A Gb 3540 Leonardo da Vinxi pinx. 2 Das heilige Abendmahl. Matth. 26,21. Verlag, Stichu. Druckv.H.G.Brinckmann, Leipzig. Evangelisch- lutherisches Gefangbuch Pannoverigen Sandeskirche. Hannover. etag der Ediferijen Buddruderel Leonardo da V Das heilige Abendmahl. Meth. 36,31 Evangelisch- lutherisches Gesangbuch der Hannoverschen Landeskirche. Hannover. Drud und Berlag der Schlüterschen Buchbruderei. 1914. Gb 3540 Rebibiert 1906. Univ.- Bibl. Giessen Laffet euer Licht leuchten vor den Leuten, daß fie eure guten Werke fehen und euren Vater im Himmel preifen. Für Hilde. Mege 20 zur frommen Erinnerung an Matth. 5, 16. ΑΙΤΙΟΝ ΤΗΣ Inhalt. A. Sonntags und Festtagslieder. I. Sonntagslieder( Nr. 1-21) II. Adventslieder( Nr. 22-35) III. Weihnachtslieder( Nr. 36-57) IV. Neujahrslieder( Nr. 58-65). V. Epiphaniaslieder( Nr. 66-72) VI. Passionslieder( Nr. 73-103) VII. Ofterlieder( Nr. 104-126). VIII. Himmelfahrtslieder( Nr. 127-135). IX. Pfingstlieder( Nr. 136-147) X. Trinitatislieder( Nr. 148-153) XI. Lieder für die kleineren Feste 1. Darstellung Jesu( Nr. 154-156) 2. Verkündigung Mariä( Nr. 157) 3. Feft Johannes des Täufers( Nr. 158-159) 4. Mariä Heimsuchung( Nr. 160-161) 5. Michaelisfest( Nr. 162-164).. Seite 1 10 18 31 36 40 56 69 72 80 83 84 84 86 87 B. Lieder von der Kirche und den Gnadenmitteln. XII. Bieder von der christlichen Kirche( Nr. 165-184).. 89 XIII. Lieder vom Worte Gottes( Nr. 185-198). 100 107 XIV. Tauf- und Konfirmationslieder( Nr. 199-208). XV. Abendmahlslieder( Nr. 209-225) 112 IV Inhalt. C. Lieder vom christlichen Leben. XVI. Buß- und Beichtlieder( Nr. 226-261) XVII. Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung ( Nr. 262-291). XVIII, Jesuslieder( Nr. 292-333) XIX. Lieder vom christlichen Leben und Wandel ( Nr. 334-376). XX. Lieder vom Gebete( Nr. 377-383). XXI. Kreuz- und Trostlieder( Nr. In Krankheit( Nr. 432-436) XXII. Lob- und Danklieder( Nr. 437-465) - Verzeichnis der Dichter ● XXIV. Berufs- und Standeslieder( Nr. 518-541). XXV. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse ( Nr. 542-569). E. Lieder von den letzten Dingen. XXVI. Sterbe- und Begräbnislieder( Nr. 570-613). XXVII. Lieder von der Auferstehung( Nr. 614-617). XXVIII. Lieder vom Gerichte( Nr. 618-621) XXIX. Lieder vom ewigen Leben( Nr. 622-638) ● . D. Lieder für besondere Stände, Zeiten und Verhältnisſe. XXIII. Morgen, Tisch- und Abendlieder a. Morgenlieder( Nr. 466-492) b. Tischlieder( Nr. 493-495) c. Abendlieder( Nr. 496-517) 123 U 147 169 197 225 230 264 267 288 303 304 316 327 341 370 372 374 386 Alphabetisches Register. A. Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ Ach bleib mit deiner Gnade Ach erkennet, liebste Seelen Ach Gott, gib du uns deine Gnad rigkeit. Ach Gott und Herr 345 Ach Gott, ich muß dirs tlagen 234 Ach Gott, ich muß in Trau.... Nr. Nr. Ach wir armen Sünder.. 77 Ach wundergroßer Siegesh. 133 Allein Gott in der Höh sei 149 Allein zu dir, Herr Jesu.. 232 Alle Menschen müssen sterben 597 Alles ist an Gottes Segen. 350 Alle Welt, was lebt und webet 4 Als Christus geboren war. 42 Also heilig ist der Tag. 104 Am Grabe stehn wir stille. 606 An dir allein, an dir hab 170 18 456 .. Ach Gott, verlaß mich nicht 364 Ach Gott, vom Himmel sieh darein 166 Ach Gott, wie manches Herzeleid 388 Ach Herre, du gerechter Gott 559 Ach Jesu, dessen Treu im Ach sagt mir nichts von Gold und Schätzen. 607 238 Himmel und auf Erden. 297 Ach lieber Gott, behüte mich 531 Ach mein Herr Jesu, dein Nahesein. 329 303 Ach treuer Gott barmherzigs Herz. 401 Ach was sind wir ohne Jesus 254 Ach wär ich schon dort droben 635 Ach wie flüchtig, ach wie.. 593 Ach wie laufen doch die Jahre 63 ich gefündigt. 259 An Gott will ich gedenken. 416 Auf, auf, ihr Reichsgenossen 24 Auf, auf, mein ganz Gemüte 460 Auf, auf, mein Herz, mit Freuden 116 Auf Christi Himmelfahrt.. 132 Auf dich hab ich gehoffet.. 336 Auf diesen Tag bedenken wir 128 Auferstanden, auferstanden 125 Auferstehn, ja auferstehn.. 617 Auf Gott nur will ich sehen 536 Auf Gott und nicht auf meinen Rat. Auf meinen lieben Gott Aus einem tief vor dir gebeugten Herzen. Aus Gnaden soll ich selig werden.. 423 389 260 284 VI Alphabetisches Register. Nr. Aus Lieb läßt Gott der Christenheit 162 Aus meines Herzens Grunde 469 Aus tiefer Not laßt uns zu Gott. 231 Aus tiefer Not schrei ich zu dir 228 B. Befiehl dem Herren deine W. 415 Befiehl du deine Wege... 399 Bei dir, Jesu, will ich bleiben Bescher uns, Herr, das täglich Brot. 208 555 Betgemeinde, heilge dich 383 Bewahre mich, o Freund.. 371 Bis hieher hat mich Gott. 452 Bist du gleich ferne von Bekannten Bringt her dem Herren Lob Brunn alles Heils, dich ehren wir Da Christus geboren war Da Jesus an des Kreuzes. Dant, Jesu, dir! Ach find wirs wert. 567 457 Christe, du Beistand deiner Kreuzgemeine. 174 73 Christe, du bist der helle Tag 497 Christe, du Lamm Gottes Chrift fuhr gen Himmel. Christ ist erstanden 127 105 Christ lag in Todesbanden. 108 Christ, unser Herr, zum Jordan kam. Christus der ist mein Leben ... 14 199 583 42 81 224 Nr. Dant sagen wir alle.... 16 Dank sei Gott in der Höhe 472 Das alte Jahr vergangen ist 59 Das Jahr geht still zu Ende 65 Das ist eine selge Stunde. 196 Das Land wollst du bedenken 556 Das walte Gott, der helfen kann... 483 Das walt Gott Vater und Gott Sohn.. Dein Erbe, Herr, das du erkauft. 367 Deines Gottes freue dich.. 426 Dein Jesus rufet dich zur 258 .... Buße Dein König tommt in niedern Hüllen Dein Wort, Herr, ist die rechte Lehr. Dein Wort, o Herr, ist milder Tau ... 470 35 .. 191 198 Den König schütze deine M. 521 Der Abend kommt, die Sonne sich verdecket 513 Der am Kreuz ist meine Liebe 93 Der Bräutgam wird bald rufen. 623 Der du bist drei in Einigkeit 496 Der du, Herr Jesu, Ruh und Raft. 101 Der du zum Heil erschienen 179 Der Glaube macht allein.. 271 Der heilge Christ ist kommen 57 Der Herr ist mein getreuer 428 Hirt. Der Herr ist meine Zuversicht 425 Der Hölle Pforten sind. 115 Der lieben Sonne Licht... 504 Der Mond ist aufgegangen. 515 Der Tag der ist so freu40 denreich Der Tag ist hin, mein Geift 510 Alphabetisches Register. VII Nr. Nr. Der Tag ist hin, mein Jesu 505 Eines wünsch ich mir... 100 Des Morgens, wenn ich früh 468 aufsteh. Dich bitt ich, liebster Jesu. 155 Dich Jesum laß ich ewig. 328 Die Gnade sei mit allen.. 15 Die Ernt ist nun zu Ende. 563 Die güldne Sonne. 477 Die helle Sonn leucht jett. 467 Die Herrlichkeit der Erden. 592 Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre 461 Die Nacht ist hin, wach auf mein Herz. 487 Die Nacht ist kommen, drin 499 Die Nacht ist nun vergangen 478 Die schönen Sonntagsstunden 21 Dies ist der Tag, den Gott 56 Dies ist die Nacht, da mir 52 Die Sonn hat sich mit ihrem Glanz gewendet 503 Dies sind die heilgen zehn G. 185 Dir, dir, Jehova, will ich. 381 Du bist ein Mensch, das.. 400 Du bists, dem Ruhm Du bist zwar mein.. 462 610 Du Brunnquell aller Liebe. 99 Du Friedefürst, Herr Jesu. 542 Du großer Schmerzenmann. 84 Du heilige Dreifaltigkeit. 471 Du Herr der Seraphinen.. 163 Du Lebensbrot, Herr Jesu Chrift .. 214 Durch Adams Fall ist ganz 230 Du weinest vor Jerusalem. 391 Du wesentliches Wort... 53 ..... . Ehre sei dir, Christe. 74 Eine Herde und Ein Hirt. 182 Einer ists, an dem wir hang. 180 Ein feste Burg ist unser Gott 168 Ein Kind geborn zu Bethl. 36 Ein Lämmlein geht und trägt 85 Ein reines Herz, Herr, schaff 355 Eins ist not, ach Herr. Ein Wetter steiget auf 312 557 i wie so sanst entschliefest du.. 603 Erhalt uns, Herr, bei deinem 169 Erhör, o Gott, das heiße Flehn. Ermuntert euch, erquickte Glieder Ermuntert euch, ihr From= men Ermuntre dich, mein schwacher Geift. 207 Es mag dies Haus, das aus der Erden 486 629 46 Erneure mich, o ewigs Licht 360 Erschienen ist der herrlich Tag 109 Erstanden ist der heilig Chrift 106 Es ist das Heil uns fommen 264 Es ist gewißlich an der Zeit 620 Es ist nicht schwer, ein Chrift zu sein. Es ist noch eine Ruh. Es foftet viel, ein Chrift zu fein 357 633 356 615 Es wolle Gott uns gnädig 165 Ewge Liebe, mein Gemüte. 281 Ewge Wahrheit, deren Treue 422 F. Fahre fort, Zion.... 176 Fang dein Werk mit Jeju an 489 Freu dich schr, o meine Seele 587 Freuet euch der schönen Erde 553 Freuet euch, ihr Christen alle, freue sich.. 43 Alphabetisches Register. Nr. Freuet euch, ihr Gotteskinder 69 Freuet euch, ihr Christen alle, Gott schenkt VIII 140 Freut euch sehr, ihr Bergleut alle 541 Fröhlich soll mein Herze. 48 Früh am Morgen Jesus gehet 492 Früh morgens, da die Sonn 112 Für dich sei ganz V. 4 ff. 327 ... Geh aus, mein Herz. 548 Geh hin nach Gottes Willen 375 Geht hin, ihr gläubigen Gedanken 285 Geht nun hin und grabt.. 605 Geist vom Vater und vom Sohne. 146 158 Gelobet sei der Herr, mein 448 Gelobet jei Israels Gott.. 159 Gelobet seist du, Jesu Christ 37 Gen Himmel aufgefahren ist 129 Gesegn uns, Herr, die Gaben dein .. Gelobet sei der Herr, der Gott Israels 493 195 538 Gesetz und Evangelium. Gib dich zufrieden und sei 402 Gib mir ein frommes Herz 369 Gnädigster Erbarmer. Gott, deine Güte reicht. 373 Gott, den ich als Liebe tenne 433 Gott, der du Berg und- Hügel 537 Gott der Vater, wohn uns bei 148 Gott des Himmels und der Erden 473 Gott, des Zepter, Stuhl und Krone. 252 Gott, du Licht, das ewig.. 488 Gottes Stadt ist fest gegründ. 183 Gott ist gegenwärtig 13 Gott ist mein Hort. 197 ... Nr. 463 Gott ist mein Lied.... Gott ist und bleibt getreu. 412 Gottlob, der Sonntag kommt 7 Gottlob, die Herbstzeit... 551 Gottlob, die talte Winterzeit 552 Gottlob, die schöne Sommerz. 550 Gottlob, die Stund ist.. 608 Gottlob, ein Schritt zur Ewigkeit 62 Gottlob, ich bin im Glauben 274 Gottlob, nun ist erschollen 545 Gottlob, nun kommt die. 549 Gott Lob und Dank, die Nacht ist hin.. 436 Gott sei Dank durch alle Welt 30 Gott sei gelobet und gebened. 221 Gott und Vater, nimm.. 205 Gott Vater, denk an Chrifti 245 Gott Vater, höre unsre Bitt 201 Großer Gott von alten Zeiten 8 Großer Mittler, der zur Rechten.. . 321 • Halleluja, jauchzt, ihr Chöre 124 Halleluja, Lob, Preis und 152 Halleluja, schöner Morgen. 12 Halt im Gedächtnis Jesum 315 Harre, meine Seele 431 Heiland, deine Menschenliebe 322 Heilge Einfalt, Gnadenw.. 366 Helft mir Gotts Güte preisen 58 Herr, dein Wort, die edle .. .. Gabe. 193 Herr, der du mir das Leben 514 Herr, die Erde ist gesegnet. 564 Herr, du wollst uns vorbe-reiten Herr, es ist von meinem Leben. Herr Gott, dich loben wir, Herr Gott .. 220 509 437 Alphabetisches Register. Nr. . Herr Gott, dich loben wir, regier 546 ... Herr Gott, nun schleuß den Himmel auf. 586 267 Herr Gott, nun sei gepriesen 558 Herr, höre, Herr, erhöre.. 518 Herr, ich betenn von Herzensgrund Herr, ich bin dein Eigentum 637 Herr, ich habe mißgehandelt 246 Herr Jesu Christ, dein teures Blut.. 91 Heut triumphieret Gottes. Hier bin ich, Herr, du rufest Hier legt mein Sinn sich Hilf, Helfer, hilf in Angst. 581 Hilf, Herr Jesu, laß gelingen 60 Hilf mir, mein Gott, hilf. 339 Hilf uns, Herr, in allen.. 344 Himmelan geht unsre Bahn 631 Himmelan, nur himmelan. 638 3 236 Hinunter ist der Sonne 498 Hirte deiner Schafe. 511 Höchster Tröster, komm hernieder Herr Jesu Christ, dich zu uns wend Herr Jesu Chrift, du höchstes Gut, 2c., sieh doch Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, du Brunnquell aller Gnaden, wir kommen. 217 Herr Jesu Christe, mein getreuer Hirte 211 Herr Jesu Christe, mein Prophet Herr Jesu Christ, mein höchstes Gut. Herr Jesu Chrift, meins Lebens Licht. Herr Jesu Christ, wahr Mensch und Gott 71 318 584 IX Nr. Herr Zebaoth, dein heiligs. 190 Herzlich lieb hab ich dich.. 337 Herzlich tut mich verlangen 582 Herzliebster Jesu, was haft 79 Herz und Herz vereint 365 Heut ist des Herren Ruhetag 2 Heut ist uns der Tag erschienen 576 Herr Jesu, deine Angst und 92 Herr Jesu, dir sei Preis 213 Herr Jesu, Gnadensonne.. 352 Herr Jesu, Licht der Heiden 156 Herr Jesu, zieh uns für und für 130 Herr, nun laß in Friede.. 594 Herr, nun läsfest du deinen 154 Herr, öffne mir die Herzenst. 189 Herr, unser Gott, laß nicht 543 Herr von unendlichem Erbarmen. .. . . . 147 Hört auf mit Trauren und 578 Hört heut der Weisen große 72 Hosianna, Davids Sohn, der in seines. 33 Hosianna! Davids Sohn, fommt in Hüter, wird die Nacht Ich bin getroft und freue mich. 157 111 368 358 32 485 3ch armer Mensch doch gar 579 3ch bete an die Macht.. 327 Ich bin ein Gast auf Erden 595 3ch bin getauft auf deinen Namen. 204 273 Ich bin gewiß in meinem. 276 3ch bin ja, Herr, in deiner 591 325 Herr, was sind wir, daß. 164 3ch ergebe mich dem Willen 409 Herr, wie du willst, so... 338 3ch erhebe mein Gemüte.. 261 Alphabetisches Register. Nr. Nr. Ich freue mich der frohen. 616 In Gottes Namen fang ich 481 Ich glaub an Einen Gott. 268 3ft Gott für mich, so trete. 270 Ich habe nun den Grund. 279 Ich hab in Gottes Herz und Sinn X 395 Ich hab in guten Stunden 435 Ich hab mein Sach Gott. 580 Ich hab mich Gott ergeben. 588 Ich hab von ferne. 636 Ich komme, Herr, und suche 219 Ich ruf zu dir, Herr Jesu. 334 Ich sag es jedem, daß er lebt 126 Ich singe dir mit Herz... 446 Ich steh an deiner Krippe 47 Ich steh in meines Herren. 430 Ich sterbe täglich und mein Leben . 601 Ich trau auf meinen Gott. 434 Ich und mein Haus, wir sind bereit 526 Ich weiß, an wen ich gläube 277 Ich weiß, an wen mein.. 288 Ich weiß ein lieblich Engelſpiel... 622 Ich weiß, es kann mir nichts 419 Ich weiß, mein Gott, daß all mein Tun. 347 Ich weiß, woran ich glaube 291 Ich will dich lieben, meine 304 Ich will mich mit dir verl. 319 Ich will, o Vater, allezeit. 5 Ich will von meiner Misset. 247 Ich wollt, daß ich daheime 570 Ihr Christen ausertoren.. 45 Ihr Eltern hört, was Christus spricht 529 In allen meinen Taten.. 393 In Ängsten ruf ich, Herre. 429 In Christi Wunden schlaf 577 In dich hab ich gehoffet In dir ist Freude 336 293 In Gottes Namen fahren 566 .. Jod. 89 242 320 70 . 300 Jauchzet, ihr Himmel... 55 Je größer Kreuz, je näher. 418 Jerusalem, du hochgebaute. 624 210 Jesaia dem Propheten. Jesu, deine tiefen Wunden. 80 Jesu, deine Passion. Jesu, der du meine Seele Jesu, geh voran Jesu, großer Wunderstern. Jesu, meine Freude 306 Jesu, meiner Seele Leben Jesu, meines Lebens Leben 90 Jesus Christus herrscht... 326 Jesus Christus, unser Heiland, der den Tod. Jejus Christus, unser Heiland, der von uns. Jesus, Jesus, nichts Jesus .. 307 Jesus lebt, mit ihm auch ich 123 Jesus, meine Zuversicht.. 614 Jesus nimmt die Sünder an 278 Jesus soll die Losung sein. 64 Jeju, Trost der armen Seelen 97 107 .. 209 als .. Kt. 136 Reinen hat Gott verlassen. 390 Komm, Gottes Geist, komm 145 Komm, heiliger Geist, erfüll die Herzen. Komm, heiliger Geist, Herre 138 . 137 Komm, o Gott Schöpfer Komm, o komm, du Geist. 143 Kommst du, kommst du, Licht .. 29 der Heiden. Kommt her zu mir, spricht. 335 Alphabetisches Register. Nr. Kommt, Kinder, laßt uns. 372 Rommt, laßt euch den Herren lehren 341 Kommt und laßt uns Christum ehren König, dem kein König König Jesu, streite, siege Kyrie( Litanei). 50 323 184 229 Laß dich Gott 406 Laß dich, Herr Jesu Christ 523 Laffet die Kindlein kommen 200 Lasset mich voll Freude.. 203 Lasset uns den Herren preisen, o ihr Christen Lasset uns den Herren preisen 113 und vermehren. 455 Laffet uns mit Jesu ziehen. 343 Laß mich dein sein und bleiben 17 Laßt mich gehn. 333 Laßt uns doch Christo dankbar sein 82 Liebe, die du mich zum Bilde 305 Liebe, die nicht auszusprechen 317 Liebster Jesu, der du mich. 361 Liebster Jeju, jei willkommen 31 Liebster Jesu, wir sind hier, deinem. 202 6 Liebster Vater, soll es sein. 432 Litanei 229 Lobe den Herren, den mächtigen König Lobe den Herren, o meine Seele Liebster Jesu, wir sind hier, dich 450 458 Lobe, mein Herz, deinen Gott 628 Lobet den Herren, alle die. 476 Lobet den Herrn, ihr Heiden 67 Lobt Gott, ihr Christen alle 41 XI M. Nr. Mache dich, mein Geist... 351 Machs mit mir, Gott, nach 589 Macht hoch die Tür, die Tor macht weit . 23 Mag ich denn nicht von Angst und Pein.. 394 Man lobt dich in der Stille 444 Meine Lebenszeit verstreicht 604 Meinen Jesum laß ich nicht 302 Mein erst Gefühl sei Preis 491 Meine Seele erhebet den H. 160 Meine Seele, laß dich finden 216 Meine Seel, ermuntre dich 96 Meine Seele senket sich. Meine Seel ist stille 414 411 Meines Lebens beste Freude 308 Mein Gott, die Sonne geht 10 Mein Heiland nimmt die Sünder an 282 Mein Heiland sizet droben. 131 Mein Herz, ach rede mir. 324 Mein Herz, gib dich zufrieden. Mein Herz und Seel den Herren hoch erhebet... 161 Mein Jesu, der du vor dem Scheiden. 421 218 Mein Jesu, süße Seelenlust 313 Mein Jesus kommt, mein. 600 Mein Jesus lebt, was soll. 120 Mein Lauf, Gott Lob, ist bald 590 Mein lieber Gott, gedenke. 359 Mein schönste Zier und K. 298 Mein Schöpfer steh mir bei 206 Mir ist Erbarmung wider290 fahren Mir nach, spricht Christus. 349 Mit Ernst, o Menschenfinder .. 26 Mit Freude will ich heben an 540 Mit Fried and Freud ich. 572 Alphabetisches Register. Nr. Nr. Mit meinem Gott geh ich. 507 O du Liebe meiner Liebe.. 94 Mitten wir im Leben sind. 571 Morgenglanz der Ewigkeit. 482 Müde bin ich, geh jur Ruh 534 O du Schöpfer aller Dinge 248 O Ewigkeit, du Donnerwort 626 O Ewigkeit, du Freudenwort 627 O frommer und getreuer Gott 243 Ogläubig Herz, gebenedei. 439 O Gott, der du das FirmaN. ment. 560 O Gott, du frommer Gott. 340 Gott, du höchster Gnadenhort 186 O Gottes Sohn, Herr Jesu 269 O Gott, von dem wir alles 562 O Gott, wir ehren deine Macht XII Nichts Betrübters ift.. Nicht so traurig, nicht so sehr Nie bist du, Höchster. Nimm von uns, Herr Nimm von uns, Herre Gott 227 Nun bitten wir den heiligen 139 Nun bricht die finstre Nacht 20 Nun danket alle Gott 442 .. 535 396 289 235 Nun danket alle Gott 443 Nun danket all und bringet 445 Nun freut euch, liebe Chrift. 262 Nun hilf uns, o Herr Jesu 532 Nun jauchzet all, ihr From. 25 Nun jauchzt dem Herren. Nun kommt das neue Kirch. Nun laßt uns den Leib Nun laßt uns gehn und. Nun laßt uns Gott dem. Nun lieg ich armes Würmelein . .... 153 Haupt voll Blut und 88 O heilige Dreieinigkeit, erhalt 520 O heilige Dreifaltigkeit... 471 O heilger Geist, tehr bei.. 141 O hilf, Christe, Gottes Sohn 76 10 Jesu Christe, wahres Licht 172 22 O Jesu Christ, mein schön573 stes Licht 61 O Jesu Christ, meins Lebens 440 Licht.. 584 O Jesu, du mein Bräutigam 212 609 O Jesu, Jesu, Gottes Sohn 296 438 Jesu, meines Lebens Licht 490 561 O Jesu, meine Wonne. 223 Nun lob, mein Seel, den Nun preiset alle Nun ruhen alle Wälder Nun schlaf, mein liebes Nun sich der Tag geendet hat 506 Nun sich der Tag geendet, mein Herz. 512 44 ... 502 O Jesu, süßes Licht 66 484 528 O Jesu süß, wer dein gedenkt 294 O König aller Ehren OKönig, dessen Majestät. 255 O Lamm Gottes, unschuldig 75 Lebensbrünnlein tief und 295 Liebe, die den Himmel hat zerrissen. 54 O meine Seel, du sollst den Herren preisen.. Oselig Haus, wo man dich aufgenommen O Bergwerksschöpfer 539 527 O daß ich tausend Bungen 454 O Tod, wo ist dein Stachel 114 Nun singet und seid froh. Nun tret ich wieder... 480 Nun triumphieret Jesus Chr. 111 301 441 Alphabetisches Register. XIII Nr. Nr. O Traurigkeit, o Herzeleid. 102 Sei Lob und Ehr dem höchst. 449 O treuer Heiland, Jesu.. 342 O Vater, allmächtiger Gott 226 O Vater, deine Sonne... 554 33 Sei mir tausendmal gegrüßet 87 Sei stille, müdgequältes Herz 427 Sei willkommen, Davids. Sende, Vater, deinen Geist 382 Siegesfürste, Ehrenkönig.. 135 Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig 251 Sieh, wie lieblich und wie fein 354 Vater der Barmherzigkeit 244 O Vaterherz, o Licht, o Leben 370 O Vater, unser Gott, es ist 378 O Welt, ich muß dich lassen 574 O Welt, fieh hier dein Leben 86 O wie fröhlich, o wie jelig 630 Dwie selig seid ihr doch. 625 O wir armen Sünder. 77 So führst du doch recht selig, Herr. 413 So hab ich nun den Fels. 283 So hab ich obgefieget... 611 P. So hoff ich denn mit festem Mut.. Preis, Ehr und Lob jei dir 522 So jemand spricht, ich liebe R. Rede, liebster Jesu, rede.. 187 Reich des Herrn 181 Ringe recht, wenn Gottes. 363 Rüstet euch, ihr Christenleute 362 S. Schaffet, schaffet, Menschent. 353 Schaff in mir, Gott, ein. 253 Schmücke dich, o liebe Seele 215 Schmückt das Fest mit Maien 144 Schönster Herr Jesu 310 Schußgott, dessen starte Rechte V. 3 ff.. 164 Schwing dich auf, mein ganz 459 Schwing dich auf zu deinem 398 Seele, geh auf Golgatha...98 Seele, mach dich heilig auf. Seelenbräutigam 95 311 Seele, was ermüdst du dich 316 Sei getreu bis an das Ende 346 Sei Gott getreu, halt seinen 348 Sei Lob, Ehr, Preis und. 150 Gott.. So ist die Woche nun.. Soll es, liebster Gott Sollt es gleich bisweilen. Sollt ich meinem Gott nicht ... 287 374 517 432 405 fingen 447 So nimm denn meine Hände 376 Sorge doch für meine Kinder 530 So ruhest du, o meine Ruh 103 So tret ich demnach an.. . 479 So wahr ich lebe, spricht 239 Speis uns, Vater, deine Kind. 495 Start ist meines Jesu Hand 332 Steht auf, ihr lieben Kinderl. 466 Straf mich nicht in deinem 250 Such, wer da will, ein.. 299 Tag des Zorns 618 Teures Wort aus Gottes. 192 Tut mir auf die schöne 11. Treuer Gott, ich muß dir. 241 Treuer Hirte deiner Herde. 177 Treuer Jesu, wache du. Treuer Wächter Israel. 508 544 XIV Alphabetisches Register. 11. Unsern Ausgang segne Gott Unter Lilien jener Freuden 602 Unumschränkte Liebe Unverfälschtes Christentum V. 4 ff... 280 ich her. Vom Himmel kam der Engel ... V. Valet will ich dir geben.. 585 Vater, laß mich Gnade finden 249 Vater unser im Himmelreich 377 Verleih uns Frieden gnädigl. 519 Versuchet euch doch selbst.. 272 Verzage nicht, du Häuflein. 171 Vollendet hat der Tag die. 516 Vom Himmel hoch da komm 38 39 Schar Von Gott will ich nicht lassen 386 Vor deinen Thron tret ich. 474 Vor G'richt, Herr Jesu, steh ich hie.. W. Wach auf, du Geist der ersten Zeugen Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin Wach auf, mein Herz, und finge. Wachet auf, ruft uns die ..... Nr. Warum sollt ich mich denn 19 grämen diese Zeit Wärn meiner Sünd auch 361 noch so viel Warum betrübst du dich, mein Herz. 237 178 475 Stimme 621 Wacht auf, ihr Christen alle 619 Wär Gott nicht mit uns 167 265 385 119 Warum willst du draußen stehen Was alle Weisheit in der Welt. Was Gott tut, das ist wohlgetan, es bleibt Nr. 397 27 151 407 Was Gott tut, das ist wohl565 getan, so denken. Was ists, daß ich mich quäle 424 Was mein Gott will, das 384 g'scheh allzeit.. Was mich auf dieser Welt betrübt. Wenn ich ihn nur habe Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht .. 408 Was willst du dich betrüben 392 Weicht, ihr Berge, fallt ihr Hügel .. 275 Weil ich Jesu Schäflein bin 533 Weine nicht, Gott lebet noch 417 Welt ade, ich bin dein müde 596 Wenn alle untreu werden. 331 Wenn dein herzliebster Sohn, o Gott. 266 Wenn dich Unglück hat betreten 380 330 464 Wenn kleine Himmelserben 613 Wenn mein Stündlein vorhanden ist 575 Wenn meine Sünd mich 83 Wenn wir in höchsten Nöten 233 Wenn wir in Wassersnöten ſein.. 568 Werde licht, du Stadt 68 Werde munter, mein Gemüte 501 Wer Gott vertraut, hat wohl 387 314 Wer ist wohl wie du. Wer nur den lieben Gott.. 403 Wer sind die vor Gottes.. 632 Alphabetisches Register. Nr. Werter Tröster, komm 147 Wer weiß, wie nahe mir.. 599 Wie fleugt dahin der Men.. 598 schen Zeit Wie Gott mich führt, so will 420 Wie groß ist des Allmächtgen 465 Wie lieblich ist der Maien. 547 Wie lieblich sind doch deine 117 Wie mein getreuer Vater will 404 Wie mit grimmgem Unverstand.. 569 Wie schön ists doch, Herr 524 Wie schön leucht uns der. 292 Wie selig ist der Ort.... Wie soll ich dich empfangen Wie wird mir dann, o dann 634 Wie wohl hast du gelabet. 222 Wie wohl ist mir, o Freund 9 28 der Seele 309 Willkommen, Held im Streite 121 Wir danken dir, Herr Jesu Chrift, daß Su für uns. 78 Wir danken dir, Herr Jesu 500 Christ, daß du unser Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du vom Tod 110 Wir danken Gott für seine. 494 Wir glauben all an Einen. 263 XV Nr. Wir liegen hier zu deinen. 256 Wir Menschen sind zu dem 188 Wir singen dir, Immanuel. 49 Wohlauf, mein Herz, zu Gott 379 Wohl einem Haus, wo Jesus 525 Wo ist ein solcher Gott... 286 Womit soll ich dich wohl.. 453 Wort des höchsten Mundes. 194 Wo soll ich fliehen hin... 240 Wo willst du hin, weils Abend ist 118 Wunderanfang, herrlichs 410 Wunderbarer Gnadenthron. 51 Wunderbarer König. 451 ... 3. 612 Zeuch, Ehrenkönig, bei mir 34 3euch ein zu deinen Toren. 142 3euch hin, mein Kind Zeuch uns nach dir 3ion, gib dich nur zufrieden Zion tlagt mit Angst und Schmerzen. ... 134 175 173 Zu deinen Füßen liege ich. 225 3u dir, Herr Jesu, komme ich 257 3ween der Jünger gehn mit Sehnen . 122 Psalm 92, 2. Das ist ein köstlich Ding dem Herrn danken, und lobsingen deinem Namen, du Höchſter. Ephefer 5, 18-20. Werdet voll Geistes, und redet untereinander von Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singet und spielet dem Herrn in eurem Herzen; und saget Dank allezeit für Alles, Gott und dem Vater, in dem Namen unsers Herrn Jesu Christi. A. Sonntags und Festtagslieder. I. Sonntagslieder. 1. Psalm 100. Eigene Melodie. dort und hier, und seine Wahrheit für und für. 6. Er ist voll Güt und Freundlichkeit, voll Lieb und Treu zu jeder Zeit; sein Gnade währet 7. Gott Vater in dem höchsten Thron und Jesus Christ, sein einger Sohn, samt Gott dem werten heilgen Geist sei nun und immerdar gepreist. un jauchzt dem Herren, alle Welt, kommt her, zu seinem Dienst euch stellt; kommt mit Frohlocken, säumet nicht, kommt vor sein heilig Angesicht! 2. Erkennt, daß Gott ist unser Herr, der uns erschaffen ihm zur Ehr, und nicht wir selbst, durch Gottes Gnad ein jeder Mensch sein Leben hat. 3. Er hat uns ferner wohl bedacht und uns zu seinem Volk gemacht, zu Schafen, die er ist bereit zu führen stets auf gute Weid. 4. Die ihr nun wollet bei ihm sein, kommt, geht zu seinen Toren ein mit Loben durch der Psalmen Klang, zu seinem Vorhof mit Gesang. 5. Dankt unserm Gott, lobsinget ihm, rühmt seinen Nam mit lauter Stimm, lobsingt und dankettes Amt. Halleluja! allesamt! Gott loben das ist unser Amt. David Denicke(?) g. 1603+ 1680 ( nach) Corn. Becker). 2. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. eut ist des Herren Ruhetag, vergeffet Sorge, Müh und Plag, treibt eure Wochenarbeit nicht, kommt vor des Höchsten Angesicht! Halleluja! 2. Kommt her und fallt auf eure Knie vor Gottes Majestät allhie! Es ist sein Heiligtum und Haus, wer Sünde liebt, gehört hinaus. Halleluja! 3. Ganz unerträglich ist sein Grimm, doch hört er gern der Armen Stimm; deswegen lobt ihn allesamt, das ist der Christen rech4. Rühmt unsers Gottes Meistertat, da er aus nichts erschaffen hat den Himmel und die ganze Welt und was dieselbe in sich hält. Halleluja! र ल 21 11 2 Sonntagslieder. Halleluja! 5. Denkt auch, daß heut ge- ruh und Freud erlangen drauf in schehen ist die Auferstehung Jesu Ewigkeit. Christ, dadurch die wahre Freudigkeit in aller Not uns ist bereit. Halleluja! Hannov. Gib. 1646. 6. Drum wollen wir begehn mit Fleiß den Tag nach rechter Christen Weis, wir wollen auftun unsern Mund und sagen dies von Herzensgrund: Halleluja, 7. O Gott, der du den Erdenkreis erschaffen haft zu deinem Preis, uns auch bewahrt so manches Jahr in vieler Trübsal und Gefahr, Halleluja, 8. Hilf, daß wir alle deine Werk voll Weisheit, Güte, Macht und Stärt erkennen und je mehr und mehr ausbreiten deines Namens Ehr. Halleluja! 9. O liebster Heiland Jesu Christ, der du vom Tod erstanden bist, richt unsre Herzen auf zu dir, daß sich der Sündenschlaf verlier. Halleluja! 10. Gib deiner Auferstehung Kraft, daß dieser Trost ja bei uns haft, und wir uns drauf verlassen fest, wenn uns nun alle Welt verläßt. Halleluja! 11. O heilger Geist, laß uns dein Wort so hören heut und immerfort, daß sich in uns durch deine Lehr Glaub, Lieb und Hoffnung reichlich mehr. Halleluja! 12. Erleuchte uns, du wahres Licht, entzieh uns deine Gnade nicht, all unser Tun auch so regier, daß wir Gott preisen für und für. Halleluja! 13. Gott Vater, Sohn und Geist, verleih, daß dieser Tag dir heilig sei, wir auch die Sabbaths3. Eigene Melodie. err Jesu Christ, dich zu uns wend, den heilgen Geist du zu uns send, mit Hülf und Gnad, Herr, uns regier und uns den Weg zur Wahrheit führ! 2. Tu auf den Mund zum Lobe dein, bereit das Herz zur Andacht fein, den Glauben mehr, stärk den Verstand, daß uns dein Nam werd wohl bekannt; 3. Bis wir fingen mit Gottes Heer: Heilig, heilig ist Gott der Herr! und schauen dich von Angesicht in ewger Freud und selgem Licht. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in Einem Thron, der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit! Wilhelm II. Herzog zu SachsenWeimar(?) g. 1598+ 1662. 4. Psalm 100. Mel. Gott des Himmels und der Erden, oder Eigene Melodie. lle Welt, was lebt und webet, was in Feld und Häusern ist, was nur Stimm und Zung erhebet, jauchze Gott zu jeder Frist! Dienet ihm, wer dienen kann, kommt mit Lust zu ihm heran! 2. Sprecht: Der Herr ist unser Meister, er hat uns aus nichts gemacht, er hat unsre Leib und Geister an die lichte Welt gebracht; wir sind seiner Allmacht Ruhm, seine Schaf und Eigentum. Sonntagslieder. 3. Gehet ein zu seinen Pforten, wir Schwachen zu dem Gnadengeht durch seines Vorhofs Gang, thron uns machen. 4. Mein'n Leib, mein Seel und all das Mein, laß dir, o Herr, befohlen sein. ich will mich dir ergeben. Wend ab Not, Angst und Herzeleid, du Vater der Barmherzigkeit, in meinem ganzen Leben, daß ich fröhlich deinen Willen mög erfüllen, stets dich lieben, auch die Lieb am nächsten üben. 5. Gib, daß mir deiner Ruhe Tag mein innre Ruh befördern mag durch deines Wortes Stärke; daß mir dasselb ins Herze dring und hundertfältig Früchte bring, des Glaubens rechte Werke. Von dir laß mir Brünnlein fließen, sich ergießen, daß ich bleibe stets ein Glied an deinem Leibe. lobet ihn mit schönen Worten, saget ihm Lob, Preis und Dank! Denn der Herr ist jederzeit voller Gnad und Freundlichkeit. 4. Gott des Himmels und der Erde, Vater, Sohn und heilger Geist, daß dein Ruhm bei uns groß werde, Beistand selbst und Hülf uns leist! Gib uns Kräfte und Begier, dich zu preisen für und für! V. 1-3 Joh. Frand g. 1618+ 1677. V. 4 Hannov. fb. 1659. 5. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. Ich will, o Bater, allezeit er heben deine Gütigkeit, daß du von so viel Jahren mich haft behütet wunderbar, wie ichs mein Lebtag immerdar, auch diese Woch erfahren. Singet, bringet Gott dem Herren nah und ferren Dank und Ehre, jedermann sein Lob vermehre! 2. Du führst durch deinen Gnadenschein aus aller Trübsal, Not und Pein den, der zu dir nur schreiet. Durch Christum gibst du deinen Geist, der uns den Weg zur Buße weist und innerlich erfreuet. Laß mich, bitt ich, deine Güte im Gemüte fort empfinden, ohn Anfechtung meiner Sünden. 3 6. Verleihe, daß in dieser Welt mein Hoffnung sei auf dich gestellt und ich dir ganz vertraue, daß ich die wahre Ruh und Freud erlange dort ohn einig Leid, wenn ich Gott immer schaue. Durch dich werd ich große Gaben ewig haben bei dir oben; deinen Namen will ich loben. Hannov. Gsb. 1657. 6. Eigene Melodie. Biebster Jesu, wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören, lente Sinne und Begier auf die süßen Himmelslehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden. 3. Herr, siehe du doch ja nicht an das, was ich wider dich getan in nächstverwichnen Tagen. Nimm zur Versöhnung Christi Blut, der 2. Unser Wissen und Verstand uns gelitten hat zu gut und völlig ist mit Finsternis verhüllet, wo abgetragen, was sich täglich noch nicht deines Geistes Hand uns für Sünden in uns finden; drummit hellem Licht erfüllet; Gutes 1* 4 Sonntagslieder. denken, tun und dichten mußt du selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht, aus Gott geboren, mach uns allesamt bereit, öffne Herzen, Mund und Ohren! Unser Bitten, Flehn und Singen laß, Herr Jesu, wohl gelingen! Tobias Clausniper g. 1618+ 1684. 7. Go Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. ott Lob, der Sonntag kommt herbei, die Woche wird nun wieder neu; heut hat mein Gott das Licht gemacht, mein Heil hat mir das Leben bracht. Halleluja! 2. Das ist der Tag, da Jesus Christ vom Tod für mich erstanden ist und schenkt mir die Gerechtigkeit, Troft, Leben, Heil und Seligkeit. Halleluja! 3. Das ist der rechte Sonnentag, da man sich nicht gnug freuen mag, da wir mit Gott versöhnet sind, daß nun ein Christ heißt Gottes Kind. Halleluja! 4. Mein Gott, laß mir dein Lebenswort, führ mich zur Himmelsehrenpfort, laß mich hier leben heiliglich und dir lobsingen ewiglich! Halleluja! Joh. Olearius g. 1611+ 1684. 8. Mel. Gott des Himmels und der Erden. Gr roßer Gott von alten Zeiten, dessen Hand die Welt regiert, dessen Treu auf allen Seiten mich von Jugend auf geführt, heute weckt des Tages Lauf mich zu lauter Andacht auf. 2. Ach wie lieb ich diese Stunden, denn sie sind des Herren Fest, das mit so viel Trost verbunden, da mein Gott mich ruhen läßt und durch seinen guten Geist mir den Weg zum Leben weist. 3. Habe Dank für diesen Mor gen, der mir Zeit zum Guten ichenkt; das sind unsre besten Sorgen, wenn der Mensch an Gott gedenkt und von Herzen bet und singt, daß es durch die Wolken dringt. 4. Was ist schöner als Gott dienen, was ist süßer als sein Wort, und den Honig tragen fort? Selig da wir sammeln wie die Bienen ist, wer Tag und Nacht also nach dem Himmel tracht. 5. O mein Gott, sprich selber Amen, denn wir sind dein Eigen= tum. Alles preise deinen Namen, tünftig wird geschehn, daß wir dich alles mehre deinen Ruhm, bis es im Himmel sehn. Kasp. Neumann g. 1648+ 1715. 9. mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 2. Wie selig ist der Ort zu nennen, wo Gottes Wort im Schwange geht, wo Licht und Recht ganz helle brennen, und Zion niemals wüste steht, da man im Schmuck der Heiligkeit dem Herren opfert allezeit! 2. Weh aber, wo die Lebensworte so rar und teuer worden sind, daß man an solchem wüsten Orte von Gott nur duntle Spuren findt! Wie billig wird der Ort Sonntagslieder. 5 beweint, wo Gottes Wort ent-| Gerechtigkeit, vertreib der Sünden fernet scheint. Dunkelheit! 3. Wir dürfen keinen 3weifel tragen, als wär allhier nicht Gottes Haus; wo wir nach Gottes Worte fragen, da macht er eine Kirche draus: sie sei nun zahlreich oder klein, so muß sie ihm doch heilig sein. 4. So treten wir im Geist zusammen, so singen wir des Herren Lied, so bringen wir die Opferflammen, auf welche Gott in Gnaden sieht; so esen wir und hören an, was Gottes Wort uns lehren kann. 5. Ach Herr, gib selber das Gedeihen, laß doch kein Wort vorüber gehn, laß uns die Seelenspeis erfreuen, laß unser Herz erquicket stehn, gib unsrer Einfalt deutlich ein das, was uns kann erbaulich sein! 5. Schreib alles fest in meinen Sinn, daß ich nicht nur ein Hörer bin; verleihe deine Kraft dabei, daß ich zugleich ein Täter sei. 6. Hilf, daß ich diesen ganzen Tag mit Leib und Seele feiern mag; bewahr mich vor der argen 6. Erhalt uns bei dem Glau- Welt, die deinen Sabbath sündlich bensgrunde, den du den Eckstein hält. haft genennt, daß man dich nicht nur mit dem Munde, auch mit dem Herzen selbst bekennt. Wenn uns die Welt Verfolgung dräut, so gib, o Herr, Beständigkeit! 7. So geh ich denn mit Freude hin, wo ich bei dir zu Hause bin. Mein Herz ist willig und bereit, o heilige Dreieinigkeit! Benjamin Schmold g. 1672+ 1737. 11. Mel. Weicht, ihr Berge, fallt, ihr Hügel. ut mir auf die schöne Pforte, führet mich in Zion ein! Ach wie wird an diesem Orte meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angesicht, hier ist lauter Troft und Licht. 7. Ja bau du selbst in unsrer Seele dir ein lebendig Gotteshaus, so wird in dieser Jammerhöhle ein angenehmer Sabbath draus, bis wir in jenen Tempel gehn und vor des Lammes Stuhle stehn. Benjamin Schmold g. 1672+ 1737. 10. 2. Mein erstes Opfer ist dein Ruhm, mein Herz ist selbst dein Eigentum; ach kehre gnädig bei mir ein, du mußt dir selbst den Tempel weihn. 3. Gib, daß ich meinen Fuß bewahr, eh ich mit deiner Kirchenschar zum Hause Gottes wallen geh, daß ich auch heilig vor dir steh. 4. Bereite Herze, Mund und Hand und gib mir Weisheit und Verstand, daß ich dein Wort mit Andacht hör, zu deines großen Namens Ehr. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. Mein Gott, die Sonne geht herfür, sei du die Sonne selbst in mir, du Sonne der 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen, komme du nun auch zu mir! Wo du Wohnung haft ge nommen, da ist lauter Himmel Q 6 Sonntagslieder. Herzen hier. 3euch in meinem ein, laß es deinen Tempel sein! 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, heilige du Leib und Geist, daß mein Singen und mein Beten ein gefällig Opfer heißt. Heilige du Mund und Ohr, zeuch das Herze ganz empor! 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Samkorn auf mich fällt; gib mir Licht in dem Verstande, und was mir wird vorgestellt, präge du im Herzen ein, laß es mir zur Frucht gedeihn! 5. Stärk in mir den schwachen Glauben, laß dein teures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rau ben, halte mir dein Wort stets für, daß es mir zum Leitstern dient und zum Troft im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hören, und dein Wille werd er füllt; nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; speise mich mit Himmelbrot, tröste mich in aller Not! 7. Öffne mir die grünen Auen, daß dein Lamm sich weiden kann; lasse mir dein Manna tauen, zeige mir die rechte Bahn hier in diefem Jammertal, Herr, zu deinem Ehrensaal! Benjamin Schmold g. 1672+ 1737. 12. Mel. Weicht, ihr Berge, fallt, ihr Hügel. alleluja, schöner Morgen, schöner als man denken mag, heute fühl ich keine Sorgen, denn das ist ein lieber Tag, der durch seine Lieblichkeit recht das Innerste erfreut. 2. Süßer Ruhetag der Seelen, Sonntag, der voll Lichtes ist, heller Tag der dunkeln Höhlen, Zeit, in der der Segen fließt! Stunde voller Seligkeit, du vertreibst mir alles Leid. 3. Ach wie schmeck ich Gottes Güte recht als einen Morgentau, die mich führt aus meiner Hütte zu des Vaters grüner Au; da hat wohl die Morgenstund edlen Schak und Gold im Mund. 4. Ruht nur, meine Weltge= schäfte, heute hab ich sonst zu tun, denn ich brauche alle Kräfte, in dem höchsten Gut zu ruhn. Heut schickt keine Arbeit sich als nur Gotteswerk für mich. 5. Wie soll ich mich heute schmücken, daß ich Gott gefallen mag? Jesus wird die Kleider schicken, die ich ihm zu Ehren trag. Sein Blut und Gerechtigteit ist das schönste Sonntags= kleid. 6. Ich will in der Zionsstille heute voller Arbeit sein, denn da sammle ich die Fülle von den höchsten Schätzen ein, wenn mein Jesus meinen Geist mit dem Wort des Lebens speist. 7. Herr, ermuntre meine Sinnen und bereite selbst die Brust, laß mich Lehr und Trost gewinnen, gib zu deinem Manna Lust, daß mir deines Wortes Hall recht tief in mein Herze fall. 8. Segne deiner Knechte Lehren, öffne selber ihren Mund; mach mit allen, die dich hören, heute deinen Gnadenbund, daß wenn man hier bet und singt, solches in dein Herze dringt. Sonntagslieder. 7 9. Gib, daß ich den Tag be- zarten Blumen willig sich entfalten schließe, wie er angefangen ist; segne, pflanze und begieße, der du Herr des Sabbaths bist, bis ich einst auf jenen Tag ewig Sabbath halten mag. Jon. Krause g. 1701+ 1762. 13. Mel. Unumschränkte Liebe, oder Wunderbarer König. Gott jott ist gegenwärtig, laffet uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten! Gott ist in der Mitten, alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge! Wer ihn tennt, wer ihn nennt, schlagt die Augen nieder, kommt, ergebt euch wieder! 2. Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen Tag und Nacht ge= bücket dienen; heilig, heilig, heilig fingen ihm zur Ehre aller Engel hohe Chöre. Herr, vernimm unsre Stimm, da auch wir Geringen unsre Opfer bringen. 3. Wir entsagen willig allen Eitelkeiten, aller Erdenluft und Freuden; da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben dir zum Eigentum ergeben. Du allein sollst es sein, unser Gott und Herre, dir gebührt die Ehre. 4. Majestätisch Wesen, möcht ich recht dich preisen und im Geist dir Dienst erweisen! Möcht ich wie die Engel immer vor dir stehen und dich gegenwärtig sehen! Laß mich dir für und für trachten zu gefallen, liebster Gott, in allen! 5. Du durchdringeft alles, laß dein schönstes Lichte, Herr, berühren mein Gesichte! Wie die und der Sonne stille halten, laß mich so, still und froh, deine Strahlen fassen und dich wirken lassen! 6. Mache mich einfältig, innig, abgeschieden, sanfte und im stillen Frieden; mach mich reines Herzens, daß ich deine Klarheit schauen mag im Geist und Wahrheit; laß mein Herz überwärts wie ein Adler schweben und in dir nur leben! 7. Herr, komm in mir wohnen, laß mein'n Geist auf Erden dir ein Heiligtum noch werden. komm, du nahes Wesen, dich in mir verkläre, daß ich dich stets lieb und ehre. Wo ich geh, sitz und steh, laß mich dich erblicken und vor dir mich bücken! Gerh. Terstegen g. 1697+ 1769. 14. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. Brunn alles Heils, dich ehren wir und öffnen unsern Mund vor dir; aus deiner Gottheit Heiligtum dein hoher Segen auf uns komm! 2. Der Herr, der Schöpfer, bei uns bleib, er segne uns nach Seel und Leib, und uns behüte seine Macht vor allem Übel Tag und Nacht! 3. Der Herr, der Heiland, unser Licht, uns leuchten laß sein Angesicht, daß wir ihn schaun und glauben frei, daß er uns ewig gnädig sei. 4. Der Herr, der Tröster, ob uns schweb, sein Antlik über uns erheb, daß uns sein Bild werd Sonntagslieder. eingedrückt, und geb uns Frieden| Gnade sei mit allen, die Gnade unverrückt. sei mit mir! 8 5. Jehova! Vater, Sohn und Geist, o Segensbrunn, der ewig fleußt, durchfleuß Herz, Sinn und Wandel wohl, mach uns deins Lobs und Segens voll! Gerh. Terstegen g. 1697+ 1769. 15. Offenb. 22, 21. Mel. Christus der ist mein Leben. D Gnade sei mit allen, die Gnade unsers Herrn, des Herrn, dem wir hier wallen und sehn sein Kommen gern. 2. Auf dem so schmalen Pfade gelingt uns gar kein Tritt, es gehe seine Gnade denn bis zum mit. 3. Auf Gnade darf man trauen, man traut ihr ohne Reu; und wenn uns ja will grauen, so bleibts: Der Herr ist treu. 4. Wird stets der Jammer größer, so glaubt und ruft man noch: Du mächtiger Erlöser, du kommst; so komme doch! 5. Damit wir nicht erliegen, muß Gnade mit uns sein; denn fie flößt zu den Siegen Geduld und Glauben- ein. 6. So scheint uns nichts ein Schade, was man um Jesum mißt, der Herr hat eine Gnade, die über alles ist. 7. Bald ist es überwunden- nun durch des Lammes Blut, das in den schwersten Stunden die größten Taten tut. 8. Herr, laß es dir gefallen! Noch immer rufen wir: Die Phil. Friedr. Hiller g. 1699+ 1769. 16. Eigene Melodie. Dant sagen wir alle Gott unserm Herren Christo, der uns mit seinem Wort hat erleuchtet und uns erlöset hat mit seinem Blute von des Teufels Gewalt. Den sollen wir alle mit seinen Engeln loben mit Schalle, singen: Preis sei Gott in der Höhe! Altkirchl. Deutsch 1524. 17. Mel. Herzlich tut mich verlangen. aß mich dein ſein und bleiben, du treuer Gott und Herr, von dir laß mich nichts treiben, halt mich bei deiner Lehr! Herr, laß mich nur nicht wanten, gib mir Beständigkeit, dafür will ich dir anten in alle Ewigkeit. Nikol. Selnecker g 1532 † 1592. 18. Mel. Christus der ist mein Leben. ch bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade des bösen- Feindes List. 2. Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser wert, daß uns beid hier und dorte sei Güt und Heil beschert. 3. Ach bleib mit deinem Glanze bei uns, du wertes Licht, dein Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. Sonntagslieder. 4. Ach bleib mit deinem Segen 4. Vielleicht ist dieses nicht ge= bei uns, du reicher Herr, dein Gnad und alls Vermögen in uns reichlich vermehr! schehn, denn ich bin Fleisch und Blut und pfleg es öfters zu versehn, wenn gleich der Wille gut. 5. Nun such ich deinen Gnadenthron, sich meine Schuld nicht an und denke, daß dein lieber Sohn für mich genug getan. 5. Ach bleib mit deinem Schutze bei uns, du starter Held, daß uns der Feind nicht truke, noch fäll die böse Welt. 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Not! Josua Stegmann g. 1588+ 1632. 19. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. Infern Ausgang fegne Gott unsern Eingang gleichermaßen, segne unser täglich Brot, segne unser Tun und Lassen, segne uns mit selgem Sterben und mach uns zu Himmelserben! Hartmann Schend g. 1634+ 1681. Am Sonntag Abend. 20. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. un bricht die finstre Nacht herein, des Tages Glanz ist tot; jedoch, mein Herz, schlaf noch nicht ein, geh, rede erst mit Gott! 2. O Gott, du großer Herr der Welt, den niemand sehen kann, du fiehst ja mich in deinem Zelt, hör auch mein Seufzen an! 3. Der Tag, den ich nunmehr vollbracht, der war besonders dein; drum hat er auch bis in die Nacht mir sollen heilig sein. 6. Schreib alles, was man heut gelehrt, in unsre Herzen ein und lasse die, so es gehört, dir auch gehorsam sein. 7. Erhalte ferner noch dein Wort und tu uns immer wohl, damit man stets an diesem Ort Gott diene, wie man soll. 8. Indessen such ich meine Ruh; o Vater, steh mir bei und gib mir deinen Engel zu, daß er mein Wächter sei. 9. Gib allen eine gute Nacht, die heute recht gelebt, und begre den, der unbedacht hat wider dich gestrebt. 10. Wofern dir auch mein Tun gefällt, so hilf mir morgen auf, daß ich noch ferner in der Welt vollbringe meinen Lauf. 11. Und endlich führe, wenn es Zeit, mich in den Himmel ein, da wird in deiner Herrlichkeit mein Sabbath ewig sein. Kaspar Neumann g. 1648+ 1715. 21. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. Die schönen Sonntagsstunden sind nun dahingeschwunden, uns grüßt die Abendruh; nun will ich all mein Dichten zu dir nach oben richten, Anfang und Ende bleibest du. Adventslieder. 2. Herr, dir sei Preis und Ehre und die Wonne des Herzens und für alle Lieb und Lehre, ich des Auges Stern! empfangen heut; du bist allein zu loben für jedes Licht von oben, das diesen Tag hat eingeweiht. 6. Wenn sich die Augen senken, dann laß dein Angedenken nicht völlig schlafen ein! Laß in den Finsternissen dein Wort und mein Gewissen die beiden treuen Wächter sein! 10 3. Der Glanz von deinem Throne, das Wort von deinem Sohne, der Hauch von deinem Geist, was unser Sinn gespüret, was unser Herz gerühret- für alles, alles sei gepreist. - 4. Laß diesen Strahl des Lebens, dies Licht doch nicht vergebens für uns entzündet sein! Noch in den dunklen Stunden, wenn alles sonst verschwunden, leucht es in unser Herz hinein! 5. Was dieses Licht verdunkelt, obs noch so gleißt und funkelt, das bleib uns ewig fern. Sei du allein die Sonne des Lebens II. Adventslieder. 22. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Nu un kommt das neue Kirchenjahr, des freut sich alle Christenschar. Dein König kommt, drum freue dich, du wertes Zion, ewiglich! Halleluja! 7. Ein Strahl von deinem Lichte erleuchte mein Gesichte auch in der finstern Nacht! Im tiefsten Schoß der Stille entschlummert jeder Wille, du aber bists, der ewig wacht. 8. Herr, schenke mir indessen ein seliges Vergessen von allem eitlen Wahn! Mag auch kein Aug mich schauen, sich von des Himmels Auen nur du, mein Gott und Herr, mich an!. Chr. Heinr. Buchta g. 1808+ 1858. 2. Wir hören noch das Gnadenwort vom Anfang wieder immerfort, das uns den Weg zum Leben weist; Gott sei für seine Gnad gepreist. Halleluja! 3. Gott, was uns deine Wahrheit lehrt, die unsern Glauben stets vermehrt, laß in uns bleiben, daß wir dir Lob und Preis sagen für und für. Halleluja! 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in Einem Thron; der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit. Halleluja! Joh. Olearius g. 1611+ 1684. 23. Eigene Melodie. Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Adventslieder. Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat! 2. Er ist gerecht, ein Helfer wert, Sanftmütigkeit ist sein Gefährt, sein Königstron ist Heiligteit, sein Zepter ist Barmherzigfeit; all unsre Not zum End er bringt, derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Heiland groß von Tat! 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat! Wohl allen Herzen insge mein, da dieser König ziehet ein! Er ist die rechte Freudensonn, bringt mit sich lauter Freud und Gelobet sei mein Gott, mein Tröster früh und spat! Wonn. 4. Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, eur Herz zum Tempel zubereit! die 3weiglein der Gottseligkeit steckt auf mit Andacht, Lust und Freud, so kommt der König auch zu euch, ja heil und Leben mit zugleich. Gelobet sei mein Gott, voll Rat, voll Tat, voll Gnad! 5. Komm, o mein Heiland Jesu Christ, meins Herzens Tür dir offen ist; ach zeuch mit deiner Gnade ein, dein Freundlichkeit auch uns erschein. Dein heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit. Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr! Georg Weissel g. 1590+ 1635. 11 24. Mel. Aus meines Herzens Grunde. uf, auf, ihr Reichsgenossen, eur König kommt heran, empfahet unverdrossen den großen Wundermann! Ihr Christen, geht herfür, laßt uns vor allen Dingen ihm Hosianna fingen mit heiliger Begier. 2. Auf, ihr betrübten Herzen, der König ist gar nah; hinweg all Angst und Schmerzen, der Helfer ist schon da; seht, wie so mancher Ort hochtröstlich ist zu nennen, da wir ihn finden können, im Nachtmahl, Tauf und Wort. 3. Auf, auf, ihr Vielgeplagten, der König ist nicht fern; seid fröhlich, ihr Verzagten, dort kommt der Morgenstern; der Herr will in der Not mit reichem Trost euch speisen, er will euch Hülf erweisen, ja dämpfen gar den Tod. 4. Nun hört, ihr frechen Sünder: Der König merket drauf, wenn ihr verlornen Kinder im vollen Lasterlauf auf Arges seid bedacht, ja es tut ohne Sorgen; gar nichts ist ihm verborgen, er gibt auf alles acht. 5. Seid fromm, ihr Untertanen, der König ist gerecht. Laßt uns die Weg ihm bahnen und machen alles schlicht. Fürwahr, er meint es gut, drum lasset uns die Plagen, die er uns schickt, ertragen mit unerschrocknem Mut. 6. Frisch auf in Gott, ihr Armen, der König sorgt für euch, er will durch sein Erbarmen cuch machen groß und reich; der an ein Tier gedacht, der wird auch euch 12 Adventslieder. ernähren; was Menschen nur begehren, das steht in seiner Macht. 7. Frisch auf, ihr Hochbetrübten, der König kommt mit Macht; an uns, sein Herzgeliebten, hat er schon längst gedacht. Nun wird kein Angst noch Pein noch Zorn hinfür uns schaden, dieweil uns Gott aus Gnaden läßt seine Kinder sein. 8. So lauft mit schnellen Schritten, den König zu besehn, dieweil er kommt geritten stark, herrlich, sanft und schön; nun tretet all heran, den Heiland zu begrüßen, der alles Kreuz versüßen und uns erlösen kann. 9. Der König will bedenken die, welch er herzlich liebt, mit köstlichen Geschenken, als der sich selbst uns gibt durch seine Gnad und Wort. Ja, König, hoch erhoben, wir alle wollen loben dich freudig hier und dort. 10. Nun, Herr, du gibst uns reichlich, wirst selbst doch arm und schwach; du liebest unvergleichlich, du jagst den Sündern nach; drum wolln wir all in ein die Stimmen hoch erschwingen, ein Hosianna singen und ewig dankbar sein. Johann Rist g. 1607+ 1667. 25. Nu Met. Aus meines Herzens Grunde. un jauchzet all, ihr Frommen, in dieser Gnadenzeit, weil unser Heil ist kommen, der Herr der Herrlichkeit; zwar ohne stolze Pracht, doch mächtig, zu verheeren und gänzlich zu zerstören des Teufels Reich und macht. 2. Er kommt zu uns geritten auf einem Eselein und stellt sich in die Mitten für uns zum Opfer ein. Er bringt kein zeitlich Gut, er will allein erwerben durch seinen Tod und Sterben, was ewig währen tut. 3. Kein Zepter, keine Krone sucht er auf dieser Welt, im hohen Himmelsthrone ist ihm sein Reich bestellt. Er will hier seine Macht und Majestät verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden hat vollbracht. 4. Ihr mächtigen auf Erden, nehmt diesen König an, wollt ihr beraten werden und gehn die rechte Bahn, die zu dem Himmel führt; sonst, wo ihr ihn verachtet und nur nach Hoheit trachtet, des Höchsten Zorn euch rührt. 5. Ihr Armen und Elenden in dieser bösen Zeit, die ihr an allen Enden müßt haben Angst und Leid, seid dennoch wohlgemut, laßt eure Lieder klingen und tut dem König singen, der ist eur höchstes Gut. 6. Er wird nun bald erscheinen in seiner Herrlichkeit und all eur Klag und Weinen verwandeln ganz in Freud. Er ist, der helfen kann; halt eure Lampen fertig und seid stets sein gewärtig, er ist schon auf der Bahn. Mich. Schirmer g. 1606 † 1673. 26. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. Mit Ernst, o Menschenkinder, das Herz in euch bestellt, damit das Heil der Sünder, der große Wunderheld, den Gott aus Gnad Adventslieder. 13 allein der Welt zum Licht und mir Gottes Zorn und Grimm also Leben gesendet und gegeben, bei euch auch kehre ein. tief ins Herze schläget, daß sich all mein Blut beweget! 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast, macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haßt; macht alle Bahnen recht, die Tal laßt sein erhöhet, macht niedrig, was hoch stehet, was krumm ist, gleich und schlecht! 3. Ein Herz, das Demut übet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmut liebet, mit Angst zu Grunde geht; ein Herz, das richtig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Chrift. 4. Ach mache du mich Armen zu dieser heilgen Zeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit! 3euch in mein Herz hinein vom Stall und von der Krippen, so werden Herz und Lippen dir allzeit dankbar sein. Nach Val. Thilo d. Jüng. g. 1607 † 1662. 3. Dazu kommt des Teufels Lügen, der mir alle Gnad absagt, als müßt ich nun ewig liegen in der Hölle, die ihn plagt. Ja auch, was noch ärger ist, so zermartert und zerfrißt mich mein eigenes Gewissen mit vergiften Schlangenbisfen. 4. Will ich denn mein Elend lindern und erleichtern meine Pein bei der Welt und ihren Kindern, fall ich vollends tief hinein: da ist Troft, der mich betrübt, Freude, die mein Unglück liebt, Helfer, die mir Herzleid machen, gute Freunde, die mein lachen. 5. In der Welt ist alles nichtig, nichts ist, das nicht kraftlos wär; hab ich Hoheit, die ist flüchtig; hab ich Reichtum, was ists mehr als ein Stücklein armer Erd? hab ich Luft, was ist sie wert? was ts, das mich heut erfreuet, das mich morgen nicht gereuet? 6. Aller Trost und alle Freude ruht in dir, Herr Jesu Chrift; dein Erfreuen ist die Weide, da man sich recht fröhlich ißt. Leuchte mir, o Freudenlicht, ehe mir mein Herze bricht, laß mich, Herr, an dir erquicken, Jesu, komm, laß dich erblicken! 27. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Warum willst du draußen stehen,*) du Gesegneter des Herrn? Laß dir, bei mir einzugehen, wohl gefallen, du mein Stern! Du mein Jesu, meine Freud, Helfer in der rechten Zeit, hilf, o Heiland, meinem Herzen von den Wunden, die mir schmerzen!*) 1. Mof. 24, 31. 2. Meine Wunden sind der Jammer, welchen oftmals Tag und Nacht des Gesetzes starter Hammer mir mit seinem Schrecken macht. O der schweren Donnerstimm, die und quäle. 7. Freu dich, Herz, du bist erhöret, jego zeucht er bei dir ein; sein Gang ist zu dir gelehret, heiß ihn nur willkommen sein und bereite dich ihm zu, gib dich ganz zu seiner Ruh, öffne dein Gemüt und Seele, tlag ihm, was dich drück 14 Adventslieder. 8. Was du Böses hast be- ich stand in Spott und Schanden, gangen, das ist alles abgeschafft: du kommst und machst mich groß Gottes Liebe nimmt gefangen deiner Sünde Macht und Krast. Christi Sieg behält das Feld, und was Böses in der Welt sich will wider dich erregen, wird zu lauter Glück und Segen. 9. Alles dient zu deinem Frommen, was dir bös und schädlich scheint, weil dich Christus angenommen und es treulich mit dir meint. Bleibst du dem nur wieder treu, ists gewiß und bleibt dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. Paul Gerhardt g. 1607+ 1676, 28. Mel. Valet will ich dir geben. Wie soll ich dich empfangen und wie begegn ich dir, o aller Welt Verlangen, o meiner Seele Zier? O Jesu, Jesu, jetze mir selbst die Fackel bei, damit, was dich ergetze, mir fund und wissend sei. 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in ftetem Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. und hebst mich hoch zu Ehren und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irdisch Reichtum tut. 5. Nichts, nichts hat dich ge trieben zu mir vom Himmelszelt als das geliebte Lieben, damit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großen Jammerlaft, die kein Mund kann aussagen, so fest umfangen hast. 6. Das schreib dir in dein Herze, du hochbetrübtes Heer, bei denen Gram und Schmerze sich häuft je mehr und mehr; seid unverzagt, ihr habet die Hülfe vor der Tür, der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier. 7. Ihr dürft euch nicht bemühen noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht; er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Luft, all Angst und Not zu stillen, die ihm an euch, bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken vor eurer Sündenschuld, nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zum Trost und wahren Heil, schafft, daß bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Teil. 3. Was hast du unterlassen zu meinem Trost und Freud? Als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid, als mir das Reich genommen, da Fried und Freude lacht, da bist du, mein Heil, tom men und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; seind. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Tück? Der Herr wird sie zerstreuen in Einem Augenblick. Er tommt, er kommt, ein König, dem wahrlich alle Feind auf Erden viel zu wenig zum Widerstande Adventslieder. 10. Er kommt zum Weltgerichte, zum Fluch dem, der ihm flucht, mit Gnad und süßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Uch komm, ach komm, o Sonne, und hol uns allzumal zum ewgen Licht und Wonne in deinen Freudensaal! Paul Gerhardt g. 1607 † 1676. 29. Eigene Melodie. Kommst du, kommſt du, Licht der Heiden? Ja du kommst und säumest nicht, weil du weißt, was uns gebricht; o du starter Trost im Leiden, Jesu, meines Herzens Tür steht dir offen, komm zu mir! 2. Ja du bist bereits zugegen, du Weltheiland, Jungfraunsohn; meine Sinne spüren schon deinen gnadenvollen Segen, deine Wunderseelenkraft, deine Frucht und Herzenssaft. 3. Adle mich durch deine Liebe, Jesu, nimm mein Flehen hin, schaffe, daß mein Geist und Sinn sich in deinem Lieben übe; sonst zu lieben dich, mein Licht, steht in meinen Kräften nicht. 4. Jesu, rege mein Gemüte, Jesu, öffne mir den Mund, daß dich meines Herzens Grund innig preise für die Güte, die du mir, o Seelengaft, lebenszeit erwiesen haft. 5. Laß durch deines Geistes Gaben, Liebe, Glauben und Geduld, durch Bereuung meiner Schuld, mich zu dir sein hocherhaben. Dann so will ich für und für Hosianna fingen dir. Ernst Christ. Homburg g. 1605+ 1681. 15 30. Eigene Melodie. ott ſei Dank durch alle Welt, der sein Wort beständig hält und der Sünder Trost und Rat zu uns hergesendet hat! 2. Was der alten Väter Schar höchster Wunsch und Sehnen war, und was sie geprophezeit, ist er= füllt nach Herrlichkeit. 3. 3ions Hülf und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jungfrau Sohn, der wohl zweigestammte Held hat sich treulich eingeſtellt. 4. Cei willkommen, o mein Heil! Dir Hosianna, o mein dir in meinem Herzen an! Teil! Richte du auch eine Bahn 5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein, es gehöret dir allein; mach es, wie du gerne tuft, rein von aller Sünden Wust! 6. Und gleich wie dein Ankunft war voller Sanftmut, ohn Gefahr, also sei auch jederzeit deine Sanftmut mir bereit! 7. Tröste, tröste meinen Sinn. weil ich schwach und blöde bin, und des Satans schlaue List sich zu hoch für mich vermißt. 8. Tritt der Schlange Kopf entzwei, daß ich aller Ängste frei dir im Glauben um und an selig bleibe zugetan, 9. Daß, wenn du, du Lebensfürst, prächtig wieder kommen wirst, ich dir mög entgegen gehn und vor dir gerecht bestehn. Henr. Held um 1650. 16 Adventslieder. 31. Mel. Alle Menschen müssen sterben. Mel. 2. Liebster Jesu, sei willkommen hier in dieser bösen Welt, da du kaum wirst aufgenommen, da man dich verächtlich hält. Ich, ich will dich nicht verscherzen, wohne nur in meinem Herzen! Du bist mein, und ich bin dein, ich will keines andern sein. 2. 3war du kommest gar nicht prächtig, aber ich bin schon vergnügt; du bist dennoch reich und mächtig, haft mir alles zugefügt, was mich Sünder, was mich Schwachen kann gerecht und selig machen. Du bist mein, und ich bin dein, ich will keines andern sein. 3. Dein so armes Kummerleben soll mein steter Reichtum sein; bin ich dir nur ganz ergeben und vertrau ich dir allein, so wirst du mir schon gewähren, was mein Herz nur tann begehren. Du bist mein, und ich bin dein, ich will keines andern sein. 4. Will dich alle Welt gleich meiden, dennoch find ich mich zu dir; dich und mich soll nie was scheiden, sondern ich will für und für in dir leben, an dich gläuben, tot und lebend dein verbleiben. Du bist mein, und ich bin dein, ich will teines andern sein.. 5. Deine Schmach und deine Schande, so dir diese Welt antut, dienet mir zum höchsten Pfande und versichert meinen Mut, daß du mir in jenem Leben wirst die höchste Ehre geben. Du bist mein, und ich bin dein, ich will keines andern sein. 6. Nun, mein Herze steht dir offen, zeuch, mein Heiland, bei mir ein, laß mich nicht vergeblich hoffen, laß mich stets dein eigen sein! Tilge du all mein Verbrechen, so kann ich stets fröhlich sprechen: Du bist mein, und ich bin dein, ich will keines andern sein. Friedr. Fabricius g. 1642+ 1703. 32. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Mel. 1. osianna! Davids Sohn kommt in 3ion eingezogen; ach bereitet ihm den Thron, setzt ihm tausend Ehrenbogen, streuet Palmen, machet Bahn, daß er Einzug halten kann. 2. Hosianna, sei gegrüßt! Komm, wir gehen dir entgegen; unser Herz ist schon gerüst, will sich dir zu Füßen legen. Zeuch zu unsern Toren ein, du sollst uns willkommen sein. 3. Hosianna, Friedensfürst, Ehrenkönig, Held im Streite! Alles, was du schaffen wirst, das ist unsre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht, und dein Reich allein besteht. 4. Hosianna, lieber Gast! Wir sind deine Reichsgenossen, die du dir erwählet hast; ach so laß uns unverdrossen deinem Zepter dienstbar sein, herrsche du in uns allein! 5. Hosianna! Steh uns bei! O Herr, hilf, laß wohl gelingen, daß wir ohne Heuchelei dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst keinen Jünger an, der dir nicht gehorchen kann. Adventslieder. 17 6. Hosianna! Laß uns hier angeselle mich im Geist zu denselben den Ölberg dich begleiten, bis großen Reihen, die das Hosianna wir einstens für und für dir ein schreien, wo man dich willkommen Psalmenlied bereiten; dort ist unser heißt. Bethphage: Hosianna in der Höh! 5. Jauchzt, ihr Kräfte, freuet 7. Hofianna nah und fern!| euch, seid ermuntert, meine SinEile bei uns einzuget en, du Ge- nen! Jesus und sein Gnadensegneter des Herrn, warum willst reich wird bei euch nun Raum du draußen stehen?*) Hosianna! gewinnen. Kommt und schwört Bist du da? Ja du kommst, den Huldgungseid, kommt und Halleluja! *) 1. Mof. 24, 31. tüßt den Sohn der Liebe! Ach Benjamin Schmold g. 1672+ 1737. daß niemand außen bliebe, hier, ach hier ist Seligkeit. 33. Joh. Jak. Rambach g. 1693+ 1735. Eigene Melodie. Sei ei willkommen, Davids Sohn, der in seines Vaters Namen sich erhebet auf den Thron über Jakobs Haus und Samen, welchem Goft ein Reich bestimmt, dem die Reiche dieser Erden alle müssen dienstbar werden, das kein Ende jemals nimmt. 2. Sei gesegnet, teures Reich, das ein solcher Herr befizet, dem kein Herr auf Erden gleich, der das Recht mit Nachdruck schützet. Schwinge dich in stetem Flor groß durch Frieden, reich an Freuden unter Juden, unter Heiden mit vermehrtem Glanz empor! 3. Deines Königs Majestät müsse jedes Volk verehren, und so weit die Sonne geht, müsse sich sein Ruhm vermehren. Selbst der kleinen Kinder Mund mache zum Verdruß der Feinde und zur Freude seiner Freunde seinen großen Namen fund. 4. Schreibe mich, Herr, auch mit an unter deinen Untertanen; ich will dir, so gut ich kann, in mein Herz die Wege bahnen; ich 34. Mel. Lobt Gott, ihr Christen alle gleich. Beuch, Ehrenkönig, bei mir ein, fomm, komm, verweile nicht! sein, komm, o mein Gnadenlicht! Komm, laß mich ganz dein eigen 2. Komm, Jesu, meiner Seele Ja tomm, Herr Jesu, komm, Teil, ach fomm, ich liebe dich. mein Heil, mach ewig selig mich! 1735(?). 35. Eigene Melodie. Dein König kommt in niedern Hüllen, ihn trägt der lastbarn Eslin Füllen, empfang ihn froh, Jerusalem! Trag ihm entgegen Friedenspalmen, bestreu den Pfad mit grünen Halmen! So ifts dem Herren angenehm. 2. O mächtger Herrscher ohne Heere, gewaltger Kämpfer ohne Speere, o Friedensfürst von großer Macht! Es wollen dir der Erde Herren den Weg zu deinem Throne sperren, doch du gewinnft ihn ohne Schlacht. 2 18 3. Dein Reich ist nicht von dieser Erden, doch aller Erde Reiche werden dem, das du gründest, unter tan. Bewaffnet mit des Glaubens Worten zieht deine Schar nach den vier Orten der Welt hinaus und macht dir Bahn. 4. Und wo du kommest her= gezogen, da ebnen sich des Meeres Wogen, es schweigt der Sturm, von dir bedroht. Du kommst, auf den empörten Tristen des Lebens neuen Bund zu stiften, und schlägst in Fessel Sünd und Tod. Weihnachtslieder. 36. Eigene Melodie. Ein Kind geborn zu Bethlehem, des freuet sich Jerusalem. Halleluja, Halleluja! 2. Hier liegt es in dem Krippelein, ohn Ende ist die Herrschaft sein. Halleluja, Halleluja! 3. Für solche gnadenreiche Zeit sei Gott gelobt in Ewigkeit. Halleluja, Halleluja! III. Weihnachtslieder. 4. Lob, Ehr der heiligen Dreifaltigkeit von nun an bis in Ewigteit. Halleluja! Halleluja! Nach dem Lateinischen Puer natus in Bethlehem. 5. O Herr von großer Huld und Treue, o komme du auch jetzt aufs neue zu uns die wir sind schwer verstört. Not ist es, daß du selbst hienieden kommst zu erneuen deinen Frieden, dagegen sich die Welt empört. 37. Eigene Melodie. Gelobet feift du, Jefu Chrift, daß du Mensch geboren bist von einer Jungfrau, das ist wahr, des 6. O laß d in Licht auf Erden siegen, die Macht der Finsternis erliegen und lösch der Zuietracht Glimmen aus, daß wir, die Völter und die Thronen, vereint als Brüder wieder wohnen in deines großen Vaters Haus. Friedrich Rückert g. 1789+1866. freuet sich der Engel Schar. Halleluja! 2. Tes ewgen Vaters einig Kind jetzt man in der Krippe findt; in unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ewge Gut. Halleluja! 3. Den aller Welt Kreis nie Schoß; er ist ein Kindlein worbeschloß, der liegt in Marien den klein, der alle Ding erhält allein. Halleluja! herein, gibt der Welt ein neuen 4. Tas ewge Licht geht da der Nacht und uns zu Lichtes Schein; es leucht wohl mitten in Kindern macht. Halleluja! 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt hie ward und führt uns aus dem Jammertal, er macht uns Erb'n in seinem Eaal. Halleluja! Weihnachtslieder. 6. Er ist auf Erden kommen arm, daß er unser sich erbarm und in dem Himmel mache reich und seinen licben Engeln gleich. Halleluja! 7. Das hat er alles uns getan, sein groß Licb zu zeigen an. Des fren sich alle Christenheit und dank ihm des in Ewigkeit! Halleluja! Martin Luther g. 1483+ 1546. 38. Eigene Melodie. B om Himmel hoch da komm ich her, ich bring euch gute neue Mär; der guten Mär bring ich so viel, davon ich singu und sagen will. 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn von ciner Jungfrau auserkorn, ein Kindelcin so zart und fein; das soll eur Freud und Wonne sein. 3. Es ist der Herr Christ unser Gott, der will euch führn aus aller Not, er will eur Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Seligkeit, die Gott der Vater hat bereit, daß ihr mit uns im Himmelreich sollt leben nun und ewiglich. 5. So merket nun das Zeichen recht, die Krippe, Windelein so schlecht, da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt. 6. Des laßt uns alle fröhlich sein und mit den Hirten gehn hinein, zu sehn, was Gott uns hat beschert, mit seinem licben Sohn berehrt. 19 7. Merk auf, mein Herz, und sieh dort hin: was liegt doch in dem Krippelein? Wes ist das schöne Kindelein? Es ist das liebe Jefulein. 8. Willkommen sei, du edler Gast! Den Sünder nicht berschmähet haft und kommst ins Elend her zu mir, wie soll ich immer danten dir? 9. Ach Herr, du Schöpfer aller Ding, wie bist du worden so gering, daß du da liegst auf dürrem Gras, davon ein Rind und Esel aß. 10. Und wär die Welt vielmal so weit, von Edelstein und Gold bereit, so wär sie doch dir viel zu klein, zu sein ein enges Wiegelein. 11. Der Sammet und die Seide dein das ist grob Heu und Windelein, darauf du König, groß und reich, herprangst, als wärs dein Himmelreich. 12. Das hat also gefallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir: Wie aller Welt Macht, Ehr und Gut vor dir nichts gilt, nichts hilft noch tut. 13. Ach mein herzlicbes Jesulein, mach dir ein rein sanft Bettelein, zu ruhn in meines Heizens Schrein, daß ich nimmer vergesse dein. 14. Davon ich allzeit fröhlich sei, zu springen, singen immer frei das rechte Wiegenliedlein schön, mit Herzenslust den süßen Ton. 15. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, der uns schenkt seinen eingen Sohn! Des freuen sich der Engel Echar und singen uns solch neues Jahr. Martin Luther g. 1183+ 1516. 2* 20 Weihnachtslieder. 39. Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. Bo ( om Himmel kam der Engel Schar, erschien den Hirten offenbar; fie sagten ihn'n: Ein Kindlein zart das liegt dort in der Krippe hart, 2. 3u Bethlehem in Davids Stadt, wie Micha*) das bertündet hat! es ist der Herre Jesus Chrift, der euer aller Heiland ist. *) Mich. 5, 1. 3. Des follt ihr billig fröhlich sein, daß Gott mit euch ist worden ein. Er ist geborn eur Fleisch und Blut, eur Bruder ist das ewge Gut. 4. Was kann euch tun die Sünd und Tod? ihr habt mit euch den wahren Gott. Laßt zürnen Teufel und die Höll, Gotts Sohn ist worden eur Gesell. 5. Er will und fann euch lassen nicht, setzt ihr auf ihn eur 3ubersicht. Es mögen cuch viel fechten an, dem sei Trot, ders nicht lassen kann. 6. Buletzt müßt ihr doch haben Recht; ihr seid nun worden Gotts Geschlecht. Tes danket Gott in Enigteit, geduldig, fröhlich allezeit! Martin Luther g. 1483+ 1546. Sohn vom Himmelreich der ist Mensch geboren. 2. Ein Kindelcin so löbelich ist uns geboren heute von einer Jungfrau säuberlich, zu Troft uns armen Leuten. Wär uns das Kindlein nicht geborn, so wärn wir allzumal verlorn, das Heil ist unser aller. Ei, du süßer Jesu Chrift, daß du Mensch geboren bist, behüt uns vor der Hölle. Nach dem Latein. Dies est laetitiae. 41. Eigene Melodie. Bobt Gott, ihr Chriſten alle gleich, in seinem höchsten Thron, der heut schleußt auf sein Himmelreich und schenkt uns seinen Sohn. 2. Er kommt aus seines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein, er liegt dort elend, nackt und bloß in einem Krippelein. 3. Er äußert sich all seiner G'walt, wird niedrig und gering und nimmt an sich eins Knechts Gestalt, der Schöpfer aller Ding. 4. Er liegt an seiner Mutter Brust, ihr Milch die ist sein Speis, an dem die Engel sehn ihr Lust, denn er ist Davids Reis, 5. Das seinem Stamm entsprießen sollt in dieser letzten Zeit, durch welchen Gott aufrichten wollt sein Reich, die 40. Eigene Melodie. Der Tag der ist so freudenreich Chriſtenheit. aller Kreature, denn Gottes Sohn vom Himmelreich über die Nature von einer Jungfrau ist geborn; Maria, du bist außertorn, da du Mutter wäreft. Was geschah so wundergleich? Gottes 6. Er wechselt mit uns wunderlich, Fleisch und Blut nimmt er an und gibt uns in seins Vaters Reich die flare Gottheit dran. 7. Er wird ein Knecht und ih ein Herr, das mag ein Wechsel Weihnachtslieder. 21 sein! Wie könnt er doch sein söhnt des Baters Zorn; freu sich, freundlicher, das Herzejejulein. dem sein Sünd ist leid. 8. Heut schleußt er wieder auf die Tür zum schönen Paradeis, der Cherub steht nicht mehr dafür. Gott sei Lob, Ehr und Preis! Niklas Herman+ 1561. 42. Figene Melodie. De Christus geboren war, freute sich der Engel Schar, sangen all mit Haufen schön: Ehr sei Gott im höchsten Thron! Gottes Sohn ist Mensch geborn, hat verföhnt des Vaters Zorn; freu sich, dem sein Sünd ist leid. 2. Die Hirten erschraten ganz bor des Engels hellem Glanz, hörten fröhlich neue Mär, daß Christus geboren wär. Gottes Sohn ist Mensch geborn, hat verföhnt des Vaters Zorn; freu sich, dem sein Sünd ist leid. 3. Sie suchten das Kindelein, eingehüllt in Windelein, wie der Engel hatt vermeldt, welches trägt die ganze Welt. Gottes Sohn ist Mensch geborn, hat versöhnt des Vaters Zorn; fren sich, dem sein Sünd ist leid. 4. Sie fanden das Kindlein zart liegen in der Krippe hart bei dem Vieh im finstern Stall, das die Stern erschaffen all. Gottes Sohn ist Mensch geborn, hat verföhnt des Vaters Zorn; freu sich, dem sein Sünd ist leid. 6. Solche groß Barmherzigkeit laßt uns preisen allezcit, in Gottsfurcht und Glauben rein mit Geduld gehorsam sein. Gottes Sohn ift Mensch geborn, hat versöhnt des Baters Zorn; freu fich, dem sein Sünd ist leid. 1560. R. d. Latein. In natali Domini. 43. Eigene Melodie. reuet euch, ihr Christen alle, freue fich, wer immer fann, Gott hat viel an uns getan! Freuet euch mit großem Schalle, daß er uns so hoch geacht, sich mit uns befreundt gemacht. Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne. 2. Siehe, siehe, meine Seele, wie dein Heiland kommt zu dir, brennt in Liebe für und für, daß er in der Krippe Höhle harte lieget dir zu gut, dich zu lösen durch sein Blut. Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne. 3. Jesu, wie soll ich dir danten? Ich bekenne, daß von dir meine Seligkeit herrühr. So lag mich von dir nicht wanten, nimm mich dir zu eigen hin, so empfindet Herz und Sinn Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnaden5. Aus der Mutter Brust so rein nähret sich das Kindelein, das durch seine göttlich Kraft allem Vieh sein Futter schafft. Gottes Sohn ist Mensch geborn, hat ver- sonne. 22 4. Jesu, nimm dich deiner Glieder ferner auch in Gnaden an, schenke, was man bitten kann, zu erquicken deine Brüder, gib der ganzen Christenschar Friede und ein selges Jahr! Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne. Christ. Keymann g. 1607+ 1662. Weihnachtslieder. 44. Eigene Melodie. un singet und seid froh, jauchzt all und saget so: Unsers Herzens Wonne liegt in der Krippe bloß und leucht doch als die Sonne in seiner Mutter Schoß. Du bist A und O, du bist A und O. 2. Sohn Gottes in der Höh, nach dir ist mir so weh, tröst mir mein Gemüte, o Kindlein zart und rein, durch alle deine Güte, o liebstes Jesulein, zeuch mich hin nach dir:,: 3. Groß ist des Vaters Huld, der Sohn tilgt unsre Schuld. Wir warn all verdorben durch Sünd und Eitelkeit, so hat er uns erworben die ewge Himmelsfreud; eia, wärn wir da:,: 4. Wo ist der Freudenort? Nirgend sonst als dort, da die Engel singen mit den Heitgen all, und die Psalmen flingen im hohen Himmelssaal. Eia, wärn wir da:: Hannov. Gsb. 1646. Nach dem Lateinischen In dulci jubilo. 45. Mel. Valet will ich dir geben. hr Christen auserkoren, freut cuch von Herzen sehr: der Heiland ist geboren! Recht gute neue Mär! Des freuen sich dort oben der heilgen Engel Schar und Gott den Vater loben jetzt und fort immerdar. 2. So singen sie mit Schalle: Ihr Christen insgemein, freut euch von Herzen alle ob diesem Kindelein! Euch, euch ist es ge= geben und hat das Heil bereit, daß ihr bei Gott sollt leben in steter Seligkeit. 3. Kein Mensch sich ja betrübe, süße Liebe; was wollt ihr traurig denn dieses Kindelein euch bringet dem sein? Den Himmel wills schenken, der an ihn gläubet feft; daran sollt ihr gedenken, euch freuen auf das best. 4. Nun seid ihr wohl gerochen an eurer Feinde Schar, denn Christus hat zerbrochen, was euch zuwider war. Tod, Teufel, Sünd und Hölle sind ganz und gar geschwächt, bei Gott hat seine Stelle das menschliche Geschlecht. 5. Drum wir auch nun dich loben, Jesu, zweistammger Held, daß du herab von oben bist kommen in die Welt. Komm auch in unsre Herzen und bleibe für und für, daß weder Glück noch Schmerzen uns trennen ab von dir. V. 1-4. G. Werner g. 1589 † 1643. V. 5. Saunov. Gsb. 1657. Weihnachtslieder. 46. Eigene Melodie. Ermuntre dich, mein schwacher Geist, und trage groß Verlangen, ein kleines Kind, das Vater heißt,*) mit Freude zu empfangen. Dies ist die Nacht, darin es kam und menschlich Wesen an sich nahm, dadurch die Welt mit Treuen als seine Braut zu freien.*) Icf. 9, 6. 2. Willkommen, süßer Bräutigam, du König aller Ehren, willkommen, Jesu, Gottes Lamm, ich will dein Lob vermehren, ich will dir all mein Lebenlang von Herzen sagen Preis und Dank, daß du, da wir verloren, für uns bist Mensch geboren. 3. Ogroßer Gott, wie konnt es sein, dein Himmelreich zu laffen, zu kommen in die Welt hinein, da nichts denn Neid und Hassen? Wie konntest du die große Macht, dein Königreich, die Freudenpracht, ja dein erwünschtes Leben für deine Feind hingeben? 23 im Orden der Bettler Mensch geworden? 6. O Freudenzeit, o Wundernacht, dergleichen nie gefunden, du hast den Heiland hergebracht, der alles überwunden, du hast gebracht den starken Mann, der Feur und Wolken zwingen kann, vor dem die Himmel zittern und alle Berg erschüttern. 7. O liebes Kind, o süßer Knab, holdselig von Geberden, mein Bruder, den ich lieber hab als alle Schätz auf Erden, komm, Schönster, in mein Herz hinein, komm eilend, laß die Krippe sein, komm, komm, ich will bei Zeiten dein Lager dir berciten. 8. Sag an, mein Herzensbräutigam, mein Hoffnung, Freud und Leben, mein edler Zweig aus Jakobs Stamm, was soll ich dir doch geben? Ach nimm von mir Leib, Seel und Geist, nimm alles, was Mensch ist und heißt: ich will mich ganz verschreiben, dir ewig treu zu bleiben. 9. Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christ, sei dir von mir ge4. Ist doch, Herr Jesu, deine jungen, daß du mein Bruder wor= Braut ganz arm und voller Schan- den bist und hast die Welt beden, dennoch hast du sie dir verzwungen; hilf, daß ich deine traut am Kreuz in Todesbanden; Gütigkeit stets preis in dieser ist sie doch ganz und gar befleckt, Gnadenzeit und mög hernach dort mit dem Verderben angesteckt, und oben in Ewigkeit dich loben. du willst ihretwegen den Zepter von dir legen! Johann Rist g. 1607+ 1667. 5. Du Fürst und Herrscher dieser Welt, du Friedenswiederbringer, du lluger Rat und tapfrer Held, du starker Höllenzwinger, wie war es möglich, daß du dich erniedrigtest so jämmerlich, als wärest du 47. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. ch steh an deiner Krippe hier, o Jesu, du mein Leben, ich komme, bring und schenke dir, 24 Weihnachtslieder. was du mir haft gegeben. Nimm Für edle Kinder großer Herrn hin, es ist mein Geist und Sinn, gehören güldne Wiegen. Ach Heu Herz, Seel und Mut, nimm alles und Stroh ist viel zu schlecht, hin und laß dirs wohlgefallen! Samt, Seide, Purpur wären recht, dies Kindlein drauf zu legen. 2. Du hast mit deiner Lieb erfüllt mein Adern und Geblüte; dein schöner Glanz, dein süßes Bild liegt mir ganz im Gemüte. Und wie mag es auch anders sein, wie könnt ich dich, o Herze mein, aus meinem Herzen lassen? 3. Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren und haft mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt, erkoren. Eh ich durch deine Hand gemacht, da hast du schon bei dir bedacht, wie du mein wolltest werden. 4. 3ch lag in tiefster Todesnacht, du warest meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht, wie schön sind deine Strahlen! 5. Ich sehe dich mit Freude an und kann mich nicht satt sehen, und weil ich nun nichts weiter kann, so tu ich, was geschehen. O daß mein Sinn ein Abgrund wär, und meine Seel ein weites Meer, daß ich dich möchte fassen! 6. Wo nehm ich Weisheit und Verstand, mit Lobe zu erhöhen die Äuglein, die so unverwandt nach mir gerichtet stehen? Der volle Mond ist schön und flar, schön ist der güldnen Sterne Schar, dies' Änglein sind viel schöner. 7. O daß doch ein so lieber Stern soll in der Krippe liegen! 8. Nehmt weg das Stroh, nehmt weg das Heu, ich will mir Blumen holen, daß meines Heilands Lager sei auf Kränzen und Violen; mit Rosen, Nelken, Rosmarin aus schönen Gärten will ich ihn von oben her bestreuen. 9. 3ur Seite will ich hie und dar viel weiße Lilien stecken, die sollen seiner Äuglein Paar im Schlafe sanft bedecken. Doch liebt viel mehr das dürre Gras dies Kindelein als alles das, was ich hier nenn und denke. 10. Du fragest nicht nach Lust der Welt noch nach des Leibes Freuden; du hast dich bei uns eingestellt an unsrer Statt zu leiden, suchst meiner Seele Herrlichkeit durch dein selbsteignes Herzeleid, das will ich dir nicht wehren. 11. Eins aber, hoff ich, wirst du mir, mein Heiland, nicht versagen: daß ich dich möge für und für in, bei und an mir tragen. So laß mich doch dein Kripplein sein, komm, komm und lege béi mir ein dich und all deine Freuden! 12. 3war sollt ich denken, wie gering ich dich bewirten werde; du bist der Schöpfer aller Ding, ich bin nur Staub und Erde. Doch bist du ein so frommer Gast, daß du noch nie verschmähet hast den, der dich gerne siehet. Paul Gerhardt g. 1607 † 1676. Weihnachtslieder. 48. Eigene Melodie. Fröhlich soll mein Herze springen dieser Zeit, da vor Freud alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Choren alle Luft laute ruft: Christus ist geboren. 2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch, dir, Mensch, zu gute, Gottes Kind das verbindt sich mit unserm Blute. 3. Sollt uns Gott nun können hassen, der uns gibt, was er liebt über alle Maßen? Gott gibt, unserm Leid zu wehren, seinen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren. 4. Sollte von uns sein gekehret, der sein Reich und zugleich sich selbst uns verehret? Sollt uns Gottes Sohn nicht lieben, der jetzt kömmt, von uns nimmt, was uns will betrüben? 5. Hätte vor der Menschen Orden unser Heil einen Greul, wär er nicht Mensch worden; hätt er Lust zu unserm Schaden, ei so würd unsre Bürd er nicht auf sich laden. 6. Er nimmt auf sich, was auf Erden wir getan, gibt sich an, unser Lamm zu werden, unser Lamm, das für uns stirbet und bei Gott für den Tod Gnad und Fried erwirbet. 25 was euch quält, was euch fehlt, ich bring alles wieder. 7. Nun, er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit jüßen Lippen: Lasset fahrn, o licben Brüder, 8. Ei so kommt und laßt uns laufen, stellt euch ein, Groß und Klein, eilt mit großen Haufen. Liebt den, der vor Liebe brennet, schaut den Stern, der euch gern Licht und Labsal gönnet. 9. Die ihr schwebt in großem Leide, sehet, hier ist die Tür zu der wahren Freude. Faßt ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da hinfort euch kein Kreuz wird rühren. 10. Wer sich fühlt beschwert im Herzen, wer empfindt seine Sünd und Gewissensschmerzen, sei getroft: hie wird gefunden, der in Eil machet heil die vergisten Wunden. 11. Die ihr arm seid und elende, kommt herbei, füllet frei eures Glaubens Hände: Hier find alle guten Gaben und das Gold, da ihr sollt euer Herz mit laben. 12. Süßes Heil, laß dich umfangen, laß mich dir, meine Zier, meines Lebens Leben; nun fann unverrückt anhangen! Du bist ich mich durch dich wohl zufrieden geben. 13. Meine Schuld kann mich nicht drücken, denn du hast meine Laft all auf deinem Rücken. Kein Fleck ist an mir zu finden, ich bin gar rein und klar aller meiner Sünden. 14. Ich bin rein um deinetwillen, du gibst gnug Ehr und Schmuck, mich darein zu hüllen. Ich will dich ins Herze schließen, o mein Ruhm, edle Blum, lap dich recht genießen! 26 15. Ich will dich mit Fleiß bewahren, ich will dir leben hier, dir will ich abfahren. Mit dir will ich endlich schweben voller Freud ohne Zeit dort im andern Leben. Weihnachtslieder. Paul Gerhardt g. 1607+ 1676. 49. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Wir singen dir, Immanuel, du Lebensfürst und Gnadenquell, du Himmelsblum und Morgenstern, du Jungfrausohn, Herr aller Herrn. Halleluja! 2. Wir singen dir in deinem Heer aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr, daß du, o lang gewünschter Gast, dich nunmehr eingestellet hast. Halleluja! 3. Von Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach dir gewacht; dich hat gehofft so lange Jahr der Väter und Propheten Schar. Halleluja! 4. Ach daß der Herr aus Zion käm und unsre Bande von uns nähm! Ach daß die Hülfe bräch herein, so würde Jakob fröhlich sein.*) Halleluja!*) Pf. 14, 7. 5. Nun, du bist hier, da liegest du, hältst in dem Kripplein deine Ruh; bist klein und machst doch alles groß, belleidst die Welt und kommst doch bloß. Halleluja! 6. Du kehrst in fremder Hausung ein, und sind doch alle Himmel dein; trinkst Milch aus deiner Mutter Brust und bist doch selbst der Engel Lust. Halleluja! 7. Du bist der süße Menschenfreund, doch sind dir so viel Menschen feind; Herodis Heer hält dich für Greul, und bist doch nichts als lauter Heil. Halleluja! 8. Ich aber, dein geringster Knecht, ich sag es frei und mein es recht: Ich liebe dich, doch nicht fo viel, als ich dich gerne lieben will. Halleluja! 9. Der Will ist da, die Kraft ist klein, doch wird dir nicht zuwider sein mein armes Herz, und was es fann, wirst du in Gnaden nchmen an. Halleluja! 10. Darum so hab ich guten Mut, du wirst auch halten mich für gut. O Jesulein, dein frommer Sinn macht, daß ich so voll Trostes bin. Halleluja! 11. Bin ich gleich sünd- und lastervoll, hab ich gelebt nicht wie ich soll, ei kommst du doch deswegen her, daß sich der Sünder zu dir kehr. Halleluja! 12. So faß ich dich nun ohne Schen; du machst mich alles Jammers frei; du trägst den Zorn, du würgst den Tod, vertlehrst in Freud all Angst und Not. Halleluja! wiederum bin ich dein Glied und 13. Du bist mein Haupt, hinEigentum und will, so viel dein Geist mir gibt, stets dienen dir, wie dirs beliebt. Halleluja! 14. Ich will dein Halleluja hier mit Freuden singen für und für, und dort in deinem Ehrensaal solls schallen ohne Zeit und Zahl. Halleluja! Paul Gerhardt g. 1607 † 1676. Univ.- Bibl. Giessen Weihnachtslieder. 50. Eigene Melodie. Kommt und laßt uns Chriftum Christenheit! Sinnen zu chren, Herz und ihm kehren, singet fröhlich, laßt euch hören, wertes Volk der Christenheit! 2. Sünd und Hölle mag sich grämen, Tod und Teufel mag sich schämen, wir, die unser Heil annehmen, werfen allen Kummer hin. 3. Sehet, was hat Gott gegeben! Seinen Sohn zum ewgen Leben. Dieser kann und will uns heben aus dem Leid ins Himmels Freud. 4. Seine Seel ist uns gewogen, Lieb und Gunst hat ihn gezogen, uns, die Satanas betrogen, zu besuchen aus der Höh. 5. Jakobs Stern ist aufgegangen, stillt das schnliche Verlangen, bricht den Kopf der alten Schlangen und zerstört der Hölle Reich. 6. Unser Kerker, da wir saßen und mit Sorgen ohne Maßen uns das Herze selbst abfraßen, ist entzwei, und wir sind frei. 27 man in der Krippe findt! Großer Held von Ewigkeit, dessen Macht und Herrlichkeit rühmt die ganze 7. O du hoch gescgn'te Stunde, da wir das von Herzensgrunde gläuben und mit unserm Munde danken dir, o Jefulein! 8. Schönstes Kindlein in dem Stalle, sei uns freundlich, bring uns alle dahin, da mit süßem Schalle dich der Engel Hcer erhöht. Paul Gerhardt g. 1607 † 1676. 2. Du bist arm und machst zugleich uns an Leib und Seele reich, du wirst klein, du großer Gott, und machst Höll und Tod zu Spott. Aller Welt wird offen= bar, ja auch deiner Feinde Schar, daß du, Gott, bist wunderbar. 3. Laß mir deine Güt und Treu täglich werden immer neu, Gott, mein Gott, verlaß mich nicht, wenn mich Not und Tod anficht. Laß mich deine Herrlichkeit, deine Wundergütigkeit schauen in der Ewigkeit! Joh. Olearius g. 1611 † 1684 52. Mel. O daß ich tausend Bungen hätte. Dies ist die Nacht, da mir erschienen des großen Gottes Freundlichkeit; das Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkelheit, und dieses Welt- und Himmelslicht weicht hunderttausend Sonnen nicht. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, verjäume nicht den Gnadenschein! Der Glanz in dieser lleinen Höhle strect sich in alle Welt hinein, er treibet weg der Hölle Macht, der Sünde und des Kreuzes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der klaren Seligfeit; wenn Sonne, Mond und Stern vergehen, vielleicht noch in gar kurzer Zeit, wird dieses Licht mit seinem Schein dein Himmel 51. Mel. Da Christus geboren war. W funderbarer Gnadenthron, Got tes und Marien Sohn, Gott und Mensch, ein kleines Kind, das und dein alles sein. 28 Weihnachtslieder. 4. Laß nur indessen helle schei-| Welt gezogen? Ach deine große nen dein Glaubens- und dein Lieb und meine große Not hat Liebeslicht; mit Gott mußt du es deine Glut entflammt, die stärker treulich meinen, sonst hilft dir als der Tod. diese Sonne nicht; willst du ge= nießen diesen Schein, so darfst du nicht mehr dunkel sein. 5. Drum, Jesu, schöne Weihnachtssonne, bestrahle mich mit deiner Gunst! Dein Licht sei meine Weihnachtswonne und lehre mich die Weihnachtskunst, wie ich im Lichte wandeln soll und sei des Weihnachtsglanzes voll. Kasp. Friedr. Nachtenhöfer g. 1624+ 1685. 53. 1 Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. 1. u wesentliches Wort, von Anfang her gewesen, du Gott, von Gott gezeugt, von Ewigkeit erlesen zum Heil der ganzen Welt, o mein Herr Jesu Christ, willkommen, der du mir zum Heil geboren bist. 2. Komm, o selbständigs Wort, und sprich in meiner Seclen, daß mirs in Ewigkeit an Trost nicht solle fehlen; im Glauben wohn in mir und weiche nimmer nicht, laß mich auch nicht von dir abweichen, schönstes Licht! 3. Du wesentliches Wort warst bei Gott, eh geleget der Grund der großen Welt, da sich dein Herz beweget zur Liebe gegen mich; ja du warst selber Gott, damit du machtst im Fleisch Sünd, Höll und Tod zu Spott. 4. Was hat, o Jesu, dich von Anfang doch bewogen? Was hat vom Himmelsthron dich in die 5. Du bist das Wort, wodurch die ganze Welt formieret, denn alle Dinge sind durch dich ans Licht geführet. Ach so bin ich, mein Heil, auch dein Geschöpf und Gab, der alles, was ich bin, von dir empfangen hab. 6. Gib, daß ich dir zum Dienst mein ganzes Herz ergebe, auch dir allein zum Preis auf dieser Erde lebe; ja, Jesu, laß mein Herz ganz neu geschaffen sein und dir bis in den Tod gewidnet sein allein! 7. Ach laß nichts in mir sein, was du nicht hast geschaffen, reut alles Unkraut aus und brich des Feindes Waffen! Was bös, ist nicht von dir, das hat der Feind getan, du aber führ mein Herz und Fuß auf ebner Bahn! 8. Das Leben ist in dir und alles Licht des Lebens; laß an mir deinen Glanz, mein Gott, nicht sein vergebens! Weil du das Licht der Welt, so sei mein Lebenslicht, o Jesu, bis mir dort dein Sonnenlicht anbricht. Laurent. Laurenti g. 1660+ 1722. 54. Eigene Melodie. Liebe, die den Himmel hat zerrissen, die sich zu mir ins Elend niederließ, was für ein Trieb hat dich bewegen müssen, der dich zu mir ins Jammertal verwies? Die Liebe hat es selbst getan, sie schaut als Mutter mich in meinem Jammer an. Weihnachtslieder. 29 werden kann. 2. Die Liebe ist so groß in dei- in Christo doch nicht schädlich nem Herzen, daß du für mich das größte Wunder tuft; die Liebe macht dir meinetwegen Schmerzen, daß mir zu gut du unter Dornen ruhst. O unerhörter Liebesgrad, der selbst des Vaters Wort ins Fleisch gesenket hat! 7. Die Sünde kann mich auch nicht mehr verdammen, dieweil sie selbst durch ihn verdammet ist. Was schaden nun der Seele ihre Flammen, weil Christi Blut und Wasser in fie flicht? Immanuel löscht ihren Trieb, er läßt die Seele nicht, er hat sie viel zu lieb. 3. Die Liebe ist mein Anverwandter worden, mein Bruder ist selbst die Barmherzigkeit, der Gottheit Quell lebt nun in meinem Orden, die Ewigkeit vermählt sich mit der Zeit, das Leben selbst ist Mensch geborn, der Glanz der Herrlichkeit, das Licht, das wir verlorn. 4. In ihm wird nun die Menschheit ausgeföhnet, die Reinigkeit der Seele wiederbracht; sie wird als Braut der Gottheit nun gekrönet, da sie der Himmel selbst so angelacht. Die Menschheit wird nun ganz erneut und als ein reiner Thron der Gottheit eingeweiht. 5. Die Weisheit spielt nun wieder auf der Erden,*) dadurch das Paradies im Menschen grünt; nun können wir aus Gott geboren werden, weil die Geburt des Herren dazu dient; die wohl ge= borne Seele spürt, daß sie ein andrer Geist aus ihrem Ursprung rührt. *) Sprüche 8, 30. 31. 6. Kein Elend kann nun unserm Herzen schaden, Immanuel ist bei uns in der Not. Ich gehe nur zu ihm, dem Quell der Gnaden, so dient mir selbst das Elend und der Tod; der Jammer hängt mir nur noch an, der mir 8. Ich habe nun ein ewig Leben funden, viel Reichtum, Ehr und Wohlluft schenkt er mir; ich bin mit ihm, er ist mit mir verbunden, den ich in mir mit Liebeswirkung spür. Ich bin vergnügt und ganz gestillt, weil mich der lautre Strom aus seiner Lieb erfüllt. 9. Auf, auf, mein Geift, vergiß die Trauerlicder, erfreue dich in dieser Liebesmacht! Des Himmels Kraft und Glanz bestrahlt dich wieder, und der Verlust ist völlig wiederbracht. O ewig, ewig wohl ist mir, daß ich in Chrifto nun ein Wohlgefallen spür. Chr. Fr. Richter g. 1676+ 1711. 55. Mel. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren. auchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr englischen Chöre! Singet dem Herren, dem Heiland der Menschen zur Ehre! Schet doch da, Gott will so freundlich und nah zu den Verlornen sich kehren. 2. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Enden der Erden! Gott und der Sünder die sollen zu 30 Weihnachtslieder. Freunden nun werden; Friede und Freud wird uns verkündiget heut; freuet euch, Hirten und Herden! 3. Schet dies Wunder, wie tief sich der Höchste hier beuget; sehet die Liebe, die endlich als Liebe sich zeiget! Gott wird ein Kind, träget und hebet die Sünd. Alles anbetet und schweiget. 4. Gott ist im Fleische: wer kann dies Geheimnis verstehen? Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen; gehet hinein, macht euch dem Kinde gemein, ihr zum Vater wollt gehen. die 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen gedenken? Du willst dich selber, dein Herze der Liebe mir schenken; sollt nicht mein Sinn innigst sich freuen darin und sich in Demut ersenken? 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, dem ich auch wieder mein Herze in Liebe verbinde, du sollst es sein, den ich erwähle allein: ewig entsag ich der Sünde. 7. Süßer Immanuel, werd auch geboren inwendig, komm doch, mein Heiland, und laß mich nicht länger elendig! Wohne in mir, mach mich ganz eines mit dir und mich belebe beständig! 8. Menschenfreund, Jesu, dich lieb ich, dich will ich erheben, laß mich doch einzig nach deinem Gefallen nun leben: gib mir auch bald, Jesu, die Kindergestalt, an dir alleine zu kleben. Gery. Terstegen g. 1697+ 1769. 56. Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht, ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein ge= harrt, bis daß die Zeit erfüllet ward; da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. will, so steht mein Geist vor 3. Wenn ich dies Wunder fassen Ehrfurcht still; er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit teil, erscheinst im Fleisch und wirst uns Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir; ich komm, im Buche steht von mir: Gott, deinen Willen tu ich gern." Gelobt sei, der da kommt im Herrn! 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich, Gott Messias, bet ich an. 7. Du unser Heil und höchstes Gut, vereineft dich mit Fleisch und Bruder hier, und Gottes und Blut, wirst unser Freund Kinder werden wir. Welt, Ein Mittler ists, der sie 8. Durch Eines Sünde fiel die erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schüßt, der in des Vaters Schoße sitzt? Neujahrslieder. 9. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt, und Erde, die ihn heute ficht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 10. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht, ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. Chr. F. Gellert g. 1715+ 1769. 57. Mel. Aus meines Herzens Grunde. Der heilge Christ ist kommen, der süße Gottessohn, des freun sich alle Frommen am höchsten Himmelsthron; auch was auf Erden ist muß preisen hoch und loben mit allen Engeln droben den lieben heilgen Christ. 31 2. Das Licht ist aufgegangen, die lange Nacht ist hin, die Sünde ist gefangen, erlöset ist der Sinn, die Sündenangst ist weg, und Liebe und Entzücken baun weite Himmelsbrücken aus jedem schmalsten Steg. 2. Erstlich laßt uns betrachten des Herren reiche Gnad und so gering nicht achten sein unzählig Wohltat; stets führen zu Gemüt, wie er dics Jahr gegeben all 3. Verwaiset sind die Kinder nicht mehr und vaterlos, Gott rufet selbst die Sünder in seinen Gnadenschoß; er will, daß alle, rein von ihren alten Schulden, vertrauend seinen Hulden, gehn in den Himmel ein. IV. Neujahrslieder. 4. Drum freuet euch und preiset, ihr Kindlein fern und nah! Der euch den Vater weiset, der heilge Christ ist da; er ruft so freundlich drein mit süßen Liebesworten: Geöffnet sind die Pforten, ihr Kinder, kommt herein! Ernst Moriz Arndt g. 1769 † 1860. 58. Met. Von Gott will ich nicht laffen. 3. Lehramt, Schul, Kirch erGüte in Fried und ihr Christen insgemein, mit G'sang und andern Weisen ihm allzeit dankbar sein, vornehmlich zu der Zeit, da sich das Jahr geendet, die Sonn sich zu uns wendet, das neu Jahr ist nicht weit. Nahrung den Jung und Alten bescheret auch dazu und mit gar milder Hand sein Güter ausgespendet, Verwüstung abgewendet von diesem Ort und Land. 4. Er hat unser verschonet aus väterlicher Gnad; wenn er sonst hätt gelohnet all unsre Missetat mit gleicher Straf und Pein, wir wären längst gestorben, in mancher Not verdorben, die wir voll Sünden sein. Notdurft diesem Leben und uns vor Leid behüt; Neujahrslieder. 32 5. Nach Vaters Art und Treuen er uns so gnädig ist; wenn wir die Sünd bereuen und glaubn an Jesum Christ herzlich ohn Heuchelei, tut er all Sünd vergeben, lindert die Straf daneben, steht uns in Nöten bei. 6. All solch dein Güt wir preisen, Vater im Himmelsthron, die du uns tust beweisen durch Christum, deinen Sohn, und bitten ferner dich: Gib Fried in diesem Jahre, vor allem Leid bewahre und nähr uns mildiglich! Paul Eber g. 1511+ 1569. 59. Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. Das alte Jahr vergangen ist, wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du in Not uns und Gefahr bewahret haft viel Zeit und Jahr. 2. Wir bitten dich, den ewgen Sohn des Vaters in dem höchsten Thron, du wollst dein arme Christenheit bewahren ferner allezeit. 3. Daneben gib uns Fried und Ruh und was uns nötig ist dazu, durch deine starke Gnadenhand be schüße uns und unser Land! 4. All Sünd und Schwachheit uns verzeih, ein gut Gewissen stets verleih, gib, daß wir deines Namens Ehr ausbreiten immer mehr und mehr. 5. Und wenn es dir, o Herr, gefällt, uns abzufordern aus der Welt, so gib ein selig Ende hier, daß wir dort ewig sein bei dir. 6. O Jesu Christ, erbarme dich, hör unsre Bitte gnädiglich, durch dein Verdienst, durch deinen Tod erlöse uns aus aller Not! Hannov. Gsb. 1646. Nach einem älteren Liede. 60. Eigene Melodie. ilf, Herr Jesu, laß gelingen, hilf, das neue Jahr geht an; laß es neue Kräfte bringen, daß aufs neu ich wandeln kann; neues Glück und neues Leben wollest du aus Gnaden geben! 2. Meiner Hände Werk und Taten, meiner Zunge Red und Wort müssen nur durch dich ge raten und ganz glücklich gehen fort; neue Kraft laß mich erfüllen, zu verrichten deinen Willen. 3. Was ich dichte, was ich mache, das gescheh in dir allein; wenn ich schlafe, wenn ich wache, wollest du, Herr, bei mir sein; geh ich aus, wollst du mich leiten; lomm ich heim, steh mir zur Seiten! 4. Laß mich beugen meine Kniet nur zu deines Namens Ehr; hilf, daß ich mich stets bemühe, dich zu preisen mehr und mehr; laß mein Bitten und mein Flehen doch im Himmel vor dir stehen! 5. Laß mich, Herr, in deinem Namen fröhlich nehmen Speis und Trant; Güter, die von dir her: tamen, fordern ja von mir den Dant. Deine Weisheit kann mich stärken zu der Lieb und guten Werken. 6. Mein Gebet das müß auf steigen, Herr, vor deinen Gnaden Neujahrslieder. thron; dann wirst du zu mir dich neigen wie zu deinem lieben Sohn. Herr, ich weiß, es wird vor allen dies mein Opfer dir gefallen. 7. Laß dies sein ein Jahr der Gnade, laß mich büßen meine Sünd, hilf, daß sie mir nimmer schade und ich bald Verzeihung find, Herr, in dir; denn du, mein Leben, kannst die Sünd allein vergeben. 8. Tröste mich mit deiner Liebe, nimm, o Gott, mein Flehen hin, weil ich mich so sehr betrübe, ja voll Angst und Zagen bin; stärke mich in meinen Nöten, daß mich Sünd und Tod nicht töten. 9. Herr, du wollest Gnade geben, daß dies Jahr mir heilig sei, und ich chriftlich könne leben sonder Trug und Heuchelei, daß ich noch allhie auf Erden fromm und selig möge werden. 10. Laß mich armen Sünder ziehen deinen Weg der Frömmigteit, laß mich Stolz und Hoffart fliehen, eifrig beten jederzeit; laß mich Schand und Unzucht meiden, laß mich willig Unglück leiden! 11. Jesus richte mein Beginnen, Jesus bleibe stets bei mir, Jesus zähme mir die Sinnen, Jesus sei nur mein Begier, Jesus sei mir in Gedanken, Jesus lasse nie mich wanten. 33 61. Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. un laßt uns gehn und treten mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hieher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern, wir leben und gedeihen vom alten bis zum neuen, 3. Durch so viel Angst und Plagen, durch Zittern und durch 3agen, durch Krieg und große Schrecken, die alle Welt bedecken. 4. Denn wie von treuen Müttern in schweren Ungewittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden, 5. Also auch, und nichts minder läßt Gott ihm seine Kinder, wenn Not und Trübsal blitzen, in seinem Schoße sitzen. wahr, es ist vergebens mit unserm 6. Ach Hüter unsers Lebens, fürTun und Machen, wo nicht dein Augen wachen. 7. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue; Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden. 8. Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden! 9. Gib mir und allen denen, 12. Jesu, laß mich fröhlich die sich von Herzen sehnen nach enden dieses angefangne Jahr, dir und deiner Hulde, ein Herz, trage stets mich auf den Händen, das sich gedulde. halte bei mir in Gefahr! Freudig will ich dich umfassen, wenn ich soll die Welt verlassen. Johann Rist g. 1607+ 1667. 10. Schleuß zu die Jammerpforten und laß an allen Orten, wo Krieg und Blutvergießen, die Freudenströme fließen! 3 34 Neujahrslieder. 11. Sprich deinen milden Segen| wiewohl ich weiß, daß dirs gefällt, zu allen unsern Wegen, laß Großen daß ich mit Herz und Munde und auch Kleinen die Gnadensonne dich kommen heiße und darauf scheinen! von nun an richte meinen Lauf, daß ich dir komm entgegen. 12. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berater, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und habe! 13. Hilf gnädig allen Kranken, gib fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermut quälen. 14. Und endlich, was das meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 15. Das alles wollst du geben, o meines Lebens Leben, mir und der Christenschare zum selgen neuen Jahre! Paul Gerhardt g. 1607+ 1676. 62. Mel. Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ, oder Es ist gewißlich an der Zeit. Gottlob, ein Schritt zur Ewigkeit ist abermals vollendet; zu dir im Fortgang dieser Zeit mein Herz sich sehnlich wendet, o Quell, daraus mein Leben fleußt und alle Gnade sich ergeußt in meine Seel zum Leben. 2. Ich zähle Stunden, Tag und Jahr, und wird mir allzu lange, bis es erscheine, daß ich gar, o Leben, dich umfange, damit, was sterblich ist in mir, verschlungen werde ganz in dir, und ich unsterblich werde. 3. Doch sei dir ganz anheimgestellt die rechte Zeit und Stunde, 4. Ich bin vergnügt, daß mich nichts fann von deiner Liebe trennen, und daß ich frei vor jedermann dich darf den Bräutgam nennen, und du, o teurer Lebensfürst, dich dort mit mir vermählen wirft und mir dein Erbe schenken. 5. Drum preis ich dich aus Dankbarkeit, daß sich das Jahr geendet, und also auch von dieser Zeit ein Schritt nochmals vollendet, und schreite hurtig weiter fort, bis ich gelange an die Pfort Jerusalems dort oben. 6. Wenn auch die Hände lässig sind und meine Kniee wanken, so biet mir deine Hand geschwind in meines Glaubens Schranken, damit durch deine Kraft mein Herz sich stärke, und ich himmelwärts ohn Unterlaß aufsteige. 7. Geh, Seele, frisch im Glauben dran und sei nur unerschrocken, laß dich nicht von der rechten Bahn die Lust der Welt ablocken! So dir der Lauf zu langsam deucht, so eile, wie ein Adler fleugt, mit Flügeln süßer Liebe! 8. O Jesu, meine Seele ist zu dir schon aufgeflogen, du hast, weil du voll Liebe bist, mich ganz zu dir gezogen. Fahr hin, was heißet Stund und Zeit, ich bin schon in der Ewigkeit, weil ich in Jesu lebe. Aug Ferm. France g. 1663+ 1727 Neujahrslieder. 63. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. ch wie laufen doch die Jahre, wie verschwindet doch die Zeit, und ich bleibe von der Bahre noch bis diesen Tag befreit. Ich weiß wohl, o Lebenslicht, daß ein Tag zum andern spricht: Alles, was von Adams Erben, Groß und Kleine müssen sterben. 2. Doch du hast durch deine Güte wie ein Wächter mich bewacht, daß der Tod die Leibeshütte noch nicht in das Grab gebracht. Ach wie soll ich das verstehn, da doch andre schlafen gehn, und gar viele schon begraben, die noch nicht mein Alter haben? 3. Herr, ich bin ja zu geringe dieser großen Gütigkeit. Wenn ich mein Verzeichnis bringe der bisher genoßnen Zeit, so entfällt mir aller Mut, weil die Rechnung gar nicht gut. Wie viel Jahre sind verdorben, da ich nicht der Welt gestorben! 35 6. Steh mir allezeit zur Rechten, denn du bist ja Sonn und Schild; hilf uns, deinen armen Knechten, wie und wo und wann du willt. Wenn die Tage böse sein, ach so ruf ins Herz hincin: Lernt euch in die Zeiten schicken, so wird alles heilsam glücken. 7. Endlich, wenn der Lauf zu Ende, so befehl ich meinen Geist dir in deine treuen Hände, der du Gott und Vater heißt. Ach ich freu mich schon darauf, daß ich nach vollbrachtem Lauf dort der Freude soll genießen, wo wir teine Zeit mehr wissen. Christoph Pfeiffer g. 1689+ 1758. 64. mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Mel. 1. Jesus soll die Losung sein, da ein neues Jahr erschienen; Jesu Name soll allein denen zum Paniere dienen, die in seinem Bunde stehn und auf seinem Wege gehn. 4. Doch ich will auf Mittel denken und auf Buße sein bedacht; Jesus kann die Schuld versenken, die ich bis hieher gemacht. Lieber Vater, sich mir bei, daß nur keine Heuchelei sich in meinem Herzen finde, wenn ich des mich unterwinde. 2. Jesu Name, Jesu Wort soll bei uns in 3ion schallen, und so oft wir an den Ort, der nach ihm genennt ist, wallen, mache seines Namens Ruhm unser Herz zum Heiligtum! 3. Unsre Wege wollen wir nur in Jcsu Namen gehen. Geht uns dieser Leitstern für, so wird alles wohl bestchen, und durch seinen Gnaden= schein alles voller Segen sein. 4. Alle Sorgen, alles Leid soll der Name uns versüßen, so wird alle Bitterkeit uns ein Eegen werden müssen. Jesu Nam sei Sonn und Schild, welcher allen Kummer Benjamin Schmold g. 1672+ 1737. 5. Willst du mich noch ferner lassen hier in dieser bösen Welt, ach so hilf mir alles hassen, was dem Geiste nicht gefällt. Stärke mich von deiner Höh, so wird auch das größte Weh, das mir oft zu schwer geschienen, mir zu stillt. meinem Besten dienen. 36 Epiphaniaslieder. 65. Mel. Herzlich tut mich verlangen. Das Jahr geht still zu Ende, nun sei auch still mein Herz. In Gottes treue Hände leg ich nun Freud und Schmerz und was dies Jahr umschlossen, was Gott der Herr nur weiß, die Tränen, die geflossen, die Wunden brennend heiß. 2. Warum es so viel Leiden, so kurzes Glück nur gibt? warum denn immer scheiden, wo wir so sehr geliebt? So manches Aug gebrochen und mancher Mund nun ftumm, der erst noch hold gesprochen- du armes Herz, warum? 3. Daß nicht vergessen werde, was man so gern vergißt: daß diese arme Erde nicht unire Heimat ist. Es hat der Herr uns allen, die wir auf ihn getauft, in Zions goldnen Hallen ein Heimatrecht erkauft. 66. Mel. Valet will ich dir geben. König aller Ehren, Herr Jesu, Davids Sohn, dein Reich soll ewig währen, im Himmel ist dein Thron; hilf, daß allhier auf Erden den Menschen weit und breit dein Reich bekannt mög werden zur Seelen Seligkeit. 2. Von deinem Reich auch zeugen, die Leut aus Morgenland, die Knie sie vor dir beugen, weil du ihn'n bist bekannt; der neu Stern auf dich weiset, dazu das göttlich 4. Hier gehen wir und streuen die Tränensaat ins Feld, dort werden wir uns freuen im selgen Himmelszelt; wir sehnen uns hie nieden dorthin ins Vaterhaus und wissens: Die geschieden, die ruhen dort schon aus. 5. O das ist sichres Gehen durch diese Erdenzeit: nur immer vor wärts sehen mit selger Freudigkeit; wird uns durch Grabeshügel der klare Blick verbaut, Herr, gib der Seele Flügel, daß sie hinüberschaut. 6. Hilf du uns durch die Zeiten und mache fest das Herz, geh selber uns zur Seiten und führ uns Und ist es uns heimatwärts! hienieden so öde, so allein, o laß in deinem Frieden uns hier schon selig ſein! Eleonore Fürstin Reuß geb. Gräfin zu Stolberg g. 1835+ 1903. V. Epiphaniaslieder. Wort. Drum man dich billig preijet, daß du bist unser Hort. 3. Du bist ein großer König, wie uns die Schrift vermeldt, doch achtest du gar wenig vergänglich Gut und Geld, prangst nicht auf teurem Rosse, trägst teine güldne Kron, sitzst nicht im steinern Schlosse, hier haft du Spott und Hohn. 4. Doch bist du schön gezieret, dein Glanz erstreckt sich weit, dein Güt allzeit regieret und dein Gerechtigkeit. Du wollst die Frommen schützen durch dein Macht Epiphaniaslieder. und Gewalt, daß sie im Frieden siten, die Bösen stürzen bald. 5. Du wollst dich mein erbarmen, in dein Reich nimm mich auf, dein Güte schent mir Armen und segne meinen Lauf! Den Feinden wollst du wehren, dem Teufel, Sünd und Tod, daß sie mich nicht versehren: rett mich aus aller Not! 6. Du wollst in mir entzünden dein Wort, den schönen Stern, daß falsche Lehr und Sünden sein meinem Herzen fern. Hilf, daß ich dich erkenne und mit der Christenheit dich meinen König nenne jetzt und in Ewigkeit. Martin Behm g. 1557+ 1622. 67. Mel. Nun freut euch, liebe Christen g'mein. Bobet den Herrn, ihr Heiden all, lobt Gott von Herzensgrunde, preist ihn, ihr Völker allzumal, dankt ihm zu aller Stunde, daß er euch auch erwählet hat und mitgeteilet seine Gnad in Christo, seinem Sohne. 2. Denn seine groß Barmherzigfeit tut über uns stets walten, sein Wahrheit, Gnad und Gütigfeit erscheinet Jung und Alten und währet bis in Ewigkeit, schenkt uns aus Gnad die Seligkeit, drum finget Halleluja! 1609. 37 bricht! Gott hat derer nicht vergessen, die im Finstern sind geseffen. 68. Eigene Melodie. Werde licht, du Stadt der Heiden, und du Salem, werde licht! Schaue, welch ein Glanz mit Freuden über deinem Haupt an2. Ach wie waren wir berblendet, ehe noch dies Licht brach an! Ja da hatte sich gewendet schier vom Himmel jedermann; unsre Augen und Geberden klebten einzig an der Erden. 3. Gottes Rat war uns berborgen, seine Gnade schien uns nicht; Klein und Große mußten sorgen, jedem schlt' es an dem Licht, das zum rechten Himmelsleben seinen Glanz uns sollte geben. 4. Aber wie hervorgegangen ist der Aufgang aus der Höh, haben wir das Licht empfangen, welches so viel Angst und Weh aus der Welt hinweggetrieben, daß nichts Dunkles überblieben. 5. Jesu, reines Licht der Seele, du vertreibst die Finsternis, die in dieser Sündenhöhle unsern Tritt macht ungewiß; Jesu, deine Lieb und Segen leuchten uns auf unsern Wegen. 6. Nun, du wollest hie verbleiben, liebster Jesu, Tag und Nacht, alles Finstre zu vertreiben, das uns so viel Schrecken macht; laß uns nicht im Dunkeln wallen noch ins Sündenmeer verfallen! 7. Schenk uns, Herr, das Licht der Gnaden, das ein Licht des Lebens ist, ohne welches leicht in Schaden fallen kann ein frommer Christ; laß uns dieses Licht erfreuen, wenn wir aus der Tiefe schreien. 8. Gib, Herr Jesu, Kraft und Stärke, daß wir dir zu jeder Zeit durch gelicbte Glaubenswerte Epiphaniaslieder. 38 folgen in Gerechtigkeit und hernach im Freudenleben heller als die Sterne schweben. 9. Dein Erscheinung müß erfüllen mein Gemüt in aller Not, dein Erscheinung müsse stillen meine Seel auch gar im Tod; Herr, in Freuden und im Weinen müsse mir dein Licht erscheinen. 10. Jesu, laß mich endlich gehen freudig aus der bösen Welt, dein fo. helles Licht zu sehen, das mir dort schon ist bestellt, wo wir sollen unter Kronen in der schönsten Klarheit wohnen. Johann Rist g. 1607+ 1667. 69. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. reuet euch, ihr Gotteskinder, preiset mit mir Gottes Macht, freuet euch, ihr armen Sünder, laßt der Welt den Stolz und Pracht! Freut euch, daß euch Gott regiert und zu seiner Kirche führt, daß wir armen Heiden können uns nun Gottes Kinder nennen. 2. Seine Herrschaft sich erstrecket über alles, was da lebt, seine Hand schützt und bedecket, was sich reget, lebt und schwebt; wenn er spricht, so geht sein Wort schnell wie Bliz und Donner fort; das durchdringet Geist und Leben; das kann Troft und Leben geben. 3. Nun, ihr Sünder hier auf Erden, wollt ihrs endlich haben gut, wollt ihr Gottes Kinder werden, ei so ändert euren Mut, preiset Gottes Güt und Macht, so wird er euch geben Kraft, daß ihr auch zu ihm könnt kommen und euch freuen mit den Frommen. 4. Aller Heiden Trost ist tommen, Jesus, unser Freudenlicht, der Beschirmer aller Frommen, unser Schutz und Zuversicht; preiset seine Güt und Treu, die uns noch wird immer neu, so wird er euch allen geben, hier und dort mit ihm zu leben. Joh. Olearius g. 1611+ 1684. 70. Mel. Jefus, meine Zuversicht. Jesu, großer Wunderstern, der aus Jakob ist erschienen, meine Scele will so gern dir an deinem Feste dienen; nimm doch, nimm doch gnädig an, was ich Armer schenken kann. 2. Nimm das Gold des Glaubens hin, wie ichs von dir selber habe und damit beschenket bin; so ist dirs die liebste Gabe. Laß es auch bewährt und rein in dem Kreuzesofen sein. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, laß ihn gnädig dir ge nügen; Herz und Lippen sollen Wenn ich bete, nimm es auf und stets, ihn zu opfern vor dir liegen. sprich Ja und Amen drauf! 4. Nimm die Myrrhen bittrer Neu! Ach mich schmerzet meine Sünde, aber du bist fromm und treu, daß ich Trost und Gnade finde und nun fröhlich sprechen fann: Jesus nimmt mein Opfer an. Erdmann Neumeister g. 1671+ 1756. 71. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. err Jesu Christe, mein Prophet, der aus des Vaters Schoße geht, mach mir den Vater offenbar und seinen liebsten Willen klar! Epiphaniaslieder. 2. Lehr mich in allem, weil ich blind; mach mich gehorsam wie 10. Du hoch erhabne Majestät, mein König, Priester und Prophet, ein Kind, andächtig und stets sei du mein Ruhm, mein Schatz eingekehrt, so werd ich wahrlich und Freud von nun an bis in gottgelehrt. Ewigkeit! 3. Gib, daß ich auch vor jedermann von deiner Wahrheit zeugen kann und allen zeig mit Wort und Tat den schmalen, felgen Himmelspfad. 4. Mein Hoherpriester, der für mich am Kreuzesstamm geopfert sich, mach mein Gewissen still und frei, mein ewiger Erlöser sei! 5. Gejalbter Heiland, segne mich mit Geist und Gnade kräftiglich, schließ mich in deine Fürbitt ein, bis ich werd ganz vollendet sein. 39 6. Ich opfre auch, als Priester, bir mich selbst und alles für und für; schent mir viel Andacht zum Gebet, die stets im Geist zu dir aufgeht. 7. Mein Himmelskönig, mich regier, mein Alles unterwerf ich dir; rett mich von Sünde, Welt und Feind, die mir sonst gar zu mächtig seind. 8. So kehr du in mein Herz hinein und laß es dir zum Throne sein, vor allem Übel und Gefahr mich als dein Eigentum bewahr! 9. Hilf mir im königlichen Geist, mich selbst beherrschen allermeist, Begierden, Willen, Luft und Sünd, und daß mich nichts Geschaffnes bind. Gerh. Terstegen g. 1697+ 1769. 72. mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 3. ört heut der Weisen große Frage: Wo ist das neugeborne Kind? Wo sind die Weisen heutzutage, die fragen, wo man Jesum findt? Von heut an soll mir dies allein die allerhöchste Weisheit sein. 2. Bis ich ihn ganz in meiner Nähe, bis ich ihn selbst von Angesicht, im Glauben hier, dort wirklich sehe, bis ich ihn finde, ruh ich nicht. Von heut an soll mir dies allein die allergrößte Sorge sein. 3. Behalte, Welt, die tollen Freuden, womit dein Volk sein Herz berauscht; es haben heut die weisen Heiden das Jesuskind drum eingetauscht, und Jesum finden soll allein auch meine höchste Freude sein. 4. Erbebt vor ihm, ihr Majestäten, die ihm nicht herzlich untertan, und kommt, dies Kindlein anzubeten, nicht in Herodis Sinn, heran! Vor ihm sich beugen wird allein die Ehre seiner Heilgen sein. Chr. R. L. v. Pfeil g. 1712 t 1784. 40 VI. Paffionslieder. 773. Eigene Melodie. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, gib uns deinen Frieden! Amen. 1526. Nach d. Lateinischen Agnus Dei, 74. Mel. O wir armen Sünder. Ehre sei dir, Christe, der du litteft Not, an dem Stamm des Kreuzes für uns bittern Tod, herrschest mit dem Vater in der Ewigkeit; hilf uns armen Sündern zu der Seligkeit! Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu! 3. O Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, all Zeit erfunden geduldig, wiewohl du wurdest verachtet, all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Gib uns dein'n Frieden, o Jesu! Nicolaus Decius+ 1541. Aus dem 14. Jahrhundert. Nach dem Latein. Laus tibi Christe. 76. Mel. Christus, der uns selig macht. hilf, Chrifte, Gottes Sohn, durch dein bitter Leiden, daß wir dir stets untertan all Untugend meiden, deinen Tod und sein Ursach fruchtbarlich bedenken, dafür, wiewohl arm und schwach, dir Dankopfer schenken. Böhmische Brüder. 77. Eigene Melodie. 75. Eigene Melodie. wir armen Sünder, unsre Missetat, darin wir empfangen und geboren sind, hat gebracht uns alle in solch große Not, daß Lamm Gottes, unschuldig am wir unterworfen sind dem ewgen Stamm des Kreuzes ge- Tod. Kyrie eleison, Christe eleison, schlachtet, all Beit erfunden ge- Kyrie eleison! duldig, wiewohl du wurdest ver= achtet, all Sünd haft du getragen, sonst müßten wir verzagen. Er barm dich unser, o Jesu! 2. Aus dem Tod wir konnten durch unser eigen Werk nimmer werdn gerettet, die Sünde war zu start; daß wir würdn erlöset, 2. O Lamm Gottes, unschuldig so konnts nicht anders sein, denn am Stamm des Kreuzes geschlach- Gotts Sohn mußt leiden des tet, all Zeit erfunden geduldig, Todes bittre Pein. Kyrie eleison, wiewohl du wurdeft verachtet, all Christe eleison, Kyrie eleison! Passionslieder. cwgen letzten Not! 3. So nicht wär gekommen Christus in die Welt und an sich genommen unsre arm Gestalt und für unsre Sünde gestorben williglich, so hätten wir müssen werden verdammet ewiglich. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! 4. Solche große Gnade und väterliche Gunst hat uns Gott erzeiget lauterlich umsonst in Christo, seinem Sohne, der sich geben hat in den Tod des Kreuzes zu unsrer Seligkeit. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! 5. Des solln wir uns trösten gegen Sünd und Tod und ja nicht berzagen vor der Hölle Glut; denn wir sind gerettet aus aller Fährlichteit durch Christum unsern Herren, gelobt in Ewigkeit. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! 6. Darum wolln wir loben und danken allezeit dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geist, bitten, daß sie wollen behüt'n uns vor Gefahr, und daß wir stets bleiben bei seinem heilgen Wort. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! Hermann Bon g. 1501+ 1548. 78. Eigene Melodie, oder Nun laßt uns den Leib begraben. Wir danken dir, Herr Jesu Chrift, daß du für uns gestorben bist und hast uns durch dein teures Blut gemacht vor Gott gerecht und gut. 2. Und bitten dich, wahr Mensch und Gott, durch deine heilgen Wunden rot: Erlös uns von dem 41 und tröst uns in der 3. Behüt uns auch vor Sünd und Schand und reich uns dein allmächtge Hand, daß wir im Kreuz geduldig sein, uns trösten deiner schweren Pein; 4. Und schöpfen draus die Zuversicht, daß du uns werdst verlassen nicht, sondern ganz treulich bei uns stehn, daß wir durchs Kreuz ins Leben gehn. Christoph Vischer g. 1514+ 1597. 79. Eigene Melodie erzliebster Jesu, was hast du verbrochen, daß man ein solch scharf Urteil hat gesprochen? Was ist die Schuld?- In was für Missetaten bist du geraten? 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, ins Angesicht geschlagen und verhöhnet, du wirst mit Essig und mit Gall getränket, ans Kreuz gehentet. 3. Was ist doch wohl die Ursach solcher Plagen? Ach meine Sünden haben dich geschlagen; ich, ach Herr Jesu, ich hab dies verschuldet, was du erduldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe, die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, für seine Kuechte. 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt, der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt; der Mensch verwirkt den Tod und ist entgangen, du wirst gefangen. Passionslieder. 42 6. Ich war von Fuß auf voller Schand und Sünden, bis zu der Scheitel war nichts Guts zu finden; dafür hätt ich dort in der Hölle müssen ewiglich büßen. 7. O große Lieb, o Lieb ohn alle Maße, die dich gebracht auf diese marterstraße! Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, und du mußt leiden. 8. Ach großer König, groß zu allen Zeiten, wie kann ich gnugsam solche Treu ausbreiten? Keins Menschen Herz vermag es auszudenken, was dir zu schenken. 9. Ich kanns mit meinen Sinnen nicht erreichen, womit doch dein Erbarmung zu vergleichen; wie kann ich dir denn deine Liebestaten im Werk erstatten? 10. Doch ist noch etwas, das dir angenehme: wenn ich des Fleisches Lüste dämpf und zähme, daß sie aufs neu mein Herze nicht entzünden mit alten Sünden. 11. Weils aber nicht besteht in eignen Kräften, fest die Begierden an das Kreuz zu heften, so gib mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. 12. Alsdann so werd ich deine Huld betrachten, aus Lieb zu dir die Welt für gar nichts achten, bemühen werd ich mich, Herr, deinen Willen stets zu erfüllen. 13. Ich werde dir zu Ehren alles wagen, kein Kreuz nicht achten, teine Schmach und Plagen, nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen nehmen zu Herzen. 