1817 21888188 581 ( 181811181818181818 3XXXXXXXXX IX X X X X s XXXXXXXXXXXXXXXXXXXX 3xx X) 018181)( B)( 8) 1x( 8) 181818) 12 12 13 1 1080191901988) 18( 817)( XX) 18) XXXX মিম ॥( 18) XXX 3X ( মামামামামা Xxx Xxxx 8881818 anis againsha 5561 区 肉肉 肉肉 肉 摘得 得 得 得 病 齿 南西南南 语 茵 两位 选读 qxixkkkhaizicija 内内内西西 语 语 语 语 语法 论 岗 南南南西南 高声 语 德语 语 市政 肉肉 肉肉 岗 房 岗 遗 语 语 语 语 高 街 街 後街 南 1 南海西南 国 区 旅店 市 市 南 选 街 街 街 肉 兩 夜夜 话语 西街 夜市 西街 市街 夜 离 液 时 齿 店 街 街 街市 街 街 衞 接 夜 场 西街 街 西街 南 衡 语速 速度 後 兩瓶 店 街 店 街 诺 语 街 医 病 夜 读 街 街市 街 南 医 传 作 族 術後 兩 宿 传 後衞 裕 速速 速速 国际 预 街 被传 话语 裕 裕 话语 间 國 药瓶 瓶 瓶 畅 瓶 使 西街 南 语 该 返 返 后 两 齿 西诺 畅 阅读 话 网 西西 饭店 吃肉 吃 诺 医 街 使 伤感 语 板 脂肪 脂肪 街 街 吃吃 街 的 话 3540 983 Univ.- Bibl. Giessen Da dieses Buch unter dem Titel: Gesangbuch zum gottesdienstlichen Gebrauche der reformirten Gemeinden; welches den Herren Georges u. Prinz in Landau, laut Recepisse der General Direction der Buchdruckereien und der Buchhandlung, vom 25ten August 1810 zu drucken gutgeheisen wurde, das nemliche ist, welches bisher bei unserm reformirten Gottesdienste gebraucht wurde, und da dasselbe schon lange seinen bekannten moralischen Werth hat, so wird es zum fernern Gebrauche im Namen des Consistoriums genehmigt. Q Landau, den 1. August 1811. 370655 ( L.S.) sem J. Gulden, Präsident des reforma Consistoriums der Consistorial- Kirche von Landau, u. Pfarrer zu Morzheim J. Corneille, Secretår. G Da das reformirte Gesangbuch, welches 1785 unter dent Titel: Gesangbuch zum gottesdienstlichen Ge brauche der reformirten Gemeinden in Chura pfalz, erschienen ist, seinem ganzen Inhalt nach, jedoch unter dem abgekürzterén Titel: Gesangbuch zum gottesdienstlichen Gebrauche der reformirten Gemeinden, von den Herren Georges und Prinz in Landau, auf hiezu von der General- Direction der Buchdruckereien und des Buchhandels, unterm 25. August 1810 ertheilten Erlaubniß, zum Druck befördert wird, und eine Sammlung von geistlichen Liedern enthält, welche ganz gez eignet sind, fromme Gefühle zu wecken, und möglichst reine Sittlichkeit zu befördern; so findet man keinen Anstand den Gebrauch desselben bei häußlichen und öffentlichen Gottes: verehrungen zu empfehlen. Edenkoben, am 3. August 1811* ( L.S.) Der Präsident des reform. Consistoriums. Treviran. Jacob Volcker, Secretár. ma deng 96.3570 amor bericht. Nordi abil olhar qurdmis Dieses ist die erste Auflage des reformirten Gesangbuches, welche mit Genehmigung des Herrn GeneralDirectors der Buchdruckereien und der Buchhandlung nach den Regeln des Gesetzes vom 5ten Februar 1810 erscheint, und wovon nicht allein die fünf erforderlichen Exemplare deponirt, sondern auch die Abgabe von einem Centim vom Bogen bezahlt wurde, der Preis desselben mußte deßhalb um 37 Centimes erhöht werden. Die Gutheißung der zwei uns zunächst liegenden Consistorien haben wir beide vorgedruckt, weil dasselbe in den Departementen vom Niederrhein und Donnersberg verkauft und gebraucht wird. Am Buche selbst, wurde nicht eine Silbe verändert, es hat seinen ganzen vortrefflichen Inhalt, nebst den Andachten und Erweckungen des Herzens, und wird sich daher diese neue Auflage besonders empfehlen. Landau, den 1. October 1811. 1970 test Die Verleger. Inhalt. Erste Hauptabtheilung. Allgemeine Lob und Danklieder Num. Zweyte Hauptabtheilung. 651 3500 Lob- und Gebetlieder nach Anleitung der vor nehmsten Lehren des christlichen Glaubens. I. Von Gott und seinen Eigenschaften überhaupt. II. Bon Gottes Eigenschaften insbesondere. 1. Unermeßlichkeit und Ewigkeit Gottes. 2. Die Unveranderlichkeit Gottes. 3. Von der Allwissenheit Gottes. 4. Von der Allgegenwart Gottes. 5. Von der Allmacht Gottes. nd mail X 6. Von der Weisheit Gottes. 1014 7. Von der Güte Gottes. on der G PIOTR 196 Rol 85 8. Von der Heiligkeit und Gerechtigkeit 23.08 Gottes. Hallo IV. Von der göttlichen Vorsehung in Erhaltung und Regierung der Welt. V. Von der Natur, ursprünglichen Würde und Bestimmung des Menschen VI. 3 dem Falle und daher rührenden Elende der Menschen. J# 26. 56-58 cas 9. Von der Wahrhaftigkeit und Treue Gottes. 59.60 10. Von der Geduld und Langmuth Gottes. 61.62 III. Von der Schöpfung. 63.68 VII. Von der Erlösung der Menschen durch Christum VIII. Bon der Verson des Erlösers IX. Bon der Menschwerdung und Geburt Jesu. 1. Adventslieder. 27:31 32-34 35-37 38,41 42.43 44-46 47-49 50 55 69-85 86, 92 93-97 98. 102 103, 106 107, III 2. Weih VI Inhalt. 2. Weihnachtslieder. X. Von dem Lehramte und Wandel Jesu auf Erden. XI. Von dem Leiden, Code und Begräbniß Jesu. 1. Das Leiden Jesu am Oehlberge. 2. Die Gefangennehmung Jesu. ved 3. Ueber die Verlassung Jesu von seinen Jüngern. 4. Ueber Petri Verläugnung. 5. Das Leiden Jesu vor dem weltlichen Gerichte. 6. Uleber die Verurtheilung Jesu. 7. Das Leiden Jesu am Kreuge. 8. Tod Jesu. 9. Begräbniß Jesu. XII. Von der Auferstehung Jesu XIII. Von der Himmelfarth und seeligen Regierung Jesu. XIV. Von dem heiligen Geiste und seinen Gnaden. wirkungen. XV. Bom Worte Gottes. XVI. Von den Sakramenten I. Von der heiligen Taufe. II. Von dem heiligen Abendmahle 1. Vorbereitungslieder. 2. Lieder bey dem Gebrauche des heiligen Abendmahls. 3. Danksagungslieder nach dem Genusse des heil. Abendmahls. XVII. Von dem Glauben an Gott und Jesum. XVIII. Von der Vergebung der Sünden, oder von der Rechtfertigung. 112: 123 de 124-129 130 137 138 139 140 141 142. 143 144 145 ISI 152: 154 ISS= 157 158= 169 170, 177 178-189 190, 200 201: 203 204.207 208 212 213 216 217.218 219-224 225-23I XIX. Bon der Glückseeligkeit wahrer Christen in 2 diesem Leben. 232: 240 XX. Inhalt. XX. Von der christlichen Kirche. XXI. Vom Tode. 030 XXII. Von der Auferstehung der Todten. XXIII. Von dem allgemeinen Weltgerichte. XXIV. Von der Ewigkeit überhaupt. XXV. Von den verschiedenen Schicksalen der Frommen und Gottlosen in der Ewigkeit. I. Von der Gottesfurcht, der Tugend, und der Rechtschaffenheit überhaupt. 1. Von der Richtschnur der Handlungen, oder dem Gesetze. te Dritte Hauptabtheilung. Lob und Gebetlieder nach Anleitung der christlichen Sittenlehre. 2. Dom innern Richter der Sandlungen, oder dem Gewissen. 3. Vom christlichen Bestreben nach der Ge wissenhaftigkeit. olup 19 II. Von unsern Pflichten gegen Gott und den Ers löser Jesum Christum. 1. Von der Erkenntniß Gottes. 2. Von der Furcht Gottes und dem ehrerbietigen Gebrauche seines Lamens. 3. Von dem ide und wider den Meineid. 204. Von der Liebe und Dankbarkeit gegen Gott. diez med VII 241 249 250-261 262: 267 268-274 275-279 5. Von der Freude in Gott. 06. Vom Gehorsam gegen Gott und Ergebung in seinen Willen. 7. Dom Vertrauen auf Gott, und von der Geduld im Leiden. er 280 290 291: 300 301-304 305-307 308-312 313-317 318 321 322 324 6 325 328 ship 329.330 331 338 339= 349 8. Von dem Lobe Gottes. 350-354 219. Von der rechten Urt des Lobes Gottes. 355 10. Dom VIII Inhalt. 10. Vom Gebete zu Gott. 11. Von der rechten Urt des Gebets. 12. Thristliche Gesinnungen gegen Jesum, den Zeiland der Welt. NO 5. Aufmunterung zur Bekehrung. 6. Wider den Aufschub der Bekehrung. 13. Von der Nachfolge Chrifti. 14. Von der Treue gegen den Seiland. na III. Von den Pflichten gegen uns selbst. 1. Von der Selbstliebe. 2. Von der Selbsterkenntniß und Selbst. prüfung. 373.374 3. Von der Sorge für die Seele überhaupt. 375.376 4. Von der Buße und Bekehrung. 377-382 356-361 362 b. Von der Quelle der guten Werke. c. im Besserung des Lebens. 9. Bitte um das wahre Christenthum. 10. Von der Beharrlichkeit und Wachthum im Guten. 363.364 365 367 368-370 383- 385 386.387 390388-390 7. Entschluß zur Bekehrung. 8. Von der Zeiligung und Uebung in gu. ten Werken. TRE 2 b. Mäßigkeit. c. Keuschheit. 900 a. Von der Nothwendigkeit der guten Werke. Guten. 13. Von der Sorge für den Leib und dessen 29 PESE guten Gebrauche. a. Sorge für den Leib. 371.372 400.401 11. Erweckung zur Beharrlichkeit im Guten. 402. 403. 12. Die Vortheile der Standhaftigkeit im 14. Von dem rechten Verhalten gegen die zeitlichen Güter, oder wider den Geitz und die Verschwendung. 391# 393 394 395 396.397 398.399 404.405 # 16# 100 0 406, 407 408.409 410 412 413 415 15. Don Inhalt. 15. Von der Arbeitsamkeit und Treue im zeitlichen Berufe. 16. Von der Genügsamkeit und Zufrieden. heit. 17. Von der Ablegung des irrdischen und Uebung des himmlischen Sinns. 1135 416 418 002 419 422 IX 18. Von der wahren Ebre und der Sorge für den guten Namen. 425.426 19. Von dem rechten Gebrauche des Lebens. 427= 429 20. Von dem rechten Gebrauche der Zeit. 430, 431 21. Von der Vorbereitung zum Tode, und dessen christlicher Erwartung. IV. Von den Pflichten gegen den nächsten. 1. Menschenliebe überhaupt. 2. Donder Sorge für des nächsten Seele. 3. Von der Sorge für des Lächsten Leib, Eigenthum und Ehre. 423 424 a. Kürze des Lebens. 432 434 b. Die bestandige Erinnerung des Todes. 435.436 c. Wider die Furcht des Todes. 437-439 d. Freudiges Verlangen nach dem Tode. 440 441 e. Šterbelied eines frommen Christen. 442 13. Von der Liebe und Versöhnlichkeit ge. gen Feinde. 14. Sürbitte für Zweifler und Unglaubige. 443 448 449.450 451-253 454.455 456.457 458-459 4. Von der Gerechtigkeit und Billigkeit. 5. Von der Theilnehmung an dem Glück des Lächsten und der Dienstfertigkeit. 6. Von der Barmherzigkeit und Wohlthå, tigkeit. 7. Von der Bescheidenheit und Demuth ge. gen Andere. 8. Von der Leutseeligkeit und Gefälligkeit 9. Von der Sanftmuih und Friedfertigkeit. 462.463 10. Von der Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit. 11. Don der Dankbarkeit gegen Wohlthäter. 12. Von den Pflichten und dem Glück der Freundschaft. 460 461 464: 466 467 468-470 471.472 473 15. Don X Inhalt. 15. Von den Gesinnungen des Christen T über den Tod der Frommen. 1. Von den Gesinnungen des Christen über den Tod derer, die in Sünden und Unglauben gelebt haben. II. Von den Pflichten und Gesinnungen der Unterthanen. III. Vom Lehrstande. Vierte Hauptabtheilung. Von den Pflichten der Christen in allen Stån den, besonderen Zeiten, Lebensarten und Umständen. Lieder für die christlichen Stände, Gesellschaften und Lebensarten. I. Vom obrigkeitlichen Stande. 1. Fürbitte für die Obrigkeit. 2. Von den Pflichten der Obrigkeit. IV. Pflichten der Lehrer und Fürbitte für sie. V. Bei Einführung eines Predigers, VI. Vom Hausstande. 1. Lieder für Eltern. 2. Lieder für Kinder. 3. Gesinnungen frommer Eltern. 4. Gesinnungen frommer Kinder.' 5. Gesinnungen guter Serrschaften. 6. Gesinnungen guter Dienstbothen. 7. Lied für Wittwen und Waysen. 8. Für junge Leute die in kümmerlichen Umständen sind. 9. Für Urme. 10. Surs hohe Alter. II. Für den Landmann. 12. Für alle Arbeiter. 13. Sur Sandlungs- und Gewerbsleute. 14. Für die Künstler. 15. Für die Gelehrten. 011 16. Sur Kriegsleute. 17. Fürbitte für Kranke. 18. Sürbitte für Sterbende. 474 475-476 477.478 479.480 481.482 483.484 485.486 487 488.489 490.491 492.493 494 495 496 497 498 499 500 Sor 502 503 504 505 506 507 508 VIII. Inhalt. VII. Lieder für besondere Zeiten, Umstände und Schickungen Gottes. 1. Neujahrslieder. 2. Sonntagslieder. VIII, Morgen und Abendlieder. 1. Morgenlieder. 2. Morgenlieder im Leiden. 3. Abendlieder. 4. Abendlied am Ende der Woche. 5. Abendlied im Leiden. IX. Tischlieder. 1. Vor dem Effen. 2. Nach dem Effen. X. Von den vier Jahrszeiten. 1. Frühlingslied.. 2. Sommerlied. 3. Herbstlied. 4. Winterlied. XI. Witterungslieder. 1. Um Regen bey groffer Dürre. 2. Danklied für verliehenen Regen. 3. Um Sonnenschein. 4. Sach erlangtem Sonnenschein. XII. Um Seegen der Feld- und Land- Früchte. XIII. Erndtelieder. 1. Bey sparsamer Erndte. 2. Danklieder für die Erndte. XIV. Bey Donnerwettern. 1. Beym Gewitter. 09 2. Nach dem Gewitter. XV. Bey ansteckenden Seuchen. XVI. Danklied nach ansteckenden Seuchen. XVII. Bei und nach einem gewaltigen Erdbeben. XVIII. In theurer Zeit. XIX. Nach geendigter Theurung. XX. Buß und Bettagslieder. XXI. In allgemeiner Noth. XXII. Nach Abwendung gemeiner Noth. XXIII. Bey Feuersnöthen. XXIV. Nach der Feuersgefahr. XXV. In Wassersndthen. XI 509: 514 515= 524 525-530 530 532-536 537 538 539.540 541. 542 543 544 545 546 547 548 549 550 551.552 553 554.555 556-558 559 560-561 562 563 564 565 566.567 568.569 570 571 572 10 573 574-576 XVI. 1 I I AATT 1 V V XII Inhalt. XXVI. Nach geendigter Wassersnoth.and XXVII. In Kriegszeiten. XXVIII. Nach erlangtem Frieden. XXIX. In Krankheiten. XXX. Nach wiedererlangter Gesundheit. XXXI. In Todesnöthen. XXXII. Bey Begräbnissen.is, XXXIII. Danklieder für allgemeinen und besonde, ren Landesfeegen. #mdat$ 77 578.579 580.581 582.583 584.585 1. Sur allgemeinen Seegen. 2. Uleber einer reichen Erndte. op 3. Ueber einer guten Weinlese. 4. Um Friedensfeste. 5. Für Gewissensfreiheit und Religionsdul: bung. 6. Für den Flor der Wissenschaften, der Handlung und Gewerbe. 4. Um Tage der heiligen Confirmation. 5. Lied eines Jünglings. 6. Lied eines jungen Frauenzimmers. 7. Vor und auf der Reise.emermans S. Sach der Reise. 9. Um Tage des anzutretenden Amtes und zeitlichen Berufs. hestande und für Eheleute. 586-588 $ 89-591 10. Dom 11. Von der Einseegnung neuer Eheleute. 12. Nach der Trauung derselben. 13. Beym frühen Absterben der Eltern. 14. Am Sterbetage eines lieben Kindes. 15. Bey Beerdigung der Kinder. 16. Beym Tode eines Landesfürsten. XXXV. Beschluß. Vom heilsamen Gebrauche heiliger Lieder. 202 7. Für allgemeine Aufklärung und christli che Gesinnungen. XXXVI. Lieder bei besondern persönlichen Begest benheiten. 1. Um Geburtstage. 2. Bey der Taufe eines Kindes. 3. Nach der Taufe eines Kindes. $ 92.593 $ 94-595 596.597 $ 98 X 599.600 601.602 603.604 605.606 607-609 610 611,612 613 614 615 616 617 618 619, 620 621 622 623.624 625 626 627 Erste Erste Hauptabtheilung. EN di Mod Allgemeine Lob- und Danklieder. 1. FEELI HI Prei se Wei se Mein ein Herz, er mun tre dich zum Be denk es auf wie vie le des du ist? Got tes, der dein Va ter ihm zum Dank ver pflichtet bist. EHI Bring ihm, der stets dein Hel fer war, od mit Freu den Ruhm und Ehre dar! 2. Herr, deine Hand ist| Armen, von dir nicht nach immer offen, zu geben, was Verdienst gelohnt. Noch im mir nüßlich ist. Und doch mer steht mir deine Treu mit bin ich oft schwach im Hof. Seegen, Troft und Hülfe bey. fen auf dich, der du die Lies be bist. Mein Gott! wie wenig bin ichs werth, daß mir noch Hülfe wiederfährt. 4. Du bist es, der in meinen Sorgen mit Rettung mir entgegen eilt; Und wenn fie, noch vor mir verborgen, nach meinem Wahn zu lang verweilt, so tómmst du, eh ich mich versehn, und hilfft mir, und erhörst mein Flehn. A 5. Du 3. Unendlich groß ist dein Erbarmen, nur wohlzuthun bist du gewohnt. Drum wird auch mir, mein Gott, mir s. Du wählst und wirkest stets das Beste, und wenn auch meine Noth sich häuft, so steht durch dich mein Wohl doch feste. Wenn mich das Elend ganz ergreift, so bleibst du doch erbarmungs. voll, und förderst stets mein wahres Wohl. 7. Jedoch du siehst mit Wohlgefallen auf wahre Herzensredlichkeit. Und hörest selbst das schwache Lallen der Deinen mit Zufrieden. heit. Du hörst es, wie ein Bater pflegt, der seiner Kin der Schwachheit trågt. 6. Du bist mein Heil; mein ganz Gemüthe ist deines Ruhms, mein Netter, vol. O tönnt ich deine groffe Güte doch so erheben, wie ich foll! Doch meine Kraft deinen Ruhm erheb im hö. reicht nicht dahin, du weißthern Heiligthum. es, Gott, wie schwach ich bin. 8. Drum soll mir deine Huld und Güte beständig, Gott, vor Augen seyn. Ich will mit redlichem Gemüthe mein Leben deinem Lobe weyhn, bis ich vollkommner 2. Allgemeine Lob und Danklieder. 2 Sin gen dich zu lo ben, Gib felbst da zu von o ben ist, Gott! mein Herz be reit. mir Kraft und Freu dig feit. Auf, Seel, und IPEEE opf re Dank! O wå re doch mein Le ben dem Gott, der mirs ge ge ben, ein ste ter: Lob ge fang. 2. 3 2. Es freun sich deine Kin.| glücken, das, was du mit der des Reichthums deiner Huld; Auch deinen Feind, den Sünder, erträgst du mit Geduld. Treu willst du, daß mir thust: Aus deinen Vaa terblicken strömt in die See. le Lust. Du bist in Noth mein Schuß im Finstern meis der Christ beglückt schon auf ne Gonne, im Kummer meis der Erde, und einst noch sel'gerne werde, wann er geprüfet ist. Wonne; immer Guts. Du thast mir 3. Mein Gott! wie groffe 5. Drum, frohes Herz, Dinge hast du an mir ge bekenne, daß Gott die Liebe than! Mein Lob ist zu ge, fey. Sey dankbar und ente ringe; Jm Staube bet ich brenne in Gegenlieb und an. Du liebst mich väterlich; Treu. Vertrau ihm, hang O wären meine Triebe so ihm an! den Trost laß die heiß, als deine Liebe! Onicht rauben: Beglückt ist, liebt ich würdig dich. wer im Glauben ihn Vater 4. Du thust, mich zu be, nennen kann. 3. MT Dem dem Allgemeine Lob und Danklieder. # mit E Lob, Ehr und Preis dem höchsten Gut! Dem Gott, der grof se Wun der thut, Ba ter al Ier Gott, der mein Ge sei nem Dem Gott, der டூம் te! mů the rei chen Trost EH der al len Jam mer 1 Gebt un serm Gott die Eh re! TUOTE er füllt. E Intin wil of 20000 A 2 ftillt! 2. Der Allgemeine Lob, und Danklieder. 2. Der Himmel Heerel Gott nnfrer Notb sich an danken dir, Beherrscher als ler Thronen! Auch wir, die wir, o Bater, hier auf deiner Erde wohnen. Wir preisen alle deine Macht, die uns erschuf, die uns bewacht. Gebt unserm Gott die Ehre! er selbst, der Schöpfer, neiget fein huldreich Angesicht uns zu, und schaft und Hülfe, schaft uns Ruh. Gebt unserm Gott die Ehre! 4 3. Was unser Gott ge schaffen hat, das wird er auch erhalten, darüber wird er früh und fpat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich ist alles recht, ist alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn, in meiner Noth: Ach, Gott, vernimm mein Weinen! Da half mein Helfer mir vom Tod, und ließ mir Trost erscheinen. Ich danke Gott, ich danke dir! Ach! danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Gott ist uns nah, Gott ist noch nicht von seinem Volk geschieden. It ewig seine Zuversicht, und giebt ihm Heil und Frieden. Mit Baterhånden führt er die, die ihm vertraun, und seg net sie. Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Drum will ich dich mein Lebenlang, o Gott, mit Freuden ehren! Man soll, Herr, meinen Lobgesang an allen Orten hören. Mein Geist, o Gott erhebe dich Mein ganzes Herz erfreue fich! Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Thr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht erkennt, gebt ihm, dem Ew'gen Ehre! Allmächtig bist du, unser Gott, und unser Schuß in jeder Noth. Gebt unserm Gott die Ehre! 9. Wer Gottes weiser Führung traut, darf vor dem Tod nicht beben; Der Herr, der Nacht und Grab durchschaut, weckt ihn zu neuem Leben, wann einst fein Donner aus der Gruft, zum Weltgericht die Todten ruft. Gebt unserm Gott die Ehre! 10. 6. Wann alle Welt nicht helfen kann, und sich kein vor sein Retter zeiget, so nimmt I froher Ehrfurcht dringen. Bla Kommt, laßt uns Angesicht mit Allgemeine Lob- und Danklieder. 5 Bezahlet die gelobte Pflicht, wohl bedacht, und alles und laßt uns fröhlich sin. recht und gut gemacht. gen: Der Herr hat alles| Gebt unserm Gott die Ehre. 4. E 2222222 Sollt ich meinem Gott nicht fin gen? Hab al len gen Sollt ich ihm nicht dank bar seyn? O, es 10 viel An laß, mich zu freun; ist ja nichts, als Lie be, die fein Va ter herz be wegt, Die mich mit HENBERENE Er bar men trågt, wenn ich sei nen Wil len JEE # i be Al les wäh ret sei ne Got tes Lieb in Ewig teit. Zeit, 0 18 2. Wie ein Adler bey Ge. ich kaum zu seyn begann, fabren treulich seine Jungen sah mit Baterhuld mich an, deckt, so halt Gott, mich eh ich lebte, eh ich dachte. zu bewahren seine Schuß. Alles währet seine Zeit, hand ausgestreckt, er, der Gottes Lieb in Ewigkeit. über mir schon wachte, als 3. Für mich Armen, mich Vers Allgemeine Lob. und Danklieder. Berlohrnen, mich, der ich ge- Segen nah, Thiere, Kraus fallen bin, gab er seinen Eingebohrnen, Jesum Chris ftum felber hin. Mir zum Heil kam er auf Erden, lehrte, litt, vergoß sein Blut, starb am Kreuße mir zu gut, daß ich mögte seelig werden. Alles währet feine Zeit, Got tes Lieb in Ewigkeit. ter und Getreide, in dem Gründen, auf der Höh in den Büschen in der See, find mir Nahrung, sind mir Freude. Alles währet fei ne Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den fichern Führer durch des Lebens Dunkelheit, giebt er mir auch zum Regierer auf dem Weg zur Seeligkeit, daß er meine Seele fülle mit des Glaubens hellem Licht, und wann aller Trost gebricht, tröstend meinen Kummer stille. Alles wah. ret seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 5. Meinen bessern Theil, der Seele, giebt er Troft und Kraft und Ruh. Wenn ich, was er will, erwähle, firomet mir sein Friede zu. Wenn mein Können, mein Vermogen nichts ver., mag, nichts helfen kann, tritt mit Hülfe Gott heran, und so muß der Sturm sich legen. Alles währet feine Zeit, Gottes Lieb in Ewigteit. 6. Himmel, Erd und ih. re Heere find zu meinem Dienste da! Wohin ich mein Auge kehre, ist mir Gottes 1 7. Wann ich schlafe, wacht fein Sorgen über mir mit Vas tertreu, und mit jedem neus en Morgen wird auch seine Güte neu; Wäre nicht mein Gott gewesen, hätte mich sein Angesicht nicht erquickt, so war ich nicht von so mancher Qua al genesen. Alles währet seine Zeit, Got. tes Lieb in Ewigkeit. Kinde niemals ganz sein Herz 8. Wie ein Vater seinem entzeucht, wenn es schon zur Bahn der Sünde von dem Weg der Tugend weicht; Also hält auch mein Vers brechen mir mein lieber Gott zu gut, will mein Fehlen mit der Ruth, und nicht mit dem Schwerdte rächen. Alles währet feine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. Schläge bittetlich mein Au 9. Wenn gleich über seine ge weint, dennoch, wenn ichs chen, daß mein Freund, der recht erwäge, sind sie Zeis mich liebet, mein gedenke, und mich von dem Dienst der Welt, die mich hart ges feffelt Allgemeine Lob und Danklieder. 7 fesselt hält, durch die Trüb, 2. Dich preisen aller Engel fal zu ihm lenke. Alles wahret feine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. Heere, dir singt der ganze Hims mel Dank; Dir, Herrscher, brausen Wind und Meere, ihr Brausen ist dein Lobgefang. Die ganze Schöps fung ruft mir zu: Es ist kein solcher Gott, wie du. 10. Ist hier auf dem Weg zum Grabe, Angst und Trübfal oft mein Theil, Gott, dem ich geglaubet habe, Gott giebst einst mir ewig's Heil. Die, so hier mit Thränen fåen, erndten dort mit Freu, den ein. Nach des kurzen Lebens Pein, werd ich mein Geschick verstehen, jauchzen, daß mich Gottes Rath die sen Weg geleitet hat. 11. Gott, deß Liebe ohne Schranken, deß Erbarmen endlos ist, nimm mein schwach, doch tindlich Dan. ten, gnädig auf durch Je fum Chrift. Segne Willen und Bestreben, ganz mich deinem Dienst zu weihn, dein Berehrer hier zu seyn, bis ich dich im fünft'gen Leben, nach vollbrachter Prů. fungszeit, lob und lieb in Ewigkeit. Mel. Nro. 1. 5. Dir Mein Herz ermuntre tc. ir Gott, dir will ich fröhlich singen, dir dessen Freude Wohlthun ist; Dir will ich Dank und Eh re bringen, dir, der du gut und freundlich bist. Ja, 3. Dir höchster, ist nichts zu vergleichen, denn deine Gnade reicht so weit, als über uns die Wolken reichen, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Kein Wurm friegt unbemerkt dahin, du siehst, du nährst, du schüßest ihn. und Treu, gieb, daß mein Herz ganz Freude sey. 4. Auch, Bater, hast du mein Gemüthe durch manche Gnadengab erfreut. O gieb mir auch nach deiner Güte, den Trieb der reinen Danks barkeit. Laß alles, Herr, was in mir ist, froh rühmen, daß du gnådig bist. 5. Wer schuf den Geift und seine Kräfte, Gedächt. niß, Billen und Verstand? Wer segnet des Berufs Geschäfte? Wer stärkt die are te mich vor der Gefahr, die beitfame Hand? Wer schüßzunsichtbar mir nahe war? 6. Wer fristet meine Le benstage? Wer schmückt und krönet sie mit Heil? Du, du wehrst der Plage. Du Gott, bleibst ewiglich mein Theil. Mit ew'ger Gott, du bist ganz Gnad Bater, thus s Allgemeine Lob- und Danklieder. ew'ger Treue liebst du mich| will mit Hoffnung auf dich von ganzem Herzen preif' schauen, schau mich mit Vaich dich. terblicken an; So geh ich durch die Pilgrimszeit mit Freuden hin zur Ewigkeit. 8 7. Dir will ich fernerhin vertrauen; Denn du hast mir stets wohlgethan. Ich 6. fin get Ihm dan ke, Lob LEHEN ET mit fröh li chem Ge mů the! dem Schöpfer vol ler Gå te! Gott, und be tet an wer nur dan ken kann, Lie be! rühmt es laut, ihr From men, e wig, wah ret. Gott ist die die ihr ihm ver traut, die ihr ihn fennt # und eh ret! Rühmt es, daß sei ne Gü tig feit 昌 11111 mit je dem Mor gen sich er neut, und e wig, 0 212 in 2. Daß ausser dir nicht al.| ben bleibe, schufst du der les leer von Freud und Le Himmel ganzes Heer, und Una Allgemeine Lob- und Danklieder. Du aber fåttigest dich nun mit Wonne, allen wohlzuthun, im Himmel und auf Erden. unsre Erd aus Liebe. Du| Lobgesang erreicht die Bunfelbft bedurftest ihrer nie, der deiner Werke; Doch ist Unendlicher, du liesseft sie zu dirs angenehmer Dank, dir ihrem Glücke werden. ist es mehr, als Lobgefang, wenn ich, wie du liebst, lie. be, und diesen Sinn mit wah, rer Freud, durch Wohlthun und Barmherzigkeit an meinen Brüdern übe. 3. Kein Mensch, kein Engel selbst ermißt die Gröffe dei ner Seegen; Wie gütig deine Weisheit ist, in allen ihren Wegen Gott, deine Gute reicht so weit, als deines Reichs Unendlichkeit, so weit, Herr, als das Le ben. Ach! was sind wir, die deine Macht aus todtem Staub hervorgebracht, uns ewig Heil zu geben? 5. Du bist die Liebe! Dank sey dir, daß ich dich so ers kenne, und dir zum Ruhm, zum Trofte mir, dich, Gott, die Liebe nenne. Auch ich will ganz die Liebe seyn, will glücklich machen, will erfreun, will fegnen, und dir gleichen. Von diesem Sinn, von dieser Pflicht, o Gott der Liebe, laß mich nicht, so lang ich lebe, weichen! 4. O Bater, welchem teiner gleicht an Liebe, wie an Stärke! Kein Dank, kein 7. Kommt ber, ver kün digt Got tes Ruhm, E ihr Men schen! preift den Herrn; Denn ihr, CEFALEE ihr send sein Ei gen thum; Lob singt und dankt ihm gern. 2+ Allgemeine Lob- und Danklieder. 2. Vom Engel bis zum| Herz sey dir geweiht, dir Erdenwurm zeigt alles sei ganz zum Eigenthum. ne Pracht. Des Frühlings, Lüftgen, wie der Sturm, verfündigt seine Macht. 10 3. Er hat der Sonne Lauf gestellt, dem Mond gab er fein Licht. Er ists, der un fern Erdkreis hålt in seinem Gleichgewicht. 4. Das Feld weiß seine Beit genau, nichts bringt zu früh hervor. Der Halm, er quickt durch seinen Thau, schießt täglich mehr empor. 5. Er giebt der jungen Saat Gedeihn, Gesundheit zum Genuß, und um die Herzen zu erfreun, uns Wein, im Ueberfluß.. 6. Er hält den Blitz in seiner Hand, ihm dient der Sterne Heer. Mit Segen füllet er das Land bis zu dem fernsten Meer. 7. Der Morgen sagts der Mitternacht: Groß ist Je hova, Gott! Der Tag ver. tündigt seine Macht dem hol den Abendroth. Mel. Die vorige. m 8. hinge bir mit Herz und Mund, Herr, meines Herzens Luft! Ich mache deine Güte fund, aus dankerfüllter Brust. 2. Du, aller Gnade Quels le, bist voll Lieb und Freunds lichkeit; Giebst allen, was uns heilsam ist, und unser Herz erfreut. 3. Was sind wir doch? Was haben wir, was du nicht alles giebst? Ach, alles Gute fommt von dir, der du so hoch uns liebst. 4. Wer hat des Himmels schönen Bau so prachtig aus. geschmückt? Wer ists, der unser Feld mit Thau und Regen stets erquickt? 5. Wer warmet uns in Kålt und Frost! Wer schützt vor Sturm und Wind? Wer macht, daß jährlich Korn und Most für uns vorhanden sind? 6. Wer giebt dem Leibe Stårt und Kraft? Wer ist es, dessen Hand den edlen Frieden hält und schafft in unserm Vaterland? 8. Groß, wann er in dem Donner schilt, durchs Son, nenlicht entzückt, Groß, wann des Meeres Woge brüllt, und wann der Bach erquickt. 9. Allmächtiger, sieh, weit und breit schallt deines Nah, mens Ruhm; Ein dankbar du. 7. Allgütiger! Allein vor dir fließt alles Heil uns zu. Geschöpfe deiner Hand find wir, und unser Schuß bist 8. Allgemeine Lob- und Dankiieder. 8. Du nåhreft uns von der Dinge Lauf zu deinem Jahr zu Jahr, bleibst immer Glück gefehrt? fromm und treu, und steh und immer in Gefahr mit deiner Gnade bey. 9. Du trägst uns Sünder mit Gedult, und ſtrafft uns nicht zu schwer, Und wirft aus Gnaden unsre Schuld auf ewig in das Meer. 10. Das Unglück, das von ferne droht, kehrst du eft schnell zurück, und die schon gegenwärt'ge Noth verwandelst du in Glück. 11. Die Thränen, die der Fromme weint, bemerkst und zählest du; Und sprichst ihm tröstend, als ein Freund, in feinem Kummer zu. 12. Du füllst des Lebens Mangel aus mit Gütern, die bestehn, wann dieses Leis bes irrdisch Haus einst wird zu Trümmern gehn. 13. Wohlauf, mein Herz, frohlock und sing, und habe guten Muth! Dein Gott, der Ursprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut. 14. Was frånfst du dich in deinem Sinn, und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin, auf den, der dich gemacht. 15. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und ernährt? Und wunderbar II. 16. Er führt den Scepter weiß und gut, recht ist fein Regiment und was die Bos, heit arges thut, lenft er zu gutem Ende 16. So trau denn ferner feinem Thun, schick gläubig dich darein, so wirst du hier im Frieden ruhn, und ewig fröhlich seyn. Mel. Die vorige. 9. Du bists, dem Ehr und Ruhm gebührt, und das, Herr, bring ich dir. Mein Schicksal hast du stets regiert, und stets warst du mit mir. 2. Wann Angst und Noth sich mir genaht, so hörtest du mein Flehn, und liesfest mich nach deinem Rath Hülf und Errettung sehn. 3. Wann ich in Schmerz und Krankheit fant rief: und Herr rette mich! so halfst du mir; Mit welchem Dank, mein Gott, Erheb ich dich! And des Haß, so tlagt ich dir 4. Betrübte mich des Feins den Schmerz; Da halfst du, daß ich ihn vergaß, gabst Geduld ins Herz. und 5. Wann ich den richt'gen Pfad verlohr, und mich vers schuldet sab, rief ich zu dir, mein 12 Allgemeine Lob und Danklieder. S mein Gott! empor, und Gnade war mir nah. 6. Oft, wann nach Troft die Seele rang, und Trost mich Armen Aloh, rief ich voll Sehnsucht: Herr, wie lang? Und wurde wieder frob. con 7. Du halfft und hilfft noch immer zu, denn du bist fromm und gut. Aus der Versuchung rettest du, und giebst zur Tugend Muth. 8. Herr, für die Leiden dane ich dir, dadurch du mich geübt, und für die Freuden, welche mir dein milder Seegen giebt. 9. Dir dank ich, Herr, daß die Natur mich nährt und mich erfreut. Ich schmeck in jeder Kreatur, Gott, deis ne Freundlichkeit. IO. Ich danke dir für deinen Sohn, der für mich Sünder starb, und der zu deinem Gnadenthron den Zus gang mir erwarb. 11. Lobt Gott in seinem Heiligthum! Erheb ihn, Volt des Herrn! Die Erd ist voll von seinem Ruhm, er hilft und rettet gern. deinen Gott, was er ar dir gethan. Verehr und halte fein Gebot, und bet ihm ewig an. 12. Er hilft und läßt die Traurigkeit bald vor uns übergehn; Will uns, nach kurzer Prüfungszeit, zu ew's gem Glück erhöhn. Mel. Die vorige. dem Herrscher aller Welt; IO. Auf, Christen, brin get Preis und Ehr Dem Mächtigen, der Erd und Meer, und alle Hims mel hält. chem Schall Gott, unserm 2. Frohlockt mit jubelrei, höchsten Gut, der groffe Wunder überall auch an uns Menschen thut. Kindheit an hat er uns un3. Von unsrer farten terstüßt, er, der allein uns helfen kann, und gern uns hilft, und schützt. 4. Aus seiner Fülle neh. men wir noch immer, was uns nährt 1 und was der bangen Seele hier Zufrieden, heit gewährt. s. Er streut auf dieses Lebens Pfad viel Freuden um uns her. Die Noth, wo mit sein weiffer Rath uns prüft, erleichtert er. 6. Er trägt nach gut'ger Våter Art uns Schwache mit Geduld; Er züchtigt wohl, doch nie zu hart, und schenkt uns gern die Schuld. 7. Er weckt uns das Ges 13. Bergiß nicht, Seele, I wiffen auf, ruft uns zur Besa Allgemeine Lob und Danklieder. B 13 Besserung, und stärkt uns,| zum Glück der bessern Welt. achten wir darauf, mit Kraft zur Heiligung. 6. Singt, Christen, fingt ihm Preis und Dank für feine Freundlichkeit. Einst wird sie euer Lobgesang noch mehr in Ewigkeit. 8. Er bleibt uns treu, fein Wort steht vest. Wer sich hier zu ihm balt, tömmt, wann er diese Welt verläßt, II. E fönnt ich dich, mein Gott, recht ge nug den Dank be. Könnt ich THE U E prei fen, wie du des Prei ses wür dig bist! wei sen, den dieß mein Herz dir schul dig ist; TEM Dieß Herz, daß dei ner Gú tig feit fich tåg lich mit Ent zück en freut. 2. Wer überströmet mich| rather, eh mein Bedürfniß mit Segen? Wer theilt mir ich empfand; Selbst eh ich mit, was mir gebricht? Wer schüßet mich auf meinen Wegen? Wer schenkt dem Geiste Troft und Licht? Wer giebt zu meinem Thun Ge. deihn? Allgütiger, du bists allein. war, da masfest du mir schon mein Schicksal liebreich zu. 3. Zu zählen sind sie nicht, mein Vater, die Werke deiner Segenshand. Du warst schon lange mein Be4. Du stårtst mir das geschenkte Leben, und läsfest es nie freudenleer; zum höhern Glück mich zu erheben, schickst du auch manche Trübsal her; Doch stehst du auch mit Kraft mir bey, daß ich nicht zag und muthlos sey. S. 34 Allgemeine Lob. und Danklieder. 5. So oft hab ich in meinen| Chor, mein Lobgefang zu Tagen mit Freud und Dank dir empor. es schon verspührt, wie du mich unter allen Plagen, zwar wunderbar, doch gut geführt; Bey jeder drohen. den Gefahr ward ich stets deiner Hülf gewahr. 6. Wie sollt ich denn nicht voller Freuden beständig dei, nen Ruhm erhöhn. Wie sollt ich, auch im tiefsten Leiden, nicht freudig trauend auf dich sehn? Und fiele selbst der Himmel ein, so wirst du mein Beschirmer seyn. 7. Drum reiß ich aus des Kummers Höhle mein sorgen. des Gemüthe los, und ru. fe mit erfreuter Seele: Wie gut bist du mein Gott, wie groß! Du leitest mich nach deinem Rath, der nur mein Heil beschloffen hat. 8. Von deiner Güte will ich fingen, so lange sich die Zunge regt, dir will ich Dant und Ehre bringen, so lange sich mein Herz bewegt, und wenn mein Mund nicht sprechen kann, so halt ich noch mit Seufzen an. 9. Hier kann ich schwa: ches Lob nur geben, nimm es, mein Gott, in Gnaden an, bis ich in einem bessern Leben dich würdiger erheben kann; Da steiget mit der Engel Mel. Nro. 1, Mein Herz ermuntre tc. 12. Dir, milder Geber aller Gaben, Herr, dir gebühret Ruhm und Dank Du hörst das Schreyn der jungen Raben, so wie der Lerche Lobgefang. O nei. ge jetzt dein Ohr zu Du förderst Dank, ich danke dir. mie 2. Die kleinste deiner Kres aturen macht deine Weisheit offenbar. Man siehet deiner Gute Spuren, und deine Macht von Jahr zu Jahr. Ein jedes Gråschen lehret mich: Wie groß ist Gott! wie klein bin ich! 3. Du forgst nach treuer Vater Weise für alle Werke deiner Hand; Du Herr, giebst allem Fleische Speise, beschirmst und fegnest jes des Land; Du liebest unvers ånderlich, der Bösen selbst er. barmst du dich. 4. Der Erdkreis ist von deiner Güte, von deiner Weisheit ist er voll. Herr unterweise mein Gemüthe, wie ich dich würdig loben. soll. Gieb, daß mein Herz dich freudig liebt, dich, der mir so viel Gutes giebt. 5. Das Saamforn wird in. deinem Namen auf Hoffnung in Allgemeine Lob und Danklieder. 9 in das Feld gestreut. All gütiger, du gabst dem Saa men, da du ihn schufft, die Fruchtbarkeit. Zur Aussaat giebst du auch allein dem Landmann Kraft, Zeit und Gedeihn. 6. Du machst den Schooß der Erde schwanger, du machst des Ackers Furche nag, du schmückest Wiesen, Flur, und Anger mit Blumen, Sträuchen, Laub und Gras, du träufest mit dem kühlen Thau die Fruchtbarkeit auf Feld und Au. 7. Was dürr ist, feuch. test du mit Regen, was falt ist, wärmt dein Sonnenschein, du theilst die Zeiten wie den Segen, zu unserm Besten weislich ein. Bey Wärme, Hike, Kålt und Frost, grünt, wächst und reifet unsre Kost. 8. Kommt, preift des Schöpfers Huld und Stärke, bringt seinem Namen Ehre dar! Groß ist der Herr und feine Werte find herrlich, groß und wunderbar. Kommt laßt uns seine Macht erhöhn. Der Herr ist gut! fein Lob ist schön! IS väterlicher Huld und Gnad uns allen hat gegeben, der uns durch seine Gnade schützt, der täglich schentet, uns nust; Drum danket feis nem Namen! was 2. Lobt Gott, er giebt uns seinen Sohn, der selbst für uns gestorben, der uns des Himmels Gnadenlohn durch seinen Tod erworben; Der Gottes heil'gen Rath vollbracht, und uns ihm angenehm gemacht; Drum dans tet seinem Namen! 3. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glau. ben angezündet, und seinen Beystand uns verheißt wenn er uns treu erfindet, der uns stets durch sein Wort regiert, und auf den Weeg des Lebens führt; Drum dantet seinen Namen! 4. Lobt Gott, er hat dieß gute Werk selbst in uns ans gefangen, vollbringt es auch, giebt Kraft und Stärk, am Ende zu erlangen, was wir zum 3 weck uns vorgestellt, und was der Himmel in sich hält; Drum dantet seinem Namen! HO Mel. Nro. 3. Mel. Nro. 368. Meinen Jefum laß ich zc. auchzt dem Höchsten Lob, Ehr und dem zc. 13. Lobt Gott, der uns er: 14. I alle Welt! Sein is schaffen hat, der Seele, Leib und Leben aus Majestät und Stärke. Dient ihm so, wie's ihm gefällt, ihr, wee Allgemeine Lob und Danklieder. 3 16 ihr, ihr Zeugen seiner Wer- re Fluren, Glück und Stand te! Frob fommt vor sein blühen unter seiner Hand. Angesicht, und bezahlt ihm eure Pflicht. 2. Er ist Gott. Gebt ihm die Ehr! Er gab uns nicht nur das Leben; Seine Gna. de thut vielmehr, und er hålt, was er gegeben. Uns 3. Laßt uns feiner Gute freun, die Jahr ein Jahr aus uns nähret. Nicht für diese Zeit allein, auch in Ewigkeit gewähret feine Huld dem, der ihn chrt, Freude, die tein Wechsel stört. 15. TESSEEE lein Gott in der Höh sey Ehr, Ace er for get, daß uns nim mer mehr EEEEEEEEEE! und Dank sey sei ner Gna de! Uns wohl zu thun Ge fahr und Un fall scha de. ist er be reit, sein Rath ist uns re Se lig feit. Er he bet ihn mit Freu den. 2. Ja, Vater, wir erhete Gott vom Himmelsthron ben dich mit freudigem Ge. zur Rettung der Verlohrnen. müthe, du herrschest unveranderlich mit Weisheit und mit Güte. Unendlich groß ist deine Macht, und stets geschicht, was du bedacht. Wohl uns, daß du regierest. Du Mittler zwischen uns und Gott, hilf uns im Les ben und im Tod, erbarm dich unser aller! 3. O Jesu Christ, des höchsten Sohn! Dich, seis nen Eingebohrnen, dich sand. 4. O heil'ger Geist, du Geist von Gott! erleuchte, beffre, tröfte, die. Jesus Christ durch seinen Tod zum Dienst des Herrn erlöste, Auf Allgemeine Lob und Danklieder. Auf deinen wir, Beystand hoffen zeit ein frohes Danklied verlaß uns nicht, so an! find wir hier und auch einst ewig feelig. Mel. Nro. 291. O Gott, du frommer 2c. 16. 2, fonnt ich meinem Gott wie ers verdient, lobsingen, und heil'ger Andacht voll ihm Dank und Ehre brin, gen! O gåbe sich mein Leib und mein erweckter Sinn ihm ganz zu seinem Dienst, ihm ganz zum Lobe hin! 2. O möchte doch der Herr die Weisheit mir verleihen, mein ganzes Leben ihm zum Preis und Ruhm zu weihen! Denn er ists ja wohl werth, daß man ihn lobt und liebt, und sich ihm ganz und gar zum Eigenthum ergiebt! 3. O Vater, der du mir das Wollen haft gegeben. hinfort dir ganz allein zum Dienst und Lob zu leben, gieb das Vollbringen auch, und deinen guten Geist der mich in deinem Dienst und Lobe unterweist. 4. Preis, Lob, Ehr, Ruhm und Dant, Kraft, Weisheit, Macht und Stärke, sen Vater, Sohn und Geift! Ihm rühmen seine Werke; Was Odem hat und lebt, und was nur lallen kann, das stimm ihm jeder 17 Mel. Nro. 7. 106 Kommt her, verkündigt tc. 17. Mein Geist erstaunt, Allmächtiger! wann er die Gnaden denkt, womit du mich mein Gott und Herr, so unverdient bes schenkt. 2. Dann ist mein Herz fo hoch erfreut, ganz deiner Güte voll, und weiß für heiffer Dankbarkeit nicht, wie es danken soll. 3. Als ich noch in der Mut. ter Schooß, in Nacht vers borgen schlief, bestimmteft du für mich das Looß, daß mich zum Leben rief. 2. Du wählst des Sterblie chen Geschick, ch er gebohren ist; und so ward ich, o welch ein Glück! schon als ein Kind ein Christ. 5. Mir Schwachen nah vernahmst du schon, was noch kein Flehen war, und neigteft zu des Weinens Ton dein Ohr erbarmend dar. 6. Wann ich als Jüngling von dem Pfad der Tugend mich verirrt; Wie liebreich, Herr, hat mich dein Rath darauf zurück geführt! 7. Du warst mein Schuß und meine Wehr vor Unglück und Gefahr, und vor dem Laster, das noch mehr, als sie, zu fürchten war. B 8. 18 68. Ich sah von Krankheit| nem Preis; Ich will dich bleich, durch dich mein Le ben mir geschenkt; Und dei ne Gnad erquickte mich, wann Sünden mich gefränkt. loben und erhöhn, als Jung, ling, Mann und Greis. Allgemeine Lob und Danklieder. 3 9. Von Freudenstrahlen glångt mein Blick, da du so hoch mich liebst, und in der wahren Freundschaft Glück des Lebens Trost mir giebst! ro. Und welche Wohlthat, Herr, ist nicht dies Herz, das fühlen kann! Dieß Herz, ganz dein, das dankbar spricht, was du an mir ge than! 18. 12. In Schrecken, Angst, Gefahr und Noth trau ich allein auf dich. Durch dich gestärkt ist selbst der Tod mir nicht mehr fürchterlich. 14. Dich, der mich bei der Welten Sturz, mit star. fem Arm erhob! Selbst 11. Kein Tag soll anders Ewigkeiten find zu furz, o mir vergehn, als unter dei- Höchster, für dein Lob! 13. Wann frachend einst der Bau der Welt sich aus den Angeln reißt, will ich den preisen, der mich hålt, dich, der mich leben heißt. Wie THEREFT ie soll ich dich wür dig lo ben, Sen de mir da zu von o ben mach ti ger Herr Ze ba oth? dei nes Gei stes Kraft mein Gott! ENTEEE Groß sind dei ner Lie be Zei chen, wer kann ih re Größ E er rei chen? Tau send, tau send mal sey dir grofe Allgemeine Lob und Danklieder. gros ser König, Dank da für! 2. Herr, entzünde mein| mich aufgenommen. Taus Gemüthe, daß ich deine Wuns send, tausendmal sey dir, dermacht, deine Gnade, Treu grosser König, Dank dafür! und Güte froh erhebe Tag und Nacht; Denn was ich nur bin und habe, fommt von dir, ist deine Gabe. Tau. send, tausendmal sey groffer König, Dank dafür! dir, 3. Herr, mit Schaam muß ich gestehen, täglich häuft ich Schuld auf Schuld; Doch, statt ins Gericht zu gehen, trägst du mich noch mit Geduld, willst in Christo mir vergeben. Wie kann ich dich gnug erheben? Tausend, tausendmal sey dir, grosser König, Dank dafür! 19 4. Sinn ich nach und über. lege, wie du gnådig mich regiert, mich viel wunderbare Wege, und doch immer wohl geführt; Gott! bestürzt wird mein Gemüthe bey dem Anblick solcher Güte, Tausend, tausendmal sey dir, groffer König, Dank dafür! Seele stets gesucht zu die 6. O wie hast du meine zu ziehn! Tein ists, wann bilfft es vollziehn, bilfft, daß ich Gutes wähle, du auch nur ich mein Fleisch bestreite, und erhältst mich, wann ich gleite. Tausend, tausendmal sey dir groffer König, Dank dafür! Klarheit strahlt von deinem 7. Volle Majestät und Angesicht, all dein Thun iſt Gnad und Wahrheit, recht und heilig dein Gerichts er muß nicht aus deinen Werten deine Macht und Weisheit merken? Tausend, tausendmal sey dir, groffer König, Dank dafür! 8. Wie ein Vater nimmt und giebet, so wie's Kindern auch geliebet, Gott, der du nüßlich ist, so hast du mich mein Vater bist! mich erfreut mit mildem Seegen, mich 5. Herr, du bist mir nach. geprüft mit Baterschlägen. geeilet, haft zur Busse mich Tausend, tausendmal sey erweckt, ob ich lange schon dir, groffer König, Dank verweilet, doch die Hand dafür! mir dargestreckt; und so bald 9. Bitter sind zwar Zuch ich nur gekommen, våterlichtigungen, aber süß ist ihre 32 Frucht Allgemeine Lob- und Danklieder. Frucht, und durch sie ist dir Mel. Die vorhergehende. gelungen, was oft Huld um. sonst versucht. Denn ich 19. Dir, mein Gott, will und lernte dich verlangen, Welt. Just fichn, an dir nur hangen. Tausend, tausendmal sey dir, groffer König, Dant dafür. And sur C 20 10. Trugst du nicht in dei nen Armen mich oft treu und våterlich? Riß mich nicht oft dein Erbarmen aus Gefahr und schützte mich? Must ich einfam, hülsos weinen, lieffest du mir Trost erscheinen. Tausend, tau. sendmal sey dir, groffer König, Dank dafür! 2. Preiset ihn, ihr from. men Seelen, stimmt ein Danklied mit mir an! Laffer fröhlich uns erzählen, was der Herr uns Guts gethan! Laßt uns dankbar uns vers dinleinen, und mit Lob vor ihm erscheinen! Ein vereintes Lob gefällt unserm Gott, der uns erhält. 11. Vater, du hast mir erzeiget lauter Gnad und Gütigkeit; Und du hast zu mir geneiget, Jesu! deine Freundlichkeit und dein Wort, o Geist der Gnaden! beilet meinen Seelenschaden. Tausend, tausendmal sey dir, groffer König, Dank dafür! von meinem Munde foll stets ein Loblied zu dir dringen; Denn mein Herz ist Lieder, voll. Deiner freut sich mein Gemüthe, rühmt, mein Gott, sich deiner Güte; Alle From men freuen sich deiner, Herr, und loben dich! 12. Preis und Dant sey dir gesungen, daß es mir bisher, mein Gott, dein zu seyn, durch dich gelungen. Ach! laß mich bis in den Tod vest in deiner Gnade kehen, und dereinst dein Antlitz sehen; So werd ich, dein Eigen thum, ewig preisen deinen Ruhm, mitige 3. Herr, du hast mein Leid vernommen, Herr, du fas best meine Noth, mein Ge da halfft du mir, o mein schrey ist vor dich kommen, Gott! Und du eiltest auf mein Beten, mich aus meis ner Noth zu retten, streck test, ach wie dank ich dir! deine Baterhand zu mir. Gefahren! Unsers Gottes 4. 3ittert nicht in den Angesicht schaut auf uns, und zu bewahren, Fromme! Gott verläßt uns nicht. Wer will uns unglücklich machen? Gottes starke Engel wachen ima Allgemeine Lob und Danklieder. 3 immer um uns! Gottes Treu| den Feind euch nicht ermüden, steht beym thut ihm Gutes, thut es gern, Neid und Zorn sey von euch fern. nahen Tod uns com haben bey. 5. Schmecket, Freunde Gottes! fchmecket, fühlet seine Freundlichkeit, seine Gnad und Huld bedecket je den, der sich seiner freut. Gott fann uns in allen Stürmen, wenn wir ihm vertraun, beschirmen; Ja, der Herr ist unser Gott, unser Fels in jeder Noth! .nd 21 9. Gott schaut alle feine Knechte stets mit Wohlges fallen an, er ists, der, wann der Gerechte zu ihm schreyt, ihm helfen kann! In sein Buch sind alle Klagen seiner Frommen eingetragen; Ihre Thränen und ihr Schmerz 16. O, wer wollte dich nichtpren sein erbarmend Herz. ehren? Wer verdient Bertraun als du? Wer kann in der Noth erhören? Wer fann helfen, Gott, wie du? Du willst die, die deinen Wils len freudig thun, mit Freud erfüllen, ihnen fehlts an Se gen nie! du ernährst und segneft sie. 001 10. Aber Gottes Zorn vers zehret weg von feinem An gesicht jeden, der ihn frech entehret; Spottet, Sünder, Gottes nicht; fleht ihn an, daß seine Rache nicht schnell wider euch erwache. Gott ist gut, doch immer schont der nicht, der im Himmel wohnt. II Web dem, der den From 7. Kommt denn, fromme men drücket! Gott fichts! Seelen, höret, wie der Herr und der Fromme schreyt, euch fegnen fann! Nehmet,| und Gott hörts, und Gott Kinder, was er lehret, mit erquicket ihn, zur Hülfe stets folgfamen Herzen an; Ihr bereit. Er ist nahe allen müßt, wollt ihr felig leben, denen, die sich nach der Hülfe eure Herzen Gott ergeben; sehnen; So gewiß sie zu ihm Euer Herz und Mund muß fehn, werden sie die Rettung rein, ganz das Leben heilig fehn. feyn. 8. unsre Seelen, & Fliehet eurer Zunge un Züchtigt Gott gleich laßt zu feiner Heucheley, feiner Sund euch überwinden, bleibt Gott und der Tugend treu, sucht und jaget nach dem Frieden, last er mennts immer mit uns gut! Last, wann uns die Leiden qualen, doch nicht finden unsern Muth. Gott beschützt, era bålt die Seinen, die es reda lich Allgemeine Lob- und Danklieder. lich mit ihm meynen; Er verklärt in deinem Heiligs bleibt in der größten Noth, wie im Glück, ein treuer Gott. thum, so sey dein Name, Gott auf ewig unser Ruhm. Mel. Die vorhergehende. 22 13. Ohne feinen Rath und Willen wird uns nie ein Haar gebeugt, er kann jedes Wetter stillen, das schnell auf uns niedersteigt. Er, er macht uns alle Lei den, auch die bittersten, zu Freuden. Dient denn Fromme! Gott, ihr seyd fein in alle Ewigkeit. sni 21. Durch dich, o groffer Gott! Durch dich bin ich vorhanden, die Hims mel und ihr Heer sind durch dein Wort entstanden. Denn, wenn du sprichst, geschiehts, wenn du gebeutst, stehts da. Mit Allmacht bist du mir, und auch mit Güte nah. 2. Du bist der Gott der Kraft, dich preifen Erd und Meere, und Himmel predigen die Wunder deiner Eh. 20. Nun danket alle Gott re. Dich bet ich dankend an. mit fröhlichem Ge mithe, dem Gott, der groß von That, voll Weisheit ist und Güte! Der måch tig uns erhält; Und von der Kindheit an, uns so viel Guts gethan, mehr, als man zählen kann. Mein Heil kommt von dem Herrn. Du hörst der Menschen Flehn, und du er. rettest gern. Mel. Nro. 291, Gott du frommer Gott. 2. Der gnadenreiche Gott woll uns in diesem Leben ein immer fröhlich Herz und ed. en Frieden geben! Und wann der Feinde Wuth Tod und Verderben droht, mit seinem starken Arm uns schüßen in der Noth. 3. Dir, Vater, Sohn und Geist, sey Ehr und Preis gegeben. Was in uns ist, foll stets, Herr, deine Huld erheben; Und stehn wir einst 30 Mar 3. Und wenn ich deiner werde, was frag ich auffer Huld, o Gott! gewürdigt dir, nach Himmel und nach Erde? Im Himmel donnerst du, und Schrecken füllt das Land, doch fürcht ich nichts, denn du deckst mich mit dei ner Hand. 4. Wann ich die Himmel seh, die du, Herr, ausges breitet, der Sonne Majestät, den Mond, den du bereitet, so sprech ich: was ist doch der Mensch, daß du sein dentst? Und daß du täglich uns unzählig Gutes schenkst. S+ Allgemeine Lob und Danklieder. 5. Voll Güte läßt du uns auf grünen Auen weiden. nährst uns mit Speis und Trant, und füllt das Herz mit Freuden. Du dachtest mein, eh mich die Mutter noch gebahr, ja, fahst mich, eh der Grund der Welt geleget war. 6. Du wogst mein Glück mir ab, und Leiden, die mich üben, und meiner Tas ge Zahl war in dein Buch geschrieben. Du bist der Frommen Schuß, du bist der Müden Ruh. Ein Gott, der gern verzeiht. Wie gnå. dig, Gott, bist du? 7. Wem soll ich sonst ver. traun, als dir, du Gott der Götter! Wen ehren, als nur dich, mein Schutz und mein Erretter? Wie fanft ist dein Befehl: Gib mir dein Herz, mein Sohn; Und wandle meinen Weg, ich bin dein Schild und Lohn. 8. Herr, dein Gebot ist Heil, dein Weg ist Fried und Leben. Wie könnt ich einem Gott der Liebe wies derstreben? Der Lafterhafte mag in stolzem Glücke blühn, mich soll er dennoch nicht in feine Nehe ziehn. 9. Auch, wann kein Mensch mich sieht, will ich die Sün. den fliehen; Denn du willst aller Werk vor dein Gericht 23 einst ziehen. Ich will, wenn meinem Fleisch was Böses noch gelüft't bedenken, daß mein Leib, D Gott, dein Tempel ist. 10. Sollt ich der Menschen Ruhm stolz zu erringen trach ten? Nein, Herr, wenn du Welt verachten. Du bist es, mich ehrst, mag mich die dem zum Dienst ich Leib und Seele weih. Gieb, daß mein andel stets voll deines Ruhmes sey! Mel. Die vorige. 22. So lang ich athme, Gott will ich dein Lob verbreiten. Das Leben gabst du mir mit seinen Süß sigteiten; Du gabst mir den Verstand, der dich erkennen fann, und boteft ew'ges Heil in deinem Sohn mir an. 2. Was bin ich, Gott der Huld, daß du mir so viel schenkest? Was ist der Erden Sohn, Herr, daß du sein gedenkest? Ja, du gedachtest, Herr, schon vor der Welt an mich, und denkst noch meiner stets, regierst mich väterlich. 3. Ich freue mich in dir, und traue deinem Segen. Mein ganz Bestreben sey, zu gehn auf deinen Wegen. Bis an des Grabes Nacht sey dir mein Dank geweiht, und einst 24 einst vor deinem Thron, Gott der Barmherzigkeit! Allgemeine Lob und Danklieder. Mel. Nro. 1OS. Wie herrlich firahlt der Mor genstern! zc. 23. Preis und Ehr sey un. ferm Gott je mehr und mehr, für alle feine Werke! Bon Ewigkeit zu Ewigkeit lebt er, und herrschet weit und breit, mit Weisheit, Gür' und Stätte. Singet, brin, get frohe Lieder! Fallet nie der! Gott ist herrlich, un. aussprechlich groß und felig. 2. Lobfinget Gott! Dank, Breis und Ruhm seo von uns, deinem Eigenthum, 24. Herr Jesu, dir gefungen. Du, Mittler zwischen uns und Gott, haft durch Ge Leben uns errungen. Heilig, borsam bis zum Tod, das feelig ist die Freundschaft Frommen, die durch dich aller zum Vater kommen. 3. Lobfinget Gott! du Geist des Herrn sey nie von unserm Geiste fern, mit Kraft ihn auszurüsten! Du machst uns glaubig, weis und rein, hilft uns getroft und sieg reich seyn im Streit mit uns fern Lüsten. Leit uns, stårt uns, in der Freude, wit im Leibe, Gott ergeben und der Tugend treu zu leben. Hund doch haft dur err un fer Gott, wer is die gleich? an Gna de reich, Du bist das höchste We fen; Ge mein schaft uns dir zum Dienst er le sen. fol len wir mit dir, du Aller höch ster! ha ben; mit dei nem Heil willst du uns hier, und Allgemeine Lob- und Danklieder. ZINE und e wig einst be ga ben, du Quel le 3. O Jesu, ew'ger Gottes Sohn! Du Heil, darauf wir hoffen! Durch dich steht zu des Vaters Thren der Weg uns wieder offen. Uns zu befreyn von Sünd und Tod, kamst du zu uns auf Erden. O, laß uns, funfer Herr und Gott! froh dei nes Segens werden, dir im Glauben dienen. und + 25. 16-0 al les Se gens. 2. Wir beten dich, o Ba| 4. O heil'ger Geist, du ter! an; Sind wir gleich Geist von Gott! Wehr in vor dir Sünder; So nimmst du dich doch unser an, wie Vater ihre Kinder. Du hast für uns aus großer Huld selbst deinen Sohn gegeben. Dein Herz voll Güte und Geduld, verleih uns Troft und Leben, daß wir dich findlich fürchten. = 25 uns dem Berderben! Im Glauben an des Mittlers Cod hilf uns der Sünde sterben! Du giebt zum Gu ten Luft und Kraft, laß das auch uns erfahren, stårt uns auf unfrer Vilgrimschaft, bewahr uns vor Gefahren, gieb, daß wir dir gehorchen. 5. Laß, Gott, uns dein auf Erden schon, als unsers Gottes, freuen. Hert, seegs ne uns von deinem Thron! das wir vor dir gedeihen! Dein ist das Reich, die Herrlichkeit, dir wollen wir hier leben, und du wirst nach vollbrachter Zeit uns einst dahin erheben, wo wir dich ewig schauen. FHENT L Dank und An be tung bringen wir, Herr, un ser Gott und Ba ter, dir. Du bist cs, 26 Allgemeine Lob und Danklieder. der die ganze Welt er schaf fen hat, und noch ===: er hält; Hal le lu ja! 2. Dank und Anbetung mit seinem theuren Blut, auf bringen wir, Herr unser deffen Marterted mein gan. Gott und Heiland, dir. Duzes Hoffen rnht! ho[ 1 littft für uns des Todes Pein, uns vom Verderben mein Gott, mein Licht, mein 3. Gelobet sey der Herr, et fen ber zu befreyn. Halleluja! Leben, des Vaters werther Geist, den mir der Sohn ges geben; Der mir in jeder Noth mein traurig Herz erquickt, und neue Kraft mir giebt, wann mich ein Jammer drückt. 3100 3. Gelobet seyft du, Geist des Herrn! Wir waren einst von Christo fern. Du hast durch deines Wortes Macht auch uns zum Licht und Heili gebracht. Halleluja. Mel. Nro. 291. 19 Gott du frommer 2c. Soft bu 26. Gelobet fey der Herr, mein Gott, mein Licht und Leben; Mein Schöpfer, dessen Hand mir, was ich bab, gegeben; Mein Bater, der mich schüßt von Mutterleibe an, der jeden Augenblick an mir viel Guts gethan! 2. Gelobet sey der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters ew'ger Sohn, der sich für mich ge. geben, und mich erlöset hat 4. Gelobet sey der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den alles lobt und preist, was ist, und lebt und Wes bet! Gelobet fey der Herr, des Name heilig heißt, der ein'ge wahre Gott, Gott deß Bater, Sohn und Geist! 5. Dem wir mit Danf ers füllt, Gebet und Opfer brins gen, und mit der Engel Schaar das dreymal heilig furchtsvoll die ganze Chris fingen! Ihn preise ehr. stenheit! Gott in alle Ewigkeit! Gelobt sey unser STAR O Univ.- Bibl. Giessen Zwey Von Gott, 19 sm Zweite Hauptabtheilung. ved fam88 Lob und Danklieder A nach Anleitung der vornehmsten Lehren des christlichen Glaubens. I. Von Gott und seinen Eigenschaften überhaupt. 3. Laß Sonn', in hoher Ferne dein Antlig schöner 27 nism Mel. Nro. 2. glühn! Glänzt, Glänzt, Sonnen gleich, ihr Sterne! Was send ihr gegen ihn? mit als Mit Singen dich zu tc. 27. Ge. ler eurer send der im schönsten Lichte vor seinem Angesichte noch dunkler, als die Nacht. danken euch von Erde los! Gott, frey von allen Schranken, ist unaus, fprechlich groß. Kommt Menschen, und lobsingt vor feinem Angesichte! Gott wohnt in einem Lichte, zu dem kein Auge dringt. 4. Du bist des Weltbaus Meister, der deinen Ruhm erhöht, der Vater aller Gei. ster, voll Macht und Majestát. Du schufest, Gott, auch mich, ganz feelig einst zu leben. Mein Herz sey dir ergeben, mein Leben preife dich. 2. Kein Sinn kann ihn erreichen, fein endlicher Ber. stand. Wer darf sich ihm vergleichen? Wer hat ihn gang erkannt? Macht euch von ihm kein Bild! Wer kann den Höchsten seben? ob er gleich alle Höhen, und jede Tief erfüllt. O 5. Im Geiste bet ihn Seele, und in der Wahrheit an! Liebst du des Herrn Befehle, wie feclig bist du dann! Er hat Unsterblichkeit, und Sees ligkeit und Leben; das alles wird er geben, dem, der sich ihm ganz weiht. Mel. 28 und seinen Eigenschaften überhaupt. Mel. Nro. 24. Herr, unser Gott, wer ic. 28. Sott, mache du mich wahren Vaterland, und nut nach dem mich streben, was ewig mich erfreuet. felbst bereit vor dei nen Thron zu treten, und deine grosse Herrlichkeit voll Ehrfurcht anzubeten. Laß, Herr, vor deinem Angesicht mein Herz sich deiner freuen, und einen Strahl von deinem Licht die Finsterniß zerstreuen, die mich hier noch umgiebet. 2. Du bist der Herr und keiner mehr, nichts sind der Heyden Götter; Nur dir gebühret Preis und Ehr, kein Helfer, noch Erretter ist auf fer dir; Laß mich allein auf dich, o Herr, vertrauen, mein ganzes Leben dir nur weihn, mein Glück blos auf dich bauen, und dich nie mals verläugnen. 3. Du bist der höchst vollkommene Geist, der Vater aller Geister; dich preiset, was vernünftig heißt, als feinen Herrn und Meister: Laß meiner Seele hohen Werth mich reine Tugend lehren, und so, wie es dein Wort begehrt, dich unge. Heuchelt ehren, im Geist und in der Wahrheit. felbst vergehen; Laß von der Erde eitlem Tand mein Herz fich stets erheben zu meinem 4. Du bist, o Gott, von Ewigkeit und wirst allzeit bestehen; es bleibet deine Herrlichkeit, wann Himmel 5. O Gott, was seyn wird, ift und war, und was wit thun und dichten, das ist dit alles offenbar, du wirst einf alles richten; Laß mich dein helles Auge scheun, aufric tig vor dir wandeln, und deines Beyfalls mich zu freun, und dann rechtschaf fen handeln, wann Finster niß mich decket. 6. Unendlich, Herr ist dei ne Macht zu retten, die did lieben, und wenn der Frevler dich verlacht, auch Rach a ihm zu üben: Gieb, daß mich deiner Allmacht Schut stets; als ein Schild, be decke, mich auch nicht Men schen Grimm und Truß, nut deine Strafe schrecke; du tôdtest Leib und Seele. 7. Voll höchster Weisheit bist du, Gott, kein Mensch fann sie ergründen; umringi uns allenthalben Noth, bu, Herr, weißt Rath zu finden. Gieb, daß ich dir stets traut zu, du werdest für mich for gen, auch Uebels weder dent noch thu, denn dir ist nichts verborgen. Du prüfest Her und Nieren. mind su 8. Von 8. Gott, du bist heilig und gerecht, du kannst nicht Sün, de leiden; Wer sich bekennt für deinen Knecht, der muß das Böse meiden. Gieb, daß ich mich zu jeder Zeit der Heiligkeit besleiffe, nachjage der Gerechtigkeit, und deine Wege preise, so wunderbar fie scheinen. 1 Gott, 2. Das groffe Weltge. bäude, dein Ruhin und meis ne Freude, ruft in viel taus fend Chören: Gott ist, Gott muß du ehren! Mel. Nro. 526. Wach auf, mein Herz 2c. Gott, aus deinen Werfen kann ich 9. Du bist sehr fromm und gut, gnädig vergiebst 4. Wer ließ in jenen Ho hen das Sternenheer ent die Schuld dem Sünder; stehen? Wer hieß des Dons Erbarmst dich, wie ein Va.ners Brüllen die Welt mit ter thut, von Herzen deiner Furcht erfüllen? Kinder. Laß reichen Trost von deiner Gnad auf meine Seele fommen. Von mir sey meine Missethat so fern hinweg genommen, als Morgen ist vom Abend. 5. Du bists, Gott, deine Werke erzählen deine Stårs fe, und deine weise Güte dem achtsamen Gemüthe. 10. Gott, wenn ich dich so tenn und ehr, dein Wort zum Grunde sebze, erfreu ich mich darüber mehr, als über alle Schäße, bis ich dort, o mein Heil und Licht? dich ohne Lallen nenne, verklåret dann von Angesicht dich schaue, dich erkenne, und unaufhörlich lobe. 3. Wer sparch es, daß die Erde, und daß der Hims mel werde? Wer sprach es, daß im Meere des Wassers Sammlung wäre? 33-3906 29 6. Das Würmchen in dem Staube, die bunte Raup im Laube, das Gras, die schlanken Halmen sind deines Ruhmes Psalmen. 7. Herr, du bist hoch ers hoben, und ewig hoch zu loben, wenn auch der Thoren Rotten dich läugnen und verspotten. 8. Laß alle, die dich tennen, und dich mit Ehrfurcht nennen, und die dir vest vers trauen, dein gnådig Antlik schauen. Mel. Nro. 3. Lob, Ehr und Preis tc. Herr ist Gott feiner mehr, alle Frommen! Wer 29. dein Dafeyn merken; in al. len Kreaturen find ich der 30. Der und frohlockt ihm 30 und seinen Eigenschaften überhaupt. Wer ist ihm gleich? wer ist, 6. Wer schützt den Welt. wie er, so herrlich, so voll. kommen? Der Herr ist groß, fein Nam ist groß! er ist uns endlich, grenzenlos in seis nem ganzen Wesen. bau ohne dich, o Herr, vor feinem Falle? Allgegenwärs tig breitet sich dein Fittig über alle. Du bist voll Freundlichkeit, voll Huld, barmherzig, gnådig, Geduld, ein Vater, ein Ver, schoner! voll 2. Er ist und bleibet, wie er ist, wer strebet nicht vers gebens ihn auszusprechen? wer ermißt die Dauer seines Lebens? Wir Menschen sind von gestern her; eh noch die Erde war, war er, noch eher als die Himmel. 3. Des Höchsten Thron umstrahlt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet. Ihn fas. fen alle Himmel nicht, seine Kraft erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, verborgen und auch offenbar in seiner Werke Wundern! die 4. Wo wären wir, wenn feine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er feant uns, fennet was er schafft, der Wesen ganze Kette; Bey ihm ist Weisheit und Verstand, und Kraft, und Stärke, seine Hand umspannet Erd und Himmel. 5. Ist er nicht nah? ist er nicht fern? weiß er nicht aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? umsonst hüllt ihr in Finsterniß, was ihr beginnt er sichts gewiß, er sieht es schon von ferne. 7. Unsträflich bist du, hei, lig, gut, und reiner als die Sonne. Wohl dem, der dei nen Willen thut, denn du vergiltst mit Wonne. Du hak Unsterblichkeit allein, bist feelig, wirst es ewig seyn; haft Freuden, Gott, die Fülle. 8. Dir nur gebühret Lob und Dank, Anbetung, Preis und Ehre. Kommt, werdet Gottes Lobgefang, ihr, alle feine Heere! Der Herr ist Gott, und feiner mehr! Wer ist ihm gleich? Wer ist, wie er, so herrs lich, so vollkommen? Mel. Nro. 291. O Gott du frommer Gott. 31. Anbetungswürd ger Gott, mit Ehr furcht stets zu nennen! Du bist unendlich mehr, als wir begreifen können. O flöße meinem Geist die tiefste Des muth ein, und laß mich stets vor dir voll Ehrerbietung seyn. 20 Von Gott, und seinen Eigenschaften. 31 6. Du bist es, der allein Unsterblichkeit befizet, der Leben giebt und nimmt, me of du vollkommne der unsern Odem schüßet. 2. Du bist das höchste Gut du weißt von fetnem Leide, in dir selbst Freude. Dein ist die Herr. lichkeit. Auch ohne Kreatur bist du dir selbst genug, du Schöpfer der Natur. 3. Du riefft dem, das nicht war, um Luft und Seelig, keiten aufs mannigfaltigste, um dich her auszubreiten. Die Liebe bist du selbst, Ber. stand und Rath find dein, und du gebraucht sie gern, zu segnen, zu erfreun. 4. Du sprichst, und es ge schieht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand dein grosses Werk, der Himmel und die Erde. Mit deinem träft'gen Wort trägst du die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns unmöglich du, Gott, bist. lich fällt. Den Geist, der in uns lebt, den haben wir von dir, willst du, so wird er Nichts. Du bleibelt für und nichts. Du für. 7. Wer hat dich je gesehn? Wer kann im Fleisch dich sehen? Kein sterblich Auge reicht bis zu des Lichtes Hö. ben, von welchen du mit Huld auf deine Schöpfung blickft, und alles was da lebt, erfreueft und beglückst. 8. Ja, hier erkennen wir dich nur sehr unvollkommen, wird aber dermaleinst der Vorhang weggenommen, der dich, Unendlicher, noch un. serm Blick verschließt, dann fehn wir heller ein, wie herra 9. Indeß sey auch schon 5. Du bist der Herren jetzt dein Ruhm von uns Herr. Der Erde Majestäten besungen! verschmähe nicht find, Höchster, vor dir ein Lob von lallend schwas Staub; auch Geister fannst chen Zungen! dort soll, wann du tödten. Wen du ernie- wir dereinst im hellen Licht drigest, Gott, wer kann den| dich sehn, auch stärker unerhöhn? Wen du erhöhen ser Lied, dich, groffer Gott, willst, deß Hoheit muß be erhöhn. stehn. g 0800DIST II. 32 Von Gottes Eigenschaften insbesondere. II. bed bond#@ # 100 Von Gottes Eigenschaften insbesondere. 32. 1. Unermeßlichkeit und Ewigkeit Gottes. hab ner Gott! nichts reicht an dei ne denk ich an dich, so fühl ich mei ne BEEEEN Ich fühle, Herr! daß du un end lich Gröf se. Blöf se; bist, und daß um schränkt mein for schend om Den fen ist. 2. Du wohnst im Licht, dazu kein Mensch kann tom. men. Was ists, das wir von deinem Ruhm vernommen? Ach! nur ein Theil von je. ner Majestät, die über alles dich, o Bott, erhöht. geln selbst wirst du nie ganz erkannt. 4. Wie sollt ich denn, ich Staub, mich unterwinden, Unendlicher! dich völlig zu ergründen? O mache mich von solchem Dunkel frey! bens Richtschnur sey. daß mir dein Wort des Glau3. Dein ew'ges Seyn, dein ganz vollkommnes Wefen, das, was du wirkst, 5. Mein eigner Geist kann und was dein Rath erlesen, sich leicht hintergehen. Dein ist viel zu hoch für mensch.. Wort ist wahr; es bleibet lichen Verstand. Von En. ewig stehen. Erforsch ich gleich Von Gottes Eigenschaften insbesondere. 33 gleich dein göttlich Wesen und weiß nicht, wie ichs fass nicht, so gnüge mir davon fen soll: Du bist, und bleis dein Unterricht. best ewig! 6. Von dir, durch dich, zu dir sind alle Dinge: Gieb, daß ich dir mich selbst zum Opfer bringe. Begreif ichs nicht, wie du die Welt regierst, so sey mirs gnug, daß du mich selig führst. 7. Einst wirst du dich mir näher offenbaren, einst werd ich mehr von deinem Rath erfahren; Wenn ich nur dem, was mich dein Wort gelehrt, geglaubt, gefolgt, und treu dich hier verehrt. 8. Drum hilf, daß ich mit Ehrfurcht vor dir wandle, in allem Thun nach deinem Willen handle, zufries den sey, wie du mich hier regierst, bis du mich einst in Deinen Himmel führst. 9. Dann werd ich dich in hellerm Lichte sehen, und froh in dir dein ewig Lob erhöhen; Herr, du bist groß, und zeigst es mit der That, unendlich 2. Noch ward von keiner Sonne Licht durch unsre Welt verbreitet, die Himmel jauchzten dir noch nicht, durch deine Macht bereitet: Noch war kein Land, noch strömt tein Meer an hoher Bergen Gründen her: Du aber warst schon ewig! 3. Von Ewigkeit her fas hest du die künft'ge Welt ents stehen, du masfest ihre Zeit ihr zu, und sahst sie unters gehen. Vom Engel bis zum Wurm herab wogst jedem du fein Schicksal ab, und nann test ihn mit Namen. 4. Die Zeit ist, Herr, wie nichts, vor dir, vom Anfang bis zum Ende; Kaum Aus glicke leben wir, die Wer te deiner Hände. Nie neb men deine Fahre zu, in alle Ewigkeit wirst du derselbe seyn und bleiben. groß an Huld, an Macht best nie, bleibst ewig meiner 5. Ja, du bist ewig, stir. und Rath. Mel. Nro. 3: Seele der Fels, den sterbend ich für sie zur sichern Zuflucht Lob, Ehr und Preis zc. wähle. Denn deine Gnad und Wahrheit ist so ewig als du felber bist. Heil mir daß ich dir traue. 33. Unendlicher, den keine Zeit umschließt mit ihren Schranken I Beym Denken deiner Ewigkeit vers gehn mir die Gedanken. Ich 6. Mein Leib ift sterblich, nicht mein Geist, den will ich sinne nach bewundrungsvoll, dir vertrauen, er soll, wie C mir 34 Von Gottes Eigenschaften insbesondere. mir dein Wort verheißt, er es schon, eh Erd und Him, foll dein Antlig schauen. mel ward, eh noch dein Arm Mein Leib ruht auch nur sich uns geoffenbart. kurze Zeit, am Erndte- Tag der Ewigkeit wirst du ihn auferwecken. 7. Ob alles um mich her vergeht, soll ich nicht mit vergehen, vor deinem Thron, der ewig steht, soll ich einst ewig stehen. Du giebst an allem deinem Heil, Gott, deinen Auserwählten Theil, auch mir, auch mir mit ihnen. 8. Einst fallen Erd und Himmel hin an deinem Weltgerichte; dann dank ichs dir, daß ich noch bin, und wohn in deinem Lichte. Dann werd ich ewig, ewig seyn, mich ewig deiner Gnade freun, und dich ohn Ende preisen. 9. Der seligen Unsterblichfeit, die du mir dort willst schenken, lehr mich in dieser kurzen Zeit, o Gott, mit Ernst gedenken! Sie sey mein Trost, mein höchstes Gut, fie starte mich mit Kraft und Muth, Gerecht vor dir zu leben! Mel. Nro. 32. Erhabner Gott, nichts zc. 34. Herr Gott, du bist die Zuflucht aller Zeiten, denn du bist Gott in allen Ewigkeiten, Du warst 2. Was bin ich, Herr, und alle Menschenfinder? Staub sind vor dir, der Heilige, der Sünder. Wie schnell ent. flieht das Leben doch von mir. Du, Höchster, der nur bleibest für und für. de zubereitet, dein Arm, 3. Du hast vorhin die Er. Gott, hat die Himmel aus gebreitet. Doch sie vergehn, veralten wie ein Kleid; du aber bleibst in alle Ewigs feit. 4. Himmel und die Erden wie Es werden noch die ein Gewand von dir ver. wandelt werden; Du bleis best, wie du bist; Denn wel che Beit umgrenzet wohl, Herr, die Unendlichkeit? 5. Das ist der Trost, die schützest sie mit deiner stars Hoffnung deiner Knechte, du ten Rechte, du läßt ihr Herz ich ewig deiner freun, und bleibst ihr Gott; denn sie find ewig dein. 6. Das sey mein Trost in allen trüben Stunden, vom Tode selbst werd ich nicht überwunden. Kein Tod, fein Grab trennt mich, o Gott, von dir. Mein Fels, mein Heil verbleibst du ewig mir. 2. Die Von Gottes Eigenschaften insbesondere. 2. Die Unveränderlichkeit Gottes. 35.111 ¶¶ I Gott! wie du bist, so warst du schon noch e he du von deinem Thron Ge schöp fe, die nicht waren, be riefft zu seyn, um deine Macht und Gü te zu er fah ren. 2. Du wirst auch das seyn,| dauernd Gut genieffe, und was du bist, wann dieser daß in Unbeständigkeit das Erdkreis nicht mehr ist, in Leben mir verflieffe? jenen Ewigkeiten, wo du uns frönst, uns, die wir hier um deinen Himmel streiten. 3. Du nur bist unverän derlich, auch wird, Gott, deis ne Wahrheit sich unwandel. bar erhalten, wann Welten einst, die du erschufst, wie ein Gewand veralten. 4. Ob Felsen weichen, Berg' ins Thal sich stürzen, daß durch ihren Fall die Erde weit erzittert, bleibt doch, o Gott, dein Bund mit mir auf ewig unerschüttert. 35 5. Was zagt denn meine Seel in mir? Was klag ich ängstlich, daß ich hier kein Wort noch hat, den Trost, 6. Was flag ich, der dein daß meine Missethat mich einst gewiß nicht richte, und daß mein Erbtheil ewig sey vor deinem Angesichte? du mich doch mit aller deiner 7. Was flag ich? Liebest Liebe noch, und willst mich ewig lieben! Mein Name ward ja, Gott, von dir, in deine Hand geschrieben. 8. Ja, ich bin Gottes, Gott ist mein, und ewig, ewig wird ers seyn, von ihm fann mich nichts scheiden. Die Welt vergeht mit ihrer Lust, nicht Gott und seine Freuden € 2 36, 36 36. Von Gottes Eigenschaften insbesondere. 2 BEBISE Hott, du bist von Ewig feit! mehrt und min dert kei ne Zeit. Dei ne Ma je ståt und Grösse nie auf Gieb, daß ich das nie ver gef se, Kre a tu ren baue, ver trau e. sondern dir al lein 2. Ewig und unwandel| allen Dingen deinen Willen bar ist dein grenzenloses Wif. treu vollbringen! fen. Was dir einmal Wahrheit war, wirds auch ewig bleiben müsſen. Niemals kann dein Ausspruch fehlen. Laß mich ihn zur Richt. schnur wählen! 4. Sünden bist du ewig feind; wehe denen, die sie lieben, ewig bleibst du derer Freund, die, was recht und gut ist, üben. Lehre mich in Lust, Menschenkinder zu be 5. Immer ist dies eine auch mit Lust fernt in deine glücken. Wohl dem, der sich. Ordnung schicken. Der, der geht auf fichern Wegen dei, 3. Du bist nicht, wie Mennen Segnungen entgegen. schen sind, daß dich etwas 6. Deine Worte trügen reuen sollte; bleibest immer gleich gesinnt, und was je dein Rathschluß wollte, willst du noch. O hilf uns allen thun nach deinem Wohlgefallen. nicht; du bist ewig der Ge treue, der da hålt was er verspricht. O, daß dieß mich stets erfreue! Laß nur deinen Geist mich treiben, dir, Herr! auch getreu zu bleiben. 7. Diese Erde wird vers gehn, alle Welt wird mich verlassen. Du nur, Gott, bleibst ewig stehn. Deine Hand wird mich umfassen, wann Von Gottes Eigenschaften insbesondere. wann ich einst von hinnen scheide. Ewig bist du meine Freude. 8. Laß mir doch zu jeder Zeit, Herr des Himmels und der Erden! Diese deine Ewigkeit einen starken Antrieb werden, dich zu lieben, dir zu trauen, und mein Glück auf dich zu bauen. Mel. Nro. 122. Gott sey Dank in aller zc. Herr, du bist, wie du dich uns offenbarst, ewig, der du warst. nun und 2. Ewig bleibst du selbst dir gleich, weis' allein und gnadenreich, ewig måchtig, und voll Kraft, heilig und untadelhaft. 3. Alle Werke deiner Hand waren dir, o Gott, bekannt, eh die Welt auf dein Geheiß da stand, deiner Weisheit Preis. 4. Herrlich ausgebreitet stehn deine Himmel, doch vergehn deine Himmel, und die Welt sinkt, wenn sie dein Arm nicht hält. 6. Sollt ich denn auf Menschen baun, nicht blos 37. Unermeßlich, ewig ist dir mein Heil vertraun? ohGott, s. Du nur bleibest, wie du bist; was dein weiser Rath beschließt, ist unwandelbar, wie du, gut und heilig stets wie du. 37 Brunnen Sand? und graben in den 7. Nein, Unwandelbarer dein soll sich meine Seele freu'n. Sey mein Fels, Gott, fey mein Licht, ewig meine Zuversicht. 8. Und in allgemeine Nacht sinke dann mit seiner Pracht, jeder Himmel, und die Welt stürze bin, wenn Gott mich hält. 5. Von der Allwissenheit Gottes. Mel. Nro. 24. Herr, unser Gott! wer ic. Alwissender, voll. 38. tommner Geist! deß Auge alles siehet, was Nacht und Abgrund in sich schleußt, und dem sich nichts entziehet. Es kann vor deinem hellen Licht sich kein Geschöpf ver, stecken. Auch Finsternig verbirgt es nicht. Du weißt es aufzudecken, und vor Gericht zu bringen. 2. Selbst die Gedanken tens nest du, eh fie in mir entstehen, und was ich wünsche, rede, thu, das fannst du alles sehen. Vor dir ist alles offenbar, du průs fest Herz und Nieren, und alle Gründe fiehst du klar, die unserThun regieren; nichts bleibt vor dir verborgen. 3. 38 Bon Gottes Eigenschaften insbesondere. 2. Was deiner Freunde Herz begehrt, das weißt du, eh fie beten. Ihr Seufzen wird von dir erhört, eh sie noch vor dich treten; und was der Bösen Nath beschließt, ist dir auch unver, borgen, dir, der du ihren Anschlag siehst, als wie den lichten Morgen, den keine Schatten decken. 4. Was nach Verfliessung vieler Zeit noch künftig wird geschehen, siehst du schon mit Allwissenheit als gegenwärtig stehen. Dir stellt sich alles deutlich dar, das, was noch erst soll werden, und was nun ist, und was einst war im Himmel und auf Erden. Wer sollte dich nicht fürchten? s. Bleibt gleich vor Men fchen manches noch in dieser Welt verschwiegen, so wird dasselbe künftig doch der Welt vor Augen liegen. Herr, dein Gericht, dem nichts entfliebt, wird alles einst entdecken, was im Verborgnen jetzt ge, schieht, und Schande, Furcht und Schrecken wird dann die Heuchler treffen. 6. Laß mich, o höchste Ma. jestät, dein helles Auge scheu. en; Wo ist der, der dich hin. tergeht mit seinen Heuche leyen? Laß mich auch in der Einsamkeit dich gegenwärtig denken! Laß Wahrheit und Rechtschaffenheit mein Thun und Lassen lenken, und stets mein Herz behüten! Der 13gte Psalm. Mel. Nro. 291. O Gott, du frommer Gott. mich! 39. Herr, du erforscheft mich, dir bin ich unverborgen; Du kennst mein ganzes Thun, und alle meine Sorgen. Was meine Seele denkt, war dir bereits bekannt, eh der Gedanke noch in meiner Seel entstand! 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o Herr, nicht wisfest. Du schaffest, was ich thu; Du ordnest, du beschließest, was mir begegnen soll. Erstaunt seh ich auf Dich; Wie groß ist dein Ver. stand! Wie wunderbar für 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste fliehen? Wo könnt ich jemals wohl mich deinem Aug entziehen? Führ ich gen Himmel auf, so bist du, Höchster, da; Führ ich zur Tief hinab, auch hier bist du mir nab. 4. Nahm ich auch, schnell zu fliehn, die Fittige vom Morgen; Selbst an dem ferns ften Meer blieb ich dir nicht verborgen; Auch da ums schlösse mich doch deine Alle machtshand, denn du bist übers Von Gottes Eigenschaften insbesondere. 39 überall, und dein ist jedes| geht, und leite mich den Weg, Land. der mich zu dir erhöht. 5. Språch ich zur Finster, niß: sey um mich, mich zu decken! So sucht ich doch umsonst vor dir mich zu ver: 40.11 verhüllst du dich, mein Herz, in Finsternisse, was kann ich, Gott verbers gen? Ich? Daß er nicht alles wisse? Sey, kannst du, dunkler, als das Grab, das Auge Gottes schaut hinab, und kennet deine Tiefen. 2. Wo ist die Nacht der Einsamkeit, die mich vor ihm verhehle? Er sieht euch schon, eh ihr noch seyd, Gedanken meiner Seele! Eh ich euch felbst empfinden kann, von eurer ersten Bildung an, bis ihr euch ganz entfaltet! 3. Er kennet und durchschauet euch, wenn ihr euch gleich entziehet, bemerkt euch, wenn ihr Strahlen gleich, schnell werdet, schnell ents fliehet. Vergebens wünsch ich: Sterbt! Vergeht! Ich haß euch! Aufgezeichnet steht ihr all in seinem Buche: fterniß ist vor dir helles Licht; Die Nacht glänzt wie der Tag vor deinem Angesicht. 6. Du warst schon über mir in meiner Mutter Leibe, du bildeteßt mein Herz, Gott, deß ich bin und bleibe! Ich danke dir, daß du mich wun. derbar gemacht, und meiner eh ich war schon våterlich gedacht. 7. Du kanntest mein Ge. bein, eh ich ans Licht gekommen, da ich im Dunkeln erst Die Bildung angenommen; Dein Auge sah mich schon, eh ich bereitet war, und meis ner Tage Lauf war dir schon offenbar. 8. Was für Erkenntnisse! Für köstliche Gedanken! Un zählbar sind sie mir; Denn fie sind ohne Schranken. Mit Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer sehn, dir folgen, und dein Lob, so gut ich kann, erhöhn. 9. Erforsche mich, mein Gott! und prüfe, wie ichs meine; Ob ich der würklich bin, der ich zu seyn mir scheine. Sieh, ob mein Fuß vielleicht auf falschem Wege Mel. Nro. 269. Gerechter Gott, vor tc. 4. Der Herr gedenfet ihrer noch, Jahrhunderte vers schwinden, Sie bleiben, und ich tråume doch: Gedanken seyn nicht Sünden? Nein, alle müssen an das Licht, wann Gott tömmt, daß er dem Gericht der Herzen Rath enthüße. S. Ven Gottes Eigenschaften insbesondere. 5. Seyd heilig, seyd von O du, der alles weiß und nen. Gott nur voll, Gedanken net, was ist, was werden meiner Seele, daß, wann ge, soll, und war, wie bist du je richtet werden soll, tein ein- dem, der dich kennet, unend, ziger mich quale. Seyd hei: lich groß und wunderbar! lig, und dann fürchtet nichts, Gott wird am Tage des Gerichts, gleich Thaten euch belohnen. 40 Mel. Nro. 51. Wie groß ist des Allmächt. 41. Wo find die Weifen, die mich lehren, wie unser Gott allwissend ist; Wer kann mir Forschendem erklären, was fein Verstand faßt und ermißt? Wohnt nicht der Herr in einem Lichte, in welchem Menschen ihn nicht fehn? Wer kennet ihn von Angesichte? Wer kann nur, wie er heißt, verstehn? 2. Könnt ich die Sterne Gottes zählen, der Erde Staub, den Sand am Meer, und die Gedanken aller See len von ihrem erfien Ur. sprung her; So war ich weiser, als auf Erden ein Mensch ist, als am Strom des Lichts, vielleicht selbst Engel jemals werden; Doch wust ich gegen Gott noch nichts. dich hier sehen von Angesicht 4. Wer, o mein Gott kann zu Angesicht? Was wir, was Engel felbst verstehen, das reicht an dein Erkenntniß nicht! Ich seh, ich fühle meis ne Schranken, doch du vers giltst mein Forschen mir mit immer würdigern Gedanken, o Unerforschlicher! von dir. s. Du schaust umher, du kannst ergründen, was noch so tief verborgen ist: Dieß warne mich für allen Sün, den, für Heucheley, Betrug, und List. Vor seinem Blick fann nichts mich decken, tein falscher Schein verblendet ihn; Mir folgten seines Zor nes Schrecken, könnt ich auch aus der Welt entfliehn. 6. Wer tennet feines Hers zens Tiefen? Wer darf, o Gott, sich selber traun? Allwissender, du wollst mich prüfen, du wollest ganz mein Herz durchschaun! Erblickst du mich auf bösen Wegen, fo führe mich auf deine Bahn, und laß mich einst am Ziel den Segen der Frömmigkeit von dir ems 3. Nichts gegen ihn, der sich durchschauet, die Tiefe der Unendlichkeit, und alle Welten, die er bauet, die pfahn! Welten und die Ewigkeit. 4. Von Von Gottes Eigenschaften insbesondere. 4. Von der Allgegenwart Gottes. Mel. Nro. 44. Herr, deine Allmacht zc. von uns du 42. Nie bist du Höchster, wirtst an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn; Bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb und athme ich: Denn deine Rechte schützet mich. 2. Was ich nur denk, er kennest du, du prüfest meine Seele; Du siehst es, wann ich Gutes thu, du siehst es, wann ich fehle. Nichts nichts kann deinem Blick entfliehn, und nichts mich deis ner Macht entziehn. 41 5. Du höreft meinen Seufs zern zu, das Hülfe mir er. fscheine, voll Mitleid, Bater, zablest du die Thränen, die ich weine. Du siehst und was gest meinen Schmerz und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 6. O drück, Allgegenwär tiger, dieß tief in meine See. le, daß, wo ich bin, nur dich, flucht wähle; Daß ich dein o Herr, mein Herz zur Zubeilig Auge scheu, und die zu dienen eifrig sey. 7. Laß überall gewissens handeln, und stärke mich haft nach deinem Wort mich dann auch mit Kraft, vor dir getroft zu wandeln. Daß du, o Gott stets um mich seyft, dieß troft und beßre meinen Geist. Mel. Nro. 46. Allmächtiger! Wir singen. Gott, 3. Ein. ſamkeit mein Herz an dich er: gebe, und, über deine Huld 43.3" schwing dich auf, und werde Dank und Wonerfreut, lobsingend dich erne! Er lenft voll Huld der hebe, so hörst du es, stehst mir bey, daß ich dir immer treuer sey. und| Welten Lauf, den Lauf der bolden Sonne! Was dich erihn nur sind, und leben wir. freuet schenkt er dir, durch Er ist allgegenwärtig! 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rath verkehrte We. ge wählet, und bleibt auch eine böse That vor aller Welt verhehiet, so weißt du sie, und strafest mich, zu meiner Bef'rung våterlich. ihm gefällt, den frommen 2. Wenn du zu thun, was Vorsatz fasfest, wenn du die Eitelkeit der Welt, und jes des Laster hasfeft: So man. gelt dir nie Licht, noch Kraft; Denn er, der das Vollbrin, gen schaft, Gott ist allgegen wärtig! 3. Wenn er dir heitre Tas ge giebt, und dieses Lebens Freus Von Gottes Eigenschaften insbesondere. Freuden, und wenn er deine Freund mehr helfen kann, Tugend übt durch Prüfungen so schau auf ihn, denn er und Leiden; So hoff auf ist dann, auch dann dir ge ihn, und zage nicht; Denn| genwärtig! er fchafft Finsterniß und Licht; Er ist allgegenwärtig. 5. Dann schwingst du dich zu ihm hinauf, zu seines 4. Wenn Erd und Him Himmels Wonne, beginnes mel um dich her mit ihrer einen neuen Lauf, siehst ein Bracht verschwinden, beffre Sonne; Siehst ihn, Sinn' erstarren, und nicht der alle Wolken lenkt, im Tod mehr dir dienen, nichts em- und Leben Freude schenkt; pfinden; Wenn auch kein Er ist allgegenwärtig! die 5. Von der Allmacht Gottes. 42 44. E err! dei ne All macht reicht so weit, Nichts ist, das dei mer Herr lich feit SEEEEEEEEE als selbst dein We sen rei chet; Es ist und dei nen Thaten glei chet! fein Ding so groß und schwer, das dir zu thun un mög lich war. 2. Du sprichst, und auf dein mächtigs Wort fällt alles dir zu Füssen. Du führest deinen Anschlag fort bey allen Hindernissen. Du winkst, so stehet plößlich da, was furz zuvor kein Auge fah, 3. Du hast dein groffe Schöpfungswerk allmächtig ausgeführet; Es bleibel stets dein Augenmerk, und wird durch dich regieret Noch immerfort besteht die Welt, weil deine Allmacht fie erhält. 14. Die Von Gottes Eigenschaften insbesondere. 4. Die Menge deiner Wunder zeigt, daß, Schöpfer, dein Vermögen weit über die Gefeßze steigt, die die Natur bewegen. Du bleibst ihr Herr, und ihren Lauf hebst du nach weiser Willkühr auf. 5. Was für ein Wunder deiner Macht wird unser Aug einst sehen, wann nach der langen Grabes. Nacht, die Todten auferstehen; Wann du von unserm Staub den Rest zu neuen Körpern wer. den läßt! 45. 43 6. Allmacht'ger! Mein ers staunter Geist wirft sich vor dir darnieder, die Ohnmacht, wie du selber weißt, umgiebt noch meine Glieder. Mach mich zum Zeugen deiner Kraft, die aus dem Tode Les ben schaft. Sin 7.Ozund in mir den Glaus ben an, der sich auf dich vers laffe! Ift etwas, das mich schrecken kann, wenn ich dich Herr, umfasse? Nun Gott, ich traue deiner Kraft, die alles kann, und alles schafft. Ko Dommt, kommt den Herrn zu prei sen, den gü ti gen, den wei sen, EEEEE der groß von Rath ist, groß von That! Der der kei nen sei nes glei chen hat. Herr thut groffe Werke; Wer hindert seis TELENETE ne Kraft? Wer sei nes Ar mes Stár te, die al les Gu te schafft? Er deh net, gleich Ges ZTEN 111 11 zel ten, die weiten Himmel aus; Er spricht, 44 Von Gottes Eigenschaften insbesondere. 1 spricht, so gehen Welten aus ihrem Nichts her aus. 2. Er will, und Sonnen| Wundern an, heißt Thien flammen; Auch drångt das da sich freuen, wo fei Wasser, wann er spricht, in Wolken sich zusammen, und ihre Schläuche reissen nicht. Er ruft den Ungewittern, das Meer wird ungeftumm, des Himmels Säulen zitMensch wohnen kann. We kann die Sterne führen Wer kann, als er allein, del Dinge Lauf regieren? Vers derben und erneun? tern, die Erde bebt vor Ihm. Er will, und Blize zünden Gebirg an, fie vergehn. Er spricht, und ruft den Winden, schnell wird sein Himmel schön. 3. Wer, wer gebeut den Wellen: Hieher! Nicht wei ter! Legt euch hie! Er legt in Felsen Quellen, sie rief feln und versiegen nie. Er füllet Wüsteneyen mit seinen 46. B sen in 4. Herr! dein ist all Stárke, und alle Hülfe, Goth ist dein! Das preifen dein Werke, die deiner Kraft al lein sich freun. Wir auch e freun uns ihrer; Ihr Lol sey unfre Pflicht! O Bate o Regierer, wen hält, wer schüßt sie nicht? Du lebst du wirkst in allen; Dir dir vertrauen wir! Erhal ter, wer fann fallen, go tragen, Herr, von dir? Qumachti ger wir sin gen dir, und preis unendlich ist sie für und für, und groß deine Stårte; Was nie ein Mensch bes jedem Werke. greifen kann, bast du durch deine Macht gethan, Von Gottes Eigenschaften insbesondere. - than, und herrlich ausgeführet. 2. Vollkommen gut stand| drehen sich des Himmels fern und nah auf dein Ge. Sternen Heere. Nach deinem bott: Es werde! In seinem 2Billen beben sich und legen Pracht der Himmel da, in sich die Meere. Du leitest des ihrem Pracht die Erde. Du Gewitters Gang und dir ges sprichst und siehe, es ge- horcht mit Lobgesang der schicht und ohne Zahl find Donner in den Wolken. im Gebiet der Schöpfung deine Wunder. 7. Wohl denen, die am Herzen rein, auf deine Wuns den schauen! Wohl denen, die auf dich allein und nicht auf Menschen bauen. Sie stüßen sich auf deine Macht, fie wandeln froh und unverzagt, thun recht und scheuen Niemand. 45 3. Fallt nieder, Christen, fingt dem Gott durch den auch ihr geworden. Noch fol. get seinem Machtgebot der Weltbau aller Orten, von unser feinem ift er fern; Fallt nieder, Christen, singt dem Herrn! Er herrschet über alles. 4. Wir singen dir, Herr aller Welt, wir singen dir mit Freuden, dein Arm ists, der fie trågt und hålt vom Anbe. ginn der Zeiten. Erhalter deiner Welt zu sein kann nie: mand sonst, kannst du al lein. Sie hangt an deinem Willen. 5. Nicht durch ein blindes Ungefähr ist sie im Stand ge. blieben, du hast ihr, All, gewaltiger, Gesetze vorge, schrieben. Und sie bleibt ih, nen unterthan und weder Staub noch Sonne fann sich gegen dich empören. 6. Nach deiner Ordnung 8. O du, der aller Welt ge beut, vom Kleinsten bis zum Grösten. Gieb, daß fich deiner Herrlichkeit die Menschen alle trösten. Erhör uns Gott, Allmächtiger, und laß auf Erden immermehr, was du gebeutst, geschehen. 9. Vor deinem Aug gelo. ben wir, Gehorsam deinem Willen, wir können doch nichts bessers hier als dein Gebott erfüllen, auch uns schließt deine Allmacht ein, mit Leib und Seele sind wir dein, dein Volk und deine Knechte. 10. Und thun wir stets nach deinem Wort, so bist du uns zur Seiten, bist unfre Burg Von Gottes Eigenschaften insbesondere. 46 Burg und unser Hort in als len Fährlichkeiten; Denn du verläßt die Deinen nie, du schüßest sie und rettest sie mit starker Hand vom Uebel. 11. Drum singen wir mit Mund und Herz und preisen deine Stärke, und mit uns preist dich allerwärts die Menge deiner Werke. Dir, Herrlicher! ist Niemand gleich; Dein ist die Macht! Dein ist bas Reich in alle Ewigkeiten. 6. Von der Weisheit Gottes. Mel. Nro. 11. O könnt ich dich, mein 2c. u weiser Schöpfer kommen, so triumphirt dein hoher Rath. Den besten Zwed wählt dein Verstand, die in 5. Die Menge so verschied ner Willen, wo jeder seinen Weg fich wählt, muß doch den deinen bloß erfüllen, det feines Zieles nie verfehlt. Det aller Feinde stolzen Wahn all Unvernunft beschamen fann. 6. Weisheit! decke mei ner Seele des Eigendünkell Thorheit auf, damit sie dich zum Leitstern wähle in ihrem sonst verwirrten Lauf. 30 weiß den Weg zur Wohlfahrt nicht, ach gönne mir dein fichres Licht! 47. alles weiß, erkennt, versteht: Nichts ist so groß, nichts so geringe, daß nicht nach dei ner Ordnung geht! Denn der Geschöpfen ganzem Chor schreibst du Maas, Ziel und Regeln vor. 2. Die vielen wundervols Jen Werke, die unsern Augen fern und nah, stehn alle, wie durch deine Stärke, so auch Durch deine Weisheit da. Unendlich, Herr! ist dein Berstand; der ganze Welt bau machts bekannt. 3. Mit eben diesen Meis fterhånden, mit welchen du die Welt gemacht, regierst du auch an allen Enden, was dein Verstand hervorgebracht Du brauchst, o unerschaffnes Licht! Der Menschen Rath und Beystand nicht. 4. Was du zu thun dir vorgenommen, das kommt unfehlbar auch zur That. Mel. Nro. 2. Mit Singen dich zu zc. ch lobe dich, und pro Wenn tausend spinderniffe 48. Jie bich, in ott allein Du hast mich durd mein ganzes Leben bishe aufs weiseste geführt. Ja dir muß ich die Ehre geben daß du aufs Beste mich ro giert. Leit ferner mich durd Welt und Zeit bis zu de frohen Ewigkeit! Von Gottes Eigenschaften insbesondere. 47 allein. Wer ist, wie du, so daß sie den Blizz gebiert, daß weise? Verstand und Rath ist dein. Erwecke meinen Geist, in allen deinen Wer. ten die Weisheit zu bemerken, die auch der Engel preist. sie den Wind verbreitet, den Schall zum Ohre führt, Den leichten Vogel hebt, den schnellen Fisch zum schwims men, und unsers Mundes Stimmen zu deinem Ruhm belebt? 2. Wohin mein, Auge bli cket, feh ich, wie deine Hand verbindet, ordnet, schmůcket, was erst durch sie entstand. Sie schaffet, fie erhält, zu segnen, zu ergößen, nach herrlichen Gesetzen, den wei. ten Bau der Welt. 7. Wer hob, o Gott, die Erde aus deinem Meer hers aus, theilt, daß fie fruchts bar werde, so gleich die Was ser aus? Wer sammelt sie? Wer bricht die Flüsse, wann sie schwellen? Spricht zu des Meeres Wellen: Hieher und weiter nicht! 3. Du giengst in lichten Fernen, hoch über uns hin. auf, die Sonne mit den Sternen, uns zu erleuchten, auf. Da hänget sie an nichts, in unermeßne Weiten ihr Wohlthun zu verbreiten; Ein Schatten deines Lichts. 4. Wer hält im Gleichgewichte so groffer Körper Last? Wie schwimmt die Welt im Lichte, das du geschaffen hast? Wer weist die rechte Bahn den mächt'gen Himmelshee. ren, zum Wohl, nicht zum Zerstören, in sichrer Ord. nung an? 5. Wer rief uns zu umge. ben der Luft, die alles trågt? Durch sie hat alles Leben, und alles wird bewegt. Da sammlen Dünfte sich, und werden Thau und Regen, und Fruchtbarkeit und Segen für 49. Unerforschlich sey mir Pflanzen, Thier und mich. 6. Wer hat sie so bereitet, immer meines Gots tes Weg und Rath, und die Nacht sey ohne Schimmer& Die 9. Wer hat den Wald ges pflanzet? Wer ruft das Gras heraus? Giebt Korn und Most? Wer schanzet Gebirg an Thalern auf? Wer schmückt sie überall? Wer gråbt dem Feuer Schlünde, legt in der Tiefe Gründe, den Marmor, das Metall. 9. Herr, deine Weisheit schmücket, bereichert, und erhält, nährt, segnet, schüßt, beglücket die Lebenvolle Welt. Sie rühme mein Gesang! Ich finge dir und preise dich Gott, denn du bist weise; O bringt ihm alle Dant! Mel. Nro. 179. Komm, o fomm, du Geist. Univ.- Bibl. Giessen een 48 Von Gottes Eigenschaften insbesondere. die mich hier umschattet hat;| meine Lüfte seßen? Sinnen, Doch ist alles, was er thut, wie's auch scheine, weis' und gut. 2. Sollt ich das von Gott nur loben, wo ich Rath und Weisheit seh? Jsts nicht ein Geschenk von oben, wann ich seinen Weg versteh? Frevelt der nicht, welcher flagt, daß ihm Gott mehr Licht versagt? 3. Sollt ein Vater unter lassen, was dem Kinde Thor heit ist? Kühner Tadler! Engel faffen das, wo du im Dunkeln bist. Hier sollst du dem Herrn vertraun, glau. ben, noch nicht völlig schaun. 4. Sollt er zur Regiererinnen seiner Werte, seiner Welt, 7. Von der Mel. Nro. 105. Wie herrlich strahlt der zc. 50. Gott, deffen starke Hand die Welt er schaffen hat, und noch erhält, ich sehe deine Güte; ich sehe fie und werd entzückt, wo hin auch nur mein Auge blickt. Sobald ich mein Ge. müthe auf dich, Schöpfer, achtsam lenke, und dich dens te, find ich Armer, dich als Vater und Erbarmer. ordnen, thun, was mir ges fällt? Wohl uns, wenn e nie gewährt, was ein tho richt Herz begehrt. 5. Hier in meinem Pilger stande sey mein Theil Zufrie denheit! Dort in meinem Baterlande wohnt die wahre Seligkeit. Führt mein Gang zum Himmel ein, mag# immer dunkel seyu! 6. Wenn du auch auf raw | hen Wegen wandelst, ach so tlage nicht; Was hier schmer zet, wird dort Segen, was hier Nacht ist, wird dort Licht, und ich faß erst Got tes Sinn, wann ich gan vollendet bin. Güte Gottes. 2. Seh ich, so weit mein Auge reicht, gen Himmel, so entdeck ich leicht die Spuren deiner Güte. Der HimmelsKörper Lauf und Pracht, das Sternenbeer, das du ge macht, erwecket mein Gemüs the, großer Schöpfer, dich zu singen, dir zu bringen Ehr und Stärke. Groß sind deiner Hände Werke! 3. In Ungewittern, Sturm und Wind, die deiner Al macht Diener sind, entded ich deine Güte. Das Feuer/ wie der Wasser Grund, macht deine grosse Liebe fund. Mit fröhlichem Gemüthe will ich täglich darauf achten, und betrachten deine Werte, rüb men deine Huld und Stärke 4. Dein Erdreich, Gott, das jedermann giebt Brod und Von Gottes Eigenschaften insbesondere. -49 und Freuden, seh ich an, und Zeit zu dir, o Herr der und schmecke deine Güte. Herrlichkeit! durch deine Ich rieche, fühl, und höre groffe Liebe. Auf dich las sie in Feld und Wald, ich mich in allem fehn, für jedes sehe sie in aller Fluren Blü- Gute dich erhöhn. Belebe the. Von dir zeugen alle meine Triebe, O mein Vas Dinge, so geringe sie mir tet! Dir in allem zu gefal scheinen: Wie im Groffen, len, dir zu leben sey mein so im Kleinen. einziges Bestreben. 5. zeuch mich über Welt 51. Wie groß ist des All macht' gen Gute! Ift. Der mit ver te Ge müthe den der ein Mensch, den sie nicht rührt! Nein Dank er stickt, der ihr gebührt! shif 街 Seine Lie be zu er mes sen, sey ewig meine größ te Pflicht. Der Herr hat mein noch nie LEEEEEE! ver gef sen, vergiß, mein Herz! auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunder, dem Geiste neue Kraft? Wer bar bereitet? Der Gott, der läßt mich so viel Glück genies meiner nicht bedarf. Wer hat sen? Jsts nicht der Herr, mit Langmuth mich geleitet? der alles schafft? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Feie den im Gewissen, wer giebt 3. Blick, o mein Geist, in ienes Leben, für welches du erschaffen bist, wo du, mit Herrs २५० Von Gottes Eigenschaften insbesondere. Herrlichkeit umgeben, Gott| ganz Liebe seyn, wie Er. So ewig sehn wirft, wie er ist. lang ich dieß Gebot erfülle, Du hast ein Recht zu diesen Freuden, durch Gottes Güte find fie dein. Sich, darum mußte Christus leiden, da. mit du tönntest feelig seyn. stell ich sein Bildniß in mir her; Lebt seine Lieb in mei ner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachheit feh le, herrscht doch in mir di Sünde nicht. 4. Und diesen Gott follt ich nicht ehren? Und seine Güte nicht verstehn? Er soll te rufen, ich nicht hören? Den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz geschrieben, fein Wort bestårtt ihn ewiglich. Gott soll ich über alles lie. ben, und meinen Nächsten so wie mich. 5. Dieß ist mein Dank, dieß ist sein Wille: ich soll Aus dem 6. O Gott laß deine Güt und Liebe mir immerdar vo Augen seyn! Sie stårk in mir die guten Triebe, mei ganzes Leben dir zu weihn; Sie tröste mich in Noth und Schmerzen, regier mich auf dem Pfad des Glücks, un sie besieg in meinem Herze die Furcht des letzten Augen blicks. 33 36 Psalm. Mel. Nro. II. Otönnt ich dich, mein tc. 3. Mit heilig freudigen Gemüthe, erheb ich, Got 52. So weit, Herr, deine der Gnade, dich. Wie theur Himmel ist reicht deine Huld, die uns er hålt. Es werden Berg und Hügel weichen, eh deine Gna, de wankt und fällt. Gleich mächtigen Gebirgen steht die Heiligkeit die dich erhöht. Wit liebst du uns so väterlich Daß Menschen ohne Furd und Graun im Schatte deiner Flügel traun. 2. Gott, dir ist kein Ges schöpf verborgen, teins ist vor dir gering geacht't. Du würdigst jedes deiner Sor. gen, und bift auf aller Wohl bedacht. Vom Menschen bis auf jedes Thier; danft alles feine Wohlfarth dir. 4. Mit welchem reiche Ueberfluffe erfüüst du dein Welt durchaus! Du theil ihn allen zum Genusse, un zum Vergnügen reichlich aus Herr, unsers Lebens Quel fließt aus dir, der du da Leben bist. s. O ewig weiser Gott wir schauen in deinem Licht nur Von Gottes Eigenschaften insbesondere. SI nur das Licht, Entzeuch doch| Gott, deine Huld sey über denen, die dir trauen, dein die, die dich verehren! Schüs gnadenvolles Antlit nicht! Be fie! 53. Wie vie le Freuden dank ich dir, und wie viel Sünden hast du mir die du mir, Herr, verliehen! aus Gna den schon verziehen! EEEEEE O Gott voll Lang muth und Ge duld! noch tåg lich hauf ich meine Schuld, und deine Lie be wah ret. 2. Bedenk ich, Schöpfer, I thuft, soll dein Glück ewig deine Macht, blick ich in jene Ferne, und überschau des Himmels Pracht, die Sonne, Mond, und Sterne; So bet ich dich voll Ehrfurcht an. Was ist der Mensch, ruf ich alsdann, daß du dich sein erbarmest! dauren. 4. Wenn ich erwache, denk ich dein, und wenn ich schlas fen gebe, denn du, mein Bater fannst verleihn, was ich tindlich sehe. Drum feufz ich glaubensvoll zu dir: Here! was mir nuset, schen. te mir, um deiner Güte Willen! die Mel. Nro. 45. 3. Dein Auge schaut auf ihn herab, so geht er nicht verlohren. Nicht für Welt, nicht für das Grab ist er allein gebohren. Die Welt vergeht mit ihrer Lust: wenn du den Willen Gottes 54. Gott, du bist die Kommt, Kommt, den 2c. Liebe! allein zum D 2 Wohl Von Gottes Eigenschaften insbesondere. Woblthun hast du Luft. Drum| Du weißt, was uns gebricht, preist mit frohem Triebe dich und was wir nöthig haben, unfre Dankerfüllte Brust. versagst du, Gott, uns nicht. Ganz ohne alle Gränzen ist Wie sind doch unfre Tage deine Gutigkeit, so weit die von deinem Wohlthun voll! Himmel glänzen, übst du Selbst ihre Last und Plage Barmherzigkeit. Du siehst lenkst du zu unserm Wohl. mit Wohlgefallen auf das, was du gemacht, nud hast auch uns, uns allen viel Gutes zugedacht. 2. Uns ewig zu beglücken erschufst du uns und deine Welt, die hier schon zum Ent: zücken, so viele Wunder in fich hålt. Noch größrer Güte Proben, hat für uns deine Hand im Himmel aufgehoben, der Wonne Vaterland. Dahin uns zu erheben, fandtst du den Sohn herab, der huldreich selbst sein Leben für uns Berlohrne gab. 3. Wie groß ist deine Gna, de! wer ist so reich an Huld als du? Auch auf dem Sün. denpfade siebst du uns vol ler Langmuth zu. Dulockest uns zur Buße, und fallen wir gebeugt voll Reue dir zu Fusse, voll Reu, die Befrung zeugt, so schenfest du uns Armen auch Theil an deiner Huld, und tilgest aus Erbar. men die ganze Sündenschuld. 4. Mit jedem neuen Mor. gen ist immer deine Güte neu, du kommest unsern Sorgen zuvor mit deiner Batertreu, Du, Ursprung aller Gaben! 5. Wer sollte dich nicht lieben? Du hast uns ja zu erst geliebt, und bist stets treu geblieben, was wir auch gegen dich verübt. Mit Gna, de uns zu seegnen ist ewig deine Lust: Mit Dank dir zu begegnen, sey stets auch unsre Lust! Zu ehren deinen Willen! uns selbst zum Glück und Heil, ihn freudig zu er füllen, sey unser bestes Theil! 6. Wer hier auf seinen We gen dein Wort vor Augen hat und hält, den setzest du zum Seegen schon hier, noch mehr in jener Welt. Du schafft ihm selbst aus Leiden den herrlichsten Gewinn, und führest ihn zu Freuden, die ewig währen, hin. Wie groß ist deine Güte! Mich ihrer stets zu freun, laß, Gott, auch mein Gemüthe voll Lie be zu dir seyn. Mel. Nro. 45. Kommt, kommt, den ic. die 55. Mit fröhlichem Ge ihr Christo angehört, dankt Gott, daß seine Güte, so wie fein Leben, ewig währt. Nach so viel tausend Jahren, die durch sunkina Von Gottes Eigenschaften insbesondre. 53 durch sie alle reich an frohen| droben bis zu des Staubs Seegen waren, bleibt sie sich immer gleich. Nie hört sie auf zu forgen, und forget immer treu; Sie wird mit jedem Morgen an den Geschöpfen neu. Gewürm hinab. Von so viel Kreaturen läßt sie nicht eine leer, und ihre Seegens Spus ren verbreitet sie umher. Und, wie sie von Entzücken stets für den Himmel quoll, ift auch wohin wir blicken, von ihr der Erdkreis voll. 2. Sie reicht durch Erd und Himmel, um was da lebet, zu erfreun, Welch fröh. liches Gewimmel in ihrem milden Sonnenschein! Vor ihren heitern Stralen, wo fie hervorbricht, fliehn auch bange finstre Qualen, wie leichte Wolfen hin. Wer zählt die Millionen, die fie erwärmt und nährt? so weit nur Wesen wohnen, hat sie auch sich verklärt. 3. Süß ist das Licht der Sonne, das täglich jedes Aug entzückt: Weit süßer ist die Wonne, womit uns Got. tes Gut erquickt. Erfreulich ist das Leben, und schauervoll der Tod; Doch besser noch als Leben, ist deine Gü, te, Gott. Wie ist sie uns so theuer! Sie, fie verläßt uns nie. Was ist wohl milder, treuer, und tröstender als sie? 4. Wer wollte sie nicht lo: ben? Sie, die doch allen als les gab, vom hohen Seraph s. 3u ihrem Lob erwecke vor allen du dein Herz, o Christ komm her, und sich, und schmecke, wie freundlich, Gott, dein Vater ist! Auf! Seinen Ruhm erzähle dein frommes Saitenspiel, deine ganze Seele sey brunnst und Gefühl! Von feiner Gute fage, wie treu sie für uns wacht, ein Tag dem andern Tage, die Nacht, der nächsten Nacht. und Inns 6. Wir sind viel zu geringe der Treu, die du an uns ges than! Wir schaun die groß fen Dinge, Erbarmer, mit Bewundrung an. Du schenkst den Sohn uns Sündern, ers löseft uns durch ihn, wählest uns zu Kindern, willst selbst uns zu dir ziehn. Auf! Da in Jefu Namen ihm unsrr Lob gefällt; Lob. singt ihm! Amen! Amen? Sein Lob füll alle Welt. ets 8. Von der Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes. Mel. Nro. 438. Freue dich, o meine ic. 56. Gott, vor dessen An. die reinste Wahrheit quillt s ner Wandel gilt! Ew'ges Licht aus deffen Lichte stets gesichte nur reis Deine 54 Von Gottes Eigenschaften insbesondere. werde stets von uns gescheut! unsern Geist regiere, und zu Laß sie uns doch kräftig drin allem Guten führe. gen, nach der Heiligung zu ringen. 2. Heilig ist dein ganzes Wesen, und fein Böses ist an dir. Ewig bist du so gewe. fen, und so bleibst du für und für. Was dein Wille wählt und thut, ist unstråflich, recht und gut, und mit deines Armes Stärke wirkst du stets vollkommne Werke. 6. Keiner fündlichen Bea gierde bleibe unserz Herz ge weiht! Unsers Wandels größte Zierde sey bewährte Helligkeit. Mach uns deinem Bilde gleich! Denn zu deis nem Himmelreich wirst du, Herr, nur die erheben, die im Glauben heilig leben. Mel. Nro. 291. O Gott, du frommer ic. 57. Was bös ist, haffest du, du findest nur Gefallen an dem, was gut ist, Gott; Auch schenkest du uns allen Erkenntniß deines Rechts, Gefühl und Last das zu; Berabscheun sollten wir, was schändlich ist, wie du. 2. Denn du bist heilig, Herr! Das lehrt mich das Gewissen. Den Sünder schreckt es selbst in seinen Finsternisfen. Wenn ihn kein Richter straft, so tlagts, so fündigts dann Gericht und Untergang dem Uebertretter an. 3. Herr, du willst, daß deine Kinder deinem Bilde ähnlich seyn. Nie besteht vor dir der Sünder, denn du bist vollkommen rein. Du bist nur der Frommen Freund, Uebelthätern bist du feind. Wer beharrt in seinen Sünden, kann vor tann vor dir nicht Gnade finden. 4. O so laß uns nicht ver: scherzen, was dein Rath uns zugedacht. Schaff in uns, Gott, reine Herzen! Tódt in uns der Sünden Macht! Unfre Schwachheit ist dir; Wie so leichte fallen wir! Und wer kann sie alle zählen, die Gebrechen unsrer Seelen? vor 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn dahin. O, so reinige vom Bösen durch ihn unsern gan. zen Sinn. Gieb uns, wie du selbst verheißt, gieb uns Deinen guten Geist, daß er 3. Auch, wenns noch Fried ist, bebt sein Herz doch was er höret, erschreckt ihn, weil er dich und dein Gesetz ents ehret. Er fürchtet überall der Miffethäter Lohn, und meynt, der Rächer sey ers wacht, und straf ihn schon. 4. Bedrängt von Furcht und Angst, die, die, wie ein Sturm 55 Von Gottes Eigenschaften insbesondere. Sturm, ihn treiben, arbeitet| Wer kann mich nun befreyen? er umsonst, fein Herz zu über. Wer deines Rechts Gefühl in täuben. Ach, überall ver, meiner Seel erneuen? Wer folgt, wo kein Verfolger ist, o mein Gott; als du? So ihn selbst sein eignes Herz, mache mich dann rein! Laß weil du sein Richter bist. Leib und Seele dir, nur die geheiligt seyn! 10. Laß mich das Böse stets- verabscheun und verach. ten! Laß auf der Tugend Ruf und dein Geseß mich achten! Mich mein Gewissen nie verwunden dir getreu; Gott Damit ich ruhig, und dir gefällig sey. 5. Wer fromm ist, fühlt durch dich Zufriedenheit und Ruhe, wenn ihm sein Herz bezeugt, das er was recht ist, thue. Mit innrer Lust be. lobnts ihm jede gute That; Selbst leidend freut er sich, daß er gehorchet hat. 6. Wer schützte so das Glück des menschlichen Ge schlechtes durch unser eignes Herz durch sein Gefühl des Rechtes? Wer schreckt des Sünders Troß? Wer giebt der Tugend Ruh, auch wenn fie leiden muß? Du thusts, Vergelter, du! 7. Preis dir, dem Heili. gen! Preis dir, denn dir gefallen nur die, die heilig sind. Drum schenktest du uns allen Erkenntniß deines Rechts, Gefühl und Lust da zu: Denn haffen sollten wir, was strafbar ist, wie du. 8. Doch wir vergessens oft; Denn schon vom ersten Falle durch einen Menschen tam die Luft zur Sünd auf alle. Von ihr gelocket, fühl auch ich in meiner Brust zu ihr mehr Hang und Trieb, als an der Tugend Lust. 9. Ach, ich elender Mensch Mel. Nro. 269. Gerechter Gott! Vor 2c. 58. Gott, du bist heilig und gerecht in als len deinen Wegen, vor dir bleibt nicht ein böser Knecht, den Frommen krönt dein Seegen. Auf ihm ruht deine Bas terhuld, der Böse tråget feis ne Schuld, ihn treffen deine Strafen. 2. Du bist der Richter aller Welt; nach heiligen Geseza zen, die deine Weisheit vests gestellt, must du die Mens sehen schätzen; Must Uebers trettern Strafe dráun, und wenn sie sich vor dir nicht scheun, die Strafen auch volls ziehen. 3. O Herr, dein heiliges Gericht entdeckt sich schon auf Erden. Du läsfest, fürch ten wir dich nicht, uns hier schon inne werden, daß du auf 56 Von Gottes Eigenschaften insbesondere. bist, auf unfre Thaten siehst, und auch zur Heiligung oft deine ein gerechter Richter schwachen Kinder! Wohl das Böse heimzusuchen. dem, der deinen Willen lernt, und sich vom Sündenpfad entfernt, und deiner Zucht gehorchet! 4. Es flagt uns das Gewissen an, wann wir dir wi. derstreben, und sagt uns, daß wir misgethan durch unfer böses Leben. Es raubet und die innre Ruh, und spricht uns, Herr, die Strafe zu, die wir verdienet haben. 7. Den aber trift dein Zorngericht, das ohn Aufhö, ren währet, der in der Zeit der Gnade nicht sich recht zu dir befehret. Er hat versäumt sein ewig Heil, drum wird er dort, Herr, keinen Theil an deinem Himmel haben. s. Oft strafft du hier den Sünder schon für seine böse Thaten, und läsfest ihn in Schmach und Hohn, und ans dre Noth gerathen. Hat ihn der Sünden Luft erfreut, fo| dein Drduen; so gieb denn, muß er auch das Herzenleid, das sie gebiert, empfinden. 8. Herr, dieß bezeugt dein flares Wort; wahrhaftig ist. daß wir immerfort den Weg der Sünde scheuen. Erbarm dich unser allesamt, daß nie. mand unter uns verdammt, und jeder seelig werde. und Treue Gottes. 6. Jedoch o Herr, zur Besserung strafft du noch hier die Sünder, und züchtigst 9. Von der Wahrhaftigkeit Mel. Nro. 11. O könnt ich dich, mein 2c. noch nie hast du dein Wort gebrochen, nie deinen Bund, o Gott, 3. Und wie du das unfehl verlegt; Du hältst getreu, bar giebest, was deine Huld was du versprochen, voll uns zugedacht; So wird führst, was du dir vorge, fest. Wenn Erd und Hims mel auch vergehn, bleibt ewig doch dein Wort bestehn. du versprichst, zur That. Scheint die Erfüllung gleich noch weit, so kommt sie doch zu rechter Zeit. 59. nod wann du Vergeltung übest, dein Drohwort auch gewiß vollbracht. Wer dich, o Gott, beharrlich haft, fühlt deis ner Strafen schwere Last. 2. Du bist kein Mensch, daß dich gereue, was uns 4. O drücke dieß tief in Dein Wort verheiffen hat.| mein Herze, daß es vor Nach deiner Macht, nach Deiner Treue bringst du was deinem Wort sich scheut. Gieb, daß ich nie leichtsinnig scherze Von Gottes Eigenschaften insbesondere. 57 scherze mit deiner Strafge. vest. Wohl dem, der sich rechtigkeit! Nie werde das auf dich verläßt! von mir gewagt, was dein Befehl mir untersagt. 6. Gieb, Herr, daß ich die Wahrheit liebe, und allen meinen Pflichten treu nie jemand durch Betrug betrů. be, entfernt von List und Heucheley! Dann bin ich auch des Gottes Kind, dem Treu und Wahrheit heilig 5. Doch laß mich auch mit vestem Glauben dem Worte deiner Gnade traun. Wer tann den Trost uns jemals rauben, den wir auf dein Versprechen baun? Du bist ein Fels, dein Bund steht sind. 60. Weicht ihr Ber ge! fallt, ihr Hu gel! ses Sie gel: tes 31 Berg und Fel sen stür zet ein! Laßt den Sie soll vest und e wig seyn. Weltkreis un ter gehn! Got tes Gna de muß 三 be stehn. 2. Gott hat mir ein Wort| ewig sich gestellt. Ist die gesprochen, seinen Bund mit Welt voll Heucheley, Gott mir gemacht, der wird nim. mermehr gebrochen, bis er alles hat vollbracht. Erd und Himmel mag vergehn, was er zusagt, muß geschehn. 3. Seine Gnade soll nicht weichen, wenn, gleich alles bricht und fällt; Sie soll ihren Zweck erreichen, den sie ist fromm, gut und getreu. 4. Draut die Welt mir, mich zu haffen, und verfolgt mich, weil ich mich immer auf den Herrn verlassen, er ers barmt doch meiner sich; Denn er bleibet immerdar was er ist, und was er war. 5. Scheint auch er mich nicht 58 Von Gottes Eigenschaften insbesondere. nicht zu achten, und verstellt| Erbarmer, so hat er sich selbst fein Angesicht, läßt mich rufen, läßt mich schmachten so vergißt er mich doch nicht; Denn er bleibet immerdar was er ist und was er war. genennt. Welch ein Trost! Nun werd ich Armer nimmers mehr von ihm getrennt. Er will meine Zusucht seyn. Kann Gott sich verläugnen: Nein! 6. Er will Friede mit mir halten, wenn sich schon die Welt emport: Ihre Liebe mag erkalten, bleib ich mei. nem Gott nur werth. Er, der meinen Kummer stillt, bleibt mir immer Sonn und Schild. 7. Er, der Herr ist mein 8. Nun so foll mein ganz Vertrauen unbeweglich auf ihm ruhn, Felsen will ich auf ihn bauen; Was er sagt, das wird er thun, Erd und Himmel kann vergehn, doch sein Bund bleibt ewig stehn. 10. Von der Geduld Mel. Nro. 6. Lobfinget Gott, und zc. 61. Getreuer Gott! Wie und Langmuth Gottes. 13eit die erste Welt mit Gů. tigkeit, eh sie die Fluth vers heerte! viel Gedult erzei. 3. So giebst du Sündern gest du uns Armen! Wir Zeit und Raum, der Strafe häufen täglich unsere Schuld, zu entgehen, du låst den un du häufest dein Erbarmen. fruchtbaren Baum nicht oh, Was ist des Menschen Lene Pflege stehen, du wartest benslauf! Er ist verderbt von Jugend auf, sein Sinn ist dir entgegen: Und gleich wohl, Vater, suchst du ihn von seinen Sünden abzu. zichn, zur Beg'rung zu be wegen. sein, du suchest Frucht, und wenn du gleich umsonst ge fucht, hörst du nicht auf zu bauen. Du schonest sein von Jahr zu Jahr, dein Vaters herz hofft immerdar noch Frucht von ihm zu schauen. 2. Der Menschen Elend jammert dich, Selbst, wann sie sich verstocken, willst du fie dennoch väterlich durch Gute zu dir locken. Wie lan. ge sahst und riefest du nicht ehmals deinem Volfe zu, daß sich ihr Herz bekehrte! Wie trugst du nicht so lange 4. Allgütiger! So groffe Huld bezeugt du frechen Sündern, und wie viel Nach, sicht und Geduld hast du mit deinen Kindern! Sie werd den ja, weil Fleisch und Welt hier ihnen häufig Netze stellt, oft ficher, matt und trage. Sie straucheln und vergehn, sich, Von Gottes Eigenschaften insbesondere. fich, und fehlen oftmals wi, grimschaft Sieg, Ruhe, der dich auf falsch gewähl. Freud und Leben. tem Wege. 6. Laß diese Langmuth und Gednit, Gott, unfre s. Du lockeft sie aus der Herzen rühren, nie müsſe Gefahr, so oft fie irre gehen, deine Baterhuld zur Sicherreicht ihnen Hand und heit uns führen. Trag uns Stärke dar, von Sünden erbarmend fernerhin; Doch aufzustehen. Du trågest fie gieb uns auch dabey den mit Baterhuld, bist willig Sinn, daß wir die Sünde ihre Sündenschuld durch haffen; und uns noch in der Christum zu vergeben; Giebst Gnadenzeit den Reichthum ihnen neue Glaubenskraft, deiner Gütigkeit zur Buße und nach vollbrachter Pils leiten lassen. 62. Jauchzt unserm Gott! Er ist von groffer Güte, barmherzig und von duldendem Ge müthe. Er zörnt nicht ewig, will mit sei. nen Knechten nicht ewig rechten. 2. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden, und läßt verschonend uns das nicht empfinden, was wir weil wir ihm unser Herz nicht gaben, verschuldet has ben. 3. Hoch ist der Himmel über seiner Erde; So groß 59 ist auch, daß er geliebet wers de, die Huld des Herrn bey denen, die ihn lieben, und Gutes üben. 4. So zärtlich sich ein Bater seiner Kinder erbarmet, so erbarmt sich Gott der Sünder, wenn sie von Hers 60 Von Gottes Eigenschaften insbesondere. zen sich zu ihm bekehren, ihm| tes jedem, der ihn ehret. Ach! Treue schwören. Leite denn auch mich nad deinem Pfade, du Gott de Gnade! 5. Er schlägt und heilt, verwundet, låst genesen, er weiß, der Mensch ist ein zer. brechlich Wesen. Er denkt daran, daß das Geschöpf aus Erde doch Asche werde. 7. So werd ich ewig dei ner Huld geniessen, so wird mein Leben fanft vor dir ver flieffen, so werd ich dor mit allen Engelchören did fröhlich ehren. 6. Von Ewigkeit zu Ewigkeiten währet die Güte Got III. Von der Mel. Nro. 36. Allmächtiger, wir singen zc. 63. Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für alle wacht, anbetend überlege, so weiß ich, von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich erheben foll, mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge ficht, wo. hin es blickt, die Wunder 5. Des Menschen Leib, den deiner Werke. Der Himmel,| deine Hand so wunderba prachtig ausgeschmückt, bereitet; Des Mensche preist dich, du Gott der Geist, den sein Verstand, die Stärke! Wer hat die Sonn zu erkennen, leitet; Det an ihm erhöht? Wer kleidet Mensch, der sichtbarn Schöp sie mit Majestät? Wer ruft fung Breiß, ist sich der flo dem Heer der Sterne? reste Beweis von deiner Güt und Gröffe. 6. Erheb ihn ewig, o mei Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sey go preist, und alle Welt fag: Amen! Und alle Welt eht Gott den Herrn, und hoff auf ihn, und dien ihm gern 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel reqnen? Wer schließt den Schooß der Er. den auf, mit Vorrath uns zu seegnen? O Gott der Macht und Herrlichkeit! Gott deine Güte reicht so Schöpfung. weit, als nur die Wolken gehen. 4. Dich predigt Sonnen schein und Sturm, dich preif der Sand am Meere. Bringt ruft auch der geringst Wurm: Bringt meinen Schöpfer Ehre! Mich, ruf der Baum in seiner Pracht mich, ruft die Saat, hal Gott gemacht; Bringt un serm Schåpfer Ehre! Von der Schöpfung. 61 gern! Wer wollte Gottfter Herr Zebaoth! Dein Lob nicht dienen? Mel. Nro. 1. verkündigt zwar die Erde, doch herrlicher noch, reicher Gott verkündiget der Hims mel Pracht, die Gröffe deis Mein Herz, ermuntre zc. 64. Gott, den alle Hims ner Schöpfersmacht. mel ehren, von dir kommt aller Himmel Pracht. Was wir nur Schönes fehn und hören, hat deine Hand allein gemacht. An deine Weisheit, an dein Licht reicht aller Menschen Denken nicht. 5. Aus dir, du Quelle alles Lichtes, fließt auch der Sons ne feurig Meer. Ja, groffer Schöpfer des Gesichtes, von dir kommt auch das Wunder her, daß mir die Schönheit dieser Welt so strahlend in 2. Du bists, der alle Thiere| die Augen fällt. weidet, Insekten ihre Zierde schenkt: Du bists, der Berg und Thaler fleidet, und sie mit ihrem Schmuck behängt. Du bist es, der durch seine Kraft im Frühling alles neu erschafft. 6. Was lehrt das Heer von tausend Sternen, das selbst die Nacht so reizend macht? Bon ihnen soll ich hier schon lernen, wie groß, o Schöpfer, o Schöpfer, deine Pracht. Gott, du bist nichts als Heis terkeit, nur Licht und Strah len sind dein Kleid. 3. Daß Kraut und Pflanzen sich verjüngen, und alles neues Leben fühlt, daß alle 7. Ach Schöpfer, heil'ge Bäume Blüthen bringen, das mein Gesichte, wann ich so Feld mit tausend Farben voll Verwundrung steh, daß spielt, das fließt allein aus| ich in deines Geistes Lichte deiner Gnad, die unsre Welt allein auf dich, den Ursprung, gezieret hat. i feh. Ach, reinige selbst meine Brust von jeder bösen Sündenlust. 4. So viel vermag dein mächtig: Werde! Erhaben 65. BE Him mel, Er de, Luft und Meer, zeuFEED gen von des Schöp fers Ehr, jauch zen Gott, den 62 Von der Schöpfung. dem Schöp fer, zu. Meine Seele, sing auch du! 2. Ibn erhebt das Son| ne? Woher der Thiere größ nenlicht, wann es durch die Wolken bricht; auch der Sterne Lauf und Bracht lobt ihn in der stillen Nacht. 3. Seht, wie er das Land beglückt, und mit reichem Seegen schmückt! Jedes Kraut, und jedes Thier ist ein Zeuge, Gott, von dir. 4. Seht, der Vögel mun. tres Chor singt und jauchzt zu ihm empor! Ihn verkündigt überall seines Donners| lauter Schall. 205. Seine starke Schöpfer: hand macht das weite Meer bekannt. Auf sein Droben schweigt vor ihm selbst der Wellen Ungestumm. 6. Ach, mein Gott, wie sichtbarlich zeigst du meiner Seele dich. Drück es tief in meinen Sinn, was du bist, und was ich bin. Mel. Nro. 46. Allmächtiger wir singen zc. 66. Wer machte diese ganze Welt, das Nahe und das Ferne? Wer hat am Himmel hingestellt die Sonne, Mond und Ster. Zahl? Wer machte Felder, Berg und Thal, und Bay me, Frucht und Blumen? 2. Wer goß das Wasse reichlich aus in Brunnen Bächen, Seeen? Wer streut im Winter Flocken aus? We heist die Binde wehen? We gießt den Regen auf die Au Wer führt die Wolken, trop felt Thau auf Wiesen, Feb der, Reben? 3. Das alles, alles, groj und klein, ist dein Werk, U sichtbarer! Du bist der erste bist allein der Schöpfer un Bewahrer, Durch dein Macht, auf dein Gebot bi ich, ist alles, bester Gott Durch dich ist alles worden. 4. Von dir ist alles, wal ich hab, ohn ihn kann nicht geschehen: Der Gott, der len Augen gab, muß alles alles sehen. Sein ist d Welt, auch ich bin sein, nicht ist zu groß, nichts ist zu klein daß er nicht dafür sorge. 5. Du Gott, weist alles was ich thu, siehst mich a jedem Orte; selbst was i denke, Von der Schöpfung. denke, fichest du, hörst al.| lich werde, schuf Gott die le meine Worte. sichtbares Angesicht sieht mich im Dunklen, wie beim Licht, bei Nacht, als wie bei Tage. Dein un. prächtige Natur, den Hims mel und die Erde. Ibm der uns wie ein Vater liebt, und allen alles Gute giebt, ihm kann der Mensch nichts ges ben. 6. Wie gut, wie liebevoll du bist, seh ich, wohin ich blicke, weil alles gut und nüglich ist, und dient zu meinem Glücke. Luft, Sonne, Feld und Wald, und Thier, Milch, Korn und Wasser nüßen mir, und nützen allen Menschen. 7. Für sich nicht, für Geschöpfe nur, das jedes glück67. 8. Drum bin ich fröhlich, daß ich bin ein Zeuge seiner Güte. Ich danke Gott, und denk an ihn mit freudigem Gemüthe. Ich seh dich nicht, doch lieb ich dich, du schufft und du bewahrest mich zu immer größern Freuden. Die Him mel rüh men Got tes Eh re', 2283 ihr Schall pflanzt fei nen Namen fort. Ihn rühmt den Erdkreis, ihn die Meere; Vers nimm, o Mensch, ihr göttlich Wort! 2. Wer trägt die unzähl- 1 groffen Werke, die die Nas baren Sterne? Wer führt tur dir aufgestellt. Verkündie Sonn aus ihrem Zelt? digt Weisheit, Sie kommt, und leuchtet uns von ferne, und läuft den Weg, gleich als ein held. Ordnung Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt. 3. Vernimms, und sich die 4. Kannst du die unzählba, ren Heere der Wesen fühl, los 64 Von der Schöpfung. los wohl beschaun? Durch| ich voll Andacht überdenke wen ist alles? Gieb ihm dein Werk, die prachtige Na Ehre! Mir ruft der Herr, tur, fo ruft mir alles, alles follst du vertraun. zu: Wie groß ist Gott, wie klein bist du! Jeanie se mein ist der Himmel, mein die Erde, an meinen Werken kennst du mich. Ich werde seyn der ich seyn wer de, dein Gott und Vater ewiglich. 3. Herr Gott, wie groß is deine Liebe! Die Erd ist deis ner Güte voll. O gieb mir Deines Geistes Triebe, daß ich dich preise, wie ich soll! Nimm, was ich kann, und hab, und bin, zu deinem Dienste ewig hin! 6. Ich bins, voll Weis. heit und voll Güte, ein Gott der Ordnung, und dein Heil. Mich liebt mit findlichem Gemüthe, und nehmt an meiner Gnade Theil. s. Hilf, daß die Güter dieser Erden mich zu dir lo cen, Hochstes Gut! Daß sie mir nie zum Fallstrict wer O könnt ich dich mein Gott zc. den, erhalte mich auf steter Mel. Nro. 11. 68. Gott des Himmels Hut! Laß allen Misbrauch ferne feyn! Mein höchstes Gut sei du allein! und der Erden, der du allgegenwärtig bist, von Niemand kannst begriffen. werden, da Niemand dir verborgen ist! Ach, ziehe mich, mein Gott, zu dir! Und offenbare, dich in mir! 2. Wohiu ich Herz und Auge lente, da find ich dei ner Gottheit Spur. Wann 5. Hier ist mein Leben eine Neise, hier geht mein Weg zur andern Welt. O, macht du mich fromm und weise, daß ich hier thu, was dit gefällt. Nimm eudlich nach vollbrachtem Lauf mich, Gott, in deinen Himmel auf. IV. Von der göttlichen Vorsehung in Erhaltung und Regierung der Welt. 69. 117 11 Gott, dei ne wei se Macht er hält die gan ze lebenvol le Welt, und al ler Augen freuen H Von der göttlichen Vorsehung zc. freu en fich, und war ten sehn fuchts voll auf dich, auf dich, der du sie al le liebst, und al len ih re Spei se giebst. 2. Du öffnest deine Hand, wie ich. Bergiß es, meine fo fließt herab, was jedem Seele, nie! Weit mehr bin nöthig ist, mit Wohlgefallen ich vor Gott, als fie. fåttigt fie dein Aufsehn, und versäumt sie nie. Nie sind Geschöpfe deiner Hand dir unwerth oder unbekannt. 6. Mich schufst du nicht für diese Zeit, mein Ziel ift in der Ewigkeit. Du gabst mir Weisheit und Verstand, und machtest selbst dich mir bekannt; Nichts, was die Erde zeugt und nährt, gleicht mir an Hoheit und an Werth. 7. Von dir, der das an mir gethan, werd ich auch Speis und Trank empfahn. Selbst dem, der dich mit Sünden schmäht, giebst du sie ohne fein Gebåt; Und fleht ich nicht darum zu dir, gewähr test du sie dennoch mir. 3. Auch mir gabst du, mein Gott und Heil, noch täglich mein bescheiden Theil gabst mirs mit Huld und Freundlichkeit, so lang ich bin, zu rechter Zeit. Kein Vater sorgt so väterlich für feinen Sohn, als du für mich. 4. Ich bins gewiß, du kannst mich nicht verlassen, meine Zuversicht! Ich bins gewiß, du thuft mir wohi, fo lang ich hier noch leben foll. Nicht Ueberfluß bitt ich von dir, was ich bedarf, das giebst du mir. 65 s. Der Vogel bauet nicht das Land, du nährst ihn doch mit milder Hand. Du schmückst die Blume königlich, die nicht zur Arbeit eilt, 8. Laß du mich nur genügs sam seyn, und deiner Gaben mich erfreun, mehr aber deis ner, der du dich so freundlich zeigest gegen mich, der du des Lebens Quelle bist, aus wel cher alle Wohlthat fließt. 9. Bei deiner Gaben Ues berfluß erhalt mich måssig E im 66 Von der göttlichen Vorschung im Genuß; Bewahre mich in| nährst mich der Dürftigkeit vor Schmach und Dank und Unzufriedenheit. Du Gott, mein Lebenlang. 70. ZER immer; Pred bring ich dir Er hab ner Gott, der al les schafft! Wie groß bist du von Rath und Kraft! Der ho he Him mel samt der Er den steht nur durch 1 deine Hand erbaut; auch hat dein Rath långst EM MEEREEE ů ber schaut, was erst in ferner Zeit soll wer den. 2. Wie groß ist deiner Wer, I wenn uns ein Unglück wider te Zahl! Und Güte zeigt sich fährt; So sehn wir deine überall; Du crdnest Son- Allmacht Spuren. nenschein und Regen, du suchst uns heim durch dürre Zeit, und auch des Jahres Fruchtbarkeit beruht, o Gott, auf deinem Seegen. 4. Laß denn, o Schöpfer! der die Welt so vest in ihre Ordnung bålt, auch mich dein göttlich Auge leiten! Gieb, daß mein Herz gedul dig trågt, was du mir, Herr haft auferlegt. Hilf dankbar seyn in Seegenszeiten. 5. Ach stärke meine 3 versicht, so quälet mich die Sors 3. Die Erde starrt auf dein Geheiß vor Frost, und Herr, zu deinem Preis belebt der Frühling unsre Fluren. Wenn uns ein Glücke wird gewährt, in Erhaltung und Regierung der Welt. 67 Sorge nicht, wie mirs noch| tens auch, und dennoch le. künftig möchte gehen. Du ben wir in dir, beseelt durch bist, du bleibst mein höchstes deinen Hauch. Gut. Was frag ich nach der Feinde Wuth? Nichts kann ja ohne dich geschehen. Mel. Nro. 7. Kommt her, verkündigt tc. 71. Noch immer wechſeln ordentlich des Jah, res Zeiten ab: Dein Regen, Gott, ergieffet sich aufs dur. re Land herab. 6. Wem strömet nicht aus ihrem Schooß Luft und Vergnügen zu? Wer ist so gut, so tren, so groß, so våter. lich, wie du? 8. Gott, wer erfährt nicht deine Huld? Wem strahlet nicht dein Licht? Mit wels cher Langmuth und Geduld verschonst du unser nicht? 2. Noch öffnest du die mil de Hand, Herr, wie du stets gethan. Du seegnest, und du füllst das Land mit deis nen Gütern an. Mel. Nro. 3. 3. Von deinem Himmel, Höchster, treuft Gedeihm und Fruchtbarkeit; Die Saat Lob, Ehr und Preis dem 2c. geht auf, und blüht, und reift, 72. Lob fey Gott, der den und fåttigt, und erfreut. 4. Von dir gesegnet giebt der Baum den Schatten, den man sucht, und unter feiner Zweige Raum Erfrischung und auch Frucht. Frühling schafft, ihm, der, was lebt, erfreuet; Wann er mit nie erschöpfter Kraft Gefild und Wald vers neuet. Er heisset unsre Balls me blühn; Er trånkt der Furchen junges Grün. Auf ihn steht unser Hoffen. 5. Wie fröhlich lächelt jede Flur! Es fließt, sich immer gleich, der Freude Quell, und die Natur ist unerschöpflich reich. 7. Herr, ohne dich vergien. gen wir, und wir verdien 9. Ach betet, Menschen, bes tet an! Erwägts und denket nun: Was hat Gott schon an uns gethan? Was will er nicht noch thun? 10. Denn nicht für diese turze Zeit hieß und der Herr hier seyn. Er schuf uns für die Ewigkeit, uns seiner zu erfreun. 2. Gewiß, wir hoffen auf den Herrn wohl nimmermehr vergebens. Er hilft, erfreut und segnet gern; Ist Vater jeden Lebens. Wie er den schönen Frühling schafft, so trdnet er durch seine Kraft das ganze Jahr mit Güte. 3. Wie reifet in der Sonne Strahl so herrlich das Ges tretde! Wie tont im Lande über 68 Von der göttlichen Vorschung. überall die Stimme hoher| des Donners Mund, der Bo Freude, wenn er des Lande gen in der Luft, der Schnee manns Scheune füllt, ihm und Regen fund. feiner Ausfaat Fleiß vergilt, fie fechzigfältig mehret. 4. Wer läßt uns von den Hügeln ber die Stimm des Jubels bören? Wer macht den Baum von Früchten schwer? Wer füllt die Pur. purbeeren der Trauben, un. ferm Mund so süß, mit edlem Weine? und wer hieß ihn laben Herz und Sinnen? 5. 2. Dich preist der grüne Klee, das Feld mit Korn be decket, der Berg, der stolj sein Haupt bis zu den Woh fen strecket, der Baum von Früchten schwer, der Schmud der bunten Flur, der vollen Rosen Pracht trägt deine Finger Spur. Wer decket dann die starre Flur, beym Frost, mit Schnee? Die Winde, wer ruft hervor fie? Die Na tur, wer wiegt sie so gelinde in Schlummer ein? Weß Baterhand giebt Armen Dece und Gewand, und Holz, sich zu erwärmen? 3. Der Körper jede Wurms, der Bau der klein. sten Blume sind tiefer Weis heit voll, und prangen dir zum Ruhme. Dich predigt Sonn und Mond, und der Gestirne Heer, und jede Kreatur im Trocknen, is dem Meer. 4. Auch ich, ich bin dein Werk: Mein Herz ist dein Geschenke. Du schufft in mit den Geist, durch den ich menschlich denke. Du wiest die Erde mir zu meiner Woh nung an, und machtest mir die Welt der Thiere unterthan. 5. Für mich füllt deine Hand die Ebnen mit Getrei de, mit Thieren, mir zur Kost und meinem Leib zum Kleide. O Gott, du frommer Gott. ic. Du, meiner Kindheit Schuß Mel. Nro. 291. 73. Unendlich groffer Gott! du, meines Alters Stab, predigt es, und Hügel; Die Erde zeigt dein Bild, der Himmel ist dein Spiegel. Der Sturm verfündigt dich, dich thut - 6. Gott ists, der uns dieß alles giebt. Wir sollten ihm nicht trauen? Gott ist's, der unverändert liebt die, welche auf ihn trauen. Es seegnet uns Gott, unser Gott, es seegnet uns Gott, unser Gott! Ihn preise un ser Leben! Gesundheit, Freude gab. 7. Womit hab ich verdient, dag in der Thåler Gründen, im Felde, Luft und Meer fich Tische in Erhaltung und Regierung der Welt. Tische für mich finden? Wie gnädig mußt du seyn, daß du auch mein gedenkst, und mir mit vollem Maaß des Lebens Freuden schenkst. nu 7. Aus stürmender Gefahr, aus bangen Hindernissen, oft aus des Todes Arm hast du mich, Herr, geriffen. O Güte, gegen die des Himmels Raum zu Elein, das Meer ein Trop fen ist! Dir soll mein Herz sich weihn. 69 Mel. Nro. 32. mish Erhabner Gott! nichts zc. 9. Du selber forgst für mich, wovor sollt ich mich scheuen? Mir macht dein weiser Rath auch Gift zu Arzeneyen. Du weißt es, was mir nüßt, du willst mich glücklich sehn, und, was du willst, geschieht. Darauf will ich bestehn. 2. Die Sonn enthüllt den Schauplaß deiner Werke, und alles zeigt von deiner Huld und Stärke; Sie die 8. Dich, der mir sein Geweiß, eilt raftlos hin, und das Ziel von ihrer Laufbahn fez felbst in das Herz gestrahlt zu deinem Preis. schrieben, der mir nur Gutes gönnt, dich, Bater, will ich lieben. Kein irrdischer Ge winn, kein Leiden dieser Zeit soll mir im Wege stehn zu thun, was Gott gebeut. du regierst dieß Ganze; Vom 3. Die Erd ist dein, und Menschen an bis auf die kleinste Pflanze seh ich, wie groß sich deine Vorsicht zeigt; Sie reicht so weit, so weit der Himmel reicht. 10. Es müssen Berge fich zu meiner Rettung spalten, die Wasser Brücken seyn, und Raben mich erhalten, eh du mich, Herr, vrrläßt. Auf dich steht mein Vertraun: Mit dir will ich beherzt dem Tod entgegen schaun, od#cat 74. Mein erster Wunsch, mein innigstes Bes streben ist, Herr, mein Gott! dich würdig zu erheben. Una endlich groß ist deine Baters treu, mit jedem Tag ist deine Gûte neu. 4. Und sie umfaßt auch mich! Du, Höchfter denkest an mich, den Staub. Der du die Himmel lenteft, du sorgft für mich! Gott wie vergelt ichs dir? Ein danks voll Herz, das bring ich dir dafür. sim st pomy 5. Du weißt, wie lang ich hier noch wallen werde; Fällt ohne dich kein Sperling auf die Erde, so nimmst du, Herr, auch meines Lebens wahr, mit Namen kennst du mich, und zählst mein Haar. 6. So will ich denn mit findlichem Vertrauen auf dich allein, * Von der göttlichen Vorsehung ni, 70 allein, so lang ich lebe, schauen; Du bist mein Gott, mein Retter in Gefahr, mein ftarter Fels, mein Helfer immerdar. so zag ich nicht, du giebß dabey Geduld. 6. Soll ich ein Glück, das du mir gabst, verliehren, und willst du, Gott, mid irauhe Wege führen; So wirst du, denn du hörst mein Mel. Nro 32. Erhabner Gott! nichts zc. 75. Herr, mein Gott! findlich Flehn, mir auch als dann eine Hülf erschn. durch bin und lebe, gieb, daß ich mich in deinen Rath ergebe; Laß ewig deinen heil'gen Willen mein, und, was du schickst, mir allzeit theuer seyn! 2. Du, du regierst, bist Weisheit, Lieb und Stårke; Du, Herr, erbarmst dich al. ler deiner Werke. Was zag 7. Vielleicht muß ich nac wenig Tagen sterben. Herr, wie du willst! Soll ich den Himmel erben, und dieser is im wahren Glauben mein, wie sollte denn der Tod mit schrecklich seyn. Mel. Nro. 2. Mit Singen dich zu loben zc. ich denn noch einen Augenblick? Du bist mein Gott, 76. Gott, der an aller Enden viel grosse und willst nichts, als mein Glück. 老 3. Von Ewigkeit hast du mein Loos entschieden. Was du bestimmst, das dient zu meinem Frieden. Du wogst mein Wohl, du wogst mir auch mein Leid, und was du fchickst, ist für mich Seeligkeit. 4. Gefällt es dir, so müsse keine Plage sich zu mir nahn; Gieb mir zufriedne Tage. Allein, verwehret es mein ewges Heil, so bleibe du nur felbst mein Troft, mein Theil. 5. Du giebst aus Huld uns dieser Erde Freuden; Aus gleicher Huld verhängst du unfre Leiden. Lub ich sie nicht auf mich durch meine Schuld, Wunder thut, du bist's, in dessen Händen mein ganzes Schicksal ruht, haft in der Prüfungszeit mir jeden mei ner Tage, mein Glück und meine Plage bestimmt von Ewigkeit. 2. Da ich noch tief verbors gen im Mutterleibe la'g 1 wacht über mich dein Sor gen. Ach, Vater! wie vers mag mein dürftiger Berstand das Gute zu erheben, das du in meinem Leben mir hulde reich zugewandt? 3. Drückt mich auf meinen Wegen gleich manche Last und Müh, so führt auch fie zum Seegen, und du versüß sest fie. Du bleibest mitleidss voll, in Erhaltung und Regierung der Welt. voll, hilfst liebreich deinen Kindern sie tragen und vermindern; Beförderst stets ihr Wohl. 4. Stets hat in meinem Leben mir dieses Trostes Licht von neuem Kraft gegeben, und frohe Zuversicht. Wann ich bekümmert war, so seufit' ich, und war stille, und dein stets guter Wille entriß mich der Gefahr. s. Dein Name sey gepries fen, der jederzeit an mir so herrlich sich erwiesen! Mein Herz und Mund soll dir, du Retter aus Gefahr, mein schuldig Opfer bringen, von deiner Güte singen, jetzund und immerdar. 6. Du hast mir wohl ge rathen, und lauter Guts ge. than, daß deiner Liebe Tha ten ich nicht aussprechen kann. Hilf, Bater, daß ich dort verklärt und ganz voll kommen, mit allen deinen Frommen dir danke immer. fort. 71 2. Dein Weg ist zwar in Finsternissen vor unsern Aus gen oft versteckt; Doch, wann wir erst den Ausgang wissen, wird uns die Ursach auch entdeckt, warum dein Rath, der niemals fehlt, den uns so dunklen Weg ge wählt. Mel. Nro. 11. O könnt ich dich, mein Gott: c. 3. Nie sind die Tiefen zu ergründen von deiner Weise heit, Macht und Gut; Du kannst viel taufend Wege fins den, wo die Vernunft nicht einen sieht. Aus Finsternis bringst du das Licht; Du sprichst, o Gott, und es gefchicht. 4. So weicht denn, ångsta liche Gedanken! Gott fann weit mehr, als ihr versteht. Bleib, Seele, in der Demuth Schranken, die Demuth wird von Gott erhöht. Ja, Herr, du liebst den, der dich liebt, und deiner Führung fich ers giebt. s. Drum will ich mich dir überlassen, mit allem, was ich hab und bin. Ich werfe, was ich nicht tann faffen, 77. Fürwahr, du bist, auf dich, du Gott der Liebe o Gott, verborgen! der zeigt doch Dein Nath bleibt für uns immerdar, daß stets dein wunderbar. Umsonst sind al, Nath voll Gute war. le unsre Sorgen; Du sorgtest, eh die Welt noch war, für unser Wohl schon våter lich, dieß fey genug zum Trost für mich. 6. Gieb, daß dies mein Vertrauen mehre in Glück und Unglück, Freud und Leid. Schick alles, Herr, zu deiner Sees Von der göttlichen Vorsehung Seeligkeit; So preis ich| größten Hungersnoth ver einst vollkommen dich, so schaft der Herr den frommen Leuten zum Unterhalt ihr freu ich deiner ewig mich. täglich Brod. nicht viel, doch 72 Mel. Nro. 1. Ifts gleich glaube ich, e Mein Herz, ermuntre zc. 78. Gott forgt für mich, giebt genug, und sorgt für was mich. gen? Er ist mein Vater, ich fein Kind. Er sorgt für heut, er sorgt für morgen, so, daß ich täglich Spuren find, wie Gott die Seinen våterlich versorgt und schützt. Gott sorgt für mich. 2. Gott sorgt für mich, Jbm will ich trauen. Ich weiß gewiß, was mir ge.. bricht, werd ich in meinen Händen schauen; so bald er nur sein Machtwort spricht. Drum bin ich jetzt und ewig lich gar wohl versorgt. Gott forgt für mich. 3. Gott sorgt für mich an Seel und Leibe. Sein Wort ists, das die Seele nährt, und wenn ich mein Berufswerk treibe, wird für den Leib mir Brod gewährt. Wohl dem, der ihm nur ve. stiglich vertraut, und glaubt: Bott sorgt für mich. 4. Gott sorgt für mich bey theuren Zeiten, auch in der 79. s. Gott sorgt für mich in meinem Leiden, das Kreuz, das er mir auferlegt, ver wechselt sich gar bald in Freu den. Und wenn Gott gleich die Seinen schlägt, so schlägt er doch nur väterlich, zu un ferm Wohl, und sorgt für mich. meinem Alter, da hebt und 6. Gott forgt für mich in trägt mich, der mich liebt; Denn immer bleibt er mein Erhalter, der mir in Schwach, beit Stärke giebt. Wie er noch niemals von mir wich, weiß ich auch dann: Gott forgt für mich. 7. Gott sorgt für mich auch in dem Sterben, der Tod ist mir ein füffer Schlaf. In Christo setzt er mich zum Er ben da mich sonst Fluch und Rache traf. Drum nimmt er meinen Geist zu sich in seine Ruh; Gott sorgt für mich. Mein Au ge sieht, o Gott! nach dir; Von in Erhaltung und Regierung der Welt. Von dei nem Thro ne hilfft du mir! Mein ↑ ↑ Heil kommt nur von dei ner Macht, die die se Welt her vor ge bracht. 