Mitgabe auf die Lebensreiſe. Soliet Sall Seinem Toblinget Pamen Blütenstrauk geilfl Lieder. 8352 BY FABIA 29392.m Wie dir liebe Elisabeth zur Confirmation zum Andenken an Deinen Ankebu. Tante Roch. Love. Belobet fei der Herr täglich. PL.68. 3359 ماریا Mitgabe auf die Lebensreiſe. Blütenstrauß geistlicher Lieder und Gedichte aus allen Zeiten der Kirche auf jeden Tag des Jahres. 7te, mit dem evangelischen Namenkalender vermehrte Auflage. Stuttgart, 1888. Druck und Verlag von J. F. Steinkopf. 46- 3352 Imstilles. Univ.- Bibl. Giessen ( V. 16-20.) Des Liedes Quell. Sieh umher auf Land und Meere, Schau' des Himmels Wunderwelt, Wie das All durch tausend Chöre Seines Schöpfers Ruhm erzählt! Sieh' das Buch der Lebensworte, Göttlich wundervoll und schön; Sieh' dem Sänger hier die Pforte Unermeßlich offen steh'n! Herrlichkeit auf allen Blättern, Tiefen, tiefer als ein Meer; Gott im Säuseln, Gott in Wettern, Gottes Werke mild und hehr. Off'ne Himmel! Lebensströme! Salems Zinnen! Edens Uu'n! Priesterschmuck und Diademe, Heil'ge Wunder wirst du schau'n! Harfendonner in den Psalmen!... Hörest du den sel'gen Chor? Sehnet sich zu jenen Palmen Deine Seele nicht empor? 3 2. Knapp. 1] Neujahr. Immanuel. Matth. 1, 23. 1. Jannar. Zum Neuen Jahr. Willst du froh das Jahr beginnen? Stell mit andachtsvollen Sinnen Dich vor Christum, deinen Herrn. Wenn des Jahres Eingangspforte Er dir weiht mit holdem Worte, Glänzt ob dir des Segens Stern. Willst du froh es weiter führen? Laß von Ihm die Stirn' dir rühren Segnend jeden Tag und Stund. Freudenblumen laß Shn grüßen, Tornen lege ihm zu Füßen, So bleibt Herz und Mut gesund. Willst du froh es einst verlassen? Mußt du seinen Arm umfassen: ,, Herr, mein Hirte, laß mich nicht!" Legt er dir aufs Haupt die Hände, Dann ist Anfang, Mitt und Ende Lauter Segen, lauter Licht. G. Weitbrecht. 5 2. Januar. 2] Abel. Seth. Wie beginnen? Wie beginnen? in weß Namen? Mensch, fang an in Gottes Namen! Ird'sche Saat zur Freudenernte Führt ein treu: ,, in Gottes Namen." Nur der That Vollendung lohntet, Die geschah in Gottes Namen.- Eine Mauer um sich bauet, Wer da spricht:, in Gottes Namen." Fragest du nach Wehr und Waffe? Nimm sie hin in Gottes Namen! Stellt sich Feindliches entgegen, Mutig zu in Gottes Namen! Niemals noch hat Geist gesieget, Siegt er nicht in Gottes Namen; Blutet auch des Fleisches Wunde, Sei's- es ist in Gottes Namen! Brich dein Brot gern mit den Armen, Wie Er that, in Gottes Namen! Einen Freund thu dir nicht ein Anders als in Gottes Namen: Denn kein Band mag halten, das nicht Knüpfte sich in Gottes Namen; Noch verzeihen magst du einem, Thust du's nicht in Gottes Namen. Was du thust, nicht besser kannst du's Weihen, als in Gottes Namen. 6 3] Henoch. Himmelsfiegel auf der Erde Arbeit drück' in Gottes Namen! Zu der Heimat kommt der Pilger, Der auszog in Gottes Namen, Den geleiten einst am Ende Engel heim in Gottes Namen. Zu Neujahr. Wie heimlicher Weise Ein Engelein leiſe Mit rosigen Flügeln Die Erde betritt: So nahte der Morgen, Jauchzt ihm, ihr Frommen, Ein heilig Willkommen, Ein heilig Willkommen! Herz, jauchze mit! In Ihm sei's begonnen, Der Monde und Sonnen An blauen Gezelten Des Himmels bewegt. Du, Vater, du rate! Lenk' du und wende! Herr, dir in die Hände Sei Anfang und Ende, Sei alles gelegt. 7 3. Januar. R. Reither. Eduard Mörike. 4. Januar. Zacharias und Elisabeth. 4] Der Herr behütet alle, die Ihn lieben. Psalm 145, 20. Die Nacht ist kommen, D'rin wir ruhen sollen; Gott walt's zu Frommen, Nach seinem Gefallen; Daß wir uns leg'n In sein Geleit und Seg'n, Der Ruh' zu pflegen. Treib', Herr von uns fern Die unreinen Geister; Halt' die Nachtwach' gern, Du selbst, unser Schußherr. Nimm Leib und Seele Unter Deine Flügel; Send' uns Dein Engel. Laß uns einschlafen Mit guten Gedanken, Fröhlich aufwachen Und von Dir nicht wanken. Laß uns mit Züchten Unser Thun und Dichten Zu Dein'm Preis richten. Pfleg' auch der Kranken Durch Deinen Geliebten; Hilf, Hilf den Gefang'nen, Tröst' alle Betrübten, Pfleg' auch der Kinder, Sei selbst ihr Vormünder, Des Feind's Neid hinder'. Bater, Dein Name Werd' von uns gepriesen, Dein Reich zu komme, Dein Will' werd' bewiesen, Frist' unser Leben, Wollst die Schuld vergeben, Erlös' uns! Amen. Altes böhmisches Lied, gedichtet von Petrus Herbertus. 8 5] 6] Simeon und Hanna. Erscheinung Christi. Heilige drei Könige. Ausbreitung der Kirche. Wasserströme will ich gießen," Spricht der HErr „ Kühlend sollen Quellen fließen „ In der Wüste heißem Sand, Wo jetzt Wand'rer schmachtend zieh'n, 11 „ Soll ein Gottesgarten blüh'n." aufs dürre Land; Und es wird das Wort des Treuen Herrlich in Erfüllung geh'n; Jauchzend werden dann sich freuen, Die jetzt still mit Thränen sä'n, Wann der Segensstrom des Herrn Alles füllet nah und fern. Darum mutig stets, ihr Brüder! Eilet dem Verlor'nen nach! Sucht des Volkes Gottes Glieder Liebend auf in ihrer Schmach! Ladet sie von Berg und Thal Zu des Königs Hochzeitsmahl! Sophie Herwig. 5. Januar. 6. Januar. Hirtenlied. Ein Kind ist uns geboren, Das Gott und Mensch zugleich; Eröffnet Herz und Ohren, Ihr Christen, freuet euch. 9 7. Januar. Widukind, Herzog der Sachsen, 785 getauft. Zu Bethlehem im Stalle Kehrt unser Heiland ein Zum Troste für uns alle: Gelobet will er sein. 7] Die Hirten hören singen Die frohe Engelschar, Gekrönte Fürsten bringen Gold, Weihrauch, Myrrhen dar. Sie legen Herz und Krone Zu Jesu Füßen hin, Sie sehn in Davids Sohne Gott selber; preiset Ihn. Erfüll' mit Deinen Gnaden Herr Jesu, dieses Haus, Tod, Strankheit, Seelenschaden, Brand, Unglück treib' hinaus. Laß hier den Frieden grünen, Verbanne Zank und Streit, Daß wir Dir fröhlich dienen Jetzt und in Ewigkeit. Geistl. Volkslied. Ezechiels feuerrad. Ezechiel, der sahe Ein flammend Feuerrad, Er schaute es so nahe, Daß er's beschrieben hat. 10 Widukind, Herzog der Sachsen, 785 getauft.( 7. Januar.) Vier Räder, ein's im andern, Wie Eines anzuſeh'n; Die sah er vor sich wandern, Der Erde Kreis durchgeh'n. Gleich diesem Rade schreitet Das Evangelium, Wofür die Kirche streitet, In weiter Welt herum; Es dringt durch Meer und Erde Mit schnellem Geistesflug, Daß alles helle werde Durch seinen Feuerzug. Du, seiner Boten Zeugnis, Von Jesu blut'ger Gnad', Sei du ein schönes Gleichnis Von jenem Flammenrad! Geh', preise allen Seelen Sein Heil des Kreuzes an, Sein liebendes Erwählen, Und dann die schmale Bahn! Auf! geht mit muntern Sinnen Im Zeugenpfade fort! Er segnet eu'r Beginnen, Er hilft von Ort zu Ort. Geht, gleichet auf dem Pfade, Wo Demut Großes schafft, 11 8. Januar. 81 Severinus, Apostel der Noriker, † 482. Des Sehers Flammenrade Und seiner Feuerkraft! N. L. v. Zinzendorf. Gen Bethlehem. ( Nach d. Lat. Hostis Herodes.) Was fürcht'st du, Feind Herodes, sehr, Daß uns gebor'n kommt Christ, der Herr? Er sucht kein sterblich Königreich, Der zu uns bringt sein Himmelreich. Dem Stern die Weisen folgen nach, Solch Licht zum rechten Licht sie bracht'. Sie zeigen mit den Gaben drei, Dies Kind Gott, Mensch und König sei. Die Tauf' im Jordan an sich nahm Das himmelische Gotteslamm, Dadurch, der nie kein' Sünde that, Von Sünden uns gewaschen hat. Ein Wunderwerk da neu geschah, Sechs steinern' Krüge man da sah Voll Wassers, das verlor sein' Art, Roter Wein durch sein Wort draus ward. Lob, Ehr' und Dank sei Dir geſagt, Christe, gebor'n von der reinen Magd, Mit Vater und dem heil'gen Geiſt Von nun an bis in Ewigkeit. 12 Dr. M. Luther, 1541. 9] 10] Kath. Zell, Pred. We. in Straßburg, um 1563. Paulus von Theben, Einsiedler. 340. Herr, wenn ich Dich nur habe. Man mag mir geben oder nehmen, Mich ehren oder mich beschämen, Man mag mich lieben oder nicht, Es sei mir finster oder licht, Ich sei betrübt, ich sei in Freuden, In Angenehmheit oder Leiden: Hab' ich nur Gott, so bin ich still, Und habe, was ich haben will. Terstegen. Im Winterschnee. 9. Jannar. 10. Januar. Wie ruhest du so stille In deiner weißen Hülle, Du mütterliches Land! Wo sind die Frühlingslieder, Des Sommers bunt Gefieder Und dein beblümtes Festgewand? Du schlummerst nun entkleidet; Kein Lamm noch Schäflein weidet Auf deinen Au'n und Höh'n. Der Vöglein Lied verstummet, Und keine Biene summet; Doch bist du auch im Schlummer schön. 13 11. Januar. Fructuosus, Bischof von Tarragona, 259. Die Zweig' und Ästlein schimmern, Und tausend Lichter flimmern, 11] Wohin das Auge blickt. Wer hat dein Bett bereitet, Die Decke dir gespreitet Und dich so schön mit Reif geschmückt. Der gute Vater droben Hat dir dein Kleid gewoben; Er schläft und schlummert nicht. So schlummre denn in Frieden, Der Vater weckt die Müden Zu neuer Kraft und neuem Licht. Bald in des Lenzes Wehen Wirst du verjüngt erstehen Zum Leben wunderbar! Sein Odem schwebt hernieder, Dann, Erde, stehst du wieder Mit einem Blumenkranz im Haar! Fr. Ad. Krummacher. Ein kindlich Herz. Ein kindlich Herz und Wesen iſt Dem Vater angenehm, Und nach dem Ausspruch Jesu Christ Zum Himmelreich bequem. 14 12] Joh. Chastellain, Märtyrer in Metz, † 1525. 12. Januar. Die aber hohen Mutes sind, Die stürzt der Herr vom Stuhl; Drum werd ich herzlich gern ein Kind, Und geh in Christi Schul'. Er giebt mir einen Kindersinn, Ich werd und bleibe klein, Und habe davon den Gewinn, Dem Höchsten nah zu sein. Der Hohe und Erhabene Hält Seine Kinder wert, Und sieht gern auf das Niedrige Im Himmel und auf Erd'. Drum siehe dich, mein Herz und Geiſt, Nach anders nichts mehr um Als dem, was unverwelklich heißt, Nach jenes Lebens Ruhm. N. 2. v. Zinzendorf. Stimmen der Märtyrer. ( Quid tyranne, quid minaris.) Was, Tyrann, was soll dein Dränen? Was für Pein du mir erwählt, Was du noch erfinnst von neuem, Achtet nicht, wen Liebe stählt. Süß ist mir, das Kreuz zu dulden, Machtlos, was mir Schmerzen schafft: Lieber tot, als Schmach verschulden! Größer ist der Liebe Kraft. 15 Hilarius, Bischof von Poitiers,+ 368. Scheiterhaufen, noch so lohend, Geißelhiebe, noch so hart, Kreuz und Eisen, noch so drohend, Schrecken nicht, wem Liebe ward. Süß ist mir, das Kreuz zu dulden, Machtlos, was mir Schmerzen schafft: Lieber tot, als Schmach verschulden! Größer ist der Liebe Kraft. 13. Januar. Solcher Schmerz ist mir Behagen; Kurz ist dieser Eine Tod; Tausend Qualen kann ich tragen, Leicht ist alle Erdennot. Süß ist mir, das Kreuz zu dulden, Machtlos, was mir Schmerzen schafft: Lieber tot, als Schmach verschulden! Größer ist der Liebe Kraft. A. d. Lat. d. 15. Jahrh. v. Bäßler. 13] Das Wort. Das Wort des Herrn ist ein zweischneidig Schwert Und ist zugleich der größte Trost auf Erd'. Wenn's schneiden soll, so schneidet's in die Seele; Und soll es heil'n, so ist's ein Lebensöle. Wenn Er ein matt und lechzend Herze find't, So labt sein Wort dasselbige geschwind; Das Wort:„ Ich bin's," und: Du bist von den Meinen!" Vertreibet Angst und Not und Furcht und Weinen. Erdmuth, Gräfin v. Zinzendorf. 16 Felix, Presbyter zu Nola, Bekenner um 256. Joh. v. Lasti, Reformator Ostfrieslands und Polens, † 1560. 14] 15] Gebet. Gebet ist unser tiefstes Sehnen, Ob lautlos oder ausgedrückt In Worten, Seufzern, Blicken, Thränen, Ein heilig Feu'r, das uns durchzückt. Gebet ist Klageton im Wehe, Ein Hilferuf aus tiefer Not, Ein Sehnsuchtsblick zur Himmelshöhe Wenn niemand sieht und hört, als Gott. Gebet ist aller Sprachen nächste, Die selbst auf Kindeslippen bebt; Gebet der Melodieen höchste, Die uns zu Gottes Thron erhebt. 14. Januar. 15. Januar. Gebet ist ängstlich Händeringen Des Sünders, der im Bußkampf liegt; Doch Engel schau'n auf ihn und singen: Sieh, wie er betet, wie er siegt! Gebet ist Lebensluft dem Herzen, Sein Labetrunk und Freudenmahl, Sein letzter Trost in Todesschmerzen, Sein Lobgesang im Himmelssaal. A. d. Engl. des James Montgomery, † 1854. Ohne Sorgen. Wer uns den Gruß fürs Leben beut, Der deutet leise auch aufs Leid. 17 2 16. Januar. Georg Spalatin, Durch jeden Wunsch für gute Tage Zieht sich die Ahnung fünft'ger Klage. Des Gotteswortes heil'ger Nat Sagt: Eben ist kein Lebenspfad, Und doch- Ein Leid bleibt uns erspart, Wenn sich das Herz davor bewahrt. Das ist die Furcht, das bange Sorgen Von heute bis zum andern Morgen; Fast jedes Blatt der Bibel spricht Das süße Trostwort: Sorget nicht, Werft alles Sorgen auf den Herrn, Der euer Trost und lichter Stern! Drum leb' als Kind du ohne Sorgen Getrost vom Abend bis zum Morgen; Nimm still und willig auf den Schmerz, Der klopft an jedes Menschenherz; Doch schaue ohne Furcht und Bein Getroft auf lichten Abendschein! Ottilie Wildermuth. 16] Sehnsucht nach dem Himmel. Oheilig Stadt, Die Gott uns hat Im Himmel oben gebauen, Nun steht zu dir All mein Begier, Mein Hoffnung und Vertrauen. O Brunnenquell, Daraus gar hell Die Seligkeit thut fließen, 18 Hofprediger in Altenburg, † 1545.( 16. Jaunar.) Ach, daß mein Mund Allein ein' Stund' Sein' Lust in dir könnt' büßen. O güldnes Haus, Lieblich durchaus, Dem, den dich nur betrachtet; Ein solcher hie Ohn' alle Müh' Die ganze Welt verachtet. Wenn du so schön Und angenehm Bist dem, der von dir träumet: Wie muß dem sein Der gar hinein Zu deiner Glorie kömmet. Was kein Aug' hie Gesehen nie, Kein Ohr hat können hören, Ist all's in dir, Was ich nur mir Kann wünschen und begehren. Darum ich mir Steif nehme für, All' Wollust zu verlassen, Daß ich in Freud, Ohn' alles Leid, Empfang ohn' alle Maßen. Mein Gott und Herr, Was ich begehr', Das kannst du geben, Gieb mir Geduld, Daß ich Dein' Huld Erwerb in jenem Leben. 19 Verf. unbekannt. AZBEN AKUARSANG K PRO 17. Januar. 18. Januar. Elisabeth, Königin von Dänemark, 1526. Matthias Claudius, Wandsbecker Bote, † 1815. 17] Die Liebe geht zu Gott. Die Liebe geht zu Gott unangesagt hinein, Verstand und hoher Wiß muß lang im Vorhof sein. Der nächste Weg zu Gott ist durch der Liebe Thür, Der Weg der Wissenschaft bringt dich gar langsam für. J. A. Scheffler. 18] Abendlied. Der Mond ist aufgegangen, Die goldnen Sternlein prangen Am Himmel hell und klar; Der Wald steht schwarz und schweiget, Und aus den Wiesen steiget Der weiße Nebel wunderbar. Wie ist die Welt so stille Und in der Dämm'rung Hülle So traulich und so hold! Als eine stille Kammer, Wo ihr des Tages Jammer Verschlafen und vergessen sollt. Wir stolze Menschenkinder Sind eitel arme Sünder Und wissen gar nicht viel: Wir spinnen Luftgeſpinſte Und suchen viele Künste, Und kommen weiter von dem Ziel. 20 Babylas, Bischof v. Antiochia, Märt. 250. 19. Januar. Gott, laß Dein Heil uns schauen, Auf nichts Vergänglich's trauen, Nicht Eitelkeit uns freu'n! Laß uns einfältig werden Und vor Dir hier auf Erden Wie Kinder fromm und fröhlich sein. Wollst endlich sonder Grämen Aus dieser Welt uns nehmen Durch einen sanften Tod! Und, wenn du uns genommen, Laß uns in Himmel kommen, Du, unser Herr und unser Gott! ( V. 1. 2. 4. 5. 6.) Matth. Claudius. 19] für alle Tage.( Matth. 28, 20.) Jeder Tag hat seine Last, jede Woche ihre Plage, Doch ein Blick zum Herrn hinauf giebt dir Trost für alle Tage. Sonntags schaue Christum an, als der Seelen holde Sonne, Und er überströmt dein Herz mild mit süßer Himmelswonne. Montags wandle Jesu nach in des Tageswerks Geleise, Folgsam wie der sanfte Mond um die Sonne geht im Streise. 21 PARCARE AVEAWARANCYS ROCA 20. Januar. Fabian, Bisch. 250, u. Sebastian, Hptm. 304 Märt. Dienstags sprich: mein hoher Herr ist zu dienen hier erschienen, Darum gerne will auch ich Gott und meinen Brüdern dienen. Mittwochs denke, wie er sprach: ich bin in der Meinen Mitte. Mitten in der Woche Müh stärkt er deine müden Tritte. Donnerstags gedenke sein, wie er stillte Meer und Wetter, Wenn die Donnerwolke droht, hast du ihn zum Freund und Retter. Freitags wiß: an diesem Tag neigte sich voll Blut und Wunden Auch für dich sein edles Haupt, daß in ihm du Freiheit funden. Samstags sprich: Herr, bleib bei uns, wenn die Sonne sinkt am Abend; Also wird dein Wochenschluß gleich dem Anfang süß und labend. 20] K. Gerok. Die goldenen Sterne flimmern. Die goldenen Sterne flimmern Den nächtigen Himmel entlang, Und auf der dunkeln Erde Ist manchem sterbensbang. 22 21] Agnes, Jungfrau u. Märt. in Rom. 304. 21. Januar. Er schaut im Schmerz nach oben, Ins flimmernde Sternenlicht; O selig, wenn von oben Ein Trost herniederbricht! Und über den goldenen Sternen Im ewigen Himmelszelt Ist lichten Trosts die Fülle Für allen Schmerz der Welt. Stephan Paul. Gedanken über Gräbern. Mir wird so bang, mir wird so wehe, Wenn meines Bruders Grab ich sehe; Ich steh' so da und denke mir: Wie öd und grauenvoll ist's hier! Und so scharrt man auch mein Gebein Einst in den Schoß der Erde ein! Dies Auge da wird einst mir brechen, Und diese Lippe nimmer sprechen! Mein Herz schlägt nimmer, es entreißt Dem Leibe dann sich einst mein Geist; Und so scharrt man auch mein Gebein Dann in den Schoß der Erde ein! Doch warum zagst du, bange Seele? Was ist das Grab, daß es dich quäle? Sank Lazarus nicht auch ins Grab, In der Verwesung Arm hinab? 23 BESAR Z ALGARVAZUREUSRDCA 22. Januar. 22] Vincentius, Diaf. in Saragossa, Märt. † 304. Und Jesus rief: Freund, komm herauf! Und Lazarus stand lebend auf. J. M. Sailer. Lob Gottes. Lobt Gott getrost mit Singen, Frohlock', du Christenschar! Es soll dir nicht mißlingen, Gott hilft dir immerdar. Obgleich du hier mußt tragen Viel Widerwärtigkeit, Sollst du doch nicht verzagen; Gott wendet all dein Leid. Er hat dich auserkoren Und durch sein Wort erbaut, Bei seinem Eid geschworen, Daß du ihm bleibst vertraut, Daß Er will deiner pflegen In aller Angst und Not, Und deine Feinde legen, Die suchen deinen Tod. Wirst du es recht betrachten, Wie Gott so treu und gut, So wirst du wenig achten Der Feinde Übermut. Sie fügen ihretwegen Dir Unfall zu und Leid; Doch Gott wird deiner pflegen In Zeit und Ewigkeit. 24 Jesaias, Prophet. Kommt, lasset Gott uns loben, Der sich aus großer Gnad' In seinen milden Gaben Zu uns so herzlich naht! Er wird uns auch erhalten In Lieb' und Einigkeit, Und freundlich ob uns walten In Zeit und Ewigkeit. 23. Januar. 25 Böhmische Brüder. 23] Das deutsche Sanctus. Jesaja dem Propheten das geschah, Daß er im Geist den Herren sizen sah Auf einem hohen Thron in hellem Glanz, Seines Kleides Saum den Chor füllet ganz, Es stunden zween Seraph bei ihm daran, Sechs Flügel sah' er einen jeden han: Mit zween verbargen sie ihr Antlig klar, Mit zween bedeckten sie die Füße gar, Und mit den andern zween sie flogen frei. Gen ander riefen sie mit großen G'schrei: Heilig ist Gott, der HErr Zebaoth, Heilig ist Gott, der HErr Zebaoth, Heilig ist Gott, der HErr Zebaoth, Sein' Ehr' die ganze Welt erfüllet hat. Von dem G'schrei zittert Schwell und Balken gar, Das Haus auch ganz voll Rauchs und Nebel war. Dr. Martin Luther. ATSAVAROVALAVALANCHIEVES FAV 24. Januar, 24] Timotheus, Apostelschüler. Zufall und Ungefähr. Was die Welt nicht fann ergründen, Was sie Zufall nennt im Wahn Muß als Weisheit sich verkünden, Allen Zufall seh'n wir schwinden, Alles ruht in Gottes Plan. Meinst du, Gottes Weisheit weiche Einem Zufall?- Nimmermehr! Daß kein Wahn dein Herz beschleiche! Nein, in unsres Gottes Reiche Herrscht kein blindes Ungefähr. Alles, alles kommt von oben, Wenn's auch blinder Zufall scheint. Alles ist im Plan verwoben Von der ewg'en Weisheit droben; Ob es gleich die Welt nicht meint. - Es ist alles Gottes Sache. Sieh', kein Haar fällt dir vom Haupt, Und kein Sperling hüpft vom Dache, Ohne Gottes treue Wache. Selig, wer's von Herzen glaubt! Zeugnisse aus d. verborg. Leben. 26 Univ.- Bibl. Giessen - 25] Pauli Bekehrung. Ap.Gesch. 9. Komm, Segen aus der Höh'. Komm, Segen aus der Höh', Begleite meine Werke! Gieb, Jesu, Wachsamkeit, Dem Geiste Lieb' und Stärke! Arbeitsam sein iſt ſüß, Nur sorge du dabei, Daß Martha dieser Leib, Der Geist Maria sei! Laß alles freundlich sein, Voll Demut, was ich sage, Es sei groß oder klein, Und daß ich lieber trage, Als meinem Nächsten werd' Aus eigner Schuld zur Last, Auf daß Du Ruhm dabei Von Deinem Kinde hast. Wo meine Füße geh'n, Was meine Händ' arbeiten, Da will ich auf Dich seh'n, Als stünd'st Du mir zur Seiten. Dein Geist regiere mich, Bis alles, was Du willt, In meinem Herzen iſt, Durchein mein Thun erfüllt! 25. Januar. 27 Benigna, Gräfin von Reuß. PANCAKE ARNAZWYCINO CA 26. Januar. Polycarpus, Bischof v. Smyrna, ap. Bater. Märtyrer, † 167. 26] Ewiges Leben. Ewiges Leben! o herrliches Wort! Blühende Blume, die nimmer verdorrt! Glänzende Sonne, die nimmer erbleicht! Dauernder Himmel, der nimmer entweicht! Was von Entzücken die Sprache benennt, Was ein Gemüt von Erquickungen kennt, Reichtum und Jubel und Frieden und Rast, Sind in den herrlichen Namen gefaßt. Wer doch umschauet dein ganzes Gebiet? Wer, wenn er ewig dich schmecket und sieht, Nennt dich, o Leben im himmlischen Haus, Schöpft dich, o Lust der Vollendeten, aus? Über der Sterne beweglichem Heer Wallet am Thron das krystallene Meer, Schimmert Jerusalems heiliges Licht, Sterbliche Blicke, sie schauen es nicht. Irdisches Sehnen, es führt nicht dahin; Eitle Begier und vermessener Sinn Ahnen nicht in der vergänglichen Welt, Was du verbirgest, du himmlisches Zelt. Glaube nur schwinget die Flügel hinauf; Und bei der Treue beschwerlichem Lauf Fallen von dort auf des Wanderers Stab Einzelne Strahlen erquickend herab. 28 Joh. Chrysostomus, Bisch. von Konstantinopel 407. 27. Januar. ( † 14. Sept.) Dennoch, o nimmer verlöschender Glanz, Wohnest im gläubigen Herzen du ganz! Ja, wer den Mittler im Glauben umschließt, Hat dich, o Brunnen, der ewiglich fließt. Ewiges Leben, du herrliches Wort! Blühende Blume, die nimmer verdorrt! Wohnt der Erlöser durch Glauben in mir, Bin ich hienieden schon völlig in dir! Alb. Knapp. 27] Ich lieb' Dich. Herr, ich lieb' Dich, Herr, ich lieb' Dich, Ach von Herzen lieb' ich Dich. Laß mich nichts von Dir abwenden, Noch von eitler Lieb' verblenden. Will mich eitler Lieb' entschlagen, Daß aus Herzens Grund kann sagen: Herr, ich lieb' Dich, Herr, ich lieb' Dich, Ach von Herzen lieb' ich Dich! Herr, ich lieb' Dich 2c. 2c. All' mein Denken, all' mein Sinnen, All' mein Seufzen, mein Beginnen, Alles, was sich in mir findet, Sich mit Deiner Lieb' verbindet. Herr, ich lieb' Dich 2c. 2c. 29 VA AEZZA ARVAVARUSNOGANYA Karl der Große, Raiser. 816. Herr 2c. 2c. Wenn mir Deinen Trost entziehest, Meinem Suchen all' entfliehest, Wenn mich willst in Leid versenken Will ich nur an Dich gedenken. Herr 2c. 2c. 28. Januar. Herr 2c. 2c. Nicht um Deines Himmels Freuden, Nicht der Hölle Bein zu meiden, Dir zu eigen unbedinget Deinem Wort, das Frieden bringet. Herr 2c. 2C. Herr, ich lieb' Dich, Herr, ich lieb Dich, Ach von Herzen lieb' ich Dich. Ich will Dich ins Herz vergraben, Will Dich stets im Munde haben, Dich, herzliebsten Jesu, droben Laß mich ewig, ewig loben. Herr, ich lieb' Dich, Herr, ich lieb' Dich, Ach von Herzen lieb' ich Dich. Geistl. Volkslied. 28] Im Winter. Winter ist es. In dem weiten Reiche Der Natur herrscht tiefe Einsamkeit, Und sie selbst liegt, eine schöne Leiche, Ruhig in dem weißen Sterbekleid. Ihre Blumenkinder ruh'n geborgen An der Mutterbrust, mit ihr bedeckt, Träumend von dem Auferstehungsmorgen, Wo der Lenz sie aus dem Schlummer weckt. 30 Samuel und Hanna. Laß zum Himmel dich die Erde weisen, Suche deine Heimat nicht auf ihr, Du mußt weiter, immer weiter reiſen, Deines Bleibens ist nicht lange hier. Ew'ge Güter suchst du hier vergebens, Darum such' im Himmel deinen Schatz, Von der Erde nur am Ziel des Lebens Für das Kleid vom Staube einen Platz. 29. Januar. Aber wenn die Osterlieder klingen, Und der große Ostermorgen graut, Muß dir auch die Erde wieder bringen Deine Hülle, die ihr anvertraut. Sieh', so ist und so bleibt nichts ihr eigen; Suche nicht, was sie nicht hat, bei ihr; Laß von ihr dich hin zum Himmel zeigen, Ew'ges Heil find'st du nur über dir. C. J. Ph. Spitta. 29] Guter Rat. Denk' im Leiden: das Leiden ist Mittel, sein Zweck ist Vollendung. Denk in Freuden: von besseren Freuden sind die nur Schatten. Denke des Morgens und Abends: es eilt mein Ziel zur Vollendung; Und beim Glockenschlage: ich Sterblicher bin auch unsterblich. J. K. Lavater, † 1801. 31 ARSA YA PAW 30. Januar. 30] Bathilde, Königin von Neustrien, † 680. Am Abend. Auch heut' hab' ich Dich oft vergessen, Nach Deinem Heil nicht viel gefragt; Getrunken hab' ich und gegessen, Und Dir, o Gott, nicht Dank geſagt. Wie kommt es doch, daß meine Seele, einzig Gut, Dich so vergißt? O richte nicht, bis meine Seele In Dir, o Gott, befestigt iſt! Du hast die Stimme mir gegeben, Daß ich Dich preisen soll, mein Hort, Und andern auch das Herz erheben Durch frommes und einfält'ges Wort, Weh mir, wenn ich zurücke zähle, Was heut' Unnüßes ich gefragt! O richte nicht, bis in der Seele Der Wahrheit reiner Morgen tagt!- Ach nein, Du mußt auch dann nicht richten, Ach nein, Du mußt auch dann verzeih'n Gerechtigkeit wird mich vernichten, Und Guade wird mein Leben sein. Wie bald ist doch ein Wort gesprochen, Das unser Mund nicht wieder fängt, Wie leicht ein Vorsatz auch gebrochen, An dem des Herzens Ruhe hängt! Luise Hensel. 32 Hans Sachs, Schuhm. u. Poet in Nürnb. 1576. 31. Januar. Ignatius, Bisch. v. Antiochia, ap. Bater, Märt. 107. 1. Februar. 31] 1] Lebensklugheit. Jezt merk! wer in der Welt will leben, Der muß sich ganz darein ergeben, Daß er nichts recht ihr machen kann, Wie er es immer fange an. Und wäre englisch auch sein Wandel, Und wäre christlich all' sein Handel, Und hätte Gott ihn selbst geadelt, Er bliebe doch nicht ungetadelt Von dieser unverschämten Welt, So nie den Mund im Zaume hält. D'rum gehe immer für dich hin Den nächsten Weg und bleib' darin. Und thue jedem, wie er wollt', Daß selbsten ihm geschehen sollt. Mag das Gewissen nur nicht nagen, So soll die Welt, was sie will, sagen. Die schnöde Art behält sie doch, Und wie sie war, so bleibt sie noch. Gar spißig bleiben ihre Werk': So spricht Hans Sachs von Nürenberg. Der Mond. Was steigt dort für ein stiller Gast Herauf am Horizont? Ich kenne ihn, und lieb' ihn faſt, Es ist der liebe Mond. 33 3 BU ( 1. Februar.) Ignatius, Bisch. v. Antiochia, ap. Vater, Märt. 107. Ach wärest du ein Luftballon, Und hing ein Schiffchen dran, Und ich, des armen Schiffers Sohn, Ich fäße in dem Kahn! Dann zög' ich mit dir durch die Welt In ewig stillem Flug, Und säh' aus meinem hohen Zelt Der Herrlichkeit genug. Das Elend aber säh' ich nicht, Das dieses Land verheert; Das Klaggeschrei vernähm' ich nicht, Das meine Ruhe stört. Und wenn der Sturm die Wogen schlägt, Kein Tropfen träfe mich: In sich'rer Ruhe unbewegt Durchs Weltall schwebte ich. Hoch über Himalayas Höh'n Hinweg von Meer zu Meer, Von Land zu Lande könnt ich seh'n, Und führe stolz einher. Doch freilich lieben könnte ich Da droben niemand mehr; Und niemand wieder liebte mich, Wenn so allein ich wär'. 34 2] Mariä Reinigung. Luc. 2, 22. Da will ich doch im Thränenthal Hier unten lieber sein, Und Menschen lieben ohne Zahl, Und dulden und verzeih'n. Ch. G. Barth. 2. Februar. Jesu Darstellung im Tempel. Maria ging geschwind Mit ihrem lieben Kind, Sie ging von Bethlehem Zur Stadt Jerusalem Und trug zum Tempel ein Das zarte Jesulein. Sie opfert diesen Schatz Nach Inhalt des Gesatz; Sie gab das Kindlein dar, Von Täublein auch ein Paar; Und löset ab mit Geld Den Herren aller Welt. Hie ließ sich finden bald Sanct Simeon, der alt; Er nahm mit großer Lust Das Kind an seine Bruſt, Davon sein Herz aufsprang Und er vor Freuden sang. 35 ܢܒܝܘ 3. Februar. Anschar, Erzb. v. Hamburg u. Bremen, Apost. des Nordens, † 865. 3] Auch kam Sanct Hanna hin, Die fromme Seherin; Aufthät sie ihren Mund Und macht das Kindlein kund; Sie lobt das Kindlein sehr Und sagte, wer es wär'. O Kind, o Gottes Sohn, Wie froh ist Simeon! Wie froh Sanct Hanna ist, Daß du hinkommen biſt! Ach komm und mach also Von Herzen alle froh! A. d. 17. Jahrhundert. Des Jünglings freude. ( Pred. Sal. 11, 9.) Du darfst dich deiner Jugend freuen, Dein Herz darf guter Dinge sein; Zu singen sollst du dich nicht schenen In deines Frühlings goldnem Schein. Die Rose magst du fröhlich pflücken Dort in des Thales Niederung, Den Fels erklimmen mit Entzücken, Beflügelt von Begeisterung. Nicht trüb und traurig sollst du schleichen Dem Greise gleich, der todesmüd, 36 4] Rabanus Maurus, Erzbisch. v. Mainz, † 856. 4. Februar. Nicht mutlos deine Segel streichen, So lang das Frührot golden glüht. Tritt in das Schiff, ergreif das Steuer, So lang die Morgenglocke schallt, Und deiner Jugend erstes Feuer Noch frisch in deinem Herzen wallt. Zur Sonnenhöhe darfst du schauen, Wohin der Schnsucht Stimme ruft, Doch nicht vermessnen Sinnes bauen Dein Haus als Träumer in die Luft. Umtönt von reinen Harmonieen, Genieße deinen Maientag; Doch starken Herzens lerne fliehen Vor Possenspiel und Lustgelag. So ziehe fröhlich deine Bahnen; Am Leben hat der Höchste Lust.( Pf. 30, 6.) Doch lausch' auf des Gesetzes Mahnen, Das dir geschrieben in die Brust. Nimm an der Seele keinen Schaden, Im Tode stirbt die Seele nicht, Und denk, daß alle deine Thaten Gott bringen wird vor sein Gericht. Jof. Knapp. Dankespflicht. Für jede Gabe danke, Mensch, welche sie auch sei! 37 - 5. Februar. Ph. Jac. Spener, Propst in Berlin, † 1705. Du danke für die Schranke, Du danke, daß du frei. Du kannst es nicht ermessen, Was dir gerade frommt; So trau der Fügung dessen, Von dem dir alles kommt. Ein Bestes giebt's, nur eines Vor Gottes ew'gem Blick, Und wollen kann er keines, Als dies, das ist Geschick. Sträubst du dich übermütig Der Dinge weisem Lauf, So zwingt Gott übergütig Dein wahres Heil dir auf. Drum dank' du für die Schranke, Du danke, daß du frei! Für jede Gabe danke, Mensch, welche sie auch sei! 5] Nahet euch zu Gott, so nahet er sich zu euch. 3at. 4, 8. Ein reines Herz, Herr! schaff in mir, Schließ zu der Sünde Thor und Thür, Vertreibe sie und laß nicht zu, Daß sie in meinem Herzen ruh'. 38 Amandus, Bischof v. Tongern, Wanderbischof im Frankenreich, † 679. Dir öffn' ich, Jesu! meine Thür, Ach! komm und wohne du bei mir, Treib all' Unreinigkeit hinaus Aus deinem Tempel, deinem Haus. Laß deines guten Geistes Licht Und dein hellglänzend Angesicht Mein Herz erleuchten und Gemüt, O Brunnquell unerschöpfter Güt'! Und mache denn mein Herz zugleich Am Himmelsgut und Segen reich; Gieb Weisheit, Stärke, Rat, Verstand Aus deiner milden Gnadenhand, So will ich deines Namens Ruhm Ausbreiten als dein Eigentum, Und dieses achten für Gewinn, Wenn ich nur dir ergeben bin. 6. Februar. H. G. Neuß, um 1703. Täglich Gebet. frommer Gott, hör' meine Bitt', Und was ich bitt', versag' mir nit. An meiner Seele heil'ge mich, An meinem Leib bewahre mich, An meiner Nahrung segne mich, Durch meine Freund' erfreue mich, 39 7. Februar. 7] Otfried, Mönch v. Weißenburg im Elsaß, Dichter 9. Jahrhundert. Vor bösen Leuten schüße mich, Vor Satans List beschirme mich! Durch Deinen Geist regiere mich, Durch Dein Wort lehr' und leite mich, Daß Deine Wege wandle ich. In meinem Kreuze tröste mich, In meinem Glauben stärke mich, In meinem Tod besel'ge mich, Und hilf mir also gnädiglich, Daß als ein Christ hier lebe ich, In Deinen Werken preise Dich, Bei Zeit zum Tod auch schicke mich Und darauf sterbe seliglich, Auch dort im Himmel sehe Dich Und Dich dann lobe ewiglich. Georg Schramm, um 1655. Psalm. Herr, thu' Dich meinen Augen kund, Mach' mir in Lieb die Seele wund. Du leite mich auf Deinen Steigen, Laß meine Schritte nicht mehr gleiten, Mach' den Gefangenen Dir eigen, Und sammle liebend die Zerstreuten. Ich bin zerrissen, stell' mich her; Erhebe mich, ich fiel so schwer. 40 Ge. Wagner, Pred., Märt. in München, † 1527. 8. Februar. Gieb mir ein Herz, das Dich bedenkt, Und ein Gemüt, das zu Dir lenkt, Herr, eine Seele, die Dich liebt, Den Willen, der Dich nie betrübt. Nah' sei der Seele, nah' dem Mund, Der That nicht fern, thu' Deine Hilfe kund. Ja sei mir nah', eh' Liebe muß verderben; Herr, ohne Dich kann ich nur sterben. Ja sei mir nah', und, denk' ich Dein, So hauche Dein Leben mir Odem ein, Dein' süße Stimme mir Liebeslust; Bist Du bei mir, wird satt die Brust. Savonarola im J. 1495. 8] Gelassenheit. Wohl dem Menschen, der von Herzen Alles, was ihn überfällt, In des Höchsten Willen stellt, Und nicht mit vergeb'nen Schmerzen Seines Unsterns trübe Nacht Trüber macht. Thu' das Deine nur mit Freuden, Warte von des Höchsten Hand, Was Er dir hat zuerkannt. Schicke dich auch was zu leiden; Schweige gern zu allem still, Was Gott will. 41 9. Februar. 9] Joh. Hooper, Bisch. zu Worcester, † 1555. Gott weiß alles wohl zu machen! Darum wer sich steif und fest Auf desselben Huld verläßt, Und sich gern in allen Sachen Unter Seinen Willen biegt, Lebt vergnügt. Sei Du mit mir. Herr, den ich tief im Herzen trage, Sei Du mit mir! Du Gnadenhort in Glück und Klage, Sei Du mit mir! Behüte mich am Born der Freude Vor Übermut! Und wenn ich an mir selbst verzage, Sei Du mit mir! Dein Segen ist wie Tau den Reben, Schwach bin ich sonst; Doch, daß ich kühn das Höchste wage, Sei Du mit mir! ODu, mein Trost, Du meine Stärke, Mein Sonnenlicht! Bis an das Ende meiner Tage- Verlaß mich nicht! 42 E. Geibel. 10] Frdr. Christoph Oetinger, evangelischer Abt 10. Februar. v. Murrhardt, † 1782. Nicht in der Weite. Herz, mein Herz, nicht in der Weite, In der Nähe wohnt das Glück; Glaube, liebe, hoffe, leide Und kehr in dich selbst zurück. Wüchsen in der Nacht dir Flügel Schneller als der Sonne Strahl, Trügst doch über Thal und Hügel Rastlos deiner Sehnsucht Qual. Denn die Welt kann dir nicht bieten Das, wonach du heiß verlangst; Denn die Welt hat keinen Frieden, Hat nur Streit und Not und Angst. Ewig wechselnd ist ihr Streben, Ewig wechselnd ist ihr Ziel; Was ihr heute Raſt gegeben, Morgen ist's der Winde Spiel. Drum, mein Herz, nicht in der Weite, In der Nähe such das Glück! Glaube, liebe, hoffe, leide Und kehr in dich selbst zurück. Julius Sturm. 43 11. Februar. Hugo v. St. Victor, Kirchenlehrer 1141. 12. Februar. Joh. Anast. Freylinghausen, Prediger u. Professor in Halle 1739. 11] 12] Ein christlich Gebet. Mir ist ein geistlich Kirchelein Erbauet in dem Herzen mein, Welch's allezeit gefärbet iſt Mit Blut des Lämmleins Jesu Christ. Drin wohnt die heil'ge Dreifaltigkeit, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geiſt. Das ist der werte Seelengaſt, Der giebt dem Herzen Ruh und Raſt. Es ist dies Kirchlein zwar gering; Weil aber die drei wohnen drin, Es groß genug und herrlich ist Und Gottes königlicher Siz. Dies Häuslein und dies Kirchelein Laß dir, o Gott, befohlen sein; Behüt's für Fall und Herzeleid, Wohn' drin hier und in Ewigkeit. Joh. Pomarius, um 1582. Die Abendstunde. Der Tag ist hin; mein Geist und Sinn Sehnt sich nach jenem Tage, Der uns völlig machen wird Frei von aller Plage. Das Sternenheer zu Gottes Ehr' Am blauen Himmel flimmert; 44 3. Anast. Freylinghausen, Pred. u. Prof. in Halle.( 12. Februar.) Wohl dem, der in jener Welt Gleich den Sternen schimmert. Was sich geregt, was sich bewegt, Ruht jetzt von seinen Werken. Laß mich, Herr, in stiller Ruh' Dein Werk in mir merken. Es ist so still; ein jeder will Der süßen Ruhe pflegen. Laß die Unruh' dieser Zeit, Jesu, bald sich legen. Wann aber soll der Wechsel wohl Der Tag' und Nächte weichen? Dann, wann anbricht jener Tag, Dem kein Tag wird gleichen! Wann diese Welt in Trümmer fällt, Und Du heimführst die Deinen: Sollen heller siebenmal Mond und Sterne scheinen. Alsdann wird nicht das Sonnenlicht Dein Salem je verlieren; Denn Du selber bist das Licht, Das die Stadt wird zieren. Hallelujah! wär' ich da, Wo alles lieblich klinget; Wo man Dir in Ewigkeit Heilig, heilig finget. J. A. Freylinghausen. 45 INAWE 13. Februar. 13] Christian Frdr. Schwarz, Glaubensbote in Ostindien, † 1798. Sehnen. Wann wird die Nacht vergehen? Wann wird es lichtmorgen werden, Damit ich sehen kann? Wann der Lebenswind weh'n? Des Tages Rosengespann Sich heben empor doch auf Erden? Der Frühstern schimmern, ach, wann? Tröste dich, weinend Kind! Verlier nicht im Sorgengetümmel Des Glaubens gold'nen Stab. Sei nicht williglich blind; Es tauen dir immer herab Der Segnungen Tröpflein vom Himmel. Genieß', was Gnade dir gab. Bald wird die Nacht vergehn', Bald wird es lichtmorgen werden, Da man Gott sehen kann, Und der Lebenswind weh'n, Des Tages Rosengespann Sich heben empor dann auf Erden, Der Frühstern schimmern, ja dann! 46 J. Fr. v. Meyer. Brun v. Querfurt, Apost. der Preußen, † 1008. 14. Februar. 14] Abendlied. Mein' schönste Zier und Kleinod bist Auf Erden Du, Herr Jesu Christ! Dich will ich lassen walten, Und allezeit In Lieb und Leid Im Herzen Dich behalten. Dein Lieb' und Treu' für alles geht, Kein Ding auf Erd' so fest besteht: Solch's muß man frei bekennen; Drum soll nicht Tod, Nicht Angst und Not Von Deiner Lieb' mich trennen. Dein Wort ist wahr und trüget nicht, Und hält gewiß, was es verspricht, Im Tod und auch im Leben. Du bist nun mein, Und ich bin Dein, Dir hab' ich mich ergeben. Der Tag nimmt ab; o schönste Zier Herr Jesu Christ, bleib' Du bei mir, Es will nun Abend werden. Laß doch Dein Licht Auslöschen nicht Bei uns allhie auf Erden. 47 Verf. unbekannt. 15. Februar. Phil. v. Mornay, Theol. u. Staatsm. 1623. 15] Gebet. ( Totum Deus in te spero.) Ganz, mein Gott, ich Dir vertraue, Ganz auf Dich mein Glück ich baue. Du mein Lob, was ich nur habe, Höchstes Gut, ist Deine Gabe. Du mein Trost in schweren Streiten, Arzenei in Bangigkeiten, Du im Trübsinn meine Leier, Sänftigung im Zornesfeuer, Du in Ängsten der Beleber, Du im Straucheln der Erheber! Laß dereinst mich nicht verschwinden In den finstern Höllengründen, Wo nur Kummer, wo nur Zagen, Wo nur Grauen, wo nur Klagen, Wo entblößet wird die Schande, Wo der Sünder fährt zu Brande, Wo der Quäler nie aufhöret, Wo der Wurm ohn' Ende zehret, Alles das für Ewigkeiten, Nach des Todes Art, des zweiten. Mich empfange Zions Fülle, Zion Davids, Stadt der Stille, Die, aus Gott im Licht geboren, Holz des Kreuzes hat zu Thoren, Welche heil'ge Wort' erschließen, Wo die Sel'gen Lust genießen, 48 M. Desubas, Prediger d. Wüste, Märt. 1746. 16. Februar. Wo lebend'ge Steine ragen, Höchsten Wächters Thron zu tragen. Heit'res Licht ist ihr beschieden, Ew'ger Frühling, ew'ger Frieden, Düfte rein die Luft durchziehen, Die erschallt von Melodieen. Nichts ist schwach hier und verdorben, Krankheit, Klagen sind gestorben. Keine Krüppel, teine Krücken, Jeder gottgleich anzublicken. Laß zu dieser Stadt mich kommen, Und im Bunde Deiner Frommen, Moses und Elias Bunde Singen Dir mit treuem Munde. A. d. Latein. d. Hildebert v. Tours, † 1134. 16] So nimm denn meine Hände. So nimm denn meine Hände Und führe mich Bis an mein selig Ende Und ewiglich! Ich kann allein nicht gehen, Nicht einen Schritt; Wo Du wirst geh'n und stehen, Da nimm mich mit. In Dein Erbarmen hülle Mein schwaches Herz, Und mach es gänzlich stille Laß ruh'n zu Deinen Füßen Es will die Augen schließen 49 In Freud und Schmerz; Dein schwaches Kind; Und glauben blind. 4 17. Februar. Joh. Heermann, Pred. in Köben, Dichter, † 1643. Wenn ich auch gleich nichts fühle Von Deiner Macht, Du führst mich doch zum Ziele Auch durch die Nacht; So nimm denn meine Hände Und führe mich Bis an mein selig Ende Und ewiglich! Julie Hausmann. 17] Der Herr unsere Hilfe. Herr, unser Gott, laß nicht zu Schanden werden Die, so in ihren Nöten und Beschwerden Bei Tag und Nacht auf Deine Güte hoffen Und zu Dir rufen. Mache zu Schanden alle, die Dich hassen, Die sich allein auf ihre Macht verlassen. Ach kehre Dich mit Gnaden zu uns Armen, Laß Dich's erbarmen. Und schaff uns Beistand wider unsre Feinde; Wann Du ein Wort sprichst, werden sie bald Freunde, Sie müssen Wehr und Waffen niederlegen, Kein Glied mehr regen. Wir haben niemand, dem wir uns vertrauen; Vergebens ist auf Menschen- Hilfe bauen. Mit Dir wir wollen Thaten thun und kämpfen, Die Feinde dämpfen. Du bist der Held, der sie kann untertreten Und das bedrängte kleine Häuflein retten. Wir trau'n auf Dich: wir schrei'n in Jesu Namen: Hilf, Helfer! Amen. Joh. Heermann, 1630. 50 Simeon, Bischof von Jerusalem, Märt. 107, Luthers Tod 1546. Mesrob, Kirchenlehrer in Armenien, † 441. 18] 19] Die Weihe des Lebens. Des Lebens abgestecktes Ziel Mag kurz sein oder lang, So ist es an sich selbst nicht viel, Und nur ein Übergang. 18. Februar. 