14. Dies alles, ob es zwar für schlecht zu schätzen, wirst du es doch nicht gar beiseite setzen; in Gnaden wirst du dies von mir annehmen, mich nicht beschämen. 15. Wenn, o Herr Jesu, dort vor deinem Throne wird stehn auf meinem Haupt die Ehrenkrone, da will ich dir, wenn alles wird wohl klingen, Lob und Dank singen. Joh. Heermann g. 1585+ 1647. 80. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. deine Jesu, deine tiefen Wunden, Qual und bittrer Tod geben mir zu allen Stunden Trost in Leibs- und Seelennot. Fällt mir etwas Arges ein, denk ich bald an deine Pein: die verleidet meinem Herzen, mit der Sünde nicht zu scherzen. 2. Will sich denn in Wollust weiden mein verderbtes Fleisch und Blut, so gedenk ich an dein Leiden: bald wird alles wieder gut. Kommt der Satan und setzt mir heftig zu, halt ich ihm für deine Gnad und Gnadenzeichen: bald muß er von dannen weichen. 3. Will die Welt mein Herze führen auf die breite Wollustbahn, da nichts ist als Jubilieren, als dann schau ich emsig an deiner Marter Zentnerlast, die du ausgestanden haft: so kann ich in Andacht bleiben, alle böse Luft vertreiben. 4. Ja für alles, das mich kränket, geben deine Wunden Kraft; wenn mein Herz hinein sich senket, krieg ich neuen Lebenssaft. Deines Trostes Süßigkeit wendt in mir das bittre Leid, der du mir das Heil erworben, da du für mich bist gestorben. Passionslieder. 43 5. Auf dich setz ich mein Ver-| fürst, du hast Durst und Verlantrauen, du bist meine Zuversicht; dein Tod hat den Tod zerhauen, daß er mich kann töten nicht. Daß ich an dir habe Teil, bringet mir Trost, Schutz und Heil; deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. 6. Hab ich dich in meinem Herzen, du Brunn aller Gütigkeit, so empfind ich keine Schmerzen auch im letzten Kampf und Streit. Ich verberge mich in dich, welch Feind kann verletzen mich? Wer sich legt in deine Wunden, der hat glücklich überwunden. Joh. Heermann g. 1585+ 1617. 81. Eigene Melodie. a Jesus an des Kreuzes Stamm der ganzen Welt Sünd auf sich nahm, sprach er in seinen Schmerzen noch sieben Wort, die lasset uns erwägen wohl im Herzen. 2. Zum ersten: Vater, strafe nicht an ihnen, was mir jetzt geschicht, weil sie es nicht verstehen. Vergib uns, Gott, wenn wir auch noch aus Irrtum Sünd begehen. 3. Zum andern er des Schächers dacht: Fürwahr, du wirst noch vor der Nacht in meinem Reich heut leben. O Herr, nimm uns auch bald zu dir, die wir im Elend schweben. 4. 3um dritten: Deinen Sohn fich, Weib; Johannes, ihr zu Dienste bleib und sie als Mutter liebe! Versorg, Herr, die wir lassen hier, daß niemand sie betrübe. 5. 3um vierten sagte er: Mich dürst. O Jeju, großer Lebensgen nach unsrer Seligkeit, drum hilf, daß wir sie auch empfangen. 6. 3um fünften: O mein Gott, mein Gott, wie läßt du mich so in der Not! Hier wirst du, Herr, verlassen, daß uns Gott wieder dort aufnähm; den Trost laß uns wohl fassen! 7. 3um sechsten: Hiemit ists vollbracht und alles nunmehr gut gemacht. Gib, daß wir auch durchdringen, und was du, Herr, uns auferlegst, hilf seliglich vollbringen! 8. 3um letzten: Ich nun meine Secl, o Gott mein Vater, dir befehl zu deinen treuen Händen. Dies Wort sei unser letzter Wunsch, wenn wir das Leben enden. 9. Wer oft an diese Worte denkt, wenn seine Missetat ihn fränkt, der wird es wohl genießen, weil er durch Gottes Gnad erlangt ein ruhiges Gewissen. 10. Verleih uns dies, Herr Jesu Christ, der du für uns gestorben bist, gib, daß wir deine Wunden, dein Leiden, Marter, Kreuz und Tod betrachten alle Stunden. Hann. Gsb. 1646 nach Joh. Böschenstain g. 1472+ 1540. 82. Eigene Melodie. Laßt uns doch Christo dankbar sein, daß er für uns in große Pein sich willig hat gegeben; auch laßt uns sein der Sünde feind, weil wir mit Gott verfühnet seind, nach seinem Willen leben; die Lieb erzeigen jedermann, wie Christus hat an uns getan mit seinem 44 Passionslieder. bittern Leiden. O Menschentind, o mein Herr und Gott, daß ich betracht das recht, wie Gottes Zorn die Sünde schlägt, bemüh dich, sie zu meiden. verleugne diese Welt und folge dem Erempel, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an andern üben, was du an mir getan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen jedermann ohn Eigennuß und Heuchlerschein und, wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb allein. Hann. Gsb. 1648 nach Seb. Heyden g. 1494+ 1561. 83. Eigene Melodie. Wenn meine Sünd mich kränken, o mein Herr Jesu Chrift, so 8. Laß endlich deine Wunden mich trösten kräftiglich in meiner laß mich wohl bedenken, wie du ge- letzten Stunden und des versichern storben bist und alle meine Schulden- mich: Weil ich auf dein Verdienst last am Stamm des heilgen Kreuzes nur trau, du werdest mich annehauf dich genommen haft. men, daß ich dich ewig schau. Justus Gesenius g. 1601+ 1673. 84. Eigene Melodie. u großer Schmerzenmann, vom Vater so geschlagen, Herr Jesu, dir sei Dank für alle deine Plagen, für deine Seelenangst, für deine Band und Not, für deine Geißelung, für deinen bittern Tod. 2. Ach das hat unsre Sünd und Missetat verschuldet, was du an unsrer Statt, was du für uns erduldet. Ach unsre Sünde bringt dich an das Kreuz hinan, o unbeflecktes Lamm, was haft du sonst getan? 3. Dein Kampf ist unser Sieg, dein Tod ist unser Leben; in deinen Banden ist die Freiheit uns gegeben; dein Kreuz ist unser Trost, die Wunden unser Heil, dein Blut das Lösegeld, der armen Sünder Teil. 4. O hilf, daß wir uns auch zum Kampf und Leiden wagen und unter unsrer Last des Kreuzes nicht verzagen; hilf tragen mit 2. O Wunder ohne Maßen, wenn mans betrachtet recht: es hat sich martern lassen der Herr für seinen Knecht; es hat sich selbst der wahre Gott für mich verlornen Menschen gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden, die Schuld ist allzumal bezahlt durch Christi teures Blut, daß ich nicht mehr darf fürchten der Hölle Qual und Glut. 4. Drum sag ich dir von Herzen jetzt und mein Lebenlang für deine Pein und Schmerzen, o Jesu, Lob und Dank, für deine Not und Angstgeschrei, für dein unschuldig Sterben, für deine Lieb und Treu. 5. Herr, laß dein bitter Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernst zu meiden die sündliche Begier; daß mir nie tomme aus dem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, sollts auch sein Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen; gib, Passionslieder. Geduld durch deine Dornenkron, wenns kommen soll mit uns zum Blute, Schmach und Hohn. 5. Dein Angst komm uns zu gut, wenn wir in Ängsten liegen; durch deinen Todeskampf laß uns im Tode siegen; durch deine Bande, Herr, bind uns, wie dirs gefällt; hilf, daß wir freuzigen durch dein Kreuz Fleisch und Welt. 45 machen los durch Sterben und durch Bluten. 6. Laß deine Wunden sein die Heilung unsrer Sünden, laß uns auf deinen Tod den Trost im Tode gründen, o Jesu, laß an uns durch dein Kreuz, Angst und Pein dein Leiden, Kreuz und Angst ja nicht verloren sein! Adam Thebesius g. 1596+ 1652. 85. Eigene Melodie. in Lämmlein geht und trägt die Schuld der Welt und ihrer Kinder; es geht und büßet in Geduld die Sünden aller Sünder; es geht dahin, wird matt und trant, ergibt sich auf die Würgebant, begibt sich aller Freuden; es nimmet an Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod und spricht: Ich wills gern leiden. 3. Ja, Vater, ja von Herzensgrund, leg auf, ich will dies tragen; mein Wollen hängt an deinem Mund, mein Wirken ist dein Sagen. O Wunderlieb, o Liebcsmacht, du kannst, was nie tein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abzwingen; o Liebe, Liebe, du bist stark, du streckest den ins Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen; 4. Du marterft ihn am Kreuzesstamm mit Nägeln und mit Spießen, du schlachtest ihn als wie ein Lamm, machst Herz und Adern fließen, das Herze mit der Seufzer Kraft, die Adern mit dem edlen Saft des purpurroten Blutes. O süßes Lamm, was soll ich dir erweisen dafür, daß du mir erweisest so viel Gutes? 5. Mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen, dich will ich stets, gleich wie du mich, mit Liebesarmen fassen; du sollst sein meines Herzens Licht, und wenn mein Herz in Stücke bricht, sollst du mein Herze bleiben; ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiemit zu deinem Eigentum beständiglich verschreiben. 6. Ich will von deiner Lieblichkeit bei Nacht und Tage singen, mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freudenopfer bringen. Mein Bach des Lebens soll sich dir und deinem Namen für und für in Dankbarkeit ergießen; und was du mir zu gut getan, das will ich stets, so tief ich kann, in mein 2. Das Lämmlein ist der große Freund und Heiland meiner Seelen, den, den hat Gott zum Sündenfeind und Sühner wollen wählen. Geh hin, mein Kind, und nimm dich an der Kinder, die ich ausgetan zur Straf und Zornesruten; die Straf ist schwer, der Zorn ist groß, du kannst und sollst fie Gedächtnis schließen. 46 7. Erweitre dich, mein Herzens schrein, du sollst ein Schathaus werden der Schätze, die viel größer sein als Himmel, Meer und Erden. Weg Ehr und Stand der eitlen Welt, weg Reichtum, Gold und alles Geld, ich hab ein Bessers funden; mein großer Schatz, Herr Jesu Christ, ist dieses, was geflossen ist aus deines Leibes Wunden. Passionslieder. 8. Das soll und will ich mir zu Nuk zu allen Zeiten machen, im Streite soll es sein mein Schutz, in Traurigkeit mein Lachen, in Fröhlichkeit mein Saitenspiel, und wenn mir nichts mehr schmecken will, soll mich dies Manna speisen; im Durst solls sein mein Wasserquell, in Einsamkeit mein Sprachgesell zu Haus und auch auf Reisen. 9. Was schadet mir des Todes Gist? dein Blut das ist mein Leben. Wenn mich der Sonne Hitze trifft, so kanns mir Schatten geben; setzt mir der Schmerz der Wehmut zu, so find ich bei dir meine Ruh, wie auf dem Bett ein Kranker; und wenn des Kreuzes Ungestüm mein Schifflein treibet um und um, so bist du dann mein Anker. 86. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. Welt, sich hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben, dein Heil sinkt in den Tod! Der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße: Sein Leib ist ganz mit Schweiße des Blutes überfüllt, aus seinem edlen Herzen vor unerschöpften Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht? Du bist ja nicht ein Sünder wie wir und unsre Kinder, von Übeltaten weißt du nicht. 4. Ich, ich und meine Sünden, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget, und das betrübte Marterhecr. 5. Ich bins, ich sollte büßen an Händen und an Füßen gebunden in der Höll; die Geißeln und die Banden und was du ausgestanden, das hat verdienet meine Seel. 6. Du nimmst auf deinen Rücken 10. Wenn endlich ich soll treten die Lasten, die mich drücken viel ein in deines Reiches Freuden, schwerer als ein Stein; du wirst so soll dies Blut mein Purpur ein Fluch, dagegen verehrst du sein, ich will mich darin kleiden; es soll sein meines Hauptes Kron, in welcher ich will vor den Thron des höchsten Vaters gehen und dir, dem er mich anvertraut, als cine wohlgeschmückte Braut an deiner Seite stehen. mir den Segen, dein Schmerzen muß mein Labsal sein. Paul Gerhardt g. 16.7 † 1676. 7. Du setzest dich zum Bürgen, ja läsfest dich gar würgen für mich und meine Schuld; mir läsfest du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest alles mit. Geduld. Passionslieder. 8. Du. springst ins Todes Rachen, mich frei und los zu machen von solchem Ungeheur; du stirbst, daß ich nicht sterbe noch ewiglich verderbe; o unerhörtes Liebesfeur! 9. Ich bin, mein Heil, verbunden all Augenblick und Stunden dir überhoch und sehr; was Leib und Seel vermögen, das soll ich billig legen allzeit an deinen Dienst und Ehr. 10. Nun, ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben, eins aber will ich tun: Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. 11. Ich wills vor Augen setzen, mich stets daran ergeben, ich sei auch wo ich sei; es foll mir sein ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel der Lieb und unverfälschten Treu. 12. Wie heftig unsre Sünden den frommen Gott entzünden, wie Rach und Eifer gehn, wie grausam seine Ruten, wie zornig seine Flu ten, will ich aus diesen Leiden sehn. 13. Ich will daraus studieren, wie ich mein Herz soll zieren mit stillem, sanftem Mut und wie ich die soll lieben, die mich doch sehr betrüben mit Werken, so die Bosheit tut. 47 was meinem Fleisch gelüft. Was deine Augen haffen, das will ich fliehn und lassen, so viel mir immer möglich ist. 16. Dein Seufzen und dein Stöhnen und die viel tausend Tränen, die dir geflossen zu, die sollen mich am Ende in deinen Schoß und Hände begleiten zu der ewgen Ruh. Paul Gerhardt g. 1607+ 1676. 87. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. ei mir tausendmal gegrüßet, der mich je und je gelicbt, Jesu, der du selbst gebüßct das, womit ich dich betrübt. Ach wie ist mir doch so wohl, wenn ich nien und liegen soll an dem Kreuze, da du stirbest und um meine Seele wirbest. 14. Wenn böse Zungen stechen, mir Glimpf und Namen brechen, so will ich zähmen mich; das Un recht. will ialden, dem Nächsten seine Schulden verziben gern und williglich. 15. Ich will mich mit dir scht gen ans Kreuz und deni absagen, 2. Ich umfange, herz und küsse der gekränkten Wunden Zahl und die purpurroten Flüsse, deine Füß und Nägelmal. O wer kann doch, schönster Fürst, den so hoch nach uns gedürft, deinen Durst und Liebsverlangen völlig fassen und umfangen? 3. Heile mich, o Heil der Seelen, wo ich krank und traurig bin; nimm die Schmerzen, die mich quälen, und den ganzen Schaden hin, den mir Adams Fall gebracht und ich selber mir gemacht. Wird, o Arzt, dein Blut mich neken, wird sich all mein Igmmer setzen. 4. Schreibe deine blutgen Wunden mir, Herr, in das Herz hinein, daß sie mögen alle Stunden bei mir unvergessen sein. Du bist doh, mein liebstes Gut, da mein Passionslieder. 48 ganzes Herze ruht, laß mich hie zu deinen Füßen deiner Lieb und Gunst genießen! 5. Diese Füße will ich halten auf das best ich immer kann. Schaue meiner Hände Falten und mich selber freundlich an von dem hohen Kreuzesbaum und gib meiner Bitte Raum, sprich: Laß all dein Trauern schwinden, ich, ich tilg all deine Sünden. Paul Gerhardt g. 1607+ 1676. 88. Mel. Herzlich tut mich verlangen. Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn, o Haupt, zum Spott gebunden mit einer Dornenkron, o Haupt, sonst schön gezieret mit höchster Ehr und Zier, jetzt aber hoch schimpfieret, gegrüßet seist du mir! 2. Du edles Angesichte, davor sonst schrickt und scheut das große Weltgewichte, wie bist du so bespeit! wie bist du so erbleichet! Wer hat dein Augenlicht, dem sonst kein Licht nicht gleichet, so schändlich zugericht? 3. Die Farbe deiner Wangen, der roten Lippen Pracht ist hin und ganz vergangen; des blassen Todes Macht hat alles hingenommen, hat alles hingerafft, und daher bist du kommen von deines Leibes Kraft. 4. Nun, was du, Herr, erduldet, ist alles meine Last, ich hab es selbst verschuldet, was du getragen haft. Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn verdienet hat; gib mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad! 5. Erkenne mich, mein Hüter, mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, ist mir viel Guts getan; dein Mund hat mich gelabet mit Milch und süßer Koft, dein Geist hat mich begabet mit mancher Himmelsluft. 6. Ich will hie bei dir stehen, verachte mich doch nicht! Von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht; wenn dein Herz wird erblaffen im letzten Todesstoß, alsdann will ich dich fassen in meinen Arm und Schoß. 7. Es dient zu meinen Freuden und tut mir herzlich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach möcht ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl geschähe mir! 8. Ich danke dir von Herzen, o Jesu, liebster Freund, für deines Todes Schmerzen, da dus so gut gemeint. Ach gib, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und wenn ich nun erkalte, in dir mein Ende sei. 9. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir; wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür! Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Ängsten kraft deiner Angst und Pein. 10. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnot! Da will.if nach dir blicken, da will ich glaubensvou dich fest an mein Herz drücken: wer jo stirbt, der stirbt wohl. Paul Gerhardt g. 1697 † 1676. Paffionslieder. 89. Mel. Christus, der uns selig macht. Jesu, deine Passion will ich jetzt bedenken; wolleft mir vom 49 Lallen,( beffern Dank ich dorten geb,) Jesu, dir gefallen! Sigism. v. Birten g. 1626+ 1681. 90. Himmelsthron Geist und Andacht Eigene Melodie. schenken! In dem Bilde jetzt eresu, meines Lebens Leben, Jeſu, schein, Jesu, meinem Herzen, wie meines Todes Tod, der du dich du, unser Sheil zu sein, littest alle für mich gegeben in die tiefste Schmerzen. Seelennot, in das äußerste Verderben, nur daß ich nicht möchte sterben, tausendtausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 2. Du, ach du haft ausgestanden Lästerreden, Spott und Hohn, Speichel, Schläge, Strick und Banden, du gerechter Gottessohn, nur mich Armen zu erretten von des Teufels Sündenketten. Tausendtausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 2. Meine Seele sehen mach deine Angst und Bande, deine Speichel, Schläg und Schmach, deine Kreuzesschande, deine Geißel, Dornenkron, Speer- und Nägelwunden, deinen Tod, o Gottessohn, der mich dir verbunden. 3. Laß mich aber nicht allein deine Marter sehen, laß mich auch die Ursach fein und die Frucht verstehen. Ach die Ursach war auch ich, ich und meine Sünde, diese hat gemartert dich, daß ich Gnade fünde. 4. Jesu, lehr bedenken mich dies in Buß und Reue, hilf, daß ich mit Sünde nicht martre dich aufs neue. Sollt ich dazu haben Luft und nicht wollen meiden, was du selber büßen mußt mit so großem Leiden? 5. Wenn mir meine Sünde will machen heiß die Hölle, Jesu, mein Gewissen still, dich ins Mittel stelle, dich und deine Passion laß mich gläubig faffen! Biebet mich sein lieber Sohn, wie kann Gott mich hassen? 3. Du haft lassen Wunden schlagen, dich erbärmlich richten zu, um zu heilen meine Plagen, um zu setzen mich in Ruh. Ach du haft zu meinem Segen lassen dich mit Fluch belegen. Tausendtausendmal sei dir, liebster Jesu, Dant dafür! 4. Man hat dich sehr hart vers höhnet, dich mit großem Schimpf belegt, gar mit Dornen dich getrönet; was hat dich dazu bewegt? daß du möchtest mich ergeben, mir die Ehrenkron aufsetzen. Tausendtausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 5. Du hast wollen sein geschla6. Gib auch, Jesu, daß ich gen zu Befreiung meiner Pein, gern dir das Kreuz nachtrage, daß fälschlich lassen dich anklagen, daß ich Demut von dir lern und Ge- ich könnte sicher sein; daß ich möchte duld in Plage, daß ich dir geb trostreich prangen, hast du sonder Lieb um Lieb. Indes laß dies Troft gehangen. Tausendtausend4 50 Passionslieder. mal sei dir, liebster Jesu, Dant dein Lebensjaft gibt mir stets dafür! neue Lebenskraft. 6. Du haft dich in Not ge= stecket, haft gelitten mit Geduld, gar den herben Tod geschmecket, um zu büßen meine Schuld; daß ich würde losgezählet, haft du wollen sein gequälet. Tausendtausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 7. Deine Demut hat gebüßet meinen Stolz und Übermut, dein Tod meinen Tod versüßet, es err Jesu, deine Angst und Pein tommt alles mir zu gut; dein und dein betrübtes Leiden laj Verspotten, dein Verspeien muß mir vor Augen allzeit sein, die zu Ehren mir gedeihen. Tausend- Sünde zu vermeiden. Laß mich tausendmal sei dir, liebster Jesu, an deine große Not und deinen Dank dafür! herben bittern Tod, dieweil ich lebe, denken! 8. Nun, ich danke dir von Herzen, Jesu, für gesamte Not, für die Wunden, für die Schmerzen, für den herben, bittern Tod; für dein Zittern, für dein Zagen, für dein tausendfaches Plagen, für dein Ach und tiefe Pein will ich ewig dankbar sein. Ernst Christ. Homburg g. 1605+ 1681. 91. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. err Jesu Chrift, dein teures meiner Gut, das stärkt, das labt, das macht allein mein Herz von allen Sünden rein. 2. Dein Blut, mein Schmuck, mein Ehrenkleid, dein Unschuld und Gerechtigkeit macht, daß ich tann vor Gott bestehn und zu der Himmelsfreud eingehn. 4. Herr Jesu, in der letzten Not, wenn mich schreckt Teufel, Höll und Tod, so laß ja dies mein Labsal sein: dein Blut macht mich von Sünden rein. Joh. Olearius g. 1611+ 1684. 92. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Mel. 1. 2. Laß deiner Seele Höllenqual, dein Angst und blutig Schwitzen und übrig Elend allzumal, darin du mußtest siten, mir öftermalen fallen ein und eine starke Warnung vor Sünd und Missetaten! 3. Die Wunden alle, die du haft, hab ich dir helfen schlagen, auch meine große Sündenlast dir aufgelegt zu tragen. Ach liebster Heiland, schone mein, laß diese Schuld vergessen sein, laß Gnade vor 4. Du haft verlassen deinen Thron, bist in das Elend gangen, ertrugest Schläge, Spott und Hohn, mußtest am Kreuze hangen, auf daß du für uns schafftest Rat und unsre schwere Missetat bei Gott versöhnen möchtest. 5. Drum will ich jetzt zur Dant 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn, barkeit von Herzen dir lobsingen, mein Trost, mein Heil, mein und wenn du zu der Seligkeit Gnadenthron, dein teures Blut, mich wirst hinkünftig bringen, so Passionslieder. will ich daselbst noch viel mehr, zusamt dem ganzen Himmelsheer, dich ewig dafür loben. 6. Herr Jesu, deine Angst und Pein und dein betrübtes Leiden laß meine letzte Zuflucht sein, wenn ich von hier soll scheiden. Ach hilf, daß ich durch deinen Tod fein sanft beschließe meine Not und selig sterbe. Amen. Nach Tob. Clausniger g. 1618+ 1684. 93. Mel. Werde munter, mein Gemüte. Der am Kreuz ist meine Liebe, meine Lieb ist Jesus Christ. Weg ihr argen Seelendiebe, Satan, Welt und Fleisches Lift! Eure Lieb ist nicht von Gott, eure Lieb ist gar der Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe. Frevler, was befremdet dich, daß ich mich im Glauben übe? Jesus gab sich selbst für mich. So ward er mein Friedeschild, aber auch mein Lebensbild. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 51 Liebe, daß sein Sohn stirbt, der mich liebt. Wer verdammt nun? Gott ist hier, Gott verzeiht durch Chriftum mir. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe. Keine Not, schwer, hart und groß, Hunger, Blöße, Hentershiebe, nichts macht mich von Jesu los, nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, tein Fürstentum. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 6. Der am Kreuz ist meine Liebe. Komm, Tod, komm, mein bester Freund! Wenn ich wie ein Staub zerftiebe, wird mein Jesus mir vereint; da, da schau ich Gottes Lamm, meiner Seele Bräutigam. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. Ahasverus Fritsch g. 1629+ 1701 94. Eigene Melodie. du Liebe meiner Liebe, du erwünschte Seligkeit, der du dich aus höchstem Triebe in das jammervolle Leid deines Leidens mir zu gute als ein Schlachtschaf eingestellt und bezahlt mit deinem Blute alle Missetat der Welt; 2. Liebe, die mit Schweiß und, Tränen un dem Ölberg sich betrübt, Liebe, die mit Blut und Sehnen unaufhörlich fest geliebt, Liebe, die mit allem Willen Gottes 4. Der am Kreuz ist meine Born und Eifer trägt, den soft Liebe. Schweig, Gewissen, Gott niemand konnte stillen, den hat vergibt. Daran preift Gott seine bein Tod hingelegt. Univ.- Bibl. 4* Giessen 3. Der am Kreuz ist meine Liebe. Sünde, du verlierst den Sturm. Weh mir, wenn ich den betrübe, der statt meiner ward ein Wurm! Kreuzigt' ich nicht Gottes Sohn? trät ich nicht sein Blut mit Hohn? Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. Passionslieder. 52 3. Liebe, die mit starkem Herzen alle Schmach und Hohn gehört, Liebe, die nicht Angst und Schmerzen noch der strenge Tod versehrt, Liebe, die sich liebend zeiget, als sich Kraft und Atem endt, Liebe, die sich liebend neiget, als sich Leib und Seele trennt; 4. Liebe, die mit so viel Wunden gegen mich als seine Braut unauflöslich sich verbunden und auf ewig anvertraut: Liebe, laß auch meine Schmerzen, meines Lebens Jammerpein in dem blutverwundten Herzen sanft in dir gestillet sein! 5. Liebe, die für mich gestorben und ein immerwährend Gut an dem Kreuzesholz erworben, ach wie dank ich deinem Blut, ach wie dank ich deinen Wunden, du verwundte Liebe du, wenn ich in den Leidensstunden sanft in deiner Seite ruh! 6. Liebe, die sich tot getränket und für mein erkaltet Herz in ein taltes Grab gesentet, ach wie dant ich deinem Schmerz! Habe Dant, daß du gestorben, daß ich ewig leben kann, und der Seele Heil erworben: nimm mich ewig liebend an! Elisabeth v. Seniß g. 1629+ 1679. 95. Mel. Christus, der uns selig macht. Seele, mach dich heilig auf, Jesum zu begleiten gen Jerusalem hinauf, tritt ihm an die Seiten! In der Andacht folg ihm nach zu dem bittern Leiden, bis du aus dem Ungemach zu ihm wirst verscheiden. 2. Seele, fiehe, Gottes Lamm gehet zu dem Leiden, deiner Seele Bräutigam als zu Hochzeitfreuden. Geht, ihr Töchter von Zion, Jesum zu empfangen, sehet ihn in seiner Kron unter Dornen prangen! 3. Du ziehst als ein König ein, wirst auch so empfangen, aber Bande warten dein, dich damit zu fangen. Für die Ehre Hohn und Spott wird man dir, Herr, geben, bis du durch des Kreuzes Tod schließen wirst dein Leben. 4. Das Kreuz ist der Königsthron, drauf man dich wird setzen, dein Haupt mit der Dornentron bis in Tod verletzen. Jesu, dein Reich auf der Welt ist in lauter Leiden; so ist es von dir bestellt bis zum letzten Scheiden. 5. Du wirst, Herr der Herrlichfeit, ja wohl müssen sterben, daß des Himmels Ewigkeit ich dadurch mög erben. Aber ach, wie herrlich glänzt deine Kron von ferne, die dein siegreich Haupt bekränzt, schöner als die Sterne! 6. Liebster Jesu, nun Glück zu! Es muß dir gelingen; nach der Stillen- Freitags- Ruh wirst du Freude bringen. Tritt nur auf die Todesbahn, die gestreuten Pals men bilden dir den Sieg voran aus den Osterpsalmen. 7. Laß mich diese Leidenszeit fruchtbarlich bedenken oller Andacht, Reu und Leid, mich darüber tränken! Auch dein Leiden tröste mich bei so vielem Jammer, bis nach allem Leiden ich geh zur Ruhekammer. Abraham Klesef g. 1636+ 1702. Passionslieder. 96. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. Meine Seel, ermuntre dich, deines Jesu Lieb bedenke; wie er für dich gibet sich, darauf deine Andacht lenke! Ach erwäg die große Treue und dich deines Jesu freue! 2. Sieh, der wahre Gottes Sohn ist für dich ans Holz gehänget, sein Haupt trägt die Dornenkron, sein Leib ist mit Blut vermenget, er läßt sich für dich verwunden; wo ist größre Lieb gefunden? 53 8. Was du willst, das sei mein Will, dein Wort meines Herzens Spiegel; wenn du schlägest, halt ich still. Dein Geift bleibt mein Pfand und Siegel, daß ich soll den Himmel erben; darauf kann ich freudig sterben. 3. Du, du solltest große Pein ewig leiden in der Hölle und von Gott verstoßen sein wegen vieler Sündenfälle; aber Jesus trägt die Sünden, läßt dich wieder Gnade finden. 4. Durch sein Leiden ist gestillt deines Gottes Zorn und Rache, er hat das Gesetz erfüllt, gut gemacht die böse Sache, Sünde, Teufel, Tod bezwungen und den Himmel dir errungen. 5. Ich kann nimmer, nimmermehr das Geringste nur vergelten, er verbindt mich allzusehr; meine Trägheit muß ich schelten, daß ich ihn so schlecht geliebet und noch gar mit Sünd betrübet. 9. Nun, so bleibt es feft dabei: Jesus soll es sein und bleiben, dem ich lebe, des ich sei, nichts soll mich von Jesu treiben. Du wirst, Jesu, mich nicht lassen, ewig will ich dich umfassen. Joh. Kasp. Schade g. 1666+ 1698. 97. Eigene Melodie, oder Warum sollt ich mich denn grämen. Jesu, Trost der armen Seelen, du läßt dich williglich meinetwegen quälen. Ach wie kann ich nun verzagen? denn du haft alle Last meiner Schuld getragen. 2. Dein Blut rann mit reichen Flüssen, dessen Kraft uns verschafft, daß wir Trost genießen. Laß mich diese Flut erquicken, meinen Geift, der dich preist, zu dir hin zu rücken. 3. Dieser Strom führt in den Himmel; dort, ach dort ist der 6. Du, mein Jesu, du, mein Ort, wo kein Weltgetümmel. DaHeil, dir will ich mich ganz ver-| hin steht nun mein Verlangen; schreiben, daß ich dir als meinem Ehr und Gut soll den Mut nimmer Teil einzig will getreu verbleiben, wieder fangen. dir au leben, dir zu leiden, dir zu sterben, dir zu meiden. 4. Dein Blut soll mich stets vergnügen, ich will nun in dir ruhn und ganz sicher liegen. Ich will zu den Wunden eilen, denn hier kann jedermann seine Krantheit heilen. 5. Krant bin ich an Sündenwunden; frank und schwach schrei 7. Du, mein Jesu, sollst es sein, den ich mir zum 3weck geseket, wie du mein, so will ich dein bleiben stets und unverletzet; was du liebest, will ich lieben, was dich tränkt, soll mich betrüben. 54 ich nach dir, bis ich dich funden. Ich will zu dir, Jesu, fliehen, doch du mußt aus dem Wust mich selbst zu dir ziehen, 6. Wie du an dem Kreuze tateft, als du dort, liebster Hort, für die Feinde batest. Ob mich spät die Sünden reuen, hoff ich doch mich wird noch deine Gnad erfreuen. 7. Ich will mich mit Tränen netzen und mein Herz soll im Schmerz sich zum Kreuze setzen. Hier will ich dich ganz umfassen, Gottes Lamm, Bräutigam, du wirst mich nicht lassen. 8. Laß mich nicht am lekten Ende! Da hilf mir, wenn zu dir ich mich gläubig wende; da laß mich dein Blut erquicken! So fann ich seliglich mich zum Sterben schicken. Ph. Balth. Sinold g. 1657+ 1742. 98. Mel. Jesus, meine Zuversicht. Seele, geh auf Golgatha, setz dich unter Jesu Kreuze und bedenke, was dich da für ein Trieb zur Buße reize. Willst du unempfindlich sein, o so bist du mehr als Stein. Passionslieder. 2. Schaue doch das Jammerbild zwischen Erd und Himmel hangen, wie das Blut mit Strömen quillt, daß ihm alle Kraft bergangen. Ach der übergroßen Not: es ist gar mein Jesus tot!. 3. O Lamm Gottes ohne Schuld, alles das hatt ich verschuldet, und du haft aus großer Huld Pein und Tod für mich erduldet; daß ich nicht verloren bin, gibst du dich ans Kreuze hin. 4. Unbeflecktes Gotteslamm, ich verehre deine Liebe; schaue von des Kreuzes Stamm, wie ich mich um dich betrübe; dein im Blute wallend Herz seket mich in tausend Schmerz. 5. Nun was schenk ich dir dafür? Ich will dir mein Herze geben, dieses soll beständig hier unter deinem Kreuze leben. Wie du mein, so will ich dein lebend, leidend, sterbend sein. 6. Laß dein Herz mir offen stehn, öffne deiner Wunden Türe; da hinein will ich stets gehn, wenn ich Kreuz und Not verspüre, wie ein Hirsch nach Wasser dürst, bis du mich erquicken wirst. 7. Kreuzige mein Fleisch und Blut, lehre mich, die Welt ver= schmähen, laß mich dich, du höchftes Gut, immer vor den Augen fehen, führ in allem Kreuze mich wunderlich, nur seliglich! 8. Endlich laß mich meine Not auch geduldig überwinden, nirgend sonst wird mich der Tod, als in deinen Wunden finden; wer darin sein Bette macht, spricht zulett: Es ist vollbracht. Benjamin Schmold g. 1672 t 1737. 99. Mel. Welt, ich muß dich laffen. Du Brunnquell aller Liebe gabßt dich aus Liebestriebe für uns in tiefe Not; du wolltest Blut und Leben für uns zum Opfer geben, uns zu erretten von dem Tod. 2. Du liebteft die Gemeine und machtest fie ganz reine von Sünden durch dein Blut; du heiligteft die Passionslieder. 55 Seelen, die dich zum Schatz er- teurem Lösegeld mich erkauft von wählen, durch diese teure Lebensflut. dieser Welt. 3. Ach laß dein heilig Leiden auch unsre Seelen fleiden mit Schmuck der Heiligkeit, laß deinen Geist und Gaben auch unsre Herzen laben in wahrer Glaubensfreudigkeit! 4. Die alte Luft der Sünden hilf uns nun überwinden als dein erlöste Schar! Da deine Gnad er= schienen, so stell uns, dir zu dienen voll neuer Kraft und Lebens dar! Peter Busch g. 1682 † 1744. 100. Eigene Melodie. Eines wünsch ich mir vor allem andern, Eine Speise früh und spät; selig läßts im Tränental sich wandern, wenn dies Eine mit uns geht: Unverrückt auf Einen Mann zu schauen, der mit blutgem Schweiß und Todesgrauen auf sein Antlik niedersank und den Kelch des Vaters trant. 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, wie er als ein stilles Lamm dort so blutig und so bleich zu sehen, hängend an des Kreuzes Stamm; wie er dürftend rang um meine Seele, daß sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, und dann auch an mich gedacht, als er rief: Es ist vollbracht. 3. Ja, mein Jesu, laß mich nicht vergessen meine Schuld und deine Huld. Als ich in der Finsternis gesessen, trugest du mit mir Geduld, hattest längst nach deinem Schaf getrachtet, eh es auf des Hirten Ruf geachtet, und mit 4. Ich bin dein, sprich du darauf ein Amen! Treuster Jesu, du bist mein. Drücke deinen süßen Jesusnamen brennend in mein Herz hinein! Mit dir alles tun und alles lassen, in dir leben und in dir erblassen, das sei bis zur letzten Stund unser Wandel, unser Bund. Albert Knapp g. 1798+1864. Begräbnis Jesu. 101. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. Der du, Herr Jesu, Ruh und Raft in deinem Grab gehalten hast, gib, daß wir in dir ruhen all, und unser Leben dir gefall. 2. Verleih, o Herr, uns Stärk und Mut, die du erkauft mit deinem Blut, und führ uns in des Himmels Licht zu deines Vaters Angesicht! 3. Wir danken dir, o Gotteslamm, getötet an des Kreuzes Stamm. Laß ja uns Sündern deine Bein den Eingang in das Leben sein! Georg Werner g. 1599+ 1643. Nach d. Lat. Qui jacuisti mortuus. 102. Eigene Melodie. Traurigkeit, o Herzeleid, ist das nicht zu beklagen? Gott des Vaters einzig Kind wird ins Grab getragen. 2. O große Not, des Todes Tod ist selbst am Kreuz gestorben, hat dadurch das Himmelreich uns aus Lieb erworben. 56 Ofterlieder. 3 O Menschenkind, nur deine| weckest durch den Tod meine tote Sünd hat dieses angerichtet, da Seele! du durch die Missetat warest ganz vernichtet. 4. Dein Bräutigam, das Gottes lamm, liegt hie mit Blut beflossen, welches es ganz mildiglich hat für dich vergossen. 3. Ach bist du talt, mein Troft und Halt! Das macht die heiße 5. O süßer Mund, o Glaubensgrund, wie bist du doch zerschlagen! Alles, was auf Erden lebt, muß Liebe, die dich in das kalte Grab durch ihr Feuer triebe. dich ja beklagen. 2. Man sentt dich ein nach vieler Pein, du meines Lebens Leben! dich hat jetzt ein Felsengrab, Fels des Heils, umgeben. 6. O lieblichs Bild, schön, zart 4. O Lebensfürst, ich weiß, du und mild, du Schmerzsohn der wirst mich wieder auferwecken; Jungfrauen! Niemand kann dein sollte denn mein gläubig Herz heißes Blut sonder Reu anschauen. vor der Gruft erschrecken? 7. Hochselig ist zu jeder Frist, der dieses recht bedenket, wie der Herr der Herrlichkeit wird ins Grab versenket. 8. O Jesu, du mein Hülf und Ruh, ich bitte dich mit Tränen: Hilf, daß ich mich bis ins Grab möge nach dir sehnen. Johann Rist g. 1607+ 1667. 103. Mel. O Traurigkeit. o ruhest du, o meine Ruh, in deiner Grabeshöhle, und er5. Sie wird mir sein ein Kämmerlein, da ich auf Rosen liege, weil ich nun durch deinen Tod Tod und Grab besiege. 6. Gar nichts verdirbt, der Leib nur stirbt, doch wird er auferstehen und in ganz verklärter Zier aus dem Grabe gehen. 7. Indes will ich, mein Jesu, dich in meine Seele senten und an deinen bittern Tod bis in Tod gedenken. Salomo Frand g. 1659+ 1725. VII. Ofterlieder. 104. Eigene Melodie. Also heilig ist der Tag, daß Christ selber. Kyrieleis! ihn niemand mit Loben erfüllen mag; denn der einige Gottessohn, der die Hölle über-! wand und den leidigen Teufel darinnen band, damit erlöst der Herr die Christenheit, das war Aus dem 15. Jahrhundert. Nach dem Lateinischen des Venantins Fortunatus im 6. Jahrhundert: Salve, festa dies. Ofterlieder. 105. Eigene Melodie. Christ ist erstanden von der Marter alle; des solln wir alle froh sein, Christ will unser Troft sein. Halleluja! 2. Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen; seit daß er erstanden ist, so lob'n wir den Vater Jesu Christ. Halleluja! 3. Halleluja, Halleluja, Halleluja! Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Halleluja! Aus dem 13. Jahrhundert. 106. Eigene Melodie. Erstanden ist der heilig Chrift, Halleluja, Halleluja, der aller Welt ein Tröster ist, Halleluja, Halleluja! 2. Und wär er nicht erstanden hehr, Halleluja, Halleluja, die Welt alsdann vergangen wär, Halleluja, Halleluja! 107. Eigene Melodie. Jesus Christus unser Heiland, der den Tod überwand, ist auferstanden, die Sünd hat er gefangen. Halleluja! 2. Der ohn Sünden war geborn, trug für uns Gottes Zorn; hat uns versöhnet, daß uns Gott sein Huld gönnet. Halleluja! 3. Tod, Sünd, Leben und Genad, alls in Händen er hat;. er tann erretten alle, die zu ihm treten. Halleluja! Martin Luther g. 1483+ 1546. 108. Eigene Melodie. Christ lag in Todesbanden, für unsre Sünd gegeben, der ist wieder erstanden und hat uns bracht das Leben; des wir sollen fröhlich sein, Gott loben und dankbar sein und singen Halleluja. Halleluja! 2. Den Tod niemand zwingen konnt bei allen Menschenkindern; das macht' alles unsre Sünd, kein Unschuld war zu finden. Davon kam der Tod so bald und nahm über uns Gewalt, hielt uns in sein'm Reich gefangen. Halleluja! 3. Jesus Christus, Gottes Sohn, an unser Statt ist kommen und hat die Sünd abgetan; damit dem Tod genommen all sein Recht und sein Gewalt; da bleibt nichts denn 6. Zu dieser österlichen Zeit, Tods Gestalt, den Stachel hat er Halleluja! Halleluja, Halleluja, sei Gott verloren. der Herr gebenedeit. Halleluja, Halleluja! Aus dem 14. Jahrhundert. 4. Es war ein wunderlich Krieg, da Tod und Leben rungen; das Leben behielt den Sieg, es hat Nach d. Lat. Surrexit Christus hodie. 3. Doch seit daß er erstanden ist, Halleluja, Halleluja, so loben wir den Herren Christ, Halleluja, Halleluja! 57 4. O Jesu, lieber Herre Gott, Halleluja, Halleluja, behüt uns vor der Sünden Not, Halleluja, Halleluja! 5. Gib, daß wir von dem Tod erstehn, Halleluja, Halleluja, mit dir ins neue Leben gehn, Halleluja, Halleluja! 58 den Tod verschlungen. Die Schrift hat verkündet das, wie ein Tod den andern fraß, ein Spott aus dem Tod ist worden. Halleluja! Ofterlieder. 5. Hie ist das recht Osterlamm, davon wir sollen leben, das sich an des Kreuzes Stamm in heißer Lieb gegeben; des Blut zeichnet unsre Tür, das hält der Glaub dem Tod für, der Würger kann uns nicht rühren. Halleluja! 6. So feiern wir das hoh Fest mit Herzensfreud und Wonne, das uns der Herr scheinen läßt. Er selber ist die Sonne, der durch seiner Gnade Glanz erleucht't unsre Herzen ganz; der Sünden Nacht ist vergangen. Halleluja! 7. Wir essen und leben wohl zum süßen Brot geladen, der alt Sauerteig nicht soll sein bei dem Wort der Gnaden. Christus will die Speise sein und speisen die Seel allein; der Glaub will keins andern leben. Halleluja! Martin Luther g. 1483+ 1546. all seine Macht, Christ hat das Leben wiederbracht. Halleluja! 4. Die Sonn, die Erd, all Kreatur, alls, was betrübet war zuvor, das freut sich heut an diesem Tag, da der Welt Fürst darnieder lag. Halleluja! 5. Drum wir auch billig fröhlich sein, singen das Halleluja fein und loben dich, Herr Jesu Christ; zu Trost du uns erstanden bist. Halleluja! Niklas Herman+ 1561. 110. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Wir danken dir, Herr Jeſu Chrift, daß du vom Tod erstanden bist und hast dem Tod zerstört sein Macht und uns das Leben wiederbracht. Halleluja! 2. Wir bitten dich durch deine Gnad, nimm von uns unsre Missetat und hilf uns durch die Güte dein, daß wir dein treuen Diener sein. Halleluja! 3. Gott Vater in dem höchsten Thron samt seinem eingebornen Sohn, dem heilgen Geist in gleicher Weis in Ewigkeit sei Lob und Preis. Halleluja! Thomas Hartmann um 1604. 109. Eigene Melodie. €™ Erschienen ist der herrlich Tag, dran sich niemand gnug freuen mag; Christ, unser Herr, heut triumphiert, all seine Feind ge= fangen führt. Halleluja! 2. Die alte Schlang, die Sünd und Tod, die Höll, all Jammer, Angst und Not hat überwunden Jesus Chrift, der heut vom Tod erstanden ist. Halleluja! 3. Sein Raub der Tod mußt geben her, das Leben siegt und ward ihm Herr, zerstört ist nun Halleluja.[ Halleluja!] 111. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag, oder Eigene Melodie, wenn man die eingeklammerten Halleluja mitsingt. eut triumphieret Gottes Sohn, der vom Tod ist erstanden schon[ Halleluja, Halleluja,] mit großer Pracht und Herrlichkeit; des dank'n wir ihm in Ewigkeit. Osterlieder. 59 Leben wiederbracht. Halleluja! 2. Dem Teufel hat er all sein Sünden Nacht, Licht, Heil und Macht zerstört und ihn zu Boden bracht[ Halleluja, Halleluja,] wie pflegt zu tun ein großer Held, der seinen Feind gewaltig fällt. Halleluja.[ Halleluja!] 3. O auferstandner Jesu Christ, der du der Sünder Heiland bift [ Halleluja, Halleluja,] führ uns durch dein Barmherzigkeit mit Freuden in dein Herrlichkeit. Halleluja.[ Halleluja!] 4. Hie ist doch nichts als Angst und Not, von Kindheit an bis in den Tod[ Halleluja, Halleluja,] dort aber in des Himmels Thron folgt auf den Kampf die Ehrentron. Halleluja.[ Halleluja!] 7. Gott Vater in dem höchsten Thron, samt seinem eingebornen Sohn,[ Halleluja, Halleluja,] dem heilgen Geist in gleicher Weis in Ewigkeit sei Lob und Preis! Halleluja.[ Halleluja!] Kasp. Stolshagius(?) 1591. 2. Wenn ich des Nachts oft lieg in Not verschlossen gleich als wär ich tot, läßt du mir früh die Gnadensonn aufgehn, nach Trauren Freud und Wonn. Halleluja! 4. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt mit Schmach am Kreuz gefangen hält, drauf folgt der Sabbath in dem Grab, darin ich Ruh und Frieden hab. Halleluja! 5. Nun kann uns kein Feind 5. In kurzem wach ich fröhlich schaden mehr; ob er gleich murrt, auf, mein Ostertag ist schon im ifts ohn Gefähr[ Halleluja, Halle- Lauf; ich wach auf durch des luja,] darnieder liegt der arge Herren Stimm, veracht den Tod Feind, wir aber Gottes Kinder seind. Halleluja.[ Halleluja!] mit seinem Grimm. Halleluja! 6. Des danken wir ihm allzugleich und sehnen uns ins Himmelreich[ Halleluja, Halleluja]. Es ist am End, Gott helf uns alln, so fingen wir mit großem Schalln: Halleluja.[ Halleluja!] 112. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Früh morgens, da die Sonn aufgeht, mein Heiland Chrisus aufersteht. Vertrieben ist der 3. Nicht mehr als nur drei Tage lang mein Heiland bleibt im Todeszwang; am dritten Tag durchs Grab er dringt, mit Ehren seine Siegsfahn schwingt. Halleluja! 6. Der Herr den Tod zu Boden schlägt, da er selbst tot, und sich nichts regt; geht aus dem Grab in eigner Kraft, Tod, Teufel, Höll an ihm nichts schafft. Halleluja! 7. O Wunder groß, o starter Held, wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Kein Angststein liegt so schwer auf mir, er wälzt ihn von des Herzens Tür. Halleluja! 8. Rein Kreuz und keine Not fich findt, die Christi Sieg nicht überwindt. Er führt heraus mit seiner Hand, wer mich will halten, wird zu Schand. Halleluja! 9. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt; wenn mir gleich 60 Ofterlieder. alle Welt stürb ab, gnug, daß verheeret, Christus hat es nach ich Christum bei mir hab. Halleluja! der Ruh ausgetilget und dazu Belial sein Schloß zerstöret, daß wir haben frei Geleit. Freue dich, o Christenheit! 10. Er nährt, er schützt, er tröstet mich. Sterb ich, so nimmt mich zu sich; wo er jetzt lebt, da muß ich hin, weil ich ein Glied seins Leibes bin. Halleluja! 11. Durch seiner Auferstehung Kraft komm ich zur Engelbrüderschaft; durch ihn bin ich mit Go versöhnt, die Feindschaft ist ganz abgelehnt. Halleluja! 12. Mein Herz darf nicht entsetzen sich, Gott und die Engel lieben mich; die Freude, die mir ist bereit, vertreibet Furcht und Traurigkeit. Halleluja! 13. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt. Dort wollen wir mit gröBerm Fleiß erheben deinen Ruhm und Preis. Halleluja! Joh. Heermann g. 1585+ 1647. 3. Warest du, o Held, gestorben? warefst du ins Grab gelegt? Ei du bleibest unverdorben; da sich nur der Fels erregt, Held, da bist du wieder kommen, haft das Leben und die Macht aus der schwarzen Gruft gebracht und des Todes Raub genommen, schenkst uns nun die Seligkeit. Freue dich, o Christenheit! 4. Tod, wo sind nun deine Waffen? Hölle, wo ist dein Triumph? Satan konnte gar nichts schaffen, seine Pfeile wurden stumpf. Christus ist sein Gift gewesen, ja der Hölle Seuch und Pest; Welt und Sünde liegen fest, und wir Menschen sind genesen nur durch seinen tapfern Streit. Freue dich, o Christenheit! 113. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht singen. affet uns den Herren preisen! o 5. Er ist aus der Angst gerissen und mit Ehren angetan; wer ift, der sein Leben wissen und die Läng ausreden kann?*) Christus ist der Eckstein worden. Gott, ihr Christen überall! Kommet, das ist von dir geschehn, wie wir daß wir Dank erweisen unserm jetzt vor Augen sehn; wir sind Gott mit süßem Schall! Es ist aus der Sünder Orden hingerissen frei von Todesbanden Simson, der durch den Streit. Freue dich, vom Himmel kam, und der Löwo Christenheit! aus Juda Stamm; Christus Jesus ist erstanden, nun ist hin der lange Streit. Freue dich, o Christenheit! *) Jes. 53, 8. 6. Gib, Herr Jesu, deine Gnade, daß wir stets mit Reue sehn, wie so groß sei unser Schade, 2. Christus selbst hat über- daß wir dir gleich auferstehn. wunden des ergrimmten Todes Brich hervor in unsern Herzen, Macht. Der in Tüchern lag ge- überwinde Sünde, Tod, Teufel, bunden, hat die Schlang jetzt Welt und Höllennot, dämpf in umgebracht; Satans Reich ist ganz uns Pein, Angst und Schmerzen Ofterlieder. samt der Seele Traurigkeit! Freue dich, o Christenheit! 7. Meinen Leib wird man vergraben, aber gleichwohl ewig nicht; bald werd ich das Leben haben, wenn das letzte Weltgericht alle Gräber wird aufdecken, und der Engel Feldgeschrei zeigen, was vorhanden sei; dann wird mich mein Gott aufwecken und beschließen all mein Leid. Freue dich, o Christenheit! 8. Dann so werden meine Glieder, die jetzt Staub und Asche sein, unverweslich leben wieder und erlangen solchen Schein, dessen gleichen hier auf Erden nimmermehr zu finden ist. Ja, mein Leib, Herr Jesu Christ, soll dem deinen ähnlich werden, voller Pracht und Herrlichkeit. Freue dich, o Christenheit! Johann Rift g. 1607+ 1667. 114. Mel. Nun freut euch, liebe Christen g'mein. Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel tun, wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat nach diesem Krieg durch Jesum Christ gegeben! 2. Wie sträubte sich die alte Schlang, da Christus mit ihr tämpfte! Mit List und macht sie auf ihn drang, jedennoch er sie dämpfte. Ob sie ihn in die Ferjen sticht, so sieget sie doch darum nicht, der Kopf ist ihr zertreten. 61 zerbricht der Hölle Schloß und Tür, trägt weg den Raub mit Prangen. Nichts ist, das in dem Siegeslauf den starken Held kann halten auf, alls liegt da überwunden. 4. Des Herren Rechte die behält den Sieg und ist erhöhet, des Herren Rechte mächtig fällt, Tod, was ihr entgegen stehet. Teufel, Höll und alle Feind durch Christi Sieg gedämpfet seind, ihr Born ist kraftlos worden. 5. Es war getötet Jesus Christ, und sieh, er lebet wieder! Weil nun das Haupt erstanden ist, stehn wir auch auf, die Glieder. So jemand Chrifti Worten gläubt, im Tod und Grabe der nicht bleibt; er lebt, ob er gleich stirbet. 6. Wer täglich hier durch wahre Reu mit Chrifto auferstehet, ift Dort vom andern Tode frei; derselb ihn nicht angehet. Genom men ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wiederbracht und unvergänglich Wesen. 7. Das ist die reiche Osterbeut, der wir teilhaftig werden: Fried, Freude, Heil, Gerechtigkeit im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und warten fort, bis unser Leib wird ähnlich dort Christi verklärtem Leibe. 3. Lebendig Christus kommt herfür, die Feind nimmt er gefangen, 8. O Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jett der Teufel tun, wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat in diesem Krieg durch Jesum Chrift gegeben! Hannov. Gsb. 1657. Nach Ge. Weiffel g. 1590+ 1635. 62 Ofterlieder. 115. Mel. Nun freut euch, liebe Christen g'mein. er Hölle Pforten sind zerstört, der Tod ist nun verschlungen, des Satans Reich ist ganz verheert, Lob sei dir, Gott, gesungen. Der Sünde Macht ist abgetan, durch Christum ist die Himmelsbahn uns wieder aufgeschlossen. 116. Eigene Melodie. uf, auf, mein Herz mit Freuden nimm wahr, was heut 2. Was uns des alten Adams geschicht! Wie kommt nach groSchuld im Paradies verloren, das Bem Leiden nun ein so großes und noch mehr hat Christi Huld Licht! Mein Heiland war gelegt uns wiederum erforen. Der starke da, wo man uns hinträgt, wenn Held aus Davids Stamm hat von uns unser Geist gen Himmel seines Vaters Zornesflamm gelöscht mit seinem Blute. 3. Heut ist er aus dem Grab herfür mit großer Macht gebrochen und stecket auf des Heils Panier, gleich wie er hat versprochen. Er bringt nach wohlgeführtem Streit uns wieder Fried und Freudigteit, ja alle simmelsschäße. 4. Drum lasset uns in Fröhlichkeit Herz und Gemüt erheben, weil uns ist diese Gnadenzeit vom Himmel wiedergeben. Wir haben Christi Reich und macht; er ist hinweg, der Tag und Nacht vor Gott uns hat verklaget. das Haupt geblieben ist, da müssen auch zu aller Frist die andern Glieder wohnen. Mich. Schirmer g. 1606+ 1673 6. Wir werden auch nach dieser Zeit wie Christus auferstehen und mit ihm in die Herrlichkeit und Himmelsfreud eingehen; denn wo ist gereift. 2. Er war ins Grab gesenket, der Feind trieb groß Geschrci. Eh ers vermeint und denket, ift Christus wieder frei und ruſt Victoria! schwingt fröhlich hier und da sein Fähnlein als ein Held, der Feld und Mut behält. 3. Das ist mir anzuschauen ein rechtes Freudenspiel; nun soll mir nicht mehr grauen vor allem, was mir will entnehmen meinen Mut zusamt dem edlen Gut, so mir durch Jesum Christ aus Lieb erworben ist. 4. Ich hang und bleib auch 5. Der alle Welt verführt in hangen an Chrifto als ein Glied; Not, liegt in dem Staub der wo mein Haupt durch ist gangen, Erden, der vormals starte Seelen- da nimmt er mich auch mit. Er tod hat müssen kraftlos werden; reißet durch den Tod, durch Belt, des Lammes Blut hat ihn be- durch Sünd, durch Not, er reißet friegt, jein wahres Zeugnis ob- durch die Höll; ich bin stets sein gesiegt und uns zum Heil er- Gesell. halten. 5. Er dringt zum Saal der Ehren, ich folg ihm immer nach und brauch mich nicht zu kehren an einzig Ungemach; es tobe, was da kann, mein Haupt nimmt sich Ofterlieder. mein an, mein Heiland ist mein Schild, der alles Toben stillt. 6. Er bringt mich an die Pforten, die in den Himmel führt, daran mit güldnen Worten der Reim gelesen wird: Wer dort wird mit verhöhnt, wird hier auch mit gefrönt; wer dort mit sterben geht, wird hier auch mit erhöht. Paul Gerhardt g. 1607+ 1676. 117. Mel. Du Friedefürst, Herr Jefu Chrift. Wi fie lieblich sind doch deine Füß, wie freundlich ist dein Mund! Wie tröstet mich dein Wort so süß, o meines Glaubens Grund, du guter Bot, du Todes Tod, du Friedenswiederbringer! 2. Nun ist des Höchsten Wort erfüllt, sei froh mein ganzer Sinn; nun ist des Herren Zorn gestillt, nun ist das Zagen hin. Mein Jesus hat an meiner Statt die Sündenschuld gebüßet. 3. Der Friede Gottes herrscht in mir, der über die Vernunft; mir öffnet sich des Himmels Tür, weg, weg, du Höllenzunft! Du schreckst mich nicht, mein Heiland spricht, mit mir soll sein der Friede. 4. Wenn mich die Welt er= bärmlich plagt und setzt mir heftig zu, von einem Ort zum andern jagt, so schafft mir Jesus Ruh. Die Welt schreckt nicht, mein eiland spricht, mit mir soll sein der Friede. 63 nicht, mein Heiland spricht, mit mir soll sein der Friede. 6. Wenn mich mein Fleisch unruhig macht und reizt zur Sündenbahn, wird doch sein Wille nicht vollbracht, ruf ich nur Jesum an. Das Fleisch schreckt nicht, mein Heiland spricht, mit mir soll sein der Friede. 5. Wenn mich die Not und Trübsal drückt, wenn mich mein Freund verstößt, werd ich doch träftiglich erquickt, mir bleibt des Herren Trost. Die Not schredt 7. Wenn auf mich dringt der grimme Tod und rufet: Du bist mein, so will auch in der Todesnot mein Heiland bei mir sein. Der Tod schreckt nicht, mein Heiland spricht, mit mir soll sein der Friede. 8. Dank sei dir, o du Friedefürst, für das erworbne Gut, das du mir wohl erhalten wirst; in dir mein Herze ruht; und wenn es bricht, erschreck ich nicht, ich fahre hin im Frieden. Gottfr. Wilh. Sacer g. 1635 † 1699. 118. mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. o willst du hin, weils Abend ist, o liebster Pilgrim Jesu Chrift? Komm, laß mich so glückselig sein, und kehr in meinem Herzen ein! 2. Laß dich erbitten, liebster Freund, dieweil es ist so gut gemeint; du weißt, daß du zu aller Frist ein herzenslieber Gast mir bist. 3. Es hat der Tag sich sehr geneigt, die Nacht sich schon von ferne zeigt; drum wollest du, o wahres Licht, mich Armen ja verlassen nicht. 4. Erleuchte mich, daß ich die Bahn zum Himmel sicher finden Osterlieder. 64 kann, damit die dunkle Sündennacht mich nicht verführt noch irre macht. 5. Bevorab aus der letzten Not hilf mir durch einen sanften Tod! Herr Jesu, bleib, ich halt dich feft, ich weiß, daß du mich nicht verläßt. 1674. 119. Mel. Nun freut euch, liebe Christen g'mein. ach auf, mein Herz, die Nacht ist hin, die Sonn ist aufge gangen, ermuntre deinen Geist und Sinn, den Heiland zu empfangen, der heute durch des Todes Tür gebrochen aus dem Grab herfür der ganzen Welt zur Wonne. 2. Steh aus dem Grab der Sünde auf und such ein neues Leben, vollführe deinen Glaubenslauf und laß dein Herz sich heben gen Himmel, da dein Jesus ist, und such, was droben, als ein Christ, der geistlich auferstanden. 3. Vergiß das, was dahinten ist, und tracht nach dem, was droben, damit dein Herz zu jeder Frist zu Jesu sei erhoben. Tritt unter dich die böse Welt und strebe nach dem Himmelszelt, wo Jesus ist zu finden. 4. Quält dich ein schwerer Sorgenstein, dein Jesus wird ihn heben; es kann ein Chrift bei Kreuzespein in Frei und Wonne leben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn und sorge nicht, er ist nicht fern, weil er ist auferstanden. 5. Geh mit Maria Magdalen und Salome zum Grabe, die früh dahin aus Liebe gehn mit ihrer Salbungsgabe, so wirst du sehn, daß Jesus Christ vom Tod heut auferstanden ist und nicht im Grab zu finden. 6. Es hat der Löw aus Juda Stamm heut siegreich überwunden, und das erwürgte Gotteslamm hat uns zum Heil gefunden das Leben und Gerechtigkeit, weil er nach überwundnem Streit die Feinde schaugetragen.*) *) Col. 2, 15. 7. Drum auf, mein Herz, fang an den Streit, weil Jesus überwunden; er wird auch überwinden weit in dir, weil er gebunden der Feinde Macht, daß du aufstehst und in ein neues Leben gehst und Gott im Glauben dienest. 8. Scheu weder Teufel, Welt noch Tod, noch gar der Hölle Rachen, dein Jesus lebt, es hat tein Not, er ist noch bei den Schwachen und den Geringsten in der Welt als ein gekrönter Siegesheld; drum wirst du überwinden. 9. Ach mein Herr Jesu, der du bist von Toten auferstanden, rett uns aus Satans Macht und List und aus des Todes Banden, daß wir zusammen insgemein zum neuen Leben gehen ein, das du uns haft erworben. 10. Sei hochgelobt in dieser Zeit von allen Gottestindern, und ewig in der Herrlichkeit von allen Überwindern, die überwunden durch dein Blut: Herr Jesu, gib uns Kraft und Mut, daß wir auch überwinden. Laurent. Laurenti g. 1660+ 1722. Ofterlieder. 120. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 2. Mein Jesus lebt, was soll ich sterben? Hier steht mein Haupt und triumphiert. So muß ich ja das Leben erben, weil Not und Tod die Macht verliert. Rein Trauerbild erschreckt mich mehr, mein Jesus lebt, das Grab ist leer. 2. Mein Jesus siegt, drum liegt zu Füßen, was mir das Leben rauben kann. Der Tod wird völlig weichen müssen, mir wird der Satan untertan. Der Hölle Abgrund selber bebt, denn überall schallt: Jesus lebt. 3. Mein Jesus lebt, das Grab ist offen, so geh ich freudig in die Gruft. Hier kann ich auch im Tode hoffen, daß mich sein Wort ins Leben ruft. Wie süß erschallt die Stimme hier: Ich leb, und ihr lebt auch in mir. 4. Mein Jesus bleibt also mein Leben, er lebt in meinem Herzen hier; und soll ich ihm das Leben geben, kommt mir mein Tod nicht schrecklich für, weil er mich in den Himmel hebt, so wahr als Jesus ist und lebt. 65 121. Mel. Chriftus der ist mein Leben. Willkommen, Held im Streite, aus deines Grabes Kluft! Wir triumphieven heute um deine leere Gruft. 2. Der Feind wird schaugetragen*) und heißt nunmehr ein Spott, wir aber können sagen: Mit uns ist unser Gott.*) fol. 2, 15. 8. Der Tod kann uns nicht schaden, sein Pfeil ist nunmehr stumpf, wir stehn bei Gott in Gnaden und rufen schon Triumph! Benjamin Schmolt g. 1672+ 1737. 122. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. Benjamin Schmold g. 1672+ 1737.ween der Jünger gehn mit Sehnen über Feld nach Emmaus; ihre Augen sind voll Tränen, ihre Seele voll Verdruß, man hört ihre Klageworte; doch es ist von ihrem Orte unser Jesus 3. In der Gerechten Hütten schallt schon das Siegeslied; du trittst selbst in die Mitten und bringst den Osterfried. 4. Ach teile doch die Beute bei deinen Gliedern aus, wir alle tommen heute deswegen in dein Haus. 5. Laß unser aller Sünden ins Grab verscharret sein und einen Schatz hier finden, der ewig kann erfreun. 6. Wir sind mit dir gestorben, so leben wir mit dir; was uns dein Tod erworben, das stell uns täglich für! 7. Wir wollen hier ganz fröhlich mit dir zu Grabe gehn, wenn wir nur dorten jelig mit dir auch auferstehn. gar nicht weit und vertreibt die Traurigkeit. 2. Ach es gehn noch manche Her= zen ihrem stillen Kummer nach, sie 5 66 Ofterlieder. bejammern ihre Schmerzen, ihre Not und Ungemach; manches wandert gar alleine, daß es nur zur Gnüge weine; doch mein Jesus ist dabei, fragt, was man so traurig sei. 3. Wenn zwei Seelen sich besprechen, so ist er der dritte Mann; er bemerket die Gebrechen, redet, was uns trösten kann. Denn er kann uns nicht versäumen, wie wir glaubenslos oft träumen, er hat alles im Gesicht, seine Treu ver läßt uns nicht. 4. Jesus ist mir nachgegangen, wenn ich meiner Eitelteit und der Sünde nachgehangen; o der unglückselgen Zeit, die man dergestalt verloren! Doch er hat mich neu geboren, Jesus hat an mich gedacht und das Schäflein wieder bracht. 5. hat sich eine Not gefunden, so ließ er mich nicht allein; Jesus stellt zur rechten Stunden sich mit ſeinem Beistand ein. Wenn ich mich bei ihm beschwere, gleich als ob er ferne wäre, o so ist er mehr als nah und mit seiner Hülfe da. 6. Treuster Freund von allen Freunden, bleibe ferner noch bei mir! Kommt die Welt, mich anzufeinden, ach so sei du auch allhier! Will der Teufel mich betrügen, laß in deinem Schuß mich liegen! Komm, in meinem Geist zu ruhn: was du willst, das will ich tun. 7. Bin ich traurig und betrübet, so gib nur in meinen Si daß mich deine Seele liebet, und daß ich der Deine bin. Laß dein Wort mich feste gründen, laß es auch mein Herz entzünden, daß es voller Liebe brennt und dich immer besser kennt. 8. Tröst auch andre fromme Seelen, wenn sie tief in Kummer stehn; wenn sie in verborgnen Höhlen, Kammern, Feld und Wäldern gehn, ihrem Kummer nachzufinnen, daß sie satt sich weinen können, so sprich ihrer Seele zu: Liebes Kind, was trauerst du? 9. Kannst du bei der Welt nicht weilen, ach so nimm mich auch mit dir, laß mich deine Freuden teilen, sei und bleibe stets bei mir! Bleibe doch in unsrer Mitten, wie dich deine Kinder bitten. Dank sei dir, o lieber Gast, daß du mich getröstet haft. Ludw. Neunherz g. 1653+ 1737. 123. Mel. Jefus, meine Zuversicht. Jesus lebt, mit ihm auch ich; Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Toten auferwecken, er verklärt mich in sein Licht: dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt; ihm ist das Reich über alle Welt gegeben, mit ihm werd ich auch zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht: dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt; wer nun berzagt, lästert ihn und Gottes Ehre; Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Chrifto nicht: dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt; sein Heil ist mein, sein sei auch mein ganzes Leben; Ofterlieder. reines Herzens will ich sein und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht: dies ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt; ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsternis, teine Herrlichkeit, kein Leiden. Seine Treue wantet nicht: dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt; nun ist der Tod mir ein Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnot wird es meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Chr. F. Gellert g. 1715+ 1769. 67 3. Unsern Staub mag Staub bedecken, du wirst ihn herrlich auferwecken, der du des Staubes Schöpfer bist. Du wirst unver= gänglich Leben und Kraft und Herrlichkeit ihm geben, Staube, der dir teuer ist. Wir werden ewig dein, gerecht und selig sein, Halleluja! Tod und Gericht erschredt uns nicht, denn Jesus, unser Mittler, lebt. dem 124. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. alleluja, jauchzt, ihr Chöre, singt Jesu Christo Lob und Ehre! Wie groß, wie heilig ist sein Tag! Er, der Held, zerriß die Banden des Todes und ist auferstanden, 4. Tag des Lebens, Tag der Wonne, wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne durch unsers Grabes Dunkel bricht! O was werden wir empfinden, wenn Nacht und Finsternis verschwinden, und uns umstrahlt des Himmels Licht! Vollender, führe du uns diesem Tage zu, uns, die Deinen! Die Todesbahn gingst du voran, wir folgen dir in deine Ruh. Gottfr. Bened. Funk g. 1734+ 1814. 125. er, der für uns im Grabe lag. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht singen. Sein ist Gewalt und Macht, Preisuferstanden, auferstanden ist der ihm, er hats vollbracht! HalleO luja! Er hats vollbracht, er, der die Macht des Todes und des Grabes hat. Herr, der uns versöhnt. wie hat nach Schmerz und Banden Gott mit Ehren ihn gekrönt! Dort zu seines Vaters Rechten über Schmach und Tod erhöht herrscht er nun in Majestät. Freut euch seiner, ihr Gerechten, und ihr, seine Feinde, bebt! Halleluja, Jesus lebt! 2. Glorreich hat der Held gerungen, hat mächtig Satans Reich bezwungen, von Todesketten uns befreit. Wir von Gott gefallne Sünder sind nun mit ihm verföhnt, sind Kinder und Erben 2. Singt dem Herrn, er ist er= seiner Seligkeit. Bald, bald entstanden, er, der starb auf Golgatha. schlafen wir, entschlafen, Christe, Rühmt es, rühmts in allen Landir, ruhn im Frieden die kurze Nacht, bis deine Macht den Tag der Ewigkeiten ruft den: Was sein Wort verhieß, geschah. Wer, wer kann ihm widerstreben? Mächtig dringt der Held 5* 68 empor, im Triumph bricht er hervor; und des Abgrunds Pforten beben, da ihr Sieger sich erhebt. Halleluja, Jesus lebt! Ofterlieder. 3. Uns vom Tode zu befreien, sant er in des Grabes Nacht; uns zum Leben einzuweihen, stand er auf durch Gottes Macht. Tod, durch ihn bist du bezwungen, deine Schrecken sind zerstreut, von der Furcht sind wir befreit, uns ist Leben neu errungen; jauchzt ihr, die man einst begräbt, jauchzt dem Höchsten, Jesus lebt! 4. Aus dem Grab uns zu erheben, ging er zu dem Vater hin. Laßt uns ihm zur Ehre leben, dann ist Sterben uns Gewinn. Haltet unter Luft und Leiden im Gedächtnis Jesum Chrift, der vom Tod erstanden ist. Unvergänglich sind die Freuden des, der nach dem Himmel strebt. Singet, preiset, Jesus lebt! 5. Freut euch seiner, Gottes Kinder, er sei euer Lobgefang! Bringt dem Todesüberwinder ewig Ehre, Lob und Dank! Rühmts in der Versuchung Stunden, wenn euch Sünd und Elend droht, rühmts in eurer Todesnot: Unser Herr hat überwunden! und wenn er euch zu sich hebt, dann rühmts ewig: Jesus lebt! Joh. Casp. Lavater g. 1741+ 1801. 126. ញ្ញ][ d Mel. Nun danfet all und bringet Ehr. Ich sag es jedem, daß Er lebt und auferstanden ist, daß Er in unsrer Mitte schwebt und ewig bei uns ist. 2. Ich sag es jedem, jeder sagt es seinen Freunden gleich, daß bald an allen Orten tagt das neue Himmelreich. 3. Jetzt scheint die Welt dem neuen Sinn erst wie ein Vaterland, ein neues Leben nimmt man hin entzückt aus seiner Hand. 4. Hinunter in das tiefe Meer versant des Todes Graun, und jeder kann nun leicht und hehr in seine Zukunft schaun. 5. Der dunkle Weg, den er betrat, geht in den Himmel aus, und wer nur hört auf seinen Rat, kommt auch ins Vaterhaus. 6. Nun weine feiner mehr allhie, wenn eins die Augen schließt; vom Wiedersehn, spät oder früh, wird dieser Schmerz versüßt. 7. Es kann zu jeder guten Tat ein jeder frischer glühn, denn herrlich wird ihm diese Saat in schönern Fluren blühn. 8. Er lebt und wird nun bei uns sein, wenn alles uns verläßt, und so soll dieser Tag uns sein ein Weltverjüngungsfest. Friedr. v. Hardenberg g. 1772+ 1801 VIII. Himmelfahrtslieder. 127. Eigene Melodie. Ehrift fuhr gen Himmel. Was sandt er uns hernieder? Den Tröster, den heiligen Geist, zu Troft der armen Christenheit. Halleluja! Halleluja, Halleluja, Halleluja! Des sollen wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Halleluja! Aus dem 15.(?) Jahrhundert. 128. Eigene Melodie, oder ohne Halleluja Nun freut euch, liebe Christen g'mein. Auf diesen Tag bedenken wir, daß Chrift gen Himm'l gefahren, und danken Gott aus höchster B'gier, mit Bitt, er woll bewahren uns arme Sünder hie auf Erd, die wir von wegen mancher G'fährd ohn ihn kein Hoffnung haben. Halleluja, Halleluja! 69 zu Gott im Himmel g'richtet. Halleluja, Halleluja! 4. Solch Himmelfahrt fäht in uns an, wenn wir den Vater finden und fliehen stets die weltlich Bahn, tun uns zu Gottes Kindern; die sehn hinauf, der Vater h'rab, an Treu und Lieb geht ihn'n nichts ab, bis fie zusammen kommen. Halleluja, Halleluja! 5. Dann wird der Tag erst freudenreich, wenn uns Gott zu ihm nehmen und seinem Sohn wird machen gleich, wie wir denn jetzt bekennen. Da wird sich finden Freud und Mut zu ewger Zeit beim höchsten Gut. Gott woll, daß wirs erleben! Halleluja, Halleluja! Johann Zwick g. um 1496+ 1542. 129. Eigene Melodie. 2. Drum sei Gott Lob, deren Himmel aufgefahren ist, Weg ist g'macht, uns steht der Halleluja, der König der Himmel offen, Christus schließt Ehren, Jesus Chrift. Halleluja! auf mit großer Pracht, vorhin war alls verschlossen. Wers glaubt, des Herz ist freudenvoll, dabei er sich doch rüsten soll, dem Herren nachzufolgen. Halleluja, Halleluja! 2. Er sitzt zu Gottes rechter Hand, Halleluja, herrscht über Himm'l und alle Land. Halleluja! 3. Nun ist erfüllt, was g'schrieben ist, Halleluja, in Psalmen von dem Herren Christ. Halleluja! 3. Wer nicht folgt und sein Willen tut, dem ists nicht Ernst zum Herren; denn der wird auch vor Fleisch und Blut sein Himmelreich versperren. Am Glauben liegts, wird der sein recht, wird auch gewiß das Leben recht Halleluja! 4. Nun sitzt beim Herren Davids Herr, Halleluja, wie zu ihm g'sprochen hat der Herr. Halleluja! 5. Drum jauchzen wir mit großem Schalln, Halleluja, dem Herren Christ zum Wohlgefalln. Himmelfahrtslieder. 70 6. Der heilgen Dreieinigkeit, Halleluja, sei Lob und Preis in Ewigkeit! Halleluja! 131. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. 130. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher Geist. err Jesu, zieh uns für und für, daß wir mit den Gemütern nur oben wohnen stets bei dir, in deinen Himmelsgütern; laß unsern Sitz und Wandel sein, wo Fried und Wahrheit gehn herein; laß uns in deinem Wesen, das himmlisch ist, genesen. Mein Heiland fizet droben zu Gott des Vaters rechter Hand, woselbst ihn herrlich loben der Engel Chor; in solchem Stand ist unser Fleisch zu finden; o welch ein Ruhm und Ehr! Es müffe nun verschwinden, was uns betrübt so sehr; denn unser Haupt regieret in großer Herrlichkeit, wohin er uns auch führet nach unsrer Wallfahrtszeit. 2. Lob sei dir, Herr, gesungen, daß du dich aus selbsteigner Macht gen Himmel haft geschwungen und 2. Hilf, daß wir suchen unsern den Triumph davon gebracht, daß Schak nicht hier in diesem Leben, du hast aufgeschlossen des Himhingegen dort, wo du den Plak mels güldne Tür und uns zu wirft Gottes Kindern geben; ach Reichsgenossen verordnet für und laß uns streben fest und wohl für. Ach laß es uns gelingen, nach dem, was künftig werden den lieben Engeln gleich ein soll, so können wir ergründen, Loblied dir zu fingen in deines wo dein Gezelt zu finden. Vaters Reich! Johann Rist g. 1607 T 1687. 3. Zieh uns dir nach, so laufen wir, gib uns des Glaubens Flügel: hilf, daß wir fliehen weit von hier auf Zions Freudenhügel! Mein Gott, wann fahr ich doch dahin, wo ich ohn Ende fröhlich bin? Wann werd ich vor dir stehen, dein Angesicht zu sehen? 4. Wann soll ich hin ins Paradies zu dir, Herr Jesu, kommen? wann kost ich Engelfreude süß? wann werd ich aufgenommen? Mein Heiland, komm und nimm mich an, auf daß ich fröhlich jauchzen kann und klopfen in die Hände: Gelobt sei Gott ohn Ende! Johann Rist g. 1607+ 1667. 1609. Nach dem Lateinischen Coelos ascendit hodie. 132. Mel. Nun freut euch, liebe Christen g'mein. Auf Chrifti Himmelfahrt allein ich meine Nachfahrt gründe und allen Zweifel, Angst und Pein hiermit stets überwinde; denn weil das Haupt im Himmel ist, wird seine Glieder Jesus Christ zur rechten Zeit nachholen. 2. Weil er gezogen himmelan und große Gab empfangen, mein Herz auch nur im Himmel tann, sonst nirgends, Ruh erlangen; denn wo mein Schatz gekommen hin, da ist auch stets mein Herz Himmelfahrtslieder. und Sinn, nach ihm mich sehr verlanget. 3. Ach Herr, laß diese Gnade mich von deiner Auffahrt spüren, daß mit dem wahren Glauben ich mag meine Nachfahrt zieren und dann einmal, wenns dir gefällt, mit Freuden scheiden aus der Welt. Herr, höre doch mein Flehen! Nach Josua Wegelin g. 1604+ 1640. 133. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. Ach wundergroßer Siegesheld, du Sündenträger aller Welt, heut hast du dich gesetzet zur Rechten von des Vaters Kraft, der Feinde Schar gebracht zur Haft, bis auf den Tod verletzet; mächtig, prächtig triumphierest, jubilierest; Tod und Leben, dir ist alles untergeben. 2. Dir dienen alle Cherubim, viel tausend hohe Seraphim dich großen Siegsmann loben, weil du den Segen wiederbracht, mit Majestät und großer Macht zur Glorie bist erhoben. Singet, klinget, rühmt und ehret den, so fähret auf gen Himmel mit Pojaunen und Getümmel. 3. Du bist das Haupt, hingegen wir sind Glieder, ja es kommt von dir auf uns Licht, Trost und Leben; Heil, Fried und Freude, Stärk und Kraft, Erquichung, Labial, Herzenssaft wird uns von dir gegeben; bringe, zwinge mein Gemüte, mein Geblüte, daß es preise, dir als Siegsherrn Ehr erweise. 7.1 und für nach deinem Reiche trachten. Laß unser Tun und Wandel sein, wo Zucht und Demut tritt herein, all üppigkeit verachten. Unart, Hoffart laß uns meiden, christlich leiden, wohl ergründen, wo die Gnade sei zu finden. 5. Sei, Jesus, unser Schut und Schatz, sei unser Ruhm und fester Plak, darauf wir uns verlassen; laß suchen uns, was droben ist; auf Erden wohnet Trug und List, es ist auf allen Straßen Lügen, Trügen, Angst und Plagen, die da nagen, die da quälen stündlich arme Christenseelen. 4. 3euch, Jesus, uns, zeuch uns nach dir, hilf, daß wir forthin für 6. Herr Jeju, komm, du Gnadenthron, du Siegesfürst, Held, Davids Sohn, komm, stille das Verlangen! Du, du bist allen uns zu gut, o Jesu, durch dein teures Blut ins Heiligtum gegangen. Komm schier, hilf mir! Dann so sollen, dann so wollen wir ohn Ende fröhlich klopfen in die Hände. Ernst Christ. Homburg g. 1605+ 1681. 134. Mel. Ach Gott und Herr. euch uns nach dir, so kommen wir mit herzlichem Verlangen hin, da du bist, Herr Jesu Chrift, aus dieser Welt gegangen. 2. 3euch uns nach dir, Herr Christ, und führ uns deine Himmelsstege! Wir irrn sonst leicht, sind abgeneigt vom rechten Lebenswege. 3. 3euch uns nach dir, so folgen wir dir nach in deinen Himmel, daß uns nicht mehr allhier be schwer das böse Weltgetümmel. 72 Pfingstlieder. 4. 3euch uns nach dir nur für| Wonne alle Himmelsgeister speist; und für und gib, daß wir nach- prächtig wirst du eingenommen, fahren dir in dein Reich, und freudig heißt man dich willkommen; mach uns gleich den auserwählten schau, ich armes Kindlein hier Scharen! schrei auch Hosianna dir. Friedr. Funde g. 1642+ 1699. 135. Mel. Alle Menschen müssen sterben. Mel. 1. 4. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Glorie seh? Sollt mein Mut noch wollen finken, da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen, nicht vor Welt noch Teufel grauen, nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich. Siegesfürste, Ehrenkönig, höchstverklärte Majestät, alle Himmel sind zu wenig, du bist drüber 5. Geist und Kraft nun überhoch erhöht; sollt ich nicht zu Fuß fließen; drum wirk in mir träfdir fallen, und mein Herz vor tiglich, bis zum Schemel deiner Freude wallen, wenn mein Glau- Füßen alle Feinde legen sich. Aus bensaug betracht deine Glorie, 3ion den Zepter sende, weit und deine Macht? breit bis zur Welt Ende, mache dir auf Erden Bahn, alle Herzen untertan! 2. Seh ich dich gen Himmel fahren, seh ich dich zur Rechten da, seh ich, wie der Engel Scharen alle rufen Gloria, sollt ich nicht zu Fuß dir fallen, und mein Herz vor Freude wallen, da der Himmel jubiliert, weil mein König triumphiert? 3. Weit und breit, du himmelssonne, deine Klarheit sich ergeußt und mit neuem Glanz und 6. Du kannst alles aller Orten nun erfülln und nahe sein; meines armen Herzens Pforten stell ich offen, komm herein! Komm, du König aller Ehren, du mußt auch bei mir einkehren; ewig in mir leb und wohn als in deinem Himmelsthron! Gerh. Terstegen g. 1637+ 1769. IX. Pfingstlieder. 136. Komm, heiliger Geist, erfüll die Herzen deiner Gläubigen und entzünd in ihnen das Feuer deiner Einigkeit des Glaubens. Halleluja, Halleluja! Altkirchlich. 137. Eigene Melodie. göttlichen Liebe, der du durch Man- omm, o Gott Schöpfer, heilger nigfaltigkeit der Zungen die Völker Geist, besuch das Herz der der ganzen Welt versammelt haft in Menschen dein, mit Gnade sie füll, Pfingstlieder. 73 wie du weißt, daß dein Geschöpf| Glauben versammelt haft das Volk soll vor dir sein. 2. Denn du der Tröster bist genannt, des Allerhöchsten Gabe teur, ein geistlich Salb an uns gewandt, des Lebens Brunnen, Lieb und Feur. 3. Zünd uns ein Licht an im Verstand, gib uns ins Herz der Liebe Brunst, des Fleisches Schwachheit, dir bekannt, stärk allzeit durch dein Kraft und Gunst! 4. Du bist mit Gaben man nigfalt der Finger Gottes rechter Hand, des Vaters Zusag mit Gewalt durch 3ungen geht in alle Land. 5. Des Feindes List treib von uns fern, den Frieden gib durch deine Gnad, daß, wie du führst, wir folgen gern und meiden, was der Seele schadt. 6. Den Vater uns wohl tennen lehr und Jesum Christum, seinen Sohn, daß wir auch geben gleiche Ehr dir, beider Geist, in Einem Thron. 7 Gott unser Vater, sei allzeit aus Herzensgrund von uns ge preist, Lob sei, Herr Jesu, dir bereit mit Gott dem werten heilgen Geist! Martin Luther g. 1483+ 1546. aus aller Welt Zungen; das sei dir, Herr, zu Lob gesungen. Halleluja, Halleluja! 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort und lehr uns, Gott recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen! O Herr, behüt vor fremder Lehr, daß wir nicht Meister suchen mehr denn Jesum Chrift mit rechtem Glauben und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Halleluja, Halleluja! 3. Du heilige Brunst, süßer Trost, nun hilf uns fröhlich und getrost in dein'm Dienst beständig bleiben, die Trübsal uns nicht abtreiben! O Herr, durch dein Kraft uns bereit und stärk des Fleisches Blödigkeit, daß wir hie ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Halleluja, Halleluja! Martin Luther g. 1483+ 1516. 139. Eigene Melodie. fun bitten wir den heiligen Geist um den rechten Glauben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heimfahrn aus diesem Elende. Kyrieleis! 2. Du wertes Licht, gib uns deinen Schein, lehr uns Jesum Christ tennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Kyrieleis! 138. Eigene Melodie. Komm, heiliger Geift, Herre Gott, erfüll mit deiner Gnade Gut deiner Gläubgen Herz, Mut und Sinn, dein brünstig Lieb entzünd in ihn'n! O Herr, durch der Liebe Brunst, daß wir uns deines Lichtes Glanz zu dem von Herzen einander lieben und 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, laß uns empfinden 74 im Friede auf Einem Sinn bleiben. Kyrieleis! Pfingstlieder. 141. 4. Du höchster Tröster in aller Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern Not, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod, daß in uns die Sinne nicht verzagen, wenn der Feind wird das Leben vertlagen. Kyrieleis! Martin Luther g. 1483+ 1546. 140. Mel. Aus meines Ferzens Grunde. Freut euch, ihr Christen alle, Gott schenkt uns seinen Sohn; lobt ihn mit großem Schalle, er schickt vom Himmelsthron uns seinen werten Geist, der uns durchs Wort recht lehret, des Glaubens Licht vermehret und uns auf Chriftum weist. 2. Es läfset offenbaren Gott, unser höchster Hort, uns, die wir unweis waren, sein himmlisch Gnadenwort. Wie groß ist seine Güt! Nun können wir ihn kennen und unsern Vater nennen, der uns allzeit behüt. 3. Verleih, daß wir dich lieben, o Gott von großer Huld, durch Sünd dich nicht betrüben, vergib uns unsre Schuld, führ uns auf ebner Bahn, hilf, daß wir dein Wort hören und tun nach deinen Lehren. Das ist recht wohl getan. 4. Von oben her uns sende den Geist, den edlen Gast, der stärket uns behende, wenn uns drückt Kreuzeslast; tröst uns in Todespein, mach auf die Himmelstüre, uns mit einander führe zu deinem Freudenschein! Georg Werner g. 1589+ 1643. heilger Geist, kehr bei uns ein und laß uns deine Wohnung sein, o tomm, du Herzenssonne! Du Himmelslicht, laß deinen Schein bei uns und in uns träftig sein zu steter Freud und Wonne! Sonne, Wonne, himmlisch Leben willst du geben, wenn wir beten; zu dir kommen wir getreten. 2. Du Quell, draus alle Weisheit fließt, die sich in fromme Seelen gießt, laß deinen Troft uns hören, daß wir in Glaubenseinigkeit auch können aller Christenheit dein wahres Zeugnis lehren. Höre, lehre, daß wir können Herz und Sinnen dir ergeben, dir zu Lob und uns zum Leben. 3. Steh uns stets bei mit deinem Rat und führ uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen. Gib uns Beständigkeit, daß wir getreu dir bleiben für und für, wenn wir uns leiden müssen. Schaue, baue was zerrissen und geflissen, dich zu schauen und auf deinen Trost zu bauen. 4. Laß uns dein edle Balsamtraft empfinden und zur Ritterschaft dadurch gestärket werden, auf daß wir unter deinem Schutz begegnen aller Feinde Truß mit freudigen Geberden. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. 5. O starker Fels und Lebenshort, laß uns dein himmelsüßes Pfingstlieder. 75 leiste, die ich dir schuldig bin. Wort in unsern Herzen brennen, reinem Geifte dir Ehr und Dienste daß wir uns mögen nimmermehr von deiner weisheitreichen Lehr und reinen Liebe trennen. Fließe, gieße deine Güte ins Gemüte, daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 3. Ich war ein wilder Reben, du hast mich gut gemacht; der Tod durchdrang mein Leben, du haft ihn umgebracht und in der Tauf erstickt als wie in einer Flute mit dessen Tod und Blute, der uns im Tod erquickt. 6. Du süßer Himmelstau, laß dich in unsre Herzen kräftiglich und schenk uns deine Liebe, daß unser Sinn verbunden sei dem Nächsten stets mit Liebestreu und sich darinnen übe; kein Neid, kein Streit dich betrübe, Fried und Liebe müssen schweben, Fried und Freude wirst du geben. 4. Du bist das heilge Öle, dadurch gesalbet ist mein Leib und meine Seele dem Herren Jesu Christ zum wahren Eigentum, zum Priester und Propheten, zum König, den in Nöten Gott schützt vom Heiligtum. 7. Gib, daß in reiner Heiligteit wir führen unsre Lebenszeit, sei unsers Geistes Stärke, daß uns forthin sei unbewußt die Eitelkeit, des Fleisches Lust und seine toten Werke. Rühre, führe unser Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden. Mich. Schirmer g. 1606+ 1673. 142. Eigene Melodie, oder Aus meines Herzens Grunde. euch ein zu deinen Toren, sei meines Herzens Gaft, der du, da ich geboren, mich neu geboren haft, o hochgeliebter Geift des Vaters und des Sohnes, mit beiden gleiches Thrones, mit beiden gleich gepreist! 2. 3euch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hülf und Errettung schafft. Entsündge meinen Sinn, daß ich mit 5. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll; dein Beten wird erhöret, dein Singen tlinget wohl, es steigt zum Himmel an, es steigt und läßt nicht abe, bis der geholfen habe, der allen helfen kann. 6. Du bist ein Geist der Freuden, von Trauren hältst du nichts, erleuchtest uns in Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manches, mal hast du mit süßen Worten mir aufgetan die Pforten zum güldnen Freudensaal. 7. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Born, Bank, Haß, Neid und Streit. Der Feindschaft bist du feind, willst, daß durch Liebesflammen sich wieder tun zusammen, die voller 3wietracht seind. 8. Du, Herr, haft selbst in Händen die ganze weite Welt, tannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlgefällt; so gib doch 76 Pfingstlieder. deine Gnad zum Fried und Liebes-| tan, räume ferner aus dem Wege, banden, verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. schlecht und recht sei um und an; wirke Reu an Sünde Statt, wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Laß uns stets dein Zeugnis fühlen, daß wir Gottes Kinder sind, die auf ihn alleine zielen, wenn sich Not und Drangsal findt. Denn des Vaters liebe Rut ist uns allewege gut. 9. Erfülle die Gemüter mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für! Vertreib den bösen Geist, der dir sich widersetzet und, was dein Herz ergeket, aus unserm Herzen reißt. 10. Gib Freudigkeit und Stärke, zu stehen in dem Streit, den Satans Reich und Werke uns täglich anerbeut. Hilf tämpfen ritterlich, damit wir überwinden, und ja zum Dienst der Sünden tein Christ ergebe sich. 11. Richt unser ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn, und wenn wirs sollen geben ins Todes Rachen hin, wenns mit uns hie wird aus, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus! Paul Gerhardt g. 1607+ 1676. 143. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten frei mit aller Freudigkeit, seufz auch in uns, wenn wir beten, und vertritt uns allezeit, so wird unsre Bitt erhört und die Zuversicht vermehrt. 6. Wird uns auch nach Troste bange, daß das Herz oft rufen muß: Ach mein Gott, mein Gott, wie lange? ei, so mach uns den Beschluß, sprich der Seele tröstlich zu und gib Mut, Geduld und Ruh! 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser, neuer Geift, fördre in uns deine Werke, wenn des Satans Macht sich weist; schenk uns Waffen in den Krieg und erhalt in uns den Sieg! 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, daß kein Teufel, Tod noch Spott uns denselben möge rauben; du bist unser Schutz und Gott. Sagt das Fleisch gleich immer nein, laß dein Wort gewisser sein! 2. Gib in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rat, Verstand und Zucht, daß wir andres nichts beginnen, als nur was dein Wille sucht; dein Erkenntnis werde groß 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichre uns je mehr, als des Himmelreiches Erben, jener Herrlichkeit und Ehr, die uns und mach uns vom Irrtum los! unser Gott ertiest und nicht ausHenrich Held um 1650. Eigene Melodie, oder Gott des Himmels und der Erden. Komm, o komm, du Geist des Lebens, wahrer Gott von Ewigteit! Deine Kraft sei nicht vergebens, sie erfüll uns jederzeit, so wird Geist und Licht und Schein in dem dunkeln Herzen sein. 3. Zeige, Herr, die Wohlfahrts- zusprechen ist. stege! Das, was wider dich ge Pfingstlieder. 144. Mel. Jefu, meine Freude. chmückt das Fest mit Maien*), lasset Blumen streuen, zündet Opfer an! Denn der Geist der Gnaden hat sich eingeladen; machet ihm die Bahn, nehmt ihn ein, so wird sein Schein euch mit Licht und Heil erfüllen und den Kummer stillen. *) Pf. 118, 27. 2. Tröster der Betrübten, Siegel der Geliebten, Geist voll Rat und Tat, starker Gottesfinger, Friedensüberbringer, Licht auf unserm Pfad, gib uns Kraft und Lebenssaft, laß uns deine teuren Gaben zur Genüge laben! 3. Laß die Zungen brennen, wenn wir Jesum nennen; führ den Geist empor, gib uns Kraft zu beten und vor Gott zu treten, sprich du selbst uns vor, gib uns Mut, du höchstes Gut, tröst uns träftiglich von oben bei der Feinde Toben! 4. Güldner Himmelsregen, schütte deinen Segen auf das Kirchenfeld, lasse Ströme fließen, die das Land begießen, wo dein Wort hinfällt, und verleih, daß es gedeih, hun dertfältig Früchte bringe, es ihm stets gelinge. 5. Schlage deine Flammen über uns zusammen, wahre Liebesglut, laß dein sanftes Wehen auch bei uns geschehen, dämpfe Fleisch und Blut, laß uns doch das Sündenjoch nicht mehr wie vor diesem ziehen und das Böse fliehen! 6. Gib zu allen Dingen Wollen und Vollbringen, führ uns ein und aus, wohn in unsrer 77 Seele, und des Herzens Höhle sei dein eigen Haus! Wertes Pfand, mach uns bekannt, wie wir Jesum recht erkennen und Gott Vater nennen. 7. Mach das Kreuze süße, und durch Finsternisse sei du unser Licht, trag nach Zions Hügeln uns mit Glaubensflügeln und verlaß uns nicht, wenn der Tod, Die letzte Not, mit uns will zu Felde liegen, daß wir fröhlich siegen. 8. Laß uns hier indessen nimmermehr vergessen, daß wir Gott verwandt. Dem laß uns stets dienen und im Guten grünen als ein fruchtbar Land, bis wir dort, du werter Hort, bei den grünen Himmelsmaien ewig uns erfreuen. Benjamin Schmold g. 1672+ 1737. 145. Mel. Wie schön feucht uns der Morgenstern. omm, Gottes Geist, komm, höchster Gast, Herr, den der Himmel nicht umfaßt, noch dieser Kreis der Erde! Komm, offenbare dich auch mir, Gott heilger Geist, daß ich in dir Ein Geist mit Christo werde. Leite heute Geist und Sinnen, mein Beginnen und mein Leben, deiner Liebe nachzustreben. 2. Komm, teures Gut, komm, höchster Schat, komm in mein Herz und mache Platz, dich gläubig einzunehmen. Ich glaube seft, mein Heil und Licht, du teurer Tröster wirst dich nicht der armen Hütte schämen. Eile, heile Herz Pfingstlieder. 78 146. und Seele mit dem Öle deiner Gnaden, mache gut den Sündenschaden! Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 3. Entzünd in mir die Liebes- eist vom Vater und vom Sohne, glut und mache brünstig Geist der du unser Tröster bist und und Mut, du Flamme reiner von unsers Gottes Throne hülfLiebe! Laß mich mit dir ver- reich auf uns Schwache siehst, siegelt sein, damit in Not und stehe du mir mächtig bei, daß Todespein ich steten Glauben übe. ich Gott ergeben sei, daß mein Rühre, führe mein Gemüte, Got- ganzes Herz auf Erden mög ein tes Güte zu erkennen, Christum Tempel Gottes werden. meinen Herrn zu nennen. 4. Erquicke mich, du sanfter Wind, du Brunn, wo Lebenswasser rinnt, du süße Freudenquelle, die allen Durst der Seele stillt und aus der Gottheit Tiefe quillt ganz rein und ewig helle. Fließe, gieße deine Gaben, mich zu laben, wenn ich size in der Angst und Seelenhize. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir sein und, daß ich nicht irren möge, deine Wahrheit mich erfreun! Suchen laß mich in der Welt nichts, als was dir wohlgefällt: lehrst du mich, was recht ist wählen, werd ich nie mein Heil verfehlen. 5. Sei meiner Ohnmacht Kraft und Macht, mein helles Licht in dunkler Nacht, mein Weg, wenn ich verführet, mein Lehrer in Unwissenheit, mein starker Beistand in dem Streit, bis mich die Krone zieret. Schütze, stüße, Herr, mich Schwachen, stark zu machen meinen Glauben, laß mir nichts die Krone rauben! 3. Hilf, daß ich, von dir getrieben, meinem Gott und Vater treu, ihn mög über alles lieben, und mir nichts so wichtig sei, als mich seiner Huld zu freun und drum Sünden stets zu scheun, seinen Namen zu erhöhen, seine Wege gern zu gehen. 4. Stärke mich, wenn zu der Sünde mein Gemüt versuchet wird, daß sie mich nicht überwinde. Hab ich irgend mich verirrt, o so stärke selbst mein Herz, daß ich unter Reu und Schmerz mich vor Gott demütig beuge, meinen Sinn zur Beßrung neige. 5. Fehlt mir Kraft zu guten Werken, treibe zum Geber an, das zur Tugend Schwache stärken, Träge neu beseelen kann. Laß mich aber mein Vertraun nie auf meine Tugend baun, nie der Taten Lohn verlangen, was Gott gibt, als Gnad empfangen. 6. Hilf mir in meiner letzten Not, versüße mir den bittern Tod! Wenn Herz und Augen brechen, so sei du meines Lebens Licht, laß, wenn die Zunge nichts mehr spricht, dein Seufzen für mich sprechen! Laß mich endlich selig scheiden zu den Freuden aller Frommen! Ach wann werd ich dahin kommen! Joh. Ernst Wenigt g. 1701+ 1745. 79 Pfingstlieder. 6. Steh in allen meinen Leiden| Sünd ist schon gerochen, Jesu mir mit deinem Troste bei, daß Blut machet gut, was die Welt ich auch alsdann mit Freuden verbrochen. deiner Führung folgsam sei. Still im Sterben Angst und Schmerz, daß noch da mein brechend Herz deines Trostes Kraft empfinde, männlich kämpf und überwinde. 5. Weckt uns auf vom Sündenschlafe, rette doch heute noch die verlornen Schafe, reiß die Welt aus dem Verderben, laß sie nicht im Gericht der Verstockung sterben! 6. Geist der Weisheit, gib uns allen durch dein Licht Unterricht, wie wir Gott gefallen. Lehr uns, recht vor Gott zu treten, sei uns nah und sprich Ja, wenn wir gläubig beten. 147. Mel. Jesu, Trost der armen Seelen. öchster Tröster, komm hernieder, 7. Hilf den Kampf des GlauGeist des Herrn, nicht bens kämpfen, gib uns Mut, fern, salbe Jesu Glieder! Er, Fleisch und Blut, Sünd und Welt der nie sein Wort gebrochen, Jesus zu dämpfen. Laß uns Trübfal, hat deinen Rat seinem Volk ver- Kreuz und Leiden, Angst und sprochen. Not, Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden! 2. Schöpfer unsers neuen Lebens, jeder Schritt, jeder Tritt ist ohn dich vergebens. Ach das Seelenwert ist wichtig: wer ist wohl, wie er soll, treu zu handeln tüchtig? 3. Herr, wir fallen dir zu Fuße. Eins ist not für den Tod: Buße, wahre Buße. Zeig uns selbst den Greul der Sünde, daß das Herz Angst und Schmerz, Reu und Scham empfinde. Hannov. Gsb. nach G. Hoffmann und S. Diterich. 4. Zeig uns des Erlösers Wunden, ruf uns zu: Ihr habt Ruh, ihr habt Heil gefunden; eure 8. Hilf uns nach dem Besten*) streben, schent uns Kraft, tugendhaft und gerecht zu leben. Gib, daß wir nie stille stehen, treib uns an, froh die Bahn deines Worts zu gehen. *) 1. Kor. 12, 31. 9. Sei bei Schwachheit unsre Stüße, steh uns bei, mach uns treu in der Prüfungshite! Führ, wenn Gott uns nach dem Leide sterben heißt, unsern Geist freudig in die Freude! Ehrenfr. Liebich g. 1713+ 1780. 80 X. Trinitatislieder. 148. Eigene Melodie. 6⁰ ott der Vater, wohn uns bei und laß uns nicht verderben, mach uns aller Sünden frei und hilf uns selig sterben! Vor dem Teufel uns bewahr, halt uns bei festem Glauben und auf dich laß uns bauen, aus Herzensgrund vertrauen, dir uns lassen ganz und gar, mit allen rechten Christen entfliehn des Teufels Listen, mit Waffen Gotts uns fristen! Amen, Amen, das sei wahr, so singen wir Halleluja! 2. Jesus Christus, wohn uns bei und laß uns nicht verderben, u. s. w. 3. Heiliger Geist, wohn uns bei und laß uns nicht verderben, u. j. w Martin Luther g. 1483+ 1546. 149. Eigene Melodie. llein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum daß nun und nimmermehr uns rühren fann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlaß, all Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir loben, preisn, anbeten dich für deine Ehr, wir danken, daß du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn alles Wanken. Ganz ungemessn ist deine Macht, fort g'ichicht. was dein Will hat bedacht: wohl uns des feinen Herren! 3. O Jesu Christ, Sohn eins geborn deines himmlischen Vaters, Versöhner der, die warn verlorn, du Stiller unsers Haders, Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, nimm an die Bitt von unsrer Not, erbarm dich unser aller! 4. O heilger Geist, du größtes Gut, du all'rheilsamster Tröster, vors Teufels G'walt fortan behüt, die Jesus Christ erlöset durch große Mart'r und bittern Tod, abwend all unsern Jamm'r und Not! Dazu wir uns verlassen. t. Dectus+ 1541.( Gloria in excelsis.) 150. Mel. Herr Jefu Chrift, dich zu uns wend Sei Lob, Ehr, Preis und Herrlichkeit dem in Ewigkeit, der alle Ding erschaffen hat und sie erhält durch seine Gnad. Sohn, der alles Gute uns ge= 2. Ehr sei auch seinem lieben tan, der an dem Kreuze für uns starb und so den Himmel uns erwarb. 3. Ehr sei auch Gott dem heilgen Geist, der uns durch sein Gnad allermeist die Wahrheit machen woll bekannt und uns eröffnen den Verstand. 4. O heilige Dreifaltigkeit, o wahre einige Gottheit, erhör uns aus Barmherzigkeit und führ uns zu der Seligkeit! 1566. Trinitatislieder. 151. Wa Mel. Christ unser Herr zum Jordan kam. as alle Weisheit in der Welt bei uns hier kaum fann lallen, das läßt Gott aus dem Himmelszelt in alle Welt erschallen, daß er alleine König sei, hoch über alle Götter, groß, mächtig, freundlich, fromm und treu, der Frommen Schuß und Retter, Ein Wesen, drei Personen. 2. Gott Vater, Sohn und heilger Geist heißt sein hochheilger Name; so kennt, so nennt, so rühmt und preist ihn der gerechte Same, Gott Abrahams, Gott Ijaats, Gott Jakobs, den er liebet, Herr Zebaoth, der Nacht und Tag uns alle Gaben gibet and Wunder tut alleine. 3. Der Vater hat von Ewigkeit den Sohn, sein Bild, erzeuget; der Sohn hat in der Füll der Zeit im Fleische fich gezeiget; der Geist geht ohne Zeit herfür vom Vater und vom Sohne, mit beiden gleicher Ehr und Zier, gleich ewig, gleicher Krone und ungeteilter Stärke. 4. Sich hier, mein Herz, das ist dein Gut, dein Schatz, dem keiner gleichet; das ist dein Freund, der alles tut, was dir zum Heil gereichet, der dich gebaut nach seinem Bild, für deine Schuld gebüßet, der dich mit wahrem Glauben füllt und all dein Kreuz durchfüßet mit seinen heilgen Worten. 5. Erhebe dich, steig zu ihm zu und lern ihn recht erkennen! Denn solch Erkenntnis bringt dir 81 Ruh und macht die Seele brennen in reiner Liebe, die uns nährt zum ewgen Freudenleben, da, was allhier kein Ohr gehört,*) Gott wird zu schauen geben den Augen seiner Kinder. *) 1. Kor. 2, 9. 6. Weh aber dem verstockten Heer, das sich hie selbst verblendet, Gott von sich stößt und seine Ehr auf Kreaturen wendet! Dem wird gewiß des Himmels Tür einmal verschlossen bleiben; denn wer Gott von sich treibt allhier, den wird er dort auch treiben von seinem heilgen Throne. 7. Ei nun, so gib, du großer Held, Gott Himmels und der Erden, daß alle Menschen in der Welt zu dir bekehret werden. Erleuchte, was verblendet geht, bring wieder, was verirret, reiß aus, was uns im Wege steht und freventlich verwirret die Schwachen in dem Glauben. 8. Auf daß wir also allzugleich zur Himmelspforte dringen und dermaleins in deinem Reich ohn alles Ende singen, daß du alleine König seist, hoch über alle Götter, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, der Frommen Schuß und Retter, Ein Wesen, drei Personen. Paul Gerhardt g. 1607+ 1676. 152. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. alleluja! Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke! Von Ewigkeit zu Ewigkeit sei in uns allen ihm bereit Dank, Weisheit, Kraft und Stärke. Klinget, singet: Heilig, heilig, hoch und herrlich, 6 Trinitatislieder. 82 heilig ist Gott, unser Gott, der Herr Zebaoth! 2. Halleluja! Preis, Ehr und Macht sei auch dem Gotteslamm gebracht, in dem wir sind erwählet; der uns mit seinem Blut erkauft, damit besprenget und getauft und sich mit uns vermählet. Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft, die wir haben und darinnen uns erlaben. 3. Halleluja! Gott heilger Geist sei ewiglich von uns gepreist, durch den wir neu geboren, der uns mit Glauben ausgeziert, dem Bräutigam uns zugeführt, den Hochzeittag erkoren. Heil uns, Heil uns, da ist Freude, da ist Weide, da ist Manna und ein ewig Hosianna. 4. Halleluja! Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr und seinem großen Namen! Stimmt an mit aller Himmelsschar und singet nun und immer dar mit Freuden: Amen, Amen! Klinget, singet: Heilig, heilig, hoch und herrlich, heilig ist Gott, unser Gott, der Herr Zebaoth! Nach Rintart. 1698. 153. Mel. Es wolle Gott uns gnädig sein. Gott, wir ehren deine Macht und Gnade zu uns Armen, nach welcher du uns wert geacht, dich unser zu erbarmen. Wir sind voll Sünde, du voll Gnad, wir tot, du bist das Leben und hast nach deinem Gnadenrat dich uns zu eigen geben, o Abgrund aller Liebe! 2. Wir beten dich als Vater an; du liebest uns als Kinder; so hast du dich ja tund getan, zum Trost der armen Sünder. Dein Zorn weicht deiner Lieb und Huld, dein väterlich Gemüte ist voll Erbarmen, voll Geduld, voll Langmut, Treu und Güte, o liebreich Baterherze! 3. O Jesu, teurer Gottessohn; du Licht vom wahren Lichte, vor dir, dem rechten Gnadenthron, wird Sünd und Tod zunichte; du bist der Grund der Seligkeit, worauf wir Armen hoffen, dein Gnadenbrunn steht allezeit für unsre Seelen offen, du Ausfluß alles Segens! 4. O Geist der Gnade, wahrer Gott, komm, steure dem Verderben, laß uns durch Christi Kreuzestod der Welt und uns absterben, ja schlag das ganze Höllenreich in unsrer Seel danieder, damit wir Jesu Christo gleich und seines Leibes Glieder durch deine Gnade bleiben. 5. So ehren wir in Einem Thron dich, unsern Gott und Vater, samt Christo deinem lieben Sohn, als unserm Heilserstatter, und Gott dem werten heilgen Geist von gleicher Macht und Wesen. Hilf, der du dreimal heilig heißt, daß wir in dir genesen und dich dort ewig loben. Ludw. Andr. Gotter g. 1681 † 1735. XI. Pieder für die kleineren Feste. 1. Darstellung Jesu. 154. Lobgesang Simeons. ( Nunc dimittis.) Ev. Luc. 2, 29-32. Eigene Melodie. Her err, nun läsfest du deinen Diener wenn dirs gefällt. im Frieden fahren, wie du gesaget haft; 2. Denn meine Augen haben deinen Heiland gefehn, 3. Ein Licht, zu erleuchten die Heiden und zum Preis deines Volts Israel. 156. Mel. Valet will ich dir geben. den du bereitet haft vor allen Herr Jesu, Licht der Heiden, der Völkern, Frommen 4. Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geiste, 5. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 155. Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. Dich bitt ich, liebster Jeju mein, komm zu mir in mein Herz herein, daß ich an dir hab Luft und Freud wie Simeon im Tempel heut. 83 Himmels nicht; wend ab von mir all Straf und Pein und laß mich ganz dein eigen sein! 4. Dein Antlitz sei auf mich gericht, im Tod und Leben laß mich nicht, so will ich gern aus dieser Welt zu dir heimgehn, 2. Denn du mein Heil und Leben bist, so mir von Gott gegeben ist; mach rein mein Herz, rein meinen Mut, auf deinem Weg mich halt in Hut! 3. Zeig mir die Bahn mit deinem Licht, daß ich ja schl des Joh. Mylius. 1596. 3. Sei unser Glanz in Wonne, ein helles Licht in Pein, in Schrecken unsre Sonne, im Kreuz ein Gnadenschein, in Zagheit Glut und Flamme, in Not ein Freudenstrahl, in Krankheit Arzt und Amme, ein Stern in Todesqual! 4. Herr, laß auch uns gelingen, daß letzt wie Simeon ein jeder Christ kann singen den schönen Schwanenton: Mir werden nun mit Frieden mein Augen zuge= drückt, nachdem ich schon hienieden den Heiland hab erblickt. Univ.- Bibl. 6* Giessen tommen jetzt mit Freuden durch deines Geistes Trieb in diesen deinen Tempel und suchen mit Begier, nach Simeons Erempel, dich großen Gott allhier. 2. Du wirst von uns gefunden, o Herr, an jedem Ort, dahin du dich verbunden durch dein Verheißungswort; vergönnst noch heutzutage, daß man dich gleicherweis auf Glaubensarmen trage, wie hier der alte Greis. Lieder für die kleineren Feste. 84 5. Ja, ja ich hab im Glauben, mein Jesu, dich geschaut; kein Feind kann dich mir rauben, wie heftig er auch draut. Ich wohn in deinem Herzen, und in dem meinen du, uns scheiden teine Schmerzen, kein Angst, kein Tod dazu. 6. Hier blickst du zwar zuweilen so streng und hart mich an, daß oft vor Angst und Heulen ich dich nicht kennen kann; dort aber wirds geschehen, daß ich von Angesicht zu Angesicht soll schen dein immer klares Licht. Johann Franck g. 1618+ 1677. 2. Verkündigung Mariä. 157. Mel. Werde licht, du Stadt der Heiden. eut ist uns der Tag erschienen, worauf Adam schon so oft, wie auch Jakob und samt ihnen aller Väter Schar gehofft, dran 3. Fest Johannes des Täufers. sich Abraham erquicket, als er ihn im Geist erblicket. 2. O des Tages voller Wonne und dem sonst kein Tag nicht gleicht, seit von Anbeginn die Sonne hat um dieses Rund geleucht, o der vielgewünschten Stunden, die sich nunmehr eingefunden! 3. O du Anfang unsrer Freuden, sei gegrüßt, gewünschtes Licht, als mit dem uns armen Heiden jetzt ein neuer Trost anbricht, und vor welchem wir indessen stets in lauter Nacht geseffen. Herr kommt selbst auf Erden und beginnt ein Mensch zu werden. 5. Gott wird Mensch und trägt die Sünde, Allmacht kehrt bei Schwachheit ein, selbst der Schöpfer wird zum Kinde, sein Geschöpf soll Mutter sein. Herrlichkeit kommt zu uns Armen, aus der Rache wird Erbarmen. 6. O Geheimnis, dessen gleichen man auf Erden nie gesehn! Dieses ist ein Wunderzeichen, das von Gott heut ist geschehn, welches kein vernünftig Sinnen kann begreifen noch gewinnen. 7. Vater, und doch Kind daneben,*) unser Bruder, Fleisch und Blut, ach was können wir dir geben für dies allzu große Gut? Hilf, daß wir mit Herz und Sinnen geistlich dich empfangen können. *) Jef. 9, 6. Johann Frand g. 1618+ 1677. 4. Nunmehr trieft ein Heiles regen oben durch den Himmel ab, auch die Wolken schütten Segen und Gerechtigkeit herab: Gott der 158. Lobgesang des Zacharias. ( Das Benedictus.) Ev. Luc. 1, 68-79. Eigene Melodie. elobet fei der Herr, der Gott Israels, denn er hat besucht und erlöset sein Volk, 2. Und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils in dem Hause seines Dieners David; 3. Wie er vor Zeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten, Lieder für die kleineren Feste. 4. Daß er uns errettete von unsern Feinden und von der Hand aller, die uns hassen, 5. Und die Barmherzigkeit erzeigte unsern Vätern und gedächte an seinen heiligen Bund 6. Und an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben, 7. Daß wir, erlöset aus der Hand unserer Feinde, ihm dieneten ohne Furcht unser Lebenlang 8. In Heiligkeit und Gerechtigteit, die ihm gefällig ist. 9. Und du Kindlein wirft ein Prophet des Höchsten heißen, du wirst vor dem Herrn hergehen, daß du seinen Weg bereitest 10. Und Erkenntnis des Heils gebeft seinem Volk, die da ist in Vergebung ihrer Sünde, 11. Durch die herzliche Barmherzigkeit unsers Gottes, durch welche uns besuchet hat der Aufgang aus der Höhe, 12. Auf daß er erscheine denen, die da sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. 13. Lob und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geiste, 14. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 85 159. Met. Vom Himmel hoch da komm ich her. Gel elobet sei Israels Gott, der Herr, der sein Volk in der Not und, da es gänzlich war verflucht, mit großen Gnaden hat besucht. 2. Er hat uns seinen Sohn gesandt, der allen Zorn ganz abgewandt und uns erlöset kräftiglich; des kann Israel freuen sich. 3. Da mit uns schon war alles aus, in seines Dieners Davids Haus hat er ein Horn der Seligkeit gesetzt zu Trost der Christenheit, 4. Wie uns vor Zeiten machte fund der heiligen Propheten Mund; dadurch er uns hat angemeldt, er woll uns retten als ein held. 5. Der Feinde Truß, des Hassers Hand, ob sie vor Zorn gleich sind entbrannt, woll er zerbrechen als der Mann, der Tod und Teufel zwingen kann. 6. Hierzu hat ihn sein Herz bewegt, das sich mit Gnad und Güte trägt; er hat an seinen Bund gedacht, vorlängst mit Abraham gemacht ,7. Wie auch an dieses, was er hat geschworen ihm an Eides Statt, zu geben denen, die da sind von ihm gezeugt, auch KindesKind, 8. Auf daß, wenn wir erlöset sein vom Teufel, Tod und Höllenpein, ihm dienete sein Leben lang ein jeder ohne Furcht und Zwang, 9. Gerecht und heilig in der Welt nach solcher Art, die ihm gefällt, nicht, wie es Menschen Wiz erdenkt, damit man sich vergebens fränkt. Lieder für die kleineren Feste. 86 10. Du Kindlein, du wirst ein Prophet des Höchsten heißen, der da geht vor seinem Herren fein voran und macht ihm richtig seine Bahn. 11. Du wirst verkündigen das Heil, an dem der Mensch soll haben teil, dem seine Sünd und Missetat der fromme Gott vergeben hat, 12. Aus herzlicher Barmherzigkeit, kraft deren uns in unserm Leid der Aufgang aus der Höh besucht. Das ist der Liebe Gab und Frucht, 13. Auf daß, die er im Finstern findt, und die ins Todes Schatten sind, des Lichtes Kinder können sein durch seinen hellen Glanz und Schein, 14. Daß ihre Füße richtig stehn und auf dem Weg des Friedens gehn, ja endlich allesamt zugleich mit Freuden gehn ins Himmelreich. Joh. Heermann g. 1585+ 1647. 4. Mariä Heimsuchung. 160. Lobgesang der Maria. ( Das Magnificat.) Ev. Luc. 1, 46-55. Eigene Melodie. eine Seele erhebet den Herren, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes, 2. Denn er hat seine elende Magd angesehen; siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindes- Kind, 3. Denn er hat große Ding an mir getan, der da mächtig ist, und des Name heilig ist, 4. Und seine Barmherzigkeit währet immer für und für bei denen, die ihn fürchten. 5. Er übet Gewalt mit seinem Arm und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. 6. Er stößet die Gewaltigen vom Stuhl und erhebet die Niedrigen. 7. Die Hungrigen füllet er mit Gütern und lässet die Reichen leer. 8. Er dentet der Barmherzigfeit auf, und hilft seinem Diener Israel 9. Wie er geredt hat unsern Vätern, Abraham und seinem Samen ewiglich. 10. Lob und Preis sei Gott dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geiste, 11. Wie es war im Anfang. jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 161. Eigene Melodie. Mein Herz und Seel den Herren hoch erhebet, den großen Gott, der ewig herrscht und lebet; mein Geist in mir sich meines Heilands freut und seinen Ruhm vermehret allezeit. 2. Denn er hat mich Elenden angeschen und mein Gebet erhöret und mein Flehen; es hat der Herr mich Armen nicht veracht, Lieder für die kleineren Feste. er hat mit Gnad und Rettung mich bedacht. 3. Gott, dessen Macht nicht kann ergründet werden, und dessen Nam im Himmel und auf Erden hochheilig ist, hat große Ding getan an mir, die ich nicht alle zählen kann. 4. In keiner Not hat er mich je verlassen, Barmherzigkeit ist bei ihm ohne Maßen und währet von Geschlecht fort zu Geschlecht, wo man ihn fürcht und hoch hält seine Recht. 5. Er übt Gewalt mit seines Armes Stärke, daß jedermann muß spüren seine Werke; die stolz und hoch in ihren Herzen seind, zerstreuet er, und ist denselben feind. 6. Er stößet, die gewaltig sind oor allen, von ihrem Stuhl, daß fie erschrecklich fallen; die Niedrigen erhebet er davor und stellet sie ganz unverhofft empor. 7. Die Hungrigen, die ihn vor Augen haben, erfüllet er mit Gütern und mit Gaben; die Reichen läßt er leer beim Überfluß, daß Not und Angst darauf erfolgen muß. 8. Er denket der Barmherzigkeit und Güte, daß er fortan uns väterlich behüte und seine Kirch im ganzen Erdenkreis erhalt und schüß zu seines Namens Preis. 9. Die Treu, die er im neuen Bund und alten geredet hat, die wird er ewig halten, der Herr verläßt uns, seine Kinder, nicht weil zu ihm steht all unsre Zuversicht. 10. Gott Vater, dir sei Dank gesagt und Ehre, Herr Jesu Christ, 87 den Glauben in uns mehre, o heilger Geist, erneu uns Herz und Mund, daß wir dein Lob ausbreiten jede Stund. Tavid Denicke(?) g. 1603+ 1680. 5. Michaelisfest. 162. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Mel. 2. us Lieb läßt Gott der Christenheit viel Gutes widerfahren, aus Lieb hat er ihr zubereit viel tausend Engelscharen. Darum man fröhlich singen mag: Heut ist der guten Engel Tag, die uns gar wohl bewahren. 2. Sie lagern sich, wenn kommt die Not, in Eil gefaßt sich machen und reißen die, so fürchten Gott, aus ihrer Feinde Rachen. Darum man fröhlich fingen mag: Heut ist der guten Engel Tag, die immer für uns wachen. 3. Sie führen auf den Straßen wohl die Großen und die Kleinen, auf daß ihr Fuß nicht straucheln soll im Stoßen an den Steinen.*) Darum man fröhlich fingen mag: Heut ist der guten Engel Tag, die uns mit Treue meinen. *) Ps. 91, 12. 4. Solch Wohltat denen wird erzeigt, die nach dem Herren fragen; die Engel ihnen sind geneigt, den Satan fie verjagen. Darum man fröhlich singen mag: Heut ist der guten Engel Tag, die uns gen Himmel tragen. Georg Reimann g. 1570+ 1615. 88 Lieder für die kleineren Feste. 163. Mel. O Welt, ich muß dich laffen. Du Herr der Seraphinen, dem tausend Engel dienen und zu Gebote stehn, du übergroßer Meister der wunderschönen Geister, mein Mund soll deinen Ruhm erhöhn. 2. Die Fürsten und die Thronen, die in dem Himmel wohnen, gibst du zu meiner Wacht; fie sehn dein Angesichte in höchst vollkommnem Lichte, doch nehmen sie mich auch in acht. 3. Das sind die starken Helden, die deinen Nat vermelden, du Herr in Israel! Das sind die Feuerflammen, die schlagen stets zusammen um frommer Christen Leib und Seel. 4. Ich preise deine Güte mit dankbarem Gemüte für diese Wunderschar, ich rühme deine Rechte für diese Gnadenknechte, die mich behüten vor Gefahr. 5. Laß ferner mich behüten vor aller Feinde Wüten durch diese Himmelswach, laß sie auf meinen Wegen die Hand mir unterlegen, so bleib ich frei von Ungemach. 6. Doch sollen sie nicht weichen, so laß mich ihnen gleichen in wahrer Heiligkeit; wie sie die Kinder lieben und sich in Demut üben, so mach auch mich dazu bereit! 7. Sie tun ja deinen Willen, den laß mich auch erfüllen; sie leben keusch und rein, o laß mich nichts beflecken und mich an allen Ecken vor diesen reinen Geistern scheun! 8. Und endlich, wenn ich scheide, so führe mich zur Freude auf ihren Armen cin! Da werd ich dich erst loben und in dem Himmel droben dir und den Engeln ähnlich sein. Benjamin Schmold g. 1672+ 1737. 164. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele err, was sind wir, daß du Engel uns zu unsern Wächtern gibst? Menschen sind wir voller Mängel, Menschen, die du dennoch liebst. Engel, die dich allzeit sehn, sollen uns zu Diensten stehn; Engel hüten uns als Kinder, heilge Engel schützen Sünder. 2. Engel sinds, die nach den Proben nun beständig Gutes tun, die dich unaufhörlich loben, die in deinem Himmel ruhn, die gehorsam, keusch und rein, die der Menschen Freunde sein, die ihr Antlitz ohne Flecken doch vor dir in Demut decken. 3. Heere, welche die bewachen, die dich fürchten, großer Gott, die ein schrecklich Lager machen gegen aller Feinde Rott, diese sehn in deinem Licht, Bater, stets dein Angesicht, Diener, die zu deinen Füßen dir in Ehrfurcht dienen müssen. 4. Gott der Engel, Herr der Helden, ach was sind wir Menschen doch, daß wir so viel vor dir gelten? O wie hältst du uns so hoch! Deine Engel dienen uns, sind die Zeugen unsres Tuns. Laß uns auch mit diesen Chören ewig dich im Himmel ehren! Phil. Friedr. Hiller g. 1699+ 1769. B. Lieder von der Kirche und den Gnadenmitteln. XII. Lieder von der christlichen Kirche. 165. Psalm 67. Eigene Melodie. Es wolle Gott uns gnädig sein und seinen Segen geben, sein Antlit uns mit hellem Schein erleucht' zum ewgen Leben, daß wir erkennen seine Werk und was ihm lieb auf Erden, und Jesus Christus Heil und Stärk bekannt den Heidengar bei allen Menschenkindern. werden und sie zu Gott bekehren. ch Gott, vom Himmel fich darein und laß dich des erbarmen, wie wenig sind der Heilgen dein, verlassen sind wir Armen. Dein Wort man läßt nicht haben wahr, der Glaub ist auch verloschen 2. So danken, Gott, und loben dich die Völker überalle, und alle Welt die freue sich und sing mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist und läßt die Sünd nicht walten; dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volt erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich das Volk in guten Taten; das Land bringt Frucht und bessert sich, dein Wort ist wohl geraten. Uns segne Bater und der Sohn, uns segne Gott der heilge Geist! Dem alle Welt die Ehre tu, vor ihm sich fürchte allermeist! Nun sprecht von Herzen Amen! Martin Luther g. 1488+ 1546. 166. Psalm 12. Eigene Melodie. 2. Sie lehren eitel falsche Lift, was eigen Witz erfindet; ihr Herz nicht Eines Sinnes ist, in Gottes Wort gegründet. Der wählet dies, der andre das, sie trennen uns ohn alle Maß und gleißen schön von außen. 3. Gott woll ausrotten ganz und gar, die falschen Schein uns lehren und deren Zung stolz offenbar spricht: Troß! wer wills uns wehren? Wir haben Recht und Macht allein, was wir setzen, das gilt gemein; wer ist, der uns soll meistern? 4. Darum spricht Gott: Ich muß auf sein, die Armen sind verstöret; ihr Seufzen dringt zu mir herein, ich hab ihr Klag er 90 Lieder von der christlichen Kirche. höret. Mein heilsam Wort soll| wir sind frei; des Herren Name auf den Plan, getroft und frisch steht uns bei, des Gottes Himm'ls fie greifen an und sein die Kraft und Erden. der Armen. Martin Luther g. 1483+ 1546. 5. Das Silber, durchs Feuer fiebenmal bewährt, wird lauter funden; am Gotteswort man warten soll desgleichen alle Stunden. Es will durchs Kreuz bewähret sein; da wird sein Kraft erkannt und Schein und leucht stark in die Lande. 6. Das wollst du, Gott, bewahren rein vor diesem argen G'schlechte, und laß uns dir befohlen sein, daß sichs in uns nicht flechte. Der gottlos Hauf sich umher findt, wo dieje lojen Leute find in deinem Volk erhaben. Martin Luther g. 1483+ 1546. 167. Psalm 124. Eigene Melodie. är Gott nicht mit uns diese Zeit, so soll Israel sagen, wär Gott nicht mit uns diese Zeit wir hätten müßn verzagen, die so ein armes Häuflein sind, veracht von so viel Menschenkind, die an uns setzen alle. 2. Auf uns so zornig ist ihr Sinn; hätt Gott es zugegeben, verschlungen hätten sie uns hin mit ganzem Leib und Leben; wir wärn, als die ein Flut ersäuft, und über die groß Wasser läuft und mit Gewalt verschwemmet. 3. Gott Lob und Dank, der nicht zugab, daß ihr Schlund uns möcht fangen. Wie ein Vogel des Stricks kommt ab, ist unsre Seel entgangen. Strick ist entzwei, und 168. Psalm 46. Eigene Melodie. in feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen, er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind mit Ernst ers jetzt meint, groß Macht und viel Lift sein grausam Rüstung ist, auf Erd ist nicht seins Gleichen. 2. Mit unsrer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren; es streit für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst er= foren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Bebaoth, und ist kein andrer Gott, das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, tut er uns doch nichts; das macht, er ist gericht, ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stan und fein Dank dazu haben. Er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib, laß fahren dahin, sie habens kein Gewinn, das Reich muß uns doch bleiben. Martin Luther g. 1483+ 1546. Lieder von der christlichen Kirche. 169. Eigene Melodie. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort, und steure deiner Feinde Mord, die Jesum Christum deinen Sohn wollen stürzen von deinem Thron. 2. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist, beschirm dein arme Christenheit, daß sie dich lob in Ewigkeit. 3. Gott heilger Geist, du Tröster wert, gib dein'm Volk ein'rlei Sinn auf Erd, steh bei uns in der letzten Not, g'leit uns ins Leben aus dem Tod! Martin Luther g. 1483+ 1546. 170. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. ch bleib bei uns, Herr Jeju Chrift, weil es nun Abend worden ist; dein göttlich Wort, das helle Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht! 2. In dieser schwern betrübten Zeit verleih uns, Herr, Beständigkeit, daß wir dein Wort und Sakrament behalten rein bis an das End. 3. Herr Jesu, hilf, dein Kirch erhalt, wir sind sonst sicher, faul und kalt; gib Glück und Heil zu deinem Wort, gib, daß es schall an manchem Ort. 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort und wehr des Teufels Trug und Mord, gib deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Mut und Geduld! 91 5. Ach Gott, es geht gar übel zu, auf dieser Erd ist keine Ruh, viel Setten und groß Schwärmerei auf einen Haufen kommt herbei. 6. Den stolzen Geistern wehre doch, die sich mit G'walt erheben hoch und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. 7. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern dein ja ist; darum so steh du denen bei, die sich auf dich verlaffen frei. 8. Dein Wort ist unsers Herzens Truß und deiner Kirche wahrer Schutz, dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts andres suchen mehr. 9. Gib, daß wir lebn in deinem Wort und darauf ferner fahren fort von hinnen aus dem Jammertal zu dir in deinen Himmelsfaal. Nach Nikt. Selnecer g. 1532+ 1592. 171. Mel. Kommt her zu mir, spricht G. S. erzage nicht, du Häuflein klein, obschon die Feinde willens sein, dich gänzlich zu verstören, und suchen deinen Untergang, davon dir wird recht angst und bang; es wird nicht lange währen. 2. Tröste dich nur, daß deine Sach ist Gottes, dem befiehl die Rach und laß es ihn nur walten! Er wird durch seinen Gideon*), den er wohl weiß, dir helfen schon, dich und sein Wort erhalten. *) Nichter 6, 13. Lieder von der christlichen Kirche. 92 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, muß Welt, Teufel und Höllenpfort und was dem tut anhangen endlich werden zu Schand und Spott. Gott ist mit uns und wir mit Gott: den Sieg wolln wir erlangen. ( Dies Lied ließ Gustav Adolf am Morgen der Schlacht bei Lügen, am 16. November 1632, beim Feldgottesdienst fingen.) 172. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. Jesu Christe, wahres Licht, erleuchte, die dich tennen nicht, und bringe sie zu deiner Herd, daß ihre Seel auch selig werd. 2. Erfülle mit dem Gnaden schein, die in Irrtum verführet sein; auch die, so heimlich noch ficht an in ihrem Sinn ein falscher Wahn. 3. Und was sich sonst verlaufen hat von dir, das suche du mit Gnad und ihr verwundt Gewissen heil, laß sie am Himmel haben teil! 4. Den Tauben öffne das Gehör, die Stummen richtig reden lehr, die nicht bekennen wollen frei, was ihres Herzens Glaube sei. 173. Jesaias 49. Eigene Melodie. Zion tlagt mit Angst und Schmerzen, Zion, Gottes werte Stadt, die er trägt in seinem Herzen, die er ihm erwählet hat. Ach, spricht sie, wie hat mein Gott mich verlassen in der Not und läßt mich so harte pressen! Meiner hat er ganz vergessen. 2. Der Gott, der mir hat ver= sprochen seinen Beistand jederzeit, der läßt sich vergebens suchen jetzt in meiner Traurigkeit. Ach will er denn für und für so gar grausam zürnen mir? Kann und will er sich der Armen jetzt nicht wie vorhin erbarmen? 3. Zion, o du Vielgeliebte, sprach zu ihr des Herren Mund, zwar bist du jetzt die Betrübte, Seel und Geist ist dir verwundt, doch stell alles Trauren ein! Wo mag eine Mutter sein, die ihr eigen Kind kann hassen und aus ihrer Sorge lassen? 4. Ja wenn du gleich möchtest finden einen solchen Mutterfinn, da die Liebe kann verschwinden, so bleib ich doch, der ich bin. Meine Treue bleibet dir, Zion, o du meine Bier; mein Herz hast du mir besessen, deiner kann ich nicht vergessen. 5. Erleuchte, die da sind verblendt, bring her, die sich von uns getrennt, versammle, die zer= streuet gehn, mach feste, die im 3weifel stehn. 5. Laß dich nicht den Satan blenden, der sonst nichts als schrecken tann; siehe, hier in meinen Händen 6. So werden sie mit uns zu- hab ich dich geschrieben an. Wie gleich auf Erden und im Himmel- mag es denn anders sein? Ich reich, hier zeitlich und dort ewiglich. muß ja gedenken dein, deine für solche Gnade preisen dich. Mauren muß ich bauen und dich Joh. Heermann g. 1585+ 1647. fort und fort anschauen. Lieder von der christlichen Kirche. 6. Du bist stets mir vor den Augen, du liegst mir auf meinem Schoß, wie die Kindlein, die noch saugen; meine Treu zu dir ist groß. Dich und mich kann keine Zeit, keine Not, Gefahr und Streit, ja der Satan selbst nicht scheiden; bleib getreu in allem Leiden! Joh. Heermann g. 1585+ 1647. 174. Eigene Melodie, oder Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. Christe, du Beistand deiner Kreuzgemeine, eile, mit Hülf und Rettung uns erscheine! Steure den Feinden, ihre Blutgedichte mache zunichte! 2. Streite doch selber für uns arme Kinder, wehre dem Teufel, seine Macht verhinder, alles, was kämpfet wider deine Glieder, stürze darnieder! 3. Friede bei Kirch und Schulen uns beschere, Friede zugleich der Obrigkeit gewähre, Friede dem Herzen, Friede dem Gewissen gib zu genießen! 4. Also wird zeitlich deine Güt erhoben, also wird ewig und ohn Ende loben dich, o du Wächter deiner armen Herde, Himmel und Erde. Matth. Apelles v. Löwenstern g. 1594+ 1648. 175. Mel. Zion flagt mit Angst und Schmerzen. ion, gib dich nur zufrieden, Gott ist noch bei dir darin, du bist nicht von ihm geschieden, er hat einen Vaterfinn. Wenn er straft, so liebt er auch, dies ist sein beliebter Brauch; Zion, 93 lerne dies bedenken, warum willst du dich so kränken? 2. Treiben dich die Meereswellen in den wilden tiefen See, wollen sie dich gar zerschellen, mußt du rufen Ach und Weh, schweigt dein Heiland still dazu gleich als in der sanften Ruh: 3ion, laß dich nicht bewegen, diese Flut wird sich bald legen. 3. Berge, Felsen möchten weichen, ob sie noch so feste stehn, ja die ganze Welt desgleichen möchte gar auch untergehn: dennoch hat es keine Not in dem Leben und im Tod; Zion, du kannst doch nicht wanken aus den wohlgefaßten Schranken. 4. Müssen schon allhie die Tränen deine schönsten Perlen sein, muß das Seufzen und das Stöhnen schon das beste Lied dir sein, muß dein Purpur sein das Blut, und der Mangel Hab und Gut: Zion laß dir doch nicht grauen, du kannst deinem Gott vertrauen. 5. Dräut man dir mit Schmach und Banden, mit dem Tod und Herzeleid, ei du wirst doch nicht zu schanden, denk nur an die Ewigkeit! Sei nur fröhlich, wohlgemut, denn der Herr ists, der es tut. Zion, Gott wird dich schon stärken, dieses mußt du eben merken. 6. Freue dich), nun ist das Ende und der Abend schon herbei; gib dich nur in Gottes Hände, der dich nun will machen frei. Für die Trübfal, Spott und Hohn, gibt er dir die Freudenkron. Zion, du wirst wieder lachen, drum so laß die Welt nur machen! Lieder von der christlichen Kirche. 