern der reinste Auf unsrer Lebensbahn. 7. D'rauf wollen wir's denn wagen; Es ist wohl wagens wert, Und gründlich dem absagen, Was aufhält und beschwert. Welt, du bist uns zu klein! Wir gehn durch Jesu Leiden Hin in soll nur Jesus sein! die Ewigkeiten: Es Gerh. Tersteegen, † 1769. 80. Mel. Gott, der du ein Heerfürst bist. 1. Wie rei- zend schön, Herr Ze= baoth, Ist deine Wohnung, o mein Gott! Wie seh- net sich mein 85 Herz, zu ge= hen, Wo du dich haft ge of fen= ? bart, Und bald in deiner Gegen- wart Jm Vor- hof nah am Thron zu- ste hen! Dort jauchzet Fleisch und Geist in mir, D Gott des Lebens! auf zu dir. 2. Wohl, wohl dem Mann, der in der Welt Dich, Herr, für seine Stärke hält, Von Herzen deinen Weg erwählet! Geht hier sein Pfad durchs Thränenthal, Er findet auch in Not und Qual, Daß Trost und Kraft ihm nimmer fehlet; Von dir herab fließt mild und hell Auf ihn der reiche Segensquell. 3. Wir wallen in der Pilgerschaft und gehen fort von Kraft zu Kraft Vor Gott in Zion zu erscheinen. Hör mein Gebet, Herr Zebaoth! Vernimm's, vernimm's, o Jakobs Gott! Erquicke mich auch mit den Deinen; Bis wir vor deinem Throne stehn Und dort anbetend dich erhöhn! 4. Ja, Gott, der Herr, ist Sonn und Schild; Er deckt uns, er ist gut und mild; Er wird uns Gnad und Ehre geben. Nichts mangelt dem, der in der Not Auf Gott vertraut; er hilft im Tod; Er selber ist der Frommen Leben: Heil dem, der stets in dieser Welt, Herr Zebaoth, an dich sich hält! Psalm 84. 81. - 86- Mel. Weil ich Jesu Schäflein bin. E 1. Sei fei= ne ja Sei ge treu bis - getreu bis in in den Tod! See- le, laß dich Plagen Von dem Kreuze = gen, Lei de wil- lig R den Tod! al= Je= su le Not; Sei ge treu bis in der Tod! 2.:: Sei getreu bis in den Tod!:,: Tritt die Eitelkeit mit Füßen, Die dich will in Fesseln schließen; Alle Weltlust ist nur Kot. Sei getreu bis in den Tod. 3.:,: Sei getreu bis in den Tod!:,: Ankre nur in Jesu Wunden, Da wird Ruh und Trost gefunden. Wenn der Tod und Teufel droht, Sei getreu bis in den Tod! 4.,: Sei getreu bis in den Tod!:,: Siehst du nicht die Krone glänzen? Schwinge dich nach jenen Grenzen, Wo das Lamm die Hand dir bot! Sei getreu bis in den Tod! 5.:: Nun will ich bis in den Tod,:,: Dir, o Jesu, treu verbleiben; Du wollst mir ins Herze schreiben, Was dein treuer Mund gebot. Hilf mir treu sein bis zum Tod! B. Schmolt † 1737. 82. Fe e - 87- - Eigene Melodie. 1. Wenn al= le un= treu wer= den, So bleib' ich dir doch treu; Daß Dank- bar- keit auf Er den nicht ausgestor- ben sei. Für mich um= fing dich Lei-den, Vergingst für mich in Schmerz; drum geb ich dir mit Freu- den Auf e= wig dieses Herz. 2. Oft muß ich bitter weinen, Daß du gestorben bist, Und mancher von den Deinen Dich lebenslang vergißt. Von Liebe nur durchdrungen Hast du so viel gethan, Und doch bist du verklungen, und keiner denkt daran. 3. Du stehst voll treuer Liebe Noch immer jedem bei, Und wenn dir keiner bliebe, So bleibst du dennoch treu; Die treuste Liebe sieget; Am Ende fühlt man sie, Weint bitterlich und schmieget Sich kindlich an dein Knie. 4. Ich habe dich empfunden, D! lasse nicht von mir Laß innig mich verbunden Auf ewig sein mit dir! Einst schauen meine Brüder Auch wieder himmelwärts Und sinken liebend nieder Und fallen dir ans Herz. Novalis 1801. 83. fact 1. 88- Eigene Melodie. = Ein' fe fte Burg ist Er hilft uns frei aus gute Wehr und Waf uns jetzt hat be= trof = = un= ser Gott, Ein al= ler Not, Die fen;} Der alt bö- fe Feind, Mit Ernst er's jetzt meint; Groß Macht und viel List Sein grau- sam Rü- stung ist; Auf = Erd' ist nicht seins glei chen. 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan; Wir sind gar bald verloren: Es streit' für uns der rechte Mann, Den Gott hat selbst erkoren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, Der Herr Zebaoth, Und ist kein andrer Gott; Das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär' Und wollt' uns gar verschlingen, So fürchten wir uns nicht so sehr, Es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, Wie saur er sich stellt, Thut er uns doch nichts, Das macht, er ist gericht't; Ein Wörtlein kann ihn fällen. 89 4. Das Wort sie sollen lassen stahn Und kein'n Dank dazu haben; Er ist bei uns wohl auf dem Plan Mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib! Laß fahren dahin, Sie haben's kein Gewinn; Das Reich muß uns doch bleiben. Dr. Martin Luther, † 1546. 84. 1. thä= nig? König! kräf- te, V. Missionslieder. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. ge ben dir die Völker Preis und werden un- terdie du schufft, zu Fuß dir fall'n Und schrein: Der Herr ist Wann grünt dein ganzer Er- den- kreis? Wann Wann wirst du groß in mir und all'n, Daß - Gie chen, Bis du = Le bens säf= te = = Sü- Be Be GeistesIn mich Schwaal= les neu wirst ma= chen. Gerhard Tersteegen, † 1769. 85. be laß die 1. Du Stern in al= len En- - gel dlfnd Eigene Melodie. 90 Schild in je= dem Streit, Du Mann zu Got- tes ew= ge - 7 Rech- ten Im pur- pur- farbnen Kleid, Ver$ Hütte Und dei- ner Reihn Näch 3. Es ist ein froh Getöne Das hat uns, deine Söhne, Weinlese- Lieder schwingen Sens und Sichel klingen = ten, Du Und trag in un= fre f = ein. Mit= te Heut deinen Stuhl hin 2. Du hast vom Marterhügel Uns huldreich angeblickt Und hast dein fürstlich Siegel Uns an die Stirn gedrückt; Drum wagen wir's und laden Dich ungescheut herbei; Die Allmacht deiner Gnaden Macht uns den Mut so frei. Ringsum im Land erwacht, Vom Schlafe wach gemacht. Sich durch die öde Welt, Und In deinem Erntefeld. 91- 4. Das klingt uns wundersüße, Das dringt durch Mark und Bein. Ach, stünden unsre Füße Auch bei den Schnittern dein! Ach wär dein Garbenacker Auch unser Arbeitsplan! Herr Jesu, mach uns wacker; Nimm unser Helfen an! F. W. Krummacher f. 86. Ct 1. Eigene Melodic. Es ist noch Raum! Sein Haus ist noch nicht Der Platz ist da, Wo je der sit- zen = = voll; Sein Tisch ist noch zu leer; soll; Bringt sei- ne Gäste her! O sie auf allen Stra- ßen! rei ten lassen: = Geht, nötigt Der Herr hat viel beEs ist noch Raum! 2. Es ist noch Zeit! Die Liebe rufet noch; Noch gehen Diener aus Zu Stadt und Land; Sie laden heute noch In's große Rettungshaus. Noch ist die Thüre nicht verschlossen, Für Kind und Greis noch nicht verfloffen Die Rettungszeit. 3. Doch es ist Zeit! Die Stunden folgen schnell! Es geht auf Mitternacht; Bald schlägt es voll! Und drüben schimmert's hell; Jhr Jungfrauen erwacht! Der Bräutigam erscheint von weitem; Auf, auf, die Lampen zu bereiten! Auf, es ist Zeit! Woltersdorf, † 1761. 87. t 1. Der Und 92- Mel. Valet will ich dir geben. du in To= des näch- ten Erdich als den Gerechten Zum kämpft das Heil der Welt; Bürgen dar ge= stellt; ? Der du den Feind bezwungen, Den Himmel aufge- than: Dir stimmen un- sre Zungen Ein Spal= le=[ u= ja an. 2. Im Himmel und auf Erden dein, Bis alle Völker werden Zu Bis die von Süd und Norden, West Sind deine Gäste worden Ist alle Macht nur deinen Füßen sein, Bis die von Ost und Bei deinem Hochzeitsfeſt. 