19. Februar. Wer aber jeden Lebenstag, So lang' es heute heißt, Dem Herrn der Tage opfern mag, Der ist ein sel'ger Geist; Der bringet seine Herrlichkeit, Die er in Chriſto hat, Aus dieser arbeitsvollen Zeit Mit in die Ruhestadt. N. L. v. Zinzendorf. Wie oft Gott zu danken sei. Wie viel Körnlein Sand im Meer, Wie viel Sterne oben her, Wie viel Tiere in der Welt, Wie viel Heller unter'm Geld, In den Adern wie viel Blut, In dem Feuer wie viel Glut, Wie viel Blätter in den Wäldern, Wie viel Gräslein in den Feldern, 51 20. Februar. Sadoth, Bischof v. Seleucia- Ktesiphon, Märtyrer, um 346. In den Hecken wie viel Dörner, Auf dem Acker wie viel Körner, Auf den Wiesen wie viel Klee, Wie viel Stäublein in der Höh', In den Flüssen wie viel Fischlein, In dem Meere wie viel Müschlein, Wie viel Tropfen in dem See, Wie viel Flocken in dem Schnee, So viel lebendig weit und breit: So oft und viel sei Gott Dank in Ewigkeit. A. d. Knaben Wunderhorn. 20] Wann soll ich sterben? Soll ich am liebsten im Winter sterben, Wenn weiß ist der Fluren Totenkleid? Aber ich scheue den Frost, den herben, Und ich verschieb es auf andre Zeit. Soll ich lieber im Frühling scheiden, In aller Blumen Grabgeleit? Selbst möcht' ich noch unter den Blumen weiden, Und ich verschieb es auf andre Zeit. Soll ich mitten im Sommer sterben, Wenn jedem Halme die Sichel droht? Gern säh' ich noch die Traube sich färben, Bis dahin verschieb ich den Tod. 52 Meinrad v. Zollern, Einsiedler in Schwyz, 21. Februar. Märt. 863, † 21. Febr. Soll ich im Herbst mit den Blättern verwehen? Die Schwalbe wandert frohen Muts, Scheidend singt sie: Auf Wiedersehen!" Und wenn sie nicht wieder mich sieht, was thut's? In jeder Zeit ist gut zu sterben. Sterben ist übel in jeder Zeit; Der Tod soll mir nicht das Leben verderben, Und wenn ich soll sterben, so bin ich bereit. Fr. Rückert. 21] Freude am Herrn. Neh. 8, 10. Wie des Meeres blauer Spiegel Widerstrahlt der Sonne Licht, Also ist des Glaubens Siegel Ein gottfröhlich Angesicht. Trübt das Herze sich im Leide, Macht die Sorge uns Verdruß, Vor des Glaubens sonn'ger Freude Jede Wolke schwinden muß. Weltluft fängt und trügt die Sinne, Eitle Freud' bringt eitel Leid. Gottesfreude lenkt die Minne Auf den Herrn der Herrlichkeit. An sich selbst und seinem Werke Frenet man sich gar zu gern. 53 Univ.- Bibl. Giessen 22. Februar. Didymus, Kirchenlehrer in Alexandrien, 395. Doch des innern Menschen Stärke Ist nur Freude an dem Herrn. 22] Nichts ist lieblicher auf Erden, Als wenn Kinder fröhlich sind. Drum möcht' ich nichts lieber werden, Als ein fröhlich Gotteskind. Fr. Fliedner. Es läutet den Sonntag ein. Der Feierabend breitet Sich still ins Thal hinein, Und von dem Turme läutet Man jetzt den Sonntag ein. Wie ernst die Glocken klingen?! Herunter und empor! Aus meinen Augen dringen Die Thränen still hervor. Ich weiß nicht, ich muß nieder, Muß betend niederknien, Bis Du, mein Gott, mich wieder Wirst an Dein Herze ziehn! Ein Sabbath wird erscheinen, Ein Sabbath ohne Schmerz, Da ich nicht mehr darf weinen Über mein eigen Herz. O. Funke. 54 Barth. Ziegenbalg, Glaubensbote in Ostind., † 1719. 23. Februar. 23] Der reiche Jüngling. ( Matth. 19, 22.) Besis, der nicht zum Himmel dringen läßt, Wie hängt er sich an dieses Herz so feſt! Leicht hast du dir, was irdisch, angeeignet, Schwer wird's verleugnet. Ein ew'ges Gut beut uns der Mittler an, Und doch, wer will mit ganzer Seele nah'n? Leicht wird des Himmelreiches Schatz verleugnet, Schwer angeeignet. Vor Jesu stand ein Jüngling: ,, Herr, mit Dir Will ich zum Himmel geh'n; was fehlet mir?" Mitleidig blickt der Heiland, will ihn lieben, Und nicht betrüben. „ Eins fehlet dir! Den Armen gieb dein Teil, So findest du dafür ein ew'ges Heil!" Da geht er traurig; fühlt sich nur betrübet, Und nicht geliebet. Gält' es den Wunsch nach Seligkeit allein, Würd' alle Welt ein Jünger Christi sein; Hier, meinet sie, die Erd' und ihre Habe, Dort Seine Gabe! Er will nicht also, darum flieht sie Ihn. Willst du, mein Herz, mit deinem Heiland zieh'n? Denk an den Jüngling, gieb für Seine Gabe Ihm deine Habe! A. Knapp. 55 - 24. Februar. 24] Matthias, Apostel. Demut. Demut, Friedensquelle, Wer ist dir, Edle, gleich? Du zwingest Welt und Hölle, Du bau'st das Himmelreich. Du Siegel wahrer Größe, Du Thür der Herrlichkeit; Du deckest alle Blöße Mit einem Ehrenfleid. Du bist der Heil'gen Krone, Der Engel starke Kraft; Auf dich rinnt von dem Throne Der Geist, der Wunder schafft. Der nicht kann größer werden Gott unveränderlich, Der ward ein Mensch auf Erden, Und größer noch durch dich. Die ihren Gößen lieben, Ihr Ich, die wird's entweih'n. Drum will ich Demut üben, Und Gottes Tempel sein. 56 J. F. v. Meyer. Berthold Haller, Reform. Berns, † 1536. 25. Februar. 25] Abendlied. ( Deus creator omnium.) Gott, Herr und Schöpfer aller Welt, der Pole Lenker, der den Tag Mit farbenreichem Glanze ziert, und uns die Nacht durch Schlaf versüßt. Die Ruhe stärke nun aufs neu die abgespannten Glieder uns, Erquick uns auch den müden Geist, und tilge Sorg' und Schmerz hinweg. Darum, da mun vollendet ist der Tag, und schon anbricht die Nacht, Fleh'n wir im heil'gen Hymnus Dich, daß Du der Schwachen Stüße seist, Des Herzens Tempel singe Dir, der Stimmen Wohllaut preise Dich, Die keusche Liebe lodre Dir, die reine Seel' um= fange Dich. Daß, wenn die tiefe Finsternis des Tages frohes Haus verschließt, Dem Glauben ohne Angst und Grau'n die Nacht erhellt sei gleich dem Tag. Den Geist erhalte wach, und nur für fünd'ge That sei schläfrig er; Gieß in die Glieder Kühlung mir, und dämpfe meines Fleisches Glut. 57 26. Februar. Rudericus, Priester, Märt. unt. d. Mauren. 857. Dem Herzen, frei von Lüsternheit, bleib' auch im Traume nahe Du, Daß uns des bösen Feindes List nicht aus dem Schlummer schrecken darf. Daß dies geschehe, bitten wir den Vater, Sohn und heil'gen Geist. Erhöre du, allmächtige Dreieinigkeit, das Flehn zu Dir. Ambrosius, † 397; deutsch von Fortlage. 26] Halt aus! Halt' aus, du altes Herz, halt' aus! Schau über diese Welt hinaus, Schau himmelauf und himmelein, Und gleich wirst du getröstet sein. Weg! weg mit dem Naturgeschwätz! Viel höher steht dir dein Gesetz, Das glaube fromm, das halte feſt, Das ist der Trost, der nie verläßt. Was klügeln Narren von Natur? Auch die Natur hält Gottes Spur, Doch still muß der sich drin ergehn, Der Gottes Spur will recht verstehn. Weg mit dem Elementensturm, Wodurch der Seraph und der Wurm 58 Joh. de Monte Corvino, Ap. d. Tartaren, u. 1306. 27. Februar. Aus gleicher Sintflut Qualm entsteht, In gleicher Sintflut untergeht! Weg! weg aus solchem wüsten Wahn! Empor zur fernsten Sonnenbahn, Wo jenes Herz der Liebe schlägt, Das aller Himmel Himmel trägt! E. M. Arndt. Winterlied. 27] tilge diesen Winterschnee, Du holde Sonn' aus deiner Höh', Damit mein Frühling schwelle! Wie lang bin ich schon eingeschneit Von des Gesetzes Druck und Leid, Entwöhnt von Deiner Helle! Leuchte! Feuchte Meine Fluren Mit den Spuren Deines Lichtes, Deines edlen Angesichtes! Komm, komm, Du süßer Jesusschein, Und führe Deinen Frühling ein In meinem Winterherzen! Von Trauer liegt mein Herz umeiſt; Nach Himmelblau verlangt mein Geist, Den Sturmgewölke schwärzen! Willst Du? Stillst Du Mein Verlangen? Komm gegangen, Lenzeskönig! Ach, es kostet Dich ja wenig! 59 28. Februar. Patrik Hamilton, erster evang. Märtyrer in Schottland, † 1528. Komm, süßes Heil, und treib' hinab Den Winter in Dein off'nes Grab, Drin Du für mich gelegen! Erquickt von Deinem Friedensgruß, In freier Gnade Vollgenuß Will ich Dir geh'n entgegen, Und dann Fortan Frühlingsfeier Als ein Freier Mit Dir halten, Und mich in Dein Bild gestalten. A. Knapp. 28] Liebe. Liebe höret nimmer auf, Fort und fort zu sorgen; Sorgen ist ihr Lebenslauf Heute so wie morgen. Wie es wohl den Lieben geht In der weiten Ferne? Alle Wolken fraget sie, Sonne, Mond und Sterne. Wie ihr Leben Sorgen ist, Ist es auch Vertrauen; Denn sie liebt es immerdar, Auf den Herrn zu schauen. Der ein Herz zu lieben gab, Muß gewißlich lieben, 60 Ethelbert, König von Kent, 616. Und er forget fort und fort, Hüben so wie drüben. Darum fürcht' und hoffe nur, Aber mit Vertrauen. Hoffen, Glauben wandelt sich Leise dann in Schauen. 29. Februar. Alb. Zeller. 29] Die Ehrsucht. Je mehr der Mensch nach Ehre rennt und läuft, Je mehr sie vor ihm fliehet; Je gieriger er darnach greift, Je mehr sie sich zurücke ziehet. Noch eilt der arme Thor mit so viel Ungemach Und Unruh und Gefahr der Tugend Schatten nach. Wie seid ihr Sterblichen so kindisch und verblendet, Daß ihr die edle Zeit In solcher Arbeit ohne Lohn verschwendet? Darob der Ewigkeit Vergeßt, und Gottes selbst, dem ihr den Rücken kehret, Und dessen Feind ihr seid, so lang ihr hier Mit unersättlicher Begier Von jedermann geehret Zu werden sucht. Ihr Menschen, wißt und glaubet, Daß ihr dem Höhesten das Seine raubet, Und dringet euch in Gottes Stuhl, Davon Er euch wird stürzen müsſen, Und lassen in dem Pech- und Schwefelpfuhl Mit Lucifer für euren Hochmut büßen. 61 1. März. Suidbert, Stifter des Klosters Kaiserswerth, 713. Drum wendet um, erkennet eure Pflicht, Und wandelt demutvoll hinfort in seinem Licht; Denn wer zurück auf Gott, nicht auf sich selber siehet, Und Eigen- Ehr und Hoheit fliehet, Dem wird sie ungetrennt nachfolgen hier auf Erden Und dort zur schönen Krone werden. Aus Joh. Arnd's wahrem Christent. 1] Frühlingslied. Süßes Leben! Heil'ges Weben, Das durch Erd' und Himmel fliegt, Und die Schmerzen Unsrer Herzen Liebevoll in Schlummer wiegt; Komm, erwähle Meine Seele! Meine Quellen sind versiegt. Viel verdorben Und gestorben Ist mir schon in dieser Welt. Ach, aus süßen Paradiesen Ward in Wüsten ich geſtellt, Und dem Sehnen Haben Thränen Reichlich oft sich zugesellt! Unterdessen Unermeſsen Blüht's und grünet's um mich her. Schnee verschwindet, Alles kündet Milde Frühlingswiederkehr. Und da droben, Licht durchwoben, Winkt der Himmel sanft und hehr. 62 Joh. Wesley, Gründer der Methodisten- Kirche, † 1791. Soll ich zagen? Nicht mehr wagen Dir in Freuden aufzuseh'n? Gott des Lebens! Ist's vergebens, Nach dem Lebensquell zu geh'n? Nein, er quillet, Nein, er stillet Noch des Herzens tiefste Weh'n. 2] Lenzesdüfte! Himmelslüfte! Kommet, strömt in mich hinein, Daß ich blühe, Dufte, glühe In der Gottesblumen Reih'n. Helft mir keimen Im Geheimen, Meines Schöpfers Kind zu sein! Licht vom Osten! Laß mich kosten Deinen heil'gen Friedensquell! Wer dich trinket, Dem versinket All' sein Todeswinter schnell, Und im Schauen Sel'ger Auen Wird sein Aug' auf ewig hell. A. Krapp. Durch Kampf zum Siege. Unser Weg führt nach den Sternen, Hier mit Kreuzen noch besetzt, Doch du darfst dich nicht entfernen, Ob er gleich mit Blut beneßt. 63 2. März. 3. März. Johann Friedrich der Großmütige, Kurfürst von Sachsen, † 1551. 3] Zu der Ruh' der Ewigkeit Kommt man nur durch Kampf und Streit; Die in Salems Mauern wohnen, Trugen hier einst Dornenkronen! Alle Seligen und Frommen, Die des Himmels Klarheit seh'n, Sind durch Kampf zu Gott gekommen, Wo des Friedens Palmen weh'n! Prangend in der Ehrenfron' Stehen sie vor Gottes Thron, Mit dem Siegerkranz gezieret, Weil sie glücklich triumphieret. Darum trage deine Ketten Mutig, Seele! Freue dich! Dich auch wird einst Gott erretten, Sturm und Wetter legen sich! Wer hier siegt im Glaubensstreit, Ist zum Himmel eingeweiht! Auf den Abend folgt der Morgen, Und die Freude nach den Sorgen. Emmerich. Zu guter Nacht. Jesu, treu'ster Heiland mein, Ich geh' in mein Schlaffämmerlein, Ich will mich legen in die Ruh', Schleuß Du die Thür selbst nach mir zu. 64 4] Ernst der Fromme, Herzog zu Gotha. 1675. 4. März. Verzeih' mein' Sünd' aus Gnaden mir, Treib' all' schädliche Träum' von hier, Breit' über mich die Flügel aus, So stehn die Engel um das Haus. Behüt' vor Feu'r- und Wassersnot, Vor einem bösen, schnellen Tod, Vor allem Übel und Gefahr Mich und all' fromm' Christen bewahr'! Wenn ich nun schlaf, wach Du für mich, Treib' alles Unglück hinter sich; Laß mich zu Deinem Lob aufstehn Und fröhlich an mein' Arbeit gehn! Unbekan: t. Morgenlied. ( Dei canamus gloriam.) Gelobt sei Gott auf Meer und Land, Der seinen Himmel ausgespannt, Daß seine Wölbung, herrlich frei, Des Menschen Augenweide sei! Seht, wie der Nebel sich erhebt, Und wasserreich am Himmel schwebt: Dann taut er nieder segensschwer, Denn Gott, dem Schöpfer, dienet er. Wer aber Lebenswasser nimmt Vom Heiland, der es uns bestimmt, Von dem wird noch ein bess'rer Quell Hinströmen in den Himmel hell. 65 5 5. März. Th. v. Aquino, Kirchenlehrer in Paris, 1274. O sel'ges Volk, dem Deine Hand, Herr, solche Güter zugewandt! Drum bringen unser Herz auch wir Zum Liebesopfer frühe Dir. 5] Lob sei dem Vater auf dem Thron Und seinem eingebornen Sohn! In Ewigkeit und in der Zeit Sei Lob Dir, Geist der Heiligkeit! Das walte Gott. Das walte Gott, der helfen kann! Mit Gott fang' ich die Arbeit an. Mit Gott nur geht es glücklich fort; Drum ist auch dies mein erstes Wort: Das walte Gott! A. d. Lat. v. A. Knapp. All mein Beginnen, Thun und Werk Erfordert von Gott Kraft und Stärk'. Mein Herz zu Gott ist stets gericht't; Drum auch mein Mund mit Freuden spricht: Das walte Gott! Thu ich dann was mit Gottes Rat, Der mir beistehet früh und spat, Dann alles wohl geraten muß; Drum sprech' ich nochmals zum Beschluß: Das walte Gott! ( V. 1. 2. 9.) 66 Joh. Betichius im 17. Jahrh. 6] Fridolin, Apostel der Alemannen, um 514. 6. März. Luthers Lob der Musika. Es soll mir wohlgefallen Die rechte Musika; Läßt sie ihr Lied erschallen, Ist Trost und Freude da; Sie schaffet guten Mut Und macht das Herz zufrieden Mit dem, was Gott beschieden, Ist ein gar wertes Gut. Als schöne Gottesgabe Gebührt ihr Lob und Ehr', Sie muß die Stelle haben Gleich hinterm Wort und Lehr'. Ihr ist der Satan feind, Doch kann sie ihn vertreiben; Ihr muß der Sieg verbleiben, So mächtig sie erscheint. Das will die Schrift uns melden: Wenn Saul dem Geist verfiel, Nichts halfen ihm die Helden; Doch Davids Harfenspiel Den bösen Geist bezwang, Daß sich der König tröste, Und ihn von Pein erlöste Der Saiten milder Klang. 67 7. März. Perpetua und Felicitas, Märtyrer in Karthago. 202. Die Musika macht milde, Ist halbe Disziplin, Und wehrt gleich einem Schilde Dem, was zu dreist, zu kühn; Ist eine feine Kunst, Erhält bei guten Sitten Und steh' in unsrer Mitten Allzeit in hoher Gunst. Drum soll man stets gewöhnen Die liebe Jugend dran, Damit sie sich verschönen Ihr irdisch Leben kann; Bis nach der Jahre Gang Wir, mit der Engel Chören Vereint, den Herrn verehren Mit himmlischem Gesang. Kleist, Lutherlieder. 7] Der 42. Pfalm. Wie nach einem Wasserquelle ein Hirsch schreiet mit Begier, Also auch mein' arme Seele ruft und schreit, Herr Gott, zu Dir; Nach Dir, o lebend'ger Gott, sie Durst und Verlangen hat: Ach wann soll es denn geschehen, daß Dein Antlitz ich mag sehen? 68 Philemon, Apostelschüler. 8. März. Alle Deine Wasserwogen, Deine Wellen allzumal Über mich zusammenschlagen: doch tröst' ich mich in Trübsal, Daß Du helfen wirst bei Tag, daß des Nachts ich fingen mag, Dich als meinen Heiland preise, anruf und anbet' mit Fleiße. A. d 16ten Jahrhundert. 8] Abendgebet. Herr, sei bei mir, wenn der Tag Und des Tages Helle scheidet, Wenn der Himmel sich gemach In des Abends Schimmer kleidet. Herr, sei bei mir, wenn im West Nun der letzte Strahl entschwindet Und die Seele angstgepreßt Nur des Zweifels Frage findet. Herr, sei bei mir, wenn die Nacht Sich genaht auf dunklen Schwingen, Wenn der unbekannten Macht Düstre Schauer mich umringen. Herr, sei bei mir, wenn sich fern In Gewölk die Sterne hüllen, Laß mir dann des Glaubens Stern Mild mit Licht das Herz erfüllen. 69 9. März. Chrillus und Methodius, Apostel der Slaven. 10. März. Vierzig Märtyrer in Sebaste, um 320. 9] Herr, sei bei mir, wenn einmal Todesschatten mich umgeben; Laß den Geist aus mächt'ger Qual Dann zum ew'gen Licht entschweben. Stephan Paul. Andacht. Mir ist so wohl in Gottes Haus, Ich kann es gar nicht sagen. Es bricht mein Aug' in Thränen aus, Das Herz fängt an zu schlagen. O Thräne, warum brichst du aus? O Herz, was soll dein Schlagen? Es wird der Geist ins Vaterhaus, Der Leib zur Ruh' getragen. Spitta. 10] Frühlingslied. Der kalte, starre Winter ist verlitten! In hellen Tropfen tau'n die Eisgebilde, Es hebt das Leichentuch von dem Gefilde Der Frühling, still genaht mit Leisen Schritten. Der Stürme wilder Kampf ist ausgeſtritten; Die Sonne hat gesiegt in starker Milde. Du siegst, o ew'ge Lieb' in ihrem Bilde! Mein Herz wacht auf zu warmen Frühlingsbitten: 70 Ludämilie Elisabet, Gräfin von Schwarzburg, 11. März. ichterin, 1672.( † 12. März.) Sieh, Herr, wie alles Harte schmilzt und tauet! Nur Menschen können sich dem Lenz verschließen?- Der Sonne Blick mag Eis zu Quellen lösen. Owenn Dein Blick in Winterseelen schauet, Muß endlich, endlich nicht ihr Eis zerfließen? Dein ist die Kraft, erlös' uns von dem Bösen! Meta Heußer. - 11] Wo ist Jesus, mein Verlangen? Wo ist Jesus, mein Verlangen? Mein Geliebter und mein Freund? Ach wo ist er hingegangen, Wo mag er zu finden sein? Meine Seel' ist sehr betrübet Vor viel Sünd' und Ungemach: Wo ist Jesus, den sie liebet, Den sie suchet Nacht und Tag? Ach, ich ruf' vor Angst und Schmerzen: Wo ist denn mein Jesus hin? Keine Ruh' hab' ich im Herzen So lang bis ich bei Ihm bin. Ach, wo find' ich Taubenflügel, Daß ich kann zu jeder Frist Fliegen über Berg' und Hügel, Suchen, wo mein Jesus ist? 71 12. März. Gregor der Große, Bischof zu Rom. † 604. Er vertreibet Angst und Schmerzen, Er vertreibet Sünd' und Tod, Wenn sie quälen in dem Herzen, Er hilft mir aus aller Not. Darum will ich nicht ablassen, Will ihn suchen hin und her. In den Feldern, auf den Straßen, Will ihn suchen mehr und mehr. 12] Ludämilie Elisabeth, Gräfin v. Schwarzburg. Morgenlied. ( Ecce jam noctis.) Bieh, die Nacht läßt schon ihre Schatten bleichen, Während rötlich schimmert des Lichtes Aufgang. Jetzt mit Inbrunst lasset den allgewalt'gen Vater uns anfleh'n: Daß Er uns barmherzig die Seelenunruh' Ganz verscheuch' und himmlischen Frieden sende, Und den Tag zurüste, wo seinen Heil'gen diene der Erdkreis. Dies verleih' uns heute die sel'ge Gottheit, Die in Einheit Vater und Sohn und Geist ist, Deren Ruhm aufdonnert in Ewigkeit von Pole zu Pole. Gregor I.,. d. Lat. v. Fortlage. 72 Zacharias Ursinus und Kasp. Olevianus, Verf. d. 13. März. Heidelb. Katechismus. 1583. 1587. Mathilde, Königin, Gemahlin Heinrichs I. † 968. 14. März. 13] Die Einsamkeit. Bowie ich einsam bin, Bin ich mit Gott allein; Das ist ein süßer Trost, Mit Ihm allein zu sein. Da sprech' ich ohne Schen Zum Vater als ein Sohn, Nicht als ein Wurm und Knecht Hinauf zu seinem Thron. O welche gute Stund', Da Gott zu einem spricht, Und unser eigen Herz Zur Antwort zögert nicht! Da geht das Auge auf, Da wird es licht und hell; Da schaut man tief im Fels Der reichen Ader Quell. Wenn solchen Honigseim Die Einsamkeit bringt ein, Sollt' ich nicht herzlich gern Mit Gott alleine sein? Alb. Zeller. 14] Sehnen. Du fragst, was ich verlange? Zur Heimat will ich hin! Mir ist hier doch nur bange, So lang ich dort nicht bin. Wohl steht mit reicher Schöne Die Erde angethan; Doch was ich mir ersehne, Das treff' ich hier nicht an. 73 15. März. 15] Thom. Cranmer, Erzbischof v. Canterbury, Märtyrer. 1556. Die Blumen, die ich meine, Zieht diese Welt nicht groß, Sie keimen nur alleine In meines Vaters Schoß! Im Sternenschein der Liebe, Da steht sein großes Haus! Die Welt ist kalt und trübe, Ich sehne mich hinaus! Agnes Franz. Ruf an die Verirrten. Habt ihr nimmer noch erfahren, Wie Er ist so reich und gut? Wie Er seit viel tausend Jahren Allen Wesen Liebes thut? Liebend hat Er auch gesehen Manches lange Jahr nach euch; Wollet endlich ihn verstehen, Menschen, kommt in Gottes Reich! Segnend in der Menschen Mitte Ist Er jeder Seele nah'. Zu gewähren jede Bitte Steht Er immer freundlich da. 74 16] Heribert, Erzbischof von Köln, † 1022. Soll der Taumel ewig währen? Sprecht, wie lang ihr sucht und irrt? Wollt ihr nicht zu Jesu kehren, Welcher winkt, ein treuer Wirt? Kommt und laßt uns Herberg nehmen, Kehret bei dem Heiland ein; 16. März. Da wird Sehnen bald und Grämen, Welt und Schmerz vergangen sein! Wie sich alle Blumen wenden Zu dem hellen Sonnenlicht, Nehm' aus den durchbohrten Händen Jeder an, was ihm gebricht! M. v. Schenkendorf. Im Namen Jesu. Ich möchte gern was schreiben, Das ewig könnte bleiben, Denn alles andre Treiben Will nur die Zeit vertreiben. Ich möchte gern was lieben, Das ewig ist geblieben, Denn in den andern Trieben Wird nur die Lieb' vertrieben. 75 17. März. 17] Patricius, Apostel Irlands, † um 460. Ich möchte gern mein Leben Zu Ewigem erheben, Denn alles andre Streben Ist in den Tod gegeben. Drum schreib' ich einen Namen, Drum lieb' ich einen Namen, Und leb' in einem Namen, Der Jesus heißt sprich: Amen. Clem. Brentano, † 1842. Dennoch. ( Pf. 73, 31.) Dennoch" ist ein schönes Wort, „ Dennoch" heißt mein Glaube; " 1 Dennoch" sag' ich fort und fort, Ob ich lieg' im Staube, Ob ich steh' Auf der Höh', In des Glückes Schimmer: „ Dennoch" sag' ich immer. Ob ich bleib' ein armer Mann, Und die andern prangen, Da ich weder will noch kann, Wie sie es verlangen; Ob der Welt Es gefällt Mich darum zu plagen, „ Dennoch" will ich sagen! 76 Alexander, Bischof von Jerusalem, Bekenner, † 251. 18. März. Dennoch" will ich stille sein Und an Gott mich halten; Dennoch laß ich ihn allein, Meinen Vater, walten; Dennoch meint Er, mein Freund, Es mit mir aufs beste: Damit ich mich tröste. Claus Harms. 18] Einsamkeit. Im Fall ein Christ soll wachsen und allein Seinem Herren Früchte bringen, So muß er von der Welt und ird'schen Dingen In Einsamkeit des Geistes abgeschieden sein: Denn dies ist die Gelegenheit, Daß ihn der Herr mit nicht gemeiner Sorgfalt heget, Und sein mit eig'nen Händen pfleget, Daß Er in seiner Hütte ihn bedeckt Und heimlich im Gezelt verborgen hält, Wenn Wind und Sturm die Bäum' im Wald erschrecken; Kein Wetter kann ihm schaden, Kein Frost gefährlich sein, Weil er in seines Gottes Gnaden Und Vaterarm geschlossen ein. Muß er gleich hier auf Erden Das Elend bau'n, und von der argen Welt, Die ihn als einen Fremdling hält, Verachtet und gehaffet werden, 77 19. März. Joseph. So ist er doch getrost und ruht in deffen Hand, Der ihn gepflanzt und würdig schätzet, Daß Er ihn mit der Zeit versetzet Ins Paradies und rechte Vaterland. Aus J. Arnds wahrem Christentum. 19] Laß dir genügen. Es hat ein Ackerland Gott jedem angewiesen, Und ist dein Acker klein, so wird dich's nicht verdrießen, Wenn du das Eine nur dabei willst nicht vergessen, Daß er ihn deiner Kraft hat weislich angemessen. An dir ist's nun, daß du die Hände rührest wacker Und pflügest und besäst und pflegest deinen Acker Und alles thust, so viel an deiner Kraft gelegen Und voll Vertrauen sprichst: Von oben kommt der Segen. Des Herren Gnade wird dem treuen Knecht gewähren, Wenn sich der Herbst genaht, den Acker voll von Ähren. Nur laß dich nicht von Neid, von Habsucht nicht betrügen, Und dir an dem, was dir der Herr verliehn, genügen. Julius Sturm. 78 20] Ambrosius v. Siena, Predigermönch, † 1287. 20. März. Luft von Morgen. Himmelsluft vom Morgenlande Die zu uns herüberweht, Wo an düsterm Grabesrande Mancher arme Pilger steht, Siechtum hat ihn fast verzehret, Sünde sein Gebein verheeret, Wehe lieblich, mild und rein, Kühlung in sein Herz hinein! - Daß der Kranke sich erhebe, Daß er von dem Jammer frei, Grünend stehe, wonnig lebe, Eine Blume Gottes ſei! Fahre fort, ihn anzuhauchen, Ihn in Balsam einzutauchen! Ohne dich, o Lebensluft, Sinkt er welkend in die Gruft. Himmelsluft vom Morgenlande, Ich bin auch ein krankes Herz; Weh' an meines Grabes Rande Mir hinweg der Sünde Schmerz! Grünen möcht' ich noch auf Erden Meinem Gott zur Freude werden; Du, die alles heilen kann, Weh', o Himmelsluft, mich an! A. Knapp. 79 21. März. 21] Benedict v. Nursia, Ordensstifter, † 543. Christenlauf. Die Christen geh'n von Ort zu Ort Durch mannigfalt'gen Jammer, Und kommen in den Friedensport, Und ruh'n in ihrer Kammer. Gott nimmt sie nach dem Lauf Mit seinen Armen auf; Das Weizenkorn wird in sein Beet Auf Hoffnung schöner Frucht gesät. Wie seid ihr doch so wohl gereist! Gelobt sei'n eure Schritte, Du friedevoll befreiter Geist, Du jetzt verlass'ne Hütte! Du, Seele, bist beim Herrn, Dir glänzt der Morgenstern; Euch Glieder deckt mit sanfter Ruh', Der Liebe stiller Schatten zu. Wir freu'n uns in Gelassenheit Der großen Offenbarung; Indessen bleibt das Pilgerkleid In heiliger Verwahrung. Wie ist das Glück so groß: In Jesu Arm und Schoß! Die Liebe führ' uns gleiche Bahn, So tief hinab, so hoch hinan. 80 N. L. v. Zinzendorf. 22] 23] Nic. Decius, Pred in Stettin, Dichter 1541. Wolfgang, Fürst zu Anhalt, † 1566. Abendläuten. Liebster Mensch, was mag's bedeuten, Dieses späte Glockenläuten? Es bedeutet abermal Meines Lebens Ziel und Zahl. Dieser Tag hat abgenommen; Bald wird auch der Tod herkommen; Drum, o Mensch, so schicke dich, Daß du sterbest seliglich. Laßt mich geh'n. ( Phil. 1, 23.) Laßt mich geh'n, laßt mich geh'n, Daß ich Jesum möge seh'n: Meine Seel' ist voll Verlangen, Ihn auf ewig zu umfangen, Und vor seinem Thron zu steh'n. Süßes Licht, süßes Licht, Sonne, die durch Wolken bricht: O, wann werd' ich dahin kommen, Daß ich dort mit allen Frommen Schau dein holdes Angesicht! 22. März. 23. März. 81 6 24. März. Veit Dietrich), Pfarrer zu Nürnberg, † 1549. Ach wie schön, ach wie schön Ist der Engel Lobgetön! Hätt' ich Flügel, hätt' ich Flügel, Flög' ich über Thal und Hügel Heute noch nach Zions Höh'n! 24] Wie wird's sein, wie wird's sein, Wenn ich zieh in Salem ein, In die Stadt der gold'nen Gaffen- Herr, mein Gott, ich kann's nicht fassen, Was das wird für Wonne sein! Paradies, Paradies, Wie ist deine Frucht so süß! Unter deinen Lebensbäumen Wird uns sein, als ob wir träumen: Bring uns, Herr, ins Paradies! G. Knak. Beim Erwachen. Weil ich nun seh' die gold'nen Wangen Der Himmelsmorgenröte prangen, So will auch ich dem Himmel zu. Ich will der Leibsruh' Abschied geben, Und mich zu meinem Gott erheben, Zu Gott, der meiner Seele Ruh'. 82 25] Mariä Verkündigung. Luk. 1. Ich will durch alle Wolken dringen, Und meinem süßen Jesu singen, Daß Er mich hat ans Licht gebracht; Ich will Ihn preisen, will Ihm danken, Daß Er mich in des Leibes Schranken Durch Seinen Engel hat bewacht. 25. März. Aus dem 17. Jahrhundert. Wie's Gott gefällt. Wie's Gott gefällt, so g'fällt's mir auch, Und laß mich gar nichts irren; Wie's Gott gefällt, zufried'n ich bin, Das übrig' laß ich fahren; Wie's Gott gefällt, so g'fällt's mir wohl In allen meinen Sachen; Wie's Gott gefällt, laß ich's ergeh'n, Will mich darein ergeben; Wie's Gott gefällt, so lauft's hinaus, Ich laß die Vöglein sorgen; Wie's Gott gefällt, so nehm' ich's an, Um G'duld will ich Ihn bitten. Ich g'winn's, wer nur will wetten! Kurfürst Johann Friederich I. von Sachsen in der Gefangenschaft. † 1554. 26. März. Liudger, Bischof von Münster, Apostel der Sachsen, † 809. 27. März. Rupert, Bischof v. Worms, Apostel der Baiern, † 718. 261 27] Der Morgensegen. Die helle Sonn' leucht' izt herfür; Fröhlich vom Schlaf aufstehen wir. Gott Lob, der uns heut' diese Nacht Behüt't hat für des Teufels Macht. Herr Christ, den Tag uns auch behüt' Für Sünd' und Schand' durch deine Güt'. Laß deine lieben Engelein Unser Hüter und Wächter sein. Daß unser Herz im G'horsam leb', Dei'm Wort und Will'n nicht widerstreb', Daß wir dich stets für Augen han In allem, was wir heben an. Laß unser Werk geraten wohl, Was ein jeder ausrichten soll, Daß unser' Arbeit, Müh' und Fleiß Gereich' zu Dei'm Lob, Ehr' und Preis. Nic. Hermann, † 1561. Der Abendsegen. Hinunter ist der Sonnen Schein, Die finst're Nacht bricht stark herein: Leucht' uns, Herr Christ, du wahres Licht, Laß uns im Finstern tappen nicht. 84 Gideon. 28] 28. März. Dir sei Dank, daß Du uns den Tag Für Schaden, Fahr und mancher Plag' Durch Deine Engel haft behüt't Aus Gnad' und väterlicher Güt'. Womit wir han erzürnet Dich, Dasselb' verzeih' uns gnädiglich Und rechn' es unsrer Seel' nicht zu, Laß uns schlafen mit Fried' und Ruh'. Durch Deinen Engel die Wach' beſtell', Daß uns der böse Feind nicht fäll'! Vor Schrecken, G'spenst und Feuersnot Behüt' uns heut', o lieber Gott! Nic. Hermann. Lob der Liebe, ( 1 Kor. 13.) Spräch' ich in Zungen auch der Menschen und der Engel, Und hätte Liebe nicht, die zudeckt alle Mängel: So wär' ich nur von Erz ein hohles Rohr, das tönt, Und wäre nur von Blech ein Becken, welches dröhnt. Hätt' ich Prophetenkund' und Zauberwissenschaft, Geheime Weisheit auch und jede Wunderkraft, Ja hätt' ich Glauben selbst, um Berge zu versehen, Und hätte Liebe nicht, mich könnte das nicht lezen. Und wenn ich all' mein Gut ausspendet' als Almosen, Und ließ ich meinen Leib verbrennen und zerstoßen, 85 Gideon. ( 28. März.) Und hätte Liebe nicht, nicht würde das mir nützen, Hielt' ich mich nicht an sie, worauf könnt' ich mich ſtüßen? Der Liebe Schoß ist weit, die Lieb' ist liebevoll, Die Liebe trägt nicht Haß, die Liebe trägt nicht Groll; Die Lieb' ist ohne Stolz und Hochmut, schlecht und recht; Die Liebe fordert nicht lieblos und streng ihr Recht. Sie hegt nicht argen Wahn, sie freut sich nicht am Bösen. Am Guten freut sie sich und decket Fehl' und Blößen. Sie zeiget immer Huld und übet stets Geduld, Sie schiebt nicht andern zu, sie nimmt auf sich die Schuld. Die Liebe harret aus, die Liebe hofft und glaubt, Der Liebe ist der Trost der Zukunft nie geraubt. Die Liebe zanket nicht, die Liebe streitet nicht, Die Liebe wanket nicht, die Liebe gleitet nicht. Prophetenschaft erstirbt, der Zungen Gabe schwindet, Der Weisheit Licht erlischt, der Einsicht Kraft erblindet. Denn Stückwerk nur ist was wir lernen, was wir lehren, Und wenn das Ganze kommt, kann nicht das Stückwerk währen. Friedrich Rückert. 86 Florentius v. Deventer, 2. Stifter der Früderschaft v. gemeinsamen Leben, 1400. Joh. v. Goch, Abt in Mecheln, † 1475. 29] Ein und alles. Stab, an dem ich geh', Stern, auf den ich schaue, Fels, auf dem ich steh', Führer, dem ich traue, Brot, von den ich lebe, Ziel, das ich erstrebe, 29. März. 30. März. - - 30] Ohne dich, wo käme Kraft und Mut mir her? Ohne dich, wer nähme Meine Bürde, wer? Ohne dich, zerstieben Würde mir im Nu Glauben, Hoffen, Lieben,- Alles, Herr, bist du! Quell, an dem ich ruh', Alles, Herr, bist du! Drum, so will ich wallen Meinen Pfad dahin, Bis die Glocken schallen Und daheim ich bin. Dann mit neuem Klingen Jauchz' ich froh dir zu: Nichts hab' ich zu bringen,- Alles, Herr, bist du! Fr. Adolf Krummacher. Der Welt Trüglichkeit. Ach arme Welt, du trügest mich, Ja das bekenn' ich eigentlich Und kann dich doch nicht meiden, Du falsche Welt, du sagst nicht wahr, Dein Schein zergeht, weiß ich fürwahr, Mit Weh' und großem Leiden. Dein' Ehr', dein Gut, du arme Welt, Am Tod in rechten Nöten fällt, 87 31. März. Philipp der Großm., Landgraf v. Hessen, † 1567. Dein Schatz ist eitel falsches Geld. Des hilf mir, Herr, zum Frieden! Geistl. Volkslied vom 15. Jahrh. 31] Erbarmung. Sieh', ich tomm' in Thränen heiß Mit demütiger Gebärde, Dunkel ganz vom Staub der Erde. Du nur schaffest, daß ich weiß, Wie das Vließ der Lämmer werde. Tilgen willst Du ja den Schaden Dem, der reuig Dich umfaßt; Nimm denn, Herr, von mir die Laſt, Müh'voll komm' ich und beladen. Laß mich flehend vor Dir knie'n, Daß ich über Deine Füße Nardenduft und Thränen gieße, Gleich dem Weib, dem Du verzieh'n, Bis die Schuld wie Rauch zerfließe. Der den Schächer Du geladen: Heute noch in Edens Bann Wirst du sein!" o nimm mich an, Nimm mich an, du Hort der Gnaden. A. d. Span. des Don Manuel del Rio übers. v. Em. Geibel. 88 Fritigil, Königin der Marcomannen, 4. Jahrh. Theodosia, Jungfrau und Märt. in Cäfarea, † 307. 1] 1. April. 2. April. Die Lerche. Wie die Lerche jubilierend Von der Erd' empor sich schwingt, Sich im Himmelsblau verlierend, Gott dem Herrn ihr Loblied singt: So schwing' dich, mein Geist, nach oben, Wo du find'st, was dir gebricht, Fern von allem ird'schen Toben, Such', was droben ist im Licht. Wie die Lerche jubilierend Aufwärts steigt im Fluge kühn, So laß mich, Herr, triumphierend Einstens auch nach oben zieh'n. In dem kurzen Erdenleben Sehnt nach Ew'gem sich das Herz, Darum immer geht mein Streben Gleich der Lerche- himmelwärts. 2] Der Einzug in Jerusalem. Herr, kann des Volkes Jubel Dich erfreuen, Ihr Hosiannaruf, ihr huld'gend Neigen, Ihr Eifer, Deinen Weg mit Blumen, Zweigen, Ja mit den eig'nen Kleidern zu bestreuen? Du schweigst und seufzeft, Herr! Was sagt dies Schweigen? Ach! diese Lämmer werden morgen Leuen, 89 3. April. Gerh. Terstegen zu Mühlheim a. Ruhr, Dichter+ 1769. Und ihren Kehlen, die jetzt Willkomm schreien, Wird bald der Blutruf Kreuzigt ihn!" entsteigen. Den Stamm, von dem sie brachen dieſe Äſte, Daraus sie morgen Ruten Dir bereiten, Den bieten sie Dir nackt zu anderm Feste, Und Schilf und Dorn statt dieser Lilien, Rosen; Und wenn sie ihre Kleider heut' Dir spreiten, Ist's, um die Deinen morgen zu verlosen. 3] Frei nach dem Spanischen des Franc. de Quevedo Villegas. Jesus mein Erlöser. Jesus, Heiland meiner Seele! Laß an deine Brust mich flieh'n, Da die Wasser näher rauschen, Da die Wetter höher zieh'n. Birg mich in den Lebensstürmen, Bis vollendet ist mein Lauf; Führe mich zum sichern Hafen, Nimm dann meine Seele auf. Andre Zuflucht hab' ich keine, Zagend hoff ich nur auf Dich. Laß, o laß mich nicht alleine, Hebe, Herr, und stärke mich! Nur zu Dir steht mein Vertrauen, Daß kein Übel mich erschreckt, 90 Ambrosius, Bisch. v. Mailand, Kirchenlehrer, † 397. 4. April. Mit dem Schatten deiner Flügel Sei mein wehrlos Haupt bedeckt! 4] Gnad' um Gnade, volle Sühnung, Sind in Dir, o Jesu, mein; Laß die Heilung mich beströmen, Nimm gereinigt mich herein. Du ja bist des Lebens Quelle, Die den Durst auf ewig stillt. Sei der Born in meinem Herzen, Der zum ew'gen Leben quillt! A. d. Engl. v. Dr. Schwarz. Morgenflehen. ( Aeterna coeli gloria.) O du, des Himmels Zier und Kron', Du Hoffnungsstern dem Erdensohn, Des Gottes, der in Wettern groß, Der keuschen Jungfrau ew'ger Sproß; Reich beim Erwachen uns die Hand, Daß lauter sich der Geist, entbrannt Für dich, und Gottes Lobes voll Aufschwingt und bringt des Dankes Zoll. Der Morgenstern am Himmel lacht, Verkündend, daß der Tag erwacht; Die Nacht versinkt, das Dunkel bricht! Ozünd in uns dein heilig Licht! 91 5. April. Christian Scriver, Hofpred. zu Quedlinburg, † 1693. Treib alle Erdennacht hinaus, Und wohn in unsres Herzens Haus, Und halte bis ans End' der Zeit Die Herzen von der Schuld befreit. 5] Vor allem andern aber, Herr, erstark' Im Glauben unsres Herzens Mark; Im Hoffen gieb uns Freudigkeit, Im Lieben Überschwenglichkeit. Ambrosius. Sehet, welch ein Mensch! Wundgeschlagen, blutbefleckt, Schmerzdurchwühlt und schmachbedeckt, Lamm, zur Schlachtung dargestellt, Stein, verworfen von der Welt, Taube, in des Geiers Krallen, Reh, in Jägers Netz gefallen, Ohne Heimat, ohne Ruh- Jesu, welch ein Mensch bist du! Lichtumflossen, friedumweht, Eingehüllt in Majeſtät, Lamm, dem man die Harfen schlägt, Eckstein, der das Weltall trägt, Adler, der sich schwingt zu Sonnen, Löwe, der die Schlacht gewonnen, Unsrer Seelen Heim und Ruh Jesu, welch ein Mensch bist du! G. Weitbrecht. 92 6] Albrecht Dürer, Maler zu Nürnberg, † 1528. 2 Haupt voll Blut und Wunden. ( Salve caput cruentatum.) Sei gegrüßt, o Haupt im Blute, Mit dem Kranz der Dornenrute, Das so Wund' als Spott getragen, Mit dem Rohre hart geschlagen, Tief unter Hohn und Schmach gebeugt. Seid gegrüßt ihr edlen Wangen, Ganz vom Schmerzensflor umhangen. O, das sonst so lebensreiche Antlig starrt in Todesbleiche, Vor dem der Himmel schauernd schweigt. Ach, an Deinem heil'gen Leide Teil zu haben, wär' mir Freude. Laß mich, Jesus, mit Dir sterben, Dieses Kreuz mich mit erwerben, Mich teilen Deines Todes Schmach; Jesus, Deinem Tod, dem bittern, Sag' ich Dank mit Freudezittern. Güt'ger Vater Deiner Kinder, Gieb, daß reuelos Dein Sünder Einst ohne Dich nicht sterben mag. Wenn ich muß den Tod erwählen, Wolle mir nur dann nicht fehlen; Wenn des Todes Stunden eilen, Komm, o Jesus, ohn' Verweilen Als Schuß dann zu mir neige Dich. 93 6. April. 7. April. Olaus Peterson, Reformator Schwedens, † 1552. Heißest wandern Du den Deinen, Dann, o Jesus, wollst erscheinen. Geliebter voll Erbarmen, Zum Umarmen dann mir Armen Am Heilskreuze zeige Dich. Str. 1. 4. 5. Bernh. v. Clairvaux, † 1153, deutsch v. Fortlage. 7] Der Herr am Kreuze. Ich sink' an seinem Kreuze nieder Und kniee mit Maria hin, Wir alle sind ja Schwestern, Brüder; Ein Leid beweget unsern Sinn. Da hängt Er zwischen Erd' und Himmel, Der Sohn, der Erd' und Himmel schuf!- Ein rohes, tosendes Getümmel Verschlingt fast seinen Abschiedsruf. Ich hab' Ihn mit ans Kreuz geschlagen Und flage mich des jammernd an; Er aber betet ohne Klagen: ,, Sie wissen nicht, was sie gethan!" Der Netter stirbt, der Herr des Lebens, Er stirbt für uns den Menschentod. Laß Ihn nicht sterben, Mensch, vergebens!- Der Herr des Lebens ist dein Gott! Da faßt ein Jubel sonder gleichen Im Schmerz die Seele wunderbar; 94 Martin Chemnitz, Superint. in Braunschweig, † 1586. 8. April. Durch dunkle Wolken niederreichen Sieht man den Himmel rein und klar. 8] Vergeben sind sie uns, vergeben, Die Sünden unsrer Erdenlust: Ein himmlisch Weinen, Danken, Beben, Erfüllt die sturmzerriff'ne Bruſt. Aufs neu' geschenkt sind wir uns alle Das Lied des Heils steigt himmelwärts, Und den entsühnten Brüdern falle Entfühnt ich selber an das Herz. Alb. Zeller Karfreitag. Herr, gedenke mein!" der Schächer sprach, Eh' am Kreuz sein Aug' im Tode brach, Und noch ehe schwand das Licht der Sonne, Ging er ein zur Paradieseswonne. Herr, gedenke mein!" so sprach auch ich, Da es trüb und dunkel ward um mich, Und noch ehe sich der Tag geendet, Ward mir Paradiesestrost gesendet. " Herr, gedenke mein!" Kommt einst der Tod Und umfängt mich meine letzte Not, Neig Dich her zu mir und führ den Müden Still und sanft zum Paradiesesfrieden. G. Weitbrecht. 95 9. April. Thomas v. Westen, Apostel der Lappländer, † 1727. 10. April. Daniel, Prophet. 9] Karfreitag. Der Schöpfer stirbt, und alle Kreaturen Entbieten ihm des Mitleids heil'ge Pfande: Die Sonn' erlischt: in schwarze Sterbgewande Gehüllt steh'n trauernd Berg und Hain und Fluren. Der Tod sogar zeigt Mitgefühles Spuren; Des Lebens Schrei dringt zu der Gräber Rande, Weckt Heil'ge auf; sie geh'n umher im Land, Des Gottesmords wahrhaftige Auguren. Wenn nichts ist, das um seinen Herrn nicht weine, Der Erde Felsenherz selbst springt in Stücken, Des Tempels Vorhang reißt, und ob es scheine, - Die Welt woll' ihren Angeln sich entrücken,- Kann ich, der es verschuldet, ich alleine Mit trock'nem Aug' auf dieses Schauspiel blicken? Frei nach Argenfola v. Diepenbrock. 10] Karfreitag. Tag, so schwarz und trübe, Wie düst're Mitternacht! O Tag, so warm von Liebe, Wie's keine Sonne macht! Dich schwärzen finstre Thaten, Du brütest schweres Leid, Du zeigst den Herrn verraten, Den Herrn der Herrlichkeit! 96 11] Ezechiel, Prophet. An greuelhafte Gründe Führst du den scheuen Fuß, Und ungeheure Sünde, Das ist dein Morgengruß! Und Liebe ohne Ende, Aus Gottes Vaterhaus, Sie breitet hier die Hände Am Kreuze segnend aus. Verfolgt von blut'gem Haffen, Vergießt sie für die WeltSie kann's, sie kann's nicht laffen Ihr Blut als Lösegeld! O Tag, so schwarz und trübe, Du zeugst von meiner Nacht: O Tag, so warm von Liebe, Ich seh' der Gnade Macht! H. Möwes. Ein feste Burg. Ein feste Burg ist unser Gott, Ein gute Wehr und Waffen. Er hilft uns frei aus aller Not, Die uns jetzt hat betroffen! Der alt böse Feind, Mit Ernst er's jetzt meint; Groß Macht und viel List Sein' grausam Rüstung ist; Auf Erd' ist nicht sein's gleichen. 97 7 11. April. Ezechiel, Prophet. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, Wir sind gar bald verloren. Es streit't für uns der rechte Mann, Den Gott hat selbst erkoren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, Der Herr Zebaoth, Und ist kein andrer Gott, Das Feld muß er behalten! ( 11. April.) Und wenn die Welt voll Teufel wär Und wollt uns gar verschlingen, So fürchten wir uns nicht so sehr, Es soll uns doch gelingen! Der Fürst dieser Welt, Wie sau'r er sich stellt, Thut er uns doch nicht; Das macht, er ist gericht't, Ein Wörtlein kann ihn fällen. Das Wort sie sollen lassen stahn Und kein Dank dazu haben! Er ist bei uns wohl auf dem Plan Mit seinem Geist und Gaben. Nehm'n sie uns den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib: Laß fahren dahin, Sie habens kein Gewinn; Das Reich muß uns doch bleiben! Dr. Martin Luther 1529. ( Den 11. April 1521 stand Luther vor dem Reichstag zu Worms.) 