2. Getrost mein Herz! Dein treuer Hirt, schafft, daß dein Fuß nicht gleiten wird. Der dich behütet, schlummert nicht, in Finsterniß ist er dein Licht. 3. Kein Uebel sey dir fürch, terlich, denn Gottes Rechte schüßet dich. Durch seine treue Baterhand wird was dir schadet abgewandt. 80. 73 Be e fiehl du der treu en 4. Sein Schutz gewährt dir Sicherheit, fein Trost füllt dich mit Freudtgkeit. Er leitet dich auf ebner Bahn, und nimmt dich einst zu Ehren an. 5. Herr Seegne und bes hüte mich. Du bist mein Heil, ich hoff auf dich. Dein Seegen folg aus dieser Zeit mir bis in jene Ewigkeit. I U U U MEE dei ne Wege, und was dein Ba ter pflege des, der den HER Her ze krånft, Der Wolken, Fluth und Win. Weltkreis lenkt. den be stimm te Ziel und Bahn, der wird auch We ge fin den, die dein Fuß ge hen kann. 2. Dem 74 Von der göttlichen Vorsehung 2. Dem Herrn mußt du wirst du sehn, wie gut a vertrauen, wenn dirs soll wohl ergehn; Auf ihn nur mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Gott lågt durch Sorg und Gramen, und selbst gemachte Pein sich keine Wohlthat nehmen; Sie muß erbeten seyn. dich regieret, wie wunderbar sein Rath das Werk hinaus, geführet, das dich beküm mert hat. 3. O Vater voller Gnade! dir ist allein bekannt, was gut sey oder schade Geschöp. fen deiner Hand. Und was du dann erlesen, dein Nath fürs Beste hålt, bringst du zum Stand und Wesen, wie es dir wohlgefällt. 6. Verzieht der Troft aud lange, den du von ihm be gehrt, und wird dir oftmal bange, daß er dich nicht ge hört; Er wird dir Hülfe fen den, wenn du's am mindsten glaubst, und alles Unglüd wenden, so du ihm tre verbleibst. 4. An wunderbaren Wegen fehlts dir, Allweiser! nicht; Dein Thun ist Gnad und Sees gen, dein Gang ist Recht und Licht; Und wann du deinen Kindern ein Glück haft zugedacht, so kann dein Wert nichts hindern; Du willst! Es ist vollbracht. 5. Drum, Seele, laß ihn walten! Er will dein Wohlergehn, und wird dich aufs recht halten; Bewundernd 81. 7. Wohl dir, wohl deinet Treue! Sie trågt den Sieg davon. Daß sie dich niemals reue, denk ihren groffen Lohn! Nach noch so vielem Leide, das dir begegnen kann, bricht einst der Tag der Freude und ew'gen Ruhe an. 8. Mach, Herr, ein fröh lich Ende mit aller unsrer Noth. Stárk unser Herz und sende uns Trost bis in den Cod. Laß uns stets deiner Vflege und Treu empfohlen seyn; So gehen unsre Wegt gewiß zum Himmel ein. E en zu frie den, mein Ge mů the! Gott ENNU ist gut, was er thut, ist voll Lieb und Güte. Schaue in Erhaltung und Regierung der Welt. Schaue seine grosse Thaten; Was die Welt in sich hält, ist ihm 2. Beydes Erd und Him, mel preifen feine Macht, Tag und Nacht müssen sie beweifen. Sonn und Mond, das Heer der Sterne, was sich regt, und bewegt, lobt ihn nah und ferne. 4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh, in der See, oder sonst zu finden, rühmt die Weisheit seiner Werke. Jeder Wurm, Wind und Sturm preisen seine Stärke. 3. Schau die Werke seiner 7. Seßten mir des KreuHande; Mensch und Thiere Bes Vlagen heftig zu, so melden dir feinen Ruhm ohn halfst du, o mein Gott! fie Ende. Was wir noch so klei: tragen; War nicht mehr Ges nes nennen, Gras und Laub,| duld vorhanden, deine Kraft selbst der Staub, giebt ihn hat geschafft, daß ichs übers zu erkennen. standen. s. Sollt ich denn nicht ihn erheben? Wie so gar wunderbar gab er mir mein Le ben! was ich hab, ist sein Geschenke; Auch der Geist, der ihn preift, mit dem ich ihn dente. 82. 75 wohl gerathen. 6. Wie mich fein getreues Sorgen Tag und Nacht nimmt in Acht, das zeigt je= der Morgen. Ja tein Augen. blick verschwindet, der mich nicht, Gott, mein Licht! dir zum Dank verbindet. 8. Nun, mein Herz, das hat schon lange Gott gethan, denke dran, wird dir jemals bange, als wollt er dich ganz verlassen. Es geschicht wars lich nicht, er kann dich nicht baffen. 9. Drum ergieb dich seis nem Willen, heiffe gut, was er thut, er wirds auch ers füllen: Denn er ist in allen Sachen groß von Rath, wie von That, er, er wirds wohl machen. In al len mei nen Cha ten laß ich den pichs 76 Von der göttlichen Vorsehung al Höch sten ra then, der al les fann und hat. Er 美 muß in al len Din gen, solls an ders wohl ges lin gen, mein Hel fer seyn mit Rath und That. 2. Nichts hilft mein bans ges Sorgen vom Abend bis zum Morgen, nichts meine Ungeduld. Er mags mit mei. nen Sachen nach seinem Wil len machen; Ich traue fei ner Baterhuld. nieder, weckt mich der Mot gen wieder zu meines Leben Pflicht: Frr ich auf finster Wegen, geh ich dem Le entgegen, fo fey sein Bon mir Trost und Licht. 7. Schein ich von ihm ve 3. Es fann mir nichts ge- laffen, so will ich mich dod schehen, als was sein Rath faffen, und feiner Hülft ersehen, und was mir dient traun; nnd wenn ich auf de zum Heil. Er thu, was ihm Erde nicht groß und glü beliebet: Was er, mein Gottlich werde, voll Glauben mir giebet, das ist gewiß die Zukunft schaun. mein bestes Theil. 4. Ich trau dem Gott der Gnaden, der mich vor allem Schaden, vor allem Uebel schüßt; Such ich nur seinen Willen gehorsam zu erfüllen, so wird er geben, was mir nüßt. 5. Er laffe meine Sünden vor ihm Vergebung finden, Durchstreiche meine Schuld. Und wenn ich zu ihm schreye, so scheut er mir aufs neue in Christo seine Vaterhuld. 8. Leg ich zum Schlaf mich 8. Ihm hab ich mich et geben, zu sterben und zu l ben, wie und wann er ge beut. Es sey heut oder mob gen, dafür laß ich ihn for gen, er weiß doch wohl die rechte Zeit. 9. So sey nun, Seele stille, vertrau ihm, deffer Wille die Welt geschaffen hat: Es gehe, wie es g he, dein Vater in der Ho he weiß doch zu allen S chen Rath. Mel. in Erhaltung und Regierung der Welt. Mel. Nro. 1, Mein Herz, ermuntre zc. 83. Mein Hort ist Gott, mir zugefaget hat! ich wal ten; Ich hoff auf ihn, er kennet mich, Fhm fehlts, die Seinen zu erhalten, am Mit teln nie, und sein bin ich. Ich gründe meine Zuversicht auf diesen Fels, und wante nicht. 77 friedenheit. Er leite mich nach seinem Rath, wie er 2. Was qual ich mich? Bin ich ein Heyde, der ohne Gott und Hoffnung ist? Nein Das ist meines Herzens Freude, daß du mein Gott und Helfer bist. Hilf, mein Er, barmer! Stårte mich; Denn nichts vermag ich ohne dich. 3. Der Herr erzieht hier feine Kinder zur Ewigkeit mit weiser Huld; Er schont, er züchtigt viel gelinder, als wir verdient, und hat Ge duld. Er hat nicht Lust an unferm Schmerz; Wir fehn, ihm bricht sein Vaterherz. 4. Gott ist die Lieb, wie kann ich zagen? Er gab mir dich, o Jesu Christ! Was fönnte mir ein Gott verfa. gen, der so unendlich gütig ist? Erhabner Troft, der nie mals trügt, und über jeden Unmuth segt! diante 5. Ich harre seiner, und bin stille. Wie bald verstreicht die Prüfungszeit? Dann nehm ich dort aus feiner Fülle unendliche 3u, Mel. Nro. 25. Dank und Anbetung zc. 84. Gott lebet noch! Ich forge nicht; Denn er ist meine Zuversicht. Stürzt auch der ganze Weltkreis ein, Gott wird mein Schuß und Retter seyn. Gott lebet noch! 2. Gott lebet noch! Was gråm ich mich? Sorgt nicht mein Schöpfer båterlich? Ist ers nicht, der die ganze Welt durch seine weife Macht er. hålt? Gott lebet noch! 3. Fehlt mirs an Einsicht, Macht und Rath, wenn mich Gefahr umgeben hat, so denk ich voll Vertraun daran, daß Gott regiert, und bet ihn an. Gott lebet noch! 4. Gott lebet noch, und weiß gar wohl, wie er mein Schicksal lenten soll. Mein Bater meynt und macht es gut, wann er mich prüft, drum hab ich Muth. Gott lebet noch! 5. Legt Gott auf mich ein schweres Joch; Wie schwer's auch sey, so hoff ich doch; Denn er hilft tragen, was uns plagt, und stärket den, der nicht verzagt. Gott le. bet noch! 6. Ich weiß es, daß er mich erquickt, wie schwer mich auch mein Leiden drückt. Er giebt mir 78 Von der göttlichen Vorsehung mir Kraft zum Kampf und| nur auf dich. Sich mich mit Lauf, und fall ich, so hilft er Lieb und Mitleid an, und mir auf. Gott lebet noch! fröhlich, fröhlich sing i dann: Gott lebet noch. 7. Mein Vater forge du für mich, denn ich vertraue 85. E 11 bist ein Mensch, und Gots wie er im. DNoch herrscht er, HEL tes Nath ist Sterb li chen mer that, und la chet unf ver bor gen rer Sor gen FELEL Doch ir rest du mit ban gem Sinn durch taus fend eit le Sor gen hin, und dentst: Wie wills auf Er den noch endlich mit mir wer den? 2. Bas quålst du dich, und willst in Schmerz und Kummer dich verliehren? Ist Gott nicht weiser als dein Herz? Laß ihn allein regie ren. Befiehl dein Leben, dei nen Stand, und was du thust, in seine Hand; Er wird, was gut ist, schicken, wird dich gewiß beglücken. 3. Wirf deine Sorgen dod auf ihn, der schon so lang regieret, und vielmals, wal unmöglich schien, mit Wei heit ausgeführet. Ergieb dich seiner Baterhuld, und trag dein Leiden mit Geduld: Er wird noch ferner machen, und alles sehr wohl machen. 4. in Erhaltung und Regierung der Welt. 79 4. Eh deine Mutter dich| chesmal du nicht zum Ziel ges gebahr, als, noch in ihr ver- tommen, wenn ohne Gott auf borgen, dein schwaches Leben eigne Wahl du etwas unters schlummernd war, wo waren nommen. Was aber dir dein Deine Sorgen? Wer hat Gott ersehn, das mußte seyn, schon da dein Wohl bedacht?, und ist geschehn, und nies Wer hat dich an das Licht ge- mand konnt es hindern von bracht, und Seele, Leib und allen Menschenkindern. Leben aus Gnaden dir ges geben? 5. Wer hat gesorgt, daß nichts gebrach, als du die Welt betratest, noch ehe deine Zunge sprach, und du durch Chránen batest? Wer bat an deiner Mutter Brust gefunde Nahrung, stille Luft dir schon voraus bereitet, und dich bisher begleitet? 6. Erheb einmal dein An. gesicht, hier unten und dort oben, wo siehst du Gottes Gute nicht, nicht seiner Weis, heit Proben? Oft hat er auch an dir gethan, was du dich felbst, bey allem Wahn, zu hoffen nicht erfühnteft, stets mehr als du verdientest. 7. Doch willst du niemals ruhig seyn, und Gott nicht walten lassen, als säht du seine Weisheit ein, die Men. schen doch nicht fassen. Wenn du nicht sichst, wie er regiert, wenn er nicht deinen Weg dich führt, so fängst du an zu za gen, zu murren und zu klagen. 8. Bedenke doch, wie man. 9. Gott forgt für unser wahres Glück, macht gut, was wir verwirren, und lens tet unsern Gang zurück zum Guten, wann wir irren; Giebt immer das nur, was uns nüßt, errettet uns und hilft und schützt, eh wir Ges fahren sehen, eh wir um Hüls fe flehen. 10. Und diesem Vater wolltest du dein Heil nicht an, vertrauen? Nicht deines Les bens ganze Ruh, auf diesen Felsen bauen? Bertrau ihm, und verzage nicht! Ein Herz voll vester Zuversicht darf auch in Ungewittern nicht ohne Hoffnung zittern. 11. Wirf als ein Kind, voll Glaubens dich in deines Gottes Arme, und fleh ihn, daß er våterlich auch deiner sich erbarme: So wird er, wie sein Wort verheißt, auf Wegen, die du jetzt nicht weißt, einst wirft bewun. dern müssen, dich zn erreta ten wissen. V. Von 80 Von der Natur, ursprünglichen Würde V. Von der Natur, ursprünglichen Würde, und Bestimmung des Menschen. Mel. Nro. 46. Allmächtiger wir singen 2c. 86. D ir, Gott, sey Dauk und Preis gebracht. Dich rühme Harf und Pfalz ter! Ich bin ein Wunder deiner Macht, mein Schöpfer, mein Erhalter! Mein ganzer Leib, erbaut von dir, sammt einem jeden Sinn an mir, beweisen deine Grösse. 2. Haut, Aug und Ohr, Herz, Mund und Hand, die ich zu dir erhebe; die Haut so künstlich ausgespannt, der Nerven fein Gewebe, und alle Glieder fagen mir, ich sey, v Gott, ein Werk von dir, ein Werk von deiner Weisheit. 3. Wie biegsam, wie ge. lentvoll schließt( den Choren zu verdammen, der's leugnet, das ein Schöpfer ist) sich Glied an Glied zusammen! Wie willig, Herr, gehorchen fie, wann meine Seele spåt und früh des Leibes Dienst verlanget! du mein ge nicht so fünftlich zuberei: tet, was nüßte mir der Sonne Licht, der Glanz den sie verbreitet? Dann såh ich nicht, mit welcher Pracht, du Herr, durch deine weise Macht, was du erschaffen, schmückest. 5. Ich jauchze, daß ich st hen kann, und hören und em pfinden. Froh bet ich meine Schöpfer au; Ihn überd zu finden, in allen Werken die er schuf, das ist mein se ligster Beruf, mein würdig stes Geschäfte. 6. Wer leitet meines Blu tes Lauf? Wer lenkt de Herzens Schläge? Wer reg die Lung und schwellt sie auf damit ich leben möge? Got ist es, der dieß alles thut Schlag Herz! entflamm mich, o Blut! Daß ich da Höchsten preiſe. 7. Ja, dir sey Dank und Vreis gebracht! Dich rüh me Harf und Psalter. Jd bin ein Wunder deina Macht, mein Schöpfer und Erhalter! Gieb daß mein Herz sich deiner freu, und daß mein Leib ein Tempel sy worinn dein Geist stets wob ne! Mel. Nro. 291. O Gott, du frommer 2c.. 87. 2mächtig groffe Gott, wer kann dich gnug erheben? Du gabst de ganzen Welt Bewegung! Kraft und Leben. Was Geil und Körper heißt, was Erd und Himmel hegt, hat deint Hand gebaut, die jetzt nod alles trägt. 2+ 1 und Bestimmung des Menschen. 2. Du schufft, ich dank es| will, auch gern behülflich dir, auch mich zu deiner Eh. seyn. re, und wolltest, Gütigster, daß ich dein Bildniß wäre. Darum hast du den Geist, der in mir lebt und denkt, mir zur Unsterblichkeit aus freyer Huld geschenkt. 3. O welch ein groffer Zweck, dazu du, Gott, mich schufest! Wie herrlich ist das Glück, wozu du mich berufest! Dir Höchster, ähnlich seyn!! wohlthätig seyn, wie du! O wohl mir, wenn ichs bin! Hilf du mir selbst dazu. 4. Laß mir dieß grosse Ziel doch stets vor Augen schwe. ben. Mein allerstärkster Wunsch, mein eifrigstes Bestreben in allem meinem Thun sey dieß, o Gott, als lein, daß ich auch so, wie du, gesinnet moge seyn. 5. Du bist der Wahrheit Freund; Laß mich auch Wahrheit lieben, und mit sehr munterm Fleiß in allem dem mich üben, was mich zur 88. Der du durch deiner Weisheit führt! Zur Weisheit die dich ehrt, und allem Beyfall giebt, was du uns selbst gelehrt. 6. Laß deine Heiligkeit mich stets zum Muster neh men. Hilf mir die Sünde fliehn, des Fleisches Lust bezahmen, nur das, was recht ist, thun, des Guten mich er. freun, und dem; ders üben 8E 7. Gieb, daß ich, so wie du, ein Freund der Menschen werde, dem Wohlthun Freus de macht, der Kummer und Beschwerde dem nächsten gern erspart, sein Leiden ihm versüßt, und, wo er helfen kann, zum helfen willig ist. 8. Noch bin ich weit ent. fernt, o Gott, von diesem Ziele. Du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich selber fühle, wie wenig ich dir noch im Guten ähnlich bin. O, bilde du mich ganz nach dir und deinem Sinn! 9. Beglückt ist nur alsdann mein Lebenslauf auf Erden, wann ich dir immer mehr schon hier kann ähnlich wers den. Dann werd ich ewig auch mit dir vereinigt seyn, und mich ohn Unterlaß, Gott, deiner Güte freun. Mel. Nro. 3. Lob, Ehr und Preis zc. mein Wesen mir bereitet, und da schon, eh ich dich gekannt, mit Güte mich geleitet. Der du erhäist, was du gemacht, mein Schöpfer, Dank sen die gebracht für deine Macht und Güte! 2. 3u meinem Glücke leb ich hier, dein Wort gab mir das Leben, und was ich F bab, 82 Von der Natur, ursprünglichen Würde Anschaun deines Lichts. hab, hab ich von die; Bou| aus dem Nichts zum frohen dir ward mir gegeben Ber stand, Geschmack, Gehör, Gesicht, Geruch, Gefühl, Mir fehlt es nicht an Vroben deiner Liebe. 3. Du leitest mich nach dei, nem Rath bey drohenden Gefahren. Dein Engel muß auf meinem Pfad vor Unfall mich bewahren. Zu meinem Dienst war alles da, schon eh ich diese Welt noch sah. Wie groß ist deine Güte! 4. Nie ist der Mensch, der Staub, es werth, daß du, Herr, fein gedenkest, daß du, da er dich oft entehrt, ihm so viel Gutes schenfest. O fåhe doch der Mensch dieß ein! Mögt er dafür dir dankbar seyn, und deinem Dienst sich weihen! s. Herr, lehre du mich, wie ich soll für deine Huld dich preisen, und ewig, dei: ner Liebe voll, gehorsam mich beweifen. Dir treu zu feyn bis in den Tod, dieß bleibe meine Lust, o Gott, und mein Beruf auf Erden. Mel. Nro. 11, O fönnt ich dich, mein c. 2. Wie viel hab ich dir zu verdanken, Herr, der du mich bereitet hait! Als mich tit engen finstern Schranken de ersten Dajeyns noch umfaßt, da war dein Auge über mir, da lebt ich, Höchster nur i dir. Wie tröstlich ist mein Ursprung mir! Du hast den Doem mir gegeben, mein ganzes Wesen tommt von dir. Du, Bater, riefst mich 3. Du gabst mir die ver nünftge Secte, die nur lang im Fleische lebt, bis sie daß ihr kein Wohljeyn fehle dein Ruf zum höhern Gal erhebt. Du haft mir Sinna und Verstand, Begierd unl Willen zugewandt.. 4. Wenn ich auf meiner Körper sehe, den du so tun voll ausgebildt, so wird, Vater in der Höhe! mein Herz mit Ehrfurcht ganz# füllt. Ein jedes Glied, ein jeder Sinn reißt mich zu del nem Lobe hin. 5. Durch deiner Vorsicht gnådges Walten, die mid von Kindheit an umfieng, bin ich bis hieber noch er balten, so daß der Tod von über gieng. Ich stehe nod und preise dich, Herr, deint 89. Dein bin ich, Gott, Rechte schüßzet mich. mein Leben. 6. Ich bin nicht werth da groffen Güte, die du, mein Gott, an mir gethan. Be schämt empfindet mein G müthe die Schuld, die ich nicht läugnen kann. Ich ha bet und Bestimmung des Menschen. 83 be, was mich sehr erschreckt,| Stuhle wählt; Doch ist der vielfältig Leib und Seel bes sonnenreiche Himmel gedans fleckt. fenlos und unbeseelt; Und mir, dem Thone seiner Hand, giebt er Empfindung und Verstand. 7 Ja, Herr, ich habe mei. ne Glieder zu Sündenglie: dern oft gemacht. Vor dir fall ich in Demuth nieder! Vergieb, was ich nicht recht bedacht. Verwirf mich, Va. ter, nicht von dir! Schaff felbst ein reines Herz in mir. 3. 8. Hilf, daß ich dir zur Ehre lebe, und redlich thu, was dich erfreut, und Geist und Leib und Glieder gebe zu Waffen der Gerechtigkeit; Daß ich bis in den Tod dir treu, und stets ein Freund der Tugend sey. 9. Fällt dieses Leibes Hüts te nieder, vollend ich dieses Lebens Lauf; O Gott, so richte du mich wieder verheftlicht aus dem Staube Staube auf. Dein ew'ges Leben sey mein Theil, so preis ich ewig Dich, mein Heil. Anmüthig prachtig Entzücken ist Gottes ganze Körperwelt. Wer zählt die Reiße, die sie schmücken? Was ich nur sehen kann, ge. fällt. Und dennoch fann fie nicht, wie schön, wie wundervoll sie sev, verstehn. 4. Für Engel nur, und nur für Seelen, die zu den Geis stern Gott erhob, sind sie so herrlich. Sie erzählen nur Ihnen meines Schöpfers Lob. O Seele, jauchze, daß der Ruf der Allmacht dich zum Geiste schuf; 5. Gott, ich kann denken; Jch gewinne, ch gewinne, weil ich zu einem Geiste ward, durch die Empfindung meiner Sin. ne Gedanken tausendfachber Art. Groß, mannigfaltig ist ihr Heer, und doch wird ihs 2. Schön ist der sonnenreis che Himmel, den er zu seinem zum Mel. Nro. 1. Mein Herz ermuntre ic. 90. Es werde Gott von rer täglich mehr. erhoben, du dei- 6. Ich kann sie sammlen nes Schöpfers Bild, mein und verbinden, und trennen, Geist! Sollt ich nicht mei, wie es mir gefällt; Die nen Vater loben, den jedes Welt empfinden, mich ems feiner Werke preift? Jhn, pfinden, mich unterscheiden der mich schuf, fein Bild von der Welt. Zu tausend zu feyn, und seiner mich Thaten hab ich Kraft; Wer stets zu erfreun. giebt sie? Gott der alles schafft. 7. Wie feurig dürftet meis ne 84 Von der Natur, ursprünglichen Würde ne Seele nach Wonne, Glück| můthe folg ich, o Bater, dei und Seeligkeit! nem Ruf, ein Zeuge deine Ruhms zu seyn, und dei ner Bunder mich zu freun. Nur, daß ich oft betrogen wähle, was mich nach dem Genuffe reut. Doch das ist, Vater, meine Schuld, die Kraft an fich zeugt nur von Huld. 8. Wie wundervoll ist das Vermögen, Gott, das du meinem Willen giebst! O mocht ich es doch stets er, wagen, mit welcher Güte du mich liebst! Mocht ich mit allen Kräften dein, dein mit Verstand und Willen seyn! 2. Du gabst zum Denten und Empfinden, Allgütiger, mir diesen Geist, der zwar zu schwach ist, zu ergrün den, wie herrlich du, mein Schöpfer, seyst; jedoch, was du an mir gethan, erten nen und bewundern kann. 3. Und diesen Geift, det in mir denfet, schufst du nicht blos für diese Zeit. Du haft mir, Bater, ihn geschenke zum Leben in der Ewigkeit, um dort vollkommner zu vers stehn, was Sterbliche hier dunkel sehn. 9. Gott, meine Lust sey, dich zu kennen, dich, Ur. quell der Vollkommenheit! Von deiner Liebe ganz zu brennen, das sey mir Ruhm und Seeligkeit! Bin ich vereinigt, Herr, mit dir, was brauch ich noch? Was fehlet mir? 4. Su eng sind dieses Le bens Schranken für feinen forschenden Verstand. Der Keim zu höheren Gedanken, als je ein Steeblicher erfand, eutwickelt sich erst nach der Zeit, im hellen Licht, der Ewigkeit. 5. Ihn sättiget kein Gut der Erden, fein zeitlichs Glück, so groß es sey. Um ruhig in sich selbst zu werden, bedarf er mehr, das ihn erfreu. Er fühlt, daß diese ganze Welt sein Wüns schen nicht zufrieden stellt. 6. Zwar tief ift er berab gefunken von feines U sprungs Herrlichkeit fucht 10. Es werde Gott von Dir erhoben, du feines O. dems Hauch, mein Geist! Sollt ich nicht meinen Vas ter loben, den jedes seiner Werke preist? Jhn, der mich schuf, fein Bild zu seyn, zu lieben ihn, mich ihm zu weihn. Mel. Nro. II. O finnt ich dich, mein 2c. 91. Gott, ich preiſe deine Güte, die mich so wunderbar erschuf; Und, mit frohlockendem Ge. oft, von Lust der Erde trun ten, und Bestimmung der Menschen. 85 ken, sein Glück in Dingen| Gott, als uns deine Liebe dieser Zeit, jedoch er sucht, schuf, da schuf sie uns zum und findet nicht, was ihm Leben; Zum Leben welches der duffre Schein verspricht. ewig währt, daß weder Leid noch Angst beschwert, willst du uns hier erzichen. 7. Du prágtest ihm durch fein Gewissen Gefühl von Recht und Unrecht ein. Daß Böfe Böses leiden müssen, und Tugendhafte glücklich seyn, erkennet er, doch sieht er nicht den Richter hier schon im Gericht. 2. Nicht hier ist unser Baterland allein bey dir Gott, droben, da ist der Ort, wo deine Hand das Glück uns aufgehoben, das nie ein traurig Ende nimmt. 8. Den Tugendhaften ist Hier sind wir nur von dir bienieden oft ein sehr widrie| bestimmt, uns dazu anzus ges Geschick zum Loos für schicken. diese Zeit beschieden; Dem Lasterhaften oft viel Glück. Gewiß! Erst eine andre Welt ist zum Bergeltungsort bestellt. CO 9. Gott, wenn mein Geift dieß überleget, so hofft er schon Unsterblichkeit; Noch stärker fühlt er sich beweget beym Licht, das ihm bein Wort verleiht; Da sieht er mit Gewißheit ein, auch er werd einst unsterblich sein. 10. Herr, laß zu jenem bessern Leben die Aussaat mich hier täglich streun. Laß deinen Geist des Wollen geben, und das Vollbringen auch verleihn. O Wonne der Unsterblichkeit, versüße mir all irrdisch Leid! 3. O laß mir doch dick groffe Ziel durch nichts vers rücket werden! Was hilfts, wenn ich auch noch so viel von Gütern dieser Erden, von Ehre, Geld und Lust gewinn, wenn ich dabey nicht tüchtig bin, dein Himmels reich zu erben. 4. Dein Bilgrim bin ich ja schon hier, Jaß mich dieß nie vergessen! Nur wenig Tage hast du mir zur Wall, farth zugemessen. Schnell, wie ein Traum, sind sie volle bracht, und dann wird dies fer Erde Dracht auf ewig mir vergeben.sesin and 5. Drum laß des Him mels Herrlichkeit mich stets vor Augen haben, und mich in meiner Prüfungszeit um jene beffre Gaben, die mir im Tode nicht entfliehn, ame Mel. Nro. 53. Wie viele Freuden dauk. 92. Wie wichtig ist doch der den und uns der Herr gegeben! damit ich nicht einst darbe. 6; 86 Von der Natur, ursprünglichen Würde zc.. • 6. Ein Herz, das dich, o 7. Und solch ein Herz das Bater, liebt, und deines wollst du mir, Gott, and Sohns fich freuet; Das Erbarmen geben, damit ich durch den Glauben Tugend möge auch schon hier nach übt, und sich vor Sünden den Gesetzen leben, die selbi scheuet: Ein folches Herz im Himmel gültig sind, bis wird hier allein und dort ich, als bein bewährtes fich ewig deiner freun, und Kind, zu deiner Freude gebe. Deine Grösse schauen. VI. Von dem Falle und daher rührenden Elende der Menschen. 93. E Ah, wie viel Bò ses wohnt in mir! Wer zählts, wie oft ich feh le? Jch fühl POE es, Herr, und flag es dir! O, beff' re met ne See le! 20 2. Ich wandle auf der Sünder Bahn, und bin zum Guten trage; Herr, nimm dich meines Elends an, und lehe mich deine Wege! 2. Verkehrt und eitel ift mein Sinn, geneigt zu bösen Lüften, o neige meine Seele bin jur Freude wahrer Christen! 150205 4. Mich reizt der Eitelkei ten Tand mehr, als das Heil der Seelen, Herr, gieb mit Weisheit und Verstand, das befte Theil zu wählen! 5. Mein Gott! Mein Gott! Gebente nicht der Sün den meiner Jugend! Erinnre mich an meine Pflicht, und gieb mir Kraft zur Tugend! 6. pilf Von dem Falle und daher rührenden tc. 87 6. Hilf, o mein Heiland, liget durch dich, einst deinen hilf, daß ich nicht unbegna- Himmel erbe! digt sterbe, daß ich, gehei94.1 HERE!! Du, der kein Bò ses thut! Du schufft den Men schen gut, du gabst ihm MONTENE Licht und Kraf te zum se li gen Geschäfte, F11 11 1 in Hei lig keit zu wandeln, stets recht vor dir zu han deln. 2. Wo ist der Unschuld| freudenvollen Trieben zu Ruhm? Ach! Wir, dein Eis genthum, wie tief sind wir gefallen! Wo ist ist unter allen ein Mensch ganz rein von Sünden vor dir, o Gott, zu finden? 3. Hier ist tein Unterschied; Dein helles Auge sieht auf alle Menschenfinder, und findt sie alle Sünder. Da ist vor dir, Herr, feiner un schuldig, auch nicht einer. 4. Verderbt ist unser Sinn, die Weisheit ist dahin, die uns regieren sollte, nur was dein Bile wollte, mit wählen und zu üben. s. Der Sinne Lust und Schmerz rührt leider! un ser Herz mehr, als die ho hern Freuden, mehr als die grössern Leiden, die wir auf Ewigkeiten, selbst unserm Geist bereiten. 6. Dir folgen, dünkt uns Zwang, des Herzens böser Hang reißt uns mit startem Triebe zu schndder Sünden. liebe, und wer vermags zu zählen, wie oft wir vor dir fehlen. 7. D Herr, gieb uns dein Licht, 88 Von dem Falle und daher rührenden Licht, daß wir, was uns Ernst entbrennen, der Sün gebricht, beschämt vor dir de zu entfagen, der Bessrung erkennen, und von dem nachzujagen. 95.ΞΕΥΤΗ Wer bin ich von Na tur, wenn ich mein Inn res prü fe? O wie viel Gråul läßt mich E mein Her ze sehn! Es ist ver derbt, da rum DEMENEE ver birgt mirs sei ne Tie fe, und wei gert sich, die Prü fung aus zu stehn. 2. Der Weisheit erster Schritt ist, seine Thorheit kennen, und diesen Schritt, wie oft vermehrt mirs thn? Voll Eigenlieb und Stolz will sichs nicht strafbar nennen, der Reu entgehn, doch nicht den Fehler fliehn. 3. Wahr ists, ich find in mir noch redendes Gewissen, in der Vernunft noch Kennt. niß meiner Daicht. Ich kann. mein Auge nie der Eugend ganz verschliessen, und oft scheint mir ein Strahl von ihrem Licht. 4. Doch schwaches Licht, das mir den Reiß der Tu gend zeiget, und vom Ver stande nicht bis zu dem Her zen dringt! Vergebens leh ret er, das Herz bleibt unge beuget, beherrscht von Lüsten, die es nie bezwingt. 5. Ein Richter in mir selbst föhrt oft des Herzens Ruhe; Er flagt mich an, ich steh erschrocken still, und billige nicht mehr das Böse, das ich thue, und thue nicht das Gute, das ich will. 6. Verstellung, die ich doch an Elende der Menschen. an meinem nächsten hasse, erlaub ich mir, und halt es für Gewinn, wenn ich im falschen Licht mich andern sehen lasse, und andern schei nen kann, was ich mir selbst nicht bin. 12. Gott ehren ist mein Ruf. Wenn ich den Ruf be. 7. Ich weiß, daß der Betrachte, was find ich da für sitz der Güter dieser Erden mich nie vollkommen sättigt und erfreut, doch bleiben sie mein Wunsch; Und um be. glückt zu werden, erring ich mir die Laft der Eitelkeit. Mängel meiner Pflicht! Die Wunder der Natur, die Gott zu Lehrern machte, stehn vor mir da, und diese hör ich nicht. 8. Ich weiß, wie groß es ist, aus Uteberlegung handeln, und handle doch aus sinnli. chem Gefühl: durch falschen Schein getäuscht, eil ich ihm nachzuwandeln, und Leiden. schaft und Irrthum steckt mein Ziel. 9. Ein gegenwärtig Gut versäum ich zu geniessen, flich, was mich sucht und suche, was mich flieht. Im Glücke bin ich stolz, verzagt in Küm. mernissen, und ohne Ruh um Ruhe fets bemüht. 89 drer Eigennuß. Aus ihnen siest Betrug, Verstellung, and in ihnen findt Neid und Haß und Stolz und Härte Schuß. 10. Mein Nächster hat ein Recht auf viele meiner Paich. ten, doch wird dies Recht fo oft von mir entweiht. Vers sagt er mir die Pflicht, so eil ich ihn zu richten, fein bloß Versehn heißt Ungerechtigkeit. 13. Und heißt ihr Anblick mich auf seine Weisheit schliessen, auf Güt' und Macht, so schließt nur mein Verstand. Das Herz bleibt ungerührt, betäubt bleibt das Gewissen, und Gott, mein Herr und Bater, unerfannt. 14. Oft sagt mir mein Vers stand, das des Allmächt'gen Gnade das größte Gut, der Trost des Lebens ist, und welche Schulden ich auf mein Gewissen lade, wenn fie mein Herz für Menschengunst vers gift! Is. Und doch, o Gott, wie oft geb ich dieß Glück der Seele, dir werth zu seyn, für tindischen Gewinn, für eine Schmeicheley, für Lüfte, die mich quälen, für Eitelkeit, für Tand, für nichts dahin! 16. Dies ist des Menschen Herz. Wer hat dieß Herz verheeret! So kam es nicht, o Gott, aus deiner Hand 11. Nicht Liebe gegen Gott heißt mich dem Nächsten die. nen, mehr Eigenlieb und nie. Der Mensch durch eigne Schuld, Von dem Falle und daher rührenden Schuld hat seine Würd ents der Menschen von die wen ehret, nnd beides fiel, sein Herz und sein Verstand. det, und sich im Elend ende 4. Hilf, mein Erbarme mir, verwirf mich nicht vo dir, erneure meine Seele daß sie nur Gutes wähle Wer kann mich sonst vom B sen, als du allein, erlösen! s. Drückt gleich der Sün den Joch mich sehr, so bleib ja doch weit macht'ger den Gnade; wie groß auch st mein Schade, so kannst ihn doch heilen, und Leba mir ertheilen. 90 17. Doch, so verderbt wir find, so schwach, uns seibst zu heilen, so steuert Gott doch der Verdorbenheit, läßt durch sein heilig Wort uns neue Kraft ertheilen. Licht der Vernunft, dem Herzen Reinigkeit. 18. Und du willst dieser Kraft, o Mensch, dich widersetzen? Sie beut sich an, du aber wehrest ihr? Und willst des größten Glücks dich selber unwerth schätzen? Besinne dich, noch steht dein Heil bei dir! 6. Hat sonst der Sünd Macht in mir ihr Werk vol bracht, so gieb mir Lust usl Stárke, daß ich nur gu Werte beschlieffe und vol bringe, und ewig dir lobsing Mel. Nro. 383. So wahr ich lebe! spricht & 97. Der Hang zum Boja wohnt in mit Auch wenn ich schon, me Gott, von dir geheiligt bin versucht er mich zu Sünder doch, und stärket sich durd Leidenschaft und Sinnlich feit, zu thun, was del Gefeß gebeut. Mel. Nro. 94. Du, der fein Böses thut! ein Gott, dir ist 96. Mein bewußt die innre bose Luft, die Quelle meiner Sünden, die Menschen nicht ergründen; O beite du aus Gnaden, der Seele tiefen Schaden! bod call 2. Des bösen Herzens Grund wird oft durch Tha ten fund, die mich vor dir vertlagen, und mein Gewiss fen nagen. Herr, willst du fie bestrafen, wer wird mir Rettung schaffen. 2. Ich sehs, die Tugend ist sehr schön, ich will aud ihre Bahn nur gehn, betrett fie voll Luft und Muth, ge 3. Ich habe wider dich, wiß, daß wer nicht Sünde den nächsten und auch mich thut, und seine Vaichten nie vielfältig, Herr, gehandelt, vergist, hier ruhig und dort ich bin den Weg gewandelt, I feelig ist. 3. ma Elend der Menschen. 3. Doch bald erwacht in meiner Brust die unterdrückte bose Lust, und locket mich zur Sicherheit, zu eitler Selbstgefälligkeit. Gelingt es ihr, so glaub ich dann auch leicht, daß ich nicht fallen kann. 4. Dann bin ich bald ver. führt; Denn ach! wer stolz und sicher wird, ist schwach, vergrössert seine Kräfte sich, verläßt sich mehr auf sich, als dich, verschmäht die Feinde, die ihm braun, wird trág und laß und schlum. mert ein. 91 6. Ich fühle meine Schwachheit, Gott! Mich schrecken leicht Gefahr und Spott! Zerstreuung und Vermessenheit, des Beyspiels Reiß, die Weichlichkeit, ein stark Gefühl für Luft und Schmerz, wie leicht verders ben die das Herz! 7. Wer kann mir beystehn? Du allein sollst meine Hülf und Stärke seyn! Laß meine Schwachheit immer mir vor Augen seyn, daß ich von dir nie weiche, das ich standhaft fey, dir bis zum Tode selbst getreu. s. Und ach! wie nah ist Dann sein Fall, wann er, versuchet überall, von aussen durch sein eignes Herz, durch Luft, Gewinn und Furcht und Schmerz, nun tämpfen soll! Wie leicht, wie leicht verliehrt er alle Kraft, und weicht! 8. Dann kommt die Zeit, wo, Herr, von dir der Hang zum Bösen ganz in mir vers t: lgt und ausgerottet wird, wo nie Verstand noch Herz mehr irrt. Wie heilig werd ich dann, wie rein, wie herr lich, Gott, wie seelig seyn! VII. Von der Erlösung der Menschen durch Chriftum. Mel. Nro. 3. len Rath kam er, fein Sohn, Lob, Ehr und Preis dem ic. auf Erden. Von unsrer mit frohem Dank erheben! Er hat nicht Lust an unserm Tod, will, daß wir ewig le. ben. Was uns zum Heile nöthig ist, das bat er uns durch Jesum Cheift erbar. mungsvoll bereitet. 2. Nach seinem. Gnadenvol98. Auf, Christen, laft Schuld und Missethat ein Gott Retter zu werden. wards, und hat sein Werk vollbracht, und sich nach fura zer Grabesnacht gen Hima mel aufgeschwungen. 3. Wo ist des Todes Herrs schaft nun! Hier ist fein Ues. berwinder. Die Furcht das für hinweg zu thun, starb 92 Von der Erlösung der Menschen Mel. Nro. 3. Er, der das Heil der Sünder. Gebrochen ist uns nun die Lob, Ehr und Preis dem: Bahn, die von der Erd uns Himmel an zur ew'gen Won- 99. Heil uns! Aus un ne leitet. rer ist Rettung uns erworbe Der Heer will nicht des Si ders Tod. Was Adams Fa verdorben, hat er aus Gn den uns ersetzt. Wie wert sind wir von ihm geschäßt Wie groß ist sein Erbarmen 2. Selbst seinen eingeboh nen Sohn fandt er zu un auf Erden, von dem verdier ten Sündenlohn ein Rette uns zu werden. Er kam, un mit ihm unser Heil, Er kam damit wir wieder Theil an ew'gen Leben hätten. 4. Wie hat uns doch der Herr so lieb! Wie sucht er unser Bestes! Er giebt für uns aus freyem Trieb fein Liebstes und sein Größtes. Preis ihm! der so viel an uns thut! Preis seinem Sohn! der uns zu gut sich bis zum Tod erniedrigt. 5. Was er zu unserm Glück verschaft, das ist in feinen Händen. Sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns erwarb, als er für uns am Kreuße starb. Wohl allen, die ihm trauen! 3. Wo ist, o Tod dein Ste chel nun? Hier ist dein berwinder. Für unsre Schull genug zu thun, starb er, das Heil der Sünder. Wo ist nun Sünde, deine Kraft? Hie ist der, der uns Kräft Iershülfe baun, ihn mit Geschafft, dein Joch von uns horsam ehren! Weg zum ew'gen Wohl, der Weg auf dem man friede voll auch schon auf Erden wandelt. 7. Herr, leite selbst uns diesen Pfad! Zeuch uns zu deinem Sohne! Daß Glaub an ihn auch mit der That in unsern Herzen wohne. So haben wir an seinem Heil, zur Freude für uns, ewig Theil; So preisen wir dich ewig. 6. O last uns ihm uns anvertraun, und seine Stim. me hören. Auf seine Mitt Das ist der zu werfen. 4. Gelobt fey Gott, gelobt fein Sohn, der Retter unfre Seelen! Nun fann uns aud auf Erden schon das wahr Glück nicht fehlen, getrof und froh in Gott zu seyn, wenn wir uns nur dem Hei land wethn, den Gott füt uns verordnet. 5. Herr, laß uns diese Seeligkeit hoch über alles schätzen! Nie können Güter Dies durch Christum. dieser Zeit den Mangel uns erfeßen, wenn uns das größte Gut gebricht, ein reines Herz voll Zuversicht zu dir, Gott, unser Bater! 93 sten Triebe, Zeuch mächtig unser Herz zurück von schnos der Sündenliebe. An dem so theur erworbnen Heil lag uns in wahrem Glauben Theil stets fuchen und ge6. O, lent auf dieß erhab. ne Glück, Herr! unsre stärk, winnen! 100. Ge dan ke, der uns Le ben giebt! CREPES 16 Wer kann dich ganz durch den fen? Al so hat Gott die Welt ge liebt, uns sei nen Sohn zu schen fen. 2. Hoch über die Vernunft| Schuld getragen, nicht Gott erhöht, umringt mit Finster und mein Erldser ist, so nissen, erhebst du Gottes werd ich angstvoll zagen! Majestät und stillest mein Gewissen. 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Bau ergründen, und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm empfinden. 4. So kann ich auch nicht Gottes Rath von Jesu Tod ergründen, allein das Gott: liche der That, das fann| vest am Glauben. mein Herz empfinden. 5. Nimm mir den Trost, das Jesus Christ nicht meine 6. Ist Christi Wort nicht irren müssen, und wer Gott Sinn, so werd ich ist, und was ich bin und werden soll, nicht wissen. 7. Nein, diesen Trost der Christenheit soll mir kein Zweifel rauben, ich fühle sei. ne Göttlichkeit, und halte 8. Ich bin nun ganz dein Eigenthum, durch dich des Himmels Erbe; Dieß, Sohn des 94 Von der Erlösung der Menscheu. des Höchsten, ist mein Ruhm,| wirk er doch sein Werk in mit, auf den ich leb und sterbe. und rein'ge mich von Sünden. 9. Du giebst mir deines Geistes Kraft, im Glauben mich zu stärken, der Wollen und Bollbringen schafft zu allen guten Werken. 10. So lang ich deinen Willen gern mit reinem Her, zen thue, so fühl ich Freude Mel. Nro. 2. Mit Singen dich zu loben. in dem Herrn, und im Ge. 101. Erhebt den Herrn wissen Ruhe. Frommen! 12. Und, wenn mich meine Er hält, was er verspricht, Sünde frånft, und ich zw] der Heiland ist gekommen, dir, Herr, trete, weiß ich, daß dein Herz mein gedenkt, und thut, um was ich bete. der Völker Trost und Licht; Gott, der uns nicht verfößt, hat uns zum Heil und Leben selbst seinen Sohn gegeben; Durch ihn sind wir erlöst. 2. Erlöst! O weiche Liek hat uns der Herr erzeigt! mit welchem Batertriebe feit Herz zu uns geneigt! Von feiner Himmel Thron fomm Rettung vom Verderben un Sündern zu erwerben, feit eingebohrner Sohn. 3. Er fommt zu uns auf Erden in tiefer Niedrigkeit) nimmt auf sich die Beschwer den von unsrer Pilgerzeit/ enthält sich seiner Macht, verläugnet Himmelsfreuden bis er durch Todesleiden! sein groffes Werk vollbracht 4. Er hats vollbracht! 9 bringet Gott euren Lobge fang. Erlöste Menschen, sin get dem Mittler ewig Dant. Wo niemand helfen kann DA 12. Ich weiß, daß du, mein Heiland, lebst, und mich ein aus der Erde erweckest, und dahin erhebst, wo ich dich schauen werde. 13. Kann unsre Lieb im Glauben hier für dich jes mals erkalten? Dieß ist die Lieb, o Herr, zu dir, dein Wort von Herzen hatten. 14. Erfüll mein Herz mit Dankbarkeit, so oft ich dich nur nenne, und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt betenne. 17. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt( lag mid noch sterbend denken!) Wir follt uns der, der ihn ge schenkt, mit ihm nicht ald schenken! 15. Soll ich dereinst noch würdig seyn, Herr, um dich Schmach zu leiden, so laß mich feine Schmach und Vein von deiner Liebe scheiden. 16. Und sollt ich, Gott, nicht für und für des Giaus bens Freud empfinden, so durch Chriftum. no da hilft er gern aus Gna. den, heilt unsver Seelen Schaden. O, nehmt ihn glaubig an! s. Du Freund der Men, schenkinder! verwirf uns verwirf uns, Jesu, nicht; Dein Name, Heil der Sünder, ist unfre Zuversicht. Gieb unsern See. len Ruh; Hilf jeden Reiß zu Sünden uns glücklich über winden! Gieb Muth und Kraft dazu. 6. Dich wollen wir erhes ben hier und in Ewigkeit, wo uns ein beffres Leben vor dei nem Chron erfreut. Dann sind wir ewig dein, und nichts wird uns mehr fehlen, dann werden unsre Seelen fich deiner ewig freun. Mel. Nro. 438. Freue dich, o meine zc. 102. wge Liebe, mein Gemüthe wagt mit findlichem Bertraun, in den Abgrund deiner Güte ehrfurchtsvoll hinab zu schaun, allen Kummer zu zerstreun, ihrer Grösse mich zu freun; durch ihr Anschaun schon auf Erden herrlich und entzückt zu werden. 2. Dank sey dir, o Gott der Liebe, daß du dich erbarmet hast, und aus våter, lichem Triebe den allweisen Rath gefaßt, der verdammenswürd'gen Welt durch ein theures Lösegeld, durch 95 Des eignen Sohnes Sterben Heil und Freiheit zu erwer ben. 3. O ein Nathschluß voll Erbarmen! Welche Huld und Freundlichkeit eines Gots tes, der uns Armen våters lich die Hände beut; Und uns ſeinen Sohn selbt fchenkt, der mit ihm die Wele ten lenkt, um uns Sündern. ew'ges Leben durch des Sohnes Tod zu geben! 4. Doch bestimmte Gott, ihr Sünder, auch die Ord nung eures Heils; Die nur werden Gottes Kinder, die ihr folgen ihres Theils. Nur, wer an den Heiland glaubt, und ihm treu ergeben bleibt, der foll nicht verlohren ges hen, sondern Heil und Les ben sehen. s. Da du keinen zum Vers derben, güt'ger Gott, bestim met hast, tragen die, die ewig sterben, threr eignen Bosheit Last. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, der hat Fluch und Tod junt Lohn; Sein muthwillig Widerstreben schließt ihn aus vom Heil und Leben. la 6. Ewig werde, Herr, bes fungen, was dein Nath bes sloffen hat! Mit uns preis sen Engelzungen diesen wei. sen heil'gen Rath, den der Glaub in Demuth chrt, die Vernunft erstaunend bort; We 96 Von der Erlösung der Menschen Wo der Engel Tiefen findet,| dienen möge: Ich sey auf die er niemals ganz ergründem rechten Wege. det. 8. Laß mich meinen Nama 7. Laß mich, Bater, ernst- schauen in dem Buch des lich streben, meines Heils gewiß zu seyn. Richte selbst mein ganzes Leben so nach deinem Willen ein, daß des Glaubens Frucht und Kraft, den dein Geist in mir ge. schafft, mir zum Zeugniß bens stehn, alsdann werd i ohue Grauen meinem Tol entgegen gehn. Du, men Bater, liebest mich, kein Kreatur wird mich deine Gnad entreiffen können, no von deiner Liebe trennen. VIII. Von der Person des Erlösers. Mel. Nro. 6. Lobsinget Gott, und betet. " Preis 1 103. Anbetung und Dank sey dir, o Jesu, unser Leben! Preiswürdig bist du für und für, wer fann dich gnug er beben? Eh noch die Welt ward, warst du schon groß, herrlich und des Höchsten Sohn, ein Erbe seiner Ehre. Dein ist das Reich, die Herr, lichkeit, und du beherrschest weit und breit der Kreaturen Heere. 2. Dein find fie; Denn durch deine Kraft ward Himmel, Meer und Erde. Du hast das Leben uns verschafft, du sprachst zum En. gel: Werde! Du bist es, dessen Allmachtsruf die ganze Welt aus nichts erschuf: Du bists, der alles tråget, was sichtbar und unsichtbar ist, was Erd und Himmel in sich schließt, und was in Meer fich reget. 3. Und dennoch bist du un zu gut in diese Welt gekom men, und haft selbst unse Fleisch und Blut freywillig angenommen. Dein Leba gabst du willig dar, zu r re ten, was verlohren war und wardst ein Knecht a Erden. O Huld, die fon nichts gleich es hat! D starbst, von unsrer Mtsfeth ein Heiland uns zu werden. 4. Du wardst es uns, unl bist es noch ist auf des Him mels Throne; suchst liebreid von der Sünde Joch und ihrem schnöden Lohne, di ihr noch dienen, zu befreyt Beschwerter Herzen Trof seyn, ist deines Herzens Fre de. Du giebst den müden Seelen Ruh; und wer did liebt, den stärkest du, daß nichts ihn von dir scheide. 5. Von der Person des Erlöfers. 97 5. Du hörst der Deinigen| Allmächtger, durch dein fráfe Gebet, und endest ihre Plage, du bleibst, bis Zeit und Welt vergeht, o Herr noch alle Tage bey uns, ben dei nem Eigenthum. Dir, dir sey ewig Dank und Ruhm für alle deine Liebe! Dir geb ich mich zu eigen hin, gieb, daß ich mich, so lang ich bin, deinem Lobe übe. tiq Wort, das Grosse und Geringe geht bloß durch deis nen Willen fort. Sohn Gots tes! Du regierst den ganzen Kreis der Welt: Weil du das Zepter führst, geschieht, was dir gefällt. Bey dir steht Tod und Leben: Drum wird einst jede Gruft die Todten wieder geben, wann deine Stimme ruft: Mel. Nro. 45. Kommt, tommt, den 2c. 4. Dir Ehre zu erzeigen 104. Mein Heiland, sieh,( dieß ist des Vaters Wille!) im Staube bet ich, o Ewiger, dich an. Ich weiß, an wen ich glaube; Du haft als Gott dich fund ge. than. Du bist der Erstgebohrne vor aller Kreatur, famst zwar für uns Verlohrne in menschlicher Natur; ein Bolt dir zu erlesen, erschienst du in der Zeit; Doch, eh die Welt gewesen, warst du von Ewigkeit. soll vor dir sich alles beugen; Die Welt fey deines Lobes voll! Du bist das Heil der Erden, wer auf dein Wort nicht hört, fann nimmer feelig werden. Wer aber dich verehrt, dem hilfft du vom Verderben, schafft ihm Zufriedenheit, und macht ihn einst zum Erben vollkommner Seeligkeit. 2. Der Himmel und die Erde sind durch dein träftig Wort gemacht, durch dein all. mächtig: Werde! entstand s. Wie herrlich ist dein Name schon ist, o Herr, in uns frer Welt, wp der Gerechten Saame vor dir, dich preis fend, niederfällt! Dort preis die Welt in ihrer Pracht. Ofen Seraphinen dich, groffer unser Herr und Meister! Du schufft uns, wie das Heer der ist schon seelgen Geister; Doch liebtest du uns mehr. Die Strafen unsers Falles nahmst du am Kreuß auf dich, regiert nun über alles, und herrschest ewiglich. Menschensohu! Mit Freu den dir zu dienen, stehn sie vor deinem Thron. Wer sollte dein sich schämen? Du bist ja unser Ruhm, und würs dig, Vreis zu nehmen von deinem Eigenthum. 3. Du trågest alle Dinge, 6. Mein Heiland, ich vers ehre dich, der auch meine Súna 98 Von der Person des Erlösers. Sünde trug! Beschäme und| Kräfte mit, dich glaubig zu befehre durch deiner Gnade erfenuen, und welche dich fanften Zug, die deinem erkannt. die laß von dir Wort nicht glauben, und nichts trennen! Erleuchte je Dir, der für sie litt, die schuld des Land! ge Ehre rauben. Theil ihnen 105. E die W i e herr lich Glanz Got tes, strahlt der der die EIH stern! O welch ein Glanz geht bricht! Du bringst in fin Mor gen, Nacht durch auf vom stre See len Herrn! Wer soll te fein nicht ach ten? Licht, die nach der Wahr heit schmach ten. Dein Wort, Je su, ist voll Klarheit, führt zur SIEHT 1 Wahrheit und zum Le ben. Wer kann dich genug er he ben? 12. Du hier mein Trost und| so rühret mich das Glück der dort mein Lohn! Sohn Got: Erde wenig. Zu dir komm tes und des Menschen Sohn! ich; Wahrlich keiner tröste Des Himmels groffer König! deiner sich vergebens, wenn Von ganzem Herzen preis er dich sucht, Herr des Le ich dich! Hab ich dein Heil, bens! 3+ Von der Person des Erlösers. 99 Tönet, tönet Jus Schallet wieder! Daß die Erde voll von seis nem Lobe werde. 3. Durch dich nur kann ich| gefallen. feelig seyn. O drücke tief ins bellieder; Her mir ein Empfindung deiner Liebe, damit ich ganz dein eigen fey, aus Weltfinn deinen Dienst nicht scheu, und dein Gebot gern übe. Nach dir, nach dir, den ich faffe und nicht lasse ewig wähle, dürftet meine ganze Seele! 4. Bon Gott strahlt mir ein Freudenlicht, die Hoff nung, daß dein Angesicht ich einstens soll erblicken. Du kannst indeß durch deine Kraft, die Ruh in müden Seelen schafft, mich stärken, mich erquicken. Tröste du mich, Seeligmacher, daß ich Schwacher auf der Erde Himmelsfreuden inne werde. s. Und wie, Gott Vater, preis ich dich! Von Ewig, keit her hast du mich in deinem Sohn geliebet; Dein Sohn hat mich mit dir vereint, er ist mein Bruder und mein Freund, was ists, das mich betrübet? Seele! Wåh, le ihn, den Besten, ihn den Größten, die zum Freunde, Und dann fürchte keine Feinde. Mel. Die vorhergehende. 106. Wie groß wie ans dein Nam, o Heiland Jesu Christ! Wie theuer deinem Bolte! Welch Licht gieng in der Fins sterniß mit dir der Welt auf, wie zerriß, wie floh des Frrs. thums Wolke! Als du fas mest, hörten Taube, und der Glaube half den Kranken, Stumme sangen, dir zu danken. 2. Nur Schwache warens, die dein Licht verbreiteten, die Weisen nicht. Wo find fie? Wo die Hohen? Und wo die Reichen? Wo die Macht, vor der des Götzen. dienstes N a cht und seine Schatten flohen? Macht nicht, List nicht, deine Gas ben, Mittler, haben dich verklåret, uns den Weg zu Gott gelehret. 3. Wir werden deinen Ruhm erhöhn, wir werden deine Himmel sehn, den Preis von deinen Leiden geniessen, 6. Ihm, welcher Tod und was du uns erwarbst, als Grab bezwang, ihm müsse du für uns am Kreuße froher Lobgefang mit jedem starbst, der Engel hohe Freu Tag erschallen; Dem Lam- den. Welche Gnade! Daß me, das erwürget ist, dem wir Sünder Gottes Kinder Freunde, der uns nie vers werden sollen, wenn wir gist, zum Ruhm und Wohl, an dich glauben wollen. 2 4+ Von der Menschwerdung 4. Du hast dich deiner| dir vor deinem Chron cin Herrlichkeit entäusfert eine würdig Loblied brachten. Ib kurze Zeit, für uns von Gott rer mehr noch, Jesu, wer verlassen. Und nun mit Ehr den, schon auf Erden dit und Ruhm gefrönt, nun lobsingen, Preis und Dant machst du seelig, die verföhnt, und Ruhm dir bringen. der Sünden Gräuel bassen. Ihnen willst du Heil und Leben gerne geben, und uns allen helfen, daß wir Gott gefallen. 6. Wie groß wie angebete ist dein Name, Heiland Jeft Chrift! Wie herrlich bey den Deinen! Führst du uns einf zu deiner Ruh, o wie wet 5. Vom Aufgang bis zum herrlicher wirst du den From Untergang erschallet dir der men dann erscheinen! Ewig Lobgesang erretteter Gerech müsse, dir zur Ehre, ihre Unzahlbar sind die Chöre Lob erschallen, durc Schaaren schon, die gerne die Himmel wiederhallen. IX. Von der Menschwerdung und Geburt Jesu ten. 100 1. Adventslieder. Mel. Nro. 2. lehrt; Es lehrens feine Bo ten, und seelig ist, wer hört! 107. Mit Ernst, o Men. Ach! leben wird, wer glaubt schenkinder, wer wird sterben, und jeder wird ver derben, wer noch ein Sum der bleibt. 4. Wer wahre Demuth lio bet, den will er nicht ver schmähn, wer aber Hochmuth über, der wird auch Gott nicht sehn. Wer ihm sein 2. Kommt, reinigt eure Herz ergiebt, der wird sein Seelen, feyd heilig, seyd be.| Tempel werden, nicht don reit, was ihm gefällt, zu nur, schon auf Erden wählen, zu fliebu, was er verbeut! Eilt willig in sein Neich, verabscheut und verlaffet, was euer König hafset, vertraut ihm, beffert euch! 3. Das hat der Herr ge. boten, sein Herold hats ge. Mit Singen dich zu loben. macht euer Herz bereit! Er kömmt, das Heil der Sünder, der Herr der Herrlich teit. Er kommt von seinem Thron ins Elend gern her. nieder, wird einer unsrer Brüder; Er, Gottes eig, ner Sohn. fahren, wie Er liebt. 5. Ach, mache du mich men, in meiner Gnadenzeit, aus gnådigem Erbarmen/ Herr Jefu, felbft bereit. Schon seufzt mein Herz nach Dir und Geburt Jefu. dir! Schon jauchz ich dir| Herzen, Betrübte! Klagt entgegen! Komm, fomm mit deinem Seegen, und wohne stets in mir! nicht mehr! Zagt nicht in eus ren Schmerzen, als ob fein Helfer war. O fehet auf! Ihr habet den besten Heifer nah, der eure Scele labet, Mel. Nro. 80. Befiehl du deine Wege. 108. Wie soll ich dich empfangen; Heil der treue Freund ist da. aller Sterblichen? Du Freus de, du Verlangen der Trost bedürftigen! Gieb selbst mir zu erkennen, wie deiner Güte voll, dich meine Seele nens nen, dich würdig preifen soll. 6. Die ihr mit wahrer Reue, stell eure Schuld be weint, wißt, daß er euch vers zeihe. Er selbst, der Menschenfreund, ruft heilbegier's gen Sündern der Gnade Trostwort zu, macht sie zu Gottes Kindern, schafft ih. ren Seelen Ruh. 2. Einst streute man dir Palmen; Izt foll die Dankbegier, mein Heil! in Freus Denpsalmen ergieffen sich vor dir. Dich, dich will ich er. heben, so gut ich Schwacher tann: Mein Herz will ich dir geben. Ach, nimm es gnådig an! 7. Er übersichet keinen, und weiß, was jedem nützt. Hat er nicht stets die Seinen von Anbeginn geschüßt? nicht sie in ihrem Leide zu trößten stets gewußt? Erfreun ift seine Freude, und Wohlthun seine Luft. 3. Damit du mich befreytest, gabst du dich selbst für mich; mich zu erretten, freus teft du, Seeligmacher! dich. Du sahst, es wäre feiner verden der Sünd, und macht mögend gnug dazu, da jam merte dich meiner, da kamst und halfest du. uns groß; Giebt Weisheit, Muth im Leiden, und Kraft zu jeder That: Versichert und die Freuden, die Gott bereitet hat. 4. O du, an den ich glau. be, was wars, daß dich be, wog? Was wars, das dich zum Staube, zu mir hernie Der zog? Dein göttliches Er. barmen. Ja, du, o Jefu baft mit mitleidsvollen Armen die ganze Welt umfaßt. 9. Er kommt zum Weltge. richte, und bringt, wann er erscheint, Fluch jedem Böses wichte, und Heil dem Tus gendfreund. Wohl ewig als len denen, die seine Wege 5. Das schreibt in eurel gebn, und einft mit Freudens thras IOI 8. Er macht uns von den Banden des Tods auf ewig los, entreiffet uns den Schan 102 Von der Menschwerdung thránen an seiner Rechten stehn! Mel. Nro. 1. Mein Herz ermnntre zc. kommt! er tömmt! geht ihm entgegen, der Heiland after Welt erscheint! Er bringt euch Leben, Heil und See109. Er Wie herrlich strahlt der tc. gen; Ehrt ihn, den größten IIO. Dereiland kömmt; der das feß für und erfüllt, und ster. bend unsern Jammer stillt. 2. Er kommt, der Schöpfer aller Dinge, mit sanft: muthvoller Majestát! Kein Sünder ist ihm zu geringe, der ihn um Gnad und Hülfe feht. Gerechtigkeit und Frie den giebt sein Reich dem, der ihn glaubig liebt. ihm, dem Gott, dem alle Sera phim das Heilig! Heilig! singen. Er kommt, der ew'gt Gottessohn, und steigt von feinem Himmelsthron, de Welt den Sieg zu bringen. Heil dir! Da wir von den Sünden Rettung finden Höchstes Wesen! Durch dich werden wir genesen. 2. Willkommen Friedefürst und Held, Rath, Vater, Kraft und Heil der Welt! Willkommen auf der Erden, Du tleidest dich in Fleisch und Blut, wirst Mensch, und willst, der Welt zu gut, selbst unser Bruder werden. Ja du, Jesu! streckst die Armen, voll Erbarmen, aus zu Süns dern und verlohrnen Men schenkindern. 3. Eröffnet und schenkt eure Herzen dem König aller Kon'ge gern. Die hier die Gnadenzeit verscherzen, sehn ihn dereinst als ihren Herrn, als Richter, wann er jornig spricht: Weicht, weicht von mir! Euch kenn ich nicht. 4. Mein Heiland, komm, Mein Herz fteht offen, zeuch fanftmuthsvoller König ein; Was auffer dir die Menschen hoffen, ist Eitelkeit, Betrug und Pein. Dein Reich nur schenkt Gerechtigteit, und göttliche Zufrieden, heit. Welt geliebt; Komm ne Hoffnung vest zu gründen, die dein Verdienst im Glau ben giebt. Mein größtes Glück, mein letztes Wort sey: Jesus ist mein Fell und Hort. Mel. Nro. 105. 5. Laß deine Liebe mich em. pfinden, mit der du diese 3. Du bringst uns Trost, Zufriedenheit, Heil, Leben, ew'ge Seeligkeit. Sen hoch dafür gepriesen! O lieber Herr, was bringen wir die Treue zu vergelten, die die du an uns bewiesen? Uns die und Geburt Jesu. 103 die wir hie im Verderben| du draust, nicht auf uns mußten sterben, schenkst du Leben. Gröffers Gut kannst du nicht geben. 4. Wir bringen dir ein dankbar Herz, gebeugt durch Busse, Neu und Schmerz, bereit vor dir zu wandeln, und dir und unserm Nächsten treu, aufrichtig, ohne Heu: cheley, zu leben und zu han. deln. Dies ist, Herr Christ, dein Begehren. Lag uns hd ren, und den Schaden, den laden! s. Laß uns zu unserm ew's gen Heil an dir in wahremt Glauben Theil durch deinen Geist erlangen; Auch, wann wir leiden, auf dich sehn, stets auf dem Weg der Tuls gend gehn, nicht an der Erde hangen, bis wir zu dir mit den Frommen werden foma men, dich erheben, und in deinem Reiche leben. III. ZEE2E Kommst du, kommst du, Licht der Heis den? Ja, du kommst, und säumest nicht; EN denn du weißt, was uns gebricht, o du *** TE! Quel le wahrer Freuden! Je su, offen kte het 11 dir auch mein Herz, ach tomm zu mir. 2. Ja, du bist bereits zuges| dervolle Kraft, die uns wahgegen, du Welt. Heiland, re Rube schaft. Gottes Sohn, meine Seele spüret schon deinen gnaden. vollen Segen, deine wuns 3. Able mich durch deine Liebe, die dem Eitlen mich entreißt, und gieb Kräfte, daß 104 daß mein Geißt fich, dir zu gefallen, übe. Dich recht lie ben, o mein Licht, fann aus eigner Kraft ich nicht. s. Schenk mir deines Gei stes Gaben, Liebe, Glauben 4. Herr, erwecke mein Ge, und Geduld, bis ich einf müthe, öffne selber meinen durch deine Huld, über Sünd Mund, daß ich ist aus her, und Welt erhaben, mit den zensgrund dankbar preise Engeln dir alsdann Hofian deine Güte, weil du auch, na! fingen kann. 2. Weihnachtslieder. Von der Menschwerdung 112, E TEILNE Herr! err! laß doch mich recht fey er lich des Herr Jesu Christ, mir zu gut gekommen bist. EEEEE Hei lands Fest mit Lob und Dank be ge hen! Lieb HILLIT U ist der Dank, der Lob ge sang, durch den wir dich, du Gott der Lieb! er ho hen. 2. Wie bin ich froh, daß| mir auch Theil! Hilf, daß ich redlich glaub an seinen Namen! Der ehrt ihn nicht, der Herr! Herr! spricht, und doch nicht sucht, fein Beyspiel nachzuahmen. 5. Aus Dank will ich in Brüdern dich, dich, Gottes Sohn! bekleiden, speisen, tränten. Der Frommen Herz in ihrem Schmerz mit Tro erfreun, und dich dabey ge denken. O! du also, o Gott, die Welt in deinem Sohn geliebet! Wer bin ich, daß du auch mich so herrlich hoch, noch eh ich war, geliebet? 3. Er, unser Freund, mit uns vereint, zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren, er wird uns gleich, um Gott, dein Reich und deine Lieb im Fleisch zu offenbaren. 4. An seinem Heil gieb 6. und Geburt Jefu. IOS 6. Rath, Kraft und Held| hilft uns gern, und wer ihn durch den die Welt und alles ist im Himmel und auf Er. den! Die Christenheit preist dich erfreut, und aller Knie soll dir gebeuget werden. fucht, den wird sein Name trösten. Freut euch des Herrn, und dient ihm gern! Freut euch des Herrn, und jauchzt ihm, ihr Erlöften. 7. Erhebt den Herrn! Er 113. H Dies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht! Ihn preise, wer FLETEENER durch Je sum Christ Freund und Ver eh rer Gottes ist. 2. Die Völker haben sein geharrt. Doch, als die Zeit erfüllet ward, da fandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich feinen Sohn. 3. Wenn ich dieß Wunder faffen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still, er bethet an, nur er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt! nimmst felbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch zu unserm Heil. s. Und zu erfüllen Gottes Rath, sprachst du sowohl durch Wort, als Chat: Gott, deinen Willen thu ich gern. Lob sey dir, der da kam vom Herrn. 6. Dich, der du Mensch gebohren bist, mit uns vers eint, dich, Jefum Christ, auf den die Völker hoffend sahn, dich, Gott, mein Heiland, bet ich an. 7. Du, unser Heil, und höchstes Gut, vereinigst dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, Von der Menschwerdung 106 hier, und Gottes Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Maje. ståt! Du bist es, der das Herz erhöht; Gedanke vol. Ier Seeligkeit! Du bist es, der das Herz erfreut. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt; Ein Mittler ists, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schüßt, der auf dem höch. ften Throne fitzt? 10. Dieß ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht! Ihn preise, wer durch Jesum Christ Freund und Verehrer Gottes ift. 3. Bey seinem Eintritt in die Welt umgiebt ihn feine Pracht, die glänzend in die Augen fällt, und groß vor Menschen macht. 115. FEE 4. Er wird dem årmsten Knechte gleich, begehrt fein Erdenglück, verlangt allhier kein Königreich von einem Augenblick. 5. Er kommt, durch seiner Wahrheit Macht zu Gott uns hinzuziehn; vor seinem Lich te muß die Nacht des Aber glaubens fliehn. 6. Er lehret uns die Sün de scheun, er giebt auch Kraft dazu, und schafft uns, wenn wir sie bereun, Bes gnadigung und Nuh. Mel. Nro. 7. Kommt her, verkündigt zc. 114. Pobt Gott, ihr Chris 7. Er bringt den Trost der ften, freuet euch! beffern Welt vom Himme Von seiner Himmel Thron uns herab; Nun schreckt, beruft er uns zu seinem wann unsre Hütte fällt, den Reich, und sendet seinen frommen Geist kein Grab. Sohn. nach Heil 2. Der des Vaters Rath, mit uns zu erfreun, und auf des ew'gen Lebens Pfad der Welt ein Licht zu seyn. 8. Er öffnet uns dereinst die Thür zu seinem Himmel reich. Ihr Christen, wie be glückt sind wir! Lobt Gott und freuet euch! Ge lo bet feyst du, Je su Christ, der du t uns ge bo ren bist, und uns zu Gu te wardst wie und Geburt Jesu. EN! wie wir; Preis sey, o Welt er lö fer, dir, auf e wig Preis! 2. Dich, unsern Heiland, unsern Herrn, sahn die Våter schon vorn fern; Du aller Völker Trost und Licht, du warst auch ihre Zuver. sicht. Gelobt sey Gott! 3. Die Nacht entflieht, der Tag bricht an über die, so nie ihn sahn, auf die, so Fin sterniß umgab, glångt Got. tes Wahrheit nun herab. Gelobt sey Gott! 4. Er, durch den uns geholfen ist, der einst richtet, Jefus Christ, der Schöpfung Herr, tommt in sein Reich erniedrigt fich und wird uns gleich. Gelobt sey Gott! 5. Jauchzt Himmel, Erde freue dich! Gott versöhnt die Welt mit sich. Uns Adams fündiges Geschlecht, entfündigt er, macht uns ges cht. Gelobt fey Gott! 6. Gelobet feyst du, Jesu Chrift, daß du Mensch geworden bist. Des freue fich die Christenheit, dank es dir in Ewigkeit, Gelobt sey Gott! 107 Mel. Nro. 46. Allmächtiger! wir singen zc. 116, Last uns mit ehrs furchtsvollem Dank den Gott der Lieb erhös hen, mit feyerlichem Lobge= fang des Heilands Feft beges hen! Preis sey dem Vater, der ihn gab! Preis sey dem Sohn! Er kam herab, und ward das Heil der Menschen. 2. Ist der ein Chrift, der dieses Heil nicht schätzt und lieb gewinnt? Nimm froh an seiner Liebe Theil, und werd ihm gleich gesinnt! Wer nicht, wie er, gesinnet ist, der ehrt ihn nicht, ist nicht ein Christ. Der Herr erkennt die Seinen. ihn erfreun, bekleiden, ſpeis 3. In Dürft'gen laßt uns fen, tränken! Ja, laßt uns frohe Geber seyn, und fein dabey gedenken. Was ihr den Meinen habt gethan, das, spricht er, habt ihr mir gethan. wills vergelten. Und er, er 4. Wer ihn mit treuem Herzen ehrt, den wird sein Name trösten. Vertraut auf ihn, 108 Von der Menschwerdung ihn, der Flehn erhört, lob.| Freund! Er erscheint, Fein fingt ihm, thr Erlösten! Es freut sich deine Christenheit, Herr, deiner Menschen freundlichkeit. Dir, dir sey ewig Ehre! Mel. Nro. 81. Sei zufrieden, mein tc. 117. Laßt uns unserm ne Brüder nennen. Gott! hoch erfreut, laßt uns heut ihm Verehrung bringen! In des Himmels hohe Chöre stimmet ein: Gott allein, unserm Gott sey Ehre! 2. Jeder, der sich fühlt vers lohren! freue sich inniglich! Christus ist gebohren. Er, der König aller Wesen, steigt herab bis ins Grab, Sün. Der zu erlösen. den selbst zum Seegen. 6. Er, er will für eu Schulden Armuth, Noth Schmach und Tod göttli groß erdulden. Lernt da Menschenfreund erkennen gnadenreich will er euch s 3. Wer kann Gottes Rathfchluß fassen? Aber dieß ist gewiß, Gott kann uns nicht haffen! Kommt der Sohn aus freyen Trieben zu uns her, wie sollt er nicht die Menschen lieben? 4. Wenn er uns verwor. fen hatte, nåhm er dann Menschheit an, daß er uns errette? Deß soll sich der Erdtreis freuen! Zum Ges richt kommt er nicht, son. dern zum Verzeihen. 5. Eilt im Geist nach Beth, lems Hütten, feht, was dort euer Hort schon für euch er. litten. Er wird niedrig eu rentwegen! Welch ein 7. Dankt ihm, der eu'r in res Sehnen sehen kann! tet an! Opfert Freudenth nen! Liebt thn, der von Lich brennet. Traut dem Herrn der euch gern feine Brüde nennet! 8. Wenn euch eure Si den fränken, eilt herzu, chet Ruh! Er will fie eu schenten. Schaut auf ih mit Glaubensblicken! 3 tert nicht! Denn er spricht: ich will euch erquicken. 9. Drückt euch hier so ma che Plage; Euren Schme fühlt sein Herz; Kein Et lofter zage. Bringet ihm d feinem Feste Preis und Ehr Wisset, er wählt für eud das Beste. 10. Er verläßt euch nicht ihr Schwachen! Mehr, a ihr, litt er hier, euch beglid beglüc zu machen. Diese turze Z der Leiden und der Müb was ist sie gegen ew'ge Freuden? 11. Jesu, du nahmst mei ne Bürde gern auf dich, daß auch ich frep und feelig wit De. und Geburt Jefu. de. Wer kann deine Lieb er, Verderben zu befreyn, und gründen? schämt sich nicht, uns gleich zu seyn. Ewig foll freu. denvoll sie mein Herz em. pfinden? 12. Dir, mein göttlicher Befreyer, folg ich nach, ob. schon schwach, doch um so viel treuer. Keine Kreatur, kein Leiden, teine Noth, und tein Tod soll von dir mich scheiden. 5. Er kommt zu uns in Knechtsgestalt, verleugnet Hoheit und Gewalt, und läßt selbst bis zum Tod und Grab, zu unsrer Rettung sich herab. 6. Was sind wir, daß uns Gott so liebt? Und seinen 13. Du kommst einst zum Sohn selbst für uns giebt? Weltgerichte! Dann werd! Was nüßen wir dem höch. ich, Richter dich schaun von Angesichte. Wenn da, Gott, die Sünder beben, so werd ich deiner mich freun und ewig leben. sten Gut, daß es so Gros fes an uns thut? 8. Nimm, Seele, nun dein Bestes wahr, verschmähe den nicht undankbar, den Gott zum Heiland dir bestimmt, und der sich liebreich dein annimmt. 8. Bet ihn als deinen Netter an, und sey ihm willig unterthan, durch seine Lehre zeigt er dir den Beg zum Leben! Folge ihr! 9. Bey dieser Treue haft du Theil an dem von ihm erworbnen Heil. Wo nicht, ach! so verschließt du dir muthwillig selbst des Himmels Thur. Mel. Nro. 113. Dieß ist der Tag, den ic. 118. Lob fey dem aller höchsten Gott! Erbarmend sah er unsre Noth, und fandte Jesum, seinen Sohn, zu uns von seiner Himmel Thron. 2. Ihn fandt er, unser Troft zu seyn, vom Sündens dienst uns zu befreyn, mit Licht und Kraft uns beyzu stehn, und uns zum Him. mel zu erhöhn. 3. O welch ein liebesvoller Rath! O unaussprechlich groffe That! Gott thut ein Wert, dem keines gleicht, das keines Menschen Lob erreicht. 4. Sein Sohn, durch den er alles schuf, nimmt willig auf sich den Beruf, uns vom 109 10. Sein' erste Zukunft in der Zeit war voller Huld und Freundlichkeit, die andre wird zu grosser Vein der Sünder, majestätisch seyn. 11. Zu Ehren aber nimmt er dann mit Freuden seine Frommen an. Und wird sie in Von der Menschwerdung in des Vaters Reich verklärt| voll Dank zu Gott hinauf erhöhen, Engeln gleich. Der Lahmen Füsse gehn, di Todten stehen auf. 12. Gelobt fey Gott, der ihn gesandt! Sein Ruhm erfülle jedes Land! Gelobt sey von uns Jesus Christ, der uns zum Heil erschienen iſt. 5. Er ist gekommen, u dem Vater zu versöhnen, un mit Barmherzigkeit die Glaz bigen zu frönen. Gott ist mi uns! Er will die Trauriga erfreun. Er will der Schw chen Kraft, der Müde Stärke jeyn. 110 Mel. Nro. 291. O Gott du frommer Gott. Er ist gekommen! 119. Er, auf den die Båter harrten, und länger dürfen wir nun feines ans dern warten. Er, der Pro. pheten Wunsch, den Könige so gern sehn wollten, Er ist da! Wir haben ihn zum Herrn. 2. Uns ist der Sohn ge. schenkt. Er, welcher fommen follte, der Völker Licht zu seyn, der uns erlösen wollte. Er ist erschienen! Dankt! Bringt Ruhm und Ehre her! Wer ist ein Helfer? Wer Immanuel als Er? 3. Gott ist mit uns! Wie fehn den Sohn, den Einge bohrnen, des Vaters Herr lichkeit, den Retter der Verlohrnen, der reuevollen Trost. Ihr Sünder nehmt ihn an! Er ist allein der Herr, der feelig machen kann. 4. Gott ist mit uns! Nun hört der Arme seine Lehren, und was er lehrt, ist Heil. Er ists! Die Tauben hören; Der Blinde sieht und schaut 6. Gott ist mit uns! G ists, auf den die Båter han ten. Lobsingt! Wir dürfe nun nicht eines andern wat ten. Er schließt den Himme auf! Er nimmt die Sünde an! Frohlockt, und betet ih und seinen Vater an! Mel. Nro. 85. Du bist ein Mensch, und 120. Gott, deine Gnad fey gepreis! Sie schuf uns Heil und ben. Ermuntre dich, mein tråger Geist, ihr Wohlthun zu erheben. Denk an die Nacht, da auf der Welt des Höchsten Sohn sich einge stellt, um sein so theures Lo ben für Sünder hinzugeben. 2. O grosse That! Et wünschte Nacht! Von Engeln selbst besungen! Du bat den Mittler uns gebracht, der uns das Heil errungen. In die erschien der starte Held, der alles schuf und alles hält, der Freund de Mens und Geburt Jesu. Menschentinder, des Todes Ueberwinder. 3. Der du zu uns, gesandt vom Herrn, aus deinem Him. mel kameft, und unser Fleisch und Blut so gern in Demuth an dich nahmest! Sohn Got: tes! O wie hast du dich so tief erniedrigt auch für mich! Wie arm bist du erschienen, um mir zum Heil zu dienen! 4. O lehre mich den groffen Werth von deiner Huld recht fassen! Was reizte dich, auf dieser Erd dich so herab zu lassen? Hier warteten dein nichts, als Roth, Verachtung, Kummer, Schmerz und Tod; und doch kamst du auf Erden, ein Menschen sohn zu werden. 5. Noch stärker, Herr! als Schmerz und Tod, war dei ne Menschenliebe. Du sahest unfre Sündennoth mit mit. leidsvollem Triebe. Du stimmtest, unser Heil zu seyn, in deines Vaters Rathschluß ein! Wardst Mensch, und kamit mit Freuden, für uns den Tod zu leiden. 121. fei ne Heil zu III 6. Dein, Sohn des Höchsten freu ich mich, du bist auch mein Erretter. Auch mir zum Troste fandte dich der Herr, der Gott der Göt. ter. Was mir ein wahres Wohl verschafft, Erleuch, tung, Friede, Beffrungskraft, und Freuden, die stets wäh ren, willst du auch mir ge währen. From men! wer den, 7. Was soll ich dir, mein größter Freund! für deine Treue geben? Du bists, der mich mit Gott vereint, du bringst mir heil und Leben. Herr, was ich hab, und was ich bin, das geb ich dir zum Dienste hin. Ich will dich ohn Aufhören mit Leib und Geist verehren. Idager, hier auf Erden, # 8. Ich sehe dich zwar hier noch nicht, doch du wirst wie. derkommen, und dann schaun dich von Angesicht, Herr, alle deine Frommen. Dann werd auch ich, Herr Jesu Christ, dich schaun, so herrs lich, als du bist; Dann wirst du mich zum Leben, das bei dir ist, erheben. sus ist ge fom men! Danft ihm un fer EE Dankt ihm, daß er fam., sei ne Wohnung nahm! Mensch 112 Von der Menschwerdung Mensch, wie wir, er schien er hier, sei nes Bas ters gnåd'gen Willen an uns zu er fül len. 2. Laßt uns niederfallen,| Jefus ruft uns aus de danken, daß er allen Freund Gruft, er, der selbst den To und Bruder ist! Gott, auf ein ft schmeckte, den d feinem Throne, liebt uns in Grab auch deckte. dem Sohne, hilft durch Jefum Christ. Welch ein Heil! An Christo Theil, Theil an feiner Sendung Gaben, an Gott selbst zu haben. 3. Keine Macht der Leiden kann uns von ihm scheiden er bleibt ewig treu. wird er vom Bösen gänzlich uns erlösen, hier steht er uns Einst bey. Unser Freund, mit Gott 6. Eilet, cilt ihr Sünde! vereint, fann nicht seine Brüs der hassen, noch fie bülfos laffen. Werdet Gottes Kinder Werdet seiner werth. Eile eilt ihr Frommen. Seyd 2. Wann wir einst ermů. wie er, vollkommen! B den, führt er uns im Frieden bet feiner werth! Preife iu des Grabes Nacht. Unsee ihn, daß er erschien, und todten Glieder giebt die Erde für euch hingegeben, durd wieder ihm, der sie bewacht. I ein göttlich Leben. 122. werden wir im Sohne unser 5. Auf dem Richterthro Nichter schaun. Heil und ewig Leben wird er allen geben ward hier versucht, wie w die ihm hier vertraun. überschwenglich wird er lob nen, und der Schwachheit schonen. Gott sey Dank in al ler Welt, der sein Wort be stån dig hält, und der Sün der Trost und de und Geburt Jesu. 2 und Rath zu uns her ge sen det hat. 2. Was der alten Båter| kommen wirst, froh dir mög Scha ar sehnsuchtvolles Wünschen war, und noch mehr, als sie erbat, ward erfüllt nach Gottes Rath. entgegen fehn und gerecht vor dir bestehn. Mel. Nro. 291. O Gott, du frommer Gott. 3. Hier ist mehr, als Davids Sohn, keines irrd'schen 123. Ah Jeſu, deſſen Reiches Thron. Licht der Seelen, ew'ges Heil ward durch Jefum uns zu Theil. Huld im Himmel und auf Erden durch keine Zunge fann genug gepriesen werden, ich danke dir, daß du der Sünden schwere Last, als du im Fleisch erscheinst von mir genommen hast. 2. Wie leicht, wie fraftig wird mein banges Herz ges stillet, wann mich mit seinent Trost dein füsser Nam ers füllet! So wirksam ist kein Trost, als den dein Name giebt, der Name des, der uns bis in den Tod geliebt. 3. Will des Gesetzes Fluch, und Tod und Grab mich schrecken, so soll dein Name, Herr, mich schützen, und be decken! Er fündigt mir in dir, hab ich des Leidens viel, den besten Heiland an, der seelig machen will. 4. Dir leb ich, und in die will ich dereinst auch sterben; Wann alles mich verläßt, will ich in dir ererben das ew'ge Himmelreich; Denn das era warbst du mir. Dir danken will ich einst, o Herr, vera Elårt von dir! $ X. 4. Menschenfreund, wie danf ichs dir! Schenfe dies ses Heil auch mir, das du unter vieler Laft für die Welt bereitet hast. 113 5. Deiner Hülfe mich zu freun, laß mein Herz dein eigen seyn. Mach es, wie du gern es thust, rein von schnöder Sündenlust. 6. Wie du huldreich, als du kamst, unsre Rettung übernahmst, also sey auch deine Treu mir mit jedem Morgen neu! 7. Deine Wahrheit leuchte mir bey dem allen, was ich hier, zur Befördrung meiner Ruh, denke, wünsche, wähl und thu. 8. Tröfte kräftig meinen Sinn, wann ich voller Kummer bin! Hilf zum treuen Tugendlauf meiner Schwach, heit machtig auf. 9. Daß ich, wann du, Les bensfürst, herrlich wieder. 114 Von dem Lehramte und Wandel X. Von dem Lehramte und Wandel Jesu aufErden Glauben an dieß Wort vot Gott. Mel. Nro. 69. Gott! Deine weise zc. 124. Kein ein Lehrer ist dir, Jesu, gleich. An Weisheit und an Liebe reich bist du, sowohl durch Wort, als That, der schwachen Men. schen sichrer Rath. Es freut mein Geist im Glauben sich, Herr Jesu, dein, und lobet dich. BEST SORU 2. Du tamst zu uns, von Gott gefandt, und machtest uns den Weg bekannt, wie wir, befreyt von Sündenschuld, theilhaftig werden seiner Huld. Auf ewig sey bir Dant und Ruhm, Herr, für dein Evangelium! 3. Du sahest in der Gott heit Licht mit aufgeklärtem Angesicht, was, nach des Höchsten weisem Rath, die Welt noch zu erwarten hat; Auch machtest du durch dei nen Mund die Zukunft selbst den Menschen fund.. 4. Dieß, und die Wunder deiner Hand find uns ein göttlich Unterpfand, was man aus deinem Mund ge hört, sey Wahrheit, die uns Gott gelehrt. Nie schwäche mir der Frevler Spott den 125. Wi te So s. Du lehrtest uns durd Wort und Chat den Weg Gott, der Tugend Pfad, d bist das Haupt, du gieng voran; Gieb Herr, daß i auf dieser Bahn, gestärkt vo dir, mit fteter Treu dir na zufolgen eifrig sey. 6. Du bist es, Herr, v dem das Amt, das die Be föhnung predigt, ftammt Du machst durch treuer Leb rer Mund noch ist dein H den Menschen fund. Begleit stets mit deiner Kraft i Amt, damit es Nußzen schafft! 7. Noch immer hilft deinem Wort in seinen S gen måchtig fort. Du fe deft, wie dein Mund verheißt noch immer deinen gute Geist, der dem, der Wahrhet sucht und liebt, zum Gla ben Licht und Kräfte giebt 8. Mein Heiland, send ihn auch zu mir, daß er mich der Wahrheit führ, von gendünkel mich befrey, da mit ich dir gehorsam sey; Bis mich dereinst in Ewig teit ein hellres Licht bey di erfreut. gött lich sind doch Je su Leh ren! bald wir von den Thaten hò ren! Wie han Jefu auf Erden.no/2 Wie über zeu gend sei ne Macht! So die er auf Er den hat voll bracht; stimmt ihm un ser Glau be bey, daß er der Welt Er lo ser sey. thin 2. Die Herrlichkeit war der Welt verklärt, der durch voller Gnaden, die man aus so groffe Wunderwerke als seinen Zeichen sah. Er wirkte wie zu jemands Schaden, wie von Propheten oft ge schah, und raffete in ihrem Sinn die Sünder nicht im Zorne hin. dein Gesandter sich bewährt! Wir nehmen solchen gläubig an, und sind ihm willig un terthan. 3. Er schenkte das Gesicht den Blinden, den Tauben gab er das Gehör; Der Aussatz mufte vor ihm schwinden, der Stumme fang 6. Erfüll, o Herr, nur uns fre Herzen mit seiner Lehre Göttlichkeit! Damit wir nicht das Heil verscherzen, das uns. dein Sohn allein verleiht; und schaffe, daß ihm unsre Treu bis in den ihm Dank und Ehr. Sein| Tod ergeben sey! Machtwort hieß die Lahmen gehn, und selbst die Todten auferstehn. 4. Sein Seegen speifte ganze Heere, da wo es doch an Brod gebrach; und kaum gebot er Wind und Meere, so ließ ihr Sturm gehorsam nach. So sahe man in allem Thun auf ihm der Gottheit Fülle ruhn! IIS 5. Wir danken, Höchster, deiner Stärke, die Jesum vor Mel. Nro. 44. Herr, deine Allmacht ic. 126. Welch hohes Beyspiel gabst du mir, mein Heiland, durch dein Leben! Sollt ich nicht gern und mit Begier dir nachzuahmen streben? Nicht gehn den Weg, den du bes tratst, nicht freudig thun, was du selbst thatst? 2. Dein Herz, von Sün den nie entweiht, war rein, h 2 wie 116 Von dem Lehramte und Wandel wie deine Lehre; Dein gan.| Heil erkenne, dein wahrer zer Wandel, Heiligkeit, dein Jünger sey, und nicht mich Endzweck, Gottes Ehre; Du deinen Knecht nur nenne; littst und starbst, uns zu be. Damit ich, deinem Vorbild freyn', und unste Seeligkeit treu, auch andern selbst ein zu seyn. Beyspiel sey! Mel. nro. 44. 3. Du führtest uns zur Tu gend an, giengst, daß wir folgen der HeiligHerr, deine Allmacht zc. Jesu! wahre teit so schwere Bahn voran 127. Drömmig til vor deinen Kuechten; Du schaltst nicht, wann dein Feind dich schalt, und Liebe dir mit Haß vergalt. 4, 4. Der Kummervollen Troft zu seyn, zu wehren jedem Leide, stets wohlzuthun und zu erfreun, war deine Sorg und Freude, und eines jeden Menschen Schmerz durchdrang und jammerte dein Herz. 5. Du trugst mit Sanft muth und mit Huld, die Schwachheit deiner Freun de; Auch Sünder trugst du mit Geduld, und batst für deine Feinde, du warst gehorsam bis zum Tod, und ehrtest selbst im Tode Gott. 6. Ein solches Beyspiel hast du mir zum Vorbild hin. terlassen, wie du zu leben, ähnlich dir in meinem Thun und Laffen. Nimm, sprichst du, meine Last auf dich; Komm, folge mir, und thu, wie ich! 7. Ich komme, Herr gieb Kraft und Licht, daß ich mein vollkommenstes Erempel! Dein Herz dem Vater ga geweiht, war jeder Tugend Tempel. Dein Wandel, rein von aller Schuld, Gott werth und würdig seiner Huld. 2. Wer war wohl eifriger, als du, zu thun des Vaters Willen? Dir war es Rubm und Seelenruh, ihn treulich zu erfüllen. Dir feines Ei genruhms bewußt war/ ihn zu preifen, deine Lust. 3. Wenn wo dein Aust Frevler fah, warst du voll edler Schmerzen, doch, wenn des Vaters Wort geschab, quoll Freud aus deinem Her zen. An ihm nur hieng dein ganzer Sinn, auf ihn sah stets dein Auge hin. 4. Ihn ehrtest du mit Wort und That vor aller Welt mit Freuden. Du warst bereit, nach seinem Rath, zum Heil für uns zu leiden. Wie er die Liebe selber ist. so warst du's auch, Here Jesu Christ. 5. Du zeigtest, daß die größ shum Jefu auf Erden.no!? 117 größte Noth dich nicht zum| die Grösse deiner Lieb und Murren reiße, wardst Gott Huld ermesse? gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuße. Auch da war deine Zuversicht auf ihn allein und vest gericht. 6. Von ihm verlassen, blieb dein Herz an ihm, tros alles Spottes. Dein Hoffen war im größten Schmerz die fichre Hülfe Gottes Und was du hoffteft, ist geschehn; Gott borte deiner Stimme Flehn. 7. Mit Ehr und Preis von ihm gekrönt lebst du zu seiner Rechten voll Majestät, und dir ertönt von allen Gottes Knechten das Lob, deß du so würdig bist. O see lig wer dir ähnlich ist! 8. Hilf nur, daß ich dein Beyfpiel mir, o Herr, zum Muster feßze, und meinen Gott, gefinnt gleich dir, weit über alles schäße, mit Freuden seinen Willen thu, und ganz in seiner Fügung ruh. Mel. Nro. 208. Schicke dich, erlöste tc. 128. orbild wahrer Menschenliebe FJefu; deines Mitleids Triebe zogen dich herab auf Erden, der Verlohrnen Heil zu wer. den, und für sie sogar dein Leben in den Tod dahin zu geben. Wo ist jemand, der 2. Ohne Vortheil zu bea gehren, sich in andrer Dienst verzehren, jedem gerne Guts erzeigen, zu Beleidigungen schweigen, auch an Femden Wohlthun üben: das heißt Menschen göttlich lieben. und wie voll von solcher Güte, war, Erlöser, dein Ges müthe! 3. O du Zuflucht der Elens | den! Wer hat nicht von deis nen Händen, auf sein redlis ches Verlangen Hülfe, Ruh und Trost empfangen! O wie pflegtest du zu eilen, das Erbetne zu ertheilen. Freude war dirs, Seeligkeiten schon auf Erden zu bereiten. 4. Menschenfeelen zu be glücken, Reuerfüllte zu ers quicken, Unverständge zu bes lehren, Abgewichne zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, liebreich zu die hin zu locken, war dein tågliches Geschäfte, selbst mit Aufwand deiner Kräfte. s. Und wie hoch stieg dein Erbarmen, da du, Mittler, von uns Armen Gottes Stras fen abzuwenden, unter fres cher Mörder Händen Angst und unerhörte Schmerzen lits teft mit gelaßnem Herzen! Als ein Missethäter starbest, und uns ew'ges Heil ers warbest! 118 Von dem Lehramte und Wandel zc. 6. Deine Huld hat dich| dein Zweck, dein höchstes getrieben, Sanftmuth und Gut, thin folgtest du mit Geduld zu üben, Haß mit Heldenmuth. Haß nicht zu vergelten, deine Schmäher nicht zu schelten allen freundlich zu begegnen, die dich lästerten, zu feegnen, deine Mörder zu vertreten und für sie zu Gott zu beten. 7. Demuth war bey Spott und Hohne deiner Tugend Schmuck und Krone; hast du nach Ruhm getrach. tet, noch auf Menschenlob geachtet, deines Vaters heil. gen Willen mit Gehorsam zu erfüllen, uns zum Himmet zu erheben, war der Zweck von deinem Leben. 8. Laß mich, Herr, zu meis nem Seegen deinen Wandel pft erwägen! Laß mich in der Angst der Sünden Trost und Hülfe bey dir finden! Heilige auch meine Triebe zu rechtschaffner Menschenliebe! Laß mich immer mehr auf Erden deinem Bilde ähnlich werden. Mel. Nro. 44. Herr, deiue Allmacht zc. 129. Du wesentliches Ebenbild der al lerhöchsten Liebe! Du warst, o Jefu, ganz erfüllt mit Gott geweihtem Triebe. Gott war Sinn, ein Herz, sein Will 2. Du warst mit ihm ein war dein Wille. Du ehrtel ihn, gedrückt von Schmet mit höchst zufriedner Still Selbst auf der allerrauha Bahn sahst du ihn doch all Vater an. 3. Du fuchtest nichts, all fein Gebot vollkommen zu a füllen, und unterwarfst dig bis zum Tod ganz deine Vaters Willen. Dein Haupt geschäft war dieß allein Vollführer seines Plans seyn. filt 4. Du grengst ganz ftill zum Kreuße hin, die Mats ter auszustehen, bereit, mit göttlich grossem Sinn, Mörder selbst zu flehen! Wit trugst du nicht, in Gott g faßt, der Schande und de Marter Last! 5. Herr, lehre mich, dein Eigenthum, nach deiner T gend streben, die gleichge sinnt seyn, sey mein Ruhm, und Bonne, so zu' leben. O hilf, daß ich so gern, wie du den Willen deines Vaters thu! XI. Von dem Leiden, Tode ic. XI. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. Mel. Nro. 144. Unschuldger Jefu, was ic. dankendem Gemüthe in deis ner Güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken. AL lein folit tch darum im Glau ben wanten? Ich bin ein Mensch: Darf der sich un terwinden, Gott zu ergründen? 119 130. dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu verfenten, die dich bewog von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen. 2. Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Erden, und bis zum Tod am Kreuß gehorsam werden; An unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen! 3. Welch wundervoll hoch heiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so sinken meine Kräfte, mein Herz erbebt; Ich sehe und empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rås cher alles Bösen. Gott ist die Lieb, und läßt die Welt erlösen. Dies kann mein Geist mit Schrecken und Ent, zücken am Kreuß erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnie. der. Es stürzt mich tief, und Mel. Nro. 144. Unschuld'ger Jefu, was ic. es erhebt mich wieder; Lehrt 131. Gott, der du für mich aus Gottes Feinde zu feinem Freunde. uns deinen gegeben! Wer kann doch gnugsam deine Huld erhes ben? Wie herrlich zeigst du im Erlösungswerke der Gnas de Stårte! 2. Detn ew'ger Sohn stirbt für 6. O Herr, mein Heil, an den ich herzlich glaube ich liege hier vor dir gebückt im Staube; Berliehre mich mit 8. Des höchsten Thun ist, Gnad und Lieb erweisen; Uns fömmt es zu, fie des muthsvoll zu preifen, zu sehn, wie hoch, wann Gott uns Gnad erzeiget, die Gnas de steiget. 9. So sey denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen! daß du mir ers wiesen! Da du, mein Heis land, auch für mich dein Les ben dahin gegeben. 10. Du liebteft mich; Ich will dich wieder lieben, und stets mit Freuden deinen Willen üben; gieb zu diesem feeligen Geschäfte, stets neue Kräfte! 120 Von dem Leiden, Tode le, auch nun zu Theile. für die Menschentinder; Der| mir zu meinem ew'gen Hei Heiligste tritt an die Statt der Sünder; Der Seeligste begiebt sich seiner Freuden, für uns zu leiden! 9. Dein Friede wohne stets in meinem Herzen, und tro ste mich bey des Gewissens Schmerzen; Dein Geist sey mit mir, deinen guten Wi len treu zu erfüllen! 3. Er wird das Lamm, das aller Sünden tråget, drauf du die Strafe weislich selbst geleget; daß du die Schuld an den verlohrnen Schafen nicht dürfest strafen. 4. Was ist der Mensch, daß du sein so gedenkest, und deinen Sohn ihn zum Verföhner schenkest! Was fin. dest du an mir und an uns allen für Wohlgefallen. 5. Verdient Verachtung gütiger Gesetze, verdient Ver. schwendung unschäßbarer Schätze, verdient gehäufte gröbliche Verschuldung fo viele Duldung. 2 6. O welche Tiefe deiner Menschenliebe! Wer fast, o Gott, die Gröffe ihrer Triebe? Du thuft weit mehr zu unserm Wohlergehen, als wir verstehen. Sus 15 7. Ach lehre mich recht deine Huld erkennen, voll zu. versicht dich meinen Vater nennen, und zum Gehorsam Dir mein ganzes Leben wil lig ergeben. Sild 8. Was mir dein Sohn, da er für mich gestorben, von deiner Huld durch seinen Tod erworben, das werde M: 1. Nro. 62. Jauchzt unserm Gott! zc. 132. Laß deinen Geil mich stets, mein Heiland, lehren, das Wort von deinem Kreuße so zu eh ren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich chriß lich übe. 2. Das Gute thun, das Böse fliehn und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Könnt ih zugleich das Böse mir erlau ben, und an dich glauben? 3. Da du dich selbst für mich dahin gegeben, wie tönnt ich noch nach meinem Willen leben? Und nicht vielmehr, weil ich dir ange hore, zu deiner Ehre? 4. Ich sollte nicht, wann Leiden dieser Erden, wann Kreuß mich trift, gelasnes Herzens werden? Da du so viel für uns, die wirs vers schuldet, liebreich erduldet! s. Für welche du dein Le ben selbst gelassen, wie fonnt ich fie, fie meine Brüder, haffen; Und nicht, wie du wann und Begräbniß Jesu. wann sie mich untertreten,| Gott gesendet, zu erfüllen für sie noch beten? seinen Rath. Långst hast du Doch, 6. Ich will nicht Haß mit dein Werf vollendet, wegzus gleichem Haß vergelten, wann| thun die Missethat; man mich schilt, nicht rach, in den Gedächtnistagen deis voll wieder schelten. Du, ner Leiden, Jesu, sagen deis Heiliger! Du Herr und ne Theurerlöften dir billig Haupt der Glieder! schaltst neuen Dank dafür. auch nicht wieder. 7. Ein reines Herz gleich deinem edlen Herzen, dieß ist der Dank für deine Todess schmerzen. Gott gebe uns die Kraft in deinem Namen, dir nachzuahmen! 3. Du betratst, für uns zu sterben, willig deine Leidenss bahn, stiegst, uns Leben zu erwerben, gern den Todess berg hinan; trug, vergess send eigner Schmerzen, deis ne Menschen nur im Herzen. Diese Liebe preifen wir. Uns vergeßlich sey fie mir! 8. Unendlich Glück! Du littest uns zu Gute; Ich bin verföhnt mit deinem theuren Blute. Du hast mir Heil, da du für mich gestorben, am Kreuß erworben. s. So bin ich dann schon feelig hier im Glauben! so wird mir nichts, nichts meine Krone rauben! So werd ich dort, von Herrlichkeit umgeben, einst ewig leben! 133. Du Mel. Nro. 440. Alle Menschen müssen ic. u, der Menschen Heil und Leben, deß sich meine Seele freut, der für mich sich hingegeben, Stifter meiner Seeligkeit! Du, der lieber wollt erblas. fen, als mich im Verderben lassen; Ach, wie dank, wie dank ich dir, mein Erlöser, gnug dafür! 2. 121 4. Meinetwegen trugst du Bande, littest frecher Låstrer Spott, Spott, a chtetest nicht Schmach und Schande, mein Versöhner und mein Gott. Mich hast du der Noth ents riffen, die mich hätte, treffen müssen. Wie verpflichtet bin ich dir lebenslang, mein Heil, dafür! 5. Frevler frönten dich zum Hohne, deine Stirne blutete unter einer Dornena trone, König aller Könige! Das hast du für mich erlits ten, mir die Ehrenkron era ftritten. Preis, Dank sey dir, digster dafür! 6. Du, der tausendfache Schmerzen mir zu Liebe gern ertrug; deinem großmuth. Menschenfreund, vonvollen Herzen war mein Heil Univ.- Bibl. Giessen Anbetung Liebenswürs Von dem Leiden, Tode Belohnung gnug. Trost in mir sonst wohl sicher Grund meinen letzten Stunden floß zur Freude, wann ich einf auch mir aus deinen Wunscheide? den. Herr, ich dank, ich danke dir einst im Tode noch dafür! 122 7. Nuh im Leben, Trost am Grabe, unaussprechlicher Ge. winn, den ich dir zu danken habe! Dir, deß ich nun ewig bin, Jesu, dir mein Herz zu geben, deiner Tugend nach zustreben, dir zu trau'n, zu sterben dir, dieß, dieß sey mein Dank dafür! Mel. Nro. 62. Jauchzt unserm Gott! tc. 134. Sherr, für deine en hochgepriesen, Liebe! Sie drang dich zu dem mitleidsvollen Triebe, für eine Welt voll Sünder felbst dein Leben dahin zu leben. 2. Führwahr, du trugest unsrer Sünden Schmerzen. O welches Herz gleicht dei. nem edlen Herzen! Du lief. fest unfre Schuld an dir be. strafen, uns Heil zu schaffen. 4. O lag dieß Heil doch auch mein Erbe werden Was hab ich sonst für sichern Trost auf Erden? Was giebt 135. 4. Du bist ja auch für mich, o Herr, gestorben. Was du der Welt durch deinen Tod erworben, das hast ia, von groffer Treu gele tet, auch mir bereitet. 5. Erhalte felbst mein Ha bey diesen Glauben! Kein banger Zweifel müffe ihn mir rauben! Er müsse mid zum Fleiß in guten Werken beståndig stårken. 6. Sollt ich mich nun noch frevelhaft erfühnen, det dienen, so könnt' ich mig Sünde, die dich tödtete, mit den von dir Erlösten nicht deiner trösten. 7. Nein, dir allein, der du durch deine Wunden auf ewig mich zu deinem Dienst ver bunden; Nur dir, mein He land, sey mein ganzes Leben zum Dienst ergeben. 8. Nichts soll mich, je von deiner Liebe scheiden, ich bleibe dein, bis du mich dort wirst werden, wo deine Liebe mit verklärten Zungen stets wird besungen. BEEEE meiner See le Twie viel Trost und zu ver ficht Ura fiest sprung und Begräbniß Jesu. fprung meiner Freuden! Nimm den Dank in aus deinem Lei den! NE Gnaden an, den ich dir jetzt finge; Deß, was CEREDETI du an mir ge than, bin ich zu geringe. 12) 2. Ich erwåg es hin und gen; Er ließ sich aus gross her, was dich angetrieben, ser Huld mir zu Gut erwürs eine Sünderwelt so sehr, gen. So hat er uns Heil ges wie du thatst, zu lieben, uns bracht: Sollt uns nicht ges Verlohrne zu befreyn, haft ziemen, feiner Liebe starte du Angst und Banden, Geis Macht ewiglich zu rühmen? feln, Schmach und Todess pein willig ausgestanden. 3. War es unsre Würdig, keit? Nein! des Vaters Gute, deines Herzens Freund lichkeit, und dein treu Ge. müthe; Dieß hat dich ans Kreuk gebracht, daß kein| Mensch verzagte, wenn der Sünder Meng und Macht das Gewissen nagte. 6. Herr, dein Friede sey mit mir! Und auf mein Ge. wissen, wann es zaget, lag von dir Troft und Freude flieffen! Troft ergießt in jes des Herz fich aus deinem Herzen, auch den bångsten Seelenschmerz heilen deine Schmerzen. 4. O du wunderbarer Rath, den man nie ergrún. det! O du wunderbare That, die man nirgends findet! Sünden, deren, Gott zum Hohn, Menschen sich erfrechen, die läßt Gottes eigner Sohn an sich strenge rächen. s. Meine groffe Sünden. schuld traf den treuen Bür: 7. Laß, fobald mein Herz erschrickt über seine Sünden, wenn auf dich mein Glaube blickt, mich, Herr, Gnade finden! Sieh, ich fall zerEnirscht voll Reu, mit wahrs hafter Busse, und dem Vorfaz beffrer Treu, Jesu, dir zu Fusse. 9. Nun, ich weiß, worauf ich bau, und bey wem ich bleibe, wessen Fürsprach ich vera Von dem Leiden, Tode vertrau, und an wen ich| Gewissen Ruh, glaube. Jesu, du, du bists Friede hätten. allein, welcher mich beschirmet, wenn gleich des Gewif fens Pein auf die Seele fürmet. 4. Froh kann ich ins desthal, schon im vorau sehen, und zu jener Welt ein mal ohne Schrecken gehen Denn du hast aus aller Not Rettung mir errungen, un durch deinen Kreußzest meinen Tod bezwungen. 9. Hier bin ich dein Eigen. thum, soll dort mit dir er. ben. Drum will ich zu dei nem Ruhm leben, und auch sterben; daß auch ich einst rühmen mag aus dem Grab erstanden: Meines Jesu groffer Tag, Heil mir; ist vorhanden. 5. Herr, was bin ich, d du mein dich so angenom men? Laß die Frucht b deiner Pein mir zu statta kommen! Gieb mir Weishe gieb mir Kraft( denn Mel. Die Vorhergehende. 136. Mein Erlöfer, Got- hafts in Händen) was he mir zum Heil verschaft glaubig anzuwenden. tes Sohn, der du für mich litteft, und er höht auf Gottes Chron ist noch für mich bittest! Wel che Wohlthat ist für mich dein versöhnend Leiden! wie preis ich würdig dich, Stifter meiner Freuden! 6. Strafet mein Ge fen mich, reun mich meint Sünden; O, dann laß, Ostärkt durch dich, mich da Trost empfinden, daß du aud für meine Schuld bist at Kreuß gestorben, Gottes Baterhuld Zutritt mir erworben. 2. Dir, dem Herrn der Herrlichkeit, war es ja gegeben, ohne Schmerzen, ohne Leid, ewig froh zu leben. Aber, o der groffen Huld! Daß ich seelig würde, über nahmst du in Geduld schwerer Leiden Bürde. 124 3. Nun fann meine Mis, fethat noch Vergebung fin. den; Denn du farbst, nach Gottes Rath, für der Men. schen Sünden. Unfre Strafen trugest du, uns vom Fluch zu retten, daß wir im 7. Laß das Wort von de nem Kreuß mich mit Muth beleben, standhaft jeder Sünde Neiß hier zu wider streben. Treib mich machtig dazu an, mich vor Gott scheuen, was ich Unrecht it gethan, innig zu bereuen. 8. Stärke mich durch des nen Tod auf die letzten Stu den. Wie du deine Todes noth siegreich überwunden, 01 und Begräbniß Jesu 125. o fo hilf dazu auch mir! den. Laß uns an deine groffe Laß mich fröhlich scheiden! Herr, so dant ich ewig dir für dein bittres Leiden. Noth, an deinen martervol len Tod, so lang wir leben, denken. Mel. Nro. 269. 2. Jetzt wollen wir voll Gerechter Gott, vor dein zc. dir lobsingen, und wann du Dankbarkeit von Herzen err Jesu, deine zu der Seeligkeit uns wirst 137. Her Angst und Bein, dereinstens bringen, so wol. und dein versöhnend Leiden, len wir dort noch vielmehr, laß allzeit uns vor Augen mit deinem ganzen Himmels seyn, die Sünde zu vermei- heer dich, Jesu, ewig loben. 1. Das Leiden Jefu am Oehlberge. 138. #b dein Lei den an zu tre ten, zu kämpfen und zu be ten. EN E -- go gehst du, Je su, für mich der ich ver wil lig hin, lo ren bin, scha den. Du, der du nichts ver bro chen hast, gehst hin, um al11 E ler Sün den Last al lein auf dich zu la den. Ich nur ver dien te Stra fen, ich! Du aber 111111111 nimmst fie all auf dich, damit sie mir nicht alliert eine unbands? Von dem Leiden, Tode 2. Kann den, der allen du nicht sein Gericht auf Stärke giebt, fann den auch dich genommen, wär ich nicht Furcht erschüttern? Selbst Christi Seele wird betrübt, und seine Glieder zittern. Ach, hingesunken auf die Knie, arbeitet er in schwerer Müh, und betet, kämpft und 5. Heil mir! Der Sohn zaget! Er wünscht den schwe. des Höchsten hat für mic ren Kampf verkürzt. Wer sich richten lassen. Gott, wa siehts, und höret nicht bes fann deinen weisen Rath stürzt, wie bitterlich er klawer dein Erbarmen fasſen! get? in Jammer ganz versunken! Nun läßt der Richter auf dein Flehn, vor mir den Kelch vorübergehn; Denn du haft ihn getrunken. Nun, jauchze, wen die Su de reut, wer Jefu Chrifti fid erfreut; Er wird vor Gott bestehen. Du, der du glaubh wer schadet dir? Wer will verdammen? Gott ist hier! Du wirst den Tod nicht sehen. 126 Er 3. Gott, du bist heilig, wunderbar in allen deinen Werken! Ein Knecht, ein En. gel muß sogar den Herrn vom Himmel stärken. ringt, von seinem Angesicht träuft Schweiß, ach, wer ent. setzt sich nicht? Wer litt, wie er, auf Erden? Der du in reiner Unschuld prangst! Wie konntest du von solcher Angst, o Herr, bestürmet werden? 10 6. Doch dent, um welchen theuren Preis dein Heiland dich erworben! Für dich rang er im blutgen Schweiß, fut dich ist er gestorben! Ach wache, daß die Sünde sich nie dein bemächtige, noch dig 4. Du zagst, mein Heiland!| in deiner Treu erschüttre! Ach, nur ich, ich hätte zagen Lockt ihre Stimme, ho sollen: Doch selbst durch Leis nicht, schau hin zum O den hast du mich vom Tode berg, ins Gericht, das It retten wollen. Ach, hättest sum traf, und zittre! 1. Gefangennehmung Jesu. Mel. Nro. 440. Alle Menschen müssen 2c. 139. esu Christe, dessen Wunden Heil und Leben uns gebracht! Ach, wie hart wirst du gebunden! Du Verbrechern gleich gemacht! Deiner Feinde gan Tücke kennst du, und weicht nicht zurücke, giebst mit e lem Heldensinn dich in ihre Bande hin. 2. Treuer Burg, um sertwillen streckst du deine pinde und Begräbniß Jesu. 127 Hande dar, Gottes Rath.rung nie berücke, des Versus schluß zu erfüllen, schonest chers Arglist nie in sein Net du der frechen Schaar; mich wieder zich. Wehrst dem Schwerdte dei. nes Freundes, heilst die Wunde deines Feindes; Und dein Arm nimmt Fesseln an, die er doch vermeiden kann. 3. Dank dir für so groffe Güte! Zeige nun auch deine Treu, und befreye mein Ge. müthe von der Sünden Stla verey; daß mein Fleisch sich nie verstricke, Weltverfüh. 25, Ueber die Verlassung Mel. Nro. 94. Du, der kein Böses thut. 140. Mein Jefu, für dein Herz welch ein so herber Schmerz! Den du weit mehr empfunden, als Bande Schläg und Wuns den! Die kleine Zahl von Freunden fränkt dich, gleich deinen Feinden. 2. Kaum naht sich die Gefahr, so bebt der Jünger Schaar. Die erst sich hoch vermessen, eh sie der Treu vergessen, den Tod auch vor. zuziehen, verlassen dich und flieben. 3. Der kühn sein Schwerdt gezückt, dein Petrus selbst erschrickt. Er flieht, eh Ban, de drohen schämt sich, daß er geflohen, fehrt um, und eilt verwegen dem tiefen Fall entgegen. 4. Und soll ich den Ruhm erlangen, daß ich, deines Geistes voll, in Bekenners feffeln prangen, deinetwegen leiden foll; Ach, so laß mich in den Banden, in Gefäng niß, Schmach und Schans den, ja in aller Todespein dir, mein Heiland, ähnlich seyn! Jesu von seinen Jüngern. 4. Wie ist der Mensch so schwach! So viel sein Muth versprach, liegt er doch da im Staube. Erloschen ist fein Glaube, fein fühner Muth gedämpfet. Ach Chris sten, wacht und kämpfet! 5. Wo ist nun Petri Treu? Der Jesum vermals frey für Gottes Sohn bekannte, für ihn von Eifer brannte, läßt sich durch Furcht bethören, ihn treulos abzuschwören. 6. Doch Herr, dein Liebes. blick bringt ihn alsbald zus rück. Er fühlet fein Verbres chen, kann nur vor Schmerz nicht sprechen, und weint nur bittre Thränen, die sich nach Gnade sehnen. 5. Er sucht und findet sie; Verzagt drum, Sünder, nie Gott ist unendlich gütig, seyd also nicht kleinmüthig; So groß 128 Von dem Leiden, Tode groß sind keine Sünden, sie| stellt, einst, Jesu, von den De können Gnade finden. nen; Laß mich mit Petro web nen, um Gnad undDemuth be ten, nie Judas Weg betreten. 8. Ach, trenut mich auch die Welt, die stets mir Neße 4. Ueber Petri Mel. Nro. 145. Hin an dein Kreuk zu 2c. 141. Von Furcht dahin geriffen, ver. läugnet Petrus dich. Bald straft ihn sein Gewissen, da weint er bitterlich. Tief drins get ihm dein Blick ins Herz, er fleht zu dir um Gnade, und du stillst seinen Schmerz. Fa 2. Wie wuchs nun deines Zeugen Beständigkeit und Muth! Furcht fonnt ihn nicht mehr beugen, für dich, Herr, floß sein Blut. Dich, feinen Herrn, und seinen Gott, verherrlichte sein Le ben, verherrlichte sein Tod. 3. Betrübt ist meine Seele, erfüllt mit Reu und Schmerz! Was hilfts, daß ichs ver bele? Schaust du mir nicht ins Herz? Bekennen will ichs, Jesu, dir: oft hab ich dich verläugnet. Vergieb, vergieb es mir! 4. Wann deines Namens Spotter dich schmähten, wann ihr Spott dich höhnte, Welterretter, dich, ihren Herrn und Gott; Dann schwieg ich zaghaft, schämte mich, ein Christ zn seyn, und Verläugnung. scheute mehr ihren Spott, als dich. s. Du hast, o Herr, dein Leben für meine Seeligke so willig hingegeben, um seegnen so bereit. Wie u dankbar, wie schwach wa ich, daß ich den Spott da Sünder mehr fürchtete, all dich! 6. Ich seh ist, ich em pfinde pfinde die Grösse diese Schuld, vergieb mir dieß Sünde, nach deiner grossen Huld! Erbarmend fahst d Petrum an; Laß eine gleiche Gnade mich, o mein Heil empfahn! Reue den Bund mit dir 7. Laß mich bey meine neun, Standhaftigkeit und Treue dir, mein Versöhner, weihn! Dich zu verläugnen, Herr, mein Gott, das fürd te meine Seele weit mehr als Quaal und Tod. 8. Laß mich nichts von de trennen, laß mich dich fr und gern vor aller Welt be tennen, dich, meinen Gott und Herrn! Denn vor dem Vater im Gericht verläng nest du, o Richter, mich, wenn ich treu bin, nicht. 5+ und 5. Das Leiden Mel. Nro. 291. 142. O Gott, du frommer zc. eht, welch ein Mensch! Ach feht! Mit Schand ist er be. decket, der Glanz der Herrlichkeit! Schaut, Menschen, und erschrecket! Des Hoch. sten Sohn habt ihr so tief herabgebracht! So viele Noth hat ihm nur eure Schuld gemacht. 2. Seht, welch ein Mensch! Weh euch, wann noch von eu ren Sünden nicht euer Herz erschrickt. Sein Zorn wird fich entzünden; Dann for dert er die Schmach, die er für euch empfand, so ihr euch nicht bekehrt, mit Recht von eurer Hand. 3. Seht, welch ein Mensch! Die ihr in Heiligkeit ihm die net, schaut, wie er Sünden bust! Schaut, wie er uns verfühnet! Wohl euch, daß seine Schmach euch schmerzet und betrübt! Erfreuet euch des Heils, das diese Schmach euch giebt! 4. Seht, welch ein Mensch! hier steht Verbrechern gleich gebunden, an dem sein Rich. ter selbst ganz teine Schuld gefunden. Dieß Zeugniß ist mir werth; Denn war er nicht ganz rein, wie fonnt er da für uns ein gültigs Opfer seyn? Begräbniß Jesu. Jesu vor dem weltlichem Gerichte. 129 s. Seht, welch ein Mensch? Ach seht! Wie ist sein Leib zerrissen! Seht! was für Ströme Bluts aus seinen Wunden fliessen! Heilsame, theure Fluth! Aus diesen Wunden quillt, was unsre Schäden heilt, und das Ges wissen stillt. 6. Scht, welch ein Mensch! Ach febt! schmerzhafte Dor, nen frönen fein majestätisch Haupt! Doch mag die Welt dich höhnen! mein Jesu, mir bleibst du ein König auch noch hier, voll Ehrerbietigkeit beug ich die Knie vor dir. 7. Seht, welch ein Mensch! Ach seht! Er muß vom Rohr zerschlagen, noch in der eigs nen Hand des Frevlers Werks zeug tragen! Ach wißt, daß diese Hand ein eifern Zevter trågt! Sorgt Frevler, daß fie euch nicht einst im Zorn zerschlägt. 8. Seht, welch ein Mensch! Schaut hin! Erblickt ihr nicht mit Schrecken, wie Schmach und Speichel ihm sein Antlitz überdecken! Gott, wie viel schnöde Schmach, trifft deinen Sohn um mich! mein Dank ergießt vor dir in heissen Thránen sich. 9. Seht, welch ein Mensch! Mein Herz soll seiner stets gedenken. Ob diese Leiden mir I schon 130 Von dem Beiden, Tode Denn die Unschuld spricht zu måchtig für sein Leben. schon ewige Freuden schen.| fann ihn nicht verdammen; ten, so laß Herr, ihrer nie mich ohne Wehmuth freun, und laß mich ja für dich nie Spott und Schande scheun! Mel. Nro. 269. Gerechter Gott, vor bein tc. 5. Vergeblich, ach, ver geblich war die Menschlichkeit der Heiden; Die aufgebrach te wilde Schaar sah Jesu gebt, mit Freuden. Sein 143. Menfch! Wie Tod befriedigt fie allein; Sit Se lag so schwer auf ihm die Last stürmten auf den Richter ein, der Sünder? Wie unaus und schrien: Er sterb am sprechlich duldet er für euch, Kreuße! ihr Menschenfinder; So leis 6. Du denkest ohne Schau den sah von Anbegin die Erdern nie an diese Wuth de de feinen je, als ihn, so wird auch keiner leiden. Sünder; Du sprichst: Die Nache strafte sie, und straft noch ihre Kinder. O Seele, denkst du auch dabey an deb ne Sünden? Bist du frey von Schuld am Tode Jesu? 2. Der Sohn des Höchsten und selbst Gott, ein Helfer, ein Gerechter, ward frecher Misfethäter Spott, und sei nes Volks Gelächter. Wie ein Verbrecher stand er da verklagt, verläumdet! Wer ihn sah, der sah ihn mit Ver. achtung. 3. Geschäftig war der Frev ler Wuth, erfindrisch, ihn zu plagen. Sein Leib war ganz bedeckt mit Blut, voll Strie, men und zerschlagen. Mit einem Dornenkranz gekrönt, in Königsfleidern ausgegehöhnt, stand er vor seinen Feinden. 4. Den Heiden, der sein Richter war, ergriff ein menschlich Schrecken: Er stellt ihn seinen Brüdern dar, ihr Mitleid zu erwecken. Seht, welch ein Mensch! Ich 7. Sieh, welch ein Mensch! Er wird für dich verschmähet und zerschlagen! Hör ihn er spricht: ich selber, ich muß deine Sünden tragen. Die Schuld ist dein durch me nen Tod versöhn ich, Süns der, dich mit Gott, und sterb um deinetwillen. 8. O hochgelobter Gottes sohn, du Tilger meiner Süs den, erhöht auf deines Ba tersthron, ach, las mid Gnade finden! Laß deines Codes Schmach und Vein G rechtigkeit und Heil mir seyn um deiner Liebe willen! 9. Ich schwöre, Welterlos fer, dir, und ewig will ich halten: So wahr du lebeft, foll und Begräbniß Jefu. I3I foll in mir nie deine Lieb er.| auf den Weg der Sünde, falten; Dein Leiden und dein se rüste mich mit Kraft und Tod foll mich, so lang ich Muth, daß ich sie überwinde. lebe, Herr, an dich und deine Dann rufe du mir liebreich gieb erinnern. zu: Dent, welch ein Mensch ich war! Und du, du woll test mich nicht lieben? 10. Lockt mich die Welt, Lockt Fleisch und Blut, mich 6. Ueber die Verurtheilung Jesu. 144. IE Un schuld'ger Je su! 11111 ver bro chen, daß man das To des ur theil dir #B Was hast du ge spro chen? Du, Hei lig ster, bist ja in Mis fe tha ten nie mals ge ra then. 2. Und doch wirst du ver-| Hirte leidest für die Schafe; worfen und verhöhnet, mit Die Schuld bezahlst du, einem Dornenkranz zur Herr, für böse Knechte, du, Schmach gefrönet, gegeiffelt, der Gerechte. und, von Schmerzen schon entkräftet, ans Kreuz gehef. tet. 3. Was ist die Ursach aller folcher Plagen? Ach, unfre Sünden haben dich geschlagen. Zu ihrer Tilgung haft du, Herr, erduldet, was wir verschuldet. kaum zu fassen! auch mir 5. O grosse Lieb! O Liebe, zum Heil hast du dich mar. tern lassen. Damit ich lerne Sünden ernstlich meiden, willst du, Herr, leiden. 6. Ach, groffer Mittler, groß zu allen Zeiten, wie kann 4. Wie wunderbarlich ist Lich gnugsam deine Treu auss doch diese Strafe! Du, guter breiten? Kann ich sie dir, Bl= 2 Von dem Leiden, Tode Beherrscher aller Welten, 10. Zu deiner Ehre will ich wohl je vergelten? 7. Doch dir gefällts, wenn ich mich selbst bekämpfe, dir folge, und des Fleisches Lüfte dampfe; So sey denn auch forthin mein ganzes Leben nur dir ergeben! alles wagen, kein Drohen achten, teine Schmach noch Plagen; Mich sollen auch des bångsten Codes Leiden nicht von dir scheiden. 131 8. Gieb felbst zu diesem feeligen Geschäfte mir Schwa, chen deines guten Geistes Kräfte, daß er mich zu dir ziche und regiere, zum Gu, ten führe. 11. Dieß alles, obs gering ist gleich zu achten, wirst du doch, mein Erbarmer, nicht verachten; Du wirst dies Opfer gnädig von mir neh, men, dich mein nicht schämen. 12. Empfang ich dann der 9. Dann werd ich dank einst vor deinem Throne aus vol deine Huld betrachten, deiner Hand der Ueberwins die Lust der Welt aus Lieb zu der Krone, so soll dich ewig dir verachten; Mit allem unter Engelchören mein Lob Eifer suchen deinen Willen lied ehren. treu zu erfüllen. 7. Das leiden Jesu am Kreuze. 145. E in an dein Kreuß zu tre ten, in voll Glau ben an zu be ten, Vers dei nem Lei den dich. Laß mich mit Zit tern söh ner, står fe mich! E 1 und Ber traun, wie du dich für die Sün der hin in den Tod gabst, schaun! Stord 2. und Begräbniß Jefu. 133 2. Wie ist des Besten See-| len trågt unsrer Sünden Last, le bis in den Tod betrübt! und fühlt für uns des Todes So brünstig meine Seele, Roth: Und nun ergreift den bat Jesus dich geliebt! In Müden der fürchterlichste heiffen Nengsten schwebt er Tod. da, mit unsrer Schuld beladen, dem Opfertode nah. 3. Fallt nieder! Bebt, ihr Sünder! Berhüllt das An: gesicht! Itt ist für Adams Kinder, der mittler im Ge. richt! Er leidet unsers To. des Pein, fühlt unnennbare Quaalen, uns Menschen zu befreyn. 4. Horts, die ihr eure Her. zen den Sünden noch ergebt. Der Preis so vieler Schmer. zen ist, daß ihr ewig lebt. nehmt an seiner Gnade Theil, erkennet feine Liebe, ver werft nicht euer Heil. O 5. Vernehmts auch ihr, o Spotter, die ihr den Mit. ler schmäht! Er ist auch euer Netter, hört für euch fein Gebet: Sie wissens nicht, was sie begehn, vergieb, o Bater, ihnen, wenn sie zu dir einst flehn! 6. Jhr, eurer Brüder Fein, de, o schlagt an eure Brust! Send aller Menschen Freune de, verdammt der Rache Lust! Vergeltet euren Haffern nie! Den Feinden, die euch flu chen, vergebt und seegnet fie! 7. Noch währen seine Quaalen, noch trinkt er ohne Raft, der Leiden volle Schaa. 8. Vor seines Todes Schres cken verlischt der Sonne Licht; Die Engel Gottes decken ihr bebend Angesicht. Nun finkt er in des Todes Nacht! Er harm, o Gott, dich unser! Er stirbt, es ist vollbracht. Mel. Nro. 82. In allen meinen Chaten. 146. Welt sich hier dein Leben am Stamm des Kreußes schwe ben! Dein Heil sinkt in den Cod. Der Fürst der Ehre leidet, in Schmach und Hohn gekleidet, was das Gesetz den Sündern droht. 2. Tritt her zu seinem KreuBe; Hier fließt sein Blut, das reiße zur Busse mich und dich. Er fühlt in seinem Her zen unnennbar grosse Schmer zen, aus Liebe gegen dich und mich. 3. Wer hat dich so zers schlagen? Mein Heiland, was für Plagen erträgst du, welche Pein! Du bist ja nicht ein Sünder, wie andre mens schenkinder; Wer kann dich einer Sünde zeihn? 4. Wir, wir und unsre Sünden, der sich so viele fins den, als Sandes an dem Meer, die haben dich geschlas gen 134 Von dem Leiden, Lode gen, die brachten diese Pias| freun. Es soll von meinen gen, auf dich, und dieses Pflichten mich täglich unter Marterheer. richten, und Kraft zur Tu gend mir verleihn. s. Auch ich, ich sollte büs fen, die Strafe leiden müs fen, entbehren Gottes Huld; Die Geiffeln und die Banden, und was du ausgestanden, verdient ich wegen meiner Schuld. 6. Du nimmst auf deinen Rucken die Lasten, die mich drücken, nnd Gott will mir verzeihn. Du giengs der Straf entgegen, und littft fie, mir zum Seegen, mich von Derselben zu befreyn. 7. Du feßzeft dich zum Bür. gen ja, läsfest dich erwürgen für mich und meine Schuld; Für mich låst du dich frönen mit Dornen, und verhöhnen, und leidest alles mit Geduld. 8. Du gehst, auch meinet wegen, der Todesnacht ent. gegen mit göttlich groffem Muth; Du ftirbst, mir vom Verderben Errettung zu ers werben, und alles thust du mir zu gut. 9. Hoch bin ich dir verbun. den, mein Heil! 3u allen Stunden bin ich dein Eigen thum. Es thätig zu beweis fen, foll Seel und Leib dich preisen. Mein ganzer Wan del sey dein Ruhm! 10. Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, much trösten und er, brechen an denen einst wird 11. Wie strenge Gott Ver rächen, die seine Huld ven schmähn. Wie schwer sie ih rer Sünden Bestrafung we den finden, will ich an de nem Leiden sehn. 12. Dein Beyspiel soll mid lehren, des Höchsten Rath ehren, auch wenn er Trubsal schickt. Ich will des Lebens Plagen, getroft und willig tragen, bis Gottes Hülfe mich erquickt. 13. Nie will ich wiede schelten, nie Spott mit Spott vergelten, nie, wann ich leide, drdun. Das Un recht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden, wit du, von Herzensgrund ve zeihn. 14. Gerührt von deinen Vlagen, will ich mit Ernst entsagen, dem, was dir nicht gefällt; Was deine Augen baffen, das will ich flicht und lassen, gefiel es auch der ganzen Welt. 15. Soll ich denn endlich sterben, so laß dein Reich mich erben, und so getrost, wie du den Geist an meinem Ende in deines Vaters Hände befehlen zu der eiv'gen Rub. Mel. und Begräbniß. Jefu. 135 3. Wir Sünder sollten siers ben, Fluch tag auf Adams 147. Frohloce, mein Ge. Erben; Fluch auf der argen müthe, und bete Gottes Gute in deinem Hei. land an. Was selbst der En gel Schaaren zu thun nicht fähig waren, das hat des Menschen Sohn gethan. Welt; Doch er zu Gute, und gab mit seinem Blute für uns ein ew'ges Lösegeld. 4. Kein Freund meynt es mit Freunden so treu, als es mit Feinden, er, unser Mittler, meynt. Preis ihm! dem Uleberwinder. Nun sind 2. Schau hin, wie der Gerechte für uns, der Sünden Knechte, den bittern Zorns kelch trinkt; Wie er and wir Gottes Kinder, mit Kreuk erhöhet für seine Mör. Gott versöhnt durch unsern der flehet, und siegreich in Freund. den Tod hinsinkt. 148. Mel. Nro. 82. In allen meinen Thaten. Wenn enn mich die Sün den kränken, ſo mich glau bens voll be den ken, wie laß, Herr Je su Chrift, und Ret tung von du ge stor ben bist, der Schul den Laft den reu er füllten Sündern am Kreuz er wor ben hast Schmach und Tod. 2. O wundervolle Liebe!| nen Menschen in Marter, Bedents, o Seele, recht! Es starb aus freyem Triebe der Herr für seinen Knecht. Selbst seinen eignen Sohn gad Gott für mich vertohr3. Was kann mir deun nun schaden der Fluch, der Sündern droht? Gott nicht auf mich in Gnaden; Durch 136 Von dem Leiden, Tode Jesu Mittlerstod bin ich von Schmach und Spott, hilf diesem Fluch befreyt, und mir geduldig tragen. Laj darf nicht ängstlich fürchten nur, mein Herr und Gott, Gericht und Ewigkeit. mich fliehen jede Lust de Welt, und dem Erempel fol gen, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an andern i ben, was du an mir gethan; und meinen Nächsten lieben gern dienen jedermann, ohn Eigennuß und Heucheley, und, wie du mirs erwiesen, aus wahrer Lieb und Treu. 8. In meinen letzten Stun den erquicke mich dein Tod; Daß ich, mit dir verbunden, besieg auch diese Noth. Du bist es, Herr, auf den ich trau! Stårt meine Seel im Tode, daß ich dich ewig schau! 4. Drum fag ich dir von Herzen ist und mein Leben lang für deine Todesschmerzen, Erlöser, Lob und Dank. Hilf, daß ich dir für deine Treu. auf ewig ganz ergeben und thätig dankbar sey! 5. Herr, laß dein bittres Leiden mich reißen, als ein Christ mit allem Ernst zu meis den, was vor dir fündlich ist; Nie komm es mir aus mei: nem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuß und meine Plagen, und wárs auch 149. E Um Gna de für die Du füh lest zwar der fliehst du, mein Heil! am die, nicht ge fåt ti Sün der welt Fein de Wuth, Kreuß ge quält von get von Blut, am fre cher Sün der Rot ten. Kreuß noch dei ner spot ten; # mit er hab nem Blick von ihnen weg, auf den fle Doch siehst du FHE und Begräbniß Jesu. 137 zu rück, den die se Schaar in dir entehrt, rufft daß es Erd und Him mel hört: Ber gieb, o Gott! Und füh re nicht sie ins Ge richt: Denn was sie thun, ver stehn sie nicht, 2. Erstaunend seh ich dies| nimmt Gott an! Hast du se Huld. Wie mitleidsvoll ist die Geduld, die Mördern fo begegnet! Jhr, die ihr euren Heiland ehrt, fühlt feiner Großmuth hohen Werth, die selbst die Feinde seegnet. Er hat durch segnen. des Gebet auch uns ein ewig Heil erleht. Er sagt auch uns, zu unsrer Ruh, Erbarmen und Vergebung zu. Herr Jesu Christ, gelobt seyft du für deinen Tod! Gott ist durch dich auch unser Gott. 3. Daß Gott mit Lang muth und Geduld, auch selbst bey sehr gehäufter Schuld, der Sünder dennoch schonet; Daß er so liebreich ihrer denkt, und ihnen Frift zur Busse schenkt, eh nach Verdienst er lohnet; Daß ich noch fröhlich sagen kann: Auch mich, mich Sünder, durch deines Todes Kraft, mein treuer Heiland, mir ver. schafft. O Jesu Christ, mein Herr und Gott! Mein Herr und Gott! Vertritt du mich bis an den Tod. 4. Wird je mein Herz von Troste leer, weil meiner Suns den furchtbar Heer aufs neue mich erschrecket; versichre mich aufs neu, daß Odann meines Gotttes Batertreu auch meine Schuld bedecket. Mein Geist blickt glaubensa voll auf dich, und freuet deis ner Hülfe fich. Beschließ ich meine Pilgrimschaft, so står, te mich mit neuer Kraft. Herr Jesu Christ! Der letzs te Kampf wird mir versüßt, wenn du mein Trost im Tode bist. Sinn, daß ich ein Freund der s. Den fanften liebevollen Feinds 138 Von dem Leiden, Tode Feinde bin, floß, Herr, in| zu dem Todeshügel hin, und meine Seele! Gieb daß mein siehe Jesum leiden! Ihr christlich sanftes Herz, den Himmel, welch ein Mensch un verdientem Haß und ist das! Gequált aus unver Schmerz, dir meine Sach em: dientem Haß, büßt er für pfehle. Besänftige mein re fremde Schulden. Er, de ges Blut, und flammt des die Todten auferweckt, mu Bornes wilde Glut mein Herz nun, mit Wunden überdech zur Nachbegierde an; O so den Tod der Mörder dulden. erinnre mich daran, Herr Jefu Chrift! wie du am Kreuß durch dein Gebet felbst deinen Mörder Gnad erfleht. 2. Geduldig fiehet er sein Blut in vollen Strömen flich fer, flebt für die Frevler, di voll Wuth es im Triumph vergieffen. Schau! ist um bullt ihn tiefe Macht, und hör! er ruft: es ist voll Obracht! Und fenkt sein Haupt nun nieder. O meine Seele, freue dich! Dir gab, der hie am Kreuß erblich, das Recht zum Himinel wieder. 6. Mich tröste dein Ver, söhnungstodt! Es bilde mich dein Geist, mein Gott, daß ich dir ähnlich werde. zeuch mich, du erhöhter Held, zu dir hinauf vom Dienft der Welt, zum Himmel von der Erde! Du bist das Haupt, wir folgen dir, zeuch uns dir nach, so laufen wir; So wol len wir uns deiner Pein, und deines Todes ewig freun. Herr Jesu Chrift! Wie seelig ist, wie seelig ist der Mensch, dem du ein Heiland bist! Deine 3. Der Herr hat deine Mis fethat, den Fluch für dich getragen. O Seele, Sunde hat den Frommen ſo zerschlagen. Durch ihn nimmt dich der Vater an. Die Wun der feiner Güte fann feta ir disch Lied erheben. Doch hört er unfre Lieder gern Anbetung, Preis und Dant dem und Heil gegeben! Mel. Nro. 138. So gehst du, Jefu zc. 150. Entreiffe dich, mein ganzer der Welt und ihren Freuden, eil 151. E Komm, Domm, laß uns Je sum auf des sen fürch ter fter ben se hen, li chen Ho hen mein Und Begräbniß Jesu. mein Herz! sich hin nach Gol ga tha, einst Got tes größ tes Wert ge schah. 139 Er wåg an die sem heil' gen Or te des sterPEREMEERENBE ben den Er lo fers Wor te, und ru fe Bott EL ELFIE! im Glau ben an! Sie toön nen dir viel Troft EEEEEE im Le ben, und einst noch Troft im To de HEET ge ben, wenn hier dich nichts mehr trösten kann. 2. Geduldig bei dem größ| frommer Triebe, ale, unter ten Schmerzen, nimmt er Leiden ohne Zahl, der Herr fich feiner Feinde an, und dem Fünger seiner Liebe die ruft mit fanftmuthvollem Mutter fterbend noch CINHerzen; sie wiffen nicht, was pfabl, Ach! Wird mein Aug sie gethan. Der Göttliche, einst um die Meinen in meider größte Beter fleht lieb, nen letzten Stunden weinen, reich noch für Misfethäter, so soll dieß Wort mir Trost Werkzeuge feiner Pein und verleihn! Der, als der Tod Schmach. Mensch, wann dich schon um ihn schwebte; die Rach und Zorn verführen, Seinen noch zu schützen strebs laß dich durch dieses Beyspiel te, wird auch der Meinen rühren, und bete deinem Hei Pfleger feyn. land nach. 3. Welch Beyspiel tindlich 4. Frohlockt, bußfertige Verbrecher! Wer glaubet, fommt Von dem Leiden, Tode kommt nicht ins Gericht,| land spricht: es ist voll hort, was zu dem gebeugten Schächer der Mund der Liebe sterbend spricht: du wirst, so ruft er ihm entgegen, noch heute, deines Glaubens we, gen, mit mir im Paradiese seyn. O Herr, laß an des Tos des Pforte einst diese trostes. volle Worte mich auch im legten Kampf erfreun! bracht! O Wort des Sieges! Wort der Freuden! D nimmst dem Tode seint Macht. Heil uns! Wer darf es nun wohl wagen, uns, di Erlöften, zu verklagen? De Friede ist mit Gott gemacht Gieb, daß am Ende meine Tage auch ich, o Herr, mi Freuden fage: Es ist vol bracht! Es ist vollbracht! 5. Wer kann die hohen Leiden fassen, als Christus an dem Kreuze rief: mein Gott, wie hast du mich verlaffen! Wie beuget ihn die Last so tief, die unsre Sünden auf ihn brachten! Vor Angst und Vein mußt er verschmach, ten, war Gott nicht seine 34 versicht. Herr, der für mich zum Tod gegangen, für mich verlassen da gehangen, mein Herr und Gott, verlaß mich nicht! 1.40 6. Der Herr des Himmels und der Erde, von allem Lab. fal ist entblößt, wünscht daß sein Durst gestillet werde. O Mensch, der dich so theur erlöst; der Heiland rufet dir noch heute im Armen, den an deiner Seite auch Hunger, Durst und Mangel drückt. O seelig, wer den Ruf erfüllet! Denn, wer des Armen Mangel stillet, der hat den Heiland selbst erquickt. 7. Nun enden sich die schweren Leiden: Der Heis nem Munde, Herr Jesu, fo 8. Das lezte Wort aus de in meiner Todesstunde mi auch meines feyn! Laß d es Muth und Zuversicht ve ich befehle in deine Håndt leihn! Du rufest! Vater! meine Seele, die allen Mens schen Heil erwarb. Nun wa schen Heil erwarb. Nun wat das grosse Werk vollendet, wozu der Vater ihn gesen det, da neigt er sanft sein Haupt und starb. 6. Mensch, kannst du ohne fromme Zähren den Heiland Gottes sterben fehn? Must du ihn nicht mit Freuden th ren, und willig seinen Ruhm erhöhn? weine fromm bey seinen Plagen, und fröh lich sieh ihn nach drey T gen aus seinem Grabe auf erstehn! Und, wenn ihn Spötter hier entehrten, doch wirst du ihn als den Vers Elärten, zur Rechten feines Baters sehn! 8. Tod und Begräbniß Jeſu. 8. Tod Jesu. Mel. Nro. 342. Wer nur den lieben zc. rief auch für mich: es ist vollbracht! 5. O hilf mir, Herr, nun 152. Es ist vollbracht! auch vollbringen, was wahre Las So ruft am Kreu Be des sterbenden Erlösers Mund. O Wort, voll Trost und Leben, reiße zur Freude meines Herzens Grund. Das grosse Opfer ist geschehn, das Gott auch mir zum Heil ersehn. 2. Mein Jesus stirbt! Die Felsen beben; der Sonnen, schein verliehret sich; In Tod. te dringt ein neues Leben, der Heilgen Gräber öffnen fich. Der Vorhang reißt, die Erde kracht. Der Welt Ver: söhnung ist vollbracht. 2. Wie viel, mein Heil, hast du vollendet, als dir das Herz im Tode brach! Du haft den Fluch hinweg gewendet, der auf der Welt voll Sünder lag, und uns die Bahn durchs Todes Nacht zur frohen Ewigkeit gemacht. 141 4. Dankvolle Thränen, neßt die Wangen! Mein Glaube sieht nun offenbar die Schuldschrift an dem Kreuze hangen, die wider meine Seele war. Er, den mir Gott zum Trost gemacht, nach der Heiligung mich ringen, dazu dein Tod mir Kraft gewährt. O stårte mich dazu mit Macht, bis meine Beg rung ist vollbracht: 6. Du littst so viel zu meis nem Leben. Wie? Sollt ich nicht voll Eifer seyn, mich deinem Dienste zu ergeben? Sollt ich dabey, für Schmach mich scheun? Dein, Jesu, seyn, dein Eigenthum, fey meines Herzens Freud und Ruhm! 7. Soll ich, bey bir ergeb manche Trubsal gehn, und nem Herzen, auch hier durch hat mein Gott gehäufte fung außersehn; So laß Schmerzen zu meiner Prüdie Hoffnung mich erfreun: auch das wird einst geendigt seyn. 8. Fühl ich zuleßt des Tos des Schmerzen, so starte mich in solcher Last; und mach es lebhaft meinem Herzen, daß du den Tod besieget hast. So geh ich froh zur Grabesa nacht mit Siegsgefang: Es ist vollbracht! 151, $ 42 153. Von dem Lehramte und Wandel mei ne Seel den Tag be den fet, und, ach! an Geel und Leib ge från fet, Wenn an wel chem mein Er ld ser starb, und was mir durch sein Blut das Heil er warb, er noch zu legt ge spro chen, eh ihm sein lie bend Herz ge bro chen; So bet ich ihn be wun dernd an. O mocht ich thun, wie er ge than! 2. O Jesu, der du unter| Paradies der Freuden, da Schmerzen am Kreuz für mit ich, wie im Leben treu deine Mörder batst, gieb, auch nach dem Tode seelig daß mit leicht versöhntem sey; Herzen ich auch verzeihe, wie du thatst! Die Rache fey dir überlassen! Hilf, daß ich liebe, die mich haffen Bergieb den Feinden ihre Schuld; Gieb ihnen Reue, mir Geduld. 4. Wie follt ich nicht dit Sünde Bassen, da um dec Sünde willen, dich, dich, fern Bürgen, Gott verlaffen? Mir ist Gott nus nicht fürch terlich. Wann ihn ein zornig Dunkel decker, wann mid des Todes Schatten schres cket; Erhört der mich, der glaubig spricht: mein Gott mein Gott, verlaß mich nicht! 5. Es ist vollbracht! Gott ist versöhnet! So rufft du 3. Laß mich die Buffe nicht verschieben bis auf den letza ten Lebenshauch. Laß mich nur leben dich zu lieben, so liebst du mich im Tode auch, und nimmst mich von des Kreußes Leiden zu dir ins 1 laut vom Kreuß herab; und gehst, Jesu auf Erden. 143 gehst, mit Ehr und Preis ge, mein Haupt im Tode neigt! fronet, bald triumphirend aus dem Grab. Du hilfft, daß ich auch siegen werde, und geb ich einst der schnoden Erde, nach Gottes Wil len, gute Nacht, auch rühmen kann: Es ist vollbracht! Dann tömmst du, mich das hin zu hohlen, wo ewig al. ler Jammer schweigt. Ich weiß, du läsfest meinen Glaus ben nicht die verheißne Krone rauben, und führst aus irrdisch kurzer Vein mich zu des Himmels Freuden ein. 6. Mein Geist sey deiner Hand empfohlen, wann sich 154. ELLEEN Nun ist al les wohl gemacht. Mein Je fus ruft: Es ist voll bracht! Der neigt sein Haupt, o Mensch, und stirbt, der dir er wirbt. HERKES das Er be, wel ches nie ver dirbt. 2. Der, dem an Hoheit| sich regt, so werd auch du, feiner gleicht, der Herr der mein Herz, bewegt! Empfin. Herrlichkeit erbleicht. Was Wunder, daß die Erde kracht, und dicke Nacht verhüllt der Sonne Glanz und Pracht? de reuvoll deine Schuld; Aus Gottes Huld starb Jes sus auch für deine Schuld. 5. Sein Tod( o nimm es wohl in Acht) hat Trosk und Heil auch dir gebracht. Verehre den, der bis zur Grab sich für dich gab, und stirb dem Sündenleben ab. und Hohn, erbleicht am 6. Ja, Vater, unter Pein Kreuß 3. Das Heiligthum steht aufgedeckt; Die Felsen bersten: Alles schreckt; Der Todten Gråber öffnen sich. Wie sichtbarlich zeigt hier der Gottheit Finger sich! 4. Weil denn die Kreatur 144 Von dem Leiden, Tode Kreuß dein eigner Sohn;| leih mir Kraft im Kampf Nun ist kein Zweifel, deine mit meiner Leidenschaft. Huld tilgt meine Schuld, und trägt forthin mit mir Geduld. s. Hin auf sein Kreuz will ich stets sehn, und dank. voll seine Treu erhöhn; Trost foll er mir im Sterben seyn, mich dann erfreun. So schlaf ich sanft und feelig ein. 8. Ertödte selbst in meiner Brust, mein Heiland, jede böfe Luft; Dein Tod, der mir das Leben schafft, ver. 155. 9. Gestärkt von dir, be sieg ich sie, und scheue das bey keine Müh. Ich sehe, freudig auf dein Wort, de Kampf hier fort, und vol Ruh erwart ich dort. 10. Wie dank ich dir, Hen Jesu Christ, daß du für mid gestorben bist! Dich preis ich hier schon hoch erfreut, doch nach der Zeit, noch fre her in der Ewigkeit. 9. Begräbniß Jesu. So schlum merst du in stil ler Ruh, TE der du für uns gestorben, und am Kreuz uns ZEENTELLE A schmerzenvoll ew'ges Heil er wor ben. 2. Du bist erblast, o Herr, mein Lebensfürst, einst me und hast doch in dir selbst nen Staub erwecken. Soll das Leben, gleich den Sterb- te denn mein gläubig He lichen hält dich nun das vor dem Grab erschrecken? Grab umgeben. 3. Doch Heil sey mir! Herr, du willst hier nicht die Verwesung sehen, sondern bald aus eigner Kraft aus dem Grabe gehen. 4. Ich weiß, du wirst, CEST2 5. Hier werd ich einst, bis du erscheinst, in sanften Frieden liegen; Denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab besiegen. 7. Thr, die die Welt ge fässelt hält, zagt nur vor de Vers Jefu auf Erden. 145 Verwesung! Ich, boff in Herz voll Huld! Hast du Christo einst meines Leibs Erlösung. bein Blut vergoffen. Deine Augen, Herr, mein Heil! mir zum Trost geschlossen. 7. Nicht ganz verdirbt mein Leib, der stirbt, er wird einst auferstehen, und mit Himmelsglans verklärt, aus dem Grabe gehen. 7. Es ist vollbracht! Aus eigner Macht ließ Christus hier sein Leben. Von Verwesung frey wird ers sich auch wieder geben. 8. So sint ins Grab, mein Leib hinab! Ich will mich 8. Bald, bald erwacht der Herr! Die Nacht des Gras bes geht zu Ende. Tod und Stein entkräften nicht seiner Allmacht Hände. drum nicht krånken, fondern, Jesu, mir zum Trost, an dein Grab gedenken. Mel. Die vorige. 156. Hier ich welto Chrift! Dich fanns nicht 9. Geheiligt ist dein Grab, ewig decken. Des Erlösers Grab befreyt deine Gruft von Schrecken. durch seinen Tod erworben. Er, des Vaters ew'ger Sohn, ist, als Mensch, gestorben. 2. O Sünder! Dir zum Troft liegt hier des Lebens Herr begraben; Deine Sün. den fins es, die ihn getödtet haben. 10. Sink ich hinab ins finstre Grab, und werde Staub, ich Armer, dann ges denke, gnädig mein, fiegens der Erbarmer! 3. Ach! sollte nicht dein Angesicht von Thränen überflieffen! Da den Fels, der Mel. Nro. 15S. So schlummerst du zc. dich gezeugt, Fels und Gruft 157. Du bist erblast, verschliessen? mein Heil, und haft nun ausgekämpft, und müde findet, Fesu, nun dein Leib in dem Grabe Friede. 4. Der sterbend siegt, dein Heiland liegt, erblaßt hier in der Erde, daß der Mensch durch seinen Tod einst uns sterblich werde. 5. Du farbst für mich! Für uns hat dich des From men Grab bedecket. Sün. der, fehrt beschämt zurück, gittert und erschrecket! 6. Für meine Schuld, o 2. Ein heil'ger Schmerz durchdringt mein Herz, und Herr, was soll ich sagen? Ach! An meine Brust muß ich tief gerühret schlagen. 3. Du schützest mich, und über dich gehn aller Trubsal Wetter; Sterben wolltest du für mich, einziger Erretter! K 146 Von der Auferstehung Jesu. 4. Du hafts gethan. Dich| ber meines Heils wird mir bet ich an, du König der Er. einst erflåren. lösten! Dein will ich im Tode mich glaubensvoll getrösten. s. Es ist vollbracht! Riefst du mit Macht; und zeigst, daß du dein Leben habest ohne Zwang für mich in den Tod gegeben. 6. Welch eine That! Des Höchsten Rath will ich voll Demuth ehren. Der Erwer. Mel. Nro. 40. Allmächtiger! Wir zc. 158. Bringt Preis und dem 7. Allmächtig rief er, de entschlief, den Toden; Sie erstanden. Leicht entreißt det Lebensfürst sich des Todes banden; XII. Von der Auferstehung Jesu. 8 Des Todes Thal werd ich einmal durchwandeln oh ne Grauen; Denn durd dich, Erlöser, ists mir da Weg zum Schauen. 3. Gott felbst, der dich dem Grab entrückt, hat deinen theuren Lehren der Wahrheit Siegel aufgedrückt, dich seinen Sohn zu ehren, und deines Todes hohen Werth hat er aufs herrlichste be währt, da er dich aufer wecket. 4. Erstandner! ich froh locke dir, daß du nun ewig lebest. Du lebst und siegst, daß du auch mir das ew'ge Leben gåbest; daß du auch mein Erretter seyst, und neue Kräfte mir verleihst, mit Freuden Gott zu dienen. land dar! Frohlockt ihm alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, ist aus dem Grab gekommen. Sey hoch: gelobt Herr Jesu Christ! Daß du für uns gestorben bist, und siegreich auferstanden. 2. Dein Leben in der Mas jestát bevestigt unsern Glau5. Mein Herr, mein Gott, ben Wer kann, da dich dein| hilf mir dazu; Hilf, daß ich Gott erhöht, den den grossen Troft uns rauben? daß du das Heil ans Licht gebracht, und von des ew'gen Todes Macht uns Sünder hast frey von Günden, im Fris den Gottes möge Ruh für meine Seele finden, und pflanze deinen Sinn in mit, damit ich, Gott ergeben, hier als rein Erlöster wandle. erlojet. 6. Dein ist das Reich, dein ist die Macht, Verstorbne u erwecken. Du rufft einst, und der Gråber Nacht wird uns nicht ewig decken. Wie du Herr, auferstanden bist, so werd Von der Auferstehung Jesu. 147 werd auch ich, o Jesu Christ,| unfern Bürgen los der sie durch dich einst auferstehen. büffend hat getragen. Jesus ist mit Preis gekrönt, und wir sind mit Gott versöhnt. 7. O laß mich, weil ich hier noch bin, im Glauben an dich wandeln, und jederzeit nach deinem Sinn, und stets rechtschaffen handeln: Daß ich, wann ich einst aufersteh, und dich, des Todes Sie ger, seh, vor die dann nicht erschrecke. 8. Da, wo du bist, da soll auch einst dein Jünger mit dir leben. Du wirst ihn, wann du nun erscheinst, zu deiner Freud erheben. Laß dieses auch mein Erbtheil seyn, so werd ich ewig mich deß freun, daß du vom Tod erstanden. 7 2. Er Sohn, ewig sey er auch ge. priefen! Seiner Feinde Schaar zum Hohn, hat er sichtbar es bewiesen. Er er. Er er, füllte durch die That, was sein Mund geredet hat. 4. Sterben war der Sünden Sold. Nun ist Chriftus unser Leben, der für unsre Schuld nicht Gold, nein sich selber hingegeben. Er hat aus des Grabes Nacht neues Leben mitgebracht. Mel. Nro. 368. Meinen Fesumn laß ich ic. 6. Herr, dieß glaub ich die zum Ruhm, und mein Trost ist nicht vergebens; Denn 1 159. Auf mein Herz! ich bin dein Eigenthum, du die Quelle meines Lebens. Hocherfreuct sing ich dir jetzt und ewig Dank dafür. Ein froher Tag hat die Nacht der Furcht vertrieben. Christus, der im Grabe lag, ist im Tode nicht geblieben. O wie hoch sind wir getröst! Jesus hat die Welt erlöst. Mel. Nro. 25. 3. Unfre Schulden find zwar groß; Doch wir dürfen nicht verzagen; Gott läßt s. Tod, wo ist dein Stas chel nun? Grab, wo find nun deine Schrecken? O, wie sanft ists, da zu ruhn. Jesus will uns auferwecken, wenn gleich unser schwach Gebein wird in Staub vers wandelt seyn. Dank und Anbetung tc. ist Gottes ew'ger 160. Er ist erstanden, Jes fus Christ, der unfer Troft und Heiland ist! Er ist nicht mehr des Todes Raub; Als Sieger tritt er auf den Staub. Gelobt sey Gott! 2. Er hat erfüllt, was er verhieß, eb er für uns das Leben ließ: Drey Tage sols len nicht vergehn, so wers $ 2 det 148 Von der Auferstehung Jesu. det ihr mich lebend sehn. ein Graul; Doch sterben für Er hats erfüllt! der Feinde Heil, dieß ist die höchste Tugend. 4. Dein Reich war nicht von dieser Welt, dein Ruhm nicht Menschenebre. An De muth groß, an Lieb ein Held, und göttlich in der Lehre; Geduldig und von Sünden rein, gehorsam, bis zum Kreußze seyn, dieß, Herr, war deine Gröffe. 5. Nun irren mich nicht Schmach und Spott, noch deines Kreußes Schanden. Du bist mein Herr, du bist mein Gott; Denn du bist auferstanden. Du bist mein Heil, mein Fels, mein Hort der Herr, durch dessen mách, tigs Wort auch ich eink ewig lebe. 5. Wir sind nun göttlichen Geschlechts, durch dich des Himmels Erben. Dieß is die Hoffnung deines Knechts; In dieser will ich sterben. Wie du vom Tod erstanden bist, so werd auch ich, het Jefu Chrift, durch dich ein auferstehen. 3. Ich lebe, sprach er, und auch ihr sollt leben, Gláu bige, mit mir! Ich tomme, meine Stimme ruft: Ver, last, ihr Todten, cure Gruft, und folgt mir nach! 4. Er wirds erfüllen, Je. fus Chrift, der selbst vom Tod erstanden ist; Durch ihn ist unvergänglich Heil und neues Leben unser Theil in Ewigkeit. Mel. Nro. 53. Wie viele Freuden dank. 161. Freywillig hast du dargebracht für uns, o Herr, dein Leben. Du hattest, es zu lassen, Macht; Macht, wieder dirs zu geben. Und darum liebte dich dein Gott, weil du es willig in den Tod für deine Feinde gabest. 2. Da warst nur eine klei, ne Zeit von deinem Gott verlaffen. Er fronte dich mit Herrlichkeit, die Sterbliche nicht faffen. Das Kreuß, daran man dich erhöht, verwandelt sich in Majeftat; Denn du giengst aus dem Grabe. 3. Gehaft in deiner Niedrigkeit! warst du ein Ziel des Spottes, und zeigtest doch zu gleicher Zeit an dir Die Hoheit Gottes. Dein Kreuß schien zwar der Welt Mel. Nro. 25. Dank und Anbetung t 162. Gelobt, gelobt fen Jesus Christ, der heut vom Tod erstanden ist! Fa, heut verließ der Herr fein Grab, der erst für uns sein Leben gab. Gelobt sey Gott! 2. Er hat sein groffes Wert Von der Auferstehung Jesu. Mel. Nro. 105. Werk vollbracht, und Heil und Leben uns gebracht. Er bat gefiegt im schweren Wie herrlich strahlt der zc. Streit und lebet nun in 163. Froblockt dem Herrn! ? Ewigkeit. Gelobt sey Gott! bringt Dank ihm, der des Todes Macht bezwang, und uns, den Staub, erhöhte. Der hohe Sieger überwand; Nacht war um ihn, und fie verschwand in helle Morgens rothe. Bebet! gebet! stolze Spötter, unserm Retter Preis und Ehre! Glaubt an ihn und seine Lehre! 2. Preis ihm, Heil uns, Sein Grab ist leer. Best ste. het, wie ein Fels im Meer! das Wort, das er gespros chen. O seelig, wer sich ihm vertraut. Er hat den Tems pel neu gebaut, den blinde Wuth gebrochen. Seele, wähle ihn zum Führer und Regierer deines Lebens. Auf ihn hoffst du nicht vergebens. 3. Zum höhern Leben führt er dich, und nimmt gewiß dich einst zu sich, fällt deine Hütte nieder. Das Grab empfängt zwar dein Gebein; doch nicht auf ewig wird es seyn; Berklärt giebt er dirs wieder. Herrlich wird sich dann aufs neue feine Treue offenbaren. Bolles Heil wirst du erfahren. 3. Denn, daß der Herr er: standen sey, das ist von als lem Zweifel frey. Das leere Grab machts offenbar, in welchem er verschloffen war. Gelobt sey Gott! 4. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, wie herzlich er mich liebt. Und stürb auch alle Welt mir ab, gnug, daß ich ihn zum Freun. de hab! Gelobt sey Gott! s. Er nahrt, er schützt, er tröstet mich; Sterb ich, so nimmt er mich zu fich. We er izt lebt, komm ich auch hin, weil seines Leibes Glied ich bin. Gelobt sey Gott! 6. Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt, durch ihn mit Gnad und Heil gekrönt. Mein banges Herz ermuntre fich! Gott und die Engel lie ben mich. Gelobt sey Gott! 149 7. Durch seiner Auferste hung Kraft vollend ich met, ne Pilgerschaft; Ich freu mich einft in feinem Reich, und bin dort seinen Engeln gleich. Gelobt fey Gott! 8. Für solchen Trost der Seligkeit bantt dir, Herr, deine Christenheit. Wann Mel. Nro. 79. Mein Auge ficht, o Gott! for dereinst dein Antlik fehn, 164. Dich beter held, soll dich Lob erhöhn. Gelobt sey Gott! ISO Von der Auferstehung Jesu. Erretter einer Sünderwelt; dieser Zeit. Da findet der Du, unfre Zuflucht für und verklärte Christ das Heil, für, froh singet meine Seele das unaussprechlich ist. dir! 9. Der du für unsre See 2. Um deinen Thron, der len wacht, sie zu dir zieht ewig steht, glänzt Wahrheit, und selig machst, laß mich Heil und Majestát. Ich ma.mit freudigem Vertraun im che mich voll Zuversicht zu dir; Denn du verwirfst mich nicht. Tod auf dich, Erlöser, schaun. Mcl. Nro. 85. 3. Herr, meine Seele preis 165. Das Grab th Du bist ein Mensch, und ist leer, Höchsten Sohn verließ des Todes Banden! Nun schallete dat Jubelton: Der Herr ist auß erstanden. Du, den der En gel Loblied preist, entreisse, Heiland, meinen Geist, den Lüften dieser Erde, daß dir heilig werde. 2. Jch Sterblicher vermag noch nicht mit dir empor ju steigen, bis diese schwacht Hütte bricht. Wird sich mein Haupt einst neigen, alsdann nimm, nach vollbrachtem Lauf, auch mich in deinen Himmel auf; Nimm, Hert an meinem Ende den Geist in deine Hände. fet auf ewig haft du mich; So wahr du selbst vom Himmel famst, dein Le, ben gabst und wieder nahmst. 