gb 3270 Gb www.77 Gelobt und gepriesen sei ohne End' Das heiligste und göttlichste Sacrament! Besuchungen des heiligsten Altars- Sahramentes und der seligsten Jungfrau Maria vom heil. Alphonsus M. von Liguori. Mit Erlaubnik geistlicher Obrigkeit. Mit bischöflicher Approbation Dülmen bei Münster i. W. A. Laumann'sche Verlagshandlung und Buchdruckerei ( Fr. Schnell) 1887. 3270 لا Univ.- Bibl. Giessen Der allzeit jungfräulichen und fleckenlosen Gottesmutter Maria. a ich nunmehr im Begriffe stehe, o meine heiligste Königin, dies arme Büchlein, das von der Liebe deines Sohnes handelt, erscheinen zu lassen, so wüßte ich nicht, wem ich passender dasselbe widmen könnte, als dir, meiner lieben Mutter, die du von allen Geschöpfen ihn am meisten liebst. Durch diese Schrift, welche ich zu dem einzigen Zwecke verfaßt habe, die Liebe zu Jesus Christus in den Seelen meiner Mitmenschen zu fördern, glaube ich mir das Wohlgefallen deines heiligsten Herzens zu erwerben, das ja keinen lebhaftern Wunsch kennt, als deinen göttlichen Sohn von Allen so geliebt zu sehen, wie er es verdient. Dir also widme ich dies Büchlein, so wie es ist: nimm es huldreich auf, würdige es deines Schutzes und laß es nicht so sehr mir selbst vor den Menschen zum Ruhme 1* gereichen, als vielmehr in seinen Lesern bewirken, daß sie in Zukunft mit größerer Treue und Innigkeit die unendliche Liebe erwiedern, welche unser süßester Heiland durch sein bitteres Leiden und die Einsetzung des heiligsten Altarssakramentes uns an den Tag gelegt hat. Ich lege es zu deinen Füßen nieder mit der Bitte, nicht nur dieſe geringe Gabe als dein Eigenthum anzusehen, sondern auch den Spender derselben, der seit langer Zeit alle seine Hoffnung auf dich gesetzt hat und so glücklich sein möchte, für jetzt und in alle Zukunft zu heißen und zu ſein, o huldreiche Gebieterin, dein dich herzlich liebender, wenn auch unwürdiger Diener Alphonsus von Liguori, aus der Congregation des allerheiligsten Erlösers. Vorwort zu den Besuchungen des heiligsten Altarssakramentes. ie heilige Kirche lehrt uns, und wir sind verpflichtet, es zu glauben, daß in der confecrirten Hostie Jesus Christus unter der Gestalt des Brodes wahrhaft zugegen ist. Bedenken wir zugleich, daß er auf unseren Altären wie auf einem Throne der Liebe und der Barmherzigkeit weilt, um uns Gnaden zu spenden und uns einen Beweis jener Liebe zu geben, die ihn bewogen hat, Tag und Nacht verborgen in unserer Mitte zu wohnen. Wie wir wissen, hat die Kirche das Frohnleichnamsfest mit feierlicher Octave, mit Aussetzung des hochwürdigstent Gutes und den jetzt noch üblichen glanzvollen Prozessionen vorzüglich eingesetzt, um die Menschen zu veranlassen, durch ihre Huldigungen, Danksagungen und frommen Anmuthungen diese liebevolle Gegenwart Jesu Christi im Sakramente des Altars anzuerkennen und zu verehren. O mein Gott, welche Schmach und Verachtung hat nicht bis auf den heutigen Tag dieser liebevolle Heiland in seinem Sakramente von eben den Menschen erfahren müssen, denen zu Liebe er doch auf unsern Altären verbleiben wollte! Er selbst klagte dieses seiner treuen Dienerin Maria von Alacoque, wie uns der Verfasser des Buches von der Andacht zum Herzen Jesu" berichtet. Als dieselbe nämlich eines Tages in Andacht vor dem heiligsten Altarssakramente weilte zeigte ihr Jesus sein Herz; Es schwebte über einem Feuerthrone, eine Dornenkrone umschlang es, und es war von einem Kreuze überragt. Zugleich sprach der Heiland: ,, Siehe an dieses Herz, das die Menschen so innig geliebt hat, daß kein Opfer für sie ihm zu groß war! Es möchte in Flammen aufgehen, um ihnen feine Liebe zu beweisen. Allein, statt des Danfes erfahre ich dafür von Seiten der meisten Menschen nur Undankbarkeit, indem sie mir in diesem Sakramente der Liebe mit Unehrerbietigkeit, Kälte, gottesschänderischer Bosheit und Berachtung begegnen. Und, was mich am meiſten schmerzt, es befinden sich Herzen darunter, die sich mir geweiht haben!" Hierauf eröffnete ihr Jesus, wie es sein Wille sei, daß am ersten Freitage nach der Frohnleichnamsoctave ein besonderes Fest zur Berehrung seines anbetungswürdigen Herzens gefeiert werde, an welchem die ihn liebenden Seelen durch ihre andächtigen Gebete und innigen Anmuthungen ihm einige Genugthuung für die zahlreichen Unbilden leisteten, welche ihm die Menschen in diesem Sakramente zufügen. Endlich verhieß er Allen, welche 7- ihm diese Ehre erzeigen würden, die reichlichsten Gnadengeschenke. Hieraus ergibt sich- was übrigens der Herr schon durch seinen Propheten ausgesprochen hat daß es ihm zur Bonne gereicht, unter den Menschenkindern zu wohnen, ja daß er nicht lassen kann von ihnen, obwohl sie ihm mit Verachtung und Gleichgültigkeit begegnen. - So erfahren wir aus dem Gesagten ebenfalls, wie wohlgefällig dem Herzen Jesu die Seelen sind, welche ihn in den Kirchen, wo er im heiligsten Altarssakramente zugegen ist, häufig besuchen und ihm Gesellschaft leisten. Der heil. Magdalena von Bazzis legte der Heiland selbst auf, ihn jeden Tag drei und dreißig Mal zu besuchen; und die treue Braut gehorchte ihm so pünktlich, daß sie sogar, wie in ihrer Lebensgeschichte erzählt wird, bei diesen Besuchen dem Altare möglichst nahe zu treten suchte. Könnten hier jene frommen Seelen sprechen, die sich mit ihrem im allerheiligsten Sakramente gegenwärtigen Jesus häufig unterhalten; könnten sie uns erzählen, welche Gnadengeschenke, welche Erleuchtungen, welche Liebesgluthen ihnea da= selbst zu Theil werden, welch paradiesische Se ligkeit sie in der Gegenwart ihres Gottes genießen. Der Diener Gottes P. Aloysius La Nusa, später ein ausgezeichneter Missionar in Sicilien, glühte als weltlicher Jüngling schon in so großer Liebe zu Jesus Christus, daß es schien, er könne sich aus der Gegenwart seines theuren Heilandes fast gar nicht mehr entfernen. So groß war die Wonne, welche er in derselben empfand, daß, als ihm sein Seelenführer ver-- 8boten hatte, länger als eine Stunde vor dem heiligsten Altarssakramente zu bleiben, Jedermann es wahrnehmen konnte, welche Mühe es ihm kostete, nach Verlauf dieser Zeit, dem Gehorsam zu genügen und vom Herzen seines Jesus sich loszureißen. Einem Säuglinge glich er, der von der Mutterbrust mit Gewalt entfernt wird, wenn er eben mit der größten Begierde seine Nahrung genießt. Mußte er sich dann endlich doch entfernen, so blieb er noch eine Weile stehen, sein Auge haftete am Altare und immer wieder verneigte er sich, als brächte er es nicht über sich, von seinem göttlichen Herrn sich zu verabschieden, dessen Gegenwart ihm so süß und trostreich war. So mußte auch dem heiligen Aloysius von Gonzaga der Befehl ertheilt werden, sich nicht zu lange vor dem hochwürdigsten Gute aufzuhalten. Und wenn er an demselben vorüberging und sich mit süßer Gewalt zu seinem Heilande hingezogen fühlte, so konnte er sich mit größter Mühe nur entfernen, wobei er dann mit zärtlicher Liebe auszurufen pflegte; Weiche von mir, o Herr! ach, weiche doch!" Auch der heil. Franz Xaverius fand vor dem hochwürdigsten Gute seine Erholung inmitten der großen Mühsale, die er in Indien zu ertragen hatte. Nachdem er den Tag der Sorge für die Seelen gewidmet, verwandte er die Nacht auf das Gebet vor dem heiligsten Altarssakramente. Dasselbe pflegte der heilige Franz Regis zu thun, und fand er zuweilen die Kirche geschlossen, so genügte es ihm, wenn auch in Nässe und Kälte, an der Thüre auf den Knieen zu liegen, um so wenigstes aus der Ferne seinem Dayanm 4 9 im Sakramente verborgenen Tröster Gesellschaft zu leisten. In all seinen Nöthen und Bedrängnissen floh der heilige Franz von Assisi zum heiligsten Altarssakramente, um das Vorgefallene seinem Jesus mitzutheilen. Groß bis zum Uebermaße war die Andacht des Königs Wenceslaus zum hochwürdigsten Gute. In diesem gottseligen Fürsten glühte eine solche Jesusliebe, daß er nicht nur eigenhändig Weizen und Trauben sammelte, um daraus Hostien und Wein zu bereiten und diese dann zum Gebrauche bei der heil. Messe zu vertheilen, sondern auch mitten im Winter und bei dunkler Nacht sich in eine Kirche begab, in welcher das heiligste Altarssakrament aufbewahrt wurde. Bei diesen Besuchen wurde seine schöne Seele von solchen Flammen göttlicher Liebe erfaßt, daß ihre Gluthen sogar auf seinen Körper übergingen, dessen Berührung alsdann dem Schnee seine Kälte zu benehmen schien. Wie uns nämlich im Leben des Heiligen erzählt wird, befahl er aus Mitleid seinem Begleiter, den beim Durchwaten des hohen Schnees heftig fror, ihm unmittelbar zu folgen und in seine Fußstapfen zu treten, worauf der Bediente wirklich keine Kälte mehr empfand. Beim Lesen dieser Besuchungen wirst du auch noch andere Beispiele finden, die dir zeigen, welche Wonne gottliebende Seelen in der Gegenwart des heiligsten Altarssakramentes genossen haben. Ja, du kannst wahrnehmen, daß alle Heiligen für diese süßeste aller Andachten eingenommen waren, da wir ja auf Erden auch keine reichere Freudenquelle, fein wünschenswertheres Gut finden 10 können als Jesus Christus im allerheiligsten Sakramente. Das unterliegt keinem Zweifel, daß von allen Andachtsübungen- den Empfang der heiligen Sakramente allein ausgenommen die Anbetung Jesu im hochwürdigsten Gute die erste, Gott die angenehmste und uns die nützlichste ist. Zögere daher nicht, fromme Seele, diese Uebung fleißig vorzunehmen. Beschränke dich etwas im Verkehre mit dieser Welt, und von heute an verweile jeden Tag einige Zeit, etwa eine halbe oder doch eine Viertelstunde lang in einer Kirche, welche das heiligste Altarssakrament birgt. Kostet und sehet, wie süß der Herr ist. Ps. 33. Stelle nur einmal einen Versuch an und du wirst den großen Nußen wahrnehmen können, den du aus dieser Andacht schöpfest. Wisse auch, daß die Zeit, welche du der Anbetung des hochwürdigsten Gutes widmest, dir den größten Nußen in diesem Leben und den süßesten Trost im Sterben, ja für die ganze Ewigkeit verschaffen wird. Bedenke ferner: daß du vielleicht größern Gewinn aus einem viertelstündigen Gebete vor dem heiligsten Sakramente als aus den andern Uebungen des ganzen Tages ziehen wirst. Allerdings erhört Gott überall das Flehen der Seele, welche zu ihm betet, da er ja selbst gesprochen: Bittet und ihr werdet empfangen. Joh. 16; allein, es fann behauptet werden, daß Jesus Christus im hochwürdigsten Gute seine Gnade in reicherer Fülle spendet. Auch der sel. Heinrich Suso lehrt, daß der Heiland von seinem Sakramente aus die Gebete lieber erhört. Und wo haben auch die heiligen Seelen schönere Entschlüsse gefaßt 1 1 11 als vor dem allerheiligsten Sakramente? Wer weiß, ob auch du nicht eines Tages vor einem Tabernakel den Entschluß fassen wirst, dich ohne Vorbehalt deinem Gott zu schenken? Was mich betrifft, so muß ich aus Dankbarkeit hier die Wahrheit bekennen: Diesen Besuchungen des heil. Altarssakramentes, so lau und mangelhaft ich dieselben auch verrichtete, verdanke ich es, daß ich mich aus dem Weltleben, das ich bis zum Alter von sechs und zwanzig Jahren geführt, zurückgezogen habe. Wohl euch, wenn ihr dasselbe noch frühzeitiger verlasset und euch dem Herrn schenkt, der sich zuerst euch ganz hingege= ben hat! wohl euch, ich wiederhole es, nicht nur für die Ewigkeit, sondern auch für dies zeitliche Leben schon. O glaubt es mir: Alles ist Thorheit und Wahnsinn. Gastmähler, Schauspiele, Unterhaltung, Lustbarkeiten, das sind die Güter voll der dieser Welt; aber Güter sind es Galle und der Dornen. Schenkt mir Glauben; denn ich weiß dies aus Erfahrung und wie be= dauere ich, daß dem so ist! Seid überzeugt davon, die Seele, welche sich mit einiger Sammlung vor dem hochwürdigsten Gute aufhält, genießt dabei eine höhere Wonne, als ihr die Welt mit all ihrer Bracht und all ihren Lüsten gewähren kann. O welch ein edler Genuß, gläubig und mit zarter Andacht vor einem Altare zu knieen und daselbst vertraulich mit Jesus Christus zu reden, der stets bereit ist, unsre Bitten anzuhören und zu erhören! Welch ein Trost, ihn da um Vergebung unsrer Sünden zu bitten, ihm alle unsere Wünsche vorzutragen, wie ein Freund dem Freunde, auf dem er all - - 12 sein Vertrauen gesetzt hat. Welch eine süße Freude, ihn da um seine Gnade, um seine Liebe und um Aufnahme in den Himmel zu beschwören! Welch eine Seligkeit ganz besonders, sich in Liebesbetheuerungen zu ergießen vor diesem göttlichen Herrn, der auf unsern Altären weilt, um uns Liebe zu bezeigen und zu seinem ewigen Vater für uns zu beten! Liebe nur ist es ja, welche ihn unter uns zurückhält und bestimmt, verborgen hier zu wohnen, obwohl so viele Menschen ihn verkennen und verachten. Doch wozu noch fernere Worte: Kostet und sehet. Von den Besuchungen der seligsten Jungfrau. Was diese Besuchungen betrifft, so ist hier des eben so berühmten als nun allgemein angenommenen Ausspruches des heil. Bernard zu erwähnen, daß uns nämlich Gott der Herr keine Gnade spendet außer durch die Hand Mariens. So behauptet auch P. Suarez, es sei heute die in der Kirche gangbare Ansicht, daß zur Erlangung der Gnaden die Vermittlung Mariens nicht Eine nur nüßlich, sondern nothwendig sei. mächtige Stüße findet diese Lehre in der Thatjache, daß die heilige Kirche der seligsten Jungfrau die Worte in den Mund legt: In mir ist alle Hoffnung des Lebens und der Tugend, kommet zu mir ihr Alle. Eccl. 34. Und ferner: Selig ist der Mensch, der mich hört und täglich an meiner Schwelle wacht. Spr. 8. Selig diejenigen, die fleißig, ja, täglich an der Thüre meiner mächtigen 13 Fürbitte anklopfen; denn wer mich findet, der findet das Leben und erlangt Heil vom Herrn. Mit Recht verlangt daher die heilige Kirche, daß wir Maria unsere gemeinsame Hoffnung nennen dem Gruße: Unsere Hoffnung, sei gegrüßt! Deshalb stellt der heil. Bernard, der Maria sogar den Grund all seiner Hoffnung nennt, an uns die Aufforderung: Suchen wir Gnade, aber suchen wir sie durch Maria!" Und, bemerkt der heilige Antonin, wollten wir Gnaden suchen, ohne uns an Maria zu wenden, so würden wir zu fliegen suchen ohne Flügel und nur Geringes oder gar nichts erlangen. In den wechselseitigen Anmuthungen" des P. Auriemma liest man von den zahllosen Gnaden, die Maria jenen erwiesen hat, welche die segensreiche Gewohnheit hatten, sie in ihren Kirchen oder vor ihren Bildern zu besuchen. Da findet man, wie der sel. Albert der Große, der Abt Ruppert und P. Suarez bei solchen Besuchungen die Gabe der Wissenschaft erlangt haben, durch welche sie in der Kirche so berühmt wurden; da erfährt man, welche Gnaden Maria dem sel. Johannes Berchmans aus der Gesellschaft Jesu erwirkte, der ihr Bild in einer Kapelle des römischen Collegiums täglich zu besuchen pflegte; der auf alle Liebe der Welt verzichtete, um nach Gott die seligste Jungfrau über Alles zu lieben, und der unter das Bild seiner theuersten Königin die Worte geschrieben hatte: Nimmer werde ich ruhen, bis ich eine zärtliche Liebe zu meiner Mutter erlangt habe;" da wird uns von den Gnaden 14 erzählt, die Maria dem heiligen Bernardin von Siena erflehte, der als Jüngling schon sie an einem Thore seiner Vaterstadt vor einem ihrer Bilder besuchte und dabei betheuerte,, dieſe feine Gebieterin habe ihm sein Herz geraubt, keine Andre besize die Liebe seiner Seele und er könne sich gar nicht enthalten, ihr Besuche abzustatten," wogegen sie ihm die Kraft verlieh, die Welt zu verlassen und ein großer Heiliger, sowie der Apostel Italiens zu werden. So verbinde denn auch du, meine Seele, mit deiner täglichen Besuchung des heiligsten Altarssakramentes einen Besuch der seligsten Jungfrau in einer ihr geweihten Kirche oder vor einem ihrer Bilder in deinem Hause. Und wenn du diese Uebung mit Vertrauen und Liebe vornimmst, so darfst du große Gnadengeschenke von dieser dankbarsten Königin erwarten, welche, wie der heilige Andreas von Creta sich aus. drückt, auch das Geringste mit Großem zu vergelten pflegt. O Maria, mild und gut, Meine Hoffnung auf Dir ruht, Immer muß ich Dein gedenken: Wolle mir Erbarmen schenken! Von der geistigen Communion. Da bei jeder der folgenden Besuchungen des heiligsten Altarsfakramentes die geistige Com: munion empfohlen wird, so ist es gut, daß hier erklärt werde, was darunter zu verstehen ist und welchen Nußen sie uns bringt. Dieselbe besteht nach dem heil. Thomas in einer lebhaften 15 Begierde, Jesus im heiligsten Sakramente zu empfangen und in einer liebevollen Umfangung, als hätte man ihn wirklich in sein Herz aufge= nommen. Wie wohlgefällig Gott diese geistigen Communionen sind und welche Gnaden er uns mit. telst derselben spendet, ließ er seine Dienerin, die Schwester Paula Maresca, Stifterin des Klosters zur heiligen Katharina von Siena in Neapel erkennen, als er ihr zwei kostbare Gefäße, das eine von Gold und das andere von Silber zeigte und ihr gleichzeitig bemerkte, in dem goldenen bewahre er ihre sakramentalen, in dem filbernen aber ihre geistigen Communionen auf. Auch sagte er zur sel. Johanna vom Kreuz, fie erhalte bei jeder geistigen Communion eine Gnade, welche jener ähnlich sei, die ihr bei der wirklichen Communion gespendet werde. Von besonderer Wichtigkeit ist es endlich, daß das heil. Concil von Trient dieser Weise zu communiciren rühmend erwähnt und das gläubige Volk dazu ermuntert. Aus diesen Gründen pflegen alle frommen Seelen diese Uebung häufig vorzunehmen. Die fel. Agatha vom Kreuz empfing die geistige Com munion zweihundert Mal des Tages. P. Petrus Faber, der erste Genosse des heil. Ignatius lehrt, eines der wirksamsten Mittel, die sakramentale Communion würdig zu empfangen, bestehe in dieser geistigen Vereinigung mit dem Heilande. Wer also in der Liebe Jesu zuzunehmen wünscht, der empfange die geiſtige Communion wenigstens einmal bei jeder Besuchung des heiligsten Altarssakramentes und bei Anhörung der 16 heiligen Messe; und am besten wäre es sogar, wenn man es bei diesen Gelegenheiten dreimal thäte, zu Anfang nämlich, gegen die Hälfte und Es ist dies eine An am Schlusse derselben. dachtsübung, die viel segensreicher wirft, als Manche es glauben, und sich dabei doch so leicht vornehmen läßt. Die oben erwähnte fel. Johanna vom Kreuz pflegte zu sagen, die geistige Communion könne man ja empfangen, ohne daß Jemand es wahrnehme, ohne nüchtern zu sein, ohne die Erlaubniß des Beichtvaters zu bedürfen; zu jeder Stunde könne man ja communiciren, da mit einem Liebesacte alles vollbracht sei. Gebet, das man bei Beginn einer jeden Besuchung des heiligsten Altars sakramentes verrichtet. Herr Jesus Christus, der du aus Liebe zu den Menschen Tag und Nacht voll Güte und Barmherzigkeit in diesem Sakramente weilst und Alle, welche dich besuchen, erwartest, rufft und empfängst! ich glaube, daß du im allerheiligsten Sakramente des Altars gegenwärtig bist, ich bete dich an hier im Abgrunde meines Nichts und danke dir für alle Gnaden, welche du mir gewährt hast, besonders aber dafür, daß du dich selbst mir in diesem Sakramente geschenkt, daß du mir deine heiligſte Mutter Maria zur Fürsprecherin gegeben und mich gerufen hast, dich in dieser Kirche zu besuchen. So begrüße ich denn heute dein liebevolles Herz und zwar in dreifacher Absicht: erstens um dir für dieses große Geschenk zu danken; dann, um für alle Beleidigungen, welche dir in diesem Sakramente von deinen Feinden zugefügt worden sind, dir Genugthuung zu leisten; 2 - 18 endlich möchte ich bei dieser Besuchung dich an all jenen Orten der Welt anbeten, an welchen du im heiligsten Sakramente wenig verehrt, ja ganz verlassen bist. O mein Jesus, ich liebe dich von ganzem Herzen! Es reuet mich, deine unendliche Güte bisher so oft beleidigt zu haben. Ich nehme mir vor, mit dem Beistande deiner Gnade dich in Zukunft nicht mehr zu beleidigen; ich widme mich, ungeachtet meines Elendes, dir ganz; ich schenke und trete dir ab meinen Willen, meine Neigungen, meine Wünsche und Alles, was mir angehört. Von heute an verfüge über mich und all das Meinige nach deinem Belieben. Ich begehre und will nichts anderes als deine heilige Liebe, die endliche Beharrlichkeit und die vollkommene Erfüllung deines Willens. Ich empfehle dir die armen Seelen im Fegfeuer, namentlich jene, welche die größte Andacht zum heiligsten Sakramente und zur seligsten Jungfrau Maria hatten. Auch die armen Sünder empfehle ich dir an. Endlich vereinige ich, o mein Heiland, alle meine Neigungen mit den Neigungen deines liebevollsten Herzens: in dieser Vereinigung opfere ich sie deinem himmlischen Vater auf und bitte ihn in deinem Namen, daß er aus Liebe zu dir dieselben anhören und meine Bitten erhören wolle. Ümen. - 19 Erste Besuchung. Für den ersten Tag des Monats. Sehet da die Quelle alles Guten, Jesus Christus im allerheiligsten Sakramente, der uns zuruft: Wen dürstet, der komme zu mir. Joh. 7. O welch eine Gnadenfülle haben nicht die Heiligen aus dieser Quelle alles Segens, dem heiligsten Altarssakramente, geschöpft, wo uns Jesus alle Verdienste seines Leidens austheilt, wie es schon der Prophet verheißen mit den Worten: Ihr werdet Wasser schöpfen mit Freuden aus den Quellen des Heilandes. Jf. 12. Die Gräfin von Feria, jene große Schülerin des ehrw. Avila, wurde nach ihrem Eintritte in den Orden der heil. Klara wegen ihres häufigen und langen Verweilens vor dem hochwürdigsten Gute die Braut des heiligsten Altarssakramentes genannt. Auf die Frage, was sie denn stundenlang vor dem Allerheiligsten thue, gab sie eines Tages die Antwort:„ Ich könnte die ganze Ewigkeit daselbst bleiben. Ist denn da nicht die Wesenheit Gottes, an der sich die Seligen weiden? Du guter Gott! Was sollte man thun? Man liebt, man lobt, man danft, man bittet. Was thut ein Armer vor einem Reichen, ein Kranker vor einem Arzte, ein Durstiger vor einer klaren Quelle, ein Hungernder an einer wohlbesetzten Tafel?" mein liebenswürdigster, mein süßester, mein geliebtester Jesus, das Leben, die Hoffnung, der Reichthum, die einzige Liebe meiner 2* 20 Seele, was hat es dich nicht gekostet, um bei uns in diesem Sakramente zu bleiben! Sterben mußtest du, um auf unsern Altären weilen zu können. Und dieses dein gnadenreiches Verweilen in unserer Mitte, hat man dir mit Be= leidigungen erwiedert! Allein, Alles überwand deine Liebe und der Wunsch, von uns geliebt zu werden. So komm denn, o Herr, und lasse dich nieder in meinem Herzen! Verschließe dann dasselbe auf immer, damit fein Geschöpf fich mehr eindränge und an jener Liebe Theil nehme, welche dir allein gebührt und welche ich dir schenken will. Du ganz allein, o mein theuerster Erlöser, beherrsche mich, du allein besize mich ganz. Und sollte ich dir zuweilen nicht willfährig sein, so züchtige mich mit Strenge, damit ich für die Zukunft gewarnt, deinen Willen bereitwillig vollziehe. Bewirke, daß ich eine andre Freude weder wünsche noch suche als die, dir Freude zu bereiten, dich häufig vor deinen Altären zu besuchen, mich mit dir zu unterhalten und dich in der heiligen Communion zu empfangen. Es suche immerhin, wem es beliebt, andre Güter; ich wünsche und liebe kein anderes Gut als das kostbare Kleinod deiner Liebe. Sie allein suche ich an den Stufen deines Altars. Laß mich meiner selbst vergessen, um nur mehr deiner Güte zu gedenken. Ich beneide euch nicht, o heilige Seraphim, um eure Herrlichkeit, wohl aber um eure Liebe zu unserm Gott: lehret mich, ihn lieben, lehret mich, ihm wohlgefallen. - Anmuthung: Mein Jesus, dich allein will ich lieben, die allein will ich wohlgefallen! 21 Art und Weise, gegen Ende einer jeden Besuchung die geistige Communion zu empfangen. O mein Jesus, ich glaube, daß du im heiligsten Altarssakramente gegenwärtig bist. Ich liebe dich über Alles und möchte dich in meine Seele aufnehmen. Da ich dich aber jetzt nicht im heiligsten Sakramente empfangen kann, so komme wenigstens geistiger Weise in mein Herz. Ich umpfange dich, ich vereinige mich mit dir, als wärest du wirklich zu mir gekommen. Gestatte nicht, daß ich mich je wieder von dir trenne. Kürzere Weise. Ich glaube, o Jesus, daß du im allerheiligsten Saframente gegenwärtig bist. Ich liebe dich, ich sehne mich nach dir. So komme denn in mein Herz, ich umfange dich, trenne dich nie mehr von mir. Es verzehre o Herr Jesus Christus, meinen Geist die feurige und honigfüße Kraft deiner Liebe, damit ich sterbe aus Liebe zu deiner Liebe, der du aus Liebe zu meiner Liebe hast sterben wollen. Der h. Franziskus. Liebe, die nicht geliebt, o Liebe, die nicht erkannt wird! Die hl. Magdalena von Pazzis. O mein Bräutigam, wann, o wann wirst du mich zu dir nehmen? Der hl. Petrus von Alcantara. Jesus, du Liebe meiner Seele, Den ich aus Tausenden erwähle, Mit deiner Lieb' entzünde mein Gemüth, Das dann ewig für dich glüht. -- 22 monte Besuchung der seligsten Jungfrau. Eine andere Segensquelle besitzen wir an unserer Mutter Maria, die nach dem heiligen Bernard so reich an Gnadengütern ist, daß alle Menschen der Welt Antheil daran finden. Maria wurde von Gott mit Gnaden erfüllt, wie uns der Gruß des Engels bezeugt: Gegrüßt seieft du Maria, voll der Gnaden. Doch nicht für sich allein, bemerkt hier der hl. Petrus Chrysologus, sondern auch für uns erhielt sie diesen Abgrund voll der Gnaden. All ihren Verehrern soll sie davon mittheilen. Anmuthung. Du Ursache unsers Heiles, bitte für uns! Gebet um den mächtigen Schuß Mariens, daß man täglich am Ende der Besuchung verrichtet. Heiligste unbefleckte Jungfrau, meine Mutter Maria, zu dir, der Mutter meines Herrn, der Königin der Welt, der Fürsprecherin, der Hoffnung und Zuflucht der Sünder, fliehe ich heute, ich der armseligste von Allen. Zu deinen Füßen, o große Königin, lege ich mit Ehrfurcht meine demüthigste Huldigung ab; ich danke dir für alle Wohlthaten, welche du mir bis zu dieser Stunde erwiesen, besonders dafür, daß du mich vor der Hölle bewahrt hast, die ich mir so häufig schon verdient. Ich liebe dich, o liebenswürdige Gebieterin, und aus Liebe zu dir verspreche ich, dir immer zu dienen und Alles zu thun, was ich vermag, damit auch die Andern dich lieben. 23 Auf dich sehe ich alle meine Hoffnung, von dir erwarte ich mein Heil. Nimm mich zu deinem Diener an und birg mich unter deinem Schutzmantel, o Mutter der Barmherzigkeit! Und weil du so mächtig bei Gott bist, so befreie mich von allen Versuchungen oder erlange mir doch die Kraft, dieselben bis zu meinem Tode zu überwinden. Von dir begehre ich die wahre Liebe zu Jesus, von dir hoffe ich die Gnade, einst selig zu sterben. O meine Mutter, um deiner Gottesliebe willen gewähre mir, ich bitte dich, deinen Beistand, namentlich in der Stunde meines Todes. Verlaß mich nicht, bis du mich selig im Himmel siehst, wo ich dich preisen und deiner Barmherzigkeit lobsingen werde in Ewigkeit. Amen. Also hoffe ich es, also sei es. milli Zweite Besuchung. Das Brod ist eine Speise, die man unverweilt genießen oder auch aufbewahren kann, und deshalb bemerkte der fromme P. Nieremberg, wollte Jesus Christus sich uns auf Erden unter Brodsgestalt hinterlassen, um sich nicht nur mit den ihn liebenden Seelen in der heiligen Communion auf's innigste zu vereinigen und von ihnen gleichsam verzehrt zu werden, sondern auch, um im Tabernakel aufbewahrt und unter uns gegenwärtig zu bleiben, damit wir fortwährend an seine Liebe erinnert würden. Er entäußerte sich selbst, indem er Knechts= 24 gestalt annahm, sagt der heilige Paulus. Allein, was sagen, wenn wir ihn Brodsgestalt annehmen sehen? Keine Zunge," ruft hier der heilige Petrus von Alcantara aus, ,, vermag die Liebe Jesu zu den Seelen, die sich im Zustande der Gnade befinden, auszusprechen. Als dieser süßeste Bräutigam im Begriffe stand, die Erde zu verlassen, schenkte er ihnen dieses heiligste Sakrament, in welchem er selbst zurückblieb, damit seine Abwesenheit ihnen kein Anlaß würde, seiner zu vergessen. Kein anderes Unterpfand als er selbst sollte ihnen verbleiben, um das Andenken an ihn wach zu erhalten." Weil du denn, o mein Jesus, dich in dieſen Tabernakel einschließen ließet, um die Bitten aller Hilfsbedürftigen anzuhören, welche Gehör bei dir suchen; so vernimm denn die Bitten des undankbarsten Sünders, der auf Erden lebt. Reumüthig werfe ich mich dir zu Füßen; denn. jest erkenne ich, wie Unrecht ich gehabt, als ich dich beleidigte. O mein Gott, hätte ich dir doch nie mißfallen! Vergib mir zuerst alle Beleidigungen, welche ich dir zugefügt. Und dann vernimm, was ich noch begehre: Da ich deine unendliche Liebenswürdigkeit erkannt habe, so fühle ich mich mit Gewalt zu dir hingezogen und ich habe ein lebhaftes Verlangen, dich zu lieben und dir wohlzugefallen. Allein es fehlt mir die Kraft, dies zu vollbringen, wenn du mir deine Hilfe nicht gewährst. Laß, o Herr, das ganze Paradies deine große Macht und deine unendliche Güte erkennen, indem du meine Empörung gegen dich in große Liebe zu dir umwandelst. Du kannst es und du willst es. So 25 ergänze denn, was mir fehlt, damit ich dich recht innig, oder doch in dem Maße liebe, in welchem ich dich beleidigt habe. Ich liebe dich, o mein Jesus, ich liebe dich über Alles; mehr als mein Leben liebe ich dich, meinen Gott, meine Liebe, mein Alles. Anmuthung. Mein Gott und mein Alles! Geistige Communion wie Seite 21. Besuchung der seligsten Jungfrau. Treten wir vertrauensvoll zum Throne der Gnade, daß wir Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden, wenn es Noth thut. Hebr. 4. Dieser Thron, sagt der heilige Antonin, ist Maria, durch welche Gott alle Gnaden spendet. Oliebeswürdigste Königin, wenn du den armen Sündern so sehr zu helfen wünschest, so siehe zu deinen Füßen einen großen Sünder. Ach, hilf mir sehr, hilf mir ohne Verzug. Anmuthung. Einzige Zuflucht der Sünder, erbarme dich meiner! Hl. Augustin. Gebet wie Seite 22. - 26 Britte Besuchung. Meine Wonne ist es, bei den Menschenkindern zu sein. Spr. 8. Siehe, es genügte unserm Jesus nicht, aus Liebe zu uns auf Erden gestorben zu sein; auch nach seinem Tode wollte er im heiligsten Altarssakramente bei uns bleiben und er erklärt sogar, daß er unter den Menschen seine Freude findet. O ihr Menschen, ruft die heil. Theresia aus, wie könnt ihr einen Gott beleidigen, der betheuert hat, daß er seine Wonne darin findet, bei euch zu sein?" Jesus findet seine Freude unter uns, und wir sollten keine Freude bei ihm finden, besonders wir, die wir die Ehre haben, in seinem Hause zu wohnen! Wie sehr fühlt sich jeder Unterthan geehrt, welchen der König in seinem Palaste wohnen läßt! doch sehet, dieser königliche Palast ist das Gotteshaus, in welchem wir bei Jesus Christus wohnen. O danken wir unserm Heilande und ziehen wir Nußen aus dem vertraulichen Umgange mit ihm. So siehe mich denn, o mein Herr und mein Gott, vor diesem Altare, auf welchem du meinetwegen Tag und Nacht verbleiben willst. Du bist die Quelle alles Guten, der Arzt für jede Krankheit, der Reichthum aller Armen. Siehe heute zu deinen Füßen den ärmsten und elend: sten aller Sünder, der um Erbarmen zu dir ruft. Oja, habe Mitleid mit mir. Doch, mein Elend soll mich nicht entmuthigen, da du ja vom Himmel in dieses Sakrament herabgestiegen bist, an mir Gutes zu thun. Ich lobe dich, ich Univ.