98 12] 13] Leo d. Gr., Bischof v. Rom 461. Justinus der Märt., Kirchenlehrer um 161. Christi Begräbnis. Teure, bleiche, Blut'ge Leiche, Die für mich am Kreuze hing, Die erduldet Unverschuldet, Was hier über Dich erging: Überwunden Sind die Stunden, Da Dich Todesnacht umfing. Nehmet stille Jesu Hülle Von dem Holz des Fluches ab; Legt die Glieder Liebend nieder In das Grab, das Liebe gab! O mein Leben, könnt ich geben Dir mein Herz zum reinen Grab! Nicht Verwesung, Nur Genesung Blüht aus diesem Grab empor; Nach der Plage, Nach der Klage Steigst als Sieger Du hervor, Und der Deinen Schmerzlich Weinen Wandelt sich in Jubelchor. 12. April. 13 April. Das heilige Grab. Ein' Garten weiß ich feine Da bin ich gern alleine, Drin blühen zart und klein Viel rote Blümelein, 99 Univ.- Bibl. Giessen D. E. Schott. ( 13. April.) Justinus der Märt., Kirchenlehrer um 161. Es singt darin mit Schall Die süße Nachtigall. Der Garten, der ist nah Beim Kreuz auf Golgatha; Dem Joseph ist er eigen. Im Garten ist zu schauen Ein Grab aus Fels gehauen, Da legten sie hinein Ein Saatkorn zart und rein. Es singt dazu mit Schall Die süße Nachtigall, Und aus dem Himmel ferne Erglänzen güldne Sterne Der Heiland liegt im Grab. Doch sieh! am dritten Tag Geschieht ein Donnerschlag, Der sprengt des Grabes Thür, Und Licht erglänzt herfür. Es singen da mit Schalle Die lieben Englein alle, Die Blümlein stehn in Pracht, Die Sonne kommt mit Macht- Der Heiland ist erstanden. G. Weitbrecht. 100 Joh. Eccard, Kapellmeister in Königsberg, † 1611, 14. April. 11. Ge. Fr. Händel, Kapellm. in London, † 1759. Simon Dach, Prof. in Königsberg, Dichter, † 1659. 15. April. 14] Der heilige Leichnam. Als sie des Herren Leichnam vom Kreuz genommen ab, Sprach Joseph:„ Er soll haben mein neues Felsengrab." Und Nicodemus sagte:„ Ich bringe nun herbei Für seine armen Glieder viel edle Spezerei." Und stille von den Seinen trat Martha hin, das Weib, rach: Ich will umhüllen und salben Seinen Leib." Maria Magdalena umschlang des Herren Fuß, Neßt ihn mit vielen Thränen und gab ihm manchen Kuß. Und die so gern ihm lauschte, Maria Lazari, Küßt ihm die kalten Lippen, die ihr verstummt so früh. Johannes nahm die Dornen Ihm von dem Haupt alsbald, Und ließ die Wange ruhen an Seiner Brust so kalt. Maria aber, die Mutter, sank hin in großem Schmerz Und drückte fest die Lippen auf sein zerstochen Herz! H. A. Seidel. 15] Vater, vergieb. ( Jesus salutis hostia.) Jesus, des Heiles Opferlamm, des Heiles süßer Friedensport, Jesus, der Gnaden uns gewann, des Heiles reicher Segenshort, 101 ( 15. April.) Simon Dach, Prof. in Königsberg, Dichter, † 1659. Jesus, Du unsres Glaubens Stamm und unser sichrer Zufluchtsort, Du haft für alle Menschen Huld, zu enden unsres Kerkers Spott, Du haft für aller Menschen Schuld, zu tilgen unsrer Sünden Not, Du haft mit göttlicher Geduld, zurückzuleiten uns zu Gott, Nicht harter Fesseln Zwang gefloh'n, nicht Geißeln und nicht Dornenkron, Nicht Galgen, die den Räubern droh'n, nicht Wunden und nicht Schmach und Hohn. Da Dich das Holz umgitterte, und Feindes Wut sich nun ergoß, Der Hammer Dich erschütterte, der Nagel Dir das Fleisch durchschoß, Der Schmerz den Sinn durchzitterte, das heil'ge Blut herniederfloß, Als Leiden Dich umwitterte, Beängstigung den Tag verschloß; Hast Du den Vater im Gebet für den, der Dich am Kreuz erhöht, Der selbst nicht, was Sprechend: Vater vergieb ihnen, er thut, versteht, für Deinen Feind noch angefleht, denn sie wissen nicht, was sie thun.“ A. d. Lat. des Bonaventura, † 1274. 102 Petrus Waldus i. Lyon, Gründ. d. Waldensergem. 1197. 16. April. 16] Das heilige Kreuz. ( Crux benedicta nitet.) Segen umleuchtet das Kreuz, an dem der Erlöser gehangen, Da mit dem eigenen Blut unsere Wunden er wusch. Opfer ward er für uns, er rettet die Schar seiner Lämmer, Selber ein heiliges Lamm, treu aus dem Rachen des Wolfs. Mit den zerriffenen Händen erlöst er die Welt vom Verderben, Sperrt mit dem eigenen Tod mutig dem Tode die Bahn. Siehst du die blutige Hand, durchbohrt vom Nagel? Paulum aus Sünde und doch reißt sie Schuld, Petrum aus Kerker und Tod. O du fruchtbarer Baum, du süßester, teuerster Kreuzstamm, Was für köstliche Frucht trägst du an deinem Gezweig. In die Gräber hinab dringt ein lebendiger Odem, Die dem Tode geweiht, weckt er zu rosigem Licht. Sengende Glut durchbricht niemals dein schattiges Laubdach, Nimmer die Sonne bei Tag oder der Mond in der Nacht. 103 17. April. Mappalicus, Märt., u. Numidicus, Bekenner in Carthago 250. Ob auch nicht an Wassern gepflanzt, so grünst du doch üppig, Jegliches Zweiglein, es schmückt täglich mit Blüten sich neu. Dir an den Ästen empor rankt sich der himmlische Weinstock, Gießt in die schmachtende Welt purpurne, selige Flut. N. d. Lat. des Fortunatus, † 600, von Dr. Fr. Braun. 17] Jesu Wunden. Herr, was sind das für Wunden In Deinen Händen zart? „ Das haben eure Sünden Gemacht, daß ich so hart Und sehr geschlagen ward." Dacht ich doch, Herr, wir wären Als Deine lieben Leut, Die Dich stets thäten ehren Und Dir zu keiner Zeit Zufügten einig Leid. „ Ich kann nicht anders sagen: Im Haus der Lieben mein Bin ich also geschlagen; Seht an die Striemen mein, Ob sie nicht von euch sein." 104 18] Luther zu Worms 1521. Ach, das ist zu beweinen, Süßer Herr Jesus Christ, Daß Du so von den Deinen, Die Du liebst jeder Frist, Verwund't und g'schlagen bist. " Ja, mir habt ihr Arbeite Und große Müh' gemacht; Für eure Sünd' ich leide, Daß der nicht werd' gedacht. Solch's nehmt in gute Acht." Lob sei Dir, Herr, gesungen Für alle Schmerzen Dein, Daß Dich Dein Lieb' gezwungen Für uns in solche Pein, Ehr' sei dem Namen Dein. Geistl. Volkslied a. d. 17. Jahrh. Ostergesang. Was als dunkler Zukunft Spiegel Einschloß des Gesetzes Siegel: Christus hat es ganz vollbracht, Denn in Seines Blutes Heil Losch des Todes Feuerpfeil, Wich des Kerkers dunkle Nacht. Als sich Tod und Leben wanden, Ist er wahrhaft auferstanden, 18. April. 105 19. April. 19] Phil. Melanchthon, † 1560. Und mit Ihm aus Grabesbanden Viele Zeugen Seiner Macht. Dieses Morgens helles Tagen Endigt alle Abendklagen, Denn der Tod ist ganz geschlagen, Daß uns lauter Freude lacht. Jesus, neuen Lebens Gründer, Rettungsweg verirrter Sünder, Bittern Todes Überwinder, Lade treu uns, Deine Kinder, Ein zum frohen Ostermahl. Weinstock Du und Lebensquelle, Lebensbrot und Himmelsschwelle, Mach von Fehl uns rein und helle Und erlös uns aus der Hölle Von des zweiten Todes Qual. A. d. Lat. d. Adam v. St. Viktor, † 1177. Frühlingslied. Sonn', du schöne Kreatur, Dich seh' ich an mit Freud. Du kommst herbei als ein' Figur Der letzten Stund und Zeit; Denn da wird auch die himmlisch' Sonn', Christus, aufgeh'n, und Freud' und Wonn' Bringen in Ewigkeit. Ihr Bäum', bekleid't mit grünem Laub, Wer euch nicht will anseh'n 106 Joh. Bugenhagen, Gen.Sup. in Wittenberg, † 1558. 20. April. Als Gottes Werk, ist blind und taub. Wir müssen ja gesteh'n, Daß ihr im Winter gleichsam tot Gewesen seid; doch hat euch Gott Gezieret also schön. Ospiegel dich, du frommer Chrift! Christus, dein Heiland, lebt. Wiss', daß du nicht verloren bist, Wenn man dich schon begräbt. Steht auf, ihr Toten, wird Er sag'n, Ihr Frommen grünt ohn' alles Zag'n, In ew'gen Frenden schwebt! 20] Joh. Saubert, † 1646. Triumphgesang am Tage der Auferstehung. ( Cum rex gloriae.) Als der König der Ehre, Christus, kämpfend stieg ins Höllenthal, Und der Chor der Engel vor Seinem Antlik der Fürsten Thore zu öffnen befahl, Hat der Heiligen Volk, das im Tode gefangen lag, Mit thränenvoller Stimme gerufen: Du kommst, ersehnt mit langem Jammern, 11 Den wir erhofften in finstern Kammern, 3u befreien, die gefesselt sind in dieser Nacht, aus ihren Klammern. 107 21. April. Anselm v. Canterbury, Erzbisch., Kirchenlehrer, † 1109. Dich riefen Seufzer alle Tage, Dich ersehnete lange Weheklage, Du kommst als Hoffnung betrübten Deinen, Als großer Trost in ihren Beinen!" Hallelujah! Gottes Sohn, Dem stolzesten Feinde sich entringend, dem Tode, Tilgend Evas Schuld, Hat den spät reuigen Räuber, selig mit Sich vereint, geführt zum Reich, wohin Er ging, Besuchet Petrus mit den übrigen Jüngern, Und tröstet alle Reuevollen immer mit sanfter Stimme. Hallelujah! Augustinus, † 430. 21] Morgenlied zur Osterzeit. ( Aurora lucis rutilat.) Die Röte thut den Tag uns fund, Von Lob erschallt das Himmelsrund, Es jauchzt die Welt mit frohem Mund, Und seufzend heult der Höllengrund. Da jener starke Königsheld Die Macht des Todes hat zerschellt, Gestürzt das Reich der Unterwelt, Verlornes Leben hergestellt. Der unterm Stein in Grabesnacht Von starken Kriegern wird bewacht, 108 Origenes, Presbyter in Alexandria, Kirchenlehrer 254. 22. April. In siegerischer Freudenpracht Steigt er hervor, vom Tod erwacht. In heller Osterfreude war Der Tag voll Glanz, die Sonne klar, Da Christus sichtlich offenbar Sich machte der Apostel Schar. 22] Und da ihr Aug' Ihn nun erkannt, Im Fleisch die Wundenmale fand, Da riefen sie's durchs ganze Land Daß Christus aus dem Grab erstand. O Christus, Herr der Gütigkeit, Dir sei stets unser Herz geweiht, Zu bringen Lob und Preis bereit, Von Ewigkeit zu Ewigkeit. Str. 1-3 7-9. A. d. Lat., wahrsch. d. 8. Jahrh. Magdalene beim Grabe des Auferstandenen. ( Pone luctum Magdalena.) Traure nicht mehr, Magdalene, Heb' die Stirne froh und frei. Simons Mahl, des Schmerzens Thräne, Alles Leid ist nun vorbei. Tausend Freuden uns umringen, Tausend Wonnetön' erklingen. Hallelujah schalle laut. 109 23. April. Adalbert v. Prag, Apostel der Preußen, Märt. 997. Lächle wieder, Magdalene, Und erheitre dein Gesicht, Denn es schwand uns Klag' und Thräne Und es lacht uns heitres Licht. Freiheit ist der Welt errungen, Christus hat den Tod bezwungen. Hallelujah schalle laut. Lebe, lebe, Magdalene! Angebrochen ist dein Tag; Freudenlied im Herzen töne, Denn des Todes Macht erlag. Ferne nun zieh'n trübe Schmerzen, Lieberfüllt glüh'n aller Herzen, Hallelujah schalle laut. Str. 1. 2. 5. 23] A. d. Lat. d. 15. Jahrh. Osterfreude. Sieh' die Welt ist neu verjüngt, Neue Wonnen blüh'n hervor. Mit dem Auferstand'nen schwingt Jedes Wesen sich empor, Feiernd Ihn, der sie erschuf, Dienstbar ihres Meisters Ruf, Jauchzt der Elemente Chor. Feuer freudig aufwärts strebt, Luft sich linde zitternd regt, Wasser rinnend nieder bebt, Erde stehet unbewegt. 110 Adalbert v. Prag, Apostel der Preußen, Märt. 997.( 23. April.) Leichtes frei nach oben steigt, Schweres sich zur Tiefe neigt: Alles neu im Jugendflor. Heitrer lacht des Himmels Blau, Sanft gekräuselt schweigt das Meer, Mild haucht Zephyr durch die Au'. Unser Thal, wie duftet's hehr! Dürres grünet neu und blüht, Kaltes neu erwärmet glüht, Seit des Lenzes Wiederkehr. Frost des Todes löset sich, Fürst der Welt erlag und wich. Ihm geraubt ist ewiglich Über uns sein Himmelreich: Woran ihm kein Recht gebührt, Wollt er halten und verliert Auch sein eignes Recht zugleich. 1 Joh. 14, 20. Leben siegt, den Tod es zwang, Nun der Mensch aufs neu errang, Was verschlossen war so lang, Paradieses sel'ge Lust. Freie Bahn hat Gott gewährt, Seit des Cherubs Flammenschwert, Das er einst so drohend schwang, Friedenvoll sich senken mußt. A. d. Lat. d. Adam v. St. Victor v. Schlosser. 111 24. April. Wilfrid, Erzbisch. v. York, Apostel der Friesen, 709. 24] Auf dem Weg nach Emmaus. Wo willt Du hin, weil's Abend ist Oliebster Pilgrim, Jesu Christ? Komm, laß mich so glückselig sein Und kehr' in meinem Herzen ein. Hallelujah! Laß Dich erbitten, liebster Freund, Dieweil es ist so gut gemeint; Du weißt, daß Du zu aller Frist Ein herzenslieber Gast mir bist. Hall.! Es hat der Tag sich sehr geneigt, Die Nacht sich schon von ferne zeigt; Drum wollest Du, o wahres Licht, Mich Armen ja verlassen nicht. Hall.! Erleuchte mich, daß ich die Bahn Zum Himmel sicher finden kann, Damit die dunkle Sündennacht Mich nicht verführt noch irre macht. Hall.! Bevorab aus der letzten Not Hilf mir durch einen sanften Tod. Herr Jesu! bleib', ich halt' dich fest: Ich weiß, daß Du mich nicht verläßt. Hall.! Joh. Scheffler. 112 Marcus, Evangelist. 25. April. Gg. Conr. Rieger, Spezial- Sup. i. Stuttgart, † 1743. 26. April. 25] Auferstehungslied. ( Plaudite coeli.) Schallet, ihr Himmel, Lache, du Äther, Freue dich, Erdkreis, Höhen und Tiefen! Stürmendes Rasen Ist fortgeblasen. Heil'ges Gefieder Schwebet hernieder. Sprosse nun, Frühling, Sprosset, ihr Halmen, Auf bunten Wiesen; Sprosset bei süße Rosen verstohlen, Zarte Violen, Lilienkelchen, Dunkele Nelken. Breitet, ihr Lieder, Weites Gefieder, Gieße, du Leier, Lebendes Feuer, Nun es getagt hat, Wie Er gesagt hat, Daß Er erstehe Christ aus der Höhe. Berge erklinget, Brünnelein singet, Thalgründe hallet, Hügel erschallet! Nun es getagt hat, Wie Er geſagt hat, Daß er erstehe, Christ aus der Höhe. A. d. Lat. d. 15. Jahrh. v. Fortlage. 26] Leide dich. Kein Christ soll ihm die Rechnung machen, Daß lauter Sonnenschein Hie um ihn werde sein, Und er nur scherzen müss' und lachen. Wir haben keinen Rosengarten Hie zu gewarten. 8 113 27. April. Otto Catelin, Märtyrer in Genf, † 1554. Wer dort mit Christo hofft zu erben, Gedenk' auch für und für, In dieser Welt allhier, Mit ihm zu leiden und zu sterben. Hie wird, was Gott uns dort erkoren, Durch Kreuz geboren. Der Wein muß erst gefeltert werden, Eh' als sein süßer Saft Das Trauren von uns rafft; Der Weizen, so uns stärkt auf Erden, Kommt durch das Mahlen und durch Hige Uns erst zu nüße. Ist noch so viel uns widerfahren, So ist doch dieses Leid Nicht wert der Herrlichkeit, Die Gott an uns will offenbaren, Weil sie nach diesen kurzen Zähren Soll ewig währen. Simon Dach. 27] Die Blumen. Wer hat die Blumen nur erdacht, Wer hat sie doch so schön gemacht, Gelb und rot, und weiß und blau, Daß ich meine Lust d'ran schau? Wer hat im Garten und im Feld Sie so auf einmal hingestellt? Erst war es doch so fahl und kahl, Und nun blüht alles auf einmal. Wer ist's, der ihnen allen schafft In den Wurzeln frischen Saft, 114 Frdr. Myconius, Sup. in Gotha, Ref. Thüring. 1546. 28. April. Gießt den Morgentan hinein, Schickt den hellen Sonnenschein? 28] Wer ist's, der so schön und süß Alle blühn und duften ließ, Daß die Menschen, groß und klein, Sich in ihrem Herzen freun? Wer das ist, und wer das kann, Und nie müde wird daran? Das ist Gott in seiner Kraft, Der die lieben Blumen schafft! - Zur Konfirmation. Junge Blume, blühe Deinem Gott und Herrn, Junger Funke, glühe Jeju, deinem Stern. Junges Schäflein, hänge Deinem Hirten an, Folg ihm durch die enge, Dornenvolle Bahn. Junges Vöglein, finge Gottes Lob mit Luſt, Daß es hell dir klinge Aus der frohen Brust. Junges Blatt, umranke Christi Kreuzesstamm, 115 Hey. 29. April. Lud. v. Berquin, Kön. Rat i. Paris, M. 1529( † 22. Ap.). Junge Seele, danke Ihm, dem Gotteslamm. Fliege, junge Taube, Aus der Arche aus, Frommer Kindesglaube Führt dich einst nach Haus. Junger Pilger, ziehe Vorwärts deine Bahn, 29] Jesu Todesmühe Bringt dich himmelan. Frühlingswunder. Bieh, der Winter ist vergangen, Schnee und Regen ist vorbei; Leben, das der Tod gefangen, Bricht die Bande und wird frei. Aller Orten regt sich mächtig Was des Winters Schlaf gedrückt O, und bald steht alles prächtig, Frühlingsherrlich ausgeschmückt. Seinen Odem läßt Gott wallen Lebenswarm durch Wald und Flur, Auferweckungsstimmen schallen In die Gräber der Natur. Ihre Adern wieder fließen, Und ihr Antlig färbt sich schön, Tausend Lebenskeime sprießen In den Thälern, auf den Höh'n. 116 30] Georg Calirt, Professor zu Helmstädt 1656. 30. April. Zarte Blumen öffnen zagend Hier und da ihr enges Haus, Strecken ihre Häupter fragend In die milde Luft hinaus. Da wird lauter Ruf vernommen, Sorgenloser Vögel Chor: Ja, der Frühling ist gekommen, Kommt, ihr Blumen, kommt hervor! Überall erschallt es deutlich: Leben ist vom Tod erwacht! Und die Erde schmückt sich bräutlich, Und der blaue Himmel lacht. Komm, dies Wunder anzusehen, Freu' dich, Seele, inniglich: Gott läßt seinen Odem wehen, Und der Frühling kommt für dich. Spitta. Kindessinn. liebe Seele, könnt'st du werden Ein kleines Kindlein noch auf Erden, Ich weiß gewiß, es lebt' noch hier Gott und sein Paradies in dir. Ein Kindlein ist gebeugt und stille, Wie sanft gelassen ist sein Wille! Es nimmt, was ihm die Mutter giebt, Es lebet süß und unbetrübt. 117 Philippus und Jacobus, Apostel. Man hebt es auf, man legt es nieder, Man macht es los, man bind't es wieder: Was seine Mutter mit ihm macht, Es bleibt vergnügt und süße lacht. 1. Mai. Mit Forschen und mit vielem Denken Kann sich ein Kind das Haupt nicht kränken; Es lebt in süßer Einfalt so Im Gegenwärtigen ganz froh. O süße Unschuld! Kinderwesen! Die Weisheit hab ich mir erlesen: Wer dich besigt, ist hochgelehrt, Und in des Höchsten Augen wert. 1] O Jesu, laß mich noch auf Erden Ein solch unschuldig's Kindlein werden; Ich weiß gewiß, so lebt schon hier Gott und sein Paradies in mir. ( V. 1. 3. 8. 14. 16.) Terstegen. Maienpracht. Wie so ein Frühlingsmorgen lacht! Wer sieht sich satt an all der Pracht! Ja, schon als Kind das Herz mir schwoll Bei solchem Anblick wonnevoll. Und später oft in Gram und Schmerz Kam stiller Friede mir ins Herz, 118 2] Athanasius d. Gr., Bischof v. Alexandria, 2. Mai. Kirchenlehrer 373. Wenn mich aus Fluren, Thal und Höh'n. Der Morgen grüßte golden schön. Gott, der die Welt so schön gemacht, Hat liebend auch an mich gedacht. Entzückt mich seines Kleides Saum Schon hier als wie ein selger Traum, Was wird es erst dort oben sein, Wenn ich ihm seh ins Herz hinein, Und dieser Blick in Gottes Glanz Mich in sein Bild verkläret ganz! - Drum, werd ich noch so alt und grau, Wenn ich hinaus ins Freie schau An einem hellen Maientag, Mein Herz nur jubilieren mag. Marie Guntisberg. Osterfeier. Am Freitag muß ein jeder Christ Sein Kreuz mit Christo tragen, Bis der Sabbath vorhanden ist, Dann ruh't er in sein'm Grabe, Bis kommt der fröhlich Ostertag: Dann ihn das Grab nicht halten mag, Mit Freuden er aufwachet. Der Freitag währt die kleine Zeit Weil wir leben auf Erden, 119 3. Mai. 3] Monika, Mutter Augustins 388. Mit Jammer, Angst und Herzeleid Daran betrübt wir werden, Das macht Adams und unser Schuld! Wohl dem, der sein Kreuz mit Geduld Dem Herrn Christo nachträget. Am Sabbath kommen wir zur Ruh', All Kreuz wird weggenommen, Wenn uns ist gehn die Augen zu Und unser Stund' ist kommen, Dann trägt man uns ins Ruhbettlein, Darin gar sanft wir schlafen ein Bis uns der Herr aufwecket. Dann kommt der fröhlich Ostertag, So werd'n wir all' aufstehen! Der Tod dann uns nicht halten mag; Entgeg'n werden wir gehen Christo und mit Ihm in Sei'm Reich Leben in Freuden ewiglich! Herr Christ, das hilf uns! Amen. Nicolaus Hermann. Preis Gottes. Preist Gott in dieser Frendenzeit! Die Sonne der Gerechtigkeit Erquicket Herz und Glieder; Sie dringt mit Macht Aus dunkler Nacht, Und bringt den Frühling wieder. 120 Florian, Hptm. zu Lorch in Ob.Oestreich, Märt., † 304. 4. Mai. Das ist der Siegsfürst Jesus Christ, Der heut' vom Grab erstanden ist, Und hat den Sieg errungen; Nun ist der Tod Und alle Not In seinen Sieg verschlungen. 4] Auch hat des Überwinders Macht Viel Güter aus dem Grab gebracht, Die will er gern uns geben: Das edle Kleid Gerechtigkeit," Licht, Freud' und ew'ges Leben. Drum geb' ich, was ich hab' und bin, In deine Hand, o Jesu, hin, Mein höchster Trost auf Erden! Dein Sieg ist mein Und ich bin dein; Nichts soll mir Lieber's werden. Laß mich mit Dir zu Grabe gehn, Mit Dir im Glauben auferstehn Und allen Lüften steuern, Daß nach der Zeit In höchster Freud' Ich Ostern möge feiern! Nach Bernhard v. Derschau. Morgenlied. Verschwunden ist die finst're Nacht, Die Lerche schlägt, der Tag erwacht, Die Sonne kommt mit Prangen Am Himmel aufgegangen. 121 5. Mai. 5] Friedrich d. Weise, Kurfürst v. Sachsen, † 1525. Sie scheint in Königs Prunkgemach, Sie scheinet in des Bettlers Dach, Und was in Nacht verborgen war, Das macht sie kund und offenbar. Lob sei dem Herrn und Dank gebracht, Der über diesem Haus gewacht, Und mit den heil'gen Scharen Uns gnädig wollt bewahren. Wohl mancher schloß die Augen schwer Und öffnet sie dem Licht nicht mehr. Drum freue sich, wer neu belebt Den frischen Blick zur Sonn' erhebt. Fr. Schiller. Blüten und früchte. Wie lieblich in der Blüten Fülle Lacht er uns an, der liebe Baum; Man sieht vor seiner Silberhülle Die Blätter und die Zweige kaum, Doch jede Blüte wird nicht Frucht Das wisse, wer nach Früchten sucht. O nimm es, Mensch, dir zu Gemüte, Was diese Blütenpracht dich lehrt! Wie manche schöne Geistesblüte Ward frühe schon vom Sturm zerstört: Wie manche, ob verschont vom Sturm, Zerstörte schnell der Sünde Wurm! 122 6] Johannes v. Damascus, Kirchenlehrer um 754. 6. Mai. Was hilft's, daß einmal fein du liefest, Wenn erste Liebe doch entflieht, Wenn du nicht wachtest, wenn du schliefeſt, Und wenn dein Herr nicht Früchte sieht? Drum sorge du, daß deine Frucht Dein Heiland einst umsonst nicht sucht! A. Moraht. Trost im Herzen. Die alten Felsen wanken; Die Treue Gottes steht: Die hohen Schiffe schwanken; Sein Eidschwur nie vergeht. Er führt die Seinen treu und mild, Er ist der Seinen Schwert und Schild. Zwar sind sie oft in Kummer, Und seufzen:„ Herr, wie lang! Erwach aus deinem Schlummer; Dem Herzen ist so bang! Wir sind so arm, wir sind so schwach, Und drückend ist das Ungemach." Doch aus dem Vaterherzen Ein Bronn des Trostes quillt, Der alle unsre Schmerzen Und allen Jammer stillt: Bald folgt auf kümmerlich Geschick Der Hilfe sel'ger Augenblick. 123 Univ.- Bibl. Giessen 7. Mai. Otto d. Gr., Kaiser, 937. O laßt uns Ihm vertrauen, Und folgen Seiner Spur, Und Ihm ins Auge schauen: Es strahlet Liebe nur, 7] Wann sich der Winter weggewandt, Dann geh'n die Blumen auf im Land. Sie alle, die geschieden, Die bringt Er, uns zum Glück Die Einen noch hienieden, Die andern dort- zurück. Wir werden alle wieder seh'n, Die hier an Seinen Händen geh'n. Ch. G. Barth. Lerchensang. Hört die Lerche, sie singt! Hoch in den bläulichen Lüften, über den grünenden Triften Tönet ihr Lied; wie erklingt Ihre melodische Brust Uns zur Freude und Lust! Seht die Lerche, fie steigt! Hoch aus den himmlischen Räumen Ruft sie den schlummernden Keimen: Grünet, der Winter entfleucht; Und der Ernährerin Schoß Schmücken Halme und Moos. 124 8] Stanislaus, Bischof v. Krakau, Märt., † 1079. Seht die Lerche! sie schwingt Lustig ihr braunes Gefieder, Und auf die Knospen hernieder Schauet sie freundlich und singt: Krönet das liebliche Grün! Und die Knospen erblühn. Hört die Lerche! sie schwebt Über der Erde Gewimmel Preisend und dankend gen Himmel! Menschen, so singt sie, erhebt Über die staubige Bahn Eure Herzen hinan! Fr. Ad. Krummacher. frühling. Der kühle Maien, Der mein Aug' und Gemüt Erquickt durch Gottes Güt', Soll mich erfreuen. Die Nachtigall Läßt ihren Schall Durch Berg und Thal erklingen; Was lebt und schwebt, Die Stimm' erhebt, Will Gottes Lob besingen. Die Sonne blicket Uns an mit holdem Schein; 125 8. Mai. 9. Mai. Gregor v. Nazianz, Kirchenlehrer 390. Manch kühles Lüftelein Das Herz erquicket. Die Bächlein schön Hinrauschend geh'n Und uns viel Freude machen; Gras, Laub und Blüt' Sind froh bemüht, Uns freundlich anzulachen. Drum laßt uns singen Zu dieser frohen Zeit Des Schöpfers Mildigkeit, Das Herz aufschwingen; Denn kann auch nur Die Kreatur Zu solcher Lust gedeihen: Denkt, wie einmal Des Himmels Saal Uns ewig werd' erfreuen. Verf. unbekannt. 9] Hymnus an Gott. über allem Erhab'ner! Wie anders wohl darf ich Dich nennen? Wie kann ein Wort Dich singen, der unaussprechbar dem Wort ist? Du bist allein unredbar; denn was wir auch reden, erschufst Du. 126 Joh. Heuglin v. Lindau, Märt. i. Bauernkrieg, † 1527. 10. Mai. Wie kann ein Geist Dich schauen, der ganz unfaßbar dem Geist ist? Du bist allein undenkbar; denn was wir auch denken, erschufst Du. Alles rufet nach Dir, was Red' hat oder was feine. Allen gemeinsam ist dies Verlangen, gemeinsam die Wehen Aller um Dich, Dich beten die Wesen an, und zu Dir fleh'n, Aufmerksam Deinem Winke, sie all' im schweigenden Loblied; Alle bleiben in Dir, in Dir flieh'n alle zusammen, Du bist allen ihr Ziel, indem Du das Eins und das Al' bist, Weder nur eins, noch alles allein;- doch die hüllenden Schleier, Welcher himmlische Geist durchdränge sie? Zeig' mir Dich milde, O über allem Erhabener! wie anders wohl darf ich Dich nennen! A. d. Griech. des Gregor v. Nazianz. 10] Christ ein Gärtner. Ein Gärtner geht im Garten, Wo tausend Blumen blüh'n, Und alle treu zu warten, Ist einzig sein Bemüh'n. 127 ( 10. Mai.) 3. Heuglin v. Lindau, Märt. im Bauernkrieg, † 1527. Der gönnt er sanften Regen, Und jener Sonnenschein; Das nenn ich treues Pflegen, Da müssen sie gedeih'n. In liebenden Gedanken Sieht man sie fröhlich blüh'n, Sie möchten mit den Ranken Den Gärtner all' umziehn. Und wann ihr Tag gekommen, Legt er sie an sein Herz, Und zu den Sel'gen, Frommen Trägt er sie himmelwärts, Zu seinem Paradieſe, Zu seiner schönen Welt, Die nimmermehr, wie diese, In Staub und Asche fällt. Hier muß das Herz verglühen, Das Weizenkorn verdirbt; Dort oben gilt ein Blühen, Das nimmermehr erstirbt. Du Gärtner treu und milde, Olaß uns fromm und fein Zum himmlischen Gefilde, Zum ew'gen Lenz gedeihn! 128 Max v. Schenkendorf, 1815. Joh. Arnd, Gen.Sup. in Celle, † 1621. 11. Mai. 11] Gebet um Weisheit. Mein Heiland, lehre mich die Weisheit, so von oben, Weil du die Weisheit bist des Vaters, hoch erhoben. Wer in dir weise ist, in Deinem Licht erkannt, Der hat, statt der Vernunft, erleuchteten Verstand. O, was für Finsternis umgeben und bedecken Den Geist, der wohlgeplagt muß in dem Sterker stecken, Mit Thorheit angefüllt, mit Weisheit dieser Welt Gespeiset. Ach, wer ist's, der Wahrheit hat und hält? Zu Dir, Herr, fliehe ich: Du bist das Licht und Leben Der Sterblichen, und was vom Lichte wird umgeben. Gieb mir Dein göttlich Licht, vertreib' die Finsternis; Dein Geist erleuchte mich: so sieht mein Geist gewiß. Zwar ich bekenne mich unwürdig solcher Ehren; Du wollst mich Armen nur der Brosamen gewähren! Ein Krumen Deiner Kraft, ein Tropf' von Deinem Blut, Laß reinigen mein Herz und stärken meinen Mut. Ich suche mit der Welt nicht Vorteil, Ehr' und Schäße: Mein Lohn und Schild bist Du, in dir ich mich ergöße. Entzünde meinen Geist mit Deinem Himmelsfeu'r; Ich liebe sonsten nichts, Du bist allein mir teu'r. Dein Lob soll ewiglich in meinem Geift erklingen, Und meine Lippen stets von Deiner Weisheit singen. Was hat der Mensch doch mehr, o Herr, das er abstatt', Als daß er ewiglich Dein Lob im Munde hat? Aus J. Arnd's Paradiesg. 9 129 12. Mai. 12] Meletins d. Gr., Bischof v. Antiochia, und das 2. Konzil zu Constantinopel, 381. Sehnsucht nach Kanaan. Mose, langen Wechsels müde, Strebt ins Land der Ruh' hinein, Wollte der vollkomm'nen Hütte Schon hienieden teilhaft sein. Ihm versagte Gott sein Flehen: „ Steige das Gebirg' hinan, Überschau' die sel'gen HöhenSo vollende deine Bahn." Seelen, sehnt ihr euch hienieden Schon nach ungetrübter Ruh? Eilet immerhin dem Frieden Kanaans verlangend zu. Nur bescheidet euch, ihr Knechte Gottes, hier nicht einzugeh'n! Lernt, wie Mose, Seine Rechte, Glaubt euch selig ohne Seh'n! Doch der Sehnsucht Durst zu stillen, Heb' uns hoch von Zeit zu Zeit Löse, Herr, der Augen Hüllen, Zeig' uns Deine Herrlichkeit! - Führ' uns auf des Berges Gipfel, Wenn wir der Vollendung nah'n: Friede durch der Palmen Wipfel Rausch' uns dann von Jenseits an! Joh. Bapt. v. Albertini. 130 13] Servatius, Bischof von Tongern, 383. Herzensfrühling. Laß dich nicht den Frühling täuschen, Herz, der dich mit Lust umringt, Wo mit wonnigen Geräuschen Wald und Flur von Leben klingt; Diese Welt, fie muß vergehen; Früher noch der Lüfte Raub, Wirst als Asche du verwehen, Herz, wie flücht'ger Blumenstaub. Willst du bis zum Wesen dringen: Wende vom Erschaff'nen dich! Willst du dich ins Leben schwingen: Einer zeigt als Führer sich, Der an solchem Frühlingsmorgen Hinter sich ließ die Natur, Und dem ird'schen Blick verborgen In der Himmel Himmel fuhr! Was die Jünger dort empfanden, Als ihr Auge flog empor, Fühl' es, Herz, und aus den Banden Flüchte durch des Glaubens Thor! 13. Mai. Mit den Ewigkeitsgedanken Bist du doch von Erde nur, Führt nicht Er dich aus den Schranken über alle Kreatur. 131 14. Mai. Nic. v. Amsdorf, ev. Bischof v. Naumburg, † 1565. Was auf Erden Ihn umgeben, War Ihm Bild und Ahnung bloß, Und Er atmete Sein Leben Stets nur aus des Vaters Schoß. Sieh' auch du im Glanz der Erde Nur vom Himmel einen Traum, Gleichnis dir des Höchsten werde Haus und Herde, Blum' und Baum! Deines innern Lebens Schwingen Wachsen aus dem Erdentod; Eh' Er konnt' ins Leben dringen, Hat auch Ihm das Grab gedroht. Wenn aufs Leben du verzichtet, Dann beginnt dein Lebenslauf; Wenn du dich als Staub vernichtet, Stehst du erst als Wesen auf. Gustav Schwab. 14] Soli Deo gloria. Pf. 118, 14. Was da schön, befingt es immer: Herr, du bist alleine groß! Dieser Psalm verklinget nimmer: Herr, du bist alleine groß! In des Glückes gold'ner Stunde strahlte mein entzückter Blick Wie der Tau im Sonnenschimmer: Herr, du biſt alleine groß! 132 Nic. v. Amsdorf, ev. Bischof v. Naumburg, † 1565.( 14. Mai.) In der Trübsal Kummernächten schrieb ich's weinend in den Staub: Erdenfreude geht in Trümmer; Herr, du bist alleine groß! Als ich staunend mich ergangen in der Schöpfung Riesendom, Las ich's in der Sterne Flimmer: Herr, du bist alleine groß! Als ich grübelnd mich vergraben in der Weltgeschichte Buch, Ging sein Geist durchs stille Zimmer: Herr du bist alleine groß! Käferlein hat mir's gepredigt in der Rose Purpurkelch), Und der Aar, der Lüfteschwimmer: Herr, du biſt alleine groß! Große Helden hört' ich preisen, doch was will vor Gott ihr Ruhm, Vor dem Diamant ein Glimmer? Herr, du bist alleine groß! Der Vergangenheit Ruinen predigen's mit Riesenschrift, Moosbedeckte Heiligtümer: Herr, du bist alleine groß! Was der Zukunft Buch entrollen, was der Nachwelt blühen soll, Komm es besser oder schlimmer: Herr, du bist alleine groß! Durch die tiefen Ewigkeiten ruft's der Sel'gen Wonnelied, 133 Der Verworf'nen Angstgewimmer! Herr, du bist alleine groß! K. Gerot. 15. Mai. Moses. 16. Mai. Die fünf Studenten von Lausanne, Märt. in Lyon, † 1553. 15] 16] Morgenlied. Das gold'ne Licht bricht schon heran; Unsel'ge Blindheit weiche dann, Die mit Blendwerk uns betrogen Und auf Abweg' hingezogen! Das Herz soll heiter, freudig, rein Durch dieses Lichtes Strahlen sein; Und der Mund sei fern von Lügen, Und die Seele fern von Trügen. Und so, von jeder Sünde frei, Geh' uns der ganze Tag vorbei, Und die Zungen, Augen, Hände Sei'n noch unbefleckt am Ende. Ein Herr ist oben, der uns sieht, Und dessen Blicken nichts entflieht; Bis zum Abend von dem Morgen Bleibt vor ihm kein Werk verborgen. Aus d. Lat. des Clemens, † 405. Der Abendstern. Abend ist es; Herr, die Stunde Ist noch wie in Emmaus, Daß aus Deiner Jünger Munde Jene Bitte fließen muß: Bleib', ach bleib' in uns'rer Mitte, Gieb nach Deiner heil'gen Sitte 134 Die fünf Studenten v. Lausanne, Märt. in Lyon, † 1553.( 16. Mai.) Uns im tiefen Erdenthal Friedensgruß und Abendmahl! Hingesunken ist die Sonne, Deine Leuchte sinket nicht: Herrlichkeit und ew'ge Wonne Sind vor Deinem Angesicht. Weithin schimmern nun die Sterne In der stillen Himmelsferne, Aber Du, o Glanz des Herrn, Bist der schönste Himmelsstern! Selig, wem Du aufgegangen, Wem Du in der armen Welt, Wo viel eitle Lichter prangen, Friedlich seinen Geist erhellt! Wenn die Tage nun sich enden, Darf er sich nach oben wenden, Und auch auf der dunklen Bahn Wird ihn Gottes Glanz umfah'n. Selig, wer am lezten Tage Nimmer fürchten muß die Nacht, Wenn kein Schrecken, keine Klage, Kein Gewissensblitz erwacht; Wenn der Morgenstern ihm winket, Während er am Abend sinket, Wenn der Geist dem Geiste zeugt, Daß nun erst die Sonne steigt. Albert Knapp. 135 17. Mai. Nic. Ludw., Graf v. Zinzendorf, Gründer der Brüdergemeinde, 9. Mai 1760. Himmelfahrtsgefang. ( Festum nunc celebre.) 17] Eines heiligen Fests hehre Entzückungen Treiben heute den Geist, sich zu ergehn im Lied, An dem Tage, da stieg zu dem erhab'nen Thron Christus, Richter des Himmelreichs. Jubelnd steigt er empor, froh zu des Äthers Glanz, Und der Heiligen Volk preiset den Herrlichen, Auch mit ihnen zugleich finget der Engel Chor Des Erhabenen Siegesruhm: Der aufsteigend des Grabs Fesseln in Fesseln schlug, Erdgeborenem Stamm reichliche Gaben giebt, Mit so strenger Gewalt kehrend als Richter einst, Als er milde den Abschied nahm. Sieh', wir flehen, o Herr, himmlischer Schöpfer Dich, Sieh', anbetend im Staub flehn wir, o schirme uns, Daß nicht lauernder Hohn listigen Feindes uns Niedertauch' in den Höllengrund: Daß, wann einst Dich zurück Flammengewölk uns trägt, Wann im letzten Gericht strahlt das Verborgene, Du als Schuldigen nicht schreckliche Strafen uns, Nein, als Guten Belohnung bringst. A. d. Lat. d. 8. Jahrh. v. Fortlage. 136 18] Achtzig Märtyrer unter Valens, † 4. Jahrh. 18. Mai. Himmelfahrtslied. ( Jesu nostra redemtio.) Du, unser Heiland, Jesus Christ, Der aller Herzen Sehnsucht ist, Der Sternen ihre Bahnen mißt, Der Mensch ward in der Zeiten Frist! Wie große Liebe trieb Dein Herz, 3u tragen unsrer Frevel Schmerz, Zu dulden den grausamen Tod Für die, so er mit Recht bedroht! In Höllenkerker dringst du ein, Gefangne Seelen zu befrein, Und steigst bei des Triumphes Ton Zur Rechten auf des Vaters Thron. Laß leuchten deiner Gnade Licht, Halt uns ein schonendes Gericht, Verstoße unser Flehen nicht, Erquick uns durch Dein Angesicht. Sei jetzt so unsre Freude schon, Wie Du in Zukunft bist der Lohn; In Dir sei unser Ruhm und Freud' In Ewigkeit von Ewigkeit. A. d. Lat. d. 7. od. 8. Jahrh. v. Fortlage. 137 19. Mai. Alcuin, Abt v. Tours u. Ferrieres, Kirchenlehrer, † 804. 19] Abendgesang. ( Luminis fons, lux.) Quell des Lichts, Licht selbst, und des Lichtes Ursprung, Neig auf unser Flehen dich mild hernieder, Daß die Nacht der Sünden entflich, und reines Licht uns umglänze. Finsternis herrscht nun, da die Sonne fortging, Jene Sonne mög uns im Innern strahlen, Die mit goldnem Lichte durchglüht die Scharen Heiliger Engel. Gieß vom Himmel funkelnden Strahl hernieder, Und zerstreu das Dunkel des matten Geistes, Zünd uns an als Deine Gefässe mit der Fackel des Lichtes. Schirme uns die Stirn und den Siz des Herzens, Gottes Wort; des Kreuzes Triumpheszeichen Wend uns ab die listige Kunst und Raubgier Schädlicher Geister. Ruhmgesanges und Lobes die fromme Fülle Bringen wir Dir, Vater und Sohn und Geist, Dir, Der Du führst dreinamig das hehre Scepter, Ewig der Eine. ( Str. 1. 6. 7. 11. 16.) A. d. Lat. des Alcuin, † 804. 138 20] Valerius Herberger, Pfarrer zu Fraustadt in Polen 1627, † 18. Mai. An Jesus. O Sonne, wenn von Deinem Licht Ein Strahl durch meinen Kerker bricht, Wie schnell dahin ist aller Schmerz, Wie jubelt himmelan mein Herz! Vom Auge fällt der Freude Tau, Der Blick strebt auf zum Himmelsblau, Er suchet Dich, er findet Dich, Und labt an Deiner Schöne sich. O Jesus' süßer Nam' und Laut! O Bräutigam, so lieb und traut! Ich habe nichts, als Dich allein, Ich wünsche nichts, als Dein zu sein. 20. Mai. O Freund, zu dem mein Herz hinstrebt, O Stern, nach dem mein Aug sich hebt! Erschein', erscheine holdes Licht, Das meinen dumpfen Kerker bricht. Ach, daß ich Dich so oft betrübt! Ach, daß ich Dich so spät geliebt! Nicht wußt ich es, wie gut Du bist, Wie treu Dein heilig Lieben ist. Gnadenquelle, tränke mich! Jesu, zieh mich ganz in Dich; Lehr mich der Leiden Liebesgrund, Dann bin ich selig und gesund. Louise Hensel. 139 21. Mai. Constantin, Kaiser, 337 u. f. Mutter Helena. 22. Mai. Gottfr. Arnold, Pfr. zu Werben u. Perleberg, † 1714. 21] Kreuzfahrerlied. Schönster Herr Jesu, Herrscher aller Enden, Gottes und Mariä Sohn! Dich will ich lieben, Dich will ich ehren, Du meiner Seelen Freud und Kron'. Schön sind die Felder, schöner sind die Wälder, In der schönen Frühlingszeit; Jesus ist schöner, Jesus ist reiner, Der unser traurig Herz erfreut. Schön leucht't die Sonne, noch schöner leucht't der Mond Und die Sternlein allzumal; Jesus leucht't schöner, Jesus leucht't reiner, Als all die Engel im Himmelsfaal. Lied der Pilger nach Jerusalem aus dem 12. Jahrhundert. 22] Die Märtyrer. Löwen, laßt euch wiederfinden Wie im ersten Christentum, Die nichts konnte überwinden! Seht nur an ihr Martertum, Wie in Lieb' sie glühen, Wie sie Feuer sprühen, Daß sich vor der Sterbenslust Selbst der Satan fürchten mußt'. 140 Gottfr. Arnold, Pfr. zu Werben u. Perleberg, † 1714.( 22. Mai.) Ganz großmütig fie verlachten, Was die Welt für Vorteil hält, Und wonach die meisten trachten, Es mocht sein Ehr', Wollust, Geld. Furcht war nicht in ihnen; Auf die Kampfschaubühnen Sprangen sie mit Freudigkeit, Hielten mit den Tieren Streit. O daß ich, wie diese waren, Mich befänd auch in dem Stand! Laß mich doch im Grund erfahren Dein' hilfreiche starke Hand, Mein Gott, recht lebendig! Gieb, daß ich beständig Bis in Tod durch Deine Kraft Übe gute Ritterschaft. Ei mohlan, nur fein standhaftig, Oihr Brüder, tapfer drauf Lasset uns doch recht herzhaftig Folgen jener Zeugen Hauf! Nur den Leib berühret, Was ihm so gebühret; Er hats Leiden wohl verdient, Und die Seel' darunter grünt. ( B. 1. 4. 5. 8.) A. d. 17. Jahrhundert. Viell. v. G. Arnold. 141 23. Mai. 24. Mai. Hier. Savonarola, Vorref. u. Märt. in Florenz, † 1498. nic. Selnecker, Prof. in Leipzig, † 24. Mai 1592. 23] Und Gott war das Wort. Spät hab ich Dich gefürchtet, Herr der Macht, Spät, uralt hohe Schönheit, Dich erkundet, Du ew'ge Liebe, Dich so spät geliebt, Ich suchte Dich, der Ruhe ist und giebt, Ein schlimmer Sucher, der Dich nimmer fand. Ich suchte draußen Dich im Sinnenland, Und Du bist immer in dem Geisteshaus. Ich ging nach Dir auf allen Wegen aus, So fern von Dir, der mir so nahe war. Die Erde frug ich: ,, Bist du Gott?" die Sonne, Die blaue Luft, die hohe Feuersäule. Sie sprachen alle: ,, Er ist in der Höh', Hinauf mit Flügeln zu dem Wahren eile!" Den Himmel fragt ich, seiner Sterne Heer, Es rief: ,, Er wandelt über mir umher." Als meinen Gott rief ich das Weltall an, Mit großer Stimme straft es meinen Wahn: Ich bin aus nichts, und was ich bin, durch Ihn. Er nimmt den Himmel und die Erde ein, Er füllt dein Herz, du siehst Ihn, seh hinein." Savonarola i. Jahre 1495. 24] Um Beständigkeit. Laß mich Dein sein und bleiben, Du trener Gott und Herr, 142 Joh. Eliot, Glaubensbote in Neuengl., 20. Mai 1690. 25. Mai. Von Dir laß mich nichts treiben, Halt mich bei Deiner Lehr. 25] Herr, laß mich nur nicht wanken, Gieb mir Beständigkeit, Dafür will ich Dir danken In alle Ewigkeit. Nikolaus Selnecker, † 1592. festes- Vorabend. Wenn am Morgen klar Mit der Vöglein Schar Alles sich zum Feste Schmücket auf das beſte, Hebt mein Herz sich himmelwärts Zu Dir, mein Heiland. Wenn am Abend mild Durch das Gefild Kirchenglocken klingen, Ort um Ort durchdringen, Fleht mein Herz auch himmelwärts Zu Dir, mein Heiland. O Heiland mild, Sei mein starker Schild; Stehe mir zur Seite In dem letzten Streite Nimm mein Herz auch himmelwärts Zu Dir, mein Heiland. Nach dem Italienischen von L. Kraft. 143 26. Mai. Beda d. Ehrw. Presb. im schott. Kloster Jarrow, † 735. 26] Pfingsten. Komm, heil'ger Geist, erfüll mein Herz, Entzünd in mir Dein Minne, Dein Süßigkeit vertreib mir Schmerz, Erleucht' meiner Seelen Sinne. Ach edler Balsam, Gottes Geist, Salb' mir mein Seel' von innen; Weil Du meiner Seelen Wunden weißt, O hilf mir Ruh gewinnen.. In Dir allein ist Fried und Sühn, In Dir ruht das Gemüte; In mir so wollest Friede thun Durch Dein' göttliche Güte. Ach süßeste Holdseligkeit, Du Vater aller Armen, Du Band der heil'gen Dreifaltigkeit, Laß Dich mein Seel' erbarmen. Glänz, reiner Herzen lichter Schein, In meiner finstern Klause; Ach edler Trost, geuß Dich darein, Mein Seel' werd heut Dein Hauſe. Ach edler Geist mit sieben Gab'n, Nun sei noch heut mein Gaste, 144 Joh. Calvin, Reformator Genfs, † 1564. 27. Mai. Daß ich Dir leb und Dich mög lob'n, Nimm bei mir Ruh und Raste. 