4. Wer ists, der mich ver. dammen fann? Ich glaub an dich, und fage dann: Der Gott, durch den die Himmel find, der ist mein Bater, ich sein Kind. s. Nun ist dieß erste Leben mir ein feegenreicher Weg zu dir. So lang ich hier bin, Gott, mein Heil, hab ich an deinem Frieden Theil. 6. Zwar trifft noch man, cher Schmerz uns hier; Noch, o Erbarmer, sterben wir. Doch du regierst, und wir find dein, und ewig werden wir es seyn. 7. Ich weiß, daß mein Er. loser lebt. O Trost! der mei, nen Geift erhebt. Ich seh, durch dich gestärkt, aufs Grab mit unerschrocknem Aug hinab. 8. Welch neue Welt voll Seligkeit erwartet mich nach 3. Doch soll ich einst o Gottes Sohn! in deinem Reich dich sehen, so muß i auf der Erde schon vom Suntentod aufstehen. Der lebt nicht, den die Luft der Welt und ihre Pracht gefess felt hält; Nach Gott und Tugend streben, nur das heißt wirklich leben. 4. Von der Auferstehung Jesu. 4. Du auferstandner Men- ten, er stärkt die Wankenden. fchenfreund! Erweck in mir die Triebe, durch die man sich mit dir vereint; den Glauben und die Liebe! Ich will, o Herr dein eigen seyn; Laß mich mit Ernst die Sün. de scheun; Gieb nur selbst Muth und Kräfte zum Heis ligungsgeschäfte. 5. So kann ich, als ein wahrer Christ, ist leben und einst sterben, und endlich da, wo du nun bist, vollkommne Freude erben. Dahin, mein Heiland, hilf du mir, so bring ich, ewig froh in dir, mit dei ner Frommen Menge, dir Lob und Danfgefange. Sie sehn ihn, freun fich, danfen dem Auferstandenen. Sie sehn empor ihn steigen, und gehn, wie er gebot, mit Freude hin, und zeugen von ihm bis in den Tod. 3. Herr, deine Boten sie. gen, von dir und deinem Geist gelehrt. Die Gößens tempel liegen; Der Erdkreis wird zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freudenvoll ein Christ, ihn bet ich an im Staube, ihn, der mein Retter ist. Ich werd ihn ewig schauen, wann er auch mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen, der für mich starb, und lebt. Mel. nro. 368. Meinen Jefum laß ich zc. Sonne den feſt= lich frohen Tag herauf; Da 167. Jefus lebt, mit ihm Tod, stand er, meine Wonne, mein Gott und mein Erlößer auf. Gedanke, der zu Freuden des Himmels mich erhebt! Ge danke, der im Leiden mit starkem Trost belebt! Des höhern Lebens Quelle! Mein Schild in jeder Noth! Wo ist dein Sieg, o Hölle? Wo ist dein Stachel, Tod? Mel. Nro. 45. Kommt, fommt, den tc. 166. Froh führte Gottes ISL wo sind nun deine Schrecen? Er, er lebt, und wird auch mich von den Todten auferwecken. Er verflirt mich in sein Licht; Dieß ist meine Zuversicht. 2. Des Felsen Grund er bebet; Die Wächter siehn; Das Grab ist leer. Der todt war, sieh, der lebet! Er lebt, und stirbt hinfort nicht mehr. 2. Jesus lebt! Ihm ist das Reich über alle Weit gegeben; Und ich werd mit ihm zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; Dieß ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt! Wer nun verzagt, der verkleinert Gots Die schwachen Jünger wantes Ehre, Gnade hat er zus ge. 152 Von der Auferstehung Jesu. gesagt, daß der Sünder sich| ben anzuheben. Denn wie bekehre. Den, der folgt, ver: Gott Jesum auferweckt, sollt stößt er nicht. Dies ist meine Zuversicht. du auch, mit ihm auferweckt am neuen Leben wandeln. 4. Jesus lebt! Sein Heil ift mein! Sein fen auch mein ganzes Leben. Reines Her zens will ich seyn, und den Lüften widerstreben. Er ver. last den Schwachen nicht; Dieß ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt! Ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden; Keine Macht der Finsternis, keine Herr lichkeit, fein Leiden. Er giebt Kraft zu dieser Vaicht; Dieß ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt! Nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird es mei ner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Mel. Nro. 3. Lob, Ehr und Preis dem ic. 168. Ermuntre, Christ den trågen Sinn! Die Sonn ist aufgegangen. Eil zu dem Auferstandnen hin, ihn freudig zu empfangen; Denn aus des Todes finsterm Thor bricht der Ge. treußigte hervor, der ganzen Welt zur Wonne. 2. Steh von dem Tod der Sünden auf. Erwach zum neuen Leben! Boll Eifers, einen neuen Lauf im Glaus 3. Bergiß denn, was auf Erden ist! Denn sich, dein Schaß ist droben. So sey denn auch dein Herz, o Christ, zu Jesu stets erhoben. Forts bin sey, statt der schnöden Welt, der Himmel nut, was dir gefällt, wo Jesus lebt und herrschet. unverzagt! Auf ihn wirf 4. In jeder Noth bleib deine Sorgen! Der stillte Kummer, der dich nagt, ift ihm doch nicht verborgen; Der Auferstandne hilft auch dir. Er, der versucht ist, gleich als wir, wird Mits leid mit dir haben. S Klag unverholen ihm dein Leid, du klagst es nicht vergebens. Durch ihn hast du Gerechtigkeit, und hoff nung ew'gen Lebens. Der so viel Quaal für dich em pfand, und für dich starb und auferstand, wird deis ner nicht vergeffen. 6. Dich schrecke nicht die Wuth und List, und Menge deiner Feinde. Jhn, der ihr Ueberwinder ist, hast du zum treuen Freunde. Er hilft dit siegen; Ihm vertrau! Denn öffentlich trug er sie Schau in hohem Siegsgepränge. 7. Schreckt dich der letzte Feind, Von der Auferstehung Jesu. Feind, der Tod, auch den mir auferstehen. Zum wirst du bezwingen; Durch gel der Gerechtigkeit, ihn aus aller deiner Noth hindurch ins Leben dringen. Er ist verschlungen in den Sieg. Der fiegreich aus dem Grabe stieg, hat ihm die Macht genommen. Mel. Nro. 46. Allmächtiger! Wir zc. 3. Hab ich oft auf der Erde nichts, als Arbeit, Müh und Leiden; Getrost! Ein Schimmer deines Lichts ents deckt mir ew'ge Freuden. Dein Auferstehn macht mich gewiß, zerstreut des Grabes Finsternis, verheißt mir Auf erstehung. 1-53 Sie liegt 169. Wenn der Gedanke Wort! Mein Herr und mein mich erschreckt: Gott! Nun fürcht ich nicht daß dieser Leib aus Erde, mehr Grab und Tod. Ich entfeelt, mit Erd und Staub i sehe dich lebendig! bedeckt, felbft Erd und Asche werde; Dann, mein Erldser! tröfte mich nur dieses, daß ich vest an dich, den Auferstandnen, glaube. 6. Ich weiß gewiß, Heiland lebt; wird er mich Auch erwecken. Mein Leib, den er so hoch erhebt, verlacht des Todes Schre. cken; Erwacht, wann seine Stimme ruft, geht herrlicher aus seiner Gruft, dem Leibe Christi ähnlich. 2. Was würd ich nach dem Tode seyn, den deine Macht bezwungen; wenn du mir nicht durch Todespein Un. sterblichkeit errungen? Ver. zweißlen müßt ich, wann die Gruft den Leib hin in den Abgrund ruft, IDD er zu Staub verweset. 7. Mit diesen Augen, werd ich dich, Gott, mein Erldfer! schauen. Dann, dann wird deine Hand für mich ein Haus des Friedens bau. en. Zu meiner Freude schau ich dann dich, den ich hier nicht sehen kann, und doch von Herzen liebe. 8. Dann werd ich deiner Huld mich freun, in deinem Lichte glänzen; Dann wirst du mein Bollender feyn, mein Haupt mit Bonn um frånzen. O Christen, heiligt euch! Bedenkt, was Jesu Auferstehung schenkt. Loba sing ihm, meine Seele! 4. Du konntest, durch der Gottheit Macht, aus deinem Grabe gehen, und aus der kurzen Todesnacht zum Trost nun der Stein vom Grabe weit; Der Tod zu deinen Füffen. s. Ich lebe: Friede sey mit euch! Ich leb, und ihr sollt leben! Mir ist die Macht, mir ist dss Reich des Baters übergeben. Welch herrlich Von der Himmelfahrt XIII. Von der Himmelfahrt und seeligen Regierung Jesu. 154 Mel. Nro. 113. Dieß ist der Tag, den 2c. Denn, Herr, bey dir steht Kraft und macht, und dein 170. Auf, Jefu Junger sind wir. Nimmst du dich unsrer hulfreich an, was i das uns gebrechen kann? Freuet euch? Der Herr fährt auf zu seinem Reich. Er triumphirt; Lob. singet ihm! Lobsinget ihm mit lauter Stimm! 8. In deiner Hand ist un fer Heil. Wer an dich glaubt, dem giebst du Theil am S gen, den du uns erwarbst, als du für uns am Kreuße starbst. 2. Sein Werk auf Erden ist vollbracht; Zerstört hat er des Todes Macht; Er hat die Welt mit Gott ver. föhnt, und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. 3. Weit, über alle Him, mel weit, geht seine Macht und Herrlichkeit; Jbm die ' nen selbst die Seraphim. Lobsinget ihm mit lauter Stimm! 9. Wir freuen uns, nad dieser Zeit bey dir zu seyn in Ewigkeit. Nach treu voll brachtem Glaubenslauf nimmst du uns in den Him mel auf. 10. O zeuch uns immer mehr zu dir! Hilf uns, mit eifrigster Begier nach dem nur trachten, was da ist, wo du verflärter Heiland, bist. 4. Sein sind die Völker aller Welt. Er herrscht mit Macht und Gnad, als Held; Er herrscht, bis unter seinem Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. 5. Beschirmer seiner Chri. ffenheit ist er in alle Ewigs teit. Er ist ihr Haupt. Lob. finget ihm! Lobsinget ihm mit froher Stimm. 6. Ja, Heiland! Wir er heben dich, und unsre Her. zen freuen sich der Herrlich. teit und Majestät, dazu dich Gott, dein Gott erhöht. 7. Wohl nun auch uns! I du Retter einer Sündenwell, hat 11. Dein Eingang in die Herrlichkeit stärkt uns in un rer Prüfungszeit, und dir zu leben, dir zu traun, bis wir dereinst dein Antlig schaun.. 12. Dann werden wir uns ewig dein, du größter Men schenfreund, erfreun; Dann fingen wir von deinem Ruhm ein neues Lied im Heiligthum. Mel. Nro. 10S. Wie berrlich strahlt tc. 171, Wie herrlich, Ju fu, starker Held und seeligen Regierung Jesu. hat sich dein Kreuß geendet. Nach überstandnem Leidens lauf fährst du verklärt zum Vater auf, der dich zu uns gefendet. Ewig trifft dich nun kein Leiden; Voller Freuden lebst du droben, über alles hoch erhoben. 2. Dir dienen alle Sera: phim; Und wir vereinen Herz und Stimm mit ihnen, dich zu loben; Weil du dein grosses Werk vollbracht, nach überstandner Leidensnacht gen Himmel dich erhoben. Preis dir! Daß wir auf der Erden können werden Got: tes Kinder, und des Todes Ueberwinder. 3. Du, du bist unser Haupt, und wir sind deine Glieder. Nur von dir kommt auf uns Heil und Leben. Was unfern Seelen Nußen schafft. Licht, Friede, Freude, Tugendkraft wird und von dir gegeben. Laß doch dein Joch gern uns tragen, und entfagen allen Sünden, daß wir hier schon Ruhe finden. 4. Zeuch unsre Herzen ganz zu dir! Hilf, daß vor allen Dingen wir nach deinem Reiche trachten. Mach uns von allen Sünden rein, und floß uns Muth und Eifer ein, das Eitle in verachten. Jede Unart hilf uns meiden, und mit Freuden unser Le ben deinem Dienste ganz er. geben. ISS 5. Gey unser Schus und unser Hort, und tröst uns durch dein heiliam Wort, wann hier uns Trubsal drån. get. Nur da ist Wonne, wo du bist; Die Freude, die man hier genießt, ist noch mit Leid vermenget. Von dir kommt hier Trost im Herzen; Laß in Schmerzen uns schon offen deinen Him, mel sehn, und hoffen. 6. Du bist, uns Sterbli chen zu gut, nach theuer hier vergoßnem Blut, zur Freu. de eingegangen. Zeuch, Jesu, zeuch auch uns dir nach, daß wir, nach kurzem Ungemach, zur Freude auch ge. langen. Dafür soll dir von uns allen Dank erschallen. Obn Aufhören wollen wir dich, Heiland ehren. Mel. Nro. 3. Lob, Ehr und Preis 2c. 172. Mit lautem Schall frohlocken wir: der Herr ist aufgefahren. Wir sind zwar noch im Elend hier, und unter viel Gefaha ren; Doch sinkt drum unser Muth nicht hin; Durch Jefum wissen wir, wehin uns unsre Wallfahrt führe. 2. Das Leben ist ans Licht gebracht, der Himmel steht uns offen; Ihn schloß uns auf mit grosser Pracht der Herr, auf den wir hoffen. Er bebt uns einst zu sich ent. 156 Von der Himmelfahrt empor; doch will er, daß| mel Thron, als unfer Freund, wir hier zuvor auf seinem Pfade wandeln. als Menschensohn; Du schämst auch da dich unser nicht, drum bist du unsre Zuversicht in Ewigkeit. 3. Wer den nicht geht, wird nimmermehr dort sei. nes Heils geniessen. Wer ihm nicht folgt, dem wird auch er den Himmel einst verschlieffen. Wer wünscht, im Himmel einzugehn, der laß in seinen Thaten fehn, fein Wandel fen im Himmel. 3. Dein ist die Macht? dein ist das Reich. Wer ist an Majestät dir gleich Mensch, Engel, jede Krea tur ist dein, Beherrscher de Natur! Gelobt feyst du! 4. Uns kommt es zu, daß wir der Welt uns immer mehr entwöhnen; Stets lie. ben, was dem Herrn gefällt, zu ihm hinauf uns sehnen. Vollbringen wir so unsern Lauf, so nimmt der Herr uns gnådig auf ins Reich der ew'gen Freuden. 5. O Tag, an groffen Freuden reich, wann wirst du einst erscheinen? Du machest uns den Engeln gleich, und 6. Herr, unfre Herzen stillest Leid und Weinen. traun auf dich; Dein freuct wohl uns, wann in Ewigfeit uns nun das höchste Gut erfreut! O Gott, schent uns solch Leben! unsre Seele sich. Dü, der du huldreich an uns denkst, und gern uns deinen Seegen schenkst, bist unser Trost. Mel. Nro. 25. Dank und Anbetung zc. 173. Wir freuen uns, Herr Jefu Chrift, daß du erhöht gen Himmel bist. O du, den unfer Loblied preist, stårk auch im Glauben unsern Geist, der auf dich hofft. tit 7. Was uns beglückt, bir bekannt, und alles ist in deiner Hand. Bon keinen deiner Freunde fern, bes merkst du ihn und hilft ihm gern, Herr, unser Schuß! 8. Sich auf uns gnädig allezeit vom Throne deince Herrlichkeit! Hilf unferm 2. Du sigest auf der Him- schwachen Glauben auf, und 4. Umsonst, umsonst em piren sich, Herr, deine Hafs ser wider dich; Dein Chron steht vest und wanfet nicht, wenn gleich der Frevler wi derspricht. Gelobt seyst du! 5. Du, unser triumpbi rend Haupt, wie selig ist, wer an dich glaubt! Du bist sein Licht, sein Tro und Theil, sein starker Schu sein ew'ges Heil. Gelobt feyst du! und fetigen Regierung Jesu. und kröne unsern Lebens. mir den Kampf vollbringen. lauf mit deinem Heil! Und dann, am Ende dieser 3eit, für mich zum Licht der Ewigkeit, fu Deinen Himmelsfreuden. 9. Gen Himmel fährst du auf, als Held. Als Herrn und Richter aller Welt wird dich dereinst der Erdkreis sehn. Hilf, das wir dann ver dir bestehn, und dein uns freun. Mel. Nro. 18. Wie soll ich dich würdig. Groffer Mittler 175. der zur Rechten 10. Dann triumphirt der Gottes, scines Vaters, fist, Glaub an dich, dann jauch, und die Schaar bon seinen zen wir dir ewiglich. Knechten überall beglückt uns dazu, Herr Jesu Chrift!! und schützt. Dir frohlocken, Dir, der du unser Heiland bist, sey ewig Preis! Hilf dir zur Ehre, aller deiner En gel Heere, und in ihrem Lob. gefang, Jauchzet aller From men Dank. Mel. Nro. 46. Allmächtiger! Wir zc. 174. Auf Chrifti Him. melfahrt darf sich getroft die Hoffnung gründen, daß einst in mei nem Tode ich werd siegreich überwinden. Mein Haupt lebt in der Herrlichkeit, und wird nach einer furzen Zeit mich, sein Glied, zu sich nehmen. 2. Gen Himmel fuhr mein Heiland auf, um Gaben zu empfangen. Zu ihm blickt nun mein Geist hinauf mit freudigem Verlangen. Da; wo mein Schatz ist, ist mein Herz, zu ihm schwingt es fich Himmelwärts von dieser eitlen Erde. IS7 3. Ach Herr! verleihe du mir Kraft, nach deinem Reich zu ringen. Dein Geist, der Gutes in uns schafft, helf 2. Dein Geschäft auf dies fer Erden ist aufs herrlichste vollbracht! Der Verlohrnen Heil zu werden, giengst du in die Todesnacht. Aus dem Tod trast du ins Leben. Welch ein Trost ist und ge geben! Ewig unser Haupt zu seyn, giengst du in den Himmel ein. 3. Alles sollen wir ems pfangen, was uns noth ist; Denn du bist in den Him. mel eingegangen, der nur unsre Heimath ist. Da res gierst du, da vollendest du dein grosses Wert, und sene dest deinen Geist auf die herab, die zum Erbe Gott dir gab. 4. Herrlich wirket deine Lehre; Denn du giebst ihr Licht und Kraft. Sünder macht 358 Von der Himmelfahrt. Dein Ver vertreten, macht sie, Gott zur Ehre,| und Ehre dir. glaubig und gewissenhaft dienst laß uns Alle lehret sie, den Sünden widerstehn und überwinden. Strauchlen sie in ihrem Lauf, hilfft du ihnen mächtig auf. wann wir zu dem Vater be ten. Wann der Tod die Livs pen schließt, dann hilf uns, Herr Jesu Christ. s. Du vertrittst bey Gott die Deinen; Du versäumst fie, nic. Ale Chrás nen, die sie weinen, sählst du 176. Her fr Mel. Nro. 438. Freue dich, o meine Seele. err! Du fährst mit Glanz und und belohneft sie. Du vers Freuden auf zu deiner Herr schaffst, daß ihren Glauben lichkeit; Doch mich drücken keine Feinde ihnen rauben, noch die Leiden dieses Le und wirtst in des Vaters| bens, dieser Zeit. Haus ihnen eine Wohnung aus. Gieb mit Jesu, Muth und Kraft, daß ich meine Pilgerschaft, hier also zurücke lege, daß ich stets dein bleiben mdge. 2. Laß mir deinen Geist zurücke, dir mein ganzes Herz zu weihn. Wenn ich nach dem Himmel blicke, laß mich seinen Troft erfreun. Steigt mein Flehn zu dir hinauf, belf er meiner Schwachheit auf! und du selber wollt im Beten bey dem Bater mich vertreten. 6. Du entzeuchst dich auch den Armen, die noch nicht bekehrt sind, nicht, weil dein Herz dir aus Erbarmen über ihrem Elend bricht; Bitteft, daß Gott ihrer schone, daß er nach Verdienst nicht lohne, daß er die, die dich noch fliehn, kräftig wolle zu dir ziehn. 3. Lehre mich die Welt verachten, und was in iht Eitles ist, und nach dem, was dort ist, trachten, то du, mein Erlöser bist. Wol lust, Ehrsucht und Gewinn foll mich nicht zur Erde ziehn da ich jenseit überm Grabe. eine größre Hoffnung habe. 4. Diese müsse nichts mit rauben; Du erwarbst fie Würde loben, opfern Dane theuer mir. Jezzo seh ich sie 9. Keiner, keiner wird zu Schanden, der, o Heiland, dein begehrt. Rettung aus der Sünde Banden wird dem stets von dir gewährt, der um Rettung zu dir se het, und den Sünden widers fehet! Seiner Seele schen. test du Leben und Gewis sensruh. 8. Groffer Mittler! sey erhoben! Weil wir leben, wollen wir deiner Herrschaft im und feeligen Regierung Jesu. 159 im Glauben, dort find ich sie| mel führt. Er selbst, er felbst bey mir, Dort belohnst du das Vertraun deiner Glaubigen durch Schaun; Und verwandelst ihre Leiden in unendlich grosse Freuden. macht uns Bahn. Wer hier nur an ihn glaubet, ihm folgt, und treu ihm bleibet, der wandelt Himmel an. 5. Dort bereite mir die Stätte in des Vaters Hause zu: Rufft du frühe oder spå te mich zu meines Grabes Ruh: So erleuchte du die Nacht, die des Todes Thal 3. Nur dort, nicht hier auf Erden, ist unser bestes Theil. Um feelig einst zu werden, erwarb der Herr uns Heil. Erlöfte, macht euch auf! Wo Jesus hingegangen, das hin blickt mit Verlangen! mir macht; Du hast ja den! Dahin geh euer Lauf: Tod bezwungen, und den Sieg für uns errungen. 6. 4. Herr! Hilf uns eifrig ringen nach jener Herrlich Kommst du endlich teit. Laß unsern Fleiß gelin.. glorreich wieder an dem En- gen, und stårk uns in dem de dieser Zeit. O! so famm. le meine Glieder aus dem zur Herrlichkeit. Heil'ge und verfiär fie ganz, daß der Leib in Himmels. glanz, frey von diesem Staub und Erde, ähnlich deinem Leibe werde. Streit. Laß uns in dieser. Welt im Glauben an dich wandeln, fo denten und so handeln, wie es dir wohlges fällt. s. Was sind der Erde Freuden? Wie bald sind sie das hin, hilf uns alles meis den, was hier noch unfern Sinn vereitelt und uns sidet, auf deinen Ruf zu achten, und nur nach dem zu trach, ten, was ewig Heil ges währt. 6. Sey du selbst unser. Leiter in unsrer Prüfungs. zeit, und bring uns immer weiter zu deiner Herrlich, feit! Bis diese Zeit vors bey, bis wir dich, Heiland, sehen, und freudig vor dir stehen, von allem Kummer. XIV. Mel. Nro. 2. Mit Singen dich zu loben, Dein Jesus tri177. Mei umphiret, und nimmt den Himmel ein. Er hat sein Wert vollführet, vom Tod uns zu befreyn. Die hohen Seraphim em pfangen ihn mit Freuden nach überstandnen Leiden. Lobsingt, lobsinget ihm! 2. Wohl uns, die auf ihn hoffen! Nun Jesus trium. phirt, steht uns der Weg auch offen, der zu dem Him. frey! Von dem heiligen Geifte. XIV. Von dem beiligen Geiste und seinen Gna denwirkungen. Mel. Nro. 10S. Wie herrlich firahlt der zc. 178. Trostes Kraft zum Kampf mit jeder Leidenschaft, dan heiliger zu werden. Und tehr ben uns ein, find wir wo dem Falle nah, und laß uns deine Wohnung so sey mit deiner Hülfe da seyn, du, unsrer Seelen erheb uns von der Erden. Sonne! Laß deiner Wahr. Neue Treue gieb uns Schwa heit hellen Schein in unsern chen; Du kannst machen Herzen fräftig seyn, zu steter daß wir siegen, und im Freud und Wonne, daß wir Kampf nicht unterliegen. schon hier, Gott ergeben, ruhig leben, und im Ster. ben einst vollkommnes Glück ererben. 2. Du Quell, woraus die Weisheit fließt, die uns zum Heil so nöthig ist, o schent aus deiner Fülle und so viel Einsicht und Verstand, das beilsam von uns werd er. fannt des Höchsten gnád'ger Wille. Ja, gieb den Trieb unsern Seelen, nur zu wäh, len und zu üben, was er uns hat vorgeschrieben. 5. Erhalte bey und im merfort, den Glauben a dein göttlich Wort. Nichts muß uns von ihm trennen. Gieb, daß wir ihn von Ha zensgrund mit Chaten 10 wie mit dem Mund, vor alle Welt bekennen. Jesum Chr sium ohu Aufhören recht z ehren, mach und tüchtig und sein Heil und werth und wichtig. 3. Steh uns stets bey mit deinem Rath, und führ uns auf dem rechten Pfad des Heils, den wir nicht wissen. Verleih uns Willigkeit, daß wir dir treulich folgen, wenn betrübe! Fried und Liebe wir hier auch darum leiden wollst du geben, daß wit müssen. Drückt Last uns fast froh und ruhig leben. muthloß nieder, laß uns wie 6. Nimm alle Härte von uns hin: Erfülle uns, nag deinem Sinn, mit wahr Menschenliebe, daß unser Herz mit Huld und Ste stets zugethan dem Nächſtes sey, und sich darinnen übe Kein Neid, kein Streit dich der Trost empfinden, und die Trübsal überwinden. 7. Gieb, daß in wahrer Heiligkeit wir führen unte Lebenszeit, sey unsers Geis 4. Stårt uns durch deines stes Stärke! Laß und stets bleis 160 und seinen Gnadenwirkungen. bleiben unbewußt die Eitel.re unsre Sinnen und Beginkeit der Sinnen Lust, und ihre nen von der Erden, daß wir schnöden Werke. Rühre, füh. Himmelserben werden! 179. FEEL Domm, o komm, wir be mühn du Geist des Lebens! uns sonst ver gebens ENER hilf uns Schwachen mächtig auf! um das hier in un serm Pil ger lauf 111 LIITE Heil, das Gottes Rath für uns aus er se hen 3. Zeig uns selbst die rechten Stege zu der wahren Wohlfarth an, raume alles aus dem Wege, was daran uns hindern tann; Wirke Reue nach der That, wann der Fuß gestrauchelt hat. 161 hat. einzig unser Bestes sucht. 2. Gieb in unser aller See.| uns, daß des Vaters Zucht, len Weisheit und Entschlos fenheit, daß wir anders nichts 5. Treib uns, daß wir zu erwählen, als was uns dein ihm treten findlich und mit Wort gebeut. Steh mit deis Freudigkeit, mach uns tüch. nem Licht uns bey, und machtig recht zu beten, und vers uns von Frrthum frey. tritt uns allezeit! uns der Vater gern; Hülfe uns nicht fern. So hört So ist 6. Wird uns dann um Hüls fe bange, feufzt das Herz voll Traurigkeit; Ach mein Gott, mein Gott, wie lange? O, so wende unser Leid! Sprich der Seele tröstlich zu; Gieb ihr Muth, Geduld und Ruh! 7. O du Geist der Kraft und Stärke! Der in uns das Gute schafft, fördre in uns L deine 4. Laß uns stets dein Zeug, niß haben, daß wir Gottes Kinder sind; Stärke uus mit deinen Gaben, wann sich Noth und Trübsal findt. Lehr 162 Von dem heiligen Geiste deine Werke, und im Kampfe felnd nein! Laß dein Wort gieb uns Kraft. Wann Ver. gewisser seyu. suchung auf uns dringt, daß uns dann der Sieg gelingt. 8. Ja, bewahr uns unsern Glauben, daß Verfolgung, Schmach und Spott niemals ihn uns möge rauben. De bist unser Schuß, o Gott Sagt das Herz gleich zwei9. Wann wir endlich sol len sterbep, o so steh mit Tref uns bey; Gieb, daß uns, als Gottes Erben, jene Herrlich feit erfreu, die uns unser Gott bestimmt, und die uit, ein Ende nimmt. 180. Geift vom Ba ter und vom Soh ne!. und von un sers Got tes Thro ne 282382EF der du un ser Trò ster bist, bülfreich auf uns Schwache fiehst; Ste be du ELENCATE mir fråftig bey, daß ich Gott ergeben sey, und mein ganzes Herz auf Er den mög ein Tem pel Got tes wer den. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir seyn; Wann ich bange Zwei fel bege deine Wahrheit mich 3. Heilige des Herzent Triebe, daß ich meinem Go getreu ihn stets über alles liebe; Daß mir nichts fo erfreun. Lenke träftig mei- wichtig sey, als in seiner nen Sinn auf mein wahres Wohlseyn hin. Huld zu stehn. Seinen Lehrst du men zu erhöhn, feinen Willen, mich, was recht ist, wählen, zu vollbringen, müsse mit werd ich nie mein Heil ver durch dich gelingen! fehlen. 4. Stárke mich, so oft jut Sünde und seinen Gnadenwirkungen. 2 Sünde mein Gemüth versus chet wird, daß sie mich nicht überwinde. Hab ich irgend mich verirrt, o so rühre du mein Herz, daß ich unter Reu und Schmerz mich vor Gott darüber benge, und mein Herz zur Befrung neige. s. Reiße mich mit Flehn und Beten, wann mir Hülfe nöthig ist, zu dem Gnadenstuhl zu treten; Gieb, daß ich auf Jesum Chrift, als auf meinen Mittler, schau, und auf ihn die Hoffnung bau, Gnad um Gnad auf mein Verlangen, von dem Vater zu empfangen. 6. Stehe mir in allen Leis den sters mit deinem Troste bey; Daß ich auch alsdann mit Freuben unter Gottes Führung sey. Gieb mir ein gelaßnes Herz; Laß mich selbst im Todesschnerz, bis zum frohen Ueberwinden, deines Troftes Kraft empfinDen. 163 Leben, 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Kraft und Fruchtbarkeit; Und mein Herz bleibt dir entrissen, und dem Dienst der Welt geweiht, wenn er nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich mich dir ganz ergebe, und zu deiner Ehre lebe. Mel. Die vorige. 181. Der du uns als Bas ter liebest, treuer Gott, und deinen Geist de nen, die dich bitten, giebest; Fa uns um ihn bitten hieß'st; Demuthsvoll seh ich zu dir: Bater, send ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue, und ihn die zum Tempel weihe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu! noch mit ách. ter Treu, meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet mir dein Geist nicht bey. Drum so laß ihn tráftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre, und auf deine Stimme höre. 4. Ew'ge Quelle wahrer Güter, hochgelobter Got tes geist, der du mensch, liche Gemüther besserst und mit Trost erfreuft! Nach dir, Herr, verlangt auch mich, ich ergebe mich an dich. Mas che mich, zu Gottes Preise, heilig und zum Himmel weise. s. Fülle mich mit heilgen Trieben, daß ich Gott mein höchstes Gut, über alles mö ge lieben, daß ich mit getros stem Muth seiner Baterhuld mich freu, und mit wahrer Kindestreu stets vor seinen Augen wandle, und rech schaffen denk und handle. der Liebe! Bilde mich nach 6. Geist des Friedens und deinem Sinn, daß ich Lieb £ 2 UND 164 Von dem heiligen Geifte... und Sanftmuth übe, und| fern, stärke Jesu Glieder. mirs rechne zum Gewinn, Der, der nie sein Wort gebros wenn ich je ein Friedensband chen, Jesus hat deinen Rath knüpfen fann, wenn meine seinem Volk versprochen. Hand, zur Erleichtrung der Beschwerden, kann dem Nach, ften nützlich werden. 2. Geist der Weisheit! gieb uns allen durch dein Light Unterricht, wie wir Gott gl fallen. Lehr vor Gott und freudig treten, setz uns nah, und sprich ja, wann wir glau big beten. 7. Lehre mich, mich selber kennen, die verborgnen Feh. Ier sehn, sie voll Demuth Gott betennen, und ihn um Vergebung sehn; Mache tåg. lich Ernst und Kreu, sie zu bessern, in mir neu. 3u dem Heiligungsgeschäfte gieb mir immer neue Kräfte. 8. Wann der Anblick mei, ner Sünden mein Gewissen niederschlägt, wann sich in mir Zweifel finden, die mein Herz mit Zittern hegt; Wann mein Aug in Nöthen weint, und Gott nicht zu hören scheint; O dann laß es mei. ner Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen. 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwert in mir; Selbst den Trieb haft du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. so setze durch dein Wort deine Gnadenwirkung fort, bis sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende. Mel. Nro. Sr. 3. Hilf den Kampf des Glaubens támpfen; Gieb uns Muth, Fleisch und Blut, Sünd und Welt zu dâmpfen. Laß uns Trubsal, Kreut und Leiden, Angst und Noth, Schmerz und Tod, nicht von Jesu scheiden. 4. Hilf uns nach dem Be sten streben: schenk uns Kraft, tugendhaft und gerecht zu le ben. Gieb, daß wir nie stille ftehen, treib uns an, froh die Bahn deines Worts zu gehen. 5. Sey in Schwachheit unsre Stüße, steh uns bey, mach uns treu in der Pris fungshitze. Führ, wann Gott uns nach dem Leide ster ben heißt, unfern Geist in, des Himmels Freude. Mel. Nro. 269. Gerechter Gott, vor dein. Sey zufrieden, mein zc. 183. Laß, Bater, deinen zu 182. Hochster Tröster, allezeit regieren, daß ich ju fomm hernieder. dem, was Unrecht heißt Geist des Herrn, sey nicht mich lasse nichts verführen, guten Geist mich Der und feinen Gnadenwirkungen. der Sünden Reizung wider. steh, und stets auf deinen Willen seh, darnach allein zu handeln. 2. Ob böse Luft mich hier und dort auch anficht, weil ich lebe, so hilf mir, daß ich ihr so fort im Anfang wider. firebe; Und daß ich ja ver, geffe nicht die Todesstunde, das Gericht, den Himmel und die Hölle. 3. Gieb daß ich denke je. derzeit an diese letzten Dinge, und dadurch alle Sünden, freud aus meinem Herzen bringe; Damit ich dich mein Lebenlang verehre ohne Furcht und Zwang mit willigem Gehorsam. 4. O stårke mich dazu mit Kraft, so wird es mir gelin. gen: Hilf jede böse Leiden schaft des Herzens mir be. zwingen. Steh mir in die sem Kampfe bey, daß ich da. zu stets wachsam sey, und immer überwinde! 165 2. Du kannst alle Herzen prüfen, du durchschauft sie ganz und gar; Selbst der Gottheit innre Tiefen sind vor dir, Herr, offenbar. Nun, fo tennst du auch ges wis meiner Seele Finsternis. Drum gieb Weisheit, und vor allen, daß ich möge Gott gefallen. 3. Boses haffest du, und bleibeft, reinster Geist! bey Reinen nur, schaffst, die du erfüllst und treibeft, um zur neuen Kreatur. Heilige du felbst mich dir! Schaff ein reines Herz in mir, daß ich, was du liebest, liebe, nie mit Borsaß dich betrübe. 4. Du, Herr, machst mein Herz zufrieden, wann mir Menschentrost gebricht. Bleib ich von dir ungeschieden, o so fehlts an Trost mir nicht. Bleib ich nur dein Eigenthum, fo will ich, ju deinem Ruhm, stets mein Herz der Tugend weihen, und mich deiner Tries be freuen. Mel. Nro. 180. Geist vom Vater und tc. 184. Frommer Herzen und ihr Troft in Traurigkeit, der ihr Herz in allem Leide, und im Tode selbst erfreut, Geift des Höchsten! Komm zu mir, und indem ich glau, big dir Lob und Ruhm zum Opfer bringe, o so höre, was ich finge! 5. Nun bitt ich, daß du mich stärkest; Stehe mir im Freude, bey. Hels fer, wann du merfest, daß mir Hülfe nöthig sey. Den verkehrten ei tien Sinn nimm aus meiner Seele bin, daß sie sich nun ganz verneue, und mein Gott sich meiner freue. 6. Sey mein Beystand WANN 166 Von dem heiligen Geiste wann ich sterbe! Zeige dem Mach diese Kenntniß in und gebrochnen Blick, mir zum hell! Trost, mein herrlich Erbe, ewig unverweltlich Glück! Stärke du das matte Herz, daß ich, unter allem Schmerz, noch im letzten Todesschweisse Gott in Jesu Vater heisse. Mel. Nro. 79. Mein Auge sieht, o Gott. Domm zu uns Got. 185. K tes guter Geist, schaff, deiner Menschen Her zen neu; Du tennest dein Geschöpf, und weißt, wie jeg. lichem zu helfen fey. 2. Du Geist der Weisheit, feite du uns zu der Wahl des besten Theils. Dem Himmel führ uns alle zu, du Führer auf der Bahn des Heils. 3. Uns strabie deiner Wahrheit Licht! Gieb uns der Liebe reine Glut, zum Bater frohe Zuversicht, zur Tugend Kraft und vesten Muth! 4. Des Lebens Wort, das Jesus Christ vom Himmel uns herab gebracht, und das für jeden heilsam ist, zeig auch bei jedem feine Macht. 5. Vereine deine Christenheit durch deines feelgen Frie. dens Band; Lent ihr Gemuth schon in der Zeit stets auf das ew'ge Baterland. 7. Lob sey dem Vater, Lob dem Sohn! Lob dir o Tro ster, Gottes Geist! Einft fin gen wir vor deinem Thron ein Lied, das würdiger dich preist. Mel. Nro. 6. Lobfinget Gott, und. 186. Dir, Bater, a du deinen Soh zum Heil uns haft gegeben, dir dank ich hier mit Freuden schon, noch mehr im höher Leben. Ich danke dir, daß du den Geist, der uns der Fin sternig entreißt, zur Erde haft gesendet. Er kam auf Jest Wort herab, der seinen Bo ten Stärke gab, daß sie deit Werk vollendet. 2. Erfüllt von feine Wunderkraft gehn sie, die Welt zu lehren. Der Geil der neue Herzen schafft, hilft ihnen, sie bekehren. Die Vo ter hören, hocherfreut, bit Botschaft ihrer Seeligkeit, Bernunft und Wahrheit fiegen. Die Blindheit und das Laster sieht. Wo man den Finger Gottes sieht, mu beydes unterliegen. 4. Umsonst, das wilde Eifer tobt, Verfolgung zu 7. Gott, unsern Gott, und regen. Dein Name, Jesu dieses ist der Quell, aus wel Kraft und Segen. Die Jun chem ew'ge Bonne fließt; ger schreckt nicht Pein, noch Müb und feinen Gnadenwirkungen. 167 Müh, dein Geist, o Bater, die das Herz entflammt zur stårke sie in Martern und im Tode; Sie bleiben ihrem Herrn getreu, bekennen sei. nen Namen frey, und preisen ihn im Tode. 4. Noch ist bist du der Geist der Kraft, noch ist der Mens schen Lehrer. Du machst sie weiß und tugendhaft, des Sündenreichs Zerstörer. In Sündern wirkst du Neu und Leid, in frommen Seelen Trost und Freud, und Muth im Kampf der Sünden, in ban. gen Stunden schenteft du, so wie im Tode, Seelenruh, und lehrst ihn überwinden. 5. Des Baters und des Sohnes Geist, du Quell des Lichts, der Liebe, den Jesus Betenden verheißt, ach heil. ge meine Triebe! Gieb über meine Sünden Schmerz, und Muth zum Glauben in mein Herz; Hilf mir mit Andacht beten. In bangen Stunden tröste mich, und deine Hülfe zeige sich mir einst in Todes nöthen. Mel. Nro, 7Kommt her, verkündigt. 187. Nicht um ein füch, tig Gut der Zeit, ich fleh um deinen Geist, Gott, Den, zu meiner Seeligkeit dein theures Wort verheißt, 2. Die Weisheit, die pom Himmel stammt, Bater, lehr er mich; Die Weisheit, Liebe gegen dich. 3. Dich lieben, Gott, ist Seeligkeit; gern thun, was dir gefällt, wirkt edlere Zus friedenheit, als alles Glück der Welt. 4. Alsdann hab ich Vers traun zu dir, dann schenket felbft dein Geist das freudige Bewußtseyn mir, daß du mir gnädig seyst. 5. Er leite mich zur Wahrs heit hin, zur Tugend stårt er mich, beweise, wann ich traurig bin, auch mir, als Tröster sich. 6. Er schaff in mir ein reis nes Herz, versiegle deine Huld, und er bewaffne mich im Schmerz mit Muth und mit Geduld. Mel. Nro. 180. Geiß vom Vater und ic. 188. Höchster Gott! in deinem Lichte seh ich erst das rechte Licht; Wenn ich mich nach solchem richte, fehlen metne Tritte nicht. Nun, mein Licht! erleuchte mich, ich bin finster ohne dich. Laß dein Licht zu deis nen Ehren sich in mir beståndig mehren. 2. Gieb mir Weisheit zu verstehen, was mir gut und nüglich ist. Gteb Verstand, dem nachzugeben, was ich als ein rechter Christ durch den Wandel zeigen soll, daß ich Von dem heiligen Geiste zc. 168 ich deines Lichts voll, allezeit das Beste wähle, und des Himmels nicht verfehle. 3. Lehre mich, dich recht zu kennen, und den Welt. dunft einzusehn; so kann ich dich Vater nennen, und die Eitelfeit verschmähn. So entfag ich dieser Welt, die mir manche Netze stellt, so kann ich mein Heil der See. len, Jesum, finden und er wählen. 4. Herr, ich seh, anstatt der Klarheit, noch viel Fin. sterniß bey mir. Ach! dein Geist, der Geist der Wahrheit, leite ferner mich zu dir! Deines Wortes Unterricht ge, be meiner Seele Licht; Bis ich in des Himmels Höhen lauter Klarheit werde sehen. Mel. Nro. 2. Mit fingen dich zu loben. 189. Wem Weisheit fehlt, der bits te von Gott, der Weisheit hat; Er leitet unsre Schrit. te durch seines Geistes Rath. Wer ruft mit Ernst zum Herrn, dem das nicht wird gewähret, wes er von ihm begehret? Er höret und giebt gern. 2. Gieb, Vater meiner Båter! mir einen weisen Sinn; Du giebst die Uebers treter in ihren Sinn dahin. Ich aber wünsche mir ein Herz, das dich nur liebet, gern was du forderst, übet; Das wünsch ich mir von dir. 3. Der Leib beschwert die Seele; Wie leicht verirr ich mich, wenn ich mein Glück mir wähle, nicht unterstüßt durch dich! Durch jeden Schein verführt, wähl ich mir falsche Güter, wenn, meines Lebens Hüter! mich nicht dein Geist regiert. 4. Kaum treff ich, was auf Erden, mir gut und heils fam ist; Wie kann ich seelig werden, wenn du mein Licht nicht bift? Regierst du nicht dein Kind, so wirds ein le bertreter, da meines Heils Verräther selbst meine Sin nen sind. 5. So lenk denn, Herr, mein Leben! Dir sey es ganz geweiht! Mein einziges Bes streben, sey, was dein Rath gebeut! Daun bin ich weiß und flug; Dann thu ich recht auf Erden: Dann werd ich felig werden; Dann, Gott hab ich genug. XV. Vom Worte Gottes. XV. Vom Mel. Nro. 125. Wie göttlich find doch zc. 190. Dein Wort, o hoch. ster, ist vollkom. men, es lehrt uns unsre ganze Psicht; Es giebt dem Sün der und dem Frommen zum Leben fibern Unterricht. O feelig, wer es achtsam hort, bewahrt und mit Gehorsam ehrt! Worte Gottes. 2. Es leuchtet uns auf unsern Wegen, vertreibt des Frrthums Finsterniß; Ver. kündigt Gnade, Heil und Seegen, und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchster, was du bist, und was dir wohlgefällig ift. 3. Dein Wort erweckt uns, dich zu lieben, lehrt, wie viel Guts du denen giebst, die dein Gebot mit Freuden üben, und wie du väterlich uns liebst. Was uns darin dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr, und, trüget nicht. 4. Gott deine Zeugniffe find besser, als alles Silber, Gold und Geld; Ein Schatz, weit köstlicher und gröffer, als alle Schäße dieser Welt. Wer das thut, was dein Wort gebeut, dem ist dein Seegen stets bereit. 5. So laß mich denn mit Luft betrachten die Wahrheit, die dein Wort mich lehrt, und 169 mit Gehorsam auf das ach. ten, was es von mir zu thun begehrt, so fliessen Trost und Seelenruh auch mir aus deis nem Worte zu. Mel. Nro. 291. O Gott, du fommer 2c. 191. Gelobet feyst du, Gott, für dei. nes Sohnes Lehre. Gieb, daß ich sie auch gern mit Fleiß und Andacht höre. Ja mache selbst mein Herz von Vorurtheilen rein, und laß dein Bort mein Licht auf meinen Wegen sein. a. Laß mich im Forschen doch die Wahrheit nie verfch. len, und nie, was schädlich ist, für wahres Heit erwähs len! Leit, Allerhöchster! selbst den forschenden Vers stand, so wird, was du mich lchrst, auch recht von mir ers tannt. 3. Dein Wort bleibt ewig wahr. Laß michs von Herzen glauben, und mir nicht seinen Trost durch Ungehorsam raus ben. Wer hier nach deinem Wort gewissenhaft sich bält, der kommt zum wahren Glück hier und in jener Welt. 4. Hilf kraftig mir mein Gott, daß ich auch gute Lehre begierig acht, und auch sie mit Gehorsam ehre. Verleih mir deinen Geist, der Luft und Kräfte Vom Worte Gottes 170 Kräfte giebt, daß man die Wahrheit sucht, findt, glaubt, bewahrt und übt. dein Erkenntniß sey, und daß ich dir darnach beständig Lieb Ehrfurcht und Gehorsam weih. Gieb, daß ich thu mit allem Fleiß, was ich von de Mel. Nro. 125. Wie göttlich sind doch zc. 192, Mein Gott, du nem Willen weiß. wohnst in einem Lichte, dahin tein sterblich Aluge dringt, doch giebst du nos zum Unterrichte dein Wort, das uns Erkenntniß bringt, was du, o Allerhöchfler, bist, was mit und deine Absicht ist. 2. So gieb denn, daß ich darauf achte, als auf ein Licht im Dunkeln Ort; lind, wenn ich ernstlich es betrachte, so bilf felbst meinem Forschen fort. Für deiner Wahrheit hellen Schein laß Aug und Herz stets offen seyn. heit an! 5. Vor allem gieb, daß stets lebendig bey mir, Gott, 6. Was hilft das richtigst Erkenntniß, wenns nicht deiner Liebe treibt? Was nüßt ein aufgeklärt Verständ niß, wenn doch das H noch böse bleibt? Drum hilf daß ich der Wahrheit tre und daß mein Glaube tha thig sey. 7. Laß dein Erkenntni mir im Leiden die Quelle wahres Trostes seyn, mich, wann Leib und Seele scheiden, des bessern Lebens zu erfreun. Da irr und want ich weiter nicht, und sehe dig in hellerm Licht. 3. Hilf, daß ich deinem Worte glaube, das mich zur wahren Weisheit führt, das mit tein falscher Wahn mir mei raube, das mir ein ew'ges Heil gebiest. Kein Spottergeist verführe mich, mich, fein Zweifel sey mir hinderlich. 4. Das ist der Weg zum ew'gen Leben, daß wir o Vater, dich und den, den du zum Heil uns haft gegeben, erkennen, lieben und erhöhn. O führe du auf dieser Bahn mich selbst durch deine Wahrs and Bater nennen, und, nad 193. Theuer sey mir all Heiland, deine Lehre. Gieb, daß ich mit Folgsamkeit tre lich ihre Vorschrift ehre; det was sie verheiffet, traut, meine Hoffnung darauf bauei 2. Nur bey deiner Baby beit Licht lernen wir Go recht erkennen, ihn mit fro her Zuversicht unsern Sott Mel. Nro. 36. Gott, du bist von t.. feinem heil'gen Willen, unste sichten treu erfüllen. 3. Was die Weifen dieser Welt Vom Worte Gottes. 171 Welt von dir nicht erforschet| ich einst zu dir erhoben, will haben, das hast du ins Licht ich würdiger dich loben. gestellt; und durch deines Geistes Gaben bringst du es in unsre Seelen, daß wir Heil und Leben wählen. 9. Stets, so lang ich hier noch bin, will ich dir zu Eh ren wandeln, täglich mit vers neutem Sinn nur nach deis nem Willen handeln. So nimmst du mich einft im Scheiden auf zu deinen hö, hern Freuden. 4. Du entdeckt uns unsre Schuld, und der Sünde gros, fen Schaden, aber auch des Höchsten Huld, und den Reichthum seiner Gnaden; Lehrst uns, aller unfrer Sün den gnädige Vergebung finden. Mel. Nro. 36. Gott, du bist von zc. eelig sind, die Gott, dein Wort 5. Huldreich rufest du uns hören und zugleich bewah, zu: Kommt zu mir, beschwer- ren. O so laß auch immerfort te Seelen! Es foll euch, zu dieses Glück mir widerfah eurer Ruh, nicht an Troste ren; daß es mich zum Guten ben mir fehlen; Wollt ihr stårte, und ich seinen Trost anders von mir lernen, euch vermerke. von Sünden zu entfernen. 6. Herr, dein Evangelium hat viel tausend tausend Zeu. gen, die zu deines Namens Ruhm dankbar ihre Knie beu gen, daß du noch dein Wort erfüllest, und der Seele Kummer stillest. 7. O nimm gnådig an den Dank, den ich dir voll Chr. furcht bringe. Hore meinen Lobgefang, den ich hocher. freut dir finge; Du, du heilft auch mich aus Gnaden von der Sünde groffem Schaden. 8. Köstlicher, als Gold sey mir, was dein göttlich Wort mich lehret! Dant, ja, ewig Dank sey dir für den Trost, den es gewähret! Werd 194. Seelig find 2. Drück es vest dem her. zen ein, so wird es nichts daraus rauben. Seelig werd ich hier schon seyn, auch bey einem dunklen Glauben; Bis dereinst nach diesem Leben bellres Licht mich wird um geben. Mel. Nro. 125. Wie göttlich sind doch ic. 195. Der du dein Wort mir haft gege ben, wie preis ich dich, o Gott, dafür! Nie kann mein Dank dich gnug erheben. Durch Christum schenkst du Weisheit mir. Kennt ich die Lehre Jefu nicht, wie wenig hätt ich Troft und Licht! 2, Auf ungewissen finstern Pfaden 172 Vom Worte Gottes. Pfaden würd ich ein Raubtig. Wir wissens und verse des Frrthums seyn; Mit bens nicht, wo uns dein gott Sündenschuld und Fluch be ich Wort und Licht den Weg laden, můst ich des Rich) zu dir nicht zeiget. ters Strafe fcheun. Ich batte keinen Trost in Noth; Mich schreckte stündlich Grab und Tod. 2. Drum hast du ehmaß ausgesandt Propheten, deine Knechte; Sie machten des nem Volk bekannt dein Heil und deine Rechte. Zulegt kam selbst dein lieber Sohn, o Vater! von des Himmel Thron, um alle Welt zu leh ren. Jhr 3. Doch allen diefen Finfterniffen des Frrthums, und der Sünde Macht hat Jesu Lehre mich entrissen; Licht zerstreut des Zweifels Nacht. Sie zeiget mir des Höchsten Rath, und führt mich auf der Wahrheit Pfad. 4. Ich weiß, wozu mich Gott geschaffen; Ich kenne meine ganze Pflicht; Mein Geist wird nicht im Tod entschlafen; Wer an dich glaubt, wird im Gericht, durch dich o Heiland, wohl bestehn, ver flárt an deiner Seite gehn. 5. Gott, laß mich dieser guten Lehre gehorchen mit stets größrer Lust, und keines Spotters Wahn zerstöre ihr Troftgefühl in meiner Brust! Mein ganzes Leben preise dich! Dein Heil erfreu im Tode mich! 4. Hilf, daß der Frevler frecher Spott uns nie davon abwende; Denn du bist ein gerechter Gott, und strafft gewiß am Ende. Erweck uns durch der Wahrheit Kraft, und was sie Gutes in uns schafft, das laß uns treu bes wahren. 5. Herr öffne du Verstandi und Herz, daß wir dein Wort recht faffen, in Lieb und Leid, in Freud und Schmerz es aus 196, Wir Menschen sind der Acht nicht laſſen; Daß zu ders, o Gott was geistlich ist, untüchtig. Dein Wesen, Wide und Ge. bot ist viel zu hoch und wich, wir nicht hörer nur allein, nein, auch desselben Thater feyn, Frucht hundertfältig bringen. 6. Geiß 3. Für solches Heil fey, Herr, gepreift! Laß und da bey verbleiben, und gieb uns deinen guten Geist, daß wir dem Worte glauben, daß wird annehmen jederzeit mit Eht furcht, Treu und Willigkeit, als Gottes, nicht der Mens schen. Mel. Nro.$ 3. Wie viele Freuden dank. Vom Worte Gottes. 6. Geist Gottes! mache| daß ich mich und dich erkenne, felbst und gleich dem frucht. daß ich voll Vertrauen dich barn guten Lande, daß wir, meinen Gott und Vater nen. an guten Werfen reich, in un, ne. Höchster, laß mich doch ferm Amt und Stande das auf Erden weise für den Hims thun, das uns dein Wort mel werden. gebeut, und frey vom Dienst der Eitelkeit, des Glaubens Kraft beweisen. 7. Laß uns, dieweil wir leben hier, der Sünder Weg bermeiden. Gieb, daß wir halten vest an dir, im Wohl stand, wie im Leiden, Rott aus, was dir, Herr, nicht gefällt, hilf uns die Sorgen dieser Welt und böse Lüste dampfen. 8. Erhalt dein Wort und flar und rein, und laß es unsern Füssen ein Licht auf unfern Wegen seyn; Hilf, daß wir draus geniessen Kraft, Rath und Trost in aller Noth, daß wir im Leben und im Tod beständig auf dich trauen. 173 9. Es müsse sich zu deiner Ehr, Gott Bater, weit aus breiten! Hilf, Jesu, daß uns deine Lehr erleuchten mög und leiten! Oheilger Geist, dein göttlich Wort laß in uns wirken immerfort Lieb, Hoffnung Trost und Glau, ben. 2. Zuverlässig ist dein Wort. Lehre michs nur recht versteben! Wann ich forsche, bilf mir fort, richtig daraus einzuschen, was zu meinem Heit mich führet, was zu meiden mir gebühret. 3. Aber laß mich nicht allein richtig feinen Sinn verstehen; Laß mich auch be. Aisen seyn, den erkannten Beg zu gehen. Denn sonst würd ich bey dem Wissen, doppelt Streiche leiden müß fen. 4. Folg ich seinem Unters richt, o so werd ichs auch ers fahren, was es denen Guts verspricht, die es hören und bewahren! Denn wird es auch mir im Leiden eine Quelle wahrer Freuden. zu Zeit meine Kenntnisse sich 5. Hilf auch, daß von Zeit mehren. Find ich dann noch Dunkelheit bey bens hohen Lehren; Laß mich des Glaus Zweifelsucht entfernen, und in Demuth glauben lernen. Mel. Nro. 36. Gott, du bist von 2c. 6. Gich, daß ich in deinem Licht immer mehr gerührt erkenne jener Herrlichkeit Ge 197. Herr, mein Licht, wicht, und mich dann nur nenne, wann ich weis, * 74 Vom Worte Gottes. weislich darnach trachte, und Eitelkeit Betrug die Herzen die Sündenlust verachte. nicht bethore. Doch riefest du 7. Gieb mir immer neue nicht auch durchs Wort, so Kraft, deinem Wort gemäß irreten wir immerfort auf un zu handeln, und vor dir gefern eitlen Wegen. wissenhaft auf der Tugend Pfad zu wandeln; So wird einst in jenem Leben mich ein hellres Licht umgeben. Mel. Nro. 46. Allmächtiger! Wir singen. 198. Gott redet und ruft aller Welt, verehren lernen. man doch auf ihn merke. Er bat zu Predigern bestellt die Wunder seiner Werke. Laut hört man ihrer Stimme Schall-, verständlich ist auch überall die Sprache, die sie reden. 2. Auch durchs Gewissen rufet er, daß Sünder sich be. fehren, läßt oft durch diesen Prediger laut seine Stimme hören, daß aus dem Schlaf der Sicherheit, und aus dem Traum der Eitelkeit ihr Herz zu ihm erwache. s. Für diese Gabe sey ge preist, die du uns, Herr, ges schentet. Es weifet uns dein guter Geist, der unsre Herzen lentet, bey dieses Lichtes Glanz zu dir, daß wir dich suchen, und allhier dich recht zu wecken. 4. Go rufst du denn, Herr laut genug, daß man dich such und höre, und daß der 6. Er läßt uns', was bein Mund gebeut, in deinem Worte hören, und ruft uns von der Eitelkeit zu dir uns zu bekehren. Er überzeugt zur Gnadenzeit uns von der Sünde Häßlichkeit, und leh ret sie uns fliehen. 7. Erweck uns, Herr, durch deine Kraft, dem Ruf Gehör zu geben. Dein Geist der alles Gute schaft, für uns den Weg zum Leben, wo du ehmals uns erschufft, und nun fo gnädig uns beruft durch deines Wortes Lehrt. Mel. Nro. 79. Mein Auge sieht, o Gott! Spotter 3. Durch Wohlthun zeugt er auch von sich am menschli chen Gemüthe, und predigt oft recht väterlich durch Proben seiner Güte. Und merkt 199. Der Strom reist der Sünder hierauf nicht, viele fort. Erhalt uns, Hert sucht Gott durch Strafen und bey deinem Wort; So to Gericht ihn aus dem Schlaf nen wir uns, Bater, bein im Leben und im Code freun. 2. Ein Haufen Låstrer wagts, o Gott, mit wildem ausgelaßnem Spott den H land, Vom Worte Gottes. 175 land; deinen Sohn, zu vor dir im Glauben, nicht schmåbn, verachtend auf im Schauen. fein Heil zu sehn. 3. Ach, ihrer Lehre Vest, o Herr, schleicht jeho nicht im Finstern mehr; Sie bricht am Mittag selbst her: vor, und hebt ihr tödtend Haupt empor. 4. Sie herrscht durch Grof fe dieser Welt. Herr, Herr! Wenn uns dein Arm nicht bhält, so reißt sie uns zum Cod auch fort. Gieb Sieg und Leben, durch dein Wort! Herr 5. Beschütze uns, Jesu Christ, der du zur Rech, ten Gottes bist. Sey unfer Schild und starke Wehr. Nichts ist vor dir der Spot, ter Heer. 6. Du hast von Ewigkeit gefehn, wie lange noch ihr Troß bestehn, und wider dich hier toben foll; Viels leicht ist nun ihr Maaß bald voll. 7. Auch sie, o Herr, hast du versöhnt, sie, deren Spott dich ist verhöhnt. Gieb, daß noch vor des Todesnacht zur ernsten Neu ihr Herz erwacht! Mel. Nro. 377. Ach Gott und Herr zc. 200. Gott ist mein Hort! Und auf sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, 2. Dein Wort ist wahr; Laß immerdar mich seine Kräfte schmecken. Laß Eci nen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glau, ben schrecken. 3. Wo hätt ich Licht, wo, fern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verstund ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben; Daß diese Zeit zur Ewigkeit mir sey von dir gegeben. s. Den ew'gen Nath, die Missethat der Sünder zu verfühnen, den kennt ich nicht, war mir dieß Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sün, den nicht verzagen; Nein, du verzeihst, lehrft meiner Geist im Glauben Bater! sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh vermag ichs nie; Dein Wort giebt uns die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß dieses Wort mir Licht und Freude geben. Es sey mein Theil, es sey mein Heil und Kraft zum ew'gen Leben. XVI. 470 Von der heiligen Taufe. XVI Von den Sakramenten. H. Taufe. und Geist so zu bekennen und zu ehren, daß Herz und Mund und That dich preiſt; Und dann des Glücks, ein Christ zu seyn, mich hier und ewig zu erfreun. 1. Von der Mel. Nro. 36. Gott, eu bist von Ewigkeit. 201. Mein Erlöser! der du mich dir zum Eigenthum erkaufet; als dein Jünger bin auch ich vor. mals auf dein Wort getaufet. Gieb nur, daß ich mich be. Reisse, das zu werden, was ich heisse. 2. Gieb, daß ich mit Achtfamkeit meinen Taufbund oft betrachte, und nur das zu je. der Zeit für Gewinn und Freude achte, daß ich deines Baters Willen treulich suche zu erfüllen. 2. Du öffneteft mir das Verständniß durch deines Sohnes Lehr und Geiß; Durch sie gelangt ich zur E fenntnig, wie man dich wit dig ehrt und preist, und wel ches Heil dein gnådger Rath dem, der dich ehrt, bereitet hat. 3. Dieser Erde Gut und Ruhm bleibt im Tode doch zurücke; Nur ein wahres Christenthum folgt uns nach zum ew'gen Glücke. Davon ist auch nach dem Sterben ewig Seegen zu ererben. 3. Das nicht von Leicht finn bingeriffen, undankbar dich mein Herz vergaß, erin nertest du mein Gewissen an feine Baicht ohn Unterlaß, und wecktest mich zum Tu gendlauf durch deine Wahr heit machtig auf. 3. Gelobt, mein Gott, fe 4. Laß mich denn, wie dirs deine Liebe, die mir, noch eh gefällt, deinem Dienst, Herr, ich dich gekannt, aus freyent gang ergeben, und entfernt väterlichem Triebe schon so vom Sinn der Welt, als dein viel Gutes zugewandt. Wie treuer Jünger leben; Daß huldreich hast du mein ge ich einst auch, wann ich ster: dacht, und für mein wahres be, das verheißne Leben erbe. Wohl gewacht! Mel. Nro. 125. Wie göttlich sind doch zc. 5. Wie sollt ich dich denn nicht verehren, und dir ein Herz voll Liebe weihn? Nicht J bin getauft, gern auf deine Stimme hö 202. nach Jesu Lehren, ren, und findlich dir gehor, dich, Bater, deinen Sohn| sam seyn? Was dich entehrt, fey Von der heiligen Taufe. 177 fey fern von mir: Geheiligt| Pilgerpfade fieng faum fich fei mein Leben dir! 6. O stebe nur mit deinem Geiste, wie du verheiffen hast, mir bey; Daß ich, was ich versprech, auch leiste, und treulich dir ergeben sey, und fehl ich, so verwirf mich nicht, mein Gott, von deinem Angesicht. 7. Erwecke mich durch deine Gnade zum steten Ernst der Besserung, und leite mich auf ficherm Pfade des Glaubens und der Heiligung. Gott meines Heils, sev ewig mein, und laß mich stets dein eigen seyn! Mel. Nro. 45. Kommt, fommt, den ic. unsre Wallfahrt an, so gabst du schon uns Armen am Reis che Christi Theil; und brachst uns, aus Erbarmen, die Bahn zu seinem Heil. Du schafftest unsern Seelen früh schon Gelegenheit, zu fennen und zu wählen den Weg der Seeligkeit. 2. Wie viel hat deine Gnade an uns von jeher, Gott, gethan, auf diesem Güte gebiert die unser Lobges 3. Herr, auch für diese fang. Mit freudigem Gemüs the bringt unser Herz dir Dreis und Dant; Daß du uns durch die Taufe zu Chris sten hast geweiht, und uns zum Tugendlaufe mit deinem Licht erfreut. Gieb, daß wir oft ermessen, was uns dein Wort verspricht, und strafs 203. Geweiht zum Chri, bar nie vergessen die dir ges lobte Pflicht. stenthume, find wir auch dir, o Gott, geweiht, nur dir zum Preiß und Ruhme zu führen unfre| allen, in deinem Willen stets 4. Ja, hilf du selbst uns Lebenszeit; uns deiner Va, terliebe in Chrifto zu erfreun, und deines Geistes Triebe gehorsam stets zu seyn; Da mit wir schon auf Erden noch mehr in jener Welt, des Glücks theilhaftig werden, daß nur der Chrift erhält. beruhn, und dir zum Wohls gefallen nach deines Sohnes Lehre thun. Du wirst in diesem Leben, wie du bisher gethan, uns, was wir braus chen, geben. Berleiß uns auch nur dann die beste deis ner Gaben, daß wir durch Jesum Christ Theil an dem Erbe haben, das unvergång. lich ist. t II. Bon Von dem heiligen Abendmahle. II. Von dem heiligen Abendmahle. Mel. Nro. 3. Lob, Ehr und Preis tc. 178 204.J ch preise dich, o Herr, mein Heil, für deine Todesleiden. Hab ich an ihren Früchten Theil, was fehlt dann meinen Freuden? Aus Liebe starbst du auch für mich; O gieb, daß meine Seele sich deß ewig freuen möge! 2. Du läsfest mich in dei nem Tod das wahre Leben finden. Erldsung aus der Todesnoth, Vergebung aller Sünden, Gewissensruh, zur Beßrung Kraft, das hast du, Herr auch mir verschafft, da du am Kreußze starbest. mir zum Seegen. Er starte mich mit neuer Kraft auf allen meinen Wegen, nut das zu thun, was dir gefällt, und alle Furcht und Lust der Welt standhaft zu überwin den. 6. Die Liebe, die du mir er zeigt, ist gar nicht zu ermes sen. O mache selbst mein Herz geneigt, fie nimmer zu vergessen. Daß ich aus dc ter Gegentreu dir bis zum Tod ergeben sey, und dir zur Ehre lebe. 7. Laß deines Leidens gros sen Zweck mir stets vor Au gen stehen; Räum alle Hin dernisse weg, die ebne Bahn zu gehen, die mir dein heilig Vorbild weist, und die eint den erlösten Geist zu deine Freude führet. 8. Zu meinem Heile hat du dich für mich dahin geg ben; Dein Abendmahl wecke mich, mit Ernst dat nach zu streben. Herr, mache mich dazu geschickt, und werd ich einft der Welt entrückt, f sey dein Tod mein Leben. 3. Dein Abendmahl ist mir ein Pfand von dieser groffen Güte. Wie viel bast du an mich gewandt! O stärke mein Gemüthe zum glaubigen Vers traun auf dich, daß ich, so Jang ich lebe, mich an deine Gnade halte! 4. Ich fühle, Herr, voll Reu und Schmerz, die Last von meinen Sünden. Laß mein vor dir gebeugtes Herz den grossen Trost empfinden, daß du, aus Gottes Vaters huld, auch mir Vergebung meiner Schuld auf Buffe haft 205. Halt im Gedächtn erworben. 5. Der Trost, den mir dein Chrift! 0 Seele, der auf Erden von Himmelsthron gekommen i Tod verschafft, werd ewig ein Heiland dir zu werden. Bergis Mel Nro. 3. Lob, Ehr und Preis: c Von dem heiligen Abendmahle. Vergiß sein nicht; Denn dir zu gut verband er sich mit Fleisch und Blut. Dank ihm für Liebe! 2. Halt im Gedächtnis Jefum Chrift! Er hat für dich gelitten, und dir, da er ge storben ist, am Kreuß das Heil erstritten. Errettung von der Sündennoth erwarb er dir durch seinen Tod. Dank ihm für seine Liebe! 179 4. Halt im Gedächtniß Jes fum Chrift! Er wird einst wieder kommen, zu richten, was auf Erden ist, die Sün. der und die Frommen! Drum forge, daß du dann bestehst, und mit ihm in den Himmel gehst, ihn ewiglich zu Danken. Mel. Nro. 208. Schicke dich, erlöste 2c. 206. Jefu, Freund, der Menschenkinder, der du dich zum Heil der Sünder, von des Himmels hohen Freuden zu den schwera sten Todesleiden willig haft herabgelassen, wer kann dein Erbarmen faffen? Tief ges rührt von solcher Güte, preift dich dankvoll mein Gemüthe. 3. Halt im Gedächtniß Je fum Chrift! Der von dem Tod erstanden und nun zur Rechten Gottes ist. Er hat von Todesbanden und aus bereitet, was zum wahren 2. Herr, du hast auch mir Wohl mich leiter; Licht, den Weg des Heils zu finden; Trost bey dem Gefühl der Sünden, Kraft, der Begrung der dunkeln Grabesnacht Benachzujagen; Muth, des Les frenung an das Licht gebracht. bens Laſst zu tragen, und die Dank ihm für diese Liebe! dem Reich der Ewigkeiten. Hoffnung beßrer Zeiten, in ner Gnade selbst mich auf des 3. Ja, du willst mit deis Lebens Pfade, zum Genuß der Seeligkeiten, die du mir erworben, leiten. Du, du willst mich bessern, trösten, und zum Erbtheil der Erlds sten, zu des Himmels Herrs 5.- Ja, Herr, mein Heilichkeiten, folg ich dir nur, land, dich will ich nicht aus vorbereiten. dem Herzen lassen; Mit Ge genliebe will ich dich, so lang ich leb, umfassen. Dein Abendmahl vermehrt in mir des Glaubens Kraft, auf daß ich dir mit steter Treue diene. 4. Nun, so sey der Bund erneuet! Ganz sey dir mein Herz geweibet! Täglich will ich mich bestreben, nur nach deinem Wort zu leben; Was du liebst, will ich auch lieben, ernstlich mich im Guten üben Was du bassest, will ich has m 21 sen, 180 Von dem heiligen Abendmahle. sen stets von dir mich leiten| ren; Da, da werd ich, free laffen. von Günden, deinen Frieden ganz empfinden. 5. Doch, ich fühle meine Schwäche. Jesu, was ich dir verspreche. ach, wie leicht ist das gebrochen! schneller Mel. Nro. 62. Fauchzt unserm Gott! t oft, als ichs versprochen. Darum stårt in mir die Tsie, be, dankbeslißner Gegenliebe, daß ich, bis ich einst erfalte, treu dir sey und Glauben halte. 207. Das sollt thr, Jejt Funger, nie ver geffen! Wir sind, wie wit von einem Brode effen, von einem Kelche trinten, Brüder, und Jesu Glieder alle 2. Wir sind mit einem L 6. Hilf mir wider alles geld ihm erkaufet, wir alle streiten, was von dir mich| find auf Jesu Tod getaufet! will verleiten. Auch den stårk ften Reiz zu Sünden hilf mir glücklich überwinden, daß ich hier stets im Gewissen deinen Frieden mag geniessen, und dereinst auch überm Grabe Theil an deinem Seegen habe. Nichts soll uns, die wir eines Heils uns freuen, zum Hef entzweyen. 3. Wenn wir, wie Brüdt, bey einander wohnten, und, irrt ein Bruder, seint Schwäche schonten; Wie ähnlich Engeln würden w auf Erden, wie seelig werden! 7. D, wie will ich dich er. heben, wann du mich im hö 4. Auch dazu müsſe Jeſu hern Leben zu den Freuden Lieb uns dringen. Du wol Deiner Frommen Herr, ich lest, Herr, dieß grosse Wet hoff es, läsfest kommen. Da, vollbringen! Daß unter e da wird mich nichts mehr stö- nem Hirten eine Heerde au ren, dich auf innigste zu ehel allen werde. Vorbereitungslieder. 1. 208. E Cuph Schicke dich, er lo ste Seele, glaus feinen Mitt lers.Tod zu feiern, dei big, nach des Herrn Be feh le, Auch für ennen Dank ihm zu er neu ern! dich Von dem heiligen Abendmahle. dich hat er sein Le ben in den schwer sten Tod gegeben, die auf Zeit und Ewigkeiten 228 Heil und Wohlfarth zu bereiten. 2. Zum Genusse feiner gedenken, und mir deinen | Gnaden wirst du von ihm ein. Frieden schenken. geladen. Eil ihm demuthsvoll entgegen, und nimm Theil an seinen Segen. Komm getroff, es ist sein Wille; Komm und schöpf aus seiner Fülle neuen Muth und neue Triebe zur Verehrung seiner Liebe. 5. Ja, ich hoff auf deine Gnade, daß fie mich der Schuld entlade und mit neuer Kraft zum Werke meiner Heis ligung mich stårte! Was du, da du für mich starbest, jes dem, der Gott fucht, erwar. best, Seelenruh und ew'ges Leben, wirst du mir gewiß auch geben. 6. Deiner will ich stets mich freuen, ganz mich deis nem Dienste weihen, nur nach deinem Willen leben, und dich dankbar froh erhe. ben. Deine Huid ist uners meßlich. Herr, sie sey mir unvergeßlich! Daß ich dich auf alle Weise herzlich lieb und thätig preise. Schaaren, die wie ich, auch 7. Du, dem die verklärten Schwache waren, ewig Dant und Jubel singen, daß fie hier dein Heil empfingen; Lag auch mich einst dahip koms men, 3. Herr, ich komme mit Berlangen, Glaubensstärs fung zu empfangen; Der du huldreich deinen Frieden fer. bend auch mir haft beschieden. Hier fall ich zu deinen Füssen; Laß mich würdig doch geniess sen deines Mahls, der Seelenspeise; Mir zum Heil und dir zum Preise! ISI 4. O wie sehnt sich mein Gemüthe, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ewig wäh ret deine Treue, und du siehst mein Herz voll Neue. Ach, so wollt du meinen Zähren deine Tröftung auch gewäh. ren; Meiner Sünden nicht 182 Von dem heiligen men daß ich mich mit allen Frommen ewig deiner Huld erfreue, und dir meine Jubel weihe. Abendmahle. 5. Dein Abendmahl vers sichre mich, von dieser deiner Gnade, daß meine Sünden schuld durch dich mir nun ges wiß nichts schade; Daß ich durch deinen Kreuzestod, Mel. Nro. 46. Allmächtiger! Wir singen. 209. Ich will den Bund entfündigt und verſöhnt mit J Gott, ein Erbe sey des Lebens. mit meinem Herrn bey seinem Mahl erneuen; Ich will, von Welt. geschäften fern, mich seines Todes freuen. O Tag, wie heilig bist du mir! Wie soll fich meine Seel an dir zu meinem Gott erheben! 2. Nicht die Gewohnheit treibt mich hin, nicht der Bes trug der Sünde, daß auch ein lasterhafter Sinn blos da durch Gnade finde. Gelobt fey Gott! Von Heucheley bin ich entfernt, auch bin ich frey selbst von der Luft zur Sünde. 3. Bekennen will ichs of fentlich, dein Sterben sey mein Leben. Dir, mein Er. löser! hab ich mich zum Ei. genthum ergeben. So lang ich lebe will ich dein, und deis ne Liebe mich erfreun, noch sterbend ihrer trösten. 6. Wie werd ich dann, der Sünde Feind, dich mein Er retter, lieben! Wie ernstlich mich, mit dir vereint, in from men Thaten üben! Wie werd ich dir mein Lebenlang für deine Liebe Preis und Dank, o mein Versöhner, bringen! 7. Wohl dem, der deinem Geiste nicht sich zum Gerich te, luget, noch sich mit eitler Zuversicht; mit Vorsatz felbst betrüget! Wohl ihm. Er stärkt, durch Gott erneut, die Hoffnung seiner Seeligkeit bey diesem Bundesmahle. 7. O meine Seele, denke nach! Wie fündlich war dein Leben, und Jesus hat in Kreußzesschmach, für dich sich hingegeben. Was bist du tem, der dich so liebt, daß er für dich sein Leben giebt, für seine Liebe schuldig? 4. Demüthig will ich mei ne Schuld vor meinem Gott Mel. Nro. 6. Lobsinget Gott, und ic. geſtehen, und, überzeugt von 210. Du, Herr, haft all feiner Huld, zu ihm um Gna, de flehen. Laß mich mit glaubigem Vertraun nach deinem Kreuß, o Jefu, schaun, Ber: gebung fröhlich hoffen. zum Denkmal deiner Gnaden das ganze Volk der Christens heit wohlthätig eingeladen. Du rufft: Mübseelge kommt zu Von dem heiligen Abendmahl. 183 zu mir! Ich komme, Heiland; klärt, unsterblich, Engeln Ja zu dir erheb ich meine Seele. Entzeuch mir deine Gnade nicht. Sey auch mein gleich, dich ewig froh erhebe. Mel. Nro. 6. Lobsinget Gott, und betet. Herr, 211. Jch tomme birt und suche dich Trost, mein Heil, mein Licht. Du oft ich fehle. 2. Ja, meiner Schulden find weit mehr, als ich vers mag zu zählen. Ich fühl es wohl, und leide sehr vor Un. ruh meiner Seelen. Doch du bist meine Zuversicht. Vers laß mit deinem Trost mich nicht; Du siehest meine Neue. Erbarmer, nimm sie gnädig an; Du bist, der helfen will und kann, daß sich mein Herz erfreue. 3. Nach deinem Troste fehn ich mich, gebückt vor dir im Staube! Dein tröst ich mich, und nur auf dich, Er. loser, hofft mein Glaube. Ge. beugte willst du nicht ver, schmähn, versprichst, den Schwachen beyzustehn, die nach der Befrung trachten. Stets bleibst du deinen Wor, ten treu, und wirft ein gläus big Herz voll Reu, auch mei nes nicht verachten. 4. Regiere nur auch fünf. tig mich, daß ich vorsichtig handle, und heilig, voll Vertraun auf dich, nach deinem Willen wandle. Gieb, daß aus Dank für deine Huld, in Liebe Glauben und Geduld ich dir auf Erden lebe; bis ich bereinst in deinem Reich ver mühselig und beladen. O, mein Erbarmer würd'ge mich des Siegels deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh; Ich fuche Rub, und finde sie im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet ich zuversichts lich an, du bist das Heil der Sünder: Haft ihre Schuls den abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht, und an das Wort: es ist voll. bracht! Du hast mir heil er. worben. Für mich hast du dich dargestellt. Mit sich vers föhnte Gott die Welt, da du für sie gestorben. 3. So freue dich, mein Herz, in mir! Er tilget meine Sünden, und läßt bey seis nem Mahle hier mich Gnad um Gnade finden. Er hört der Neue sehnlich Flehn, will gern mich frey und glücklich fehn, will mir die Schuld vergeben. Nur soll ich dem, der für mich starb, und mir so groffes Heil erwarb, von ganzem Herzen leben. 4. Ja, 184 Von dem heiligen Abendmahle. 4. Ja, Herr, mein Glück ganzes Leben dir zu weihn, ist dein Gebot; Ich will es und deine Huld zu preisen. Treu erfüllen. Verleihe mir Laß mich den Ernst der Heis durch deinen Tod die Kraft ligung durch eine wahre Bess zu diesem Willen. Laß mich ferung mir und der Welt be. von nun an eifrig sein meinweisen. 212. BES ie ihr Christi Jün ger seyd, theual le seinem Dienst ge weiht, al ZEBIEZEE re mir er lô fe Brü der! le sei nes Lei bes Glie der föhnte! Kommt, erneut euren Bund der See lig teit. 2. Die so jetzt mit Zuver sicht, Jesu, deines Heils fich freuen, die laß fiets in diesem Licht wandeln und sich ganz dir weihen; Laß ihr Herz vom Stolze rein, voll von wahrer Demuth seyn. Kommt, Vers 3. Tröste, die in Traurig, keit über ihre Seelen wachen. Stärke, Herr der Herrlich keit, ihren Glauben; Hilf den Schwachen; Die gebeugt von ferne ftehn, können un erhört nicht flehn. 4. Hoherpriester! ja du bist in den Himmel eingegans gen. Seegne uns, Herr Jes fu Chrift! Da wir nun dein Mahl empfangen. Hilf, Herr, daß wir es nicht jes mals nehmen zum Gericht. 2. Lieder bei dem Gebrauch des heiligen Abendmahls. Mel. Nro. II. 213, Hicr Otönnt ich dich, mein 2c. ier bin ich, Jesu, zu erfüllen, was du in deiner Leidensnacht, nach deinem gnadenvollen Willen, zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleih zur U bung Von dem heiligen Abendmahle. 185 bung dieser Pflicht, mir dei| den Eifer ein, wie du, o Herr, nes Geistes Kraft und Licht. 2. Es werde mir für mein Gewissen dein Mahl cin troflich Untervfand, daß ich, der Sündenschuld entrissen, durch dich, bey Gott Bergebung fand; So freuet meine Seele sich in deinem Heil, und lobet dich. 3. Bewundernd denk ich an die Liebe, womit du unser Heil bedacht. Wie stark sind deine Mitleidstriebe, die dich bis an das Kreuß gebracht! O, gieb von deinem Todes: schmerz ist neuen Eindruck in mein Herz! 4. Laß mich mit Ernst die Sünde scheuen, für welche du, dich opfernd, starbst; Mit schuddem Mißbrauch nie entweihen, was du so theuer mir erwarb ft. Nie führe mich zur Sicherheit der Trost, den mir dein Tod verleiht. 5. Ich übergebe mich aufs neue, o du mein Herr und Gott, an dich; Ich schwöre bir beståndge Treue bey deis nem Mahle feyerlich! Dein eigen will ich ewig seyn. Du starbst für mich, drum bin ich dein. 6. Nie will ich mich vor Spottern schämen des Dien. ftes, den man dir erweist; Nie mich zu einem Schritt bes quemen, den mein Gewissen fündlich heißt. D föße mit gefinnt zu seyn. 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben, und, wann er strauchelnd was versieht, Versöhnlichkeit und Sanft, muth üben. Nie tomm es mir aus dem Gemüth, welch eine schwere Schuldenlast du mir aus Huld erlassen hast. 8. Es stärkst sich in mir der Glaube, daß meine Seele ewig lebt, und daß einst aus des Grabes Staube mich dein allmächtger Ruf erhebt; Wann du dich grosser Lebens. fürst, den Völkern sichtbar zeigen wirst. 9. Gebeugt lieg ich zu deinen Füssen, mit Dank und Lob, Gebet und Flehn. Laß auf mich neue Gnade fliessen; Mein Heiland, laß es doch geschehn, daß mir zur Stårs fung meiner Treu, dein Abendmahl gefeegnet fey. Mel. Nro. 180. Geift vom Vater, und zc. 214. Voller Ehrfurcht, Dank und Freu den komm ich Herr, auf dein Gebot, zu dem Denkmahl deis ner Leiden, und gedenk an deinen Tod. Mittler, der du für mich starbst, mir ein ewig Heil erwarbst, dir zur Ehre stets zu leben, fey mein eifs rigftes Bestreben. 2. Ich empfind es ist aufs neue, was ich dir Herr schuls dig 186 Vom heiligen Abendmahle. dig bin. Du, du gabst mit| deine Stimme hört, mit Ge groffer Treue ganz dich mir horsam dich verehrt, und in zum Dienste hin; Zeigtest mir deinem Dienft auf Erden ima den Weg zu Gott, und ertrugft mer besser sucht zu werden. den schwersten Tod, mir im Leben und im Sterben sichre Tröstung zu erwerben. 7. Geh mir, wo ich bin und wandle, immerfort mit Hülfe nach, daß ich als ein 3. Durch dich ist zu Got Christ stets handle; Und wird tes Gnade freyer Zutritt, und ja mein Glaube schwach, o so die Kraft, auf der Tugend hilf mir liebreich auf, daß ich feel'gem Pfade vest einher zu in dem Tugendlauf nimmer gehn, verschafft. Und du wante, nte ermüde. So et rufft aufs neue mir durch dein! quicke mich dein Friede. Nachtmahl, daß ich hier Theil an deinem Seegen nehme, und mich deiner uiemals scháme. 4. Sollt ich, Jefu, denn vergebens diefe deine Huld empfahn? Nicht zur Beß rung meines Lebens mich zu deinem Tische nahn? Ja, mit neuem Ernst will ich mich vor Sünden scheun und dich durch 8. Ewig will ich dir es dans fen, daß du so barmherzig bist: Daß auch, wenn wir Schwache wanken, deine Tren beständig ist. Herr, ich boff es froh und fest, daß sie mich auch nicht verläßt. Zu des Himmels Seeligkeiten wird sie mich gewiß auch leiden. Mel. Nro. 79. Mein Auge sieht, o Gott!. Chrifte, Lamm, ein die geheiligt Leben, mit 215.J vermehrtem Fleiß erheben. der du aus Lieb am Kreußes stamm zur Tilgung meiner Sündenlast den schwersten Tod erduldet haft! 5. Diefen Vorfaß, den ich habe; thätig dankbar dir zu seyn, präg ihn, Jesu, bis zum Grabe tief in meine See: le ein! Gieb mir Kraft, ihn zu vollziehn. Lehre mich mit Vorsicht fliehn, was ihn könn. te ben mir schwächen, was mich reißt, ihn gar zu brechen. 6. Laß mich über alles schätzen dein mir theur ers 3. Du bist der Arzt, der wordnes Heil, und nie aus Seelen heilt, der Reuerfüll den Augen setzen, daß nur ten Troft ertheilt, und zur der daran hat Theil, der auf rechtschaffnen Heiligkeit den Schwas 2. Ich komm zu deinem Abendmahl, gebeugt durch manchen Sündenfall; Doch meines Herzens Zuversicht steht, Herr, zu dir. Verwirf mich nicht! Von dem heiligen Abendmahle. 187 Schwachen Muth und Kraft deinem Willen richt; So verleiht. bring ich christlich und in Ruh auf Erden meine Tage zu. 4. Darum, Herr, Jesu, bitt ich dich: Bon meinen Sünden heile mich. Mach in mir das Gewissen rein, und laß mich ganz dein eigen seyn. 5. Erleuchte durch dein Wort mein Herz, und richt es zu dir himmelwärts, das glau. bensvoll und dankbarlich ich deiner Lieb erinnre mich. 6. Gieb, daß ich mir zum Heile thu, zur Fördrung mei, ner Seelenruh, zur Stärkung in der Heiligung, und wahrer Lebensbesserung. 7. Tilg alle Laster aus in mir; Mein Herz mit Glaub und Liebe zier, und was sonst ist von Tugend mehr, das pflanz in mir zu deiner Ehr. 8. Gieb mir, was meiner Seele nützt: und mich vor dem Verderben schützt. Du bist mein Heil; Laß mich mit dir vereinigt bleiben für und für. 9. Du bists, der in uns Gus tes schafft. Ach, starte mich dazu mit Kraft, damit ich glücklich Welt und Sünd im Glauben an dich überwind. 10. Dein freue meine Sees le fich! Mein ganzes Leben preise dich! Den guten Vor, fag, den ich hier erneure, mache vest in mir. II. Gieb, daß ich treu fey meiner Pflicht, und mich nach 12. Bis du mich, o du Les bensfürst, in deinen Himmel nehmen wirft, daß ich dabey dir ewiglich an deiner Güte freue mich. Mel. Nro. 212. Die ihr Christi Jünger c. 216. Tag, den mir der Herr gemacht! Sey geseegnet, Tag der Freus de! Du erhellst des Kummers Nacht, und erquickest mich im Leide. Heil und Leben schenkst du mir. Gott, wie dank ich dir dafür! 2. Widerspenstig seinem Ruf, bab ich meinen Gott betrübet, ihn, der mich zum Glück erschuf, und mich stets so treu geliebet. Ich verdiene Straf und Tod, den er fre chen Sündern droht. 3. Dennoch nimmt der Gut'ge mich wieder auf zu seinem Kinde, und vergisset väterlich meines Undanks meiner Sünde; Giebt durch feiner Diener Hand mir ber Gnade Unterpfand. 4. Tag der Wonne heiligs Mahl, ewig will ich dein ges denken. Meines Jesu Todess quaal soll mir Trost im Leiden schenken, und mein Leben soll allein ihm von nun an heis lig seyn. -3. Danks Von dem heiligen Abendmahle. 5. Danksagungslieder nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. 188 Mcl. Nro. 1. mich in Versuchung nicht, und dein für mich vergognes Mein Herz ermuntre zc. 217. Dant, ewig Dank Blut schenk mir im Todeskampfe Muth. fei deiner Liebe, erhöhter Mittler, Jesu Chrift! Gieb, daß ich deinen Willen übe, der du für mich gestorben bist; Und laß die Grösse deis ner Pein mir immer in GeDanken seyn. 2. Wie kann ich dich genug erheben? Ich, der ich Zorn und Tod verdient, ich soll nicht sterben sondern leben, weil du mich ſelbst mit Gott 218. Herr, ich falle bee Du, der farbst für mich. Wie preis ich, Herr, wie preis ich dich! 3. Heil mir! Mirward das Brod gebrochen, ich trant, Herr, deines Bundes Wein, Voll Freude hab ich dir versprochen, dir treuster Jesu, treu zu seyn. Ich schwör es nun noch einmal dir: Schenk du nur deine Gnade mir! dir nieder, danke dir und finge Lieder, dir o Tilger meiner Sünden! Wer kann deine Lieb ergründen? Meine Schulden willst du deks fen, willst zur Tugend mich erwecken, willst ein ewig seelig Leben mir wenn ich dir glaus be, geben. 4. Laß, Herr mich dank bar stets ermessen, die mir zu gut getragne Laß, und dein Liebe nie vergessen, die du an mir bewiesen haft. Laß mei nen Glauben thätig seyn, und mir zum Guten Kraft ver leihn. 6. So soll dann weder Spott noch Leiden, noch Eh re, Gut und Lust der Welt, mich, Herr, von deiner Liebe scheiden, die selbst im Tode mich erhält. Du bist und bleis best ewig mein; O laß mich deiner würdig seyn. 5. Hilf mir das Böse überwinden, und stärke mich zu jeder Pflicht. Bewahre mich por neuen Sünden, perlaß Mel. Nro. 208. Schicke dich, erlöste tc. 2. Nun so sey der Bund erneuet; ganz sey dir mein Herz geweihet! Wie du bier gelebt, zu leben, will ich tåge lich mich bestreben. Dir ges lob ich: Deine Glieder, alle Menschen, meine Brüder, im mer mit den reinsten Trteben, immer, wie mich selbst, zu lieben. 3. Ich gelobe dir von Her zen, meiner Brüder Noth und Schmerzen täglich brüderlich zu lindern Elend, wo ich fann, Von dem heiligen Abendmahle. 189 kann, zu mindern. Ich gelobe und Fleisch verleiten, gieß mir dir mit Freuden, auch das lins recht still zu leiden; Ungeduldig nie zu flagen an dir niemals zu verzagen. Kraft sie zu bestreiten. Hilf den ersten Reiß der Sünden, der erwacht, mir überwinben! Lieber laß mich, Jesu, sters ben, als durch bôje Lust vers 4. Was du basses, will ich bassen, ganz von dir mich leiderben. ten lassen, nie mit Vorsatz dich betrüben, alles, was du lie: best, lieben. Doch ich kenne meine Schwäche, Jesu, da ich dieß verspreche. Morgen ist wohl schon gebrochen, was ich heute dir versprochen. 5. Darum hilf du mir, und starte mich zu jedem gu ten Werke; Will mich Welt mich deine Treu ermessen, dets ner Liebe nie vergessen; Las mich, wantt mein Herz im Guten, Herr, dich sein am Kreußze bluten! XVII. Von dem Glauben an Gott und Jesum. 6. Laß mich ihre Folgen schrecken, des Gewissens Freus den schmecken, die mein Herz so oft empfunden, wann ich Sünde überwunden. Mel. Nro. 201, best auf deine Treue baue; Gieb, daß ich dir im Glück O Gott, du frommer tc. 219. Herr, ohne Glauben und Unglück stets getreu, und dem, was du gebeutst, von Herzen folgsam sey. fann kein Mensch vor dir bestehen; Drum wend ich mich zu dir mit demuths, vollem Flehen; O zünde selbst in mir den wahren Glauben an, in welchem ich allein dir wohlgefallen kann. 4. Auch hilf mir, daß ich den, den du gesandt, erkenne, ihn meinen Herrn und Gett in Geist und Wahrheit nen. ne; und treu und redlich thu, was mich sein Wort gelehrt, daß ihn Herz, Mund und That als meinen Heiland ehrt. 2. Laß mich, Gott, daß du feyft, mit Ueberzeugung glan, ben. Nichts müsse mir das Wort aus meinem Herzen rauben, daß du dem, der dich sucht, stets ein Bergelter seyft, und hier und ewig ihn mit deinem Heil erfreustidan 3. Wahrhaftig ist dein Wort; Gieb, daß ich darauf traue, und meine Hoffnung 5. Sein göttliches Verdienst sey mir beständig thens er, es fülle mich mit Troft: Es mache mich stets fr ver vom schnöden Lasterdiens: Es stärke mich mit Kraft, zu deines Nahmeus Ruhm, zu meiner Pilgerschaft..00 m2 6. Wie 190 Von dem Glauben an Gott 6. Wie felig leb ich denn| den. Da werd ich, was ich hier im Glauben schon auf Erden! Noch herrlicher wird einst mein Theil im Himmel wer. 220. foll mein Sonst ist geglaubt, im Lichte schaun, und du erfüüst dann ganz mein findliches Vertrauen. Auf dich allein, Auf dich, der du Herr Je fu Chrift! mein Trò ster bist. SELE Ver traun sich gründen, Es ist kein Heil zul fin den. will und kann. 1970 197 2. Erlöser! Meine Schuld ist groß, fie reuet mich von Herzen. Erbarme dich und sprich mich los, durch deine Todesschmerzen. Weil du für mich genug gethan, nimmt Gott auch mich zu Gnaden an. So bin ich los der Sün. denlast: Mein Glaub umfaßt dich, der du sie getra. gen hast. tein Netter auffer dir, tein Mensch, kein Ens Ketter INTENELEM gel, welcher mir aus meinen Nöthen hel fen BE fann; Dich ruf ich an, du bist, der hel fen 3. Hilf, daß ich meines Glaubens Kraft durch wahre Lieb erweise. Ja, mache du mich tugendhaft zu deines Namens Preise. Sey mir in meiner Prüfungszeit ein Hels fer voll Barmherzigkeit; Und naht die letzte Stunde sich, dann zeige dich mit deiner Gnad, und. rette mich! Mel und Jesum. Mel. Nro. 53. 221. Wie viele Freuden dank. Gottes Sohn, Herr Jesu Christ! Dein ist es mir zu geben, was mir zum Glauben nüße ist, was ihm giebt Kraft und Leben. Drum hilf du mir von oben her, daß ich gestärkt je, mehr und mehr, recht und beharrlich glaube. 2. Durch deine Wahrheit lehre mich, Gott meinen Bater kennen, mit freudenvoller Ehrfurcht dich den Sohn des Höchsten nennen; Gieb, daß ich deinen guten Geist, der uns den Weg zum Himmel weist, von ganzem Herzen folge. 3. Laß mich dein grosses Gnadentheil im rechten Licht erblicken, und mich dazu an meinen Theil mit allem Eifer schicken. In dir nur find ich Trost und Ruh, und ew'ges Heil; Der Weg bist du, die Wahrheit und das Leben. 4. Oft ist mein Glaube schwach und klein, noch öfter leer an Werken. Wer hilfet mir? Nur du allein; Du kannst mich machtig stårten. Das schwache Rohr zerbrichst du nicht, verlöschest kein noch 222. 191 glimmend Licht; Erbarm dich denn auch meiner; 5. O gieb, daß ich dein theu. res Wort recht tief zu Herzen faffe; Daß ich mich nun und immerfort auf dein Verdienst verlasse; Und wenn mich gleich mein Herz verklagt, ich dennoch auf dich unverzagt, als meinen Heiland hoffe. 6. Gieb, daß ich Schwas stand sehe, und dann, mit cher lediglich auf deinen BeyMacht gestärkt durch dich, best in dem Glauben stehe; Mit Früchten der Gerechtigs keit erfüllet laß mich allezeit des Glaubens Kraft beweisen. 7. Wohn in mir durch den Glauben so, o du, der Deis nen Stärke! daß ich als dein Erlöster, froh auch auf dein Beyspiel merke; Dir nachs folg auf der rechten Bahn, und eifrig, gleich als du ges than, Gott und dem Näch sten diene. 8. Insonderheit gieb mir die Kraft, daß ich an meinem Ende, des Glaubens voll, die Pilgerschaft mit Freudigkeit vollende. Herr, mache mich dazu bereit, daß ich der Sees len Seeligkeit, des Glaubens End, erlange. Herr, mein Er 18 ser! nur von Ver nimm mein Seuf zen, ei le dir 392 Bon dem Glauben an Gott. 11111 1411 Des wabs die kann ich mir Hülf er sehen. mir, mein Hel fer, bey zu stehen! ren Glaubens Kraft und Licht, das see li ge $ 452 B Be stre ben dir zu le ben, und Muth zu dies EFELL fer Paicht das wol lest du mir ge ben. 2. Du hast dein göttliches Gebot mir tief ins Herz ges schrieben. Von ganzer Seele foll ich Gott, wie auch den Nächsten lieben. Wenn ich nach deinem Worte thu, so hab ich schon hienieden groß fen Frieden; und welches Heil hast du den Frommen dort beschieden! daß sie zu dir sich von der Welt erhebe! Ja, laß mich, wann ich sterben soll, auf deine Gnas de bauen, die vertrauen, und dann dort freudenvol dein Antlit ewig schauen. 5. Ich tämpf, ermatt und strauchle oft. Erbarme dich des Schwachen, der nur auf dich in Demuth hofft; Du fannst mich machtig machen. In jeder Kümmerniß laß mich bey dir, Herr, Zuflucht fis den, Trost empfinden, und dann zulegt durch dich in als lem überwinden. 3. Laß mich kein Leiden die fer Zeit tein Weltglück dir entreissen. Denn du hast dei. ne Seeligkeit den Treuen nur verheissen. Doch fönnten wohl durch ihre Müh fie, fol. che zu verdienen, sich erküh. Aus Gnaden schenkst Mel. Nro. 291. O Gott, du frommer tc. nen. du ſie, und du erwarbst sie 223. Versucht und prüft ihnen. ihr felbst, ob 4. Freund meiner Seele! im Glauben stehet, ob, weil Du bist ihr ein Weinstock, sie ihr glaubt, ihr auch auf Chris Dein Rebe. Zeuch sie dir nach, sti Wegen gehet. Ob ihr des müthig and te und Jesum. 193 müthig, mild, voll sanfter| und täglich wirds ihm mehr Freundlichkeit, und eurem zum Abscheu, stets verhaß. Nächsten stets zu dienen seydter: Er ist aufrichtig, ist ein bereit. Feind der Heucheley, von Stolz, von Eitelkeit, von Neid und Geiße frey. 2. Der Glaub ist nicht ein Licht im Herzen tief verbor. gen; Sein Glanz bricht aus und strahlt, der Sonne gleich am Morgen; Macht Chrifto gleich gefinnt, beweiset seine Kraft durch unsre Heiligung, und macht uns tugendhaft. 6. Prüft, züchtigt ihn sein Gott, giebt ihm ein Kreuß zu tragen; So trågt ers mit Geduld, und ohne zu verzas gen; It wachsam in Gefahr, und nüchtern zum Gebet, hält in der Prüfung aus, und 3. Wer also glaubt, der fehöpft aus Christo Heil und| wankt nicht, und besteht. Leben. Wie ihm fein Gott vergiebt, so will auch er ver. geben; Liebt nicht mit Worten blos, er liebt auch mit der That, beständig, wie sein Gott auch ihn geliebet hat.. 4. Wenn er gescholten wird, schilt er nicht feindlich wieder; Spricht zu den Ar. men nicht: Geht, wärmt, ge. quickt euch Brüder, und läßt doch, ungerührt, die Brüder in der Noth. Er fühlt sie, geht und bricht dem Hungrigen sein Brod. 5. Er jagt der Tugend nach, er meidet jedes Laster, 7. Ob solch ein Glaub, o Chrift! in deinem Herzen le. be, das prüf, und sieh, ob er dir Lust zur Tugend gebe. Er macht nicht nur gerecht, er macht auch tugendhaft, und giebt zur Heiligung Trieb, Willigkeit und Kraft. 8. So wünsch ich, Gott, an dich und deinen Sohn zu glauben. Gieb diesen Glau. ben mir, und laß mir nichts ihn rauben! Die Werke fol. gen dann, und folgen aus der Zeit mir noch im Tode nach in jene Ewigkeit, 224.ENTE He err, at ler höch ster Gott, von dem und was uns nút lich ist, in reis wir al le Ga ben, O fieb er bar mend mich chem Maage ba ben; N in 194 Von der Bergebung der Sünden in meiner Schwachheit an, weil ich nicht wie ich will, bir recht ver trau en fann. 3. Ich glaube zwar an dich, doch nur mit schwachem Glau. ben; Oft will die Zweifel, sucht mir alle Hoffnung raus ben. Wer macht das Herz ge. wiß, als du, o Herr, allein? Laß deine Hülfe doch von mir nicht ferne feyn! 3. O, reiche da mir selbst aus Gnaden deine Hände! Hilf meiner Schwachheit auf, daß mich nichts von dir wen. de. Ist schon dem Senfforn gleich, mein Glaube noch sehr Elein, so laß ihn doch ben mir in ftetem Wachsthum seyn. 4. Gieb, daß die Zuversicht in meinem Geist sich mehre, daß du mein Bater seyst, und ich dir angehöre, daß alle meine Schuld von dir ver. geben sey; Damit mein Herz sich dein, als seines Gottes freu. 5. Macht diese Zuversicht in mir, o Gott, so träftig, daß ich mein Lebenlang in deinem Dienst geschäftig und stets beslissen sey, zu thun, was dir gefällt, so hab ich schon in dir den Himmel auf der Welt. 6. Mein Heiland! Der du einst für deine Jünger batest und, wann sie wankfeten, beym Bater sie vertratest; Ach uns terstüß auch ist mein sehns liches Gebet, und schente Glaubenskraft dem, der dich darum fleht. 7. In deiner Mittlershand ist Heil und aller Seegen. Herr unterstütze mich auf allen meinen Wegen; So geh ich freudig fort, in dieser Vil gerzeit, zu meines Glaubens Ziel, der Seelen Seeligkeit. XVIII. Von der Vergebung der Sünden, oder non von der Rechtfertigung. Mel. Nro. 125. Wie göttlich sind doch ic. lenruh. Dein ists, die Sin den zu vergeben, und willig ist die dein Herz dazu. Du nimmst die Sünder gnädig an, Sie schafft uns Heil und Sees sich voll Neue zu dir nahn! 225. Gott, deine Gnad ist unser Leben; 2. Und oder von der Rechtfertigung. 2. Uns, uns Verlohrne zu erretten, gabßt du für uns felbst deinen Sohn. Er litt, damit wir Friede hätten, für und den Tod, der Sünde Lohn. O Gott, wie hast du uns geliebt! welch ein Erbarmen ausgeübt! 3. Dank, ewig Dank sey deiner Treue, die niemand gnug erheben tann! Nun nimmst du jede wahre Reue, um Christi willen, guådig an. Wohl dem, der sich zu dir be. fehrt, und glaubig seinen Mittler ehrt! 4. Den, Herr, befreyst du von den Vlagen, die dem Ges wissen furchtbar sind; Der kann getroft und freudig fa, gen: Gott ist für mich, ich bin sein Kind; Hier ist der welcher für mich litt, und mich noch ist bey Gott vertritt. 5. O Herr, wie seelig ist die Seele, die so sich deiner 195 7. Laßt, Bater, denn auch mich empfinden, wie köstlich dieser Friede sey. Auch mich sprachst du von meinen Suns den und ihren Strafen völlig frey. Denn der, der aller Sünden trug, ward sterbend auch für mich ein Fluch. 8. O laß mich dieß im Glau. ben fassen, und, Bater, mich voll Zuversicht auf deine Treue stets verlassen! Wann alles wantt, wankt sie doch nicht. Wohl dem der sich auf dich verläßt! Sein Heil steht un beweglich vest. erheben, mich ewig deiner 6. Lobsingend will ich dich Gnade freun, und deinem Dienst mein ganzes Leben in findlichem Gehorsam weihn. Herr, du vergabst mir meine Schuld; Nie, nie vergeß ich diese Huld. Mel. Nro. 11. O könnt ich dich, mein zc. Gnade freut! Gefeßt, daß 226. Wie theuer, Gott, deine Güte, ihr fehlt ihr doch nicht Zufriedenheit. Dein Friede überwieget weit die Welt und ihre Herrlichkeit. 6. Dein Friede stärkt mit frohem Muthe das Herz, auch in der größten Noth; Giebt Hoffnung zu dem ew', gen Gute, und macht getrost selbst in dem Tod. Er ist schon in der Pilgerzeit ein Vorschmack künft'ger See ligkeit. die alle Missethat vergiebt, so bald ein reuendes Gemüthe die Sünden, die es sonst ges liebt, erkennt, verdammt und ernstlich haft, und Zuversicht zum Mittler faßt! 2. Doch laß mich ja nicht sicher werden, weil du so reich an Gnade bist! Wie kurz ist meine Zeit auf Erden, die mir zum Heil gegeben ist! Gieb, daß fie mir recht wichtig sey, R 2 DAB 196. Von der Vergebung der Sünden, daß ich sie meiner Beßrung| beile mein verwund Gewis weih. fen mit Trost an deiner Vas terhuld. Ich will mit Ernst die Sünden scheun, und wil. lig dir gehorsam seyn. 3. Zwar deine Gnade zu verdienen, find Reu und Beß rung viel zu klein. Doch, darf fich auch ein Mensch ertühnen, zu glauben, dir versöhnt zu seyn, wenn er noch liebt, was die mißfällt, und nicht dein Wert von Herzen hålt? 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke durch Christum mir geschenket sey, will ich durch Uebung guter Werte beweisen. Mache selbst mich treu, Herr, in der Liebe ges gen dich! Sie dringe stets und leite mich! 4. Nie tannst du dem die Schuld erlassen, der frevlend Schuld auf Schulden häuft. Der tann tein Herz zu Jesu 7. Laß mich zu deiner Ehre faffen, der zwar auf sein Ver- leben, der du die Missethat dienst fich steift, doch in der vergiebst! Das haffen, was Sünde noch bebarrt, dafür| du mir vergeben, das lieben, er selbst ein Opfer ward. was du selber liebst. Laß, Bas ter, mein Gewiffen rein und heilig meinen Wandel seyn. 5. Drum fall ich dir, mein Gott, zu Füssen, vergieb mir gnädig meine Schuld, und 227.22822 So hoff ich dann mit veftem Muth EESTELE auf Gottes Gnad und Christi Blut; ich hoff 目 ein ewigs Leben. Gott ist ein Vater, der LETESEBEN! verzeiht, und mir das Recht zur See lig keit 2141 FUL in sei nem Sohn ge ge ben. 1537 VW B00 2. Herr, oder von der 2. Herr, welch ein unaus. fprechlich Heil, an dir, an deis ner Guade Theil, Theil an dem Himmel haben! Im Hergen durch den Glauben rein, dich lieben und versichert seyn von deines Geiftes Gaben. 3. Dein Wort, das Wort der Seeligkeit, wirkt göttli che Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns Troft im Elend zu, vers füffet und des Lebens Rub; und stärkt uns in Gefahren. 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort, um deis nes Namens willen! Laß ihn mein Licht auf Erden seyn, ihn täglich mehr mein Herz erneun, und mich mit Trost erfüllen. Rechtfertigung." 197 Gerechtigkeit durch sein vers föhnend Leiden. 3. Wer nur in feiner See. lennoth auf diesen Heiland schauet, und wenn ihm sein Gewissen droht, auf Jesu Tod vertrauet, der ists, den Gott gerecht erklärt, und der das groffe Glück erfährt, V rgebung zu erlangen. 4. Gott sagt ihm Heil und Leben zu, er stillet sein Gewis. sen, und läßt, zu seiner See. lenrüh ihm seine Huld genics fen. Da lebt er dann in Gott erfreut; Im Schmucke der Gerechtigkeit dient er nun Gott mit Freuden. gen Rath, geht in euch, sichre 5. Erkennet Gottes gnåd. Sünder! Frohlockt, die er begnadigt bat, ihr, seine frommen Kinder! Dient ihm mit Freuden, dient ihm gern; Bleibt von den Sündenwegen 228. S. Höchster ewig. fern, bleibt auf dem Weg zum Himmel. lich gepreift für deine groffe Gnade, wovon dein Wort und unterweist, Geheilt ist unser Schade. Dein Sohn hat uns von uns frer Noth erlöset, und feibst in den Tod für uns fich dar. gegeben. 2. Er nahm sich unser gnå. dig an, trug unfer aller Sün. den, ward dem Gesche untere than, vom Fluch uns zu entbinden, den es den Uebertre. term draut; Erwarb uns die Mel. nro. 3. Lob, Ehr und Preiß dem. Mel. Nro. 62. Jauchzt unserm Gott! zc. 229. Der Werke Ruhm Gnade schwinden; Verdiens muß vor der fann nicht den Weg zum Hims mel finden; Weil Gott nur dem, der glaubt, das ew'ge Leben umsonst will geben. den göttlichen Gefeßen ganz 2. Gott kann, was nicht Gnüge thut, auch nicht für gültig schägen; Wer darf, atz 198 Von der Bergebung der Sünden als Lohn, den Himmel zu ver.| wer fann verdienen, was dienen, sich wohl erkühnen? 3. Wie würd ich doch mit meinem Thun bestehen, wenn ins Gericht mit mir Gott wollte gehen? Bleibt alles doch, was ich je unternom, men, ganz unvoukommen. Sünder Gottes Sohn er. warb, als er zu Gottes Ruhm, und ihnen zum Besten, zur Versöhnung, starb? Nahm er nicht aller Sünden Schuld auf sich allein, und blos aus Huld? 3. Aus Gnaden trug er ja auf Erden der Strafen Gots tes ganze Last. Was trieb ihn, Mensch! dein Freund zu werden? Sprich weß du dich zu rühmen hast? Bracht er sich nicht zum Opfer dat, als jeder Gottes Feind noch war? 4. Und wenn gleich Gott der guten Werke dentet, und reichlich uns dafür Belob nung schenket: Geschichts doch nicht aus Schuld, nein! nur aus Liebe und freyein Triebe. 5. Du, Jesu, nur befrie. digst das Gewissen, ich fleh zu dir, will von Verdienst nichts wissen. Mein Thun ist nichts; um Gnade will ich schreyen, nur dein mich freuen. 6. Doch falschen Trost las mich auch nicht verführen; Gottfeeligteit laß meinen Glauben zieren, und laß mich ftets mit Eifer darnach stre. ben, heilig zu leben.. Mel. Nro. 11. O könnt ich dich, mein zc. 230. Aus Gnaden soll ich feelig werden, und nicht durch meiner Werte Werth. Welch Heil, das Gott mich schon auf Erden für sei ner Gnade Kind erklärt! Durch meinen Heiland foll ich rein, aus Gnaden ewig feelig seyn. 2. Aus Gnaden! Denn 4. Aus Gnaden that ers; Freut euch Sünder! Wenn ihr nur wahre Buffe thut, und glaubt, so seyd ihr Got tes Kinder, ihm wohlgefäls lig durch sein Blut. Welch Heil, das Gott nur geben tann! Aus Gnaden nimmt er Sünder an. 5. Aus Gnaden! aber, Sünder, hüte dich vor dem Mißbrauch seiner Huld, und haufe nicht, weil seine Güte fo wundervoll ist, Schuld auf Schuld: Denn, wer auf sie zu frevien wagt, dem ist ihr Trost und Heil versagt. 6. Ergreif mich denn mit Baterarmen. Gott, rette mich; Gieb Glauben, gieb auch her ligkeit, durch dein Erbarmen, zu allen Alichten Kraft und Trieb: Daß meine Seele dir getreu oder von der Rechtfertigung. bis zum 7. Aus Gnaden hilf mir ringen, streiten und überwin. den; Tritt herju, wann meis ne matten Füsse gleiten, und Decke meine Mängel zu. Denn du belohnst den Glauben auch der Gnade redlichen Gebrauch. getreu im Glauben Tode sey. 199 den meiner Jugendjahre nicht! Laß mich vor dir Gnade finden, geb nicht mit mir ins Gericht. Alle Sünden, die uns reuen, willst du väterlich verzeihen; O so höre denn auch mich! Meine Seele hofft auf dich. 8. Aus Gnade einst von dir erhoben in deinen Him. mel will ich dann mit allen Heiligen dich loben, mehr, als ich dich hier preisen kann. Dann bin ich ganz gerecht und rein, und ewig seelig, ewig dein. 4. Gott, du willst des Sün. ders Leben, seine Seele ist dir werth; Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sün. denwege machst du sein Ge. wissen rege. Wohl dem, der zu seiner Vaicht umkehrt! Den verwirfst du nicht. 5. Du erquickest die Elens den, deren Herz fich dir er. giebt, die sich flehend zu dir, wenden, über ihre Schuld be. trübt. Freude schenket deine Mel. Nro. 18. Wie soll ich dich würdig. 231. Ich erhebe mein Ge- Güte dem geangsteten Gemüs the, welchem du die Sünden. last liebreich abgenommen haft. müthe sehnsuchts, voll, mein Gott, zu dir. Ich verehre deine Güte; O wie theuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens, feiner harrt auf dich vergebens; Nur Verachter deiner Huld stürzet ihre eigne Schuld. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege, Zeige deinen Willen mir! Leite mich die rechten Stege, daß kein Abweg mich verführ. Gott, du siehest mein Vertrauen! Sicher kann ich auf dich bauen; Deine Vater: treue ist ewig, wie du selber bist. 3. Ach, gedenke an die Sün. 6. Herr, zu was für See. ligkeiten du in jener bessern Welt jeden Frommen noch willst leiten, der dir Treu und Glauben hålt, offenbahrst du allen Seelen, die zu ihrem Theil dich wählen. Deinen ganzen Gnadenbund machst du deinen Kindern fund. 7. Dir will ich mich denn ergeben. Gott, mein Gott, vers laß mich nicht! Laß mich heis lig vor dir leben, treu feyn meiner ganzen Dicht. Keine schnöde Luft der Sünden soll mich Non der Glückfeeligkeit wahrer Christch mich ferner ferner überwinden; an, daß ich standhaft bleiben Denn du nimmst dich meiner fann. XIX. Von der Glückseeligkeit wahrer Christen in diesem Leben. 2. Schon sind wir göttli chen Geschlechts, und freuen Va Mel. Nro. 7. Kommt her, verkündigt zc. 232. Schon hier lebt fee. lig und vergnügt, wer Gottes Wege geht, die schnöde Lust der Welt besiegt, vest in Versuchung steht. uns des hohen Rechts, als Bas ter dich zu preisen. Ben dir ist unser Vaterland; Und wer will deiner starken Hand, All màchtger, uns entreifen? Wenn wir gleich hier müsſen streiten, und zu Zetten Stomach empfinden, hilfft du uns doch überwinden. 200 2. Sein Theil ist hier zu. friedenheit, die im Gewissen wohnt, wenn sichs des hohen Beyfalls freut, womit es Gott belohnt. 3. Noch größrer Lohn er: wartet ihn in jener Ewigkeit, wenn er mit Gott ergebnem Sinn gethan, was Gott ge, beut. 4. Herr, laß mit allem Ei. fer mich den Weg der Wahr. heit gehn, so werd ich einft im Himmel dich, zu meiner Won. ne, sehn. Mel. Nro. 105. Wie herrlich strahlt der ic. 233. Wie groß ist unsre Seeligkeit, o Gott, schon in der Prüfungs. zeit, selbst unter viel Beschwer. den, wenn unser Herz sich dir ergiebt, und treu in deinem Dienst fich übt! Wie groß wird fie einst werden! Wenn sich herrlich jenes Leben wird ans heben, wo man Freuden ernd, tet von der Saat der Leiden. 3. Du deckest unfre Schub den zu, ichenfft unsern Seelen wahre Ruh, und stärkest uns mit Freude. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm, wir sind sein Volk und Eigenthum, und Schaafe seiner Weide. Gutes Muthes sind auf Ets den in Beschwerden unsre Seelen. Herr, was kann bey dir uns fehlen? 4. Es bleibet zwar der hos he Werth der Gnade, die uns widerfährt, verborgen hier auf Erden; Doch wann der Herr vor aller Welt in Majes flåt Gericht einst hält, dann wird er sichtbar werden. Als dann sieht man ihn mit Kro nen uns belohnen, und die Sei nen ewiglich mit sich vereinen. 5. Wie glücklich, Gott, find wir alsdann! Wie viel hast du an uns gethan! O laß uns unste in diesem Leben. unsre Würde vor Augen ha- wenn mein Leib in Staub zers ben jederzeit, so tragen wir fällt, so jagt mein Herz doch mit Willigkeit der kurzen Lei. darum nicht; Denn du bist den Bürde. Herr, gieb den meine Zuversicht. Trieb in die Seelen, dich zu wählen, und im Leben uns dir herzlich zu ergeben! 5. Mein Heil steht blos in deinen Händen, und dein, ist, Vater, alle Macht, mir jedes Gute zuzuwenden, daß deine Huld mir zugedacht. Nur du Mel. Nro. 25. Wie göttlich find doch ic. 234. Mitidir, o Höchster vollführst stets deinen Nath. Wohl dem, der dich zum Freunde hat. Friede haben, und deiner Huld versichert seyn, das ist die größte aller Gaben; die jedes Menschen Herz erfreun: Das bleibt auch in der Ewigkeit die Quelle der Zufriedenheit. 6. Dieß ist das Glück der reinen Seelen, die sich mit Ernst vor Sünden scheun, nur dich zu ihrem Troft ers wählen, und vor dir recht zu thun sich freun. Wer dich mit folchem Sinn verehrt, der ist dein Freund, der ist dir werth. 7. Der hat dich auch in al. len Fällen gewiß zum Trost, und fann fein Herz in dir, O Gott, jufrieden stellen bey jes der Sorg, in jedem Schmerz; Den wird zum ew'gen Wohls ergehn unfehlbar deine Huld erhöhn. 8. So bilf denn, daß ich ,. weil ich lebe, um deiner Gnas de mich zu freun, nach einem reinen Herzen strebe, und präg 4. Froh seh ich deinem hö- es mir aufs tiefste ein: Kein hern Seegen, den deine Hand größres Glück sey auf der in jener Welt den Deinen auf. Welt, als wenn man, Gott bewahrt, entgegen; Und dir wohlgefällt. 2. Wofür darf meiner Seele grauen, wenn du mir, Gott, nicht schrecklich bist? Kann ich getroft auf dich nur schauen, dem alles unterworfen ist, to seh ich auch mit beiterm Sinh auf alles andre ruhig hin. 3. Beschämt mich meiner Fehler Menge, du, Bater, du verzeihst sie mir. Treibt eine Noth mith in die Enge, so hab ich doch den Trost an dir, daß du die Leiden dieser Zeit stets lenfft zu meiner Seeligkeit. 201 235. EEEEEET Det ei nes Got tes freue dich, dank ihm Sorget er nicht våter lich, daß kein Aicia 202 Von der Glückseeligkeit wahrer Christen. SOMS mei ne See le! Schüßt dich sei ne Bor sicht nicht, Gut dir feh le? wann Ge fah ren dráu en? Ifts nicht See lig feit LIENEE und Pflicht, sei ner sich zu freu en? 2. Ja, mein Gott, ich hab| men kann: Mein ist deine Gnas an dir, was mein Herz begeh, de! Dir ist meine Wohlfarth ret; Einen Vater, welcher mir, was mir nützt, gewäh. ret; Der mich durch sein gött: lich Wort hier zum Guten len. ket, und mit Himmelswonne dort meine Seele trånfet. werth! Der du mir das Leben schenktest, wirst auch, was mich nährt und erfreut, mit geben. 3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, findlich ehr und liebe, wenn ich redlich Dein Gebot und mit Freuden übe; O wie ist mir dann so wohl! Wie ist mein Gemüthe feeliger Empfindung voll 1 voll von deiner Güte! 4. Dann darf ich mit 3u, versicht nach dem Himmel bli den: Meine Leiden acht ich 6. Jesus ist nach deinem Rath in die Welt gekommen; Alle meine Misfethat hat a weggenommen. Ihm vertrau ich bet ihn an, glaub an seine Leiden, folg ihm treulich, und ſo kann nichts von dir mich scheiden! lichkeit, Heil des bessern Les 7. Dich, du Trost der Sterb bens, himmlische Vollkom menbeit, such ich nicht verges bens! Wann mein Lauf vol lendet ist, und vollbracht mein nicht, wie sie mich auch druk. Leiden, ruft mein Heiland ten. Hoffnung und Zufrieden. Jesus Christ, mich zu feinen heit wohnen mir im Herzen, Freuden. trösten und erhöhn mich weit über alle Schmerzen. 8. Meine Lust an dir, mein Gott, wird dann ewig way. 5. Du bist mein! So jauchz ren. Noch so furchtbar fey ich dann, wer ist, der mir scha- der Tod; Er wird sie nicht fi de? Heil mir, daß ichs rühren. Willig werd ich mein Ge bein 203 ganzer Ruhm, mein bester Trost auf Erden; In jener Weit mein Eigenthum, was fann mir größres werden? Ven fern glångt mir mein Kleinod zu: Du schaffst mir nach dem Streite Rub, und reichst mir meine Krone. 4. Herr, lente meines Geis fles Blick von diesem Weltges tümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigkeit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit vergeht, und währt nur furze Zeit. Im Himmel fey mein Wandel! s. Jßt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was jene befre Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann wann 236. Ich weiß, an wen mein Auge nicht mehr weint, ers scheint, dann werd ichs froh empfinden. mein Glaub mein hait, kein Feind soll mir ihn rauben. Als Bürger einer bes. fern Welt leb ich hier nur im Glauben. Dort schau ich, was ich hier geglaubt; Wer ist, der mir mein Erbtheil raubt? Es ruht in Jesu Händen. 2. Mein Leben ist ein furzer Streit, und herrlich ist die Krone. Das Glück der gan gen Ewigkeit wird mir zum frohen Lohne. Der du für mich den Tod geschmeckt, durch deis nen Schild werd ich bedeckt; Was kann mir denn nun schaden? 3. O Herr, du bist mein in diesem Leben. bein der Verwesung geben; Denn fle macht mich frey von Pein, führt zum neuen Leben. 9. Gieb mir nur, fo lang ich hier in der Fremde walle, das Bewußtseyn, daß ich dir, Herr, mein Gott, gefalle! Die se sanfte Freudigkeit, die ich zu dir habe, sey mein Heil in dieser Zeit, und mein Trost am Grabe! 10. Laß die Luft zur Sün. de nie dieses Heil mir rauben! Rüste selbst mich wider sie mit entschloßnem Glauben. Gieb mir deinen Geist, der mich und mein Thun regiere, daß ich mein Vertraun auf dich ewig nicht verliehre. Mel. Nro. 3. Lob, Ehr und Preis 2c. 6. Im Dunkeln feh ich hier mein Heil, dort seh ichs klar und heiter. Schwachheit noch mein Theil, Hier ist die dort hebt mein Geist sich weis ter. Hier ist mein Werth mir noch verbüllt, dort wird er sichtbar, wann dein Bild mich einst vollkommen schmücket. 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden; Auf deinen Tod bin ich getauft, wer will mich von dir scheiden? Du zeichneft mich in deine Hand; Ich bin dir, 204 Von der Glückseeligkeit wahrer Chriften dir, Herr, du mir bekannt.| mehr Glück und Anschn has Mein sind des Himmels Freu. den. ben. Mit dem, was Gott ihm giebt, zufrieden, frey von Neid, von Habsucht und von Geiß, von Stolz und Eitelkeit. 5. Schenkt Gottes Hand 8. Wie groß ist meine Herr. lichkeit! Empfinde sie, o See, le! Vom Tand der Erde un. entweiht, erhebe Gott, o See le! Der Erde glänzend Nichts vergeht, nur des Gerechten Glück besteht durch alle EwigEciten. Mel. Nro. 224. Herr, allerhöchster zc. 237. Wer Gottes Wege geht, nur der hat groffen Frieden. Wie herrlich ist sein Lohn, ihm selbst von Gott beschieden! Voll Glau. bens widersteht er jeder bösen Luft, tft feiner Tugend fich frob vor dem Herrn bewußt. 2. Er merkt auf feinen Gang, geht ihn mit vestem Muthe; Wird in der Schwach. heit start, liebt immer mehr das Gute. Ihn machet Got tes Geist gerecht und tugend haft, und er nimmt immer zu an Kenntniß und an Kraft. 3. Gott hat er allezeit vor Augen und im Herzen, prüft täglich sich vor ihm, und stillt der Sünden Schmerzen durch seines Mittlers Huld, durch redliches Bemühn, der Tugend treu zu seyn, und durch Ver. traun auf ihn. ihm viel, so wird er vielen nüßen, des Freundes Glück erhöhn, verlaine Tugend schützen. Auch seine Feinde felbft wird er in Noth erfreun; Gut, wie sein Gott, gesinnt und milde wird er seyn. 4. Getren in seinem Stand, genießt er Gottes Gaben, vers 6. Er frånkt den nächsten nie, schüßt seinen Ruhm, sein Leben; Er trågt ihn mit Ge duld, ist willig zu vergeben. Und übereilt ihn auch der Zorn, so fest er sich, und den fet gleich; Wie oft verschonet Gott auch mich! 7. Er suchet jedes Herz im Guten zu bestårten, und jeden reißet er zu allen guten We fen. Mit allen fuchet er e Herz und Sinn zu seyn; Mit ihnen eines Herrn und Heißl sich einst zu freun. 8. Das Heil der Ewigkeit, das hier der Fromme schmet fet, erhält ihn so getrost, daß ihn kein Unfall schrecket; s schafft ihm froben Muth, und Im stillet jeden Schmerz. Tode selbst frohlockt sein Gott ergebnes Herz. Ja Mel. nro. 44. Herr! Deine Allmacht. snugt, wenn andre slei 238. Wohl pem, der Got tesfürchtig lebt, DEB in diesem ben Weg der Tugend wan. delt, nicht den Gesetzen wider strebt, aufrichtig denkt und handelt, der in der Still und vor der Welt von Herzen Gots tes Rechte hält! 2. Wohl dem, der Christo fich ergiebt, gern lebt, wie er gelehret, ihn liebt, weil er ihn erst geliebt, als seinen Herrn ihn chret! Und dreift zu jedem Spotter spricht: Er ist mein Gott: Jhn laß ich nicht. 3. Wohl dem, der Gottes heilgen Geift sein Herz zur Wohnung giebet, und ihn durch seinen Wandel preist, mit Sünden nicht betrübet! Wohl dem, der als eirt from. mer Christ stets seiner Zucht gehorsam ist! Leben. 50 205 den; Der, weil die Lust der Welt vergeht, sucht, was in Ewigkeit besteht. 5. Den kann kein trauriges Geschick, tein Schmerz zu hefs tig drücken. Im Unglück selbst wird ihn das Glück, das Gott ihn liebt, entzücken. Er weiß im Leben und im Tod verläßt ihn nicht der Herr, fein Gott. 6. Auch, wann der Welt, bau einst zerbricht, darf er doch nicht erbeben. Das hört er, daß sein Heiland spricht: fomm her, bey mir zu leben; Du sollst, wo ich bin, ewig seyn, mit mir dich unaufbór. lich freun. 7. Gieb, Herr, daß nichts in aller Welt von dir mich je. mals scheide! Nur das zu 4. Wohl dem, der sich thun, was dir gefällt, fey nicht last von Gott, durch meine Lust und Freude! Dir Ruhm, durch eitle Freuden, was ich hab und bin, zu durch Noth, Verführung oder weihn, lag meine größte Spott von seiner Liebe schei: 1 Sorgfallt feyn! 239.11 ELHE Vº Vat a ter, den mein Herz ver eh ret, dem mein Le ben an ge hò ret, hei lig sey mir dein Ge bot: Ule ber al les dich zu lies ben, bei nen Wil len gern zu ü ben, und Dir 206 Von der Glückseeligkeit wahrer Chrikken. dir treu zu seyn, o Gott! 2. Ohne dich ist doch kein Friede; Und die Seele quált fich müde um das Blendwerk dieser Zeit. Ihren Durst kannst du nur stillen, und du willst ihn gerne stillen hier und auch in Ewigkeit. 3. Gieb, Herr, daß das Glück der Erde nie für mich verführend werde; Deine Huld sey mehr mir werth. Sie nur ist das Glück der Seelen, und das werd ich nicht verfehlen, wann mein Herz dich findlich ehrt. 4. Friede werd ich im Ge wissen, hier den Himmel schon genieffen, lieb ich herzlich dich allein; Such ich, Bater, mehr als allen, such ich dir nur zu gefallen, so sind ew'ge Freu. den mein. = 6 240. 5. Kann ich, wann mich Menschen haffen, mich auf dich nur, Gott, verlassen, und verdammt mein He mich nicht; O so bin ich vol ler Freude, und verliehr, auch wann ich leide, nicht den Muth zu meiner Pflicht. 6. Laß den Reis der Eitel feiten nie von die mein Herz ableiten; Bleib du mir mein höchstes Gut! Hilf mir den Betrug der Sünden sehn und standhaft überwinden; Gieb mir dazu Kraft und Muth. 7. Lenke, Vater mein Bo streben hin zu einem bessern Leden; Lehre mich schon in der Zeit mich am Ewigen ergögen; hier den Werth der Dinge schäßen, wie einst in der Ewigkeit. Mein Glaub ist mei nes Le bensgieb mir, Herr, Be stån dig FERIE Ruh, und führt mich dei nem him mel zu, keit, daß die sen Trok der Sterb lich teit du, au den ich glau be! nichts mei ner See le rau be. Tieg prán es mei in diesem Leben. LEBEN LE mei nem Her zen ein, welch Glück es sey, ein 207 Chrift zu seyn. 2. Du hast dem sterblichen| meinem Lauf auf Erden. Die Geschlecht zu deiner Ewigkeit ein Recht durch deinen Tod erworben. Nun wird mein Leib zwar Asch und Staub, doch nicht des Todes ew'ger Raub; Du bist für mich gestorben. Mir, der ich dein Erlöster bin, ist dieses Leibes Tod Gewinn. Tugend ist mir süsse Väicht; und wenn ich gleich hienieden nicht ganz frey von Fehlern werde, so ist mein Troft: Gost hat Geduld, und straft mich nicht nach meiner Schuld. 6. Der du den Tod für mich bezwangst, du hast mich 3. Ich bin erlöst und bin Mittler, aus der Angst, die ein Chrift; Mein Herz ist ru ich verdient, geriffen. Dir, hig und vergißt die Schmer: dir verdant ich meine Ruh; gen dieses Lebens. Ich dulde Du heilest meine Wunden zu, was ich dulden soll, und bin| und stillest mein Gewissen; des hohen Trostes voll: ich leide nicht vergebens! Gott felber mißt mein Theil mir zu, hier kurzen Schmerz, dort ew'ge Ruh. Und fall ich noch in meinem Lauf, so richtest du mich wies der auf. 4. Was feyd ihr Leiden die, fer Zeit, mir, der ich jener Herrlichkeit mit Rub entge gen schaue? Bald ruft mich Gott, und ewiglich belohnet und erquickt er mich, weil ich ihm hier vertraue; Bald, bald verschwindet aller Schmerz, und Himmelsfreuden schmeckt mein Herz. 5. Bin ich gleich schwach, fo trag ich doch nicht mehr der Sünde schändlich Joch in 7. Gelobt sey Gott, Ich bin ein Chrift, und seine Gnad und Wahrheit ist an mir auch nicht vergebens. Ich wachs in meiner Heiligung, ich spüre täglich Besserung des Herzens und des Lebens. Ich fühle durch des Geistes Kraft, nich Herr getroft und tugendhaft. 8. Dank sey dir, Vater, Dank und Ruhm! Mich lehrt dein Ewangelium vest glauben, Liebe üben. Es macht mich ruhig und erfreut, führt mich zur wahren Secliatets Wie 208 Von der christlichen Kirche. Wie sollt ich es nicht lieben?| bey, so preis ich ewig deine Erhalte stets mein Herz da: Treu. XX Von der christlichen Kirche. Mel. Nro. 46. Allmächtiger, wir fingen. Heil der Welt, der du in diesem Leben dein Wort, das Gottes Rath ent. hält, zur Leucht uns haft gegeben. Du bist der Herr der Christenheit, die du in dieser Pilgerzeit dir aus den Men fchen sammleft. 2. Sie willst du, als dein Eigenthum zur wahren Weisbeit leiten, und durch dein Evangelium zur Seeligkeit be. reiten. Du bist, Herr, groß von Rath und That, und, was dein Mund versprochen hat, wirst du gewiß erfüllen. 3. Du bist der Deinen Trost und Heil. So viel nur an dich glauben, die haben an dir alle Theil; Die wird kein Feind dir rauben. Bon dir flicht Weisheit, Trost und Ruh dem, der dir folgt, unfehlbar gu. Dein ist des Guten Fülle. Dein ist die Kraft. Wer soll te dir nicht trauen, und auf dein vest seine Hoffnung bauen? Dein Heil ist unser höchstes Gut; Hilf daß wir stets mit frohem Muth dich vor der Welt be fennen. 6. Zwar kämpfen wir noch manchen Streit auch mit uns felbst auf Erden; Doch wer den zur Vollkommenheit auch wir erhoben werden. Dann endet sich der Deinen Müh; Dann krönest und belohnst du fie, ohn End mit Preis und Ehre. 7. Wir sehn dich dann in Majestät, und uns, gleich deis nen Engeln, zu nie empfund nem Glück erhöht, befreyt von allen Mängeln; Frohlocken dir, und preifen dich, daß deis ne Macht und Gnade sich so hoch an uns verherrlicht. Mel. Nro. 291. O Gott, du frommer. 242. Wie klein, Erlöſer! Frommen Heerde! Obgleich du gerne willst, das jeder fees 4. Mag doch die Menge immerhin auf deinen Nuf nicht hören, und mancher im verkehrten Sinn sich wider dich empören; so fällt doch lig werde; Denn du erwarbst deine Kirche nie, du hälft und der Welt, so groß sie ist, das du beschüßzest fie durch deines Heil; und Freude wäre dirs, Seiftes Gaben. nähm jeder daran Theil. s. Dein ist das Reich; 2. Von deinem Reiche ferm bedeaft Von der christlichen Kirche. bedeckt mit Finsternissen, will| Wort, verstrickt in Eitelkeiten! die verkehrte Welt den Weg durch Waffen der Vernunft des Heils nicht wissen; Vers und Bosheit zu bestreiten. achtet frech dein Wort und Das theure Wort vom Kreuz scheut fein helles Licht, das ist ihm ein Aergerniß, wird gleich der Sonnen Glanz ihm nicht Licht, nicht Trost, durch finstre Wolken bricht. macht sein Gericht gewiß. 3. Dort bringt ein blindes Bolt den Gößen Gottes Ehre; Kennt seinen Schöpfer nicht, fragt nicht nach seiner Lehre; Verwandelt dich, den nie ein sterblichs Auge sieht, in ein vergånglichs Bild, vor dem es betend tniet. 209 s. Auch da, wo Völker sich nach Chrifti Namen nennen, Gott, und den er gefandt, aus feinem Wort erkennen, bleibt noch der größte Theil vom Gnadenreiche fern; Berehrt den Heiland nicht als seinen Gott und Herrn. 6. Der Spotter sucht dein verblendet andre Seelen, daß 7. Des Aberglaubens Macht fie den Weg zu Gott den Chris ftus zeigt, verfehlen. Stolz auf den schwachen Schein der eignen Frömmigkeit, verleugs nen sie den Herrn, durch den uns Gott verzeiht. 4. Das Volf des Eigen- 8. Erhebe dich, o Herr! thums, das Gott, den Herrn, dein Wort weit auszubreiten; erkannte, das sein Gesek em. Verirrte auf den Weg des Fries pfieng, dem er Propheten dens hinzuleiten. Ach, suche, fandte; Aus welchem Ehri| treuer Hirt! durch deinen stus selbst, als Mensch den Ur.| heil'gen Geist die welche Sasprung nahm, verwirft des tans List noch deiner Heerd Menschen Sohn, der als Mes entreißt. fias fam. thum, dein Bolt schon hier 9. Wir sind dein Eigen. auf Erden. Laß deine Froms men nicht ein Raub der Feins de werden! Dein Wort, dein Allmachtsstab sey unsre Zuversicht, dann trenn uns auch der Tod von dir, Erlöser, nicht. 243. ELEME Wenn enn Christus sei ne Kir che schüßt, fo Er, der zur Rechten Gottes fixt, hat D mag 210 Von der christlichen Kirche. mag die Höl le wù then, Macht ihr zu ge bie ten. ENER nah; Wann er ge beut, stets da. Er schützt, 288. zu sei nem Ruhm, mit Macht sein Chri stens Er ist mit Hül fe thum. Mag doch die Höl le wüthen! 2. Gott sieht die Fürsten auf dem Thron sich wider ihn emporen; Denn den Gesalb. ten, feinen Sohn, den wollen fie nicht ehren. Sie schämen sich des Worts des Heilands, unsers Horts; Sein Kreuß selbst ist ihr Spott; Doch ih. rer lachet Gott. Sie mögen sich empören! 3. Der Freuler mag die Wahrheit schmähn; Uns fann er sie nicht rauben; Der Unchrift mag ihr widerstehn; Wir halten vest am Glauben. Gelobt sey Jesus Christ! Wer hier sein Junger ist, sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seeligkeit nicht rauben. 4. Auf Christen die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Drohn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß bedecken; Det Herr, der starte Gott, hält über sein Gebot, giebt uns Ge duld in Noth, und Kraft und Muth im Tod; Was will uns denn erschrecken? Mel. Nro. 62. Jauchzt unserm Gott! t. dein Wort 244. Ewig, o Jeſu, wird hen, und Erd und Himmel wers den eh vergehen, eh eine Macht das Reich, das du errichtet, jemals vernichtet. 2. Noch immer fammlek du dir auf der Erden Mens schen, die willig dir gehorsam werden, und deinen Frieden hier schon im Gewissen froh, lich genieffen. 3. Reißt blendende Versus chung sie zu Sünden, bist du Von der christlichen Kirche. ihr Beystand, und hufit über.| schwachen Heerde! Himmel winden. Nichts wird sie je- und Erde. mals deiner Hut entreiffen. Du hasts verheissen. 4. Wohl allen denen, die dir, Jeſu trauen! Was fie dir glauben, wird ihr Aug einst schauen, dich und die Freuden, womit du belohnest da, wo du thronest. 5. Dann schallen fröhlich von der Deinen Menge dir, unserm Haupte, höhre Lobges fänge, wann einst dein Volk, das hier dein Geist regieret, dort triumphiret. 211 Mel. Nro. 62. Jauchzt unserm Gott! tc. Mel. Nro. 53. Wie viele Freuden dank. 246. Die Feinde deines dein Reich, Herr, zu verwüs Kreuzes drohn, sten; Du aber, Mittler, Gotts tes Sohn, beschüßzest deine het ewiglich; Vergeblich wird Christen. Dein Thron beste, sich wider dich die ganze Höls le waffnen. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, kein Werk von Menschentindern, drum fonns te teine Macht der Welt, Herr, seinen Fortgang hindern! Dir 245. Schüße die Deinen, können deine Hafſfer nie dein Erbe rauben; Selbst durch sie wird es vergrössert werden. die nach dir sich nennen, und dich, o Jesu, vor der Welt bekennen. Laß deinen Händen, wie du selbst ver. beissen, nichts sie entreiffen. 2. Laß deine Wahrheit rein verkündigt werden. Mach ih, re Siege herrlicher auf Erden. Gieb Muth und Weisheit des nen, die sie lehren, dein Reich zu mehren. Herrschaft noch in dieser Welt 3. Weit wolst du deine verbreiten, und unter dein so sanftes Joch die Völker alle leiten! Vom Aufgang bis zum Niedergang bring alle Welt dir Preis und Dankt, und glaub an deinen Namen. 3. Du hast noch niemals, Herr, dein Wort gebrochen; Führe die Deinen, wie du selbst versprochen, führe sie endlich aus dem Kampf hie nieden zum ew'gen Frieden. 4. Ewig, o Heiland, sey dem Nam erhoben! Ewig frohlockend müsse dich einst joben, o du Beschirmer deiner dich schmähn, die freplend sich 4. Auch deine Feinde, die empören, laß deiner Gnade Wunder sehn, daß sie sich noch bekehren! Behr sie mit uns gen Himmel schaun, und uners schüttert im Vertraun, auf deine Zukunft warten! lest du vest in der Wahrheit s. Uns Christen aber wols gründen, daß wir für unfre 0 a See. Von der christlichen Kirche. deiner Gnade 3. Die Anstalt, so die Gna. Mach unsers Glau. de traf, von aller Macht des Bösen, und aller wohlvers dienten Sraf die Menschen zu erlösen, betrachtet man als ein Gedicht, und scheut und schämt fich endlich nicht es öffentlich zu fagen. 6. Ein reines Herz schaff in uns, Herr, ein Herz nach deis nem Willen, und lehre täglich williger uns dein Gebot erfül. 4. Man rühmt fich groffe len! Gehorsam deiner Vor- Ehrlichkeit, die edles Denken schrift seyn, und dann uns deiner Gnade freun, sey unfer Heil auf Erden! übe, ja glänzender Rechtschafs fenheit und warmer Men schenliebe, und zählt auf Gnad und Huld bey Gott, auch ohne seines Sohnes Tod und seines Geistes Gnade. 212 Seelen Ruh in finden. bens uns gewiß: Bor Jrr. thum und vor Finsterniß be. wahr uns, weil wir leben! 7. So wird dein Volk dir unterthan, und lernt die Sün, de meiden, und du führst es auf ebner Bahn zu deines Reis ches Freuden: Und herrlich wird in dieser Zeit, noch herrlicher in Ewigkeit, dein gros ser Name werden! 4. Herr, beschüß uns, daß uns nie das frevelnde Geschlechte in seine schlaue Netze zich, nie unter und sich flechte; Denn alle Bosheit wächst geschwind, wo frecher Spott erst Kraft gewinnt; Sein Gift ertödtet Seelen. 6. Ja, dámpfe selbst, du starker Gott! die dir die Ehre rauben. O Jesu Christ, bey ihrem Spott stårt kräftig un fern Glauben. O beilger Geist, verleih uns Gnad, daß wir stets auf dem schmalen Pfad, von dir geleitet wan deln! Mel. Nro. 1S. Allein Gott in der Höh zc. Gott vom Him: 247. mel sich darein! und laß es dich erbarmen! Wie wenig Herzen sind noch dein! Entzieh dich nicht uns Armen! Dein theures Wort hält man für Spott, emport sich wider dich, o Gott! Will deinen Sohn nicht fennen. 2. Sie lehren eitle Trau. merey, was eigner Wiß erfin. det. Jn feiner Wahrheit ist Mel. Nro. 24. Herr, unser Gott, wer 2. dabey ihr unstet Herz gegrün. 248. Es wolle Guns det. Der wählet an. gnädig seyn, dre das; Es trennet sich ohn seinen Segen geben. Mit sei Unterlaß, die mit Vernunft nes Wortes hellem Schein ers sich brüsten. leucht er uns zum Leben. Laß uns Von der christlichen Kirche. 213 uns erkennen, unser Gott, den! Es feegn' uns Gott von dein groffes Wert auf Erden; seinem Thron, tröst und in als Laß Jesu Christi Heil und Tod lem Leiden, und helf uns sees erfannt von allen werden, und lig sterben. alle sich bekehren. 2. So.danten dir, und lo. ben dich, o Gott, die Völker Mel. Nro. 224. Herr, allerhöchster Gott. 249. Sehr groß, Herr, ist alle, und alle Welt erfreuct sich, und singt mit groffem uns haft erwiesen. Sey dadie Huld, die du Schalle; Daß du auf Erden für inniglich gelobet und ges Richter bist, die Sünd nicht priefen! O pflanz dein Wort läsfest walten, und daß dein in uns, daß es je mehr und Wort das Mittel ist, uns alle mehr recht reiche Früchte zu erhalten, und uns zu dir| bring zu deines Namens Ehr! zu führen. 2. Im Glanze deines Lichts laß uns hienieden wallen, zu unserm wahren Heil und dir zum Wohlgefallen! deine Lehre aus schüß deine Breit Christenheit, und führ uns allesammt zum Licht der Ewig3. So danke, Gott, und lo: be dich dein Volk durch gute Thaten. Es bringe Frucht und besre sich; Dein Wort las wohl gerathen. Der Vater seegn' uns und der Sohn, und der, so herrscht mit bey. I keit. XXI. Vom Tode. Mel. Nro. 79. Mein Auge sieht, o Gort. an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat 250. Wiz ficher lebt der nie mit Ernst an ihn gedacht. der feit, zu thun, was uns der 4. Wir leben hier zur Ewigs Herr gebeut, und unsers Le bens fleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub, und dennoch schmeichelt er fich gern, der Tag des Todes sey noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch feiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Frrthum wahr. 2. Sprich nicht, ich denk in Glück und Noth im Herzen oft vors Gericht; Da bringt Gott 5. Der Tod rückt Seelen alles an das Licht, und macht, was hier verborgen war, den Nath der Herzen offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir tåglich braut, so sen doch wak ter und bereit: Prüf deinen Glaus Nom Tode. 214 Mel. Nro. 80. Glauben als ein Chrift, ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Seufzer in der let 251. Die auf die ers ten Roth, ein durch des Erlösers Tod vor Gottes Thron gerecht zu seyn, dies macht dich nicht von Sünden rein. Befiehl du deine Wege zc. Erde wallen, Sterbs lichen, find Staub; Sie bli ben auf und fallen, des Todes fichrer Raub. Berborgen ist die Stunde, da Gottes Stim me ruft; doch jede, jede Stuns de bringt näher uns zur Gruft. 2. Getroft gehn Gottes Kins der die schreckenvolle Bahn, zu der verstockte Sünder vers zweiflungsvoll sich nahn; Wo selbst der freche Spotter nicht mehr zu fpotten wagt; Und vor dir, seinem Retter, erzits tert und verzagt. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folget, sich vom Bösen kehrt, ein gläubig Herz von Lieb erfüllt; Dieß ists, was vor dem Höchsten gilt. 9. Die Heiligung erfordert Müh. Du wirtst sie nicht Gott wirket sie; Doch aber ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Werk von dir. 10. Der Zweck des Lebens, daß du lebst, dein höchstes Ziel, nach dem du strebst, und was dir ewig Glück verschafft, ist Tugend und des Glaubens Krast. 11. Ihr alle feine Tage weihn, heißt eingedenk des Todes seyn; Und wachsen in der Heiligung ist wahre Tods. erinnerung. 12. Wie oft vergeß ich die fe Pflicht! Herr, geh mit mir nicht ins Gericht; Drück selbst des Todes Bild in mich, daß ich dir wandle würdiglich. 13. Gieb mir, o Gott, dieß weise Herz, das täglich zu dir himmelwärts weit über Erd und Welt sich hebt, und nach dem Ew'gen ernstlich strebt. 3. Wann, diese Bahn z geben, dein Will mir einst ge beut; Wann vor mir offen stehen Gericht und Ewigkeit; Wann meine Kräfte beben, und wann mein Herz schon bricht: Herr über Tod und Le ben! O dann verlaß mich nicht. 4. Hilf, Todesüberwinder! Hilf dem in solcher Angst, für den du, Heil der Sünder! felbst mit dem Tode rang. Und wann des Kampfes En. de gewaltiger ihn fast, nimm den in deine Hände, den du erlöset baft. 5. Des Himmels hohe Freuden ermist tein sterblich Herz; O Troft für kurze Leis den, für Eurzen Todesschmerz! Dem Sündenüberwinder sy ewig Preis und Dank! Preis ihm, Vom Tode. 215 ihm, der für uns Sünder den| obs morgen möglich ist. Nur Kelch des Todes trank. dieser Augenblick ist dein, der nächste wirds vielleicht nicht seyn. 6. Heil denen, die auf Erden sich schon dem Himmel weihn, die aufgelöft zu wer s. Es sey, o Vater meines Den, mit heilger Furcht sich Lebens! die Warnung: was freun! Bereit, es ihm zu geschet! feyd bereit! an meiner ben, wann Gott, ihr Gott, ge. beut, fließt dieß ihr sterblich Leben hin zur Unsterblichkeit. Mel. Nro. 342. Wer nur den lieben Gott. 252. t leb ich; Ob ich Mel. Nro. 79. Mein Auge seht, o Gott. morgen lebe, ob diesen Abend, weiß ich nicht. Wohl mir, wann ich mich Gott 253. Ich weiß, mein Ende ergebe! Dann fenn und thu ich meine Pflicht; Dann bin ich durch des Geistes Kraft bereit zu meiner Rechenschaft. dem Pulsschlag rückt die Zeit, nahet sich, mit je. die oft so ungenügt verstrich, mich näher hin zur Ewigkeit. 2. Herr, lehre mich der Stunden Werth, die nur mir zugezählt, verstehn. Laß keis ne, die mir noch gehört, aus Leichtsinn ungenützt vergebn. ordnet, denn die richterliche 3. Und wann, von dir ges Stund erscheint: So nimm dich meiner Seele an, du, mein Erlöser und mein Freund. heit mir! Von Eitelkeiten ab. 4. Verleihe Sterbensklug. gewandt, sey meine Seele ganz bey dir, der für mich starb und auferstand. 5. Mich stårt, ob auch mein Glaubenswort: Ich weiß, Herz erbebt, das felfenveste, daß mein Erldser lebt; Sein bin ich ewig hier und dort. 6. Es sey mein herzlicher Ents 2. Am Morgen blübt und glångt die Blume, und fällt oft schon am Abend ab. So finkt mit seinem Glück und Ruhme der Mensch, eh ers bes forgt, ins Grab. Und, Seele, du mißbrauchst so leicht ein Le. ben, das so schnell entfleucht! 3. Entziehe dich dem Welt. getümmel; Hier ist der Kampf, dort ist die Ruh. Ach, streb und ringe nach dem Himmel; Eil einer beffern Heimath zu. Wie bald verfließt der Prüfung Zeit! Und dann, ach! kommt die Ewigkeit.. Seele nicht vergebens, vers lohren nicht der Gnade Zeit. Dann führt mich selbst ein schneller Tod zu deiner Seea ligkeit, o Gott! 4. Berschiebe niemals dei. ne Pflichten. Was du zu thun ist schuldig bist, das eile, heus te zu verrichten; Wer weiß, Vom Tode. Entschluß, mein Leben meiner| Da tret ich in die Reihe der Pflicht zu weihn, und bey zu. Engel, meiner Brüder; in ih friedenen Genuß mich dant, re hohen Lieder stimm ich mit bar Gottes zu erfreun. Jauchzen ein. 216 7. Mein Ende tomm früh oder spåt, wie es mein weiser Bater schickt; in deffen Hand mein Leben steht; Ich weiß, daß mirs mit Jefu glückt. Mel. Nro. 2. Mit fingen dich zu loben. 5. Die Leiber feiner From men sind Saat, von ihm ge fåt: die frohe Zeit wird kom men, da reif die Erndte steht. Dann wird der Erndtetag ein neues ew'ges Leben auch meinem Staube geben, der 254.Derlegte meiner Ta. tief im Tode lag. ist vielleicht nicht fern. O dann wird mei. ne Klage ein Lobgefang dem Herrn! Vollbracht ist dann mein Lauf; Ich trete zu dem Throne, und Gott fest mir die Krone der Ueberwinder auf. 2. Für seines Reiches Er: ben hat Jesus mich erklärt; Was fürcht ich mich zu ster. ben, wie er mich sterben lehrt? Mir ist der Tod Gewinn! Daß ich ganz glücklich werde, ents schwing ich mich der Erde, und geh zum Himmel hin. 3. Nicht mich, nur meine Bürde, verschließt die finstre Gruft; Mich hebt zu höhrer Würde mein Vater, der mich ruft. Er ruft mich durch den Tod: der reißt die Sünden glieder, den trågen Leib, dar nieder, mich selbst führt er zu Gott. 6. Drum geh ich, frey von Kummer, des Todes dunkle Bahn; Mir bricht nach fur zem Schlummer ein ew'ger Morgen an. Heil mir! Er ist nicht fern, der letzte meiner Tage: Er tömmt, und meine Klage wird Lobgesang dem Herrn. Mel. Nro. 212. Die ihr Chrifti Jünger c. 255. Meine Lebenszeit stündlich eil ich zu dem Grabe, und was ists, daß ich vielleicht noch allhier zu leben habe? Dent, o Mensch an deinen Tod, fäume nicht; Denn eins ist Noth. 2. Lebe, wie du, wann du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben. Guter, die du hier erwirbst, Würden, die die Menschen gaben, werden dich 4. Ich, der Gefahr entrons dann nicht erfreun; Diese nen, geh aus dem Kampf her. Güter sind nicht dein. vor, hoch über alle Sonnen 3. Nur ein Herz, das Gus hebt mich mein Glaub empor. tes liebt; Nur ein ruhiges Ges Vom Tode. 217 Gewissen, daß vor Gott dir| zeige mir in Gnaden an, wie Zeugniß giebt, wird dir dei. ich recht seelig sterben kann. nen Tod verfüffen; Dieses Herz, von Gott erneut, giebt im Tode Freudigkeit. 4. Wann in deiner letzten Noth Freunde bülfos um dich beben: Dann wird über Welt und Tod dich dieß reine Herz erheben. Dann erschreckt dich tein Gericht; Gott ist deine Zuversicht. 2. Mein Gott! Ich weiß nicht, wann ich sterbe, kein Augenblick geht sicher hin. Wie bald zerbricht doch eine Scherbe? Wie bald kann eine Blum verblühn. Drum mas che du mich stets bereit hier in der Zeit zur Ewigkeit. 5. Ueberlaß des Todes Zeit Gott allein, und bet und was che, daß er dich zur Ewigkeit fertiger im Guten mache. Ule. be dich, recht fromm zu seyn; Lerne, dich des Todes freun. 6. Ueberwind ihn durch Vertraun, sprich: ich weiß, an wen ich glaube; Und ich weiß, ich werd ihn schaun einst in diesem meinem Leibe. Er der rief: es ist vollbracht: nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein ver. fenten; Sprich: Herr, daß ich; Erde bin, lebre du mich felbst bedenken; Daß ich tåglich weiser sey, bis zum Tode dir getreu. Mel. Nro. 342. Wer nur den lieben zc. 256. Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe; Ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hier kein solches Erbe, das un. veranderlich besteht, Drum 3. Mein Gott! Ich weiß nicht, wie ich sterbe, dieweil der Tod viel Wege hält; Dem. einen wird das Scheiden her. be, sanft geht ein andrer aus der Welt. Doch, wie du willst, gieb nur dabey, daß ich wohl zubereitet sey. 4. Mein Gott! Ich weiß nicht, wo ich sterbe, und wel. cher' Sand mein Grab bedeckt. Doch, wenn ich nur das Heil ererbe, und Jesus mich zum Leben weckt; So kann mir Dies gleichgültig seyn. Die Erd ist allenthalben dein. s. Nun, liebster Vater! wann ich sterbe, so nimm du meinen Geist zu dir; Denn bin ich nur dein Kind und Er. be, und hab ich Jesum nur bey mir, so gilt mirs gleich, und geht mir wohl, wann, wo und wie ich sterben soll. Mel. Nro. 85. Du bist ein Mensch, zc. 257. Wie ungewiß ist, der Wallfahrt auf der Erde! Herr, das Ziel Ob ich noch wenig, oder viel an Vom Code. 218 an Tagen zählen werde, das weiß ich nicht; Du weists als lein. Ich kann vielleicht der nächste seyn, vom abgekürzten Leben ein Beyspiel abzu: geben. 2. Bin ich erbaut aus bes ferm Zeug, als andre die an Jahren und Munterfeit mir völlig gleich, des Todes Beute waren? Wie manchem starrte schnell das Herz, eh we der Krankheit, oder Schmerz ihm, als des Todes Boten, sein nahes Ende drohten. 3. Befrey mich, Gott! von Wahn und Dunst, von irrdi. schen Beschwerden, und lehre mich die grosse Kunst, bey Gräbern flug zu werden. Nur der ist weise, der bedenkt, wie viel von seinem Tod abhängt, und der dazu in Zeiten sein Herz sucht zu bereiten. 4. Hilf, daß aufs vorge. steckte Ziel mein Auge stets sich! kehre, daß nicht der Wohluft eitles Spiel mein schwaches Herz bethore. Und sieht dein Auge, daß mein Schritt noch nicht den rechten Weg betritt, so wollst du, Herr, in Zeiten auf solchen Weg mich leiten. 5. Gieb, daß ich dich mit frohem Muth als meinen Gott betrachte, hingegen Freunde, Glück und Gut nicht als mein eigen achte; So wird mein Tod mir angenehm, ein Schlaf mir seyn, und nichts von dem, was du mir hier verlichen, mein Herz zur Ers de zichen. 6. Laß des Erlösers Herrs lichkeit mit Hoffnung mich ers quicken, und mitten in der Dunteiheit mich diesen Trof erblicken. Dann nimin, Herr, nach vollbrachtem Lauf, den Geist aus dieser Hütte auf, die einst im Reich der Deiner wird neu gebaut erscheinen. Mel. Nro. 440. Alle Menschen müssen 2c. 258. Noch bin ich eins Gaft der Erde, Gott mehrt meiner Tage Zahl Daß ich reif zum Himmel were de, prüft er mich, läßt mir die Wahl, Böses oder Guts zu wählen. Doch werd ich viel Fahre zählen? Oder ruft ein naher Tod mich zu banger Sterbensnoth? 2. Herr, du weißts! Du haft die Tage meines Lebens. laufs gezählt; Ihre Freuls den, ihre Plage sah dein Aus ge, das nie fehlt, früher noch, als du auf Erden mich ließst einen Pilgrim werden; Dª schon schriebst du meinen Tod auf dein Buch, allweiser Gott? 3. Einst, wann es dein Wille fordert, wird mein auß rer Mensch zu Staub, und das Feur, das in mir lodert, wird des kalten Todes Raub. So wie Frühlingsblumen welfen, wird mein Leben auch Vom Tode. 219 verwelken; Kraft und Odem| Lauf nimmst du mich zum nehmen ab, und den Leich Himmel auf. nam nimmt das Grab. Mel. Nro. 383. 4. Nimm ihn hin zu deinem Staube, Grab! Verwandle So wahr ich lebe, zc. ihn in Erd; dennoch trium: 259. Ich fühle, daß ich ; phirt mein Glaube; Denn mein Leib wird einst verklárt. Des verwesten Körpers Trümmer bleiben warlich nicht auf immer der Vermo. drung schnöder Raub; Neu beseelt wird einst mein Staub, 5. Durch dein Allmachts, wort: Es werde! Rufft du, Herr, in mein Gebein neues Leben, nicht mehr Erde werd ich, dein Berklärter, feyn. Zu den himmlischen Geschäf. ten schmückst du mich mit neus en Kräften; Und von Schmerz und Sterblichkeit werd ich ewig dann befreyt. 6. Hor, o Seele, einft mit Freuden jenen Ruf: das Grab ist da! Denn das Ende deiner Leiden ist mit ihm zugleich dir nah; Der, der deinen Tod bezwungen, hat das Leben dir errungen; Durch den Weg der Sterblichkeit führt er dich jur Ewigkeit. 7. Stårte mich auf diese Stunde, Jesu, der du für mich starbst, und an Gottes Gnadenbunde ewig Antheil mir erwarbst. Laß mich Tod und Grab nicht scheuen, laß vielmehr mich darauf freuen; Denn nach treu volbrachtem Mein Leben welkt, wie Gras, dahin. Wer weiß, wie uners wartet bald des Höchsten Ruf an mich erschallt: Mensch, tehre wieder in den Staub! Wie leicht bin ich des Todes Raub! 2. Wann man ins finstre Brab mich senkt, und meiner bald nicht mehr gedenkt; so bleibt, was irrdisch ist, zus rück, und hätte gleich der Er de Glück mich hier beständig angelacht, und glänzend vor der Welt gemacht. 3. O Thorheit! Hått ich mich verkannt, und nach der Erden Güter Tand, nach gross sem Ueberfluß gegeißt, und von dem niedern Stolk ges reißt, dem schnöden Prunk der Eitelkeit mein Herz und mein Bemühn geweiht! 4. Wie viele nimmt dieß Blendwerk ein! Herr, laß es ferne von mir feyn. Ich übers gebe gan; mich dir; Hier bin ich, es geschehe mir nach deis ner Weisheit besserm Rath, die nur mein Heil zur Absicht hat. s. Der Mensch, der aufges blasne Thor, schreibt kindisch dir oft Weisheit vor. Du lieb Vom liebst ihn mehr, als er sich liebt; Doch, wenn ihm deine Hand nicht giebt, was seinem Wahne glücklich scheint, so denkt sein Herz, du seyst sein Feind. 6. Der dich gemacht hat, forgt für dich; Nicht auf die Erde schräntet sich des Hoch. sten groffe Absicht ein. Du follst, o Mensch, unsterblich seyn, dieß Leben ist ein Au. genblick; Ein Frühlings, traum sein lángstes Glück. 7. Gedanke der Unsterblich keit! Du hebst uns über Welt und Zeit. Erfülle meine gan ze Brust, wann mich die Lok kung falscher Lust vom Guten abzuführen strebt. Wohl dem, der hier der Tudend lebt! 220 8. Die Rosen um der Laster Haupt verblühen, eh ihr Sklav es glaubt. Ihr schåndlicher Genuß entweiht; Und dauert doch nur kurze Zeit. Nur Freuden, die der Himmel nährt, sind meiner ganzen Sorge werth. Tode. 2. Dann, Vater nimm ibn auf, den Geift, der freudig zu dir fliehet, der dankbar dei ne Güte preist, daß er den Tod nicht fiehet! Dann tröste, die betrübt um mich, mit Chris nen tlagen; Laß sie sich mehr meiner Wonne freuen. 3. Mein hingefallner Leib bleibt hier; Ihn wird das Grab verschlieffen. Heil mir! Das Grab wird dennoch die ihn wiedergeben müssen. Du fommst, Gewecker! Deine macht, die ihn aus Nichts hervorgebracht, fann aud auch aus Staub ihn bauen. 4. Wie könnt ich trauren, daß im Tod mein Leib zu Staub vermodert! Wie könnt ich klagen, da ihn Gott vom Tode wiederfodert? O Hoffnung, daß nach kurzer Ruh mein Leb erwacht, wie groß bist du! Und welch ein Troft im Tode! 5. Des Todes Schmerzen, Gott, will ich, wann er nen kommt, verachten, und, mit getroftem Blick auf dich, nac meinem Ziele trachten, und mich dem Tode freudig nahn, mein himmlisch Kleinod empfahn, das Jeſus mir worben. Mel. Nro. 269. Gerechter Gott! vor ic. 260. Wann einst mein sterbend Auge bricht, mein letzter Hauch ver, schwindet, mein Leib erstarrt, und selbst es nicht, daß er ent. fchläft, empfindet, wann um 261. n Gottesd Mel. Nro. 80. Befiehl du deine Wege 2. Rath Entschlummernden, geben, verlaß dann alle meine Lieben stehn, gern die Welt; Ich geh jum und angstvoll mich beweinen. bessern Leben, fo bald es ihm gefällt. Vom Tode. ihn bezwangst. gefällt. Was wårs, das mich| du, Ueberwinder, allmächtig betrübte? Dort schau ich ewig den, den meine Seele liebte, noch eh ich ihn gesehn. 