3. Noch werden sie geladen, Noch gehen Boten aus, Um mit dem Ruf der Gnaden zu füllen dir dein Haus. Es ist kein Preis zu teuer; Es ist kein Weg zu schwer, Zu streun dein Liebesfeuer Ins weite Völkermeer. 4. So ziehen deine Flammen Wie Sonnen um die Welt; Getrenntes fließt zusammen, Das Dunkle wird erhellt; Und wo dein Name schallet, Du König Jesu Christ, Ein selig Häuflein wallet Dahin, wo Frieden ist. 5. D sammle deine Herden Dir aus der Völker Zahl, Daß viele selig werden Und ziehn zum Abendmahl. Schleuß auf die hohen Pforten! Es strömt dein Volk heran; Wo's noch nicht Tag geworden, Da zünd ein Feuer an! Dr. Barth 1862. 88. t 1. - 93- - Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Ei- ner ists, an dem wir han- gen, Der Un- fre Lei ber, un= fre Herzen Ge= für uns in den Tod ge- gan gen Und uns erhören dir, o Mann der Schmer- zen; In deiner G kauft mit seinem Blut. Liebe ruht sichs gut! Nimm uns zum Ei- gentum; Be rei= te dir zum Ruhm Dei- ne Kinder! Ver= birg uns nicht Das Gnaden licht Von deinem heil gen An= ge sicht. 2. Nicht wir haben dich erwählet; Du selbst haft unsre Zahl gezählet Nach deinem ewgen Gnadenrat. Unsre Kraft ist schwach und nichtig, und keiner ist zum Werke tüchtig, Der nicht von dir die Stärke hat. Drum brich den eignen Sinn; Denn Armut ist Gewinn Für den Himmel! Wer in sich schwach, Folgt, Herr, dir nach Und trägt mit Ehren deine Schmach. = = 94 3. D Herr Jesu, Ehrenkönig, Die Ernt ist groß, der Schnitter wenig, Drum sende treue Zeugen aus; Send auch uns hinaus in Gnaden, Viel frohe Gäste einzuladen Zum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem, den deine Wahl Beruft zum Abendmahl Im Reich Gottes! Da ruht der Streit; Da währt die Freud Heut und in alle Ewigkeit. 1 4. Heiland, deine größten Dinge Beginnest du still und geringe; Was sind wir Armen, Herr, vor dir! Aber du wirst für uns streiten Und uns mit deinen Augen leiten; Auf deine Kraft vertrauen wir. Dein Senfkorn, arm und klein, Wächst endlich ohne Schein Doch zum Baume, Weil Jesus Christ Sein Hüter ist, Der es mit Segen übergießt. A. Knapp † 1867. 89. be 1. Mel. Dir, dir, Jehovah! will ich singen. Wach' auf, du Geist der ersten Zeu- gen, Der Die Tag und Näch- te nim- mer schweigen, Die TO JON Wächter, die auf Zi- ons Mau- er un- verzagt dem Feind ent= ge= gen stehn, gehn, Ja, deren Schall die ganze Welt durchdringt, Und HOME al= ler Völker op Scharen zu dir bringt. 95- - 2. O daß dein Feuer bald entbrennte! O möcht es doch in alle Lande gehn, O Herr, daß jedes Volk erkennte, Was zur Erlösung ihm von dir geschehn D Herr der Ernte, siehe doch darein! Die Ernt' ist groß, die Zahl der Knechte klein. 3. Herr gib dein Wort mit großen Scharen; Laß sie in Kraft Evangelisten sein! Laß eilend Hülf uns widerfahren und brich in Satans Reich mit Macht hinein! Herr, breite auf dem weiten Erdenkreis Dein Wort bald aus zu deines Namens Preis! 4. Ach, laß dein Wort recht schnelle laufen! Es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein! Ach, führe bald dadurch mit Haufen Der Heiden Füll zu deinen Thoren ein! Ja, wecke doch auch Israel bald auf, Und also segne deines Wortes Lauf! 5, Laß jede hoh' und niedre Schule Die Werkstadt deines guten Geistes sein; Ja, site du nur auf dem Stuhle Und präge dich der Jugend selber ein; Laß treue Lehrer uns und Beter sehn, Die kräftig vor den Riß der Kirche stehn. 6. Ach, daß die Hülf aus Zion käme! O daß dein Geist, so wie dein Wort verspricht, Dein Volk aus dem Gefängniß nähme! O würd' es vor dem End noch einmal Licht! Ach reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei Und komm herab zur Hülf und mach uns frei! K. H. v. Bogazky, † 1774. Univ.- Bibl. Giessen 90. 1. 96 VI. Begräbnislieder. Eigene Melodie. 1 £ 1 Jesus, meine Zuver= sicht Und mein Die- ses weiß ich, sollt ich nicht Da- rum Heiland ist im Leben. mich zu frie- den ge= ben?} Was die lan- ge To- desnacht mir auch für Ge- dan- ken macht. 2. Jesus, er mein Heiland lebt; Ich werd auch das Leben schauen, Sein, wo mein Erlöser schwebt; Warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, Welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden; Meine starke Glaubenshand Wird in ihn gelegt befunden, Daß mich auch kein Todesbann Ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher Auch einmal zu Asche werden. Das gesteh ich; doch wird er Mich erwecken von der Erden, Daß ich in der Herrlichkeit Um ihn sein mög allezeit. 5. Was hier kränkelt, seufzt und fleht, Wird dort frisch und herrlich gehen! Irdisch werd ich ausgeſät; Himmlisch werd ich auferstehen; Hier geh ich natürlich ein; Droben werd ich geistlich sein. Luise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg, † 1667 91. 24 dich em= por! - 97- fleuch be= Öff - 1. Un= ter Li- lien je Sollst du weiden; See- le, Eigene Melodie. Wie hen= de! Je = S ein ner Freu- den schwin € su = ge Ad= ler Hän- de : nen schon das Him- mels- thor. 2. Löse, erstgeborner Bruder, Doch die Ruder Meines Schiffleins; laß mich ein In den sichern Friedenshafen Zu den Schafen, Die der Furcht entrücket sein. 3. D wie bald kannst du es machen, Daß mit Lachen Unser Mund erfüllet sei. Du kannst durch des Todes Thüren Träumend führen, Und machst uns auf einmal frei. 4. Du hast Sünd' und Straf getragen; Furcht und Zagen Muß nun ferne von mir gehn. Tod, dein Stachel liegt darnieder: Meine Glieder Werden fröhlich auferstehn! 5. Gotteslamm, dich will ich loben Hier und droben In der zartsten Liebsbegier; Du hast dich zum ewgen Leben Mir gegeben; Hole mich, o Lamm zu dir! J. 2. Allendorf † 1773. 7 92. fic - 98- Mel. O Gott, der du ein Heerfürst bist. 1. Mein Leben ist ein Pilgrimstand; Ich reise nach dem Vater- land, Nach dem Je- ru- sa= lem, das dro= ben Gott selbst als ei- ne fe fte = Stadt Auf Bundesblut ge- gründet hat. Da werd ich = mei- nen Gott stets lo- ben. Mein Leben ist ein Pil- grimstand; Ich reise nach dem Vater- land. 2. Kein Reisen ist ohn Ungemach; Der Lebensweg hat auch sein ach; Man wandelt nicht auf weichen Rosen; Der Steg ist eng, der Feinde viel, Die mich abreißen von dem Ziel; Ich muß mich oft in Dornen stoßen; Und kann selbst keiIch muß durch dürre Wüsten gehn nen Ausweg schn. 3. Israels Hüter, Jesu Christ, Der du ein Pilgrim worden bist, Da du mein Fleisch haft angenommen, Zeig mir im Worte deine Tritt; Laß mich bei einem jeden Schritt zu deinem Heil stets näher kommen. Mein Leben fleucht, ach eile du Und fleug gleich wie ein Hirsch herzu! - 99- - 4. Bin ich in diesem Mesechsland Der blinden Welt schon unbekannt, Dort sind die Freunde, die mich kennen; Dort werd ich mit der Himmelsschar Dir jauchzend dienen immerdar Und in der reinsten Liebe brennen. Mein Bräutigam, komm, bleib nicht lang, In Kedars Hütten wird mir bang! Fr. Adolf Lampe, † 1729. 