27] Komm, mein Heil, meine Seligkeit, Durch Deinen heil'gen Namen Von mir Dich nimmermehr abscheid Hie und dort ewig. Amen! Geistl. Volkslied v. 15. Jahrh. Hymnus am Pfingstfeste. ( Veni creator spiritus.) Komm ew'ger Schöpfer, Gottes Geist, besuch der Deinen Seelen Du, Erfüll mit höherm Gnadenlicht die Herzen, die Du selbst erschufft. Der Du der Helfer wirst genannt, des Höchsten Gottes Gabe selbst, Lebend'ger Quell, und Liebesbrand, und gottgewirkte Heiligung. Zünd an Dein Licht in unserm Sinn, gieß Deine Lieb in unser Herz, Die Schwachheit unsrer Leiblichkeit mit ew'ger Macht bekräftigend. Gieb daß durch Dich den Vater wir erkennen, und an Seinem Sohn Und Dir, der Du aus beiden bist, mit Treue hängen allezeit. 145 10 28. Mai. Lanfranc, Erzbischof v. Canterbury, † 1089. 29. Mai. Augustin Cazalla u. s. Geschwister in Valladolid, Märtyrer 1559. Gott Vater, Dir sei Preis und Ruhm, und Deinem Sohne, der vom Tod Erstanden, und dem heilgen Geist von Ewigkeit zu Ewigkeit. Der Sage nach von Kaiser Karl dem Großen. A. d. Lat. v. Fortlage. ( Str. 1. 2. 4. 6. 7.) 28] Auf ewig eins. Hier unten Pilger, droben Hausgenossen, Hier Fremdlinge und Gäste, Bürger dort, Solch' selge Hoffnung stärkt uns fort und fort, Zum ew'gen Ziel zu wandern unverdrossen. Hier schnell getrennt durch Fluß und See und Land, Zerstreut nach Nord und Süd und Ost und Westen, Wir sind doch ewig eins im Liebesband, Das Jesus Christus schlingt um die Erlösten. Fr. Fliedner. 29] Pfingstfest. ( Sancti spiritus adsit.) Des heiligen Geistes Gnade steh' uns bei Und schaffe, daß unser Herz ihm Wohnung sei, Sie mach' uns aller geistigen Gebrechen frei. 146 Augustin Cazalla und Geschw. in Valladolid.( 29. Mai.) Erhabener Geist, der uns erleuchtet immer neu, Die schreckliche Finsternis unsres Geistes selbst zerstreu! Heiliger, der du stets mit Liebe schaust verständige Gedanken an, Durch Deine Weihung mache gnädig unsre Sinnen aufgethan. Du Geist, der alle Sünd' uns tilgen kann, Reinige unser inn'res Auge von Trug und Wahn, Daß es seinen höchsten Erzeuger schaue an, Den allein das reine Auge des Herzens schauen kann. Du hast die Propheten begeistert, als sie die er habenen Weissagungen Christi sangen treu; Du hast die Apostel gestärket, daß Christi Sieg durch die ganze Welt verkündigt sei. Als Gott durch Sein Wort schuf den Himmel, die Erde und der Wasser Bahn, Hast Du der Wasser Schoß befruchtend mit Deinem Hauchen aufgethan; Du machest, um Seelen zu rufen ins Leben, daß fruchtbar der Wasser Wüste sei, Du machst durch Anhauchen den Menschen geistig frei. Du hast die durch Sprachen und Sitten zerteilete Welt vereiniget, o Herr, aufs neu', Rufest die Gößendiener zur Anbetung Gottes, beſter der Lehrer, herbei. Daher erhöre uns gütig, die zu Dir beten, heilige Macht, Ohne welche alle Bitten vergebens werden vor Gottes Ohr gebracht, 147 30. Mai. Hieronymus v. Prag, Märt. in Constanz, † 1416. Der Du die Heiligen aller Jahrhunderte belehreſt mit Deines Geistes Eingebung Tag und Nacht, Der Du heute die Apostel Christi mit wunderbaren, in allen Zeiten unerhörten Gnaden angelacht, Und uns diesen glorreichen Tag hervorgebracht. Aus dem Latein. des Notter,+ 912, v. Fortlage. 30] Pfingstgebet. ( Veni sancte spiritus.) Heil'ger Geist, kehr' bei uns ein; Deines Lichtes klaren Schein Send' in diese Welt; Du der geistlich Arme labt, Sie mit Himmelskraft begabt Und das Herz erhellt! Bester Tröster, wo man weint, Unsrer Seelen treuster Freund, Unsre Zuflucht Du; Giebst in Trübsal neuen Mut, Schatten in des Mittags Glut, Nach der Arbeit Ruh'! Sonne Du voll Himmelsglanz, O durchleuchte tief und ganz Deiner Frommen Herz; Wo Dein heilig Walten fehlt, Bleibt der Mensch von Schuld gequält, Und gedrückt von Schmerz. 148 Joachim Neander, Pred. in Bremen, Dichter, † 1680. 31. Mai. Was da unrein, wasche Du, Dürrem Land führ' Regen zu, Heile, was versehrt; Mache warm, was kalt und öd', Bringe heim, was irre geht, Brich, was sich empört! 31] Allen, die auf Dich vertrau'n Und in festem Glauben bau'n, Sei ein starker Hort! Führ' sie heilig durch die Zeit, Selig in die Ewigkeit, In den Friedensport! König Robert von Frankreich, † 1031. A. d. lat. v. Dr. Fr. Braun. Pfingstlied. Komm, heiliger Geist, Herre Gott: Erfüll' mit Deiner Gnaden Gut Deiner Gläubigen Herz, Mut und Sinn: Dein' brünstige Lieb' entzünd' in ihn'n. O Herr, durch Deines Lichtes Glanz Zu dem Glauben versammlet haſt Das Volk aus aller Welt Zungen: Das sei Dir, Herr, zu Lob gesungen. Hallelujah, Hallelujah! Du heiliges Licht, edler Hort: Laß uns leuchten des Lebens Wort, 149 1. Juni. Joh. Friedr. Oberlin, Pfarrer im Steinthal i. Elsaß. † 1826. 1] Und lehr' uns Gott recht erkennen, Von Herzen Vater ihn nennen. O Herr, behüt' für fremder Lehr', Daß wir nicht Meister suchen mehr, Denn Jesum mit rechtem Glauben Und Ihm aus ganzer Macht vertrauen. Hallelujah, Hallelujah! Du heilige Brunst, süßer Trost: Nun hilf uns, fröhlich und getrost In Dein'm Dienst beständig bleiben, Die Trübsal uns nicht abtreiben. O Herr, durch Dein' Kraft uns bereit, Und stärk' des Fleisches Blödigkeit, Daß wir hie ritterlich ringen, Durch Tod und Leben zu Dir dringen. Hallelujah, Hallelujah! Dr. Martin Luther nach dem Lat. veni sancte spiritus. Betrachtung des Todes. Mit Tod's Gedanken geh' ich um, Denn er sich stets dreht um mich rum Und tritt mir nach gar auf dem Fuß, All' Stund' ich seiner warten muß. Den Bogen hat er schon gespannt Und hat den Pfeil in seiner Hand, Er nimmt des Zeigers eben wahr, Wenn er ist ausgeloffen gar. 150 Joh. Friedr. Oberlin, Pfarrer im Steinthal i. Elsaß.( 1. Juni.) † 1826. Denn wird er mir lassen kein' Frist, Ich sei wohl oder übel gerüst; Bald er beginnt zu klopfen an, Ist ihm die Thür' schon aufgethan. Kein Bürgen er mir segen will, Steckt mir auch kein gewisses Ziel. Wenn er kommt und spricht nur ein Wort, So muß ich auf und mit ihm fort. Drum, o mein' liebe Seel', dich rüst', Ob du vom Leib heut' scheiden müßt, Mach' dich gerüst und sei bereit; Laß dir den Tod nicht machen leid. Leg' ab, mein Leib, die schwere Last, Drin du jetzt bist nur wie ein Gast, Du mußt doch aus dem alten Haus Ziehen; da wird nicht anders aus. Doch aus dem armen Madensack Wird dir Christus am jüngsten Tag Ein Haus bauen span- neu und klar, Drin wirst du wohnen immerdar. Denn wollen wir beide zugleich Einwohner sein im Himmelreich, Und ewig sehen Gottes Sohn, Mit Lust all's nach sei'm Willen thun. 151 2. Juni. 2] Pothinus und Blandina mit Genossen, Märt. zu khon 177. Wie wir erstlich geschaffen sein, Von aller Sünd' pur, laut'r und rein, Werd'n wir sein fromm, gerecht, flug und weis, Wie Adam war im Paradeis. Mein' liebe Seel', drum sei getrost, Christ, unser Herr, hat uns erlost. Scheid' nur willig von diesem Leben, Gott wird uns viel ein bessers geben. Nic. Hermann. Abendlied. ( Christe qui lux es et dies.) Christ, Du bist der lichte Tag, Der durch die Finsternisse brach; Du bist des Lichtes lichter Schein, Sein sel'ger Glanz bist Du allein. Wir fleh'n, erhab'ner Herr, zu Dir; Behüte diese Nacht uns hier, In Dir verleih' uns sanfte Ruh', Daß uns die Nacht nicht Schaden thu'. Ein schwerer Schlaf bedrück' uns nicht, Der Seele Feind berück uns nicht: Das Fleisch, zu gern ihm unterthan, Verleit' er nicht von Deiner Bahn. 152 Gottschalt, Fürst der Wenden, Märt. 1066.( † 7. Juni.) 3. Juni. Dieweil das Auge Schlummer deckt, Sei stets zu Dir das Herz erweckt, Und mächtig schüße Deine Hand Die Dir in Liebe sind entbrannt. 3] Beschüßer unser, steh' zur Wacht, Bezwinge der Verführer Macht, Nimm Deine Glaubigen in Hut, Für die am Kreuze floß Dein Blut. Steh', Herr, uns bei mit Deiner Kraft, In dieses trägen Leibes Haft! Der unsrer Seelen Schutzherr biſt, Verlaß uns nicht, Herr Jesu Christ! Ambrosius. Stilles Gotteslob. Ach hätt' ich Engelzungen, Ich hätt' euch wohl gesungen Das süße, liebe Lied, Das mir so still und selig In meinem Herzen glüht. Ich weiß gar keine Weisen, Den Herren so zu preisen, Den Vater treu und mild, Wie meine ganze Seele Ihm singt und jauchzt und spielt. 153 4. Juni. Quirinus, Bekenner in Siscia, Märt. in Pannonien unter Diocletian. 5. Juni. Bonifacius, Erzbischof v. Mainz, Apostel der Deutschen, Märt., † 755. 4] 5] Ich muß mein Haupt Ihm neigen, Kann weinen nur und schweigen In Seligkeit und Schmerz. Ach Mensch, Er weiß dein Leben, Er sieht dir ja ins Herz. Luise Hensel. Das Kreuz. Nein, das Kreuz ist keine Last, Als der Seele nur, die's haßt: Wer's mit Liebe will umfassen, Und sich kindlich Gott kann lassen, Der mag bei des Kreuzes Pein Innig still und freudig sein. Eigenwille, flage nur! Murret, Sinnen und Natur! Ihr müßt klagen, ihr müßt sterben, Wenn der Geist nicht soll verderben: Kreuz ist gut und lieb und leicht, Weil es Gottes Liebe reicht. Terstegen. Dem Dreieinigen. ( 0 lux beata.) Der Du bist drei in Einigkeit, Ein wahrer Gott von Ewigkeit, 154 6] Norbert, Erzbischof von Magdeburg, † 1134. 6. Juni. Die Sonn' mit dem Tag von uns weicht, Laß leuchten uns Dein göttlich Licht. Des Morgens, Gott, Dich loben wir, Des Abends auch beten vor Dir; Unser armes Lied rühmet Dich Jegund, immer und ewiglich. Gott Vater, dem sei ewig Ehr, Gott Sohn, der ist der einig Herr, Und dem Tröster heiligen Geist Von nun an bis in Ewigkeit. A. d. Latein. von Dr. Mart. Luther. Zum Fest der heil. Dreieinigkeit. Brunn alles Heils, dich ehren wir Und öffnen unsern Mund vor dir, Aus deiner Gottheit Heiligtum Dein hoher Segen auf uns komm! Der Herr, der Schöpfer, bei uns bleib, Er segne uns nach Seel und Leib, Und uns behüte seine Macht Vor allem Übel Tag und Nacht. Der Herr, der Heiland, unser Licht, Uns leuchten laß sein Angesicht, Daß wir ihn schaun und glauben frei, Daß er uns ewig gnädig sei. 155 7. Juni. Paul Gerhardt, Pred. in Berlin und Lübben, Dichter, † 1676, 7] Der Herr, der Tröster, ob uns schweb'. Sein Antlig über uns erheb, Daß uns sein Bild werd eingedrückt, Und geb uns Frieden unverrückt. Jehovah, Vater, Sohn und Geiſt, O Segensbrunn, der ewig fleußt, Durchfleuß Herz, Sinn und Wandel wohl, Mach uns deins Lobs und Segens voll! Gerhard Terstegen 1768. Der erste Psalm Davids. Wohl dem Menschen, der nicht wandelt In gottloser Leute Rat! Wohl dem, der nicht unrecht handelt, Noch tritt auf der Sünder Pfad, Der der Spötter Freundschaft fleucht Und von ihren Sesseln weicht, Der hingegen liebt und ehret, Was uns Gott vom Himmel lehret. Wohl dem, der mit Lust und Freuden Das Gesetz des Höchsten treibt, Und hier, als auf süßer Weiden, Tag und Nacht verharrend bleibt! Deffen Segen wächst und blüht Wie ein Palmbaum, den man sieht Bei den Flüssen an der Seiten Seine frischen Zweig ausbreiten. 156 8] Aug. Herm. Francke, Stifter des Halleschen Waisenhauses, † 1727. Also, sag' ich, wird auch grünen, Wer in Gottes Wort sich übt, Luft und Erde wird ihm dienen, Bis er reife Früchte giebt, Seine Blätter werden alt Und doch niemals ungestalt. Gott giebt Glück zu seinen Thaten, Was er macht, muß wohl geraten. Aber, wen die Sünd' erfreuet, Mit dem geht's viel anders zu, Er wird wie die Spreu zerstreuet Von dem Wind im schnellen Nu. Wo der Herr sein Häuflein richt't, Da bleibt kein Gottloser nicht. Summa: Gott liebt alle Frommen, Und wer bös ist, muß umkommen. Abendruhe. Abendruh! Tiefe, stille Abendruh! Wenn die Welt im Dunkel 8. Juni. Paul Gerhard. Leis' in Schlummer sinkt, Wenn nur Sterngefunkel Aus der Höhe blinkt, Schließt gemach das müde Aug' sich zu. 157 9. Juni. Columba, Abt auf der schott. Insel Hy, † 597. Abendruh! Tiefe, stille Abendruh! Nur die Blumen hauchen Düfte durch die Nacht, Duftgedanken tauchen Aus der Seele sacht', Strömen still dem blauen Himmel zu. Abendruh! Tiefe, stille Abendruh! Schon in Schlummer sanken Alle Blumen sacht, Und auch die Gedanken Schlummern ein zur Nacht, Und es schließt sich Herz und Auge zu. Tiefe Ruh! Nächtlich tiefe, stille Ruh! Nur der Mond noch gehet Schimmernd durch die Nacht, Einer nur noch stehet Droben auf der Wacht, Und sein Auge schließt sich nimmer zu. Stephan Paul. 9] Blumenzeichen. Siehe, wie öffnen die Blumen im Strahl der milderen Sonne Still die Knospen! Wie schön blüh'n sie im lieblichen Licht. 158 Friedrich I. Barbarossa, Kaiser, † 1190. 10. Juni. Öffne Dich, Seele, dem Herrn; Er ist die Sonne der Geister. Nur sein himmlischer Strahl weckt in dir jeg= lichen Keim. K. A. Döring. 10] Einsamkeit. Ich eil' aus dem Gedränge Der Welt und ihrer Lust, In ihr wird's mir zu enge, Denn Sehnsucht schwellt die Brust: Ich gehe in die Stille, Ich suche meinen Herrn, Ihm schenk ich Herz und Wille, Mich schenkt' ich ihm so gern. Des Waldes Schatten fächelt Die heiße Wange kühl, Des Bächleins Welle lächelt Und eilet hin zum Ziel; Der Nachtigall Geflöte Lockt tiefer in den Wald, Und doch bliebs Herz so öde, So einsam und so kalt. Ja einsam, kalt und öde War's in und außer mir, Bis Jesu süße Rede Geklopft an meine Thür, 159 11. Juni. 11] Barnabas, Apostel. Bis Reuethränen flossen In stiller Einsamkeit, Bis ich Ihm aufgeschlossen Und Er mein Herz erneut. Da strahlt die Sonne heller, Da tönt der Wald vor Freud'; Da rauscht das Bächlein schneller Zum Meer der Ewigkeit; Da ging aus stiller Kammer Das Herz gestärkt hervor, Vergaß den Erdenjammer Im sel'gen Engelchor. C. F. Major. Beginn der Nacht. Herr, die Nacht, die nun erschienen, Mahnet mich an diesen Tag, Ob ich mit getroften Mienen. Vor Dein Antlitz treten mag. Wandelt' ich im Licht vor Dir? Oder war es Nacht in mir? Wer den Tag zum Schlaf genommen, Solchem kann kein Schlummer frommen. Ist mein Tag ein Tag gewesen, O dann schlaf ich friedlich ein; Meine Glieder wirst Du lösen, Und des Hauptes Hüter sein, 160 Renata, Herzogin v. Ferrara, † 1575. Dann zum neuen Tageslauf Wach' ich neu erleuchtet auf, Bis mein letzter Tag sich hebet Und im ew'gen Licht verschwebet. 12. Juni. Alb. Knapp. 12] Gesang der Waldenser. Mein Herrscher Du, voll Liebe und voll Gnade Gieb denen, die Dich glauben, lautre Herzen, Die anderen zu Dir durch Boten lade. Du rechter Tröster, höchster, der zu finden, Läutere die Seele von den Todessünden, Und woll' die Saat des Guten in ihr gründen. Erlauchter König über jeder Krone, Schaff, daß mit Dir auf Deinem Thron ich throne, Und ich Dich preise in geweihtem Tone. Du milder Erbe aller guten Schätze, Gieb Hoffnung mir und kräft'ge mich im Herzen, Den Meinen spend' und mir von Deinen Schätzen. Du ew'ger Lenker aller Kreaturen, Nimm uns die Flecken, läutre die Naturen, Daß hell sie glänzen, fern des Dunkels Spuren. 161 Du treuer Rater, der mit Kraft beseelet, Berat Dein Volk, das schuldlos wird gequälet, Weil statt der Welt es Deinen Garten wählet. 11 13. Juni. Isaac le Febvre, Parl. Adv. in Paris, Märt., † 1702. Erzeuger der Lebend'gen, Licht aus Höhen, Alle sind gleich, wenn in Dein Aug' sie sehen; Du bist ihr Hort, ob hoch, ob tief sie stehen. 13] Vom 12. Jahrh. A. d. Provenzalischen. ( Bruchstück.) Gottvertrauen. Ein Vöglein klein ohn' Sorgen, Fröhlich Abend und Morgen, Fleucht hin und her mit Singen In den Wälden Und läßt Gott walten, Der es kann erhalten. Es kann nicht pflügen noch säen, Weder ernten noch mähen, Und lebet doch in Freuden Ohn Beschweren Und läßt Gott walten, Der es kann ernähren. All' Fleiß ohn' Gottes Gaben, Arbeit, Schinden und Schaben Nach kleinem G'winn thut geben Langen Schmerzen, Baß wird erhaben, Der Gott traut von Herzen. 162 2. d. 17. Jahrh. Bafilius d. Gr., Bisch. v. Cäsarea, Kirchenlehr., 379. 14. Juni. 14] Das Lied der Treue. Wenn alle untreu werden, So bleib' ich Dir doch treu, Daß Dankbarkeit auf Erden Nicht ausgestorben sei. Für mich umfing Dich Leiden, Vergingst für mich in Schmerz, Drum geb' ich Dir mit Freuden Auf ewig dieses Herz. Oft möcht' ich bitter weinen, Daß Du gestorben bist, Und mancher von den Deinen Dich lebenslang vergißt; Von Liebe nur durchdrungen Hast Du so viel gethan, Und doch bist Du verklungen, Und keiner denkt daran! Du stehst voll treuer Liebe Noch immer jedem bei, Und wenn Dir keiner bliebe, So bleibst Du dennoch tren; Die treu'ste Liebe sieget, Am Ende fühlt man sie, Weint bitterlich und schmieget Sich findlich an Dein Knie. Ich habe Dich empfunden; Olasse nicht von mir! 163 15. Juni. 15] Karl Heinr. v. Bogatty, Dichter, † 1774. Laß innig mich verbunden Auf ewig sein mit Dir! Einst schauen meine Brüder Auch wieder himmelwärts, Und sinken liebend nieder Und fallen Dir ans Herz. Novalis( Fr. v. Hardenberg), † 1801. Sieben Fragen. Wer weiß, wo noch das Brünnlein quillt, Daraus wir trinken werden? Wer weiß, wo noch das Körnlein wächst, Das uns zur Nahrung dienet? Wer weiß, wo noch das Schäffein geht, Das uns mit Wolle kleidet? Wer weiß, wer uns den Tisch noch deckt, Der uns den Körper weidet? Wer weiß, wer uns den Weg noch zeigt, Darauf wir wandern müssen? Wer weiß, wo noch das Bettlein steht, Wo Gott mich schlafen leget? Wer weiß, wie bald der Tod schon kommt, Der uns zum Richter führet? Ach, treuer Vater, das weißt Du, Dir ist ja nichts verborgen, 164 Joh. Tauler, Dominikanerpred. i. Straßburg, † 1361. 16. Juni. Dioscorus, Knabe, Bekenner i. Alexandria, 3. Jahrh. 17. Juni. 16] Und wenn es heute nicht geschieht, Geschieht es doch wohl morgen. 17] Ihr Sorgen weicht, laßt uns in Ruh, Denn Gott wird für uns sorgen. Geistl. Vollslied. Der Wanderer. Wem Gott will rechte Gunst erweisen, Den schickt er in die weite Welt; Dem will er seine Wunder weisen In Flur und Wald und Strom und Feld. Die Bächlein von den Bergen springen, Die Lerchen schwirren hoch vor Luſt; Was sollt ich nicht mit ihnen singen Aus voller Kehl und frischer Brust? Den lieben Gott laß ich nur walten, Der Bächlein, Lerchen, Wald und Feld Und Erd' und Himmel will erhalten, Hat auch mein' Sach' aufs best' bestellt! ( V. 1. 3. 4.) Josef v. Eichendorf. Sommergesang. Geh' aus, mein Herz, und suche Freud' In dieser lieben Sommerzeit An deines Gottes Gaben; 165 ( 17. Juni.) Dioscorus, Knabe, Bekenner i. Alexandria, 3. Jahrh. Schau an der schönen Gärten Zier, Und siehe, wie sie mir und dir Sich ausgeschmücket haben. Die Bäume stehen voller Laub, Das Erdreich decket seinen Staub Mit einem grünen Kleide. Narzissus und die Tulipan, Die ziehen sich viel schöner an, Als Salomonis Seide. Welch' hohe Luft, welch hoher Schein Wird wohl in Christi Garten sein? Wie muß es da wohl klingen, Da so viel tausend Seraphim Mit eingestimmtem Mund und Stimm' Ihr Hallelujah singen? Hilf mir und segne meinen Geist Mit Segen, der vom Himmel fleußt, Daß ich Dir stetig blühe! Gieb, daß der Sommer Deiner Gnad' In meiner Seele früh und spat Viel Glaubensfrücht' erziehe. Erwähle mich zum Paradeis Und laß mich bis zur letten Reis' An Leib und Seele grünen! So will ich Dir und Deiner Ehr' Allein und sonsten keinem mehr Hier und dort ewig dienen. ( V. 1. 2. 10. 13. 15.) 166 Paul Gerhard. 18] Pamphilus, Presbyter in Cäsarea, 309. Gewitterlied. Die Wolken ziehen sich zusammen, Der Himmel sieht erzürnet aus; Er sendet Blizz und Feuerflammen Hochdonnernd in die Welt hinaus; Schwerwolkig droht die dunkle Höh', Die Menschen sind voll Ach und Weh! Ihr Sünder! dieses Zorngerichte, Dies Wetter habet ihr erregt! Wenn Gott die ganze Welt zunichte Mit Seinen Donnerkeilen schlägt, Wenn uns Sein Strahl zu Asche macht, Wird alle Schuld auf euch gebracht! 18. Juni. Doch, Vater, höre bei den Blitzen Noch Deiner armen Kinder Schrei'n. Du wollest Stadt und Land beschützen Und uns im Zorne gnädig sein! Streck' aus den Arm, der uns bedeckt, Vertreib' das Wetter, das uns schreckt! O Herr, der Donner Deines Wortes Zerknirsch' uns den befleckten Geiſt, Bis daß ein jeder seines Ortes Dich durch ein frommes Leben preist! Rühr' unsre Herzen allzumal Durch einen Buß- und Glaubensstrahl. Erscheinst Du aber in dem Wetter, O Jesu, Richter aller Welt, 167 Univ.- Bibl. Giessen 19. Juni. 1. allg. Concil. zu Nicäa 325. Bisch. Paphnutius. 20. Juni. 27 märtyrer in Prag, † 1621. So sei mein Heiland und Erretter, Damit das Urteil gnädig fällt, Und uns den Himmel zuerkennt, Und keine Glut, die ewig brennt! Verf. unbekannt. 19] Gottes Preis. Die Blum in Waldesschlüften, Das Gold in Erdenklüften, Des Himmels Dach, des Meeres Grund, Das alles ist Dir, Herre, kund Und hüten's Deine Hände, Und alles himmelische Heer Spricht Deine Treu und Güte nicht zu Ende. 20] Die Läuber an den Zweigen, Die Halme, die sich neigen, Des Meeres Sand, der Sterne Schar, Die bleiben unermessen gar Mit Augen und mit Sinnen: So mag auch, Herre, Deinen Preis Nie Menschenmund vollenden noch beginnen. Nach e. Lied d. 12. Jahrh. v. W. Wackernagel. Friedensgebet. Gieb Frieden, Herr, gieb Frieden, Du milder Liebeshort! Einst bist Du abgeschieden Mit süßem Freudenwort: 168 Joh. Marteilhe, Bekenner a. d. Galeren 18. Jahrh. 21. Juni. Euch geb' ich meinen Frieden, Wie ihn die Welt nicht giebt, Verheißen und beschieden Dem, der mich glaubt und liebt. 21] Gieb Frieden, Herr, gieb Frieden, Die Welt will Streit und Krieg, Der Stille wird gemieden, Der Wilde hat den Sieg, Und Unruh' herrscht auf Erden, Und Lug und Trug und List; Ach! laß es stille werden, Du stiller Jesu Christ! Gieb Frieden, Herr, gieb Frieden, Du milder Liebeshort! Dann wird es schon hienieden Ein Paradiesesort! Und Sorgen fliehn und Schmerzen Aus jeder schweren Brust, In Freude blühn die Herzen In Lieb und Himmelslust! E. M. Arndt. Abendlied. Nach der Schwüle kommt die Kühle, Nach dem Tage kommt die Nacht, Und mit ihr der Sterne Pracht, Die am Himmel stille leuchten Und mit Tau das Land befeuchten. 169 22. Juni. Otto, Bisch. v. Bamberg, Apost. d. Pommern, 1139. Nach dem Irren Und den Wirren Dieses Lebens kommt die Ruh'. Gott, mein Gott! die Ruh' bist Du, Bist der Frommen ew'ger Frieden, Wann von hinnen sie geschieden. 22] Dein gedenk' ich, In Dich senk' ich Sehnend, sinnend mich hinein Nachts bei Deiner Sterne Schein. Ruhe hab' ich bald gefunden, Wenn die Welt mir ist verschwunden. Komme labend, Letter Abend Meines Lebens, bald herbei, Daß genug des Pilgerns sei, Und ich stille geh' zu Bette In die letzte Ruhestätte! J. G. Fr. Köhler. Abendgesang. Heitres Licht der heiligen Majestät, Des unsterblichen Vaters im Himmel, Des Heiligen, Du Seliger, Jesu Christe! Nun bei der Sonne Niedergang Aufblickend in das abendliche Licht Lobsingen wir dem Vater, Sohn Und heiligen Geiste, Gott. 170 Dav. Chyträus, Prof. in Rostock, 1600.( † 25. Juni.) 23. Juni. Johannes der Täufer. 24. Juni. 23] 24] Du bist würdig, daß man zu allen Zeiten Dir lobsinge mit frommen Stimmen, Sohn Gottes, Geber des Lebens: Darum preiset Dich die Welt. A. d. Griech. d. 2.- 3. Jahrh. v. Bäßler. An Ihn. Wie kindlich darf ich mit Ihm sprechen! Er gönnt mir stets ein off'nes Ohr, Ich trag' Shm alle mein' Gebrechen Und alle meine Klagen vor. Wie leicht wird dann es meinem Herzen, Denn Er, Er nimmt an meinen Schmerzen Den zärtlichsten und treu'sten Teil. Umschließt Er mich mit Seinen Armen Und tröstet mich durch Sein Erbarmen, So werden meine Wunden heil. Susanna v. Klettenberg, † 1775. Johannes der Täufer. ( Præcursoris et baptistæ.) Der dem Herrn vorausgegangen, Ihn verkündigt und empfangen, Preis' ihn heute dieser Chor! Daß der wahre Tag nicht fehle, Diesem Tag, brech' in der Seele Uns ein helles Licht hervor. 171 Johannes der Täufer. Von der Welt sich rein erhaltend, In der Welt wie weltlos waltend, Lebt er in der Jugend schon, Und in Wohnung, Kleidung, Speise Flieht er der Gesellschaft Weise Und der Weltlust Schmeichelton. ( 24. Juni.) Da ihm leuchten höh're Sterne, Wird er wahren Lichts Laterne, Wahrer Sonne Morgenrot, Fahnenträger neuen Bundes Unter Dem, der kühnen Mundes Höll' und Tod den Kampf entbot. Mit ihm war die Zeit vollendet, Lauf der Prophetie geendet, Nacht der Rätsel hingeflohn. Denn was andre ferne sahen, Sah mit eig'nem Aug' er nahen, Wies der Welt den Menschensohn. Taufen sah ihn da der Haufe Christum, doch empfing die Taufe Wirklicher durch Christus er, Deffen Gnaden auf ihn kamen; Der nicht trug des Täufers Namen, War der Täufer dort vielmehr. Weihend wird er selbst geweihet, Neuend wird er selbst erneuet Durch den Allerneuenden. 172 25] übergabe der Augsb. Konfeffion 1530. Wasser weiht und wird geweihet, Weihungskraft ihm einverleihet Durch den Alleinweihenden. Des erhab'nen Lichts Laterne! Jener hohen Himmelsferne Strahlenlichtern führ' uns zu. Führ' zum Port den Lebensnachen, Aus der Trauer führ' zum Lachen Uns durch Deine Gnade Du. A. d. Lat. d. H. Pistor im 14. Jahrh., v. Fortlage. Psalm 67. Es woll' uns Gott genädig sein Und Seinen Segen geben; Sein Antlik uns mit hellem Schein Erleucht' zum ewigen Leben, Daß wir erkennen Seine Werk Und was ihm liebt*) auf Erden. Und Jesus Christus Heil und Stärk' Bekannt den Heiden werden, Und sie zu Gott bekehren. So danken Gott und loben Dich Die Heiden überalle, Und alle Welt, die freue sich Und sing mit großem Schalle, *) beliebt. 25. Juni. 173 26. Juni. 26] Jeremias, der Prophet. Daß Du auf Erden Richter biſt Und läßt die Sünd' nicht walten; Dein Wort die Hut und Weide iſt, Die alles Volk erhalten, In rechter Bahn zu wallen. Es danke Gott und lobe Dich Das Volk in guten Thaten, Das Land bringt Frucht und bessert sich, Dein Wort ist wohlgeraten. Uns segne Vater und der Sohn, Uns segne Gott der heilig Geist, Dem alle Welt die Ehre thu, Für ihm sich fürchte allermeist, Nun sprecht von Herzen Amen. Dr. M. Luther, 1524. Denen, die Gott lieben. Die Gottes Wege lieben, Darf keine Not betrüben, Kein Schrecken und kein Leid. Was ihnen Gott beschieden, Es dient zu ihrem Frieden, Zum Pfand von ihrer Seligkeit. Was ihnen Schmerz bereitet, Ist Liebe, die sie leitet, Ihr Kreuz ein hohes Gut. 174 27] Joh. Val. Andreä, ev. Abt v. Adelberg, † 1654. 27. Juni. Verachtung muß sie ehren, Gift sich in Balsam kehren, Selbst Untergang ist ihre Hut. Der Erstgeborne klagte, Trug Schmach, und litt, und zagte, Den schwächsten Brüdern gleich. Sie sollen ähnlich werden An Leiden Ihm auf Erden, An Glanz in Seinem Himmelreich. J. Fr. v. Meyer. Das himmlische Jerusalem. Stadt, vor der das Aug' erblindet, Hoch auf lichtem Fels gegründet, Die der Ruhe Ström' umfließen, Nur von fern will ich dich grüßen, Will dich grüßen, zu dir bangen, Nach dir langen, an dir hangen; Was dort sättigt deine Treuen, Und woran sie sich erfreuen, Welche Liebe sie durchzücket, Wie Gestein die Mauern schmücket, Hyacinthen, Chalcedonen, Wissen nur, die drinnen wohnen. Aus Totum Deus d. Hildebert v. Tours, † 1134. 175 28. Juni. Irenäus, Bischof in Lyon, Kirchenl., Märt. 202. 28] Sehet die Lilien auf dem Felde. Du schöne Lilie auf dem Feld, Wer hat in solcher Pracht Dich vor die Augen mir gestellt, Wer dich so schön gemacht? Wie trägst du so ein weißes Kleid Mit goldnem Staub besät, Daß Salomonis Herrlichkeit Vor deiner nicht besteht! Gott hob dich aus der Erde Grund, Hat liebend auf dich acht, Er sendet dir in stiller Stund' Ein Englein bei der Nacht. Das wäscht dein Kleid mit Tau so rein, Und trocknet's in dem Wind, Und bleicht es in dem Sonnenschein Und schmückt sein Blumenkind. Du schöne Lilie auf dem Feld, In aller deiner Pracht Bist du zum Vorbild mir gestellt, Zum Lehrer mir gemacht. Du schöne Lilie auf dem Feld, Du kennst den rechten Brauch, Du denkst: der hohe Herr der Welt Versorgt Sein Blümchen auch. 176 Spitta. Petrus und Paulus, Apostel. Raimund Lullus, Glaubensbote unter den Saracenen. Märt. 1315. 29] 30] Lobsinget Gott klüglich. Willst du, Mensch, daß dein Gesang, Dein Gebet und Saiten- Klang Gott dem Herren soll gefallen Und in Seinem Ohr erschallen, Muß es nicht bestehn im Munde, Sondern in des Herzens Grunde. 29. Juni. 30. Juni. Wo kein' Andacht ist im Herzen, Da ist alles Mund- Geschrei Nichts denn eitel Heuchelei, Wer mit Gott also will scherzen, Solcher bringt ihm selbst zuwegen Zorn und Fluch für Gnad' und Segen. Matth. Apelles v. Löwenstern. 17. Jahrh. Der gute Hirte. Seht ihr dort auf grünen Fluren Jenen holden Schäfer zieh'n? Seht ihr auch auf seinen Spuren Schöner alle Felder blüh'n? Kennt ihr auch die frommen Herden? Schauet an den Schäferstab, Den der Vater in dem Himmel Seinen treuen Händen gab. 177 12 1. Juli. Heinr. Boes und Joh. Esch, Märtyrer in Brüssel, † 1523. Schaut, ein Lamm hat sich verlaufen, Und er eilt in schnellem Lauf, Läßt den andern ganzen Haufen, Suchet sein verlornes auf. Auf den Schultern heimgetragen Bringt es der getrene Hirt; Keines darf nun ängstlich zagen, Sei es noch so weit verirrt. Möchtet ihr auf dieser Erden Fühlen solche treue Hut, Müßt ihr Schäflein Christi werden; Denen giebt Er selbst Sein Blut. Herr, mein Gott, auf Deinen Weiden, An Dein Brünnlein leite mich; So durch Freuden als durch Leiden Führe Du mich seliglich. Max v. Schenkendorf. 1] Gold'ne Abendsonne. Gold'ne Abendsonne, wie bist du so schön! Nie kann ohne Wonne deinen Glanz ich sehn. Abendglocken singen von der Türme Dach Mit gewalt'gem Schwingen dir den Abschied nach. Und die Hände heben zum Gebet sich all', Die Gebete schweben auf zum Glockenschall. 178 Mariä Heimsuchung. Luk. 1. Seht, sie ist geschieden, läßt uns in die Nacht, Doch wir sind in Frieden: der im Himmel wacht! Du, o Gott der Wunder, der im Himmel wohnt, Gehest nicht so unter, wie die Sonn', der Mond. Wollest doch uns senden, Herr, dein ewig Licht, Daß zu Dir wir wenden unser Angesicht! Chr. G. Barth. 2] Auf der Reise. In Gottes Namen fahren wir: Sein heil'ger Engel geh' uns für, Wie dem Volk in Ägyptenland, Das entging Pharaonis Hand. Kyrieleis. Herr, Du wollst unser G'leitsmann sein Und mit uns gehen aus und ein, Und zeigen alle Steig und Steg: Wehre dem Unfall auf dem Weg! Kyr. So wird kein Berg noch tiefes Thal, Kein Wasser uns irr'n überall; Fröhlich komm'n wir an unsern Ort, Wenn Du uns gnädig hilfest fort! Kyr. 2. Juli. Herr Christ, Du bist der rechte Weg Zum Himmel und der ein'ge Steg: Hilf uns Pilgrim ins Vaterland, Weil Du Dein Blut hast dran gewandt! Kyr. Nikol. Hermann, † 1561. 179 3. Juli. 4. Juli. 3] Der verlorene Sohn. Verlassen will ich dieses wüste Land, Die schmuz'ge Weide dieser niedern Tiere! In deine Arme kehr ich aus der Irre Zurück, o Vater, dem ich Thor entrannt. Cornelius, Hauptmann. Ap.Gesch. 10. Ulrich, Bischof v. Augsburg, † 973. Wohlan! Zum Vaterhaus den Schritt gewandt! Es schließt ja keinem Rufenden die Thüre; Dort hüllt mich, der ich jetzt in Lumpen friere, Mein Vater in ein königlich Gewand. Bekennen will ich meine Schuld mit Neue; Und wenn ich gleich, weil ich mein junges Leben So schnöd vergeudete, zu gehn mich scheue, So muß doch der Gedanke Mut mir geben: Verlorst die Kindschaft du, die Vatertreue Verliert Er nie, der Vater wird vergeben! Nach Lope de Vega von Diepenbrock. 4] Die drei Perlen. Drei Perlen wachsen in tiefem Grund, Von Schimmer glänzend, von Farben bunt; Und wer die Perlen im Grunde holt, Dem sind sie werter als edles Gold, Doch freut er sich still, er freuet sich leise, Und wacht mit Sorgen und hütet mit Fleiße, Daß niemand die Perlen, die kostbaren, raube, Daß nicht sie verloren gehen im Staube. 180 5] Aonio Paleario, Märt. in Rom, 1570.( † 3. Juli.) 5. Juli. Die eine der Perlen ist weiß und rot, Sie heißet: Liebe, stark wie der Tod! Die andere Perle ist weiß und blau, Sie heißet: Treue, nicht kalt, nicht lau! Die dritte Perle ist weiß und grün, Sie heißt: Hoffnung aufs Dornenblühn. Und das Kleinodkästchen für dieſe drei Das ist ein Herz ohne Furcht und Schen. Chr. G. Barth. Sturm und Rettung. Wie die weißen Wogen schäumen Sturmbeweget auf und ab, Troßig sich am Felsen bäumen, Rücklings stürzen in ihr Grab. Blige schleudern ihre Pfeile In die öde Nacht hinaus, Und mit übermächt'ger Eile Rollet nach des Donners Graus. Aufgeschreckt aus tiefen Träumen Sieht die Seel' Verderben nahn, Sammelt alle Kraft ohn' Säumen, Suchet durch die Flut die Bahn. Doch die Elemente wüten, Tiefer wälzt der Wolken Wucht, 181 ( 5. Juli.) Aonio Paleario, Märt. in Rom, 1570, † 3. Juli. Immer neue Wasser schütten Ihre Last in jäher Flucht. Wie die Möve mit dem Wetter Hin und her sich kämpfend wiegt, So der Glaube zwingt den Retter, Wenn die Seel' in Drangsal liegt. Füllen Wasser schon den Nachen, Preßt die Not die bange Brust, Gottes Flammenaugen wachen, Kehren Leid in lauter Lust. Denn der Retter ist gefunden, Der der Not ein Ende macht, Und in seinen heil'gen Wunden Ist die Angst zur Ruh gebracht. Durch Sein Wort die Wellen schweigen, Heiter blickt das lichte Blau, Läßt den farb'gen Bogen steigen, Neu verjüngt ist Flur und Au. Was dem Herzen Schmerz will scheinen, Ist nur Grundbarmherzigkeit; Währt den Abend auch das Weinen, Morgen ist's gekehrt in Freud. 182 D. C. G. Pfannschmidt. Joh. Huß, Vorreform., Märtyrer, in Constanz † 1415. 6. Juli. 6] Ermunterung. Sorge, die mich niederdrückt, O Sorge weiche fern, Mein Vater, der die Blümlein schmückt, Der kleidet mich auch gern. Bin ich auch traurig und verwaiſt, Ist Tisch und Kammer leer: Mein Vater, der die Vöglein speiſt, Der läßt mich nimmermehr. Was ist denn noch, das mich betrübt Diesseits der stillen Gruft? Ich weiß, daß mich mein Vater liebt, Mich einst hinüber ruft. Dort werd ich meinen Heiland seh'n, Am Thron der Gnade knie'n: Dort werd ich mehr als hier versteh'n, Dort werd ich schöner blüh'n. Wohlauf, mein Herz, so sei vergnügt, Und schwing' dich himmelan; Wie Gott, der Herr, dein Leben fügt, So ist es wohlgethan! Ein Stündlein noch, dann ist er aus Der Traum, der Leben heißt; Dann schwingt sich in sein ewig Haus Der Gott- versöhnte Geist. 183 Luise Hensel. 7. Juli. 7] Willibald, Bischof von Eichstädt, † 786. Freude in dem Herrn. Die Frucht der Freude sprosset nicht Im Sandgrund der Natur; Ein Leben außer Christi Licht Ist Müh' und Elend nur. Wo aber Gnad' im Herzen blüht Und Jesu heller Schein, Da wird auch Frieden im Gemüt Und Himmelsfreude sein. Die Liebe fühlen, die verzeiht, Aufs blut'ge Kreuz ein Blick, Und Hoffnung, die kein Sterben scheut, Das ist ein göttlich Glück. - Im Glauben durch den Vorhang seh'n, Und wissen: Gott ist mein! Das ist ein Freudenquell, so schön, Der fließet ewig rein. Das sind die Freuden, die das Herz Frei machen, fromm und fest, Daß es sich schwingt aus allem Schmerz Und diese Welt verläßt. Beklagt nicht, Christen, euer Los; Doch wenn des Herrn ihr seid, So laßt der Welt, die blind und bloß, Den Tand der Sterblichkeit. 184 A. d. Engl. v. A. Knapp. 8] 9] Kilian, Glaubensbote in Würzburg 689. Ephraem, der Syrer, Kirchenlehrer 378. Morgenlied. Früh am Morgen Jesus gehet Und vor allen Thüren stehet, Klopfet an, wo man geflehet: Komm, Herr Jesu, unser Gast! Nun, so laffet Ihn nicht dorten, Thut Ihm auf des Herzens Pforten Und ruft Ihn mit süßen Worten: Eile, Jesu, kehre ein! Wollest täglich bei uns bleiben, Alle Feinde von uns treiben, Uns ins Buch des Lebens schreiben Und der gute Hirte sein; Weiden uns auf grüner Auen, Daß wir Deine Fülle schauen Und auf Deinen Reichtum bauen, Mit Dir gehen aus und ein. Amen, ja, es soll geschehen! Jesus wird heut mit uns gehen, Und wir werden fröhlich sehen, Daß Er uns nicht läßt allein. Unbekannt. Von der Welt Eitelkeit. " Bag, was hilft alle Welt, Mit allem Gut und Geld?" 185 8. Juli. 9. Juli. ( 9. Juli. Ephraem der Syrer, Kirchenlehrer 378. Alles verschwind't geschwind, Gleichwie der Rauch im Wind. ,, Was hilft der hohe Thron, Das Scepter und die Kron'?" Scepter und Regiment Hat alles bald ein End. „ Was hilft sein hübsch und fein, Schön wie die Engel sein?" Schönheit vergeht im Grab, Die Rosen fallen ab. ,, Was hilft ein goldgelb Haar, Augen kristallenklar, Lippen korallenrot?" Alles vergeht im Tod. „ Was ist das rot Gewand, Das Purpur wird genannt?" Von Schnecken aus dem Meer Kommt aller Purpur her. Was ist der Seidenpracht? Wer hat den Pracht gemacht?" Es haben Würm' gemacht Den ganzen Seidenpracht. Was sind denn solche Ding', Die ihr schätzt nicht gering?" Erd', Würmer, Schneckenblut Ist nur verächtlich Gut. 186 10] Wilhelm von Oranien, † 1584. Gieb uns, O Jesu, Gnad', Daß uns dies all nicht schad', Falsch ist die lose Welt Mit allem Gut und Geld. Joh. Meyfarth, † 1642. 10. Juli. Sonntag. O Sonntag, komm mit deinem Frieden, Mit deiner Ruhe für die Müden, Mit deinem Segen für den Geiſt! Komm, unsrer Seele Friedenbringer, Du, der mit aufgehobnem Finger Das Herz in seine Heimat weist! " In deines Angesichtes Schweiße Genieße deine Erdenspeise," So lautet Gottes Richterspruch. Doch kann der Herr des Himmels Segen Auch zu der Erdenmühe legen Und lösen jenen alten Fluch. Dann aber tritt mit sel'gem Worte Der Sabbath aus des Himmels Pforte Mit wunderbarem Trosteslicht: Es ist noch eine Ruh vorhanden, Der Herr ist von dem Grab erstanden, Die Erd' ist eure Heimat nicht. 187 11. Juli. Placidus, Märtyrer in Graubündten, † 640. So sei Dein heil'ger Sabbathfrieden Auch uns'rer Seele heut beschieden, Laß uns der Erde Treiben flieh'n; Laß ruhen uns zu Deinen Füßen, Laß Kraft aus Deiner Quelle fließen Auch auf des Wochentages Müh'n! 11] In frohen und in müden Zeiten, Herr, wollst Du kräftig uns bereiten Für Deines ew'gen Sabbaths Schein, Daß selig einst die Stimme schalle: Ihr meine Auserwählten alle, Kommt, geht zu meiner Ruhe ein! Ottilie Wildermuth. Gedanken in Not und Tod. Der Himmel hängt voll Wolken schwer, Ich seh das blaue Zelt kaum mehr; Doch über Wolken,- hell und klar, Nehm' ich ein freundlich Auge wahr! Es tobt der Sturm mit wilder Macht, Sie wird so dunkel oft, die Nacht; Doch, wenn auch meine Seele bebt, Sie weiß, daß dort ein Heiland lebt! Sie zöge gar zu gern hinaus Ins große, weite Vaterhaus; Doch hält in seiner Kraft sie still, Bis Er, bis Er- sie lösen will. 188 - 12] Heinrich II, Kaiser, † 1024. Die Erd' ist mir ein morsches Boot, Das unter mir zu finken droht, Ich steh' auf seines Bordes Höh' Nur eben noch mit einem Zeh'. Gebeut'st Du, Herr, mit einem Blick, So schleudr' ich's hinter mir zurück, Und schwinge mich an Deiner Hand Hinauf, hinauf, und jauchze:„ Land!" Ich ginge gern, so gern zu Dir! Doch, wenn Du mich noch länger hier In Sturm und dunklen Nächten läßt, So halt Du meine Seele fest, Daß sie in Sturm und Nachten treu, Zu Deiner Ehre wacker sei, Bis Du mir rufft: Nun ist mir's recht, Nun kannst du kommen, treuer Knecht!" H. Möwes. Erntelied. Hab ich jemals wohl gefät? Hab ich jemals denn geschnitten? Dennoch hab' ich früh und spät Keinen Hunger je gelitten! Nun, so will ich auch mit andern Fröhlich auf das Kornfeld wandern. 12. Juli. 189 ... 13. Juli. Eugenius Bischof von Carthago, † 505. Ach, wie ist's so schön geschmückt! Golden glänzt es mir entgegen, Wie der schwere Halm sich bückt, Wenn die Winde ihn bewegen!- Wär ich auch so eine schwere, Vor dem Herrn gebeugte Ähre! 13] Wie die Schnitter ohne Raſt Eifrig ihre Sicheln schwingen, Und der Garben schwere Last Fröhlich in die Scheunen bringen!- O daß ich an dieser Ernte Unverdroff'ne Arbeit lernte! Wann mir einst der Schnitter naht, Der, statt Ähren, Menschen schneidet, Dem die Arbeit früh und spat Nie gebricht und nie entleidet: Möcht' ich reif dann in die Hallen Jener ew'gen Scheunen fallen. C. G. Barth. Gedächtnis des Kreuzes. An des Herren Kreuz zu denken, In dein Herz es zu versenken, Sei, o Christ, dir heil'ge Pflicht. Wer mit Andacht seiner achtet Und es glaubensvoll betrachtet, Wünschet sich das Eitle nicht. 190 Bonaventura, Kirchenlehr. i. Paris, 1274.( † 15. Juli.) 14. Juli. Wie am Abend, so am Morgen, Unter Arbeit, unter Sorgen, In der Freude, in dem Schmerz, In der Einsamkeit und Stille, In dem lauten Weltgewühle, Überall faff' es ins Herz. 14] Wer mit Trübsal hier gerungen, Und durch sie zu Gott gedrungen, Dem gab es zum Kampfe Kraft. In ihm wohnet hohe Stärke, Die des Glaubens schönste Werke Und die größten Siege schafft. Es gewährt uns heil'ge Freude, Ist dem Herzen süße Weide Und dem Geiste helles Licht. Alles andre kann dich trügen; Überall kannst du erliegen, Nur bei Christi Kreuze nicht. Aus dem Liede Bonaventura's: Recordare sanctae crucis. Am Ernteabend. Wie lautres Gold erglänzt das Thal, Wohin das Auge gleitet, Die reifen Garben ohne Zahl Sind auf das Feld gebreitet. 191 15. Juli. Jerusalems Eroberung durch Gottfr. v. Bouillon 1099. Die Sonne schien vom Himmelszelt, Und wo sie hingezogen, Da hat ein goldnes Erntefeld Den Himmel überflogen. Und weil Natur ihr Werk vollbracht, Das ihr fürs Jahr beschieden, Umleuchtet sie in goldner Pracht Ein selger Abendfrieden. - O glücklich müßt ein Leben sein, Dem solche Garben reifen! O möcht auch mir der goldne Schein Von fern die Fluren streifen! Und ist's nicht heut, und muß ich noch Mein Feld viel Jahre bauen: Laß mir, o Gott, die Hoffnung doch, Den Erntetag zu schauen! 15] Der Du des Äthers Die Sonne für den Gustav Gerok. Der Morgengesang. ( Fulgentis auctor aetheris.) Glänzen schufft, und für die Nacht als Licht den Mond, Tageslauf in sichren Bahnen gründetest! Die schwarze Nacht weicht schon zurück, der Welt erneut ihr Schimmer sich, 192 Answer, Abt v. Ratzeburg, Märt. 1066.