94 7. Halleluja! deine Wonne, liebes Bion, wird nun groß, denn die schöne Gnadensonne nimmt dich recht in ihren Schoß, gibt dir einen Freudengruß und den rechten Liebeskuß. Zion, wo ist nun dein Klagen? Jetzt kannst du von Freude sagen. 8. O ihr Engel, Himmelserben, freuet euch mit 3ion hier! Denn die jetzt hat wollen sterben, soll nun leben für und für und sich freuen ohne Zahl in dem schönen Himmelsfaal. Zion, wer will dich nun scheiden von dem Lamm und ewgen Freuden? Joach. Pauli g. um 1636+ nach 1674. 176. Offenb. Joh. 2 und 3. Eigene Melodie. ahre fort, fahre fort, Zion, fahre fort im Licht! Mache deinen Leuchter helle, laß die erste Liebe nicht, suche stets die Lebensquelle! Zion, dringe durch die enge Pfort, fahre fort, fabre fort! 2. Leide dich, leide dich, Zion, leide ohne Scheu Trübsal, Angst mit Spott und Hohne, sei bis in den Tod getreu, siehe auf die Lebenskrone! Zion, fühlest du der Schlangen Stich, leide dich, leide dich! 4. Prüfe recht, prüfe recht, Zion, prüfe recht den Geist, der dir ruft zu beiden Seiten; tue nicht, was er dich heißt, laß nur deinen Stern dich leiten! Zion, beides das, was krumm und schlicht, prüfe recht, prüfe recht! 5. Dringe ein, dringe ein, Zion, dringe ein in Gott, stärke dich mit Geist und Leben, sei nicht wie die andern tot, sei du gleich den Zion, in die grünen Reben! Kraft, für Heuchelschein, dringe ein, bringe ein! 3. Folge nicht, folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, die dich suchet groß zu machen; achte nichts ihr Gut und Geld, halt am Beten und am Wachen! Zion, wenn sie dir viel Lust verspricht, folge nicht, folge nicht! 6. Brich herfür, brich herfür, Zion, brich herfür in Kraft, weil die Bruderliebe brennet, zeige, was der in dir schafft, der als seine Braut dich kennet. Zion, durch die dir gegebne Tür brich herfür, brich herfür! 7. Halte aus, halte aus, 3ion, halte deine Treu, laß dich ja nicht laulich finden! Auf, das Kleinod rückt herbei, auf, verlasse, was dahinten! Zion, in dem letzten Kampf und Strauß halte aus, halte aus! Los Joh. Eusebius Schmidt g. 1670+ 1745. 177. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. reuer Hirte deiner Herde, deiner Glieder starker Schutz, sich doch, wie die Asch und Erde, großer Gott, mit Grimm und Truß tobt und wütet wider dich und vermißt sich freventlich, deine Kirche zu zerstören und dein Erbteil zu verheeren. 2. Du, Herr, bist ja unser König, wir sind dein mit Leib Lieder von der christlichen Kirche. 95 auf der neuen Erden mit ihm triumphieren werden. und Seel, Menschenhülf ist hier vertritt uns dort bei dir, bis wir zu wenig, wo nicht du, Immanuel, zu der Deinen Rettung wachst und dich selbst zu Felde machst, für dein wahres Wort zu kämpfen und der Feinde Rat zu dämpfen. Henr. Kath. v. Gersdorf g. 1648+ 1726. 3. Es trifft deines Namens Ehre, deiner Wahrheit Heiligtum, Jesu, deine Glaubenslehre, deines Leidens Kraft und Ruhm und den Dienst, den dir allein wir zu leisten schuldig sein; dazu kannst du ja nicht schweigen, deine Machthand wirst du zeigen. 4. Stärke nur den schwachen Glauben, den bei so betrübter Zeit Fleisch und Satan uns zu rauben und mit Furcht und Blödigkeit uns zu schrecken sind bemüht. Deine Weisheit kennt und sieht deiner Kinder schwach Vermögen und wird nicht zu viel auflegen. 5. Hilf den Deinen und bekehre der Verfolger blindes Heer, der Verfolgung steur und wehre, daß sie uns nicht werd zu schwer. Nimm dich der Bedrängten an, leit auch die auf rechter Bahn, die noch jetzt durch Satans Lügen sich selbst um ihr Heil betrügen. 6. Laß uns recht und redlich handeln und in Taubeneinfalt dir ganz gelassen heilig wandeln, doch dabei uns flüglich hier schicken in die böse Zeit und vor falscher Heiligkeit, auch der Feinde List und Wüten uns mit Schlangenflugheit hüten. 7. Laß mit Beten und mit Wachen stets uns stehn auf unsrer Hut und nur dich, Herr, lassen machen, so wird alles werden gut. Jesus streitet für uns hier und 178. Mel. Dir, dir, Jehova, will ich singen Wa fach auf, du Geist der ersten Zeugen, die auf der Maur als treue Wächter stehn, die Tag' und Nächte nimmer schweigen und die getrost dem Feind entgegen gehn, ja deren Schall die ganze Welt durchdringt und aller Völker Scharen zu dir bringt. 2. O daß dein Feur doch bald entbrennte, o möcht es doch in alle Lande gehn! Ach Herr, gib doch in deine Ernte viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn. Herr der Ernt, ach siehe doch darein: die Ernt ist groß, da wenig Knechte sein. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten uns diese Bitt in unsern Mund gelegt. Ofiche, wie an allen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich hierum herzinbrünstig anzuflehn; drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn. 4. Wie kannst du uns denn dies versagen, was uns dein Sohn selbst deutlich bitten heißt? Wie denkst du dieses abzuschlagen, wozu du uns selbst treibst durch deinen Geift? Denn daß wir hierum brünstig zu dir flehn, das ist allein durch deinen Geist geschehn. 5. So gib dein Wort mit großen Scharen, die in der Kraft Evangelisten sein; laß eilend Hülf Lieder von der christlichen Kirche. 96 uns widerfahren und brich in Satans Reich mit Macht hinein! O breite, Herr, auf weitem Erdentreis dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! 6. Ach daß die Hülf aus Zion käme! O daß dein Geist so, wie dein Wort verspricht, dein Volk aus dem Gefängnis nähme! O würd es doch nur bald vor Abends licht! Ach reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei*) und komm herab zur Hülf und mach uns frei! *) Jes. 64, 1. Wort dir vor, ach denke dran und neig uns Herz und Ohr! 11. Herr, zürne nicht, daß ich so bitte, da ich vor dir nur Staub und Asche bin. Du, als der Brunnquell aller Güte, gibst selber mir etwas von deinem Sinn, daß mich der Menschen Elend jammern kann; drum bitt ich, Herr, o nimm mein Bitten an! Karl Heinr. v. Bogatty g. 1690 † 1774. 179. Mel. Valet will ich dir geben. er du zum Heil erschienen der 7. Ach laß dein Wort recht schnelle laufen, es sei tein Ort ohn dessen Glanz und Schein! Ach führe bald dadurch mit Haufen der Heiden Füll in allen Toren ein! Ja wecke doch auch Israel bald auf und also segne deines Wortes Lauf! allerärmsten Welt und von den Cherubinen zu Sündern dich gesellt, den sie mit frechem Stolze verhöhnt für seine Huld, als du am dürren Holze versöhntest ihre Schuld: 8. O besire 3ions wüste Stege, 2. Damit wir Kinder würden, und was dein Wort im Laufe gingst du vom Vater aus, nahmst hindern kann, das räum, ach auf dich unsre Bürden und bautest räum aus jedem Wege! Vertilg, uns ein Haus; von Westen und o Herr, den falschen Glaubens- von Süden, von Morgen ohne wahn und mach uns bald von Zahl sind Gäste nun beschieden jedem Mietling frei, daß Kirch zu deinem Abendmahl. und Schul ein Garten Gottes sei. 9. Laß jede hoh und niedre Schule die Werkstatt deines guten Geistes sein, ja site du nur auf dem Stuhle und präge dich der Jugend selber ein, daß treuer Lehrer viel und Beter sein, die für die ganze Kirche flehn und schrein. 10. Du haft uns Hirten ja versprochen, die du nach deinem Herzen geben willt; nun wird dein Wort niemals gebrochen, ein jedes Wort wird Punkt für Punkt erfüllt; drum halt ich dieses flare 3. Im schönen Hochzeitkleide, von allen Flecken rein, führst du zu deiner Freude die Völkerscharen ein; und welchen nichts verkündigt, kein Heil verheißen war, die bringen nun entsündigt dir Preis und Ehre dar. 4. Drum kann nicht Ruhe werden, bis deine Liebe siegt, bis dieser Kreis der Erden zu deinen Füßen liegt, bis du im neuen Leben die ausgeföhnte Welt dem, der sie dir gegeben, vors Angesicht gestellt. Lieder von der christlichen Kirche. 97 5. Und siehe, tausend Fürsten aus! Sende sie hinaus in Gnamit Völkern ohne Licht stehn in der Nacht und dürften nach deinem Angesicht; auch sie hast du gegraben in deinen Priesterschild,*) am Brunnquell sie zu laben, der dir vom Herzen quillt.) 2. Mof. 28,29. den, viel frohe Gäste einzuladen zum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem, den deine Wahl beruft zum Abendmahl im Reich Gottes! Da ruht der Streit, da währt die Freud heut, gestern und in EwigAlbert Knapp g. 1798+ 1864. 6. So sprich dein göttlichkeit. Werde, laß deinen Odem wehn, daß auf der finstern Erde die Toten auferstehn; daß, wo man Götzen frönet und bor den 181. Mel. Fahre fort. Teufeln kniet, ein willig Bolk Reich des Herrn, Reich des versöhnet zu deinem Tempel zieht. Albert Knapp g. 1798+ 1864. Herrn, brich hervor in vollem Tag, deiner Strahlen Macht erhelle, was in Todesschatten lag. Wolk und Zweifelsnebel fälle, sende Licht und Wärme nah und fern, Reich des Herrn, Reich des Herrn! 2. Siege bald, siege bald, komm, das kalte Reich der Nacht aller Enden zu zerstören! Sich, es sammelt seine Macht, doch wer kann den Sieg dir wehren? denn die Sonne der Gerechtigkeit führt den Streit, führt den Streit. 180. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Einer ists, an dem wir hangen, der für uns in den Tod ge= gangen und uns erkauft mit seinem Blut. Unsre Leiber, unsre Herzen gehören dir, o Mann der Schmerzen, in deiner Liebe ruht sichs gut. Nimm uns zum Eigentum, bereite dir zum Ruhm deine Kinder, verbirg uns nicht das Gnadenlicht von deinem heilgen Angesicht! 3. Gottes Held, Gottes Heid, mit der Gnade Siegsgewalt schlage Feind an Feind darnieder, bring in deine Herrschaft bald alles Abgefallne wieder! Dann umarmen Freud und Friede sich ewiglich, ewiglich. 2. Nicht wir haben dich erwählet, du selbst hast unsre Zahl gezählet nach deinem ewgen Gnadenrat. Unsre Kraft ist schwach und nichtig, und keiner ist zum Werke tüchtig, der nicht von dir 4. Überall, überall laß bis an die Stärke hat. Drum brich den der Welten Rand, laß durch jeden eignen Sinn, denn Armut ist Kreis der Erden deinen Namen Gewinn für den Himmel; wer in sich schwach, folgt, Herr, dir nach und trägt mit Ehren deine Schmach. hell erkannt, deine Kraft verherrlicht werden, bis du als der Völker Friedefürst herrschen wirst, herrschen wirst. 3. O Herr Jesu, Ehrenkönig, 5. Menschenhuld, Menschenhuld die Ernt ist groß, der Schnitter klopft in deiner milden Brust, wenig, drum sende treue Zeugen unter Menschenkindern wohnen, das 7 Lieder von der christlichen Kirche. 98 ist deines Herzens Lust. Nimm, o nimm die Nationen, nimm zum Wohnsitz alle Länder ein, sie sind dein, sie sind dein. 6. Aber ihr, aber ihr, die der König ausgesandt, geht voran in alle Zonen, bahnt die Weg und macht bekannt unter allen Nationen, wie die Gnade, wo der Herr regiert, triumphiert, triumphiert. 7. Welch ein Herr, welch ein Herr! ihm zu dienen, welch ein Stand! Wenn wir seines Dienstes pflegen, lohnt er unsrer schwachen Hand armes Werk mit reichem Segen. Wallen wir, so wallt sein Friede mit Schritt vor Schritt, Schritt vor Schritt. 8. Kommt herbei, kommt herbei, frohe Zeiten, säumet nicht, daß der Herr sich offenbare als der Völker Recht und Licht. Kommt, daß alle Welt erfahre, wie die Menschenherd ihr großer Hirt weiden wird, weiden wird. Karl Bernh. Garbe g. 1763 † 1841. 182. Mel. Jesus, meine Zuversicht. Eine Herde und Ein Hirt! Wie wird dann dir sein, o Erde, wenn sein Tag erscheinen wird! Freue dich, du kleine Herde, mach dich auf und werde licht: Jesus hält, was er verspricht. 2. Hüter, ist der Ta noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, und die Herrlichkeit des Herrn nahet dämmernd sich den Heiden, blinde Pilger flehn um Licht: Jesus hält, was er verspricht. 3. Komm, o tomm, getreuer Hirt, daß die Nacht zum Tage werde. Ach wie manches Schäflein irrt fern von dir und deiner Herde! Kleine Herde, zage nicht: Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht vor des Morgenrotes Helle, und der Sohn der Wüste kniet dürftend an der Lebensquelle, ihn umleuchtet Morgenlicht: Icsus hält, was er verspricht. 5. Gräber stehen aufgetan; rauscht, verdorrete Gebeine, macht dem Bundesengel Bahn, großer Tag des Herrn, erscheine! Jesus ruft: Es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 6. O des Tags der Herrlichteit! Jesus Christus, du die Sonne, und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! Mach dich auf! es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. Frdr. Ad. Krummacher g. 1767+ 1845. 183. 6 of Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. ottes Stadt ist fest gegründet auf heilgen Bergen, es verbündet sich wider sie die ganze Welt; dennoch steht sie und wird stehen, man wird an ihr mit Staunen sehen, wer hier die Hut und Wache hält. Der Hüter Israels ist ihres Heiles Fels. Halleluja! Lobsingt und sprecht: Wohl dem Geschlecht, das in ihr hat das Bürgerrecht! 2. Zions Tore liebt vor allen der Herr mit gnädgem Wohlgefallen, macht ihre Riegel stark Lieder von der christlichen Kirche. und fest, segnet, die darinnen wohnen, weiß überschwenglich dem zu lohnen, der ihn nur tun und walten läßt. Wie groß ist seine Huld, wie trägt er mit Geduld all die Seinen! O Gottes Stadt, du reiche Stadt, die solchen Herrn und König hat! 3. Große, heilge Dinge werden in dir gepredigt, wie auf Erden sonst unter keinem Volk man hört. Gottes Wort ist deine Wahrheit, du haft den Geist und hast die Klarheit, die alle Finsternis zerstört. Da hört man fort und fort das teuer werte Wort ewger Gnade. Wie lieblich tönt, was hier versöhnt und dort mit ewgem Leben frönt! 5. Darum ftellet ein die Klagen, man wird noch einst zu Zion sagen: Wie mehrt sich deiner 99 Bürger Zahl! Voll Erstaunen wird man schauen, wie Gott sein Zion mächtig bauen und herrlich weitern wird einmal. Erhebet Herz und Sinn! Es ist die Nacht schier hin für die Heiden; es kommt ihr Tag, sie werden wach, und Israel folgt ihnen nach. 6. Gottes Stadt, du wirst auf Erden die Mutter aller Völter werden, die ewges Leben fanden hier. Welch ein Jubel, wie am Reigen, wird einst von dir zum Himmel steigen! Die Lebensbrunnen sind in dir. In dir das Wasser quillt, das alles Dürsten stillt. Halleluja! Von Sünd und Tod, von aller Not erlöst nur Einer, Zions Gott! K. J. Phil. Spitta g. 1801 t 1859. 4. Auch die nichts davon ver= nommen, die fernsten Völker werden kommen und in die Tore Zions gehn. Denen, die im Fin184. stern saßen, wird auch der Herr Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. noch predgen lassen, was einst fürönig Jesu, streite, siege, daß alle Welt geschehn. Wo ist der alles bald dir unterliege, was Gottessohn, wo ist sein Gnaden- lebt und webt in dieser Welt. thron? wird man fragen. Dann Blick auf deine Friedensboten, laß kommt die Zeit, wo weit und wehen deinen Lebensodem durchs breit erscheint der Herr in Herr- ganze weite Totenfeld! Erhöre lichkeit. unser Flehn und laß es bald geschehn! Amen, Amen! So rühmen wir und jauchzen dir ein Halleluja für und für! 1852,( Y) 7* 100 vom Worte Gottes. XIII. Pieder 185. Eigene Melodie. Die ies sind die heilgen zehn Gebot, die uns gab unser Herre Gott durch Mosen, seinen Diener treu, hoch auf dem Berg Sinai. Kyrieleis! 2. Ich bin allein dein Gott der Herr, kein Götter sollst du haben mehr; du sollst mir ganz vertrauen dich, von Herzensgrund lieben mich. Kyrieleis! 3. Du sollst nicht führen zu Unehrn den Namen Gottes, deines Herrn; du sollst nicht preisen recht noch gut, ohn was Gott selbst redt und tut. Kyrieleis! 4. Du sollst heilgen den siebten Tag, daß du und dein Haus ruhen mag; du sollst von dein'm Tun lassen ab, daß Gott sein Werk in dir hab. Kyrieleis! 5. Du sollst ehrn und gehor= sam sein dem Vater und der Mutter dein und wo dein Hand ihn'n dienen kann, so wirst du langs Leben habn. Kyrieleis! 6. Du sollst nicht töten zor niglich, nicht hassen noch selbst rächen dich, Geduld haben und sanften Mut und auch dem Feind tun das Gut. Kyrieleis! Schweiß und Blut; du sollst auftun dein milde Hand den Armen in deinem Land. Kyrieleis! 9. Du sollst kein falscher Zeuge sein, nicht lügen auf den Nächsten dein; sein Unschuld sollst auch retten du und seine Schand decken zu. Kyrielcis! 10. Du sollst deins Nächsten Weib und Haus begehren nicht, noch etwas draus; du sollst ihm wünschen alles Gut, wie dir dein Herz selber tut. Kyrieleis! 11. Die G'bot all uns gege> ben sind, daß du dein Sünd, o Menschenkind, erkennen sollst und lernen wohl, wie man vor Gott leben soll. Kyrieleis! 12. Das helf uns der Herr Jesus Christ, der unser Mittler worden ist; es ist mit unsrem Tun verlorn, verdienen doch eitel Born. Kyrielcis! Martin Luther g. 1483+ 1516. 186. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend Gott, du höchster Gnadenhort, verleih, daß uns dein göttlich Wort von Ohren so zu Herzen dring, daß es sein Kraft und Schein vollbring. 7. Dein Eh sollst du bewahren rein, daß auch dein Herz kein andre mein', und halten keusch das Leben dein mit Zucht und Mäßigkeit fein. Kyrieleis! 8. Du sollst nicht stehlen Geld 3. Verschaff bei uns auch, lieber noch Gut, nicht wuchern jemands| Herr, daß wir durch deinen Geist 2. Der cinge Glaub ist diese Kraft, der fest an Jesu Christo haft; die Werk der Lieb sind dieser Schein, dadurch wir Christi Jünger sein. Lieder vom Worte Gottes. je mehr in dein'r Erkenntnis nehmen zu und endlich bei dir finden Ruh. Konrad Huber g. 1507+ 1577. 187. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Rede, liebster Jesus, rede, denn 188. dein Kind gibt acht darauf. Stärke mich, denn ich bin blöde, Mel. Es ist das Heil uns kommen her. daß ich meines Lebens Lauf diri ir Menschen sind zu dem, o zu Ehren setze fort. Ach so laß dein heilig Wort in mein Herze sein verschlossen, dir zu folgen unverdrossen. 2. Ach wer wollte dich nicht hören, dich, du liebster Menschenfreund? Sind doch deine Wort und Lehren alle herzlich wohl gemeint. Sie vertreiben alles Leid; auch des Honigs Süßigkeit muß vor deinen Worten weichen, ihnen ist nichts zu vergleichen. 3. Deine Worte sind mein Stecken, dessen ich mich trösten kann, wenn der Teufel mich will schrecken auf der schmalen Lebensbahn; diese führen ohne Qual mich hin durch des Todes Tal, diese sind mein Schirm und Stütze wider alle Kreuzesblitze. 101 Ich, ich will dich ewiglich preisen mit Herz, Sinn und Mund, ich will dir zu jeder Stund Ehr und Dant in Demut bringen und dein hohes Lob besingen. 5. Unterdes vernimm mein Flehen, liebster Jesu, höre mich: laß mich fest bei dir bestehen! Anna Sophia, Landgräfin zu HessenDarmstadt g. 1638 † 1683. Gott, was geistlich ist, untüchtig; dein Wesen, Wille und Gebot ist viel zu hoch und wichtig; wir wissens und verstehens nicht, wo uns dein göttlich Wort und Licht den Weg zu dir nicht weiset. 2. Drum sind vor Zeiten ausgesandt Propheten, deine Knechte, daß durch dieselben würd bekannt dein heilger Will und Rechte; zum letzten ist dein einger Sohn, o Vater, von des Himmels Thron selbst kommen uns zu lehren. 3. Für solches Heil sei, Herr, gepreist! Laß uns dabei verbleiben und gib uns deinen heilgen Geist, daß wir dem Worte gläuben, dasselb annehmen jederzeit mit Sanftmut, Ehrfurcht, Lieb und Freud als Gottes, nicht der Menschen. 4. Jesu, dein Wort soll mich 4. Hilf, daß der losen Spötlaben, deine trostgefüllte Lehrter Hauf uns nicht vom Wort will ich in mein Herz vergraben. abwende; denn ihr Gespött samt Ach nimm sie ja nimmermehr ihnen drauf mit Schrecken nimmt hier von mir in dieser Zeit, bis ein Ende. Gib du selbst deinem ich in der Ewigkeit werde kommen Worte Kraft, daß deine Lehre in zu den Ehren, dich, o Jesu, uns haft, auch reichlich bei uns selbst zu hören. wohne. 5. Öffn uns die Ohren und das Herz, daß wir das Wort recht fassen, in Lieb und Leid, in Lieder vom Worte Gottes. 102 Freud und Schmerz es aus der Acht nicht lassen; daß wir nicht Hörer nur allein des Wortes, sondern Täter sein, Frucht hundertfältig bringen. 6. Am Weg der Same wird sofort vom Teufel hingenommen; in Fels und Steinen kann das Wort die Wurzel nicht bekommen; der Sam, so in die Dornen fällt, von Sorg und Wollust dieser Welt verdirbet und ersticket. 7. Ach hilf, Herr, daß wir werden gleich dem guten fruchtbarn Lande und sein an guten Werken reich in unserm Amt und Stande, viel Früchte bringen in Geduld, bewahren deine Lehr und Huld im feinen, guten Herzen. 8. Laß uns, so lang wir leben hier, den Weg der Sünder meiden, gib, daß wir halten fest an dir in Anfechtung und Leiden. Rott aus die Dornen allzumal, hilf uns die Weltsorg überall und böse Lüfte dämpfen! 9. Dein Wort, o Herr, laß allweg sein die Leuchte unsern Füßen, erhalt es bei uns flar und rein, hilf, daß wir draus genießen Kraft, Rat und Trost in aller Not, daß wir im Leben und im Tod beständig darauf trauen. 10. Gott Vater, laß zu deiner Ehr dein Wort sich weit ausbreiten, hilf, Jesu, daß uns deine Lehr erleuchten mög und leiten, o heilger Geist, dein göttlich Wort laß in uns wirken fort und fort Glaub, Lieb, Geduld und Hoffnung! David Denice g. 1603+ 1680. 189. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. err, öffne mir die Herzenstür, zeuch mein Herz durch dein Wort zu dir, laß mich dein Wort bewahren rein, laß mich dein Kind und Erbe sein! 2. Dein Wort bewegt des Herzens Grund, dein Wort macht Leib und Seel gesund, dein Wort ifts, das mein Herz erfreut, dein Wort gibt Troft und Seligkeit. 3. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in Einem Thron! Der heiligen Dreieinigfeit sei Lob und Preis in Ewigteit! Joh. Olearius g. 1611 † 1684. 190. Mel. Hilf mir, mein Gott, hilf, daß nach dir. err Zebaoth, dein heiligs Wort, das du uns haft gegeben, daß wir darnach an allem Ort solln richten Lehr und Leben, ist worden kund aus deinem Mund und in der Schrift beschrieben rein, schlecht und recht durch deine Knecht, vom heilgen Geist getrieben. 2. Dies Wort, das jetzt in Schriften steht, ist fest und unbeweglich; zwar Himmel und die Erd vergeht, Gotts Wort bleibt aber ewig; kein Höll, kein Plag noch jüngster Tag vermag es 311 vernichten; drum denen soll sein ewig wohl, die sich darnach recht richten. 3. Es ist vollkommen hell und flar, ein Richtschnur reiner Lehre; es zeigt uns auch ganz offenbar Lieder vom Worte Gottes. Gott, seinen Dienst und Ehre und wie man soll hier leben wohl, Lieb, Hoffnung, Glauben üben; drum fort und fort wir dieses Wort von Herzen sollen lieben. 4. Im Kreuz gibts Luft, in Traurigkeit zeigt es die Freudenquelle; den Sünder, dem die Sünd ist leid, entführet es der Hölle; gibt Troft an Hand, macht auch bekannt, wie man soll willig sterben, und wie zugleich das Himmelreich durch Christum zu ererben. 5. Sieh, solchen Nutz, so große Kraft, die nimmer ist zu schätzen, des Herrn Wort in uns wirkt und schafft; darum wir sollen setzen zurück Gold, Geld und was die Welt sonst herrlich pflegt zu achten, und jederzeit in Lieb und Leid nach dieser Perle trachten. 6. Nun, Herr, erhalt dein heiligs Wort, laß uns sein Kraft empfinden, den Feinden steur an allem Ort, zeuch uns zurück von Sünden! So wollen wir dir für und für von ganzem Herzen dan= ten. Herr, unser Hort, laß uns dein Wort fest halten und nicht wanken! 1698. 191. Mel. Hilf mir, mein Gott, hilf, daß nach dir. Dein Wort, Herr, ist die rechte Lehr, ein Licht, das uns erleuchtet, ein Schild zu unsrer Gegenwehr, ein Tau, der uns befeuchtet, ein Stärkungstrant, wenn wir uns trant an Seel und Geist befinden, ein festes Band, das unsre Hand mit deiner tann verbinden. 103 2. So führe denn auf rechtem Pfad durch dies dein Licht mich Blinden, laß mich durch deinen Schuß und Rat den Satan überwinden! Die Süßigkeit laß allezeit von deinem Wort mich schmecken, und deine Gunst in mir die Brunst der Gegenlieb erwecken! 3. Verleih auch deinen guten Geift, der alles das versiegle, worin dein Wort mich unterweist, daß ich mich drin bespiegle, und immerdar dies, was ich war und was ich bin, erkenne, auch niemals mehr von deiner Lehr in Sünd und Irrtum renne. 4. Gib meinem Glauben Stärk und Kraft, die alles kann vollbringen, damit durch dessen Eigenschaft ich ritterlich kann ringen und Kreuz und Not, ja gar den Tod viel lieber woll erleiden, als daß ich hier vom Wort und dir mich ließ aus Kleinmut scheiden. 1714. 192. Mel. Gott des Himmels und der Erden. eures Wort aus Gottes Munde, das mir lauter Segen trägt, dich allein hab ich zum Grunde meiner Seligkeit gelegt; in dir treff ich alles an, was zu Gott mich führen kann. 2. Will ich einen Vorschmad haben, welcher nach dem Himmel schmeckt, so kannst du mich herrlich laben, weil bei dir ein Tisch gedeckt, der mir lauter Manna schenkt, mich mit Lebenswasser tränkt. 3. Du, mein Paradies auf Erden, schließ mich stets im 104 Glauben ein, laß mich täglich flüger werden, daß dein heller Gnadenschein mir bis in die Seele dringt und die Frucht des Lebens bringt. Lieder vom Worte Gottes. 4. Geist der Gnade, der im Worte mich an Gottes Herze legt, öffne mir des Himmels Pforte, daß mein Geist hier recht erwägt, was für Schätze Gottes Hand durch sein Wort ihm zugesandt. 5. Lasse mich in diesen Schranten sonder eitle Sorgen sein, schließe mich mit den Gedanken in ein stilles Wesen ein, daß die Welt mich gar nicht stört, wenn mein Herz dich reden hört. 6. Gib dem Samtorn einen Acker, der die Frucht nicht schuldig bleibt; mache mir die Augen wacker, und was hier dein Finger schreibt, präge meinem Herzen ein, laß den Zweifel ferne sein! 7. Was ich lese, laß mich merken; was du sagest, laß mich tun! Wird dein Wort den Glauben stärken, laß es nicht dabei beruhn, sondern gib, daß auch dabei ihm das Leben ähnlich sei. 8. Hilf, daß alle meine Wege nur nach dieser Nichtschnur gehn. Was ich hier zum Grunde lege, müsse wie ein Felsen stehn, daß mein Geift auch Rat und Tat in den größten Nöten hat. 9. Laß dein Wort mir einen Spiegel in der Folge Jesu sein, drücke drauf ein Gnadensiegel, schließ den Schatz im Herzen ein, daß ich fest im Glauben steh, bis ich dort zum Schauen geh. Benjamin Schmold g. 1672+ 1737. 193. Mel. O du Liebe meiner Liebe. Herr, dein Wort, die edle Gabe, diesen Schatz erhalte mir, denn ich zieh es aller Habe und dem größten Reichtum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn? Mir ists nicht um tausend Welten, aber um dein Wort zu tun. 2. Halleluja, Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich sehn, daß ich mög in deinem Namen fest bei deinem Worte stehn; laß mich eifrig sein beslissen, dir zu dienen früh und spat und zugleich zu deinen Füßen sitzen, wie Maria tat. B. 1. N. 2. v. Zinzendorf g. 1700+ 1760. V. 2. Chstn. Gregor g. 1733+ 1801. 194. Mel. Jesu, meine Freude. Wort des höchsten Mundes, Engel meines Bundes, Jesu, unser Ruhm, bald, da wir gefallen, ließest du erschallen Evangelium, eine Kraft, die Glauben schafft, eine Botschaft, die zum Leben uns von dir gegeben. 2. Was sein Wohlgefallen vor der Zeit uns allen fest bestimmet hat, was der Opfer Schatten längst verkündet hatten, das vollführt sein Rat. Was die Schrift verspricht, das trifft alles ein in Jesu Namen und ist Ja und Amen. 3. Alles ist vollendet, Jesu Gnade wendet allen Zorn und Schuld. Jesus ist gestorben, Jesus hat erworben alle Gnad und Huld. Auch ist dies fürwahr gewiß: Jesus lebt in Preis und Ehre; ach erwünschte Lehre! Lieder vom Worte Gottes. 105 4. Uns in Sünden Toten| lieben. Daß aber Gott die Welt machen Jesu Boten dieses Leben geliebt und seinen Sohn für Sünkund. Lieblich sind die Füße, und der gibt, das muß er selbst entdie Lehren süße, teuer ist der decken. Bund. Aller Welt ist nun vermeldt durch der guten Botschaft Lehre, daß man sich bekehre. 5. Kommt, zerknirschte Herzen, die in bittern Schmerzen das Gesetz zerschlug, kommt zu dessen Gnaden, der für euch beladen alle Schmerzen trug. Jesu Blut stärkt curen Mut, Gott ist hier, der euch geliebet und die Schuld vergibet. 6. Dieser Grund bestehet; wenn die Welt vergehet, fällt er doch nicht ein. Darauf will ich bauen; so soll mein Vertrauen evangelisch sein; auch will ich nun würdiglich dieser Kraft, die mir gegeben, evangelisch leben. 7. Jesu, deine Stärke schaffet diese Werke, stehe du mir bei! Nichts kann mich nun scheiden, hilf denn, daß mein Leiden evangelisch sei. Laß auch mich einmal auf dich, als ein Kind mit dir zu erben, evangelisch sterben! Heinr. Cornelius Heder g. 1699+ 1743. 6. Jens decket dir dein Elend auf, dies saget von Erbarmen; jens schläget unbarmherzig drauf, dies hebt und trägt die Armen; jens zeigt und drohet dir den Tod, dies hilfet dir aus Tod und Not und bringt dir Geist und Leben. 7. Was das Gesetz zu sagen hat, gehört für rohe Herzen, für Heuchler, die schon reich und satt, die mit der Sünde scherzen; des Gnadenwortes Balsamöl senkt sich in eine tranke Seel, die elend und beladen. 2. Was Gott in dem Gesetz gebeut, ist uns ins Herz geichrieben: Wir sollen nämlich 8. Wenn das Gesetz den Zweck jederzeit Gott und den Nächsten erreicht, so hört es auf zu fluchen; 195. Mel. Es ist das Heil uns kommen her, oder Es ist gewißlich an der Zeit. 3. In dem Gesetz wird unsre Pflicht uns ernstlich vorgetragen; das Evangelium kann nicht als nur von Gnade sagen; jens zeigt dir, was du tun sollst, an, dies lehrt, was Gott an dir getan; jens fordert, dieses schenket. 4. Was das Gesek dir guts verspricht, wird dir nicht zugewendet, es sei denn, daß du deine Pflicht vollkommen haft vollendet; was Christi Gnade guts verheißt, wird dem, der gläubig sich erweist, frei und umsonst gegeben. 5. Wo das Gesetz den Sünder findt, da schlägt es ihn danieder; das Evangelium verbindt und heilt die Wunden wieder; jens predigt Sünde, Zorn und Fluch, dies öffnet dir das Lebensbuch in des Erlösers Wunden. Gesetz und Evangelium sind beide Gottes Gaben, die wir in unserm Christentum beständig nötig haben; doch bleibt ein großer Unterschied, den nur ein solches Auge sieht, das Gottes Geist erleuchtet. 106 Lieder vom Worte Gottes. sein 3wang, sein Bliz, sein Munde leb und herrsche du allein! Drohen weicht, wenn man will Gnade suchen; es treibt zum Kreuz des Mittlers hin, wenn ich an diesen gläubig bin, so hat der Trost kein Ende. Laß uns deiner nie vergessen! Wie Maria still gesessen, da sie deinen Mund gehört, also mach uns eingekehrt! E. G. Woltersdorf g. 1725+ 1761. 9. Mein Gott, laß diesen Unterschied mich in der Tat erfahren, nach Sündenangst laß Troft und Fried sich in der Seele paaren! Treib mich durch des Gesetzes Fluch, daß ich die Gnade gläubig such in des Erlösers Armen. 10. Gib aus dem Evangelio mir Kräfte, dich zu lieben und als dein Kind mich frei und froh in dem Gesetz zu üben. Gib Gnade, daß ich meine Pflicht mit Heiligkeit und Zuversicht in Lieb und Glauben leiste. Joh. Jat. Rambach g. 1693+ 1735. 196. Mel. Jesu, meines Lebens Leben Das ist eine selge Stunde, Jeſu, da man dein gedenkt und das Herz von Herzensgrunde tief in deine Wunden senkt. Wahrlich, nichts als Jesum kennen, Jesum suchen, finden, nennen, das erfüllet unsre Zeit mit der höchsten Seligteit. 2. Jesus, deine Gnadenquelle fließt so gern ins Herz hinein, deine Sonne scheinet helle, denn du willst genossen sein; und bei aller Segensfülle ist dein Wunsch und ernster Wille, daß man, weil dein Brünnlein voll, unaufhörlich schöpfen soll. 197. Mel. Ach Gott und Herr. ott ist mein Hort, und auf sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräfte schmecken, laß keinen Spott, o Herr mein Gott, mich von dem Glauben schrecken! 3. Wo hätt ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verstünd ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Wert, Unsterblichkeit und Leben. 3ur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir übergeben. 5. Dein ewger Rat, die Missetat der Sünder zu verfühnen ,. den kennt ich nicht, wär mir dies Licht nicht durch dein Wort er= schienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sünden nicht verzagen. Nein, du verzeihst, lehrft meinen Geist ein gläubig Abba sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh vermag ichs nie, dein Wort gibt mir die 3. Nun, so laß auch diese Stunde dein Gedächtnis in uns fein, in dem Herzen, in dem Kräfte. Tauf- und Konfirmationslieder. 8. Herr, unser Hort, laß uns dies Wort, denn du hasts uns gegeben. Es sei mein Teil, es sei mir Heil und Kraft zum ewgen Leben! Chr. F. Gellert g. 1715+ 1769. 198. Mel. Was Gott tut, das ist wohlgetan. Dein Wort, o Herr, ist milder Tau für trostbedürftge Seelen. Laß keinem Pflänzchen deiner Au den Himmelsbalsam fehlen; erquickt durch ihn laß jedes blühn und in der Zukunft Tagen dir Frucht und Samen tragen! 107 4. Ich suchte Trost und fand ihn nicht; da ward das Wort der Gnade mein Labsal, meine Zuversicht, die Fackel meiner Pfade. Sie zeigte mir den Weg zu dir und leuchtet meinen Schritten bis zu den ewgen Hütten. 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern für unsre Pilgerreise, es führt auch Toren hin zum Herrn und macht die Einfalt weise. Dein Himmelslicht verlösch uns nicht und leucht in jede Seele, daß keine dich verfehle. 5. Nun halt ich mich mit festem Sinn zu dir, dem sichern Horte. Wo wendet ich mich anders hin? Herr, du hast Lebensworte. Noch hör ich dein: Komm, du bist mein! Das rief mir nicht vergebens ein Wort des ewgen Lebens. 2. Dein Wort ist, Herr, ein 6. Auf immer gilt dein SegensFlammenschwert, ein Keil, der bund, dein Wort ist Ja und Amen. Felsen spaltet, ein Feuer, das Nie weich es uns aus Geist und im Herzen zehrt und Mark und Mund und nie von unserm Samen, Bein durchschaltet. O laß dein laß immerfort dein helles Wort Wort noch fort und fort der in allen Lebenszeiten uns trösten, Sünde Macht zerscheitern und alle warnen, leiten! Herzen läutern! 7. O sende bald von Ort zu Ort den Durst nach deinen Lehren, den Hunger aus, dein Lebenswort und deinen Geist zu hören; und send ein Heer von Meer zu Meer, der Herzen Durst zu stillen und dir dein Reich zu füllen. Karl Bernh. Garbe g. 1763+ 1841. XIV. Tauf- und Konfirmationslieder. Bei der Taufe. 199. Eigene Melodie. Christ unser Herr zum Jordan tam nach seines Vaters Willen, von sanct Johannes die Taufe nahm, sein Werk und Amt zu erfüllen. Da wollt er stiften uns ein Bad, zu waschen uns von Sünden, er= säufen auch den bittern Tod durch sein selbs Blut und Wunden; es galt ein neues Leben. 2. So hört und merket alle wohl, was Gott heißt selbst die Taufe, und was ein Christe glau 108 Tauf- und Konfirmationslieder. ben soll, zu meiden Keßerhaufen. der Glaub im Geist die Kraft vers Gott spricht und will, daß Wasser steht des Blutes Jesu Christi; und sei, doch nicht allein schlecht Wasser, ist für ihn ein rote Flut, von sein heiligs Wort ist auch dabei Christus Blut gefärbet, die allen mit reichem Geist ohn Maßen: der Schaden heilen tut, von Adam ist allhie der Täufer. her geerbet, auch von uns selbst begangen. 3. Solchs hat er uns bewiesen flar mit Bildern und mit Worten. Des Vaters Stimm man offenbar daselbst am Jordan hörte; er sprach: Das ist mein lieber Sohn, an dem ich hab Gefallen; den will ich euch befohlen habn, daß ihr ihn höret alle und folget seinem Lehren. 4. Auch Gottes Sohn hie selber steht in seiner zarten Menschheit, der heilge Geist herniederfährt, in Taubenbild verkleidet, daß wir nicht sollen zweifeln dran: Wenn wir getaufet werden, all drei Person getaufet habn und so bei uns auf Erden zu wohnen sich begeben. 5. Sein' Jünger heißt der Herre Chrift: Geht hin, all Welt zu lehren, daß sie verlorn in Sünden ist, sich soll zur Buße kehren; wer gläubet und sich taufen läßt, soll dadurch selig werden; ein neugeborner Mensch er heißt, der nicht mehr könne sterben, das Himmelreich soll' erben. 6. Wer nicht gläubt dieser großen Gnad, der bleibt in seinen Sünden und ist verdammt zum ewgen Tod tief in der Hölle Grunde. Nichts hilft sein eigne Heiligkeit, all sein Tun ist verloren, die Erbsünd machts zur Nichtigkeit, darin er ist geboren; er kann ihm selbst nicht helfen. Martin Luther g. 1483+ 1546. 200. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. affet die Kindlein kommen zu mir, spricht Gottes Sohn, sie sind mein Freud und Wonne, ich bin ihr Schild und Kron; auch für die Kinderlein, daß sie nicht wärn verloren, bin ich ein Kind geboren, drum sie mein eigen sein. 2. Der Herr gar freundlich küsset und herzt die Kinderlein, bezeugt mit Worten süße, der Himmel ihr soll sein, dieweil sein teures Blut, das aus den heilgen Wunden am Kreuzesstamm geronnen, auch ihnen kommt zugut. 3. Drum nach Christi Verlangen bringet die Kinder her, damit sie Gnad erlangen, niemand es ihnen wehr! Führet sie Christo zu, er will sich ihr erbarmen; legt sie in seine Arme, darin fie finden Ruh. 7. Das Aug allein das Wasser sieht, wie Menschen Wasser gießen, i 4. Ob sie gleich zeitlich sterben, ihr Seele Gott gefällt; denn sie find Gottes Erben, lassen die schnöde Welt. Sie sind frei aller G'fahr, brauchen hie nicht zu leiden und loben Gott mit Freuden Dort bei der Engel Schar. Cornelius Becker g. 1561+ 1604 Tauf- und Konfirmationslieder. 201. Mel. Auf dich hab ich gehoffet, Herr. ott Bater, höre unsre Bitt: Teil diesem Kind den Segen mit, erzeig ihm deine Gnade, es sei dein Kind, nimm weg die Sünd, daß ihm dieselb nicht schade. 109 herfür und erzeige dein Erbarmen, daß es dein Kind hier auf Erden und im Himmel möge werden. 4. Wasch es, Jesu, durch dein Blut von den angeerbten Flecken, laß es bald nach dieser Flut deinen Purpurmantel decken, schenk ihm deiner Unschuld Seide, daß es sich in dich verkleide. 2. Herr Christe, nimm es gnä- 5. Mache Licht aus Finsternis, dig auf durch dieses Bad der heil- sekz es aus dem Zorn in Gnade, gen Tauf zu deinem Glied und heil den tiefen Schlangenbiß durch Erben, damit es dein mög allzeit die Kraft im Wunderbade, laß sein im Leben und im Sterben. hier einen Jordan rinnen, so vergeht der Aussaß drinnen. 3. Und du, o allerwertster Geist, samt Vater und dem Sohn gepreift, wollst gleichfalls zu uns kommen, damit jezund in deinen Bund es werde aufgenommen. 6. Hirte, nimm dein Schäflein an, Haupt, mach es zu deinem Gliede, Himmelsweg, zeig ihm die Bahn, Friedefürst, schenk ihm den Friede, Weinstock, hilf, daß diese Rebe auch im Glauben dich umgebe. 4. O heilige Dreieinigkeit, dir sei Lob, Ehr und Dank bereit für diese große Güte! Gib, daß dafür wir dienen dir, vor Sünden uns behüte! Joh. Bornschürer g. 1625+ 1677. 7. Nun, wir legen an dein Herz, was von Herzen ist gegangen; führ die Seufzer himmelwärts und erfülle das Verlangen, ja den Namen, den wir geben, schreib ins Lebensbuch zum Leben. 202. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. Liebster Jesu, wir sind hier, deiBenjamin Schmole g. 1672+ 1737. 203. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. nem Worte nachzuleben. Dieses Kindlein kommt zu dir, weil du den Befehl gegeben, daß man sie zu Chrifto führe, denn das Himmel- asset mich voll Freude sprechen: reich ist ihre. Ich bin ein getaufter Christ, 2. Ja es schallet allermeist die- der bei menschlichen Gebrechen ses Wort in unsern Ohren: Wer dennoch ein Kind Gottes ist. Was durch Wasser und durch Geist nicht sind alle Schätze nüße, da ich einen zuvor ist neu geboren, wird von Schatz besitze, der mir alles Heil dir nicht aufgenommen und in gebracht und mich ewig selig macht. Gottes Reich nicht kommen. 2. Keine Sünde macht mir 3. Darum eilen wir zu dir; bange, ich bin ein getaufter Chrift; nimm dies Pfand von unsern denn ich weiß gewiß: So lange Armen, tritt mit deinem Glanz dieser Trost im Herzen ist, kann 110 Tauf- und Konfirmationslieder. ich mich von Angst der Sünden, mich erklärt, du hast die Frucht Jesu, durch dein Blut entbinden, weil das teure Wasserbad mich damit besprenget hat. von deinem Sterben, mein treuer Heiland, mir gewährt, du willst in aller Not und Bein, o guter Geist, mein Tröster sein. 3. Satan, laß dir dieses sagen: Ich bin ein getaufter Christ, und damit kann ich dich schlagen, ob du noch so grausam bist. Da ich bin zur Taufe kommen, ist dir alle Macht genommen, und von deiner Tyrannei machet Gottes Bund mich frei. 4. Freudig sag ich, wenn ich sterbe: Ich bin ein getaufter Christ; denn das bringet mich zum Erbe, das im Himmel droben ist. Lieg ich gleich im Todesstaube, so versichert mich der Glaube, daß mir auch der Taufe Kraft Leib und Leben wieder schafft. 5. Nun so soll ein solcher Segen mir ein Troft des Lebens sein. Muß ich mich zu Grabe legen, schlaf ich auch auf solchen ein. Ob mir Herz und Augen brechen, soll die Seele dennoch sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der nun ewig selig ist. Erdmann Neumeister g. 1671+ 1756. 204. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 8. Ich bin getauft auf deinen Namen, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volk, das dir geheiligt heißt; ich bin in Christum eingesenkt, ich bin mit seinem Geist beschenkt. 2. Du haft zu deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, 3. Doch hab ich dir auch Furcht und Liebe, Treu und Gehorsam zugesagt; ich habe mich aus reinem Triebe dein Eigentum zu sein gewagt; hingegen sagt ich bis ins Grab des Satans schnöden Werten ab. Seite bleibt dieser Bund wohl feste 4. Mein treuer Gott, auf deiner stehn; wenn aber ich ihn überloren gehn; nimm mich, dein schreite, so laß mich nicht verKind, zu Gnaden an, wenn ich hab einen Fall getan. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin, erwecke mich zu neuer Treue und nimm Besitz von meinem Sinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut, der nicht, Herr, deinen Willen tut. 6. Weich, weich, du Fürst der Finsternisse, ich bleibe mit dir unvermengt. Hier ist zwar ein befleckt Gewissen, jedoch mit Jesu Blut besprengt. Weich, eitle Welt, du Sünde, weich! Gott hört es, ich entsage euch. wanken, Gott Vater, Sohn und 7. Laß diesen Vorsatz nimmer heilger Geift! Halt mich in deines Bundes Schranken, bis mich dein Wille sterben heißt. So leb ich dir, so sterb ich dir, so lob ich dich dort für und für. Joh. Jak. Rambach g. 1693 † 1735. Tauf- und Konfirmationslieder. 205. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. ott und Vater, nimm jekund dieses Kind von unsern Armen, nimm es auf in deinen Bund und erzeig ihm dein Erbarmen, daß es alle Lebenstage deiner Kindschaft Beichen trage. 2. Wasche es mit deinem Blut, treuer Jesu, von den Sünden, laß in seiner Taufe Flut den geerbten Fluch verschwinden und sein Leben auf der Erden deinem Vorbild ähnlich werden. 3. Und du, werter heilger Geist, schenk ihm deine Gnadenkräfte, treibe, wie dein Bund verheißt, selbst in ihm das Heilsgeschäfte, daß es stets an Jesu Leibe ein lebendig Gliedmaß bleibe. Joh. Jat. Spreng g. 1699+ 1768. Bei der Konfirmation. 206. Eigene Melodie. me Jein Schöpfer, steh mir bei, sei meines Lebens Licht; dein Auge leite mich, bis mir mein Auge bricht. Hier leg ich Herz und Glieder vor dir zum Opfer nieder und widme meine Kräfte für dich und dein Geschäfte. Du willst, daß ich der Deine sei, mein Schöpfer, steh mir bei! 111 den 3. Mein Tröster, gib mir Kraft, wenn sich Versuchung zeigt, regiere meinen Geist, wenn er zur Welt sich neigt. Lehr mich Sohn erkennen, ihn meinen Herren nennen, sein Gnadenwort verstehen, auf seinen Wegen gehen. Du bist, der alles Gute schafft, mein Trö ster, gib mir Kraft! dir bin ich, was ich bin. Ach 4. Gott Vater, Sohn und Geist, drücke selbst dein Bild recht tief in meinen Sinn, erwähle mein Gemüte zum Tempel deiner Güte, verkläre an mir Armen dein gnadenreich Erbarmen! Wohl mir, wenn du der Meine heißt, Gott Vater, Sohn und Geist! Joh. Jak. Rambach g. 1693 † 1735. Konfirmationslied, wie es die Gemeinde singt. 207. Mel. Komm, heilger Geist, Herre Gott. Erhör, o Gott, das heiße Flehn der Kinder, die hier vor dir stehn! Erbarmend blick auf se hernieder, denn dein sind sie, sind Chrifti Glieder. Gib ihnen, Vater, Sohn und Geist, den Segen, den dein Wort verheißt, erfülle sie mit deinen Gaben, laß sie mit dir Gemeinschaft haben, erbarme dich, erbarme dich! Wie es die Konfirmanden singen. 2. Mein Heiland wasche mich mit deinem reinen Blut, das alle Flecken tilgt und lauter Wunder tut. Schließ die verirrte Seele in deine Wundenhöhle, daß sie von Erhör, o Gott, das heiße Flehn Zorn und Sünde hier wahre Frei- von uns, die wir hier vor heit finde. Ich bin voll Sünden ohne dir stehn! Erbarmend blick auf dich, mein Heiland, wasche mich! uns hernieder, denn dein sind wir. 112 Abendmahlslieder. sind Christi Glieder. Gib uns, hören, der sein Leben für mich Gott Vater, Sohn und Geist, den Segen, den dein Wort verheißt, erfüll uns du mit deinen Gaben, laß uns mit dir Gemeinschaft haben, erbarme dich, erbarme dich! Eliefer Küster g. 1732+ 1799. gab, sollt ich ihm nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grab? 208. Mel. O du Liebe meiner Liebe. Bei dir, Jesu, will ich bleiben, stets in deinem Dienste stehn, nichts soll mich von dir vertreiben, will auf deinen Wegen gehn. Du bist meines Lebens Leben, meiner Seele Trieb und Kraft, wie der Weinstock seinen Reben zuströmt Kraft und Lebenssaft. 2. Könnt ichs irgend besser haben als bei dir, der allezeit so viel tausend Gnadengaben für mich Armen hat bereit? Könnt ich je getrofter werden als bei dir, Herr Jesu Christ, dem im Himmel und auf Erden alle Macht gegeben ist? 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib ich so in Freude wie in Leid; bei dir bleib ich, dir verschreib ich mich für Zeit und Ewigkeit. Deines Winks bin ich gewärtig, auch des Russ aus dieser Welt; denn der ist zum Sterben fertig, der sich lebend zu dir hält. 5. Bleib mir nah auf dieser Erden, bleib auch, wenn mein Tag fich neigt, wenn es nun will Abend werden, und die Nacht herniedersteigt. Lege segnend dann die Hände mir aufs müde, schwache Haupt, sprechend: Sohn, hier gehts zu Ende, aber dort lebt, wer hier glaubt. 6. Bleib mir dann zur Seite stehen, graut mir vor dem kalten Tod als dem kühlen, scharfen Wehen vor dem Himmelsmorgen, rot. Wird mein Auge dunkler, trüber, dann erleuchte meinen Geist, daß ich fröhlich zich hinüber, wie man nach der Heimat 3. Wo ist folch ein Herr zu finden, der, was Jesus tat, mir tut, mich erkauft von Tod und Sünden mit dem eignen teuren reist. Blut? Sollt ich dem nicht angeK. I. Phil. Spitta g. 1801+ 1859. XV. Abendmahlslieder. 209. Eigene Melodie. 2. Daß wir nimmer des vergessen, läßt er seinen Leib uns essen mit dem Brot und uns zu chus Christus, unser Heiland, gut auch trinken mit dem Wein der von uns den Gotteszorn sein Blut. wandt, durch das bittre Leiden sein half er uns aus der Hölle Pein. 3. Wer sich will zu dem Tisch machen, der hab wohl acht auf sein Sachen; wer unwürdig hin Abendmahlslieder. zugeht, für das Leben den Tod empfäht. 4. Du sollst Gott den Vater preisen, daß er dich so wohl wollt speisen und für deine Missetat in den Tod sein Sohn geben hat. 5. Du sollst glauben und nicht wanken, daß es Speise sei den Kranken, deren Herz von Sünden schwer und vor Angst ist betrübet jehr. 6. Solch groß Gnad und Barmherzigkeit sucht ein Herz in großer Arbeit;*) ist dir wohl, so bleib davon, daß du nicht kriegest bösen Lohn. *) d. i. in Ecclennot. 7. Er spricht selber: Kommt, ihr Armen, laßt mich über euch erbarmen; kein Arzt ist dem Starken not, sein Kunst wird an ihm gar ein Spott. 8. Hättst du dir was fonnt erwerben, was braucht ich für dich zu sterben? Dieser Tisch auch dir nicht gilt, so du selber dir helfen willt. 9. Glaubst du das von Herzensgrunde und bekennst es mit dem Munde, so bist du recht wohl geschickt, und die Speise dein Seel erquict. 10. Die Frucht soll auch nicht ausbleiben: deinen Nächsten sollst du lieben, daß er dein genießen tann, wie dein Gott an dir hat getan. Martin Luther g. 1483 1516. 210. Jes. 6. Eigene Melodie. chaia dem Propheten das geschah, daß er im Geist den Herren sitzen sah auf einem hohen Thron, 113 in hellem Glanz. Seines Kleides Saum den Chor füllet ganz. standen zween Seraph bei ihm daran, sechs Flügel sah er einen jeden habn. Mit zween verbargen sie ihr Antlik flar, mit zween bedeckten sie die Füße gar und mit den andern zween sie flogen frei. Gen ander riefen sie mit großem Schrei: Heilig ist Gott, der Herre Bebaoth, Heilig ist Gott, der Herre Zebaoth, Heilig ist Gott, der Herre Zebaoth, Sein Ehr die ganze Welt erfüllet hat. Von dem Schrei zittert Schwell und Balken gar, das Haus auch ganz voll Rauchs und Nebel war. Martin Luther g. 1483 † 15 10. 211. Mel. Gott sei gelobet und gebenedeiet. err Jesu Christe, mein getreuer Hirte, tomm, mit Gnaden mich bewirte! Bei dir alleine find ich Heil und Leben, was mir fehlt, fannst du mir geben. Kyrieleison! Dein arm Schäflein wollest du weiden auf Isracts Bergen mit Frenden und zum frischen Wasser führn, da das Leben her tut rührn. Kyrieleison! 2. All andre Speis und Trant ist ganz vergebens, du bist selbst das Brot des Lebens, kein Hunger plaget den, der von dir isset, alles Jammers er vergisset. Kyrieleison! Du bist die lebendige Quelle, zu dir ich mein Herz-. 8 Abendmahlslieder. 114 trüglein stelle; laß mit Trost es fließen voll, so wird meiner Seele wohl. Kyrieleison! 3. Laß mich recht trauren über meine Sünde, doch den Glauben auch anzünde, den wahren Glauben, mit dem ich dich fasse, mich auf dein Verdienst verlasse. Kyrieleison! Gib mir ein recht bußfertig Herze, daß ich mit der Sünde nicht scherze noch durch meine Sicherheit mich bring um die Seligkeit. Kyrieleison! 4. Heftig beschwert find ich mein Gewissen; ach laß reichen Trost drein fließen aus deinen Wunden, welche du empfangen, da du bist am Kreuz gehangen. Kyrieleison! Wenn mein Herz damit wird gerühret, wirds von Stund an still und gezieret durch dein Blut mit Glauben schön, kann in dir vor Gott bestehn. Kyrieleison! 5. Der b'darf des Arztes, den die Krankheit plaget, mit Begier er nach ihm fraget. O süßer Jesu, schau, wie tiefe Wunden werden auch in mir gefunden! Kyrieleison! Du bist ja der Arzt, den ich rufe, auf den mit Verlangen ich hoffe. Hilf, o wahrer Mensch und Gott! Hilsst du nicht, so bin ich tot. Kyrieleison! 7. Mein Geist und Herze wollst du zu dir neigen, nimm mich dir, gib mich dir eigen! Du bist der Weinstock, ich bin deine Rebe, nimm mich in dich, daß ich lebe. Kyrieleison! Ach in mir find ich eitel Sünden, in die müssen sie bald verschwinden; in mir find ich Höllenpein, in dir muß ich selig sein. Kyrieleison! 8. Komm, meine Freude, komm, du schönste Krone, Jesu, tomm und in mir wohne! In mir will ich dich mit Gebet oft grüßen, ja mit Lieb und Glauben küssen. Kyrieleison! Bringe mit, was alle Welt erfreut: deiner Liebe süße Lieblichkeit, deine Sanftmut und Geduld, die Frucht deiner Gnad und Huld. Kyrieleison! 9. Dies sind die Blümlein, die mich können heilen und mir Lebenssast erteilen, daß ich aus mir nun all Untugend reiße, die zu dienen mich besleiße. Kyrieleison! In dir hab ich alles, was ich soll, deiner Gnade Brünnlein ist stets voll. Laß mich ewig sein in dir und bleib ewig auch in mir! Kyrieleison! Joh. Heermann g. 1585+ 1617 212. 6. Du rufest alle, Herr, zu dir in Gnaden, die mühselig und bez laden; all ihre Misfetat willst du verzeihen, ihrer Bürden sie befreien. Kyrieleison! Ach komm selbst, leg an deine Hände und die schwere Last von mir wende, mache mich von Sünden frei, dir Eigene Melodie. Jesu, du mein Bräutigam, der du aus Lieb am Kreuzes stamm für mich den Tod gelitten hast, genommen weg der Sünden Last, 2. Ich komm zu deinem Abendzu dienen Kraft verleih! Kyri- mahl, verderbt durch manchen eleison! Sündenfall; ich bin krank, unrein, Abendmahlslieder. nackt und bloß, blind und arm; ach mich nicht verstoß! 3. Du bist der Arzt, du bist das Licht, du bist der Herr, dem nichts gebricht; du bist der Brunn der Heiligkeit, du bist das rechte Hochzeitskleid. 4. Drum, o Herr Jesu, bitt ich dich, in meiner Schwachheit heile mich; was unrein ist, das mache rein durch deinen hellen Gnadenschein! 5. Erleuchte mein verfinstert Herz, zünd an die schöne Glaubensterz, mein Armut in Reichtum verkehr und meinem Fleische steur und wehr, 6. Daß ich das wahre Him melsbrot, dich, Jesu, wahrer Mensch und Gott, mit solcher Ehrerbietung nehm, wie mir es heilsam, dir genehm. 115 Willen richt, ach laß mich meine Tag in Ruh und Friede christ lich bringen zu, 12. Bis du mich, o du Lebensfürst, zu dir in Himmel nehmen wirst, daß ich bei dir dort cwiglich an deiner Tafel freue mich. Joh. Heermann g. 1585+ 1647. 213. met. Wie schön leucht uns der Morgenstern. err Jesu, dir sei Preis und Dank für diese Seelenspeis und Trank, damit du uns begabet! Im Brot und Wein dein Leib und Blut kommt uns wahrhaftig wohl zu gut und unfre Herzen labet. Daß wir nun dir in dem allen wohl gefallen, heilig leben; solches wollest du uns geben! 2. Du kehrest, o Immanuel, ja selber ein in unsre Seel, dir 7. Lösch alle Laster aus in mir, Wohnung da zu machen; drum mein Herz mit Lieb und Glauben uns ein solches Herz verleih, das zier, und was sonst ist von Tugend von der Weltlieb ledig sei und allen mehr, das pflanz in mir zu dei- citlen Sachen. Bleibe, treibe unser ner Ehr! Sinnen und Beginnen, daß wir trachten, alles 3rdsche zu verachten. 8. Gib, was mir nüt an Sccl und Leib, was schädlich ist, fern von mir treib, fomm in mein Herz, laß mich mit dir vereinigt bleiben für und für! 3. Ach Herr, laß uns doch nehmen nicht dein wertes Nachtmaht zum Gericht! Ein jeder recht bedenke, daß er mit diesem Lebens9. Hilf, daß durch dicses Mah-| brot im Glauben stille seine Not; les Kraft das Bös in mir werd abgeschafft, erlassen alle Sünden schuld, erlangt des Vaters Lieb und Huld. der Fels des Heils uns tränte,*) züchtig, tüchtig dich dort oben stets zu loben, bis wir werden zu dir fommen von der Erden. *) 1 Ror. 10, 4. 10. Vertreibe alle meine Feind, die sichtbar und unsichtbar seind, den guten Vorsatz, den ich führ, durch deinen Geist mach jest in mir! 4. O daß wir solche Seligkeit erwarten möchten allezeit in Hoffnung und Vertrauen, und folgends 11. Mein Leben, Sitten, Sinn aus dem Jammertal gelangen in und Pflicht nach deinem heilgen den Himmelsjaal, da wir Gott 8* 116 Abendmahlslieder. werden schauen tröstlich, köstlich,| neuen Bundes Osterlamm, du meiuns als Gäste auf das beste bei ihm laben und ganz volle Gnüge haben. ner Seele Bräutigam, laß mich dich recht genießen! 5. 3war bin ich deiner Gunst nicht wert, als der ich jetzt erscheine mit Sünden allzuviel beschwert, die schmerzlich ich beweine. In solcher Trübsal tröstet mich, Herr Jesu, daß du gnädiglich der Sünder dich erbarmest. 6. Ich bin ein Mensch, krank von der Sünd, laß deine Hand mich heilen! Erleuchte mich, denn id) bin blind, du kannst mir Gnad erteilen. Ich bin verdammt, erz barme dich! Ich bin verloren, rette mich und hilf aus lauter Gnade! 5. Das gib du uns von deinem Thron, o Jesu Christe, Gottes Sohn, gibs durch dein bitter Leiden! Dasselbe, weil wir leben hier, laß uns betrachten für und für, all Böses darum meiden! Amen, Amen, hilf uns kämpfen, hilf uns dämpjen alle Sünden, hilf uns fröhlich überwinden! V. 1, 3, 4 Bernh. Derfchow g. 1591+ 1639, V. 2 u. 5 Han. Gsb. 1657 214. Eigene Melodie, D oder Herr Jesu Christ, du höchstes Gut. u Lebensbrot, Herr Jesu Christ, kann dich ein Sünder haben, der nach dem Himmel hungrig ist und sich mit dir will laben, so bitt ich dich demütiglich, du wolleft so bereiten mich, daß ich recht würdig werde. 2. Auf grüner Aue wollest du mich diesen Tag, Herr, leiten, den frischen Wassern führen zu, den Tisch für mich bereiten. Ich bin zwar fündlich, matt und frank, doch. laß mich deinen Gnadentrant aus deinem Becher schmecken! 3. Du angenehmes Himmelsbrot, du wollest mir verzeihen, daß ich in meiner Seelennot zu dir muß täglich schreien. Dein Glaubensrock bedecke mich, auf daß ich möge würdiglich an deiner Tafel sitzen. 4. Tilg allen Haß und Bitterteit, o Herr, aus meinem Herzen, laß mich die Sünd in dieser Zeit bereuen ja mit Schmerzen! Des 7. Mein Bräutigam, komm her zu mir und wohn in meiner Seele, daß sie dich liebe für und für und sich mit dir vermähle. Ach laß doch deine Süßigkeit für meine Seele sein bereit, und stille ihren Jammer! 8. Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ, komm, selbst dich mir zu schenken! O Blut, das du vergossen bist, komm eiligst, mich zu tränken! Ich bleib in dir, du bleibst in mir, drum wirst du, meiner Seele Zier, mich einst auch auferwecken. Johann Rist g. 1607 † 1667. 215. Eigene Melodie. Schmücke dich, o liebe Secle, laß die dunkle Sündenhöhle, komm ans helle Licht gegangen, fange herrlich an zu prangen! Denn der Herr voll Heil und Gnaden will dich jetzt zu Gaste laden; der den • Abendmahlslieder. Himmel kann verwalten, will jetzt Herberg in dir halten. 2. Eile, wie Verlobte pflegen, deinem Bräutigam entgegen, der da mit dem Gnadenhammer klopft an deine Herzenskammer. Öffn ihm bald die Geistespforten, red ihn an mit schönen Worten: Komm, mein Heil, laß dich umfassen, von dir kann ich nimmer lassen. 3. 3war in Kaufung teurer Waren pflegt man sonst kein Geld zu sparen; aber du willst für die Gaben deiner Huld kein Geld nicht haben,*) weil in allen Bergwerksgründen kein solch Kleinod ist zu finden, das den Trank in diesen Schalen und dies Manna tann bezahlen. *) Jcf. 55, 1. 4. Ach wie hungert mein Gemüte, Menschenfreund, nach deiner Güte; ach wie pfleg ich oft mit Tränen mich nach deiner Kost zu schnen; ach wie pfleget mich zu dürften nach dem Trank des Lebensfürsten, wünsche, daß er als der meine mich durch sich mit Gott vereine. 5. Beides, Zittern und Ergetzen, will mich in Bewegung setzen; das Geheimnis dieser Speise und die unerforschte Weise machet, daß ich früh vermerke, Herr, die Größe deiner Stärke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, der dein Allmacht sollt ergründen? 117 keiten, die nur Gottes Geist kann deuten! 7. Jesu, meine Lebenssonne, Jeju, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen, hier fall ich zu deinen Füßen, laß mich würdiglich genießen dieser deiner Himmelsspeise mir zum Heil und dir zum Preise! 8. Herr, es hat dein treues Lieben dich vom Himmel hergetrieben, daß du willig haft dein Leben in den Tod für uns gegeben und dazu ganz unverdrossen, Herr, dein Blut für uns vergossen, das uns jetzt kann träftig tränken, deiner Liebe zu gedenken. 9. Jesu, wahres Brot des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens oder mir vielleicht zum Schaden sei zu deinem Tisch geladen. Laß mich durch dies Seelenejjen deine Liebe recht ermessen, daß ich auch), wie jetzt auf Erden, mag dein Gaft im Himmel werden. Johann Frand g. 1618 † 1677. 216. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. eine Seele, laß dich finden auf der wahren Glaubensbahn, dich mit Chrifto zu verbinden; tu ihm auf, er flopfet an. Den die Himmel nicht umfassen, will in dir sich nieder lassen, Jesus will im Brot und Wein wesentlich zu gegen sein. 6. Nein, Vernunft die muß hier weichen, kann dies Wunder nicht erreichen, daß dies Brot nie wird 2. O geheimnisvolle Weise, die verzehret, ob es gleich viel Tausend kein Menschenwig crmißt! Hier nähret, und daß mit dem Saft gibt sich ein Lamm zur Speise, der Reben uns wird Christi Blut das der Erzhirt selber ist; hier gegeben. Oder großen Heimlich will zu der Gäste Leben sich der Abendmahlslieder. 118 Wirt zur Speise geben, und zum Opfer stellt sich hier selbst der Hohepriester für. 3. O wie hungert nach den Seelen selbst das wahre Lebensbrot! Selig, die dies Brot er wählen für des Geistes Hungersnot! Seht, an dieser heilgen Stelle lechzet selbst die Lebensquelle nach der armen Sünder Heil. Jesus ist ihr bestes Teil. 4. Sich, o Mensch, den Schatz der Gnade, den dir Jesus aufgetan; rühre nicht die Bundeslade mit verwegnen Händen an! Soll nicht Gottes Grimm erwachen und dich gar zunichte machen, armer Sünder, so tritt du zitternd und mit Furcht herzu! 5. Jesu, mache meine Sinnen und mein ganzes Herze rein, laß jetzt deine Wunden rinnen, sente tief mein Herz hinein! Komm, du König aller Ehren, eile, bei mir einzukehren unter meines Herzens Dach, obs gleich niedrig, arm und schwach. 6. Jeju, laß mich Gnade finden und vertreib mir alles Weh, laß die purpurroten Sünden weißer sein als Woll und Schnee! Komm, mein Herz voll Glauben, Hoffen, Lieb und Sehnsucht steht dir offen, laß dein Herz, das ewig rein, und mein Herz Ein Herze sein! Ealomo Francf g. 1659+ 1725. 217. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Her err Jesu Christ, du höchstes Gut, du Brunnquell aller Gnaden, wir kommen, deinen Leib und Blut, wie du uns haft geladen, zu deiner Liebe Herrlichkeit und unsrer Seelen Seligkeit zu essen und zu trinken. 2. O Jesu, mach uns selbst bercit zu diesem hohen Werke, schenk uns dein schönes Ehrentleid durch deines Geistes Stärke! Hilf, daß wir würdge Gäste sein und werden dir gepflanzet ein zum ewgen Himmeiswesen. 3. Bleib du in uns, daß wir in dir auch bis ans Ende bleiben; laß Sünd und Not uns für und für nicht wieder von dir treiben, bis wir durch deines Nachtmahls Kraft in deines Himmels Bürgerschaft dort ewig selig werden. 1713. 218. Eigene Melodie. ein Jesu, der du vor dem Scheiden in deiner letzten Trauernacht uns hast die Früchte deiner Leiden in einem Testament vermacht, es preisen gläubige Gemüter dich, Stifter dieser hohen Güter. 2. So oft wir dieses Mahl genießen, wird dein Gedächtnis bei uns neu; man kann aus frischen Proben schließen, wie brünstig deine Liebe sei. Dein Blut, dein Tod und deine Schmerzen verncuern sich in unserm Herzen: 3. Es wird dem zagenden Gewissen ein neues Siegel auf gedrückt, daß unser Schuldbrief sei zerrissen, daß unsre Handschrift sei zerstückt, daß wir Vergebung unsrer Sünden in deinen blutgen Wunden finden. Abendmahlslieder. 4. Das Band wird fester zugezogen, das dich und uns zusammenfügt; die Freundschaft, die wir sonst gepflogen, fühlt, wie sie neue Stützen kriegt; wir werden mehr in solchen Stunden mit dir zu Einem Geist verbunden. 5. Dies Brot kann wahre Nah- liege hier vor deinem Thron, rung geben, dies Blut erquicket Sohn Gottes und des Menschen unsern Geist; es mehrt sich unser Sohn, mich deiner zu getrösten; innres Leben, wenn unser Glaube ich fühle meiner Sünden Müh, dich geneußt; wir fühlen neue ich suche Ruh und finde sie im Kraft und Stärke in unserm Glauben der Erlösten. Kampf und Glaubenswerke. 2. Dich bet ich zuversichtlich an, du bist das Heil der Sünder, du haft die Handschrift abgetan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht und an dein Wort: Es ist vollbracht! Du hast mein Heil verdienet, du haft für mich dich dargestellt, Gott war in dir und hat die Welt in dir mit sich verfühnet. 7. Dein Fleisch muß uns zum Pfande dienen, daß unser Fleisch, das schwachheitvoll, cinst herrlich 3. So freue dich, mein Herz, aus dem Staube grünen und un- in mir! Er tilget deine Sünden verweßlich werden soll, ja daß du und läßt an seiner Tafel hier dich uns ein ewig Leben nach diesem kurzen werdest geben. Gnad um Gnade finden. Du rufft, und er erhört dich schon, spricht liebreich: Sei getrost, mein Sohn, die Schuld ist dir vergeben, du bist in meinen Tod getauft und du wirst dem, der dich erkauft, von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Seligteit, bewahr es hier im Glauben und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben! Sich, ich vereine mich mit dir, ich bin der Weinstock, bleib an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 6. Wir treten in genaure Bande mit deines Leibes Gliedern ein, mit denen wir in solchem Stande Ein Herz und Eine Seele sein; der Geist muß mehr zusammenfließen, da wir Ein Fleisch und Blut genießen. 119 8. O teures Lamm, so edle Gaben hast du in dieses Mahl gelegt. Da wir dich selbst zur Speise haben, wie wohl ist unser Geist verpflegt! Dies Mahl ist unter allen Leiden ein wahrer Vorschmack jener Freuden. 9. Dir sei Lob, Ehr und Preis gesungen! Ein solcher hoher Liebesschein verdient, daß aller Engel Bungen zu deffen Ruhm geschäftig sein. Wird unser Geist zu dir erhoben, so wird er dich voll tommner loben. Joh. Jat. Rambach g. 1693+ 1733. 219. Met. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld. Ich komme, Herr, und suche dich, mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, würdge mich des Wunders deiner Gnaden! Ich Abendmahlslieder. 120 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot, ich will es treu erfüllen und bitte dich, durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen! Chr. F. Gellert g. 1715+ 1769. 220. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. err, du wollst uns vorbereiten zu deines Mahles Seligkeiten, sei mitten unter uns, o Gott! Laß uns, Leben zu empfahen, mit glaubensvollem Herzen nahen und sprich uns los von Sünd und Tod! Wir sind, o Jesu, dein; dein laß uns ewig sein! Amen, Amen! Anbetung dir! Einst feiern wir das große Abendmahl bei dir. Nach Fr. Gottl. Klopstock g. 1724+ 1803. Nach dem Abendmahle. 221. Eigene Melodie. Gott sei gelobet und gebenedeiet, der uns selber hat gespeiset mit seinem Fleische und mit seinem Blute; das gib uns, Herr Gott, zu gute! Kyrieleijon! Herr, durch deinen heiligen Leichnam, der von deiner Mutter Maria tam, und das heilige Blut hilf uns, Herr, aus aller Not! Kyrieleison! 2. Den heilgen Leib hat er für uns gegeben zum Tod, daß wir dadurch leben. Nicht größre Güte fonnte er uns schenken, dabei wir sein solln gedenken. Kyrieleison! Herr, dein Lieb so groß dich g'zwungen hat, daß dein Blut an uns groß Wunder tat und bezahlt' unsre Schuld, daß uns Gott ist worden hold. Kyrieleison! 3. Gott geb uns allen seiner Gnade Segen, daß wir gehn auf seinen Wegen in rechter Lieb und brüderlicher Treue, daß uns die Speis nicht gereue. Kyrieleison! Herr, dein heilig Geist uns nim mer laß, der uns geb zu halten rechte Maß, daß dein arm Christenheit leb in Fried und Einigkeit. Kyrieleison! Martin Luther g. 1483 1546. 222. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. ie wohl haft du gelabet, o liebster Jesu, deinen Gast, ja mich so reich begabet, daß ich jetzt fühle Freud und Rast. O wunderjame Speise, o süßer Lebenstrant, o Liebmahl, das ich preise mit einem Lobgesang, indem es hat erquicket mein Leben, Herz und Mut; mein Geist der hat er blicket das allerhöchste Gut. 2. Du hast mich jetzt geführet, o Herr, in deinen Gnadensaal, daselbst hab ich berühret dein edlen Güter allzumal; da hast du mir gegeben umsonst und mildiglich das werte Brot zum Leben, das sehr erquicket mich; du haft mir zugelassen, daß ich den Seelenwein im Glauben möchte fassen und dir vermählet sein. 3. Bei dir hab ich gegessen die Speise der Unsterblichkeit; du hast mir vollgemessen den edlen Kelch, Abendmahlslieder. 121 der mich erfreut Ach Gott, du behagen, mein Heiland, dir zu haft erzeiget mir Armen solche Gunst, daß billig jetzt sich neiget mein Herz vor Liebesbrunst. Tu haft mich lassen schmecken das köstlich Himmelsbrot; hinfort kann mich nicht schrecken Welt, Teufel, Sünd und Tod. jeder Frist. Du wirst es nich: verachten; demnach ich emsig bin, nach deiner Gunst zu trachten; nimm doch in Gnaden hin das Opfer meiner Zungen, denn billig wird jetzund dein teurer Ruhm besungen, Herr Gott, durch meinen Mund. 8. Wohl mir, ich bin versehen mit Himmelspeis und Lebenstrant; nun will ich rüstig stehen, zu singen dir Lob, Ehr und Dank. Fahr hin, du Weltgetümmel, du bist ein eitler Tand, ich seusze nach dem Himmel, dem rechten Vaterland. Fahr hin, dort werd ich leben ohn Unglück und Verdruß; mein Gott, du wirst mir geben der Wohllust Überfluß. Johann Rist g. 1607+ 1667. 4. So lang ich leb auf Erden, o liebster Jesu, preis ich dich, daß du mich läsfest werden gesättigt von dir und durch dich. Du hast mich selbst getränket mit deinem teuren Blut und dich zu mir gelenket, o unvergleichlichs Gut! Nun werd ich ja nicht sterben, weil mich gespeiset hat der nimmer kann verderben, mein Trost, Schutz, Hülf und Nat. 5. Wie kann ich aber fassen, Herr Jesu, daß du mit Begier dich haft so tief gelassen vom Himmelssaal herab zu mir? Du Schöpfer aller Dinge besucheft deinen Knecht; ach hilf, daß ich dir bringe ein Herz, das fromm und recht, das gläubig dir vertraue, damit nach dieser Zeit ich ja dein Antlig schaue dort in der Ewigkeit. 6. Du bists, der ewig bleibet, ich aber bin dem Schatten gleich, den bald ein Wind vertreibet; Herr, ich bin arm, und du bist reich. Du bist sehr groß von Güte, kein Unrecht gilt bei dir; ich, sündhaft von Gemüte, kann fehlen für und für. Doch kommest du hernieder und nimmst dich meiner an; was geb ich dir doch wieder, das dir gefallen kann? 7. Ein Herz durch Reu zerschlagen, ein Herz, das ganz zer= Inirschet ist, das, weiß ich, wird 223. Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. Jesu meine Wonne, du mek ier Seele Sonne, du Freundlichster auf Erden, laß mich dir dankbar werden! 2. Wie kann ich gnugsam schätzen dies himmelsüß Ergehen und diese teuren Gaben, die uns gestärket haben? 3. Wie soll ich dir es danken, o Herr, daß du mich Kranken gespeiset und getränket, ja selbst dich mir geschenket? 4. Ich lobe dich von Herzen für alle deine Schmerzen, für deine Schläg und Wunden, der du so viel empfunden. 5. Dir dant ich für dein Leiden, den Ursprung meiner Freuden; dir 122 Abendmahlslieder. dank ich für dein Sehnen und heiß| liebst, nun solch ein Pfand der vergoßnen Tränen. 6. Dir dank ich für dein Lieben, das standhaft ist geblieben; dir dank ich für dein Sterben, das mich dein Reich läßt erben. Lieb uns gibst, ach dich so ganz uns schenkest? Heil uns! Heil uns! Wir empfinden, rein von Sünden, Gottes Frieden. Mehr noch ist uns dort beschieden. 7. Jetzt schmecket mein Gemüte dein übergroße Güte; dies teure Pfand der Gnaden tilgt allen meinen Schaden. 8. Herr, laß michs nicht vergessen, daß du mir zugemessen die kräftge Himmelspeise, wofür mein Herz dich preise. 9. Du wollest ja die Sünde, die ich annoch empfinde, aus meinem Fleische treiben und kräftig in mir bleiben. 10. Nun bin ich los gezählet von Sünden und vermählet mit dir, mein liebstes Leben. Was kannst du Werters geben? 11. Laß, Schönster, meine Seele doch stets in dieser Höhle des Leibes mit Verlangen an deiner Liebe hangen! 12. Laß mich die Sünde meiden, laß mich geduldig leiden, laß mich mit Andacht beten und von der Welt abtreten! Vor der Abendmahlsfeier eines Kranten. 225. Mel. Vater unser im Himmelreich. u deinen Füßen liege ich, mein Jesu, blicke doch auf mich! Du bist der Arzt und Wundermann, der allezeit erretten tann; drum, bin ich gleich von Hülfe bloß, so ist doch mein Vertrauen groß. 2. Mein Trost und meines Herzens Teil, mach erstlich meine Seele heil, besprenge sie mit deinem Blut und mache mein Verbrechen gut, und dann gib, nach vergebner Schuld, bei meiner Schwachheit auch Geduld! 3. Berühre mich mit deiner Hand, die so viel Böses abgewandt. Dein Leib mich speise, 13. Nun kann ich nicht ver- da ich krank, dein Blut sei meiner derben; drauf will ich selig sterben Seele Trant! Ich will, wie und freudig auferstehen, o Jesu, Lazarus, allein, auch wenn ich dich zu sehen. trant, der Deine sein. Johann Rist g. 1607+ 1667. 224. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. Dank, Jesu, dir! Ach sind wirs 4. Wenns meiner Seele selig ist, so heile mich, Herr Jesu Christ; soll sterben aber besser sein, wohl mir, auf Jesum schlaf ich ein. Mach du es, Jesu, wert, daß so viel Heil uns durch dein Blut mit mir an widerfährt, du unser so gedenkest? Leib und Seele gut! Erst bis zum Tod am Kreuz uns Christ. Feinr. Beibich g. 1677+ 1748. C. Lieder vom christlichen Leben. XVI. Bus- und Beichtlieder. 226. Eigene Melodie. Vater, allmächtiger Gott, zu dir schreien wir in der Not: Durch deine große Barmherzigkeit erbarm dich über uns! Christe, wollst uns erhören, für uns bist du geboren von Maria. Erbarm dich über uns! Vergib uns all unsre Sünde, hilf uns in der letzten Stunde, für uns bist du gestorben. Erbarm dich über uns! Oheilger Geist, wollst uns geben, dich allzeit herzlich zu lieben und nach deinem Willen zu leben. Erbarm dich über uns! Alttirchl. Deutsch d. J. Spaugenberg g. 1484+ 1550. 227. Eigene Melodie. Himm von uns, Herre Gott, all unsre Sünd und Missetat, auf daß wir mit rechtem Glauben und reinem Herzen in deinem Dienst erfunden werden. 2. Erbarm dich, erbarm dich, erbarm dich deines Volts, o Christe, das du erlöjet haft mit deinem teuren, heilgen Blute. 3. Erhör uns, erhör uns, er= höre unsre Bitt, Gott Vater, Schöpfer aller Dinge, hilf uns und sei uns gnädig! 4. Erhör uns, erhör uns, er= höre unsre Bitt, o Chrifte, aller sei uns gnädig! Welt Heiland, bitt für uns und 5. Erhör uns, erhör uns, erhöre unsre Bitt, Gott heilger Geist, du einger Tröster, erleucht uns und sei uns gnädig! Chor. 6. So wahr ich lebe, spricht Gott der Herre, ich will nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich befehre und lebe. Amen. Altkirchlich. 228. Psalm 130. Eigene Melodie. us tiefer Not schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Rufen, dein gnädig Ohren kehr zu mir und meiner Bitt sie öffne! Denn so du willst das sehen an, was Sünd und Unrecht ist getan, wer kann, Herr, vor dir bleiben? 124 2. Bei dir gilt nichts denn Gnad und Gunst, die Sünde zu vergeben; es ist doch unser Tun umsonst auch in dem besten Leben. Vor dir niemand sich rühmen kann, des muß dich fürchten jedermann und deiner Gnade leben. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf ihn mein Herz soll lassen sich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein wertes Wort. Das ist mein Trost und treuer Hort, des will ich allzeit harren. Kyrie,*) Christe, Kyrie, Christe, Buß- und Beichtlieder. Erster Chor: Vor allen Sünden, vor allem Irrsal, vor allem Übel *) Herr. Herr Gott Vater im Himmel, Herr Gott Sohn, der Welt Heiland, Herr Gott heiliger Geist, Sei uns gnädig, Sei uns gnädig, 229. Die Litanei. Eigene Melodie. Vor des Teufels Trug und List, vor bösem schnellem Tod, bor Pestilenz und teurer Zeit 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen, doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht, noch sorgen. So tu Israel rechter Art, der aus dem Geist erzeuget ward, und seines Gottes harre! Vor Krieg und Blutvergießen, vor Aufruhr und 3wietracht, vor Hagel und Ungewitter, vor Feuer- und Wassersnot, vor dem ewigen Tod 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist viel mehr Gnade; sein Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, der Israel er= lösen wird aus seinen Sünden allen. Martin Luther g. 1483+ 1546. Zweiter Chor: Eleison!*) Eleison! Eleison! Erhöre uns! *) Erbarme dich. Erbarm dich über uns! Erbarm dich über uns! Erbarm dich über uns! Verschon uns, lieber Herre Gott! Hilf uns, lieber Herre Gott! Behüt uns, lieber Herre Gott! Behüt uns, licber Herre Gott! Behüt uns, lieber Herre Gott! Erster Chor: Durch deine heilige Geburt, durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, Buß- und Beichtlieder. durch dein Kreuz und Tod, durch dein heiliges Auferstehn und Himmelfahrt In unsrer letzten Not, am jüngsten Gericht Wir armen Sünder bitten: Und deine heilige christliche Kirche regieren und führen, alle ihre Diener, Wächter und Hirten im heilsamen Wort und heiligen Leben erhalten, Allen Notten und Ärgernissen wehren, alle Irrige und Verfühite wiederbringen, den Satan unter unsere Füße treten, Treue Arbeiter in deine Ernte senden, deinen Geist und Kraft zum Worte geben, affen Betrübten und Blöden helfen und sie trösten, Allen Königen und Fürsten Friede und Eintracht geben, unserm Kaiser und König steten Sieg wider deine Feinde gönnen, und ihn mit allen seinen Gewaltigen leiten und schützen, unsere Obern unsern Rat Schule und Ge| meinde jegnen und behüten, 8weiter Chor: Hilf uns, lieber Herre Gott! 125 Hilf uns, lieber Herre Gott! Du wollest uns erhören, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! 126 Buß- und Beichtlieder. Erster Chor: Allen, so in Not und Gefahr sind, mit Hülfe erscheinen, allen Schwangern und Säugenden fröhliche Frucht und Gedeihen geben, aller Kinder und Kranken pflegen und warten, alle unschuldig Gefangenen los und ledig lassen, alle Witwen und Waisen verteidigen und versorgen, Aller Menschen dich erbarmen, Unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben und sie bekehren, die Früchte auf dem Lande geben und bewahren,*) und uns gnädiglich erhören, O Jesu Christe, Gottes Sohn, O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, Christe, Kyrie, Christe, Zweiter Chor: Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Erbarm dich über uns! Erbarm dich über uns! Verleih uns steten Fried! Erhöre uns! Eleison! Eleison! Beide Chöre zusammen: Kyrie, Eleison! Amen. Nittirchlich. Deutsch durch Martin Luther g. 1483+ 1546. *) unsere Deiche, Dämme und Schleusen in deine gnädige Obhut nehmen( für Gemeinden, welche am Wasser wohnen) und dieses Bergwert gnädiglich erhalten und seguen( für die Gemeinden auf dem Harz). Buß- und Beichtlieder. 230. Eigene Melodie. Durch Adams Fall ist ganz verderbt menschlich Natur und Wesen, dasselb Gift ist auf uns geerbt, daß wir nicht konnten g'nesen ohn Gottes Trost, der uns erlöst hat von dem großen Schaden, darein die Schlang Eva bezwang, Gotts Zorn auf sich zu laden. 2. Weil denn die Schlang Eva hat bracht, daß sie ist abgefallen von Gottes Wort, das sie veracht, dadurch sie in uns allen bracht hat den Tod, so war ja not, daß uns auch Gott sollt geben sein lieben Sohn, der Gnaden Thron, in dem wir möchten leben. 3. Wie uns nun hat ein fremde Schuld in Adam all verhöhnet, also hat uns ein fremde Huld in Christo all versöhnet; und wie wir all durch Adams Fall sind ewigs Tods gestorben, also hat Gott durch Christi Tod verneut, was war verdorben. 4. So er uns denn sein Sohn geschenkt, da wir sein Feind noch waren, der für uns ist ans Kreuz gehenkt, getöt, gen Himm'l gefahren, dadurch wir sein von Tod und Pein erlöst, so wir vertrauen auf diesen Hort, des Vaters Wort: wem wollt vor Sterben grauen? 127 6. Der Mensch ist gottlos und verflucht, sein Heil ist auch noch ferne, der Trost bei einem Menschen sucht und nicht bei Gott dem Herren; denn wer sich will ein andres Ziel ohn diesen Tröster stecken, den mag gar bald des Teufels G'walt mit seiner List erschrecken. 7. Wer hofft auf Gott und dem vertraut, wird nimmermehr zu schanden; denn wer auf diesen Felsen baut, ob ihm gleich geht zuhanden viel Unfalls hie, hab ich doch nie den Menschen sehen fallen, der sich verläßt auf Gottes Trost; er hilft sein'n Gläubgen allen.. 8. Ich bitt, o Herr, aus Herzensgrund, du wollst nicht von mir nehmen dein heilges Wort aus meinem Mund, so wird mich nicht beschämen mein Sünd und Schuld; denn in dein Huld setz ich all mein Vertrauen; wer sich nun fest darauf verläßt, der wird den Tod nicht schauen. 9. Mein'n Füßen ist dein heilges Wort ein Leuchte nah und serne, ein Licht, das mir den Weg weist fort; so dieser Morgensterne in uns aufgcht, so bald versteht der Mensch die hohen Gaben, die Gottes Geist denen verheißt, die Hoffnung darauf haben. Lazarus Spengler g. 1479+ 1534. 5. Er ist der Weg, das Licht, die Pfort, die Wahrheit und das Leben, des Vaters Rat und ewigs Wort, den er uns hat gegeben zu einem Schutz, daß wir mit Truus tiefer Not laßt uns zu Gott an ihn fest sollen glauben; darum von ganzem Herzen schreien, uns bald kein Macht noch G'walt bitten, daß er durch seine Gnad aus seiner Hand wird rauben. uns woll vom Übel freien und 231. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Mel. 1. Buß und Beichtlieder. 128 alle Sünd und Missetat, die unser Fleisch begangen hat, uns väterlich verzeihen; 2. Und sprechen: Bater, sich doch an uns Armen und Elenden, sehr übel haben wir getan mit Herzen, Mund und Händen; verleih uns, daß wir Buße tun und die in Chrifto, deinem Sohn, zur Seligkeit vollenden. 3. 3war unsre Schuld ist groß und schwer, von uns nicht auszurechen; doch deiner Gnade ist viel mehr, die kein Mensch kann aussprechen; die suchen und begehren wir, hoffend, du wirst es, Herr, an dir nicht lassen uns gebrechen. 4. Du willst nicht, daß der Sünder sterb und in Verdammnis jahre, sondern daß er mehr Gnad erwerb und sich darin bewahre: so hilf uns nun, o Herre Gott, damit uns nicht der erge Tod in Sünden widerfahre. und laß uns nicht verzagen! O hilf, daß wir getroft und frei, ohn arge List und Heuchelei dein Joch zum Ende tragen. 5. Vergib, vergib und hab Geduld mit uns Armen und Schwachen, laß deinen Sohn all unsre Schuld durch sein Verdienst gut machen! Nimm unsrer Secle eben wahr, daß ihr kein Schaden widerfahr, wollst gnädig sie be wachen! 8. Sprich uns durch deine Boten 3u, gib Zeugnis dem Gewissen, stell unser Herz durch sie zu Ruh, tu uns durch sie zu wissen, wie Christus vor dein'm Angesicht all unfre Sachen hab geschlicht; des Trosts laß uns genießen! 9. Erhalt in unsers Herzens Grund dein Wort, den edlen Samen, und hilf, daß wir den neuen Bund in deines Sohnes Namen vollenden mit Beständigkeit und so der Kron der Herrlichkeit versichert werden. Amen. Böhmische Brüder. 232. Eigene Melodie. Ich llein zu dir, Herr Jesu Christ, mein Hoffnung steht auf Erden. weiß, daß du mein Tröster bist, tein Trost mag mir sonst werden. Von Anbeginn ist nichts erkorn, auf Erden war kein Mensch geborn, der mir aus Nöten helfen kann: Ich ruf dich an, zu dem ich mein Vertrauen hab. 6. Wenn du nun vor Gerichte gehn und mit uns wolltest rechten, wie würden wir vor dir bestehn, und wer würd uns verfechten? O Herr, sich uns barmherzig an und hilf uns wieder auf die Bahn zur Pforte der Gerechten! 2. Mein Sünd sind schwer und fibergroß und reuen mich von Herzen; derselben mach mich quitt und los durch deinen Tod und Schmerzen und zeig mich deinem Vater an, daß du haft gnug für. mich getan, jo werd ich los der Sünden Last; Herr, halt mir fest, wes du dich mir versprochen haft. 3. Gib mir nach dein'r Farmo nimm uns auf in deinen Schoßherzigkeit den wahren Christen7. Wir opfern uns dir arm und bloß, durch Neue tief geschlagen; Buß- und glauben, auf daß ich deine Süßigfeit mög inniglich anschauen, vor allen Dingen lieben dich und meinen Nächsten gleich als mich. Am letzten End dein Hülf mir send, damit behend des Teufels List sich von mir wend. 4. Ehr sei Gott in dem höchsten Thron, dem Vater aller Güte, und Jesu Christ, sein'm liebsten Sohn, der uns allzeit behüte, und Gott dem werten heilgen Geist, der uns sein Hülfe allzeit leift, damit wir ihm gefällig sein hier 234. Mel. Herzlich tut mich verlangen. in der Zeit und vollends in derch Gott, ich muß dirs klagen, Ewigkeit. daß ich so elend bin: Mein Beichtlieder. 129 6. Sich nicht an unsre Sünde groß, sprich uns davon aus Gnade los, steh uns in unserm Elend bei, mach uns von allen Plagen frei, 7. Auf daß von Herzen können wir nachmals mit Freude danken dir, gehorsam sein nach deinem Wort, dich allzeit preisen hie und dort. Paul Eber g. 1511+ 1569. Konr. Huber g. 1507+ 1577. Herz will mir verzagen, mein Sünd 233. liegt mir im Sinn; ich kann ihr nicht vergessen, sie ist zu groß und schwer, sie hat mich ganz besessen, fie kränkt und quält mich sehr. 2. Chronika 20. Eigene Melodie. We enn wir in höchsten Nöten sein und wissen nicht, wo aus noch ein, und finden weder Hülf noch Rat, ob wir gleich sorgen früh und spat, 2. In Sünd bin ich empfangen, in Sünden auch geborn, viel Sünd hab ich begangen, darum bin ich verlorn; ich kann nicht freudig werden, den Himmel anzusehn, und schäme mich, auf Erden vor dir, mein Gott, zu stehn. 2. So ist dies unser Troft allein, daß wir zusammen insgemein anrufen dich, o treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Not, 3. Nun sollt ich ja vertrauen dein'm Sohne Jesu Christ, auf 3. Und heben unser Aug und sein Verdienst fest bauen, weil er Herz zu dir in wahrer Reu und mein Fürsprach ist; doch schreckt Schmerz und flehen um Begna- mich mein Gewissen, das zweifelt digung und aller Strafen Linde- immerdar und spricht, dich werd rung, verdrießen, daß ich die Sünd nicht spar. 4. Ich wollt auch herzlich gerne bessern das Leben mein, mit Werk, Wort und Geberden fromm und gehorsam sein; ich kanns so nicht vollbringen, wie ichs oft hab bedacht, ich laß mich davon dringen durch Satans List und Macht. 9 4. Die du verheißest gnädiglich all denen, die drum bitten dich im Namen deins Sohns Jesu Christ, der unser Heil und Fürsprech ist. 5. Drum kommen wir, o Herre Gott, und klagen dir all unsre Not, weil wir jetzt stehn verlassen gar in großer Trübsal und Gefahr. 130 5. Was soll ich denn nun machen? Wie kann ich doch bestehn? Ich fall der Höll in Rachen, wenn ich dir will entgehn. Herr, zu dir komm ich wieder und such Barmherzigkeit, ich falle vor dir nieder, mein Sünde ist mir leid. 6. Du hast dein Sohn gegeben für aller Menschen Sünd, daß jedermann sollt leben, der an ihn glauben könnt. Will gleich mein Herz nicht trauen, so glaub ich dennoch fest; hilf du meinem Unglauben, dein Hülfe ist die best. 7. Ich bin nicht wert der Güte, die du an mir getan, daß für mich mit sein'm Blute bezahlt dein lieber Sohn; bedarf es doch not wendig und glaub dem Worte dein, das mir zusagt beständig: Wer glaubt, wird selig sein. 8. So wahr, als ich selbst lebe, sprichst du, mein Herr und Gott, ungern ich übergebe den Sünder in den Tod; ich will, daß er umlehre und ewig leb bei mir. Darum komm ich, mein Herre, ich komm wieder zu dir. Buß- und Beichtlieder. 9. Mit deinem heilgen Geiste den schwachen Glauben mehr, mir Hülf und Beistand leiste zu deines Namens Ehr! Leit mich auf deinem Stege, vor aller Sünd und Schand, vors Teufels Strick und Wege bewahr mich deine Hand! 10. Segne mein Leib und Leben, auch mein Beruf und Werk, was du mir haft gegeben, behüt durch deine Stärk! Erhör, o Herr, mein Schreien und mein furchtsames Wort, daß ich mich dein kann freuen, berachten Satans Mord. 11. Zuletzt laß mich abscheiden mit einem selgen End und nimm aus diesem Leiden mein Seel in deine Händ! Dafür will ich dich preisen mit steter Dankbarkeit; du wirst mir Gnad erweisen und helfn in Ewigkeit. Hann. Gsb. 1646 nach einem ält. Liede. 235. Mel. Vater unser im Himmelreich. ni fimm von uns, Herr, du treuer Gott, die schwere Straf und große Not, die wir mit Sünden ohne Zahl verdienet haben allzumal. Behüt vor Krieg und teurer Zeit, vor Seuchen, Feur und großem Leid! 2. Erbarm dich deiner bösen Knecht; wir bitten Gnad und nicht das Recht; denn so du, Herr, den rechten Lohn uns geben wollist nach unserm Tun, so müßt die ganze Welt vergehn, und könnt kein Mensch vor dir bestehn. 3. Ach Herr Gott, durch die Treue dein mit Trost und Nettung uns erschein! Beweis an uns dein große Gnad und straf uns nicht auf frischer Tat, wohn uns mit deiner Güte bei, dein Zorn und Grimm sern von uns sei! 4. Gedenk an deins Sohns bittern Tod, sich an sein heilgen Wunden rot! Die sind ja für die ganze Welt die Zahlung und das Lösegeld; des trösten wir uns allezeit und hoffen auf Barmherzigkeit. 5. Leit uns mit deiner rechten Hand und segne unsre Stadt und Buß und Beichtlieder. 131 Land; gib uns allzeit dein heiligs| waschen sein, wie David*) und Wort, behüt vors Teufels Lift und Mord; verleih ein selig Stündelein, auf daß wir ewig bei dir fein. Martin Moller g. 1547+ 1606. 236. Eigene Melodie. err Jesu Christ, du höchstes Gut du Brunnquell aller Gnaden, sich doch, wie ich in meinem Mut mit Schmerzen bin beladen und in mir hab der Pfeile viel, die im Gewissen ohne Ziel mich armen Sünder drücken. 2. Erbarm dich mein in solcher Last, nimm sie aus meinem Herzen, dieweil du sie gebüßet haft am Holz mit Todesschmerzen, auf daß ich nicht vor großem Weh in meinen Sünden untergeh und ewiglich verzage. 3. Fürwahr, wenn mir das kommet ein, was ich mein Tag' begangen, so fällt mir auf das Herz ein Stein, und bin mit Furcht umfangen; ja ich weiß 237. weder aus noch ein und müßte Mel. Herzlich lieb hab ich dich, Herr. ftracks verloren sein, wenn ich dein Wort nicht hätte. Manasse,**) *) 2 Sam. 12, 13.**) 2 Chron. 33, 13. 6. So komm ich auch zu dir allhie in meiner Not geschritten und tu dich mit gebeugtem Knie von ganzem Herzen bitten: Verzeihe mir doch gnädiglich, was ich mein Lebtag wider dich auf Erden hab begangen. 7. O Herr, vergib, vergib mirs doch um deines Namens willen und tu in mir das schwere Joch der Übertretung stillen, daß sich mein Herz zufrieden geb und dir hinfort zu Ehren leb mit findlichem Gehorsam. 4. Aber dein heilsam Wort das macht mit seinem süßen Singen, daß mir das Herze wieder lacht und neu beginnt zu springen; dieweil es alle Gnad verheißt denen, die mit zerknirschtem Geist zu dir, o Jesu, kommen. For G'richt, Herr Jesu, steh ich hie, zu dir beug ich meins Herzens Knie, kann mir selbst gar nicht raten. Mein groß und vicie Missetat mich hier und dort ver= dammet hat. Doch will ich nicht verzagen. Herr Jesu Christ, dein Blut allein macht mich von allen Sünden rein, weil ich in wahrer Reu und Buß an dich gläub und dir fall zu Fuß. Herr Jesu Christ, des dank ich dir, des dank ich dir, ich will mich bessern, hilf du mir! Hann. Gsb. 1646 nach einem ält. Liede. 9* 5. Und weil ich denn in meinem Sinn, wie ich zuvor geklaget, auch ein betrübter Sünder bin, den sein Gewissen naget, und gerne möcht im Blute dein von Sünden abge= 8. Stärk mich mit deinem Freudengeist, heil mich mit deinen Wunden, tröst mich mit deinem Todesschweiß in meiner Ichten Stunden und nimm mich einft, wenn dir gefällt, im rechten Glauben von der Welt zu deinen Auserwählten! Barthol. Ringwaldt g. 1532+ 1599. 132 Buß- und Beichtlieder. 238. Eigene Melodie. ch Gott und Herr, wie groß und schwer sind mein begangnen Sünden! Da ist niemand, der helfen kann, in dieser Welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit zu dieser Zeit bis an der Welt ihr Ende und wollt los sein des Elends mein, würd ich es doch nicht wenden. 3. Zu dir flieh ich, verstoß mich nicht, wie ichs wohl hab verdienet. Ach Gott, zürn nicht, geh nicht ins G'richt, dein Sohn hat mich verfühnet. 4. Solls ja so sein, daß Straf und Pein auf Sünde folgen müssen, so fahr hie fort, nur schone dort und laß mich hier wohl büßen! 5. Gib, Herr, Geduld, vergiß die Schuld, gib ein gehorsam Herze, laß mich ja nicht, wies oft geschicht, mein Heil murrend verscherzen! werd ich dort bei dir, mein Hort, sein in ewigen Freuden. 6. Handle mit mir, wies dünket dir, durch dein Gnad will ichs leiden; wollst mich nur nicht dort ewiglich von deiner Liebe scheiden! 7. Gleichwie sich fein ein Vögelein in hohle Bäum verstecket, wenns trüb hergeht, die Luft unstet Menschen und Vieh erschrecket, 10. Ehre sei nun Gott Vater, Sohn und heilgem Geist zusammen! Ich zweifle nicht, weil Christus spricht: Wer glaubt, wird selig. Amen. V. 1-6 Rutilius(?) g. 1550+ 1618. V. 7-10 Joh. Groß(?) g. 1564 † 1654. 239. Mel. Vater unser im Himmelreich. o wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; vielmehr ist dies mein Wunsch und Will, daß er von Sünden halte still, von seiner Bosheit fehre sich und lebe mit mir ewiglich. 2. Dies Wort bedenk, o Menschenkind, verzweifle nicht in deiner Sünd! Hier findest du Trost, Heil und Gnad, die Gott dir zugesaget hat, und zwar mit einem teuren Eid. Oselig, dem die Sünd ist leid! 3. Doch hüte dich vor Sicherheit, denk nicht: Zur Buß ist noch wohl Zeit, ich will erst fröhlich sein auf Erd; wenn ich des Lebens müde werd, alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl mein erbarmen sich. 8. Also, Herr Chrift, mein Zuflucht ist die Höhle deiner Wunden; wenn Sünd und Tod mich bracht in Not, hab ich mich drein gefunden. 4. Wahr ists, Gott ist wohl ftets bereit dem Sünder mit Barmherzigkeit, doch wer auf Gnade sündigt hin, fährt fort in seinem bösen Sinn und seiner Seele selbst nicht schont, dem wird mit Ungnad abgelohnt. 5. Gnad hat dir zugesaget Gott 9. Darin ich bleib; ob Seel und von wegen Christi Blut und Tod, Leib hie von einander scheiden, sozusagen hat er nicht gewollt, ob Han 133 du bis morgen leben sollt. Daß 5. Du bist der, der mich tröst, du mußt sterben, ist dir kund, weil du mich selbst erlöst; was verborgen ist des Todes Stund. ich gesündigt habe, hast du verscharrt im Grabe; da hast du es verschlossen, da wirds auch bleiben müssen. 6. Heut lebst du, heut bekehre dich! Eh morgen kommt, fanns ändern sich; wer heut ist frisch, gesund und rot, ist morgen krank, ja wohl gar tot. So du nun ftirbest ohne Buß, dein Seel und Leib dort brennen muß. 6. Ist meine Bosheit groß, so werd ich ihr doch los, wenn ich dein Blut auffasse und mich darauf verlasse. Wer sich zu dir nur findet, all Angst ihm bald verschwindet. Buß- und Beichtlieder. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich noch heute komm zu dir und Buße tu den Augenblick, eh mich der schnelle Tod hinrück, auf daß ich heut und jederzeit zu meiner Heimfahrt sei Joh. Heermann g. 1585+ 1647. bereit. 240. Mel. Auf meinen lieben Gott. Wo soll ich fliehen hin, weil ich beschweret bin mit viel und großen Sünden? Wo kann ich Rettung finden? Wenn alle Welt her käme, mein Angst sie nicht wegnähme. 2. O Jesu voller Gnad, auf dein Gebot und Rat kommt mein betrübt Gemüte zu deiner großen Güte, laß du auf mein Gewissen ein Gnadentröpflein fließen! 3. Ich, dein betrübtes Kind, werf alle meine Sünd, so viel ihr in mir stecken und mich so heftig schrecken, in deine tiefen Wunden, da ich stets Heil gefunden. 4. Durch dein unschuldig Blut, bergossen mir zu gut, wasch ab all meine Sünde, mit Trost mein Herz verbinde und ihrer nicht ge= dente, ins Meer sie tief versenke! 7. Mir mangelt zwar sehr viel; doch was ich haben will, ist alles mir zu gute erlangt mit deinem Blute, damit ich überwinde Tod, Teufel, Höll und Sünde. 8. Und wenn des Satans Heer mir ganz entgegen wär, darf ich doch nicht verzagen; mit dir kann ich sie schlagen. Dein Blut darf ich nur zeigen, so muß ihr Truk bald schweigen. 9. Dein Blut, der edle Saft, hat solche Stärk und Kraft, daß auch ein Tröpflein kleine die ganze Welt kann reine, ja gar aus Teufels Rachen frei, los und selig machen. 10. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich. Jetzt kann ich nicht verderben, dein Reich muß ich ererben, denn du hast mirs erworben, da du für mich gestorben. 11. Führ auch mein Herz und Sinn durch deinen Geist dahin, daß ich mög alles meiden, was mich und dich kann scheiden, und ich an deinem Leibe ein Gliedmaß ewig bleibe. Joh. Leermann g. 1585+ 1617. 134 Buß- und Beichtlieder. 241. Mel. Werde munter, mein Gemüte. Freuer Gott, ich muß dir klagen meines Herzens Jammerstand, ob dir wohl sind meine Plagen besser als mir selbst bekannt; große Schwachheit ich bei mir in Anfechtung oftmals spür, wenn der Satan allen Glauben will aus meinem Herzen rauben. 2. Du, Gott, dem nichts ist verborgen, weißt, daß ich nichts von mir hab, nichts von allen meinen Sorgen; alles ist, Herr, deine Gab. Was ich Gutes find an mir, das hab ich allein von dir; auch den Glauben mir und allen gibst du, wie dirs mag gefallen. 3. O mein Gott, vor den ich trete jetzt in meiner großen Not, höre, wie ich sehnlich bete, laß mich werden nicht zu Spott, mach zunicht des Teufels Werk, meinen schwachen Glauben stärk, daß ich nimmermehr verzage, Christum stets im Herzen trage. 4. Jesu, du Brunn aller Gnaden, der du niemand von dir stößt, der mit Schwachheit ist beladen, sondern deine Jünger tröst, sollt ihr Glaube auch so tlein wie ein kleines Senfkorn sein, wolltst du sie doch würdig schätzen, große Berge zu versetzen: 5. Laß mich Gnade vor dir finden, der ich bin voll Traurigkeit; hilf du mir selbst überwinden, so oft ich muß in den Streit; meinen Glauben täglich mehr, deines Geistes Schwert verehr, damit ich den Feind kann schlagen, alle Pseile von mir jagen. 6. Heilger Geist ins Himmels Throne, gleicher Gott von Ewigkeit mit dem Vater und dem Sohne, der Betrübten Trost und Freud, der du in mir angezündt, so viel ich an Glauben find, über mir mit Gnade walte, ferner deine Gab erhalte! 7. Deine Hülfe zu mir sende, o du edler Herzensgast, und das gute Werk vollende, das du angefangen hast. Blas das kleine Fünklein auf, bis ich nach vollbrachtem Lauf allen Auserwählten gleiche und des Glaubens Ziel erreiche. 8. Gott, groß über alle Götter, heilige Dreieinigkeit, außer dir ist tein Erretter, tritt mir selbst zur rechten Seit, wenn der Feind die Pfeil abdrückt, meine Schwachheit mir aufrückt, mir will allen Trost verschlingen und mich in Verzweiflung bringen. 9. Zeuch du mich aus seinen Stricken, die er mir geleget hat, laß ihm fehlen seine Tücken, drauf er sinnet früh und spat. Gib Kraft, daß ich allen Strauß ritterlich mög stehen aus, und so oft ich noch muß kämpfen, hilf mir meine Feinde dämpfen! 10. Reiche deinem schwachen Kinde, das auf matten Füßen steht, deine Gnadenhand geschwinde, bis die Angst vorüber geht. Wie die Jugend gängle mich, daß der Feind nicht rühme sich, er hätt ein solch Herz gefället, das auf dich sein Hoffnung stellet. 11. Du bist meine Hülf, mein Leben, mein Fels, meine Zuver Buß- und Beichtlieder. 135 sicht, dem ich Leib und Seel Missetat, die dich, Herr, erzürnet ergeben; Gott, mein Gott, verzeuch doch nicht! Eile, mir zu stehen bei, brich des Feindes Pfeil entzwei, laß ihn selbst zu rücke prallen und mit Schimpf zur Hölle fallen! 12. Ich will alle meine Tage rühmen deine starke Hand, daß du meine Plag und Klage haft so herzlich abgewandt. Nicht nur in der Sterblichkeit soll dein Ruhm sein ausgebreit, ich wills auch hernach erweisen und dort ewiglich dich preisen. Joh. Heermann g. 1585+ 1617. 242. Eigene Melodie, oder Jesu, meines Lebens Leben. Jesu, der du meine Seele haft durch deinen bittern Tod aus des Teufels finstrer Höhle und der schweren Sündennot kräftiglich herausgerissen und mich solches lassen wissen durch dein angenehmes Wort, sei doch jetzt, o Gott, mein Hort! 2. Herr, ich muß es ja bekennen, daß nichts Gutes wohnt in mir; das zwar, was wir Wollen nennen, halt ich meiner Seele für; aber Fleisch und Blut zu zwingen und das Gute zu vollbringen folget gar nicht, wie es soll; was ich nicht will, tu ich wohl. 3. Aber, Herr, ich kann nicht wissen, wie viel meiner Fehler sein; mein Gemüt ist ganz zerrissen durch der Sünden Schmerz und Pein, und mein Herz ist matt von Sorgen; ach vergib mir, was verborgen, rechne nicht die hat. 4. Jesu, du haft weggenommen meine Schulden durch dein Blut; laß es, o Erlöser, kommen meiner Seligkeit zu gut, und dieweil du so zerschlagen hast die Sünd am Kreuz getragen, ei so sprich mich endlich frei, daß ich ganz dein eigen sei. 5. Wenn ich vor Gericht soll treten, da man nicht entfliehen kann, ach so wollest du mich retten und dich meiner nehmen an. Du allein, Herr, kannst es wehren, daß ich nicht den Fluch darf hören: Ihr zu meiner linken Hand seid von mir noch nie erkannt. 6. Du ergründest meine Schmerzen, du Herr, kennest meine Pein. Es ist nichts in meinem Herzen als dein herber Tod allein. Dies mein Herz, mit Leid vermenget, durch dein teures Blut besprenget, so am Kreuz vergossen ist, geb ich dir, Herr Jesu Christ. 7. Nun ich weiß, du wirst mir stillen mein Gewissen, das mich plagt; es wird deine Treu erfüllen, was du selber haft gesagt: daß auf dieser weiten Erden keiner je verloren werden, sondern ewig leben soll, wenn er nur ist glaubensvoll. 8. Herr, ich glaube, hilf mir Schwachen, laß mich ja verderben nicht! Du, du kannst mich stärker machen, wenn mich Sünd und Tod anficht. Deiner Güte will ich trauen, bis ich fröhlich werde schauen dich, Herr Jesu, nach dem Streit in der süßen Ewigkeit. Johann Rist g. 1607+ 1667. 136 Buß- und Beichtlieder. 243. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. frommer und getreuer Gott, ich hab gebrochen dein Gebot und sehr gesündigt wider dich: das ist mir leid und reuet mich. 2. Du aber, o mein gnädger Gott, haft nicht Gefalln an meinem Tod, und ist dein herzliches Begehrn, daß ich soll Buß tun, mich bekehrn. 3. Auf dies Wort, lieber Vater fromm, ich armer Sünder zu dir komm, hilf mir durch Christi bittern Tod und heilige fünf Wunden rot! 4. Ja, Herr, ich bitt durch Jesum Christ, der mir zu gut Mensch wor= den ist: Laß deine Gnad und Gütigteit mehr gelten denn Gerechtigkeit! 5. Verschon, o Herr, laß deine Huld zudecken alle meine Schuld, so werd ich arm verlornes Kind ledig und los all meiner Sünd. 6. Ich will, o Herr, nach deinem Wort mich bessern, leben fromm hinfort, damit ich mög nach dieser Zeit gelangen zu der Seligkeit. 1643. Nach Johann Leon. 244. Mel. Ach Gott, vom Himmel sich darein. Vater der Barmherzigkeit, ich falle dir zu Fuße, verstoß den nicht, der zu dir schreit und tut noch endlich Buße. Was ich begangen wider dich, verzeih mir alles gnädiglich durch deine große Güte! 2. Durch deiner Allmacht Wundertat nimm von mir, was mich quälet; durch deine Weisheit schaffe Rat, worin es mir sonst sehlet; gib Willen, Mittel, Kräft und Stärk, daß ich mit dir all meine Werk anfange und vollende. 3. O Jesu Christe, der du hast am Kreuze für mich Armen getragen aller Sünden Laft, wollst meiner dich erbarmen! O wahrer Gott, o Davids Sohn, erbarm dich mein und mein verschon, sieh an mein kläglich Rufen! 4. Laß deiner Wunden teures Blut, dein Todespein und Sterben mir kommen kräftiglich zu gut, daß ich nicht müß verderben. Bitt du den Vater, daß er mir im Zorn nicht lohne nach Gebühr, wie ich es hab verschuldet. 5. O heilger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, wenn mich die Sündenluft anficht, laß mich von dir nicht wanten! Verleih, daß nun doch nimmermehr Begierd nach Wollust, Geld und Ehr in meinem Herzen herrsche. 6. Und wenn mein Stündlein kommen ist, so hilf mir treulich kämpfen, daß ich des Satans Trotz und List durch Christi Sieg mög dämpfen, auf daß mir Krankheit Angst und Not und dann der letzte Feind, der Tod, nur sei die Tür zum Leben. David Denicke g. 1603+ 1680. 245. Mel. Vater unser im Himmefreich. ott Vater, denk an Christi Tod, sich an deins Sohnes Wunden rot, die sind ja für die ganze Welt die Zahlung und das Lösegeld; des trösten wir uns allezeit und hoffen auf Barmherzigkeit. Buß- und Beichtlieder. 137 2. Den König leit mit deiner 5. Wein', ach wein' jetzt um Hand, beschüß und segne unser die Wette, meiner beiden Augen Land, gib überall dein heilig Wort, Bach! O daß ich gnug Zähren wend ab Pest, Teurung, Krieg hätte zu betrauern meine Schmach! und Mord, all denen, die in Nöten O daß aus dem Tränenbronnen sein, mit Rettung, Hülf und Trost käm ein starker Strom geronnen! erschein! 6. Dir will ich die Last aufbinden, wirf sie in die tiefste See, wasche mich von meinen Sünden, mache mich so weiß als Schnee, laß den guten Geist mich treiben, einzig stets bei dir zu bleiben. Johann Frand g. 1618 † 1677 3. Amen, dies alles werde wahr, erhör und hilf uns immerdar, o Vater in dem höchsten Thron, durch Christum deinen eingen Sohn, daß du, dein Sohn und beider Geist in allem von uns werd gepreist. Hannoversches Gfb. 1c57. 246. Eigene Melodie. Herr, err, ich habe mißgehandelt, ja mich drückt der Sünden Laft, ich bin nicht den Weg gewandelt, den du mir gezeiget hast, und jetzt wollt ich gern aus Schrecken mich vor deinem Zorn verstecken. 2. Doch wie könnt ich dir entfliehen? du wirst allenthalben sein; wollt ich über See gleich ziehen, stieg ich in die Gruft hinein, hätt ich Flügel gleich den Winden, gleichwohl würdest du mich finden. 3. Drum, ich muß es nur bekennen, Herr, ich habe mißgetan, darf mich nicht dein Kind mehr nennen. Ach nimm mich zu Gnaden an, laß die Menge meiner Sünden deinen Zorn nicht ganz entzünden! 4. Könnt ein Mensch den Sand gleich zählen an dem großen, weiten Meer, dennoch würd es ihm wohl fehlen, daß er meiner Sünden Heer, daß er alle mein Gebrechen sollte wissen auszusprechen. 247. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Ich will von meiner Miſſetat zum Herren mich bekehren; du wolleft selbst mir Hülf und Rat hiezu, o Gott, bescheren und deines guten Geistes Kraft, der neue Herzen in uns schafft, aus Gnade mir gewähren! 2. Ein Mensch nn von Natur doch nicht sein Elend selbst empfinden; er ist ohn deines Geistes Licht blind, taub, ja tot in Sünden, verkehrt ist Will, Verstand und Tun. Des großen Jammers wollst du nun, o Vater, mich entbinden! 3. Klopf durch Erkenntnis bei mir an und führ mir wohl zu Sinnen, was Böses ich vor dir getan; du kannst mein Herz gewinnen, daß ich aus Kummer und Beschwer laß über meine Wangen her viel heiße Tränen rinnen. 4. Wie hast du doch auf mich gewandt den Reichtum deiner Gnaden! Mein Leben dank ich deiner Hand, du hast mich überladen 138 Buß- und Beichtlieder. mit Ehr, Gesundheit, Ruh und Schuld am Kreuzesstamm zu tragen Brot, du machst, daß mir noch teine Not bis hieher können schaden. 5. Haft auch in Christo mich erwählt tief aus der Hölle Fluten, daß niemals mir es hat gefehlt an irgend einem Guten; und daß ich ja dein eigen sei, hast du mich auch aus großer Treu gestäupt mit Baterruten. 6. Hab ich denn nun auch gegen dich Gehorsams mich beflissen? Nein, eines andern zeihet mich mein Herz und mein Gewissen; darin ist leider nichts gefund, an allen Orten ist es wund, vom Sündenwurm gebissen. 7. Die Torheit meiner jungen Jahr und alle schnöden Sachen verklagen mich zu offenbar; was soll ich Armer machen? Sie stellen, Herr, mir vors Gesicht dein unerträglich Zorngericht und deiner Hölle Rachen. 8. Bisher hab ich in Sicherheit ganz unbesorgt geschlafen, gesagt: Es hat noch lange Zeit, Gott pflegt nicht bald zu strafen, er fähret nicht mit unsrer Schuld so strenge fort, es hat Geduld der Herr mit seinen Schafen. 9. Dies alles jetzt zugleich erwacht, mein Herz will mir zerspringen; ich sehe deines Donners Macht, dein Feuer auf mich dringen; du regest wider mich zugleich des Todes und der Hölle Reich, die wollen mich verschlingen. 10. Herr Jesu, nimm mich zu dir ein, ich flieh in deine Wunden; laß mich da eingeschlossen sein und bleiben alle Stunden; dir ist ja, o du Gotteslamm, all meine aufgebunden. 11. Dies stelle deinem Vater für, daß er sein Herze lenke und gnädig sich kehr her zu mir, nicht meiner Sünden denke, auf daß er meine Sündenlaft, die du auf dich genommen haft, ins tiefe Meer versenke. 12. Hierauf will ich zu jeder Zeit mit Ernst und Sorgfalt meiden der bösen Lüfte Eitelkeit und lieber alles leiden, denn daß ich Sünd aus Vorsatz tu; ach Herr, gib du stets Kraft dazu, bis ich einst werd abscheiden. V. 1-10 Luise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg(?) g. 1627+ 1667, V. 11 u. 12 Hannov. Gsb. 1657. 248. Mel. Werde munter, mein Gemüte. du Schöpfer aller Dinge, höre, höre mein Gebet, das ich jeto vor dich bringe, weil mein Herz in Ängsten steht. Meine Sünden ängsten mich, darum komm ich auch vor dich und bekenne meine Sünden, ach Herr, laß mich Gnade finden! 2. Weil du heißest alle kommen, die beladen sind, zu dir, bin ich auch nicht ausgenommen noch gewiesen von der Tür deiner Gnade, sondern du willst und wirst mich noch dazu von den Sünden, die mich drücken, ganz entbinden und erquicken. 3. Dein Wort bleibet unge brochen, das du einmal haft geredt; nun haft du, o Gott, gesprochen: Such mein Antlik im Gebet! Darum komm ich auch vor Buß- und Beichtlieder. dich, such dein Antlitz; ach laß mich bei dir Trost und Gnade finden, sprich mich los von meinen Sünden! 4. Sieh die Handschrift, die ich gebe dir in deine Händ, o Gott! Drin sprichst du: So wahr ich lebe, ich will nicht des Sünders Tod, sondern daß er sich bekehr von den Sünden und begehr ewiglich mit mir zu leben, so will ich die Sünd vergeben. 249. Mel. Werde munter, mein Gemüte. ater, laß mich Gnade finden, tröste meinen blöden Sinn, der ich wegen meiner Sünden so betrübt und traurig bin. Siehe, mein Gott, wie ich hier jetzt vor deiner Gnadentür mit dem Zöllner schamrot stehe und dich um Vergebung flehe. 2. Du bist heilig, ich hingegen bin voll Ungerechtigkeit, muß mich bloß aufs Bitten legen und auf deine Gütigkeit setzen meine Zuver= sicht; denn so du, Herr, dein Gericht ließest ohne Gnad ergehen, 7. Ich verleugne nicht die Sün- würd es übel um mich stehen. den, ich verleugne nicht die Schuld; aber laß mich Gnade finden, trage, Herr, mit mir Geduld! Alles, was ich schuldig bin, zahlt mein Jesus, nimm nur hin die Bezahlung meines Bürgen, der sich ließ für mich erwürgen. 5. Nun wohlan, du wirst nicht lügen, ich halt mich an deine Wort, will darauf in Demut biegen meine Knie an diesem Ort und bekennen meine Sünd; ich bin das verlorne Kind, das vom Teufel oft verblendet deine Güter hat verschwendet. 6. Weiter will ich nichts mehr sagen und allein an meine Brust mit dem armen Zöllner schlagen: Gott, es ist dir wohl bewußt, daß ich hab gesündigt dir; aber sei doch gnädig mir! Ich fall dir in deine Arme, ach Herr, meiner dich erbarme! 139 9. Ich will auch hierauf genießen, Jesu, deinen Leib und Blut meiner Seele und Gewissen zur Erquickung und zu gut. Gib, daß würdig ich genieß dich, o Herr, und schmeck, wie süß und wie freundlich du bist denen, die sich nach dir herzlich sehnen. Christoph Tieße g. 1641+ 1703. 8. Nun, o Vater aller Gnaden, siehe dessen Leiden an! Dieser hat ersetzt den Schaden und für mich genug getan; durch ihn bin ich ganz erlösi, dessen ich mich gänzlich tröst, weil in seinen tiefen Wunden ich nun Fried und Ruh gefunden 3. Aber, Herr, nach deiner Lehre willst du keines Sünders Tod, sondern daß er sich bekehre und frei werde seiner Not. Dieser Trost erquicket mich, als der ich auch ängstiglich Neu und Leid bei mir empfinde über meine schwere Sünde. 4. Denke, daß dein Sohn auf Erden drum vergossen hat sein Blut, auf daß könne selig werden, wer im Glauben Buße tut. Ach sein Kreuz und Dornenkron bring ich hier vor deinen Thron, seinen Tod und Blutvergießen laß mich Armen auch genießen! 140 5. 3war ich sollte längst sein kommen, da es noch war rechte Zeit; doch ist dadurch nichts benommen deiner großen Gütigkeit. Keine Buße ist zu spät, wenn sie nur von Herzen geht, darum wird dir auch mein Flehen jezo noch zu Herzen gehen. Buß- und Beichtlieder. 6. Großer Gott, voll Lieb und Treue, laß durch Jesu Wunden doch meine späte Buß und Reue vor dir etwas gelten noch! Denke doch nicht weiter dran, was ich habe mißgetan, laß mein arges Sündenleben mir aus Gnade sein vergeben! 7. Wirst du nun mir armen Sünder, o mein Gott, barmherzig sein und in die Zahl deiner Kinder wiederum mich nehmen ein, so will ich von Herzen dich dafür preisen ewiglich. Drum in Jesu Christi Namen wollst du mich erhören! Amen. Christ. Gensch v. Breitenau g. 1638 1732. 250. Psalm 6. Eigene Melodie. Straf mich nicht in deinem Zorn, großer Gott, verschone! Ach laß mich nicht sein verlorn, nach Verdienst nicht lohne! Hat die Sünd dich entzündt, laß um Christi willen deinen Zorn sich stillen! 2. Herr, wer denkt im Tode dein? Wer dankt in der Höllen? Nette mich aus jener Pein der verdammten Seelen, daß ich dir für und für dort an jenem Tage, höchster Gott, Lot sage. 3. Zeig mir deine Vaterhuld, stärk mit Trost mich Schwachen! Ach Herr, hab mit mir Geduld, wollst gesund mich machen, heil die Seel mit dem Öl deiner großen Gnaden, wend ab allen Schaden! 4. Ach sieh mein Gebeine an, wie sie all erstarren; meine Seele gar nicht kann deiner Hülfe harren; ich verschmacht, Tag und Nacht muß mein Lager fließen von den Tränengüssen. 5. Ach ich bin so müd und matt von den schweren Plagen, mein Herz ist der Seufzer satt, die nach Hülfe fragen. Wie so lang machst du bang meiner armen Seele in der Schwermutshöhle! 6. Weicht, ihr Feinde, weicht von mir, Gott erhört mein Beten; nunmehr darf ich mit Begier vor sein Antlik treten. Teufel, weich, Hölle, fleuch! Was mich vor getränket, hat mir Gott geschenket. 7. Vater, dir sei ewig Preis hier und auch dort oben, wie auch Christo gleicherweis, der allzeit zu loben, heilger Geist, sei gepreist, hoch gerühmt, geehret, daß du mich erhöret. Joh. Ge. Albinus g. 1624+ 1679. 251. Eigene Melodie. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig, lege mich vor deinen Thron, schwache Tränen, kindlich Sehnen bring ich dir, du Menschensohn. Laß dich finden, laß dich finden von mir, der ich Asch und Ton. 2. Sich doch auf mich, Herr, ich bitt dich, lenke mich nach deinem Sinn! Dich alleine ich nur meine, Buß- und Beichtlieder. dein erkaufter Erb ich bin. Laß dich finden, laß dich finden, gib dich mir und nimm mich hin! 3. Ich begehre nichts, o Herre, als nur deine freie Gnad, die du gibest, den du liebest und der dich liebt in der Tat. Laß dich finden, laß dich finden, der hat alles, wer dich hat. 4. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichtum, Wollust, Ehr und Freud sind nur Schmerzen meinem Her zen, welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden, großer Gott, ich bin bereit. Joachim Neander g. 1650+ 1680. 252. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Gott, des Zepter, Stuhl und Krone herrschet über alle Welt, der du deinem Herzenssohne eine Hochzeit hast bestellt, dir sei Dant ohn End und Zahl, daß zu diesem Liebesmahl von der breiten Sündenstraßen du mich auch haft laden lassen. 2. Herr, wer bin ich? Und hingegen wer bist du? Was deine Pracht? Ich dem Wurm gleich an den Wegen, du der König großer Macht; ich Staub, Erde, schwach, voll Not, du der Herr Gott Zebaoth; ich ein Scherz und Spiel der Zeiten, du der Herr der Ewigkeiten. 3. Ich grundbös und ganz verdorben, du die höchste Heiligkeit; ich verfinstert und erstorben, du des Lebens Licht und Freud; ich ein armes Sündenkind, lahm und sprachlos, taub und blind, du das Wesen aller Wesen, ganz vollkommen auserlesen. 141 4. Und doch läsfest du mich laden zu dem großen Hochzeitmahl. O der übergroßen Gnaden: ich soll in des Himmels Saal mit dem lieben Gotteslamm, meiner Seele Bräutigam, bei der Engel Chor und Reihen mich in Ewigkeit erfreuen! 5. Wen nun dürftet, soll sich laben mit dem Quell, der ewig fleußt, wen nun hungert, der soll haben Brots genug für seinen Geist. O ein angenehmer Ort, da sich Gottes Herz und Wort seiner Braut und Hochzeitgästen gibt als Speis und Trank zum besten! 6. O du großer Herr und König, der du rufft: Kommt, kommt herbei! ich bin zu gering und wenig aller deiner Lieb und Treu; ach ich kann dir nimmermehr danken gnug und also sehr, wie ich schuldig bin und sollte, wie ich auch wohl gerne wollte. 7. 3euch du mich, dein Mahl zu schmecken, aus der finstern Erdenfluft, laß mein Ohr die Stimme wecken, die so hell und liebreich ruft: Komm, o Mensch, komm eilend, komm zu dem Lebensquell und Strom! Komm zum Brot. davon zu zehren und den Geist damit zu nähren. 8. Öffne, Herr, mir doch die Ohren zu dem Ruf, der also flingt, der zu deinen Freudentoren, o Jerusalem, mich bringt; laß den, den du teur erkauft und auf dich selbst haft getauft, ja nicht in der Toren Reihen sich der eitlen Weltluft freuen! 9. Laß das eitle Weltgetümmel, diese Dämpfe, die bald flichn, 142 Buß- und Beichtlieder. von des Lammes Mahl im Him- so laß dich von ihr finden und mel, das stets bleibt, mich nicht abziehn! Kleide, Jesu, in der Zeit mich mit deinem Hochzeitlleid, daß ich deine Hochzeitehren möge feiern ohn Aufhören. Heinr. Georg Neuß g. 1651+ 1716. dein Verdienst, Herr Jesu Christ, darinnen Troft und Hülfe ist trot Sünde, Tod und Teufel. 6. Dein freudger Geist erhalt mich doch mit seinem Freudenöle, damit nicht das Verzweiflungsjoch verderbe meine Seele. Sei meine Freude du allein, ach laß mich deine Freude sein und führe mich zur Freude! 253. Psalm 51, 12-14. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Schaff in mir, Gott, ein reines Herz, mein Herz ist ganz verderbet; es fühlet von der Sünde Schmerz, die ihm ist angeerbet und die es noch tut ohne Scheu. Ach mache, daß es wieder sei, wie du es erst erschaffen. 2. Gib mir auch einen neuen Geist, der wie du sei gesinnet, der stets dir anhang allermeist und was du willst, beginnet. Gib, daß er hasse Fleisch und Blut, und Glauben übe in Demut, Zucht, Sanftmut, Hoffnung, Liebe. 3. Verwirf von deinem Angesicht, ob ich es gleich verdienet, mich, allerliebster Vater, nicht, weil Jesus dich verfühnet; laß nimmer, nimmer, nimmermehr mich dein Kind also fallen sehr, daß du es von dir würfest. 4. Den heilgen Geist nimm nicht von mir, den bösen Geist vertreibe, damit er mich nicht nehme dir, und ich stets dein verbleibe; beherrschet mein Herz, Sinn und Mut der heilge Geist, so ist es gut im Leben und im Sterben. 5. Mit deiner Hülfe tröste mich, hilf und vergib die Sünden! Wenn meine Seele suchet dich, Ludämilia Elisabeth, Gräfin zu Schwarzb.- Rudolstadt g. 1640+ 1672 254. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. Ach was sind wir ohne Jesus? dürftig, jämmerlich und arm; ach was sind wir? voller Elend. Ach Herr Jesu, dich erbarm! Laß dich unsre Not bewegen, die wir dir vor Augen legen. 2. Wir sind nichts ohn dich, Herr Jesu, hier ist lauter Finsternis; dazu quälet uns gar heftig jener giftge Schlangenbiß; dieses Gift steigt zu dem Herzen und verursacht stete Schmerzen. 3. Ach ohn dich, getreuer Jesu, schreckt der Teufel und die Höll, die Verdammnis macht mich zittern, da ich steh auf dieser Stell; mein Gewissen ist erwachet, und der Abgrund flammt und trachet. 4. Ohne dich, herzliebster Jesu, kommt man nicht durch diese Welt; sie hat fast auf allen Wegen unsern Füßen Netz gestellt, sie kann trotzen, sie kann heucheln und hält uns mit ihrem Schmeicheln. 5. Ach wie kraftlos, Herzensjesu, richten sich die Kranken auf; unsre Macht ist lauter Ohnmacht Buß- und Beichtlieder 143 in dem müden Lebenslauf. Denn ist dein helles Kleid, du bist voll man sieht uns, da wir wallen, Macht und Herrlichkeit, sehr groß öfters straucheln, oftmals fallen. und wundertätig; ich armer Wurm vermag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott, sei mir Sünder gnädig! 6. Darum stärk uns, liebster Jesu, sei in Finsternis das Licht, öffne unsre Herzensaugen, zeig dein freundlich Angesicht! Strahl, o Sonn, mit Lebensblicken, so wird sich das Herz erquicken. 2. Hier steh ich, wie der Zöllner tat, beschämet und von ferne, ich suche deine Hülf und Gnad, o Herr, von Herzen gerne; doch weil ich voller Fehler bin und, wo ich mich nur wende hin, des Ruhmes vor dir ledig, so schlag ich nieder mein Gesicht vor dir, du reines Himmelslicht. Gott, sei mir Sünder gnädig! 7. Tritt den Satan, starker Jesu, unter unsern schwachen Fuß, komm zu deiner Braut gegangen, biet ihr deinen Friedensgruß, daß sie Himmelsfreud verspüre und kein Leid sie mehr berühre. 8. Faß uns an, o süßer Jesu, führ uns durch die Pilgerstraß, daß wir auf den rechten Wegen gehen fort ohn Unterlaß; laß uns meiden alle Stricke und nicht wieder sehn zurücke! 9. Laß den Geist der Kraft, Herr Jesu, geben unserm Geiste Kraft, daß wir brünstig dir nach wandeln nach der Liebe Eigenschaft; ach Herr, mach uns selber tüchtig, so ist unser Leben richtig. 10. Dann wird Lob und Dank, Herr Jesu, schallen aus des Herzens Grund; dann wird alles jubilieren, und dir singen Herz und Mund; dann wird auf der ganzen Erden Jesus hoch gelobet werden. Peter Lackmann g. 1659+ 1713. 255. Mel. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld. König, dessen Majestät weit über alles steiget, dem Erd und Meer zu Dienste steht, vor dem die Welt sich neiget, der Himmel 3. Die Schulden, der ich mir bewußt, durchängsten mein Gewissen; drum schlag ich reuig an die Brust und will von Herzen büßen. Ich bin, o Vater, ja nicht wert, daß ich noch wandle auf der Erd; doch weil du winkst, so bet ich mit ganz zerknirschtem, bangem Geist, der gleichwohl dich noch Abba heißt: Gott, sei mir Sünder gnädig! 4. Mein Vater, schaue Jesum an, den Gnadenthron der Sünder, der für die Welt genug getan, durch den wir Gottes Kinder im gläubigen Vertrauen sind, der ists, bei dem ich Ruhe find, sein Herz ist ja guttätig. Ich fasse ihn und laß ihn nicht, bis Gottes Herz mitleidig bricht. Gott, sei mir Sünder gnädig! 5. Regiere doch mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben! Du bist mein Gott, und was ich bin, bleibt ewig dir ergeben. Ach heilige mich ganz und gar, laß meinen Glauben immerdar sein Buß- und Beichtlieder. 144 durch die Liebe tätig! Und will es nicht fort, wie es soll, so ruf ich, wie mein Herz ist voll: Gott, sei mir Sünder gnädig! 6. Mein Leben und mein Sterben ruht allein auf deiner Gnade; mir geh es gleich bös oder gut, gib nur, daß es nicht schade. Kommt dann das letzte Stündlein an, so sei mir auf der Todesbahn, mein Jesu, selbst beirätig! Und wenn ich nicht mehr sprechen kann, so nimm den letzten Seufzer an: Gott, sei mir Sünder gnädig! Valent. Ernst Löscher g. 16: 3+ 1749. 256. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten Mel. 1. W ir liegen hier zu deinen Füßen, ach Herr von großer Güt und Treu, und fühlen leider im Gewissen, wie sehr dein Zorn entbrennet sei. Das Maß der Sünden ist erfüllt, ach weh uns, wenn du strafen willt. 2. Du bist gerecht, wir lauter Sünder, wie wollen wir vor dir bestehn? Wir sind die ungeratnen Kinder, die auf verkehrten Wegen gehn. Kein Wunder, wenn uns Pest und Schwert und Hunger längst schon aufgezehrt. 3. Doch, Vater, denk an deinen Namen, gedent an deinen lieben Sohn! Dein Wort heißt immer Ja und Amen, dein Eidschwur zeuget selbst davon. Du willst der Sünder Tod ja nicht. Ach geh nicht mit uns ins Gericht! 4. Wir liegen vor dir in dem Staube, und unser Herz ist ganz zerknirscht; nur tröstet uns allein der Glaube, daß du dich doch erbarmen wirst. Ach hast du noch ein Vaterherz, so siehe doch auf unsern Schmerz! 5. Der Mittler steht ja in der Mitten, wir schaun zu seinen Wunden auf; er hat für unsre Schuld gelitten und leistet dir die Zahlung drauf. Verbirgst du deinen Gnadenschein, so muß sein Blut verloren sein. 6. Das teure Blut von deinem Sohne schreit für uns um Barmherzigkeit. Schau doch von deinem Gnadenthrone und denke noch der alten Zeit, da du auch Gnade haft erzeigt, dein Herz dem Sünder zugeneigt. 7. Ach laß die wohlverdiente Strafe nicht über unsre Häupter gehn, daß wir nicht als verlorne Schafe von deiner Hut verlassen stehn. Ach sammle uns in deinen Schoß und mach uns aller Plagen los! 8. Steck ein das Schwert, das uns will fressen, den Würger laß vorübergehn, gib deinen Kindern Brot zu essen, laß keine solche Zeit entstehn, daß man dein Wort uns teuer macht, und unser Herz dabei verschmacht. 9. Gib Fried im Land und im Gewissen, gesunde Luft, wohlfeile Zeit, laß Lieb und Treu sich stetig küssen und fördre die Gerechtigkeit, trön unser Feld mit deinem Gut, nimm Kirch und Haus in deine Hut! 10. So wollen wir dir Opfer bringen, dein eigen sein mit Leib und Scel. Es soll dein Lob gen Himmel dringen, und dein er Buß- und Beichtlicder. 145 löftes Israel stimmt in den Jubel| Jesu Christ, das glaube ich, das 3ions ein: Der Herr soll mein Gott ewig sein! glaube ich, ach stärk in solchem Glauben mich! Benjamin Schmold g. 1672+ 1737. 