2. Er ruft zur Zeit der Schmerzen, und voll Erbar, men zu: Kommt her, beladne Herzen, zu mir, und findet Ruh! Dieß Wort aus deinem Munde laß, Herr, mich stets er. freun, in meiner legten Stunde mir Geist und Leben seyn. 3. Mit dir muß es mir glücken, den Kampf zu über kehn. In glaubigem Entzüt: ten lag meine Seele sehn, wie im Gericht der Sünder, du mit dem Tode rangst, und wie Mel. Nro. 212. Die ihr Christi Jünger c. 262, Jefus, meine Zuver. sicht, lebt, und ich foll mit ihm leben. Dieses weiß ich; Sollte nicht sich mein Herz zufrieden geben? Was die large Todesnacht mir auch für Gedanken macht. XXII. Von der Auferstehung der Todten. leßten Stunden. Selbst im Tode bleib ich sein, ewig seis ner mich zu freun. 4. Staub bin ich, und muß daher wiederum zu Staube werden. Das erfenn ich; Aber er weckt mich wieder aus der Erden daß ich in der Herrlich teit um ihn seyn mög allezeit. 2. Jesus, mein Erlöser lebt und ich kann ihm sicher trauen, daß er mich zu sich erhebt; Warum sollte mir denn grau. en? Låsset auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 221 3. Ich bin durch des Glau. bens Band zu genau mit ihm verbunden; Er, er stärkt mit seiner Hand mich auch in den 4. Der frohe Siegsgedans fe: Wo ist dein Stachel, Tod? stårk mich, daß ich nicht wante in meiner Todesnoth! So ist, ob ich gleich sterbe, doch Sterben mein Gewinn. Ich bin des Himmels Erbe; Dein Wort fagt, daß ichs bin. s. Du schreibst ins Buch des Lebens auch meinen Nas men ein; Dein Blut fann nicht vergebens für mich vers goffen seyn. Dir trauet meine Seele; Dich lobt, was in mir ist, Erlöser meiner Seele, der du die Liebe bist. 5. Da wird mich, statt dies fer Haut, ein verklärter Leib umgeben, für die neue Welt gebaut, und geschickt zum bes fern Leben; Und in diesem Leib seh ich meinen Jesum ewiglich. 6. Dann werd ich in hels lem Licht seine grosse Lieb era fennen, und wie freudig werd ich nicht ihn dann meinen Reto ter Von der Auferstehung der Todten. ter nennen! Wann er von der] Frommen, zur ew'gen Ruhe Sterblichkeit mich auf ewig nun befreyt. tommen. 7. Was verweßlich ist, vers geht; Fleisch und Blut kann Gott nicht sehen. wird mein Leib gesät, himm. lisch wird er auferstehen; 3um Verwesen fällt er ein, dort wird er unsterblich seyn. 2. Ja, Herr, du führst fie einst heran, die Stunde der Erldsung; Die Stunde, da Irrdisch| ich hoffen kann Trost, Frey heit und Genesung; Da, En gein gleich, im Himmelreich mich Ruhe, Lust und Leben in Ewigkeit umgeben. 3. Der du die Auferstehung bist, du bists, auf den ich traut. Ich weiß, daß ich durch dich, Herr Christ, einft auferweckt, dich schaue. Und dein Gericht wird mich dann nicht mit Trübfal, Angst und Schrets ten, so wie die Sünder, decken. 4. Ich hoffe dann mit Freu digkeit vor dir, mein Haupy zu stehen, und mit dir in die Herrlichkeit frohlockend eins zugehen. O, bilf mir doch aus Gnaden noch, zum Glück der Ewigkeiten mich würdig bereiten. 222 8. Freudig seh ich hin zur Gruft. Erde werde wieder Erde! Denn ich weiß, waan Jesus ruft, daß ich auferste. hen werde, wann das: Ste. het auf! nun schallt, und durch alle Gräber hallt. 9. Wo ist nun dein Sieg, o Tod? Nimm den Staub hin! Ohne Grauen folg ich dir, ich werde Gott, meinen Jefum werd ich schauen. Siegreich schau ich dann umher, weiß von feinem Feinde mehr. 10. Seelig, feelig werd ich seyn; Aber vorher muß ich streben, Jesu, ähnlich dir zu seyn, um zu dir mich zu er heben. Will ich einst dein Anta Mel. Nro. 44. Herr! deine Allmacht. lis fehn, muß ich deine Wege 264. Herr, du bist meine lebst, ich werd auch leben. Du wirst mir, was dein Wort verspricht, Unsterblichkeit einst ch freue mich der geben. Dein Jünger kommt 263. werd auferstehen. Dann werd ich in der Herrlichkeit dich, flåts tet meine Zuversicht. 2. Hier geh ich oftmals Gott, mein Heiland, sehen. weinend, hin, den Saamen Dann werd auch ich, o Herr, auszustreuen; Dort wird der Durch dich, vereint mit allen herrlichste Gewinn der Ernds te Mel. Nro. 334. Was Gott thut, das ic. Von der Auferstehung der Todten. te mich erfreuen. Ich leide,| ner Gruft hervor. und verzage nicht; Denn du bist meine Zuversicht. 3. Sint immerhin mein Leib, in Staub! Gott wird dich neu beleben. Nur hier werd ich des Todes Naub, dort werd ich ewig leben. Wie groß ist Dieses Trosts Gewicht! Wie ficher meine Zuversicht! 4. Mein Heiland! mich zu dir empor aus meiner Gruft zu heben, giengst du aus deis 265. 223 Du lebst, und ich soll leben. Ich glaub es dir und zweiße nicht. Dein Wort ist meine Zuversicht. 5. In diesem Glauben stårte mich! Laß mich den Troft empfinden, den groffen Troft, daß ich durch dich den Tod fann überwinden. Grab und Verwesung schreckt mich nicht; Denn du bist meine Zuversicht. Ich geh einst ohne Be ben zu MEDIE meinem To de hin; denn Christus ist mein 2. Ich scheue nicht die Schrecken der freudenleeren Gruft; Der wird mich aufer. wecken, der mich zum Grabe ruft. Le ben, und Ster ben mein Gewinn. 4. Ich hoff ein begres Les ben, daß nimmermehr ver, fließt. Ein Leib wird mich um, geben, der ewig herrlich ist. gen, mein triumphirend 5. Dann eil ich dir entges Haupt! und seh entzückt den Seegen des Heils, das ich geglaubt. 3. Und rief mich, abzuschei, den, auch heute schon mein Mel. Nro. 80. Befiehl du deine Wege zc. Gott, so geh ich bin mit Freus 266. Wann ein in met und auf Todes stille Nacht ich durchge nem Grabe des schlummert habe, so weckt mich Jesu Macht, giebt diesem Leib aus Staube des Hima mels 224 Von der Auferstehung der Todten. mels Herrlichkeit. O Trost, Stimme ruft? Es werden den mir der Glaube an Gottes diese Glieder, wie Saamen, Wort verleiht! ausgesät. Gott will: fie les 2. Es foll mir diesen Glauben wieder, der neue Leib ents ben, der vest, als Felsen ruht, steht. fein Spotter jemals rauben, tein Feind, tein Zweifelmuth. Es mag der Unchrift beben, sinkt er in Tod und Gruft; Ich fenn ein neues Leben, wo. zu mich Jesu ruft. 7. So troß ich jedem Spot. te verwegner Zweifeler, und weiß von meinem Gotte: Er ist des Todes Herr. Daß Tods te leben sollen, ruht ganz in seiner Macht, und foût et nicht auch wollen, daß einst mein Leib erwacht? 3. Den Weisen dieser Er den war dieser Troft verdeckt, daß wir dereinstens werden aus Tod und Grab erweckt. Sie, die das Licht nicht hat. ten, das uns den Tag ge bracht, umgaben Todesschat, ren, und Furcht des Grabes nacht. 4. Des Spotters fühnes Lachen beschimpft ihm selber nur. Es sind gar leichte Sa. chen dem Schöpfer der Na. tur, den Leib neu zu beleben Mel Nro. 3. Lob, Ehr und Preis tc. den er aus Staub erschuf; 267. Mein Heiland lebt! Auch Klarheit ihm zu geben durch seiner Allmacht Ruf. 5. Aus Saamen, den wir fåen, låst Gott ja alle Jahr die neue Frucht entstehen, die in dem Keime war. Es wäch. fet jede Blume aus ihrer Saat hervor; Zu seiner Allmacht Ruhme steht sie in neuem Flor. 6. Kann Gott denn nicht auch machen, daß einst aus Tod und Gruft die Glieder neu erwachen, wann seine 8. Die aus- des Grabes Banden Gott ehmals schon erweckt, und Jesum, der ets standen, da er den Ted ges schmeckt, betrachtet unser Glaube, und siegreich rühmet er: Auch uns weckt aus dem Staube zum Leben einst der Herr. des Todes ganz bezwungen, und siegreich aus des Grabes, Nacht zu Gott sich aufge schwungen. Er ist mein Haupt; Sein Sieg ist mein. Sein soll mein ganzes Leben feyn, und ihm will ich auch sterben. 2. Nicht ewig wird, wer dein Wort hält, den Tod, Jesu, schauen. Das ists was mich zufrieden stellt, selbst bey der Gråber Grauen. Ich bin getroft und unverzagt, weit du 225 6. Denn, wo du bist, da sollen die, die dir hie folgen, leben, und ewig frey von Schmerz und Müh, von See. ligen umgeben, geniessen deine Herrlichkeit. O, was sind Leis bildt erheben, wann du, eden dieser Zeit, Herr, gegen grosser Lebensfürst, nun dei nen Todten rufen wirst, zum Leben aufzuwachen. 4. Wie froh und herrlich werd ich dann, vor dir! mein Heiland, stehen. Dann nimmst du mich mit Ehren an, lässt in dein Reich mich gehen. Fort. hin von feiner Last beschwert, an Leib und Seele ganz vers klärt, leb ich bey dir dann ewig. 5. O welch ein feelig Theil ist mir in jener Welt bereitet! Der Freuden Fülle ist bey dir Von dir, o Herr, geleitet, werd ich in deinem Himmel reich, unsterblich, deinen En. geln gleich, vollkomme Luft geniessen. Von der Auferstehung der Todten. du den Deinen zugesagt: Ich leb, und ihr sollt leben. by 3. Wird gleich mein Leib des Todes Raub, er wird doch wieder leben, und einst aus der Verwesung Staub sich neuge jene Freuden! 7. Laß diese künftge Herrlichs teit mir stets vor Augen schwe ben, und oft in dieser Prüs fungszeit mein Herz dabin ers heben, wo keine Schwachheit uns mehr drückt, wo wir, der Sterblichkeit entrückt, froh, lockend vor dir wandeln. 8. Erwecke mich dadurch zum Fleiß, der Tugend nach zustreben, und als dein Juns ger, dir zum Preis, nach deis nem Wort zu leben. Und fühl ich hier noch Roth und Schmerz, so tröste selbst damit mein Herz, Es kommt ein bess res Leben. XXIII. Von dem allgemeinen Weltgerichte. o Herr im Geiste schon; Ich sehe mit Erstaunen dich auf dem Nichterthron, um den die heil'ge Menge erhabner Engel steht. Welch herrliches Ges prånge! Welch hohe Majestät! 3. Umsonst flicht dann der Sünder vor deines Armes Kraft, Herr, alle Menschen finder ziehst du zur Rechens deſchaft. Du rufft, und ſie ers 2. Ich höre die Posaunen, scheinen vor deinem Richters P thron; 268. Jh Mel. Nro. 8o. Befichl du deine Wege zc. ch denk an dein Ge, richte, du Richter aller Welt! Der Thor nenns ein Gedichte, das Schwachen nur gefällt; Mich soll sein Wahn nicht stören, weil mich Dein göttlich Licht, und mein Gewissen lehren, du haltest einst Gericht. 226 thron; Den Sündern und den Deinen giebst du gerechten Lohn. 4. Frohlockend fehn die Frommen dein göttlich Ange. ficht; Schon hier dem Fluch entnommen, zagt ihre Seele nicht. Nun triumphirt ihr Hoffen; Erlöst von aller Müh, fehn sie den Himmel offen, und du, Herr, seegneft fie. 5. Wie angstvoll aber be ben, die hier dein Wort ver. höhnt, und durch ein sinnlich Leben, das eitle Herz ver wöhnt. Du giebst den Sün. denknechten ihr Theil in jener Dein und führest die Gerechten zu deinen Freuden ein. Von dem allgemeinen Weltgerichte. 269. $ 0 Ge rechter Du wirst in 6. Drum laß, Herr, dein Gerichte mir stets vor Augen seyn, und drücke fein Gewich te tief ins Gewissen ein! Vor dir laß recht mich handeln, und hier zu aller Zeit, so wie ein Weiser, wandeln, der sei nen Richter scheut. 7. Ist denn dein Tag vor handen, wird diese Welt ver. gehn; So hoff ich nicht mit Schanden vor deinem Thron zu stehn, Du stellst mich dann zur Rechten von aller Schuld befreyt, führst mich mit deis nen Knechten in deine Herrs lichteit. T richt muß al le Welt sicht auch mir mein Ur Gott! vor dein Ges ih rem An ges sich stel len; Olaß theil fàl len. THERE 街 mich je de Sün de scheun, und hier mit Ernst be flis sen seyn, vor dir einst zu be ste hen. 2. Du siehst von deinem schenkinder, bestimmest jedem bohen Thron auf alle Men. seinen Lohn, dem Frommen und Von dem allgemeinen Weltgerichte. 227 und dem Sünder. Nie sichst| lieben; Gieb selber mir die du die Personen an; Auf das Kraft dazu, es willig auszus allein, was wir gethan, siehst üben. Regt sich die Sünde Du, gerechter Richter! noch in mir, so stärke mich die Furcht vor dir, daß ich sie überwinde. 3. Viel Gutes und Barm. berzigkeit giebst du schon hier den Frommen; Du schüßest fie vor manchem Leid, darein Die Sünder fommen. So zei. gest du vor aller Welt, daß dir der Eifer wohlgefällt, den man der Tugend widmet. 4. Ja, Herr, du liebst, was recht und gut, du bist ein Freund der Frommen. Wer deinen Willen gerne thut, wird yon bir aufgenommen; Sein Wert und Dienst gefällt dir wohl, ist er gleich nicht, so wie er foll, ganz beilig, ganz voll. tommen. 8. Und weil vor dir, gerech ter Gott, nur die allein bestes hen, die gläubig auf des Mitts lers Tod bey ihrer Reue see hen; So laß mich die Gerech. tigkeit, die mich von Schuld und Straf befreyt, im Glaus ben cifrig suchen Mel. Die vorige. 270. Schon ist der Tag von Gott bea stimmt, da, wer auf Erden wandelt, sein Loos aus Gots tes Hånden nimmt, nachdem er hier gehandelt. Er fommt, er kommt, des Menschen Sohn, er kommt, und Wolken sind sein Thron, den Erdene treis zu richten. 5. Doch dem, der dich, o Gott, nicht scheut, dem froelnden Verbrecher, der dein Gesetz und Recht entweiht, bist du ein strenger Rächer. Verachtung, Elend, Schmerz und Hohn, Gewissensmarter find fein Lohn oft schon in diesem Leben. 6. Und bleibt auch hier viel ungestraft, viel Gutes unbe. lohnet, so kommt ein Tag der Rechenschaft, der feines Sunders schonet. Da stellest du ins hellste Licht! wie recht und billig dein Gericht; dann tri umphirt der Fromme. 7. Gerechter Gott, laß mich, wie du, das Gute eifrig Ewigkeit, hie stehn die Mil2. Hier an dem Rand der lionen, die feit dem ersten Tag der Zeit auf dieser Erde wohnen, nur dem Allwissenden be fannt, unzählbar wie am Meer der Sand; Hier stehn sie vor dem Richter. Wahn der Welt der Wahre 3. Hier muß der falsche heit unterliegen: Hier, wo das Recht die Wage hält, wird keine Bosheit siegen. hier ist zur Busse nicht mehr Frist, hier gilt nicht mehr Bes Pa trug 228 Von dem allgemeinen Weltgerichte. trug und Lift; hier gilt kein| der Heiland, den wir ehren. falfcher Zeuge. 4. O Herr, mit welcher Majestät wirst du das Urtheil fällen! Die Sünder, die dich hier verschmäht, gehn dann gewiß zur Höllen. Da trifft fie unerforschte Pein: Wer 2. Herr, laß mich deiner wird dann noch ihr Retter Majestät mit wahrer Freude seyn? Ihr Warten ist verdienen! Wie herrlich dich dein lohren. O weigert euch, Erlöste, nicht, ist auf sein Wort zu hören. Wer hier nicht seine Stimme hört, und sie nicht mit Gehors sam ehrt, wird nicht vor ihm bestehen. 5. Wie herrlich aber wird alsdann der Frommen Werth erscheinen! Du, Herr, nimmst sie zu Ehren an, erklärst sie für die Deinen; Und sie sehn mit erstauntem Blick, daß Glaub und Leib das höchste Glück aus Gottes Huld er erben. 6. Sie gehn nun in das feelge Reich, das Gott für sie bereitet, und sehn auf ewig, Engeln gieich, ihr Wohlseyn ausgebreitet. Das Stück. werk wird Vollkommenheit, tein Kummer, feine Traurigteit stort forthin ihre Freude. 7. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! Es starte meine Zus versicht, wann hier mich Lei den fränken; Es reiße mich, gewissenhaft und eingedenk der Rechenschaft nach deinem Wort zu wandeln. Mel. Nro. 3. Lob, Ehr und Preis dem ic. 271. Er tommt, er kommt zum Weltgericht, Gott erhöht, ist zwar noch nicht erschienen; Doch, was uns hier verborgen war, macht jener Tag uns offenbar, an welchem du erscheinest. 3. Da, wann vor dir die Erde bebt, und unter deinen Füssen sich alles was dir wi derstrebt, wird völlig beugen müssen; Wann alle Engel vor die stehn, da wird auch jedes Auge fehn, wie hoch dich Gott erhoben. 4. Da werden, Gott, auf dein Geheiß, die Toden wies der leben; Dein Feind mit Furcht, dein Freund mit Preis sich aus dem Grab erheben; Und wer wird da, Herr Jesu Christ, daß du der Herr des Lebens bift, noch ferner leug nen können? 4. Wer spottet dann noch deiner Kraft, wann du, die hier dich siehen, für ihre Schuld zur Rechenschaft mit Majestät wirst ziehen? Wie wird, wann dich ihr Aug er blickt, und sie dein Strafges richte Von dem allgemeinen Weltgerichte. 229 richte drückt, der Spötter| cher die Pracht, die deinen Heer verstummen! Tag einst heilig macht; Wie groß wirst du dich zeigen! Wann du auf lichten Wolken einst mit deiner Engel Heer ers scheinst, die sich vor dir, Herr, beugen. Dann sieht die Welt die Majestät, dazu dich, Gott, dein Gott erhöht. 6. Und wann du dann die Deinen nun mit Preis und Eh. re ziereft, fie ewig ihnen wohl zuthun, zu deinem Himmel führest; Wie völlig wirds dann offenbar, daß es in dei: nen Händen war, die Deinen zu beglücken! 7. Gieb, daß ich dann, Herr Jefu Chrift, mit Freuden vor dir stehe; und dir, der du so berrlich bist, getroft entgegen sehe. Wann deiner Feinde Notte zagt, von Neu und Angst und Furcht geplagt, dann jauchze meine Seele! 8. Daß ich dieß Glück er langen mag, so laß in diesem Leben, o Heiland, deinen grof sen Tag mir stets vor Augen schweben. Er reize mich, dir mich zu weihn, in deinem Dienste treu zu seyn, und so mein Heil zu hoffen. 4. Da stehen sie vor deinem Thron, erwarten den bestimm ten Lohn mit Freuden und mit Beben. Die Sünder trifft nun Schmach und Vein; Die Frommen aber führst du ein in das verheißne Leben. Nun zeigt die That Herr JesuChrist, daß du der Erde Richter bist. s. O Herr, wann dieser 272. Erhöhter Jefu, Got. Tag erscheint, erscheine mir tes Sohn! der du schon längst der Himmel Thron als Herrscher einge. nommen; Du wirst dereinst zu rechter Zeit in groffer Kraft und Herrlichkeit vom Him. mel wiederkommen. Gieb, daß Dann froh und mit Vertraun dich, Herr, auch meine Augen schaun. dann, als mein Freund, mit deinen Gnadenblicken, daß unbeschämt ich vor dir steh, verklärt in deinen Himmel. geh, zum ewigen Entzücken; Und dazu mache mich bereit durch Glauben und durch Frömmigkeit. 2. Hier faßt fein Sterblis 6. Dein Name sey mir ewig werth, und was dein Wort von mir begehrt, das laß mich treus 3. Laut tonet dann in jedes Grab dein allmachtsvoller Ruf hinab, und schafft ein neues Leben. Auf deinen Wink muß Erd und Meer das uns zahlbare grosse Heer der Toda ten wiedergeben; Durch deis ne Stimme neu beseelt, gehn sie hervor, und keiner fehlt. Mel. Nro. 240. Mein Glaub ist meines tc. 230 Von dem allgemeinen Welt gerichte. treulich üben. Dich, den der| Donner Schall und tonender ganze Himmel preist, dich müsse auch schon hier mein Geist aus allen Kräften lie ben; So schreckt mich deine Zukunft nicht, so hab ich Muth auch im Gericht. Vosaunen Hall der Erde Grund erschüttern, und plöß, lich nun der Bau der Welt wankt, trachend stürzt, in Trümmer fällt, wann alle Sünder zittern, und vor den Richter bingerückt der Spot ter glaubet und erschrikt. Mel. Nro. 240. Mein Glaub ist meines. 273. Der unfre Mensch. heit an sich nahm, als er, uns zu versöhnen kam, kommt zum Gerichte wieder. Gewiß ist seiner Zukunft Zeit; In aller feiner Herrlichkeit steigt Jesus dann hernieder. Vernimms, o Welt, und bere dich! Der Tag des Schreckens nahet sich. 2. Warum verzeucht er? fragt der Spott; Wo bleibt der Sündenråcher, Gott? Hört Sünder, hörts mit Bes ben! Euch, die ihr frech ihm widerstrebt, und in der Bos. heit ficher lebt, zur Befrung Frift zu geben. Doch bald ist euer Maaß erfüllt, bald kommt der Richter, und vergilt. 5. Dann ist nicht mehr zur Busse Zeit! Wo werdet ihr Barmherzigkeit, und Gnad und Rettung finden? Die iht der Sünde Maaß noch häuft, fühlt, eh euch dieser Tag et greift, die Lasten eurer Suns den; daß ihr euch einst nicht selbst verflucht, wenn ihr vers gebens Hülse sucht. 6. Mein Herz erschrickt! E bebt in mir mein Innerstes, o Gott! vor dir. Ich bin ein Misfethäter. Begnadige, wann dein Gericht auch mir mein ewig Urtheil spricht, Herr, mich, den Uebertreter. Du, der die Sünder nicht ver stößt, du, Jesu haft auch mich erlöst. 3. Dann öffnet um euch her fich weit der Abgrund jener Ewigkeit mit allen feinen Schrecken; Dann wird euch, wann der Richter droht, nicht Berg und Meer, nicht Grab und Tod vor seinem Zorne decken. Denn nun nicht mehr erbarmt er sich, und sein Gericht ist fürchterlich. 4. Wann furchtbar seiner 7. Tag Gottes! Tag der Ewigkeit! Du predigt und den Werth der Zeit laut mit des Donners Stimme. Reißt, Menschen, nicht durch eure Schuld den Gott der Langs muth und Geduld, daß er nicht schnell ergrimme. Denn schrecklich wird der Sünder Bein, und groß der Frommen Wonne seyn. Mel Von dem allgemeinen Weltgerichte. Mel. Nro. 309. Mache dich, mein Geist. 5. Lehre mich gewissenhaft meine Tage zahlen, jeden 274. Herr, ich bin dein Schritt zur Rechenschaft mich Eigenthum, dein ist auch mein Leben. Mir zum Heil und dir zum Ruhm hast du mirs gegeben. Väterlich führst du mich auf des Lebens Wegen meinem Ziel entgegen. mit Boficht wählen! Gieb, daß ich ernstlich mich täglich und auch hente zum Gericht bereite. 2. Einst tömmst du mit groffer Kraft zum Gericht auf Erden; Dann soll ich zur Rechenschaft dargestellet wer den. Dein Gericht schonet nicht, Richter aller Welten! Denn du willst vergelten. 3. Weh dann mir in Ewig. teit, wenn ich deine Gabe, meis ne Kräfte, meine Zeit hier ge, mißbraucht habe! Weh dann mir, hab ich hier dein Ge. schenk verschwendet, und nicht angewendet. 2. Möchte täglich dein Ge. richt mir vor Augen schweben! Mocht ich mich stets, meiner Pflicht treu zu seyn, bestreben, daß ich nie thöricht sie aus den Augen fetzte, noch mit Fleiß verletzte! 231 Mel. Nro. 1, Mein Herz, ermuntre zc. 275. Mein höchstes Gut ist nicht auf Ers den. Dieß alles ist für mich zu klein; Es wird mir nichts, und bald schon, werden, nicht ewig, wie ich selber seyn. Ein 6. Zeigt sich erst die Ewigteit furchtbar in der Nähe, o! dann ist es felten Zeit, daß ich in mich gehe. Wann der Tod mir schon droht, kann ich deis nen Willen, Herr, nicht mehr erfüllen. 7. Mein Gewissen ftrafe mich gleich für jede Sünde, Mittler, daß ich bald durch dich Gnade such und finde. Rufe du dann mir zu: Alles ist vergeben, Sünder, du sollst leben! XXIV. Von der Ewigkeit überhaupt. 8. Dann werd ich auch im Gericht, vor dir, Herr, bestehen, und vor deinem Angesicht Freud und Wonne sehen. Ewig dein werd ich seyn, und mich, dich zu lieben, ewig, ewig üben. Glück, das Augenblicke währt, ist das nicht, was mein Herz begehrt. 2. Was sind denn dieser Erde Güter? Oft Mühe nur, und nicht Genuß. Sehr oft ein Fallstrick ihrer Hüter, und Knechtschaft selbst im Uebers fluß Von der Ewigkeit überhaupt. 232 fluß. Nur in der Ferne schmeis cheln sie, und sind das, was sie scheinen, nie. 3. Wie eingeschränkt ist un. fer Wissen! Wie unerforschlich die Natur! Umhüllt mit dicken Finsterniffen, verliehr ich oft der Wahrheit Spur. Und oft treibt mich die Wiß begier, o Seelenruhe, weit von dir. 4. Was feyd ihr unbedach. te Freuden? Ein blendend Nichts, ein Raub der Zeit; Die reiche Quelle bittrer Lei Den, nicht ruhiger Zufrieden heit, die still und sanft durchs Leben fließt, und niemals raus fchend sich ergießt. 5. Was ist die Ehre, was find Würden, und die damit verbundne Pracht? Ein glån. zend Elend, schwere Bürden, wodurch man sich zu Stla, ven macht. Bey aller Ehre fann ich klein, und ohne fie erhaben seyn. ben, nicht der Witz der Spot terey? Meine Seel ist nicht ein Rauch, nein, ein ew'ger Lebenshauch, den ich von dem Schöpfer habe: Diesen trägt man nicht zu Grabe. 2. Geist! das ist mein ho, her Namen! Dieser Leib ist mein, nicht Jch. Er ist nur des bessern Saamen der einst wird umgeben mich. Wie ein Saatkorn erst verdirbt, Frucht zu tragen, also stirbt auch mein Leib, dem höhern Leben seinen Keim enthülst zu geben. 3. Nein, Gott schuf nicht unsere Seele bloß für einen Aus genblick; Nicht den Weisen, daß ihm fehle fein gehofftes ew'ges Glück. Ew'ger Zukunft schuf er fie: Seelen, Seelen sterben nie! Seelig machen, und doch richten wird sie Goth und nicht zernichten. ni Mel. Nro. 46. Allmächtiger! wir fingen. 6. Entreiffe dich der Erde 277. Gewonn ich auch die 277. Lüsten; Erhebe dich zur Ewig: keit. Hier wandelst du noch oft durch Wüsten: Harr aus in deiner Pilgerzeit. Bald füh, ret dich des Todes Hand den Weg ins wahre Vaterland. Mel. Nro. 180. Geist vom Vater und tc. ganze Welt mit allem, was den Sinnen, was jeder bösen Luft gefällt, was würd ich, Gott, gewinnen? Was hülfe jeder Reichthum mir? Was aller Ruhm! wenn ich bey dir mein ewig Heil verlöhre? 276. Nein, ihr Spotter meinen Glauben, daß mein Geist unsterblich sey, foll mir kein Vernünfteln raus 2. Was schaffet mir Zufrie denheit und Ruhm in diesembe ben? Was kann im Tode Freu digkeit, wann mir die Welk finkt Von der Ewigkeit überhaupt. 233 finkt, geben? Nicht Menschen,| keit und Völlerey; So dengunst, kein hohes Glück; Dein tet, daß ein ew'ges Leiden ind Heil nur, ein gewisser Blick ew'ges Weh erschrecklich sey. ins Glück der Auserwählten. Noch ruft euch Gott, noch ist es Zeit; Ach denkt doch an die Ewigkeit! s. Erhebt ihr euch, die ihr in Ehren, und vor der Welt in Ansehn lebt! Laßt euch den Hochmuth nicht bethören. Was bleibt euch, wann man euch begråbt, von eurer Pracht; ein Sterbekleid. Ach denkt doch an die Ewigkeit! 3. Nach diesem Kleinod, Herr, will ich vor allen Din gen trachten; Und ist die Welt mir hinderlich, die Welt mit Muth verachten. Daß ich die schmale Straße geh, bald an der engen Pforte steh, die mich zu dir führt, Jesu! Mel. Nro. II. O fönnt ich dich, mein tc. 278. Jhr Menschen, wie feyd ihr bethöret, daß ihr die schnöde Lust der Welt und ihren Schaum weit höher ehret, als was der Him, mel in sich hålt? Was ist denn, das euch so erfreut? Ach denkt doch an die Ewigkeit! 2. Gefeßt, ihr lebtet hun. dert Jahre, ein Ziel, wozu Gott felten ruft, so trågt euch doch zulegt die Bahre zu der Verwesung hin, zur Gruft. Erwägt, wie turz ist diese Zeit! Und denkt doch an die Ewigkeit. 3. Exfreut ihr euch, ihr Mammonsknechte, an eurem Reichthum, Geld und Gut? O denkt, ihr seyd von dem Ge schlechte, das mit dem Reichen kläglich thut, der um ein Tropflein Waffer schreyt. Ach denkt doch an die Ewigkeit! 4. Vergnügen euch der Wollust Freuden, und Ueppig, 6. Ja, ihr unglaubensvolle Sünder! Die nur ein leerer Schein ergött, und die ihr Gottes fromme Kinder für Thoren und Betrogne schäßt, und eures eitlen Thuns euch freut; Ach denkt doch an die Ewigkeit. 7. Ihr aber, ihr bedrängte Frommen! Könnt ihr in dies ser Jammerwelt zum Frieden, den ihr wünscht, nicht kommen; Wann Unglück auf euch häufig fällt, ja grosse Trüb. fal euch bedráut, so denkt nur an die Ewigkeit! 8. Die Lust der Welt muß bald vergeben, sie habe noch so guten Schein; Hingegen eure wird bestehen; so lange Gott noch Gott wird seyn. Dort ist der Sieg, hier Kampf und Streit, hier Schmerz, dort Freud in Ewigkeit. 9. So gebt euch denn alls hier zufrieden, und haltet es für Von der Ewigkeit überhaupt. 234 für einen Ruhm, wenn euch hier Angst und Noth befchie den. Wenn jetzt bey eurem Christenthum die Welt euch mit Verspottung braut; So tröstet euch die Ewigkeit. 10. Must du, mein fum. mervolles Herze, gleich oft in Kreutz und Trübfal seyn: Auf, faffe dich im größten Schmer ze und lerne dich der Zukunft freun. Gedenk in deinem Kreuß und Leiden, an Gott und an die Ewigkeit! Mel. Nro. II. O könnt ich dich, mein tc. 279. Du gabft mir, Ew'. ger! diefes Le ben nicht für den Augenblick der Zeit; Nein, was du mir davon gegeben, gabst du mir für die Ewigkeit. Hier ist al. lein der Prüfungsort; Bestrafung und Belohnung dort. 2. Du schenktest mir Verstand und Willen; Die Wahrheit zu erkennen, Licht; Kraft, deine Vorschrift zu erfüllen, und eine Nichtschnur meiner Pflicht; Der Tugend inneres Gefühl, und Freyheit, wie ich wählen will. 4. Und dennoch låffest du mich wissen, daß dieß mein irrdisch Haus zerbricht. Ich soll zwar dieser Welt genies sen, doch als genöß ich ihrer nicht; Ich soll der Sinnen Lüste fliehn, wenn sie mich u der Erde ziehn. 3. Du schmückteft durch dein mächtigst: Werde! Mit Reiß und Pracht mein irr. disch Haus, und goffest über diese Erde die Wunder grof fer Schönheit aus; Du schufft mir feine Sinnen an, wodurch ich sie empfinden kann. 5. Der Freude soll ich oft nicht achten, die meinen Sin nen reizend dünft; nach Wol luft, Ehr und Gold nicht trach ten, wornach so mancher Weltmensch ringt; Nicht flies hen, was das Herz oft scheut, ja wählen, troß der Bitterfeit. 6. Die Prüfung, Gott, war nicht vergebens; Du wolltest sehn, ob ich dir treu, in der Gemeinschaft jenes es bens mit dir zu wohnen wur dig sey; Ob ich vom Tand des Eitlen leer, einst höhrer Freu den fähig war. 7. Wohl mir! wenn ich es muthig wage, der groffen Hoffnung werth zu feyn, und diese turzen Prüfungstage Gott und der Tugend ganz zu weihn; Wenn nie men Fuß den Pfad verliert, der mich zum bessern Leben führt. wenn ich 8. Wohl mir! den Hang zur Sünde, die Luft des Fleisches und der Welt, und jede Lockung überwinde, die noch mein Herz gefesſelt hält; Und wenn ich, o welch ein Gewinn! Hier Sieger! dort gekrönet bin! 9. D Von der Ewigkeit überhaupt. 9. O Gott, gieb deines Geis stes Starke, die in den Schwachen machtig ist, dem, der zu diesem groffen Werke zu klein, zu schwach, zu sinnlich ist: Lehr mich die Eitelkeit verschmähn, und stets nach meinem Ziele fehn. XXV. Von den verschiedenen Schicksalen der Frommen und Gottlosen in der Ewigkeit. Mel. Nro. 18. Wie soll ich dich würdig. 280, wie unaus. sprechlich see, lig werden wir im Himmel seyn! Da, da erndien wir unzählig unsers Glaubens Früchte ein. Da wird ohne Leid und Zähren, unser Le ben ewig währen. Gott, zu welcher Seeligkeit führst du uns durch diese Zeit! 2. Hier ist zwar, was du den Frommen dort für Glück bereitet hast, noch in Keines Herz gekommen. Welcher Mensch auf Erden faßt deines Himmels groffe Freuden? Doch nach dieses Lebens Leis den werden alle die dir traun, mehr noch, als sie hoffen, schaun. 235 10. Laß mich oft in gesuns den Tagen mein Grab mir in Gedanken baun, und bey des Lebens Freud und Plagen auf dich und auf das Künft'ge schaun; Damit ich meiner Pflicht getreu, des höhern Les bens fähig sey. 3. Neue Wunder deiner Gute werden da ihr Glück er. höhn; Mit erstaunendem Ge. müthe wird dann unser Auge fehn, deine Huld sey über schwenglich, und das Gu, te unvergånglich, das dem, der dich reditch liebt, deine Baterhand dort giebt. 4. Dann wirst du dich uns fern Seelen offenbaren, wie du bist. Keine Wonne wird uns fehlen, da, wo alles Wonne ist. Zu den reinsten See ligkeiten wird und dort der mittler leiten, der uns dieses Glück erwarb, als er an dem Kreuße starb. 5. Da wird deiner From men Menge ein Herz, eine Seele seyn, Liebe, Dank und Lobgesänge dir, erhabner Gott, zu weihn; Dir und dem, der selbst sein Leben wils lig für uns hingegeben. Mit ihm, unserm größten Freund, sind wir ewig dann vereint. 6. O wer sollte sich nicht sehnen, aufgelöst und da zu seyn, wo nach ausgeweinten Chránen, ew'ge Güter uns ers freun; Wo sich unser Kampf in Palmen, unser Klagelied in Pfalmen, unfre Angst in Luft verkehrt, die forthin kein Kums mer stört. 7. Was 236 Von den verschiedenen Schicksalen der 7. Was ist unser Loos auf| chen feel'gen Augenblick; Doch Erden? Obs auch noch so alle Freuden, die ihm werden, tröstlich sey, ists doch nie ganz sind ihm ein unvollkommnes von Beschwerden, Sorgen, Glück. Er bleibt ein Mensch, Furcht und Kummer frey. und seine Ruh nimmt in der Schnell folgt hier auf Luft oft Seele ab und zu. Weinen; Dort nur wird die Zeit erscheinen, wo kein Wech, fel mehr uns beugt, wo das Glück beständig steigt. 3. Bald stören ihn des Kör pers Schmerzen; Bald das Geräusche dieser Welt; Bald tampft in seinem eignen Her zen ein Feind der öfter siegt, als fällt, bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kum mer und in Ungeduld. 8. Sey, o Seele, hoch er. freuet über das erhabne Glück, das dir einst dein Gott verleihet! Richte deines Glau. bens Blick oft nach jener Stadt der Frommen, mit dem Ernst, dahin zu kommen. Trachte, weil du hier noch bist, nur nach dem, was droben ist. 4. Hier, wo die Tugend of ters leidet, das Laster öfters glücklich ist, wo man den Glücklichen beneidet, und des Befümmerten vergift; hier fann der Mensch nie frey von Vein, nie frey von eigner Schwachheit seyn. 5. Hier such ichs nur; Dort werd ichs finden. Dort werd ich heilig und verklärt, der T gend ganzen Werth empfin den, den unaussprechlich groß sen Werth; Den Gott der Lite be werd ich sehn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 6. Da wird der Vorsicht heil'ger Wille mein Will und meine Wohlfarth seyn; und lieblich Wesen, Heil die Fülle am Throne Gottes mich ers freun. Dann låst mein dir geweihter Sinn mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel 9. Ohne Heiligung wird teiner, Herr, in deinen Him. mel gehn. O so mache immer reiner hier mein Herz, dich einst zu sehn! Hilf du selber meiner Seele, daß sie nicht den Weg verfehle, der mich ficher dahin bringt, wo man ewig dir lobsingt. Mel. Nro. 11. O könnt ich dich, mein tc. 281. Nach einer Prüfung furger Tage er wartet uns die Ewigkeit; Dort, bort verwandelt sich die Klage in göttliche Zufrieden, heit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und jene Welt reicht ihr den Preis. 2. Wahr ists, der Fromme fchmeckt auf Erden schon man. Frommen und Gottlosen in der Ewigkeit. 237 dunkel sah; Das wunderbar| Herrlichkeit, die offenbar an und heilig nennen, was uner. uns soll werden von Ewigkeit forschlich hier geschah. Dazu Ewigkeit? Wie nichts, wie denkt mein Geift, mit Preis gar nichts gegen sie ist doch und Dank, die Schickung im ein Augenblick voll Müh! Zusammenhang. Mel. Nro. 125. Wie göttlich sind doch zc. 282. Es ist noch eine Ruh vorhanden für jes den Gott ergebnen Geist, wann er sich dieses Körpers Banden nach Gottes Willen einst ents reißt, und nun nicht mehr so eingeschränkt, als hier auf Erden, lebt und denkt. 8. Da werd ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil sich offenbart; Ein Heilig, Heilig, Heilig ingen dem Lamme, das erwürget ward: Und aller Himmel feel'ges Heer jauchzt ihm ein. stimmig Preis und Ehr. 9. Da werd ich in der Engel Schaaren mich ihnen gleich und heilig sehn; Das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn. Da wird durch je. den Augenblick ihr Heil mein Heil, ihr Glück mein Glück. 10. Da werd ich dankvoll dem begegnen, der Gottes 3. Wie Mütter ihre Kin Weg mich gehen hieß, ihn mit der tròften, so tröstet deine entzückter Rührung seegnen, Gütigkeit mich mit der Wons daß er mir ihn so treulich ne der Erlösten, mit völliger wieß; Da find ich in des Hoch- Zufriedenheit; Und dann sten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o möchte Gott es geben! vielleicht auch mir ein Seelger zu: Heil sey dir! Denn du haft mein Leben, die Seele mir gerettet, du! O Gott, wie muß dieß Glück erfreun, der Retter einer Seel zu seyn. im 2. Zu dieser Ruhe werd ich kommen, und, Gott wie sees lig bin ich dann! In deinen Himmel aufgenommen, fang ich das begre Leben an, wo nach der Laft, die hier mich drückt, der Freuden Fülle mich erquickt. 12, Was send ihr Leiden dieser Erden, doch gegen jene wird mir recht offenbar, wie gut hier deine Führung war. 4. Da schweigen alle meine Klagen; Da bringt mein frommer Lobgesang dir felbft für dieses Lebens Plagen mit nie gefühlter Regung Dank. Froh jauchz ich dann: Sie find vollbracht! Der Herr hat alles wohl gemacht. 5. Auf ewig trifft mich dann kein Leiden, kein Schmerz Von den verschiedenen Schicksalen der 238 und keine Schwachheit mehr; Ich denk und fühle nichts, als Freuden, gefront von dir mit Breis und Ehr: Mein Glück wird vest, und volles Heil bleibt dann in Ewigkeit mein Theil. 6. Gott, laß mich dieß zu Herzen fassen! Daß du den, der dich redlich liebt, nicht stets willst in der Unruh lassen, die dieses Leben noch umgiebt. Drum flösse Muth und Kraft mir ein, dir auch im Leiden treu zu seyn. 7. Mein Heiland, der du felbst auf Erden der Leiden Foch getragen haft! Will ich des Lebens müde werden, und fühl ich dieser Tage Last; So starte mächtig meinen Geist, daß er dem Unmuth sich ent. reißt. 8. Gieb, daß in Hoffnung fener Ruhe, die einst der From. men Erbtheil ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du darinn mein Vorbild bist; So folgt auf meine Prü. fungszeit gewiß vollkommne Seeligkeit. fucht stillt, und sich ohn Ende mehret. 2. Dich lern ich dann in hellerm Licht in deiner Grösse tennen, und mit vollkommner Zuversicht dich meinen Vater nennen. Mit hoher Freude bet ich dann auf ewig dein Er. barmen an, das mich zum Himmel führte. 3. Wann mein erhöhter Geist da sicht, was ich dir zu getrauet; Wann er dein un umschränkt Gebiet noch heller überschauet; Gott, welche Wonne ist dann mein! Wie werd ich deiner da mich freun! Wie feelig da mich finden! 4. Noch größre Werke seh ich dann von deiner Schöp fersgüte, als ich auf Erden ses hen kann, und mein entzückt Gemüthe verliehrt voll Dant und Freude sich in deiner Herrs lichkeit, die ich in vollem Glanz erblicke. 5. Da werd ich deinen gnads gen Rath noch mehr, als bier, verstehen, dir danken, daß du mich den Pfad der Jugend hieffest gehen, und selbst durch Leiden dieser Zeit mich zu dem Glück der Ewigkeit so vater lich bereitet. Mel. Nro. 46. Allmächtiger! wir singen. er Freuden Füll 283. Der ist, Gott, bey 6. In unbefleckter Heilig dir, und in dem höhern Leben teit werd ich dann Gott, dich wird deine Huld daraus auch lieben, und was dein Wille mir, zu voller Gnüge geben, mir gebeut, mit frohem Hers was mich mit reiner Luft er zen üben. O welche Quelle füllt, was meiner Seele Sehn. reiner Luft, sich keiner Sünde mehr Frommen und Gottlosen in der Ewigkeit. 239 mehr bewußt, in allem richtig zückt, wenn er hinauf gen Handeln! Himmel blickt, dahin dein Wort uns leitet, wo deine mils de Baterhand aus neuen Wundern wird erkannt, die du da haft verbreitet. Mächtig fühl ich mich getrieben, dich zu lieben, der zum Leben, das dort ist, mich will erheben. 7. Mein Leib, aufs herr. lichste verklärt, mit Himmels. glang umgeben, von allem frey, was ihn beschwert, ge, schickt zu höhern Leben, auch der nimmt dann an allem Heil und an der hohen Won ne Theil, die meinen Geist entzucket. 8. Den Heiland, den ich hier geliebt, seh ich dort mir zur Bonne. Die Herrlichkeit, die ihn umgiebt, ist mir auch Licht und Sonne. Auch da ist er mein Herr, mein Freund, durch den ich, Gott, mit dir vereint, stets neue Freuden schmecke. 9. Mit allen Bürgern jener Welt, die deinen Thron umgeben, werd ich dort, ihnen zugefellt, in reinster Freund, schaft leben. Wie klopfet dann in meiner Brust mein ganzes Herz voll Lieb und Luft, die ich mit ihnen theile. 10. Ja, ewig ist, mein Gott, bey dir der Freuden reichste Quelle. Ich schöpfe draus, doch bleibt sie mir stets voll auf alle Fälle. Mein Glück währt da in Ewigkeit, nichts fehlt ihm an Vollkommenheit. Herr, bilf es mir erreichen. Mel. Nro. 105. Wie herrlich strahlt zc. 284. Mein ganzer Geist, Gott, wird ent2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bey dir zu finden? Du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wuns der deiner Gute dar, daß wir sie froh empfinden; Doch hier find wir bey den Freuden noch mit Leiden stets umgeben, dort nur ist vollkommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr, und fein Grab. Dort wischest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, kein Geschrey; Denn du o Herr, machst alles neu, das Alte ist vergangen. Hinfort sind dort für Gerech te, deine Knechte, keine Plas gen mehr zur Prüfung zu ers tragen. 4. In deinem höhern Heis ligthum erschallet deines Na mens Ruhm vor lauter fro. hen Zungen. Da krahlt die Herrlichkeit des Herrn, da schaut man sie nicht mehr von fern, da wird fie neu besungen. Völlig giebt sich den Erlösten, sie zu trösten, der zu kennen, den 240 Von den verschiedenen Schicksalen der den sle hier schon Vater nen-| mir es auch erringen. Laß nen. mich eifrig darnach fireben, und mein Leben hier so führen, daß ich dort fann triumphiren. Mel. Nro. 53. 5. Mit neuer Inbrunst lie, ben wir dich, Vater, dann und dienen dir mit fröhlichem Gemüthe. Nichts stört den Frieden unsrer Brust und un, fre tausendfache Luft an dei, ner großen Güte. Kein Neid, kein Streit hemmt die Triebe reiner Liebe unter Seelen, die hinfort nun nicht mehr fehlen. Wie viele Freuden tc. 285. Ein Fremdling bin und kurz sind meine Tage; So manche Noth, die mich be fällt, reißt mich hier noch zur Klage. Doch Vater, jene St ligkeit verfügt mir meine Pil grimszeit, und stärkt mich selbst im Leiden. 6. Gott! Welche Schaar ist dort vereint! Die From: men, die ich hier beweint, die find ich droben wieder. Dort fammlet deine Vaterhand sie, 2. Jetzt, da die Sünde mich noch drückt, feufzt meine ban die ein Sinn schon hier verge Seele. Wie bald ist nicht band, Herr, alle deine Glie, der. Ewig werd ich, frey von Mängeln, selbst mit Engeln, mir zum Seegen, da die reinste Freundschaft pflegen. mein Herz berückt. Wer merkt, wie oft er fehle! Doch einst werd ich vollkommen rein, ganz heilig und ganz feelig feyn; Dieß tröstet meine Seele. 7. Da komm ich zu des Menschen Sohn, der für mich starb, um dessen Thron viel tausend Seelge stehen. Der du der Deinen Wonne bist! Dich werd ich da, Herr Jesu Christ, mir zum Entzücken, sehen. Dann wird, mein Hirt, nichts mich können von dir trennen; Ohn Aufhören werd ich bey dir seyn, dich ehren. 8. Wie seelig werd ich dann erst seyn! Wie sicher werd ich mich dann freun! Dir ewigs lich lobsingen! O Jesu, Herr der Herrlichkeit, du hast dieß Glück auch mir bereit; Hilf 3. In stiller Nacht wein ich oft, Herr, hinauf zu deiner Höhe; Mein schwaches Herz seufzt freudenleer, wenn ich den Morgen fehe. Ein Blick gen Himmel tröstet mich, und meine Thränen stillen sich einst ganz in jenem Leben. 4. Wann mich der Zukunft Schicksal schreckt, die Noth der fernen Tage; Wann sie in mir die Sorg erweckt, ob ich sie auch ertrage; So mils dert mir die Ewigkeit das fur ze Elend dieser Zeit, daß nicht mein Herz verzage. 5. Wann Frommen und Gottlosen in der Ewigkeit. 241 5. Wann einst, der ist| 6. Herr, diesen Trost, der von ferne dráut, der Tod mir nåher winket, wann nach der Arbeit dieser Zeit mein Haupt zum Schlummern sintet; So sterb ich froh: Die Ewigkeit zeigt mir des Himmels Herr. lichkeit, die alles überwie. get. mich erfreut, vermehr in meis nem Herzen. Mich stärke jene Herrlichkeit bey meiner Walls farth Schmerzen: Sie sey in meinem Tod mein Heil, und einst mein längst gewünschtes Theil, wann ich vom Tod ere wache. 286. Mein ein O Gott! er schaf fen hast du mich möch te doch mit Innbrunft sich zum ew' gen Freu den le ben mein Herz da hin er he ben, wo vol les Heil dem wird zu Theil, der hier dich treu vers ENNIFEELI ehret; wo alles Leid der Prüfungs.Zeit in Won ne sich ver teh ret. 2. Wenn dieses Lebens Last| mit Muth und Kraft, in deis mich drückt, weß soll ich dann ner Furcht zu wandeln, und mich trösten? Die Hoffnung auch alsdann gewissenhaft, ists, die mich erquickt, einst wann Weltluft reißt zu hans auch mit den Erlösten bey dir dein? Ein öfftrer Blick auf jes zu sein, und frey von Bein| nes Glück des wonnevollen in Ewigkeit zu leben. Sollt ich denn hier nicht mit Begier nach solcher Hoffnung streben? 3. Was stärkt mein Herz Lebens; Richt ich dahin nur meinen Sinn, so kämpf ich nicht vergebens. 4. So gieb denn, daß ich a alles 242 Von den verschiedenen Schicksalen der allezeit vorzüglich darauf ach.| Grab, das ich ins Todesthal te und nach dem Glück der Ewigkeit vor allen Dingen trachte; Damit ich treu im Glauben sey, der Tugendfrüchte bringet. Denn ew'. ges Heil wird nur zu Theil dem, der nach Tugend ringet. hinab getroft und freudig ges he. Die Klarheit jener bessern Welt, schafft, wann mich Dun felheit befällt, in meinem fine stern Herzen Licht und Heiter. teit im Angesicht. Dann, Jes fu, Christ, mein Herr und Gott! Mein Herr und Gott! Dann wird ein Schlummer mir der Tod. 287. Mei s. O wäre dieses Heil schon mein! O schmeckt ich schon die Freuden, daran sich dro. ben, fren von Pein, bewährte Fromme weiden! Sieh dieser Zeit, mein Geist, erfreut, doch mit Geduld entgegen! Herr, steh mir bey, im Guten treu, den Lauf zurück zu legen! Mel. nro. 49. Um Gnade für die zc. ein Heiland, wenn mein Geist erfreut, im Glauben auf die Herrlichkeit des ew'gen Erb, theils blicket, das du für mich bereitet haft: Wie leicht dünft mich dann jede Last, die mich hienieden drücket! Dann wird der Eitelkeiten Tand in feinem Unwerth mir bekannt; Der Erde Pracht ist mir, wie Nichts, beym Anblick jenes ew'gen Lichts. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott! Mein Herr und Gott! Dieß Heil verdank ich deinem Tod. 2. Wenn einst auf deinen Wint mein Geist des Körpers Banden sich entreißt, dann stårk ihn aus der Höhe, daß mir nicht schrecklich sey das 3. Auf kurze Zeit schließt fich zur Ruh mein thránenvols. les Auge zu, und schlummert in dem Staube; Doch der, der mich zum Staube ruft, der ruft mich einst auch aus der Gruft; Ich weiß, an wen ich glaube. Er lebet, und ich werd durch ihn der Grabesnacht gewiß entfliehn, mein Geist und mein vertlärt Gebein wird sich des Herrn, des Mitts lers freun. Herr Jefu Chrift, mein Herr und Gott! Mein Du schaffit Herr und Gott! das Leben aus dem Tod. 4. Du bleibest meine Zuvers ficht, mein Trost, wann einst das Weltgericht die Engel ausposaunen. Vor deinem Chron werd ich dann stehn, dich, Richter aller Völker, fehn, dich sehn, und froh ets staunen. Auch mir schenkst du dann jenes Heil, der Ausers wählten feel'ges Theil; Ich soll( dein Mund schwur c mir zu:) Ich soll verherrlicht jeyn, wie du. Herr Jesu Chriß, Frommen und Gottlosen in der Ewigkeit. 243 Christ, mein Herr und Gott!| schadenfroher Friedensstörer, Mein Herr und Gott! Stårk ftein Menschenfeind wird da diesen Glauben einst im Tod! mehr seyn, wo der, der in dent Himmel wohnt, der From men Treu dereinst belohnt. Mel. Nro. 125. Wie göttlich sind doch ic. 288. Wie wohl thuft du, mein Gott, den Deinen! Du führst sie einst gum Himmel ein. Da wer. den Leid, Geschrey und Wei nen mir nur ein dunkies Traumbild seyn. Da wird, auf leicht verschmerzte Pein, vollkommne Wonne mich er freun. 2. Wie fröhlich wird mein ganzer Wille, Herr, da in dei. nem Willen ruhn! Da find ich aller Wünsche Fülle; Was ich gehofft; das schau ich nun; ja, über alle Hoffnung weit empfind ich da Glückseeligkeit. 6. Wie wohl wird uns da feyn, wo Klarheit durch alle Wege Gottes scheint: Wo lauter Liebe, lauter Wahrheit des Himmels Bürgerschaft vereint; Und wo du dich, Herr Jesu Christ, verklärt uns zeis gest, wie du bist. 6. Nie geht ein Frevler, tin Empèrer ins Reich der feel'gen Geister ein; Ken 7. 3ur Hoffnung solcher Seeligkeiten, in der Vereini gung mit dir, wollst du, o Herr, mich vorbereiten; Drum schaff ein reines Herz in mir! Du, den ich schauen foll, bist rein; So laß auch meine Seele feyn. Mel. Nro. 155. DEB So schlummerst du tc. 3. Wie überewigend ist die Wonne, die den erlösten Geist entzückt, wenn er nun dich, 289. fchrecklichs Leid der Deinen Sonne, in deiner Herrlichkeit erblickt! Und so, mein Heiland, seh ich dich, und freue dein auf ewig mich. Sünder dort erfahren, die der Ewigkeit, die durch keine Zucht von Gott hier zu bessern waren! 4. Da komm ich zu den ed. len Seelen, die nun durch höhres Licht verflårt sich Gottes Führungen erzählen, der sie durch Prüfungen bewährt, und wundervon nach seinem Rath zu ew'gen Glück er hoben hat. 2. Durch ihre Schnld von Gottes Huld und Angesicht geschieden, sehn sie nimmer, mehr das Licht, haben nim. mer Frieden. 3. In dieser Welt, zum Ort bestellt, wo wir geprüfet wer. den, haben auch die Bösen noch Theil am Glück der Erden. 4. Hier können sie in ihrer Müh sich noch des Eitten d. 2 freuen, Von den verschiedenen Schicksalen der freuen, und, wenn das Ge-| jede Schuld vergeibt, wenn wissen plagt, ihr Gemüth zer, wir uns bessern lassen, der freuen. bats verkündigt; Er, der gut, gerecht in allem was er thuh wahrhaftig ist und heilig. s. In jener Welt, die nichts enthält für sie an guten Ga ben, auch ein Tropflein Was. fers nicht, sie im Durst zu laben. 3. Auch der, der unser Heil erwarb, der, von der Sün de Bürden uns zu erretten, litt und starb, damit wir feelig würden, der lehrt es, Jesus, unser Herr. Wer ist so gut, wer gnädiger, als Gott, als Jesus Christus? 4. Erzittert! Nur verwers fet nicht die schauervolle Lebe re, als wenn nicht auch ihr Glaube Psicht, nicht Gottes würdig wäre; Die ihr so leicht euch täuschen last, fönnt ibe durchschaun, was er umfaßt, der Zukunft Tief ergründen? 244 6. Und wo forthin ihr bd. fer Sinn unsonst Zerstreuung suchet; da, da fühlen sie sich nun von dem Herrn versuchet. 7. Ihr Wurm der nagt, und sie zerplagt, stirbt nims mer im Gewissen; Nie ver. lischt des Feuers Brand, den fie leiden müssen. 8. O Gott des Heils! Wir unfres Theils verehren dich im Glauben. Laß den Trost der bessern Welt teinen Feind uns rauben! 9. O rette doch auch Suns der noch, die ist dir wider fireben! Laß sie, recht zu dir bekehrt, ewig mit uns leben! Mel. Nro. 269. Gerechter Gott! vor zc. 290. Ah! chrecklich wird Sünder leiden sollen, wenn fie nicht hier gerecht und rein durch Christum werden wol, len! Ja, ewig ist der zweyte Tod; den Gottes Recht den Frevlern droht, die seine Huld verachten! 5. Bermeßt ihr euch, barm herziger, als Gott ist, und ge rechter zu richten? weiser, als der Herr, den frevelnden Verachter? Hat er euch seiner Strafen Art mit ihren Folgen offenbart, daß ihr ihn meis stern wollet? dieStrafe die 6. Gerecht ist, gut, was er gebent, und werth, daß ers gebiete: und werth auch ab les, was er draut, der Heilig feit und Güte. Laßt ihm die Waag; Er, der nicht irrt, wird feines Menschen Recht! und wird sein eignes Recht nicht beugen. 2. Der Gott, der uns so schont und liebt, wenn wir 7. Nicht jedes Volk e die Lafter haffen, der gnädig pfängt das Licht, das ſeine Chris Frommen und Gottlosen in der Ewigkeit.# 45 Chrißen haben; Verschieden Sünde Joch, entreiß dich th wird auch fein Gericht und Lohn seyn, wie die Gaben. Da, wo er nicht gesået hat, wird er, wie er schon hier nie that, auch dort nicht erndten wollen. ren Ketten. Dann such auch deine Brüder noch vom Tode zu erretten. Thu's nicht aus Sklavenfurcht allein; Du müsseft dich der Tugend freun; Denn sie giebt Ehr und Freude. 8. Du zitterst vor der Ewigkeit? Ach zittre dir zum Heile, daß, eh du's glaubit, nicht, was er draut, dich Sichern übereile. Zu deinem Heil ent, hüllt er dir die Flamme des Gerichts, um hier und dort dich zu beglücken. 9. Zerbrich nur selbst der Dritte Hauptabtheilung. 10. O wann du einst vol. lendet bist, dann wirst du ganz verstehen, wie der Gerechte gnädig ist; Frohlockend wirk du's sehen. Dann ist, was dich hier zittern macht, ent. hüllt von jedes Schattens Nacht, ganz Herrlichkeit und Wonne! Lob und Gebetlieder, nach Anleitung der christlichen Sittenlehre. - I. Von der Gottesfurcht, der Tugend, und der Rechtschaffenheit überhaupt. 291.23 Gott, du frommer Gott! Du Ge ber ohn den nichts ist, was ist, von dem wir al ler Ga ben. al les ha ben; 2 BE220SE Be sun den Leib gieb mir, und -246 t Bon der Gottesfurcht, der Tugend FILLE HELI und daß in sol chem Leib ein un ver leg te Seel 17 und rein Ge wis sen bleib. 2. Gieb, daß ich thu mit| thum, Ehr und Glück, so gieb Fleiß, was mir zu thun ge. auch dieß dabey, daß ich nicht bühret, wozu mich dein Be- ungerecht, nicht stolz noch fehl in meinem Stande füh, sicher sey. ret gieb, daß ich jedesmal 6. Soll ich in dieser Welt thu, wann und wie ich soll, und so gerathe mirs durch deinen Seegen wohl.com 3. Hilf, daß ich rede fiets, womit ich fann bestehen. Laß tein unnützes Wort aus met nem Munde gehen; Wenn aber Amt und Psicht zu reden mir gebeut, so gieb den Wor: ten Kraft doch ohne Bitter. teit. 4. Gerath ich in Gefahr, so laß mich nicht verzagen, gieb wahren Christenmuth, das Kreuß hilf selber tragen: Gieb, daß ich meinen Feind mit Sanftmuth überwind, und sende Hülf und Rath, wenn sie mir nöthig sind. 5. Laß mich mit jedermann in Fried und Eintracht leben, so weit es christlich ist. Willst Du mir etwas geben an Reich, 292. TE lag iba ng lag nicht, und tåg mein Leben höher bringen, und unter mancher Laft hins durch ins Alter dringen; So gieb, daß ich auch fiets ein frommes Herz bewahr, das mit ich tragen mag mit Ch ren graues Haat. 7. 3ulest laß mich als Christ einst froh von hinnen scheiden, die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden es ruhe fanft der Leib in seis ner stillen Gruft, bis ihn dein Allmachtswort ins neue Les ben ruft. 8. Wann alle Todten einst auf dein Gebot erwachen, so wird auch meinen Staub dein Ruf lebendig machen: Dann führe mich verklärt in deinen Himmel ein, und laß mich feelig dort mit allen From men feyn. mein Herz, wie schwer lich, Got lich, Got tes Wil( 3 2 und der Rechtschaffenheit überhaupt. 381585NEL es sen, hier als ein Christ zu wan deln, len treu, zu den ten und zu han deln, 11111 Wahr ists, die Tu gend to stet Müh, sie ist # der Sieg der Lü ste; Doch rich te selbst, 247 PIE was wå re sie, wenn sie nicht tám pfen müß, te? 2. Die, die sich ihrer Laster 4. Was war es, hått uns freun, trift die tein Schmer; Gott vergönnt, nach unsers hienieden? Sie sind die Sklas Fleisches Willen, wann Wol ven eigner Pein und haben keislust, Neid und Zorn entbrennt, nen Frieden. Der Fromme, die Lüste frey zu ftillen; Ließ der die Lüfte dämpft, hat efter den Raub, den Undant zu auch seine Leiden, allein der den Frevel, dich zu franken, Schmerz, womit er kämpft, den Menschenhaß, was wirs verwandelt sich in Freuden.. dest du von diesem Gotte denken? 3. Des Lasters Bahn ist anfangs zwar ein breiter Weg durch Auen; Allein fein Fort, gang wird Gefahr, sein Ende Nacht und Grauen. Der Tu. gend Pfad ist anfangs fteil last nichts als Mühe blicken, Doch weiter fort führt er zum Heil, und endlich zum Ent. aucken. 5. Gott will, wir follen glücklich seyn; Drum gab er uns Gefeße. Sie find es, die das Herz erfreun, sie sind des Lebens Schäße. Er spricht zu uns durch den Verstand, er spricht durch das Gewissen, was wir Geschöpfe seiner Hand, flichn oder wählen müssen. 6. Ihm Von der Gottesfurcht, der Tugend 248 5. Ihm folgen, das ist Weisheit nur, und Freyheit ists, dieß wählen: Ein Thier foigt Trieben der Natur, ein Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geistes Eigen. tbum? Was sein Beruf auf Erden? Die Tugend. Was ihr Lohn, ihr Ruhm? Gott ewig ähnlich werden. 10. Sey start, o Seele, ab lezeit, denk oft an deine Bah re, vergleiche mit der Ewig. teit den Kampf so kurzer Jab re. Das Kleinod, das dein Glaube hält, wird neuen Muth dir geben; Und Kräfte der zukünftgen Welt, die werden ihn beleben. 11. Denk endlich zur Be ruhigung, daß Gott den Schwachen duldet, der bey dem Ernst der Heiligung doch manches noch verschuldet. Gott lieber Herzensredlichkeit und sieht auf dein Bestreben; Er ist ein Vater, der verzeiht, und er hat Luft zum Leben. Mel. Nro. 224. Herr, allerhöchster Gott 8. Du freiteft nicht durch 293. Herr aller Weisheit Quell, gieb mir recht zu erkennen, daß nur die Frömmigkeit auch Weisheit fey zu nennen; Doch gieb mie auch dabey ein Herz, daß so Sohn, der Brod begehrte?| dich ehrt, wie die es wohl. Bet oft, Gott müßte Gott gefällt, und uns dein Sohn nicht seyn, wenn er dich nicht gelehrt. erhörte. eigne Kraft: Drum muß es bir gelingen. Gott ist es, wel cher beydes schafft, das Wol len und Vollbringen. Wann gab ein Vater einen Stein dem 9. Dich stärket auf der Tu. gend Pfad das Beyspiel feel'. ger Geister; Ihn zeigte dir, und ihn betrat ja selbst dein Herr und Meister. Laß dich nur nie des Frechen Sport auf diesem Pfade hindern; Der wahre Ruhm ist Ruhm bey Gott, und nicht bey Menfchentindern. 7. Lern nur Geschmack am Wort des Herrn und seiner Guade finden: Und übe dich getreu und gern, dein Herz zu überwinden. Wer Kräfte hat, wird durch Gebrauch von Gott noch mehr bekommen, wer sie nicht brauchet, dem wird auch das, was er hat, genommen. 2. Ich nenne mich nach ihm. Befördre mein Bestreben, auch fiets nach seinem Sinn, denken und zu leben. Ich bin getauft auf ihn. Dieß fey fur Heiligung, der ich gewidmet ward, mir stets Ermunterung. 3. Auch mir gabst du dein Wort, dieß leite meine Seele, daß fie den sichern Weg der wahren Tugend wähle. Was nügt und der Rechtschaffenheit überhaupt. 249 nügt der Glaube mir mit sei.| Böse scheu, und stets das Gu, ner Bissenschaft? Wenn doch re liebe. Laß mich doch nicht, mir immer fehlt zum Guten Herr, meine Pflicht mit Bor. Luft und Kraft. satz je verletzen, der Seele Heil, mein bestes Theil, lag mich nach Würden schätzen. 4. Laß mich gewissenhaft in allen Sincken wandeln, und überall vor dir so denken, re. den, handeln, daß ich, im Herzen rein, dir, Gott, vertrauen kann, und froh versichert sey, Du nimmst dich meiner an. 3. Mein Gott, ich bitte dich, verleih mir einen vesten Glauben, der standhaft, treu und thätig sen, und laß mir den nichts rauben. Gieb, daß ich mich allzeit auf dich, und auf dein Wort verlaffe, und in der Roth, ia felbst im Tod, dein Heil getroft umfaffe. 4. Hilf mir, der ich erlöset bin, daß ich den Heiland lie. be, und bilde mich nach seinem Sinn; Gieb, daß ich mich fiets übe, auf ihn zu sehn, ihm nachzugehn, und gern, wie er, seys noch so schwer, mein Kreuz auf mich zu nehmen. 5. Doch wenn ich, Schwa, cher noch aus Uebereilung feh. le, Herr, so verwirf mich nicht. Erwecke meine Seele, daß sie den Fehltritt bald erfenne und bereu, und ihn aufs fünftige zu meiden, wachsam sey. 6. Ich übergebe mich bis an mein Lebensende, mit al lem, was ich bin, in deine Vas terbånde. O mache du, mein Gott, den Vorsatz vest in mir, ein wahrer Christ zu seyn, fo leb und sterb ich dir. Mel. Nro. 289. Mein Gott! erschaffen: c. 5. Laß niemals Stolz und Eitelkeit mein schwaches Herz regieren; Nie Haß und Zorn 294. Ah, hobster Gott, und Bitterkeit zur Rache mich verleihe mir, daß ich nur dich begehre, mein gan. zes Glück nur such in dir, und dich allein verehre! Daß ich in Noth dich meinen Gott und Bater gläubig nenne; Das weder Leid, noch Glück und Freud mich jemals von dir trenne. verführen. Dein Wort gebeut Versöhnlichkeit, verdammt der Rachsucht Triebe; Gieb, daß den Feind, so wie den Freund, mein Herz aufs richtig liebe. 6. Nach vielem Reichthum, Gut und Geld, Herr, laß mich ja nicht trachten; Laß mich die Ehren dieser Welt für eitle Schatten achten; Und nie auf Pracht und Ruhm bedacht nach 2. Erfülle mich mit wahrer Ren, wenn ich dich, Gett, be, trübe! Gieb, daß ich alles Von der Gettesfurcht, der Tugend, 250 nach beyden ängstlich) streben; Laß mich vielmehr zu deiner Ehr, inwahrer Demuth leben. Mil. Nro. 24. Herr, unser Gott; c. 7. Gieb, daß ich Trug und 295. Bewabre mich, Heucheley mit aller Sorgfalt fiche, und nimmer mich durch Gleißnerey um Menschen gunft bemühe. Laß Ja und Nein mir heilig feyn, laß mich nicht lieblos richten, und Zant und Streit, mit Freundlich Feit, mit Lieb und Sanftmuth, schlichten. Herr, Wahn nie mein Gemüth be thöre, als war es schon genug gethan, wenn dir nur aufr Ehre der Mensch, dein Unter than, erweist. Erinnre mein Gewiffen, wie lauter, rein und tugendhaft die dich ver ehren müssen, die dir gefal len wollen. 2. Die fommen nicht in Jo su Reich, die ihren Herrn ihn beiffen, sich aber nicht mit Ernst zugleich der Heiligung besteiffen. Nur die, die deinen Willen thun, läßt du, als des ne Kinder, o Gott in ew'gen Frieden ruhn, wenn heuchle rische Sünder von die vers ftoffen werden. 8. Zur unbefleckten Reinigtet, Herr, lente mein Gemu the, daß ich in dieser Prů. fungszeit vor böser Lust mich hüte. Der Lügen Feind, der Wahrheit Freund, laß mich aufrichtig wandeln, und je, Derzeit nach Billigkeit mit mei. nem Nächsten handeln. 9 Gieb, daß ich stets den Müssiggang famt aller Trågheit siche; Daß ich die Welt mein Lebenlang zu nüßen mich bemühe. Laß meinen Fleiß zu deinem Preis, o Gott, mir bekennen. Gieb, daß mein wohl gelingen, und seegneft du das, was ich thu, so laß mich dir lobiingen. 10. Ach, gieb mir deinen- qu. ten Geist, daß er mich stets regiere, und mich, wie es dein Glaube thätig fey, und u gendfrüchte bringe; Daß vom Sündendienste frey, mit Eifer darnach ringe, im Gu ten zuzunehmen. 4. Du fennst, o Gott, det Wort verheißt, auf deinen Menschen Herz, und lieb, Wegen führe: So wird mein die redlich handeln. O laß in dir zu gefallen streben, und du richtig vor dir wandeln! Herz in Freud und Schmerz, Freude wie in Schmerz, mich wirst mir, Gott, einst bey dir Dein Wille sey mein Augen. met! Hilf felbst mir ihn volls den Lohn der Treue geben. brin 3. Drum laß mich doch vom Glauben nie, ein heilig Leben trennen; Mich nicht für J fu Jünger hie bloß äusſerlich und der Rechtichaffenheit überhaupt. $ 251 bringen! Durch dich muß je. I lang ich hier noch walle; nur des gute Werk dem glücklich noch gelingen, der deine Hül fe fuchet. daß dabey, von Sünden frey, die Seele dir gefalle. s. Doch wenn ich aus Un wissenheit und Uebereitung feble; fo thu an mir Barm. herzigkeit, sey gnädig meiner Seele, und hilf ihr auf von ih. rem Fall, Erhalt mich bey dem einen, daß ich dich fürchte überall, bis ich einst, mit den Deinen, dir ohne Fehltritt diene. and Mel. Nro. 286. Mein Gott! erschaffen zc. 296. Hilf mir mein Gott, 4. Gieb, daß ich treu und fleissig sey in dem, was mir gebühret, daß ich auch nicht durch Heucheley und Ehrgeiz werd verführet; ja daß ich nicht je meine Pflicht durch Eigennuß entebre, und nie durch Neid, Haß, Falschheit Streit des nächsten Ruhe store. 5. Steh du mir bey, daß mein Gemüth tein wilder Grimm regiere, daß ich viel mehr durch fanfte Gut auch 1 dir von Herzen mich verlan. ge: Daß ich dich suche mit Begier; und standhaft dir an hange. Verleih, daß ich mit Freuden dich in deiner Hülfe schaue, im Herzen rein, auf dich allein mein ganzes Glück hier baue. 2. Gieb, daß ich in Gerech, tigkeit nach deiner Gnade fire. be, gottfeelig, zuchtig allezeit in deinem Reiche Icbe; Und falle ich, so stärke mich bald wieder aufzustehen, mit wah, rer Reu, dem Guten treu, den schmalen Weg zu gehen. d 3. Laß Glauben, Lieb und Hoffnung fich in meinem Her, zen mehren, fo ist mir wohl, und so kann ich als wahrer Christ dich ehren. Nimm dich auch dann des Leibes an, so nach den geß ich mich, daß Hoffarth sich will in der Seele regen, fo hilf tu mir, gebeugt vor dir, der Demuth Schmuck anlegen. 6. Hilf, daß ich folge trens em Rath, von falscher Mey nung trete; Den Armen hel fe mit der That, für Freund und Feind stets bete, dien, jes dermann, so viel ich kann, und alles Unrecht meide, an allem Ort, nach deinem Wort, bis ich von hinnen scheide. Mel. Nro. 138. So gehst du, Jefu zc. 297. Was hilft es mir seyn, wenn ich nicht chriftlich ein Christ zu lebe, und heilig, fromm, ges recht, und rein zu wandeln mich bestrebe? Wenn ich dem feeligen Beruf, zu welchem mich - 252 Von der Gottesfurcht, der Tugend mich mein Gott erschuf, nicht würdig mich beweise, und den der mich erlöfet hat, in Worten blos, nicht durch die That und gute Werte preise? 5. Weh mir! was hilft es mir einst dort, erweckt aus meinem Grabe, daß tch an Christum und sein Wort zum Schein geglaubet habe: Wenn nicht mein Glaube durch die Chat, nach Gottes Sinn und weisem Rath, sich in der Kraft tågt merken? Nur Glaube würtet Seeligkeit: Doch zeugt er auch Rechtschaffenheit; und Fleiß in guten Werken. 6. Gott! deiner ewig werth zu seyn, hilf, daß ich christlich lebe, und vor dir heilig, fromm und rein zu wandeln mich be strebe. Gieb mir Erkenntnis, Kraft und Muth, damit ich Sünde, Fleisch und Blut im Glauben überwinde; daß ich nach wohl durchlebter Zeit, den Lohn in jener Ewigkeit, den du verheiffen, finde. 2. Was hilft der Glaub an Jesum Chrißt, den ich im Mun. De führe, wenn nicht mein Herz rechtschaffen ist, und ich die Frucht verliere? Wenn mich die Eitelkeit der Welt mit ihrer Luft gefangen bält, ich ihre Fesseln liebe? Wenn ich ver. führt vom Sündenreiß, Zorn, Hoffart, Fleisches Lüfte, Geiz in Werk und Thaten übe. 3. Weit firafenswürd'ger bin ich dann, ich, der ich Chri, stum fenne, weiß, was er einst für mich gethan, ihn Herrn und Heiland nenne: Als der, der in der Finsterniß des Frrthums tappt, noch ungewiß, ob er auch richtig wandle! Ließ nicht mein Herr und Hei. land hier ein Vorbild seines Wandels mir, auf daß ich darnach handle? Mel. Nro. 224. Herr, allerhöchster Gott. 298. Jch bitte bich, mein mir Sinn zu geben, daß ich befi fen sey zu detnem Preis zu ben. Du weißt, Gott, wie viel Kraft dein Kind noch nöthig hat: Berleihe du fie mir; bey dir ist Rath und That. 4. Und ach! wo find ich Trost und Ruh, wenn mich das Leiden drücket, und mein Gewissen noch dazu die Sün. den mir vorrücket? Wo find ich Trost in meiner Noth, wenn mir der schauervolle Tod Das finstre Grab anfdecket. Und wenn das Heer der Sün. Nie, untreu meiner Pflicht, der sich auf einmal blicken mich eigne Wege gehen. Laß läßt und mich mit Furcht der diese Wahrheit mir allzeit vor Augen stehn: Gott fiebts, Gott 2. In allem meinem Thun laß mich auf dich nur ſehen; Holle schrecket? 12 und der Rechenschaft überhaupt. 253 Gott hörts, Gott strafts, ihm, du mich aber führst, so fürcht tannst du nicht entgebn. ich keine Noth. 3. Bedenten lehre mich, o Herr, in allen Fällen; Ifts denn auch recht, wenn ich der Welt mich gleich will stellen? Und, fiehet itzt schon mich der Menschen Auge nicht, ists recht vor Gott? ists recht vor seinem Angesicht? 4. Ach, führe mich, mein Gott! Wie kann ich sonst be. stehen! Und laß mich ohne dich nie einen Schritt nur ge. hen! Mir überlaffen, stürz ich mich nur in den Tod; Wenn 299. TH 5. Lehr mich die grosse Vflicht mich selber zu verlaug. nen, und was ich hab, und bin, Gott dir nur zuzueignen. Wer sucht, was Gottes ist, der findet erst sein Heil; Wer blos das Seine sucht, ver. liehrt sein bestes Theil. 6. Gott, deine Gnade sey in mir doch nicht vergebens! Erfülle du mich selbst mit Kräften deines Lebens; Daß ich in dir allein mich hier schon glücklich seh, und meine Sees le dich in Ewigkeit erhöh. THE Tu gend, o wie schon bist du! Heil, wer dich be gehrt! Nur aus dir fließt was re Rub; Du bist Got tes 2. Oft sehnt sich mein Herz nach dir hast den Trug der Welt: Aber dann wähl ich, was mir, und der Luft gefällt. 3. Gott, ich bin des Wech. fels fatt: Dir möcht ich allein eigen ganz in Rath, und That, und geheiligt seyn! werth! 4. Bater, gieb du mir Be ftand, meinem Herzen Licht: Führe mich an deiner Hand treu in meiner Pflicht. Tod von der Erde reißt; Als 5. Gieb, daß eher mich der mein Herz von dir, o Gott, los sich wieder reißt! Mele 254 Von der Nichtschnur der Handlungen Mel. Nro. 7. Kommt her, verkündigt. 300. wohl dem Men. D schen, der dem Rath der Frevler sich entzieht! Dem Menschen, der den frum. men Pfad der Uebertretter Biebt! 2. Der, wo der freche Spot ter lacht, die fromme Seel ent. fernt: sich Gottes Wort zur Freude macht und Tag und Nacht es lernt. Zeit kommt, Frucht; stets un entlaubt, und grün; Er tröstet den, der Schatten sucht: Der Wandrer seegnet ihn. 6. So ist der Fromme, was er macht, geråth ihm und ge deiht. Staub ist der Sünder, der fein lacht, Staub, den der Wind zerstreut. Mel. Nro. 180. Geist vom Vater und zc. 301. Gott, durch den wir sind und leben! Deine Güte sey gepreist, daß du uns bein Wort gegeben, das zum Heil uns unterweist, das uns unsre Pflichten lehrt, warnt, ermahnet, straft be. fehrt, und, wenn uns ein Leiden drücket, uns mit reichem Trost erquicket. 2. Gieb, daß wir es innig lieben: Ernstlich ohne Heu chelschein, das darinn Befohl ne üben, und nicht blose Ho, 6. Der, der sich gegen Gott empört, besteht nicht im Ges richt, in der Gemeine, die Gott ehrt, bieibt der Verbrecher 3. Der grünet, wie am| nicht. Bach ein Baum, von seinem Seegen schwillt, sich hebt, und einen weiten Raum mit feinen Zweigen füllt. 4. Er trägt, wenn seine 7. Dir, Höchfter; dir ges fällt die Bahn, die der Gerechs te geht. Du schaust im Zorn den Sünder an: Des Suns ders Weg vergeht. 1. Von der Richtschnur der Handlungen oder dem Geseße. drger als die Heiden, und wird doppelt Streiche leiden. 3. Darum präge Deine Lehs ren tief in unfre Seelen ein Laß sie uns mit Nußen hören, und derselben Thäter seyn. Treib uns dadurch fräftig an daß wir dich vor jedermann froh betennen, findlich lieben, betrůs und mit Sünden nicht ben. 4. In der Seele Finsterniss sen sev dein Wort uns stets ein Licht. Laß uns Trost dat, aus genieffen, wenn es uns an Trost gebricht. Es verfüg Denn, wer deinen uns jede: Noth; Es erquid Willen weiß, und ihn doch uns auch im Tod durch die nicht thut mit Fleiß, der ist Hoffnung, ganz zu schauen, was oder dem Gefeße. was wir deiner Wahrheit trauen. Mel. Nro. 223. Herr, allerhöchster Gott. 302. Mein Vater und mein Gott, du Herr von meinem Leben! Der du dein heilsam Wort zur Richtschnur mir gegeben, re. giere doch mein Herz durch deinen guten Geißt, daß ich dem folgfam fey, was dieg dein Wort mich heißt. 2. Verleih, daß ich zuerst nach wahrer Weisheit trach. te, und tein vergånglich Gut mehr, als es werth ist, achte. Wer nach dem Ewigen mit weisem Eifer strebt, erfährt, daß er zum Lohn auch hier schon glücklich lebt. 3. Gieb, daß ich vor der Welt mich unbefleckt erhalte, und daß in mir der Trieb zum Guten nie erfalte. Hilf, daß ich immer noch, im Kampf des Glaubens treu, und in der Hoffnung stark und vest gegründet sey. 4. Gieb, daß ich, als ein Chrift, mich Christo ähnlich Zeige, und achtsam mein Gemuth zu seiner Lehre netge. Sein Geist regiere mich, und 303. 255 nicht der Geist der Welt, so wandt' ich, Herr, vor dir den Weg, der dir gefällt. s. Hilf, daß ich dich, mein Gott, von ganzer Seele liebe, und Lieb und Gutigkeit auch an dem Nächsten übe. Laß fern von llebermuth mich bey des Glückes Schein, und frey von Ungeduld in trüben Tagen feyn.n 6. Nie müsse sich mein Herz der Fleischesluft ergeben, und nie dem schnöden Geiß! Mein vir geweihtes Leben sey von Betrug und Neid, von Uns barmherzigkeit, von ungerech. tem Gut, und stolzem Sinn befreyt. 7. Will deine Hand mich hier auf raube Wege leiten: So unterstüße mich, wann meine Tritte gleiten. Laß mich in aller Noth auf deine Hülfe baun, und auch, wenn sie vers jeucht, dir doch getrost vers traun. 8. Erlòs auch endlich mich von allen meinen Leiden; Und ist die Stunde da, aus dieser Welt zu scheiden, o Bater, so entzeuch, wann meine Hütte bricht, und alles mich verläßt. mit deinen Beystand nicht. er D Herr liebt un fer uns ein Ge jetz ge Le ben! zu une ge ben, als bes ferm 256 Von der Richtschnur der Handlungen. BENE ferm Heil hat er ster O ber herr. E Denn, was er uns be fich. EMELE let, ist ew'ges Recht, und zie let auf un fre Wohl farth ab. wenn ich sie willig geh. 2. Nichts hat er vorgeschrie.| mich den größten Seegen, ben, als was gerecht und gut. Der wird sich selber lieben, der Gottes Willen thut. Dieß fag ich Gott zum Preise: Gerecht, gut, heilig, weise ist ims mer sein Gebot. 6. Doch weil, aus eignem Triebe, tein Mensch die Vor schrift hält; So bilf nach deiner Liebe mir thun, was dir gefällt. Du schenkst ja 3. Ich soll ihn fürchten, gern die Kräfte zum Heil lieben, ihn ehren, ihm vergungsgeschäfte dem, der die traun, mich im Gehorsam folgsam ist. üben, auf ihn allein nur schauen, nicht fremden Gößen leben, nach Eitelkeit nicht stre: ben: Welch heiliges Gebot! 4. Ich soll den nächsten lieben und brüderlich gefinnt, ihn seegnen, nicht betrüben: Dann bin ich Gottes Kind. Wie herrlich sind die Rechte, die du für deine Knechte, Herr! offenbaret hast! 7. Bergieb, durch Chrifti Leiden, wir meine Missethat! So wandle ich mit Freuden nach deinem heil'gen Rath. Die Liebe wird mich dringen, das Gute zu vollbringen, dan Geist mein Beystand seyn. Mel. Nro. 53. Wie viele Freuden dant. 304. Herr! dein Gefes das du der Well 5. Mein ganzes Herz soll voll Weisheit, haft gegeben! heilig, auch in Gedanken rein, ist uns zur Regel vorgestellt, durch Lüste nicht abscheulich wornach wir follen leben. find auf diesen Wegen für fannt, und lehre uns, ret vor deinen Augen seyn. Ich Mach unsern Herzen es be THE oder dem Gesetze. mit Verstand den Sinn des felben faffen. 2. Du, Gott, willst mehr, als daß ich mir nicht List noch Trug erlaube: Daß ich aus Sklavenfurcht vor dir kein Mörder sey, noch raube. Was hilfts, daß weder Hand noch Fuß, noch Auge fündigt? Gott, ich muß mit jeder Kraft ge, horchen. 3. Es lästré, Gott, dein Mensch dich nicht, sei keiner Ehe Schänder! fein Frevler, welcher Eide bricht, tein Schlemmer, fein Verschwen. der, kein Freund von üppigem Geschwat, Das willst du Gott, doch dein Gefeßz gebeut noch höhre Pflichten. 4. Wir sollen und gewis. fenhaft in allem Guten üben, und dich mit aller unfrer Kraft von ganzem Herzen lieben, nicht jede Handlung nur soll rein, felbft jede Neigung soll es feyn, der stilste Wunsch uusträßlich. 5. Das forderst du, doch, Gott, wer hat die Kräfte, dei. nen Willen so durch Gedan. 257 ten, Wort und That, so heilig zu erfüllen? Wie traftlos unser Wille fey, wie groß der Sünden Tyranney, das ist die nicht verborgen. 6. Wie können wir dem Fluch entgehn? Ach? Gott, wer kann auf Erden mit seis nem Thun vor dir bestehn, durch Werke seelig werden? Du forderst viel, und wir sind schwach; Das Herz giebt leicht der Täuschung nach, und du, o Gott, wirst richten! 7. Drum eil ich, Herr, vor deinen Thron in Reu und Schaam verhüllet, zu deinem Sohne: Herr! dein Sohn hat dein Gefeß erfüllet; Er thats, und hats für mich gethan! Nimm deines Sohns Gehors fam an; Laß mich sein Blut verföhnen. Mel. Nro. 125. Wie göttlich sind doch ic. 305. Wenn ich ein gut Gewiffen habe, so hab ich groffe Seeligkeit: Es ist des Himmels beste Gas 8. Laß deines guten Geistes Trieb mein Herz zum Guten treiben, bir gern gehorchen, und vergieb die Mängel, die noch bleiben! Ich will( und das gewähre mir!) allein durch deinen Sohn vor die gerecht und feelig werden. 3. Vom innern Richter der Handlungen oder dem Gewissen. be, das höchste Glück in dieser Zeit. In Freud und Leiden giebt sie hier die wahre Rub der Seele mir. Sünder beben, daß Gott ges 2. Jch bebe nicht, wann n recht Vom innern Richter der Handlungen. 258 recht und heilig ist. Mein Mel. Nro. 82. Herz giebt Zeugniß meinem In allen meinen Thaten. t Leben, daß ich gewandelt, als ein Chrift, des göttlichen Be. rufes werth, der hier mich himmlisch wandeln lehrt. sen laß, Herr, mich 306. in rubiges Gewiß stets geniessen. Denn hab ich dieses nur, so ist für mich in za Tagen, wo andre ängstlich fo gin, nichts schreckliches in der Natur. 3. Getrost wag ichs vor Gott zu treten, und ihn voll Glaubensfreudigkeit, als mei. nen Bater anzubeten, der was ich habe mir verleiht, und jedem Heil und Segen giebt, der ihn von Grund des Herzens liebt. 4. Mit Muth trag ich des Lebens Leiden, sie dauren ei nen Augenblick; Und des Ge. wissens innre Freuden find füffer als der Sünder Glück; Und was kann höbern Trost verleihn, als leiden, und uns schuldig seyn? 2. Wenn meine Schuld mich beuget, und dann dein Geist bezeuget, daß ich begnas digt bin, wenn mich dein Trof erquicket, so oft mich Trübfal drücket: wie unschätzbar is mein Gewinn! 6. O Seele, darum sey be. Aliffen, daß unverrückte from. me Treu, dir immerdar ein gut Gewissen und Glaubens, zuversicht verleih; Und du, mein Gott, regiere mich! Denn, was vermag ich ohne Dich? 3. Sollt ich solch ruhig Lo ben für Luft der Sünde gebem und dann die innre Pein, mich felber zu verklagen, in meinem Busen tragen? Gott, laß dieß ferne von mir feyn! 4. Sein eignes Herz be fåmpfen, und seine Neigung dämpfen, ist freylich schwere wicht: doch, wenn wir uns besiegen, welch himmlisches Leibes Hütte, so geh ich ein Bergnügen gewährt die les zur wahren Rub; Indem mein Geift, der Gott gelebt, zu. Nichts kann im Wohl berwindung nicht! feinem Ursprung sich erhebt. 5. Ich eile mit gefeßztem Schritte des Lebens letter Stunde zu. Es falle dieses ergehen so unfer Glück erhö ben, als ein geruhig Herz. Das schafft uns innre Freu den, und mildert auch im Leis ten, durch seinen Troft, den größten Schmerz. 6. Die Güter zu verachten, wornach die Thoren schmach ten, was giebt uns dazu Muth? Was tröstet Gottes TRIBA Kins oder dem Gewissen, 259 Kinder beym Spotte frecher Sünder? Ein ruhig Herz das beste Gut. sieht auf dich in aller Noth, womit die Zukunft ihn bes droht; Jhn tröstet deine Liebe. 7. Zu dir gen Himmel 3. Trift ihn auch hier zus schauen, o Gott, und mit Verweilen noch das Gift der Lås trauen sich rühmen; ich bin sterzungen; Wird seines Herdein! Im Glauben der Erld- zens Ruhe doch dadurch nicht sten sich deiner Huld getrò, ganz bezwungen. Er hütet ften: welch Glück, mein Gott, sich vor Uebelthat, und denkt: tann grösser seyn. der Lügen wird wohl Rath; Gott wird die Unschuld retten. 8. Laßt du mich im Gewis fen einst diesen Trost genies, 4. Sein Geist sieht mit Zus sen, wann alles von mir friedenheit der fünft'gen Welt weicht: Kann ich dann voll entgegen. Dies giebt ihm Vertrauen, auf dich noch Ba| Muth und Freudigkeit, auch ter, schauen, so wird mir selbst auf den rauhsten Wegen. das Sterben leicht. Denn dort macht selbst, 0 Herr, dein Mund den wahren Werth der Menschen kund; Da wird der Fromme siegen. 5. Bewahre denn, mein Vater, mir ein unverleßt Ge wissen, und meine Seele wers de dir durch Sünden nicht entriffen. Mir dir, Gott aus. geföhnt zu seyn, dein heilig Recht nicht zu entweihn, sey meine 9. O laß zu allen Zeiten, mich deine Weisheit leiten, und mache selbst mich treu! Zum Fleiß in guten Werken laß mich die Hoffnung står ken, daß groß der Lohn im Himmel fey. Mel. Nro. 46. Allmächtiger! wir singen. 307. weich ein unschät. bares doch ein gut Gewissen! Wer dies ses hat, der hat auch Muth, wenn andre zagen müssen. Sein ruhig Herz erzittert nicht; Jhn schreckt kein Tod, und fein Gericht: Denn er hat Gott zum Freunde. 2. Gott, deines Beyfalls fich bewußt, vertraut er det, ner Gnade. Dein Friede wohnt in feiner Brust: und wer ist, der ihm schade? Er 6. Laß mich, was mein Ge wissen spricht, als Stimme Gottes ehren, und ohne from. men Vorsatz nicht auf seine Warnung horen. Erinnerts mich an meine Schuld, so lag mich, Vater, deine Huld in wahrer Neue suchen. 7. Durch deine Gnade står. te mich, daß fünftig meine Seele die Sünde flich und wider dich und dein Gebot R 2 nicht 260 Vom christlichen Bestreben nicht fehle. Denn wer nur| dich, durch Jefum Chrift, All reines Herzens ist, hat immer gütiger, zum Troste. 3. Vom christlichen Bestreben nach der Gewissen. haftigkeit. Mel. Nro. 51. Wie groß ist des tc. err, dessen Augen 308. He alles prüfen! Des Heuchlers List betriegt dich nie. Du schauest in der Her zen Tiefen, und tennst, und of fenbarest fie. Wer darf vor dir mit Freuden wohnen? In deiner Liebe sicher seyn? Wenn wirst du, unser Gott, bes lohnen? Wer darf sich deines Seegens freun? 2. Nur der, o Herr, darf zu dir kommen, und macht sich deiner Freundschaft werth der nach dem Namen eines Frommen, nie einen grössern Ruhm Die Den find fein Bergnügen; Er ist der Wahrheit edler Freund, Lü und unverföhnlich gegen Li, gen, der Bosheit und der Tücke Feind. 93. Ein Abscheu ist's ihm, neidisch trauern, ungern den Nächsten glücklich fehn, um ihm zu schaden, auf ihn lau. ern, und seine Thaten tückisch schmähn. Er hasset die Belei digungen, wird groß durch seine Redlichkeit. Durch unverschämte Låsterungen, wird nie von ihm ein Nam ent weiht. 4. Er ehrt, o Herr, die, die dich scheuen, verachtet den, der dich nicht liebt, nnd frech es wagt, sich noch zu freuen, wenn er durch Easter dich bes trübt. Er hålt, was er dem Nächsten schwöret, wenn der Betrug die Treue bricht; Ein ungerechter Wucher mehret gerecht erworbne Güter nicht. 5. Er eilt, erweicht durch das Erbarmen, wenn er der Menschen Elend sieht, mit seiner Hülfe nach dem Armen der voll Vertrauen zu ihm flieht. Gern theilt er mit ihm fein Bermögen, daß nicht das Gut des Waysen ist, und hält es nicht für einen Seegen, wenn es der Arme nicht ge nießt. 6. Der Fromme nimmt, das Recht zu beugen, nicht Gabett von Verbrechern an. Er fann zu keinem Frevel schweigen, und weicht nicht von der Tu gendbahn. Du, unfer Gott, wirst ihn belohnen! Du wirst fein frommes Herz erfreun! Er wird in deinen Hütten wohnen, auf deinem Berge sicher seyn. CURA 309, 309. nach der Gewissenhaftigkeit. Mche dich, mein Geift, bes chers EEEEEE rett! Wa che, sich und be te! heit! Du er wachst zu spå te, BENELL 261 ELECT be rei tet fin den. und der Tod dich viel leicht in Sün den uns wann die Noth 4. Wache, daß dich nie die Welt durch Gewalt be. zwinge; Oder wenn sie sich verstellt, liftig an sich bringe Wach und sieh, daß dich nie falsche Brüder fällen, die dir Neke stellen. s. Bach, und hab auf dich 2. Wache, dir ist unbekannt,| stets acht; Trau nicht deinem ob nicht noch auf Erden Prü fungen von Gottes Hand dich betreffen werden. Drum sey wach: Bist du schwach, o so giebt Gott Stårte, zu dem groffen Werte. 3. Wache! Denn hier hat der Christ noch von allen Sei. ten, was der Seele schädlich ist, muthig zu bestreiten. Gott läßt zu, daß auch du, wenn du forglos wallest, in Versus chung fallest. Herzen, leicht fann, wer es nicht bewacht, Gottes Huld verscherzen. Des ist voller Lift, und weiß wohl zu heuchlen, und sich selbst zu schmeichlen. 6. Aber bet auch stets das bey, bete bey dem Wachen. Gott muß dich von Trägheit frey und behutsam machen. Er verleiht Munterfeit auf dem rechten Pfade, durch ers habne Gnade. 7. Nahe dich denn mit Ge bet oft zu seinem Throne. Wenn dein Herz nur gläubig feht, hört er in dem Sohne. Er verheißt seinen Geist, mit ihm Kraft und Leben, auf dein Flehn, zu geben. 8. Drum, je näher die Ge. fahr und Bersuchung treten, Defto 262 Vom christlichen Bestreben desto mehr mußt du fürwahr faller Ruhm, wenn ich mit dir wachen, slehn und beten. mein ewig Heil verlore? Halt nur an! Denn Gott 5. Was leitet zur Zufries tann, und Gott will vom Bodenheit? Verklärt schon die sen dich gewiß erlösen. fes Leben? Was kann mir Trost und Freudigkeit auch felbft im Tode geben? Nicht Menschengunst, kein irrdisch Glück: Dein Heil nur, ein getroster Blick in jenes Lebens Freuden. Mel. Nro. 46. Allmächtiger! wir singen. 310. Nach meiner Seele Seeligkeit, laß, Herr, mich eifrig ringen; Und in der Gnade kurzen Zeit, was du befiehist, vollbrin. gen! Wie würd ich sonst vor die bestehn? Wer in dein Reich wünscht einzugehn, muß hier dein Erbe werden. 2. Erst, wann die letzten Stunden nahn, erst, wann wir sterben sollen, zu dir sich wen. den, deine Bahn erst dann betreten wollen; Das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht, den Jesus Chriftus lehret. 3. Du rufft uns hier zur Heiligung. So laß denn auch auf Erden des Herzens wahre Besserung mein erst Ge. schäfte werden! Gieb dazu Weisheit, Luft und Trieb! Kein Ruhm und Preis sey mir ſo lieb, als deine Lieb und Gnade. 7. Gewonn ich auch die ganze Welt mit allem, was den Sinnen, was jeder bösen Lust gefällt was würd ich, Gott, gewinnen? Was halfe icder Reichthum mir? Was 6. Nach diesen Kleinod, Herr, laß mich vor allen Dins gen trachten; und ist die Welt mir hinderlich, die Welt mit Muth verachten! Daß ich auf deinen Wegen geh, und im Gericht dereinst besteb, sey meine größte Sorge. 7. Doch, was vermag ich, wenn du nicht für Trägheit mich beschüßzest, mich nicht gut Treu in dieser Pflicht felbſt träftig unterstüßest? O starte mich, mein Gott dazu; So find ich hier schon wahre Rub, und dort ein ewig Leben! Mel. Nro. 180. Geist vom Vater und ic. 311. Gott, ich will mich ob ich redlich bin vor dir. Du kennst meines Herzens Tiefen, ach, entdecke sie auch mir! Lag mich sehen, ob ich treu dir in meinem Wandel sey; Ob ich! recht zu thun, mich übe, weil ich dich von Herzen liebe! 2. Eitelkeit und Eigenliebe sind die Götter dieser Welt; Aber nach der Gewissenhaftigkeit. 263 ben, meiner Tugend treu zu bleiben.ser Aber nie sind die Triebe, Dieß allein ließ ich mich treis Deren Wirkung dir gefällt. Wer das Gute, daß er übt, nicht mit reiner Seele liebt, Richter, dem giebst du die Krone der Gerechten nicht zum Lohne. 3. Die um deiner Liebe willen wandeln, wie dein Wert gebeut, diese diese nur erfüllen das Gesetz der Fröm: migkeit. Nicht nur das, was wir gethan, auch die Quelle fiehst du an. Deine Liebe foll uns dringen gute Werke zu vollbringen. Deine 6. Ach, wie könnt' ich dich vergessen! Dir, mein Gott, nicht dankbar feyn! Liebe nicht ermessen! mich nicht deines Bevfalls freun! meinen Lohn hab ich dahin; eitler Ruhm ward mein Ge winn! Und zu dir fonnt ich mich schwingen, und dein ewig Lob erringen! 7. Gott, der du in deinem Sohne reich bist an Barmhers zigkeit; Gott, mein Vater, ach, verschone der nicht lautern Frömmigkeit! Ich bekenne meine Schuld. Ach, bedecke fie mit Huld! Laß mich deine Liebe rühren, und mein gans zes Herz regieren. 4. Wie ein Nebel, so ver. schwinden meine Tugenden vor mir. Strafft du sie gleich nicht als Sünden, stammen sie doch nicht von dir. Deine Liebe trieb mich nicht zur Er. füllung meiner Pflicht. Ohne, Gott, an dich zu denken, ließ ich mich zum Guten lenken. 5. Ich gehorche deinem Rechte, daß mir diese Folg. famkeit Huld und Gunst bey Menschen brachte, und den Ruhm der Frömmigkeit. Wenn ihr Beyfall mich erhob, o wie süß war mir dieß Lob! feiner würdig werde? 312.1 8. Gieb, daß alle meine Werke Früchte deiner Liebe feyn! Sie erfülle mich mit Stårte, ganz mein Leben dir zu weihn! Ich bin Gottes Eigenthum; Dieß sey mir der höchste Ruhm! Was ist mir das Lob der Erde, wenn ich EE Gieb, o Gott! mir Kraft und Wil. STELLE len, dein Ge ses treu zu er fül len; Gich mir, daß 264 Vom chriftlichen Bestreben daß ich im mer hin fromm, und gut, und heis lig bin. 2. Gieb mir Weisheit, recht| auf dich bauen, und in deinem zu handeln, heilig stets vor dir zu wandeln, nur zu thun, was meine Pflicht, und mein Leh. rer Jesus spricht. Schuß allein sicher und u frieden seyn! 3. Gieb mir einen vesten Glauben, den mir keine Spót. ter rauben, einen Sinn, der dich ergreift, und für bes're Welten teift. 4. Laß mich lebhaft dir vertrauen, meine Hoffnung 5. Laß mich dich von Hers zen lieben, nie durch eine Sünd betrüben. Zich mein Herz ganz zu dir hin, daß ich ganz dir heilig bin; 6. Wann ich dann von dies fer Erde einst von dir gerufen werde, zeige mir in Ewigkeit, Bater, deine Herrlichkeit! UI. Von unsern Pflichten gegen Gott, und den Erlöser Jefum Christum. 1. Von der Erkenntniß Gottes. Mel. Nro. 62. Jauchzt unserm Gott, ic. 3. Was ist im Himmel, Gott, was ist auf Erden, daß 313. Soll ich mein Geist, so wie du, verdient, erkannt o Gott, zu dir er zu heben, und dich zu kennen glücklich sich bestreben, so mußt du selbst, um groß von dir zu denten, die Kraft mir schenken. werden? Was ist, das meinen. Durft nach Glück so stille, als deine Fülle? 4. Dich suchen, ist die edel ste der Sorgen; Zwar bist du unerforschlich und verborgen, 2. Laß doch, o Herr, dein doch willst du, wenn wir nur Licht mich stets erfreuen, und dein Licht nicht haffen, dich meiner Seele Finsterniß zers ftreuen: Erleuchte mich, daß finden lassen! 5. Mit lauter Stimme leh mich, zu deiner Ehre, dein ren deine Werke und deine Glanz verklare. Weisheit, deine Gut und Starte, Von der Erkenntniß Gottes. Stärke, auch hast du selbst, sen hoch dafür gepriesen! und unterwiesen! 6. Und immer mehr willst du dich offenbaren, wenn wir getreu, was du uns lehrst, bes wahren, wenn wir, was dei ne Lehren würken sollen, uns beffern wollen. 7. Ach möcht ich, Gott, aus allen meinen Kräften dich suchen, ruhn von Sorgen und Geschäften, und mein Ges muth, um mich zu dir zu schwingen, zur Stille bringen. 8. Doch mein Verstand ist unflåt, trág, er scheuet der Ue berlegung Müh, und, schnell zerstreuet, sinkt er, wenn ich zu bir gezogen werde, zurück zur Erde. 9. Auch täuscht mein Herz ihn, machet ihn vermessen, verführt ihn, feine Gränzen zu vergessen, will mehr, als feine Kräfte mir vergönnen. von dir erkennen. 10. Ergreife mich, und leis te meine Seele, daß sie den Weg zum Lichte nicht verfeh, le, gewähre mir, damit sie nicht ermüde, Ernst, Luft, und Friede! 11. Dann werd ich immer heller dich erkennen, und tåglich mehr von deiner Lieb entbrennen, die gern gehorchen, fröhlich dich erheben, dir, Gott, nur leben!. 265 Mel. Nro. 24. Herr, unser Gott, wer zc. 314. Der du, o Gott, mein Schöpfer bist, du, den ich findlich, ehre, dich rich tig zu erkennen ist des Christen Luft und Ehre. Stets seeliger durch dich zu seyn, dich immer mehr zu lieben, sich deiner immer mehr zu freun, muß er sich tåäglich üben, von dir stets mehr zu lernen. 2. Wir kennen uns zu dir auch hier schon immer näher schwingen. Wie schwach wir sind, mit dir, mit dir foll uns dieß Wert gelingen. Nur laß uns auf den Unterricht von dir in deinen Werken und auf der Offenbarung Licht getreu und forschend merken, damit wir weiser werden. 3. Nur Sünder geben, Herr, nicht acht, wie du dich uns verkläreft; mit welcher Weisheit, Huld und Macht du uns erhältst und nährest; Wie alles schön geordnet, sich einigt; wie so väterlich du zum allgemeinen Seegen vers uns auf tausend Wegen mit Luft und Heil begegnest. 4. Wer fromm und gut ist, siehts erfreut, sieht täglich mehr Beweise von deiner Größ und Herrlichkeit zu deis nem Ruhm und Preise. Zum Lichte, wird die Finsterniß, die dich und deine Pfade ihm oft verbirgt, er wird gewiß, daß Herrs Von der Erkenntniß Gottes Herrlichkeit und Gnade stets| feit im Leiden; Giebt, weil er deine Werke frönen. brünstiger dich liebt, mehr Troft, giebt hohe Freuden, selbst in der Angst des Todes. 5. Was er nicht fast, ver schmäht er nicht, empórt sich nicht dawider: Und wo er zweifelt, fucht er Licht, fragt seine weisern Brüder, fragt feine Lehrer, harrt und schweigt, baß er nicht freveind richte, was er nicht einsieht: überzeugt, im Dunkel und im Lichte seyst du gleich groß und herrlich. 9. Laß denn von heiliger Begier und Sehnsucht mich entbrennen, dich, Gott, und deinen Sohn schon hier stets besser zu erkennen; Daß ich, von jedem Wahne frey, dich immer treulich liebe, dir im mer mehr gehorsam sey, und täglich mehr mich übe, dich würdig zu erheben. 6. Wie liebt er nicht dein Wort, o Herr, das doch die Spotter haffen! Er ehrts und täglich strebet er ganz ſeinen Sinn zu fassen. Wenns ihm nun zeiget deinen Sohn, und deiner Liebe Thaten, der See, le Werth, der Tugend Lohn, die Erndten ihrer Saaten: Was fühlt er dann für Freuden! 266 Mel. Nro. 7. Kommt her, verkündigt. wenn mein Geist 315. Wie feelig bin ich hinauf zu Gott sich schwingt und, wenn er seinen Schöpfer preist, der Engel Wert volla bringt. 2. Wer gleicht Gott? wee ist so geschmückt mit Herrlich feit und Licht? Ihr Seras phim! ihr seht entzückt sein göttlich Angesicht. 7. Ist dieß blos Morgen, rothe( spricht der Heilige voll Wonne) was wird der Tag einst seyn; welch Licht der Zu. kunft volle Sonne! Wie theuer sind ihm dann, o Herr, nicht deines Worts Gesetze! Biel theurer, Gott, viel herrlicher, als aller Reichen Schäße, als jedes Glück der Erde. 3. Ein voller Strom von Wollust quillt aus seiner W fenschaft. Denn er ist feelig und erfüllt mit Freuden, was er schafft. 8. So wird er stets erleuch. teter, von Vorurtheilen frever, zum Guten immer williger, ftandhafter und getreuer. 5. Auch ich entstand, weil Mehr Weisheit, mehr Er. er mich schuf, um ewig froh I kenntniß, giebt mehr Freudig zu seyn. Heil, Seele, dir! 4. Er spricht ein Wort, und schnell umringt den Seeligen ein Heer, das feelig ist, und ihm lobsingt, das niemand zählt, als er. Denn Von der Erkenntniß Gottes. denn dein Beruf ist, Gottes dich zu freun. 6. Schon fichst du durch ein dimmernd Licht des Unaus. sprechlichen! Dort wirst du ihn von Angesicht in größter Klarheit sehn. Mel. Nro. 2. Mit Singen dich zu zc. 316. An dich, mein Gott! gedenken, ist Pflicht und Trost für mich; Wenn Sorg und Gram mich från ken, so sieht mein Aug auf dich, dann mindert sich mein Schmer;; Dann fliehn die bangen Sorgen, wie Nebet| vor dem Morgen, und Ruh erfüllt mein Herz. 2. Denk ich an deine Liebe, wie werd ich dann erfreut! Wenn alles um mich trübe, und mir ein Wetter draut, ist sie mein Sonnenschein. Mich können keine Leiden von deiner Liebe scheiden, so groß sie im. mer seyn. 3. Mit fröhlichem Gemüs the denk ich an deine Treu; Denn Vater, deine Güte ist alle Morgen neu. Seh ich nur stets auf dich, wird mir die Arbeit füffe, in der ich Schweiß vergieffe; Du un terstüßest mich. 267 Gott! bist du mein. Drum fann ich Hoffnung faffen, du wirst mich nie verlassen, nein, stets mein Helfer seyn. 5. Wie gut ists, dein ges denken! Die Welt mag im. merhin ihr Herz aufs Eitle lenten. Wie schlecht ist ihr Ge. winn! Zu dir halt ich mich, Gott! Dieß bringt, auch wenn ich leide, dem Herzen Trost und Freude; Dieß starkt mich einst im Tod. 6. Drum will ich an dich denten, so lang ich denken kann: Wird man ins Grab mich fenten, fo geh ich zwar so die Bahn, da mich die Welt vergißt; Doch du, Herr, denkst noch meiner, wenn auch auf Erden Keiner mein einges dent mehr ist. Mel. Nro. II, O fönnt ich dich, mein zc. 317. Wo find ich Gott, den meine Seele vor allem ewig lieben will? Du, den ich mir zum Trost ers wähle, schweig, Herr, zu mei. nem Wunsch nicht still! Wann werd, ich mit dir, ew'. ger Freund, noch völliger, als hier, vereint! 2. Wie wollt ich dich, mein 4. Du gabst mir aus Er. Gott nicht preisen, wenn ich barmen den Sohn, der für dich fähe, wie du bist! Zwar mich starb, und großmuths- deine Wunder, Herr beweisen, voll mir Armen dein Kind wie unaussprechlich gut du schaftsrecht erwarb. In ihm, bißt: Wie schimmern sie! doch zeigt 268 Von der Furcht Gottes, und dem zeigt der Glanz mir deine Herrs| forsche nach, und bleibe, dich lichkeit nicht ganz. zu sehn, zu schwach. 6. Und hört ich nur auf dei ne Stimme in deinem Worte, hört ich nur, wie du verdienest, auf die Stimme der dir lob fingenden Natur! so lernt' ich hier schon mich allein, Gott, deiner Herrlichkeit zu freun. 3. Mir macht zwar jedes deiner Werke mehr, als ich rühmen tann, bekannt; Es zeigt mir deiner Allmacht Stárke, und deinen weifesten Verstand, und deine Huld, die felbst das Lob des Davids noch zu schwach erhob. 4. Du sprichst auch, wie mit einem Kinde, in deinem Wort, o Gott, mit mir, wie gut, wie zärtlich! doch die Sünde verdunkelt mir das Licht von dir. Was kann ich wissen, wenn dein Geist nicht felb von dir mich unter= weist? 5. Doch wenn in meinen Finsternissen er auch mein blò, des Aug erhellt; Was lern ich, Gott, von dir? mein Wis fen bleibt immer Stückwerk in der Welt. Ich suche dich, und dann dich lieben! Mit wel 7. Wie brünstig würd ic chem Eifer würd ich mich, dir, Bater, zu gefallen üben! Wie feelig war ich blos durd dich! Nun aber täuschet meis nen Geist, gleich Kindern, Zand, wenn er nur gleist 8. Gieb, daß der Strahl von deiner Wahrheit mein ben leite, bis ich dort, di näher seh, und mit mehr Klat heit, als hier an diesem Pris fungsort! Ich, der ich hier faum stammeln fann, lobsins ge dir dann, wie ein Mann. 2. Von der Furcht Gottes, und dem ehrerbietigen Gebrauche seines Namens. 318. 11 We ie groß bist du, o Gott! Wie groß Wer ist auf Er den dir, wer dir ist, Herr, dein Reich! im Him mel gleich? Die Er de bebt von dei nem 269 '' fill 美 nem Fuß, und auch der ganze Himmel muß sich, ehrerbietigen Gebrauche seines Namens. un ter tie fem Schwei gen, vor dei nem Chro ne beu gen. 2. Du hast durch deine helles Auge scheun. Erinnre Kraft die Himmel ausge- mich an meine Pflicht, an deis streckt, der Erde Grund gelegt, ne Macht, und ans Gericht, dem Meer sein Ziel gesteckt. wenn ich es wollte wagen, Dein Wort bewegt der Berge Gehorsam zu versagen. Grund, und stürzt sie in des Meeres Schlund. Willst du zur Strafe ziehen, so tann fein Mensch entfliehen. 4. Wir alle sind durch dich, find Werke deiner Hand. Leib, Seele, Gut, und Blut hast du uns zugewandt. Du lehrst das menschliche Geschlecht, Herr durch Vernunft, und Schrift dein Recht; willst, daß wir Thun und Denken nach deiner Vorschrift lenken. 4. Erleuchte meinen Geist, o Gott, mit deinem Licht. Dich fürchten sey mir stets so Seeligkeit als Pflicht. Hilf, daß ich als dein Unterthan, der niemals dich entbehren kann, bemüht sey, deinen Wils len gehorsam zu erfüllen. 5. Laß deine Gegenwart mir stets vor Augen feyn: laß auch im Dunkeln mich dein schnöder Heucheley, und gieb, 6. O reinige mein Herz von daß meine Furcht vor dir nicht knechtisch sey: nur Eindlich laß fie, Vater, seyn, und Kraft zum Guten mir verleihn, das mit ich Welt und Sünde durch sie hier überwinde. Mel. Nro. 1. Mein Herz! ermuntre zc. 319. Dich fürchten, Gott, dich findlich scheus en, sey meine Lust und Seeliga feit; Denn niemand kann sich deiner freuen, der nicht dein heilig Auge scheut. Drum. wirke, Herr, dein Geist in mie Furcht, wie ein Kind sie hat, vor dir. und denke; So ist die wahre 2. Sie leite, was ich thu, Weisheit, Gott! Sie führe meinen Gang und lente zur Eugend mich in Glück und Noth. 270 Bon der Furcht Gottes, und dem Roth. Wer sie nicht schätzt| ruft. Wie werd ich fetner noch lieb gewinnt, der ist nicht dann mich freun! Wie groß dein, ist nicht dein Kind. wird meine Wonne seyn! Mel. Nro. 125. Wie göttlich sind doch ic. heit Quelle tene 320. Willst du der Weis nen? Es ist die Furcht vor Gott, dem Herrn. Nur der ist weiß und klug zu nennen, der alle feine Pflichten gern, weil Gott sie ihm gebeut, volls bringt, wenn gleich dazu kein Mensch ihm zwingt. 3. Gieb, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du allge genwärtig bist, und das vor dir zu thun mich schame, was dir, mein Gott, ein Gräuel ist! Was hilft das Lob der ganzen Welt, wenn dir mein Leben nicht gefällt? 4. Nie laß mich dein Ge. richt vergessen, damit ich deinem Rufe treu, in meinem Glücke nie vermessen, in Noth nie wanfelmüthig sey; Daß ich nicht frevle, weil du schonst, nicht uns nach unserm Thun gleich lohnst! 5. Ja, Vater, laß mit Furcht und Zitiern mich schaffen mei ne Seeligkeit; Laß meinen Glauben nichts erschüttern, und schüße mich vor Sicher, heit! Nie werde meine Zuver, ficht der Täuschung Wahn, Gott sieht mich nicht! 6. Laß stets in deiner Furcht mich wandeln, und mich, ich fey auch, wo ich sey, allein nach deinem Willen handeln; Denn du verdammst die Heu, chelen. Wer dich von Herzen scheut und ehrt, nur der ist dir, o Vater, werth. 2. Lern Gottes Gröfferecht empfinden, und fühle deine Nichtigkeit: so wirst du nie dich unterwinden, mit thörich ter Verwegenheit zu tadeln, was sein Rath beschließt, der wunderbar doch heilig ist. 3. Wirst du den Höchsten findlich scheuen, so wird die teine Vaicht zur Laft: nur das wirst du vor ihm bereuen daß du sie oft versäumet hat. Wer Gott, als Zeugen, vor sich hat, der freut sich jeder guten Chat. 4. Wenn Nacht und Dulls helheit dich decken, die dem Verbrecher Muth verleihn wird dich die Furcht des Herrn erwecken, auch dann, was un recht ist zu scheun. Dent nur/ vor seinem Angesicht ist Fine sterniß, wie Mittagslicht. s. Den Höchften öffentlich verehren, sowohl als in der wohin mich mein Versöhner Einsamkeit: Die Stimme des 27012 Ges 7. Laß einst in deiner Furcht mich sterben, so schreckt mich weder Tod noch Gruft. Ich werde deinen Himmel erben, ehrerbietigen Gebrauch seines Namens. 27 E Gewissens hören, und willig| Gott, deine Furcht stets wohthun, was sie gebeut, auch nen! So werd ich auch mit das lehrt dich die Furcht des meinem Mund, Herr! deines Herrn; Auch das thut, wer Namens schonen, und nicht ihn fürchtet gern. durch Fluchen ihn entehren, nicht aus gewohntem Leichts sinn fchwören, nie deinen Ra, men låstern. 6. Läst dich die Welt Ver achtung merten, wenn du dich fromm von ihr entfernst, die Furcht des Höchsten wird dich starken, daß du die Welt vers achten lernst. Wer Gott, dem Höchten, wohlgefällt, ist glücklich, selbst beym Spott der Welt. 7. Sich stets vor dem All macht'gen scheuen. giebt Hel: denmuth und Tapferkeit, wenn uns der Menschen stols zes Drauen, was Gott mißfällt, zu thun gebeut. Ist Gott mein Schuß, mein Heil und Licht: so fürcht ich mich vor Menschen nicht. 8. Laß deine Furcht, Gott, mich regieren, mich stets auf dich, den Höchsten fehn, las sie mich zu der Weisheit führen, so werd ich niemals irre gehn. Wohl dem, der dich fets findlich scheut! Dich fürchten, Gott, ist Seeligkeit. 2. Groß, majestätisch ist der Herr. Im Himmel und auf Erden soll seines groffen Namens Ebr tief angebetet werden. Wer seines Namens Heilig teit durch Låstrung, Fluch und Schwur entweiht den treffen seine Strafen.com 3. O wehe dem verwegnen Mund, der gerne flucht und schwöret! Der macht den größten Leichtsinn fund, der so den Herrn entehret. Wer oft so schwöret, fündigt oft, und wird nicht selten unvers hoft zur Strafe hingeraffet. 4. Herr, laß voll Ehrerbie, tigkeit und deiner stets gedens ten. Wer deinen Namen find. lich scheut, wird seine Zunge lenfen; daß sie sich nicht zum Fluch und Schwur, zu deiner Ehr, zum Guten nur, nach deinem Willen rege. Mel.. Nro. 269. Gerechter Gott! vor 2C. 321. Laß doch in meines Herzens Grund, 3. Von dem Eide, und wider den Meineld. Mel. Nro. 24. Herr, unser Gott, zc. 322, Herr, Du bist beilig kein Trug, kein gottios Wea Zorn vertilgt die Bösen; Vor dir besteht der Heuchler nicht, im Gericht, dein Von dem Eide. 272 fen. Du liebest Wahrheit, Recht, und Treu, wers wagt, bey dir zu schwören, und hegt im Herzen Heucheley, den wirst du nicht erhören; Dein Eifer wird ihn strafen. 2. Drum laß mich, Gott, der Wahrheit nur ein lautres Zeugnis geben, und nie die Hand empor zum Schwur, voll Trugs und Falschheit hes 6. Denn einst wirst du der ben. Du blickst ins Innre, Herzen Rath allwissend offen wirst gar bald die Wahrheit| bahren, und jedem wird, nach hell entdecken, wenn wir sie| dem er that, Vergeltung wis gleich im Hinterhalt der Lüge derfahren. Dann wird, o fchlau verstecken, und blöde Herr, vor deinem Thron be Menschen täuschen. schämt der Heuchler stehen: den Frommen aber wird der Lohn, dich, wie du bist, zu f hen, du Gott der Treu und Wahrheit! 0 Falschheit rein, so kann ich freudig beten, und überzeugt, dein Kind zu seyn, getrost, Herr, vor dich treten. Des Frommen Hülf und Gott bist du, wirst sein Gebet gewäh ren, und des Gewissens heitre Ruh wird ihm dein Lohn be währen, der ewig seiner wartet. 3. Als des Gewiffens Unrub quält den, der die Lügen liebet, was wahr und redlich ist, verheelt, und falsches Zeugniß giebet. Voll Argwohns geht er, und beschämt, aus Furcht, entdeckt zu wer: den: wer aber seine Zunge zähmt, der findet Ruh auf Er- der Welt, deß Auge alles fies den, und Lohn bey Gott im| Himmel. 323. Gott, mein Schöpfer, Herr 4. Wenn mich des Bor. theils Stimme lockt, so laß mich sie nicht hören, und nicht, durch niedern Geiß verstockt, mit Unrecht Gut erschwören. Was Arglist und Betrug ge winnt, wird nimmermehr ge. het, vor dem der Engel nieders fällt, der höchste Seraph kniet! Laß deines Namens Majes stát mein Herz mit Ehrfurcht füllen, wenn ich hin vor dein Antlig tret, nach meiner Obern Willen, dich eidlich an zurufen. 2. Laß deine Gegenwart deihen; Es fällt dahin, Herr, mich scheun, o allerhöchstes und zerrinnt: nur ewig fann Befen! Nichts kann vor die erfreuen die Redlichkeit und verborgen seyn: Gedanken Dir, bir, Unschuld. 5. Bin ich von Trug undo Herr, bin ich ja fund an all fannst du leſen. und Mel. Nro. 24. Herr, unser Gott, c. und wider den Meineid. 273 und jedem Orte. Du kennest| bezeuget werden, du, du, meines Herzens Grund, weißt alle meine Worte, und was ich dabey dente. feyst, o Allwissender! im Him mel und auf Erden der Zeus ge, und der Richter. 3. Du bist auch, o Alwis fender! Der Menschen höch. fter Richter, und strafft, als ein gerechter Herr, die frechen Bösewichter, die sich in ihrer Tolltühnheit vor deiner Macht nicht scheuen, und dei. nes Namens Heiligkeit durch falschen Schwur entweihen, ins Angesicht dir lügen. 4. Osteure, Herr! hinfort allzeit dem Gräuct solcher Sünden! Laß deines mens Heiligkeit ein jedes empfinden, das je zum Eide fich entschließt. Du, aller Falschheit Rächer, du, dessen Drauen Wahrheit ist, strafst wiefach die Verbrecher, die faischlich bey dir schwören. 4. Laß Niemand auch Gelegenheit zu falschen Eiden gebeu; Und will sich oft um Kleinigteit ein böser Zwist er: heben, so lente du durch dei nen Geist zum Frieden die Gemuther, daß Niemand jemals fich erdreist't um Ehre oder Güter, mit Unbedacht zu schwören. Mel. Nro. 125. Wie göttlich sind doch zc. 324. Wer bey dem Nas men Gottes schwöret, und was er zuges jagt bat, bricht, der ist ein Frevler: Denn er ehret den, der die Wahrheit selbst ist, nicht. Nie kann er frei zum Vater gehn, nie Glück und Heil von ihm erflehn. 2. Wir sollen ja nach Gots Nates Willen die Wahrheit lies Herz ben, so wie er, und was sie fordert, gern erfüllen, und fiel es uns auch noch so schwer. Wer sie verletzt, verwirft sein Heil: Meineidige sind Gott ein Grául. 3. Wer darf denn hoffen, ihn zu sehen, wenn er durch Eide, die Gott hört, will seine Brüder hintergehen, und falsch bey seinem Namen schwört; Bor Gottes heili. aem Gericht besteht ein solcher Frevler nicht. 4. Und slöh er zu dem fern. sten Meere, Gott findet allenthalben ihn. Wann er auch noch so mächtig ware, fann er sich Gottes Macht entziehn? Ihm hilft nicht Eha re, Macht noch Geld, felbft nicht die Gunst der ganzen 5. Drum 6. Jedoch läßt sonst ein ha der nicht sich von den Obern schlichten, als wenn, nach ib. res Amtes Pflicht, sie nach dem Eide richten: so laß zu deines Namens Ehr getroft Welt. 274 Von der 5. Drum will ich, soll ich was betheuern, mit Ernst be denken, was ich thu, und den Gedanken oft erneuern: des Eides Richter, Gott, bist du; Schauft meines Herzens Innerftes; Prüfft alles, Herr, und richtest es. Lieben G 6. So hilf mir denn, daß ich, voll Treue, das, was ich) schwöre, dent und halt, und deinen grossen Namen scheue, und deine heilige Gewalt! Wer fäschlich schwört, kommt ins Gericht; Der Redliche, der Fromme nicht. 4. Von der Liebe und Dankbarkeit gegen Gott. Mel. Nro. 180. Geist vom Bater, und ic. Ajahren warst du meines Les bens Stab, mein Beschirmer 325. Gott, mein Vater, in Gefahren. An dir hab ich deine Liebe reicht, so weit der Himmel ist. Det nes Wohlthuns starte Triebe find so ewig, als du bist. Dei. ner Huld Unendlichkeit, Gott! erschöpfet teine Zeit; Und wer kann die vielen Proben deiner Gute würdig loben? bis ins Grab einen Vater, der mich liebt: Einen Vater, der mir giebt, was zum wahren Wohl mir nüßet: Einen Ba ter, der mich schüßet. 2. Als ich noch, der Welt verborgen, in dem Schoof der Mutter lag wachtest du, für mich zu forgen, über mich schon jeden Tag. Durch den Beystand deiner Macht bin ich an das Licht gebracht, und was hat mein ganzes Leben Gutes, das du nicht gegeben? 3. Nie gedentet mein Ge müthe ohne brünft'ge Dant, begier, jener unverdienten Güte, da du durch die Taufe mir das erhabne Recht ge. währt, daß ich, für dein Kind erflårt, mich des Seegens der Erlösten voller Zuversicht darf tröften. 90-19 G 4. In den zarten Jugend, 5. Gott! du leiteft uns fiets beffer, als wir wünschen und verstehn. Deine Güte ist viel gröffer, als die Kraft, dich zu erhöhn. Schallte gleich so hoch mein Dank, wie der Se raphim Gefang. Dennoch würde durch mein Loben, deis ne Huld nicht gnug erhoben. 6. O! so zich durch deine Liebe, Herr! mein ganzes Herz zu dir. Stárt und mehre selbst die Triebe wahrer Dankbars feit in mir. Laß mich ganz dein eigen seyn; So mich deis nes Wohlthuns freun, daß auch mir auf dieser Erde Wohlthun wahre Freude werde. 7. Laß mich jede deiner Gas ben recht zu brauchen mich bes mühn; Stets. den Zweck vor Augen und Dankbarkeit gegen Gott. 275 s. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott! mißfällt; Drum laß es mich mit Ernst vermeiden, gefiel es auch der ganzen Welt. Die kleinste Sünde selbst zu scheun, lag Bater! mich behutsam feyn. 6. Aus Liebe laß mich alles Menschenfinder! leiden, was mir dein weiser Der du die Liebe selber bist; Rath bestimmt. Auch TrübUnd dessen Herz auch gegen fal führt zu ew'gen Freuden. Sünder noch gütig und voll Wer ihre Last gern übers Mitleid ist! Laß mich von gan:| nimmnt, geduldig trägt und zem Herzen Dein, laß michs mit allen Kräften seyn. weißlich nüßt, wird mächtig von dir unterstützt. 2. Gieb, daß ich als dein 7. In deiner Liebe las mich Kind dich liebe, da du mich sterben; Dann wird der Tod als ein Vater liebst, und so ge- felbst mein Gewinn; Dann sinnt zu seyn, mich übe, wie werd ich deinen Himmel ers du mir dazu Vorschrift giebst. ben, wo ich dir ewig nahe bin. Was dir gefällt, gefall auch! Da lieb ich in Vollkommenheit mir. Nichts scheide mich, dich, Bater der Barmherzig mein Gott! von dir. feit! 3. Bertilg in mir durch deis ne Liebe den Hang zur Liebe dieser Welt; Und gieb, daß ich Verleugnung übe, wenn mir was eitles noch gefällt. Wie? Sollte ich die Kreatur dir vorziehn, Schöpfer der Natur? Augen habe, dazu du sie mir verliehn. Deine Güte reize mich, daß ich immer brünft'ger dich lieb, und deinen heil'gen Willen freudig fuche zu ers füllen. Mel. Nro. 1. Mein Herz ermuntre tc. 326. Du Bater deiner 4. Laß mich um deines Namens willen gern thun, was mir dein Wort gebeut. Kann ichs nicht, wie ich foll, erfül. len, so sieh auf meine Willigfeit, und rechne mir, nach deiner Huld, die Schwachheit, Bater! nicht zur Schuld. Mel. Nro. 149. Um Gnade für die ic. 327. Der du mich als ein Vater liebst, und mich mit Wohlthun ganz um. giebst, Gott, meiner Seelen Freude! Ich bleib und hang allein an dir. Was ist, o Gott, das je mich hier von deiner Lie. be scheide? Du machst mir det. nen Weg bekannt, hältst mich bey meiner rechten Hand, res gierest meinen Lebenslauf, und hilfft auch meiner Schwachheit auf. O Herr, mein Gott! du bist mein Licht, 52 Du 276 Von der Liebe du bist mein Licht, ich folge| bist und bleibest doch mein dir, so ire ich nicht. Heil, und meines Herzens Croft und Theil. Denn wahrs lich! nur durch dich allein tann Leib und Seele seelig seyn. Here, meine Barg! Ich hoffe vest, ich hoffe vest! daß deine Kraft mich nicht verläßt. 2. Du leiteft mich nach deis nem Rath, der anders nichts beschloffen hat, als was mir Seegen bringet. Gehts gleich zu Zeiten wunderlich, so weiß ich dennoch, daß durch dich der Ausgang wohl gelinget. Gch ich getroft die rauhe Bahn, so 5. Wer von dir weicht, und nimmst du mich mit Ehren an, in der Welt dir nicht beharr wo mich vor deinem Thron er lich Glauben hålt, der stürzt freut die Krone der Gerechtig, sich ins Berderben. Weil er teit. Mein Herr, mein Gott! der Erde Luft und Pracht zu Ach voll Begier, ach voll Be. seinem Himmelreiche macht, gier, wünsch ich zu seyn, mein| kann er dein Reich nicht er Heil, bey dir! 3. Du nur bist meine Zuversicht. Hab ich nur dich, so frag ich nicht nach Himmel und nach Erden. Denn wär der ben. Denn wer dich hier nicht lieben lernt, und nicht sein Herz von dem entfernt, was dir, du Heiligster mißfällt, tommt nicht in jene befre Welt. Nur den der hier fein Herz dir weiht, sein Herz dir weißt, nur den führst du zur Herrlichkeit. Himmel ohne dich, so Fönnte teine Luft für mich auch felbst im Himmel werden. Wärst du nicht schon auf Er. den mein, so möcht ich nicht auf Erden seyn. Denn nichts ist in der ganzen Welt, das mir so sehr, wie du, gefällt. Mein Herr, und Gott, wo du nicht bist, wo du nicht bist, ist nichts, das mir erfreulich ist. 6. Drum halt ich mich gt trost zu dir; Du aber hållst dich auch zu mir; und das ist meine Freude. Ich setze meine Zuversicht auf dich, mein Fels, der nicht zerbricht, auch ſelbst im tiefsten Leide. Dein Wort 4. Und ſollte mir durch o Höchster, soll allein mein Kreuß und Noth, durch Trüb, Trost und meine Nichtschnur fal, Marter, Angst und Tod, seyn, bis sich einst in der Ewig auch Seel und Leib ver- feit mein Herz vollkonimen Gott meines schmachten: dieß alles wird, deiner freut. follt auch die Bein, o Höchster, Heils! ich warte drauf, ich noch so schrecklich seyn, mein warte drauf. Nimm mich in Blaube doch nicht achten. Du I deinen Himmel auf. Mel. 274 Mel. Nro.$ 27. Wach auf, mein Herz, zc. 5. Die Mittel seiner Gna. den sind gut für allen Schas 328. Nun last uns Gott den, wenn wir nur seinen Wilerheben, ihm Dank und Ehre geben für alle feine Gaben, die wir empfangen haben. len bey dem Gebrauch ers füllen. 6. Dann wird die Schuld vergeben, geschenkt wird uns das Leben; Wir sollen dort einst haben o Gott! wie grosse Gaben! 7. Wir bitten deine Güte, daß sie uns stets behüte. Auch wollst du deinen Seegen auf unste Nachwelt legen. und Dankbarkeit gegen Gott. 2. Den Leib, die Seel, das Leben hat er uns ja gegeben; und sie auch zu bewahren, will er an uns nichts sparen. 3. Er sorgt für Leib und Seele, daß uns kein Gutes fehle. Sogar für unsre Sün, den ist Rath bey ihm zu finden. 4. Ein Arzt ist uns gege, ben, der selber ist das Leben. Der hat, da er gestorben, uns alles Heil erworben. 329. 8. Erhalt uns in der Wahr. heit, bis wir in Himmeistlars heit einst preisen deinen Nah, men. Erhör uns, Vater! Amen! 5. Von der Freude in Gott. len? T 111 Ich freue mich, mein Gott, in dir. 1 Du bist mein Trost, und was kann mir in SUMMIERTE dei ner Lie be feh len? Du, Herr! bist mein, und ich bin dein. Was man gelt mei ner Sees 2. D# Von der Freude in Gott. 278 2. Du hast mich von der Welt erwählt, und deinen Kindern zugezählt. Mach mich die Welt doch haffen. Du liebst mein Wobl; Wirst gnadenvoll mich nimmermehr verlaffen. 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergiebst in Chris sto mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit feble. Du giebst mir Theil an seinem Heil. Dies tröstet meine Seele. 5. Du bist mein Leben, Troft und Licht, mein Fels und Heil; Drumm frag ich nicht nach him, mel und nach Erde. Herr oh. ne bich ist nichts vor mich, daß mir erfreulich werde. 8. Du låst mnirs ewig wohl ergehn. Einst werd ich dich noch näher schn, du Ursprung wahrer Freuden! An dir wird sich dann ewiglich mein gan. zes Herz, Herr, weiden. 9. Noch hats kein mensch. lich Ohr gehört, was uns dein Himmel einst gewährt; Doch seh ichs schon im Glauben. Bollkommnes Heil ist da mein Theil; Das wird mir nice mand rauben. 4. Du bist mir der bewähr. te Freund, der es aufs beste mit mir mennt. Wo find ich 330. Habe deine Luft m deines gleichen? Du mir bey und bleibst mir treu, wenn Berg und Hügel weichen. bey dem Herrn ist Freud und Leben; und er wird, denn er giebt gern, dir auch, was dir dienet geben. Seine Liebe beut dir an, was bein Herz nur wüns schen kann. Mel. Nro. 212. Die ihr Christi Jünger. 7. Du feegnest mich! wenn man mir flucht, und wer hier mein Verderben fucht, dem wirds doch nicht gelingen. Mit deiner Treu stehst du mir bey, daß ich fann fröhlich sin. gen. 2. Laß der Welt die eitle Luft: die in Weinen sich vers fehret: wiffe, wer in seiner 6. Du bist mein allerhöch- Brust Gottes Liebe fühlt und ftes Gut, darauf mein wahres nábret, findet ſtets auf feiner Wohl beruht. In dir leb ich Bahn, was das Herz nur zufrieden. So dort, als hier, wünschen tann. Herr, bleiben wir in Liebe un geschieden. 3. Lust an Gott erfüllt mit Licht, wenn man Gott im Werk erfennet. Lust an Gott stärkt uns zur Pflicht, wenn man in der Liebe brennet. Solche Lust beut alles an, was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer die Lust am Hoch sten hat, hat auch Lust an seis nem Von der Freude in Gott. 279 nem Willen, suchct ihn durch| ne Last; Trag geduldig die Wort und That unverdroffen zu erfüllen. Und so trifft er alles an, was das Herz nur wünschen fann. Beschwerden: Wenn du wohl gelitten haft, wird dir ew'ge Freude werden: Und im Hims mel triffst du an, was dein Herz nur wünschen kann. Gott, und Ergebung in seinem Willen. 5. Bleibst du auch nicht oh. 6. Vom Gehorsam gegen Mel. Nro. 113. Dieß ist der Tag den 2c. Himmel dir lobsingen, stebn um deinen Thron bereit, freus 331. Gott! dein ist Ma. en sich der Seligkeit deinen jestät und macht, und alles ist dir unterthan. Dir werde Dank und Ruhm gebracht! Fallt nieder, men.. schen, betet an! Willen zu vollbringen: Nur der Mensch erkennt es nicht für sein Heil und seine Pflicht. 2. Dich preiset jede Krea. tur, der höchste Engel und der Wurm. Dich ehrt gehorsam die Natur; Dein Wint er regt und stimmt den Sturm. 2. Dir gehorcht mit fanf ter Wonne aller deiner Welten Heer, deine Veste, deine Sons ne. Sturm und Donner, Erd und Meer! Alles dienet dei. nem Willen! Alles, Schö. pfer, was du schufft, eilt, und 3. Wohin mein Auge, Gott!| drängt sich, wann du rufft, nur blickt, ist Ordnung, Ein. tracht, Harmonie; Und ich, mit deinem Bild geschmückt, emporte mich, und störte fie? dein Gebot, Herr! zu erfül len: Nur der Mensch erkennt es nicht für sein Heil und seis ne Pflicht! 4. Du schufft das mensch. liche Geschlecht; Durch dich, Gott! find wir, was wir sind. Du bist mein Herr, ich bin Dein Knecht; Du bist mein Bater, ich dein Kind. Mel. Nro. 4. Sollt ich meinen Gott. 332. Heli eilig, heilig ist dein Wille! Heilig bist du, unser Gott! Du gebeutst, in tiefer Stille hört die Schd. pfung dein Gebot! Die im 3. Stol; emport fich feine Seele, großer Schöpfer! wis der dich. Deine göttlichen Bes fehle wirft er thöricht hinter sich. Du sollst ihn nicht mehr regieren, flüglicher nach sei nem Bahn wählt er eine befre Bahn; Diese soll zum Heil ihn führen! Und die Bahn ist sündenvoll, die zum Heil ihn führen soll. 4. Herrscher! laß ihn früb empfinden, daß er selber fich vers Vom Gehorsam gegen Gott, 280 verführt, daß die eitle Lust der Sünden ihm zuletzt den Tod gebiehet. Mach ihm deinen Willen wichtig! Lehr ihn det ne Bahn! Laß ihn etlend seinen Frrweg fliehn, denn dein Weg allein ist richtig. Mach ihn feinen Pflichten treu, daß sein Wandel heilig sey. s. So wird auch bey uns auf Erden, wie im Himmel, dein Gebot freudig ausgerich tet werden, heiliger und groß fer Gott! Alle Werke deiner Hände werden dir gehorsam seyn, dir zur Ehre ganz sich weihn, bis an deiner Scho pfung Ende, bis zum Wechsel dieser Zeit mit der timft'gen Ewigkeit. Mel. Nro. 286. Mein Gott! erschaffen ic. ch bab in Gottes 333. mein Herz und Sinn ergeben. Was böse scheint, ist mir Ge. winn, der Tod selbst ist mein Leben. Ich bin deß Kind, der von der Sünd mich selbst zu fich gezogen; ob er gleich schlägt, und Kreuß auflegt, bleibt doch sein Herz gewogen. 2. Ich glaube vest, es fehlt mir nicht, mein Vater muß mich lieben. Berbirgt er gleich sein Angesicht; So will er mich nur üben: Mich durch Geduld in seiner Huld gewöh. nen, veft zu stehen. Wenn sich 1: 0 mein Geist nur treu erweist, wird er mich schon erhöhen. 3. Gebildet hat mich seine Kraft, mir Leib und Seel ges geben. Er ists, der Unterbalt verschafft, er fristet mir das Leben, erbarmet fich, und zäh let mich aus Gnaden zu den Seinen. Wer so viel thut, machts immer gut, und kanns nie böse meinen. 4. Er ist voll Weisheit und Verstand, voll Kraft in seinen Thaten, Zeit, Ort und Stund ist ihm bekannt, zu helfen und zu rathen. Er weiß, wenn Freud, er weiß, wenn Leid uns, seinen Kindern, diene; und was er thut, ist alles gut, obs noch so traurig schiene. 5. Du denfest zwar, wenn du nicht hast, was Fleisch und Blut begehret: Gott habe dich mit grosser Laft, und gar im beschweret; und früh viel Sorg und Müh auf selbst erwählten Wegen, was und dentest nicht, das, geschicht geschehe dir zum Seegen. 6. Fürwahr, der dich ge schaffen hat, zu seiner Ehr ers bauet, har längst in seinem weisen Rath auch auf dein voll Heil geschauet. Er sieht Treu, was dienlich sey für dich und für die Deinen: Drum laß ihn nun, was er will thun; Er fanns nicht böse meinen. 7. Wills Gott, so kanne nicht und Ergebung in feinen Willen. 281 nicht anders seyn, es muß zu| allhie noch fort voll Müh, in legt erfreun: Und Leiden, manchem Kummer leben; Sch Kummer, Noth und Dein muß folge dir doch für und für ges Dir zum Heil gedeihen. Wart lassen und ergeben. in Geduld, die Baterhuld wird sich doch endlich finden. Angst, Noth und Quaal wird auf einmal, gleich wie ein Dampf, verschwinden. 8. Giebt Gott mir Ruh und Sonnenschein, so nehm ich es mit Freuden. Solls aber Kreuß und Unglück seyn, will ichs geduldig leiden. Soll ich 334. 9. Soll ich denn auch des Codes Weg, und finfire Strass fe reisen: Wohlan! ich gehe Bahn und Steg, die du mir, Herr! wirst weisen: Du bist mein Gott, der Noth und Tod zu solchem Zwecke kehret, daß dich mein Geist dort ewig preist, und mit den Engeln ehret. Was Gott thut, das ist wohl ge than! Er nimmt stets der nen # Gut ist und bleibt sein Wil le. Drum halt auch ich thm til le. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Sein Wort kann ja nicht trügen: Er füh. ret uns auf rechter Bahn zum feeligsten Bergnügen. Troßt und Geduld giebt seine Huld: Er wird mein Unglück wens den, es seht in seinen Händen. Er ist mein Gott, der in der Noth mich wohl weiß zu ers TELLI hal ten; Drum laß ich ihn nur walten. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Nur er weiß, was uns nutzet: Der irrt auf ungewisser Bahn, der sich auf ihn nicht stützet! Ja, feine Treu, ist immer neu: Drum will ich auf ihn bauen, und seiner Güte trauen. 4. Was 282 Vom Gehorsam gegen Gott, 4. Was Gott thut das ist| reitet, das ich sehr oft durchs wohlgethan! Er ist mein Licht Unglück fand. und Leben, der mir nichts Bd. 3. Was helfen meine Sor ses gonnen kann; Fhm will gen? Mein Glück ist mir vers ich mich ergeben, in Freud und borgen, mein Unglück fenn ich Lid. Es kommt die Zeit, da nicht. Dem Huter meiner öffentlich erscheinet, wie treu- Seelen, dem will ich mich be lich cr es meinet. fehlen. Er weiß allein, was mir gebricht. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan, muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitt ter ift, nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schre. cfen, weil doch zuletzt mich Gott ergötzt mit füffem Troft im Herzen. Da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Dabey will ich verbleiben. Es mag mich auf Die rauhe Bahn, Noth, Cod und Elend treiben: So wird Gott mich doch väterlich) in feinen Armen halten. Drum laß ich ihn nur walten. Mel. Nro. 82. In allen meinen Thaten. 5. Warum ich heute sebe, wird, wenn es gleich geschas be, schon morgen mich ges reun. Nur einen Wunsch von allen, lag, Herr! dir wohlges fallen, den Wunsch: bald, bald bey dir zu seyn. 6. Wenn ich verlafen scheine, und trostlos bin und weine, was will mein banges Herz? Herr! hilf es mir bes 335. Gott hab ich mich ergeben in diesem Pilgerleben, im Unglück und im Glück, in Schmerzen und in Freuden, und bis ans Ziel fegen, es meint, es wünsch Vergnügen: Doch was es wünscht, wird oftmals Schmerz. 7. Nicht das, warum ich Der Leiden in meinem lekten fehe, dein Wille nur gesche Augenblick. 2. Gott wars, der für mich wachte, noch eh ich war, und dachte. Des Ew'gen treue Hand hat gnädig mich geleitet, mir jedes Glück bes. Sich groß und findlich zeigen, heißt tief im Staube schweigen und nehmen, was Gott giebt. Er kann uns nicht verlassen, die ihm vers traun, nicht haffen, er schlás get uns, wenn er uns liebt. be, und was mir seelig ist. Herr! deine Bahn ist eben. geit mich in diesem Leben, und wenn mein Aug im mein Aug wenn schließt. im Tod Tod sich sich Mel. und Ergebung in feinen Willen. 283 auch meinen Willen lenten. Er, der mich geschaffen hat, 336. Dir fey mein ganzes kann nie sein Geschöpfe trans Leben, mein Basten. Wenn er nimmt, und ter! übergeben, dir sey mein wenn er giebt, ist er Bater, Herz geweiht. Du sollst zu der mich liebt. allen Zeiten, mein Gott seyn, und mich leiten, du leitest stets mit Gutigkeit. Mel. Nro. 82. In allen meinen Thaten. 2. Das heut hervorzufe, hen, was morgen wird gesche. hen, das ist zu hoch für mich; Dein Weg bleibt mir verbor. gen, drum werf ich alle Sor gen auf meinen besten Freund, auf dich. 3. Hilf, daß ich nicht in Sünden mein Glück je such zu finden, tein Sünder bleibt 4. Herr! pråge dir zur Ehre, und mir zum Trost die Lehre recht tief ins Herz hin.! ein. Wer Gott von Herzen liebet, ihm dient, fich ihm er giebet, und auf ihn hofft, muß glücklich seyn. 2. Willig folg ich, wie er will; führt er gleich durch rauhe Weege. Ohne Murren bin ich still, treffen mich gleich seine Echläge, denn er weiß nach ew'gem Plan, was mein Heil befördern kann. vor dir; Mit ruhigem Gene Freundlichkeit. wissen dein Wohlthun zu ge messen, dieß Glück, o Gott! verleihe mir. 5. Ich will stets mit Ber: trauen, auch dich, den Bater, schauen, der freudig Gu, tes thut; Wenn Seel und Leib sich trennen, so will ich noch betennen: Mein Gott! Dein Weg und Herz sind gut. Mel. Nro. 212. Die ihr Christi Jünger c. Gottes Wille, Got ottes Wille, Got. 337. Gottes tes Rath muß 3. Wahr und beitig ist sein Wort: Was er zusagt, wird er halten. Ihn allein, den treuen Hort, laß ich über als les walten. Wer sich seiner Hülfe freut, schmeckt auch seis 4. Drum, mein Herz! versage nicht: der im Himmel wird schon sorgen. O! sein Trost ist Sonnenlicht bey dem allertrübsten Morgen. Harre mit Gelaffenheit; Endlich kommt die rechte Zeit. s. Fällt obnihn kein Haar vom Haupt: fout' er denn mein Glück nicht wählen? Wer in Demuth an ihn glaubt, der wird nie des Ziels verfeh len. Ihm Vertraun ist füffe Vaicht, er vergißt die Seinen nicht. 6. Wein ich oft vergebens hier; Truget oft mein irrdisch Hoffen; Nur Geduld! einst tehet mir icnes Buch der Vors icht offen: dort seh ich, wie wuns gegen Gott, 4. Bürden abzunehmen, hilft nicht ängstlich Gramen, hilft nicht ungeduld. Angst macht, daß man zittert, Un geduld erbittert, beydes häuft die Schuld. Drum mein Herj wehr deinen Schmerz! Drit tet gleich die Last mich Schwa chen. Gott wirds doch wohl machen. en C 284 Vom Gehorsam wunderbar Gottes weise Füh. rung war. 7. Alle Leiden dieser Zeit, alle Chránen und Beschwer den sind nicht werth der Herrlichkeit, die dort offenbar soll werden. Herr! Du haft, rühm ich, alsdann, Gresses stets an mir gethan. diesen Juni( 5) d Mel. Nro. 121. Jesus ift gefommen tc. 338. Seele, fen zufrie, Gott beschieden, das ist alles gut. Treib aus deinem Herzen Ungeduld und Schmerzen; Schöpfe neuen Muth. Wenn dich Noth ringsum be droht, Sorgen stets mit dir erwachen: Gott wirds doch wohl machen. 2. Zücken Christi Feinde auf der Wahrheit Freunde der Verfolgung Schwerdt; Will man deinen Glauben dir vom Herzen rauben; Fleh zu Gott! Er hört. Haucht auf dich schon fürchterlich tödtend Gift der Hölle Rachen: Gott wirds doch wohl machen. 5. Du führst Christi Na men, Christum nachzuahmen, den! Was deine nicht erschüttert, wenn die Er de zittert, und der Himmel bricht. Der steht vest, den Gott nicht låst. Laß ringsum die Wetter trachen: Gott wirds doch wohl machen. 6. Kronen soll der tragen, der des Kreußes Plagen in Geduld besiegt. Fröhlich aus gehalten, und Gott laffen wab ten, das, das macht vergnügt. In Geduld trau Gottes Huld. Mag dich auch die Welt vet, lachen, Gott wirds doch wohl machen. 7. Nun, so soll es bleiben, ich will nie mich sträuben, Gott ftets folgfam seva. 3. If der Himmel trübe, wantt der Freunde Liebe; Stehst du als berwayst; Schreckt mit jedem Tage eine Stets im Tod und Leben, bleib neue Plage den bestürzten ich ihm ergeben; Er ist mein Geist; Weicht das Glück stets ich sein. Was er will, fev fters mehr zurück scheints dich mein Ziel. Wie er will, 10 nicht mehr anzulachen. Gott mag ers machen; Wohl wird wirds doch wohl machen, ers doch machen. 7. Vom und Ergebung in feinen Willen. 7. Vom Bertrauen auf Gott, und von der Geduld im Leiden. 285 Mel. Nro. 334. Ehre, Reichthum, Pracht find nicht das Glück der Seelen.. Was Gott thut, das ic. 339. Auf Gott und nicht Wer Gottes Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewiss ses die Trübial auch versüssen. auf meinen Rath| will ich mein Glück ftets baus en, und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt alls mächtig hält, wird mich in meinen Tagen, als Gott und Bater, tragen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ists überwunden! Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern; Seyd fröhlich, ihr Ge rechten! Der Herr hilft seis nen Knechten. Mel. Nro. 334.300 Was Gott thut, das ist ic. S auch ein Schmerz, der zu 340. Der Herr ist meinen des nicht zu Zuversicht eing'ger Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Trost und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist sein Gott. Auf sein Gebot wird seine Secle stille, ihm gnügt des Vaters Wille. 2. Er sah von aller Ewig, feit, wie viel mir nützen wür, de, bestimmte meine Lebens, zeit, mein Glück, und meine Bürde. Was zagt mein Herz? besiegen ware? 3. Gott fennet, was mein Herz begehrt, und hätte was ich bitte, mir gnädig, eh. ich bat, gewährt, wenns sei. ne Weisheit litte. Er forgt für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, sein Wil le nur geschehe. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widri ge Geschick, bey dessen Last wir Elagen? Die größte Noth hebt doch der Tod; Und Ehre, Glück, und habe verläßt mich doch im Grabe. 2. Wer wollte dir, Herr! nicht vertraun? Du bist des Schwachen Stärke. Die Aus gen, welche auf dich schaun, sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rath, und stark von That! Mit gnaden. vollen Händen wirst du dein Werk vollenden. told m 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlaffen sehen 5. An dem, was wirklich müssen: Du läßt ihn, wenn glücklich macht, läst Gott es ihn Noth umgiebt, doch deis keinem fehlen; Gesundheit, Inen Trost geniessen. Des From, Vom Vertrauen auf Gott, 286 Frommen Herz wird frey von Schmerz. Der Sünder eitles Dichten pilegst du, Herr! zu zernichten. Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich; Dir will ich mich ergeben. Sey du mein Gott; und einst im Tod, mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlik schaue. 4. Drum hoff, o Seele! hoff auf Gott. Der Thoren Trost verschwindet, wenn der Gerechte in der Noth das Herz des Schöpfers findet. Wenn Mit Singen dich zu loben. Mel. Nro. 2. fener fault, ist er ein Held; 341. Von Gott wi Er steht, wenn jene zittern, als Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die groffe Hoff nung bin, die dir dein Glaube reichet. Verflucht sind, die zu Menschen sichn; Verslucht, wer von Gott weichet! Schreckt Sünde schen; Sein eigner Sohn, der sich für dich ließ tódten, erwarb dir Hülf in Nöthen. nicht laffen: Denn er verläßt mich nicht. Den Vorfats will ich faffen! Gott, meine Zuversicht, reicht selbst mir seine Hand, und wird mit jedem Morgen für meine Noth schon sorgen. Ihm ist sie wohl bekannt. 2. Der Menschen Gunst und Liebe erstirbt und ändert sich. Doch Gottes Batertries be find unveränderlich. Er weiß aus jeder Noth, eh wirs vermuthet hatten, uns wuns derbar zu retten, und wenns auch war der Tod. 6. Sen unbewegt, wenn um dich her ficb Ungewitter fammlen! Gott hilft, wenn Chriften freudenleer zu ihm um Gna de stammlen. Die Zeit der Quaal, der Thränen 3ahl zählt er; er wiegt die Schmerzen, und wälzt sie von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine 3u. versicht. Auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was mei nem Glück gebricht, wenn ich in Noth mich quale. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger verlassen, und sich im Kummer faffen? 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlfeyn und mein 3. Auf ihn will ich vertrauen in meiner Kümmerniß, auf feine Hülfe bauen. Er hilft: ich bins gewiß. Ihm hab ichs beimgestellt? Leib, Seele, Glück und Leben sey Gott, dem Herrn ergeben; Er machs, wies ihm gefällt! 4. Es kann ihm nichts ge fallen, als was uns núßlich ist. Er meynt es gut mit als len, gab uns selbst Jefum Christ. O! der so viel ges than, wird uns auch das gle way. und von der Geduld im Leiden. 287 währen, was unsern Leib er.| bessern Baterland. Wie fees nähren, den Geist erfreuen fann. 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, lobt ihn, der alles schenkt. Wie feel ig ist die 8. Ob ich schon Trübfal Stunde, darin man sein gedulde, und Leiden dieser Zeit, denkt! Verlohr'n ist sonst die Seit in diesem eitlen Zeit in diesem eitlen Leben. Mein Geist foll sich erheben, zu Gott, zur Ewigkeit. wie ichs auch oft verschulde: Kömmt doch die Ewigkeit, so groffer Freuden voll! Die, da ich, troß dem Grabe, sein Wort darüber habe, mir Nies mand rauben soll. 6. Mag doch die Welt ver: gehen mit ihrer Lust und Pracht; das Glud bleibt ewig stehen, was Gott mir zus gedacht. Bollend ich meinen Lauf; Er weckt mich, wann im Grabe ich ausgeruhet habe, zum neuen Leben auf. 7. Die Seel ist unverlohren in Gottes Baterhand. Der Leib wird neu gebohren zum lig werd ich seyn! Mit Gott, und seinen Frommen soll ich mich da vollkommen, soll ich mich ewig freun. 342. BEN W und in 9. Das ist des Vaters Wils le, der uns erschaffen hat. Aus seines Sohnes Fülle ems pfahn wir Gnad um Gnad; Und seinen Geist hat er auf unsrer Bahn zum Leben zumt Führer uns gegeben. Gelo, bet sey der Herr! er nur den lie ben Gott låst wal ten, den wird er wun der bar er hal ten, # hof fet auf ihn al le zeit Wer al ler Roth und Traurigkeit; Gott, dem Al ler höch sten, traut, der hat auf teinen Sand ge baut. 2. Was Bom Vertrauen auf Gott, d 288 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Mor. gen beseufzen unser Unge. mach? Wir machen unser Kreuß und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 7. Sing, bet, und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu. Und trau des Höchsten reichen Seegen: So wird es täglich bey dir neu. Denn wer nur seine Zu versicht auf Gott fegzt, den verläßt er nicht." Mel. Nro. 82. In allen meinen Thaten z. 03. Man halte ihm in Ehr. furcht stille, und warte bey fich selbst vergnügt, wie Gottes Gnad und heil'ger Wille, 343. Auf deine Weisheit schauen, auf deis und sein allweiser Rath es ne Güte trauen, Gott! ist Zu fügt; Gott der uns ihm hat| friedenheit. Wer kann mein auserwählt, der weiß am be. sten, was uns feblt." Wohl entscheiden? Wer schenkt mir befre Freuden, als du, Brunn aller Seeligkeit? 4. Er fennt die rechten Freudenstunden, und weiß wohl, was uns núßlich sey. Wenn er uns nur hat treu er funden, aufrichtig obne Heus cheley; So kommt Gott, ch' wirs und versehn, und lässet uns viel Guts geschehn. 5. Dent nicht in deiner Drangsalshize, daß du von Gott verlassen bist, und daß der ihm im Schooße sitze, der reich, und groß und mächtig ift: Die Zukunft ändert oft sehr viel, und setzet jeglichem fein Ziel. 6. Es find ja Gott sehr leichte Sachen, und ist dem Höchsten alles gleich, den Reichen flein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich: Wie leicht ists dem Allmächtigen, zu stürzen, und auch zu erhöhn. 2. Vor dir ist nichts ver borgen; Wie soll ich ängstlich sorgen, da du mein Vater bist? Du, Herr! gabst mir mein Le ben: Und wirst mir alles ge ben, was mir zur Wohlfarth nöthig ist. 3. Wir streben oft nach Dingen, die, wenn sie uns gelingen, des Unglücks Quellen find. Ein Schein, der uns bethöret, und unsern Stol vermehret, macht uns für wahre Güter blind. 4. Der Hang zu Eitelkeiten raubt uns die Seeligkeiten des wahren Christenthums. Wenn wir dir unser Leben, o Vater! übergeben; Dann wird das Herz voll deines Rubms. s. Dein Rathschluß fe mein Wille. Ich will in hel ger Stille mich deiner Vor ficht und von der Geduld im Leiden. 289 ficht freun. Dein ewiges Ers| sen Zeit mich decken. Sein barmen, dein Beystand soll Rath für mich ist Wohlergehn. mir Armen Zufriedenheit und Er wird mit Seegen mich ers Reichthum seyn. höhn zum Heile der Erlösten. 6. Laß mich nicht zweiflend wanken, wenn traurige Ge. danken mir deinen Trost ent. ziehn. Ich werde nie verge bens, zu dir, o Freund des Les bens! in findlichem Vertrauen fliehn. 3. Ja, Vater! neige mir dein Ohr, wenn Höll und Welt mir fluchen. Mein Herz hält dein Gebot mir vor: Ihr sollt mein Antlig suchen. Ich eile, Herr! getroft zu dir. Verbirg dein Antlig nicht vor mir, und laß dich gnädig finden. 4. Verlaß mich nicht, o Gott, mein Heil! Wenn Mens schen mich verlassen. Nimm du mich auf, und sey mein Theil, und besre, die mich hassen. Herr! nimm du mich zu Gnaden an, und lehre mich auf richt'ger Bahn in deiner Furcht zu wandeln. 7. Erleichtre mein Leiden durch deines Geistes Freu den, durch Muth und Hoff nung mir. Drückt mich die Last der Schmerzen; Daun sprich zu meinem Herzen: Ich dein Erretter, helfe dir. 8. Was soll ich mich betrü. ben? Den Menschen, die dich lieben, muß alles Segen feyn. Ich bin ja dein Erlöster; Sonst weiß ich keinen Tröster; Sonst keinen Hort, als dich allein. Mel. Nro. 3. Lob, Ehr und Preis dem zc., 344. Der Herr ist meines Lebens Kraft. Soll mir vor Unglück grauen? Er ists, der Rath und Hülfe schafft. Ibm soll mein Herz vertrauen. Er schützt mich; Er schützt mich; Meiner Feinde Heer, ihr stol. zer Troft, nichts schreckt mich mehr, hab ich nur ihn zum Freunde. 2. Empóre dich, ohnmächt. Je Welt! Mein Geist wird nicht erschrecken. Gott wird, in seinem heil'gen Zelt zur bò. 5. Den Feinden übergieb mich nicht, die mich voll Free vel schmähen: So werd ich einst dein Angesicht im Land des Lebens sehen. Sey froh, harr unverzagt des Herrn, mein Herz! denn er, der Herr, hilft gern. Er ist der Arm des Schwachen. Mel. Nro. 440. Alle Menschen müssen 2c. 345. Gott der Wahrheit! dessen Treue une fre Hoffnung stüßt und hält; Ich erkenn es voller Reue, daß mich Kleinmuth oft befällt. Ach! mein Herz hängt noch an Dingen, die doch keinen Trost T mir 2.90 Bom Vertrauen auf Gott, mir bringen. O! wie oft ver-| Bürgern jener Welt, wenn Jeh ich mich, ängstlich zweif- der Erdenbau zerfällt. lend, wider dich. 6. Da mein Haupt sich aufs geschwungen, und zu Gottes Thron gesetzt, bin ich auch mit durchgedrungen! und den Ens geln gleich geschäßt. Ich bes ein ew'ges Leben, das mir Jefus felbst gegeben. Ich bin in der Hoffnung schon mit ers höht zu seinem Chron. 