( † 15. Juli.) 16. Juli. Und neue Lebensstärkung regt den Geist zu süßem Wirken auf. Dein Lob zu tönen im Gesang ermuntert uns der frische Tag, Des Himmels lächelnd Angesicht stimmt unsre Brust zur Heiterkeit. Laß meiden die Versuchung uns, das Sündliche lehn ab der Geiſt, Das Leben sei an Thaten rein, die Zunge unmißbraucht von Schuld. So lange dieser Tag uns währt, soll tiefer Glaube in uns glüh'n, Hoffnung uns richten auf das Ziel, Lieb' uns mit Christo einigen. A. d. Latein. d. 4. Jahrh. v. Fortlage. 16] Das walt Gott. Das walt Gott Vater und Gott Sohn, Der heilig Geist im höchsten Thron. Damit fang ich mein Arbeit an: Hilf, daß ich's wohl vollbringen kann. O heilige Dreifaltigkeit, Dein Beistand sei mir ist bereit; Gib mir Verstand, Vernunft und Witz, Damit ich nit vergeblich schwitz. 193 13 17. Juli. 17] Speratus und die scillitan. Märtyrer 200. Mein's Leibes Kräfte mehr und stärk, Daß ich mit Ernst verricht' mein Werk; Hilf mir, daß ich beständig bleib, Mit Untreu nicht mein' Arbeit treib'. Laß mich mein' Arbeit recht verbringen, Damit mein Thun mög' wohl gelingen. Das treib ich hier, so lang ich leb Und in dem Jammerthal rumschweb. Wenn ich denn thu' mein' Augen zu, So gieb mir von der Arbeit Ruh. Hier ist kein' Ruh, dort wird sie sein; Drum komm, hol' mich in Himmel ein. Martin Behemb, 1644. Wie Jesus will. Mert', Seele, dir das große Wort: Wenn Jesus winkt, so geh'; Wenn Er dich zieht, so eile fort; Wenn Jesus hält, so steh'. Wenn Er dich lobet, bücke dich; Wenn Er dich liebt, so ruh'; Wenn Er Dich aber schilt, so sprich: Ich brauch's, Herr, schlage zu! Wenn Jesus seine Gnadenzeit Bald da, bald dort verklärt, So freu' dich der Barmherzigkeit, Die andern widerfährt. 194 J. F. Start, Pfr. in Frankfurt 1756, † 17. Juli. Luise Henr., Kurf. v. Brandenb., Dichterin, † 1667. 18] 19] Wenn Er dich aber brauchen will, So steig in Kraft empor; Wird Jesus in der Seele still, So nimm auch du nichts vor. Kurz, liebe Seel', dein ganzes Herz Sei von dem Tage an Bei Schmach, bei Mangel und bei Schmerz Dem Lamme zugethan. N. 2. v. Zinzendorf. Abendlied. ( 0 lux beata trinitas.) Osel'ges Licht, Dreieinigkeit, Des ersten Ursprungs Wesenheit! Der Sonne Feuer weicht zurück, Nun fall' in unser Herz dein Blick. Dich lobe morgens unser Lied, Zu dir seufz' abends das Gemüt, Zu dir soll demutsvolles Flehn Durch alle Ewigkeiten gehn. 18. Juli. 19. Juli. A. d. Lat. d. 8. Jahrh. Die unerschöpfliche Liebe. Ob auch die Sonne wärmet, Sie bleibet dennoch warm. 195 20. Juli. 20] Elias Prophet. So oft die Liebe schenket, Doch nimmer wird sie arm. So viel der Himmel regnet, Kein Tröpflein er verliert, Das nicht das Meer ergeben, Voll Dank zurückeführt. So Er, dem Meer und Sonne Und Himmel angehört, Wird reicher, immer reicher, Je mehr Er uns beschert: Seit Er uns gab die Sonne Hat er die Sonne mehr; Seit Er uns schenkte Christum, Wie größer ist nun Er! K. Steiger. Das Grab. „ Das Grab ist tief und stille, Und schauerlich sein Rand; Es deckt mit schwarzer Hülle Ein unbekanntes Land." Doch jenseits seiner Schrecken Wohnt Gott in hellem Licht; Wird mich daraus erwecken, Drum fürcht' ich es auch nicht. 196 Ge. Neumark, Bibliothekar in Weimar, Dichter 1681. 21. Juli. Es nimmt in seine Stille Den Kummervollen auf; Verwandelt nur die Hülle, Löst alle Bande auf. 21] In ihm wird nur zur Erde, Was ihr allein gehört; Mein Geist, mein Ich- ich werde Durch Gottes Geist verklärt. Drum sei mir einst willkommen! Wenn Gottes Stimme ruft, Ersteh' mit allen Frommen Ich froh aus deiner Gruft. Anna Schlatter. Gott ist mein Schild. Mag ich Unglück nicht widerstan, Muß Ungnad han Der Welt für mein recht Glauben, So weiß ich doch, es ist mein' Kunst, Gott's Huld und Gunst, Die muß man mir erlauben. Gott ist nicht weit, Ein' kleine Zeit Er sich verbirgt, Bis Er erwürgt, Die mich Sein's Worts berauben. Richt' wie ich will jezund mein Sach, Weil ich bin schwach, Und Gott mich Furcht läßt finden. 197 ASEAN 22. Juli. 22] Maria Magdalena. So weiß ich, daß kein G'walt bleibt feſt; Ist's allerbest. Das Zeitlich' muß verschwinden. Das ewig Gut Macht rechten Mut, Dabei ich bleib', Wag' Gut und Leib, Gott helf' mir überwinden. All Ding ein Weil ein Sprichwort ist; Herr Jesu Christ, Du wirst mir stehn zur Seiten, Und sehen auf das Unglück mein, Als wär' es Dein, Wenn's wider mich wird streiten. Auf dieser Bahn: Gott ist mein Schild, Muß ich denn dran Welt, wie du willt, Der wird mich wohl beleiten. Amen. Maria von Ungarn, † 1558. Gieb dich dahin. Gieb dich dahin In Gottes Sinn, Laß alles andre schwinden; Schreit immer zu In dieser Ruh, Dann wirst du überwinden! Sei sanft und still, Hör, was Er will, Fall' Ihm nicht in die Nede: So wird dein Mut Gar frisch und gut, Und aus ist Kampf und Fehde. 198 23] Sam. Dombrowsky, Pfr. in Wilna, † 1625. Die Welt, so schön Sie muß vergehn, Ich kann sie drum nicht schelten, Was soll denn sie Die Sorg' und Müh' Und unsre Not entgelten? Sie hält auch Freud' Genug bereit, Den Wandrer zu erquicken; Nur mußt du dich Auch sänftiglich In ihre Dornen schicken. Das Ungemach Hält frisch und wach, Das Heil nicht zu versäumen; Das eitle Herz Ohn' Sorg' und Schmerz Würd' es gar bald verträumen. So geht die Zeit Zur Ewigkeit Gehorsam in die Lehre, Und alles führt, Wie sich's gebührt, Zu Gottes Preis und Ehre. 23. Juli. Loblied. Seh' ich der Schöpfung Weiten Und ihre Herrlichkeiten, Alb. Zeller. Dann wird mein Herz so klein! Doch denk' ich, Erd' und Meere Sind Dein, Du Gott der Ehre, Groß wird mein Herz, denn Du bist mein. 199 24. Juli. Thomas von Kempen, Mönch im Kloster bei Zwoll, 1471. 25. Juli. 24] Seh' ich die Sonne sinken, Den Abendhimmel blinken In purpurroter Glut, Dann sinken still die Wellen, Die mir die Seele schwellen, Daß Frieden Gottes auf mir ruht. Seh' ich den Mond erglänzen, Mit reichen Sternenkränzen Den Himmel sich umziehn, Dann schwingen meine Sinnen Sich ahnungsreich von hinnen Nach einem schönern Himmel hin! - Seh' ich den Lenz erglühen, Feld, Wald und Blumen blühen In frischer Lebenskraft, Dann wird das Herz mir offen, Daß bald ein selig Hoffen Den Frühling auch in mir erschafft. 200 2. C. L. Josephson. Geduld. ( Adversa mundi tolera.) Ertrag' die Leiden dieser Zeit In Christi Namen du; Oft schadet mehr die Fröhlichkeit Mit schmeichlerischer Ruh. Jakobus d. ält., Apostel. Wenn gedrückt von großer Last du, Nicht Verlust, Gewinn nur haſt du, Durch Gedulden viel gewinnst du, Vieles Gute dir verdienst du. 25] Str. 1-3. Denn Gott, den Herrn, ehrst du damit, Der Engel Lust mehrst du damit, Zum Himmel auf kehrst du damit, Den Nächsten auch lehrst du damit. 25. Juli. Je gepeinigter, Wie Krystall so hold, Th. v. Kempis. Aus dem Lat. v. Fortlage. Noch ein Lied zur Geduld. Kurz das Leben ist, Klein ist das Leide, Groß ist dir der Lohn, Ewig die Freude, So oft Zeugnis du Gottes ablegest, Als für Gott du gern Schmerzen erträgest. Besser wird ein Mensch, Und so klar wie Gold, An Fehlern stets gereinigter, In Tugendübung gründlicher, Mit Jesus Christ geeinigter, Den hohen Heil'gen gleichender, Dem Feind unüberwindlicher, Dem Freunde Dienste reichender. Auf den Herrn sollst du vertrauen, Reden, daß man drauf kann bauen. 201 26. Juli. Wilh. Wilberforce, engl. Parlamentsmitglied 1833. † 29. Juli. Wenn vor Gott du dich erniedrigest, Strömen seine Gnadengaben, Wenn mit Kleinem dich befriedigeſt, Wirst du guten Frieden haben. Str. 4. 5. 6. 26] Thomas v. Kempis. Aus dem Lat. v. Fortlage. Von der Hinfälligkeit. ( Omnis mundi creatura.) In dem Schicksal aller Wesen Kann man, wie im Buche, leſen, Deutlich, klar und unverhüllt, Unser Leben, unser Streben, Unser Werben, unser Sterben, Wie ein treues Ebenbild. Unserm Leben zu vergleichen, Ist ein sinnig schönes Zeichen In der Rose uns verliehn, Die am Morgen duftend glühet, Sinkt am Abend schon verblühet Als verwelkte Blume hin. In des Lebens Frühlingsmorgen Prangt so, frisch und ohne Sorgen, Unsrer Jugend Blütenpracht. Aber ach! wie bald verbleichet Ihr Gestirne, und entweichet In des Lebensabends Nacht. 202 Raymund Palmarius, Handw. in Piacenza, † 1200. 27. Juli. Eine Knospe, kaum entsprossen, Eine Blüte, kaum erschlossen, Bricht die Zeit zerstörend ab. So vergehet alles Schöne, Asche bringen Evas Söhne, Als den letzten Zoll, dem Grab. 27] Darum in dem Bild betrachte Dein Geschick, o Ment und achte Stets auf deinen Lebenslauf: Was du warst, als du geboren, Was du bist, wozu erkoren, Denk' ihm nach und achte drauf! Traur' ob deiner Schulden Laſten, Und bezähme ohne Rasten Lust und Stolz und Dünkel all'. Herr der Geister, allerwege Lenke so des Herzens Schläge, Daß es nicht in Sünd' verfall'! d. Lat. d. Alanus v. Ryssel, † 1023.. Der Morgen. Der Morgenstrahl steht auf dem Thal, Die Nebel ziehen drunter her, Und auf der Au liegt still der Tau, Wie Perlen in dem weißen Meer. Wie ich nun alles recht beschaut, Da wird es klar mir im Gemüte, 203 ASEAN ( 27. Juli.) Raymund Palmarius, Handw. in Piacenza, † 1200. Daß alles nur ein Wort, ein Laut, O Gott, von Deiner Lieb' und Güte. Der Erde Pracht hast Du gemacht Für mich, Dein ungetreues Kind, Und den Azur, die Abendflur, Für mich den sanften Morgenwind. Ach, alle Worte sind zu schwach, Um Deine Liebe zu verkünden, Und dennoch läßt mein Streben nach Und jeder Tag sieht mich in Sünden! Herr, steh mir bei, da Du aufs neu' Mir wieder einen Tag verliehn; Der Geist ist wach, das Fleisch ist schwach, Und ohne Frucht ist mein Bemühn. Doch Deine Hand ist stark und feſt, Will ich nur willig sie umfassen. Ach, wer Dich, Herr, nicht selber läßt, Den hast Du nimmermehr verlassen. Zu Deinem Preis, auf Dein Geheiß Will ich an meine Pflichten gehn. Wenn sich die Welt entgegenstellt, Ich will auf Deinen Willen sehn. Mein Wirken über Haus und Kind, Das ruht in treuen, weisen Händen, Und was mit Deinem Preis beginnt, Das muß zu Deinem Ruhm sich enden. Anna El. von Droste- Hülshoff. 204 28] Joh. Seb. Bach, Musikdir. in Leipzig, † 1750. 28. Juli. Freundschaft. Der Mensch hat nichts so eigen, So wohl steht ihm nichts an, Als daß er Treu' erzeigen Und Freundschaft halten kann; Wenn er mit seinesgleichen Soll treten in ein Band, Verspricht sich, nicht zu weichen, Mit Herzen, Mund und Hand. Die Red' ist uns gegeben, Damit wir nicht allein Für uns nur sollen leben, Und fern von Menschen sein: Wir sollen uns befragen, Und seh'n auf guten Rat, Das Leid einander klagen, So uns betroffen hat. Was kann die Freude machen, Die Einsamkeit verhehlt? Das giebt ein doppelt Lachen, Was Freunden wird erzählt; Der kann sein Leid vergessen, Der es von Herzen sagt; Der muß sich selbst aufessen, Der im Geheim sich nagt. 205 29. Juli. Olaus der Heilige, König v. Norwegen, 1030. Gott stehet mir vor allen, Die meine Seele liebt, Dann soll mir auch gefallen, Der mir sich herzlich giebt. Mit diesen Bundsgesellen Verlach' ich Pein und Not, Geh auf den Grund der Höllen Und breche durch den Tod. Simon Tach. 29] Der Sternenhimmel. Ich sehe oft um Mitternacht, Wenn ich mein Werk gethan, Und niemand mehr im Hause wacht, Die Stern' am Himmel an. Sie gehn da hin und her zerstreut, Als Lämmer auf der Flur, In Rudeln auch, und aufgereiht Wie Perlen an der Schnur. Und funkeln alle weit und breit, Und funkeln rein und schön; Ich seh' die große Herrlichkeit, Und kann mich satt nicht sehn. Dann saget unter'm Himmelszelt Mein Herz mir in der Brust: Es giebt was Beff'res in der Welt Als all' ihr Schmerz und Lust! 206 30] Agobard, Erzbischof v. Lyon, † 840. Ich werf' mich auf mein Lager hin Und liege lange wach, Und suche es in meinem Sinn Und sehne mich darnach. Matth. Claudius. Geduld. Es zieht ein stiller Engel Durch dieses Erdenland, Zum Troft für Erdenmängel Hat ihn der Herr gesandt. In seinem Blick ist Frieden Und milde, sanfte Huld, O folg' ihm stets hienieden, Dem Engel der Geduld! Er führt dich immer treulich Durch alles Erdenleid, Und redet so erfreulich Von einer schönern Zeit. Denn willst du ganz verzagen Hat er doch guten Mut; Er hilft das Kreuz dir tragen, Und macht noch alles gut. 30. Juli. Er zürnt nicht deinen Thränen, Wenn Er dich trösten will; Er tadelt nicht dein Sehnen, Nur macht er's fromm und still. 207 TANA 31. Juli. Joh. Casp. Schade, Pred. in Berlin 1698. 25. Juli. Und wenn in Sturmes Toben Du murrend fragst: warum? So deutet er nach oben, Mild lächelnd, aber stumm. 31] Er hat für jede Frage Nicht Antwort gleich bereit, Sein Wahlspruch heißt: ertrage, Die Ruhstatt ist nicht weit! So geht Er Dir zur Seite, Und redet gar nicht viel, Und denkt nur in die Weite Ans schöne, große Ziel. Spitta. Unendlichkeit. Wer hat den Sand gezählt, Welcher im Wasser haust? Wem hat kein Blatt gefehlt, Wann der November braust? Wer weiß im Januar, Wie viel der Flocken wehn? Wie viele auf ein Haar Tropfen aufs Weltmeer gehn? Wer mißt den Ozean, Wo er am tiefsten fließt? Wer mag die Strahlen fah'n, Welche die Sonne schießt? 208 Maccabäer, Märtyrer. 2 Maccab. 7. Wer holt das Lichtgespann Fliegender Blitze ein? Nenne den Wundermann! Keiner mag größer sein. Gott ist der Ohnezahl, Vor dem die Zahl vergeht, Der durch den Sternensaal Sonnen wie Flocken weht; Gott ist der Überall, Gott ist der Ohnegrund, Schneller als Licht und Schall, Tiefer als Meeresgrund. Sandkörner zähleſt du, Nimmer die Freundlichkeit, Weltmeere misfest du, Nie die Barmherzigkeit, Sonnenstrahl holst du ein, Nimmer die Liebe doch, Womit sein Gnadenschein Sündern entgegenflog. 1. August. E. M. Arndt, † 1860. 1] Vor sich sehen, macht sicher gehen. Was Gott von Ewigkeit und in die Ewigkeiten Gethan hat und wird thun, drum will ich nicht viel streiten, Im Gegenwärtigen bleib ich nur auf der Wacht. 14 209 . 2. August. 3. August. Ich bin nur Kind im Haus, ich laß den Vater machen; Ihn lieben ist mein Werk, und Er thut seine Sachen; Am Ende werd ich sehn, daß Er es wohl gemacht. Terstegen. 2] Märtyrer unter Nero, 64. Nicodemus. 3] Dein Wort. Herr, öffue mir die Herzensthür, Zeuch durch Dein Wort mein Herz zu Dir, Laß mich Dein Wort bewahren rein, Laß mich Dein Kind und Erbe sein. Dein Wort bewegt des Herzens Grund, Dein Wort macht Leib und Seel gesund, Dein Wort ists', was mein Herz erfreut, Dein Wort giebt Trost und Seligkeit. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, Dem heil'gen Geist in Einem Thron! Der heiligen Dreieinigkeit Sei Lob und Preis in Ewigkeit. Joh. Olearius, um 1671. Gebet an Gott den Vater. ( Universae creaturae.) Schöpfer aller Kreaturen, Ew'ger Herrscher der Naturen, Du, der Dinge Urbewegung, Ursprung aller Lebensregung, 210 Nicodemus. ( 3. Auguft.) Ein'ge Kraft und Lichtesschimmer, Worin Teil und Trübung nimmer! Gieb mir, Gott, o Du getreuer, Du mein Schöpfer und Erneuer, Daß ich meines Ursprungs denke, Daß mich Deine Führung lenke, Daß der Geist stets nach Dir glühe, Und den Körper nach sich ziehe, Deiner Sagung Wege walle, Niemals schlaff zu Boden falle. D'rum gesunden Geist beschere, Der Gesetz und Ordnung ehre. Mit des Geistes Wohl vereine Auch des Leibes keusche Reine. Bildner von dem beide kommen, Gieb, was jedem möge frommen. Sich, zum Fehl sind wir geneiget, Staub zum Staube stets sich beuget. Wenn wir straucheln auf dem Pfade, Unterstüß uns Deine Gnade. Was ist Adams Sproß und Erbe? Kraut des Tods, wert, daß er sterbe; Ist ein Wurm im Staub der Erde, Arm und schwach und voll Beschwerde. Würd'ge nicht des Zorns den Thoren, Der schon unrein ist geboren. Diesen wolle d'rum nicht hassen, Der das Sünd'gen nicht kann lassen; Ins Gericht mit dem nicht gehen, 211 4. August. Leonhard Käser, Geistlicher, Märt. in Passau, 1526. Der es nimmer kann bestehen. Kann ein Mensch so stolz sich heben, Gott die Rechenschaft zu geben? Wie Rauch dunstet, Schatten schweben, Gras verdorrt, so ist sein Leben. D'rum, Dreiein'ger, mit uns Armen Hab Erbarmen, hab Erbarmen. A. d. Lat. d. Marbod, † 1123, Fortlage. 4] Pilgerspruch. Ein Band, das uns gebunden, Ein Kampf, den wir bestehn, Ein Kleinod, das gefunden, Ein Land, zu dem wir gehn, Ein Hirte, der uns weidet, Ein Geist und eine Gnad, Ein König, der uns leitet, Ein schmaler Pilgerpfad, Ein Sinn troß allen Trieben, Ein Glaube, der uns hält, Ein Leben und ein Lieben Führt uns durch diese Welt Zum großen Siegesheld Ins gold'ne Himmelszelt. Fr. Fliedner. 212 5] 6] Evangel. Salzburger, Bekenner. 1731. Verklärung Christi. 5. August. 6. August. Trost. O du himmlischer Vater mein! Gieb mir recht zu verstehen ein, Daß ohne Deinen Willen mir Oder Verhängnis, Herr, von Dir Nichts in der Welt begegnen kann, So Du nicht längst von Anfang schon Zu meinem Trost, Wohlfahrt und Heil Verordnet haft ohn allen Fehl. Hilf Du, einiger Helfer, mir, Daß ich mit Leib und Seele Dir Mit Ehr und Gut, Glück und Unglück All' Zeit, all' Stund und Augenblick, Es sei bei Tage oder Nacht, Befehl aus aller meiner Macht In Dein' göttliche Hände mich Sowohl heut als sonst ewiglich; Bis Du aus dieser Eitelkeit Mich bringen wirst zur Seligkeit, Da ich Dich werd', o helles Licht, Von Ang'sicht sehn zu Angesicht! Lied ihres evang. Glaubens wegen vertriebener Desterreicher a. d. 16. Jahrhundert. Abendfeier. Wie ist der Abend so traulich, Wie lächelnd der Tag verschied, 213 7. August. Nonna, Mutter Gregors von Nazianz 374. Wie singen so herrlich, erbaulich, Die Vögel ihr Abendlied! 7] Die Blumen müssen wohl schweigen, Kein Ton ist Blumen beschert, Doch, stille Beter, neigen Sie alle das Haupt zur Erd'. Wohin ich gehe und schaue, Ist Abendandacht. Im Strom Spiegelt sich auch der blaue, Prächtige Himmelsdom. Und alles betet lebendig Um eine selige Ruh, Und alles mahnt mich inständig: O Menschenkind, bete auch du! Spitta. Viele Wohnungen. Schau, wie so gut der Herr der Welt Gesorgt in seinem Rat, Daß jedes unterm Sternenzelt Sein Pilgerhüttlein hat: Das Vögelein sein weiches Nest, Drin' s seine Jungen hegt, Das Wild die Höhle warm und fest, Wohin' s die Nahrung trägt. 214 **** 8] Hormisdas, Bekenner in Persien um 421. Tritt wo ein Kind ins Leben ein, Schon steht die Wiege da, Das beste Bett, den feinsten Lein Die Mutter ausersah. Und ziehst du in die Fremde fort, Nur nicht auf eignem Pfad, Ein Haus baut dir der Herr auch dort Am wildesten Geſtad. Ziehst du zuletzt vom Leben aus Und fragst: Wo find ich Ruh? Dann schließt der Erde stilles Haus Dein Gott dir auf und zu. 8. August. Ja, klopfst du an des Himmels Pfort Um eine Heimat an, Sie ist bereit nach Jesu Wort, Die Thür wird aufgethan! G. Zinser. Jesus auf dem Meer. Jetzt tobet auch das Meer, Herr Jesu, hin und her. Dein Schifflein geht zu Grunde, Wo Du zu rechter Stunde Nicht wirst vom Schlaf erwachen Und alles stille machen. 215 9. August. Clemens v. Alexandrien, Kirchenlehrer um 220. Drum schreien wir zu Dir: Hilf, sonst verderben wir; Gebeut den stolzen Wellen, Die sich so zornig stellen, Daß sie sich legen müssen. Mit Furcht zu Deinen Füßen. 9] Wir wollen Deine Macht Und Hilfe Tag und Nacht Mit Mund und Herzen preisen, Die Du uns wirst erweisen, Und rühmen Deinen Namen Hier und dort ewig. Amen. Johann Heermann. Hymnus auf die Gottheit. Dich, ewigen Monarchen, Laß singen mich und preisen, Den Herrscher, den Regenten, Durch den das Lied, das Lob tönt, Durch den die Engel jauchzen, Durch den die Zeiten strömen, Durch den die Sonne strahlet, Durch den das Mondlicht kreiset, Durch den die Sterne funkeln, Durch den der Mensch, der Edle, Den Geist zum Himmel hebet Als ein vernünft'ges Wesen. 216 Jerusalems Eroberung durch Titus. 70. Du schuf'st das All der Dinge, Gabst jedem seine Ordnung, Und festig'ft sie durch Vorsicht. Du sprachest, und es wurde. Dein Wort ist Gott der Sohn selbſt, Mit Dir von gleichem Wesen, Mit Dir von gleicher Ehre, Der alles hat geordnet, Um alles zu beherrschen, In dem der Allumfaſser, Der heil'ge Geist, das Weltall Mit weiser Vorsicht hütet. Lebend'ge Drei, Dich lieb ich, Dich einigen Monarchen, Deß Wesen unaussprechlich, Deß Weisheit unerreichbar, Nie ruh'nde Kraft der Himmel, Ohn Anfang, ohne Ende, Dich unsichtbaren Lichtblick, Der alles überschauet, Dem keine Tiefe dunkel Von der Erde bis zum Abgrund. 10. August. Gregor von Nazianz, † 390. Aus dem Griechischen von Fortlage. 10] An mein Herz. Mein Herz, was schlägst du gleich so bange, Wenn dir der Vater Trübsal schickt? 217 ( 10. Auguft.) Jerusalems Eroberung durch Titus. 70. Sei still, mein Herz, es währt nicht lange, Bald endet alles, was dich drückt. Noch will in dir die Welt sich regen, Die manches junge Herz bethört: Die mußt du in ein Grabtuch legen, Gesegnen all', was ihr gehört. Bald lockt sie dich mit ihren Freuden, Bald droht sie Leid und Kummer dir; Sie will von deinem Gott dich scheiden, Und stellt dir ihren Gözen für. Du darfst dich nicht mit ihr vereinen; Laß ihre vollen Rosen steh'n, Und siehe, wie die Lilien scheinen, Und höre, wie die Palmen weh'n. So sei, mein Herz, o sei zufrieden, Mit allem, was der Herr dir giebt, Und denke, von der Welt geschieden, Gott prüfet dich, weil er dich liebt. Ja, Vater, ich will still ergeben Mit meiner Bürde weiter geh'n, Die Hände fromm zu Dir erheben, Und nicht auf diese Erde seh'n! Louise Hensel. 218 Gregor v. Utrecht, Abt, Pred. der Friesen 775. ( † 25. August.) 11] Psalmenklang. In vollem Frieden schlafen Läßt nicht der Erde Gut, Das bietet keinen Hafen, Worin die Seele ruht, Nie glückt es Menschenhänden, Zu bauen Wall und Wehr, Die siegreich widerständen Der Sorgen Schwall und Heer. Wohl dem, der Gott im Stillen Sich wie ein Kind ergiebt, Und dessen heil'gen Willen Mehr denn sein Leben liebt! Er wird in allen Schmerzen Mit treuster Hand beschirmt, Er ruht am Vaterherzen Und zagt nicht, wann es stürmt. Der Palme thun die Wetter Im Grimme nie ein Leid, Es glänzen ihre Blätter Als ewig Frühlingskleid: Dem ähnlich auch in Nöten Der Gottergebne grünt, Und was ihn möchte töten, 11. August. Zu seinem Leben dient. Phil. Melanchthon, † 1560.( A. d. Latein. übertr. v. Oberhey.) 219 12 August. 13. August. Anselm, Bischof v. Havelberg † 1158. Paul Speratus, ev. Bischof v. Pomesanien, Dichter 1551, † 12. Auguft. 12] Die Heimat der Seele. Wo findet die Seele die Heimat, die Ruh? Wer deckt sie mit schüßenden Fittigen zu? Ach, bietet die Welt keine Freistatt mir an, Wo Sünde nicht kommen, nicht anfechten kann? Nein, nein, Nein, nein, Hier ist sie nicht: Die Heimat der Seele ist droben im Licht. Verlasse die Erde, die Heimat zu sehn, Die Heimat der Seele, so herrlich, so schön! Jerusalem droben, von Golde gebaut, Ist dieses die Heimat der Seele, der Braut? Ja, ja, Ja, ja, dieses allein Kann Ruhplaß und Heimat der Seele nur sein. Wie selig die Ruhe bei Jesu im Licht! Tod, Sünde und Schmerzen, die kennt man dort nicht. Das Rauschen der Harfen, der liebliche Klang Bewillkommt die Seele mit süßem Gesang. Ruh, Ruh, Ruh, Ruh, himmlische Ruh Im Schoße des Mittlers, ich eile dir zu! Nach dem Engl.: Midst pleasures and palaces. ( V. 1. 2. 3.) 13] Gottes Größe. Alle Abend, alle Morgen Hilft des großen Gottes Sorgen Auch dem Kleinsten, weil es Sein. 220 Wilh. Thorp, Schüler Wikliffs, Märt. 1407. Ihm sind die veracht'tsten Dinge Zum Erschaffen nicht geringe, Zum Erhalten nicht zu klein. Bei Ihm sucht der Löwe Speise, Und so hört Er's gleicher Weise, Wenn der junge Rabe schreit; Selbst die Blume auf der Heide Übertrifft in ihrem Kleide Salomonis Herrlichkeit. Wenn Er dem, was Er erwählet, Alle Haar' des Hauptes zählet, Kindlein trägt, als wie im Schoß, Fremde schüßet, Sklaven höret, Waisen pfleget, Witwen nähret, Dann ist Gott im Kleinen groß. 14. August. 14] Die sieben Bitten. Sprich, liebes Herz, in deines Tempels Mitten Für sieben Wochentage sieben Bitten. Zum ersten Tag: laß Deine Sonne tagen, Und Licht verleih'n der Erd' und meinen Schritten. Zum zweiten Tag: o laß Dir nach mich wandeln, Wie Mond der Sonne nach mit leisen Tritten. Zum dritten: lehre Deinen Dienst mich kennen, Und wie ich dienen soll mit reinen Sitten. Zum vierten Tag: Du willst mich nicht verlassen In meiner Woche, meines Tagwerks Mitten. 221 15. August. Maria, Mutter des Herrn. Zum fünften Tag: o donn're Deine Worte Ins Herz mir, wenn sie meinem Sinn entglitten. Zum sechsten Tag: o laß mich freudig fühlen, Wodurch Du mir die Freiheit hast erstritten. Zum siebenten: die Sonne finkt am Abend, O dürft' ich mir so hellen Tod erbitten! Fr. Rückert. 15] Maria am Kreuz. ( Stabat mater.) Schaut die Mutter voller Schmerzen, Wie sie mit zerriss'nem Herzen Bei dem Kreuz des Sohnes steht! Schauet ihre Trübsalshige, Wie des Schwertes blut'ge Spike Tief durch ihre Seele geht! Wessen Auge kann der Zähren Bei dem Jammer sich erwehren, Der des Höchsten Sohn umfängt? Wie er mit gelass'nem Mute Todesmatt in seinem Blute An dem Holz des Fluches hängt! Für die Sünden seiner Brüder Leidet er, daß seine Glieder Unnennbare Qual zerreißt. Für uns ruft er im Erblassen: Gott, mein Gott, ich bin verlassen! Und veratmet seinen Geist. 222 Isaak, Patriarch. Laß, o Jesu, Quell der Liebe, Deines Herzens heil'ge Triebe Strömen in mein Herz hinab! Laß mich Dich mein alles nennen, Ganz für Dich in Liebe brennen, Der für mich sein Leben gab! 16. August. Gieb mir Teil an deinem Leiden, Laß von aller Lust mich scheiden, Die Dir solche Wunden schlug! Ich will auch mir Wunden schlagen, Will das Kreuz des Lammes tragen, Welches meine Sünden trug! Gegen aller Feinde Stürmen Laß mich, Herr, dein Kreuz beschirmen, Deine Gnade leuchte mir! Deckt des Grabes finstre Höhle Meinen Leib, so nimm die Seele Hin ins Paradies zu Dir. Nach d. Lat. d. Jacoponus, † 1306 u. nach C. M. Wieland von A. Knapp. 16] Gottes Sorge um uns. ( Saepe quidem dominus.) Oft zwar wendet der Herr uns ab so Leiden und Unheil, Daß von keinem Schlag werde verwundet der Mensch. 223 Awar 17. August. Joh. Gerhard, Prof. in Jena, † 1637. Aber bewund'rungswerter ist dann die Hand des Allmächt'gen, Wenn das Übel uns trifft, doch nicht die Kraft übersteigt. Preiset den himmlischen Wächter, der Stärke verleihet im Dulden, Daß nicht das Inn're zerstör' äußere stürmende Wut. Wer nicht kämpft, hat nicht auf Siegeskränze zu hoffen, Nur überwundene Müh'n reichen die Palme des Ruhms. A. d. Lat. d. Prosper Aquitanus, † 463. 17] Morgenglanz der Ewigkeit. Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschöpften Lichte, Schick uns diese Morgenzeit Deine Strahlen zu Gesichte Und vertreib' durch Deine Macht Unsre Nacht. Deiner Güte Morgentau Fall auf unser matt Gewissen. Laß die dürre Lebensau Lauter süßen Trost genießen, Und erquick uns, Deine Schar, Immerdar. 224 Johann der Beständige, Kurfürst v. Sachsen 1532 ( † 16. August). 18] Gieb, daß Deiner Liebe Glut Unsre kalten Werke töte, Und erweck' uns Herz und Mut Bei erstand'ner Morgenröte, Daß wir, eh' wir gar vergeh'n, Recht aufsteh'n. Leucht' uns selbst in jene Welt, Du verklärte Gnadensonne; Führ uns durch das Thränenfeld In das Land der süßen Wonne, Da die Lust, die uns erhöht, Nie vergeht. 18. Angust. Chr. Knorr v. Rosenroth, 1684. Gieb meiner Seele Frieden! Du hast so manche schon befreit Von aller Not und Traurigkeit, Von allem Weh hienieden: O fieh! ich bin ermattet sehr, Die Last des Lebens drückt so schwer, Ich finde keinen Frieden. Die Welt in mir und außer mir Hat mich schon wieder, Herr, von Dir Und Deiner Huld geschieden: Owende Dich mir wieder zu! Gieb meinem Herzen Kraft und Ruh, Gieb meiner Seele Frieden! 225 15 19. August. 19] Hugo Grotius aus Delft, Staatsmann und Theolog 1645. Die Sünde will mit süßem Wort, Mit schönem Schimmer fort und fort Mir neue Fesseln schmieden; Ich aber weiß, in Dir allein Kann meine Seele selig sein, In Dir allein ist Frieden. Du hast ja Mut zu junger That, Wenn ich um Heil und Hilfe bat Auch mir schon oft beschieden: O Geist des ew'gen Lebens Du! Gieb mir auch heute Kraft und Ruh, Gieb meiner Seele Frieden! Otto Ramsauer, † 1856 Mondnacht. In stiller Nacht Gar leis und facht Das Bächlein gleitet hin; Und was in Freud und Schmerz Bestürmt bei Tag dein Herz, Es fließet leis und sacht In stiller Nacht. In stiller Nacht Des Mondes Pracht Erglänzt am Himmelszelt; 226 20] Bernhard, Abt v. Clairvaux& 1153. Doch Gottes Angesicht Strahlt in viel schönrem Licht, Als Mondespracht In stiller Nacht. In stiller Nacht Der Engel Wacht Schwebt nieder treu und stark. Schlaf nur in guter Ruh, Es deckt dich schüßend zu Der Engel Wacht In stiller Nacht. G. Weitbrecht. Bleib bei uns. Bleib bei uns, Herr, zu aller Zeit, Erleuchte uns mit Helligkeit. Zerstreu des Geistes Nebel weit, Erfüll die Welt mit Süßigkeit! 20. August. Wenn unser Herz Du suchest heim, Dann leuchtet ihm der Wahrheit Schein, Der Flittertand der Welt schrumpft ein, Der Liebe Feuer glühet rein. Die Liebe Jesu iſt ſo süß, Daß gern man alles andre ließ, Denn keine Rede deutet dies, Was in ihr liegt, das Paradies. 227 21. August. Mission der ev. Brüderunität 1732. Den hungert. der gekostet Dich; Dem, der Dich trank, der Durst nie wich, Sie wissen nichts zu wünschen sich, Als Jesum, Jesum ewiglich. 21] Aus Jesu dulcis memoria v. Bernh. v. Clairvaux. Morgenlied. Wie ein Vogel lieblich singet, In dem Feld und grünen Wald, Daß es in der Luft erklinget, Und im ganzen Wald erschallt: Also dankt auch mein Gemüt Dir, o Gott, für Deine Güt, Daß ich nun nach Nacht und Granen Wieder kann die Sonne schauen. Laß die Sonne Deiner Liebe Scheinen in mein Herz hinein, Daß sich mein Gemüt stets übe In dem Lob des Namens Dein. Führ' Du mich auf eb'ner Bahn, Da ich nimmer irren kann; Leit mich auf dem rechten Stege, Daß ich meid der Sünden Wege. Segne heut mein Thun und Lassen, Segne alles, was ich hab; Laß mich von der Tugend Straßen Nimmer, nimmer weichen ab; 228 22] Symphorianus, Märtyrer in Autun unter 22. August. Marc Aurel um 180. Stärk mich durch den heil'gen Geist In dem Glauben allermeist, Daß ich endlich selig sterbe Und das ew'ge Leben erbe. Vom Jahr 1580. Verf. unbekannt. Der Schnitter. Es ist ein Schnitter, der heißt Tod, Hat Gewalt vom höchsten Gott; Heut weßt er das Messer, Es schneid't schon viel besser; Bald wird er drein schneiden, Wir müssen's nur leiden. Hüte dich, schön's Blümelein, hüte dich! Was heut noch grün und frisch dasteht, Wird schon morgen hinweggemäht; Die edlen Narziſsen, Die Zierden der Wiesen, Viel schön' Hyacinthen, Die türkischen Binden. Hüte dich, schön's Blümelein, hüte dich! Viel hunderttausend, ungezählt, Was nur unter der Sichel fällt. Ihr Rosen und Liljen, Euch wird er austilgen, 229 ( 22. August.) Symphorianus, Märtyrer in Autun unter Marc Aurel um 180. Auch die Kaiserkronen Wird er nicht verschonen. Hüte dich, schön's Blümelein, hüte dich! Das himmelfarben Ehrenpreis, Die Tulipanen, gelb und weiß, Die silbernen Glocken, Die goldenen Flocken, Sinkt alles zur Erden; Was wird daraus werden? Hüte dich, schön's Blümelein, hüte dich! Ihr hübsch' Lavendel, Rosmarin, Ihr vielfarbige Röselin, Ihr stolzen Schwertliljen, Ihr krausen Basilien, Ihr zarten Violen, Man wird euch bald holen. Hüte dich, schön's Blümelein, hüte dich! Troß, Tod, komm her, ich fürcht dich nit, Troß, eil daher in einem Schritt. Werd ich nur verleget, So werd ich versetet In himmlischen Garten, Auf den wir alle warten. Freue dich, schön's Blümelein, freue dich! Altes Volkslied. 230 Caspar v. Coligny u. d. Hugenotten, Märt. † 1572. 23] Der 77. Pfalm. Wo Gott zum Haus nicht giebt Sein Gunst, So arbeit't jedermann umsonst, 23. August. Wo Gott die Stadt nicht selbst bewacht, So ist umsonst der Wächter Macht. Vergebens, daß ihr früh aufsteht; Dazu mit Hunger schlafen geht, Und esset eu'r Brot mit Ung'mach, Denn wem's Gott gönnt, giebt Er's im Schlaf. Nun sind Sein' Erben unser Kind, Die uns von ihm gegeben sind. Gleich wie die Pfeil' in's Starken Hand, So ist die Jugend Gott bekannt. Es soll und muß dem g'schehen wohl, Der dieser hat sein' Köcher voll; Sie werden nicht zu Schand noch Spott, Vor ihrem Feind bewahrt sie Gott. Ehr sei Gott Vater und dem Sohn Samt heil'gem Geist in einem Thron; Welch's Ihm auch also sei bereit, Von nun an bis in Ewigkeit. 231 Joh. Kolroß, 525. 24. August. 24] Bartholomäus, Apostel. Morgenlied. Die Nacht ist nun vergangen, Der helle Tag bricht an, Die Sonn hat angefangen zu laufen ihre Bahn: Mein Herz soll auch aufsteigen, Und alles, was ich bin, Sich zu der Erde neigen Aus demutsvollem Sinn. Die Himmel all erzählen Des höchsten Gottes Ehr; Das Haus der frommen Seelen Und aller Engel Heer Weist uns durch so viel Sterne Die überschöne Pracht, Auf daß wir hier von ferne Dahin auch sei'n bedacht. Mein Gott, laß mich verachten, Was irdisch, eitel iſt, Und nach dem Himmel trachten In dieser Lebensfrist: Laß mich den Tag hinbringen In der Gottseligkeit, Und ritterlich durchdringen Zur ew'gen Himmelsfreud. G. Phil. Harsdörfer, † 1658. 232 Ludwig der Heilige, von Frankreich, † 1270. D Ewigkeit! Ins Feld geh', zähle alles Gras; Die Zahl wirst finden ohne Maß. Zur Ewigkeit doch was ist das? O Ewigkeit! 25] 25. Auguſt. Im Wald der Blätter also viel, Daß ihrer kaum noch Maß noch Ziel, Zur Ewigkeit welch' g'ringes Spiel. O Ewigkeit! Im Meer die Tropfen häufig zwar, Im Himmel viel der Sterne klar, Die Ewigkeit hat viel mehr Jahr. Ewigkeit! Oweh' der Qual und großen Bein, So in der Höll' jezt nehmen ein Die Menschen, so verurteilt sein. O Ewigkeit! Hingegen was für große Freud' Ein' fromme Seel' ohn' einzig Leid Empfängt von Gott in Ewigkeit! OEwigkeit! O lieber Mensch, dann doch betracht' Die Ewigkeit, auch nimm in Acht! In deinem Thun halt' gute Wacht! O Ewigkeit! 233 Geistl. Volkslied vom Rhein. V VA 26. August. Ulphila, Apostel der Goten 388. 27. August. Jovinianus, Mönch in Rom, 4. 5. Jahrhundert. 26] Waldeseinsamkeit. Bist du einmal zu kühler Abendzeit, Wenn schon ihr letztes Lied die Vögel sangen, In dich gekehrt durch einen Wald gegangen, Der einz'ge Mensch im Dickicht weit und breit? Da kam's dich an wie Lust und halb wie Leid, Es war ein tiefes, heimwehvolles Bangen, Es war ein stilles, seliges Verlangen, Das dich beschlich in dieser Einsamkeit. Du fühltest dich verlassen auf der Welt; Und doch, du wünschtest nicht, daß sich ein Zweiter, Auch nicht dein liebster Freund zu dir gesellt. Da ahntest du den himmlischen Begleiter, Der treu und sanft uns bei der Rechten hält;- Und ruhig zogst du deine Straße weiter. - Fr. Ad. Krummacher. 27] Christus auf der See. Wie mit grimm'gem Unverstand Wellen sich bewegen! Nirgends Rettung, nirgends Land Vor des Sturmwinds Schlägen! Einer ist, der in der Nacht, Einer ist, der uns bewacht: Christ Kyrie! Komm zu uns auf die See. 234 Jovinianus, Mönch in Rom, 4. 5. Jahrh.( 27. August.) Wie vor unfrem Angesicht Mond und Sterne schwinden! Wenn des Schiffleins Ruder bricht, Wo nun Rettung finden? Wo sonst, als nur bei dem Herrn! Seht ihr nicht den Abendstern? Christ Kyrie! Komm zu uns auf die See. Einst in meiner legten Not Laß mich nicht versinken! Sollt ich von dem bittern Tod Well' auf Welle trinken: Reiche mir dann liebentbrannt, Herr, Herr, Deine Glaubenshand! Christ Syrie! Komm zu uns auf die See! Nach dem Sturme fahren wir Sicher durch die Wellen, Lassen, großer Schöpfer, dir Unser Lob erschallen, Loben Dich mit Herz und Mund, Loben Dich zu jeder Stund. Christ Syrie! Ja dir gehorcht die See! 235 Joh. Daniel Falt, 1817. ANA 28. August. Augustinus, Bischof v. Hippo regius, Kirchenlehrer, † 430. 28] Gebet. ( Domine Jesu noverim me.) Gieb, Herr, daß ich erkenne mich, Gieb, daß mein Herz erkenne Dich: Nur Dich laß mein Verlangen sein, Mich hassen, lieben Dich allein. Auf Dich in allem Thun mich seh'n, Mich niederbeugen, Dich erhöh'n: Nichts denken laß mich außer Dir, Mir sterben, leben nur in Dir. Laß, Herr, welch Los Du mir gesandt, Mich's nehmen an aus Deiner Hand: Verfolgen mich, Dir folgen nur, Stets folgsam nachzieh'n Deiner Spur. Mich fliehend, laß mich flieh'n zu Dir, Daß Du mein Schirm sei'st für und für. In Furcht um mich, Dich scheu'n allein, Dir wohlgefällig stets zu sein. Mißtrauend mir, nur Dir vertrau'n, Auf Dich laß mich gehorsam schau'n, Auf Dich gelenkt sei jeder Trieb, Arm sei ich, Jesu, Dir zu lieb. Daß ich Dich liebe, blick' auf mich, Ruf' mir, Herr, daß ich schaue Dich, Laß mich, mein Gott, in Dir erneut, Genießen Dein in Ewigkeit. 236 A. d. Lat. d. Augustinus. 29] Zachäus. Morgenlied. Der schöne Tag bricht an, Die Nacht ist abgethan, Die Finsternis vergangen: Laß uns Dein Licht umfangen, Du unsre Sonn' und Leben, Der Welt zum Heil gegeben! Laß uns in Deiner Hut Das thun, was recht und gut, Und stets als Kinder leben, Die Dir sich ganz ergeben, In Deinen Wegen gehen, Und fest im Glauben stehen. Befällt uns Kreuz und Not, So hilf, Du treuer Gott, Daß wir in allen Stücken Uns d'rein geduldig schicken; Denn Dir nicht widerstreben Ist ja das beste Leben. Gieb Speis' und Trank dem Leib, Daß er bei Kräften bleib', Und soll die Seele scheiden, So sei's zu Deinen Freuden, Daß wir auf Deinen Namen Getrost hinfahren. Amen. 29. August. M. A. Buchner( zu Anf. des 17. Jahrh.) 237 WAWASANG WAR 30. August. 30] Claudius, Bischof v. Turin 839. für alle Stunden. Psalm 63, 7. Der Du am frühen Morgen Verklärt vom Grabe kamst, Mit holdem Gruß die Sorgen Von bangen Herzen nahmst- O gönn in stiller Frühe Für meines Tags Geschick, Für meines Tagwerks Mühe Auch mir den Gnadenblick. Der Du im Jüngerkreise Das Brot so freundlich brachst Und über Erdenspeise Den Himmelssegen sprachst, Sei, wenn ich mich erfrische In Tages Hiß und Last, Auch mir am Mittagstische Mein teurer Wirt und Gast. Und wenn mein Tag sich neiget, So tritt von mir nicht fern, Sei's Du, der mir sich zeiget Als milder Abendstern; Kehr ein in meiner Hütte Und sprich so gnadenreich Wie in der Jünger Mitte Dein: Friede sei mit euch!" 238 Aedan, Bischof v. Nordhumbrien 651. Und wenn in späten Stunden In stiller Mitternacht Mein Aug' nicht Schlaf gefunden, Mein Geist noch sinnend wacht: So gönne mir den Segen, Wie Nikodemus dort Im Herzen zu bewegen Dein seligmachend Wort. Ja, Herr, wem Du begegnet In seines Tags Geleis, Der wandelt still gesegnet Durch seiner Stunden Kreis. Sein Morgen wird ihm labend, Sein Mittagstisch ihm rein, Voll Himmelstau sein Abend, Die Nacht ihm sternhell sein. 31. August. K. Gerok. 31] Sonnengefang ( Splendor paternae gloriae.) Glanz väterlicher Herrlichkeit, der aus dem Licht das Licht gebiert, Du Licht des Lichts und Quell des Lichts, Du Tag, aus dem uns quillt der Tag. 239 Du wahre Sonne. Fall' auf uns Dein Strahlentag mit ew'gem Glanz; Des heil'gen Geistes Freudenlicht geb' unsern Sinnen Helligkeit. E ARSALAZ ( 31. Auguft.) Aedan, Bischof v. Nordhumbrien 651. Wir rufen im Gebet Dich an, den Vater Dich des ew'gen Ruhms, Den Vater Dich der Gnadenmacht, daß fern, was unrein, von uns sei. Befest'ge uns in strenger That, und stumpfe ab des Neides Zahn, Zum Glücke wend' Unglück uns um, und Gnad', es zu ertragen, gieb! Regier' und leite unsern Geist bei reinem und folgsamem Leib; Warm glüh' in uns ein Glaube, der nicht kennt das Gift der Heuchelei, Daß Christus unsre Speise sei, und unser Trank der Glaube sei, Daß uns erfreu' voll Nüchternheit der Becher geist'ger Trunkenheit. Froh gehe dieser Tag uns hin, der Sünde Nacht zerteile sich, Des Glaubens Mittagslicht zerstren' dem Geiste alle Dämmerung. Das Morgenrot steigt hoch empor: als Morgenrot steig' er empor, Im Vater Er der ganze Sohn, der ganze Vater in dem Sohn. A. d. Lat., angebl. d. Ambrosius, 397. v. Fortlage. 240 1] Maria, Martha, Lazarus in Bethanien. 1. September. Herr, wie Du willt. Herr, wie Du willt, so schick's mit mir Im Leben und im Sterben, Allein zu Dir steht mein Begier, Laß mich, Herr, nicht verderben. Erhalt mich nur in Deiner Huld, Sonst wie Du willt; gieb mir Geduld, Denn Dein Will' ist der beste. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, Und Lieb' zu Deinem Worte, Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr', Und gieb mir hie und dorte, Was mir dienet zur Seligkeit. Wend' ab all' Ungerechtigkeit In meinem ganzen Leben. Soll ich denn einmal nach Dein'm Rat Von dieser Welt abscheiden, Verleih mir, Herr, nur deine Gnad, Daß es gescheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich Dir. O Herr, ein selig's End gieb mir Durch Jesum Christum. Amen. Casp. Melissander( Bienemann), 1584. 241 16 BEN ARSITATAR 2. September. 3. September. Tabea und Cydia. Ap.- Gesch. 9, 16. Hildegard, Aebtissin von Rupertsberg bei Bingen 1197( † 17. Sept.). 