4. Hinfort will ich nun jederzeit auf mich zu nehmen sein bereit dein Joch, die sanfte Bürde; darunter find ich Fried und Ruh, ich wachs und nehm im Guten zu. nachdem du so gar freundlich und ob ich drunter würde aus mich zu dir hafst heißen kommen. Schwachheit, die dir ist bekannt, Mich drücket meiner Sünden Laft, ermüden, wird doch deine Hand sie läßt mir keine Ruh noch Rast; mir immer wieder helfen auf, um würd sie mir nicht benommen, so zu vollenden meinen Lauf. Herr müßt darunter ich vergehn, ich Jesu Christ, durch dich allein, könnte nicht vor Gott bestehn, vor durch dich allein kann ich hier dem die Himmel selbst nicht rein, und dort selig sein. ich müßt ein Kind des Todes sein. Herr Jesu Christ, mein Trost und Licht, mein Troft und Licht, erquicke mich und laß mich nicht! I. Anast. Freylinghausen g. 1670+ 1739 2. Das Sündenjoch ist mir zu schwer, es drückt mein Herze allzusehr, du, Herr, wollst es zerbrechen! Gedenke, daß du diese Last darum für mich getragen hast, damit nicht möchte rächen der Vater, was ich hab verschuldt, vielmehr, daß seine Gnad und Huld mir Armen wieder würd zuteil. Mach mich durch deine Wunden heil, Herr Jesu Christ, und für mich bitt, und für mich bitt, wenn Satan wider mich auftritt. 257. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. u dir, Herr Jesu, komme ich, 258. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten mel. 1. ein Jesus rufet dich zur Buße, komm, bring dein armes Herz herbei! Komm, falle ihm doch bald zu Fuße und zeig ihm deiner Scele Reu, die das Geset in uns erregt, wenn man Leid über Sünde trägt. 2. Dein Jesus ruft dich auch zum Glauben durchs süße Evangelium und will aus Gnade dir erlauben, zu werden ganz sein Eigentum, daß du nun durch sein wertes Wort sollst selig werden hier und dort. 3.3u dir steht meine Zuversicht, ich weiß von feinem Helfer nicht ohn dich, o Arzt der Sünder. AN andre Helfer sind zu schlecht, du bist allein vor Gott gerecht, des Todes Überwinder, die Freistatt und der sichre Ort, das feste Schloß, der Schild und Hort, der Mittler und der Gnadenthron, des Vaters und auch heilig bin. Herz und liebster Sohn. Herr 10 3. So säubre, Jesu, meine Sinnen und schaff in mir das Herze rein, laß mich von neuem nur beginnen, was dir, mein Jesu, lieb tann sein, und hilf, daß ich nach deinem Sinn recht gläubig 1734. 146 Buß- und Beichtlieder. 259. Eigene Melodie. n dir allein, an dir hab ich gefündigt und übel oft vor dir getan; du siehst die Schuld, die mir den Fluch verkündigt, sich, Gott, auch meinen Jammer an! 2. Dir ist mein Flehn, mein Seufzen nicht verborgen, und meine Tränen sind vor dir. Ach Gott, mein Gott, wie lange soll ich sorgen? Wie lang entfernst du dich von mir? 3. Herr, handle nicht mit mir nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach meiner Schuld! Ich suche dich; laß mich dein Antlitz finden, du Gott der Langmut und Geduld! 4. Früh wollst du mich mit deiner Gnade füllen, Gott, Vater der Barmherzigkeit! Erfreue mich um deines Namens willen, du bist ein Gott, der gern erfreut. 5. Laß deinen Weg mich wieder freudig wallen und lehre mich dein heilig Recht, mich täglich tun nach deinem Wohlgefallen; du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. 6. Herr, eile du, mein Schuß, mir beizustehen und leite mich auf ebner Bahn! Er hört mein Schrein, der Herr erhört mein Flehen und nimmt sich meiner Seele an. Chr. F. Gellert g. 1715+ 1769. 260. mel. Ferzliebster Jesu, was hast du verbrochen. Aus einem tief vor dir gebeugten Herzen ruf ich zu dir in meinen Sündenschmerzen: O mache mich, Gott, meines Kummers ledig und sei mir gnädig! 2. Beschämt erkenn und fühl ich meine Sünden, laß, Bater, mich Erbarmung vor dir finden! Willst du auf Schuld und Übertretung jehen, wer wird bestehen? 3. Bei dir allein, Herr, steht es, zu vergeben, du willst nicht, daß wir sterben, sondern leben; uns soll die Größe deiner Liebe lehren, dich treu zu ehren. 4. Verzeihe mir in Chrifto meine Fehle! Dein harrt im Glauben meine müde Secle; laß Troft und Ruh um des Versöhners willen mein Herz erfüllen! 5. Vom Abend an bis zu dem frühen Morgen hoff ich auf dich, o stille meine Sorgen! Du schentest ja Beladenen und Müden gern deinen Frieden. 6. Ja hoffe nur, mein Herz, auf Gottes Gnade, sie ist viel größer als dein Seelenschade, und endlich wird sie dich von allem Bösen gewiß erlösen. nach Frdr. K. v. Moser g. 1723+ 1798, von Joh. Sam. Diterich. 261. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. ch erhebe mein Gemüte ſehnsuchtsvoll, mein Gott, zu dir, denn ich kenne deine Güte, o wie teuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens, keiner harrt auf dich vergebens, nur Berächter deiner Huld stürzet ihre eigne Schuld. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege, zeige deinen Willen mir, daß ich nicht mehr irren möge; führe du mich selbst zu dir! Gott, du siehest Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 147 5. Du erquickest die Elenden, deren Herz sich dir ergibt, die sich flehend zu dir wenden über ihre Schuld betrübt. Freude schenket deine Güte dem geängsteten Gemüte, welchem du die Sündenlaft liebreich abgenommen haft. 6. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich immer heilig leben, Herr, vor deinem Angesicht! Keine schnöde Lust der Sünden müsse mich mehr überwinden! Ach bewahr, ich bitte dich, meinen Geist und stärke mich! mein Vertrauen; sicher kann ich auf dich bauen, deine Vatertreue ist ewig, wie du selber bist. 3. Ach gedenke an die Sünden meiner Jugendjahre nicht, laß mich Armen Gnade finden, Gott, vor deinem Angesicht! Alle Sünden, die uns reuen, willst du, Vater, ja verzeihen, o so höre denn auch mich, meine Seele hofft auf dich. 4. Gott, du willst des Sünders Leben, seine Seele ist dir wert. Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sündenwege machst du sein Gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umkehrt, den verwirfst du nicht. XVII. Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 262. Eigene Melodie. un freut euch, liebe Christen g'mein, und laßt uns fröhlich springen, daß wir getroft und all in ein mit Luft und Liebe singen, was Gott an uns gewendet hat und seine süße Wundertat; gar teur hat ers erworben. Nach J. Nasp. Lavater g. 1741+ 1801, von Joh. Sam. Diterich. 2. Dem Teufel ich gefangen lag, im Tod war ich verloren; mein Sünd mich quälte Nacht und Tag, darin ich war geboren; ich fiel auch immer tiefer drein, es war kein Guts am Leben mein, die Sünd hatt' mich besessen. 3. Mein guten Werk die galten nicht, es war mit ihn'n verdorben; der frei Will haßte Gotts Gericht, er war zum Gut'n erstorben; die Angst mich zu verzweifeln tricb, daß nichts denn Sterben bei mir blieb, zur Hölle mußt ich sinfen. 4. Da jammert Gott in Ewigteit mein Glend übermaßen; er dacht an sein Barmherzigkeit, er wollt mir helfen lassen. Er wandt zu mir das Vaterherz; es war bei ihm fürwahr kein Scherz, sein Bestes ließ ers tosten. 5. Er sprach zu seinem licben Sohn: Die Zeit ist hie, zu erbarmen; fahr hin, meins Herzens werte Kron, und sei das Heil dem Armen und hilf ihm aus der Sünden Not, erwürg für ihn den bittern Tod und laß ihn mit dir leben! 10* Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 148 6. Der Sohn dem Vater g'horsam ward; er kam zu mir auf Erden von einer Jungfrau rein und zart, er sollt mein Bruder werden. Gar heimlich führt er sein Gewalt, er ging in meiner arm Gestalt; den Teufel wollt er fangen. 7. Er sprach zu mir: Halt dich an mich, es soll dir jetzt gelingen; ich geb mich selber ganz für dich, da will ich für dich ringen; denn ich bin dein, und du bist mein, und wo ich bleib, da sollst du sein, uns soll der Feind nicht scheiden. 8. Vergießen wird er mir mein Blut, dazu mein Leben rauben; das leid ich alles dir zu gut; das halt mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, mein Unschuld trägt die Sünde dein; da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem Vater mein fahr ich von diesem Leben; da will ich sein der Meister dcin, den Geist will ich dir geben, der dich in Trübnis trösten soll und lehren, mich erkennen wohl, und in der Wahrheit leiten. 10. Was ich getan hab und gelehrt, das sollst du tun und lehren, damit das Reich Gotts werd gemehrt zu Lob und seinen Ehren. Und hüt dich vor der Menschen Satz, davon verdirbt der edle Schatz! Das laß ich dir zur Letze.*) *) zum Abschied. Martin Luther g. 1483+ 1546. 263. Eigene Melodie. Wir glauben all an Einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, der sich zum Vater geben hat, daß wir seine Kinder werden. Er will uns allzeit ernähren, Leib und Seel auch wohl bewahren; allem Unfall will er wehren, kein Leid soll uns widerfahren. Er forget für uns, hüt und wacht, es steht alles in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Ehren, von Maria der Jungfrauen ist ein wahrer Mensch geboren durch den heilgen Geist im Glauben; für uns, die wir warn verloren, am Kreuz gestorben und vom Tod wieder auferstanden durch Gott. 3. Wir glauben an den heilgen Geift, Gott mit Vater und dem Sohne, der aller Blöden Tröster heißt und mit Gaben zieret schöne, die ganz Christenheit auf Erden hält in Einem Sinn gar eben; hie all Sünd vergeben werden; das Fleisch soll auch wieder leben; nach diesem Elend ist bereit uns ein Leben in Ewigkeit. Amen. Martin Luther g. 1483+ 1546. 264. Römer 3, 23-28. Eigene Melodie. ist das Heil uns kommen her von Gnad und lauter Güte, Die Werk die heisen nimmermehr, fie fönnen nicht behüten; der Glaub sieht Jesum Christum an, der hat gnug für uns all getan, er ist der Mittler worden. 2. Was Gott im G'jetz geboten hat, da man es nicht konnt halten, erhub sich Zorn und große Not vor Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 149 Gott so mannigfalte; vom Fleisch der Glaub gibt aus von ihm wollt nicht heraus der Geist, von den Schein, so er die Werk nicht G'jetz erfordert allermeist; es war lasset; mit Gott der Glaub ist mit uns verloren. wohl daran, dem Nächsten wird die Lieb Guts tun, bist du aus Gott geboren. 9. Es wird die Sünd durchs G'set erkannt und schlägt das G'wissen nieder; das Evangelium kommt zu Hand und stärkt den Sünder wieder. Es spricht: Nur treuch zum Kreuz herzu, im G'setz ist weder Rast noch Ruh mit allen seinen Werken. 10. Die Werk die kommen g'wißlich her aus einem rechten Glauben; denn das nicht rechter Glaube wär, wolltst ihn der Werk berauben. Doch macht allein der Glaub gerecht; die Werk die sind des Nächsten Knecht, dabei wirn Glauben merken. 11. Die Hoffnung wart't der rechten Zeit, was Gottes Wort zusage; wann das geschehen soll zu Freud, setzt Gott fein g'wisse Tage. Er weiß wohl, wanns am besten ist, und braucht an uns kein arge Lift, des solln wir ihm vertrauen. 3. Es war ein falscher Wahn dabei: Gott hätt sein G'jek drum geben, als ob wir könnten selber frei nach seinem Willen leben. So ist es nur ein Spiegel zart, der uns zeigt an die fündig Art in unserm Fleisch verborgen. 4. Nicht möglich war, dieselbig Art aus eignen Kräften lassen; wiewohl es oft versuchet ward, doch mehrt sich Sünd ohn Maßen; denn Gleißners Werk Gott hoch verdammt, und jedem Fleisch der Sünde Schand allzeit war angeboren. 5. Doch mußt das G'jetz erfüllet sein, sonst wärn wir all verdorben. Drum schickt Gott seinen Sohn herein, der selber Mensch ist worden; das ganz Gesetz hat er erfüllt, damit seins Vaters Zorn gestillt, der über uns ging alle. 6. Und wenn es nun erfüllet ist durch den, der es konnt halten, so lerne jetzt ein frommer Christ des Glaubens recht Gestalte. Nicht mehr denn: Lieber Herre mein, dein Tod wird mir das Leben sein, du hast für mich bezahlet. 7. Daran ich keinen Zweifel trag, dein Wort kann nicht be trügen. Nun sagst du, daß kein Mensch verzag( das wirst du nimmer lügen): Wer glaubt an mich und wird getauft, demselben ist der Himm'l erkauft, daß er nicht werd verloren. 8. Er ist gerecht vor Gott allein, der diesen Glauben fasset; 12. Ob sichs anließ, als wollt er nicht, laß dich es nicht ers schrecken, denn wo er ist am besten mit, da will ers nicht entdecken. Sein Wort laß dir gewisser sein, und ob dein Fleisch spräch lauter Nein, so laß doch dir nicht grauen. 13. Sei Lob und Ehr mit hohem Preis um dieser Guttat willen Gott Vater, Sohn und heilgem Geist! Der woll mit Gnad erfüllen, was er in uns ang'fangen hat, zu Ehren seiner Majestät, daß heilig werd seine Name. 150 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 14. Sein Reich zukomm, sein samt Christo, meinem Herren! Will auf Erd g'scheh wie im Dein Lob ich allzeit preisen will, Himmelsthrone, das täglich Brot stets deinen Namen ehren. ja heut uns werd; wollst unsrer Schuld verschonen, als wir auch unsern Schuldnern tun, laß uns nicht in Versuchung stehn, lös uns vom Übel! Amen. Paul Eperatus g. 1484+ 1551. 265. Mel. Auf dich hab ich gehoffet, Herr. Wärn meiner Sünd auch noch so viel, dennoch ich nicht verzagen will, Christ will ich lassen walten; der alle Sünd weg nimmt und trägt, der wird mich auch erhalten. 2. Sein tröstlich Wort hab ich gehört, damit hat er mein Herz gerührt; wer glaubet seinem Sohne, der wird verloren werden nicht, empfängt der Freuden Krone. 3. Es traure, wer da trauren will, mein Herz ausspringt vor Freude viel, kein Leid kann mich nicht rühren; kein Unfall mich abwenden soll von Chrifto, meinem Herren. 4. O Jesu Christ, mein Herr und Gott, dir trauen hilft allein aus Not, hilf meinem schwachen Glauben, so kann mich auch der bittre Tod aus deiner Hand nicht rauben. 5. Frisch und fröhlich, mein liebe Seel, dir beschert das ewge Heil, dein' Feind sind all gedämpfet! Den Streit der nicht verlieren kann, der in dem Glauben kämpfet. 6. Tant sei dir, Gott, in Ewigteit, o Vater der Barmherzigkeit, Aus dem Niederdeutschen des H. Wepse, um 1580. 266. Mel. Ach Gott, vom Himmel sieh darein, oder Es ist gewißlich an der Zeit. enn dein herzliebster Sohn, o Gott, nicht wär auf Erden kommen und hält, da ich in Sünden tot, mein Fleisch nicht We angenommen, so müßt ich armes Würmelein zur Hölle wandern in die Pein um meiner Sünde willen. 2. Jetzt aber hab ich Ruh und Rast, darf nimmermehr verzagen, weil er die schwere Sündenlast für mich hat selbst getragen. Er hat mit dir versöhnet mich, da er am Kreuz ließ töten sich, auf daß ich selig würde. 3. Drum ist getrost mein Herz und Mut mit findlichem Vertrauen; auf dies sein rosenfarbnes Blut will ich mein Hoffnung bauen, das er für mich vergossen hat, gewaschen ab die Missetat und mir das Heil erworben. 4. In seinem Blut erquick ich mich und komm zu dir mit Freuden; ich suche Gnad demütiglich, von dir soll mich nichts scheiden. Was mir erworben hat dein Sohn durch seinen Tod und Marterkron, kann mir kein Teufel rauben. 5. Nichts hilft mir die Gerechtigkeit, die vom Gesetz herrühret, wer sich in eignem Werk erfreut, wird jämmerlich verführet. Des Herren Jesu Werk allein das machts, daß ich kann selig sein, der ichs mit Glauben fasse. Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 151 6. Gott Vater, der du alle Knecht erlöst, wer sich des tröst, Schuld auf deinen Sohn geleget, den fannst du nicht verdammen. Herr Jesu, dessen Lieb und Huld all meine Sünde träget, o heilger Geist, des Gnad und Kraft allein das Gute in mir schafft, laß mich ans End beharren! 5. Der treue Hirt jetzt kommt vor dich und träget mich, sein Schaf, auf seinem Rücken, das Schaf, das ganz verirret war, ging mit Gefahr, es war in Satans Stricken; das hat er bracht aus eigner Macht, wie du begehrt, zu deiner Herd, zur Herde der Gerechten. V.1-5. Joh. Heermann g. 1585+ 1647, V. 6. Hannov. Gsb. 1652. 267. 6. Mich, den die Welt ganz listiglich von dir zu sich mit ihrer Lust gezogen, bringt jetzt dein Sohn in deinen Schoß von Sünden los, aus Lieb hierzu bewogen. Ich, der sich weit durch Eitelkeit von deiner Gnad entfernet hat, ich bin jetzt wieder kommen. Eigene Melodie. err, ich bekenn von Herzensgrund, auch mit dem Mund, nichts soll mich davon wenden, daß niemand sonst mein Heiland ist als Jesus Christ, der wahre Gott ohn Ende, der mir zugut mein Fleisch und Blut genommen an, drum er nicht kann mich armen Sünder hassen. 2. Geborn ist er ein kleines Kind für meine Sünd, in Windeln eingehüllet; die Jugend mit Mühseligkeit, Armut und Leid ist worden ganz erfüllet; er hat gewacht, sich matt gemacht; er ward ge= stäupt, sein heilig Haupt mit Dornen scharf gekrönet. 7. Was Satanas mit bösem Sinn geraubet hin und von dir weggetrieben, das bringt dein Sohn zu deiner Herd aufs neu bekehrt, zu denen, die dich lieben. Er stellet dir jetzt wieder für dein Kind, das sich mutwilliglich von dir verlaufen hatte. 8. Also hab ich nun Gnad, o Gott, durch Christi Tod, den er für mich erduldet. Und ob ich wohl 3. Er ward ans Kreuzesholz bei mir befind, daß meine Sünd gehenkt, mit Gall getränkt und all Höllenpein verschuldet, so hab fiel in Todesbanden; doch wie ich doch die Hoffnung noch durch derum am dritten Tag nach seiner deinen Sohn, den Gnadenthron: Plag ist er vom Tod erstanden, ich werd nicht sein verloren. mit Herrlichkeit zur Himmelsfreud gegangen ein, frei aller Pein, gesetzt zu deiner Rechten. 4. So schaue deinen Sohn doch an, was er getan, laß Gnad in ihm mich finden! Du hast mich Armen nicht veracht, ganz frei gemacht von meinen schweren Sünden. Durchs Sohnes Tod hast du aus Not den 9. Die Tür zum schönen Paradies hat er gewiß durch sein Blut ausgeschlossen, das aus den Wunden mildiglich am Kreuze sich mit Strömen hat ergossen. Ich glaube fest, daß du nicht läßt, o frommer Gott, in Angst und Not, der dies mit Glauben sajjet. Joh. Heermann g. 1585 † 1647 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 268. 269. Eigene Melodie. Mel. Es ist gewißlich an der Beit. Ich glaub an Einen Gott allein, der alle Dinge groß und klein, den Himmel nebst der Erden aus nichts hat lassen werden, der auch mich selbst aus lauter Gnad zu seinem Dienst erschaffen hat, mir Leib und Seel gegeben, Sinn und Vernunft daneben. Gottes Sohn, Herr Jesu Chrift, daß man recht könne gläuben, nicht jedermannes Ding so ist, noch standhaft zu verbleiben. Drum hilf du mir von oben her, des wahren Glaubens mich gewähr und daß ich drin beharre. 2. Lehr du und unterweise mich, daß ich den Vater kenne, daß ich, o Jesu Christe, dich den Sohn des Höchsten nenne, daß ich auch ehr den heilgen Geist, zugleich gelobet und gepreist in dem dreieingen Wesen. 152 Durch seine Weisheit, Macht und Güt all sein Geschöpfe er behüt. Er ist mein Vater und mein Gott, der mir zu Hülfe kommt in Not, mich schützet und ernähret. 2. Ich glaube auch an Jesum Christ, der Gott vom Vater ewig ist und dann ein Mensch geboren, daß ich nicht würd verloren; der mir des Vaters Huld erwarb, am Stamm des Kreuzes für mich starb, fuhr zu der Hölle nieder, stund auf vom Tode wieder. Und zu vollenden seinen Lauf, fuhr er zum Himmelsthron hinauf; von da er kommen wird einmal, daß er die Menschen richte all, die Lebenden und Toten. 3. Ich glaub auch an den heil gen Geift, der gleich ist wahrer Gott und heißt ein Lehrer unsrer Sinnen, der ewig ohn Beginnen vom Vater und vom Sohn ausgeht, der den Betrübten hier beisteht, daß sie Vergebung finden von allen ihren Sünden. 3. Laß mich vom großen Gnadenheil die wahr Erkenntnis finden, wie der nur an dir habe teil, dem du vergibst die Sünden. Hilf, daß ichs such, wie mirs gebührt; du bist der Weg, der mich recht führt, die Wahrheit und das Leben. 4. Gib, daß ich traue deinem Wort, es wohl ins Herze fasſe, daß sich mein Glaube immerfort auf dein Verdienst verlasse, daß zur Gerechtigkeit mir werd, wenn ich von Sünden bin beschwert, dein Kreuztod zugerechnet. 5. Den Glauben, Herr, laß trösten sich des Bluts, so du vergossen, auf daß in deinen Wunden ich bleib allzeit eingeschlossen und durch den Glauben auch die Welt und was dieselb am höchsten hält, allzeit für Schaden achte. Ich glaube, daß erhalten werd ein allgemeine Kirch auf Erd, bei der stets bleib des Geistes Gab. Ich glaub, daß dieses Fleisch vom Grab werd auferstehn zum Leben. 6. Wär auch mein Glaube noch so klein, und daß man ihn kaum merke, wollst du doch in mir mächtig sein, daß deine Gnad Justus Gefenius g. 1601+ 1673, oder Tavid Tenicke g. 1603 1680. mich stärke, die das zerstoßne Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 153 2. Nun weiß und glaub ich feste, ich rühms auch ohne Scheu, daß Gott, der Höchst und Beste, mir gänzlich günstig sei, und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh und dämpfe Sturm und Wellen und was mir bringet Weh. Rohr nicht bricht, das glimmend Docht auch vollends nicht auslöschet in den Schwachen. 7. Hilf, daß ich stets sorgfältig sei, den Glauben zu behalten, ein gut Gewissen auch dabei, und daß ich so mög walten, daß ich sei lauter jederzeit, ohn Anstoß, mit Gerechtigkeit erfüllt und ihren Früchten. 8. Herr, durch den Glauben wohn in mir, laß ihn sich immer stärken, daß er sei fruchtbar für und für und reich an guten Werlen, daß er sei tätig durch die Lieb, mit Freude und Geduld sich üb, dem Nächsten fort zu dienen. 9. Insonderheit gib mir die Kraft, daß vollends bei dem Ende ich übe gute Ritterschaft, zu dir allein mich wende in meiner letzten Stund und Not, des Glaubens End durch deinen Tod, die Seligkeit, erlange. 10. Herr Jesu, der du angezündt das Fünklein in mir Schwachen: was sich vom Glauben in mir findt, das wollst du stärker machen. Was du gefangen an, vollführ bis an das End, daß dort bei dir auf Glauben folg das Schauen. David Denicke g. 1603+ 1680. 270. Röm. 8. Mel. Valet will ich dir geben. Ist Gott für mich, so trete gleich alles wider mich; so oft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich. Hab ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, was kann mir tun der Feinde und Widersacher Nott? 3. Der Grund, da ich mich gründe, ist Christus und sein Blut; das machet, daß ich finde das ewge, wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd; was Christus mir gegeben, das ist der Liebe wert. 4. Mein Jesus ist mein Ehre, mein Glanz und schönes Licht. Wenn der nicht in mir wäre, so dürft und könnt ich nicht vor Gottes Augen stehen und vor dem Sternensiz, ich müßte stracks vergehen, wie Wachs in Feuership. 5. Der, der hat ausgelöschct, was mit sich führt den Tod; der ists, der mich rein wäschet, macht schneeweiß, was ist rot. In ihm kann ich mich freuen, hab einen Heldenmut, darf kein Gerichte scheuen, wie sonst ein Sünder tut. 6. Nichts, nichts kann mich verdammen, nichts nimmet mir mein Herz; die Höll und ihre Flammen, die sind mir nur ein Echerz; fein Urteil mich erschrecket, kein Unheil mich betrübt, weil mich mit Flügeln decket mein Heiland, der micht liebt. 7. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regiert mir meinen Sinn, vertreibet Sorg und Schmerzen, nimmt allen Kummer hin; gibt Segen und Gedeihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba schreien aus aller meiner Krast. 154 Lieder vom Glauben und 8. Und wenn an meinem Orte sich Furcht und Schrecken findt, so seufzt und spricht er Worte, die unaussprechlich sind mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, der an des Herzens Grunde erfiehet seine Luft. 9. Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu: wie Gott dem Hülfe leiste, der bei ihm suchet Ruh; und wie er hab erbauet ein edle neue Stadt, da Aug und Herze schauet, was es geglaubet hat. 10. Da ist mein Teil und Erbe mir prächtig zugericht; wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten mit Tränen meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchten durchsüßet alles Leid. 11. Wer sich mit dem verbindet, den Satan fleucht und haßt, der wird verfolgt und findet ein hohe schwere Last zu leiden und zu tragen, gerät in Hohn und Spott, das Kreuz und alle Plagen die sind sein täglichs Brot. 12. Das ist mir nicht verborgen, doch bin ich unverzagt; Gott will ich lassen sorgen, dem ich mich zugejagt. Es toste Leib und Leben und alles, was ich hab, an dir will ich fest kleben und nimmer lassen ab. 13. Die Welt die mag zerbrechen, du stehst mir ewiglich; kein Brennen, Hauen, Stechen soll trennen mich und dich; kein Hunger und kein Dürsten, kein Armut, keine Pein, kein Zorn der großen Fürsten soll mir ein Hindrung sein. von der Rechtfertigung. 14. Kein Engel, keine Freuden, kein Thron, kein Herrlichkeit, tein Lieben und kein Leiden, kein Angst und Fährlichkeit, was man nur kann erdenken, es sei klein oder groß, der keines soll mich lenken aus deinem Arm und Schoß. 15. Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht traurig sein, ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ, das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist. Paul Gerhardt g. 1607+ 1676 271. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Der Glaube macht allein gerecht durch Christum, ders erworben; kein Werk erwirbt das Himmelrecht, weil alls an uns verdorben. Doch ist ohn Lieb der Glaube tot; drum willst du meiden ewge Not, so glaub, tu Buß, üb Liebe! 2. Die Liebe sei des Nächsten Knecht, die tu aus gutem Herzen. Dabei nun glaube recht und schlecht, daß bloß durch Christi Schmerzen und seinen Tod du seist gerecht, und flieh, zu sein der Sünde Knecht. Gott woll uns all bekehren! Christoph Runge g. 1619 i 1681 272. 2. Kor. 13, 5. Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. 1. ersuchet euch doch selbst, ob ihr im Glauben stehet, ob Christus in euch ist, ob ihr ihm auch nachgehet in Demut und Geduld, in Sanftmut, Freundlichkeit, in Lieb Lieder vom Glauben und dem Nächsten stets zu dienen seid bereit. 2. Der Glaube ist cin Licht im Herzen tief verborgen, bricht als ein Glanz hervor, scheint als der helle Morgen, erweiset seine Kraft, macht Christo gleich gefinnt, er neuert Herz und Mut, macht uns zu Gottes Kind. 3. Er schöpft aus Christo Heil, Gerechtigkeit und Leben, und tut in Einfalt es dem Nächsten wieder geben; dieweil er überreich in Christo worden ist, preist er die Gnade hoch, bekennet Jesum Christ. 4. Er hofft in Zuversicht, was Gott im Wort zusaget; drum muß der Zweifel fort, die Schwermut wird verjaget; sich, wie der Glaube bringt die Hoffnung an den Tag, hält Sturm und Wetter aus, besteht im Ungemach. 5. Aus Hoffnung wächst die Lieb, weil man aus Gottes Händen nimmt alle Dinge an, nicht zürnet, tut nicht schänden, denn alles uns zu Nuß und Besten ist gemeint, drum dringt die Liebe durch auf Freunde und auf Feind. 6. Wir waren Gottes Feind, er gibt uns in dem Sohne sein eingebornes Kind zu einem Gnadenthrone, setzt Liebe gegen Haß. Wer gläubig dies erkennt, wird bald in Lieb entzündt, die allen Haß verbrennt. 7. Wie uns nun Gott getan, tun wir dem Nächsten eben; droht er uns mit dem Tod, wir zeigen ihm das Leben; flucht er, so segnen wir; in Schande, Spott und Hohn ist unser bester Trost des Himmels Ehrentron. von der Rechtfertigung. 155 8. Setzt uns Gott auf die Prob, ein schweres Kreuz zu tragen, der Glaube bringt Geduld, erleichtert alle Plagen; statt Murren, Ungeberd wird das Gebet erwedt, weil aller Angst und Not von Gott ein Ziel gesteckt. 9. Man lernet nur dadurch sein Elend recht verstehen wie auch des Höchsten Güt, hält an mit Bitten, Flehen, verzaget an sich selbst, ertennet sich für nichts, sucht bloß in Christo Kraft, im Ursprung alles Lichts, 10. Hält sich an sein Verdienst, erlanget Geist und Stärke, in solcher Zuversicht zu üben gute Werke; steht ab vom Eigensinn, flicht die Vermessenheit, hält sich in Gottesfurcht in Glück und schwerer Zeit. 11. So prüfe dich denn wohl, ob Christus in dir lebet, denn Christi Leben ists, wonach der Glaube strebet; erst machet er gerecht, dann heilig, wirket Lust zu allem guten Werk; sieh, ob du auch so tuft. 12. Herr, so mehre doch in mir den wahren Glauben, so kann mich keine Macht der guten Werk berauben; wo Licht ist, geht der Schein freiwillig davon aus. Du bist mein Gott und Herr, bewahr mich als dein Haus! Joach. Just. Breithaupt g. 1658+ 1732. 273. Mel. Was mein Gott will, das g'sheh. bin getroft und freue mich, weil ich hab Jesus funden; ich lieg und schlafe sicherlich in seinem Schoß und Wunden. Dies 156 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. ist der Ort, allwo mich nicht Herzen und mit Munde zur Sünd, Tod und Hölle schrecket, Rechenschaft bereit. Der Grund, weil mir in Christo nichts ge- auf den ich baue, ist Chriftus bricht, und seine Macht mich decket. ganz allein, und weil ich dem vertraue, so muß ich selig sein. 2. Er spricht zu mir: Ich bin ganz dein, und du bist mein hinwieder, ich mache dich frei aller Pein, darum singe Friedenslieder! Ich fülle dich mit meiner Freud und kröne dich mit Wonne, dich schmückt mein schönes Unschuldskleid viel schöner als die Conne. 3. Auf mein Verdienst und Werke vertrau und bau ich nicht, im Herren hab ich Stärke und feste Zuversicht. Was mir den Tod verschuldet und mich in Not gebracht, dafür hat er geduldet und mich gerecht gemacht. 4. Dies bleibet meine Freude, wenn ich in Ängsten bin; ja riffe mich noch heute ein schneller Tod dahin, so laß ich mir nicht grauen, dieweil mein Glaube spricht: Geh, eile, Gott zu schauen, dein Hoffen trüget nicht. 3. Was will mich nun von Christi Huld und seiner Liebe scheiden? Verklagt mich meine Sündenschuld, so faß ich Christi Leiden; dies stellet mich in Sicherheit und stillet mein Gewissen; so trieg ich Fried und Freudigkeit zum Schild und sanften Kissen. 4. Hab Dank, o Jeju, Gottessohn, der du den Frieden bringest, der du den höchsten Allmachtsthron verläsfest und bezwingest, was uns den teuren Frieden stört. Laß mich zum Tempel werden, wo nichts als Fried und Freud einkehrt, sei selbst mein Fried auf Erden! 1714. 274. Mel. Valet will ich dir geben. Hottlob, ich bin im Glauben, wer will mir Eintrag tun? Wenn Höll und Satan schnauben, so kann ich sicher ruhn. Mich schrecket tein Getümmel, tein Fall, der sonst verletzt; mein Wandel ist im Himmel, mein Glaube jest gesetzt. 2. Fragt jemand nach dem Grunde, dem bin ich allezeit mit 5. Drum will ich nimmer wanken, mein Heiland, halte mich! Erhalte die Gedanken, wenn Furcht und Schrecken sich zu meinem Fall verbinden, wenn die Verfolgung blikt, Gefahr und Not sich finden, und sich die Höll erhitzt. 6. Wenn ich sodann am schwächsten, wiewohl nicht trostlos bin, so sei du mir am nächsten und stärke meinen Sinn, daß ich dabei gelassen und voller Mutes sei, mich als ein Chrift zu fassen; hilf, Herr, und steh mir bei! 7. Ich will dich feste halten, wenn Trübfalshize sticht; und wenn ich werd erkalten, so laß ich dich doch nicht. Dein Geift spricht meinem Geiste Troft und Erquicung ein, Herr, stärke mich und leiste mir Kraft, dir treu zu sein! 8. Nun, Herr, du gibst den Willen, verleihe mir zugleich auch Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 157 Kräfte zum Erfüllen, so bin ich erkalten, ich bin bei ihm wert ewig reich. Drum reiche mir die geacht, und wenn Höll und AbHände, so bleib ich unverletzt und grund brüllt, bleibt er mir doch bis zum Lebensende im Glauben Sonn und Schild. festgesetzt. Martin Günther um 1720. 275. 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer, so hat er sich selbst genennt; das ist Trost, so werd ich Armer nimmermchr von ihm ge= trennt. Sein Erbarmen läßt nicht zu, daß er mir was Leides tu. Eigene Melodie, oder Gott des Himmels und der Erden. eicht, ihr Berge, fallt, ihr Hügel, brechet, alle Felsen, ein: Gottes Gnade hat das Siegel, sie will unverändert sein. Laß die Welt zu Trümmern gehn, Gottes Gnade wird bestehn. 2. Gott hat mir ein Wort versprochen, Gott hat einen Bund gemacht, der wird nimmermehr gebrochen, bis er alles hat vollbracht. Er, die Wahrheit, trüget nicht, was er saget, das geschicht. 3. Seine Gnade soll nicht weich bin gewiß in meinem Glauchen, wenn gleich alles bricht und ben, der mich in Christum fällt, sondern ihren Zwedk er- cinverleibt. Wer kann mir dieses reichen, bis sie mich zufrieden stellt. Kleinod rauben, das mir sein Blut Gott ist fromm und gut und treu, und Tod verschreibt? Sein teures ob die Welt voll Heuchelei. Wort bekräftigt dies, drum sagt mein Glaub: Ich bin gewiß. 4. Will die Welt den Frieden brechen, hat sie lauter Krieg im Sinn, Gott hält immer sein Versprechen; so fällt aller Zweifel hin, als wär er nicht immerdar, was er ist und was er war. 5. Laßt sein Antlitz sich verstellen, ist sein Herz doch treu gesinnt und bezeugt in allen Fällen, daß ich sein geliebtes Kind, dem er beide Hände reicht, wenn auch Grund und Boden weicht. 8. Nun es bleibt mein ganz Bertrauen auf ihn ankerfest gericht; auf ihn will ich Felsen bauen, denn ich weiß, daß es geschicht. Erd und Himmel kann vergehn, sein Bund bleibet feſte stchn. Benjamin Schmold g. 1672+ 1737 276. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 2. 2. Ich bin gewiß in meiner Liebe, die nur an meinem Jesu klebt, daß, wenn ich mich in Lieben übe, mein Jesus in dem Herzen lebt. Sein Lieben ist mein Paradics, er liebet mich, ich bin gewiß. 3. Ich bin gewiß in meinem Leben, daß Jeju Gnade bei mir ist; die hilft mir allen Kummer heben. Wenn sich mein Herz an scines schließt, so acht ich keiner Hindernis, Gott sorgt für mich, 6. Er will Friede mit mir halten, wenn die Welt gleich Lärmen macht; ihre Liebe mag ich bin gewiß. 158 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 4. Ich bin gewiß in meinem Leiden; kein Engel und kein Fürstentum mag mich von mei nem Jesu scheiden, er ist mein Heil, mein Teil, mein Ruhm. So schadet mir kein Schlangenbiß, Geduld sagt doch: Ich bin gewiß. 5. Ich bin gewiß in meinem Hoffen; was gegenwärtig ist, vergeht, mein künftig Erbteil steht mir offen, dahin sich auch mein Geift erhöht. Die Hoffnung macht die Wermut süß, weil sie stets fingt: Ich bin gewiß. 6. Ich bin gewiß in meinem Sterben, daß mich der Tod nicht töten kann. Nach ihm macht mich mein Gott zum Erben von dem beglückten Kanaan. Ein ander Leben folgt auf dies: Mein Jesus lebt, ich bin gewiß. 7. Ich bin gewiß, so soll es heißen, bis aus dem Glauben Schauen wird; es soll mich nichts von Jesu reißen, ich bin sein Schaf, er ist mein Hirt. In Ewigkeit folgt hier kein Riß, die Losung bleibt: Ich bin gewiß. Benjamin Schmold g. 1672+ 1737. 277. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. Ich weiß, an wen ich gläube: Mein Jesus ist des Glaubens Grund; bei dessen Wort ich bleibe, und das bekennet Herz und Mund. Vernunft darf hier nichts sagen, sie sei auch noch so klug; wer Fleisch und Blut will fragen, der fällt in Selbstbetrug. Ich folg in Glaubenslehren der heilgen Schrift allein; was diese mich läßt hören, muß unbetrüglich sein. 2. Herr, stärke mir den Glauben, denn Satan trachtet Nacht und Tag, wie er dies Kleinod rauben und um mein Heil mich bringen mag. Wenn deine Hand mich führet, so werd ich sicher gehn; wenn mich dein Geist regieret, wirds selig um mich stehn. Ach segne mein Vertrauen und bleib mit mir vereint, so laß ich mir nicht grauen und fürchte keinen Feind. 3. Laß mich im Glauben leben! Soll auch Verfolgung, Angst und Pein mich auf der Welt umgeben, so laß mich treu im Glauben sein! 3m Glauben laß mich sterben, wenn sich mein Lauf beschließt, und mich das Leben erben, das mir verheißen ist. Nimm mich in deine Hände bei Leb- und Sterbenszeit, so ist des Glaubens Ende der Seele Seligkeit. Erdmann Neumeister g. 1671+ 1756. 278. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Mel. 2. Jesus nimmt die Sünder an. Saget doch dies Trostwort allen, welche von der rechten Bahn auf verkehrten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir wert; doch hat er in seinem Worte eidlich sich dazu erklärt. Sehet nur, die Gnadenpforte ist hier völlig aufge tan: Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte; Jesus, Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 159 der uns nie vergißt, fuchet treulich der Zeit der Welt, der Grund, das Verirrte, daß es nicht ver- der unbeweglich steht, wenn Erd derben kann: Jesus nimmt die und Himmel untergeht. Sünder an. 4. Rommet alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder! Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes Kinder. Glaubt es doch und denket dran: Jesus nimmt die Sünder an. 5. Ich Betrübter komme hier und bekenne meine Sünden; laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade zur Vergebung finden, daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 6. Ich bin ganz getrostes Muts; ob die Sünden blutrot wären, müßten sie kraft deines Bluts dennoch sich in schneeweiß tehren, da ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Mein Gewissen schreckt mich nicht; will mich das Gesetz verflagen, der mich frei und ledig spricht hat die Schulden abgetragen, daß mich nichts verdammen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 8. Jesus nimmt die Sünder an, mich hat er auch angenommen und den Himmel aufgetan, daß ich selig zu ihm kommen und auf den Troft sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an. Erdmann Neumeister g. 1671+ 1756. 279. Mel. O daß ich tausend Bungen hätte. Ich habe nun den Grund gefunden, der meinen Anker ewig hält. Wo anders, als in Jesu Wunden? Da lag er vor 2. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt; es sind die offnen Liebesarme des, der sich zu dem Sünder neigt, dem allemal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden, Gott will, uns soll ge= holfen sein; deswegen kam der Sohn auf Erden und nahm hernach den Himmel ein, deswegen flopft er für und für so stark an unsers Herzens Tür. 4. O Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunde recht verbinden, da findet kein Verdammen statt, weil Chrifti Blut beständig schreit: Barmherzigkeit! Barmherzigkeit! 5. Darcin will ich mich gläubig senken, dem will ich mich getroft vertraun und, wenn mich meine Sünden tränken, nur bald nach Gottes Herzen schaun; da findet sich zu aller Zeit unendliche Barmherzigkeit. 6. Wird alles andre weggerissen, was Seel und Leib erquicken kann, soll ich von keinem Troste wissen und scheine völlig ausgetan, ift die Errettung noch so weit: mir bleibet die Barmherzigkeit. 7. Beginnt das Irdische zu drücken, ja häuft sich Kummer und Verdruß, daß ich mich noch in vielen Stücken mit eitlen Dingen mühen muß, werd ich dadurch oft sehr zerstreut, so hoff ich doch Barmherzigkeit. 160 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 8. Muß ich an meinen besten viel Millionen Schulden und dazu Werken, darinnen ich gewandelt ohne Ruh lieben für das Hassen, bin, viel Unvollkommenheit be- Herr, wer kann das fassen! merken, so fällt wohl alles Rühmen hin, doch ist auch dieser Trost bereit: ich hoffe auf Barmherzigkeit. 9. Es gehe nur nach dessen Willen, bei dem so viel Erbarmen ist. Er wolle selbst mein Herze stillen, damit es das nur nicht vergißt; so stehet es in Lieb und Leid in, durch und auf Barmherzigkeit. 4. Du vergibest Sünde, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen. Deine Rechte dräuet und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder,*) welche doch immer noch neue Schuld erreget, wenn sie kaum geleget. *) Pf. 7, 14. 10. Bei diesem Grunde will ich bleiben, so lange mich die Erde trägt; das will ich denken, tun und treiben, so lange sich ein Glied bewegt. So sing ich einstens höchst erfreut: O Abgrund der Barmherzigkeit! 5. Herr, es hat noch keiner, der zu dir gegangen, statt der Gnade Recht empfangen; wer zu deinen Füßen sich mit Tränen senket, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. Joh. Andr. Rothe g. 1688+1758. 280. Eigene Melodie. numschränkte Liebe, gönne blöden Augen, die sonst kaum auf Erden taugen, daß sie in die Strahlen deiner Langmut blicken, die den Erdkreis wärmend schmücken und zugleich freudenreich Bösen und den Deinen mit der Sonne scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplak deiner Güte. Deiner Langmut Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, o wie breit über Berg und Hügel stredt sie ihre Flügel! 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag für Tag zu leiden, Tag für Tag zu dulden so 6. König, sei gepriesen, daß du so verschonest und uns nicht nach Werken lohnest. Deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret und mit Ruhm den Zepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmut auszuüben und die Welt zu lieben. Joh. Jak. Rambach g. 1693+ 1735. 281. Mel. Werde munter, mein Gemüte. wge Liebe, mein Gemüte waget einen kühnen Blick in den Abgrund deiner Güte; send ihm cinen Blick zurück, einen Blick voll Heiterkeit, der die Finsternis zerstreut, die mein blödes Auge drücket, wenn es nach dem Lichte blicket. 2. Ich verchre dich, o Liebe, daß du dich beweget haft und aus einem reinen Triebe den erwünschten Schluß gefaßt, der im Fluch versenkten Welt durch ein teures Lösegeld und des eignen Sohnes Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 161 Sterben Gnad und Freiheit zu den die Schar verklärter Zungen erwerben. rühmen und bewundern muß, den 3. O ein Ratschluß voll Er- der Glaub in Demut ehrt, die barmen, voller Huld und Freund- Vernunft erstaunet hört und umlichkeit, der so einer Welt voll sonst sich unterwindet, wie sie dessen Armen Gnade, Trost und Hülfe Tief ergründet. beut. Liebe, die den Sohn nicht schont, der in ihrem Schoße wohnt, um die Sünder zu erretten aus den schweren Sündenketten. 4. Doch du haft, o weise Liebe, eine Ordnung auch bestimmt, daß sich der darinnen übe, der am Segen Anteil nimmt. Wer nur an den Mittler gläubt und ihm treu ergeben bleibt, der soll nicht verloren gehen, sondern Heil und Leben sehen. 5. Diesen Glauben anzuzünden, der ein Werk des Himmels heißt, läsfest du dich willig finden, deinen teuren, guten Geist denen, die gebeuget stehn, die ihr Unvermögen sehn und zum Thron der Gnade eilen, gern und willig mitzuteilen. 6. Wo du nun vorher geschen, daß ein Mensch auf dieser Erd deinem Geist nicht widerstehen noch sein Werk verhindern werd, sondern ohne Heuchelschein werd im Glauben feste sein, diesen hast du auserwählet und den Deinen zu gezählet. 7. Du haft niemand zum Verderben ohne Grund in Bann getan; die in ihren Sünden sterben, die sind selber schuld daran. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, der hat Fluch und Tod zum Lohn, sein mutwillig Widerstreben schließt ihn aus vom Heil und Leben. 8. Liebe, dir sei Lob gesungen für den höchst gerechten Schluß, 9. Liebe, laß mich dahin streben, meiner Wahl gewiß zu sein; richte selbst mein ganzes Leben so nach deinem Willen ein, daß des Glaubens Frucht und Kraft, den dein Geist in mir geschafft, mir zum Zeugnis dienen möge, daß ich auf dem Himmelswege. 10. Laß mich meinen Namen schauen in dem Buch des Lebens stehn, dann so werd ich ohne Grauen selbst dem Tod entgegen gehn. Keine Kreatur wird mich, den du liebest ewiglich deiner Hand entreißen können noch von deiner Liebe trennen. Joh. Jak. Rambach) g. 1693+ 1735. 282. Eigene Melodie. Mein Heiland nimmt die Sünder an, die unter ihrer Laft der Sünden kein Mensch, kein Engel trösten kann, die nirgends Ruh und Rettung finden. Denen die weite Welt zu klein, die sich und Gott ein Greuel sein, den'n Moses schon den Etab gebrochen und sie der Hölle zugesprochen, wird diese Freistatt aufgetan: mein Heiland nimmt die Sünder an. 2. Sein mehr als mütterliches Herz trieb ihn von seinem Thron auf Erden, ihn drang der Sünder Weh und Schmerz, an ihrer Statt ein Fluch zu werden. Er senkte sich in ihre Not und schmeckte 11 162 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. den verdienten Tod; nun, da er denn sein eigen Leben zur teuren Zahlung hingegeben und seinem Vater gnug getan, so heißts: Er nimmt die Sünder an. und wie er unter Schmach und Leiden, so ist er auf dem Thron der Freuden den Sündern liebreich zugetan. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 3. Nun ist sein aufgetaner Schoß 7. So komme denn, wer Sünder ein sichres Schloß gejagter Seelen; heißt, und wen sein Sündengreul er spricht sie von dem Urteil los betrübet, zu dem, der keinen von und tilget bald ihr ängstlich sich weist, der sich gebeugt zu ihm Quälen. Es wird ihr ganzes begibet. Wie? willst du dir im Sündenheer ins unergründlich tiefe Lichte stehn und ohne Not verMeer durch seinen Tod und Blut loren gehn? willst du der Sünde versenket und ihnen Gottes Geist länger dienen, da dich zu retten geschenket, der freudig Abba rufen er erschienen? Onein, verlaß kann. Mein Heiland nimmt die die Sündenbahn! Mein Heiland Sünder an. nimmt die Sünder an. 4. So bringt er sie dem Vater hin in seinen starken Liebesarmen; das neiget denn den Vaterfinn zu lauter ewigem Erbarmen. Er nimmt sie an an Kindes Statt; ja alles, was er ist und hat, wird ihnen eigen übergeben, und selbst die Tür zum ewgen Leben wird ihnen fröhlich aufgetan. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 5. O solltest du sein Herze sehn, wie sichs nach armen Sündern sehnet, sowohl wenn sie noch irre gehn als wenn ihr Auge vor ihm tränet! Wie streckt er sich nach Zöllnern aus, wie eilt er in Bachäi Haus, wie sanft stillt er der Magdalenen den milden Fluß erpreßter Tränen und denkt nicht, was sie sonst getan! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 8. Komm nur mühselig und gebückt, komm nur so gut du weißt zu kommen. Wenn gleich die Last dich niederdrückt, du wirst auch kriechend angenommen. Sieh, wie sein Herz dir offen steht und wie er dir entgegen geht! Wie lang hat er mit vielem Flehen sich brünstig nach dir umgesehen! So komm denn, armer Wurm, heran! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 9. Sprich nicht: Ich habs zu grob gemacht, ich hab die Güter seiner Gnade zu lang und schändlich durchgebracht, er hat mich oft umsonst geladen. Wofern dus nur jetzt redlich meinst und deinen Fall mit Ernst beweinst, so soll ihm nichts die Hände binden, du sollst auch jetzt noch Gnade finden, er hilst, wenn sonst nichts helfen kann. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 6. Wie freundlich blickt er Petrum an, ob er gleich noch so tief gefallen! Nun, dies hat er nicht nur getan, da er auf Erden mußte 10. Doch sprich auch nicht: Es wallen, nein, er ist immer einerlei, ist noch Zeit, ich muß erst diese gerecht und fromm und ewig treu;| Lust genießen, Gott wird ja eben Beter Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 163 nicht gleich heut die offnen Gnaden- Not, ich schwamm auf diesen pforten schließen. Nein, weil er wilden Wellen verzagend an dem ruft, so höre du und greif mit Rand der Höllen und rang mit beiden Händen zu! Wer seiner Leben und dem Tod. Seele heut verträumet, der hat die Gnadenzeit versäumet, ihm wird hernach nicht aufgetan. Heut tomm, heut nimmt dich Jesus an. 11. Ja zeuch uns selber recht zu dir, holdselig süßer Freund der Sünder, erfüll mit sehnender Begier auch uns und alle Adamskinder, zeig uns bei unserm Seelenschmerz dein aufgeschloßnes Liebesherz! Und wenn wir unser Elend sehen, so laß uns ja nicht stille stehen, bis daß ein jeder sagen kann: Gott Lob, auch mich nimmt Jesus an! 3. Doch mitten in den Todesnöten erblickte Jesus meinen Schmerz, ihm drang mein tränenvolles Beten in sein erbarmend Mutterherz. Er zeigte mir die offnen Wunden, die er als Mittler hat empfunden; er rief: Erlöster, eil herzu, tomm, komm, dies find die Felsenriten, die dich vor Fluch und Hölle schüßen, eil, Seele, eil, hier findst du Ruh. Leop. Franz Friedr. Zehr g. 1709+ 1744. 283. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seele. $ o hab ich nun den Fels erreichet, worauf mein matter Glaube ruht. Ein Fels, der keinen Stürmen weichet, ein Fels, an dem die wilde Flut, und wärs die ganze Macht der Höllen, entkräftet muß zurücke prellen, schließt mich in seine Schußwehr ein. Mein Herz, verbanne Furcht und Grauen, hier mußt du dir nun Hütten bauen, hier muß dein ewig Wohnhaus sein. 2. Mich warf die Menge meiner Sünden als ein erbostes Meer herum, ich ward ein traurig Spiel den Winden und des Verderbens Eigentum, mir drohte mein befleckt Gewissen mit ewig bangen Finster nissen und einem vollen Maß der 4. Nun laß die Tiefen immer brausen, seid, Wind und Meer, nur ungestüm, laß selbst des Todes Fluten rauschen, verdopple, Satan, deinen Grimm! Ihr werdet mich nicht viel erschrecken, mein Fels weiß mich schon zu bedecken auch in der allerschlimmsten Zeit. Laß alle Berge untergehen, mir bleibt mein Felsen ewig stehen und wird. die Tür zur Seligkeit. Leop. Franz Friedr. Lehr g. 1709 † 1744. 284. Epheser 2, 8. 9. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt watten. Mel. 3. us Gnaden soll ich selig werden. Herz, glaubst dus, oder glaubst dus nicht? Was willst du dich so blöd geberden? Ists Wahrheit, was die Schrift verspricht, so muß auch dieses Wahrheit sein: Aus Gnade ist der Himmel dein. 2. Aus Gnaden! Merk dies Wort: Aus Gnaden, so oft dich deine Sünde plagt, so oft du immer 11* 164 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. bift beladen, so oft dich dein Ge-| 2. Der Grund der Welt war wissen nagt; was die Vernunft nicht geleget, der Himmel war nicht fassen kann, das beut dir noch nicht gemacht, da hat Gott Gott aus Gnade an. schon den Trieb geheget, der mir das Beste zugedacht; da ich noch nicht geschaffen war, da reicht' er mir schon Gnade dar. 3. Aus Gnaden! Dieser Grund wird bleiben, so lange Gott wahrhaftig heißt. Was alle Knechte Jesu schreiben, was Gott in seinem Wort anpreist, worauf all unser Glaube ruht, ist: Gnade durch des Sohnes Blut. 4. Aus Gnaden! Wer dies Wort gehöret, tret ab von aller Heuchelei! Dann, wenn der Sünder sich bekehret, so lernt er erft, was Gnade sei; beim Sündgen scheint die Gnad gering, dem Glauben ifts ein Wunderding. 5. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen das Herz des Vaters aufgetan, wenns unter größter Angst und Schmerzen nichts sieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm ich oftmals Stärkung her, wenn Gnade nicht mein Anker wär? 6. Aus Gnaden! Hierauf will ich sterben; ich fühle nichts, doch mir ist wohl. Ich kenn mein sündliches Verderben, doch auch den, der mich heilen soll. Mein Geist ift froh, die Seele lacht, weil mich die Gnade selig macht. Christ. Ludw. Scheidt g. 1709+ 1761. 3. Sein Ratschluß war, ich sollte leben durch seinen eingebornen Sohn; den wollt er mir zum Mittler geben, den macht' er mir zum Gnadenthron, in dessen Blute sollt ich rein, geheiliget und selig sein. 4. O Wunderliebe, die mich wählte vor allem Anbeginn der Welt und mich zu ihren Kindern zählte, für welche sie das Reich bestellt! O Vaterhand, o Gnadentrieb, der mich ins Buch des Lebens schrieb! 5. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüte empor zu dieser Quelle steigt, von welcher sich ein Strom der Güte zu mir durch alle Zeiten neigt, daß jeder Tag sein Zeugnis gibt: Gott hat mich je und je geliebt. 6. Wer bin ich unter Millionen der Kreaturen seiner Macht, die in der Höh und Tiefe wohnen, daß er mich bis hieher gebracht! Ich bin ja nur ein dürres Blatt, ein Staub, der teine Stätte hat. 285. 7. Ja freilich bin ich zu ge= ringe der herzlichen BarmherzigMel. O daß ich tausend Bungen hätte. keit, womit, o Schöpfer aller eht hin, ihr gläubigen Gedanken, Dinge, mich deine Liebe stets er= ins weite Feld der Ewigkeit, freut; ich bin, o Bater, selbst nicht erhebt euch über alle Schranken| mein, dein bin ich, Herr, und der alten und der neuen Zeit, erwägt, daß Gott die Liebe sei, tie ewig alt und ewig neu. bleibe dein. 8. Im sichern Schatten deiner Flügel find ich die ungestörte Ruh. Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung 165 Der feste Grund hat dieses Siegel: mit frohem Munde dich, schönste Wer dein ist, Herr, den kenncft Liebe, schöner preist; drum eilt du. Laß Erd und Himmel unter- mein Herz aus dieser Zeit und gehn, dies Wort der Wahrheit sehnt sich nach der Ewigkeit. bleibet stehn. Joh. Gottfr. Herrmann g. 1707+ 1791. 286. 9. Wenn in dem Kampfe schwerer Leiden der Seele Mut und Kraft gebricht, so salbest du mein Haupt mit Freuden, so tröstet mich dein Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. Angesicht; da spür ich deines Gei- o ist ein solcher Gott wie du? stes Kraft, die in der Schwachheit alles schafft. 10. Du läsfest auch vom Gut der Erden mir, was du willst nach deinem Sinn, jedoch weit mehr zu teile werden, als ich im kleinsten würdig bin. Mein Herz zerfließt, wenn es bedenkt, wie treulich mich dein Auge lenkt. Du schaffst den Müden süße Ruh, Ruh, die nicht zu ergründen. Ein Abgrund der Barmherzigkeit verschlingt ein Meer voll Herzeleid; du, Herr, vergibst die Sünden. Jesu, du, du läßt dich würgen, als den Bürgen, aller Sünden mich auf ewig zu entbinden. 2. Herr, unsere Gerechtigkeit, wie hoch wird dessen Geist erfreut, der dich im Glauben kennet! Du bist sein Schmuck, die Gottespracht, die ihn vollkommen herrlich macht, die ihm das Herz entbrennet. Laß mich ewig, Himmels- Sonne, Seelenwonne, dich genießen und in deinem Lob zerfließen. 11 Die Hoffnung schauet in die Ferne durch alle Schatten dieser Zeit, der Glaube schwingt sich durch die Sterne und sieht ins Reich der Ewigkeit; da zeigt mir deine milde Hand mein Erbteil und gelobtes Land. 12. O sollt ich dich nicht ewig lieben, der du mich unaufhörlich liebst? Sollt ich mit Undank dich betrüben, da du mir Fried und Freude gibst? Verließ ich dich, o Menschenfreund, so wär ich selbst mein ärgster Feind. 13. Ach könnt ich dich nur besser ehren, welch edles Loblied stimmt ich an! Es sollten Erd und Himmel hören, was du, mein Gott, an mir getan; nichts ist so köftlich, nichts so schön als, höchster Vater, dich erhöhn. 14. Doch nur Geduld! Es kommt die Stunde, da mein durch dich erlöster Geist im höhern Chor 3. Holdselig süßer Friedefürst, wie hat dich nach dem Heil gedürst der abgewichnen Kinder! Du stellest dich als Mittler dar, verbindest, was getrennet war, Gott und verdammte Sünder. Freude! beide werden eines; ungemeines Werk der Güte! Jesu, du bist unser Friede. 4. O süßes Lamm, dein treuer Sinn nimmt Schuld und Strafe von mir hin, sie liegt auf deinem Rücken. Du blutest an des Kreuzes Pfahl, da muß dich unerhörte Qual nach Leib und Seele drücken; diese süße Flut der Gnaden heilt 166 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung den Schaden, durch die Wunden Gnade teil, teil an dem Himmel hab ich Heil und Frieden sunden. haben! Im Herzen durch den Glauben rein dich lieben und versichert sein von deines Geistes Gaben! 5. Mitleidender Immanuel, es ist mein Leben, Leib und Seel voll Mängel und Gebrechen; doch ist dein Herz auch voller Gnad, willst weder Sünd noch Missetat am armen Staube rächen; deine reine Mutterliebe steht im Triebe, hier im Leben täglich reichlich zu vergeben. 6. Die Gnade führt das Regiment, sie macht der Sklaverei ein End, besiegt Gesetz und Sünden; drum, willst du frei und fröhlich sein, laß Jesum und die Gnade ein, so kannst du überwinden; all dein Selbstpein, Kümmernisse, Finsternisse, Sündenwerke weichen vor der Gnade Stärke. 7. Gib, Jeju, Blut und Wasser her und nimm dadurch je mehr und mehr die Schlacken recht herunter! Du hast mich dir, Immanuel, gar teur erkauft mit Leib und Seel, zum Preise deiner Wunder. Kleiner, reiner muß ich werden noch auf Erden, bis ich droben dich kann ohne Sünden loben. J. Ludw. Konr. Allendorf g. 1693+ 1773. 287. Mel. Kommit her zu mir, spricht. o hoff ich denn mit festem Mut auf Gottes Gnad und Chrifti Blut, ich hoff ein ewig Leben. Gott ist ein Bater, der verzeiht, hat mir das Recht zur Seligteit in seinem Sohn gegeben. 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt göttliche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns Troft im Elend zu, verjüğet uns des Lebens Ruh und stärkt uns in Gefahren. S 4. Erhalte mir, o Herr mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort, um deines Namens willen, laß ihn mein Licht auf Erden sein, ihn täglich mehr mein Herz erneun und mich mit Troft erfüllen! Chr. F. Gellert g. 1715 † 1769. 288. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Ich weiß, an wen mein Glaub sich hält, kein Feind soll mir ihn rauben. Als Bürger einer bessern Welt leb ich hier nur im Glauben, dort schau ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir mein Erbteil raubt? Es ruht in Jesu Händen. 2. Mein Leben ist ein furger Streit, lang ist der Tag des Sieges. Ich tämpfe für die Ewigkeit. Erwünschter Lohn des Krieges! Der du für mich den Tod geschmedt. durch deinen Schild werd ich bededt; was fann mir denn nun schaden? 3. O Herr, du bist mein ganger Ruhm, mein Trof in diesem 2. Herr, welch ein unaus Leben, in jener Welt mein Gigen puhlich Heil, on dir, an deinertum, du ha dich mir gegeben. Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 289. Von fern lacht mir mein Kleinod zu, drum eile ich ihm freudig zu, du reichst mir meine Krone. 167 7. 3u diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden; auf deinen Tod bin ich getauft; wer will mich von dir scheiden? Du zeichneft mich in deine Hand; Herr, du bist mir, ich dir bekannt. Mein find des Himmels Freuden. 8. Wie groß ist meine Herr lichkeit! Empfinde sie, o Seele, vom Land der Erde unentweiht erhebe Gott, o Seele! Der Erde glänzend Nichts vergeht, nur des Gerechten Ruhm besteht durch alle Gwigteiten. Nitch Chrif. Chr. Saren Mel. Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt. ie bist du, Höchster, von uns fern, du wirkst an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb und atme ich, denn deine Rechte schützet mich. 4. Herr, lenke meines Geiftes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigkeit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit vergeht und währt nur furze Zeit; im Himmel sei mein Wandel! 5. Jetzt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nid er schienen, was jene beßre Welt gewährt, wo wir Gott heilig dieDann, wenn mein Auge nicht mehr weint, und mein Erlösungstag erscheint, dann werd ichs froh empfinden. nen. 3. Du merfst es, wenn des Herzens Rat verkehrte Wege wäh6. Im Dunkeln seh ich hier let; und bleibt auch eine böſe mein Heil, dort ist mein Antlit Tat vor aller Welt verhehlet, heiter; hier ist die Sünde noch so weißt du ste und strafest mich mein Teil, dort fühl ich sie nicht zu meiner Beğrung väterlich. weiter. Hier ist mein Wert mir 4. Wenn ich in stiller Einsamnoch verhüllt, dort wird er sicht- teit mein Herz an dich ergebe bar, wenn dein Bild mich, Gott, und über deine Huld erfreut lob= vollkommen schmücket. fingend dich erhebe, so hörst du es und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer sei. 5. Du hörest meinen Seufzern zu, daß Hülfe mir erscheine; voll Mitleid, Vater, zählest du die Tränen, die ich weine; du siehst und wägest meinen Schmerz und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 6. O drück, Allgegenwärtiger, dies tief in meine Seele, dağ, wo ich bin, nur dich, o Herr, mein Herz zur Zuflucht wähle, daß ich dein heilig Auge scheu und fromm zu leben eifrig sei. 7. Lag überall gemisfenhajt nach deinem Wout mich handeln und fäcke mich dann auf mit 2. Was ich gedenke, Gott, weißt du, du prüfest meine Seele, du siehst es, wenn ich Gutes tu, du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts fann deinem Aug entfliehn und nichts mich deiner Hand entziehn. 168 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. Kraft, vor dir getroft zu wan- nes Heilands Tod zu dir! Da deln. Daß du, o Gott, stets um bin ich ewig recht erfreut und mich feist, das tröst und beßre rühme die Barmherzigkeit. meinen Geist! Phil. Friedr. Hiller g. 1699+ 1769. Nach C. C. Sturm von David Bruhn g. 1727 1782. 291. Mel. Valet will ich dir geben. Ich weiß, woran ich glaube, ich weiß, was fest besteht, wann alles hier im Staube wie Sand und Staub verweht; ich weiß, was ewig bleibet, wo alles wanki und fällt, wo Wahn die Weisen treibet und Trug die Klugen prellt. 2. Ich hatte nichts als Zorn verdienet und soll bei Gott in Gnaden sein, Gott hat mich mit 2. Ich weiß, was ewig dauret, ich weiß, was nimmer läßt, mit Diamanten mauret mirs Gott im Herzen fest, ja recht mit Edelsteinen von allerbester Art ihm selbst verfühnet und macht hat Gott der Herr den Seinen durchs Blut des Sohns mich des Herzens Burg verwahrt. rein. Wo kam dies her? warum geschichts? Erbarmung ists und weiter nichts. 3. Ich kenne wohl die Steine, die stolze Herzenswehr, sie funkeln ja mit Scheine wie Sterne schön und hehr; die Steine sind die Worte, die Worte hell und rein, wodurch die schwächsten Orte gar feste können sein. 4. Dies laß ich kein Geschöpf mir rauben, dies soll mein einzig Nühmen sein; auf dies Erbarmen will ich glauben, auf dieses bet ich auch allein, auf dieses duld ich in der Not, auf dieses hoff ich noch im Tod. 4. Auch kenn ich wohl den Meister, der mir die Feste baut, er heißt der Fürst der Geister, auf den der Himmel schaut, bor dem die Seraphinen anbetend niederknien, um den die Engel dienen: Ich weiß und kenne ihn. 5. Das ist das Licht der Höhe, das ist der Jesus Christ, der Fels, auf dem ich stehe, der dia5. Gott, der du reich bist an manten ist, der nimmermehr kann Erbarmen, nimm dein Erbarmen wanken, der Heiland und der nicht von mir und führe durch Hort, die Leuchte der Gedanken, den Tod mich Armen durch mei- die leuchten hier und dort. 290. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 3. Mir ist Erbarmung widerfahren, Erbarmung, deren ich nicht wert; das zähl ich zu dem Wunderbaren, mein stolzes Herz hats nicht begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen, das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt; ich kann es nur Erbarmung nennen, so ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. stat Jesuslieder. 6. So weiß ich, was ich glaube, ich weiß, was- fest besteht und in dem Erdenstaube nicht mit als Staub verweht; ich weiß, was XVIII. 292. Psalm 45. Eigene Melodie. Jefuslieder. blicken; o Jesu, du mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut mich innerlich erquicken. Tröst mich freundlich, hilf mir Armen mit Erbarmen, hilf in Gnaden, auf dein Wort komm ich geladen. 5. Gott Vater, o mein starker Held, du hast mich ewig vor der Welt in deinem Sohn geliebet; dein Sohn hat mich ihm selbst vertraut, er ist mein Schatz, ich seine Braut, kein Unglück mich betrübet. Ei ja, ei ja, himmlisch Leben wird er geben mir dort oben, ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Singt unserm Gotte oft und viel und laßt andächtig Saitenspiel ganz freudenreich erschallen, dem liebsten Jesu nur allein, dem wunderschönen Bräutgam mein, zu Ehren und Gefallen. Singet, springet, jubilieret, triumphieret, dankt dem Herren, groß ist der König der Ehren. 7. Wie bin ich doch so herzlich froh, daß mein Schatz ist das A und O, der Anfang und das Ende. Er wird mich auch zu seinem Preis aufnehmen in das Paradeis, des flopf ich in die Hände. Amen, Amen, komm, du schöne Freudenfrone, bleib nicht lange, deiner wart ich mit Verlangen. Wie schön leucht uns der Morgenstern voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn, die süße Wurzel Jesse! Du Sohn Davids aus Jakobs Stamm, mein König und mein Bräutigam, haft mir mein Herz besessen. Lieblich, freundlich, schön und herrlich, groß und ehrlich, reich von Gaben hoch und sehr prächtig erhaben. 2. O meines Herzens werte Kron, wahr Gottes und Marien Sohn, ein hochgeborner König! Mit Freude rühm ich deine Ehr, deins heilgen Wortes süße Lehr ist über Milch und Honig. Herzlich will ich dich drum preisen und erweisen, daß man merke in mir deines Geistes Stärke. 169 in dem Grauen des Todes ewig bleibt und selbst auf Erdenauen schon Himmelsblumen treibt. Ernst Moriz Arndt g. 1769 † 1860. 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, o du mein Herr und Gott allein, die Flamme deiner Liebe, daß ich in dir nun immer bleib, und mich kein Zufall von dir treib, nichts kränke noch betrübe. In dir laß mir ohn Aufhören sich vermehren Lieb und Freude, daß der Tod uns selbst nicht scheide. 4. Von Gott tommt mir ein Freudenlicht, wenn du mit deinem Angesicht mich gnädig tust anNach Phil. Nicolai g. 1556+ 1608. Hannov. Gesangbuch 1646. 170 Jesuslieder. 293. 4. O Jesu, meine Süßigkeit, du Trost der Seel, die zu dir schreit, die heißen Tränen suchen Eigene Melodie. In dir ist Freude in allem Leide, dich, das Herz zu dir schreit o du süßer Jesus Chrift! Durch| inniglich. dich wir haben himmlische Gaben, du der wahre Heiland bist; hilfest hier, so wollt ich, Jesus wär bei 5. Ja wo ich bin auf Erden von Schanden, rettest von Ban- mir; Freud über Freud, wenn ich den; wer dir vertrauet, hat wohl ihn fänd, selig, wenn ich ihn halten gebauet, wird ewig bleiben, Halle- tönnt! tuja! 3u deiner Güte steht unser Gemüte, an dir wir fleben im Tod und Leben, nichts kann uns scheiden. Halleluja! 2. Wenn wir dich haben, kann uns nicht schaden Teufel, Welt, Sünd oder Tod; du hafts in Händen, kannst alles wenden, wie nur heißen mag die Not. Drum wir dich ehren, dein Lob vermehren mit hellem Schalle, freuen uns alle zu dieser Stunde, Halleluja! Wir jubilieren und triumphieren, lieben und loben dein Macht dort oben mit Herz und Munde. Halleluja! Joh. Lindemann(?)+ nach 1834. 294. Mel. Ferr Jesu Christ, meins Lebens Licht. Jefu süß, wer dein gedenkt, des Herz mit Freude wird getränkt, doch süßer über alles ist, wo du, Herr Jesu, selber bist. 2. Jesu, der Herzen Freud und Wonn, des Lebens Brunn, du wahre Sonn, dir gleichet nichts auf dieser Erd, in dir ist, was man je begehrt. 6. In dir mein Herz hat seineLuft, Herr, mein Begierd ist dir bewußt, auf dich ist all mein Ruhm gestellt, Jesu, du Heiland aller Welt. 7. Du Brunnquell der Barmherzigkeit, dein Glanz erstreckt sich weit und breit; der Traurigkeit Gewölk vertreib, das Licht der Glorie bei uns bleib! 8. Dein Lob im Himmel hoch ertlingt, kein Chor ist, der nicht von dir singt; Jesus erfreut die ganze Welt, die er bei Gott zu Fried gestellt. 9. Jesus in Fried regieren tut, der übertrifft all zeitlich Gut; der Fried bewahr mein Herz und Sinn, so lang ich hier auf Erden bin. 10. Und wenn ich ende meinen Lauf, so hole mich zu dir hinauf, Jeſu, daß ich da Fried und Freud bei dir genieß in Ewigkeit. 11. Jeju, erhöre meine Bitt, Jesu, verschmäh mein Seufzen nicht, Jesu, mein Hoffnung steht zu dir, o Jesu, Jesu, hilf du 3. Dein Lieb, o süßer Jesu Christ, des Herzens beste Labung ist; sie machet satt, doch ohn mir! Verdruß, der Hunger wächst im Überfluß. Hannov. Gsb. 1646. Nach Bernhard v. Clairvaux: Jesu dulcis memoria, Jesuslieder. 295. Psalm 65, 10. Eigene Melodie. Lebensbrünnlein tief und groß, entsprungen aus des Vaters Schoß, ein wahrer Gott ohn Ende, der du dich uns haft offenbart in unsre Menschheit, rein und zart, dein lieb Herz zu uns wende! Denn wie ein Hirsch nach frischer Quell, so schreit zu dir mein arme Seel aus dieser Welt Elende. 2. O Lebensbrünnlein, durch dein Wort hast du dich uns an allem Ort ergossn mit reichen Gaben, voll Wahrheit und göttlicher Gnad, die uns erscheinen früh und spat, das matte Herz zu laben. O frischer Quell, o Brünnelein, erquick und laß die Seele mein in dir das Leben haben! 3. Wie ein Blümlein im dürren Land, durch Sommerhitz sehr ausgebrannt, vom Tau sich tut erquicken, also wenn mein Herz in der Not verschmacht, hält sichs an seinem Gott und läßt sich nicht ersticken, ja wie ein grüner Palmenbaum unter der Laft ihm machet Raum, lässet sichs nicht erdrücken. 4. O Lebensbrünnlein, Jesu Chrift, dein Güte unerschöpflich ist, niemand kann sie ermessen; darum mir auch nichts mangeln wird, wenn mich versorgt der treue Hirt, der mir mein Herz besessen. Mit seinem Evangelio macht er mein Herz im Leib so froh, daß ich sein nicht vergesſe. 5. O Lebensbrünnlein tief und weit, du stillest Durft in Ewigkeit 171 und läßt niemand verderben. Gib mir, der ich aus deiner Füll mit rechtem Glauben schöpfen will, Trost wider Tod und Sterben, daß ich blüh wie ein Röselein zu Saron*) und durch dich allein das ewge Leben erbe. *) Jesaia 35, 2. Hohelied 2, 1. 2. 6. Mein Herz ist brünstig mir und heiß nach dem himmlischen Paradeis, des ich hoff zu genießen. Denn ich weiß, wenn ich dahin komm, da wird ein ewger Freudenstrom ohn Maßen sich ergießen. Freu dich, mein Seel, und wenn gleich Gott dich kommen läßt in Angst und Not, so laß dichs nicht verdrießen. 7. All unser Leid auf dieser Erd ist nicht im allerg'ringsten wert, wenn wir das recht bedenken, der übergroßen Herrlichkeit und wunderschönen Himmelsfreud, die Christus uns wird schenken. Da, da wird er uns allzugleich in seines lieben Vaters Reich mit ewger Wonne tränken. 8. Gott selbst wird sein mein Speis und Trank, mein Ruhm, mein Lied, mein Lobgesang, mein Lust und Wohlgefallen, mein Reichtum, Zierd und werte Kron, mein Klarheit, Licht und helle Sonn, in ewger Freud zu wallen; ja daß ichs sag mit einem Woit, was mir Gott wird bescheren dort: Er wird sein alls in allen. 9. Hüpf auf, mein Herz, spring, tanz und sing, in deinem Gott sei guter Ding, der Himmel steht dir offen. Laß dich Schwermut nicht nehmen ein, denn auch die liebsten Kinder sein allzeit das Kreuz hat 172 troffen. Drum sei getroft und gläube fest, daß du noch haft das allerbest in jener Welt zu hoffen. Joh. Mühlmann g. 1573+ 1613. Jesuslieder. 296. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. Jesu, Jesu, Gottes Sohn, mein Bruder und mein Gnaden thron, mein Schatz, mein Freud und Wonne, du weißt es, daß ich rede wahr, vor dir ist alles sonnenklar und klarer als die Sonne. Herzlich lieb ich mit Gefallen dich vor allen, nichts auf Erden kann und mag mir lieber werden. 2. Dies ist mein Schmerz, dies tränket mich, daß ich nicht gnug tann lieben dich, wie ich dich lieben wollte. Ich werd von Tag zu Tag entzündt, je mehr ich lieb, je mehr ich find daß ich dich lieben sollte. Von dir laß mir deine Güte ins Gemüte lieblich fließen, so wird sich die Lieb ergießen. 3. Durch deine Kraft treff ich das Ziel, daß ich, so viel ich soll und will, dich allzeit lieben möge. Nichts auf der ganzen weiten Welt, Pracht, Wollust, Ehre, Freud und Geld, wenn ich es recht befinne, kann mich ohn dich gnugsam laben; ich muß haben reine Liebe; die tröst, wenn ich mich betrübe. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, schaffst seinem Herzen Fried und Ruh, erfreuest sein Gewissen. Es geh ihm, wie es woll auf Erd, wenn ihn gleich ganz das Kreuz verzehrt, soll er doch dein genießen. In Glück ewig nach dem Leide große Freude wird er finden, alles Trauren muß verschwinden 5. Kein Ohr hat jemals dies gehört, kein Mensch gesehen noch gelehrt, es fanns niemand beschreiben, was denen dort für Herrlichkeit bei dir und von dir ist bereit, die in der Liebe bleiben. Gründlich läßt sich nicht erreichen noch vergleichen den Weltschätzen dies, was uns dort wird ergehen. 6. Drum laß ich billig dies allein, o Jesu, meine Sorge sein, daß ich dich herzlich liebe, daß ich in dem, was dir gefällt und mir dein klares Wort vermeldt, aus Liebe mich stets übe, bis ich endlich) werd abscheiden und mit Freuden zu dir kommen, aller Trübfal ganz entnommen. 7. Da werd ich deine Süßigfeit, die jetzt gerühmt ist weit und breit, in reiner Liebe schmecken und sehn dein liebreich Angesicht mit unverwandtem Augenlicht ohn alle Furcht und Schrecken. Reichlich werd ich sein erquicket und geschmücket vor dein'm Throne mit der schönen Lebenskrone. Joh. Heermann g. 1585+ 1647. 297. Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. 2. ch Jesu, dessen Treu im Himmel und auf Erden durch teines Menschen Mund kann gnug gepriesen werden, ich danke dir, daß du, ein wahrer Mensch geborn, haft von mir abgewandt, daß ich nicht bin verlorn. 2. Vornehmlich wird in mir all Herzensangst gestillet, wenn mich Jesuslieder. dein süßer Nam mit seinem Trost erfüllet. Kein Trost so lieblich ist, als den mir gibt dein Nam, der süße Jesusnam, du Fürst aus Davids Stamm! 3. O Jesu, höchster Schaß, du fannst nur Freude bringen, es kann nichts lieblicher als Jesu Name klingen. Ich kann nicht traurig sein, weil Jesus heißt so viel als Heiland oder Held, der selig machen will. 4. Wenn Satan sich bei mir mit Anfechtung will regen, so ist mir Jesu Nam zum Trost, Schuß, Fried und Segen, zur Weisheit und Arznei in aller Angst und Not, daß ich nicht fürchten darf den Teufel und den Tod. 5. Daß ich ein Zornkind bin, das macht die schnöde Sünde, dein Jesusnam macht mich zu einem Gnadenkinde, er nimmt von mir hinweg die Schuld und Missetat, bringt mir die Seligkeit und deines Vaters Gnad. 6. Ei nun so heilge mich, der ich bin ganz beflecket, der heilge Jesusnam, der alle Sünde decket; er kehre ab den Fluch, den Segen zu mir wend, sei meine Stärk, dadurch sich alle Schwachheit end. 7. Er sei mein Licht, das mich in Finsternis erleuchte; er sei des Himmels Tau, der mich in Hit anfeuchte; er sei mein Schirm und Schild, mein Schatten, Schloß und Hut, mein Reichtum, Ehr und Ruhm, er sei mein höchstes Gut. 8. Er sei mein Himmelsweg, die Wahrheit und das Leben und wolle mir zuletzt aus Gnaden 173 dieses geben, daß ich alsdann in ihm dies Leben schließe wohl, wenn meine Sterbenszeit und Stunde kommen soll. 9. Inmittelst helf er mir, so lang ich hier noch wandle, daß ich in meinem Tun treu und aufrichtig handle; er steh mir allzeit bei mit seines Geistes Gab, wenn ich in meinem Amt was zu verrichten hab. 10. Jesu, in deinem Nam bin ich heut aufgestanden, in ihm vollbring ich heut, was mir kommt unter Handen. In deinem Namen ist der Anfang schon gemacht, das Mittel und der Schluß wird auch durch ihn vollbracht. 11. Dir leb ich und in dir, in dir will ich auch sterben; Herr, sterben will ich dir; in dir will ich ererben das ewge Himmelreich, das du erworben mir; von dir verklärt will ich dir dienen für und für. Hannov. Gsb. 1648, nach Joh. Feermann g. 1585+ 1647. 298. Eigene Melodie, oder Auf dich hab ich gehoffet, Herr. ein schönste Zier und Kleinod bist auf Erden du, Herr Jesu Chrift, dich will ich lassen walten und allezeit in Lieb und Leid in meinem Herzen halten. 2. Dein Lieb und Treu vor allem geht, kein Ding auf Erd so fest besteht, solchs muß man frei bekennen; drum soll nicht Tod, nicht Angst, nicht Not von deiner Lieb mich trennen. 174 3. Dein Wort ist wahr und trüget nicht und hält gewiß, was es verspricht, im Tod und auch im Leben. Du bist nun mein, und ich bin dein, dir hab ich mich ergeben. 4. Der Tag nimmt ab, ach schönste Zier, Herr Jesu Christ, bleib du bei mir, es will nun Abend werden; laß doch dein Licht auslöschen nicht bei uns allhie auf Erden! 1639? Jesuslieder. 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, laß mich in Kreuz nicht zagen! Weich nicht von mir, mein höchste Zier, hilf mir mein Leiden tragen! Hilf mir zur Freud nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach dieser Klag dort ewig dir Lob fagen. Georg Weissel g. 1590+ 1635. 299. 300. Eigene Melodie, oder Es ist gewißlich an der Zeit. Eigene Melodie. Such wer da will ein ander Ziel, Jesu, meine Freude, meines Herdie Seligkeit zu finden, mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christum sich zu gründen; sein Wort ist wahr, sein Werk ist klar, sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden. zens Weide, Jesu, meine Zier, ach wie lang, ach lange ist dem Herzen bange und verlangt nach dir! Gottes Lamm, mein Bräutigam, außer dir soll mir auf Erden nichts sonst Liebers werden. 2. Unter deinem Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei. Laß die Erde zittern, laß die Welt erschüttern, mir steht Jesus bei. Ob es ist gleich kracht und blitzt, obgleich Sünd und Hölle schrecken, Jesus will mich decken. 2. Such wer da will Nothelfer viel, die uns doch nichts erworben, hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu teil, uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. 3. Ach sucht doch den, laßt alles stehn, die ihr das Heil begehret! Er ist der Herr, und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund, sucht ihn allein, denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret. treiben, bleib du mein Preis, dein Wort mich speis, bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu gläuben. 4. Meins Herzens Kron, mein Freudensonn sollst du, Herr Jesu, bleiben, laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit ver3. Trotz dem alten Drachen, Trok dem Todesrachen, Trotz der Furcht dazu! Tobe, Welt, und springe, ich steh hier und singe in gar sichrer Ruh. Gottes Macht hält mich in acht, Erd und Abgrund muß sich scheuen, ob sie noch so dräuen. 4. Weg mit allen Schätzen, du bist mein Ergeßen, Jesu, meine Luft. Weg, ihr eitlen Ehren, ich mag euch nicht hören, bleibt mir Jesuslieder. unbewußt! Elend, Not, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, muß ich gleich viel leiden, nicht von Jesu scheiden. 5. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen, mir gefällst du nicht. Gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit dahinten, kommt nicht mehr ans Licht! Gute Nacht, o Stolz und Pracht, dir sei ganz, o Lasterleben, gute Nacht gegeben. 6. Weicht, ihr Trauergeister, denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, muß auch ihr Betrüben lauter Freude sein. Duld ich schon hie Spott und Hohn, dennoch bleibst du auch im Leide, Jeju, meine Freude. Johann Frand g. 1618+ 1677. 301. Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ. Jesu Christ, mein schönstes Licht, der du in deiner Seelen so hoch mich liebst, daß ich es nicht aussprechen kann noch zählen, gib, daß mein Herz dich wiederum mit Lieben und Verlangen mög um fangen und als dein Eigentum nur einzig an dir hangen. 175 Wenn diese steht, kann nichts entstehn, das meinen Geist betrübe. Drum laß nichts andres denken mich, nichts sehen, fühlen, hören, lieben, ehren als deine Lieb und dich, der du sie kannst vermehren. 3. Wie freundlich, selig, süß und schön ist, Jeju, deine Liebe! 4. Mein Heiland, du bist mir zulieb in Not und Tod gegangen und hast am Kreuz als wie ein Dieb und Mörder da gehangen, verhöhnt, verspeit und sehr verwundt. Ach laß mich deine Wunden alle Stunden mit Lieb im Herzensgrund auch schmerzen und verwunden! 5. Du hast mich je und je geliebt und auch nach dir ge= zogen; eh ich noch etwas Guts geübt, warst du mir schon gewogen. Ach laß doch ferner, edler Hort, mich diese Liebe leiten und begleiten, daß sie mir immerfort beisteh auf allen Seiten. 6. Laß meinen Stand, darin ich steh, Herr, deine Liebe zieren und, wo ich etwa irre geh, alsbald zurechte führen; laß sie mir allzeit guten Rat und gute Werke lehren, steuren, wehren der Sünd und nach der Tat bald wieder mich bekehren! 2. Gib, daß sonst nichts in 7. Laß sie sein meine Freud meiner Seel als deine Liebe im Leid, in Schwachheit mein wohne; gib, daß ich deine Lieb Vermögen; und wenn ich nach erwähl als meinen Schatz und Krone. Stoß alles aus, nimm alles hin, was mich und dich will trennen und nicht gönnen, daß all mein Mut und Sinn in deiner Liebe brennen. vollbrachter Zeit mich soll zur Ruhe legen, alsdann laß deine Liebestreu, Herr Jesu, bei mir stehen, Luft zuwehen, daß ich getroft und frei mög in dein Reich eingehen. Paul Gerhardt g. 1607 † 1676. 176 Jesuslieder. 302. 303. Eigene Melodie. Mel. O daß ich tausend Bungen hätte. einen Jesum laß ich nicht; ch sagt mir nichts von Gold weil er sich für mich gegeben, und Schätzen, von Pracht und so erfordert meine Pflicht, tletten- Schönheit dieser Welt; es kann weis an ihm zu tleben. Er ist mich ja tein Ding ergeben, das meines Lebens Licht, meinen mir die Welt vor Augen stellt. Jesum laß ich nicht. Ein jeder liebe, was er will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. 2. Er ist alleine meine Freude, mein Gold, mein Schatz, mein schönstes Bild, in dem ich meine Augen weide und finde, was mein Herze stillt. Ein jeder liebe, was er will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. 2. Jesum laß ich nimmer nicht, weil ich soll auf Erden leben; ihm hab ich voll Zuversicht, was ich bin und hab, ergeben. Alles ist auf ihn gericht, meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Gesicht, Hören, Schmecken, Fühlen weichen, laß das letzte Tageslicht mich auf dieser Welt erreichen: wenn des Lebens Faden bricht, meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, wo vor seinem Angesicht meiner Väter Glaube pranget. Mich erfreut sein Angesicht, meinen Jesum laß ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meine Seel fich wünscht und sehnet, Jesum wünscht fie und sein Licht, der mich hat mit Gott versöhnet, mich befreiet vom Gericht; meinen Jesum laß ich nicht. 6. Jesum laß ich nicht von mir, geh ihm ewig an der Seiten; Christus läßt mich für und für zu dem Lebensbächlein leiten. Selig, wer mit mir so spricht: Meinen Jesum laß ich nicht. Christian Keymann g. 1607+ 1662. Lüsten, des Fleisches Schönheit 3. Die Welt vergeht mit ihren dauert nicht, die Zeit kann alles das verwüsten, was Menschenhände zugericht. Ein jeder liebe, was er will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. 4. Sein Schloß kann keine Macht zerstören, sein Reich vergeht nicht mit der Zeit, sein Thron bleibt stets in gleichen Ehren von nun an bis in Ewigkeit. Ein jeder liebe, was er will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. 5. Sein Reichtum ist nicht zu ergründen, sein allerschönstes Angesicht und was von Schmuck um ihn zu finden, verbleichet und beraltet nicht. Ein jeder liebe, was er will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. 6. Er kann mich über alls erheben und seiner Klarheit machen gleich, er kann mir so viel Schätze geben, daß ich werd unerschöpflich reich). Ein jeder liebe, was er Jesuslieder. 177 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß mir dein Glanz hat Licht gebracht; ich danke dir, du Himmelswonne, daß du mich froh und frei gemacht; ich danke dir, du güldner Mund, daß du mich [ wieder] machst gesund. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen und laß mich nicht mehr irre gehn, laß meinen Fuß in deinen Wegen nicht straucheln oder stille stehn, erleucht mir Leib und Seele ganz, du[ ewig] starker Himmelsglanz! Ich will dich lieben, meine Stärke, ich will dich lieben, meine Zier, ich will dich lieben mit dem Werke und immerwährender Begier, ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir[ der Tod] das Herze bricht. 7. Gib meinen Augen süße Tränen, gib meinem Herzen heilge Brunft, laß meine Seele sich gewöhnen zu üben in der Liebe Kunst, laß meinen Geiſt, Sinn und Verstand stets sein zu dir[ allein] gewandt! 8. Ich will dich lieben, meine 2. Ich will dich lieben, o mein Krone, ich will dich lieben, meinen Leben, als meinen allerbesten Gott, ich will dich lieben ohne Freund, ich will dich lieben und Lohne auch in der allergrößten erheben, so lange mich dein Glanz Not, ich will dich lieben, schönstes bescheint, ich will dich lieben, Licht, bis mir[ der Tod] das Gotteslamm, als meinen[ Seelen-] Bräutigam. Herze bricht. will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. 7. Und ob ichs zwar noch muß entbehren, so lang ich wandre in der Zeit, so wird er mirs doch wohl gewähren im Reiche seiner Herrlichkeit. Drum tu ich billig, was ich will, und liebe Jesum, der mein Ziel. Johann Scheffler q. 1624+ 1677. 304. Eigene Melodie, oder, wenn man die eingeklammerten Worte mitsingt, Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 1. 3. Ach daß ich dich so spät er= kennet, du hochgelobte Schönheit du, und dich nicht cher mein genennet, du höchstes Gut und wahre Ruh! Es ist mir leid und bin betrübt, daß ich so spät[ dich hab] geliebt. 4. Ich lief verirrt und war verblendet, ich suchte dich und fand dich nicht; ich hatte mich von dir gewendet und liebte das geschaffne Licht; nun aber ists durch dich geschehn, daß ich dich [ endlich] hab erschn. Johann Scheffler g. 1624+ 1677. 305. Mel. Gott des Himmels und der Erden. Biebe, die du mich zum Bilde deiner Gottheit hast gemacht, Liebe, die du mich so milde nach dem Fall hast wiederbracht, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 2. Liebe, die du mich erkoren, eh als ich geschaffen war, Liebe, die du Mensch geboren und mir gleich wardst ganz und gar, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 12 Jesuslieder. 178 3. Liebe, die für mich gelitten und gestorben in der Zeit, Liebe, die mir hat erstritten ewge Luft und Seligkeit, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort, Liebe, die sich bloß ergeben mir zum Heil und Seelenhort, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die mich hat gebunden an ihr Joch mit Leib und Sinn, Liebe, die mich überwunden und mein Herze hat dahin, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 6. Liebe, die mich ewig liebet, die für meine Seele bitt, Liebe, die das Lösgeld gibet und mich träftiglich vertritt, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 7. Liebe, die mich wird erwecken aus dem Grab der Sterblichkeit, Liebe, die mich wird umstecken mit dem Laub der Herrlichkeit, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. Johann Scheffler g. 1624+ 1677. 306. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. Jesu, meiner Seele Leben, meines Herzens höchste Freud, dir will ich mich ganz ergeben jetzo und in Ewigkeit; meinen Gott will ich dich nennen und vor aller Welt bekennen. Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 2. Deine Güt hat mich um fangen, als mich erst die Wel: empfing; dir bin ich schon angehangen, als an Mutterbrust ich hing; dein Schoß hat mich aufgenommen, wenn mein Herz nur zu dir kommen. Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 3. Auf der Kindheit wilden Wegen folgte mir stets deine Güt; deines Geistes Trieb und Regen regte mir oft das Gemüt, so ich etwa ausgetreten, daß ich wieder käm mit Beten. Ich bin dein, und du bist mein, ich will teines andern sein. 4. Ja in meinem ganzen Leben hat mich stets dein Licht geführt; du hast, was ich hab, gegeben, du haft meinen Lauf regiert; deine Güt, die täglich währet, hat mich immerdar ernähret. Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 5. Irr ich, sucht mich deine Liebe; fall ich, hilfet sie mir auf. Ist es, daß ich mich betrübe, tröst sie mich in meinem Lauf. Bin ich arm, gibt sie mir Güter; haßt man mich, ist sie mein Hüter. 3ch bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 6. Dein Geist zeiget mir das Erbe, das im Himmel beigelegt; ich weiß, wenn ich heute sterbe, wo man meine Seel hinträgt: zu dir, Jesu, in die Freude; Trok, daß mich was von dir scheide. Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 7. Drum ich sterbe oder lebe, bleib ich doch dein Eigentum, an dich ich mich ganz ergebe, du bist meiner Seele Ruhm, meine Zu Jejuslieder. versicht und Freude, meine Süßigteit im Leide. Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 8. Höre, Jesu, noch ein Flehen, schlag mir diese Bitt nicht ab: Wenn mein Augen nicht mehr sehen, wenn ich keine Kraft mehr hab, mit dem Mund was vorzutragen, laß mich doch zuletzt noch sagen: Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. Nach Christ. Scriver g. 1629+ 1693. 307. Mel. Gott des Himmels und der Erden. Jesus, Jesus, nichts als Jesus soll mein Wunsch sein und mein Ziel. Jekund mach ich ein Verbündnis, daß ich will, was Jesus will; denn mein Herz mit ihm erfüllt rufet nun: Herr, wie du willt! 2. Einer ist es, dem ich lebe, den ich liebe früh und spat; Jesus ist es, dem ich gebe, was er mir gegeben hat. Ich bin in dein Blut verhüllt, führe mich, Herr, wie du willt! 3. Scheinet was, es sei mein Glücke, und ist doch zuwider dir, ach so nimm es bald zurücke, Jesu, gib, was nütet mir. Gib dich mir, Herr Jesu mild, nimm mich dir! Herr, wie du willt! 4. Und vollbringe deinen Willen in, durch und an mir, mein Gott, deinen Willen laß erfüllen mich im Leben, Freud und Not, sterben als dein Ebenbild, Herr, wann, wo und wie du willt! 5. Sei auch, priesen, daß du Jeju, stets gedich und viel 179 dazu mir geschentet und erwiesen, daß ich fröhlich singe nu: Mir geschehe, Gott, mein Schild, wie du willt! Herr, wie du willt! Ludämilia Elisabeth, Gräfin zu Schwarzburg- Rudolstadt, g. 1640+ 1672. 308. Mel. Gott des Himmels und der Erden. eines Lebens beste Freude iſt der Himmel, Gottes Thron; meiner Seele Trost und Weide ist mein Jesus, Gottes Sohn. Was mein Herze recht erfreut, ist in jener Herrlichkeit. 2. Andre mögen sich erquicken an den Gütern dieser Welt, ich will nach dem Himmel blicken und zu Jefu sein gesellt; denn der Erde Gut vergeht, Jesus und sein Reich besteht. 3. Reicher kann ich nirgends werden, als ich schon in Jesu bin; alle Schätze dieser Erden sind ein schnöder Angstgewinn. Jesus ist das rechte Gut, das der Seele sanfte tut. 4. Glänzet gleich das Weltgepränge, ist es lieblich anzusehn, währt es doch nicht in die Länge, und ist bald damit geschehn; plötzlich pfleget aus zu sein dieses Lebens Glanz und Schein. 5. Aber dort des Himmels Gaben, die mein Jejus inne hat, können Herz und Seele laben, machen ewig reich und satt; cs vergeht zu keiner Zeit jenes Lebens Herrlichkeit. 6. Rost und Motten, Raub und Feuer schaden auch der Freude nicht, die mein Jesus, mein Getreuer, und sein Himmel mir 12* 180 Jesuslieder. verspricht. Dort ist alles abge- mein Freund, wenn Freundschaft tan, was die Seele tränten kann. weicht. Der Welt Haß kann mich 7. Einen Tag bei Jesu sizen ist viel besser, als die Welt tausend Jahr in Freuden nützen; aber ewig sein gestellt zu des Herren rechter Hand bleibt ein auserwählter Stand. doch nicht fällen, weil in den stärksten Unglückswellen mir deine Treu den Anker reicht. 3. Will mich der Sünde Last erdrücken, blikt auf mich des Gesetzes Weh, droht Straf und Hölle meinem Rücken, so steig ich gläubig in die Höh und flieh zu deinen heilgen Wunden; da hab ich schon den Ort gefunden, wo mich kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt alles wider mich zusammen, du bist mein Heil. Wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 8. Trinken, effen, tanzen, springen labet meine Seele nicht, aber nach dem Himmel ringen und auf Jesum sein gericht, ist der Seele schönste Zier, geht auch aller Freude für. 9. Ach so gönne mir die Freude, Jesu, die dein Himmel hegt; sei du selber meine Weide, die mich hier und dort verpflegt, und in dir recht froh zu sein, nimm mich in den Himmel ein! Salomo Liscow g. 1640+ 1689. 309. 4. Führst du mich in die Kreuz zeswüsten, ich folg und lehne mich auf dich. Du nährest aus den Wolfenbrüsten und labest aus dem Felsen mich.*) Ich traue deinen Wunderwegen, sie enden sich in Lieb und Segen; genug, wenn ich dich bei mir hab. Ich weiß: Wen du mit Ehr willst zieren und über Sonn und Sterne führen, den führest du zuvor hinab. *) 1. Kor. 10, 2-4. 5. Der Tod mag andern düfter scheinen, mir nicht, weil Seele, Herz und Mut in dir, der du verlässeft keinen, o allerliebstes Leben, ruht. Wen kann des Weges End erschrecken, wenn mördervollen Hecken gelanget in die Sicherheit? Mein Licht, so will ich auch mit Freuden aus dieser finstern Wildnis scheiden zu deiner Ruh der Ewigkeit. er aus 2. Die Welt mag meine Feindin heißen, es sei also; ich trau ihr nicht, wenn sie mir gleich will Lieb erweisen bei einem freundlichen Gesicht. In dir vergnügt 6. Wie ist mir dann, o Freund sich meine Seele, du bist mein der Seelen, so wohl, wenn ich Freund, den ich erwähle, du bleibst mich lehn auf dich! Mich kann Eigene Melodie. Wi ie wohl ist mir, o Freund der Seele, wenn ich in deiner Liebe ruh. Ich steige aus der Schwermutshöhle und eile deinen Armen zu. Da muß die Nacht des Traurens scheiden, wenn mit so angenehmen Freuden die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden; wer wollte nicht vergnüget werden, der in dir suchet Ruh und Lust? Jesuslieder. 181 mich drückest, macht mich wohlgemut deine Liebesglut. Welt, Not und Tod nicht quälen,| mich anblickest und an deine Brust weil du, mein Gott, vergnügest mich. Laß solche Ruh in dem Gemüte nach deiner unumschränkten Güte des Himmels süßen Vorschmack sein. Weg, Welt, mit allen Schmeicheleien! Nichts kann, als Jesus, mich erfreuen. O reicher Trost: Mein Freund ist mein! 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Not und Tod, du bist darum Mensch geboren, zu ersetzen, was verloren, durch dein Blut so rot, wahrer Mensch und Gott. Wolfg. Christ. Deßler g. 1660 1722. 4. Meines Glaubens Licht laß verlöschen nicht, salbe mich mit Freudenöle, daß hinfort in meiner Seele ja verlösche nicht meines Glaubens Licht. 310. Eigene Melodie. Schönster Herr Jesu, Herrscher aller Enden, Gottes und Marien Sohn, dich will ich lieben, dich will ich ehren, du meiner Seele Freud und Kron! 5. So werd ich in dir bleiben für und für; deine Liebe will ich ehren und in ihr dein Lob vermehren, weil ich für und für bleiben werd in dir. 2. Schön sind die Wälder, noch schöner die Felder in der schönen Frühlingszeit; Jesus ist schöner, Jesus ist reiner, der unser traurig Herz erfreut. 3. Schön leucht die Sonne, noch schöner der Monde und die Sterne allzumal; Jesus leucht schöner, Jesus leucht reiner als all die Engel im Himmelssaal. 4. Alle die Schönheit Himmels und der Erde ist nur gegen ihn wie Schein, keiner auf Erden lieber kann werden als der schönste Jesus mein. 1677. 311. Eigene Melodie. Seelenbräutigam, Jesu, Gottes Lamm, habe Dank für deine Liebe, die mich zieht aus reinem Triebe von der Sünde Schlamm, Jeju, Gottes Lamm! 2. Deine Liebesglut stärket Mut und Blut; wenn du freundlich 6. Deinen Frieden gib aus so großer Lieb uns, den Deinen, die dich kennen und nach dir sich Christen nennen; denen du bist lieb, deinen Frieden gib! 7. Nun ergreif ich dich, du mein ganzes Ich; ich will nimmermehr dich lassen, sondern gläubig dich umfassen, weil im Glauben ich nun ergreife dich. 8. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehrenkron; hier im Hoffen und im Glauben, dort im Haben und im Schauen; denn die Ehrenfron folgt auf Spott und Hohn. 9. Jesu, hilf, daß ich allhier ritterlich alles durch dich überwinde und in deinem Sieg empfinde, wie so ritterlich du gekämpft für mich. 10. Du mein Preis und Ruhm, werte Himmelsblum, in mir soll nun nichts erschallen, als was dir nur kann gefallen, werte Himmels= blum, du mein Preis und Ruhm! Adam Dreje g. 1620+ 1701. 182 Jesuslieder. 312. Ev. Luc. 10, 42. 1. Ror. 1, 30. Eigene Melodie. eins ist not, ach Herr, dies Eine lehre mich erkennen doch! Alles andre, wies auch scheine, ist ja nur ein schweres Joch, darunter das Herze sich naget und plaget und dennoch kein wahres Vergnügen erjaget. Erlang ich dies Eine, das alles ersetzt, so werd 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen durch dein rosenfarbes ich mit Einem in allem ergeßt. Blut. Die höchste Gerechtig2. Seele willst du dieses fin- teit ist mir erworben, da du den, fuchs bei keiner Kreatur, laß, bist am Stamme des Kreuzes was irdisch ist, dahinten, schwing gestorben; die Kleider des Heils dich über die Natur! Wo Gott ich da habe erlangt, worinnen und die Menschheit in Einem ver- mein Glaube in Ewigkeit prangt. einet, wo alle vollkommene Fülle erscheinet, da, da ist das beste, notwendige Teil, mein Ein und mein Alles, mein seligstes Heil. 3. Wie Maria war beslissen auf des Einigen Genieß, da sie sich zu Jesu Füßen voller Andacht niederließ: ihr Herze entbrannte, dies einzig zu hören, was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren, ihr Alles war gänzlich in Jesum versenkt, und wurde ihr alles in Einem geschenkt: 7. Nun so gib, daß meine Seele auch nach deinem Bild erwacht; du bist ja, den ich erwähle, mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben; entreiße mich aller vergänglichen Lust, dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt! 4. Also ist auch mein Verlangen, liebster Jesu, nur nach dir; laß mich treulich an dir hangen, schenke dich zu eigen mir! Ob viel auch umkehrten zum größesten Haufen, so will ich dir dennoch in Liebe nachlaufen, denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist. Was ist wohl, das man nicht in Jesu geneußt? nur, daß sich auch mein Wille fein in solche Schranken fügt, worinnen die Demut und Einfalt regieret und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Ach wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, so hab ich der Weisheit vollkommenen Preis. 5. Aller Weisheit höchste Fülle in dir ja verborgen liegt. Gib 8. Ja, was soll ich mehr verlangen? Mich beströmt die Gnadenflut. Du bist einmal eingegangen in das Heilge durch dein Blut; da hast du die ewge Erlösung erfunden, daß ich nun der höllischen Herrschaft entbunden; dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, im kindlichen Geiste das Abba nun klingt. 9. Volles Gnügen, Fried und Freude jezo meine Seel ergeßt, weil auf eine frische Weide mein Hirt Jesus mich gesetzt. Nichts Süßes kann also mein Herze Jesuslieder. 183 erlaben, als wenn ich nur, Jesu, Blendwerk sei, wodurch wir uns dich immer soll haben; nichts, betrügen. Drum muß Jesus nichts ist, das also mich innig mit den Schätzen mich ergeten, erquickt, als wenn ich dich, Jesu, die bestehen, wenn die Weltluft im Glauben erblickt. muß vergehen. 10. Drum auch, Jesu, du alleine sollst mein Ein und Alles sein; prüf, erfahre, wie ichs meine, tilge allen Heuchelschein! Sieh, ob ich auf bösem, betrüglichen Stege, und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege, gib, daß ich nichts achte, nicht Leben noch Tod, und Jesum gewinne: dies Eine ist not. Joh. Heinr. Schröder g. 1667 † 1699. 4. Wer Jesum fest im Glauben hält, der hat die Kraft der andern Welt hier allbereit zu schmecken. Pflegt Jesus gleich zu mancher Zeit bei großer Herzenstraurigkeit sein Antlig zu berdecken, ist doch sein Joch sanft und feiner, als wenn einer auf dem Bette dieser Welt zu schlafen hätte. 5. So weiß ich auch aus deinem Wort, daß du dich, liebster Seelenhort, nicht ewiglich ver= steckest;*) du tust vor mir die Augen zu, auf daß du desto größre Ruh hernach in mir er= weckest, wenn ich treulich als ein Rebe an dir flebe auch im Leide, nicht nur in der süßen Freude. ) Jesaia 54, 7. 8. Johannes 14, 18. 19 und 16, 16-22. 313. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. Mein Jesu, süße Seelenlust, mir ist nichts außer dir bewußt, wenn du mein Herz erquickest, dieweil dein Blick so lieblich ist, daß man auch seiner selbst vergißt, wenn du den Geist entzückest, daß ich in dich aus dem Triebe reiner Liebe von der Erde über mich gezogen werde. 6. Derhalben soll mich keine Not, mein Jesu, wär es auch der Tod, von deinem Tienst ab2. Was hatt ich doch für Troft schrecken. Ich weiß, daß mich und Licht, als ich dein holdes dein Herze liebt, darum so geh Angesicht, mein Jesu, noch nicht ich unbetrübt mit dir durch Dorn tannte? Wie blind und töricht und Hecken. Plage, schlage, ich ging ich hin, da mein verkehrter bin stille, ists dein Wille, mich Fleischessinn von Weltbegierden zu tränken, du wirst meiner doch brannte, bis mir von dir Licht und gedenken. Leben ward gegeben, dich zu kennen, herzlich gegen dich zu brennen. 3. Die arme Welt hat zwar den Schein, als wär ihr schlechtes Fröhlichsein ein herrliches Vergnügen. Allein wie eilend gehts vorbei; da sieht man, daß es 7. Und sollt ich auch, mein Hort, in mir dein süßes Manna nicht allhier in dieser Zeit empfinden, so will ich doch zufrieden sein und werde deinen Gnadenschein in jenem Leben finden, da man stets kann, sich zu laben, 184 Jesum haben, stets erblicken und ihn in die Arme drücken. 8. Allein, du holder Menschen sohn, ich kenne deine Liebe schon, wenn uns die Dornen stechen; dein Herz, das mich in Trauren setzt und sich verschließt, muß doch zuletzt vor Jauter Liebe brechen; drum füllt und quilt in mein Herze nach dem Schmerze deine Süße, die ich noch allhier genieße. 9. Du salbest mich mit Freudenöl, so daß sich öfters Leib und Seel recht inniglich erfreuen. Ich weiß wohl, daß du mich betrübst, ich weiß auch, was du denen gibst, die sich davor nicht scheuen. Drum gib den Trieb, unabwendig und beständig treu zu bleiben und recht fest an dich zu gläuben. 10. Der Glaub ist eine starke Hand und hält dich als ein festes Band, ach stärke meinen Glauben! Im Glauben kann dich niemand mir, im Glauben kann mich niemand dir, o starter Jesu, rauben, weil ich fröhlich Welt und Drachen kann verlachen und die Sünden durch den Glauben überwinden. Joh. Christ. Lange g. 1639+1756. 314. Mel. Seelenbräutigam. Wer ist wohl wie du, Jesu, süße Ruh? Unter vielen ausertoren, Leben derer, die verloren, und ihr Licht dazu, Jesu, süße Ruh! Jesuslieder. 2. Leben, das den Tod, mich aus aller Not zu erlösen, hat geschmecket, meine Schulden zugedecket und mich aus der Not hat geführt zu Gott. 3. Glanz der Herrlichkeit, du bist vor der Zeit zum Erlöser uns geschenket und in unser Fleisch versenket in der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 4. Großer Siegesheld, Tod, Sünd, Höll und Welt, alle Kraft des großen Drachen hast du wolln zu schanden machen durch das Lösegeld deines Bluts, o Held! 5. Höchste Majestät, König und Prophet, deinen Zepter will ich tüssen, ich will sizzen dir zu Füßen, wie Maria tät, höchste Majestät! 6. Laß mich deinen Ruhm als mein Eigentum durch des Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe brennen als dein Eigentum, allerschönster Ruhm! 7. Deiner Sanftmut Schild, deiner Demut Bild mir anlege, in mich präge, daß kein Zorn noch Stolz sich rege; vor dir sonst nichts gilt als dein eigen Bild. 8. Steure meinem Sinn, der zur Welt will hin, daß ich nicht mög von dir wanken, sondern bleiben in den Schranken; sei du mein Gewinn, gib mir deinen Sinn! 9. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unverrückt zu dir fortsetze, und mich nicht in seinem Neze Satan halte auf; fördre meinen Lauf! 10. Deines Geistes Trieb in die Seele gib, daß ich wachen mög und beten, freudig vor dein Antlig treten; ungefärbte Lieb in die Seele gib! Jesuslieder. 11. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Herzens Schifflein decken, wollst du deine Hand ausstrecken; habe auf mich acht, Hüter, in der Nacht! 12. Einen Heldenmut, der da Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüfte basse, gib mir, höchstes Gut, durch dein teures Blut! 13. Solls zum Sterben gehn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Todestal begleiten und zur Herrlichkeit geleiten, daß ich einst mag sehn mich zur Rechten stehn. Joh. Anast. Freylinghausen g. 1670+ 1739. 315. 2. Timoth. 2, 8. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, o Mensch, der auf die Erden vom Thron des Himmels kommen ist, dein Bruder da zu werden; vergiß nicht, daß er dir zugut hat angenommen Fleisch und Blut, dank ihm für diese Liebe! 2. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der für dich hat gelitten, ja gar am Kreuz gestorben ist und dadurch hat bestritten Welt, Sünde, Teufel, Höll und Tod und dich erlöst aus aller Not, dank ihm für diese Liebe! 185 4. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der nach den Leidenszeiten gen Himmel aufgefahren ist, die Stätt dir zu bereiten, da du sollst bleiben allezeit und sehen seine Herrlichkeit, dank ihm für diese Liebe! 5. Halt im Gedächtnis Jesum Chrift, der einst wird wiederkommen und sich, was tot und lebend ist, zu richten vorgenommen. O denke, daß du da bestehst und mit ihm in sein Reich eingehst, ihm ewiglich zu danken. 6. Gib, Jesu, gib, daß ich dich kann mit wahrem Glauben fassen und nie, was du an mir getan, mög aus dem Herzen lassen, daß dessen ich in aller Not mich trösten mög und durch den Tod zu dir ins Leben dringen. Cyriacus Günther g. 1650+ 1704. 3. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der auch am dritten Tage fiegreich vom Tod erstanden ist, befreit von Not und Plage. Bedenke, daß er Fried gemacht, sein Unschuld Leben wieder bracht, dank ihm für diese Liebe! 316. Mel. Meinen Sefum laß ich nicht. Mel. 2. Seele, was ermüdst du dich in den Dingen dieser Erden, die doch bald verzehren sich und zu lauter nichts dir werden? Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, laß ihn sich zu Gott aufschwingen, richt ihn stets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad eindringen! Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 3. Tu verlangst oft süße Ruh, dein betrübtes Herz zu laben: eil zur Lebensquell hinzu, da kannst du sie reichlich haben. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 186 4. Fliehe die unselge Pein, so das finstre Reich gebieret; laß nur den dein Labsal sein, der zur Glaubensfreude führet. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. Jejuslieder. 5. Ach es ist ja schlecht genug, daß du sonst viel Zeit verdorben mit nichtswürdigem Gesuch, dabei du fast bist erstorben. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 8. Du bist ja ein Hauch aus Gott und aus seinem Geist geboren, darum liege nicht im Tod, bist du nicht zum Reich erkoren? Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 9. Schwinge dich fein oft im Geist über alle Himmelshöhen, laß, was dich zur Erde reißt, weit von dir entfernet stehen! Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 11. Laß dir seine Majestät immerdar vor Augen schweben, laß mit brünstigem Gebet fich dein Herz zu ihm erheben! Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 6. Geh einfältig stets einher, laß dir nichts das Ziel verrücken; Gott wird aus dem Liebesmeer dich, den Kranken, wohl erquiden. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 317. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 7. Weißt du nicht, daß diese Liebe, die nicht auszusprechen! Welt ein ganz ander Wesen heget, als dem Höchsten wohlgefällt und dein Ursprung dir vorleget? Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. Jesus hebt, was schwach, empor. Seine Hand will nicht zerbrechen das zerstoßne Glaubensrohr, seine Huld verschmähet nicht meines Glaubens schwaches Licht, das nur einem Döchtlein gleichet, das kaum glimmt und fast erbleichet. 2. Ob ich gleich mit Petro finte,*) gibt mir Jesus doch die Hand und die süßen Liebeswinke, er erkennt den schwachen Stand. Wie ein Vaterherz gesinnt gegen sein noch kleines Kind, so trägt Gott auch mit Erbarmen schwache Kinder auf den Armen. 10. Nahe dich dem lautern Strom, der vom Thron des Lammes fließet und auf die, so keusch und fromm, sich in reichem Maß ergießet. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 12. Sei im übrigen ganz still, du wirst schon zum Ziel gelangen, glaube, daß sein Liebeswill stillen werde dein Verlangen. Drum such Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. Jat. Gabr. Wolf g. 1683+ 1754. *) Matth. 14, 30. 3. Beut mein Hirte nicht den Rücken seinem schwachen Schäflein an? Krante Seelen zu erquicken, tritt er auf die Todesbahn. Selbst die höchste Kraft verschmacht, da sie ruft: Es ist vollbracht, daß ich Schwacher möge siegen in den letzten Todeszügen. Jesuslieder. 187 4. Jesu, starke Kraft der rauher Bahn nimmst du mich Schwachen, stärke mich, denn dort mit Ehren an, wo mich ich bin schwach. Du, du kannst mich stärker machen, höre doch mein seufzend Ach! Hebe du das schwache Rohr meines Glaubens selbst empor, daß es bei dem Sturm der Sünde um dein Kreuz sich feste winde. vor deinem Thron erfreut die Krone der Gerechtigkeit. Herr Jesu Christ, ach mit Begier, ach mit Begier wünsch ich zu sein, mein Gott, bei dir. 5. Feuchte mit dem Gnadenöle meines Glaubens Döchtlein an in der Lampe meiner Seele auf der dunkeln Todesbahn! Stehe mir, o Allmacht, bei, daß ich stark in Schwachheit sei, daß ich dich, bis ich ertalte, fest mit schwachen Händen halte. Salomo Frand g. 1659+ 1725. 318. Psalm 73, 23-28. Viel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. err Jesu Christ, mein höchstes Gut, mein Seelenschak, mein Herzensmut und aller Sinne Freude, ich bleibe dennoch stets an dir; so ist auch nichts, das dich von mir und unsre Liebe scheide. Du machst mir deinen Weg bekannt, hältst mich bei meiner rechten Hand, regierst und und führst den Lebenslauf und hilfest meiner Schwachheit auf. Herr Jesu Christ, du bist mein Licht, du bist mein Licht; ich folge dir, so irr ich nicht. 2 Du leitest mich nach deinem Rat, der andres nichts beschlossen hat, als was mir Segen bringet. Gehts gleich zu Zeiten wunderlich, so weiß ich dennoch, daß durch dich der Ausgang wohl gelinget. Nach hartem Tritt auf 3. Mein Alles ist auf dich gericht; hab ich nur dich, so frag ich nicht nach Himmel und nach Erden. Denn wär der Himmel ohne dich, so könnte keine Lust für mich in tausend Himmeln werden. Wärst du nicht schon auf Erden mein, möcht ich auch nicht auf Erden sein, denn auch die ganze weite Welt hat nichts, das mir wie du gefällt. Herr Jesu Christ, wo du nicht bift, wo du nicht bist, ist nichts, das mir erfreulich ist. 4. Und sollte mir durch Kreuz und Not, durch Marter, durch Gewalt und Tod auch Seel und Leib verschmachten, dies alles wird, wenns auch noch mehr, ja gar wie eine Hölle wär, mein Glaube doch nichts achten. Du bist und bleibest doch mein Heil und meines Herzens Troft und Teil; so wird und muß durch dich allein auch Leib und Seele selig sein. Herr Jesu Christ, ich hoffe feft, ich hoffe feft, daß deine Kraft mich nicht verläßt. 5. Drum halt ich mich getroft zu dir, du aber hältst dich auch zu mir, und das ist meine Freude. Ich setze meine Zuversicht auf dich, mein Fels, der nicht zerbricht, in Freud und auch im Leide. Dein Tun soll alles und allein in meinem Herz und Munde 188 sein, bis ich dich kann mit Augen sehn. Ach möchte solches bald geschehn! Herr Jesu Christ, ich warte drauf, ich warte drauf, tomm, komm, mein Schak, und nimm mich auf! Erdmann Neumeister g. 1671+1756. 319. Jesuslieder. Eigene Melodie, oder Ach erkennet, liebste Seelen. Ich will mich mit dir verloben, süßer Jesu, du allein wirft von mir aus Lieb erhoben, und ich bin nun gänzlich dein. Zwar die Welt wird mich stets hassen, denn sie hasset dich zugleich; kann ich aber dich umfassen, so bin ich vergnügt und reich. 2. Alles soll mir Ekel machen, was zur Eitelkeit gehört, und in allen meinen Sachen werde Jesus nur geehrt. Sollt ich Jesum denn nicht lieben, der mich vor der Welt erwählt? Sollt ich Jesum noch betrüben, der mich ihm schon zugezählt? 3. Nein, die ganze Welt soll wissen, daß ihr Tun mir nicht gefällt; alles andre will ich missen, weil er mich in Armen hält. Seine Lieb hat mich gefangen, und ich will die Freiheit nicht, denn mein sehnliches Verlangen ist allein auf ihn gericht. 4. O wie lang hab ich verzogen, wie lang hab ich dich veracht! O wie oft ward ich betrogen und von dir hinweggebracht! Aber nun soll uns nichts scheiden, nicht das Leben, nicht der Tod, nicht das Kreuz, nicht Schmach und Leiden, weder Unglück, Schmerz noch Not. 5. Stärke du mir meinen Willen wider meiner Feinde List, denn du mußt in mir erfüllen, was dem Fleisch unmöglich ist; laß mich nicht mehr von dir wanken, ach wo soll ich auch sonst hin? weil ich nicht nur in Gedanken, sondern wirklich bei dir bin. 6. So sei tausendmal gegrüßet, Jesu, meine süße Luft! Sei auch tausendmal geküsset, sei du mir allein bewußt, sei mein Wunsch und mein Verlangen, sei mein Bräutigam und Hort, sei du meiner Seele Prangen, sei mein Alles hier und dort! Ph. Balth. Sinold g. 1657+ 1742. 320. Mel. Seelenbräutigam. Jesu, geh voran auf der Lebensbahn, und wir wollen nicht verweilen dir getreulich nachzueilen; führ uns an der Hand bis ins Vaterland! 2. Solls uns hart ergehn, laß und feste stehn und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen, denn durch Trübfal hier geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz irgend unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden, o so gib Geduld zu beiden, richte unsern Sinn auf das Ende hin! 4. Ordne unsern Gang, Liebster, lebenslang! Führst du uns durch rauhe Wege, gib uns auch die nötge Pflege! Tu uns nach dem Lauf deine Türe auf! Nit. Ludw. v. ginzendorf g. 1700 1760. Jesuslieder. 189 Großer Mittler, der zur Rechten 6. 3war in deines Fleisches Tagen, da die Sünden aller Welt dir auf deinen Schultern lagen, hast du dich vor Gott gestellt, bald mit Seufzen, bald mit Weinen seines großen Vaters sitzt und für die Sünder zu erscheinen, o die Schar von seinen Knechten in mit welcher Niedrigkeit batest du dem Reich der Gnade schüßt, den zur selben Zeit! auf dem erhabnen Throne, in der königlichen Krone, alles Heer der Ewigkeit mit verhülltem Antlitz scheut, 321. Mel. Alle Menschen müssen sterben. Mel. 2. 2. Dein Geschäft auf dieser Erden und dein Opfer ist vollbracht, was vollendet sollen werden, das ist gänzlich ausgemacht. Da du bist für uns gestorben, ist uns Gnad und Heil erworben, und dein siegreich Auferstehn läßt uns in die Freiheit gehn. 3. Nun ist dieses dein Geschäfte in dem obern Heiligtum, die erworbnen Segenskräfte durch dein Evangelium allen denen mitzuteilen, die zum Thron der Gnade eilen, nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Deines Volkes werte Namen trågest du auf deiner Brust*), und an den gerechten Samen denkest du mit vieler Luft. Du vertrittst, die an dich glauben, daß sie dir vereinigt bleiben, und bittst in des Vaters Haus ihnen eine Wohnung aus. *) 2. Mos. 39, 14. 5. Doch vergißt du auch der Armen, die der Welt noch dienen, nicht, weil dein Herz dir vor Erbarmen über ihrem Elend bricht; daß dein Vater ihrer schone, daß er nicht nach Werken lohne, daß er ändre ihren Sinn, ach da zielt dein Bitten hin. 7. Aber nun wird deine Bitte von der Allmacht unterstützt, da in der vollkommnen Hütte*) die verklärte Menschheit sitzt. Nun kannst du des Satans Klagen majestätisch nieder schlagen, und nun macht dein redend Blut unfre böse Sache gut.*) Hebr. 9, 11. 8. Die Verdienste deiner Leiden stellest du dem Vater dar und vertrittst nunmehr mit Freuden deine teur erlöste Schar, daß er wolle Kraft und Leben deinem Volk auf Erden geben und die Seelen zu dir ziehn, die noch deine Freundschaft fliehn. 9. Großer Mittler, sei gepriesen, daß du in dem Heiligtum so viel Treu an uns bewiesen, dir sei Ehre, Dank und Ruhm! Laß uns dein Verdienst vertreten, wenn wir zu dem Vater beten, sprich für uns in letzter Not, wenn den Mund verschließt der Tod. Joh. Jak. Rambach) g. 1693 † 1735. 322. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. eiland, deine Menschenliebe war die Quelle deiner Triebe, die dein treues Herz bewogen, dich in unser Fleisch gezogen, dich mit Schwachheit überdecket, dich vom Kreuz ins Grab gestrecket. Oder 190 Jesuslieder. ungemeinen Triebe deiner treuen Menschenliebe! 7. Demut war bei Spott und Hohne deiner Liebe Schmuck und 2. über seine Feinde weinen, Krone; diese machte dich zum jedermann mit Hülf erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen mehr als väterlich erbarmen, der Betrübten Klagen hören, sich in andrer Dienst verzehren, sterben für die ärgsten Sünder, das Lieb, o Menschenkinder! Knechte einem sündlichen Geschlechte, diese war gleich wie die Tauben ohne Falsch, voll Treu und Glauben, mit Gerechtigkeit gepaaret, durch Vorsichtigkeit bewahret. 8. Komm, laß deine Liebe decken meiner Sünden Meng und Flecken! Du haft das Gesetz erfüllet und desselben Fluch gestillet; laß mich wider dessen Stürmen deiner Liebe Schild beschirmen! Heilge meines Herzens Triebe, salbe sie mit deiner Liebe! Joh. Jak. Rambach g. 1693 † 1735. 3. O du Zuflucht der Elenden, wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hülf und Heil genommen, der gebeugt zu dir gekommen? O wie ist dein Herz gebrochen, wenn dich Krante angesprochen! Owie pflegtest du zu eilen, das Gebetne mitzuteilen! 323. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 4. Die Betrübten zu erquicken, zu den Kleinen sich zu bücken, die Unwissenden zu lehren, die Verführten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, täglich liebeönig, dem kein König gleichet, reich zu sich locken, war mit dessen Ruhm kein Mund erSchwächung deiner Kräfte dein reichet, dem als Gott das Reich gewöhnliches Geschäfte. gebühret, der als Mensch das Zepter führet, dem das Recht gehört zum Throne als des Vaters eingem Sohne, den so viel Vollkommenheiten krönen, zieren und begleiten: 5. O wie hoch stieg dein Erbarmen, da du für die ärmsten Armen dein unschätzbar teures Leben in den ärgsten Tod gegeben, da du in der Sünder Orden aller Schmerzen Ziel geworden und, den Segen zu erwerben, als ein Fluch haft wollen sterben! 6. Deine Lieb hat dich getrieben, Sanftmut und Geduld zu üben, ohne Schelten, Drohen, Schlagen andrer Schmach und Last zu tragen, allen freundlich zu begegnen, für die Lästerung zu segnen, für der Feinde Schar zu beten und die Mörder zu vertreten. 2. Himmel, Wasser, Luft und Erde nebst der ungezählten Herde der Geschöpfe in den Feldern, in den Seeen, in den Wäldern sind, Herr über Tod und Leben, dir zum Eigentum gegeben; Tiere, Menschen, Geister scheuen, Menschensohn, dein mächtig Dräuen. 3. In des Gnadenreiches Grenzen sieht man dich am schönsten glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt Jesuslieder. erwählen, die durchs Zepter deines Mundes nach dem Recht des Gnadenbundes sich von dir regieren lassen und wie du das Unrecht hassen. 4. In dem Reiche deiner Ehren fann man stets dich loben hören von dem himmlischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlik schauen, die dich unermüdet preisen und dir Ehr und Dienst erweisen. 5. Herrscher du in dreien Reichen, dir ist niemand zu vergleichen an dem Überfluß der Schäße, an der Ordnung der Gesebe, an Vortrefflichkeit der Gaben, welche deine Bürger haben; du beschützest deine Freunde, du bezwingest deine Feinde. 4. Herr Jesu, ohne dich muß mir die Welt zur Hölle werden; ich habe, hang ich nur an dir, den Himmel schon auf Erden. quillt mein Lebenstrant von dir, das Lebensmanna gibst du mir. 5. O selge Stunde, da man 6. Herrsche auch in meinem dich kann recht ins Herze schlieHerzen über Zorn, Furcht, Lust Ben! Wie läßt du da so süßigund Schmerzen, laß mich deinen lich Heil, Gnad und Friede Schuß genießen, laß mich dich im fließen! So oft das Herze nach Glauben küssen, ehren, fürchten, dir blickt, wird es mit Himmelsloben, lieben und mich im Ge- luft erquickt. horsam üben, hier mit ringen, dulden, streiten, dort mit herrschen dir zur Seiten! Joh. Jak. Rambach g. 1693+ 1735. 324. Mel. Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt. 191 2. Mein Herzensfreund, dich laß ich nicht, ich kann nichts Bessers haben, in dir ist Freude, Trost und Licht, du kannst vollkommen laben. Nichts ist, das mir Vergnügen gibt, als wenn mich Jesus herzlich liebt. 3. Du, du bist mein, und ich bin dein, wir sind in eins verbunden; dies gute Teil hab ich allein durch deine heilgen Wunden. Du bist mein Fels, der mich nicht läßt, auf dir ruht meine Seele feft. Mein Herz, ach rede mir nicht drein, ich muß von hinnen eilen, ich muß bei meinem Jesu sein. Was soll ich hier verweilen, wo Eitelkeit, wo keine Ruh? Mein Geist eilt nach dem Himmel zu. 6. Das schwerste Kreuz wird leicht und klein, denn du selbst hilfft es tragen; du richtest es 3um besten ein, kannst nicht von Herzen plagen. Dein Rutenstreich ist voller Huld, du forderst von uns nur Geduld. 7. Führst du mich nun gleich wunderlich, mein Freund, durch Leid und Freude, weiß ich dennoch, daß alles mich von deiner Lieb nicht scheide. Es führet mich dein Wunderpfad zu dir, in meines Vaters Stadt. J. Ludw. Kour, Allendorf g. 1693+ 1773. 192 Jesuslieder. 325. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 3. err von unendlichem Erbarmen, du unergründlich Liebesmeer, ich danke dir mit andern Armen, mit einem ganzen Sünderheer für deine Huld in Jesu Christ, die vor der Welt gewesen ist. 2. Für dein so allgemein Erlösen, für die Bezahlung aller Schuld, für deinen Ruf an alle Bösen und für das Wort von deiner Huld, ja für die Kraft in deinem Wort dankt dir mein Herze hier und dort. 3. Für deinen heilgen Geist der Liebe, der Glauben wirkt in unserm Geist, weil doch des Glaubens Kraft und Triebe ein Werk der Allmacht Gottes heißt; für die Befestigung darin dankt dir mein neugeschaffner Sinn. 4. Für dein so tröstliches Versprechen, daß deine Gnade ewig sei; wenn Berge berften, Hügel brechen, steht doch dein Bund und deine Treu; wenn Erd und Himmel weicht und fällt, so lebt doch Gott, der Glauben hält. 5. Für deine teuren Satra= mente als Siegel deiner wahren Schrift, wo Gott, damit ich glauben könnte, ein Denkmal seiner Wunder stift: für diese Gnaden in der Zeit dankt dir mein Herz in Ewigkeit. 6. Ja Mund und Herze soll dir danken, doch bittet auch mein Herz und Mund: Laß weder Mund noch Herze wanken und gründe mich auf diesen Grund! Erhalte nur durch deine Treu mich bis ans Ende auch dabei! 7. Laß mich in Liebe heilig leben, unsträflich, dir zum Lobe, sein; versichere mein Herz dar neben, es reiße keine Luft noch Pein mich von der Liebe Gottes hin, weil ich in Jesu Christo bin. 8. Tod, Leben, Trübsal, Angst und Leiden, was Welt und Hölle in sich schließt, nichts soll mich von der Liebe scheiden, die da in Christo Jesu ist. Ja Amen, Vater aller Treu, zähl mich den Auserwählten bei! Phil. Friedr. Hiller g. 1699+ 1769. 326. Eph. 1, 21. 22. Eigene Melodie. oder Alles ist an Gottes Segen. Jesus Christus herrscht als König, alles wird ihm untertänig, alles legt ihm Gott zu Fuß. Alle Zunge soll bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen, dem man Ehre geben muß. 2. Fürstentümer und Gewalten, Mächte, die die Thronwacht halten, geben ihm die Herrlichkeit. Alle Herrschaft dort im Himmel, hier im irdischen Getümmel ist zu seinem Dienst bereit. 3. Engel und erhabne Thro nen, die beim ewgen Lichte wohnen, nichts ist gegen Jesum groß. Alle Namen hier auf Erden, wie sie auch vergöttert werden, sie sind Teil aus seinem Los. 4. Gott ist Herr; der Herr ist Einer, und demselben gleichet teiner, nur der Sohn der ist Jesuslieder. ihm gleich. Dessen Stuhl ist unumstößlich, dessen Leben unauflöslich, dessen Reich ein ewig Reich. 5. Gleicher Macht und gleicher Ehren sitzt er unter lichten Chören über allen Cherubim. In der Welt und Himmel Enden hat er alles in den Händen; denn der Vater gab es ihm. 6. Gebt, ihr Sünder, ihm die Herzen, klagt, ihr Kranken, ihm die Schmerzen, sagt, ihr Armen, ihm die Not! Er kann alle Wunden heilen, Reichtum weiß er auszuteilen, Leben schenkt er nach dem Tod. 7. Zwar auch Kreuz drückt Chrifti Glieder hier auf turze Zeit darnieder, und das Leiden geht zuvor. Nur Geduld, es folgen Freuden, nichts fann sie von Jesu scheiden, und ihr Haupt zieht sie empor. 8. Jauchz ihm, Menge heilger Knechte, rühmt, vollendete Gerechte, und du Schar, die Palmen trägt, und du Blutvolt in der Krone und du Chor vor seinem Throne, der die Gottesharfen schlägt! 9. Ich auch auf der tiefsten Etufen, ich will glauben, reden, rufen, ob ich schon noch Pilgrim bin. Jesus Christus herrscht als König, alles sei ihm untertänig! Ehret, liebet, lobet ihn! Phil. Friedr. Filler g. 1699+ 1769. 193 wodurch ich Wurm geliebet ward; ich will, anstatt an mich zu denken, ins Meer der Liebe mich versenten. 2. Wie bist du mir so zart gewogen, und wie verlangt dein Herz nach mir! Durch Liebe sanft und tief gezogen neigt sich mein Alles auch zu dir; du traute Liebe, gutes Wesen, du hast mich und ich dich erlesen. 3. Ich fühls: du bists, dich muß ich haben; ich fühls: ich muß für dich nur sein. Nicht im Geschöpf, nicht in den Gaben, mein Ruhplaß ist in dir allein. Hier ist die Ruh, hier ist Vergnügen, drum folg ich deinen felgen Zügen. 