93. Eigene Melodic. 3 4 1. Laßt mich geh'n, laßt mich geh'n, Daß ich # Je sum möge seh'n; Mei- ne Seel' ist voll Ver= NJ lan- gen, Ihn auf e= wig zu um fangen Und vor = seinem Thron zu steh'n. 2. Süßes Licht, süßes Licht, Sonne, die durch Wolfen bricht; D wann werd' ich dahin kommen, Daß ich dort mit allen Frommen Schau dein holdes Angesicht? 3. Ach wie schön, ach wie schön Ist der Engel Lobgetön! Hätt' ich Flügel, hätt' ich Flügel, Flög' ich über Thal und Hügel Heute noch nach Zions Höh'n. 4. Wie wird's sein, wie wird's sein, Wenn ich zieh' in Salem ein, In die Stadt der goldnen Jassen: Herr, mein Gott, ich kann's nicht fassen, Was das wird für Wonne sein. 5. Paradies, Paradies, Wie ist deine Frucht so süß! Unter deinen Lebensbäumen Wird uns sein, als ob wir träumen. Bring uns, Herr, ins Paradies! G. Knat, † 1879. 94. 3 4 1. Auf - ge= ben. 100- Eigene Melodie. 5 = er stehn, ja auf er stehn wirst = = El du, Mein Staub, nach kur= zer Hal Un- sterb- lichs Le= ben Wird, der dich schuf, = le = lu= 7 Ruh; ja, $ dir Halle lu- ja! 2. Wieder aufzublühn werd ich gesät! Der Herr der Ernte geht Und sammelt Garben Uns ein, uns ein, die starben!:: Halleluja!:,: 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag! Du meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe Genug geschlummert habe,:,: Erweckst du mich!:,: 4. Wie den Träumenden wird's dann uns sein! Mit Jesu gehn wir ein Zu seinen Freuden! Der müden Pilger Leiden: Sind dann nicht mehr!:,: 5. Ach, in's Allerheiligste führt mich mein Mittler. Dann leb ich im Heiligtume Zu seines Namens Ruhme! :,: Halleluja!:: F. G. Klopstod, † 1803. 95. 1. — 101 VII. Vaterlandslieder. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. Va- ter, krö- ne du mit Se gen Führ durch ihn auf deinen We= gen Unsern König und sein Haus! Herr- lich deinen Ratschluß aus! } Dei- ner Kirche sei er Schuk! Dei- nen Feinden biet' er Truß! Sei du dem Ge falb ten gnä- dig; = = Seg- ne, ſeg- ne un= fern Kö= nig! 2. Rüst ihn mit des Glaubens Schilde; Reich ihm deines Reiches Schwert, Daß Gerechtigkeit und Milde Ihm des Friedens Heil gewährt! Mach ihm leicht die schwere Last, Die du auferlegt ihm hast; Sei in Jesu du ihm gnädig: Schüße, segne unsern König! 3. Sammle um den Thron die Treuen, Die mit Rat und frommem Flehn Fest in deiner Streiter Reihen Für des Landes Wohlfahrt stehn! Baue um den Königsthron Eine Burg, o Gottessohn! Sei du ihm auf ewig gnädig: Leite, segne unsern König! - 102- - 4. Breite, Herr, dein Reich auf Erden Auch in unserm Lande aus, Daß wir deine Bürger werden, Ziehen in dein Vaterhaus! Frieden und Gerechtigkeit Gieb uns, Gott, zu aller Zeit; Sei du unserm Volke gnädig: Segne, segne unsern König! W. Hülsemann. 96. Eigene Melodic. 1. Heil dir im Sie ger- franz, Herrscher des = Va- ter- lands, Heil Kai- ser dir! Führ' in des Thrones Glanz Die ho- he Won- ne ganz: Liebling des Volks zu sein! Heil Kai- ser dir! 2. Nicht Ross' noch Reisige Sichern die steile Höh', Wo Fürsten stehn; Liebe des Vaterlands, Liebe des freien Manns Gründen des Herrschers Thron Wie Fels im Meer. 3. Heilige Flamme glüh, Glüh und verlösche nie Fürs Vaterland! Wir alle stehen dann Mutig für einen Mann, Kämpfen und bluten gern Für Thron und Reich. 4. Sei, Kaiser Wilhelm, hier Lang deines Volkes Zier, Der Menschheit Stolz! Fühl in des Thrones Glanz Die hohe Wonne ganz: Liebling des Volks zu sein! Heil Kaiser dir! Dr. B. G. Schumacher nach H. Harrics, † 1806 - - 103 96a. Mel. Heil dir im Siegerkranz 1. Heil unserm Kaiser, Heil! Jhm, Kaiser Wilhelm, Heil! Dem Kaiser Heil! Von Sorgen ungetrübt, Von seinem Volk geliebt, Herrsch' er noch lang beglückt! Dem Kaiser Heil! 2. D Herr, dich bitten wir, Gesegnet stets von dir, Erhalt' uns ihn! Der Bürger, der ihn ehrt, Die Freiheit sei ihm wert; So singt ein jeder froh: Dem Kaiser Heil! 3. Fern sei, o Gott, sein Ziel, Daß noch des Guten viel Durch ihn gescheh! So herrsch er froh und frei; Ihr Brüder, bleibt ihm treu Und singt vereint ihm Heil! Dem Kaiser Heil! 96b. Mel. Heil dir im Siegerkranz. 1. Gott segne Preußenland, Wo fest die Treue stand In Sturm und Nacht! Ew'ge Gerechtigkeit, Hoch über'm Meer der Zeit, Die jedem Sturm gebeut, Schüß uns mit Macht! 2. Blüh Hohenzollern- Kranz In schönrer Tage Glanz Freudig empor! Heil, König Wilhelm, dir! Heil, guter König, dir! Dich, Vater, preisen wir Liebend im Chor. 3. Was treue Herzen flehn, Steigt zu des Himmels Höhn Aus Nacht zum Licht! Der unsre Liebe sah, Der unsre Thränen sah, Er ist uns hülfreich nah, Verläßt uns nicht! 4. Gott segne Preußenland, Wo fest die Treue stand In Sturm und Nacht! Ewge Gerechtigkeit, Hoch über'm Meer der Zeit, die jedem Sturm gebeut, Schütz uns mit Macht! 97. - 104 -. Eigene Melodie. 1. Ich hab mich er= ge- ben Mit Herz und mit Hand Dir Land voll Lieb und Le ben, Mein : 5 deut- sches Vater land! Dir Land voll Lieb und 121 Le ben, Mein deut- sches Va ter= land! 2. Mein Herz ist entglommen, Dir treu zugewandt, :,: Du Land der Frein und Frommen, Du herrlich Hermannsland!:,: 3. Du Land, reich an Ruhme, Wo Luther erstand; :,: Für deines Volkes Tume Weih ich mein Herz und Hand.:,: 4. Will halten und gläuben An Gott fest und frei; :,: Lieb Vaterland, will bleiben Auf ewig fromm und treu.:,: 5. Ach Gott, thu erheben Mein jung Herzensblut :,: Zu frischem, freudgem Leben, zu freiem, frommem Mut':,: 6. Laß Kraft mich erwerben In Herz und in Hand, :: zu leben und zu sterben Für mein lieb Vaterland:: Maßmann. 98. 6 t 1. er= füllt, gels- bild! Frei- heit, die ich mei- ne, Komm mit dei- nem Schei- ne, dräng- ten 105 Eigene Melodic. } Magst du nie Welt? ich zeigen Der beFüh Die mein Herz Süßes En= 5. Wollest auf uns Wollest gern dich senken holdes Wesen, erlesen Dir die deutsche Art. rest dei- nen Reigen Nur am Ster= nen= 2. Aus den stillen Kreisen Kommt mein Hirtenkind, Will der Welt beweisen, Was es denkt und minnt. Blüht ihm doch ein Garten, Reift ihm doch ein Feld Auch in jener harten, Steinerbauten Welt. zelt! 3. Wo sich Gottes Flamme In ein Herz gesenkt, Das am alten Stamme Treu und liebend hängt; Wo sich Männer finden, Die für Ehr und Recht Mutig sich verbinden, Weilt ein frei Geschlecht. 4. Für die Kirchenhallen, die Liebsten fallen, Wenn ist rechtes Glühen, Frisch und rosenrot; Heldenwangen blühen Schöner auf im Tod. Für der Väter Gruft, Für die Freiheit ruft: Das lenken Gottes Lieb und Luft, In die deutsche Brust! Freiheit; Gläubig, fühn und zart Hast ja lang v. Schenkendorf, † 1817. 99. & с - 106- 1 Eigenc Melodie. 