2. Gott! vergieb mir die fe Sünde, nimm die Strafe von mir hin. Schenke, Vater! deinem Kinde einen dir ergebnern Sinn, der von dir nur Hülfe heischet, sich nicht felbst mit Träumen täuschet, die das Herz aufs Eitle ziehn, und wie leichter Rauch ent, fiehn. 3. Laß mich Gram und Sorgen meiden, weil du sel ber für mich wachst, und beym Anlauf schwerer Leiden, dich um mich zur Mauer machst. Wehr den ängstlichen Beschwerden lehr mich dir traun; denn es werden Erd und Himmel einst vergehn, dein Wort aber wird bestehn. 4 Laß mich vest im Glau. ben werden, daß dein Wort wahrhaftig sey. O! so werd ich hier auf Erden von so man. cher Unruh frey. Dann werd ich, mein Gott! mit Flchen stets auf deine Hülfe sehen; Dann wächst meine Zuvers sicht, und die Hoffnung trügt mich nicht. 7. Muß ich gleich noch hier auf Erden, Gott! vor dir ein Pilger seyn; Wirst du doch von den Beschwerden dieser Zeit mich einst befreyn. O ers wünschte seelge Stunden! Ewig aller Roth entbunden, werd ich dich, mein Heiland! fehn, und zu deiner Freude gehn. 8. Laß mich fröhlich dars auf hoffen, Herr, Herr, meta ne Zuversicht! Bis das alles eingetroffen, was auch mir dein Wort verspricht. Auf dich, Quelle alles Lebens! harrt der Glaube nie verges bens. Was wir glauben, schauen wir einst gewiß, o Herr, bey dir. Mel. Nro. 334. Was Gott thut das ist it. 5. Bater! meine Hoffnung gründet sich auf deines Soh: 346, Gott, du biſt meine nes Tod. Meine Seele fucht und findet darinn grossen Trost in Noth. Durch sein fiegreich Auferstehen kann ich neu gebohren gehen zu den und meines Geistes Stärke. Wenn Menschenhülf in Noth ges bricht, hilf du mir, deinem Werke. Wenn selbst die Welt zerbricht und fällt, will ich Doch und von der Geduld im Leiden. doch nicht erschrecken. Du, lich ja wie mich selber lieben. Gott, wirst mich bedecken. Laß zum Verzeihn mich wils 2. Wo ist ein solcher Gott lig seyn, mich denen, die mich o the wie du, der Strafen gern verschelten, nie Haß mit Haß schiebet, und selbst beym Stra fen unfre Ruh und Glück wohlthätig liebet? Boll Gnad und Huld haft du Geduld, und läsfest für die schwachen dein Auge hülfreich wachen. 291 6. Gieb mir, mein Sohn, dein Herz, sprichst du. Hier, Bater! ist mein Herze. Er, füll es, Gott, mit Trost und Rub, stárt es im Kreuz und Schmerze. Erleuchte mich, Erleuchte mich, auf daß ich dich, mein Schö, pfer, recht erkenne, und würdig Bater nenne. 9. Laß täglich meine Seele sich in wahrer Tugend üben, mich alle Menschen brüder vergelten. 7. Die Hoffnung feel'ger Ewigkeit wollst du in mir vers mehren, und meinen Geist, schon in der Zeit, die Kunst zu sterben lehren; Damit sich dir mein Herz schon hier voll wahrer Jnbrunst weihe, und sterbend sich selbst freue. 3. Dem Sünder, der zu dir sich naht, kommst du mit Gut entgegen. Du führeft ihn nach deinem Rath, und froneft ihn mit Seegen. Wenn Höll und Tod mit Schrecken Mel. Nro. 82. In allen meinen Thaten tc. droht, erhältst du ihn im Glaus 347. Ich hab in guten ben; Den fann kein Tod ihm rauben. Stunden Les bens Glück empfanden, und Freuden, ohne Zahl; So will ich denn gelassen mich auch im Leiden faffen; Welch Leben hat nicht seine Quaal? 4. Du selbst lehrst ihn in deinem Wort: Ihm, ihm sey Heil erworben. Ist nicht der Mittler, unser Hort, dein Sohn für uns gestorben? Vertritt er nicht uns im Ge, richt, wenn wir mit beil'gem Leben ihm nachzufolgen streben? 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafft du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich erges ben, nicht meine Rub, mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott, will ich vers trauen, und nicht auf Mens schen bauen; Du hilfft, und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und berenn: ist hat mein Geist noch Kräfte, T 2 fein 292 Vom Vertrauen auf Gott, fein Heil laß mein Geschäfte, gulegt doch alles gut. Auf Dein Wort mir Trost und Le. Kummer folgt zufriedner ben seyn. Dant; Auf Klagen froher Lobgefang. s. Wenn ich in Christo ster. be, bin ich des Himmels Er. be: was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des To des Pfade vertrau ich deiner Gnade, du Herr, bist bey mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod be denken. Der Herr wird alles lenken; und was mir gut ist, wird geschehn. Mel. Nro. 125. Wie göttlich sind doch zc. 348. Was ist mein Leben auf der Erde? ein Wechsel ists von Lust und Leid. Hier kört oft Unruh und Beschwerde die sanfteste Zufriedenheit. Hier wohn ich noch in einer Welt, die kein vollkommnes Glück enthält 2. Weß soll ich mich, o Herr! Denn tröften? Nur deiner Huld. Du bist mein Heil, und bleibst, wenn auch die Noth am größten, doch meines Herzens Croft und Theil, und stehst nach deiner Batertreu, mir stets mit Rath und Hülfe bey. 3. Du stårtst mir, unter al ler Vlage, o Gott! auf mein Gebet, den Muth, daß ich ge. laffen sie ertrage, und machst 4. Zu ungestörten Sicher, heiten schickt sich gewiß tein Prüfungsstand. Wie würde, drückt uns nicht zu Zeiten ein Leiden, unsre Treu erkannt? Vollkomme Ruh und Sicher, heit ist nur ein Glück der Ewigkeit.. 5. Was bist du denn, o meine Seele! in deiner Noth so fummervoll? Vertraut Gott! Nur ihn erwähle zu deinem Troft; Er schüßt dein Wohl. Einst dankst du ihm nach der Gefahr, daß er dein Gott, dein Netter war. 6. Er wird es seyn; Ruf in Gefahren ihn als den eing's gen Helfer an. Er weiß dich mächtig zu bewahren, und da, wo Niemand helfen kann fehlt ihm die Kraft zu helfen nicht; Dieß stärke deine Zu versicht! 7. Befiehl ihm alle deine Wes ge, auf thn, auf ihn hoff alle zeit, Auch auf dem allerraub sten Stege ficb fröhlich hin zur Ewigkeit. Da sammlest du von aller Pein den Seegen mit Bergnügen ein. 8. D! Sieh dahin zu allen Seiten, in eigner und geme ner Noth, im Glück, und auch wenn noch von weitem ein finstres Wetter dich bedroht Nichts und von der Geduld im Leiden. 293 Nichts giebt uns Trost zu Frommen Leid? Nicht ewig, folcher Zeit, als Gott, und jene Herrlichkeit. Herr, nur furze Zeit. Nach überstandnem Leide erquickest du ihr Herz mit Ruh, und einst mit ew'ger Freude. 9. So laß mich, Gott! stets dahin schauen! und dann mit starkem Muth auf dich, auch in der größten Noth, vertrauen, Du bist es mir, das står, te mich! Wer dessen stets ver: fichert ist, der lebt und stirbt getrost, als Christ. Mel. Nro. 329. Ich freue mich, mein zc. 349. Sen, Seele, stark und unverzagt, wenn irgend dich ein Kummer plagt. Befiehl Gott deine Sa chen. In aller Vein vertrau allein auf ihn, er wirds wohl machen. 2. Kein Leiden kommt von Ohngefähr; Die Hand des Höchsten schickt es ber; Sein Rath hat's so ersehen. Drum sey nur still; was dein Gott will, laß immer gern gesches Hen! 3. Erweckt dir gleich das Leiden Bein, so solls dir doch nicht schädlich seyn: Gott kann sein Kind nicht bassen. Wer ihn nur liebt, sich ihm ergiebt, den wird er nicht verlassen. 4. Wie lange währt der 5. Drum hab, o Seele gus ten Muth! Bertraue Gott! es wird noch gut, nach aller Trübsal, werden. Er ziehet dich durchs Kreuz zu sich, zum Himmel von der Erden. 6. Gott ist dein Gott, er ift getreu, unb stehet dir als Ba ter, bey, in allem Kreuß auf Erden. Der Leiden Heer wird nie zu schwer durch ihn dem Christen werden. 7. Es haben ja zu aller Zeit die Heiligen in Traurigteit, hier oftmals wandeln müssen. Warum willst du hier nur von Ruh, und nichts von Trúbfal wissen? 8. O bet und sich auf dei neu Gott, in aller deiner Angst und Noth! Laß, wie er will, es gehen. Sein Will ist gut, behalte Muth! Gott wird dich einft erhöhen. 9. Der du ein Gott des Trostes bist, laß jeden, der hier traurig ist, doch deinen Trost empfinden. Hilf den du liebst, und prüfend übst, den Unmuth überwinden. 8. Von dem Lobe Gottes. Mel. Nro. 113. Dieß ist der Tag, den 2c. 350. Auf, Christen Preist Glanz, der Gott verklårt! Wer preist, was herrlich ist, nicht gern? Und welch ein mit mir den Herrn Wer Von dem Lobe Gottes. 294 Wer ist, wie er, des Lobes werth? 2. Lobt ihn; Sein ganzer Nam ist Ruhm; Unendlich keit fein Eigenthum. Dieß grenzenlose Meer von Licht durchschauet selbst der Engel nicht. 3. Ja, eure Lust fey, ihn erhöhn! Solch Lob ist heilsam, lieblich, schön, schärft den Verstand, erhebt das Herz, und stillt im Leiden allen Schmerz. 4. Wie wird der Geist das durch entzückt; Hinauf gen Himmel hingerückt; mit fei nem hoch erhabnem Freund, mit Gott, stets inniger vereint! 9. Wer ist gutthätiger, als er? Denn welche Gabe sollt uns der nicht schenken, der fo sehr uns liebt, daß er auch seinen Sohn uns giebt! 10. Was gebet ihr nur ihm dafür? ist nicht ein Herz voll Dankbegier, das ganz in sei ner Liebe brennt, das einz'ge, was ihr geben könnt? 11. Auf, Christen, preist mit mir den Herrn! Wer preist nicht milde Geber gern? Gedenkt, wie viel er uns ges währt, wer ist, wie er, des Dankes werth? Mel. Nro. 3. Lob, Ehr und Vreiß dem c. 351. Stimmt unferm Gott ein Loblied an mit freudigem Gemüthe, es rühm und preise, wer da fann, dem Geber voller Güte. Er macht uns frey von aller Noth; Drum lobet ihn, drum lobet Gott, und danket feinem Namen. 5. Welch ein so herrlicher Beruf, zu dem Gott selbst die Engel schuf! Welch eine| theure füffe Baicht, die uns so reichen Lohn verspricht! 6. Ja, Phlicht ists, daß ihr fein gedenkt, ihr, denen er Verstand geschenft! Die Ehre des Verstandes ist, daß ihr Den Ew'gen fennt und wist. 2. Lobt Gott und rühmet allezeit die grossen Wunders werke, die Majestät und Herrs 7. Pflicht ist es, daß ihr ihn lichkeit, die Weisheit, Kraft befingt, die ihr von ihm ein und Stärke, die er beweist in Herz empfingt, das sich zu aller Welt; indem er alle Gott mit Inbrunst nahn, und Ding erhält: Drum danket feine Gröffe fühlen kann. 8. Auch euer Mund, so oft er spricht, erinnert euch an die fe Pflicht. Die Sprache dankt ihr ihm allein; und wolltet| Huld und Gnad uns allen' nicht voll Rühmens seyn? seinem Namen. 3. Lobt Gott, der uns er schaffen hat, der Seele, Leib und Leben, aus väterlicher hat gegeben; der uns durch feia Von dem Lobe Gottes. feinen Engel schüßt; Der täglich schenfet, was uns nügt: Drum dantet seinem Namen. 4. Lobt Gott! er giebt uns seinen Sohn, der selbst für uns gestorben, der uns die ew'ge Lebensfron durch sei. nen Tod erworben; Der Frie den hat mit Gott gemacht, und seinen ganzen Rath vollte seinen Ruhm! bracht: Drum dantet seinem Namen. S. Lobt Gott! der in uns durch den Geist den Glauben angezündet, und seinen Bey. stand uns verheißt, wenn er uns treu erfindet; Der uns fets durch sein Wort regiert, und auf den Weg des Lebens führt: Drum danfet seinem Namen.. 6. Lobt Gott! er hat dieß gute Wert selbst in uns ange, fangen, vollbringt es auch, gibt Kraft und Stärk, das Kleinod zu erlangen, das er am Ziel uns vorgestellt, und das den Himmel in sich hålt: Drum dantet seinem Namen. 7. Lobt Gott! ihr starken Seraphim, ihr Engel, und ihr Thronen! Es loben Gott mit heller Stimm, die hier auf Erden wohnen! Lobt Gott, und preist ihn früh und spat; Ja alles, was nur Athem hat, das dante seinem Namen. 295 Mel. Nro. 2. Mit Singen dich zu loben. 352. Lobt Gott, den Gott der Stärke, der was er will, erschafft, ihr alle seine Werke, aus aller eurer Kraft. Ihr seyd sein Eigenthum, so weit der Hims mel reichet! Was Luft und Meer durchstreichet, verbreis 2. Erhabne Himmelsgei. fter! Erwecket enern Fleiß; Gebt euerm Herrn und Meis fter Dank, Ehre, Lob und Preiß, stimmt dreymal: Hei. lig! an. Lobt ihn, ihr Sera, phinen! Lobt ihn, ihr Cheru. binen! Lobt ihn, was loben kann! 3. Was Athem hat und les bet, was sich bewegt und regt, was in den Lüften schwebet, und was der Himmel trágt, fey überall bemüht den höchs sten Gott zu loben, der aus den Wolken oben auf sein Ges schöpfe sieht. 4. Der Herr ist groß und mächtig, voll Heiligkeit und Ruhm. Es stehet alles prächs tig in seinem Heiligthum. Er ist gerecht, und gut; Von seis nen Vatersorgen zeugt jeder neue Morgen, und alles, was er thut. 5. Drum lobt, erlöfte See. len! Lobt stets den Herrn der Welt, helft deffen Ruhm er. zählen, der euch schuf und ers hält; 296 Von dem Lobe Gottes. hålt; Der euch in Chrifto liebt,| Er ist der Gott der Stärke; euch durch sein Blut erkaufet, Die ganze Welt ist sein Gebiet, auf seinen Tod euch taufet, und groß sind seine Werke. euch einst den Himmel giebt. 2. Der Herr ist groß! Licht ist sein Kleid, und was er wählt, das Beste; Und Wahrs heit und Gerechtigkeit sind sei nes Thrones Veste. 6. Lobt Gott, der euch regieret, der, als der treuste Freund, selbst dann euch weis. lich führet, wenn ihr das Kreuß beweint, daß er euch auferlegt: Laßt uns in solchen Proben ihn dennoch findlich loben, weil er aus Liebe schlägt. 7. Er ist getreu den Sei nen, entreißt fie aller Noth. Wann seine Kinder weinen, so bleibt er doch ihr Gott. Wann der Verfolger Macht, wann ihre Wuth sie schrecken, so wird sie Gott bedecken, er der stets für sie wacht. 8. Lob, Ebre, Preis und Stärke sey dir, o Gott, be. reit; Denn deine Weg und Werke sind voll von Herrlich, keit. Dein Zion lobet dich, mert auf sein schwaches Lallen, und laß dirs wohlgefal. len: Erhör uns gnädiglich. 9. Mocht es uns bald ge. lingen, von aller Schwachhett frey, ein Opfer dir zu bringen, das deiner würdig fey! Ach laß vor deinem Chron uns ewig mit dir leben, und ewig dich erheben, dich, Bater und den Sohn! 3. Er herrscht als Gott, et will und sprichts, so sind und leben Welten, und fallen wie der in ihr Nichts auf seines Mundes Schelten. 4. Wer ist dir gleich, Herr aller Welt? Dich, Gütigen und Wetsen, der alles wuns derbar erhält, dich sollten wir nicht preisen? 5. Du kennest ja, was ist und war, im Himmel und auf Erden: Vor dir ist alles offens bar, du hiessest alles werden. 6. Gott ist nicht fern, ist auch um mich, ben allem, was tch thue, schüßt mich bey Tag, und schafft, daß ich auch schlas fend sicher ruhe. 7. Er ist mir allenthalben nah: Wenn ich ans Meer entflöhe, und selbst gen Hims mel, ist er da, und folgt mic wo ich gehe. 8. Er hört mein Seufzen, kennt mein Flehn und allen Rath der Seele: Er hat mein Thun vorausgesehn, und auch wie oft ich fehle. Mel. Nro. 100. Gedante, der uns Leben zc. 9. Er wog von Ewigkeit mir dar, was er mir geben 356, Singt unferm Gott, wollte; Schrieb in sein Buch, ein neues Lied! noch Von dem Lobe Gottes. 297 noch eh ich war, wie lang ich| Lust bist du! Dir, dem ich Lies leben sollte. der bringe, dir jauch ich, Höchster, zu! 10. O Herr mein Gott, nichts, nichts ist mein, das dir nicht angehöre. Mein Mund foll stets voll Lobes seyn, zu deines Namens Ehre. 2. Du bist auf deinem Throne der Richter aller Welt, der jeglichem zum Lohne sein heilig Urtheil fällt. Wenn dich die Menschen schmähen, dann rächst du ihren Spott, du schiltst, und sie vergehen durch dein Gericht, o Gott! 11. O wer kann aller Wunder Pracht in deiner Schö. pfung fassen! Der Wurm ver, tündigt dessen Macht, der ihn hat werden lassen. 12. Der kleinste Halm auf unfrer Flur ist deiner Weis. beit Spiegel. Dein Loblied, Vater der Natur, find Auen, Thal, und Hügel. 13. Du tránkst mit Regen unser Land, und giebst uns grüne Weiden. Empfangen wir von deiner Hand nicht Korn und Wein und Freuden? 14. Herr, ohne deinen Wil. len fällt fein Sperling auf die Erden: Wie sollte, da dein Arm mich hält, mein Herz nicht ruhig werden! 15. Ist der Allmächtige mein Schuß, so lach ich in den Stürmen. Ich biete felbft der Hölle Truß, denn Gott wird mich beschirmen. Mel. Nro. 80. Befiehl du deine Wege zc. Gott, meine gange 354. Seele macht dei, nen Ruhm bekannt, dir dank ich, und erzähle, die Wunder Deiner Hand, Mein Herz ist froh; ich finge Herr, meine 3. Der Herr hat zum Ges richte sich seinen Thron ers böht. Vor seinem Angesichte bleibt nicht, wer widersteht. Ihr tühnen Sünder zittert bereut noch euren Spott! Sein Thron wird nie erschütz tert, der Herr bleibt ewig Gott. 4. Der Herr regiert, und liebet, was ungerecht ist, nicht. Er wågt die Welt, und übet partheilos sein Gericht. Die Wage sinkt, und steiget, wie fein Gesetz gebeut. Und jes des Land bezeuget des Nichters Heiligkeit. 5. Gott ist ein Fels der Ars men, ein Fels in jeder Noth. Sie traun auf sein Erbarmen wann ihnen Unfall droht. Die Thränen, die sie weinen, sind dir bekannt und werth; Du, Gott, versäumest keinen, der deinen Schuß begehrt. 6. Ihr Kinder Gottes, preiset, verkündigt in der Welt, wie groß sich Gott bes weiset, der was er zusagt, hält. Er denkt daran, und fraa 296 Von dem Lobe Gottes. fraget nach des Gerechten| traue; Du hilft auch selbst Er hört ihn, wenn er Blut, tlaget, und stillt der Wetter Wuth. vom Cad. Nach überwunde nen Leiden geh ich ins Heilig thum; Und über dich voll Freuden, erheb ich deinen Ruhm. 7. Herr, fey mir gnädig; schaue voll Huld auf meine Noth! Du bists, dem ich ver* 9. Von der rechten Art des Lobes Gottes. Mel. Nro. 45. Kommt, tommt, den 2c. entehret das Lob, das ihm die Zwietracht weiht. Die Sün 355. Laßt uns mit Danken der, die sich haffen, ſiehn hoff. treten vor unsern von von Gott, mit Preis und Ruhm! ner Huld verlaffen, ein Gräuel Mit freudigen Gebeten lobt vor dem Herrn. Sie hört in ibn in seinem Heiligthum! ihren Nöthen Gott, der die Ihn, der mit ew'ger Treue, Lieb ist, nicht, Berbirget, was er erschuf erhält. Daß wann sie beten, im Zorn sein alle Welt fich freue, begna. Angesicht. digt er die Welt; trägt mit Geduld die Sünder, Hilft feinem Bolle gern: Lobt ihn, ihr feine Kinder! Ihr Christen, dankt dem Herrn! 2. Ihr, unsers Glieder, vereinigt Herz und Mund: 4. Wir aber deine From men, wir wollen, Gott in ei nem Geist zu deinem Throne kommen, wenn unfer dankbar Lied dich preist. Dein Lob, im Jubeltone, schallt durch dein ganzes Reich, dir, Va ter, und dem Sohne und deis nem Geist zugleich. Die Eins Hauptes hebreich Als Er, ben und als Brüder macht cuDie res Vaters Gnade fund! tracht unsrer Lieder gefällt Durch Sanftmuth überwins dir, Höchster! wohl. det euch selbst, und Haß und Himmel schallen wieder; find Neid; Versöhnt euch, und deiner Ehre voll. empfindet der Liebe Süffige s. O! pflanze selbst die Lie feit! Zu einem Heil berufen be mit aller ihrer Himmels habt alle gleichen Sinn; So lust, pflanz jeden ihrer Tries tet zu den Stufen des Thro. be, o Gott! in unfer aller Brust. Hilf, daß wir, als die 3. Ihn, der die Lieb euch Deinen, uns lieben lebens lehret, durch die ihr seine Kin lang, und so vor dir erschei Der seyd, Gott, euren Gott nen mit Lob, Gebet und Dant! nes betend hin! Dann Von der rechten Art des Lobes Gottes. 299 5. Wann wir dann vor bir flehen, erhöre gnädig dieß Ges bet! Laß uns zum Heil ge schehen, was unsre Secte glau: Dann steigt aus unsern Chó| big fleht! Wenn wir von gan ren der Eintracht Lied empor; zem Herzen für Rettung aus Der Eintracht Lied zu hören, der Roth, für Linderung der neig, Herr! zu und dein Ohr! Schmerzen, dir danken, unser Gott! für so viel Huld, uns alle dir weihen lebenslang; O Vater, so gefalle dir deiner Kinder Dank! Gebete zu Gott. 10. Vom Mel. Nro. 1. Mein Herz ermuntre tc. 356. Dein Heil, o Chrift, nicht zu verschers zen, fey wach und nüchtern zum Gebet! Ein findlich Flehn aus reinem Herzen, hat Gott, dein Vater, nie verschmäht. Erschein in Demuth oft und gern, mit Danf und Flehen vor dem Herrn. 2. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden, und im Geber vor Gott zu stehn! Der Herr des Himmels und der Erden, bedarf der eines Men. schen Flehn? Er will blos Deine Seeligkeit, wenn er zu beten dir gebeut. Herzens Wünsche dir erklären: erhebt das unfre Seele nicht? O welch ein Troft, daß du uns liebst, und was uns nützet, gerne giebst! 4. Sein Heil von dir, o Gott, begehren, ist warlich Deine schwere Pflicht; Des 5. Was kann zum Fleiß in guten Werken die Geele tráf tiger erhöhn? Was mehr den Muth im Leiden stärken, als wenn wir flehend auf dich schn? O Vater, unsre Seelenruh nimmt durchs Gebet beständig zu. 8. Dein Wort ist immer Fa und Amen. Wer glaubig bit, tet, der empfäht. Drum laß auch mich in Jesu Namen oft vor dich kommen mit Gebet. Nie sey mir diese Pflicht zur Laft, die du zum Heil geboten hast. 3. Sagt Gott nicht: bit. tet, daß ihr nehmet? Ist des Gebetes Frucht nicht dein? Wer sich der Pflicht zu beten fchämet, der schämt sich Gottes Freund zu fevn; Und stößt Mel. Nro. 1. O könnt ich dich, mein 2c. Domm betend oft bas angebotne Glück, muth: 357. K und mit Berquis willig felbst von sich zurück. gen, o Christ, vor Gottes Angesicht! Nie müsse Trägheit dich besiegen in der Erfüllung dieser Pflicht. O übe fie, zu Got. Vom Gebete zu Gott. 300 Gottes Vrris und deinem Heil, mit treuem Fleiß. 2. Bet oft in Einfallt deiner Seelen; Gott sieht aufs Herz; Gott ist ein Geist. Wie kön, nen dir die Worte fehlen, wo fern dein Herz dich beten heist? Der Glaub an Gott und seinen Sohn, rührt ihn, nicht leerer Worte Ton. 8. Doch säume nicht in den Gemeinen auch öffentlich Gott anzuflehn, und seinen Namen mit den Seinen, mit deinen Brüdern zu erhöhn. Wie eif rig war dein Heiland nicht in Uebung dieser feel'gen Vflicht! 9. Bet oft zu Gott für dei ne Brüder: für alle Men schen, als ihr Freund; Denn wir sind eines Leibes Glieder; Ein Glied davon ist auch dein Feind Solch bitten, das aus Liebe fließt, ehrt Gott, der selbst die Liebe ist. 10. Bet oft, so wirst du Glauben halten, dich prüfen und das Böse scheun, an Lieb und Eifer nicht erkalten, und reich an guten Werken fept Wunden satt. Schau auf den Denn Muth und Kraft und Ernst, schau auf die Güte, Seelenruh sagst du, Gott, womit er dich geleitet hat. dem, der bittet, gu. Oft irrtest du, er trug Geduld; 11. Dieß reiße mich vor Erfenn nnd preise feine Huld. dich zu treten mit Lob und 6. Bet oft, durchschau mit Dant, mit Wunsch und Flehn. Muthe die herzliche Doch, meine Fehler bey dem Barmherzigkeit des, der mit Beten, wollst du, mein Vater, feinem cheuern Blute die Sün, übersehn; Weil mich, der die Derwelt vom Fluch befrent; zur Rechten fißt, durch seine Und eigne dir, zu deiner Rub Fürsprach unterstüßt. 3. Wer das, was ihm zum Frieden dienet, durch Beten fucht, der ehret Gott. Wer das zu bitten sich erkühnet, was er nicht wünscht, entehret Gott. Wer schnell vergißt, was er ihm schwur, der spottet feines Schöpfers nur. und Heiltgung, sein Opferzu. 7. Bet oft, Gott wohnt an jeder Stätte; In feiner mins der oder mehr. Denk nicht, wenn ich mit Vielen bete so find ich eh bey Gott Gehör. It, was du wünscheft, recht und gut, so sey gewiß, daß Gott es thut. 2. Bet oft zu Gott, und schmeck in Freuden, wie freundlich er dein Vater ist. Bet oft zu Gott, und fühl im Leiden, wie göttlich er das Leid versüßt, Gott hörts, Gott ists, der Hülfe schafft. Er giebt den Müden Trost und Kraft. 5. Bet oft, und heiter im Gemüthe, schau dich an seinen Mel. Vom Gebete zu Gott. 301 Mel. Nro. 125. Wie göttlich sind doch zc. ret, um Trost in diesem Kuma mer an. Wer ihm fein Leid in 358. Mein bester Troft in Zuversicht entdecket, den vers diesem er ein Gebet zu meinem Gott. Dieß kann mir Kraft in Schwachheit geben, Geduld und Muth in jeder Noth; Bey jedem Gram, bey jedem Schmerz, ein ruhiges, zufried nes Herz. 2. Wie kann ich Trost und Ruhe finden, wenn mein Ge wissen mich verklagt, wenn, bey der Menge meiner Sùn. den, mein Herz vor seinem Richter zagt? Nichts tröstet mehr, als ein Gebet, das, Gott, bey dir um Schonung fleht. 3. Muß ich um des Gewis, fens willen ein Spott der Las sterhaften seyn, so bet ist des muthsvoll, im stillen zu meis nem Gott. Er hört mein Schreyn, nimmt väterlich sich meiner an, und stärkt mich auf der Tugend Bahn. 4. Ich will mich nie zu råchen suchen, wenn mich ein Feind zu fränken sucht, und dem will ich nicht wieder fluden, der mir aus Unverstand geflucht. Nein, meine Rach ist ein Gebet, das Gott um Gnade für thn fleht. 5. Und wenn ein Kummer mich verzehret, den ich der Welt nicht flagen kann, dann tuf ich Gott, der mich erhö, 6. Ruf ich ihn an bey dem Geschäfte des Standes, den er mir verlich; So fleh ich nie umsonst um Kräfte; der Gott der Stärke giebt mir fie. Er giebt, aus väterlicher Huld, mir Seegen, Klugheit und Geduld. 7. Wenn, eine böse Luft zu dämpfen, mir Schwachen Muth und Kraft gebricht; Dann bitt ich Gott; Er hilft mir kämpfen, und giebt mir Muth zu jeder Pflicht. Und start durch meines Gottes Kraft, bezwing ich jede Leis denschaft. 8. Wenn ich im letzten Kampf des Lebens bey Nies mand Hülfe finden kann; So ruf ich Gott doch nicht verges bens um seinen Trost und Beystand an, der wann die Spras che mir vergeht, doch meine Seufzer noch versteht. Mel. Nro. 224. Herr, allerhöchster Gott. 359. Ah Bater, unfer Gott, Du zeigst durch deine Güte, uns, deinen Kindern stets dein väterlich Gemüthe: o thắten wir nur auch, als Kinder, unsre Pflicht, in Furcht, Gehorsam, Lieb und vester Zuversicht. 2. Du, der im Himmel thront, 302 Vom Gebete zu Gott. thront, bist aller Ort und Eus| stolz und sicher seyn, in bösen den, und willst, daß mit Gebet nicht verzagen; Daß wir bey wir oft uns zu dir wenden; Verspricht der Retter selbst in unsrer Noth zu seyn, drum so verwirf uns nicht, erhör uns, wir sind dein. andrez Gluck uns brüderlich erfreun, und wenn der Arme seufzt, gern milde Geber seyn. 3. Laß deinen guten Geist, die große Valicht und lehren, dir glaubig zu vertraun, und dich recht zu verehren. Zeig uns, wie machtig, groß und weise du, Gott, biſt; Wie klein der Mensch, der Staub, wie schwach und arm er ist. 8. Ach, Bater, du bist reich an allen guten Gaben! La unser täglich Brod uns heut und immer haben im Uebers fluffe gieb uns kluge Spats samkeit, und auch bey wents gem Ruh und Zufriedenheit. 9. Herr, handle nicht mit uns nach unfern grossen Sun. den, und laß, wenn wir ge 4. Das sey das höchste fehlt, uns wieder Gnade fins Glück für uns hier auf derden; gedenke, was dein Sohn Erde, daß deines Namens für unsre Schulden that, er, Ruhm von uns gepriesen wer, der zu unserm Heil den Tod de; Daß er in Wort und erduldet hat. That, und ohne Heucheley; geheiliget von uns, und nie entheiligt sey. 5. Dein väterliches Reich ist auch zu uns gekommen da in der Taufe du in Bund uns aufgenommen. O lag in deis nem Reich uns fromme Bür. ger seyn, und brechen wir den Bund, ihn unverweilt erneun. 10. Hilf, daß wir denen auch gern unsre Schuld erlaß fen, die uns beleidigen; Sie nie feindselig haffen; Nicht schmähen, wenn sie schmähn, nicht drauen, wenn sie draun, und, was sie uns gethan, vet gessen und verzeihn. 6. Dein Wille, Herr, ge schicht, auch ohne unsern Willen; Doch gieb auch uns die Kraft ihn freudig zu erfül. Abfall reißen fehn, so gib Die Nichtschnur unsers uns Kraft und Muth, ihr vest 11. Herr, daß uns Fleisch und Blut nie in Versuchung führen, laß deinen guten Geiſt uns immerfort regieren; Und wenn wir uns die Welt zum len. Thuns sey stets dein heilig Recht. Du bist ja unser Herr, und jeder Mensch dein Knecht. zu widerstehn. 12. Erhebe unsern Geist zu himmlischen Gedanken, in 7. Regier auch unser Herz, unserm Glauben laß uns nun und nimmer wanken: Laß uns Vom Gebete zu Gott. 30% uns, durch deine Kraft, von Licht erhellt, wer deine Wahr, jeder Sünde rein, und jeder Pflicht getreu, dir ganz gehei ligt seyn. heit kennt und ehrt, der leb auch, wie er glaubt und lehrt! Nimm aller irrenden dich an, und hindre, was verführen fann. 13. Zuletzt erlos uns auch, o Gott, von allem Bösen, denn du hast Macht und Kraft allein, uns zu erlösen: Laß uns im letzten Kampf; o Vas ter, wohl bestehn, und dann in jener Welt dein Antliş ewig fehn. 14. Du, Hochster, tannst allein dein Wert in uns vol. lenden, und unser ganzes Heil steht blos in deinen Händen: dein, Herr, dein ist das Reich, die Kraft und Herrlichkeit von after Ewigkeit zu aller Ewig teit. 15. Hierauf so sprechen wir, in Jefu Chrifti Namen, auf fein untrüglich Wort, ein glaubig Fa und Amen: o Je fu Chrift, durch dich und dein Verdienst allein, wird alles, was wir fehn, auch Ja und men seyn. Mcl. Nro. 383. So wahr ich lebe! tc. 360. Gott, der du unser Bater bist, der als les, alles fieht, was ist, und alles hort! Wir Kinder nahn zu deinem Thron, und sein Dich an. Es muß uns, Herr, von Herzen gehu, was wir mit unserm Munde flehn! 2. Geheiligt werd in deiner Welt dein Namen; wenn dein 3. Dein Reich laß kome men; Laß dein Wort stets uns verfälscht an jedem Ort uns leuchten, Gieb uns deinen Geist, den uns dein Sohn, o Gott verheißt; Erhalte det. ne Kirch und laß sie fürchten weder Spett noch Haß! 4. Dein Wille, Hert, ges sheh zugleich auf Erden, wie in Himmelreich! Gieb uns Geduld, Gelaffenheit im Leis den, und Beständigkeit, die zu gehorchen; Muth und Kraft zum Kampf in unseer Pils grimschaft. 5. Auch gieb uns unser tågs lich Brod, Arbeitsamkeit und Fleiß; O Gott! vor Krieg bes hut uns und vor Streit, vor Seuchen', Pest, und theurer Zeit; Gich Friede, Trost in Leid und Schmerz, und ims mer ein zufriednes Herz. 6. All unfre Schuld vergieb uns, Herr, erlaß sie, o Barms herziger; Wie wir auch uns fern Schuldenern erlaffen ihre Schulden gern, dienfifertig laß uns seyn; bereit zur Sanftmuth, Lieb und Einig. teit! 7. Auch führ uns in Ver. suchung nie; Und ach! geras then Bom Gebete zu Gott. 304 then wir in sie; So stärke du zum Widerstand uns, Herr, mit deiner starten Hand! Gieb deines Geistes Trost, das treu und standhaft unser Glaube sey! 8. Ertos uns denn zur rech. ten Zeit von allem Uebel, allem Leid, und allem, was die Zukunft droht, und tröst uns in Der letzten Noth, und laß( wir 361. find, wir sind ja dein;) einst feelig unser Ende seyn! 9. Dieß, Gott, geschehe! Bater, wir erwarten alles Heil von dir. Dein ist das Reich; dein ist die Macht; Dir werd' auch Preis und Ruhm gebracht, von allen Menschen aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit. ir versöhnt in dei nem Soh ne, lie gen wir vor dei nem Chro ne: 319250 Kei ner kehrt mit trů bem Blick, un er hört H von dir zurück. Al les Fleisch von al len En. ME111111 den kommt mit auf ge hab nen Händen, kommt mit Hoffnung und Be gier, Gott, der gern ers FEJE hört! zu dir. 2. Du bist alles Gutenter! nicht deiner Kinder 3 Fülle. Daß wir beten ist dein versicht. Und du haft so vice Wille. Du verschmähst o Va-| len Segen; weit mehr, als wir ami Vom Gebete zu Gott.END ३०. wir bitten mögen. Reich und| Vater bist, dem kein Ding uns Kraft und Herrlichkeit, Gott! möglich ist? Allen hast du, ist dein in Ewigkeit. Herr! ihr Leben, und was sie erfreut, gegeben; Und vers sprichst, Unendlicher! Allen noch unendlich mehr. 3. Was im Himmel und auf Erden gut ist, ließ dein Wille werden; Eh es ward, da dachtest du es schon deinen, Kindern zu. Alle sollten deis ner Gaben unerschöpften Reichthum haben. Ewig foll, ten alle dein, guter Bater! fich erfreun. 5. Ja, wir wollen zu dir nahen, beten, glauben und empfahen! Unsrer Chaten Lobgesang fey in Ewigkeit dein Dant! Heil uns Christen: Du beschüßzest deine Kinder. Du befizest Herrlichkeit und Kraft und Reich! Wo ist die ein Vater gleich? 4. Sollten dean nicht dei. ne Frommen alle betend vor dich kommen, der du unser EDE Art des Gebets. chid tur Herzen zum Verdruß, am Bes ten mich zu hindern. Und fleht 362. Mit Seufzen klag mein seufzend Herz zu dir, bringt sie zu meiner Kränkung mir viel Eitles ins Gemüthe.ms ich dir, mein Gott! Gern wollt ich eifrig beten, und drückt mich mei ner Sünden Noth, voll Glau, ben zu dir treten: Gern bracht ich lieber Bater! dir im Geist und Wahrheit mit Be. gier die Opfer meiner Lippen. 2. Allein mein Herz, ach Gott und Herr fann sich nicht recht erheben. Zum Gu ten oft zu falt und schwer bleibt es am Eiteln fleben. Trag ist oft leider! Sinn und Muth, und oft muß ich mein Fleisch und Blut zur Andacht mùbfam zwingen. 3. Umsonst faß ich oft den Entschluß. Die Welt samt ihren Kindern sucht, meinem! 11. Von der rechten Mel. Nro. 380. Aus tiefer Noth ruf ich. 4. Dieß, Herr, mein Gott, dieß kränkt mich sehr, und ich dent oft mit Schmerzen, als war dein guter Geist nicht mehr in meinem trágen Hers zen, das dich so oft beleidigt hat; Weil Lust zur Andacht feine Statt in meiner Seele findet.ngo aster 5. Ach, leider! Bater, hab ich dich nicht allezeit gehöret, wenn du in deinem Worte mich erweckt, gerührt, gelehret. Wehmüthig fleb ich, Gott, zu dir, vergies und handle nicht mit mir, wie ich verdienet habe. 6. Ich will hinsort Nachs lås 11 306 Chriftliche Gesinnungen gegen Jefum. läffigkeit und alle Trägheit| Gebets ja nie in mir erfalten! meiden. O mache du mein Der Andacht Feuer wollst du Herz bereit, vom Eitlen mich stets durch deine Kraft erhab zu scheiden. Laß es dich hören ten. Den Hindernissen wehre und allein aufs Himmliſche du, und setze meine Seel in gerichtet seyn. Gicb du mir Ruh, sich frey empor Kraft und Stärke. schwingen. trud 7. Gott, laß den Eifer des 12. Christliche Gesinnungen gegen Jesum den Heiland der Welt. Von der Liebe und Dankbarkeit gegen ihn. Mel. Nro. 125. Wie göttlich sind doch tc. 363. Ich will dich lieben, will dich lieben, meine Zier! Dich lieb ich, Herr! durch Wort und Werke, Gedanken, Sinnen und Begier; Dich lieb ich, o vollkommnes Licht! Bis einst der Tod das Herz mir verblendet; Ich suchte Rub und fand sie nicht. Bon Gott hatt' ich mich abgewendet, er war mein Licht. Nun aber zeight und schenfest du mir Fried und wahre Seelenruh 5. Drum dane ich dir, du wahre Sonne! Weil du mie Glanz und Licht gebracht; J danke dir, du Himmelswon ne! Daß du mich froh und frey gemacht. Ich danke de ner Gutigkeit; die mich an Seet und Leib erfreut. bricht. 4. Dich lieb ich, o mein wahres Leben! Dich lieb ich, meinen besten Freund! Dich will ich lieben und erheben, so lange mich dein Glanz be. scheint. Dich! dich umfaß ich, Gottes Sohn! Du bist mein Schild und großer Lohn. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen, und laß mich nicht mehr irre gehn; Laß meinen Fuß auf deinen Wegen nicht strauchlen oder stille stehn. Du reines Licht, du Gnadens glanz! Erleuchte meine Sels le ganz. 310 dan 3. Ach! daß ich dich so frát erkennet, und dich, mein Treft und höchstes Gut! so spát umfaßt, und mein ge nennet, da doch mein Heil in 7 Gieb meinen Augen dir beruht. Ach! meine See fromme Thränen, gieb meis le ist betrübt, daß ich dich eher nem Herzen Lieb und Treu. Laß meine Seele sich gewöh 4. Ich lief verirrt, und war nen, daß sie dir ganz ergeben nicht geliebt. fey fen. Floß meinem be ein, auf ewig, zu seyn. den Heiland der Welt. 307 Herzen Lies| lieb ich stets in Lust und Leide, Jesu! dein dich lieb ich auch in Noth und 30 Tod. Dich lieb ich hier in dies fer Zeit, und völlig in der Ewigkeit. 8. Dich lieb ich ewig meis ne Freude! Dich lieb ich, mei nen Herrn und Gott! Dich 364. TELEF mei ne Freu de! Dich mit rei nen Trie ben # Idich m fu wann ich lei de, mei nes Her zens al les lie ben, ist mir Trost und 11 Hab ich dich, wie reich bin ich! Oh ne dich Selbst auch, u ber E wer den. kann ich auf Er den doch nicht glück lich Theil! Heil. bin 254 04 3. Nicht des Grabes Höh. le schrecket meine Seele; nicht das Weltgericht. Nichts kann 2. Unter deinem Schirmei meinen Glauben, fann mis tonnen teine Stürme mir er. Jesu rauben: Er verläßt schrecklich seyn. Laß die Fel, fen splittern, laß den Erdkreis zittern, und den Einsturz dráun! Was ists mehr? Rings um mich her mag es Donnern, frachen, blizzen! Jefus will mich schützen. mich nicht. Und bewacht durch seine Macht, kann ich bey der Feinde Toben Gott mit Freu. den loben. 4. Nicht an Gold und Schagen kann ich mich ergózs Wols zen, Jesu, meine Lust. luft lockt vergebens: Du nur, Fürst des Lebens, lebst in meis ner Brust. Kreuz und Noth, Schmach 11 2 308 Von der Nachfolge Chrifti. Schmach und Tod soll mich| Gewissen, ich mag euch nicht ob ich viel muß leiden, nicht wissen! von Jesu scheiden, die 6. Schweiget, bange Klas gen! Sollt ich je verzagen? Ist nicht Jesas mein? Den, Der Jesum liebet, muß was erst betrübet, doch zuletzt ers freun. Hab ich hie viel Angk und Müh; Jesu! selbst auch wann ich leide, bleibst du meis ne Freude! 5. Weicht, ihr Eitelkeiten, die zum Bösen leiten! Tho. ren täuschet ihr. Sünden, cure Freuden will ich ewig meiden; flichet fern von mir! Heppigkeit, Stolz, Schmah. fucht, Neid, thr beschweret das 13. Von der Nachfolge Chrifti. Mel. Nro. 44. Herr! deine Allmacht tc. 365. Mir nach! spricht Christus, unser Held; Mir nach ihr Christen alle! Entfesselt euch von Sünd und Welt, forgt nur, was mir gefalle. Ich bitt für euch! und ihr fend mein; Drum follt ihr mir auch ähnlich seyn. 2. Kommt! meine Sanft, muth zeiget sich in allen mei nen Lehren. Kommt! meine Demuth reißt euch, mich mit Zutraun anzuhören. Wist wenn ihr Busse thut und glaubt, daß euren Trost kein Tod euch raubt, 3. Ich bin ja das wahr. hafte Licht; Bey mir ist Heil und Leben. Wer mir nur fols get, der darf nicht, wo er auch wandelt, beben. Er wandelt nicht in Finslerniß, schaut seinen Weg und geht gewiß. Gefilden. Doch wer wahts baftig Glauben hat, wird auch nach mir fich bilden, in Liebe wandeln, gern verzeihn, mit leidig, mild und friediam seyn. 5. Bon Eigennuß und Ehrgeiß fern, entfagt ich als len Freuden, begab mich mes ner Hoheit gern, und scheute teine Leiden. Nie setzt ich bey der herbsten Schmach, des Baters Ehre meiner nach. 6. Gleich mir, verläugne jeder sich, und folge meinen Schritten. Sollt ihr auch leis den; Schaut auf mich, der ich für euch gelitten. Nehmt willig euer Kreutz auf euch! und werdet an Geduld mic gleich. 7. Ob der Verfolgung Schwerdt schon blist, so laßt euch das nicht rühren; Denn wer fein Leben angstlich 5. Der Glaub ist euch ein schützt, wird ewig es verlies sichrer Pfad zu himmlischenren. Wer Glück der Erde mehr Von der Nachfolge Chrifti. 309 mehr begehrt, als mich, ist| weiß es, o Herr Jefu Chrift! meiner auch nicht werth. 8. Auf, Christen, auf! Ihm, unserm Herrn, mit Ei fer nachzueilen! Laßt uns mit ihm getroft und gern auch Schmach und Leiden theilen. Laßt seyn, daß uns die Welt verhöhnt! wer treulich tampft, wird einst gekrönt. Mel. Nro. 227. So hoff ich denn mit zc. 366. Kommt her, Müh. ' feel'ge, tommt zu mir spricht Gottes Sohn, o kommt! Send ihr mit Sün. den gleich beladen. Kommt her, ich bin der gute Hirt, der euer Herz erquicken wird. Ich Arzt, heil euren Schaden. 2. Wie lange fäumet ihr euch noch? Kommt her, und übernehmt mein Joch, und folget meinen Lehren. Seht, wie ich, ganz nach Gottes Sinn, fo fanft und so demá. thig bin; Mich müßt ihr bil, lig hören. 3. Sanft ist mein Joch, leicht meine Last. O! werfein wabres Glück nicht hast, wird sich dazu bequemen. Ich schenk ihm Ruh, und wie er sich nicht meiner schämet, werd auch ich einst seiner mich nicht schämen. 4. Nun, Jesu! mich ver. langt nach dir. Beuch mich Die nach, fo laufen wir; Dir will ich mich ergeben. Ich Daß auffer dir kein Netter ist: bey dir ist Heil und Leben. d s. Laß mich nun, so wie du gethan, aus wahrer Demuth jedermann zu dienen fertig fres hen. Laß mich, wie du, sanft, müthig seyn, Beleidigungen gern verzeihn, und Fehler übersehen. 6. Ach bilde mich nach dei, nem Sinn, mich, der ich ohne dich nichts bin, daß ich dein Foch recht trage. Sprich meis ner Seele tröstlich zu, und bringe mich zur wahren Ruh am Ende meiner Tage. Mel. Nro. 6. Lobfinget Gott, und bet. ic. 367. Der du die Liebe ſel bist, und gern uns Menschen fegnest: Ja, selbst dem, der dein Feind noch ist, mit Wohlthun doch begegnest! O bilde meinen Sinn nach dir, und laßt mich doch, mein Heiland hier, wie du gewandelt, wandeln! Die können teine Christen seyn, die sich nicht Andrer Wohlfarth freun, die Menschenfeindlich handeln. 2. Dein Leben in der Sterb, lichkeit war für die Menschen Seegen; Dir folgten Lieb und Freundlichkeit auf allen deis nen Wegen. Wohin du giengst gieng Wohlthun mit; Dein Wort, dein Werk und jeden Schritt begleitete Erbarmen. Du 3 10 Von der Nachfolge Chrifti. Du übernahmst die schwere| sten beyzustehen, betrübter Pein, uns vom Verderben zu Herzen Trost zu seyn, mich mit befreyn, und starbst zum Heil den Fröhlichen zu freun, mit uns Armen. Oon 168 Weinenden zu tlagen. Laß mich dem, der sein Herz mir weiht, ein Herz voll frommer Redlichkeit und Treue nicht versagen. A 3. Auch iezt noch, auf der Himmel Thron, bist du das Heil der Sünder; Auch da bleibst du, o Gottes Sohn! ein Freund der Menschenfin, der. Du schaffst den Deinen wahre Ruh, und die Verwirrten suchest du auf rechten Weg zu leiten. Du hörst der Seuf zenden Gebåt, und braucheft deine Majestät, nur Seegen auszubreiten. 4. O laß in meiner Pilger. schaft mich auf dein Vorbild sehen! Erfülle mich mit Lust und Kraft, dem Näch. s. Laß mich mit brüderlies cher Huld den Strauchelnden erwecken; Durch Sanftmuth, Mitleid und Geduld des Nachs sten Fehler decken. Mein Ant likz fey nicht fürchterlich; und meine Seele neige sich zu des Bedrängten Flehen: so wird mich in der bessern Welt, die nur Beglückte in fich hält, der Liebe Lohn erhöhen. 14. Von der Treue gegen den Heiland. 368. LEG pei nen Je sum laß ich nicht! weil er so er for dern Dank und Pflicht, ihn zu FEET EN 1 fich für mich ge ge ben, Er ist mei nes Le bens lie ben, ihm zu le ben. Licht; mei nen Je 2. Jesum, Jefum laß ich nicht, hier in meinem ganzen Leben. Ihm hab ich, voll Zuversicht, mich zu eigen überge. sum laß ich nicht. ben. Weil mir nichts bey ihm gebricht, laß ich meinen Jes sum nicht. 3. Wann mein Auge schon bera Von der Treue gegen den Heiland. 311 verlischt, und die Lippen sich sterben, muß ihrer nicht begehentfärben, mich kein Labsal ren, und sich zu Jesu fehren. mehr erfrischt, alle Sinnen: mir ersterben, und das mat, te Herz nun bricht, laß ich meinen Jefum nicht. 4. Auch im Himmel ist er mir Seeligkeit und Trost und Freude; dort belohnt er, was ich hier, willig ihm zu Ehren leide. Dort seh ich sein Ange, ficht; Meinen Jesum laß ich nicht. 5. Weder Welt, noch Welt luft ists, was des Herzens Wünsche stillet; Du allein, mein Jesu, bifts, der mein ganzes Herz erfüllet. Du ver trittst mich im Gericht. Dich, o Jesu laß ich nicht. 6. Dich, o Jefu, halt ich vest, und von dir soll nichts mich scheiden. Wehe dem, der dich verläßt! Er beraubt sich ew'ger Freuden. Seelia, wer von Herzen spricht; Meinen Jefum laß ich nicht. Mel. Nro. 94. Du, der kein Böses thut, zc. 369. Mein Jesus ift ge. ſteht er mir bey: auf ihn if treu, gut vertraun; Drum will ich auf ihn baun. Ihm bleibt mein Herz ergeben, im Tod und auch im Leben. 3. Umringet mit Gefahr nehm ich viel Feinde wahr, die wider mich sich legen. Du, Jesu! bist zugegen! Du lenkst das Herz, auch Feinde vers wandelst du in Freunde. 4. In aller meiner Noth, und war es auch der Tod, bist du's der für mich ringet, und noth und Tod bezwinget; Ja vor der Hölle Schrecken kann mich dein Schuß bedecken. 2. Der Welt armfeel'ger Lohn ist Schaden, Schimpf, und Hohn; Wer den nicht will ererben, der muß der Welt ab. | 5. Wenn Sündenschuld mich plagt, und mein Gewis fen nagt: alsbald eilt deine Gnade, daß sie mich ihr ents lade, dein Leiden und dein Sterben, das läßt mich nicht verderben. 6. Sey, Jesu, auch hinfort, mein Beystand, Schuß und Hort. Laß meinen Fuß nicht gleiten, und hilf mir muthig streiten: so will ich deinen Nas men von Herzen preisen, Amen. Mel. nro. 334. Was Gott thut, das ift: c. 370. Dich ewig nicht; Jesum, lag Dir bleibt mein Herz ergeben. Du kennst dieß Herz; daß redlich spricht: Nur einem will ich leben: Du, du allein, du sollst es seyn; Du sollst mein Trost auf Erden, mein Glück im Himmel werden. 2. Dich, Jesum, laß ich civig 312 Von der Treue gegen den Heiland. ewig nicht; Jcb halte dich im| ewig nicht, dich, Gottes größ Glauben. Nichts tann mir te Gabe! Ich weiß, daß mir meine Zuversicht und meinen tein Gut gebricht, Here, wenn Glauben rauben. Der Glau- ich dich nur habe. Sucht mich bensbund hat vesten Grund: die Welt durch Gut und Geld Du läsfest dir nicht nehmen, dir ungetreu zu machen; So die deiner sich nicht schämen. will ich ihrer lachen. 3. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; auß göttlichem Erbarmen giengst du für Sün. der ins Gericht, und büßtest für mich Armen. Aus Dank barkeit will ich allzeit um dei. nes Leidens willen die Pflicht der Treu erfüllen. 4. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; Du stårkest mich von oben. Auf dich steht mei. ne Zuversicht, wenn meine Feinde toben. Ich halt an dir; Du bist bey mir. Wenn mich die Feinde haffen, wirst du mich nicht verlaffen. 5. Dich, Jesum, laß ich 371. Mel. Nro. 224. Herr, Allerhöchster Gott, zc. ein Will' ists, groffer Gott! Ich soll mich selber lieben. Olas mich diese Pflicht nach deiner Vorschrift üben, und schränke felbst den Trieb froh und beglückt zu seyn, den du mir eine gepflanzt, in heil'ge Gränzen 6. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht, nichts soll mich von dir scheiden. Es bleibet jedes Christen Pflicht, mit sei nem Heren zu leiden. Doch all mein Leid währt furze Zeit: bald ist es überstanden, und Ruh ist dann vorhanden. III. Von den Pflichten gegen uns selbst. 1. Von der Selbstliebe. ein. 2, Gieb, daß mein ganzes EN 7. Dich Jesum, laß ich ewig nicht, Nie soll mein Glaube wanten; Und wann des Leibes Hütte bricht, sterb ich mit dem Gedanken: mein Freund ist mein, und ich bin sein; Er ist mein Schuß, mein Tröster, und ich bin sein Er iößter. Herz sich deiner Liebe weihe, und daß in allem ich dein Aus ge findlich scheue. Wer als ein Christ fich liebt, der flicht auch als ein Christ, was wi der deine Furcht und Mens schenliebe ist. 3. Kein schnöder Eigens nuis beherrsche' meine Seele! Und wenn zu meinem Glück ich Weg und Mittel wähle, fo laß mich stets dabey auf Recht und Von den Pflichten gegen uns selbst. und Wahrheit schaun; Auch nie mein Wohlergehn auf Andrer Elend baun. 4. Dein Fluch trifft jedes Glück, dabey die Tugend leis det, dabey der, der es fucht, Gott deine Wege meidet. Wer Unrecht liebt und thut, erbt deinen Himmel nicht. Nie treffe mich, o Gott, dieß schreckt. liche Gericht. 313 bey, Herr, vor dem Lauf der Welt. Gieb, daß ich mich so lieb, als es dir wohlgefällt. Mel. Nro. 438. Freue dich, o meine zc. 372. Daß ich mich, mein Gott, felbst liebe, fann dir nicht mißfällig seyn; Du, du pflanztest ja die Tries be tief hiezu den Menschen ein. Lenke du nur meinen Sinn auf die wahre Weisheit hin, daß ich nicht mein Glück verfehle, und selbst das Verderben wähle. 5. Nie blende mein Gemüth der Eitelkeiten Schimmer. Die Welt mit ihrer Lust ver, geht doch einst auf immer. Was hilft uns furze Lust? 2. Hilf mir, die mir schuld', Was hilft uns eitle Pracht? ge Paichten recht verstehn, und Nicht ein vergänglich Gut, mit Bedacht auf das mein Bes ifts, was uns glücklich macht. streben richten, was wahrhafs 6. Ein Gott ergebnes Herz, tig glücklich macht. Wer dir, ein unverletzt Gewissen, nuro du Höchfier, lebt, und die Das kann uns allein des Les zu gefallen strebt, der nur bens Last verfüssen; Das fennt der Seele Adel, der nur bleibt uns auch im Tod, und liebt sich ohne Tadel. folgt uns aus der Zeit zum grossen Seegen nach, bis in die Ewigkeit. 7. O feelig! Wer darnach mit heil'gem Eifer trachtet, und für sein größtes Glück, Gott, deine Gnade achtet. Der liebt allein sich recht, der findt schon in der Zeit die wah. re Ruh, und einst vollkomm ne Seeligkeit. 8. Das sey mein Zweck, mein Fleiß. feegne mein O Bemühen! So wird das wah: re Wohl nicht meinem Wunsch entfliehen. Bewahre mich das 3. Doch wie oft und leicht verführet Eigenliebe unser Herz! Durch den duffern Schein gerühret, wünscht er Freud, und wählt den Schmerz, sucht und findet nie, mals Rub, hofft sie und fommt nie dazu, weil es fich verliehrt in Dingen, die kein wahres Glück uns bringen. 4. Wir versäumen unfre Paichten, von Bequemlichkeit regiert; werden, wenn wir Guts verrichten, oft von Eis gennuß verführt. Nur gat selten trachten wir, nach dem wah. 1314 Von der Selbsterkenntniß# 487 wahren Ruhm bey dir; Und| brer Wohl zu trachten, und wie oft fchits uns an Wollen, wenn wir Andern dienen follen! sie, als mich selbst, zu achten. 5. Mache, o mein Gott, in Gnaden mich von solcher Uns art frey, daß ich nicht zu meis nem Schaden gegen mich verblendet sey. Pflanze selbst den Trieb mir ein, mich vor allem dein zu freun, auch nach An. 6. Gieb mir dann auch das Vollbringen mich zu lieben, wie ich foll; Laß mich eifrig darnach ringen, was mir dient zum wahren Wohl. Auch dem Nächsten beyzustehn, auf ihn, als mich selbst zu sehn; Ueber alles dich zu lieben. Das, das hilf mir treulich üben! 2. Von der Selbsterkenntniß und Selbstprüfung. gen, daß du mich vorgezogen? Bin ich auch jemals dessen. werth? Mel. Nro. 82. In allen meinen Thaten tc. 373. Was ich nur Gutes habe, ist deine milde Gabe! du Vater alles Lichts. Mein Daseyn und mein Leben ward mir von dir gegeben, und ohne dich vers mag ich nichts. 4. Ich bin viel zu geringe der Huld, Herr aller Dinge, die du mir hast erzeigt. O lag michs nie vergessen, wenn sich mein Herz vermessen zum Stolz und Eigendünkel neigt: 6. Das núßlich anzuwen den, was du mit Baterhans den mir gütig zugewandt, ges horfam dir zu werden: Das fey mein Fleiß auf Erden; Dazu gieb Demuth und Vers stand. 2. Sowohl Verstand, als Kräfte, zu nutzlichem Geschäf te, hab ich aus deiner Huld. Dein ists, wenn gute Thaten dem Vorfah wohl gerathen, ich bin allein an Fehlern schuld. 3. Das Glück, deß ich mich freue, schaffst du nach deiner Treue du Herr der ganzen Welt! Du ordneft unsre Ta. Mel. Nro. 11, O könnt ich dich, mein c ge, ihr Glück, und ihre Plage, nur fo, wie die es wohlgefällt. che Fra 374. Wer bin ich? tod ge! Gott, lehre sie mich ret 4. Sollt ich mich denn er verstehn! Gieb, daß ich mir heben, wenn mir in diesem Le die Wahrheit fage, um mich, ben viel Gutes wiederfährt? fo wie ich bin, zu sehn. Wer Was hat dich, Herr, bewo. I sich nicht selbst recht tennen lernt, 2 und Selbstprüfung.d mell 315 lernt, bleibt von der Weisheit| Begrung seyn beslissen, er weit entfernt. der nicht weiß, wie viel ihm fehlt? Sich selbst recht tens nen ist Verstand; Drum mache mich mit dir bekannt. 2. Ich bin ein Wert von deinen Händen, du schufft mich, Gott, zu deinem Preis; Dazu mein Leben anzuwenden, das ist dein väterlich Ge heiß. Doch leb ich als dein Eigenthum, auch, wie ich soll zu deinem Ruhm? 3. Ich bin ein Christ nach dem Bekenntniß. Doch bin ich das auch in der That? Hrrr, öffne selbst mir das Verstånd. niß, recht einzusehn, ob ich den Pfad, den Jesus mir ge, wiesen, geh, und ob ich auch im Glauben steh? 4. Du tennest unsfers Her gens Tiefen, die uns selbst un. ergründlich sind; Drum laß mich oft und ernstlich prüfen, ob ich sey Christo gleich ge finnt. Befreye mich vom falschen Wahn, der auch den Klugften täuschen kann. 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, mein Vater, das entdecke mir! Hab ich der Wahrheit Weg erwählet, so gieb, daß ich ihn nicht vers lier. Erleuchte mich mit deis nem Licht, so tauschen mich Berführer nicht. 5. Von der Sorge Mel. Nro. 3. Lob, Ehr und Preis dem zc. 375. Laß mich des Menschen wahren Werth, mein Gott, zu Herzen nehmen, und dessen, was mich felbst entehrt, mich allzeit innight schamen. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was 7. Bin ich jetzt von dem sichern Pfade, der mich zum Leben führt, noch fern, fo wette mich durch deine Guade; daß ich ihn ernstlich suchen lern. Gieb mir zur Befrung Luft und Kraft; Du bists, der beydes in uns schafft. 8. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war und hier gethan. O laß michs nicht bis dahin sparen, wo Reue nichts mehr helfen kann. Hier mache mich zum Him. mel flug, und frey vom schnös 5. Wie kann der, der bey allem Wissen des Herzens Zu stand sich verheelt, auf wahre den Selbstbetrug. der Seele überhaupt. alles ich vermag und bin durch deine weise Güte. 2. Du schufft mich nicht bloß Fleisch und Bein, du hauchtest mit dem Leben mir auch zugleich die Seele ein, und hast es ihr gegeben, noch mehr, als was die Sinne rührt, und durch sie Schmerz und 316 Von der Sorge für die Seele überhaupt. und Luft gebiert, zu fassen, der Menschen Heil zu werden. zu erwegen. Wie hoch sind wir durch ihn geehrt! Wie ernstlich durch ihm selbst belehrt, der Mensch, 3. Gott, dessen Vorzug gabst du mir vor so viel Mil. lionen, die auch beseelt, geheit Werth zu schätzen! nährt von dir, auf deiner Ers 8. Und tch, ich sollte ihn de wohnen. Was jenen fehlt, entweihn, und gleich den Thie verlichst du mir, Vernunft| ren handeln? Der Fleisches und Freiheit und mit ihr Ge. fühl von Recht und Unrecht. luft ergeben seyn, und nicht vor dir, Gott, wandeln? Fern sey ein solcher Senn von mir! Bewahre mich mein Gott, dafür, daß ich mich so nicht schände! 4. Du schufft mich zur Ge, selligkeit, und für der Freund, schaft Freuden; Gabst mir ein Herz voll Fühlbarkeit für Andrer Glück und Leiden; Noch mehr, ein Herz, das få big ist, sich dein der du mein Vater bist, zu freun, und dich zu lieben. 9. Gieb vielmehr, daß ich allezeit auf mein Gewisſen achte, nach Weisheit und Ge rechtigkeit mit allem Eifer trachte, dich liebe, und mich deiner freu, und fo des Vors zugs würdig sey, den du mie hast verliehen. 5. In stiller Andacht fann mein Geist sich bis zu dir er heben, und dir, den jeder Hims mel preist, auch Preis und Eh. re geben. Auch ich kann dei: Mel. Nro. 227. So hoff ich dann mit ic. Seele nen Willen thun, in deiner 376. Herr, meiner Rath beruhn, und fröhlich auf dich hoffen. 6. Nicht blos für diese fur, ze Zeit riefit du mich in das Leben; zu Freuden einer Ewigkeit soll sich mein Geift erheben. Und wird auch gleich der Leib zu Staub, so Bleibt er nicht des Grabes Raub; Du wirst ihn aufer. wecken. Werth, den mir dein theures Wort erklärt, laß mich mit Ernst be denfen; und auf die Sorge für ihr Wohl so unermüdet, als ich soll, den größten Eifer lenken. 2. Wie hast du nicht an fie gedacht! Wie viel hat deiner Gnade Macht nicht an Blick gewendet! du schuft 7. Vom Himmel tam gefe, Gott, dein Bild zu seyn; fandt von dir, dein Sohn zu Und bast, vom Fluch sie zu uns auf Erden; Er kam, und befreyn, selbst deinen Sohn ward ein Mensch, wie wir, gesendet. 3. 3M Von der Sorge für die Seele überhaupt. 317 3. Zu groß für diese furze 6. Wer Sünde liebt, bleibt Zeit, bestimmt zum Glück der nicht vor dir, drum schaffe Ewigkeit, lebt sie im Fleisch selbst o Gott, in mir ein Herz, auf Erden, durch Glauben das Sünden haffet; Das seis und Gottseligkeit, zu gröffene Schuld vor dir bereut, und rer Vollkommenheit im Him. mel reif zu werden. das zu deiner Gütigkeit durch Christum Hoffnung faffet.m 4. Mit groffer Treue willst du sie, durch dieses Lebens kurze Müh, zu jenem Ziele führen. O laß mich nicht, durch eigne Schuld, das Heil, das deine Baterhuld ihr zu gedacht, verliehren. 7. In meiner ganzen Pil. grimschaft laß mich gestärkt durch deine Kraft, nach jenem Kleinod trachten, das mir dein Ruf vor Augen stellt, und alle Leiden dieser Welt wie nichts dagegen achten. 1 8. Wie seelig werd ich dann nicht seyn! Schon hier werd ich mich deiner freun, in dir, Gott, ruhig leben; Und du wirst, nach vollbrachter Zeit, auch mich gewiß zur Herrlich teit in deinem Reich erheben. Po find this ses s. Mit dir, o Gott vereint. zu seyn, mich ewig deiner Huld zu freun, und dich zum Troft zu wählen; Das sey mein Zweck, und mein Bemühn! Laß mich den rechten Weg dahin aus Leichtsinn nicht verfehlen. 4. Von der Busse und Bekehrung. 377.1 Ach Gott und Herr! Wie groß und PRE schwer sind mei ne vie le Sün den! Wie. 16 11 drückt mich doch des Elends Joch! Woug 13 B tann ich Hül fe fin den? 2. Fich* 318 Non der Buffe und Bekehrung. a 2. Flöh ich gleichy weit voll| spricht: Wer glaubt, soll see Bangigkeit, bis an des Erd, lig werden. reichs Enden, der Angst und Dein befreyt zu seyn, würd ich sie doch nicht wenden. 3. Zu dir fleh ich. Erbar. me dich, ob ichs gleich nicht verdienet. Geh mit mir nicht, Gott, ins Gericht! Dein Sohn hat mich verfühnet. 4. Golls ja so seyn, daß Straf und Bein auf Sünden folgen müssen; O so verleih mir doch dabei den Frieden| im Gewissen! s. Sonst machs, wies dir gefällt, mit mir; du fannst nicht böse meinen. Nur wolft du mich nicht ewiglich dort scheiden von den Deinen. 6. Das thust du nicht; Mit Zuversicht kann es mein Glau. be hoffen. Durch Christi Tod steht ja, mein Gott, auch mir Der Himmel offer. 7. Herr Jeſu, du schaffst Troft und Rub, der du für mich auch starbest; Auch mir zu gut mit deinem Blut der Gnade Troft erwarbest. Mel. Nro. 144.9 Unschuld'ger Jesu! was ic. Gott, hab ich ges 378. Allein vor dir! mein fündigt! O laß die Gnade, die dein Wort verfündigt, wenn Sünden uns von ganzem Her zen reuen, auch mich erfreuen. 2. Schaff in mir, Höchfier, eine reine Seele; Ein neues Herz, das deine Wege wähle. Befördere und stärke mein Bo streben, nur dir zu leben. 3. Verwirf mich nicht von deinem Angesichte! Gieb des nen Geist, daß er mich unter richte: Gieb ihn, daß er auf deiner Wahrheit Wege mich leiten möge. 4. Erquiche mich in meinct Seele Leiden mit deiner Hub fe; Gieb den Geist der Freus den, damit er, weil ich feine Kraft befige, mich unterstüße. 5. Mit neuer Treue will ich dich verehren; Ich will die Sünder eine Wege lehren, Sünder deine Wege lehren, dein Beispiel foll sie reizen, deinen Willen gern zu erfül 8. Dieß stårtet mich; Undlen. ob auch sich einst Leib und 19/11 6. O höre, Gott, erbar Seele scheiden, so schenkst du mend auf mein Flehen! Wie mir alsdann bei dir, des folltest du ein reuend Her Himmels ew'ge Freuden. verschmähen? Ein Herz, das dich im Glauben ernstlich chet, der Sünde fluchet. 7. Ein reuevolles Her 9. Gott, dir sey Ruhm! Dein Eigenthum bleib ich dort, wie auf Erden. Ich sweise nicht, mein Heiland das willst du haben; Ein sob ches Von der Buße und Bekehrung. 319 ches Herz willst du mit Troste| Wie viel vermag ich, Gott, laben. Du willst die Seelen, die nach Gnade schmachten, Gott, nicht verachten. mit dir! Nimm deinen Geist nur nicht von mir. Mel. Nro. 11, 4. Gieb, daß er mir stets Hülfe leiste, und Muth und Kräfte mir verleih, daß ich könnt ich dich, mein tc. 379. Gott! dir gefällt mit tindlich treuem Geiſte dir bis zum ergeben sey: So sieg ich über Sünd und Welt, und thue, was dir wohlge. fällt. tein gottlos We fen; Wer bos ist, bleibet nicht vor dir. Drum laß von Sünden mich genesen, und schaff ein reines Herz in mir; Ein Herz, daß sich vom Sinn der Welt entfernt und unbefleckt erhält. 2. Laß mich auf die begang. nen Sünden mit inniger Be. fchamung sehn; Durch Chri. ftum vor dir Gnade finden, und auf den Weg der Tugend gehn. Ich will forthin das Unrecht fcheun, mein Leben deinem Dienste weihn. 3. O stärke mich in dem Ge danken! Geb meinen Vorfaß Vestigkeit; Und will mein schwaches Herz je wanten, so hilf der Unentschloffenheit. 380. s. Wenn ich indeß aus Schwachheit fehle, mein Va ter, so verwirf mich nicht. Berbirg nicht der betrübten Seele, wann sie dich sucht, dein Angesicht; O Herr, mach in Bekümmerniß mein Herz von deiner Huld gewiß. 6. Erquicke mich mit deinen Freuden, schaff ein getrofies Herz in mir, und stärke mich in allen Leiden; So halt ich mich, mein Gott, zu dir, bis nach vollbrachter Prüfungs zeit der Deinen Erbtbeil mich erfreut. SES 2us us tie fer Noth ruf ich zu dir, Entzeuch nicht dein Er bar men mir! der du ins Herz fannst se hen. Ach! sie hest Gott, laß mich Gnader se hen! du Von der Busse und Bekehrung. FEEREL du als Richter an, was wir nicht recht vor BESES El dir ge than, wer kann vor die be ste hen? 320 B 2. Vor dir gilt nichts, denn| Gute trauen. Sie fagt mie Gnad allein, dem Sünder zu zu dein theures Wort; Sie vergeben: Nie ist der Mensch ist mein Trost und immerfort von Fehlern rein, auch in dem will ich mich ihrer rühmen. besten Leben. Und, Herr, was ist er ohne dich? Wie darf der Staub, der Sünder, sich des Ruhms vor dir erfühnen? 3. Drum will ich nur allein auf dich, auf mein Verdienst nicht bauen; Auf dich verlaß fen will ich mich, und deiner 381.1 4. Sind gleich bey und der Sünden viel, bey Gott ist doch mehr Gnade; Sein Arm u helfen hat kein Ziel, wie groß auch sey der Schade. Er ist allein der gute Hirt, der wic derbringt, was sich verirrt, et hilft aus allen Nöthen. As dir al lein, an dir hab ich PERSHENDE ge fün digt, und i bel oft vor dir ge than. Du siehst die Schuld, die mir den Fluch ver kün digt; Sieb, Gott, auch mei nen Jam mer an! 2. Dir ist mein Flen, mein| Ach Gott! mein Gott! wie lane Seufzen nicht verborgen, und ge soll ich forgen? Wie lang meine Thránen sind vor dir. entfernst du dich von mir? 3. Herr! Von der Busse und Bekehrung. Sünder. 3. Herr, handle nicht mit kinder, ja schwache, mir nach meinen Sünden, ver. gilt mir nicht nach meiner Schuld. Ich suche dich, laß mich dein Antlig finden, du Gott der Langmuth und Ge. duld! 4. Früh wollst du mich mit deiner Gnad erfüllen, Gott Vater der Barmherzigkeit. Erfreue mich um deines Na mens willen; Du bist ein Gott, der gern erfreut. 5. Laß deinen Weg, o Herr mich freudig wallen, und lehre mich dein heilig Recht, mich täglich thun nach deinem Wohlgefallen; Du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. 6. Herr, eile du, mein Schuß, mir beyzustehen, und leite mich auf ebner Bahn. Er hört mein Schreyn, der Herr erhört mein Fleben, und nimmt sich meiner Seelen an. Mel. Nro. 318. Wie groß bist du, o Gott! 382, Du bist viel gnádi ger, als es der Mensch erkennt; Doch auch viel heiliger, wann nun dein Born entbrennt! Dein Heil und deines Fluches Tod, fehn wie nie ganz, denn du bist Gott, und wir sind Menschen. 321 blinde 2. O schreckenvoller Gott, gefündigt haben wir, vor dir, der einst Gericht wird halten, Gott, vor dir! Und unser Wandel follte rein, er sollte die geheiligt seyn! Ach laß, wir flehns mit Beben, laß, Herr, uns wieder leben! Bund des Allerhöchsten 3. Berflucht ist, wer den bricht, mit solchen Sündern geht Jehovah ins Gericht. Ach, dein Gericht ist fürchters lich! Erbarme Gott, erbarme dich, laß uns nicht ganz vers derben, nicht ewig, ewig stera ben! 4. Wir wichen nicht allein vom heiligen Gebot; Ach! wir vergassen auch des groffen Mittlers Tod! Verschmähte Gnad ist fürchterlich; Sie mehrt die Schuld. Erbarme dich, Gott, laß uns nicht vers derben, nicht ewig, ewig sters Ben! 5. Wir hielten uns nicht mehr des ew'gen Lebens werth, e du, der bey sich selbst Bußfert'gen Gnade schwört, erbarme dich, erbarm dich noch; Befrey und von der Sünde Joch! Ach Vater, Bater schone in Jesu deinens Sohne! * 5. Aufs 322 383. Aufmunterung zur Bekehrung. 5. Aufmunterung zur Bekehrung. So wahr ich le be! sprichst dein Gott, mir ist nicht lieb des Sün ders Tod; ELIPELI Mein Wunsch und Wil le ist viel mehr, daß 11 er recht schaf fen sich be tehr, sich beg re in der Gna den zeit, und mit mir leb in Ewigs feit. 2. Dieß Wort bedenk of mich, Gott wird wohl mein Sünder, wohl! Verzage erbarmen sich. nicht verzweiflungsvoll! Du 4. Wahr ist es, Gott if nimmst an der Erlösung ftets bereit zum Wohlthun, Theil: Hier findest du Trost, zur Barmherzigkeit; Doch Gnad und Heil: Und Gott be. wer auf Gnade Böses thut, fiegelts mit dem Eid; O sees und der Versöhnung theures lig, wem die Sünd ist leid! Blut verachtet, feiner felbst 3. Doch húte dich vor Sis nicht schont, dem wird, wie cherheit, dank nicht: zur Buß er verdient, gelohnt. ists immer Zeit, ich will mich 5. In seinem Sohne will meines Lebens freun, und dir Gott das Leben schenken werd ich dessen müde seyn, für den Tod: Allein entdedt alsdann will ich bekehren sein Wort dir wohl, wer von uns Aufmunterng zur Bekehrung. 323 uns morgen leben soll? Daß| schmückt zum Lohne unvers du mußt sterben, ist dir fund; Verborgen ist die Todesstund. weltt die Himmelskrone. 6. Heut lebst du, heut befch. re dich; Eh morgen kommt, kanns ändern sich, wer heut ist stark, gesund und schön, fann morgen an dem Grabe stehn: Stiebst du nun ohne Beßrung hin, wie willst du dem Gerichte entfliehn? 3. Eifrig beten, allzeit was chen, die Bersuchung weislich fliehn, sich die Pflicht zur Freus de machen, unablässig sich bes mühn, selbst beym Spott und Hohn der Welt, das zu thun, was Gott gefällt: Dieses Wollen und Vollbringen heiss set nach dem Himmel ringen. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich mich glaubig 4. Drum entreiffet euch den Lüsten, die ihr noch gefesselt nahe dir, und mich befehre un.| seyd, und beweiset euch, als verweilt, eh mich mein Ende übereilt, damit ich heut und jederzeit zum legten Auftritt fey bereit. Christen, muthig standhaft in dem Streit. Schont der liebs sten Neigung nicht, war es auch die schwerste Pflicht, und denkt oft an Christi Worte: Dringet durch die enge Pforte. Mel. Nro. 438. Freue dich, o meine ic. 384. Schaffet, Schaffet Menschenkinder, schaffet eure Seeligkeit! bauet nicht, wie sichre Sünder, auf die ungewisse Zeit. Un verweilt bekehret euch, ringet nach dem Himmelreich, und bestrebt euch, hier auf Erden heilig, feelig dort zu werden. 2. Seelig, wer im Glau. ben támpfet! Seclig, wer im Kampf besteht, wer des Flet. sches Lüste dämpfet, und den Reiß der Welt verschmäht! Ohne tapfern Streit und Krieg folget nie Triumph und Sieg; Nur den Sieger 5. Zittern will ich vor der Sünde, und dabey auf Jeſum sehn, daß ich seinen Beykand finde, in der Gnade zu bestehn. Ja, mein Heiland, ach! geh nicht mit mir Armen ins Gea | richt. Gieb mir deines Geistes Waffen, meine Seeligkeit zu schaffen. 6. Gieb zum Wollen das Vollbringen Muth und Kräf te zu dem Streit; Lehre mich, mich selbst mich selbst bezwingen. und vers leih Beständigkeit. Zeige mir von deinem Thron den verheißa nen Gnadenlohn, daß ich was che, bete, ringe, und also zum Himmel dringe. 285 Aufmunterung zur Bekehrung, 385. EBBEN Gott ist die Lie be selbst und sei ne 324 SIISSEEEE Men schen huld ist voll ver scho nen der Ges duld! Doch, wenn die Er de fich em på ret, FLEEEEE und zu gel lo fen La stern fröhnt, entbrennt $ fein Ei fer und ver zeh ret den Sün der, der ihn höhnt. 2. Die furchtbarn Plagen| ganzen Volkes Sünde vor sei stehn auf feinen Wink bereit, nem Antlig steht. zum Dienste der Gerechtigkeit. 4. Welch Ungewitter braußt Der Krieg im blutigen Ge. hier über unserm Haupt! 9 wande geht würgend aus auf höret, wie sein Donner fein Gebot: Die Pest fliegt schnaubt! Gott Zebaoth will über ganze Lande, begleitet uns vernichten! Doch lagt von dem Cod. 3. Es zittert die Natur, wenn sich der Höchste regt; uns ihm entgegen gehn, und feinen drohenden Gerichten durch Buße wiederstebn. 5. Dichone, sone noch! Die Erde lebt und wird be- Bertilg uns nicht als Feind, wegt, wenn auf den Fittigen Gott, unfer Schöpfer, unser der Winde Gott unter schwar. Freund! Du dürftest nicht zen Wolken geht, und eines nach unserm Blute: nimmt aber Aufmunterung zur Bekehrung. 325 aber Bosheit überhand, fo| Frevel nackend wandelt, und besserst du mit schårfrer Ruthe nicht mehr Frevel heißt. ein ungehorsam Land. 8. Erwartet ihr von Gott Güte, nicht Gerechtigkeit? in ganz verderbier Zeit nur Die Erde foll sein Lob verfüns den: Er offenbart sich durch die Welt: ihr aber habt mit schwarzen Sünden, der Schös pfung Reiß verstellt! Grimm! Der Bogen liegt ge 9. Entwaffnet feinen spannt, in feiner aufgehob nen Hand; Bald holt er mit entflammten Pfeilen euch auf dem Wege Sodoms ein: Dann werdet ihr um Hülfe heulen, und wird kein Helfer mm2 6. So ruchlos ist die Welt als herrschte Gott nicht hier! Ihr soll er ihr, und schweigen, da die Unschuld schreyet, und ihr den Armen unterdrückt, der Unzucht euch zu Sclaven weis het, und euch mit Schande schmückt? 7. Der Allerheiligste, den ganze Rotten schmähn, foll eure Gräuel schweigend fehn: wenn ihr das Recht um Geld verhandelt, euch mit der Witt, wen Erndte sveist, wenn jeder| seyn. 6. Wider den Aufschub zur Bekehrung. Mel. Nro. 291. O Gott, du frommer ic 386. Wilft Willst du die Buffe noch, die Gott gebeut, verschieben; so schän. dest du sein Wort, und mußt dich selbst nicht lieben. Ist deine Besserung nicht deiner Seele Glück? Und wer ver. schiebt sein Heil gern einen Augenblick? 2. Allein, wie schwer ists nicht, fein eigen Herz bekam, pfen; Begierden widerstehn, und böse Liste dämpfen? Ja, Sünder, es ist schwer; Allein zu deiner Ruh ist auch fein andrer Weg. Und dem entfagest du? 3. Ist deine Pflicht von Gott: wie tannst du sie vers geffen? Nach deinen Kräften felbst hat er sie abgemessen. Was weigerst du dich noch? It Gott denn ein Tyrann, der mehr von dir verlangt, als ich ihm leisten kann? 4. Sprich selbst: gewinnet Gott, wenn du ihn kindlich scheuest; wenn du dich seines Rechts und seines Beyfalls freuest? Wenn du die Tugend übst, die Gott, dein Herr, ges beut: wem dienst du? Ringst du nicht nach deiner Seeligfeit? T 5. Was weigerst du dich denn, das Laster zu verlassen? Weil 326 Wider den Aufschub der Bekehrung. Weil es dein Unglück ist, will| feit: des Glückes der Erld, Gott, du sollst es bassen. Was sten, wenn uns der Tod er weigerst du dich doch der Tu gend Freund zu seyn? Weil fie dich glücklich macht, be. fiehlt sie Gott allein. greift, sich sicher zu getrösten? ft das Bekenntniß gnug, daß uns die Sünde reut: so ist kein leichter Wert, als deine Sees ligkeit. 6. Gott beut die Kraft dir an, das Gute zu volbringen. Soll er durch Allmacht dich, ihm zu gehorchen, zwingen? Er gab dir die Vernunft, und du verleugneft sie? Er sendet dir sein Wort, und du gehorchst ihm nie? 7. Sprich nicht: Gott fennt mein Herz: Ich hab es ihm verheiffen, mich noch dereinst, mich bald vom Lafter loszureiffen; Jßt ist dieß Werk zu schwer. Doch diese Schwu. rigkeit, die heute dich ers schreckt, wächst sie nicht durch die Zeit? 8. Fe öfter du vollbringst, was Fleisch und Blut befoh, len, je stärker wird der Hang, bie That zu wiederholen. Scheuft du dich heute nicht, des Höchsten Feind zu seyn: ach wie viel weniger wirst du Dich morgen scheun! 11. Doch fodert Gott von uns die Reinigkeit der See len. Jt teine Seele rein, der Glaub und Liebe fehlen: It dieses dein Beruf, Gott dies nen, den du liebst: so zittre vor dir selbst, wenn du dieß Werk verschiebst. 12. Der Glaube heiligt dich. Ist dieser dein Geschäfs te? Ist ers, warum vers schmähst du deines Gottes Kräfte? Erschreckt dich nicht fein Wort? Giebt in verkehrs ten Sinn den Sünder, der bes hart, nicht Gott zuletzt das hin! 13. Hat Chriftus uns et loft, damit wir Sünder blei ben, und, sicher durch sein Blut, das Laster höher freis ben? Gebeut uns Chrifti Wort nicht Tugend, Recht und Pflicht: So ist es nicht von Gott; Gott widerspricht fich nicht. 9. Die Buß ist nicht ein Wert von wenig Augenblie. fen. Kann dich kein schneller Tod der Welt noch heut entrůcken? 14. Noch heute, weil du Ist ein Geschrey zu lebst; und Gottes Stimme hö Gott, ein Wunsch nach Beffe, rest, noch heute schicke dich, rung, und Angst vor Strafen das du vom Bösen kehret. wohl genug zur Heiligung? Begegne deinem Gott, willst 10. Jsts gnug zur Seelig. du, zu deiner Pein, dein hier th02 bers Wider den Aufschub der Bekehrung. 327 versäumtes Glück nicht ewig| fein Glück, mit ruhigem Ge dort bereun. wissen die Güter dieser Welt, des Lebens Glück genießen, und mässig und gerecht in dem Genusse seyn, und sich der Seeligkeit schon hier im Glaus ben freun? 15. Entschließe dich beberzt, dich selber zu besiegen. Der Sieg, so schwer er ist, bringt göttliches Vergnügen. Was zagst du? Geht er gleich im Anfange langsam fort: sey wacker! Gott ist nah, und stärkt dich durch sein Wort. 16. Ruf ihn in Demuth an; Er tilget deine Sünden. Und läßt dich sein Gesetz erst auch den Fluch empfinden: so widerstreb ihm nicht; Denn Gottes Traurigkeit wirkt eine Reu in dir, die niemals dich gereut. 17. So süß ein Laster ist, so giebts doch feinen Frieden. Der Tugend nur allein hat Gott dieß Glück beschieden. Ein Mensch, der Gott ge horcht, erwählt das beste Theil: Ein Mensch, der Gott verläßt, verläßt sein eignes Heil 18. Die Buße führt dich nicht in eine Welt voll Leiden. Gott kennt und liebt dein Glück: Sie führt zu sichern Freuden, macht deine Seele rein! fullt dich mit Zuversicht, giebt Weisheit und Verstand, und Muth zu deiner Pflicht. 19. Sprich selbst: ist dieß Mel. Nro. 93. Ach wie viel Böses 2c. 387. Vielleicht, mein Gott, ist dieser Tag der letzte meines Lebens! Drum will ich thun, was ich vermag: der Tag sey nicht vergebens! 2. Vielleicht hört Morgen selbst mein Herz den Nuf zur Buße nimmer! Gott treibt nicht mit den Sünder Scherz: verschub der Buß macht schlimmer. 3. Ich will mit Schmer. zen Buße thun, reumüthig vor dir stehen: Und dich, o Gott von Herzen nun um Gnad und Güte flehen! 4. O Jesus! unterstütze mich dazu mit deiner Gnade; Und halte, Gott, recht vás terlich mich vest auf deinem Pfade: 5. Damit ich stets der Tu. gend treu, die Sünd und Las sker haffe; Stets christlich, rein und heilig fen, und dich mit Lieb umfaffe? 7. Enta Entschluß zur Bekehrung.e 7. Entschluß zur Bekehrung. Mel. Nro. 342. Wer nur den lieben Gott zc. 388.J ch armer Mensch Herr, ich Sün, der, steh hie vor deinem Angesicht. Erbarmer aller Men. schenfinder, Gott, geh mit mir nicht ins Gericht! Bin ich es gleich vor dir nicht werth, daß mir noch Gnade wiederfährt. 328 4. Du siehst die Folgen meiner Sünden; Und denk ich: wer vertilget die? So läsfest du mich Ruhe finden, und sprichst: ich, ich vertilge fie! Du schenkest mir an Jesu Heil, zur Stillung meiner Unruh, Theil. ihn Begnadigung erflehn, bey dir, dem Gott, der gern vers giebt, und lieber seegnet, als betrübt. 2. Um Trost ist meiner Seele bange: Die Laft gehäufter Missethat liegt schwer auf mir, die mich so lange von dir, mein Gott, entfernet hat. Wes tröst ich mich, ich Schuldiger? als deiner nur, mein Gott und Herr? 3. Soll ich an deiner Huld verzagen? Ich dein Geschöpf das willst du nicht. Du, der du mich bis ertragen, Mel. Nro. 79. Mein Auge sieht, o C. bin ich, Herr! bleibst ewig meine Zuverſicht: 389. Hier bufet mir: Du Du Du, Gott durch den ich leb und bin, giebst mich nicht dem Verderben hin. 5. Auch mir hat er das Glück erworben, getroft zu dir empor zu sehn; auch ich foll, da er ist gestorben, durch 6. Sprich denn zu mir: dir ist vergeben! Und stille des Gewissens Schmerz; Und will mein zaghaft Herz noch beben, so sprich du träft'ger, als mein Herz. Dein Gnadens wort mach alles gut und schens te selbst zur Behrung Muth! 7. Ich zweifle nicht: ich bin erhöret; Mein Glaube fagt mir, daß ichs bin. Der Trost, der sich im Herzen mehret, der neue dir geweihte Sinn, mein findliches Vertraun auf dich bezeugens: du begnadigst mich. ziehest mich, ich folge dir. Du forderst von mir Herz und Sinn mein Heiland, nimm, ach nimm es hin. 2. Ich hab oft deinen Wink verschmäht, es ist mir leid, ich tomme spát. Wie dank ich bir, o Gott der Huld, für deis ne Langmuth und Geduld? 3. Nun aber fäum ich lån. ger nicht. Mich bringt und treibet meine Pflicht. Ich komm, ich fomm voll Reu und Buß; Ach, aber, ach! wie wankt mein Fuß! 4. Herr! Entschluß zur Bekehrung. 329 dir allein eigen und geheiligt seyn! 4. Herr! ich bin deinem Rufen hören, will in Zukunft Petro gleich; Dort kommt ein Sturm! ich fint! ach reich, reich schnell mir deine starke Hand, so wird mein Fall noch abgewandt. 5. Du rufest mich: nun ruf ich dir, mein Heiland, fomm und hilf du mir: Mein Fuß ist müd und weigert sich. Herr unterstüß und trage mich. 6. Floß deine Kraft mir Müden ein, so werd ich künftig flårfer seyn; So folg ich dir mein Herr und Gott! Durch Flut und Glut, durch Noth und Tod. 19 Mel. Nro. 312. Gieb, o Gott! mir 2c. 390. Auf will ich von Sünden stehen, und zu meinem Vater gehen; Seele, Seele, es ist Zeit, Tod ist nah, und Ewigkeit! 3. Vater, ich will nimmer fehlen, ich will jene Straße wählen, die du mit des Kreu. zes Last und mit Blut bezeich, net baft. 4. Ich will jene Freuden meiden, die von deiner Liebe scheiden, die mich ganz von Herzen weihn, und in dir, mein Gott, erfreun. Mel. Nro. 44. Herr! deine Allmacht ic. 391. Wer Gottes Wort nicht hält, und spricht: Ich kenne Gott! der truget; n folchem ist die Wahrheit nicht, die durch den Glauben fieget. Wer aber 5. Ich will Sünde fichn und haffen, nie dich, meinen Gott verlaffen, nie mich richten nach der Welt, und nie thun, was dir mißfällt. 6. Halt mich vest in deiner Gnade, führe mich auf rech. tem Pfade, daß ich dir beståndig treu, und im Guten standhaft fey. ng 7. Auf will ich von Suns den stehen, und zu meinem Vater gehen. Seele, Seele, | es ist Zelt, Tod ist nah, und 2. Sich mich wieder zu dir kehren, Gott ich will dein Ewigkeit! 8. Von der Heiligung und Uebung in guten Werken. a. Von der Nothwendigkeit der guten Werke. sein Wort glaubt und hält, Gott, nicht von der ist von der Welt. 2. Der Glaube, den sein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen. Je höher dein Erkenntniß steigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub era 330 Von der Heiligung und Utebung erleuchtet nicht allein; Er| der seine Pflicht vergift! E stärkt das Herz und macht es stürzet sich in Schand und Cod. rein. 3. Durch Jesum rein von Missethat, sind wir nun Gottes Kinder. Wer solche Hoffs nung zu ihm hat, der flieht den Nach der Sünder; Folgt Christi Beispiel als ein Christ, und reinigt sich, wie er rein ist. 4. Alsdann bin ich Gott angenehm, wann ich Gehor. sam übe. Wer die Gebote hält, in dem ist warlich Got: tes Liebe. Ein täglich thàtig Christenthum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in Gott, und Gott in ihm, wer in der Liebe bleibet. Die Lieb ists, die die Seraphim, Gott zu gehors chen, treibet. Gott ist die Lieb; an seinem Heil hat ohne Liebe niemand Theil. Dimul Mel. Nro. 79. Mein Auge sieht, o Gott.. 4. Gott ist, wenn er Ge feße giebt, fein menschenfeind licher Tyrann: Blos weil a unsre Wohlfarth liebt; treibt er uns zum Gehorsam an. 5. Leicht ist die Last und fanft sein Joch. Wers wil lig trägt, feßt feinen Lauf fiets freudig fort, und fällt er noch, so hilft ihm Gott stets wieder auf. 392. Wie darf, wer, Bas ter! dich nicht 6. Bald heißt uns feine Lieb und Huld gehorsam seyn aus Dankbarkeit; Bald warnt uns vor neuer Schuld, und übet uns durch Kreuß und State Leid. 7. Sein Wort ermahnt, droht, und verheißt, und hält und Tod und Leben vor; Und rühret und erweckt sein Geist: Und ich beschlöffe Herz und Ohr; 8. Nein, Gott! dir sey mein Herz geweiht! Gehorsam sey ehrt, sich rühmen, noch dein mein größter Ruhm. Verleihe Kind zu feyn? Nur die sind mir Beständigkeit, und heilge dieser Ehre werth, die ganz mich, dein Eigenthum! fich deinem Dienste weihn. Mel. Nro, 67. 2. Wie billig, wie gerecht und gut ist alles, was uns Die Himmel rühmen. Gott gebeut! Wohl dem, der 393. Wer wird in deiner seinen Willen thut! Ihn thun, me, o Gott fich deiner Gnade Allmacht Schir ist Freud und Seeligkeit. freun? Wer wird, wann auch 3. Nur das, was bös und die rauhsten Stürme rings schädlich ist, und uns entehrt um ihn toben, sicher seyn? verbeut uns Gott. Weh dem, 8. Der, der vor dir unstrafe Lich in guten Werken.331 lich wandelt, nie ungehorsam| tes ehret; mit ihnen thut, feiner Pflicht; Der heilig denkt was Gott gefällt; Der, was und heilig handelt, und gern er seinen Nächsten schwöret, die Wahrheit sucht und und schwür er sich zum Scha spricht. den, halt 3. Der nie mit seiner Zunge schmähet, und groß durch seine Redlichkeit, nie feinen Nächsten hintergehet, und Ar ges ihm zu thun sich scheut. 4. Der, der die Ehre seiner Freunde nie mit Verläumdun. gen verletzt: Der Gottes frevelvolle Feinde nie seiner Ach tung würdig schätzt. 5. Der die Verehrer Got. 6. Der nie, zum Troße der Gefeße, auf ungerechten Wucher leiht, und durch ge recht erworbne Schäße, die, die Gott darben läßt, erfreut. 7. Der nie, Unschuldigen entgegen, Geschenke von Ver. brechern nimmt; Dem, dem ist reicher Lohn und Seegen, ein unvergånglich Heil bes stimmt! b. Von der Quelle der guten Werke. = 394 ELEZE Wen enn zur Boll füh rung so rüh me dich der dei ner Pflicht Tu gend nicht, 698 111 dich Got tes Lie be nicht be see let, Wenn und wis se, daß dir al les feh let. Vor theil, Wol luft, Ei gen sinn und Stolz dir LE TELE nur das Gu te ra then, so thue noch so gu te Tha ten; Du hast vor Gott den Lohnt da hin. 2. Sey, durch die Gaben, das Glück der Erden! Bes der Natur, das Wunder und glückest du den Menschen nur, um 332 Von der Heiligung und Utebung um von der Welt geehrt zu eittem Triebe, geheiligt durch werden; Erfüllt die Liebe nicht dein Herz: So bist du bey den größten Gaben, bey dem Berstand, den Engel haben, vor Gott doch nur ein tonend Erz. 3. Bau Häufer auf, und brich dein Brod, das Volk der Armen zu verpflegen; Entreiß die Wittwen ihrer Noth, und sey der Waysen Schuß und Seegen; Gieb alle deine Haas be hin, noch hast du nichts vor Gott gegeben: Wenn Lieb und Pflicht dich nicht beleben: So ist dir alles kein Gewinn. die Furcht des Herrn, erneut durch Glauben zu der Liebe; Dieß ist, was Gott von uns verlangt. Und wenn wir nicht dies Herz besitzen: So wird ein Leben uns nichts nu zen, das mit den größten Theten prangt. 7. Drum täusche dich nicht durch den Schein, nicht durch der Tugend blosen Namen. Steh nicht auf deine Wert allein: Sieh auf den Quell aus dem sie famen. Pruf dich vor Gottes Angesicht, ob feine Liebe dich beseelet. Ein Herz, dem nicht der Glaube feblet, dem fehler auch die Liebe nicht. 8. Wohnt Liebe gegen Gott in dir; So wird sie dich zum Guten stärken. Du wirst die Gegenwart von ihr an Liebe zu dem Nächsten merken. Die Liebe, die dich schmücken soll, ist gütig; Ohne List und Lu ce; Beneidet nicht des Nach ften Glücke; Sie bläht fich nicht, ist langmuthsvoll. 4. Thu Thaten, die der Heldenmuth noch jemals hat verrichten können; Bergieß fürs Vaterland dein Blut, laß deinen Leib für andere brennen! Beseelet dich nicht Lieb und Pflicht, bist du die Absicht deiner Thaten: So schüß und reite ganze Staa, ten: Gott achtet deiner Werke nicht. 5. Låg ihm an unfern Wer. ten nur, so fonnt er uns, sie zu vollbringen, sehr leicht durch Fessel der Natur, durch Kráf te seiner Almacht zwingen. Vor ihm, der alles schafft und giebt, gilt Weisheit nichts, nichts macht und Stårfe, Er will die Absicht deiner Werke, ein Herz, das ihn verehrt, Wort gern zu erfüllen, macht und liebt. feinen Sinn zu deinem Wi 9. Ein Herz von Eigenlie, len, und folgt dir in die be fern, fern von des Stolzes Ewigkeit. ndan Mel. 9. Sie deckt des Nächsten Fehler zu, und freut sich nic mals seines Falles. Sie fü chet nicht blos ihre Nuh. Sie hofft und glaubt und duldet alles. Sie ists, die dir den Muth verlieh, des Höchsten in guten Werken. Mel. Nro. 11. O könnt ich dich, mein: c. 395. Nicht jede Besſerung ist sie nur das Werk der Zeit. Die wilde Hiße roher Jugend wird mit den Jahren Sittsams keit; Und was Natur und Zeit gethan, sieht unser Stolz für Tugend an. 2. Oft ist die Aendrung dei. ner Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhmsucht qualen, und dampfft sie; Doch du wechselst nur; Dein Herz fühlt einen andern Reiß, dein Stolz wird Wollyst, oder Geiß. Herz wallt auf, und draut, lieblos Oft schild so hart, als es zuerst gescholten ward. 6. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegen: fo regt sich unsre Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 3. Oft ist es Kunst und Ei, genliebe, was andern strenge Tugend scheint, der Trieb des Neids, der Schmähsucht Trie. be erwecken dir so manchen Feind; Du wirst behutsam, schränkt dich ein, fliehst nicht die Schmähsucht, nur den Schein. 4. Du denkst, weil Reiße dich nicht rühren, durch die der andern Tugend fällt: so werde nichts dein Herz ver. führen; doch jedes Herz hat feine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 333 Fit sollst du deine Schmach verschmerzen, und sieh, dein 5. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen. Du scheinst von Rachsucht dir befreyt; 7. Du opferst Gott die leich, tern Triebe durch einen strens gen Lebenslauf; Doch opfer. test du seiner Liebe nicht gern die liebste Neigung auf. Dieß ist das Auge, dieß der Fuß, die sich der Christ entreiffen muß. 8. Du fliehst, geneigt zur Ruh und Stille, die Welt, und liebst die Einsamkeit; doch wärst du, wollt es Got. tes Wille nicht dieser zu ents fliehn, bereit; Dein Herz haft Haabsucht, Neid, und Zank;, Doch Unmuth nicht, nicht Müssiggang. 9. Du bist gerecht; doch nicht bescheiden, liebst Mässig, keit, doch nicht Geduld; Du dienest gern, wenn andre leis den; Doch Feinden schenkst du schwer die Schuld. Bon als len Lastern sollst du rein, zu als ler Tugend willig seyn. 10. Sey nicht vermessen! wach und streite: Dent nicht, daß 334 Von der Heilignng und Uebung daß du schon genug gethan.| Wohlfarth an. Die Sicher Dein Herz hat deine schwache heit droht dir den Fall, drum Seite, die greift der Feind der wache sters, wach überall. Um Besrung des Lebens. Mel. Nro. 138. So gehst du, Jesu, zc. willen; Erhebe den gebeug ten Muth; Hilf mir der Lei 396. Erbarm dich, Herr! denschaften Wuth durch deine Gnade stillen. mein schwaches Herz, geneigt zu Eitelkeiten, läßt baid durch Freude, bald durch Schmerz sich auf den Irrweg leiten. So wantt ein Rohr, vom Wind regiert. So irrt, von Leidenschaft verführt, auch oftmals meine Secle. Herr, hilf mir! daß ich, als ein Christ, das flich, was vor dir strafbar ist, und nur das Gute wähle. 2. Laß doch mein Herz nicht fernerhin in seiner Neigung wanten. Erhebe den verirr ten Sinn zu himmlischen 5. Ich bin ein Mensch; Du tennest mich. Wie schwach Gedanken. Wenn von dem find meine Kräfte! Doch, mes Dienst der Eitelkeit mich deine Seele hofft auf dich. Du nes Geistes Kraft befreyt, so wirst zu dem Geschäfte det wird es mir gelingen. Ich Heiligung mir Kraft vers balte deinem Geifte still; Ich leihn; Und mich mit deince 4. Mein Gott! Mein Gott! Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend! Wie hart schien mir oft meine Pflicht! Wie rauh die Bahn der Tu gend! Und doch trugst du mich mit Geduld. Laß, Ba ter, laß mich diese Huld nicht undankbar verachten. folgen ist mein wahres Heil Olaß michs, als mein bestes Theil, auch immer fort be trachten. will mich ändern! Herr, ich Hülf erfreun, vor dir gerecht will! Gieb selber das Boll zu leben. Ich, dein erkauftes bringen! Eigenthum, will dafür deines Namens Ruhm in Ewigkeit erheben. 3. Umsonst such ich der Tu gend Bahn, wann du mich nicht begleitest, und mich be. freyt von Menschenwahn, zu deiner Wahrheit leitest. Du Mel. Nro 79. Mein Auge sieht, o Gott! haffest jeden falschen Schein: 397. komme vor dein Mit Ernst willst du verehret misfällt, Herr mein Flehen seyn. Herr, bilf, um Jeju nicht! Nimm von mir all Angesicht! Dit meine in guten Werken. meine Schuld, du Gott, voll Gnaden und Geduld. 2. Schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz voll Kindes. furcht vor dir, ein Herz voll Liebe, Demuth, Dank, ein ru. big Herz mein Lebenlang. 3. Sey mein Beschüßer in Gefahr; wo nicht, mein Trost doch immerdar. Zum Besten lenkst du alle Noth, o lieber Vater, auch den Tod. 4. Ich bin ja, Herr, in deis ner Hand, von dir empfing ich den Verstand; Start ihn, daß ich recht kenne dich, und Diese Kenntniß beßre mich! 335 zu feinem Fleisse Glück und Heil! 7. Schenkt deine Huld mir Ueberfluß, so muß ich måsfig im Genuß, und dürft'ge Brüs der zu erfreun, ein Helfer und ein Geber seyn. 6. Gicb von den Gütern dieser Welt, mir, Herr, so viel als dir gefällt, gieb deis nem Knecht ein mässig Theil, 6. Bitte um das 8. Gieb mir Gesundheit; Und verleih, daß im Gebrauch ich dankbar sey, und nicht aus Liebe gegen sie mich zaghaft einer Pflicht entzieh! 9. Erwecke mir stets einen Freund, ders treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in Heiligkeit sich übt, mir Rath und Croft und Beyspiel giebt! 5. Oft fehlet mirs an Licht 10. Bestimmst du mir ein fernes Ziel, und werden meis und Kraft, zu fiegen über Leiner Tage viel, verlaß, Gott, denschaft; Ach hilf mir, dem Besiegten, dann, daß ich von neuem fämpfen kann. meine Zuversicht, verlaß mich denn im Alter nicht! 11. Und wird sich einst mein Ende nahn, so seys mir Trost und Freude dann: daß mich ges heiligt hat dein Sohn, und du bist auf der Welten Thron! wahre Christenthum. Mel. Nro. 11. O könnt ich dich, mein zc. 398. Mein Gott! Ach, lehre mich erfen nen den Selbstbetrug und Heuchelschein, das tausend, die sich Christen nennen, mit nichten Christi Glieder seyn. Ach! wirk in mir, zu deinem Ruhm, mein Gott, das wah. re Christenthum! 2. Hilf, daß ich dir allein ergeben, der Sünde abgestors ben sey; Laß mich mir sterben, dir zu leben, und mach in mir, Herr, alles neu. Ach wirk in mir zc. 3. Reiß du mein Herz los von der Erden, und nimm mich von mir selber hin: laß einen Geist mir dir mich werden, und Bitte um das wahre Christenthum. 336 und gieb mir meines Heilands Sinn. Ach, wirt in mir tc. 4. Regiere du selbst meine Seele, damit ich Chrifto folge nach, daß ich den schmalen Weg erwähle, und Ehre such in Christi Schmach. Ach, wirf in mir zc. 5. Gieb mir zum Streite Muth und Kräfte; Hilf, daß ich dir verbleibe treu, daß ich hristi Kreuß mich hefte, und mir die Welt gefreußigt sey. Ach, wirk in mir ic. 6. Laß in mir Glauben, Hoffnung, Liebe, lebendig, vest und thätig seyn, daß ich bis an mein Sterben übe das Chri. stenthum ohn Heuchelschein. Ach, wirk in mir 2c. 2. Dein Herz zum Wohl thun stets bereit, war voller Menschenliebe, voll Demuth Sanftmuth, Freundlichkeit, und voller Mitleidstriebe: selbst deinen Feinden wand test du großmüthig Hülf und Wohlthat zu. 3. Dein Beyspiel lehrt, was schädlich ist, mit weiser Bor sicht fliehen; Es lehret mich mein Herz der List und Hells cheley entziehn. O wohl mir wenn ich deinem Sinn stets und in Wahrheit ähnlich bin. 4. Du giengst als Führer einst voran, stehst mir auch noch zur Seite; Du kämpfte selbst und brachst die Bahn, stärkst nun auch mich im Streite. Wie tönnt ich denn noch zaghaft seyn, und mich dir nachzufolgen scheun. 7. So hab ich schon auf dieser Erde, was mich beru. higt, mich erfreut: wann ich mit Gott vereinigt werde, schmeck ich des Himmels See. ligkeit. Ach, wirt in mir, zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! Mel. nro. 44. Herr! Deine Allmacht zc. 399. Dein Beyfpiel, Je fu, leuchtet mir zu einem heil'gen Leben. Wem soll ich auch wohl sonst als dir, zu folgen mich bestreben? Du standhaft, wie du handeln: zeigst den Weg zum wahren Denn, wer nicht kämpft, trägt Wohl, und wie ich richtig auch die Kron des ew'gen wandeln soll. bens nicht davon. 6. So will ich denn dit, meinem Herrn, froh und ge treu nachwandeln, und in dem Kampf der Tugend gern ſo 5. Wer hier sein Glück finden meint, wirds ohne dich verliehren; Wers bey dir zu verliehren scheint, den wirk du dazu führen. Wer dich als feinen Herren, verehrt, und die nicht folgt, ist dein nicht werth. 10. Von Mor O 10. Von der Beharrlichkeit und dem Wachsthume im Guten. Um Beharrlichkeit im Guten. Mel. Nro. 18. Wie soll ich dich würdig. 400. Du der Herz und Nieren kennet, Ewiger, erforsche mich! Ach! ich war von dir getrennet, aber du erbarmtest dich, hörtest mein Gebet, mein Sehnen, fahst die Innbrunst meiner Thránen, schenktest mir selbst deine Huld, und vergabst mir alle Schuld. 2. Ach! erforsche selbst mein Herze! Sieh, es irrt und fehlet noch, und mit unruh. vollem Schmerze fühlt es oft der Sünde Joch; Wankend, ungewiß und träge geht mein Fuß der Tugend Wege, und ju oft noch sieht mein Blick auf der Laster Bahn zurück. 3. Als zuerst vor meinen Blicken der Berdlendung Nacht verschwand, und mein Auge voll Entzücken, Gott, dein Antlik wieder fand, wie war da der Reiß der Sünden mir so leicht zu überwinden! Ihre Schrecken sah ich nur, aber keiner Anmuth Spur. 337 4. Wann von Andacht hin. geriffen, ich den Himmel offen fah; Lag die Welt zu meinen Fuffen, und, Gott deinem Throne nah, mischt ich in der Engel Chöre den Gesang von deiner Ehre, von der Huld, die ewig liebt, Sünden decket und vergicbt. s.. Welche Ruhe, welcher Friede wohnte da in meiner Brust! Eitelkeit, dein war ich müde; Welt, ich fluchte deiner Lust; Ich verschmähte deine Gaben, mir war, Gottes Huld zu haben, und ein Herz, das ihn verchrt, mehr als Erd und Himmel werth. 6. Ihr dem Beten heilge Stunden, voller Ruhe, voll Gewinn, ach wohin send ihr verschwunden? Glut der Ans dacht, ach! wohin? Oft noch such ich Gott durch Zähren, durch Gebet und Flehn zu eh ren; Doch der Welt Geräusch zerstreut des Gebetes Brünstigkeit. 7. Wenn die Menge der Verachter meines frommen Wandels lacht, aus der Ans dacht ein Gelächter, aus dem Beten Thorheit macht, wenn fie spottisch auf mich sehen, mich und meinen Glauben schmähen; Dann vergeß ich meine Pflicht, und bekenne Jesum nicht. 8. Unter der Verfolger Steinen bebten Gottes Mårt', rer nie, seine Wahrheit zu vers neinen, zwang nicht Drohn, Y nicht 338 Von der Beharrlichkeit nicht Folter fie. Auf des hårts| Vater, bis aus Ende sey dir sten Todes Wegen giengen sie mein ganzes Herz getreu. dem Lohn entgegen, sahn den Himmel offen stehn, tonnten so den Tod verschmähn. ans 9. Der du sie mit Kraft von oben zu dem Kampfe stark gemacht, und zu deinem Thron erhoben, wo kein Feind mehr ihrer lacht, hilf auch mir den Spott bezwingen, hilf auch mir den Lauf vollbringen. 10. Wer getreu bleibt bis Ende, und nicht achtet Spott und Hohn, dem bereis ten Gottes Hände eine ewge Siegestron. Kampf und Muth war nicht vergebens, Gott giebt ihm vom Baum des Lebens, und er fommt nicht ins Gericht, stirbt den Tod der Seele nicht. 401. E Laß mich, o Herr! in al len Dins gieb felbst das Wol len und Voll brin, 22113238BEN gen, auf dei nen Wil len sehn, und die mich gen, und laß mein Herz dir ganz ge bei ligt BESSEREN weihn; Nimm mei nen Leib und Geist zum Op fer scyn. hin; Dein, Herr, ist al les, was ich hab und bin. Muth und Stärke, und laß fe mich in meiner Pilgrims 2. Gieb meinem Glauben und falscher Schein. Er ståt ihn in der Liebe thätig seyn, schaft, und gebe mir jum daß man an feinen Früchten Kampf und Siege Kraft. merte, er sey tein eitler Traum 3. Laß mich, so lang ich hier foll und dem Wachsthume im Guten. 332 foll leben, iu gut und bösen Taschen, ringen, so will ich dir, gen seyn vergnügt, und dei, wenn ich den Lauf vollbracht, nen Willen mich ergeben, der stets, Dank und Ruhm und mir zum Besten alles weislich Ehre bringen, dir, der du als fügt; gieb Furcht und De- les hast so wohl gemacht. muth, wann du mich beglückst, Dann werd ich heilig, rein Geduld und Trost, wann du und unentweiht, dein Lob vers mir Trübfal schickst. tündigen in Ewigkeit. 4. Ach, hilf mir beten, wa. Erweckung zur Beharrlichkeit im Guten. Mel. Nro. 7. Kommt her, verkündigt. 402. Mein Herz und Seel erhebet fich voll Ehrfurcht auf zu dir; Ich bete: Gott, erhöre mich, und neig dein Ohr zu mir! 2. Gieb, daß mein Herz von Sünden fren dir ausgeföhnt, und rein, in Demuth fern von Hochmuth sey, ergeben dir al lein! 3. Laß meinen Wunsch stets nach dir gehn, in allem, was ich thu, auf dich nur, und dein Beyspiel sehn; Mein Vor. bild, Gott, bist du! 4. Laß im Gebete meinen Geist versammlet dir sich weihn, und nur in dem, was Tugend heißt, sich üben und erfreun! 5.O gieb, daß ich mit Brus dersinn dem nächsten Gutes thu, und Bruder gegen Brü der bin, und liebe, so wie du! 6. Daß ihn mein Blick vom Lafter schreckt, wenn er sich trennt von dir, daß ihn mein Schuß vor Unheil deckt, vers leih, Erlöser, mir! 7. Gieb meiner Seele Muns terfeit nach Kräften Guts zu thun, und standhaft nie von meinem Streit im Leben auss zuruhn. 8. Und schwingt von dieser Erde sich mein Geist vor dein Gericht; O Jesus, so erbarme dich. Verstoß mich Sünder nicht. Mel. Nro. 1. Mein Herz ermuntre zc. 403. Schon ist die Tus gend, mein Vers langen, und meiner ganzen Liebe werth. Mit aller Kraft ihr anzuhangen, hat meine Seel auch oft begehrt Ach tönnt ichs! wie würd ich mich freun! Wie seelig würd ich dann nicht seyn? 2. Gott ist der Seeligkeiten Fülle von Ewigkeit zu Ewig, feit. Denn sein Verstand ist Licht, sein Wille ist Ordnung und Vollkommenheit. Von Ewigs V 2 Die Vortheile der Standhaftigkeit. Ewigkeit her war er gut, und| strauchlen, allezeit nur deinem recht ist immer, was er thut. 3. Wie schnell umhüllen Finsternisse mich, wenn ich auch erleuchtet bin: Dann Aichn die heiligsten Entschlus. fe, den Morgennebeln gleich dahin. Bald wähl ich, was dem Herrn gefällt, bald wieder deinen Dienst, o Welt. 4. Jch Armer! darum tommt tein Friede in mein verschmachtetes Gebein! Wie bin ich dieses Wechsels müde! Wann werd ich vest im Guten seyn? Wann nicht mehr 12. Die Vortheile der Standhaftigkeit im Guten. den aus Wollust oder Sichers heit der Tugend untreu wers den? Nein, auf die Sünde 340 Dienste, Gott, geweiht? 5. Unwandelbar ist deine Wahrheit, Herr, aller guten Gaden Quell. Sie leuchte mir in voller Klarheit bestän dig unbesteckt und hell, daß nie der Sünde Täuscheren gefähr lich deinem Kinde sey! 6. O bilde, Vater, meine Seele; In deiner Liebe mache mich, daß ich kein andres Gut mir wähle, gewiß und unver änderlich; Denn bin ich erst dein Eigenthum, so bin ich ewig auch dein Ruhm. Mel. Nro. 46. Allmächtiger wir singen. 404. ch bin ein Chrift: Freund! In dieser hohen Würde steh ich und fürchte teinen Feind, und lache jeder Bürde. Der Rang erfüllt mit Muth und Kraft mein Herz in dieser Pilgrimschaft des Le 4. Was sind die Leiden dies fer Zeit mir gegen jene to nen, womit Gott in der Herts lichkeit die Frommen will bes lohnen? Was dieses Lebens kurze Frist, Gott, gegen das, bens und der Leiden. 2. Mein Glaube steht und wantet nicht; Er ist zu vest ges was ewig ist? Sollt ich nicht gründet. Er stützer sich voll muthig kämpfen? Zuversicht auf Jefum Chrift 5. Ich fürchte nicht des To und findet bey ihm all'zeit des Macht mit allen feinen Trost, Heil und Ruh; Er eig, Schrecken. Gott will mich net sein Verdienst sich zu und aus des Grabes Nacht zum groffen Tag erwecken: Ich 3. Sollt ich um Hoffart, fürchte nicht der Hölle Glut Eitelkeit und Güter dieser Er. ertauft durch des Erlösers troßer Welt und Hölle. Blut gend seegnet Gott mit Leben und mit Friede. till Guten 340 Blut zum Eigenthum und| Mein Trost, auf deinen Schutz Erbe. zu traun, und meine Hoffnung, Dich zu schaun. 405. Mel. nro 44. Herr! deine Allmacht tc. ald oder spät des Bal Codes Raub, wall ich noch hier auf Erden, ich Sterblicher: doch dieser Staub soll einst unsterblich werden. Und dann, dann ist mein ew'ges Theil, o Gott, Verwerfung, oder Heil. 6. Die freche Thorheit die. fer Zeit soll nie mir meinen Glauben, den süßen Trost der Ewigkeit, des Himmels Hoff. nung rauben. Was lindert sonst des Lebens Noth? Und was versüßt mir einst den Tod? 7. Verzagt und schwach find Fleisch und Blut, und 2. Mit Furcht und Birtern| eitel unsre Werke, der Glaub foll der Christ nach seinem Heile ringen, verachten was auf Erden ist; Hinauf zu Gott sich schwingen: Getroft den Pfad des Trübsal gehn, und standhaft in Versuchung stehn. allein giebt Kraft und Muth; und nur durch Christi Står, te sind wir in Angst und Tratis rigkeit getroft, und überwin. den weit. 8. Was ist die Trübfal die. fer Zeit, und alles Leid, der Erden, Gott, gegen deine Herrlichkeit, die fund an uns soll werden? Wie schnell fieht dieß mein Leben bin, hin, wo ich ewig feelig bin. 9. Heil mir! ich bin sein Eigenthum! Nichts foll von ihm mich scheiden! Nicht Wollust, Güter oder Ruhm; Nicht Sch mach, nicht Tod noch Leiden. Ich bin durch Jesu Blut erkauft; Ich bin auf seinen Tod getauft. 10. Der uns in Christo al les giebt, Gott, wird mich nicht vernichten! Der uns bis in den Tod geliebt, der wird mich einst nicht richten! I wann Erd und Himmel unters gehni 3. Noch weiß ich, daß ich, laufen muß; Noch bin ich in den Schranten; Noch nicht am Ziele, doch mein Fußbe, ginnet oft zu wanten. Herr, starte mich durch deine Kraft auf dieser kurzen Bilgerschaft. 4. So lang ich noch, ein Fremdling hier, in diesem Leibe walle: so schaff ein rei nes Herz in mir, ein Herz, das dir gefalle. Und leite mich auf ebner Bahn durch deinen Geist zu dir hinan. 5. Es sey mein Ruhm, dir werth zu seyn, was du ge. beutst, zu üben; Mein hoch ftes Gut, mich dein zu freun, von Herzen dich zu lieben; 342 Von der Sorge für den Leib gehn, werd ich zum Leben auferstehn. 3. Ihr, die ihr ihn erhab ner preist, ihr Engel, meine 11. Nicht Trübsal mehr, Brüder, dann singet mein ver. nicht Leid noch Schmerz beklärter Geist in eure Jubellie. trübet dort die Seinen, nicht der; Und cuer hoher Har klagen mehr wird unser Herz, nur Freudenthránen weinen. Er, der für uns sein Leben gab, er trocknet unsre Thränen ab. pfen Klang ertönt in meinem Lobgesang. 12. Dort schauen wir und beten an vor seinem Angesich, te, und die wir hier im Dunk len sahn, wir werden dort im Lichte die Wunder seiner Liebe sehn, des Weisen Wege ganz verstehn. 14. Du, der uns dieses Heil erwarb, laß, Jesu, michs er erben! Du, der für seine Men schen starb, laß, Jesu, die mich sterben! Gieb, daß ich dir im Leben treu, getreu bis in den Tod dir sey! 13. Von der Sorge für den Leib und dessen guten Gebrauche. a. Sorge für den Leib. 3. Ich soll das Werkzeug stårken, daß du zu guten Berken, mir, Golt, gegeben haft. Die Tugend hat Geschäfte und braucht gefunde Kräfte, ein Laft. Kranker, mehrt der Brüder 4. Der Leib sey Knecht der Seele, daß wenn ich ihm bes fehle, er nicht empöre sich. Fedoch für Brüder geben, Vergnügen, Leib und Leben, das lehrt die Christentugend, mich! Mel. Nro. 82. In allen meinen Thaten. 406. Jhaffen, foll weife ch soll den Leib nicht Tröftung faffen, wenn Noth und Schmerz mir draut. Ich bin gefåt, auf Erden zum Him. mel reif zu werden, und kenne nicht die Erndtezeit. 2. Wer sich sein Leben für zet, ins Grab den Körper stür zet, der fennt nicht Christens pflicht; Das Leid wird sich nicht enden, er bleibt in Gottes Mel. Nro. 11. O könnt ich dich, mein c. das anden, ihm ſteht bevor 407. Des Leibes warten Strafgericht. und ihn nähren, das ist, o Schöpfer, meine Pflicht. Muthwillig feinen Bau verfehren, verbietet mit dein Unterricht. O! stehe mir mit und dessen guten Gebrauche. 343 mit Weisheit bey, daß diese nicht, wenn meine Kräfte lei. Pflicht mir heiltg sey. den, mein Geist den innern 2. Sollt ich mit Vorsak| Vorwurf hört: Du selbst bist das verlegen, was deine Hand Stöhrer deiner Ruh; Du zogst mir anvertraut? Sollt ich ge- dir selbst dein Uebel zu. ring ein Kunststück schätzen, das du, o Schöpfer! felbst erbaut? Wes ist mein Leib? Weß er ist ja dein. Sollt ich dann sein Zerstörer seyn? 6. Laß jeden Sinn, und alle Glieder mich zu bewahren achtsam seyn. Drückt mich die Last der Krankheit nieder, fo floffe selbst Geduld mir ein. Gieb frohen Muth, und dann verleih, daß auch des Arztes Rath gedeih.. 3. Ihn zu erhalten, zu be: fchüßen, giebst du mit milder Vaterhand die Mittel, die dazu uns nügen, und zum Gebrauch giebst du Verstand. Dir ist die Sorge nicht zu klein. Wie? sollte sie dann mir es seyn? 7. Doch gieb, daß ich nicht übertreibe, was auf des Let bes Vaege zielt. Nein, stets in jenen Schranken bleibe, die dein Gescß mir anbefiehlt, Des Körpers Wohl laß nie allein den Endzweck meiner Sorge feyn. 4. Gefunde Glieder, meine Kräfte, o Gott!, wie viel sind die nicht werth. Wer taugt zu des Berufs Geschäfte, wann Krankheit feinen Leib beschwert. Ist nicht der Erde größtes Gut Gesundheit, und ein heitrer Muth. 8. Mein größter Fleiß auf dieser Erde, fen stets auf meinen Geist gericht't, daß er zum Himmel tüchtig werde, ch dieses Leibes Hütte bricht; Dazu, Herr! seegne meinen Fleiß, so leb ich hier zu deinem Preis. 5. So laß mich denn mit Sorgfalt meiden, was meines Körpers Wohlseyn stört, daß b. Måffigkeit. Mel. Nro. 1. Mein Herz ermuntre dich. 408.Mit it Speiß und Trank sein Herz beschweren, wie steht das Himmelsbürgern an? Genug sey dir, was dich ernähren, und nach Geschäften I aben kann. Der Leib wird matt, der Geist zerstreut durch Miss brauch unsrer Sinnlichkeit 2. So oft ich Speis und Trank geniesse, will ich der Sinnlichkeit nicht traun, und daß ich den Genuß verfüsse, will ich auf Gott, den Geber schaun. Der spricht: vermei De 344 Von der Sorge für den Leib de Lust, o Chrift, die mit dem in die Adern schleicht, und Heile streitig ist. Mel. Nro. 125. Krankheit, Schmerz und Tod erzeugt. Wie göttlich and doch zc. 4. Die Schwelgerey raubt uns die Kräfte zu dem, was uns die Pflicht gebeut; Macht träge zum Berufsgeschäfte, untüchtig zur Gottseeligkeit; Erweckt Unordnung, Streit und 3 ant, erstickt den dir, Gott schuld'gen Dank. 409. Wie manichfaltig find die Gaben, womit, Herr, deine Huld uns nährt, und die so Geist, als Leib, zu laben, uns täglich dei ne hand gewährt! Auch das, was unfer Mund genießt, zeigt uns, wie freundlich Gott Du bist. 2. Doch laß die Kraft uns zu vergnügen, die du in Speis und Trank gelegt, mich nie, e Höchster, so besiegen, daß sie zum Schwelgen mich bewegt. Laß, deiner Gaben mich zu freun, mich máßig im Genus se sey. 3. Mit Speis und Trant fein Herz beschweren, steht niemals wahren Christen an. Dadurch wird das, was uns ernähren, und unsern Geist erquicken kann, ein Gift, das 5. Wer sich den Bauch zum Gott erfohren, unmåffig Got tes Gaben braucht, der ist fürs Himmelreich verlohren, für das kein Knecht der Lüfte taugt Gott, laß mich ja dieß Laster scheun, enthaltsam, mäſſig, nüchtern feyn. Mein Herz, ermuntre zc. 410. Der Wollust Reiz zu widerstreben, laß, Höchster, meine Weis. heit seyn. Sie ist ein Gift für unser Leben, und ihre Freu. den werden Pein. Drum fich ich demuthsvoll zu dir: O fchaff ein reines Herz in mir! 2. Die Wollust fürzet unfre 6. So oft ich Speiß und Trant genteffe, so laß es mit Vernunft geschehn, und daß ich beydes mir versüffe, mit Dank auf dich, den Geber, sehn; Auf dich, der du uns zärtlich liebst, und Nahrung und Erquickung giebst! c. Keuschheit. Mel. Nro. 1. Tage, Sie raubt dem Körper feine Kraft: Und Armuth, Seuchen, Schmerz und Plas ge find Früchte dieser Leidens schaft. Der haft sich selber, der sie liebt, und sich in ihre Feffeln giebt. 3. Sie raubt dem Herzen Muth und Stärke; Schwächt den Verstand, der Seele Licht: Sie raubt den Eifer edler Wers. te, und dessen guten Gebrauche. 345 te, und Ernst und Lust zu je-| o Mensch! ein Freund der der Pflicht; führt Reue, führt Nüchternheit. Laß Speis und Gewissensschmerz in das ihr Trant dich nie beschweren, preisgegebne Herz. und steure deiner Sinnlich feit. Sey deiner Schwach, heit dir bewußt, und meid oft selbst erlaubte Luft. 2. Sey, um die Wollust zu verhüten, stets schamhaft ges gen deinen Leib; Laß nicht dein Auge dir gebieten, flich eitlenScherz und Zeitvertreib. Des frechen Wiklings freyer Scherz erniedrigt und ver. dirbt dein Herz. 3. Entzich der Wollust ih. re Kräfte im Schweise deines Angesichts. Der Unschuld Schutzwehr sind Geschäfte: Nichtsthun das Netz des Bó. sewichts. Bey Trägheit und bey Müßiggang besiegt uns jeder böse Hang. 4. Willst du der Wollust Trieb bekämpfen, eh er die Freyheit dir verwehrt so fuch ihn früh in dir zu dämpfen. Hat ihn dein Herz zuvor ge.. náhrt, und hast du ihn nicht gleich erstickt: So wird er schwerlich unterdrückt. 4. Der Mensch finkt unter ihrer Bürde zur Niedrigkeit Des Thiers herab: Er schans det und entehrt die Würde, die ihm sein weiser Schöpfer gab! Belgist den Zweck, dazu er lebt, weil er nach niedern Lü. fien strebt. 5. So schimpflich sind der Wollust Bande! Schon vor der Welt sind sie ein Spott. Sie sind vor dem Gewissen Schande, und noch weit mehr bor dir, o Gott! Wer sich in ihre Knechtschaft giebt, wird nie von dir, o Gott, geliebt. 6. Den wird Gott wieders um verderben, der seinen Tem. pel hier verderbt. Die Keusch, heit wird den Himmel erben, da Wollust das Verderben erbt. Laß mich vor ihrer Lot. kung flichn, und teusch zu feyn, mich stets bemühn. 7. Gieb, daß ich allen bofen Lüften mit Muth und Nach bruck widersteh, und stets, da wider mich zu rüsten, auf dich, Algegenwärt'ger feh. Wer dich, o Gott, vor Augen hat, fieht auch verborgne Misse. that. Mel. Nro. 125. Wie göttlich sind doch zc. 411. Se, aller Wollust Reik zu wehren, s. Oft tauschen dich des Lasters Triebe, und du erblickt nicht die Gefahr; Oft wird das unerlaubte Liebe, was an fangs nichts, als Freund, schaft, war; Ein langer Ums gang macht dich dreist, und du vergißt, was Unschuld heißt. 6. Dein fühlend Herz wird fichs 346 Von der Sorge für den Leib fichs verzeihen, daß es des| feinen Lüsten Beyfall zu, und Lasters Trieb ernährt; Es opfert selbst ihm Ehr und wird nur feinen Ausbruch Rub? scheuen, weil dieser vor der Welt entehrt, die kleinen Feh, ler übersehn, und so zu gros sen übergehn. 6. Jsts Sünde nur, die That vollbringen? Jft, ders nicht thut, schon tugendhaft? Sollst du nicht auch den Trieb bezwingen, nicht auch den Wunsch der Leidenschaft? Soll blos dein äußrer Wan del rein, solls auch nicht deine Geele seyn? 8. Begierden sind es, die uns schånden, und die verlezzen unfre Pflicht, auch ohne daß wir sie vollenden. Drum rühme dich der Keuschheit nicht; es sey denn, daß du durch den Geist der Liste Herrschaft dich entreißst. 4. Auf Schutt der Unschul aufgeführt, durch Lohn de Laster ausgeziert, steht man che Wohnung offenbar un bietet Sünd und Seuche dar. 2. Der achten Keuschheit hoher Ruhm fehlt Tausenden 5. Da stürzt die Hoffnung sich herab, die Gott noch tew schen Båtern gab. Da reist die Jugend zum Betrug und Diebstahl ihrer Lüste Zug. 6. Da wird die Nachwel blaß und schwach voll Schmes zen und voll Ungemach! Sit trägt einmal mit Ungeduld det Båter unbekannte Schuld. 7. Ach, da zerfieft des Lan des Kraft, die Quelle der Go sundheit schafft, die Starte zur Geschäftigkeit, der Muth der nicht Gefahren scheut. 8. Wenn Lufttrieb folche Sünden voll nicht weiß, wie er sich weiden soll; So läßt er die gewohnte Spur, wird viehisch wider die Natur. Mel. Nro. 79. Mein Auge ficht, o Gott! ch 412. Ah Gott vom Himmel, hilf uns bald! Das Lafter wachset mit Ge9. Ach wüßtens Mächtige walt, zerreißt der Tugend der Welt, wie hier des Landes fanftes Band; Stört wahres| Heil zerfällt! Kein dugree Glück in jedem Stand. Feind ist je so stark, als Un zucht in der Bürger Mark. 10. Der Ehre Treu wird im Christenthum. Der freche fühn verlacht, weil selten Lieb Junglig rühmer frey, wie ihr Bündniß macht, mit Bor mächtig sein Verführen sey. fat, Lastern zu entfichn, und Gottes Kinder zu erziehn. 3. Wie manche schändet ihr Geschlecht, erträgt der Un 11. Dem Ehestifter, dir, zucht wilden Knecht; Winkt| dem Herrn, zu dienen, ist von ihnen und deffen guten Gebrauche. 347 ihnen fern. Für dich und für| Bund geseegnet seyn? Daß ihr Vaterland, wie seiten ist sie das Glück der Nachwelt ihr Herz entbrannt? baun, der frommen Kinder viele schaun! 12. Doch noch ein Häußlein Herr, ist dein. Laß ihren 14. Von dem rechten Verhalten gegen die zeitlichen Güter, oder wider den Geiz und die Verschwendung. Mel. Nro. 224. Herr, allerhöchfter Gott. Müh gewinnt, bald praffend fie verzehrt, bald geizig sie be413. Laß mich doch nicht, wacht, und bald mit Fluch den vermehrt. o hen dieser Erden so meine Neigung weihn, daß sie mein Ab. gott werden! Oft fehlt beym Ueberfluß doch die Zufrieden heit. Und was ist ohne sie des Lebens Herrlichkeit? 2. Kann ein vergånglich Gut auch unsre Wünsche stil Jen? Es steht ja tein Besitz nicht blos in unserm Willen. Dem wards oft dennoch nicht der angstlich darnach rang, und bald verlors oft der, dem fein Bemühn gelang. 3. Ein Gut, das unsern Geist wahrhaftig foll beglů. den, muß nicht vergånglich feyn, und für den Geist sich fchicken. Der Thor hat Geld win Gut; Er hats, und wünscht noch mehr; Noch im. mer bleibt sein Herz von wah. rer Ruhe leer. den 40 Gott! So wehre doch ungerechten Trieben, und heilige mein Herz, die Güter nicht zu lieben, die man mit 5. Ein weises, frommes Herz, daß fey mein Schatz auf Erden! Sonst alles, nur nicht dieß kann mir entriffen werden. Dieß bleibt im Tod auch mein, dieß folgt mir aus der Zeit zum seeligsten Ge winn, bis in die Ewigkeit. 6. Was sind, wenn dieses fehlt, die herrlichsten Vergnü. gen? Nur füffe Träume sinds, die unfern Geist betrügen. Drum lente, Gott! den Wunsch vom irdischen Ges winn, durch deines Geistes Kraft, zu ew'gen Gütern bin. Mel. Nro. 44. Herr, deine Allmacht tc. 414.Wohl dem, der besse re Schäße liebt, als Schage dieser Erden! Wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Tugend reich zu wer den: Und in dem Glauben, daß er lebt, sich über diese Welt erhebt! 3. Wahr ist es, Gott vers wehrt 348 Von dem rechten Verhalten wehrt uns nicht, hier Güter| Ruf zur Hülf entdecken? Und zu besitzen. Er gab sie uns, wo ist cines Standes Pflicht, und auch die Pflicht, mit die nicht der Geiß entehrt und Weisheit sie zu nutzen. Sie bricht? dürfen unser Herz erfreun, und unsers Fleißes Antrieb feyn. 8. Du bist ein Vater; Und aus Geiß entziehst du dich von Kindern, und läsfest dich des Goldes Reiß, ihr Herz zu bil den, hindern; Und glaubst, du haft sie wohl bedacht, wenn du fie reich, wie dich, gemacht. 3. Doch nach den Gütern dieser Zeit mit ganzer Seele schmachten, nicht erst nach der Gerechtigkeit und Gottes Reiche trachten; Ist dieses eines Menschen Ruf, den Gott zur Ewigkeit erschuf? 4. Der Geitz erniedrigt uns fer Herz, erfickt die edlern Tricbe. Die Liebe für ein schimmernd Erz verdrängt der Tugend Liebe, und machet, der Vernunft zum Spott, ein elend Gold zu deinem Gott. 9. Du hast ein richterliches Amt; Und du wirst dich er frechen, die Sache, die das Recht verdammt, aus hab sucht recht zu sprechen; Und selbst der Tugend größter Feind erkauft an die sich ei nen Freund. 5. Der Geiß, so viel er an fich reißt, läst dich kein Gut geniessen; Er quält durch Habsucht deinen Geist, und tödtet dein Gewissen, und reißt, durch schmeichelnden Gewinn, dich blind zu jedem Frevel hin. 10. Gewinnsucht raubt dir Muth und Geist, die Wahrs heit frey zu lehren; Du schweigst, wenn sie dich reden beißt, ehrst, wo du nicht sollt ehren, und wirst um ein vet ächtlich Geld ein Schmeichler und die Vest der Welt. 11. Erhalte mich, o Gott! 6 Um wenig Vortheil wird dabey, daß ich mir gnügen er schon aus dir mit meineid laffe: Geiß ewig als Abgots sprechen; Dich zwingen, der terey, von mir entfern und Arbeiter Lohn unmenschlich haffe. Ein weises Herz und abzubrechen; Er wird in dir guter Muth, sey hier mein der Wittwen Flehn der Way. Theil mein bestes Gut. fen Thränen widerstehn. 7. Wie könnt ein Herz, vom Geiße hart, des Wohlthuns Mel. Nro. 53. Wie viel Freuden dant. Freuden schmecken, und in 415. Herr! Laß mich bo Des Unglücks Gegenwart den zeitlich Gut verwalten. Gieb gewissenhaft mein felbft gegen die zeitlichen Güter c. 349 felbst mir Weisheit, gieb mir| ze Welt mit allen ihren Schäz, Kraft, damit so hauszubal, zen? Berführt mich zeitlich ten, wie es mir nust und dir Gut und Getd, sorglos hintan gefällt; Damit ich nicht in zu sehen, was meiner Sces jener Welt an ew'gen Gütern len Heil begehrt, und mir ein darbe. ewig Glück gewährt wie strafbar würd ich handeln! 2. Mein Ha ab und Gut kommt ja von dir und deinem 5. Mein größtes Trachten milden Seegen. Nicht nur sey allhier nach deines Geistes zum Fallstrick gabst du mir Gaben. Wie reich bin ich, o mein zeitliches Vermögen. Gott! in dir! Wenn ich nur Du gabst es mir zum wahren die kann haben? Hab ich nur, Wohl. Drum gieb, Herr! Höchster, deine Huld; Bin daß ichs, wie ich soll, nach ich voll Glaubens und Ges deiner Vorschrift brauche. duld; Was fehlt dann meis 3. Was ist das mir gener Seele? schenkte Gut? Vergänglich und von Erde. Hilf, daß ich nicht aus Uebermuth dadurch je eitel werde! Nie reiß ein irrdischer Gewinn mein Herz fo weit zum Eiteln hin, daß ich mein Heil vergesse. 4. Was hülfe mir die gan16. Von der Arbeitsamkeit und Treue im 6. Den Geiz laß ferne von mir seyn, die Wurzel alles Bösen. Von Unruh und Ges wissenspein fann Reichthum nicht erlösen. Er hilft in Tos desstunden nichts, und nichts am Tage des Gerichts. Da schüßt er feinen Sünder. zeitlichen Berufe. Mel. Nro. 291. D Gott, du frommer ic. 416, Die Dicht zur Ar. beit, Herr! baft du uns auferleget, und Fleiß in dem Beruf uns ernstlich eingepräget. Der tråge Müf siggang ist dir, o Gott! vers haft! Für uns der Laster Nez, und unserm Nächsten Last. 2. In deine Ordnung laß mich willig mich bequemen, die Bürden des Berufß geo troft auf mich zu nehmen. Wird gleich mein Angesicht mit faurem Schweiß bencht: genug, daß du mich selbst in den Beruf gesetzt. 3. Bewahre nur mein Herz vor eitlen Nahrungssorgen, Gieb mir mein täglich Brod. Du sorgft für heut und more gen. Laß mich an meinem Theil das meine feissig thum und 350 Von der Arbeitsamkeit und Treue. und dann mit Zuversicht in| mit Nebendingen, die weit deiner Fügung ruhn. 4. In dir; mein Gott! schreit ich zur Arbeit meiner Hånde. Gieb Kraft, daß ich fie auch zu deinen Preiß pol lende. Hier ist die Arbeit noch verknüpft mit Müh und Last; Dort finde ich die Ruh, die du verrheiffen hast. entfernt von meiner Pflicht verschwenderisch verbringen. Das müsse mein Vergnügen seyn, mich den Geschäften ganz zu weihn, die du mit auferleget. s. Ein heilger Trieb bels be mich, o Höchster! meine Pflichten in deiner Furcht, gestärkt durch dich, mit Freu den zu verrichten. Ein hery das sich des Guten freut, giebt zu der Arbeit Munter teit, verfüßt uns ihre Lasten. 6. Laß mich vor dir, Herr! unverrückt mit einem Herzen wandeln, das Geiß und Ehr sucht nie besteckt. Gewissen haft zu handeln, mein Leben deinem Dienst zu weihn, so nüßlich, als ich kann, u seyn; daß sey mir Ehr und Freude. Mel. Nro. 46. Allmächtiger! wir singen. Qur Arbeit, nicht 417. 3¹ zum Müssiggang sind wir, o Herr! auf Erden. Drum laß mich doch mein Lebenlang tein Knecht der Trågbeit werden. Gieb mir Verstand und Lust und Kraft, geschickt, getreu, gewissenhaft mein Amt hier zu verwalten. 2. Hast du ein Amt; So warte sein: So, Gott! ge beut dein Wille. O! foffe du den Trieb mir ein, daß ich ihn treu erfülle. Hilf, daß ich stets an Willigkeit, an Einsicht und an Fertigkeit zu meinem Ate wachse. 7. Mir sey bcy allem, was ich thu, mein Ziel dein Wohl gefallen; So werd ich zur Gewissensruh auf rechtem Wege wallen. Denn, wer dir, Heiligster mißfällt, was nüßet dem die ganze Welt mit allen ihren Schätzen? 3. D Herr! vor tråger Weichlichkeit wollst du mein Herz bewahren. So werd ich 8. Laß mich im zeitlichen aus Gemächlichkeit nie meine Beruf! dazu mich, Hert! Kräfte sparen. Erholen werd auf Erden dein weises All ich mich nur dann, wann ich, machtswort erschuf, getreu von Kraft erschöpft, mich erfunden werden: So werd kann zu neuer Arbeit stärken. ich einst in jener Welt, die 4. Weck mich zum Fleiß, böheren Beruf enthält, und laß mich nicht die Zeit höhern Würden steigen. Mel. im zeitlichen Berufe. 351 Müh, ihr Herz mit Trost und Hoffnnug. 4. Drum gieb, o Gott! daß ich auf dich bey meiner Arbeit sehe. Mit Licht und Weisheit feegne mich, daß ich nie Wege gehe, die mir dein heilig Wort verbeut. Rach deines Reichs Gerechs tigkeit, laß mich vor allem trachten. 2. Wer das zu seinem Trägheit mich, als dir miß 5. Laß Müssiggang und Hauptzweck macht, vor ihm fällig meiden, und hilf, daß gerecht zu werden, und erst ich, gestärkt durch dich, voll nach seinem Reiche tracht't, Muth, mit Lust und Freudem giebt er auch auf Erden in meinem Stand geden, vom irrd'schen Gut mit schäftig sey: Dein Seegen milder Hand, so viel beym Fleiß in seinen Stand, als ihm wahrhaftig nüket. tróne meine Treu, daß sie auch andern nüße. 6. Sey überall, mein Gott! 3. Gott ist der Frommen mit mir. Die Werke meiner Schild und Lohn. Und trönt Hånde befcht ich, Allerhöch er sie mit Gnaden, was ster! dir; Hilf, daß ich sie follte ihrer Feinde Hohn und vollende zu deines großen Misgunst ihnen schaden? Mit Namens Preis, daß mir die feinem Schuß bedeckt er sie;| Frucht von meinem Fleiß in und seegnet bey des Lebens jenes Leben folge. Mel. Nro. 53. Wie viele Freuden dank. 418, Gott ists, der das Vermögen schafft das Gute zu volbringen. Er giebt zur Arbeit Muth und Kraft, und läßt sie uns gelingen. Was man mit ihm nur unternimmt wird, wenns mit seinem Willen stimmt, nicht ohne Fortgang bleiben. 16. Von der Genügsamkeit und Zufriedenheit. Mel. Nro. 62. Jauchzt unserm Gott! c. 419. Gott, du bleib ft Morgen? ewig unsrer Wohlfarth Meister. Wie thöricht handeln unzufried, ne Geister! Sie qualen sich, und machen ihrem Herzen vergeblich Schmerzen. 2. Was helfen uns die angstlich bangen Sorgen für den doch ungewissen audern Und müssen wir uns über unser Gråmen nicht nachmals schämen? 3. Es ist umsonst, wir werdens nicht erzwingen, wenn wir auch Nächte durch mit Kummer ringen, und noch so früh mit ängstlichen 56 352 Von der Genügsamkeit. Geschäften den Leib entkräf, Mel. Nro. 67. ten. Die Himmel rühmen tc. 4. Mein Glück beruht, o Gott, auf deinem Seegen. 420. Du tlagſt und für Vertrau ich dir, und geh auf deinen Wegen, so wirst du mir, auch ohne Sorg und Kranten, was nüglich, schenten. left die Beschwers den des Stands, in dem du dürftig lebst; Du strebet glücklicher zu werden, und fiebst, daß du vergebens strebst. 5. Bin ich getreu mit dem verliehnen Pfunde, und harr ich nur der rechten Seegens: stunde, so kommt sie, und dann werden meine Thaten zum Glück gerathen. 6. Drum fördre selbst die Werke meiner Hände. Geseegnet sev der Anfang und das Ende! gieb guten Nath damit, was ich volbringe, mir wohl gelinge. 7. Hilf mir mit Treue meine Psicht erfüllen, und dann mein Herz mit froher Hoffnung stillen. Erlang ich nur, was du, Herr, mir be schieden, bin ich zufrieden. 2. Ja, klage! Gott m laubt die Zähren; Doch dent im Klagen auch zurüd. Ist denn das Glück, das wir begehren, für uns auch stets ein wahres Glück? 3. Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter dem Mens schen die Zufriedenheit. Die wahre Ruhe der Gemüther ist Tugend und Genügsama teit. 4. Geniesse, was dir Golt beschieden, entbehre gern, was du nicht hast. Ein jeder Stand hat seinen Fries den, ein jeder Stand aud fcine Last. 5. Gott ist der Herr, und seinen Seegen vertheilt et stets mit weiser Hand; Nicht so, wie wird zu wünschen pflegen, doch so, wie ers 8. Kann ich den Leib auch nicht, wie Reich e laben; Versorge nur den Geist mit jenen Gaben, die mehr, als alles irrdische erquicken, und stets beglücken. und heilsam fand. 9. Hier hab ich gnug. Laß 6. Willst du zu denken dich mich nur mit den Frommen erkühnen, daß seine Liebe zu dem Genuß der Him- dich vergift? Er giebt und melsgüter kommen, so wird mehr, als wir verdienen, und mein Wunsch, denn irrdisch niemals, was uns schädlich Gut nie stillet, völlig erfül. ift. 7. Berzehre nicht des L bens und Zufriedenheit. 353 bens Kräfte in tråger Uns du gewacht, hast Herzen mir zufriedenheit; Beforge dei uns Stands Geschäfte, und nüße deine Lebenszeit. 8. Bey Psicht und Fleiß fich Gott ergeben, ein ewig Glück in Hoffnung sebn, dieß ist der Weg zu Nuh und Leben, Herr! lehre diesen Weg mich gehn! Mel. Nro. 25. Gott! wie du bist; so zc. 421. Die Wege, die du mit uns gehst, der du erniedrigst und er höhst, find Wahrheit, Gnad und Seegen. Ein Herz, von Deiner Furcht erfüllt, lernt dieses überlegen. 3. So, wie ein unverståndigs Kind, tracht ich, durch mein Verderben blind, nach dem, was schnell verschwin. det. Wohl dem, der durch den Geist des Herrn, die rechte Weisheit findet! 3. Ich werfe meine Sorg auf dich! Nach deiner Wahrs heit leite mich auf allen mei. nen Wegen In deiner Furcht daher zu gehn, das ist der größte Seegen. 4. Was du mir giebt, nehm ich mit Dant. Er freue mich nur lebenslang mit deiner Lieb und Gnade. Dann fürcht ich nicht, daß mir die Welt an meiner Seele schade. 5. Bon Jugend auf haft geneigt gemacht, und Bruns nen aufgeschlossen, aus wel chen mir, ganz unverdient viel Gutes zugefloffen. 6. Wie könnt ich je vets lassen seyn? Der ganze Weltkreis ist ja dein, mein Schöps fer und Regierer! An dir, und dem, den du gefandt, hab ich den treusten Führer. 7. Von dir ist mein Beruf und Stand. Mein Leben stebt in deiner Hand, was sollt ich mich denn krånken? Du wirst das, was mir Kums mer macht, zu meinem Bes sten lenken. 8. Hab ich nur meinen Un terhalt; Nur Gott bey Un recht und Gewalt, und bö ser Menschen Rotten: so leb ich fröhlich und getrost, und lasse Sünder spotten. 9. Dir trau ich, Herr! Und will allein durch deinen Beystand muthig seyn, und deinen Namen preisen Als Vater wirst du dich an mir, so lang ich leb, erweisen. 10. Herr meine Burg! Ich bau auf dich. Beschuße, leit, und seeegne mich, nach deinem heil'gen Willen. Wahrhafs tiger! Du wirst an mir dein Wort gewiß erfüllen. 11. Du, Herr! wirst mein Erretter seyn. Du bist mein Bater, ich bin dein. Dieß ist mein Trost auf Erden. Mein 3 Heis 354 Von der Genügsamkeit zc. Heiland! Laß mich ewig nicht| freuen, der fromm nach de von dir getrennet werden. Mel. Nro. 82. In allen meinen Thaten zc. 422, Was foll ich angst lich klagen, und in der Noth verzagen? Der Höchste forgt für mich. Er forgt, daß meiner Seele fein wahres Wohlseyn fehle. Ge. nug zum Trost, mein Herz, für dich! 2. Was nüßt es, heydnisch sorgen, und jedem neuen Morgen mit neuem Kummer sehn? Du, Vater mei. ner Tage! weißt, eh ich dirs noch fage, mein Leid und auch mein Wohlergehn. 3. Auf deine Hand zu schau en, die findlich zu vertrauen, das, Herr! ist meine Pflicht; Ich will sie treulich üben, und dich, mein Vater! lieben; Denn du verläßt die Deinen nicht. ner Hülfe fragt. 6. Wenn meine Augen thri nen, und sich nach Hülfe seh nen, so flag ich dirs, den Herrn; Dir, Bater! dir b fehle ich jeden Wunsch de Seele. Du hörst, du hilft du seegnest gern. 7. Der du mir hier im ben schon größres Heil geg ben, mir deinen Sohn schenkt! Du wirst mir alles schenken und mir zum Bei lenten, so manches Leiden das mich frånft. 8. Du führest, Hert! die deinen, nicht so, w fie es meinen; Nein, nach deinem Rath. Ob mich auch betrübe, bleibt to dein Nath voll Liebe. Dob zeigt der Ausgang mit d That. 9. Wenn ich hier Tiefe sehe, und es nicht ganz ve ftehe, was du mit mir g than; Kann ich doch deß mid trösten: du nimmst mid Giebst mir auch, was mir mich Erlösten, gewiß dereint fehlet. Drum, Seele, was zu Ehren an. dich quàlet, befiehl dem Herrn, und glaube nur! 10. Dort in der Fromme gen, die Noth, die mich verSchaaren, dort werd ich S. Herr! alle meine Sor. erfahren, wie gut du mich geführt. Da sing ich dir m borgen in meinem Geiste Freuden, nach überstandnem nagt, werf ich auf dich den Treuen, du weißt den zu erLeiden, den Dank, der de ner Huld gebührt. 4. Der du die Blumen fleidest, und alle Thiere weidest, du Schöpfer der Naatur! 17. Von der Ablegung des irrdischen ic. 17. Von der Ablegung des irrdischen, und Uebung des himmlischen Sinns. Mel. Nro. 100. fen. Blick oft hinauf! Der Gedanke, der uns Leben zc. Anblick kann den Leidens 423. Christ, erhebe kelch verfüffen. Sinn! Herz und Was hängst du an der Er. den? Hinauf! Hinauf! Zum Himmel hin! Ein Christ muß himmlisch werden. 2. Was bist du in der Welt? Ein Gast, ein Fremd. ling, und ein Wandrer; Wenn du furz hausgehalten haft, so erbt dein Gut ein andrer. 3. Was hat die Welt? Was beut sie an? Nur Tand und eitle Dinge. Wer einen Himmel hoffen kann, der schäßt die Welt geringe. 4. Wer Gott erkennt, fann der wohl noch den Sinn aufs Niedre lenken? Nur wer an Gott denkt, denket hoch: So müssen Christen denten. 5. Wenn dich die Last der Leiden drückt, schau drum nicht muthloß nieder. Schau frey empor! Sprich: mich erquickt der Herr doch ends lich wieder. 355 6. Des Christen hohes Bürgerrecht ist dort, im Ba terlande. Der Chrißt, der irrdisch denkt, denkt schlecht; und unter seinem Stande. 7. Dort ist das rechte Ka naan, wo Lebensströme flies. 8. Dort oben ist des Bas ters Haus. Gott theilt zum Gnadenlohne den Ueberwindern Kronen aus; Kampf auch um Ruhm und Krone. 9. Dort ists den Engeln füsse. Psicht, der Gottheit Ruhm zu singen. Freund Gottes! sehnest du dich nicht mit ihnen Gott zu singen? 10. Dort wohnt Gott, Ba. ter, Sohn und Geist, mit Licht und Glanz umgeben, o Glück, das dir dein Gott vers heißt: Wo Gott lebt, foust du leben! 11. Dort herrscht dein Heis land, Jesus Christ; Und du, los von Beschwerden, sollst dem, durch den du seelig bist, an Klarheit ähnlich werden! 12. Hilf stets mein Heis land! Hilf du mir, daß ich den Geist erhebe; Und daß ich jest, und ewig dir zu Eh ren denk und lebe! Mel. Nro. 1. Mein Herz! ermuntre tc. nach und 424. Ich frage nichts Schätzen; Dieß alles ist für mich zu klein. Soll etwas meinen Geist ergößen, muß I er, gleich ihm, unsterblich 32 scyn. 356 Von der Ablegung des irrdischen zc. feyn. Ein Glück, das Au.| der Zeit; die reiche Quelle genblicke währt, ist das nicht, bittrer Leiden; Des Geistes was mein Herz begehrt. Grab, nur Eitelkeit: Ein Glück, das man aus J thum wählt, und das mit spå ter Neue quält. 2. Was sind die Güter dieser Erden? Ein Dampf, ein Rauch, Berdruß und Müh. Sie zeugen Sorgen und Beschwerden, und ihr Genuß befriedigt nie. Sie andern oft, fie täuschen sehr, entfliehen schnell, und sind nicht mehr. 3. Ich habe meine beste Tage bey stillem Fleisfe zu gebracht, und mit Erduldung mancher Plage der Wahr. beit einsam na ch gedacht; Ich zweifelte, ich suchte Licht, und fand doch, was ich such te, nicht. 4. Ich sprach: ich will mein ganzes Leben der Luft und dem Vergnügen weihn, und meinem Herzen alles ges ben, was fähig ist, es zu er. freun; Ich thats; Doch folg te Ueberdruß, und Eckel bald auf den Genuß. 6. Was ist die Ehre, was find Würden, und die damit verbundne Pracht? Ein glas zend Elend, schwere Bürden, wodurch man sich zum Sclas ven macht. Bey eitler Ehre kann ich klein, und ohne sie erhaben seyn. 7. Dein Gold, clender Mammonshüter! was ist es, und was wird es seyn? Es ist die Sorge der Gemüther, und eine theur erkaufte Dein. Frißt nicht die Motte und der Rost dein Gold und des nes Herzens Troft? 7. Entreiffe dich, mein Geist! der Erde, erhebe dich zur Ewigkeit, hier unter dies fer Welt Beschwerde, hier hast du deine Prüfungszeit. Bald führt dich Gottes treue Hand dort in dein rechtes Baterland. 5. Was feyd ihr doch, scheinbare Freuden? Ein blendend Nichts, ein Raub 18. Von der wahren Ehre, und Sorge für den guten Namen. Mel. Nro. 148. Wenn mich die Sünden zc. Ehre mich zu freun, die ewiglich vor die besteht, 425. Herr! laß nach eit, und mit mir von der Erde len Ehren mich zum Himmel übergeht. niemals geißig feyn. Laß 2. Nie blende mich der Deinen Geist mich lehren, der Schimmer des Ansehns vor DIE Von der wahren Ehre 2c. 357 der Welt: denn der ist doch I gehört, nie als ein Gleißner nicht immer ein Mensch, der heuch, ein, den Menschengunst dir gefällt, der Titel, Rang bethört. Der Tugend meinen und Würden hat; Und wer Fleiß zu weihn, und andrer sich damit brüstet; weicht Glück zu fördern, laß mein fern vom Tugendpfad. Bestreben seyn. 3. Nicht im Bestz von Schäßen, und Gütern die fer Zeit laß meinen Ruhm mich setzen. Sie sind doch Eitelkeit; Sind oftmals auch des Thoren Glück, verlassen uus im Sterben, und bleiben hier zurück. 4. In Demuth laß mich leben, bin ich allhier geehrt; Durch Stolz mich nie erheben, wenn sich mein Ansehn mehrt: Und schenkst du mir der Erde Gut, so wollst du mich bewahren vor allem Ue bermuth. 8. Auf dieser Bahn der Ehre erhalte meinen Gang im Lichte deiner Lehre, mein ganzes Lebenlang: So werd ich bey Verständigen das Glück des guten Namens ges nug gesichert sehn. 9. In diesem Glück zu fie. hen, ist meines Wunsches werth. Mein eignes Wohls ergehen wird sehr dadurch gemehrt; Und wenn man ehrenwerth mich hålt, dien ich in größrem Seegen auch andern in der Welt. 10. Nun, Herr! gieb mir 5. Dich kennen, meine die Gnade, mich dieses Glücks Pflichten mit Treu und Red. zu freun. Leit mich aufrech lichkeit gewissenhaft verrich. tem Pfade, allhier ein Mensch ten, wie mir dein Wort ge- zu seyn, den einst die Ehren. beut, und überall mein Chris krone schmückt, die deine stenthum nach Jesu Vorbild| frommen Diener in jener üben, das sey mein wahrer Welt beglückt. Ruhm! Mel. Nro. 7. Kommt ber, verkündigt zc. nicht, 6. Dein Beyfall ist der beste, den ich mir wünschen kann: tron: Wenn ich mich deß ge troste, hab ich genug daran, und wenn mir auch am Ruhm der Welt bey allen gu ten Thaten, die ich verrich, te, fehlt. 426. rühmt euch eurer die ihr euch weise meynt! Wist, daß euch eurer Weiss heit Licht einst nicht im Tode scheint. 2. O rühmt euch eurer 7. Nie laß mich Ruhm er. Stårte nicht, die euch jetzt schmeicheln, der mir doch nie trokig macht! Wißt, daß es euch 358 Von dem rechten Gebrauche euch an Murh gebricht, sinkt| wist und kennt; Daß ihr, ihr in Todesnacht. sein Bolt und Eigenthum, ihn glaubig Vater nennt. 5. Dieß ist es, was dem Herrn gefällt. Bedenkt dieß, o Christ! Er, er re giert in aller Welt. Wohl dem, deß Ruhm er ist! 3. O rühmt euch eures Reichthums nicht, deß ihr euch jezzo freut! Wißt, daß er euch nicht Zuversicht in Todesnoth verleiht. 4. Sucht darinn euren wahren Ruhm, daß ihr Gott 19. Von dem rechten Gebrauche des Lebens. Mel. Nro. 82. In allen meinen Thaten zc. stürzen, ist wider meine Vaicht; Ist Undant deiner 427. Was ist mein zeit. Güte. Ein redliches Gemis the verläßt ja seinen Stand. ort nicht. lich Leben, das du mir, Gott gegeben? Ein unschatbares Gut. Du gabst mirs, hier auf Erden zum Himmel reif zu werden, worauf mein wahres Glück bes ruht. 5. Gieb, daß ich flüglich fliehe, was oft mit leichter m ühe mir gar mein Leben nimmt. Doch loß mich auch nicht zagen, es muthig dran zu wagen, wenn mich die Pflicht dazu bestimmt. 2. Hier wird die Saat gestreuet; dort erndet man erfreuet der Tugend Früchte 6. In deine Baterhånde ein. Je länger ich hier wand.| befehl ich, Herr, mein Ende! le, vor dir rechtschaffen hand, Ie, ie gröffer wird mein Glück dort seyn. und meiner Tage Lauf. Es fey mein ganzes Leben dir, Herr, zum Dienft ergeben. Hilf du felbft meiner Schwachheit auf. 3. Sollt ich dieß Glück mir rauben? O Herr! laß mir, im Glauben der fünft': gen Erndtezeit, mein Leben hier auf Erden so werth und wichtig werden, als es mir felbst dein Wort gebeut. 4 Mir selbst es zu ver. fürzen, mich in den Tod zu 7. Was müßt ein langes Leben dem, Der nicht Gott ergeben, nach wahres Tugend strebt? Wer Gott und Mens fchen liebet, und sich im Glauben übet; nur der hat lang und wohl gelebt. 428. des Lebens. maso P 428.FFEE Mein Leben ist ein Prü fungs stand; Der Him mel ist mein Va ter land; Ich fin de tei ne Ruh auf Er den; Ich su che die zu künft'ge Stadt, die Gott selbst vest 359 ge grün det hat, da werd ich erst recht glücks lich wer den. Mein Leben ist ein Prü fungsE stand! Der Him mel ist mein Va ter land. 2. Wie Schatten vor der Lebensbahn sehr viele Hins Sonne fliehn, so flieht dernisse an; Es ist nicht leicht, mein Leben schnell dahin; sie zu bestreiten: Der Weg Dies ist der Ort nicht, den ist schmal, der Feinde viel, ich wähle, ich eile nach der und weit entfernt ist noch Ewigkeit: Herr, mache mich das Ziel, stets sucht die Welt. dazu bereit, erleuchte du selbst meine Seele, daß ich, was zeitlich, irrdisch ist, verachte, als ein wahrer Chrift. 3. Man trifft auch auf der mich zu verleiten; Ich muß durch dürre Wüsten gehn, und fann oft keinen Ausweg fehn. 4. Wie oft seh ich die Son., ne nicht, die Sonne die mit 360: Von dem rechten Gebrauche mit Heil und Licht und Troft| Sachen, die uns so trosig des Frommen Herz erfüllet; Der Trubsal Sturm dringt auf mich zu, mein müder Geist findt nirgends Ruh; Doch weicht die Nacht, die mich umhüllet, wenn ich der Ueberwinder Kron betrachte, und der Treue Lohn. machen, als Tand und Eitel feit? Was ist der Menschen Leben? Stets mit Gefahr umgeben, währt es nur eb ne kurze Zeit. 4. Was hilft uns unser Wissen? Wirds, wenn wit sterben müssen, ein groffet Vorzug seyn? Was hilft uns Macht und Ehre, so glänzend sie auch wäre? Kann sie und wohl alsdann erfreun? 5. Hilf du mir selbst, Herr Jefu Chrift, der du ein Pil grim worden bist, da du mein Fleisch haft angenom. men, laß mich auf der Ver3. Der Nuhm, nach dem laugnung Pfad, den mir dein wir trachten, den wir uns Fuß gezeichnet hat, dem Zie. sterblich achten, ist nur ein | le täglich nàber kommen. Bieb, daß ich standhaft strei te hier, und ewig herrsche dann mit dir. falscher Wahn; So bald der Geist gewichen, und unser Leib verblichen, fragt feiner, was wir hier gethan. 5. Wie bald wird das zer rinnen, was wir mit Müh gewinnen, was unfer Fleiß erwirbt? Kann wohl, was wir besitzen, uns vor dem Tode schüßen, und stirbt nicht alles wann man stirbt. 6. Was sind des Lebens Freuden? Wie bald folgt Angst und Leiden, und Neu auf den Genuß? Was ists, womit wir prangen? Wo wirst du Ehr erlangen, die nicht zuletzt verschwinden muß? 6. Verleihe mir Beståndigkeit, und laß mich stets mit Freudigkeit und Muth auf deinen Wegen gehen. Fall ich noch oft, so hilf mir auf, daß ich vollende mei. nen Lauf. Laß in der Noth mich veste stehen, getroft auf deine Hülfe traun; So werd ich einst das Leben schaun. Mel. Nro. 82. In allen meinen Thaten tc. 429.Die ie Herrlichkeit der Erden muß Staub und Asche werden, und nichts bleibt ewig stehn: Das was uns hier ergößet, was man für ewig schaket, wird als ein leichter Traum vergehn. 2. Was sind doch alle Thronen? Giebt es wohl 7. Was find felbft alle irrd'sche Kronen, die unvers weltlich blühn? Kann vor des Grabes Schrecken der Burs des Lebens. 361 Purpur dich bedecken? Die| des Todes Sturm entzwey.t Krone dich dem Tod entziehn? 