- Bibl. Giessen 27 danke dir, ich liebe dich und wenn du mir ers laubst, dich um ein Almosen zu bitten, so vernimm, was ich begehre: Ich möchte dich nicht mehr beleidigen und ich wünsche, daß du mir das Licht und die Gnade gewährst, dich aus all meinen Kräften zu lieben. Ich liebe dich o Herr, aus meiner ganzen Seele, ich liebe dich von ganzem Herzen. Verleihe, daß ich dies auch in Wahrheit, daß ich es mein Leben lang und in Ewigkeit sage. Seligste Jungfrau Maria, meine heiligen Fürsprecher, heilige Engel und ihr Seligen des Paradieses alle, helfet mir meinen Gott lieben, der ja unendlich liebenswürdig ist. - Anmuthung. Guler Hirt, du wahre Speise, Jesus, stärke uns zur Reise In des Himmels sel'ges Reich! Nähr' uns hier im Thränenthale, Mach' uns deinen Heil'gen gleich! Geistige Commmunion wie Seite 21. Besuchung der seligsten Jungfrau. Ihre Fesseln sind Bande des Heiles. Eccl. 6. 31. Der fromme Pelbertus sagt, die Andacht zu Maria sei eine Fessel, die uns als zur Seligkeit Vorherbestimmte kennzeichnet. Bitten wir daher unsre Königin, daß sie uns immer enger mit Liebesketten an das Vertrauen auf ihren Schuß feßle. Anmuthung. O gütige, o milde, o süße. Jungfrau Maria! Gebet wie Seite 22. 1 28 Pierte Besuchung. Sein Umgang hat nichts Bitteres, und seine Gesellschaft nichts Widriges. Weish. 8. Die Freunde dieser Welt finden ein so großes Vergnügen an einander, daß fie in wechselseitigem Verkehre ganze Tage verlieren. Bei Jesus im heiligsten Sakramente findet nur der Langeweile, der ihn nicht liebt; denn die Heiligen fanden hier eine himmlische Wonne. Die heil. Theresia sprach eines Tages zu einer ihrer selosterfrauen, der sie nach ihrem Tode erschien: Wir im Himmel und ihr auf Erden follten eins sein in der Reinheit und der Liebe, wir in der Freude und ihr im Leide; und was wir im Himmel vor der göttlichen Wesenheit thun, dessen solltet ihr euch auf Erden vor dem allerheiligsten Sakramente befleißigen." Unser Himmel auf Erden ist also das heiligste Altars= sakrament. O fleckenloses, auf dem Kreuzaltare geopfertes Lamm, bedenke, daß ich eine jener Seelen bin, welche du mit so großen Schmerzen, ja, durch deinen Tod erlöst hast. Verleihe, daß du mir angehörest und mir nimmer verloren gehest; du hast dich mir ja geschenkt und schenkest dich mir täglich im Opfer unserer Altäre. Und dann laß mich auch dein sein. Ich gebe mich dir ganz hin, damit du nach deinem Belieben über mich verfügest. Ich schenke dir meinen Willen; feßle ihn mit den süßen Banden deiner Liebe, damit er in Ewigkeit deinem heiligsten Willen unterworfen bleibe. Ich will nicht mehr leben, um 29 meine Begierden zu befriedigen, sondern einzig nur um deiner Güte wohlzugefallen. Vernichte in mir, was immer dir mißfällt, und verleihe mir die Gnade, keinen andern Gedanken zu hegen als den, dir wohlzugefallen, und nichts anderes mehr zu wünschen, als was auch du wünscheſt. Ich liebe dich mein theuerster Erlöser, von ganzem Herzen; ich liebe dich, weil du von mir geliebt zu werden wünschest! ich liebe dich weil du aller Liebe würdig bist. Sch bebaure, daß ich dich nicht so sehr liebe, als du es verdienst, ja ich möchte sterben, aus Liebe zu dir. Genehmige, o Herr, diese meine Absicht und schenke mir deine Liebe. Amen. Also sei es. - Anmuthung. O Wohlgefallen meines Gottes, dir bringe ich mich ganz zum Opfer! Geistige Communion wie Seite 21. Besuchung der seligsten Jungfrau. Ich bin die Mutter der schönen Liebe, Eccl. 24, ruft uns Maria zu, jener Liebe nämlich, welche den Seelen zur Zierde gereicht. Die hl. Magdalena von Pazzis sah die selige Jungfrau umhergehen und einen süßen Trank austheilen, der die göttliche Liebe selbst war. Da Maria allein diese Gaben spendet, so müssen wir dieselbe auch bei ihr suchen. Anmuthung. Meine Mutter, meine Hoffnung, bewirke, daß ich ganz meinem Jesus angehöre! 30 - Fünfte Besuchung. Der Sperling findet ein Haus, und die Turteltaube ein Nest, ihre Jungen darein zu legen; deine Altäre, o Herr der Heerschaaren, mein König und mein Gott. Ps. 83. Der Sperling, sagt David, findet eine Wohnung an den Häusern, die Turteltaube in ihrem Neste; du aber, mein König und mein Gott, hast dir auf Erden ein Nest gebaut und eine Wohnung gefunden auf unsern Altären, um daselbst besucht zu werden und stets in unsrer Nähe zu weilen. Ach, Herr, ich muß es dir sagen, du bist doch gar zu sehr für die Menschen eingenommen; du weißt gar nicht mehr, was beginnen, um sie zur Gegenliebe anzufeuern So verleihe denn, o liebenswürdigster Jesus, daß auch wir von Liebe zu dir entflammt werden; denn wir haben wahrlich feinen Grund, einem Goit mit nur geringer Liebe zugethan zu sein, der uns so leidenschaftlich liebt. Ziehe uns zu dir hin mit den süßen Banden deiner Liebe und laß uns deine große Liebenswürdigkeit immer besser erkennen. D unendliche Majestät, o unendliche Güte! du haſt die Menschen so sehr geliebt und so Vieles gethan, um von ihnen geliebt zu werden: wie kommt es nun, daß es so wenige gibt, welche dich lieben? Ich will nicht länger zur unseligen Zahl dieser Undankbaren gehören; ich bin entschlossen, dich aus all meinen Kräften und zwar dich ganz allein zu lieben. Du verdienst es ja und befiehlst es mir mit so großem Nachdrucke; 31 ich will deinen Willen erfüllen. Bewirke, o Gott meiner Seele, daß ich dich vollkommen zufrieden stelle. Um der Verdienste deines Leidens willen gewähre mir diese Gnade. Ich hoffe dieselbe zu erlangen. Die Güter dieser Erde gib denen, die sie wünschen; ich wünsche und suche nichts Anderes als den großen Schaß deiner Liebe. Ich liebe dich, o mein Jesus! ich liebe dich, o unendliche Güte! Du bist mein ganzer Reichthum, du all meine Freude, du all meine Liebe. - - Anmuthung. Mein Jesus, du hast dich ganz mir hingegeben; ich schenke mich dir ohne Vorbehalt. Geistige Communion wie Seite 21. Besuchung der seligsten Jungfrau. Der heil. Bernard, o meine Königin, nennt dich eine Räuberin der Herzen. Er sagt, du reißest die Herzen an dich durch deine Schönheit und Güte. So raube dir denn, ich bitt: dich, auch mein Herz und meinen Willen. Ja, ich schenke dir meinen Willen; opfre ihn Gott auf in Vereinigung mit dem deinigen. Anmuthung. Liebenswürdige Mutter, bitte für mich! -L 32 Sechste Besuchung. Wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein. Luk 12. Wo man einen Schatz zu besigen glaubt, sagt Jesus Christus, dahin richtet man auch seine Neigungen. Deshalb schenkten die Heiligen, die keinen andern Schaß weder fannten noch liebten, als Jesus Christus, ihr ganzes Herz und all ihre Liebe dem heiligsten Altarssakramente. O mein liebenswürdigster, im allerheiligsten Sacramente verborgener Jesus, der du aus Liebe zu uns Tag und Nacht in diesem Tabernakel eingeschlossen bist, ziehe mein ganzes Herz zu dir hin, so daß ich an nichts Anderes mehr denke, als an dich, nichts anderes mehr liebe, such oder hoffe als dich allein. Verleihe mir diese Gnade, um der Verdienste deines bittern Leidens willen, auf welche ich mich be rufe und um derentwillen ich alles zn erlangen hoffe. Auch mein im allerheiligsten Sakramente gegenwärtiger Heiland, mein göttlicher Freund wie liebenswürdig sind die zarten Empfindungen deiner Liebe, um die Zuneigung der Seelen dir zu gewinnen! O ewiges Wort, es genügte dir nicht, als du bereits Mensch geworden, für uns zu sterben: du wolltest uns auch noch dieses Sakrament schenken, um uns darin Gesellschaft zu leiſten, ja, um uns eine Seelenspeise und ei Unterpfand der Seligkeit zu sein. Bald erscheinst du unter uns als ein Kindlein in einem Stalle bald als ein Armer in einer Werkstätte, balt als ein Verbrecher am Kreuze oder endlich als Brod auf unsern Altären. O sage mir, konntef du noch etwas anderes ersinnen, um dir unsr 33 Liebe zu erwerben? O unendlich liebenswürdiger Jesus, wann werde ich denn wahrhaft beginnen, eine so zärtliche Liebe zu erwidern? Herr, ich will nur dazu mehr leben, um dich allein zu lieben. Und was könnte mir dies Leben auch nüßen, wenn ich es nicht dazu verwendete, dich zu lieben, dir wohlzugefallen, o mein theuerster Erlöser, der du dein ganzes Leben mir gewidmet hast? Was sollte ich auch nur lieben außer dir, der du ganz schön, ganz freundlich, ganz gut, ganz liebevoll, ganz liebenswürdig bist? Ja, leben will ich nur, um dich zu lieben. Zerfließen soll meine Seele bei der bloßen Erinnerung an deine Liebe; und wenn sie die Worte: Krippe, Kreuz, Sakrament auch nur nennen hört, fo möge sie aufflammen im lebhaften Verlangen, Großes zu thun für dich, o mein Jesus, der du nur zu Bedeutendes für mich gethan und gelitten haſt. Anmuthung. Verleihe, o Herr, daß ich vor meinem Tode doch etwas für dich thue! Geistige Communion wie Seite 21. Besuchung bei der seligsten Jungfrau. Gleich dem schönen Delbaume auf dem Felde. Eccl. 24. Ich bin jener schöne Delbaum, spricht Maria, dem fortwährend das Del der Barmherzigkeit entströmt; ich stehe auf freiem Felde, damit Alle mich sehen und zu mir ihre Zuflucht nehmen können. Gedenke, o mildeste Jungfrau, rufen wir mit dem heil. Auguſtin dir zu, daß es nie erhört worden, Jemand set verlassen worden, der zu dir seine Zuflucht " 1 3 1 34 genommen!" Auch ich, meine mitleidigste Königin, will nicht jener Unselige sein, der verloren ginge, nachdem er seine Zuflucht zu dir genommen! Anmuthung. Maria, erlange mir die Gnade, daß ich stets meine Zuflucht zu dir nehme! Siebente Besuchung. Siehe, ich bin bei euch bis ans Ende der Welt. Matth. 28. Unser geliebter Hirt, der sein Leben für uns, seine Schäflein, dahingegeben hat, wollte sich auch im Tode nicht von uns trennen. Sehet, geliebte Schäflein, spricht er, het, ich bleibe immer bei euch. Euretwegen bin ich auf Erden in diesem Sakramente geblieben; hier findet ihr mich, so oft ihr wollt; hier bin ich, um euch zu helfen und durch meine Gegenwart euch zu trösten. Ich verlasse euch nicht, so lange die Welt steht, so lange sich Menschen auf Erden befinden. Es wollte der Bräutigam, sagt der h. Petrus von Alcantara, seiner Braut für die lange Zeit seiner Abwesenheit eine Gefellschaft zurücklassen, damit sie nicht allein sei; e. setzte daher dieses Sacrament ein, in welchem er selbst als der beste Gesellschafter, den er wäh len konnte, gegenwärtig bleibt." Freundlichster, liebenswürdigster Herr und Erlöser! ich komme heute, vor diesem Altare dich zu besuchen; aber du erwiderst meinen Besuch mit viel größerer Liebe, wenn du bei der H. Communion in mein Herz fommst. Du erfreuest mich alsdann nicht nur mit deiner Gegenwart, sondern du wirst 35 sogar meine Speise; du vereinigest dich auf's innigste mit mir, du gibst dich mir ganz hin, so daß ich in Wahrheit sagen kann: Mein Jesus, jegt bist du ganz mein! Allein, nachdem du dich mir ohne Vorbehalt hingegeben, ist es auch billig, daß ich mich dir ganz hingebe. Ich bin ein Wurm, und du bist Gott. O Gott der Liebe, o Liebe meiner Seele, wann werde ich dir ganz angehören, und zwar nicht nur in Worten, son= dern auch in der That! Du kannst dies bewirken. Um der Verdienste deines Blutes willen vermehre in mir das Vertrauen, damit ich die Gnade erlange, vor meinem Tode ganz dir und in nichts mehr mir selbst anzugehören. Du er= hörst, o Herr, die Gebete Aller: so erhöre denn heute das Gebet einer Seele, welche dich wahrhaft zu lieben verlangt. Ich will dich lieben aus allen meinen Kräften; ich will in Allem dir gehorchen ohne eigenen Nußen, ohne Trost. ohne Belohnung Ich will dir dienen aus Liebe, um dir wohlzugefallen, um dein Herz zu erfreuen, das mit so leidenschaftlicher Liebe uns ergeben ist. Mein Lohn sei meine Liebe zu dir. O Geliebter des ewigen Vaters, nimm hin meine Freiheit, meinen Willen, mein Eigenthum, mich felbft und schenke mir dich! Ich liebe dich, ich suche dich, ich seufze nach dir, ich will dich, ich will dich, dich ganz allein. - - Anmuthung. Mein Jesus, laß mich ganz dir angehören! Geistige Communion wie Seite 21. 3* 36 Besuchung der feligsten Jungfrau. Liebenswürdigste Herrscherin, die ganze Kirche nennt und begrüßt dich: Unsre Hoffnung! Weil du also die Hoffnung Aller bist, so sei auch meine Hoffnung. Der heil. Bernhard nennt dich den Grund all seiner Hoffnung und sagt, daß man auch in der Verzweiflung noch auf dich hoffen solle. So will denn auch ich dir zurufen: O Maria, du rettest die, welche verzweifeln; ich sebe all mein Vertrauen auf dich! Anmuthung. O Mutter meines Gottes! bitte Jesus für mich! Achte Besuchung. An jede Seele, welche ihren Jesus im heiligsten Altarssakramente besucht, richtet dieser liebevolle Heiland die Worte, welche er zur Braut im Hohenliede( 2) gesprochen: Stehe auf, eile, meine Freundin, meine Holde, und komme. O Seele, spricht er, welche du mich besuchst, stehe auf, erhebe dich aus deinem Elende; denn hier bin ich, um dich mit Gnaden zu bereichern. Eile, komme in meine Nähe; fürchte nichts von meiner Majestät, welche sich in diesem Sakramente ganz verdemüthigt hat, um dir alle Furcht zu benehmen und dir Vertrauen einzuflößen. Meine Freundin: du bist ja nicht mehr meine Feindin, sondern meine Freundin, da du mich liebst und ich auch meinerseits dich liebe. Meine Holde bist du; denn meine Gnade hat dich geziert. Und komme, ja komme an mein Herz und bitte 37 mich mit großer Zuversicht um was du willst. Die heilige Theresia sagt, dieser große König der Herrlichkeit habe deshalb im heiligsten Altarssakramente Brodsgestalt angenommen und seine Majestät verhüllt, um uns den Muth einzu flößen, mit größerm Vertrauen seinem göttlichen Herzen uns zu nähern. So treten wir denn mit großem Vertrauen und Liebe zu Jesus hin, vereinigen wir uns mit ihm und bitten wir ihn um Gnaden. Wie groß muß nicht meine Freude sein, o ewiges Wort, daß du aus Liebe zu mir Mensch geworden und in diesem Sakramente gegenwärtig bist, da ich weiß, daß ich hier vor dir stehe, vor meinem Gott, vor der unendlichen Majestät, vor der unendlichen Güte, und daß du meine Seele so innig liebst. O ihr Seelen, die ihr Gott liebt, wo immer ihr euch befinden möget, im Himmel oder auf Erden, liebet ihn auch für mich! Maria, meine Mutter, hilf mir ihn lieben. Und du, mein liebevollster Herr und Gebieter, werde der Gegenstand all meiner Liebe. Nimm hin meinen ganzen Willen, besitze ihn ganz. Ich weihe dir meinen Geist, damit er ohne Aufhören deiner Güte gedenke; ich weihe dir meinen Körper, damit er mir helfe, dir wohlzugefallen; ich weihe dir meine Seele, damit sie dir ganz angehöre. Ich möchte, o Geliebter meiner Seele, daß alle Menschen die Zartheit deiner Liebe zu ihnen erkennten, damit sie nur lebten, um dich zu verehren und dir wohlzugefallen, so wie es dein Wunsch ist und du es auch verdienst. O daß doch wenigstens ich in der Liebe zu deiner unendlichen Holdseligkeit ausharrte! Von heute an will ich Alles thun, 38 - was ich vermag, um dein Wohlgefallen zu verdienen. Ich fasse den Entschluß, Alles zu verlassen, was dir mißfallen könnte, und sollte es mir auch die größte Mühe, ja Alles, und selbst das Leben kosten. Wohl mir, wenn ich Alles verliere, um dich zu gewinnen, dich, meinen Gott, mein höchstes Gut, meine Liebe, mein Alles! Anmuthung. O Jesus, meine Liebe, nimm mich ganz hin, besize mich ganz und gar! Geistige Communion wie Seite 21. Besuchung der seligsten Jungfrau. Ist Jemand klein, so komme er zu mir. Spr. 9. Maria ruft allen Kindern, die einer Mutter bedürfen, zu, sie möchten doch zu ihr kommen, zu der liebevollsten aller Mütter. Der fromme P. Nieremberg sagt, die Liebe aller Mütter sei nur ein Schatten im Vergleiche mit jener, die Maria zu einem Jeden von uns hegt. O meine Mutter, Mutter meiner Seele, die du mich liebst und nach Gott mein Heil am sehnlichsten wünscheft, o meine Mutter, so zeige denn, daß du meine Mutter bist. Anmuthung. Bewirke, o Mutter, daß ich immer an dich denke! 39 Neunte Besuchung. Der heil. Johannes sagt, er habe den Herrn mit einer Goldbinde umgürtet gesehen: Ich sah Einen, der einem Menschensohne glich, gegürtet um die Brust mit einem golde nen Gürtel. Offenb. 1, 13. So trägt uns Jesus im heiligsten Altarssakramente die Brust voll Gnaden entgegen, die er aus Barmherzigkeit uns spenden will. Wie eine Mutter den Kindern die Brust bietet, um Erleichterung zu fin den so ruft uns auch Jesus zu: An den Brüsten wird man euch tragen. Jf. 66. Der ehrw. P. Alvarez sah, wie Jesus im allerheiligsten Sakramente die Hände voll Gnaden hatte und Jemanden suchte, dem er sie ertheilen könne. Man erzählt von der heil. Katharina von Siena, sie habe sich mit so schmachtender Liebe dem heil. Altarssakrament genähert, daß sie einem Kinde glich, dem die Mutter Nahrung bietet. O geliebtester Sohn des ewigen Vaters, ich erkenne, daß du der würdigste Gegenstand aller Liebe bist. Ich wünschte dich mit solcher Innigfeit zu lieben, wie du es verdienst, oder wenigstens doch so sehr, als eine Seele verlangen kann, es zu thun. Wohl weiß ich, daß ein Verräther, der sich gegen deine Liebe empört hat, es nicht verdient, dir zu nahen, wie ich es in dieser Kirche thue; aber ich weiß auch, daß du meine Liebe suchst. Ich höre dich sagen: Mein Sohn, gib mir dein Herz. Spr. 23. Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen. Deut: 6. Ich sehe ein, daß 40 du mich deshalb am Leben erhalten und mich nicht in die Hölle gestoßen hast, damit ich mich gänzlich zu deiner Liebe befehre. Wohlan denn, wenn du also von mir geliebt werden willst, ſo nimm mich hin; ich ergebe mich dir, dir schenke ich mich. Ich liebe dich, o Gott, der du lauter Güte, lauter Liebe bist! ich erwähle dich zum alleinigen Könige und Gebieter meines armen Herzens. Du willst dieses Herz; ich will es dir geben. Ist es auch falt und widerlich, du wirst es umwandeln, wenn du es wirst angenommen haben. Aendre mich um, o Herr, ändre mich um! ich wage es nicht, länger noch so undankbar zu sein und deiner unendlichen Güte gegenüber, die mich so sehr liebt und eine unendliche Gegenliebe verdient, so lieblos dahin zu leben. Verleihe, daß ich all die Liebe dir ersetze, welche ich in der Vergangenheit dir verweigert habe. Anmuthung. Mein Gott, mein Gott, ich will dich lieben, ich will dich lieben! Geistige Communion wie Seite 21. Besuchung der seligsten Jungfrau. Ihrem Sohne Jesus ist Maria ähnlich; denn es freut sich diese Mutter der Barmherzigkeit, wenn sie Unglücklichen zu Hilfe kommen und diefelben trösten kann. So groß ist das Verlangen dieſer Mutter, Allen Gnaden zu spenden, daß der sel. Bernardin von Bustis sagen kann: „ Größer ist ihr Verlangen, dir Wohlthaten zu erweisen und dir Gnaden zu spenden, als dein Wunsch, dieselben in Empfang zu nehmen." Anmuthung. Unsre Hoffnung sei gegrüßt! 41 Zehnte Besuchung. O ihr Thoren dieser Welt, sagt der heil. Augustin, ihr Elenden, wo geht ihr hin, um euer Herz zu befriedigen? Kommt zu Jesus, der allein euch jene Freuden gewähren kann, welche ihr suchet. Meine Seele, sei nicht auch du so thöricht. Suche Gott allein, jenes einzige Gut, das alle Güte in sich schließt. Und willst du Jesus bald finden, siehe, hier ist er in deiner Nähe; eröffne ihm deine Wünsche, da er ja in diesem Tabernakel weilt, um dich zu trösten und zu erhören. Die h. Theresia sagt: Nicht Jedem wird es gestattet, mit dem Könige zu reden; höchstens darf man hoffen, ihm durch einen Dritten sein Begehren vortragen zu dürfen; um aber mit dir, König der Herrlichkeit, zu reden, bedarf es keines Dritten; denn fortwährend bist du bereit, im heiligsten Altarssakramente Allen Gehör zu schenken. Hier findet dich Jeder, der es wünscht, und er kann sich auf's vertraulichste mit dir unterhalten. Und sollte man endlich auch zum Könige dürfen, welche Mühe kostet das nicht! Nur selten im Jahre ertheilen die Könige Audienz; du aber gibst uns Gehör bei Tag und bei der Nacht, so oft wir es wünschen." O Sakrament der Liebe, das du sowohl bei der heil. Communion, als auch bei deinem Verweilen auf unsern Altären durch die reizenden Bande deiner Liebe so viele Herzen an dich ziehst, welche alsdann, von so großer Güte betroffen, in seligen Liebesgluthen stehen und deiner nimmermehr vergessen können: ziehe auch mein elendes Herz zu dir hin, das ebenfalls den Wunsch hegt, 42 dich zu lieben und im Dienste deiner Liebe zu leben. Ich lege heute für die ganze Zukunft meine sämmtlichen Anliegen, meine Hoffnungen, meine Neigungen, meine Seele, meinen Körper, Alles, was ich bin und was ich habe, in deine gütigen Hände nieder. Nimm mich an, o Herr, und verfüge über mich nach deinem Belieben. Ich werde mich nicht mehr, o meine Liebe, über deine heiligen Fügungen beklagen; denn ich weiß, daß sie aus deinem liebevollen Herzen hervor. gehen und deshalb höchst liebevoll sind und mein Wohl bezwecken. Es genügt mir, daß du es so willst; auch ich will es so haben für die Zeit und die Ewigkeit. Thue in mir und mit mir, was dir gefällt; ich ergebe mich in deinen Willen, der ganz heilig, ganz gut, ganz lieblich, ganz vollkommen, ganz liebenswürdig ist. O Wille meines Gottes, wie bist du mir so theuer; mit dir auf's innigste vereinigt, will ich leben und sterben. Dein Wohlgefallen ist auch mein Wohl gefallen; deine Wünsche seien auch die meinigen. Mein Gott, mein Gott, hilf mir! verleihe, daß ich in Zukunft nur mehr lebe für dich, nur mehr lebe, um zu wollen, was du willst, und um ein zig nur deinen liebenswürdigen Willen zu lieben. Möge ich sterben aus Liebe zu dir, der du für mich gestorben, ja, meine Speise geworden bist. Ich verfluche jene Tage, an welchen ich zu dei nem so großen Mißfallen meinem Eigenwillen folgte. Wille meines Gottes, ich liebe dich, wie ich Gott liebe; denn du bist Eines mit Gott. Ich liebe dich daher von ganzem Herzen und schenke mich dir ohne Vorbehalt. 43 Anmuthung. O Wille Gottes, du bist meine Liebe! Geistige Communion wie Seite 21. Besuchung der seligsten Jungfrau. Unsre große Königin sagt: Bei mir ist Reichthum, damit ich die bereichere, welche mich lieben. Spr. 8. So lieben wir denn Maria, wenn mir an Gnaden reich werden wollen. Idiota nennt sie die Schatzmeisterin der Gnaden. Selig, wer mit Liebe und Vertrauen seine Zuflucht zu ihr nimmt. O meine Mutter, meine Hoffnung, du fannst mir zur Heiligkeit verhelfen; von dir erwarte ich es! Anmuthung. Liebenswürdige Mutter, bitte für mich! Eifte Besuchung. ,, Hüten wir uns, sagt die heilige Theresia, von Jesus, unserm guten Hirten, uns zu entfernen und ihn aus den Augen zu verlieren; denn jene Schäffein, die in der Nähe des Hirten sind, er= halten von ihm die meisten Liebkosungen, die zahlreichsten Erquickungen; ja, fie empfangen manchen besondern Bissen von seiner eigenen Nahrung. Kommt es vor, daß der Hirt einschläft, so entfernt sich das Schäflein nicht; es wartet, bis er wider erwacht, oder es weckt ihn selbst, und erhält alsdann wieder neue Leckerbissen, neue Liebkosungen." O mein im heiligsten Altarssaframente verborgener Heiland, siehe mich hier in deiner Nähe; ich verlange von dir kein 44 anderes Geschenk, als Eifer und Ausdauer in deiner Liebe. Ich danke dir, heiliger Glaube; denn du lehrst und versicherst mich, daß im aller. heiligsten Sakramente, in diesem Himmelsbrode nicht Brod, sondern mein Herr Jesus Christus aus lauter Liebe zu mir gegenwärtig ist. O mein Herr und mein Alles; ich glaube an deine Ge genwart im heiligsten Altarssakramente, und ob: wohl du den Augen des Körpers verborgen biſt, so anerkenne ich dich dennoch im Lichte des Glau bens als den Beherrscher des Himmels und der Erde und als den Heiland der Welt. O mein süßester Jesus! gleichwie du meine Hoffnung, mein Heil, meine Stärke und mein Trost bist, so möchte ich auch, daß du all meine Liebe, der einzige Gegenstand meiner Gedanken, meiner Wünsche und Neigungen seiest. Die unendliche Seligkeit, welche du genießest und in alle Ewigfeit genießen wirst, bereitet mir größeren Genuß als jedes andre Gut, das ich in der Zeit oder in der Ewigkeit jemals besitzen könnte. Meine höchste Befriedigung besteht darin, daß du, mein Erlöser, vollkommen zufrieden bist und daß deine Glückseligkeit keine Grenzen hat. Herrsche, o Herr, über meine ganze Seele; ich schenke sie dir, besitze sie auf immer. Mein Wille, meine Sinne, alle meine Seelenkräfte mögen deiner Liebe un terworfen sein und mir auf Erden nur dazu die nen, dir wohlzugefallen und deine Ehre zu för: dern. So war dein Leben beschaffen, o Maria, du erste liebevolle Dienerin und Mutter meines Jesus! Hilf mir und erlange mir die Gnade, von heute an nach deinem Vorgange gottselig zu leben. 4 45 Anmuthung. Bewirke, o mein Jesus, daß ich ganz dir, und du mir angehörest! Geistige Communion wie Seite 21. Besuchung der seligsten Jungfrau. Glückselig der Mensch, der an meiner Thüre wacht Tag für Tag und meiner wariet an der Schwelle meiner Thüre. Spr. 8. Selig wer, wie der Arme an der Thüre des Reichen, vor der Thüre der Barmherzigkeit Mariens steht, um das Almosen der Gnaden zu begehren. Und glückseliger noch, wer die Tugenden, die er an Maria wahrnimmt, namentlich ihre Reinheit und Demuth, nachzuahmen sucht. Anmuthung. O meine Hoffnung, gewähre mir deine Hilfe! Zwölfte Besuchung. Groß ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott, und Gott in ihm. 1. Joh. 4. Wer Jesus liebt, der ist mit Jesus, und Jesus ist mit ihm. Wenn mich Jemand liebt, so wird ihn mein Vater lieben; wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen. Joh. 14. Als der heil. Philipp Neri die letzte Wegzehrung empfangen sollte und man mit demt Allerheiligsten nahte, rief er aus: ,, Sehet da meine Liebe! Sehet da meine Liebe!" So sollte auch ein Jeder von uns in der Gegenwart un fers im heiligsten Altarssakramente verborgenen Jesus ausrufen: Sehet da meine Liebe! sehet da 46 den Gegenstand all meiner Liebe für dieses ganze. Leben und für die Ewigkeit! Weil du also, o mein Herr und mein Gott, im Evangelium gesagt hast, du wollest die lieben, welche dich lie. ben und sie nicht mehr verlassen, so liebe ich dich denn über Alles. Liebe auch du mich, da ich deine Liebe höher schäße als alle Königreiche der Welt. Komme und schlage deine Wohnung so bleibend in der armen Hütte- meines Herzens auf, daß du mich nie mehr verlassest, oder viel mehr, daß ich dich niemals wieder aus meinem Herzen vertreibe. Du verläsfest uns ja nicht, wenn wir dich nicht selbst vertreiben. Und wie ich früher dich verstoßen, so kann ich es wieder thun. Olaffe nicht diese neue Missethat, diesen gräuelhaften Undank in der Welt sich ereignen, daß ich, den du in so besonderer Weise begünſtigt, dem du so viele Gnaden ertheilt hast, dich wieder aus meiner Seele entlasse. Allein, es kann ge schehen. Und deshalb, o Herr, möchte ich sterben, wenn es so dein Wille ist, damit ich mit dir ver einigt die Welt verlasse und dann in dieser Vereinigung fortlebe in Ewigkeit. Ja, mein Jesus, das hoffe ich. Ich umfange dich, ich drücke dich an mein armes Herz. Gib, daß ich dich immer liebe, und ewig von dir geliebt werde. Ja, mein liebenswürdigster Erlöser, immer werde ich dich lieben, immer werde ich von dir geliebt werden. Ich hoffe, o Gott meiner Seele, daß wir uns immer lieben werden, ja, lieben die ganze Ewigkeit hindurch. Amen. Also hoffe ich es. Anmuthung. Mein Jesus, immer will ich dich lieben und von dir geliebt werden! Geistige Communion wie Seite 21. 47 Besuchung der feligsten Jungfrau. Wer in mir seine Werke thut, sündigt nicht. Eccl. 24. Wer mir zu dienen sucht, sagt Maria, dem wird die Gnade der Beharrlichkeit zu Theil werden. Und, die mich ins Licht sehen, werden das ewige Leben haben. Diejenigen, welche sich bemühen, daß auch Andre mich kennen und lieben lernen, gehören zu den Auserwählten. Ich verspreche daher, bei jeder Gelegenheit, sowohl öffentlich als im vertraulichen Verkehre, von der Andacht zu Maria zu reden. Anmuthung. Würdige mich, dein Lob zu verkünden, heiligste Jungfrau! Freizehnte Besuchung. Meine Augen und mein Herz sollen dort weilen alle Tage. 2. Paral. 7. Dies schöne Versprechen gibt uns Jesus im heiligsten Altarssakramente, in welchem er Tag und Nacht bei uns bleibt. Es hätte doch genügt, wenn du den Tag über, da du Anbeter findest, welche dich nicht allein lassen wollen, in diesem Sakramente bliebest; warum wolltest du auch noch des Nachts darin weilen, da die Menschen vollends die Kirchen schließen, sich in ihre Häuser zurückziehen und dich ganz allein lassen? Doch, ich verstehe dich: die Liebe hat dich zu unserm Gefangenen gemacht. Deine leidenschaftliche Liebe zu uns hat dich so an die Erde gefesselt, daß weder Tag noch Nacht dich von uns zu trennen vermag. O liebenswürdiger Heiland, diese Zartheit deiner 48 Liebe allein sollte alle Menschen bewegen, vor deinen Altären zu weilen, bis man sie mit Ge walt vertreibe; und auch dann sollten sie ihre Herzen und Neigungen bei einem Gott zurück. laffen, der allein in einem Tabernakel eingeschlossen bleibt, ganz Auge, um ihre Bedürfnisse zu erkennen und denselben abzuhelfen, und auch lauter Herz, um sie zu lieben, da er ja den folgenden Tag wieder erwartet, um von den ihm so theuren Seelen besucht werden zu können. Wohlan, mein Jesus, ich will dich zufrieden stellen; ich weihe dir meinen ganzen Willen und alle meine Nei: gungen. O unendliche Majestät meines Gottes, nicht nur, um unter uns und bei uns zu sein, sondern vorzüglich auch, um dich den Seelen, welche du liebst, mitzutheilen, hast du dich uns in diesem Sakramente hinterlassen. Allein, o Herr, wer wird es wagen, zu dir hinzutreten, um sich mit deinem heiligsten Fleische zu nähren? Und doch, wer könnte von dir fern bleiben, weil du ja in der heil. Hostie dich verborgen hast, um in uns einkehren und unser Herz befißen zu können? Du glühst vor Verlangen, in unsre Herzen aufgenommen zu werden, und du freuest dich dann, wenn du mit uns vereinigt bist. So komme denn, mein Jesus, so komme denn! ich wünsche dich zu empfangen, damit du der Got meines Herzens und meines Willens werdest. Alles, was in mir ist, trete ich an deine Liebe ab; alle Freuden, alle Genüsse, meinen eigener Willen, Alles überlasse ich dir. O Liebe, o Got der Liebe, herrsche, siege über mich, zerstöre uni vernichte in mir Alles, was mein und nicht dein ist. Gestatte nicht, o meine Liebe, daß mein 49 Herz, in welchem nach der Communion die Majestät eines Gottes wohnt, sich wieder den Geschöpfen anschließe. Ich liebe dich, o mein Gott, ich will dich immer und dich allein lieben. Anmuthung. Ziehe mich zu dir hin mit den Banden deiner Liebe! Geistige Communion wie Seite 21, Besuchung der seligsten Jungfrau. Der heilige Bernard ermahnt uns: ,, Suchen wir Gnade, suchen wir sie aber durch Maria!" Die göttliche Mutter ist, wie der heilige Peter Damian sagt, eine Schatzkammer der göttlichen Gnade. Sie kann und will uns bereichern. Sie ladet uns ein mit dem Zurufe: Ist Jemand klein, so komme er zu mir. Spr. 9. O liebenswürdigste, erhabenste und mildeste Herrscherin, siehe einen armen Sünder an, der sein Vertrauen auf dich setzt! Anmuthung. Unter deinen Schuß und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesgebärerin! Vierzehnte Besuchung. Ich höre dich, liebenswürdigster Jesus, von diesem Tabernakel aus zu mir sprechen: Das ist meine Ruhestätte in Ewigkeit; hier will ich ruhen, denn ich habe sie mir auserwählt. Ps. 131. Wenn du nun durch deine Gegenwart im allerheiligsten Sakramente deine Ruhestätte auf unsern Altären erwählt hast, und deine Liebe zu uns dich daselbst deine Ruhe 50 finden läßt, so ist es auch billig, daß unsre Herzen mit ihrer Zuneigung an denselben weilen und ihre Ruhe sowie all ihre Wonne dort finden. Glückselig seid ihr, o ihr liebenden Seelen, die ihr auf der ganzen Welt keine angenehmere Ruhe findet als in der Nähe eures im heiligsten Altarssakramente gegenwärtigen Jesus! und glückselig bin auch ich, o Herr, wenn ich von heute an feine größere Wonne kenne, als in deiner Gegenwart zu sein oder an dich zu denken, der du im allerheiligsten Sakramente fortwährend an mich und an mein Wohlergehen denkst. Ach, mein Gott, warum habe ich so viele Jahre verloren, in denen ich dich nicht liebte! Unselige Jahre, ich verfluche euch! gepriesen sei dagegen die unendliche Langmuth Gottes, die meinen Undank einer solchen Liebe gegenüber ertragen hat. Und warum denn, o mein Gott, warum denn hast du mich so undankbaren Menschen ertragen? Damit ich eines Tages, von deiner Güte und Liebe überwunden, mich ganz dir hingebe. O Herr, ich will dir nicht länger widerstehen, ich will nicht länger in meinem Undanke gegen dich beharren. Es gebührt sich, daß ich dir meine übrigen Lebenstage schenke, mögen es deren viele oder wenige sein. Ich rechne auf deinen Beistand, mein Jesus, um ganz dein zu verbleiben. Du hast mir so viele Gnaden erzeigt, als ich von dir floh und deine Liebe verschmähte; um wie mehr darf ich mich jetzt auf dich verlassen, da ich dich suche und zu lieben wünsche. So gewähre mir denn die Gnade, dich zu lieben, o mein Gott, der du eine unendliche Liebe verdienst! Ich liebe dich von ganzem 51 Herzen, ich liebe dich über Alles, ich liebe dich mehr als mich selbst, mehr als mein Leben. Es reuet mich, dich beleidigt zu haben, o unendliche Güte! vergib mir und gewähre mir zugleich die Gnade, dich recht innig zu lieben und zwar in diesem Leben bis zu meinem Tode, und im andern die ganze Ewigkeit hindurch. Laß, o allmächtiger Gott, die Welt dies Wunder deiner Allmacht schauen, daß eine so undankbare Seele, als die meinige es gewesen, dich mehr als die meisten Anderen liebe. Um deiner Verdienste willen, o mein Jesus, bewirke es! Es ist dies der Gegenstand all meiner Wünsche; ja, ich fasse den. Entschluß, mein Leben lang nichts anderes mehr zu wünschen. Und du, o mein Jesus, der du diesen Wunsch mir eingeflößt, verleihe mir die nöthige Kraft dazu. Anmuthung. Ich danke dir, mein Jesus, daß du bis zu dieser Stunde mich erwartet hast! Geistige Communion wie Seite 21. Besuchung der seligsten Jungfrau. „ Es gibt Niemanden, sagt der heilige Germanus, der selig würde, außer durch dich, o Maria! Niemanden, der vom Uebel befreit würde, außer durch dich; Niemanden, dem ein Gnadengeschenk zu Theil würde, außer durch dich!" Wenn du also, o mein Königin und meine Hoffnung, mir nicht hilfft, so bin ich verloren und wird mir nicht das Glück zu Theil, dich eines Tages im Himmel zu preisen. Ich höre aber alle Heiligen sagen, o meine Gebieterin, daß du Niemanden verlassest, der seine 52 Zuflucht zu dir nimmt, und daß nur Jene verloren gehen, welche nicht zu dir fliehen. So flüchte denn auch ich Aermster mich zu dir und seße all mein Vertrauen auf dich. Anmuthung. Auf Maria setze ich all mein Vertrauen, sie ist die Grundlage all meiner Hoffe ( S. Bernardus.) nung! Fünfzehnte Besuchung. Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu senden, und was will ich Anderes, als daß es brenne? Luk. 12. Der P. Franziskus Olimpio aus dem Theatinerorden sagt, nichts auf Erden entflamme so sehr die göttliche Liebe in den Herzen der Menschen, als das heiligste Sakrament des Altars Aus diesem Grunde zeigte sich auch der Herr der heiligen Katharina von Siena in diesem Sakramente als ein Gluth: ofen der Liebe, aus welchem Ströme göttlicher Liebesflammen hervorbrachen, die sich über die ganze Erde verbreiteten. Was aber die Heilige dabei am meisten wunderte, war, daß die Menschen trotz einer solchen Liebe Gottes noch leben könnten, ohne ebenfalls vor Liebe zu brennen. O mein Jesus, laß mich entbrennen in Liebe zu dir, bewirke, daß ich mir nichts mehr denke und wünsche, daß ich nichts mehr verlange und suche als dich allein! Wie glücklich wäre ich, wenn dies heilige Feuer mich ganz erfaßte, wenn es allmälig, so wie meine Jahre vergehen, auch alle irdischen Neigungen in mir verzehrte! 53 Ogöttliches Wort, o mein Jesus, da sehe ich dich auf dem Altare ganz hingeopfert, ganz zerstört und vernichtet aus Liebe zu mir! Es ist daher billig, daß, gleichwie du als ein Schlachtopfer der Liebe dich geopfert haft für mich, auch ich mich gänzlich dir hingebe. Ja, mein Gott und mein höchster Herr, ich opfere heute meine ganze Seele, meinen ganzen Willen, mein ganzes Leben, mich selbst ohne einen Vorbehalt dir auf. Ich vereinige dies mein armes Opfer, o ewiger Vater, mit dem unendlichen Opfer, welches dir Jesus, dein Sohn und mein Heiland, einst auf Erden am Kreuze dargebracht hat und täglich noch auf so vielen Altären dir darbringt. Um der Verdienste Jesu willen nimm es an und gewähre mir die Gnade, es alle Tage meines Lebens zu wiederholen und zu sterben, indem ich mich ganz deiner Liebe weihe. O daß mir die Gnade zu Theil würde, welche du so vielen Märtyrern gewährt hast, zu sterben nämlich um deiner Liebe willen. Bin ich aber einer so großen Gnade nicht würdig, so verleihe mir wenigstens, o Herr, daß ich dir mit meinem ganzen Willen mein Leben aufopfere und freudig jene Todesart annehme, welche du mir bescheiden wirst. Ja, diese Gnade wünsche ich mir; ich möchte sterben mit dem Willen dich zu verehren und dir wohlzugefallen, und jetzt schon opfere ich dir nebst meinem Leben auch meinen Tod auf, wann und wie er mich treffen mag. 1 - Anmuthung. O mein Jesus, ich will sterben, um dir wohlzugefallen! Geistige Communion wie Seite 21. 54 Besuchung der seligsten Jungfrau. " 1 Gestatte, o meine süßeste Königin, daß ich dir mit dem heil. Bernard noch einmal zurufe: Du bist der Beweggrund all meiner Hoffnung!" Meine und mit dem h. Johann Damascenus: ganze Hoffnung habe ich auf dich gesetzt!" Du mußt mir die Vergebung meiner Sünden, du mir die Gnade der Beharrlichkeit bis zu meinem Tode, du mir die Befreiung aus dem Fegfeuer erlangen. Alle, die selig werden, sagt der h. Bonaventura, erlangen durch dich ihr Heil." Deshalb mußt du mich retten, o Maria! Wolle nur mein Heil, und ich werde gewiß selig. Weil du nun aber Jene rettest, welche dich anrufen, so rufe ich dich denn an und spreche: 11 Anmuthung. Heil derer, die dich anrufen, rette mich! Sechszehnte Besuchung. Wenn doch die Menschen in ihren Widerwärtigkeiten ihre Zuflucht zum heiligsten Altars. sakramente nähmen, gewiß wären sie nicht so elend, als sie es in Wirklichkeit sind. Wehklagend rief der Prophet Isaias aus: Ist denn kein Balsam in Galaad, ist denn kein Arzt zu finden? Dieser in Arabien gelegener Berg Galaad, auf welchem man den wohlriechendsten Balsam in Menge findet, ist nach dem ehrw. Beda ein Vorbild Jesu Christi, der in dieſem Sakramente die Mittel zur Entfernung all unsrer Uebel bereit hält. O ihr Kinder Adams, scheint 55 uns Jesus zu sagen, warum klagt ihr über eure Leiden, da ihr in diesem Sakramente den Arzt und die Arznei für all eure Schmerzen findet? Kommt Alle zu mir, ich will euch erquicken. Matth. 11. So will ich denn, o Jesus, mit der Schwester des Lazarus zu dir sprechen: Siehe, den du lieb hast, ist krank. Joh. 11. Herr, ich bin der Elende, den du liebst; meine Seele ist durch die Sünde verwundet worden. O göttlicher Arzt, ich komme zu dir, um geheilt zu werden. Du kannst mich heilen, wenn du nur willst. Heile meine Seele, denn ich habe wider dich gesündigt. Pi. 40. Ziehe mich, o süßester Jesu, mit der liebenswürdigen Gewalt deiner Liebe ganz zu dir hin. Die Vereinigung mit dir ist mir schäßenswerther als die Herrschaft über die ganze Welt. Ich wünsche mir auf Erden nichts anderes als deine Liebe. Ich kann dir nur weniges anbieten; wenn ich aber alle Königreiche der Erde besitzen könnte, so möchte ich sie nur haben, um ihnen aus Liebe zu dir entsagen zu können. So trete ich denn Alles, was ich besize, an dich ab: meine Verwandten, meine Bequemlichkeiten, meine Freuden und sogar meine geistigen Tröstungen; ich entsage zugleich meiner Freiheit und meinem Willen. Dir will ich all meine Liebe schenken. Ich liebe dich, o unendliche Güte, ich liebe dich mehr als mich selbst und ich hoffe dich in alle Ewigkeit zu lieben! inse Anmuthung. Mein Jesus, ich schenke mich dir, nimm mich an! Geistige Communion wie Seite 21. 56 Besuchung der seligsten Jungfrau. O meine Gebieterin, du sprachst selbst zur heil. Brigitta:„ Möge ein Mensch noch so sehr gesündigt haben, so bin ich doch stets bereit, ihn wieder aufzunehmen, wenn er wahrhaft gebessert zu mir zurückkehrt. Ich sehe nicht auf die Menge der Sünden, sondern auf die Beschaffenheit des Willens. Ich verschmähe es nicht, seine Wunden zu falben und zu heilen; denn ich heiße und bin wirklich auch die Mutter der Barmherzigkeit." Kannst du mich also heilen und wünschest du es, o meine himmlische Wohlthäterin, so nehme ich meine Zuflucht zu dir: Heile die vielen und großen Wunden meiner Seele; es bedarf ja nur eines Wortes von dir bei deinem Sohne, und ich bin geheilt. Anmuthung. O Maria, habe Mitleid mit mir! Siebenzehnte Besuchung. Liebende Seelen finden nirgends größeres Vergnügen als in der Gegenwart des Gegen standes, der ihre Zuneigung besigt. Lieben wir also Jesus Christus mit Innigkeit, siehe, hier befinden wir uns in seiner Gegenwart. Im heiligsten Altarssakramente sieht uns Jesus und hört er uns, und wir sollten ihm nichts zu sagen haben? Genießen wir den Trost, den seine - 57 Gegenwart uns bereitet; freuen wir uns seiner Herrlichkeit, sowie der Liebe, mit der so viele Seelen ihm zugethan sind; beleben wir in uns den Wunsch, daß Alle unsern Jesus in seinem Sakramente lieben und ihm ihre Herzen auf opfern; und wir wenigstens, widmen wir ihm die ganze Zärtlichkeit unsrer Seele. Er sollte der Gegenstand all unsrer Liebe, all unsrer Sehnsucht sein. Dem P. Salesius aus der Ge. sellschaft Jesu gereichte es zur Freude, vom allerheiligsten Sakramente nur reden zu können. Er konnte nicht müde werden, es zu besuchen: wurde er an die Pforte gerufen, kehrte er in seine Zelle zurück oder ging er sonst durch das Haus, so benußte er stets diese Gelegenheiten, seinem geliebten Heilande einen Besuch abzustatten, und man beobachtete, daß kaum eine Stunde des Tages verging, ohne daß er ihn besucht hätte. So verdiente er sich die Gnade, bei Vertheidigung der Lehre von der Gegenwart Jesu in diesem Sakramente gegen die Irrgläubigen den Martertod zu erleiden. Ach, wäre auch mir das schöne Loos beschieden, zu sterben während der Vertheidigung dieses Sakramentes, in welchem du, o süßester Jesus, uns die ganze Zärtlichkeit deiner Liebe an den Tag gelegt haft! Allein, o mein Heiland, nachdem du bereits so viele Wunder im heiligsten Altarssakramente gewirkt, wirke auch noch dieses, daß du mich ganz zu dir hinziehest. Es ist dein Wunsch, daß ich dir angehöre und du verdienst es nur zu sehr. Verleihe mir die Gnadenkraft, dich von ganzem Herzen zu lieben. Schenke die Güter der Welt wem immer du willst; ich entsage ihnen und will und 58 verlange nichts als deine Liebe. Sie allein suche ich, sie allein werde ich immer suchen. Ich liebe dich, mein Jesus, bewirke, daß ich immer und nie mehr etwas Anderes als dich liebe. Anmuthung. Wann, o mein Jesus, wann werde ich dich wahrhaft lieben? Geistige Communion wie Seite 21. Besuchung der seligsten Jungfrau. O meine süßeste Königin, wir sehr gefällt mir der schöne Name, mit welchem deine Vera ehrer dich begrüßen: Du liebliche Mutter, beten fie, bitte für uns! O ja, meine Gebieterin, du bist doch gar zu lieblich! deine Holdseligkeit hat deinen Gott selbst von Liebe zu dir erfüllt; der König fand Wohlgefallen an deiner Ge: stalt. Der heil. Bonaventura sagt, schon dein Name klinge den dich liebenden Seelen so süß, daß beim Nennen oder Hören desselben der Wunsch, dich zu lieben, in ihnen erwacht und vergrößert werde. O süße, o gütige, o liebenswürdigste Mutter, du kannst nicht genannt werden, ohne daß du entzündest; du kannst nicht zu unserm Gehöre dringen, ohne das Gemüth des dich Liebenden zu erquicken!" Es ist daher billig, o meine liebenswürdigste Mutter, daß ich dich liebe. Es genügt mir jedoch nicht, dich nur zu lieben; ich möchte vielmehr zuerst hier auf Erden und dann im Himmel dich nach Gott am meisten lieben; und ist dieser Wunsch am Ende unbescheiden, so sind deine Liebenswürdigkeit und die 59 befondre Liebe, welche du mir bezeigt, daran schuld. Wärest du weniger liebenswürdig, so wäre auch mein Verlangen nach größerer Liebe zu dir weniger heftig. Genehmige, o meine Gebieterin, dies mein Verlangen und zum Zeichen, daß du es gethan, erlange mir von Gott jene Liebe, um welche ich dich bitte und welche dem Herrn selbst so wohlgefällig ist. Anmuthung. O meine liebenswürdige Mutter, ich liebe dich von ganzem Herzen! Achtzehnte Besuchung. Im Thale Josaphat wird Jesus Christus auf einem Throne der Herrlichkeit erscheinen; im heiligsten Altarssakramente aber sigt er auf einem Throne der Liebe. Wenn ein König, um einem armen Hirten einen Beweis seiner Liebe zu geben, das Dörflein desselben zu seinem Wohnorte erwählte: wie groß wäre da der Undank dieses lettern, wenn er seinen König nicht be ſuchte, obwohl er wüßte, daß ihn dieser bei sich zu sehen wünsche, ja, daß er eben deshalb in seine Nähe gekommen sei! O mein Jesus, ich verstehe dich: Aus Liebe zu mir hast du dieses heiligste Altarssakrament zu deinem Wohnsize erwählt, und deshalb möchte ich, wenn es anginge, Tag und Nacht in deiner Gegenwart verbleiben. Wenn die Engel, o Herr, voll des Staunens über deine Liebe zu uns, dich fortwährend umgeben, so ist es billig, daß auch ich, Univ.- Bibl. Giessen 60 wenn ich dich meinetwegen auf diesen Altären weilen sehe, dir wenigstens dadurch zu gefallen suche, daß ich in deiner Gegenwart verbleibe und die liebevolle Güte preise, welche du mir bezeigt hast. Vor dem Angesichte der Engel will ich dir lobsingen; ich will anbeten zu dei nem heil. Tempel hin und preisen deinen Namen um deiner Barmherzigkeit und deiner Wahrheit willen. Pf. 137. O mein im allerheiligsten Sakramente verborgener Gott, du Brod der Engel, du göttliche Speise, ich liebe dich! Allein, weder dir noch mir genügt meine Liebe. Ich liebe dich zwar, aber ich liebe dich zu wenig. Laß mich, o Gott, die Unendlichkeit jener Schönheit und Liebe erkennen, welche ich liebe. Bewirke, daß mein Herz allen irdischen Neigungen entsage und nur mehr für deine Liebe empfänglich sei. Unsre Liebe dir zu erwerben und dich mit uns zu vereinigen, kommst du täglich vom Himmel auf unsre Altäre herab. Es gebührt sich daher, daß ich all mein Sinnen und Trachten auf deine Liebe, deine Anbetung und dein Wohlgefallen richte. Ich liebe dich aus meiner ganzen Seele, ich liebe dich aus all meinen Kräften. Und willst du diese Liebe mir lohnen, so vermehre ihre Innigkeit, damit ich dich noch inniger liebe und noch lebhafter dir wohlzugefallen wünsche. Anmuthung. Jesus, o Liebe, gib mir Geistige Communion wie Seite 21. Liebe! 61 Besuchung der seligsten Jungfrau. Gleichwie jene armen Kranken, welche ihres ungewöhnlichen Elendes wegen von Allen verlassen sind, in den öffentlichen Hospitälern noch ein Unterkommen finden, so sind auch die elendesten Sünder, obwohl von Jedermann verstoßen, dennoch nicht von der Barmherzigkeit Mariens ausgeschlossen, welche Gott dieser Welt als eine Zufluchtsstätte und öffentliches Hospital für die Sünder geschenkt hat, wie der heilige Bafilius sich ausdrückt: ,, Gott hat den Sündern ein öffentliches Krankenhaus eröffnet." So nennt auch der heilige Ephräm sie eine Zufluchtsstätte der Sünder. Und deshalb, o meine Königin, fannst du mich meiner Sünden wegen nicht von dir stoßen, wenn ich meine Zuflucht zu dir nehme; ja, je elender ich bin, desto mehr Anspruch habe ich auf deinen Schuß, weil Gott dich ja erschaffen hat, um die Zuflucht der Sün der zu sein. So nehme ich denn, o Maria, meine Zuflucht zu dir und stelle mich unter deinen Schußmantel. Du bist die Zuflucht der Sünder; sei deshalb auch meine Zuflucht und meine Hoffnung für die Ewigkeit. Wenn du mich verstoßen würdest, wo sollte ich mich dann hinwenden? Anmuthung. Maria, meine Zuflucht, rette mich! SOUNDR 62 Neunzehnte Besuchung. Ist es Jedermann angenehm, sich in der Ge. sellschaft eines theuern Freundes zu befinden, wie sollte es uns in diesem Thränenthale nicht freuen, mit unserm besten Freunde zu verkehren, der uns alle Wohlthaten erzeigen kann, der uns so leidenschaftlich liebt, daß er beständig bei uns bleiben will. Hier vor dem heiligsten Altarssaframente können wir mit Jesus reden, so lange wir wollen, können wir unser Herz ihm eröffnen, unsre Bedürfnisse ihm vortragen, um seine Gnaden ihn bitten, kurz, mit aller Vertraulichkeit, ohne Umstände und Förmlichkeiten, mit dem Könige des Himmels uns unterhalten. Joseph schätzte sich überaus glücklich, als nach dem Berichte der heil. Schrift Gott mit seiner Gnade in seinen Kerker herabstieg, um ihn zu trösten: Sie stieg zu ihm in die Grube und ver ließ ihn nicht in den Banden. Weish. 10. Viel glücklicher aber sind wir, da wir in dieser elenden Welt unsern Mensch gewordenen Gott bei uns haben, der durch seine wesentliche Ge genwart alle Tage unsers Lebens mit so liebe voller Theilnahme uns nahe ist. Welchen Trost gewährt es nicht einem armen Gefangenen, einen ergebenen Freund zu besißen, der ihm Gesell schaft leistet, ihn tröstet, ihm Hoffnung einflößt, ihm beisteht und auf Mittel sinnt, ihn aus seinem Elende zu befreien. Doch siehe, in dieſem Sakramente ermuthigt uns unser guter Freund Jesus Christus mit den Worten: Sehet, ich bin alle Tage bei euch. Matth. 28. Sehet, spricht er, ich bin eigens vom Himmel in euer 63 Gefängniß herabgestiegen, um euch Trost, Hilfe und die Freiheit zu bringen. So nehmt mich denn auf, schließet euch mir an, werdet eins mit mir, und ihr werdet euer Elend nicht mehr fühlen; später kommt ihr dann in mein Reich, wo ich euch vollkommen beglücken werde. O Gott, o unbegreifliche Liebe, weil du, um uns nahe zu sein, so gnädig auf unsre Altäre herabsteigen willst, so fasse ich den Vorsatz, dich häufig zu besuchen und möglichst oft deine süße Gegenwart zu genießen, welche die Heiligen des Himmels beseligt. Könnte ich doch immer in deiner Gegenwart bleiben, um dich anzubeten und Anmuthungen der Liebe zu dir zu erwecken! Mahne meine Seele, ich bitte dich, wenn sie aus Lauigfeit oder irdischer Geschäfte wegen es unterlassen sollte, dich zu besuchen. Entzünde in mir ein lebhaftes Verlangen, vor diesem Sakramente in deiner Nähe zu weilen. O mein liebevollster Jesus, hätte ich dich doch immer geliebt, hätte ich dir doch immer wohlgefallen! Es tröstet mich indessen der Gedanke, daß mir noch Zeit dazu übrigt, und zwar nicht nur im fünftigen, sondern auch schon in diesem Leben. Ich will dich lieben, ich will dich wahrhaft lieben, o mein höchstes Gut, meine Liebe und mein Alles! Ich will dich lieben aus all meinen Kräften. Anmuthung. O mein Gott, hilf, daß ich dich liebe! Geistige Communion wie Seite 21. - Besuchung der seligsten Jungfrau. Der fromme Bernardin von Bustis sagt: Verzage nicht, o Sünder, sondern nimm mit 64 Zuversicht deine Zuflucht zu dieser Königin, deren Hände du voll Erbarmen und Freigebigkeit finden wirst. Sie hat nämlich ein größeres Verlangen, dir Gutes zu erzeigen, als du, es in Empfang zu nehmen." Immer will ich meinen Gott danken, o meine Gebieterin, der es gefügt, daß ich dich kennen lernte. Wie groß wäre mein Elend, wenn ich dich nicht kennte oder deiner nicht mehr gedächte! Schlecht stände es alsdann um mein Seelenheil. Ich preise dich, meine Mutter, und ich liebe dich; ich habe ein solches Vertrauen auf dich, daß ich meine Seele in deine Hände niederlege. Anmuthung. Selig, o Maria, wer dich kennt und sein Vertrauen auf dich sezt! Zwanzigste Besuchung. An demselben Tage, sagt der Prophet Zacharias, wird sich eine Quelle öffnen für das Haus Davids und die Bewohner Jerusalems zur Reinigung von den Sünden. 13. 1. Jesus im heiligsten Altars, sakramente ist jene vom Propheten verheißene uns Allen zugängliche Quelle, in welcher wir beliebig oft unsre Seelen von ihren täglichen Sündenmakeln rein waschen können. Wenn Je mand einen Fehler begangen, gäbe es dann ein vortrefflicheres Mittel zur Entfernung desselben als den sofortigen Besuch des allerheiligsten Sa: framentes? Ja, mein Jesus, dieses Mittel will ch anwenden, und das um so mehr, da ich weiß, 65 daß das Wasser dieser Quelle mich nicht nur abwäscht, sondern mir auch das Licht und die Kraft verleiht, um nicht wieder zu fallen, um freudig alle Widerwärtigkeiten zu ertragen und in deiner Liebe Fortschritte zu machen. Ich weiß, daß du mich zu diesem Ende erwartest und die Besuche der dich liebenden Seelen mit solchen Gnaden belohnst. Wohlan, mein Jesus, reinige mich von allen Fehlern, die ich heute begangen und welche ich bereue, weil sie dir mißfallen haben. Verleihe mir die Kraft, nicht in dieselben zurückzufallen, und zugleich ein lebhaftes Verlangen nach deiner Liebe. Ach, daß ich fortwährend in deiner Nähe verbleiben könnte wie deine trene Dienerin Maria Diaz. Dieselbe war eine Zeitgenossin der heiligen Theresia und hatte vom Bischof von Avila die Erlaubniß erhalten, auf der Bühne einer Kirche zu wohnen, wo sie fast fortwährend vor dem heiligsten Altarssakramente betete, das sie ihren Nachbarn nannte und nur verließ, um zur Beichte oder zur heiligen Communion zu gehen. Wenn der ehrwürdige Bruder Franz vom Kinde Jesus, ein unbeschuhter Carmelit, an einer Kirche vorbeiging, in welcher das heiligste Altarssakrament sich befand, so konnte er sich nicht enthalten, zu einem Besuche desselben einzutreten; denn, sprach er, es ist unschicklich, daß ein Freund am Hause seines Freundes vorbeigehe, ohne einzutreten, um ihn wenigstens zu begrüßen und einige Worte mit ihm zu wechseln. Ihm aber genügten nicht einige Worte, sondern er blieb, so lange der Gehorsam es ihm geſtattete. O mein einziges, mein unendliches Gut, ich weiß, daß du dieses aller1 Univ.- Bibl. Giessen 66 heiligste Sakrament eingeſetzt hast und auf unsern Altären gegenwärtig bleibst, um von mir geliebt zu werden. Auch hast du mir ein Herz gegeben, das fähig ist, dich mit Innigkeit zu lieben. Warum liebe nun ich Undankbarer dich nicht oder liebe ich dich so wenig? Nein, nein, es ist nicht recht, daß eine so liebenswürdige Güte so wenig geliebt werde. Wenigstens fordert deine Liebe zu mir von meiner Seite einige Erwiderung. Allein, du bist der unendliche Gott, und ich bin ein elender Erdwurm. Von geringer Bedeutung wäre es daher, wenn ich deinetwegen auch stürbe oder vernichtet würde, nachdem du aus Liebe zu mir in diesem Sakramente gegenwärtig bleiben wolltest und dich täglich auf unsern Altären auf: opferst. Ich will dich recht innig lieben. Hilf mir auch dich lieben, weil meine Liebe dir ja wohlgefällt und du dieselbe mit Dringlichkeit von mir verlangst. - - Anmuthung. Mein Geliebter ist mein, und ich bin sein. Geistige Communion wie Seite 21. Besuchung der seligsten Jungfrau. O meine süßeste, gütigste und liebenswür digste Königin, welch großes Vertrauen flößt der heil. Bernard Jenen ein, welche ihre Zuflucht zu dir nehmen! Er sagt, daß du nicht die Ver dienste derer abwägst, welche sich an deine Güte wenden, sondern daß du Allen pilfe gewährst, welche dich anrufen. Wenn ich also zu dir bete, so hörst du mich liebevoll an. So höre denn, 67 um was ich dich bitte: Siehe, ich bin ein armer Sünder, der tausendmal die Hölle verdient hat; ich möchte aber mein Leben ändern und Gott lieben, den ich so schwer beleidigt habe. Ich widme mich, all meines Elendes ungeachtet, deinem Tienste. So rette denn meine Seele, die nicht mehr sich selbst, sondern dir angehört. O meine Gebieterin, hast du meine Bitte vernommen? ja, ich gebe mich der Hoffnung hin, daß du mich gehört und zugleich auch erhört haft. Anmuthung. O Maria, dir gehöre ich an, rette mich! Einundzwanzigste Besuchung. Wo der Leib ist, da versammeln sich die Adler. Luk. 17. Unter diesem Leibe verstehen die Heiligen gewöhnlich den heiligsten Frohnleichnam Christi und unter den Adlern jene losgeschälten Seelen, welche sich Adlern gleich über alles Irdische erheben und sich zum Himmel emporschwingen, welcher der Gegenstand all ihres Sinnens und Trachtens, ja, gleichsam jetzt schon ihre Wohnstätte geworden ist. Hier auf Erden finden diese Seelen ihr Paradies an jenen Orten, an denen Jesus im heiligsten Altarssakramente gegenwärtig ist, und sie können nicht müde werden, vor demselben zu weilen. Wenn nun aber die Adler, sagt der heil. Hieronymus, sobald sie ihre Nahrung wittern, aus der Ferne zu derselben hineilen, um wie mehr sollten wir zu Jesus im heiligsten Altarssakramente eilen und fliegen 1 68 als zur köstlichen Labe unserer Herzen. Daher drängten sich auch die Heiligen in diesem Thale der Thränen gleich dürftenden Hirschen um dieſe Paradiesesquelle. P. Balthasar Alvarez aus der Gesellschaft Jesu richtete bei jeder Art von Beschäftigung seine Augen stets nach jener Seite hin, wo sich das heiligste Altarssakrament befand; er besuchte es ungemein häufig und beharrte zuweilen ganze Nächte vor demselben. Auch konnte er sich der Thränen nicht enthalten, wenn er die Paläste der Großen von Leuten angefüllt sah, die einem Menschen, von dem sie elendes Erdengut erwarteten, den Hof machten, indeß die Kir chen leer standen, in welchen doch der Herr des ganzen Weltalls wohnt, der bei uns auf Erden auf einem Throne der Liebe weilt und reich ist an unermeßlichen, ewigen Schätzen. Er pries die Ordensleute glücklich, welche diesen im hei ligsten Altarssakramente gegenwärtigen, erhabe nen Herrn bei Tage und bei der Nacht, so oft sie wollen und zwar in ihren eigenen Häusern besuchen können, ein Glück, dessen sich die Weltlichen nicht erfreuen. Weil du mich denn, o mein liebevollster Heiland, ungeachtet meiner Sünd: haftigkeit und meines Undankes mit so großer Güte in deine Nähe rufft, so will ich meines Elendes wegen den Muth nicht verlieren. Ich komme zu dir, mein Jesus, und trete in deine Nähe. Ach, ändre mich um und entferne aus mir alle Liebe, welche nicht dir gilt; zerstöre in mir alle Wünsche, welche dir mißfallen, alle Ge danken, welche nicht dich zum Gegenstande haben. O mein Jesus, meine Liebe, mein höchstes Gut, ich will nur dir wohlgefallen, nur dir Freude 69 bereiten; du verdienst all meine Liebe, und deshalb will ich dich auch lieben von ganzem Herzen. Benimm mir, o Herr, alle Anhänglichkeit an das Irdische und feßle mich so eng an dich selbst, daß ich mich nie mehr, weder in diesem noch im fünftigen Leben von dir zu trennen vermag. Anmuthung. Süßester Jesus, laß mich nie wieder von dir getrennt werden! Geistige Communion wie Seite 21. Besuchung der seligsten Jungfrau. Dionysius der Carthäuser nennt Maria die Sachwalterin aller Sünder, die ihre Zuflucht zu ihr nehmen. Weil es also, o große Gottesmutter, dein Amt ist, die Sache der gottlosesten Sünder, die sich an dich wenden, zu vertheidigen, so siehe mich heute zu deinen Füßen liegen. Ich fliehe zu dir und rufe mit dem heil. Thomas von Villanova dir zu: Wohlan denn, o Fürsprecherin, walte deines Amtes, nimm dich meines Anliegens an! Es ist freilich wahr, daß ich mich gar zu schwer an meinem Gott versündigt habe, indem ich ihn so gröblich beleidigte, nachdem er mir große Gnaden und Wohlthaten erzeigt hatte. Allein es ist nun mal geschehen. Du kannst mich dennoch retten. Es genügt, daß du deinem Gott sagest, du habest meine Vertheidigung übernommen, damit ich Vergebung und das ewige Leben erlange. Anmuthung. O meine liebe Mutter, du mußt mich retten! - 70 Zweiundzwanzigste Besuchung. Die Braut im Hohenliede suchte ihren Ge liebten und als sie ihn nicht fand, fragte sie: Habt ihr ihn, den meine Seele liebt, gefunden? Damals befand sich Jesus noch nicht auf Erden. Sucht aber jetzt eine Seele ihren geliebten Heiland, so findet sie ihn zu jeder Zeit im heiligsten Altarssakramente. Der ehrw. Meister Avila pflegte zu sagen, unter allen heiligen Stätten wisse und wünsche er sich keine, die seinem Herzen theurer wäre, als eine Kirche, in welcher sich das heiligste Sakrament des Altars befindet. O unendliche Liebe meines Got: tes, o Liebe, die eine unendliche Gegenliebe verdient! Wie konntest du dich, o mein Jesus, so tief erniedrigen, daß du, um bei den Menschen zu sein und dich mit ihren Herzen zu vereinigen, unter den so bescheidenen Brodgestalten dich hast verbergen wollen? O fleischgewordenes Wort, deine Verdemüthigung ist eine überschwängliche, weil überschwänglich auch deine Liebe zu uns ist! Wie sollte ich dich nicht lieben aus all meinen Kräften, wenn ich bedenke, was du gethan, um dir meine Liebe zu erwerben? ich liebe dich von ganzem Herzen und deshalb will ich dein Wohl gefallen meinem Vortheile und jeder Befriedigung vorziehen. All meine Freude besteht darin, dir, meinem Jesus, meinem Gott, meiner Liebe, meinem Alles, Freude zu bereiten. Entzünde in mir ein lebhaftes Verlangen, fortwährend in deiner Gegenwart zu sein, dich zu empfangen und dir Gesellschaft zu leisten. Wie undankbare wäre 71 ich, wenn ich einer so süßen und freundlichen Einladung nicht entspräche! Zerstöre in mir, o Herr, alle Neigungen zu den Geschöpfen; denn es ist ja dein Wille, daß du selbst der Gegenstand all meiner Liebe und Sehnsucht seiest. Ich liebe dich, o liebenswürdige Güte meines Gottes; ich bitte dich um nichts anderes als um dich selbst; ich suche nicht meine eigene Befriedigung, sondern ich suche nur dein Wohlgefallen und die ses wird mir genügen. Nimm, o mein Jesus, den guten Willen eines Sünders an, der dich lieben möchte. Gewähre mir den Beistand detner Gnade und bewirke, daß ich für alle Zukunft aus einem elenden Höllensklaven in einen glückseligen Sklaven deiner Liebe umgewandelt werde. Anmuthung O mein Jesus, mein höchstes Gut, du bist mir theurer als alle andern Güter! Geistige Communion wie Seite 21. Besuchung der seligsten Jungfrau. O süßeste Gebieterin und Mutter! bisher war -ich ein verächtlicher Empörer gegen Jesus Chris stus, deinen erhabenen Sohn. Allein, voll innigen Reueschmerzes wende ich mich nun an dein Mitleid, damit du mir Verzeihung erwirfeſt, Wende nicht ein, daß dir dieses nnmöglich sei; denn du bist ja, wie der heil Bernard sich ausdrückt, die Spenderin der Vergebung." un dir ist es, auch Jenen zu helfen, die in Gefahren schweben, weshalb dich der heil. Ephräm die Helferin der Gefährdeten nennt. Wer aber, o meine Gebieterin, wer schwebt in größerer Ge= fahr als ich? Ich habe meinen Gott verloren, 72 ich bin deshalb gewiß zur Hölle verurtheilt wor den und ich weiß nicht, ob mir Gott verziehen hat. Zudem könnte man ihn von neuem verlieren. Du aber kannst mir Alles crlangen, und von dir hoffe ich alles Gute, Verzeihung, Be= harrlichkeit und das Paradies. Ich gebe mich der Hoffnung hin, daß ich im Himmel sogar unter denen sein werde, welche deine Erbarmungen am eifrigsten preisen, weil sie deiner Fürsprache ihr Heil verdanken. Anmuthung. Die Erbarmungen Mariens will ich preisen in Ewigkeit. Amen, also sei es. Breiundzwanzigste Besuchung. So manche Christen unterziehen sich großen Beschwerden und sehen sich zahlreichen Gefahren aus, um jene Orte des heiligen Landes zu be suchen, an welchen unser liebevollster Erlöser ge= boren wurde, für uns gelitten hat und gestorben ist. Wir aber brauchen keine solchen Reisen zu unternehmen, noch so große Gefahren zu bestehen; denn der Herr selbst wohnt in unsrer Nähe, in dieser Kirche nämlich, die kaum einige Schritte von unsern Häusern entfernt ist. Wenn nun aber, bemerkt der heil. Paulin, die Pilger sich glücklich schätzen, aus jenen Gegenden etwas Staub mitbringen zu können, den sie an der Geburtsstätte oder am Grabe des Heilandes ge. sammelt, mit welchem Eifer sollten wir da das heiligste Altarssakrament besuchen, in welchem 73 der Erlöser persönlich gegenwärtig ist, da es ohne Mühe und Gefahr geschehen kann. Eine fromme Seele, welcher Gott eine große Liebe zum allerheiligsten Sakramente eingeflößt hatte, schrieb in einem Briefe unter andern auch folgende Gedanken nieder: Nachdem ich erkannt, daß ich alles Gute dem heiligsten Altarssakramente verdanke, habe ich mich demselben ganz geweiht und hingegeben. Ich sehe einerseits, daß eine zahllose Menge von Gnaden nicht ertheilt wird, weil man sich nicht an dieses göttliche Sakrament wendet, und andrerseits, daß unser Heiland ein großes Verlangen hat, in diesem Sakramente seine Gnaden zu spenden. O heiliges Geheimniß, o heilige Hostie! Wo offenbart Gott deutlicher seine Allmacht als in dieser Hostie, die Alles enthält, was Gott jemals für uns gethan hat? veneiden wir nicht die Seligen des Paradieses, weil wir ja hier auf Erden denselben Herrn in noch wundervoller Weise bei uns haben. Bemüht euch, es dahin zu bringen, daß auch Jene, mit denen ihr verkehrt, sich dem heiligsten Sakramente weihen. Ich spreche so, weil dies Sakrament mich ganz außer mich bringt; ich kann nicht ermüden, von einem seheimnisse zu reden, das so große Liebe verdient. Ich weiß gar nicht mehr was thun und beginnen für Jesus im heiligsten Sakramente des Altars." So endet der Brief. O ihr Seraphim, die ihr in süßen Liebesflammen stehend euren und meinen Gott um gebet, nicht aus Liebe zu euch, sondern aus Liebe zu mir hat der König des Himmels in diesem Sakrament: gegenwärtig bleiben wollen; laßt daher mich in Liebe entbrennen, ja, entzündet mich mit euren Gluthen, damit wir gleichzeitig glühen und brennen. D mein Jesus, laß mich die Größe deiner Liebe zu uns Menschen erkennen, damit die Betrachtung derselben das Verlangen, dich zu lieben und dir wohlzugefallen, immer noch vermehre. Ich liebe dich, o liebenswürdigster Heiland, und ich will dich immer lieben, um dadurch dir wohlzugefallen. Anmuthung. O mein Jesus, an dich glaube ich, auf dich hoffe ich, dich liebe ich, dir schenke ich mich. Geistige Communion wie Seite 21. Besuchung der seligsten Jungfrau. O liebenswürdigste Jungfrau, der heil. Bonaventura nennt dich die Mutter" und der heil. Ephräm die Zuflucht der Waisen". Ach, dieſe armen Waisen sind gewiß die Sünder, welche Gott verloren haben. So fliehe ich denn, o hei ligste Gottesmutter, zu dir! Ich habe meinen Vater verloren; aber du bist meine Mutter und du mußt mir dazu verhelfen, daß ich ihn wie derfinde. In großer Noth rufe ich dich um dei nen Beistand an. Okomme mir zu Hilfe! Oder sollte mir feine Erhörung werden? Onein, sagt mir Innocenz III.: denn, wer hätte sie jemals angerufen, ohne erhört zu werden?" Wer hätte dich je um etwas gebeten, und wäre deines Beistandes nicht gewürdigt worden? Oder wer wäre verloren gegangen, nachdem er seine Zuflucht zu dir genommen? Nur der geht zu Grunde, der seine Zuflucht nicht zu dir nimmt. 