2] Todesgesang. ( Audi tellus.) Höre Erde, höre des großen Meeres Umkreis, Höre alles, was lebet unter der Sonne, Wie die Schönheit und der Ruhm dieser Welt Eitel ist und in sich selbst zerfällt, Wie alles Irdische uns vor Augen ſtellt, Worin nichts sich in bleibendem Zuſtand hält. Nichts wert ist stolze Königspracht, Nichts wert ist leiblicher Glieder Macht, Nichts wert ist tiefsinnige Wissenschaft, Nichts wert Geld und Gut, das nur Sorge schafft. Niemanden beseligt sein adlich Blut, Niemanden kommt einst sein Reichtum zu gut, Denn alles zerschmilzt in der Zeiten Flut, Wie das Eis vor der Sonne Glut. Es rollten wie Steine in die Tiefe hinab So viele, ob man ihnen Ruhe gab? Aber Du, o Gott, der Gläubigen Licht, Gehe mit uns nicht in ein strenges Gericht, Wenn Dein Mund über die Bösen Urteil spricht. Aus dem Lat. d. 10. Jahrh. von Fortlage. 3] Der 133. Pfalm. Siehe, wie lieblich ist es und schön, Wenn Brüder in Eintracht zusammen gehn! 242 Ida v. Herzfeld, Gem. d. Grafen Egbert 4. September. in Westphalen, † nach 820. Da verheißt der Herr Segen immer und immer, Kein Weh beschleichet sie nimmer und nimmer. Gleichwie der köstliche Balsam fleußt In Aarons Bart mit duftendem Geist; Er strömet von seines Hauptes Haaren, Der Gürtel thut seine Kraft bewahren; Wie der fallende Tau von Hermons Auen, Deß Wasser Zions Berge betauen Da verheißet der Herr Leben und Segen In Ewigkeit allerwegen. 4] A. Knapp. Mein Gott. O Gott, mein Gott, so wie ich Dich In Deinem Worte find', So bist Du recht ein Gott für mich, Dein armes, schwaches Kind. Wie bin ich doch so herzlich froh, Daß Du kein andrer bist, Und daß mein Herz Dich täglich so Erkennt und auch genießt. Ich bin voll Sünde, Du voll Gnad, Ich arm und Du so reich; Ich rat- und hilflos, Du hast Rat, Und Rat und That zugleich. 243 BELE ARSITAZNICR 5. September. Joh. Mollio, Märtyrer in Rom, † 1553. Ich seh ringsum und überwärts, Da bist Du fern und nah, Und lege still die Hand aufs Herz Und fühl's, Du bist auch da. 5] Drum ist mir's herzlich lieb und wert, Daß Du bist, der Du bist, Und alles, was mein Herz begehrt, Bei Dir zu finden ist. Spitta. Geduld bringt Rosen. Es ist Geduld ein rauher Strauch, Voll Dornen aller Enden, Und wer ihm naht, der merkt es auch An Füßen und an Händen. Und dennoch sag ich: Laß die Müh Dich nimmermehr verdrießen, Sei's auch mit Thränen, spät und früh, Ihn treulich zu begießen. Urplößlich wird er über Nacht Dein Mühen dir belohnen, Wenn über all den Dornen lacht Ein Strauß von Rosenkronen. 244 Wilh. Wacker gel. Matthias Weibel, Pfr. in Kempten, Märtyrer 6. September. im Allgäu, † 1525. Wider den Geiz. ( 0 miranda vanatis.) Wunderbare Eitelkeit! Sucht voll Not und Zähren Nach den Schäßen dieser Welt! Wie lang wird es währen, Bis dein Gift nicht mehr uns quält, daß wir das begehren, Was den Flammen gleicht im Stroh, die sich jach verzehren. 6] Mensch, bedenke doch: der Tod fordert auch die Reichen. Wer heut lebt, gehört vielleicht morgen zu den Leichen. Wer weiß, wann er steigen muß zu den finstern Reichen? Niemand lebt, dem nicht der Tod eingedrückt sein Zeichen. Dies bedenkend will mich ganz Traurigkeit verzehren, Denn die kurze Lebensfrist, wie lang wird sie währen? Und am Ende, welchen Chor werd' ich dort vermehren? Heil'ger Gott, vereine mich mit der Heil'gen Chören. ( Str. 1. 2. 4.) A. d. Latein. d. Bernh. v. Clairvaux, + 1153, v. Fortlage. 245 VON YA 7. September. Lazarus Spengler, Ratsschreiber in Nürnberg, 1534. 8. September. Corbinian, Bischof von Freising, 730. 7] Warum fürchten? Warum sollt' ich mich fürchten sehr Für's Todes Grimm und Wüten? Dieweil Christus, mein Gott und Herr, Mich kann allzeit behüten Für's Todes Grimm und Wüten. Der Tod kann ja mir schaden nicht, Weil Christus ist mein Leben, Und ob er's Leben raubet mir, Muß er's doch wieder geben, Weil Christus ist mein Leben. Dazu ist sterben mein Gewinn: Wie kann der Tod mich schrecken; Die Welt fahr hin in ihrem Sinn! Christus will mich aufwecken: Wie kann der Tod mich schrecken? Geistl. Volkslied a. d. 17. Jahrh. 8] Zuletzt. Buletzt geht's wohl dem, der gerecht auf Erden Durch Christi Blut, und Gottes Erbe war. Es kommt zuletzt das angenehme Jahr, Der Tag des Heils, an dem wir fröhlich werden. 246 Ludw. Paschali, Märtyrer in Rom, † 1560. 9. September. Zuletzt reicht man den Siegern ihre Kronen, Und führet sie vom Feld ins Vaterland, Allwo bereit der Sel'gen Ruhestand, Dadurch der Fürst den Kampf pflegt zu belohnen. ( V. 1. 3.) Chr. A. Bernstein. 9] Trost in Jesu. Wenn dich Menschen kränken Durch Verrat und Trug, Dann sollst du gedenken, Was dein Herr ertrug. Kommen trübe Tage, Sich allein auf Ihn; Freundlich, ohne Klage, Geh durch Dornen hin. Wird dir's immer trüber, Nagt dich inn'rer Schmerz, Hab Ihn immer lieber, Drück Ihn fest ans Herz. Machen deine Sünden Dir das Leben schwer, Suche Ihn zu finden, Er liebt dich sehr. Quält dich heimlich Sehnen, Tief verschwieg'nes Weh, Sprich zu Gott mit Thränen: Herr, Dein Will' gescheh! 247 Luise Hensel. 10. September. 11. September. Joachim von Floris, Abt, 1202. Joh. Brenz, Propft in Stuttgart, † 1570. 10] Aufrichtigkeit. Gott hilft zwar allen gern, doch mußt du sein aufrichtig, Hast du ein falsches Herz, so ist dein Glaube nichtig. Verstelle dich doch nicht, Gott kennet deinen Grund, Auch die Gedanken selbst sind Ihm, o Seele, kund. Gedanken nicht von Gott, und die zu Gott nicht führen, Mußt du als Eitelkeit, wo du sie find'st, verlieren. Herr, hilf mir wachen stets; viel stürmen auf mich zu, In meine Herberg doch soll nichts hinein als Du. Terstegen. 11] Gieb Frieden. Gieb Deinen Frieden uns, o Herr der Stärke! Im Frieden nur gedeihen Deine Werke. Daß wir im Kampf mit Sünde nicht ermüden, Stärk uns Dein Frieden. Des Lebens Tag ist schwül; des Lebens Abend Oft stürmisch noch, und wenigen nur labend. Ach, es bedarf das Herz im Staub hienieden, Herr, Deinen Frieden! Gieb Frieden, daß die fromme, die getreue Oft schwer geprüfte Seele sich erneue, Daß sie nicht mutlos hingerissen werde Vom Geist der Erde! 248 Dante Alighieri, Dichter, Bekenner, 1321. 12. September. ( † 14. Sept.) Gieb wie den Vätern, die Dir wohlgefallen, Auch uns den Frieden, die im Kampf noch wallen! Gieb Hoffnung, daß des Glaubens Ehrenkrone Dem Sieger lohne! Das ganze Leben auf der dunkeln Erde Ist, ach, ein Streit mit Sorgen und Beschwerde. O birg uns, Herr, in Deines Friedens Schatten, Wenn wir ermatten! Und wenn zuletzt wir mit dem Tode ringen, Deck uns Dein Engel, Herr, mit mächt'gen Schwingen, Und trag uns hin, von allem Kampf geschieden, Zum ew'gen Frieden! 12] C. B. Garve. Wahrheit und Lüge. Des Bösen Werk', so groß sie sind, Die müssen all' vergeh'n; Sie sind nur Spreuer, den die Wind' Mit leichtem Hauch verweh'n. Sieh wie die Nebel tief im Thal Des Tages Licht verdrängt, So auch der Wahrheit Sonnenstrahl Der Lüge Nacht versengt. Weißt du, wie Mofis Stab verschlang Die andern Stäbe all'? So bringt der Wahrheit hehrer Klang Der Lüge Stadt zu Fall. 249 13. September. Wilh. Farel, Reform. d. Waadtlandes, † 1565. Und wenn der Lüge Wellenheer Sich drohend turmhoch bäumt: Die Wahrheit ist der Fels im Meer, An dem es bald zerschäumt. 13] K. Steiger. Morgenlied. Nun sinkt dahin die dunkle Nacht, Der Morgen graut, der Tag erwacht, Bald leuchtet uns die Sonne. Erwach, o Mensch, von Schlummers Haft, Erwache froh mit neuer Kraft Zu neuer Lebenswonne! Und heb empor so Hand und Herz Zu deinem Vater himmelwärts, Dank Ihm für sein Bewahren: Da sonst dir alle Hilfe fern, War Er in finstrer Nacht dein Stern Mit seinen Engelscharen. Froh gehe an die Arbeit dann: Fängst du mit Ihm dein Schaffen an, So muß es wohl gelingen. Dann freust du dich nach süßem Ruh'n An jedes neuen Tages Thun, Dich kann kein Schmerz bezwingen. Was bringst du mir, o junger Tag? Was bringst du mir für Luft und Plag? Es macht mir keine Sorgen. 250 Cyprianus, Bischof v. Carthago, Märt., † 258. 14. September. Oleg dich mir ins Herz hinein, Erfüll's mit rof'ger Hoffnung Schein, Du rosenroter Morgen! 14] Stephan Paul. Gebet. Schau von Deinem Thron, Vater, Geist und Sohn! Preise Deinen Gnadennamen, Herr, zu dem die Frommen kamen In der größten Not, Auch an mir, mein Gott! Träufele zugleich, Herr, aus Deinem Reich Lauter Heil und Segenströme! O daß ich doch dahin käme, Da man dich am End' Ohne Spiegel kennt! Reinige mein Herz Auch durch Leid und Schmerz; Gieb, daß sich mein eigen Wille Ruhig in dem Deinen stille; Alles, was noch mein, Eigne Dir allein! Führ mich an der Hand In Beruf und Stand! Nichts ist ohne Dich zu lenken; 251 ANAAT ANA SAYAN 15. September. Argula v. Grumbach, Bek. in Bayern. 1554. Ziere Du mein Thun und Denken, Und bequem es Dir! Kreuzige mich- mir. - 15] N. 2. v. Zinzendorf.. Sorgenfrei. Gott will sorgen Hent und morgen, Also bin ich sorgenfrei. Mich vergnüget, Wie er's füget, Seine Treu ist immer neu. Kummer zehret, Gott ernähret, Weiß er doch, was ich bedarf. Er hat jedem Was beschieden, Wer den Kummer auf ihn warf. Thu das Deine, Gott das Seine. Wo Gebet und Arbeit ist, Da ist Segen Allerwegen, Den uns seine Huld erkiest. Gott wird raten, Seine Thaten Sind der ganzen Welt bekannt. Darum beides, Lieb und Leides Stell ich nun in seine Hand. Benj. Schmolt. 252 Euphemia, Jungfr. u. Märt. in Chalcedon. 311. 16. September. 16] Wach auf. Christgläub'ger Mensch wach auf, wach auf! Thu dein Herz Gott, dein'm Herren auf, Der dich hat geschaffen, Dich auch erhält in Seiner Macht, Über dir wachet Tag und Nacht, Läßt dich nicht verderben. Gedenk an Seine Herrlichkeit, Und dank Ihm, der Barmherzigkeit Dir bisher beweiſet. Sieh zu, daß du Jhn nicht veracht'st Und dich vor Ihm zu Schanden machst, Ihn also erzürnest! Sondern sei demütig vor Ihm Und unterwirf Ihm deinen Sinn, So wird Er dein walten, Und wie ein Vater seinen Sohn, Dich leiten in all deinem Thun Zum ewigen Leben, Durch Jesum Christum, Seinen Sohn, Der uns vertritt vor Seinem Thron Mit sein'm steten Opfer. 253 Böhmische Brüder. SZIOWGRISAVAR .. 17. September. Lambert, Bischof von Tongern, † 709. 17] Lobopfer. Dich Jesu, mein König, Ich grüß unterthänig, Dein' Ehren zu mehren Soll bleiben mein Fleiß; Dich loben, Dich lieben, Im Guten mich üben, Wie sollt ich, so wollt ich Auf vielerlei Weis'. Herzengrund, Zung und Mund Jegliche Stund Ganz willig, wie billig, Erhöhe den Preis. Dein will ich verbleiben, Mein' Seel' Dir verschreiben; Mein' Freiheit, mein' Lebzeit Ich treulich Dir schenk', Dein bin ich beständig, So lang ich lebendig; Dir sterb ich, Du erb mich, Ach meiner gedenk'. Allbereit ist mein' Freud 3'ewiger Zeit, Daß ich in Dich, Jesum, Mein Leben versenk'. 254 Titus, Apostelschüler. Ja, wenn es nur füglich Könnt werden und möglich, So sollt ich, ja wollt ich Gebrauchen die Wort: Was lautet am besten In Often und Westen, Was flinget, was singet In Süden und Nord, Hundertmal, tausendmal, Ja ohne Zahl Gott liebe und übe Sein Loben stets fort. 18. September. Geistl. Volkslied a. d. 17. Jahrh. 18] Zufriedenheit. Laß dich nur nichts dauren Mit Trauren! Sei stille! Wie Gott es fügt, so sei vergnügt Mein Wille! Was willst du heute sorgen Auf morgen? Der Eine Steht allem für: Der giebt auch dir Das Deine. Sei nur in allem Handel Ohn Wandel! Steh feſte! Was Gott beschleußt, Das ist und heißt Das Beste. P. Flemming, † 1640. 255 A. M 19. September. August Gottlieb Spangenberg, Bischof in Herrnhut 1792( † 18. Sept.). Magdalena Luther, † 1542. 20. September. 19] Werdet wie die Kindlein. Als Christus bei der Hand einmal genommen Ein Kindlein, klein, unschuldig und zum Gehen Unfähig noch, da gab Er zu verstehen, Was uns zu unsrem Heil allein mag frommen: Daß wer zur ew'gen Glorie will kommen, Ein Kind zu werden nimmer darf verschmähen; Denn wer sich blind von der Vernunft läßt leiten, Wird mit der Blinden in die Grube gleiten. Nach Alvaro de Hinojosa v. Diepenbrock. 20] - Bitte. Gott Vater, Deinem Sorgen Laß mich empfohlen sein! Gott Sohn, halt' mich verborgen In Deiner Hand allein; Gott heil'ger Geist, regiere Und leite mich, und führe Mich so auf ebner Bahn, Daß ich nicht irren kann, Mein Glaube lehnet sich, Dreiein'ger Gott, auf Dich: Laß mich in meinem Wallen Aus Deiner Hand nicht fallen. 256 v. Pfeil. 21] Matthäus, Apostel. 21. September. mehr oder weniger. Ein wenig minder oder mehr Taugt nicht in Gottes Reiche; Ein wenig minder frevler Mut, Ein wenig mehr nach Weltart gut, Gilt drüben einst das Gleiche. Ein wenig minder oder mehr Geheimer Sünde fröhnen, Von Augenlust und eitelm Spiel, Von Hoffart wenig oder viel, Das wird dich nicht versöhnen. Ein wenig minder oder mehr An Erd' und Mammon hangen, Ein wenig mehr vom Geize rein, Ein wenig gütiger zum Schein,- Damit kannst du nicht prangen. - „ Ich wollte," rief einst Paulus aus, „ Daß alle, die mich hören, Nicht nur bei wenig oder viel, Nein ganz wie ich am hohen Ziel Und ohne Bande wären!" 257 Das ganze Herz, das ganze Herz Will dein Erlöser haben; Nicht etwas minder oder mehr, Denn ohne jenes achtet Er Für nichts die schönsten Gaben. A. Knapp. 17 22. September. Mauritius, Hauptmann, und die Thebaische Legion, Märtyrer 302. 23. September. Heinr. Müller, Superintendent in Rostock, 1675.( † 13. Sept.) 22] 23] Zur Arbeit. Weisheit, aller Himmel Zier, Komm aus des Himmels Sizz, Komm und arbeite du mit mir, Dein schwaches Kind beschüß'. Sei mein' Gesellschaft bei dem Werk, Daß ich mich nicht zerstreu', Mich stetig führe, rat' und stärk', Daß ich dein Werkzeug sei. So werd ich Gott gefällig sein In allem, was ich thu', So bleib ich froh in Müh und Pein, In stiller Geistesruh'. Terstegen. Trost im Leiden. Sag, was sollen diese Thränen Auf den Wangen blaß und bleich? Kennt nicht Gott dein langes Sehnen? Ist er denn nicht gut und reich? Sich wie schön die Blumen blühen Weiß und rot, und gelb und blau! Er ist's, der nach Mittagsglühen Sie erquickt mit fühlem Tau. 258 Joh. Jat. Moser, württemb. Landschafts- 24. September. Consulent, 1785. Horch, wie froh die Vögel singen Ihm, der sie so reichlich nährt, Lerchen, Finken, Emmerlingen Stets ihr Körnlein treu beschert. Trockne deine heißen Thränen Von dem bleichen Angesicht; Bald wird Er dir Trost gewähren, Er vergißt dich ewig nicht. Christoph Schmid. 24] Hüte dich vor totem Schein. Was hilft es, schön von außen glimmern, Den Leuten in die Augen schimmern? Was hilft der höchsten Gaben Glanz und Zier, Wenn sie zur Eitelkeit mißbrauchet werden, Und weder im Gemüt, noch Sitten, noch Gebärden Ein Fünklein Demut blickt herfür; Was nüßt das, so die Sinnen locket, Und mit so lichten Strahlen spielt, Dabei das Herze kalt und hart verstocket, Der Liebe süßen Pfeil nicht fühlt? Wo diese nicht durch ihre Kraft Der Seelen Grund berühret, Wo dieser Leitstern uns nicht führet, Ist alle Weisheit, Kunst und Wissenschaft Ein Irrlicht, das uns ins Verderben leitet, Und stürzet in die Gruft, 259 YA 25. September. Paul Rabaut, Pred. der Wüste, † 1795. Die uns der Fürst, der in der Luft Die Herrschaft führt, bereitet. O Mensch, geh in dein Herz hinein, Und forsche wohl, ob's nicht ein toter Schein, Was du bishero Glauben hast genennet? Erschrick und fleuch zu Dem, dem Sein Gemüte brennet Vor Liebe gegen dir, und der aus Seiner Füll' Auch dir das wahre Leben schenken will. Aus J. Arnd's wahrem Christentum. Harre, meine Seele. ( Psalm 27, 14.) Harre, meine Seele, harre des Herrn! Alles Ihm befehle, hilft Er doch so gern. Sei unverzagt, bald der Morgen tagt, Und ein neuer Frühling folgt dem Winter nach! In allen Stürmen, in aller Not Wird Er dich beschirmen, der treue Gott. 25] Harre, meine Seele, harre des Herrn! Alles Ihm befehle, hilft Er doch so gern. Wenn alles bricht, Gott verläßt uns nicht. Größer als der Helfer ist die Not ja nicht; Ew'ge Treue, Netter in der Not, Rett' auch unsre Seele, du trener Gott! 260 J. F. Räder. Lioba, Aebtissin von Tauberbischofsheim. 779( † 28. Sept.). Philippine Graveron, Märtyrerin in Paris 1557( † 13. Sept.) 26] 26. September. 27. September. Gottes Treue. Es steht im Meer ein Felsen, Die Wellen kreisen herum; Die Wellen brausen am Felsen, Doch fällt der Fels nicht um. Ein Turm ragt überm Berge Und schaut in das Thal hinab: Die Winde rasen am Berge, Doch fällt kein Stein herab. Es zeucht einher ein Wetter Und rasselt am starken Baum, Zur Erde sinken wohl Blätter, Doch eisern steht der Baum. - Des Höchsten ew'ge Treue Steht fester denn Fels und Turm, Und grünt und blühet aufs neue Und trotzt dem rasenden Sturm. J. Fr. v. Meyer. 27] Nicht sehen und doch glauben. ( Joh. 20, 29.) Nicht sehen und doch glauben,- hohe Kunst, Man lernt sie nur durch Gottes hohe Gunst, Ob auch die Feinde ringsum drohend schnauben, Halt fest am Glauben! 261 28. September. Peter Flysteden und Adolf Clarenbach, Märt. zu Köln, † 1529. Nicht sehen und doch glauben, das ist schwer; Wir sehn aufs Äußerliche viel zu sehr. Owenn der Zweifel dir dein Heil will rauben, Halt fest am Glauben. Nicht sehen und doch glauben, das ist leicht, Wenn man den Kindersinn im Geist erreicht. Im Frühling sich die Bäume frisch belauben, So lerne glauben! Nicht sehen und doch glauben, selges Los, Da wird des Heilands Macht dem Herzen groß. Da läßt man sich nicht mehr von Sorgen schrauben, Man lebt im Glauben. - Nicht sehen und doch glauben,- Herr, hilf Du Uns armen Kindern immer mehr dazu! Dann schmecken wir etwas von Eskols Trauben ( 4 Mof. 13, 24.) Seßt hier im Glauben. Th. Kübler. 28] Empor. Was seufzest du und klagst so sehr In Schmerz und tiefem Leid, Als gäb es keinen Netter mehr, Zu helfen dir bereit. Empor, empor! bekümmert Herz, Ein Licht geht auf vom Herrn; 262 29] Michaelis. Der für uns trug einst Kreuz und Schmerz, Dein Helfer ist nicht fern. Er wandelt Steine dir in Brot, Und Thränen dir in Wein, Und sendet in die Nacht der Not Sein heilend Wort herein. Er tilget allen ihre Schuld, Die reuig zu Ihm flehn, Und führet sie zurück mit Huld, Die in der Irre gehn. 29. September. Er ist auch dir gewißlich nah, Dein Hüter in der Nacht; Und hat, was noch kein Auge sah, Dem Treuen zugedacht. Den Suchenden verstößt er nicht; Nimm glaubig Seine Hand; Die Bahn ist rauh, doch ist sie licht: Sie führt zum Vaterland. Seb. A. C. Sommer. Sinnspruch. Es ist auf Erden kein besser Liſt, Denn wer seiner Zungen ein Meiſter ist; Viel wissen und wenig sagen, Nicht antworten auf alle Fragen, 263 YAK 30. September. Hieronymus, Kirchenlehrer in Bethlehem, † 420. Rede wenig und mach's wahr, Was du borgest, bezahle bar. Laß einen jeden sein, wer er ist, So bleibst du auch wohl, wer du bist. Dr. M. Luther. Hymnus von den Märtyrern. ( Sanctorum meritis.) Laßt uns, Christen, das Lob heiliger Märtyrer Und ihr hohes Verdienst, ihren erhabenen Mut, Ihre Kränze voll Ruhms, ihre Belohnungen Durch ein heiliges Lied erhöhn. 30] Diese sind's, so die Welt thöricht gehasset hat; Diese sind's, so die Welt als ein verödetes Blumenloses Gefild wieder verschmäheten: Immer, Jesus, nur Dir getreu. Und die Liebe zu Dir hieß sie der Menschen Wut, Drohen, Streiche, ja selbst Folter und Tod nicht scheun, Ihrer schonte der Zahn, schonten die Klauen oft Wilder Tiere, wie Lämmer zahm. Gleich dem schuldlosen Schaf schlachtete sie das Schwert; Ohne Klage, verstummt, zogen sie fröhlich hin, Steiner Schuld sich bewußt, trugen geduldig sie Und mit Freude der Richter Zorn. 264 Remigius, Bischof v. Reims, Apostel d. Franken, 545. 1. Oktober. Welche Zunge besingt, Märtyrer, euern Lohn, Der im Himmel für euch ewig bereitet iſt? Ewig schmücken das Haupt Lorbeeren, von Blute rot, Das für Christus vergossen ward. Gott! wir flehen zu Dir, Höchster und Einziger! Bind von Sünden uns los! Schüße vor Schaden uns! Gieb uns Frieden und Ruh, daß wir im Leben Dir Und dort ewig Gesänge weihn! A. d. Latein. d. 8. Jahrh. v. Nickel. 1] Vergangen. Wohin ist aller Rauch des Feuers aufgeflogen, Das unsrer Wälder Holz von Alters her verzehrt?- Rein hauchte sich die Luft von allen Qualmeswogen, Und längst verwittert liegt so mancher Flammenherd. Wo sind die Jubel hin aus Millionen Kehlen, Die von dem Festgelag erschollen meilenweit? Und wer kann das Geschrei Hinsterbender erzählen, Wenn ein vermorschtes Reich zertrümmerte die Zeit? Wohin verdampftest du, gewalt'ger Strom der Thränen, Den sich die Sünderwelt selbstwillig ausgepreßt, Und den noch immerfort mit ruhelosem Sehnen Ein trübes Augenheer unendlich quellen läßt? Wohin geht das Geschwäß, das auf den Menschenlippen Schon seit Jahrtausenden Thorheit mit Lüge tauſcht? Wer mag lebend'gen Trost aus diesem Flusse nippen, Der auf der seichten Flucht im Todesmeer verrauſcht? 265 ROMANEAS Christoph Schmid, Pred. u. Prof. in Antwerpen, Märt. 1564( † 4. Oft.). 3. Oktober. Die beiden Ewalde, Märt. bei Dortmund, † 695. 2. Oktober. Wo aber ist die Schar der Seufzer hingedrungen, Die aus der Beter Brust gestiegen himmelwärts? Das wissen wir allein, weil ob den Niederungen. Für Seine Kinder schlägt ein göttlich Vaterherz. A. Knapp. 2] 3] Morgengesang. Die dunkeln Schatten flichen, Der Morgenhimmel glänzt, Der Berge Spitzen glühen, Vom jungen Licht umglänzt. O Vater, sende Segen Auf Deiner Kinder Schar! Uns leucht auf allen Wegen Dein Antlig immerdar! Ein Trostpfalm. ( Psalm 121.) Wann ich in Angst und Nöten bin Und all mein Trost ist gar dahin, So heb ich auf mein' Augen hoch Zum Herrn um Hilf' und dank Ihm noch, Und wart, bis mir geholfen werd Von dem Gott Himmels und der Erd. Er hält mich auf der rechten Bahn Und wird mein Fuß nicht gleiten lan. 266 Joh. Wessel in Gröningen, Vorreformator, † 1489. 4. Oktober. Der Herr ist's, der mich selbst behüt, Obgleich der Feind trugt, tobt und wüt; Der Israel schüßt und vertritt, Der wacht allzeit und schlummert nit. 4] Ob dich des Tags die Sonne sticht, Der kalte Mond des Nachts ansicht, Doch kommt des Herren Hilf zu Hand, Hält über deiner rechten Hand Mit Seinem Schatten Hilf und Hut, Daß dir kein Unglück schaden thut. Zum Schuß ist stets der Herr bereit Vor allem Übel allezeit; Den Trost verzeucht Er nicht zu lang, Behüt dein Ausgang und Eingang, Hilft dir zuletzt aus allem Leid Von nun an bis in Ewigkeit. Burkard Waldis 1533. Herbstliche Mahnung. Der Sommer ist vergangen, Die Hiße drückend schwül, Schon wehet aus dem Westen Ein Wind, so herbstlich kühl. Die Saaten sind geerntet, Die Bäume stehen leer, Suchst du der Fluren Fülle, Du findest sie nicht mehr. 267 5. Oktober. Christian Frdr. Richter, Arzt am Hall. Waisenh., Dichter, † 1711. 5] Der Farben Pracht erbleichet, Die Blumen sterben hin, Das Heer der frohen Sänger Sieht man nach Süden ziehn. Ein trüber Flor der Wehmut Deckt rings das ganze Land Und predigt still, doch deutlich, Der Dinge Unbestand. Hienieden wechselt alles! Das ist der Sprache Sinn Und deutet auf den Winter, Des Todes Winter hin. Und willst du nicht vergehen, O Herz, du flüchtig Blatt, So such in Gott dein Leben, Der ew'gen Bleibestatt! Chr. Fr. Eppler. Amen. Amen, Gott, Vat'r und Sohn, Sei Lob im Himmelsthron, Sein Geist stärk uns im Glauben, Laß uns das Wort nicht rauben, Er woll's in uns bewahren, Bis wir von hinnen fahren. 268 Heinrich Albert, Organist in Königsberg, † 1651. 6. Oktober. Amen! Gott sei gepreis't, Der uns auf Jesum weis't, Der helf uns all'n zusammen, In Jesu Chrifti Namen, Und woll nach diesem Leben Die Freudenkron uns geben. 6] Ludw. Helmboldt. Herbstbetrachtung. Der rauhe Herbst fömmt wieder, Jetzt stimm ich meine Lieder In ihren Trauerton. Die Sommerlust vergehet, Nichts auf der Welt beſtehet, Der Mensch muß selbst davon. Du Gott und Herr der Zeiten Willst, daß wir uns bereiten Zu unsrer wahren Ruh; Stets zeigst du dein Gemüte, Schickst uns aus milder Güte Auch stumme Lehrer zu. Ein Gräslein will uns sagen, Ein Blatt uns vor will tragen, Was unsre Pflicht soll sein: Wir sollen Gott dem Herren Stets Thür und Thor aufsperren, Wann Er kehrt bei uns ein. 269 ARENA ( 6. Oktober.) Heinrich Albert, Organist in Königsberg, † 1651. Die Rose läßt sich brechen, Wird niemals widersprechen Des Gartenherren Hand; Der Apfel, zu genießen, Fällt selbst zu deinen Füßen, Läßt willig seinen Stand. Und du, Mensch, willst nicht eben Dich deinem Gott ergeben? Was ist dein größter Ruhm? Daß Er dich hat erschaffen, Geziert mit Glaubenswaffen, Zu seinem Eigentum. Schickt er dann Kreuz und Schmerzen, Nimmt, was uns kommt von Herzen, Er meint's doch allzeit gut; Und sind wir Gottes eigen, So laßt uns stille schweigen Zu allem, was Er thut. Wer mag der Welt Getümmel Erwählen für den Himmel? Hilf, Christe, Gottes Sohn, Daß wir uns stets gewöhnen, Nach Dir allein zu sehnen Und Deinem Gnadenthron! 270 H. Albert. 7. Oktober. Theodor Beza, Pred. und Prof. in Genf, 1605. 7] Abendlied beim Sternenhimmel. Seid gegrüßt, ihr schönen Lichter, Deren Gold am Himmel lacht! Seid gegrüßt, ihr Angesichter, Die das schönste Licht gemacht! Laßt mir euren güldnen Schein Jener Lichter Vorbild sein, Die in Gottes Salem funkeln, Und zu keiner Zeit verdunkeln. Euer Glanz muß doch verbleichen, Euer Schmuck muß einst vergehn! Eure Schöne muß entweichen, Die so herrlich anzusehn. Dort ist Licht ohn alle Nacht, Schimmer, den nichts finster macht; Dort will sich mein Joseph zeigen, Dem sich Sonn' und Sterne neigen. Ach! wann werd ich hingerücket An den Ort der Herrlichkeit, Den mein Glaubensaug' erblicket? Ach! wann kommt die lette Zeit, Da der Tod mein Auge bricht, Da ich schaue Gottes Licht, Da ich aus Ägypten scheide, Und im Himmels- Gosen weide? 271 8. Oktober. 8] Rob. Grosthead, Bischof von Lincoln, † 1253. Stern aus Jakob, Licht und Leben, Offenbare dich auch mir! Wann mich Todesnächt' umgeben, Licht des Lebens, brich herfür! Wann mein Leben von mir flieht, Wann mein Auge nicht mehr sieht, Ach! so laß auf Salems Höhen Deine Herrlichkeit mich sehen! Vom Jahre 1744. Zum Tagwerk. Gehe hin in Gottes Namen, Greif dein Werk mit Freuden an, Frühe säe deinen Samen, Was gethan ist, iſt gethan. Sieh' nicht aus nach dem Entfernten, Was dir nah liegt, mußt du thun; Säen mußt du, willst du ernten, Nur die fleiß'ge Hand wird ruhn. Müßigstehen ist gefährlich, Heilsam unverdroß'ner Fleiß, Und es steht dir abends ehrlich An der Stirn des Tages Schweiß. Weißt du auch nicht, was geraten, Oder was mißlingen mag, Folgt doch allen guten Thaten Gottes Segen für dich nach. 272 Dionysius Areopag. Bisch. v. Athen. Ap.- Gesch. 17, 34. 9. Oktober. Justus Jonas, Propst u. Prof. in Wittenberg, † 1555. 10. Oktober. Geh denn hin in Gottes Namen, Greif dein Werk mit Freuden an; Frühe säe deinen Samen, Was gethan ist, ist gethan. Spitta. 9] Der ewige Gott. Gott ist wahrhaftig nur, die Welt hat Schein und Lügen: Ach, trau in Gottes Treu, Er wird dich nie betrügen. Gott ist lebendig nur, dein Geld und Gut ist tot! Lebt Gott, so wird Er dir auch helfen aus der Not. Was sichtbar ist, vergeht; nur Gott wird ewig bleiben. Dir, ew'ger König! will ich ewig mich verschreiben; Ach! nimm mein Herz nur hin, und mach es Dir zum Thron, Vertreib die Feinde gar, und ewig drinnen wohn'. Terstegen. 10] Demut ist dem Menschen gut. O Mensch, im ganzen Leben Sei stets beflissen Der Demut nachzuftreben Mit Händ und Füßen. Was bringet dir dein Stußen? Vergeb'ne Sachen! Gott kann der Menschen Truzen Bald mürbe machen. 273 18 11. Oktober. Ulrich Zwingli, Reformator Zürichs, † 1531. Willst du den Nächsten puchen? Es kann sich wenden. Du mußt noch Hilfe suchen Von seinen Händen. Meinst du, daß jeder werde Vor dir sich neigen? Du stürzest dich zur Erde Und andre steigen. Lacht dir das blinde Glücke, Bist groß im Lande? Durch Demut halt zurücke Bei hohem Stande. Wer wahre Demut übet Soll Segen haben. Denn Gottes Auge liebet Der Demut Gaben. Andreas Tscherning vor 1642. 11] In Not und Krankheit. Herr, höre meine Worte, Hilf mir in dieser Not. Es klopft an meine Pforte Mit schwerer Hand der Tod. Du, der Du ihm im Streite Die Macht genommen hast, Steh, Christus, mir zur Seite Und lind're meine Laſt. Mein Vater! kann's geschehen, So lasse mir Dein Rat Den Kelch vorübergehen, Der mehr und mehr sich naht; So zieh mir aus der Wunde Den Pfeil, der schmerzlich brennt, Und auch nicht eine Stunde Die Ruhe mir vergönnt. 274 Heinrich Bullinger, Pfr. u. Prof. in Zürich 1575 12. Oktober. ( † 17: Sept.). 12] Doch sollen meine Tage Früh eilen hin zur Gruft, So geh ich ohne Klage, Wohin dein Wink mich ruft. Du willst dann dieser Erde Früh meinen Geist entzieh'n, Daß er nicht böser werde, Nicht Fromme bös durch ihn. Du bist ja, Herr, mein Schöpfer, Und Dein Geschöpf bin ich. Zum Thone spricht der Töpfer Bald: bleibe ganz! bald: brich! Dir bleibt in frommer Stille Mein Los anheimgestellt; Dein Wille sei mein Wille, Thu mir, wie's Dir gefällt. Ulr. Zwingli in schwerer Krankheit gedichtet. Gefallen d. 9. Oft. 1531 bei Cappel. Hingabe an Gott. Wem sollt ich sonst vertrauen, Auf wen denn könnt ich bauen, Als nur auf Dich allein? Dir sei mein ganzes Leben Geopfert und gegeben, Dein will ich auch im Sterben sein, 275 13. Oktober. Elisabeth Frey in London, † 1845. Was Du in diesem Leben Mir nehmen willst und geben, Das sei Dir heimgestellt; Die Liebe kann nicht wählen, Nimm, Bräutigam der Seelen, Nimm alles, was Dir nicht gefällt. 13] Das Liebste, was ich hege Und tief im Herzen pflege, Auch das ist, Vater, Dein. Du kannst auf bess're Weiden Dein armes Schäflein leiten, Nur Dein soll meine Liebe sein! Louise Hensel. Zuruf. Jedweder trägt in sich den Tod, Ist außen noch so lust'ger Schein; Hent wandelst du im Morgenrot, Und morgen in der Schatten Pein. Was klammerst du dich also feſt, O Mensch, an diese Welt, den Traum? Laß ab! laß ab! eh sie dich läßt; Oft fällt die Frucht unreif vom Baum. Ruf auf, ruf auf den Geist, der tief, Als wie in eines Kerkers Nacht, Schon längst in deinem Innern schlief, Auf daß er dir zum Heil erwacht. 276 David Zeisberger, Glaubensb. a. Delaware 1808. 14. Oktober. Aus hartem Kieselsteine ist Zu locken ird'schen Feuers Glut; O Mensch, wenn noch so hart du bist, In dir ein Funke Gottes ruht. Doch wie aus hartem Steine nur Durch harten Schlag der Funke bricht, Erfordert's Kampf mit der Natur, Bis aus ihr bricht das Gotteslicht. Schlag an! schlag an! Wenn's weh auch thut Dem Fleische, drin der Funke iſt: Noch weher thut der Hölle Glut, Mensch, wenn du nicht zu wecken bist. Just. Kerner. 14] Er hat alles wohl gemacht. Wann in späten Herbstestagen Windeswehen sich entfacht, Rauscht's in wunderbarem Chore: Er hat alles wohl gemacht. Alle Blätter, die nun müde legen sich zur Grabesruh, Flüstern dankbar noch ein letztes: Er hat alles wohl gemacht. Von den Herden, welche ziehen reich gesegnet heim ins Thal, Läuten fröhlich alle Glocken: Er hat alles wohl ge= macht. 277 15. Oktober. Hedwig, Herzogin v. Schlesien u. Polen, † 1243. Freudetrunken ruft der Hügel, dessen Höhen voll von Wein, Glänzend in vielfarb'gem Schmucke: Er hat alles wohl gemacht. Von der Scheune, da der Körner gold'ner Segen sich entleert, Tönet's laut in muntrem Tafte: Er hat alles wohl gemacht. Und die hundertjähr'ge Eiche, wachsend in dem tiefsten Forst, Schließt den Jahr'sring mit dem Zeichen: Er hat alles wohl gemacht. Eilend ziehen fort die Vöglein, doch noch einmal wendend sich Rufen dankbar ihre Scharen: Er hat alles wohl ge= macht. Blumen neigen ihre Häupter: in der letzten milden Nacht Sprach die letzte Rose sterbend: Er hat alles wohl gemacht. 15] Geduld. Nichts ist schöner als Geduld. Unter ihren Lorbeerblättern Zittert man vor keinen Wettern, Freut sich nur bei Gottes Huld, Nichts ist schöner als Geduld. 278 R. Reither. Gallus, Glaubensbote am Bodensee, Stifter des 16. Oktober. Kl. St. Gallen, um 635. 16] Nichts ist seltner als Geduld; Dies Lamm wird bei vielen Herden Nur umsonst gesuchet werden. Fleisch und Blut sind daran Schuld, Nichts ist seltner als Geduld. Nichts ist schwerer als Geduld; Denn man will nicht gleich die Plagen Mit gelaff'nem Herzen tragen, Ob man sie gleichwohl verschuld't, Nichts ist schwerer als Geduld. Nichts ist stärker als Geduld. Sie kann auf der Feinde Schanzen Ihre Siegespalmen pflanzen, Und lacht bei der Welt Tumult, Nichts ist stärker als Geduld. Nichts ist edler als Geduld. Laß, mein Gott, in allen Leiden Mich in diese Tugend kleiden. Die Geduld hat Deine Huld, Nichts ist edler als Geduld. B. Schmolt. Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Joh. 14, 6. „ Ich bin der Weg, zum Himmel führt kein andrer," Spricht Jesus Christus, ,, kommt und folget mir. 279 BEA 17. Oktober. Aretas, Statthalter i. Arabien, Märt. i. 6. Jahrh. Dort winket dir das Ziel, du müder Wandrer: Willst heim du gehn? Ich zeig die Heimat dir!" O, der Du Pilgrim hier gewesen bist, Lehr mich zur Heimat gehn, Herr Jesu Christ! „ Nur ich," spricht Jesus Christus, ,, bin die Wahrheit! Die Welt ist eitel und ihr Glück ist Schein. Allein dort droben in des Himmels Klarheit Ist dir bescheret, was auf ewig dein." Du lautre Wahrheit, sonder Trug und List Lehr mich Dich kennen, lieben,- Jesus Christ! ,, Denn ich," spricht Jesus Christus,, bin das Leben! Und alles außer mir ist eitel Tod. Allein das Leben, das ich dir gegeben, Ist schon des ew'gen Lebens Morgenrot." Ich lieb, ich halte Dich, Herr Jesu Christ: Weg, Wahrheit, Leben, Du mir alles bist. Fr. Fliedner. 17] Segensspruch. Segne und behüte uns durch Deine Güte, Herr, erheb Dein Angesicht über uns und gieb uns Licht! Schenk uns Deinen Frieden alle Tag hienieden! Gieb uns Deinen guten Geist, der uns stets zu Christo weist! Amen, Amen, Amen! Ehre sei dem Namen Jesu Christi, unsers Herrn, denn er segnet uns so gern! 280 Lucas, Evangelist. Bruno, Erzbischof von Köln 965( † 11. Oft.) 18] Wider die Ehrsucht. ( Cur mundus militat.) Sage, was kämpft die Welt um eitler Ehre Pracht, Deren Glück schnell versinkt in des Vergessens Nacht? Nichts als Zerbrechlichkeit ist ihre starke Macht, Schlechten Gefässen gleich, aus Töpferthon gemacht. Wie mancher Kronen Gold, wie mancher Kränze Laub, Wie mancher Städte Glanz, wie mancher Beute Raub, Wie manches Fürsten Wort, wie mancher fromme Glaub' Sinkt, wie ein Auge blinkt, plößlich in Asch und Staub. O mit der Ehre Glanz, wie bald ist's abgethan! Und einem Schatten nur gleichet ihr Freudenwahn, Der uns die Seligkeit fürzt, die wir einst empfahn, Und uns seitabwärts führet auf des Verderbens Bahn! 2. d. Lat. d. Bernh. von Clairvany, † 1153. übers. v. Fortlage.. ( St. 1. 5. 6.) 19] 18. Oktober. 19. Oftober. Das Nahen des Herrn. Nicht im wilden Sturm ist Er, Nicht im lauten Wetter; Sanft im Säuseln kommt Er her, Unser Freund und Retter, Laß den Sturm vorüberzieh'n, Klagen, Seufzen, Weinen; Leise, leise rufe Ihn; Dann wird Er erscheinen. 281 H. Puchta. 20. Oktober. Franz Lambert v. Avignon, Ref. Hessens 1530( † 18. Apr.) Beim Scheiden. In Gottes Namen scheiden wir, Sein göttlich's Wort bekennen wir Und Seiner Gnad' begehren wir, Des rechten Glaubens leben wir. Kyrieleis. 20] Freund von Freunden geschieden sind; O Herr, bewahr Dein glaubig's Kind Und all', die hie vorhanden sind Für Unglück und für böser Stund. Kyr. Geleit uns Gott in seiner Ewigkeit Durch Sein' große Barmherzigkeit. Der geb' uns heut ein gut Geleit, Mit Leib und Seele Sicherheit. Kyr. Gott dem Vater wir allein Mit Leib und Seel' befohlen sein, Der bring uns fröhlich wieder heim In Seiner Gnaden Schuß und Schirm. Kyr. Gott dem Vater und dem Sohn, Dem heil'gen Geist der Wahrheit schon, Als Ein Gott im heiligen Thron, Dem sind wir hie und dort befohl'n. Kyr. Joh. Hiltstein, 1557. 282 21] Philipp Nicolai, Pastor in Hamburg, 21. Oktober. Dichter( † 26. Oft.) 1608. Herbstlied. Kommt her und sehet an, Wie reich die Neben prangen Und allenthalben voll Von reifen Trauben hangen! Das arme schwache Holz, Auf einen Pfahl geſtüßt, Trägt solche edle Frucht, Vom Sonnenstrahl erhitzt. Sich doch die Traube an, Wie durch und durch verkläret, Wie alle Dunkelheit Vom Himmelslicht verzehret! Sie glänzet wie Rubin, Ihr purpurroter Saft Sprüht Feuer aus und Geist, Voll Süßigkeit und Kraft. Ist das nicht wunderbar? Doch einen Weinstock weiß ich, Den zieh ich allen vor, Und seine Kräfte preis' ich. Wohl dem, der an ihm bringt Den edeln Himmelswein! Ach möcht ich doch an ihm Auch eine Rebe sein! 283 C. G. Barth. www. 22. Oftober. Lucas Kranach, Maler u. Bürgerm. in Wittenberg ( † Oft.) 1553. 23. Oktober. Heinr. Martyn, Glaubensbote in Ostindien ( † 12. Oft.) 1812. 22] Morgenlied. Erwacht von süßem Schlummer, gestärkt durch sanfte Ruh', Jauchzt, Vater, frei von Summer, Preis unser Herz Dir zu. Du bist es, der den Müden, den Schwachen Kraft geschenkt! Du sprachest: Schlaft in Frieden, erwachet ungekränkt! Nun streust Du Lust und Segen auf alles, was wir ſeh'n; Wir seh'n sich alles regen und alles neu ersteh'n. O Gott, wie glänzt im Taue so schön die Morgenflur! Die Welt, so weit ich schaue, zeigt deiner Güte Spur. Aus tausend Kehlen schallet Dir laut des Waldes Chor; Von tausend Bäumen wallet Dir Opferduft empor. O laßt uns auch erheben den Herrn das Leben lang; Ja, unser ganzes Leben sei lauter Lobgesang. 23] Lavater. Im Herbst. Des Jahres schönster Schmuck entweicht, Die Flur wird kahl, der Wald erbleicht, Der Vöglein Lieder schweigen. 284 24] Westphälischer Friede 1648. Ihr, Gotteskinder, schweiget nicht Und laßt hinauf zum ew'gen Licht Des Herzens Opfer steigen! Was Gottes Hand für uns gemacht, Das ist nun alles heimgebracht, Hat Dach und Raum gefunden. So sammle dir zur Gnadenzeit, O Seele, was dein Herr dir beut, Für deine Kreuzesstunden! 24. Oktober. Denn wie die Felder öde steh'n, Die Nebel kalt darüber weh'n, Und Reif entfärbt die Matten: So endet alle Lust der Welt, Des Lebens Glanz und Kraft zerfällt; Schnell wachsen seine Schatten. Indes wie über Land und Meer Der Störche Zug, der Schwalben Heer Der Sonn entgegen streben: So laß zu Dir die Seelen flieh'n, Zu Deinem Paradiese zieh'n, An Deiner Sonne leben! Viktor v. Strauß. Das Herz ein Tempel. Willst du in der Stille singen, Und ein Lied dem Höchsten bringen: Lerne, wie du kannst allein Sänger, Buch und Tempel sein. 285 25. Oktober. Joh. Heß, Reformator Schlesiens( 1. Prediger in Breslau.) 1547. 25] Ist dein Geist in dir beisammen, Voller Eifer, voller Flammen: Dieser Sänger ohne Mund Thut Gott dein Begehren kund. Ist dein Herz, als sich's gebühret Recht mit Andacht ausgezieret: Dieses Buch dann bringet dir Wort und Weisen g'nug herfür. Wo dein Leib vom Wust der Sünden Rein und sauber ist zu finden: Diesen Wohnplaß, dieses Haus Sucht sich Gott zum Tempel aus. Kannst du so in Stille singen, Kannst du dies dem Höchsten bringen: Dann wirst du dir selbst allein Sänger, Buch und Tempel sein. 3. P. Titz( 1648). Thränenlied. Sollt ich mich meiner Thränen schämen? O habet damit keinen Spott: Es giebt so tiefes Leid und Grämen, Und auch die Thränen sind von Gott. Hat denn nicht Christus selbst geweinet An Seines Freundes frühem Grab? Und alle sah'n, um Ihn vereinet, Wie lieb er den Entschlaf'nen hab. 286 Friedr. III., Kurfürst v. d. Pfalz, Bet., † 1576. 26. Oktober. Er, der bereits im Geist gesehen Des ew'gen Vaters Herrlichkeit, Und den Geliebten auferstehen, Aus seiner Grabesnacht befreit? 26] So fließet hin denn meine Thränen, Strömt aus dem Herzen ungescheut, Ein Segenstau dem heißen Sehnen, Den mir der Himmel selber beut! Alb. Zeller. Abendlied. Die Welt thut ihre Augen zu Und alles wird so still; Auch ich bin müde und zur Ruh Ich auch mich legen will. Ich leg ins stille Kämmerlein Mich in mein Bettchen warm, Die Engel sollen Wächter sein Vor jedem Trug und Harm. Du lieber Gott, der uns die Nacht Mit Mond und Sternen schuf, Der himmlisch uns das Herz gemacht, Für himmlischen Beruf: Der uns den lichten Himmelsschein Gesenkt in unsre Brust, Damit wir sollen selig sein Durch Deiner Liebe Lust. 287 27. Oktober. 27] Frumentius, Apostel der Abessinier, 4. Jahrh. Du lieber Gott, Du gehst mit mir Ins stille Kämmerlein Und stellst die Wächter vor die Thür, Die Engel fromm und fein; Sie treten leis und sanft daher Und halten treue Hut, Daß diese Nacht und nimmermehr Mir nichts was Leides thut. Nun habe Dank für diesen Tag Und Dank für jede Freud, Ich weiß nicht, was ich beten mag Mit rechter Herzlichkeit. Du weißt am besten, was ich will, Du liebster treuster Hort, Drum bin ich mit den Lippen still, Gott ist mein einzig Wort. E. M. Arndt. Sei still. Schweige still, Herz, in deines Kummers Nächten! Beuge dich, anstatt zu rechten! Geht dir's doch, wie Gott es will. Schweige still! Schweige still! Deine Worte sind vergebens, Bis zum Nätsel deines Lebens Gottes Wort ertönen will. Schweige still! 288 28] Simon und Judas, Apostel. 