8. Wie, wenn die Sonn aufgehet, die Rose blühend stehet in ihrer schönsten Zier, und doch verwelkt sich beuget, eh sich der Abend zeiget: So blühen und verwelten wir. 9. Froh wachsen wir auf Erden, und hoffen groß zu werden, von Schmerz und Sorgen frey: Doch in den schönsten Tagen, noch eh wir Früchte tragen bricht uns 20. Von dem rechten Mel. Nro. 212. Die ihr Christi Jünger zc. 430. Groffer Schöpfer, Herrr der Zeit! Gteb, daß ich bis an mein Ende, so wie mir dein Wort gebeut, flüglich meine Zeit anwende, die mir noch dein weiser Nath in der Welt beschieden hat. 10. Wir rechnen Jahr auf Jahre, inzwischen wird die Bahre vor unser Haus ges bracht. Man scheidet von den Seinen, die hülflos uns beweinen, und uns dedeckt des Grabes Nacht. 11. Dieß laßt uns wohl bedenken, und uns zum Him. mel lenken, weil er uns offen steht. Wer dahin will gelan. gen, darf an der Welt nicht hangen, da sie mit ihrer Lust vergeht. Gebrauche der Zeit. solchem Thun vollbracht das mir jetzo Kummer macht. 4. Dir sey Preis! Du fchenfest mir nun noch Zeit und Raum zur Buffe. Herr! Ich komm und falle die mit Gebet und Flehn zu Fuffe; Und mein ganzes Herz bes reut meine schon verlohrne Zeit. 2. Ach, wie flügelschnell 5. Wiederbringen kann ich entfliehn Jahre, Tage, Zeit nicht, was von meiner Zeit und Stunden! Eh mans verschwunden. Doch, wenn meynt, find sie dahin, als ich nach meiner Pflicht treu. ein Bliß, der schnell ver. lich nüße meine Stunden, schwunden. Der ist flug, die du mir noch ferner der seine Zeit nützlichen Geschenkst: weiß ich, daß du mein gedenkst. schäften weiht. 3. Herr! Vergieb durch deinen Sohn daß ich manche meiner Zeiten, welche nun schon find entflohn, ange. legt zu Eitelkeiten, und in 6. O fo lehr mich, daß die Frist, die du mir haft zugemessen, als ein schneller Strom verfließt! Und laß nimmer mich vergessen, hier fey Von dem Gebrauche der Zeit. 362 fey meine Prüfungszeit, zu dem Glück der Ewigkeit. 7. Sàen muß ich hier mit Fleiß zu der Erndte jenes Lebens. O wie glücklich, daß ich weiß, dieß geschehe n cht bergebens! Ewig freut sich feiner Saat, wer hier wohl gefået hat. 7. Aber so ist nicht der 8. Ach laß deinen guten Christ, der es in der Wahr Geist mich zu dieser Weisheit ist. Eingedenk der Ewig, heit führen. Laß ihn, wie feit nügt er forgsam seine dein Wort verheißt, meinen Zeit. Wandel so regieren, daß ich täglich Saamen streu, dessen ich mich ewig freu. Mel. Nro. 65. Himmel, Erde, Luft und zc. 431. Menfchen! unfer Leben eilt. Oh ne Raft und unverweilt eilt fie hin, die furze Zeit, eilt zum Meer der Ewigkeit. 2. Wellenreich, und ohne Ruh stürzt ein Strom dem Meere zu. Schau, wie keine Welle bleibt; eine stets die andre treibt; versäumt, sie in eitlem Tand verderbt; Weh alsdann euch, wann ihr sterbt: 6. Der Versäumnis eurer Pflicht folgt im göttlichen Gericht, wann der Tod cuch hingerafft, eine strenge Re chenschaft. 3. So vertreibet immerdar dieses Jahr das nächste Jahr, und das letzte rauscht herben, eh man merkt, wie nah es sey. 4. Auch auf Stunden har bet Acht! Wirket Gutes; Denn die Nacht fommt, und rücket schon heran, wo man nichts mehr wirken kann. 5. Die ihr eure Zeit ver. träumt, fie in träger Ruh 8. Jede Stunde, da sein Geist sich der Erde mehr ent reißt, bringt ihm, flieht sie gleich dahin, einen ewigen Gewinn. 9. Fede Stunde, wo er nügt; Waisen forthilft; Wittwen schützt, Arme speift, die dauert dort stets in ihrem Lohne fort. fum glaubt, männlich kämpft, 10. Wohl dem, der an Jes sein Fleisch betäubt, seine Zeit zu nutzen strebt, Gott und seinem Nächßen lebt. 11. Wenn nun seine Stun de kommt, wird er nicht von Angst betlemmt, daß er nicht fein Heil bedacht; Denn sein Lauf ist wohl vollbracht. 12. Wohl ihm! Er ents schläft im Herrn, stirbt ges trost, gelaffen, gern, und schaut, Gott! in deinem Licht ewig dort dein Angesicht. 21. Von der Vorbereitung zum Tode. 363 21, Von der Vorbereitung zum Tode, und dessen christlicher Erwartung. a. Kürze des Leben 8. Mel. Nro. 368. Meinen Jesum laß ich zc. 432. Herr! ich hab von deiner Treu mir zum Heil noch Zeit in Hån den: gieb doch, daß ich sorg, sam sey, sie auch weißlich anzuwenden. Denn wer weis, wie bald zur Gruft dei, ner Vorsicht Wint mich ruft? 2. Unaussprechlich schnell entfliehn die uns zugezählten Stunden. Eh mans denkt, find sie dahin, und auf ewig und verschwunden. Niemals tehrt ein Augenblick, uns zum Heil, davon zurück. 3. Laß bey ihrer Flüchtig. keit mich, mein Gott! doch nie vergeſſen, wie unschät: bar sen die Zeit; die du hier uns zugemessen; Wie, was hier von uns geschieht, ew' ge Folgen nach sich zieht. 4. Reiße mich dadurch zum Fleiß, eh die Zeit des Heils verlaufen, mir zur Wohl. fahrt, dir zum Preis, noch die Stunden auszukaufen, die zu meiner Seeligkeit deis ne Gnade mir verleiht. 5. Deine schonende Ge. buld trage mich, Gott! nicht vergebens. Ach! vergieb mir meine Schuld, daß so man. When Theil des Lebens ich zu meiner Seele Wohl nicht gebraucht, so wie ich soll. 6. Laß mich meine Besse. rung für mein Hauptgeschäfte achten, und nach meiner Heiligung mit so treuem Eis fer trachten, als erwartete noch heut mich Gericht und Ewigkeit. 7. Deine Gnade steh mir bey, daß mein Leben auf der Erde reich an guten Früchten sey, und dem nächsten nützs lich werde. Und ist einst mein Ende da, o so sey mit Trost mir nah! Mel. Nro. 11, O könnt ich dich, mein zc. 433. Du Herr und Vater meinerTage! Du weißt, daß ich, dein schwaches Kind, des Todes Keim in Gliedern trage, die irr disch und zerbrechlich sind; Drum gieb, daß ich zu jeder Zeit zu meinem Tode sey bereit. 2. Daß du hier meinem ersten Leben ein mir verborg nes Ziel bestimmt, und daß die Zei, die mir gegeben, vielleicht gar bald ein Ende nimmt: das föße mir die Weisheit ein, stets auf mein Heil bedacht zu seyn. 3. Hier hab ich lebenslang zu 364 Von der Vorbereitung zum Tode, zu lernen, mein Herz von| Tode bricht, mein Trost und Sünden abzuziehn, mich von meine Zuversicht. der Weltluft zu entfernen, und um den Himmel zu be müßn; O mache mich dazu geschickt, eh mich der Tod der Welt entrückt. 4. Nicht auf der Erde, nein, nur droben bey dir, Gott, meiner Seele Theil, ist mir das Beste aufgehoben, dort ist für mich vollkommnes Heil. Da, wo mein Schaß ist, fey mein Herz! Herr, lenke selbst es 7. Dir will ich gänzlich mich ergeben, dir, dessen Eis genthum ich bin; Bist du, mein Heiland, nur mein Le ben, so bleibt selbst Sterben mein Gewinn. Ich lebe dir ich sterbe dir; Sey nur mein Trost, so gnüget mir. Mel. Nro. 342. Wer nur den lieben Gott tc. himmelwärts. den Tagen, die 434. Es eilt der letzte von du hier lebest, Mensch! hers 5. Hier allen Sünden ab, bey. Erkauf die Zeit, und, zusterben, zu leben der Gestatt zu klagen: sie sey zu rechtigkeit, um einst des Him mels Glück zu erben, dazu laß meine Sterblichkeit mir immerdar vor Augen seyn, so wird mich selbst der Tod erfreun. furg, gebrauch fie treu! Nimm mit erkenntlichen Ges müth der nahen Stunde wahr: Sie flieht! 6. Willst du mich långer les ben lassen, so laß es mir zum Heil geschehn! Doch soll ich heute noch erblaffen, so hóre, Vater auf mein Flehn! Sey, wenn mein Herz tm 2. Drum eil' Errette deis ne Seele, und denke nicht: ein andermal. Sey wacker, bet und überzähle der Mens schen Tage kleine Zahl! Ge feßt, dein Ende war auch fern, fey fromm und wand le vor dem Herrn! b. Die beständige Erinnerung des Todes. 435.EE Was forgst du ångsft lich für dein Les ben? Es Gott ge las sen ú ber ge ben, ift und dessen christlicher Erwartung. ETEELLELH ist wah re Rub und dei ne Paicht; Qu B follst es lie ben weis lich nů zen, es dank bar als ein Glück be fi ßen, ver lies ren, als ver lörst du's nicht. 2. Der Tod soll dich nicht traurig schrecken; doch, dich zur Weisheit zu erwecken, foll er die stets vor Augen feyn. Er soll den Wunsch zu leben mindern, doch dich in deiner Pflicht nicht hindern, vielmehr die Kraft dazu verleihn. 3. Ermattest du in deinen Pflichten: so laß den Tod dich unterrichten, wie wenig deiner Tage sind. Sprich: foll ich Gutes wohl verschie. ben? Nein, meine Zeit, es auszuüben, ist kurz, und sie verfliegt geschwind. 4. Denk an den Tod, wenn bose Triebe, wenn Lust der Welt und ihre Liebe dich rei. Ben; und ersticke sie. Sprich: kann ich nicht noch heute ster. ben? Und fönnt ich auch die Welt erwerben, begieng ich doch solch Uebel nie. 565 5. Denk an den Tod, wann Ruhm und Ehren, wann deine Schätze sich vermehren, daß du sie nicht so heftig liebst. Denk an die Ewigkeit der Erden, daß, wann sie dir entriffen werden, du dann dich nicht so sehr betrübst. 6. Denk an den Tod bey frohen Tagen; Kann deine Lust sein Bild vertragen, so ist sie gut und unschuldsvoll. Sprich, dein Vergnügen zu verfüssen: Welch Glück werd ich erst dort genieffen, wo ich unendlich leben soll. 7. Denk an den Tod, wann deinem Leben das fehlt, wore nach die Reichen streben; Sprich: bin ich hier, um reich zu seyn? Heil mir, wenn ich in Christo sterbe, dann ist ein unbeflecktes Er. be, dann ist der Himmel Reichthum mein. 366 Von der Vorbereitung zum Tode, 8. Denk an den Tod, wann| Welt. Mich fåttigt doch hie Leiden kommen; Sprich: alle nieden, beym günstigsten Ge Trübsal eines Frommen ist schick, nie reiner fester Fries zeitlich, und im Glauben den, nie dauerhaftes Glück. leicht. Ich leide; doch von allem Bösen wird mich der Tod bald, bald erlösen; Er ists, der mir die Krone reicht. 9. Denk an den Tod, wann freche Rotten des Glaubens und der Tugend spotten, und Laster stolz ihr Haupt erhöhn. Sprich bey dir selbst: Gott trägt die Frechen; Doch endlich kömmt er, sich zu rå chen; Und plößlich werden sie vergehn. 10. Denk an den Tod zur Zeit der Schrecken, wann Pfeile Gottes in die stecken; Du rufft, und er antwortet nicht. Sprich: follte Gott mich ewig haffen? Er wird mich sterbend nicht verlassen, dann zeigt er mir sein Angesicht. 11. So fuche dir in allen Fällen den Tod oft lebhaft vorzustellen, so wirst du ihn nicht zitternd scheun, so wird er dir ein Trost im Klagen, ein weiser Freund in guten Tigen, ein Schild in der Versuchung feyn. Mel. Nro. 80. Befiehl du deine Wege zc. 436. Gern will ich mich ergeben, wann's meinem Gott gefällt, zu gehn aus diesem Leben in eine begre 2. Nur dort strahlt eine Sonne, die feine Leidens nacht umwölft, die Müden Wonne und Heil entgegen lacht. Dort ist Gott Freudens quelle, der nie Erquicung fehlt, wenn ihn nur meine Seele schon hier zum Theil erwählt. 3. Giebt er in meinem Kummer mir täglich Freus digkeit; Schenkt er mir sanfts ten Schlummer in hartet Prüfungszeit: Versüßt et mir auf Erden so manches Herzenleid: Wie glücklich muß ich werden in seiner Herrlichkeit! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und fürchte nicht den Tod. Er giebt nur Staub dem Staube, mein Geist lebt ewig Gott. Der einst an's Kreutz gegeben, den Tod litt und bezwang, ruft auch den Staub zum Leben, zum ew gen Lobgesang. 5. So lang ich hier noch walle, will ich stets eifrig feyn zu thun, was ihm ge falle, mich guter Thaten freun. Dann tröstet mich im Scheiden, ob ich gleich Súns der bin das Opfer feiner Leiden. Ich fahr im Frieden bin. €, 21 und dessen christlichen Erwartung. c. Wider die Furcht des Todes. Mel. Nro. II. O könnt ich dich, mein zc. des Wissens Trieb umsonst begehrt. Dann tauscht dich 437. Warum erbebst du Wahn und Irrthum nicht, meine und die Finsterniß bey dem Gedanken an das wird Licht. Grab? Nicht dich umschließt einst seine Höhle, nur deine Hütte finkt hinab. Sie schuf der Allmacht Wink aus Staub, drum wird sie der Verwesung Raub. 4. Dann wirst du den, ach! den erblicken, den hier allein der Glaube sieht, den, der, dich ewig zu beglücken, ein Fluch gemacht, am Kreuz verschied. Dann jauchze, 2. Du, zur Unsterblichkeit daß kein Wahn, kein Spott erlesen, schwingst dich empor, dich hier getrennt von dei. zu Gottes Licht, und schaust| nem Gott. den Ursprung aller Wesen von Angesicht zu Angesicht; Bewunderst deines Gottes Macht in jener Welten Bau und Pracht. 3. Dann, Seele, wirst du das verstehen, was hier kein weifer Mund erklärt, was hier vollkommen eingesehen, 367 5. Wenn nun der Tag des Herrn erscheinet, verläßt dein Leib der Gräber Ruh. Zum zweitenmal mit dir vereinet wird er unsterblich, so wie du. O Scele, zittre tánger nicht, daß deiner Hütte Bau zerbricht. 438.E Fot reue Bich, D mei ne Gottes dem ich dich be See le! feh le, SENERE B see lig, see lig sollst du feyn; Aus der sollst du e wig dich er freun. LINEE# Trüb sal die ser Zeit führt er dich zur MAITE ENTE See lig feit, zu dem Thro ne seines Soh nes 368 Von der Vorbereitung zum Tode, 2+ 1 1111*** nes, zum Ge nus se sei nes Lohnes. 2. Dank ihm für dein Pils| seines Sohnes Reich zu gerleben! Wie viel Gutes ben. hat er schon dir in dieser Welt gegeben: Und wie groß ist dort sein Lohn; O wie herrlich, wenn du Gott auch im Kummer, auch in Noth vest vertraust, und freudig gläubest, und fein Werk nie lässig treibest! 3. Reine, ganz vollkommne Freuden kennen Gottes Pilger nicht: Dennoch sind sie auch im Leiden ruhig und voll Zuversicht. Ihres Glaus bens Läuterung ist die Frucht der Züchtigung. Alle Dinge müssen ihnen endlich doch zum Besten dienen. 4. Sey bev allen deinen Sorgen Gottes Willen unterthan; Bricht doch auch ein heitrer Morgen auf die långste Nacht einst an. Endlich ruht der Wandrer aus; und sein väterliches Haus tröstet nach den Pilgerleiden, ibn mit tausend süßen Freuden. 5. Ringe, dich von allen Sünden loszureissen, und die Welt und dich selbst zu überwinden; Liebe nur, was Gott gefällt. Schmücke dich 6. Jefu, den ich hier be fenne, gieb daß weder Lut noch Schmerz nich von de ner Liebe trenne; Wo mein Schag ist, sey mein Her mache du mich selbst bereit für das Heil der Ewigkeit: Ich, von dir erlöst zum Leben will mich ewig dir ergeben. 7. In des Todes bittern Stunden will ich deiner Huld mich freun; Dann auch fol len deine Wunden meiner Seele Zuflucht seyn. J mein himmlisch Vaterland wird mich deine treue Hand hin zu deinem Vater führen, um bey dir zu triumphiren. 8. Sie, zu deiner Wonn erheben, wird mit neuen Kräften sich ewig üben, dich zu loben, ewig, Gott, men Vater, dich; Sicher, daß ihr Leib dereinst, wann du zum Gericht erscheinst, auferwe cket aus der Erde, auch, wie sie verherrlicht werde. 9 Darum freue dich,.0 Seele! feelig, feelig sollst du seyn; Gottes, dem ich eich befehle, sollst du ewig dich mit Tugend; Sei Gott bis erfreun. Aus der Trübfal in den Tod getreu, um, er. dieser Zeit führt er dich zur scheint die Zeit zu sterben, Seeligkeit hin zum Throne feia und dessen christlicher Erwartung. seines Sohnes, zum nusse seines Lohnes. 369 Ge. Die schreckensvolle Pfade ers leuchtet ihm die Gnade des Gottes, den er Bater nennt. 4. Er feegnet froh die Seis nen, die um fein Lager weis nen, ermahnt und tröſtet fie; Und, seiner Treue wegen, erfüllt Gott feine Seegen, und weichet auch von diesen nie. Mel. Nro. 82. In allen meinen Thaten. 439. Wie fanft fehn wir den Frommen, nun bald der Erd entnommen, sich seinem Ziele nahn! Wo sich des Lebens Freuden bom frechen Sünder schei den, da gehn des Christen Freuden an. 2. Er freut sich auf sein Ende, und hebt voll Dank die Hände zu seinem Vater auf: Gesichert vor Verder. ben, fann er nun fröhlich sterben, nach einem wohl vollbrachten Lauf. 3. Sein ruhiges Gewissen bebt nicht vor Finsternisfen der Bahn, die er nicht tennt; 5. Die Engel steigen nie. der voll froher Jubellieder, die Seele zu empfahn: Er stimmt in ihre Chöre Anbes tung, Preis und Ehre, dem Mittler, seinem Heiland an. 6. Laß, Höchster, mich bes streben, so in der Welt zu les ben, wie man dieß Glück ers wirbt: Damit ich, als ein Erbe der Seeligkeit, auch sterbe, so freudig, wie ein Frommer stirbt. d. Freudiges Verlangen nach dem Tode. 440. + T A! le Menschen müssen ster ben, und wer kann den Him mel er ben, ihre Herr lich teit ver blüht; Staub wird der zu vor den Tod nicht sieht? JE DEE die fer Leib von Er de; Doch, damit er himm. HTTL LLLLL lisch werde, wird er einst von Gott er near A a 370 Von der Vorbereitung zum Tode, und zieht an Un sterb lich feit. 2. Wollt ich långer hier| Herrn, und opfern Dant verweilen, als es meinem Gott gefällt? Seinem Rei che zuzueilen, laß ich gern die Prüfungswelt. Jesus tilget meine Sünden, stärkt mich, hilft mir überwinden; auch in meiner letzten Roth rettet mich sein Blut und Tod. 3. Und wer tann mich ihm entreiffen? Mein ist er, und ich bin sein. Er erfüllt, was er verheissen; Sein sol ich mich ewig freun. Ja, mir folls durch ihn gelingen, mich zu ihm empor zu schwin. gen, freudenvoll vor ihm zu stehn, seine Herrlichkeit zu sehn. 4. Dort bei ihm ist wah, res Leben. Millionen stehen schon, ihren Netter zu erhe ben, feelig da vor seinem Thron; Hohe Himmelsgeiz fter ringen mitanbetend ihm zu singen, der des Ruhms so würdig ist, dem Erbarmer, Jesu Christ. ihr unendlich Leben lang. 6. Vaterland verklärter Frommen! Heil, Unsterb lichkeit und Ruh, was tein Sterblicher vernommen, Gottes Heil gewährest da! Freudenerndten schenkte denen, die erst hier gesät mit Thränen; Alle Thränen trocknet er; Sünd und Elend sind nicht mehr. 7. Ich entbrenne von Va langen, was ich glaub, im Licht zu sehn, jene Krone Bald erhöret empfangen; Gott mein Flehu. Diefe puts te, die zerstäube! Ich, ich weiß, an wen ich glaube; Mir ist Sterben ein Gewinn, denn ich geh zum Vater hin. 8. Welche Tröstung, das zu wissen! Dieser groffen Hoffnung voll zag ich nicht in Kümmernissen, die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz sind diese Leiden, sie vers wandeln sich in Freuden, wenn ich chriftlich sie ertrug bis Gott spricht: es ist genug! 5. Alle, die ihm nachgewandelt, sehn des Glaubens Dunkelheit dort in Licht und Schau'n verwandelt, und in Wonne jedes Leid; Weihen Mel. Nro. 312. Gieb, o Gott! mir Kraft. ihm tom die neuen Lieder, wer. 441. Du mein Leib, und fen ihre Kronen nieder vor dem ich bald verlassen werde, du, o und dite wo und dessen christichen Erwartung. 37I wo ich nur Fremdling bin: 4. Mein Vertrauen ist ers Lebet wohl und fahret hin! 2. O ich seh mit frohen Blicken näher mich zum Grabe rücken und ich fürchte dich nicht, Tod: Du bist gut, und führst zu Gott. löset, von dem Körper auf. gelöset, Jejus Gott, bei dir zu seyn, und in die mich zu erfreun! 3. Freudig will ich von den Freuden dieser eckeln Welt mich scheiden: Freudig flieg ich auf zu dir: rufe, Gett, ach, rufe mir! 5. Wann wirst du, Gott, von den Ketten meines Kórs pers mich erretten? Jesus, führe mich dahin, wo ich ewig bey dir bin! e. Sterblied eines frommen Christen. Mel. Nro. 1. Mein Herz, ermuntre 2c. Krankheit Plage mir raubet Kraft und Heiterkeit! Wie 442. Ich will dich noch trüben meine schönsten Tage im Tod erheben, Gott, meines Lebens Zuver, sicht, die Dank und Ruhm und Ehre geben, wenn meine Erdenhülle bricht. Erlöset zur Unsterblichkeit freu ich mich meiner Sterbezeit. die bangen Sorgen dieser Zeit! Der Feinde Drohn, Geschrey und Schmerz quält Herr! mein dir ergebnes Herz. 2. Umhüllt von vielen Dun. kelheiten seh ich hie kaum der Wahrheit Licht. Ich muß mit Wahn und Zweifet freiten und fenne, Herrlichster! dich nicht. Selbst vieles, was dein Wort mich lehrt, ist mir noch jetzt nicht aufgeklärt. 5. Wann einst die große Stunde schläget, die meinen Geist zur Freiheit weckt; den müden Leib zur Ruhe leget, wo ihn kein Feind. tein Dränger schreckt: Dann wird mein Elend Seeligkeit, mein Stückwerk wird Volls tommenheit. 3. So lang ich in dem Leis be walle, wein' ich sehr oft um Himmel auf. Ich fühl es, daß ich täglich falle in meiner Tugend bestem Lauf. Mein ganzes Wirken bleibet bier stets schwach, oft fün Denvoll vor dir. 4. Wie zag ich, wenn der 6. Dann seh' ich in dem helfen Lichte, Allmächt'ger! deiner Werte Pracht. Ich schau dich selbst im Angesichte deß, den du mir zum Heil gemacht, und bin, von Sünd und Tod befreyt, ein Mits erb seiner Herrlichkeit. 7. Sollt mir noch vor dem Code grauen? Sollt schre Aaa cen 372 Von den Pflichten gegen den nächsten. cken mich das offne Grab?| Christ geglaubet hab. Erld. Nein! Ich will gern im Lichte schauen, was ich als set zur Unsterblichkeit, freu ich mich meiner Sterbezeit! IV. Von den Pflichten gegen den Nächsten. 1. Menschenliebe überhaupt. Mel. Nro. 44. Herr! deine Allmacht zc. 443. S So jemand spricht, ich liebe Gott, und hast doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahr, heit Spott, und reißt sie ganz darnieder. Gott ist die Lieb und will, daß ich den Nachsten liebe gleich als mich. 2. Wir haben einen Gott und Herrn, sind eines Leibes Glieder; Drum diene der nem Nächsten gern; Denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht blos für mich; Mein Nächster ist sein Kind, wie ich 3. Sein Heil ist unser aller Gut. Ich sollte Brüder hai fen, die Gott durch ſeines Sohnes Blut so hoch erkau fen laffen? Daß Gott mich schuf, und mich verfühnt, hab ich dieß mehr, als sie verdient? 5. Was ich den Frommen hier gethan, den Kleinsten auch von diesen, das sieht du, mein an, als hått ichs dir erwiesen. Und ich, ich sollt ein Mensch nod seyn, und dich in Brüdern nicht erfreun? Mel. Nro. 44. Herr! deine Allmacht. Güter hat, 444. Wer dieſer Erden sieht den nächsten leiden, und macht den Hungrigen nicht fatt, läßt Nackende nicht fleiden; Der ist ein Feind der ersten Pflicht, und liebt dich, Gott der Liebe! nicht. Jup Dom 2. Wer seines Náchfien Ehre schmäht, und gern sie schmähen höret, sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, und nichts zum Besten teh ret: nicht dem Berläumder wis 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen! Ich aber follte nicht Geduld mit mei. nen Brüdern tragen? Dem nicht verzeihn, dem du vergiebst? Nicht lieben, die Doch du, Herr! liebst? 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den erge ben, der nicht barmherzig ist, und nicht eilt, Armen bey zustehen. Drum gieb mit, Gott! durch deinen Geist, ein Herz, daß dich durch Liebe preist. Von den Pflichten gegen den nächsten. 37 widerspricht, der liebet sei- und sorgst dafür: so liebest nen Nächsten nicht. du. 3. Wer zwar mit Rath, mit Trost, und Schuß den Nächsten unterstüßet, doch Doch nur aus Stolz, aus Eigennuß, aus Weichlichkeit ihm nußet, nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht, auch der liebt seinen Nächsten nicht. 4. Wer harret, bis ihn anzusehn ein Dürft'ger erst erscheinet, nicht cilt, dem Frommen beyzustehn, der im Verborgnen weinet, nicht gütig forscht, obs ihm gebricht der liebt auch seinen Nächsten nicht. 8. Ermattet dieser Trieb in dir, so such ihn zu bes leben! Denk oft: Gott ist die Lieb, und mir hat er sein Bild gegeben. Ja, Höchster! was ich hab, ist dein; sollt ich, wie du, nicht gütig seyn? Mel. Nro. 244. Herr, allerhöchster ic. 445. Gieb mir, o Gott, ein Herz das jes den Menschen liebet, bey seinem Wohl sich freut, bey seiner Noth betrübet; Ein Herz, das Eigennut und Neid, und Härte flieht, und sich um andrer Glück, als um sein Glück bemüht. 5. Wer andre, wenn er fie beschirmt, mit hårt und Borwurf qualet, und ohne Nachsicht straft und stürmt, 2. Seh ich den Dürftigen, fobald sein Nächster fehlet; so laß mich liebreich eilen, Wie bleibt bei seinem Unge. flumm, Gott! deine Liebe wohl bey ihm? von dem, was du mir giebst, ihm willig mitzutheilen. Laß mich nicht Gutes thun, groß vor der Welt zu seyn, und mich verehrt zu sehn; Nein, Menschen zu erfreun. 6. Wer für der Armen Heil und Zucht mit Rath und That nicht wachet, dem Ulebel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet; nur sorglos ihnen Gaben giebt, der hat sie wenig noch geliebt. 7. 3war du mein Geist! vermagst es nicht stets durch die That zu lieben. Doch bist du nur geneigt, die Pflicht than! getreulich auszuüben, und wünschest dir die Kraft dazu, mein Dienst dem Dürftigen 2. Ein Trunk, mit dem bes 3. Dieß sey mir wahre Lust, auch unbemerkt von ih nen, den Neben menschen gern mit Rath und That zu dienen. Mich treibe nicht erst Dank zu milder Wohlthat an; Nein, was ich Brüdern thu, das sey dir, Gott, ges 374 Von den Pflichten gegen den nächsten. begegnet; Ein Blick voll 9. O heilige du selbst, Herr, Trost mit dem mein Herz meiner Seelen Triebe, durd Bedrängte seegnet; Ein deine Lieb und Furcht, zu Rath, mit dem mein Mund wahrer Menschenliebe im Kummer andre stärkt; Wer nicht den nächsten liebt, Nichts bleibt, fo Elein es ist, geht nicht zum Himmel ein. von dir, Herr, unbemerkt. Laß diese Wahrheit, Goth mir stets vor Augen sein! 5. Eilt wo ein boshaft Herz, Unfrieden anzurichten, so laß mich sorgsam seyn, der Brüder Zwist zu schlich. ten. Aus Schmähſucht från: te nie mein Mund des Näch. sten Ruh; Er rühme sein Ver, dienst, deck seine Fehler zu. 6. Die Rach ist dein, o Gott! Du sprichst: ich will vergeltch. Drum laß mich stille seyn, wenn Menschen auf mich schelten; gieb, daß ich dem verzeih, der mir zu schaden sucht; den liebe, der mich hast, den seegne, der mir flucht. Mel. Nro. 212. Die ihr Christi Jünger Allen Chriften und 446. auch mir hat der Herr dieß vorgeschrieben: Euren nächsten follet ihr, als euch selbst, von Herzen lieben. Wer ihn haffet, fag ich euch, ist vor Gott dem Mörder gleich. 2. Wir sind Bürger einer Welt, Kinder eines Baters, Brüder; Wer sie schmäht und unwerth hält, wütet ges gen seine Glieder. Denn wit find ein Leib: Gott schuf uns zu einerley Beruf. 7. Doch laß mich nicht als lein auf zeitlich Wohlerge. hen, mit eingeschränktem Blick, bey meinem Nächsten fehen. Noch stärker müsse mich sein ewig Glück erfreun; Noch mehr sein Seelenheil mir angelegen seyn. 8. Den, der im Glauben wankt, im Glauben zu be, stårken; Den, der noch sicher ist bey seinen bösen Werken, wenn er sich bemüht, fann von der verkehrten Bahn des Lasters abzuziehn, dazu 3. Ehre, Reichthum, Wit de, Stand, Leibeskräfte, Geistesgaben, und was wit aus Gottes Hand sonst für einen Vorzug haben: alles dieß befreyt uns nicht von der Menschenliebe Vaicht. 4. Nein, der Gaben Un terschied knüpft das groffe Band auf Erden; Jeder, dem andern nützlich werden: den, der dir hier dienen muß, verleih mir Kraft, und seeg. nährt mit Recht dein Uebers ne mein Bemühn. fluß. 50 gegen den nächsten. 375 andern schädlich ist! Arm und Schwache nicht berau. ben durch Bewalt, Betrug und List. Welch ein Graul vor Gott ist nicht falsches Maaß und falsch Gewicht! Von den Vaichten 5. Nach dem dir vertrauten Pfand messen sich auch deine Pflichten: gab Gott viel in deine Hand, so haft du viel zu entrichten. Wer nur thut, fo viel er kann, hat vor Gott genug gethan! 6. Dein Erlöser sagt dir: wer hier der Geringsten einen pflegt, der thut es sel ber mir: Denn ihr alle seyd die Meinen: Mancher, den die Welt verschmäht, ist in Gottes Aug' erhöht. es und in 7. Drum, o Gott! gieb 4. Haffen laßt uns alle mir ein Herz, das von Men- Lügen, alle Schmähsucht, fchenliebe brennet, Niedrigkeit und Schmerz fei, nen Nächsten nicht verkennet. Denn warum erheb ich mich? Ift er doch ein Mensch wie ich. jeder sey offenherzig und ver. schwiegen, in der Freund, schaft vest und treu, Feder nehme, wo er kann, der Ver. laumdeten sich an. 6. Ja, gieb, grosfer Men, schenfreund, Jesu, daß ich auf der Erde allem Stolz und Neide feind, die an Demuth ähnlich werde, daß ich einst, an jenem Tag, Dir zur Rechten stehen mag. Mel. Nro. 60. Weicht, ihr Berge! fallt. 6, So laßt uns, von Gott 447. Laffet uns einander getrieben, uns einander gern lieben, gern einan, und als seine der glücklich fehn, keinen der lieben, ohne Zwang und franken und betrüben, keinen Heucheley! O wie selig wers drücken, teinen schmähn: den wir dann nicht werden Aller 3 wietracht, alles dort und hier! Streits Feinde seyn; Denn Gott gebeuts. 3. Laßt uns nie, was wir versprechen, wiederrufen, weils uns reut: Nie, was zugesagt ist, brechen, oder schånden unsern Eid; Bon Betrug und Tücken rein, lieber arm, als treu. los seyn. s. Laßt das Gut' uns gern belohnen, wies uns unser Gott belohnt: Und der Brüder Fehler schonen, wie der Herr auch unser schont. Ach, er schont, mit welcher Huld, welcher Laugmuth und Gedult! Mel. Nro. 46. Allmächtiger! wir singen. 2. Laßt uns halten Treu und Glauben: Fliehn, was 448. Wenn ich mit mehr als fraft 376 Von den Pflichten gegen den nächsten. kraft, wenn ich wie Engel| Zorne, hört sie nicht, was rede; Der Jünger Jesu Bosheit und Verläumdung Wissenschaft, und Wunder spricht kehrt alles gern zum macht selbst hätte; Und hat Besten. te doch kein liebreich Herz: Was wär ich? nur ein to nend Erz, nicht Jesu wah. rer Schüler. 2. Gåb ich mein ganzes Eigenthum den Dürftigen und Armen, und that es aus Begier nach Ruhm nicht aber aus Erbarmen; Ließ ich, doch ohne Liebe, mich für sie auch brennen, was könnt ich dadurch für mich gewinnen? 3. Die wahre Lieb ist langmuthvoll, wohlthätig und gefällig; Hilft willig, wo fie helfen soll; Nie hart noch ungesellig; Sie haffet Streit nnd Bitterkeit; Kennt weder Eifersucht, noch Neid; Thut gern, was Andre freuet. s. Sie freut sich nie des Unrechts, freut sich blos des Rechts, und liebet, was wahr und gut ist, und vet zeiht, wenn jemand sie bes trübet; Sie, zum Erbarmen bald erweicht, gläubt gern das Beste, hoffet leicht; Kann alles Unrecht dulden. 6. Wenn andre Gaben furs ze Zeit, und nur dieß Leben währen; So bleibt die Lieb in Ewigkeit, und wird sich noch vermehren. Wenn wit uns einst vor Gott erfreun, wird jeder durch die Lieb al lein vollkommen seelig wer den. 7. Du machtest, Jesu, selber dich zum Vorbild wab, rer Liebe. Dir will ich fol gen; Gieb, daß ich die Lieb am Nächsten übe, daß ich in al lem, wo ich kann, Barmher zigkeit an jedermann, wie zu dienen; Nie schnell zum ich mirs wünsch, erweise! 4. Sie, die nie aufgebla. sen ist, ehrt alle, strebet ih. nen, entfernt von Eigennuß und List, wo sie nur fann 2. Von der Sorge für des Nächsten Seele. Mel. Nro. 440. Gottes Wege walle, daß du liebreich, eh ich falle, die Ge fahr mir offenbarst, mich ers Alle Menschen müssen zc. 449. Las, o Jefu, mich greiffeſt, mich bewahrst. empfinden, welche Seeligkeit es ist, daß du mir, um mich von Sünden zu be freyn, erschienen bist; daß ich 2. Daß, durch deinen Geist getrieben, dein Erreteter sich freut, über alles Gott zu lieben, dich und deine Sels Von den Pflichten Seeligkeit; Daß ich willig unterlasse, was er mir ver beut: und hasse, was vor ihm ein Gräuel ist, weil du meine Hülfe bist: 3. Ach wie könnt ich dieß empfinden, und doch fühllos Menschen sehn in der Sclaverey von Sünden Wege des Verderbens gehn: Und nicht rufen, daß sies hören: Eilt, ihr Brüder, umzukehren, wenn ihr feelig werden wollt; das ihr werden könnt und follt? gegen den nächsten. 377 wie so lieblich Gottes Wege, jedem der sie lieb gewinnt und sie geht, wie gut sie sind. 7. Sehn an allen meinen Freuden, wie beglückt der Fromm' ist sehn, wie so froh ind, selbst im Leiden, die die Gottes Wege gehn; Daß er doch der Lust der Ers de sich entriß und heilig wer de, feelig auch, wie ich, zu seyn, ewig deiner sich zu freun. Mel. Nro. 440, Alle Menschen müssen zc. 4. Auch für meine Brü. der Seelen soll ich sorgen, nicht allein für mein Heil, foll, wenn sie fehlen, wo ich kann, ihr Führer seyn. Wenn sie fündigen und ster ben; und ich rief nicht vom Verderben, wo ich könnte, fie zu dir, foderst du ihr Blut von mir. 450. Bist du selbst der Sund entriffen gehst du selbst die rechte Bahn, dann so nimm dich der Gewissen deiner Brüder herzlich an! Zeige, was den Geist verblendet! Und vom rechten Wege wendet, lehr ihn mit heilsamen Graun feines Wegs Gefahren schaun. 5. Von des Frrthums Fin. sterniffen felbst errettet, soll auch ich unterweisen deß Ge. wissen, der von deinem We ge wich; Soll ihm zeigen, was ihm blende, und daß er u dir sich wende, vor dem Fall ihn warnen, ihn bitten, weil er fann, zu fliehn. 2. Dein Erempel sei ihm Lehre, wie so glücklich fey der Chrift; Daß er sich vom Bösen kehre, und bald wer de, was du bist. Such ihn, núßt es, zu erschüttern, aber niemals zu erbittern; Zeig ihm, daß nicht Heucheley und nicht Stolz dein Antrieb sey. 6. Nicht erbittern, nur ers 3. Wen muß nicht die Ab. weichen; Ihm, wenn meine sicht rühren, aus des zweis Bitten nicht bis zu seinem ten Codes Quaal eines BruHerzen reichen, durch mein ders Geist zu führen, zu der Beyfpiel doch ein Licht; Auserwählten Zahl? Macht Daß an mir er sehen möge, es dir auch Müh und Plas gen 378 Von den Pflichten gegen den nächsten. gen, leid es, um dereinst| die mit mir, die ich brachte, zu sagen: Hier bin ich, und Herr, zu dir. 3. Von der Sorge für des Nächsten Leib, Eigenthum und Ehre. Mel. Nro. 9.2. In allen memen Thaten ze. 451. Dein Gott, ist un. ser Leben! Denn du hafts uns gegeben; Du nimmst dich seiner an. Und diefe große Gabe, die soll ich bis zum Grabe, so treu beschüßzen, als ich kann. nen Leiden, um nur nicht mit zu leiden, fliehn? 6. Nein, Gott, ich wil die Armen, erquicken; Boll Erbarmen des Blinden Aus ge seyn: Den Schwachen unterstüßen; Die in Gefahr sind, fchüßen, und, fann ich, sie daraus befreyn. ihn? Und, nur für meine Freuden besorgt, von sei 7. Ich will, fie zu erfreu en, felbft Müh und Schinery nicht scheuen; Auch das ist dein Gebot. Hat doch dein Sohn sein Leben für mich dahin gegeben, für meine Rettung, in den Tod. 2. Nicht meiner Lüfte Wil len, nur deinen zu erfüllen, foll ich mich feiner freun; Solls teinem, Herr, verkür: zen, es in Gefahr nie stür. zen, und aus Gefahren es befreyn. 3. Beglückt durch deinen Seegen, soll ich der Kran. ten pflegen; Das fordert Mel. Nro. 179. Komm, o fomm, du 2. dein Gebot, das denen, die 452. Theurer, wie mein in Nöthen nicht helfen, oder tödten, der Zukunft strengste Strafen droht. eignes mein Nam und Eigenthum, sey mir, Menschen, euer Leben, euer Eigenthum und Ruhm; Alles, was eud Gottes Rath gab, und noch bestimmet hat. 4. Sind wir nicht alle Brů. der, nicht alle Chrifti Glie. der, nicht all', o Bater, dein? Wie kann ich sie verachten, sie darben sehn und schmachten, und fühllos, hart und grausam seyn? 2. Strebt schon in der Zeit der Jugend nach Ber diensten, werbt, werbt, gewinnt durch Geschäftigkeit und Tu gend, die die besten Schäße find; werdet angesehn und 5. Ich soll den nächsten lieben: Und hassen und be trüben und quälen könnt ich reich: Alles, alles gonn ich euch. 2. Immer will ich, frey Dom Von den Pflichten gegen den nächsten. 379 und nichts zum Besten fehrt: Ist dieser auch ein Chrift? vom Neide, und vom Eigen-| feit selbst ein Berläumder ist, nuge rein, eures Seegens, eurer Freude, cures Glücks und Ruhms mich freun, frob, daß unser Gott euch liebt, euch fo mild und reich, lich giebt. 4. Allen helfen eifrig ih, nen wohlthun, wie mein Heiland that, Schaden wehren, allen dienen, dem mit Hüls fe, dem mit Nath willig, je. des Unrechts Feind, aller Menschen wahrer Freund. Mel. Nro. 224. Herr, allerhöchster Gott. 2. Wenn du aus Argwohn blos von ihm nur Böses den test, und durch ein falsch Gerücht ihm schadest, und ihn tránkest; Wenn Leicht. finn, Neid und Haß ihn vor der Welt entehrt: Bist du Denn ferner noch des Chris stennamens werth? 4. O Mensch, bedenke doch: Gott hört an jedem Orte, wo du zugegen bist, ein jedes deiner Worte. Ach, er, der alles sieht, wie sollt er dich nicht fehn, wenn du dich frech erfühnst, die Unschuld selbst zu schmähn! 5. Wenn du der Frommen lachst, wenn du die Tugend schändest; Dem würdigen das Lob, daß er verdient, entwendest. Berláumder! 453. Wenn du des Nachsichts nicht stenEhr und Achtung suchst zu schmälern, und von nichts lieber sprichst, als von des Bruders Fehlern; Aus Ehrfucht oder Stolz verkleinerst seinen Ruhm, und seine Schwch achheit schmähst: Wo bleibt dein Christenthum? 3. Wer, wenn er Låstrer hört, und unter Spöttern fißet, aus scheuer Menschen, furcht nicht andrer Unschuld schüßzet; Wer aus Gefällig Gott, wie zus gellos dann du ihn in den Seinen schmähst? dein Richter hört dir zu. 6. Die Thränen zählt der Herr, die von gefränkten Frommen, die du entehret hast, wehklagend vor ihn kom. men. Es kommt, es fommt ein Tag, wo Gott einst vor Gericht im Angesicht der Welt auch dir dein Urtheil spricht! 7. Du müsseft ferner nie des Nächsten Ruhm verlezzen! Du müssest, was du ihm entzogt, ihm bald ersetzen! Des Nächsten Ehre sen dir theuer, wie dein Ruhm! bes schüß und rette fie stets als ein Heiligthum! 8. Wie hoch verbeutst du uns den Mißbrauch unsrer Zungen! Enthalte sie, o Herr, von allen Lästerungen! Wer 380 Von den Pflichten gegen den nächsten. Wer in den Menschen dich| ehrst auch du, und der ist und deine Gaben ehrt, den deiner Ehre werth. 4. Von der Gerechtigkeit und Billigkeit. M: 1. Nro. 440. Alle Menschen müssen zc. filer meiner Brü. 454. Alter der Rechte sollen, Gott, mir heilig seyn; Wenn ich sie zu frånken dachte, ihres Kummers mich zu freun über sie mich zu er. heben, oder üppiger zu leben: Welchen Haß verdient ich nicht! Welch ein schreck, liches Gericht! 2. Könnt ich, taub bey ihren Klagen, ihnen Gott, aus Eigensinn, oder Neid und Geiß versagen, was ich ihnen schuldig bin; Könnt ich ohne Treu und Glauben andern ihren Seegen rau, ben: Welchen Haß verdient ich nicht! Welch ein schreck. liches Gericht! und mächtig bin? Darum, weil so oft Verbrecher, ohne Furcht vor dir, o Rächer, obgleich alle Welt sie haft, veft doch stehn, wie ein Pal last? 5. Würden der Bedrång. ten Zähren, würden ihre Seufzer nicht Rettung, Gott, von dir begehren und beflüg, len dein Gericht: Würd ich nicht stets zittern müssen? Würde nicht selbst mein Ges wissen über mich um Rache schreyn, und ihr erster Rås cher seyn? 6. Eines Unterdrückten Thränen: O wie furchts bar sind nicht die! Eh es ungerechte wähnen, treffen deine Pfeile sie. Und wenn du nicht eilen solltest, wenn 3. Jedes Unrecht will ich du, Richter, säumen woll hassen; will gerecht seyn; test; Harrt denn mein am kein Tyrann; Fedem geben, Grabe nicht ein noch schreck jedem laffen, was er hat undlicher Gericht? fordern fann. Lieber will 7. Nein ich will gerecht ich Unrecht leiden, als begehn und will mit Freuden lieber niedrig seyn und blos, als durch Unrecht reich und groß. und billig gegen meine Fein de seyn; Keinen drücken, lieber willig jedem, der mich kränkt, verzeihn. Hab ich Macht: ich will sie nützen, die Bedrängten zu beſchüz zen; Eilen, wo Verlaine Rehn, ihnen liebreich beyzus 4. Sollt ich, giebst du auch mehr Seegen mir als andern, mehr Gewinn, ihnen unge. recht begegnen, weil ich reich stehn. 8. Von den Pflichten gegen den nächsten. 381 Höllenfrevel. 8. Sichern will ich meine| und sieht im Tod ganz seine Rechte, aber fanft und mit Geduld. Wir sind alle deine Knechte; und wie groß ist deine Huld! Du vergiebst so viele Schulden: Sollt ich denn kein Unrecht dulden; Nicht gelind seyn, mich nicht freun, wie mein Vater, zu verzeihn? 9. Ungerecht will ich nicht handlen, immer billig will auch gern schonen, dulden, und doch wandeln froh die Wege meines Herrn. Er, der Richter aller Welten, wird mich schonen; und vergelten, wenn er mich voll. endet hat, was ich meinen Brüdern that. 3. Denn, wer den Weg des Rechts nicht geht, zerstört das Glück der Erde; Un. menschlich häuft er früh und spåt nur Jammer und Beschwerde. Die Einfalt wird mit Lift bestrickt, die Unschuld liegt in Staub gedrückt, der Arme ist verlassen. Die Wittwen und die Waisen sind verkürzt um ih, re Sache; Der Unterdrüfkung Thräne rinnt, fie rinnt und schreyt um Rache! Und das Verdienst steht hinten an; Wer schmeichelt und bes zahlen kann, der schwingt sich in die Höhe. Mel. Nroe 269. Gerechter Gott! vor tc. 5. Web denen, die um Sündenfold Recht und Gefets verderben, und gieriger 455. Mensch! fuche stets nach todtem Gold, als nach durch Wort und der Wahrheit sehen! Sie That Gerechtigkeit zu üben, sprechen feilen Richterspruch und wandle fort auf grafie fäen Fluch, und erndten dem Pfad, wie Gott es vor geschrieben. Ihm ist ein Graul, wer Gaben nimmt, und dann das Recht des Brus ders krümmt, und ihn durch Sünden qualet. 2. Gott siehts in dunkler Mitternacht, wenn er auf Rante dichtet; Es schließt ihn ein mit seiner Macht Gott, der den Erdkreis rich. tet. Der Sünder wähnt von keiner Noth, und stirbt dahin, Fluch; Denn Gott rächt einst die Wahrheit! 6. Ja, Herr! du tilgst des Rechtes Schmach: Des thut dein Wort und Meldung. Es tommt, es kommt dein grosser Tag des Lohns und der Bergeltung! Bergeltung bleibt der Sünder Loos; hingegen unaussprechlich groß ist dann der Gerechten Lohn. 7. Denn du låst oft durch iha 2 382 Von den Paichten gegen den nächsten. ihre Hand den Leidenden er.| dir bedeckt, ein jeder tret lofen. Sie leisten starken Wi. verwalte, und sein Gewissen derstand dem Geiß und allen Bösen und geben nichts, und nehmen nichts, wodurch die Stätte des Gerichts ent. heiligt werden könnte. unbefleckt bis an den Tod halte. Erbarme Dich! schuz jeden Stand in unserm gan, zen Baterland für Frevel und Bestechung. 8. Sie stehn, wo mancher Sünder fällt, getrost dem Recht zur Seite, Ihr Leben träuft für Gottes Welt von Seegen und von Freude hoch ist das Ziel, zu dem fie gehn, und nichts so trefflich, nichts so schön, als solch ein Lebenswandel. 9. Drum, Bater! laß uns jederzeit vor frevclm Unrecht flichen! Laß Wahrheit und Gerechtigkeit in unsern Grán. zen blühen! Laß unfre Obern weiß, und rein, und treu, und unbestechlich seyn, und felfenvest im Guten! 10. Damit sein Amt, von 11. Wer dich, der Menschen Richter kennt, muß sich zum Guten stärken! Es Lafe ab, wer Jefum nennt, von ungerechten Werken! Gieb deinen Knechten Kraft dazu! Wer kann es anders, Gott! als du? Du bist der Tugend Quelle. 12. Du bist ihr Lohn! So lohne, die sich nicht zum Un recht wenden; Gieb ihnen Ruh nach Kampf und Müh, wann sie den Lauf vollens den! Zu deinen Freuden nimm sie auf! Herr! vollbrachten ja den Laufr und hatten unsern Seegen. 5. Von der Theilung an dem Glücke des Nächsten und der Dienstfertigkeit. Mel. Nro. 180. Geist vom Bater und zc. dem wurden 456.2 nie die Augen ben des Bruders Leiden naß, der sein Leben last verrau. läßt chen unter Groll und Men. schenhaß. Steinern ist sein Ealtes Herz, niemals fab er himmelwärts, nie hat er 3. Sollen wir solch Band in frohen Stunden guter zertrennen, das der Hert Menschen Glück empfunden, uns halten hieß? Wehe des 2. Liebe foll uns alle bine den; Denn ein Bater schuf uns ja! Und in jedem Mens schen finden wir uns selber fern und nah. Alle haben unfer Blut, allen ist der Schöpfer gut, allen giebt er seine Gaben, alle will ce feelig haben. nett, Von den Pflichten gegen den Nächsen. nen, die es können! Nur Verruchte fönnen dicß. Uns vereine immerhin beste Treu und Brudersinn, daß nur Seegen auf uns walte, und ein Arm den andern halte. 4. Aber Menschen Bater! hore, wenn wir dich um Beystand Rehn, liebevollen Lehre deines Sohns einherzugehu. 8. Send uns Kraft und Muth und Willen, Seegen um uns auszustreun, Arinen ihre Noth zu stillen, und nach der Verfolgter Schutz zu seyn! Laß uns gern zu jeder Zeit, ohne Stolz und Eitelkeit, unsrer Brüder Glück erhö hen, und nicht falt vorüber gehen. Sie ist mächtig und gebeut Sanft muth, Duldung, Einigkeit! Ruft uns auf zu edlen Tha. ten, heißt uns retten, trösten, rathen. 383. wende, wo er fann, willig seine Gaben an, daß nicht jemand Mangel habe, oder wer sein Pfund vergrabe. s. Und was dein Gefand, ter lehrte, that er auch zu aller Glück. Keiner feiner Brüder kehrte ohne Trost von ihm zurück. Niemand liebte brünstiger, half so gera, so schnell, wie er! Liebe drang ihn selbst das Leben, ohne Murren hinzugeben. 9. Aller Wohlfarth lag uns wollen, froh dem Fremds ling fsättigen, und mit einem liebevollen Herzen ihm ent gegen sehn! Auch dem Brus der, welcher hier anderst denkt und glaubt, als wir, freundlich unfre Hände reis chen, und dir, Gott der Lies be, gleichen. das 6. Seinem Beyspiel nach zukommen, Christen, sey unfre Pflicht! Wer es nie in Acht genommen, tennt der Menschen Vater nicht. Lauter, thátig, allgemein, 10. Einst, wann diese Welt uns schwindet, Bater, bleibt die Liebe doch. Sie beseitigt, sie verbindet uns in deinem Himmel noch! Wer in ih. rem Dienst besteht, erndtet dort, was er gesät, ist von start muß unsre Liebe seyn! aller Noth entladen, und ihm So nur können wir auf Erfolgen seine Thaten. den Gottes ächte Kinder werden. Mel. Nro. 224. Herr, allerhöchster Gott. 7. O du Gott, der Liebe, leite uns, zu thun, was die 457. gefällt! Wohithun sey des Menschen Freude, Liebe sey Das Band der Welt! jeder Dienfifertig soll ich seyn! Wohl dem der dieß erkennet, der diese Pflicht zu thun aus Menschen. liebe brennet, and, zwingt ign 384 Von den Pflichten gegen den nächsten. ihn gleich kein Amt zu dem,| mit Rath und Hülfe beyzu, was sie gebeut, doch ihr mit Luft gehorcht, auch ohne Ruf und Eid! stehen; er trägt die Bürde mit, die seine Brüder drückt; voll Freude, wenn sein Trof die Traurigen erquickt. 2. Der Brüder Welt, denkt er, braucht meinen Dienst s. Was ihre Nothdurft und Kräfte; Ihr Nußen ist beischt, reißt jeden seiner für mich das beste der Ge Triebe, auch ohne Ruhm schäfte! Denn nichts ist, und Lohn, zu Werken wah, was dem Herrn an Menschenrer Liebe. Nicht Stolz nicht mehr gefällt, und darum Eigennuß württ feine Gütige schuf er uns zu Bürgern ei teit; Er übt sie, weil ihm ner Welt. Gott, was Andern nüßt ge beut. 3. So denkt der Menschen, freund, und das ist sein Be: 6. Solch eines Sinnes laß streben. Er suchet, weil er lebt, für Andrer Wohl zu leben. Er, feines hohen Rufs zum Wohlthun fich bewußt, verbreitet überall Zufrieden heit und Lust. mich, Gott, durch Christum werden; Denn das wat Chrifti Sinn; Das war sein Thun auf Erden! Was that er nicht für uns! Ihm will ich ähnlich seyn, um seiner ewig mich und seines Heils die Noth zu freun. 4. Er sieht der Brüder Noth, und kann nicht sehen, ohn ihnen gleich 6. Von der Barmherzigkeit und Wohlthätigkeit. 458. # Wob INTI ohl zu thun und mit zu thei len, Chris Mitleid voll und wil lig et len, ArEEN sten, das ver gef set nicht! Pflicht, die Je sus men bey zu stehn, ist Pflicht; selbst uns leh ret, und die Gott, den Höch sten ch₂ Von den Pflichten gegen den nächsten. eh ret. 2. Speiset die, die Hun ger leiden, und die durstig sind, die tránkt; Eilt, die Nackenden zu kleiden; tröstet die, die Kummer fråntt; Schwache sucht zu unterstüz zen: Unterdrückte zu beschüz zen. s. Und was schafts für fanfte Freuden, der Verlaßnen Helfer seyn! Sehn, wie fie in ihrem Leiden sich, durch uns gestärkt, erfreun! Ein betrübtes Herz erquicken, brins get himmlisches Entzücken. 385 Mel. Nro. 135. Jesu, meiner Seele. zc. 3. Nicht nur denen, die euch lieben, oder euch um Güter hat, wenn Hülfe flehn, allen eilt, von 459. Wer des Lebens Gott getrieben, nach Bermögen beyzustehn; Die auch, die im Stillen leiden, führt ju unverhofften Freuden. sein Nächster schmachtet, und nicht hilft mit Rath und That, seines Grams nicht achtet, unempfindlich bey der Noth der verlaßnen Armen, der erwarte nicht von Gott Nach, sicht und Erbarmen. 4. Und dieß sey dir feine Bürde, teine Laft, beglückter Chrift! Hoheit ist es, Ruhm und Würde, wenn du mild und hilfreich bist. Welch ein Ruhm für dich Erlösten, arme Brüder Jesu trösten: 6. Heil und Glück auf unfern Wegen, innige Zufries denheit, Huld bey Menschen, Gottes See gen folgen auf Barmherzigkeit und dereinst um Gnadenlohne schenkt ihr Gott des Himmels Krone. 7. Laßt uns eilen, unfre Gaben, weil es Zeit ist, aus. zustreun! Was wir hier ges fået haben, erndten wir einst reichlich ein. Seyd barmher, zig, liebt die Armen; Gott will euer sich erbarmen. 2. Von dem Himmel schaut der Herr auf der Armen Vlagen; Ihre Thränen zählet er, höret ihre Kla-. gen; sieht auch, daß das barte Herz fummerfreyer Reichen keine Thränen und fein Schmerz mildern und erweichen. 3. Ach, das Urtheil ist ges fällt: Jammer und Verders ben sollen sie in jener Welt, nicht den Himmel erben; Sollen nicht, wo Gott ist, feyn, nicht bey den Erlösten, weil sie Arme nicht erfreun, nicht Verlaßne trösten. 4. Reiche hörts! erbars 3 b met 386 Von den Pflichten gegen den Nachsen. met euch, fleht zu euch der| be. Lieblich sey, das will de Arme: daß sein Gott auch Herr, wie der Thau, fein über euch sich dereinst erbar. Seegen: eh er feufzen hört, me: weil ihr, da er zu euch eilt er Armen mild entgegen. schrie, auf sein Schreyen hör. tet, den Bedrängten balf, und fie tranftet und ernährtet. 7. Christen, wenn ihr in der Zeit mild, wie Gott g finner, Schäße für die Ewig feit sammlet und gewinnet: o wie groß wird euer Lohn, euer Glück auf Erden, und wie groß, durch Gottes Sohn, einst im Himmel werden! 8. Jesus sagt alsdann zu euch: Kommt, getreue Knech te! Erbet meines Vaters Reich, fommt an meine Rech te! Was ihr meinen Brüdern dern gabt, in dem ersten Le ben, sie zu trösten, alles habt ihr auch mir gegeben! und Demuth gegen andre. 5. Mitleidvoll und hülfreich seyn, feiner Miter löften Retter werden und sich freun, Traurige zu trösten; Dant in ihrem Angesicht, und in ihren Blicken Wonne sehn: wen rührt das nicht! Reiche! welch Ent. zücken! 6. Aber, wer den Armen liebt, geb aus freyer Liebe; Sey nicht mürrisch, wenn er giebt, daß er nicht betrů 7. Von der Bescheidenheit Mel. Nro. 125. Wie göttlich sind doch zc. on dir auf diese 460, Von Welt gerufen, stehn, Schöpfer, alle Menschen hier auf vielerley verschiednen Stufen der Kräfte, bie du gabst, vor dir: Nie gleich einander an Gestalt, an Neigung, Ständen und Gewalt. 3. Beglücken, Herr, und glücklich werden, ist Aller Ruf, ist Aller Loos. Nur da rum Gott, ist der auf Erden gering und arm, der reich und groß. Der hat mehr Kraft, der mehr Verstand; Denn ien er braucht, was der erfand. 4. Verschieden sind auch unire Freuden; verschieden 2. Nicht jeder hat, was an aller Last und Müb, und als dre haben, und das ist Güte; ler deiner Kinder Leiden; Denn du giebst dem diese,| Der duldet jene, dieser die. jenen andre Gaben, weil du Verschieden ist des Vaters uns all', o Bater, liebst; Zucht, verschieden auch Ge Denn alle sollen glücklich winn und Frucht. seyn, und einer sich des ans dern freun. 5. Wer hat mich andern por: Von den Pflichten gegen den nächsten. 387 vorgezogen? Wer wiederi Ich kann mich ohne sie nicht andre Menschen mir? Du freun. Nimmt feiner meines thust ,, durch freye Huld be Glücks sich an: wie arm", wogen, denn alles Gute wie niedrig bin ich dann! kommt von dir. Ich gab dir nichts zuvor, und ich bin al, les, was ich bin, durch dich. 6. Und ich, ich sollte nicht bescheiden, ich stolz und über müthig seyn? Ich den nicht achten? Den beneiden? 9. Wer eitler Ehren gern entbehret, und Tugend an Geringen gern erkennt und schätzt und chrt, der echret der Niedrigkeit und Hoheit Herrn. Wohl, wohl ihm! Denn Bescheidenheit ist aller Stånde Herrlichkeit. Sly 10. Sie schmückt das Al. ter, giebt der Jugend Reiß, Liebenswürdigkeit und Werth, und Glanz und Ho heit jeder Tugend, die eitler Schimmer gern entbehrt; Denn Demuth und Beschei denheit ist unsre wahre Herrs lichkeit. Mich, weil er mehr empf nicht freun, als wär ich ( hatt ich mehr, als er) auch besser dann, auch seeliger! 7. Laß, Gott, in meinem ganzen Leben, mich meines Glücks und Vorzugs nicht zu Andrer Krankung über beben; verkennen nie der Demuth Pflicht! Nicht blos auf meinen Vorzug sehn; nicht Andrer Gaben stolz verschmähn! 8. Ja, meine Brüder will ich ehren, wie arm, wie nie. drig sie auch seyn. Sie ton. nen meiner nicht entbehren; teit einander gleich. 11. Gieb, Herr, zu allen deinen Gaben, auch diese; Laß, vom Stolze rein, uns alles brauchen, was wir has ben, uns durch einander zu erfreun! Dann werden all' in deinem Reich an Seelig 8. Von der Leutseligkeit und Gefälligkeit. Mel. Nro. 1. Mein Herz ermuntre zc. 461, Nicht mürrisch, fin ster, ungesellig, ist, wer ein Christ zu seyn, fich freut: ist ohne Schmei cheley gefällig; vereinigt Ernst und Freundlichkeit; ist traurig mit den Traurigen, und fröhlich mit den Fröh lichen. 2. Es liegt in feinem fei ner Blicke, als wie in einem Hinterhalt, auflaurend schas denfrohe Tücke, und Haß in lächelnder Gestalt. Sein Blick, tein Blick der Heuches B62 ley, 388 Von den Vsichten gegen den nächsten. len, ist liebreich, offen, gut| denvoller, wenn er spricht; und frey. Denn, was er fagt, und was er thut, ist anmuthvoll, if wahr und gut. 3. Sein Antlig heiter wie der Morgen, wird trüb und feine Freud entflieht, wenn er Bekümmerniß und Eor gen in feines Bruders Auge fieht: und stralt in neuer Heiterkeit, wenn ein Getrdfteter fich freut. 7. Er muß gefallen; a gebiete, er warn', er straf auch; er gebeut, er warnt, er straf voll Lieb und Güte mit Ernst, und doch mit Freundlichkeit; Und tröße 4. Bescheiden, fittsam, ehrer: wie leicht vergist, sein erbietig ist, wer ein Jünger Bruder, was sein Kumme Jesu ist: Nie sclavisch, auch nicht übermüthig, wenn er vor andern glücklich ist. Er ist, weil er wie Jesus liebt, in allem, was erfreut, geübt. ist. 5. Er schleicht, für fromm erklärt zu werden, nicht traurig Heuchlern gleich einher; Doch Sünde reizende Geber den haßt, wie sein Gott fie hast, auch er; In seinem Blick auch teusch und rein stets fröhlich, ohne frech zu seyn. 6. Durch liebliche Gespräch erheitert er auch des Blöden Angesicht; Und jedes Herz fühlt sich erweitert und freu. 8. Nicht rauh, noch hart, noch menschenfeindlich, nein, eifrig jeden zu erfreun, und fanft, und anmuthvoll und freundlich soll jeder Jünger Jesu seyn. Ach, wären wird! ach, glichen wir, o Vorbild aller Liebe, dir! 9. In allen Worten und Geberden, in allen Thaten, laß, o Herr, uns aller Men schen Freude werden, dit, Heiland, immer ähnlicher: So werden wir uns eig freun, und Gottes wahre Kinder seyn. 9. Von der Sanftmuth und Friedfertigkeit. Mel. Nro. 458. Wohlzuthun und mitzutheilen. nimmer vor dir Gnade Den. 462. Allen, welche nicht vergeben, wirst 2. Wie dein Herz mit jo dem Sünder väterliches Mi du, Richter, nicht verzeibn: leid hat; Wie der Freund Trostlos werden sie im Leben, der Menschenfinder selbst für troftlos einst im Tode feyn; feine Mörder bat: So foll Unentladen ihrer Sünden, auch der Christ verzeihen: UND Von den Pflichten gegen den nächsten. 389 und sich nicht der Rachein Versuchung kommen, so freuen. besiege sie uns nicht! Lag sie uns gewaffnet finden, lag uns schnell sie überwinden. Sind wir 6. Mach in unserm ganzen Leben deinem Sohn uns gleich gefinnt. willig zum vergeben allen, die uns schuldig find; So laß auch für unsre Sünden uns bey dir Vergebung fins den. 3. Ach, wir alle find Verbrecher, häuften alle Schuld auf Schuld: Du, der Sün. den ernster Racher, bhabe noch mit uns Geduld! Sen uns gnädig, daß wir leben, und bergieb, wie wir vergeben. 4. Wir gelobens dir mit Freuden: Willig wollen wir verzeihn; Nie uns rächen, wenn wir leiden, nie zu dir um Rache schreyn; Täglich vor dein Antlig treten, und für unsre Feinde beten. 5. Bater, mach uns, dei. ne Frommen, stark zu dieser schweren Pflicht! Wenn wir = bf 463. 7. Wohl uns! Gott vers zeiht uns Sündern, geht nicht mit uns ins Gericht; Nimmt uns auf zu feinen Kindern, zúrnet mit uns ewig nicht. Laßt uns beten, laßt uns tämpfen, alle Rach in uns zu dámpfen. N ie will ich Nie will ich F dem zu scha den fu mei nem Fein de fluE chen, der mir zu scha den sucht. Mit Gü te chen, wenn er aus Haß mir aucht. will ich ihm be geg nen, nicht dro hen, wenn 11 er droht. Wenn er mich schilt, will ich ihn seeg nen; Dieß ist des Herrn Ge bot. 2. Er 390 Von den Pflichten gegen den nächsten. 2. Er, der von keiner 4. Ich will mich vor den Sunde wußte, vergalt die Fehlern hüten, die er vo Schmach mit Huld, und litt, mir ersann; Und auch di fo viel er leiden mußte, mit Fehler mir verbieten, die a Sanftmuth und Geduld. nicht wissen fann. So will Will ich, sein Jünger, wie ich mich durch Sanftmuth der schelten, da er nicht wie rächen, an ihm das Gutt | der schalt? Mit Liebe nicht fehn, und dieses Gute von Den Haß vergelten, wie er ihm sprechen: Wie könnt a Den Haß vergalt? dol långer schmåhn? 3. Wahr ists, Berläumdung dulden müssen, ist eine schwere Pflicht. Doch seelig, wenn ein gut Gewissen zu unsrer Ehre spricht. Dieß will ich desto mehr bewah ren; So beffert mich mein Feind, und lehrt mich wei fer nur verfahren, indem ers böse meynt. sa 5. In feinem Haß ihn ermüden, will ich ihm gern verzeihn, und, als ein Christ bereit zum Frieden, bereit zu Diensten seyn, Und wird et mich zu untertreten, durd Güte mehr erhitzt; Will ich im Stillen für ihn beten, und Gott vertraun: Gott schützt. 10. Von der Aufrichtigkeit und Wahrheit. Mel. Nro. 18. Wie soll ich dich würdig. de fie bey Redlichen im Lans de. Denn ein ieder Mens 464. Laß mich, Höchſter, schenfreund ist der Falsch, darnach streben, feind. stets der Wahrheit Freund zu seyn: Jenes freudenvolle Leben nimmt nicht freche Lugner ein. Wahrheit leit an allen Orten mich in Werfen und in Worten. Redlich sen des Herzens Grund, redlich sprech auch stets der Mund. 2. Die der Falschheit sich ergeben, sind vor dir, o Gott, ein Graul; Und ein unglück. feeligs Leben, bleibt gewiß ihr tünftigs Theil. Hier schon trifft verdiente Schan 3. Schmåht mich, ohne mein Verschulden, der Ver. läumber Lästermund; Hert, so laß michs still erdulden: Einst wird doch die Wahrs heit kund. Darf ich ja nicht länger schweigen, meine Uns schuld zu bezeugen, o so gieb, daß stets dabey Herz und Mund voll Sanftmuth fey. 4. Daß du, Herr, an its dem Orte Zeuge meines Wan dels bist; Daß kein eing'ges meiner Worte deinem Ohr Öhr bers Von den Pflichten gegen den nächsten. 39⁰ verborgen ist; Dieß sen stets| spiels Macht, als Wahrheit mir im Gemüthe, daß ich auszubreiten, was ich doch mich vor Lügen hüte: Denn selbst erdacht. du liebst den Wahrheitsfreund, und bist falschen Zungen feind. 615140 Mel. Nro. 80. Befiehl du deine Wege. 465. 201 ohl dem der richtig wandelt der als ein Wahrheitsfreund, stets denket, spricht, und han delt, und das ist, was er scheint; Der Recht und Treue liebet, und von dem Sinn der Welt, die Trug und Falschheit übet, sich unbefleckt erhält!.. 5. Doch laß zu allen Zeiten auch deiner Wahrheit Licht, Herr, meine Seele leis ten, damit ich meine Pflicht mit Klugheit üb, und wisse! wann ich für Andrer Wohl, und für mich reden müsse, und wann ich schweigen soll. 6. Ein Herz voll Treu und Glauben, das, Gott, zu dir sich hält, das soll mir Nies mand rauben: So kann ich aus der Welt einst mit der Hoffnung gehen, auch ich werd als dein Kind dich mit den Frommen sehen, die reis nes Herzens find. 2. Wohl ihm, wenn sein Gemüthe, Herr, so die Wahrheit übt! Ihn leitet deine Güte, er wird von dir ge liebt. Du wirst ihn einst er. höhen, wenn in der WahrMel. Nro. 155. So schlummerst du sc. 466. Herr, unfer Gott! beit Licht beſchämt die Fal schen stehen, geschreckt durch dein Gericht. wie manche Noth entstehet doch auf Erden durch der Lügner falschen Mund! O wie viel Be schwerden! 3. Herr, laß mich deine Rache mit ganzem Ernste scheun, daß ichs zur Pflicht 2. Wenn Zungengift den mir mache, der Lügen Feind Nächsten trift. Berläums Bu feyn. Erinnre mein Gedung ihn fo wissen, du haffest Heuchelen; Damit ich stets beslissen der Treu und Wahrheit sey. beschmißzet: wird oft der kühlste Muth bis zur Glut erhitzet. 4. Laß niemals mich ver. sprechen, was ich nicht hal, ten kann; Auch nie Zusagen brechen, die ich einmal ge than. Nie mich den Stolz verleiten und nie des Beys 3. Den größten Wald kann doch gar bald ein kleines Feu'r entzünden; Und die Zung ein kleines Glied, zun det Glut durch Sünden. 4. Mit welcher Wuth zers stört die Glut das Glück so vies 292 Von den Pflichten gegen den nächsten. vieler Leute! Heut erfährts) Tadelsucht und Reid und schon mancher Mensch, der sich gestern freute. 5. Verläumdungssucht, die böse Frucht von teufelis schem Saamen, zündt auch zwischen Freunden oft Feur zu hellen Flammen. aus Stolz entsprungen. 7. O Gott gteb mir die Gnade bier, vom Zante fern zu leben! Dort in deinem ew'gen Retch wirds nicht 3ånter geben. 6. Und das verheert mehr, als das Schwerdt, der Erd. bewohner Freuden, die am meisten von dem Gift böser 16. Sie sehn dich nicht in Bungen leiden. 9. Bon dir, dem Herrn, find ewig fern die Lügner und die Zánker, sind im Reich de Finsterniß ihre eignen Henter. 7. Wenn Mein und Dein uns nicht entzweyn; so thuns doch Lästerungen, die aus deinem Licht, du Gott de Lieb' und Freude! Aber ich werd einst dich sehn, fre von allem Leide.. 11. Von der Dankbarkeit gegen Wohlthäter. Cin Gandr Mel. Nro. 125. Wie göttlich find doch ic. 467. Wenn Menschen an Güte und Wohlthun, Bater, gleich zu seyn; und mich mit willigem Gemüthe durch ib. ren Rath und Troft erfreun: Mit reichem Seegen seegne dann, die ich nicht wieder feegnen kann. 2. Es zeuge meiner Freude Záhre von meines Herzens Dankbarkeit; mit was für 5. Kann ich, was ihnen Eifer ich begehre, was ihre schadet, hindern, befördern, Herzen, Gott, erfreut, mit was ihr Wunsch begehrt, welcher Jubrunst mein Ge erleichtern, was sie drückt, bet für sie zu dir, mein Vas und lindern, was sie beküm, ter, Beht. nisi Boll Kummer über ihre Leb den, gern, wie ich kann, the Tröster seyn; Und, kann ich tragen ihre Mit Freu den will ichs thun, o Gott! 4. Ich will sie lieben, will sie ehren, will über mein Bedürfniß fie mit meinen Klagen nie beschweren, fiets sittsam, überlästig nie; Wenn ihre Hand auch Andern giebt, nie mürrisch, neidisch und betrübt. mert und beschwert: Froh 3. Ich will mich aller ih locken will ich, Bater, dann, rer Freuden; und ihres wann ichs durch deinen Bey, Glücks von Herzen freun, I stand kann. Von den Pflichten gegen den nächsten. 393 6. Und, kann ichs nicht,| derwärtigkeiten sie; Und o Gott, so dringe mein brüne trifft sie doch Gefahr und ftiges Gebet zu dir; Und, Schmerz: So tröst und heis was sie wünschen, das ge- le selbst ihr Herz! linge; Denn, Herr, sie tha. ten wohl an mir! Auf jeden komme Freud herab, dte Freus de giebt und Freude gab! 8. Im Tode nimm sie mit Erbarmen zu deines Reiches Erben an! Sie haben, weil sie lebten, Armen mit deinen 7. Umfahe fie mit deiner Gaben wohlgethan; Und Güte, und deine Huld ver: diese flehn an deinem Chron: laß sie nie! Sey stets ihr Groß, herrlich, ewig sey ihr Helfer und behüte vor Wis Lohn! 12. Von den Pflichten und dem Glück der Freundschaft. Mel. Nro. 7. 10: Kommt her, verkündigt zc. 468. Da as Glück ist groß, das Gott mir schenkt in einem wahren Freund, der als ein Christ rechtschaffen denkt, und treu es mit mir meynt. 2. Man rühmt den Freund in jedermann, ist er auch nicht ein Christ. Das weiß ich, daß ein Jonathan, als Christ, unschäßbar ist. 3. Der Wahrheit und der Tugend hold, befizet er mein Herz. Ich geb ihn nicht für bieles Gold, theil mit ihm Freud und Schmerz. 4. Ich schmeck des Lebens Süßigkeit in doppelt starter Kraft, wenn mich das edle Glück erfreut, daß so ein Freund verschafft. 5. Manch Leid umwölket mein Gemüth: Ich flag es meinem Freund, fühl, daß schon halb der Kummer flieht, wenn er nur mit mir weint. 6. Oft lindert mir sein gus ter Rath des Leidens herben Schmerz; oft hilft er mir auch mit der That; Und froh dankt ihm mein Herz. 7. Freymüthig, ohne Bit. terkeit straft er mich, wenn ich fehl. Und eigne Unvoll. kommenheit hält er vor mir nicht hehl. 8. Manch Wort zu unsers Gottes Ruhm theil ich mit ihm, vertraut, und werd in meinem Christenthum oft sehr durch ihn erbaut. 9. Ich freue mich mit ihm der Zeit, da uns, in jener Welt, verklärt zum Glück der Ewigkeit, nichts mehr am Wohlseyn fehlt. 10. Da wir, vor Gottes Thron vereint, von allen Mängeln rein, ihn sehn, den allers Von den Pflichten gegen den nächsten. allerhöchsten Freund, mit| Schwächern Fehler tragen! ihm uns ewig freun. Beßrung folge ftets auf Schuld, Hochmuth niemals auf Geduld. 4. Bater! hast du mir ge geben solche Freunde; Dant sey dir! Laß sie lange glüd lich leben, und erhalte du sie mir. Schenk auch Ruh und Tröftung allen, denen du nach Wohlgefallen, folche Freunde nie bestimmst, oder bald sie ihnen nimmst. 394 11. O Gott! mein Gott! wie dank ich dir, wenn so ein Freund mich schätzt! Ich bitte, dich, erhalte mir dieß Glück stets unverleßt. 12. Laß andre auch so glücklich seyn. Mehr wahrer Freunde Zahl, die hier im Tugendschmuck fich freun, und dort am Himmelsmahl. Mel. Nro. 18. Wie soll ich dich würdig. 469. Pater! meine See. le Mel. Nro. 113. Dieß ist der Tag, denic. Freund, der Tugend liebt, Den mein gleicher Sinn er goget, der sein Herz für mei nes giebt der mich auch in Noth erkennet, den fein un fall von mir trennet, deffen Bund nach langer Zeit ohne Reu, wie jetzt, erfreut. ist ein Freund, 470. welch ein Seegen der, Gott, durch dich mit mir vereint, mich zärtlich und vertraulich liebt, mit mir sich freuet und betrübt! 2. Der vest vereinigt erst mit dir, in einem Geiſte, dann mit mir, der Tugend hohes Leben lebt, mit mir nach einem Ziele trebt! 2. Wähle, Herr! mir und erhalte einen solchen treuen Freund. Daß die Liebe nicht erfalte, sey der Sinn in dir vereint! Laß den Argwohn nie uns quälen, unsers Nei ders Wunsch ihm fehlen, unfre Lieb an Absicht rein, fanft 3. Gedanke, Neigung, Will und That sind Eins in bes den, nur den Pfad, den wit in deinem Lichte sehn, getreu, und Hand in Hand zu gehn. 4. Der Herzen Heil und und treu die Warnung feyn. Besserung, nicht eitler Lufte und Gebrechen, Herr, so voll Gefühl ist unsre Schn. 3 Hab ich Schwachheit Sättigung der wahren Liebe lente meinen Freund, sich sucht, unser Ziel. durch Kaltsinn nicht zu rå5. Wir theilen brüderlich chen, nicht durch Härte, wie dein Licht, das uns erleuch, ein Feind. Laß den weisern, tet, jede Paicht uns zu erh freundlich schlagen und des leichtern; jede Kraft gleich fromm Von den Pflichten gegen den nächsten. fromm zu seyn, gleich tu. gendhaft. 6. Er, in Gefahr zu ir, ren, hört auf meiner Liebe Ruf, und fehrt, durch mei, ne Wachsamkeit gerührt, zu rück vom Wege der verführt. 7. Und wenn ich strauchle: ( denn wie leicht fällt nicht der schwache Mensch!) so reicht er seine Bruderhand auch mir, und führet mich zurück zu dir. disend 8. Stets durch einander weiser Herr, stets edler und vollkommener, verabscheun wir die Tauscherey der Schmeichler, redlich, offen frey. 9. Kein Streit, kein Miß traun, kein Verdacht, nichts, was uns froh und traurig macht, auch nicht des Glü 13. Von der Liebe und 395 des laveitand trennt unsrer Liebe vestes Band. 10. Wir theilen alles, Luft und Leid in inniger Vertraulichkeit; Und jede Zárts lichkeit versüßt dem andern, was ihm schmerzlich ist. 11. Trennst du auch selber Freund und Freund: Die Herzen bleiben doch vereint durch Liebe, durch Gebet, durch Rath, und, wo wir tonnen, durch die That. 12. Bollenden wir den Pilgerlauf: So nimmt uns, Gott, dein Himmel auf. Un. endlich ist die Seeligkeit: die uns zugleich vor dir erfreut. 13. Da hab ich ewig jeden Freund, der sich mit mir durch dich vereint, mir Herz um Herz, o Vater, giebt, mich zärtlich, treu, und ewig liebt. Mel. Nro. 227. So hoff ich dann mit zc. Versöhnlichkeit gegen Feinde. wenn mit überlegter Lift ein Judas mich verräth und 471, Hort, die ihr mich fußt, so wollest du's nicht råchen! verfolgt und schmäht, hört mein aufrichtiges Gebet: Herr, seegne die mir fluchen: Es schmerzt mich, daß ihr Herz mich hast; Doch schone sie, laß diese Last mich froh zu tra gen suchen! 3. Die Unschuld schmücke nur mein Herz; Und jeden nicht verdienten Schmerz foll mir ihr Trost versüssen. Es sey mein Trost bey Hohn und Spott: Im Himmel mein Erbarmer, Gott, in mir ein gut Gewiffen! 4. Trug nicht mein Heis land meine Schuld mit un. ihm sein Verbrechen! Und, aussprechlicher Geduld, um 2. Du retteft gern aus je der Noth; Errett auch mei, nen Feind, o Gott! Bergieb Gott 396 Von den Pflichten gegen den nächsten. Gott mir zu versöhnen?| mich kränkt, und auf mein Für seine Mörder bat der Verderben denkt! Herr; Am Kreuß, am Kreuthe selbst bat er: Bergieb, o Bater ihnen! s. Sein hohes Beyspiel lebre mich geduldtg sein, und brüderlich mit Feinden um zugehen! Erwachen Stolz und Rachbegier, so lenfe mich, o Herr, zu dir und auf dein Kreuß zu sehen! 6. Nie, Gott, entzünde meine Bruft des Hasses und der Rachgier Lust! Laß wil lig mich vergeben! Wer Un, recht gern und leicht vergißt, 4. Laß zugleich, o Gottes wer hier dir ähnlich wird, der ist dein Erbe; der wird leben: 3. Gieb mir Muth und Willigkeit meinem Haffer verzeihn, wie dein Vater mit verzeiht; Und auch Lust, ihn zu erfreun! Solch ein Be spiel gabst du mir; Herr, i fehs, und folge dir? Sohn, gern für meinen Feind mich beten! Du hast unter Schmach und Hohn bey dem Vater uns vertreten, der du immer Gutes thatst; Und für deine Mörder batst! Mel. Nro. 222. Die ihr Chrifti Jünger. zieb mir Jesu, b 472. deinen Sinn, daß ich meinen Feind auch liebe und, wenn ich beleidigt bin, mich nicht räch und ihn be trübe; Unmuthvoll, weil er 2. Du, der Liebe höchste Bild, lehre, Jesu, mich ihn feegnen, und, wie zornig a mich schild, fanft und freund Itch ihm begegnen, wenn e gleich mein Elend fucht, mich verläumdet und mir flucht! 473. 5. Dann, wann ich, wie du, verzeih, in Geduld, wie du, mich übe, und, von aller Rachsucht frey herzlich meine Haffer liebe, dann( verfolgt mich auch ein Feind) ist und bleibt doch Gott mein Freund. 14. Fürbitte für Zweifler und Unglaubige. ETI A. 18 Gott dich dei nen Men schen Der fal schen Göt ter Dienst vers BEETMEL gab, welch Licht tam, Je su da her ab! schwand; Da ward dein Va ter, Herr! erkannt. Die Von den Pflichten gegen den nächsten. 228832ENBE Die Welt fah, wer ihr Schop fer ist; und BELEA IEE sab, daß du ihr Hei land bist; Die Völ ter PRESENE eil ten voll Be gier nach Licht, o Men schen= freund! zu dir. 2. Nun hat die Welt dein| deiner Bahn. Sein Herz will göttlich Licht; Und achtet gut seyn; Sein Verstand hat feines Seegens nicht. Ver- nur noch nicht dein Heil ers haft ist, Jesu, ihr dein Wort; fannt. Das laß ihn suchen; Weit pflanzt sich diese Feind. Leit ihn nur, Geist Gottes, schaft fort. Mit Bitterfeit, auf des Glaubens Spur. mit Hohn und Spott empo. ret sie sich wider Gott, und stürzet sie mit frechem Sinn in aller Lafter Abgrund bin. 3. Auch manchen Bessern fesſelt doch gepriesner Vorurtheile Foch. Von deiner Wahrheit ungewiß, verweilt er in der Finsternis. Er spot. tet deiner Lehre nicht, und glaubt und fürchtet dein Gericht; Liebt, wie er fann, das Gut, und ist dir nahe, Herr, und doch kein Christ. 397 4. Herr, nicht mit Fleiß bethört er sich; Erbarm; er barme feiner dich! Nicht Stolz, noch Bosheit, bloßer Wahn entfernt ihn noch von 5. Zeig ihm, daß seine Tus gend nicht gerecht ihn mach im Weltgericht; Daß er von Sünd und Schuld nicht frey vor Gott, und im Gewissen sey! Laß ihn des Mittlers Wunder sehn und seine Lehre recht verstehn! Er prüfe sic gewissenhaft; Dann fiegt in ihm der Wahrheit Kraft. 6. Wohl ihm dann! seine Seele wird sichs nicht ver. hehlen, daß sie irrt. Er wird zum Kreuße Jesu fliehn, ge. recht zu feyn vor Gott durch ihn. Bekennen wird ers of fentlich: Er glaub, o Jesu, nur an dich; Auch wird ihn nichts so sehr erfreun, als, Herr/ Von den Pflichten gegen den nächsten. 398 Herr, das Heil, ein Christ zu seyn. 7. Für jede Seele, die von dir aus Jrrthum weichet, be ten wir! Auch die mit Fleiß dir widerstehn, laß, Herr, an dein Evangelium! auch die nicht untergehn; Entreiß des Lasters Tyranne ihr thöricht Herz und mad es fren! Dann glauben sit dir, Herr, zum Ruhm; aug 15. Von den Gesinuungen des Christen über den Tod der Frommen. Mel. Nro. 440. Alle Menschen müssen 2c. er mit Lust und 474.2 Eifer strebte, nüglich seiner Welt zu seyn; Wer nicht blos für sich nur lebte; Menschen suchte zu erfreun: Des Gedächtniß bleib; und da ure; Seine Nachwelt flag und traure; Wo sein Grab ist weine dann, wer, was gut ist, schätzen kann! bringt er einst ans Licht; Blos der Fehler denkt er nicht. 4. Darum schaue diese f ner, um sie zu enthüllen, an; Denn wo bleibt auf Erden einer, der nicht irre gehen kann? Der nicht stets gan reinen Triebe seiner Tugend schont mit Liebe, wer sich nur des guten freut; Hült sich in Bergessenheit. Herrn, und 5. Preist den feine Liebe, daß sein Tod, 2. Unvergeßlich sey sein| der euch betrübt, Reiß zum Name! Nur die Sünder Guten, Lust und Triebe, ahns treffe Schmach! Jeder folglich ihm zu werden, giebt! ihm; jeder ahme seiner Tu gend Thaten nach! Sanft und heiter strahl er immer, wie der Abendröthe Schim. mer, sanft und lieblich Gottes Welt, eh es Nacht wird, noch erhellt! Preift den Herrn, daß feine Gnade ihn der Tugend siche Pfade wandeln ließ, uns bis ans Grab dazu Licht und Kraft ihm gab. 6. Also ehret edle Brüder, wenn sie nun im Frieden ruhn; Denn so wird man euch einst wieder, wenn ihr ihnen folget, thun. Fortu pflanzen euren Namen, cute Tugend nachzuahmen, cut Richter aller Welten, wird Beyiviel zu erneun, wird fie öffentlich vergelten; Jede 3. Dann so kehren seine Thaten seegnend in die Welt zurück; Bleiben immer ret che Saaten für der Nachwelt Heil und Glück. Gott, der NITE sich eure Nachwelt freun. 7. Von den Pflichten gegen den nächsten. 399 7. Wenn ihr sterbet, wird| ihn deinen Himmel erben! fie klagen: wieder starb ein Laß uns seines Todes ster. edler Mann! Gott belohn ben! Preis und Unvergång, ihn! wird sie sagen, nimm lichkeit, dem, der gut zu seyn, auch ihn zu Ehren an! Laß sich freut! 16. Von den Gesinnungen des Christen über den Tod derer, die in Sünden und Unglauben gelebt haben. 475. To des oh ne Trost im Tief in schmer zen liegt der Her zen, schon dem ** Spót ter da, na he dem Ver der ben, das Rich ter nah. 11 11 dein Ge set ihm droht! ach laß ihn nicht sters LLLLLL ben, nicht den furchtbaren Tod! Va ter, sey ihm gnå dig! Jesu, rett ihn noch! Ba ter, sey ihm gnå dig! 2. Er, der Sünd ergeben ihrer Lust nie fatt, fürzte felbst sein Leben, und durch Missethat? Drohung nicht; nicht Gnade, nichts hielt den Frevler auf. Auf des Lasters| Rächer, den Richter der 3. Aus dem langen Schlum, mer weckt ihn Angst und Schmerz; Nie empfundner Kummer nagt sein bebend Herz! Jhu, der Bosheit Pfade blieb fein fündlicher Lauf. Bater fey ihm gnå ihn ruft, bört nun der Vers brecher, zittert, daß er ihn Dig! Jeſu, rett ihn noch! ruft, Bater, sey ihm gnås Bater, sey ihm gnädig! dig! 400 Von den Pflichten gegen den nächsten. dig! Jesu, rett ihn noch! Bater sey ihm gnädig! 4. Ihm entflieht die Stimme, nur die Seele flebt! Hör auf ihre Stimme; Sprich nicht: nun zu spát; Laß ihn nicht verderben, nimm von ihm seine Schuld! Zeig ihm noch im Sterben, Gott, die göttliche Huld! Bater! sey ihm gnådig! Je fu, rett ihn noch! Bater, sen ihm gnädig! Mel. Nro. 458. Wohlzuthun und mitzuth. ihnen, wie ein Brand noch des Zornes Flamm estrissen, bey dem Herrn Erbarmen fand! Ueberschaut ihr alle Pfade seiner wunder baren Gnade? Rufet nach dem Tode nicht über sie herab Verderben! Gottes Donner und Gericht! Welch ein Jammer, blos zu wissen, wie sie dann erzittern müssen! 5. Hättet ihr durch sie ge litten, was ein Mensch nur leiden kann, und ihr hörtet lange Bitten: Brüder: klas get uns nicht an! Wird euch euer Herz nicht bre chen? Wolltet, fönntet ihr euch rachen? 6. Seufit ein Sünder: 476. Richtet nicht, wenn habt Erbarmen, feht, wie Sünder ihr nicht mit offnen Armen zu dem Jammervollen hin? Würd euch euer Herz nicht brechen? Könntet, wolltet ihr euch rächen. 7. Und ihr habt ihn nicht erschaffen, habt ihn nicht mit Blut erkauft; aber Gott hat ihn erschaffen, Gott hat ihn mit Blut erkauft. Er, der Gott ist, fann erretten, fann im Code noch erretten. 2. Fluchet ihnen nicht; Sie sollten Kinder Gottes feyn; wie wir; konntens werden, wenn sie wollten; jeder war ein Mensch, wie ihr. Daß sie nach dem Tod auch leben: wer kanns den. ken, und nicht beben? 3. Wer darf richten? Wer verdammen? wist: es ist ein Einiger, welcher richten und verdammen und vergeben kann, der Herr! wer da steht,( vernehmt es alle!) sehe zu, daß er nicht falle! 8. Aber heilig Dunkel de cket, was Gott thun fann oder will. Durch der Sün der Tod erschrecket, ftehe, wer noch irret, still. Kehrt zurück zu feiner Gnade, aut der Tugend fichre Pfade. 9. Laß nicht erst des Grabes Schrecken,( ach, wie furchts 4. Richtet nicht; Denn bar sind nicht die! euch zur wer tann wissen, wer von Heiligung erwecken; Eilet und Vom obrigkeitlichen Stande. und beschleunigt fie! Die von allem Kummer, bis die nur, welche heilig leben, dórs Erndte kommt, zu ruhn. fen nicht im Tode beben. Seelig sind sie, Gottes Erben, die des Herrn sind, eh' sie sterben. 10. Er ist nur für die ein Schluminer, die, was Gott gebietet, thun, um befreyt Vierte Hauptabtheilung. Von den Pflichten der Christen in allen Stånden, besondern Zeiten, Lebensarten und Umständen. 401 Lieder für die christlichen Stände, Gesellschaften und Lebensarten.se dhe 13012 I. Vom obrigkeitlichen Stande. 1. Fürbitte für die Obrigkeit. Mel. Nro. 46. Allmächtiger! wir singen 2c. 477. Du gründest, All gewaltiger, der Weltbeherrscher Thronen, daß wir o aller Fürsten Herr, in fichern Hütten wohnen. Preis deiner Huld, die sie er balt! Dein ist ihr Reich, und dein die Welt; Du bist auch ihr Beherrscher. 2015 11 | thun fich freut, und Weis heit und Gerechtigkeit sey ihre schönste Krone. 4. Gieb, Vater, daß sie, dir getreu, die ähnlich, uns res gieren! Nie müsse Stolz, nie Heucheley zu Lastern sie verfüh ren! Laß sie ihr eignes Herz durchschaun; Boll Furcht vor dir, sich selbst nicht traun, und dich um Weisheit bitten! 2. Unendlicher, regiere fie daß sie dir willig dienen! Berlaß mit deiner Huld sie nie Nicht ihr Geschlecht nach ih. nen; Huld, welche wohlzu 4. Gieb Friede; halte sie zurück von ungerechten Krie. gen! Ihr Ruhm sev ihres Landes Glück, sein Seegen ihr Vergnügen! wenn aber C C Boh 402 Bom obrigkeitlichen Stande. Völker fie zum Streit durchUns| Bild verklärt, sein Volk, wie recht zwingen, dann gebeut dem du, erfreun. Siege, fie zu schützen! s. Er zeig in seinen Thaten fich als deinen treusten Sohn; Den Lastern sey er fürchterlich, der Tugend Schuß und Lohn. 5. Es müsse, Gott, auf jedem Thron dein Wort Ver. ehrer finden! Auch Fürsten laß auf deinen Sohn der Zukunft Hoffnung gründen! Sie sind auch Sünder, Gott wie wir! Laß Gnade denn auch sie vor dir in ihrem Tode finden! 6. Beglückter Völker, Liebe sey sein edelster Gewinn; und tein gerechter Seufzer schrey um Rache wieder ihn. Mel. Nro. 7. 7. Um seinen Stuhl sey im merdar Recht und Gerechtigs feit; Und dann beschüß ihn Kommt her, verkündigt tc. 478. Es freu der Fürst in Gefahr, wenn ihm und des uns Gott, deiner allezeit!" Sein Auge sehe stets auf dich; Sein Herz sey dir geweiht. 2. Begnadiget mit deiner Kraft und deines Geistes voll, gedenk er stets der Rechen. schaft, die er dir geben soll. 3. Sehr groß und schwer ist seine Pflicht; Und er ein Mensch, wie wir, wie sehr braucht er vor andern Licht und Rath und Kraft von dir! 4. Verleih ihm das, wenn er begehrt, dir ähnlich, Gott, zu seyn; Uud laß ihn, in dein preifen deine Macht. 8. Er wünsche nie der heb den Ruhm; Doch zeucht er in den Krieg, zu schützen Recht und Eigenthum, so folg ihm Muth und Sieg. 9. Auch ihm hast du be stimmt das Ziel, das er er reichen foll; Laß werden iets ner Tage viel, und jedem seegensvoll! 10. Sein werd in jedem Flehn zu die mit Lieb und Dank gedacht. Erhör und Gott! So jauchzen wir und 2. Von den Pflichten der Obrigkeit. Mel. Nro. 113. Dieß ist der Tag, den ic. 479. Wer herrscht, wer Fürst, wer König ist, der wisse, daß du Richter bist; Wer Macht hat, wisse, sein Bernf sey von der Macht, die all' erschuf. 2. Er, wie der lluterthan, dein Knecht, sey Gott, dein Bild, und sey gerecht; Se menschenfreundlich, herrsch allein, ein Seegen feines Bolts zu seyn! 3. Nie brauch er seine Größ und macht zur Ueppigkeit und eitlen Pracht; Nie zu des Ar men Druck und Last, den du wie ihn, geschaffen hast. 4. Trie Bom obrigkeitlichen Stande. 303. 4. Nie flamm und stral in| weit um sich her verbrett es seiner Hand sein Schwerdt Lust zu dem was gut und recht durch ein verodet Land! Sey ist, und zur Tugend Muth. stets die Lieb und Lust der Welt; Für Ehrenbogen nie tin Held. 12. Er; seinem großen Rufe treu, sey der Verlainen, Zuflucht, sey der Armen Reichthum und in Noth ein fichrer Schirm, wie du, o Gott. 5. Nie stürz er fremde Thro, hen um: Des Friedens Dehls zwetg ist sein Ruhm! Doch, heischt der Schutz der Seinen Krieg: So folg ihm Muth jur Schlacht und Sieg. 6. Für Andrer Jammer voll Gefühl, sen schnelle Hülfe, Herr, fein Ziel; Nie frecher Liste Sättigung, nie sclavis sche Vergötterung. 7. Der Unschuld Rechte beng er nicht! Als gieng er felbst in dein Gericht, so muß er richten, und allein des Trugs und Frevels Schrecken seyn. 8. Er zeige daß nur der, der frey die Wahrheit spricht fein Liebling fey; Denn, hört wer Macht hat, Schmeichler an, wie leicht, wie leicht wird der Tyrann. 9. Er ehre dich, doch zwing er nie Gewissen, schon und schüße sie; Gewiß, daß durch Gewalt, wer irrt, nie mehr, als blos ein Heuchler wird. 10. Verdienste heb er gern empor; Sey überall selbst Aug und Ohr und sehe, nie getauscht durch List und Wahn, was allen nüglich ist. 11. Sein eignes Beyspiel wirke mehr, als sein Gesetz; 13. Verlohren rechn' er jene Zeit, wo er nicht wohithut und erfreut, doch werd auch Wonne jeder Schmerz, den er geheilt hat, für fein Herz. 14. So herrsch er. und ihm opfre dann mit Freuden. Gut und Blut, wer Mann, wer gut und muthvoll, wie ein Christ, solch eines Herrschers würdig ist! Mel Nro. 113. Dieß ist der Tag, den 2c. 480. Wer höher durch Geburt schon ist, als seine Brüder, kenn, als Christ, des bessern Adels Werth und Pflicht; Den fühl er, den entehr er nicht. 2. Er, sind ihm Brüder uns terthan, er sey ihr Vater, tein Tyrann; So mild und liebreich, als gerecht; Er ist, wie sie, auch Gottes Knecht. 3. Nicht wähn er weil er groß und frey vor den Gerin gern ist, er sei erhabner über Recht, und sicht und Rechens schaft. Das wähn er nicht! 4. Er sehe, mehr beglückt von Gott, nicht mit Verach. tung oder Spott auf den, € 2 von 404 Vom obrigkeitlichen Stande. von dessen Schweiß er lebt,| Staat, von den er seinen der ihm erwirbt, was ihn erhebt! Borzug hat; 8. Berächtlicher, als Scla ven, ist im Tod einst jeder, der vergißt, daß er des Va terlandes Wohl auch mehr als andre fördern soll. 9. Doch wenn ers nicht vergißt, so freut der Niedrigt sich ohne Reid, weil der der Welt zum Segen lebt, ben Gott mehr seegnet, mehr erhebt. 5. Er haffe Grausamkeit und Zwang; Verprasse nicht Durch Müssiggang, was Gott ihm giebt, beglückt zu seyn mit andern, aber nie allein! 6. Froh neben ihm, mit ihm vergnügt, sey, wer ihm seine Felder pflügt! Wohl thätig soll er seyn, denn er ward darum nur des Armen Herr. 7. Er,( denn er hat mehr Macht und Zeit zu höhern Tbaten;) fev bereit auch mehr zu thun für Volk und 10. Und spricht in seinem Tode dann; Das war ein eb ler großer Mann! Er, durch der Tugend Glanz verklárt, war seines Glücks und Vors zugs wehrt. II.Von den Pflichten u. Gesinnungen d.Unterthanen. Mel. Nro. 2. Mit Singen dich zu leben. chova, Herr und 3. Ach, groffer Herrscher! lehre mich doch durch deinen Geist, daß ich die Obern ehre 481. Wort und Herren! Dir ist man un. therthänig; Du herschest nah und fern, du Gott, Herr Zebaoth! An Ehren groß und prachtig, zum Schuße stark und machtig, ein Helfer in der Noth! Sie tragen ja dein Bild: Und wenn wir ihren Willen in Furcht und Lieb erfüllen, wird dein Will auch erfüllt. 4. Laß deines Geistes G ben auf ihnen reichlich ruh Laß fie, obschon erhaben, gern deinen Willen thun. Du herrscheft selbst im Land. Das 2. Nach deines Wortes Lehre ist keine Obrigkeit, die, Herr, von dir nicht wäre; Herz der Obrigkeiten kannst Ihr Schwerdt, das Frevlern du, wie Bäche, leiten, d draut, empfing fie nur von steht in deiner Hand. dir: Wer ihr zuwider lebet, S. O Gott von groffer Gü der wagts, und widerstrebet te! Gieb ihrem Geiste Lidl. Dir selbst sowohl als ihr. Gerechtigkeit behüte fie allzeit Von den Pflichten und Gesinnungen der Unterthanen. 405 im Gericht. Laß stets, durch| dermann, Gott, der dirs vers ihr Bemühn, die Frommen gelten fann. ficher wohnen, nie laß sie Frevler schonen, selbst stets das Unrecht siehn. 4. Schaue Jesum Christum an; Er war auch ein Unters than. Thu, wie er, ohn Zwang und Noth, deiner Obrigkeit Gebot. 6. Gieb, daß durch ihr Re. gieren wir mit Zufriedenheit ein ruhigs Leben führen, in wahrer Frömmigkeit. Herr Gott! du fegneft gern: Wir bitten ohn Ermúden: Gieb Seegen, Heil und Frieden, durch Jesum, unfern Herrn! Mel. Nro. 65. Himmel, Erde, Luft und zc. 482. Wer gehorcht, der thus mit Luft; Jeder, der sich wohl bewußt, daß er nicht regieren tann, fey ein guter Unterthan. 5. Gieb dem Ruhm, dem Ruhm gebührt; Schoß und Zoll dem, der regiert. Gieb, als gábst dus Gott, dem Herrn, was du schuldig bist, stets gern. 2. Bist du niedrig, bist du groß, fen vergnügt mit deinem Loos, schàm dich deis nes Standes nicht; Nützlich ist doch Jedes Pflicht. 3. 3ur gemeinen Wohl fahrt fey dem Gesetze stets ge. treu; Gott will das von je III. Vom Mel. Nro. 53. Wie viele Freuden dank. 483. Wie Die liebst du doch, o treuer Gott! die Menschen auf der Erden. Du läsfest ihnen dein Gebot und Billen fundbar werden; Du pflanzest dein so theures Wort durchs 6. Ordnung und Gerech tigkeit, Schuß und Fried und Sicherheit, ist ein Glück, das man nur hat durch der Obern Rath und That. 7. Leben wir gewissenhaft, eingedenk der Rechenschaft; So wird Gott, der höchste Herr, uns dieß geben mehr und mehr. 8. Obrigkeit und Unter. than, betet drum den Hoch. sten an: Fürchtet ihn: denn sein Gericht wird gerecht seyn; fündigt nicht! Lehrstande. Predigtamt beständig fort, das uns zum Guten locket. 2. Nun, Herr! du wollst uns gnädig seyn; Und ims mer Lehrer geben, die heilig, unverfälscht und rein im Sch ren und im Leben. Verleih und deinen Geist, daß wir sie willig hören, und allhier auf 406 Vom Lehrstande.md talk auf deinen Wegen wan. Deln. 3. Laß ihrem Worte und mit Treu gehorsam seyn, fie lie. ben; Uns, ihnen, ohne Heu cheley zu folgen, treulich üben. Sie wachen auf des Herrn Befehl, und müssen wegen unfrer Seel einst schwere Nech. nung geben. 4. Regier uns auch, daß wir sie nun versorgen, lieben, ebren; Daß sie ihr Amt mit Freuden thun, und nicht mit Seufzen lehren: Denn sol ches ist uns ja nicht gut, wenn jemand ihnen Uebels thut; Davor behut uns gnådig! in 3. Gieß deinen guten Geit ihrer aller Seelen! Ein Herz von ihm belebt, wird gute Wege wählen. Laß uns des Glaubens Kraft an ihrer Tugend sehn, und so an ihrer Hand den Weg des Lebens gehn! 4. Du selbst bewaffne fie zu deinen heil'gen Kriegen; Gieb ihrem Worte Kraft, das Laster zu besiegen! The Seegen, Herr! ihr Glück und thre Beute fey gerührter Mel. Nro. 224. Herr, allerböchfter Gott. 484. Verföhner, Jefu Sünder Schmerz, und glatts Christ, und Leh, rer und Regierer! Sey gnådig unserm Flehn, und send uns treue Führer, mit dei nem Geist gefalbt, gesinnt nach deinem Sinn, und gieb, daß unser Heil ihr Ruhm sey, ihr Gewinn! 2. IV. Licht in ihren Lehren brennen, und deine Wahrheit, Her vom finstern Frrthum tre nen, Ihr dir geweihter Mund sey deiner Ehre voll, und zeige deinem Volf, wie es dich cha ren soll! Laß deiner Weisheit! Thron! Mel. Nro. 79. Mein Auge sieht o 5. Dir zugeführt durch sie, laß uns von dir nicht weichen, auf daß wir dermaleinst das groffe Ziel erreichen, das du uns vorgesteckt! Indeß Herr fey ihr Lohn allhier in diefer Seit, und einst vor deinem Pflichten der Lehrer und Fürbitten für sie. immer treue Lehrer giebst. 12. Gesegnet sei thr Amt und Stand! Sie pflanzen, Herr, von dir gefandt, von dein; Dein soll auch Dank Seit auf Zeit dein heilig und Ehre seyn, daß du der Kirche, die du licbft, noch Wort, und Licht mit ihm und Tugend fort. 3. 485. Das Amt der Lehrer, Herr, ist * Pflichten der Lehrer 2c. 407 3. Wie freut ein guter Leh,| frånken, daß sie, was e rer sich, wenn er, erleuchtet, thun, mit seufzervollem Her. Gott, durch dich, den Jún. zen thun. gern Jesu gleich gesinnt, viel Seelen für dein Reich ge winnt! den II. Ach, wenn sie seufzen, würde nicht dein Zorn uns treffen, dein Gericht? Haft du nicht selbst gedroht: wer fich zu schmähn sie wagt, vers achtet mich? 12. Nein, Gott, wir wol len sie erfreun; Dankbare fromme Hörer seyn! So führst du einst auch uns zus Gewissenhafte| gleich mit ihnen in dein ewig Reich. 4. Wohl uns, wenn du auch uns so liebst, daß du uns treue Führer giebst, die weise sind und tugendhaft, in Lehr und That voll Geist und Kraft. 5. Laß ihres Unterrichts uns freun; Hörer seyn; Selbst forschen, ob dein Wort auch lehrt, was uns ihr Unterricht erklärt: 6. Und, ist ihr Wort dein Wort, o Herr, so laß uns weiser, heiliger und besser werden, die allein zum Preiß, und auch, sie zu erfreun! 7. Daß jeder, so belohnt von dir, frohlocke: Ja, Gott ist mit mir. Am Throne werd ich wonnevol schaun, die ich hier leiten soll! 8. Ermahnen, warnen, 2. O welch ein Amt, Beftrafen sie, so weigre, wer fie hört sich nie, zu bassen was du uns verbeutst, zu thun, was du durch sie gebeutst! trug und Wahn und Laster zu bestreiten, und Seelen auf der Wahrheit Bahn, zu dir, o Gott, zu leiten 1 Wie edel! aber auch wie schwer! Dieß laß sie sehn, und tågs lich mehr den hohen Ruf empünden I 9. Laß darum ihren Unters richt, weil sie und wir auch strauchten, nicht verachtet werden; nimm dich dann auch ihrer Schwachheit gnädig an! 1o. Fern sey von uns der Frevel, Gott, durch Undant se, durch Haß und Spott zu 3. Gieb ihnen deiner Weis, heit Licht; Mehr ihnen alle Gaben, die sie für unsern Unterricht von dir empfangen haben. Mel. Nro. 3. Lob, Ehr und Preis dem zc. 486. Dein ist das Licht, das uns erhellt; Dein Gott, das Amt der Leh. rer. Welch ein Geschenk für deine Welt, für deines Worts Berehrer! Dieß lehr' uns deiner Boten Mund; So wird dein Recht uns allen diel fund, und fund der Weg zum Leben. 4.8 Pflichten der Lehrer und Fürbitte für fie. haben. Laß ihre Lehren wahr, kann, sie flichn; Laß fie dit und rein, vest ihren eignen Kinder lieben; Wie Pflanzen Glauben seyn, ihr Leben sie für dich erziehn, sie früh fromm und heilig! im Guten üben; Geübtre weiter führen; sie zum Fleiß und Kampf entflammen, nit von dir zurück zu weichen. 4. Gieb, daß mit fanfter Nachsicht sie der Schwachen Einfalt tragen: Sie( feimt nicht gleich der Saame,) nie an seiner Frucht verzagen! Laß sie nicht müde werden; laß sie obne Bitterfeit und Haß des Lasters Schand ent, blösen! 8. Trifft sie Verfolgung oder Spott, so laß sie dann mit Freuden, mit unerschroc nem Muth, o Gott, für deine Wahrheit leiden! Du sendest fie! Sie ehren dich; Umsonst emport die Hölle sich, die Wahrheit zu vertik gen! N s. Gieb, daß mit Selbst. gefühl und Lust, wenn sie uns unterweisen, sie, ihres Seegens sich bewußt, der Tugend Werth uns preisen; Daß nicht allein ihr Unterricht, daß selbst uns ihres Beyspiels Licht auf deine Wege leite. 6. Laß sie den Frrenden zurück zu deinem Lichte füh. ren; Jhn, eifrig für fein wahres Glück, beschämen und auch rühren! Laß sie ges duldig seyn, gelind, nicht ftolz noch hart, und nie ge. finnt, wie Miethlinge von Hirten! sy 7. Auch laß, was ärgern 9. Belohne sie, und auch schon hier; Dein Seegen sey mit ihnen! Doch laß sie ohne kohnsucht, dir und de nen Brüdern dienen! Laß sie von keinem, Gott, betrübt, von allen Heiligen geliebt, geehrt von allen werden! 10. Wenn sie mit Eifer und getreu, durch deines Geistes Gaben einst von der Sünde Tyranney befreyt viel Seelen haben: So laß am Tage des Gerichts im Glange deines Angesichts fie leuchten, wie die Sterne! V. Bey der Einführung eines Predigers. Mel. Nro. II. O könnt ich dich, mein zc. Stand, ihm, den zum Pres Digtamtsgeschäfte du uns haft gnädig zugesandt; Hilf 487. so Glück und Kräfte sein Amt an uns gefeegnet zu seinem Amt, Beruf und seyn. 2. Bey der Einführung eines Predigers. 409 2. Laß auf sein Pflanzen| jeder ihm zu thun bereit! Wer und Begiessen des Geistes Gott und sein Wort liebt und Kraft von oben her zum steten ehrt, der hält auch seine Die. Seegen auf uns fliessen, und ner werth. deines Wortes Kraft vers mehr, daß es für jenen Endtetag Frucht hundert fältig bringen mag. 6. O Gott! wir trauen deiner Liebe, die uns bisher mit Rath und That aus gött. lichem Erbarmungstriebe zur Seeligkeit geleitet hat. Du wirst doch ferner mit uns seyn; Wir alle, Heiland! find ja dein. 3. Gieb, daß von dieser ganzen Heerde, die du ihm jest hast anvertraut, fein einziger verlohren werde, und daß sein Wandel uns crbaut; Daß uns sein Vortrag überzeugt, und auch die größten Sünder beugt. 4. Laß ihn mit deines Geiftes Waffen der Wahrbeit Feinden widerstehn; Und muß er Lafter hart bestrafen, laß ihn auf Menschengunst nicht fehn. Gieb, wenn er tröstet, Kraft und Licht; Uns felfenveste Zuversicht! 5. Knüpf zwischen ihm und uns die Bande der Liebe und Verträglichkeit. Was ihm gebührt in seinem Stande, sey 8. Wir sind mit deinem Blut erkaufet, dein Vater hat uns sich erwählt, wir sind als Christen längst getaufet, und deinen Kindern zugezählt, So weide jedes Gottestind, Herr! dem sie sauer worden sind. 8. Laß auch dereinst ihn, unsern Lehrer, o Gott! zu deis ner Rechten stehn; Und lag uns alle, seine Hörer, mit ihm zum Himmelreich ein. gehn. Da werden wir uns ewig freun, und ewig mit ihm glücklich seyn. VI. Vom Hausstande. 1. Lieder für Eltern. richten, und fie, zu deinem Ruhme, erziehn zum Chris Mel. Nro. 527. Bach auf, mein Herz! ic. 488. Hilf, Herr! daß fienthume. unfre Jugend in Gottesfurcht und Tugend, um Himmel, auf der Erde, von uns erzogen werde. 2. Laß uns, Herr, unsre Pflichten getreu an ihr vers 3. Die Welt mag ihre Kin der verzichn, und künft'ge Sünder der Nachwelt zube. reiten; Uns, Herr, soll dein Wort leiten. 4. Wir wollen dir zu Ehren fie bussid Vom Hausstande. 410 fie aufziehn und sie lehren, daß sie gern deinen Willen, von Kindheit an erfüllen. 5. Durch rührende Geschich. ten lag und sie unterrichten; Denn lehrendes Erzählen wirkt sehr auf junge Seelen. 6. Von ihnen zu entfernen, #Mel. Nro. 79. Mein Auge sieht, o Gott wodurch sie Boſes lernen, lag 489. Groß ist, ihr Eltern eure ver beym Erziehungswesen uns ja niemals vergessen. 7. Auch laß uns ihnen fagen schon in den Kindheitstagen, daß alle Menschenkinder, durch Adams Sünde, Sünder. 8. Und daß, uns zu erfò. fen, dein Sohn einst da gewesen, um uns Heil zu erwer. ben, durch sein versöhnend Sterben. 9. Und daß du uns das Le ben, zur Ewigkeit gegeben; Und wir, nach unserm Ster. ben, die Seeligkeit ererben. 10. Laßt, Eltern, diese Lehren, früh eure Kinder hö. ren; Lehrt Weisheit, Paicht und Tugend sie schon in früs her Jugend. 11. Lehrt sie das Böse has fen, aus Pflicht es unterlaffen, der Gottesfurcht sich weihen, und sich des Guten freuen. 12. Doch sollen sie so hanDeln, so müßt ihr selbst fo wandeln, und müßt zugleich mit ihnen Gott lieben und ihm dienen. 13. Dann wird fich Gottes Secgen auf eure Kinder l gen; und einst tönnt ihr mit Freuden von frommen Kin dern schelden. zártelt eure Kinder nicht; Ge wöhnet sie in früher Zeit zu nüßlicher Geschäftigkeit. 2. Wohl euch, wann tei nes je vergißt, was alle Weisheit Anfang ist; Die Furcht vor Gott, der alles sieht, und straft, was Bo ses hier geschieht. 3. Lehrt sie, wann iht Verstand erwacht, Gott tens nen, feine Lieb und Macht; Lehrt sie auf seine Werke fehn, und was sie lernen, auch vers stehn. 4. Sorgt war für ihren Leib, doch mehr für ihre Seel, und schaut umber, was ihrer Unschuld schaden kann, und führt sie früh zur Tu gend an. s. Erstickt durch Unterricht und Zucht der ersten Sünden Keim und Frucht, damit sie Gottes Ebenbild früh wers den, liebreich, fanft und mild. 6. Vor Kindern fend auf eurer Hut; Sie sehn begierig, was ihr thut, und thun, vom Sinnlichen gerührt, 10: Vom Hausstande. wozu sie euer Beyspiel führt. 7. Ihr junges Herz ist schwach und weich: drum rühmt vor ihren Ohren euch der Uebertretung eurer Pflicht in eurer frühen Jugend nicht! 8. Muthwillen nenntnic Wis; Nie preist des Knaben als shade frohen Geist, Munterfeit; in falsches Herz und Lügen nie, als Guten Spiel und Scherz. 9. Erweckt des schnell Gefühl in ihren Her zen; Euer Ziel sey nicht blos Anstand vor der Welt, Liebe deß, was Gott gefällt. sey Mel. Nro. 44. Herr! deine Allmacht zc. Herr, mein Vater, dein Gebot, 411 10. Gewöhnt sie an der Tugend Müh, an Ernst, an Fleiß, und lehret sie, daß Arbeit feine Sclaverei, daß sie das Glück des Menschen sey. 2. Lieder für 11. So nehmt euch ihrer Seelen an! Gott richtet einft und fordert dann, wenn ihr nicht, was ihr thun follt, thut, von eurer Hand der Kinder Blut. 3. Nun, weil ich lebe; will ich sie auch wieder zärtlich lie ben; Gern ihnen folgen, und sie nie erzürnen und betrüben. 12. Erwägts und fürchtet sein Gericht, um auch vor feinem Angesicht euch ewig ihrer zu erfreun; Denn sie sind sein Geschenk und sein. Kinder. So werd ich ihre Freude seyn, und einst, o Gott, auch ewig dein! 490. Mel. Nro. 329. fey mir ins Herz geschrieben; den Eltern sollst du Ich freue mich, mein zc. bis zum ich dante dir Tod gehorchen und sie lieben! 491. frommer Gott, O dieser lieben theuren Vaicht vergeffe meine Seele nicht! daß du so gute Eltern mir aus Gnad und Huld gegeben, und mir zur Freud, bis diese Zeit bewahrt ihr theures Leben. 2. Von meiner ersten Kind heit an erzeigten sie mir Gu. tes; Mehr, als ich je vergelten fann, erzeigten sie mir 2. Verzeihe mir die Misses Gutes. Noch immer sind sie| that, die dich und sie beleidigt für ihr Kind so zärtlich, noch so gut gefinnt. hat, und die ich oft verübet: mich strafe nicht dein Zorn, gericht um das, was sie bes trubet. 3. Gieb mir ein Herz voll Dankbarkeit, das meiner Eltern 412 Bom Hausstande. Eltern Eifer fche ut, nicht| Fried und Ruh, es decke thut, was ihn erreget; Auch dein Seegen zu, ihr Leid hi nimmermehr sich ihrer Lehr ihnen tragen; Behüte sie dog und Zucht zuwider leget. spåt und früh vor Trubjal Angst und Plagen. 4. Ach pråg mir ein, wie faur und schwer sie mich vom ersten Ursprung her ernähret und getragen. Belohne sie für solche Müh in ihren al. ten Tagen. 5. Gieb meinen Eltern 6. Und endet sich einst ihr Zeit, so führ sie aus de Sterblichkeit hinauf ins Reich der Ehren. So preis ich dich Herr, ewiglich, wenn da mich wirft erhören. 3. Gesinnungen Mel. Nro. 1. Mein Herz! ermuntre tc. 492. Her welch ein wichtiges Ge schäfte für Eltern, Kinder zu erziehn! Gieb dazu Weis, heit, Lust und Kräfte, und feegne redliches Bemühu, wo durch man unter weiser Zucht der Kinder Herz zu bilden sucht. 2. Du rufft die Menschen in das Leben, und willst, sie sollen glücklich seyn; haft ihnen auch den Ruf gegeben, fich gern zu Andrer Dienst zu weihn. Zu allen beis den führet man durch weife Zucht sie frühe an. 6. Mit weiser Liebe sie zu lenken, mit Freundlichkeit in ihr Gemüth die edlern Triebe früh zu fenten, ist ihre Sorg falt stets bemüht. Doch w 3. Wohl Eltern! welche deinen Willen hierin mit Ned. lichkeit vollziehn, und diese derstrebt das Kind der Blichh Zwecke zu erfüllen, sich nach schont weise Zucht des Ernstes Vermögen. treu bemühn; nicht. Wohl ihnen hier in dieser 7. O welch ein wonnenres Zeit und einst in jener Ewig- cher Seegen für Eltern, K Ecit. Wenn DCE, und die Weit! frommer Eltern. 4. Sie baun das Wohl feyn ihrer Jugend, zu der nes groffen Namens Preis; Führn sie zur Weisheit und zur Tugend durch eignen und durch andern Fleiß; Und um Gedeihn fleht ihr Gebet zu de, in dessen Hand es steht. 5. Sie prägen früh den jungen Seelen vor dir die tieffte Ehrfurcht ein. Viel Gutes ihnen zu erzählen, und sich mit ihnen fromm zu freun rührt edle That die zarte Brust: das, das ist elterlicht Lust. from Bom Hausstande. 413 fromme Zucht auf deinen Wester Kinder Mund dein Lob auf. gen, o Herr! des Zweckes nicht verfehlt. Lust strömt den Eltern; Glück und Heil ist hier und dort der Kinder Theil. 8. Und für die Welt, für ganze Staaten, entsteht um desto mehr Gewinn, jemehr die Kinder wohl gerathen, erzogen, Herr! nach demen Sinn, Fleiß, Ordnung Wohlstand, Fried und Ruh, nimmt destomehr auf Erden ju. 9. Ach! aber welche Pest auf Erden ist nicht die bose Kinderzucht! Sie häuft den Eltern selbst Beschwerden, die oft hernach ihr Herz verflucht. Die Opfer ihrer Grausamkeit vermehren vollends dort ihr Leid. Erden werde fund. 2. Laß sie den Eltern folgs sam seyn, und durch Gehors am sic erfreun. Entfern von tonen lebenslang den Eigen inn und Müssiggang. laß fie einst so glücklich seyn, und dessen sich im Himmel freun! 3. Heilsame Lehr und Unterricht, Herr! mangle unseru Kindern nicht! Ihr Glaube havde vesten Grund, und den betenne auch ihr Mund. Mel. Nro. 113. Dieß ist der Tag, den ic. 493. bilf Herr! daß die Kinderzucht geschehe stets mit Nuß und Frucht, und daß durch zar, 4. Darinn mach du ihr Herz gewiß. Bewahre sie vor Ners gernis; Vor demes theuren Wortes Spott behute gnadig o sie, Gout! 10. O Gott! lehr Eltern dieß erwägen. Erweck und starke ihr Bemühn, daß un 6. Vor Augen scyst du und dein Wort den Kindern fets an allem Ort. Ihr ganzes Le ter deinem milden Seegen, sie ben sey allzeit ein Bild der Tus ihre Kinder wohl erziehn! Ogendhaftigkeit. s. Durch deine weise Macht und Haud bewahre sie für Sünd und Schand. Führ du sie selbst auf rechter Bahn mit chern Schritten himmelan. ihr Lauf, so nimm sie, Herr! 7. Und endet sich dereinst zu dir hinauf, auf daß sie dich jamt uns zugleich, einst prete jen dort in deinem Reich. 8. Gott, Vater, Sohn und heil'ger Geist, der alles Gute uns erweist! Wir los den dich, wir danken dir mit unsern Kindern für und für. 4. Gee Vom Hausstande. 4. Gesinnungen frommer Kinder. Mel. Nro. 212. Die ihr Christi Jünger tc. 494. Gott! dir sey mein Dant geweiht; Heilig dir mein ganzes Leben. Denn aus freyer Mildigkeit haft du selbst es mir gegeben; Es durch Eltern mir verliehn, die zur Tugend mich erziehn. 2. Hilf, daß gegen sie mein Herz findlich sev, und nicht blos scheine; Und daß ich, trifft sie ein Schmerz, zu dir fromme Thränen weine, für ihr Glück dir dankbar fey, und mich ihrer Freuden freu. 3. Laß auf ihre Winke mich findlich und mit Sorgfalt ach. ten; Ja selbst ihren Wünschen 414 mich noch zuvorzukommen trachten; Gern, was sie va gnügt, vollziehn; Stets, was ihnen mißfällt, fliehn. 4. Jesus stelle mir sich dat er, das Beyspiel fromme Kinder, Der, der Herr vom Himmel war, Gottes Sohn und Heil der Sünder; Et war doch von Kindheit an seinen Eltern unterthan. 5. Freude sey es denn aud mir, folgsam seyn; denn das ist billig, und gefällig, Gott! vor dir. Mach du ſelbst dazu mich w llig. Wohl mir dann! es wird auch mein dein vers heißner Seegen scyn. STOFSTOC 5. Gesinnungen guter Herrschaften. AUSION 495. D" Mel. Nro. 44. Herr deine Allmacht it. Durch dich, Gott! bin ich, was ich bin, und es ist deine Gabe; Daß ich, als Herr, so viel Gewinn von meinen Brüdern habe. Sie leihen ihre Kräfte mir: Dick, höchster Herr! 3. Auch der geringste Die ner ist bestimmt zum ew'gen Leben. Für ihn und mich hat Jesus Christ sich in den Tod gegeben. Vor deinem Richt stuhl hat mein Knecht mit mit dereinst ein gleiches Recht. verdank ich dir. 4 Gott! präg dieß meis nem Herzen ein. Als Bruder ihn zu lieben, laß immer mid 2. Mich zu beglücken, die beslissen seyn. Wie sollt ich und dulden gern des Lebens Grausamkeit um Rache fill nen sie, verzebren ihre Kräfte, den betrüben, der über meine Müh, in meinem Hausges zum Himmel schreyt? schäfte. Laß dieses Vorrechts Laß mich ihm ſeine saure fromm mich freun, nie hart, Pflicht durch Lindigkeit vet nie stol, nie lieblos seyn. füßen. Er soll, wenn Hülft ibm Vom Hausstande. 415 ihm gebricht, sie stets von mir| ich, ihm verzeihn, und wird geniessen. Ibn tragen will er frane, sein Pfleger seyn. 6. Gesinnungen guter Dienstboten. Mel. Nro. 435. Was sorgft du ängstlich: c. 496. Du aller Wefen Herr und Meis fer, des Leibes Schöpfer, Geist der Geister, mein Schöpfer, Bater, ich bin dein! Du bieffest mich, o Allmacht werden; Du sestest mich, dein Kind, auf Erden, unb deiner soll mein Herz fich frern. 2. Du heisfest mico den Menschen dienen; Und dir nur folg ich, folg ich ihnen, dir, unfer aller Herr und Gott! Drum hilf mir meiner Herrschaft Willen, gewissen, haft und froh erfüllen, deinen Willen, dein Gebot. als 3. Bewahre mich vor bit. tern Klagen, lehe mich mein Joch gelassen tragen, und stets auf deinen Willen sehn: Herr! lehr mich reden, lehr mich schweigen, mich unbe weglich treu erzeigen, und nur gerade Wege gebn. 4. Der Herrschaft Glück foll mich erfreuen. Laß jeden Fehler mich bereuen, und frömmer werde stets mein Herz. Bewahre mich vor Stolz und Neide, vor Unge. duld, Herr! wenn ich lerde; Sey du mein Trost in jedem Schmerz. 5. O! gieb mir Weisheit, mich zu schmiegen, Gehorsam, Herr! sey mein Bergnügen, und Freude sey mir jede Pflicht. Ich bin ja, wo ich geh und wandle, bey allem, was ich thu und handle, o Herr! vor deinem Angesicht. 6. Du bist der Treue, der Gerechte, der Herr der Hers ren und der Knechte, der Ar. men und der Reichen, Heil. Der Allerniedrigste auf Er. den, kann groß in deineni Reiche werden, hat dort an ew'gen Ehren Theil.or 7. Ja, du wirst ewig mich belohnen, in deinem Himmel werd ich wohnen, und mich mit deinen Engeln freun. Ach, Herr! laß mich dieß recht ers messen, nie dein nnd deines Reichs vergessen: So verd ich ewig glücklich seyn! 6. Lied für Wittwen und Waysen. Mel. Nro. 79. Wittwen und der Waysea Mein Ange sieht! o Gott zc. dich! Sey ihr Versorger; 497.D Gott, erbarme Laß sie nie verzagen; Schüß und seegne sie. väterlich der 2. Sey Vom Hausstande. 416 2. Sei selbst ihr Vater, Trost und Rath! Die Witt: w:, welche Kinder hat, soll dir sie zu erziehn, sich freun, feusch, fittsam, still, un tadlich seyn. 3. Fromm, liebreich nur geschwäßig nicht, sey icde, fey cin scheinend Licht für ihr Geschlecht, fanft, voll Ge. duld und Hoffnung, Herr auf deine Huld. 4. Es nehme, wer sie seeg. nen fann, sich ihrer mild und liebreich an! Wohl dem, der sie beglückt und ehrt; Denn der ist dir und Menschen werth! s. Hilf ihnen, sey der Wan fen Gott! Früh lebre diese dein Geboth, Fleiß, Demuth, Dienstbeflissenheit, zur Tu gend Lust und Willigkeit! 6. Bewahre sie vor Aerger niß, und mach auch ihren Gang gewiß auf deinen Wo gen! leite fie; Verlaß sie i Versuchung nie! 7. Daß, wer sie sieht, sich ihrer freu, und gern ihr Rath und Beistand sev; Daß sie, hier glücklich, d auch dein, o Gott in de nem Simmel freun. Mel. Nro. 79. Mein Auge sicht; o Gott zc. 498. So früh bringt, Gott, mich deine Hand in einem fummervollen Stand; Und, ach! auf einer dunklen Bahn tret ich den Lauf des Lebens an. 8. Für junge Leute, die in kümmerlichen Umständen sind. 3. Wie treulich du mit mit feln auch auf dich zu sehn, und willig deinen Pfad zu gehn. es meynst, dieß, o mein Gott, erfahr ich einst; Vielleicht noch in der Prüfungszeit; Gewis in deiner Ewigkeit. 2. Ich fasse deinen Rath. schluß nicht: Doch sey es, Vater, meine Pflicht, im Dun9. Für 4. Gieb Stårte, daß ich dir getreu in meinem frühen Leiden fey! Laß nur der gend Weg mich gehn, und stets auf deine Hülfe sehn! Arm e.. 4001: Mel. Nro. 79 2. Oft flehn ihn seine Kinder Mein Auge sieht, o Gott zc. an, um Brod, daß er nicht 499. ie elend ist, wer geben kann, er, der sonst arm und schwach| feine Hülfe weiß, darbt sel umher irrt, ohne Hüll und ber, und bey schwerem Fleiß. oft faum hat seinen 3. Ihn beitert teines Ta Bissen Brod; Wie groß ist, ges Licht, die Saat, die Dach Bater, diese Noth? Erndte freut ihn nicht; Sein Herz Vom Hausstande. 417 Herz ist voll von Mitternacht,| nen Mangel fennt, dir nicht felbst bey des Frühlingsmors gens Pracht. des Tisches Brocken gönnt.m 4. Verzage nicht zu fummervoll, du Armer! auch des Armen Wohl hat Gott von Anfang außerfehn, und Hüls fe wird dir bald geschehn. 5. Bald oder spåt, Gott will dein Glück. Das Leben ist ein Augenblick. Im Tode gilt es alles gleich, sey Knecht, sey König, arm und reich. 6. Sey du ein Beispiel der Geduld! Der Reiche trage sei ne Schuld, der, wenn er deis 10. Fürs Mel. Nro. 82. In allen meinen Thaten 2c. 500. Gott hat in meinen Tagen mich vå. terlich getragen, von meiner Jugend auf; Hat mich auf meinen Wegen geleitet, und zum Seegen gelenfet meinen Lebenslauf. 2. Ich hatt' oft groffe Sor: gen; Doch, wie ein heitrer Morgen durch dunkle Nächte bricht, so hab ich stets erfah. ren: Der Herr weiß zu be. wahren, und führt durch Finsternis zum Licht. 7. Gott hat ein Christen. haus bestimmt, das Theil an deinen Leiden nimmt. Du wirst es finden, und es dich; Gott sorgt für beyde väterlich. 8. Dann danke Gott; vera schwende nicht das Brod, das dir der Edle bricht. Zehrst du der Woche Borrath heut, so bist du Schuld an Dürftigkeit. 9. O seegne, Vater, seegne, Gott, dem Armen das gegebne Brod. Laß nicht verarmen den, der gibt, und in den Brüdern Christum liebt. hohe Alter. 3. War Menschen Rath vergebens, so kam der Herr des Lebens, und half und machte Bahn. Ihn ließ ich thun und rathen: Denn er thut große Thaten, und nimmt sich aller mächtig an. 4. Bis zu des Alters Tai gen will ich dich heben, tras gen, und dein Erretter seyn! Dieß hat mir Gott verspros chen; Hat nie sein Wort ges brochen; Deß will ich auch als Greis mich freun. 5. Er wird in meinem Alter mich tragen, mein Erhalter ist gütig und getreu. Bin ich aleich schwach und müde: Bey ihm ist Trost und Friede; Er steht auch meiner Swachheit bey. 6. Nach wenig bangen Stunden hab ich ganz übers wunden; Ich bin dem Ziele nah; Dem Ziele meiner Leis den. O welche bobe Freuden erwarten meine Seele da! 7. Ich harre froh und stille, bis meines Gottes Wille mich D D idem mi nach 418 Vom Hausstande. nach dem Kampfe front. An| ich in Jesu Hände; Denn a meiner Laufbahn Ende find hat mich mit Gott versöhnt. 11. Für den Landmann. Mel. Nro. 25.wirst du seelig, wie der Reich Dank und Anbetung. tc. und Fürst, wenn sie gut find 501. Wohl dir, o Land. mann! Denn dein Stand ist auch von Gott; Er schuf das Land für deinen Fleiß, und väterlich beglückt und seegnet er auch dich. Lob. finge Gott! 7. Mühfeeligkeit ist aller Loos, der Mensch sey nits drig oder groß: Doch kommen wahre Ruh und Lust auch gern, und nur in deffen Brut, der Gott gefällt. 8. Thu gern was dir be fohlen ist, so bist du frey, wie Fürsten, bist vor Schmeich lern sicher, bist ein Mann, ders Schmeicheln hast, und betest an nur deinen Gott. 2. Lobsinge Gott; Denn herrlicher und schöner und ge feegneter wird jede Flur und jedes Feld durch deinen Fleiß für Gottes Welt, und auch für dich! 3. Jn Schweisse deines An. gesichts arbeitest du; Doch, wann gebrichts dir, wo du thust, was Gott gebeut, an Seegen, an Zufriedenheit? Was brauchst du mehr? 4. Dir lächeln freudig Au und Flur. In deiner Hütte wohne nur die Unschuld, die nie Arges thut; Und Gottes Wohlgefallen ruht und wohnt bey dir! 5. Was hat der Reiche mehr? Mehr Pracht, mehr Ansehu, und mehr Glanz, mehr macht, und auch mehr Sorg und Ueberdruß, bey allem feinem Ueberfluß mehr Furcht und Gram. 6. Nicht mehr Gesundheit, Ruh und Kraft, und eine größre Rechenschaft; Und; wenn du fromm und gut bist, 9. Dein Brod hat Kraft und stärkt den Leib zur Arbeit, und dein Kind, dein Weib, gelagert hin in Schatten, ist dein Brod mit Freuden, vergißt des Tages Last. und 10. Its auch nicht föstlich, dein Gewand, gewirkt von deines Weibes Hand: Be neide du kein Feyerkleid, das oft ein Herz voll Sorg und Neid und Gram verhüllt. 11. In seiner Werke Herts lichkeit siehst du Gott täglich; Dich erfreut der Sonne Glanz; Der fanfte Mond Wald, Thal, und Berg und Flur belohnt dir deinen Fleiß. 12. Sieh, Gottes Erndten freuen sich auf deine Sichel; Freue dich! Du bist ein Mann fürs Baterland! Du nåbrit es, und von deiner Hand lebt Herr und Fürst. Vom Hausstande. 13. Dich rufts vom Pfluge, der es nährt, zu seinem Schuß auch, und das Schwerdt hat Kraft und Sieg in deiner Hand; Du bist ein Mann fürs Vaterland. Deß freue dich! 12. Für alle Arbeiter. Mel. Nro. 113. Dieß ist der Tag, den ic. 502. Jhr, die ihr euch gewissenhaft durch wohl geübte Leibes. traft, durch Arbeit eurer Hand ernährt, auch ihr seyd Gott, o Menschen werth. 2. Auf keine Höhen hinge, stellt nüst ihr doch eurer Brü, der Welt, send froh, habt Hulle, Dach und Brod, und minder, als der Reiche, Noth. 419 14. Wohl dir! Dein Stand ist auch vom Herrn! Geh hin, sey glücklich; Baue gern das Feld; Denn er, er schufß für dich, er seegnet und beglückt auch dich. Lobsinge Gott. 3. Habt Weib und Kind; Seyd zwar nicht reich, und nahrt mit Gott doch sie und tuch. Was hat vor euch der Neiche mehr? Ihr schlaft und werdet fatt? wie er. 4. Was haben Fürsten mehr? Biel Dracht; Für euch u forgen Thron und macht; Viel Glanz um sich, und auch dafür mehr Pflichten und Geschäft, als ihr. 5. So dankt denn Gott für euren Stand; Genießt die Gaben seiner Hand durch nüßliche Geschäftigkeit, in heiliger Zufriedenheit! 6. Klagt nie, daß Gott nicht mehr euch gab; Auf alle wartet Tod und Grab. Dann sollt auch ihr ganz sees lig seyn, und ewig dort des Herrn euch freun. 13. Für die Handlungs- Gewerbsleute. Mel. Nro. 46. 2. Wie mild beweiseft du Allmächtiger, wir fingen zc. nicht dich den Völkern aller 503. Wo ist ein Volk ha. wo ist ein Land wo, Geber aller Gaben, wir nicht aus deiner milden Hand, was all' erfreun fann, ben? Wie weislich, Gott, vertheilst du nicht, was dies fer hat, und dem gebricht, um alle zu beglücken! Lande! Wie vest verknüpfen sie nicht sich durch deiner Güte Bande! Vom Oft ergießt sich durch den Nord stets uns erschöpft dein Seegen fort zum Westen und zum Süden. 5. Du führst der Handlung fühnen Lauf auf Strömen und in Meeren; Chust täglich neue D D 2 Quels 420 Vom Hausstande. Quellen auf, Geschäftige zu| gewinnen kann, der feegne nähren, zeigst überall und seine Brüder, wenn er durch allezeit zur Nothdurft, zur ihren Fleiß gewann, durd Bequemlichkeit, dem Fleisse feinen Fleiß sie wieder! E fichre Wege. sen zu seinem Nußen flug, doch nie durch Arglist und Betrug; Durch Treu und guten Glauben! 4. Du giebst auch Weis, heit und Verstand, daß, wer nur will, sie finde; Daß Aller Arbeit Land mit Land, und Voll mit Volk verbinde; Hier durch des Landmanns Müh und Schweiß; Dort durch der weisen Künstler Fleiß, durch Umtausch, durch Gewerbe. 5. Wer, Herr, durch sie 6. Verleih, daß jeder red lich sey in allem Thun und Handel; Gerecht und mild, auch dir getreu in seinem ganls zen Wandel! Mit Luft, Vater, wendest du dem Lande deinen Seegen zu, daß fold ein Volk bewohnet. 14. Für die Künstler. Mel. Nro. 79. Mein Auge sieht, o Gott zc. 504. Die ihr geübt in Kunsten seyd, die Nothdurft und Bequem lichkeit und Freud uns geben. Gott mit euch! Send glücklich, und, wenn Gott will, reich! was der Wolluft Flammen nährt. 4. It Förderung der Tu gend nicht für einen jeden Bürger Pflicht? Nicht auch für euch? Dürft ihr allein Verderber guter Sitten seyn? 2. Seyd nie dem Lafter feil; Nie finnt auf Werke, die nur schädlich find: Und wendet eure Kunst nie an zu dem, was euch einft re kann. 5. Gebt nie aus Lobsucht, nie aus Geiß dem Laster Schönheit, Schmuck und Reitz! Nur das ist eures Fleisfes werth, was auch der Tugend Freude mehrt. 6. So dürft ihr eurer Kuns euch freun, und ihres El 3. Was blos der Frechheit gens; Fromm und rein und Phantafen begehrt, und ihre heilig, schämt ihr im Gericht Schwelgerey das ist nicht vor Gott euch eurer Werte cures Fleißes werth, nicht nicht. 15. Für Vom Hausstande. 15. Für die Gelehrten. 2. Wenn ihr von Wahn und Irrthum frey zu werden, aus der Sklaverey der Vors urtheile tühn den Geist voll Lehrbegier und Muth ent. reißt; 421 505. Die Mel. Nro. 113. Dieß ist der Tag, den 2c. ie ihr des Lebens edie Zeit der Bahrheit und der Weisheit wecht! Wohl euch, wenn, nie gereut! was ihr lernt und wist, nicht 8. Macht für die Lafter teis Tauschung, wenn es Wahrnen Bund mit Bahn und Irrs heit ist. thum; Eurem Mund entweihe tein vermeßner Spott der Wahrheit; Denn sie ist von Gott! 3. Wenn ein vielfaffender Verstand, was schon der Weisen Vorwelt fand, mehr Wahrheit durchzuschauen braucht, und tiefer in ihr Meer sich taucht. 4. Nicht um des Selbst ruhms willen, nicht, um von Geseh, von Recht, und Bicht euch loszureissen; loszureiffen; Rein! Allein vollkommner durch mehr Licht zu seyn! S. Wer Gottes Wunder in der Welt für andrer Au. gen mehr erhellt, und ihre Grösse weit umher sichtbarer macht, wie groß ist der! 6. Lernt immer heller, was beglückt; was Men schen adelt, hebt und schmückt; Was jedes Volk und jeden Staat erhoben und erniedrigt hat. 7. Lernt, was uns schån. det, uns entehrt; Durchschaut der Tugend ganzen Werth, und was für Zeit und Ewigfeit uns Freude giebt, die 9. Theilt, was ihr lernet, willig mit; 3eigt, wo vor euch der Forscher glitt; Zeigt auf der Untersuchung Bahn des Wahnes Täuschung rede lich an: Io. Bergeßt nicht, daß ihr ewig seyd; und lernt für Zeit und Ewigkeit. Gedenkt an eure Rechenschaft; Seyd weif und send auch tugends haft! 11. Von Gott tömmt alle Wahrheit her, die ihr durch. schaut; Die lehrt euch er. So leit ein mehr erbellter Sinn zu ihm uns alle nå her hin; 12. Wohl einem solchen weisen, Mann! Ihn ehre Fürß und Unterthan! Die ferne Nachwelt ehr ihn gern; Denn er, er ist ein Licht vom Herrn! SUG 16. Für. Vom Hausstande. 16. Für Kriegsleute. Mel. Nro. 113. Dieß ist der Tag, den 2c. 506. Die ihr, weils und 422 Recht gebeut zur Schlacht für uns gerüstet seyd, von unsern Herrschern ausgesandt zum Kampfe für das Baters land. 2. Der Herr mit euch! Der Herr mit euch! Denn ihr vertheidigt Bolt und Reich! Wir Enien hier und fchen ihn, euch Muth zu geben, nie zu fliehn! 3. Inbrünstig bitten wir; bewahr in jeder drohenden Gefahr das Heer der Brüder, bas den Streit, den Tod fürs Baterland nicht scheut! 4. Umgieb sie, Herr, du Gott der Macht! Dein ist der Sieg, du Herr der Schlacht! Führ uns durch fie des Friedens Glück, und fie gekrönt mit Sieg zurück! 5. Daß ihnen Jüngling, Mann und Greis entgegen jauchze; Daß der Preis für überwundne Tyranney der Dank des ganzen Volkes sey. 6. Und sicher, wie das Bas terland, sey auch ihr Haus und Heerd, ihr Stand, den jeder Bürger preifen soll, dem Fürsten werth und eh. renboll! 8. Und das Gefühl, welch Glück es sey, abwenden Tod und Sclaverey, vom Vaters lande, von dem Thron, und Gottes Beyfall sey ihn Lohn. 8. So seegnen, Herr der Brüder; wir zur Schlacht dich ein; der Herr mit dir; Kämpft, fürchtet Gott; De giebt euch Muth, zu fürchten keiner Feinde Wuth. 9. Seyd Chriffen, wahre Christen, seyd nie grausam in der Schlacht; Verzeiht! Raubt Keines Scherf und Keines Gold; Vergnügt mit Unterhald und Sold! 10. Daß ja nicht einer Fre vel treib' und jeder schone Greis und Weib, und Kind und Säugling und den Mann, der euch nicht widerstehen fann. 11. Wer vor euch niederfällt, den hebt mit Bruderarmen auf; Wer bebt, den tröstet, Brüder; Nie vergießt Blut, wenn der Feind entwaffnet ist! 12. Dann seyd ihr wahre Helden, feyd Bertheidiger. der Menschlichkeit; Der Vol ter Heil; dem Fürsten werth; Vom Vaterland und Gott geehrt! 13. Mit euch ist Gott, der euch bewacht, und, fallet ihr auch in der Schlacht, die Kron euch giebt, die der ers warb, der für uns all am Kreuße starb. 17. Vom Hausstande. 17. Fürbitte für Kranke, Mel. Nro. 380. Aus tiefer Noth ruf ic. Für alle Krante bitt 507. Fitch ich mit bris derlichem Herzen. Erbarmt dein Herz nicht ihrer sich, wer lindert ihre Schmerzen? Erleichtre, was sie drückt, o Gott! Sey ihr Erretter in der Noth, laß ihre Seelen leben! 3. Daß sie den Werth ver. lohrner Zeit, den Gräuel ihrer Sünden, und dann auch deine Freundlichkeit und ihren Trost empfinden;( Ge. wiß, daß, stürben sie auch,) doch ihr bester Theil, die 013 Seele, noch erhalten werden folle! 5. Den Kranken, der nun 2. Sind sie noch trant: sterben soll, laß, Vater seelig so heile fie, und laß sie nicht sterben! Er eile frey und won verderben! Ach! tranfe nevoll zu deines Himmels Er. Sunder laß doch nie in ihren| ben! Sein Geist von Sünden Sünden sterben! Gieb! daß ganz befrept, und zu des fie, durch den Tod erschreckt, Sohnes Bild erneut, geh und schnell aus ihrem Schlaf ein in deine Freude! erweckt, erst thre Seelen retten. 508. D Nun ist es alles wohl ge. ic. u wollst erhören, Gott, ihr Flehn, nicht ins Gericht mit ihnen gehn, die jezo deiner Ewig teit sich nahn, befrent nun bald von dieser Eitelkeit. 423 182 Dann hilf auch, fie deiner Huld, sich freudig überlassen, und sich in Hoff nung zur Geduld ermuntern, und sich fassen! O möchte doch dein Will allein ihr Will und ihre Freude seyn, was du für sie beschliessest! 18. Fürbitte für Sterbende. Mel. Nro. 54. 6. Den Kranken der durch dich genest, den lehre heilig leben! Der müsse dir, von dir erlöst, sein Herz zum Opfer geben! Er wand!' in steter Wachsamkeit, nie mehr verführt zur Sicherheit, der Ewigkeit entgegen! die Zeit nicht mehr! Du hast gezählet all ihr Haar, ihr Todesjahr bestimmt, als keine Zeit noch war. 3. Erfüllt ist ihrer Leiden Zahl! Sie weinen heut das leztemal! Ach! sey in ihrer Todesnoth ihr Gott! Ein Schlummer sey für sie der 2. Des Lebens und des Todes Herr! Nun ist für sie TOD! 41 424 Vom Hausstande. 4. Vollende, Vater, ih ren Lauf! Nimm sie zu deis nem Frieden auf! Berwirf fie wann ihr Herz nun bricht, verwirf sie nicht, Herr, Herr, von deinem Angesicht! 5. End' ihrer Krankheit bangen Schmerz! Bon ihm entladen ruh ihr Herz, daß ihre müde Seele frey von Tauscherey des heißentflamm. ten Leibes sey! 6. In ihr erschaffe deine Ruh! In ihren Herzen bete du, Geist Gottes, daß sie glaubend traun, auf Jesum schaun, auf Jesum in des Codes Graun. 8. Ach, Gnade, Grade geh für Recht! Denn von dem menschlichen Geschlecht if selbst der Heiligste nicht rein, fann keiner dein, Gott, ohne deine Gnade seyn! 9. Sey ihnen, Gott, nicht fürchterlich! Erbarme, Rich ter, threr dich! Ach, all der Tiefe rufen fle! Erhön fie! Erlöse Gott, erlöse sie! 10. Zu sterben, Herr, gieb ihnen Muth durch Jesu Todesschweiß und Blut ver gossen in Gethsemane, und auf der Höh, der Schädel ståtte dunklen Höh. 11. Entschlummert! geht 7. Bet unaussprechlich, voran zu Gott! euch seegne, Geift des Herrn: Zeig ihnen seegne, seegne, Gott! wann ihren Lohn von fern! Laß fie euer sterbend Auge bricht, des Vaters Herz ersehn, ge- leit euch fein Licht, trößt euch trößtet sehn, wie der sie liebt, des Baters Angesicht! zu dem sie gehn! VII. Lieder für besondere Zeiten, Umstände, und Schickungen Gottes. 1. Neujahrslieder. Mel. Nro.$ 27. Wach auf mein Herz! 2c. 509. Mit Freuden laßt uns treten vor Gott, ihn anzubeten! Vor Gott, der unserm Leben bis her hat Kraft gegeben. 2. Wir Erdenpilger wan. dern von einem Jahr zum an. bern. Die schnelle Flucht der Stunden wird faum von uns empfunden. 3. Und diese Wandertage find nie ganz frey von Plage Auf Dornenvollen Wegen gehn wir dem Grab entgegen. 4. Doch eilen treue Mütter bey schwerem Ungewitter und drohenden Gefahren, Kinder zu bewahren: Die s. So eilet, voll Erbarmen, auch Gott mit Baterarmen, wann Trübfalswetter bligen, die Seinen zu beschützen. 6. Lieder für besondere Zeiten, Umstände zc. 6. Erhalter unsers Lebens, fürwahr es ist vergebens mit unserm Thun und Wachen. Du weißt es wohl zu machen. 7. Lob dir, du táglich neue| legen. und grosse Batertreue! Lob fey den starken Händen; die alles Herzleid wenden! 8. Hor ferner unser Fleben, und eil uns bevzustehen. Sey du in unfern Leiden die Quelle wahrer Freuden! 9. Gieb mir, gieb allen denen, die sich nach Troste seb. ne, zu dir, in Noth und Schmerzen, vertrauensvolle Herzen. 10. Herr! wehre du den Kriegen, laß Menschenliebe fiegen. Laß nach dem Bluts vergiessen der Freuden Strò, me fliessen! 11. Sprich deinen milden Seegen zu allen unsern We. gen. Laß Groffen, Herr! und Kleinen, die Gnaden: fonne scheinen. 12. Sey der Verlaßnen Bater, der Frrenden Beras ther, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und Haabe. 13. Hilf gnädig allen Kran. ten. Gieb fröhliche Gedanken den tief betrübten Seelen, die sich mit Schwermuth quälen. 14. Vor allem, Herr! vers leihe uns deinen Geist aufs neue, der uns mit Tugend diere, und uns zum Himmel führe. 425 ts. Das wollest du uns geben, du, Herr, von un. ferm Leben! So werden wir im Seegen dieß Jahr zurücke Mel. Nro. 3. Lob, Ehr und Preis zc. 510. Du, Gott, du bist der Herr der Zeit, und auch der Ewigkeiten! Laß mich auch jetzt voll Dankbarfeit, dein hohes Lob verbrei, ten. Ein Jahr ist abermal dahin. Wem dank ichs, Gott, daß ich noch bin? Nur deiner Gnad und Güte. 2. Dich, Ewiger, dich bet ich an, dir will ich mich ers geben; Dir, den kein Wech fel treffen kann, vertrau ich froh mein Leben. Wir blühen, und vergehn durch dich; Nur du bist unveränderlich, du warst, und bist, und bleibest. 3. Herr, ewig wahret deine Freu, mit Huld uns zu begegnen: Und jeden Mors gen wird sie neu, mit Wohls thun uns zu seegnen. Ich fenne keinen Augenblick, da nicht von ihr stets neues Glück mir zugeflossen wäre. 4. Du hast auch im verfloßnen Jahr mich väterlich geleitet; Und wann mein Herz voll Sorgen war, mir Hülf und Trost bereitet. Von ganzer Seele preis ich dich, Aufs neue Gott, ergeb ich mich ganz deiner weisen Führung. 5. Bers 426 Lieder für besondere Zeiten, Umstände, 5. Vergieb mir die gehäufte| Gut nimm in deine Vaterhut. Schuld von den verfloßnen Neues Glück und neues Tagen, und laß, Herr, ben, wollest du aus Gnaden deine Baterhuld mich Schwa- geben. chen ferner tragen. Laß mich in deiner Gnade ruhn, und lebre lebenslang mich thun nach deinem Wohlgefallen. 2. Ja, es sey ein Jahr der Gnaden! Habe ferner noch Geduld, Herr, wir sind mit Schuld beladen, ach! erlaß uns unsre Schuld. Wirke sch ber Reu und Leid, und las uns Barmherzigkeit und Be zeihung aller Sünden in dem Blute Jesu finden. 6. Ja, gieb mir Lust und neue Kraft, vor dir gerecht zu wandeln. Laß mich, Herr, stets gewissenhaft mit mir und andern handeln. Dein Geift belebe Herz und Muth, dich, o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt zu lieben. 7. Die Welt vergeht; Dieß reiße mich, die Bust der Welt zu flichen. Um begre Freuden müssen sich mein Geist schon jetzt bemühen! Den Engeln bin ich ja verwand! im Him, mel ist mein Vaterland; Da. hin, Herr laß mich trachten! 3. Der du uns dieß Jahr gegeben, gieb, daß dirs ge heiligt sen! Hilf uns, fromm und christlich leben, red lich ohne Heucheley, und voll Bruderlicbe seyn, auch den Feinden gern verzeihn; Daß wir glücklich hier auf Erden, und dort ewig seelig werden. 8. Ermuntre mich, die Le benszeit recht weislich anzu, wenden, und laß die Bahn zur Ewigkeit mit Vorsicht mich vollenden. Der Tage Last er. leichtre mir, bis meine Ruhe dort bey dir kein Wechsel weiter störet. 4. Laß es uns auch fröh lich enden, dieses angefangne Jahr. Leit uns, Herr, mit Baterhånden, halte bey uns in Gefahr. Steh uns bey in aller Noth, und verlaß uns nicht im Tod. O so können wir mit Freuden sterbend einst von hinnen scheiden. Mel. Nro. 180. Geist vom Vater und zc. Mel. Nro. 2. Mit Singen dich zu tc. elft Gottes Gute 511. Hilf, Herr, laß es 512. preifen! Stimmt wohl gelingen! Christen, mit mir ein! Uns Hilf, ein neues Jahr geht dankbar zu erweisen, soll uns an! Laß es neue Kräfte brin. fre Freude seyn. Ein neues gen, neuen Seegen jedermann, Jahr fängt an! Doch, daß Uns, and unser Haab und wirs angefangen! daß wit Dem und Schickungen Gottes. 427 dem Tod entgangen, hat Gott| Jahre versorg uns, und bes es nicht gethan? wahre die Deinen in der Noth. 2. Mit fröhlichem Gemüthe dankt ihm, dem Herrn der Zeit! Denn Gott ist reich an Gute, reich; an Barmherzig feit. Er wars, der unser Land, der unser Leben schůzte; Er gab uns, was uns nuß te, mit väterlicher Hand. 3. Er hat sein Wort erhal ten; Der Kirche Schutz gewährt: Die Jungen und die Alten gepfleget und ernährt, und mit stets milder Hand viel Gutes ausgespendet, viel Unglück abgewendet von un ferm ganzen Land. 5. Er hat uns noch ver. schonet aus unverdienter Huld, und hat uns nicht gelohnet nach unfrer Sünden, schuld. Es ist Erbarmen bloß, daß wohlverdiente Strafen uns nicht vorlängst betrafen; Denn unfre Schuld ist groß. 5. Mit väterlicher Treue nimmt Gott viel Sünder an, die sich mit wahrer Neue zu Jefu glaubig nahn. Er will, was wir bereuen, aus Gna. den gern vergeben, und auch zum besfern Leben uns Hülf und Kraft verleihn. die 6. Sey, Vater, hochgeprie. fen für alle Gütigkeit, du an uns bewiesen in der bergangnen Zeit! Sey ferner unser Gott, und auch im neuen Mel. Nro. 18. Wie soll ich dich würdig ic. 513. Wie der Blik die theilet, so vergehet unsre Zeit. Hat das Alter uns ereilet, stehn wir nah der Ewigkeit! Ach, mit Ernst im Angesichte ruft der Tod uns zum Gerichte, und Verwerfung oder Heil wird dort ewig unser Theil. 2. Seele, wiß es nicht vera gebens: klein ist meiner Tage Zahl. Thats du jeden Schritt des Lebens mit Bedachtsam. feit und Wahl? Såume nicht, dich selbst zu richten, forsche nach des Glaubens Früchten! Frage: bin ich auch bereit, wenn Gott ruft zur Ewigkeit? 3. Nah bin ich vielleicht dem Ziele meiner furz gemeß, nen Bahn: willst auch du dich, wie so viele, diesem Ziel mit Leichtsinn nahn? Steh, es ist von meinen Jahren wies der eins dahin gefahren Sind noch viele Jahre mein? Oder solls das lezte seyn? 4. Wie ein Schiff von star. ten Winden fortgeriffen, ists entflohn! Mit ihm stehn nun meine Sünden alle vor des Richters Thron! Auch, was ich gethan, den Willen meis nes Gottes zu erfüllen: Selbst, was ich dies Jahr ges 428 Lieder für besondere Zeiten, Umstände gedacht, alles ist vor Gott| Du kannst, und willst be bor gebracht. Swahren. 5. Wag ich selbst von je. dem Tage meine Sünd und Tugend ab; O wie steiget hier die Waage! O wie finkt fie dort hinab! Kann ich so vor Gottes Chrone freudig stehen? Ist die Krone, die uns Gottes Huld verhieß, mir, so wie ich bin, gewiß. 6. beginn ein neues Leben! Fang es diesen Tag noch an; Ernstlicher sey dein Beftreben, richtiger fey deine Bahn! Laß dies Jahr nicht auch mit Sünden schwer be. lastet dir verschwinden! Nu.s se redlich deine Zeit, Seele, für die Ewigkeit. Mel. 527. Wach auf mein Herz zc. Erfchallt, erfreute 515. Erfchallt, Lieder! Ein neues Jahr ist wieder. Ein Jahr, vom Herrn gegeben, erscheint für unser Leben. 2. Der, welcher unfre Jahre, von Kindheit bis zur Bahre, gezählt und abgemess fen, hat uns noch nie vergeffen. 5. Du hörst uns, wenn wir beten, dein Sohn will uns vertreten. Vergebung aller Sünden soll, wer all ihn glaubt, finden. 6. Zu diesem Brunn de Lebens fliehn Sünder nie vergebens. Der Zweifler nur versaget sich diesen Trost, und zaget. 7. O herr von unserm le ben! Was sollen wir dir ge ben? Dank, Ruhm, Gebet und Flehen, die wirst du nicht verschmähen. 8. Laß unsre künft'gen Zeis ten dein Wohlthun, Gott! begleiten. Gieb Frieden ferm Lande, dein Heil in je dem Stande. 9. Schüß uns mit deiner Rechten, und hilf, uns deinen Knechten. Wir kennen keinen Retter, als dich, du Gott der Götter! 10. Die Traurigen und Armen erquicke dein Er barmen, daß sie nicht unters liegen, daß sie durch Chri stum siegen. 3. Herr! wenn dein Geist uns führte, und unser Herz regierte, da kamst du auch mit Seegen uns väterlich ent. gegen. 11. Dein Wort laf uns erfreuen, wenn wir in Neng, sten schreyen. Es schent auf unfern Weaen uns immer neuen Seegen. 4. Mit eines Hirten Freude 12. Nun, Herr! wir fal führst du uns auf die Weide, len nieder. Ach! kehre dich beschüßest vor Gefahren; doch wieder zu uns und uns fern und Schickungen Gottes. 429 fern Fluren mit feegensreis| kommen. Der frechen Sün. chen Spuren. der Heere, getreuer Gott! bekehre. 15. Rechtschaffenheit und Treue bevest'ge du aufs neue. Du wirst um Chrifti Willen, Herr! unsern Wunsch er. 13. Laß alle, die dir dienen, durch deinen Seegen grünen. Den wilden Kriegen steure, des Landes Wohl erneure. 14. Sev eine Burg der Frommen, die anzubeten füllen. 2. Sonntagslieder. Mel. Nro. 113. Dieß ist der Tag, den 2c. 514. Dies, Christen ist der Tag des Herrn! Versammelt euch im Tempel gern, kommt vor des höchsten Angesicht, und freuet euch in seinem Licht. 2. Kommt, betet euren Schöpfer an, und rühmt, was er an euch gethan; Thn preisen, ist der Christen Pflicht; Drum, Christen, Auf! versäumt sie nicht. 3. Rühmt seine schöpferi. sche Macht, die alles einst hervorgebracht, den Himmel, und die ganze Welt, und als les, was sie in sich hält. 4. Und als er ihren Bau bollbracht, hat er den Men schen auch gemacht, und ihn nach seinem Ebenbild, mit Unschuld und Verstand er: füllt. 6. Rühmt auch, daß heute Jesus Christ vom Tode aufs erstanden ist, der durch die Gröffe seiner Macht das Le. ben an das Licht gebracht. 8. Laß deiner Auferstehung Kraft, die neues Leben in uns schafft, uns mit dem hohen Troft erfreun, einst ewig, Herr, bey dir zu seyn. 9. O heilger Geist, dein Unterricht sey immer unsers Lebens Licht, und leit uus auf der Tugendbahn durch alle Trübfal himmelan. 10. Erleucht uns stets, du wahres Licht! Entzeuch uns deine Gnade nicht! Sey un ser Trost in aller Noth! Stárk uns im Leben und im Tod! Mel. Nro. 125. Wie göttlich sind doch zc. en öffents auch und was euch nüßt, euch liebreich 516. Dich verehren giebt, euch nahrt und schüßt. und 5. Erkennt, um dankbar ihm zu seyn, daß seine Baterhuld 7. Du Sieger über Tod und Grab, der sich für uns zum Opfer gab, laß uns der Wohlthat würdig seyn, und mach uns von den Sünden rein. 430 Lieder für besondere Zeiten, Umstände, und in sein Haus mit Freuden| Erkenntniß und Verstand! gehn, um andachtsvoll sein Wort zu hören, und ihn lob, preisend zu erhöhn, ist eine Vaicht, wozu der Christ, so lang er lebt, verbunden ist. Der Gottesdienst ist ein Ge schäfte; wozu Gott gütig und verband; Ein Mittel, das uns neue Kraft zum Glauben und zur Tugend schafft. 2. Wenn du nur in der Still ihn ehrest, zwar Jesum Doch deinen Heiland er des Herrn gehört! Wie ihn nicht öffentlich verehrest, ihn nicht auch vor der Welt bekennst: Bist du dann fein? bist du ein Chrift, der seinem Heiland dankbar ist? 7. Wie manchen Trost bab ich empfunden, wenn ich das 3. Wer sich dem Gottes. dienst entziehet, an seines Gottes Ruhetag; Aus Trågheit die Versammlung fliehet, und nicht mit andern beten mag, entzieht sich einer heil': gen Pflicht, und giebt, was Gottes ist, ihm nicht. lieb ich euch, ihr frohen Stur den, da man anbetend Gott verehrt, und um das Ewige bemüht, sich aller Erdensorg entzieht! 8. Nichts gleicht dem himm lischen Entzücken; das hier ein frommes Herz belebt, wenn es in feel'gen Augenblicken sich im Gebet zu Gott erhebt, und voll des Glücks, das es genießt, von Dank und Freu den überfließt. 4. Auch deinen Nächsten zu erbanen, mußt du zum Hause Gottes gehn. Wie manche sind, die auf dich schauen, die blos auf Andrer Beyspiel sehn! O denke dran, daß du, als Christ, ein gutes Beyspiel schuldig bist. 9. Wie nichtig sind der Er den Freuden, dem, der des Himmels Freuden schmeckt! Wie süß der Troft, wenn man im Leiden sein Herz dem besten Freund entdeckt! Wie nichts ist alles Glück der Welt dem, der mit Gott sich unterhalt! 5. Doch selber dich von deis nen Pflichten und von der 10. Kommt, fromme Chris Bahn zur Seeligkeit noch im- sten, theure Brüder, vers mer mehr zu unterrichten, in eint im Geist, vor Gott zu dieser deiner Prüfungszeit, stehn: Kommt, wir sind eis wie nöthig ist dieß nicht, ones Leibes Glieder, fommt Chrift, der du geneigt zu unfern Schöpfer zu erhöhn! Fehlern bist! Frohlockend preifet Jesum 6. Wie schwach sind unsre Christ, der unser Haupt eigne Kräfte! Wie schwach und mittler ist. II, und Schickungen Gottes. C 431 11. O laß uns schmecken 12. Erleuchte, Herr, selbst und empfinden, wie freund. unfre Seelen; Vertreib aus lich Gott den Seinen ist! Er, uns des Irrthums Nacht; der so gnädig unsrer Sünden, Laß uns die Wahrheit nicht so bald wir Buffe thun, ver verfehlen, die du uns selber gist, von neuem uns, als fund gemacht, damit dein Kinder, liebt, und liebreich großer Ruhetag uns ewig Gnad um Gnade giebt. dort beglücken mag. 517. ZEEE Lieb fer Je su, Len ke Sin nen wir sind hier, dich und Be gier auf und dein Wort an zu hören; die füf se Him mels leh ren, Her zen von der Er den ganz zu dir gla daß die 30 gen wer den. 2. Unser Wissen und Ver.| lichkeit! Licht vom Licht aus stand ist mit Finsterniß um. hullet, wenn nicht deine Gnadenhand uns mit hellem Licht erfüllet. Gutes denten, Gus tes dichten, mußt du selbst in uns verrichten. Gott gebohren! Mach uns allesamt bereit; Deffne Hers zen, Mund und Ohren! Uns fer Bitten, Fleben, Singen, laß, Herr Jesu, wohl ges lingen! 3. O du Glanz der Herr. 518. Hert! err! vor dei nem An ge ficht hat Ach, ver wirf die Bit te nicht, die die An dacht, uns per famm let. dein Volk dir, Höch ster, stamm let, Hör auf unfer 432 Lieder für besondere Zeiten, Umstände ENE uns re schwache Lie der, und sieh gnå dig auf uns nie der. 2. Laß dein Wort, das hier erschallt, unser Herz, o Gott, bezwingen, und mit göttli. cher Gewalt tief in unsre See le dringen. Laß es unsern Sinn erneuen, und des Jrr. thums Nacht zerstreun. 519.E = 3. Daß vom Eifer ganz ents brannt, wir, was du befohlen, üben, dich und den, den du gesandt, Jesum Christum herzlich lieben; Daß kein Schmerz und keine Freude uns von deiner Liebe scheide. SEEEE!! Hier sind wir, Gott! und flehn um INFTIT Licht, ver sa ge dei nem Geist uns nicht, lehr uns ELLIE EI dein hei lig Wort ver stehn, und freu dig dei ne We ge gehn. 2. Erleuchte deine Lehrer| gefang gefalle dir, und unser nun, und ihre Hörer; Lebr uns thun nach deinem Wohl. gefallen, Gott; Denn du, o Gott, bist unser Gott! Dant, bis wir vor deinem Throne stehn, und dann vollkommner dich erhöhn. Mel. Nro.