75 Wohlan denn, meine Königin, wenn mein Heil dir am Herzen liegt, so bewirke, daß ich dich immer anrufe, immer mein Vertrauen auf dich ſezze. 4 Anmuthung. Heiligste Jungfrau Maria, verleihe mir Vertrauen auf dich. Vierundzwanzigste Besuchung. Du bist wahrhaft ein verborgener Gott. An keinem Werke der göttlichen Liebe bewahrheiten sich diese Worte in so deutlicher Weise als am anbetungswürdigen Geheimnisse des heiligsten Altarssakramentes, in welchem unser Gott ganz verborgen gegenwärtig ist. Bei seiner Menschwerdung verbarg das ewige Wort seine Gottheit, um in Knechtsgestalt auf Erden zu erscheinen; in diesem Sakramente verbirgt er aber auch seine Knechtsgestalt, so daß ihm, sagt der heil Bernard, nur das Aussehen von Brod verbleibt; und das thut er, um uns die Zärtlichkeit seiner Liebe an den Tag zu legen: Verborgen ist die Gottheit, verborgen die Menschheit, nur die Liebe ist Allen sichtbar." Bei Betrachtung dieses Uebermaßes der Liebe zu den Denschen, o mein geliebtester Erlöser, gerathe ich außer mir und weiß gar nicht mehr, was ich sagen soll. So weit also gehst du, daß du in diesem Sakramente aus Liebe zu uns deine Majestät verbirgst, deine perrlichkeit verdunkelst, ja, deines göttlichen Lebens gewissermaßen dich entäußerst. Es scheint dir auf unsern Altären nur 1 76 11 eine Pflicht zu obliegen, nämlich die Menschen zu lieben und ihnen deine Liebe an den Tag zu legen. Diese Menschen aber, welchen Dank statten sie dir dafür ab, o großer Sohn Gottes? Ge statte, mein Jesus, daß ich es dir sage, du liebſt sie gar zu sehr; denn du ziehst ihr Wohlergehen deiner eigenen Ehre vor. Wußtest du nicht, welcher Schmach deine liebevollen Absichten dich aussehen würden? Ich sehe ja und lange vor mir sahest du es voraus,- daß die Mehrzahl der Menschen dich nicht anbetet und dich in diesem Sakramente nicht einmal als den erkennt, der du in Wirklichkeit bist. Ich weiß, daß diese Menschen sogar die consecrirten Hostien mit Füßen getreten, sie auf die Erde, in's Wasser oder in's Feuer geworfen haben. Und was muß ich noch ſehen? Der größte Theil derjenigen, welche an dich glauben, o Gott, anstatt so viele Beleidigungen durch ihre Andacht wieder gut zu machen, kommen nur in die Kirche, um dich durch ihre Unehrerbietigkeit nur noch mehr zu beleidigen; oder sie lassen dich allein auf den Altären, manchmal sogar ohne eine brennende Lampe und die nothwendigen Verzierungen. Könnte ich, mein süßester Erlöser, mit meinen Thränen oder gar mit meinem Blute jene Orte rein waschen, an welchen deiner Liebe und deinem liebevollen Herzen so gröbliche Unbilden zugefügt wurden! Weil mir aber dies nicht gewährt ist, so möchte ich dich doch wenigstens recht häufig besuchen; ja, ich fasse den Vorsaß, es zu thun, um dich anzubeten und dir, wie ich es jetzt thue, Abbitte zu leisten für die Verachtung, welche du in diesem göttlichen Geheimnisse zu erdulden hast. Genehmige, 77 1 o ewiger Vater, diese geringe Ehrenbezeugung, welche dir heute der elendeste aller Menschen zur Genugthuung für alle Beleidigungen aufopfert, welche deinem Sohne im heiligsten Altars= sakramente zugefügt werden, nimm sie in Vereinigung mit jener unendlichen Ehre an, welche dir Jesus Christus am Kreuze erwiesen hat und dir täglich noch in diesem Sakramente erzeigt. Könnte ich doch bewirken, o mein im heiligsten Sakramente des Altars gegenwärtiger Heiland, daß alle Menschen in Liebe zu diesem hochwürdigsten Gute erglühten! Anmuthung. Verbreite, o liebenswürdigster Jesus, unter den Menschen deine Erkenntniß und Liebe! Geistige Commmunion wie Seite 21. Sesuchung der seligsten Jungfrau. O meine mächtigste Gebieterin, welche Zuversicht flößt es mir ein, wenn ich in der Besorgniß um mein ewiges Heil meine Zuflucht zu dir nehme und dabei bedenke, daß du, meine Mutter, einerseits so reich an Gnaden bist, daß dich der heilige Johannes Damascenus ,, ein Meer der Gnade", der heilige Ephräm, die Quelle der Gnaden und alles Trostes", der heil. Bonaventura die Schatzkammer der Gnaden" und der heil. Bernard, die Fülle alles Guten" nennt und ich andererseits erwäge, wie geneigt du bist, uns Wohlthaten zu erzeigen, ja, daß sich nach dem heil Bonaventura Jene an dir versündigen, welche dich nicht um Gnaden bitten. O du reichste, du weiseste, du mildeste Königin! ich bin über 78 zeugt, daß du die Bedürfnisse meiner Seele besser fennst als ich und daß du mich mehr liebst, als ich dich lieben kann. So vernimm denn, um was ich dich heute bitte: Erlange mir jene Gnade, von welcher du weißt, daß sie meiner Seele am nüzlichsten ist. Das erlange mir von Gott und ich bin zufrieden. - Anmuthung. Mein Gott, gewähre mir jene Gnade, um welche dich Maria für mich bittet! Fünfundzwanzigste Besuchung. Der heil. Paulus lobt den Gehorsam Jesu Christi, indem er sagt, unser Erlöser sei dem himmlischen Vater gehorsam gewesen bis in den Tod: Er ward gehorsam bis zum Tode. Phil. 2. In diesem Sakramente aber ging er noch weiter; denn hier will er nicht nur seinem ewigen Vater, sondern auch den Menschen gehorsam ſein und zwar nicht nur bis zum Tode, sondern bis zum Ende der Welt. Er ward gehorsam, könnte man sagen, bis zum Ende der Zeiten. Obwohl er der König des Him mels ist, steigt er aus Gehorsam gegen die Menschen zu uns hernieder und scheint dann auf unsern Altären zu bleiben, um den Willen der Menschen zu vollziehen. Ich aber redete nicht dawider. Is. 50. Hier geſtattet er sich feine selbstständige Bewegung, sondern läßt sich legen, wohin man ihn legen will, in der Monstranz ausstellen, oder in den Tabernackel ein schließen. Man kann ihn tragen, wohin man 79 will, sei es in die Häuser, oder nur durch die Straßen. Er gestattet, daß man ihn bei der heil. Communion reichet, wem man will, er sei gerecht oder ein Sünder. Wie der heil. Lukas berichtet, gehorchte Jesus zur Zeit seines irdischen Wandels seiner Mutter und dem heil. Joseph; in diesem Sakramente aber gehorcht er den so vielen Geschöpfen, als es auf erden Priester gibt. Ich aber rede nicht dawider. Gestatte mir, o liebevollstes Herz meines Jesus, du Quelle aller Sakramente und namentlich dieses Sakramentes der Liebe, daß ich heute einige Worte an dich richte. Ich möchte dir eben so viel Ruhm und Ehre verschaffen, als du deren durch deine sakramentale Gegenwart in unsern Kirchen deinem himmlischen Vater erweisest. Ich erkenne, daß du auf diesem Altare mit derselben Liebe mir zugethan bist, mit welcher du mich geliebt hast, als du dein göttliches Leben unter so bittern Schmerzen am Kreuze für mich dahingabst. Erleuchte, o göttliches Herz, alle Jene, welche dich noch nicht kennen. Um deiner Verdienste willen befreie oder tröste doch die armen Seelen im Fegfeuer, welche jeßt schon und für die ganze Ewigkeit deine Bräute sind. Ich bete dich an, ich danke dir und liebe dich in Vereinigung mit allen Seelen, welche jetzt im Himmel und auf Erden dich lieben. Reinige, o reinstes Herz Jesu, mein Herz von aller Anhänglichkeit an die Geschöpfe und erfülle es mit deiner heiligen Liebe. Besize, o süßestes Herz, mein ganzes Herz, damit ich von heute an dir ganz angehöre und immer sagen könne: Wer wird mich von der Liebe Gottes scheiden, die da in Christus 80 Jesus ist? Röm. 8. Schreibe, o heiligstes Herz, in mein Herz die bittern Wehen ein, welche du auf Erden so lange Jahre aus Liebe zu mir erduldet hast, damit ich künftig beim Andenken an dieselben alle Leiden dieses Lebens mir wünsche oder doch wenigstens aus Liebe zu dir geduldig ertrage. Demüthigstes Herz, theile mir deine Demuth mit Sanftmüthigites Herz, laß mich fanftmüthig werden, wie du es gewesen. Ent ferne aus meinem Herzen Alles, was dir mißfällt. Bekehre es vollständig, damit es nichts mehr wolle, nichts mehr wünsche, als einzig das, was dir gefällt. Verleihe, mit einem Worte, daß ich nur mehr lebe, um dir zu gehorchen, um dich zu lieben und dir wohlzugefallen. Ich weiß nämlich, daß ich dir nur zu Vieles verdanke, dir nur zu sehr verpflichtet bin, und es daher ein Geringes wäre, wenn ich aus Liebe zu dir auch völlig hingeopfert und verzehrt würde. Anmuthung. O Herz Jesu, du allein hast in meinem Herzen zu gebieten. Geistige Communion wie Seite 21. Besuchung der seligften Jungfrau, Der heil. Bernard sagt, Maria sei jene himm lische Arche, in welcher wir unzweifelhaft vor dem Schiffbruche des ewigen Unterganges bewahrt werden, wofern wir zur rechten Zeit in dieselbe fliehen. Die Arche, in welcher Noe der allge meinen Sündfluth entrann, war ein Vorbild Mariens. Die seligste Gottesmutter ist jedoch, wie Hesychius sagt, eine geräumigere und stärkere Arche als die des Noe, in welche nur wenige 81 - Menschen und Thiere Aufnahme fanden, indeß Maria Alle aufnimmt und rettet, welche unter ihren Schußmantel fliehen. Wie bedauernswerth wären wir, wenn wir Maria nicht hätten! Allein, meine Königin, wie Viele gehen dennoch verloren! Und warum? Weil sie ihre Zuflucht nicht zu dir nehmen; denn wer wäre je verloren gegangen, der sich an dich gewandt hatte? Anmuthung. Bewirke, o Maria, daß alle Menschen stets ihre Zuflucht zu dir nehmen? Sechsundzwanzigste Besuchung. Frohlocket und jauchzet, die ihr in Sion wohnt; denn groß ist in eurer Mitte der Heilige IJsraels. Jf. 12, 6. O Gott, welche Freude sollten wir Menschen empfinden, welche Hoffnung, welche Liebe sollte uns erfüllen, wenn wir bedenken, daß in unserer Heimath, in unsern Kirchen, in der Nähe unserer Häuser der Heilige aller Heiligen, der wahre Gott im heiligsten Altarssakramente lebt und wohnt, er, der durch seine Gegenwart die Heiligen des Paradieses beseligt, der, wie der heilige Bernard sich ausdrückt, nicht nur die Liebe besitzt, sondern die Liebe selbst ist. Dieses ist nicht nur das Sakrament der Liebe, sondern die Liebe selbſt; es ist jener Gott, der seiner unendlichen Liebe zu den Geschöpfen wegen die Liebe genannt wird und sie in Wirklichkeit auch ist. Gott ist die Liebe. 1. Joh. 4. Allein, ich höre dich klagen, o mein im heiligsten Sakramente gegenwärtiger 82 Jesus: Ich war ein Fremdling, und ihr habt mich nicht aufgenommen. Matth. 25. Du hast Recht, o Herr, du hast Recht! und auch ich bin einer jener Undankbaren, welche dich allein gelassen, welche dich nicht besucht haben. Strafe mich, wie es dir beliebt, aber nur nicht, wie ich es verdient hätte, nämlich durch Ent ziehung deiner Gegenwart; denn ich will mich bessern und die Kälte und Gefühllosigkeit, mit welcher ich dir begegnet, ablegen. Ich will dich von heute an nicht nur häufig besuchen, sondern auch möglichst lange bei dir verweilen. Gewähre mir, o gütigster Erlöser, die Gnade, dir treu zu bleiben und durch mein Beispiel auch noch Andre anzufeuern, dir in diesem Sakramente Gesellschaft zu leisten. Ich höre den ewigen Vater sagen: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich mein Wohlgefallen habe. Matth 17. So findet denn ein Gott sein Wohlgefallen an dir; und ich elender Wurm sollte nicht meine Freude daran finden, in diesem Thränenthale vor dir zu weilen? O du verzehrendes Feuer, zerstöre in mir alle Anhänglichkeit an die Geschöpfe; denn sie allein kann mich dazu verleiten, dir treulos ferne zu bleiben. Du kannst es, wenn du nur willst. O Herr, wenn du willst, kannst du mich rein machen. Nachdem du so Vieles schon für mich gethan, thue noch dies Eine: Entferne aus meinem Her zen alle Liebe, welche nicht dich zum Gegenstande hat. Siehe, ich schenke mich dir ganz; ich weihe heute alle meine noch übrigen Lebenstage der Liebe zum heiligsten Altarssakramente. Du, o mein in diesem Sakramente gegenwärtiger Jesus, 83 mußt meine Stärke und meine Liebe sein in diesem Leben und dann auch in meiner Todesstunde, wenn du nämlich zu mir kommen wirst als meine Wegzehrung und als mein Führer in das Reich der Seligkeit. Amen. Amen. So hoffe ich es, so sei es. Armuthung. Wann, o mein Jesus, wann werde ich dein schönes Antlitz schauen! Geistige Communion wie Seite 21. Besuchung der seligsten Jungfrau. 11 An dir, o heiligste Mutter, besitzen wir das Heilmittel gegen alle unsre Uebel: Bei dir finden wir Stärkung, wenn wir schwach sind, weshalb dich der heilige Germanus„ die Kraft unsrer Schwachheit" nennt; bei dir finden wir die Thüre um der Sklaverei der Sünde zu entrinnen, und daher nennt dich der heilige Bonaventura die Pforte der Freiheit"; bei dir finden wir den zuverlässigsten Frieden", wie derselbige Heilige sagt; bei dir finden wir Labe und Erquickung im Elende dieses Lebens, und deshalb begrüßt dich der heilige Laurentius Justinian als unfern Trost auf der irdischen Pilgerfahrt"; bei dir finden wir, mit einem Worte, die Gnade Gottes und Gott selbst. Der heil. Bonaventura nennt dich den Thron der göttlichen Gnade" und Procus„ die Brücke, auf der Gott zu den Menschen herüberkommt", eine glückselige Brücke, auf der Gott, den unsere Sünden weit von uns entfernt, zu uns kommt, um mit seiner Gnade in unsern Herzen zu wohnen. Maria, du bist meine Stärke, meine Befreiung, mein Friede und mein Heil! Anmuthung. 6* 84 - Siebenundzwanzigste Besuchung. In den Tagzeiten vom heiligsten Altars: sakramente singt die Kirche: Es ist kein anderes Volk so groß, das seine Götter so nahe hätte, als unser Gott nahe ist bei allen unsern Bitten. Deut. 4, 7. Sogar die Heiden, wenn sie von den Wundern der Liebe unseres Gottes hörten, konnten sich nicht enthalten, auszurufen: O welch ein guter Gott ist doch dieser Gott der Christen! Und wahr: haftig: obwohl sie ihre Gößen selbst willkürlich erfanden, so trifft man beim Lesen der Geschichte unter so vielen fabelhaften Göttern doch keinen, der die Menschen geliebt hätte, wie unser wahrer Gott es gethan, der, um den Gläubigen seine Liebe zu erweisen und sie mit Gnaden zu be reichern, ein solches Liebeswunder gewirkt hat und als unser steter Gesellschafter Tag und Nacht verborgen auf unsern Altären weilt, so daß es den Anschein nimmt, als könne er sich auch nicht einen Augenblick von uns trennen. Ein Ge dächtniß stiftete er in seinen Wundern. Pf. 110. So wolltest du denn, o süßester Jesus, das größte deiner Wunder wirken, um deiner übergroßen Sehnsucht nach unsrer Nähe und Ge genwart zu genügen! Warum aber fliehen nun die Menschen deine Gegenwart? Wie können sie so lange ferne von dir leben und so selten dich besuchen? Bringen sie auch eine Viertelstunde vor dir zu, so scheint ihnen diese vor lauter Ueberbruß eine Ewigkeit zu sein. Ge duld meines Jesus, wie groß bist du! Doch, 85 ich verstehe: groß ist sie, weil deine Liebe zu den Menschen so groß ist, und hierin liegt auch der Grund, warum du unter so vielen Undanf= baren immer willst gegenwärtig bleiben. O mein Gott, unendlich in all deinen Vollkommenheiten und deshalb auch unendlich in deiner Liebe, gestatte nicht, daß ich fortfahre, wie bisher zu diesen Undankbaren zu gehören! Verleihe mir eine Liebe, die deiner Liebenswürdigkeit so wie meiner Verpflichtung entspricht. Auch ich em. pfand einst Langeweile in deiner Gegenwart, weil ich dich nicht oder doch zu wenig liebte; wenn ich aber mit deiner Gnade dahin gelange, dich mit Innigkeit zu lieben, so wird es mir nicht mehr schwer fallen, Tag und Nacht vor deinem heiligsten Sakramente zu weilen. ewiger Vater, ich opfere dir deinen eigenen Sohn auf! nimm ihn an meiner Statt an und verleihe mir um seiner Verdienste willen eine so zärtliche und glühende Liebe zum heiligsten Saframente des Altars, daß ich mich stets einer Kirche zuzuwenden suche, in welcher das hochwürdigste Gut sich befindet, daß ich immer an dasselbe denke und mit ängstlicher Sehnsucht den Augenblick erwarte, da ich es auf einige Zeit besuchen kann. Anmuthung. O mein Gott, um der Verdienste Jesu willen gewähre mir eine große Liebe zum allerheiligsten Cakramente des Altars! Geistige Communion wie Seite 21. -11 86 Besuchung der seligsten Jungfrau. Maria ist jener ,, Thurm Davids", von welchem der heilige Geist im Hohenliede sagt, daß er mit Schußwehren gebaut ist, daß tausend Schilde daran hangen, die ganze Rüstung der Starken. Er nennt sie einen Thurm, der von tausend Bollwerken umgeben ist und zugleich einen großen Waffenvorrath birgt zur Vertheidigung Jener, welche ihn zu ihrer Zufluchtsstätte gewählt haben. Du bist also, o Maria, wie der heilige Martyrer Ignatius dich begrüßt, die mächtigste Schußwehr derer, die sich im Stampfe befinden." Welche Anfälle muß ich aber fort während von Seiten meiner Feinde aushalten, welche mich der Gnade Gottes und auch deines Schußes, o meine theuerste Gebieterin, berauben möchten! Du bist meine Stärke; denn du ver. schmähest es nicht, für Jene zu kämpfen, welche ihr Vertrauen auf dich sehen, weshalb dich der heilige Ephräm, die Vorkämpferin derer nennt, welche auf dich vertrauen". So vertheidige mich und kämpfe für mich, der ich all mein Vertrauen, all meine Hoffnung auf dich sebe. Anmuthung. Maria, Maria, dein Name ist meine Vertheidigung! We 87 4 Achtundzwanzigste Besuchung. Nachdem uns Gott, fragt der heilige Paulus, seinen eigenen Sohn geschenkt, wie können wir da fürchten, daß er uns irgend ein Gut verweigern werde? Wie sollte er uns nicht Alles mit ihm geschenkt haben? Zudem wissen wir, daß der ewige Vater Alles, was er selbst besitzt, Jesus Christus übergeben hat: Alles gab der Vater in seine Hände. Joh. 13. So danken wir denn fortwährend unserm gütigen, barmherzigen, freigebigen und liebevollen Gott, der uns mit Gütern und Gnaden reichlich ausstatten wollte, als er uns Jesus Christus im heiligsten Sakramente des Altars schenkte. In Allem seid ihr durch ihn reich geworden, so daß es euch an keiner Gnade mangelt. 1. Kor. 1. O Erlöser der Welt, o Mensch gewordenes Wort, ich darf also denken, daß du mein, daß du ganz mein bist, wenn ich nur will; allein darf ich zugleich auch sagen, daß ich ganz dein bin, wie du es verlangst? Ach, Herr, verhüte doch, daß die Welt Zeuge eines solchen Mißverhältnisses, eines solchen Undankes sei; verhüte, daß ich nicht dir angehören wolle, obwohl es dein Wille ist. O nein, das darf nicht geschehen; und ist es auch früher vorgekommen, so darf es doch in Zukunft sich nicht mehr ereignen. Mit aller Entschiedenheit opfere ich mich heute dir auf; für Zeit und Ewigkeit bringe ich mein Leben, meinen Wilen, meine Gedanken, meine Handlungen und Leiden dir dar. Siehe, ich bin ganz dein. Als ein dir dargebrachtes Opfer entsage ich allen Geschöpfen 88 und gebe ich mich unbedingt dir hin. Laß die Flammen deiner göttlichen Liebe mich gänzlich aufzehren. Nein, die Geschöpfe sollen keinen Antheil mehr an meinem Herzen haben. Die Liebesbeweise, welche du mir zu einer Zeit gabſt, da ich dich noch nicht liebte, lassen mich hoffen, daß du mich jetzt, da ich dich liebe und aus Liebe mich dir schenke, nicht verstoßen werdest. Ewiger Vater, ich opfere dir heute die Tugenden, die Handlungen und die Herzensneigungen deines vielgeliebten Jesus auf. Nimm sie statt meiner an und um seiner Verdienste willen, die er mir ja zuwendet, verleihe mir alle Gnaden, welche er für mich verlangt. Diese seine Verdienste opfere ich dir auf als ein Danfopfer für all die Erbarmungen, deren du mich gewürdigt haft; diese Verdienste nimm als Genugthuung für die Sünden an, welche ich begangen; um dieser Verdienste willen hoffe ich alle Gnaden von dir zu empfangen: Verzeihung, Beharrlichkeit, die ewige Seligkeit und verzüglich die größte aller Gnaden, nämlich deine reinste Liebe. Ich weiß wohl, daß nur ich es bin, der die Mittheilung dieser Gnaden an mich verhindert; allein auch diesem Uebelstande bitte ich dich abzuhelfen. Ich flehe darum im Namen Jesu Christi, der uns das Versprechen gegeben hat: Um was immer ihr den Vater in meinem Namen bitten werdet, das wird er euch geben. Du kannst es mir. also nicht abschlagen. Auch verlange ich nichts Anderes, o Herr, als dich zu lieben, als mich ganz dir hinzugeben und nicht mehr so undankbar gegen dich zu werden, als ich es bisher gewesen bin. Nimm mich unter deine Obhut, erhöre 89 mein Gebet und verleihe, daß heute der Tag ſei, an welchem ich mich gründlich zu dir bekehre, um nie mehr in deiner Liebe zu erschlaffen. Ich liebe dich, o mein Gott! ich liebe dich, o unendliche Güte! ich liebe dich, o meine Liebe, meine Seligkeit, mein Leben, mein höchstes Gut und mein Alles! Anmuthung. Mein Jesus, mein Alles! du verlangst nach mir, und mich verlangt nach dir! Geistige Communion wie Seite 21. Besuchung der seligsten Jungfrau. 11 Welche Erleichterung erfahre ich in meinent Elende, welchen Trost in meinen Bedrängnissen, welche Stärkung in meinen Versuchungen, wenn ich deiner gedenke und dich anrufe, o meine süße, meine heiligste Mutter Maria! O ja, ihr hattet Recht, ihr Heiligen Gottes, wenn ihr unsre Königin mit dem heiligen Ephräm den Hafen der Bedrängten", mit dem heiligen Bonaventura unsere Stüße in den Widerwärtigkeiten" und „ den Trost der Elenden", und mit dem heiligen Germanus„ das Ende unsrer Thränen" nennt. So tröste mich denn, o Maria! denn ich bin schwer mit Sünden beladen, von Feinden umringt, arm an Tugenden und kalt in der Liebe meines Gottes. Tröste mich, o tröste mich, und darin bestehe der Trost, den du mir gewähren wirst, daß du mir zu einem neuen Leben behülflich bist, welches dir und deinem Sohne wohlgefallen kann. Anmuthung. Wandle mich umt, wandle mich um, o meine Mutter Maria! denn du vermagst es! 90 Nennundzwanzigste Besuchung. Ich stehe vor der Thüre und klopfe an. Offenb. 3. Es genügte dir also nicht, o liebevoller Hirt, aus Liebe zu deinen Schäflein dein Leben auf dem Altare des heiligen Kreuzes hingeopfert zu haben; du wolltest auch noch in die sem göttlichen Sakramente auf den Altären unsrer Kirchen verborgen bleiben, um uns näher zu sein, um an die Thüre unsrer Herzen zu klopfen und so dir Eingang in dieselben zu verschaffen. Ach, daß ich doch deine Nähe zu schäßen wüßte, wie deine Braut im Hohenliede, welche ausrief: Unter deinem Schatten, wonach ich ver: langt habe, size ich. Hohest. 2. Wenn ich dich liebte, dich wahrhaft liebte, so würde ich Tag und Nacht vor deinem Tabernakel zu bleiben wünschen und dort auch vor deiner unter den Schatten der heiligen Gestalten verborgenen Majestät jene Freude und himmlische Seligkeit finden, die jenen Seelen zu Theil wird, welche dich aufrichtig lieben. Ziehe mich zu dir hin durch den Wohlgeruch deiner Vollkommenheit und der unendlichen Liebe, welche du in diesem Saframente offenbarst. Ziehe mich zu dir, so wollen wir dir nachlaufen, dem Ge ruche deiner Salben nach. Hohesl. 1. Ge währe mir diese Gnade, o mein Heiland, und ich werde den Geschöpfen so wie den senüssen dieser Welt absterben, nm zu deinem Sakramente hinzuellen und dort weilen Det baumpflanzen gleich rings um deinen Tisch. Ps. 127. Welche Früchte der Heiligen bringen nicht dem 91 Herrn jene glücklichen Seelen, welche mit Liebe das hochwürdigste Gut umgeben! Ich aber, o mein Jesus, muß mich schämen, so arm, so leer an Tugenden vor dir zu erscheinen. Du hattest früher die Anordnung getroffen, daß Niemand vor deinem Altare erscheine, um dich zu verehren, ohne eine Opfergabe mitzubringen. Vor meinem Angesichte sollst du nicht leer erscheinen. Exod. 23. Was soll ich also thun? Soll ich etwa nicht mehr zu dir kommen, dich nicht mehr besuchen? Onein; denn das würde dir mißfallen. Troß meiner Armuth will ich vor dir erscheinen; und du selbst wolltest mich dann mit jenen Gaben versehen, welche du von mir verlangst. Ich sehe ja, daß du in diesem Saframente gegenwärtig bleiben willst nicht nur um die Seelen, welche dich lieben, zu belohnen, sondern auch um den Armen deine Gaben zu spenden. Wohlan, so beginne denn heute. Ich bete dich an, König meines Herzens, du wahrer Menschenfreund und liebender Hirt! ich nahe dem Throne deiner Liebe, und, da ich nichts Anderes besitze, so bringe ich dir mein Herz dar, damit es von nun an ganz deiner Liebe und deinem Dienste geweiht sei. Mit diesem Herzen kann ich dich lieben und will ich dich auch lieben, so sehr ich es vermag. So ziehe es denn zu dir hin und feßle es enge an deinen Willen, damit ich von heute an mit deinem geliebten Jünger freudig ausrufen könne, daß ich gebunden sei mit den Ketten deiner Liebe: Jch, Paulus, der Gebundene Christi Jesu. Ephef. 3. Ziehe mich, o Herr, ganz zu dir hin! laß mich sogar meiner selbst vergessen, damit ich eines Tages - 92 dahin gelange, Alles und auch mich selbst zu verlieren, um dich allein zu finden und dich auf immer zu lieben. Ich liebe dich, o mein im heiligsten Altarssakramente gegenwärtiger Gott, ich schließe mich innig an dich an, ich vereinige mich mit dir! Verleihe, daß ich dich finde, daß ich dich liebe, und verlaß mich dann niemals wieder. Anmuthung. Mein Jesus, du allein genügst mir! Geistige Communion wie Seite 21. Besuchung der seligsten Jungfrau. 