28. Oktober. Halte still! Thut des Vaters Zucht dir wehe, Schließ dich fest an Seine Nähe, Der dich richtend retten will. Halte still! Halte still! Schneidet manche blut'ge Wunde Dir dein Arzt, auf daß gesunde, Was vernarbend sterben will: Halte still! Herr, mein Gott! Gieb mir Gnade, still zu schweigen, Still zu halten, mich zu beugen Deiner Führung Machtgebot, Herr, mein Gott! Herr, mein Hirt, Reiche mir aus Deiner Fülle Glaubenskräfte, Glaubensstille, Bis die Nacht zum Tage wird, Herr, mein Hirt! Meta Heußer. Pilgersehnen. Der Pilger aus der Ferne Zieht seiner Heimat zu; Dort leuchten seine Sterne, Dort sucht er seine Ruh. 289 19 Simon und Judas, Apostel. Sein Sehnen geht hinüber; Sein Liebstes liegt im Grab: Die Blumen wachsen drüber, Die Blumen fallen ab. ( 28. Oktober.) In Königsstädten schimmert Des Goldes reiche Pracht; Und morgen sind zertrümmert Die Städte und die Macht. Die Ströme ziehn hinunter Ins wogenreiche Meer; Die Welle geht drin unter, Man sieht sie nimmermehr. Der Harfenton verklinget Im stillen Windeswehn; Der Tag, den er besinget, Muß heute noch vergehn. Der von dem Honigseime Der Ewigkeit geschmeckt, Der Pilger ist daheime, Nur wann das Grab ihn deckt. Drum weckt ihn auch hienieden Das Heimweh früh und spät; Er sucht dort oben Frieden, Wohin sein Sehnen geht. C. G. Barth. 290 Alfred, König v. England( † 28. Oft.) 900. Jakob Sturm, Stättmeister in Straßburg, 1553. 29] Um Herbsttage. Wolken bedecken das Thal; den Städten, den reichen Gefilden Birget frostige Nacht neidisch den sonnigen Strahl; Aber den felsigen Höh'n, des Berges Hütten und Halden Glänzet das himmlische Blau, lächelt die Sonne so hold. 29. Oktober. 30. Oktober. Lieber ein dürftiges Los und heitere Blicke zum Himmel, Als ein beneidetes Glück, ach, und dem Himmel 30] so fremd. Meta Heußer. Sichere Antwort. Frag ich mich: Was wird es werden? Kommt noch Hilfe mir auf Erden? Frag ich um der Erde Frieden; Ist der Welt bald Ruh beschieden? Frag ich um der Brüder Gutes; Ist ein Lohn des Glaubensmutes? Frag ich um das Heil der Armen; Ist noch Rettung, ist Erbarmen? Spricht ein heimlich Wort: Glaub und glaube sonder Sorgen, Hoff und hoff auf Gottes Morgen. Geh's durch Leben oder Sterben, Hilfe, Ruh und Heil wird erben, 291 31. Oktober. 31] Reformationsfeft: Luthers Thesen 1517. Wer ein Fels dem Fels vertraut, Nach dem Vaterauge schaut. Gott wird's wenden, Gott wird's enden, Gott wird senden Offenbar sein Wort. J. Fr. v. Meyer. D Ewigkeit! Ewigkeit, o Ewigkeit! Wie lang bist du, o Ewigkeit! Doch cilt zu dir schnell unsre Zeit Gleichwie das Heerpferd zu dem Streit, Nach Haus der Bot', das Schiff zum G'stad, Der schnelle Pfeil vom Bogen ab. Betracht o Mensch die Ewigkeit! O Ewigkeit, o Ewigkeit! Wie lang bist du, o Ewigkeit! Gleichwie an einer Kugel rund, Kein Anfang und kein End ist kund: Also, o Ewigkeit, an dir Nicht Ein- noch Ausgang finden wir. Betracht o Mensch die Ewigkeit! OEwigkeit, o Ewigkeit! Wie lang bist du, o Ewigkeit! Du bist ein Ring unendlich weit. Dein Mittelpunkt heißt Allezeit, Niemal der weite Umkreis dein, Weil deiner nie ein End wird sein. Betracht o Mensch die Ewigkeit! 292 1] Aller Heiligen. 1. November. OEwigkeit, o Ewigkeit! Wie lang bist du, o Ewigkeit! Hinnehmen könnt' ein Vöglein klein Der ganzen Welt- Sandkörnlein fein, Wenn nur eins käm all tausend Jahr: Dennoch wär's nichts von dir fürwahr. Betracht o Mensch die Ewigkeit! OEwigkeit, o Ewigkeit! Wie lang bist du, o Ewigkeit! Der Sand im Meer, die Tropfen all, Sind nur ein Bruch der großen Zahl; Es müht sich über dir umsonst Die tiefste Meß- und Rechenkunſt. Betracht o Mensch die Ewigkeit! O Ewigkeit, o Ewigkeit! Wie lang bist du, o Ewigkeit! Hör Mensch: so lange Gott wird sein, So lang wird sein der Höllen Pein, So lang wird sein des Himmels Freud, O lange Freud! o langes Leid! Betracht o Mensch die Ewigkeit! Daniel Wülffler, † 1685. Bis hieher. Bis hieher hat mich Gott gebracht Durch seine große Güte. 293 2. November. 2] Victorinus, Bischof zu Pettau in Steiermark. Märt., † 304. Bis hieher hat er Tag und Nacht Bewahrt Herz und Gemüte! Bis hieher hat er mich geleit't, Bis hieher hat er mich erfreut, Bis hieher mir geholfen. Hab Lob und Ehre, Preis und Dank Für die bisher'ge Treue, Die Du, o Gott, mir lebenslang Bewiesen täglich neue; In mein Gedächtnis schreib ich an: Der Herr hat große Ding gethan An mir und mir geholfen. Hilf ferner auch, mein treuer Hort! Hilf mir zu allen Stunden. Hilf mir an all und jedem Ort, Hilf mir durch Jesu Wunden! Hilf mir im Leben, Tod und Not, Durch Christi Schmerzen, Blut und Tod, Hilf mir, wie Du geholfen. A. Juliane, Grf. v. Schwarzburg- Rudolstadt. Ich will den Herrn loben allezeit. Wie ist doch ohne Maß und Ziel, Herr, Deine Güt' und Treu! Drum dank ich dir mit Psalterſpiel Und Harfenklang aufs neu. 294 3] Pirmin, Apostel der Alemannen, † 753. Du wohnst in Deinem Israel Ja unter Lobgesang, Drum singe Dir auch meine Seel Aus Herzenslust und Drang. Rühr' Du mit Deines Feuers Glut Mir Herz und Lippen an, Damit, was Deine Liebe thut, Ich fröhlich loben kann. Halt mir auch Herz und Mund geſtimmt Beständig auf Dein Lob, Und wer mein Lied und Lob vernimmt, Der freue sich darob; Der liebe Dich und lobe Dich, Und habe frohen Mut, Genieße und erprobe Dich, Du allerhöchstes Gut! 3. November. Zu helfen den'n Er ist bereit, Die an Ihn glauben feste. Er hilft aus Not Der fromme Gott, Er tröst't die Welt mit Maßen. Was mein Gott will. Was mein Gott will, das g'scheh' allzeit, Sein Will' der ist der beste; Wer Gott vertraut, Fest darauf baut, Den will Er nicht verlassen. 295 Spitta. 4. November. Joh. Albr. Bengel, Propft von Alpirsbach ( † 2. Nov.) 1752. 4] Gott ist mein Trost, mein' Zuversicht, Mein' Hoffnung und mein Leben. Was mein Gott will, daß mir geschicht, Will ich nicht widerstreben. Sein Wort spricht wahr, Alles mein Haar Er selber hat's gezählet. Er hüt' und wacht, Stets für uns tracht, Auf daß uns gar nichts fehle. Drum will ich gern von dieser Welt, Ich fahr' in Gottes Willen 3u meinem Gott, wenn's Ihm gefällt; Zu Will'n ich Ihm halt stille. Mein' arme Seel Ich Gott befehl In meiner letzten Stunde. Du frommer Gott, Sünd', Höll' und Tod Hast Du mir überwunden. Albrecht Markgraf v. Brandenburg( vor 1556). Abendlied. Müde bin ich, geh' zur Ruh, Schließ die müden Angen zu. Vater laß die Augen dein Über meinem Bette sein. 296 Hans Egede, Apost. der Grönländer, † 1758. Hab ich Unrecht heut gethan, Sieh es, lieber Gott, nicht an. Deine Gnad und Christi Blut Macht ja allen Schaden gut. 5] Nasse Augen trockne Du, Kranke Herzen heile zu; Alle Kindlein, bloß und arm, Bette Du sie weich und warm. 5. November. Alle, die mir sind verwandt, Herr, laß ruhn in deiner Hand; Alle Menschen groß und klein Sollen Dir befohlen sein. Luise Hensel. Gustav Adolfs Feldlied. Verzage nicht, o Häuflein klein, Obschon die Feinde Willens sein, Dich gänzlich zu verstören, Und suchen deinen Untergang, Davon dir wird recht angst und bang: Es wird nicht lange währen. 297 Tröste dich nur, daß deine Sach Ist Gottes: dem befiehl die Rach, Und laß es Ihn schlecht*) walten, Er wird durch seinen Gideon, Den Er wohl weiß, dir helfen schon, Dich und sein Wort erhalten. *) recht. 6. November. Gustav Adolf, König v. Schweden, gefallen 1632. So wahr Gott Gott ist und sein Wort: Muß Papst, Teufel und Höllenpfort' Und was ihn'n thut anhangen, Endlich werden zu Schand und Spott, Gott ist mit uns, und wir mit Gott: Den Sieg woll'n wir erlangen. Gustav Adolf, König von Schweden, gefallen bei Lützen am 6. Novbr. 1632, teilte dieses Lied in Prosa seinem Beichtvater Dr. J. Fabricius mit, der es in die drei berühmten Verse brachte. 6] Schlachtgebet. Vater, ich rufe Dich! Brüllend umwölkt mich der Dampf der Geschütze, Sprühend umzucken mich rasselnde Blize. Lenker der Schlachten, ich rufe Dich! Vater Du, führe mich! Vater Du, führe mich! Führ mich zum Siege, führ mich zum Tode Herr, ich erkenne Deine Gebote. Herr, wie Du willst, so führe mich! Gott, ich erkenne Dich! Gott, ich erkenne Dich! So im herbstlichen Rauschen der Blätter Als im Schlachten- Donnerwetter, Urquell der Gnade, erkenn ich Dich, Vater Du, segne mich! 298 Willibrord, Apostel der Niederlande, † 739. 7. November. Vater Du, segne mich! In Deine Hand befehl ich mein Leben, Du kannst es nehmen, Du hast es gegeben, Zum Leben, zum Sterben segne mich. Vater, ich preise Dich! Vater, ich preise Dich! ' S ist ja kein Kampf für die Güter der Erde; Das Heiligste schüßen wir mit dem Schwerte, Drum fallend und siegend preis ich Dich. Gott, Dir ergeb ich mich! Gott, Dir ergeb ich mich! Wenn mich die Donner des Todes begrüßen, Wenn meine Adern geöffnet fließen: Dir, mein Gott, Dir ergeb ich mich! Vater, ich rufe Dich! 7] Th. Körner, gefallen bei Wöbbelin, 26. Aug. 1813, An das Herz. Laß legen sich die Ungeduld, Sei stille, Herz, nur stille! Dort oben waltet Vaters Huld, Der neige sich dein Wille. Was schauest du so viel herum Und hast so viele Worte? Bald wird doch alles still und stumm An einer dunkeln Pforte. 299 8. November. Willehad, Bischof von Bremen, † 789. Wir werden alle stumm und ſtill In unsre Gruben ziehen, Ob einer dort sich regen will, Vergebens ist sein Mühen. 8] Laß fahren, Herz, die Ungeduld, Zur Ruhe mußt du kommen, Und wirf dich in die Vaterhuld, Das einzig bringt dir Frommen. Und wenn wir dann so manches Jahr Im stillen Grabe lagen, Wird uns ein Morgen hell und klar Am fernen Aufgang tagen. Da stillt sich Durst und Ungeduld In seinen roten Gluten, Da will des ew'gen Vaters Huld In Strömen niederfluten. Drum sei nur stille, Herz, fein still, Bald legen sich die Wellen; Der alles hat und geben will, Wird deine Nacht erhellen. M. v. Schenkendorf. Segenswunsch. Komm, Segen aus der Höh! Begleite meine Werke, Sei, wo ich geh und steh Mit mir, so daß ich merke, 300 9] Joh. v. Staupit, Gen.- Vikar d. AugustinerOrdens 1524( † 28. Dez.) Martin Luthers Geburtstag 1483. Du förderst was ich thu, Du läsfest meine Saaten Im Segen wohl geraten, Sprichst: Amen, Ja! dazu. 9. November. 10. November. v. Pfeil. Psalm 140, V. 13. Mein Sach hab ich Gott heimgeſtellt, Der mach's mit mir, wie's Ihm gefällt; Dient etwas mir zur Seligkeit, So ist's bei Gott mir schon bereit. Soll's aber nicht ersprießlich sein, So geb ich meinen Willen drein; Gott hat so lang gesorgt für mich, Wird ferner auch nicht ändern sich. Er weiß, was mir ist nußbarlich, Ob's gleich oft gehet wunderlich; Die rechte Stund sieht Er allein, Wohl dem, der sich nur schicket drein. Joh. Mich. Dilherr. 10] Wohl denen, die den Herrn fürchten. Dies Wort gewißlich bleibet wahr, Wiewohl es hat so manche G'fahr, Noch soll's nicht fehlen um ein Haar, 301 11. November. Martin, Bischof von Tours 400. Es wird erfüllet ganz und gar, Und soll's nicht wehren der Höllen Schar. Verzeucht sich's dies und etlich Jahr, Gar bald die Zeit wird kommen dar, Die es wird machen offenbar Und alle Ding' so zeigen klar, Daß man davon frei reden thar. Dann wird man ja bekennen zwar, Daß Gott erhält Sein Wort und Lahr. Dr. Mart. Luther. 11] Die Bibel. Erhab'nes Buch, du Strahlenozean, Der alle Geister tränken, tragen kann! Der du im Tropfen lebensreicher biſt, Als alle Weisheit, die auf Erden ist, Der du mit königlicher Lebenskraft Abspiegelst ew'ge Himmelswissenschaft, Und nie versiegen, nie versumpfen wirst, So lange Jesus bleibt der Friedefürst! Bist du der Inbegriff des Geisteralls? Der ganze Ton des sel'gen Widerhalls, Der aus dem Mund urew'ger Majeſtät Lichtschaffend durch der Himmel Himmel weht? Onein! dort oben, über Sternen hoch, Und in den Tiefen lispelt vieles noch, Enthüllt sich manch Geheimnis donnernd hehr, Fließt mancher ferne Freudenstrom daher, 302 Martin, Bischof von Tours 400.( 11. November.) Fliegt mancher Bliz durch finstre Höhen scharf, Wird mancher Psalm gesungen, den der Mund Der Staubgebornen noch nicht hören darf, Glänzt manches Buch mit sel'gem Wissensgrund, Und selbst der Bibel wundervolles Licht Zeigt alles dies dem Menschenblick noch nicht. Du, Gottes Schrift, erscheinst mir wie ein Krug Voll Lebenswassers, den im Cherubsflug Der Ewige getaucht ins Himmelsmeer; Das Wasser auf die Erde schüttet' Er, Damit das hingewelkte Paradies Aufgrünete von neuem hold und süß. So wenig aller Regen aus der Höh' In meinen Garten fällt, so wenig je Hat Gott in Seinem Wort der Erdenwelt Den Reichtum alles Lebens vorgeſtellt.- Doch in des Wasserkruges goldnen Schein Warf Er zuerst ein Kleinod mild hinein, Das Höchste, das sein Gottheitsgrund gehegt, Das Liebste, das er auf dem Herzen trägt: Dich, edle Königsperle, Gottes Sohn, Legt' Er hinein mit einem Leib voll Thon, Und goß Dich tief in unser Totengrab Mit jenem Himmelswasserguß hinab! Drum haben wir von Seinem Ozean Die schönste Perle doch, die himmelan Jedweden Käufer ziehet, der sie kauft, Jedwede Seele, die ihr Licht getauft, 303 - 12. November. Johann Milton, Dichter 1674. 13. November. Arcadius, Märt. unter den Vandalen+ 437. Und wer sie findet, wird in Einem satt, Bis er dort alle Gottestiefen hat. A. Knapp. 12] 13] Bald, bald! Noch ein wenig im Elende, Bald nimmt alle Last ein Ende; Noch ein wenig Kreuz und Not, Bald erquickt ein sel'ger Tod; Noch ein wenig im Verlangen, Bald wirst du das Ziel erlangen; Noch ein wenig halte aus, Bald ist unser Geist zu Haus: Noch ein wenig, noch ein wenig! Bald nimmt dich der Friedenskönig In sein Friedenselement, Ewig, ewig, ohne End. Terstegen. Herr, Du hast's beschert! Ich geb aus meinen Händen Mein Los in Deine Hand; Du mögest, Herr, es wenden Mit göttlichem Verstand: Du weißt, was ich nie wußte, Was mir ist nüß und gut; Nur sicher vorm Verluste Bin ich in Deiner Hut. 304 Notker, Borst. d. Klostersch. zu St. Gallen 912. 14. November. Was mir zum Heil gereichet, Ist Dir bekannt allein; In meinen Augen gleichet Dem Wesen oft der Schein, Wenn Du mir Unglück sendest, So nehm ich's an als Glück; Und wenn Du Segen spendest, O nimm ihn nicht zurück! Wohl fühlet mein Gemüte, Beschwert von seiner Schuld, Sich unwert aller Güte, Unwürdig jeder Huld, Die Du mir hast bewiesen; Doch, Herr, Du hast's beschert, Die Großmut sei gepriesen, Der Du mich fandest wert. 14] Im Tode. ( Media vita in morte sumus.) Mitten im Leben steh'n wir im Tode; Welchen Erretter mögen wir suchen, als nur Dich, o Herr, Der du mit Recht zürnest über unsre Missethat? Heiliger Gott, heiliger Gewaltiger, heiliger und barmherziger Heiland! Dem bittern Tod überlaß uns nicht! Fr. Rückert. Aus d. Lat. d. Notker, 912. 305 20 15. November. 15] Joh. Keppler, Astronom, † 1630. Blick hinauf! ( Sursum corda) Was verlangst du, warum bangst du, Armes, unruhvolles Herz? Sei zufrieden, denn hienieden Ist nur eitler Gram und Schmerz. Willst du Gaben gerne haben, Die kein Wurm noch Rost verzehrt? Laß die Erde, daß dir werde Was da unvergänglich währt. Willst du lieben? Suche drüben Den, der liebenswürdig ist; Alles leide, alles meide, Bis du ihm auch ähnlich bist. Ringe, meide, bis die Freude Dieser Welt vorüber ist: Schau zur Höhe, bis das Wehe Dieser Welt dein Herz vergißt. O der Schmerzen, bis im Herzen Treu und Demut endlich siegt, Und der Taube frommer Glaube Selig ihm entgegen fliegt! Stille, stille! Herr, Dein Wille Der geschehe auch an mir! Amen, Amen! und dein Namen Sei gepriesen dort und hier! 306 Luise Hensel. Casp. Creuziger Pred. u. Prof. in Wittenberg, 16. November. † 1548. 16] Winter. Herr, Dein Name sei gepriesen Wenn Du nimmst und wenn Du giebst! Du hast tausendfach bewiesen, Wie du freundlich sorgst und liebſt. Ewig sei von uns gedacht Deiner Weisheit, Güt und Macht. Laß die Erde wieder schweigen, Stille sei vor Dir die Welt. In der Demut soll sich neigen, Was bedeckt Dein Himmelszelt. Du allein bist reich und groß, Wir sind elend, arm und bloß. Du verleihst das Kleid der Ehren, Welches unsre Schwachheit deckt, Und zum Staub muß wiederkehren Was Du aus dem Staub erweckt. Deine Huld und deine Treu Macht allein die Erde neu. Wie Du führeft unsre Schritte, Ist es gut und wohlgethan. Durch der finstern Zeiten Mitte Zeigst Du uns die rechte Bahn. Wenn sich alles von uns kehrt, Hast Du Gutes uns beschert. 307 17. November. Bernward, Bisch. v. Hildesheim( † 20. Nov.) 1022. Herr, bewahr den Keim des Lebens In der rauhen, harten Zeit, Daß der Glaube nicht vergebens Harr auf Deine Freundlichkeit! Unsre Hoffnung, unsre Ruh, Großer Schöpfer, bleibest Du. 17] Wenn die Augen nichts mehr sehen, Und die Seele einsam wacht, Dann am Himmel lasse stehen Einen Stern in dunkler Nacht; Einen Stern der Ewigkeit Zeig uns in der Winterzeit! Wann die Stimmen wieder klingen, Und der Schöpfung Stunde schlägt, Laß uns von der Gnade singen, Von dem Wort, das alles trägt. Laß uns loben Jesum Christ, Der das Licht der Zeiten ist! H. Puchta. Die Stadt Gottes. Jerusalem, Gottes Stadt, Ist Christi Gemeine, Die ihm Gott erbauet hat Von gar edlen Steinen. Ihr Grundvest ist Jesus Christ, Darauf sie gar eben 308 Gregor d. Erleuchter, Apostel v. Armenien 331. 18. November. Durch Gott's Wort erbauet ist Zum christlichen Leben. 18] Herr Gott, wir bitten Dich Durch Dein große Güte, Du wollst Dein Volk gnädiglich Vorm Argen behüten. Erhalt es in Deiner Hut Hie bei reiner Wahrheit, Auf daß es Dich, Herre Gott, Lobe in der Klarheit. Böhmische Brütder. Ein gülden Abc. Armut des Geistes Gott erfreut; Armut und nicht Armseligkeit. Besprich dich nicht mit Fleisch und Blut, Fahr zu, gleich zu, wie Paulus thut! Crenz ist ein Kraut, wenn man es pflegt, Das ohne Blüte Früchte trägt. Dürst nicht nach Rache und nach Blut; Vergeben wäre wohl so gut. Ein edles Herz glänzt hell und hold, Ein gutes ist gediegen Gold. Für was du Gutes hier gethan, Nimm keinen Lohn von Menschen an. 309 ( 18. November.) Gregor d. Erleuchter, Apostel v. Armenien 331. Geduldig sein-Herr, Lehr es mich, Ich bitte Dich, ich bitte Dich! - Hau deinen Gözen mutig um, Er sei Geld, Wollust oder Ruhm. In dir ein edler Sklave ist, Dem du die Freiheit schuldig bist. Kämpf, und erkämpf dir eignen Wert, Hausbacken Brot am besten nährt. Liebt euch auf Erden, liebt und wißt, Daß Gott im Himmel Liebe ist. Merk auf die Stimme tief in dir; Sie ist des Menschen Kleinod hier. Nimm wahr der Zeit; sie eilet sich Und kommt nicht wieder ewiglich. O Herr, lehr uns bedenken wohl, Daß wir sind sterblich allzumal. Parabeln sind wohl fein und schön, Doch muß sie einer auch versteh'n. Quäl nicht dein Herz ohn' Unterlaß; Ein freier Mut gefällt Gott baß. Recht halte heilig bis in Tod, So bleibt ein Freund dir in der Not. 310 Elisabeth, Landgräfin von Thüringen, † 1231. 19. November. Straf' keck das Böse ins Gesicht; Vergiß dich aber selber nicht. 19] Treib Tugend jeden Augenblick, Wer nicht vorangeht, geht zurück. Und wenn sie alle dich verschrei'n, So wickle in dich selbst dich ein. Verlaß dich nicht auf diese Welt, Sie ist Schaum, der zusammenfällt. Wie wird es dann, o dann uns sein, Wenn wir der bessern Welt uns freu'n! Berbrich den Kopf dir nicht zu sehr, Zerbrich den Willen, das ist mehr. Claudius. Loblied auf Jeſum. ( Jesu dulcis memoria.) Es ist kein milderer Gesang, Es ist kein schönrer Ohrenklang, Es ist kein süßerer Gedank, Als Jesu Namen lebenslang. Jesus, Hoffnung der Flehenden, Und Trost der zu Dir Gehenden, Und mild den nach Dir Spähenden, Doch was erst den Dich Sehenden! Jesus, der Herzen Süßigkeit, Lichtquelle, die die Seel' erneut, 311 20. November. Joh. Williams, Apost. d. Südsee, Märt., † 1839. Hoch über alle Freude weit, Und unsrer Wünsche Engigkeit. 20] Die Zunge viel zu stammelnd ist, Kein toter Buchstab' es ermißt, Nur wer's erfahren, nie vergißt, Was Jesum, Jesum lieben ist. A. d. Lat. d. Bernh. v. Clairvaux, † 1153. v. Fortlage. Zuversicht im Tod. Ich weiß, an wen ich glaube, Und daß mein Heiland lebt, Der aus dem Todesstaube Den Geist zu sich erhebt. Ich weiß, an wem ich hange, Wenn alles wankt und weicht, Der, wenn dem Herzen bange, Die Rettershand mir reicht. Ich weiß, wem ich vertraue, Und, wenn mein Auge bricht, Daß ich Ihn ewig schaue, Ihn selbst von Angesicht. Er trocknet alle Thränen, So tröstend und so mild, Und mein unendlich Sehnen Wird nur durch Ihn geſtillt. 312 A. H. Niemeyer. Columbanus, Glaubenbote am Ober- Rhein. 21. November. Abt in Bobbio. 615. Das rechte Ziel. 21] Mensch! was suchest du, Und eilst, und läufst, und rennest auf und nieder, Und kehrst und wendst und windst dich hin und wieder? Begehrest du für deine Seele Ruh? Die ist auf Erden nicht zu finden. Das muß an himmelischer Eigenschaft Ihr ähnlich sein, und teilen seine Kraft Ihr mit, mit dem sie sich beständig soll verbinden. Kein endlich Ding mag deinen Geist erfüllen, Weil er des Endelosen fähig ist; Kein zeitlich Gut kann dein Verlangen stillen, Weil du zur Ewigkeit erschaffen biſt; Drum wende dich zu Gott; kehr in den Ursprung ein, Aus welchem du entsprossen, Und dessen Gnade du genossen; So wirst du still in Ihm und höchst zufrieden sein. Je steifer du mit unverrücktem Sinn Im Glauben und Gebet Ihn wirst ansehen, Je mehr wird Seine Lieblichkeit dich an sich ziehn Und reizen, gerne mit Ihm umzugehen. O Seele, laß uns Gott zum Gegenstand erwählen, Laß uns verschmähen Wollust, Geld und Ehr; So wirst du nimmermehr Der Thür zur Ruh und Seligkeit verfehlen. Aus J. Arnds wahrem Christentum. 313 SAY 22. November. Joh. Oecolampad, Reform. Basels, 1531( † 24. Nov.) 22] Wohl dem. ( Pf. 128, 1-6.) Wohl dem, der in Gottes Furcht ſteht Und auch auf Seinem Wege geht: Dein eigne Hand dich nähren soll, So lebst du recht und geht dir wohl. Dein Weib wird in dein'm Hause sein Wie ein Reben voll Trauben fein, Und dein' Kinder um deinen Tisch Wie Ölpflanzen, gesund und frisch. Sieh, so reich' Segen hangt dem an, Wo in Gottesfurcht lebt ein Mann; Von ihm läßt der alt' Fluch und Zorn, Den Menschenkindern angebor'n. Aus Sion wird Gott segnen dich, Daß du wirst schauen stetiglich Das Glück der Stadt Jerusalem, Vor Gott in Gnaden angenehm. Fristen wird Er das Leben dein, Und stets mit Güte bei dir sein, Daß du wirst sehen Kindes- Kind, Und daß Israel Frieden find't. 314 Dr. M. Luther, um 1524. Clemens von Rom, apost. Bater. 1. Jahrh. Joh. Knox, Reform. Schottlands, † 1572. 23] 24] In Kummertagen. Will in trüben Kummertagen Dir das müde Herz verzagen, Steht dir Trost und Hilfe fern: Flücht' in deine stille Kammer Und vertraue deinen Jammer Deinem Gott und deinem Herrn. 23. November. 24. November. Laß die heißen Thränen fließen Und die Klagen sich ergießen In ein kindliches Gebet; Vaterohr ist immer offen, Wenn ein Kind, vom Schmerz getroffen, Fromm und gläubig zu Ihm fleht. Kann dir schnelle Hilfe frommen, Glaube nur, sie wird dir kommen Wohl im Schlaf schon über Nacht; Soll dein Leiden sich nicht enden, Wird Er seinen Tröster senden, Der dich stark im Dulden macht. Julius Sturm. Traue, und laß dich führen. Du mußt auf Gott es blindlings wagen, Nicht immer forschen, fürchten, klagen; Laß dich Ihm ganz im Einfaltssinn, 315 CIASNA MENYA FANNY 25. November. Catharina, Jungfr. u. Märt. i. Alexandrien, † 306. Verlier dich selbst in Gottes Hände, Wie Er dich führt, auch du dich wende, Und frage nicht: Wo geht es hin? 25] Advent Terstegen. Hört, was die Donnerstimme spricht, Die alle Finsternis durchbricht: Ihr Menschen in der Sündennacht, Erwacht, denn Jesus kommt, erwacht! Auf aus der Trägheit! macht den Geist Von allem los, was irdisch heißt! Jetzt kommt der neue Stern heran, Der allen Schaden wenden kann! Zu uns wird Gottes Lamm geschickt, Die Schuld zu tilgen, die uns drückt; Auf, laßt uns Ihm entgegengehn, Und reuig um Vergebung flehn! Daß, wenn Er zum Gericht sich hebt, Und alle Welt vor Schrecken bebt, Wir von dem Sündenfluche rein Mit Ihm zum Himmel gehen ein. Ambrosius. 316 Conrad, Bischof von Constanz, † 976. 26. November. Margarete Blaarer, Jungfrau in Constanz, 27. November. † 1541. 26] Was auf Herz sich reimt. Wohl jeder Dichter reimt auf Herz, Der eine freudig lächelnd: Scherz, Der andre leis' erseufzend: Schmerz; Was aber reimst du dir, mein Herz? „ Ich war ein Kind und reimte: Scherz Nicht lang, da lehrte mich der Schmerz Den besten Schlußreim: Himmelwärts!" Meta Heußer. Die Wunder der Gnade. 27] Was sind wir vor Ihm? Ach, ein fündig Geschlecht, Von innerer Pein genagt, Von Todesschrecken gejagt, All auf der Wage gewogen, und keiner gerecht. Die eilende Zeit Verkündet der Ewigkeit: Groß ist die Schuld, Doch größer des Vaters Huld, Die sandte den Sohn aus des Vaters Armen, Die Sünder zu krönen mit Heil und Erbarmen. Stehe still, mein Geist, versink in die Liebe, Die aus des Abgrunds gähnendem Schlund Dich gezogen auf sichern Grund, 317 ( 27. November.) Margarete Blaarer, Jungfrau in Constanz, + 1541. Dich ins Licht der himmlischen Sonne, In ewige Wonne Durch Jesum getaucht, Und Frieden dir eingehaucht Und Kraft dem Schwachen und freudige Triebe. Ach, der Treue häufigen Bruch Hat nicht des Gesetzes zermalmender Fluch An dir, dem sündigen Knecht, Mit Sinais schrecklichem Donner gerächt. Wunder der Gnade! Auf finsterem Pfade Rief sanft dem Verirrten Die Stimme des Hirten: Ich suche mein Schäflein mit sehnendem Blick, Ach, komm in die Arme des Hirten zurück! Stehe still und sink in jene Gedanken, Die tiefer als Meere und höher als Himmel sind: Ob Hügel hinfallen und Berge wanken, Hält ewig der Vater doch liebend sein Kind. Am Versöhnungsaltar, Da Er dir gestorben Mit Blut dich erworben, Steht treu und wahr Sein Ja und Sein Bund. Dort weih' Ihm dein Herz, dort preis' Ihn dein Mund. 318 G. Kern. Alex. Russel, Wüstenpred. u. Märt., † 1728. Noah. 28] Advent. Die Tage sind so dunkel, die Nächte lang und falt, Doch übet Sterngefunkel noch über uns Gewalt. 28. November. 29. November. Und sehen wir es scheinen aus weiter, weiter Fern, So denken wir, die Seinen, der Zukunft unsers Herrn. Er war einmal erschienen in ferner, sel'ger Zeit; Da waren, ihm zu dienen, die Weisen gleich bereit. Der Frühling ist gezogen, der Sommer ist entfloh'n; Doch fließen warme Wogen, doch klingt noch süßer Ton. Es rinnt aus Jesu Herzen, es spricht aus Jesu Mund Ein Quell der Lust und Schmerzen, wie ehmals, noch zur Stund'. Wir wollen nach dir blicken, o Licht, das ewig brennt, Und ernstlich uns beschicken zum seligen Advent. M. v. Schenkendorf. 29] Der Tag des Zorns. ( Dies iræ.) An dem Zorntag, an dem hohen, Stürzt die Welt in Feuerlohen, Wie Propheten- Schwüre drohen. Welch ein Grau'n wird sein zur Stunde Wann der Nichter kommt und Kunde Nimmt von allem bis zum Grunde. 319 ( 29. November.) Noah. Die Posaun' im Wundertone Dröhnt durch Grüfte jeder Zone, Sammelt alle vor dem Throne. Erd' und Tod wird schau'n mit Beben, Alle Kreatur sich heben, Antwort vor Gericht zu geben. Und ein Buch wird aufgeschlagen, Drin steht alles eingetragen, Weß die Welt ist anzuflagen. Wann der Richter also fizet, Wird, was dunkel war, durchblißet, Vor der Rache nichts beschüßet. Ach, wie werd ich Armer stehen? Wen zum Anwalt mir erflehen, Wenn Gerechte schier vergehen? König, voll erhabner Schrecken, Gnade nur deckt unsre Flecken, Gnade, Gnade, laß mich decken! Jesu, milder Heiland, siehe, Wie ich Ziel war Deiner Mühe, Daß ich jenem Zorn entfliehe! Hast Dich matt um mich gestritten, Hast am Kreuze mich erstritten! Das sei nicht umsonst gelitten! 320 Noah. Richter mit der heilgen Wage, Tilge wider mich die Klage Vor dem großen Rachetage! Sich, ich seufze schuldbeladen, Schamrot über schwerem Schaden; Hör' mein Flehen, Gott, in Gnaden! Du, der schuldfrei sprach Marien, Und dem Schächer noch verziehen, Haft auch Hoffnung mir verliehen. Mein Gebet gilt nicht so teuer, Aber laß mich, o Du Treuer, Nicht vergeh'n im ew'gen Feuer! Zu den Schafen mich geleite; Von den Böcken in die Weite Stelle mich zur rechten Seite. Wann Verworfne sich entfärben, Die Du hinsprichst ins Verderben, Rufe mich mit Deinen Erben. ( 29. November.) Tief im Staub ring ich die Hände, Zum zerknirschten Geist Dich wende, Herr, verwalte Du mein Ende! A. d. Lat. d. Thomas v. Celano, v. A. Knapp. 321 21 30. November. Andreas, Apostel. 1. Dezember. Eligius, Bischof von Noyon, † 659. 30] Ernste Mahnung. Christ, unser Herr, so zu uns spricht: Ihr nennt mich Meister und fraget mich nicht, Ihr nennt mich das Licht und sehet mich nicht, Ihr nennt mich den Weg und gehet mich nicht, Ihr nennt mich das Leben und begehret mich nicht, Ihr nennt mich weise und folget mir nicht, Ihr nennt mich schön und liebet mich nicht, Ihr nennt mich reich und bittet mich nicht, Ihr nennt mich ewig und suchet mich nicht, Ihr nennt mich edel und dienet mir nicht, Ihr nennt mich barmherzig und trauet mir nicht, Ihr nennt mich allmächtig und ehret mich nicht, Ihr nennt mich gerecht und fürchtet mich nicht, Werd Ich euch verdammen, verweiset Mir's nicht! 1] Advent. Sie sind vorbei, die reichen frohen Zeiten, Da süße Früchte glänzten an den Bäumen, Und nimmer malt der Sonne spätes Scheiden Sich golden ab in grünen Waldessäumen. Ach, all die bunten Jahresherrlichkeiten Ulmgaukeln fern uns nur mehr wie in Träumen. Es ruht der Freuden Spenderin und schweiget, Zum Schlummer hat sie müde sich geneiget. 322 Joh. Ruysbroek, Prior in Grünthal, † 1381. 2. Dezember. Arm ist die Erde! so mag sie empfangen, Den, der sie reich macht vor viel tausend Welten. Mag sie als Tropfen auch am Eimer hangen, Der Tropfen soll bald mehr als Meere gelten, Und herrlicher wird bald die Arme prangen, Als je auszog der stattlichste der Helden: Denn der errettet, was da war verloren, Der hat die Menschheit sich zur Braut erkoren. Drum Seele rüste dich, Ihn zu begrüßen, Mach hoch die Thore, öffne weit die Pforten! Lausch hoher Predigt, jener wundersüßen, Die jetzt sich vorbereitet aller Orten: Denn mit der Engel- Chöre frohen Grüßen Kommt Botschaft jetzt zu dir mit diesen Worten: ,, Mensch, geh hervor: dein König kommt gegangen, Und von dir selber will Er sein empfangen!" R. Neither. 2] Jesus das Licht. Herr, wie selig ist ein Geist, Wenn er, in Einfalt hell, Betrachtet was vom Himmel fleußt: Des Wortes lichten Quell. Durch aller Wolken Dunkelheit Sieht er wie unbewegt Die Sonne der Gerechtigkeit Heil auf den Flügeln trägt. 323 3. Dezember. Joh. Aug. Urlsperger, Sen. in Augsburg. Stifter der Christent.- Gesellschaft( † 1. Dez. 1806). 3] Das Menschenherz in diesem Licht Bleibt keine Wüste mehr. Da, wo sonst Schlangen lagen dicht, Blühn Lilien umher. Die Seele war zuvor ein Teil Von Satans Nachtgebiet; Nun sieht sie, wie ein göttlich Heil In ihr voll Kraft erblüht. Die Sonne wandelt ob der Welt Schon manch Jahrtausend lang; Gehorsam deinem Worte hält Sie herrlich ihren Gang. Sie blickt mit goldnem Morgenschein Die Völker segnend an; Doch Jesus ist das Licht allein, Das Herzen heilen kann. A. d. Engl. d. J. Newton. v. Alb. Knapp. Kein Tod. Nein, nein! Das ist kein Sterben, Zu seinem Gott zu gehn, Der dunkeln Erd entfliehen, Und zu der Heimat ziehen In reine Sternenhöhn. Nein, nein! Das ist kein Sterben, Ein Himmelsbürger sein, 324 Joh. Aug. Urlsperger, Sen. in Augsburg, Stift.( 3. Tezember.) der Christentums- Gesellschaft, † 1. Dez. 1806. Beim Glanz der ewgen Kronen In süßer Ruhe wohnen, Erlöst von Kampf und Bein. Nein, nein! Das ist kein Sterben, Der Gnadenstimme Ton Voll Majestät zu hören: „ Komm, Kind, und schau mit Ehren Mein Antlig auf dem Thron!" Nein, nein! Das ist kein Sterben, Dem Hirten nachzugehn! Er führt sein Lamm zu Freuden, Er wird dich ewig weiden, Wo Lebensbäume stehn. Nein, nein! Das ist kein Sterben, Mit Herrlichkeit gekrönt Zu Gottes Volk sich schwingen, Und Jesu Sieg befingen, Der uns mit Gott versöhnt. Nein, nein! Das ist kein Sterben, Du Heil der Kreatur! Dort strömt in ewgen Wonnen Der Liebe voller Brunnen, Hier sind es Tropfen nur. Aus dem Franz. des Cäsar Malan, von A. Knapp. 325 4. Dezember. Gerhard Zerbold von Zütphen, Br. des gemeins. Lebens, † 1398. 4] D Herr, ich liebe Dich! ( 0 Deus ego amo te.) Herr, mein Gott, ich liebe Dich, Der Du zuvor geliebet mich; Der Freiheit, sieh, entsag ich frei, Daß ich an dich gebunden sei. Nichts geh in mein Gedächtnis ein, Als Deine Ehre nur allein: Nichts müsse mein Verstand, als Dich, Mein Gott, erkennen inniglich. Kein andrer Wille sei in mir, Als was Du, Herr, willst für und für; Was deine Gnade mir verlich'n, Bringt Dir mein Herz zum Opfer hin. Du gabst es, nimms zurück zur Stund, Was Du begehrest, thu mir fund; Gebeut, o Gott, zu jeder Frist; Ich weiß, daß Du die Liebe bist. Mit Lieb allein beschenke mich, Daß meine Seele liebe Dich, Im Schlaf, im Wachen, brünstiglich: Dieß Gut schleußt alles Gut in sich. 326 2. d. Lat. d. 15. Jahrh. Crispina, Witwe u. Märt. in Numidien, † 304. 5. Dezember. 5] Winterlied. Laß dir's nicht gedeih'n zu Leide, Wenn mit Schnee als ihrem Kleide Gott die Erde hüllet ein, Weil es jetzt soll Winter sein! Ruhe hat der Herr und Frieden Ihr zu dieser Zeit beschieden, Legt auf fie ein weißes Tuch, Ihr zum Schmucke, nicht zum Fluch. Flur im eisigen Gewande, Eingeengt in starre Bande, Bist zum Denkmal mir gesetzt, Wie es wird mit mir zuletzt! So werd ich begraben liegen, In ein enges Bett mich schmiegen, Wann der Tod den Kuß gereicht, Und mein Antlig ist erbleicht.- Herr, wie Du auf weiter Strecke Giebst der Flur jetzt Schnee zur Decke: Laß auch so für mein Gebein Gnade einst die Decke sein! 327 J. G. Fr. Köhler. 6. Dezember. Richard Baxter, Pfr. in Kidderminster 1691. ( † 8. Dez.) 6] Beim Lesen des Evangeliums. Immer muß ich wieder lesen. In dem alten, heil'gen Buch, Wie der Herr so sanft gewesen, Ohne Arg und ohne Trug. Wie Er hieß die Kindlein kommen, Wie Er hold auf sie geblickt, Und sie in den Arm genommen Und an Seine Brust gedrückt. Wie Er Hilfe und Erbarmen Allen Kranken gern bewies, Und die Blöden und die Armen Seine lieben Brüder hieß. Wie Er keinem Sünder wehrte, Der mit Reue zu Ihm kam, Wie Er freundlich ihn belehrte, Ihm den Tod vom Herzen nahm. Immer muß ich wieder lesen, Les' und weine mich nicht satt, Wie der Herr so treu gewesen, Wie Er uns geliebet hat. Hat die Herde mild geleitet, Die Sein Vater Ihm verliehn, Hat die Arme ausgebreitet, Alle an Sein Herz zu ziehn. 328 Paul Odontius, Pred. in Steiermark, Bekenner, 7. Dezember. † 1605. Laß mich knie'n zu Deinen Füßen, Herr, die Liebe bricht mein Herz; Laß in Thränen mich zerfließen, Untergehn in Wonn und Schmerz! Luise Hensel. 7] Vorschmack des Himmels. Ich hab von ferne, Herr, Deinen Thron erblickt, Und hätte gerne mein Herz vorausgeschickt, Und hätte gern mein müdes Leben, Schöpfer der Geister, Dir hingegeben! Das war so prächtig, was ich im Geist gesehn! Du bist allmächtig, drum ist Dein Licht so schön. Könnt ich an diesen hellen Thronen Doch schon von heute an ewig wohnen! Nur bin ich sündig, der Erde noch geneigt: Das hat mir bündig Dein heilger Geist gezeigt. Ich bin noch nicht genug gereinigt, Noch nicht ganz innig mit Dir vereinigt! Doch bin ich fröhlich, daß mich kein Bann erschreckt; Ich bin schon selig, seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben, Und Dich zeitlebens inbrünstig lieben. Ich bin zufrieden, daß ich die Stadt gesehn, Und ohn' Ermüden will ich ihr näher gehn, 329 8. Dezember. Martin Rinkart in Eilenburg, † 1549. und Benj. Schmolt in Schweidnitz, Pred. und Dichter( † 11. Febr.) 1737. 8] Und ihre hellen goldnen Gassen Lebenslang nicht aus den Augen lassen. Joh. Tim. Hermes, 1800. Der beste Freund ist in dem Himmel. Der beste Freund ist in dem Himmel, Auf Erden sind die Freunde rar; Denn bei dem falschen Weltgetümmel Steht Redlichkeit oft in Gefahr. Drum hab ich's immer so gemeint: Mein Jesus ist der beste Freund. Die Menschen sind wie eine Wiege, Mein Jesus stehet felfenfest, Daß, wenn ich gleich darniederliege, Mich seine Freundschaft doch nicht läßt. Er ist's, der mit mir lacht und weint; Mein Jesus ist der beste Freund. Die Welt verkaufet ihre Liebe Dem, der am meisten nußen kann; Und scheinet dann das Glücke trübe, So steht die Freundschaft hinten an Doch hier ist es nicht so gemeint, Mein Jesus ist der beste Freund. Er läßt sich selber für mich töten, Vergießt für mich sein eigen Blut; Er steht mir bei in allen Nöten, 330 Fürchteg. Gellert, Professor in Leipzig u. Ph. Fr. Hiller, Pfr. in Steinheim, Dicht., 1769. 9] Er spricht für meine Schulden gut, Er hat mir niemals was verneint, Mein Jesus ist der beste Freund. 9. Dezember. Mein Freund, der mir sein Herze giebet, Mein Freund, der mein und ich bin sein, Mein Freund, der mich beständig liebet, Mein Freund bis in den Tod hinein. Ach hab ich's nun nicht recht gemeint? Mein Jesus ist der beste Freund. B. Schmolt. Im Kämmerlein. Wenn ich in mein Kämmerlein Mich beschämt verschlossen, Siehet Gott doch da hinein, Ihm nur laß ich's offen. Ihm, dem Vater, sag ich dann, Was mein Herz will kränken, Was ich niemand sagen kann, Was ich kaum darf denken. O da bricht mein Herz herfür In geheimen Bitten; Dir will, sagt es, ich will Dir Mich nun ganz ausschütten. Sieh mein Herz, es tröpfelt nicht, Denn es wird zur Quelle, Und vor Deinem Angesicht Wird es alles helle. 331 10. Dezember. Paul Eber, Gen.- Sup. in Wittenberg, † 1569. Endlich wird ein Dank daraus, Wenn ich ausgeweinet, Und mein Herz wird wie ein Haus, Dem die Sonne scheinet. 10] O da ist dem Herzen wohl, Weil Gott Trost gewähret, Und er gießt mir wieder voll, Was ich ausgeleeret. Philipp Friedrich Hiller, 1762. Wider die unnützen Worte. Herr Gott, Du hast mir geben Lippen an meinen Mund; Thu mir sie auf zu reden Dein Lob von Herzensgrund. Laß mir kein Wort entfahren, Das mir gereich zum Argen, Wo ich bei Leuten bin. Zu unnüßem Gewäsche Reizet der böse Geist. Wer sich damit ergößet, Der gedenkt nicht, noch weiß, Daß man von allen Reden, Die unnüßlich geschehen, Muß geben Rechenschaft. Laß alle die verstummen, So unnüß Wäscher sein. 332 Heinrich v. Zütphen, Märt. zu Heide in Holstein, 11. Dezember. † 1524. 11] Deinen Namen zu rühmen Thu auf die Lippen mein Bei allen Deinen Gaben, Die wir hie zeitlich haben Und dort in Ewigkeit. Ludwig Helmbold, um 1577. Endlich, endlich. Endlich, endlich muß es doch Mit der Not ein Ende nehmen; Endlich bricht das harte Joch, Endlich schwindet Angst und Grämen, Endlich muß der Kummerstein Auch in Gold verwandelt sein. Endlich bricht man Rosen ab; Endlich kommt man durch die Wüsten; Endlich muß der Wanderstab Sich zum Vaterlande rüsten; Endlich bringt die Thränensaat, Was die Freudenernte hat. Endlich sieht man Kanaan Nach Ägyptens Diensthaus liegen; Endlich trifft man Tabor an, Wenn der Ölberg ist erstiegen;. Endlich zieht ein Jakob ein, Wo kein Esan mehr wird sein. Endlich, o du schönes Wort, Du kannst alles Kreuz versüßen; 333 12. Dezember. Vicelin, Apostel der Wenden, † 1154. Wenn der Felsen ist durchbohrt, Läßt er endlich Wasser fließen. Ei, mein Herz, drum merke dies: Endlich, endlich kommt gewiß. B. Schmolk. 12] Zu Dir! Bu Dir, zu Dir, hinweg von mir Will meine Seele fliehen; Nur Dein allein, Dein soll sie sein, Du mußt sie zu Dir ziehen. Die Welt ist leer, ich will nicht mehr Nach ihren Gütern fragen; Für Dich, für Dich soll ewiglich Dies Herz allein mehr schlagen. Was Du nicht bist, Herr Jesu Christ, Darnach laß mich nicht streben; Laß mich nicht mehr, o lieber Herr, Ohn Dich auf Erden leben. Nur Du, nur Du, sonst keine Ruh, Kein Auge, keine Ohren: Was ist die Welt, wenn der uns fehlt, Der ewig ist erforen? Stirb hin, stirb hin, mein Eigensinn Und all verworrnes Streben! Nimm hin, nimm hin, den neuen Sinn, Herr, den Du selbst gegeben! Luise Hensel. 334 13] Berthold, Franziskaner- Mönch, Pred. 13. Dezember. in Regensburg, 1272. Sterblichkeit. Mensch, bedenk allzeit Alles Fleisches Sterblichkeit. Wie ein' Blum' in der Kält', Also vergeht diese Welt, In welcher ist viel Leid, Kurz' und falsche Fröhlichkeit, Täglich Müh und Arbeit, Wehklag, Schmerz und Traurigkeit. Von all'm der Welt Gerät Im Tod man mehr nicht empfäht, Als ein hölzern Häuslein; Doch legt man nicht jeden drein. O Welt voll Heuchelschein, Dein' Gewohnheit ist nicht fein, Daß du nicht zuvor sagst, Wenn du ei'm dein Dienst auffagst. Erraten kann's niemand, Wenn ein bös Stund kommt zur Hand; Ob zur Nacht oder Tageszeit, Kein' Hilf' dir die Welt erzeigt. In solcher Not und G'fahr Nimm dich in acht immerdar; Laß all's, was die Welt hat, Und kehr dich ernstlich zu Gott! 335 14. Dezember. Israel, Patriarch. Bei Gott im Himmelsfaal Ist recht sicher Lebensquall, Paradies und Fröhlichkeit, Ewigs Leben und Seligkeit. 