4. Für dich sei ganz mein Herz und Leben, mein süßer Gott, und all mein Gut; für dich hast du mirs nur gegeben, in dir es nur und selig ruht. Hersteller meines schweren Falles, für dich sei ewig Herz und alles! 5. Ehr sei dem hohen Jesusnamen, in dem der Liebe Quell entspringt, von dem hier alle Bächlein tamen, aus dem der Selgen Schar dort trinkt. Wie beugen sie sich ohne Ende, wie falten sie die frohen Hände! 6. O Jesu, daß dein Name bliebe im Grunde tief gedrücket ein! Möcht deine süße Jesusliebe in Herz und Sinn gepräget sein! Im Wort, im Werk und allem 327. Eigene Melodie. hbete an die Macht der Liebe, Wesen sei Jesus und sonst nichts die sich in Jesu offenbart; ich zu lesen! geb mich hin dem freien Triebe, Gerh. Terstegen g. 1697+ 1769. 13 194 Jesuslieder. 328. Mel. Was Gott tut, das ist wohlgetan. ich Jesum laß ich ewig nicht, dir bleibt mein Herz ergeben. Du kennst dies Herz, das redlich spricht: Nur Einem will ich leben. Du, du allein, du sollst es sein, du sollst mein Trost auf Erden, mein Glück im Himmel werden. 2. Dich Jesum laß ich ewig nicht; ich halte dich im Glauben. Nichts kann mir meine Zuversicht und deine Gnade rauben. Der Glaubensbund hat festen Grund: die deiner sich nicht schämen, die kann dir niemand nehmen. 3. Dich Jesum laß ich ewig nicht; aus göttlichem Erbarmen gingst du für Sünder ins Gericht und büßteft für mich Armen. Aus Dankbarkeit will ich erfreut um deines Leidens willen die Pflicht der Treu erfüllen. 4. Dich Jesum laß ich ewig nicht, du stärkest mich von oben. Zu dir steht meine Zuversicht, wenn meine Feinde toben. Ich flich zu dir, du eilst zu mir, wenn mich die Feinde hassen, wirst du mich nicht verlaffen. 5. Dich Jejum laß ich ewig nicht, das Kreuz soll uns nicht scheiden. Es bleibet jedes Gliedes Pflicht, mit seinem Haupt zu leiden. Doch all mein Leid währt turze Zeit, bald ist es überstanden, und Ruh ist dann vorhanden. Gedanken: Mein Freund ist mein, und ich bin sein; er ist mein Schutz, mein Tröster, und ich bin sein Erlöster. Ehrenfried Liebich) g. 1713+ 1780. 329. Eigene Melodie. Ach mein Herr Jesu, dein Nahesein bringt großen Frieden ins Herz hinein, und dein Gnadenanblick macht uns so selig, daß Leib und Seele darüber fröhlich und dankbar wird. 2. Wir sehn dein freundliches Angesicht voll Huld und Gnade wohl leiblich nicht, aber unsre Seele kanns schon gewahren, du kannst dich fühlbar gnug offenbaren, auch ungesehn. 3. O wer nur immer bei Tag und Nacht dein zu genießen recht wär bedacht! Der hätt ohne Ende von Glück zu sagen, und Leib und Seele müßt immer fragen: Wer ist wie du? 4. Barmherzig, gnädig, geduldig sein, uns täglich reichlich die Schuld verzeihn, heilen, stilln und trösten, erfreun und segnen und unsrer Seele als Freund begegnen, ist deine Lust. 5. Ach gib an deinem kostbaren Heil uns alle Tage vollkommen Teil und laß unsre Seele sich immer schicken, aus Not und Liebe nach dir zu blicken ohn Unterlaß. 6. Dich Jesum laß ich ewig nicht, nie soll mein Glaube wanken. Und wenn des Leibes Hütte bricht, sterb ich mit dem immer vor Augen schweben und 6. Und wenn wir weinen, so tröst uns bald mit deiner blutigen Todsgestalt, ja die laß uns Icsuslieder. 195 dein wahrhaftiges Inunsleben zu 4. Wenn ich ihn nur habe, sehen sein! 7. Ein herzlichs Wesen und Kindlichkeit sei unsre Zierde zu aller Zeit, und die Blutbesprengung aus deinen Wunden erhalt uns solche zu allen Stunden bei Freud und Leid! hab ich auch die Welt, und des Himmels reiche Gabe meinen Blick nach oben hält; hingesenkt im Schauen, kann mir vor dem Irdischen nicht grauen. 5. Wo ich ihn nur habe, ift mein Vaterland, und es fällt mir jede Gabe wie ein Erbteil in die Hand; längst vermißte Brüder find ich nun in seinen Jüngern wieder. Friedr. v. Hardenberg g. 1772+ 1801. 8. So werden wir bis in Himm'l hinein mit dir vergnügt wie die Kindlein sein; muß man gleich die Wangen noch manchmal neten: wenn sich das Herz nur an dir stets legen und stillen kann. 9. Du reichst uns deine durch= grabne Hand, die so viel Treue an uns gewandt, daß wir beim Drandenken beschämt dastehen, und unser Auge muß übergehen vor Lob und Dank. Christian Gregor g. 1723+ 1801. 330. Eigene Melodie. We fenn ich ihn nur habe, wenn er mein nur ist, wenn mein Herz bis hin zum Grabe seine Treue nie vergißt, weiß ich nichts von Leide, fühle nichts als Andacht, Lieb und Freude. 331. Mel. Herzlich tut mich verlangen. enn alle untreu werden, so bleib ich dir doch treu, daß Dankbarkeit auf Erden nicht ausgestorben sei. Für mich umfing dich Leiden, vergingst für mich in Schmerz; drum geb ich dir mit Freuden auf ewig dieses Herz. 2. Oft muß ich bitter weinen, daß du gestorben bist, und mancher von den Deinen dich lebenslang vergißt. Von Liebe nur durchdrungen hast du so viel getan, der Welt das Heil errungen, doch teiner denkt daran. 2. Wenn ich ihn nur habe, laß ich alles gern, folg an meinem Wanderstabe treugesinnt nur meinem Herrn, lasse still die andern breite, lichte, volle Straßen wandern. 3. Du stehst voll treuer Liebe noch immer jedem bei, und wenn dir keiner bliebe, so bleibst du dennoch treu; die treuste Liebe fieget, am Ende fühlt man sie, weint bitterlich und schmieget sich kindlich an dein Knie. 3. Wenn ich ihn nur habe, schlaf ich fröhlich ein; ewig wird 4. Ich habe dich empfunden; zu süßer Labe seines Herzens o lasse nicht von mir! Laß innig Flut mir sein, die mit sanftem mich verbunden auf ewig sein 3wingen alles wird erweichen mit dir! Einst schauen meine und durchdringen. Brüder auch wieder himmelwärts 13* 196 und sinken liebend nieder und fallen dir ans Herz. Friedr. v. Hardenberg g. 1772+ 1801. 332. Mel. Jesus, meine Zuversicht. tark ist meines Jesu Hand, und er wird mich ewig fassen, hat zu viel an mich gewandt, um mich wieder loszulassen. Mein Erbarmer läßt mich nicht, das ist meine Zuversicht. 2. Sieht mein Kleinmut oft Gefahr, fürcht ich auch zu unterliegen: Christus beut den Arm mir dar, Christus hilft der Ohnmacht siegen. Daß mich Gottes Held bersicht, das ist meine Zuversicht. Jejuslieder. 3. Wenn der Kläger mich verflagt, Chriftus hat mich schon vertretem; wenn er mi ju fitem wagt, Chriftus hat für mich gebeten. Daß mein Bürge für mich jpricht, bas ift meine Zuverficht. 4. Würd es Nacht vor meinem Schritt, daß ich keinen Ausgang müßte und mit ungewissem Tritt ohne Sicht verzagen müßte: Christus ist mein Stab und Licht, das ist meine Zuversicht. 5. Mag die Welt im Mißgeschid leben oder ängstlich flagen, ohne Halt ist all ihr Glück, wahrlich sie hat Grund zu zagen. Daß mein Anter nie zerbricht, das ist meine Zuversicht. 6. Will mein Herr durch sanfte Zucht mich nach seinem Bild gestalten, o jo will ich ohne Flucht seiner Hand nur stiller halten. Dann erschredt mich kein Gericht, das ist meine Zuversicht. 7. Seiner Hand entreißt mich nichts, sollt ich ihn mit Kleinmut schmähen? Mein Erbarmer selbst versprichts, sollt ich ihm sein Wort verdrehen? Nein, er läßt mich ewig nicht, das ich meine Zuversicht. Karl Bernh. Garbe g. 1763+ 1841. 333. Eigene Melodie. Baßt mich gehn, laßt mich gehn, daß ich Jesum möge sehn! Meine Seel ist boll Verlangen, ihn auf ewig ju umfangen und vor seinem Thron zu stehn. 2. Süßes Licht, süßes Licht, Somn, die durch die Wolfen bricht! O mann werd ich dahin fommen, bağ i bort mit allen Frommen jom dein holdes Angesicht! 3. Ach wie schön, ach wie schön ift der Engel Lobgetön! Hätt ich Flügel, hätt ich Flügel, flög ich über Tal und Hügel heute noch nach Zions Höhn. 4. Wie wirds sein, wie wirds jein, wenn ich zieh in Salem ein, in die Stadt der goldnen Gassen! Herr mein Gott, ich fanns nicht fassen, was das wird für Wonne jein. 5. Paradies, Paradies, wie ist deine Frucht so süß! Unter deinen Lebensbäumen wird uns sein, als ob wir träumen. Bring uns, Herr, ins Paradies! Gust. Frbr. Subm. Snaf g. 1506 † 1878. XIX. Lieder vom chriftlichen Leben und Wandel. 334. Werke deine Gnad, die uns errett vom Sterben. Ein Lied zu bitten um Glauben, Hoffnung, Liebe und ein seliges Ende. Eigene Melodie. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ, ich bitt, erhör mein Klagen, verleih mir Gnad zu dieser Frist, laß mich doch nicht verzagen! Den rechten Glauben, Herr, ich mein, den wollest du mir geben, dir zu leben, dem Nächsten nüt zu sein, dein Wort zu halten eben. 2. 3 bitt noch mehr, o Herre Gott, du fannst es mir wohl geben, daß ich nicht wieder werd Spott: die Hoffnung gib daneben, borane menn ich muß hie davon, daß ich dir mig vertrauen und nicht bamen auf all mein eigen Tun; sonst wirds mich ewig reuen. 197 3. Verleih, daß ich aus Her zensgrund den Feinden mög vetgeben; verzeih mir auch zu diejer Stund, schaff mir ein neues Leben! Dein Wort mein Speis lag allweg sein, damit mein Seel zu nähren, mich zu wehren, wenn Unglück schlägt herein, das mich bald möcht verkehren. 5. Ich lieg im Streit und widerstreb, hilf, o Herr Christ, dem Schwachen! An deiner Gnad allein ich kleb, du fannst mich stärker machen. Kommt nun Anfechtung her, so wehr, daß sie mich nicht umstoße. Du kannst machen, daß mirs nicht bringt Gefahr; ich weiß, du wirsts nicht lassen. Johann Agricola g. 1492 † 1506. 335. Fb. Matth. 11, 28. Eigene Melodie. ommi her zu mir, spricht Gottes Sohn, all die ihr seid besmeret nun, mit Sümden hart beladen, ihr Jungen, Alten, Fram und Mann, ich will euch geben, was ich hab, will heilen euren Schaden. 2. Mein Joch ist süß, mein Bürd gering; wer mirs nachträgt, in dem Beding wird er der Höll entweichen; ich will ihm treulich helfen tragn, mit meiner Hülf wird er erjagn das ewge Himmelreiche. 3. Was ich getan und g'litten hie in meinem Leben spat und früh, das sollt ihr auch erfüllen. Was ihr gedenft, ja redt und tut, das wird euch alles recht und gut, wenns g'schicht nach 4. Lag mich kein Luft noch Furcht von dir in dieser Welt abwenden, beständig sein ans End gib mir, du hafts allein in Händen; und wem dus gibst, Gottes Willen. der hats umsonst, es mag nie4. Gern wollt die Welt auch mand erwerben noch ereiben durch selig sein, wenn nur nicht wär 198 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. die schwere Pein, die alle Chri- müssen alle sterben. Wer sich in sten leiden; nun aber fanns nicht Christo nicht bereit, weil er lebt anders sein, darum ergib dich in der Gnadenzeit, ewig muß der nur darein, willst ewge Pein du verderben. meiden. 11. Höret und merkt, ihr lieben Kind, die jetzo Gott ergeben sind: Laßt euch die Müh nicht reuen, halt't stets am heilgen Gotteswort, das ist eur Trost und höchster Hort, Gott wird euch schon erfreuen. 12. Nicht übel ihr um Übel gebt! Schaut, daß ihr hie unschuldig lebt, laßt euch die Welt nur äffen, gebt Gott die Rach gleich und alle Ehr, den engen Steig Feld, geht immer her! Gott wird die Welt Welt schon strafen. 5. All Kreatur bezeuget das; was lebt in Wasser, Luft und Gras, sein Leiden kanns nicht meiden. Wer denn in Gottes Nam nicht will, der muß zuletzt des Teufels Ziel mit schwerem G'wissen leiden. 6. Heut ist der Mensch schön, jung und schlank, sieh, morgen ist er schwach und krank, bald muß er auch gar sterben; wie die Blumen auf dem also wird auch die schöne in einem Nu verderben. 7. Die Welt erzittert ob dem Tod; liegt einer in der letzten Not, dann will er gleich fromm werden; der schaffet dies, der andre das, sein'r armen Seel er ganz vergaß, dieweil er lebt' auf Erden. 8. Und wenn er nicht mehr leben kann, hebt eine große Klag er an, will sich nun Gott ergeben; ich fürcht fürwahr, die göttlich Gnad, die er allzeit verspottet hat, wird schwerlich ob ihm schweben. 9. Dem Reichen hilft doch nicht sein Gut, dem Jungen nicht sein stolzer Mut; er muß aus diesem Maien; wenn einer hätt die ganze Welt, Silber und Gold und alles Geld, doch muß er an den Reihen. 10. Dem G'lehrten hilft doch nicht sein Kunst, die weltlich Pracht ist gar umsonst, wir 13. Wenn es ging nach des Fleisches Mut in Gunst, Gesundheit, großem Gut, würdt ihr gar bald erkalten; darum schickt Gott die Trübsal her, damit eur Fleisch gezüchtigt wär, zu ewger Freund erhalten. 14. 3ft bitter euch das Kreuz und schwer, gedenkt, wie heiß die Hölle wär, darein die Welt tut rennen, mit Leib und Seel muß leidend sein ohn Unterlaß die ewge Pein und kann doch nicht verbrennen. 15. 3hr aber sollt nach dieser Zeit mit Christo haben ewge Freud; dahin sollt ihr gedenken. Kein Mann lebt, der aussprechen kann die Wonne und den gen Lohn, den euch der Herr wird schenken. 16. Und was der ewig gütge Gott in seinem Wort versprochen hat, geschworn bei seinem Namen, das hält und gibt er g'wiß Lieder vom christlichen Leben und Wandel. fürwahr. Der helf uns zu der Engel Schar durch Jesum Christum! Amen. Hans Wißstat(?) 1530. 336. Psalm 31, 1-6. Eigene Melodie. Auf dich hab ich gehoffet, Herr, hilf, daß ich nicht zu schanden werd noch ewiglich zu Spotte. Das bitt ich dich: Erhalte mich in deiner Treu, Herr Gotte! 2. Dein gnädig Ohr neig her zu mir, erhör mein Bitt, tu dich herfür, eil bald, mich zu erretten! In Angst und Weh ich lieg und steh, hilf mir aus meinen Nöten! 199 Sohn bereit, dem heilgen Geift mit Namen! Die göttlich Kraft mach uns sieghaft durch Jesum Christum! Amen. Adam Reusner g. um 1500+ nach 1572. 337. 3. Mein Gott und Schirmer, steh mir bei, sei meine Burg, darin ich frei und ritterlich mög streiten wider mein' Feind, der gar viel seind an mir auf beiden Seiten. 4. Du bist mein Stärk, mein Fels, mein Hort, mein Schild, mein Kraft, sagt mir dein Wort, mein Hülf, mein Heil, mein Leben, mein starker Gott in aller Not; wer kann mir widerstreben? 5. Mir hat die Welt trüglich gericht mit Lügen und durch falsch Gedicht viel Netz und heimlich Stricke; Herr, nimm mein wahr in der Gefahr, hüt mich vor falscher Tücke! 6. Herr, meinen Geist befehl ich dir, mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, nimm mich in deine Hände! O wahrer Gott, aus aller Not hilf mir am letzten Ende! 7. Lob, Preis und Ehr und Herrlichkeit sei Gott Vater und Eigene Melodie. erzlich lieb hab ich dich, o Herr; ich bitt, wollst sein von mir nicht fern mit deiner Güt und Gnaden. Die ganze Welt erfreut mich nicht, nach Erd und Himmel frag ich nicht, wenn ich dich nur fann haben. Und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, bist du doch meine Zuversicht, mein Teil und meines Herzens Troft, der mich durch sein Blut hat erlöst. Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, in Schanden laß mich nimmermehr! 2. Es ist ja, Herr, dein G'schenk und Gab mein Leib und Seel und was ich hab in diesem armen Leben; damit ichs brauch zum Lobe dein, zu Nuß und Dienst des Nächsten mein, wollst mir dein Gnade geben. Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr, des Satans Mord und Lügen wehr, in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ichs trag geduldiglich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröst mir mein Seel in Todesnot! 3. Ach Herr, laß deine Engelein an meinem End die Seele mein in Abrahams Schoß tragen, den Leib in sein'm Schlaffämmere lein gar sanft ohn einge Qual und Pein ruhn bis zum jüngsten 200 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. Tage. Alsdann vom Tod erwecke Begier, wenn mir wird angst mich, daß meine Augen sehen dich in aller Freud, o Gottessohn, mein Heiland und mein Gnadenthron! Herr Jesu Christ, erhöre mich, erhöre mich, ich will dich preisen ewiglich. und bange. Verleih, daß ich mit Freude dich in meiner Angst bald finde; gib mir den Sinn, daß ich forthin meid alle Schand und Sünde. Martin Schalling g. 1532+ 16c8. 338. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Mel. 2. ert, wie du willst, so schicks mit mir im Leben und im Sterben, allein zu dir steht mein Begier, laß mich, Herr, nicht verderben! Erhalt mich nur in deiner Huld, sonst wie du willst; gib mir Geduld, denn dein Will ist der beste. 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, und Lieb zu deinem Worte, behüt mich, Herr, vor falscher Lehr und gib mir hier und dorte, was dient zu meiner Seligkeit, wend ab all Ungerechtigteit in meinem ganzen Leben! 3. Sollt ich einmal nach deinem Rat von dieser Welt abscheiden, verleih mir, Herr, nur deine Gnad, daß es gescheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir, o Herr, ein seligs End gib mir durch Jesum Christum! Amen. Caspar Bienemann g. 1540+ 1591. 339. Eigene Melodie, oder Was mein Gott will, das g'sheh allzeit. 2. Hilf, daß ich stets mit Reu und Schmerz mich deiner Gnad ergebe, hab täglich ein zerknirschtes Herz, in wahrer Buße lebe, vor dir erschein, herzlich bewein all meine Missetaten, die Hände fein laß milde sein, dem Dürftigen zu raten. 3. Die Luft des Fleisches dämpf in mir, daß sie nicht überwinde; rechtschaffne Lieb und Luft zu dir in meinem Sinn anzünde, daß ich in Not bis in den Tod dich und dein Wort bekenne; und mich kein Trut noch Eigennut von deiner Wahrheit trenne. 4. Behüte mich vor Zorn und Grimm, mein Herz mit Sanftmut ziere, auch alle Hoffart von mir nimm und mich zur Demut führe! Was sich noch findt von alter Sünd durch deinen Geist ausfege, gib, daß allzeit Trost, Fried und Freud sich in mir Armen rege. 5. Den Glauben stärk, die Licb erhalt, die Hoffnung mache feste, daß ich von dir nicht wante bald, Beständigkeit ists Beste; den Mund bewahr, daß nicht Gefahr durch ihn mir werd erwecket, gib Brot dem Leib, doch daß er bleib von Wollust unbeHilf mir, mein Gott, hilf, daß flecket. von Herzen mich 6. Gib, daß ich treu und verlange und ich dich suche mit fleißig sei in dem, was mir Lieder von christlichen Leben und Wandel. gebühret, daß ich auch nicht durch Heuchelei und Ehrgeiz werd verführet. Leichtfertigkeit, Haß, Bank und Neid laß in mir nicht verbleiben, verstockten Sinn und Diebsgewinn wollst du fern von 5. Laß mich mit jedermann in Fried und Freundschaft leben, soweit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an mir treiben. Reichtum, nichts untermenget sei. 7. Hilf, daß ich folge treuem Rat, von falscher Meinung trete, Gut und Geld, so gib auch dies dem Armen helfe mit der Tat, dabei, daß von unrechtem Gut für Freund und Feind stets bete, dien jedermann, soviel ich kann, das Böse haß und meide nach deinem Wort an allem Ort, bis ich von dannen scheide. Joh. Heermann g. 1585+ 1647. 340. Eigene Melodie. Gott, du frommer Gott, du Brunnquell guter Gaben, ohn den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben, gesunden Leib gib mir, und daß in solchem Leib ein unverletzte Seel und rein Gewissen bleib. 2. Gib, daß ich tu mit Fleiß, was mir zu tun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande jühret. Gib, daß ichs tue bald, zu der Zeit, da ich soll; und wenn ichs tu, so gib, daß es gerate wohl. 201 tragen! Gib, daß ich meinen Feind mit Sanftmut überwind, und wenn ich Rat bedarf, auch guten Rat erfind. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; lağ kein unnützlich Wort aus meinem Munde gehen, und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gib den Worten Kraft und Nachdruck, ohn Verdruß! 4. Findt sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen, gib einen Heldenmut, das Kreuz hilf selber 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch ins Alter dringen, so gib Geduld, vor Sünd und Schanden mich bewahr, daß ich mit Ehren trag all meine grauen Haar. 7. Laß mich an meinem End auf Christi Tod abscheiden, die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden, dem Leib ein Räumlein gönn bei frommer Christen Grab, auf daß er seine Ruh an ihrer Seite hab. 8. Wenn du die Toten wirst an jenem Tag erwecken, so tu auch deine Hand zu meinem Grab ausstrecken, laß hören deine Stimm und meinen Leib weck auf und führ ihn schön verklärt zum auserwählten Hauf! Joh. Heermann g. 1585 † 1647. 341. Ev. Matth. 5. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Kommt, laßt euch den Herren lehren, kommt und lernet allzumal, welche die sind, die gehören zu der rechten Christen Zahl, die bekennen mit dem Mund, 202 glauben fest von Herzensgrund und bemühen sich daneben, Guts zu tun, solang sie leben. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 7. Selig sind, die funden werden reines Herzens jederzeit, die in Werk, Wort und Geberden lieben Zucht und Heiligkeit. Diese, welchen nicht gefällt die unreine Lust der Welt, sondern sie mit Ernst vermeiden, werden schauen Gott mit Freuden. 2. Selig sind, die Demut haben und sind allzeit arm im Geist, rühmen sich gar keiner Gaben, daß Gott werd allein gepreist, danken dem auch für und für, denn das Himmelreich ist ihr. Gott wird noch zu Ehren setzen, die sich selbst gering hier schätzen. und drauf sehn ohn Unterlaß, 8. Eelig sind, die Friede machen daß man mög in allen Sachen 3. Selig sind, die Leide tragen, fliehen Hader, Streit und Haß; da sich göttlich Trauren findt, die da stisten Fried und Ruh, die beseufzen und beklagen ihr raten allerseits dazu, sich auch und andrer Leute Sünd, die Friedens selbst befleißen, werden deshalben traurig gehn, oft vor Gottes Kinder heißen. Gott mit Tränen stehn. Diese sollen noch auf Erden und dann dort getröstet werden. 4. Selig sind die frommen Herzen, da man Sanstmut spüren kann, welche Hohn und Truß verschmerzen, weichen gerne jedermann, die nicht suchen eigne Rach und befehlen Gott die Sach. Diese will der Herr so schützen, daß sie noch das Land besitzen. 5. Selig sind, die sehnlich streben nach Gerechtigkeit und Treu, daß an ihrem Tun und Leben nicht Gewalt noch Unrecht sei, die da lieben gleich und recht, sind aufrichtig, fromm und schlecht, Geiz, Betrug und Unrecht haffen. Die wird Gott satt werden lassen. 6. Selig sind, die aus Erbarmen sich annehmen fremder Not, sind mitleidig mit den Armen, bitten treulich für sie Gett; die behülslich sind mit Rat, auch wo möglich mit der Tat, werden wieder Hülf empfangen und Barmherzigkeit erlangen. Schmach, Verfolgung, Angst und 9. Selig sind, die müssen dulden schulden und gerecht befunden sein. Pein, da sie es doch nicht ver= Ob des Kreuzes gleich ist viel, jetzet Gott doch Maß und Ziel, und hernach wird ers belohnen ewig mit den Ehrenkronen. meinen Wandel hier auf Erd, 10. Herr, regier zu allen Zeiten daß ich solcher Seligkeiten auch daß ich mich acht gering, meine aus Gnaden fähig werd. Gib, Klag oft vor dich bring, Sanfte mut auch an Feinden übe, die Gerechtigkeit stets liebe; diene, immer hab ein reines Herz, 11. Daß ich Armen helf und die in Unfried stehn. verfühne, Bater, hilf von deinem Thron, dir anhang in Freud und Schmerz. daß ich glaub an deinen Sohn und durch deines Geistes Stärke mich besleiße rechter Werke. Hannov. Gfb. 1648, nach Joh. Heermann g. 1585 T 1647. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 342. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. treuer Heiland, Jesu Christ, der du auch mir geboren, ja auch für mich gestorben bist, laß doch nicht sein verloren an mir das groß Erlösungswerk, vielmehr gib Gnade, Kraft und Stärk, inbrünstig dir zu danken! 2. Gib Gnade, daß ich dich hinfort als meinen Heiland liebe, dir lebe und in deinem Wort mich treu und fleißig übe. Und wie du, Herr, gestorben bist, so hilf mir auch, zu jeder Frist den Sünden abzusterben. 3. Du standest von den Toten auf, brachst durch des Grabes Türen; drum laß mich einen neuen Lauf voll Geist und Tugend führen, laß mich von Sünden auf erstehn, in deinen heilgen Wegen gehn und dir zu Ehren leben! 4. Laß hier in deinem Reiche mich dir treu, beständig dienen, in guten Werken fruchtbarlich stets wachsen, blühn und grünen, bis du nach meinem Pilgrimslauf mich nimmst in deinen Himmel auf, wo du zur Rechten sitzest. 1633? 343. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht singen. Lasset uns mit Jesu ziehen, ſeinem Vorbild folgen nach, in der Welt der Welt entfliehen auf der Bahn, die er uns brach, immer fort zum Himmel reisen, irdisch noch schon himmlisch sein, glauben recht und leben sein, in der Lieb den Glauben weisen. Treuer Jesu, bleib bei mir, gehe vor, ich folge dir. 203 2. Lasset uns mit Jesu leiden, jeinem Vorbild werden gleich; nach dem Leide folgen Frenden, Armut hier macht dorten reich, Tränensaat die erntet Lachen, Hoffnung tröstet mit Geduld; es tann leichtlich Gottes Fuld aus dem Regen Sonne machen. Jesu, hier leid ich mit dir, dort teil deine Freud mit mir! 3. Lasset uns mit Jesu sterben; sein Tod uns vom andern Tod rettet und vom Seelverderben, von der ewiglichen Not. Laßt uns töten, weil wir leben, unser Fleisch, ihm sterben ab, so wird er uns aus dem Grab in das Himmels leben heben. Jesu, sterb ich), sterb ich dir, daß ich lebe für und für. 4. Lasset uns mit Jesu leben; weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wiedergeben. Jesu, unser Haupt du bist, wir sind deines Leibes Glieder, wo du lebſt, da leben wir; ach erkenn uns für und für, trauter Freund, für deine Brüder! Dir, o Jesu, leb ich hier und dort ewig auch bei dir. Sigism. v. Birken g. 1626+ 1631. 344. Psalm 118. Mel. Werde munter, mein Gemüte. ilf uns, Herr, in allen Dingen, daß wir unser Amt und Werk wohl anfangen und vollbringen, gib uns Weisheit, Kraft und Stärk! Ohne deine Hülf und Gunst ist all unser Wert umsonst; hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß alles wohl ge= lingen! 204 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 2. Hilf uns, Herr, an allen Orten, wo wir dein bedürftig sein, brich der Hölle Macht und Pforten und gib deinem Häufelein, deiner armen Christenheit, Liebe, Friced und Einigkeit! Hilf uns, Herr, Jesum Christum. Amen. in allen Dingen und laß alles wohl gelingen! 3. Hilf uns, Herr, in allen Nöten, aller Trübfal und Gefahr, laß uns keine Drangsal töten, nimm doch unser also wahr, daß Kreuz, Elend und Verdruß uns zum Besten dienen muß. Hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß alles wohl gelingen! 4. Hilf uns, Herr, aus allem Leide in der letzten Todesnot, laß uns fahren hin mit Freude und durch deinen bittern Tod kommen in das Paradeis, uns zur Freude, dir zum Preis! Hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß alles wohl gelingen! 5. Hilf uns, Herr, in letzten Zügen, hilf! Nach unsrer Zuversicht laß uns ritterlich obsiegen und zu schanden werden nicht! O Herr Jesu, deine Hand leist uns Hülfe und Beistand, daß wir nach vollbrachtem Ringen Lob und Dank dir ewig fingen. Nach Martin Rinkart g. 1586+1649. 345. Mel. Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. ch Gott, gib du uns deine Guad, daß wir all Sünd und Missetat bußfertiglich erkennen und glauben fest an Jesum Christ, der uns zu helfn ein Meister ist, wie er sich selbst tut nennen. 2. Hilf, daß wir auch nach deinem Wort gottselig leben immerfort zu Ehren deinem Namen; daß uns dein guter Geist regier, auf ebner Bahn zum Himmel führ durch Samuel Behner g. 1594+ 1635. 346. Mel. Fren dich sehr, o meine Seele. ei getreu bis an das Ende, damit keine Qual und Not dich von deinem Jesu wende, sei ihm treu bis in den Tod! Ach das Leiden dieser Zeit ist nicht wert der Herrlichkeit, die dein Jesus dir will geben dort in seinem Freudenleben. 2. Sei getreu in deinem Glauben, laß dir dessen festen Grund ja nicht aus dem Herzen rauben, halte treulich deinen Bund, den dein Herz durchs Wasserbad feft mit Gott geschlossen hat. Ewig ist der Mensch verloren, der ihm treulos hat geschworen. 3. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt; auch die Lieb am nächsten übe, wenn er dich gleich oft betrübt. Dente, wie dein Heiland tat, als er für die Feinde bat; du mußt, soll dir Gott vergeben, auch verzeihn und liebreich leben. 4. Sei getreu in deinem Leiden und laß dich kein Ungemach, keine Not von Jesu scheiden, murre nicht in Weh und Ach! Denn du machest deine Schuld größer durch die Ungeduld; selig ist, wer willig träget, was sein Gott ihm auferleget. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 205 5. Hat dich Kreuz und Not kommt Glück und Segen; was betroffen, und Gott hilft nicht du regierst, das geht und steht alsofort, bleibe treu in deinem auf rechten, guten Wegen. Hoffen, traue fest auf Gottes Wort! Hoff auf Jesum feftiglich, sein Herz bricht ihm gegen dich, seine Hülf ist schon vorhanden; Hoffnung machet nie zu schanden. 2. Es steht in keines Menschen Macht, daß sein Rat werd ins Werk gebracht und seines Gangs fich freue; des Höchsten Rat der machts allein, daß Menschenrat gedeihe. 3. Oft denkt der Mensch in seinem Mut, dies oder jenes sei ihm gut, und ist doch weit gefehlet; oft sieht er auch für schädlich an, was doch Gott selbst erwählet. 4. So fängt auch mancher weije Mann ein gutes Werk zwar fröhlich an und bringts doch nicht und festes Haus, doch nur auf zum Stande; er baut ein Schloß 6. Sei getreu in allen Sachen, in dem Anfang, Mittel, Schluß, fürchte Gott und laß ihn machen, hüte dich vor Joabs Kuß,*) such in allem Gottes Ruhm, führ ein wahres Christentum, sei zwar flug in deinem Glauben und doch ohne Falsch wie Tauben! *) 2. Sam. 20, 9. 7. Sei getreu in Todesstunden, halt dich glaubensvoll an Gott, flich getrost in Christi Wunden, fei getreu bis in den Tod! Wer mit Jesu gläubig ringt, ihn wie Jakob hält und zwingt, dem will er in jenem Leben seine Freudentrone geben. 8. Nun wohlan, ich bleib im Leiden, Glauben, Lieb und Hoffnung fest, ich bin treu bis an das Scheiden; Jesus, der mich nicht verläßt, ist, den meine Seele liebt, dem sie sich im Kreuz ergibt; ihm befehl ich meine Sachen, denn ich weiß, er wirds wohl machen. lauterm Sande. 5. Wie mancher ist in seinem Einn fast über Berg und Spitzen hin, und eh er sichs versiehet, so liegt er da, und hat sein Fuß vergeblich sich bemühet. Nach Benj. Prätorius g. 1636+1674(?). 6. Drum, lieber Vater, der du Kron und Zepter trägst in deinem Thron und aus den Wolken blitest, vernimm mein Wort und höre mich vom Stuhle, da du sitzest. 7. Verleihe mir das edle Licht, das sich von deinem Angesicht in fromme Seelen strecket und da der rechten Weisheit Kraft durch deine Kraft erwecket. 347. 8. Gib mir Verstand aus deiner Höh, auf daß ich ja nicht ruh und steh auf meinem eignen Mel. Auf dich hab ich gehoffet, Herr. Ich weiß, mein Gott, daß all Willen; sei du mein Freund mein Tun und Werk in und treuer Rat, was recht ist, deinem Willen ruhn, von dir zu erfüllen. 206 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 9. Prüf alles wohl, und was gehet, kommt endlich, Herr, durch mir gut, das gib mir ein; was deinen Geist, wo Freud und Fleisch und Blut erwählet, das Wonne stehet verwehre! Der höchste Zweck, das beste Teil sei deine Lieb und Ehre! 10. Was dir gefällt, das laß auch mir, o meiner Seele Sonn und Zier, gefallen und belieben; was dir zuwider, laß mich nicht in Werk und Tat verüben! 11. 3sts Werk von dir, so hilf zu Glück, ists Menschentun, so treib zurück und ändre meine Sinnen! Was du nicht wirkst, pflegt von ihm selbst in kurzem zu zerrinnen. 12. Sollt aber dein und unser Feind an dem, was dein Herz gut gemeint, beginnen sich zu rächen, ist das mein Trost, daß seinen Zorn du leichtlich könnest brechen. 13. Tritt zu mir zu und mache leicht, was mir sonst fast unmöglich deucht, und bring zum guten Ende, was du selbst an gefangen hast durch Weisheit deiner Hände. 14. 3ft ja der Anfang etwas schwer, und muß ich auch ins tiefe Meer der bittern Sorgen treten, so treib mich nur ohn Unterlaß zu seufzen und zu beten. 15. Wer fleißig betet und dir traut, wird alles, da ihn sonst vor graut, mit tapfrem Mut bezwingen; sein Sorgenstein wird in der Eil in tausend Stücke springen. 16. Der Weg zum Guten ist gar wild, mit Dorn und Hecken ausgefüllt; doch wer ihn freudig 17. Du bist mein Vater, ich dein Kind; was ich bei mir nicht hab und find, hast du zu aller Gnüge. So hilf nur, daß ich meinen Stand wohl halt und herrlich siege. 18. Dein soll sein aller Ruhm und Ehr, ich will dein Tun je mehr und mehr aus hocherfreuter Seclen vor deinem Volk und aller Welt, solang ich leb, erzählen. Paul Gerhardt g. 1607+ 1676. 348. Mel Was mein Gott will, das g'scheh allzeit. Sei Gott getreu, halt seinen Bund, o Mensch, in deinem Leben, leg diesen Stein zum ersten Grund, bleib ihm allein ergeben! Denk an den Kauf in deiner Tauf, da er sich dir verschrieben bei seinem Eid, in Ewigkeit als Vater dich zu lieben. 2. Sei Gott getreu, laß keinen Wind des Kreuzes dich abkehren! Ist er dein Vater, du sein Kind, was willst du mehr begehren? Dies höchste Gut macht rechten Mut; kann seine Huld dir werden, nichts Bessers ist, mein lieber Christ, im Himmel noch auf Erden. 3. Sei Gott getreu von Jugend auf, laß dich nicht Lust noch Leiden in deinem ganzen Lebenslauf von seiner Liebe schei den! Sein alte Treu wird täglich neu, sein Wort steht nicht auf Schrauben; was er verspricht, das Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 349. bricht er nicht; das sollst du tühnlich glauben. 4. Sei Gott getreu in deinem Stand, darein er dich gesetzet; wenn er dich hält mit seiner Hand, wer ist, der dich verletzet? Wer seine Gnad zur Brustwehr tat, kein Teufel kann ihm schaden; steht diese Wehr um einen her, dem bleibet wohl geraten. 5. Sei Gott getreu, sein liebes Wort standhaftig zu bekennen, steh fest darauf an allem Ort, laß dich davon nicht trennen! Was diese Welt in Armen hält, muß alles noch vergehen; sein liebes Wort bleibt ewig fort ohn alles Wanken stehen. 6. Sei Gott getreu, als welcher sich läßt treu und gnädig finden; streit unter ihm nur ritterlich, laß über dich den Sünden ja wider Pflicht den Zügel nicht! Wär je der Fall geschehen, so sei bereit, durch Buß beizeit nur wieder aufzustehen. 7. Sei Gott getreu bis in den Tod und laß dich nichts abwenden! Er wird und kann in aller Not dir treuen Beistand senden. Und käm auch gleich das höllisch Reich mit aller Macht gedrungen, wollt auf dich zu, so glaube du, du bleibest unbezwungen. 8. Wirst du Gott also bleiben tren, wird er sich dir erweisen, daß er dein lieber Vater sei, wie er dir hat verheißen, und eine Kron zum Gnadenlohn im Himmel dir aufsetzen; da wirst du dich fort ewiglich in seiner Freu ergetzen. Michael Frand g. 1609+ 1667. 207 Mel. Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt. Mir nach, spricht Chriſtus, unſer Held, mir nach, ihr Christen alle! Verleugnet euch, verlaßt die Welt, folgt meinem Ruf und Schalle! Nehmt euer Kreuz und Ungemach auf euch, folgt meinem Wandel nach! 2. Ich bin das Licht, ich leucht euch für mit heilgem Tugendleben; wer zu mir kommt und folget mir, soll nicht im Finstern schweben. Ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll Demütigteit, voll Liebe meine Seele; mein Mund der fließt zu jeder Zeit von süßem Sanftmutsöle; mein Geist, Gemüte, Kraft und Sinn ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 4. Ich zeig euch, das was schädlich ist zu fliehen und zu meiden und euer Herz von arger List zu reingen und zu scheiden. Ich bin der Seele Fels und Hort und führ euch zu der Himmelspfort. 5. Fällts euch zu schwer, ich geh voran, ich steh euch an der Seite, ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn, bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still mag stehn, wenn er den Feldherrn an sieht gehn. 6. Wer seine Seel zu finden meint, wird sie ohn mich verlieren; wer sie hier zu verlieren scheint, wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht wert und meiner Zier. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 208 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn mit unserm Kreuz nachgehen und wohlgemut, getroft und gern in allem Leiden stehen. Wer nicht gekämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. Johann Scheffler g. 1624+ 1677. 351. 350. Matth. 26, 41. Mel. Straf mich nicht in deinem Born. Eigene Melodie. Mache dich, mein Geift, bereit, Alles ist an Gottes Segen und wache, fleh und bete, daß an seiner Gnad gelegen, über dich nicht die böse Zeit unveralles Geld und Gut. Wer auf hofft betrete; denn es ist Satans Gott sein Hoffnung setzet, der List über viele Frommen zur behält ganz unverletet einen Versuchung kommen. freien Heldenmut. 2. Der mich hat bisher ernähret und so manches Glück bescheret, ist und bleibet ewig mein. Der mich wunderlich geführet und noch leitet und regieret, wird forthin mein Helfer sein. 2. Aber wache erst recht auf von dem Sündenschlafe, denn es folget sonst darauf eine lange Strafe, und die Not samt dem Tod möchte dich in Sünden unvermutet finden. 3. Viel bemühen sich um Sachen, die nur Sorg und Unruh machen und ganz unbeständig sind; ich begehr nach dem zu ringen, was Vergnügung pflegt zu bringen und man jetzt gar jelten findt. 3. Wache auf, sonst kann dich nicht unser Herr erleuchten; wache, sonsten wird dein Licht dir noch ferne deuchten; denn Gott will für die Füll seiner Gnadengaben offne Augen haben. 4. Wache, daß dich Satans List nicht im Schlaf mag finden, weils ihm sonst ein Leichtes ist, dich zu überwinden; und Gott gibt, die er liebt, oft in seine Strafen, wenn sie sicher schlafen. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken; was ich wünsche, wird sich schicken, so es anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben hab ich seiner Gnad er gebe und ihm alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen mein Verlangen zu erfüllen, es hat alles seine Zeit. Ich hab ihm nichts vorzuschreiben, wie Gott will, so muß es bleiben, wann Gott will, bin ich bereit. 6. Soll ich länger allhier leben, will ich ihm nicht widerstreben, ich verlasse mich auf ihn; ist doch nichts, das lang bestehet, alles Irdische vergehet und fährt wie ein Strom dahin. 1676. 5. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge oder, wenn sie sich verstellt, wieder an sich bringe; wach und sieh, damit nie viel von falschen Brüdern unter deinen Gliedern. 6. Wache dazu auch für dich, für dein Fleisch und Herze Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 209 ach Herr, erhöre mich! damit es nicht freventlich Gottes gaben mein armes Herze laben, Gnad verscherze; denn es ist voller List und kann sich bald Heucheln und in Hoffart schmeicheln. 7. Bete aber auch dabei mitten in dem Wachen, denn der Herre muß dich frei von dem allen machen, was dich drückt und be strickt, daß du schläfrig bleibest und sein Werk nicht treibest. 3. Vertreib aus meiner Seelen den alten Adamssinn und laß mich dich erwählen, auf daß ich mich forthin zu deinem Dienst ergebe und dir zu Ehren lebe, weil ich erlöset bin. 4. Befördre dein Erkenntnis in mir, mein Seelenhort, und 8. Ja er will gebeten sein, wenn er was soll geben; er veröffne mein Verständnis, Herr, Janget unser Schrein, wenn wir durch dein heilig Wort, damit wollen leben und durch ihn unsern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Sünden kräftig überwinden. 9. Doch wohl gut, es muß uns schon alles glücklich gehen, wenn wir ihn durch seinen Sohn im Gebet anflehen, denn er will uns mit Füll seiner Gunst beschütten, wenn wir glaubend bitten. 10. Drum so laßt uns immerdar machen, flehen, beten, weil die Angst, Not und Gefahr immer näher treten. Denn die Zeit ist nicht weit, da uns Gott wird richten und die Welt vernichten. Joh. Burch. Freystein g. 1671+ 1718. 352. Eigene Melodie. err Jesu, Gnadensonne, wahrhaftes Lebenslicht, laß Leben, Licht und Wonne mein blödes Angesicht nach deiner Gnad er= freuen und meinen Geist erneuen, mein Gott, versag mirs nicht! 2. Vergib mir meine Sünden und wirf sie hinter dich, laß allen Zorn verschwinden und hilf mir gnädiglich laß deine Friedensich an dich gläube und in der Wahrheit bleibe zu Truß der Höllenpfort. 5. Mit deiner Kraft mich rüste zu freuzgen mein Begier und alle bösen Lüfte, auf daß ich für und für der Sündenwelt absterbe und nach dem Fleisch verderbe, hingegen leb in dir. 6. Ach zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus innrem Triebe dich ewig lieben kann und dir zum Wohlgefallen beständig möge wallen auf rechter Lebensbahn. 7. Nun, Herr, verleih mir Stärke, verleih mir Kraft und Mut, denn das sind Gnadenwerke, die dein Geist schafft und tut; hingegen meine Sinnen, mein Lassen und Beginnen ist böse und nicht gut. 8. Darum, du Gott der Gnaallen Seelenschaden und mach mich den, du Vater aller Treu, wend täglich neu! Gib, daß ich deinen Willen gedenke zu erfüllen, und steh mir kräftig bei! Ludw. Andr. Gotter g. 1661+ 1735. 14 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 353. Phil. 2, 12. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Schaffet, schaffet, Menschen tinder, schaffet eure Seligkeit, bauet nicht, wie freche Sünder, nur auf gegenwärtge Zeit, sondern schauet über euch, ringet nach dem Himmelreich und bemühet euch auf Erden, wie ihr möget selig werden. 2. Daß nun dieses mög ge= schehen, müßt ihr nicht nach Fleisch und Blut und nach dessen Neigung gehen, sondern was Gott will und tut, das muß ewig und allein eures Lebens Richtschnur sein, es mag Fleisch und Blut in allen übel oder wohl gefallen. 8. Und dann schlagt die Sün= 3. 3 hr habt Ursach zu bedenglieder, welche Adam in euch kennen, daß in euch noch Sünde regt, in den Kreuzestod danieder, steckt, daß ihr Fleisch vom Fleisch bis ihm seine Macht gelegt. zu nennen, daß euch lauter Elend Hauet Händ und Füße ab, was deckt, und daß Gottes Gnaden- euch ärgert, senkt ins Grab*) kraft nur allein das Gute schafft, und denkt oftmals an die Worte: ja daß außer seiner Gnade in Dringet durch die enge Pforte! euch nichts denn Seelenschade. *) Matth. 5, 30. 210 niemals rechter Sieg, wahren Siegern wird die Krone nur zum beigelegten Lohne. 6. Mit der Welt sich lustig machen hat bei Christen keine Statt, fleischlich reden, tun und lachen schwächt den Geist und macht ihn matt. Ach bei Christi Kreuzesfahn geht es wahrlich niemals an, daß man noch mit frechem Herzen sicher wolle tun und scherzen. 7. Furcht muß man vor Gott stets tragen, denn er kann mit Leib und Seel uns zur Hölle niederschlagen, er ists, der des Geistes Öl und nach dem es ihm beliebt Wollen und Vollbringen gibt. O so laßt uns zu ihm gehen, ihn um Gnade anzuflehen. 4. Selig, wer im Glauben kämpfet, selig, wer im Kampf besteht und die Sünde in sich dämpfet, selig, wer die Welt verschmäht. Unter Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach, wer den Himmel will ererben, muß zuvor mit Christo sterben. 9. 3ittern will ich vor der Sünde und dabei auf Jesum sehn, bis ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu bestehn. Ach mein Heiland, geh doch nicht mit mir Armen ins Gericht, gib mir deines Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen! 10. Amen, es geschehe, Amen! 5. Werdet ihr nicht treulich Gott versiegle dies in mir, daß ringen, sondern träg und lässig ich so in Jesu Namen meinen sein, eure Neigung zu bezwingen, Glaubenstampf vollführ. Er, er so bricht eure Hoffnung ein. Ohne gebe Kraft und Stärk und regiere tapfern Streit und Krieg folget selbst das Werk, daß ich wache, Lieder vom christlichen Leben und Wandel. bete, ringe und also zum Himmel dringe. Ludw. Andr. Gotter g. 1661+ 1735. 354. Eigene Melodie. Sieh, wie lieblich und wie sein ists, wenn Brüder friedlich sein, wenn ihr Tun einträchtig ist, ohne Falschheit, Trug und List. 2. Diesen ja verheißt der Herr reichen Segen nach Begehr und das Leben in der Zeit und auch dort in Ewigkeit. 211 10. Was für Freude, was für Lust wird ihr da nicht sein bewußt! Was sie wünschet und be= gehrt, wird von Gott ihr selbst gewährt. 11. Alles, was bisher berwundt, wird mit Lob aus Einem Mund preisen Gottes Liebesmacht, wenn er alls in eins gebracht. 12. Kraft, Lob, Ehr und Herrlichkeit sei dem Höchsten allezeit, der, wie er ist drei in ein, uns in ihm läßt eines sein. V.1-2 Mich. Müller g. 1673+ 1704. V.3-12 J. Christ. Nehring † 1736. 3. Aber ach, wie ist die Lieb so verloschen, daß kein Trieb mehr 355. auf Erden wird gespürt, der des Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. andern Herze rührt. 4. Jedermann lebt für sich hin in reines Herz, Herr, schaff in in der Welt nach seinem Sinn, denkt an keinen andern nicht; wo bleibt da die Liebespflicht? mir, schließ zu der Sünde Tor und Tür, vertreibe sie und lağ nicht zu, daß sie in meinem Herzen ruh. 2. Dir öffn ich, Jesu, meine Tür, ach komm und wohne du bei mir, treib all Unreinigkeit hinaus aus deinem Tempel und 5. O Herr Jesu, Gottes Sohn, schaue doch von deinem Thron, schaue die Zerstreuung an, die ein Mensch nicht bessern kann. 6. Sammle, großer Menschen- Wohnhaus! hirt, alles, was sich hat verirrt, 3. Laß deines guten Geistes laß in deinem Gnadenschein alles Licht und dein hellglänzend Anganz vereinigt sein! gesicht erleuchten mein Herz und Gemüt, o Brunnen unerschöpfter Güt! 7. Gieß den Balsam deiner Kraft, der dem Herzen Leben schafft, tief in unser Herz hinein, strahl in uns den Freudenschein! 8. Bind zusammen Herz und Herz, laß uns trennen keinen Schmerz, knüpfe selbst durch deine Hand das geweihte Bruderband! 9. So wie Vater, Sohn und Geist drei und doch nur eines heißt, wird vereinigt ganz und gar deine ganze Liebesschar. 4. Und mache dann mein Herz zugleich an Himmelsgut und Segen reich, gib Weisheit, Stärke, Rat, Verstand aus deiner milden Gnadenhand! 5. So will ich deines Namens Ruhm ausbreiten als dein Eigentum und dieses achten für Gewinn, wenn ich nur dir ergeben bin. Heinr. Georg Neuß g. 1654+ 1716. 14* 212 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 356. Eigene Melodie. s kostet viel, ein Christ zu sein und nach dem Sinn des reinen Geiftes leben, denn der Natur geht es gar sauer ein, sich immerdar in Christi Tod zu geben; und ist hier gleich Ein Kampf wohl ausgericht, das machts noch nicht. 2. Man muß hier stets auf Schlangen gehn, die ihren Gift in unsre Fersen bringen; da kostets Müh, auf seiner Hut zu stehn, daß nicht der Gift kann in die Seele dringen. Wenn mans versucht, so spürt man mit der Zeit die Wichtigkeit. 3. Doch ist es wohl der Mühe wert, wenn man mit Ernst die Herrlichkeit erwäget, die ewiglich ein solcher Mensch erfährt, der sich Hier stets aufs Himmlische geleget. Es hat wohl Müh, die Gnade aber macht, daß mans nicht acht. 4. Man soll ein Kind des Höchsten sein, ein reiner Glanz, ein Licht im großen Lichte; wie wird der Leib so stark, so hell und rein, so herrlich sein, so lieblich im Gesichte, dieweil ihn da die wesentliche Pracht so schön gemacht. 5. Da wird das Kind den Vater sehn, im Schauen wird es ihn mit Luft empfinden; der lautre Strom wird es da ganz durchgehn und es mit Gott zu Einem Geist verbinden. Wer weiß, was da im Geiste wird geschehn? Wer mags verstehn? 6. Da gibt sich ihm die Weisheit ganz, die es hier stets als Mutter hat gespüret,*) sie krönet es mit ihrem Perlenkranz und wird als Braut der Seele zugeführet. Die Heimlichkeit wird da ganz offenbar, die in ihr war.**) *) Spr. 8, 1. 31.**) 1. Kor. 2, 9. 10. 7. Was Gott genießt, genießt es auch, was Gott besitzt, wird ihm in Gott gegeben; der Himmel steht bereit ihm zum Gebrauch, wie lieblich wird es doch mit Jesu leben! Nichts höher wird an Kraft und Würde sein als Gott allein. 8. Auf, auf, mein Geist, ermüde nicht, dich durch die Macht der Finsternis zu reißen. Was sorgest du, daß dirs an Kraft gebricht? Bedenke was für Kraft uns Gott verheißen. Wie gut wird sich doch nach der Arbeit ruhn,*) wie wohl wirds tun! *) Offenb. 14, 13. Chr. Friedr. Richter g.1676+ 1711. 357. Mel. Es toftet viel, ein Christ zu sein. s ist nicht schwer, ein Chrift zu sein und nach dem Sinn des reinen Geistes leben; zwar der Natur geht es gar sauer ein, sich immerdar in Christi Tod zu geben, doch führt die Gnade selbst zu aller Zeit den schweren Streit. 2. Du darfst ja nur ein Kindlein sein, du darfst ja nur die leichte Liebe üben. O blöder Geist, schau doch, wie gut ers mein', das kleinste Kind kann ja die Mutter lieben. Drum fürchte dich nur ferner nicht so sehr, es ist nicht schwer. 3. Dein Vater fordert nur das Herz, daß er es selbst mit reiner Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 213 Gnade fülle; der fromme Gott| Vater schweben. Die Sorg und macht dir gar keinen Schmerz, Last wirf nur getroft und kühn die Unlust schafft in dir dein allein auf ihn. eigner Wille. Drum übergib ihn willig in den Tod, so hats nicht Not. Christ. Friedr. Richter g. 1676 † 1711. 4. Wirf nur getrost den Kummer hin, der nur dein Herz vergeblich schwächt und plaget; er= wecke nur zum Glauben deinen Sinn, wenn Furcht und Weh dein schwaches Herze naget; sprich: Vater, schau mein Elend gnädig an! so ists getan. 5. Faß nur dein Herze in Geduld, wenn du nicht gleich des Vaters Hülfe merkest. Versiehst dus oft und fehlst aus eigner Schuld, so sieh, daß du dich durch die Gnade stärkest; so ist dein Fehl und findliches Versehn als nicht geschehn. 6. Laß nur dein Herz im Glauben ruhn, wenn dich wird Nacht und Finsternis bedecken; dein Vater wird nichts Schlimmes mit dir tun; vor keinem Sturm und Wind darfst du erschrecken, ja, fiehst du endlich ferner keine Spur, so glaube nur! 358. Eigene Melodie. Hi ier legt mein Sinn sich vor dir nieder, mein Geist sucht seinen Ursprung wieder; laß dein erfreuend Angesicht zu meiner Armut sein gericht! 2. Schau her, ich fühle mein Verderben, laß mich in deinem Tode sterben; o könnte doch in deiner Pein die Eigenheit ertötet sein! 3. Du wollest, Jesu, meinen Willen mit der Gelassenheit er= füllen, brich der Natur Gewalt entzwei und mache meinen Willen frei! 4. Ich fühle wohl, daß ich dich liebe und mich in deinen Wegen übe, nur ist von der Unlauterkeit die Liebe noch nicht ganz befreit. 5. Ich muß noch mehr auf dieser Erden durch deinen Geist geheiligt werden, der Sinn muß tiefer in dich gehn, der Fuß muß unbeweglich stehn. 7. So wird dein Licht aufs neu entstehn, und wirst dein Heil mit gröğrer Klarheit schauen; was du geglaubt, wirst du dann 6. Ich weiß mir zwar nicht vor dir sehn; drum darfst du nur selbst zu raten, hier gelten nichts dem frommen Vater trauen. Oder Menschen Taten; wer macht Seele, sieh doch, wie ein wahrer sein Herz wohl selber rein? Es Christ so selig iſt. muß durch dich gewirket sein. 8. Auf, auf, mein Geist, was säumest du, dich deinem Gott ganz findlich zu ergeben? Geh ein, mein Herz, genieß die süße Ruh, in Friede sollst du vor dem von mir selber frei. 7. Doch kenn ich wohl dein treues Lieben, du bist noch immer treu geblieben; ich weiß gewiß, du stehst mir bei und machst mich 214 8. Indessen will ich treulich kämpfen und stets die falsche Regung dämpfen, bis du dir deine Zeit ersiehst und mich aus solchen Netzen ziehst. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 9. In Hoffnung kann ich fröhlich sagen: Gott hat der Hölle Macht geschlagen, Gott führt mich aus dem Kampf und Streit in seine Ruh und Sicherheit. 10. Drum will die Sorge meiner Seelen ich dir, mein Vater, ganz befehlen; ach drücke tief in meinen Sinn, daß ich in dir schon selig bin. 11. Wenn ich mit Ernst hieran gedenke und mich in deinen Abgrund senke, so werd ich von dir angeblickt, und mein Herz wird von dir erquickt. 12. So wächst der Eifer mir im Streite, so schmeck ich schon die süße Beute und fühle, daß es Wahrheit ist, daß du, mein Gott, die Liebe bist. Christ. Friedr. Richter g. 1676+ 1711. 359. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 3. Mein lieber Gott, gedente meiner im besten jetzt und allezeit, denn außer dir ist nirgend keiner, der mich mit Rat und Trost erfreut. Dein Wort macht mich voll Zuversicht und sagt mir: Du vergißt mein nicht. 2. Gedenke meiner, wenn ich höre dein süßes Evangelium, und mache mir die Himmelslehre zu Saft und Kraft im Christentum, daß so dein Same wohl geling und hundertfältig Früchte bring. 3. Gedente meiner, wenn ich bete, und merke sets in Gnaden drauf! Weil ich in Christo vor dich trete, so schließ dein Herz und Ohren auf, doch gib mir nichts als dies allein, was mir kann gut und selig sein. 4. Gedente meiner, wenn ich falle, und wirf mich nicht im Zorne hin! Weil ich wie andre Menschen alle im Fleische schwach und blöde bin, so fördre meinen Gang und Stand durch Kraft und Stärke deiner Hand! 5. Gedenke meiner, wenn ich leide! Wen hab ich sonst als dich allein, der bei der Menschen Haß und Neide mein Freund und Tröster könnte sein? Und hab ich dich, so lacht mein Mut, wenn Welt und Teufel böse tut. 6. Gedenke meiner auch in allen, woran ich nicht gedenken kann, und blicke mit Wohlgefallen in meinem ganzen Leben an! Denn gibst du mir, was dir gefällt, so ists um mich recht gut bestellt. 7. Gedenke meiner, wenn ich sterbe, und wenn mich alle Welt vergißt; versetze mich in jenes Erbe, wo du mein Teil und Leben bist. Denn bliebst du nicht im Himmel mein, so wollt ich nie geboren sein. 8. Ich will mich über nichts betrüben, in deine Hände hast du mich zu Heil und Segen angeschrieben; drum sieht die Hoffnung bloß auf dich und denkt, im Glauben ungekränkt, daß Gott im besten meiner denkt. Erdmann Neumeister g. 1671+ 1756. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 360. Mel. Ferr Jesu Christ, meins Lebens Licht. Erneure mich, o ewigs Licht, und laß von deinem Angesicht mein Herz und Seel mit deinem Schein durchleuchtet und erfüllet sein! 2. Ertöt in mir die schnöde Luft, feg aus den alten Sündenwust, ach rüst mich aus mit Kraft und Mut, zu streiten wider Fleisch und Blut. 3. Schaff in mir, Herr, den neuen Geist, der dir mit Luft Gehorsam leist und nichts sonst, als was du willst, will, ach Herr, mit ihm mein Herz erfüll! 4. Auf dich laß meine Sinnen gehn, laß sie nach dem, was droben, stehn, bis ich dich schau, o ewigs Licht, von Angesicht zu Angesicht. Joh. Friedr. Ruopp+ 1708. 361. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. Liebster Jeſu, der du mich selber durch dein Blut und auf dessen Namen ich als ein Christe bin getaufet, laß mich deinen Geist regieren, solchen Namen recht zu führen. 2. Laß mich meiner Taufe Bund ernstlich immerdar betrachten, laß mich doch von Herzens grund Satan, Welt und Fleisch verachten, laß hingegen stets mich üben, Gott und Menschen recht zu lieben. 3. Laß mich, Herr, den schmalen Weg durch die enge Pforte gehen, laß auf deines Wortes 215 Eteg einzig meine Augen sehen, gib Geduld in Kreuz und Leiden, daß sie nie mich von dir scheiden. 4. Komm, vermähle selber dich, liebster Jesu, meiner Seelen, gönne, daß auf ewig ich dich zu meiner Luft mag wählen, gib, daß keine Trübfalsfluten löschen unsrer Liebe Gluten. 5. Laß mich hier in dieser Welt als ein wahrer Christe leben und sodann, wenn dirs gefällt, christlich meinen Geist aufgeben, auch im Himmel zu den Frommen und den wahren Christen kommen. 6. Ehre, Glücke, Kunst und Ruhm laß ich dieser Welt daz hinten, aber nur mein Christentum werde ich dort wiederfinden, will wahren Christen lohnen. wo mit schönen Ehrenkronen Gott Hnr. Jon. Wehrenberg g. 1651 † 1713. 362. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Rü üftet euch, ihr Christenleute! Die Feinde suchen euch zur Beute, ja Satan selbst hat eur begehrt; wappnet euch mit Gottes Worte und kämpfet frisch an jedem Orte, damit ihr bleibet unversehrt. Ist euch der Feind zu schnell, hier ist Immanuel. Hosianna! Der Starke fällt durch diesen Held, und wir behalten mit das Feld. 2. Reinigt euch von euren Lüsten, besieget sie, die ihr seid Christen, und stehet in des Herren Kraft! Stärket euch in Jesu Namen, daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen. 216 Wo ist des Glaubens Eigenschaft? Wer hier ermüden will, der schaue auf das Ziel, da ist Freude. Wohlan, so seid zum Kampf bereit, so frönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wenig Jahre, eh ihr kommt auf die Totenbahre; kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn Gott wird die Toten wecken, und Christus wird die Welt erschrecken, so stehen wir mit Freuden auf. Gott Lob, wir sind versöhnt! Daß uns die Welt noch höhnt, währt nicht lange, und Gottes Sohn hat längstens schon uns beigelegt die Ehrenkron. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 4. Jesu, stärke deine Kinder und mach aus denen Überwinder, die du erkauft mit deinem Blut. Schaffe in uns neues Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, wenn uns entfallen will der Mut. Gieß aus auf uns den Geist, dadurch die Liebe fleußt in die Herzen, so halten wir getreu an dir im Tod und Leben für und für. Wilh. Erasmus Arends+ 1721. 363. Eigene Melodie. Ringe recht, wenn Gottes Gnade dich nun ziehet und bekehrt, daß dein Geist sich recht entlade von der Laft, die ihn beschwert. 2. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, dring hinein in Gottes Reich; will der Satan widerstreben, werde weder matt noch weich! 3. Ringe, daß dein Eifer glühe, und die erste Liebe dich von der ganzen Welt abziehe; halbe Licbe hält nicht Etich. 4. Nimm mit Furcht ja deiner Seele, deines Heils mit Zittern wahr; hier in dieser Leibeshöhle schwebst du täglich in Gefahr. 5. Halt ja deine Krone feste, halte männlich, was du haft; recht beharren ist das beste, Rückfall ist ein böser Gast. 6. Laß dein Auge ja nicht gaffen nach der schnöden Eitelkeit, bleibe Tag und Nacht in Waffen, fliehe Träg- und Sicherheit! 7. Wahre Treu liebt Christi Wege, steht beherzt auf ihrer Hut, weiß von keiner Wollustpflege, hält sich selber nichts zu gut, 8. Denkt bei jedem Augenblicke, obs vielleicht der letzte sei, bringt die Lampen ins Geschicke, holt stets neues Öl herbei. 9. Liegt nicht alle Welt im Bösen? Steht nicht Sodom in der Glut? Seele, wer soll dich erlösen? Eilen, eilen ist hier gut. 10. Eile, wo du dich erretten und nicht mit verderben willt, mach dich los von allen Ketten, fleuch wie ein gejagtes Wild! 11. Lauf der Welt doch aus den Händen, dring ins stille 3oar*) ein, eile, daß du mögst vollenden, mache dich von allem rein! *) 1 Mofe 19, 22. 23. 12. Laß dir nichts am Herzen kleben, fleuch vor dem verborgnen Bann, such in Gott geheim zu leben, daß dich nichts beflecken kann. 13. Eile, zähle Tag und Stunden, bis dein Bräutgam kommt und winkt und, wenn du nun überwunden, dich zum Schauen Gottes bringt. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 365. Mel. O du Liebe meiner Liebe. erz und Herz vereint zusammen, sucht in Gottes Herzen Ruh! Lasset eure Liebesflammen lodern auf den Heiland zu! Er das Haupt, wir seine Glieder, er das Licht, und wir der Schein, er der Meister, wir die Brüder; er ist unser, wir sind sein. 14. Eile, lauf ihm doch entgegen, sprich: Mein Licht, ich bin bereit nun mein Hüttlein abzulegen, mich dürst nach der Ewigkeit. Joh. Jos. Windler g. 1670+ 1722. 364. Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. 1. Ach Gott, verlaß mich nicht, gib mir die Gnadenhände, ach führe mich, dein Kind, daß ich den Lauf vollende zu meiner Seligkeit, sei du mein Lebenslicht, mein Stab, mein Hort, mein Schuß, ach Gott, verlaß mich nicht! 2. Ach Gott, verlaß mich nicht, regiere du mein Wallen, ach laß mich nimmermehr in Sünd und Schande fallen; gib mir den guten Geist, gib Glaubenszuver= sicht, sei meine Stärk und Kraft, ach Gott, verlaß mich nicht! 3. Ach Gott, verlaß mich nicht, ich ruf aus Herzensgrunde, ach Höchster, stärke mich in jeder bösen Stunde! Wenn mich Versuchung plagt und meine Seel anficht, so weiche nicht von mir, ach Gott, verlaß mich nicht! 4. Ach Gott, verlaß mich nicht, ach laß dich doch bewegen, ach Vater, kröne doch mit reichem Himmelssegen die Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht, zu tun, was dir gefällt, ach Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach Gott, verlaß mich nicht, ich bleibe dir ergeben; hilf mir, o großer Gott, recht glauben, christlich leben und selig scheiden ab, zu sehn dein Angesicht; hilf mir in Not und Tod, ach Gott, verlaß mich nicht! Salomo Franc(?) g. 1659+ 1725. 217 2. Kommt, ach kommt, ihr Gnadenkinder, und erneuert euren Bund, schwöret unsrem Überwinder Lieb und Treu von Herzens grund! Und wenn eurer Liebestette Festigkeit und Etärke fehlt, o so flehet um die Wette, bis sie Jesus wieder stählt. 3. Legt es unter euch, ihr Glieder, auf jo treues Lieben an, daß ein jeder für die Brüder auch das Leben lassen kann. So hat uns der Herr geliebet, so vergoß er dort sein Blut; denkt doch, wie ihr ihn betrübet; wenn ihr selbst euch Eintrag tut. 4. Halleluja! welche Höhen, welche Tiesen reicher Gnad, daß wir dem ins Herze sehen, der uns so geliebet hat, daß der Vater aller Geister, der der Wunder Abgrund ist, daß du, unsichtbarer Meister, uns so fühlbar nahe bist. 5. Ach du holder Freund, ver= eine deine dir geweihte Schar, daß sie sich so herzlich meine, wies dein letzter Wille war; ja verbinde in der Wahrheit, die du selbst im Wesen bist, alles, was von deiner Klarheit in der Tat erleuchtet iſt. 6. So wird dein Gebet erfüllet, daß der Vater alle die, welche du 218 in dich verhüllet, auch in seine Liebe zieh, und daß, wie du eins mit ihnen, also sie auch eines sein, sich in wahrer Liebe dienen und einander gern erfreun. 7. Liebe, hast du uns geboten, daß man Liebe üben soll, o so mache doch die toten trägen Geister lebensvoll, zünde an die Liebesflamme, daß ein jeder sehen kann: wir, als die von Einem Stamme, stehen auch für Einen Mann. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. Einfalt hängt sich ganz alleine an den ewigen Magnet. 6. Einfalt quillt aus Jesu Wunden mit dem teuren Gottesblut; wer sie da nicht hat gefunden, der ist fern von diesem Gut. 7. Wer nur hat, was Jesus gibet, wer nur lebt aus seiner Füll, wer nur will, was ihm beliebet, wer nur kann, was Jesus will; 8. Wer nur geht auf seinem 8. Laßt uns so vereinigt wer- Pfade, wer nur sieht bei seinem den, wie du mit dem Vater bist, Licht, wer nur stets verlangt nach bis schon hier auf dieser Erden Gnade und mag alles andre nicht; tein getrenntes Glied mehr ist, und allein von deinem Brennen nehme unser Licht den Schein; also wird die Welt erkennen, daß wir deine Jünger sein. Nach N. L. von Zinzendorf g. 1700+ 1760 von Ch. Gregor. 9. Wer ihn so mit Inbrunst liebet, daß er seiner selbst vergißt, wer sich nur um ihn betrübet und in ihm nur fröhlich ist; 10. Wer allein auf Jesum trauet, wer in Jesu alles findt: der ist auf den Fels erbauet und ein seligs Gnadenkind. 366. Mel. Ringe recht, wenn Gottes Gnade. eilge Einfalt, Gnadenwunder, tiefste Weisheit, größte Kraft, schönste Bierde, Liebeszunder, Werk, das Gott alleine schafft! 367. Eigene Melodie 2. Alle Freiheit geht in Ban- Dein Erbe, Herr, das du erkauft, den, aller Reichtum ist nur Wind, alle Schönheit wird zu schanden, wenn wir ohne Einfalt sind. mit dem du Freundschaft aufgerichtet, das, als es ward auf dich getauft, sich zu des Satans Haß verpflichtet, sieht, wie es selbst sich nicht beschirmen kann, und rufet dich um Sieg und Beistand an. 2. Du haft der Schlange Kopf zerstört, ihr Gift gedämpft, ihr Reich bezwungen; es hat dein Tod den Tod verheert und ihn in frohem Sieg verschlungen, die Schuld getilgt, die freche Welt 3. Wenn wir in der Einfalt stehen, ist es in der Seele licht; aber wenn wir doppelt sehen, so vergeht uns das Gesicht. 4. Einfalt ist ein Kind der Gnade, eine kluge Ritterschaft, die auf ihrem schmalen Pfade nicht nach dem und jenem gafft. 5. Einfalt denkt nur auf das Eine, in dem alles andre steht; 2. G. Spangenberg g. 1704+ 1792. V. 4 von N. 2. v. Zinzendorf. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. besiegt, daß nun der Feind zu deinen Füßen liegt. 3. Doch weil hier noch die Probezeit, hast du ihm so viel Macht gelassen, daß er uns kann durch Kampf und Streit bei unserm Fleisch und Blute fassen. Es stimmt die Welt, als die ihm folgt, mit ein; hier ist es not, auf seiner Hut zu sein. 4. Mit so viel Feinden finden wir, o Herr, uns überall umge= ben. Der eine reizt und schmeichelt hier, dort droht ein andrer unserm Leben, ja allesamt sind sie darauf bedacht, daß unser Geist werd um sein Heil gebracht. 5. Wer ist hier tüchtig, zu bestehn und über Lust und Furcht zu siegen? Soll es durch unsre Kraft geschehn, so werden wir bald unterliegen. Die Feinde sind zu listig, stark und groß, wir aber stehn von Macht und Weisheit bloß. 6. Doch was uns fehlt, das finden wir, erwürgtes Lamm, in deinen Schätzen; dein Beistand ist uns gut dafür; daß uns kein Satan kann verletzen; du ziehest uns mit Kraft und Weisheit an, daß unser Geist weit überwinden kann. 219 lieder klingen, in jener stillen Ewigkeit, o Heiland, deinen Ruhm besingen, wenn du den Tod, den letzten Feind, besiegt, und alles nun zu deinen Füßen liegt. Joh. Jak. Rambach g. 1693+ 1735. wir 7. Gib nur, daß wir nicht träge sein noch selbst die Waffen niederlegen; flöß uns die Kraft des Glaubens ein, damit mutig streiten mögen; bewahre uns vor weicher Zärtlichkeit, wenn Fleisch und Blut sich vor dem Kreuze scheut. 8. So wollen wir, wenn nach dem Streit die frohen Sieges368. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. ier bin ich, Herr, du rufest mir, du ziehest mich, ich folge dir. Du forderst von mir Herz und Sinn, mein Schöpfer, nimm, ach nimm es hin! 2. Ich hab oft deinen Wink verschmäht, es ist mir leid, ich komme spät; doch ist mir lieb, daß deine Güt noch auf mich armen Sünder sieht. 3. Ich wag es aber länger nicht, zu unterlassen meine Pflicht, ich komme, Herr, voll Neu und Buß; ach aber, ach wie wankt mein Fuß! 4. Es geht mir, wie es Petro ging: dort kommt ein Sturm, ich sink, ich sink. Ach reiche mir die starke Hand, so wird das Sinten abgewandt. 5. Du riefest mich, nun ruf ich dir. Mein Heiland, komm zu Hülfe mir! Mein matter Fuß kann nirgend fort, ach trage mich an Stell und Ort! 6. Flößt du mir Matten Kräfte ein, so werd ich künftig stärker sein, so folg ich dir, mein Herr und Gott, durch Flut und Glut, durch Not und Tod. Joh. Jak. Rambach g. 1693+ 1735. 220 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 369. Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. 2. Gib mir ein frommes Herz, du Geber aller Gaben! Das soll mein Reichtum sein, den ich begehr zu haben, das ist mein höchster Ruhm, mein Schmuck und schönste Pracht, denn fromm sein wird bei Gott und Engeln hoch geacht. 2. Gib mir ein frommes Herz in allem meinem Denken, wenn fich mein eitler Sinn auch will zum Bösen lenken. Ach schrecke mich doch ab von der Gottlosen Weg und führe mich, o Gott, den rechten Himmelssteg! 3. Gib mir ein frommes Herz, das sich nicht läßt verführen, laß deinen guten Geist dasselbe kräftig rühren! Herr, laß mich nimmermehr auf böses Beispiel sehn, vielmehr mit aller Treu in Christi Stapfen gehn! 4. Gib mir ein frommes Herz, wenn ich viel Böses höre, daß die Gewohnheit nicht mich auch zuletzt betöre; schließ meine Ohren zu, gib deinem Worte Kraft, das sagt, du forderst auch von Worten Rechenschaft. 5. Gib mir ein frommes Herz, wenn ich die Welt betrachte, daß ich die Eitelkeit und Sündenlust verachte. Es muß die schnöde Welt mit ihrer Lust vergehn, den Frommen aber bleibt der Himmel offen stehn. 6. Gib mir ein frommes Herz, daß ich fromm sei und bleibe und nur, was dir gefällt, in meinem Leben treibe. Heut fromm sein, morgen bös, und so in Wankelmut bald Guts, bald Böses tun, stürzt in die Höllenglut. 7. Gib mir ein frommes Herz, daß ich nicht von dir weiche und nicht der schnöden Welt in ihren Sünden gleiche. Ich will von ihrem Tun mich sondern gänzlich ab und in der Gottesfurcht beharren bis ins Grab. 8. Gib mir ein frommes Herz, so wird mirs auch wohlgehen; du wirst mein Beistand sein, wenn Unglückswinde wehen. Den Frommen ist ja Gnad und Hülfe zugesagt, wenn die verdiente Straf der Bösen Rotte plagt. 9. Gib mir ein frommes Herz, so kann ich selig sterben und als ein Gotteskind das Himmelreich ererben. Im Himmel wird ja einst die Frömmigkeit gekrönt, die auf der Erden nur von Bösen wird verhöhnt. 10. Gib mir ein frommes Herz! Wenn du mir das wirst geben, so will ich dankbar sein in meinem ganzen Leben, so wird mein Herz und Sinn sich lenten himmelwärts. Drum bitt ich noch einmal: Gib mir ein frommes Herz! Joh. Friedr. Stard g. 1680+ 1756. 370. Eigene Melodie. Baterherz, o Licht, o Leben, o treuer Hirt, Immanuel, dir bin ich einmal übergeben, dir, dir gehöret meine Seel. Ich will mich nicht mehr selber führen, der Vater soll das Kind regieren; so geh nun mit mir aus und ein Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 221 und leite mich nach allen Tritten!| Schranke, Lauf und Bahn! Laß Ich geh, ach hör, o Herr, mein Bitten, für mich nicht einen Schritt allein. mich nichts mehr für mich verlangen, ja laß mir nichts am Herzen hangen als deines großen Namens Ruhm; der sei allein mein Ziel auf Erden; ach laß mirs nie verrücket werden, denn ich bin ja dein Eigentum. 6. Laß mich in dir den Vater preisen, wie er die Liebe selber ist; laß deinen Geist mir klärlich weisen, wie du von ihm geschenkt mir bist. Ach offenbare deine Liebe und wirke doch die heißen Triebe der wahren Gegenlieb in mir, durchdringe dadurch Herz und Sinnen, daß ich hinfort mein ganz Beginnen in deiner Lieb und Lob nur spür. 2. Was kann dein schwaches Kind vollbringen? Ich weiß mir gar in keinem Rat; drum sei in groß und kleinen Dingen mir immer selber Rat und Tat. Du willst dich meiner gar nicht schämen, ich kann dich ja zu allem nehmen, du willst mir selber alles sein; so sollst du denn in allen Sachen den Anfang und das Ende machen, dann stellt sich lauter Segen ein. 3. Du gängelst mich, ich kann nicht gleiten; dein Wort muß ewig feste stehn: du sprichst, dein Auge soll mich leiten, dein Angesicht soll vor mir gehn, ja deine Güt und dein Erbarmen soll mich umfangen und umarmen. O daß ich nur recht kindlich sei, bei allem gläubig zu dir flehe und stets auf deinen Wink nur sehe, so spür ich täglich neue Treu. 4. O daß ich auch im Kleinsten merke auf deine Weisheit, Güt und Treu, damit ich mich im Glauben stärke, dich lieb und lob und ruhig sei und deine Weisheit lasse walten, stets Ordnung, Maß und Ziel zu halten; sonst lauf ich vor, da lauf ich an. Drum mach im Besten mich gelassen, nichts ohne dich mir an zumaßen; was du nur tuft, ist wohlgetan. 5. Ach mach einmal mich treu und stille, daß ich dir immer folgen kann; nur dein, nur dein vollkommner Wille sei mir hier 7. Ich sehne mich, nur dir zu leben, der du mein Herr und Bräutgam biſt. Was dir sich nicht will ganz ergeben und was nicht deines Willens ist, das strafe bald in dem Gewissen, laß Blut und Wasser auf mich fließen und tilge, was nicht lauter heißt. Laß nur dein Lob zur Lust mir werden und dann das Heil der armen Herden, nach einer reinen Lieb im Geist! 8. So lob und lieb ich in der Stille und ruh als Kind in deinem Schoß. Das Schäflein trinkt aus deiner Fülle, die Braut steht aller Sorgen bloß; sie sorget nur allein in allen, dir, ihrem Bräutgam, zu gefallen, sie schmückt und hält sich dir bereit. Ach zeuch mich, zeuch mich weit von hinnen; was du nicht bist, laß ganz zerrinnen, o reiner Glanz der Ewigkeit! Karl Heinr. v. Bogatty g. 1690+ 1774. 222 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 371. Petri 1, 4. 5. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seele. Bewahre mich, o Freund der Seele, durch deine Macht zur Seligkeit; hier gibts noch mördervolle Höhlen, von außen Furcht, von innen Streit, viel tausend Mängel und Gebrechen, die Mut und Glauben können schwächen. Gewiß ich würde noch gefällt bei so viel Schlingen, Netz und Stricken, damit der Feind sucht zu berücken, wenn mich nicht Gottes Macht erhält. du bist im stand, mich zu erhalten und so in deiner Macht zu walten, daß Feindes Macht zu schanden wird. Er muß trotz allem Grimm und Haffen dein Schaf dir in den Händen lassen; du, du, Jehova, bist mein Hirt. 5. Dein Geist, der ewig bei uns bleibet, dein Geist, der alle Dinge schafft, dein Geist, der uns belebt und treibet, ist unser mit der Salbungskraft. Er ist der Mahlschatz, Pfand und Siegel, ein starker Beistand, Schloß und Riegel, die Wehr und Mauer, so uns schützt, ein Quell, der auf die Dürren fließet, den Traurigen das Leid versüßet, und der die Schwachen unterstützt. 2. Der Schuß steht nicht in meinen Händen noch in der Kreaturen Macht, zu dir, zu dir will ich mich wenden, dein Aug und Herz hat auf mich acht. Wie du mir nun das Heil erworben, da du für mich am Kreuz gestorben, so mußt du wahrlich auch allein vor aller Macht der Höllenscharen mich zu der Seligkeit bewahren und mir 6. Ist Gottes Macht da zum Bewahren, so lach der Sünd und Hölle Macht! Du wirst zu deinem Heil erfahren, wenn alles stürmet, blitt kracht, wie Gottes Wort dich nicht betrüget, wie seine Hand gewaltig sieget; verzage nur an eigner Kraft! mein Schild und Sonne sein. Wirst du mit deinem Undermögen in Gottes Macht dich gläubig legen, so übst du gute Ritterschaft. 3. Mein Vater, du hast mir das Erbe von Ewigkeit ja zubereit; ach sorge, daß ich nicht verderbe durch schnöde Träg- und Sicherheit, was du dem Glauben beigeleget. Wenn Feindes List und macht sich reget, mir das geschenkte gute Teil aus Herz und Händen sucht zu bringen, so laß mich wachen, beten, ringen, ja wache selber für mein Heil! 4. Immanuel, in deine Hände ergeb ich mich mit Leib und Seel; mein A und O, Anfang und Ende, du bist mein Teil, das ich erwähl; 7. Auf jenes Kleinod mußt du schauen, das Kleinod deiner Seligkeit, und hör nicht auf, ihm zu vertrauen, der täglich dir die Hände beut; du wirst wahrhaftig überwinden und endlich alles, alles finden, Gerechtigkeit und Heiligkeit, verklärt bei Gott und Engeln wohnen, in höchster Ehr mit Chrifto thronen, voll Lob, voll Licht, voll Fried und Freud. J. Ludw. Konr. Allendorf g. 1693+1773. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 372. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. K ommt, Kinder, laßt uns gehen, der Abend kommt herbei; es ist gefährlich stehen in dieser Wüstenei; kommt, stärket euren Mut, zur Ewigkeit zu wandern, von einer Kraft zur andern; es ist das Ende gut. 2. Es soll, uns nicht gereuen der schmale Pilgerpfad; wir kennen ja den Treuen, der uns gerufen hat; kommt, folgt und trauet dem, ein jeder sein Gesichte mit ganzer Wendung richte fest nach Jerusalem! 3. Kommt, Kinder, laßt uns gehen, der Vater gehet mit. Er selbst will bei uns stehen in jedem sauren Tritt; er will uns machen Mut, mit süßen Sonnenblicken uns locken und erquicken; ach ja, wir habens gut. 4. Ein jeder munter eile, wir sind vom Ziel noch fern. Schaut auf die Feuersäule,*) die Gegenwart des Herrn! Das Aug nur eingekehrt, da uns die Liebe winket und den, der folgt und sinket, den wahren Ausgang lehrt. *) 2 Mose 13, 21. 5. Kommt, Kinder, laßt uns wandern, wir gehen Hand an Hand, eins freuet sich am andern in diesem wilden Land. Kommt, laßt uns kindlich sein, uns auf dem Weg nicht streiten;*) die Gugel uns begleiten als unsre Brüderlein. 1 Mose 45, 24. 223 pflanze Lieb und Ruh! Kommt, bindet fester an, ein jeder sei der Kleinste, doch auch wohl gern der Reinste, auf unsrer Liebesbahn! 7. Kommt, laßt uns munter wandern, der Weg kürzt immer ab; ein Tag der folgt dem andern, bald fällt das Fleisch ins Grab; nur noch ein wenig Mut, nur noch ein wenig treuer, von allen Dingen freier, gewandt zum ewgen Gut! 8. Es wird nicht lang mehr währen, halt't noch ein wenig aus! Es wird nicht lang mehr währen, so kommen wir nach. Haus; da wird man ewig ruhn, wenn wir mit allen Frommen daheim zum Vater kommen; wie wohl, wie wohl wirds tun! 9. Drauf wollen wirs denn wagen, es ist wohl Wagens wert, und gründlich dem absagen, was aufhält und beschwert. Welt, du bist uns zu klein, wir gehn durch Jesu Leiten hin in die Ewigkeiten, es soll nur Jesus sein. 10. O Freund, den wir era lesen, o allvergnügend Gut, o ewigbleibend Wesen, wie reizest du den Mut! Wir freuen uns in dir, du unsre Wonn und Leben, worin wir ewig schweben, du unsre ganze Bier! Gerh. Terstegen g. 1697+ 1769. 373. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. ott, deine Güte reicht ſo weit, weit die gehen; 6. Sollt wo ein Schwacher du krönft uns mit Barmherzigkeit fallen, so greif der Stärkre zu, und eilft uns beizustehen. Herr, man trag, man helfe allen, man meine Burg, mein Fels, mein. 224 Hort, vernimm mein Flehn, mert auf mein Wort, denn ich will vor dir beten. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 2. Ich bitte nicht um Überfluß und Schätze dieser Erden, laß mir, soviel ich haben muß, nach deiner Gnade werden; gib mir nur Weisheit und Verstand, dich Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren, des guten Namens Eigentum laß mich nur nicht verlieren! Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, Herr Zebaoth, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demut, Mut in Not, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit; laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden! Chr. F. Gellert g. 1715+ 1769. 374. Mel. Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt. mich, mein Nächster ist sein Kind wie ich. o jemand spricht, ich liebe Gott, und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott und reißt sie ganz darnieder. Gott ist die Lieb und will, daß ich den Nächsten liebe gleich als mich. 3. Ein Heil ist unser aller Gut. Ich sollte Brüder hassen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich verfühnt, hab ich dies mehr als sie verdient? 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen, ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du vergibst, und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen hier getan, dem Kleinsten auch von diesen, das sieht er, inein Erlöser, an, als hätt ichs ihm erwiesen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch sein und Gott in Brüdern nicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist. Chr. F. Gellert geb. 1715+ 1769. 375. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. eh hin nach Gottes Willen in Demut und Vertraun, lern das Gebot erfüllen, sein großes Feld zu baun. Frag nach der Ernte nicht, du darfst den Lohn nicht messen, mußt Freud und Lust vergessen, nur sehn auf deine Pflicht. 2. Wir haben Einen Gott und Herrn, sind Eines Leibes Glieder, drum diene deinem Nächsten gern, tenn wir sind alle Brüder. Gott 2. Willst du nur sein geborgen schuf die Welt nicht bloß für und vor der Welt geehrt, so Lieder vom Gebete. kannst du nicht besorgen, was deinem Herrn gehört; sieht jemand auf Gewinn, sucht Schätze nur auf Erden, um glücklicher zu werden, der hat den Lohn dahin. 3. Doch hast du deine Gaben dem Dienst des Herrn geweiht, so wirst du Augen haben zu sehn, was er gebeut. Das tue still und gern, du darfst nicht zaudernd wählen, nicht rechnen und nicht zählen; er rust, du folgst dem Herrn. 4. Nur frisch an allen Enden die Arbeit angefaßt! Mit unverdroßnen Händen sei wirksam ohne Rast! Das ist der rechte Mut. Streu aus den edlen Samen und wirk in Gottes Namen, so keimt und wächst es gut. Joh. Friedr. Möller g. 1789+ 1861. 377. Eigene Melodie. ater unser im Himmelreich, der du uns alle heißest gleich Brüder sein und dich rufen an und willst das Beten von uns habn, gib, daß nicht bet allein der Mund, hilf, daß es geh von Herzensgrund. 2. Geheiligt werd der Name dein, dein Wort bei uns hilf -halten rein, daß auch wir leben heiliglich, nach deinem Namen würdiglich. Behüt uns, Herr, var falscher Lehr, das arm, verführte Volk bekehr! 225 376. Eigene Melodie. o nimm denn meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende, und ewiglich! Ich mag allein nicht gehen, nicht einen Schritt; wo du wirst gehn und stehen, da nimm mich mit! 2. In dein Erbarmen hülle mein schwaches Herz und mach es gänzlich stille in Freud und Schmerz. Laß ruhn zu deinen Füßen dein armes Kind: es wird die Augen schließen und glauben blind. XX. Pieder vom 3. Wenn ich auch gleich nichts fühle von deiner Macht, du führst mich doch zum Ziele, auch durch die Nacht. So nimm denn meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende, und ewiglich! Julie von Hausmann g. 1825+ 1901. Gebete. 3. Es tomm dein Reich zu dieser Zeit und dort hernach in Ewigkeit, der heilge Geist uns wohne bei mit seinen Gaben mancherlei, des Satans Zorn und groß Gewalt zerbrich, vor ihm dein Kirch erhalt! 4. Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich auf Erden wie im Himmelreich, gib uns Geduld in Leidenszeit, gehorsam sein in Lieb und Leid, wehr und st ur allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen tut. 5. Gib uns heut unser täglich Brot und was man braucht zur Leibesnot, behüt uns, Herr, vot 15 226 Lieder vom Unfried, Streit, vor Seuchen und vor teurer Zeit, daß wir in gutem Friede stehn, der Sorg und Geizes müßig geln. 6. All unsre Schuld vergib uns, Herr, daß sie uns nicht betrübe mehr, wie wir auch unsern Schuldigern ihr Schuld und Fehl vergeben gern; zu dienen mach uns all bereit in rechter Lieb und Einigteit! 7. Führ uns, Herr, in Versuchung nicht! Wenn uns der böse Geist ansicht, zur linken und zur rechten Hand hilf uns tun starken Widerstand, im Glauben fest und wohl gerüst und durch des heilgen Geistes Trost! 8. Von allem Übel uns erlös, es sind die Zeit und Tage bös. Erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der letzten Not, bescher uns auch ein seligs End, nimm unsre Seel in deine Händ! 9. Amen, das ist, es werde wahr, stärk unsern Glauben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, was wir hiemit gebeten habn auf dein Wort, in dem Namen dein; so sprechen wir das Amen sein. Martin Luther g. 1483+ 1546. 378. Mel. Wär Gott nicht mit uns diese Zeit. Vater, unser Gott, es ist unmöglich auszusinnen, wie du recht anzurufen bist, man kanns nicht eins beginnen. Deshalben geuß, wie du verheißt, selbst über uns aus deinen Geist der Gnad und des Gebetes, Gebete. 2. Daß er bei dir uns kräftiglich mit Seufzen mög vertreten, so oft wir kommen, Herr, vor dich zu danken und zu beten. Laß nicht nur plappern unsern Mund, hilf, daß zu dir aus Herzensgrund, o großer Gott, wir rufen. 3. 3euch unser Herz zu dir hinauf im Beten und im Singen und tu uns auch die Lippen auf, ein Opfer dir zu bringen, das dir gefalle, wenn allda das Herz ist mit den Lippen nah und nicht von dir entfernet. 4. Im Geist und Wahrheit laß zu dir das Herz uns immer richten, mit Andacht beten für und für, ohn fremdes Denkn und Dichten. Gib uns des Glaubens Zuversicht, daß wir die Bitte zweifeln nicht durch Christum zu erhalten. 5. Hilf, daß wir keine Zeit und Maß im Beten dir vorschreiben, anhalten ohne Unterlaß, bei dem allein auch bleiben, was dein Will ist, was deine Ehr und unsre Wohlfahrt uns noch mehr befördert hier und ewig. 6. Laß uns im Herzen und Gemüt auf unsre Werk nicht bauen, auf deine unaussprechlich Güt laß einzig uns vertrauen. Ob wir es gleich nicht würdig sein, wollst du aus lanter Gnad allein uns doch die Bitt gewähren! 7. Du, Vater, weißt, was uns gebricht, solang wir sind im Leben; es ist dir auch verborgen nicht, in was Gefahr wir schweben. Um Beistand flehen wir dich an, dein Vaterherze uns nicht kann ver= lassen, deine Kinder. Lieder vom Gebete. 227 8. Wir haben ja die Freudig- Sein Mund, sein teures Wort leit in Jesu Christ empfangen, der Gnadenstuhl ist da bereit, die alfe zu erlangen. Drum laß hier und an allem End uns stets aufheben heilge Händ, zu dir gen Himmel schreien! 9. Dein Nam, o Gott, geheiligt werd, dein Reich laß zu uns kommen, dein Will geschehe auch auf Erd, gib Brot, Fried, Nuß und Frommen, all unsre Sünden uns verzeih, steh uns in der Versuchung bei, erlös uns von dem Übel! 10. Dies alles, Vater, werde wahr, du wollest es erfüllen. Erhör und hilf uns immerdar um Jesu Christi willen, denn dein, o Herr, ist allezeit von Ewigkeit zu Ewigkeit das Reich, die Macht und Ehre. David Denice g. 1603+1689, oder Justus Gesenius g. 1601+1673. 379. Met. O Gott, du frommer Gott. Mel. 2. Wohl auf, mein Herz, zu Gott dein Andacht fröhlich bringe, daß dein Wunsch und Gebet durch alle Wolken dringe, weil dich Gott beten heißt, weil dich sein lieber Sohn so freudig treten heißt vor seinen Gnadenthron. 2. Dein Vater ists, der dir befohlen hat zu beten; dein Bruder ists, der dich vor ihn getroft heißt treten; der werte Tröster ists, der dir die Wort gibt ein: drum muß auch dein Gebet gewiß erhöret sein. 3. Da siehst du Gottes Herz, das dir nichts kann versagen. vertreibt ja alles Zagen. Was dich unmöglich deucht, kann seine Vaterhand noch geben, die von dir jo viel Not abgewandt. 4. Komm nur, komm freudig her in Jesu Christi Namen, sprich: Lieber Vater, hilf, ich bin dein Kind, sprich Amen! Ich weiß, es wird geschehn, du wirst mich lassen nicht, du wirst, du willst, du kannst tun, was dein Wort verspricht. Joh. Olearius g. 1611+ 1684. 380. Mel. Werde munter, mein Gemüte. enn dich Unglück hat betreten, wenn du steckst in Angst und Not, mußt du fleißig zu Gott beten, beten hilft in Not und Tod, daß du Gottes Angesicht auch im Kreuz auf dich gericht kannst aus seinem Wort erblicken und dein Herz mit Trost crquicken. 2. Keiner wird jemals zuschanden, der sich seinem Gott vertraut; kommt dir gleich viel Not zuhanden, hast du auf ihn wohl gebaut. Obs gleich scheint, als hört er nicht, weiß er doch, was dir gebricht; deine Not mußt du ihm klagen und in keiner Not verzagen. 3. Rusen, schrein, anklopfen, beten ist der Christen beste Kunst, allzeit freudig vor ihn treten findet Hülfe, Gnad und Gunst. Wer Gott jest vertrauen kann, ist der allerbeste Mann; der wird allzeit Rettung finden, kein Feind wird ihn überwinden. 15* 228 Lieder vom Gebete. 4. Lerne Gottes Weise merken, ich den Frieden Gottes schmeck und die er bei den Seinen hält: er fühl und dir darob im Herzen will ihren Glauben stärken, wenn sing und spiel. sie Unglück überfällt. Unser Gott der lebt ja noch, schweigt er gleich), so hört er doch. Schrei getrost, du mußt nicht zagen, dein Gott fann dir nichts versagen. 5. Laß dich Gottes Wort regie ren, merke, was die Wahrheit lehrt; Satan wird dich nicht verführen, der die ganze Welt vertehrt. Gottes Wahrheit ist dein Licht, dein Schutz, Trost und Zuversicht. Trau nur Gott, der kann nicht lügen, bet, du wirst gewiß obsiegen. 6. Lob sei Gott für seine Gnade! Seine große Güt und Treu macht, daß mir kein Jeind nicht schade, fie ist alle Morgen neu. Drum will ich mein Lebenlang immer sagen Lob und Dank meinem Gott in allen Dingen, fröhlich Halleluja fingen. Joh. Clearius g. 1611+ 1684. 381. Ev. Joh. 16, 23-30. Eigene Melodie. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, so wird gewiß mein Singen recht getan, so klingt es schön in meinem Liede, und ich bet dich im Geist und Wahrheit an, jo hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psalmen sing im höhern Chor. 4. Denn der kann mich bei dir vertreten mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind; der lehret mich recht gläubig beten, gibt 3eugnis meinem Geist, daß ich dein Kind und ein Miterbe Jeju Christi sei, daher ich Abba, lieber Vater! schrei. 5. Wenn dies aus meinem Herzen schallet durch deines heilgen Geistes Kraft und Trieb, so bricht dein Vaterherz und wallet ganz brünstig gegen mich vor heißer Lieb, daß mirs die Bitte nicht versagen tann, die ich nach deinem Willen hab getan. 6. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, das ist nach deinem Willen eingericht und wird gewiß von dir erhöret, weil es im Namen deines Sohns geschicht, durch welchen ich dein Kind und Erbe bin und nehme von dir Gnad um Gnade hin. 7. Wohl mir, daß ich dies Zeugnis habe! Drum bin ich voller Trost und Freudigkeit und weiß, daß alle gute Gabe, die ich von dir verlange jederzeit, die gibst du und tuft überschwenglich mehr, als ich verstehe, bitte und Dir, dir, Jehova, will ich singen, denn wo ist doch ein solcher Gott wie du? Dir will ich meine Lieder bringen, ach gib mir deines Geistes Kraft dazu, daß ich es tu im Namen Jesu Christ, so wie es dir durch ihn gefällig ist. 2. Zeuch mich, o Bater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir, dein Geist in meinem Herzen wohne und meine Sinne und Verstand regier, daß begehr.. Lieder vom Gebete. 8. Wohl mir, ich bitt in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt; in ihm ist alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Wohl mir, Lob dir jetzt und in Ewigfeit, daß du mir schenkest solche Seligkeit! Barthol. Craffelius g. 1667+ 1724, 382. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. Sende, Bater, deinen Geist, da ich vor dein Antlik trete, daß, wie du mich selber heißt, ich im Geist und Wahrheit bete. Lehre mich, dich recht erkennen und dich Abba, Vater nennen. 2. Süßer Jesu, hilf du mir, daß ich bet in deinem Namen, daß, was Gott verheißt in dir, mir auch werde Ja und Amen. Sprich für mich und laß mich sehen dich zur Rechten Gottes stehen! 3. Heilger Geist, erleuchte mich und entzünde mein Verlangen, daß ich Gottes Huld durch dich voller Inbrunst mög empfangen. Brich die Trägheit, zieh die Sinnen aus der Welt zu dir von hinnen! 4. Heilige Dreieinigkeit, Ursprung aller guten Gaben, laß mich wahre Freudigkeit und im Herzen Zeugnis haben, daß du stets nach deinem Willen wollest meine Bitt erfüllen. Joh. Herm. Schrader g. 1684+ 1737. 383. Mel. Straf mich nicht in deinem Born. Betgemeinde, heilge dich mit dem heilgen Öle, Jesu Geist ergieße sich dir in Herz und Seele, laß 229 den Mund alle Stund von Gebet und Flehen heilig übergehen! 2. Heilige den heilgen Brand, deines Geists Verlangen, dem, ders Blut an dich gewandt, heilig anzuhangen. Heilger Rauch sci es auch, der zu Gott aufgehet, wenn dein Herze flehet. 3. Das Gebet der frommen Schar, was sie fleht und bittet, das wird auf dem Rauchaltar vor Gott ausgeschüttet, und da ist Jesus Christ Priester und Verfühner aller seiner Diener. 4. Kann ein einiges Gebet Einer gläubgen Seelen, wenns zum Herzen Gottes geht, seines Zwecks nicht fehlen, was wirds tun, wenn sie nun alle vor ihn treten und zusammen beten? 5. Wenn die Heilgen dort und hier, Große mit den Kleinen, Engel, Menschen mit Begier alle sich vereinen, und es geht Ein Gebet aus von ihnen allen, wie muß das erschallen! 6. Oder unerkannten Macht von der Heilgen Beten, ohne das wird nichts vollbracht so in Freud als Nöten; Schritt für Schritt wirkt es mit, wie zum Sieg der Freunde so zum End der Feinde. 7. O jo betet alle drauf, betet immer wieder, heilge Hände hebet auf, heiligt eure Glieder, heiliget das Gebet, das zu Gott sich schwinget, betet, daß es dringet! 8. Betet, daß die letzte Zeit vollends übergehe, daß man Christi Herrlichkeit offenbaret sehe; stimmet ein insgemein mit der Engel Sehnen nach dem Tag, dem schönen! Kreuz- und Trostlieder. 230 9. Eure Bitten, die ihr tut zu Gott von der Erden, sollen eine heilge Glut des Altares werden. Aber eur eignes Feur laffet weit von dannen von der heilgen Pfannen.*) *) 3. Moj. 9, 23. 24; 10, 1. 2. 10. Das Gebet hat Christi Gunst, wo mans ernstlich übet; und das ist der Heilgen Kunst: bitten, wie ers liebet, daß gescheh je und je, wie ers vorgenommen auf sein endlichs kommen. XXI. Kreuz- und Trostlieder. 384. 2. Gott ist mein Trost und Zuversicht, mein Hoffnung und mein Leben; was mein Gott will daß mir geschicht, will ich nicht widerstreben. Sein Wort ist wahr, denn all mein Haar er selber hat gezählet. Er hüt und wacht, stets für uns tracht, auf daß uns gar nichts fehlet. 11. Dies Verlangen muß vorher in der Seele glimmen, so macht aus dem Bitten er Donner, Blig und Stimmen; die ergehn und geschehn, daß die Feinde beben und Gott Ehre geben. Chr. Karl Ludw. b. Pfeil g. 1712 † 1736 3. Drum, muß ich Sünder von der Welt hinfahrn nach Gottes Willen zu meinem Gott, wanns ihm gefällt, will ich ihm halten stille. Mein arme Seel ich Gott befehl in meiner letzten Stunden, du frommer Gott, Sünd, Höll und Tod hast du mir überwunden. Eigene Melodie. Was mein Gott will, gescheh Geift anficht, laß mich, Herr, allzeit, sein Will der ist der nicht verzagen, hilf und auch beste. 3u helfen ist er dem bereit, der an ihn glaubet feste. Er hilft aus Not, der fromme Gott, und tröst die Welt ohn Maßen; wer Gott vertraut, feft auf ihn baut, den will er nicht verlassen. wehr, ach Gott, mein Herr, Ju Ehren deinem Namen! Wer das begehrt, dem wirds gewährt. Drauf sprech ich fröhlich: Amen. Um 1554. 4. Noch eins, Herr, will ich bitten dich, du wirst mirs nicht versagen: Wenn mich der böse 385. Eigene Melodie. arum betrübst du dich, mein Herz, bekümmerst dich und trägest Schmerz nur um das zeitlich Gut? Vertrau du deinem Herrn und Gott, der alle Ding erschaffen hat. 2. Er kann und will dich lassen nicht, er weiß auch wohl, was dir gebricht, Himmel und Erd ist sein. Mein Vater und mein Herre Gott, der mir beisteht in aller Not! 3. Weil du mein Gott und Vater bist, wirst du dein Kind Kreuz- und Trostlieder. 231 verlassen nicht, du väterliches da ich sonst irrte sehr. Er reicht Herz. Ich bin ein armer Erden floß, auf Erden weiß ich keinen Troft. mir seine Hand, den Abend und den Morgen tut er mich wohl versorgen, wo ich auch sei im Land. 2. Wenn sich der Menschen Hulde und Wohltat all verkehrt, so findt sich Gott gar balde, sein Macht und Gnad bewährt; hilft mir in aller Not, errett von Sünd und Schanden, von Ketten und von Banden, und wenns auch wär der Tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen in meiner schweren Zeit; es fann mir gar nicht grauen, er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt; mein Leib, mein Seel, mein Leben sei Gott dem Herrn ergeben, er schaffs, wies ihm gefällt. 4. Es tut ihm nichts gefallen, denn was mir nüßlich ist. Er meints gut mit uns allen, schenkt uns den Herren Christ, ja, seinen lieben Sohn; durch ihn er uns bescheret, was Leib und Seel ernähret, lobt ihn ins Himmels Thron! 5. Lob ihn mit Herz und Munde, welchs er uns beides schenkt; das ist ein selge Stunde, darin man sein gedenkt; sonst verdirbt alle Zeit, die man zubringt auf Erden. Wir sollen selig werden und bleibn in Ewigkeit, 6. Auch wenn die Welt ver= gehet mit ihrer stolzen Pracht, nicht Ehr noch Gut bestehet, das vor war groß geacht. Wir werden on Gott will ich nicht lassen, nach dem Tod tief in die Erd denn er läßt nicht von mir, begraben; wenn wir geschlafen führt mich auf rechter Straßen, haben, will uns erwecken Gott. 386. Eigene Melodie. 4. Der Reich verläßt sich auf sein Gut, ich aber will dir traun, mein Gott; ob ich gleich werd veracht, so weiß ich und glaub festiglich, wer dir vertraut, dem mangelts nicht. 5. Ach Gott, du bist noch heut so reich, als du gewesen ewiglich, mein Traun steht ganz zu dir. Mach mich an meiner Seele reich, so hab genug ich ewiglich. 6. Zeitlich Ehr will ich ganz entbehrn, wollst mir das Ewge nur gewährn, das du erworben haft durch deinen herben bittern Tod; das bitt ich dich, mein Herr und Gott! 7. Alles, was ist auf dieser Welt, es sei Gold, Silber oder Geld, Reichtum und zeitlich Gut, das währt nur eine kleine Zeit und hilft doch nicht zur Seligkeit. 8. Ich dank dir, Christ, o Gottes Sohn, daß du mir solches tund getan durch dein göttliches Wort. Verleih mir auch Beständigkeit zu meiner Seele Seligkeit! 9. Lob, Ehr und Preis sei dir gesagt für alle dein erzeigt Wohltat; ich bitt demütiglich: Laß mich nicht von dein'm Angesicht verstoßen werden ewiglich! 1565. 232 7. Die Seel bleibt unverloren, geführt in Abrams Schoß; der Leib wird neu geboren, von allen Sünden los, ganz heilig, rein und zart, ein Kind und Erb des Herren; daran muß uns nicht irren des Teufels listge Art. Kreuz- und Trostlieder. mir ganz und gar nicht Tod noch Teufel schaden. 3. Dein tröst ich mich ganz sicherlich, denn du kannst mirs wohl geben, was mir ist not, getreuer Gott, in dies'm und jenem Leben. Gib wahre Neu, mein Herz erneu, errette Leib und Seele! Ach höre, Herr, dies mein Begehr und laß mein Bitt nicht fehlen! 8. Darum ob ich schon dulde hier Widerwärtigkeit, wie ich auch wohl verschulde, kommt doch die Ewigkeit, die aller Freude voll; dieselb ohn einigs Ende, dieweil ich Christum tenne, mir widerfahren soll. 388. 9. Das ist des Vaters Wille, der uns geschaffen hat; sein Sohn Mel. Vater unser im Himmelreich. hat Guts die Fülle erworben unsch Gott, wie manches Herzeleid und Gnad; auch Gott der heilge begegnet mir zu dieser Zeit; Geist im Glauben uns regieret, zum Reich der Himmel führet. Ihm sei Lob, Ehr und Preis! Ludwig Helmbold g. 1532+ 1538. 387. Eigene Melodie, oder Was mein Gott will, das g'sheh. fer Gott vertraut, hat wohl gebaut im Himmel und auf Erden; wer sich verläßt auf Jesum Christ, dem muß der Himmel werden. Darum auf dich all Hoffnung ich ganz fest allzeit tu setzen, Herr Jesu Christ, mein Trost du bist in Todes Not und Schmerzen. V. 1. Joach. Magdeburg g. 1525 + nach) 1583. V. 2 u. 3 1597. der schmale Weg ist trübsalvoll, den ich zum Himmel wandern soll; wie schwer doch lässet Fleisch und Blut sich zwingen zu dem ewgen Gut! 2. Wo soll ich mich denn wenden hin? Zu dir, Herr Jesu, steht mein Sinn; bei dir mein Herz Trost, Hülf und Nat allzeit gewiß gefunden hat; niemand jemals verlassen ist, der hat getraut auf Jesum Christ. 3. Du bist der große Wundermann, das zeigt dein Amt und dein Person. Welch Wunderding hat man erfahrn, daß du, mein Gott, bist Mensch geborn und führeft uns durch deinen Tod ganz wunderlich aus aller Not. 2. Und wenns gleich wär dem Teufel sehr und aller Welt zuwider, dennoch so bist du, Jeju Christ, der sie all schlägt darnieder. Und wenn ich dich nur hab um mich mit deinem Geist und Gnaden, so kann fürwahr linderts sein. 4. Jesu, mein Herr und Gott allein, wie süß ist mir der Name dein! Es kann kein Trauren sein so schwer, dein süßer Nam erfreut viel mehr; kein Elend kann so bitter sein, dein süßer Trost der Kreuz- und Trostlieder. 5. Ob mir gleich Leib und Seel verschmacht, so weißt du, Herr, daß ichs nicht acht; wenn ich dich hab, so hab ich wohl, was ewig mich erfreuen soll. Dein bin ich ja mit Leib und Seel, was kann mir tun Sünd, Tod und Höll? 6. Kein begre Treu auf Erden ist, denn nur bei dir, Herr Jesu Christ; ich weiß, daß du mich nicht verläßt, dein Wahrheit bleibt mir ewig fest, du bist mein rechter treuer Hirt, der ewig mich behüten wird. 7. Jesu, mein Freud, mein Ehr und Ruhm, meins Herzens Schatz und mein Reichtum, ich fanns doch ja nicht zeigen an, wie hoch dein Nam erfreuen tann; wer Glaub und Lieb im Herzen hat, der wirds erfahren mit der Tat. 8. Drum hab ichs oft und viel geredt: Wenn ich an dir nicht Freude hätt, so wollt den Tod ich wünschen her, ja daß ich nie geboren wär; denn wer dich nicht im Herzen hat, der ist gewiß lebendig tot. 9. Jesu, du edler Bräutgam wert, mein höchste Zier auf dieser Erd, an dir allein ich mich ergetz weit über alle güldnen Schätz; jo ost ich nur gedenk an dich, all mein Gemüt erfreuet sich. 233 11. Drum will ich, weil ich lebe noch, das Kreuz dir fröhlich tragen nach. Mein Gott, mach mich dazu bercit, es dient zum besten allezeit; hilf mir, mein Sach recht greifen an, daß ich mein Lauf vollenden kann. 12. Hilf mir auch zwingen Fleisch und Blut, vor Sünd und Schanden mich behüt, erhalt mein Herz im Glauben rein, so leb und sterb ich dir allein. Jeju, mein Trost, hör mein Begier: o mein Heiland, wär ich bei dir! Martin Moller g. 1517+ 1606. 389. Eigene Melodie. uf meinen lieben Gott trau ich in Angst und Not. Der kann mich allzeit retten aus Trübjal, Angst und Nöten, mein Unglück kann er wenden, steht alls in seinen Händen. 10. Wenn ich mein Hoffnung kell zu dir, so fühl ich Fried und Trost in mir; wenn ich in Nöten bet und sing, so wird mein Herz recht guter Ding; dein Geist bezeugt, daß solches frei des ewgen Lebens Vorschmack sei. 2. Ob mich mein Sünd anficht, will ich verzagen nicht; auj Christum will ich bauen und ihm allein vertrauen; ihm tu ich mich ergeben im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, ist Sterben mein Gewinn, und Christus ist mein Leben; dem tu ich mich ergeben. Ich sterb heut oder morgen, mein Seel wird er versorgen. 4. O mein Herr Jesu Christ, der du geduldig bist für mich am Kreuz gestorben, mir hast das Heil erworben, führ uns alle zugleiche zum ewgen Himmelreiche! 5. Amen zu aller Stund sprech ich aus Herzensgrund. Tu wolleft 234 felbst uns leiten, Herr Christ, z11 allen Zeiten. auf daß wir deinen Namen ewiglich preisen. Amen. 1607. Kreuz- und Trostlieder. 390. Eigene Melodie, oder Herzlich) tut mich verlangen. einen hat Gott verlassen, der ihm vertraut allzeit; ob ihn darum viel hassen, so bringts ihm doch kein Leid. Gott will die Seinen schützen, zuletzt erheben hoch, geben, was ihnen nüket hie zeitlich und auch dort. 2. Allein ichs Gott heimstelle, er machs, wies ihm gefällt, zu Nute meiner Seele. In dieser argen Welt ist doch nur Not und Leiden, und muß auch also sein, denn die zeitliche Freude bringt uns in ewge Pein. 3. Treulich will ich Gott bitten und nehmen zum Beistand in allen meinen Nöten, ihm beßr als mir bekannt; wie könnt er mich denn lassen, der treu Nothelfer mein? Ja wenn die Not am größten, so will er bei mir sein. 4. All Unglück und all Glücke das kommt allein von Gott; ich weiche nicht zurücke und fleh in meiner Not. Um G'duld tu ich stets bitten in allm Anliegen mein, er wird mich wohl behüten und mein Nothelfer sein. 5. Reichtum und alle Schäke, was sonst der Welt gefällt, drauf ich mein Sinn nicht setze in dieser argen Welt. Ein Schatz ist mir im Himmel, der Jesus Christus heißt; er ist üb'r alle Schätze, schenkt uns den heilgen Geist. 6. Ihn hab ich eingeschlossen in meines Herzens Schrein. Sein Blut hat er vergoffen für mich arms Würmelcin, mich damit zu erlösen aus ewger Angst und Pein; wie könnt auf dieser Erde doch größre Liebe sein? 7. Nun sollt ich mich erzeigen dankbar für solche Gnad: ich geb mich Gott zu eigen mit allem, was ich hab. Wie ers will weiter machen, sei ihm alls heimgestellt; ich b'schl ihm all mein Sachen, er machs, wies ihm gefällt. 8. Amen, nun will ich schließen dies schlichte Liedelein. Herr, durch dein Blutvergießen laß mich dein Erben sein, so hab ich alls auf Erden, was mich erfreuet schon, im Himmel soll mir werden die ewge Gnadenkron. 1611. 391. es wenn Mel. Allein zu dir, Herr Jesu Chrift. u weinest vor Jerusalem, Herr Jesu, lichte Zähren, bezeugst, sei dir angenehm, Sünder sich bekehren; wenn ich vor dir mit Buß erschein und über meine Sünden wein, so wäschst du ab aus lauter Gnad die Missetat, die mich bisher gequälet hat. 2. Wenn deines Vaters Zorn entbrennt von wegen meiner Sünde, zu deinen Tränen ich mich wend; da ich Erquickung finde. Vor Gott sind sie so hoch geschätzt; wer damit seine Sünde netzt, den blickt Gott an mit Gütigkeit zu jeder Zeit und sein betrübtes Herz erfreut. Kreuz- und Trostlieder. 235 3. Hier muß ich auch im Immanuel. Vertrau dich ihm Tränenhaus vor großer Angst oft weinen, der Welt aushalten manchen Strauß, sie martert stets die Deinen. Auf allen Seiten, wo sie tann, fängt sie mit mir zu hadern an. Dies tröstet mich zu aller Frist, Herr Jesu Christ: in Not du auch gewesen bist. 4. Du zählest alle Tränen mein; ich weiß, sie sind gezählet; und ob sie nicht zu zählen sein, dennoch dir keine fehlet. So oft vor dir sie regen sich, so oft bewegen sie auch dich, daß du dich mein erbarmen mußt. Dir ist bewußt mein Kreuz, drum hilfft du mir mit Luft. 5. Wer jchund säet Tränen aus, hält in Geduld Gott stille, wird fröhlich sein in deinem Haus, wo Freude ist die Fülle, ja solche Freude, die kein Mann mit seiner 3ung aussprechen kann, und die da bleibt in Ewigkeit. Mein Kreuz und Leid wird werden dort ju lauter Freud. 6. Für diese Tränen dank ich dir, daß du die Freudenkrone, Herr Christ, dadurch erworben mir bei dir ins Himmels Throne. Wenn du mich holen wirst hinauf zu deiner Auserwählten Hauf, dann will ich recht lobsingen dir, o höchste Zier, für deine Tränen für und für. Joh. Heermann g. 1585+ 1647. 392. Mel. Von Gott will ich nicht laffen. Was willst du dich betrüben, o meine liebe Seel? Til den nur herzlich lieben, der heißt allein, er wird gut alles machen und fördern deine Sachen, wie dirs wird selig sein. 2. Denn Gott verlässet teinen, der sich auf ihn verläßt; er bleibt getreu den Seinen, die ihm vertrauen fest. Läßt sichs an wunderlich, so laß dir doch nicht grauen; mit Freude wirst du schauen, wie Gott wird retten dich. 3. Auf ihn magst du es wagen getroft mit frischem Mut, mit ihm wirst du erjagen, was dir ist nük und gut. Denn was Gott haben will, das kann niemand verhindern aus allen Menschenkindern, soviel ihr sind im Spiel. 4. Wenn auch gleich aus der Höllen der Satan selber sich dir wollt entgegenstellen und untertreten dich, so muß er doch mit Spett von seinen Ränken lassen, womit er dich will fassen, denn dein Werk fördert Gott. 5. Er richts zu seinen Ehren und deiner Seligteit. Solls sein, tein Mensch tanns stören, wenns ihm wär noch so leid. Will Gott es aber nicht, so kanns niemand forttreiben, es muß zurücke bleiben. Was Gott will, das geschicht. 6. Drum ich mich ihm ergebe, dem sei es heingestellt; nach nichts mehr sonst ich strebe denn nur, was ihm gefällt. Sein Will ist, mein Begier; der ist und bleibt der beste, das glaub ich steif und feste. Wohl dem, der glaubt mit mir! Joh Heermann g. 1535+ 1617. 236 Kreuz- und Trostlieder. 393. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. In allen meinen Taten laß ich den Höchsten raten, der alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, solls anders wohl gelingen, mir selber geben Rat und Tat. 2. Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst; er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stells in seine Vatergunst. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er hat versehen und was mir selig ist: ich nehm es, wie ers gibet; was ihm von mir beliebet, dasselbe hab auch ich ertiest. 4. Ich traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Übel schützt; leb ich nach seinen Sägen, so wird mich nichts verletzen und nichts mir fehlen, was mir nütt. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, durchstreichen meine Schuld; er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urteil sprechen und haben noch mit mir Geduld. 6. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg oder zich ich fort, in Schwachheit und in Banden und was mir stößt zuhanden, so tröstet allzeit mich sein Wort. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängnis gehn; tein Unfall unter allen wird mir zu harte fallen, mit Gott will ich ihn überstehn. 8. Ihm hab ich mich ergeben zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen, er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, deine und traue dem alleine, der dich geschaffen hat. Es gehe, wie s gehe, dein Vater in der Höhe der weiß zu allen Sachen Nat Auf der Reise. 10. Ich zieh in ferne Lande, zu nüßen einem Stande, an den cr mich bestellt; sein Segen wird mich lassen was gut und recht ist fassen, zu dienen treulich seiner Welt. 11. Bin ich in wilder Wüste, so bin ich doch bei Christo, und Chriftus ist bei mir; der Helfer in Gefahren der kann mich doch bewahren, wie dorten so auch sicher hier. 12. Er wird zu diesen Reisen gewünschten Fortgang weisen, wohl helfen hin und her, Gesundheit, Heil und Leben, Zeit, Wind und Wetter geben und alles, was ich sonst begehr. 13. Sein Engel, der getreue, macht meine Feinde scheue, tritt zwischen mich und sie; durch seinen 3ug, den frommen, sind wir so weit nun kommen und wissen selber fast nicht wie. 14. Gefällt es seiner Güte, und sagt mir mein Gemüte nicht was Vergeblichs zu, so werd ich Gott noch preisen mit manchen schönen Weisen daheim in meiner stillen Ruh. 15. Jndes wird er den meinen mit Segen auch erscheinen, ihr Kreuz- und Trostlieder. 237 Schug wie meiner sein, wird mir Gewinn, der Tod selbst ist beiderseits gewähren, was unser mein Leben. Ich bin ein Sohn Wunsch und Zähren ihn bitten des, der den Thron des Himmels werden überein. aufgezogen; ob er gleich schlägt und Kreuz auflegt, bleibt doch sein Herz gewogen. Paul Fleming g. 1609 1610. 394. 2. Tas kann mir fehlen nim= mermehr, mein Vater muß mich lieben. Wenn er mich auch gleich Mel. Herr, ich bekenn von Herzensgrund. Mag ich denn nicht von Angst wirst ins Meer, so will er mich nur üben und mein Gemüt in und Pein befreiet sein, muß noch im Unglück schweben, so weiß ich doch, daß meine Schuld durch Gottes Huld in Christo ist vergeben. Gott ist nicht weit, ein lleine Zeit seiner Güt gewöhnen fest zu stehen; halt ich denn stand, weiß seine Hand mich wieder zu erhöhen. tritt er was fern, doch rettet gern, die seinem Wort nachleben. 2. Der Menschen Hülf in meiner Each ist viel zu schwach, darinnen Rat zu finden; der Trost des Höchsten ist der best und bleibet fest, das Zeitliche muß schwinden. Tas ewge Gut macht rechten Mut; dabei ich bleib, wag Gut und Leib; Gott helf mir überwinden! 3. Allein zu dir mein Hoffnung ist, Herr Jesu Christ, du wirst 4. Zudem ist Weisheit und Verstand bei ihm ohn alle MaBen; Zeit, Ort und Stund ist ihm bekannt zu tun und auch mir stehn zur Seiten und sehen zu lassen. Er weiß, wann Freud, auf das Unglück mein, als wär es dein, wenns wider mich tut streiten. Ich bitte dich, erlöse mich! Herr, wie du willt, du tist mein Schild und wirst mich wohl begleiten. er weiß, wann Leid uns, seinen Kindern, diene; und was er tut, ist alles gut, obs noch so traurig schiene. Hannov. Gsb. 1646 nach einem ältern Liede. 395. 5. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was Fleisch und Blut begehret, als sei mit einer großen Last dein Glück und Heil beschweret, hast ispat und früh viel Sorg und Müh, an deinen Wunsch zu kommen, und denkest nicht, daß, was geschicht, gescheh zu. deinem Frommen. Mel. Hilf mir, mein Gott, hilf, daß nach dir, oder Was mein Gott will, das g'scheh allzeit. hab in Gottes Herz und Sinn mein Herz und Sinn 6. Fürwahr, der dich geschaffen ergeben. Was böse scheint, ist hat und ihm zur Ehr erbauet, 3. Ich bin ja von mir selber nicht entsprungen noch formieret, mein Gott ists, der mich zugericht, an Leib und Seel gezieret; es ist sein Arm, der alles warm, gesund und fröhlich machet; was er nicht hält, das bricht und fällt; was er erfreut, das lachet. 238 der hat schon längst in seinem Hat ersehen und beschauet aus wahrer Treu, was dienlich sei dir und den Deinen allen; laß ihm doch zu, daß er nur tu nach seinem Wohlgefallen. Kreuz- und Trostlieder. 7. Wenns Gott gefällt, so muß es sein, es wird dich lett erfreuen; was du jetzt nennest Kreuz und Pein, wird dir zum Trost gedeihen. Wart in Geduld, die Gnad und Huld wird sich doch endlich finden; all Angst und Qual wird auf einmal gleich wie ein Dampf verschwinden. 8. Ei nun, mein Gott, so fall ich dir getroft in deine Hände; nimm mich und mach es du mit mir bis an mein letztes Ende, wie du wohl weißt, daß meinem Geist dadurch sein Nut entstehe, und deine Ehr je mehr und mehr sich in ihr selbst erhöhe. 9. Willst du mir geben Sonnenschein, so nehm ichs an mit Freuden; solls aber Kreuz und Unglück sein, will ichs geduldig leiden. Soll mir allhier des Lebens Tür noch ferner offen fiehen, wie du mich führst und führen wirst, so will ich gern mitgehen. 10. Soll ich denn auch des Todes Weg und finstre Straße reisen, wohlan, so tret ich Bahn und Steg, den mir dein Augen weisen. Du bist mein Hirt, der alles wird zu solchem Ende kehren, daß ich einmal in deinem Saal dich ewig möge ehren. Paul Gerhardt g. 1607+ 1676. 396. Eigene Melodie. icht so traurig, nicht so sehr, meine Secle, sei betrübt, dağ dir Gott Glück, Gut und Ehr Nimm fürlicb mit deinem Gott! nicht so viel wie andern gibt. Hast du Gott, so hats nicht not. 2. Du noch sonst ein Menschenkind habt ein Recht in dieser Welt; alle, die geschaffen sind, sind nur Gäft im fremden Zelt; Gott ist Herr in seinem Haus, wie er will, so teilt er aus. hier, daß du Erden haben sollt; 3. Bist du doch darum nicht schau den Himmel über dir, da, da ist dein edles Gold; da ist End, Ehr ohn Neid. Ehre, da ist Freud, Freud ohn tränkt um ein Hand voll Eitelkeit, 4. Der ist albern, der sich wenn ihm Gott dagegen schenkt Schätze der Beständigkeit. Bleibt der Zentner dein Gewinn, fahr der Heller immer hin! 5. Schaue alle Güter an, die dein Herz für Güter hält: keines mit dir gehen kann, wenn du gehest aus der Welt; alles bleibet hinter dir, wenn du trittst ins Grabes Tür. 6. Aber was die Seele nährt, Gottes Huld und Christi Blut, wird von keiner Zeit verzehrt, ist und bleibet allzeit gut. Erdengut zerfällt und bricht, Seelengut das schwindet nicht. 7. Ach wie bist du doch so blind und im Denken unbedacht! Augen hast du, Menschenkind, und hast doch noch nie betracht ♥ Kreuz und Trostlieder. deiner Augen helles Glas: siehe, welch ein Schatz ist das! 8. Zähle deine Finger her und der andern Glieder Zahl: teins ist, das dir unwert wär, ehrst und liebst sie allzumal; keines gäbst du weg um Gold, wenn man dirs abnehmen wollt. 9. Nun so gehe in den Grund deines Herzens, das dich lehrt, wieviel Gutes alle Stund dir von oben wird beschert; du hast mehr als Sand am Meer und willst doch noch immer mehr. 10. Wüßte der im Himmel lebt, daß dir wäre nütz und gut, wonach so begierig strebt dein verblendet Fleisch und Blut, würde seine Frömmigkeit dich nicht lassen unerfreut. 11. Gott ist deiner Liebe voll und von ganzem Herzen treu; wenn du wünschest, prüst er wohl, wie dein Wunsch beschaffen sei; ist dirs gut, so geht ers ein, ists dein Schade, spricht er nein. 239 dir schon gegeben ist mehr noch, als du würdig bist. 12. Unterdessen trägt sein Geist dir in deines Herzens Haus Manna, das die Engel speist, ziert und schmückt es herrlich aus, ja erwählet dir zum Heil dich zu seinem Gut und Teil. 15. Führe deines Lebens Lauf allzeit Gottes eingedenk; wie es kommt, nimm alles auf als ein wohlbedacht Geschenk! Geht dirs widrig, laß es gehn, Gott und Himmel bleibt dir stehn. Paul Gerhardt g. 1607+ 1676. 397. Eigene Melodie. Wa arum sollt ich mich denn grämen? Hab ich doch Christum noch, wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 2. Nackend lag ich auf dem Boden, da ich kam, da ich nahm meinen ersten Odem; nackend werd ich auch hinziehen, wenn ich werd von der Erd als ein Schatten fliehen. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein, Gott allein ist es, ders gegeben. Will ers wieder zu sich kehren, nehm ers hin, ich will ihn dennoch fröhlich ehren. 4. Echickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst 13. Ei so richte dich empor, und Pein, sollt ich drum verdu betrübtes Angesicht, laß das zagen? Der es schickt, der wird Seufzen, nimm hervor deines es wenden; er weiß wohl, wie Glaubens Freudenlicht! Das be- er joll all mein Unglück enden. halt, wenn dich die Nacht deines Kummers traurig macht. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergetzt, sollt ich jetzt 14. Setze als ein Himmelssohn nicht auch etwas tragen? Fromm deinem Willen Maß und Ziel, ist Gott und schärst mit Maßen rühre stets vor Gottes Thron sein Gericht, kann mich nicht Deines Dankens Saitenspiel, weil ganz und gar verlaſſen. 240 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier tun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß fie lachen! Gott, mein Heil, wird in Eil sie zu schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen. Wollt ihn auch der Tod ausreiben, soll der Mut dennoch gut und fein stille bleiben. Kreuz- und Trostlieder. 8. Kann uns doch kein Tod nicht töten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Nöten, schließt das Tor der bittern Leiden und macht Bahn, da man fann gehn zu Himmelsfreuden. 9. Allda will in jüßen Schäßen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich ergetzen; hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß im Nu verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Eine Hand voller Sand, Kummer der Gemüter. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt, Christus, wird mich ohn Ende laben. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du List mein, ich bin dein, niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zugut in den Tod gegeben; 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, da du mich, und ich dich leiblich werd umfangen. Paul Gerhardt g. 1607 † 1676 398. Eigene Melodie, oder Christus, der uns selig macht. Schwing dich auf zu deinem Gott, du betrübte Seele! Warum liegst du Gott zum Spott in der Schwermutshöhle? Merkst du nicht des Satans Lift? Er will durch sein Kämpfen deinen Trost, den Jesus Christ dir erworben, dämpfen. 2. Schüttle deinen Kopf und sprich: Fleuch, du alte Schlange! Was erneust du deinen Stich, machst mir angst und bange? 3st dir doch der Kopf zerknickt und ich bin durchs Leiden meines Heilands dir entrückt in den Saal der Freuden. 3. Wirsst du mir mein Sündgen für? Wo hat Gott befohlen, daß mein Urteil ich bei dir über mich soll holen? Wer hat dir die Macht geschenkt, andre zu verdammen, der du selbst doch liegst versenkt in der Hölle Flammen? 4. Hab ich was nicht recht ge= tan, ist mirs leid von Herzen; dahingegen nehm ich an Christi Blut und Schmerzen; denn das ist das Lösegeld meiner Missetaten; bring ich dies vor Gottes Thron, ist mir wohl geraten. 5. Christi Unschuld ist mein Ruhm, sein Recht meine Krone, sein Verdienst mein Eigentum, da ich frei in wohne als in einem festen Schloß, das kein Feind kann fällen, brächt er gleich davor Geschoß und Gewalt der Höllen. 6. Stürme, Teufel und du Tod: was könnt ihr mir schaden? Kreuz- und Trostlieder. 241 Deckt mich doch in meiner Not endlich bringt das Jahr, wonach Gott mit seiner Gnaden, der Gott, der mir seinen Sohn selbst verehrt aus Liebe, daß der ewge Spott und Hohn mich nicht dort betrübe. 7. Schreie, tolle Welt, es sei mir Gott nicht gewogen. Es ist lauter Täuscherei und im Grund erlogen; wäre Gott mir gram und feind, würd er seine Gaben, die mein eigen worden seind, wohl behalten haben. 8. Denn was ist im Himmelszelt, was im tiefen Meere, was ist Gutes in der Welt, das nicht mir gut wäre? Für wen brennt das Sternenlicht? Wozu ist ge= geben Luft und Wasser? Dient es nicht mir und meinem Leben? 9. Ich bin Gottes, Gott ist mein, wer ist, der uns scheide? Dringt das liebe Kreuz herein mit dem bittern Leide, laß es bringen, kommt es doch von geliebten Händen, und geschwind zerbricht sein Joch, wenn es Gott will wenden. 10. Kinder, die der Vater soll ziehn zu allem Guten, die gedeihen selten wohl ohne Zucht und Ruten. Bin ich denn nun Gottes Kind, warum will ich fliehen, wenn er mich von meiner Sünd auf was Guts will ziehen? 11. Es ist herzlich gut gemeint mit der Christen Plagen; wer hie zeitlich wohl geweint, darf nicht ewig klagen, sondern hat volltommne Lust dort in Chrifti Garten( dem er einig recht bewußt) endlich zu gewarten. 12. Gottes Kinder säen zwar traurig und mit Tränen, aber sie sich sehnen; denn es kommt die Erntezeit, da sie Garben machen; da wird all ihr Gram und Leid lauter Freud und Lachen. 13. Ci so faß, o Christenherz, alle deine Schmerzen, wirf fie fröhlich hinterwärts, laß des Trostes Kerzen dich entzünden mehr und mehr, gib dem großen Namen deines Gottes Preis und Ehr! Er wird helfen. Amen. Paul Gerhardt g. 1607+ 1676. 399. Psalm 37, 5. Mel. Herzlich tut mich verlangen. Befiehl du deine Wege und der was dein Herze kränkt allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt; der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohl er: gehn, auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein läßt Gott ihm gar nichts nehmen, es muß erbeten sein. 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt; und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rat gefällt. 4. Weg haft du allerwegen, an Mitteln fehlt dirs nicht; dein Tun ist lauter Segen, dein 16 242 Kreuz und Troftlieder. Gang ist lauter Licht; dein Werk am mindsten gläubst; er wird fann niemand hindern, dein Arbeit dein Herze lösen von der so darf nicht ruhn, wenn du, was schweren Laft, die du zu keinem deinen Kindern ersprießlich ist, Bösen bisher getragen hast. willst tun. 11. Wohl dir, du Kind der Treue, du haft und trägst davon mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg und Ehrenkron; Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du singst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 5. Und ob gleich alle Teufel hie wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn; was er ihm vorgenommen und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken; erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf, auf, gib deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht, laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht! Bist du doch nicht Regente, der alles führen foll, Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl. 8. Jhn, ihn laß tun und walten, er ist ein weiser Fürst und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rat das Werk hinausgeführet, das dich bekümmert hat. 3. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn und tun an seinem Teile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich begeben; und, solltst du für und für in Angst und Nöten schweben, fo frag er nichts nach dir. 10. Wirds aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, so wird er dich entbinden, da dus 12. Mach End, o Herr, mach Ende an aller unsrer Not! Stärk unsre Füß und Hände und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Paul Gerhardt g. 1607+ 1676. 400. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher Geift. Du bist ein Mensch, das weißt. du wohl, was strebst du denn nach Dingen, die Gott der Höchst alleine soll und kann zu Werke bringen? Du fährst mit deinem Witz und Sinn durch so viel tausend Sorgen hin und denkst: Wie wills auf Erden doch endlich mit mir werden? 2. Es ist umsonst. Du wirst fürwahr mit allem deinem Dichten auch nicht ein einges kleinstes haar in aller Welt ausrichten, und dient dein Gram sonst nirgend zu, als daß du dich aus deiner Ruh in Angst und Schmerzen stürzest und selbst das Leben kürzest. 3. Willst du was tun, was Gott gefällt und dir zum Heil gedeihet, so wirf dein Sorgen auf Kreuz- und Trostlieder. den held, den Erd und Himmel scheuet, und gib dein Leben, Tun und Stand nur fröhlich hin in Gottes Hand, so wird er deinen Sachen ein fröhlich Ende machen. 4. Durch wessen Kunst steht dein Gebein in ordentlicher Fülle? Wer gab den Augen Licht und Schein, dem Leibe Haut und Hülle? Wer zog die Adern hie und dort ein jed an ihre Stell und Ort? Wer setzte hin und wieder so viel und schöne Glieder? 5. Heb auf dein Haupt, schau überall hier unten und dort oben, wie Gottes Sorg auf allen Fall vor dir sich hab erhoben: Dein Brot, dein Wasser und dein Kleid war eher noch als du bereit; die Milch, die du erst nahmest, war auch schon, da du kamest. 6. Und dennoch soll dein Angesicht dein ganzes Leben führen; du traust und gläubest weiter nicht, als was dein Augen spüren. Was du beginnst, da soll allein dein Kopf dein Licht und Meister sein; was der nicht auserkoren, das hältst du als verloren. 7. Nun siehe doch, wie viel und oft ist schändlich umgeschlagen, was du gewiß und fest gehofft mit Händen zu erjagen; hingegen wie so manches Mal ist das geschehn, was überall kein Mensch, kein Rat, kein Sinnen ihm hat erfinnen können. 