11 Der heil. Bernard nennt Maria„ den königlichen Weg zum Heilande" d. h. den sichern Weg, um den Heiland und das ewige Leben zu finden. Wenn es wahr ist, lo meine Gebieterin, daß du nach einem Ausspruche desselben Heiligen die Trägerin unsrer Seelen zu Gott" bist, so warte nicht darauf, daß ich selbst zu meinem Gott gehe, sondern trage mich auf deinen Armen zu ihm. Trage, ach trage mich und sollte ich Widerstand leisten, so brauche Gewalt. Zwinge meine Seele und meinen rebellischen Willen mit der süßen Macht deiner Liebe, die Geschöpfe zu verlassen und nur Gott und seinen heiligsten Willen zu suchen. Zeige dem ganzen Himmel, wie groß deine Macht ist. Nachdem du so viele Wunder gewirkt, wirke nun noch dies eine Wunder der Barmherzigkeit, daß du eine Seele ganz zu Gott hinziehest, die weit von ihm entfernt war. Maria, du kannst mich Anmuthung. heiligen, von dir hoffe ich es! 93- Freisigste Besuchung. Warum verbirgst du dein Antlig? Joh. 13. Die Wahrnehmung, daß Gott sein Angesicht verborgen hielt, flößte dem Job Besorgnisse ein; wenn wir aber sehen, daß Jesus Christus seine Majestät im heiligsten Altarssaframente verbirgt, so soll uns das nicht zur Furcht, sondern zu desto größerm Vertrauen, zu desto innigerer Liebe veranlassen; denn eben, um unser Vertrauen zu vermehren und uns Liebe an den Tag zu legen, bleibt er unter den Gestalten des Brodes auf unsern Altären gegenwärtig, so daß Novarin sagen konnte, indeß Gott in diesem Sakramente sein Ange= sicht verberge, offenbare er seine Liebe. Wer würde es auch wagen, diesem Könige des Himmels mit Vertrauen zu nahen und ihm seine Gefühle und Wünsche vorzutragen, wenn er auf unsern Altären den Glanz seiner Herrlichkeit er. strahlen ließe. Ach mein Jesus, welch eine liebevolle Erfindung ist es doch, daß du dich in die. sem Sakramente unter den Gestalten des Brodes verbirgst, um unsre Liebe zu erwerben und dich auf Erden von Allen finden zu lassen, die ein Verlangen nach dir haben. Mit Recht forderte der Prophet die Menschen auf, es in die ganze Welt hinaus zu rufen und zu verkünden, wie wunderbar doch die Erfindungen der Liebe unfers guten Gottes sind: Machet fund unter den Völkern seine Anschläge, Ji 12. O liebevolles verz meines Jesus. würdig, die Herzen aller Geschöpfe zu besitzen! o Herz, stets 94 erfüllt mit den Flammen der reinsten Liebe! o du verzehrendes Feuer, zehre mich vollständig auf und schenke mir ein neues Leben, ein Leben der Liebe und der Gnade! Vereinige mich so innig mit dir, daß ich nie mehr von dir getrennt werde. O göttliches Herz, daß du geöffnet wur dest, um eine Zufluchtstätte der See en zu wer: den, nimm mich auf! O Herz, so tief betrübt am Kreuze wegen der Sünden der Welt, verleihe mir wahren Reueschmerz über meine Sünden! Ich weiß, daß du in diesem Sakramente noch dieselben Liebesempfindungen hegst, von welchen du erfüllt warst, als du auf dem Calvarienberge für mich starbst, und daß dich daher mit Sehnsucht nach meinem Besize verlangt: wie könnte ich nun deiner Liebe und deinem Verlangen noch länger widerstehen? Ach, mein geliebtester Jesus, um deiner Verdienste willen verwunde und feßle mich, vereinige mich ganz mit deinem heiligsten Herzen! Ich fasse heute mit deiner Gnade den Ent schluß, dir alle mögliche Freude zu bereiten und zu diesem Ende alle Rücksichten, alle Neigungen, allen Widerwillen, alle Wünsche und alle Bequemlichkeiten, welche mich verhindern könnten, dich vollkommen zufrieden zu stellen, mit Fußen zu treten. Verleihe mir die Gnade, o Herr, denselben so pünktlich zu halten, daß von heute an alle meine Handlungen, Sefühle und Neigungen deinem hei ligsten Wohlgefallen entsprechen. Liebe meines Gottes, verdränge aus meinem Herzen alle andre Liebe! Maria, meine Hoffnung, du vermagit Alles bei Gott: erlange mir daher die Gnade, bis zu meinem Tode ein treuer Diener der reinen Liebe meines Jesus zu sein. Amen, Amen. 95 So hoffe ich es, so sei es in der Zeit und in der Ewigkeit. -- Anmuthung. Wer wird mich von der Liebe Christi trennen? Geistige Communion wie Seite 21. Besuchung der seligsten Jungfrau. Der heilige Bernard betheuert, daß die Liebe Mariens zu uns weder größer noch wirksamer sein könne, als sie es in Wirklichkeit ist. Er fügt hinzu, daß die Größe dieser Liebe sich in überschwänglicher Weise bethätige durch ihr Mitleid mit uns, die Macht derselben aber durch die Hilfe, die sie uns gewährt Weil du also, o meine reinste Königin, so reichlich ausgestattet bist mit Macht und Liebe, so kannst und willst du uns auch Alle retten. Mit den Worten des frommen lofius will ich daher heute und auch fürftin zu dir flehen: O meine Gebieterir, beschirme mich im Kampfe, und wenn ich wanke, dann stüße mich!" In dem großen Kampfe, den ich gegen die Hölle zu bestehen habe, komme mir stets zu Hilfe; und wenn du mich solltest straucheln sehen, o dann, meine Königin, dann reiche mir unverzüglich deine Hand und halte mit aller Kraft mich aufrecht. O mein Gott, wie viele Versuchungen bleiben mir bis zu meinem Tode noch zu überwinden! Gestatte nicht, o Maria, die du meine Hoffnung, meine Zuflucht und meine Stärke bist, daß ich jemals die Gnade Gottes verliere; denn ich fasse den festen Entschluß, 96 C in allen Versuchungen unverweilt meine Zuflucht zu dir zu nehmen und auszurufen: Anmuthung. Hilf mir, o Maria! o Maria, stehe mir bei! Einunddreisigste Besuchung. Welch einen schönen Anblick gewährte es nicht, als eines Tages unser süßer Erlöser, von der Reise ermüdet, an einem Brunnen saß und da: selbst voll Wohlwollen und Liebe die Samari. tanerin erwartete, um sie zu bekehren und ewig selig zu machen. Jesus setzte sich am Brun nen nieder. Joh. 4. Gerade so scheint er täglich noch mit uns zu verfahren: Vom Himmel steigt er auf unsre Altäre. gleichsam an eben so viele Gnadenbrunnen herab, um daselbst die Seelen zu erwarten und sie einzuladen, wenigstens auf einige Zeit ihm Gesellschaft zu leisten, damit er sie zu seiner vollkommenen Liebe heranbilden könne Von allen Itären aus, auf welchen Je sus im heiligsten Altarssakramente weilt, scheint er uns zuzurufen: O ihr Menschen, warum flieht ihr meine Gegenwart? Warum kommt ihr nicht zu mir, tretet ihr nicht heran, da ich euch doch sonnig liebe und aus Liebe zu euch mich so tief verdemüthigt habe? Was fürchtet ihr denn? Ich bin ja noch nicht zum Gerichte gekommen, sondern ich habe mich in diesem Sakramente der Liebe verborgen, um euch Wohlthaten zu erzeigen und Alle zu retten, die ihre Zuflucht zu mir nehmen. Ich bin nicht gekommen, die Welt - 97 - zu richten, sondern die Welt selig zu machen. Joh. 12. Bedenken wir, daß, so wie Jesus Christus im Himmel immerdar lebt, um für uns zu bitten.( Hebr. 7.), er auch im heiligsten Altarssakramente Tag und Nacht das= selbe Amt eines liebevollen Fürsprechers ausübt, indem er sich dem ewigen Vater als Opfer darbringt, um uns Erbarmen so wie zahllose Gnaden zu erwirken. Deshalb sagt auch der fromme Thomas von Kempen, daß wir uns Jesus im heiligsten Altarssakramente ohne Furcht vor Strafe und ohne irgend eine Besorgniß, wie ein Freund dem Freunde, nähern sollten, um uns mit ihm zu unterhalten. Weil du es mir also erlaubst, so will ich dir, meinem verborgenen Könige und Herrn, mit allem Vertrauen mein Herz eröffnen und sprechen: O mein Jesus, du wahrer Seelenfreund, ich sehe wohl ein, wie großes Unrecht dir die Menschen zufügen: du liebst sie, und sie versagen dir ihre Gegenliebe; du thust ihnen Gutes, und sie verachten dich; du möchtest zu ihnen sprechen, und sie hören dich nicht an; du bietest ihnen deine Gnaden an, und sie schlagen dieselben aus. Es ist wahr, o mein Jesus, daß auch ich früher zu diesen Undankbaren gehörte, und dich beleidigt habe. Ja, mein Gott, es ist nur zu wahr. Allein, ich will mich bessern; alle Tage meines Lebens will ich dazu verwenden, die Kränkungen, die ich dir zugefügt, dadurch wieder gut zu machen, daß ich in aller nur erdenklichen Weise dir Freude zu bereiten, dir wohlzugefallen suche. Sage mir, o Herr, was du von mir begehrst. Ich will Alles ohne Ausnahme vollziehen; ja lasse es mich auf dem Wege 98 des heiligen Gehorsams erkennen, und ich hoffe es, zu Stande zu bringen. Mit aller Entschiedenheit verspreche ich dir, o mein Gott, nie etwas zu unterlassen, wovon ich weiß, daß es dir wohl= gefällt, und sollte ich darüber auch Alles, Eltern, Freunde, Ehre, Gesundheit, ja selbst das Leben verlieren. Möge Alles verloren gehen, wenn ich nur dein Wohlgefallen verdiene. Als einen glückseligen Nachtheil würde ich es erachten, wenn ich Alles verlieren und leiden müßte, um deinem Herzen, o Gott meiner Seele, Freude zu bereiten. Ich liebe dich, o höchstes Gut, liebenswürdig über alle Güter, und in dieser Liebe vereinige ich mein winziges Herz mit den Herzen der Seraphim, mit dem Herzen Mariens, mit dem Herzen Jesu selbst. Ich liebe dich aus all meinen Kräften; dich allein will ich lieben, ja ewig dich ganz allein lieben. Anmuthung. Mein Gott, mein Gott, du bist mein und ich bin dein! Geistige Communion wie Seite 21. Besuchung der seligsten Jungfrau. „ Unsre heiligste Mutter Maria, sagt der se lige Amadeus, steht vor dem Schöpfer, um fort während ihre mächtige Fürsprache für uns einzulegen. Sie sieht nämlich unser Elend so wie die Gefahren, worin wir uns befinden, und mit mütterlicher Liebe bezeigt uns die gütige, süße Gebieterin mitleidige Theilnahme." Nun denn, meine Fürsprecherin und liebevollste Mutter, fiehst du jetzt auch das Elend meiner Seele, die 99 Gefahren, die mich umgeben, und bittest du für mich? Bitte, bitte, und höre nicht auf, für mich zu bitten, bis du mich selig siehst und ich im Himmel dir danken werde. Der fromme Blosius sagt mir, o süßeste Mutter, daß du nach deinem eingebornen Sohne das sichere Heil der Gläubigen bist. So bitte ich dich denn heute, um die Gnade, bis in den Tod dein treuer Diener zu sein, damit ich alsdann in den Himmel komme, wo ich dich preisen und zugleich sicher sein werde, zu deinen Füßen bleiben zu dürfen, so lange Gott Gott sein wird. - Maria, meine Mutter, bewirke, daß ich auf immer dir angehöre! Anmuthung. Die gewöhnlichen Christenandachten des heil. Alphonsus. Morgengebet. Mein Gott, ich bete dich an und liebe dich von ganzem Herzen. Ich danke dir für alle Wohlthaten, die du mir erwiesen, besonders aber dafür, daß du mich diese Nacht so gnädig behütet hast. Alles, was ich heute thun und leiden werde, opfere ich dir auf. Ich vereinige alle meine Handlungen und Leiden mit den Leiden Jesu und Mariens und fasse die Meinung, alle Ablässe, deren ich theilhaft werden kann, gewinnen zu wollen. Ich nehme mir vor, jede Sünde und namentlich meinen Hauptfehler N. N. zu meiden. Ich bitte dich, mir um Jesu willen die Gnade der Beharrlichkeit in deiner Gnade zu verleihen. Ich will mich auch in deinen heiligen Willen ergeben und sagen: Herr, dein Wille geschehe! O mein Jesus, trage mich heute auf deinen Händen! Heiligste Jungfrau Maria, laß mich eine Zufluchtsstätte unter deinem Schußmantel finden! Und du, himmlischer Vater, hilf mir aus Liebe zu Jesus und Maria! Mein Schuß engel, meine heiligen Fürsprecher stehet mir bei! - 101 Vater unser. Gegrüßt. Ich glaube an Gott, den Vater. 1 Die Jugend fügt noch drei Ave zur unbefleckten Jungfrau hinzu um die Tugend der Reinigkeit. Abendgebet. Bevor wir uns zur Ruhe begeben, müssen wir zuerst Gott danken für die Wohlthaten, die er uns erwiesen, dann unser Gewissen erforschen über die Handlungen, Worte und Gedanken des verflossenen Tages und alle begangenen Fehler bereuen. Hierauf verrichtet man folgende Tugendübungen: Uebung des Glaabens. Mein Gott, du bist die unfehlbare Wahrheit. Ich glaube Alles, was mir die heilige Kirche zu glauben befiehlt, weil du es ihr geoffenbart hast. Ich glaube, daß du mein Gott bist, der Schöpfer Himmels und der Erde, daß du die Gerechten im Himmel belohnst, und die Bösen ewig in der Hölle bestrafft. Ich glaube, daß du Eins in der Wesenheit und dreifach in den Personen bist: der Vater, der Sohn und der heil. Geist. Ich glaube die Menschwerdung und den Tod Jesu Christi; ich glaube endlich Alles, was die heilige Kirche glaubt. Ich danke dir, daß du mich zum Christenthume berufen hast und betheure, in diesem heiligen Glauben leben und sterben zu wollen. Uebung der Hoffnung. Mein Gott, ich hoffe und vertraue auf die Erfüllung deiner Verheißungen, weil du mächtig, getreu und barmherzig bist. Ich hoffe um der 102 Verdienste Jesu willen die Vergebung meiner Sünden, die endliche Beharrlichkeit und das ewige Leben. Uebung der Liebe und der Reue. Weil du die unendliche Güte und einer unendlichen Liebe würdig bist, o mein Gott, so liebe ich dich von ganzem Herzen über Alles. Aus Liebe zu dir liebe ich auch meinen Nächsten. Ich bereue von ganzem Herzen alle meine Sünden, weil ich dich dadurch beleidigt habe, o unendliche Güte. Sie schmerzen mich mehr als jedes andere Uebel. Mit deiner Gnade, um die ich jetzt und für immer bitte, nehme ich mir fest vor, lieber zu sterben, als dich je wieder zu beleidigen Ich nehme mir auch vor, die heil. Sakramente im Leben und im Sterben zu empfangen: ( 7 Jahre Ablaß; wer sie täglich betet, monatlich einen vollkommenen.) Zum Schlusse kann man den Rosenkranz, die lauretanische Litanei und Folgendes beten: Mein Gott, ich danke dir für den Schutz, den du mir heute gewährt hast. Ich bitte dich, du wollest mich auch diese Nacht beschüßen und vor aller Sünde bewahren. Ich will jetzt ausruhen, um dir wohlzugefallen, und ich fasse die Meinung, durch jeden Athemzug dich zu loben, zu lieben, und dir zu danken, wie es die Heiligen im Him mel thun. Meine Mutter Maria, segne mich und nimm mich unter deine Obhut. Meine heiligen Schutzpatrone, bittet für mich. Amen. 103 Brieft. Asperges me. Sh. Domine, hysopo et mundabor: lavabis me, et super nivem dealbabor. Pr. Miserere mei, Deus, secundum magnam misericordiam tuam. Mehandacht. Wie sie der Priester am Altare darbringt. Gloria Patri etc. Pr. Ostende nobis Domine, misericordiam tuam. cum. Bei dem Weihwassersprengen. Ch. Et salutare tuum da nobis. Pr. Domine, exaudi orationem meam. Ch. Et clamor meus ad te veniat. Pr. Dominus vobistuo. Ch. Et cum spiritu 1 Oremus. Exaudi nos, Domine, sancte Pater omnipotens, aeterne Deus, et mittere digneris sanctum angelum Besprenge mich, Herr, mit Ysop und ich werde rein: wasche mich, und ich werde weißer als Schnee. Erbarme dich meiner, o Gott nach deiner gro Ben Barmherzigkeit. Ehre sei dem Vater zc. Erzeige uns o Herr, deine Barmherzigkeit. Und dein Heil verleihe uns. Herr, erhöre mein Gebet. Und mein Rufen komme zu dir. Der Herr sei mit euch. Und mit deinem Geiste. Laßt uns beten: Erhöre uns, Herr, heiliger Vater, allmächtiger ewiger Gott, und sende gnädig vom Himmel - tuum de coelis, qui custodiat, foveat, proteat, visitet atque defendat omnes habitantes in hoc habitaculo. per Christum Dominum nostrum. Ch. Amen. Pr. In nomine Patris et Filii et Spiritus sancti. Amen. Introibo ad altare Dei. Dr. Ad Deum, qui laetificat juventutem Stufengebet. meam. et Pr. Judica me, Deus, discerne causam meam de gente non sancta, ab homine iniquo et doloso erue me. 104 Dr. Quia tu es, Deus, fortitudo mea, quare me repulisti et quare tristis incedo, duum affligit me inimicus. Pr. Eritte lucem tuam et veritatem - herab deinen heiligen Engel, auf daß er behüte, bewahre, beschütze, heimsuche und beschirme Alle, die da wohnen in dieser Behausung, durch Christum, unsern Herrn. Amen. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heil. Geistes. Amen. Ich willeingehen zum Altare Gottes. Zu Gott, der meine Jugend erfreut. Verschaffe mir Recht, o Gott, und entscheide meine Sache gegen das unheilige Volk; rette mich von den ungerech: ten und arglistigen Menschen. Denn du, o Gott, bist meine Stärke. Warum hast du mich verstoßen und warum gehe ich traurig einher, da mich der Feind verfolgt? Sende dein Licht und deine Wahrheit aus; - tuam; ipsa me deduxerunt et adduxerunt in montem sanctum tuum et in tabernacula tua. Dr. Et introibo ad altare Dei, ad Deum qui laetificat juventutem meam. Pr. Confitebor tibi in cithara Deus, Deus meus: quare tristis es anima mea et quare conturbas me? Dr. Spera in Deo, quoniam adhuc confitebor illi, salutare vultus mei et Deus meus. Pr. Gloria Patri et Filio et Spiritui sancto. Dr. Sicut erat in principio et nunc et semper et in saecula saeculorum. Amen. Pr. Introibo ad altare Dei. Dr. Ad Deum qui laetificat juventutem 105 diese werden mich leiten und führen auf deinen heiligen Berg und in deine Wohnungen. Und ich will hingehen zum Altare Gottes, zu Gott, der meine Jugend erfreut. Mit Harfenspiel, o Gott, mein Gott, will ich dich preisen. Warum bist du so traurig, meine Seele, und warumängstigst du mich? Hoffe auf Gott, denn ich werde ihn noch preisen. Er ist mein Heil und mein Gott. Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiſte. Wie es war im Anfange, so jetzt und immer und in Ewigkeit Amen. Ich will eingehen zum Altare Gottes. Zu Gott, der meine Jugend erfreut. meam. Br. Adjutorium nostrum in nomine Do- von dem Herrn, mini. Unsere Hülfe fommt 106 Dr. Qui fecit coelum et terram. Pr. Confiteor etc. Dr. Misereatur tui omnipotens Deus et dimissis peccatis tuis perducat te ad vitam aeternam. Pr. Amen. Dr. Confiteor Deo omnipotenti, beatae Mariae semper virgini, beato Michaeli Archangelo, beato Joanni Baptistae, sanctis apostolis Petro et Paulo, omnibus sanctis et tibi, Pater, quia peccavi nimis cogitatione, verbo et opere, mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa: ideo precor beatam Mariam semper Virginem, beatum Michaelem Archangelum, beatum Joannem Baptistam, sanctos Apostolos Petrum et Paulum, omnes sanctos et te, Pater, orare pro me ad Dominum Deum nostrum. - Der Himmel und Erde erschaffen hat. Ich bekenne u. s. w. Der allmächtige Gott erbarme sich deiner und vergebe dir deine Sünden und führe dich zum ewigen Leben. Amen. Ich betenne dem allmächtigen Gott, der heil. allzeit reinen Jungfrau Maria, dem heil. Erzengel Michael, dem heil. Johannes dem Täufer, den hh. Aposteln Petrus und Paulus, allen Heiligen und dir, o Vater! daß ich sehr gesündigt habe mit Gedanken, Worten und Werken, durch meine Schuld, durch meine Schuld, durch meine größte Schuld. Darum bitte ich die heilige, allzeit reine Jungfrau Maria, den heil. Erzengel Michael, den heil. Johannes den Täufer, die hh. Apostel Petrus und Paulus, alle Heiligen, und dich, o Vater, daß du zu Gott, unserm Herrn, für mich beten wollest. Pr. Misereatur vestri, omnipotens Deus, et dimissis peccatis vestris, perducat vos ad vitam aeternam. Dr. Amen. Br. absolutionem missionem peccatorum nostorum tribuat nobis omnipotens et misericors Dominus. Indulgentiam, et reDr. Amen. Pr. Deus, tu conversus vivificabis nos. Dr. Et plebs tua lactabitur in te. Pr. Ostende nobis, Domine, misericordiam tuam. Dr. Et salutare tuum da nobis. Pr. Domine, exaudi 107 orationem meam. Dr. Et clamor meus ad te veniat. Pr. Dominus vobiscum. Dr. Et cum spiritu tuo. - Es erbarme sich eurer der allmächtige Gott; er verzeihe euch eure Sünden und führe euch zum ewigen Leben. Amen. Gnade, Nachlassung und Vergebung unserer Sünden verleihe uns der allmächtige und barmherzige Herr. Amen. O Gott, wende dich zu uns und belebe uns. Und dein Volk wird sich in dir erfreuen. Herr, erzeige uns deine Barmherzigkeit. Und schenke uns dein Heil. Herr, erhöre mein Gebet. Und mein Rufen komme zu dir. Der Herr sei mit euch. Und mit deinem Geiste. Der Priester besteigt den Altar, indem er betet: Wir bitten dich, o Herr, nimm unsere Missethaten von uns, damit wir zu dem Allerheiligsten 108 mit reinem Herzen, eingehen mögen, durch Christum unsern Herrn. Wir bitten dich, o Herr, durch die Verdienste der Heiligen, deren Reliquien hier sind, und aller Heiligen, daß du uns alle unsere Sünden vergeben wollest. Introitus*) Er speiste sie mit dem Marke des Weizens, Halleluja! Und aus dem Felsen, mit Honig jättigte er sie, Halleluja! Halleluja! Halleluja! Psalm.( 80.) Jauchzt empor zu Gott unserm Helfer, jubelt dem Gotte Jakobs. Ehre sei dem Vater, dem Sohne und dem heil. Geiste; wie es war im Anfange, so jetzt und immer und in Ewigkeit. Amen. Er speiste sie mit dem Marke u. s. w. Pr. Kyrie eleison. Dr. Kyr.e eleison. Pr. Kyrie eleison. Dr. Christe eleison. Pr. Christe eleison. Tr. Christe eleison. Pr. Kyrie eleison. Dr. Kyrie eleison.. Pr. Kyrie eleison. Herr, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Christus, erbarme dich unser! Christus, erbarme dich unser! Christus, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! *) Introitus, Collecte, Epistel, Graduale, Evangelium, Offertorium, Secrete, Präfation, Communionvers und Complende wechseln je nach den verschiedenen Tagen. Die hier vorkommenden sind der Frohnleichnamsmesse entnommen. - 109 Gloria. Gloria in excelsis Deo, et in terra pax hominibus bonae voluntatis. te. Laudamus Benedicimus te. Adoramus te. Glorificamus te. Gratias agimus tibi propter magnam gloriam tuam. Domine Deus, rex coelestis, Deus pater omnipoters, Domine fili unigenite, Jesu Christe, Domine Deus, agnus Dei, filius patris. Qui tollis peccata mundi, miserere nobis. Qui tollis peccata mundi, suscipe deprecationem nostram. Qui sedes ad dexteram patris, miserere nobis. Quoniam tu solus sanctus, tu solus Dominus, tu solus altissimus, Jesu Christe, cum sancto spiritu in gloria Dei patris. Amen. Pr. Dominus vobiscum. Dr. Et cum spiritu tuo. - Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Frieden den Menschen von gutem Willen. Wir loben dich. Wir preisen dich. Wir verherrlichen dich. Wir sagen dir Dank wegen deiner großen Herrlichkeit, Herr, Gott, Himmelkönig, Gott, allmächtiger Vater. Herr, eingeborener Sohn, Jefus Christus, Herr, Gott, Lamm Gottes, Sohn des Vaters, der du die Sünden der Welt hinwegnimmst, erbarme dich unser. Der du die Sünden der Welt hinwegnimmst, nimm auf unser Gebet. Der du sizest zur Rechten des Vaters, erbarme dich unser. Denn du allein bist der Heilige, du allein der Herr, du allein der Allerhöchste, Jesus Christus, mit dem hl. Geiste in der Herrlichkeit Gottes des Vaters. Amen. Der Herr sei mit euch. Und mit deinem Geiste. 110 Collecte. Pr. Laßt uns beten: Gott, der du uns in dem wunderbaren Sakramente das Andenken deines Leidens hinterlassen hast, wir bitten dich, verleihe uns, die heil. Geheimnisse deines Leibes und Blutes so zu verehren, daß wir die Frucht deiner Erlösung unaufhörlich in uns empfinden, der du mit dem Vater und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebst und regierst in Ewigkeit. Dr. Amen. Epistel. Lesung aus dem Briefe des heil. Apostels Paulus an die Korinther. 11, 23. Brüder, ich habe nämlich vom Herrn empfangen, was ich euch auch überliefert habe, daß der Herr Jesus in der Nacht, in welcher er verrathen wurde, das Brod nahm und dankte, es brach und sprach: Nehmet hin und esset, das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Dies thuet zu meinem Andenken. Desgleichen( nahm er) nach dem Nachtmahle auch den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blute: thuet dies, so oft ihr trinkt, zu meinem Andenken. Denn so oft ihr dieses Brod esset und diesen Kelch trinket, sollt ihr den Tod des Herrn verkündigen, bis er kommt. Wer nun unwürdig dieses Brod ißt, oder den Kelch des Herrn trinkt, der ist schuldig des Leibes und Blutes des Herrn. Der Mensch aber prüfe sich selbst und so esse er von diesem Brode und trinke er aus dieſem Kelche; denn wer unwürdig ist und trinkt, der 111 ißt und trinkt das Gericht, indem er den Leib des Herrn nicht unterscheidet. Dr. Deo Gratias. Gott sei Dank. Graduale. Die Augen Aller hoffen auf dich, o Herr, und du gibst ihnen Speise zur geigneten Zeit. Du öffnest deine Hand und du erfüllst mit Segen jedes lebende Wesen. Pf. 144. - Mein Fleisch ist wahrhaftig eine Speise, und mein Blut ist wahrhaftig ein Trank.- Wer mein Fleisch ist, und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm. Joh. 6. Der Priester betet in der Mitte des Altars: Allmächtiger Gott! reinige mein Herz und meine Lippen, der du einst die Lippen des Pro. pheten Isaias mit einer glühenden Kohle ge= reinigt haft. Würdige dich nach deiner großen Gnade und Erbarmung mich so zu reinigen, daß ich dein heil. Evangelium in würdiger Weise verkünden möge, durch Christus, unsern Herrn. Amen. Pr. Dominus vobiscum. Dr. Et cum spiritu tuo. Pr. Sequentia sancti Evangelii secundum Joannem. Dr. Gloria tibi Domine. Der Herr sei mit euch. Und mit deinem Geiste. Fortsetzung des heil. Evangeliums nach Johannes( 6). Ehre sei dir, o Herr! 112 Evangelium. In jener Zeit sprach Jesus zu den Schaaren der Juden: Mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise, und mein Blut wahrhaftig ein Trank. Wer mein Fleisch ist und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm. Gleichwie mich der lebendige Bater gesandt hat, und ich um des Vaters willen lebe, so wird auch der, welcher mich ißt, um meinetwillen leben. Dies ist das Brod, welches vom Himmel herabgekommen ist, nicht wie das Manna, das eure Bäter gegessen haben und gestorben sind. Wer dies Brod ißt, wird ewig leben. Dr. Laus tibi Christe. Lob sei dir, Christus. -- Credo. Credo in unum Deum Patrem omnipotentem factorem coeli et terrae, visibilium omnium et invisibilium. Et in unum Dominum Jesum Christum, Filium Dei unigenitum. Et ex Patre natum ante omnia saecula; Deum de Deo, lumen de lumine, Deum verum de Deo vero; genitum non factum, consubstantialem Patri, per quem omnia facta sunt. Qui propter nos homines et propter nostram salutem deIch glaube an einen Gott, den allmächtigen Bater, Schöpfer des Himmels und der Erde, alles Sichtbaren und Unsichtbaren. Und an den einen Herrn Jesus Christus, den eingebornen Sohn Gottes und aus dem Vater geboren vor aller Zeit, Gott von Gott, Licht vom Licht, wahren Gott vom wahren Gott, erzeugt, nicht erschaffen, gleich wesentlich mit dem Vater, durch ihn ist Alles gemacht worden. Er ist 113 scendit de coelis. Et incernatus est de Spiritu sancto ex Maria Virgine et homo factus est. Crucifixus etiam pro nobis sub Pontio Pilato, Passus et sepultus est. Et resurrexit tertia die secundum scripturas; et ascendit in coelum, sedet ad dexteram Patris. Et iterum venturus est cum gloria judicare vivos et mortuos: cujus regni non erit finis. Et in Spiritum sanctum Dominum et vivificantem, qui ex Patre Filioque procedit, qui cum Patre et Filio simul adoratur, et congloroficatur, qui locutus est per prophetas. Et unam, sanctam, catholicam et apostolicam Ecclesiam. Confiteor unum baptisma in remissionem peccatorum. Et exspecto resurrectionem mortuorum et vitam venturi saeculi. Amen. -110 wegen uns Menschen und wegen unsers Heiles vom Himmel herabgestiegen und hat Fleisch angenommen vom heiligen Geiste aus Maria der Jungfrau und ist Mensch geworden. Er ist auch für uns gefreuzigt worden unter Pontius Pilatus, hat gelitten und ist begraben worden. Und er ist auferstanden am dritten Tage gemäß der Schrift und ist aufgefahren in den Himmel, wo er sitzt zur Rechten des Vaters. Und er wird abermal kommen voll Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Todten, und seines Reiches wird kein Ende sein. Und an den heil. Geiſt, den Herrn undlebenspender, der vom Vater und vom Sohne ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne gleichmäßig angebetet und verherrlicht wird, der durch die Propheten geredet hat. Und eine heilige, fatholische 8 cum. Pr. Dominus vobis- tuo. 114 Dr. Et cum spiritu Pr. Oremus. 1 und apostolische Kirche. Ich bekenne eine Taufe zur Vergebung der Sünden, und ich erwarte die Auferstehung der Todten und ein zukünftiges Leben. Amen. Der Herr sei mit euch. Und mit deinem Geiste. Laßt uns beten. Offertorium. Die Priester des Herrn bringen Gott Weihrauch und Brod dar. Und deshalb werden sie ihrem Gott heilig sein und seinen Namen nicht bemafeln. Halleluja! Lev. 21. Bei der Aufopferung des Brodes. Nimm an, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott, diese fleckenlose Opfergabe, welche ich, dein unwürdiger Diener, dir, meinem lebendigen und wahren Gott, darbringe für meine zahllosen Sünden, Beleidigungen und Nachlässigkeiten, aber auch für alle Anwesenden und für alle Gläubigen, lebende und verstorbene, damit dies Opfer mir und ihnen zum Heile für das ewige Leben gereichen möge. Amen. Bei der Vermischung des Weines mit etwas Wasser. Gott, der du die menschliche Natur in ihrer Würde wundervoll erschaffen und nach ihrem 115 - Falle noch wundervoller erneuert hast, laß uns durch das Geheimniß dieses Wassers und Weines Theil nehmen an der Gottheit Jesu Christi deines Sohnes, unsers Herrn, der sich gewürdigt hat, unserer Menschheit theilhaftig zu werden und mit dir lebt und regiert in Einigkeit des heil. Geistes Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen. Bei der Aufopferung des Kelches. Wir opfern dir, o Herr, den Kelch des Heiles und bitten deine Güte, daß er vom Angesichte deiner göttlichen Majestät für unser und der ganzen Welt Heil mit lieblichem Wohlgeruche emporsteige. Im Geiste der Demuth und mit zerknirschtem Herzen laß uns bei dir, o Herr, Aufnahme finden; laß uns das Opfer heute vor deinem Angesichte so darbringen, daß es dir, unserm Herrn und Gott, wohlgefalle. Komm, Heiligmacher, allmächtiger, ewiger Gott, und segne dieses Opfer, welches deinem heiligen Namen bereitet ist. Bei dem Händewaschen. Unter den Unschuldigen will ich meine Hände waschen und mit ihnen bei deinem Altare verweilen, Herr, damit ich die Stimme deines Lobes vernehme und alle deine Wunder erzähle. Herr, ich liebe die Herrlichkeit deines Hauses und den Ort, wo deine Glorie wohnt. Laß meine Seele, o Gott, nicht zu Grunde gehen mit den Gottlosen, noch mein Leben mit den Blutdürstigen, an deren Händen Unrecht klebt, deren Rechte bestochen ist mit Geschenken. Ich aber will in 8* 116 Unschuld wandeln; erlöse mich und erbarme dich meiner. Mein Fuß soll vom rechten Wege nicht abweichen; in feierlichen Versammlungen o Herr, will ich dich preisen. Ehre sei dem Vater u. s. w. Gebet in der Mitte des Altars. Nimm auf, o heilige Dreieinigkeit, dieses Opfer, welches wir dir darbringen zum Andenken an das Leiden, die Auferstehung und Himmelfahrt Jesu Christi, unsers Herrn und zu Ehren der seligsten, immerwährenden Jungfrau Maria, des h. Johannes des Täufers, der hh. Apostel Petrus und Paulus, und dieser( nämlich der Heiligen, deren Reliquien im Altare ruhen) wie auch aller Heiligen, damit es ihnen zur Ehre, uns aber zum Heile gereiche, und damit sie, deren Andenken wir auf Erden begehen, sich würdigen, für uns im Himmel zu beten, durch denselben Jesus Christus u. s. w. Pr. Orate fratres.... Betet, Brüder, damit mein und euer Opfer wohlgefällig werde vor Gott, dem allmächtigen Vater. Dr. Suscipiat Dominus sacrificium de manibus tuis ad laudem et gloriam nominis sui, ad utilitatem quoque nostram totiusque ecclesiae suae sanctae. r. Amen. Der Herr nehme dieses Opfer aus deinen Händen an zum Lobe und Preise seines Namens, auch zu unserm Nußen und zum Nußen seiner ganzen heiligen Kirche. Amen. 117 Secrete. Gewähre in Gnaden, o Herr, wir bitten dich, deiner Kirche die Gabe der Einigkeit und des Friedens, welche durch die dargebrachten Opfergaben in geheimnißvoller Weise bezeichnet wird, durch unsern Herrn Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir lebt und regiert in Einigkeit des heil. Geistes Gott. Pr. Per omnia saePräfation. cula saeculorum. Dr. Amen. Pr. Dominus vobiscum. Dr. Et cum spiritu tuo. Pr. Sursum corda. Dr. Habemus ad Dominum. Pr. Gratias agamus Domino Deo nostro. Dr. Dignum et justum est. - Pr. Vere dignum et justum est, aequum et salutare, nos tibi semper et ubique gratias agere; Domine sancte, Pater omnipotens', aeterne Deus: Quia per incarnati Verbi mysterium nova mentis nostrae oculis Von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Der Herr sei mit euch. Und mit deinem Geiſte. Erhebet eure Herzen. Wir haben sie zum Herrn erhoben. Laßt uns Dank sagen dem Herrn unsern Gott. Das ist billig und recht. Wahrlich ist es wür dig und recht, billig und heilsam, daß wir dir immer und überall Dank sagen, heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewi. ger Gott, weil durch das Geheimniß des fleischgewordenen Wortes den Augen unseres Geistes 118 lux tuae claritatis infulsit: ut dum visibiliter Deum cognoscimus per hunc in invisibilium amorem rapiamur. Et ideo cum angelis et archangelis, cum thronis et dominationibus, cumque omni militia coelestis exercitus hymnum gloriae tuae canimus sine fine dicentes: Sanctus, sanctus, sanctus Dominus Deus Sabaoth. Pleni sunt coeli et terra gloria tua, Hosanna in excelsis. Benedictus, qui venit in nomine Doinini. Hosanna in excelsis. 1 ein neues Licht deiner Klarheit entgegenstrahlte, damit, indeß wir Gott in sichtbarer Weise erkennen, wir durch ihn zur Liebe des Unsichtbaren hingerissen werden. Und deshalb singen wir mit den Engeln und Erzengeln, mit den Thronen und Herrschaften, mit der ganzen Schaar des himmlischen Heeres den Lobgesang deiner Herrlichkeit, indem wir ohne Aufhören sprechen: Heilig, heilig, heilig ist der Herr, der Gott der Heerschaaren, Him mel und Erde sind deiner Herrlichleit voll. Hosanna in der Höhe! Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosanna in der Höhe! Canon. Darum, gütigster Vater, bitten wir dich fle hend, durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn, daß du annehmen und segnen wollest 119 diese Gaben, diese+ Geschenke, diese † heiligen und unbefleckten Opfergaben, welche wir dir darbringen vorzüglich für deine heilige katholische Kirche, damit du sie in Frieden erhalten, beschüßen, in der Einheit bewahren und regieren wollest auf dem ganzen Erdkreiſe, zugleich mit deinem Diener, unserm Papste N, unserm Bischofe N. und allen Rechtgläubigen und den Bekennern des katholischen und apostolischen Glaubens. Gedenke, Herr, deiner Diener und Dienerinnen ( hier betet man für die Lebenden, welche man Gott anempfehlen möchte) und Aller, die hier zugegen sind, deren Glauben und Andacht du kennst, für welche wir dir opfern oder welche selbst dir dieses Lob. opfer darbringen für sich und all' die Jhrigen, für die Erlösung ihrer Seelen, für die Hoffnung ihres Heiles und ihrer Wohlfart und welche dir, dem ewigen, lebendigen und wahren Gott ihre Gelübde entrichten. Wir flehen in Gemeinschaft und ehren das Andenken besonders der glorreichen immerwährenden Jungfrau Maria, der Mutter Gottes und unsers Herrn Jesu Christi, wie auch deiner hh. Apostel und Martyrer Petrus und Paulus, Andreas, Jakobus, Philippus, Partholomäus, Matthäus, Simon, Thaddeus, Linus, Cletus, Clemens, Xistus, Cornelius, Cyprianus, Laurentius, Chrysogonus, Johannes und Paulus, Cos. mas und Damianus und all' deiner Heiligen, durch deren Verdienste und Gebete du uns verleihen wollest, daß wir in allen Dingen durch deine Hilfe beschüßt und bewahrt werden durch denselben Christum, unsern Herrn. Amen. 120 Wir bitten dich also, o Herr, nimm dieses Opfer unseres Dienstes und deiner ganzen Ge. meinde gnädig auf, ordne unsre Tage in deinem Frieden, laß uns vor der ewigen Verdammniß bewahrt und der Schaar deiner Auserwählten beigezählt werden, durch Christum, unsern Herrn. Amen. Dieses Opfer wollest du, wir bitten dich, o Gott, in Allem segnen t, gutheißen+, bestätigen f, dir angenehm und wohlgefällig sein lassen, damit es für uns der Leibt und das Blut+ deines geliebten Sohnes, unsers Herrn Jesu Christi, werde, Wandlung. welcher am Tage vor seinem Leiden Brod in seine heiligen und ehrwürdigen Hände nahm, seine Augen gen Himmel erhob zu dir, o Gott, seinem allmächtigen Vater, dir Dank jagte, es segnete, brach und seinen Jüngern gab, indem er sprach: Nehmet hin und esset, denn dieses ist mein Leib. Auf gleiche Weise nahm er auch nach dem Abendmahle seinen preiswürdigen Kelch in seine heiligen und ehrwürdigen Hände, sagte dir abermals Dant, segnete ihn und gab ihn seinen Jüngern, indem er sprach: Nehmet und trinket Alle daraus, denn dieses ist der Kelch meines Blutes, des neuen und ewigen Bundes, das Ge heimniß des Glaubens, welches für euch und für Viele wird vergossen werden zur Vergebung der Sünden. So oft ihr dieses thun werdet, so I let ihr es zu meinem Andenken thu n. Daher gedenken auch wir, deine Diener, o Herr, und dein ganzes heiliges Volk des so heiligen Leidens Christi, deines Sohnes, unsers Herrn, wie auch seiner Auferstehung von den Todten und seiner glorreichen Auffahrt in den 121 Himmel und opfern deiner unendlichen Majestät von deinen Geschenken und Gaben ein reines Opfer, ein heiliges Opfer, ein unbeflecktes Opfer, das heilige Brod, † des ewigen Lebens und den Kelch+ des immerwährenden Heiles. Würdige dich, mit gnädigem und mildem Antlige auf diese Opfergaben herabzuschauen und nimm dieses heil. Opfer, diese unbefleckte Hofstie huldvoll an, wie du dich gewürdigt hast, mit Wohlgefallen anzunehmen die Gaben deines gerechten Dieners Abel und das Opfer unsers Patriarchen Abraham und welches dir darbrachte dein höchster Priester Melchisedech. Wir bitten dich flehentlich, allmächtiger Gott, laß dieses Opfer durch die Hände deines heil. Engels auf deinen erhabenen Altar vor das Angesicht deiner göttlichen Majestät bringen, damit wir, so viele unser an dem Altar den hochheiligen Leib und das Blut deines Sohnes empfangen werden, mit aller himmlischen Segnung und Gnade erfüllt werden, durch denselben Christus unsern Herrn. Amen. Gedenke auch, o Gott, deiner Diener und Dienerinnen, welche uns vorangegangen sind mit dem Zeichen des Glaubens und nun im Schlummer des Friedens ruhen. ( Hier gedenke der Verstorbenen, für welche du beten willst, und empfiehl sie Gott an. Ihnen, o Herr, und Allen, die in Christus ruhen, verleihe, wir bitten dich, den Ort der Erquickung, des Lichtes und des Friedens, durch denselben Christus, unsern Herrn. Amen. Auch uns Sündern, deinen Dienern, die wir auf die Fülle deiner Erbarmungen vertrauen, 122 verleihe gnädig einen Antheil an der Gesellschaft deiner hh. Apostel und Martyrer Johannes, Stephanus, Mathias, Barnabas, Ignatius, Alexander, Marcelinus, Petrus, Felicitas, Perpetua, Agatha, Lucia, Agnes, Cäcilia, Anastasia und allen deinen Heiligen; laß uns, wir bitten dich, zu ihrer Gesellschaft gelangen, nicht in Berücksichtigung unseres Verdienstes, sondern, indem du uns Verzeihung angedeihen läsfest, durch Christus, unsern Herrn, durch welchen du ohne Unterlaß all' dieses Gute schaffest, heiligst t, beDurch lebst+, segneſt+ und uns ausspendest. † ihn und mit ihm und in † ihm ist dir t Gott, allmächtiger Vater, in Ewigkeit des heil. Geistes alle Ehre und Herrlichkeit. Pr. Per omnia sacIn alle Ewigkeit. Amen. cula saeculorum. Dr. Amen. Melicine Pater noster. Pr. Oremus: praeceptis salutaribus moniti et divina institutione formati audemus dicere: Pater noster, qui es in coelis, sanctificetur nomen tuum, adveniat regnum tuum; fiat voluntas tua sicut in coelo et in terra; panem nostrum quotierLaßt uns beten: durch heilsame Gebote mahnt und durch göttbelichen Unterricht lehrt, wagen wir zu sprechen: Vater unser, der du bist im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein zukomme uns Reich. Dein Wille geschehe, wie im Himmel also auch auf Erden. Unser tägliches Brod gib uns heute. Und vergib uns unfreSchuld, wie wir auch vergeben unfern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, Sondern erlöse uns vom Uebel. Amen. Erlöse uns, wir bitten dich, o Herr, von allen vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Uebeln und schenke durch die Fürbitte der seligen und glorreichen immerwährenden Jungfrau und Gottesgebärerin Maria, sowie deiner hh. Apostel Petrus und Paulus und Andreas und aller Heiligen gnädig den Frieden in unsern Tagen, da= mit wir, unterstützt durch die Hülfe deiner Barm= herzigkeit, von Sünde immer frei und vor aller Drangsal gesichert sein mögen; durch denselben Jesus Christus, unsern Herrn, der mit dir lebt, und regiert in Einigkeit des heil Geistes, Gott Fr. Per omnia saecula saeculoruin. Ewigkeit zu Dr. Amen. Pr. Pax Domini sit semper vobiscum. Dr. Et cum spiritu dianum da nobis hodie. Et dimitte nobis debita nostra, sicut et nos dimittimus debitoribus nostris. ne nos inducas in tentationem. Et Dr. Sed libera nos a malo. Pr. Amen. 123 tuo. Von Ewigkeit. Amen. Der Friede des Herrn ſei mit euch. Und mit deinem Geiſte. Diese Vermischung und Weihung des Leibes und Blutes unsers Herrn Jesu Christi gereiche uns, die wir sie empfangen, zum ewigen Leben. Amen. - 124 L Agnus Dei. O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme dich unser! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmſt die Sünden der Welt, erbarme dich unser! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, gib uns den Frieden! Vor der Communion. Herr Jesus Christus, der du zu deinen Aposteln gesprochen haft: den Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch: siehe nicht auf meine Sünden, sondern auf den Glauben deiner Kirche und würdige dich, dieselbe nach deinem Willen in Frieden und Einigkeit zu erhalten, der du lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Herr Jesus Christus, Sohn des lebendigen Gottes, der du nach dem Willen des Vaters unter Mitwirkung des heil. Geistes durch deinen Tod der Welt das Leben wiedergegeben haſt. befreie mich durch diesen deinen hochheiligen Leib und dein hochheiliges Blut von all' meinen Un gerechtigkeiten und von sämmtlichen Ulebeln. Gib, daß ich immer deinen Geboten anhange und gestatte nicht, daß ich jemals von dir getrennt werde, der du mit demselben Vater und mit dem heil. Geiste lebst und regierst Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Der Genuß deines Leibes, Herr Jesus Christus, den ich Unwürdiger zu empfangen wage möge mir nicht zum Gerichte und zur Verdammniß gereichen; sondern er gedeihe mir nach deiner, 125 Güte zum Schuße der Seele und des Leibes und zu ihrer Heilung, der du lebst und regierst mit Gott dem Vater in Einigkeit des heil. Geistes Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Ich will das Himmelsbrod nehmen und den Namen des Herrn anrufen. - O Herr, ich bin nicht würdig, daß du eingehest unter mein Dach, sondern sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund!( Dreimal.) Communion. Der Leib unsers Herrn Jesus Christus bewahre meine Seele zum ewigen Leben. Amen. ( Der Priester genießt die hl. Hoftie.) Was soll ich dem Herrn vergelten für Alles, was er mir erwiesen hat? ich will den Kelch des Heiles nehmen und den Namen des Herrn anrufen; lobpreisend will ich den Herrn anrufen und ich werde vor meinen Feinden sicher sein. Das Blut unsers Herrn Jesus Christus bewahre meine Seele zum ewigen Leben. Amen. ( Der Priester genießt das hl. Blut.) Was wir mit dem Munde genossen haben, o Herr, laß uns mit reinem Herzen empfangen, und diese zeitliche Gabe werde uns zu einem ewigen Heilmittel! Dein Leib, o Herr, den ich genossen, und dein Blut, das ich getrunken habe, bleibe stets in mir, und gib, daß mir keine Makel der Sünde anklebe, nachdem so reine und heilige Sakramente mich erquickt haben, der du lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Nach der Communion. ( Communicantes.) So oft ihr dieses Brod esset und diesen Kelch trinket, sollt ihr den Tod des Herrn verkündigen, bis er kommt. Wer nun unwürdig dieses Brod ißt oder den Kelch des Herrn trinkt, der ist schuldig des Leibes und Flutes des Herrn. Halleluja! ( 1 Cor. 11.) Pr. Dominus vobiscum. Dr. Et cum spiritu tuo. 126 cum. Und Geiſte. Laß uns, wir bitten dich, o Herr, durch den ewigen Genuß deiner Gottheit erfüllt werden, welchen der zeitliche Empfang deines kostbaren Leibes und Blutes vorbildet, der du lebest und regierest mit dem Vater in der Einigkeit des heil. Geistes von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Pr. Dominus vobis- Der Herr sei mit euch. mit deinem Gehet, die Messe ist vollbracht. Gott sei gedankt. Dr. Et cum spiritu tuo. Pr. It missa est. Der Herr sei mit mit deinem euch. Und Geiste. Dr. Deo gratias. Laß dir, o heilige Treifaltigkeit, diesen Dienst meiner Unterwürfigkeit gefallen, und verleihe, daß dieses Opfer, welches ich Unwürdiger vor dem Angesichte deiner göttlichen Majestät dargebracht habe, dir angenehm sei, mir aber und Allen, für die ich es dargebracht habe, durch deine Erbarmung zur Versöhnung gereiche, durch Christum unsern Herrn. Amen. Pr. Benedicat VOS omnipotens Deus, Pater, Filius et Spiritus sanctus. Dr. Amen. Pr. Dominus vobiscum. Dr. Et cum spiritu tuo. Pr. Initium sancti Evangelii secundum Joannem. Dr. Gloria tibi, Domine. 127 Letztes Evangelium. - Es segne euch der allmächtige Gott, der Vater, der Sohn und der heil. Geist. Amen. Der euch. Und Geiste. Herr sei mit mit deinem Anfang des heiligen Evangeliums nach Johannes. Ehre sei dir, o Herr. Im Anfange war das Wort, und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch dasselbe gemacht worden und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht worden ist. In ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen, und das Licht leuchtete in der Finsterniß, und die Finsterniß hat es nicht begriffen. Es war ein Mensch von Gott gesandt, der hieß Johannes. Dieser fam zum Zeugnisse, damit er Zeugniß von dem Lichte gebe, auf das Alle durch ihn glauben möchten. Er war nicht das Licht, sondern er sollte Zeugniß von dem Lichte geben. Dieses war das wahre Licht, welches alle Menschen, die in diese Welt kommen, erleuchtet. Er war in der Welt, und die Welt ist durch denselben gemacht worden, aber die Welt Univ.- Bibl. Giessen 128 hat ihn nicht erkannt. Er kam in sein Eigenthum, und die Seinigen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er die Macht, Kinder Gottes zu werden, denen nämlich, die an seinen Namen glauben: welche nicht aus dem Geblüte, nicht aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt. Und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des Eingeborenen vom Vater, voll der Gnade und Wahrheit. Dr. Deo gratias. Gott sei Dank. Beichtgebete. ( Nach dem heiligen Alphons.) Bevor wir beichten, müssen wir Gott um seine Gnade bitten, um unsre Sünden erkennen und aufrichtig beichten zu können. Wir mögen deshalb folgendes Gebet verrichten. Oheiliger Geist, der du allzeit bereit bist, die Sünder in Gnaden aufzunehmen und sie zu verschonen, blicke in deiner großen Barmherzigkeit auf meine arme Seele, die nach so vielfachen Verirrungen wieder zu dir zurückkehrt, um durch dein heiliges Sakrament Verzeihung zu erlangen. Hilf mir in der gehörigen Weise mich vorbereiten. Erleuchte meinen Verstand, damit ich alle meine Sünde erkenne; rühre mein Herz, damit ich sie wahrhaft bereue; leite meine Zunge, damit ich alle recht beichten und Verzeihung erlangen möge; gestatte nicht, daß meine Eigenliebe mich verblende. Heilige Maria, du Mutter der Gnaden und Zuflucht der armen Sünder, bitte für mich, damit ich diese heilige Beichte wohl verrichte und 9 130 durch dieselbe Verzeihung, so wie die Gnade erlange, mein Leben zu bessern. Hier müssen wir nach den Geboten Gottes und der Kirche unser Gewissen erforschen, um zu erkennen, in welchen Punf= ten wir sie übertreten haben. Reneact vor der Beichte. Siehe, o unendlich großer Gott, zu deinen Füßen jene verrätherische Seele, die dich so oft beleidigt hat, jetzt aber dich demüthig um Verzeihung anfleht. Und ein Herz, das sich vor dir demüthigt, verwirfst du nicht. Pf. 50. Ich danke dir dafür, daß du mich bis heute erwartet, anstatt im Stande der Sünde mich sterben zu lassen. Um der Verdienste Jesu Christi willen hoffe ich, daß du mir, o mein Gott, der du mich bisher so langmüthig ertragen, in dieser Beichte auch all die Sünden vergeben werdest, die ich begangen habe. Ich bereue meine Sünden, o mein Gott, und es ist mir sehr leid, sie begangen zu haben, weil ich durch dieselben die Hölle verdient und den Himmel verloren habe. Besonders aber bereue ich sie, weil ich dich, die unendliche Güte, beleidigt habe. Ich liebe dich, o höchstes Gut, und weil ich dich liebe, darum bereue ich all die Beleidigungen, die ich dir zugefügt habe. Ich habe dich verlassen und die Ehre dir verweigert, welche dir gebührt; ich habe deine Gnade und deine Freundschaft verachtet und dich freiwillig ver 131 loren. Vergib mir um Jesu willen alle meine Sünden; denn ich bereue sie von ganzem Herzen. Ich bereue nicht nur alle meine schweren, sondern auch alle meine läßlichen Sünden, weil ich auch durch diese dich beleidigt habe. Ich nehme mir vor, dich in Zukunft nicht mehr zu beleidigen. Ja, mein Gott, lieber sterben, als je wieder fündigen! Bei jeder Beichte müssen wir einen besonders kräftigen Vorsatz gegen jene Sünden richten, in welche wir häufiger fallen. Auch müssen wir versprechen, die Gelegenheit dazu gewissenhaft zu meiden, und unsern Beichtvater bitten, uns die kräftigsten Mittel zu unserer Besserung anzuweisen. Gebet nach der Beichte. O mein liebenswürdigster Jesus, welch großen Dank bin ich dir schuldig! Ich gebe mich der Hoffnung hin, daß du mir um der Verdienste deines Blutes willen meine Sünden vergeben hast. Ich danke dir deshalb von ganzem Herzen und ich sehne mich darnach, die ganze Ewigkeit hindurch im Himmel deine Barmherzigkeit zu preisen. Bis jetzt, o mein Gott, habe ich dich so oft verloren; in der Folge aber soll dieses nicht wieder gescheben. Ich will mein Leben ändern. Du verdienst alle meine Liebe; ich will dich deshalb wahrhaft lieben und nie wieder von dir getrennt werden. Ich habe dir versprochen, lieber zu sterben, als dich wieder zu beleidigen; siehe, ich erneuere dies mein Versprechen und will es auch halten. 9* 132 Gleichzeitig verspreche ich dir, die Gelegenheit zur Sünde zu meiden und folgendes Mittel anzuwenden:( nenne das Mittel). Aber du kennst meine Schwäche, o mein Gott! Verleihe mir daher die Gnade, dir treu zu bleiben bis zu meinem Tode und in all meinen Versuchungen meine Zuflucht zu dir zu nehmen. Hilf mir, o Maria, du Mutter der Barmherzigkeit! Auf dich setze ich all meine Hoffnung. Communiongebete. Vor der Communion. Uebung des Glaubens. Siehe, er kommt springend über die Berge, hüpfend über die Hügel. Hohesl. 2, 8. Du willst dich also im allerheiligsten Sakramente ganz mit mir vereinigen, o liebenswürdigster Heiland! Aber ach, welche Demüthigungen hast du erdulden müssen, um jetzt zu mir kommen zu können! Du bist Gott und wurdest ein Mensch, du bist das unendliche Wesen und wurdest ein Kind, du bist der Herr aller Dinge und nahmst Knechtsgestalt an. Aus dem Schooße deines himmlischen Vaters stiegst du in den Schooß einer Jungfrau herab, vom Himmel kamst du in einen Stall; du verließest den Thron deiner Herrlichkeit, um dich an's Kreuz schlagen zu lassen; und heute endlich nimmst du Einkehr in mein armes, elendes Herz. 134 Siehe, mein Geliebter steht hinter der Wand, sieht durch die Fenster und schautdurch die Gittter Hohesl. 2, 9. Siehe, geliebte Seele, derselbe Jesus, der aus Liebe zu dir am Kreuze gestorben ist, bleib:, durch dieselbe Liebe bewogen, unter den Brodsgestalten verborgen, um sich dir zu schenken. Und was macht er in der heiligen Hostie? Wie ein zärtlicher Bräutigam, der Gegenliebe erwartet, harrt er in derselben; er schaut wie durch ein Gitter, ohne erblickt zu werden. Er betrachtet tich jetzt; er sieht wie du dich vorbereitest, seinen heiligen Leib zu empfangen. Er betrachtet, an was du denkst, was du liebst, was du wünschest, was du suchst, welche Geschenke du ihm darzubringen beabsichtigst. So beeile dich denn, meine Seele, dich auf den Empfang deines Jesus vorzubereiten und sprich zu ihm mit gläubizem Herzen: - In wenigen Augenblicken, mein geliebter Erlöser, kommst du in mein Herz. Mein verborgener Gott, den die meisten Menschen verkennen, kommt zu mir! Ich glaube, daß du int allerheiligsten Sakramente des Altars wahrhaft zugegen bist. Ich bekenne meinen Glauben von ganzem Herzen und bete dich in diesem Sakramente als meinen Herrn und Heiland an. Gerne würde ich mein Leben für das Bekenntniß dieser Wahrheit aufopfern. Uebung der Hoffnung. Erweitere dein Herz, geliebte Seele! Jesus kann dich mit allen Gütern bereichern und er liebt dich so sehr. Hoffe denn auch große Gnaden von deinem Heilande, der voll Zärtlichkeit und Liebe zu dir kommt. Ja, theuerster Jesu, du bist meine Hoff nung. Ich erwarte, daß du heute mein Herz 135 mit deiner Liebe entzünden und mir das aufrichtige Verlangen einflößen wirst, dir wohlzugefallen, damit ich meinerseits nichts anderes mehr wolle, als was du willst. Uebung der Liebe. O mein Gott, mein Gott! du allein bist der wahre Freund meiner Seele. Konntest du mehr thun, um meine Seele zu gewinnen, als was du bereits schon für mich gethan hast? Du haft nicht nur für mich sterben wollen, göttlicher Heiland, du hast auch dies göttliche Sakrament eingesetzt, um dich in demselben mir zu schenken und um dich mit einem so verächtlichen und undankbaren Geschöpfe zu vereinigen. Und zudem ladest du mich sogar mit Dringlichkeit ein, dich zu empfangen. Oder unendlichen, unbegreiflichen Liebe meines Jesus! Ein Gott will sich mic ganz und gar schenken! Glaubst du es, meine Seele? Was sagst du dazu? Gott, o unendlich liebenswürdiger Gott, du allein verdienst die Liebe all deiner Geschöpfe; ich liebe dich von ganzem Herzen, ich liebe dich über Alles, ich liebe dich mehr als mich selbst, mehr als mein Leben. Könnte ich dich doch von Allen geliebt sehen! könnte ich bewirken, daß alle Herzen dich liebten, wie du es verdienst! Ich liebe dich, liebenswürdigster Gott, und um dich zu lieben, vereinige ich mein armes Herz mit den Herzen aller Seraphim, mit dem Herzen Mariens, da ich ja, du unendliche Güte, dieselbe Liebe zu dir haben möchte, von der alle 136 Heiligen, und auch deine heilige Mutter entzündet sind. Ich liebe nur dich; denn du allein verdienst all unsre Liebe und wünschest, daß wir diese Liebe dir schenken. Weichet also aus meinem Herzen, ihr irdischen Neigungen, die ihr nicht Gott zum Gegenstande habt. O Maria, Mutter der schönen Liebe, hilf mir meinen Gott lieben, den du so innig wünschest geliebt zu sehen. — Uebung der Demuth. In wenigen Augenblicken, geliebte Seele, wirst du mit dem heiligsten Leibe Jesu Christi gespeist werden. Bist du auch würdig, ihn zu empfangen? O mein Gott, wer bin ich, wer bist du? Ich weiß nur zu wohl, wer du bist, der du dich mir schenkst: aber weißt du auch, wer ich bin, der dich empfangen soll? Wie ist es denn möglich, daß du, die unendliche Reinheit, in einem Herzen zu wohnen wünschest, das deinen Feind so oft aufgenommen hat und durch die Sünde ist beflect worden? Ich erkenne, o Herr, deine unendliche Erhabenheit und mein großes Elend; ich erröthe, ich schäme mich, vor dir zu erscheinen, und aus Ehrfurcht vor deiner göttlichen Majestät möchte ich die Flucht ergreifen. Aber wenn ich dich, mein Leben verlasse, wo soll ich mich alsdann hinwenden? Wo soll ich Hilfe suchen? Was wird dann aus mir werden? Nein, nein, ich will mich nimmer von dir entfernen, ich will mich vielmehr stets inniger mit dir vereinigen. Nicht nur ist es dir angenehm, daß 137 ich dich empfange, sondern du ladest mich sogar ein, zu dir zu kommen. Und darum komme ich auch, liebenswürdigster Heiland, zwar voll Beschämung wegen meiner Sünden, aber voll Vertrauen auf deine Barmherzigkeit und Liebe. - - Uebung der Reue. Innig schmerzt es mich, o Gott meiner Seele, daß ich dich bisher nicht geliebt habe, ja sogar, statt dich zu lieben, nur zu häufig, um meine Leidenschaften zu befriedigen, deine unendliche Liebe beleidigt und betrübt, deine Gnade und Freundschaft verachtet und eingewilligt habe, dich, meinen Herrn und Gott, zu verlieren. Ich bereue es von ganzem Herzen. Ich hasse und verabscheue alle schweren und läßlichen Sünden, die ich begangen habe; ich verabscheue sie mehr als jedes andre Uebel, weil sie dir, der unendlichen Güte, mißfallen haben. Ich hoffe, daß du mir schon vergeben hast; wäre dies aber nicht der Fall, o so vergib mir, bevor ich dich empfange! Wasche rein meine Seele, in der du heute noch wohnen sollst, mit deinem kostbaren Blute. Uebung des Verlangens. Siehe, meine Seele, der Augenblick ist nahe, in welchem dein Jesus seine Wohnung in dir nehmen soll. Der Herr des Himmels und der Erde, dein Heiland und dein Gott, steht im Begriffe bei dir einzukehren. Bereite dich also vor, ihn liebevoll zu empfangen. Eehne dich nach seiner Ankunft und bete: Komme, o Jesus, fomme in dieses Herz, das nach dir schmachtet. Bevor du jedoch dich mir schenkest, will ich mich dir hingeben. Siehe, ich 138 übergebe dir dies elende Herz; nimm es an und eile, davon Besih zu ergreifen. So komme denn, o Gott, komme und säume nicht, du mein einziges, mein höchstes Gut, meine Freude, mein Leben, meine Liebe, mein Alles. Mit derselben Liebe, mit welcher dich die heiligsten und eifrigsten Seelen, mit welcher dich deine heilige Mutter Maria empfangen hat, wünsche ich dich jetzt in mein Herz aufzunehmen. Ich vereinige meine Communion mit den ihrigen. Siehe auf mich herab, heiligste Jungfrau, meine Mutter Maria, auf mich, der ich jetzt im Be= griffe stehe, deinen göttlichen Sohn zu empfangen. Ich wünsche dein Herz, deine Liebe zu besißen. Gib mir deinen Jesus, wie du ihn den Hirten und den heiligen drei Königen gegeben hast. Aus deinen reinen Händen wünsche ich ihn zu em. pfangen. Sage ihm, daß ich dein dir ergebener Diener bin; er wird mich deshalb noch mehr lieben und sich, da er mir das Glück bereitet, zu mir zu kommen, nur desto enger mit mir vereinigen. - 81 Nach der Communion. Glaube. Mein Gott hat mich heimgesucht, mein Hei land hat seine Wohnstätte in meiner Seele auf geschlagen! Mein Jesus ist in meinem Herzen! Er ist gekommen, damit er mir, und ich ihm 139 angehöre! Und so ist Jesus mein, und ich bin jein! Jesus ist ganz mein, und ich bin ganz sein! O unendliche Güte, o unendliche Barmherzigfeit, o unendliche Liebe! Ein Gott vereinigt sich ganz mit mir, ein Gott will ganz mein sein! - Was willst du jest thun, geliebte Seele, die du so enge mit Jesus verbunden, die du eins mit ihm geworden bist? Willst du ihm nichts sagen, wirst du dich nicht mit deinem Gott unterhalten, der in deiner Seele gegenwärtig ist? So erwecke denn auf's Neue Afte des Glaubens und beherzige, daß die Engel jenen Gott anbeten, der jetzt in deiner Seele thront. Thue dasselbe, sei gesammelt und verscheuche jeden andern Gedanken. Ergieße dich in heiligen Anmuthungen zu Gott und sprich zu ihm: Begrüßung. O mein Jesus, meine Liebe, mein unendliches Gut, mein Alles! ich begrüße dich und danke dir, daß du in mein armes Herz gekommen bist. Aber, o mein Herr und mein Gott, wo befindest du dich? wo hast du einkehren wollen? In dies Herz, welches viel unreiner iſt als der Stall, in welchem du geboren wurdest? in dies Herz, das voll Anhänglichkeit an das Irdische, voll Eigenliebe und ungeordneter Neigungen ist? Wie war es nur möglich, daß du in dasselbe haft Einkehr nehmen wollen? Mit dem heiligen Petrus möchte ich dir zurufen: Weiche von mir, denn ich bin ein sündiger Mensch! Weiche von mir, o Herr! ich verdiene nicht, daß ein unendlich gütiger Gott in meinem Herzen wohne; kehre ein bei jenen reinen Seelen, welche dir mit wahrer Liebe dienen. 140 Doch, was sage ich? Nein, o mein Jesus, nein, verlasse mich nicht; denn, wenn du mich verläsfest, so bin ich verloren. Ich umarme dich, ich schließe mich enge an dich an. Du bist mein Leben. Ich beging eine große Thorheit, als ich mich aus Liebe zu den Geschöpfen von dir trennte; ich bewies mich undankbar gegen dich, als ich dich von mir stieß. Von jest an werde ich mich nicht wieder von dir trennen; mit dir vereinigt will ich leben und sterben. Heiligste Jungfrau Maria, himmlische Seraphim und ihr Seelen alle, die ihr Jesus mit Innigkeit liebt, bittet ihn, daß er mir eure Liebe schenke. - Danksagung. Ich danke dir, o Herr und Gott, für die große Gnade, die du mir diesen Morgen erwiesen hast. Ich danke dir, daß du in mein armes Herz hast einkehren wollen, und ich wünsche, daß meine Dankbarkeit der großen Gnade entspräche, die du mir erzeigt hast. Allein, wie wäre es möglich, daß ich Armster dir auf eine deiner Liebe würdige Weise Dank ſagte? Nach dem P. Segneri bestände die geeignetste Anmuthung einer Seele nach der Communion in einem Acte hei= ligen Staunens. Ein Gett, sollte sie ausrufen, ist zu mir gekommen. David fragte: Was soll ich dem Herrn geben für Alles, was er mir gegeben hat? Doch, was könnte er dir nur darbringen, mein Jesus, nachdem du mir so viele Gnaden 141 gewährt, ja dich selbst diesen Morgen mir geſchenkt haft? O meine Seele, preise deinen Gott, so gut du es vermagst! Und du, geliebteste Mutter Maria, und ihr meine heiligen Schußpatrone, heiliger Schußengel und Alle, die ihr Gott liebt, hört, wie Großes er an meiner Seele gethan; preiset ihn und danket seiner unendlichen Güte für die unaussprechlich große Gnade, die er mir erzeigt hat. - Aufopferung. Mein Geliebter ist mein, und ich bin sein. Hohesl. 2. Wenn ein König einen armen Hirten in seiner Hütte besuchte, könnte ihm der Hirt wohl etwas Anderes anbieten als diese Hütte selbst, damit er dieselbe, so wie er fie findet, in Besitz nehme? Weil du denn also, mein göttlicher König Jesus Christus, diese arme Hütte, meine Seele, hast heimsuchen wollen, so bitte ich dich, sie als dein Eigenthum zu betrachten; ich übergebe mich dir ganz, ich schenke dir meine Freiheit und meinen Willen. Du hast dich ganz mir geschenkt; ich übergebe mich dir ohne allen Vorbehalt. Von heute an, o Jesus, will ich nicht mehr mir angehören, sondern dein, ganz dein sein. Ich will, daß du der Herr meiner Sinne seist, und daß mir diese nur dazu dienen, dir wohlzuge= fallen; denn nichts kann mir ja eine größere Freude gewähren, als das Bewußtsein, daß ich dir, dem liebenswürdigsten, dem liebevollsten, dem gütigsten Gott wohlgefalle. Alle Kräfte meines Leibes und meiner Seele schenke ich dir 142 und ich will, daß sie dir auf immer angehören. Mein Gedächtniß soll mir nur dazu dienen, detner Liebe und deiner Wohlthaten eingedenk zu bleiben; meinen Verstand will ich nur dazu anwenden, um an dich zu denken, der du stets auf meine Wohlfahrt bedacht bist; meinen Willen endlich werde ich nur gebrauchen, um dich, meinen Gott und mein Alles, zu lieben und dasjenige anzustreben, was du von mir ver= langst. So bringe ich dir denn heute Alles, was ich bin und habe, zum Opfer dar. Meine Sinne, meine Gedanken, meine Neigungen, meine Wünsche, meine Begierden, meine Freiheit, kurz meinen Leiß und meine Seele lege ich in deine Hände nieder. Nimm, o unendlicher Gott, das Opfer an, das der undankbarste aller Sünder, dir darbringt. Nimm in Gnaden auf denjenigen, der ganz bedingungslos sich dir hingibt. Verfüge über mich nach deinem Wohlgefallen. Komm, o verzehrendes Feuer der göttlichen Liebe, und vernichte in mir Alles, was mein ist und was deinem reinsten Auge mißfällt, damit ich von heute an ganz dir angehöre und künftig nur mehr lebe, um deine Gebote, deine Räthe und alles dir Wohlgefällige zu vollbringen. Eeligste Jungfrau Maria, bringe in deinen fleckenlosen Händen der heiligsten Dreifaltigkeit dies mein Opfer dar und bewirke, daß Gott es gnädig annehme und mir die Gnade gewähre, bis in den Tod ihm treu zu bleiben. 143 - Bitten. Mit was bist du jetzt beschäftigt, meine Seele? Tu darfst keinen Augenblick Zeit verlieren; denn in dieser kostbaren Zeit fannst du alle Gnaden erlangen, um welche du bitteft. Siehst du nicht, wie liebevoll der ewige Vater auf dich herabschaut, jetzt, da er in deinem Herzen seinen geliebten Sohn, den Gegenstand seiner höchsten Liebe sieht? Verscheuche also jetzt jeden andern Gedanken, erneuere dich im Glauben und im Vertrauen und bitte dann um Alles, was du dir wünschest. Hörst du nicht, wie Jesus selbst zu dir spricht: Was willst du, das ich dir thue? Sage, geliebte Seele, was begehrst du von mir? Ich bin gekommen, um dich reich und glücklich zu machen; bitte mit Vertrauen und du wirst alles, was du wünschest, erhalten. Weil du denn, o mein süßester Heiland, in mein Herz gekommen bist, um mir Gnaden mitzutheilen, und weil du wünschest, daß ich dich um dieselbe bitte, so flehe ich vor Allem um einen großen Schmerz über das Mißfallen, das ich durch meine Sünden dir verursacht, und um eine klare Erkenntniß der Eitelkeit dieser Welt. Nicht Erdenfreuden noch irdische Güter begehre ich; nur laß mich einsehen, wie sehr du unsere Liebe verdienst. Wandle um dies mein Herz, befreie es von aller Anhänglichkeit an's Zeifliche und verleihe, daß es in Allem dein heiliges Wohlgefallen suche. Ich verdiene es nicht, daß du mir dieſe Bitte gewährest; aber du mein Jesus, der du jetzt in meiner Seele eine Wohnstätte gefunden, hast dieses längst verdient. Um deiner und deiner heiligen Mutter Verdienste willen und in Anbetracht der Liebe, die du zu deinem ewigen Vater trägst, gewähre mir meine Bitte. 144 Hier halte etwas inne und bitte Jesus um die eine und andere besondere Gnade für dich und den Nächsten. Vergiß auch nicht der Sünder und der armen Seelen im Fegfeuer. 1 Ewiger Vater! Jesus Christus selbst hat zu uns gesprochen: ,, Wahrlich, wahrlich! Ich sage euch, so ihr den Vater um etwas in meinem Namen bitten werdet, so wird er es euch gewähren." Joh. 16. Erhöre mich demnach aus Liebe zu diesem deinem göttlichen Sohne, der jetzt in meinem Herzen wohnt, und gewähre mir, um was ich dich jetzt bitte. Meine süße Liebe, Jesus und Maria, für euch will ich leiden, für euch will ich sterben; bewirkt, daß ich ganz euch und in nichts mehr mir selbst angehöre. Amen. Frenzweg- Andacht.