14] Gott, groß von Macht und Ehr, Himmlischer Regent und Herr, Gieb, daß wir Dir dienen Und ewig bei Dir wohnen. Mich. Aschenborn, im 17. Jahrh. Wider die Lust der Welt. Gieb uns, o Jesu, Gnad, Daß uns die Welt nichts schad! Falsch ist die lose Welt Mit ihrem Gut und Geld. Gieb uns, o Jesu, Gnad, Daß uns die Ehr nichts schad! Glas ist der Ehrenthron Und Stroh die Ehrenkron. Gieb uns, o Jesu, Gnad, Daß uns der Pracht nichts schad; Pracht ist ein blauer Dunst, Wie aller Menschen Gunst. Gieb uns, o Jesu, Gnad, Daß uns das Fleisch nichts schad! 336 15] Christiana, Magd in Georgien um 330. Staub ist und nur ein Schein, Was hübsch daran und fein. O Fleisch, o welkend Gras, O Fleisch, o Wasserblas! Heut frisch und rosenrot, Krank morgen, bleich und tot. 15. Dezember. Geistl. Volkslied a. d. 17. Jahrh. Sehnsucht nach Jerusalem. ( Pf. 137, 5.) Geh ich durchs Feld, durchs stille Thal, Blick ich zu Höh'n empor, So schwebest du doch allemal, Jerusalem, mir vor. Vergessen kann ich deiner nicht, Noch deiner heilgen Pracht: Ich seh dich in der Sterne Licht Und in der Wolken Nacht. Ihr Hügel, wo der Glanz des Herrn Sich einst herabgesenkt, Zu euch erhöb' mein Herz sich gern, So oft es euer denkt. Schön ist's um deine Ufer her, Du See Genezareth! Noch schöner dort am weiten Meer, Wo hoch der Karmel steht: 337 22 BEFOR 16. Dezember. Adelheid, Kaiserin, Gemahl. Otto's I., † 999. Und Tabors Licht, und Gilead, Und Bethlehems Gefild; 16] Und Jericho, die Palmenstadt, Und Cana, still und mild. Doch über allen ragest du, Jerusalem, hervor: Die goldnen Zinnen streckest du Zum Himmel hoch empor. Am Ölberg und auf Golgatha Da ruft mein müdes Herz: Was dort so wunderbar geschah, Das stillet meinen Schmerz. Ch. G. Barth. Des Wanderers Ziel. Ich geh dem schönen Land Voll Freud und Segen zu, Dem heil'gen Friedensland, dem Land Der ewgen Ruh; Wo Öl und Wein mir blüh'n, Wo Milch und Honig fließt, Aus Lebensbäumen ewig grün Mir Gnade sprießt: Wo unser König wohnt, Der Herr der Heiligkeit, Der über Welt und Sünde thront Im Friedenskleid; 338 Georg, Markgraf v. Brandenburg, † 1543. 17. Dezember. Auf Zions sel'gen Höh'n Hat Er Sein Reich erricht't, Und Seiner Heilgen Fahnen weh'n Im ew'gen Licht. 17] Der Herr der Ehren schwor ( Sein Eid fällt nicht dahin): Ich soll mit Adlersflug empor Zum Himmel ziehn. Ich soll sein Antlig ſeh'n, Anbeten Seine Macht, Und Seiner Wunder Preis erhöh'n In ew'ger Pracht! Aus dem Englischen von Dr. Barth. Die drei feste. du fröhliche, O du selige, Gnadenbringende Weihnachtszeit! Welt ging verloren, Christ ward geboren; Freue dich, freue dich, o Christenheit! O du fröhliche, O du selige, Gnadenbringende Osterzeit; Welt lag in Banden, Christ ist erstanden; Freue dich, freue dich, o Christenheit! O du fröhliche, O du selige, Gnadenbringende Pfingstenzeit! 339 BARCE 18. Dezember. Veit Ludw. v. Seckendorf, Kanzler in Halle, † 1692. 19. Dezember. Ernst Aug. Woltersdorf, Direktor des Bunzl. Waisenh., Dichter. † 17. Dez. 1761. 18] Christ, unser Meiſter, Heiligt die Geister; Freue dich, freue dich, o Christenheit! V. 1. 2. 19] Joh. D. Falk, geb. 1770, † 1826. Die Wurzel Jeffe. Es ist ein' Ros entsprungen Aus einer Wurzel zart; Wie uns die Alten sungen, Von Jesse kam die Art; Und hat ein Blümlein bracht, Mitten im kalten Winter, Wohl zu der halben Nacht. Das Röslein, das ich meine, Davon Jesajas sagt, Hat uns gebracht alleine Marie die reine Magd; Aus Gottes ew'gem Rat Hat sie dies Kind geboren Wohl zu der halben Nacht. Weihnachtslied. Bu Bethlehem geboren Ist uns ein Kindelein, Das hab ich auserkoren, Sein eigen will ich sein. 340 Aus d. 16. Jahrh. 20] Abraham und Sara. In Seine Liebe senken Will ich mich ganz hinab, Mein Herz will ich Ihm schenken Und alles, was ich hab. 20. Dezember. Kindelein, von Herzen Will ich Dich lieben sehr, In Freuden und in Schmerzen Je länger und je mehr. Dazu mir Gnade gebe, Bitt ich aus Herzensgrund, Daß ich Dir allzeit lebe Jetzt und zu aller Stund. Dich, wahren Gott, ich finde In meinem Fleisch und Blut, Darum ich mich denn binde An Dich, mein höchstes Gut. Laß mich von Dir nicht scheiden, Knüpf zu, knüpf zu das Band. Der Liebe zwischen beiden, Nimm hin mein Herz zu Pfand. Geistl. Volkslied a. d. Mittelalter, erneut v. Simrock. Altes Weihnachtslied. Es kommt ein Schiff beladen Bis an sein'n höchsten Bord, Es trägt Gott's Sohn voll Gnaden, Des Vaters ewig's Wort. 341 21. Dezember. 21] Thomas, Apostel. Das Schiff geht still im Triebe, Es trägt ein' teure Laſt, Das Segel ist die Liebe, Der heil'ge Geist der Mast. Der Anker haft't auf Erden, Und das Schiff ist am Land: Gott's Wort thut uns Fleisch werden, Der Sohn ist uns gesandt. Zu Bethlehem geboren Im Stall ein Kindelein, Giebt sich für uns verloren: Gelobet muß es sein. Und wer dies Kind mit Freuden Küssen, umfangen will, Der muß vor mit Ihm leiden Groß' Pein und Marter viel. Darnach mit Ihm auch sterben Und geistlich aufersteh'n, Ewig's Leben zu erben, Wie an Ihm ist gescheh'n. Angeblich v. Tauler, † 1361. Die heilige Nacht. Stille Nacht! heilige Nacht! Alles schläft, einsam wacht 342 Mathesius, Luthers Tischgenosse, † 8. Dez. 1564. 22. Dezember. Nur das traute, hochheilige Paar, Das im Stalle zu Bethlehem war Bei dem himmlischen Kind. 22] Stille Nacht! heilige Nacht! Hirten erst fund gemacht; Durch der Engel Hallelujah Tönt es laut von fern und nah: Christ der Retter iſt da! Stille Nacht! heilige Nacht! Gottes Sohn, o wie lacht Lieb aus deinem holdseligen Mund, Da uns schläget die rettende Stund Christ, in deiner Geburt! Joh. Mohr 1818. Weihnachtslied. ( Jesus redemptor.) Jesus, Erlöser allzumal, Den vor des Lichtes erstem Strahl Als Abglanz seiner Herrlichkeit Der Vater zeugt von Ewigkeit. ODu, des Vaters Glanz und Licht, Du aller ew'ge Zuversicht, Nimm Deiner Diener Bitten wahr, Die allwärts sie Dir bringen dar. Gedenke Schöpfer, daß Du kamſt Und unfres Leibs Gestalt annahmst, 343 EXIGENA AY 23. Dezember. Sturm, Abt v. Fulda, † 17. Dez. 779. Als Dich die Jungfrau wunderbar Durch den heiligen Geist gebar. 23] Dies thut der heut'ge Tag uns fund, Umkreisend in des Jahres Rund, Daß aus des Vaters Schoß allein Du kamst, das Heil der Welt zu sein. Ihn grüßen Sterne, Erd und Meer, Ihn das gesamte Himmelsheer, Aus dem das neue Heil entsprang, Mit ewig neuem Lobgesang. Auch wir, durch deinen Geist und Blut Getaufet in der sel'gen Flut, Wir zollen Deiner Ankunft heut Des Dankes Lieder hoch erfreut. Lob sei Dir, Jesus, immerdar, Den heut die Jungfrau uns gebar, Dem Vater und dem Geist zugleich Für alle Zeit im ew'gen Reich. Altes lat. Kirchenlied. Weihnachten. Gen Bethlehem laffet uns ziehen Mit liebebeflügeltem Fuß, Und vor dem Kindelein knieen Und bringen ihm fröhlichen Gruß. Hallelujah! 344 Sturm, Abt v. Fulda, † 17. Dez. 779.( 23. Dezember.) O du schon so lange Begehrter, O Jesu, so süße und lind, Vom Vater aus Gnaden Gewährter, Willkommen, du himmlisches Kind! Hallelujah! Er, der aus dem Nichts einst geführet Mit Allmachtsworten die Welt, Und Himmel und Erde regieret, Hat sich uns als Bruder gestellt. Hallelujah! Sag an, du König der Himmel: Wo ließest du Scepter und Kron, Der Diener festlich Gewimmel, Die güldene Königskron? Hallelujah! Dich hat vom Himmel beweget Die göttliche Liebe und Huld; Dich hat in die Krippe geleget Erbarmen mit unserer Schuld. Hallelujah! O kommet doch alle und singet Dem Kindlein, des Liebe so heiß; O kommet, o kommet und bringet Ihm ewiglich Ehre und Preis! Hallelujah! Hallelujah! Nach einem altlatein. Kirchenlied v. G. Weitbrecht. 345 ENYA W WWW 24. Dezember. Adam und Eva. 24] Weihnachtslied. Ein Kind lag in der Krippe klein, * Gewickelt wohl in Windeln ein; Daneben stand die Jungfrau klar, Maria, die das Kind gebar. Jesus, der Herre mein, der war das Kindelein. Es fang ihm aller Engel Chor Mit süßer Stimm ganz hoch empor: ,, Gloria, Lob und Preis und Macht Sei in der Höhe Gott gebracht!" Jesus, der Herre mein, der war das Kindelein. Bald ward es auch den Hirten kund, Die eilten noch zur selben Stund Gen Bethlehem und funden so Das edle Kind und wurden froh. Jesus, der Herre mein, der war das Kindelein. Am Himmel stand ein schöner Stern, Der sagte es den Kön'gen fern, Die kamen aus dem Morgenland Mit ihren Gaben in der Hand. Jesus, der Herre mein, der war das Kindelein. Sie fielen nieder auf die Erd, Sie brachten dar dem Kindlein wert Gar edel Myrrhen, Weihrauch, Gold, Dem Kindlein wurden sie gar hold. Jesus, der Herre mein, der war das Kindelein. 346 Christtag. Herodes war von argem Mut, Ihn dürftet nach des Kindleins Blut. Er tötete der Kinder viel, 25. Dezember. Das Kindlein aber floh zum Nil. Jesus, der Herre mein, der war das Kindelein. Und als vergangen dreißig Jahr, Da ward das Kindelein fürwahr Als Lamm, das unsre Sünde trägt, Gekreuzigt und ins Grab gelegt. Jesus, der Herre mein, der war das Kindelein. Doch nach drei Tagen brach es aus Aus seinem finstern Grabeshaus, Fuhr auf in seines Vaters Land, Da sißt es nun zur rechten Hand. Jesus, der Herre mein, der ist das Sindelein. Aus dem Jahr 1440. 25] Gelobet seist du, Jesu Christ. Gelobet seist du, Jesu Christ, Daß du Mensch geboren bist Von einer Jungfrau, das ist wahr; Deß freuet sich der Engel Schar. Hallelujah. Des ewgen Vaters einig Kind, Jeßt man in der Krippe find't: In unser armes Fleisch und Blut Verkleidet sich das ewge Gut. Hallelujah. 347 26. Dezember. Stephanus, erster Märtyrer. Den aller Weltkreis nie beschloß, Der liegt in Marien Schoß, Er ist ein Kindlein worden klein, Der alle Ding erhält allein. Hallelujah. Das ewig Licht geht da herein, Giebt der Welt ein'n neuen Schein; Es leucht't wohl mitten in der Nacht Und uns des Lichtes Kinder macht. Hallelujah. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, Ein Gast in der Welt hie ward Und führt uns aus dem Jammerthal! Er macht uns Erben in sein'm Saal. Hallelujah. Er ist auf Erden kommen arm, Daß Er unser sich erbarm' Und in dem Himmel mache reich Und seinen lieben Engeln gleich. Hallelujah. Das hat er alles uns gethan, Sein' groß' Lieb' zu zeigen an, Des freu' sich alle Christenheit Und dank ihm des in Ewigkeit. 26] Hallelujah. Dr. M. Luther. Die heilige Nacht. Aus des Himmels Sternenthore Schwingt sich froh der Engel Heer, Und es klingt in sel'gem Chore: ,, Gott in Himmelshöh' sei Ehr!" 348 Stephanus, erster Märtyrer.( 26. Dezember.) Mit des Lichtes schönstem Strahle Ist die dunkle Nacht erhellt, Jauchzend schallt's durch Berg und Thale: Freut euch, Hirten, freu dich, Welt! Wie der milde Tau zur Erde Niedersteigt in stiller Nacht, Daß das Land erquicket werde, Das die Hitze dürr gemacht: So mit leisen Segenstritten Kommt aus sel'ger Himmelsstill' In der Nacht das Kind geschritten, Das die Welt erlösen will. Noch umglänzt vom Gottesfrieden Liegt das holde Himmelskind; Sel'ge Mutter, der's beschieden, Es zu betten weich und lind; Sel'ge Welt, der aus der Höhe Solch ein Kindlein ward gebracht, Das der Erde Angst und Wehe Löst in lauter Himmelspracht! Sieh die Hirten niederknieen Vor dem Kindlein, freudenbang, In der Engel Melodieen Mischt sich hell ihr Lobgesang.- Der du heilst des Herzens Schaden, Der du zeigst des Himmels Bahn, Sohn der Jungfrau! Herr der Gnaden! Nimm auch unser Loblied an! G. Weitbrecht. 349 27. Dezember. Johannes, Evangelist. 27] Lobgefang der Kirche des Abendlandes. ( Ambrosianischer Lobgefang: Te Deum laud.) Dich, o Gott, loben wir; Dich, o Herr, bekennen wir. Dich als ewigen Vater verehrt der ganze Erdkreis. Dir rufen alle Engel, Dir die Himmel und alle Gewalten, Dir Cherubim und Seraphim mit unaufhörlichem Schalle: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Gott, Sabaoth. Voll sind Himmel und Erde von der Majestät Deines Ruhmes. Dich lobt der Apostel ruhmvoller Chor, Dich der Propheten lobwürdige Zahl, Dich der Märtyrer weißgerüstetes Heer, Dich über den Erdkreis bekennt die heilige Gemeinde, Den Vater unermeßlicher Majeſtät, Den verehrungswürdigen, Deinen wahren und einigen Sohn, Auch den heiligen Tröster wert, den Geist. Du König des Ruhmes, Christus, Du bist des Vaters allzeitiger Sohn. Du hast, zur Erlösung Dich der Menschheit zu unterziehen, nicht gescheut der Jungfrau Leib. Du hast nach Überwindung des Todesstachels den Glaubenden geöffnet die Reiche der Himmel. Du sizest zur Rechten Gottes in der Herrlichkeit des Vaters, Als Richter, glauben wir, wirst Du kommen, 350 Unschuldige Kinder. 28. Dezember. Dich also bitten wir: steh Deinen Knechten bei, welche Du mit kostbarem Blute erkaufet hast. Laß mit Deinen Heiligen ewige Herrlichkeit uns zum Geschenk empfangen. Beselige Dein Volk, o Herr, und segne Dein Erbe, Und regiere sie und erhöhe sie bis in Ewigkeit. Alle Tage segnen wir Dich Und loben Deinen Namen in Ewigkeit und in Ewigfeit der Ewigkeiten. Würdige uns, o Herr, für jenen Tag rein von Schuld uns zu bewahren. Erbarme Dich unser, o Herr, erbarme Dich unser. Es geschehe Deine Barmherzigkeit, o Herr, über uns, wie wir gehofft haben auf Dich. Auf Dich, o Herr, hoffe ich; laß mich nicht zu Schanden werden auf ewig. ( Der alten Tage nach von Ambrosius und Augustinus bei der Taufe des Letzteren so vor der Gemeinde gesungen, daß beide wie aus göttlicher Eingebung die Strophen sich abwechselnd antworteten.) Deutsch von Fortlage. 28] Lobgefang der Kirche des Morgenlandes. Ehre sei Gott in der Höhe, Und Frieden auf Erden, Und den Menschen ein Wohlgefallen! Wir loben Dich, Wir preisen Dich, 351 29. Dezember. Christoph, Herzog v. Württemb., † 28. Dez. 1568. Wir beten Dich an, Wir singen Dir Heil, Wegen Deiner großen Herrlichkeit, Herr, König im Himmel, Gott, Vater, Allmächtiger! Herr, Sohn, Eingeborener, 29] Jesus Christus, Und den heiligen Geist, Herr, unser Gott! Du Lamm Gottes! Du Sohn des Vaters, Der Du trägst die Sünden der Welt, Erhöre unser Flehn, Der Du sigest zur Rechten des Vaters, Erbarme Dich unser! Denn Du allein bist heilig, Du allein bist der Herr, Jesus Christus, Zur Ehre Gottes, des Vaters. A. d. 2. oder 3. Jahrh. A. d. Griech. übers. v. Fortlage. Zur Heimat. Aller Glaub'gen Sammelplatz Ist da, wo ihr größter Schatz, Wo ihr Hirte Jesus Christ Und ihr Herze hier schon ist. 352 30] David, König und Prophet. 30. Dezember. Eins geht da, das andre dort In die ew'ge Heimat fort, Ungefragt, ob die und der Uns nicht hier noch nüßlich wär? Aber wenn es nun geschehn, ( Und Gott hat nie was versehn), Hat man weiter nichts zu thun, Als zu schweigen und zu ruhn. Manches Herz, das nicht mehr da, Geht uns freilich gar sehr nah; Aber, Herr, Du bist uns mehr, Als das eigne Leben wär! N. L. v. Zinzendorf. Das deutsche Kyrie. Kyrie, Gott Vater in Ewigkeit, Groß ist Deine Barmherzigkeit, Aller Ding ein Schöpfer und Regierer. Eleison! Christe, aller Welt Trost, Uns Sünder allein Du hast erlöst. Jesu, Gottes Sohn, Unser Mittler bist in dem höchsten Thron, Zu Dir schreien wir Aus Herzensbegier: Eleison! 353 23 31. Dezember. Joh. Wiclif, Borreformator in England, † 1384. Kyrie, Gott Heiliger Geist, Tröst', stärk' uns im Glauben allermeist, Daß wir am letzten End' Fröhlich abscheiden aus diesem Elend. Eleison! Verf. unbekannt. 31] Des neuen Jahres Ankunft. Kommst aus dunkler Nächte Mitten Leis und still dahergeschritten, Lieblich Kindlein, neues Jahr! Ein Geheimnis, hold verschlossen, Doch von Lichtglanz mild umflossen Und das Auge sonnig klar. Noch sehn wir in deiner Linken Helle Weihnachtslieder blinken An des Christbaums sel'ger Pracht, Daß von einem Mond zum andern Froh wir in dem Glanze wandern, Den die Christnacht uns gebracht. Grüßend hast die Hand erhoben, Zeigst hinauf zum Vater droben: Fürchtet nichts, habt guten Mut! Tretet ein mit frischem Wagen, Kommet mit mir, laßt das Zagen, Alles wird gewiß noch gut! 354 Joh. Wiclif, Vorreformator in England, † 1384.( 31. Dezember.) Himmelsschein, ums Haupt dir glänzend, Deine Stirne hold bekränzend, Sagt uns, wo dein Vaterland; Kündet, daß vom Himmelsbogen Du zur Erde kamst gezogen, Und daß Gott dich uns gesandt. Zieh voran denn, und wir folgen Dir durch Sonnenschein und Wolken, Knabe mit dem Lockenhaar! Geh' es trübe oder heiter Werde größer, schreite weiter, Gott mit dir, du junges Jahr! G. Weitbrecht. Verzeichnis der Lieder. Abend ist es Abendruh! Ach arme Welt Ach hätt ich Engelzungen Alle Abend, alle Morgen Aller Glaub'gen Sammelplatz Als Christus bei der Hand Als der König der Ehre Als sie des Herren Leichnam Amen, Gott, Vat'r Am Freitag muß ein jeder Chrift An dem Zorntag An des Herren Kreuz Armut des Geistes Auch heut hab ich Aus des Himmels Sternenthore Christgläub'ger Mensch Christ, unser Herr Das goldne Licht ,, Das Grab ist tief Das walte Gott Seite A. Knapp 134 St. Paul 157 Volkslied 87 2. Hensel 153 Unbet. 220 v. Zinzendorf 352 Alv. de Hinojosa 256 Augustinus 107 Seidel 101 Helmbold 268 N. Hermann 119 Thomas v. Cel. 319 Bis hieher hat mich Gott Juliane Grfn. Schwarzbg. Rud. 293 Besitz, der nicht zum Himmel A. Knapp 55 Bist du einmal Bleib bei uns, Herr Brunn alles Heils 356 Bonaventura 190 Claudius 309 L. Hensel 32 G. Weitbrecht 348 F. A. Krummacher 234 Bernh. v. Clairvaux 227 Terstegen 155 Böhm. Brüder 253 Unbet. 322 Clemens 134 A. Schlatter 196 Betichius 66 Das walt' Gott Vater Das Wort des Herrn Denk im Leiden Dennoch ist ein schönes Wort Der beste Freund ist Der dem Herrn vorausg. Der Du am frühen Morgen Der Du bist drei Der Du des Aethers Der Feierabend breitet Der Himmel hängt Der kalte starre Winter ist Der fühle Maien Der Mensch hat nichts so e. Der Mond ist aufgegangen Der Morgenstrahl Der Pilger aus der Ferne Der rauhe Herbst Luther 154 2. d. Lat. d. 4. Jahrh. 192 O. Funde 54 Möwes 188 70 Unbek. 125 205 M. Claudius 20 A. E. v. Droste- Hülshoff 203 Barth 289 Albert 269 Buchner 237 Argensola, übers. v. Diepenbrock 96 Eppler 267 Der schöne Tag bricht an Der Schöpfer stirbt Der Sommer ist vergangen Der Tag ist bin Des Bösen Werk Des heiligen Geistes Des Jahres schönster Schmuck Des Lebens abgestecktes Ziel Dich, ewigen Monarchen Dich, Jesu, mein König Dich, o Gott, loben Die alten Felsen wanken Die Blum in Waldesschl. Die Christen gehn von Ort Die dunkeln Schatten Die Frucht der Freude Die goldenen Sterne flimmern Die Gottes Wege lieben Die helle Sonn' leucht' Seite Behemb 193 13 Lavater 31 76 CI. Harms Schmolt 330 Pistor 171 R. Gerok 238 Erdm. v. Zinzendorf 357 M. Heußer S. Dach Freylinghausen 44 Steiger 249 Notter 146 v. Strauß 284 v. Zinzendorf 51 Gregor v. Nazianz 216 Volkslied 254 Ambrosius u. Augustinus 350 Barth 123 A. d. 12. Jahrh. 168 80 v. Zinzendorf Unbet. 266 A. d. Engl. v. Knapp 184 22 St. Paul v. Meyer 174 Hermann 84 Die Liebe geht zu Gott Die Nacht ist kommen Die Nacht ist nun vergangen Die Röte thut den Dies Wort gewißlich Die Tage sind so dunkel Die Welt thut ihre Augen zu Die Wolken ziehen sich zusammen Drei Perlen wachsen Du darfst dich deiner Jugend Du fragst was ich verlange Du hast so manche Du mußt auf Gott Du schöne Lilie Du unser Heiland Ehre sei Gott in der Ein Band, das uns gebunden Eines heiligen Festes Ein feste Burg Ein Garten weiß ich feine Ein Gärtner geht Ein Kind ist uns geboren Ein Kind lag in der Krippe Ein kindlich Herz Ein reines Herz, Herr Ein Vöglein klein Ein wenig minder oder mehr Endlich, endlich muß es doch Erhabnes Buch, du Ertrag die Leiden Erwacht von süßem Schlummer Es hat ein Ackerland Gott jed. Es ist auf Erden Es ist ein Ros entsprungen Es ist ein Schnitter Es ist Geduld ein rauher Seite J. A. Scheffler 17 P. Herbertus 8 Harsdörfer 224 A. d. Lat. d. 8. Jahrh. 108 Luther 301 319 Arndt 287 Unbek. 167 v. Schenkendorf Barth 180 36 73 Ramsauer 225 Terstegen 315 Spitta 176 A. d. Lat. d. 7. Jahrh. 137 358 Jos. Knapp Agn. Franz A. d. Griech. d. 2. Jahrh. 351 F. Fliedner 212 2. d. Lat. d. 8. Jahrh. 136 Dr. M. Luther 97 G. Weitbrecht 99 v. Schenkendorf 127 Volkslied 9 V. Jahr 1440 316 14 v. Zinzendorf Neuß 38 A. d. 17. Jahrh. 162 Knapp 257 B. Schmolt 333 Knapp 302 Th. v. Kempis 200 Lavater 284 J. Sturm 78 Luther 263 A. d. 16. Jahrh. 340 Volkslied 229 W. Wackernagel 244 Es ist kein milderer Es kommt ein Schiff Es soll mir wohlgefallen Es steht im Meer ein Es woll' uns Gott Es zieht ein stiller Engel Ewiges Leben! o herrl. Ezechiel der sahe Frag ich mich: Was Früh am Morgen Jesus Für jede Gabe danke Ganz mein Gott Gebet ist unser tiefstes Sehnen Geh aus, mein Herz Gehe hin in Gottes Namen Geh ich durchs Feld Gelobet seist du Jesu Christ Gelobt sei Gott Gen Bethlehem lasset uns Gieb Deinen Frieden Gieb dich dahin Gieb Frieden, Herr Gieb, Herr, daß ich erkenne Gieb uns, o Jesu, Gnad' Glanz väterlicher Herrl. Goldne Abendsonne Gott, Herr und Schöpfer Gott hilft zwar allen Gott ist wahrhaftig Gott Vater Deinem S. Gott will sorgen Hab ich jemals wohl gesät Habt ihr nimmer noch erf. Halt aus, du altes Herz Harre meine Seele 359 Seite Bernh. v. Clairvaux 311 Tauler(?) 341 67 Kleist Lutherl. v. Meyer 261 Luther 173 Spitta 207 Knapp 28 10 v. Zinzendorf J. F. v. Meyer 291 Unbek. 185 Unbet. 37 Hildebert v. T. Montgomery 48 17 Gerhard 165 Spitta 262 Barth 337 D. M. Luther 347 A. d. Lat. v. Knapp 65 G. Weitbrecht 344 Garve 248 2. Zeller 198 Arndt 168 Augustinus 236 Volkslied 336 Ambrofius 239 C. G. Barth 178 Ambrosius 57 Terstegen 248 Terstegen 273 v. Pfeil 256 B. Schmolk 252 Barth 189 v. Schenkendorf 74 Arndt 58 Räder 260 Heilger Geist, kehr Heitres Licht der heil'gen Herr, Dein Name Herr, den ich tief Herr, die Nacht die Herr gedente mein Herr Gott, Du hast Herr, höre meine Worte Herr, ich lieb Dich Herr! kann des Volkes Herr, öffne mir Herr sei bei mir Herr thu dich meinen Augen Herr, unser Gott, laß Herr, was sind das für Wunden Herr, wie du willt Herz, mein Herz Hier unten Pilger Himmelsluft vom Morgenl. Hinunter ist der Sonnen Höre, Erde, höre Hört die Lerche, fie singt Hört was die Donnerstimme Ich bin der Weg, zum Himmel Ich eil aus dem Gedränge Ich geb aus meinen Händen Ich geh dem schönen Land Ich hab von ferne Ich möchte gern was schreiben Ich sehe oft um Mitternacht Ich sink an seinem Kreuze Ich weiß, an wen ich glaube Im Fall ein Christ Immer muß ich wieder In dem Schicksal In Gottes Namen fahren 360 Seite Robert König v. Frantr. 148 A. d. Griech. d. 2. 3. 170 Puchta 307 Geibel 42 Knapp 160 G. Weitbrecht 95 Helmbold 332 Zwingli 274 Volkslied 29 Franc. de Quevedo 89 Olearius 210 69 40 Heermann 50 Volkslied 104 Bienemann 241 Jul. Sturm 43 Fr. Fliedner 146 Knapp 79 84 St. Paul Savonarola N. Hermann A. d. Lat. 242 Fr. Ad. Krummacher 124 Ambrofius 316 F. Fliedner 279 Major 159 Rückert 304 2. d. Engl. 338 Hermes 329 Brentano 75 Claudius 206 Zeller 94 Niemeyer 312 A. Arnd's Chr. 77 2. Hensel 328 Alanus v. Rysjel 202 N. Hermann 179 In Gottes Namen scheiden Ins Feld geh In stiller Nacht In vollem Frieden schlafen Jeder Tag hat seine Last Jedweder trägt in sich Je mehr der Mensch nach Ehre Jerusalem, Gottes Stadt Jesaja dem Propheten Jesus, des Heiles Opferlamm Jesus, Erlöser Jesus, Heiland meiner Seele Jetzt merk wer Jetzt tobet auch das Meer Junge Blume, blühe Kein Christ soll ihm Komm ew'ger Schöpfer Komm heil'ger Geist, erfüll Komm heiliger Geist, Herre Komm, Segen aus der Höh Komm, Segen aus der Höh Kommst aus dunkler Nächte Mitten Kommt her und sehet Kurz das Leben ist Kyrie, Gott Vater Laß dich nicht den Frühling Laß dich nur nichts dauren Laß dir's nicht gedeihn Laß legen sich die Ungeduld Laß mich Dein sein Laßt mich gehn Laßt uns, Christen Liebe höret nimmer auf Liebster Mensch, was 361 Seite Hiltstein 282 Volkslied 238 G. Weitbrecht 226 Melanchthon 219 21 K. Gerot J. Kerner 276 A. Arnds Chr. 61 Böhm. Brüder 308 Luther 25 Bonaventura 101 Lat. Kirchenl. 343 A. d Engl. 90 Hans Sachs 33 Joh. Heermann 215Unbet. 115 Dach 113 Karl d. Gr. 145 Volkslied v. 15. Jahrh. 144 Luther 149 27 v. Pfeil 300 354 Barth 283 Th. v. Kempis 201 Unbet. 353 Ben. v. Reuß G. Weitbrecht Schwab 131 Flemming 255 Köhler 327 v. Schenkendorf 299. Selnecker 142 Knat 81 A. d. Lat. d. 8. Jahrh. 264 Zeller 60 Unbek. 81 Lobt Gott getrost Löwen, laßt euch Mag ich Unglück Man mag mir geben Maria ging geschwind Mein Heiland, lehre mich Mein Herrscher Du Mein Herz, was schlägst Mein Sach hab ich Mein schönste Zier und Merk, Seele, dir Mir ist ein geistlich Kirch. Mir ist so wohl in Gottes Haus Mir wird so bang Mitten im Leben Mit Tod's Gedanken Morgenglanz der Ewigkeit Mose, langen Wechsels müde Müde bin ich Nach der Schwüle Nein, das Kreuz ist keine Last Nein, nein! Das ist kein Sterben Nicht im wilden Sturm Nichts ist schöner als Geduld Nicht sehen und doch glauben Noch ein wenig im Elende Nun sinkt dahin die d. Nacht Ob auch die Sonne O Christ, du bist der lichte Tag O Demut, Friedensquelle ODu, des Himmels Zier O du fröhliche O Du himmlischer Vater OEwigkeit, o Ewigkeit 362 Seite Böhm. Brüder 24 A. d. 17. Jahrh. 140 Maria v. Ungarn 197 Terstegen 13 A. d. 17. Jahrh. 35 Aus Arnds Par. 129 A. d. Provenzal. 161 2. Hensel 217 Dilherr 301 Unbek. 47 v. Zinzendorf 194 Pomarius 44 Spitta 70 23 Notter 305 N. Hermann 150 Knorr v. Ros. 224 b. Albertini 130 2. Hensel 296 J. M. Sailer Köhler 169 Terstegen 154 Malan 324 Puchta 281 B. Schmolt 278 Th. Kübler 261 Terstegen 304 St. Paul 250 Steiger 195 Ambrosius 152 v. Meyer 56 Ambrofius 91 Falt 339 Destr. Exulanten 213 Wülffler 292 O frommer Gott Oft zwar wendet der Herr O Gott, mein Gott Oheilig Stadt O Herr, mein Gott O Herr, wie selig O Jesu, treuster Heiland liebe Seele, könntst O Mensch, bedenk O Mensch, im ganzen Leben O Mensch, was suchest du O selges Licht O Sonn, du schöne Kreatur Sonne, wenn von O Sonntag, komm O Sorge, die mich niederdrückt O Tag, so schwarz Otilge diesen Winterschnee O über allem Erhabener O Weisheit, aller Sage, was kämpft Sag, was hilft alle Welt Sag, was sollen diese Thränen Schallet, ihr Himmel Schaut die Mutter Schau von Deinem Throne Schau wie so gut der Herr Schönster Herr Jesu Schöpfer aller Kreaturen A. d. Lat. d. 15. Jahrh. 326 Newton 323 Unbet. 64 Terstegen 117 Aschenborn 335 Preist Gott in dieser Frühlingszeit Quell des Lichts Seite Schramm 39 Prosper Aquit. 223 Spitta 243 Unbek. 18 Tscherning 273 A. J. Arnds w. Christent. 313 A. d. Lat. d. 8. Jahrh. 195 Saubert 106 2. Hensel 139 Ott. Wildermuth 187 2. Hensel 183 96 Möwes Knapp 59 Gregor v. Nazianz 126 Terstegen 258 B. v. Derschau 120 Alcuin 138 Bernh. v. Clairvaux 281 Meyfarth 185 Christ. Schmid 258 2. d. Lat. d. 15. Jahrh. 113 Jacoponus 222 v. Zinzendorf 251 6. Zinser 214 A. d. 12. Jahrh. 140 Marbod 210 Schweige still M. Heußer 288 Segen umleuchtet das Kreuz Fortunatus, übers. v. Dr. Braun 103 Segne und behüte Unbef. 280 Seh ich der Schöpfung Josephson 199 363 Seht ihr dort auf grünen Fluren Seid gegrüßt, ihr schönen Lichter Sei gegrüßt, o Haupt Sieh, der Winter ist vergangen Sieh, die Nacht läßt schon Sieh die Welt ist neu verjüngt Siehe, wie lieblich Siehe, wie öffnen die Blumen Sieh ich komm in Thränen Sieh umher auf Land und Sie sind vorbei Soll ich am liebsten Sollt ich mich meiner Thränen So nimm denn meine Hände Spät hab ich Dich gefürchtet Sowie ich einsam bin Sprich, liebes Herz Spräch ich in Zungen Stadt, vor der das Aug Stern, auf den ich schaue Stille Nacht! heilige Nacht! Süßes Leben Teure, bleiche, blutge Leiche Traure nicht mehr Unser Weg führt nach der Stadt Vater, ich rufe Dich Verlassen will ich Verschwunden ist die finstre Nacht Verzage nicht, o Häuflein Wann ich in Angst Wann in späten Herbst. Wann wird die Nacht vergehn Warum sollt ich mich fürchten Seite v. Schenkendorf 177 Von 1741 271 Bernh. v. Clairvaux 93 Spitta 116 72 110 Knapp 242 Döring 158 88 364 Gregor I. Adam v. St. Viktor Man. del Rio v. Geibel Knapp 3 Reither 322 Fr. Rückert 52 Zeller 286 Jul. Hausmann 49 Savonarola 142 A. Zeller 73 Rückert 221 Rückert 85 Hildeb. v. Tours 175 Fr. Ad. Krummacher 87 J. Mohr 342 Knapp 62 Th. Körner 298 N. Lope de Vega v. Diepenbrock 180 Fr. Schiller 121 Gust. Ad. v. Schweden 297 O. Schott 99 2. d. Lat. d. 15. Jahrh. 109 Emmerich 63 Burk. Waldis 266 Reither 277 v. Meyer 46 Volkslied 246 Was als dunkler Zukunft Was da schön, besingt Was die Welt nicht kann Was fürcht'st du Feind Was Gott von Ewigkeit Was hilft es, schön Was mein Gott will Wasserströme will ich Was seufzest du Was sind wir vor Jhm Was steigt dort Was Tyrann, was soll Was verlangst du Weil ich nun seh Wem Gott will rechte Gunst Wem sollt ich sonst vertr. Wenn am Morgen klar Wenn alle untreu werden Wenn dich Menschen kränken Wenn ich in mein Kämmerlein Wer hat den Sand gezählt Wer hat die Blumen Wer uns den Gruß Wer weiß, wo noch Wie beginnen? Wie des Meeres blauer Spiegel Wie die Lerche jub. Wie die weißen Wogen Wie ein Vogel lieblich Wie heimlicher Weise Wie ist der Abend Wie ist doch ohne Maß Wie kindlich darf ich Wie lautres Gold erglänzt Wie lieblich in der Blüten Wie mit grimm'gem Unverstand Wie nach einem Wasserquelle Seite Ad. v. St. Victor 105 k. Gerok 132 Zeugn. 26 A. d. lat. v. Luther 12 Terstegen 209 259 A. Arnd's Chr. Albr. v. Brandenbg. 295 S. Herwig 9 Sommer 262 Kern 317 33 Barth A. d. Lat. d. 15. Jahrh. L. Hensel A. d. 17. Jahrh. 365 v. Eichendorf 165 275 2. Hensel A. d. Ital. v. Kraft 15 306 82 143 Novalis 163 2. Hensel 247 Hiller 331 Arndt 208 Hey 114 Ottilie Wildermuth 17 Volkslied 164 6 53 Unbek. 89 Reither Fr. Fliedner Dr. C. G. Pfannschmidt 181 Unbef. 228 7 Spitta 213 Spitta 294 S. v. Klettenberg 171 6. Gerok 191 E. Mörike Moraht 122 Falt 234 A. d. 16. Jahrh. 68 Wie ruhest du so stille Wie's Gott gefällt Wie so ein Frühlingsmorgen Wie viel Körnlein Will in trüben Kummertagen Willst du froh das Jahr beginnen Willst du in der Stille Willst du Mensch, daß Winter ist es Wo findet die Seele Wo Gott zum Haus Wohin ist aller Rauch Wohl dem, der in Gottes Wohl dem Menschen, der nicht Wohl dem Menschen, der von H. Wohl jeder Dichter reimt Wo ist Jesus, mein Verlangen Wolken bedecken das Thal Wo willt du hin Wunderbare Eitelkeit Wundgeschlagen, blutbefleckt Seite Fr. Ad. Krummacher 13 Joh. Friedr. I. v. Sachsen 83 Guntisberg 118 Knb. Wunderh. 51 Sturm 315 5 Titz 285 v. Löwenstern 177 Spitta 30 N. d. Engl. 220 Kolroß 231 Knapp 265 Luther 314 Gerhard 156 Unbek. 41 M. Heußer 317 Ludäm. v. Schwarzburg 71 Zu Bethlehem geboren Zu Dir, zu Dir Zuletzt geht's wohl dem 366 G. Weitbrecht Meta Heußer 291 J. Scheffler 112 Bernh. v. Clairvaux 245 G. Weitbrecht 92 Volkslied 340 2. Hensel 334 Bernstein 246 verzeichnis der Dichter. Adam v. St. Viktor, † 1177. Alanus v. Ryffel, † 1023. Albert, Hch., geb. 28. Juni 1604, † 6. Oft. 1668. Seite 105. 110 202 v. Albertini, Joh. Bapt., geb. 1769, † 6. Dez. 1831. Alcuin, geb. 735,+ 19. Mai 804. Ambrosius, geb. um 340, † 397. Arnold, Gottfr., geb. 5. Sept. 1666, 1714. Argensola Arnd, Joh., geb. 27. Dez. 1555, † 11. Mai 1621. ( Die Sinnsprüche und Verse in seinem ,, wahren Christentum" nd nicht von ihm selbst.) 61. 77. 129 259. 313 269 130 138 57. 91. 152 239. 316. 350 96 Arndt, Ernst Moriz, geb. 1769, † 30. Jan. 1860. 58. 168. 208. 287 † 20. Mai 367 140 335 107. 236. 350 Aschenborn, Mich., im 17. Jahrh. Augustinus, geb. 353,+ 429. Barth, Dr. Christ. Gottlob, geb. 31. Juli 1799, 12. Nov. 1862. 33. 123. 178. 180. 189. 283 289. 337 Behemb, Martin, geb. 16. Sept. 1557,+ 5. Febr. 1622. 193 Bernhard von Clairvaux, geb. 1091, † 1153. 93. 227. 245. 281, 311 246 66 Bernstein, Christ. Andreas, † 1699 Betichius, Joh., um 1700. Bienemann, Dr. Casp.,( Melissander) geb. 1540, † 1591. v. Brandenburg, Markgraf Albrecht, geb. 28. März 1522, † 8. Jan. 1557. Brentano, Clemens, † 1842. Böhmische Brüder( deren Lieder zuerst um 1540 v. Mich. Weiß ins Deutsche übers.). 8. 24. 253. 308 Bonaventura, geb. 1221, † 1273. 101. 190 Seite Buchner, M. Aug., geb. 1591, † 1661. Claudius, Matth., geb. 15. Aug. 1740,+21. Jan. 1815 20. 206. 309 134 Döring, K. Aug., geb. 22. Aug. 1783, † 17. Jan. 1844. Clemens, † 405. Dach, Simon, geb. 29. Juli 1605, † 15. April 1659. 113. 205 v. Droste- Hülshoff, An. El., geb. 10. Jan. 1797,+24. Mai 1848. 241 v. Derschau, Bernh., geb. 1714, † 1799. 120 Dilherr, Joh. Mich., geb. 14. Oktober 1604, + 8. April 1669. v. Eichendorf, Jof., geb. 10. März 1788, † 26. Nov. 1857. Emmerich. Englischen, aus dem Eppler, Chr. F. 295 75 237 368 301 158 203 165 63 90. 184, 220. 338 267 Falk, Joh. Dan. geb. 1770, † 14. Febr. 1826. 234. 339 Flemming, Paul, geb. 15. Okt. 1609, † 7. April 1640. Fliedner, Fr. Fortunatus, † 600. v. Frankreich, König Robert, † 1031. Franz, Agnes, geb. 1794, 1877. Freylinghausen, J. A., † 12. Febr. 1739. 255 53. 146. 212. 279 103 148 73 geb. 11. Dez. 1670, Funde, Otto, geb. 1836. Garve, L. B., geb. 24. Jan. 1763,+ 21. Juni 1841. Geibel, Em., geb. 18. Oft. 1815, † 6. April 1884. v. Hardenberg, Friedr., genannt Novalis, geb. 1772,+ 1801. Seite Harms, Claus, geb. 23. Mai 1778,+ 1. Febr. 1855. Gerhard, Paul, geb. 1606,+7. Juni 1676. 156. 165 369 44 54 Gerok, Gust., geb. 25. Aug. 1845. 191 Gerok, D. Karl, geb. 30. Jan. 1815. 21. 132. 238 Gregor I., geb. 540, † 12. März 604. 72 126. 216 Gregor v. Nazianz, geb. um 330, † 390. Griechischen, aus dem 170. 351 Guntisberg, Marie 118 248 42 24 76 Harsdörfer, Georg Phil., geb. 1607, 1658. 232 Hausmann, Julie, geb. 1825. 49 Heermann, Joh., geb. 11. Okt. 1585, † 27. Febr. 1647. 50, 215 163 Helmbold, Ludw., geb. 21. Jan. 1532, † 12. April 1598. 268. 332 Seite Hensel, Louise, geb. 1798,+ 1876. 32. 139. 153 183. 217. 247. 275. 296, 306, 328, 334 8 Herbertus, Petrus, † 1571. Hermann, Nikolaus, geb. um 1480, † 3. Mai 1561. 84. 84. 119. 150. 179 Hermes, Dr. Joh. Tim., geb. 1738, † 24. Juli 1821. Herwig, Sophie, † 6. Jan. 1836. Heußer, Meta, geb. 1798, † 1876. 329 9 70. 288. 290 317 114 Hey, Wilh., geb. 1789, † 19. Mai 1854. Hildebert v. Tours, geb. 1057, 18. Dez. 1134. 48. 175 Hiller, Phil. Friedr., geb. 6. Jan. 1699, † 24. April 1769. Hiltstein, Joh., 1557. Hinojosa, Alvaro de Jacoponus, † 25. Dez. 1306. Josephson, L. C. L., geb. 28. Jan. 1809. Italienischen, aus dem Karl der Große, geb. 2. Febr. 742,+ 28. Jan. 814. 145 v. Kempis, Thomas, geb. 1379, † 1471. 200. 201 kern, Gottlob Christ., geb. 13. Jan. 1792, † 5. August 1835. Kerner, Just., geb. 18. Sept. 1786, † 22. Febr. 1862. 331 282 256 222 199 143 Kleist v. Klettenberg, Susanna, geb. 1724,+ 1774. Knak, G., geb. 12. Juli 1806, † 1878. 370 317 276 67 81 Knapp, Albert, geb. 25. Juli 1798, † 18. Juni 1864. 3. 28. 33. 55. 59. 62. 79. 134. 160. 242 257. 265. 302 Knorr v. Rosenroth, geb. 15. Juli 1636, † 8. Mai 1689. Seite Köhler, Joh. Georg Friedr., geb. 3. Juni 1788, † 23. Febr. 1855. 169. 327 231 Kolroß, Joh., † 1558. Körner, Theod., geb. 23. Sept. 1791, gefallen 26. Aug. 1813. Krummacher, Friedr. Adolf, geb. 13. Juli 1767, † 4. April 1845. 13. 87. 124 Kübler, Th., geb. 8. Jan. 1822. 261 ( Sodann die weiteren unter den Namen der Verfasser stehenden Lieder.) 224 Lateinischen, aus dem 12. 15. 65. 108. 109 113. 136. 137. 149. 154. 192. 195. 241. 264. 326 343, 344 v. Löwenstern, Matth. Apelles, geb. 20. April 1594, † 11. April 1648. 298 Lavater, Joh. Casp., geb. 15. Nov. 1741, † 2. Jan. 1801. 31. 284 371 177 Luther, Dr. Martin, geb. 10. November 1483, † 18. Febr. 1546. 12. 25. 67, 97. 149. 154. 173 263, 301, 314. 347 Major, Charles Forsyth, geb. 1799, † 1852. 159 Malan, Dr. Cäsar, geb. 1786, † 8. Mai 1864. Marbod, † 1123. 324 210 Melanchthon, Phil., geb. 16. Febr. 1497, † 19. April 1560. Melissander, s. Bienemann. v. Meyer, Dr. Joh. Fried., geb. 12. Sept. 1772, † 28. Sept. 1848 46, 56. 174, 261. 291 219 Meyfarth, Joh., geb. 9. Nov. 1590, † 26. Jan. 1636. Mohr, Joh., 1818. Montgomery, James. Moraht, A. Möricke, Ed., geb. 8. Sept. 1804, † 4. Juni 1875. Möwes, Hch., geb. 25. Febr. 1793, † 14. Oft. 1831. 96. 188 38 Neuß, Hch. Gg., geb. 1654, † 1737. Newton, J., geb. 24. Juli 1725, † 21. Dezbr. 1807. Niemeyer, Dr. Aug. Herm., geb. 1. Sept. 1757, + 7. Juli 1828. Notker, † 912. Novalis, s. Fr. v. Hardenberg. Olearius, Dr. Joh., geb. 17. Septbr. 1611, † 14. April 1684. Desterreich. Exulanten. Pistor, Heinr., im 14. Jahrh. Pomarius, Dr. Joh., um 1582. Seite Prosper Aquitanus,+ 463. Provenzalischen, aus dem. 185 342 17 122 7 210 213 Paul St.( P. Cranz). 22. 69. 157. 250 Pfannschmidt, D. C. G., geb. 15. Sept. 1819, † 5. Juli 1887. v. Pfeil, Chr. K. Ludw., geb. 1712, † 14. Febr. 1784. 256. 300 170 44 372 323 312 146. 305. 181 223 161 Psalmen. 8. 40. 68. 76. 132. 156. 173. 219. 231 238. 242. 260, 266. 301, 314 Puchta, H., geb. 19. Aug. 1808, † 12. Septbr. 1858. 281. 307 Quevedo Villegas. Räder, J. F., geb. 1815,+ 1872. Ramsauer, O., geb. 19. Nov. 1828, † 27. Mai 1856. 225 Reither, R. 6. 277. 322. v. Reuß, Gräfin Benigna, geb. 15. Dez. 1695, † 1. August 1751. Rio, Don Manuel del Seite 89 260 Rückert, Fr., geb. 1789, 31. Januar 1866. 52. 85, 221. 304 Sachs, H., geb. 5. Nov. 1494, † 25. Jan. 1576. 33 v. Sachsen, Kurfürst Joh. Friedr. I, geb. 1503, † 1554. Scheffler, Joh. Aug.( gen. Angelus Silesius), geb. 1624, † 9. Juli 1677. 27 88 Sailer, Johann Michael, geb. 17. Nov. 1751, 20. Mai 1832. Saubert, † 1646. Savonarola, Hieronymus, geb. 1452, † 23. Mai 1498. 40. 142 1805. Schlatter, Anna, geb. 5. Nov. 1773, † 25. Febr. 1826. 83 Schramm, Georg, um 1655. Schott, Q. E., geb. 4. Mai 1831. 373 19. 112 v. Schenkendorf, Ferd. Gottfried May, geb. 11. Dez. 1783, † 11. Dez. 1817. 74. 127. 177 299. 319 v. Schiller, Fr., geb. 10. Nov. 1759, † 9. Mai 23 106 121 196 258 Schmid, Christoph, geb. 1768, † 1854. Schmolk, Benj., geb. 21. Dez. 1672, † 12. Febr. 1737. 252, 278. 330, 333 39 99 Schwab, Dr. G., geb. 19. Juni 1792,+ 4. Nov. 1850. Selnecker, Nif., geb. 6. Dez. 1532, † 24. Mai 1592. Seite v. Schwarzburg- Rudolstadt, Gräfin Ludäm. Elif., geb. 7. April 1640, † 12. März 1672. 71. 293 v. Schweden, König Gust. Adolf, geb. 9. Dez. 1594, gefallen 6. Nov. 1632. Seidel, H. A. Silesius, Angelus, s. Scheffler. Sommer, Seb. A. C. 131 297 101 142 262 Spitta, Karl Joh. Phil., geb. 1. August 1801, † 28. Sept. 1859. 30. 70. 116. 176. 207. 213 243, 272, 294 195. 249 Steiger, Karl, † 185?. 284 v. Strauß, Viktor, geb. 18. Sept. 1809. Sturm, Julius, geb. 21. Juli 1816. 43. 78. 315 Tauler, Joh., 1361. 341 Terstegen, G., geb. 27. Nov. 1697, † 3. April 1769. 13. 117. 154. 155. 209. 248, 258, 273 304. 315 Thomas von Celano, um 1250. 319 285 Tit, Joh. Peter, † 1689. Tscherning, Andreas, um 1640. 273 v. Ungarn, Königin Maria, geb. 1505,+ 1558. 197 Unbekannte Dichter. 18. 35. 37. 41. 47, 51, 64 68. 81, 82, 89. 90. 115. 125. 139. 140. 162. 167 184, 185, 192, 195. 213. 220. 220. 228. 264. 266 271, 280. 322. 326. 338, 344. 353 ( Siehe auch Volkslieder geistliche.) Vega, Lope de, geb. 1562, † 1635. Victor, St., siehe Adam von St. V. 374 180 Seite Volkslieder, geistliche. 9. 29, 35. 87. 104. 144 164. 229. 233. 246. 254. 336. 340 ( Siehe auch Unbekannte Dichter.) Wackernagel, Wilh., geb. 23. April 1806, † 1869. 168, 244 266 Waldis, Burkhard, um 1550. Weitbrecht, Gottlieb, geb. 4. Juni 1840. 5. 92. 95 99. 226. 344. 348. 354 Wildermuth, Ottilie, geb. 22. Februar 1817, † 12. Juli 1877. 17. 187. Wülffler, Daniel, um 1680. 292 51 Wunderhorn, des Knaben 3 eller, Dr. A., geb. 6. Nov. 1804, † 24. Dez. 1877. 60. 73. 94. 198. 286 26 214 Zeugnisse aus dem verborgenen Leben. 3inser, Gg., geb. 25. Mai 1843. v. Zinzendorf, Graf Nikolaus Ludwig, geb. 26. Mai 1700, † 6. Mai 1760. 10. 14. 51. 80 194. 251, 352 v. Zinzendorf, Gräfin Erdmuth, dessen Gemahlin. 16 Zwingli, Huldrich, geb. 1. Jan. 1484, gefallen 9. Oft. 1531. 274 Im Verlag von 3. f. Steinkopf in Stuttgart ist erschienen: Weitbrecht, G., Heilig ist die Jugendzeit. Ein Buch für Jünglinge. 7. Auflage. Geh. 4 M. Schön geb. 5 M. Ein Lebensbuch für jeden jungen Mann. Mit sonniger Jugendfrische, Kraft und Herzensreinheit zeigt Verf. den Weg der Wahrheit und der Pflicht zu den ewigen Idealen. Frommel, Dr. Em.( Hofpred. in Berlin), Erzählungen. Gesamt- Ausgabe. I. Aus der Chronik eines geistlichen Herrn.( Aus dem untersten Stockwerk. Aus der Familienchronik. Aus vergangenen Tagen). 3 M. Schön geb. 4 M. 20. II. Nach des Tages Last und Hike. Wanderungen durch Werkstatt, Schlachtfeld und Pfarrhaus.( Der Heinerle von Lindelbronn. O Straßburg, du wunderschöne Stadt!" In zwei Jahrhunderten.) 3 M. Schön geb. 4 M. 20. Wie ein Hausfreund wird diese Sammelausgabe überall willkommen sein. Froher Humor, tiefes Gemüt und ungesuchte Frömmigkeit machen Frommels Erzählungen so anziehend und hochgeschätzt. Merz, Dr. H., Christliche Frauenbilder( I.) vom Anfang der Kirche bis in die Reformationszeit. 5. umgearbeitete Auflage. Geheftet 4 M. Schön geb. 5 M. Diese Frauenbilder sind eine Ehrenkrone der Frauenwelt. Blandina, Perpetua und andere Märtyrerinnen, Paula und Monika, Kömgin Elisabeth, die Frauen der Reformationszeit, Kath. Luther, Anna Zwingli und so viele andere leuchten hier wie Sternenlicht in vollendet schöner Darstellung. 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