8. Wie oft bist du in große Not durch eignen Willen kommen, da dein verblendter Sinn den Tod fürs Leben angenommen; und hätte Gott dein Wert und Tat ergehen lassen nach dem Rat, 243 in dem dus angefangen, du wärst zugrunde gangen. 9. Der aber, der uns ewig liebt, macht gut, was wir ver= wirren, erfreut, wo wir uns selbst betrübt, und führt uns, wo wir irren; und dazu treibt ihn sein Gemüt und die so reine Vatergüt, in der uns armen Sünder er trägt als seine Kinder. 10. Ach wie so oftmal schweigt er still und tut doch, was uns nützet, da unterdessen unser Will und Herz in Ängsten fizet, sucht hier und da und findet nichts, will sehn und mangelt doch des Lichts, will aus der Angst sich winden und kann den Weg nicht finden. 11. Gott aber geht gerade fort auf seinen weisen Wegen, er geht und bringt uns an den Ort, da Wind und Sturm sich legen. Hernachmals, wenn das Werk geschehn, so kann alsdann der Mensch erst sehn, was der, so ihn regieret, in seinem Rat geführet. 12. Drum, liebes Herz, sei wohlgemut und laß von Sorg und Grämen! Gott hat ein Herz, das nimmer ruht, dein Bestes vorzunehmen; er kanns nicht lassen, glaube mir; sein Innerstes ist mir und dir und uns hier allzusammen voll allzusüßer Flammen. 13. Tu als sein Kind und lege dich in deines Vaters Arme, bitt ihn und flehe, bis er sich dein, wie er pflegt, erbarme, so wird er dich durch seinen Geist auf Wegen, die du jetzt nicht weißt, nach wohlgehaltnem Ringen aus allen Sorgen bringen. Paul Gerhardt g. 1607 † 1676. 16* Kreuz- und Trostlieder. 6. Was ich nicht kann, das gib du mir, o höchstes Gut der Frommen, gib, daß mir nicht des Glaubens Zier durch Trübfal ch treuer Gott, barmherzigs werd entnommen. Erhalte mich, Herz, des Güte sich nicht o starter Hort, befestge mich in endet, ich weiß, daß mir dies deinem Wort, behüte mich vor Kreuz und Schmerz dein Vater- Murren! herze sendet. Ja, Herr, ich weiß, daß diese Last du mir aus Lieb erteilet hast und gar aus keinem Kaffe. 2. Denn das ist allzeit dein Gebrauch: wer Kind ist, muß was leiden, und wen du liebst, den stäupst du auch, schickst Trauren vor den Freuden; führst uns zur Hölle, tuft uns weh und führst uns wieder in die Höh; und so geht eins ums ander. 244 401. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Mel. 2. 3. Das hat, Herr, dein geliebter Sohn selbst wohl erfahrn auf Erden, denn eh er kam zum Ehrenthron, mußt er gekreuzigt werden; er ging durch Trübsal, Angst und Not, ja durch den herben, bittern Tod drang er zur Himmelsfreude. 4. Hat nun dein Sohn, der fromm und recht, so willig sich ergeben, was will ich armer Sündenknecht dir viel zuwider streben? Er ist der Spiegel der Geduld, und wer sich sehnt nach seiner Huld, der muß ihm ähnlich werden. 5. Ach liebster Vater, wie so schwer ists der Vernunft, zu gläuben, daß du demselben, den du sehr schlägst, solltest günstig bleiben! Wie macht doch Kreuz so lange Zeit, wie schwerlich will sich Lieb und Leid zusammen lassen reimen. 7. Bin ich ja schwach, laß deine Treu mir an die Seite treten, hilf, daß ich unverdrossen sei zum Rufen, Seufzen, Beten. Solang ein Herze hofft und gläubt und im Gebet beständig bleibt, solang ists unbezwungen. 8. Ach Jesu, der du worden bist mein Heil mit deinem Blute, du weißt gar wohl, was Kreuze ist, und wie dem sei zumute, den Kreuz und großes Unglück plagt; drum wirst du, was mein Herze tlagt, gar gern zu Herzen faffen. 9. Ich weiß, du wirst in deinem Sinn mit mir Mitleiden haben und mich, wie ichs jetzt dürftig bin, mit Gnad und Hülfe laben. Ach stärke meine schwache Hand, ach heil und bring in bessern Stand das Straucheln meiner Füße! 10. Sprich meiner Seel ein Herze zu und tröste mich aufs beste, denn du bist ja der Müden Ruh, der Schwachen Turm und Veste, ein Schatten vor der Sonnen Hiß, ein Hütte, da ich sicher siz im Sturm und Ungewitter. 11. Und weil ich ja nach deinem Rat hie soll ein wenig leiden, so laß mich auch in deiner Gnad als wie ein Schäflein weiden, daß ich im Glauben die Geduld und durch Geduld die edle Huld nach schwerer Prob erhalte. Kreuz- und 12. O heilger Geist, du Freudenöl, das Gott vom Himmel schicket, erfreue mich, gib meiner Seel, was Mark und Bein erquicket! Du bist der Geist der Herrlichkeit, weißt, was für Freud und Seligkeit mein in dem Himmel warte. 13. Daselbst wirst du in ewger Lust aufs süßte mit mir handeln, mein Kreuz, das dir und mir bewußt, in Freud und Ehre wandeln. Da wird mein Weinen lauter Wein, mein Ächzen lauter Jauchzen sein. Das glaub ich, hilf mir! Amen. Paul Gerhardt g. 1607+ 1676. 402. Eigene Melodie. ib dich zufrieden und sei stille in dem Gotte deines Lebens! In ihm ruht aller Freude Fülle, ohn ihn mühst du dich vergebens; er ist dein Quell und deine Sonne, scheint täglich hell zu deiner Wonne. Gib dich zufrieden! 2. Er ist voll Lichtes, Trosts und Gnaden, ungefärbtes, treuen Herzens; wo er steht, tut dir keinen Schaden auch die Bein des größten Schmerzens. Kreuz, Angst und Not fann er bald wenden, ja auch den Tod hat er in Händen. Gib dich zufrieden! 3. Wie dirs und andern oft ergehe, ist ihm wahrlich nicht verborgen; er sieht und kennet aus der Höhe der betrübten Herzen Sorgen. Er zählt den Lauf der heißen Tränen und faßt zuhauf all unser Sehnen! Gib dich zu frieden! Trostlieder. 245 4. Wenn gar kein einger mehr auf Erden, dessen Treue du darfst trauen, alsdann will er dein Treuster werden und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heimlich Grämen; auch weiß er Zeit, dirs zu benehmen. Gib dich zufrieden! 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen und des Herzens stilles Klagen, und was du keinem darfst erzählen, magst du Gott gar kühnlich sagen. Er ist nicht fern, steht in der Mitten, hört bald und gern der Armen Bitten. Gib dich zufrieden! 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen, halt an Gott, so wirst du siegen; ob alle Fluten einher gingen, dennoch mußt du oben liegen. Denn wenn du wirst zu hoch beschweret, hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret. Gib dich zufrieden! 7. Was sorgst du für dein armes Leben, wie dus halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, wird auch Unterhalt bescheren. Er hat ein Hand, voll aller Gaben, da See und Land sich muß von laben. Gib dich zufrieden! 8. Der allen Vöglein in den Wäldern ihr bescheidnes Körnlein weiset, der Schaf und Rinder in den Feldern alle Tage tränkt und speiset, der wird ja auch dich eingen füllen, den Hunger dir zur Notdurft stillen. Gib dich zufrieden! 9. Sprich nicht: Ich sehe keine Mittel, wo ich such, ist nichts zum Besten. Denn das ist Gottes 246 Kreuz- und Trostlieder. Ehrentitel: helfen, wenn die Not Qual uns sämtlich bringen. Gib am größten. Wenn ich und du dich zufrieden! ihn nicht mehr spüren, da schickt er zu, uns wohl zu führen. Gib dich zufrieden! 15. Er wird uns bringen zu den Scharen der Erwählten und Getreuen, die hier mit Frieden abgefahren, sich auch nun im Frieden freuen, da sie den Grund, der nicht kann brechen, den ewgen Mund selbst hören sprechen: Gib 10. Bleibt gleich die Hülf in etwas lange, wird sie dennoch endlich kommen; macht dir das Harren angst und bange, glaube mir, es ist dein Frommen. Was dich zufrieden! langsam schleicht, faßt man gewisser, und was verzeucht, ift desto süßer. Gib dich zufrieden! 11. Nimm nicht zu Herzen, was die Rotten deiner Feinde von dir dichten; laß sie nur immer weidlich spotten, Gott wirds hören und recht richten. Ist Gott dein Freund und deiner Sachen, was kann dein Feind, der Mensch, groß machen? Gib dich zufrieden! 12. Hat er doch selbst auch wohl das Seine, wenn ers sehen könnt und wollte. Wo ist ein Glück so klar und reine, dem nicht etwas fehlen sollte? Wo ist ein Haus, das könnte sagen: Ich weiß durchaus von keinen Plagen? Gib dich zufrieden! 13. Es kann und mag nicht anders werden, alle Menschen müssen leiden; was webt und lebet auf der Erden, kann das Unglück nicht vermeiden. Des Kreuzes Stab schlägt unsre Lenden bis in das Grab; da wird fichs enden. Gib dich zufrieden! 14. Es ist ein Ruhetag vorhanden, da uns unser Gott wird lösen; er wird uns reißen aus den Banden dieses Leibs und allem Bösen. Es wird einmal der Tod herspringen und aus der Paul Gerhardt g. 1607 † 1676. 403. Eigene Melodie. er nur den lieben Gott läßt W walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderlich erhalten in aller Not und Traurigteit. Wer Gott dem Allerhöchsten traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen, was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsers Gottes Gnadenwille, wie sein Allwissenheit es fügt; Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, er weiß wohl, wann es nützlich sei. Wenn er uns nur hat treu erfunden und merket keine Heuchelei, so kommt Gott, eh wirs uns versehn, und lässet uns viel Guts geschehn. Kreuz- und Trostlieder. 247 5. Denk nicht in deiner Drang- doch wiederum einmal nach dieser salshite, daß du von Gott ver- schweren Herzensqual der Gütigkeit lassen seist, und daß Gott der erwähnen. im Schoße site, der sich mit stetem Glücke speist; die Folgezeit verändert viel und setzet jeglichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott sehr leichte Sachen, und ist dem Höchsten alles gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich; Gott ist der rechte Wundermann, der bald erhöhn, bald stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu. Denn wer nur seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht. Georg Neumark g. 1621 † 1681. 404. Wi Mel. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut. ie mein getreuer Vater will in allen diesen Sachen, so halt ich ihm auch gerne still und laß es ihn nur machen. Gott weiß wohl, was mir nüß und gut, und wird aus väterlichem Mut für meine Wohlfahrt wachen. 2. Ob ich gleich denke dies und das, was ich doch soll beginnen, und gräme mich ohn Unterlaß mit hochbetrübten Sinnen, so kann ich durch mein Herzeleid der großen Widerwärtigkeit doch nie was abgewinnen. 4. Indessen leid ich mit Geduld, bis Gott sich wiederfinde, denn alles dies hab ich verschuldt mit meiner großen Sünde. Ich weiß, Gott wird mich wunderbar ers retten aus der Angstgefahr, was ich jetzt nicht ergründe. 5. Wird mich mein Gott, mein Seelenlicht, vom Zweifel nur bes freien und nur des Glaubens Zuversicht mir gnädiglich verleihen, so muß mir dieses große Leid samt aller Widerwärtigkeit doch endlich wohl gedeihen. Georg Neumart g. 1621+ 1881. 405. Eigene Melodie. ollt es gleich bisweilen scheinen, als wenn Gott verlaß die Seinen, o so glaub und weiß ich dies: Gott hilft endlich doch gewiß. 2. Hülfe, die er aufgeschoben. hat er drum nicht aufgehoben; hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wenns nötig ist. 3. Gleich wie Väter nicht bald geben, wonach ihre Kinder streben, so hält Gott auch Maß und Ziel, er gibt, wem und wann er will. 4. Seiner kann ich mich ge trösten, wenn die Not am allergrößten; er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. 5. Laß die Welt nur immer 3. Drum laß ichs gehen, wie neiden! Will sie mich nicht länger es geht, und sende meine Tränen leiden, ei so frag ich nichts vor Gottes hohe Majestät mit darnach, Gott ist Richter meiner bitterm Herzenssehnen. Gott wird| Sach. 249 Kreuz- und 6. Will sie mich gleich von sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben, wenn ich nur den Himmel krieg, hab ich alles zur Genüg. 7. Ach Herr, wenn ich dich nur habe, sag ich allem andern abe; legt man mich gleich in das Grab, ach Herr, wenn ich dich nur hab! Christoph Tieße g. 1611+ 1703. 406. Eigene Melodie. Paß dich Gott, du Verlaßner, still dein Sorgen, deine Qual und deine Not ist dem Höchsten unverborgen, hilft er heut nicht, hilft er morgen. Laß dich Gott! 2. Halt Gott still, denn er brauchet Liebesschläge, wodurch er dich bessern will, daß sich Kindesfurcht errege. Traue seiner Vaterpflege, halt Gott still! 3. Gott ist nah, wenn er dir entfernet scheinet; ist nicht gleich die Rettung da, ist es dir zum Nuk gemeinet; er hilft, wenn du gnug geweinet. Gott ist nah. 4. Gott ist dein, so du ihm dich nur ergibest; deine Bein wird Freude sein, wenn du ihn vor allem licbefst und mit Unmut nicht betrübest. Gott ist dein. 5. Lchr Gott nicht, wie und wann er dich soll hören Sein Ang steht auf dich gericht. Währt dein Kreuz lang, laß es währen, endlich wird es sich doch kehren. Lchr Gott nicht! 6. Liebst du Gott, wandelst treu auf seinen Wegen, wird kein Kreuz, kein Not, kein Tod dein Vertrauen Trostlieder. niederlegen. Alles dienet dir zum Segen, liebst du Gott. Anton Ulrich, Herzog zu BraunschweigWolfenbüttel g. 1633+ 1714. 407. Eigene Melodie. as Gott tut, das ist wohlgetan, es bleibt gerecht sein Wille; wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Not mich wohl weiß zu erhalten, drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott tut, das ist wohlgetan, er wird mich nicht betrügen, er führet mich auf rechter Bahn; so laß ich mir genügen an seiner Huld und hab Geduld, er wird mein Unglück wenden, es steht in seinen Händen. 3. Was Gott tut, das ist wohlgetan, er wird mich wohl bedenken; er als ein Arzt und Wundermann wird mir nicht Gift einschenken für Arzenei; Gott ist getreu, drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott tut, das ist wohlgetan, er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ich will mich ihm ergeben in Freud und Leid, es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott tut, das ist wohlgetan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil doch zuletzt ich werd ergeßt mit süßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. Kreuz- und Trostlieder: 6. Was Gott tut, das ist wohlgetan, dabei will ich ver= bleiben. Es mag mich auf die rauhe Bahn Not, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich ganz väterlich in seinen Armen halten, drum laß ich ihn nur walten. Samuel Rodigast g. 1649+ 1708. 408. Eigene Melodie. Was mich auf dieser Welt betrübt, das währet kurze Zeit, was aber meine Seele liebt, das bleibt in Ewigkeit. Drum fahr, o Welt, mit Ehr und Geld und deiner Wollust hin, in Kreuz und Spott kann mir mein Gott erquicken Mut und Sinn. 2. Die Torenfreude dieser Welt, wie süß sie immer lacht, hat schleunig ihr Gesicht verstellt und den in Leid gebracht, der auf sie baut; wer aber traut allein auf Gottes Treu, der siehet schon die Himmelskron und freut sich ohne Reu. 3. Mein Jesus bleibet meine Freud, was frag ich nach der Welt? Welt ist nur Furcht und Traurigkeit, die endlich selbst zerfällt. Ich bin ja schon mit Gottes Sohn im Glauben hier vertraut, der droben sitzt und hier beschützt sein auserwählte Braut. 4. Ach Jesu, töt in mir die Welt und meinen alten Sinn, der sich dir stets entgegenstellt; Herr, nimm mich selber hin und binde mich ganz festiglich an dich, o Herr, mein Hort, so irr ich nicht in deinem Licht bis an die Himmelspfort. Joh. Jat. Schüß g. 1640+ 1690. 249 409. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht fingen. ch ergebe mich dem Willen meines Gottes ganz und gar; der wird wohl an mir erfüllen, was Siehe, mir nüket immerdar. höchster Gott, hernieder, was ich lege vor dich hin, Herz, Gedanken, Mut und Sinn, mich und alle meine Glieder; mache daraus, was du willt, was du willt, mein Gott und Schild! 2. Ach ich kenne dich ja eben, daß du selbst mein Vater bist; ich kenn auch mein liebstes Leben, das allein ist Jesus Christ; und weiß einen treuen Führer, der den rechten Weg mir weist, der ist Gott, der heilge Geist. Hab ich denn nun zum Regierer dich, o du dreieinger Gott, so erschreckt mich keine Not. 3. Und wie könnt. ich doch verzagen, ging es noch so wunderlich, da ich kann bis heute sagen, daß Gott wohl geführet mich. Soll ich denn erleben morgen, ei so lebet Gott auch noch, bei dem ich versichert doch, daß er sein Kind wohl versorgen und sein Schäflein führen wird, weil er Vater ist und Hirt. 4. Ginge mir es, wie ich wollte, stünd es wohl gar selten gut, wenn mein Wunsch geschehen sollte, da er Gott mißfallen tut; ach wie würde mein Verderben ich erwählen gar zu oft, wenn was Gutes ich gehofft; darum will ich mich be werben, meinem Gott zu halten still. Mir geschehe, was Gott will. 5. Was Gott will, geschehe immer; was ich will und schädlich 250 ist, das laß ja geschehen nimmer, Gott, der du so gütig bist; und weil dir mein Unvermögen, was du willst zu tun, bekannt, ach so laß doch deine Hand meiner Schwachheit Kraft beilegen, daß ich könne folgen dir. Was du willst, geschehe mir. Kreuz- und Trostlieder. Ludämilia Elisabeth, Gräfin zu Schwarzb.- Rudolstadt g. 1640 † 1672. 410. Mel. Alles ist an Gottes Segen. Wunderanfang, herrlichs Ende, wo die wunderweisen Hände Gottes führen ein und aus! Wunderweislich ist sein Raten, wunderherrlich seine Taten, und du sprichst: Wo wills hinaus? 2. Denke doch: Es. muß so gehen, was Gott weislich heißt geschehen, ihm und dir zur Herrlichkeit. Ob der Anfang seltsam scheinet, ist das End doch gut gemeinet, Friede folget nach dem Ctreit. 3. Gottes Weg ist in den Flüssen und in großen Wassergüssen, und du spürst nicht seinen Fuß:*) so auch in dem Meer der Sorgen hält Gott seinen Pfad verborgen, daß man nach ihm suchen muß. *) Pf. 77, 20. 4. Kein Besinnen kann ersinnen, wo man könne Hülf gewinnen, die Vernunft ist hier zu blind; ihre halb gebrochnen Augen nicht in das Verborgne taugen, dem sie allzu blöde sind. 5. Gott muß man in allen Sachen, weil er alles wohl kann machen, End und Anfang geben frei. Er wird, was er angefangen, lassen so ein End erlangen, daß es wunderherrlich sei. 6. Drum so laß dir nimmer grauen, lerne deinem Gott vertrauen, sei getrost und gutes Muts! Er fürwahr, er wird es führen, daß dus wirst am Ende spüren, wie er dir tut lauter Guts. 7. Du wirst an den Fingern zählen und nicht vor der Welt verhehlen, was die blinde Welt nicht kennt. Er wird dir dein Kreuz versüßen, daß du wirst bekennen müssen: Wunderanfang, herrlichs End! H. A. Stockfleth g. 1643+ 1708. 411. Mel. Jesu, meine Freude. meine Seel ist stille zu Gott, dessen Wille mir zu helfen steht; mein Herz ist vergnüget mit dem, wies Gott füget, nimmt an, wie es geht. Geht es nur dem Himmel zu, und bleibt Jesus ungeschieden, so bin ich zufrieden. 2. Meine Seele hanget an dir und verlanget, Gott, bei dir zu sein aller Ort und Zeiten, und mag keinen leiden, der ihr rede ein; von der Welt Ehr, Lust und Geld, wornach so viel sind befliffen, mag sie gar nichts wissen. 3. Nein, ach nein, nur Einer, sagt sie, und sonst keiner wird von mir geliebt; Jesus der getreue, in dem ich mich freue, sich mir ganz ergibt. Er allein, er soll es sein, dem ich wieder mich ergebe und ihm einzig lebe. 4. Gottes Güt erwäge und dich gläubig lege sanft in seinen Schoß! Kreuz- und Trostlieder. Lerne ihm vertrauen, so wirst du bald schauen, wie die Ruh so groß, die da fleußt aus stillem Geist. Wer sich weiß in Gott zu schicken, den kann er erquicken. 5. Meine Seele senket alles, was sie tränket, tief in Jesu Brust; sie wird stark durch Hoffen; was sie je betroffen, träget sie mit Luft, fasset sich ganz männiglich durch Geduld und Glauben feste; am End kommt das Beste. 6. Amen, es geschiehet; wer zu Jesu fliehet, wird es recht erfahrn, wie Gott seinen Kindern pflegt das Kreuz zu mindern und das Glück zu sparn bis zu End; alsdann sich wendt das zuerst gekoste Leiden, und gehn an die Freuden. Joh. Kasp. Schade g. 1666+ 1698. 251 große Not entsteht; Gott ist und bleibt getreu. 4. Gott ist und bleibt getreu; er tröstet nach dem Weinen; er läßt aus trüber Nacht die Freudensterne scheinen. Es geht der Kreuzessturm im Augenblick vorbei; sei, Seele, nur getrost! Gott ist und bleibt getreu. 5. Gott ist und bleibt getreu; er stillet dein Begehren, er will dein Glaubensgold in Trübsalsglut bewähren. Nimm an von Gottes Hand den Kreuzkelch ohne Scheu, der Lebensbecher folgt; Gott ist und bleibt getreu. 412. Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. 1. 6. Gott ist und bleibt getreu. Laß alle Wetter krachen, Gott wird der Trübsal doch ein solches Ende machen, daß alles Kreuz und Not dir ewig nüßlich sei. So liebt der Höchste dich. Gott ist und bleibt getreu. 1695. Gott ist und bleibt getreu, sein Herze bricht von Lieben, pflegt er gleich öftermal die Seinen zu betrüben. Er prüfet durch das Kreuz, wie rein der Glaube ſei, wie standhaft die Geduld; Gott ist und bleibt getreu. 2. Gott ist und bleibt getreu; er hilft ja selber tragen, was er uns auferlegt, die Laft der schweren Plagen. Er braucht die Ruten oft und bleibet doch dabei ein Vater, der uns liebt; Gott ist und bleibt getreu. 3. Gott ist und bleibt getreu; 2. Dein Geist hängt nie an er weiß, was wir vermögen; er menschlichen Gesetzen, so die Verpfleget nie zu viel den Schwachen nunft und gute Meinung stellt. aufzulegen. Er macht sein Israel Den Zweifelstnoten kann dein von Last und Banden frei, wenn Schwert verletzen und lösen auf, 413. Eigene Melodie. o führst du doch recht selig, Herr, die Deinen, ja selig und doch meistens wunderlich. Wie könntest du es böse mit uns meinen, da deine Treu nicht kann verleugnen sich? Die Wege sind oft krumm und doch gerad, darauf du läßt die Kinder zu dir gehn; da pflegt es wunderseltsam auszusehn, doch triumphiert zuletzt dein hoher Rat. 252 nach dem es dir gefällt. Du reißest wohl die stärksten Band entzwei; was sich entgegensetzt, muß sinken hin; ein Wort bricht oft den allerhärtsten Sinn; dann geht dein Fuß auch durch Unwege frei. Kreuz- und Trostlieder 3. Was unsre Klugheit will zusammenfügen, teilt dein Verstand in Oft und Westen aus; was mancher unter Joch und Last will biegen, setzt deine Hand frei an der Sterne Haus. Die Welt zerreißt, und du verknüpfst in Kraft; sie bricht, du baust; sie baut, du reißest ein; ihr Glanz muß dir ein dunkler Schatten sein, dein Geifst bei Toten Kraft und Leben schafft. 4. Will die Vernunft was fromm und selig preisen, so hast dus schon aus deinem Buch getan; wem aber niemand will dies Zeugnis weisen, den führst du in der Still selbst himmelan. Den Tisch der Pharisäer läßt du stehn und speisest mit den Sündern, sprichst sie frei. Wer weiß, was öfters deine Absicht sei? Wer kann der tiefsten Weisheit Abgrund sehn? gebenedeiet, der du uns tötest und 6. O Herrscher, sei von uns lebendig machst. Wenn uns dein Geist der Weisheit Schatz verleihet, so sehn wir erst, wie wohl du für uns wachst. Die Weisheit spielt*) bei uns, wir spielen mit; bei uns zu wohnen ist dir lauter Luft, die reget sich in deiner Vaterbrust und gängelt uns mit zartem Kinderschritt.*) Sprüche 8, 30. 31. 7. Bald scheinst du etwas hart uns anzugreifen, bald fährest du mit uns ganz säuberlich. Geschichts, daß unser Sinn sucht auszuschweifen, so weist die Zucht uns wieder hin auf dich. gehn wir denn mit blöden Augen Da hin, du küsfest uns, wir sagen Beğrung zu; drauf schenkt dein Geist dem Herzen wieder Ruh und hält im Baum den ausgeschweisten Sinn. das schwache Wesen, die Ohn8. Du kennst, o Vater, wohl macht und der Sinne Unverstand; man kann uns fast an unsrer Stirn ablesen, wie es um schwache Kinder sei bewandt. Drum greifft du zu und hältst und trägest fie, brauchst Baterrecht und zeigest Muttertreu; wo niemand meint, daß etwas deine sei, da hegst du selbst dein Schäflein je und je. 5. Was alles ist, gilt nichts in deinen Augen; was nichts ist, haft du, großer Herr, recht lieb. Der Worte Pracht und Ruhm kann dir nicht taugen, du gibst meinen Wege, dein Fuß wird 9. Also gehst du nicht die gedie Kraft durch deines Geistes selten öffentlich gesehn, damit du Trieb. Die besten Werke brin- sehst, was sich im Herzen rege, gcn dir kein Lob: sie sind versteckt, der Blinde geht vorbei, wer Augen hat, sieht sie doch nicht so frei; die Sachen sind zu fein, der Sinn zu grob. wenn du in Dunkelheit mit uns willst gehn. Das Widerspiel legst du vor Augen dar von dem, was du in deinem Sinne haft; wer meint, er habe deinen Rat gefaßt, Kreuz- und Trostlieder. 253 der wird am End ein andres| meinen Geist ein Herz, das dich oft gewahr. 10. Auge, das nicht Trug noch Heucheln leidet, gib mir der Klugheit scharfen Unterscheid, dadurch Natur von Gnad man unterscheidet, das eigne Licht von deiner Heiterkeit. Laß doch mein Herz dich niemals meistern nicht, brich ganz entzwei den Willen, der sich liebt, erweck die Luft, die sich nur dir ergibt und tadelt nie dein heimliches Gericht. 11. Will etwa die Vernunft dir widersprechen und schüttelt ihren Kopf zu deinem Weg, so wollst du die Befestung niederbrechen, daß ihre Höh sich nur beizeiten leg. Kein fremdes Feuer sich in mir anzünd, das ich vor dich in Torheit bringen möcht*) und dir wohl gar so zu gefallen dächt. Ach selig, wer dein Licht ergreift und findt! *) 3. Mos. 10, 1. 12. So zieh mich denn hinein in deinen Willen und trag und heg und führ dein armes Kind! Dein innres Zeugnis soll den 3weifel stillen, dein Geist die Furcht und Lüfte überwind! Du bist mein Alles, denn dein Sohn ist mein, dein Geist regt sich ganz kräftiglich in mir, ich brenne nun nach dir in Liebsbegier, wie oft erquickt mich deiner Klarheit Schein! 13. Drum muß die Kreatur mir immer dienen, kein Engel schämt nun der Gemeinschaft sich; die Geister, die vor dir vollendet grünen, sind meine Brüder und erwarten mich Wie oft erquicket und mich und alle Christen liebt! Ifts möglich, daß mich etwas noch betrübt? Komm, Freudenquell, weich ewig, aller Schmerz! Gottfried Arnold g. 1663+ 1714. 414. Mel. Jesus, meine Zuversicht. eine Seele senket sich hin in Gottes Herz und Hände und erwartet ruhiglich seiner Wege Ziel und Ende, liegt fein stille, nackt und bloß in des liebsten Vaters Schoß. 2. Meine Seele murret nicht, ist mit allem wohl zufrieden; was der eigne Wille spricht, ist zum Tode schon beschieden. Was die Ungeduld erregt, ist in Christi Grab gelegt. 3. Meine Seele sorget nicht, will vielmehr an nichts gedenken, was gleich spitzen Dornen sticht und den Frieden nur kapn kränken. Sorgen hört dem Schöpfer zu, meine Seele sucht nur Ruh. 4. Meine Seele grämt sich nicht, liebt hingegen Gott im Leiden; Kummer, der das Herze bricht, trifft und ängstet nur die Heiden. Wer Gott in dem Schoße liegt, bleibt in aller Not vergnügt. 5. Meine Secle flaget nicht, denn sie weiß von keinen Nöten, hängt an Gottes Angesicht, auch alsdann, wenn er will töten. Wo sich Fleisch und Blut beklagt, wird das Freudenlicht verjagt. 6. Meine Seel ist still zu Gott, und die Zunge bleibt gebunden. 254 Kreuz- und Trostlieder. Also hab ich allen Spott, alle Seele an, so hab ich, was ich Marter überwunden, bin gleich wie ein stilles Meer, voll von Gottes Preis und Ehr. wünschen kann. Joh. Jos. Winckler g. 1670+ 1722. 6. Ich weiß, du tusts; sie ist die deine und kostet dir dein teures Blut; behalt sie dir nur schön und reine, laß dies dein mir vertrautes Gut nur einzig meine Sorge sein, so trifft mein ganzes Wünschen ein. Befiehl dem Herren deine Wege 7. Indes sei stets, mein Heil, gepriesen für alle Sorgfalt, die und mache dich von Sorgen du mir, noch eh ich war, schon los, vertraue seiner Vaterpflege, vor ihm ist nichts zu schwer und groß, das er zu seines Namens Preis nicht herrlich auszuführen weiß. haft erwiesen, da du, mein süßer Jesu, dir zum Eigentum mich haft erwählt und deinen Schafen zugezählt. 8. Dir sei auch ewig Lob gegeben, daß du so unermüdet haft für mich gesorgt in meinem Leben. Solang ich bin der Erde Gast, ist alles liebreich, nüß und gut, was deine Schickung mit mir tut. 9. Dort werd ich deiner Liebe Taten erst preisen in Vollkommenheit, wenn nun mein Hoffen ist geraten, daß ich kann in der Seligkeit erkennen, wie dein Wille mir so gut gewesen für und für. Henr. Kath. v. Gersdorf g. 1648+ 1726. 415. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 1. 2. Wo du ihn haft nur raten lassen, da hat er alles wohl gemacht; denn was dein Denken nicht kann fassen, das hat er längst zuvor bedacht; wie dirs sein Rat hat ausersehn, so und nicht anders muß es gehn. 3. Wie werden deine Lebenstage so manches Kummers sein befreit, wie leicht wird alle Not und Plage dir werden hier in dieser Zeit, wenn du nichts wünscheft in der Welt, als was Gott will und ihm gefällt. 4. Dir wirds an teinem Gute fehlen, wenn du dein Herz ge= wöhnst und lehrst, nur Gottes Willen zu erwählen, und deinem eignen Willen wehrst, den stets sein eigne Wahl betreugt, so gut ihm oft sein Wollen deucht. 5. Gib meinem Herzen solche Stille, mein Jesu, daß ich sei bergnügt mit allem, was dein Gnadenwille mit mir und meinem Leben fügt. Nur nimm dich meiner 416. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. n Gott will ich gedenken, denn er gedenkt an mich. Wenn mich die Sorgen tränten, so hebt mein Herze sich zu meinem Gott empor; bald weichen alle Schmerzen, denn er stellt meinem Herzen nichts als Vergnügen vor. 2. Denk ich an seine Liebe, wie werd ich doch entzückt, daß Kreuz- und wenn es noch so trübe, mir gleich die Sonne blickt. Da kommt mir immer ein: Er hat sich hoch vermessen, er will mich nicht vergessen. Wie könnt ich traurig sein? 3. Denk ich an seine Güte, die alle Morgen neu, so freut sich mein Gemüte bei solcher Vatertreu; die Last werf ich auf ihn, so wird die Arbeit süße, wenn ich den Schweiß vergieße, denn Gott ist mein Gewinn. 4. Denk ich an sein Erbarmen: er schenket mir sein Kind, o Gnade für mich Armen! Heißt das nicht treu gesinnt? Gott ist in Christo mein; Gott müßte Jesum haffen, wenn er mich wollte lassen, das kann unmöglich sein. 5. Drum will ich an Gott denken; die Welt mag immerhin den Sinn aufs Eitle lenten, hier ist ein andrer Sinn. Ich trage Gott allein im Herzen und im Munde, so kann mir keine Stunde allhier zu lange sein. 6. An Gott will ich gedenken, solang ich denken kann. Wird man ins Grab mich senten, so geh ich zwar die Bahn, da mein die Welt vergißt, doch glaub ich dieses feste, Gott denket mein aufs beste, wo sein Gedächtnis ist. Benjamin Schmold g. 1672+ 1737. 417. Mel. Straf mich nicht in deinem Born. eine nicht, Gott lebet noch, du betrübte Seele! Drückt dich gleich ein hartes Joch in der Trauerhöhle, nur Geduld, Gottes Huld läßt oft nach dem Weinen auch die Sonne scheinen. Troftlieder. 255 2. Weine nicht, Gott denkt an dich, ob dus gleich nicht denkest. Östermals verbirgt er sich, wenn du dich sehr kränkeft, da die Welt eh zerfällt, eh er dich wird hassen, oder gar verlassen. 3. Weine nicht, Gott siehet dich, scheint er gleich verstecket. Wenn du nur geduldiglich seinen Kelch geschmecket, reichet er Labjal her und gibt nach dem Leiden wieder Troft und Freuden. 4. Weine nicht, Gott höret dich, wenn dein Herz nur girret.*) Haft du dich gleich wunderlich in der Not verwirret, ruf ihn an, denn er tann deinen Unglückswellen Ziel und Grenzen stellen.*) Jef. 38, 14. 5. Weine nicht, Gott liebet dich, wenn die Welt betrübet und so manchen Schlangenstich deinem Herzen gibet. Nichts betrübt, den Gott liebt; will gleich alles krachen, Gott kann fröhlich machen. 6. Weine nicht, Gott sorgt für dich, ei, was kann dir fehlen? Was willst du dich stetiglich mit den Sorgen quälen? Wirf auf ihn alles hin, er wird deine Sachen gut und besser machen. 7. Weine nicht, Gott tröstet dich nach den Tränengüssen; endlich wird der Kummer sich ganz verlieren müssen. Durch den Tod stirbt die Not, und wenn der erscheinet, hast du ausgeweinet. Nach Benj. Schmold g. 1672+ 1737. 418. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 1. e größer Kreuz, je näher Himmel. Wer ohne Kreuz, ist ohne 256 Gott. Bei Sündenluft und Weltgetümmel vergißt man Hölle, Fluch und Tod. O selig ist der Mann geschätzt, den Gott in Kreuz und Trübsal sekt. Kreuz- und Trostlieder. 2. Je größer Kreuz, je stärker Glaube. Die Palme wächset bei der Laft, die Süßigkeit fleußt aus der Traube, wenn du sie wohl gekeltert hast. Im Krenze wächset uns der Mut, wie Perlen in gesalzner Flut. 3. Je größer Kreuz, je mehr Gebete. Geriebne Kräuter riechen wohl; wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, so fragte man nicht nach dem Pol. Wo kämen Davids Psalmen her, wenn er nicht auch versuchet wär? 5. Je größer Kreuz, je schöner Krone, die Gottes Schat uns beigelegt, und die einmal vor seinem Throne der Überwinder Scheitel trägt. Ach dieses teure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht. 419. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 3. 6. Gekreuzigter, laß mir dein Kreuze je länger und je lieber sein! Daß mich die Ungeduld nicht reize, so pflanz ein solches Herz mir ein, das Glaube, Lieb und Hoffnung hegt, bis dort mein Kreuz die Krone trägt. Benjamin Schmold g. 1672+ 1737. Ich weiß, es kann mir nichts geschehen in meiner ganzen Lebensfrist, als was des Höchsten Rat versehen, und was mir nüt und selig ist. Herr, mach es, wie du willst, mit mir, ich bleibe dennoch stets an dir. 4. Je größer Kreuz, je lieber 3. Du magst mich küssen oder Sterben. Man freut sich recht auf seinen Tod, denn man entgehet dem Verderben, es stirbt auf einmal alle Not. Das Kreuze, das die Gräber ziert, bezeugt, man habe triumphiert. 2. Du leitest mich bei meiner Rechten und führest mich durch Wohl und Weh, du bist mein Licht in Trübsalsnächten, mein Leitstern auf der wilden See. Herr, mach es, wie du willst, mit mir, ich bleibe dennoch stets an dir. schlagen, ich weiß doch, daß du Bater bist; dein Herze kann mir nichts versagen, was hier und dort mir selig ist. Herr, mach es, wie du willst, mit mir, ich bleibe dennoch stets an dir. 4. Drum soll mein Herze standhaft stehen, ob mancher Wind des Kreuzes weht; es kann mir niemals übel gehen, wenn es nach Gottes Willen geht. Herr, mach es, wie du willst, mit mir, ich bleibe dennoch stets an dir. 5. Mein Gott, dir bleib ich ganz ergeben, Herr, leite mich auf rechter Bahn und nimm mich einst nach diesem Leben mit Gnaden und mit Ehren an! Herr, mach es, wie du willst, mit mir, ich bleibe dennoch stets an dir. Salomo Frand g. 1659 † 1725. Kreuz- und Trostlieder. 420. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Mel. 2. ie Gott mich führt, so will ich gehn ohn alles Eigenwählen; geschieht, was er mir außersehn, wird mirs an teinem fehlen. Wie er mich führt, so geh ich mit und folge willig Schritt vor Schritt in kindlichem Vertrauen. 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still und folge seinem Leiten, obgleich im Fleisch der Eigenwill will öfters widerstreiten. Wie Gott mich führt, bin ich bereit in Zeit und auch in Ewigkeit, stets seinen Schluß zu ehren. 3. Wie Gott mich führt, bin ich bergnügt, ich ruh in seinen Händen. Wie er es schickt und mit mir fügt, wie ers will kehren, wenden, sei ihm hiermit ganz heimgestellt; er mach es, wie es ihm gefällt, zum Leben oder Sterben. 4. Wie Gott mich führt, so geb ich mich in seinen Vaterwillen. Scheints der Vernunft gleich wunderlich, sein Rat wird doch erfüllen, was er in Liebe hat bedacht, eh er mich an das Licht gebracht; ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie Gott mich führt, so bleib ich treu im Glauben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bei, was will mich von ihm scheiden? Ich fasse in Geduld mich feft; was Gott mir widerfahren läßt, muß mir zum besten dienen. 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, es geh durch Dorn und Hecken. Von vornen läßt sich 257 Gott nicht sehn, zuletzt wird ers aufdecken,*) wie er nach seinem Vaterrat mich treu und wohl geführet hat. Dies sei mein Glaubensanker. *) 2. Mofe 33, 23. Lampertus Gedicke g. 1683+ 1735. 421. Mel. O Welt, ich muß dich laffen. Mein Herz, gib dich zufrieden und bleibe ganz geschieden von Sorge, Furcht und Gram! Die Not, die dich jetzt drücket, hat Gott dir zugeschicket; sei still und halt dich wie ein Lamm! 2. Mit Sorgen und mit 3agen und unmutsvollen Klagen häufst du nur deine Pein; durch Stillesein und hoffen wird, was dich jetzt betroffen, erträglich, sanft und lieblich sein. 3. Kanns doch nicht ewig währen; oft hat Gott unsre Zähren, eh mans meint, abgewischt; wenns bei uns heißt: Wie lange wird mir so angst und bange! so hat er Leib und Seel erfrischt. 4. Gott pflegt es so zu machen, nach Weinen schafft er Lachen, nach Regen Sonnenschein; nach rauhen Wintertagen muß uns der Lenz behagen: er führt in Höll und Himmel ein. 5. Indes ist abgemessen die Laft, die uns soll pressen, auf daß wir werden klein; was aber nicht zu tragen, darf sich nicht an uns wagen, und sollts auch nur ein Quentlein sein. 6. Denn es sind Liebesschläge, wenn ich es recht erwäge, womit er uns belegt; nicht Schwerter, 17 258 sondern Ruten finds, damit Gott zum Guten die Seinigen hienieden schlägt. 7. Er will uns dadurch ziehen zu Kindern, die da fliehen das, was ihm mißbehagt, den alten Menschen schwächen, den Eigenwillen brechen, die Luft ertöten, die uns plagt. Kreuz und Trostlieder. 8. Er will uns dadurch lehren, wie wir ihn sollen ehren mit Glauben und Geduld, und sollt er uns in Nöten auch laffen, ja gar töten, uns doch getrösten seiner Huld. 9. Denn was will uns auch scheiden von Gott und seinen Frenden, dazu er uns versehn? Man lebe oder sterbe, so bleibet uns das Erbe des Himmels ewiglich doch stehn. 10. 3ft Christus unser Leben, so muß uns, seinen Reben, der Tod sein ein Gewinn; er mag die Leibeshöhle zerbrechen, doch die Geele fliegt auf zum Bau des Himmels hin. 11. Drum gib dich ganz zufrieden, mein Herz, und bleib geschieden von Sorge, Furcht und Leid! Vielleicht wird Gott bald senden, die dich auf ihren Händen hintragen in die Herrlichkeit. 3. Anast. Freylinghausen g. 1670+ 1739. 422. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. wge Wahrheit, deren Treue unsre Hoffnung stüßt und hält, ich betenne und bereue, daß mich 3weifelmut befällt. Ach wie hängt mein Herz an Dingen, die mich nicht zur Ruhe bringen; ach wie leicht vergeß ich dein, wenn mein Trost soll sichtbar sein. 2. Ach vergib mir diese Sünde, nimm die Strafe von mir hin, schenke deinem armen Kinde, Vater, einen andern Sinn, den nicht falsche Hoffnung bindet, die wie dünner Reif verschwindet, die wie leichter Rauch versleucht und das Herz zur Erde zeucht. 3. Laß mich eitle Sorgen meiden, weil du für mich sorgft und wachst und im Trauren wie in Freuden dich um mich zur Mauer machst. Laß, Herr, auf dein Wort mich hoffen, das noch allzeit eingetroffen; Hoffnung, die auf Gott nicht baut, wird zuletzt beschämt geschaut. 4. Laß den Anker meiner Seelen unter aller Stürme Wul nur dein Herz zum Grund er= wählen, da er fest und sicher ruht, so wird sich kein Zweifel wagen, mir mein Schifflein umzuschlagen; ich werd unbeweglich stehn, wenn selbst Berge untergehn. 5. Laß mein Herz versichert werden, daß dein Wort wahrhaftig sei, o so werd ich auf der Erden vieler Sorg und Unruh frei, so werd ich im Glauben beten und erhöret von dir treten, so wankt meine Zuversicht, so wantt meine Hoffnung nicht. 6. Meine Hoffnung darf ich gründen, Bater, auf des Sohnes Tod; sein Verdienst das läßt mich finden Grund und Trost in meiner Not; durch sein siegreich Auferstehen kann ich neu geboren gehen als ein Bürger jener Welt, wenn der Erdenbau zerfällt. Kreuz- und 7. Da mein Haupt sich aufgeschwungen und auf Gottes Thron gesetzt, so bin ich mit durchgedrungen und den Engeln gleich geschätzt. Ich besig ein ewig Leben, das er selber mir gegeben; ich bin in der Hoffnung schon mit bersetzt auf seinen Thron. 8. Ich bin nur ein Gaft auf Erden, oben ist mein Vaterland; wird die Welt zerstöret werden, so geht an mein Ehrenstand. Ich erwarte nur der Stunden, da ich von der Sünd entbunden meinen Heiland werde sehn und vor ihm verkläret stehn. 9. Unterdessen laß mich hoffen auch in Trübsal auf dein Licht, laß mich sehn den Himmel offen, so schreckt Tod und Grab mich nicht. Laß mich voller Trost und Freuden aus dem Tal der Tränen scheiden und was ich gehofft allhier, mich dort schauen, Herr, bei dir! Joh. Jak. Rambach g. 1693+ 1735. Trostlieder. 259 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenns seine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich. Nicht was ich mir ersehe, sein Wille der geschehe. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei dessen Last wir klagen? Die größte Not hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt Gott es keinem fehlen; Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rat vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ists überwunden! Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern; seid fröhlich ihr Gerechten! Der Herr hilft 423. Mel. Was Gott tut, das ist wohlgetan. uf Gott und nicht auf meinen seinen Knechten. Rat will ich mein Glücke bauen und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewigkeit, wieviel mir nützen würde, befimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was Jagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? Chr. F. Gellert g. 1715+ 1769. 424. Mel. O Welt, ich muß dich laffen. Was ist's, daß ich mich quäle? Harr seiner, meine Seele, harr und sei unverzagt! Du weißt nicht, was dir nüket, Gott weiß es und Gott schützet, er schützet den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh ich 17* 260 Kreuz- und Trostlieder. die Welt noch sah. Eh ich mich wird seine Seele stille, ihm gnügt selbst noch lannte, eh ich ihn des Vaters Wille. Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. 3. Die kleinste meiner Sorgen ist dem Gott nicht verborgen, der alles sieht und hält; und was er mir beschieden, das dient zu meinem Frieden, wärs auch die größte Laft der Welt. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun? Du bist des Schwachen Stärke. Die Augen, welche auf dich schaun, sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rat und stark von Tat, mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 4. Ich lebe nicht auf Erden, um glücklich hier zu werden, die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig wie mein Geist besteht. 5. Was dieses Glück vermehret, sei mir von dir gewähret, Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glück verletzet, wenns alle Welt auch schätzet, sei, Herr mein Gott, mir ewig fern. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlassen sehen müssen; du läßt ihn, wenn ihn Not umgibt, doch deinen Troft genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz, der Sünder eitles Dichten pflegst du, Herr, zu zernichten. 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott! Der Toren Troft verschwindet, wenn der Gerechte in der Not das Herz des Schöpfers findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn jene zittern, als Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet. Verflucht sind, die zu Menschen fliehn, verflucht, wer von Gott weichet. Dein Heiland starb; er, er erwarb auf seinem Todeshügel dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her sich Ungewitter sammeln. Gott hilft, wenn Christen freudenleer, zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Tränen Zahl zählt er, er wiegt die Schmerzen und waist sie von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht, auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Glück 6. Sind auch der Krankheit Plagen, der Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott, so harr ich und bin stille zu Gott; denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh, o Gott. 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, wenn Gott mich will bewahren? Und er, mein Gott, bewahret mich. Chr. F. Gellert g. 1715+ 1769. 425. Mel. Was Gott tut, das ist wohlgetan. Der Herr ist meine Zuversicht, mein einzger Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Trost und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist sein Gott, auf sein Gebot gebricht, wenn ich mich sorgend Kreuz- und Trostlieder. quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlassen und sich im Kummer fassen? 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich, dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlik schaue. Nach Christ. Chr. Sturm g. 1740+ 1786. 426. Mel. Schwing dich auf zu deinem Gott. Deines Gottes freue dich, dank ihm, meine Seele! Sorget er nicht väterlich, daß kein Gut dir fehle? Schützt dich seine Vorsicht nicht, wenn Gefahren dräuen? Ifts nicht Seligkeit und Pflicht, seiner dich zu freuen? 2. Ja, mein Gott, ich hab an dir, was mein Herz begehret, einen Vater, welcher mir, was mir nützt, gewähret, der mich durch sein göttlich Wort hier zum Guten lenket und mit Himmelswonne dort meine Seele träntet. 261 5. Du bist mein! so jauchz ich dann, wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ichs rühmen kann: Mein ist deine Gnade! Dir ist meine Wohlfahrt wert, du gabst mir das Leben, wirst auch, was mein Leben nährt und erfreut, mir geben. 6. Jesus ist nach deinem Rat in die Welt gekommen, alle meine Missetat hat er weggenommen. Ihm vertrau ich, bet ihn an, glaub an seine Leiden, folg ihm treulich, und so kann nichts von ihm mich scheiden. 7. Dich, du Troft der Sterblichkeit, Heil des bessern Lebens, himmlische Vollkommenheit, such ich nicht vergebens. Wenn mein Lauf vollendet ist, und vollbracht mein Leiden, ruft mein Mittler Jesus Chrift mich zu seinen Freuden. 3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, kindlich fürcht und liebe, wenn ich redlich dein Gebot und mit Freuden übe, o wie ist mir dann so wohl, wie ist mein Gemüte seliger Empfindung voll, voll von deiner Güte! 8. Gib mir nur, solang ich hier als ein Pilger walle, das Bewußtsein, daß ich dir, Herr mein Gott, gefalle. Diese sanfte Freudigkeit, die zu dir ich habe, sei mein Glück in dieser Zeit und mein Troft am Grabe. 9. Laß die Luft zur Sünde nie dieses Heil mir rauben, rüste selbst mich wider sie mit entschloßnem Glauben! Gib mir deinen Geist, der mich und mein Tun regiere, daß ich mein Vertraun auf dich ewig nicht verliere. Balthasar Münter g. 1735 1793. 427. 4. Dann darf ich mit Zuversicht auf zum Himmel blicken, meine Leiden fühl ich nicht, wie sie mich auch drücken; Hoffnung und Zufriedenheit wohnen mir im Herzen, trösten und erhöhn mich Sei stille, müdgequältes Herz, das weit über alle Schmerzen. nur am Kummer klebet, richt Mel. Was Gott tut, das ist wohlgetan. 262 die Gedanken himmelwärts, hin, wo dein Vater lebet! Zuletzt verjagt, wer immer klagt. In Gott sollst du dich fassen; er kann dich nicht verlassen. Kreuz und Trostlieder. = 2. Sei stille, finne nicht zu weit, was willst du dir ersinnen? Was wirst du mit Vermessenheit je gegen Gott gewinnen? Du bist ja Staub; ermann dich, glaub: Gott hat es schon versehen, auch was wir nicht verstehen. 3. Sei stille, such bei Menschen nicht, was Menschen nicht vermögen; halt fest an Gott mit 3uversicht, darauf liegt aller Segen. Folg seinem Rat, geh seinen Pfad, laß dir den Herrn der Welten weit über Menschen gelten! 4. Sei stille, hast du lang geweint und wirds noch immer trüber, sag nicht: Weil mir tein Licht erscheint, die Hülfe ist vorüber. Oharre fort, du haft sein Wort; er wird, so ists verheißen, dich noch aus allem reißen. 5. Sei stille, laß der 3weifel Macht nicht immer dich besiegen, laß Gottes Wahrheit in der Nacht des Kummers überwiegen! Du suchest Ruh? Die hinderst du, solang dich Zweifel quälen; nur Glaube stillt die Seelen. 6. Sei stille, endlich mit dem Tod muß alle Sorge schweigen; dann wird sich von dem Stand der Not der rechte Anblick zeigen; da, da erscheint, wie gut gemeint die Leidensproben waren. Herr, laß michs froh erfahren! Joh. Gottfr. Schöner g. 1749+ 1818. 428. Psalm 23. Mel. Nun freut euch, liebe Christen g'mein. Der Herr ist mein getreuer Hirt, mir wird kein Gutes fehlen; der Hüter, der nicht schläft noch irrt, kann mir nur Heil erwählen. Er weidet mich auf grüner Au, die Speise gibt vom Lebenstau des Geistes seiner Gnade. 2. Er führet mich zum reinen Quell, der mein Gemüt beglücket, 3zum Wasser, welches frisch und hell den schwachen Mut erquicket. Er leitet mich auf rechter Bahn, er nimmt sich meines Ganges an um seines Namens willen. Tal, fürcht ich doch keinen Scha3. Und ob ich wall im finstern den; sein Auge wachet überall, ich Stab und Stecken trösten mich, bin der Sorg entladen. Sein auf seine Treu und macht kann ich gar ruhig mich verlassen. 4. Du machst mir einen Tisch bereit im Auge meiner Feinde, verscheuchest Angst und Traurigteit, sprichst freundlich zu dem Freunde; du salbst mein Haupt mit Öl, du schenkst mir voll den Becher ein und lenkst zum Himmel hin mein Sehnen. 5. Ja Gutes und Barmherzigteit wird lebenslang mir werden; ich bleib im Haus des Herrn die Zeit, die ich noch leb auf Erden. Und ist des Lebens Wallfahrt aus, dann trägt mich in sein Vaterhaus der Flügel treuer Liebe. Joh. Friedr. v. Meyer g. 1772+ 1849. Kreuz- und Trostlieder. 429. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. In Ängsten ruf ich, Herre, dich, die Fluten gehen über mich, mit meiner Not bin ich allein; hilf, Herr, erhöre du mein Schrein! ( Kyrieleis!) 2. Du haft den Himmel ausgespannt und hältst die Erd in deiner Hand, den Sperling achtst du nicht gering; hilf, daß die Höll mich nicht bezwing!( Kyrieleis!) 3. Zu deinem Fuß die Sünderin goß ihre Salb mit Weinen hin; Herr, ewger Gott, barmherzger Hort, sprich auch zu mir ein Friedenswort!( Kyrieleis!) 4. Der Jünger zu versinken dacht, da auf dem Meer du gingst in Macht; laß deine Hand mich fassen, Gott, und mach den Feind an mir zu Spott!( Kyrieleis!) 5. Laß sehen, Gott, die Wasser dich,*) laß sie dich schaun und ängsten sich, mein Herr, mein Heil zu aller Frist, der du für mich gestorben bist!( Kyrieleis!) *) Pf. 77, 17. 6. Chr. Adolf v. Harleß g. 1806+ 1879. 430. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Mel. 2. Ich steh in meines Herren Hand und will drin stehen bleiben, nicht Erdennot, nicht Erdentand soll mich daraus vertreiben; und wenn zerfällt die ganze Welt, wer sich an ihm, und wen er hält, wird wohlbehalten bleiben. 263 die sich auf sein wahrhaftig Wort verlassen und ihm trauen. hats gesagt, und darauf wagt mein Herz es froh und unverzügt und läßt sich gar nicht grauen. 3. Und was er mit mir machen will, ist alles mir gelegen; ich halte ihm im Glauben still und hoff auf seinen Segen; denn was er tut, ist immer gut, und wer von ihm behütet ruht, ist sicher allerwegen. 2. Er ist ein Fels, ein sichrer Hort, und Wunder sollen schauen, 4. Ja wenns am schlimmsten mit mir steht, freu ich mich seiner Pflege; ich weiß, die Wege, die er geht, sind lauter Wunderwege. Was böse scheint, ist gut gemeint, er ist doch nimmermehr mein Feind und gibt nur Liebesschläge. 5. Und meines Glaubens Unterpfand ist, was er selbst verheißen: daß nichts mich seiner starken Hand soll je und je entreißen. Was er verspricht, das bricht er nicht. Er bleibet meine Zuversicht, ich will ihn ewig preisen. C. J. Phil. Spitta. 1801 1859. 431. Eigene Melodie. arre meine Seele, harre des Herrn, alles ihm befehle, hilft er doch so gern! Sei unverzagt, bald der Morgen tagt, und eiti neuer Frühling folgt dem Winte: nach. In allen Stürmen, in aller Not wird er dich beschirmen, der treue Gott. 2. Harre meine Seele, harre des Herrn, alles ihm befehle, hilft er doch so gern! Wenn alles 264 bricht, Gott verläßt uns nicht; größer als der Helfer ist die Not ja nicht. Ewige Treue, Retter in Not, rett auch unsre Seele, du treuer Gott! Joh. Friedr. Räder g. 1815+ 1872. In Krankheit. 432. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. Biebster Vater, soll es sein, daß ich heut an diesem Tage letztmals mit Gebet erschein und dir meine Not vortrage, ach so richte meine Sinnen zu den hohen Himmelszinnen! Kreuz und Trostlieder. 6. Deinem Willen tu ich mich ganz zu einem Opfer geben. Hab ich hier nicht völliglich nach demjelben können leben, so werd ich doch dort erfüllen mit den Engeln deinen Willen. 7. Täglich Brot und allerlei, was zu meinem Stand gehöret, hast du, Vater, mild und treu mir zeitlebens auch bescheret; nun du Himmelsbrot willst geben, laß ich gern dies arme Leben. 8. Bleiben gleich die Meinen hier, die mich länger möchten sehen, weiß ich doch, daß nur bei dir steht ihr Weh und Wohlergehen. Ich befehle deiner Güte, was mir lieget im Gemüte. 9. Nur, o Vater, laß du mir alle Schulden sein vergeben, daß ich rein und frei zu dir fahr aus diesem Sündenleben. Jesus hat mir Gnad erworben, mit ihm ist die Schuld gestorben. 10. So vergeb ich auch gar leicht, wie du, Vater, haft geheißen; aller Zorn und Rach entweicht, ich will lauter Lieb erweisen; weil du, Gott, soviel erlassen, will ich Mensch auch niemand hassen. 11. Rückt der letzte Kampf herzu, tobet heftig Sünd und Hölle, daß sie mir die Himmelsruh raub und meinen Glauben fälle, so steh du auf meiner Seiten, die Versuchung zu bestreiten. 5. Darum wart ich mit Begier 12. Mach mich alles Übels los, ganz getroft aufs Reich der Ehren, gib der Sündennot ein Ende! nichts durchaus mehr ist allhier, Ich ergebe ganz und bloß mich das mich soll davon abkehren; in deine Baterhände; wollest mich tomm, o König, laß erscheinen, von allem Bösen, wie du weißt was ich wünsch und all die Deinen. und kannst, erlöjen. 2. Tausend und viel tausendmal sei du, Vater, hoch gepriesen, daß in deiner Kinder Zahl du mir eine Stell gewiesen, daß ich dich hab lernen kennen und in Christo Vater nennen. 3. Heilig, heilig, heilig sei deines großen Namens Ehre, deine Güte mancherlei, deine Kraft und wahre Lehre! Ich will dich dort ewig loben, wenn ich bin zu dir erhoben. 4. Dein Reich hast du auch zu mir hier in Gnaden lassen kommen, mich berufen und zu dir aus des Satans Macht genommen; Jesus hat mir Heil und Frieden durch sein Blut und Tod beschieden. Kreuz- und Trostlieder. 13. An dem allen zweifl ich nicht, denn du bist der Himmelsfönig; zu dir ist die Zuversicht, Welt und Höll ist dir zuwenig, deine Kraft wird ewig stehen, deine Herrschaft nie vergehen. Nach V. L. v. Seckendorf g. 1626+1692. 433. Eigene Melodie. Gott, den ich als Liebe kenne, der du Krankheit auf mich legst und des Leidens Flamm erregst, daß ich davon hik und brenne, brenne doch das Böse ab, das den Geist bisher gehindert, das der Liebe Regung mindert, die ich öfters von dir hab. 2. In der Schwachheit sei du Träftig, in dem Schmerze sei mir süß, schaffe, daß ich dich genieß, wenn die Krankheit streng und heftig. Denn was jetzt den Leib bewegt, was mein Fleisch und Mark verzehret, was den Körper jetzt beschweret, hat die Liebe selbst erregt. 3. Leiden ist jetzt mein Geschäfte, andres kann ich jetzt nicht tun, als nur in dem Leiden ruhn. Leiden müssen meine Kräfte, Leiden ist jetzt mein Gewinst, das ist jetzt des Vaters Wille, den verehr ich sanft und stille, Leiden ist mein Gottesdienst. 265 5. Laß nur nicht den Geist ermüden bei des Leibes Mattigteit, daß er sich zu aller Zeit in dich sent in Lieb und Frieden. Laß des Leibes Angst und Schmerz nicht der Seele Auffahrt hindern und die Ruhe in mir mindern, unterstüße du das Herz! 4. Gott, ich nehms aus deinen Händen als ein Liebeszeichen an, denn in solcher Leidensbahn willst du meinen Geist vollenden. Auch die Labung, die man mir zu des Leibes Notdurft gibet, kommt von dir, der mich geliebet, alles kommt, mein Gott, von dir. 6. Hilf mir, daß ich ganz bescheiden, ganz in Ruh mit Freundlichkeit, sanste mit Gehorsamkeit mög auf meinem Bette leiden. Denn wer hier am Fleische leidt, wird errettet von den Sünden, so den Körper oft entzünden, und an seinem Geist erneut. 7. Dir empfehl ich nun mein Leben und dem Kreuze meinen Leib; gib, daß ich mit Freude bleib an dich völlig übergeben. Dann so weiß ich festiglich, ich mag leben oder sterben, daß ich nicht mehr kann verderben, denn die Liebe reinigt mich. Christ. Friedr. Richter g. 1676 † 1711. 434. Mel. Auf meinen lieben Gott. Ich trau auf meinen Gott in aller Angst und Not; hat mich viel Kreuz betroffen, will ich doch auf ihn hoffen; er wird mir Hülfe senden und alles Elend wenden. 2. 3ft gleich mein Leib voll Schmerz und ängstet sich mein Herz, will es vor Leid und Plagen fast ganz in mir verzagen, wird Gott nach seinem Willen doch alles wieder stillen. 3. Hält schon die Schwachheit an, daß ich daher nicht kann das Haus des Herren schauen und 266 mich daselbst erbauen, soll mir mein Lager dienen, mit Gott mich zu verfühnen. 4. Mein Gott, du hörtest mich so oft und gnädiglich, ach hör mein Flehn und Sehnen, zähl jetzt auch meine Tränen und kehre dies mein Leiden in Trost und süße Freuden! Kreuz- und Trostlieder. 5. Dies bitt ich, dies geschicht; und kommt die Rettung nicht in diesem Weltgetümmel, so gib mir nur den Himmel, wo lauter Licht und Sonne, wo stete Freud und Wonne. 6. Nun mach es auf der Welt, mein Gott, wie dirs gefällt. Hilf mir aus allen Nöten, und wirst du mich auch töten, will ich im Tod und Leben mich dir doch ganz ergeben. Nach Hann. Gib. 1740. 435. Mel. O Welt, ich muß dich laffen. 1 hab in guten Stunden des Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl, so will ich denn gelassen mich auch in Leiden faffen; welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafst du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Menschen bauen; du hilsst und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Chrifto sterbe, bin ich des Himmels Erbe; was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade; du, Herr, bist bei mir in der Not. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken. Der Herr wird alles lenten, und was mir gut ist, wird geschehn. Chr. F. Gellert g. 1715+ 1769. Morgenlied eines Kranken. 436. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Fott Lob und Dank, die Nacht ist hin, es kommt der liebe Morgen; auf, schwacher Geist und matter Sinn, dir ist ja unverborgen, wie du die finstre Schmerzensnacht in Gottes Schutze zugebracht und glücklich überstanden. 2. Als ich mich zu der Ruh gelegt, war ich mit Schmerz umgeben; ich sprach, durch Schmerz und Furcht bewegt: Werd ich auch morgen leben? Die fast verdorrte Bunge frug, so oft die Viertelstunde schlug: Wann wird der Tag erscheinen? 3. Gott hat mir mein Gebet gewährt, ich kann das Licht noch sehen. Drum will ich ihn, der mich erhört, mit Dank und Preis Lob und Danklieder. 267 erhöhen und flehn, daß er es| Trost verleihn; er weiß wohl, was diesen Tag mit mir und meinem Kreuze mag nach seinem Willen machen. mich drücket. 4. Leb ich nicht fröhlich, frisch, gesund, bin ich dennoch zufrieden; hat schon der Schmerz mein Herz verwundt, will ich doch nicht er müden; ich trage dieses harte Joch auch diesen Tag und weiter noch, jolang es Gott beliebet. 5. Mein Elend ist um Tag und Nacht nun gleichwohl kürzer worden; Gott, der mich so getreu bewacht, wird nebst der Engel Orden auch heute mit und bei mir sein und Hülfe, Rat und 6. Ihm will ich meinen schwachen Geist und kranken Leib befehlen; was Jesus, der mein Helfer heißt, erwählt, will ich auch wählen; so geht es mir im Leben wohl, und wenn ich heute sterben soll, kann mir der Tod nicht schaden. 7. Ich bin ja, Herr, dein liebes Kind und werd es ewig bleiben, tein Schmerzenssturm, kein Kreuzeswind soll mich von Jesu treiben. Ach bleib bei mir bis an mein End und nimm die Seel in deine Händ, so bin ich wohl versorget. 1731. XXII. Pob- und Danklieder. 437. Eigene Melodie. err Gott, dich loben wir, Herr Gott, wir danken dir. Dich Vater in Ewigkeit ehrt die Welt weit und breit. All Engel und Himmels Heer und was dienet deiner Ehr, auch Cherubim und Seraphim fingen immer mit hoher Stimm: Heilig ist unser Gott, heilig ist unser Gott. Heilig ist unser Gott, der Herre Zebaoth! 2. Dein göttlich Macht und Herrlichkeit geht über Himmel und Erde weit. Der heiligen zwölf Boten Zahl und die lieben Propheten all, die teuren Märtrer allzumal loben dich, Herr, mit großem Schall. Die ganze werte Christenheit rühmt dich auf Erden alle Zeit. Dich, Gott Vater im höchsten Thron, deinen rechten und eingen Sohn, den heilgen Geist und Tröster wert mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. 3. Du König der Ehren, Jesu Chrift, Gott Vaters ewiger Sohn du bist; der Jungfrau Leib nicht hast verschmäht, zu' rlösen das menschlich Geschlecht. Du hast dem Tod zerstört sein Macht 268 Lob- und Danklieder. und all Christen zum Himmel| mein! Hat dir dein Sünd verbracht. Du sitzst zur Rechten Gottes gleich mit aller Ehr ins Vaters Reich. Ein Richter du zukünftig bist all des, was tot und lebend ist. 4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, geben und heilt dein Schwachheit groß, errett dein armes Leben, nimm dich in seinen Schoß, mit reichem Troft beschüttet, verjüngt dem Adler gleich; der Kön'g schafft Recht, behütet die Leidenden im Reich. die mit dein'm teurn Blut erlöset sein, laß uns im Himmel haben teil mit den Heiligen in ewigem Heil! Hilf deinem Voll, Herr Jeju Chrift, und segne, das dein Erbteil ist, wart und pfleg ihr zu aller Zeit und heb sie hoch in Ewigkeit! 5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich und ehrn dein Namen stetiglich. Behüt uns heut, o treuer Gott, vor aller Sünd und Missetat! Sei uns gnädig, o Herre Gott, sei uns gnädig in aller Not! Zeig uns deine Barmherzigkeit, wie unsre Hoffnung zu dir steht. Auf dich hoffen wir, lieber Herr, in Schanden laß uns nimmermehr! Amen. Martin Luther g. 1483+ 1546. Nach dem Latein. Te deum laudamus. 438. Psalm 103. Eigene Melodie. un lob, mein Seel, den Herren, was in mir ist, den Namen sein! Sein Wohltat tut er mehren, vergiß es nicht, o Herze D 2. Er hat uns wissen lassen sein heilig Recht und sein Gericht, dazu sein Güt ohn Maßen, es mangelt an Erbarmung nicht. Sein Zorn läßt er wohl fahren, straft nicht nach unsrer Schuld; die Gnad tut er nicht sparen, den Blöden ist er hold. Sein Güt ist hoch erhaben ob den'n, die fürchten ihn; so fern der Ost vom Abend, ist unsre Sünd dahin. 3. Wie sich ein Vat'r erbarmet ob seiner jungen Kindlein klein, so tut der Herr uns Armen, wenn wir ihn kindlich fürchten rein. Er kennt das arm Geschlechte und weiß, wir sind nur Staub, gleich wie das Gras von Rechte, ein Blum und fallend Laub; der Wind nur drüber wehet, so ist es nimmer da, also der Mensch vergehet, sein End das ist ihm nah. 4. Die Gottesgnad alleine steht fest und bleibt in Ewigkeit bei seiner lieben G'meine, die steht in jeiner Furcht bereit, die seinen Bund behalten. Er herrscht im Himmelreich; ihr starken Engel waltet seins Lobs und dient zugleich dem großen Herrn zu Ehren und treibt sein heilig Wort; mein Seel soll auch vermehren sein Lob an allem Ort. 5. Sei Lob und Preis mit Ehren Gott Vater, Sohn und Lob und Danklieder. heilgem Geift! Der woll in uns vermehren, was er aus Gnade uns verheißt, daß wir ihm fest vertrauen, uns ganz verlaßn auf ihn, von Herzen auf ihn bauen, daß unser Herz und Sinn ihm allezeit anhangen. Drauf singen wir zur Stund: Amen, wir werdens erlangen, glaub'n wir von Herzensgrund. V. 1-4 Joh. Gramann g. 1487+ 1541. 439. Mel. Nun freut euch, liebe Christen g'mein. 269 5. Er gibt uns seinen guten Geist, verneuet unsre Herzen, daß wir vollbringen, was er heißt, wenns auch das Fleisch mag schmerzen; er hilft uns hie mit Gnad und Heil, verheißt uns auch ein herrlich Teil von seinen ewgen Schätzen. 6. Nach unsrer Ungerechtigkeit hat er uns nicht vergolten, vielmehr erzeigt Barmherzigkeit, da wir verderben sollten; mit seiner Gnad und Gütigkeit ist uns und allen er bereit, die ihn von Herzen lieben. gläubig Herz, gebenedei und 7. Was Gott nun angefangen hat, das will er auch vollenden. gib Lob deinem Herren! Ge- Nur geben wir uns seiner Gnad, dent, daß er dein Vater sei, welchen opfern uns seinen Händen und du stets sollst ehren, dieweil du tun daneben unsern Fleiß, hoffeine Stund ohn ihn mit aller fend, er werd zu seinem Preis Sorg in deinem Sinn dein Leben all unsern Wandel wenden! lannst ernähren. 8. O Vater, steh uns gnädig bei, weil wir sind im Elende, daßğ unser Tun aufrichtig sei und nehm ein selig Ende. O leucht uns mit dein'm hellen Wort, daß uns an diesem dunklen Ort kein falscher Schein verblende. 9. O Gott, nimm an zu Lob und Dank, was wir in Einfalt singen, und laß dein Wort mit freiem Klang durch unsre Herzen dringen! O hilf, daß wir mit deiner Kraft durch eine gute Ritterschaft des Lebens Kron erringen. Böhmische Frider. 2. Er ists, der dich von Herzen liebt und sein Gut mit dir teilet, dir deine Missetat vergibt und deine Wunden heilet, dich waffnet zum geistlichen Krieg, daß dir der Feind nicht oben lieg und deinen Schatz zerteile. 3. Er ist barmherzig und sehr gut den Armen und Elenden, die sich von allem Übermut zu seiner Wahrheit wenden; er nimmt sie als ein Vater auf und gibt, daß sie den rechten Lauf zur Seligkeit vollenden. 4. Wie sich ein treuer Vater jeigt und Guts tut seinen Kindern, also hat sich auch Gott ge= neigt zu uns, den armen Sündern; er hat uns lieb und ist uns hold, bergibt uns gnädig alle Schuld, macht uns zu überwindern. 440. Eigene Melodie. u un laßt uns Gott dem Herren Dank sagen und ihn ehren für alle seine Gaben, die wir empfangen haben. 270 2. Den Leib, die Seel, das Leben hat er allein gegeben; diefelben zu bewahren, tut er nie etwas sparen. Lob und Dankieder. = 3. Nahrung gibt er dem Leibe; die Seele muß auch bleiben, wie wohl tödliche Wunden sind kommen von der Sünde. 4. Ein Arzt ist uns gegeben, der selber ist das Leben, Christus, für uns gestorben; der hat das Heil erworben. 5. Sein Wort, sein Tauf, sein Nachtmahl dient wider allen Unfall; der heilge Geist im Glauben lehrt uns darauf vertrauen. 6. Durch ihn ist uns vergeben die Sünd, geschenkt das Leben, im Himmel solln wir haben, o Gott, wie große Gaben! 7. Wir bitten deine Güte, daß fie uns fort behüte, die Großen mit den Kleinen; du kannsts nicht böse meinen. 8. Erhalt uns in der Wahrheit, gib ewigliche Freiheit, zu preisen deinen Namen durch Jesum Christum. Amen. Ludwig Helmbold g. 1532+ 1598. 441. Psalm 103. Eigene Melodie. meine Seel, du sollst den Herren preisen, was in mir ist, das muß im Ehr erweisen, auf, auf, mein Herz, und mache dich bereit! Vergiß ja nicht, vergiß nicht, mein Gemüte, was dir der Herr für wunderbare Güte erwiesen hat die ganze Lebenszeit. 2. Denn er hat dich von Sünden losgesprochen und denkt nicht mehr, was du bisher verbrochen, er machet dich von Schwachheit heil und rein. Es hat der Herr dein Leben vom Verderben erlöst, daß du nicht ewig müsseft sterben, dein Gott will dir forthin barmherzig sein. 3. Er krönet dich mit Gnad und mildem Segen, will deinen Mund mit reicher Fülle pflegen, er machet dich von seinen Gütern satt, daß du mit Luft darüber dich erfreuest und deine Kraft gleich Adlern gar verneuest, weil er mit Heil dich überschüttet hat. 4. Der Herr läßt Recht denselben widerfahren, die vor bedrängt und unterdrücket waren; er hat sein Tun dem Mose kund getan und seine Recht Israel wissen lassen; er ist voll Güt und will nicht immer hassen noch ewiglich mit Grimm uns sehen an. 5. Der Herr ist fromm, barmherzig und sanftmütig, voll Gnad und Gunst, geduldig, treu und gütig, er handelt nicht mit uns nach unsrer Schuld, vergilt auch nicht nach unsern schweren Sünden. So weit die Höh des Himmels ist zu finden hier von der Erd, so weit reicht seine Huld. 6. So weit der Grund sich scheidet von der Festen, so weit der Oft ablieget von dem Westen, so weit läßt er die Sünden von uns sein. Sein Gnadenblick muß über die stets walten, die ihn mit Furcht für ihren Helfer halten, und rettet sie aus ihrer Not und Pein. Lob und Danklieder. 271 12. Gott Vater, Sohn und Geist, sei stets gepriesen für alle Güt, die du an mir erwiesen von Kindheit an bis jetzt auf diese Zeit. Herr, steh mir bei, laß deine Gnad sich mehren, so will ich drum dir danken und dich ehren auf Erden hier und dort in Ewigkeit! 7. Wie unter uns ein Vaterherz Erbarmen mit Kindern hat, so tut der Herr uns Armen, es stehet Gott den Frommen kräftig bei. Er tennet ja uns dürftgen Erdentöpfe,*) ihm ist bewußt, daß dieses sein Geschöpfe ein leichter Staub und schwaches Werkzeug sei. *) Klag. Jer. 4, 2. 8. Ein Mensch muß stets des Lebens End erwarten, er ist wie Gras, wie eine Blum im Garten, die sich sehr schön und lieblich lässet an: wenn aber nur der Wind darüber fähret, ist ihre Zier hinweg und so verzehret, daß man die Stätt auch nicht mehr finden kann. 9. Des Herren Gnad ist aber überschwenglich, währt für und für und bleibet unvergänglich; auf Kindeskind wird seine Güt gebracht bei denen, die den Gottesbund stets üben und sein Befehl von ganzem Herzen lieben und sein Gebot zu halten sind bedacht. 10. Es ist sein Stuhl im Himmel zubereitet, sein Herrschaft ist um diese Welt gebreitet, sein Reich und Thron umschließt den Erdentreis. Ihr Engel lobt, lobt ihn, ihr starken Helden, die ihr sein Tun und Willen an müßt melden, lobt unsern Gott und sagt ihm Ruhm und Preis! 11. Lobt unsern Gott, ihr alle seine Scharen, die ihr ihm dient und hin und her müßt fahren auf sein Geheiß; lobt ihn an jedem Ort, an dem er herrscht; lobt ihn, ihr seine Werke, rühmt seine Kraft, rühmt seiner Allmacht Stärke; lob ihn, mein Herz, o lob ihn fort und fort! V. 1-11 Joh. Frand g. 1618 † 1677. V. 12 Hannov. Gib. 1657. 442. Sirach 50, 24. Eigene Melodie. un danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge tut an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an unzählig viel zu gut und noch jekund getan. 2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort und uns aus aller Not erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne und dem, der beiden gleich im höchsten Himmelsthrone, dem dreimal Einen Gott, wie es ursprünglich war und ist und bleiben wird jezund und immerdar. Martin Rinkart g. 1586+ 1649. 443. un danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen, der große an allen Dinge tut hier und Enden, der lebend uns erhält von 272 Lob und Danklieder. = Mutterleibe an und tut uns alles Guts, mehr als man zählen kann. 2. Es wolle unser Gott ein fröhlich Herz uns geben, er lasse uns, sein Volk, in Frieden immer leben forthin zu unsrer Zeit, daß seine Gnad und Treu bei uns und unserm Land allweg beständig sei. 3. Der große, starke Gott woll uns von allem Bösen und was uns schaden kann gewaltiglich erlösen, er schüß und rette uns, er helf uns allezeit, solang er uns allhier das Leben noch verleiht. 4. Gott Vater, dir sei Preis hier und im Himmel oben, Gott Sohn, Herr Jesu Christ, wir wollen dich stets loben, Gott heilger Geist, dein Ruhm erschalle mehr und mehr, o Herr, dreieinger Gott, dir sei Lob, Preis und Ehr! Hannoversches Gfb. 1657. Gelobt sei der Gott Israel!*) Sein Name sei gepriesen, der große Wunder tut und der auch mir erwiesen das, was mir nük und gut. Nun, das ist meine Freude, daß ich an ihm stets kleb und niemals von ihm scheide, solang ich leb und schweb. 2. Es müssen, Herr, sich freuen von ganzer Seel und jauchzen schnell, die unaufhörlich schreien: *) Pf. 40, 17. 3. Herr, du hast deinen Namen sehr herrlich in der Welt gemacht, denn als die Schwachen kamen, haft du gar bald an sie gedacht. Du hast mir Gnad erzeiget; nun wie vergelt ichs dir? Ach bleibe mir geneiget, so will ich für und für den Kelch des Heils erheben und preisen weit und breit dich hier, mein Gott, im Leben und dort in Ewigkeit. Johann Rist g. 1607+ 1667. 445. Sirach 50, 24. Eigene Melodie, oder Lobt Gott, ihr Christen alle gleich. 444. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren.un danket all und bringet Ehr, ihr Menschen in der Welt, Man Fan lobt dich in der Stille, du dem, deffen Lob der Engel Heer hocherhabuer Zions- Gott, des im Himmel stets vermeldt. Rühmens ist die Fülle vor dir, Herr Gott Zebaoth. Du bist doch, Herr, auf Erden der From men Zuversicht, in Trübsal und Beschwerden läßt du die Deinen nicht. Drum soll dich stündlich ehren mein Mund vor jedermann und deinen Ruhm vermehren, solang er lallen kann. 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, unserm höchsten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge tut; 3. Der uns von Mutterleibe an frisch und gesund erhält, und wo kein Mensch nicht helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt; 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, doch bleibet gutes Muts, die Straf erläßt, die Schuld vergibt und tut uns alles Guts. Lob und Danklieder. = 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz ins Meeres Tiefe hin. 6. Er lasse seinen Frieden ruhn in unserm Volk und Land, er gebe Glück zu unserm Tun und Heil zu allem Stand. 7. Er laffe seine Lieb und Güt um, bei und mit uns gehn; was aber ängstet und bemüht, gar ferne von uns stehn. 8. Solange dieses Leben währt, sei er stets unser Heil, und wenn wir scheiden von der Erd, verbleib er unser Teil. 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Augen zu und zeig uns drauf sein Angesicht dort in der ewgen Ruh. Paul Gerhardt g. 1607+ 1676. 446. Eigene Melodie, oder Lobt Gott, ihr Christen alle gleich. Ich finge dir mit Herz und Mund, Herr, meines Herzens Luft, ich sing und mach auf Erden kund, was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad und ewge Quelle seist, daraus uns allen früh und spat viel Heil und Gutes fleußt. 3. Was sind wir doch? Was haben wir auf dieser ganzen Erd, das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd? 4. Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld mit Tau und Regen nett? 273 dem Wind? Wer macht es, daß man Öl und Most zu seinen Zeiten findt? 6. Wer gibt uns Leben und Geblüt? Wer hält mit seiner Hand den güldnen, werten, edlen Fried in unserm Vaterland? 7. Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir, du, du mußt alles tun, du hältst die Wach an unsrer Tür und läßt uns sicher ruhn. 8. Du nähreft uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu und stehst uns, wenn wir in Gefahr geraten, treulich bei. 9. Du strafft uns Sünder mit Geduld und schlägst nicht allzusehr, ja endlich nimmst du unsre Schuld und wirfft sie in das Meer. 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, wirst du gar leicht erweicht und gibst uns, was uns hoch erfreut und dir zu Ehren reicht. 11. Du zählst, wie oft ein Chrifte wein, und was sein Kummer sei; kein Zähr- und Tränlein ist so klein, du hebst und legst es bei. 12. Du füllft des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd entgeht. 13. Wohlauf, mein Herze, sing und spring und habe guten Mut, dein Gott, der Ursprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut. 14. Er ist dein Schat, dein Erb und Teil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und 5. Wer wärmet uns in Kält Schild, dein Hülf und Heil, und Frost? Wer schützt uns vor schafft Rat und läßt dich nicht. 18 274 Lob- und Danklieder. 15. Was kränkst du dich in durch sein teures Blut gewinn. deinem Sinn und grämst dich du ungegründter Brunnen, wie Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin auf den, der dich gemacht. will doch mein schwacher Geist, ob er sich gleich hoch befleißt, deine Tief ergründen können? Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 16. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und ernährt? Wie manches schweren Unglücks Lauf hat er zurückgekehrt! 4. Seinen Geist, den edlen Führer, gibt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Regierer durch die Welt zur Himmelspfort, daß er mir mein Herz erfülle mit dem hellen Glaubenslicht, das des Todes Macht zerbricht und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 17. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regiment, nein, was er tut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End. 18. Ei nun, so laß ihn ferner tun und red ihm nicht darein, so wirst du hier im Frieden ruhn und ewig fröhlich sein. Paul Gerhardt g. 1607+ 1676. 447. 5. Meiner Seele Wohlergehen hat er ja recht wohl bedacht; will dem Leibe Not zustehen, nimmt ers gleichfalls wohl in acht. Wenn mein können, mein Vermögen fingen? Sollt ich ihm nicht nichts vermag, nichts helfen kann, Eigene Melodie. Sollt ich meinem Gott nicht kommt mein Gott und hebt mir an sein Vermögen beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. dankbar sein? Denn ich seh in allen Dingen, wie so gut ers mit mir mein. Ist doch nichts als lauter Lieben, das sein treues Herze regt, das ohn Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd und ihre Heere hat er mir zum Dienst bestellt; wo ich nur mein Aug hinkehre, find ich, was mich nährt und hält: Tier und Kräuter und Getreide, in den Gründen, in der Höh, in den Büschen, in der See, überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Gemüt, daß ich alle liebe Morgen schaue neue Lieb und Güt. Wäre mein Gott nicht gewesen, hätte mich sein Angesicht nicht 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, also hat auch hin und wieder mich des Höchsten Arm bedeckt alsobald im Mutterleibe, da er mir mein Wesen gab und das Leben, das ich hab und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Licb in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu teuer, nein, er gibt ihn für mich hin, daß er mich vom ewgen Feuer Lob und Danklieder. geleitet, wär ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 8. Wie so manche schwere Plage wird vom Satan hergeführt, die mich doch mein Lebetage niemals noch bisher gerührt; Gottes Engel, den er sendet, hat das Böse, was der Feind anzurichten war geint, in die Ferne weggewendet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 9. Wie ein Vater seinem Kinde sein Herz niemals ganz entzeucht, ob es gleich bisweilen Sünde tut und aus den Bahnen weicht, also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zugut, will mein Fehlen mit der Rut und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 10. Seine Strafen, seine Schläge, ob sie mir gleich bitter seind, den noch, wenn ichs recht erwäge, sind es Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenke und mich von der schnöden Welt, die uns hart gefangen hält, durch das Kreuze zu ihm lente. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 275 12. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe findt, ei so heb ich meine Hände zu dir, Vater, als dein Kind, bitte, wollst mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht zu umfangen Tag und Nacht hier in meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieser Zeit lob und lieb in Ewigkeit. Paul Gerhardt g. 1607+ 1676. 448. Mel. Nun danket alle Gott. elobet sei der Herr, mein Gott, mein Licht, mein Leben, mein Schöpfer, der mir hat mein Leib und Seel gegeben, mein Vater, der mich schützt von Mutterleibe an, der alle Augenblick viel Guts an mir getan. 2. Gelobet jei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster Sohn, der sich für mich gegeben, der mich erlöset hat mit seinem teuren Blut, der mir im Glauben schenkt das allerhöchste Gut. 3. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werter Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz erquickt, der mir gibt neue Kraft, der mir in aller Not Rat, Trost und Hülfe schafft. 11. Das weiß ich fürwahr und lasse mirs nicht aus dem Sinne 4. Gelobet sei der Herr, mein gehn: Christenkreuz hat seine Gott, der ewig lebet, den alles Maße und muß endlich stille stehn. rühmt und lobt, was in den Wenn der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein, also wird auch nach der Pein, wers erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. Lüften schwebet, gelobet jei der Herr, des Namen heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn und Gott der we.te Geift! 5. Dem wir das Heilig jetzt mit Freuden lassen flingen und 18* 276 Lob und Tanklieder. mit der Engelschar das Heilig, ihr Segen, Heil und Frieden. Heilig fingen, den herzlich lobt Mit Mutterhänden leitet er die und preist die ganze Christenheit. Seinen stetig hin und her. Gebt Gelobet sei mein Gott in alle unserm Gott die Ehre! Ewigkeit! Joh. Olearius g. 1611+ 1684. 449. Mel. Es ist das Heil uns kommen her, oder Du Lebensbrot, He Jesu Christ. Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der alle Wunder tut, dem Gott, der mein Gemüte mit scinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt. Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Himmels= heer, o Herrscher aller Thronen, und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfermacht, die alles also wohl bedacht. Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Güte walten. In seinem ganzen Königreich ist alles recht, ist alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hülf ermangeln muß, die alle Welt erzeiget, so kommt, so hilft der Überfluß, der Schöpfer selbst, und neiget die Vateraugen denen zu, die sonsten nirgend finden Ruh. Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will dich all mein Leben lang, o Gott, von nun an ehren, man soll, Gott, deinen Lobgesang Mein an allen Orten hören. ganzes Herz ermuntre sich, mein Geist und Leib erfreue dich! Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Jhr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre, ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Göten macht zu Spott, der Herr ist Gott, der Herr ist Gott.*) Gebt unserm Gott die Ehre! *) 1. Rön. 18, 39. 9. So kommet vor sein Angesicht mit jauchzenvollem Springen, bezahlet die gelobte Pflicht und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht und alles, alles recht gemacht. Gebt unserm Gott die Ehre! Joh. Jak. Schüß g. 1640+ 1690. 450. 4. Ich rief zum Herrn in meiner Not: Ach Gott, bernimm mein Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod und ließ mir Trost gedeihen. Drum dank, ach Gott, drum dank ich dir, ach danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht von seinem Volk geschieden, er bleibet ihre Zuversicht, gesang hören! Eigene Melodie. Robe den Herren, den mächtigen König der Ehren, meine ge= licbete Seele, das ist mein Begehren. Kommet zuhauf, Psalter und Harfe, wacht auf, lasset den Lob Lob- und Dantlieder. 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet, der dich erhält, wie es dir selber gefällt; hast du nicht dieses ver spüret? 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet. In wieviel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet! 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet. Denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen! Alles, was Odem hat, lobe mit Abra hams Samen! Er ist dein Licht, Seele, vergiß es ja nicht, Lobende, schließe mit Amen! Joachim Neauder g. 1650+ 1680. 451. Eigene Melodie. underbarer König, Herrscher von uns allen, laß dir unser Lob gefallen! Deine Batergüte haft du lassen triefen, ob wir schon von dir wegliefen. Hilf uns noch, stärt uns doch, laß die Zunge singen, lağ die Stimme flingen! 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Taten mehr als aller Menschen Staaten; großes Licht der Sonne, schieße deine Strahlen, die das große Rund bemalen; lobet gern, Mond und Stern, seid bereit zu ehren einen solchen Herren! 277 3. O du meine Seele, finge fröhlich, singe, singe deine Glaubenslieder! Was den Odem holet, jauchze, preise, klinge! Wirf dich in den Staub darnieder! Er ist Gott Zebaoth, er nur ist zu loben hier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet; Halleluja singe, welcher Christum nennet, sich von Herzen ihm ergibet. Owohl dir! Glaube mir: Endlich wirst du droben ohne Sünd ihn loben. Joachim Neander g. 1650+ 1680. 452. Mel. Allein Gott in der Höh set Ehr, oder Nun freut euch, liebe Christen g'mein. is hieher hat mich Gott gebracht durch seine große Güte, bis hieher hat er To und Nacht bewahrt Herz und Gemüte, bis hieher hat er mich geleit, bis hieher hat er mich erfreut, bis hieher mir geholfen. 2. Hab Lob und Ehre, Preis und Dank für die bisherge Treue, die du, o Gott, mir lebenslang bewiesen täglich neue. Gedächtnis schreib ich an: Der Herr hat große Ding getan an mir und mir geholfen. In mein 3. Hilf fernerweit, mein treuer Hort, hilf mir zu allen Stunden, hilf mir an all und jedem Ort, hilf mir durch Jesu Wunden, hilf mir im Leben, Tod und Not, durch Christi Schmerzen, Blut und Tod, hilf mir, wie du geholfen. Ämilie Juliane, Gräfin zu Schwarzburg- Rudolstadt g. 1637+ 1706. 278 Lob und Danklieder. 453. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. Womit soll ich dich wohl loben, mächtiger Herr Zebaoth? Sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft, mein Gott! Denn ich kann mit nichts erreichen deine Gnad und Liebeszeichen. Tausendtausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 2. Herr, entzünde mein Gemüte, daß ich deine Wundermacht, deine Gnade, Treu und Güte stets erhebe Tag und Nacht; denn von deinen Gnadengüssen Leib und Seele zeugen müssen. Tausendtausendmal ſei dir, großer König, 6. Bald mit Lieben, bald mit Leiden kamst du, Herr mein Gott, zu mir, nur mein Herze zu bereiten, sich ganz zu ergeben dir, daß mein gänzliches Verlangen möcht an deinem Willen hangen. Tausendtausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! Dank dafür! 3. Vater, wenn mein Herz be= denket, wie dich meine Sündenschuld oft betrübet, oft gekränket, und wie deine Lieb und Huld mich aus Langmut doch getragen, so muß ich beschämet sagen: Tausend tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 7. Wie ein Vater nimmt und gibet, nachdems Kindern nützlich ist, so hast du mich auch geliebet, Herr mein Gott, zu jeder Frist und dich meiner angenommen, wenns auch gleich aufs höchste kommen. Tausendtausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 8. Mich hast du auf Adlersflügeln oft getragen väterlich, in den Tälern, auf den wunderbar errettet mich. schien alles zu zerrinnen, ward doch deiner Hülf ich innen. Tausendtausendmal sei dir, großer König, Dank dafür. 9. Vater, du hast mir erzeiget lauter Gnad und Gütigkeit, und 4. Ach ja, wenn ich überlege, du hast zu mir geneiget, Jesu, mit was Lieb und Gütigkeit du deine Freundlichkeit, und durch durch so viel Wunderwege mich dich, o Geist der Gnaden, werd geführt die Lebenszeit, so weiß ich stets noch eingeladen. Tauich kein Ziel zu finden noch den sendtausendmal sei dir, großer Grund hier zu ergründen. Tau- König, Dank dafür! sendtausendmal sei dir, großer 10. Tausendmal sei dir gesunKönig Dank dafür! 5. O wie hast du meine Seele stets gesucht zu dir zu ziehn, daß ich aus der Sünden Höhle möchte zu den Wunden fliehn, die mich ausgeföhnet haben und mit Krast zum Leben laben. Tausendtausend mal sei dir, großer König, Dank dafür! gen, Herr mein Gott, Preis, Lob und Dank, daß es mir bisher gelungen. Ach laß meines Lebens Gang ferner doch durch Jesu Leiten nur gehn in die Ewigkeiten! Da will ich, Herr, für und für ewig, ewig danken dir. Ludw. Andr. Gotter g. 1661+ 1735. Hügeln Wenn Lob und Danklieder. 454. Eigene Melodie. daß ich tausend Zungen hätte und einen tausendfachen Mund, so stimmt ich damit in die Wette vom allertiefsten Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir getan. 2. O daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht! O daß mein Blut mit Jauchzen wallte, solang es noch im Laufe geht! Ach wär ein jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein Gesang! 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euren Fleiß und stehet munter im Geschäfte zu Gottes meines Herren Preis! Mein Leib und Seele, schicke dich und lobe Gott herzinniglich! 4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir! Ihr schwanken Gräschen in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu Gottes Ruhm belebet sein und stimmet lieblich mit mir ein! 5. Ach alles, alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehülsen geben, denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn. 6. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schützet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld. 279 7. Ich hab es ja mein Lebetage schon so manch liebes Mal gespürt, daß du mich unter vieler Plage durch Not und Trübsal haft geführt, denn in der größesten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 8. Wie sollt ich nun nicht voller Freude in deinem steten Lobe stehn? Wie wollt ich auch im tiefsten Leide nicht triumphierend einhergehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. 9. Ich will von deiner Güte singen, solange sich die Zunge regt; ich will dir Freudenopfer bringen, solange sich mein Herz bewegt; ja wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm ich doch mit Seufzen ein. 10. Ach nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin! Im Himmel soll es besser werden, wenn ich bei deinen Engeln bin. Da sing ich dir im höhern Chor viel tausend Halleluja vor. Johann Menger g. 1658+ 1731. 455. Eigene Melodie. Baffet uns den Herren preiſen und vermehren seinen Ruhm, stimmet an die süßen Weisen, die ihr seid sein Eigentum. Ewig währet sein Erbarmen, ewig will er uns umarmen mit der süßen Liebeshuld, nicht gedenken unsrer Schuld. Preiset ewig seinen Namen, die ihr seid von Abrams Samen, rühmet ewig seine Werte, gebet ihm Lob, Ehr und Stärke! 280 Lob- und Danklieder. 2. Ehe noch ein Mensch ge- er will sich mit uns verbinden, boren, hat er uns zuvor erkannt und soll niemals etwas können und in Christo auserkoren, seine uns von seiner Liebe trennen. Huld uns zugewandt. Selbst der Himmel und die Erden müssen uns zu Dienste werden, weil wir durch sein liebstes Kind seine Kinder worden sind. Ewig solche Gnade währet, die er uns in ihm bescheret; ewig wollen wir uns üben, über alles ihn zu lieben. 6. Er hat nunmehr selbst die Fülle seiner Gottheit aufgetan, und es ist sein ernster Wille, daß nun komme jedermann. Keiner soll sich hiebei schämen, sondern Gnad um Gnade nehmen; wer ein hungrig Herze hat, wird aus seiner Fülle satt. Ewig solche Fülle währet, die uns so viel Guts bescheret; Wonne, die uns ewig träntet, wird uns daraus eingeschenket. 3. Ja wir wollen nun mit Freuden zu dem lieben Vater gehn, uns an seiner Liebe weiden, wie die tun, die vor ihm stehn, heilig, heilig, heilig singen. Halleluja soll erklingen unserm Gotte und dem Lamm, unserm holden Bräutigam. Lasset seinen Ruhm erschallen und erzählt sein Werk vor allen, daß er ewig uns erwählet und zu seinem Volk gezählet. 4. Lernet euren Jesum kennen, der euch teur erkaufet hat, lernet ihn fein lieblich nennen euren Bruder, Freund und Rat, euren starken Held im Streiten, eure Lust in Fröhlichkeiten, euren Trost und euer Heil, euer allerbestes Teil. Ewig solche Güte währet, die euch durch ihn widerfähret; ewig soll das Lob erklingen, das wir ihm zu Ehren singen. 7. Nun, du Liebster, unser Lallen, damit wir dir dankbar sein, laß dir gnädig wohlgefallen, bis wir alle insgemein ewig deine Gütigkeiten mit gesamtem Lob ausbreiten, da wir werden Gloria singen und Halleluja. Preis, Ehr, Ruhm, Dank, Macht und Stärke und was rühmet seine Werke werde unserm Gott gegeben! Laßt uns ihm zu Ehren leben! Chr. Jakob Koitsch g. 1671+ 1735. 456. Eigene Melodie. ch erkennet, liebſte Seelen, unsers Gottes Gütigkeit, helfet seinen Ruhm erzählen, die ihr sein Geschöpfe seid. Euch gebühret Dank zu geben dem, der euch viel Guts getan und sich euer noch daneben nimmt mit solcher Treue an. 5. Tretet nur getrost zum Throne, da der Gnadenstuhl zu sehn; es kann euch von Gottes Sohne nichts als Lieb und Huld 2. Denket, da wir gar nichts geschehn. Er erwartet mit Ver- waren, hat er uns zu was gelangen, bis er könne uns um- macht, er hat uns von Jahr zu fangen und das allerhöchste Gut Jahren wunderbarlich fort geuns mitteilen durch sein Blut. bracht. Nichts ist, was wir an Große Gnad ist da zu finden, uns haben, das nicht alles von Lob und ihm fließt; es find lauter Gottesgaben, die der arme Mensch genießt. 3. Wer ist, der ihn hat verbunden, dich zu schaffen, Menschenkind? Wer, daß wir zu diesen Stunden frisch, gesund und fröhlich sind? Wer gibt uns die Leibeskräfte, das Vermögen, den Verstand, zu verrichten die Geschäfte? Nichts denn Gottes Gnadenhand. 4. Ferner will er noch erhalten, was er uns gegeben hat; seine Gnade läßt er walten über alle früh und spat; er will uns vor allem Schrecken, vor des Satans Trug und List unter seinem Schutz bedecken, da man recht gesichert ist. 5. Lasset darum, liebste Seelen, laßt uns alle, groß und klein, ihm den besten Dank erwählen, welcher heißt: gehorsam sein. Lobet sein allweises Fügen, rühmet alles, was er schickt; wer sich läßt daran genügen, bleibet immerfort beglückt. Friedr. Konr. Filler g. 1662+ 1726. 457. Mel. Es ist das Heil uns kommen her, oder Allein Gott in der Höh sei Ehr. Bringt her dem Herren Lob und Ehr aus freudigem Gemüte, ein jeder Gottes Ruhm vermehr und preise seine Güte. Ach lobet, lobet alle Gott, der uns befreiet aus der Not, und dantet seinem Namen! 2. Lobt Gott und rühmet allezeit die großen Wunderwerke, die Majestät und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt und da durch alle Ding erhält; drum dantet seinem Namen! Danklieder. 281 3. Lobt Gott, der uns er= schaffen hat, Leib, Seele, Geift und Leben aus lauter väterlicher Gnad uns allen hat gegeben, der uns durch seine Engel schützt und täglich gibet, was uns nügt; drum danket seinem Namen! 4. Lobt Gott, der uns schenkt seinen Sohn, der für uns ist gestorben und uns die selge Lebenstron durch seinen Tod erworben, der worden ist der Hölle Gist, der Frieden hat mit Gott gestift; drum danket seinem Namen! 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet und alles Gute noch verheißt, uns stärket, kräftigt, gründet, der uns erleuchtet durch sein Wort, regiert und treibet fort und fort; drum danket seinem Namen! 6. Lobt Gott, der auch dies gute Werk, so in uns angefangen, vollführen wird und geben Stärt, das Kleinod zu erlangen, das er hat allen dargestellt und seinen Gläubgen vorbehält; drum danket seinem Namen! 7. Lobt Gott, ihr starken Seraphim nebst Fürstentum und Thronen! Es loben Gott mit heller Stimm, die hier auf Erden wohnen! Lobt Gott und preist ihn früh und spat, ja alles, was nur Odem hat, das danke seinem Namen! Cyriacus Günther g. 1650 † 1704. 458. Psalm 146. Eigene Melodie. obe den Herren, o meine Seele! Ich will ihn loben bis in Tod; weil ich noch Stunden auf 282 Erden zähle, will ich lobsingen meinem Gott. Der Leib und Seel gegeben hat, werde gepriesen früh und spat: Halleluja, Halleluja! 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, und kehren um zu ihrem Staub; ihre Anschläge sind auch verloren, wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil denn kein Mensch uns helfen kann, rufe man Gott um Hülfe an. Halleluja, Halleluja! Lob und Danklieder. 3. Selig, ja jelig ist der zu nennen, des Hülfe der Gott Jakobs ist, welcher vom Glauben sich nicht läßt trennen und hofft getroft auf Jesum Christ. Wer diesen Herrn zum Beistand hat, findet am besten Rat und Tat. Halleluja, Halleluja! 4. Dieser hat Himmel, Meer und die Erden und was darinnen ist gemacht; alles muß pünktlich erfüllet werden, was er uns einmal zugedacht. Er ists, der Herrscher aller Welt, welcher uns ewig Glauben hält. Halleluja, Halleluja! 7. Aber der Gottesvergeßnen Tritte kehrt er mit starker Hand zurück, daß sie nur machen vertehrte Schritte und fallen ſelbst in ihren Strick. Der Herr ist König ewiglich, Zion, dein Gott sorgt stets für dich. Halleluja, Halleluja! 459. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. Schwing dich auf, mein ganz Gemüte, und geh in den Himmel ein, denn es muß des Höchsten Güte hier und dort gepriesen sein. Ach mit tausendtausend Malen kann ich ihm das nicht bezahlen, was er mir durch Rat und Tat lebenslang er= wiesen hat. 2. Herr Gott Vater, lauter Segen triest von deiner milden Hand, den du mir haft allerwegen, wie ich wünsche, zugewandt; aus wieviel Bekümmernissen hast du mich, mein Gott, gerissen! Tausendtausendmal sei dir, treuer Vater, Dank dafür! 6. Sehende Augen gibt er den Blinden, erhebt die tief gebeuget gehn; wo er kann einige Fromme finden, die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aussicht ist des Fremden Trut, Witwen und Waisen hält willst in meiner Seelen deine er Schuß. Halleluja, Halleluja!| Wohnung dir erwählen. Tausend3. O Herr Jesu, Heil und Leben ist in deinem Blute mein, alle Sünden sind vergeben, und ich bin gerecht und rein; ja du 5. Zeigen sich welche, die Unrecht leiden, er ists, der ihnen Recht verschafft; Hungrigen will er zur Speis bescheiden, was ihnen dient zur Lebenskraft; die hart Gebundnen macht er frei, und seiner Gnad ist mancherlei. Halleluja, Halleluja! 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen des, der so große Wunder tut. Alles, was Odem hat, rufe Amen und bringe Lob mit frohem Mut. Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heilgen Geist! Halleluja, Halleluja! J. D. Herrnschmidt g. 1675+ 1723. Lob und Tanklieder. tausendmal sei dir, liebster Heiland, Dank dafür! 4. Heilger Geist, an deinen Gaben spür ich keinen Mangel nicht; und was wollt ich größers haben als dies gnadenvolle Licht, daß ich weiß, an wen ich glaube, und ein Gottestind verbleibe. Tausendtausendmal sei dir, werter Tröster, Dank dafür! 5. Ach daß alle meine Glieder lauter Zungen möchten sein, daß ich mich durch Lobelieder könnte recht in Gott erfreun, und daß lauter Preis und Ehre so ein süßes Opfer wäre, das ihm würde Tag und Nacht tausendtausendmal gebracht. 6. Doch du wirst mein schwaches Lallen, o Gott Vater, Sohn und Geist, dir auch lassen wohl gefallen, das dich hier auf Erden preist, bis ich dich im Himmel oben mit den Engeln werde loben. Ja da lob und preis ich dich ewig, ewig, ewiglich. Erdmann Neumeister g. 1671+ 1756. 460. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. Auf, auf, mein ganz Gemüte, und preise Gottes Güte, die je und ewig währt, die alles hat zu geben, was man im ganzen Leben zum Segen wünschet und begehrt. 2. Gott hat sie lassen wälten und mich dadurch erhalten von Mutterleibe an; ich spüre sie noch täglich, daß also mir unsäglich viel Gutes wird durch sie getan. 283 3. Gott macht sie alle Morgen durch väterlich Versorgen an Leib und Seele neu; er lässet sie desgleichen bei Nacht nicht von mir weichen, daß sie mein Schild und Sonne sei. 4. Sie fördert meine Werke, daß ich mit Freude merke, wie Gott mir freundlich ist; tein Kummer darf mich stechen noch mein Vergnügen brechen, weil sie mich in die Arme schließt. 5. Wenn durch betrübte Tage manch Kreuz und manche Plage mir an die Seele tritt, so ist sie auch zugegen und bringet Trost und Segen aus meines Gottes Liebe mit. 6. Ja wenn die Not am größten, so solgt, daß man am besten die Güte Gottes spürt; zuletzt muß doch erscheinen, daß Gottes Hand die Seinen zwar wunderlich, doch selig führt. 7. Drum preise, mein Gemüte, die wunderbare Güte, die dir von Gott geschicht. Im Leben und im Sterben läßt sie dich nicht verderben, denn Gott verläßt die Seinen nicht. Erdmann Neumeister g. 1671 t 1756. 461. Eigene Melodie. Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre, ihr Schall pflanzt seinen Namen fort, ihn rühmt der Erdfreis, ihn preisen die Meere; vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort! 2. Wer trägt der Himmel unzählbare Sterne? Wer führt die 284 Lob- und Danklieder. Sonn aus ihrem Zelt? Sie Herr, errette mich! Da half mir kommt und leuchtet und lacht uns Gott, der mächtige, wieder, und von ferne und läuft den Weg mein Gebein erfreute sich. gleich als ein Held. 3. Vernimms und siehe die Wunder der Werke, die die Natur dir aufgestellt! Verkündigt Weisheit und Ordnung und Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du der Wesen unzählbare Heere, den kleinsten Staub fühllos beschaun? Durch wen ist alles? Ogib ihm die Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun. 5. Mein ist die Kraft, mein ist Himmel und Erde, an meinen Werken kennst du mich. Ich bins und werde sein, der ich sein werde, dein Gott und Vater ewiglich. 6. Ich bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte, ein Gott der Ordnung und dein Heil; ich bins, mich liebe von ganzem Gemüte und nimm an meiner Gnade teil! Chr. F. Gellert g. 1715+ 1789. 462. 4. Wenn mich der Haß des Feindes betrübte, klagt ich Gott findlich meinen Schmerz. Er half, daß ich nicht Rache verübte, und stärkte durch Geduld mein Herz. 5. Wenn ich verirrt vom richtigen Pfade mit Sünde mich umfangen sah, rief ich zu ihm, dem Vater der Gnade, und seine Gnade war mir nah. Eigene Melodie. u bists, dem Ruhm und Ehre gebühret, und Ruhm und Ehre bring ich dir. Du, Herr, haft stets mein Schicksal regieret, und deine Hand war über mir. 2. Wenn Not zu meiner Hütte sich nahte, so hörte Gott der Herr mein Flehn und ließ nach seinem gnädigen Rate mich nicht in meiner Not vergehn. 3. Ich sank in Krankheit danieder 6. Um Trost war meine Seele so bange, denn Gott verbarg sein Angesicht. Ich rief zu ihm: Ach Herr, wie so lange? und Gott verließ den Schwachen nicht. 7. Er half und wird mich ferner erlösen, er hilft, der Herr ist fromm und gut; er hilft aus der Versuchung zum Bösen und gibt mir zu der Tugend Mut. 8. Dir dank ich für die Prüfung der Leiden, die du mir liebreich zugeschickt, dir dank ich für die häufigern Freuden, womit mich deine Hand beglückt. 9. Dir dank ich für die Güter der Erden, für die Geschenke deiner Treu; dir dank ich, denn du hießeft sie werden, und deine Güt ist täglich neu. 10. Dir dank ich für das Wunder der Güte: selbst deinen Sohn gabst du für mich; von ganzer Seel und ganzem Gemüte, von allen Kräften preis ich dich. 11. Erhebt ihn ewig, göttliche Werte! Die Erd ist voll der Huld. des Herrn. Sein, sein ist Ruhm Schmerz und und Weisheit und Stärke, er hilft und rief: Ound er errettet gern. Lob- und 12. Er hilft; des Abends währet die Klage, des Morgens die Zufriedenheit. Nach einer Prüfung weniger Tage erhebt er uns zur Seligkeit. 13. Vergiß nicht deines Gottes, o Seele, vergiß nicht, was er dir getan; verehr und halte seine Befehle und bet ihn durch Gehorsam an! Chr. F. Gellert g. 1715+ 1769. 463. Eigene Melodie. Gott ist mein Lied, er ist der Gott der Stärke, Herr ist sein Nam, und groß sind seine Werke, und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und sprichts, so sind und leben Welten; und er gebeut, so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, und seines Thrones Feste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn Anfang Gott, und Gott in ewgen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war im Himmel, Erd und Meere, das tennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals tue, und er erforschet mich und dich. Danklieder. 285 7. Er ist dir nah, du fizest oder gehest, ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöhest, so ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rat der Seele; er weiß, wie oft ich Gutes tu und fehle, und eilt mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte; schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht zugehöre. Herr, immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du Luft und Meer, ihr Auen, Tal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Psalm. 13. Du tränkst das Land, führst uns auf grüne Weiden, und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen, sollt ich mein Herz nicht mit dem Trofte stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 15. Ist Gott mein Schuß, will Gott mein Retter werden, so frag ich nichts nach Himmel und nach Erden und biete selbst der Hölle Trut. Chr. F. Gellert g. 1715+ 1769. 286 Lob- und Danklieder. 464. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Wer enn ich, o Schöpfer, deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für alle wacht, anbetend überlege, so weiß ich von Bewundrung voll nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater. 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke: Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer rust dem Heer der Sterne? 3. Wer mit dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schoß der Erde auf, mit Vorrat uns zu jegnen? Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, rust die Saat, hat Gott gemacht, bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet, der Mensch, ein Geist, den sein Verstand dich zu erkennen leitet, der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott uuser Vater, sei gepreist, und alle Welt jag Amen! Und alle Welt fürcht ihren Herrn und hoff auf ihn und dien ilm gern! Wer wollte Gott nicht dienen! Chr. F. Gellert g. 1715+ 1769. 465. Eigene Melodie. ie groß ist des Allmächtgen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? der mit verhärtetem Gemüte den Dank erstickt, der ihr gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen, vergiß, mein Herz, auch seiner nicht! 2. Wer hat mich wunderbar nicht bedarf. Wer hat mit Langbereitet? Der Gott, der meiner mut mich geleitet? Er, dessen Rat ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Ists nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, wo du mit Herrlichkeit umgeben Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden, durch Gottes Güte sind sie dein: sieh, darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. 4. Und diesen Gott jollt ich nicht ehren und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, Lob- und Danklieder. 287 nicht gehn? Sein Will ist mir aus Schwachheit fehle, herrscht ins Herz geschrieben, sein Wort doch in mir die Sünde nicht. bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles lieben und meinen Nächsten gleich als mich. 6. Gott, laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen sein, sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn, sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks! Chr. F. Gellert g. 1715 † 176. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille, ich soll vollkommen sein, wie er. Indem ich dies Gebot erfülle, stell ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht, und ob ich schon D. Lieder für besondere Stände, Zeiten und Verhältnisse. XXIII. Morgen-, Tisch- und Abendlieder. a. Morgenlieder. 466. Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. teht auf, ihr lieben Kinderlein, der Morgenstern mit hellem Schein läßt sich frei sehn gleichwie ein Held und leuchtet in die ganze Welt. 2. Willkommen sei, du schöner Stern! Du bringst uns Christum, unsern Herrn, der unser lieber Heiland ist; darum du hoch zu loben bist. 3. Ihr Kinder sollt bei diesem Stern erkennen Christum, unsern Herrn, Marien Sohn, den treuen Hort; der leuchtet uns mit seinem Wort. 4. Gotts Wort, du bist der Morgenstern, wir können dein gar nicht entbehrn, du mußt uns leuchten immerdar, sonst sitzen wir im Finstern gar. 5. Leucht uns mit deinem Glänzen klar und Jesum Christum offenbar', treib aus der Finsternis Gewalt, daß nicht die Lieb in uns erfalt. 6. Willkommen sei, du lieber Tag, vor dir die Nacht nicht bleiben mag; leucht uns in unsre Herzen fein mit deinem hellen Himmelsschein! 7. O Jesu Christ, wir warten dein: dein heiligs Wort leucht' uns so sein! Am End der Welt bleib nicht lang aus und führ uns in deins Vaters Haus! 8. Du bist die liebe Sonne klar, wer an dich gläubt, der ist fürwahr ein Kind der ewgen Seligkeit, die deinen Christen ist bereit. 9. Wir danken dir, wir loben dich hie zeitlich und dort ewiglich für deine groß Barmherzigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Erasmus Alberus g. um 150) † 1553. 467. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. Die helle Sonn leucht jetzt herfür, fröhlich vom Schlaf aufstehen wir; Gott Lob, der uns heut diese Nacht behüt hat vor des Teufels Macht! Morgenlieder. 2. Herr Christ, den Tag uns auch behüt vor Sünd und Schand durch deine Güt! Laß deine lieben Engelein unsre Hüter und Wächter sein! 3. Daß unser Herz in G'horsam leb, dein'm Wort und Willn nicht widerstreb, daß wir dich stets vor Augen habn in allem, das wir fangen an. 4. Laß unser Wert geraten wohl, das ein jeder ausrichten soll, daß unsre Arbeit, Müh und Fleiß gereich zu deinem Lob und Preis. Niklas Herman+ 1561. 468. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. Des Morgens, wenn ich früh aufsteh, und abends, wenn zu Bett ich geh, sehn meine Augen, Herr, auf dich, Herr Jesu, dir befehl ich mich. 2. In den heilgen fünf Wunden dein da kann ich ruhn und sicher sein mit Leib und Seele, Hab und Gut, mein Schuß ist nur dein heilges Blut. 3. Denn, o Herr Christ, am Kreuzesstamm dein heilges Blut die Sünd hinnahm, drum, ich wach oder schlafe ein, wollst du, Herr, allzeit bei mir sein! 4. Dein' Engel mir stets halten Wacht, drum ich Tod, Teufel, Höll nicht acht, denn wo ich bin, bist du bei mir, mein Glück und Kreuz kommt alls von dir. 5. Ich leb od'r sterb, so bin ich dein, darum ich dir die Seele mein befehl jekund und auch im Tod, nimm sie zu dir, o treuer Gott! 1593. 289 469. Eigene Melodie. us meines Herzens Grunde sag ich dir Lob und Dank in dieser Morgenstunde, dazu mein Leben lang, o Gott in deinem Thron, dir zu Lob, Preis und Ehren durch Christum, unſern Herren, dein eingebornen Sohn, 2. Daß du mich haft aus Gnaden in der vergangnen Nacht vor G'fahr und allem Schaden behütet und bewacht. Ich bitt demütiglich wollst mir mein Sünd vergeben, womit in diesem Leben ich hab erzürnet dich. 3. Du wollest auch behüten mich gnädig diesen Tag vors Teufels Lift und Wüten, vor Sünden und vor Schmach, vor Feur und Wassersnot, vor Armut und vor Schanden, vor Ketten und vor Banden, vor bösem schnellen Tod. 4. Mein Leib, mein Seel, mein Leben, mein Ehr und Gut bewahr! Dir will ich übergeben jegund und immerdar als dein Geschenk und Gab mein Eltern und Verwandten, Gefreundte und Bekannten und alles, was ich hab. 5. Dein' Engel laß auch bleiben und weichen nicht von mir, den Satan zu vertreiben, auf daß der bös Feind hier in diesem Jammertal sein Tück an mir nicht übe, nicht Leib und Seel betrübe und mich nicht bring zu Fall. 6. Gott will ich lassen raten, denn er all Ding vermag. Er segne meine Taten, mein Vornehmen und Sach! Ihm hab ich heimgestellt mein Leib, mein Seel, 19 290 mein Leben und was er mir sonst geben; er machs, wies ihm gefällt. 7. Darauf so sprech ich Amen und zweifle nicht daran, Gott wird es alls zusammen ihm wohlgefallen lan. Und streck nun aus mein Hand, greif an das Werk mit Freuden, dazu mich Gott beschieden in mein'm Beruf und Stand. 1592. Morgenlieder. 470. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. Das walt Gott Vater und Gott Sohn, Gott heilger Geist ins Himmels Thron! Man dankt dir, eh die Sonn aufgeht, wenns Licht anbricht, man vor dir steht. 2. Drum beug ich diesen Morgen früh in rechter Andacht meine Knie und ruf zu dir mit heller Stimm, dein Ohren neig, mein Red vernimm! 3. Ich rühm von Herzen deine Güt, weil du mich gnädig haft behüt, daß ich nun hab die finstre Nacht in Ruh und Friede zu gebracht. 4. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, nimm mich auch diesen Tag in Hut, laß deine lieben Engelein mein Wächter und Gefährten sein! 5. Dein Geist mein Leib und Seel regier und mich mit schönen Gaben zier, er führ mich heut auf rechter Bahn, daß ich was Guts vollbringen kann. 6. Gib Gnad, daß ich mein Werk und Pflicht mit Freude diesen Tag verricht zu deinem Lob und meinem Nuß und meinem Nächsten tue Guts. 7. Bewahr mein Herz vor Sünd und Schand, daß ich vom übel abgewandt mein Seel mit Sünden nicht beschwer und mein Gewissen nicht versehr. 8. Mein'n Aus- und Eingang heut bewahr, daß mir nichts übles widerfahr; behüte mich vor schnellem Tod und hilf mir, wo mir Hülf ist not. Martin Behm g. 1557 † 1622. 471. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. heilige Dreifaltigkeit, o hochgelobte Einigkeit, Gott Vater, Sohn und heilger Geist; heut dieſen Tag mir Beistand leift! Gut bewahr, daß mir kein Böses 2. Mein Seel, Leib, Ehr und widerfahr, daß mich der Satan nicht verletz noch mich in Schand und Schaden setz. 3. Des Vaters Huld mich heut erquick, des heilgen Geistes Glanz anblick, des Sohnes Güte mich und Schein erleucht meins finstern Herzens Schrein! 4. Mein Schöpfer, steh mir kräftig bei, o mein Erlöser, bei mir sei, o Tröfter wert, weich nicht von mir, mein Herz mit deinen Gaben zier! 5. Herr, segne und behüte mich, erleuchte mich, Herr, gnädiglich, Herr, heb auf mich dein Angesicht und deinen Frieden auf mich richt! Fann. Gesangbuch 1657. Nach Martin Behm g. 1557+ 1622. Morgenlieder. 472. Eigene Melodie, oder Herzlich tut mich verlangen. ant jei Gott in der Höhe zu dieser Morgenstund, durch den ich wiedr aufstehe vom Schlaf frisch und gesund. Mich hatte fest gebunden mit Finsternis die Nacht, ich hab sie überwunden durch Gott, der mich bewacht. 2. Wiederum tu ich dich bitten, o Schutzherr Israel, du wollst treulich behüten den Tag mein Leib und Seel. All christlich Obrigkeiten, auch Schule und Gemein in diesen bösen Zeiten laß dir befohlen sein! 3. Erhalt uns durch dein Güte bei deiner reinen Lehr, vor Ketzerei behüte, streit für dein Wort und Ehr, daß wir und unser Same hinfort in einem Geist bekennen: Herr, dein Name sei groß und hochgepreift! 4. Dem Leibe gib daneben Nahrung und guten Fried, gesund und mäßig Leben, dazu ein froh Gemüt, daß wir in allen Ständen Tugend und Ehrbarkeit lieben und Fleiß drauf wenden, als rechte Christenleut. 5. Gib mildiglich dein Segen, daß wir nach dein'm Geheiß nur gehn auf guten Wegen, tun unser Amt mit Fleiß, daß jeder seine Neke auswerf und auf dein Wort sein Trost mit Petro sebe; so geht die Arbeit fort. 6. Was dir gereicht zu Ehren und der Gemein zu Nuk, das will der Satan wehren mit List und großem Truk, doch kann 291 ers nicht vollbringen, weil du, Herr Jesu Christ, herrschest in allen Dingen und unser Beistand bift. 7. Wir sind die zarten Reben, der Weinstock selbst bist du, daran wir wachsn und leben und bringen Frucht dazu. Hilf, daß wir an dir bleiben und wachsen immer mehr; dein guter Geist uns treibe zu Werken deiner Ehr! Joh. Mühlmann g. 1573+ 1613. 473. Eigene Melodie. ott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt und was drinnen ist erhält. 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen haft behütet und bewacht, daß des bösen Feindes Lik mein nicht mächtig worden ist. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn; o Herr Jesu, laß mich finden deine Wunden offen stehn, da alleine Hülf und Nat ist für meine Missetat. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen geistlich auferstehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort, sei und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort! 19* 292 Morgenlieder. Nirgends als von dir allein kann ich recht bewahret sein. 6. Meinen Leib und meine Seele samt den Sinnen und Verstand, großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand. Herr, mein Schild, mein Ehr und Ruhm, nimm mich auf, dein Eigentum! 7. Deinen Engel zu mir sende, der des bösen Feindes Macht, List und Anschlag von mir wende und mich halt in guter Acht, der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu. Heinrich Albert g. 1604+ 1651. 474. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. Hor deinen Thron tret ich hiemit, o Gott, und dich demütig bitt: Wend doch dein gnädig Angesicht von mir blutarmen Sünder nicht! 2. Du hast mich, o Gott Vater mild, gemacht nach deinem Ebenbild; in dir web, schweb und lebe ich, vergehen müßt ich ohne dich. 3. Errettet haft du mich gar oft ganz wunderbar und unverhofft, da nur ein Schritt, ja nur ein Haar mir zwischen Tod und Leben war. 4. Verstand und Ehr hab ich von dir, des Lebens Notdurft gibst du mir, dazu auch einen treuen Freund, der mich in Glück und Unglück meint. 5. Gott Sohn, du hast mich durch dein Blut erlöset von der Höllenglut, das schwer Gesetz für mich erfüllt, damit des Vaters Zorn gestillt. 6. Wenn Sünd und Satan mich anklagt und mir mein armes Herz verzagt, alsdann braucht du dein Mittleramt, daß mich der Vater nicht verdammt. 7. Du bist mein Fürsprach allezeit, mein Heil, mein Troft und meine Freud, ich kann durch dein Verdienst allein hier ruhig und dort selig sein. 8. Gott heilger Geift, du höchste Kraft, des Gnade in mir alles schafft, ist etwas Guts am Leben mein, so ist es wahrlich alles dein. 9. Dein ists, daß ich Gott recht erkenn, ihn meinen Herrn und Vater nenn, sein wahres Wort und Sakrament behalt und lieb bis an mein End; 10. Daß ich fest in Anfechtung steh und nicht in Trübjal untergeh, daß ich im Herzen Trost empfind, zuletzt mit Freude überwind. 11. Drum danke ich mit Herz und Mund dir, Gott, in dieser Morgenstund für alle Güte, Treu und Gnad, die meine Seel empfangen hat, 12. Und bitt, daß deine Gnadenhand bleib über mir heut ausgespannt; mein Amt, Gut, Ehr, Freund, Leib und Seel in deinen Schuß ich dir befehl. 13. Hilf, daß ich sei von Her zen fromm, damit mein ganzes Christentum aufrichtig und rechtschaffen sei, nicht Augenschein und Heuchelei. 14. Erlaß mir meine Sündenschuld und hab mit deinem Knecht Geduld, zünd in mir Glauben an und Lieb, zu jenem Leben Hoffnung gib! Morgenlieder. 293 Anfang, Mitt und Ende, ach Herr, zum Besten wende! 10. Mich segne, mich behüte, mein Herz sei deine Hütte, dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reise. Paul Gerhardt g. 1607 † 1676. 476. Eigene Melodie. dem Geber aller Güter, dem from- obet den Herren alle, die ihn men Menschenhüter! 15. Ein selig Ende mir bescher, am jüngsten Tag erweck mich, Herr, daß ich dich schaue ewiglich. Amen, Amen, erhöre mich! Bodo v. Hodenberg(?) g. 1604+ 1650. 475. Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. ach auf, mein Herz, und finge dem Schöpfer aller Dinge, 2. Heint*), als die dunkeln Schatten mich ganz umgeben hatten, hat Satan mein begehret, Gott aber hats gewehret. *) heute nacht. 3. Ja, Vater, als er suchte, daß er mir schaden möchte, lag ich in deinem Schoße, dein Flügel mich umschlosse. 4. Du sprachst: Mein Kind, nun liege, Trok dem, der dich betrüge! Schlaf wohl, laß dir nicht grauen, du sollst die Sonne schauen. fürchten, laßt uns mit Freude seinem Namen singen und Preis und Dank zu seinem Altar bringen! Lobet den Herren! 2. Der unser Leben, das er uns gegeben, in dieser Nacht so väterlich bedecet und aus dem Schlaf uns fröhlich auferwecket. Lobet den Herren! 8. So wollst du nun vollenden dein Werk an mir und senden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. 9. Sprich ja zu meinen Taten, hilf selbst das Beste raten, den 3. Daß unsre Sinnen wir noch brauchen können und Händ und Füße, Zung und Lippen regen, das haben wir zu danken seinem Segen. Lobet den Herren! 4. Daß Feuerflammen uns nicht allzusammen mit unsern Häusern unversehns gefressen, das machts, daß wir in seinem Schoß gesessen. Lobet den Herren! 5. Dein Wort das ist geschehen, ich kann das Licht noch sehen, von Not bin ich befreiet, dein Schutz hat mich verneuet. 6. Du willst ein Opfer haben: bie bring ich meine Gaben, mein Weihrauch und mein Widder find mein Gebet und Lieder. 5. Daß Dieb und Räuber unser Gut und Leiber nicht angetast und 7. Die wirst du nicht ver- grausamlich verleget, dawider hat schmähen, du kannst ins Herze sein Engel sich gesetzet. Lobet den sehen, denn du weißt, daß zur Herren! Gabe ich ja nichts Bessers habe. 6. O treuer Hüter, Brunnen aller Güter, ach laß doch ferner über unser Leben bei Tag und Nacht dein Hut und Güte schweben. Lobet den Herren! 7. Gib, daß wir heute, Herr, durch dein Geleite auf unsern 294 Morgenlieder. Wegen unverhindert gehen und besten Güter sind unsre Gemüter, überall in deiner Gnade stehen. dankbare Lieder sind Weihrauch Lobet den Herren! und Widder, an welchen er fich am meisten ergeht. 8. Treib unsern Willen, dein Wort zu erfüllen, lehr uns verrichten heilige Geschäfte, und wo wir schwach sind, da gib du uns Kräfte! Lobet den Herren! 4. Abend und Morgen find seine Sorgen; segnen und mehren, Unglück verwehren sind seine Werke und Taten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen; wenn wir aufstehen, so läßt er aufgehen über uns seiner Barmherzigkeit Schein. 9. Nicht unsre Herzen, daß wir ja nicht scherzen mit deinen Strafen, sondern fromm zu werden vor deiner Zukunft uns bemühn auf Erden. Lobet den Herren! 5. Ich hab erhoben zu dir hoch droben all meine Sinnen; laß mein Beginnen ohn allen Anstoß und glücklich ergehn! Laster und Schande, des bösen Feinds Bande; Fallen und Tücke treib ferne zurücke, laß mich auf deinen Geboten bestehn! 10. Herr, du wirst kommen und all deine Frommen, die sich bekehren, gnädig dahin bringen, da alle Engel ewig, ewig singen: Lobet den Herren! Paul Gerhardt g. 1607+ 1676. 477. Eigene Melodie. Die güldne Sonne voll Freud Geiziges Brennen, unchriftliches Rennen nach Gut mit Sünde, das tilge geschwinde von meinem Herzen und wirf es hinaus! und Wonne bringt unsern Grenzen mit ihrem Glänzen ein herzerquickendes, liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder die lagen darnieder, aber nun steh ich, bin munter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht. 2. Mein Auge schauct, was Gott gebauet zu seinen Ehren und uns zu lehren, wie sein Vermögen sei mächtig und groß, und wo die Frommen dann sollen hinkommen, wann sie mit Frieden von hinnen geschieden aus dieser Erde vergänglichem Schoß. 6. Laß mich mit Freuden ohn alles Neiden sehen den Segen, den du wirst legen in meines Bruders und Nähesten Haus. 7. Menschliches Wesen, was ists gewesen? In einer Stunde geht es zugrunde, sobald die Lüfte des Todes drein wehn; alles in allen muß brechen und fallen, Himmel und Erden die müssen das werden, was sie gewesen vor ihrem Entstehn. 8. Alles vergehet, Gott aber stehet ohn alles Wanken, seine Gedanken, sein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden, die nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen die tödlichen Schmerzen, halten uns 3. Lasset uns singen, dem Schöpfer bringen Güter und Gaben, was wir nur haben, alles sei Gotte zum Opfer gesetzt. Die zeitlich und ewig gesund. Morgenlieder. 9. Gott, meine Krone, vergib und schone, laß meine Schulden in Gnad und Hulden aus deinen Augen sein abegewandt! Sonsten regiere mich, lenfe und führe, wie dirs gefället, ich habe gestellet alles in deine Beliebung und Hand. 10. Willst du mir geben, womit mein Leben ich kann ernähren, so laß mich hören allzeit im Herzen dies heilige Wort: Gott ist das Größte, das Schönste und Beste, Gott ist das Süßte und Allergewißte, aus allen Schätzen der edelste Hort. 11. Willst du mich kränken, mit Galle tränken, und soll von Plagen ich auch was tragen, wohlan, so mach es, wie dir cs beliebt. Was gut und tüchtig, was schädlich und nichtig meinem Gebeine, das weißt du alleine, nie haft die Deinen zu sehr du betrübt. 12. Kreuz und Elende das nimmt ein Ende; nach Meeres Brausen und Windes Sausen leuchtet der Sonne gewünschtes Gesicht. Freude die Fülle und feliger Stille hab ich zu warten im himmlischen Garten; dahin sind meine Gedanken gericht. Paul Gerhardt g. 1607+ 1676. 293 2. Die Himmel all erzählen des höchsten Gottes Ehr; das Haus der frommen Seelen und aller Engel Heer weist uns durch so viel Sterne die überschöne Pracht, auf daß wir hier von ferne dahin auch sein bedacht. 