*) ( Nach dem hl. Alphonsus.) Diese Andachtsübung führt uns den schmerzensreichen Gang unsers mit dem Kreuze beladenen Heilardes zum Calvarienberge vor. Wir müssen deshalb diese Uebung mit der glühendsten Liebe vornehmen und unsern leidenden Jesus gleichsam begleiten, um unsre mitleidsvolle Theilnahme und unsre Dankbarkeit an den Tag zu legen. Bevor wir die Andacht beginnen, knieen wir am Hochaltare nieder, erwecken wir vollkommene Liebesreue und fassen wir die Meinung, die damit verbundenen Abläffe für uns oder für die armen Seelen im Fegfeuer zu gewinnen. Vorbereitungsgebet. Mit so großer Liebe, mein theuerster Heiland Jesus Christus, bist du auf diesem Kreuzwege in den Tod gegangen, und dennoch bin ich dir so häufig untreu geworden; jetzt aber liebe ich dich von ganzem Herzen und weil ich dich liebe, so bereue ich es mit bitterm Herzeleide, dich beleidigt zu haben. Du gehst hin, um zu sterben aus Liebe zu mir: ich will dir folgen, geliebteſter Heiland, um eines Tages zu sterben aus Liebe zu dir. Ja, mein Jesus, in Vereinigung mit dir will ich leben und sterben. *) Auf diese segensreiche Uebung sind, wenn man sie vor eigens dazu geweihten Kreuzen vornimmt, zahlreiche, unter andern vier vollkomme Ablässe ertheilt. 10 146 - Ersle Station. Jesus wird zum Tode verurtheilt. V. Wir beten dich an, o Jesus, und preisen dich! R. Denn durch dein hl. Kreuz hast du die Welt erlöst. Betrachte, wie Jesus Christus, nachdem er gegeißelt und mit Dornen gekrönt worden, ungerechter Weise von Pilatus zum Tode verurtheilt wurde. ( Hier halte etwas inne und betrachte das Leiden Jesu. Beachte dasselbe bei den übrigen Stationen. Nicht Pilatus, nein, meine Sünden waren es, anbetungswürdigster Jesus, welche dich zum Tode verurtheilt haben. Um der Verdienſte willen, die du auf diesem schmerzhaften Wege erworben, stehe meiner armen Seele bei auf der Reise in die Ewigkeit. Ich liebe dich, o Jesus, meine Liebe! mehr als mich selbst, und es reut mich von Herzen, dich beleidigt zu haben; gestatte nicht, daß ich mich jemals wieder von dir trenne. Verleihe mir die Gnade, dich immer zu lieben, und verfüge dann über mich nach deinem heiligen Wohlgefallen. Bereitwillig nehme ich Alles an, was du über mich verhängen willst. Vater unser. Gegrüßt. Ehre sei. Süßer Jesus, um zu sterben Gehst du hin aus Lieb' zu mir; Um das Leben zu erwerben, Laß mich sterben Herr, mit dir! 117 Bweite Station, Jesus wird mit dem Kreuze beladen. V. Wir beten dich an, o Jesus, und preisen dich! R. Denn durch dein heil. Kreuz hast du die Welt erlöst. Betrachte, wie Jesus Christus die Kreuzeslast auf sich nahm, auf seinem Schmerzensgange deiner gedachte und seinem ewigen Vater den Tod, dem er entgegenging, für dich aufopferte. Liebenswürdigster Jesus! ich nehme bereitwillig alle Leiden an, die du mir für die ganze Dauer meines Lebens bestimmt hast. Um der Schmerzen willen, die du unter der schweren Kreuzeslast erduldet, hilf mir mein Kreuz mit Geduld und Ergebenheit tragen. Ich liebe dich, o Jesus, meine Liebe! mehr als mich selbst und es reut mich von Herzen, dich beleidigt zu haben; gestatte nicht, daß ich mich jemals wieder von dir trenne. Verleihe mir die Gnade, dich immer zu lieben, und verfüge dann über mich nach deinem heiligen Wohlgefallen. Bereitwillig nehme ich Alles an, was du über mich verhängen willst. Vater unser. Gegrüßt. Ehre sei. Süßer Jesus, u. s. w. wie vorher. Dritte Station. Jesus fällt zum ersten Male unter dem Kreuze. V. Wr beten dich an, o Jesus, und preisen dich! R. Denn durch dein heil. Blut hast du die Welt erlöst. 10* 148 Betrachte diesen ersten Fall Christi unter der drückenden Kreuzeslast. Sein heiliger Leib war durch die Geißelung ganz zerrissen; sein Haupt war mit Dornen gekrönt; er hatte eine solche Menge Blutes vergossen, daß er vor Schwäche kaum mehr gehen konnte; zudem trug er das schwere Kreuz und wurde von den Schergen hin und hergerissen. So fiel er denn auf diesem Schmerzenswege wiederholt zur Erde nieder. - Nicht die schwere Last des Kreuzes, geliebtester Jesus! nein, die Last meiner Sünden hat dir so grausame Leiden verursacht. Um des Verdienstes dieses ersten Falles willen gestatte nicht, daß ich je wieder in eine Todsünde falle. Ich liebe dich, o Jesus, meine Liebe! mehr als mich selbst, und es reut mich von Herzen, dich beleidigt zu haben; gestatte nicht, daß ich mich jemals wieder von dir trenne. Verleihe mir die Gnade, dich immer zu lieben, und verfüge dann über mich nach deinem heiligen Wohlgefallen. Bereitwillig nehme ich Alles an, was du über mich verhängen willst. Vater unser. Gegrüßt. Ehre sei. Süßer Jesus, u. s. w. Vierte Station. Jesus begegnet seiner betrübtesten Mutter. V. Wir beten dich an, o Jesus, und preisen dich! R. Denn durch dein heil. Kreuz hast du die Welt erlöst. Betrachte diese Begegnung des Sohnes und der Mutter. Jesus und Maria erblicken einander- und zwar in welchem Zustande!.... Ihre Blicke sind eben so viele Pfeile, welche ihre liebeuden Herzen durchbohren. 149. Um der Schmerzen willen, geliebtester Jeſus, welche du bei dieser Begegnung erduldet, gewähre mir die Gnade einer großen Andacht zu deiner allerseligsten Mutter. Und du, o Schmerzensfönigin, bitte für mich, auf daß ich der Leiden deines Sohnes stets in Liebe gedenke. - 1 Ich liebe dich, o Jesus, meine Liebe! mehr als mich selbst, und es reut mich von Herzen, dich beleidigt zu haben; gestatte nicht, daß ich mich jemals wieder von dir trenne. Verleihe mir die Gnade, dich immer zu lieben, und verfüge dann über mich nach deinem heiligen Wohlgefallen. Bereitwillig nehme ich Alles an, was du über mich verhängen willst. Vater unser. Gegrüßt. Ehre sei. Süßer Jesus, u. s. w. Fünfte Station. Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen. V. Wir beten dich an, o Jesus, und preisen dich! R. Denn durch dein heil, Kreuz hast du die Welt erlöst. Betrachte, wie die Juden, als sie Jesus, den sie am Kreuze wollten sterben sehen, so abgeschwächt erblickten, daß fie fast bei jedem seiner Schritte besorgen mußten, er möge ihnen auf dem Wege sterben, den Simon von Cyrene zwan= gen, dem Herrn das Kreuz nachzutragen. O süßester Jesus, ich will das Kreuz nicht ausschlagen, wie der Cyrener gethan; ich nehme es an und umfasse es mit Liebe. Besonders nehme ich die Todesart an, die du mir bestimmt 150 hast, sammt all den Beinen, die ihn begleiten. werden. Ich vereinige mein Sterben mit deinem Tode und opfere es dir auf. Wie du gestorben bist aus Liebe zu mir, so will ich auch sterben aus Liebe zu dir und um dir wohlzugefallen. Ich liebe dich, o Jesus, meine Liebe! mehr als mich selbst, und es reut mich von Herzen, dich beleidigt zu haben; gestatte nicht, daß ich mich jemals wieder von dir trenne. Verleihe mir die Gnade, dich immer zu lieben, und verfüge dann über mich nach deinem heiligen Wohlgefallen. Bereitwillig nehme ich Alles an, was du über mich verhängen willst. Vater unser. Gegrüßt. Ehre sei. Süßester Jesus, u. s. w. Audi Sechste Station. Veronica reicht Jesus das Schweißtuch. V. Wir beten dich an, o Jesus, und preisen dich! R. Denn durch dein heil. Kreuz hast du die Welt erlöst. Betrachte, wie die heilige Frau Veronica, als sie Jesus so beängstigt, mit Blut und Schweiß bedeckt erblickte, ihm ein Tuch reichte, mit dem er sich abtrocknete, indem er gleichzeitig sein heiliges Angesicht darin abgedrückt ließ. Geliebtester Jesus, dein Angesicht war so an muthig gewesen; allein jetzt ist es nicht mehr schön, denn Blut und Wunden haben es ganz entstellt. Als meine Seele bei der heiligen Taufe deine Gnaden empfangen, da war sie auch so schön; aber durch meine Sünden habe ich sie 151 entstellt. Du allein, o mein Erlöser, kannst ihr die frühere Schönheit wiedergeben; thue es um deines Leidens willen.. Ich liebe dich, o Jesus, meine Liebe! mehr als mich selbst, und es reut mich von Herzen, dich beleidigt zu haben; gestatte nicht, daß ich mich jemals wieder von dir trenne. Verleihe mir die Gnade, dich immer zu lieben, und verfüge dann über mich nach deinem heiligen Wohlgefallen. Bereitwillig nehme ich Alles an, was du über mich verhängen willst. Vater unser. Gegrüßt. Ehre sei. Süßer Jesus, u. s. w. Siebente Station. Jesus fällt zum zweiten Male unter dem Kreuze. V. Wir beten dich an, o Jesus, und preisen dich! R. Denn durch dein heil. Kreuz hast du die Welt erlöst. Betrachte den zweiten Fall Jesu Christi unter dem Kreuze und wie durch denselben die Schmerzen all seiner Wunden vermehrt wurden. Wie oft hast du mir vergeben, o sanftmüthigster Jesus, und wie oft bin ich wieder in die Sünde zurückgefallen! Um der Verdienste dieses zweiten Falles willen hilf mir, in deiner Gnade bis zum Tode auszuharren. Gewähre auch, daß ich in meinen Versuchungen mich dir unverzüglich anempfehle. 152 Ich liebe dich, o Jesus, meine Liebe! mehr als mich selbst, und es reut mich von Herzen, dich beleidigt zu haben; gestatte nicht, daß ich mich jemals wieder von dir trenne. Verleihe mir die Gnade, dich immer zu lieben, und verfüge dann über mich nach deinem heiligen Wohlgefallen. Bereitwillig nehme ich Alles an, was du über mich verhängen willst. Vater unser. Gegrüßt. Ehre sei. Süßer Jesus, u. s. w. - Achte Station. Jesus redet zu den weinenden Frauen. V. Wir beten dich an, o Jesus, und preisen dich! R. Denn durch dein heil. Kreuz hast du die Welt erlöst. Betrachte, wie jene Frauen, als sie Jesus so grausame Schmerzen leiden und den Weg mit seinem Blute röthen sahen, aus Mitleid mit ihm Thränen vergossen. Jesus aber sprach zu ihnen: Weinet nicht über mich; weinet vielmehr über euch und eure Kinder." Schmerzhafter Jesus! ich beweine meine Sünden um der Strafe willen, die sie mir zugezogen haben. Mehr aber noch schmerzen sie mich, weil sie dir, der du mich so sehr geliebt hast, mißfielen. Ich beweine sie nicht nur, weil ich die Hölle verdient, sondern auch, weil ich undantbar gegen dich gewesen bin. Ich liebe dich, o Jesus, meine Liebe! mehr als mich selbst, und es reut mich von Herzen, dich beleidigt zu haben; gestatte nicht, daß ich mich 153 jemals wieder von dir trenne. Verleihe mir die Gnade, dich immer zu lieben, und verfüge dann über mich nach deinem heiligen Wohlgefallen. Bereitwillig nehme ich Alles an, was du über mich verhängen willst. 4 - Vater unser. Gegrüßt. Ehre ſei. Süßer Jesus, u. s. w. Neunte Station. Jesus fällt zum dritten Male. V. Wir beten dich an, o Jesus, und preisen dich! R. Denn durch dein heil. Kreuz hast du die Welt erlöst. Betrachte den dritten Fall unsers Heilandes unter dem Kreuze. Ungeachtet seiner Schwäche, in welcher er sich kaum fortbewegen fann, verlangen seine grauiamen Henker, daß er seine Schritte beeile, und sind dadurch Ursache, daß er zum dritten Male halbtodt zur Erde niedersinkt. Oleidender Jesus! Um der Verdienste willen, welche du durch diese gänzliche Erschöpfung dir erworben, gewähre mir die Kraft, alle menschlichen Rücksichten und alle bösen Neigungen, die mich früher zum Abfalle von dir bewogen, zu überwinden. Ich liebe dich, o Jesus, meine Liebe! mehr als mich selbst, und es reut mich von Herzen, dich beleidigt zu haben; gestatte nicht, daß ich mich jemals wieder von dir trenne. Verleihe mir die Gnade, dich immer zu lieben und verfüge dann über mich nach deinem heiligen Wohlgefallen. 154 Bereitwillig nehme ich Alles an, was du über mich verhängen willst. - - Vater unser. Gegrüßt. Ehre sei. Süßer Jesus, 11. s. w. Behnte Station. Jesus wird seiner Kleider beraubt. V. Wir beten dich an, o Jesus, und preisen dich! R. Denn durch dein heil. Kreuz hast du die Welt erlöst. Betrachte, wie die Henkersinechte, indem sie Jesus die Kleider abrissen, zugleich seinen heiligen Körper, an dem in Folge der Geißelung seine Gewande klebten, grausam zerfleischten. Bezeige Jejus dein Mitleid und bete: O mein unschuldigster Jesus, um der Schmerzen willen, die du damals ausgestanden, stehe mir bei, damit ich von allem Irdischen losge: schält, nur dich liebe, der du meine Liebe so sehr verdient hast. Ich liebe dich, o Jesus, meine Liebe! mehr als mich selbst, und es reut mich von Herzen, dich beleidigt zu haben; gestatte nicht, daß ich mich jemals wieder von dir trenne. Verleihe mir die Gnade, dich immer zu lieben, und verfüge dann über mich nach deinen heiligen Wohlgefallen. Bereitwillig nehme ich Alles an, was du über mich verhängen willst. Vater unser. Gegrüßt. Ehre sei. Süßer Jesus, u. s. w. 155 Elfte Station. Jesus wird an's Kreuz geheftet. v. Wir beten dich an, o Jesus, und preisen dich! R. Denn durch dein heil. Kreuz hast du die Welt erlöst. Betrachte, wie Jesus, als man ihn auf das Kreuz niedergeworfen, seine Arme geduldig ausstreckte und dem ewigen Vater sein Leben zu unserm Heile anbot. Die grausamen Henkersknechte nagelten ihn an den Kreuzbalken, den sie hiernach emporrichteten, um ihn daran sterben zu sehen. O mein mit Schmach gesättigter Jesus! hefte mein Herz mit den Banden der Liebe an dein heiliges Kreuz, damit ich dich nie wieder verlassen könne. Ich liebe dich, o Jesus, meine Liebe! mehr als mich selbst, und es reut mich von Herzen, dich beleidigt zu haben; gestatte nicht, daß ich mich jemals wieder von dir trenne. Verleihe mir die Gnade, dich immer zu lieben, und verfüge dann über mich nach deinem heiligen Wohlgefallen. Bereitwillig nehme ich Alles an, was du über mich verhängen willst. Vater unser. Gegrüßt. Ehre sei. Süßer Jesus, u. s. w. Bwölfte Station. Jesus stirbt am Kreuze. V. Wir beten dich an, o Jesus, und preisen dich! R. Denn durch dein heil. Kreuz hast du die Welt erlöst. 156 Betrachte, wie Jesus nach dreistündigem Todeskampfe zusammensinkt das Haupt neigt und stirbt. O mein Jesus, der du in Qualen nunmehr für mich gestorben bist! ich umfange mit dem lebhaftesten Schmerze das Kreuz, an dem du verschieden bist. Durch meine Sünden habe ich einen unglückseligen Tod verdient; aber dein Erlösertod ist meine Hoffnung. Um deines Todes willen gewähre mir die Gnade, zu deinen Füßen und aus Liebe zu dir zu sterben. In deine Hände empfehle ich meinen Geist. Ich liebe dich, o Jesus, meine Liebe! mehr als mich selbst und es reut mich von Herzen, dich beleidigt zu haben; gestatte nicht, daß ich mich jemals wieder von dir trenne. Verleihe mir die Gnade, dich immer zu lieben, und verfüge dann über mich nach deinem heiligen Wohlgefallen. Bereitwillg nehme ich Alles an, was du über mich verhängen willst. Vater unser. Gegrüßt. Ehre sei. Süßer Jesus, schon gestorben Bist du nun aus Lieb' zu mir, Hast das Leben mir erworben, Ach, laß sterben mich mit dir. Dreizehnte Station. Jesus wird vom Kreuze herabgenommen. V. Wir beten dich an, o Jesus und preisen dich! R. Denn durch dein heil. Kreuz hast du die Welt erlöst. 157 Betrachte, wie zwei Jünger unsers Heilandes seinen entseelten Leichnam vom Kreuze ablösen und denselben seiner betrübtesten Mutter in die Arme legen, die ihn voll der zärtlichsten Liebe aufnimmt und an ihr Herz drückt. - - Nimm mich, o schmerzhafte Mutter! aus Liebe zu Jesus als deinen Diener an und bete für mich. Und du, mein Erlöser, weil du für mich hast sterben wollen, gewähre mir deine Liebe, so daß ich nichts anderes mehr juche, als dich ganz allein. Ich liebe dich, o Jesus, meine Liebe! mehr als mich selbst und es reut mich von Herzen, dich beleidigt zu haben; gestatte nicht, daß ich mich jemals wieder von dir trenne. Verleihe mir die Gnade, dich immer zu lieben und verfüge dann über mich nach deinem heiligen Wohlgefallen. Bereitwillg nehme ich Alles an, was du über mich verhängen willst. Vater unser. Gegrüßt. Ehre sei. Süßer Jesus, schon gestorben Bist du nun aus Lieb' zu mir, Hast das Leben mir erworben, Ach, laß sterben mich mit dir! Vierzehnte Station. Jesus wird in das Grab gelegt. V. Wir beten dich an, o Jesus, und preisen dich! R. Denn durch dein heil. Kreuz hast du die Welt erlöst. Betrachte, wie die Jünger, von Maria begleitet, den verstorbenen Jesus zum Grabe trugen. Seine heilige Mutter legte ihn eigenhändig in demselben zurecht. 158 O mein Jesus, so ruhest du denn jetzt im Grabe! nach drei Tagen aber wirst du glorreich aus demselben wieder auferstehen. Um deiner Auferstehung willen laß mich am jüngsten Tage verklärt aus dem Grabe hervorgehen, um dich die ganze Ewigkeit hindurch im Himmel zu loben und zu preisen. - Ich liebe dich, o Jesus, meine Liebe! von ganzem Herzen. Es reut mich, dich beleidigt zu haben; gestatte nicht, daß ich mich jemals wieder von dir trenne. Verleihe mir die Gnade, dich immer zu lieben, und verfüge dann über mich nach deinem heiligen Wohlgefallen. Bereitwillig nehme ich Alles an, was du über mich verhängen willst. Vater unser. Gegrüßt. Ehre sei. Süßer Jesus, schon gestorben Bist du nun aus Lieb' zu mir, Haft das Leben mir erworben, Ach, laß sterben mich mit dir. Bum heiligen Kreuze. Heil'ges Kreuz, sei hoch verehrt, Harte Ruhstätt' meines Herrn! Einstens seh'n wir dich verklärt, Strahlend gleich dem Morgenstern! Sei mit Mund und Herz vere' rt, Kreuzstamm Christi, meines Herrn. Andachtsübungen zum heiligsten Altarssahramente. für jeden Tag der Woche, die man besonders die Woche vor oder nach dem Frohnleichnamsfeste verrichten kann. Erster Tag. Die Liebe Jesu Christi im heiligsten Altarssakramente. Als unser liebevoller Heiland das Werk unserer Erlösung zu vollenden im Begriffe stand und erkannte, daß die Stunde seines Todes herangekommen sei: Da Jesus wußte, daß seine Stunde gekommen war, um aus dieser Welt zum Vater zu gehen( Joh. 13, 1.), da wollte er uns in diesem Thränenthale nicht allein lassen. Was that er also? Er setzte das heiligste Altarssakrament ein, in welchem er sich ganz und gar dem Menschen schenken wollte. Der heilige Petrus von Alkantara sagt: Keine Sprache vermag die Größe der Liebe Jesu zu 160 uns deu Seelen auszudrücken, die im Stande der Gnade Gottes sind. Unser süßer Bräutigam, als er die Erde verließ, gab uns zum Andenken dies heilige Sakrament, in dem er selbst unter ibt, damit jene Abwesenheit uns nicht von ihm trenne; und er wollte, daß kein bloßes Zeichen ihn in unser Gedächtniß zurückrufe: Er wollte durch seine wesentliche Gegenwart die Erinnerung an seine Liebe zu uns lebhaft in uns erhalten." Jesus wollte sich durch seinen Tod nicht von uns trennen und deswegen sette er dies Sakrament der Liebe ein, um bis an's Ende der Welt bei uns bleiben zu können: Siehe, ich bin bei euch bis an's Ende der Welt.( Matth. 28.) Der Glaube lehrt uns, daß Jesus Christus auf all' den Altären, in denen er verborgen bleibt, sich gleichwie in eben so vielen Gefängnissen der Liebe befindet, damit Jeder, der ihn sucht, ihn finden könne. Aber, o mein Gott, ruft der heilige Bernhard aus, das geziemte sich doch nicht für deine göttliche Majestät! Es genügt, ant wortete Jesus, daß es meiner Liebe geziemt." Diejenigen, welche nach Palästina gehen, um die Höhle zu besuchen, in der das menschgewordene Wort geboren, das Prätorium, wo Jesus gegeißelt, den Calvarienberg, wo er gestorben und das Grab, in welches er gelegt worden ist, empfinden an diesen heiligen Stätten eine sehr zärtliche Andacht; aber wie viel größer sollte nicht unsere Andacht sein, wenn wir einen Altar besuchen, auf welchem Jesus Christus selbst im allerheiligsten Sakramente gegenwärtig ist! Der ehrwürdige Johannes Avila pflegte zu sagen, 11 161 daß es fein herrlicheres und andächtigeres Heiligthum gebe als eine Kirche, in welcher Jesus im heiligsten Altarssakramente gegenwärtig ist. 1 Gebet und Anmuthungen. O mein geliebter Jesus, o mein von Liebe zu den Menschen entzündeter Herr und Gott, was hättest du noch Größeres erfinden können, um die Liebe der undankbaren Menschen zu erz langen? Ach! wenn die Menschen dich wahrhaft liebten, so würden gewiß alle Kirchen immer mit Menschen angefüllt sein, die, auf den Boden ausgestreckt, dich anbeten und von Liebe zu dir ents zündet, dir Dank sagen würden, wenn sie dich mit den Augen des Glaubens in einem Tabernakel verborgen sähen. Aber leider, die meisten Menschen vergessen deiner und deiner Liebe, sie halten sich auf bei einem Menschen, von welchem sie ein elendes Gut hoffen; dich, o mein Gott! dich verlassen sie, dich lassen sie ganz allein. Ach, könnte ich doch durch meinen Eifer in deinem Dienste einen so großen Undank wieder gut machen! Ich bereue von Herzen, daß auch ich früherhin zu der Zahl dieser leichtsinnigen und undank. baren Menschen gehörte. Aber in der Folge will ich nicht mehr so undankbar sein, nein, ich will, ſo lange ich kann, in deiner Gegenwart bleiben. Entzünde mich nur mit deiner heiligen Liebe, o mein Jesus! damit ich von heute an nur lebe, um dich zu lieben und um dir zu gefallen. Du allein verdienst die Liebe aller Herzen. O wenn ich dich eine Zeitlang verachtet habe, so wünsche 11 162 ich doch jetzt nichts anderes, als nur dich zu lieben. O mein Jesus, du bist meine Liebe und all' mein Gut, mein Gott und mein Alles! Allerseligste Jungfrau Maria! erlange mir eine große Liebe zum allerheiligsten Sakramente des Altars. Zweiter Tag. Jesus ist auf unsern Altären gegenwärtig, damit alle Menschen ihn daselbst finden können. Die heilige Theresia pflegte zu sagen, daß hier auf Erden nicht alle Unterthanen mit ihrem Fürsten reden können. Höchstens kann das arme Volk hoffen, durch eine Mittelsperson sich an seinen Regenten zu wenden. Aber, o König des Himmels! um mit dir zu reden, bedarf man feines Mittlers! Jeder, der nur will, kann dich im heiligsten Altarssakramente finden und sich da ganz offenherzig, so lange es ihm gefällt, mit dir unterhalten. Deshalb, fügte diefelbe Heilige noch hinzu, hat Jesus Christus seine Herrlichkeit unter den Gestalten des Brodes verborgen, damit wir ein größeres Vertrauen bekämen, und damit er uns alle Furcht benähme, uns Ihm zu nahen. Ach, es scheint, als ob Jesus vom Altare aus uns fortwährend zurufe: Kommt zu mir Alle, die ihr mühselig und beladen seid, und ich will euch erquicken. Kommt, ruft er aus, kommt ihr Armen, ihr Kranken, ihr Betrübten, kommt ihr Gerechten und ihr Sünder, in mir werdet ihr Ersatz für all' euren Verlust, Trost in all' eurer Betrübniß 163 finden. Es ist der Wunsch Jesu Christi, Alle, die zu ihm ihre Zuflucht nehmen, zu trösten. Tag und Nacht bleibt Jesus auf unsern Aktären, damit Alle ihn daselbst finden können, damit er Allen daselbst Gnaden austheilen könne. Daher kam es auch, daß die Heiligen hier auf Erden eine so große Freude daran fanden, sich vor ihrem im Sakramente verborgenen Heilande aufhalten zu können, so daß ganze Tage und Nächte ihnen nur Augenblicke zu sein schienen. Nachdem die Gräfin Feria in den Orden der heiligen Clara eingetreten war, konnte sie nicht müde werden, im Chor vor dem Altare zu knieen; als man sie eines Tages fragte, was sie denn so lange vor dem hochwürdigsten Gut mache, da antwortete sie mit Erstaunen: Jhr fragt, was ich vor dem Altarssakramente mache? Was sollte man da thun? Man dankt, man liebt, man bittet. Als der heilige Philipp Neri eines Tages das hochwürdigste Gut erblickte, rief er aus: Siehe da meine Liebe, all' meine Liebe! Ach, wenn Jesus auch unsere Liebe wäre, so würden auch uns ganze Tage und Nächte vor dem hochwürdigsten Gute nur als ein Augenblick erscheinen. allerheiligsten - Gebet und Anmuthungen. Siehe, mein Jesus, auch ich hoffe von heute an, dir jedesmal, wenn ich dich am Altare besuche, zurufen zu können: Siehe meine, Liebe, sieh' all' meine Liebe! Ja, mein geliebter Heiland, ich will nichts anderes lieben, als dich; ich will, daß du der einzige Gegenstand meiner 11* 164 Liebe seiest. Ich möchte vor Schmerz sterben, wenn ich daran denke, daß ich früher die Geschöpfe geliebt, fern von dir meine Freude ge= sucht habe, ja vor dir, o unendliches Gut, geflohen bin. Da du desungeachtet nicht wolltest, daß ich verloren gehe, so hast du mich mit ſo viel Geduld ertragen und, statt mich zu strafen, mein Herz mit so vielen Liebespfeilen verwundet, daß ich dir nicht länger widerstehen konnte und mich endlich ganz dir schenkte. Ich erkenne, daß du verlangst, ich solle dir ganz angehören: nun denn, weil du das verlangst, so bewirke es auch. Mache, daß ich aller Anhänglichkeit an irdische Dinge, daß ich aller Eigenliebe entsage und nichts Anderes suche als dich, daß ich an nichts Anderes denke als an dich, daß ich von nichts Anderem rede als von dir, daß ich nichts anderes wünsche, nach nichts Anderem seufze, als von Liebe zu dir entzündet zu sein, als nur für dich zu leben und zu sterben. Liebe zu Jesus, komme, besitze mein ganzes Herz, vertreibe aus demselben alle Liebe, die nicht Gott zum Gegenstande hat. Ich liebe dich, o mein Jesus! ich liebe dich, mein Leben, meine Seligkeit, meine Liebe, mein Alles. O Maria, meine Hoffnung! bitte für mich, mache, daß ich ganz Jesu angehöre. Dritter Tag. - - Welch ein großes Geschenk Jesus uns ge macht, indem er sich uns im allerheiligsten Sakramente des Altars hingegeben hat. Es war für die Liebe Jesu Christi nicht genug, in einem Meere von Schmach und Schmerz sein Leben für uns aufzuopfern und uns dadurch 165 seine Liebe zu erkennen zu geben; sondern, unt uns zu bewegen, ihn noch mehr zu lieben, wollte er in der Nacht vor seinem Tode sich uns ganz und gar im heiligsten Altarssakramente als eine Speise hinterlassen. Gott ist zwar allmächtig, aber dessen ungeachtet hat er, nachdem er sich einer Seele in diesem Sakramente der Liebe ge= schenkt hat, nichts mehr, was er derselben noch geben könnte. Der Kirchenrath von Trient sagt ( Sit. 13., K. 2.), daß, wenn Jesus sich uns in der heiligen Communion mittheilt, er so zu sagen alle Reichthümer seiner unendlichen Liebe zu den Menschen ausschüttet. Wie glücklich, sagt der heilige Franz von Sales, würde sich jener Unterthan schäßen, den sein Fürst zu Tische ladet und ihm erlaubt, mit ihm aus einer Schüssel zu essen; was würde aber derselbe erst sagen, wenn der Fürst ihm ein Stück Fleisch von seinem eigenen Arm anbieten würde? Jesus gibt uns in der heiligen Communion zur Speise nicht nur einen Theil seiner eigenen Nahrung, nicht nur einen Theil seines eigenen Leibes, nein, er gibt uns seinen ganzen Leib: Nehmet und esset, Dies ist mein Leib. Und mit seinem Leibe gibt er uns noch seine heilige Seele und seine Gottheit selbst; daher kommt es, ruft der heilige Chrysostomus aus, daß, wenn der Herr sich selbst uns im allerheiligsten Sakramente gibt, er uns Alles gibt, was er besitzt, so daß ihm nichts mehr zu geben übrig bleibt. Alles hat er dir gegeben, sagt der Heilige, nichts hat er für sich behalten." erstaunenswürdiges Wunder der göttlichen Liebe! Dieser Gott, welcher der Herr aller Dinge ist, wird unser Eigenthum! - - 166 Gebet und Anmuthungen. mein geliebter Jesus! was hätteſt du noch mehr thun können, um meine Liebe zu gewinnen! O laß uns erkennen das Uebermaaß von Liebe, das dich bewogen hat, eine Speise zu werden, um dich dadurch ganz mit uns armen Sündern vereinigen zu können. O mein Heiland, du hast mich so innig geliebt, daß du dich mir so oft in der heiligen Communion haft schenken wollen; und ich, ich habe es gewagt, dich so oft aus meinem Herzen zu vertreiben. Aber, o mein Jesu, du kannst ein demüthiges und reumüthiges Herz nicht verachten. Du bist aus Liebe zu uns Mensch geworden, du bist für mich gestorben, du hast sogar meine Speise werden wollen; sage, was hättest du noch mehr thun können, um meine Liebe zu gewinnen? Okönnte ich doch vor Schmerz sterben, wenn ich daran denke, daß ich deine Gnade so sehr verachtet habe. Ich bereue es, o meine Liebe! von ganzem Herzen, daß ich dich beleidigt habe. Ich liebe dich, o unendliche Güte, ich liebe dich, o unendliche Liebe! Sch wünsche nichts anderes, als dich zu lieben, ich fürchte nichts anderes, als ohne deine Liebe zu leben. O mein geliebter Jesus, weigere dich nicht, in mein Herz einzukehren. Komme, siehe, ich will lieber tausendmal sterben, als dich jemals wieder aus meinem Herzen verlieren; siehe, ich will mein Möglichstes thun, um dir zu gefallen. Komme und entzünde mein Herz mit deiner Liebe. Verleihe, o Jesus, daß ich Alles vergesse, um nur an dich zu denken, um nur nach dir zu seufzen, du mein höchstes, mein einziges Gut! 167 O meine Mutter Maria, bitte für mich und bewirke durch dein Gebet, daß ich mich dankbar gegen die so große Liebe meines Jesu bezeige. Vierter Tag. Welch eine große Liebe Jesus Christus nns im heiligsten Altarssakrament zu erkennen gegeben hat. Da Jesus wußte, daß seine Stunde gekommen war, um aus dieser Welt zum Vater zu gehen, und er die Seinigen lieb hatte, so liebte er sie bis an's Ende. ( Joh 13, 1.) Da Jesus wußte, daß seine Todesgekommen war, wollte er uns das größte Zeichen seiner Liebe geben, daß er uns nur hinterlassen konnte, nämlich das allerheiligste Sakrament des Altars. Der heilige Chrysostomus sagte, daß die Worte: bis an's Ende liebte er sie, so viel bedeuten als: Er liebte sie mit unendlicher Liebe. Jesus liebte die Menschen mit der größten Liebe, mit der er sie nur lieben konnte, indem er sich ihnen ganz und gar schenken wollte. Und zu welcher Zeit ſetzte Jesus dieses heilige Sakrament ein, in welcher er sich selbst uns hinterläßt? In der Nacht, die seinem Tode voranging: In der Nacht, da Jesus verrathen wurde, schreibt der heilige Paulus, nahm er das Brod und dankte, brach es und sprach: nehmet hin und esset, das ist mein Leib.