1. Es braust ein Ruf wie # Schwertgeklirr und Wogenprall: Zum Rhein, zum Rhein, zum = deutschen Rhein! Wer will des Stromes Hü- ter Donner- hall, Wie sein? Lieb Vater land, magst ruhig sein, Lieb Va ter land magst ruhig sein; = = treu die Wacht, die Wacht am Rhein, Fest steht und A A Fest steht und Rhein! t treu die Wacht, die Wacht am 2. Durch Hunderttausend zuckt es schnell, Und aller Augen bliken hell; Der Deutsche, bieder, fromm und stark, Beschützt die heilge Landesmark. Lieb Vaterland, 2c. 107- 3. Er blickt hinauf in Himmelsaun, Da Heldenväter niederschaun, Und schwört mit stolzer Kampfeslust: Du, Rhein, bleibst deutsch wie meine Brust! Lieb Vaterland, 2c. 4. So lang ein Tropfen Blut noch glüht, Noch eine Faust den Degen zieht Und noch ein Arm die Büchse spannt, Betritt kein Feind hier deinen Strand! Lieb Vaterland, 2c. 5. Der Schwur erschallt, die Woge rinnt; Die Fahnen flattern hoch im Wind: Am Rhein, am Rhein, am deutschen Rhein, Wir alle wollen Hüter sein! Lieb Vaterland, 2c. C. Wilhelm,+ 1854. 100. Volksweise. e 1. Ich hatt, einen Ka me= ra= den, Ei- nen = bes- sern find'st du nit; Die Trommel schlug zum Strei- te; Er ging an meiner Sei= te In gleichem Schritt und Tritt, In gleichem Schritt und Tritt. 2. Eine Kugel kam geflogen; Gilt's mir oder gilt es dir? Ihn hat es weggerissen; Er liegt mir vor den Füßen,:,: Als wärs ein Stück von mir.:,: 3. Will mir die Hand noch reichen, Dieweil ich eben lad'! Kann dir die Hand nicht geben, Bleib du im ewgen Leben:,: Mein guter Kamerad!:,: Ludwig Uhland, † 1809. 101. ye 1. CJ an 108- al= les in der Welt, lich zusammen hält. die Mel. Gott erhalte Franz, den Kaiser. Deutschland, Deutschland ü- ber al= les, über Wenn es stets zu Schuß und Tru- te Brü- der- = Von der Maas bis F Me mel, Von der Etsch bis an den 14 Belt- Deutschland, Deutschland, ü= ber a= les, Ü- ber al= les in der Welt! 2. Einigkeit und Recht und Freiheit Für das deutsche Vaterland! Darnach laßt uns alle streben Brüderlich mit Herz und Hand! Einigkeit und Recht und Freiheit Sind des Glückes Unterpfand Blüh im Glanze dieses Glückes, Blühe, deutsches Vaterland! Hoffmann v. Fall-rsleben. 101a. Mel. Gott erhalte Franz, den Kaiser. 1. Treue Liebe bis zum Grabe Schwör ich dir mit Herz und Hand; Was ich bin und was ich habe, Dank ich dir mein Vaterland! Nicht in Worten nur und Liedern Ist mein Herz zum Dank bereit; Mit der That will ich's erwiedern Dir in Not, in Kampf und Streit. 109- 2. In der Freude wie im Leide Ruf ich's Freund und Feinden zu: Ewig sind vereint wir beide, Und mein Trost, mein Glück bist du. Treue Liebe bis zum Grabe Schwör ich dir mit Herz und Hand: Was ich bin und was ich habe, Dank ich dir, mein Vaterland! Hoffmann v. Fallersleben. 102. - Eigene Melodie. 4 1. Land der Hei- mat, Land der Ber- ge, Freu- dig wallt mein Herz dir zu! Un ter Deutschlands hundert = Gauen Ist wohl keiner an zu schauen Reich und : blü- hend ſo wie du. 2. Land der Heimat, Land der Berge, Liebend schlägt mein Herz dir zu! Sah ich auch in fremden Landen Schönes, Herrliches vorhanden; Doch mein Sehnen warst nur du. 3. Land der Heimat, Land der Berge, Treulich wallt mein Herz dir zu! Denn in deines Volkes Mitte Wohnt noch alte, biedre Sitte, Jhr Asyl und Schirm bist du. 4. Land der Heimat, Land der Berge, Allem Fremden schwör ich ab. In dir will ich- für dich leben, Rastlos wirken, rastlos streben, und in dir sei einst mein Grab! Aschenberg. 103. Solo. an. 1 . 110- = Mel. Ich bin ein Preuße. C 1. Ich bin ein Deutscher, kennt ihr mei- ne Far- ben? Die Fah- ne weht mir schwarz- weiß- rot vor- Daß für die Frei- heit Deutschlands Männer A star ben Voll heil'- ger Liebe, zeigt mein Banner fei=- nem Fein- de an. Den Helden will ich ritard. wei= glei chen. A = chen, Will Chor. Ich zieh' das 4 Schwert und schlage tap fer drein; Ich bin 2 Deut- scher, will ein Deut- scher sein! ein 111 2. Dem Vaterlande bin ich fest verbunden Und will es lieben innig, fromm und wahr, Will zu ihm stehn auch in den schwersten Stunden Es schirmen stark und mutig in Gefahr. Ob Sturm und Wetter toben, Ich will ihm Treu geloben. Für's Vaterland set ich das höchste ein; Ich bin ein Deutscher, will ein Deutscher fein! 3. Ein Freudenschall klingt hell in allen Landen; Ein Hochgefühl schwellt jedes deutsche Herz: Der große Bau ist herrlich hoch erstanden, Die deutsche Einheit, fest wie Fels und Erz. Mag Neid und Groll rings sprühen, Das deutsche Reich wird blühen. Ich rühme stolz in alle Welt hinein: Ich bin ein Deutscher, will ein Deutscher sein! 4. Mit edlen Fürsten folgt das Volk der Treue Des deutschen Kaisers hehrem Siegspanier. Da strahlt der Freiheit Sonnenglanz auf's neue, Da grünt das Glück und wächst der Wohlfahrt Zier. Gott selbst streut allerwegen Für Deutschland Heil und Segen. Drum, Brüder ruft begeistert im Verein: Ich bin ein Deutscher, will ein Deutscher sein! Otto Rentsch. 104. Mel. Hinaus, hinaus. 1. Herbei, her bei, du trau- ter Sän- gerkreis Her- bei im = = Fes- tesschmuck zum Ju- belcresc. ta= ge! Es rauscht das Lied zu deutscher Tha- ten mf sa= ge. - р - 112 Preis; Es lauscht das Ohr der neuen Hel- den- Ihr herr- li chen Ge- stal- ten, die ihr = schon Ver- gessen fast in Grabesnacht ge sun ken, : = Das Schwert so blank, der Arm so stark, das Herz so decresc. trunken, O schwebt als Geister auf des Liedes Ton. 2. Zurück, zurück! Wo weilt der trübe Blick? Schwer lag's und dunkel auf der deutschen Erde, Des Volkes Kraft dahin und Ehr' und Glück! Wer rief die Freiheit, daß sie wiederkehrte? Auf, Brüder, preist die heilge Männerschlacht! Preist unsern Gott, den Sklavenbandenbrecher! Und Deutschlands Streiter, Deutschlands Schirmer, Deutschlands Rächer Preist, die zerstört des Feindes trok'ge Macht!:,: 3. Es sei, es sei, du teures Vaterland! Dir schwören wir den hohen Schwur der Treue: Gilt's deiner Ehre, greift zur Wehr die Hand; Gilt's deiner Freiheit, kämpfen wir aufs neue! Schwingt, Brüder, schwingt Germaniens Panier! Laßt schallen durch das Thal und hallen wieder:: Das Siegeslied, der Freiheit Lied, das Lied der Lieder: Hoch lebe Deutschland, lebe für und für!:,: Dr. E. A. Mebol 105. - 113 Eigene Melodic. fredd 1. Kennt ihr das Land, so wun- der- schön in sei- ner Eichen grünem Kranz? Das Land, wo auf den sanf- ten Höhn Die Traube reift im Son nen: glanz? Das schöne Land ist uns be- kannt, Es ist das deutsche Va ter= land. = 2. Kennt ihr das Land vom Truge frei, Wo noch das Wort des Mannes gilt! Das gute Land, wo Lieb' und Treu' Den Schmerz des Erdenlebens stillt? Das gute Land ist uns bekannt; Es ist das deutsche Vaterland. 3. Kennt ihr das Land, wo Sittlichkeit Im Kreiſe froher Menschen wohnt? Das heil'ge Land, wo unentweiht Der Glaube an Vergeltung thront? Das heil'ge Land ist uns bekannt; Es ist ja unser Vaterland. 4. Heil dir, du Land, so hehr und groß Vor allen auf dem Erdenrund! Wie schön gedeiht in deinem Schoß Der edlen Freiheit schöner Bund! Drum wollen wir dir Liebe weihn Und deines Ruhmes würdig sein! 8 106. 