478. Mel. Herzlich tut mich) verlangen. Die Nacht ist nun vergangen, der helle Tag bricht an, die Sonn hat angefangen zu laufen ihre Bahn; mein Herz soll auch aufsteigen, und alles, was ich bin, sich zu der Erde neigen aus demutsvollem Sinn. 3. Mein Gott, laß mich) ver= achten, was irdisch, eitel ist, und nach dem Himmel trachten in dieser Lebensfrist, laß mich den Tag hinbringen in der Gottseligteit und ritterlich durchdringen zur ewgen Himmelsfreud! Georg Ph. Harsdörfer g. 1607+ 1858. 479. Mel. Auf meine lieben Gott. 2o tret ich demnach an, so gut ich immer kann, mein Amt, Beruf und Wesen, dazu mich Gott erlesen; der wird mir seinen Segen auch wissen beizulegen. 2. Dir, Vater, sag ich Dant, daß du mein Leben lang so reichlich mich ernähret und manche Gnad bescheret; laß deine Güt und Gaben mich heute ferner laben! 3. Ach mein Herr Jesu Christ, der du mein Helfer bist, ach segne meine Werke, mich selbst vom Himmel stärke, damit ich deinen Willen in allem mög erfüllen. 4. Behüte Seel und Leib und alles von mir treib, was meine Nahrung hindert und deinen Segen mindert; ja lağ in Fried und Freuden mich dann von hinnen scheiden! Joh. Heinr. von Hippen. 1678 296 Morgenlieder. 480. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. un tret ich wieder aus der Ruh und geh dem sauren Tage zu, wie mir ist auferleget. Nicht weiß ich; was für neue Plag mir heute noch begegnen mag; doch weiß ich, daß mich träget mein from mer Gott in seiner Hut, daß mir die Last nicht Schaden tut. 2. Zwar meine Bürd ist täglich neu, doch ist mein Gott auch täglich treu, der träget meine Sorgen. Vor abends keiner recht vernimmt, was ihm den Tag all ist bestimmt; es bahnt ein jeder Morgen mir einen frischen Weg zur Pein, der kann mit Gott erstiegen sein. 3. Wie wenig hab ich oft gedacht, daß so würd sein zu End gebracht die saure Tagesbürde; doch hab ich abends wohl gespürt, daß du mich, höchster Gott, geführt, daß mich dein Schein und Würde geleitet, mir geleuchtet hat auf meinen Weg und Kreuzespfad. 4. Weil ich denn des versichert bin, was traurest du, verzagter Sinn, die Bürd auf dich zu legen? Trag, was du fannst, Gott träget mit; der Herr der Welt der rauchelt nicht, bei ihm ist lauter Segen. Mit ihm geh ich denn frisch daran und scheue nicht die Leidensbahn. 5. So ist getroft mein frischer Mut, wenn ich mich in des Höchften Hut kann eingeschlossen sehen; doch daß ich des versichert sei, muß ich von Sünden leben frei und Gottes Wege gehen; mein Gott geht nimmer meinen Steg, wo ich nicht wandle seinen Weg. 6. Drum, liebster Gott, leit meinen Fuß, daß ich dir folg in wahrer Buß, und läutre mich von Sünden! So kann ich als ein tühner Held bestreiten dieſe böse Welt, mit dir sie überwinden; so tret ich mutig an den Tag und scheue nicht, was kommen mag. 7. Ich leg auf dich, mein Gott und Herr, was mir zu tragen wird zu schwer, die Last, die mich ge= bogen; ich lege meine Würd und Stand in deine große Allmachtshand, die du mir nie entzogen; mit der hast du von Jugend auf geleitet meinen Lebenslauf. 8. Ich leg in deinen Schoß hinein, die meine Blutsverwandte sein; da sind sie wohl beschlossen; ich lege meine arme Seel in Jesu sichre Wundenhöhl; du wirst sie nicht verstoßen, wenn sie vom Leibe scheidt der Tod. Ich leg mich ganz in dich, mein Gott. Anton Ulrich, Herzog zu BraunschweigWolfenbüttel g. 1633+ 1714. 481. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. In Gottes Namen fang ich an, was mir zu tun gebühret, mit Gott wird alles wohl getan und glücklich ausgeführet. Was man in Gottes Namen tut, ist allenthalben recht und gut und kann uns auch gedeihen. 2. Gott ist, der das Vermögen schafft, was Gutes zu vollbringen, Morgenlieder. er gibt uns Segen, Mut und Kraft und läßt das Werk gelingen; ist er mit uns und sein Gedeihn, so muß der Bug gesegnet sein zum reichen Überflusse. 3. Wer erst nach Gottes Reiche tracht und bleibt auf seinen Wegen, der wird gar leichtlich reich gemacht durch Gottes milden Segen. Da wird der Fromme immer satt, daß er von seiner Arbeit hat auch Armen Brot zu geben. 4. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, er frönet sie mit Gnaden; der bösen Welt ihr Neid und Hohn kann ihnen gar nicht schaden. Gott decket sie mit seiner Hand, er segnet ihre Stadt und Land und füllet sie mit Freude. 5. Drum komm, Herr Jesu, Bärte mich, hilf mir in meinen Werken, laß du mit deiner Gnade dich bei meiner Arbeit merken, gib dein Gedeihen selbst dazu, daß ich in allem, was ich tu, ererbe deinen Segen. 6. Regiere mich durch deinen Geist, den Müßiggang zu meiden, daß das, was du mich schaffen heißt, gescheh mit lauter Freuden; hilf, daß ich dir mit aller Treu auf dein Gebot gehorsam sei und meinen Nächsten liebe. 7. Nun, Jesu, tomm und bleib bei mir! Die Werte meiner Hände befehl ich, liebster Heiland, dir, hilf, daß ich sie vollende zu deines Namens Herrlichkeit, und gib, daß ich zur Abendzeit erwünschten Lohn empfange. Salomon Liscow g. 1640+ 1689. 297 482. Eigene Melodie. Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschöpften Lichte, schick uns diese Morgenzeit deine Strahlen zu Gesichte und vertreib durch deine Macht unsre Nacht! 2. Deiner Güte Morgentau fall auf unser matt Gewissen; laß die dürre Lebensau lauter süßen Trost genießen und erquid uns, deine Schar, immerdar! 3. Gib, daß deiner Liebe Glut unsre talten Werke töte, und er= weck uns Herz und Mut bei entstandner Morgenröte, daß wir, eh wir gar vergehn, recht aufstehn. 4. Ach du Ausgang aus der Höh, gib, daß auch am jüngsten Tage unser Leichnam aufersteh und entfernt von aller Plage sich auf jener Freudenbahn freuen kann. 5. Leucht uns selbst in jene Welt, du verklärte Gnadensonne, führ uns durch das Tränenfeld in das Land der süßen Wonne, da die Luft, die uns erhöht, nie vergeht. Chr. Knorr v. Rosenroth g. 1636+ 1689. 483. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. as walte Gott, der helfen kann! Mit Gott fang ich mein Arbeit an, mit Gott nur geht es glücklich fort, drum ist auch dies mein erstes Wort: Das walte Gott! 2. All mein Beginnen, Tun und Werk erfordert von Gott Kraft und Stärk; mein Herz sucht Gottes Angesicht, drum auch mein 298 Mund mit Freude spricht: Das walte Gott! Morgenlieder. 3., So Gott nicht hilft, so kann ich nichts, wo Gott nicht gibet, da gebrichts; Gott gibt und tut mir alles Guts, drum sprech ich nun auch guten Muts: Das walte Gott! 4. Will Gott mir etwas geben hier, so will ich dankbar sein dafür; auf sein Wort werf ich aus mein Netz und sag in meiner Arbeit stets: Das walte Gott! 5. Anfang und Mitte samt dem End stell ich allein in Gottes Händ; er gebe, was mir nütlich ist, drum sprech ich auch zu jeder Frist: Das walte Gott! 6. Legt Gott mir seinen Segen bei nach seiner großen Güt und Treu, so gnüget mirs zu jeder Stund, drum sprech ich auch von Herzensgrund: Das walte Gott! 7. Trifft mich ein Unglück: unverzagt! ist doch mein Werk mit Gott gewagt; er wird mir gnädig stehen bei, drum dies auch meine Losung sei: Das walte Gott! 8. Er kann mich segnen früh und spat, bis all mein Tun ein Ende hat, er gibt und nimmt, machts, wie er will, drum sprech ich auch fein in der Still: Das walte Gott! 9. Gott steht mir bei in aller Not und gibt mir auch mein täglich Brot; nach seinem alten Vaterbrauch tut er mir Guts, drum sprech ich auch: Das walte Gott! 10. Ohn Gott nichts glückt und seine Gunst, nichts hilft Verstand, Witz oder Kunst; mit Gott gehts fort, gerät auch wohl, daß ich tann sagen glaubensvoll: Das walte Gott! 11. Zeilt Gott was mit aus Gütigkeit, so acht ich keiner Feinde Neid; laß hassen, wers nicht lassen kann, ich stimme doch mit Freude an: Das walte Gott! 12. Tu ich denn was mit Gottes Rat, der mir beistehet früh und spat, dann alles wohl geraten muß, drum sprech ich nochmals zum Beschluß: Das walte Gott! Johann Betichins g. 1650+ 1722. 484. Mel. O Gott, du frommer Gott. mel. 2. Jesu, süßes Licht, nun ist die Nacht vergangen, nun hat dein Gnadenglanz aufs neue mich umfangen, nun ist, was an mir ist, vom Schlafe aufgeweckt und hat nun in Begier zu dir sich ausgestreckt. 2. Was soll ich dir denn nun, mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar in deine Gnad einsenten mit Leib, mit Seel, mit Geist heut diesen ganzen Tag; das soll mein Opfer sein, weil ich sonst nichts vermag. 3. Drum siehe da, mein Gott, da hast du meine Seele, sie sei dein Eigentum, mit ihr dich heut vermähle in deiner Liebestraft; da hast du meinen Geist, darinnen wollst du dich verklären allermeist! 4. Da sei denn auch mein Leib zum Tempel dir ergeb: n, zur Wohnung und zum Haus. Ach allerliebstes Leben, ach wohn, ach Morgenlieder. leb in mir, beweg und rege mich, so hat Geist, Seel und Leib mit dir vereinigt sich. 5. Dem Leibe hab ich jetzt die Kleider angeleget: laß meiner Seele sein dein Bildnis eingepräget im güldnen Glaubensschmuck, in der Gerechtigkeit, so allen Seelen ist das rechte Ehrenkleid. 6. Mein Jesu, schmücke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keuschheit, mit Geduld durch deines Geistes Triebe, auch mit der Demut mich vor allem kleide an, so bin ich wohlgeschmückt und köstlich angetan. 7. Gib, daß mir diesen Tag stets vor den Augen schwebe, daß dein Allgegenwart mich wie die Luft umgebe, auf daß mein ganzes Tun durch Herz, durch Sinn und Mund dich lobe inniglich, mein Gott, zu aller Stund. 299 finster, kalt und trübe; Jeju, Liebe, komm, beschleunige den Lauf! 8. Ach segne, was ich tu, ja rede und gedenke; durch deines Geistes Kraft es also führ und lenke, daß alles nur gescheh zu deines Namens Ruhm und daß ich unverrückt verbleib dein Eigentum. Joachim Lange g. 1670+ 1744. 485. Eigene Melodie. üter, wird die Nacht der Sünden nicht verschwinden? Hüter, ist die Nacht schier hin? Wird die Finsternis der Sinnen bald zerrinnen, darein ich verwickelt bin? 3. Wir sind ja im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist, und ich muß mich stets im Schatten so ermatten, weil du mir so ferne bist. 4. Wir sind ja der Nacht entnommen, da du kommen, aber ich bin lauter Nacht; darum wollst du mir, dem Deinen, auch erscheinen, der nach Licht und Rechte tracht. 5. Das Vernunftlicht kann das Leben mir nicht geben, Jesus und sein heller Schein, Jesus muß das Herz anblicken und erquicken, Jesus muß die Sonne sein. 6. Nur die Decke vor den Augen kann nicht taugen, seine Klarheit kann nicht ein; wenn sein helles Licht den Seinen soll erscheinen, muß das Auge reine sein. 7. Jesu, gib gesunde Augen, die was taugen, rühre meine Augen an! Denn das ist die am Tage größte Plage, wenn man das Licht nicht sehen kann. Christ. Friedr. Richter g. 1676+ 1711. 486. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten, Mel. 2. Ermuntert euch, erquickte Glieder, die dunkeln Schatten sind vorbei; der liebe Morgen zeigt sich wieder und machet Gottes Güte neu, die mich in dieser Nacht bedeckt und nun zur Arbeit aufgeweckt. 2. Möcht ich wie das Rund der Erden licht doch werden; 2. Gott Lob, der mich vor allem Seelensonne, gehe auf! Ich bin Schaden bei meiner stillen Ruh 300 bewacht, daß mich der Reichtum seiner Gnaden zu seinem Preise tüchtig macht; ich bin vergnügt, ich bin erquickt und warte, was Gott heute schickt. Morgenlieder. 3. Sein guter Geist wird mich regieren, der leite mich auf ebner Bahn und helfe mir mein Wert vollführen, in seinem Namen fang ichs an; sein Segen wird mein Sonnenschein und seine Huld mein Schatten sein. 4. Mein Gott, so laß dich gnädig finden, dir hab ich alles heimgestellt, ach nur behüte mich vor Sünden! Doch wenn das Fleisch aus Schwachheit fällt, so richte mich durch Jesum auf und sei du selbst mein Lebenslauf! 5. Weil jeglicher von unsern Tagen auch seine Plage mit sich führt, mein Gott, so laß mich nicht verzagen, wenn mich ein Kreuz und Unglück rührt. Deck mich durch deine Gnadenhand, so wird es glücklich abgewandt. 6. Nun, Seel und Leib sei dir ergeben, bei dem sie wohl verwahret stehn; und soll der Rest von meinem Leben noch diesen Tag zu Ende gehn, so mache du durch Christi Blut auch meinen letzten Abschied gut! 7. Wohlan, des tröst ich mich im Glauben: Im Glück und Unglück bin ich dein, aus deiner Hand kann mich nichts rauben. Drum soll mein ftetes Denkmal sein, das mir im Sinn und Herzen liegt: Was mein Gott fügt, macht mich vergnügt. Erdmann Neumeister g. 1671+ 1756. 487. Mel. Was Gott tut, das ist wohlgetan. Die Nacht ist hin, wach auf mein Herz, du sollst ein Opfer bringen, laß deine Flügel himmelwärts sich nach den Wolken schwingen! Denn Gottes Treu ist wieder neu, er hat dir Licht und Leben von neuem jetzt gegeben. 2. Bring deines Weihrauchs Wohlgeruch vor deines Schöpfers Throne, komm, bitte Segen für den Fluch in Christo seinem Sohne! Die Gnadentür ist offen hier, so lasse denn dein Beten zu Gottes Herzen treten. 3. Du Sonne der Gerechtigkeit, vertreib die Nacht der Sünden und laß an diesem Morgen heut viel Gnadentau mich finden! Haft du die Nacht mich wohl bewacht, so sei auch nun am Tage ein Schutz vor aller Plage! 4. Das Gute wende du zu mir, das Böse laß mich fliehen und deine Hand mich für und für nur nach dem Himmel ziehen! Gib Rat und Tat so früh als spat zu allen meinen Werken, laß deinen Geist mich stärken! 5. Ich werfe meine Laft auf dich, ach, hilf fie treulich tragen, machs wie du willst, nur seliglich, ich will es auf dich wagen. Kein Kreuz ist mir zu schwer bei dir. Es tut mir deine Rute auch heute was zugute. 6. Du bist mein Gott, das weiß ich wohl, laß mich nur dein verbleiben und was ich heute wirken joll, zu deinen Ehren treiben! Morgenlieder. 301 Dein Segen blüh durch meine Lebensziel allein deines Namens Müh, daß, wenn ich Schweiß vergieße, er nicht umsonst mir fließe. Ehre sein, hilf, daß ich stets wahre Liebe gegen meinen Nächften übe. 7. Laß auch die Meinen diesen Tag dein Gnadenauge leiten! Und weil ich gar nicht wissen mag das Ende meiner Zeiten, so gib, daß ich mich stetiglich des letzten Tages freue und meine Schuld bereue. Benjamin Schmold g. 1672+ 1737. 488. Mel. Werde munter, mein Gemüte. ott, du Licht, das ewig bleibet, das ohn allen Wechsel ist, das die Finsternis vertreibet, der du bleibest, wie du bist, ich verlaffe meine Ruh. Rufe: Werde licht! mir zu, daß ich, der ich, Nacht und Erde, durch dein Licht berkläret werde. 489. Mel Schwing dich auf zu deinem Gott. ang dein Werk mit Jesu an, Jesus hats in Händen; Jesum ruf zum Beistand an, Jesus wirds wohl enden. Steh mit Jesu morgens auf, geh mit Jesu schlafen, führ mit Jesu deinen Lauf, laffe Jesum schaffen! 2. Wecke, da der Leib geschlafen, auch die Seele geistlich auf, gib ihr deines Lichtes Waffen, richt 2. Morgens soll der Anfang sein, Jesum anzubeten, daß er und leite ihren Lauf, laß mich woll dein Helfer sein stets in sein des Lichtes Kind, hilf mir, der ich geistlich blind, Jeju, daß ich wieder sehe und in deinem Lichte gehe. allen Nöten. Morgens, abends und bei Nacht will er stehn zur Seiten, wenn des Satans Lift und Macht dich sucht zu bestreiten. 3. Schenke mir, Herr, und gewähre, was die arme Seele stillt, ach erneure und verkläre fets in mir dein Ebenbild, sende mir den Geist der Kraft, der ein neues Leben schafft, daß ich himmlisch auf der Erde und Ein Geist mit Christo werde. 5. Führ mich bald zu jenem Lichte deiner höchsten Majestät, wo vor deinem Angesichte die verklärte Seele steht heller als der Sonnenschein, schön, unsterblich, engelrein; laß fie sein mit dir vereinet, wenn mein letzter Tag erscheinet. Salomo Frand g. 1659+ 1725. 4. Segne meiner Hände Werke und befördre meine Pflicht, bleibe meiner Schwachheit Stärke, meines Lebens Kraft und Licht, laß mein 3. Wenn dein Jesus mit dir ist, laß die Feinde wüten, er wird dich vor ihrer Lift schützen und behüten. Set nur das Vertrauen dein in sein Allmachtshände und glaub sicher, dağ allein er dein unglück wende. 4. Wenn denn deine Sach mit Gott also angefangen, ei so hat es keine Not, wirst den Zweck erlangen; es wird folgen Glück und Heil hier in diesem Leben, endlich 302 wird dir Gott dein Teil auch im Himmel geben. 5. Nun Herr Jesu, all mein Each sei dir übergeben, es nach deinem Willen mach auch im Tod und Leben! All mein Werk greif ich jetzt an, Herr, in deinem Namen, laß es doch sein wohl getan! Ich sprech darauf Amen. Um 1734. Morgenlieder. 490. Eigene Melodie. Jesu, meines Lebens Licht nun ist die Nacht vergangen: mein Geistesaug zu dir sich richt, dein Anblick zu empfangen. 2. Du hast, da ich nicht sorgen tonnt, mich vor Gefahr bedecket und auch vor andern mich gesund nun aus dem Schlaf erwecket. 3. Mein Leben schenkst du mir aufs neu, es sei auch dir verschrieben, mit neuem Ernst, mit neuer Treu dich diesen Tag zu lieben. 4. Dir, Jesu, ich mich ganz befehl, im Geiste dich verkläre: dein Werkzeug nur sei meine Seel, den Leib bewahr und nähre! 5. Durchdring mit deinem Lebenssaft Herz, Sinne und Gedanken, bekleide mich mit deiner Kraft, in Proben nicht zu wanten. 6. Mein treuer Hirte, sei mir nah, steh immer mir zur Seiten, und wenn ich irre, wollst du ja mich wieder zu dir leiten. 7. Sei du alleine meine Lust, mein Schak, mein Troft und Leben! Kein andres Teil sei mir bewußt, dir bin ich ganz ergeben. 8. 3eig mir in jedem Augenblick, wie ich dir soll gefallen, zeuch mich vom Bösen stets zurück, regiere mich in allen! 9. Gib, daß ich meinen Wandel führ im Geist, in deinem Lichte, und als ein Fremdling lebe hier vor deinem Angesichte. 10. Ach halt mich sest mit deiner Hand, daß ich nicht fall noch weiche; zeuch weiter durch der Liebe Band, bis ich mein Ziel erreiche. Gerh. Terstegen g. 1697+ 1769. 491. Mel. O Jeju, meines Lebens Licht. Mein erst Gefühl sei Preis und Dank, erheb ihn, meine Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang, lobsing ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 4. Du bist es, Herr und Gott der Welt, und dein ist unser Leben; du bist es, der es uns erhält und mirs jetzt neu gegeben. 5. Gelobet seist du, Gott der Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue. 6. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen und lehre du mich selber tun nach deinem Wohlgefallen. Tischlieder. 7. Nimm meines Lebens gnädig wahr, auf dich hofft meine Seele, sei mir ein Netter in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle. 8. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig tue; 9. Daß ich als ein getreuer Knecht nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe; 10. Daß ich dem Nächsten beizustehn nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue; 3. Wollest täglich bei uns bleiben, alle Feinde von uns treiben, uns ins Buch des Lebens schreiben und der gute Hirte sein; 4. Weiden uns auf grüner Auen, daß wir deine Fülle schauen und auf deinen Reichtum bauen, mit dir gehen aus und ein. 11. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht ge= 5. Amen, ja es soll geschehen! nieße und meinen Lauf mit Jesus wird heut mit uns gehen Freudigkeit, wenn du gebeutst, und wir werden fröhlich sehen, beschließe. daß er uns nicht läßt allein. Chr. F. Gellert g. 1715+ 1769. 492. Mel. Kommt und laßt uns Christum ehren. Früh am Morgen Jesus gehet und vor allen Türen stehet, man geslehet: klopfet an, wo Komm, Herr Jesu, unser Gast! 2. Nun so lasset ihn nicht dorten, tut ihm auf des Herzens Pforten und ruft ihn mit süßen Worten: Eile, Jesu, tehre ein! b. Tischlieder. 2. Doch dies zeitliche Brot allein fann uns nicht gnug zum Leben sein, dein göttlich Wort die Seele speist, hilft uns zum Leben allermeist. Gerh. Chr. H. Stip g. 1809+ 1882. 303 493. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. in Ewigkeit. Gesegn uns, Herr, die Gaben dein, die Speis laß unsre Nahrung sein, hilf, daß dadurch erquicket werd der dürftge Leib auf dieser Erd. aus aller Not! So preisen wir dein Gütigkeit hier und auch dort 1561. Vor dem Essen. 494. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. ir danken Gott für ſeine Gabn, die wir von ihm empfangen habn, und bitten unsern lieben Herrn, er woll uns allzeit mehr 3. Drum gib uns beides, Herre Gott! Hilf endlich auch beschern, 304 2. Und speisen uns mit seinem Wort, daß wir satt werden hier und dort. Ach lieber Herr, du wollst uns gebn nach dieser Zeit das ewge Lebn! Abendlieder. Nach dem Essen. 3. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du uns'r Gast gewesen bist. Bleib du bei uns, so hats nicht Not, du bist das rechte Lebensbrot. 1589. c. Abendlieder. 496. Eigene Melodie. er du bist drei in Einigkeit, ein wahrer Gott von Ewigkeit, Die Sonn mit dem Tag von uns weicht, laß leuchten uns dein göttlich Licht! 2. Des Morgens, Gott, dich loben wir, des Abends auch beten bor dir; unser armes Lied rühmet dich jetzund, immer und ewiglich. 3. Gott Vater dem sei ewig Ehr, Gott Sohn, der ist der einge Herr, und dem Tröster, dem heilgen Geist, von nun an bis in Ewigkeit. Martin Luther g. 1483+ 1546, nach dem Lateinischen O lux, beata trinitas. 495. Mel. Schmücke dich, o liebe Secle. Speis uns, Bater, deine Kinder, tröfte die betrübten Sünder, sprich den Segen zu den Gaben, die wir jetzo vor uns haben, daß sie uns zu diesem Leben Stärke, Kraft und Nahrung geben, bis wir endlich zu den Frommen an die Himmelstafel kommen. Nach Joh. Heermann g. 1585 † 1647. 497. Eigene Melodie. hriste, du bist der helle Tag, vor dir die Nacht nicht bleiben mag, du leuchtest uns vom Vater her und bist des Lichtes Prediger. 2. Ach lieber Herr, behüt uns heint*) in dieser Nacht vorm bösen Feind und laß uns in dir ruhen fein und vor dem Satan sicher sein. *) heute nacht. 3. Ob schon die Augen schlafen ein, so laß das Herz doch wader sein, halt über uns dein rechte Hand, daß wir nicht falln in Sünd und Schand. 4. Wir bitten dich, Herr Jesu Chrift, behüt uns vor des Teufels List, der stets nach unsrer Seele tracht, daß er an uns hab keine Macht. 5. Sind wir doch dein ererbtes Gut, erworben durch dein teures Blut; das war des ewgen Vaters Rat, als er uns dir geschenket hat. 6. Befiehl dem Engel, daß er komm und uns bewach, dein Eigentum, gib uns die lieben Wächter zu, daß wir vorm Satan haben Ruh. 7. So schlafen wir im Namen dein, dieweil die Engel bei uns Abendlieder. sein. Du heilige Dreieinigkeit, wir loben dich in Ewigkeit. Erasmus Alberus g. um 1500+ 1553, nach dem Lateinischen Christe, qui lux es et dies. 498. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. inunter ist der Sonne Schein, die finstre Nacht bright herein, leucht uns, Herr Christ, du wahres Licht, laß uns im Finstern tappen nicht! 2. Dir sei Dank, daß du uns den Tag vor Schad, Gefahr und mancher Plag durch deine Engel haft behüt aus Gnad und väterlicher Güt. 305 Seel, unter deine Flügel, send uns dein Engel! * heute Nacht. Niklas Herman † 1561. 3. Laß uns einschlafen mit guten Gedanken, fröhlich aufwachen und von dir nicht wanten. Laß uns mit Züchten unser Tun und Dichten zu dein'm Preis richten! 499. Eigene Melodie, oder Herzliebster Jesu. Die Nacht ist kommen, drin wir ruhen sollen; Gott walts zu Frommen nach sein'm Wohlgefallen, daß wir uns legen, durch sein G'leit und Segen der Ruh zu pflegen. 4. Pfleg auch der Kranken durch deinen Geliebten, hilf den Betrübten! 500. 3. Womit wir, Herr, erzürnet dich, dasselb verzeih uns gnädiglich und rechn es unsrer Seel nicht zu, laß schlafen uns mit Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Fried und Ruh! Licht. Pfleg auch der Kinder, sei selbst ihr Vormünder, des Feinds Neid hinder! 5. Vater, dein Name werd von uns gepreiset, dein Reich zukomme, dein Will werd beweiset; frist unser Leben, wollst die Schuld vergeben, erlös uns! Amen. Böhmische Brüder. 4. Die Engel dein zur Wachir danken dir, Herr Jesu Christ, bestell, daß uns der böse Feind nicht fäll; vor Schrecken, Angst und Feuersnot behüt uns heint*), daß du unser Erlöser bist und schützest uns vor aller G'fahr durch deiner lieben Engel Schar. o lieber Gott! 2. Wir gehn nun hin zu unsrer Ruh; ach rechn es unsrer Seel nicht zu, was leider wir gesündigt tabn, vergib uns alls, o Gottes Sohn! 3. Dein' Engel laß stets um uns sein, die allzeit uns bewachen sein, daß Satan habe keine Macht an uns bei Tage noch bei Nacht. 4. Vor Feur, vor Seel- und Leibesnot behüt uns, lieber Herre Gott, in deinem Nam laß schlafen ein uns, deine lieben Kinderlein! 2. Treib, Herr, von uns fern die unreinen Geister, halt die 5. Es g'scheh, was mag, wir Nachtwach gern, sei selbst unser sind ja dein, erlöst durch dein Schutzherr, schirm beid, Leib und fünf Wunden rein; dir leben wir, 20 306 dir sterben wir, dein Kinder sind wir für und für. Abendlieder. 6. Amen, Amen zu guter Nacht, der Engel Gottes uns bewacht. Gott Lob und Dank in Ewigkeit, wir gehn zur Ruh ohn alles Leid. Nitol. Selneder g. 1582+1592. 501. Eigene Melodie. Werde munter, mein Gemüte, und ihr Sinne, geht herfür, daß ihr preiset Gottes Güte, die er hat getan an mir, als er mich den ganzen Tag vor so mancher schweren Plag, vor Betrübnis, Schand und Schaden treu behütet hat in Gnaden. 2. Lob und Dank sei dir gefungen, Vater der Barmherzigkeit, daß mir ist mein Werk gelungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden mancher Art so getreulich haft bewahrt, auch die Feind hinweggetrieben, daß ich unbeschädigt blieben. 3. Keine Klugheit kann verstehen deine Güt und Wundertat, ja tein Menschenkind kann sehen, was dein Hand erwiesen hat. Deiner Wohltat ist zu viel, fie hat weder Maß noch Ziel. Herr, du hast mich so geführet, daß tein Unfall mich berühret. 4. Dieser Tag ist nun vergangen, die betrübte Nacht bricht an; es ist hin der Sonne Prangen, so uns all erfreuen kann. Stehe mir, o Vater, bei, daß dein Glanz stets vor mir sei und mir auch im Finstern scheine, denn ich hoff auf dich alleine. 5. Herr, verzeihe mir aus Gnaden alle Sünd und Missetat, die mein armes Herz beladen und so sehr vergiftet hat; treib des Satans List und Tück, Gott, durch deine Kraft zurück, du alleine fannst mich retten, strafe nicht mein Übertreten! 6. Bin ich gleich von dir gewichen, stell ich mich doch wieder ein; hat uns doch dein Sohn verglichen durch sein Angst und Todespein. Ich verleugne nicht die Schuld, aber deine Gnad und Huld ist viel größer als die Sünde, die ich stets in mir befinde. 7. O du Licht der frommen Seelen, o du Glanz der Ewigkeit, dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und allezeit; bleibe doch, mein Gott, bei mir, weil es nunmehr dunkel schier; tröste mich mit deiner Liebe, daß kein Unfall mich betrübe. 8. Wenn mein Augen schon sich schließen und ermüdet schlafen ein, muß mein Herz dennoch geflissen und auf dich gerichtet sein. Meiner Seele mit Begier träume stets, o Gott, von dir, daß ich rein an Seel und Leibe und auch schlafend dein verbleibe. 9. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanft und süße Ruh, alles übel laß verschwinden, decke mich mit Segen zu! Leib und Seele, Mut und Blut, Weib und Kinder*), Hab und Gut, Freunde, Feind und Hausgenossen sein in deinen Schuß geschlossen. *) all die meinen. 10. Ach bewahre mich vor Schrecken, schütze mich vor Überfall, Abendlieder. laß mich Krankheit nicht aufwecken, treibe weg des Krieges Schall, wend ab Feur und Wassersnot, Pestilenz und schnellen Tod, laß mich nicht in Sünden sterben noch an Leib und Seel verderben! 11. O du großer Gott, erhöre, was dein Kind gebeten hat, Jeju, den ich stets verehre, bleibe ja mein Schutz und Rat! Und mein Hort, du werter Geist, der du Freund und Tröster heißt, höre doch mein sehnlichs Flehen! Amen, ja es foll geschehen. Joh. Rift g. 1607+ 1667. 502. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. un ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Stadt und Felder, es schläft die ganze Welt; ihr aber, meine Sinnen, auf, auf, ihr sollt beginnen, was eurem Schöpfer wohlgefällt. 2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind; fahr hin, ein andre Sonne, mein Jejus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun vergangen, die güldnen Sterne prangen am blauen Himmelssaal; also werd ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jammertal. 307 5. Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sei; Herz, freu dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden Arbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin und legt euch nieder, der Betten ihr begehrt; es kommen Stund und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh ein Bettlein in der Erd. 7. Mein Augen stehn verdrossen, im Nu sind sie geschlossen; wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden, sei gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Israel! 8. Breit aus die Flügel beide, o Jesu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein! Will Satan mich fingen: Dies Kind soll unverletet verschlingen, so laß die Englein sein. 9. Auch euch, ihr meine Lieben, ſoll heute nicht betrüben ein Un fall noch Gefahr; Gott laß euch nen Waffen ums Bett und seiner selig schlafen, stell euch die güldEngel Schar! Paul Gerhardt g. 1607+ 1676. 503. Mel. Mein Herz und Seel den Herren hoch erhebet. Die Sonn hat ſich mit ihrem Glanz gewendet und was sie 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, soll auf diesen Tag vollendet; legt ab das Kleid und Schuhe, die dunkle Nacht dringt allentdas Bild der Sterblichkeit; die ziehhalben zu, bringt Menschen, Vich ich aus, dagegen wird Christus und alle Welt zur Ruh. mir anlegen den Rock der Ehr und Herrlichkeit. 2. Ich preife dich, du Herr der Nächt und Tage, daß du mich 20* 308 heut vor aller Not und Plage durch deine Gnad und hochgelobte Macht hast unverletzt und frci hindurchgebracht. Abendlieder. 3. Vergib, wo ich bei Tage so gelebet, daß ich nach dem, was finster ist, gestrebet, laß alle Schuld durch deinen Gnadenschein in Ewigkeit bei dir erloschen sein! 4. Schaff, daß mein Geist dich ungehindert schaue, indem ich mich der trüben Nacht vertraue, und daß der Leib auf diesen schweren Tag sich seiner Kraft sein sanft erholen mag. 5. Vergönne, daß der lieben Engel Scharen mich vor der Macht der Finsternis bewahren, auf daß ich vor der List und Tyrannei der argen Feind im Schlafe sicher sei. 6. Hrr, wenn mich wird die lange Nacht bedecken und in die Ruh des tiefen Grabes strecken, so blicke mich mit deinen Augen an, daraus ich Licht im Tode nehmen kann. 7. Und laß hernach zugleich mit allen Frommen mich zu dem Glanz des andern Lebens kommen, da du uns haft den großen Tag bestimmt, dem keine Nacht sein Licht und Klarheit nimmt. 1648. 504. Eigene Melodie. Der lieben Sonne Licht und Pracht hat nun den Tag vollführct, die Welt hat sich zur Ruh gemacht; tu, Seel, was dir gebühret, tritt an die Himmelstür und bring ein Lied herfür, laß deine Augen, Herz und Sinn auf Jesum sein gerichtet hin! 2. Ihr hellen Sterne Icuchtet wohl und gebet eure Strahlen, ihr macht die Nacht des Lichtes voll; doch noch zu tausend Malen scheint heller in mein Herz die ewge Himmelsterz, mein Jesus, meiner Secle Ruhm, mein Schutz, mein Schatz und Eigentum. 3. Der Schlaf zwar herrschet in der Nacht bei Menschen und bei Tieren; doch Einer ist, der oben wacht, bei dem kein Schlaf zu spüren. Es schlummert, Jeju, nicht dein Aug, auf mich gericht, drum soll mein Herz auch wachend sein, daß Jesus wache nicht allein. 4. Verschmähe nicht dies schlichte Lied, das ich dir, Jesu, singe; in meinem Herzen ist kein Fried. bis ich es zu dir bringe. Ich bringe, was ich kann, ach nimm es gnädig an! Es ist doch herzlich gut gemeint, o Jesu, meiner Scele Freund. 5. Mit dir will ich zu Bette gehn, dir will ich mich befehlen. du wirst, mein Schutzherr, auf mich sehn zum Besten meiner Seelen. Ich fürchte keine Not, auch selber nicht den Tod; denn wer mit Jesu schlafen geht, mit Freude wieder aufersteht. 6. So oft die Nacht mein Ader schlägt, soll dich mein Geist umfangen; so vielmal sich mein Herz bewegt, soll dies sein mein Vers langen, daß ich mit lautem Schall möcht rufen überall: Ach Jesu, Jesu, du bist mein, und ich auch bin und bleibe rein. 7. Nun, matter Leib, gib dich zur Ruh und schlafe sanft und stille, ihr müden Augen schließt Abendlieder. 309 euch zu, denn das ist Gottes Wille.| meinen Sinn! Dich laß ich nicht, Joachim Neander g. 1650+ 1680. Schließt aber dies mit ein: Herr mein Fels. Der Tag ist hin. Jesu, ich bin dein! So wird der Schluß recht wohl gemacht. Nun Jesu, Jesu, gute Nacht! 506. Christian Scriver g. 1629 † 1693. 505. Mel. Mein Herz und Seel den Herren hoch erhebet. Der Tag ist hin, mein Jeſu, bei mir bleibe! O Seelenlicht, der Sünden Nacht vertreibe, geh auf in mir, Glanz der Gerechtigkeit, erleuchte mich, ach Herr, denn es ist Zeit. 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen, dir sei die Ehr, daß alles wohl gelungen nach deinem Rat, ob ichs gleich nicht versteh; du bist gerecht, es gehe, wie es geh. 3. Nur eines ist, das mich empfindlich quälet: Beständigkeit im Guten mir noch fehlet. Das weißt du wohl, o Herzenstündiger, ich strauchle noch wie ein Unmündiger. 4. Vergib es, Herr, was mir sagt mein Gewissen; Welt, Teufel, Sünd hat mich von dir gerissen. Es ist mir leid, ich stell mich wieder ein, da ist die Hand: du mein, und ich bin dein. 5. Israels Schuk, mein Hüter und mein Hirte, zu meinem Troft dein sieghaft Schwert umgürte, bewa' re mich durch deine große Macht, wenn mir der Feind nach meiner Seele tracht. 6. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen, ach laß die See. im Schlaf auch Gutes schaffen! Lebenssonn, erquicke Eigene Melodie. un sich der Tag geendet hat und keine Sonn mehr scheint, schläft alles, was sich abgematt und was zuvor geweint. 2. Nur du, mein Gott, haft keine Raft, du schläfft noch schlummerst nicht; die Finsternis ist dir verhaßt, weil du bist selbst das Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich in dieser schwarzen Nacht und schenke du mir gnädiglich den Schirm von deiner Wacht! 4. 3war fühl ich wohl der Sünden Schuld, die mich bei dir tlagt an; ach aber deines Sohnes Huld hat gnug für mich getan. 5. Den setz ich dir zum Bürgen ein, wenn ich muß vors Gericht; ich kann ja nicht verloren sein in solcher Zuversicht. 6. Drauf tu ich meine Augen zu und schlafe fröhlich ein, mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh, wer wollte traurig sein? 7. Weicht, nichtige Gedanken, hin, wo ihr habt euren Lauf, ich baue jetzt in meinem Einn Gott einen Tempel auf. 8. Soll diese Nacht die letzte jein in diesem Jammertal, so führ mich, Herr, in Himmel ein zur auserwählten Zahl! 9. Und also leb und sterb ich dir, mein Gott, Herr Zebaoth, im Tod und Leben hilfft du mir aus aller Angst und Not. Joh. Friedr. Herzog g. 1647+ 1699. 810 Abendlieder. 507. Mel. Auf dich hab ich gehoffet, Herr. Mit meinem Gott geh ich zur Ruh und tu in Fried mein Augen zu, denn Gott im Himmelsthrone über mich wacht bei Tag und Nacht, schafft, daß ich sicher wohne. 2. Ich rufe zu dir, Herr Jesu Chrift, der du allein mein Helfer bist, laß mich kein Leid erfahren, durch deinen Schutz vors Teufels Truß dein Engel mich bewahren! 3. Befiehl, o Herr, den Engeln dein, daß sie stets um und bei uns sein; all Übel von uns wende! Gott heilger Geift, dein Hülf uns tcist an unserm letzten Ende! 4. Herr, meinen Geist befehl ich dir, mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, nimm mich in deine Hände! O wahrer Gott, aus aller Not hilf mir am lezten Ende! 5. Lob, Preis und Ehr und Herrlichkeit sei Gott Vater und dem Geist mit Namen! Die göttlich kraft mach uns sieghaft durch Jesum Christum! Amen. Nach C. Becer u. Adam Reusner. 508. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Mel. 2. Treuer Jesu, wache du, denn jetzt geh ich cinzuschlafen; gib mir und den meinen Ruh, bleib, o Hirt, bei deinen Schafen, schließ die Türen selber zu, treuer Jeju, wache du! 2. Treuer Jesu, weiche nicht, sonst wird Grauen, Furcht und Schrecken, das oft mit der Nacht einbricht, uns mit Ach und Weh erwecken. Bleib bei uns, o Gnadenlicht, treuer Jesu, weiche nicht! 3. Treuer Jesu, steh uns bei, daß in uns der Geist und Glaube, wenn wir schlafen, wacker sei, und kein Feind uns solchen raube. Deine Hülfe mach uns frei, treuer Jesu, sieh uns bei. 4. Treuer Jeju, kommt es nun einst einmal mit mir zum Sterben, so bring mich zu deiner Ruh, mache mich zum Himmelserben, schließ mir selbst die Augen zu, treuer Jesu, meine Ruh! 5. Treuer Jesu, nimm zu dir endlich mich und all die meinen! Bricht dereinst der Tag herfür, da du selber wirst erscheinen, ach so führ uns insgemein, treuer Jesu, zu dir ein! 1697. 509. Mel. Werde munter, mein Gemüte. es ist von meinem Leben Herriederum ein Tag dahin; lehre mich nun Achtung geben, ob ich auch selber an, so ich was nicht fromm gewesen bin; zeige mirs recht getan, und hilf jetzt in allen Sachen guten Feierabend machen. 2. Freilich wirst du manches finden, was dir nicht gefallen hat, denn ich bin noch voller Sünden in Gedanken, Wort und Tat, und vom Morgen bis jekund pfleget Herze, Hand und Mund so ges schwind und oft zu jehlen, laß ichs selber nicht fann zählen. Abendlieder. 3. Aber, o du Gott der Gnaden, habe noch einmal Geduld! Ich bin freilich schwer beladen, doch vergib mir alle Schuld! Deine große Vatertreu werde diesen Abend neu, so will ich noch deinen Willen künstig mehr als heut erfüllen. 4. Heilige mir das Gemüte, daß der Schlaf nicht sündlich sei, decke mich mit deiner Güte, auch dein Engel steh mir bei! Lösche Feur und Lichter aus und bewahre sonst das Haus, daß ich morgen mit den Meinen nicht in Unglück müsse weinen. 5. Steure den gottlosen Leuten, die im Finstern Böses tun; sollte man gleich was bereiten, uns zu schaden, wenn wir ruhn, so zer= störe du den Rat und verhindere die Tat! Wend auch alles andre Schrecken, das der Satan kann erwecken. 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, wenn es bei uns dunkel wird, denn du bleibest ewig munter und bist wie ein guter Hirt, der auch in der finstern Nacht über seine Herde wacht; darum hilf uns, deinen Schafen, daß wir alle sicher schlafen. Oder 7. Laß mich denn gefund erwachen, wenn es rechte Zeit wird sein, daß ich ferner meine Sachen richte dir zu Ehren ein. haft du, lieber Gott, heut bestimmet meinen Tod, so befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. Kaspar Neumann g. 1618+ 1715. 311 510. Mel. O Traurigkeit. er Tag ist hin; mein Geist und Sinn sehnt sich nach jenem Tage, der uns völlig machen wird frei von aller Plage. 2. Die Nacht ist da; sei du mir nah, Jesu, mit hellen Kerzen, treib der Sünden Dunkelheit weg aus meinem Herzen! 3. Der Sonne Licht uns jetzt gebricht; o unerschaffne Sonne, brich mit deinem Licht hervor mir zur Freud und Wonne! 4. Des Mondes Schein fällt nun herein, die Finsternis zu mindern; ach daß nichts Veränderlichs meinen Lauf möcht hindern! 5. Das Sternenheer zu Gottes Ehr am blauen Himmel flimmert; wohl dem, der in jener Welt gleich den Sternen schimmert! 6. Was sich geregt, zuvor bes wegt, ruht jetzt von seinen Werken; laß mich, Herr, in stiller Ruh dein Werk in mir merken! 7. Ein jeder will bei solcher Still der süßen Ruhe pflegen; laß die Unruh dieser Zeit, Jesu, bald sich legen! 8. Halt du die Wach, damit kein Ach und Schmerz den Geist berühre, sen deiner Engel Schar, die mein Bette ziere. 9. Wann aber soll der Wechsel wohl der Tag und Nächte weichen? Wenn der Tag anbrechen wird, dem kein Tag zu gleichen. 10. Alsdann wird nicht der Sonne Licht Jerusalem verlieren, 312 denn das Lamm ist selbst das Licht, das die Stadt wird zieren. Abendlieder. 11. Halleluja! Ei wär ich da, da alles lieblich klinget, da man ohn Abwechselung heilig, heilig finget. 12. O Jesu, du mein Hülf und Ruh, laß mich dahin gelangen, daß ich mög in deinem Glanz vor dir ewig prangen. I. Anast. Freylinghausen g. 1670+ 1739. 511. Hi Mel. Jesu, meine Freude. irte deiner Schafe, der von keinem Echlaje ctwas wissen mag, deine Wundergüte war mein Schild und Hütte den vergangnen Tag. Sei die Nacht auch auf der Wacht und laß mich von deinen Scharen um und um bewahren! 2. Decke mich von oben vor der Feinde Toben mit der Vaterhuld, ein versöhnt Gewissen sei mein Ruhekissen, drum vergib die Schuld! Denn dein Sohn hat mich davon durch die tief geschlagnen Wunden gnädiglich entbunden. 3. Laß auch meine Lieben keine Not betrüben, sie sind mein und dein; schließ uns mit Erbarmen in den Vaterarmen ohne Sorgen ein! Tu bei mir und ich bei dir, also find wir ungeschieden, und ich schlaf in Frieden. 4. Komm, verschließ die Kammer und laß allen Jammer ferne von uns sein! Sei du Schloß und Riegel, unter deinen Flügel nimm dein Küchlein ein, decke zu mit Schuß und Ruh, so wird uns kein Grauen wecken noch der Satan schrecken. 5. Wie, wenn ich mein Bette heut zum Grabe hätte? Wie bald rot, bald tot! Doch haft du beschlossen, daß mein Ziel verflossen, kommt die Todesnot, so will ich nicht wider dich; lieg ich nur in Jesu Wunden, sterb ich alle Stunden. 6. Nun wohlan, ich tue in vergnügter Ruhe Mund und Augen u Seele, Leib und Leben hab ich dir ergeben, o du Hüter du! Gute Nacht, nimm mich in acht! Und erleb ich ja den Morgen, wirst du weiter sorgen! Benjamin Schmold g. 1672+ 1737. 512. Mel. O Welt, ich muß dich lasſen. un fich der Tag geendet, mein Herz zu dir sich wendet und danket inniglich; dein holdes Angesichte zum Segen auf mich richte, erleuchte und entzünde mich! 2. Ich schließe mich aufs neue in deine Batertreue und Schutz und Herze ein; die fleischlichen Geschäfte und alle finstern Kräfte vertreibe durch dein Nahesein! 3. Daß du mich stets umgibest, daß du mich herzlich liebest und ruist zu dir hinein, daß du vers gnügst alleine so wesentlich, jo reine, laß früh und spat mir wichtig sein! 4. Ein Tag der sagt dem andern, mein Leben sei ein Wandern zur großen Ewigkeit. O Ewigkeit so schöne, mein Herz an dich ge wöhne! Mein Heim ist nicht in dieser Zeit. Gerh. Terstegen g. 1697 † 1769. Abendlieder. 513. Mel. Mein Herz und Seel den Herren hoch erhebet. Der Abend kommt, die Sonne 8. Mein Herz sich dir zum Abendopfer schenket, mein Wille sich verdecket, und alles sich sich in dich gelassen senket; Bezur Ruh und Stille strecket; ogierden schweigt! Vernunft und meine Seel, mert auf, wo bleibest Sinne, still! Mein müder Geist du? In Gottes Schoß, sonst nirgend findst du Ruh. 2. Der Wandersmann legt sich ermüdet nieder, das Vöglein fleugt nach seinem Neste wieder, das Schäflein auch in seinen Stall kehrt ein, laß mich in dich, mein Gott, gelehret sein! 3. Ach sammle selbst Begierden und Gedanken, die noch so leicht aus Schwachheit von dir wanken; mein Ruheplaß und Heimat, tu dich auf, daß ich in dich von allem andern lauf. 4. Recht väterlich hast du mich heut geleitet, bewahrt, verschont, gestärket und geweidet; ich bins nicht wert, daß du so gut und treu; mein Alles dir zum Dank ergeben sei. 313 Heiligtum, ins Dunkle fehr ich ein, Herr, rede du, laß mich ganz stille sein! 5. Vergib cs, Herr, wo ich mich heut verirret und mich zu viel durch dies und das verwirret; es ist mir leid, es soll nicht mehr geschehn; nimm mich nur ein, so werd ich fester stehn. 6. Da nun der Leib sein Tageswerk vollendet, mein Geist sich auch zu seinem Werke wendet, zu beten an, zu lieben inniglich, im stillen Grund, mein Gott, zu schauen dich. im Herren ruhen will. 9. Dem Leib wirst du bald seine Ruhe geben, laß nicht den Geist zerstreut in Unruh schweben, mein treuer Hirt, führ mich in dich hinein, in dir, mit dir kann ich vergnüget sein. 10. Im Finstern sei des Geistes Licht und Sonne, im Kampf und Kreuz mein Beistand, Krast und Wonne, deck mich bei dir in deiner Hütte zu, bis ich erreich die volle Sabbathsruh. Gerh. Terstegen g. 1697+ 1769. 514. Mel. Welt, ich muß dich lassen. err, der du mir das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet ich findlich an. Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich singe, und die du heut an mir getan. 2. Mit dankendem Gemüte freu ich mich deiner Güte, ich freue mich in dir. Du gibst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn, auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des 7. Die Dunkelheit ist da, und alles schweiget, mein Geist vor dir, o Majestät, sich beuget; ins Glaubens sehn! Abendlieder. 314 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und uahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Teil. 5. Bedeckt mit deinem Segen eil ich der Ruh entgegen: dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein, in deine Hände befehl ich, Vater, meinen Geift. Chr. F. Gellert g. 1715+ 1769. 515. Eigene Melodie, Welt, ich muß dich lassen. oder De er Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen am Simmel hell und klar, der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar. 2. Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold, als eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen follt. 3. Selt ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, die wir getroft belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn. Laß uns einfältig werden und vor dir hier anf Erden wie Kinder fromm und fröhlich sein! 6. Wollst endlich sonder Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod, und wenn du uns genommen, laß uns in Himmel kommen, du unser Herr und unser Gott! 7. So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Namen nieder! Kalt ist der Abendhauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen und laß uns ruhig schlafen und unsern kranken Nachbar auch! Matthias Claudius g. 1740+ 1815, 516. Mel. Vater unser im Himmelreich. ollendet hat der Tag die Bahn, sein Licht der Abend ausgetan, und überall die dunkle Nacht die Zeit der Ruhe hergebracht. reicher Gott, nun segne du uns diese Nacht zu guter Ruh! 2. Was du uns Gutes haft beschert, wie du uns heut versorgt, ernährt, in aller Fährlichkeit bes schützt, uns zugewendet, was uns nütt: mir danken dafür inniglich, und Herz und Lippen preis n dich. 3. Was aber Übels wir getan, das rechn aus Gnaden uns nicht an; wir klagen dirs mit Reu und Schmerz und zeichnen unser Haus und Herz mit deines lieben Sohnes Blut zu Glaubenstrost und Glaubensmut. 4. Wir stolze Menschenkinder find eitel arme Sünder und wissen gar nicht viel; wir spinnen Luftgespinste und suchen viele Künste und kommen weiter von dem Ziel. 4. Nun gib uns Ruhe, die er5. Gott, laß uns dein Hcil quickt, nach der das müde Auge schauen, auf nichts Vergäng'ichs blickt; des Wächters Hut und trauen, nicht Eiteltcit uns freun! Wachsamkeit, der Tor und Riegel Festigkeit, das Lager warm und dicht, das die Ruhe nicht. Abendlieder. weich und alles gibt 5. Hältst du nicht selbst im Herzen auf der Sorgen und Gedanten Lauf, so fährt es aufgeregt einher wie ein von Sturm bewegtes Meer, und manche Stunde stiller Nacht wird ruhefuchend hingebracht. 6. Drum bring du unser Herz zur Ruh und schließ uns bald die Augen zu, mit deiner Güte décke uns, zu rechter Zeit erwecke uns! Dann sei dir unser Dank gebracht für dein Geschent, die gute Nacht. K. I. Phil. Spitta g. 1801+ 1859. Am Schlusse der Woche. 517. g Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 2. o ist die Woche nun geschlossen, doch, treuer Gott, dein Herze nicht. Wie sich dein Segensquell ergossen, so bin ich noch der Zuversicht, daß er sich weiterhin er gießt und unerschöpflich auf mich fließt. 2. Ich preise dich mit Hand und Munde, ich lobe dich, so hoch ich kann, ich rühme dich von Herzensgrunde für alles, was du mir getan, und weiß, daß dir durch Jesum Christ mein Dank ein süßer Weihrauch ist. 3. Hat mich bei meinen Wochentagen das liebe Kreuz auch mit besucht, so gabst du auch die Kraft zum Tragen. Zudem, es ist voll Seil und Frucht in deiner Liebe, Herr, zu mir, und darum dank ich auch dafür. 315 4. Nur etwas bitt ich über alles, ach du versagst mir solches nicht: Gedenke teines Sündenfalles, weil mich mein Jesus aufgericht, mein Jesus, der die Missetat auf ewig schon gebüßet hat. 5. Dein Schwur ist ja noch nie gebrochen, und brichst ihn nicht in Ewigkeit, da du dem Sünder haft versprochen, daß er, wenn ihm die Sünde leid, nicht sterben, sondern gnadenvoll als ein Gerechter leben soll. 6. Mein Glauben hält an diesert Segen und will also den Wochenschluß vergnügt und froh zurückelegen, da der Troft mich ergeten muß, daß ich in Christo solle dein und schon in Hoffnung selig sein. Doch da mein Leben zuges 7. nommen, so bin ich auch der Ewigund warte nun der letzten Zeit, keit um eine Woche näher kommen da du die Stunde haft bestimmt, die mich zu dir in Himmel nimmt. 8. Und wenn ich morgen früh aufs neue den Sonntag wieder sehen kann, so blickt die Sonne deiner Treue mich auch mit neuen Gnaden an; ach ja, da teilt dein Wort und Haus den erst und besten Segen aus. 9. So will ich das im voraus preisen, was du mir künstge Woche gibst. Du wirst es in der Tat erweisen, daß du mich je und immer liebst und leitest mich nach deinem Rat, bis Leid und Zeit ein Ende hat. Erdmann Neumeister g. 1671+ 1756. Am Sonntag- Abend siehe Nr. 20. 21. Siehe auch Nr. 528. 531. 534. 316 XXIV. Berufs- und Standeslieder. Für die drei Hauptstände. 518. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. err, höre, Herr, erhöre, breit deines Namens Ehre an allen Orten aus, behüte die drei Stände durch deiner Allmacht Hände, schüß Kirche, Obrigkeit und Haus! 2. Ach laß dein Wort uns allen noch ferner reichlich schallen zu unsrer Seelen Nut! Bewahr vor allen Rotten, die deiner Wahrheit spotten, biet allen deinen Feinden Truß! 3. Gib du getreue Lehrer und unverdroğne Hörer; die beide Täter sein; auf Pflanzen und Begießen laß dein Gedeihen fließen und ernte reiche Früchte ein! 4. Gib unserm König Glücke, laß deine Gnadenblicke auf den Gesaltten gehn, schüß ihn auf seinem Throne und lasse seine Krone allzeit in vollem Glanze stehn! 7. Gib uns den lieben Friede, mach alle Feinde müde, verleih gesunde Luft, laß keine teuren Zeiten in unsre Grenzen schreiten, daß man nach Brot bergebens ruft und Knecht! 6. Wend ab in allen Gnaden Krieg, Feuer, Wasserschaden, treib Sturm und Hagel ab, bewahr des Landes Früchte und mache nicht zunichte, was deine milde Hand uns gab. bringe die zurücke, die sonst ver 8. Die Hungrigen erquicke und irret gehn! Die Witwen und speisen, wenn sie zu dir um die Waisen wollst du mit Trofte Hülfe flehn. 9. Sei Vater aller Kinder, der Schwangern ihr Entbinder, gib Säugenden Gedeihn, zieh unsre zarte Jugend zur Frömmigkeit und Tugend, daß sich die Eltern ihrer freun. 10. Komm als ein Arzt der Kranken, und die im Glauben wanten, laß nicht zugrunde gehn! Die Alten heb und trage, auf daß sie ihre Plage geduldig mögen überstehn. 11. Bleib der Verfolgten Stüße, die Reisenden beschüße, die Sterbenden begleit mit deinen Engelscharen, daß sie im Frieden fahren zu Zions Freud und 5. Laß alle, die regieren, ihr Amt getreulich führen, schaff jedermann sein Recht, daß Fried und Treu sich müssen in unserm Lande tüffen, und segne beide, Herrn Herrlichkeit. 12. Nun, Herr, du wirst er füllen, was wir nach deinem Willen in Demut jetzt begehrt. Wir sprechen nun das Amen in unsers Jesu Namen, so ist gewiß der Wunsch gewählt. Benjamin Schmold g. 1672+ 1377. Berufs- und Standeslieder. 317 Fürbitte für den König| Du, der in ihm so viel uns gibt, und die Obrigkeit. 519. Eigene Melodie. Herleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten! Es ist doch ja kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du unser Gott alleine. 2. Gib unserm Könige und aller Obrigkeit Fried und gut Regiment, daß wir unter ihnen ein geruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. V. 1 Martin Luther g. 1483+ 1546. V. 2 Johann Walther+ 1570. 520. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. heilige Dreieinigkeit, erhalt uns unsre Obrigkeit, die deine treue Baterhand gesetzet selbst in diesen Stand. 2. Dein guter Geist fie leit und führ und segne ihr Tun für und für, daß sie voll Weisheit und Verstand regiere christlich Leut und Land, 3. Damit wir führen unter ihr ein still geruhig Leben hier und dermaleinst mit ihr, mein Hort, bestehen wohl im Himmel dort. Ümilie Juliane, Gräfin zu SchwarzburgRudolstadt g. 1637+ 1706. 521. Mel. Ferzlich lieb hab ich dich, o Herr. Den König schüße deine Macht! Er, der für unsre Wohlfahrt wacht, ist uns von dir gegeben. schenk ihm, der väterlich uns liebt, das frohste, längste Leben! Gott, schütt auf ihn und auf sein Haus die besten deiner Segen aus, laß seiner Räte Tun gedeihn, Recht, Ordnung, Treu das Land erfreun! Herr unser Gott, in deiner Hand ist unser Land, beglück es, segne jeden Stand! 2. Vernimm der Leidenden Gebet, dem, der zu dir im Elend fleht, hilf, daß er nicht erliege. Gieß Trost in jedes wunde Herz, die Kranken lab in ihrem Schmerz, hilf Sterbenden zum Siege! Doch du tust mehr als wir verstehn, fannst mehr gewähren als wir flehn, weißt besser, was uns nützt, als wir: wir überlassen ganz uns dir. Hrr unser Gott, durch alles Leid der Prüfungszeit führ uns zu deiner Herrlichkeit! Hannov. Gsb. 1740. Am Geburtstage des Landesherrn. 522. Mel. Nun danfet alle Gott. reis, Ehr und Lob sei dir, in dessen Schirm und Schatten wir bis zur Stund allhier viel Heil zu schmecken hatten, der auch zu jeder Frist allmächtig nah und fern ein Herr und Helfer ist des Königs, unsers Herrn. 2. Du hast ihm lebenslang den Odem treu bewahret und auf manch strengem Gang dich huldvoll offenbaret; du hast in seiner Hand das Zepter stark gemacht und unser Vaterland mit reichem Gut bedacht. Berufs- und Standeslieder. 318 3. Du wollest deinen Geist auf seine Stirne legen, der klar ihn unterweist, des hohen Amts zu pflegen; du wollst Gerechtigkeit und milder Gnade Luft ihm stellen an die Seit, ihm pflanzen in die Brust. 4. Du wollest allezeit in deinem Gleis ihn lenten und Zucht und Frömmigkeit in ihm dem Lande schenken, auf daß er Vorbild sei von jeder Tugendart und Hülf und Schutz verleih, wo man den Glauben wahrt. 5. Du wolleft seine Treu vergelten durch die Treue, womit ihn täglich neu ein gutes Volt erfreue, daß dein Gebot im Bund von ihm und uns gescheh, und seines Thrones Grund in unserm Herzen steh. 6. O segne, was wir flehn an seinem Jahresfeste, und gib zum Wohlergehn ihm deiner Gaben beste! Gib daß ers nie vergißt noch wir, wie du so gern ein Herr und Helfer bist des Königs, unsers Herrn. Karl G. Grüneisen g. 1802+ 1878. Für den Hausstand, für Eheleute und Eltern. 523. Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. 2. Baß dich, Herr Jesu Christ, durch mein Gebet bewegen, komm in mein Haus und Herz und bringe mir den Segen! All Arbeit, Müh und Kunst ohn dich nichts richtet aus, wo du mit Gnade bist, kommt Segen in das Haus. Joh. Heermann g. 1585+ 1647. 524. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. i fie schön ists doch, Herr Jesu Christ, im Stande, da dein Segen ist, im Stande heilger Ehe! Wie steigt und neigt sich deine Gab und alles Gut so mild herab aus deiner heilgen Höhe, wenn sich an dich fleißig halten Jung und Alten, die im Orden Eines Lebens einig worden. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl verstehn und unverrückt beisammen stehn im Bande reiner Treue, da geht das Glück in vollem Lauf, da sieht man, wie der Engel Hauf im Himmel selbst sich freue. Kein Sturm, kein Wurm kann zerschlagen, kann zernagen, was Gott gibet dem Paar, das in ihm sich liebet 3. Vor allem gibt er seine Gnad, in deren Schoß er früh und spat sein Hochgeliebten heget; da spannt sein Arm sich täglich aus, da faßt er uns und unser Haus, gleich als ein Vater pfleget; da muß ein Fuß nach dem andern gehn und wandern, bis sie kommen in das Zelt und Sit der Frommen. 4. Der Mann wird einem Baume gleich, an Ästen schön, an 3weigen reich, das Weib gleich einem Reben, der seine Träublein trägt und nährt und sich je mehr und mehr vermehrt mit Früchten, die da leben. Wohl dir, o Zier, Mannes Sonne, Hauses Wonne, Ehrenkrone! Gott denkt dein bei seinem Throne. 5. Dich, dich hat er ihm aus erforn, daß aus dir ward heraus Berufs- und Standeslieder, geborn das Volt, das sein Reich bauet; sein Wunderwerk geht immerfort, und seines Mundes startes Wort macht, daß dein Auge schauet schöne Söhne, Töchter züchtig, die fein tüchtig nähn und spinnen und mit Kunst die Zeit gewinnen. 6. Sei gutes Muts! wir sind es nicht, die diesen Orden aufgericht, es ist ein höhrer Vater; der hat uns je und je geliebt und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, der beste Freund und Rater; Anfang, Ausgang aller Sachen, die zu machen wir gedenken, wird er wohl und weislich lenken. 7. 3war bleibts nicht aus, es kommt ja wohl ein Stündlein, da man Leides voll die Tränen lässet schießen; jedennoch, wer sich in Geduld ergibt, des Leid wird Gottes Huld in großen Freuden schließen. Schweige, beuge dich ein wenig, unser König wird behende machen, daß die Angst sich wende. 8. Wohl her, mein König, nah herzu! Gib Rat in Kreuz, in Nöten Ruh, in Ängsten Trost und Freude! Des sollst du haben Ruhm und Preis, wir wollen fingen bester Weis und danken alle beide, bis wir bei dir, deinen Willen zu erfüllen, deinen Namen ewig loben werden. Amen. Paul Gerhardt g. 1607+ 1676. 525. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. 319 wär, wie elend wärs, wie arm und leer! 2. Wohl, wenn sich Mann und Weib und Kind in Einem Glaubenssinn verbindt, zu dienen ihrem Herrn und Gott nach seinem Willen und Gebot. 3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt ein Vorbild vor die Augen stellt, daß ohne Gottesdienst im Geist das äußre Werk nichts ist und heißt. 4. Wohl, wenn das Räuchwert im Gebet beständig in die Höhe geht, und man nichts treibet fort und fort als Gottes Werk und Gottes Wort. 5. Wohl, wenn im äußerlichen Stand mit fleißiger, getreuer Hand ein jegliches nach seiner Art den Geist der Eintracht offenbart. 6. Wohl, wenn die Eltern gläubig sind und wenn sie Kind und Kindeskind versäumen nicht am ewgen Glück. Dann bleibet ihrer keins zurück. 7. Wohl solchem Haus, denn es gedeiht; die Eltern werden hocherfreut, und ihren Kindern sieht mans an, wie Gott die Seinen segnen kann. 8. So mach ich denn zu dieser Stund samt meinem Hause diesen Bund: Wich alles Volt auch von ihm fern, ich und mein Haus ftehn bei dem Herrn. Chr. Karl Ludw. v. Pfeil g. 1712+ 1784. 526. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. Wohl einem Haus, da Jesus ch und mein Haus, wir sind bereit, Christ allein das All in allem ist. Ja wenn er nicht darinnen Lebenszeit dir, Herr, die ganze mit Seel und Leib zu 320 dienen. Du sollst der Herr im Hause sein, gib deinen Segen auch darein, daß wir dir willig dienen. Eine kleine, fromme, reine Hausgemeine mach aus allen! Dir nur soll sie wohlgefallen. Berufs- und Standeslieder. 2. Es wirke durch dein träftig Wort dein guter Geist stets fort und fort an unser aller Seelen! Es leucht uns wie das Sonnenlicht, damits am rechten Lichte nicht im Hause möge fehlen. Reiche gleiche Seelenspeise auch zur Reise durch dies Leben uns, die wir uns dir ergeben. 3. Gieß deinen Frieden auf das Haus und alle, die drin wohnen, aus, im Glauben uns verbinde, laß uns in Liebe alle zeit zum Dulden, Tragen sein bereit, voll Demut sanft und linde! Liebe übe jede Seele, keinem fehle, dran man kennet den, der sich den Deinen nennet. 4. Laß unser Haus gegründet fein auf deine Gnade ganz allein und deine große Güte! Auch laß uns in der Nächte Graun auf deine treue Hülfe schaun mit tindlichem Gemüte, selig, fröhlich selbst mit Schmerzen in dem Herzen dir uns lassen und dann in Geduld uns fassen. 5. Gibst du uns irdsches Glück ins Haus, so schließ den Stolz, tie Weltlust aus, des Reichtums böse Gäste! Denn wenn das Herz an Demut leer und voll von eitler Weltluft wär, so fehlte uns das Beste: jene schöne, tiefe, stille Gnadenfülle, die mit Schätzen einer Welt nicht zu ersetzen. 6. Und endlich flehn wir alle meist, daß in dem Haus kein andrer Geist als nur dein Geist regiere. Der ists, der alles wohl bestellt, der gute Zucht und Ord nung hält, der alles liebreich ziere. Eende, sende ihn uns allen, bis wir wallen heim und oben dich in deinem Hause loben. K. I. Phil. Spitta g. 1801+ 1859. 527. Eigene Melodie. selig Haus, wo man dich auf freund, Herr Jesus Christ, wo genommen, du wahrer Seelenunter allen Gästen, die da kom: bist; wo aller Herzen dir entgegenmen, du der gefeiertste und liebste schlagen, und aller Augen freudig dein Gebot erfragen, und alle auf dich sehn, wo aller Lippen deines Wints gewärtig stehn. 2. O selig Haus, wo Mann und Weib in Einer, in deiner Liebe Eines Geistes sind, als beide Eines Heils gewürdigt, keiner im Glaubensgrunde anders ist gesinnt; wo beide unzertrennbar an dir hangen, in Lieb und Leid, Gemach und Ungemach, und nur bei dir zu bleiben stets verlangen an jedem guten wie am bösen Tag. 3. O selig Haus, wo man die lieben Kleinen mit Händen des Gebets ans Herz dir legt, du Freund der Kinder, der sie als die Seinen mit mehr als Mutterliebe hegt und pflegt; wo sie zu deinen Füßen gern sich sammeln und horchen deiner süßen Rede zu und lernen früh dein Lob mit Berufs- und Standeslieder. Freuden stammeln, sich deiner freun, du lieber Heiland du. 4. O selig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen und wissend, wessen Augen auf sie sehn, bei allem Werk in Einem Eifer brennen, daß es nach deinem Willen mag geschehn; als deine Diener, deine Hausgenossen, in Demut willig und in Liebe frei, das Ihre schaffen froh und unverdrossen, in kleinen Dingen zeigen große Treu. 3. Er schenkt dir seinen lieben Sohn, den schenkt er in den Tod; der kam auf Erd vom Himmelsthron, half dir aus aller Not. 321 5. Dem Vater und der Mutter dein befiehlt er dich mit Fleiß, daß sie dir treue Pfleger sein, ziehn dich zu Gottes Preis. 6. Das liebe Jesulein will sein dein liebes Brüderlein, drum schlaf, du liebes Kindelein, so wirst du selig sein. 7. Der heilge Geist der segne dich, bewahr dich allezeit, sein heilger Nam behüte dich, schütz dich vor allem Leid! 5. O selig Haus, wo du die Freude teilest, wo man bei teiner Freude dein vergißt; oselig Haus, wo du die Wunden heilest und aller Arzt und aller Tröster bist; bis jeder einst sein Tage= werk vollendet, und bis sie endlich alle ziehen aus dahin, woher der Vater dich gesendet, ins große, freie, schöne Vaterhaus. K. J. Phil. Spitta g. 1801+ 1859. 528. nu Met. Nun sich der Tag geendet hat. un schlaf, mein liebes Kindelein, und tu dein Äuglein zu, denn Gott der will dein Vater sein, drum schlaf in guter Ruh! 3. Das Himmelreich kein Ende 2. Dein Vater ist der liebe nimmt, darein uns Jesus ChriGott und wills auch ewig sein, stus bringt durch seine Lehr, dazu der Leib und Seel gegeben hat er will, daß man die Kinder dir durch die Eltern dein. senden soll. 4. Er schickt dir seine Engelein zu Hütern Tag und Nacht, daß fie bei deiner Wiege sein und halten gute Wacht. 8. So nimm du recht an Gnade zu, an Alter und Verstand, und halte deine Kindesruh in Jesu Schoß und Hand! Nach Joh. Mathesius g. 1504+ 1565. 529. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. hr Eltern, hört, was Chriftus spricht: Den Kindern sollt ihr wehren nicht, sondern sie lassen Ju mir nahn, daß meine Hand sie segnen kann. 2. Er nimmt sie auf ins Himmelreich, und was ist dem auf Erden gleich? Mit aller Welt Lust, Gut und Ehr hats bald ein End und ist nichts mehr; 4. Gehorchet ihm und bringt sie her, daß man von Jugend auf sie lehr in Kirchen und in Schulen wohl, wie man Gott recht er= kennen soll. 5. Habt ihr sie lieb mit treuem Sinn, so führet sie zu Jesu hin; wer dies nicht tut, ist ihnen 21 322 feind, wie hoch er sie zu lieben meint. Berufs- und Standeslieder. 6. Was hilft den Kindern nur viel Geld und Äcker viel in jedem Feld? Wer sie von Gott recht lehren läßt, der tut für sie das Allerbest. Nach Ludw. Helmbold g. 1532+ 1598. 530. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. orge doch für meine Kinder, Bater, nimm dich ihrer an! Ob sie gleich vor dir sind Sünder, sind sie dir doch zugetan und durch deines Sohnes Blut gleichwohl dein erworbnes Gut; darum wirst du sie aus Gnaden wohl beschützen und beraten. 2. Sie sind dir von Kindes beinen und von ihrer ersten Stund zugeworfen als die Deiz nen,*) und durch deinen Gnadenbund hast du sie in ihrer Tauf väterlich genommen auf, daß fie, wenn sie sollten sterben, wären deines Reiches Erben.) Pf. 22, 11. 3. Du haft sie bisher ernähret und so manchem Unglücksfall mehr als väterlich gewehret, der sie hier und überall hätte leichtlich umgestürzt, ja das Leben abgekürzt; aber deine Vatertreue bleibt bei ihnen täglich neue. 4. Sollt ich nicht für solche Güte immer dir verpflichtet sein und mit dankbarem Gemüte solchen Glücks- und Segensschein rühmen und vor jedermann deine Wohltat zeigen an, ach so müßt ich ganz vermessen Gottes, meines Heils, vergessen. 5. Sammeln andre große Schätze, daß ihr Haus in solchem Heil sich an Geld und Gut ergezze, so bist du mein einzig Teil. Bleib auch meiner Kinder Gott, Laffe sie in teiner Not und in keinem Kreuz verderben, bis sie endlich felig sterben. 6. Schüße sie vor bösen Leuten und vor der Verführer Schar, daß ihr Fuß nicht möge gleiten. Tugend bringen zu, bis du sie Laß sie ihre Lebensjahr in der wie mich zur Ruh wirst ins kühle Grab versenken und die Seligkeit uns schenken. 7. Können sie in diesem Leben hier und wo es dir gefällt was zu deinen Ehren geben, so laß in der ganzen Welt ihnen, wo sie immer gehn, deine Furcht vor Augen stehn, daß sie dich im Tun und Lassen stets in ihre Herzen fassen. 8. Endlich wenn die Zeit ver flossen, daß sie diese Lebenszeit haben ehrlich hier genossen und sie in die Ewigkeit ihren Eintritt sollen tun, so laß alle Schmerzen ruhn und laß sie in ihrem Sterben glaubensvoll den Himmel erben! 9. Gönne mir die große Freude, daß am lieben jüngsten Tag nach so vielem Kreuz und Leide ich mit Jauchzen sagen mag: Liebster Vater, ich bin hier und die Kinder, die du mir haft in jener Welt bescheret. Ewig sei dein Nam geehret! Ludw. Heinr. Schlosser g. 1663+ 1723. Berufs- und Standeslieder. Für Kinder. 531. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. lieber Gott, behüte mich und meine Eltern gnädiglich, auch mein Geschwister vor Gefahr mit deinem starten Arm bewahr! 2. Und alle, die uns sind verwandt, beschütz durch deine rechte Hand! Behüte mich vor aller Sünd, hilf, daß ich werd ein frommes Kind. Joh. Heermann g. 1585 † 1647. 532. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. un hilf uns, o Herr Jesu Christ, der du einst hier gewesen bist ein freundliches und frommes Kind, ohn alle Schuld, ohn alle Sünd. 2. Wir Kinder bitten Eines nur, versags nicht, Herr, der Kreatur: Hilf uns in deinem Willen ruhn, lehr uns nach deinem Vorbild tun! 3. Gib deinen Geist in unsre Brust, hilf lernen uns mit Kindesluft, damit wir legen rechten Grund und ewig stehn in deinem Bund. 323 ich keinen Hunger leide; und so oft ich durstig bin, führt er mich zum Brunnquell hin. 533. Eigene Melodie. über Weil ich Jesu Schäflein bin, freu ich mich nur immerhin meinen guten Hirten, der mich schön weiß zu bewirten, der mich liebet, der mich kennt und bei meinem Namen nennt. 2. Unter seinem sanften Stab geh ich aus und ein und hab unaussprechlich süße Weide, daß 3. Sollt ich nun nicht fröhlich sein, da ich sein bin und er mein? Denn nach diesen schönen Tagen werd ich endlich heimgetragen in des Hirten Arm und Schoß. Amen, ja, mein Glück ist groß! Henr. Luise v. Hayn g. 1724+ 1782. 534. Eigene Melodie. üde bin ich, geh zur Ruh, schließe beide Äuglein zu; Vater, laß die Augen dein über meinem Bette sein! 2. Hab ich Unrecht heut getan, sieh es, lieber Gott, nicht an, deine Gnad und Jesu Blut macht ja allen Schaden gut. 3. Alle, die mir sind verwandt, Gott, laß ruhn in deiner Hand, alle Menschen groß und klein sollen dir befohlen sein. 4. Kranten Herzen sende Ruh, nasse Augen schließe zu, laß den Mond am Himmel stehn und die stille Welt besehn! 1816. Quise Hensel g. 1798+ 1876. Für Witwen. 535. Mel. Zion klagt mit Angst und Schmerzen. ichts Betrübters ist auf Erden, nichts kann so zu Herzen gehn, als wenn arme Witwen werden, wenn verlaßne Waisen stehn ohne Vater, ohne Mut, ohne Freunde, ohne Gut. Witwen sind verlaßne Frauen, wer tut auf die Waisen schauen? 21* 324 2. Witwen sind in Gottes Armen, Waisen sind in Gottes Schoß; ihrer will er sich erbarmen, wär die Not auch noch so groß. Ein solch ungerechter Mann taftet Gottes Augen an, der die armen Waisen drücket und der Witwen Herz bestricket. Berufs- und Standeslieder. 3. Wenn sie bleiben in den Schranken, darein Gott fie hat gestellt, und von seiner Treu nicht wanken, weil er sich zu ihnen hält, sollen sie im Himmelsschloß werden alles Kummers los. Da soll nicht mehr, wie auf Erden, Witwennot gehöret werden. Nach Michael Hunold g. 1621+ 1672. 536. 5. Ich will mein Joch nun tragen; dir, Vater, darf ich sagen, was ja mein Herz bedrückt; bist du nicht in der Nähe, du, den ich zwar nicht sehe, und den mein Glaube doch erblickt? 6. Mit Ernst und frohen Mutes will ich nach Kräften Gutes vor deinen Augen tun, will mich der Welt entziehen, Lärm, Tand und Torheit fliehen und nur in deinem Schoße ruhn. 7. Dann eilen meine Tage mit jeder Not und Plage leicht wie ein Traum dahin; dann leg ich froh die Glieder aufs Sterbebette nieder, wenn ich zum Himmel reifer bin. 8. Fort auf dem Dornenpfade! Mich tröst des Heilands Gnade, er träget meine Not. Nicht ewig werd ich weinen, ich komme zu den Meinen, bald seh ich sie bei meinem Gott. Mel. O Welt, ich muß dich laffen. uf Gott nur will ich sehen, er hört der Witwen Flehen, sieht ihre Tränen an; in jedem Schmerz und Leide ist Gott mir Trost und Freude, mein Fels, den ich umfassen kann. 2. Wie viel, die in der Kammer dir klagten ihren Jammer, o Gott, erhörtest du! Dein väterlicher Segen hielt sie; auf ihren Wegen war Friede, Sicherheit und Ruh. 3. Wo seit viel tausend Jahren betrübte Witwen waren, die haft du treu gepflegt, wenn sie dich nicht verließen und gläubig dir zu Füßen des Kummers schwere Last gelegt. 537. Mel. Aus meines Herzens Grunde. Gott, der du Berg und Hügel 4. In dir will ich mich stärken, selbst festgesetzet hast, worin dein Aug wird auf mich merken, du als im Spiegel mir armen und auf mein Flehn dein Ohr. Erdengaft zeigst deine Gütigkeit, Bei Tag und Nacht mit Flehen du Schöpfer aller Dinge, hör, will, Herr, vor dir ich stehen und was ich jeto singe, mein Herz scufzen still zu dir empor. ist dir geweiht. 9.( Kommt her, ihr meine Waisen, den Herrn mit mir zu preisen, der uns erhalten kann. Dir, Gott, will ich sie bilden; schau, Herr, mit deiner milden Erbarmung deine Schäflein an!) Nach J. K. Lavater g. 1741+ 1801. Für den Bergmann. Bei der Einfahrt. Berufs- und Standeslieder. 2. Dir, Herr, bring ich vor allen mein Morgenopfer hier, ach laß es dir gefallen! Lob, Preis und Dank sei dir, daß du in dieser Nacht auf mein demütig Bitten in meiner armen Hütten mich so getreu bewacht. 3. Nun will ich wieder gehen in meinen Arbeitsschacht, wozu du mich ersehen, eh ich ans Licht gebracht. Ich will von Herzen gern, solang die Kräfte grünen, dir, mein Gott, treulich dienen und meinem Landesherrn. 325 dein Kind, bewahren, wenn ich fahr an und ein. Laß keine Fahrt eingehn, laß keinen Bau einbrechen, hilf, daß in allen Zechen wir deinen Segen sehn. 9. 3uletzt laß mich stets denken an jene Himmelsstadt, wo man ohn Sorg und Kränken dich selbst und alles hat. Da darf ich weiter nicht nach eitlen Schätzen graben, da werd ich alles haben, was mir allhie gebricht. Nach der Ausfahrt. 538. Mel. Jesu, meine Freude. 4. Vergib mir meine Sünden, die ich bisher getan, und laß mich Gnade finden, schau Chrifti Wunden an! Ach schenk mir deinen Geist, damit ich deinen Willen mag jederzeit erfüllen so, wie dein Wort mich heißt. nädigster Erbarmer, zu dir 5. O Herr, wenn ich einfahre, gib, daß mein Herz bedenkt, wie bald man von der Bahre mich so ins Grab versenkt, bis du, mein Lebensfürst, einst meines Leibes Glieder aus dunklen Grüften wie der zu Tage führen wirst. komm ich Armer nach vollbrachter Fahrt. Du hast heut aus Gnaden mich vor allem Schaden als dein Kind bewahrt. keine Not, kein Leid, kein Tod hat, o Vater, mich berühret, weil du mich geführet. 2. O wie war mein Leben von Gefahr umgeben in der tiefen Kluft! Wetter, Bruch und Wände 6. Wenn ich mein Wert beginne drohten mir das Ende in der bei meiner Arbeitsschicht, so lenke finstern Grust. Doch du haft bei Herz und Sinne auf deines Wor- aller Last deinen Schuß an mir tes Licht! Laß mich so Tag als erneuet und mich nun befreiet. Nacht nach solchen Schäzen graben, die nichts vom Eitlen haben, das Sorg und Kummer macht. 3. Herr auf meinen Wegen hab ich deinen Segen überall geſpürt. Du hast meine Tritte und all meine Schritte gnädiglich regiert. Nun kann ich mit Freude dich, meinen Hort und Helfer, preisen und dir Dank erweisen. 7. Herr, segne die Gewerken und gib Gedeihen hier, laß deine Kraft mich stärken zur Arbeit für und für! Veredle Gäng und Kluft durch deinen milden Segen mit stetigem Vermögen in jeder Fahrt und Gruft! 8. Laß deiner Engel Scharen stets meine Wächter sein, die mich, 4. Ja dich will ich loben hier und einst dort oben und mich deiner freun. Stets soll mein Gemüte für die große Güte fromm 326 Berufs- und Standeslieder. und dankbar sein. Doch, mein| Auf, auf, ihr christlichen Bergleut, Licht, verlaß mich nicht, schütze rühmt Gottes groß Allmächtigkeit, ferner Leib und Seele, die ich dir befehle. helft mir sein Lob vermehren! Fröhlich, lieblich jubilieret, triumphieret, finget alle und lobt Gott mit großem Schalle! Bei Bergfesten. 539. Mel. Auf dich hab ich gehoffet. Bergwerksschöpfer, höchster Gott, allmächtiger Herr Zebaoth, sei von uns hoch gepriesen! Zu aller Stund, aus Herzensgrund sei dir Lob, Ehr erwiesen! 2. Dein Allmacht ist doch lobenswert, du hast geschaffen in der Erd nach deinem Wohlgefallen und schenkst uns frei Gold, Silber, Blei, auch allerlei Metallen. 3. Die Gäng tuft du veredeln gar und läsfest auch noch immerdar Erz wachsen in der Erden; dein göttlich Kraft stets Mittel schafft, daß wir erhalten werden. 4. O reicher Gott, wir bitten dich, segn unter Bergwerk mildiglich, gib Notdurft diesem Leben! Dein Vaterherz woll uns gut Erz, auch reichlich Waffer geben! 2. Zuvörderst lasset uns mit Fleiß dem Herren sagen Dank und Preis, daß er uns hat geschenket sein reines Wort, das höchste Gut, das Leib und Seel erquicken tut, so oft man sein gedenket. Fröhlich, lieblich jubilieret, triumphieret, singet alle und lobt Gott mit großem Schalle! 3. Glück, Heil und Segen mannigfalt, Nahrung dazu für jung und alt hat er nach Notdurft geben. Sein Gnade währet immerdar; sie hat nun lange Zeit und Jahr gefristet unser Leben. Fröhlich, lieblich jubilieret, triumphieret, finget alle und lobt Gott mit großem Schalle! 4. Wenn wir ausfahren oder ein, sendt er uns seine Engelein, die himmlischen Heerscharen, und tut denselbigen Befehl, sie sollen unser Leib und Seel vor allem Leid bewahren. Fröhlich, lieblich jubilieret, triumphieret, singet alle und lobt Gott mit großem Schalle! 5. Dein reines Wort bei uns erhalt, behüt die Bergleut jung und alt, tu reich Ausbeut bescheren! So wollen wir auch danken dir und deinen Namen ehren. Matthäus Wieser. 1668. 5. Herr Jesu Christ, du edler Hort, erhalt uns, Herr, dein reines Wort, drum wir dich herzlich bitten. Tu auf dein reiche milde Hand und segne unser ganzes Land, all Bergwerk und Schmelzhütten! Hilf, Herr, bescher Glück auf Erden, bis wir werden zu dir kommen, in den Himmel aufden höchsten Gott, soviel ich genommen. kann, zu loben und zu ehren. 540. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. Mit Freude will ich heben an, Matthäus Wieser. 1668. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 541. Mel. Ach erkennet, liebste Seelen. Freut euch sehr, ihr Bergleut alle, die ihr rechte Christen seid, lobet Gott mit vollem Schalle, danket seiner Gütigkeit, daß er uns sein Wort gegeben und den heilgen Geist dazu, daß er fristet unser Leben und verleiht uns Fried und Ruh. Eigene Melodie. D u Friedefürst, Herr Jesu Christ, wahr Mensch und wahrer Gott, ein starker Nothelfer du bist im Leben und im Tod. Drum wir allein im Namen dein zu deinem Vater schreien. 327 Gold und Silber, Erz und Steine haut man aus den Bergen viel, davon leben Groß und Kleine, wer sich redlich nähren will. 2. Lob und Dant solln wir erweisen der heilgen Dreieinigkeit und des Herren Namen preisen, der uns treulich Hülfe leiht, in dem Himmel hoch dort oben singen ihm die Engel fein, hier auf Erden solln Gott loben all, die seine Diener sein. 5. Wagen müssen wir das Leben in das edle Bergwerk' nein, uns tief unter Klüst begeben, hauen Erz aus festem Stein; Glück und Segn bedürfen alle, ei, das geb 3. Brot und Wein wächst aus uns Gott mit Freud, daß wir der Erde und der Menschen Herz loben ihn mit Schalle hier und erfreut, daß uns allen sichtbar dort in Ewigkeit. werde seine Güt und Freundlichkeit; Matthäus Wiefer. 1668. XXV. Lieder für besondere Beiten und Verhältnisse. Bei Krieg und Frieden. 542. und hilf uns gnädig allesamt jetzo zu dieser Frist! Laß uns hinfort dein göttlich Wort im Fried noch länger schallen! 2. Recht große Not uns stößet an von Krieg und Ungemach, daraus uns niemand helfen kann denn du, drum führ die Sach! Den Vater bitt, daß er ja nicht im Born mit uns woll fahren. 3. Gedent, Herr, jeto an dein Amt, daß du ein Friedfürst bist, 4. Tief wir Bergleut sind verborgen in den Schächten tief und lang, trauen Gott und wolln nicht sorgen, loben laut ihn mit Gesang; Schlägl und Eisen führn in Händen, das soll unsre Nahrung sein, Gott woll uns sein Engel senden, fröhlich fahrn wir aus und ein. 4. Verdienet habn wir alles wohl und leidens mit Geduld; doch größer deine Gnad sein soll denn unser Sünd und Schuld; darum vergib nach deiner Lieb, die du fest zu uns trägest. 5. Erleucht doch unsern Sinn und Herz durch den Geist deiner Gnad, daß wir damit nicht treiben Scherz, der unsrer Seele schad. O Jesu Christ, allein du bist, der solchs wohl kann ausrichten. Jakob Ebert g. 1549+ 1614. 328 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 543. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. Herr err unser Gott, laß nicht zu schanden werden die, so in ihren Nöten und Beschwerden bei Tag und Nacht auf deine Güte hoffen und zu dir rufen. 2. Mache zu schanden alle, die dich hassen, die sich allein auf ihre Macht verlassen; ach kehre dich mit Gnade zu uns Armen, laß dichs erbarmen! 3. Und schaff uns Beistand wider unsre Feinde! Wenn du ein Wort sprichst, werden sie bald Freunde, sie müssen Wehr und Waffen niederlegen, kein Glied mehr regen. 4. Wir haben niemand, dem wir uns vertrauen; vergebens ists, auf Menschenhülfe bauen; mit dir wir wollen Taten tun und kämpfen, die Feinde dämpfen. 5. Du bist der Held, der sie kann untertreten und das bedrängte kleine Häuflein retten. Wir traun auf dich, wir schrein in Jesu Namen: Hilf, Helfer! Amen. Joh. Heermann g. 1585+1647. 544. Mel. Da Christus geboren war. Treuer Wächter Israel, des sich freuet meine Seel, der du weißest alles Leid deiner armen Christenheit, o du Wächter, der du nicht schläfst noch schlummerst, zu uns richt dein hülfreiches Angesicht! 2. Schau, wie große Not und Qual trifft dein Volt jetzt überall; täglich wird der Trübsal mehr. Hilf, ach hilf, schüß deine Lehr! Wir verderben, wir vergehn, nichts wir sonst vor Augen sehn, wo du nicht bei uns wirst stehn. 3. Hoherpriester Jesu Christ, der du eingegangen bist in den heilgen Ort zu Gott durch dein Kreuz und bittern Tod, haft versöhnt und durch dein Blut, ausgelöscht der Hölle Glut, wiederbracht das höchste Gut, 4. Sikst auch heut ins Vaters Reich, ihm an Macht und Ehre gleich, unser einger Gnadenthron, seine höchste Freud und Kron, den er in dem Herzen trägt, wie sich selbst zu lieben pflegt, dem er keine Bitt abschlägt: 5. Kläglich schreien wir zu dir, flopfen an die Gnadentür, wir, die du mit höchstem Ruhm dir erkauft zum Eigentum, dein Erbarmen hat kein End, deines Vaters Zorn abwend, der jetzt wie ein Feuer brennt. 6. Jesu, der du Jesus heißt, als ein Jesus Hülfe leift! Hilf mit deiner starken Hand, Menschenhülf hat sich gewandt. Eine Mauer um uns bau, daß dem Feinde davor grau und mit Zittern sie anschau. 7. Treuer Hort Immanuel, du Beschützer meiner Seel, Gott mit uns in aller Not, neben uns und in uns Gott, Gott für uns zu aller Zeit, Truk dem, der uns tu ein Leid! Gottes Straf ist ihm bereit. 8. Deines Vaters starker Arm, komm und unser dich erbarm! Laß jetzt sehen deine Macht, drauf Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 329 wir hoffen Tag und Nacht, unsrer| grünet der freche, schnöde SündenFeinde Schar zertrenn, daß dich dorn. Wir sind fürwahr geschlagen alle Welt erkenn, aller Herren mit harter, scharfer Rut, und Herren nenn. dennoch muß man fragen: Wer ist, der Buße tut? Wir sind und bleiben böse, Gott ist und bleibet treu, hilft, daß sich bei uns löse der Krieg und sein Geschrei. 3. Sei tausendmal willkommen, du teure, werte Friedensgab! Jetzt sehn wir, was für Frommen dein Beiunswohnen in sich hab. In dir hat Gott versenket all unser Glück und Heil; wer dich betrübt und kränket, der drückt sich selbst den Pfeil des Herzleids in das Herze und löscht aus Unverstand die güldne Freudenkerze mit seiner eignen Hand. 4. Das drückt uns niemand besser in unsre Seel und Herz hinein als ihr zerstörten Schlösser und Städte voller Schutt und Stein, ihr vormals schönen Felder, mit frischer Saat bestreut, jetzt aber lauter Wälder und dürre, wüste Heid, ihr Gräber voller Leichen und blutgen Heldenschweiß der Helden, deren gleichen auf Erden man nicht weiß. 5. Hier trübe deine Sinnen, o Mensch, und laß den Tränenbach aus beiden Augen rinnen, geh in dein Herz und denke nach! Was Gott bisher gesendet, das hast du ausgelacht; nun hat er sich gewendet und väterlich bedacht, vom Grimm und scharfen Dringen zu deinem Heil zu ruhn, ob er dich möchte zwingen mit Lieb und Gutestun. 9. Andre traun auf ihre Kraft, auf ihr Glück und Ritterschaft, deine Christen traun auf dich, auf dich traun sie feftiglich. Laß sie werden nicht zu schand, bleib ihr Helfer und Beistand, sind sie dir doch all bekannt. 10. Du bist ja der Held und Mann, der den Kriegen steuern kann, der da Spieß und Schwert zerbricht, der die Bogen macht zunicht, der die Wagen gar verbrennt und der Menschen Herzen wendt, daß der Krieg gewinnt ein End. 11. Jesu, wahrer Friedensfürst, der der Schlange hat zerknirscht ihren Kopf durch seinen Tod, wiederbracht den Fried bei Gott, gib uns Frieden gnädiglich! So wird dein Volk freuen sich, dafür ewig preisen dich. Joh. Heermann g. 1585+ 1647. 545. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. Gott ott Lob, nun ist erschollen das edle Fried- und Freudenwort, daß nunmehr ruhen sollen die Spieß und Schwerter und ihr Mord. Wohlauf und nimm nun wieder dein Saitenspiel hervor, o Deutschland, und sing Lieder im hohen, vollen Chor! Erhebe dein Gemüte zu deinem Gott und sprich: Herr, deine Gnad und Güte bleibt dennoch ewiglich. 2. Wir haben nichts verdienet als schwere Straf und großen 6. Ach laß dich doch erwecken! Born, weil stets noch bei uns Wach auf, wach auf, du harte 330 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Welt, eh als das harte Schrecken| Schild, Bogen, Spieß und Schwert dich schnell und plözlich überfällt. Wer aber Christum liebet, sei unerschrocknes Muts, der Friede, den er gibet, bedeutet alles Guts. Er will die Lehre geben: Das Ende naht herzu, da sollt ihr bei Gott leben in ewgem Fried und Ruh. Paul Gerhardt g. 1607+ 1676. 546. Mel. Nun danket alle Gott. Herr err Gott, dich loben wir, regier, Herr, unsre Stimmen, laß deines Geiftes Glut in unsern Herzen glimmen! Komm, tomm, o edle Flamm, ach komm zu uns allhier, so singen wir mit Luft: Herr Gott, dich loben wir. 2. Herr Gott, dich loben wir, wir preisen deine Güte, wir rühmen deine Macht mit herzlichem Gemüte. Es steiget unser Lied bis an des Himmels Tür und tönt mit großem Schall: Herr Gott, dich loben wir. zerbrochen und zerschlagen. Der Strick ist nun entzwei, darum so singen wir mit Herzen, Bung und Mund: Herr Gott, wir danken dir. 6. Herr Gott, dich loben wir, daß du uns zwar gestrafet, jedoch in deinem Zorn nicht ganz haft weggeraffet; es hat die Vaterhand uns deine Gnadentür jetzt wieder aufgetan: Herr Gott, wir danken dir. 7. Herr Gott, wir danken dir, daß du Land, Kirch und Häuser, den edlen Fürstenstamm und dessen grüne Reiser bisher erhalten haft; gib ferner Gnad allhier, daß auch die Nachwelt fing: Herr Gott, wir danken dir. 8. Herr Gott, wir danken dir und bitten, du wollst geben, daß wir auch künftig stets in stolzer Ruhe leben. Krön uns mit deinem Gut, erfüll jetzt nach Begier, o Vater, unsern Wunsch! Herr Gott, wir danken dir. Johann Franck g. 1618+ 1677. Jahreszeiten. 3. Herr Gott, dich loben wir für deine großen Gnaden, daß du das Vaterland von Kriegeslaft entladen, daß du uns blicken läßt, des güldnen Friedens Bier; drum jauchzet alles Volk: Herr Gott, dich loben wir. 547. Mel. Valet will ich dir geben. 4. Herr Gott, dich loben wir, ie lieblich ist der Maien aus die wir in vielen Jahren der Waffen schweres Joch und frechen Grimm erfahren. Jetzt rühmet unser Mund mit herzlicher Begier: Gott Lob, wir sind in Ruh! Herr Gott, wir danken dir. lauter Gottesgüt, daß sich die Menschen freuen, weil alles grünt und blüht. Die Tier sieht man jetzt springen mit Luft auf grüner Weid, die Vöglein hört man singen, die loben Gott mit Freud. 5. Herr Gott, dich loben wir, daß du die Pfeil und Wagen, 2. Herr, dir sei Lob und Ehre für solche Gaben dein! Die Blüt Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. zur Frucht vermehre, laß sie ersprießlich sein! Es steht in deinen Händen, dein Macht und Güt ist groß, drum wollst du widerwenden Meltau, Frost, Reif und Schloß! 3. Herr, laß die Sonne blicken ins finstre Herze mein, damit sichs möge schicken, fröhlich im Geist zu sein, die größte Luft zu haben allein an deinem Wort, das mich im Kreuz kann laben und weift des Himmels Pfort. 4. Mein Arbeit hilf vollbringen zu Lob dem Namen dein und laß mir wohl gelingen, im Geist fruchtbar zu sein, die Blümlein laß aufgehen von Tugend mancherlei, damit ich mög bestehen und nicht verwerflich sei. Martin Behm g. 1557 † 1622. 548. Eigene Melodie. eh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben, schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben. 2. Die Bäume stehen voller Laub, das Erdreich decket seinen Staub mit einem grünen Kleide; Narzissen und die Tulipan die ziehen sich viel schöner an als Salomonis Seide. 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, das Täublein fleugt aus seiner Kluft*) und macht sich in die Wälder; die hochbegabte Nachtigall ergeßt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Tal und Felder. *) Jerem. 48, 28. 331 4. Die Glucke führt ihr Völflein aus, der Storch baut und bewohnt sein Haus, das Schwälblein speift die Jungen; der schnelle Hirsch, das leichte Reh ist froh und kommt aus seiner Höh ins tiefe Gras gesprungen. 5. Die Bächlein rauschen in dem Sand und malen sich in ihrem Rand mit schattenreichen Myrten; die Wiesen liegen hart dabei und klingen ganz vom Luftgeschrei der Schaf und ihrer Hirten. 6. Die unverdroßne Bienenschar fleugt hin und her, sucht hie und dar ihr edle Honigspeise; des süßen Weinstocks starker Saft bringt täglich neue Stärk und Kraft in seinem schwachen Reise. 7. Der Weizen wächset mit Gewalt; darüber jauchzet jung und alt und rühmt die große Güte des, der so überflüssig labt und mit so manchem Gut begabt das menschliche Gemüte. 8. Ich selber kann und mag nicht ruhn, des großen Gottes großes Tun erweckt mir alle Sinnen; ich finge mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten tlingt, aus meinem Herzen rinnen. 9. Ach, denk ich, bist du hier so schön und läßt dus uns so lieblich gehn auf dieser armen Erden, was will doch wohl nach dieser Welt dort in dem reichen Himmelszelt und güldnen Schlosse werden? 10. Welch hohe Luft, welch heller Schein wird wohl in Christi Garten sein? Wie muß es da wohl klingen, da so viel tausend Seraphim mit eingestimmtem 332 Mund und Stimm ihr Halleluja fingen? 11. O wär ich da! O stünd ich schon, ach süßer Gott, vor deinem Thron und trüge meine Palmen! so wollt ich nach der Engel Weis erhöhen deines Namens Preis mit tausend schönen Psalmen. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 12. Doch gleichwohl will ich, weil ich noch hier trage dieses Leibes Joch, auch nicht ganz stille schweigen; mein Herze soll sich fort und fort an diesem und an allem Ort zu deinem Lobe neigen. 13. Hilf mir und segne meinen Geist mit Segen, der vom Himmel fleußt, daß ich dir stetig blühe; gib, daß der Sommer deiner Gnad in meiner Seele früh und spat viel Glaubensfrücht erziehe. 14. Mach in mir deinem Geiste Raum, daß ich dir werd ein guter Baum, und laß mich wohl bekleiben*). Verleihe, daß zu deinem Ruhm ich deines Gartens schöne Blum und Pflanze möge *) feft wurzeln. 15. Erwähle mich zum Paradeis und laß mich bis zur letzten Reis an Leib und Seele grünen, so will ich dir und deiner Ehr allein und sonsten keinem mehr hier und dort ewig dienen. bleiben. Paul Gerhardt g. 1607 † 1676. 2. Mein Gott, gib mir bei dieser Freud des Herzens wahre Dankbarkeit, daß ich dir diene für und für und sing dir fröhlich dort und hier. Halleluja! Joh. Olearius g. 1611 † 1684. 550. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Gott Lob, die schöne Sommerzeit erfreut, Laub und Gras steht in ist da, die mir mein Herz voller Pracht, weil Gott hat alles wohl gemacht! Halleluja! 2. Mein Gott, laß mich die Erntefreud erinnern meiner Herrlichkeit, wenn kommt der letzte Sommertag, daß man dir ewig fingen mag. Halleluja! Joh. Olearius g. 1611+ 1684. 551. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. ott Lob, die Herbstzeit zeiget sich, Gott segnet das Land mildiglich; was Nahrung bringt, was uns erfreut, das schenkt uns Gott zu dieser Zeit. Halleluja! 2. Mein Gott, laß deine Güt und Gnad mich dankbar finden früh und spat, gib mir, was hier mein Herz erfreut, gib mir dort deine Seligkeit! Halleluja! Joh. Olearius g. 1611+ 1684. 549. 552. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Go jott Lob, nun kommt die Frühlingszeit, da sich die ganze Welt erneut, es grünt, es blüht, es singt und springt, daß Gottes die Freud ist da, das Licht, das Lob und Ruhm erklingt. Halleluja! neue Jahr ist da! Halleluja! ott Lob, die kalte Winterzeit bringt uns die werte Weihnachtsfreud, das Jahr geht aus, Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 2. Mein Gott, gib mir das wahre Licht! Wenn mir gleich Licht und Freud gebricht, sei du mein Trost, mein Licht und Freud, daß ich dir sing in Ewigkeit. Halleluja! Joh. Olearius g. 1611+1684. 553. Mel. Ringe recht, wenn Gottes Gnade. reuet euch der schönen Erde, denn sie ist wohl wert der Freud. was hat für Herrlichkeiten unser Gott da ausgestreut! 2. Und doch ist sie seiner Füße reichgeschmückter Schemel nur, ist nur eine schön begabte wunder reiche Kreatur. 3. Freuet euch an Mond und Sonne und den Sternen allzumal, wie sie wandeln, wie sie leuchten über unserm Erdental. 4. Und doch sind sie nur Geschöpfe von des höchsten Gottes Hand, hingesät auf seines Thrones weites, glänzendes Gewand. 5. Wenn am Schemel seiner Füße und am Thron schon solcher Schein, o was muß an seinem Herzen erst für Glanz und Wonne sein! K. J. Phil. Spitta g. 1801 † 1859. 3ur Hagelfeier. 554. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. Bater, deine Sonne scheint auf Bös und Fromme, Freund und Feind, es wird die ganze Welt erleucht, mit Tau und Regen auch befeucht. 333 2. Du machst die Berg und Auen naß und läßt drauf wachsen Laub und Gras, damit die Tiere mannigfalt im Feld sich nähren und im Wald. 3. Uns Menschen gibst du Brot und Wein, daß unser Herz kann fröhlich sein; du machst, daß es die Erde bring, und unsre Arbeit uns geling. 4. Wir bitten deine Gnad und Güt: Dein eigne Wohltat uns behüt, die Frücht der Erde uns bewahr und gib uns ein gesegnet Jahr! 5. Ein fruchtbar Wetter uns bescher, Frost, Hagel, Mißwachs von uns kehr! Wind, Regen, Tau und Sonnenschein muß deinem Wort gehorsam sein. 6. Wiewohl sich Sünde bei uns findt, dent, daß wir deine Kinder sind, und tu auf deine milde Hand, dein Fußstapf segne unser Land! Um Sonnenschein. 7. Den Himmel mach von Wolken rein, auf daß die Sonn beständig schein und bald erwärme und aufricht, was sonst verdirbt und wird zunicht. Um Regen. 8. O Gott, erhöre unsre Bitt und teil uns milden Regen mit, daß wir genießen deine Gab, und auch das Vieh sein Futter hab. 9. Wenn deine Gnad das Jahr denn krönt, sind wir mit deinem Gut belehnt; tu aber dieses noch dazu und gib Gesundheit, Fried und Ruh! 334 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 10. Bei dir steht alles, Herr, machen weich; laß sein Gewächs allein, wir wolln dir treu und dankt- es geben zur Notdurft diesem bar sein und deines großen Namens Leben! Wir wolln dir dankbar Ehr dafür ausbreiten mehr und sein. mehr. Hannov. Gsb. 1646. Nach Niklas Herman+ 1561. Vincentius Schmuck g. 1565+ 1628. 555. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. Bescher uns, Herr, das täglich Brot, vor Teurung und vor Hungersnot behüt uns durch dein lieben Sohn, Gott Vater in dem höchsten Thron! 2. O Herr, tu auf dein milde Hand, mach uns dein Gnad und Güt bekannt, ernähr uns, deine Kinderlein, der du speist alle Vögelein. 3. Erhörst du doch der Raben Stimm, drum unsre Bitt, Herr, auch vernimm, denn aller Ding du Schöpfer bist und allem Vieh sein Futter gibst. 4. Gedenk nicht unsrer Missetat und Sünd, die dich erzürnet hat; laß scheinen dein Barmherzigkeit, daß wir dich lobn in Ewigkeit. 5. O Herr, gib uns ein fruchtbars Jahr, den lieben Kornbau uns bewahr, vor Teurung, Hunger, Seuch und Streit behüt uns, Herr, zu dieser Zeit! 6. Du unser lieber Vater bist, weil Christus unser Bruder ist; drum trauen wir allein auf dich und wolln dich preisen ewiglich. Nitlas Herman+ 1561. 556. Mel. Herr Jesu, Gnadensonne. as Land wollst du bedenken mit deinem Segen reich und sein Gepflügtes tränken, mit Negen Beim Gewitter. 557. Mel. Auf meinen lieben Gott. Ein Wetter steiget auf. Mein Fall Herz, zu Gott hinauf! ihm geschwind zu Fuße durch wahre Reu und Buße, damit gleich deine Sünden durch Christi Tod verschwinden. 2. Herr, der du gut und fromm, zu dir ich gläubig komm, bitt mir aus dein Erbarmen, hab Christum auf den Armen; um dessentwillen schone, mir nicht nach Sünden lohne! 3. Durch Christi teures Blut mach mir ein Herz und Mut, das sich nicht knechtisch scheue, das vielmehr deiner Treue in allem tindlich traue und auf dein Helfen baue. 4. Ich will mit dem, was mein, dir ganz ergeben sein; dein Flügel wird uns decken, verjagen alles Schrecken und lassen uns aus Gnaden das Wetter gar nicht schaden. 5. Wohlan, verlaß uns nicht, bleib unsre Zuversicht und laß dein Vaterlieben auch jetzt an uns sich üben! So wolln wir, weil wir leben, dir Preis und Ehre geben. Ämilie Juliane, Gräfin zu SchwarzburgRudolstadt a. 1637+ 1706. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Nach dem Gewitter. 558. Mel. Herr Jesu, Gnadensonne. err Gott, nun sei gepriesen, daß du zu dieser Zeit uns Schutz und Schirm erwiesen in der Gefährlichkeit des Donners, der uns schreckte, des Blizzes, der sich streckte auf unser Hof und Haus. 2. Wir haben klar gesehen, Herr, deine große Macht, vor dir fann nichts bestehen; denn wenn dein Donner kracht, und sich dein Blitz entzündet, ach Gott, ach so befindet sich alles in Gefahr. 3. Das Wetter ist vergangen, borbei ist die Gefahr, wir haben Schutz empfangen durch Gott, der bei uns war; Haus, Hof, Gut, Leib und Leben und was er sonst gegeben blieb uns ganz unversehrt. 4. So voller Güt und Gnaden ist der getreue Gott, der uns bewahrt vor Schaden in so sehr großer Not; drum wir ihn herzlich loben, sein Ruhm sei hoch erhoben, soweit der Erdkreis geht. 5. Laßt uns uns fertig machen, daß, wenn der jüngste Tag mit Donnern und mit Krachen vielleicht bald kommen mag, wir alle so bestehen, daß wir mit Gott ein gehen zur ewgen Seligkeit. 1719. Bei anhaltender Dürre. 559. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Mel. 1. Ah Herre, du gerechter Gott, wir habens wohl verdienet mit unsrer Sünd und Missetat, daß unser Feld nicht grünet, daß Vieh 335 und Menschen traurig sein. Wenn du zuschließt den Himmel dein, dann müssen wir verschmachten. 2. Herr, unsre Sünd erkennen wir, die wollst du uns verzeihen; all unsre Hoffnung steht zu dir, Trost, Hülf tu uns verleihen; gib Regen und den Segen dein um deines Namens willn allein, Herr, unser Gott und Tröster! 3. Gedenke, Herr, an deinen Bund! Um deines Namens willen bitten wir dich von Herzensgrund, tu unsre Not doch stillen vom Himmel mit dem Regen dein! Dein ist der Himmel ja allein, ohn dich kann es nicht regnen. 4. Es steht in feines andern Hand, daß er sollt Regen geben; den Himmel hast du ausgespannt, darinnen du willst schweben. Allmächtig ist der Name dein, solchs kannst du alles tun allein, Herr, unser Gott und Tröster! 1592. Bei anhaltender Nässe. 560. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Mel. 1. Gott, der du das Firmament mit Wolken tust bedecken, der du imgleichen kannst behend das Sonnenlicht erwecken, halt doch mit vielem Regen ein und gib uns wieder Sonnenschein, daß unser Land sich freue. 2. Die Felder trauern weit und breit, die Früchte leiden Schaden, weil sie von vieler Feuchtigkeit und Nässe find beladen; dein Segen, Herr, den du gezeigt uns Armen, sich zur Erde neigt und will fast ganz verschwinden. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 336 3. Das machet unsre Missetat und ganz verkehrtes Leben, so deinen Born entzündet hat, daß wir in Nöten schweben; Herr, wir bekennen unsre Schuld: weil wir die Buße nicht gewollt, so muß der Himmel weinen. 4. Doch denke wieder an die Treu, die du uns hast versprochen, und wohne uns in Gnade bei, die wir dich findlich suchen. Wie hält so hart sich dieser Zeit dein Herz und sanfte Freundlichkeit; du bist ja unser Vater. 5. Gib uns von deinem Himmelssaal dein klares Licht und Sonne und laß uns wieder überall empfinden Freud und Wonne, daß alle Welt erkenne frei, daß außer dir kein Segen sei im Himmel und auf Erden. Mich. Schirmer g. 1606+ 1673. Am Erntedankfest. 561. Eigene Melodie. fun preiset alle Gottes Barmherzigkeit, lob ihn mit Schalle, werteste Christenheit! Er läßt dich freundlich zu sich laden, freue dich Israel, seiner Gnaden! 2. Der Herr regieret über die ganze Welt; was sich nur rühret, alles zu Fuß ihm fällt. Viel tausend Engel um ihn schweben, Psalter und Harfen ihm Ehre geben. 3. Wohlauf, ihr Heiden, lasset das Trauern sein, zur grünen Weide stellet euch willig ein! Da läßt er uns sein Wort verkünden, machet uns ledig von allen Sünden. 4. Er gibet Speise reichlich und überall, nach Vaters Weise sättigt er allzumal; er schaffet früh und späten Regen, füllet uns alle mit seinem Segen. 5. Drum preis und ehre seine Barmherzigkeit, sein Lob vermehre, werteste Christenheit! Uns soll hinfort kein Unfall schaden, freue dich, Israel, seiner Gnaden! Matthäus Apelles v. Löwenstern g. 1594+ 1648. 562. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. Gott, von dem wir alles haben, die Welt ist ein sehr großes Haus, du aber teileft deine Gaben recht wie ein Vater drinnen aus. Dein Segen macht uns alle reich, ach lieber Gott, wer ist dir gleich? 2. Wer kann die Menschen alle zählen, die heut bei dir zu Tische gehn? Doch muß die Notdurft keinem fehlen, denn du weißt allen vorzustehn und schaffeft, daß ein jedes Land sein Brot bekommt aus deiner Hand. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung säet und endlich auch die Frucht genießt; der Wind, der durch die Felder wehet, die Wolke, so das Land begießt, des Himmels Tau, der Sonne Strahl sind deine Diener allzumal. 4. Und also wächst des Menschen Speise, der Acker selbst wird ihm zu Brot, es mehret sich viel fältger Weise, was anfangs schien als wär es tot, bis zu der Ernte jung und alt erlanget seinen Unterhalt. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 337 5. Nun, Herr, was soll man 4. Er hat sein Herz geneiget, erst bedenken? Der Wunder ist uns Sünder zu erfreun, genughier gar zu viel. So viel als du kann niemand schenken, und sam sich bezeuget durch Tau und Sonnenschein. Wards aber nicht dein Erbarmen hat kein Ziel, geacht, so hat er sich verborgen denn immer wird uns mehr beschert, als wir zusammen alle wert. 6. Wir wollens auch teinmal vergessen, was uns dein Segen träget ein; ein jeder Bissen, den wir essen, soll deines Namens Denkmal sein, und Herz und Mund soll lebenslang für unsre Nahrung sagen Dant. Kaspar Neumann g. 1648+ 1715. Nach der Ernte. 563. Mel. Von Gott will ich nicht lassen, oder Aus meines Ferzens Grunde. Die Ernt ist nun zu Ende, der Segen eingebracht, woraus Gott alle Stände jatt, reich und fröhlich macht. Der alte Gott lebt noch, man kann es deutlich merken an so viel Liebeswerken, drum preisen wir ihn hoch. 2. Wir rühmen seine Güte, die uns das Feld bestellt und oft uns ohne Bitte getan, was uns gefällt; die immer noch ge schont, ob wir gleich gottles leben, die Fried und Ruh gegeben, daß jeder sicher wohnt. 3. 3war manchen schönen Segen hat böses Tun verderbt, den wir auf guten Wegen sonst hätten noch ererbt; doch hat Gott mehr getan aus unverdienter Güte, als Mund, Herz und Gemüte nach Würden rühmen fann. und durch verborgne Sorgen zum Beten uns gebracht. 5. O allerliebster Vater, du haft viel Dank verdient; du mildester Berater machst, daß uns Segen grünt. Wohlan, dich loben wir für abgewandten Schaden, für viel und große Gnaden; Herr Gott, wir danken dir. 6. Zum Danken kommt das Bitten: Du wolleft, frommer Gott, vor Feuer uns behüten und aller andern Not, gib friedensvolle Zeit, erhalte deine Gaben, daß wir uns damit laben, regier die Obrigkeit! 7. Besonders laß gedeihen dein reines, wahres Wort, daß wir uns dessen freuen, und auch an unserm Ort dies gute Samkörnlein verlangte Früchte bringe, und wir in allem Dinge recht fromme Leute fein. 8. Gib, daß zu dir uns lenket, was du zum Unterhalt des Leibes haft geschenket, daß wir dich mannigfalt in deinen Gaben sehn, mit Herzen, Mund und Leben dir Dank und Ehre geben. O laß es doch geschehn! 9. Kommt unser Lebensende, so nimm du unsern Geist in deine Vaterhände, wo er der Ruh geneußt, wo ihm kein Leid bewußt; so ernten wir mit Freuden, nach ausgestandnem Leiden die Garben voller Luft. Gottfried Tollmann g. 1680+ 1766. 22 338 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Bei reichlicher Ernte. 564. Mel. Ach erkennet, liebste Seelen. jerr, die Erde ist geſegnet von dem Wohltun deiner Hand, Güt und Milde hat geregnet, dein Geschenk bedeckt das Land. Auf den Hügeln, in den Gründen ist dein Segen ausgestreut; unser Warten ist gekrönet, unser Herz hast du erfreut. 2. Aller Augen sind erhoben, Herr, auf dich zu jeder Stund, daß du Speise gibst von oben und versorgest jeden Mund. Und du öffnest deine Hände, dein Vermögen wird nicht matt, deine Hülfe, Gnad und Spende machet alle froh und satt. 3. Gnädig hast du ausgegossen deines Überflusses Horn, ließest Gras und Kräuter sprossen, ließest wachsen Frucht und Korn. Mächtig haft du abgewehret Schaden, Unfall und Gefahr, und das Gut steht unversehret, und gesegnet ist das Jahr. 4. Herr, wir haben solche Güte nicht verdient, die du getan; unser Wissen und Gemüte tlagt uns vieler Sünden an. Herr, verleih, daß deine Gnade jetzt an unsre Seelen rührt, daß der Reichtum deiner Milde unser Herz zur Buße führt. 5. Hilf, daß wir dies Gut der Erden treu verwalten immerfort; alles soll geheiligt werden durch Gebet und Gottes Wort. Alles, was wir Gutes wirken, ist gesät in deinen Schoß, und du wirst die Ernte senden unaussprechlich reich und groß. Chr. Rud. Heinr. Buchta g. 1808+ 1858. Bei sparsamer Ernte. 565. Mel. Was Gott tut, das ist wohl getan. as Gott tut, das ist wohl getan, so denken Gottes Kinder. Wenn man nicht reichlich ernten kann, liebt er uns doch nicht minder. Er zieht das Herz doch himmelwärts, ob wir gleich oft auf Erden bei Mangel traurig werden. 2. Was Gott tut, das ist wohl getan. Im Nehmen und im Geben sind wir bei ihm stets wohl daran und können ruhig leben. Er nimmt und gibt, weil er uns liebt, und seine Hände müssen wir stets in Demut küssen. 3. Was Gott tut, das ist wohl getan. Er zeigt uns oft den Segen, und ehe man ihn ernten kann, muß sich die Hoffnung legen; weil er allein der Schatz will sein, so nimmt er andre Güter und bessert die Gemüter. 4. Was Gott tut, das ist wohl getan. Es geh nach seinem Willen. Läßt sich es auch zum Hunger an, weiß er ihn doch zu stillen, obgleich das Feld nicht viel enthält Man tann bei wenig Brocken satt werden und frohlocken. 5. Was Gott tut, das ist wohl getan. Das Feld mag traurig stehen, wir gehn getroft auf seiner Bahn und wollen ihn erhöhen. Sein Wort verschafft uns Lebenskraft, c3 nennt uns Gottes Erben, wie können wir verderben? 6. Was Gott tut, das ist wohl getan, so wollen wir stets schließen. Ist gleich bei uns kein Kanaan, Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 339 wo Milch und Honig fließen, doch| Engel selbst begleiten, und Jesus ifts genung zur Sättigung, wenn dir zur Seite steht? Gott das Wenge segnet und uns mit Huld begegnet. Lüneb. Gib. 1767. Nach Beni. Schmold g. 1672+ 1737. Auf Reisen. 566. Eigene Melodie, oder Dies sind die heilgen zehn Gebot. In Gottes Namen fahren wir, 1¹ sein heilger Engel geh uns für wie dem Volk in ÄgyptenLand, das entging Pharaonis Hand. Kyrieleis! 3. Die finstre Nacht darf dich nicht schrecken, die über Land und Meere fällt; will gleich die Sonne sich verstecken, dein Jesus ist das Licht der Welt. 4. Er, der die Sonne selbst formieret, bedarf des fremden Lichtes nicht; wenn dessen weise Hand dich führet, ist dir die Nacht auch selbst ein Licht. 5. Ich weile hier im fremden Lande, allein in Gottes Eigentum; find ich gleich lauter Unbekannte, so kennt mich doch mein höchster Ruhm. 2. Herr, du wollst unser G'leitsmann sein und mit uns gehen aus und ein und zeigen alle Steig und Steg, wehre dem Unfall auf dem Weg! Kyrieleis! 3. So wird kein Berg noch tiefes Tal, tein Waßr uns irren überall; fröhlich kommn wir an unsern Ort, wenn du uns gnädig Bei Sturm und Wassersnot. hilfest fort. Kyrieleis! 6. Mein Hort, in dem mein Herz versenket, zeigt mir sein holdes Angesicht und spricht: Mein Kind, sei ungekränket, dein treuer Vater läßt dich nicht. Siehe auch Nr. 393, V. 10 bis 15. 4. Herr Christ, du bist der rechte Weg zum Himmel und der einge Steg; hilf uns Pilgrim ins Baterland, weil du dein Blut haft dran gewandt. Kyrieleis. Nitlas Herman † 1561. 567. Eigene Melodie. Bist du gleich ferne von Bekannten, was schadets, da dir früh und spät ein Heer von glänzenden Trabanten umher um deinen Wagen steht? 3. Die Deiche sind gar nicht imstand, zu schüßen unser festes 2. Was schadets, wenn die Land, wo nicht, o Gott, dein Freunde scheiden, und kein Ge- Allmachtshand befestigt unser Land fährte mit dir geht, da dich die und Strand. 22* 568. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. enn wir in Wassersnöten ſein, so rufen wir zu dir allein, o treuer Gott, und bitten dich: Hilf uns doch jego gnädiglich! 2. Der Sturmwind braust und jaust gar sehr, das Meer bewegt und schlägt noch mehr, das Wasser steiget in die Höh und dräuet uns bei voller See. 340 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 4. Drum steur und wehr, o Sturmwinds Schlägen! Einer ist, Vater, ab, daß nicht das Meer der in der Nacht, Einer ist, der uns werd unser Grab; verhüte, daß bewacht: Christ Kyrie*), komm zu durch deinen Grimm wir nicht uns auf die See! im Wasser kommen um! *) Herr. 5. Dein Schuß sei unser Damm und Deich, so sind beschützet arm und reich; dein Schuß halt aller Orten Wach, sonst ist verlorca unsre Sach. 6. Sieh, Herr, nicht unsre Sünden an und was der Mensch versehen kann, durch Jesum lag uns gnädig nach die Sünd und alles Ungemach! 7. Des Wassers schreckliche Gewalt in Gnaden hemm und rett uns bald! So soll dich preisen Kindeskind, wir auch, wenn wir erlöset sind. Christian von Stöden g. 1633+ 1684. 569. Eigene Melodie. ie mit grimmgem Unverstand Wellen sich bewegen! Nirgends Rettung, nirgends Land vor des 2. Wie vor unserm Angesicht Mond und Sterne schwinden! Wenn des Schiffleins Steuer bricht, wo nun Rettung finden? Wo sonst als nur bei dem Herrn? Seht ihr nicht den Abendstern? Christ Kyrie, komm zu uns auf die See! 3. Einst, in meiner letzten Not, laß mich nicht versinken! Sollt ich von dem bittern Strom Well auf Welle trinken, reiche mir dann liebentbrannt, Herr, Herr, deine Glaubenshand! Chrift Kyrie, komm zu uns auf die See! 4. Nach dem Sturme fahren wir sicher durch die Wellen, lassen, großer Schöpfer, dir unser Lob erjchallen, loben dich mit Herz und Mund, loben dich zu jeder Stund. Christ Kyrie, ja dir gehorcht die See! Joh. Daniel Falt g. 1768+ 1826. E. Lieder von den letzten Dingen. XXVI. Sterbe- und Begräbnislieder. 570. Eigene Melodie. Ich wollt, daß ich daheime wär und aller Welt Troft hätt nicht mehr. 2. Ich mein, daheim im Himmelreich, da ich Gott schaue ewiglich. 3. Wohlauf, mein Seel, und richt dich dar, dort wartet dein der Engel Schar. 4. Denn alle Welt ist dir zu Eigene Melodie. tlein, du kommest denn erst wie- itten wir im Leben ſind mit der heim. Uns reuet dem Tod umfangen. Wen suchn wir, der Hülfe tu, daß wir Gnad erlangen? Das bist du, Herr, alleine. unsre Missetat, die dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger Herre Gott, heiliger, starter Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht versinken in des bittern Todes Not! Kyrieleison!( Erbarm dich unser.) 2. Mitten in dem Tod ansicht uns der Hölle Rachen. Wer will uns aus solcher Not frei und ledig machen? Das tust du, Herr, alleine. Es jammert dein Barmherzigkeit unsre Sünd und großes Leid. Heiliger Herre Gott, heiliger, 5. Daheim ist Leben ohne Tod, und ganze Freud ohn alle Not. 6. Da ist Gesundheit ohne Weh und währet heut und je und je. 7. Da sind doch tausend Jahr wie heut, und nichts, das dich verdrießt und reut. 8. Wohlauf, mein Herz und all mein Mut, und such das Gut ob allem Gut! 9. Was das nicht ist, das schätz gar klein und sehn' dich allzeit wieder heim. 11. Da es denn anders nicht tann sein, so fleuch der Welt viel falschen Schein! 12. Bereu dein Sünd und begre dich, als wolltst du heut gen Himmelreich. 13. Ade, Welt, Gott gesegne dich! Ich fahr dahin gen Him: melreich. 10. Du hast doch hie kein Bleiben nicht, obs morgen oder heut geschicht. Nach Heinrich v. Laufenberg+ 1455. 571. Sterbe- und Begräbnislieder. 342 starter Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht verzagen vor der tiefen Hölle Glut! Kyrieleison!( Erbarm dich unser.) 4. Er ist das Heil und selge Licht für die Heiden, zu erleuchten, die dich kennen nicht, und zu weiden. Er ist deins Volks Israel Preis, Ehre, Freud und Wonne. Martin Luther g. 1483+ 1546. 573. Eigene Melodie. Gemeinde. ist dein teures Blut, das gnugun laßt uns den Leib begraben für die Sünde tut. Heiliger und daran kein Zweifel haben, Herre Gott, heiliger, starker Gott, er werd am jüngsten Tag aufstehn heiliger, barmherziger Heiland, und unverweslich hervorgehn. du ewiger Gott, laß uns nicht 2. Erd ist er und von der entfallen von des rechten Glau- Erden, wird auch zu Erd wieder bens Trost! Kyrieleison!( Erbarm werden und von der Erd wieder dich unser.) aufstehn, wenn Gotts Posaune wird angehn. 3. Mitten in der Hölle Angst unsre Sünd uns treiben. Wo solln wir denn fliehen hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine. Vergossen Martin Luther g. 1483+ 15 16. Nach dem Lateinischen Notters des älteren Media vita in morte sumus. 572. Eb. Luc. 2; 29-32. Eigene Melodie. Mit Fried und Freud ich fahr dahin in Gottes Wille, getroft ift mir mein Herz und Sinn, sanft und stille. Wie Gott mir verheißen hat; der Tod ist mein Schlaf worden. 2. Das macht Christus, wahr Gottes Sohn, der treue Heiland, den du mich, Herr, haft sehen lan und g'macht bekannt, daß er mir das Leben sei und Heil in Not und Sterben. 3. Sein Seele lebt ewig in Gott, der sie allhie aus lauter Gnad von aller Sünd und Missetat durch seinen Sohn erlöset hat 4. Sein Jammer, Trübsal und Elend ist kommen zu ein'm selgen End. Er hat getragen Chrifti Joch, ist gestorben und lebet doch. 5. Die Seele lebt ohn alle Klag, der Leib schläft bis an jüngsten Tag, an welchem ihn Gott verklären und ewge Freude wird gewähren. 6. Hie ist er in Angst gewesen, dort aber wird er genesen, in ewiger Freud und Wonne leuchten wie die helle Sonne. 3. Den hast du allen vorgestellt mit großen Gnaden, zu seinem Reich die ganze Welt heißen laden durch dein teuer allem Fleiß, denn der Tod kommt heilsam Wort, an allem Ort uns gleicher Weis. erschollen. 7. Nun lassen wir ihn hie schlafen und gehn all heim unfre Straßen schicken uns auch mit Böhmische Brüder. Sterbe- und Begräbnislieder. Chot. 574. 1. So traget mich nun immer hin, da ich so lang verwahret Eigene Melodie. bin, bis Gott, mein treuer See- Welt, ich muß dich laſſen, lenhirt, mich wieder auferweden wird. ich fahr dahin mein Straßen ins ewge Baterland. Mein Geist will ich aufgeben, dazu mein Leib und Leben jetzen in Gottes gnädge Hand. 2. Mein Zeit ist nun vollendet, der Tod das Leben endet, Sterben ist mein Gewinn; kein Bleiben ist auf Erden, das Ewge muž mir werden, mit Fried und Freud fahr ich dahin. 3. Ob mich gleich hat betrogen die Welt, von Gott gezogen durch Schand und Büberei, will ich doch nicht verzagen, sondern mit Glauben sagen, daß mir mein Sünd vergeben sei. 2. Ja freilich durch den Tod ich werd zu Asche wieder und zu Erd, doch wird das schwache Fleisch und Bein von meinem Gott verwahret sein. 3. Mein Leib bleibt hie der Würmer Spott, die Seele lebt bei ihrem Gott, der sie durch sein so bittres Leid erlöset hat jur Seligkeit. 4. Was mich für Trübsal hat verletzt, wird nun in höchste Lust versetzt; die Welt ist nur ein Jammertal, dort ist ein rechter Freudensaal. 5. Wenn alle Welt zu Trümmern bricht, und Gott wird halten sein Gericht, so wird mein Leib verkläret stehn und in das Himmelreich eingehn. 6. Wie manche Widerwärtigkeit hatt ich bei meiner Lebenszeit! Nun aber ist mir nichts bewußt als aller Auserwählten Luft. 7. So laßt mich denn in sanster Ruh und geht nach eurer Wohnung zu, ein jeder denke Tag für Tag, wie er auch selig werden mag. 343 Gemeinde und Chor. 8. Das helf uns Christus, unser Trost, der uns hat durch jein Blut erlöst vons Teufels G'walt und ewger Pein. jei Lob, Preis und Ehr allein! Ihm Georg Neumart. V. 8 Martin Luther. 4. Auf Gott steht mein Vertrauen, sein Antlik will ich schauen wahrlich durch Jesum Christ, der für mich ist gestorben, des Vaters Huld erworben, mein Mittler er auch worden ist. 5. Die Sünd kann mir nicht schaden, erlöst bin ich aus Gnaden umsonst durch Christi Blut. Kein Werk kommt mir zu Frommen, so ich will zu ihm kommen; allein der christlich Glaube gut. 6. Ich bin ein unnük Knechte, mein Tun ist viel zu schlechte, denn daß ich ihm bezahl damit das ewge Leben; umsonst will er mirs geben und nicht nach mein m Verdienst und Wahl. 7. Drauf will ich fröhlich sterben, das Himmelreich ererben, wie er mirs hat bereit; hie kann ich nicht mehr bleiben, der Tod 344 Sterbe- und Begräbnislieder. tut mich vertreiben, mein Seele Herzen; von dir ich ungeschieden sich vom Leibe scheidt. bleib in Todesnot und Schmerzen; wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir, ein ewigs Leben hast du mir mit deinem Tod erworben. 4. Weil du vom Tod erstanden bist, werd ich im Grab nicht 9. Die Zeit ist schon vorhanden, bleiben; mein höchster Trost dein hör auf von Sünd und Schanden Auffahrt ist, Tods Furcht kann und richt dich auf die Bahn mit sie vertreiben; denn wo du bist, Beten und mit Wachen, sonst all da komm ich hin, daß ich stets irdische Sachen sollst du gutwillig geben dran. bei dir leb und bin, drum fahr ich hin mit Freuden. 8. Damit fahr ich von hinnen. O Welt, tu dich befinnen, denn du mußt auch hernach; tu dich zu Gott bekehren und von ihm Gnad begehren, im Glauben sei du auch nicht schwach! 10. Das schenk ich dir am Ende: Ade, zu Gott dich wende! Zu ihm steht mein Begehr. Hüt dich vor Pein und Schmerzen, nimm mein Abschied zu Herzen! Meins Bleibens ist jetzt hie nicht mehr. Johann Hesse(?) g. 1490+ 1547. 575. Eigene Melodie. enn mein Stündlein vorhanden ist, und soll hinfahrn mein Straße, so g'leit du mich, Herr Jefu Chrift, mit Hülf mich nicht verlasse! Mein Seel an meinem letzten End befehl ich dir in deine Händ, du wollst sie mir bewahren! 2. Mein Sünd mich werden tränken sehr, mein G'wissen wird mich nagen, denn ihr sind viel wie Sand am Meer; doch will ich nicht verzagen, gedenken will ich an dein Tod, Herr Jesu, und dein Wunden rot, die werden mich erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, des tröst ich mich von 5. Ich fahr dahin zu Jesu Christ, mein Arm tu ich ausstrecken; so schlaf ich ein und ruhe sein, kein Mensch kann mich aufwecken denn Jesus Christus, Gottes Sohn; der wird die Himmelstür auftun, mich führn zum ewgen Leben. V. 1-4 Niklas Herman+ 1581. V. 5 1574. 576. Mel. Vater unser im Himmelreich. err Jesu Christ, wahr Menſch und Gott, der du littst Marter, Angst und Spott, für mich am Kreuz auch endlich starbst und mir deins Vaters Huld erwarbst, ich bitt durchs bittre Leiden dein, du wollst mir Sünder gnädig sein. 2. Wenn ich nun komm in Sterbensnot und ringen werde mit dem Tod, wenn mir vergeht all mein Gesicht und meine Ohren. hören nicht, wenn meine Zunge nicht mehr spricht und mir vor Angst mein Herz zerbricht, Sterbe und Begräbnislieder. 577. 3. Wenn mein Verstand sich nicht besinnt und mir all menschlich Hülf zerrinnt: so komm, o Mel. Vater unser im Himmelreich. Herr Chrift, mir behend zu HülfJn Christi Wunden schlaf ich ein, an meinem letzten End und führ die machen mich von Sünden mich aus dem Jammertal, ver- rein, Christi Blut und Gerechtigkürz mir auch des Todes Qual! feit das ist mein Schmuck und Ehrenkleid; damit will ich vor Gott Bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn. 2. Mit Fried und Freud fahr ich dahin, ein Gotteskind ich allzeit bin. Dank hab, mein Tod, du führest mich, ins ewge Leben wandre ich mit Christi Blut ge= reinigt fein. Herr Jesu, stärk den Glauben mein! Paul Eber(?) g. 1511+ 1569. 4. Die bösen Geister von mir treib, mit deinem Geist stets bei mir bleib, bis sich die Seel vom Leib abwendt. So nimm sie, Herr, in deine Händ! Der Leib hab in der Erd sein Ruh, bis sich der jüngst Tag naht herzu. 5. Ein fröhlich Auferstehn verleih, am jüngsten G'richt mein Fürsprech sei und meiner Sünd nicht mehr gedent, aus Gnade mir das Leben schent! Wie du haft zugesaget mir in deinem Wort, das trau ich dir: 345 578. Mel. Nun laßt uns den Beib begraben. 6. Fürwahr, fürwahr, euch sage ört auf mit Trauren und Klaich: Wer mein Wort hält und gen, ob dem Tod soll niemand glaubt an mich, der wird nicht zagen; er ist gestorben als ein kommen ins Gericht und ewig Christ, sein Tod ein Gang zum den Tod schmecken nicht; und ob Leben ist. er gleich hie zeitlich stirbt, mit nichten er drum ganz verdirbt; 2. Der Sarg und Grab drum wird geziert, der Leib ehrlich be| graben wird, damit wir glaubn, er ist nicht tot, er schläst und ruhet sanft in Gott. 7. Sondern ich will mit starker Hand ihn reißen aus des Todes Band und zu mir nehmen in mein Reich; da joll er denn mit mir zugleich in Freude leben ewiglich. Dazu hilf uns ja gnädiglich! 3. Wohl scheints, es sei nun alls dahin, weil er da liegt ohn Mut und Sinn; doch soll ihm bald kehren wieder Lebn und Kraft in alle Glieder. 8. Ach Herr, vergib all unsre Schuld! Hilf, daß wir warten mit Geduld, bis unser Stündlein bein kommt herbei, auch unser Glaub stets wacker sei, dein'm Wort zu trauen sestiglich, bis wir entschlafen seliglich. Paul Eber g. 1511+ 1569. 4. Bald werden diese Totenerwarmen und sich fügen sein zusammen mit Kraft und Leben, Gott wirds herrlich wieder geben. 5. Ein Weizenkörnlein in der Erd liegt erst ganz tot, dürr und Sterbe- und Begräbnislieder. 346 unwert, doch kommts hervor gar schön und zart und bringt viel Frucht nach seiner Art. 6. Der Leib gemacht vom Erdenkloß soll liegen in der Erde Schoß und soll da ruhen ohne Leid, bis daß er wieder aufersteht. 7. Der Seele Haus jollt er hier sein, die blies Gott mit sein'm Atem drein, ein edles Herz, recht Mut und Sinn war durch die Gabe Christi drin. 579. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. harmer Mensch doch gar nichts bin, Gotts Sohn allein ist mein Gewinn; daß er Mensch worden ist mein Trost, er hat mich durch sein Blut erlöst. 2. O Gott Vater, regier du mich mit deinem Geiste stetiglich, laß deinen Sohn, mein Trost und Lebn, allzeit in meinem Herzen schwebn! 4. Herr Jesu Christe, hilf du mir, daß ich ein Zweiglein bleib an dir und nachmals mit dir aufersteh, zu deiner Herrlichkeit eingeh. 580. Eigene Melodie. 8. Den Körper nun die Erdh hab mein Sach Gott heimbedeckt, bis ihn Gott wieder auf- gestellt, er machs mit mir, erweckt, der seins Geschöpfs gedenken wird, welchs war nach seinem Bild formiert. wies ihm gefällt; ich will, soll ich hier länger lebn, nicht widerstrebn, sein'm Willn tu ich mich gang ergebn. 9. Ach daß nun täm der selge Tag, da Christus nach seiner Busag hervor wird bringen ganz und gar, was in der Erd verscharret war. 1561. Nach dem Latein. des Aurelius Prudentius Jam moesta quiesce querela. 2. Mein Zeit und Stund ist, wann Gott will; ich schreib ihm nicht vor Maß noch Ziel. Es sind gezählt all Härlein mein, beid groß und klein, fällt keines ohn den Willen sein. 3. Und wenn die Stund vorhanden ist, nimm mich zu dir, Herr Jesu Christ, denn ich bin dein, und du bist mein, wie gern wollt ich bald bei dir sein! V. 1-3 J. Heune g. 1514+ 1581, V. 4 W. Moller g. 1547+ 1606. Nach dem Latein. des Ph. Melanchthon Nil sum, nulla miser novi solatia. 3. Es ist allhie ein Jammertal, Angst, Not und Trübsal überall; des Bleibens ist ein tleine Zeit, Mühseligkeit, und wers bedenkt, ein steter Streit. 4. Was ist der Mensch? Ein Erdenkloß, von Mutterleib her nackt und bloß, er bringt nichts mit auf diese Welt, kein Gut noch Geld, nimmt nichts mit sich, wenn er hinfällt. 5. Es hilft kein Reichtum, Geld noch Gut, kein Kunst noch Gunst noch stolzer Mut; fürn Tod kein Kraut gewachsen ist, mein frommer Christ, alles, was lebet, sterblich ist. 6. Heut sind wir frisch, gesund und start, und liegen morgen tot Sterbe- und Begräbnislieder. im Sarg; heut blühn wir wie die Rosen rot, bald frank und tot; ist allenthalben Müh und Not. 7. Man trägt eins nach dem andern hin, wohl aus den Augen und dem Sinn; die Welt vergisset unser bald, ob jung, ob alt, auch unsrer Ehren mannigfalt. 8. Ach Herr, lehr uns bedenken wohl, daß wir sind sterblich alljumal, auch wir allhie kein Bleibens habn; müssn all davon, gelehrt, reich, jung, alt oder schön. 