( Cor. 1, 12.) Zu derselben Zeit, da die Menschen mit dem Gedanfen umgingen, ihn zu tödten, wollte Jesus ihnen 168 diesen letzten Beweis seiner Liebe geben. Die Zeichen der Liebe, die unsere Freunde uns zur Zeit ihres Todes geben, machen einen tiefen Eindruck auf unser Herz; und deshalb wollte auch Jesus kurz vor seinem Tode uns dies Saframent hinterlassen. Daher hatte auch der heilige Thomas Recht, wenn er dies große Ge schenk ein Sakrament und ein Unterpfand der Liebe nannte; mit Recht sagt auch der heilige Bernard, daß dies Sakrament die Liebe der Liebe sei: denn in diesem Sakramente vereinigt Jeſus Christus alle anderen Liebesbeweise, die er uns je gegeben hat. Die heilige Maria Magdalena von Pazzis nannte den Tag, an welchem Jesus dies Sakrament einsetzte, den Tag der Liebe. Gebet und Anmuthungen. O unendliche Liebe meines Jesus, du ver dienst eine unendliche Gegenliebe! Du, o mein Gott, du liebst die Menschen so sehr; wie ist es nun möglich, daß die Menschen so wenig Liebe zu die haben? Was könntest du wohl noch mehr thun, um unsere Liebe zu erlangen? O mein Jesus, du bist so liebenswürdig, du liebst uns so innig; mache doch, daß die Menschen dich auch kennen und lieben. wann werde ich dich lieben, gleichwie du mich geliebt haft! Lasse mich doch immer mehr die Größe deiner Güte erken: nen, damit ich von immer größerer Liebe zu dir entzündet werde und mich immer sorgfältiger bemühe, dir zu gefallen. Geliebter meiner Seele, hätte ich dich doch immer geliebt! Ach, leider gab es eine Zeit, in der ich dich nicht nur LE 169 nicht liebte, sondern in der ich deine Gnade und deine Liebe verachtete. Der Schmerz, den ich aber deshalb empfinde, ist mein Trost; denn ich hoffe, du werdest mir deswegen verzeihen, da du jedem reumüthigen Sünder Verzeihung ver= sprochen hast. O mein Heiland, siehe, ich liebe dich, hilf mir, um deines bittern Leidens willen, daß ich dich aus all' meinen Kräften liebe! O könnte ich für dich sterben, gleichwie du für mich gestorben bist. O allerseligste Jungfrau Maria, Mutter meines Gottes, erlange du mir die Gnade, von heute an nichts anderes zu lieben als Gott allein. Fünfter Tag. Wie innig sich eine Seele mit Jesu in der heiligen Communion vereinigt. Der heilige Dionysius der Areopagit sagt, daß die Liebe sich hauptsächlich dadurch zu erkennen gebe, daß sie nach Vereinigung zu gelangen suche. Daher kommt es denn auch, das Jesus die hei: lige Communion eingesetzt hat, damit er sich nämlich ganz und gar mit unsern Herzen vereinigen könne. Jesus hat sich uns schon als unser Leben, als unser Beispiel, als unser Opfer geschenkt; es blieb jetzt nur noch übrig, daß er sich uns als unsere Speise gebe, damit er eins mit uns werden könne, gleichwie die Speise eins wird mit dem, der sie genießt; und in der That, Jesus hat sich uns zur Speise gegeben, als er dies Sakrament der Liebe einsetzte. Der heilige Bernardin von Siena sagt, es sei der höchste Beweis 170 der Liebe gewesen, als Jesus sich uns als Speise gab; denn da gab er sich uns, um sich ganz und gar mit uns zu vereinigen, gleichwie die Speise und der, welcher sie zu sich nimmt, mit einander vereinigt werden. Es war unserm Heiland nicht genug, sich mit unserer menschlichen Natur vereinigt zu haben; durch dieses heilige Sakrament wollte er sich noch mit jedem Einzelnen von uns vereinigen, um einem Jeden, der ihn empfangen würde, Alles zu werden. Daher schrieb der heilige Franz von Sales: In keiner andern Handlung zeigt sich unser Heiland zärtlicher und liebevoller, als in dieser, da er sich hier so zu sagen vernichtet und eine Speise wird, um unsere Seelen zu durchdringen und um sich mit den Herzen seiner Gläubigen zu vereinen. Der heilige Chrysostomus sagt, daß Jesus, weil er uns so innig liebte, sich mit uns in der heiligen Communion vereinigen wollte, damit wir eins mit ihm würden. Mit einem Worte, ruft der heilige Lorenz Justinian aus, du wolltest, o Gott der Liebe! daß unser Herz und dein Herz nur ein Herz würden Dasselbe sagte auch Jesus selbst, als er sprach: Wer mein Fleisch isset, der bleibt in mir und ich in ihm.( Joh. 6, 17). Wer also communizirt, der ist in Jesus und Jesus ist in ihm, und diese Vereinigung ist nicht eine bloße Vereinigung der Herzen, nein, es ist eine wahrhafte, eine wirkliche Vereinigung. Gleichwie zwei geschmolzene Kerzen, sagt der heilige Cyrillus von Alexandrien, sich mit einander vereinigen, so wird auch der, welcher communizirt, eins mit Jesu. Stellen wir uns also vor, wenn wir communiziren, als ob Jesus zu uns sagte, was er - 171 eines Tages zu seiner geliebten Dienerin Margaretha von Ypern sprach: Siehe, meine geliebte Tochter, welch' eine schöne Vereinigung jetzt zwis schen uns statt findet. Lieben wir uns also und bleiben wir immer durch die Liebe mit einander verbunden und trennen wir uns nie wieder. Gebet und Anmuthungen. O mein Jesus, dies allein suche ich bei dir und das allein will ich immer in der heiligen Communion suchen: daß wir nämlich miteinander vereinigt bleiben und uns nie wieder trennen. Ich weiß, o mein Jesus, daß du dich nie von mir trennst, wenn ich mich nur nicht zuerst von dir trenne. Aber gerade das fürchte ich, daß ich mich wieder durch die Sünde von dir trenne, wie ich dies leider früher gethan habe. O lasse doch das nicht zu, mein geliebter Erlöser! lasse nicht zu, daß ich mich von dir trenne. Ach, bis zu meinem Tode bin ich in Gefahr, dies zu thun, und darum bitte ich dich, du wollest um der Verdienste deines Todes willen mich lieber sterben lassen, als daß ich dir von neuem eine so große Beleidigung zufüge. wiederhole es und bitte dich um die Gnade, es immer wiederholen zu können: Lasse nicht zu, daß ich mich von dir trenne. O Gott meiner Seele! siehe, ich liebe dich, ich liebe dich, ich will dich immer lieben, ich will nur dich lieben. Vor Himmel und Erde betheuere ich, daß ich nur dich lieben will und nichts anderes.- O Mutter der Barmherzigkeit, seligste Jungfrau Maria, bitte deshalb für mich Ich 172 und erlange mir die Gnade, daß ich mich nie wieder von Jesu trenne, daß ich nie etwas anderes liebe, als Jesus allein. - Sechster Tag. Wie groß der Wunsch Jesu Christi ist, sich mit uns in der heiligen Communion zu vereinigen. Da Jesus wußte, daß seine Stunde gekommen war, heißt es im Evangelium des Hl. Johannes 13, 1. Diese Stunde, die Jesus seine Stunde nannte, war die Nacht, in der sein Leiden beginnen sollte. Aber wie ist es möglich, daß der Herr eine so furchtbare Stunde seine Stunde nenni? Das kommt daher, weil er sein ganzes Leben hindurch nach dieser Stunde geseufzt und er beschlossen hatte, in dieser Nacht das heilige Sakrament des Altars einzusehen, wodurch er sich ganz und gar mit seinen geliebten Seelen vereinigen wollte, für welche er binnen Kurzem sein Blut vergießen, sein Leben dahin geben sollte. Hören wir, was Jesus in jener Nacht zu seinen Jüngern sprach: Mit Verlangen habe ich verlangt, dies Osterlamm mit euch zu essen. Durch diese Worte wollte Jesus den Wunsch und die Begierde zu erkennen geben, sich mit uns in diesem Sakramente der Liebe zu vereinigen. Der heilige Lorenz Justinian sagt, daß die Worte: mit Verlangen habe ich verlangt, Worte waren, die aus dem von unendlicher Liebe entzündeten Herzen Jesu hervorgingen. Dieselbe Flamme nun, die 173 damals im Herzen Jesu brannte, brennt noch jetzt, und dieselbe Einladung, ihn zu empfangen, die er damals an seine Jünger richtete, richtet Jesus noch heute an uns, indem er uns zuruft: Nehmet und esset, dies ist mein Leib.( Matth. 25.) Um uns anzutreiben, ihn liebevoll zu empfangen, versprach Jesus uns sogar den Himmel: Wer mein Fleisch isset, der hat das ewige Leben.( Joh. 6.) Ja, er droht uns sogar mit dem Tode, wenn wir uns weigern ihn zu empfangen: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht essen werdet, so werdet ihr das Leben nicht in euch haben. Diese Einladungen, dieses Versprechen, diese Drohungen kommen alle nur daher, weil Jesus so innig wünscht, sich aus Liebe mit uns zu vereinigen. Eine Biene, sprach eines Tages der Herr zur heiligen Mechtildis, hat keine größere Begierde, auf die Blumen sich niederzulassen, um den Honig daraus zu saugen, als ich nach einer Seele, die mich zu empfangen wünscht. Weil aber Jesus uns liebt, so verlangt er auch, daß wir ihn ebenfalls lieben; weil er uns zu besitzen wünscht, so verlangt er auch, daß wir Begierde nach ihm tragen. Gott dürftet darnach, sagt der heilige Gregorius, daß wir nach ihm dürften. Selig ist derjenige, welcher mit einer so großen Begierde, sich mit Jesus zu vereinigen, zur heiligen Communion hintritt. - Gebet und Anmuthungen. O mein anbetungswürdiger Jesu! nachdem du so viel für mich gethan hast, kannst du uns 174 jetzt keinen größern Beweis deiner Liebe geben! Siehe, du haft für uns dein Leben am Kreuze dahin geben wollen. Du hast sogar im heiligsten Altarssakramente bei uns bleiben wollen, damit wir uns mit deinem heiligsten Fleische nähren möchten, und du wünschest so innig, daß wir dich empfangen. O mein Jesus, wie ist es möglich, daß wir, die wir all' diese Zeichen deiner Liebe kennen, dennoch nicht von Liebe zu dir entzündet find! O ihr Anhänglichkeiten an irdische Dinge, weichet aus meinem Herzen; denn ihr allein hindert mich, meinen Jesus zu lieben, gleichwie er mich liebt. Wo fände ich wohl so große Zeichen der Liebe, o mein Heiland, als jene, die du mir gegeben hast? Aus Liebe zu mir haſt du dein Leben zum Opfer darbringen wollen; aus Liebe zu mir hast du einen so bittern und schmählichen Tod erduldet; aus Liebe zu mir hast du dich gleichsam vernichten wollen, da du im heiligsten Altarssakramente eine Epeise werden wolltest, um dich ganz und gar mir schenken zu können. Ach mein Gott, lasse nicht zu, daß ich, nachdem du mir so viele Beweise deiner Güte gegeben, dennoch undankbar gegen dich bleibe. Ich danke dir, daß du mir noch Zeit gibst, um die Beleidigungen, die ich dir zugefügt habe, zu beweinen und um dich die übrigen Tage meines Lebens zu lieben. Ich bereue es, o höchstes Gut, daß ich früher deine Liebe so sehr verachtet habe; ich liebe dich, o unendliche Güte, ich liebe dich, unendliches Gut. Ich liebe dich, o unendliche Liebe, die du eine unendliche Gegenliebe verdienst. Hilf mir, o mein Jesu, damit ich aus meinem Herzen alle Neigungen, die nicht dich - - 175 1 zum Gegenstande haben, vertreibe, damit ich von heute an nichts verlange, nichts suche und nichts liebe, als dich allein. O mein geliebter Heiland, mache, daß ich dich immer finde, mache, daß ich dich immer liebe. Nimm mir all' meinen Willen hinweg, damit ich nie wieder etwas anderes wolle, als was dir wohlgefällt. O mein Gott, mein Gott, wen wollte ich wohl lieben, wenn ich dich nicht liebe, der du doch alle Güte in dir vereinigst. Ja, nur dich will ich und nichts Anderes. O Maria, meine Mutter, nimm mein Herz an und erfülle es mit der reinen Liebe zu Jesus Christus. Siebenter Tag. Die heilige Communion erlangt uns die Beharrlichkeit in der Gnade Gottes. Wenn Jesus in der heiligen Communion zu einer Seele kommt, so bringt er ihr alle Güter, alle Gnaden und vor allem die Gnade der Beharrlichkeit. Das ist die vorzüglichste Wirkung des heiligsten Altarssakramentes, daß es die Seele nährt und ihr eine große Kraft verleiht, auf dem Wege zur Vollkommenheit fortzuschreiten und den Feinden, die ihren Untergang suchen, zu widerstehen. Daher nennt sich auch Jesus im heiligsten Altarssakramente ein himmlisches Brod: Ich bin das lebendige Brod, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brode isset, der wird leben in Ewigkeit.( Joh. 6, 51). Gleichwie das irdische 176 Brod das Leben des Leibes erhält, so unterhält das himmlische Brod das Leben der Seele, indem es bewirkt, daß dieselbe in der Gnade Gottes verharrt. Der Kirchenrath von Trient ( Sig. 13, K. 2) lehrt uns auch, daß die heilige Communion jenes Heilmittel sei, welches uns von den läßlichen Sünden befreit und vor der Todsünde bewahrt. Papst Innocenz III. sagt, daß Jesus uns durch sein Leiden von den begangenen Sünden befreit habe und daß er uns durch das allerheiligste Sakrament des Altars vor den Sünden bewahre, die wir noch begehen können. Darum, sagt der heilige Bonaventura, müssen die Sünder sich nicht von der Communion entfernen, weil sie Sünder gewesen sind; nein, im Gegentheil, weil sie Sünder gewesen sind, müssen sie um so häufiger communizieren; denn je schwächer sich Jemand fühlt, desto mehr bedarf er der Arznei, 1 Gebet und Anmuthungen. Siehe, o mein Gott, wie schwach ich bin! aber warum beklage ich mich über meine Schwäche und meine Rückfälle in die Sünde? Ach, wie hätte ich wohl den Anfechtungen der Hölle widerstehen können, da ich mich von dir entfernte, der du all' meine Kraft bist. Hätte ich mich häufiger zur heiligen Communion begeben, so hätten mich meine Feinde gewiß nicht so oft besiegt; in der Folge will ich es nicht mehr so machen: Auf dich, o Herr! habe ich gehofft, ich werde in Ewigkeit nicht zu Schanden werden. 177 Nein, nein, ich will kein Vertrauen mehr setzen auf meine guten Vorsätze. Du allein, o mein Jesus, sollst meine Hoffnung sein. Du mußt mir die Kraft verleihen, nicht mehr in die Sünde einzuwilligen. Ich bin zwar schwach, aber du mußt mir in der heil. Communion die nöthige Kraft mittheilen, um den Versuchungen zu widerstehen. Alles vermag ich in dem, der mich stärket. Vergib mir, o mein Jesus, alle Beleidigungen, die ich dir zugefügt habe und die ich von ganzem Herzen bereue; ich nehme mir vor, eher zu sterben, als dich je wieder zu beleidigen, und ich hoffe, daß du mir, um deines bittern Leidens willen, beistehen wirst, bis zu meinem Tode in deiner Gnade zu verharren. Auf dich, o Herr! habe ich gehofft, ich werde nicht zu Schanden werden. Dasselbe rufe ich auch dir, o meine liebe Mutter Maria, mit dem heiligen Bonaventura zu:„ Auf dich, o meine Königin! habe ich gehofft, ich werde nicht zu Schanden werden." Achter Tag. Von der Vorbereitung und Danksagung bei der heiligen Communion. Der Kardinal Bona fragt, woher es komme, daß so viele Christen ungeachtet ihrer zahlreichen Communionen, doch nur so geringe Fortschritte auf dem Wege der Tugend machen? Das kommt nicht von der Nahrung her, antwortete er, sondern von der Vorbereitung dessen, der die Communion 1² 178 empfängt. Schnell zündet das Feuer trockenes Holz an, aber nicht so das nasse, weil dies wenig zum Brennen geeignet ist. Die Heiligen zogen so großen Nußen aus ihren Communionen, weil sie bemüht waren, sich sorgfältig darauf vorzubereiten. Auf zwei Dinge muß eine Seele, die sich zur heiligen Communion vorbereitet, bedacht sein. Erstens muß sie trachten, allen Geschöpfen abzusterben und Alles aus ihrem Herzen zu vertreiben, was nicht Gott und was nicht für Gott ist. Wenn eine Seele auch im Stande der Gnade ist, aber dennoch von irdischen Neigungen beschäftigt wird, so findet die Liebe Gottes um desto weniger Raum im Herzen, je mehr die irdischen Begierden darin herrschen Als die heilige Gertrud eines Tages den Herrn fragte, auf welche Weise er verlange, daß sie sich zur heiligen Communion vorbereite, da antwortete ihr Jesus: Ich verlange nichts anderes von dir, als daß du mich mit leerem Herzen empfangeſt. Um großen Segen aus der heiligen Communion zu ziehen, muß man auch noch eine große Begierde haben, Jesus zu empfangen, um denselben immer mehr zu lieben. Gerson sagt, daß bei jenem Mahle nur jene gesättigt werden, die großen Hunger haben. Der heil. Franz von Sales lehrt, daß die Hauptabsicht einer Seele bei der heiligen Communion darin bestehen müsse, in der Liebe Gottes Fortschritte zu machen. Aus Liebe, sagt er, muß der empfangen werden, der sich uns nur aus Liebe geschenkt hat. Deshalb sprach eines Tages Jesus zur heiligen Mechthildis: Wenn du communiciren willst, dann mußt du dir all' die Liebe wünschen, die je ein Herz zu mir getragen — 179 hat; alsdann werde ich deine Liebe empfangen, als ob sie so groß wäre, wie du es wünscheft. Nach der heiligen Communion muß man ja nicht die Danksagung unterlassen. Es giebt kein Gebet, das Gott wohlgefälliger wäre, als das Gebet nach der heiligen Communion. Die from= men Anmuthungen, die wir alsdann verrichten, haben weit mehr Werth bei Gott, als die, welche wir zu einer andern Zeit erwecken; denn ihr Werth wird alsdann durch die Gegenwart Jesu, der mit der Seele vereinigt ist, erhöht. Wenn wir alsdann Gott um etwas bitten, so müssen wir bedenken, daß, wie die heil. Theresia sagt, Jesus nach der heiligen Communion sich in der Seele gleichwie auf einem Gnadenthrone befindet und derselben zuruft: Was willst du, daß ich dir thun soll? Siehe, liebe Seele, gerade deshalb bin ich vom Himmel gekommen, um dir Gnade mitzutheilen; bitte mich, um was du willst und um wie viel du willst, Alles soll dir gewährt werden." O, welche Gnadenschäße verlieren jene, die nicht darauf bedacht sind, nach der heiligen Communion um Gnaden zu bitten. Gebet und Anmuthungen. O Gott der Liebe, du wünschest so innig, uns deine Gnaden mitzutheilen; und wir sind so wenig darauf bedacht, dich um Gnaden zu bitten? welche Reue wird es uns in unserer Todesstunde verursachen, wenn wir an diese unsere Nachlässigkeit denken, die uns so schädlich gewesen ist. mein Gott, vergiß das Vergangene. Siehe, in der Folge will ich mich mit deiner 12* 180 Hülfe besser zur heiligen Communion vorbereiten und mich bemühen, die irdischen Neigungen, die mich hindern, alle jene Gnaden, die du mir mit= theilen möchtest, zu empfangen, aus meinem Herzen zu verbannen. Aber auch nach der heiligen Communion will ich, so gut ich kann, darauf bedacht sein, von dir den nöthigen Beistand zu erlangen, um in der Liebe zu dir Fortschritte zu machen. Gib mir die Gnade, meinen guten Vorsatz auszuführen. Ach, mein Jesus! wie wenig habe ich früher daran gedacht, dich zu lieben. Doch die Zeit, die deine Barmherzigkeit mir noch übrig läßt, ist für mich eine Zeit, um mich zum Tode vorzubereiten und um durch meine Liebe die Beleidigungen, die ich dir zugefügt habe, wieder gut zu machen. Siehe, ich will diese Zeit damit zubringen, meine Sünden zu beweinen und dich zu lieben. Ich liebe dich, o Jesu, meine Liebe; ich liebe dich, mein einziges Gut, erbarme dich meiner und verlaß mich nicht. Unterlasse auch du nicht, o meine Hoffnung Maria, mir durch deine Fürsprache beizustehen. Amen. 181 Litanci vom allerheiligsten Altarsfakramente. Herr, erbarme dich unser!- Christus, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Christus, höre uns! Christus, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel,- Erbarme dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt,*) Gott heiliger Geist, L Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, Jesus, wahrer Gott und Mensch, Jesus, ganz und wahrhaftig hier gegenwärtig. O anbetungswürdiges Sakrament, Du lebendiges Brod, das vom Himmel gekommen, Du Brod, das der Welt zum Leben gegeben worden, Du verborgener Gott und Heiland, Du Nahrung der Auserwählten, Du Frucht vom Baume des ewigen Lebens, Du Brunnen der Gnaden, Du immerwährendes Opfer, Du unbeflecktes Lamm, Du Speise der Engel, Du Schatz der Gläubigen, Du Wonne gottseliger Gemüther, Du Gedächtniß der göttlichen Wunderwerke, Du Versöhnung der Sünder, Du Band des Friedens und der Liebe, Du Trost der Betrübten, Du Speise der Hungrigen, Du Arznei der Kranken, Du Wegzehrung der Sterbendent, Du Pfand der fünftigen Glorie, *) Erbarme dich unser! 182 Sei uns gnädig! Sei uns gnädig! Verschone uns, o Jesus! Erhöre uns, o Jefus! Vom unwürdigen Genusse deines heil. Fleisches und Blutes, Erlöse uns, o Herr!" Von der Begierlichkeit des Fleisches,*) Von der Begierlichkeit der Augen, Von der Hoffart des Lebens, Von aller Gelegenheit zur Sünde, Durch dein Verlangen, in dieser Speise mit deinen Jüngern das Osterfest zu halten, Durch die Demuth, mit welcher du deinen Jüngern die Füße gewaschen, Durch die Liebe, mit welcher du dieses heilige Sakrament eingeſetzt haſt. Durch dein heiliges Fleisch und Blut, welches du in diesem Sakramente hinterlassen hast, Durch die Wunde deines allerheiligsten Herzens, Durch die fünf Wunden deines allerheiligsten Leibes, Wir arme Sünder,- Wir bitten dich, erhöre uns! Daß du in uns den Glauben, die Ehrerbietung und die Andacht gegen dieses heilige Sakrament erhalten und vermehren wollest,*) Daß du uns zum öfteren Empfang dieses Him melsbrodes durch wahre Buße führen wollest, Daß du uns die kostbaren Früchte dieses allerheiligsten Geheimnisses mittheilen wollest, Daß du uns von dem Tode der Sünde zum ewigen Leben erwecken wollest, *) Erlöse uns, o Herr! **) Wir bitten dich, erhöre us! 183 Daß du Alles, was in uns lasterhaft ist, vertilgen wollest, wir bitten dich, erhöre uns! Daß du uns in deiner Gnade bestätigen und stärken wollest,*) Daß du uns bei allen Nachstellungen des bösen Feindes beschützen wollest, Daß du unsre Gemüther mit der Gnade deiner Heimsuchung erleuchten wollest, Daß wir uns allzeit in dir erfreuen mögen, Daß du das Feuer deiner heiligen Liebe in uns entzünden wollest, Daß du uns in der Stunde des Todes mit dieser himmlischen Wegzehrung stärken wollest, Daß du uns zum Hochzeitsmahle des ewigen Lebens führen wollest, O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt! Verschone uns, o Jesus! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt! Erhöre uns, o Jesus! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmſt die Sünden der Welt! Erbarme dich unser, o Jesus! Vater unser. V. Gelobt und angebetet sei ohne End' R. Jesus im allerheiligsten Sakrament! Gebet. O Gott, der du uns in diesem wunderbaren Sakramente das Gedächtniß deines Leidens hinterlassen hast, verleihe uns, wir bitten dich, die heiligen Geheimnisse deines Leibes und Blutes so zu verehren, daß wir die Früchte deiner *) Wir bitten dich, erhöre uns. 184 Erlösung jederzeit in uns empfinden mögen, der du lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. érin Lauretanische Litanci. Kyrie eleison. Christe eleison. Kyrie eleison. Christe, audi nos. Christe, exaudi nos. Pater de coelis Deus, miserere nobis, etc. Fili redemptor mundi Deus, Spiritus sancte Deus, Sancta trinitas, unus Deus. Sancta Maria, ora pro nobis etc. Sancta Maria, sine labe concepta, Sancta Dei genitrix, Sancta virgo virginum. Mater Christi, Mater divinae gratiae, Mater purissima, Herr, erbarme dich unser! Christus, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Christus, höre uns! Christus, erhöre uns! Gott Vater vom Him mel, erbarme dich unser 2c. Gott Sohn, Erlöser der Welt, Gott heiliger Geiſt, Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, Heilige Maria,- bitte für uns, 2c. Hl. Maria, ohne Makel empfangen, Hl. Gottesgebärerin, Hl. Jungfrau aller Jungfrauen, Mutter Christi, Mutter der göttlichen Gnade, Allerreinste Mutter, 1 Mater castissima, Mater inviolata, Mater intemerata, Mater amabilis, Mater admirabilis, Mater Creatoris, Mater Salvatoris, Virgo prudentissima, Virgo veneranda, Virgo praedicanda, Virgo potens, Virgo clemens, Virgo fidelis, Speculum justitiae, Sedes sapientiae, Causa nostrae laetitiae, Vas spirituale, Vas honorabile, Vas insigne devotionis, Rosa mystica, Turris Davidica, Turris eburnea, Domus aurea, Foederis arca, Janua coeli, Stella matutina, Salus infirmorum, 185 wunde Allerkeuscheste Mutter, Ungeschwächte Mutter, Unbefleckte Mutter, Liebliche Mutter, Wunderbare Mutter, Mutter des Schöpfers, Mutter des Erlösers, Du allerweiseste Jungfrau, Du ehrwürdige Jungfrau, Du lobwürdige Jungfrau, Du mächtige Jungfrau, Du gütige Jungfrau, Du getreue Jungfrau, Du Spiegel der Gerechtigkeit, Du Sitz der Weisheit, Du Ursache unserer Fröhlichkeit, Du geistiges Gefäß, Du ehrwürdiges Gefäß, Du vortreffliches Gefäß der Andacht, Du geistige Roſe, Du Thurm Davids, Du elfenbeinerner Thurm, Du goldenes Haus, Du Arche des Bundes, Du Pforte des Himmels, Du Morgenstern, Du Heil der Kranken, 186 Refugium peccatorum, Consolatrix afflictorum, Auxilium christianorum, Regina angelorum, Regina patriarcharum, Regina prophetharum, Regina apostolorum, Regina martyrum, Regina confessorum, Regina virginum, Regina sanctorum omnium. Agnus Dei, qui tollis peccata mundi, parce nobis, Domine. Agnus Dei, etc. Exaudi nos, Domine. Agnus Dei, etc. Miserere nobis. Christe audi nos. Christe exaudi nos. Sub tuum praesidium confugimus, sancta Dei genitrix; nostras deprecationes ne despicias in necessita- Du Zuflucht der Sünder, Du Trösterin der Betrübten, Du Hülfe der Christen, Du Königin der Engel, Du Königin der Pa triarchen, Du Königin der Propheten, Du Königin der Apostel, Du Königin der Mar-. tyrer, Du Königin der Bekenner, Du Königin der Jungfrauen, Du Königin aller Heiligen, O du Lamm Gottes, das du hinwegnimmst die Sünden der Welt! Verschone uns, oHerr! O du Lamm Gottes.. Erhöre uns o Herr! du Lamm Gottes.. Erbarme dich unser! Christus, höre uns! Christus, erhöre uns! Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, o heil. Gottesgebärerin! verschmähe nicht unser Gebet in unsern Nöthen, tibus nostris, sed a periculis cunctis libera nos semper, virgo gloriosa et benedicta, 187 V. Ora pro nobis, sancta Dei genitrix, R. Ut digni efficiapromissionibus mur Christi. Oremus. Gratiam tuam quaesumus Domine, mentibus nostris infunde, ut, qui angelo nuntiante Christi filii tui incarnationem cognovimus, per passionem ejus et crucem ad resurrectionis gloriam perducamur. Per eundem Christum Dominum Amen. nostrum. - sondern erlöse uns je derzeit von aller Gefahr, o du glorwürdige und gebenedeite Jungfrau, unsre Frau, unsre Mittlerin, unsre Fürsprecherin! Versöhne uns mit deinem Sohne, empfiehl uns deinem Sohne, stelle uns deinem Sohne vor! Bitte für uns, o heil. Gottesgebärerin! Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi. Gebet. Wir bitten dich, o Herr, du wollest deine Gnade in unsere Herzen eingießen, damit wir, die wir durch die Botschaft des Engels Christi, deines Sohnes, Menschwerdung erkannt haben, durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichfeit der Auferstehung geführt werden, durch denselben Christus, unsern Herrn. Amen. Inhaltsverzeichnik. Widmung. Vorwort zu den Besuchungen des heiligsten Altarssakramentes Von den Besuchungen der seligsten Jungfrau Von der geistigen Communion Die 31 Besuchungen. • ♦ Seite 3 Die gewöhnlichen Christenandachten. des heil. Alphonsus. 5 12 15 17 Litanei zum heiligsten Altarssakramente Lauretanische Litanei Morgengebet 100 Abendgebet 101 Meßandacht 103 129 Beichtandacht Communionandacht Kreuwegandacht 133 145 Andachtsübungen zum hh. Altarssakramente für jeden Tag der Woche, die man besonders die Woche vor oder nach dem Frohnleichnamsfeste verrichten kann. 257 1. Tag. 2. Tag. 162 Die Liebe Jesu Christi im h. Altarssakramente 159 Jesus ist auf unsern Altären gegenwärtig, damit alle Menschen ihn daselbst finden können 3. Tag. Welch ein großes Geschenk Jesus uns gemacht, indem er sich uns im heil. Sakramente des Altars hingegeben hat 4. Tag. Welch eine große Liebe Jesus Christus uns im h. Altarssakramente zu erkennen gegeben hat 5. Tag. Wie innig sich eine Seele mit Jesus in der heil. Communion vereinigt. 6. Tag. Wie groß der Wursch Jesu Christi, sich mit uns in der h. Communion zu vereinigen. 7. Tag. Die h. Communion erlangt uns die Beharrlichkeit in der Gnade Gottes 8. Tag. Von der Vorbereitung und Danksagung bei der h. Communion 164 167 169 172 175 177 181 184 Berlag von A. Laumann in Dülmen. Katholisches Missionsblatt. Ein Sonntagsblatt zur religiösen Belehrung und Erbauung. Wöchentlich erscheint eine Nummer. Preis ganzjährlich Mf. 2,50. Sämmtliche Bücher erscheinen stets mit Genchmigung der geistlichen Obrigkeit. Betrachtungen für jeden Tag des Kirchenjahres, gezogen aus den Originalwerken des hl. Alphons Maria von Liguori, von P. J. P. Toussaint, Priester aus der Congregation des allerh. Erlöfers. 8°.( 760 S.) 3 Mt. Gebunden in Callico 4 Mf. Sanct Alphonsi- Buch. Neue Auswahl von Blüthen katholischer Andacht und Frömmigkeit. Uebersetzt aus den Schriften des heiligen Alphonsus von Liguori, Ordensstifters, Bischofs und Kirchenlehrers. Mit bischöflicher GutheiBung und Empfehlung. 12º. Preis bei eleganter Ausstattung 11 bis 3 Mark und theurer je nach dem Einbande. * Herz- Jesu- Büchlein, enthaltend die gewöhnlichen Gebete eines Christen und die beliebteſten Andachtsübungen zur Verehrung des heiligsten Herzens Jesu, insbesondere einen vollständigen Herz- Jesu- Monat. 224 S. Zwölfte Auflage. Min.- Format. Preis brosch. 50 Pf., gebunden. in Callico 75 Pf. * Armen- Seelen- Monat oder Andachtsübungen für jeden Tag des Monats November oder zu jeder andern Zeit des Jahres zum Troste der armen Seelen im Fegfeuer. 224 S. 10. Auflage. Preis 50 Pf. * St. Josephs Büchlein, enthaltend Gebete und Andachtsübungen zur Verehrung des Hl. Jo Berlag von A. Laumann in Dülmen. seph, insbesondere für den Monat März nebst Beispielen. Herausgegeben von P. Jos. Alois Krebs, aus der Congregation des allerh. Erlösers. Min.- Format. 4. Auflage. 240 Seit. Preis 50 Pf., geb. in Gallico mit Stahstich 75 Pf. * Die Marianische Bruderschaft für schwierige und hoffnungslose Anliegen. Nebst Gebetbüchlein. 2. Aufl. Preis br. 50 Pf., geb. 75 Pf. * Communionbüchlein für alle Gott liebende Seelen. 25. Aufl. Preis br. 50 Pf., geb. 75 Pf. Die mit* versehenen Büchlein erscheinen im Formate wie diese Besuchungen. Brod der Engel. Vollständiges Andachtsbuch für die Verehrer des heiligsten Altarssakraments. Von A. Tappehorn, Pastor zu Vreden. 9. Aufl. 640 Seiten 12°. Preis brosch. 1 Mf. 50 Pf.; Einband in schw. Leder, Goldschn. 2 Mt. 50 Pf.; geprägte Decke, Goldschn. 2 Mf. 75 Pf.; echt Chagrin mit Goldpr. und Goldschn. 4 Mt. 50 Pfg. Maria meine Hoffnung. Vollständiges Gebetbuch für fromme Verehrer Mariä, besonders für Mitglieder der Erzbruderschaft, unter dem Titel und der Anrufung der Mutter Gottes von der ,, immerwährenden Hülfe" und des heiligen Alphonsus von Liguori. Mit der getreuen Copie des Gnadenbildes. Herausgegeben von P. Jos. Alois Krebs, aus der Congregation des allerheiligsten Erlösers. Vierte 544 S. Auflage. Eleganter Farbendruck. Preis broch. 1 M. 50 Pf. Berlag von A. Laumann in Dülmen. Vertraue auf Gott. Vollständiges Gebetbuch für katholische Christen, welche ihr Vertrauen und ihre Liebe zu Gott durch inniges Gebet zu beleben und Gottes Barmherzigkeit zu erlangen wünschen. 3. vermehrte Auflage. Von J. P. Toussaint, Pfarrer. Preis und Einbände wie bei ,, Brod der Engel." Gebet- und Erbauungsbuch für die heranwachsende Jugend, eine Mitgabe fürs Leben, welche erwachsene Christen auch gebrauchen können als Pilgerstab durch's Leben, von J. H. van de kamp, Pfarrer und Schulpfleger zu Uedem. 608 S. Preis brosch. 1 Mk. 50 Pf. Das Brod des Lebens. Communionbuch für fromme Seelen. Enthaltend Communion- Andachten für die verschiedenen Festtage des Jahres. Nebst den gewöhnlichen Gebeten. Nach einer in einem Kloster aufgefundenen alten Handschrift. Herausegeben von C. Berthold. Preis 1 Mt. 20 Pf. Der christliche Vater, wie er sein und was er thun soll, nebst Gebeten für denselben. Von W. Cramer, Domcapitular. 5. Aufl. Preis 50 Pfg. Die christliche Mutter in der Erziehung und in ihrem Gebete. Von W. Cramer, Domcapitular. 19. Auflage. Preis 50 Pf. Das heiligste Herz Mariä in seiner Schönheit und Verehrung. Eine Erklärung, Begründung und Anleitung zur Verehrung des Herzens Mariä nebst Gebeten und Betrachtungen. Herausgegeben von einem Priester der Gesellschaft Jesu. Preis 1 Mt. 50 Pf. Berlag von A. Laumann in Dülmen. Das gute Communionkind in der entferntern und nähern Vorbereitung auf den großen Tag der ersten heiligen Communion. Von Beining, Kaplan. 3. Auflage. 540 S. 12º. Preis brosch. 1 Mt., geb. 1 Mt. 50 Pf. Der Christ auf dem Kreuzwege, oder: achtzehn Kreuzwegandachten. Ein Gebetbuch für andächtige Verehrer des bittern Leidens Christi, nebst einem Anhang der gewöhnlichen Gebete. Verfaßt und herausgegeben von einem Priester der Versammlung des heiligsten Erlösers. 4. verbesserte, vermehrte und mit Liedern vom Leiden Christi versehene Auflage. 496 S. 12º. Mit farbigem Titel und Stahlstich. Preis brosch. 1 Mt., gebunden in Callico mit farb. Schnitt 1 Mt. 50 Pf.; in Leder mit farb. Schnitt 1 Mk. 75 Pf.; in Leder mit Goldschnitt 2 Mk. 25 Pf. Maria, die Hülfe der Christen. Ein vollständiges Gebetbuch für alle Verehrer der Mutter Gottes mit hinzugefügten furzen Un terweisungen. Von A. Tappehorn, Pastor zu Vreden. 528 S. kl. 8°. Preis brosch. 1 Mt. 50 Pf.; Einband in Leder, Goldschn. 2 Mk. 75 Pf.; gepr. Decke, Goldschnitt 3 Mf. 50 Pf. Die Freude in Gott. Ein vollständiges Gebetund Erbauungsbuch für fatholische Christen, die nach Tugend und Frömmigkeit streben und ihr Heil in Gott und durch Maria und alle Heiligen suchen. Nebst Kern des Christenthume, oder kurzer Inbegriff der fatholischen Glaubens- und Sittenlehre, von P. Franz Neumayr, Pr. d. G. J. 11. Aufl. 656 S. Preis brosch. 2 Mt. CON Inches 1 11 2 1 Centimetres Blue 4 Cyan 30 2 15 + 4₂ 6 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8