3 4 ster - 1. Va ter land, = = büh- ret Herz und Hand! = ben, 114 Eigene Melodie. - Va ter land! Dir ges Freu- dig will ich für dich Mir den Hel- den= tod er= werben, Mei- nen Blick dir zu= ge= wandt! 2.:: Hab und Gut:,: Schüßen wir mit frohem Mut; Sei der Feind in fernen Landen Oder bei uns selbst erstanden, Wir bekämpfen seine Wut. 3.:,: Königswort,:,: Ist und bleibet unser Hort; Wo des Königs Fahnen wehen, Woll'n wir treu mit ihnen gehen, Sei es bis zum fernsten Ort. 4.:: Seinen Thron:: Schütten unsre Väter schon; Laßt uns ihren Ruhm erstreben; Wanket nicht, wenn andre beben; Treue findet ihren Lohn! 5.:,: Meinen Gott:: Raubet mir kein frecher Spott. Er hält mich in seinen Händen, Und er wird mein Schicksal wenden, Bleib ich sein in jeder Not. * 6.:,: Unverzagt:,: Sei der schwerste Kampf gewagt. Laßt auf Gott uns gläubig bauen, Unserm König fest vertrauen, Retten unser Vaterland. 115- VIII. Natur- und Wanderlieder. 107. fcr. feld, - - 1. Hin- aus, hin- aus in Got- tes schöne Welt! Mit frischem Mut am leich- ten Wan- dercresc. Ga- be. Eigene Melodie. sta= be! Es rauscht der Hain; es lacht das Äh- renmf Und all die Pracht ist Got- tes mil- de р Die Au- gen auf, ge öffnet weit das = ;* Thor, Um treu und voll den Se- gen auf- zu neh- men. f = Hin- weg, hin- weg die Sor- gen- last, das eit- le decresc. Grä- men, Und froh das Herz zu Gott dem Herrn empor! 8* - - 116- 2. Berg auf, Berg ab mit raschem festem Tritt! Wer wollte bang von künftgen Sorgen träumen? Der Herr ist hier; er leitet jeden Schritt, Und seine Huld, sie kann uns nie versäumen. Mit ihm voran, so muß es gut ergehn! Von ihm bewahrt, ist jeder wohl behalten. Drum, Jünglingsherz, sei nur getrost und laß ihn walten; Du wirst gewiß der Allmacht Wunder sehn. 108. 3. Herbei zu uns, die ihr Genossen seid Von unserm Bund, und reicht uns Bruderhände! Wir bleiben treu in Freuden wie im Leid; Mit unserm Gott geht's doch zu gutem Ende; Denn er ist treu und nach der Wanderschaft Will seine Hand die Heimat uns bereiten. Drum mutig fort, das Knie gestärkt zum Weiterschreiten: Zum Heile geht's; denn Gott ist unsre Kraft! Eigene Melodic. E 1. Auf, ihr Brü- der, laßt uns wal- len In den großen, heil- gen Dom; Laßt aus tau- send Keh- len schal- len Des Ge- sangs le bend'gen Strom, Laßt aus tau- send Reh- len schal= len Des Ge- san= ges Strom! - 117 Wenn die - To= ne sich land, Auf zum Himmel Wünsche ver: 4 schlingen, Knüpfen wir das Bru- der- band; Auf zum A Himmel Wünsche drin- gen Für das teure Va- terdrin- gen, drin- gen Für das teu- re Va- ter= land. 2. In der mächt'gen Eichen Rauschen Mische sich der Männer Sang, Daß der alten Geister Lauschen Sich erfreu am starken Klang, Daß der alten Geister Lauschen Sich erfreu am Klang! Freies Lied tön ihnen Kunde Fort und fort vom freien Geist,:,: Der in tausendstimm'gem Bunde Seine alten Helden preist.:,: 3. Überall in allen Landen Blühet kräftig der Gesang, Der aus tiefster Brust entstanden, Kündet laut des Herzens Drang, Der aus tiefster Brust entstanden, Kündet laut den Drang. Deutsches Lied aus deutschen Herzen Tönet fort von Mund zu Mund,:,: Hemmt die Klagen, heilt die Schmerzen, Knüpfet fest den Bruderbund.:,: 109. 2 -4 1. Das Wan- dern ist des Jünglings Lust, Das muß ein fau - 118- Eigene Melodie. Wandern ist des Jünglings Lust, das Wandern! Das fiel das = ler Jüngling sein, Dem nie- mals = Wandern ein, dem nie- mals fiel das Wandern ein, das Wan 2. Gott selber uns das Wandern lehrt, Das Wandern! Er weckt die Sonne Tag für Tag, Will, daß fie gar nicht ruhen mag Im Wandern. dern! = 3. Und sehn wir oft ihr Wandern nicht, Ihr Wandern, Verhüllt uns Gott ihr Angesicht, Denn selbst die Wolken ruhen nicht, Sie wandern. 4. Das Leben auch ein Wandern ist, Ein Wandern! Es drängt und treibt von Ort zu Ort, Und rastlos muß man mit ihm fort Hier wandern. 5. Die Kraft uns Gott zum Wandern giebt, Zum Wandern! Von seiner Kinder Wanderschaft Heißt's tröstlich, daß von Kraft zu Kraft sie wandern. 110. 3 6. Wandern, Wandern, meine Lust, Wandern! Lebt wohl, lebt wohl, ihr Lieben mein; Ich laß euch Gott befohlen sein Muß wandern! K. Pöls. - - 119- himm= li - Eigene Melodie. 1. Der Mai ist ge kommen; die = Bäume schla- gen aus; Da blei- be, wer Lust hat, mit H Sor- gen zu Haus! Wie die Wol- ken dort wandern am schen Zelt, So steht auch mir der Sinn in die wei= te, wei= te Welt. 2. Frisch auf drum, frisch auf drum im hellen Sonnenstrahl; Wohl über die Berge, wohl durch das tiefe Thal! Die Quellen erklingen; die Bäume rauschen all; Mein Herz ist wie' ne Lerche und stimmet ein mit Schall. 3. D Wandern, o Wandern, du freie Burschenluft! Da weht Gottes Odem so frisch in die Brust! Da singet und jauchzet das Herz zum Himmelszelt: Wie bist du doch so schön, o du weite, weite Welt! 111. 3 4 1. Wem Gott will rech- te Gunst er 2. Die Bäch- lein von den Ber- gen Wunder ih- nen - 120 Eigene Melodie. schickt er in die wei- te Welt, Dem will er sei- ne Lerchen singen hoch vor Lust; Was sollt ich nicht mit S weisen, Dem will er singen, Was sollt ich weisen In Berg und singen Aus vol- ler cresc. H Thal und Kehl' und weisen, Den springen; Die cresc. ff fei= ne Wun- der nicht mit ihnen ЕС 3. Den lieben Gott laß ich nur wal- ten; Der 3 2. Strom und Feld. fri- scher Brust? Bächlein, Ler- chen, Strom und Feld Und Erd' und Him- mel will er= halten, Und Erd' und Himmel will er ile 3 hal ten, Hat auch mein' Sach' auf's best' ge= stellt. = Joseph Freiherr von Eichendorff. 112. 6 8 121- 1. Der Pil ger aus der Fer ne Zieht = Eigene Melodie. seiner Heimat zu; = Dort leuch- ten ſei= ne Ster ne ne, Dort sucht er ſei Ruh. 2. Sein Sehnen geht hinüber, Sein Liebstes liegt im Grab; Die Blumen wachsen drüber, Die Blumen fallen ab. 3. In Königsstätten schimmert Des Goldes reiche Pracht, Und morgen sind zertrümmert Die Städte und die Macht. 4. Die Ströme ziehn hinunter In's wogenreiche Meer; Die Welle geht drin unter, Man sieht sie nimmermehr. 5. Der Harfenton verklinget In stillem Windeswehn, Der Tag, den ec besinget, Muß heute noch vergehn. 6. Der von dem Honigseime Der Ewigkeit geschmeckt, Der Pilger ist daheime Nur, wenn das Grab ihn deckt. 7. Drum treibt ihn auch hinieden Das Heimweh früh und spät; Er sucht dort oben Frieden, Wohin sein Sehnen geht. Dr. Barth 113. 4 1. Den Lie= der zur - 122 - Eigene Melodie. Stab nun ge Hand; Ein = € schwungen, die rü- sti- ger Wandrer zieht sin- gend durchs Land.O köstlich das Wan- dern ver- eint und zu Hauf; Eins freut sich am an- dern und ju- belt frisch auf! D köst- lich das Wandern ver- eint und zu Hauf; Eins freut sich am an= dern und ju- belt frisch auf: frisch auf! 2. Die Heimat, wohl ist sie gar lieblich und schön So blumigt die Thäler, so sonnig die Höh'n! Lieb Heimat, dein denk ich bei jeglichem Schritt; Den Blick doch nicht senk ich: Die Sonne folgt mit. O köstlich 2c. - 123- - 3. D Heimat, wie bist du so fromm und so schön, Wie traut deine Türme, dein Glockengetön! Lieb Heimat, dein denk ich bei jeglichem Schritt; Das Haupt doch nicht senk ich: dein Segen folgt mit. O köstlich 2c. 4. Frisch auf denn, ihr Lieben, ob nahe, ob fern; Die Erde ist hüben und drüben des Herrn! Noch liegt uns so heiter, so offen die Welt; Es sind als Begleiter uns Engel bestellt. D köstlich 2c. Karl Pöls. 114. Eigene Melodie. 