$ 18. Herr, vor deinem zc. 520. unfer Gott, wit danken dir, du uns dein Wort gegeben. Gieb uns Gnade, daß wir 4. Erhör uns, unser Lob. hier auch darnach rechtschaf fen 3. Daß wir im Glauben stark und frey von aller Sünd und Heucheley, dir dienen unfre Lebenszeit in Wahrheit und Gerechtigkeit. und Schickungen Gottes, seg fen leben. Gieb dem Glaus ben solche Stärke, daß er thätig sey durch Werte. 2. Uns, o Vater, lehrest du, was wir thun und glau, ben sollen. Schent uns deine Kraft dazu; Bieb zum Wis sen auch das Wollen, und zum Wollen das Vollbringen, so wird alles wohl gelingen. Mel. Nro.$ 18. Herr, von deinem zc. 521. Gott sey Breis und Dank gebracht! Denn nun haben wir vernommen, was die Sünder seelig macht, Gottes Wort, den Trost der Frommen: Lehren, die zu guten Werken unsern schwa: chen Glauben stårfen. 2. Unser Gott erhört Gebet, giebt uns seinen Baterfeegen; Wer nur seine Wege geht, findet Heil auf seinen Wegen. Laß uns denn, ihm zu gefallen, freudig seine Wege wallen. 3. Seine Liebe müffe fich immer mehr uns offenbahren, und die Seinen väterlich vor der Sünden Lust bewahren, daß wir uns von ihm nie trennen, ihn bis in den Todt bekennen. 433 Mel. nro. 517. Liebster Jesu, wir sind. 522. Nun, Gottlob! es ist vollbracht Singen, Beten, Lehren, Ho ren. Gott hat alles wohlges macht: Dankbar laßt uns ihn verehren. Unser Gott sey hochgepreiset, der die Seele wohl gespeiser. 2. Unser Gottesdienst ist aus, und auf uns ruht Got. tes Seegen. Fröhlich gehen wir nach Haus, wandeln fort auf Gottes Wegen. Gottes Gnad wird selbst uns leiten und zum Himmel zubereiten. 4. Unsern Ausgang seegne Gott, unsern Eingang, un fre Werke; Seegne jecen in der Noth mit Geduld, mit Trost und Stärke, daß wir, seines Sohnes Erben, ihm nur leben, ihm auch sterben. 3. Unsern Ausgang feegne Gott unsern Eingang gleis chermassen; seegne unser täg. lich Brod, seegne unser Thun und Lassen; Seegne uns mit feel'gem Sterben, und mach uns zu Himmelserben. Mel. Nro. 82.1 In allen meinen Thaten. 523. Kommt, Kinder, anzubeten! Laßt uns zum Bater treten, der aller Vater heißt; Er ists, der uns das Leben, und sei. nen Sohn gegeben: Er schenk uns auch den heil'gen Geift! 2. Es mangelt ünster Jus gend an Weisheit und an Tus gend; Wir kennen Jesum nicht; Erleucht uns, dir zum Preise, Herr! mach uns flug und we se, durch deines gu. ten Geistes Licht! 3. 434 Lieder für besondere Zeiten, Umstände ic. 3. Lehr uns den Heiland| 8. Herr! laß zu allen Zei kennen, gieb, daß, wenn wir ihn nennen, sich unser Herz erfreu. Hilf, daß wir an ihn glauben, und ihm gehorsam bleiben; Mach unser Herz ihm recht getreu! ten uns deine Gnade leiten, auf guter, ebner Bahn. Füht und in früher Jugend durch Gottesfurcht und Tugend zum Glück des ew'gen Lt bens an! 4. Prág alle heil'ge Lehren, die wir vom Lehrer hören, tief in die Herzen ein. Gieb, Mel. Nro. 125. Wie göttlich sind doch. daß wir sie zum Seegen be: 524. Du läſfeſt, Herr! halten und erwägen, laß uns des Wortes Thater seyn! uns bey deines Wortes hellem Licht. O gieb, daß wir dich dafür preisen! Und seegne jest den Unterricht an uns, aus unsers Lehrers Mund; Mach dich recht unserm Hers zen fund! 2. Hier wird dein Saame ausgestreuet, der fünftig Früchte tragen soll. Wer sich dir in der Jugend weibet, legt Grund zu seinem wahren 5. Vermehr in uns die Trie. be zum Beten und zur Liebe, zum Fleiß, zur Folgsamkeit. Mach Unvernunft und Laster uns täglich mehr verhaßter, mach uns lieb, was dein Wort gebeut. 6. Wir sind schon jicht, als Kinder, vor dir, Gott! groffe Sünder, ach! geh nicht ins Gericht; Gott! fey uns gud. obl. Aus jugendlicher dig, schenke uns unsre Schuld, gedente der vielen Jugendfünden nicht! Frömmigkeit quillt Seegen unsrer tunft'gen Zeit. 7. Wir sind noch unerfab ren; Uns reißt in jungen Jahren das Laster oft dahin. Laß uns die Luft der Sünde, daß fie uns nicht entzünde, tödtend Gift der Schlan: ge fliehn! Det 3. So gieb denn jetzt zu deinen Lehren auch an uns allen das Gedeihn. Laß uns mit Lehrbegierde hören, und auch des Wortes Thater seyn. Or pflanz, zu deines Namens Ruhm, in uns das wahre Christenthum. VIII. Morgen und Abendlieder. 1. Morgenlieder. Mel. Nro. 100. Gedanke der uns Leben zc. Dant; Erheb ihn, meine See le! Der Herr hört deinen Lobs 525.Mein erst Geschäft arfang; Lobsing ihm meine und Secle. 2. Morgen- und Abendlieder. 435 2. Mich selbst zu schützen| daß fetne Paicht erkenn und ohne Macht, lag ich, und willig thue. fchlief im Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht, und Ruhe für die müden. 10. Daß ich, als ein ges treuer Knecht, nach deinem Reiche strebe, gottseelig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe. 11. Daß ich, dem Nächsten beyzustehn, nie Fleis und Arbeit scheue, mich gern bei Andrer Wohlergehn und ih rer Tugend freue. 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genteffe, und meinen Lauf mit Freudigkeit, wann du gebeutst, beschlieffe. Mel. Nro. 227. So hoff ich denn mit tc. 526. 3. Wer wacht, wann ich bon mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in feinem Kreis, und schüßt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Vaicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seis nem Licht, die Seele zu ers wecken? 5. Du bist es, Herr und Gott der Welt, und dein ist unser Leben; Du bist es, der und erhält, und mirs jetzt 9. Gelobet feyst du, Gott der Macht, gelobt sey deine Treue, daß ich nach einer fanften Nacht mich dieses Tags erfreue! groffer Schöpfer dieser Welt, der alles, was er schuf, er. hält, und alles auch regieret: Gott, dessen wunderreiche Hand einft jene Himmel aus. gespannt, die deine Sonne zieret. 7. Laß deinen Seegen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen; Und lehre du mich felber thun nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; Auf dich hofft meine Seele. Sey mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle. nach dunkler Nacht, in ihrer 2. Noch willst du, daß, die Natur entzücke: ganzen Morgenpracht mich Noch heut seh ich dieß Sonnenlicht, vielleicht nur beut, schon mors gen nicht, vielleicht nur Aus genblicke. 3. Ich fühle, daß ich sterbe lich bin; Mein Leben welft, 9. Gieb mir ein Herz voll wie Gras dahin, hinfällig Zuversicht, erfüllt mit Lieb gleich dem Laube, Wer weiß, and Ruhe, ein wetses Herz, wie unerwartet bald des Hich, ca Morgen und Abendlieder. C 436 Höchsten Wort an mich er. schallt: Komm wieder, Staub, zum Staube! Huld nicht alles giebt, was jedem nützlich scheinet! 4. Wann mich das sinstre Grab verschlingt, ein tiefes Schweigen mich umringt, mich die Verwesung naget; Alsdann bleibt alles doch zu. rück, und hatte gleich ein günstig Glücf mir keinen Wunsch versaget. 8. Er wird auch mein Bet forger seyn. Und nicht ein irrdisch Glück allein will mit mein Vater geben. Dies Lo ben ist ein Augenblick, cin Frühlingstraum das längste Glück, ich soll unsterblich leben! S. O Thorheit, wenn ich mich verkannt, und nach der Erde Lieblingstand, nach groffem Gut gegeißet! Wenn mich der Ehre schimmernd Kleid und aller Prunk der Eitelkeit zu niederm Neid gereißet! 9. Gedanke der Unsterblich teit, der über Erd und Welt und Zeit ein edles Herz erhes bet! Empóre dich in meinet Bruft, wann manche Lot kung falscher Lust mich verführen strebet! 18. Verderblich im Genusse find des Lasters Freuden, die 6. Verlangt mein leiser| geschwind und stets bereuet Wunsch zu viel? Berfolg ich fichen. Ich bin ein Pilgrim ein zu weites Ziel auf unge in der Zeit; Nur Freuden eis wiffem Pfade? O Gott, ich ner Ewigkeit verdienen mein beuge mich vor dir! Hier Bemühen. bin ich: es geschehe mir nach deiner weisen Gnade! 7. Der Mensch, der aufs geblasne Thor, schreibt seis nem Schöpfer Weisheit vor, murrt immer, flagt, und weinet! Gott liebt ihn mehr, als er sich liebt, da seine Christen. 527. 11. Drum lent, o Ewiger, mein Herz schon hier auf Er den himmelwärts entreiß es niedern Lüsten! Mach An dre reich; mich mache du nur weise, nur voll Seclenrub, nur, Gott, zum wahren Wach auf mein Herz, und sin ge dem FE Schop fer al ler Din ge, dem Ge ber als Icz Morgen, und Abendlieder. COMERECENZE ler Güter, der Men schen treu em Hù ter. 2. Mit göttlichem Erbar| mern, für uns wacht; Der men bedecktest du mich Armen: uns im Schlaf erquicket, Schlaf, sprachst du, ohne und unsre Kraft erneut, und Grauen, die Sonne sollst du uns die Erde schmücket, und schauen. was er schuf, erfreut! 3. Dein Wort, Herr, ist geschehen; Ich kann das Licht noch sehen. Du machst, daß ich aufs neue mich meines Lebens freue. 4. Du willst tein Opfer haben; Doch Dank für deine Gaben, und Lob und findlich Flehen, wirst du, Herr, nicht verschmähen. 5. Dein Werk wollt du vollenden, und deinen Ens gel fenden, der mich an diesem Tage auf seinen hånden trage. 6. Du wollest selbst mir rathen in allen meinen Tha. ten; Mich stets zum Besten leiten, zum Himmel mich bereiten! 7. Begleite mich mit See. gen auf allen meinen We gen! Dein Wort fei meine Speise auf meiner Pilger reise, 437 Mel. Nro. 80. Befiehl du deine Wege zc. 528. Lobt Gott am frohen Morgen! Lobt ihn, der in der Nacht, indem wir ohne Sorgen sanft schlum. 2. Der Engel heil'ge Heere erhöhn ihn mit Gesang: Auf! singt in ihre Chöre, in ihren Jubelflang! Wer sollte Gott nicht loben, und ihm nicht dankbar feyn, da seiner Güte Proben sich jeden Tag erneun? 3. Auch mir hast du geges ben; Herr, was ich hab und bin; Doch dieß mein irrdiſch Leben eilt unaufhaltsam hin. Bald ist sie ganz verschwun. den, die Vorbereitungszeit: Doch hångt an ihren Stuns den das Heil der Ewigkeit. 4. O füsser hoher Glaube: nicht ganz werd ich vergehn, nein, ich der Mensch vom Staube, foll wieder aufera stehn! Laß mich dieß nie vers geffen; Nein, dieser Hoff. nung voll, vielmehr mich fiets ermessen, was ich einst wer. den soll. O 5. Getroft mein Geift! ermüde im Tugendeifer nicht: Dich stärket Gottes Friede mit Kraft und Zuversicht. Ermuntre dich und streite! Des 438 Morgen und Abendlieder. Des Sieges Lohn ist nah!| ach, was bin ich ohne dich! Getrost vielleicht ist heute Ein trrend Schaaf; Erhalte des Kampfes Ende da. mich, mein Hirt, auf deinen Pfade. Stårt mich, daß ich stets mich übe, deine Liebe Mel. Nro. 105. Wie herrlich strahit der tc. 529. Dich feh ich wieder, betrachten, über alles did und freue mich der edlen Pflicht, dem Höchsten lob zusingen. Ich will, vor from mer Dankbarkeit, o mildester Erbarmer, dir Preis und Anbetung bringen! Schöpfer; Bater! Deine Treue rührt aufs neue mein Gemüthe. Froh empfind ich deine Güte. 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was war ich hättest du dich nicht, so hülf reich mir bewiesen? Zu mei. nem Leben setzest du jetzt einen neuen Tag binzu; Sey hoch dafür gepriesen! Durch dich bin ich, und ich merte neue Stärke. Dich erhebe Herz und Mund, so lang ich lebe. 3. Verleih, o Gott der Lieb und Macht, daß Sünd und Gram, wie diese Nacht, auf ewig von mir fliehe; Daß ich die furze Lebenszeit in christ. licher Zufriedenheit zu nüßen mich bemühe. Prüfe, siehe, wie ichs meine. Dir ist teine meiner Sorgen, auch die kleinfte nicht, verborgen.. 4. Ich bin ein Christ! o Herr, verleih, daß ich des Namens würdig sey! Mein Ruhm sey deine Gnade. Denn 7. Auch im Geräusch de Welt soll mich der heilige Ge dank an dich oft ftill zu dir heben. Im dunklen Thale wall ich hier; Einst nimmt du mich hinauf zu dir, um Licht und höhern Leben. Auf dich hoff ich, Herr, ich werde mich der Erde gern entschwin gen, die dort ewig Lob ju fingen. Mel. Nro. 80. Befiehl du deine Wege. 530. Mit Danten und mit Beten vor deinen hohen Thron, o Bas ter, hinzutreten, befahl dein lieber Sohn. Er hat mit theurem Amen Erhörung gesagt, wenn dir in Jesu Namen der Christ sein Leiden flagt. 2. Drum fomm ich diesen Morgen auf dein Gebot zu dir: Du kennest meine Sor gen; Nimin, Vater, fic von mir. Gieb mir, was ich entbehre; Und du, o Jesu Chrift, vertritt mich, und ges währe, was noth und sele lig ist. 3. Ich bitte nicht um Leben um Ansehn, Ruhm und Geld; Was Morgen und Abendlieder. 439 Was gut ist, wirst du geben;| Kraft, Kunst, Weisheit, Gieb mir, was dir gefällt! tluge Sinnen, und Rath und Hier ist doch alles nichtig, und Wissenschaft, damit ich denk lauter Eitelkeit, vergänglich, und handle wie dirs gefäls dürftig, flüchtig, wie meine lig ist, und vor der Welt auch Pilgerzeit. en wandle rechtschaffen, wie ein 4. Zuerst, o Vater, schenke Christ. mir ein gehorsam Herz, daß 6. So wird von jenem als stets an dich gedenke und nicht an eitlen Scherz Es liebe dich, und flamme zu dir, Gott, himmelan, sey beilig und verdamme der Lafter breite Bahn. | fen, von Leben, Ehr und Geld, auf meinen Antheil fallen, so viel dir, Gott, ges fällt. Laßt uns die Seele schmücken; Gott, wie sein Wort versprach, wird schon den Leib beglücken. Glück folgt der Tugend nach. 5. Hernach laß mich ge winnen, durch deines Geifies 2. Morgenlied im Leiden. Mel. Nro. 342. Wer nur den lieben Got ze. lich härtere Beschwerde zu Klagen und zu Chránen Morgen Noch immer seh ich er 531. Dommt, und unerhört um Labung, die mein Herz begehrt.petas 4. Herr, eile doch mie beyzustehen, verlaß den müs den Wandrer nicht. O neige, Bater, auf mein Flehen, zu mir dein freundlich Angesicht! Gieb mir Geduld, und bey dem Schmerz ein hoffend und meine Klage wird jetzt mit diesem Morgen neu. Wie traurig schleichen mir die Tage der bangen Wanderschaft vor ben! Der Sonne neugeschent. tes Licht erheitert meine See. le nicht. 2. So traurig, als die Abendstunden, ist dieser neue gelaßnes Herz. Tag für mich; die Quaal, die ich bisher empfunden, erneuert mit demselben sich. Ich hoffte Trost in meiner Pain; Doch meine Hoffnung traf nicht ein.at 3. Noch immer bin ich auf 5. Mir ist mein Schicksal noch verborgen, das diesen Tag mich treffen soll: Auf dich, Herr, werf ich meine Sorgen; Du kennst und ſuchst mein wahres Wohl. Und was dein Rath beschließt und thut, der Erde, wo mich Gefahr ist heilig und gerecht und gut. und Noth umringt, und tåg. 6. Soll ich die Last noch làn= Morgen- und Abendlieder. 440 långer tragen, so halt ich| deiner Führung still. In dir zufrieden, will ich sagen: Herr, wie du willst, nicht wie ich will! So laß mich, Bater, in der Dein geduldig, wie mein Heiland, seyn! frey. Dann folget auf die Leidenszeit dort ewige 3u. friedenheit. 8. Gestärkt durch diesen hohen Glauben tret ich auf meinen Leidenspfad. Herr, ftårte, starte meinen Glauben, auch dann, wann sich der Tod mir naht. Vielleicht erscheint er heute mir; Wohl mir! 7. Nach diesen schmerzen vollen Stunden rückt einst mein Ende doch- herbey: dann hab ich ewig überwunden, Ich leb und sterbe dir. und bin von aller Trübfal ULT 5. Abendlieder. Sain Mel. Nro. 82. mein Heil. Ich bin der Schuld In allen meinen Thaten zc. entladen, und bin bey dir in 532. Herr, der du mir Gnaden, und in dem Him. Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet ich findlich an! Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich finge, und die du heut an mir gethan. Ais mein Theil. Bedeckt mit deinem Seegen, eil ich der Ruh ents gegen; dein Name sen ge preist! Mein Leben und mein Ende ist dein; In deine Hände befehl ich Bater, meinen Geist! 2. Mit dankendem Ge. müthe freu ich mich deiner Gute; Ich freue mich in dir. Du giebst mir Kraft und Mel. Nro. 180. Geist vom Bater und zc. Werte, und schafft ein rei, nes Herz in mir. b 3. Gott, welche Ruh der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn; Auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen, und dort den Preis des Glaubens sehn! by man A" munter, ges Stárke, Gedeihn zu meinem 533. Auf, o Secle, werde denk an deine Vaicht; denn die Sonne geht zwar unter aber Gottes Güte nicht. Heut auch hat sie mich genährt; Heut auch Freud und Troft gewährt, vor Gefahren mich geschützet, meine Schwachheit unterstüßet. AC TO 2. Sey denn auch von mir 4. Ich weiß, an wen ich gepriesen, Bater der Barm glaube, und nahe mich im herzigkeit! Der viel Gutes Staube zu dir, o Gott, I mir erwiesen, mich geseegnet und Morgen und Abendlieder. und erfreut; Auch von Sun| Tod uns im fichern Schlafe den mancher Art mich an die droht, oder laß uns, wenn sem Tag bewahrt, und viel wir sterben, doch des Him Unglück abgetrieben, daß ich meis Freuden erben. unverlegt geblieben. 7. Höre, Vater, ach! erhöre, was dein Kind von dir begehrt. O Sohn Gottes, dir zur Ehre werd es mir durch dich gewährt! Heil'ger Geist, verlaß mich nicht; Gieb mir Muth und Zuversicht! Hör, ach höre, Gott, mein Fles hen. Amen! Ja, es wird geschehen. 3. Gott, da ich voll Danks erzähle, wie so groß dein Bohithun war, stellen sich auch meiner Seele die begang, nen Sünden dar. Wie ist ihre Zahl so groß! Denn, Herr nicht nach Thaten bios, auch nach ihres Herzens Dich ten, wirst du einst die Men, schen richten. 441 Mel. Nro. 438. 4. Doch mit reuevollem Herzen wag ich es, mich dir zu nahn: Wenn uns unfre Freue dich, o meine zc. Sünden ſchmerzen, nimmt 534. Nacht und Stille wieder du uns in Jesu an. Ich verläugne nicht die Schuld; Doch, ich weiß, daß deine Huld grösfer sey, als unsre Sünden, auch wo ihrer viel fich finden. unsre müden Augen zu; die von Arbeit matten Glieder sehnen sich nach Schlaf und Rub: Aber du versäume nicht, meine Seele, deine Pflicht, dich zu Gott noch zit erheben, seinem Schuß dich zu ergeben. 5. Gieb nun bis zum fro. hen Morgen meinem Leibe fanfte Rub. Durch dich schlaf 2. Prüfe dich vor ihm, o ich ohne Sorgen; wenn ich| Seele, nüßtest du auch deine schlafe, wachest du. Seel und Zeit! Wärst du, wenn er Leib befehl ich dir; Walt all. dir befähle, vors Gericht zu mächtig über mir. Sey auch gehn, bereit? Ach, erwag es? du der Gott der Meinen Eins ist noth! Denk an ihn jable fie auch zu den Deinen! und an den Tod! Denn allein 6. Ach, laß uns fein ban. in diesem Leben kann und will ges Schrecken, weder Raub, dein Gott vergeben. noch Feuersglut, aus dem füßen Schlummer wecken; Dalt uns, Herr, in deiner Hut. Hilf, wenn Krankheit oder g 3. Herr! ich muß es dir gez stehen; Oft vergaß ich meine Pflicht! Ach, du hasts, du hasts gesehen; Aber schon' und richte 442 Morgen- und Abendlieder. der Sünde. richte nicht! Mein Vertrauen| ich dich, in mir die Macht gründet sich nur auf deinen Sohn und dich, der du auch die Sünder liebeft, lieber wohl thust, als betrübest. 4. Mit Glauben, der sich thätig weist, schmück, Höchs ster, meine Seele; Und warne mich durch deinen Geist, so oft ich strauchelnd fehle. s. Richter über Tod und Leben! Du willst nicht des Sünders Tod; willst die größte Schuld vergeben des nen, die dich suchen! Gott: Ach, ich komm und suche dich, und mein Mittler spricht für mich: darum laß mich Gnade finden, und vergib mir meine Sünden! 5. Dir danke ich, Bater für die Huld, die du mit beut erwiesen. Du trägst mich Sünder mit Geduld; Sey hoch von mir gepriesen! 6. Sich ferner mich in Gnaden an; Bergieb mir meine Sünden, und laß mich auf der Tugendbahn der Seele Frieden finden. ner Bahn; Nimm dich dann, 7. Wenn meine matten daß ich nicht gleite, mächtig meiner Schwachheit an! Gieb zu meiner Pilgrimschaft deis nen Schutz und deine Kraft Fröhlich geb ich dann am Ende meinen Geist in deine Hände. Glieder nun vom Schlaf ges feffelt liegen, so laß mich sanft und sicher ruhn, bis Nacht und Schlaf verfliegen. Mel. Nro. 7. Kommt her, verfündigt tc. unter deinem 536. WaSchirme ruht, Mel. Nro. 93. Ach wie viel Boses: c. o Gott, von dir bewacht, 535. Wie schnell ist mir der troßt mit unerschrocknem Muth dem Grauen dunkler Nacht. der Tag entflohn Den ich durchlebet habe! Vol. lendet ist nun wieder schon ein neuer Schritt zum Grabe, 2. Herr, lehre mich die Flucht der Zeit mit stillem Ernst bedenken, wann in des Lebens Eitelkeit mein Herz sich will versenken, et ne 2. Aus dder stiller Finsters nig fing ich dir, Herr, ein Lied: Mein Herz frohlockt, und ist gewiß, daß mich dein Auge sieht 3. Der Tag ist schnell das hin geeilt, und deine Baters hand hat mir viel Gutes zugetheilt, viel Böses abges wandt. 4. Auch s. Leb ich morgen, ach! fo leite meinen Gang auf deis 2. Damit ich jeden Abend mich in Zufunft frömmer fin. De, so todte selbst, dieß bitt Abit Morgen und Abendlieder. 4. Auch in der Noth, und wann ich litt, nahmst du dich meiner an: Und so ist nun ein neuer Schritt zur Ewigkeit gethan. 5. Gott! wie ist deiner Huld fo viel! Du machst die Prüfung leicht. Die Tage flichn; bald ist mein Ziel der Vilgrimschaft erreicht. 6. Doch dir befehl ich meine Zeit: So lang es dir gefällt, 4. Abendlied am Mel. Nro. 11. O fönnt ich dich mein tc. 537. Die Woche gebet zwar zu Ende, boch Gottes Batertreue nicht: Bohin ich meine Blicke wen. e, schwebt sie vor meinem Angesicht. Ich leb, o Gott, allein durch dich; Du schüßs test und erhieltest mich 443 2. Mein Daut foll auf zum Himmel steigen, für deine groffe Gütigkeit! Von ihr kann diese Woche zeugen, wie meine ganze Lebenszeit: Die Hand die mir viel Gutes gab, wandt auch viel Böses von mir ab. du Vater der Barmherzigkeit, lcb ich auf dieser Welt. Do 7. Ich trau auf dich, und zittre nicht: Kein Unfall wird sich nahn: Denn du bist meine Zuversicht von meiner Jus gend an. 8. Mit Finsterniß umringt schließ ich die Augen betend zu; Doch du, mein Vater, bist um mich, und seegnest meine Ruh. Ende der Woche. 4. Wie unwerth bin ich deiner Treue! Ich fühl es, tief gebeugt vor dir! Ber. wirf, verwirf nicht meine Reue! Vergieb um Jefu wil. len mir! Gott, der so viel an mir gethan, nimmt mich zum Kinde wieder an! 5. Soll ich noch langer auf der Erde dein Bilgrim seyn, so steh mir bey, daß meine Seele frömmer werde mein Leben die geheiligt fey: Laß unverführt vom Reiß der Welt, mich willig thun t was dir gefällt. 6. Nun leg ich mich zue Ruhe nieder, und fürchte 3. Doch, Vater, meine nichts: du bist bei mir! Seele bebet, wenn sie mit Weckt mich der neue Morgent Scham zurücke denkt, wie wieder, dann dank ich und übel ich vor dir gelebet, und lobsing ich dir, daß du, in ich durch Undant oft ge grauenvoller Nacht, für mich, frankt. Ich sehe meine grosse dein schwaches Kind, ge Schuld; Wie unwerth bin ich deiner Huld! wacht. 761 AC 7. Doch soll, in meinen Pila Morgen und Abendlieder. Pilgerleben, dieß mein letzte| die mein Erlöser, als er Woche seyn: So will ich starb, in seinem Reiche mit auch nicht widerstreben, und erwarb. mich auf jene Rube freun, 444 5. Abendlied im Leiden. Mel. Nro. 7. Kommt her, verkündigt tc. bist und bleibst mein Gott; Dein Wort versüßt mir jeden 538. Auch diesen Tag hab Schmerz, und lindert jede Noth. ich vollbracht, mit aller seiner Noth. Nur deiner Vaterlieb und Macht verdank ich es, o Gott! 4. Wärst du nicht meines Lebens Kraft, mein Netter, und mein Heil; So wurd' in meiner Pilgrimschaft kein Trost mir je zu Theil. 3. Doch welchen Troft fühlt nun mein Herz! Du 4. Froh kann ich mich dem Schlaf vertraun: Auch schla fend bin ich dein; Vor teis nem Unfall foll mir graun; Du wirst mein Helfer seyn. 5. Und sollt, o Bater, diese Nacht des Leidens lette seyn: Wohl mir! dann ist mein Lauf vollbracht, vorbey des Lebens Pein! IX. Tifch lieder. 20 sin 1, Vor dem Essen. Mel. Nro. 79. Mein Auge sieht, o Gott zc. 539. Bater, tindlich beten wir um uns fer täglich Brod zu dir: Giebs deinen Kindern, die du liebst, und feegne, was du huldreich giebst! ziehn, wenn wir voll Glaus bens zu dir fliehn. 4. Laß uns zwar fatt, doch måßig seyn, uns deiner Güte dantbar freun, und nie vers gessen im Genuß, daß auch der Arme leben muß. 2. Thu auf, Herr, deine Mel. Nro. 7. Kommt her, verkündigt ic. Les milde Hand! Auf dich ift 540. Gott! was bed fee aller gewandt, der du bens Krafte von allem, was da ist, der nährt, wird uns durch Schöpfer und Versorger bist. Fruchtbarkeit, durch Kraft zum Fleiß von dir beschert; Wir dankens dir erfreut. 3. Du hast auch uns bis, her genährt, was wir bes 2. Gieb von den Früchten Jurften, uns gewährt, und dieser Welt und, Herr, ein virst es künftig nicht ent- nöthig Theil; Und wann der Fleiß Tischlieder. 445 Fleiß dir wohlgefällt, so und danken dir, o du lieb, schenk ihm Gud und Heil. reicher Gott! 4. Bernünftig froh laß im Genuß, und stets uns 3. Durch deinen Seegen måßig seyn, und, schenfest haben wir für heute unser du uns Ueberfluß, den Dürfs Brod. Wir nehmens hin, tigen erfreun. 541. 2. Nach dem Essen. S Was den Leib er hålt und nährt SHERESES: hat uns un ser Gott ge währt, der bie gan ze wei te Welt durch sein All machts. 1111 wort er hålt: und was le bet auf dem Land, in der Fluth, im dürr sten Sand, såt tigt sich aus sei ner Hand. 1013 2. Herr, auch mich, auch| was mich speiset, was mich mich erfreut deine große Mil. Digkeit; Und mit Freuden bring ich dir Lob und Preis und Dank dafür; Dir, der noch an mich gedenft, mir noch immer liebreich schenkt, tránkt! 3. Aber gieb, daß auch dabey ich im Guten stands haft sey; Und mein Her vergeffe nicht seine grosse Christenpsicht, daß von meis 446 Tischlieder. meinen Ueberfluß ich, nachlich auch die Frucht genießt; másigem Genuß, auch die Armen speisen muß. 4. So genieß ich dieß mein Theil, dir zu Ehren, mir zum Heil; So wird deine Gütigkeit nicht durch Ueber. muth entweiht; Dankbar will ich mich erfreun; Du foulst fünftig mir allein Ba. ter und Versorger seyn. Dev Wind, der durch die Felder wehet, die Wolke, die das Land begießt, des Hims mels Thau, der Sonne Strahl, sind deine Diener Fallzumal. Mel. Nro. 1. 4. Und also wächst des Menschen Speise, der Acker schaffet ihm sein Brod. In Garten grünt auf gleiche Weis se sein Unterhalt auf dein Ge bot; Ihm reichst du, was Mein Herz, ermuntre zc. 542. Gott, von dem vonnöthen war, in Fischen, Vich und Vögeln dar. wir alles haben, die Welt ist wie ein großes Haus; Du aber theilest deine Gaben, recht als ein Vater, drinnen aus; Dein Seegen macht uns alle reich. Herr, unser Gott! wer ist dir gleich? 5. Woran soll ich zuerst gedenken? Der Wunder sind hier gar zu viel. So viel, als du, fann niemand schen ten, und dein Erbarmen hat fein Ziel; Denn immer wird, uns mehr beschehrt, als wir," wir Sünder, jebmals werth. 2. Wer kann die Menschen alle zählen, die sich von dir ernähret sehn? Doch muß die Nothdurft keinen fehlen: Denn du weißt allen vorzu fichn: Du sorgt für uns, und jedes Land bekömmt sein Brod aus deiner Hand. 6. Wir wollen dein denn nie vergessen, da deine Gas ben uns erfreut. Für unser Brod, das wir gegeffen, fey dir, Herr! Unser Dank ges weiht und Unser ganzes Les benlang erheb dich unser Lob 3. Du machst, daß man gefang. auf Hoffnung fået, und end. I X. Von den vier Jahrszeiten. 1. Frühlingslied. Mel. Nro. 3. der mit all Sob, Ehr und Preis zc.. treis schmücket, mächtig reicher Kraft das, was er schuf, erquicket. Der den Frühling Herr erschafft, der Herr ers schafft, Gott, der den Erd. hält; Er liebt und seegnet 543. Lobt Gott, der uns feine Von den vier Jahrszeiten. 447 feine Welt: lobsinget ihm, Meere. Ich lobe Gott! Ich Geschöpfe. preise dich, wo ich nur bin, bist du um mich mit deiner Lieb und Gnade. 2. Das Land, das erst erstorben lag, erwacht und lebt nun wieder. Es fromt mit jedem neuem Tag der Sec. gen neu hernieder. Der Wurm, der in dem Staube webt, der Vogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich stines Lebens. 6. Du rufft die Wolken übers Land, und tránfest diese Erde, daß mit den Gas ben deiner Hand der Mensch gesättigt werde. Thau, Res gen, Sonnenschein und and Wind, die deiner Allmacht Diener sind, erzählen deine Güte. ab, der allem Scyn und Le- feit selbst ausgewits 7. Es stromen, wenn dein Donner draut, wenn Berg und Thol erzittern, Gesund beit, Stárkung, Fruchtbar. den tern. Dann bricht die Sonne neu hervor, und aller Kreas turen Chor jauchzt und erfreut sich wieder. ben gab, auf seiner Hände Werke. 8. Von dir kömmt, was uns hier erfreut, du Bruns quell aller Gaben; Dort wirst du uns mit Seeligkeit in reichen Strömen laben. Denn freuen deine Engel fich: auch wir, o Gott! wir loben dich, sind einst, wie sie, una 3. Der Erde Antlik ist verjüngt, und heiter glänzt der Himmel: Gebirg und That und Wald erklingt von freudigem Getümmel und gnädig schauet Gott her 4. Doch fühllos nur und unbeseelt find Auen und Gefilde; auch hast du nicht das Thier erwählt zu deinem Ebenbilde. Der Mensch nur freuet deiner fich, fennt, fühlet und empfindet dich und hofft ein ew'ges Leben. 5. Lobsinget ihm! Er ist und nah: singt alle feine Heete, der Herr ist allenthalben sterblich. da, im Himmel, Erd, und Sommerlied. Mel. nro. 46. Macht, was auf der Erde Allmächtiger! wir singen 2c. lebet. Boll Seegens machst $ 44. Gott! So bald du unser Land, und schenkest der Tag erwacht, uns mit milder Hand die trfreuft du, was da webet, Frucht, die uns ernähret. and Abends danfet deiner 2. Du giebst uns Regen früß 448 Von den vier Jahrszeiten. früh und spät; und jeder| Seegen schwer, vergoldet Grashalm zeuget von dir, nun die Felder; Die Freude vor desfen Majestät die volle büpfet weit umher, auf Nehr sich neiget. Daß Furch Wiesen und durch Wälder, und Fluren sich verneun, da: in jedem Thier, das du ers zu giebt deine Huld Gedeihn nährst, und dem du Ueber, durch Sonnenschein und fluß gewährst zur Stillung Regen. feiner Triebe. 3. Du trönft mit uner schöpfter Hand das Jahr in Sommerzeiten: du träufeist auf das ganze Land des Seegens Fettigkeiten. Es trieft von ihrem milden Guß nun über Berg und Thal dein Fuß. Wir freun uns feiner Spuren. 4. Das Korn, von deinem 5. s. Der fromme Landmann bringt dir Dank für deinen milden Seegen. Dir schallt sein froher Lobgefang aus voller Brust entgegen. Wir stimmen in sein Lied mit ein, und wollen dir, Herr! dants bar seyn für so viel reiche Gaben. Herbstlied. Mel. Nro. 8. Lobsinget Gott, und betet. Früh mit umwölf tem Angesicht geht schon die Sonne nieder, und fpåt erscheint ihr schwächer Licht am trüben Himmel wie. der. Das schöne Jahr ist nun entflohn. Die rauhe Stürme rauschen schon durch die ent. färbten Felder: Die letzte Blume neigt ihr Haupt, des Herbstes falter Hauch ents laubt die schattenreichen Wälder. Bet 3. Verlassen steht die dde Flur, entblöst von ihrem Seegen: Entkräftet fichet die Natur der Winterruh enttheilt, entfliehn die Vögel von der Kålt und ziehn weit über Land und Meere, Gott nimmt der Wandernden sich an, bezeichnet ihnen ihre Bahn und sättigt ihre Heere. 3. Uns, feine Menschen will er hier im Winter selbst versorgen, und seiner Huld vertraun auch wir, die neu wird jeden Morgen. Er schafft, daß wir in Sichers heit der ungestümmen Molls den Zeit beginnen und vol. lenden. Nichts trägt die Er de: Doch gewährt er uns, was unser Leben náhrt, mit våterlichen Handen. 4. Wie sind schon unite gegen: In Schaaren abges Kammern voll, von seiner Güte Von den vier Jahrszeiten. 449 Güte Gaben, vom Seegen, nah am Grabe wanken! Ge. der uns nähren soll, vom Borrath, uns zu laben! Borsehend ließ uns unser Gott das Land schon für den Winter Brod, dem Vich sein Futter geben, und Wein, der unser Herz erfreut, und un. fers Lebens Kraft erneut, trieft aus der Frucht der Reben. s. Ach, unser Leben auch verblüht, wie ist das Feld, im Alter! Getrost! Gott ist, ob es verblüht, ein mächtiger Erhalter! Er trägt die Müden, er beschützt die Schwachen, seine Rechte stüßt die 4. Winterlied. Mel. Nro. 44. Herr, deine Allmacht tc. 546.Des Jahres Schönheit ist nun fort! Wie traurig stehn die Triften! Es stürmt ein ungestümmer Nord aus schwer beladnen Luften. Die Erde starrt vom Froste nun, und ihre Nah. rungsfäfte ruhn. beugt vom Alter werden wir von ganzem Herzen dennoch dir, Gott unsrer Jugend, danken. 6. Wohl allen, die dein Angesicht in frühen Jahren suchen: Die werden ihrer Jugend nicht im Herbst des Alters suchen! Wohl dem, der redlich sich bemüht, weil seiner Jahre Kraft noch blüht, der Tugend Frucht zu tragen! Ihm wird das Alter Jugend seyn, und göttlich wird er ich noch freun in seinen legten Tagen. 2. Wohl mir bei dieser rau ben Zeit! Ich darf vor Frost nicht beben. Mich schüßt mein Dach, mich wärmt mein Kleid, und Brod erhält mein Leben. Auf weichen Betten schlaf ich ein, und fann mich fanfter Ruhe freun. 3. So hats der arme Bru. der nicht, dem Brod und Kleidung fehlet, den, wenn es sehr daran gebricht, Frost oder Hunger quätet. Und dreyfach fühlt er seine Pein, wenn Krankheit plagt, und Kinder schreyn. 4. O zaudre, zaudre nicht, mein Herz, ihm liebre ich zus zueilen! Fühl seinen Jams mer, feinen Schmerz, dein Brod mit ihm zu theilen. Wer seiner Brüder Noth ver. gißt, verdient nicht, daß er glücklich ist. 5. Vor tausenden bist du beglückt, die in der Stille tlagen, da Wärm und Nah rung dich erquickt in diesen rauhen Tagen. O jauchze frohes Herz, in mir, und bringe Witterungslieder. 450 bringe Gott den Dank dafür. 6. Sich nicht auf das, was die noch fehlt, und Mancher mehr befizet. Nein! zufriednes Herz. XI. Witterungslieder. 1. Um Regen bey groffer Dürre. Mel. Nro. 224. Herr, allerhöchster Gott. uns: Doch laß uns Gnade finden! Vergieb uns unsre 547. Here allerhöchster Schuld! Thu auf die milde und auf Erden, den Wolken, Luft, und Bind allzeit ges horsam werden! Was du befiehlst, geschieht: O laß auch unser Flehn durch dich, Allmächtiger, ißt in Erfül. lung gehn! 2. Wir bitten findlich dich um deinen Vaterseegen: Gieb uns, o Bater, gieb uns eis nen milden Regen! Staub ist ist unser Land, erstorben jede Flur; Es schmachtet Feld und Thier; Es trauret die Natur. 3. Wir haben es verdient; Ach, groß sind unfre Sünden, und billig strafft du auf die Noth, die Andre quält, auf Gott, der dich beschützet. Ach Bater! lindre jeden Schmerz, und gieb mir cin auf uns und unser Land! 4. Befeuchte Berg und Thal, erfrisch ist unfre Fel der! Dein Regen träuße sanft auf Anger, Gärten, Wälder! Das, was bisher gelechzt, erquicke, Herr, aufs neu, daß jede Kreatur dir freudig dankbar fey. s. Ergieß zugleich dein Wort, gleich einem milden Regen, auf unser tråges Herz mit tausendfachem See, gen. Der Fromme nur fann fich, Gott, deines Eeegens freun; O laß uns alle reich an wahrer Tugend seyn. 2. Danklied für verliehenen Regen. Mel. Nro. 45. Kommt, fommt, den ic. Lüfte weites Meer, und die Geschöpfe fühlen sich nicht 548. Ein milder Regen mehr trag und schwer. Gott sintet erquickend spricht: das Seufzen schweis auf die dürre Flur. Wie labt get, und Hiß und Dürre fie fich, wie trinfet ihn die fliehn! Der Frommen Dank, verschmachtende Natur! Die lied steiget hinauf, und preis fanften Ströme fühlen der ser ihn. 24 Witterungslieder. 45E 2. Mit Muth im Angesichte, Gott, dem wir uns ist beschaut des Ackers Herr fein Feld. Erquickt hat Gott die Früchte; Er, der Versorger feiner Welt. Dick steht die Saat, die Aehren vom Mark der Erde voll, das seine Men fchen nähren, und sie erfreuen foll. Auf, preiset Gottes Milde! Er ists, der Regen schickt, und lechzendes Gefilde voll Baterhuld erquickt. 3. Erhalter unsers Lebens, I ser ferner an! 3. Um Sonnenschein. Mel. Nro. 380. Aus tiefer Noth ruf ich. 549. dankbar nahn; Olaß uns nicht vergebens die Gaben deiner Hand em, vfahn! Du fendest Thau und Regen! giebst milden Son. nenschein; Du eilst mit deis nem Seegen uns alle zu ers freun. Ach, laß uns nicht vergebens so manche Gab empfahn, und nimm, Quell des Lebens, dich un0 3. Herr, unsre Sünd und Missethat hat dieß sehr wohl Gott, du kannst verdienet: Jedoch erzeig uns Dein den Himmel gang mit Wolken überziehen: Doch müssen vor der Sonne Glanz, sie, wenn du willst, entfliehen. Halt deinen Regen ist zurück, und laß der Sonne frohen Blick uns wie derum erfreuen. Sohn hat uns versübuet. Wir nahen dir, voll Neu, uns nun, Wir wollen ernsts lich Busfe thun, und unser Leben bessern. 4. Gieb uns, o du lieb, reicher Gott, den heitern 2. Die Felder trauren Schein der Sonne, und überall, die Saat und Früch überschütt uns nach der te leiden; Des Regens über. Noth mit Freude, Luft und häufter Fall erstickt der Flu. Wonne, und zeig und ist ten Freuden. Der Seegen, nach deiner Treu, daß ausser den du uns gezeigt, der sich dir kein Seegen sey im Him. betrübt zur Erde neigt, ist mel und auf Erden. nahe dem Verderben. 4. Nach erlangtem Sonnenschein. Mel. Nro. 224.| gleich wohl lauter Liebe, Herr, allerhöchster Gott ic. selbst, wann es dir gefällt, 550. Mein Gott, du bist daß Leiden uns betrübe: gerecht, und Scheints gleich, als dächtest DUI Ff2 452 Um Seegen du, bey unsrer Sündenschuld,| wir fühlen neues Leben. Wir nicht ferner mehr an uns mit preisen deine Huld, daß du Batertreu und Huld. auf unser Flehn, bey unfrer Kümmerniß, erbarmungs voll gesehn. 4. Ja, Herr, wir preisen dich mit freudigem Gemüthe. O sorg auch fünftig noch für uns mit Batergüte! Gieb uns zu rechter Zeit Thau, Regen, Sonnenschein! Wir wollen dir dafür von Herzen dankbar seyn! 2. Durch Wolten liesfest du das Sonnenlicht bedecken; Wind, Negenwetter, Sturm erfüllten uns mit Schrecken, weil man den Himmel nicht; nur schwarzes Dunkel sah; und unsers Landes Frucht war dem Verderben nah. 3. Nun hast du Sonnen. schein und wiederum gegeben; Die Felder sind erquickt: XII. Um Seegen der Feld und Landfrüchte. unsern Fleiß begleiten. Durch dich nur feimt der Saamen Frucht und reift darauf; Du bists, der alles nähret. 551. Es auf, deine Menschen. schaar auf dein Geheiß die Erde, und hofft dabey von Jahr zu Jahr, daß sie ver: forget werde; Denn du ver, sprichst, du treuer Gott, daß fie, bey Fleiß und Müh, ihr Brod von dir erhalten solle. 4. Straf uns, Herr, nicht in deinem Zorn; Sey und ein Gott der Güte! Erhalt uns unsrer Felder Korn, Ach! Vater, ach verhüte, daß Frost und Sturm und Hagel 2. Bis hierher trift die Zuschlag sie nicht zerstörend trefe fag ein. Gieb ferner deinen fen mag, und wir dann trans Seegen; Laß unsre Früchte ren mußten. wohl gedeihn: Gieb Sonnenschein und Regen! Denn, ohne deine Seegens hand, bringt selbst ein gutes fettes Land uns nimmer, was es könnte. 3. Vergebens ist all' unsre Kunst und Müh im Zuberei: ten, wann nicht, Gott, deine Gnad und Gunst hier Mel Nro.$ 3. Wie viele Freuden dank ic. S 5. Gieb gnädig, was uns deine Hand ist in der Hoff nung weijet; Und front dein Seegen unser Land: o dann sey, Herr, gepreiset! Dann bringen wir dir Ehr und Dank, o Bater, der mit Speis und Trant die Kreatur erfreuet. 6. Dir trauen wir, wohls that'ger Feld und Landfrüchten. C that'ger Gott! wir nur walten. Dich lassen wirst in deinem Eigenthum, Du kennst zu unserm Wohl, zu deinem am besten unsre Noth, hast Ruhm, dich ferner gnädig lange hausgehalten. Du zeigen. 552. 453 111 Un fre Aus saat feeg ne, Gott! Daß Fl sie ruh im Schoos der Erde, keim', und MEN NI un ser tåg lich Brod, un ter dei ner Auf ficht wer de. ewig geben. 2. Einfach wird sie aus-| Dank dafür dir im Himmel gestreut, vielfach giebst du fie uns wieder; Und dann fingt die Dankbarkeit dir voll Freuden ihre Lieder. s. Dann sehn wir im hels lern Licht noch mehr Wunder deiner Güte, und fein Leid stört weiter nicht das lob, singende Gemüthe. 6. Ja! im Himmel wers den wir, Herr, vor deinem Angesichte freudig erndten für und für deines höhern 3. Ja, dieß hoffen wir zu die! Du, du hörst Gebet und Flehen, giebst uns, was wir brauchen hier, und auch mehr, als wir verstehen. 4. Gnädig gieb es, bitten wir, unserm armen Erden. Seegens Früchte. leben! Bis wir einst den XIII. Erndtelieder. 1. Bey sparsamer Erndte. Mel. Nro. 334. Was Gott thut, daß zc. 553. Was Gott thut reichlich erndten tann, liebt gethan; So denken Gottes Kinder. Wann man nicht das ist wohl er uns doch nicht minder. Er 454 Erndtelieder. Er zieht das Herz doch him,| an, so weiß er ihn zu stillen. melwarts, ob wir gleich hier Obgleich das Feld nicht viel auf Erden bey Mangel traus enthält; Man kann bey wes rig werden. nig Speisen satt werden, und Gott preisen. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan: Im Nehmen und im Geben sind wir bey ihm stets wohl daran, und können ruhig leben. Er nimmt und giebt, weil er uns liebt, und seine Hände müssen wir stets in Demuth küssen. ist 5. Was Gott thut, das wohlgethan, das Feld mag traurig stehen; Wir gehn getroft auf seiner Baba, und wollen ihn erhöhen. Sein Wort verschafft und Lebens, traft: Es nennt uns Gottes Erben: Wie können wir vers derben? 3. Was Gott thut, das ist wohlg than: Er zeigt uns oft den Seegen, und ehe man ihn erndten fann, muß fich die Hoffnung legen: Weil er allein der Schaß will seyn, so nimmt er andere Güter, und beffert die Gemüther. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Es geht nach seinem Willen. Und begegnet. läßt sichs auch zum Hunger 12. Danklieder Mel. Nro. 125. Wie göttlich sind doch ic. 554. Wir fingen, Herr, deinen Seegen, wiewohl sie nicht zu zählen sind. Du giebst uns Sonnenschein und Regen, Frost, Hiße, Donner, Thau und Wind: So blüht und reifet unsre Saat nach deinem wundervollen Rath. 2. Der Himmel träufet lauter Güte, die Erd ist dei ner Schäße voll; Damit ein 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan; So wollen wir stets schliessen. Ist gleich bey uns tein Canaan, wo Milch und Honig fliessen; Doch haben wir genug alls hier, wenn Gott das Wen'ge fegnet, und uns mit Huld für die Erndte. achtsames Gemüthe dich fin den und bewundern soll, dich, der durch seine weiſe Macht das alles einst hervorges bracht. 3. So sey die Liebe dann gepriesen, gepriesen sey die Wunderkraft, die auf den Feldern, auf den Wiesen den Erdbewohnern Nahrung schafft. Du náhrest uns, wir werden fatt; Du giebst, daß man noch übrig hat. 4. Du schüttest deines Sees gens Erndtelieder. 455 Was nöthig ist zum Leben, will er uns alles geben. gens Fülle herab, die wir stets erhält er seine Welt i doch nicht verdient. Es ist allein dein guter Wille, daß Feld und Au und Garten grunt, und und, und wir es gleich nicht werth, die Frucht der Erde reichlich nährt. 2. Er ist der Herr; In seis ner Hand, ist, was die Erde bringet. So sehr auch Menschenfleiß, das Land baut, pfleget und bedünget, kommt doch allein von ihm Gedeihn. Rur er, er låst die Saaten blühn, reifen und gerathen. 5. Bewahre, ferner unsre Saaten, und unsre Häuser, Haab und Gut. Bewahr uns, Herr, vor Missethaten, vor Wollust, Geiß und Ueber. muth, weil sonst in reich. ften Ueberfluß die Seele doch verderben muß. 6. Ja, Bater, wann wir dein vergessen, der du so lieb reich an uns denkst; Somuß der Fluch den Seegen fressen, mit dem du Feld und Haus beschenkt. Wird auch der Vorrath nicht zerstreut, so mangelt doch Zufriedenheit. 7. So wollen wir dann hier auf Erden des Guten Saamen, Auszustreun, nie müde, nie berdroffen werden, und uns bielmehr der Erndte freun. die einft, nach dieser Zeit der Saat, dein Nath für uns tesehen hat. 3. Oft fehn wir froh in Hoffnung schon der reichsten Erndt entgegen, und plöß lich ist er uns entsohn, der uns gezeigte Seegen. Gott nimmt, und giebt, was ihm beliebt, daß er, als Herrder Erde, von uns verchret werde. 4. Zeigt auch gleich nicht so sichtbar fich, der Reich. tbum seiner Gaben: So giebt er uns doch sicherlich, so viel wir nöthig haben; Ift stets bedacht voll Gnad und Macht, die Seinen zu erhal ten, die ihn nur lassen walten. 5. Und, o was ist für ein Gewinn, an dem sich gnügen lassen, was da ist, und mit heiterm Sinn das beste Zutraun faffen, daß der 555. Preift, Christen die Welt regiert und hält, Zufrieden uns, wir heit, preist Gott den Herrn was nöthig ist, wird geben! der Erndte, daß sich nicht 6. Ja, Höchster, wir vers ganz die Fruchtbarkeit von chren dich in allen deinen und Feld entfernte. Noch Wegen, und trauen unveränder. Mel. Nro. 334. Was Gott thut, das: c. 456 Bey Donnerwettern. anderlich auf deinen milden| füget, deß Vorsicht niemals Seegen. Auch unser Brod irren fann, deß Wohlthun wirst du uns, Gott, von Zeit niemals trüget. Froh danken zu Zeit gewähren, wenn wir wir, Erhalter, dir, und dich findlich ehren. preisen deine Güte mit gnüg samem Gemüthe. 7. Wir beten demuthsvoll dich an, der alles weislich XIV. Bey Donnerwettern. Beym Mel. Nro. 7. Kommt her, verkündigt ze. donnert, Gott! 556. wie schrecklich ist des Himmels Wetternacht! Es blist, es donnert; Gott du bist! Und groß ist deine Macht! Gewitter. 6. Bekehre noch ihr böses erz nach deiner Vaterhuld! Erfülle sie mit Reu und Schmerz, und trage noch Geduld! 2. Gott donnert in des Sünders Ohr; Der Sünder horts, und zagt; Hebt zits ternd kaum sein Aug empor, wenn das Gewissen sagt: 1 3. Den, der dich schuf ernährt und schüßt, dich vå. terlich umfieng, den Gott, der nun am Himmel blißt, den hieltest du gering. 4. Gott fennt dein Herz, und weiß dein Thun, er der die Menschen wagt; Was bist du, wenn sein Donner nun dich schnell zu Boden schlägt. 4. Verschone, Herr ver schone noch der Sünder dies sesmal! Barmherzig bist du, Bater, doch! Zu groß ist ihre Zahl. 7. Vor deines Gottes Mas ieftät erzittre nicht, o Chrift, wann er in Donnerwolken geht, und um sich Blize schießt! 8. Und wenn sein donnerns erschreckt, so wiffe, daß er des Geschütz den Frevler tief dich bedeckt! vor dem Blitz und Donner 9. Der Pfeil des Herrn fährt wunderbar von seinem Wolfenthron, trift, wenn er will, und frümmt fein Haar, wenn Gott ihm ruft: vers schon! 10. Sprich, wenn dein Gott dich tödten will: Ge recht ist sein Gericht! Er ist der Herr! ihm halt ich still, und laß im Tod ihn nicht. 11. Des Donners König ist mein Freund; Wenn er mich schnell entrückt, so weiß ich, Bey Donnerwettern. ich, daß ers gnådig meynt, und ewig mich beglückt! 12. Wer Gott bey stillem himmel ehrt, singt ihm auch froh ein Lied, wenn er auf Donnerwolken fährt; Steht, wenn der Sünder flieht. Jauchzt unserm Gott! ic. Mel. Nro. 7. Kommt her, verkündigt c. 558. Kommt, laßt uns 557. Dev er hohe Himmel trübet sich, ein Better Gottes draut: Ich bebe nicht: Ich freue mich, Herr, deiner Herrlichkeit. Gott und seine Größ' erheben; Vor ihm, und nicht vor seinem Donner beben, und nicht( denn er kann schrecken und auch schů. Ben) vor seinen Blizzen. 2. Sie können tödten, Euch und eure Heerden; Zers störer sevn, und auch Wohl. thäter werden; Ihr aber follt, wann sie die Welt ers schüttern, nicht heidnisch zittern. 3. Nicht wähnen, daß wir nur erbeben sollen, wo Donner unter seinem Throne. rollen; Nicht, daß, wo Blizze flammen, dann zur Rache sein Zorn erwache. 4. Sie zeugen, Gott, wie alle deine Werke, von deiner Weisheit, deiner Huld und Stärke. Gleich herrlich ist im Sturm und in der Stille dein Rath und Wille. 5. Bon tiefer Ehrfurcht, Herr, von dir durchdrungen, sehn wir in der Natur Er, schütterungen auch Güte, tie fie schmücket und belebet, selbst wann ſie bebet. 6. Fruchtbarer wird sie dann, 2. Du zurneft, wann du donnerst, nicht: Du bist der Menschen Freund. Nicht blaffer sey mein Angesicht, wenn uns der Blitz erscheint. 3. Dem Sünder nur, der dich nicht fennt, bist du, Herr, fürchterlich: Dem aber, der dich Bater nennt, jeigst du als Bater dich. 457 7. Laß frey das Herz von Aengsten seyn, wenn uns dein Wetter droht. Im Donner laß uns deiner freun: Du bist die Liebe, Gott! Mel. Nro. 62. 4. Uns Seegen ist der Sonne Licht, und Seegen Tag und Nacht: Auch Seegen ist und dein Gericht, und dei, nes Blickes Pracht. 5. Du reinigt durch den Blik die Luft, dein Regen stärkt die Saat: Und don herst du, dein Donner ruft: Seyd rein von Missethat! 6. Doch Menschen sind wir blöd und schwach; Gedert, wie schwach wir sind Sprich nicht: zerstöre Hagel! ach, ſprich nicht zum Blitz: entzünd! 458 Bey Donnerwettern. dann, wie deine Frommen, Auch athmen wir, von leicht geprüft zu werden, oft in rer Luft umgeben, mehr Trubial tommen. Wir leis Kraft, mehr Leben. den, durch Geduld zu edlen Werken und mehr zu stärken. 7. Dann reifen fröhlicher der Tugend Saaten zu man. nigfaltigern und schönern Thaten. Sie werden, wenn die Trùbfal sie bewähret, nur mehr verklåret. 10. So steigt, wann einf am größten aller Tage für Fromme nicht mehr seyn wird Leid und Klage, empor aus deines Weltgerichts Getums mel ein neuer Himmel. 8. So strahl, wenn Don. ner die Natur erschüttern, in größrer Schönheit sie nach Ungewittern; Als schmückte fie nun eine neue Sonne mit neuer Wonne. 12. Weil wir noch hier find, sey von uns erhoben! Dann werden wir mit neuer Kraft dich loben; Dir brins gen, Herr, für alle deine Wers Heerden drohn, entweichen. I te, Preis, Dant und Stärke. Nach dem Gewitter. 9. Verderbenschwangre Dünft' entfliehn, und Seu: chen, die uns und unsern 11. Wir werden dann zu einem neuen Leben hervor. gehn, werden dir entgegen schweben, in diesem neuen Himmel aufgenommen, mit allen Frommen. Mel. Nro. II, O könnt ich dich, mein c. 559. Wie gnädig ist des Höchsten Wille! Der Donner schweigt, die Blike fliehn! Balt schmückt, ben angenehmer Stille, der Sonne Glanz das feuchte Grün. Erhebe deinen Lobge fang, o meine Seel, und opfre Dank. 2. Fa preise dankbar den Erretter, der seine große Kraft bewies: den starken Gott, der sich im Wetter so majestätisch hören ließ; Der felbst des Blizes Strahlen lenft, im Donner selbst an Gnade denkt. 3. O nimm bewundernd Gottes Güte im Blik und Ungewitter wahr! Dem fro stellt sich ein groffer Schaus hen forschenden Gemüthe play dar, voll ungezählter Seegensspur, zum Labsal aller Kreatur. 4. Wenn bey erhister Dünfte Glühen, so wohl die Menschen als das Bich, den Athem matt und kriegend zic hen, wie froh, wie munter werden sie, wenn in die angsts lich Seuchen. 459 5. Wie lieblich hebt sich das Getraide! getränket durch den Regenguß! Und wie vergnügt betritt die Weide der neubelebten Thie. te Fuß! Der muntern Bd 6. Jßt iprichst du, Gott, nicht mehr aus Wettern, doch schrecklich bleibt dein 3orn noch mir. Droht gleich kein Blizz, mich zu zerschmets tern, so fürcht ich mich doch, Herr, vor dir! Sey du nur meine Zuversicht: so schreckt gel frohes Heer verkündigt mich nichts, so zag ich nicht. tes Erhalters Ehr. Bey ansteckenden lich schwühle Luft der Donner tühle Winde ruft! XV. Bey ansteckenden Seuchen. 5+ Deß alles sind wir doch wir beweinens, werth 560. Du, Gott, bist unfre Gott, und flehn zu dir, du und Wenn uns dein Auge nicht bewacht: wer wacht, wer hilft uns Armen? Erretter, dich, dich bitten wir, du wollest dich erbarmen! wolleft uns vergeben! Dein Volk will gern dir, unserm Herrn, gehorchen, die nur leben. Mel. Nro. 561. In unsern Nöthen fall. zc 2. Der Seuchen Gift vers breite sich weit um uns her; Erbarme dich, laß uns nicht plößlich sterben! Entzeuch dem Tod uns, der uns droht; Entreiß uns dem Verderben. 3. Du bist ein Gott, der gern verzeiht; Laß uns denn noch Barmherzigkeit vor dei nem Throne finden; Und dein Gericht vertila uns nicht in unbeweinten Sünden! 4. Kein Reichthum schützt, tein Stand, fein Ort; Hier weinen Wittwen, Eltern dort, und da verwayste Kin. der. Die Scuch erreicht auch Den, der fleucht; Den From men, wie den Sünder. 4. Auch glauben wir an deinen Sohn. Um Jesu wil len duld und schon', und laß uns Trost erscheinen! Streck aus die Hand, und laß das Land nicht länger hilflos weinen. 7. Sen mit den Sterbens den, daß fie dein Antlik schaun, und alle, die noch leben, die bewahre. Still ihren Schmerz, daß bald ihr Herz, wie gern du hilfft, erfahre. 8. Das ganze Volk froh, lockt dir dann, und betet dich, Erretter, an, und preifet dei ne Gnade. Dann wandeln wir, o Gott, vor dir mit Freuden deine Pfade. 561. 460 Ben ansteckenden Seuchen. 561. E un fern Nd then fal len wir, FUEHELENI voll Reu und de muths voll, zu dir in un ferm *** Jammer nieder; Denn Seuch und Tod umgiebt TELELELE uns, Gott! Und wür get un fre Brü der. 2. So viele fanten schon ge. Erquick uns, Herr, All ins Grab, wie schnell, wie mächtiger, gieb wieder hei ungewarnt, hinab! Wie ist tre Tage. um Hülf uns bange! O scho= ne noch! Befrey uns doch von unserm Untergange! 3. Arzt, Kunst und Vorficht retten nicht: Wir haben teine Zuversicht, als nur zu deiner Güte; Dem Tod, 0 Herr, gebeuth, daß er nicht mehr, nicht weiter wüte! 4. Wir glauben an den Sohn und dich, und darum schaue våterlich auf tief gebengte Sünder! Denn du allein kannst uns befreyn; Errett uns, deine Kinder. 6. Doch, willst du uns noch nicht befreyn: so laß uns, Gott, geduldig seyn; und dir uns ganz ergeben! Las, sterben, wir, uns dort vor dir in deiner Wonne les ben! 7. Gieb allen Sterbenden dein Heil, und laß sie, Gott nicht verlieren! Laß sie den ihr bestes Theil im Himmel Cod aus jeder Noth zu deinnem Throne führen! Gebet, das, Herr zu dir um 8. Laß unser glaubiges Gnabe fleht dir, Vater wohl 5. Wir gefallen; und froher Dank und Land in deine treue Va- und Lobgesang soll einst beg terhand; Entferne jede Pla. I uns erschallen. übergeben Volk XVI. Danklied nach ansteckenden Seuchen. XVI. Danklied nach ansteckenden Seuchen." Mel. Nro. 6. Lobsinget Gott, und zc. jeder Augenblick der letzte dieses Lebens. 562. Wir ir fommen, Hel. 3. Zu dir, du Menschenret fer, dir Gesang ter, schrien der Deinen bange und Ruhm und Preis zu Herzen. Du hörtest uns; bringen. Des ganzen Volkes| Die Seuchen fliehn; Du heis lauter Dant, foll, Retter, left unsre Schmerzen. dir lobsingen. Du warst mit uns! In welcher Noth! Wir sahen überall den Tod, den Untergang uns drohen. Nun wütet feiner Seuchen Heer durch unser Baterland nicht mehr, sie sind von dir ent foben. O du Erbarmer voll Geduld, nach unsrer Uebertretung Schuld hast du uns nicht gelohnet! Gezüchtigt, o wir preisen dich! gezüchtigt hast du våter, lich, und våterlich geschonet. 4. Wir wollen, der du uns befreyst, o Gott, dich ewig 2. Wir fahen dort, und loben. Sey ewig, Bater, fahen hier so viele Brüder Sohn und Geist von deinem kerben, und allenthalben wa Volk erhoben! Es bete dich, ten wir umfangen vom Ver. Erretter, an, und jauchze derben. Da ward kein Scho wer nur jauchzen kann, und en: Stundlich war furcht: diene deinen Namen; Und barer, näher die Gefahr, rühme: Gott ist unser Gott! und alle Kunst vergebens. Frohlockt, er hilft uns in Nichts trieb des Würgers der Noth! Frohlockt ihm! Macht zurück, und uns schien Amen! Amen! 46E XVII. Bey und nach einem gewaltigen Erdbeben. Mel. Nro. 7. 3. Allmächtig schleudert Kommt her, verkündigt zc. deine Hand den Bliß aus 563. Du Schrecklicher, finstrer Höh: und Fluthen fann vor auf das Land in ei und deiner Macht bestehn? ner Feuersee. Herr! du bist groß, und Staub sind wir; Du winkst, und wir vergehn. 2. Du lager st dich in schwarzer Nacht: Die Vol. ter zittern schon, geflügel. tes Verderben wacht um dei. nen furchtbarn Thron. 4. Seht, wie der Erde vez ster Grund vor seiner Stints me bebt, und was um ihr erschüttert Nund, was in der Tiefe lebt. s. Den Herrn und seinen. Arm erkennt die zitternde Na, 452 nois In theurer Zeit.in@ Natur, das weit umher der| Laub, nicht huldreich mich Himmel brennt, und weit verschont? uniher die Flur. 6. Wer schüßt mich Ster. lichen, mich Staub, wenn, der im Himmel wohnt, und Welten pflückt, wie durres XVIII. In Mel. Nro. 2. Mit Singen dich zu lob. tc. 564. D Du beſter Troſt der Armen, du Herr der ganzen Welt, o Vater voll Erbarmen, der alles trägt und hält! Schau her auf unsre Noth: Erbarme dich der Deinen! Die Armen gehn und weinen, und schmachten, Herr, nach Brod. 2. Ach, unser fündlich Le ben verklagt vor dir uns hart! Doch Schonen und Vergeben ist treuer Båter Art. Drum laß uns nicht vergehn! Du bester aller Bater, verschonst auch Uebertretter, wenn sie um Gnade Alcbn. 3. Wenn sie mit ernster Neue zu dir um Hülfe schreyn; So willst du bald aufs neue ihr Gott in Christo seyn. Herr, unsre Zuversicht, zu dem wir alle sehen, auf den wir alle sehen, hilf uns! verlaß uns nicht! 4. Gott, unser Heil, ach, wende der Zeiten schweren Lauf! Thu deine milden 7. Wir haben einen Gott voll Huld, auch wann er jor nig scheint: Er herrscht mit schonender Geduld, det grosse Menschenfreund. theurer Zeit. Hände, den Schatz der All macht, auf. Was nur ein Leben hat, nährst du mit Wohlgefallen. Nåhr uns auch, schaff uns allen bey unserm Mangel Nath. schufest, bör unser Angsges s. Herr, der du uns auch schrey! Allmächtiger, du rufest! dem Nichts auch! daß es sey. Uns helfen iſt die leicht, du kannst dem Mangel wehren, in Uebers fuß ihn kehren, wenn's und unmöglich deucht. 6. Den Reichen gich Ers barmen, Gefühl von Andrer Schmerz, und, zu ers freun die Armen, ein mit leidsvolles Herz, damit sie mild ihr Brod troftlosen Brüdern brechen, nicht un empfindlich sprechen€ náhr', es seegn' euch Gott! 7. Laß alle Frücht gera then, und bald uns Hülfe fehn; Erquiche du die Saas ten, die jetzt so traurig sichn. Herr, baue selbst das Land; Tránt es mit Thau und Re indigen, Nach geendigter Theurung. 463 gen, und füll es an mit See-| die frohlocken, Gott! denn gen aus deiner milden Hand. du errettest gern, und hast 8. Die frohen Armen fol len, errettet aus der Noth, dir jauchzen; Alle wollen wir fröhlich unsern Herrn! nur Lust am Leben. Dich wollen wir erheben, dich XIX. Nach geendigter Theurung. Mel. Nro. 53+ Wie viele Freuden dank zc. 565. Du u hast, o gnaden reicher Gott, in Theurung und ernähret; Im Elend und in Hungersnoth Errettung und gewähret, und nun hat deine Seegens band von uns und unserm Baterland den Mangel ab gewendet. 2. Dich jammerte, Herr unser Leid, das Angstgeschrey der Armen: Du, Bater der Barmherzigkeit, sahst auf fie, voll tell Erbarmen; Groß war die Roth, groß unfre Schuld, noch gröffer war, Gott deine Huld, und deiner Allmacht Starte. gung bewogen: Durch Trüb, fal hast du våterlich uns jetzt zu dir gezogen. Laß uns die Sünden ernstlich fliehn, und dir, der gnädig uns vers ziehn, ganz unser Leben wide men.h s. Wie fürchterlich lernt ungersnotb uns unser Nicht erkennen: O, las uns dich allein, o Gott, fiets unsern Netter nennen: Lehe uns in allem auf dich schaun, dich findlich fürchten, die vertraun, und deine Gaben schätzen. 6. Laß uns, o Herr, im Ueberfluß uns nie durch Stolz erheben, Stets mäßig bleis ben im Genuß, der Wollust widerstreben, von dem, was 3. Auf, laßt uns unserm deine Batergnad uns mild, Helfer Dank und Preis und reich gab durch Liebesthat Ehre bringen, und durch der den Armen gern erfreuen.d inten Lobgesang ihn dankbar 7. Und fünftig wollst du freh befingen! Der höchste gnädiglich vor Mangel uns balt, was er verspricht; So bewahren. Mit dir ist uns lang die Schöpfung steht, nichts fürchterlich: Du deckst foll nicht hier Saat und uns in Gefahren. Mit Luft, Erndte fehlen. ando Bater, wendest du dem 4 Gott unfre Sünde Lande deinen Seegen zu, in wars, die dich zur Züchti- welchem Fromme wohnen. XX. 464 Buß- und Bettagslieder. XX. Buß und Bettagslieder. Mil. Nro. 380. Aus tiefer Noth ruf z. 5. Die aber thun, was dit gefällt, erhalt in deinem 566. Herr, deine Lang: Seegen; Gieb ihnen Kraft, muth ist sehr groß: Wer kann sie gnug er meffen? Lebt gleich so man. cher zügellos, und seiner Pflicht vergessen: Doch schonst du seiner lange Zeit, und trägst ihn mit Barmherzigkeit, und willst nicht sein Verderben... trop aller Welt, zu gehn Laß auf rechten Wegen. Deine treue Baterhand seyir deinen Kindern wohl bekannt, daß sie dir treu verbleiben. 6. Ein Vater und ein Hits te meint es treulich mit dent Seinen; Mehr bist dur größter Menschenfreund, du fannst nicht böse meynen. Drum trau'n wir dir und bitten dich: Erhalt und fer ner väterlich in deiner Furcht und Liebe. 7. Dir treu zu seyn, ist freylich schon Gewinn für dieses Leben; Doch wirst du einstens grössern Lohn den Treugebliebnen geben. Dann wandeln wir in deis nem Licht, dann wird uns Seel'ge ferner nicht des Las sters Anblick frånfen. 2. Der Leichtsinn herr schet immerfort in der Ver, kehrten Herzen, die, Hei, ligster, mit deinem Wort, wie mit der Sünde, scherzen; Und wilde Sittenlosigkeit, gestärkt durch falsche Sicher: heit, fennt oftmals teine Grenzen. 46-460 3. Wir flehn, Allmächti. ger, zu dir, du wollst dem Uebel wehren; Noch Mancher Fann, das hoffen wir, zu dir sein Herz bekehren. Nur Beyiviel, Schein, und Lust der Welt ist, was ihn in Mel. Nro. 180. Geist vom Vater und zc. Verblendung hält, daß er 567. an bie Güter Hi öchster, denk ich dem 4. Erbarme dich, getreuer die du mir bisher ges Gott, der tief gefallnen Sce- zeigt: O so wird mein ganz len, die jetzt verführt in Sün. Gemüthe zu der tiefsten den todt, ihr wahres Wohl Schaam gebeugt, daß ich dich verfehlen. Der Wahrheit gering geschäßt, häufig Licht erleuchte sie, und Furcht dein Gebot verletzt, und der Strafe schrecke die, die dich, der du mich geliebet, doch nicht die Liebe bessert. so oft und schwer betrübet. 20 Buß- und Bettagslieder. 465 2. Alle meine Seelentråf:| Zürne nicht! Dir hab ich oft te, meine Glieder sind ja aufgekündigt meine schuld'ge dein, und sie sollen zum Ge. Kiudespflicht. Ach vergieb, schäfte deines Dienstes fertig wes ich gethan! Nimm mich feyn. O wie hab ich sie ent. noch erbarmend an! Führe weibt! Ach! zur Ungerech. mich vom Sündenpfade tigkeit, und zum schnöden schnell zurück zu deiner Gnas Dienst der Sünden ließ ich de! mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Bater, neu. Von wie manchen schweten Sorgen machtest du mein Herze frey! was mir nüste, gabst du mir. Aber ach! wie dankt ich dir! O wie hab ich fo vermessen deines Wohl thuns Zweck vergessen! 4. Bey dem hellen Licht der Gnaden, sollt ich ja die Sünde fliehn, und um Ret: tung von dem Schaden meiner Seele mich bemühn. Deine Gute lockte mich oft zur Buffe, aber ich sloh vor ih tem fanften Locken, fuchte mich selbst zu verstocken. 5. Ach! an dir hab ich geundigt, Gott, mein Vater! 6. Dir ergeb ich mich aufs neue! Gieb, daß mein bes schwerter Geist deiner Vaters huld sich freue, die dein tro. stend Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, da er für die Sünder starb, Fried und Freude im Ges wissen, ach! das laß auch mich geniessen! Mel. Nro. 138. So gehst du, Jesu, zc. 568. Gerechter Gott, wie schrecklich drohn und deines 3ornes Flammen! Sie drohn nicht mehr, le schlagen schon hoch über und zusammen. Du trugt und lange mit Geduld; Su 7. Stårte felbft in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn. Gieb, daß feine Kraft mir fehle, folg. sam deinem Wort zu seyn. Stehe mir stets mächtig bey! Mache du mich selbst recht treu, dich zu lieben, dir zu leben. Ewig will ich dich erheben. XXXI. In allgemeiner Noth. groß, zu schwer ward unfre Schuld: Du bist des Scho. nens múde! Nun lagert deiner Strafen Heer, o Gott, fich furchtbar um uns her, und in uns ist kein Friede! 2. Die freche Thorheit, deinen Sohn, den Mittler nicht zu ehren, erhebt sich 6 9 stolz, 466 In allgemeiner Noth. stolz, und spricht dir Hohn,| bebt, vor welchem zittert, und ruft: wer will mirs wehren? Bom Throne bis zur Hütte zieht fie alles hin in ihr Gebiet, läßt fich nicht widersprechen. Die Zahl der Heiligen wird flein; Div glauben, das muß Thorheit feyn; Dich fürchten, ein Verbrechen. was da lebt, und Sturm und Abgrund schweigen: Kannst du, du Allgewaltiger, du Gnädigster, du Schrecks lichfier, nicht Menschenherzen beugen? am dan 6. Du bist die Liebe! wens de dich zu diesen argen Kin odern. Vielleicht beweist dein 3. Wie Fluthen, die dein 2ohlthun sich noch machtig Born gesandt, die Saaten zu zernichten; So strömen Laster bin ins Land, mit allen ihren Früchten. Nicht schüchtern, mit verbülltem Haupt; Nein, frey, gebiet. risch und erlaubt, tritt sie einher, die Sünde, und zweifelt nicht, und ist gewiß, daß jedes Wert der Finster niß Lob und Belohnung finde. an den Sündern. Vielleicht läßt fich ihr stolzes Herz, und biegsam gegen Quaal und Schmerz, durch dein Erbars men rühren, bereuet seine Missethat, läst dich, der es begnadigt hat, sich und sein Thun regieren. 10 4. Du aber sprichst: nun ist es Zeit zu ftrafen, die mich haffen; Der Sünde Schmach und Schädlichkeit will ich sie fühlen lassen. Du gehst mit ihnen ins Gericht, du schlägst fie, und sie fühlens nicht, und wollen es nicht fühlen. Sie tragen ihrer Las Throne sizet! fter Schmach, und geben da. rum doch nicht nach, und wollen es nicht fühlen! 5. Wie lang, Allmächt' ger, werden sie selbst deinen Born nicht achten? Wird der gestrafte Sünder nie nach fo 7. Doch, mußt du ftrafen, gescheh, o großer Gott, dein Wille; Du Erdkreis Völker, Könige erzittert, werdet stille! Gott zürnet, der das Meer erregt, und Felfen in den Abgrund schlägt, und aus den Wolken blizet! Ev, er verzehrt durch feinen Hauch ven stolzen Sus der, wenn er auch auf seinem 8. Ddu gerechte Vaters hand, du wollst der From men schonen, die dann das sündenvolle Land, das du so strafft, bewohnen! Sie, die den Dienst der Sünde flohn, die standhaft folgten, deiner Guade schmachten? Gottes Sobn, sie rest aus Kannst du, vor dem die Hölle dem Berderben! Errette sit In allgemeiner Noth. 467 zur bösen Zeit, und laß sie| nes Herz erzittert doch vor einst mit Freudigkeit in dei nem Namen sterben. Noth und Schmerz. Und dieß Gebet, das unsern Geist zum und das dein Wort uns selbst c./ Dimmei von der Erde reißt, gebeut, das hörtest du von Fürst, tig Land, was sind sie, Herr, 6. Wend ab von uns der in deiner Hand? Du winst so sind wir nichts, als Staub, des Unfalls und des Todes Raub! Du winfft, so strömt und Freud und Ruh aus deis ner Fülle mächtig zu. Völker Noth, des Hungers langsam schweren Tod; Die Seuche, die von Freunden schleicht, und von der Angst den Trost verscheucht; Die Noth und die Beangstigung erfolgt mit Erderschütterung. 2. Unhaltbar gehst du dei ne Bahn! Mit MenschenMacht ist nichts gethan, die niemals deinen Rathschluß bricht, er bring uns Freu. den, oder nicht! Wer ist, der diese Tiefen seh? O höch ſte Huld, du schaffst das Weh! d Mel. Nro. 383. So wahr ich lebe, spricht zc. 569. Der Mensch, der 3. Zwar schuldlos ist tein Mensch vor dir, die Sünder frafft du oft schon hier Doch an der Länder Noth und Heil nimmt Kind und Frevler sei: nen Theil, nach unerforschter weisen Wahl, nicht nach der Werte Maaß und Zahl. 4. Laut ruft uns jedes Schick al zu wir sind nur Staub, allmächtig du! Doch bast du ewig schon gefehn der Menschen dir gefällig Flehn, und vorbestimmt, wo, wie und wann die Weis. heit sie erhöhen kann. 7. Der schweren Stürm und Schloffen Wuth; Der starken Wasser hohe Fluth; Des Ungeziffers zahllos Reich; Am nutzbarn Bieh die schnelle Seuch; Der Thiere Gift und Naserey; Der mächt'. gen Brüder Tyranney. 8. Den nur mit Blut ges nährten Krieg; Des Aufruhrs Niederlag und Sieg; Des Frrthums und der Wahrheit Zwang; Zahlreicher Armuth harten Drang; Die nur auf Noth gebaute Pracht; Der Unzucht und der Laster Macht. 9. Wir beugen dir so Herz, als Knie, ach, rette, Bater, trößte die, die dein unforsch bar weiser Rath erschreckt, geübt, gestrafet hat. Erschüttre jed liebloses Herz, gieb Mits leid mit der Brüder Schmerz. 10. Und will dein unerforsch 5. Herr, unser unterworfter Schluß, daß unser Land auch 694 MA 468 Nach Abwendung gemeiner Noth. auch leiden muß; So schrecke| gehrt; So tröste den, der deiner Aumacht Schwerdt Tugend liebt mit Trost, den den, der der Sünden Lust be, deine Huld ihm giebt! XXII. Nach Abwendung gemeiner Noth. Mel. Nro. 7. Kommt ber, verfündigt zc. 570. Du liebeft nicht der Menschen Leid, dich, Vater! bet ich an, du hilft uns mit Barmher zigkeit, so bald die Weisheit fann. Mel. Nro. 7. Kommt ber, verkündigt tc. Lieb ift, Bater 2. Du richtest nicht nach 571. Decot, und dein Fürbitt hörest du! Erbarm dich in der Völker Noth, schaff ihnen Glück und Ruh. 2. Gieb Weisheit jeder Obrigkeit, urd Luft an Men schenglück. Den Bürgern gieb Zufriedenheit und kein zu schwer Geschickt. 3. Die Länder halt in Lit besband zu aller Wohl vers eint! In Lieb und Treu fürs Baterland sey Bürger Bürs gers Freund. 4. Gieb Ruhe jeder Nation ohn ihrer Schwerdter Streit! Der Kriegsmann habe Ehr und Lohn für Treu und Tapferkeit! unfrer Schuld, du übst des Christen Herz, zur Unterwer. fung und Geduld, durch Furcht, Gefahr und Schmerz. 203. Lob, Preis und Dank, du endigst sie, und oftmals wunderbar! Herr, deiner Hulf vergeß ich nie, Gelübde bring ich dar! 4. Du lentft so Herzen, als Natur, und dein ist ihre Kraft, du selbst eilst auf verborgner Spur mit dem, was Hülfe schafft. s. Herr! was dein Schutz erhalten hat, sey, dir zum Ruhm, mir Heil, den Brüdern fe y durch Liebesthat von meinem Glück ein Theil! 6. Vorm Mißbrauch, Herr! bewahre mich durch deines Wortes Licht; Es sev dein Arm mir fürchterlich, wenn Sünde mich anficht. mir troftvoll schaun, kommt noch Gefahr und Noth, und dir durch deinen Sohn vers traun, wann endlich ruft der Tod. 5. Gieb Lehrern deines Geistes Licht und Wahrheit in den Mund! Den Heilsweg mach ihr Unterricht nod mehr ihr Beispiel fund! 6. Erhalt uns frey von Kirchenzwang und von Ge Gieb deiner Wahrs 7. Auf dich, Herr! hilf wissensspott! Nach Abwendung gemeiner Noth. 469 Wahrheit freyen Gang zu an Stárk und Werth zu spås finstern Völkern, Gott! ter Zeiten Wohl! 7. Die Zweifelsucht, die ügelfrey und ängstlich macht, verscheuch! Steh jedem wei fen Forscher bey, der sucht der Wahrheit Reich! 8. Den Wohnsitz der Ge lehrsamkeit, verderbe Frech, beit nicht! Wer sich den Wis fenschaften weiht, erfüll der Weisheit Pflicht! 9. Geseegne Handlung, Schiffahrt, Kunst, des Lansmanns Emsigkeit! Gieb Reifenden bei Fremden Gunst, Unschuld und Sicherheit. 19. Gieb jedem Gnúasam, teit und Brod; Der Arme jage nie: Behut und, Herr, vor Landesnoth, wo nicht, so bese' uns sie! 11. Der Bund der Ehen fey beglückt durch veste Lieb und Tren! Steh denen, die dieß Bündniß drückt, mit Rath und Troste bey! 14. Den Wittwen fehl es nie an Rath, den Armen nicht an Brod! Die Lust an jeder Liebesthat ist, Bater, dein Gebot! 15. 3u Gottesdienst und aller Wohl geb jeder Reiche viel, und bald und willig, wie ers foll; Nicht Hochmuth sey sein Ziel! 16. Der Lafter Wachstbum stör, o Herr, in deiner Chris stenheit! Durch Keuschheit werde glücklicher der bessern Nachwelt Zeit! 17. Zerstör ein irriges Vers traun in dem, der lieblos glaubt, dich ohne Heiligung zu schaun, und ferner lieblos bleibt. 18. Den Kranken gieb Ge. laffenheit und Hülf, und Trost und Ruh! Des Todes Angst und Bitterkeit, o Vas ter, lindre du! 19. Wen der Geliebten Tod betrübt, dem lindre feinen Schmerz durch Trost, den jea ner Tag uns giebt; Den präg 12. Geseegne jede Schwangerschaft, gieb ihrer Frucht Gedeiba; Gebährerinnen Muth und Kraft, und Freude ibm tief ins Herz! bald für Vein. 20. Durch Jesum Christum, deinen Sohn, als Christen, 13. Des Schulmanns Geist sehen wir: erhör uns auf fey aufgeklärt, fein Herz von der Welten Thron! o Bater! Liebe voll! Die Jugend wachs| Preis sey dir! XXIII. Bey Feuersnöthen. XXIII. Bey Feuersnóthen. Trost und Heil. Laß sich um In allen meinen Thaten zc. deren willen doch unser Elend Diel. Nro. 82. 572.jammervolle Ta: fitillen, gieb uns an deiner Gnade Theil. ge, da so viel Angst und Plage und hart Betroffen hat: Ein großes Maaß voll Thränen ist bey dem bangen Sehnen jetzt un. fre Speise früh und spat. 2. Drum fallen wir in Buffe, dir, höchster Gott, zu Fusse, erkennen unsre Schuld. Erbarme dich der Sünder, versloß nicht deine Kinder, erzeig und wieder Gnad und Huld. 3. Gedenk an deine Treue, wir sehen voller Reue, ach, mert auf unfer Flehn! Du bist ja unser Bater, Erhalter und Berather, laß uns nicht gånzlich untergehn. 4. So groß der Sünden Schade, so groß ist deine Gnade noch gröffer, als die Schuld. Du fannst uns nicht verderben. Denn Christi Blut und Sterben erwarb uns dei. ne Gnad und Huld. 470 5. Wir fehn durch seine Wunden, wo wir stets Heil gefunden: Ach! gieb ans 6. Es soll dir Leib und Les ben zu deinem Dienst ergeben und aufgeopfert feyn. Dein Geist, Herr, soll uns füh. ren, und jederzeit regieren: Dein Wort, o Herr! foll und erfreun. 7. Indessen gönn uns Ar men, o Bater! dein Erbar men, und steh uns mächtig bey, daß fünftig neuer Sets gen auf allen unsern Wegen, nach deiner Huld, stets bey uns sey. 8. Ersetze, was zusam men wir durch die Wuth der Flammen so schleunig einges büßt. Erfülle dieß Begehs ren; Du wirst uns, Gott, gewähren, was unsrer Wohls fahrt dienlich ist. 9. Erbaue, was zerstoret, und was die Glut verzehret: Steur tünftig allem Brand: so wollen wir von neuem uns deiner Güte freuen, und ehe ren dankbar deine Hand. XXIV. Nach der Feuersgefahr. Mel. Nro. 79. zum Seegen und Verderben Mein Auge sieht, o Gott 2c schafft, mit welcher schreck, 572. Gott, dessen Machtlichen Gewalt verwüstets! des Feuers Kraft und wie leicht, wie bald! Nach der Feuersgefahr. 470 2. So manche Häufer hats| barmherzig und auch mild zu verzehrt; So mancher Mens schen Glück zerstört! Auch dieß hat deine Hand gethan; Wir weinen, Herr, und be ten an. 3. Wir weinen; Doch vers thren wir auch deine Huld; Sie half auch hier, und hielt der Flammen schnellen Lauf, der Uebrigen zu schonen, auf. 4. Mit unsern Brüdern feufzen wir, in ihrem Fam. mer, Gott, zu dir! Laß sie nicht hilflos; Tröste die, die du gebeugt haft, seegne fie! 5. O gieb, daß, wer ver: schont war, nicht vergesfe seiner schönsten Balicht, der Plicht, Betrübte zu erfreun, 574. seyn! 6. Was du uns nimmst, das kannst du, Gott, auch wiedergeben, jede Noth in Heil verwandeln; Weis und gut ist alles, was dein Wille thut. 7. Gieb Unterwerfung und Geduld, daß wir nie deiner Vaterhuld verlustig werden; Boll Bertraun; dich, wo tein Leid ist, einst zu schaun. 8. Schüß unser ganzes Baterland vor mangel, Seuchen, Krieg und Brand! Gieb, weil du unser Vater bist, uns allen, was uns. heilsam ist. XXV. Jn Waffersnöthen. ENTEERI ir sind in Noth! Laß uns o nimm uns in acht, wehr ih rer t Wir 1 Gott, die Fluth nicht u ber schwem men! Vers Macht! Du kannst die Wogen hem men. birg jezt nicht dein An ge sicht, ge denk an uns in Gna den! Gott, wenn uns izt dein Arm be 272 In Wassersnithen. be schußt, was kann die Fluth uns schaden. 2. Ach hilf uns, Herr, Gott! Erhöre unfer Fleben! Allmächtiger! Um Jesu Christi Laß deine Hülf uns sehen! willen! Ach, du allein fannst En Wort nur darfst du spre uns befreyn, fannst Sturm chen, und Sturm und Flu. und Welle stillen! Erbarme then brechen. dich; Hilf våterlich! Bes schüß uns Gut und Leben! Dann wollen wir dir, Gott, dafür Dank, Preis und Ehre geben. Mel. Nro. 94. Du, der kein Böses zc. ie Wassersnoth ist 575. Die E 3. Es bricht die wilde Fluth auch des Standhaften Muth, er sieht, voll Angst und Schrek, ten, den Strom das Land bedecken; Der Häuser derfallen verkündigt dumpfes Nie. Schallen. 4. Ach Herr, sieh unsre Noth! Erbarm dich unser, 5. Ach unsre Brüder! Gott! Viel ringen mit dem Tod, ach! laß es nicht ges schehen, daß sie zu Grunde gehen, und raubt sie das Vers derben, so laß sie seelig ster. ben. groß, uns trift ein traurig Loos; Man sicht in hohen Wellen den Strom fich wüthend schwellen, fich 576. A, unsre Noth Eiß mit wilden Stürmen, Gebürgen ähnlich thürmen. 2. Das Wasser, gleich dem Meer, rauscht schreckens. voll daher, nichts fann fein Ueberschwemmen, nichts feine Fluthen hemmen: Wir fehen es mit Zittern schon Damm und Mau'r erschüt. tern. ist groß! o Gott, wir sehen blos zu dir und deiner Güte, daß fie uns jest behüte! Eil, in der Fluth Gefahren uns mächtig zu bes wahren! Mel. Nro. 94. Du, der kein Böses:. 2. Sich an, sich an die Noth, das Elend und den Zod, den wir vor Augen se hen; Hilf, daß wir nicht vergehen! Laß uns, o Gott, nicht sterben! Hilf, ehe wir verderben. 3. Vergicb uns unste Schuld, und habe noch Ge duld! Ach, laß um Jesu willen sich Sturm und Wels len stillen! Wir wollen, weil wir leben, die Preis und Ehre geben. XXVI. Nach geendigter Wassersnoth. XXVI. Nach geendigter Wassersnoth. Mel. Nro. 224. Herr, allerhöchster Gott! zc. und 577.2 Dant fep dir, o großer Gott! gesungen, daß du durch deine Macht die wilde Fluth bezwungen. Es tobete der Wind, das Waffer schreckte sehr, die Wellen rauschten schon fast über uns daher. 2. Doch mitten in der Fluth bewiesest du Erbarmen, und halfft uns väterlich. Du tigtest an uns Armen, daß du von Herzen doch die Men schen nie betrübst, und im Betrüben auch sie, als ein Bater, liebst. XXVII. In Mel. Nro. 342. Wer nur den lieben: c. 578. Es sieht, o Gott ein Kriegeswetter jetzt über unser Haupt einher: Bist du, Herr, unser Schuß und Retter, so fürcht: 473 aus dankbarem Gemüthe für deine groffe Treu zum Opfer bringen dar: felbst unser Herz foll seyn der Lob, und Danfaltar. 5. Wir ruh men deine Macht; Dann die gebot den Wellen, daß sie sich legeten, und uns nicht fonnten fällen; Du sprachest nur ein Wort: Bis hicher sollt ihr gehn! Da tonnten wir uns gleich frey und errettet fehn. 3. Nun ist der Sturm vor. bey, die Fluth hört auf zu toben. Gott! Du hast sie be, droht mit starker Hand von oben. Die Waffer laufen ab, der Mensch wird wieder froh, der voll von Furcht und Angst, nach hohen Orten floh. 4. So sey denn nun ge. preist, o Bater aller Güte! Nimm an, was wir dir jezt seegensvolle Zeit. 6. Wir wollen dir hinfort allein zur Ehre leben, und nicht mehr, wie bisher mit Sünden widerstreben; So halt denn ferner auch mit deis nen Strafen ein, und laß in deiner Hand uns eingezeich net feyn. 7. Erfreue nun das Land, das du bisher betrübet; Er. quicke, Herr! dein Volk; das sich dir, Herr, ergiebet zu ewig treuem Dienst; Gieb neue Fruchtbarkeit, und schent auf diese Fluth uns Kriegszeiten. ten wir uns nicht so sehr, wie heftig auch Gefahr und Noth den Völkern und den Ländern droht. 2. Gieb, Vater in so trů. ben Tagen und nur den Sinn, auf dich zu sehn, und Da, 474 In Kriegszeiten. da, wo andre trostlos zagen ist er in seinen Schlüssen; | mit Zuversicht zu dir zu schn, Ihn bete dankbar alles an! weil nie doch Menschenbülfe nußt, wenn und dein starker Arm nicht schüßt. 3. Kein blinder Zufall herrscht auf Erden: Du bist es, der die Welt regiert; Laß jest auch alles inne wer: den, daß deine Hand das Ruder führt. Send böse, Volter, rüstet euch! It Gott für uns, fo fehlt der Streich. 4. Drum fallen wir dir in Die Arme, du Bater der Barmherzigkeit, und flehen Demuthsvoll: Erbarme dich über uns zur schweren Zeit. Laß Gnade doch für Recht ergebn, so bleiben wir noch aufrecht stehn. 5. Und findet, Herr! dein weiser Wille noch ferner Züch. tigungen gut, so faffen wir in frommer Stille dennoch zu Dir den frohen Muth, das du gewiß zur rechten Zeit uns zu erreten fenft bereit. Er hilft und er errettet gern; Lobsinget ihm, und preist den Herrn! 65 M.1. Nro. 380. Aus tiefer Noth ruf zc. 579. Ach, Gott! wir tres શ, ten hier vor dich, mit traurigem Gemüthe. Wir bitten dich demüthiglich: Rett uns durch deine Güte. Schau, wie die große Kriegsgefahr fich zu uns naht, und auch fos gar uns zu verderben drohet. 2. Gedenke Vater! doch nicht mehr, daß wirs verschul det haben. Gedente nicht, daß wir so sehr die uns vers liehne Gaben oft schändeten, und lange Zeit zur Wollust, Pracht und Sicherheit un dankbarlich mißbrauchten. 3. Oft ward, der unser nächster ist, gedrücker und betrogen; Durch Schein des Rechts, Gewalt und List das Seine ihm entzogen. Drum drückt und deine schwere Hand; Die Sünde, die wir nicht erkannt, wird öffent lich vergolten. 4. Berzeih uns alle Misses that um Jesu Christi willen. Da er für uns gelitten hat, fannst du dieß Unglück stillen. Dein Sohn, der unsre Sun. den trågt, die du ihm selber auferlegt, ist ja auch unser 5+ 6. Du zuchtigeft doch stets mit Maassen, und meynst es immer väterlich; Auch uns wirst du nicht ganz verlassen: Auch unfrer Noth erbarmst du dich. Wir follen nur durch Angst und Vein geläutert und gereinigt feyn. 7. Bulest wird jeder sagen müssen: Das hat Gott, uns fer Gott, gethan! Gerecht Mittler. Nach erlangtem Frieden. 475 5. Um feinet willen schone| 7. O Herr! wir fallen dir du, und stille unsre Klagen, zu Fuß und bitten um Erhö, Verleih uns wieder Fried rung. Gieb wahren Ernst zur und Ruh, und wehre allen wahren Buß und Eifer zur Plagen. Erbarm, o Herr, Bekehrung; Damit wir nicht erbarme dich, und rette uns an unserm Theil durch neue doch gnädiglich von Krieg Sünden unser Heil, und Kriegsbeschwerden. Frieden, selbst verhindern. den 8. Breit wieder über unfer Land die Flügel deiner Gnaden. Beschüß und seegne jeden Stand. Laß nichts und weiter schaden. Wir wol, nen und den Råthen ein, was| len folche Gütigkeit und Vaz heißt, der Länder Båter seyn, damit sie Frieden lieben. tertren zu jederzeit mit Dankbarkeit erheben. 6. O Gott! du kannst der Fürsten Herz, wie Waffers bache, lenken. Ach, laß sie doch der Völker Schmerz recht väterlich bedenfen. Prág ihXXVIII. Nach Mel. Nro. 1. Mein Herz, ermuntre tc. 508. Gelobt, gelobt seyst du mit Freuden, Gott, der du lied reich an uns denkst, und nun uns nach des Krieges Leiden, des Friedens Woune wieder schenkst! Du beisfest die Ber: wüftur fichn, und Sicher beit und Seegen blühn. 2. Herr das thust du; Was du behüteft, dem darf sich fein Zerstörer nahn. Wenn bu, Allmächtiger, gebicteft, ist alle Zwietracht abgethan. Auch über uns haft du ge wacht; Auch uns die Ruh Jurückgebracht. erlangtem Frieden. seines Armes Macht beweiset, und bey der Macht Barmhers zigkeit; Der uns auf Gnadens flügeln trägt, und Wunden heilet, die er schlägt. 3. O Christen fühlt das ganz, und preiset frohlockend ign, der uns erfreut, der 4. Preist ihn durch freu. diges Vertrauen; Ihr seht, was scine Hülfe fann. Er läßt sie uns auch ferner schauen! und nimmt sich un ser mächtig an. Wo wir nichts können, nichts verstehn, wird was uns nüßt, durch ihn gefchchn. 5. Preist ihn durch Wohl, thun und Erbarmen, wo ihr der Brüder Noth erblickt, daß ihr die Leidenden und Armen ſpeist, tránket, fleidet und erquickt: Damit sich alles, alles freu und durch den Fries den glücklich sey. 6% 476 Nach erlangtem Frieden. 6. Preist, preist ihn durch| Erhohlung, Ruhe, Sicherheit, ein frommes Leben; Dieß ist und deines Seegens Fülle. der beste Lobgefang. Eo viel ist uns von ihm gegeben, so sehr verdient er diesen Dank! Olaffet Herz und Wandel rein und ihm ein würdig Opfer feyn! 7. Nimm, Vater, unsers Dankes Lieder, auch jetzt mit Wohlgefallen an! Froh schalten unsre Tempel wieder von dir, der uns so wohl ge. than. Herr, unser Gott, dich loben wir! Herr Gott, wir danken, danken dir! Mel. Nro. 3. Lob, Ehr und Preis zc. 581. Gott, unfer froher Lobgefang er fchallet dir zum Preise! Vernimm gerührter Herzen Dank, daß du nach Vaterweise uns wieder haft so wohl gethan, und alle Zwietracht abgethan, der Volker dich erbarmet. 2. Wie sehr ward nicht so manches Land von Kriegeslaft beschweret, von der zum Streit erhobnen Hand ge. angstigt und verheeret! Nur bu haft grösserm Leid gewehrt, du haft Gebet und Flehn erhört, auch diese Noth geendet. 3. Wo Furcht und Angst die Herzen brach, wo Mord gewehre schreckten, wo Zucht und Ordnung niederlag, das Feld Erfchlagne deckten, da Echrt zuück die goldne Zeit, 2. Der Landmann fams melt ungestört in ausgeleerte Scheuren, was Gott ihm deine Hand beschert, froh deine Huld zu feyren. Ge rechtigkeit und Gut und Treu begegnen wieder sich aufs neu, der Länder Glück zu bauen. 5. Gott, unser Bater, sev gepreist, daß du die Herzen lenkest, und in der Herrscher. Sinn und Geist die Friedens liebe schentest! Herr, dir ge bühret unser Dank, und dich preist unser Lobgesang, der du so gern erfreueſt. 6. Wehr ferner nur, nach deiner Treu, wehr mächtig allen Kriegen, daß uns der Friede lang erfreu; Laß Mens schenliebe siegen! Beschüße du mit starker Hand des Füre sten Stuhl, das ganze Land, und jedes Staates Wohl fahrt. 7. Wir tra'un auf dich, nur wollst du auch uns wahre Weisheit lehren, daß wir des Friedens rechten Brauch in Mißbrauch nicht verkehren, und nicht durch Stolz, durch Leppigkeit, durch Leichtsinn, Ungerechtigkeit, uns eigne Roth bereiten. 8. Erhebt, erhebt Gott immerdar, den Geber aller Güte! Er ist und bleibet, wie er war, der Menschens freund $ 150 In Krankheiten. 477 freund und Hüter. Gleich fen hat. Ihm sey allein die herrlich so von Rath und Ehre! That, hilft er, wie er gehol XXIX. In Krankheit. Mel. Nro. 380.dein schwaches Kind ertragen Aus tiefer Noth ruf ic. mag. Hilf mir, erbarm dich 582. Dein Wille, befter meiner! Bater, ist, daß ich jetzt Schmerzen leide: Doch weiß ich, daß du und Vater bist, wid dieß ist meine Freude. Dir ist mein ganzes Leid be. fannt; Mein Leben steht in deiner Hand; Du zählest meine Tage. 2. Mein Gott, mein Ba, ter, gieb nicht zu, daß Un geduld mich frånke. Gieb dei. nen Geist mir, der mir Nuh und Kraft und Hoffnung schenke, den Geist, der start in Schwachen ist, damit ich als ein wahrer Christ, mein Kreuk geduldig trage. 3. Voll Hoffnung wend ich mich zu dir, und bleibe dir ergeben. Bott, wie du willst, fo fchicks mit mir, zum Sterben oder Leben! In deiner Hand steht meine Zeit, mach du mich nur zur Ewigkeit durch deine Gnade tüchtig. Mel. Nro. 269. Gerechter Gott! vor ic. 583. Ah, lieber Gott! ich bitte dich, bilf mir und andern Stran ten, und seegne jeden doch, wie mich, mit heiligen Ges danten; Gieb uns Gelaffen. heit und Ruh, und unser bes ster Arzt sey du, in Schmers zen unser Tröster. 2. Belohne trener Bater, die, die liebreich meiner pfle. gen; Für ihre Treue seegne sie mit deinem reichen Seegen. Gieb gegen sie mir Freundlich, feit, laß mich aus Unzufrie. denheit sie nie durch Murren frånken. 3. Soll diese Krankheit tödlich seyn, soll ich die Welt verlassen, so laß von Sündens lieb mich rein im Glauben dich umfassen. Gieb Lust und Kraft zu jeder Pflicht, lehr mich, im Glauben ans Ge. richt, die liebste Sünde haffen. 4. Laß nicht zu, daß der Krankheit Vein zu schwer mir Schwachen werde. Laß deine 4. Doll willst du, bester Gnade mich erfreun, und Vater, mir Gesundheit wies mildre die Beschwerde. Du der schenken; so fleht mein Vater weißt, was jeden Tag| Herz dankbar zu dir; cs allzeit 10 478 Nach wiedererlangter Gesundheit so zu fenken, daß ich in meis| mich leiten; und recht auf ner Pilgrimszeit, mit neuer meinen Ster betag durch Treu und Nedlichkeit auf dei: Frömmigkeit bereiten: Daß nen Wegen wandle. über alles, alles ich dich lieb, und dankvoll gegen dich, die lebe, Gott, dir sterbe. s. Du weißt, wie wenig ich vermag, du wollest selbst XXX. Nach wiedererlangter Gesundheit. Mel. Nro. 2. Mit Singen dich zu zc. höret, und mich mit Freud erfüllt. Herr, nie vergeß ich 584. Ich preife dich, und dein! Ich will in Angst und finge, Herr, deiner Liebe Rath, die mir so groffe Dinge bisher erwiesen hat. Dich preisen ist mir Paicht. Ich will mein neues Plagen vor dir nicht trostlos zagen, im Glück mich deiner freun! Mel. Nro. 2. Mit Singen dich zu loben: c Leben die ganz zu eigen ge. 585. 2 heit Schmerzen, Als.i in der Krank ben; Mehr kann und hab ich nicht. 2. Wie schmerzvoll war ich Armer! Du hörtest mein Ge. schrey; Und warest mein Er. barmer, und stundst mit Trost mir bei. An mir auch thatst du fund, du fönnest uns das Leben leicht nehmen, und auch 2. Herr über Tod und Le geben; und machtest mich| ben, du meiner Båter Gott: gesund. 24 3. Dein Zorn hat bald ein Ende, dein Herz ist voller Huld. Du reicht uns Va: terhånde, und züchtigst erhoben? zuchtigst mit Geduld. Dich jammert unser Schmerz. Bergeht die Nacht mit Weinen; Früh muß die Sonne scheinen, und Freud erquickt das Herz. Wie soll ich dich erheben? Mein Heil, mein Herr, mein Gott! Zu wenig ist mein Dant! Wer hat dich gnug erhoben? Zu schwach ist, dich zu loben, der Engel Lob. gesang. 4. Mein Kreuz hat mich belehret: Ich fah des Todes Bild. Nun hast du mich er. die Seele fast versank, und nun aus vollem Herzen mein Flehn zum Himmel drang, da hörte Gott mein Flehn, der Treue, der Erhalter! Nun soll auch den Erhalter mein Dank und Lob erhöhn! 3. Und doch von dir zu schweigen, wär eine Frevels that. Ich will, ich wills be zeugen, wie Gott errettet hat. Hörts! Menschen! Gott nur fann vergeben und era In Todcsnöthen. erretten. Ach, wenn wir.] streben sey seiner Gnade Gott nicht hätten, wer hülf Ruhin! Ihm opfern seine uns Armen dann? Zeit, vor seinen Augen wals len, ihm dienen und gefals len, ist Ehe und Seeligkeit! 4. O laßt uns ganz ihm leben, ganz Gottes Eigen. thum, und jedes Tags Be. #ST XXXI. In Todesnithen. Mel. Nro. 79. Mein Auge sicht, o Gott c. 586. Des Todes Graun, des Grabes Nacht sicht Herr, vor dei.. ner Wahrheit Macht; Mein Geist, erhellt von deinem Licht, bebt vor des Leibs Zers störung nicht. 2. Es falle nur die Hütte hin, mit der ich hier umgeben bin, ich selber lebend, wie juvor, schwing aus den Trümmern mich empor. 3. Ein innres mächtiges Gefühl verkündet mir mein böhres Ziel; Dieß Streben nach der Ewigkeit erhebt mich über Erd und Zeit. 4. Dich, Höchster, bab ich hier erkannt, voll Liebe Vater dich genannt; In die fer Seelenwürde liegt ein Hoffnungsgrund, der nimmer trugt. 479 5. Dein Sohn zeigt mir die behre Welt; Nun ist mein Glauben vestgestellt. Wie herrlich wird der Menschheit Werth durch Jesu Zusag auf geflärt. auch für mich! Entzückt hebt meine Seele sich! Ich seh im Geist des Christen Lohn, ich sehe meinen Himmel schon. 7. Da find ich, was dein. guter Kath zu meinem Wohl geordnet hat; Geniesse deines Gnadenblicks, und der Bols lendung meines Glücks. 8. Viel Freude gabst du mir schon hier, o Gütiger, wie dant ichs dir? Stets folgte fleinerm Ungemach die grössere Verfüffung nach. 9. So hat schon dieser Kindheitsstand, der höhern Hoffnung Unterpfand; Die Liebe, die mich hier beglückt, die bleibt und seegnet unvers rückt. 10. Des freudigen Ver. trauens voll, erwart ich, was mir werden soll, wann ich, von Sünd und Noth bea freyt, nun reife zur Volls fommenheit.do 11. Der Tod darf mir nicht schreckend feyn; Er führt zum wahren Leben ein. Durch Gottes Kraft besiegt mein Herz, der Krankheit Last, 6. Glückseel'ge Aussicht, I der Trennung Schmerz.dmt 12. 480 In Todesnöthen. 12. Wann hier von uns,| bisis, der mir helfen kann. die Gott vereint, der letzte Starf mich im Guten bis Stårk auch hat ausgeweint, dann ans End, damit ich treu den wird ein frohes Wiedersehn Lauf vollend. auf ewig unser Glück erhöhn. 13. Herr unsrer Tage! führe du uns alle diesem Ziele zu, daß uns, bey standhaft frommer Treu, des Lebens End erfreulich fer. Mel. Nro. 342. Wer nur den lieben Gott tc. ge mich zur Nuh! 587. Ideine ander ser Erden, ihr machet mie 6. Thr, meine Güter dies den Tod nicht schwer; Denn egund werd ich seelig wers den; Drum brauch ich euer nun nicht mehr. Du, Gott, biss, wann das Eitle weicht, der mir des Lebens Krone reicht. und halte sie im Glauben vest, verlaß den nicht an seinem Ende, der ewig sich auf dich verläßt; Du bist mein Gott von Jugend auf hilf glück lich enden meinen Lauf. 5. Mein Heiland, treib die Furcht zurücke, besiege meinen letzten Feind; Lent auch im Sterben meine Blicke auf deinen Tod, o Seelenfreund! Sprich mir Trost, Muth und Freude zu, vollend' und brins 2. Du hast nach deiner Batergüte beständig wohl an mir gethan; Erhör auch meine letzte Bitte: Nimm, Gott, mich dort zu Ehren an. Ach! Bater, ach! noch cins ist noth: Ein gutes End ein feel'ger Tod. 3. Du hast mich je und je geliebet, versorgt, gestärkt, geschüßt, regiert, mich oft erquidt, durch Leib geüber oft wunderbar, stets wohl geführt. Wohin ich gieng, wohin ich fah, war mir stets deine Güte nah. 4. Auch jetzt auf meinem Sterbebette, sich meine Noth mit Mitleid an! Erquicke, lindere, errette! Denn du 7. Ich übergebe dir die meinen, du Bater der Barms herzigkeit; Laß ihnen stets dein Trostlicht scheinen, und bleib ihr Gott zu aller Zeit. Behüte sie für Ungemach und bringe sie mir feelig nach. Mel. Nro. 11. O fönnt ich dich, mein c. Gott, 588. Ich will ich eben im Tod erheben, selbst nah am Grabe dank ich dir. Zum Seegen gabst du mir mein Leben, und auch zum Seegen nimmst dus mir. Mein Leben sucht ich dir zu weihn: Drum bleib ich auch im Tode dein. 2. Gott, welche feperliche Stune In Todesnöthen. Stunden, wenn du mich nun der Erd entziehst, auch mich, den du getreu befunden, voll schonender Erbarmung siehst! Allmächtiger, in dein Gericht gehst du mit mir Erlösten nicht. 3. Der Leib wird schwach, die morsche Hütte, in der mein Geist hier wohnt, zerfällt, schon gehen meine müden Schritte, den Weg zu Gott aus dieser Welt. Ich bin getrost und zage nicht; Denn Gott ist felbst mein Heil und Licht. 4. Wie sollt ich vor dem Tode beben, da du, Erlöser, 7. Ich will dich noch im Tod für mich starbft? Er ist durch erheben, selbst nah am Grabe dich der Weg zum Leben, das| preis ich dich; Denn ewig werd du am Kreuze mir erwarbst! Wie du ihn giengst, will ich ihn gehn, wie du, werd ich auch auferstehn. ich bey dir leben, und da erfreu ich ewig mich; Für mich ist selbst der Tod Gewinn. Wohl mir, daß ich erlöset bin! $ 89. EL 481 5. Laß auch das Grab in seiner Nähe mir noch die letz ten Schrecken dráun: Du, Herr, auf den ich hoffend sehe, wirst auch noch dann mein Beystand seyn. So nah dem Lohn, den Gott verspricht, so nah am Ziele zag ich nicht. 9. Du wachest über meine Seele, wann sie ihr Haus, den Leib verliert; Giebst deis nem Boten dann Befehle, der sie zu deinen Freuden führt, zu denen der recht. schaffne Christ durch Jesu s Tod berechtigt ist. XXXII. Bey Begräbnissen. FFFFF Be grabt den Leib in sei ne Gruft, 141 TE bis ihm des Rich ters Stim me ruft. Wir så en Gott hin auf. which SE ihn, einst blüht er auf, und steigt ver flårt zu == E Hh 2+ 482 Bey Begräbnissen. 2. Aus Staube schuf ihn gleich einem Pfeil, zur einst der Herr. Er war schon Staub, und wirds nun mehr. Er liegt, er schläft, verwest, erwacht dereinst aus dieser Todesnacht. 3. Des Frommen Seele lebt bey Gott, der sie aus au aller ihrer Noth, aus aller ihrer Missethat, durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Hier hat ihn Trubsal oft gedrückt; Nun wird er, Gott, von dir erquickt. Hier trug er Jesu sanftes Joch; Entschlief im Tod und lebt doch noch. 5. Gott blieb er treu bis an sein Grab, nun wischt Gott seine Thränen ab. Was sind die Leiden dieser Zeit, Gott, gegen deine Herrlich. feit? 5. Nun du Erlöster, schlaf in Rub! Wir gehn nach unsern Hütten zu, und machen zu der Ewigkeit durch Glaub und Tugend uns bereit! 7. Ach Jesu Christ! dein bittrer Tod stårt uns in uns frer letzten Noth! Laß unsre ganze Seele dein, und see. lig unser Ende seyn. Mel. Die Vorige. 590. Dem Staube geben wir den Staub; Was Fleisch ist, wird des Todes Raub, und eilend Aliegt des Menschen Zeit, Ewigkeit. 2. Vom Weibe auf die Welt gebracht, bedeckt ihn bald des Grabes Nacht, und da ist teiner groß und reich, der Bettler wird dem König gleich. 3. So ist des Leibes Hütte bald zerstört, und leblos, starr und falt. Allein der Geist, den Gott uns gab, ist frey vom Tod, ist frey vom Grab. 4. Seys, daß der From men Leib zerfällt, sie harren einer bessern Welt, und ge ben an des Lebens Rand die Seelen gern in Gottes Hand. 5. Dort rührt sie teine Noth mehr an, die uns auf Erden schrecken kann; Dort erndten sie verklärt und rein den grossen Lohn der Tu gend ein. 6. Und Jesus, der vom Tod erstand, und seine Schref, fen überwand, versammelt fie von Zeit zu Zeit, zu Ers ben seiner Herrlichkeit. 7. So zittre dann, wer Laster übt, wann ihn des Todes Macht umgiebt; Dem Frommen ist er nur Gewinn, und ohne Schrecken fühlt er ihn! 8. Herr, lehr uns, eh die Zeit zerrinnt, bedenken, daß wir sterblich sind, das mit wir flug und tugendhaft bol. Bey Begräbnissen. 483 bollenden unsre Wander.| folgt der Lohn aus Gottes schaft. Hand. 9. Einst bricht für uns, und Jedermann, der grosse leste Tag heran, da jeden, den ein Grab bedeckt, der Belterretter auferweckt. 10. Mittler, deine Zeit. O Knechte freun fich dieses Tags, und harren dein! Laß all' im Seegen aufer fehn, und ein zu deiner Freu. de gehn! Mel. Nro. 589. Begrabt den Leib in zc. 591. Nun bringen wir den Leib zur Rub, und decken ihn mit Erde zu, den Leib, der nach des Schövfers Schluß, zu Staub und Erde werden muß. En la 2. Er bleibt nicht immer Asch und Staub, nicht im mer der Verwesung Raub: Er wird, wann Christus inst erscheint, mit seiner Seele neu vereint. 5. So währen Neichthum, Ehr und Glück, wie wir selbst, einen Augenblick; So währt auch Kreuz und Traus rigkeit, wie unser Leben, kurze 4. Schnell schwindet unfre Lebenszeit, aufs Sterben folgt die Ewigkeit; Wie wir Die Zeit hier angewandt, fo 6. O sichrer Mensch, bes finne dich; Tod, Grab, und Nichter nahen sich; In allem, was du denkst und thust, dedenke, daß du sterben mußt. 7. Hier, wo wir bey den Gräbern stehn, soll jeder zu dem Vater flehn: Ich bitt, o Gott, durch Christi Blut, machs einst mit meinem Ende gut! 8. Laß alle Sünden uns bereun, vor unserm Gott uns findlich scheun; Wir find hier immer in Gefahr: Nehm jeder seiner Seele wahr! 9. Wenn unser lendet ist, so fen Herr Jesu Christ! lerne, was du bist; Lern das Sterben zum Gewing; 3. Hier, Mensch, hier bier, was unser Leben ist. 3euch unsre Seelen zu dir hin. Nach Sorge, Furcht und mans ther Noth kommt endlich noch julegt der Tod." Lauf vol uns nah, Mach uns 10. Und wann du einst, du Lebensfürst, die Gräber mächtig öffnen wirst, dann laß und fröhlich auferstehn, und dann dein Antlig ewig sehn. Hh2 XXXIII. 484 Dantlieder für allgemeinen XXXIII. Dantlieder für allgemeinen und beson dern Landesfeegen. 1. Für allgemeinen Geegen. Mel. Nro. 7. Kommt her, verkündigt zc. Mel. Nro. 7. 592. Gott forgt für uns! o singt ihm Dant, ihr Christen, fingt ihm gern. Kommt her verkündigt tc. Bom Aufgang bis zum Nice 593. Nimm deine Vial. dergang trågt uns die Hand des Herrn. Bunso ter, Volk des Herrn! Und finge deinem Gott! Thn loben Sonn und Morgenstern, und Element und Tod. 2. Vom Menschen bis zum kleinsten Wurm reicht seine Gnad und Macht; In Son nenschein, so wie im Sturm, ist er auf Heil bedacht. 5. Mit froh gerührter Seele bringt ein Herz voll Dank ihm dar! Die Nehre, Die vom Seegen sinkt, ist sein, er front das Jahr. 2. Sein Nam' is mächtig wenn er spricht, und schred. lich, wenn er draut; Er winkt, und eine Welt zerbricht, und steht, wenn er gebeut. 3. Ihm leben; wir, ihm sind wir todt, ihm, der uns Leben gab! Er wog uns Freuden, wog uns Roth mit Baterhånden ab. 4. Ja, Höchster, wir ver ehren dich mit tindlich frohem Dank; Du nährst uns, und giebst mildiglich auch mehr, als Speis und Trant. 4. Er feegnet uns, und frönt das Jahr mit Ueberfluß allein, und will, was er den Bätern war, auch uns, auch uns noch seyn! YOU 5. Fried und Gesundheit, Kraft, Gedeihn zu unsrer Hände Fleiß, auch das giebst du, und die allein ge s. Ach, nimm den Geist der Freudigkeit nicht aus des bührt dafür der Preis. Christen Brust! Nur wer in die sich recht erfreut, hat am Gesetz auch Lust. 6. Gott, unser Schild und groffer Lohn, dein Friede frón das Land! Stüß unsers frommen Fürsten Thron, und seegne jeden Stand! 7. Erhör uns, Herr! dein Ants 6. Laß deines Seegens Ueberfluß uns nun auch nüßlich seyn, und hilf uns, daß wir beym Genuß uns dessen maffig freun. nd den 7. Vermehr in uns die Zu versicht, dir ewig zu vertraun, bis wir dereinst in deinem Licht des Glaubens Ende schaun. und besondern Landesseegen. 485 Antlik seh dein Volk, das| Volk des Herrn! und singe Amen! spricht. Und sey uns deinem Gott! gnädig, Herr, und geh mit uns nicht ins Gericht. Ind 8. Nimm deine Psalter, Ihn loben Sonn und Morgenstern, und Element und Tod. 2. Uleber einer Mel. Nro. 125 Wie göttlich sind doch ic. 594. daß doch bey der reichen Erndte, womit du, Höchster, uns er. freuft, ein jeder froh empfin, den lernte, wie reich du, uns zu seegnen, seyst; Wie gern du unsern Mangel stillst, und uns mit Speis und Freud erfüllst. 2. Du siehst es gern, wenn deiner Güte, o Vater, un fer Herz sich freut, und ein erkenntliches Gemüthe auch das, was du für diese Zeit uns zur Erquickung haft be stimmt, mit Dant aus deis nen Händen nimmt. reichen Erndte. zur Folgsamkeit; Daß Preiß für deine Batertreu auch uns ser ganzes Leben sey. 5. Du nåhreft uns blos aus Erbarmen. Dieß treib auch uns zum Wohlthun an. Run sey auch gern ein Troft der Armen, wer ihren Man, gel ftillen kann. Herr, der du Aller Vater bist, gieb jes dem, was ihn nützlich ist! 4. Nimm gnädig an das Lob der Liebe, das unser Herz, dir, Bater, weiht. Dein Seegen mehr in uns die Triebe zum that'gen Dant, 6. Thu deine milden Sees genshände, uns zu erquits ken, ferner auf. Versorg uns bis an unser Ende, und mach in unserm Lebenslauf uns dir im Kleinsten auch ges treu, daß einst uns größres Gluck erfreu. 3. So kommt denn, Got: 7. Bewahr uns den ges tes Huld zu feyren, kommt| schenkten Seegen; Gieb, daß Christen, laßt uns seiner freun! Und bey den ange. füllten Scheuren dem Herrn der Erndte dankbar seyn. Ihm, der uns stets Versorger war, bringt neuen Dant zum Opfer dar! uns sein Genuß gedeih, und unser Herz auch seinetwegen dir dankbar und ergeben sey. Du, der uns täglich nährt und speist, erquick auch ewig. unfern Geist. Mel. Nro. 7. Kommt her, verfündigt t. 595. Singt, Chriften, fingt ein frohes Lied, ein Lied voll Dank dem Herrn! Er wars, durch den die 486 Dantlieder für die Frucht gerieth; Denn er, er seegnet gern. 2. Er gab der Erde Frucht. barkeit, gab Regen, Son nenschein, und ließ, zur Früchte Sicherheit, Gefahren ferne feyn. 4. 3og fürchterlich Gewälte auf, und drohete Ruin, so leitete er deffen Lauf, und ruhig zog es hin 4. Denn ihm gehorchet Blig und Sturm, der Him. mel und das Meer, ihm die nen Sonnen und der Wurm, und was sie thun, will er. 5. Er will der Erde Frucht, barkeit, und, was er will, geschieht! Er will den Man. gel, theure Zeit; Und sich, fein Seegen flieht! 6. So wollt er dieß Jahr, un, fer Heil, durch Wohithun uns erfreun, und Seegen mußte un fer Theil auf allen Auen seyn. 3. Ueber einer Mel. Nro. 82. In allen meinen Thaten 2c. 596. Dir, dir, du groß halter und Beleber, sey Ehre, Dank und Preis! Die Traus benberge blühen, die vollen Beeren glühen, Allmächtiger, auf dein Geheiß. allgemeinen 7. Fett stand das Thal, fett jede Flur, vom Seegen Gottes schwer, und jeder Halm; Die Kreatur rief: freundlich ist der Herr! 8. Dankt ihm, der euch so freundlich war, und euch ges seegnet hat; So seegnet er das tünft'ge Jahr aufs neue eure Saat. 9. Ja, seegne uns, du fannst es nur, du, jedes Seegens Gott! Auf dich hofft jede Kreatur, auf dich, Herr Zebaoth! 10. Schüß uns auch, was wir eingeerndt; Denn noch ist alles dein: Du, unser Schußgott, laß entfernt das von Verwüstung seyn. 11. Dafür, Herr, wol len wir uns dir aus Dankbar, teit ganz weihn. Ja, bis zum Grabe wollen wir dir nur ergeben seyn. guten Weinlese. Schoffe, das kleine, wie das groffe; Du bists allein, der alles schafft. fer Geber, Er. 3. Du deckst mit breitem Laube die braungebrannte Traube, hältst Frost und Wetter ab. Du giebst den Beeren Säfte; Und Süffige feit und Kräfte flöst du in ihren Saft herab. 2. Du bieffest warme Stra, len die Trauben lieblich mahlen, und giebst der Erde Kraft. Du schaffest Reb und 4. Ich allem dich nur s hen, durch alles dich erhö, hen, soll meine Freude feyn. Wo und besondern Landesfeegen. 487 Wo bist du nicht zu finden? Berg: Denn Most und Wein Wo du nicht zu empfinden? Wer wollte deiner sich nicht freun? giebt uns der Herr, uns zu erfreun. 3. Vom Seegen, der uns nähren soll, sind unfre Vors rathsfammern voll: Borses hend giebt uns unser Gott fchon für den Winter Frücht und Brod. 4. Wie liebevoll, wie mild und gut ist Gott, der so viel Wunder thut! Mit seiner Schöpfung Lobgesang bring, Mensch, auch du ihm det. Mel. Nro. 113. Dies ist der Tag, den 2c. er feegenreiche 597.Der Garten prangt mit vollen Zweigen, und vers langt von seiner Frucht be. freyt zu seyn, um Gottes Menschen zu erfreun. 2. Auf traubenvollen Hü. geln schalle des Winzers Lob; und wiederhallt von Berg auf nen Dank! 4. Am Friedensfeste. Mel. Nro. 527. Wach auf, mein Herz, tc. mehr schaden; Gesichert stehn die Saaten, und überall 598. Erhebt den Herrn, auf Auen kann man den Fries den schauen. ihr Christen! Er machet dem Verwüsten durch 6. Befreyt von Kriegess feine Allmachtshände, als schaaren, scheun wir nicht Gott des Friedens, Ende. mehr Gefahren, und Nies 2. Zum Troste aller Armand wird am Morgen ers men, sprach er, reich an Er. schreckt durch neue Sorgen. barmen; Der Friede ist mein Wille! Und Krieger wurden stille. 3. Fort floh des Krieges Wetter. Und unsre Erden. götter, des fernern Streitens múde, vereinten sich in Friede. 3. Nicht Zufall, blind Geschicke gab neu uns dieses Glücke, Sein mächtiges: Es werde! gab Frieden od unsrer Erde! 5. Kein Feind darf uns 7. Von Gottes Schuß um. geben lebt man ein neues Les ben, und opfert seine Kräfte mit Freuden dem Geschäfte. 8. Des Christen heil'ge Pflichten kann jeder froh vers richten: Auch kann man ohne Stöhren, Gott nun im Tem pel chren. 9. Drum dankt dem Herrn, ibr Christen! Er machte dem Verwüsten durch seine Allmachtshände, als Gott des Friedens, Ende. 5. Für 488 Danklieder für allgemeinen 6. Für Gewissensfreiheit und Religionsduldung. ** Mel. Nro. 1. mehr bedarf! 10% Gerecht und Mein Herz, ermuntre zc. mild ist dein Gericht! Wodu 599. Bater aller Geis nicht säest, schneidst du nicht. Ehre sey 6. Und wir, wir sollten strenge richten? Wir lieblos seyn, wo du verschonft? Die Einfalt und die Tugend rich ten, die du vielleicht mit Ehre lohnst! Den richten, der dich anders ehrt, als uns der Båter Glaube lehrt? 2. Dem rufft du lauter, jenem leise: Ein Gott ist, 7. Voll Schaam und De welcher dich erschuf! Nur der ist froh, und gut und weise, der schweigend horcht auf deinen Ruf! Und jeder, der dich findlich ehrt, deß Flehen wir von dir erhört. muth vor dir stehen, o Mens schenvater, wollen wir! Erbarmen wollen wir erflehen für uns, für alle Welt von dir! Du gabst uns, unser Herr und Gott! dieß weise, zärtliche Gebot! dir von deiner Kinder Schaar! Dir, Herr der hohen Ster nenheere, bring jeder Mund Anbetung dar! O Vater, Aller Vater! gieb, zu preisen dich, uns einen Trieb! 5. Wo ist ein Vater, der dem Lallen des unschuldvollen Kindes draut, der nicht mit frohem Wohlgefallen sein Aug und Ohr und Herz erfreut? Wie schwach dieß Stammeln immer sey, er lohnet es mit Batertreu. 8. Wer heilig deinen Na men nennet, voll Ehrfurcht dich zu ehren meynt, fo gut dich ehrt, als er dich kennet, fey Bruder uns, mit uns vereint! wehe dem, der O fie verdammt, die Andacht, die zum Himmel flammt! 9. O möchten alle Zungen preisen, und alle Herzen füh len dich! Auf tausendmal zehn tausend Weisen freu'n alle Seelen deiner sich; Dein! o du aller Seelen Freund, der alle Seelen einst vereint! 10. Erwecke Fürsten, bilde Lehrer voller weiser Menschen freundlichkeit! Entwaffne schonend den Zerstörer, der lieblos frommer Liebe dråut! Gieb 4. Kein Erdensohn hat andre Pflichten, als seinem Lich, te treu zu seyn! Wie könntest du den strenge richten, dem du dein Licht versagtest, nein! Begnadigst du nicht felber den, ders wagte, dir zu widerstehn? e 6. Begnadiger selbst der Verbrecher! So wahr du bist, du bist nicht scharf dem Lichtentfernten, welcher schwächer, nur deiner Gnade und besondern Landesfeegen. 489 Gieb jedem Menschenange:| hervorgebracht, verdunkeln ficht der Strahlen mehr von Menschenlehren; So scheint deinem Licht! es vielen finstre Nacht; So können sie's nicht ehren. Zur Beßrung schließt man jede Thür. Ach Gott! Ach Gott, wir flagens dir! Wann wird dein Reich erweitert? 11. Wer deinen Namen nennt, der bitte dich heiser jeden Tag: es weich' Un glaube, Haß! Mit schnellem Schritte verbreite sich der Lies be Reich! Und jeder Christus. ehrer sey von jedem Foch und Laster frey! 12. Daß ein Hirt nur, und eine Heerde, geführt an dei ner Liebe Band aus allen Gottesehrern werde, steht, Jesus Christ, in deiner Hand! Du nur machst alle Nächte hell, vollend', D Allvollender schnell! Mel. Nro. 46. Allmächtiger! wir fingen zc. 600.enn Gott uns Recht und Muth erhält, so mögen Feinde toben. Sie herrschen nicht in aller Welt, sie donnern nicht von oben. Sie stehn mit uns einst vorm Gericht! O dann verfolgen sie uns nicht! Gott, fey und Sündern gnådig! 2. Sie haben Macht, nicht Recht, zu drohn, und Gut und Schuß zu rauben, wenn wir das Wort von Gottes Sohn bekennen, wie wirs glauben! Du willst, Herr, daß dein Christ getreu ein Beuge seiner Einsicht sey, und Frrende bekehre. 3. Das Licht, das du 4. Es fehlet vielen nicht an Licht, des Irrthums Macht zu sehen, jedoch sie scheun die schwere Pflicht, ihm frey zu widerstehen. So bleibet mit Bernunft im Streit die Kirchenlehr in Ewigkeit. Deß lacht der Spotter Jesu. 7. Herr, seegne Thronen sichtbarlich, die Menschen. recht nicht frånfen, und dem, der nicht von Tugend wich, die Freiheit nicht umschránfen, das, was er für erweis, lich hålt, auch für die brus dervolle Welt zu zeigen, zu beweisen! 6. Der Geist der Wahrheit begre bald die irrenden Ge meinen! Gieb, daß sie gern, nicht durch Gewalt, zur Wahrheit fich vereinen! Dein Reich, o Jefu, soll bestehn. Laß seinen Glanz die Völker fehn, frey von des Irrthums Nebel. 7. Gieb den Bedräng, ten Gnad und Huld bey mächtigen der Erden, und fteten Abfcheu von der Schuld, Verfolger selbst zu were 490 Danklied für allgemeinen werden. Nur so wird deine| durch Apostel war, das Beys Christenschaar das, was sie spiel aller Völker. 6. Für den Flor der Wissenschaften, der Handlung und Gewerbe. Mel. Nro. 3. Lob, Ehr und Preis dem zc. 601. Aus deiner milden lungszweige. Seegenshand, du Geber aller Gaben! muß jedes Bolt und jedes Land des Seegens Zufluß haben. Mit groffer Weisheit hältst du Haus, und breitest deine Güter aus zum Flor des Glücks der Völker. 2. Bon dir stammt Kunst und Wissenschaft, wodurch die Länder blühen. Du schen, test jeglichem die Kraft, sich nüglich zu bemühen, in seinem Amt, Beruf und Stand, das rinn dein Rath thn tüchtig fand, zum Besten mitzu, wirken. teit vertheilst du deine Gaben weit durch manche Hands 3. Du zeigst als milder Geber dich den Völkern aller Lande, und du verknüpfst sie unter sich durch deines Seegens Bande. Von fernen Oft, und falten Nord, strömt deines Seegens Quelle fort zum Westen und zum Süden. 5. Du feegneft auch des Künstlers Fleiß zum Nußen seiner Bruder. Was er nur Gutes fann und weiß, das kommt von dir hernieder. Es flieffet stets aus Hand in Hand, was uns die deine zugewandt, durch nüßliche Gewerbe. 6. Herr, unser Gott! Wir preifen dich mit dankbarem Bemüthe. Du feegnest uns sehr mildiglich mit Proben deiner Güte. Geuß deinen Seegen ferner aus auf unfre Stadt, auf jedes Haus, u deines Namens Ehre. 7. Hilf auch, daß jeder redlich sey in seinem Thun und Handel, rechtschaffen, brüderlich, getreu in seinem ganzen Wandel. Mit Luft, o Bater, wendest du dem Lande deinen Seegen zu das solch ein Boll bewohnet. auf hilfst dem Mel. Nro. 46. 4. Du giebst den Schiffen Allmächtiger! wir singen. Gott! ihren Lauf auf Strömen und 602. Herr, nnfer Allmächtiger Er Flor der Handlung auf, viel halter deiner Werte! Du Tausende zu nähren. Zur herrschest über Wind und Nothdurft, zur Bequemlich. Meer mit ungemeßner Står. te! und besondern Landesseegen. 491 te! Vom tiefsten Abgrund bis| Künstlers Werk, der Bürger jur Hoh, da wimmelts in der weiten See von Wundern deiner Weisheit. Fleiß, wird hin und her vers führet. 2. Das Ungeheur der Wass serwelt scherzt in den wilden Meeren; Wird doch durch Menschenhand gefällt! Muß viele Tausend nähren. Jhi deckte unbefahrnes Eis, ein flein Gewurm ist seine Speis. Du jättigst, Herr! Herr! was lebet. 5. O Gott! darüber was chest du, daß Handlung Lans der náhret. Nie sieht dein Auge müssig zu, du bists, der Unfall wehret. Du kennst der Deinen kleinstes Haar, auch vor nicht sichtlicher Gefahr bewahrest du uns stündlich. 3. Manch unermeßlich Wasserheer dringt aus dem grauen Eise, durchsireicht zu feiner Zeit das Meer, und wird der Menschen Speise. Gott! Aller Augen fehn auf dich; Bis in die Tiefen stret. let sich dein Reichthum, deine Güte. 6. In dir nur leben, we ben wir; Du hältst die Fluch in Riegeln. Der Winde Lauf hångt ab von dir, du führst den Sturm in Zügeln. Nie schlafst du, wenn wir zu dir fehn, wenns Zeit ist, lås. fest du uns sehn, wie Wind und Meer gehorchen. 7. Lobt ihn, so Sonnen. schein, als Sturm! Lobt 4. Du schaffst, daß mensch, ihn ,, ihr fernsten Meere! licher Verstand zur See die Bom Wallfisch bis zum Wege findet, daß Fleiß und fleinsten Wurm lobt ihn, ihr Handlung, Land an Land, Wasserheere! Lobt ihn, ihr und Volk an Bolt verbindet. Menschen, die ihr wist, wie Der Länder Frucht, des groß er in den Wassern ist! Landmanns Schweiß, des Lobt ihn, ihr seine Kinder! 7. Für allgemeine Aufklärung und christliche Gesinnungen. Mel. Nro. 25. Dank und Anbetung tc. die Wahrheit uns entrieß! Lobfingt dem Herrn! 603. Lobfingt! denn Got: 2. tes Huld und Macht vertreibt des Aberglaubens Nacht, und manches Frr. Verdunkelt sehr war uns das Licht, oiel Christen. lehrer fahens nicht. Aus Un, terricht ward Glaubens. thums Finsterniß, der einstwang, da ward in der Bers 492 Danklieder für Verfolgung Drang stumm, der es sah.id 083 3. Lobsingt, lobsingt dem Herrn! Denn er hat uns befrent. Es ist nunmehr von des Gewissens Tyranney doch hie und da ein Wohnplatz frey. Lobsingt dem Herrn! 4. Ruft laut die Wahrs heit aus, und seyd, zu dul den, was ihr müßt, bereit; Di Tugend sey der Wahr heit Zier, so sieget fie; Gott ist mit ihr, Gott ist ihr Schutz! 5. Zagt nicht, weil je der Wahrheit Licht, nicht gleich durch alle Nebel bricht, und Spotter Gottes Wahrheit schmähn! Gott hat sich seine Zier ersehn! Er ist der Herr! 6. Seht Gottes Sonn an, fie erhellt nicht gleich auf ein. mal alle Welt. Wohl dem, der reines Licht genießt wenn er ein Kind des Lichts auch ist! Das last uns fenn! 7. Lobsingt, lobsingt dem Herrn, und freut, ihr Chriften, euch der Ewigkeit! Da wird kein Zwiespalt, da allein ein Hirt und eine Heerde seyn. Lobfingt dem Herrn. Mel. Nro. 79. Mein Auge sieht, o Gott! ic. 604. Albater! feit die Welt begann, ruft dich in jedem Erdstrich an ein Weiser, Wilder, Hei, liger, wie er dich auch bes namt o Herr! allgemeinen 2. Der Gründe Grund, dein tiefes Licht erreich ich Erdbewohner nicht. Mehr weiß hier nicht dein schwaches Kind, als: du bist gut, und ich bin blind. 3. Was du mir unverdient verleihst an Seegen, deß sey froh mein Geist. Du willst nicht andern Dank von mir, als daß ichs nehm erfreut von dir. 4. Doch unsers Sandkorns Grenz umschließt nicht deine Huld, die grenzlos ist. Du bist kein Gott der Menschen nur, von Welten voll ist die Natur. 5. Fern feys, daß meine schwache Hand den Fluch strahl schieß auf Haus und Land mit stolzem Wahne, dem es scheint, es woll, All vater, seyn dein Feind! 6. It recht mein Weg, fo gieb, daß ich ihn fortset uns veränderlich. Ist er ein Jrr weg, laß mich sehn, und bald, bald begre Wege gehn. 7. Leihst du mir Wohlfeyn, Ehr und Gut; So schüße mich vor Uebermuth, und, wenns dein weiser Rath versagt, fey ich nicht neidisch, nicht verzagt! 8. Gieb Mitleid mir mit Andrer Weh, zu decken Måns gel, die ich feh. O Gott, erbarme meiner dich, erbarm ich meines Nächsten mich! 9. und besondern Landesseegen. 9. Klein bin ich, doch er baben auch! Mein Geist bleibt ewig, Herr, dein Hauch! Hilf mir, wo ich auch wallen mag, durch Tod und Leben, diesen Tag. 10. Gieb heute Brod und Seelenruh! Ob mehr mir diene, siehst nur du. Du siebst, ob mehr mir schädlich fey. Herr, deinem Willen stimm ich bey! ewiglich! XXXIV. Lieder bey besondern persönlichen Begebenheiten. 493 11. Dich dessen Tempel ist die Welt, deß Altar Hims mel, Meer und Feld, preis aller Wesen einzigs Chor, ihr Weihrauch steigt zu dir empor ind ! 1. Am Geburtstage. Mel. Nro. 3. 12. So bet ich, Vater, als dein Christ, weiß, daß dein Kind unsterblich ist, und daß mit Weisheit auch für mich dein Reich regiert wird Lob, Ehr und Preis dem ic. te. Ich war so hülflos, war so schwach, und doch, o Vater, 605. Gott, meine Seele doch gebrach mir niemals Hülf und Pflege! danket dir, daß fie begann zu leben. Den Leib hast du zur Wohnung ihr, zum Werkzeug auch gegeben! Wie wunderbar, mir un. bewußt, war unter meiner Mutter Bruft ich selbst mit Leib und Seele? 4. Du zogst des Vaters Herz zu mir durch sanfte milde Triebe; Der Mutter Brust empfieng von dir den Eifer ihrer Liebe: Und bey den ward, mir unbewußt, die Müh, mich zu erziehn auch Lust; Ihr Sorgen ward mir Freude! 2. Froh denk ich jetzt den ersten Tag, ihn, meines Les bens Morgen, da ich an ih rem Herzen lag, ein Liebling ihrer Sorgen! Wie freuten beyde Eltern sich, daß ich gebildet war durch dich, ein Mensch mit Leib und Seele. 3. Du reichtest deine Kraft mir dar; den Odem, den ich hauchte; Den Schlaf, der mir so heilsam war; Gabst alles, was ich brauch 5. Ich lernte fühlen, hös ren, sehn; Versuchte bald zu stammeln, der Mutter Winke zu verstehn, Gedanten einzusammeln. Ich lernte Recht, Gefeß und Pflicht, aus Beyspiel und aus Uns terricht, und aus der Fehler Strafen. 6. O wie viel Freuden schenktest du der Kindheit und der is Lieder bey besondern 494 der Jugend! Du riefit mir, wenn ich irrte, zu; Du führ, test mich zur Tugend; Du hemmtest meiner Thorheit Lauf. Ich fiel, du balfft mir wieder auf, durch Lehrer und durch Freunde. 7. So weislich haft du je. derzeit, mein Vater, mich geleitet; Durch jede Wider. wärtigkeit viel Geegen mir bereitet! Ich bete dich be wundernd an! Ach! daß ich so nicht danken kann, wie ich dir danken sollte! Mel. Nro. 82. Sehnen, und zähltest meine Thränen, eh ich bereitet war; Ehich zu seyn begonnte, und zu dir rufen konnte, da wogst du schon mein Theil mir dar. 4. Du last mich Gnade finden und sahst doch meine Sünden vorher von Ewigkeit, O Höchster! welch Erbarmen! Du forgest für mich Armen, und bist ein Bater, der verzeiht! s. Für alle deine Treue, der ich mich glaubend freue, lobfinget dir mein Geift. Mir ist das größt' Geschenke, daß ich durch ihn dich denke, und er, dein Kind, dich, Vater, preist! 6. Daß du mein Leben fristes mit deiner Kraft mich rüstest, dieß, Vater, dank ich dir! Daß mich dein Wort belehret, zum Bessern täglich fehret, dieß alles, Bater dank ich dir. 7. Was ich in diesem Les ben bedarf, wirst du mir geben. Du liebst mich vas terlich. Dir, Bater, dir bes fehle ich ruhig Leib und Seele. Mein Gott, mein Vater, feegne mich! In allen meinen Thaten zc. 606, Dir dant ich für mein Leben, Gott, der du mirs gegeben, ich weih es kindlich dir! Du haft, durch Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen; Durch deine Güte bin ich hier. 2. Du Herr, hast mich bereitet: mich väterlich geleitet, bis diesen Augenblick. Du gabst mir frohe Tage, und felbst der Leiden Plage, ver. wandelst du in wahres Glück. 3. Du börtest schon mein 2. Bey der Mel. Nro. 518. Herr! vor deinem zc. 607. Dieses Kindlein werde. bringen wir, Jesu, deinen Liebesarmen; Ach du wollest, fleben wir seiner Seele dich erbarmen! Taufe eines Kindes. daß sie christlich auf der Ers de, auserwählt im Himmel, 2. Sey getauft nach Jesu Wort, Täufling auf des Baters Namen, daß du ihn an jedem Ort ehren sollest, Amen! persönlichen Begebenheiten. 495. Amen! Amen! Vater laß den Sünden steuert, es zu dir wohlgefallen, die Ver ehrung von uns allen. Gottes Bild erneuert. 3. Sey getauft nach Jesu Wort, Taufling auf des Sohnes Nahmen, daß du ihn an jedem Ort ehren sollest, Amen! Amen! Jefu, laß dir wohlgefallen, die Verehrung von uns allen. 4. Sey getauft nach Jesu O könnt ich dich, mein zc. Bort, auf des heil'gen Geistes 609. Herr, der du teis du an nen Ort ehren sollest, Amen! Amen! Gottheit, laß dir wohlgefallen, die Verehrung von uns allen! 5. Iefu, nimm dieß Schäffein an, Haupt, mach es zu deinem Gliede. Lehrer, eig ihm deine Bahn: Frie. densstifter, fey sein Friece! Wenns zur Ehre dir gedeihet, feys zum Bluten auch ge. weihet! Mel. Nro. 518. Herr! vor deinem Angesicht. 608. He err, hier sichst du uns vor dir, siehst dieß Kind auf unsern Armen. Dich, o Bater, bitten wir, dich auch seiner zu erbarmen, daß es Gottes Kind auf Er den, und einst feelig möge werden. 3. Mach uns alle in der Welt dir von Herzensgrund ergeben, daß wir, wie es dir gefällt, eingedent des Taufs bunds leben, und daß wir einst nach dem Sterben unsrer Taufe Seegen erben. Mel. Nro. 11. 2. Heiland Jesu! es ist dein; Laß es durch dich Gnas de finden. Heil'ger Geist! lehr bey ihm ein, laß es deine Kraft empfinden, die in ihm der sich im Glauben dir genaht, nie unerfreut den von dir liesseft, der dich um deine Gnade bat; Gelobt sey deine Freundlichkeit, die gern er bort und gern erfreut! 2. Du wiesest echmals nicht die Kleinen, die dir die El tern brachten, ab; Erkann, test, Herr! sie für die Deia nen, und liefsest huldvoll dich herab. Last, sprachst du, laffet sie zu mir, und wist, das Himmelreich ist ihr! 3. Du bist, erhabner Freund der Kinder, die auch durch dich Erlöste sind, zur Rechten Gottes jetzt minder boldseelig gegen sie gefinnt. Du bleibst der Dei. nen Zuversicht, vergisfest ih nicht rer ewig nicht. 3. Dir sey auch dieses Kind empfohlen, dir, deffen Treu unwandelbar! Wir bringens, wie du selbst be. fohlen, die in der heil'gen Taufe 496 Lieder ben besondern Taufe dar. O feegne es,| weih es nun in diesem Bade Herr Jesu Christ! der du zu Gottes Kind und Erben der Taufe Stifter bist! ein. Das Glück, daß es 5. Laß durch dieß Siegel| dir angehört, Herr, sey ihm deiner Gnade sein Christen. ewig theur und werth! recht beståttigt seyn, und 3. Nach der Taufe eines Kindes. Mel. Nro. 45. ziere seine Jugend die feel'ge Lust am Herren! Kommt, kommt, den zc. 2. Auch wir sind Gott Ge weihte, durch unsre Taufe Gott geweiht; Dies Glud entflamm uns heute zu Lob und Preis und Dankbarkeit; Erweck uns zum Vertrauen, 610. Geweiht zum Chri: stentbume, ist dieses Kind nun Gott geweiht; Erzieh es dir zum Ruhme, o Bater der Barm, mit findlich frohem Sinn herzigkeit! Verlängert deine zum Himmel aufzuschauen, Liebe sein Leben, so verleih zu unserm Vater hin; Er durch deines Geistes Triebe, daß es, dir immer treu, den hohen Werth der Tugend schon früh empfinden lern. Es dir gelobten Pflicht! weck uns, zu ermessen, was uns dein Wort verspricht, und nimmer zu vergessen der 2130 4- Am Tage der heiligen Confirmation. Mel. Rro. 46. Allmächtiger! wir singen zc. 611. Die bier vor deinem Antlig stehn, find Jesu Christi Glieder. Blick, wenn vereint wir für fie fehn, erbarmend auf fie nieder. Gieb ihnen, Bater, Sohn, und Geist! das Gute was dein Wort verheißt im Leben und im Sterben. 2. Sie tennen, Bater! deinen Sohn und seine heil', gen Lehren. Ist Freude, Gott vor deinem Thron, wenn * Sünder sich bekehren: Wie groß ist unfre Freude nun! Da diese ihr Gelübde thun, bir treulich anzuhangen. 3. O laß sie nimmer zum Gericht dein heilig Mahl ems pfahen! Laß fie in Gla benszuversicht stets deinem Tisch sich nahen. Dies starte sie in aller Noth! Dieß reiß fie, Jefu Chrifti Tod zu pre sen durch ihr Leben. 4. Lacht ihnen bey dem edlen Lauf die falsche Well entgegen: Hilf ihrem schwe chen persönlichen Begebenheiten. 497 chen Glauben auf, und wenn| voll denk ich nun daran; sich Lüfte regen, laß sie hin. Nimm gnädig dieß Verspre. auf auf Jesum fehn, die Welt chen an. mit ihrer Lust verschmähn, beharre bis ans Ende. 5. Zeig, Herr! den Lohn der Ewigkeit von fern den theuren Seelen, die jest mit dir auf alle Zeit im Glauben sich vermählen, und sich dir ganz zum Dienste weihn. O laß fie ewig Deine seyn! Er. balt sie in der Wahrheit! 4. Nie will ich wieder treu, los werden, nie deine guten Wege fliehn. Kein Scheiu. gut, feine Luft der Erden, fein Unglück soll mich dir ents ziehn. Weich, eitle Welt! Weich, Sünde, weich! Gott hört es, jest entfag ich euch. 5. Ja, ja, Gott höret mein Versprechen. Tief sicht er in mein Herz hinein. Würd ich, was ich gelobe, brechen, so würde mein Gewissen Mel. Nro. 11. O könnt ich, dich mein zc. 612. Herr! bir gelob schreyn; Und fürzte Gott mir Dann mein Ziel: O! so ges schäh mir nicht zu viel. ich neue Treue, und neuen Fleiß im Christen. thum. Dir, Jesu! geb ich mich aufs neue zu deinem ero'gen Eigenthum. Bon deis nem guten Geist allein will ich hinfort geleitet seyn. 2. Nimm, Bundesgott! von deinem Kinde den theu ten Eid der Treue hin. Ver, sucher mich hinfort die Sun. de, so will ich ihre Neke fliehn, will jung mich schon der Tugend weibn. Sieh! dieser Tag soll Zeuge feyn. 3. Hab ich schon oft das Wort gebrochen, daß ich die in der Taufe gab; Hab ich zwar Befrung oft versprochen, und ließ doch nicht vom Bösen ab: Herr! reus 6. Regiere du, o Gott! mein Leben, und mache selbst mein Herz dir treu, daß dir mein Wandel ganz ergeben und deinem Willen folgsam sey: Denn ohne dich ist im. merdar mein Herz verkehrt und wandelbar. 7. Einst werd ich, Herr! vor deinem Throne mich dies ses Tags des Bundes freun: geschmückt mit jener Sieges. frone werd ich dann ewig fee. lig seyn. O welch ein Heil! Bie freu ich mich! Herr! nimm mich hin, dein, dein bin ich! 1. Lied 489 Lieder ben besondern eines d eines 5. Lied Jünglings. Mel. Nro. 269.| schen sich vielleicht, doch nicht Gerechter Gott! vor ic. vor deinen Augen. s. Wenn sich auf meiner 613. Jdh trete vor den Jugend Bahn, mich in ihr * ch Angesicht, du Schöpfer meiner Jugend! Berwirf mein tindlich Flehen nicht um Weisheit und um Tugend! Mein Leben hab ich ja von dir: Drum Bater, weiche nicht von mir, daß ich unstråflich wandle. Netz zu ziehen, Verführer meiner Seele nahn, so laß mich Elüglich flichen. Ihr Beyspiel, Herr, entferne nicht mein Herz von dir und meiner Psicht, nicht ihr Ges spött und Lachen. 6. Der Glaub an Jesum bleibe mir, o Gott, unend lich wichtig: er macht allein gerecht vor dir, macht unfre Steige richtig. Laß Zweifel, die ein Herz erzeugt, das sich zur Sündenliebe neigt, nicht meinen Glauben schwa chen. 2. Mein Herz, vom La sterdienst noch rein, ist schwach und unerfahren, und stürzt, geblendet durch den Schein, fich leichtlich in Gefahren. Ach! mache mich mir selbst bekannt, und gieb mir Weis heit und Verstand, nicht, stolz mir selbst zu trauen. 7. Der Tugend heilige mich ganz, mein Schöpfer und Erhalter! Sie werde meiner Jugend Glanz, und einst mein Trost im Alter! Er halte mein Gewissen rein! Laß keinen meiner Tage seyn, der mich vor dir verklage. 8. Ach! Ichre mich den Werth der Zeit, daß ich 4. Du siehst mich, und sie nie verschwende, daß ich haft auf mich Acht, ich bin mit weiser Thätigkeit zum Gott! mit dir umgeben: vor dir be- Guten sie verwende. deckt nicht Mitternacht, nicht meiner Jugend, Fleiß und Einsamkeit mein Leben. Die Müh sey nicht vergebens Sünde, die im Finstern seegne fic, zu deines Namens schleicht, verbirgt vor Men Ehre. Bit Car 3. Du pflanzteft, Herr, in meine Brust Verlangen nach Vergnügen; Laß mich den Hang zu jeder Lust, die du verbeutst, besiegen. Dein unausbleibliches Gericht ent: falle meiner Seele nicht, beim Locken schnöder Lüfte. 6. Lied persönlichen Begebenheiten. 6. Lied eines jungen Frauenzimmers. Mel. Nro. 85. Du bist ein Mensch tc. ch 614. dir und Einsamkeit zu dir mein Herz erheben: Du sel ber wollst mir Freudigkeit dich anzurufen geben. Vernimm, 0 Bater, mein Gebet, des nicht aus falschem Munde geht; Um deiner Liebe willen eil, Herr, es zu erfüllen. 499 4. Die Lust der Eitelkeit laß nicht mein junges Herz ents unden; Sie macht mich un. treu meiner Pflicht, und bahnt den Weg zu Sünden. Gefuchte Zier und Drach; t der Welt ist nicht der Schmuck, Der dir gefällt: Du willst, ich soll bescheiden, mit Zucht und Schaam mich kleiden. mein Schöpfer, Gott, du gabst mir eine Seele! Preis dir und Dant, mein Mitts ler, Gott, du starbft für meine Seele! Mein Leib ist doch nur Asch und Staub, nie wird mein Geist des Tos des Raub. Mein erst Geschäft auf Erden sey schön am Geist zu werden. 2. Du bist mein Vater, ich dein Kind: Mein Heil ist, dich zu lieben. Ach mache mich dir gleichgesinnt in allen meinen Trieben. Laß meine Seele keusch und rein, und treu in deiner Liebe sein, und suchen, dir vor allen, o Bater, zu gefallen. 6. Gott, lehre du mich eilen, ihm mit Weisheit aus. zuschmücken: Denn meine Tage fliehn dahin, gleich schnellen Augenblicken. Gieb, daß zu träger Tändeley mir meine Zeit zu kostbar sey und laß es mir gelingen, sie 3. Vor stolzer Selbstge, fälligkeit bewahre meine Funüßlich zuzubringen. gend. Ihr Vorzug sey Be- 7. Bewahr mein Auge, scheidenheit, und ihre Schön, daß es nie unreine Glut er. heit Tugend; Gieb mir den fanften, stillen Geist, der dich durch seine Demuth preist, den nächsten nie ver: achtet, sich selbst zu bessern trachtet. nähre: Und meine Rede, Gott, daß sie kein Spotter falsch erkläre. Die Unschuld fey mein liebster Ruhm, ein guter Ruf mein Eigenthum, den ieder gern mir gönne, und Niemand låstern könne. 8. Bewaffnet sey mit Ernst mein Blick, mit Ernst der teuschen Tugend. Seht ihn, und bebet scheu zurück, Vers sucher frommer Jugend! Den Umgang, der Verführung drobt, Herr, lehr mich flies Ji 2 hen, besondern unsre Seelen Neid oder Arg wohn quaten. 500 Lieder bey hen, als den Tod, und wil lig alle Freude der wilden Wollust meiden. 9. Die Frevler, die mit ihrem Sport fogar dein Wort beflecken, vertreibe fern von mir, o Gott! daß sie mich nicht erschrecken. Dich låstern fie und deinen Sohn, und sprechen deiner Wahrheit Hohn. Unseelige Verführer! Erbarm, erbarm dich ihrer! 10. Laß fromme Freundin 11. Schickst du einst einen Freund für mich, so gieb, daß ich ihn wähle. Er sey ein Chrift, und fürchte dich, und lieb auch meine Seele. Saß seines Hauses edle Zier mich werden: Gott, laß ihn in mir, die beste deiner Gaben für dieß sein Leben haben. 12. Der du mich selbst durch dein Gebot den Weg zum Heile nen in mir ein Herz, wie itlehrest, ich will dich preisen, res finden. Verknüpf durch meinen Gott, daß du mein Unschuld uns, daß wir der Flebn erbörest. Ich ovfere dir Freundschaft Glück empfin mein Lebenlang der Unschuld den. Laß unfre Liebe fanft und der Tugend Dank: Dort und rein, wie deiner Engel will ich in den Chören der Enl Umgang seyn, daß nimmer gel dich verehren. 7. Vor und Mel. Nro. 7. Kommt her, verkündigt zc. 615. Auch auffer meinem Baterland wirst du, Gott, mit mir seyn. Wo immer, Vater: deine Hand mich hinführt, bin ich dein. auf der Reise. 4 Verges ich dieser Wahrs heit nicht, so bleibt die Seele rein; Mein Geist schaut bir ins Angesicht; Ich kann die ähnlich seyn. 5. Was immer für Gefahr mir droht, mein Muth ist im mer gleich; Unsträflich werd 2. Du schufft, erhältst, ich sicher, froh, und alles beseelest mich, du, du gicbst alles mir. Umgeben überall bin ich, Allgütigster! von dir! Seegens reich. 6. Fa, Bater Jefu Chrifti! sep stets fühlbar nahe mir, daß ich der Tugend immer treu, und fröhlich sey in dir. 7. Mein Herz feh immer steif empor auf deine milde Hand; Geöffnet sey mein Aug 3. Vergåß ich dieser Wahr. heit, ach! verlohren már mein Herz: Dem Reiz der Laster gab ich nach, und fånd in Freuden Schmerz. versönlichen Begebenheiten. Sor macht Aug und Ohr, und heiter| Auge bricht; Dann mein Verstand. fein Tod, fein Grab mir bang, dann schreckt mich kein Gericht. 11. Der Fehler Menge deckt die Huld, die einst am Kreuze stard, und mir Verföhnung meiner Schuld, und Leben mir erwarb. 11. Ja, Leben und Uns sterblichkeit erhebe dich mein Geist! Die Ewigkeit ists, Ewigkeit, wohin der Jung. 8. Mit Bruderlieb umfaffe ftets mein Herz, wen ich er blick, und Ziel des täglichen Gebets sey meines Nächsten Glück. 9. Vollkommner, weiser, und als Christ betret ich einst das Land, das mir von dir bezeichnet ist, wo ich mein Leben fand. 10. Mir folg dein Segen Jahre lang, bis einst mein| ling reist. 8. Nach der Reise. Mel. Nro. 1. teft auch mein Bemühen mit deiner milden Baterhand. Auch meiner Seele wandteft Mein Herz ermuntre tc. 616, Dank fey dir, Bas du Genuß von vielem Guten zu. ter meines Les bens, daß du mich froh zu. rückgebracht. Ich sehte nicht ju dir vergebens: Du hast mich väterlich bewacht. Durch deine Gnade bin ich hier. Dein Schuß und Schirm war über mir. 2. Nun kann ich wieder mit den Meinen mich deiner reichen Güte freun, mit ih nen Freudenthránen weinen, und dir des Dantes Opfer weihn, daß du die Wohlthat uns gewährt, und ihr und mein Gebet erhört. 3. Du hast Gesundheit mir verliehen, und Schaden von mir abgewandt. Du seegnes 4. Wenn ich dich auf dem weiten Meere in manchen deiner Wunder sah, gedacht ich, Herr! zu deiner Ehre: mein Gott ist allenthalben nah, ich finde überall die Spur von ihm, dem Schoe pfer der Natur. 5. Nun sey gelobt, sep hochgepriesen, für alles Gute, das du mir auf meis ner Reise haft erwiesen; Mein armes Lob gefalle dir Einst lande ich nach dieser Zeit im Hafen froher Ewig. teit. 9. Am Lieder bey besondern 9. Am Tage des anzutretettenden Amts und zeitlichen Berufs. 502 Mel. Nro. 35. Gott, wie du bist, so ic. Höhen hin, der, eh ers glaubt, erfähret, daß eine 617. Jh weiß, mein tiefe weite Kluft den fernern Weg ihm wehret. Gott, des Men schen That vermag nichts wi der deinen Rath durch Kunst, durch Müh und Sorgen. Dein Werk, den Zufall, treibst du stets an jedem Ort verborgen. 2. Es steht nicht in des Menschen Macht, daß, was er wünschend ausgedacht, gescheh, und ihn erfreue; Wenn du nicht willst, daß es gescheh, und wie mans wünscht, gedeihe. 3. Oft denkt der Mensch in seinem Muth, dieß oder jenes sey ihm gut, und ist doch weit gefehlet. Oft flagt er, wenn dein Rath für ihn den Weg des Seegens wählet. 4. Oft fångt ein wohler fahrner Mann, ein großes Werk mit Freuden an, und bringts doch nicht zu Stande. Eh noch der Bau geendigt ist, so steht sein Schloß im Brande. D 5. Wie mancher ist in einem Sinn schon über alle 10. Vom Ehestand Mel. Nro. 105. Wie herrlich strahlt der ic. 618. Der Ehstand foll uns heilig seyn; Du, 6. Dir, Vater, unters werf ich mich! Bey jedem Thun denk ich an dich! Willst dus gelingen lassen, so freu ich mich; und willst du nicht, auch dann will ich mich fassen. 7. Wenn Tugend stets mein Herz regiert, wenn Vors sicht meine That vollführt, so thu ich, was ich sollte, nicht wissend, was dein ew's ger Rath befördern, stören wollte. 8. Die Pflicht, die noch so schwer uns deucht, wird endlich angenehm und leicht, wenn wir sie treulich üben, und wenn des Herzens Hauptwerk ist, dich und den nächsten lieben. 9. Du bist mein Vater, ich dein Kind, und Menschen find welcherley fie find, Brüder mir, sie alle! Ich weiß, wenn dieß zum Thun mich treibt, daß dir mein Thun gefalle. und für Eheleute. Schöpfer, fezteft felbst ihn ein, der Welt zum Glück und Seegen. Noch immer fließt in diesem Stand, aus del ner versönlichen Begebenheiten. 503 ner milden Baterhand, den| Wie viel Beter zählt ihr Bås Frommen eil entgegen. Stifter! Stifter, dich erhöhen, die in Ehen dein sich freuen, durch dich blühen und gedeihen. ter, zählt the Mütter! Sorg und Müh ist minder bitter. 2. Wie glücklich lebt ein frommer Mann, wenn die fein Herz ihm abgewann, die Gott ihm auserjehen! Wie glücklich lebt an seiner Hand die Fromme, die Gott ihm verband, ihm hülfreich bey zustehen! Wohl euch! wohl cuch! fromme Gatten! In dem Schatten seiner Gute jauchzt mit fröhlichem Gemüthe! 4. Gott, der du uns vers bunden haft, erleichtre uns des Lebens Last; Gieb, daß tein Seegen fehle. Laß nie uns unsern Bund entweihn; Keusch laß uns, friedsam, zärtlich seyn, ein Herz und eine Seele. Heilge, heil'ge Gott der Liebe, unsre Liebe! deine Gnade führ uns stets auf deine Pfade. 5. Lenk ab das Herz von Ueppigteit auf Freuden, die man nie bereut, auf Freuden achter Tugend. Selbst unser 3. So strecket sich weit um hohes Alter sey von drückens ein Haus ein rebenreicher den Beschwerden frey, noch Weinstock aus; So blühn munter, gleich der Jugend. auch Ehgenossen. Rings um. Seegne, seegne, unfer Bas ringen ihren Tisch die Kin- ter, Náhrer, Rather, der, fröhlich, munter, frisch, Schuß der Ehen! Uns, die wie junge Frühlingssproffen. wir auf dich nur Gorgt nicht! sorgt nicht! sehen! 11. Vor der Einsegnung neuer Eheleute. Mel. Nro. 113. Dieß ist der Tag, den 2c. Brod und wahres Wohl so fuchet, als der Christ es soll! 3. Wenn Sorg und Noth 619. Gott, dessen liebe, die Deinen drückt; So haft voller Rath den du, Bater, sie geschickt! Ehstand selbst gestiftet hat, Ein jeder trage gern fein dieß Paar verspricht der Gat: Cheil! Hilf bald und schenke ten Treu! Freud und Heil! Bund gefeegnet fen! Gieb Seegen, wenn Ach, daß ihr 4. Wenn du nicht bauft der Wohlfaht Haus, so richter 2. der Treuc Fleiß in ihres An- Menschenmüh nichts aus! gesichtes Schweiß des Hauses Wenn uns dein Auge nicht bes 504 Lieder bey besondern bewacht, so bilft nicht Klugs| bis ins Grab, verträglich, heit, oder Macht! 5. Bevestige der Liebe Band durch deiner Vorsicht fanfte Hand? Das Laster, das ihr Neße stellt, das werd ein Ab. scheu aller Welt! 9. Wer diese Treu der Tu. gend schwört, und dich, der Stände Stifter, ehrt, deß dir geweihten Ehestand beglücke, Bater, deine Hand! freundlich, gleichgesinnt, und eins in deiner Liebe sind. 6. Gieb, daß sie Friedens feinde flichn, die thòricht, neidisch, boshaft, fühn, durch Lästerung und bösen 4. Ach gieb, daß beyde Die Wohls Scherz, fä'n Argwohn in dir vertraun; sa'n der Freude Herz! fahrt ihrer Seele baun; Zusammen deine Hülf erflehn, zusammen deinen Ruhm ers höhn. 7. Laßt Eltern ihrer Liebe Frucht durch wahre Lehr und weise Zucht und Beyspiel dir, du Bater, weihn, und froh durch ihre Tugend seyn! 8. Gesind und Herrschaft scy vereint, als gute Kinder und ihr Freund. Gott, dein ift Herr, Gott, dein ist Knecht, Du, Richter, schaffest beyden Recht! Mel. Nro. 113. Dieß ist der Tag, den 2c. 620, Der Ehe Stifter, Richter, Freund! 3. Daß sie einander innig, lich zwar lieben: mehr doch, Höchster, dich! Herz, Mund und Blick sey rein und treu, daß nie ein Keim des Arg wohns sey! 5. Was ihnen ihr Beruf gebeut, hilf ihnen thun mit Heiligkeit! Gieb ihnen Brod und Freud und Ruh; Zum Wohlthun Vorrath noch das zu! 6. Und, wenn des Lebens Last und Müh se drücket, Gott, so starte fie, daß ic der trage gern fein Theil, und hülfreich sey zu bevder Heil! 7. Willst du durch Kinder fie erfreun, fo gieb zu deren Zucht Gedeihn, daß fie fich christlich treu bemühn, dem Himmel Erben zu erziehn! 