1. Ein Sträußel am Hu- te, Den Stab in der Hand, Zieht'ein- sam der Wandrer von Lan- de zu Land. Er zieht manche Straßen; Er sieht manchen Ort; Doch fort muß er wie der, muß weiter fort. = 2. So liebliche Blumen Am Wege da steh'n, Der Wandrer muß leider Vorübergehn; Sie blühen so herrlich; Sie winken ihm hin; Doch fort muß er wieder, Muß weiter ziehn. 3. Wohl sieht er ein Häuschen Am Wege da stehn Umkränzet von Blumen Und Trauben so schön; Hier könnt's ihm gefallen; Er wünscht, es wär' sein; Doch fort muß er wieder Die Welt aus und ein. 115. - Mel. Land der Heimat. 1. In die Fer- ne möcht' ich mei- ne See 124- E fitte meines Vaters Haus. Wo die Berges spit- zen = zie- hen, Weit von 19 glü- hen, Wo die frem- den Blu- men blü- hen, Ruh- te le 2 aus. 2. Hätt' ich Flügel, hätt' ich Flügel, Flög' ich auf zu meinem Stern; Über Meere, Thäler, Hügel Sonder Schranke, sonder Zügel Folgt ich immer meinem Herrn. 3. Seinen Schwestern, seinen Brüdern Will ich mich in Treue nah'n; An den Armen, Blöden, Niedern Will ich dankend ihm erwidern, Was er liebend mir gethan. 4. Einst erklingen andre Stunden, Und das Herz nimmt andern Lauf; Erd' und Heimat ist verschwunden; In den selgen Liebeswunden Löset aller Schmerz sich auf. 5. Meine Seele, gleich der Taube, Die sich birgt im Felsenstein, Wird der Erde nicht zum Raube; In den Himmel dringt mein Glaube, Meine Lieb und Sehnsucht ein. 6. Dort ist Gnade, dort Erbarmen, Ew'ge Füll' und reiche Lust. All ihr Kranken, all ihr Armen, Zum Genesen, zum Erwarmen Kommt an eures Heilands Brust. v. Schenkendorf, † 1817. 4 116. - 125 - Eigene Melodie. 1. Nur mit Je su will ich Pil- ger wan- dern; = Nur mit ihm geh froh ich ein und aus. Ziel find' ich bei kei- nem an= lein bringt Heil in Herz und dern; Er Haus, Weg und Er € alallein bringt Heil in Herz und Haus. 2. Berg und Thal und Feld und Wald und Meere, Froh durchwall ich sie an seiner Hand. Wenn der Herr nicht mein Begleiter wäre,:,: Fänd ich nie das wahre Vaterland.:,: 3. Er ist Schuß, wenn ich mich niederlege; Er mein Hort, wenn früh ich stehe auf; Er mein Rater an dem Scheidewege:: Und mein Trost bei rauhem Pilgerlauf.:,: 4. Bei dem Herrn will stets ich Einkehr halten; Er sei Speis und Trank und Freude mir! Seine Gnade will ich lassen walten;:: Ihm befehl' ich Leib und Sele hier.:: 5. Bis es Abend wird für mich hienieden, Und er ruft zur ew'gen Heimat hin, Bis mit ihm ich gehe ein zum Frieden,:,: Bis sein selger Himmelsgast ich bin.:,: Schück. 117. ( o 1. Wer hat dich, du schöner Wald, Auf- ge= baut so hoch da dro- ben? Wohl, den Meister will ich pp - 126- — - lo- ben, So lang noch mein' Stimm erschallt, will ich decresc. wohl, Le= be р Eigene Melodie. 1 ben, so lang noch mein Stimm erschallt. Lebe cresc. wohl, lebe wohl, le= be wohl, le- be wohl, le= be wohl, du dim. 2: pp schö = ner Wald, le be rallent. wohl, le= be wohl, du schö : ner Wald! 2. Tief die Welt verworren schallt, Oben einsam Rehe grasen ,,: Und wir ziehen fort und blasen, Daß es tausendfach verhallt.:,: Lebe wohl, lebe wohl, Lebe wohl, du schöner Wald! Lebe wohl, lebe wohl, du schöner Wald! 6 8 - 3. Was wir still gelobt im Wald, Wollen's draußen ehrlich halten,:,: Ewig bleiben treu die Alten, Bis das letzte Lied verhallt.:,: Schirm dich Gott, schirm dich Gott, Schirm dich Gott, du deutscher Wald! Schirm dich Gott, schirm dich Gott, du deutscher Wald! Joseph von Eichendorff. 118. Eigene Melodie. 1. - 127- Ich will fröh- lich Denn ich weiß in im= mer fröhlich; 1 bin ich fe lig. sein in Gott, Fröh- lich, al= ler Not In Gott Weil der Freu- dengott ist mein; Drum kann ich wohl fröhlich sein. 2. Hätt ich gleich gar keinen Freund. Ei, was könnt mir's schaden! Wär die ganze Welt mir feind Will ich's auf mich laden. Jesus, dieser Freund ist mein; Mit ihm will ich fröhlich sein. 3. Bin ich dürftig und nicht reich, Mangeln hohe Gaben, Bin ich den Geringsten gleich, Muß ich wenig haben; So ist Gott, der Reichste, mein; Darum kann ich fröhlich sein. 4. Herz und Mut ist fröhlich nun, Fröhlich ist die Seele; Jesu, gieb, daß alles Thun Dich zum Ziel erwähle; Laß mich, o mein Sonnenschein, Ohne dich nicht fröhlich sein. 5. Laß mich fröhlich leben hier, Fröhlich sein im Leide; Hilf mir fröhlich sterben dir; Führ mich zu der Freude, Da du bleibest ewig mein:- Ewig will ich fröhlich sein. Ludämilia Elisabeth, Gräfin zu Schwarzburg- Rudolstadt, † 1675. 119. 2 128 - Volksweise. 1. Geh aus, mein Herz, und su = che Freud In die- ser lie- ben Som- mer- zeit An deines Got- tes Ga- ben; Schau an der schönen Gär- ten- zier Und sie- he, wie sie dir und mir Sich aus- ge- schmücket E ha- ben, Sich aus- ge schmücket = ha= ben. 2. Die Bäume stehen voller Laub, Das Erdreich decket seinen Staub Mit einem grünen Kleide. Narzissen und die Tulipan, Die ziehen sich viel schöner an,:,: Als Salomonis Seide.:,: 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, Das Täublein fliegt aus seiner Kluft und macht sich in die Wälder. Die hochbegabte Nachtigal Ergößt und füllt mit ihrem Schall: Berg, Hügel, Thal und Felder.:,: 4. Die Bächlein rauschen in dem Sand Und malen sich in ihrem Rand Mit schattenreichen Myrten. Die Wiesen liegen hart dabei Und klingen ganz von Lustgeschrei: Der Schaf und ihrer Hirten.:,: 129 5. Der Weizen wächset mit Gewalt! Darüber jauchzet jung und alt Und rühmt die große Güte Des, der so überflüssig labt und mit so manchem Gut begabt :,: Das menschliche Gemüte.:,: - - 6. Ach, denk ich, bist du hie so schön, Und läßt du's uns so lieblich gehn Auf dieser armen Erden: Was will doch wohl nach dieser Welt Dort in dem reichen Himmelszelt:: Und güldnen Schlosse werden!:,: 7. Mach in mir deinem Geiste Raum, Daß ich dir werd ein guter Baum, Den deine Kräfte treiben. Verleihe, daß zu deinem Ruhm Ich deines Gartens schönste Blum: Und Pflanze möge bleiben.:,: Paul Gerhard, † 1676. 120. fier Eigene Melodie. d 1 1. Die Sonn er= wacht; Mit ihrer Pracht Erh füllt sie die Ber- ge, das Thal! O Morgenluft, D Waldes- duft, D gold= ner Son= nen- strahl! 2. Und fahr nun hin Aus Herz und Sinn All Trauern, Angst und Klag! Ins Herz herein Du Morgenschein Und heller Frühlingstag! 3. Ich lobe dich und preise dich, Barmherzger Herr und Gott! Ich danke dir! Bleib du bei mir Im Leben und im Tod! 121. Andantino sempre p ¤ Lei= - - 130- 1. Eigene Melodie. Tief im Hain, da wohnt der Friede, Suche, bist du wan derns- mü= de, Wal le ihm zu; = : bort die lang er- ſehn- te Ruh:} Hain- ge- sän- ge, um flüstern rings = Sie se Klänge, das Ohr, Aus dem Her- zen Frei von Schmerzen Quillt der Hoffnung Trost her= vor. 2. Fühl und sieh, wie Spiel der Quelle, Hauch der Luft dich mild erfrischt; Wie sich dunkel hier, dort helle Licht und Schatten lieblich mischt; Sträuch und Büsche, Bunt Gemische, üppigreiche Pflanzenwelt, Wie so traulich Und beschaulich Alles dir den Blick erhellt. 3. Ja in tiefer Waldesstille Bleibt das Herz dir ewig jung, Und des Schönen reiche Fülle Bringt dem Geiste Kraft und Schwung. Heil'ge Mahnung, Sel'ge Ahnung Hebt und trägt dich himmelwärts, Wandelt Leiden Schnell in Freuden, Sänftigt jeden Erdenschmerz. 122. E6 131. 1 3 4 1. Seht ihr auf den grünen Flu- ren Je- nen Eigene Melodic. hol- den Schäfer ziehn? Seht ihr auch auf seinen Spu= ren Schö- ner al le Felder 3 = treu- en Kennt ihr nicht die from- men Herden? Schau- et blühn? an den Schä- fer stab, Den der Vater in dem Himmel, Sei- nen treu- en Hän- den gab, Sei- nen Hän- den gab! 2. Schaut, ein Lamm hat sich verlaufen, Und er eilt in schnellem Lauf, Läßt den ganzen andern Haufen, Suchet sein Verlornes auf! Auf den Schultern heimgetragen, Bringt es der getreue Hirt; Keines darf nunmehr verzagen,:,: Sei es noch so weit verirrt:,: 9* 3. Möchtet ihr auf dieser Erden Fühlen solche treue Hut, Müßt ihr Schäflein Christi werden, Denen giebt er selbst sein Blut. Herr, mein Gott, auf deine Weiden, An dein Brünnlein leite mich! So durch Freuden als durch Leiden:: Führe du mich seliglich!:,: M. v. Schenkendorf. 123. 3 132- - 1. Freuet euch der schönen Er- de; Denn sie Eigene Melodie. ist wohl wert der Freud'; D, was hat für Herr= lichfeiten Un ser Gott da aus= ge= streut. 2. Und doch ist sie seiner Füße Reich geschmückter Schemel nur, Ist nur eine schön begabte, Wunderreiche Kreatur. = 3, Freuet euch an Mond und Sonne Und den Sternen allzumal, Wie sie wandern, wie sie leuchten Über unserm Erdenthal. 4. Und doch sind sie nur Geschöpfe Von des höchsten Gottes Hand, Hingesät auf seines Thrones Weites, glänzendes Gewand. 5. Wenn am Schemel seiner Füße Und am Thron schon solcher Schein, D was muß an seinem Herzen Erst für Glanz und Wonne sein! Spitta. 124. 4 ich in sü- Ber 133. Eigene Melodic. 6 8 1. Dort un- ten in zu, Ruh' der Müh= le Saß # Und sah dem Rä- der= spie= le, Und sah den Was- sern Und sah dem Rä- der= ſpie= le Und FR sah den Was- sern zu. 2. Sah zu der blanken Säge; Es war mir wie ein Traum,::: Die bahnte lange Wege In einen Tannenbaum:,: 3. Die Tanne war wie lebend, In Trauermelodie :,: Durch alle Fasern bebend, Sang diese Worte sie::, 4. Du kehrst zur rechten Stunde, O Wanderer, hier ein;:: Du bist's, für den die Wunde Mir dringt in's Herz hinein.:,: 5. Du bist's, für den wird werden, Wenn kurz ge= wandert du,:,: Dies Holz im Schoß der Erden Ein Schrein zur langen Ruh.:,: 6. Vier Bretter sah ich fallen; Mir ward's um's Herze schwer;: Ein Wörtlein wollt ich lallen; Da ging das Rad nicht mehr.:,: J. Kerner. 125. 134- E 1. Wenn ich den Wand'rer fra= ge: er, und seuf zet Volksweise. TH Wo kommst du her? Von Hau- se, von Hau- se, spricht = schwer; von Hau- se, von Hause, spricht er und seuf- zet schwer. 2. Wenn ich den Landmann frage! Wo gehst du hin?:: Nach Hause, nach Hause, Spricht er mit leichtem Sinn.:,: 3. Wenn ich den Freund nun frage? Wo blüht dein Glück?:: Zu Hause, zu Hause, Spricht er mit frohem Blick.:,: 4. So hat man mich gefraget: Was quält dich sehr? :,: Ich kann nicht nach Hause, Hab' keine Heimat mehr.:, 5. Hab Christen oft gefraget: ,, Was freut euch sehr?" :,: ,, Die himmlische Heimat Weit überm Sternenmeer.":,: 126. - 135 11 Volksweise. 3 4 1. In der Heimat ist es schön, Auf der Berge lichten Höh'n, Auf den schroffen Fel- sen3 Sole C pfa- den, Auf der Fluren grünen Saa- ten, Wo die Her- den wei- dend gehn. In der Heimat ist es 3 schön, In der Hei- mat ist es schön! 2. In der Heimat ist es schön; Wo die Lüfte sanfter wehn, Wo ins Thal so silberhelle Sich ergießt die Felsenquelle, Wo der Eltern Häuser stehn. In der Heimat 2c. 3. In der Heimat ist es schön, könnt' ich sie bald wiedersehn, um im Kreise meiner Teuern Froh das Wiederseh'n zu feiern Bald werd' ich sie wiederseh'n. In der Heimat 2c. 127. 3 Früh - = 136- - 1. D wie ist die Welt so schön, Volksweise. lings- klei- de, auf den Höh'n, Le= ben, Frie In den Thä- lern = In dem Har- fen- klang; 2o- bet Gott den de, Freu- de! Sü- ße Düf- te, Vogel- sang; Stimmet ein mit Her = ren, Lo= bet Gott den Herren! 2. Singt ein heil'ges Lied dem Herrn; gewande Prangen Fluren nah' und fern; alle Lande! Wo sein Lebensodem weht, verjüngt ersteht:: Singt dem Herrn zu Ehren!:,: Da im BrautJauchzt ihm, Alles neu 3. Ja, die schöne Wunderwelt, Preist des Schöpfers Ehre; An dem hohen Sternenzelt Jauchzen seine Heere. Tag verkündigt's froh dem Tag, Und die Nacht, sie singt es nach,:: Preist auch unsern Herren!:,: 4. Darum soll auch Preis und Dank Meine Seele bringen und den heil'gen Lobgesang Meinem Schöpfer fingen. Ist die Erde schon so schön, Was wirds sein in Himmelshöhn? Ewig will ich loben Meinen Herren droben. 128. P 4 1. Gold= ne Wie bist du so Won- ne - - 137- - Dei- Eigene Melodie. A= bend- son= ne, !! schön! Nie kann oh = nen Glanz ich ſehn. = ne 2. Willst nun, Sonne, fliehen Mit dem schönen Strahl? Nach dem Meere ziehen Über Berg und Thal? 3. Abendglocken singen Von der Türme Dach Mit gewalt'gen Schwingen Dir den Abschied nach. 4. Und die Hände heben Zum Gebet sich all'; Die Gebete schweben Auf zum Glockenschall. 5. Noch erhellt dein Blißen Auf dem Turm den Kranz Und der Berge Spigen Mit dem Purpurglanz. 6. Seht, sie ist geschieden, Läßt uns in der Nacht; Doch wir sind im Frieden! Der im Himmel- wacht! H. Barth. 129. be 1. Was Giebt - 138 - Eigene Melodie. frag' ich viel nach Gott mir nur ge ich zufrieden bin. hab ich fro- hen Sinn = Geld und Gut, Wenn sun des Blut, So = Und sing aus dank- baAbend lied. rem Gemüt Mein Morgen- und mein 2. So mancher schwimmt im Überfluß, Hat Haus und Hof und Geld Und ist doch immer voll Verdruß, Und freut sich nicht der Welt: Je mehr er hat, je mehr er will; Nie schweigen seine Klagen still. = 3. Da heißt die Welt ein Jammerthal Und däucht mir doch so schön, Hat Freuden ohne Maß und Zahl, Läßt keinen leer ausgehn. Das Käferlein, das Vögelein Darf sich ja auch des Maien freun. 4. Und uns zu Liebe schmücken ja Sich Wiese, Berg und Wald; Und Vögel singen fern und nah, Daß alles wiederhallt. Bei Arbeit singt die Lerch' uns zu, Die Nachtigall bei süßer Ruh. 5. Und wenn die goldne Sonn' aufgeht Und golden wird die Welt: Wenn alles in der Blüte steht, Und Ähren trägt das Feld; Dann denk ich: Alle diese Pracht Hat Gott zu meiner Lust gemacht. 