8. Wenn du durch hartes Kreuß sie übst; So wiß ihe Schau auf die Paar, das Herz, daß du fie liebst! Gieb nun vercint vor dir der Liebe| heitrer Tage viel nach Leid, vesten Bund bedachtsam und seegn' es für die Ewigs schwört mit Herz und Mund. 2. Mit Gnade schau auf teit. 9. Sie trennt, wer weiß, fie herab, daß sie zusammen wie bald der Tod! Dann trößte persönlichen Begebenheiten. 505 tröste sie der Glaube, Gott,| mel gehn, verlaßne Freundaß, die voran zum Him. de wieder sehn! 12. Nach der Trennung derselben. Mel. Nro. 7. Kommt her, verfündigt zc. 621. Auf euch wird Got tes Seegen ruhn; Er hat ihn euch gewährt; Geht hin, und macht durch frommes Thun euch dieses Seegens werth. 2. Der Herr erfüllt, was er versprach; Sein Heil sellt ihr empfahn: Kommt ihr 13. Beym frühen Mel. Nro. 82. In allen meinen Thaten sc. 622. Der Mensch weint viele Thränen, hat manchen Kampf, manch Sehnen nach einer bessern Welt; doch jede Thrän schmerzt minder, als die vom Aug der Kinder auf guter El. tern Leiche fällt. nur dem Gelübde nach, das ihr dem Herrn gethan. 3. Ihm heiligt nun Beruf und Stand, ihm heiligt euer Herz, und folgt der Leitung feiner Hand durch Freuden und durch Schmerz. Absterben der Eltern. und Tugend in ihre zarte Herzen ein. 2. Der Wayse fucht ver: gebens die Führer seines Le bens, vergebens ihren Nath, Sie sind hinweg genommen; fie werden nicht mehr tom. men! Wohl dem, der fie behalten hat. 4. Bis ihr den Lauf der Vilgerzeit nach Gottes Willen schließt, und ihn in seiner Herrlichkeit einst schauet, wie er ist. 4. Sie haben wenig Freu den, und oft gar viele Leis den, bis sie erzogen sind; Sie wachen, sebn und sin, nen, und alles ihr Beginnen geht auf das Wohl von ih rem Kind. 5. Sie würden für sein Le ben sehr gern das ihre geben, wenn es sein Heil erwirbe. Wie vieles ist verloren, wenn die, die uns gebohren, wenn Mutter oder Bater stirbt! 6. Doch ist ein Vater dro. ben, der allen vielen Proben von seiner Treue giebt. Er bleibt, wann alles weichet; So weit der Himmel reichet; reicht seine Macht, die uns 3. Gott låst durch ihr Bemühen die Kinder groß er. zichen, daß sie der Welt sich freun, Sie schüßen schwache Jugend, fie pflanzen Recht umgiebt! 7. 506 Lieder bey 7. Der Waysen bange Kla ge steigt nicht am Trauertage umsonst zu ihm empor: Er weiß, was sie befallen; Er hört den Säugling lallen, und jeden Seufzer hört sein Ohr! 8. Wch dem, der Böses denfet, der Elternlose trán, tet, und Waysen drücken kann! Was will der Sünder machen? Er taftet nicht die Schwachen, er tastet ihren Schöpfer an. 9. Der wird sich einst beweisen als Racher aller Way, fen an dem, der Frevel übt, nach ihrem Schaden ringet, um Ihre Kinder bringet, und übervortheilt und be trübt. besondern 10. Laß keinen von uns allen in diese Sünde fallen, Gott, der die Waisen hört! Die du willst unterstüßen, und leiten und beschützen, sind auch der Menschen Hülfe werth. 623. 11. Ja, Herr! wir wollen ihnen durch Nath und Wars nung dienen, und thun, was sie erquickt: Wir wollen fie vertreten, sie schützen, für sie reden, wenn irgend wer fie unterdrückt. 12. So gieb uns denn, auf Erden, Verlaßner Troft zu werden, und Waysen zu erfreun. Denn unter deiner Sonne ists doch die größte Wonne, dir, Gott! im Wohls thun ähnlich seyn. 14. Am Sterbetage eines lieben Kindes. S Er blaß tes Kind, wie beugst du E mich! Du lieb test mich, ich liebte dich, TEELEME und nun bin ich ver las sen. Dein frü ber Tod er drückt mich fast; Mein Herz persönlichen Begebenheiten.' 十三 五十 Herz fühlt nie ge fühl te Last, und weiß sich nicht zu fas sen. 2. Zu früh, zu früh eilst, Tod, o gnädigster, beweis bu von mir! Gern, gern behielt ich dich noch hier, mein Herz an dir zu weiden. Mit dir stirbt manche Lust mir ab; Die Welt ist nun für mich ein Grab; Leer an den vor'gen Freuden! nen! Du, der du aller Vater bist, weißt, was ein Mensch und Vater ist! Ich will nicht, muß doch weinen! Verzeih den Trieben der Natur! Nicht murren, seufzen will ich nur! 3. Jedoch du bist bey deinem Herrn; Bist feelig; und das gonn ich gern dir, dem geliebten Kinde. Weit glück licher bist du als ich! Du siehst den Herrn, und freuest dich mit Engeln, frey von Sünde. 4. Mein Trost ist; bald folg ich dir nach, bald kommt cuch mein Erlösungstag, und dann sehn wir uns wieder! Im Geiste freue ich mir schon, wann ich dich, vor des Lam. mes Thron, auf ewig finde wieder! 507 Doch darf ich meiner Kinder 2. Auch meine Chránen preifen dich! Sie sind die Zeugen, Gott, daß ich die liebte, die du liebest, und nun durch andern Unterricht, durch Engeldienst und Him melslicht, in dort'ger Tus gend übest! Herr, meine Seufzer danken dir: Bisher vertrautest du sie mir! 3. Mit Thränen preis ich dich auch einst, wann du als Richter uns erscheinst! Ach dann mit Freudenthrånen! Dann werd ich meine Kin. der fehn, mit ihnen weit vom Staube stehn, mich nicht mehr trosftlos sehnen. Ich werd ihr Vater wieder Mel. Nro. 240. Mein Glaub ist meines zc. 624. Herr, ich verehre seyn, und ewig mich mit dein Gebot! ihnen freun. 15. Ber Lieder den besondern 15. Bey Beerdigung der Kinder. Mel. Nro. 342. war ihr Tod Gewinn: Zum Wer nur den lieben Gott zc. Himmel waren sie gebohren; 525. Weint, Eltern, 3um Himmel nahm sie Gott weint! Fenn dahin. Noch frey von Unges eure Zähren sind menschlich, rechtigkeit, nahm sie Gott in fie sind christlich schön. Wer die Seeligkeit. kann dem Thránenfluffe weh. ren, und falt und ohn Em. pfindung stehn, wann Gott uns ein geliebtes Kind von unfrer Seite zeitig nimmt? 5. Dort stehn sie nun vot Gottes Throne, find feelig, und von Ulebeln fern; Jhr Schmuck ist eine Himmelstro ne; Ihr größtes Glück: se fehn den Herrn! Sie sehen Christi Herrlichkeit nach einer turzen Pilgrimszeit. 2. Sind Kinder ihrer Eltern Freuden, und wahre Wonne für ihr Herz! So fühlen sie bey ihrem Scheiden gewiß den tiefsten Seelen. schmerz. Denn wer verliert fein Liebstes gern, und wünscht nicht deffen Tod noch fern? 6. O gönnet ihnen dieses Glücke, und tadelt Gottes Wege nicht. Wünscht sie nicht mehr zu euch zurück, denkt, wie der Chrifte denkt und foricht: Gelobt sey Gott! Denn was er thut, ist weist, überlegt und gut. 508 3. Drum weint, und las. fet cure Thránen, laßt eu rem Kummer freyen Lauf! Doch seher auch bey eurem Stöhnen auf Gott, der sie euch nahm, hinauf! Und glaubt, ob es schon wehe thut: Ihr früher Tod ist ihnen gut! 4. Ihr habt durch ihren Tod verlohren; Doch ihnen 7. Bald werdet ihr sie wies der sehen! Bald kömmt auch euer Sterbetag! Dann sollt ihr sie auf ewig sehen; Folgt ihnen nur, als Seel'ge nach! O Gott! wie wird das Glüc erfreun: Mit seinen Kindern feelig seyn! 16. Beym Tode eines Landesfürsten. Mel. Nro. 269. Gerechter Gott! vor dein zc. ben? Wer ruft die Menschen all mit Recht aus diesem Vil gerleben? Du bist es, Gott! 626, Wer hat dem Für. und keiner mehr! Du wart sten und dem von allen Zeiten her der Erste Knecht den Athem eingege, und der Größte. 2. persönlichen Begebenheiten. 509 2. Der Himmel Licht wird| flein; Es hilft nicht reich, mit der Zeit erlöschen und er nicht mächtig seyn, wann wir falten, und aller Wesen Herr dein Urtheil hören. lichkeit wird ausblühn und veralten; Du aber bleibst und wandelst sie, und deine Jahre nehmen nie, Unend. licher! ein Ende. 7. Du setzteft ihn zum Schirm und Licht, um dessen Schein wir baten. Nun aber fragt auch dein Gericht nach seinem Werk und Thaten. Laß ihn der Krone würdig seyn, und jedes guten Werks sich freun, daß seinen Geist vers edelt. 3. Herr, Herr! was sind wir gegen dich! Wir Staub, bom Staub gebohren! Der Mensch, dem heut noch alles wich, hat morgen sich ver. 8. Und gieb uns wieder lohren. Wir welten hin, wie Einen, der sich deiner Wege Gras und Laub, verdurrt zerfreuct, und Glück und See. freut sich unser Staub, wird gen rings umber auf feine Saamen, einst zu reifen. Völker ftreuet; Ach Einen, der dir wohlgefällt, der sich für deinen Diener hält, und uns für seine Kinder. 4. Davon erlöst tein Für. ftenreich, nicht Kraft, die Sieg' erftritten. Es gilt dem Tode alles gleich, Palläste oder Hütten. Den Armen eht aus Schmach und Hohn, den Fürsten führt von seinem Thron die lette, leßte Stunde. 5. Auch unfern Fürsten S. riefst du ab, und nahmst ihm feine Bürde. Den Leib ver birgt ein duft'res Grab, der Geist reift höh'rer Würde. Er ist von uns nun weggerückt, wie es dein weiter Rath geschickt, und wird von dir gewogel. 9. Es ist so schwer, ein ganzes Land mit Weisheit zu regieren; Drum sehen wir mit Hand in Hand: Hilf ihm sein Werk vollführen! Denn er, auch er wird einst von dir gerichtet werden, gleich wie wir und alle Mens schenkinder. der 10. Auch urtheilt über un. fern Gang die Nachwelt bin und wieder; Und o! Gute lebt noch lang im Her. zen seiner Brüder. Doch mehr ists, daß er dein Gericht, o Gott! mit heitrem Anges sicht und frohem Muth cr wartet. 6. Denn du, o Herr! wirst jedermann einmal zur Rechnung zichen; Und selbst tein Herr der Erde kann vor deinem Anblick fliehen. Vor 11. Herr, Herr! dein die find alle schwach und Tag der Rechenschaft lehr und 510 Beschluß. uns als Christen wandeln! ren wir im Tod mit Frenden Er geb uns Eifer, Muth über jede Noth, und gehen und Kraft, gerecht und gut ein zum Leben. zu handeln! So triumphiz XXXV. Beschluß. 303 Vom heilsamen Gebrauche heiliger Lieder. Mel. Nro. 11. O könnt ich dich mein tc. durch meinen Geiß, wann er, vereint mit heil'gen Cho ren, Gott! deinen groffen aus Anbetung und Ehre bringt, und Fülle der Empfindung fingt. 627. Noch fing ich hier Ferne, Gott meines Lebens! dir mein Lied.. Wann einst, weit über alle Sterne, dich mein verklärtes Auge sieht, dann schallet dir im Jubel, tlang der Ueberwinder, mein Gesang. 5. Oft hab ich auch in stillen Stunden, wann ich dir meine Freuden sang, der Andacht reine Glut empfun den, die da durch meine Seele drang. Mein Herz wann dir mein Lied erscholl, ward seeliger Empfindung voll. 2. Wohl mir indeß! du schaust hernieder auf mich, dein Kind, und hörst mein Lall'n, das Flehn, den Dank der schwachen Lieder, mit väterlichem Wohlgefalln. Und meine Besserung und Ruh nimmt durch ein from. mes Lied oft zu. 6. Ich habe mir die Last der Leiden oft durch ein Tref lied leicht gemacht, und statt des Kummers, Ruh und Freus den in mein beklommnes Herz gebracht. Die Hoffnung lebte wieder auf, sang ich zu dir, mein Gott! hinauf. 3. Froh wall ich bin mit meinen Brüdern zu deines Tempels Heiligthum. Da schallt in die geweihten Lie. dern des Dankes Stimm zu deinem Ruhm; Und dann durchwandelt meine Brust ein fromm Gefühl von heilger Luft. 4. Die Kraft von deinen Himmelslehren ergiesset sich 7. Doch sing ich noch aus dunkler Ferne. D welche Won ne wird es seyn, wann einst, weit über alle Sterne, Gott! mich dein Antlitz wird er freun! Da bin ich dir ganz Lobgefang in aller Himmel Jubelklang. Register Register der Lieder. Ach! dem wurden nie die Augen Ach Gott und Herr Ach Gott vom Himmel, hilf uns bald Ach Gott! vom Himmel sieh darein Ach Gott! wir treten hier vor dich Ach höchster Gott! verleihe mir Ach Jesu! dessen Huld Ach fönnt ich meinen Gott Ach lieber Gott! ich bitte dich Ach! schrecklich wird die Strafe seyn Ach, unsre Noth ist groß Ach Vater, unser Gottingend send me at du ha act $ 933 An dich, mein Gott! gedenken An dir allein, an dir hab ich gesündigt Auch auffer meinem Vaterland Auch diesen Tag hab ich volbracht Auf, Christen! bringet Breis und Ehr Auf, Christen! laßt uns unsern Gott Auf, Christen, preist mit mir den Herrn Auf Christi Himmelfahrt darf sich 7019 0106 Nro. 456 377 412 359 ch wie viel Böses wohnt in mir nos 93 Allein Gott in der Höh sey Ehrhouse onu by S Allein vor dir, mein Gott, hab ich gesündigt 378 440 446 462 Alle Menschen müssen sterben Allen Christen, und auch mir Alen, welche nicht vergeben Aller meiner Brüder Nechte Almächtiger! wir singen dir Allmächtig groffer Gott Allvater, feit die Welt begann Allwissender, vollkommner Geist! Als Gott dich seinen Menschen gab Als in der Krankheit Schmerzen Anbetung, Preis und Dank sey dir Anbetungswürd'ger Gott 247 579 294 123 16 583 290 576 454 46 87 604 38 473 585 103 31 316 381 615 $ 38 JO 98 maled 350 kök i 174 Auf 512 Register der Lieder. Auf deine Weisheit schauen Auf dich allein, Herr Jefu Chrift Auf euch wird Gottes Seegen ruhn Auf Gott, und nicht auf meinen Rath Auf, Jesu Jünger! freuet euch Auf, mein Herz! ein froher Tag Auf, o Seele! werde munter Auf will ich von Sünden stehen Aus deiner milden Seegenshand Aus Gnaden soll ich seelig werden Aus tiefer Noth ruf ich zu dir Bald, oder spår des Todes Raub Befichl du deine Wege Begrabt den Leib in feine Gruft Bewahre mich, Herr! daß der Wahn Bist du selbst der Sünd entriffen Bringt Preis und Ruhm dem Heiland dar Dant, ewig Dank sey deiner Liebe Dank sey dir, Vater meines Lebens Dank und Anbetung bringen wir Das Amt der Lehrer, Herr! ist dein Das Glück ist groß, das Gott mir schenkt Das Grab ist leer, des Hochsten Sohn Das sollt ihr, Jesu! Jünger! nie vergessen Daß ich mich, mein Gott! felbst liebe Dein Beispict, Jesu! leuchtet mir Dein bin ich, Gott! dein ist mein Leben Deines Gottes freue dich Dein, Gott! ist unser Leben Dein Heil, o Chrift! nicht zu verscherzen Dein ist das Licht, das uns erhellt Dein Wille, bester Vater! ist Dein Will ists, großer Gott Dein Wort, o Höchster! ist vollkommen Dem Staube geben wir den Staub Den Höchsten öffentlich verehren Der du dein Wort mir hast gegeben Nro. 343 220 621 339 170 # 1149 159 eg 11627 533 1000 390 601 230 380 -405 80 589 295 450 158 217 616 25 485 468 165 207 372 399 89 235 451 356 486 582 371 190 590 516 195 Der Register der Lieder. 513 Nro. 12 Miss 376 201 102 88 327 314 181 620 618 283 97 II@ 30 Der du die Liebe selber bist Der du durch deiner Allmacht Hand Der du mich als cin Bater liebst Der du, o Gott! mein Schöpfer bist Der du uns als Vater liebest Der Ehe Stifter, Richter, Freund Der Ehstand soll uns heilig seyn Der Freuden Füll ist, Gott! bey dir Der Hang zum Bösen wohnt in mir Der Heiland kommt! lobsinget ihm Der Herr ist Gott, und feiner mehr. Der Herr ist meines Lebens Kraft Der Herr ist meine Zuversicht Der Herr liebt unser Leben Der hohe Himmel trübet sich Der leste meiner Tage Der Mensch, der Fürst, ein mächtig Land Der Mensch weint viele Thränen Der Morgen fömmt und meine Klage Der seegenreiche Garten prangt Der Spotter Strom reist viele fort Der unsre Menschheit an sich nahm Der Werke Ruhm muß vor der Gnade Der Wollust Reiß zu widerstreben Des Jahres Schönheit ist nun fort Des Leibes warten und ihn nähren Des Todes Graun des Grabes Nacht Dich bet ich an, erstandner Held Dich fürchten, Gott, dich findlich scheuen Dich, Jesum, laß ich ewig nicht Dich seh ich wieder, Morgenlicht Die auf der Erde wallen Die Feinde deines Kreuzes drohn Die Herrlichkeit der Erden Die hier vor deinem Antlig stehn Die Himmel rühmen Gottes Ehre Die ihr Christi Jünger send Die ihr des Lebens edle Zeit Die ihr geübt in Künsten seyd K t 1344 HEM 340 20303 557 254 569 622 53 E 62597 sing 199 273 229 410 546 407 586 164 319 370 529 25E 2246 429 611 67 212 505 504 Die 514 Register der Lieder. Die ihr, weils Pflicht und Recht gebeut Die Lieb ist, Vater! dein Gebot Dienstfertig soll ich seyn Die Pflicht zur Arbeit, Herr Dieß Chriften! ist der Tag des Herrn Dieses Kindlein bringen wir Dieß ist der Tag, den Gott gemacht Die Wassersnoth ist groß Die Wege, die du mit uns gehst Die Woche gehet zwar zu Ende Dir dank ich für mein Leben Dir, dir du groffer Geber Dir, Gott! dir will ich fröhlich fingen Dir, Gott! sey Dank und Preis gebracht Dir, mein Gott! will ich lobsingen Dir, milder Geber aller Gaben Dir sey mein ganzes Leben Dir! Vater! der du deinen Sohn Dir verföhnt in deinem Sohne Du, aller Wesen Herr und Meister Du bester Trost der Armen Du bist ein Mensch, und Gottes Rath Du bist erblast Du bis's dem Ehr und Ruhm gebührt Du bist viel gnädiger als der Mensch Du, der Herz und Nieren kennet Du, der tein Böses thut Du, der Menschen Heil und Leben Du gabst mir, Ew'ger! dieses Leben Du, Gott! bist unsre Hülf und macht Du, Gott! du bist der Herr der Zeit Du gründest, Allgewaltiger Du hast, o gnadenreicher Gort Du, Herr! hast aus Barmherzigkeit Du, Herr und Vater meiner Tage Du flagst und fühleft die Beschwerden Du läsfest, Herr! uns unterweisen Du liebest nicht der Menschen Leid Du, mein Leib, und du o Erde Nro. 506 $ 75 457 416 SIS 607 II $ 75 421 537 606 $ 96 5 86 19 92 12 336 186 m4 i 69695 36t 495 564 85 157 9 382 400 94 1}} 279 $ 60 510 477 $ 65 210 433 420 524 $ 70 441 Durch Register der Lieder. Durch dich, Gott! bin ich was ich bin e Durch dich, o grosser Gott Du, Schrecklicher! wer fann vor dir Du, Vater deiner Menschenfinder Du weisser Schöpfer aller Dinge Du wesentliches Ebenbild Du woulst erhören, Gott! ihr Flehn in Fremdling bin ich in der Welt Em milder Regen sintet Ein ruhiges Gewissen Entreiffe dich, mein ganzer Sinn Erbarm dich, Herr mein schwaches Herz Erblastes Kind, wie beugst du mich Erhabner Gott, der alles schafft Erhabner Gott, nichts reicht an deine Erhebt den Herrn, ihr Christen Erhebt den Herrn, ihr Frommen Erhöhter Jesu! Gottes Sohn! Er ist erstanden, Jesus Christ Er ist gekommen, er Er fömmt, er fommt! geht ihm entgegen Er fommt, er fommt zum Weltgericht Ermuntre Christ, den trågen Stnn Erschallt, erfreute Lieder Es baut, Herr! deine Menschenschaar Es donnert; Goit! wie schrecklich ist Es eilt der letzte von den Tagen Es freu der Fürst des Landes fich Es ist noch eine Ruh corhanden Es ist vollbracht! so ruft am Kreuße Es werde Gott von dir erhoben Es wolle Gott uns gnädig seyn Es zieht, o Gott! ein Kriegeswetter Ew'ge Liebe! mein Gemüthe Ewig, o Jesu! wird dein Wort bestehen Freywillig hast du dargebracht Freue dich, o meine Secle Kt 2 C 515 Nro. 495 21 563 -326 47 129 508 285 $ 48 306 150 30396 623 70 32 598 IOI 272 160 101 119 109 271 168 514 SST 556 434 478 282 152 90 248 $ 78 102 244 161 438 Froh $ 16 Register der Lieder. Froh führte Gottes Sonne Frohlocke, mein Gemüthe Frohlockt dem Herrn; bringt Lob undbuch Frommer Herzen beste Freudebimu sind Früh mit umwölftem Angesicht Für alle Kranten bitt ich dich Führwahr, du bist, o Gott verborgen Gedanke, der uns Leben giebt Geist vom Vater und vom Sohne Gelobet sey der Herr Gelobet feyst du, Gott, Gelobet feyst du, Jesu Christ Gelobt, gelobt, sey Jesus Chrift Gelobt, gelobt feyst du mit Freuden Gerechter Gott! vor dein Gericht Gerechter Gott! wie schrecklich drohn Gern will ich mich ergebenGetreuer Gott! wie viel Geduld Geweiht zum Christenthume, ist dieses Geweiht zum Christenthume, sind wir Gewonn ich auch die ganze Welt Gieb ihm, o Bater! Glück und Kräfte Gieb mir, o Jesu! deinen Sinn Gieb mir, o Gott! ein Herz Gieb, o Gott! mir Kraft und Willen Gott! deine Gnade sey gepreift Gott! deine Gnad ist unser Leben Gott! deine weise Macht erhält Gott! dein ist Majestät und Macht Gött! der an allen Enden Nro. 1150 166 Gott! der du für uns deinen Sohn Gott! der du unser Vater bist Gott der Wahrheit! deffen Treue Gott dessen liebevoller Rath Gott! deffen Macht des Feuers Kraft Gott! deffen starke Hand die Welt Gott dir gefällt kein gottlos Wesen Gott! dir sey mein Dank geweiht 147. 163 184 # 25 545 507 77 6 100 180 26 191 IIS 162 580 269 568 436 61 610 203 277 487 472 445 312 120 225 69 33[ 76 131 360 345 619 573 50 ind pittion 379 494 Gott! Register der Lieder. 517 Nro. SAIG 58 Gott! du bist heilig und gerecht 24 combo and 1 346 Gott! du bist meine Zuversicht SI DI NO Gott! du bist von Ewigkeit und 136 Gott! du bleibst ewig unfrer Wohlfarthed d Gott! durch den wir sind und leben S. Gottes Wille, Gottes Rath Gott hab ich mich ergeben Gott hat in meinen Tagen Gott! ich will mich ernstlich prüfen Gott ist die Liebe selbst, und seine Gott ist mein Hort 418 Gott ists, der das Vermögen schafft Gott lebet noch! ich sorge nicht 84 Gott! mache du mich selbst bereits hi m28 ning hos didth: 354 605 325 Gott! meine ganze Seele Gott! meine Secle danket dir Gott, mein Vater! deine Lieben Gott redet und ruft aller Welt Gott sen Dank in aller Welt Gott sey Breiß und Dank gebracht Gott forgt für mich, was will ich Gott sorgt für uns, o singt ihm Dank Gott! unfer froher Lobgesang # 1 814 514 Fal d and me god im thed in 198 in tol 122 Gott! vor desfen Angesichte Gott! was des Lebens Kräfte nährt Gott! wie du bist, so warst du schon Groffer Mittler! der zur Nechten Groffer Schöpfer, Herr der Zeit Groß ist, ihr Eltern! eure Balicht Habe deine Lust am Herrn Halt im Gedächtniß Jesum Christ Heilig, heilig ist dein Will Heil uns! Aus unsrer Sündennoth Helft Gottes Gute preisen Herr! allerhöchster Gott im Himmel Herr, allerhöchster Gott! von dem Herr! aller Weisheit Quell Herr! deine Allmacht reicht so weit schon 1521 9 mm 78 1592 this ma mois sado 1 man Se 419 301 337 335 500 311 385 200 55 30 2 20 581 56 540 35 175 430 489 1150 l 332 99 512 $ 47 224 293 44 330 205 Herr! Register der Lieder. Herr! deine Langmuth ist sehr groß Herr! dein Gesetz, das du der Welt Herr! der du feinen je verstiesfest Herr! der du mir das Leben Herr! dessen Augen alles prüfen Herr! dir gelob ich neue Treue Herr! du bist heilig im Gericht Herr! du bist meine Zuversicht Herr du erforschest mich da Herr! du fährst mit Glanz und Freuden Herr Gott! du bist die Zuflucht aller Herr! hier fichst du uns vor dir Herr! ich bin dein Eigenthum Herr! ich falle vor dir nieder Herr! ich hab von deiner Treu Herr! ich verehre dein Gebot Herr Jesu deine Angst und Vein Herr! laß doch mich Herr! laß mich doch gewissenhaft Herr! laß nach eiteln Ehren Herr, mein Erlöfer! nur von dir Herr! meiner Seelen großen Werth Herr, mein Licht, erleuchte mich Herr! ohne Glauben kann 518 Herr! starte mich dein Leiden zu Herr, unser Gott! allmächtiger Herr, unser Gott! wer ist dir gleich Herr, unser Gott! wie manche Noth Herr! vor deinem Angesicht Herr! welch ein wichtiges Geschäfte Hier bin ich, Herr! du rufest mir Hier bin ich! Jefu! zu erfüllen Hier ruht der Held Hier sind wir, Gott! und fehn um Hilf, Herr! daß unsre Jugend Hilf, Herr! laß es wohl gelingen Hilf mir, mein Gott! hilf, daß nach Himmel, Erde, Luft und Meer Hmm an dein Kreuz zu treten Nro. dhe ud 11566 304 609 1532 308 612 tar dhe de 322 264 SINE 39 176 23 34 608 274 218 432 624 137 112 14 J0907376 415 425 222 Nesta 197 219 130 602 24 466 $ 18 492 389 the way at 213 156 519 488 511 296 65 145 Hich Register der Lieder. höchster! dent ich an die Güte höchster Gott! in deinem Lichte höchster Tröster! tomm hernieder port, die ihr mich verfolgt und schmäht Jauchzt dem Höchsten alle Welt Jauchzt unserm Gott! er ist von Ich armer Mensch, o Herr! ich Sünder Ich bin ein Christ, Gott ist mein Ich bin getauft, nach Jesu Lehren Ich bitte dich, mein Gott Ich denk an dein Gerichte Ich erhebe mein Gemüthe Ich faffe, Bater! deine Hände Ich frage nichts nach Gold und Ich freue mich der frohen Zeit Ich freue mich, mein Gott! in dir Ich fühle, daß ich sterblich bin Ich geh einst ohne Beben Ich hab in Gottes Herz und Sinn Ich hab in guten Stunden Ich komme, Herr! und suche dich Ich komme vor dein Angesicht Ich lobe dich, und preise Ich preife dich, o Herr, mein Heil Ich vreise dich, und singe $ 19 Nro. 567 188 182 471 14 62 Ich will dich lieben, meine Starte Ich will dich noch im Tod erheben dem Ich will in meiner Einsamteit 388 404 202 298 268 231 587 424 263 329 259 265 333 347 211 397 48 ARCHI 204 584 Ich finge dir mit Herz und Mund of admonis tew the 8 Ich soll den Leib nicht haffen mms 406 Ich trete vor dein Angesicht ni dhad 613 Ich weiß, an wen mein Glaub fich håltimm 236 Ich weiß, mein Ende nahet sich bod tum 253 Ich weiß, mein Gott! des Menschen ihnen 617 Ich will den Bund mit meinem Herrn H 209 Ich will dich, Gott! im Tod erheben un $ 88 363 442 614 481 ITO RIAGES Jehova! Herr und König MUS 34 0 Jesu Christe! dessen Wunden e sotm139 Fefu 520 Register der Lieder. Jesu! Freund der Menschenkinder Jesu, meine Freude Jesu, meiner Seele Lichte] 1 Jesus ist gekommen Jesus lebt, mit ihm auch ich Ihr Menschen! wie send ihr bethöret In allen meinen Thaten In Gottes Rath ergeben In unsern Nöthen fallen wir Nro. thi Jo 206 Jefus, meine Zuversicht Jest leb ich; ob ich morgen lebe ćð mat yan Thr, die ihr euch gewissenhaft 364 135 121 Komm, laß uns Jesum fterben sehen Komm, o tomm, du Geist des Lebens Kommst du, fommst du, Licht der H. Kommt her, Múhfeel'ge kommt zu mir Kommt her, verkündigt Gottes Ruhm Kommt, Kinder! anzubeten 167 262 Laßt uns mit Danken treten. Laßt uns mit chrfurchtsvollem Dank Laßt uns unserm Gott lobsingen ny Laß, Bater deinen guten Geist Liebster Jesu! wir sind hier BEZ 252 Kein Lehrer ist dir, Jesu! gleich 124 292 502 278 82 261 561 Klag nicht, mein Herz! wie schwer Komm betend oft und mit Vergnügen 357 ISI de 179 III 366 7 3 523 45 Kommt, kommt, den Herrn zu preisen Kommt, laßt uns Gott und seine Größ558 Komm zu uns, Gottes guter Geistes 185 dan dold Da Last uns einander lieben muste cum n tim d447 Laß deinen Geist mich stets, meine in dug 15 o 134 Laß doch in meines Herzens Grund 564-31297 321 Laß mich des Menschen wahren Werther in 50 Laß mich doch nicht, o Gott # 54 375 1413 Laß mich, Höchster! darnach streben!) ma Laß mich, o Herr! in allen Dingen om Laß o Jesu! mich empfinden 464 li401 449 355 116 117 183 SIZ Lob, Register der Lieder. Lob, Ehr und Dank sey dir Lob, Ehr und Preiß dem höchsten Gut Lob sey dem allerhöchsten Gut Lob sey Gott, der den Frühling schafft din Lobsinget Gott! Dank, Preis und Ehring Lobfinget Gott! und betet an Logfingt, denn Gottes Huld und macht 1603 Lobt Gott am frohen Morgen The qe askus Lobt Gott, den Gott der Stärke Lobt Gott, der uns den Frühling schaft Lobt Gott, der uns erschaffen hat Lobt Gott, ihr Christen! freuet euch Mache dich, mein Geift! bereit Mein Auge sieht, o Gott! nach Mein bester Trost in diesem Leben Meine Lebenszeit verstreicht Meinen Jesum laß ich nicht Mein Erlöser! der du mich od malay 521 Nro. 575 3 528 ading in 352 543 13 114 16 1303 a Mein Erlöser, Gottes Sohn Mein erster Wunsch, mein innigftes Bestreben Mein erst Geschäft sen Preis und Dank Mein ganzer Geist, Gott! wird entzückt Mein Geist erstaunt, Allmächtiger Mein Glaub ist meines Lebens Rub Mein Gott! ach lehre mich erkennen Mein Gott! dir ist bewußt Mein Gott! du bist gerecht Mein Gott! du wohnst in einem Lichte Mein Gott! erschaff n hast du mich Mein Gott! ich weiß wohl, daß ich Mein Heiland lebt, er hat die Macht Mein Heiland! sieh, im Staube Mein Heiland! wenn mein Geist erfreut Mein Herz, ermuntre dich zum Preise Mein Herz und Seel erhebet sich Mein böchstes Gut ist nicht auf Erden ING 118 72 23 309 33 Gun G 179 358 6 255 368 201 10136 74 525 10284 17 240 398 96 550 192 286 256 267 nad 104 110 287 I 402 275 Mein Hort ist Gott! ihn laß ich walten 83 Mein Jesu! für dein Herz 140 Mein $ 22 Register der Lieder. Mein Jesus ist getreu Mein Jesus triumphiret Mein Leben ist ein Prüfungsstand Mein Vater und mein Gott Menschen! unser Leben eilt Mensch! suche stets durch Wort und That Mir nach, spricht Christus, unser Held Mit Danten und mit Beten Mit dir, o Hochster! Friede haben Mit Ernst, o Menfchenkinder Mit Freuden laßt uns treten Mit fröhlichem Gemüthe Mit lautem Schall frohlocken wir Mit Seufzen tlag ich dir, mein Gott Mit Singen dich zu loben Mit Speis und Trank sein Herz Nach einer Prüfung kurzer Tage Nach meiner Seele Seeligkeit Nacht und Stille schlieffen wieder Nein, ihr Spotter! meinen Glauben Nicht jede Besserung ist Tugend Nicht mürrisch, finster, ungesellig Nicht um ein flüchtig Gut der Zeit. Nie bist du, Höchster! von uns fern Nie will ich dem zu schaden suchen Nimm, deine Pfalter, Volk des Herrn Noch bin ich ein Gaft der Erde Noch immer wechsein ordentlich Noch nie haft du dein Wort gebrochen Noch sing ich hier aus dunfler Ferne Nnn bringen wir den Leib zur Ruh Nun danfet alle Gott Nun, Gott Lob! es ist vollbracht Nun ist es alles wohl gemacht Run laßt uns Gott erheben Chrift! erhebe Herz und Sinn O daß doch bey der reichen Nro. 369 177 428 alisch 302 431 455 365 530 234 107 509 $ 5 172 36% 02# 408 40# hiwad ollos 01, 150 281 310 534 276 395 461 187 42 463 593 258 71 59 627 591 20 $ 22 154 46 328 22 423 2594 O Negister der Lieder. O frommer Gott, ich danke dir O Gott! aus deinen Werken O Gott! den alle Himmel chren O Gott des Himmels und der Erden me O Gott! du bist die Liebe O Gott! du frommer Gott O Gott! du kannst den Himmel ganz O Gott! erbarme väterlich O Gottes Sohn, Herr Jesu Christ O Gott! ich preife deine Güte O Gott, mein Schöpfer, Herr der Welt O Gott! so bald der Tag erwacht O Gott! von dem wir alles haben Ogrosser Schöpfer dieser Welt Oheil'ger Geist! tehr ben uns ein Herr! mein Gett! durch den D Herr! mein Vater! dein Gebot Dhilf, Herr! daß die Kinderzucht jammervolle Tage Jesu Christe, Gottes Lamm Jesu! Licht und Heil der Welt Jesu, wahrer Frömmigkeit fonnt ich dich, mein Gott! recht preifen Orühmt euch eurer Weisheit nicht schrecklichs Leid der Ewigkeit O Bater aller Geister 19 Bater! Eindlich beten wir Preist, reißt, Christen! mit Zufriedenheit est sig Richtet nicht, wenn Sünder ſterben Schaffet, schaffet, Menschenkinder Echicke dich erlöste Seele, 523 Nro. 49I 29 t64 68 54 291 599 539 welch ein Segen ist ein Freund enou 470 O weich ein unschäßbares Gut 307 146 Welt! sich hier dein Leben Dwie unaussprechlich seelig Owohl dem Menschen, dem der Rath 280 300 549 497 221 sim91 323 $ 44 543 526 178 75 499 493 572 215 555 nicht, wenn Sünder sterben sid 476 241 127 II 426 289 384 208 Schön 524 Register der Lieder. Schön ist die Tugend, mein Verlangen Schon hier lebt seelig und vergnügt Schon ist der Tag von Gott bestimmt Schüße die Deinen, die nach dir sich bis 110 245 Schwingt heilige Gedanken and 301 30 d d med 27 on w 1114 338 Seele sey zufrieden Seelig sind, die, Gott! dein Wort Sehr groß, Herr! ist deine Huld be smandas 249 Seht, welch ein Mensch: ach feht 105 110 194 m nos belle 142 Seht, welch ein Mensch! wie lang found 11157143 Sey, aller Wollust Reiß zu wehren im Sen hochgepriesen, Herr! für deine 2. diod of Sey, Höchster! ewiglich gepreist Sey, Seele! stark und unverzagt 129 411 1100 134 sd meg ha 228 349 Sey zufrieden, mein Gemüthe stang med 81 Singt Christen! singt ein frohes Lied a $ 95 353 0498 138 227 443 s je en nd 11m Singt unserm Gott ein neues Lied So früh bringt, Gott! mich deine Hand So gehst du, Jesu! willig hin So hoff ich dann mit vestem Muth Nro. 403 232 270 and So jemand spricht: ich liebe Gott So lang ich athme, Gott stórg 39160gr Soll sich mein Geift, o Gott! zu diri Sollt ich meinem Gott nicht singen 01 22 inco313 4 to com aten So schlummerst du ( 2 bilo 155 So wahr ich lebe! spricht dein Gotting En 1910 383 Soweit, Herr! deine Himmel reichen best foto 52 Stimmt unserm Gott ein Loblied an mb 351 an Tag, ag, den mir der Herr gemacht nied sig den Theuer sey mir allezeit plan children Unendlicher! den feine Zeit. Unendlich groffer Gott 216 193 Theuer, wie mein eignes Leben ab 36 10 452 Tief in Todesschmerzen 475 Tugend, o wie schön bist du im ng Um Gnade für die Sünderweltin Umsonst, umsonst verhüllst du dich 299 149 40 stojoch 33 las alam ghid 73 Un Register der Lieder Unerforschlich sey mir immer Unermeßlich, ewig istim un 80 Unschuld'ger Jesu! was hast du verbrochen Unser Gott! wir danken diranc Unfre Aussaat seegne, Gott Bater, den mein Herz verehret Bater! meine Seele schätzet Versöhner, Jesu Christ Versucht und prüft es selbs Bielleicht, mein Gott! ist dieser Tag Voller Ehrfurcht, Dank und Freuden Von dir auf diese Welt gerufen Von Furcht dahin geriffen Bon Gott will ich nicht laffen Vorbild wahrer Menschenliebe Wad ach auf, mein Herz! und finge Wann der Gedanke mich erschreckt Bann einst in meinem Grabe Wann einst mein sterbend. Auge bricht Warum erbebst du, meine Seele Was bos ist, hasfest du Was den Leib erhält und nährt Was Gott thut, das ist wohl gethan! gut Was Gott thut, das ist wohlgethan! so Was hilft es mir, ein Christ zu seyn Was ich nur Gutes habe Was ist mein Leben auf der Erde Was ist mein zeitlich Leben Was soll ich ängstlich klagen Was sorgst du ängstlich für dein Leben Weicht, ihr Berge! fallt ihr Hügel Weint, Eltern! Weint, denn eure 3. Welch hohes Beyspiel gabst du mir Wem Weisheit fehlt, der bitte Wenn Christus seine Kirche art d. Wenn du des Nächsten Ehr Wenn Gott uns Recht und Muth erhält 525 Nro. 49 37 144 520 552 spir 239 469 484 223 387 214 460 141 34 1 128 und in 437 $ 7 541 527 169 266 260 334 $ 53 High: 297 373 348 427 422 435 60 625 126 189 243 453 600 Wenn $ 26 Register der Lieder. Wenn ich ein gut Gewissen habe Wenn ich mit mehr als Menschenkraft Wenn ich, o Schöpfer! deine Macht Wenn meine Seel den Tag bedenket Wenn Menschen sterben, die an Güte Wenn mich die Sünden frånken Wenn zur Vollführung deiner Pflicht Wer bey dem Namen Gottes schwöret Wer bin ich von Natur, wenn ich mein Wer bin ich? welche wicht'ge Frage Wer des Lebens Güter hat Wer dieser Erde Güter hat Wer gehorcht, der thu's mit Luft Wer Gottes Wege geht Wer Gottes Wort nicht hält, und spricht der Wer hat den Fürsten und dem Knecht Wer herrscht, wer Fürst, wer König ist Wer höher burch Geburt schon ist Wer machte diese ganze Welt Wer mit Luft und Eifer strebte Wer nur den lieben Gott låst walten Wer unter deinem Schirme ruht Wer wird in deiner Allmacht Schirme Wie darf, wer, Vater! dich nicht ehrt Wie der Bliß die Wolken theilet Wie elend ist, wer arm und schwach Wie gnädig ist des Hochsten Wille Wie göttlich sind doch Jesus Lehren Wie groß bist du, o Gott! wie groß ist Wie groß ist des Allmächt'gen Güte Wie groß ist unsre Seeligkeit Wie groß, wie angebetet ist Wie herrlich, Jesu, starker Held Wie herrlich strahlt der Morgenstern Wie klein! Erldser! 90 Wie liebst du doch o treuer Gott Wie mannigfaltig sind die Gaben Wie sanft sehn wir den Frommen Wie schnell ist mir der Tag entflohn m2 3000 Nro. 305 448 63 198079 Safor di 153 467 148 394 324 95 374 459 444 482 237 391 626 479 480 66 474 342 536 393 392 513 499 $ 59 125 318 SI 233 106 171 10f 242 483 409 419 535 Sie Register der Lieber. Wie feelig bin ich, wenn mein Geist Wie sicher lebt der Mensch, der Staub Wie soll ich dich empfangen Wie soll ich dich würdig loben Wie theuer, Gott! ist deine Güte Bie ungewiß ist, Herr! das Ziel Wie viele Freuden dank ich dir Wie wichtig ist doch der Beruf Wie wohl thust du, mein Gott! den Willst du der Weisheit Quelle tennen Willst du die Buffe noch Wir freuen uns Herr Jesu Chrift Wir kommen, Helfer! dir Gesang Wir Menschen sind zu dem, o Gott Wir sind in Noth Wir fingen, Herr! von deinem Seegen Wo find ich Gott, den meine Seele Wohl dem, der beß're Schäße liebt Wohl dem, der gottesfürchtig lebt Wohl dem, der richtig wandelt Wohl dir, o Landmann; denn dein Bohlzuthun und mitzutheilen Bo ist ein Bolt, wo ist ein Land Wo sind die Weisen, die mich lehren Bu Gott, o Secle! schwing dich auf Zur Arbeit, nicht zum Müssiggang 527 Nro. 315 250 108 18 226 257 53 92 288 320 386 173 562 196 574 554 317 414 238 465 Sor 458 503 41 43 417 SCHON HORST DER आ mit Andachten die auch dem Gesangbuch zum gottesdienstlichen Gebrauch der Reformirten Gemeinden PREN shpino( 2 beygefügt werden können. []) 101 100 Cate Landau, gedruckt bei Georges u. Prinz. 1810, Inhalt. 1. Morgenandacht einer christlichen Familie. 2. Abendandacht einer chriftlichen Familie. 3. Morgengebet eines Christen. 4. Abendprüfung eines Christen. 5. Gebet um nützliche Abwartung des öffentlichen Gottess dienstes. 6. Demütbigung vor Gott bey dem Andenken an Vers fündigungen, und an einem Bußtage. 7. Morgengebet an Sonn- und Festtagen. an 8. 9. Erweckungen und Gebet vor der Kommunion. 10. Dankbare Empfindungen nach der Communion. 11. Gebet um Weisheit und Geduld in Trübjal und be sondern Nöthen. 12. Empfindungen und Erweckungen zur Dankbarkeit nach Errettung aus besondern Nöthen und Trubsalen. 13. Dankgebet einer Wochnerin. 14. Gebet eines Dienstboten und Taglöhners. 15. Gebet bey aufsteigenden schweren Gewittern, und Er weckung zum Vertrauen auf Gott. 16. Gebet eines Landmanns um fruchtbare Witterung, und Erweckung zur Dankbarkeit. 17. Gebet eines Landmanns bey schlechter Witterung, und Ermahnung zur Zufriedenheit mit Gottes Schicun gen. 18. Morgengebet eines Kranken. 19. Abendgebet eines Kranken. 20. Gebet um rechte Todesvorbereitung. 21. Gebet bey herannahendem Ende. 22. Gebet bey Sterbenden. 23. Kurze Anweisung, aus dem Herzen beten zu lernen. 24. Erweckungen und Lebensregeln aus der heiligen Schrift. *****# 098909 he thundagandung 0 1 8 1 Andachten und Er w t e ckung e ngen des Herzens zu Gott in Betrachtungen,, Vorsätzen und Gebeten auf wichtige Zeiten und Umstände. 1. Morgenandacht einer christlichen Familie. f. 51 4. Herr, frühe wollest du meine Stimme hören; frühe will ich mich zu dir schicken, und darauf merken. Heiliger und allmächtiger Gott, Bater aller Menschen! wir danken dir von Herzen, daß du uns und die Unfri, gen diesen Morgen gesund haft erleben lassen. Wir danken dir für die Rube, die wir genossen, für die Erquickung, die du uns gegonnet, und für die neuen Kräfte, die du uns verliehen hast. Laß unsere Seele deine Güte erkena nen, und unser ganzes Leben dir geheiliget senn; Laß uns mit neuem Muth und inniger Zufriedenheit die Geschäfte unsers Berufs fortfeßen, und uns den würdigen Zweck unsers Dascyns auf der Erde nie aus den Augen verlieren. Gieb uns, liebster Bater! die Gnade, daß wir alle von ganzem Herzen an dich glauben, deinen Geboten gehor chen, deiner Verheiffung eingedenk seyen, und nie vergess fen, daß du unser Gott und Herr feyest, und dein Beye fall uns mehr werth sey, als unser Erdenleben, Laß uns Na Als 4 Andachten und Erweckungen als deine Kinder nicht blos Wohlthaten und Gutes von Dir empfangen, sondern auch alles Böse meiden, das Gus te thun, unsern Pflichten mit freudiger Entschloffenheit anhangen, und mit findlicher Ehrfurcht das Heil unserer Seclen wirken und befördern. Gieb jedem unter uns Kraft, Lust und Gelegenheit, heute recht viel Gutes zu verrichten; Gieb Eltern Weisheit, Herablassung und Ges duld mit den Schwachheiten ihrer Kinder, und gieb Kins dern Liebe, Treue und Zuneigung zu ihren Eltern; Laß alle einander ein Beyspiel und Ermunterung zum Guten seyn, feinem auf einige Weise Aergerniß geben, oder jes mand zur Sünde verführen! Laß den Geist der Liebe uns unter einander aufs engste verbinden, daß wir im Frieden und herzlicher Eintracht bey einander leben, einander in leiblichen und geistlichen Angelegenheiten nach bestem Vers mögen helfen und rathen; und eines sich über das andere freue, eines für das andere bete, eines das andere erbaue und alle nur ein Herz und eine Seele in deiner Furcht und Liebe seyen. Bey dem Genusfe deiner Wohlthaten er wecke in uns einen frommen Sinn, und laß uns deine Gute mit Mässigung und Dankbarkeit geniessen. Bewahre uns vor allem Unglück und Gefahren! Gieb uns Muth, Standhaftigkeit und ein beständiges Vertrauen auf dich, wenn heute ein Unglück über uns kommen, oder eine Ges fahr uns umringen sollte. Gieb, Barmherziger Vater! allen Menschen, die auf Erden leben, deine Huld und Gü te zu empfinden. Gieb jedem, was ihm nöthig, und wende von jedem ab, was ihm schädlich ist! Erbarme dich aller Armen und Verlaffenen! Laß sie weise und treue Helfer und Tröster finden in ihrem Elende! Erbarme dich aller Krans ten! Lindere ihre Schmerzen! Flösse ihnen Geduld und gute tröstliche Gedanken ein! Erbarme dich aller Werdens den, Lebenden und Sterbenden! Erhöre aller Frommen gläubige Gebete, und verherrliche deine Tugenden an uns Menschenkindern! Amen. Klagl. Jerem. 3, 23. 24. Die Barmherzigkeit des Herrn ist alle Morgen neu, und deine Treue, o Gott, ist groß. Der Herr ist mein Theil, spricht meine Seele, drum will ich auf ihn hoffen. 2. Abends des Herzens. 2. Abendandachten einer christlichen Familie. Pf. 63, 7. Wann ich mich zu Bette lege, so denk ich an dich. S Mit Dank, treuer barmherziger Bater! haben wir dies fen Tag angefangen, und billig endigen wir ihn auch mit Dank. Wir genossen am heutigen Tage mancher deiner váterlichen Wohlthaten; Wir genossen Speise und Trank, Ruhe und Frieden, Schutz und deinen Gottesjeegen. Dank sey dir für das viele Gute, das du an diesem Tage in so manchem Betrachte uns an unserm Leib und an unserer Seelen erzeiget hast, am allermeisten für das, wodurch unsere Seele weifer, besser und glücklicher geworden ist! Dank für alles Gute, das wir von andern gelernt und empfangen, oder etwa auch andere gelehrt und andern erwiesen haben. Dank sen dir für den Nutzen und Troft, der uns auch durch das Evangelium deines Sohns Jesu Christi zu Theil worden, für jeden guten Gedanten, für jede gute und fromme Empfindung, die dein heiliger Geist durch dasselbe in uns erweckt, und unserm Gemüthe eingeslöst hat! Mögte unser ganzer Wandel reiner Dank deiner Güte, und alle unsere Unters nehmungen untrügliche Beweise unsrer findlichen Ehr. furcht seyn! Mögte dieser Tag, heiliger Gott und Richter! nicht wider uns zeugen, noch unser Gewissen uns einer Thorheit und Ungerechtigkeit zeihen! Möchte doch teine einzige vorfezliche Sünde von uns begangen, kein Bruder durch uns betrůbet, kein Schwachgläubiger ges argert, feine Gelegenheit zum Guten vorbeygegangen, kein unnützes Wort zum Nachtheil der Unfrigen geredet worden seyn! Gott! du bist heilig und allwissend! vor dir lieget unser Thun und Laffen offen, du erkennest unfere Gedanken; Alle unsere Fehltritte stehen vor dir; Vor deinen Augen kann sich niemand verbergen; Niemand sich deinem Licht entziehen. Gieb uns recht zu erkennen, was dir heute an uns misfällig gewesen ist. Gieb uns Gnade zur Besserung unsers Sinns; vergieb uns unsere Sünden, wie wir jetzo willig und gerne allen vergeben, die uns iemals beleidigt oder gekränkt haben. Da hast die Nacht Den 6 Andachten und Erweckungen dem Menschen gegeben zur Ruhe von ihrer Arbeit, und den Schlaf zur Erquickung ihres müden Körpers; Wir danken dir für diese gütige Einrichtung, und bitten dich, mit deiner gütigen Fürsehung über uns zu wachen, wann wir schlafen, unserm Othem der in deiner Gewalt stehet, zu bewahren, und unser Leben in Sicherheit zu stellen. Laß uns morgen gesund und mit Freuden wieder erwas chen, die mit neuen Kräften wieder dienen, und unsrer ewigen Seeligkeit mit neuem Eifer entgegen eilen. Erbars me dich, treuer Bater! aller Menschen, aller Elenden, aller Kranken, aller Gebärenden, aller Wittwen und Waisen, aller, welche in dieser Nacht Kinder verlieren, und welche Kinder zur Welt bringen; Aller, welche heute Nacht das Licht der Welt erblicken, und die heute zum lezs tenmahl dasselbe sehen! Laß alle, jeden nach seiner Art, und nach seiner Noth deine väterliche Hülfe erfah ren, deinen mächtigen Beystand geniessen und deiner Güte sich aufs innigste erfreun. Amen. Pf. 40, 2. Laß deine Güte und Treue mich alle Wege behüten. 3. Morgengebet eines Chriften. Pf. 73/ 24. Das ist meine Freude, daß ich mich zu Gott halte. Gott, Schöpfer und Herr Himmels und der Erden, mein Gott und Vater, mein Erhalter und Wohlthäter, mein Gesetzgeber und Richter! Dir verdanke ich, was ich bin und habe, mein Leben, meine Gesundheit, meine Kräfte, alle geistliche und leibliche Vortheile, die ich befize; Dir verdanke ich den Schuß, den ich in vergangener Racht genoffen, die Erneuerung der Kräfte, die du mir verlies hen, den Lebensbalsam, den du durch einen fanften Schlaf mir eingeflosset hast. Wer bin ich, o Gott! daß du mein gedenkest, und dich meiner so väterlich annimmst? Deine Güte ist alle Morgen neu, und deine Treue ist sehr groß. Du bist groß von Güte, und deine Güte ladet uns Menschentinder ein zur Weisheit, zur Rechtschaf fenheit, und zur Sinnesbesserung; Du giebst uns mit jedem Morgen neuen Wint, neue Kraft, und neuen des Herzens tc. 7 Antrieb zu thun, vollbringen. was recht ist, und deinen Willen zu Du schenfest uns Zeit und Aufmunterung an unserer Besserung zu arbeiten, und unsere Heiligung mit deinem Beystand zu vollenden. Vater! ich erkenne deine Güte, verchre den Endzweckt meines Daseyns, bes te an deine Barmherzigkeit, und heilige mich in der ernsten Morgenstunde dir und deinen Willen ganz und gar. Ich verabscheue das Böse, das ich bisher begann, und wünsche nichts sehnlicher, als immer weiser, besser und heiliger zu werden. Ich entfage allen bösen Lüften, allen verdorbenen Neigungen, und allen schädlichen Vorurs theilen der Welt, und ich erneuere in deiner Gegenwart den ernsten Vorsatz, alle unordentlichen Begierden, die in mir aufsteigen, zu unterdrücken, alle böse Gewohns heiten, die mir noch antleben, zu bestreiten, und mich in meinem ganzen Verhalten nach deinen guten und heiligen Geboten zu richten. Dir, meinem Schöpfer und Wohls thäter, zu gehorchen, deinem Sohn und meinem Erlöser Jefu Christo ähnlich zu werden, deines Geistes seeligem Einflusse mich zu übergeben: dieß soll meine ernstliche Bemühung, meine Sorge und Ehre, mein Bestreben und meine Seeligkeit feyn. Ich schwöre es, o Gott und Bater, von dir berufen zum Licht und zur ewigen See, ligkeit, ich will es halten, und mich bestreben deine Gebote zu halten. Bater! stehe mir bey mit deiner Gnade, helfe mir meinen guten Vorsatz zu erfüllen; Unterstüße dein schwaches und der Hülfe bedürftiges Geschöpf; Bewahre mich heute vor allen Bersuchungen zur Sünde, und wenn ich versuchet werde, so laß mich siegen über das Bose. Erfülle mich mit einer aufrichtigen Liebe gegen alle Menschen, und laß mich meinen Brüdern nůüglich seyn, und ihr wahres Beste befördern. Verleihe mir Gesundheit und Kräfte zu meinen Berufsgeschäften, und begleite sie mit deinem Seegen. Gieb mir, und gieb allen Menschen was wir zu einem dir gefälligen Leben bedürfen; Gieb uns Bertrauen auf deine Güte, Glauben an dein Wort, und lebendige Hoffnung des ewigen Lebens. Amen! Pf. 86, 11. Weise mir, Herr, deinen Weg, daß ich wandle in deiner Wahrheit. Erhalte mein Herz bey dem einigen, daß ich deinen Namen fürchte. 4. Abends Andachten und Erweckungen 4. Abendprüfungen eines Christen. Pf. 119, 59. Jch betrachte meine Wege, und kehre meine Füße zu deinen Zeugnissen. 8 Das ist ein köstlich Ding, dir ewiger Bater, danken, am Morgen deinen Namen singen, am Abend deine Treue erhoben. Gott! du erfreuest uns durch deine Werke. Wie groß find fie! In deinem Rath welch eine Tiefe! In deiner Güte, welcher Abgrund! In deinem Seegen wel che Wonne! In deinem Beyfall welcher Himmel und welche Süßfigkeit! An mir Unwürdigen hast du dich nicht unbezeugt gelassen; Du hast mir heute in allen Absichten viel Gutes gegeben, du hast mir viele Barmherzigkeit bes wiesen; Du hast mir gegeben Kraft zur Erfüllung meines Berufs, Schuß wider bekannte und unbekannte Gefahren des Lebens, und väterlichen Schirm wider manche Vers fuchungen dieser Welt. Nimm Bater! das Danklied deines Geschöpfs, und das Lallen deines Kindes in Gnas den an. Bergieb die Fehler, womit ich dich beleidiget, und die Trägheit, welche mich im Guteń gehindert baben; Vergieb deinem Kinde die Schwachheiten, welche es bes gangen, und die Uebereilungen, welche es dahin geriss fen. Herr! wer fann merken, wie oft er fehlet! Bers je he mir auch die verborgenen Fehler. Du, o Gott! bist heilig, und haft Miffallen an aller Heucheley, du bijk gerecht, und haffeßt die Lügner, ich betenne dir meine Sünden und Uebertretungen; Bor dir habe ich gefüns diget, und manches gethan, das unrecht ist in deinen Augen. Mein Entschluß ist gefaßt, lieber Bater!: will umfchren, mich besſern, und die zu Gefallen leben. Stärke mich selbst, o Gott! in diesem guten Borſagt, und volbringe in mir das Werk deiner Gnade. Stehe mir bei, und helfe mir meinen Entschluß ausführen; Gieb mit Haß wider alles Böse, und Liebe zu allem Guten: zerstöre in mir, was dir mißfällig iſt. Laj mich täglich an Weisheit und Tugend wachsen, und immer mehr nach deinem Ebenbilde erneuert werden. Bedecke mich mit deinem väterlichen Schuß, wende ab von mir alles Unglück, und laß alle Plagen ferne sepn pon des Herzens tc. von unsern Wohnungen. Lieber, Barmherziger Vater! Tröste meine clenden Mitbrüder, die in dieser Nacht durch Krankheit beunruhiget, durch Schmerzen niedergewors fen sind, und mit Schnsucht dem kommenden Morgen entgegen sehen; Erhalte sie in der Geduld; Laß sie sich findlich ergeben in deinen Willen; Stärke die Sterbens den, und laß fie Gnade vor dir finden; Befehre die Sün. der, und laß ihre Seele vom Berderben errettet werden. Erfreue die Frommen, und laß ihre Freuden im Herrn bollkommen werden. Dir weiser Vater! empfehle und übergebe im meinen Leib und meine Seele, mein Leben, und alle meine Schicksale, führe du mich nach deinem Wohlgefallen; Regiere du mich nach deinem guten Geist, und mache mich gewiß und theilhaftig deiner Herrlichkeit. Ich bitte um dieß alles als ein Jünger deines Sohns, und unsers Erlösers Jefu Chrifti. Amen. Pf. 139, 23. 24. Erforsche mich Gott, und erfahre mein Herz; Prüfe mich und erfahre, wie ichs meyne, und siehe, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege. 9 5. Gebet um nützliche Abwartung des öffent lichen Gottesdienstes. Pred. Sal. 4, 17. Bewahre deinen Fuß, wann du jum Hause Gottes geheft, und fomme daß du hörest. Gott, Bater aller Geister, Leben und Freude aller den. mben vernünftigen Wesen im Himmel und auf Erden; Te töflich sind auch uns die Gedanken von dir! Bie et. haben sie unsern Geift! Wie erweitern fie unser Haz! Belches Ficht verbreiten sie nicht über alle deine Werke und Wege, über alle unsere Schicksale, über unsre gegens martige und zukünftige Bestimmung! Ja, wann wir an dich denken, dann thun wir das, was unter allen Ges schöpfen des Erdbodens nur der Mensch thun fann, und was alle höhere Wesen mit uns für ihre höchste Ehre und reinste Lust halten! Wann wir in deiner nähern Ge genwart sind und deine nähere Gegenwart fühlen, dann catsiehen Kummer und Gram und ängstliche Sorgen aus unfrer Brust; dann sind wir in der Gegenwart unsers gü Andachten und Erweckungen gütigften, huldreichsten Baters, und fühlen und ganz mit den Wirkungen der ewigen Liebe umgeben! Wann wir mit dir Gemeinschaft haben, dann schrecker uns fein Mangel, teine Noth, keine Gefahr; Dann können wir alles bey dir finden und aus deiner Fülle Licht und Kraft und Seeligkeit schöpfen. Wie glücklich sind wir denn nicht, daß wir dich kennen und uns zu dir erheben, und mit dir Gemeinschaft haben können! Und wie viel glücklicher würden wir nicht seyn, wenn wir den Werth dieser Vors zuge recht zu schätzen, und sie nach ihrem ganzen Ums fange zu gebrauchen wüßten: Wenn wir uns immer mehr zu dir hielten, dich allenthalben fuchten und fänden, und fiets vor deinem Angesichte wandelten! Bewahre uns vor dem schädlichen Wahn, als bestehe die wahre Gotts feeligkeit nur in guten Rührungen, oder als sey eine fleif fige und andächtige Abwartung des öffentlichen Gottes dienstes die ganze Verehrung, die wir dir schuldig seyen. Die ganze Welt ist dein Tempel; wo wir sind da bist du um uns, und sichest was wir denken, und thun, und du willst hauptsächlich durch ein frommes Leben von uns ge priesen werden. Bieb, lieber und heiliger Gott! daß wir dich überall vor Augen haben, überall gewissenhaft handeln, und in unserm ganzen Verhalten deinen Willen, gerne thun. Seegne dazu all unser Beten und Singen und jede Wahrheit deines Wortes, und jede kraftige Auf forderung deines göttlichen Evangeliums. Unterstüze, stärke du selbst unsern Geist, o Gott, wenn er sich zu dir zu erheben bestrebet; ziche du selbst unsre Herzen ganz zu dir, laß uns unsre seeligen Verbindingen mit dir immer beffer erkennen, immer inniger fühlen, und denselben immer gemåffer denken und handeln. Lehre uns die Würde und die Seeligkeit der Andacht so einsehen und empfinden, daß wir sie verehren und lieben lernen und des Genusses ihrer Freuden immer fähiger werden. Amen. 10 Pf. 5, 8. Ich will in dein Haus gehen auf deine große Güte, und anbeten in deinem heiligen Tempel in deis ner Furcht. 6. Dia des Herzens 2c. 6. Demüthigung vor Gott bey dem Andenken an Versündigungen, und an einem Bustage. Spr. Sal. 28, 15. Wer seine Missethat läugnet, dem wirds nicht gelingen: wer sie aber betennet und läßt, der wird Barmherzigkeit erlangen. II Wenn ich, o Gott, mit deinen liebreichen Befehlen meine Gesinnungen und mein Verhalten ernstlich vergleiche, so fagt mir es mein eigen Gewissen, daß ich vor dir nicht unschuldig bin. Und wie fonnte ich vor die meine Uebers tretungen verbergen, der du das innerste meiner Seele fennest, alle meine Wege weißt und mich so siehest, wie ich in der Wahrheit beschaffen bin. Ich habe freylich noch so manchesmahl, mein Gott! mir das erlaubt, was die doch nicht gefallen kann, und so häufig gerade das vers fäumt und unterlassen, was ich nach deinen guten Wils len, selbst zu meinem eignen Besten, hätte thun follen. Mit inniger Beschämung meiner Seele empfinde ich dieß, und wie niederschlagend würde diese Empfindung für mich seyn, mein Gott, wenn nicht deine barmherzige Gnade noch mein Trost, und meine Hoffnung wäre. Du verforichst jedem aufrichtig Bußfertigen durch deinen Sohn Jesum Christ Gnade, und Erlaffung seiner Schuld; du verzeihest gerne jedem seine Fehler, der mit sich selbst darüber von Herzen unzufrieden und auf wahre Besserung bedacht ist. Verzeihe mir denn auch die meinigen; denn es ist mein ganzer Ernst, besser zu werden, und alles an mir abzulegen, was deinem Willen entgegen ist. Du bilfft gerne denen, die sich bessern wollen, daß sie es tona nen. Hilf denn auch mir mit deinem guten Geifte, daß es mir mit dem Vorsatz wahrer und stets zunehmender Befferung gelingen möge, damit die Absichten deiner Gnade an mir erreicht werden, und ich mich allezeit als den guten Menschen beweisen möge, dem es Freude ist, so zu handeln und so zu denken, wie es dir gefällt, der getroft auf deinen Beyfall rechnen fann, und der dann auch in deiner Liebe ruhig und seelig ist. Erhöre mich, so wie DU Andachten und Erweckungen du gerne jeden hörst, der nach deinem Willen bittet. Amen. Pf. 130/ 4. Bey dir, Herr, ist die Vergebung, daß man dich fürchte. 12 7. Morgenbebeth an Sonn- und Festtagen. Pf. 25. 5. 5. Herr, zeige mir deine Wege, und lehre mich deine Steige. Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich; Denn du bist der Gott, der mir hilft. Unsere Hülfe und unser Anfang sey im Namen des Herrn der Himmel und Erde gemacht hat! der heutige feyers liche Tag ist Gott und seiner Verehrung gewidmet; Gott verehren ist unsere höchste Seeligkeit. Lasset uns dieses erkennen und unsern himmlischen Vater bitten, daß er diesen Tag einen Tag des Seegens für uns seyn lasse. Gott, wie glücklich sind wir, daß wir, von allen irr dischen Geschäften und Sorgen frey, uns in deinem Hause versammeln, da über alles, woran uns vieles gelegen ist, mit stillem Geiste nachdenken, uns bis zu dir, unserm Schöpfer und Bater, erheben, und von deinem Willen unterrichten, und im Glauben an dich und deinen Sohn, Jesum Christum stärken, und deiner Wohl thaten und der Hoffnung der feeligen Unsterblichkeit freuen, und so auf eine vernünftige Art unsern Geist nähren, und zu einem beffern Leben vorbereiten fons nen: Dank sey es deiner weisen und väterlichen Güte, die diese heilsame Veranstaltungen zu unserm Besten getroffen, und uns bis auf diesen Tag im Genusse ders felben erhalten hat. Laß sie uns heute und immerdar weise und würdig gebrauchen. Sammle doch unsere Ges danken aus der Zerstreuung. Richte sie ganz auf dich und den heilsamen Unterricht, den du uns durch die Leh ren der Religion ertheileft, damit wir dich immer besser kennen, immer herzlicher lieben, dir immer freudiger vers traun, und deinen Geboten immer treuer und williger gehorchen lernen. Laß insbesondere den Gedanken von der Auferweckung deines Sohnes uns im Glauben seiner göttlichen Lehre, und im Vertrauen auf seine Berbeifun gen starten, und zur Nachfolge seines heiligen, wohlthas tigen des Herzens tc. boda 13 tigen und gemeinnüßigen Lebens erwecken, und uns christ liche und himmlische Gesinnungen einflössen. Laß sich die Wahrheit und Gewißheit seines wiedererlangten Lebens durch die kräftigen Wirkungen seiner Lehre und seines Beyspiels unter uns offenbaren: Laß keinen von uns diesen Tag zurück legen, ohne an demselben etwas Gu tes gelernet, und mehr Erkenntniß der Wahrheit, mehr Liebe und Kraft zu Tugend, mehr Weisheit zur Führung des gegenwärtigen, und mehr Fähigkeit zum Ges nuffe des zukünftigen Lebens erlangt zu haben. Dein Seegen, o Gott! begleite alles, was wir heute denken und reden, lesen und hören werden, damit der Vortrag der Lehrer reiche Früchte der Besserung in uns, und unter uns hervorbringe, durch unseren Herrn, den wir bekennen, Jesum Christum. Amen. Ps. 119, 5. Ohne daß mein Leben deine Rechte mit gana zem Ernst hielte! 8. Abendgebet an Sonn- und Festtagen. f. 5o, 23. Wer Dank opfert, der preiset mich; und das ist der Weg, daß ich ihm zeige das Heil Gottes. Groffer und anbetungswürdiger Gott, Vater unsers Herrn Jefu Chrifti! ich trete wiederum vor dein Anges sicht, und bringe dir mein Gebet und meinen Dank. Womit fann ich anfangen, o mein Gott, als mit deinem Lobe und meiner Dankerkenntniß? Wie viel Gutes haft du mir am heutigen Tage bewiesen? Wie viel Gutes habe ich hören, lesen, oder sonst lernen können? Du hast mir Zeit und Gelegenheit gegonnet, über mich selbst, mein tigen Herz und Leben, und über deine unaussprechliche Barmherzigkeit nachzudenken; Du hast mich der grossen Bohlthaten erinnert, welche du uns bereits durch Jesum Christum erzeiget hast, und durch ihn in alle Ewigkeit uns erzeigen bereit bist! Welche reine Wohlthat ist dein Wort, das du uns anvertrauet hast! Wie blind wären wir ohne deinen Unterricht, wie viel Licht und Trost würde uns fehlen, wenn uns dein Wort mangelte! Ich danke dir herzlich, gütiger Bater! für die unschätzbare Wohl. that deiner Offenbarung, welche uns zur himmlischen Sees Andachten und Erweckungen. Seeligkeit leitet, und aus der ich heute so viel Licht und Trost habe schöpfen können. Laß mich nur nicht bald wieder vergessen, was ich heute aus derselben Gutes und Wahres gehört und gelernt habe! Laß mich und Andere nicht vergeßliche Hörer, sondern Thater deines Wortes seyn, auf das wir alle in unserm Thun seelig werden. Seegne alle Prediger deines Worts, die es mit deiner Religion redlich meynen, und denen deß ewige Wohl ihrer Zuhörer mehr als alles am Herzen liegt! erfreue fie mit vielen Früchten ihres Eifers, und zeige ihnen das Gute, daß sie gestiftet haben, damit sie fraftig ermuntert werden noch mehr zu stiften, und angefeuert werden in ihrem Eifer nicht müde zu werden. Bermehre die Zahl der frommen und rechtschaffenen Berehrer deines heiligen Evangeliums, deiner Gebote, und deiner Verheisungen. Gieb, daß uns allen das Böse täglich mißfalle, und daß Gute leichter und angenehmer werde. Laß die guten Tries be nicht wieder erlöschen, die heute deine Guade in vielen Herzen angefacht hat! hilf insonderheit mir die ganze Zeit meines Lebens durch in meiner ganzen Aufführung zu bes weisen, daß ich es für meine Ehre und für mein Glück halte, Jesu Religion zu bekennen und seine göttliche Vors schriften zu befolgen. Laß mich diese Nacht bey guten Ges danken und mit frommen Empfindungen einschlafen! Gieb mir zu erkennen was ich heute gefündiget habe, was ich etwa hátte unterlassen, oder besser machen follen! Verherrliche deine Gnade an allen Elenden, Troftlosen und Berlaffenen. Stårte und tröste sie durch dein Wort, und deinen Geist! Laß sie mitten in ihrem Elende deine Liebe empfinden! Laß alle sich in dir erfreuen, die dir vers trauen, und laß deine Hülfe ihnen nahe seyn, damit sie dich von ganzem Herzen preisen, und deinen heiligen Namen erheben mögen. Amen. 14 Pf. 341 8. 9. Der Engel des Herrn lagert sich um die her, die ihn fürchten, und hilft ihnen aus. Schme cfet, und sehet, wie freundlich der Herr ist: wohl dem Der auf ihn trauet! 370130720 9, Et. des Herzens- tc. adm 9. Erweckungen und Gebet vor der Communion. IS The 1 Cor. 11. 28. Der Mensch beweiset sich bewährt, und also effe er von diesem Brode und trinke von diesem Kelche. Herr, mein Goft, der du Aufrichtigkeit lieb haft, gieb, daß mein Herz auch treu und redlich befunden werde, seegne an meiner Seele das Andenken an Jesu Liebe, Leiden und Tod; Bewahre mich, daß es nicht aus bloffer Ges wohnheit, in Zerstreuung, oder völliger Gedankenlosigfeit, mit einem vereitelten, unfreundlichen, unreinen Herzen geschehe. Richte meine ganze Aufmerksamkeit auf deinen liebevollen Rath von der Menschen Seeligkeit, den du in der Sendung deines lieben Sohnes verherrlichet hast, das ich immer weiffer, besser, dir gefälliger werden moge, und mich unter allen Umständen deiner, als meis nes Gottes und Baters, trösten und freuen konne. Und so erwäge es denn mit Ernst, meine Seele, vor Gott det. nem Heilande, was du ihm für alle Wohlthaten feiner Erlösung schuldig bist. So viel hat er dir gethan, daß du für deine Begnadigung nicht ängstlich sorgen dürftest, und in froher Gewißheit derselben dein ganzes Bestreben auf die Reinigkeit deines Herzens und deines Lebens rich ten mögtest. Dank es ihm innig und freudig! ehre ihn aber auch durch aufrichtigen Gehorsam, daß du in allem gefinnet feyst, wie Jesus Christus auch war. Meide die bergängliche Luft der Welt; Beweise dich treu und fleißig in deinem Stande und Berufe; zufrieden mit deinen Ums stånden, mäßig im Genuß des Frrdischen, gewissenhaft in all deinem Vornehmen; Vergieb deinen Beleidigern, trage die Fehlenden und Frrenden mit Geduld und Nach ficht. Erbarme dich, so gut du kannst, der Nothleidenden; hoffe dann stets das Beste zu Gott, der auch dein Gott ist, und trofte dich aller deiner Seegnungen in Zeit und Ewigs teit. Bedente es, meine Seele! zu dieser Sinnesáhnlicha teit, mit sich, als dem Haupt seiner Gemeinde, labet bich Jesus bey dieser Gedächtniffeyer seiner bis in den Tod treuen Liebe ein! höre seine Stimme und folge ihm! 1) bist 16 Andachten und Erweckungen bist du dir in diesem Augenblicke einer lasterbaften Nei gung und Gewohnheit, irgend einer Hårte, Ungerechtig. keit, Treulosigkeit oder bittern Rachsucht bewußt, so fasse doch ja den herzhaften Entschluß, andres Sinnes zu werden, und führe ihn redlich aus. Spricht dich aber auch dein Gewissen von herrschenden Unordnungen frey, so werde darum nicht sicher. Suche vielmehr mit deinen Mängeln und Schwachheiten immer bekannter zu werden, und halte auch den kleinsten Fehler dir nicht zu gute. Laß dir ihre Ablegung mit Ernst angelegen seyn, und nimm täglich zu in deiner Besserung. Ermahne dich selbst dazu alle Tage, und beweise darin standhafte Treue. Zu dem allen sollst und willst du dich jetzt aufs neue verpflichten. Thue das mit Freuden, so wirst du dich auch mit Zuvers ficht aller Wohlthaten der Erlösung getrösten können. Es geschehe also, Herr Jesu, du Stifter meiner Seelig keit! wie soll ich dir vergelten alle deine Wohlthaten! ich übergebe mich ganz dir und den Erweckungen deines Geis. stes und Wortes. Das sey meine Freude, daß ich mich zu dir halte. Mache mich heilig, mache mich seelig! Amen. Ebr. 12, 2. Laffet uns auffehen auf Jesum, den Anfänger und Vollender des Glaubens! 10. Dankbare Empfindungen nach der Communion. Tit. 2, 14. Christus hat sich selbst für uns gegeben, auf daß er uns erlösete von aller Ungerechtigkeit, und reinigte ihm selbst ein Volk des Eigenthums! das fleis sig wäre zu guten Werken. Apes maisa Ich danke dir von Herzen, Herr Jesu, für allen Trost und für alle Stärkung die du mir jest in dem Genuß deines Abendmahls hast darreichen wollen. Hilf mir nun auch, daß sich die Frucht davon an mir zeige, mich vor jeder Art der Verfündigung hüte, und in allen rechtschaf fenen Gesinnungen dir ähnlich zu werden trachte. Das ist nun wohl auch jetzt mein ganzer Ernst; Und wie sollt er es nicht seyn, bey dem so lebhaften erneuerten Anden fen des Herzens ic. ten deiner Liebe und Treue gegen ein fündiges Geschlecht aber dieses Andenken wird in den Zerstreuungen und Vers wirrungen des Lebens wieder schwächer werden, und der seelige Eindruck davon kann erlöschen. Es soll also 17 meine vornehmste Sorge seyn, mir oft vors Auge zu stellen, was du, größter Menschenfreund erduldet haft, um Seelen zu erretten, und allen Freuden des Guten Freudigkeit zu Gott, Trost des Gewissens, Hoffnung der Seeligkeit zu erwerben. Deß will ich mich stets mit danf barer Liebe erinnern, dem will ich nachdenken, es mir tinen mächtigen Antrieb seyn laffen, ein gutes Gewissen zu bewahren. Wie seelig werde ich dann seyn! Wie wohl wird mir seyn in dem Frieden des Herzens, den kein irrdisches Glück gewähren tann, und in jeder guten Erwartung des Zufünftigen! Wie ruhig wird dann mein Hoffen seyn auch einmal zu dem Leben bey dir zu gelangen, wo Freude die Fülle ewiglich ist. Noch ist es nicht alles erschienen, was auch ich seyn und werden soll, auch mein Glaube fagt es mir, daß hier noch nicht der ganze Rath meines Gottes an mir vollendet sey: Aber das weiß ich, daß, wann es erscheinen wird, es denen nicht anders als wohlgehen kann, die dir, Herr Jesu gleich. gesinnet zu seyn, mit weisem Ernst sich bestrebt haben. So habe ich mich denn feyerlich dem Dienste meines Gottes, und meines ewigen Wohlthäters gewidmet. So habe ich mich verpflichtet, als ein Jünger und Nachfolger meines Erlösers zu leben, und ihn mit meinem Geiste und mit meis nem Leibe zu preisen, die beyde sein Eigenthum find. Wie heilig sind die Verpflichtungen! Wie undankbar, wie uns glücklich würde ich nicht seyn, wenn ich diese Zusage ver. gaffe, und diese Versprechungen nicht hielte! Welch eine Verantwortung, welch ein Gerichte würde ich zu erwarten haben, wenn ich nun noch der Sünde diente, wenn ich nicht alle Fehler, alle böse Gewohnheiten, die ich noch an mir habe, ernstlich bestritte, wenn ich eben so tråge und nachlässig im Guten wäre, als ich es ehemals gewes fen bin! So würde ich aller Vorrechte und Seeligkeiten, die ich als ein Christ besige, verlustig, und meine Ver. dammniß um so viel schwerer machen. Ach Gott, er, laube nicht, daß ich so undankbar gegen dich und so B feind, Andachten und Erweckungen feindselig gegen mich selbst handle. Bevestige meine guten Entschliessungen, und verleihe mir die Gnade, an der Ausführung derselben unverzüglich und unermüdet zu arbeiten, Erhalte du selbst mein Herz bey dem Einigen, daß ich deis nen Namen fürchte. Bewahre mich vor Versuchungen, stärke mich, wenn ich darcin gerathe, und laß mich das Kleinod, zu welchem du mich durch Christum berufen hast, niemals aus den Augen verlieren. So werde ich den guten Kampf kämpfen, den Glauben behalten, und meis nen Lauf glücklich vollenden. So werde ich dereinst die Krone der Gerechtigkeit aus deiner Hand empfangen, und dir Lob und Ehre bringen, in Ewigkeit. Amen. Phil. 2, 5. Ein jeglicher sev gesinnet wie Jesus Chris stus auch war. 18 11. Gebet um Weisheit und Geduld in Trübsal und besondern Nöthen. Pf. 55, 23. Wirf dein Anliegen auf den Herrn, der wird dich versorgen, und wird den Gerechten nicht ewiglich in Unruhe laffen. Schon so lange haft du mich, Bater der Barmherzigkeit, mit anbetungswürdiger Langmuth getragen, und doch bin ich durch deine große Gnade nicht allezeit ermuntert wors den, das was mir unangenehm ist, mit stiller Gelaffen heit auf mich zu nehmen. Ich weiß, daß es edel und gut ist, im Glück und Unglück sich immer gleich zu seyn, durch das Zeugniß eines guten Gewissens unterstützt, auf deinen Beystand zu trauen, und mit gesetztem Geiste allen Trüb, falen getroft entgegen zu gehen. Aber bey aller dieser gus ten Erkenntniß und den Kräften, die du mir darreichest, bin ich doch öfters schwach und ungeduldig gewesen. Wie scháme ich mich dieser unglaubigen Kleinmuthigkeit! Wie fehnlich verlanget meine Seele, mit der Macht deiner Stärke gerüstet, fünftig unbeweglicher zu stehen? Erhebe dich dann mein Geist, und lerne mit erleuchteter Vernunft alle widrige Schicksale dieses Lebens zu betrachten. If Gott nicht dein Vater und dein Schuß? wird er dich dann wohl in Prüfungen führen, welche nicht zu deinem Besten ab des Herzens ic. abzielen sollten? Ist er nicht der weise Regent des Himmels und der Erden? der gütige Bater aller Menschen? Wird er also nicht schon, ehe dich dieß Leiden betraf, die besten Mittel ersehen haben, dich aus demselben zur gehörigen Zeit zu erretten? Des Herrn Rath ist wunderbar, und er führt alles herrlich hinaus, seine Barmherzigkeit hat kein Ende, seine Güte ist alle Morgen neu, und seine Treue ist groß, und wie darf ich murren unter dieser leich. ten Laft, die mein Gott mir auferleget hat? Was war ich ohne ihn? Kein Tag meines Lebens vergieng, an wel. chem im nicht wider seine Gesetze gesündiget. Wie viele Uebertretungen meiner Jugend reden nicht wider mich? Wie manche unheilige Begierden, unnüße Worte, unvers antwortliche Werke haben nicht auch nach der Zeit mein Herz und meinen Wandel befleckt? Wie, wenn der gerech. te Gott mit mir handeln wollte nach meinen Sünden, fönnte er nicht aufs empfindlichte mich züchtigen? und er züchtiget doch nur als ein Vater. O, so will ich denn diese wenigen Schläge zu meiner Besserung gelassen erdulden, gerne meinen Gott loben, daß er mich doch von ewigen Qualen errettet, mit dem Reichthum seiner Güte mich überschüttet, Gesundheit und Stärke zu meinen Arbeiten mir verleihen, und mich mit unzähligen Freuden erquicket bat. Das Gute haben wir von dem Herrn empfangen: das Böse wollen wir denn auch geduldig annehmen. Doch es ist nicht einmal etwas Böses; Nein, unsere Leiden und Widerwärtigkeiten sind Wohlthaten und Arzeneyen für unsere tranke Natur; fie lehren uns heilsamlich, wie eitel alles unter der Sonne sey, und sind die geschicktesten Mittel, uns mit uns selbst bekannter, demüthiger, vors sichtiger und weifer zu machen." Ich trinke ihn dann, den heilsamen Kelch. Weiser und gütiger Bater! Es ges schehe dein Wille." Dieß ist die Stimme meines göttlichen Erlösers, und diesem will ich nachfolgen, mein Kreutz auf mich nehmen, mit ihm geduldig leiden, foll es seyn, mit ihm auch getrost sterben. Stårte mich, o mein Gott! diesen großen Entschluß auszuführen; Erfülle mich mit dem erhabenen Muthe, der aller Widerwärtig. teiten nicht achtet, und mit der demüthigen Gelaffenheit, die deine väterliche Schickungen zufrieden auf sich nimmt, B2 Wie 19 Andachten und Erweckungen Wie wenige sind die Tage des Kummers, gegen die Freuden, die Gott und bereitet? Wie bald öffnet sich der Himmel, uns ewig in seinen erquickenden Schooß aufzunehmen? Was betrübest du dich dann, meine Seele? Harre auf Gott, dann werde ich ihm noch danken, daß er meines Angesichts Hülfe und mein Troft ist. Den Abend lang wah, ret das Beinen, des morgens Freude und Wonne. Sees lig ist der Mann, der die Anfechtungen erduldet: Denn nachdem er bewähret ist, wird er die Krone des Lebens empfangen. 1. Cor. 10, 13. Gott ist getreu, der euch nicht läsfet versuchen über euer Vermögen, sondern machet, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihrs tonnet ertragen. 20 12. Empfindungen und Erweckung zur Dankbarkeit nach Errettung aus besonderen Nöthen und Trübfalen. Pf. 18, 29. Du erleuchtest meine Leuchte: Der Herr, mein Gott, machet meine Finsterniß Licht. Gott! wie find deiner Wohlthaten so viel! wie soll ich fie dir vergelten, mein Vater, mein Retter und mein Wohlthäter! Ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und aller der Treue, die du an mir bewiesen hast, und noch bis in Ewigkeit an mir beweisen willst, wenn ich dir finds lich folge. Erhalte du selbst dieß dankbare Gefühl deiner Güte in meiner Seele, und laß es mir einen mächtigen Trieb seyn, dich von ganzem Herzen wieder zu lieben, in die den besten Freund und Beförderer meiner Glückfeeligkeit hochzuschätzen, und in solcher Gesinnung, die gern und mit Freuden gehorsam zu seyn. Wie väterlich hast du mich bishero geleitet? Wie gnädig mir meine Wohlthäter und meine Eltern erhalten? Wie manchmal große, nahe Gefahren von mir abgewendet? Wie weislich mich aus Nöthen und Elend erretter? Durch welche wunderbare Mittel und Wege Angst und Kummer von meiner Seele abgewälzet? wie uns erwartet und ungehofft in der Trubsalen Menge mir Hülfe und Auswege gezeiget? Mein ganzes Leben stellet mie Spus des Herzens zc. Spuren deiner Güte vor meine Augen; Meine neueste Er. fahrungen überzeugen mich deiner gütigen Leitung, und deiner mächtigen Gotteshülfe. O, lieber Gott! lag meine Seele teine Güte erkennen, und meinen Wandel dir geheili get feyn! Wenn ich bey den auffallenden Beweisen deiner Güte, womit du mich überhäufit, mir noch irgend einen Kaltsinn oder einiges Widerstreben gegen dich verstatten wollte, wie fönnte ich das vor meinem eigenen Gewiffen verantworten! Unendlich schwer würde mich dann ohnfehlbar die Empfindung der Menge deiner Wohlthaten drücken, wenn zugleich die Empfindung meines Undants gegen dich in meiner Scele rege werden sollte; und das würde über furz oder lang unausbleiblich geschehen, wenn ich leichtsinnig genug wäre, deiner Liebe und meiner Rettung aus mancherley Noth zu vergessen. Aber nein, mein Vater, ich will mir diesen Leichtsinn nicht zu Schule den kommen laffen. Drine Güte foll mir immer vor Aus gen seyn, und mein ganzes Herz voll Ehrfurcht, Liebe, Vertrauen und Gehorsam foll dir gewidmet seyn. Ver. schmähe dieß mein Opfer nicht! Denn was kann ich Armer dir sonst geben? Du, Allseeliger, bedarfst keines Dinges, und ich fann dir im eigentlichen Verstande feine einzige deiner Wohlthaten vergelten. Alles, was ich noch thun. tann, ist, daß ich auch jede deiner Wohlthaten fo anwens de, wie es die Absicht mit sich bringt, um deren willen du sie mir erzeigeft, und das will ich mir angelegen seyn lassen; Denn das Gute, was du uns giebst, nach deiner Vorschrift brauchen, das ist thätiger Dank für deine Güte; Dank der dir wohlgefällt, und durch den uns eigentlich das Wohlihat wird, wenn du uns Gutes erzeis gest. Zu solcher Erweisung thätiger Dankbarkeit hilf denn auch mir, rüste mich aus mit deinem Geiste zum Lobe dei. nes Namens. Dir, der du immerdar lebest und wohlthust, sey Anbetung und Preis ewiglich. Amen. Pf. 32, 11. Freuet euch des Herrn, und send fröhlich, ihr Gerechten, und rühmet alle ihr Frommen. 13. Dankgebet einer Wochnerin. Phil. 4, 6. 7. Sorget nichts, sondern in allen Dingen laffet eure Bitte im Gebet und Flehen mit Danf 21 22 Andachten und Erweckungen fagung vor Gott fund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Bernunft, bewahre eure Hers zen und Sinne in Christo Jesu. Wir preifen dich, o Gott! wir preifen dich, und deinen heiligen Namen, welcher nahe ist; Da ich in Angst und Noth war, rufte ich den Herrn an, und schrie zu meinem Gott; Ich habe den Herrn gesucht, und er hat mir geantwortet, und mich aus aller meiner Noth errettet. Ja, o Herr! du hast meine Seele aus dem Grabe wieders gebracht, du hast mir mein Leben gefristet, und mich nicht in die Grube hinunterfahren lassen. Gelobet fey Gott, der mein Gebet nicht verworfen, noch seine Güte von mir gewendet hat. Gelobet sey Gott! der die Frucht meines Leibes bewahret, und mich zur freudigen Mutter gemacht hat. Ich will dem Herrn singen, so lange ich lebe, und meinem Gott lobsingen so lange ich seyn werde; meine Rede vor ihm sey angenehm, ich will mich in dem Herrn freuen. Laß dir, gnädigster Bater, meinen Dank gefallen, welcher nicht aus falschem Munde gehet; Laß deine groffe Gnade meinem Herzen beständig gegenwärtig seyn, das mit ich allezeit in dir frohlocke, deinen Namen lobe, und auf dich vertraue. Laß mich durch mein ganzes Leben fruchtbar feyn an allen Früchten der Rechtschaffenheit, und dadurch zeigen, daß meine Dankbarkeit aufrichtig seye. Lehre mich gütiger Gott, für das zarte Kind, das du mir geschenkt, und meiner Pflege anvertrauet hast, vernünftige Sorge tragen; Laß mich alle Mühe, die mit seiner Aufers ziehung begleitet ist, gern und mit Freuden über mich neh men; Laß mich nie aus Liebe zur Gemächlichkeit, oder zum Vergnügen eine einzige Vflicht versäumen; die Natur und Religion mir auflegen, sondern gieb mir die Gnade, sie jur Dankbarkeit für meine glückliche Entbindung auf eine vers nünftige Art zu erfüllen. Lehre mich insbesondere für seine edle, zur Unsterblichkeit geschaffene Seele, die dufferste Sorgfalt tragen; Laß mich selbst an christlicher Weisheit und Rechtschaffenheit immer mehr zunehmen, damit ich im Stande sey, mein Kind, wann es zum Gebrauch des Vers standes gelangt, gottesfürchtig zu erziehen, und ihm durch fanfte und freundliche Erinnerungen, und durch ein gutes Beys 23 des Herzens zc. Beispiel, die Liebe zur Tugend einzuflossen. Wenn es dir aber gefiele mir mein Kind wieder zu nehmen, so lehre mich, o Herr, meine Neigungen måssigen, und deinem Willen mich unterwerfen, damit ich nie auf eine schåndliche Weiſe einiges Mistrauen in deine Borschung fezze, sondern deine unerforschliche Weisheit mit Demuth anbete, vest auf deine Güte gegen mich vertraue, und gerne dem wieder entsage, was ich von dir empfangen habe. Wenn du mich nach deiner Güte wieder gesund in den öffentlichen Versamm lungen deines Bolts erscheinen läsfest, so laß mich diese Gnade mit dankbarem frohlockenden Herzen geniessen; Laß mich mit Andacht nicht nur das Opfer des Lobes und der Danksagung opfern, sondern auch in allen Stücken das thun, was zur Verehrung deiner herrlichen Majestät gehöret, damit ich künftig in der Erfüllung meiner Pflich, ten unermüdet und eifrig seye, und mit freudigem Herzen auch andern Gutes erweise, und mir dadurch die reine Freuden eines guten Gewiffens erwerbe in der Zeit und in der Ewigkeit. Amen. Pf. 66. 20. Gelobet fey Gott, der mein Gebet nicht verwirft, noch seine Güte von mir wendet. 14. Gebet eines Dienstbothen und Taglöhners. Pf. 128, 1. 2. Wohl dem, der den Herrn fürchtet, und auf seinen Wegen gehet. Du wirst dich nähren deiner Hände Arbeit: Wohl dir, du hast es gut. Ewiger und allmächtiger Gott, Herr der Herrn und König der Könige! vor dir sind wir alle Staub und Asche, vor dir darf sich kein Mensch brüsten noch erhes ben: Du hast beide den Reichen und den Armen gemacht; Du hast das Loos deiner Menschen mit våterlicher Weiss heit verschieden ausgetheilet; Du hast den einen dent andern unterthan gemacht, und zum brüderlichen Schuß empfohlen. Vater! so gering ich auch immer bin, ich freue mich deiner Liebe, und werde froh meines Daseyns. Ich bete an deine Fürsebung, und unterwerfe mich deiner göttlichen Ordnung; Ich widme mich dem Stande, zu dem du mich berufen hast, und finde darin Stof, dich tennen zu lernen und mich zu vervollkommnen. Ich danke Dir, 24 Andachten und Erweckungen dir, daß ich lebe, und gesund und stark bin; Wie groß, und von manchem unerkannt sind diese Seegnungen! daß es mir erlaubt ist, mein Gebet vor dir auszuschütten, und dich als meinen Vater anzurufen, und daß auch ich durch die Predigt deines Evangeliums berufen bin zum Licht, und zur lebendigen Hoffnung der seeligen Unsterblichkeit. Verzeihe mir, Bater! wenn ich jemal über meinen nies drigen Zustand gemurret, oder Vornehmere und Reichere beneidet habe; Verzeihe mir alle Fehler des Unverstan des, und der Unzufriedenheit, die ich oftmals begangen habe oder noch begehe: Befreye mich von der Knechtschaft der Sünde und mache mich zu einem frommen Diener der Tugend, zum frohen Beobachter deiner Gebote. Laß mich die Pflichten meines Standes recht erkennen, von Herzen lieben, und redlich erfüllen, damit ich nach deinem Befehl meine Herrschaft aller Ehren werth halte, und mich bemühe, derselben in allen Dingen treu und nüßlich zu seyn, nicht zu widersprechen, nichts zu entwenden, sondern ihren Vortheil bestens zu suchen und zu beförs dern. Bewahre mich vor Stolz, Uebermuth, Uleppigs keit und Prachtliebe; bewahre mich vor ungerechten Bc. gierden, und unbescheidnem Streben nach hohen Dingen, nach Schein und aufferem blendenden Schimmer: Laß weder die Liebe dieser Welt, noch die thörichte Neigung zu Lotto- und Glücksspielen sich meiner Seele bemächs tigen, mich zur Ungerechtigkeit verleiten, und mich in den Abgrund des Elends stürzen. Laß mich alle und jede böse Gesellschaft flichen, und die unvermeidliche Gesells schaft der Gottlosen weder meinen Sinn und Gedanken anstecken, noch meine Sitten verderben. Was ich thue, laß mich von Herzen mit Bescheidenheit und mit Willige teit thun. Wenn meine Herrschaft allzustreng und hart ist, so bewahre mich, o Herr! vor allem ungeziemenden Betragen, und unartigen Bezeigen gegen sie, und mache mich in meinen Geschäften desto fleissiger, ie gewisser ich weiß, daß ich nicht blos Menschen, sondern Gott diene. Erhalte mir meine Kräfte, meine Gesundheit, und was das Beste im Leben ist, ein frohes und gutes Gewissen; Stärke und bevestige mich im Glauben an die zukünftige Welt; Wenn es dein heiliger Wille ist, laß mich nie in Ars des Herzens C. Armuth gerathen, oder wenn ich unschuldiger Weise darein gerathe, laß mich dieselbe mit Geduld ertragen, auf Jes fum meinen Erlöser sehen, und den Beystand der froms men Menschen erfahren. Laß mich in jeder Prüfung dies ses irrdischen Lebens deiner Gnade froh werden, und mit deinen Kindern mich deince väterlichen Liebe erfreuen in der Zeit und in der Ewigkeit. Amen. Coloff. 3, 24. Wisset, daß ihr von dem Herrn empfahen werdet die Vergeltung des Erbes; Denn ihr dienet dem Herrn Christo. 25 15. Gebet bey aufsteigendem schweren Gewitter, und Erweckung zum Vertrauen auf Gott. f. 97, 11. 12. Dem Gerechten muß das Licht immer wieder aufgehen, und Freude dem frommen Herzen. Ihr Gerechten, freuet euch des Herrn, und danket ihm und preiset seine Heiligkeit. Herr des Himmels und der Erde! Richter aller Völker! Wer sollte dich nicht fürchten? Dir gebühret unsere Ans betung. Kein Lob kann deine Größe erreichen, fein noch so feuriger Verstand deine Macht umfassen und begreifen: Licht ist dein Gewand, Heiligkeit ist deine Zierde. Dort in den unermeßnen Fernen, wohin kein flerblich Auge schauet, umgeben dich Bracht, Majestät und Ruhm. Wenn du, o Gott der Götter! herabfährst und in dem Wetter einhergehest, erscheinest du uns fürchterlich, vor deinem Donner zittert die Erde, beben die Elemente, vers bergen fich deine Geschöpfe, fürchtet sich alles, was Othem hat, und deinen Blit erblicket. Du kommst, und Wolken find dein Wagen, und die Winde sind deine Boten, und Blizze sind deine Allmachtspfeile, und Flammen, die sich schnell entzünden, sind deiner Allmacht Diener. Gott, unser Gott und unser Vater! Dein Othem tödtet und beseelet, deine Stimme schlägt zu Boden und wecket auf; Deine Donnerwolken erschüttern Gichere, und setzen die Uebertreter in Angst und Unruhe; Auf deinen Befehl fals len Gebäude in Asche und erneuert sich die Erde. Ewig ist deine Macht und ganz unbeschränkt deine Herrlichkeit! Deine 26 Andachten und Erweckungen deine Stärke schuf und bewahret deine Werke: Was du über uns immer verhängst, zielet auf unser wahres Wohl, bewirket Gedeihen und Vortheil, gebähret unsere Wohl. fahrt und unsere Glückseligkeit. Du fuchest heim deine Menschenfinder, aber du suchest sie heim als ein Vater, nicht um sie zu verderben, sondern zu erhalten, nicht um sie zu betrüben, sondern zu lehren aufs Wort merken und auf ihre Pflichten, nicht um sie zu vertilgen, sondern Gott! zur Besserung aufzuwecken und zu ermuntern. du bist Vater in deinen Gerichten, wie in deinen Werken: in unserer Gefahr, wie in deiner Hülfe, in deinen Feuers bligen, wie in unserer Erhaltung. Stärke und erneure in uns das Vertrauen auf deine Güte, den Glauben an deine Hülfe, und die veste Ueberzeugung von deinen våters lichen Absichten! Laß uns mit Dankbarkeit die vielen Vortheile erwågen! die durch ein Gewitter vom Himmel auf die Erde gewälzet, und über Menschen und Thiere ausgeschüttet werden. Befreye uns von allem Aberglauben, findlicher Furcht und unchristlichem Zagen vor Deiner Allmachtsstimme; Erwecke und erhalte in uns den Sinn und den vesten Vorsatz, dich zu fürchten und deine Gebote zu halten.. Amen. Pf. 62, 2. 3. Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft, Denn er ist mein Hort, meine Hülfe, mein Schuß, daß mich kein Fall stürzen wird, wie groß er ist. 16. Gebet eines Landmans um fruchtbare Wit terung und Erweckung zur Dankbarkeit. P. 104/ 27. 28. 29. Es wartet alles auf dich, daß du ihnen Speise gebeft zu seiner Zeit. Wenn du ihnen giebest, so sammlen sie, wenn du deine Hand aufs thust, so werden sie mit Gut gefättiget. Berbirgest Du dein Angesicht, so erschrecken fie: du nimmst weg ihren Odem, so vergeben sie, und werden wieder zu Staub. Gott! du erfreuest was da lebet mit deinem Wohlgefal. len; Des Morgens erwachet deine Güte, und des Abends steiget zu dir empor Danf, Anbetung und Lobgefang; Du des Herzens tc. 27 legest Du giebst unserer Erde Kraft zur Fruchtbarkeit, Seegen auf unsere Arbeit und Gedeihen auf unfern Fleiß. Du wässerst unsere Felder, vermehrest ihren Reichthum und nährest mit den Früchten der Erde Menschen und Thiere. Feder Grashalm zeuget von dir, durch den die Saat gerieth, und jede Kornähre, die zu Halmen hinaufs steiget, verkündet deine Macht und deine Ehre. Was wir sind, und was wir haben, sind und haben wir von dir und von deiner Güte. Dir verdanken wir unser Leben und unsern Odem, dir unsere Gesundheit und Stärke, dir unseren Frieden und äussere Sicherheit, die unseren Trieb zur Vollkommenheit und zur Gottfeeligkeit, dir den Anfang und Fortgang unseres Wohlergehens. Ohne dich können wir nichts, und ohne den gütigen Einfluß deines Seegens gehet alle unsere Mühe und unsere Arbeit vers lohren. Wir bitten dich, himmlischer Vater! seegne das Werk unserer Hånde; seegne die Saat in der Erde; Kröne alle Jahreszeiten, träuße des Seegens Fettigkeiten auf unser ganzes Land, befeuchte durch deinen milden Regenguß unseren dürren und schmachtenden Erdboden, und laß alle Eles mente zur Befeuchtung des Feldes, und zur Erhaltung einer reichen Erndte das Fhrige beytragen. Laß uns in diesem Jahre deine Güte schmecken, und deine våterliche Barmher zigkeit in allen Wegen erfahren. Gieb uns, was wir bedura fen, und gieb der Erde, was ihren Wachsthum befördert, gieb uns Weisheit im Gebrauch deiner Gaben, Mäßigung in Bezähmung unserer Begierden, und Dankbarkeit für alles Gute das wir empfangen. Seegne dein Volk und das Land, welches wir bewohnen, damit es fruchtbar werde. Laß auch uns das erfreuende Beyspiel der reichen und ergiebigen Natur nachahmen, und laß uns in aller Weisheit und Gottfees ligkeit wachsen; Laß uns reiche Früchte guter Werke bringen, zur Verherrlichung deines Namens, und zu unserem be.. ständigen Trost in dieser und in der zukünftigen Welt. Amen. Pf. 103, 2. Lobe den Herrn meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan, 17. tan 28 Andachten und Erweckungen 17. Gebet eines Landmanns bey schlechter Wittes rung, und Ermunterung zur Zufriedenheit mit Gottes Schickungen. Pred. Cal. 7, 15. Am guten Tage sen guter Dinge, und den bösen nimm auch für gut; Denn diesen schaffet Gott neben jenem. Herr und Vater meines Lebens! Es ist wahrer und ewis ger Gewinn für mich, daß ich unter deiner Obhut stehe ,. und mit allen meinen Veränderungen von derselben abs bange. Du willst nach deiner unendlichen Güte nur mein Befles; In dem Lichte deiner Allwissenheit siehest du uns trüglich, was dazu irgend etwas beytragen fann, und bist vermögend genug, das alles in die Reihe meiner Schicks fale einzuweben, was mir das Heilsamfte und Nüßlichste ist. Allweiser und qutigfter Bater! Gieb, daß dieser Ge. danke von deiner Liebe und Vatertreue mir ben allen Schicks falen und Prüfungen dieses Lebens gegenwärtig und leb. haft sev, daß dadurch aller Unmuth, der fich bey mir regt, überwunden, und alles Mistrauen, das in mir empor steiget, ausgerottet werde: du o Gott! versagest uns oftmals deinen irrdischen Seegen, damit wir lernen, unsere Undankbarkeit einsehen, den Misbrauch deiner Gas ben bereuen, und auf bessere Gedanken zurückgeführet werden; Du strafest unseren Erdboden mit schädlicher Trockenbeit, oder gefährlichen Ueberschwemmungen, damit unser Stolz gebeuget, unsere Zügellosigkeit bekämpfet, und das Gefühl unserer Abhängigkeit in uns erwecket und erneuert werde. Was wird aus dem Menschen, wenn er deiner vergißt, und was aus den Menschenkindern, wenn sie ungeahndet und unbestraft deine gute Gaben mißbrauchen? Durch Mißbrauch und Ungerechtigkeit föns nen wir uns nichts anders als Strafen und Gerichte zu zichen, unsere bose Lüste und verdorbene Begierden halten auf den Zufluß deiner Güte, und wenden ab von uns deinen väterlichen Seegen; Unser Verderben tömmt von uns; Unfrer Strafen Schöpfer sind wir, wir haben in mancherley Stücken Unrecht gethan, und uns verfündiget an deinem heiligen Namen. Gott und Vater! Wir erkens nen des Herzens tc. 29 nen dein Recht, und unsere Ungerechtigkeit: wir flehen dich an um Gnade und Erbarmung; Vergicb deinem Volk seine Sünden nach deiner Gnade. Besuche die Erde wieder und wässere sie, und lasse die Wolken von Fett triefen( laß sie nicht in die Fluthen versinken, und die Sant im Wasser verderben) erneure durch deine Güte die Gestalt der Erde, und komme zu Hülfe den Bedürfnissen der Elenden. Herr, erhöre das Geschrey der Armen und Dürftigen! Laß es genug seyn, daß wir unser Brod im Schweiß unsers Angesichts effen, und strafe uns nicht mit dem Mangel dieses vornehmsten Theils unster Nahrung, feßze dem drohenden Mangel Grenzen, und bestimme deis ner väterlichen Heimsuchung ihr Ziel und Ende; Stärke uns, lieber Vater, in dem findlichen Glauben an dich, damit wir dadurch gewöhnt werden, das alles gut zu fin. den, was dein Rath über uns beschlieffet und deine Weiss heit für uns gut gefunden hat. Mache es uns immer einleuchtender, daß das wahre Glück an nichts dußer. liches gebunden, sondern allein in einem rechtschaffenen, dir ergebenen Herzen, zu finden sey, und mit folchem Herzen gieb, daß wir dich in jedem Zustande unsers Lebens, in Mangel und Trübfal ehren, so werden wir es gewiß auch in der Folge aus cigner Erfahrung erkennen lernen, was wir jcßt noch zum Theil glauben müssen: daß alle deine Wege mit uns lauter Güte, und zu unserem wahren Wohl nöthig sind. Amen. Phil. 4. 11. Ich habe gelernet, bey welchen ich bin, mie genügen zu lassen. 18. Morgengebet eines Kranken. Hiob 2, 10 Haben wir Gutes empfangen von Gott, und sollten das Böse nicht auch annehmen? Nun erfahre auch ich es in der That, mein Gott, was der Mensch ist, wie hinfällig und wie leicht feine Gefund heit und Kraft dahin ist! aber Dank sey dir, daß ich weiß, du könnest nie deinen schwachen Geschöpfen zu viel auslegen, du habest auch jede Bast der Krankheit gemäßis get, daß sie erträglich sey, und du werdest auch diese Veränderung mir zum Besten dienen lassen. Was sollt ich 30 Andachten und Erweckungen ich also unruhig klagen oder ångstlich sorgen? was kann ich Besseres thun, als zu dir aufsehen, dem Gott, der da hilft, und der es nie böse meynen kann. Da haft mich bisher so väterlich geleitet, mir so manche Freude gewähret, und mehr Gutes an mir gethan, als ich bitten und verstehen konnte. Auch mit allem dem, was mir jemals Leid, Unruhe oder Schmerz verursacht hat, hast du es immer weislich gewendet. Gott, das alles erkennet meine Seele wohl! ich bin zu gering aller deiner Barms herzigkeit, und meine Seele ist stille zu dir, ohne dessen Willen und Leitung mir nichts begegnen kann! auch das wirst du wohl machen. Stärke mich in diesem dankbaren, dir ergebenen und vertrauenden Sinn. Füge sonst es mit der Dauer und mit dem Ausgang meiner Krankheit, wie es dein våterlicher Wille ift. Ich weiß nicht, welches bess fer für mich und meine Verbindungen in der Welt seyn möchte, ein langes oder kurzes Krankenlager, das Leben oder der Tod. Wähle du für mich! auf dich trau ich! nur lehre mich in meiner, vielleicht noch ganz kurzen, Lebenszeit, meine Seeligkeit mit ganzem Ernst schaffen. Wie ich diese Zeit bisher angewendet habe, wie ich mit den mir verliehenen Kräften und Gelegenheiten zum Gu ten umgegangen bin, wie ich gegen alle meine Nebenmens schen gewesen bin, wie ich mein Herz und mein Leben rein von lafterhaften Neigungen und Gewohnheiten zu bewahren gesucht habe, wie werth mir die Religion gewes fen, und wie treu ich in ihrer Erkenntniß und liebung ge wesen bin: das ist die ernsthafte Ueberlegung, die ich jetzt anzustellen habe. Gieb, daß ich sie weder scheuen, noch leichtsinnig damit zu Ende eilen und mir die Tröstuns gen des Evangeliums Jesu Christi fälschlich zueignen möge. Auch für mich ist freylich bey dir viel Vergebung; Auch mir willst du Barmherzigkeit wiederfahren lassen; Es ist doch aber auch gar zu gewiß, daß ich mit den Gesinnungen, die ich mit mir aus dieser Welt nehme, in der zus fünftigen fortleben werde, und wie meine Aussaat ist, so auch die Erndte für mich seyn wird. Stets sey mir also der Zuruf Jefu Chrifti erinnerlich: Seelig sind, die reines Herzens sind, die Friedfertigen, die Sanftmüthigen, die ein aufrichtiges Verlangen haben, gut zu seyn, und so nach des Herzens zc. 31 nach der Gerechtigkeit hungern und dursten! Das erwecke mich, mein Herz von alle dem loszureiffen, was es noch an das Frrdische feffelt, noch so viel Gutes zu thun, als ich kann, und allen um mich her durch Geduld, durch Ers gebung in deinen Willen, durch frohe Erwartung des Zukünftigen erwecklich zu werden. Dann tröste mich, o Gott, deine Liebe; dann sey mir die Nacht des Grabes nicht fürchterlich; dann laß mich in den ruhigen freudigen Gesinnungen beharren: Herr, ich warte auf dein Heil! Amen. 2. Cor. 4, 17. Unsere Trübfal, die zeitlich und leicht ist, schaffet eine ewige und über alle Maaße wich, tige Herrlichkeit. 19. Abendgebet eines Kranken. Pf. 146, 2. Ich will den Herrn loben, so lange ich lebe, und meinem Gott lobsingen, weil ich hier bin. Groffer und weifer Beherrscher des Himmels und der Erde, mein Gott und mein Bater! auch im Leiden und Trübfal, und tiefen Gefühl der Schmerzen mein Gott und mein Vas ter! auch in meiner Krankheit auf meinem Lager erfahre ich den großen Reichthum deiner Güte, und der Erbarmung; Wer gab mir an diesem Tage Augenblicke der Ruhe, der Erholung und der herzstärkenden Erquickung? Wer neigte das Herz der Umstehenden und der Mitleidenden mir zu? Wer fandte mir Aufmunterung durch ihre Lehren, Beystand durch ihre Liebe, Aufrichtung meines Gemüths durch ihre Fürbitte, und kräftigen Trost in meine bekümmerte Seele? Wer stärkte meinen Glauben an dein Wort, meine Ergebung in deinen Willen, mein Vertrauen auf deine Hüls fe? Wer anders als du, und dein guter Geist, mein Gott und mein Vater! du offenbarest deine Güte an den Elen. den, deine Kraft in den Schwachen, deinen Trost in den Bekümmerten; Du erfüllest, was du den frommen Verehrern deines Namens verheiffen haft: Ich will dich nicht verlassen, noch verfäumen. Ach mich Kranken hast du nicht verlassen, mich Höchstbedürftigen hast du nicht versäumet; ich erkenne es, o Gott, und meine Seele preiset dafür deine grosse Barmherzigkeit. Fabre fort, mir deine Gnade -zu 32 Andachten und Erweckungen zu erweisen, und laß die Krankheit des Leibes zur Gene. fung meiner Seele gereichen. Vergieb mir alle Fehler, womit ich mich unter meinem Leiden an dir und deiner guten Vorschung verfündige; Ach Gott! hab ich mich diesen Tag so verhalten, wie es diene Liebe und mein Gewissen erforderten? Habe ich die Geduid, den Muth, das Ver. trauen auf dich bewiesen, wie ich sollte? Diente ich den Umstehenden zum Beyspiel christlicher Sanftmuth und Ges laffenheit? Erkenne ich meine Fehler, bereue ich sie auf richtig, wünsche ich sie zu verbessern, bestrebe ich mich aus allen Kräften es zu thun? Denke ich versöhnlich an meine Feinde, vedlich gegen meine Freunde, liebreich gegen alle Menschen? Vater! vergieb mir die Mängel und Gebrechen, die ich noch an mir trage. Beurtheile meine Chaten und Gesinnungen nicht nach einer strengen Gerechtigkeit, sondern nach deiner unendlichen Barmhers zigkeit; Erwecke und vermehre in mir die Kraft mich zu beffern, und noch vor meinem Ende weiser und vorsich tiger zu werden. Flösse du mir selbst gute und fromme Gedanken ein, lenfe meinen Willen zur Haltung deis ner heiligen Gebote. Mit diesen Gesinnungen über laffe ich mich in dieser Nacht demer gürtgen Fürsorge. Sey du mein Licht, mein Trost, und meine Zuversicht. Tröste und stärke du mich, und alle Kranken und Leidenden auf unserm Erdboden. Behüte auch die lieben Meinigen. Belohne alle, die Kranten bestehen, und ihnen ihre Noth lindern und mildern. Erhalte ihnen Gesundheit und Kräfte, und wenn sie auch frank werden, führe ihnen liebreiche Helfer und Menschenliebende Gemüther zu. Wenn diese Nacht die lehte meines Lebens seyn sollte, so schenke mir ein seeliges Ende; Verzeihe mir in Gnaden alle meine Ulebertretungen, und mache mich zum Erde deines Lichts, zum frohen Theilgenoß der ewigen Herrlichkeit. Amen. Pf. 94, 19. Ich hatte viel Betümmernis in meinem Herzen: aber deine Tröstungen ergößzen meine Seele. 2. Gebet um rechte Todesvorbereitung. Pf. 39, 5. Herr lchre mich doch, daß es ein Ende mit mir haben muß, und mein Leben ein Ziel hat, und ich da von muß. Ils des Herzens ic. Jeder eder Tag, jede Stunde, jeder Augenblick, den ich zus rücklege, bringt mich meinem Tode immer näher, und was ists, daß ich hier noch zu leben habe? Herr, lehre mich meine Hinfälligkeit mit Ernst bedenken, damit ich weislich die Zeit anwende, welche deine Gnade mir hier noch zu meinem Besten gönuet. Du hast mich nicht für die wenigen Tage bestimmt, die ich hier zubringe, ein andres, und nicht aufhörendes Leben steht mir nach deis ner weisen Anordnung bevor, und wie viel hat das nicht auf sich, da ich eben in demselben empfangen foll, nachs dem ich gehandelt habe, es sey gut oder böse. Preis, Ehre und unvergängliches Wesen wirst du da nur denen geben, die dich hier lieben und Gutes thun lernen, Trübfal und Angst aber über alle Seelen kommen lassen, die den Suns den ergeben sind und Böses thun. Laß mich diesen genauen und wichtigen Zusammenhang des jeßigen Lebens mit dem zukünftigen stets vor Augen haben, und erwecke mich das durch zur ernstlichen Sorgfalt in einer dir ergebenen guten Gesinnung, gewissenhaft das in allen Fällen meines hie. figen Lebens zu beobachten, was vor dir recht ist. Dieß ist die einzige rechte Zubereitung zu einem feeligen Tode und zu einer erfreulichen Ewigkeit, und die Foß mich doch nicht unbedachtsam, oder verführt durch falsche Hoffs nungen, versäumen, und das um so weniger, da diese Versäumniß durch nichts ersetzt werden kann. Schneller als ich es denke, kann das Ende meines zeitlichen Lebens kommen, darum gieb, daß ich das nie auf den ungewissen Morgen verschiebe, was nach deinem Willen noch heute. von mir geschehen kann und foll, und da ich im Tode alles Frrdische gewiß verlassen muß, so bewahre mich, daß ich an nichts Zeitliches mein Herz hänge, und mir dadurch meinen Abschied aus der Welt schwer mache. Lehre es, mich vielmehr so brauchen, daß ich es mit gutem Gewissen zurück laffen, und auch dann noch wann ich es nicht mehr haben kann, mich ewig freuen fönne, es einmal gehabt zu haben. Hilf mir nach denen bessern Gütern der Seele trachten, die mir kein Tod rauben kann, und regiere mich in meinem ganzen noch übrigen Leben mit deinem Geiste so daß ich eine Seele voll deiner Erfenntniß und Liebe, gereis nigt von Sünden, und versichert von deiner Gnade, aus C Dien 33 34 Andachten und Erweckungen dieser Welt in jene herüber nehmen könne. Zu was für einer Zeit und in welchen äusserlichen Umständen mich dann auch immer der Tod treffen möge, so wird er in solcher Verfaffung allemal Gewinn für mich seyn, und dazu hilf mir nach deiner Barmherzigkeit durch Christum. Amen. P. 90, D. 12. Herr, lehre uns bedenken, daß wir sters ben müssen, auf daß wir flug werden. 21. Gebeth bei herannahendem Ende. Pr. 25, 17. 18. Die Angst meines Herzens ist groß: führe mich aus meinen Nöthen. Siehe an meinen Jammer und Elend, und vergieb mir alle meine Sünde. Gelebet feyst du, o Gott und Vater unsers Herrn Jeſu Christi! daß du uns nach deiner großen Barmherzigkeit wiedergebohren haft zu etner lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Todten, zu einem unvergånglichen, unbefleckten, und unverwelklichen Erbe, das denen im Himmel aufbehalten wird, die aus deiner Macht durch den Glauben zur Seeligkeit bewahret werden. O! wie seelig ist die Hoffnung, welche du deinen Gläubis gen geschenket hast! Jesus unser Haupt lebet, wir seine Glieder sollen auch leben, bey ihm seyn, seine Herrlichkeit sehen, dich, o Gott! schauen. Was für Glanz, Anmuth, und Freuden wird uns in jener Welt umgeben! was für aus, nehmende Werke wird uns der weite Himmel zeigen, wo du, o Gott, deine völlige Herrlichkeit offenbarest, und wo teine Sünde, kein Fluch, fein Elend, feine Tyran. ney der Gottlosen mehr Statt findet! Hier erkennen wir dich, o höchstes Gut! nur noch in einem dunkeln Worte, und unsere Augen sind zu schwach, einen gröffern Glanz von deinem Licht zu ertragen; dort aber sehen wir dich von Angesicht zu Angesicht, hier ringen wir zu Zeiten mit traurigen Zweifeln, dort erkennen wir alles deutlich mit völliger Ueberzeugung und steter Ruhe. Wie entzückend wird diese Erkenntniß seyn! Hier seufzen fromme Seelen unter der ihnen unerträglichen Last sündlicher Triebe: durch deine Gnade haben sie das sehnlichste Verlangen, dir, o Gott! recht gefällig zu seyn, und dem Heilande nachzus folgen: allein die Sünde flebet uns noch immerdar an, die des Herzens zc. ndn 35 die Welt und unsere verderbte Natur übereilen uns noch sehr oft, daß wir Fehltritte thun; Dort aber kommen wir zur Freiheit deiner Kinder, dort höret die Sünde und der traurige Kampf mit derselben auf, und der unvollkommne Anfang unsrer Heiligung erreicht seine rechte Vollkommens heit, dort werden wir dich vollkommen lieben, vollkom men ehren, dich freudig verherrlichen, vollkommene Tus genden werden uns zieren, und keiner wird dem andern mehr låstig seyn, sondern ein jeder des andern Freude vermehren. Unser Geist wohnet hier in einem Leibe, der ihm oft zur Beschwerde gereicht, Schmerzen verursachet, und eines mühsamen Unterhalts bedarf. Dort wallen wie anfangs ausser dem Leibe in der angenehmsten Freiheit, und hernach empfangen wir in jener neuen Schöpfung einen verflårten Leib, der dem Geiste nicht beschwerlich seyn kann, nichts als angenehme Empfindungen verursas chet, und ihn in seinen Wirkungen nicht hindert. Der Tod wird alsdann nicht mehr seyn, noch Leid noch Ges schrey, kein Schmerz wird mehr seyn. Hier find je zu Zeiten selbst die Elemente wider uns. Frost, Hik, Sturm, Wasserfluten, zerschmetternder Donner, verderblicher Has gel feßen uns in unangenehme Empfindungen, Furcht und Sorgen. Dort wirket alles zu der Seeligen Bergnügen, nichts schadet, nichts schrecket. Hier finden sich mächtige Tyrannen, gehäffige Feinde, listige Räuber, und Betrus ger, falsche Freunde und stolze Verächter ihrer Nebens menschen. Dort ist alles ein Herz und eine Seele, die treueste Freundschaft mit den Engeln und Erzengeln, die uns lieben, da du selbst, o Gott, uns deine Kinder, und du, o Heiland! uns deine Brüder( deine Schwestern) nennen. Haben wir hier noch fromme und liebreiche Freun de und Verwandte, deren Umgang uns vergnüget: fo reisset der Tod einen nach dem andern dahin, oder er entfernet uns mit Angst und Leidwesen von ihnen, einer stehet bei des andern Grabe und weinet, dort finden wir einander wieder, unsere Freundschaft wird vollkommen und dauert fo, wie unsere Seeligkeit, ewig. O Gott wie groß ist die Ruhe und Zufriedenheit, die du uns in dieser Hoffnung schenfest, was für Freude wird der völ lige Genuß einer Seeligkeit gewähren, die unser jebiges € 2 Dens 36 Andachten und Erweckungen Denten übersteiget, und welche bier Riemand recht be schreiben fann? Sey gepriesen, fey ewig verherrlichet, daß du uns Sündern, uns Elenden, uns Sterblichen ein so großes Heil durch Jesum erwerben und versichern lassen; Mache und in diesem Glauben recht veste und freudig, und laß uns beständig und mit allem Eifer nach dem trach. ten, was droben ist, wo Christus sizet zu deiner Rechten. Bekehre diejenigen, welche dieses große Heil noch nicht fuchen, sondern in der Sünde verliebt und verstrickt, dema Verderden entgegen eilen. Ziehe unser aller Herzen von dem Vergänglichen und Frrdischen ab, und richte' sie auf das Unvergångliche und Himmlische, und bringe uns endlich zu dem seeligen Genuß deiner Herrlichkeit im Him. mel, um deiner Liebe, und um der durch Jesum geschehe. nen Versöhnung willen. 1. Cor. 17, 55. 56. 57. Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg! Aber der Stachel des Todes ist die Sünde; die Kraft aber der Sünde ist das Ge. ses. Gott aber sey Dank, der uns den Sieg gegeben hat, durch unsern Herrn Jesum Christ. 22. Gebet ben Sterbenden. Pf. 39, 7. Wie gar nichts sind doch alle Menschen! Vater und Herr unsers Lebens! wir danken dir von Herzen für alle Barmherzigkeit, die du diesem Sterbenden von Anfang feines Lebens bis auf diesen Augenblick erwiesen haft, und fassen die Zuversicht, nach dem herrlichen Evans gelium Jesu Christi unsers Herrn, du habeft ihn nicht blos für dieses kurze Leben geschaffen, sondern werdest auch an ihm deine barmherzige Absichten in der Ewigkeit vollenden. Erleichtere ihm die Schmerzen und Bangigkeiten des Tods tes, und belebe in seiner Seele die Ruhe des Geistes, der auf dein gröfferes Heil in der Ewigkeit wartet. Erlöse ihn so von allem Ulebel, und hilf ihm aus dem besserem Les ben, wo kein Wechsel mehr seyn, und sich alles in Freude verkehren wird. Wir unterwerfen uns in der Trennung von ihm deinen stets guten Rath und Willen, und erheben uns von diesem niedergeschlagenen Anblick menschlicher Hinfälligkeit zu dir, der du alles mit uns und für uns wohl des Herzens zc. dag. 37 wohl machest. Gieb uns Weisheit und Ernst, einen heils samen Eindrack davon zu bewahren. Lehre uns wohl bes denken, daß es mit uns allen auch einmal, früher oder später, dahin kommen wird, wo uns alle Güter und Freuden dieser Welt nichts helfen, sondern nur deine Gnade und ein gutes Gewissen und Trost und Zuversicht geben können. Mache uns dies zu einem mächtigen Ans trieb, stets in deiner Furcht zu leben, damit wir, wann nun auch unsre Zeit kommt, dieses uns allen bestimmte Ziel auf Erden, mit wahrhaftig christlichen Gesinnungen und Hoffnungen erreichen mögen. Amen. 20 2. Tim. 4, v. 18. Der Herr aber wird mich erlösen von als lem Ulebel, und mir aushelfen zu seinem himmlischen Reis che; welchem sey Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 23. Kurze Anweisung aus dem Herzen beten zu lernen. Die erste. Man verrichte sein Gebet, so viel als möglich, niemals, ohne sich durch eine türzere oder lån gere Vorbereitung dazu geschickt zu machen; Man suche fein Gemüth aus der Zerstreuung zu sammeln, um es zur Ruhe und Stille zu bringen; Lese vorher einen Theil des göttlichen Worts, oder ein Stück aus einem guten erbaulichen Buche, oder auch eine erweckliche Gebetsformel, um seine Aufmerksamkeit auf dasjenige zu richten, was einen jetzt ganz beschäftigen soll; Frage sich selbst: was will ich thun? Mit wem will ich mich unterreden? Was bedarf ich? Was für Materien zum Gebete giebt mir die nächste vergangene oder die nächst bevorstehende Zeit an die Hand? In welche Versuchung kann ich wohl heute gerathen? Was für Geschäfte hab ich heute zu besorgen? Mit was für Menschen werde ich heute umgehen? Was hat mir Gott an diesem Tage, oder in dieser Woche für besondere Wohlthaten erwiesen? Welcher Fehler und Sünden habe ich mich in der Zeit vornehmlich schuldig gemacht? Wofür muß ich mich hüten, was muß ich thun, wenn ich sie nicht wieder begehen soll? Die zweite. Man glaube nicht, daß ein goftes. gefälliges Gebet nothwendig weitläufig seyn, oder alles font mabl 38 Andachten und Erweckungen mahl alles dasjenige, was in dem allgemeinsten Verstande Dazu gehöret, in einer bestimmten Ordnung in sich fassen müsse. Die meisten Gebetsformeln, die wir in der heilis gen Schrift finden, sind kurz und von verschiedenem Inhalte, und auch das Muster, das Jesus seinen Jüngern gegeben hat, ist so beschaffen; Bald kann man sich vor, nehmlich mit der Anbetung und dem Lobe Gottes, bald mit Danksagung für seine Wohlthaten, bald mit Bits ten um Gnade und Hülfe, bald mit Fürbitten für andere Menschen beschäftigen. Die Dritte. man bilde sich nicht ein, daß lauter auserlesene Ausdrücke, oder daß eine gewisse künstliche Beredsamkeit dazu erfordert würde, um auf eine Gott wohlgefällige Weise zu beten. Nein, Aufrichtigkeit und Ernst machen hier die Hauptfache aus. Wir haben es mit einem Gott zu thun, der nicht auf Nebendinge, die vielleicht nicht einmal in unserer Gewalt find, sondern blos auf das Herz des Betenden sieht. Die vierte. Ist man sehr zur Zerstreuung geneigt, so bete man, um sich vor derselben zu bewahren, mit laus ter, oder lieber, um allen Schein oder Heucheley zu vers meiden, mit vernehmlicher Stimme, nicht blos in Gedans ten, sondern mit deutlich ausgedrückten Worten: Man bediene sich in eben dieser Absicht zuweilen guter Gebets. formeln, damit man etwas vor sich habe woran man seine Aufmerksamkeit binden könne; Hieben ist aber nöthig, daß man diese Gebetsformel vorber, blos zum Unterricht, durchlese, so wie man etwa eine andere erbauliche Schrift liest, alle Gedanken und Ausdrücke, die darin vorkommen, wohl zu verstehen suche, sie sorgfältig mit seinem gegen. wärtigen Zustande vergleiche, sie entweder in Gedanken, oder auch schriftlich, je nachdem es sich für eines jeden bes fondern Bedürfnisse und Umstände schickt, abåndere; sich dieselben dadurch zu eigen mache, bey dem Gebrauche derselben mehr an die Sachen als an die Worte halte, und sich nicht zu oft eben derselben Gebetsformel bediene, damit sie einem nicht gar ju qeläufig werde, und man sich nicht dadurch gewöhne, Worte herzusagen bey wel chen man wenig oder nichts denfet. Die fünfte. Man sey nicht damit zufrieden, daß man des Herzens zc. g 39 man nur zu gewiß vestgesetzten Zeiten betet; dies ist allers dings gut und nothwendig; Aber es ist nicht möglich, daß wir uns zu diesen bestimmten Zeiten allemal in der Ges müthsfaffung befinden, die der Andacht am günstigsten ist; Wenn man eine folche der Andacht günstige Gemüthsfass fung bey sich gewahr wird, so übe man sich alsdann im Gebete, wenn es nicht andere wichtige Pflichten verbieten; Man thue solches insbesondere alsdann, wenn diese oder jene Lehre der Religion einen besondern Eindruck auf uns gemacht hat; wann man seine Schwachheit und die Noth wendigkeit der Gnade und des Beystandes Gottes lebhafs ter als sonst empfindet: wann einen ein befondrer Kum mer drückt, oder eine besondere göttliche Wohlthat rüh, ret; oder, wenn man den Werth des Gutes, das man schon lange beseffen hat, deutlicher als zu andern Zeiten einsieht, und eine stärkere Freude darüber fühlet. Wer diese Regeln beobachtet, dem wird es leicht fallen, sein Herz vor Gott auszuschütten, er wird einen Geschmack an dieser gottesdienstlichen Uebung finden; sie wird ihm angenehm werden; er wird sich bald eine grössere Fertig. keit darin erwerben, und dieser Geschmack diese Fertigs keit werden ihn in den Stand setzen, die Hindernisse der Andacht, die er zu andern Zeiten antrifft, desto glücklicher zu übersteigen, und es zuleht dahin bringen, daß er, nach der Vorschrift des Apostels Ohne Unterlaß betet, daß heißt, bey allen Gelegenheiten sein Herz mit Freude und Vertrauen zu Gott erheben, und dadurch eine beständige Gemeinschaft mit ihm unterhalten kann; ein Zustand, wel cher der nächste Weg zur Vollkommenheit und zur Glückseeligs keit ist, und nach welchem wir nie zu eifrig streben können. 17002 831100) Erweckungen und Lebensregeln aus der heiligen Schrift. 1. Betrachtung Gottes. Jerem Gottes Rom. 1. D. 20. erem. 9. v. 24. Wer sich rühmen will, der rühme unsichtbares Wesen, das ist, sich deß, daß er mich wiffe seine ewige Kraft und Gott, und kenne. heit wird ersehen, so man des Erweckungen und Lebensregeln 40 deß wahrnimmt an den Werfen, nemlich an der Schó, pfung der Welt. Pf. 147. v. 5. Unser Herr ist groß und von groffer Kraft und ist unbegreiflich, wie er regieret. me ist groß, und fannst mit der That beweisen. Wer follte dich nicht fürchten, du König der Völker, dir sollte man ja gehorchen. Jes. 63. v. 16. Du, Herr bist unser Vater und unser Erlöser; Von Alters her ist das dein Name. Joh. 17. v. 3. Das ist das ewige Leben, daß sie dich, Vater, der du allein Jer. 1o. v. 6. 7. wahrer Gott bist, und den Herr, ist niemand gleich.| du gefandt hast, Jesum Du bist groß und dein Na Christum erkennen. Dir, P. 104. D. 24. Herr, wie find deiner Werke so groß und so viel! Du hast sie alle weis. lich geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter. 2. Berehrung Gottes überhaupt. 1. B. Mos. 17. v. 1. Der Herr sprach zu Abraham: Ich bin der allmächtige Gott; wandle vor mir und sey fromm. Joh. 4. v. 24. Gott ist ein Geist, und die ihn anbeten die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. Micha. 6. o. 6. Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist, und was der Herr von dir fordert, nemlich: Gottes Wort balten, und Liebe üben, und demüthig seyn vor deinem Gott. Sv. Sal. 31. v. 3 Wohl und recht thun ist dem Herrn lieber, denn Opfer. Joh. 15. v.8. Darinn wird mein Vater geehret, daß ihr viel Frucht bringet. Rom. 12. v. 1. Begebet eure Leiber zum Opfer, daß da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sey, welches sey euer vernünftiger Gots tesdienst. 1. Cor. 1o. v. 31. Ihr effet, oder trinket, oder was ihr thut, so thut alles zu Gottes Ehre. 3. Lob Gottes. Pr. 63. v. 6. Das wäre meis| Herrn, meine Seele, und das, nes Herzens Freude, wenn ich dich, o Gott, mit fröhli chem Munde loben sollte. was in mir ist, seinen heiligen Namen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat, Pr. Pf. 103. b. 1. 2. Lobe den aus der heiligen Schrift. 41 Pf. 146. v. 2. Ich will den| lebe, und meinen Gott lob Herrn loben, so lang ich ingen, weil ich hie bin. 4. Dankbarkeit und Pf. 92. v. 1. Es ist ein köstlich Ding, dem Herrn danken und lobsingen deinem Namen, du Allerhöchster. Liebe gegen Gott. Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüthe. Das ist das vornehmste und größte Gebot. Pf. 106. D. 1 Danket dem Herrn, denn er ist freund. lich, und seine Güte währet ewiglich. 1. Joh. 4. v. 9. 10. Das rin ist erschienen die Liebe Gota tes das Gott ſeis nen eingebohrnen Sohn gefandt hat in die Welt, daß wir durch ihn leben sollen Laffet uns ihn lieben, denn er hat uns zuerst geliebet. 1. Joh. 5. v. 3. Das ist die Liebe zu Gott, daß wir feine Gebote halten, und sei Matth. 22. v. 37. 38. Dune Gebote sind nicht schwer. follt lieben Gott, deinen Eph. 5. v. 20. Saget Dank allezeit für alles Gott und dem Vater in deinem Namen unsers Herrn Jesu Christi. Pf. 116. D. 12. Wie soll ich dem Herrn vergelten alle feine Wohlthat, die er an mir thut. 5. Unterwerfung und Zufriedenheit. Er ist 1. S. 3. v. 18. der Herr: er thue was ihm wohlgefällt. Luc. 22. v. 42. Bater, nicht mein sondern dein Wil le geschehe. Phil. 4. v. 11. 12. Jch habe gelernet, bey welchen 6. Vertrauen auf Gott. Pf. 37. v. 5. Befiehl dem, Gott halte, und meine Zus Herrn deine Wege und hoffe versicht setze auf den Herrn auf ihn: Er wirds wohl machen. Herrn, und verkündige alle dein Thun. P₁. 13. v. 6. Ich hoffe darauf, daß du so gnädig bist; Pf. 73. v. 28. ne Freude, daß ich bin, mir genügen zu lass sen. Ich kann niedrig seyn und kann hoch seyn. Ich bin in allen Dingen und bey allen geschickt, beyde fatt sein und hungern, beyde übrig haben, und Mangel leiden. Das ist meis ich mich zu Erweckungen und Lebensregeln. 42 bist; mein Herz freue fich, daß du so gerne hilfest. Ich will dem Herrn fingen, daß er so wohl an mir thut. Spr. Sal. 3. v. 5. 6. Verlaß dich auf den Herrn von ganzem Herzen, und verlaß dich nicht auf deinen Ver. stand sondern gedenke an ihn auf allen deinen Wegen so wird er dich recht führen. Jerem. 17. v. 7. Gesegnet ist der Mann, der sich auf den Herrn verläßt und der Herr seine Zuversicht ist. Klagl. Jerem. 3. v. 24. Der Herr ist mein Theil, spricht meine Seele; darum will ich auf ihn hoffen. 1 Pet. 5. v. 7. Alle eure Sorgen werfet auf Gott, denn er forget für euch. 7. Beruhigung im Leiden. Pf. 43. V. 5. Was be. trübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; Denn ich werde ihm noch danken, daß er meines Angesichts Hülfe und mein Gott ist. Pf. 27. v. 8. Mein Herz hålt dir vor dein Wort; ihr sollt mein Antlitz suchen; darum suche ich auch, Herr, dein Antlik. du Pf. 65. v. 2. Gott, Gott, du erhörest Gebet; darum kommt alles Fleisch zu dir. Pf. 62.v.9. Hoffet auf Gott allezeit, lieben Leute: schüt. tet euer Herz vor ihm aus. Gott ist unsere Zuversicht. Zuflucht bis das Unglück vor übergehe.. Hos. 6. v. 1. Kommt, wir wollen wieder zum Herrn; denn er hat uns zerriffen, er wird uns auch heilen, er hat uns geschlagen, er wird uns auch verbinden. Pf. 57 v. 2. Sey mir gnå. 1 Pet. 4. v. 2. Welche dig, Gott, sey mir gnädig; da leiden nach Goetes Wildenn auf dich trauet meine len, die sollen ihm ihre Sees Seele, und unter dem Schat, len befehlen als dem treuen ten deiner Flügel habe ich| Schöpfer in guten Werken. 8. Pflicht und Trost des Gebeths. Eph. 6. v. 18. Betet stets in allem Anliegen, mit Bitten und Flehen im Geist, und wachet dazu mit allem Anhalten und Flehen. Phil. 4. d. 6. In allen Dingen lasset eure Bitte lim Gebet und Flehn mit Dank, fagung vor Gott kund wers den. Jac. 5. v. 13. mand unter euch, Leidet jeder bete. 9. Freus Pf. 97. v. 1. deß ist König; das Erdreich. aus der heiligen Schrift. 9. Freude an Gott. Der Herr dem Herrn mit Freuden: freue sich Kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken. Pf. 31. v. 8. Ich freue mich, Herr, und bin fröhlich über deine Güte. Phil. 4 v. 4. Freuet cuch in dem Herrn alle Wege, und abermal fage Pf. 100. D. I. Dienet ich: freuet euch. 43 10. Thätigkeit der Religion in einem rechtschaffenen Leben und Verhalten. Matth. 7. v. 21, Es| werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr, ins Himmelreich kommen, sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Gal. 5. v. 6. In Christo Jesu gilt weder Beschneidung noch Vorhaut etwas, son dern der Glaube der durch die Liebe thätig ist. Fac. 2. v. 18. 26. Zeige mir deinen Glauben mit deis 2 Pet. 1. v. s. So wennen Werken. Denn gleich det nun allen Fleiß dran, wie der Leib ohne Geist todt und reichet dar in eurem ist, also auch der Glaube oh, Glauben, Tugend. ne Werte ist todt. 1 Joh. 3. v. 7. Kindlein, laffet euch niemand verführen. Wer recht thut, der ist gerecht. Eph. 5. p. 9. Wandelt, wie die Kinder des Lichts. Die Frucht des Geistes ist allerlei Gütigteit, und Ge rechtigkeit und Wahrheit. - 11. Menschen. Würde und Bestimmung. * Pf. 8. v. 6. Du hast ihn| ist, sondern die da bleibet in etwas geringer gemacht, als das ewige Leben, welche euch die Engel, aber mit Ehre und des Menschen Sohn geben Pracht hast du ihn gekrönet. wird, denn denselbigen hat Gott der Vater versiegelt. Sprüche Sal. 20. v. 27. Die Leuchte des Herrn ist des Menschen Odem, die gehet durchs ganze Herz. Joh. 6. v. 27. Wirket Speise, nicht die vergänglich Pred. Sal. 12.v. 7. Denn der Staub muß wieder zur Erden kommen, wie er gewes sen ist, und der Geist wieder zu Gott, der ihn gegeben hate 12. Vers Erweckungen und Lebensregeln 12. Vernünftige Selbstliebe. Matth. 16. v. 26. Was mit Christo auferstanden, so hilfts den Menschen, so er fuchet, was droben ist, da die ganze Welt gewonne, nnd Christus ist, sigend zu der nähme doch Schaden an sei Rechten Gottes. Trachtet ner Seelen? Oder was fann nach dem was droben ist, der Mensch geben, damit er nicht nach dem was auf Ers feine Seele wieder löse? den ist. 44 Matth. 6. v. 33. Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes, und nach seiner Ge rechtigkeit, so wird euch sol ches alles zufallen. Cor. 3. 1. 2. Seyd ihr Eph. 5. v. 29. Denn nie. mand hat jemals sein eigen Fleisch gehaffet, sondern er nähret es, und pfleget sein, gleichwie auch der Herr die Gemeinde. 13. Liebe des Nächsten überhauptMal. 2. v. 10. Haben wir nicht alle einen Vater? Hat uns nicht ein Gott er schaffen? Rom. 12. v. 1o. Die brů. derliche Liebe untereinander sen herzlich. Phil. 2. v. 1. 2. 3ft bey euch Ermahnung in Christo, ist Trost der Liebe, ist Gemeinschaft des Geistes, ist herzliche Liebe und Barmhers zigkeit, so erfüllet meine Freus de, daß ihr eines Sinnes feyd, gleiche Liebe habt ein. müthig und einhellig seyd! Joh. 2. v. 8. So ihr das tönigliche Gesetz vollendet nach der Schrift: Liebe deis nen Nächsten, als dich selbst, so thut ihr wohl. 1. Cor. 13. v. 13. Nun bleibet Glaube,* Hoffnung, Liebe, diese dren; aber die Liebe ist die Gröffeste unter ihnen. 1. Joh. 3. v. 18. Laffet uns nicht lieben mit Worten, und mit der Zunge, sondern mit der That und mit der Wahrheit. 14. Gerechtigkeit und Billigkeit. Spr. Sal. 21. v. 5. Es ist| des Frevlers Hand, und dem Gerechten eine Freude, zu thun, was recht ist. schindet nicht die Fremdlinge, Waisen und Wittwen, und thut niemand Gewalt. Ferem. 22. v. 3. Haltet Recht und Gerechtigkeit, und errettet den Beraubten von Hab. 3. v. 6. W: he dem, der sein Gut mehret mit frems dem aus der heiligen Schrift. dem Gut! Wie lange wirds währen? Joh. 7. v. 24. Richtet nicht nach dem Ansehen, son: dern richtet ein recht Gerichte. 15. Aufrichtigkeit. 1. Chron. 40. v. 17. Ich| lich; aber die falsche Zunge weiß, mein Gott, daß du das bestehet nicht lange. Herz prüfest, und Aufrichtig, feit ist dir angenehm. Zachar. 8. v. 16. 17. Das ists, das ihr thun sollt: Rede einer mit dem andern Wahrheit, und richtet recht und dente feiner fein Arges in feinem Herzen wider ſei falsche Eide; denn solches alund lieber nicht les haffe ich, spricht der Herr. Eph. 4. v. 25. Leget die Wahrheit, ein jeglicher mit Lügen ab, und redet die seinem Nächsten, fintemal wie untereinander Glieder sind. Jac. 4. v. II. Afterredet nicht untereinander, lieben Brüder. Pf. 15. v. 1. 2. 3. Herr, wer wird wohnen in deiner Hütte? Wer wird bleiben auf deinem heiligen Berge? Wer ohne Wandel einherges het und recht thut und redet die Wahrheit von Herzen, wer mit seiner Zunge nicht verläumdet, und seinem Nächsten tein Arges thut, und seinem Nächsten nicht schmähet. Spr. Sal. 14. v. 19. Wahr. haftiger Mund bestehet ewigs 45 Matth. 7. v. 12. Alles, was ihr wollt, daß euch die Leute thun follen, das thut ihr ihnen. 16. Theilnehmung an anderer Schicksal. Rom. 12. v. 15, Freuet| sehe nicht auf das Seine euch mit den Fröhlichen und( allein), sondern( auch) auf das, was des Andern ist. weinet mit den Beinenden. Ph. 2. v, 14. Ein jeglicher 17. Mitleiden und Wohlthätigkeit. Luc. 6. vl. 36. Seid barm. herzig, wie euer Vater im Himmel barmherzig ist. Col. 3. 12. Ziehet an, als die Auserwählten Gottes, herzliches Erbarmen. Spr. Sal. 3. v. 27. Wei. gere dich nicht dem Dürftigen Gutes zu thun, so deine Hand von Gott hat, solches zu thun. Gal. 6. v. IO. Als wir denn nun Zeit haben, so las FIATIVE fet Erweckungen und Lebensregeln. 46 fet uns Gutes thun an Je, dermann. ho Ef. 58. D. 7. Brich dem Hungrigen dein Brod, und die, so im Elend sind, führe ins Haus; so du einen nat, kend sichest, so fleide ihn, und entzeuch dich nicht von deinem Fleisch. Matth. 24. v. 40. Jesus spricht: was ihr gethan habt Einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir gethan. Gal. 6. v. 1. Lieben Brüs der, so ein Mensch etwa von einem Fehl übereilet würde, so helfet ihm wieder zurecht mit sanftmüthigem Geiste. Fac. 5. v. 19. 20. Lieben Brüder, so jemand unter euch irren wurde von der Wahrheit, und jemand bes tehrte ihn, der soll wissen, daß, wer den Sünder bekeh. ret hat von dem Jrthum feines Weges, der hat einer Seele vom Tode geholfen, und wird bedecken die Menge der Sünden. 18. Sanftmuth und Versöhnlichkeit. Venue Spr. Sal. 19. b. II. Wer| Matth. 6. v. 14. So ihr den geduldig ist, der ist ein fluger Mensch, und ist ihm ehrlich ( rühmlich), daß er Untugend überhören kann. Matth. 5. v. 24. Gehe zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann tomm und opfere deine Gabe. Róm. 12. v. 21. Laß dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Menschen ihre Fehle verges bet, so wird euch euer himma lischer Vater auch vergeben. Luc. 13 v. 34. Jesus sprach: Bater, vergieb ih, nen, denn sie wissen nicht, was sie thun. Eph. 4. D. 32. Seyd untereinander freundlich, herzlich, und vergebet einer dem andern, gleich wie Gott euch vergeben hat in Christo. 19. Gelindheit in Beurtheilung Anderer. Luc. 6. v. 37. Richtet so werdet ihr auch nicht gerichtet. Berdammer nicht, so werdet ihr auch nicht verdammet. 1 Róm. 14. v. 4. Wer bist du, daß du einen fremden Knecht richtest? Er stehet oder fället ſeinem Herrn. Phil. 4. v. 5. digkeit laffet fund Menschen. 20. Friedfertigkeit. I B. M. 13. v. 8. Abra-| mir und dir, ham sprach zu Loth: Lieber, sind Gebrüder. laß nicht Zane seyn zwischen Eure Line seyn allen denn wir Pr. aus der heiligen Schrift. 47 Pf. 34. v. 15. Suche Fries| die Friedfertigen, denn sie den und jage ihm nach. werden Gottes Kinder beiffen. Spr. Sal. 12. D. 20. Die zum Frieden rathen machen Freude. Matth. 5. v. 9. Seelig find 21. Häusliche Tugenden. Jof. 24. v. 15. Ich und| Ehre Bater und Mutter: mein Haus wollen dem Herrn das ist das erste Gebot das dienen. Berheissung hat. Col. 3. v. 20. Ihr Kinder feyd gehorsam den Eltern in allen Dingen, denn, das ist dem Herrn gefällig. Spr. Sal. 10. v. 1. Ein weiser Sohn ist seines Bas ters Freude, aber ein tho. richter Sohn ist seiner Muts ter Gråmen. Col. 3. v. 22. Ihr Knechte, feyd gehorsam in allen Dins gen eurem leiblichen Herrn; nicht mit Dienst vor Augen, als den Menschen zu gefallen, sondern mit Einfältigkeit des Herzens und mit Gottes. furcht. Alles, was ihr thut, das thut von Herzen als dem Herrn, und nicht den Menschen. das d Spr. Sal. 17. v. 1. Es ist ein trocken Bissen, daran man sich genügen läffet, bes fer, denn ein Haus voll Ge. schlachtetes mit Hader. 1. Tim. 5. v. 8. So je mand die Seinen nicht verforget, der hat den Glauben verläugnet, und ist årger denn ein Hayde. Rom. 12. v. 18. Jsts mög, lich, so viel an euch ist, so habt mit allen Menschen Friede. Eph. 5. v. 33. Ein jegli. cher habe lieb sein Weib, als sich selbst. Das Weib aber fürchte den Mann. Spr. Sal. 22. v. 6. Wie man einen Knaben gewöhnet, so låsset er nicht davon, wenn er alt wird. Spr. Sal. 29. v. 17. Zuch, tige deinen Sohn, so wird er dich ergößen, und wird deiner Seele fanft thun. Eph. 6. v. 4. Ihr Våter, reizet eure Kinder nicht zum Zorn, sondern ziehet sie auf in der Zucht und Vermah. nung zum Herrn.d Eph. 6. v. 1. 2. Ihr Kin der, seyd gehorsam euren Eltern, denn das ist billig. Tit. 2. v. 9. 10. Den Knech, ten fage, daß sie ihren Hers ren unterthänig seyn, in als len Dingen zu gefallen thun, nicht widerbellen, nicht vers untreuen, sondern alle gute Treue erzeigen, auf daß sie die Lehre Gottes, unsers Heilana des, zieren in allen Stücken. 4. B. Erweckungen und Lebensregeln 48 4 B. M. 25. v. 43. Du follst nicht mit der Strenge über deine Knechte herrschen, sondern dich fürchten für deis hem Gott. 22. Gegenseitige Pflichten der Obrigkeiten und Unterthaten. I Kon. 3. v. 9. Salomo betete: Du wollest deinem Knechte geben ein gehorsam Herz, daß er dein Volk rich, ten möge, und verstehe, was gut und böse ist. Pf. 2. v. 10. Laffet euch weisen, ihr Könige, und las fet euch belehren, ihr Rich ter auf Erden. Sprüch. Sal. 20. v. 28. Fromm und wahrhaftig sein behüten den König, und sein Thron bestehet durch Frömmigkeit. Rom. 13. v. 4. Die Obrigteit ist Gottes Dienerin dir zu Gute. Col. 4. v. 1. Ihr Herren, was recht und gleich ist, das beweiset den Knechten, und wifet, daß ihr auch einen Herrn im Himmel habt. Vf. 26. v. 2. Prüfe mich Herr, und versuche mich; Lautere meine Nieren, und mein Herz. DES Klag.Jerem. 3. v. 40. Lasset und forschen und suchen un fer Wesen. I Cor. II. v. 28. 31. Der Mensch prüfe fich felbft. Denn so wir uns selber richte, ten, so würden wir nicht gerichtet. Luc. 20. v. 25. Gebet dem was des Kaisers Kaiser, ist. Rom. 13. v. 1. 7. Jeders unterthan der mann sey Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. So gebet nun Jes dermann was ihr schuldig fend, Schoß dem der Schoß gebühret; Zoll, dem der Zoll gebühret! Furcht, dem die Furcht gebühret; Ehre, dem die Ehre gebühret. Tim. 2. v. 1. Erinnere sie, daß sie den Fürsten und der Obrigkeit unterthan und ges horfam feyn. doons st 23. Selbsterkenntniß. 2 Cor, 13. v. 3. Versus het euch selbst, ob ihr im Glauben seyd; Prüfet euch selbst; oder erkennet ihr euch felbst nicht? Gal. 6. v. 3. 4. So jemand fich läffet dünfen, er sey ets was, so er doch nichts ist, Ein der betrüget sich selbst. jeglicher aber prüfe sein selbst Werk. aus der heiligen Schrift. nur, Seele. 24. 5 B. M. 4. v. 9. Hüte dich und bewahre deine Selbstbeherrschung. Spr. Sal. 4. v. 23. Bes hute dein Herz mit allem Fleiß, denn daraus gehet das Leben. Rom. 8. v. 13. Wo ihr nach dem Fleische lebet so werdet ihr sterben müssen, wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tödtet, so werdet ihr leben. 25. Regierung des sinnlichen Vergnügens. Pred. Sal. 11. v. 9. Freue| fleischlichen Lüften, dich, Jüngling, in deiner wider die Seele streiten. Jugend, und laß dein Herz guter Dinge seyn, und wisse, daß dich Gott um dieß alles wird vor Gericht führen. 1. Pet. 2. v. 11. Lieben Brüder, ich ermahne euch, als die Fremdlinge und Pil grimme, enthaltet euch von Vf 131. D. 1. Herr, mein Herz ist nicht hoffärtig, und meine Augen sind nicht stolz, und ich wandle nicht in gros sen Dingen, die mir zu hoch sind. Spr. Sal. 26. v. 32. Det feines Muths Herr ist, ist besser, denn der Städte ges winnet. Spr. Sal. 11. v. 2. Wo Stolz ist, da ist auch Schmach, aber Weisheit ist bey den Demüthigen. Math. 23. v. 12. Wer sich felbft erniedriget, der wird erhöhet werden. ondo 40 800 M4 49 Gal. 6. v. 1. Siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versuchet werdeft. welche Luc. 21. v. 34. Hütet euch, daß eure Herzen nicht beschweret werden mit Fress sen und Saufen. 26. Bescheidenheit und Demuth. Gal. 5. v. 22. Die Frucht des Geistes ist Keuschheit. Ph. 4. v. 8. Lieben Brüs der, was wahrhaftig ist was ehrbar, was gerecht, was feusch, was lieblich, was wohl lautet, ist etwa eine Tus gend, ist etwa ein Lob, dem dentet nach.or Luc. 17. v. 10. Wenn ihr alles gethan habt, das euch befohlen ist, so sprecht: Wir sind unnüße Knechte: wir haben gethan, was wir zu thun schuldig waren. Rom. 2. v. 3. Ich sage durch die Gnade, die mir ges geben ist, jedermann unter euch, daß niemand weiter von ihm halte, denn sichs ges bühret zu halten, sondern daß er von ihm mäßiglich halte, D and mino D Erweckungen und Lebensregeln 50 halte, ein jeglicher, nachdem Gott ausgetheilet hat das Maaß des Glaubens. ei Phil. 2. v. 3. Nichts thut durch Zank oder ettle Ehre; sondern durch Demuth achtet euch unter einander einer den andern höher, denn sich felbst. Ansonova Rom. 12. v. 10. Einer komme dem andern mit Ehr, erbietung zuvor. Matth. 18. v. 10. Sehet zu daß ihr nicht jemand von dies sen Kleinen verachtet. ht Spr. Sal. 16. v. 12. Wenn du einen siehest, der sich weise dünkt, da ist an einem Narren mehr Hoffnung, denn an ihm. 2 Cor. 10. v. 18. Darum ist einer nicht tüchtig, daß er sich felbft lobet, sondern daß ihn der Herr lobet. 27. Vorsichtigkeit. Spr. Sal. 14. v. 8, s. Des die Kinder des Lichts in ih ist des Klugen Weisheit, daß er auf seinen Weg merket. Spr. Sal. 14. v. 15. Ein Alberer glaubt alles, aber ein Wißiger merket auf seinen Gang.. Luc. 16. v. 8. Die Kinder dieser Welt find flüger, denn 40 de 28. Arbeitsamkeit. Luc. 12. v. 15. Sehet zu und hütet euch vor dem Geiß; Denn niemand lebet davon, daß er viel Güter hat. rem Geschlechte. Eph. 5. v. 15. So sehet nun zu, wie ihr vorsichtiglich wan delt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen. 1. Theff. 5. v. 21. Průs fet alles und das Gute behaltet. Spr. Sal. 1o. v. 4. Låffige| ren, daß etliche unter euch Hand macht arm, aber der wandeln unordentlich und ar Fleissigen Hand macht reich. Pred. Sal. 9. v. 1o. Alles, was dir vorhanden kommt zu thun, das thue frisch. Matth. 20. v. 6. Was stehet ihr hie den ganzen Tag můsfia. 2 Th. 3. b. 11. 12. Wir hd 29. Geni Spr.Sal. 13. v. 7. Mancher ist arm bey grossem Gut, und mancher ist reich bei seiner Armuth. whakap beiten nichts, sondern treiben Vorwiß. Solchen aber gebies ten wir und ermahnen fie durch unsern Herrn Jesum Christ, daß sie mit stillem Wesen arbeiten, und ihr eigen Brod essen. gfam tett. 1Tim 6.0. 6. Es ist ein groffer Gewinn, wer gottselig ist, und läsfet ihm genügen, denn Geiß ist eine Wurzel alles Ulebels. Ebr. 13. v. 5. Der Wandel sey ohne Geiß und laffet euch begnügen an dem, das da ist. 30. aus der heiligen Schrift. 50. Frömmigkeit und Tugend überhaupt. Hiob 28. v. 28. Siehe, die| haben, und doch von Natur Furcht des Herrn, das ist Weisheit, und meiden das Bose, das ist Verstand. Pred. Sal. 12. v. 13. Laffet uns die Hauptsumme aller Lehre hören: Fürchte Gott und halte sein Gebot, denn das gehöret allen Menschen zu. thun des Gesetzes Werk; die selbigen, dieweil sie das Ge setz nicht haben, sind sie ihnen felbst ein Gesetz, damit, daß fie beweisen, des Gesetzes Werk sey beschrieben in ihrem Herzen, fintemal ihr Gewiss sen sie bezeuget; dazu auch die Gedanken, die sich unters einander verklagen oder ents schuldigen. Pf. 119.v. 106. Jch schwöre, Herr, und wills halten, daß ich die Rechte deiner Gerech. tigkeit halten will. Ap. Geschich. 24. v. 16. n Pf. 37. v. 37. Bleibe fromm| demselbigen( Glauben) übe und halte dich recht; Denn sol. chen wirds zuletzt wohlgehen. ich mich zu haben ein gut Gewissen, beyde gegen Gott und den Menschen. Jef. 13. v. 21. Dieß ist der Weg, denselben gehet, sonst weder zur Rechten noch zur Linken. SI 1 Tim 6. D. II. Du Gottes Mensch, jage nach der Gerech tigkeit, der Gottseeligkeit, dem Glauben,( der Ehrlichkeit) der Liebe, der Sanftmuth. 51. Das Glück des Frommen in der Gemüthsruhe Rom. 2. v. 14. 15. So die Heyden, die das Gesetz nicht und innerlichen Freudigkeit. Pf. 119. v. 165. Groffen| Sicherheit seyn. Frieden haben, die dein Gefeßz lieben. 2. Cor. 1. v. 12. Unser Ruhm ist der, nemlich das Zeugniß Spr. Sal. 3. v. 17. Ihre unsers Gewissens, daß wir ( der Weisheit und Gottseesin Einfåltigkeit und göttlicher ligkeit) Wege sind liebliche Lauterkeit auf der Welt geWege, und alle ihre Steige wandelt haben. find Friede. Hebr. 13. v. 18. Unser Troft ist der, daß wir ein gut Ge wiffen haben, und fleissigen uns guten Wandel zu füh. ren bey allen. 1.Joh. 3. v. 21. Ihr Lieben, fo uns unser Herz nicht verdam. met, so haben wir eine Freus digkeit zu Gott, 32. Pred. Sal. 9. v. 7. Fß dein Brod mit Freuden, trint deis nen Wein mit gutem Muth, denn dein Wert gefällt Gott. Jef. 32. v. 17. Der Gerech. tigkeit Frucht wird Friede fenn, und der Gerechtigkeit Nuk wird ewige Stille und 52 Erweckungen und Lebensregeln aus der heiligen Schrift. 32. Das Glück der Frommen in der Hoffnung dun der Zukunft. 85 Sp. Sal. 1o. v. 28. Das| mit Chrifto auferstanden, fo Warten der Gerechten wird suchet was droben ist, da Freude werden; aber der Christus ist. Trachtet nach Gottlosen Hoffnung wird dem, was droben ist, nicht verloyren seyn. nach dem, das auf Erden ist. Gal.6. v. 7. Was der Mensch fået, das wird er erndten. Jef. 3. v. 10. Prediget von den Gerechten, daß fie es gut haben; denn sie werden die Frucht ihrer Werke essen. Luc. 1o. v. 20. Freuet euch, daß eure Namen im Himmel geschrieben sind. Röm. 2. v. 7. Preis und Ehre und unvergängliches Wesen denen, die mit Ge, duld in guten Werken trach. ten nach dem ewigen Leben. 2 Cor. 4. v. 18. Wir sehen nicht auf das Sichtbare, fon dern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig. Gal. 6. v. 9. Lasset uns Gu, tes thun und nicht müde wer den; denn zu seiner Zeit wer. den wir auch erndten ohne Aufhören. Phil. 3. v. 20. Unser Wan del ist im Himmel. Col. 3. v. 12. Seyd ihr nun 2 Tim. 4. v. 7. 8. Ich habe einen guten Kampf gekams pfet; Ich habe den Lauf vols endet: Ich habe Glauben gehalten. Hinfort ist mir beya gelegt die Krone der Gerech tigkeit, welche mir der Herr an jenem Tage, der gerechte Richter geben wird, nicht mir aber allein, sondern auch Allen, die seine Ers scheinung lieb haben. 1. Joh. 2. v. 17. Die Welt vergehet mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes thut, der bleibet in Ewigkeit. G 1. Joh. 3. v. 2. 3. Meine Lieben, wir sind nun Gottes Kinder, und ist noch nicht ers schienen, was wir seyn wers den. Wir wissen aber, wenn es erscheinen wird, daß wir ihm gleich seyn werden, denn wir werden ihn sehen wie er ist. Und ein jeglicher, der folche Hoffnung hat zu ihm, der reiniget sich, gleich wie er auch rein ist. 30.000 dmi sa spus Grid 0-13 2000XXXSCO FONTAINERCI= 2==== 1= 15+ 3 XIXIXIXIXIXIXIXXá žužižno ārārā XXXXXXXXXXX00029. 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