6. Dann preis' ich laut und lobe Gott Und schweb' in hohem Mut Und denk: Es ist ein lieber Gott Und meint's mit Menschen gut!- Drum will ich immer dankbar sein Und mich der Güte Gottes freun! 3. M. Miller. 130. Zeit- in fü - 139 6 1. Des Mor- gens in der schö = Ber - Eigene Melodie. Som = mer= freud'! si= het der Vo= gel auf grü- nem Zweig. Welch : nen Da ff Klang! Welch süßen Klang haft T du, Ge- sang Im Frei- en ist mir nicht bang. 2. Ach Vöglein, liebes Vöglein mein- in Sommerfreud'! Du ladest zum Lobe des Herrn mich ein. Welch süßer 2c. 3. Wie singst du froh, so frisch und frei- in Soms merfreud'! All' Sorgen und Mühen führt Gott vorbei. Welch süßer 2c. 4. Jhr Sänger, schwingt euch himmelan- in Sommerfreud'! Nun singet im Freien, was loben kann. Welch süßer 2c. Altes Volkslied. - 140- Register. ( Die Zahlen in Klammern bedeuten die Nr. des Liedes in der ersten Auflage.) Abermal ein Jahr verflossen Ach bleib mit deiner Gnade Allein Gott in der Höh sei Ehr Auferstehn, ja auferstehn Auf ihr Brüder! laßt uns wallen. Befiehl du deine Wege Bis hieher hat mich Gott gebracht Brüder reicht die Hand Brüder, seht die Bundesfahne Danket dem Herrn! Wir. Das Wandern ist des Jünglings Lust Daß es auf der armen Erde. Dem König, welcher Blut Den Stab nun geschwungen Der beste Freund ist in dem Himmel Der du in Todesnächten Der Herr fährt auf gen Himmel Der Herr hat uns so weit gebracht Der Mai ist gekommen Der Pilger aus der Ferne. Des Morgens in der schönen Zeit Deutschland, Deutschland über alles Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi. Die Sach' ist dein, Herr Jesu Christ Die Sonn' erwacht; mit ihrer Pracht Dies ist die Nacht, da mir erschienen Dir, dir Jehovah, will ich singen Dort unten in der Mühle Du Stern in allen Nächten Nr. Nr. ( 17) 22 ( 61) 71 ( 6) 1 ( 79) 94 ( 109) 108 76 ( 60) ( 16) 21 ( 28) 39 ( 26) 38 11 ( 110) 109 32 ( 8) 9 ( 118) 113 ( 33) 40 ( 72) 87 30 23 ( 108) 110 ( 129) 112 130 ( 92) 101 54 ( 25) 35 ( 115) 120 17 8 ( 130) 124 ( 68) 85 - 141 Eines wünsch ich mir vor allem andern Einer ist's, an dem wir hangen. Ein feste Burg- ist unser Gott Ein Sträußel am Hute Es braust ein Ruf wie Donnerhall Es ist noch Raum Fahre fort, fahre fort Freiheit, die ich meine Freuet euch der schönen Erde Fröhlich soll mein Herze springen. Halleluja, Gott zu loben Harre meine Seele, harre des Herrn Heil dir im Siegerkranz. Heil, unserm Kaiser, Heil! Herbei, herbei du trauter Sängerkreis Herbei, herbei ihr Brüder all Herbei, o ihr Gläubiger. Herr, du hast uns reich gesegnet Herz und Herz vereint zusammen Hier stehen wir von nah und fern Hinaus, hinaus, in Gottes schöne Welt Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket. Ich bete an die Macht der Liebe Ich bin ein Deutscher, kennt ihr Ich hab mich ergeben mit Herz Ich habe nun den Grund gefunden Ich hatt, einen Kameraden. Geh aus, mein Herz und suche Freud...( 124) Goldne Abendsonne, wie bist du so schön Gott segne Preußenland. Großer Gott, wir loben dich Ich will fröhlich sein in Gott Ich will streben nach dem Leben • Jesu, geh' voran, auf der Lebensbahn Jesus Christus herrscht als König Jesus meine Zuversicht.. Ihr Freunde und Genossen . Nr. Nr. ( 51) 74 ( 73) 88 ( 67) 83 ( 113) 114 99 86 ( 84) ( 70) ( 43) 59 ( 90) 98 ( 126) 123 ( 12) 15 ( 81) 96b ( 9) 5 ( 4) ( 53) ( 85) 119 128 ( 13) ( 54) ( 87) 96a ( 97) 104 ( 37) 51 ( 15) 19 ( 39) 50 ( 23) 41 ( 38) 49 .( 107) 107 3 57 96 ( 44) ( 64) 16 67 ( 93) 103 ( 82) 97 ( 59) 72 ( 89) 100 118 64 75 ( 21) 31 ( 74) 90 56 - 142- - In der Heimat ist es schön In die Ferne möcht ich ziehen In unsers Königs Namen. Kennt ihr das Land, so wunderschön Komm, o komm du Geist des Lebens Kommt Kinder, laßt uns gehen.. Land der Heimat, Land der Berge Laßt mich gehen Lebt wohl, wir sehn uns wieder Lobe den Herren, den mächtigen König Lobe den Herren, o meine Seele Marter Christi, wer kann dein Mein Fels hat überwunden Mein Leben ist ein Pilgrimstand Mir nach! spricht Christus, unser Held. Mir ist Erbarmung widerfahren Mit Ernst ihr Menschenkinder Mit warmem Bruderherzen Nun danket alle Gott Nun hiezu sage Amen Nur mit Jesu will ich Pilger wandern O daß ich tausend Zungen hätte O du fröhliche, o du selige O Haupt voll Blut und Wunden Dheilger Geist, kehr bei uns ein DJesu, göttlich Wunderkind. O Tod, wo ist dein Stachel nun O Welt, sieh hier dein Leben O wie ist die Welt so schön Rüstet euch, ihr Christenleute. ● . Schönster Herr Jesu, Herrscher Seht ihr auf den grünen Fluren Sei angebetet, sei gepriesen Sei getreu bis in den Tod Sicher in Jesu Armen Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig ● . . Nr. Nr. 126 ( 112) 115 ( 27) ( 104) 105 37 ( 65) ( 1) ( 100) 102 ( 76) 93 ( 41) 53 ( 2) ( 19) ( 20) ( 75) ( 57) ( 49) ( 35) ( 7) ( 42) ( 3) ( 14) ( 18) ( 121) 116 ( 22) ( 46) ( 10) ( 32) 16479 108 18842 2478160B477 18 620 26 8 18 28 25 27 68 10 22 12 1 23 69 ( 55) 34 ( 58) 92 13 33 42 81 73 - 143- So nimm denn meine Hände.. Steil und dornig ist der Pfad - Tief im Hain da wohnt der Friede Treue Liebe bis zum Grabe Treuer Heiland, wir sind hier Triumph, Triumph! es kommt mit Umgürte du, o Herr, mit Kräften. Unter Lilien jener Freuden Pater, kröne du mit Segen. Vaterland, Vaterland, dir gebühret Wach auf du Geist der ersten Zeugen Wachet auf, ruft uns die Stimme. Wann grünt dein ganzer Erdenkreis Was frag ich viel nach Geld und Gut. Weißt du, wer dich innig liebet... Wem Gott will rechte Gunst erweisen Wenn alle untreu werden . Wenn ich den Wandrer frage Wenn ich ihn nur habe Wer hat dich, du schöner Wald Wer will ein Streiter Christi sein ● Wie herrlich ist's, ein Schäflein Christi Wie lieblich ist's hienieden. Wie reizend schön, Herr Zebaoth Wie schön leuchtet der Morgenstern Wie soll ich dich empfangen Wie wird uns sein, wenn endlich Wir reichen uns zum Bunde Wo findet die Seele die Heimat Jeuch, König, in die Herzen ein. Zieht in Frieden eure Pfade ● ● ● . . ● . . . Nr. ( 47) ( 122) 121 ( 94) 101a ( 24) 36 29 ( 36) ( 78) ( 80) ( 105) ( 71) ( 45) ( 69) Nr. 55 58 48 91 95 106 89 62 84 129 ( 63) 63 ( 114) 111 82 125 ( 29) ( 48) ( 40) ( 66) ryry ( 117) 117 45 ( 31) ( 50) 66 ( 30) 46 ( 62) 80 ( 52) 70 ( 11) 12 78 43 65 14 52 Inhaltsverzeichnis. I. Loblieder. II. Christliche Feste. a. Adventslieder.. Nr. 12-14 b. Weihnachtslieder. 15-20 c. Neujahrslieder. 21-23 d. Passionslieder 24-26 27-29 30-31 32-34 e. Osterlieder f. Himmelfahrtslieder g. Pfingstlieder . Nr. III. Gemeinschafts- und Bun deslieder IV. Chriftliches Leben. V. Missionslieder VI. Begräbnislieder VII. Vaterlandslieder VIII. Natur- und Wanderlieder 1-11 12-34 35-56 57-83 84-89 90-94 95 106 107-130 Daut you F. Dants, ain Ploth, Sibericle. Inches 90000000000 Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 5 Bering des Wefens 6 Farbkarte# 13 Green 1836 7 3 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8