9. Das macht die Sünd, du treuer Gott, dadurch ist kommn der bittre Tod, der nimmt und frißt all Menschenkind, wie er fie findt, fragt nicht, wes Stands und Ehrn sie sind. 347 am jüngsten Tag ohn alle Klag werd auferstehn aus meinem Grab. 15. Mein lieben Gott von Angeficht werd ich anschaun, dran zweifl ich nicht, in ewger Freud und Eeligkeit, die mir bereit; ihm sei Lob, Preis in Ewigkeit! 16. O Jesu Christe, Gottes Sohn, der du für mich haft gnug getan, ach schließ mich in die Wunden dein, du bist allein der einig Troft und Helfer mein. 12. Derselbe mein Herr Jesus Chrift für all mein Sünd ge= storben ist und auferstanden mir Jugut, der Hölle Glut gelöscht mit seinem teuren Blut. 13. Dem leb und sterb ich allezeit, von ihm der Tod selbst mich nicht scheidt. Ich leb od'r Berb, so bin ich sein, er ist allein der einig Trost und Helfer mein. 10. Ich hab hier wenig guter 581. Tag, mein täglich Brot ist Müh Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. und Klag. Wenn mein will, so will ich mit hinfahrn in Hilf, Helfer, hilf in Angst und Fried; sterbn ist mein G'winn und schadt mir nicht. Not, erbarm dich mein, du treuer Gott! Ich bin ja doch dein liebes Kind trok Teufel, Welt und aller Sünd. 11. Und ob mich schon mein Sünd ansicht, dennoch will ich berzagen nicht; ich weiß, daß mein getreuer Gott für mich in Tod sein liebsten Sohn gegeben hat. 2. Ich trau auf dich, o Gott mein Herr. Wenn ich dich hab, was will ich mehr? Ich hab ja dich, Herr Jesu Christ, du mein Gott und Erlöser bist. 3. Des freu ich mich von Herzen fein, bin gutes Muts und harre dein, verlaß mich gänzlich auf dein Wort. Hilf, Helfer, hilf, du treuer Hort! Nach Nit. Selnecker. 1596. 582. 14. Das ist mein Troft zu aller Zeit, in allem Kreuz und Traurigkeit. Ich weiß, daß ich 17. Amen, mein lieber srommer Gott, bescher uns alln ein selgen Tod! Hilf, daß wir mögen allzugleich in deinem Reich bald mit dir leben ewiglich. Johann Leon+ 1597. Eigene Melodie. erzlich tut mich verlangen nach einem selgen End, weil ich hie bin umfangen mit Trübfal 348 Sterbe- und Begräbnislieder. und Elend. Ich hab Lust abzu- mein, will ich doch gerne sterben scheiden von dieser argen Welt, und trauen meinem Gott; er sehn mich nach ewgen Freuden; wird sie wohl versorgen, retten o Jesu, komm nur bald! aus aller Not. 2. Du hast mich ja erlöset von Sünd, Tod, Teufel, Höll, es hat dein Blut gekostet; drauf ich mein Hoffnung stell. Warum sollt mir denn grauen vor Hölle, Tod und Sünd? Weil ich auf dich tu bauen, bin ich ein selges Kind. 3. Wenn gleich süß ist das Leben, der Tod sehr bitter mir, will ich mich doch ergeben, zu sterben willig dir. Ich weiß ein besser Leben, da meine Seel fährt hin; des freu ich mich gar eben, Sterben ist mein Gewinn. 4. Der Leib zwar in der Erden von Würmern wird verzehrt, doch auferwecket werden durch Chriftum schön verklärt, wird leuchten als die Sonne und leben ohne Not in Himmelsfreud und Wonne; was schadt mir denn der Tod? 5. Ob mich die Welt auch reizet, zu bleiben länger hier, und mir auch immer zeiget Ehr, Geld, Gut, all ihr Zier, doch ich das gar nicht achte, es währt nur turze Zeit; das Himmlisch ich betrachte, das bleibt in Ewigkeit. 6. Wenn ich auch gleich nun scheide von meinen Freunden gut, was mir und ihn'n bringt Leide, doch tröst mir meinen Mut, daß wir in größern Freuden zusammen werden kommn und bleiben ungeschieden im himmelischen Thron. 7. Ob ich auch hinterlasse betrübte Waiselein, dern Not mich über Maße jammert im Herzen 8. Was tut ihr so sehr zagen, ihr armen Waiselein? Sollt euch Gott Hülf versagen, der speist die Raben klein? Frommer Witwen und Waisen ist er der Vater treu, er kann und will sie speisen; das glaubt ohn alle Scheu. 9. Gesegn euch Gott der Herre, ihr Vielgeliebten mein! Trauert nicht allzu sehre über den Abschied mein! Beständig bleibt im Glauben! Wir werdn in kurzer Zeit einander wieder schauen dort in der Ewigkeit. 10. Nun will ich mich ganz wenden zu dir, Herr Christ, allein: Gib mir ein seligs Ende, send mir die Engel dein, führ mich ins ewge Leben, das du erworben haft durch dein Leiden und Sterben und blutiges Verdienst. 11. Hilf, daß ich ja nicht wanke von dir, Herr Jesu Christ, den schwachen Glauben stärke in mir zu aller Frist! Hilf mir ritterlich ringen, dein Hand mich halt mit Macht, daß ich mög fröhlich fingen: Gottlob, es ist vollbracht! Christoph Knoll g. 1563+ 1650. 583. Philipper 1, 21. Eigene Melodie. Christus der ist mein Leben, und Sterben mein Gewinn; ihm hab ich mich ergeben, mit Freud fahr ich dahin. Sterbe- und Begräbnislieder. 2. Mit Freud fahr ich von dannen zu Christ, dem Bruder mein, daß ich mag zu ihm kommen und ewig bei ihm sein. 3. Nun hab ich überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Not, durch seine heilgen Wunden bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, mein Atem geht schwer aus, wenn ich nicht mehr kann sprechen, Herr, nimm mein Seufzen auf! 5. Mein Herz, Sinn und Gedanken zergehn schon als ein Licht, das hin und her tut wanken, wenn ihm die Flamm gebricht. 6. Drum laß mich an dir fleben wie eine Klett am Kleid, und ewig bei dir leben in deiner Seligkeit! 7. Fein selig, sanft und stille, gleich als vom süßen Ton, schlaf id), weils Gottes Wille, mein Troft ist G.ttes Sohn. 8. Ich fing im Himmelsthrone ihm nun Lob, Ehr und Preis, wo ich nun ewig wohne in jenem Paradeis. 1609. Nach dem Hannov. Gib. 1740. 584. Eigene Melodie. jerr Jesu Christ, meins Lebens Licht, mein Hort, mein Trost, mein Zuversicht, auf Erden bin ich nur ein Gast, und drückt mich jehr der Sünden Last. 2. Ich hab vor mir ein schwere Reis zu dir ins himmlisch Paradeis; da ist mein rechtes Vaterland, woran du haft dein Blut gewandt. 349 3. Zur Reis ist mir mein Herz sehr matt, der Leib gar wenig Kräfte hat, allein mein Seele schreit in mir: Herr, hol mich heim, nimm mich zu dir! 4. Drum stärt mich durch das Leiden dein in meiner letzten Todespein, dein Blutschweiß mich tröst und erquic, mach mich frei durch dein Band und Strick! 5. Dein Backenstreich und Ruten frisch der Sünden Striemen mir abwisch, dein Hohn und Spott, dein Dornenkron, laß sein mein Ehr, mein Freud und Wonn! 6. Dein Durst und Gallentrant mich lab, wenn ich sonst keine Stärkung hab, dein Angstgeschrei komm mit zugut, bewahr mich vor der Hölle Glut! 7. Wenn mein Mund nicht tann reden frei, dein Geist in meinem Herzen schrei, hilf, daß mein Seel den Himmel find, wenn meine Augen werden blind. 8. Dein letztes Wort laß sein mein Licht, wenn mir der Tod das Herze bricht, behüte mich vor Ungeberd, wenn ich mein Haupt nun neigen we: d. 9. Tein Kreuz laß sein mein Wanderstab, mein Ruh und Raft dein heilges Grab, die reinen Grabetücher dein laß meinen Ster etittel sein! 10. Auf deinen Abschied, Herr, ich trau, darauf mein letzte Heimfahrt bau; tu mir die Himmelstür weit auf, wenn ich beschließ meins Lebens Lauf. 11. Am jüngsten Tag erwed mein Leib, hilf, daß ich dir zur Rechten bleib, daß mich nicht 350 Sterbe- und Begräbnislieder. treffe dein Gericht, welchs das| himmlisch Schloß; ewig ist der erschrecklich Urteil spricht. genesen, wer bleibt in deinem Schoß. 12. Alsdann mein Leib verneure ganz, daß er leucht wie der Sonne Glanz und ähnlich sei dein'm klaren Leib, auch gleich den lieben Engeln bleib. 13. Wie werd ich dann so fröhlich sein, werd singen mit den Engeln dein und mit der Auserwählten Schar dein Antlik schauen ewig klar! Martin Behm g. 1557+ 1622. 585. Eigene Melodie. Falet will ich dir geben, du arge, falsche Welt, dein sündlich böses Leben durchaus mir nicht gefällt. Im Himmel ist gut wohnen, hinauf steht mein Begier; da wird Gott herrlich lohnen dem, der ihm dient allhier. 5. Schreib meinen Nam aufs beste ins Buch des Lebens ein und bind mein Seel gar feſte ins schöne Bündelein der, die im Himmel grünen und vor dir leben frei, so will ich ewig rühmen, daß dein Herz treue sei. Valerius Herberger g. 1562+ 1627. 586. Eigene Melodie. err Gott, nun schleuß den zum End sich neiget; ich hab vollendet meinen Lauf, des sich mein Seel sehr freuet. Hab gnug gelitten, mich müd gestritten, schick mich fein zu zur emgen Ruh, laß fahren, was auf Erden, will lieber selig werden. 2. Rat mir nach deinem Her- 2. Wie du mir, Herr, befohlen zen, o Jeju, Gottes Sohn! Soll hast, hab ich mit wahrem Glauich ja dulden Schmerzen, hilf mir, ben mein lieben Heiland aufHerr Christ, davon, verkürz mir gefaßt in mein Arm, dich zu alles Leiden, stärt meinen blöden schauen. Hoff zu bestehen, will Mut, laß selig mich abscheiden, frisch eingehen vom Tränental setz mich in dein Erbgut! zum Freudensaal, laß fahren, was auf Erden, will lieber selig werden. 3. In meines Herzens Grunde dein Nam und Kreuz allein funfelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein. Erschein mir in dem Bilde zu Trost in meiner Not, wie du, Herr Christ, so milde dich haft geblut zu Tod. 3. Laß mich nur, Herr, wie Simeon im Frieden zu dir fahren! Befehl mich Christo deinem Sohn; der wird mich wohl bewahren, wird mich recht führen, im Himmel zieren mit Ehr und Kron; fahr drauf davon, laß fahren, was auf Erden, will lieber selig werden. 4. Verbirg mein Seel aus Gnaden in deiner offnen Seit, rückt sie aus allem Schaden zu deiner Herrlichkeit! Der ist wohl hie gewesen, wer kommt ins Tobias Kiel g. 1584 † 1626. Sterbe- und Begräbnislieder. 587. Eigene Melodie. Freu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Not und Qual, weil dich nun Christus, dein Herre, ruft aus diesem Jammertal. Aus der Trübsal, Angst und Leid sollst du fahren in die Freud, die kein Ohr je hat gehöret, die in Ewigkeit auch währet. 2. Tag und Nacht hab ich gerufen zu dem Herren, meinem Gott, weil mich stets viel Kreuz betroffen, daß er mir hülf aus der Not. Wie sich sehnt ein Wandersmann, daß sich ende seine Bahn, so hab ich gewünschet eben, daß sich enden mög mein Leben. 3. Denn gleich wie die Rosen stehen unter Dornenspitzen gar, also auch die Christen gehen stets in Ängsten und Gefahr. Wie die Meereswellen sind und der ungestüme Wind, also ist allhier auf Erden unser Lauf voll von Beschwerden. 4. Welt und Teufel, Sünd und Hölle, unser eigen Fleisch und Blut plagen stets hier unsre Seele, lassen uns bei teinem Mut. 351 mehr tut scheinen, ist auch lauter Klag und Weinen. 5. Wenn die Morgenröt her leuchtet, und der Schlaf sich von uns wendt, Sorg und Kummer daher schleichet, Müh sich findt an allem End. Unsre Tränen sind das Brot, so wir essen früh und spat; wenn die Sonn nicht 6. Drum, Herr Christ, du Morgensterne, der du ewiglich aufgehst, sei von mir jekund nicht ferne, weil dein Blut mich hat erlöst. Hilf, daß ich mit Fried und Freud mög von hinnen fahren heut, ach sei du mein Licht und Straße, mich mit Beistand nicht verlaſſe. 7. In dein Seite will ich fliehen bei dem bittern Todesgang, durch dein Wunden will ich ziehen in das himmlisch Vaterland. In das schöne Paradeis, drein der Schächer tat sein Reis, wirst du mich, Herr Christ, einführen und mit ewger Klarheit zieren. 8. Ob mir schon die Augen brechen, das Gehör auch ganz verschwindt, meine 3ung nicht mehr tann sprechen, mein Verstand sich nicht besinnt, bist du doch mein Licht und Hort, Leben, Weg und Himmelspfort, du wirst selig mich regieren und die Bahn zum Himmel führen. 9. Laß dein Engel mit mir fahren auf Elias Wagen rot, meine Seele wohl bewahren, wie einst Lazarum im Tod. Laß sie Wir sind voller Angst ruhn in deinem Schoß und erund Plag, lauter Kreuz sind fülle sie mit Troft, bis der Leib unsre Tag; wenn wir nur ge- kommt aus der Erden und sie boren werden, findt sich Jammer beid vereinigt werden. gnug auf Erden. 10. Freu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Not und Qual, weil dich nun Christus, dein Herre, ruft aus diesem Jammertal. Seine Freud und Herrlichkeit sollst du sehn in Ewigkeit, mit den Engeln jubilieren und auf ewig triumphieren. 1620. 352. Sterbe- und Begräbnislieder. 588. Mel Herzlich tut mich verlangen. Ich hab mich Gott ergeben, dem liebsten Vater mein; hier ist tein Immerleben, es muß geschieden sein. Der Tod kann mir nicht schaden, er ist nur mein Gewinn, in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 2. Mein Weg geht jetzt vorüber; o Welt, was acht ich dein? Der Himmel ist mir lieber, da muß ich trachten ein, mich nicht zu sehr beladen, weil ich wegfertig bin, in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 3. Ach felge Freud und Wonne hat mir der Herr bereit, da Christus ist die Sonne, Leben und Seligkeit. Was kann mir doch nun schaden, weil ich bei Chrifto bin? In Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 4. Gesegn euch Gott, ihr Meinen, ihr Liebsten allzumal! Um mich sollt ihr nicht weinen, ich weiß von feiner Qual. Den rechten Port noch heute nehmt fleißig ja in acht, in Gottes Fried und Freude fahrt mir bald alle nach! V. 1. Johann Leon+ 1597. V. 2-4 Joh. Siegfried g. 1564+ 1637. 589. Eigene Melodie. Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt, hilf mir in meinem Leiden! Ruf ich dich an, versag mirs nicht! Wenn meine Seel will scheiden, so nimm sie, Herr, in deine Händ! Ist alles gut, wenn gut das End. 2. Gern will ich folgen, liebster Herr, du wirst mirs nicht verderben. Ach du bist doch von mir nicht fern, wenn ich gleich hier muß sterben, verlassen meine liebsten Freund, die's mit mir herzlich gut gemeint. 3. Ruht doch der Leib sanft in der Erd, die Seel zu dir sich schwinget, in deine Hand fie unversehrt durch Tod ins Leben dringet. Hier ist doch nur ein Tränental, Angst, Not, Müh, Arbeit überall. 4. Tod, Teufel, Höll, die Welt, die Sünd mir können nichts mehr schaden, an dir, o Herr, ich Rettung find, ich tröst mich deiner Gnaden. Dein einger Sohn aus Lieb und Huld für mich bezahlt hat alle Schuld. 5. Was wollt ich denn lang traurig sein, weil ich so wohl bestehe, bekleidt mit Chrifti Unschuld rein wie eine Braut her: gehe? Gehab dich wohl, du schnöde Welt, bei Gott zu leben mir gefällt. Joh. Herm. Schein g. 1586+ 1630. 590. Mel. Herr, ich bekenn von Herzensgrund. Mein Lauf, Gott Lob, ist bald vollbracht. Welt, gute Nacht, wir müssen uns nun scheiden. In Jesu Namen sanft und still ich wandern will zur Seligkeit mit Freuden. In dieser Welt war mir bestellt nur Angst und Not, zuletzt der Tod, jetzt endet sich mein Leiden. 2. In Jesu Namen schlaf ich ein, er führt allein mich aus dem Sterbe- und Begräbnislieder. 353 Tod ins Leben; sein an dem| Rede nehmen ab, die Augen werden Kreuz vergoßnes Blut kommt mir mir ein Grab, doch kränkt die zu gut, macht fröhlich mich da- Sünde mich vor allen, des Satans neben. Der edle Saft bringt Anklag hat nicht Ruh, setzt mir rechte Kraft, stärkt mir mein Herz auch mit Versuchung zu. in Todesschmerz, kann Frend und Wonne geben. 4. Ich höre der Posaunen Ton und seh auch den Gerichtstag schon, der mir auch wird ein Urteil fällen. Hier weiset mein Gewissensbuch, da aber des Gesetzes Fluch mich Sündenkind hinab zur Höllen. Wer hilft mir nun in dieser Not, wo du nicht, Gott, du Todes Tod? 5. Der Teufel hat nicht macht an mir, ich habe bloß gesündigt Dir, dir, der du Missetat vergibest. Was maßt sich Satan dessen an, der kein Gesetz mir geben kann, nichts hat an dem, was du, Herr, liebest? Er nehme das, was sein ist, hin, ich weiß, daß ich des Herren bin. 3. In Jesu Namen fahr ich hin, denn mein Gewinn ist Christus, wenn ich sterbe. Ich weiß, daß er mich nicht verläßt, und glaube fest: Im Tod ich nicht verderbe, mir ist bereit in Ewigkeit von Gottes Sohn die Ehrenkron, das rechte Himmelserbe. Georg Werner g. 1539+ 1643. 591. Eigene Melodie. Ich bin ja, Herr, in deiner Macht, du hast mich an dies Licht gebracht, du unterhältst mir auch das Leben; du tennest meiner Monden Zahl, weißt, wann ich diesem Jammertal auch wieder gute Nacht muß geben; wo, wie und wann ich sterben soll, das weißt du, Vater, mehr als wohl. 2. Wen hab ich nun, als dich allein, der mir in meiner letzten Pein mit Trost und Rat weiß beizuspringen? Wer nimmt sich meiner Seele an, wenn nun mein Leben nichts mehr kann, und ich muß mit dem Tode ringen, wenn aller Sinne Kraft gebricht? Tust du es, Gott mein Heiland, nicht? 6. Herr Jesu, ich, dein teures Gut, bezeugs mit deinem eignen Blut, daß ich der Sünde nicht gehöre. Was schont denn Satan meiner nicht und schreckt mich durch das Zorngericht? Komm, rette deines Leidens Ehre! Was gibest du mich fremder Hand und haft so viel an mich gewandt? 7. Nein, nein, ich weiß gewiß, mein Heil, du läsfest mich, dein wahres Teil, zu tief in deinen Wunden sizzen. Hie lach ich aller Macht und Not, es mag Gesetz, Höll oder Tod auf mich her donnern oder bliken. Dieweil ich lebte, war ich dein, jetzt kann 3. Mich dünkt, da lieg ich schon vor mir in großer Hiz, ohn ich keines Fremden sein. Kraft, ohn Zier, mit höchster Herzensangst befallen, Gehör und| Eimon Dach geb. 1605+ 1652 23 354 Sterbe- und Begräbnislieder. 592. Mel. Welt, ich muß dich lassen. Die Herrlichkeit der Erden muß Rauch und Asche werden, kein Fels, kein Erz kann stehn. Dies, was uns kann ergetzen, was wir für ewig schätzen, wird als ein leichter Traum vergehn. 2. Was sind doch alle Sachen, die uns so trokig machen, als schlechte Nichtigkeit? Was ist des Menschen Leben, der immer um muß schweben, als nur ein Schattenbild der Zeit? 3. Der Ruhm, nach dem wir trachten, den wir unsterblich achten, ist nur ein falscher Wahn; sobald der Geist gewichen, und dieser Mund erblichen, fragt keiner, was man hier getan. 4. Es hilft kein weises Wissen, wir werden hingerissen ohn einen Unterschied. Was nützt der Schlösser Menge? Dem hie die Welt zu enge, dem wird ein enges Grab zu weit. 5. Dies alles wird zerrinnen, was Müh und Fleiß gewinnen und saurer Schweiß erwirbt. Was Menschen hier besitzen, kann für den Tod nicht nüßen; dies alles stirbt uns, wenn man stirbt. 6. Ist eine Lust, ein Scherzen, das nicht ein heimlich Schmerzen mit Herzensangst vergällt? Was ifts, womit wir prangen? Wo wirst du Ehr erlangen, die nicht in Hohn und Schmach verfällt? 7. Was pocht man auf die Throne, da keine Macht noch Krone kann unvergänglich sein? Es mag vom Totenreihen tein Zepter dich befreien, kein Pure pur, Gold noch edler Stein. 8. Wie eine Rose blühet, wenn man die Sonne siehet begrüßen diese Welt, die, eh der Tag sich neiget, eh sich der Abend zeiget, verwelft und unversehns abfällt, 9. So wachsen wir auf Erden und denken groß zu werden und schmerz- und sorgenfrei, doch eh wir zugenommen und recht zur Blüte kommen, bricht uns des Todes Sturm entzwei. 10. Wir rechnen Jahr auf Jahre, indessen wird die Bahre uns vor die Tür gebracht. Drauf müssen wir von hinnen und, eh wir uns befinnen, der Erde sagen gute Nacht. 11. Auf, Herz, wach und bedenke, daß dieser Zeit Geschenke den Augenblick nur dein. Was du zuvor gen ffen, ist als ein Strom verschossen, und wessen wird das Künstge sein? 12. Verlache Welt und Ehre, Furcht, Hoffen, Gunst und Lehre und geh den Herren an, der immer König bleibet, den teine Zeit vertreibet, der einzig ewig machen kann. 13. Wohl dem, der auf ihn trauet, er hat recht fest gebauet Und ob er hier gleich fällt, wird er doch dort bestehen und nimmermehr vergehen, weil ihn die Stärke selbst erhält. Andreas Gryphius geb. 1616+ 1664. 593. Eigene Melodie. ch wie flüchtig, ach wie nichtig ist des Menschen Leben! Wie ein Nebel bald entstehet und auch Sterbe- und Begräbnislieder. wieder bald vergehet, so ist unser Leben, sehet! 2. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Tage! Wie ein Strom beginnt zu rinnen und mit Laufen nicht hält innen, so fährt unsre Zeit von hinnen. 3. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Freude! Wie sich wechseln Stund und Zeiten, Licht und Dunkel, Fried und Streiten, so sind unsre Fröhlichteiten.. 6. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Ehre! Über den, dem man hat müssen heut die Hände höflich küssen, geht man morgen gar mit Füßen. 7. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Wissen! Der das Wort fonnt prächtig führen und vernünftig disturieren, muß bald allen Witz verlieren. 8. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Dichten! Der, so Kunst hat lieb gewonnen und manch schönes Werk ersonnen, ist dem Tode nicht entronnen. 3.55 10. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist des Menschen Herrschen! Der durch Macht ist hoch gestiegen, muß zuletzt aus Unvermögen in dem Grab erniedrigt liegen. 4. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Schöne! Wie ein Blümlein bald vergehet, wenn ein rauhes Lüftlein wehet, so ist unsre Schöne, sehet! 12. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Sachen! Alles, alles, was wir sehen, das muß fallen und vergehen; wer Gott fürcht, wird ewig stehen. Michael Franc g. 1609+ 1667. 5. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Glücke! Wie sich eine Kugel drehet, die 594. Eigene Melodie. bat da, bald dorten stehet, so Herr, nun laß in Friede, lebensz ist unser Glücke, sehet! Diener 9. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Prangen! Der in Purpur hoch vermessen ist als wie ein Gott gesessen, dessen wird im Tod vergessen. 11. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig sind der Menschen Schätze! Es tann Glut und Flut entstehen, dadurch, eh wir uns versehen, alles muß zu Trümmern gehen. fahren zu den Himmelsscharen selig und im Stillen, doch nach deinem Willen! 2. Gerne will ich sterben und den Himmel erben; Christus mich geleitet, welchen Gott bereitet zu dem Licht der Heiden, das uns sett in Freuden. 3. Hier hab ich gestritten, Ungemach erlitten, ritterlich gekämpfet, manchen Feind gedämpfet, Glauben auch gehalten richtig mit den Alten. 4. Tränen muß ich lassen, weinen ohne Maßen, schwere Gänge laufen mit der Christen Haufen, über Sünde klagen, Kreuz und Trübsal tragen. 5. Nunmehr soll sichs wenden, Kampf und Lauf sich enden, Gott 23* Sterbe- und Begräbnislieder. 356 will mich erlösen bald von allem Bösen; es soll besser werden, als es war auf Erden. 6. Frieden werd ich finden, ledig sein von Sünden und auf allen Seiten nicht mehr müssen streiten; mich soll ganz umgeben himmlisch Freudenleben. 7. Mir ist beigeleget, wo man Zepter träget, eine schöne Krone schon zum Gnadenlohne; da werd ich ergetzet und zur Ruh gesetzet. 8. Mein Erlöser lebet und mich selber hebet aus des Todes Kammer; da liegt aller Jammer. Fröhlich, ohne Schrecken, will er mich aufwecken. 9. Dieser Leib soll gehen und in Klarheit stehen, wenn die Toten werden erstehn von der Erden; Christum werd ich schauen, darauf fann ich trauen. 10. Christo will ich singen, Lob und Ehre bringen, rühmen seine Güte mit Seel und Gemüte, preisen seinen Namen ohn Aufhören. Amen. David Behme g. 1605+ 1657. 595. Psalm 119, 19. Mel. Herzlich tut mich verlangen. Ich bin ein Gaft auf Erden und hab hier keinen Stand, der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland. Hier reis ich aus und abe, dort in der ewgen Ruh ist Gottes Gnadengabe, die schließt all Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an als Müh und Not gewesen? So lang ich denken kann, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zugebracht. 3. Mich hat auf meinen Wegen manch harter Sturm erschreckt, Blit, Donner, Wind und Regen hat mir manch Angst erweckt; Verfolgung, Haß und Neiden, ob ichs gleich nicht verschuldt, hab ich doch müssen leiden und tragen mit Geduld. 4. So gings den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich halten, wenns fehlt am guten Rat; sie zogen hin und wieder, ihr Kreuz war immer groß, bis daß der Tod sie nieder legt in des Grabes Schoß. 5. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid; was will ich besser leben als solche große Leut? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten sein; wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freud hinein. 6. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt, doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt. Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt, da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird. 7. Mein Heimat ist dort droben, da aller Engel Schar den großen Herrscher loben, der alles ganz und gar in seinen Händen träget und für und für erhält, auch alles hebt und leget, nachdems ihm wohlgefällt. 8. 3u dem steht mein Verlangen, da wollt ich gerne hin; die Welt bin ich durchgangen, Sterbe- und Begräbnislieder. 357 daß ichs fast müde bin. Je län-| Himmel allezeit Friede, Ruh und ger ich hier walle, je wenger find ich Freud, die meinem Geist ge= falle, das meist ist Herzeleid. 9. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel. Ach komm, mein Gott, und löse mein Herz, wenn dein Herz will. Komm, mach ein selges Ende an meiner Wanderschaft, und was mich kränkt, das wende durch deinen Arm und Kraft! 10. Wo ich bisher gesessen, ist nicht mein rechtes Haus; wenn mein Ziel ausgemessen, so tret ich dann hinaus, und was ich hier gebrauchet, das leg ich alles ab, und wenn ich ausgehauchet, so scharrt man mich ins Grab. 11. Du aber, meine Freude, du, meines Lebens Licht, du ziehst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht, ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll, gleich als die helle Sonne, nebst andern leuchten soll. 12. Da will ich immer wohnen, und nicht nur als ein Gast, bei denen, die mit Kronen du ausgeschmücket hast; da will ich herrlich singen von deinem großen Tun und frei von schnöden Dingen in meinem Erbteil ruhn. Paul Gerhardt g. 1607+ 1676. 596. Seligkeit. 2. Wenn ich werde dahin kommen, bin ich aller Krantheit los und der Traurigkeit entnommen, ruhe sanft in Gottes Schoß. In der Welt ist Angst und Not, endlich gar der bittre Tod; aber dort ist allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 3. Was ist doch der Erde Freude? Nebel, Dampf und Herzeleid; hier auf dieser schwarzen Heide sind die Lafter ausgestreut. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, nichts denn lauter Eitelkeit, in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 4. Unaussprechlich schöne fina get Gottes auserwählte Schar, Heilig, heilig, heilig klinget in dem Himmel immerdar. Welt, bei dir ist Spott und Hohn und ein steter Jammerton; aber dort ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 5. Nichts ist hier denn lauter Weinen, teine Freude bleibet nicht; will uns gleich die Sonne scheinen, so verhemmt die Nacht das Licht. Welt, bei dir ist Angst und Not, Sorgen und der bittre Tod, in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 6. Nun, es wird dennoch geschehen, daß ich auch in kurzer Zeit meinen Heiland werde sehen in der großen Herrlichkeit. Denn bei uns ist lauter Not, Müh und Furcht, zuletzt der Tod; aber dort ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. Eigene Melodie. elt ade, ich bin dein müde, ich will nach dem Himmel zu; da wird sein der rechte Friede und die stolze Seelenruh. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, nichts 7. O wer nur dahin gelanget, denn lauter Eitelkeit, in dem wo jetzund der schöne Chor in Sterbe- und Begräbnislieder. 358 vergüldten Kronen pranget und die Stimme schwingt empor! Denn die Welt hat Krieg und Streit, all hr Tun ist Eitelkeit; in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 8. Zeit, wann wirst du doch anbrechen? Stunden, o wann schlaget ihr, drinnen ich mich kann besprechen mit dem Schönften für und für? Welt, du haft nur Sturm und Streit, lauter Qual und Traurigkeit; aber dort ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 9. Jetzt will ich mich fertig machen, daß mein Tun vor Gott besteh, daß, wenn alles wird zertrachen, es heißt: Komme! und nicht: Geh! Welt, bei dir ist Angstgeschrei, Sorge, Furcht und Heuchelei, in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. Joh. Georg Albinus g. 1624+ 1679. 597. Eigene Melodie. Alle Menschen müssen sterben, alles Fleisch vergeht wie Heu; was da lebet, muß verderben, soll es anders werden neu. Dieser Leib der muß verwesen, wenn er anders soll genesen zu der großen Herrlichkeit, die den Frommen ist bereit. 2. Drum so will ich dieses Leben, weil es meinem Gott beliebt, auch ganz willig von mir geben, bin darüber nicht betrübt. Denn in meines Jesu Wunden hab ich schon Erlösung funden, und mein Trost in Todesnot ist des Herren Jesu Tod 3. Jesus ist für mich gestorten, und sein Tod ist mein Gewinn, er hat mir das Heil erworben; drum fahr ich mit Freud dahin, hin aus diesem Weltgetümmel in den sönen Gotteshimmel, da ich werde allezeit schauen die Dreieinigkeit. 4. Da wird sein das Freudenleben, da viel tausend Seelen schon find mit Himmelsglanz umgeben, dienen Gott vor seinem Thron; da die Seraphinen prangen und das hohe Lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist. 5. Da die Patriarchen wohnen, die Propheten allzumal; wo auf ihren Ehrenthronen sizzet der zwölf Boten Zahl; wo in so viel tausend Jahren alle Frommen hingefahren; da wir unserm Gott zu Ehrn ewig Halleluja hörn. 6. O Jerusalem, du schöne, ach wie helle glänzeft du! Ach wie lieblich Lobgetöne hört man da in sanfter Ruh! O der großen Freud und Wonne, jekund gehet auf die Sonne, jekund gehet an der Tag, der kein Ende nehmen mag! 7. Ach ich habe schon erblicket alle diese Herrlichkeit, jetzo werd ich schön geschmücket mit dem weiBen Himmelskleid, mit der güldnen Ehrenkrone, stehe da vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen kann. Joh. Rosenmüller geb. 1615 † 1686. 598. Mel. Ich hab mein Sach Gott heimgestellt. ie fleucht dahin der Menschen Zeit, wie eilet man zur Ewigteit! Wie wenig denken an die Sterbe- und Begräbnislieder Stund von Herzensgrund, wie schweigt hievon der träge Mund! 2. Das Leben ist gleich wie ein Traum, ein nichtger, leerer Wasserschaum; im Augenblick es bald vergeht und nicht besteht, gleichwie ihr dieses täglich seht. 3. Nur du, Jehova, bleibest mir das, was du bist, ich traue dir; laß Berg und Hügel fallen hin, mir ist Gewinn, wenn ich allein bei Jesu bin. 4. So lang ich in der Hütte wohn, so lehre mich, o Gottes Sohn, gib, daß ich zähle meine Tag und munter wach, daß, eh ich sterb, ich sterben mag. 5. Was hilft die Welt in letzter Not? Lust, Ehr und Reichtum in dem Tod? O Mensch, du läufst dem Schatten zu, bedenk es nu, du kommst sonst nicht zur wahren Ruh. 6. Weg Eitelkeit, der Narren Lust, mir ist das höchste Gut bewußt, das such ich nur, das bleibet mir. O mein Begier, Herr Jesu, zich mein Herz nach dir! 7. Was wird das sein, wenn ich dich seh und bald vor deinem Throne steh! Du unterdessen lehre mich, daß stetig ich mit flugem Herzen suche dich. Joachim Neander g. 1650+ 1680. 599. Eigene Melodie. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende? Hin geht die Zeit, her kommt der Tod; ach wie geschwinde und behende tann kommen meine Todesnot! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 359 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; denn weil ich leb auf dieser Erden, leb ich in steter Todsgefahr. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken und, wenn ich einstens sterben muß, die Seel in Jesu Wunden senken und ja nicht sparen meine Buß. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 4. Laß mich beizeit mein Haus bestellen, daß ich bereit jei für und für und sage frisch in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schicks mit mir! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 5. Mach immer süßer mir den Himmel und immer bittrer mir die Welt, gib, daß mir in dem Weltgetümmel die Ewigkeit sei vorgestellt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 6. Ach Vater, deck all meine Sünde mit dem Verdienste Jesu zu, darein ich mich festgläubig winde; das gibt mir recht erwünschte Ruh. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 7. Ich weiß, in Jesu Blut und Wunden hab ich mir recht und wohl gebett; da find ich Trost in Todesstunden und alles, was ich gerne hätt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 360 Sterbe- und Begräbnislieder. 8. Nichts ist, das mich von Wie soll ich aber wohl und selig Jesu scheide, nichts, es sei Leben sterben, dein Reich ererben? oder Tod; ich leg die Hand in seine Seite und sage: Mein Herr und mein Gott! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 2. Wie du, mein Jesus, bist am Kreuz gestorben und hast dadurch das Leben uns erworben, so laß auf deinen Tod mich auch abscheiden zu deinen Freuden. 9. Ich habe Jesum angezogen schon längst in meiner heilgen Tauf; du bist mir auch daher gewogen, haft mich zum Kind genommen auf. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 3. Und was du noch zuletzt hast ausgesprochen und deines Vaters Herz damit gebrochen, das will ich dir, indem die Augen brechen, getrost nachsprechen: 4. Vergib, o Vater, denen, die mich hassen, die wider mich Neid, Eifer ausgelassen; vergib doch, weil die Feinde nicht verstehen, was sie begehen. 10. Ich habe Christi Leib gegessen, ich hab sein Blut getrunken hier; nun kannst du meiner nicht vergessen, ich bleib in ihm und er in mir. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 11. So komm mein End heut oder morgen, ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt, ich bin und bleib in deinen Sorgen, mit Jesu Blut schön ausgeschmückt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 12. Ich leb indes in dir vergnüget und sterb ohn alle Kümmernis. Mir gnüget, wie mein Gott es füget; ich glaub und bin des ganz gewiß: Durch deine Gnad und Christi Blut machst dus mit meinem Ende gut. Ümilie Juliane, Gräfin zu SchwarzburgRudolstadt g. 1637 † 1706. 600. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. Mein Jesus tommt, mein Sterben ist vorhanden, ich werde frei von dieses Leibes Banden. 5. Vergib auch mir, o Vater, meine Sünde und was ich jetzt noch Böses an mir finde; ich bin von Fleisch und Blut oft übereilet von dir geteilet. 6. Ich hab, o Jesu, Seele, Leid und Leben in meinem Testament dir übergeben, du wirst die Meinen auch heut oder morgen hier wohl versorgen. 7. Ich übergebe sie zu deinen Handen, behüte sie vor Sünden, Schmach und Schanden; du wirst, o Bater, diesen meinen Willen an mir erfüllen. 8. Drauf wendet sich mein Herz von dieser Erden. Dein Paradies das soll mir eigen werden, dein Paradies, das schöne, das wird heute mir stehn zur Beute. 9. Ach Jesu, zeige mir jetzt deine Güte, gib mir ein himmeldringendes Gemüte, daß ich ergreife dort zum Gnadenlohne die schöne Krone. Sterbe- und Begräbnislieder. 361 10. Zwar Hölle, Teufel fangen ob ich noch morgen lebend bin? an zu quälen und streben mir nach meiner armen Seelen, weil ich dein Wort in dieser Sündenhütten hab überschritten. Die Zeit geht hin, der Tod kommt her; ach wer nur immer fertig wär! 11. Ich aber will die Seufzer tiefer fassen: Mein Gott, mein Gott, du wirst mich nicht verlassen, dieweil du selbst von Gott verlassen hingest und mich umfingest. 2. Ein Mensch, der sich mit Sünden träget, ist immer reif zu Sarg und Grab; der Apfel, der den Wurm schon heget, fällt endlich unversehens ab. Der alte Bund schließt keinen aus, mein Leib ist auch ein Totenhaus. 3. Es kann vor Abend anders werden, als es am Morgen mit mir war; den einen Fuß hab ich auf Erden, den andern auf der Totenbahr. Ein einzger Schritt ist nur dahin, wo ich der Würmer Speise bin. 4. Es schickt der Tod nicht immer Boten, er kommet oft unangemeldt und fordert uns ins Land der Toten. Wohl dem, der Haus und Herz bestellt, denn ewig Unglück oder Glück hängt nur an Einem Augenblick. 12. Mein Herze dürftet nach dir und ich ächze, ich seufze nach dem Himmel, ach ich lechze nach dir, nach dir mit großem Durst, ich Armer, du mein Erbarmer! 13. Ach laß mich nicht in meiner Not versinken, laß mich die Kraft aus deinen Wunden trinken, ich dürfte wie ein Hirsch, laß dich erblicken, mich zu erquicken. 14. Jetzt kommt der Troft, mein Herz hat sich gelabet, Jesu, mit deinem Blut bin ich begabet; es ist vollbracht, was übrig ist gewesen, ich bin genesen. 15. Nun ist vollbracht mein Leiden, Kreuz und Jammer; mein schwacher Leib schläft sanft in seiner Kammer und wartet nur, bis Jesus diese Glieder mir gibet wieder. 16. Ich gebe dir den Geist in deine Hände, o Jesu, löse nun des Leibes Bande! Ich bleibe dir, ich sterbe deinem Namen. Jesu, sprich Amen! Michael Hunold g. 1621+ 1672. 601. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 1. Ich sterbe täglich, und mein Leben eilt immerfort zum Grabe hin. Wer kann mir einen Bürgen geben, 5. Herr aller Herren, Tod und Leben hast du allein in deiner Hand; wie lange du mir Frist gegeben, das ist und bleibt mir unbekannt. Hilf, daß ich jeden Glockenschlag an meinen Abschied denken mag. 6. Ein einzger Schlag kann alles enden, wenn Fall und Tod beisammen sein. Doch schlage nur mit Vaterhänden und schließ in Christi Tod mich ein, daß, wenn der Leib zu Boden fällt, die Seel an Jesu Kreuz sich hält. 7. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, wenn Auge, Mund und Ohr sich schleußt; drum bet ich bei gesunden Tagen: Herr, 362 Sterbe- und Begräbnislieder. ich befehl dir meinen Geist. Ver-| der durch alles dringt. Nach dir schließen meine Lippen sich, so sehnt sich meine Seele in der schreie Jesu Blut für mich. Höhle, bis sie sich von hinnen schwingt. 8. Kann ich nicht segnen mehr die Meinen, so segne du sie, Herr, für mich, und wenn sie bittre Tränen weinen, o Tröster, so erbarme dich und lasse der Verlaßnen Schrein durch deinen Trost erhörlich sein! 6. O wie bald kannst du es machen, daß mit Lachen unser Mund erfüllet sei, du kannst durch des Todes Türen träumend führen und machst uns auf einmal frei. 9. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, so schließe mir den Himmel auf, verkürze mir des Todes Schmerzen und hole mich zu dir hinauf, so wird mein Abschied keine Pein, zwar eilig, dennoch selig sein. Benjamin Schmold g. 1672+ 1737. 602. Eigene Melodie. Inter Lilien jener Freuden sollst du weiden, Seele, schwinge dich empor! Als ein Adler fleug behende! Jesu Hände öffnen schon das Perlentor. 2. Laßt mich gehen, laßt mich laufen zu dem Haufen derer, die des Lammes Thron nebst dem Chor der Seraphinen schon be= dienen mit dem reinsten Jubelton. 3. Löse, erstgeborner Bruder, doch die Ruder meines Schiffleins, laß mich ein in den sichern Friedenshafen zu den Schafen, die der Furcht entrücket sein. 4. Nichts soll mir am Herzen kleben, süßes Leben, was die Erde in sich hält. Sollt ich in der Wüste weilen und nicht eilen? Nein, ich eil ins Himmelszelt. 5. Herzensheiland, laß den Glauben mir nichts rauben, Glauben, 7. Du hast Sünd und Straf getragen, Furcht und Zagen muß nun ferne von mir gehn. Tod, dein Stachel liegt danieder, meine Glieder werden fröhlich auferstehn. 8. Gotteslamm, dich will ich loben hier und droben mit der herzlichsten Begier. Du hast dich zum ewgen Leben mir gegeben, hole mich, mein Gott, zu dir! J. Ludw. Konr. Allendorf g. 1693 † 1773. 603. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. i wie so sanft entſchliefest du nach manchem schweren Stand und liegst nun da in süßer Ruh in deines Heilands Hand. 2. Sein Leiden hat dich frei gemacht von aller Angst und Bein, sein letztes Wort: Es ist vollbracht, das singt dich lieblich ein. 3. Du läßt dich zur Verwandelung in dies Gefilde sän mit Hoffnung und Versicherung, viel schöner aufzustehn. 4. Verbirg dich unserm Angesicht im tühlen Erdenschoß! Du hast das deine ausgericht, empfängst ein selig Los. 5. Wir wissen, daß der Bräutigam, der ewig treue Hirt, dich, Sterbe- und Begräbnislieder. sein schon hier geliebtes Lamm, auch dort nicht lassen wird. 6. Er führe seine ganze Herd, die sich zu ihm gesellt und die ihm ist so teur und wert, auch vollends durch die Welt! Nach Gottfr. Neumann g. um 1688+ 1782. 604. Mel. Jesus, meine Zuversicht. Meine Lebenszeit verstreicht, stündlich eil ich zu dem Grabe; wenig Tage sind vielleicht, die ich noch zu leben habe. Dent, o Mensch, an deinen Tod, säume nicht, denn Eins ist not. 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, nichts wird dich im Tod erfreun, diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Jesum liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das der wahre Glaube gibt, wird dir deinen Tod versüßen. Dieses Herz, von Gott erneut, ist des Todes Freudigkeit. 4. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott und bet und wache! Sorge nicht, wie früh du stirbst, deine Zeit ist Gottes Sache. Lern nicht nur, den Tod nicht scheun, lern auch, seiner dich erfreun. 5. Überwind ihn durch Vertraun, sprich: Ich weiß, an wen ich glaube, und ich weiß, ich werd ihn schaun einst in diesem meinen Leibe. Er, der rief: Es ist vollbracht, nahm dem Tode seine Macht. 363 6. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein versenken, sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich selbst bedenken! Lehre du michs jeden Tag, daß ich weiser werden mag. Chr. F. Gellert g. 1715+ 1769. 605. Mel. Jesus, meine Zuversicht. eht nun hin und grabt mein Grab, denn ich bin des Wanderns müde, von der Erde scheid ich ab, denn mir ruft des Himmels Friede, denn mir rust die süße Ruh von den Engeln droben zu. 2. Geht nun hin und grabt mein Grab; meinen Lauf hab ich vollendet, lege nun den Wanderstab hin, wo alles Irdsche endet, lege selbst mich nun hinein in das Bette sonder Pein. 3. Was soll ich hienieden noch in dem dunklen Tale machen? Denn wie mächtig, stolz und hoch wir auch stellen unsre Sachen, muß es doch wie Sand zergehn, wenn die Winde drüber wehn. 4. Darum, Erde, fahre wohl, laß mich nun in Frieden scheiden! Deine Hoffnung, ach, ist hohl, deine Freuden werden Leiden, deine Schönheit Unbestand, eitel Wahn und Trug und Tand. 5. Darum letzte gute Nacht, Sonn und Mond und liebe Sterne, fahret wohl mit eurer Pracht, denn ich reis in weite Ferne, reise hin zu jenem Glanz, worin ihr erbleichet ganz. 6. 3hr, die nun in Trauren geht, fahret wohl, ihr lieben 364 Freunde! Was von oben niederweht, tröstet froh des Herrn Gemeinde; weint nicht ob dem eitlen Schein, droben nur kann ewig sein. Sterbe- und Begräbnislieder. 7. Weinet nicht, daß nun ich will von der Welt den Abschied nehmen, daß ich aus dem Irrtum will, aus den Schatten, aus den Schemen*), aus dem Eitlen, aus dem Nichts hin ins Land des ewgen Lichts. *) Wesenlose Bilder. Pf. 39, 7. 8. Weinet nicht: mein süßes Heil, meinen Heiland hab ich funden und ich habe auch mein Teil in den warmen Herzenswunden, woraus einst sein from= mes Blut floß der ganzen Welt zugut. 9. Weint nicht: mein Erlöser lekt; hoch vom finstern Erdenstaube hell empor die Hoffnung schwebt, und der Himmelsheld, der Glaube, und die ewge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nicht! Ernst Moriz Arndt g. 1769+ 1860. 606. Mel. Christus der ist mein Leben. Am Grabe stehn wir stille und säen Tränensaat, des lieben Pilgers Hülle, der ausgepilgert hat. 2. Er ist nun angekommen, wir pilgern noch dahin; er ist nun angenommen, der Tod war ihm Gewinn. 3. Er schaut nun, was wir glauben, er hat nun, was uns fehlt, ihm kann der Feind nichts rauben, der uns versucht und quält. 4. Ihn hat nun als den Seinen der Herr dem Leid entrückt, und während wir hier weinen, ist er so hoch beglückt. 5. Er trägt die Lebenskrone und hebt die Palm empor und singt vor Gottes Throne ein Lied im höhern Chor. 6. Wir armen Pilger gehen hier noch im Tal umher, bis wir ihn wiedersehen und selig sind wie er. K. I. Phil. Spitta g. 1801 t 1859 Siehe auch Nr. 432 bis 436. Beim Tode der Ehefrau. 607. Mel. Wenn mein Stündlein vorhanden ist. ch Gott, ich muß in Traurigkeit mein Leben nun beschließen, dieweil der Tod von meiner Seit so eilends hat gerissen mein treues Herz, der Tugend Schein, des muß ich jetzt beraubet sein. Wer kann mein Elend wenden? 2. Wenn ich an ihre Freundlichkeit gedenk in meinem Herzen, die sie mir hat zu jeder Zeit in Freud und auch in Schmerzen erwiesen ganz beständiglich, mein Kreuz und Weinen mehret sich, vor Angst möcht ich vergehen. 3. Bei wem soll ich auf dieser Welt rechtschaffne Liebe finden? Der meiste Teil nicht Glauben hält, die Treu will gar verschwinden. Ich glaub und red es ohne Scheu: Die best ist doch getraute Treu, die muß ich jetzt entraten. 4. Fürwahr mir geht ein scharfes Schwert jekund durch meine Sterbe- und Begräbnislieder. Seele, die abzuscheiden oft begehrt aus ihres Leibes Höhle. Wo du nicht, Herre Jesu Christ, in solchem Kreuz mein Tröster bist, muß ich in Leid verzagen. 608. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. ott Lob, die Stund iſt kommen, da ich werd aufgenommen 5. O treugeliebtes, selges Herz, zu dir will ich mich wenden in diesem meinem großen Schmerz, ob sich mein Angst möcht wenden. Ich will betrachten deinen Stand, dürft nicht klagen, mit Freude wie Gott dir alles Kreuz gewandt in höchste Freud und Wonne. ins schöne Paradeis. Ihr Eltern 6. Kein Angst, kein Trübsal, Weh und Not kann dich jekund verletzen; im Himmel tut der fromme Gott mit Liebe dich ergeben. Die Seele schaut mit Luft und Freud die heilige Dreifaltigkeit mit allen Auserwählten. 7. Du kommst nicht wieder her zu mir in dies betrübte Leben, ich aber komm hinauf zu dir. Da werd ich mit dir schweben in höchster Freude, Wonn und Luft, die deine Seele täglich kost, drauf ich mich herzlich freue. 365 Tod und Begräbnis von Kindern. 9. Dies will ich stets in mei nem Leid mir zu Gemüte führen, erwarten in Geduld die Zeit, wie Christen will gebühren. Gott alles Trostes steh bei mir und mich durch seinen Geift regier zu seines Namens Ehre! Joh. Heermann g. 1585+ 1617. sollt ihr sagen: Dem Höchsten sei Lob, Ehr und Preis! 2. Kurz ist mein irdisch Leben, ein bessers wird mir geben Gott in der Ewigkeit. Da werd ich nicht mehr sterben, in keiner Not verderben, mein Leben wird sein lauter Freud. 3. Gott eilet mit den Seinen, läßt sie nicht lange weinen in diesem Tränental. Ein schnell und selig Sterben ist schnell und glücklich erben des schönen Himmels Ehrensaal. 4. Wie öfters wird verführet manch Kind, an dem man spüret rechtschaffne Frömmigkeit! Die Welt voll List und Tücke legt heimlich ihre Stricke, bei Tag und Nacht, zu jeder Zeit. 8. O wie mit großer Freudigfeit wolln wir einander tennen! Da wird uns dann zu keiner Zeit der bittre Tod mehr trennen. Ach welche Freude wird dann 5. Ihr Netze mag sie stellen, jein, wenn ich die, die ich jetzt mich wird sie nun nicht fällen, bewein, mit Freude werd um- sie wird mir tun kein Leid. fangen! Denn wer kann den verlegen, den Christus jetzt wird setzen ins Schloß vollkommner Sicherheit? 6. Zuvor bracht ich euch Freude, jetzt, nun ich von euch scheide, betrübt sich euer Herz. Doch wenn ihrs recht betrachtet und was Gott tut, hoch achtet, wird sich bald lindern aller Schmerz. Sterbe- und Begräbnislieder. 366 7. Gott zählet alle Stunden, 4. Was frag ich nun nach er schlägt und heilet Wunden, er jener Welt? Mein Jesus hier kennet jedermann. Nichts ist mich küßt und hält, in ihm erjemals geschehen, das er nicht freu ich mich allein, ohn ihn vorgesehen, und was er tut, ist tann ich nicht fröhlich sein. wohlgetan. 8. Wenn ihr mich werdet finden vor Gott, frei aller Sünden, in weißer Seide stehn und tragen Siegespalmen in Händen und mit Psalmen des Herren Lob und Ruhm erhöhn, 9. Da werdet ihr euch freuen, es wird euch herzlich reuen, daß ihr euch so betrübt. Wohl dem, der Gottes Willen gedenket zu erfüllen und ihm sich in Geduld ergibt. 10. Ade, nun seid gesegnet! Was jetzund euch begegnet, ift andern auch geschehn, viel müssens noch erfahren. Nun, Gott woll euch bewahren! Dort wollen wir uns wiedersehn. Joh. Heermann g. 1585+1647. 609. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. nun un lieg ich armes Würmelein und ruh in meinem Kämmerlein, ich bin durch einen sanften Tod entgangen aller Angst und Not. 2. Was schadet mirs, daß mein Gebein muğ in das Grab verscharret sein? Mein Seele schwebet ohne Leid in Himmelsglanz und Herrlichkeit. 3. In solchem Schmuck, in solcher 3ier prang ich vor Gottes Thron allhier; mein Jesus ist all meine Lust, mein Labsal, meine beste Koft. 5. Mit Weinen war ich erst geborn, zum Jauchzen bin ich auserkorn; ich finge mit der Engelschar das ewig neue Jubeljahr. 6. Nichts Liebers meine Zunge singt, nichts reiner meinen Ohren flingt, nichts Süßers/ meinem Herzen ist, als mein herzliebster Jesus Chrift. 7. Drum, liebe Eltern, höret auf, zu klagen meinen kurzen Lauf, ich bin vollkommen wor den bald; wer selig stirbt, ist gnugsam alt. 8. Drum legt die Hand auf euren Mund und seht auf Gott, der euch verwundt, der euch zu heilen ist bereit, wenns dienet eurer Seligkeit. 9. An jenem Tag wir werden gehn, da vor Gott Groß und Kleine stehn, zur himmelischen Christtagsfreud mit höchster Ehr und Herrlichkeit. Mich. Schirmer g. 1606 † 1673. 610. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher Geist. D u bist zwar mein und bleibest mein,( wer will mir anders sagen?) doch bist du nicht nur mein allein, der Herr von ewgen Tagen der hat das meiste Recht an dir, der fordert und erhebt von mir dich, o mein Sohn, mein Wille, mein Herz und Wunsches Fülle. Sterbe- und Begräbnislieder. 367 2. Ach gält es wünschen, wollt 7. Wie manches junges, fromich dich, du Sternlein meiner mes Blut wird jämmerlich verSeelen, vor allem Weltgut willig- führet durch bös Erempel, daß lich mir wünschen und erwählen. es tut, was Christen nicht geIch wollte sagen: Bleib bei mir, bühret. Da hats denn Gottes du sollst sein meines Hauses Zorn zu Lohn, auf Erden nichts Zier, an dir will ich mein Lieben als Spott und Hohn, der Vater bis in mein Sterben üben. muß mit Grämen sich seines Kindes schämen. 8. Ein solches darf ich ja nun nicht an meinem Sohn erwarten; der steht vor Gottes Angesicht und geht in Christi Garten, hat Freude, die ihn recht erfreut, und ruht von allem Herzeleid; er sieht und hört die Scharen, die uns allhier bewahren. 3. So sagt mein Herz und meint es gut, Gott aber meints noch besser. Groß ist die Lieb in meinem Mut, in Gott ist sie noch größer. Ich bin ein Vater und nichts mehr, Gott ist der Väter Haupt und Ehr, ein Quell, da Alt und Jungen in aller Welt entsprungen. 4. Ich sehne mich nach meinem Sohn, und der mir ihn gegeben, will, daß er nah an seinem Thron im Himmel folle leben. Ich sprech: Ach weh, mein Licht verschwindt, Gott spricht: Willkomm, du liebes Kind, dich will ich bei mir haben und ewig reichlich laben. 5. O süßer Rat, o schönes Wort und heilger, als wir denten! Bei Gott ist ja tein böser Ort, kein Unglück und tein Kränken, kein Angst, kein Mangel, kein Versehn, bei Gott kann keinem Leid geschehn; wen Gott versorgt und liebet, wird nimmermehr betrübet. 6. Wir Menschen sind ja auch bedacht die Unsrigen zu zieren; wir gehn und sorgen Tag und Nacht, wie wir sie wollen führen in einen feinen, selgen Stand, und ist doch selten so bewandt mit dem, wohin sie kommen, als wirs uns vorgenommen. 9. Er sieht und hört der Engel Mund, sein Mündlein hilft selbst singen; weiß alle Weisheit aus dem Grund und redt von solchen Dingen, die unser keiner noch nicht weiß, die auch durch unsern Fleiß und Schweiß wir, weil wir sind auf Erden, nicht ausstudieren werden. 10. Ach sollt ich doch von ferne stehn und nur ein wenig hören, wenn deine Sinne sich erhöhn und Gottes Namen ehren, der heilig, heilig, heilig ist, durch den du auch geheiligt bist: ich weiß, ich würde müssen vor Freude Tränen gießen; 11. Ich würde sprechen: Bleib allhier, nun will ich nicht mehr flagen: Ach mein Sohn, wärst du noch bei mir! nein, sondern: Komm, du Wagen Elias, hole mich geschwind und bring mich dahin, da mein Kind und so viel liebe Seelen so schöne Ding erzählen! 368 Sterbe- und Begräbnislieder. 12. Nun es sei ja und bleib hin! Ich freue mich von Heralso, ich will dich nicht mehr zen, daß ich erlöset bin. Ich leb weinen; du lebst und bist von in tausend Freuden in meines Herzen froh, siehst lauter Sonnen Schöpfers Hand; da trifft und scheinen, die Sonnen ewger Freud rührt kein Leiden, so dieser Welt und Ruh; hier leb und bleib bekannt. nun immerzu, ich will, wills Gott, mit andern auch bald hinüber wandern. Paul Gerhardt g. 1607+ 1676. 611. Mel. Herzlich tut mich verlangen. o hab ich obgesieget, mein Lauf ist nun vollbracht, ich bin gar wohl vergnüget, zu tausend guter Nacht! Ihr aber, meine Lieben, tut nicht so ängstiglich! Was wollt ihr euch betrüben? Stehts doch sehr gut um mich. 2. Denkt, Vater, wie viel Sorgen, wie manche wache Nacht, wie manchen düstern Morgen ein liebes Kind oft macht. Was ihm kann widerfahren, das fürchtet, wer es liebt. Den Kummer könnt ihr sparen, drum seid nicht so betrübt. 3. Ach Mutter, laßt die Zähren, stellt euer Klagen ein, des Höchsten sein Begehren das muß erfüllet sein. 9. Daß ihr mein Grab müßt Warum ihr jetzo weinet sehen, zeigt unsern schwachen und gar zu kläglich tut, das ist Stand; daß es sobald geschehen, sehr wohl gemeinet: Gott machet tut Gottes Vaterhand. Gott alles gut. wird das Leid euch stillen: ich sterbe nicht zu jung, wer stirbt nach Gottes Willen, der stirbt schon alt genung. 4. Die Freude, die sich reget bei einem Wandersmann, wenn er die Reis hinleget und kommet glücklich an; die Freude, die empfindet ein Schiffer, wenn sich ichier ein sichrer Hafen findet, die spür ich jetzt bei mir. 6. Schmückt meinen Sarg mit Kränzen, wie sonst ein Siegsmann prangt. Aus jenem Himmelslenzen hat meine Seel erlangt die ewig grüne Krone; die werte Siegespracht rührt her von Gottes Sohne, der hat mich so bedacht. 5. Fahr hin, o Angst und Schmerzen, fahr immer, immer 7. Doch neket ihr die Wangen, ihr Eltern, über mir, euch hat das Leid umfangen, das Herze bricht euch schier; des Vaters treue Liebe sieht sehnlich in mein Grab, die Mutter stehet trübe und kehrt die Augen ab. 8. Ich war euch nur geliehen auf eine kurze Zeit, will Gott mich zu sich ziehen, so werfet hin das Leid und sprecht: Gott hats gegeben, Gott, nimms, du hast das Recht, bei dir steht Tod und Leben, der Mensch ist Gottes Knecht. ( Nachruf der Betrübten.) 10. Fahr wohl, o liebe Seele, genieß der süßen Luft! Uns in der Trauerhöhle ist nichts hievon bewußt. Wann wird doch anges Sterbe- und Begräbnislieder. langen desselben Tages Schein, daß du uns wirst empfangen? O möcht er heute sein! Gottfr. Wilh. Sacer g. 1635+ 1699. 612. Eigene Melodie. euch hin, mein Kind, denn Gott selbst fordert dich aus dieser argen Welt. Ich leide zwar, dein Tod betrübet mich, doch weil es Gott gefällt, so unterlaß ich alles Klagen und will mit stillem Geiste sagen: Zeuch hin, mein Kind! 2. 3euch hin, mein Kind, der Schöpfer hat dich mir nur in der Welt geliehn. Die Zeit ist aus, darum befiehlt er dir jetzt wieder fortzuziehn. 3euch hin, Gott hat es so versehen, was dieser will, das muß geschehen. Zeuch hin, mein Kind! 3. 3euch hin, mein Kind, im Himmel findest du, was dir die Welt versagt; denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Ruh, da wird tein Schmerz erfragt. Hier müssen wir in Ängsten schweben, dort kannst du ewig fröhlich leben. 3euch hin, mein Kind! 4. 3euch hin, mein Kind, hinauf in Gottes Schul, da Gott selbst Lehrer ist, da lauter Lust, da du vor Gottes Stuhl beim Chor der Engel bist. Da kannst du deinem Jesu singen, die Himmelslieder lassen klingen. Zeuch hin, mein Kind! 369 5. 3euch hin, mein Kind, wir folgen alle nach, so bald es Gott befiehlt. Du eilest fort, eh sich das Ungemach in deine Jahre spielt. Wer lange lebt, stedt lang im Leide, wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude. Zeuch hin, mein Kind! 6. 3euch hin, mein Kind, die Engel warten schon auf deinen frommen Geist. Du sieheft auch, wie Gottes lieber Sohn dir schon die Krone weist. Nun wohl, dein Seele ist entbunden, du hast im Herren überwunden. Zeuch hin, mein Kind! Gottfr. Hoffmann g. 1658 † 1712. 613. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. Wen enn kleine Himmelserben in ihrer Unschuld sterben, so büßt man sie nicht ein, sie werden nur dort oben vom Vater aufgehoben, damit sie unverloren sein. 2. Sie sind ja in der Taufe zu ihrem Christenlaufe für Christum eingeweiht und noch bei Gott, in Gnaden; was sollt es ihnen schaden, daß Jesus sie zu sich entbeut? 3. O wohl auch diesem Kinde! Es stirbt nicht zu geschwinde. Zeuch hin, du liebes Kind! Du gehest ja nur schlafen und bleibest bei den Schafen, die ewig unsers Jesu find. Johann Andreas Rothe g. 1688 † 1758. 24 370 XXVII. Lieder von der Auferstehung. 614. Eigene Melodie. Jesus, meine Zuversicht und mein Heiland, ist im Leben. Dieses weiß ich; soll ich nicht darum mich zufrieden geben, was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, er mein Heiland, lebt, ich werd auch das Leben schauen, sein, wo mein Erlöser schwebt; warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden, meine starke Glaubenshand wird in ihm gelegt befunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher auch einmal zu Asche werden; das gesteh ich, doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn sein mög allezeit. 5. Dieser meiner Augen Licht wird ihn, meinen Heiland, tennen, ich, ich selbst, kein Fremder nicht, werd in seiner Liebe brennen; nur die Schwachheit um und an wird von mir sein abgetan. 7. Seid getroft und hoch erfreut, Jesus trägt euch, meine Glieder! Gebt nicht statt der Traurigkeit! Sterbt ihr, Christus ruft euch wieder, wann die letzt Posaun erklingt, die auch durch die Gräber dringt. 8. Lacht der finstern Erdenkluft, lacht des Todes und der Höllen, denn ihr sollt euch durch die Luft eurem Heiland zugejellen.*) Dann wird Schwachheit und Verdruß liegen unter eurem Fuß. *) 1 Theff. 4, 17. 9. Nur daß ihr den Geist erhebt von den Lüsten dieser Erden und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr beigefügt wollt werden. Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein. Luise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg(?) g. 1627 † 1667. 615. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. s mag dies Haus, das aus der Erden, nur immerhin zer= brochen werden, ein andres Haus wird uns erbaut. Gott selbst will diesen Bau vollführen, mit ewger Himmelstlarheit zieren, dran man nichts Unvollkommnes schaut. Hinweg, was irdisch heißt! Mein Herz und ganzer Geist fleugt von hinnen, ergreift dies Wort und ist schon dort an jenem selgen 6. Was hie kranket, seufzt und fleht, wird dort frisch und herrlich gehen; irdisch werd ich aus- Freudenort. gesät, himmlisch werd ich auferstehen; hie geh ich natürlich ein, dort da werd ich geistlich sein. 2. Da wird kein Vorhang angetroffen, das Allerheiligste steht offen; o seligste Zufriedenheit! Lieder von der Auferstehung. 371 Hier, wo sich Fried und Freude ist, daß ich im Tod nicht bleibe, füssen, gibt süße Wonne zu ge- und dieser Tag mir nicht sein nießen die heiligste Dreieinigkeit. mag ein Tag der Schmach und Es naht uns freundlich hier der Schmerzen, wie den verruchten Engel schöne Zier, alle Frommen Herzen. umfassen sich recht brüderlich; o Herz und Seele, freue dich! 4. Ich hoffe dann den Gnadenlohn durch Christum zu erlangen und vor des Allerhöchsten Thron im schönsten Schmuck zu prangen. Komm, süße Zeit! Herr, mich bereit, daß sie mich mög erquicken und ewiglich beglücken. Peter Busch g. 1682+ 1714. 3. Hier ist nur lauter Licht und Freude, hier kleidet uns nur weiße Seide der allerreinsten Heiligkeit; wir tragen lauter güldne Kronen, wir sitzen hier auf güldnen Thronen, hier wechselt sich gar keine Zeit. Hör auf, mein blöder Sinn, wo willst du endlich hin? Stille, stille! Geh ruhig ein, wo Gott allein wird alles und in allem sein. Jakob Baumgarten g. 1668+ 1722. 616. Mel. Was Gott tut, das ist wohlgetan. Ich freue mich der frohen Zeit, da ich soll auferstehen und Gott in schönster Herrlichkeit und meinen Heiland sehen, da ich soll sein in der Gemein der auser wählten Frommen und zu den Vätern kommen. 2. Ach käme bald der Tag heran, der Tag, dran mein Erlösung, der Tag, an dem ich hoffen kann die Freiheit und Genesung; da Engeln gleich im Engelreich ich werd ein Leben haben, wo Loben, Lieben, Laben. 3. Ich weiß durch meinen Jesum Christ, an den ich herzlich gläube, der meine Auferstehung 617. Eigene Melodie. Auferstehn, ia auferſtehn wirſt du, mein Staub, nach kurzer Ruh. Unsterblichs Leben wird, der dich schuf, dir geben. Halleluja! 2. Wieder aufzublühn werd ich gesät. Der Herr der Ernte geht und sammelt Garben uns ein, uns ein, die starben. Halleluja! 3. Tag des Danks, der Freu dentränen Tag, du meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe genug geschlummert habe, erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wirds dann uns sein. Mit Jesu gehn wir ein zu seinen Freuden. Der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 5. Ach ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann. Lebt ich im Heiligtume zu seines Namens Ruhme! Halleluja! Fr. Gottl. Klopstod g. 1721+ 1803. 21 372 XXVIII. Pieder vom Gerichte. 618. Eigene Melodie. Tag des Zorns, o Tag voll Grauen, da die Welt den Herrn soll schauen nach dem Wort, dem wir vertrauen! 2. Bittern in der Erde Gründen wird des Richters Nahn vertünden, der die Herzen will er= gründen. 3. Wunderbar Posaunenhallen wird durch jedes Grab erschallen, auf, zum Throne! rufend allen. 4. Erd und Tod wird sehn mit Beben das Geschöpf der Grust entschweben, Antwort seinem Herrn zu geben. 5. Und ein Buch wird sich entfalten, drin die Schuld der Welt enthalten, über die Gericht zu halten. 6. Wenn er nun sitzt auf dem Throne, kommt alsbald vor Gottes Sohne alles zu verdientem Lohne. 7. Was soll dann ich Armer sagen? wer mich zu vertreten wagen, wo selbst die Gerechten zagen? Kreuz gehangen, nicht umsonst sei Tod und Bangen. 9. Jesu, deiner Lieb gedenke, daß du für mich kamst, bedenke, darum einst mir Gnade schenke! 10. Bist voll Schmerz mich suchen gangen, haft für mich am 11. Richter der gerechten Rache, deiner Huld mich teilhaft mache, eh der Tag des Zorns erwache. 12. Gleich Verworfnen fühl ich Bangen, Schuld macht glühen meine Wangen; mein Gebet laß Gnad erlangen! 13. Du, der lossprach einft Marien und dem Schächer haft verziehen, haft auch Hoffnung mir verliehen. 14. Gar unwürdig ist mein Flehen, laß du, Heiland, Gnad mich sehen, nicht ins ewge Feuer gelen! 15. Von den Böcken wollst mich scheiden, zu den Schafen mich geleiten, stelln zu deiner rechten Seiten. 16. Ruf, wenn in die ewgen Flammen sinken, die du willst verdammen, mit den Deinen mich zusammen! 17. Sieh, nach dir streck ich die Hände, zum Zerknirschten, Herr, dich wende, o gib mir ein selges Ende! 18. Tag voll Tränen, wo mit 8. Furchtbar hoch erhabner Grauen Gott die Kreatur soll König, ell Liebe, Heiland schauen, auferstehend aus dem gnädig, mach du mich der Sün- Grabe! Nimm die Schuld, Herr, den ledig! allen abe! Frommer Jesu, Heiland du, schenke alln die ewge Ruh! Aus dem Lateinischen des Thomas von Celano um 1250: Dies irae, dies illa. Übersetzung von Bunsen. Lieder vom Gerichte. 619. Eigene Melodie. acht auf, ihr Christen alle, wacht auf und seid bereit in diesem Jammertale, wacht auf, es ist schon Zeit! Der Herr wird nun bald kommen und zum Gerichte gehn, die Sünd'r wird er verdammen; wer wird vor ihm bestehn? 2. Geld, Gut kann da nicht raten, es hilft nicht hoher Mut, du mußt es kurz verlassen, wenn kommt der bittre Tod. Bist du gleich schön von Farben, bist du gleich jung und reich, Gott kann dich bald verderben im Augenblick der Zeit. 3. Darum ihr Christen alle, die hier beisammen seid, laßt euren Hochmut fallen und wartet auf die Zeit! Wollt ihr bei Jeju leben, so sucht das ewge Gut, er wirds euch reichlich geben und helfen aus der Not. 4. Gotts Wort ist uns gegeben aus groß'r Barmherzigkeit, daß wir darnach solln leben und machen uns bereit. So laßt uns das nun fassen und halten fest daran; wolln wir das nun verlassen, so ists mit uns getan. 5. Ach wär der nicht geboren, der Gottes Wort veracht! Es ist mit ihm verloren, er wandert ganz in Nacht, voll Laster und voll Schande und spottet mit Gotts Wort; o weh, die Höllenbande erwarten ihn schon dort. 6. Der Armen Not und Grämen laßt euch zu Herzen gehn, daß sie euch nicht beschämen, wenn 373 ihr vor G'richt sollt stehn. Denn wer den Armen gibet, erlangt den Gnadenlohn; den, der sie hier betrübet, verdammt einst Gottes Sohn. 1545. Nach dem hannov. Gsb. 1648. 620. Eigene Melodie. s ist gewißlich an der Zeit, daß Gottes Sohn wird kemmen in seiner großen Herrlichkeit, zu richten Bös und Fromme. Da wird das Lachen werden teur, wenn alles wird vergehn im Feur, wie Petrus*) davon schreibet. *) 2 Petri 3, 7. 2. Posaunen wird man hören gehn an aller Welten Ende, darauf bald werden auferstehn all Toten gar behende; die aber noch das Leben habn, die wird der Herr von Stunde an verwandeln und verneuen. 3. Darnach wird man ablesen bald ein Buch, darin geschrieben, was alle Menschen, jung und alt, auf Erden habn getrieben; da denn gewiß ein jedermann wird hören, was er hat getan in seinem ganzen Leben. 4. O weh demselben, welcher hat des Herren Wort verachtet und nur auf Erden früh und spat nach großem Gut getrachtet! Er wird fürwahr gar schlecht bestehn und mit dem Satan müssen gehn von Christo in die Hölle. 5. O Jesu, hilf zur selben Zeit von wegen deiner Wunden, daß ich im Buch der Seligkeit werd angezeichnet funden. Daran ich denn auch zweifle nicht, denn du 374 haft ja den Feind gericht und meine Schuld bezahlet. Lieder vom ewigen Leben. 6. Derhalben mein Fürsprecher sei, wenn du nun wirst erscheinen, und lies mich aus dem Buche frei, darinnen stehn die Deinen; auf daß ich samt den Brüdern mein mit mir geh in den Himmel ein, den du uns haft erworben. 2. Zion hört die Wächter singen, das Herz tut ihr vor Freude springen, sie wachet und steht 7. O Jesu Christ, du machst eilend auf. Ihr Freund kommt es lang mit deinem jüngsten vom Himmel prächtig, von Gnade Tage; den Menschen wird auf| start, von Wahrheit mächtig, ihr Erden bang von wegen vieler Licht wird hell, ihr Stern geht Plage; komm doch, komm doch, auf. Nun komm, du werte Kron, du Richter groß, und mach uns Herr Jesu, Gottes Sohn! Hyobald in Gnaden los von allem sianna! Wir folgen all zum Übel!* Amen. Freudensaal und halten mit das Abendmahl. Barthol. Ringwaldt g. 1539+ 1592. Nach dem Lateinischen Dies irae, dies illa. Munde: Wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräutgam kömmt, steht auf, die Lampen nehmt! Halleluja! Macht euch bereit zu der Hochzeit, ihr müsset ihm entgegengehn! 3. Gloria sei dir gesungen mit Menschen und mit Engelzungen, mit Harfen und mit Cymbeln schön! Von zwölf Perlen sind die Tore an deiner Stadt; wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat ie gesehn, kein Ohr hat je gehört solche Freude. Drum jauchzen wir und singen dir das Halleluja 621. Ev. Matth. 25. Eigene Melodie. achet auf! ruft uns die Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne, wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese für und für. Stunde; sie rufen uns mit hellem Eigene Melodie. Ich weiß ein lieblich Engelspiel, da ist alls Leid zergangen; im Himmelreich ist Freude viel ohn Endesziel, dahin soll uns verlangen. Philipp Nicolai g. 1556+ 1608. XXIX. Pieder vom ewigen Leben. 622. 2. Weil uns Gott durch die Gnade sein wollt lieblich dahin weisen, so steh auf, edle Seele mein, tracht da hinein, sein Lob sollst immer preisen. 3. Der Winter falt, det Sünden Zeit die haben bald ein Ende; kehr dich zu Gott, der dir verzeiht; Lieder vom ewigen Leben. darum ihn bitt mit Herzen und mit Händen! 4. Schlaf oder wach, lieg oder geh, so steh allzeit in Sorgen, bitt Gott, daß er dir gebe Reu all Tage neu den Abend und den Morgen. 5. Aus Herzen tief andächtiglich sollst du mit Reue sprechen: Ach reicher Gott vom Himmelreich, nun wollst du dich an meiner Sünd nicht rächen! 6. Ich weiß, daß Gott ist also gut, daß er dir Gnad will geben, kehrst du von Sünden deinen Mut. Wer also tut, der kommt ins ewge Leben. Nach Heinrich v. Loufenberg+ 1455. 623. Mel. Valet will ich dir geben. De er Bräutgam wird bald rufen: Kommt all, ihr Hochzeitgäst! Hilf Gott, daß wir nicht schlafen, in Sünden schlummern fest, bald habn in unsern Händen die Lampen, Öl und Licht und uns nicht müssen wenden von deinem Angesicht. 2. Da werden wir mit Freuden den Heiland schauen an, der durch sein Blut und Leiden den Himmel aufgetan, die lieben Patriarchen, Propheten allzumal, die Märtrer und Apostel bei ihm in großer Zahl. 3. Die werden uns annehmen als ihre Brüderlein, sich unser gar nicht schämen, uns mengen mitten ein. Wir werden alle treten zur Rechten Jesu Christ, als unsern Gott anbeten, der unsers Fleisches ist. 375 4. Gott wird sich zu uns kehren, ein'm jeden setzen auf ein güldne Kron der Ehren und herzen freundlich drauf, wird uns an sein Brust drücken aus Lieb ganz väterlich, an Leib und Seel uns schmücken mit Gaben mildiglich. 5. Da wird man hören flingen das rechte Saitenspiel, die Musikkunst wird bringen in Gott der Freuden viel, die Engel werden fingen, all Heilgen Gotts zugleich, mit himmelischen Zungen ewig in Gottes Reich. 6. Er wird uns fröhlich leiten ins ewge Paradeis, die Hochzeit zubereiten zu seinem Lob und Preis; da wird sein Freud und Wonne in rechter Lieb und Treu aus Gottes Schatz und Bronne und ewig werden neu. 7. Also wird Gott erlösen uns gar von aller Not, vom Teufel, allem Bösen, von Trübsal, Angst und Spott, von Trauren, Weh und Klagen, von Krankheit, Schmerz und Leid, von Schwermut, Sorg und 3agen, von aller bösen Zeit. Nach Johann Walther g. 1493+ 1570. 624. Eigene Melodie. Jerusalem, du hochgebaute Stadt, wollt Gott, ich wär in dir! Mein sehnlich Herz so groß Verlangen hat und ist nicht mehr bei mir. Weit über Berg und Tale, weit über blaches Feld schwingt es sich über alle und eilt aus dieser Welt. 376 Lieder vom ewigen Leben. 2. O schöner Tag und noch und Preis. Das Halleluja reine viel schönre Stund, wann wirst singt man in Heiligkeit, das Hodu kommen schier, da ich mit sianna feine ohn End in Ewigkeit, Luft, mit freiem Freudenmund die Seele geb von mir in Gottes treue Hände zum auserwählten Pfand, daß sie mit Heil anlände in jenem Vaterland? 8. Mit Jubelklang, mit Instrumenten schön, mit Chören ohne Zahl, daß von dem Schall und von dem süßen Ton sich regt der Freudensaal, mit hundert tausend Zungen, mit Stimmen noch viel mehr, wie von Anfang gesungen das große Himmelsheer. Joh. Matth. Meyfart g. 1590+ 1642. 625. 3. Im Augenblick wird sie erheben sich bis an das Firmament, wenn sie verläßt so sanft, so wunderlich die Stätt der Element, fährt auf Elias Wagen mit heilger Engelschar, die sie in Händen tragen, umgeben ganz und gar. Eigene Melodie. wie selig seid ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Ihr 4. O Ehrenburg, sei nun gegrüßet mir, tu auf der Gnade Pfort! Wie große Zeit hat mich verlangt nach dir, eh ich bin seid entgangen aller Not, die tommen fort aus jenem bösen uns noch hält gefangen. Leben, aus jener Nichtigkeit, und Gott mir hat gegeben das Erb der Ewigkeit. 2. Muß man doch hier wie im Kerker leben, da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben; was wir hie kennen, ist nur Müh und Herzeleid zu nennen. 5. Was für ein Volk, was für ein edle Schar kommt dort gezogen schon? Was in der Welt von Auserwählten war, seh ich, die beste Kron, die Jesus mir, der Herre, entgegen hat gesandt, da ich noch war so ferne in meinem Tränenland. 3. Ihr hingegen ruht in eurer Kammer sicher und befreit von allem Jammer, kein Kreuz und Leiden ist euch hinderlich in euren Freuden. 4. Christus wischet ab euch alle Tränen, ihr habt schon, wonach wir uns erst sehnen, euch wird gesungen, was durch keines Ohr allhie gedrungen. 5. Ach wer wollte denn nicht gerne sterben und den Himmel für die Welt ererben? wollt hier bleiben, sich den Jams mer länger lassen treiben? Wer 7. Wenn dann zuletzt ich angelanget bin im schönen Paradeis, 6. Komm, o Christe, komm, von höchster Freud erfüllet wird uns auszuspannen, lös uns auf der Sinn, der Mund von Lob und führ uns bald von dannen! 6. Propheten groß und Patriarchen hoch, auch Christen ins gemein, die weiland dort trugen des Kreuzes Joch und der Tyrannen Pein, schau ich in Ehren schweben, in Freiheit überall, mit Klarheit hell umgeben, mit sonnenlichtem Strahl. Lieder vom ewigen Leben. 377 Bei dir, o Sonne, ist der from- lornes Schaf, und beğre bald dein men Seelen Freud und Wonne. Simon Dach g. 1605+ 1659. 626. Leben! Wach auf, es ist doch hohe Zeit, es kommt heran die Ewigkeit, dir deinen Lohn zu geben. Vielleicht ist heut der letzte Tag: wer weiß doch, wie man sterben mag? 6. Ewigkeit, du Donner= wort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Nimm du mich, wenn es dir gefällt, Herr Jesu, in dein Freudenzelt! Johann Rist g. 1607+ 1667. Eigene Melodie. Ewigkeit, du Donnerwort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Mein ganz erschrocknes Herz erbebt, daß mir die 3ung am Gaumen klebt. 2. Kein Unglück ist in aller Welt, das endlich mit der Zeit nicht fällt und ganz wird aufgehoben; die Ewigkeit nur hat kein Ziel, fie treibet fort und fort ihr Spiel, läßt nimmer ab zu toben, ja wie mein Heiland selber spricht, aus ihr ist tein Erlösung nicht. 3. O Ewigkeit, du machst mir bang, o ewig, ewig ist zu lang, hier gilt fürwahr kein Scherzen. Drum, wenn ich diese lange Nacht zusamt der großen Pein betracht, erschreck ich recht von Herzen; nichts ist zu finden weit und breit so schrecklich als die Ewigkeit. 4. Ach Gott, wie bist du so gerecht, wie strafest du die bösen Knecht so hart im Pfuhl der Schmerzen; auf kurze Sünden dieser Welt hast du so lange Pein bestellt. 627. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. Ewigkeit, du Freudenwort, das mich erquicket fort und fort, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Freud ohne Leid, ich weiß vor Herzensfröhlichkeit gar nichts mehr vom Elende, das sonst in diesem Leben plagt, weil mir die Ewigkeit behagt. 2. Kein Herrlichkeit ist in der Welt, die endlich mit der Zeit nicht fällt und gänzlich muß vergehen; die Ewigkeit nur hat kein 3iel, fie treibet fort und fort ihr Spiel, bleibt unverändert stehen, ja wie der heilge Petrus spricht, ihr Erbe das verwelket nicht.*) *) 1 Petri 1, 4. Ach nimm dies wohl 3. O Ewigkeit, du währest zu Herzen und merk auf dies, Menschenkind: kurz ist die Zeit, der Tod geschwind. 5. Wach auf, o Mensch, vom Sündenschlaf, ermuntre dich, verlang! Wenn mir auf Erden gleich ist bang, weiß ich, daß dies aufhöret. Drum, wenn ich diese lange Zeit erwäge samt der Seligkeit, die gar nichts mehr 378 Lieder vom ewigen Leben. zerstöret, so acht ich alles Leiden kein Aug sieht jederzeit, was kein nicht, das kaum den Augenblick anficht. Ohr hört weit und breit, haft du dort in Ewigkeit. 4. Im Himmel lebt der Christen Schar bei Gott viel tausendtausend Jahr und werden des nicht müde. Sie stimmen mit den Engeln ein, sie sehen stets der Gottheit Schein, sie haben güldnen Friede, da Christus gibt, wie er verheißt, das Manna, das die Engel speist. 5. Ach wie verlanget doch nach dir mein mattes Herze mit Begier, du überselges Leben! Wann werd ich doch einmal dahin gelangen, wo mein schwacher Einn stets pfleget nach zu streben! Ich will der Welt vergessen ganz, mich sehnen nach des Himmels Glanz. 6. O Ewigkeit, du Freudenwort, das mich erquicket fort und fort, o Anfang sonder Ende! OEwigkeit, Freud o ne Leid, ich weiß von keiner Traurigkeit, wenn ich mich zu dir wende. Herr Jesu, gib mir solchen Sinn beharrlich, bis ich komm dahin. Kaspar Heunisch g. 1620+ 1690. 628. Mel. Da Christus geboren war. Lobe, mein Herz, deinen Gott, der dir hilft aus aller Not, der dir alle Sündenschuld schenkt aus lauter Gnad und Huld, der dir hier Gerechtigkeit, Gnade, Trost und Heiligkeit und dort gibt die Seligkeit. 2. Da ist Leben, Fried und Freud, da ist Ehr und Herrlich feit, da ist deines Vaters Haus, da ist alles Weinen aus; was 3. Da will dein Gott alles sein, da wird Gott, dein Freudenschein, Leib und Seel verneuen ganz gleich dem schönen Sonnenglanz; da ist Gott dein Trost und Schild, der dein Herz mit Freude füllt, weil du bist sein Ebenbild. 4. Dir, Herr, zu Lob, Ehr und Dank will ich meinen Lobgesang fröhlich singen immerdar mit der Auserwählten Schar, wenn mein Leib und Seel erfreut Himmels Herrlichkeit wohnen wird in Ewigkeit. des Joh. Olearius g. 1611+ 1684. 629. mel. Valet will ich dir geben. Ermuntert euch, ihr Frommen, zeigt eurer Lampen Schein, der Abend ist gekommen, die finstre Nacht bricht ein. Es hat sich aufgemachet der Bräutigam mit Pracht; auf, betet, kämpft und wachet, bald ist es Mitternacht. 2. Macht eure Lampen fertig und füllet sie mit Öl und seid des Heils gewärtig, bereitet Leib und Seel! Die Wächter Zions schreien: Der Bräutigam ist nah, begegnet ihm im Reihen und singt Halleluja! 3. Ihr klugen Jungfraun alle, hebt nun das Haupt empor mit Jauchzen und mit Schalle zum frohen Engelchor! Die Tür ist ausgeschlossen, die Hochzeit ist bereit; auf, auf, ihr Reichsgenossen, der Bräutgam ist nicht weit. Lieder vom ewigen Leben. 379 4. Er wird nicht lang verziehen, Freudengarben ein. Gehen wir drum schlafet nicht mehr ein; hier hin und weinen, dorten wird man sieht die Bäume blühen, der die Sonne scheinen, dort ist Tag schönste Frühlingsschein verheißt und keine Nacht, wo man nach Erquicungszeiten; die Abendröte den Tränen lacht. zeigt den schönen Tag von weiten, vor dem das Dunkle weicht. 2. Es ist doch um dieses Leben nur ein jämmerliches Tun, und die Not, die uns umgeben, lässet uns gar selten ruhn. Von dem Abend bis zum Morgen kämpfen wir mit lauter Sorgen, und die überhäufte Not heißet unser täglich Brot. 5. Begegnet ihm auf Erden, ihr, die ihr Zion liebt, mit freudigen Gebärden und seid nicht mehr betrübt! Es sind die Freudenstunden gekommen, und der Braut wird, weil sie überwunden, die Krone nun vertraut. 6. Die ihr Geduld getragen und mit gestorben seid, sollt nun nach Kreuz und Klagen in Freude sonder Leid mit Icben und regieren und vor des Lammes Thron mit Jauchzen triumphieren in eurer Siegestron. 7. Sier sind die Siegespalmen, hier ist das weiße Kleid, hier stehn die Weizenhalmen im Frieden nach dem Streit und nach den Wintertagen, hier grünen die Gebein, die dort der Tod erschlagen, hier schenkt man Freudenwein. 8. O Jesu, meine Wonne, komm bald und mach dich auf, geh auf, verlangte Sonne, und fördre deinen Lauf! O Jesu, mach ein Ende und führ uns aus dem Streit, wir heben Haupt und Hände nach der Erlösungszeit. Laurentius Laurenti g. 1680+ 1722. 630. Mel. 1. Alle Menschen müssen sterben. wie fröhlich, o wie selig werden wir im Himmel sein! Droben ernten wir unzählig unsre 3. Ach wer sollte sich nicht sehnen, bald in Zion dort zu stehn und aus diesem Tal der Tränen in den Freudenort zu gehn, wo das Kreuze sich in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unsre Last in Lust verkehrt, und das Jauchzen ewig währt! 4. Da wird unser Aug er= blicken, was ganz unvergleichlich ist; da wird unsern Mund erquicken, was aus Gottes Herzen fließt; da wird unser Ohr nur hören, was die Freude kann vermehren; da empfindet unser Herz lauter Wohllust ohne Schmerz. 5. O wie werden wir so schöne bei der Klarheit Gottes sein! Wie wird da das Lobgetöne seiner Engel uns erfreun! Wie wird unsre Krone glänzen bei so vielen Siegestränzen, wie wird unser Kleid so rein, heller als die Sonne sein! 6. Ach wann werd ich dahin kommen, daß ich Gottes Antlit schau? Werd ich nicht bald aufgenommen in den schönen Himmelsbau, dessen Grund den Perlen gleichet, dessen Glanz die Sonne 380 weichet, dessen wundervolle Pracht alles Gold beschämet macht? 7. Nun, ich sterbe vor Verlangen, o du großer Lebensfürst, laß mich bald dahin gelangen, wo du mich recht trösten wirst. Unterdessen laß auf Erden schon mein Herze himmlisch werden, bis mein Los in jener Welt auf das allerschönste fällt. Benjamin Schmold g. 1672+ 1737. 631. Met. Jesus, meine Zuversicht. immelan geht unsre Bahn, wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir hin nach Kanaan durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgrimstand, droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist, denn du bist ein himmlisch Wesen und kannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem Zweck erlesen. Ein von Gott erleuchter Sinn kehrt in seinen Ursprung hin. Lieder vom ewigen Leben. 3. Himmelan! Die Welt kann dir nur geborgte Güter geben, deine himmlische Begier muß nach solchen Schätzen streben, die uns bleiben, wenn die Welt in ihr erstes Nichts zerfällt. 4. Himmelan! Ich muß mein Herz auch bei meinem Schatze aben, denn es kann mich ander wärts tein so großer Reichtum laben, weil ich schon im Himmel bin, wenn ich nur gedent an ihn. 5. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hingehöre. Wenn ich dieses Wort bewahrt, halt ich eine Himmelfahrt. 6. Himmelan! denk ich allzeit, wenn er mir die Tafel decket, und mein Geist hier allbereit eine Kraft des Himmels schmecket. Nach der Kost im Jammertal folgt des Lammes Hochzeitmahl. 7. Himmelan! Mein Glaube zeigt mir das schöne Los von ferne, daß mein Herz schon auf wärts steigt über Sonne, Mond und Sterne, denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 8. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimat führen, da ich über alle Not ewig werde triumphieren; Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 9. Himmelan! ach himmefan! das soll meine Losung bleiben, ich will allen eitlen Wahn durch die Himmelsluft vertreiben. Himmelan nur steht mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. Benjamin Schmold g. 1672+ 1737. 632. Offenb. Joh. 7, 9-17. Mel. Weicht, ihr Berge, fallt, ihr Hügel. We er sind die vor Gottes Throne? Was ist das für eine Schar? Träget jeder eine Krone, glänzen wie die Sterne klar, Halleluja singen all, loben Gott mit hohem Schall. 2. Wer sind die, so Palmen tragen wie ein Sieger in der Sand, welcher seinen Feind ge schlagen, hingestrecket in den Sand? Welcher Streit und welcher Krieg hat gezeuget diesen Sieg? Lieder vom ewigen Leben. 3. Wer sind die in reiner Seide, welche ist Gerechtigkeit,*) angetan mit weißem Kleide, das bestäubet keine Zeit und veraltet nimmermehr? Wo sind diese tommen her? *) Off. 19, 8. 4. Es sind die, so wohl gerungen für des großen Gottes 11. Welches Wort faßt diese Ehr, haben Welt und Tod be- Wonne, wenn ich mit der heilgen zwungen, folgend nicht dem sünd- Schar in dem Strahl der reinen gen Heer, die erlanget auf den Sonne leucht auch wie die Sterne Krieg durch des Lammes Blut klar! Amen, Lob sei dir bereit, den Sieg. Dank und Preis in Ewigkeit! Heinr. Theobald Schend g. 1656 † 1727. 5. Es sind die, so viel erlitten, Trübsal, Schmerzen, Angst und Not, im Gebet auch oft gestritten mit dem hochgelobten Gott; nun hat dieser Kampf ein End, Gott hat all ihr Leid gewendt. 6. Es sind Zweige eines Stammes, der uns Huld und Heil gebracht, haben in dem Blut des Lammes ihre Kleider hell gemacht; sind geschmückt mit Heiligteit, prangen nun im Ehrenkleid. 7. Es sind die, so stets erschienen hier als Priester vor dem Herrn, Tag und Nacht bereit zu dienen, Leib und Seel geopfert gern; nunmehr stehn sie all herum vor dem Stuhl im Heiligtum. 8. Dahin streck auch ich die Hände, o Herr Jesu, zu dir aus, mein Gebet ich zu dir wende, der ich noch in deinem aus hier auf Erden steh im Streit: Treibe, Herr, die Feinde weit! 381 10. Daß mein Teil sei bei den Frommen, welche, Herr, dir ähnlich sind, und auch ich der Not entnommen als dein dir getreues Kind dann genahet zu dem Thron nehme den verheißnen Lohn. 9. Hilf mir in dem Kampfe siegen wider Sünde, Höll und Welt, laß mich nicht darnieder liegen, wenn ein Sturm mich überfällt. Führe mich aus aller Not, Herr, mein Fels, mein treuer Gott! 633. Hebr. 4, 9. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seele. Es ist noch eine Ruh vorhanden, werde auf, müdes Herz, und licht! Du seufzest hier in deinen Banden, und deine Sonne scheinet nicht. Sieh auf das Lamm, das dich mit Freuden dort wird vor seinem Stuhle weiden, wirf hin die Last und eil herzu! Bald ist der schöne Kampf geendet, bald, bald der saure Lauf vollendet, so gehst du ein zu deiner Ruh. 2. Die Ruhe hat Gott auserforen, die Ruhe, die kein Ende nimmt; es hat, da noch kein Mensch geboren, die Liebe sie uns schon bestimmt. Das Gotteslamm wollt darum sterben, uns diese Ruhe zu erwerben; es ruft, es locket weit und breit: Ihr müden Seelen und ihr frommen, verjäumet nicht, heut einzukommen zu meiner Ruhe Lieblichkeit. 3. So kommet denn, ihr matten Seelen, die manche Last und 382 Lieder vom ewigen Leben. Bürde drückt, eilt, eilt aus euren grünen; der große Sabbath ist Kummerhöhlen, geht nicht mehr erschienen, da man von feiner traurig und gebückt! Ihr habt Arbeit weiß. des Tages Last getragen, dafür läßt euch der Heiland sagen: Ich selbst will eure Ruhstatt sein; ihr seid mein Volk, gezeugt von oben, ob Sünde, Welt und Teufel tcben, seid nur getroft und gehet ein! 7. Da ruhen wir und sind im Frieden und leben ewig sorgenlos. Ach fasset dieses Wort, ihr Müden, legt euch dem Lamm in seinen Schoß! Ach Flügel her, wir müssen eilen und uns nicht länger hier verweilen, dort wartet schon die frohe Schar. Fort, fort, mein Geist zum Jubilieren! Begürte dich zum Triumphieren! Auf, auf, es kommt das Ruhejahr! Joh. Sigism. Kunth g. 1700+ 1779. 4. Was mag wohl einen Kranken laben und einen müden Wandersmann? Wo jener nur ein Bettlein haben und sanfte darauf ruhen kann, wenn dieser sich darf niedersetzen, an einem frischen Trunt ergetzen, wie sind sie beide so vergnügt! Doch dies sind kurze Ruhestunden; es ist noch eine Ruh erfunden, da man auf ewig stille liegt. 5. Da wird man Freudengarben bringen, denn unsre Tränensaat ist aus. O welch ein Jubel wird erklingen und süßer Ton im Vaterhaus! Schmerz, Seufzen, Leid, Tod und dergleichen wird müssen fliehn und von uns weichen. Wir werden auch das Lamm dort sehn, es wird beim Brünnlein uns erfrischen, die Tränen von den Augen wischen; wer weiß, was sonst noch soll geschehn? 6. Kein Durst noch Hunger wird uns schwächen, denn die Erquicungszeit ist da; die Sonne wird uns nicht mehr stechen, das Lamm ist seinem Volke nah, es will selbst über ihnen wohnen und ihre Treue wohl belohnen mit Licht und Trost, mit Ehr und Preis. Es werden die Gebeine 634. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. ie wird mir dann, o dann mir sein, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, in ihm entschlafen werde, von keiner Sünde mehr entweiht, entladen von der Sterblichkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Freu dich, Seele, stärke, tröste dich, Erlöste, mit dem Leben, das dir dann dein Gott wird geben. 2. Ich freue mich und bebe doch: so drückt mich meines Elends Joch, der Fluch der Sünde nieder. Der Herr erleichtert mir mein Joch, es stärkt durch ihn mein Herz sich doch, glaubt und erhebt sich wieder. Jesus Christus, laß mich streben dir zu leben, dir zu sterben, deines Vaters Reich zu erben. 3. Verachte denn des Todes Graun, mein Geist, er ist ein Weg zum Schaun, der Weg im finstern Tale. Er sei dir nicht Lieder vom ewigen Leben. 383 2. Wo wir dein Antlitz schauen, da sehn ich mich hinein, da will ich Hütten bauen, denn dort ist gut zu sein. mehr fürchterlich, ins Allerheiligste führt dich der Weg im finstern Tale. Gottes Ruh ist unvergänglich, überschwenglich; die Erlösten wird sie unaussprechlich trösten. 4. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Toten sammelt. Vielleicht um= gibt mich ihre Nacht, eh ich dies Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Vater, jahr. Vater, ich befehle meine Seele 5. Mit göttlich süßen Weisen deinen Händen, jetzo, Vater, wird mein verklärter Mund dich deinen Händen. ohne Sünde preisen, du meines Lebens Grund! 5. Vielleicht sind meiner Tage viel, ich bin vielleicht noch fern 6. Da werden meine Tränen vom Ziel, an dem die Krone ein Meer voll Freude sein. Ach schimmert. Bin ich von meinem stille bald mein Sehnen und hole Ziel noch weit, die Hütte meiner mich hinein! Sterblichkeit wird sie erst spät zer= E. G. Woltersdorf g. 1725+ 1761. trümmert, laß mich, Vater, gute Taten, gute Taten mich begleiten vor den Thron der Ewigkeiten! 636. Eigene Melodie. Thron erblickt und hätte gerne mein Herz vorausgeschickt und hätte gern mein müdes Leben, Schöpfer der Geister, dir hingegeben. 6. Wie wird mir dann, ach Ich hab von ferne, Herr, deinen dann mir sein, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, ihn dort anbeten werde, von keiner Sünde mehr entweiht, ein Mit genoß der Ewigkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Heilig, heilig, heilig singen wir dir, bringen Preis und Ehre dir, der war und sein wird, Ehre! 2. Das war so prächtig, was ich im Geist gesehn; du bist allmächtig, drum ist dein Licht so schön. Könnt ich an diesen hellen Thronen doch schon von heute an ewig wohnen! Fr. Gottl. Klopstod g. 1724+ 1803. 635. Mel. Christus der ist mein Leben. Ach wär ich schon dort droben, mein Heiland, wär ich da, wo dich die Scharen loben, und jäng Halleluja! 3. Da werd ich alles sehen, den großen Schöpfungsrat, was durch dein Blut geschehen, und deines Geistes Tat. 4. Da feiern die Gerechten, die ungezählte Schar, mit allen deinen Knechten das große Jubel3. Nur ich bin fündig, der Erde noch geneigt; das hat mir bündig dein heilger Geist gezeigt. Ich bin noch nicht genug gereinigt, noch nicht ganz innig mit dir vereinigt. 4. Doch bin ich fröhlich, daß mich kein Bann erschreckt; ich 384 bin schon selig, seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben und dich zeitlebens inbrünstig lieben. 5. Ich bin zufrieden, daß ich die Stadt gesehn, und ohn Ermüden will ich ihr näher gehn und ihre hellen goldnen Gassen lebenslang nicht aus den Augen lassen. Joh. Tim. Fermes g. 1738+ 1821. Lieder vom ewigen Leben. 637. Mel. Straf mich nicht in deinem Born. Herr, ich bin dein Eigentum, dein ist auch mein Leben, mir zum Heil und dir zum Ruhm hast du es gegeben. Väterlich führst du mich auf des Lebens Wegen meinem Ziel entgegen. 2. Einst kommst du mit großer Kraft zum Gericht auf Erden, und ich soll zur Rechenschaft dann gerufen werden. Dein Gericht schonet nicht, Richter aller Welten; du, du willst vergelten. 3. Weh dann mir in Ewigkeit, wenn ich deine Gabe, meine Kräfte, meine Zeit hier gemißbraucht habe. Wehe mir, hab ich hier sie nicht treu verwendet, sorglos sie verschwendet. 4. Möchte täglich dein Gericht mir vor Augen schweben, möcht ich immer meiner Pflicht treu zu bleiben streben, daß ich nie töricht sie außer Augen setze, nie sie frech verletze. 5. Lehre mich gewissenhaft meine Tage zählen, eingedenk der Rechenschaft nur was gut ist wählen. Gib, daß ich ernstlich mich täglich und auch heute darauf vorbereite. 6. Zeigt sich erst die Ewigkeit furchtbar in der Nähe, o dann ist es nicht mehr Zeit, daß ich Gnad erflehe. Wenn der Tod schon mir droht, kann ich deinen Willen, Herr, nicht mehr erfüllen. 7. Mein Gewissen strafe mich gleich bei jeder Sünde, daß ich, Mittler, bald durch dich Gnade such und finde. Rufe du dann mir zu: Such in mir dein Leben, dann ist dir vergeben. 8. Einst am Tage des Gerichts werd ich mit den Frommen zu dem Anschaun deines Lichts gnädig aufgenommen. Wonnevoll, Jesu, soll dich im höhern Leben dann mein Dank erheben. Balthasar Münter g. 1735+ 1793. Nach Bayr. Gfb. 638. Eigene Melodie. immelan, nur himmelan soll der Wandel gehn. Was die Frommen wünschen, kann dort erst ganz geschehn, auf Erden nicht; Freude wechselt hier mit Leid. Richt hinauf zur Herrlichteit dein Angesicht! 2. Himmelan schwing deinen Geist jeden Morgen auf! Kurz, ach kurz ist, wie du weißt, unser Pilgerlauf. Fleh täglich neu: Gott, der mich zum Himmel schuf, präg ins Herz mir den Beruf, mach mich getreu! 3. Himmelan hat er dein Ziel selbst hinaufgestellt. Sorg nicht mutlos, nicht zu viel um den Tand der Welt! Flieh diesen Lieder vom ewigen Leben. 385 Sinn! Nur was du dem Himmel| im Prüfungsstand näher hin zu lebst, dir von Schätzen dort er strebst, das ist Gewinn. sich im Himmelssinn. Von der Weltluft freier stets und mit ihm vertrauter, gehts zum Himmel hin. 4. Himmelan erheb dich gleich, wenn dich Kummer drückt, weil dein Vater treu und reich stündlich auf dich blickt. Was quält dich so? Droben, in dem Land des Lichts, weiß man von den Sorgen nichts, sei himmlisch froh! 5. Himmelan wallt neben dir alles Volk des Herrn, trägt im Himmelsvorschmack hier jeine Lasten gern. O schließ dich an! Kämpfe drauf, wie sichs gebührt, denke: auch durch Leiden führt die Himmelsbahn. 8. Himmelan führt dich zuletzt selbst die Todesnacht. Seis, dağ sie dir sterbend jetzt kurze Schrecken macht, harr aus, harr aus! Auf die Nacht wirds ewig hell, nach dem Tod erblickst du schnell des Vaters Haus. 9. Halleluja! Himmelan steig dein Dank schon hier! Einst wirst du mit Scharen nahn, und Gott naht zu dir in Ewigkeit. Aller Jammer ist vorbei, alles preist verklärt und neu in Ewigkeit. 6. Himmelan ging Jesus Christ mitten durch die Schmach; eil, weil du sein Jünger bist, seinem Vorbild nach! Er litt und schwieg; halt dich fest an Gott wie er, statt zu tlagen bete mehr, erkämpf den Sieg! 10. Halleluja fingst auch du, wenn du Jesum siehst, unter Jubel ein zur Ruh in den Himmel ziehst. Gelobt sei er! Der vom Kreuz zum Throne stieg, hilft dir aus zu diesem Sieg. Gelobt jei er! Joh. Gottfr. Schöner g. 1749+ 1818. 7. Himmelan führt seine Hand durch die Wüste dich, ziehet dich 25 Berzeichnis der Dichter. Agricola, Johann( Schnitter, Magister Grickel), Mitverfasser des Interim, g. 1492 zu Eisleben, † 1566 als Hofprediger zu Berlin. 334. Albert, Heinrich, g. 1604 zu Lobenstein im Vogtlande, † 1651 als Organist zu Königsberg i. Pr. 473. Alberus, Erasmus, g. um 1500 zu Engelroth in der Wetterau. † 1553 nach bewegtem Leben als Superintendent zu Neubrandenburg in Mecklenburg. 466. 497. Albinus, Johann Georg, g. 1624 zu Unternesja bei Weißenfels, † 1679 als Pfarrer zu Naumburg. 250. 596. Allendorf, Joh. Ludw. Konrad, g. 1693 zu Josbach bei Marburg, † 1773 als Pastor und Scholarch zu Halle. 286. 324. 371. 602. Ämilie Juliane, Gemahlin des Grafen Albrecht Anton zu Schwarzburg- Rudolstadt, geb. Gräfin von Barby, g. 1637, † 1706. 452. 520. 557. 599. Angelus Silesius siehe Scheffler. Anna Sophia, Landgräfin zu Hessen- Darmstadt, g. 1638, † 1683 als Übtissin des Stifts Quedlinburg. 187. Anton Ulrich, Herzog zu Braunschweig- Lüneburg, g. 1633, regierender Herzog von Braunschweig- Wolfenbüttel seit 1685, trat 1710 zu Bamberg öffentlich zur römischen Kirche über, † 1714 zu Salzdahlum. 406. 480. Arends, Wilh. Erasmus, † 1721 als Pastor zu Halberstadt. 362. Arndt, Ernst Morik, g. 1769 zu Schorizz auf Rügen, † 1860 als Professor emer. der Geschichte zu Bonn. 57. 291. 605. Verzeichnis der Dichter. 387 Arnold, Gottfried, g. 1666 zu Annaberg im Königreich Sachsen, Professor zu Gießen, † 1714 als Pastor und Inspektor zu Perleberg. 413. Baumgarten, Jakob, g. 1668 zu Wolmirstedt bei Magdeburg, Inspektor des Pädagogiums in Halle, † 1722 als Pastor zu Berlin. 615. Beder, Cornelius, g. 1561 zu Leipzig, † 1604 als Professor der Theologie und Pastor daselbst. 200. 507. Behm, Martin( Behemb, Bohemus), g. 1557 zu Lauban in der Oberlausit, † 1622 als Pastor prim. daselbst. 66. 470. 471. 547. 584. Behme, David, g. 1605 zu Bernstadt in Schlesien, † 1657 als Ölsnischer Hofprediger und Konsistorialrat daselbst. 594. Betichius, Johann, g. 1650 zu Steckby in Anhalt- Zerbst, † 1722 als Diakonus zu Zerbst. 483. Bienemann, Kaspar( Melissander), g. 1540 zu Nürnberg, † 1591 als Generalsuperintendent zu Altenburg. 338. von Birken, Sigismund( Betulius), g. 1626 zu Wildstein bei Eger, 1681 als Privatgelehrter in Nürnberg. 89. 343. von Bogatzky, Karl Heinrich, g. 1690 zu Jankowe in Schlesien, † 1774 als Privatmann im Waisenhause zu Halle. 178. 370. Böhmische oder Mährische Brüder. Ihre Lieder( zum Teil aus dem Böhmischen übersetzt) gaben Michael Weiße( † 1540 in Neutomischl) im Jahre 1531 und Joh. Horn( † 1547 zu Jungbunzlau) im Jahre 1544 heraus. 76. 231. 439. 499. 573. Bon, Hermann( Gude), g. um 1504 zu Quatenbrück in Hannover, † 1548 als Superintendent zu Lübeck. Reformator von Osnabrück.. 77. Bornschürer, Johann, g. 1625 zu Schmalkalden, † 1677 als Dekan zu Thann in Mittelfranken. 201. Böschenstain, Johann, g. 1472 zu Eßlingen in Württemberg, Lehrer der hebräischen Sprache, † 1540 zu Nördlingen. 81. Breithaupt, Joachim Justus, g. 1658 zu Northeim in Hannover. † 1732 zu Halle als Professor der Theologie, Generalsuperintendent und Abt des Klosters Bergen bei Magdeburg. 272. Bruhn, David, g. 1727 zu Memel, † 1782 als Pastor zu Berlin. 289. von Bunsen, Christian Karl Josias, g. 1791 zu Korbach, Preuß. Gesandter in Rom und London, † in Bonn 1860. Gab 1833 ein Allgemeines evangelisches Gesang- und Gebetbuch heraus. 618. Busch, Peter, g. 1682 zu Lübeck, Pastor zu Hildesheim, † 1744 als Pastor an der Kreuzkirche zu Hannover. Herausgeber des Hildesheimschen Gesangbuchs von 1719( Liederkerns). 99. 616. 25* Verzeichnis der Dichter. Claudins, Matthias, der Wandsbecker Bote, g. 1740 zu Reinfeld bei Lübed, † 1815 als Bankrevisor zu Altona. 515. Clausniker, Tobias, g. 1618 oder 1619 zu Thum bei Annaberg, † 1684 als turpfälzischer Kirchenrat zu Weiden in der Oberpfalz. 6. 92. Crasselius, Bartholomäus( Crasselt), g. 1667 zu Wernsdorf im Königreich Sachsen, † 1724 als Pfarrer zu Düsseldorf. 381. Creuzberg, Amadeus, Schriftstellername für Sinold. Dach, Simon, g. 1605 zu Memel, † 1659 als Professor der Dichtkunst zu Königsberg i. Pr. 591. 625. Decius, Nicolaus( Nik. Tech aus Hof[ curia?]), Mönch im Kloster Steterburg bei Braunschweig, 1523 evang. Prediger in Stettin, + 1541 dafelbft. 75. 149. Denicke, David, g. 1603 in Zittau im Königreich Sachsen, † 1680 als Kammer- und Konsistorialrat in Hannover, gab in Gemeinschaft mit Gesenius das( New ordentlich) hannoversche Gesangbuch von 1646, 1648, 1652, 1657 2c. heraus. 1. 161. 188. 244. 268. 269. 378. 388 Derschow, Bernhard, g. 1591 zu Königsberg i. Pr., † 1639 als Professor der Theologie, Konsistorialrat und Oberpfarrer daselbst. 213. Deßler, Wolfgang Christoph, g. 1660 zu Nürnberg, † 1722 als Konrektor der Schule zum heil. Geist daselbſt. 309. Diterich, Johann Samuel, g. 1721 zu Berlin, † 1797 als Oberkonsistorialrat und Pastor daselbst. Herausgeber der Lieder für den öffentlichen Gottesdienst, Berlin 1765, in welchem Buche er die Kirchenlieder auf das willkürlichste umarbeitete. 146. 260. 261. Drese, Adam, g. 1620 zu Weimar(?), † 1701 als fürstlich Schwarzburgischer Kapellmeister zu Arnstadt in Thüringen. 311. Eber, Paul, g. 1511 zu Kizingen in Unterfranken, Freund Luthers, † 1569 als Generalsuperintendent und Professor der Theologie zu Wittenberg. 58. 233. 576. 577(?). Ebert, Jakob, g. 1549 zu Sprottau in Schlesien, † 1614 als Professor der Theologie zu Frankfurt a. O. 542. Eleonore, verw. Fürstin Reuß, geb. Gräfin zu Stolberg, g. 1835 zu Gedern, † 1903 zu Ilsenburg. 65. Fabricius, Friedrich, g. 1642 zu Stettin, † 1703 als Pastor daselbst. 31. Falt, Joh. Daniel, g. 1768 zu Danzig, † 1826 als Legationsrat zu Weimar. 569. Fischer, siehe Vischer. Fleming, Paul, g. 1609 zu Hartenstein im Königreich Sachsen, † 1640 als Doktor der Medizin zu Hamburg. 393. Verzeichnis der Dichter. 389 Franc, Johann, g. 1618 zu Guben in der Niederlausit, † 1677 als Bürgermeister daselbst. 4. 156. 157. 215. 246. 300. 441. 546. Franck, Michael, g. 1609 zu Schleusingen in Thüringen, † 1667 als Lehrer an der Stadtschule zu Roburg. 348. 593. Frand, Salomo, g. 1659 zu Weimar, † 1725 als Oberkonsistorialsekretär daselbst. 103. 216. 317. 364. 419. 488. France, August Hermann, g. 1663 zu Lübeck, Begründer der Franckeschen Stiftungen in Halle, † 1727 als Professor der Theologie und Pastor zu Halle. 62. Freylinghausen, Johann Anastasius, g. 1670 zu Gandersheim in Braunschweig, Schwiegersohn Frances, † 1739 als Pastor und Direktor der Franceschen Stiftungen zu Halle. 257. 314. 421. 510. Freystein, Johann Burchard, g. 1671 zu Weißenfels, † 1718 als Hof- und Justizrat zu Dresden. 351. Fritsch, Ahasverus, g. 1629 zu Mücheln bei Merseburg, † 1701 als Kanzleidirektor und Konsistorialpräsident zu Rudolstadt. 93. Funde, Friedr., g. 1642 zu Nossen im Erzgebirge, Kantor zu Lüneburg, † 1699 als Pastor zu Römstedt bei Lüneburg. 134. Funk, Gottfried Benedikt, g. 1734 zu Hartenstein im Königreich Sachsen, † 1814 als Konsistorialrat und Rektor des Domgymnasiums zu Magdeburg. 124. Garve, Karl Bernhard, g. 1763 zu Jeinsen bei Hannover, bis 1836 Prediger der Brüdergemeinde zu Neusatz a. d. O., † 1841 zu Herrnhut. 181. 198. 332. Gedicke, Lampertus, g. 1683 zu Gardelegen in der Altmart, † 1735 als Feldpropft zu Berlin. 420. Gellert, Christian Fürchtegott, g. 1715 zu Hainichen im sächsischen Erzgebirge, 1769 als außerordentlicher Professor der Dichtkunst, Beredsamkeit und Moral zu Leipzig. 56. 123. 197. 219. 259. 287. 373. 374. 423. 424. 435. 461. 462. 463. 464. 465. 491. 514. 604. Gensch von Breitenau, Christoph, g. 1638 zu Naumburg, Hofrat des Herzogs von Plön und dänischer Geheimrat, † 1732 als Privatmann zu Lübeck. 249. Gerhardt, Paulus, g. 1607 zu Gräfenhainichen bei Wittenberg, 1651-1657 Propft zu Mittenwalde in Brandenburg, 1657-1667 Diatonus zu Berlin, † 1676 als Archidiatonus zu Lübben. 27. 28. 47. 48. 49. 50. 61. 85. 86. 87. 88. 116. 142. 151. 270. 301. 347. 395. 396. 397. 398. 399. 400. 401. 402. 445. 446. 447. 475. 476. 477. 502. 524. 545. 548. 595. 610. 390 Verzeichnis der Dichter. von Gersdorf, Henriette Katharina, geb. von Friesen, g. 1648 zu Sulzbach, Gemahlin des kursächsischen Geheimrats v. G. in Dresden, Großmutter Zinzendorfs, † 1726 zu Großhennersdorf bei Herrnhut. 177. 415. Gesenius, Justus, g. 1601 zu Esbeck in Hannover, † 1673 als Oberhofprediger und Generalsuperintendent zu Hannover( siehe Denice). 83. 268. 378. Gigas siehe Heune. Gotter, Ludwig Andreas, g. 1661 zu Gotha, † 1735 als Hofund Assistenzrat daselbst. 153. 352. 353. 453. Gramann, Johann( Poliander), g. 1487 zu Neustadt in Bayern, Freund Luthers, † 1541 als Pastor zu Königsberg i. Pr. 438. Gregor, Christian, g. 1723 zu Dirsdorf in Schlesien, † 1801 als Bischof der Brüdergemeinde zu Berthelsdorf. Herausgeber des Brüdergesangbuchs von 1778. 193. 329. Groß, Johann( Major), g. 1564 zu Reinstedt in Thüringen, † 1654 als Professor der Theologie zu Jena. 238(?). Grüneisen, Karl Georg, g. 1802 zu Stuttgart, † 1878 daselbst als Hosprediger und Oberkonsistorialrat. 522. Gryphius, Andreas, g. 1616 zu Großglogau in Schlesien, † 1664 als Landschaftssyndikus daselbst. 592. Günther, Cyriacus, g. 1650 zu Goldbach bei Gotha, † 1704 als Lehrer am Gymnasium zu Gotha. 315. 457. Günther, Martin, g. um 1690 im sächsischen Erzgebirge, Hauslehrer bei Löscher, seit 1721 Pfarrer zu Klingenmünster in der bayr. Pfalz. 274. von Hardenberg, Friedrich Leopold, Freiherr( Novalis), g. 1772 auf Gut Wiederstedt im Mansfeldischen, † 1801 als Assessor zu Weißenfels. 126. 330. 331. von Harleß, Gottfried Christoph Adolf, g. 1806 zu Nürnberg, Professor der Theologie zu Erlangen und Leipzig, zuletzt Präsident des protestantischen Oberkonsistoriums in München, † 1879 daselbst. 429. Harsdörfer, Georg Philipp, g. 1607 zu Nürnberg, † 1658 als Ratsherr daselbſt. 478. Hartmann, Thomas, war 1604 Archidiakonus zu Eisleben. 110. von Hausmann, Julie, g. 1825 zu Mitau, langjährige Leiterin der St. Annenschule in Petersburg, † 1901 zu Wösö in Esthland. 376. von Hayn, Henriette Luise, g. 1724 zu Idstein in Nassau, † 1782 als Oberin der ledigen Schwestern zu Herrnhut. 533. Heder, Heinrich Cornelius, g. 1699 zu Hamburg, † 1743 als Pfarrer zu Meuselwitz bei Altenburg. 194. Verzeichnis der Dichter. 391 Heermann, Johann, g. 1585 zu Raudten im Fürstentum Wohlau in Schlesien, Pastor zu Köben in Schlesien, † 1647 zu Lissa in Posen. 79. 80. 112. 159. 172. 173. 211. 212. 239. 240. 241. 266. 267. 296. 297. 339. 340. 341. 391. 392. 495. 523. 531. 543. 544. 607. 608. Heinrich v. Laufenberg, Priester und Dekan zu Freiburg im Breisgau, † 1455. 570. 622. Held, Henrich, g. zu Guhrau in Schlesien, um 1650 Sachwalter, † vor 1661 daselbst. 30. 143. Helmbold, Ludwig, g. 1532 zu Mühlhausen in Thüringen, † 1598 als Superintendent und Pfarrer daselbst. 386. 440. 529. Hensel, Luise, g. 1798 zu Linum bei Fehrbellin, Tochter eines evangelischen Pfarrers, trat 1818 zur römischen Kirche über, Erzieherin, zu Paderborn 1876. 534( gedichtet 1816). Herberger, Valerius, g. 1562 zu Fraustadt in Posen, † 1627 als Pfarrer daselbst. 585. Herman, Niklas, † 1561 in hohem Alter als Kantor zu Joachimsthal in Böhmen. 41. 109. 467. 498. 554. 555. 566. 575. Hermes, Johann Timotheus, g. 1738 zu Petnik bei Stargard in Pommern, † 1821 als Oberkonsistorialrat, Superintendent und Pastor prim. zu Breslau. 636. Herrmann, Johann Gottfried, g. 1707 zu Altjeßnitz bei Bitterfeld, † 1791 als Oberhofprediger und Oberkonsistorialrat zu Dresden. 285. Herrnschmidt, Johann Daniel, g. 1675 zu Bopfingen in Württemberg, † 1723 als Professor der Theologie und Mitdirektor der Franckeschen Stiftungen zu Halle. 458. Herzog, Johann Friedrich, g. 1647 zu Dresden, † 1699 als Rechtsanwalt daselbst. 506.. Hesse, Johann, g. 1490 zu Nürnberg, † 1547 als Pfarrer zu Breslau. 574. Heune, Johann( Gigas), g. 1514 zu Nordhausen, † 1581 als Pastor zu Schweidnitz in Schlesien. 579. Heunisch, Kaspar, g. 1620 zu Schweinfurt in Unterfranken, † 1690 als Superintendent daselbst. 627. Heyden, Sebald, g. 1494(?) zu Nürnberg, † 1561 als Rektor der Sebaldsschule daselbst. 82. Hiller, Friedrich Konrad, g. 1662 zu Unteröwisheim bei Bruchsal, † 1726 als Kanzleiadvokat zu Stuttgart. 456. Hiller, Philipp Friedrich, g. 1699 zu Mühlhausen in Württemberg, † 1769 als Pfarrer zu Steinheim am Aalbuch in Württemberg; 1751 verlor er seine Stimme. 15. 164. 290. 325. 326. 392 Verzeichnis der Dichter. von Hippen, Johann Heinrich, g. zu Wohlau in Schlesien, † 1676 als Limburgischer( in Schlesien) Rat und Hofmarschall. 479. von Hodenberg, Bodo, g. 1604 zu Celle, † 1650 als Landdrost zu Osterode a. S. 474. Hoffmann, Gottfried, g. 1658 zu Plagwitz bei Löwenberg in Schlesien, † 1712 als Rektor des Gymnasiums zu Zittau im Königreich Sachsen. 146. 612. Homburg, Ernst Christoph, g. 1605 zu Mühla bei Eisenach, † 1681 als Rechtskonsulent zu Naumburg. 29. 90. 133. Horn siehe Böhmische Brüder. Huber, Konrad( Huober, Hubert), g. 1507 zu Bergzabern im Elsaß, † 1577 als Diakonus zu Straßburg. 186. 232. Hunold, Michael, g. 1621 zu Leißnig im Königreich Sachsen, † 1672 als Archidiakonus zu Rochliz a. d. Mulde. 535. 600. Keymann, Christian, g. 1607 zu Pankraz in Böhmen, † 1662 als Rektor des Gymnasiums zu Zittau im Königreich Sachsen. 43. 302. Kiel, Tobias, g. 1584 zu Ballstedt bei Gotha, † 1626 als Pfarrer daselbst. 586. Klesel, Abraham, g. 1636 zu Fraustadt in Posen, † 1702 als Oberpfarrer zu Jauer in Schlesien. 95. Klopstock, Friedrich Gottlieb, g. 1724 zu Quedlinburg, † 1803 als badischer Hofrat und dänischer Legationsrat zu Hamburg. 220. 617. 634. Knat, Gustav Friedrich Ludwig, g. 1806 zu Berlin, † 1878 als Pastor zu Berlin in Dünnow bei Stolpmünde. 333. Knapp, Albert, g. 1798 zu Tübingen, † 1864 als Stadtpfarrer zu Stuttgart. 100. 179. 180. Knoll, Christoph, g. 1563 zu Bunzlau in Schlesien, † 1650 als Pastor zu Witgendorf in Schlesien. 582. Knorr von Rosenroth, Christian, g. 1636 zu Altraudten in Schlesien, † 1689 als Geheimrat und Kanzleidirektor zu Sulzbach in der bayr. Oberpfalz. 482. Koitsch, Christian Jakob, g. 1671 zu Meißen, Inspektor am Pädagogium zu Halle, † 1735 als Rektor zu Elbing. 455. Krause, Jonathan, g. 1701 zu Hirschberg in Schlesien, † 1762 als Superintendent zu Liegnik. 12. 182. Krummacher, Friedrich Adolf, g. 1767 zu Tecklenburg in Westfalen, 1845 als reform. Pastor emerit. zu Bremen. Kunth, Johann Sigismund, g. 1700 zu Liegnik, † 1779 als Superintendent zu Baruth in der Oberlausit. 633. Küster, Elieser Gottlieb, g. 1732 zu Wazum im Braunschweigischen, † 1799 als Pastor und Generalsuperintendent zu Braunschweig. 207. Verzeichnis der Dichter. Lackmann, Peter, g. 1659 zu Lübeck, † 1713 als Oberpfarrer zu Oldenburg in Holstein. 254. Lange, Joachim, g. 1670 zu Gardelegen in der Altmark, † 1744 als Professor der Theologie zu Halle. 484. Lange, Johann Christian, g. 1669 zu Leipzig, Professor in Gießen, † 1756 als Generalsuperintendent zu Idstein in Nassau. 313. Laufenberg siehe Heinrich. Laurenti, Laurentius( Lorenz Lorenzen), g. 1660 zu Husum, † 1722 als Musikdirektor und Kantor zu Bremen. 53. 119. 629. Lavater, Johann Kaspar, g. 1741 zu Zürich, † 1801 als reform. Prediger daselbst. 125. 261. 536. 393 Lehr, Leopold Franz Friedrich, g. 1709 zu Kronberg bei Frankfurt a. M., † 1744 in Magdeburg als Diakonus an der luth. Kirche zu Köthen. 282. 283. Leon, Johann, g. zu Ohrdruf in Thüringen, † 1597 als Pastor zu Wölfis bei Ohrdruf. 243. 580. 588. Liebich, Ehrenfried, g. 1713 zu Probsthain bei Liegniß, † 1780 als Pastor zu Lomnik bei Hirschberg in Schlesien. 147. 328. Lindemann, Johann, g. um 1550 zu Gotha, † nach 1634 als Kantor daselbst. Er soll aus der Familie der Mutter Luthers stammen. 293(?). Liscow, Salomon, g. 1640 zu Niemißsch in der Laufiz, † 1689 als Diakonus zu Wurzen im Königreich Sachsen. 308. 481. Löscher, Valentin Ernst, g. 1673 zu Sondershausen, † 1749 als Oberkonsistorialrat und Superintendent zu Dresden. 255. von Löwenstern, Matthäus Apelles, g. 1594 zu polnisch Neustadt bei Oppeln in Schlesien, † 1648 als kaiserlicher Rat zu Breslau. 174. 561. Ludämilia Elisabeth, Gräfin zu Schwarzburg- Rudolstadt, g. 1640, † 1672 als Braut des Grafen Christian Wilhelm von Schwarzburg- Sondershausen. 253. 307. 409. Luise Henriette, Tochter des Prinzen Heinrich Friedrich von Oranien, g. 1627 im Haag, Gemahlin des großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg, † 1667 zu Berlin. Es ist zweifelhaft, ob die ihr zugeschriebenen vier Lieder von ihr verfaßt sind. 247. 614. Luther, Martin, g. 10. Nov. 1483 zu Eisleben, † am 18. Februar 1546 daselbst. 37. 38. 39. 107. 108. 137. 138. 139. 148. 165. 166. 167. 168. 169. 185. 199. 209. 210. 221. 228. 229. 262. 263. 377. 437. 496. 519. 571. 572. 573. Magdeburg, Joachim, g. 1525 zu Gardelegen in der Altmark, nach 1583 als Prediger im Österreichischen. 387. Major siehe Groß. 394 Verzeichnis der Dichter. Mathesius, Johann, g. 1504 zu Rochlitz im Königreich Sachsen, als Student Luthers Haus- und Tischgenosse, † 1565 als Pastor zu Joachimsthal. 528. Melissander siehe Bienemann. Menter, Johann, g. 1658 zu Jahma in der Lausitz, † 1734 als Pastor zu Kemnitz bei Bernstadt in der Lausitz. 454. von Meyer, Johann Friedrich, g. 1772 zu Frankfurt a. M., † 1849 als Appellationsgerichtspräsident daselbst. 428. Meyfart, Johann Matthäus, g. 1590 zu Walwinkel im Gothaischen, † 1642 als Professor der Theologie und Pastor zu Erfurt. 624. Moller, Martin, g. 1547 zu Kropstädt bei Wittenberg, † 1606 als Pastor prim. zu Görlig in der Laufit. 235. 388. 579. Möller, Johann Friedrich, g. 1789 zu Erfurt, † 1861 als Generalsuperintendent und Konsistorialdirektor zu Magdeburg. 375. von Moser, Friedrich Karl, Freiherr, g. 1723 zu Stuttgart, Hessen- Darmstädtischer Minister, † 1798 als Privatmann zu Ludwigsburg. 260. Mühlmann, Johann, g. 1573 zu Pegau bei Leipzig, † 1613 als Professor der Theologie und Archidiakonus zu Leipzig. 295. 472. Müller, Michael, g. 1673 zu Blankenburg a. Harz, † 1704 als Kandidat der Theologie zu Schaubeck in Württemberg. 354. Münter, Balthasar, g. 1735 zu Lübeck, † 1793 als Pastor an der deutschen Kirche zu Kopenhagen. 426. 637. Mylius, Johann, aus Themar in Thüringen, 1596 Pastor in Thüringen in Unterfranken. 155. Nachtenhöfer, Kaspar Friedrich, g. 1624 zu Halle, † 1685 als Pastor zu Koburg. Neander, Joachim, 52. g. 1650 zu Bremen, † 1680 als reform. Diakonus daselbst. 251. 450. 451. 505. 598. Nehring, Johann Christian, g. zu Gotha, Inspektor am Waisenhause zu Halle, † 1736 als Pastor zu Morl bei Halle. 354. Neumann, Kaspar, g. 1648 zu Breslau, † 1715 als Kircheninspeltor und Pastor prim. daselbst. 8. 20. 509. 562. Neumann, Gottfried, g. um 1688, † 1782 als Mitglied der Brüdergemeinde. 603. Neumark, Georg, g. 1621 zu Langensalza in Thüringen, † 1681 als Bibliothekar und Archivsekretär zu Weimar. 403. 404. 573. Neumeister, Erdmann, g. 1671 zu üchterit bei Weißenfels, † 1756 als Hauptpastor zu Hamburg. 70. 203. 277. 278. 318. 359. 459. 460. 486. 517. Neunherz, Johann, g. 1653 zu als Oberpfarrer zu Hirschberg. Waltersdorf in Schlesien, † 1737 122. Verzeichnis der Dichter. 395 Neuß, Heinrich Georg, g. 1654 zu Elbingerode im Harz, † 1716 als Konsistorialrat und Superintendent zu Wernigerode. 252. 355. Nicolai, Philipp, g. 1556 zu Mengeringhausen in Waldeck, † 1608 als Hauptpastor zu Hamburg. 292. 621. Novalis siehe Hardenberg. Olearius, Johann, g. 1611 zu Halle, † 1684 als Oberhofprediger und Generalsuperintendent zu Weißenfels. 7. 22. 51. 69. 91. 189. 379. 380. 448. 549. 550. 551. 552. 628. Pauli, Joachim, g. um 1636 zu Wilsnack in der Mittelmark, 1674 Hauslehrer zu Berlin. 175. Pfeiffer, Christoph, g. 1689 zu Öls, † 1758 als Pastor zu Stolz bei Frankenstein in Schlesien. 63. von Pfeil, Christoph Karl Ludwig, g. 1712 zu Grünstadt in der bayr. Pfalz, württembergischer geh. Legationsrat, † 1784 als preuß. Geheimrat und Minister zu Deufstetten im Ansbachschen. 72. 383. 525. Poliander siehe Gramann. Prätorius, Benjamin, g. 1636 zu Obergreißlau bei Weißenfels, † 1674(?) als Pastor zu Großlissa bei Delitzsch in der Provinz Sachsen. 346. Puchta, Christian Rudolf Heinrich, g. 1808 zu Kadolzburg in Mittelfranken, 1858 als Pastor zu Augsburg. 21. 564. Räder, g. 1815 zu Elberfeld, † 1872 daselbst als Handlungsgehülfe. 431. Rambach, Johann Jakob, g. 1693 zu Halle, † 1735 als Professor der Theologie und Superintendent zu Gießen. 33. 195. 204. 206. 218. 280. 281. 321. 322. 323. 367. 368. 422. Reimann, Georg, g. 1570 zu Leobschütz in Schlesien, † 1615 als Professor der Beredsamkeit zu Königsberg in Preußen. 162. Reusner, Adam( Reißner), g. um 1500 zu Mindelheim, Geheimsekretär Georgs von Frundsberg, ein Anhänger Schwenkfeldts, nach 1572 in seiner Baterstadt. 336. 507. Richter, Christian Friedrich, g. 1676 zu Sorau in der Lausitz, † 1711 als Arzt des Waisenhauses zu Halle. 54. 356. 357. 358. 433. 485. Ringwaldt, Bartholomäus, g. 1532 zu Frankfurt a. d. Oder, † 1599 als Pfarrer zu Langenfeld in der Neumart. 236. 620. Rintart, Martin, g. 1586 zu Eilenburg in der Provinz Sachsen, † 1649 als Archidiatonus daselbst. 152. 344. 442. Rist, Johann, g. 1607 zu Ottensen bei Hamburg, † 1667 als Pastor zu Wedel an der Elbe in Holstein. 24. 46. 60. 68. 102. 113. 130. 131. 214. 222. 223. 242. 444. 501. 626. Verzeichnis der Dichter. Rodigast, Samuel, g. 1649 zu Gröben bei Jena, † 1708 als Rektor am grauen Kloster zu Berlin. 407. 396 Rosenmüller, Johann, g. um 1615 im Kurfürstentum Sachsen, † 1686 oder 1682 als Kapellmeister zu Wolfenbüttel. 597. Rothe, Johann Andreas, g. 1688 zu Liffa bei Görlitz in der Lausitz, Pfarrer zu Berthelsdorf, † 1758 als lutherischer Pastor zu Thommendorf in der Laufit. 279. 613. Rückert, Friedrich, g. 1789 zu Schweinfurt am Main, Professor in Erlangen und Berlin, † 1866 als preußischer Geheimrat zu Neuseß bei Koburg. 35. Runge, Christoph, g. 1619 zu Berlin, Buchdrucker, † 1681 daselbst. 271. Ruopp, Johann Friedrich, g. zu Straßburg, † 1708 als Adjunkt der theologischen Fakultät zu Halle. 360. Rutilius, Martin( Rüdel), g. 1550 zu Düben in der Provinz Sachsen, † 1618 als Archidiakonus zu Weimar. 238(?). Sacer, Gottfried Wilhelm, g. 1635 zu Naumburg, † 1699 als Kammeradvokat zu Wolfenbüttel. 117. 611. Schade, Johann Kaspar, g. 1666 zu Kühndorf bei Meiningen, † 1698 als Diatonus an St. Nicolai zu Berlin. 96. 411. Schalling, Martin, g. 1532 zu Straßburg, † 1608 als Pastor zu Nürnberg. 337. Scheffler, Johann( Angelus Silesius), g. 1624 zu Breslau, Leibarzt des Herzogs von Öls, trat 1652 zur römischen Kirche über, geistlicher Rat des Fürstbischofs, † 1677 im Kloster St. Matthias zu Breslau. 303. 304. 305. 349. Scheidt, Christian Ludwig, g. 1709 zu Waldenburg bei SchwäbischHall in Württemberg, † 1761 als Hofrat und Bibliothekar zu Hannover. 284. Schein, Johann Hermann, g. 1586 zu Grünhain bei Zwickau im Königreich Sachsen, † 1630 als Musikdirektor zu Leipzig. 589. Schend, Hartmann, g. 1634 zu Ruhla bei Eisenach, † 1681 als Pfarrer zu Ostheim vor der Rhön. 19. Schenck, Heinrich Theobald, g. 1656 zu Heidelbach a. d. Schwalm in Hessen, † 1727 als Stadtpfarrer in Gießen. 632. Schirmer, Michael, g. 1606 zu Leipzig, † 1673 als Konrettor emerit. des Gymnasiums zum grauen Kloster zu Berlin. 25. 115. 141. 560. 609. Schlosser, Ludwig Heinrich, g. 1663 zu Darmstadt, † 1723 als Prediger zu Frankfurt a. M. 530. Schmidt, Johann Eusebius, g. 1670 zu Hohenfelden bei Erfurt, 1745 als Pastor zu Siebleben bei Gotha. 176. Verzeichnis der Dichter. 397 Schmold, Johann Benjamin, g. 1672 zu Brauchitschdorf bei Liegnit, † 1737 als Pastor prim. und Inspektor zu Schweidnit. 9. 10. 11. 32. 64. 98. 120. 121. 144. 163. 192. 202. 256. 275. 276. 416. 417. 418. 487. 511. 518. 565. 601. 630. 631. Schmuck, Vincentius, g. 1565 zu Schmalkalden, † 1628 als Professor der Theologie, Pastor und Superintendent zu Leipzig. 556. Schöner, Johann Gottfried, g. 1749 zu Rügheim bei Würzburg, † 1818 als Stadtpfarrer zu Nürnberg. 427. 638. Schrader, Johann Hermann, g. 1684 zu Hamburg, † 1737 als Propft und Konsistorialrat zu Tondern in Schleswig. 382. Schröder, Johann Heinrich, g. 1667 zu Hamelspringe bei Hannover, † 1699 als Pfarrer zu Meseberg bei Wolmirstedt in der Provinz Sachsen. 312. Schüß, Johann Jakob, g. 1640 zu Frankfurt a. M., † 1690 als Advokat und verschiedener Reichsstände Rat daselbst. 408. 449. Scriver, Christian, g. 1629 zu Rendsburg, Pastor zu Magdeburg, † 1693 als Oberhofprediger und Kirchenrat zu Quedlinburg. 306. 504. von Seckendorf, Veit Ludwig, Reichsfreiherr, g. 1626 zu Herzogenaurach bei Bamberg, † 1692 als Brandenburgischer Geheimrat und Kanzler der Universität Halle. 432. Selnecker, Nikolaus, g. 1532 zu Hersbruck bei Nürnberg, Schüler Melanchthons, Professor in Leipzig und Jena, auch Superintendent in Hildesheim, Mitarbeiter an der Konkordienformel, 1592 als Professor der Theologie und Superintendent zu Leipzig. 17. 170. 500. von Senik, Elisabeth, g. 1629 zu Rantau in Schlesien, Hoffräulein am Hofe zu Brieg und zu Öls, † 1679. 94. Siegfried, Johann, g. 1564, † 1637 als Superintendent zu Schleiz. 588. Sinold, Philipp Balthasar, gen. von Schüß( Amadeus Creußberg), g. 1657 zu Königsberg bei Gießen, † 1742 als Solmsscher Geheimrat zu Laubach in der Wetterau. 97. 319. Spangenberg, Johann, g. 1484 zu Hardegsen in Hannover, seit 1524 der erste evang. Prediger an St. Blasien in Nordhausen, † 1550 als Generalsuperintendent zu Eisleben. 226. Spangenberg, August Gottlieb, g. 1704 zu Klettenberg bei Waltenried, als Bischof der Brüdergemeinde lange Zeit in Amerika tätig, † 1792 zu Berthelsdorf. 366. Spengler, Lazarus, g. 1479 zu Nürnberg, Rechtsgelehrter und Ratsschreiber daselbst, Freund Luthers und Beförderer der Resormation, † 1534 zu Nürnberg. 230. Verzeichnis der Dichter. Speratus, Paul( Spret), g. 1484 zu Rötlen bei Ellwangen, 1524 Hofprediger Herzog Albrechts von Preußen, luth. Bischof von Pomesanien, † 1551 zu Marienwerder. 264. Spitta, Karl Johann Philipp, g. 1801 zu Hannover, † 1859 als Superintendent zu Burgdorf bei Hannover. 183. 208. 430. 516. 526. 527. 553. 606. 398 Spreng, Johann Jakob, g. 1699 zu Basel, reform. Prediger zu Ludweiler bei Saarbrücken, † 1768 als Professor der Geschichte und griech. Sprache zu Basel. 205. Stard, Johann Friedrich, g. 1680 zu Hildesheim, † 1756 als Pastor und Konsistorialrat zu Frankfurt a. M. 369. Stegmann, Josua, g. 1588 zu Sulzfeld bei Meiningen, † 1632 als Professor der Theologie und Superintendent zu Rinteln. 18. Stip, Gerhard Chryno Herm., g. 1809 zu Norden in Ostfriesland, einige Jahre Pastor in Osteel bei Norden, † als Privatmann 1882 zu Potsdam. 492. von Stöden, Christian, g. 1633 zu Rendsburg, † 1684 daselbst als Generalsuperintendent von Schleswig- Holstein, Kirchenrat und Propst. 568. Stockfleth, Heinrich Arnold( Dorus), g. 1643 zu Alfeld in Hannover, † 1708 als Kirchenrat, Oberhofprediger und Generalsuperintendent zu Mönchsberg bei Bayreuth in Mittelfranken. 410. Stolshagius, Kaspar, 1591 Pastor zu Iglau in Mähren. 111(?). Sturm, Christoph Christian, g. 1740 zu Augsburg, † 1786 als Hauptpastor in Hamburg. 288. 289. 425. Terstegen, Gerhard, g. 1697 zu Mörs, † 1769 als Bandmacher zu Mülheim a. d. Ruhr( reform.). 13. 14. 55. 71. 135. 327. 372. 490. 512. 513. Thebesius, Adam, g. 1596 zu Seifersdorf in Schlesien, † 1652 als Pfarrer zu Liegnik. 84. Thilo, Valentin, der jüngere, g. 1607 zu Königsberg i. Pr., 1662 als Professor der Beredsamkeit daselbst. 26. Tieße, Christoph( Titius), g. 1641 zu Wilkau bei Breslau, † 1703 als Pastor zu Hersbruck bei Nürnberg. 248. 405. Tollmann, Gottfried, g. 1680 zu Lauban in der Lausit, † 1766 als Pastor zu Leube bei Görlig in der Lausitz. 563. Vespasius siehe Wepse. Vischer, Christoph, g. 1544 zu Wittenberg, † 1597 als Generalsuperintendent zu Celle. 78. Walther, Johann, der alte Luther- Kantor, g. 1496 zu Kahla, 1520 Hoftantor in Torgau, † 1570 als Kapellmeister zu Dresden. 519.623. Wegelin, Josua, g. 1604 zu Augsburg, † 1640 als evang. Pfarrer zu Preßburg in Ungarn. 132. Verzeichnis der Dichter. Wehrenberg, Heinrich Jonathan, ein Urenkel Ph. Melanchthons, g. 1651 zu Eilenburg, Prov. Sachsen, † 1713 als Superintendent zu Lüneburg. 361. Weiße siehe Böhmische Brüder. 399 Weissel, Georg, g. 1590 zu Domnau in Ostpreußen, † 1635 als Prediger zu Königsberg i. Pr. 23. 114. 299. Wenigt, Johann Ernst, g. 1701 zu Gotha, † 1745 als Pfarrer zu Bischleben bei Arnstadt in Thüringen. 145. Wepse, Hermann( Vespasius), um 1580 Prediger in Stade. 265. Werner, Georg, g. 1589 zu Pr.- Holland, † 1643 als Diatonus zu Königsberg i. Pr. 45. 101. 140. 590. Wieser, Matthäus, 1668 Bergmann und Steiger zum Gräßlitz bei Hof. 539. 540. 541. Wilhelm II., Herzog zu Sachsen- Weimar, g. 1598 zu Altenburg, † 1662 zu Weimar. 3(?). Windler, Johann Josef, g. 1670 zu Lucka in der Lausit, † 1722 als Konsistorialrat und Domprediger zu Magdeburg. 363. 414. Wikstatt, Hans, aus Wertheim, um 1530. 335(?). Wolf, Jakob Gabriel, g. 1684 zu Greifswald, † 1754 als Hofrat und Professor emerit. der Rechte zu Halle. 316. Woltersdorf, Ernst Gottlieb, g. 1725 zu Friedrichsfelde bei Berlin, † 1761 als Stadtpfarrer zu Bunzlau in Schlesien. 196. 635. 3ehner, Samuel, g. 1594 zu Suhl in Thüringen, † 1635 als Superintendent zu Schleusingen. 345. Zeibich, Christoph Heinr., g. 1677 zu Mölbis bei Leipzig, † 1748 als Professor der Theologie, Konsistorialassessor und Propft zu Wittenberg. 225. von Zinzendorf, Graf Nikolaus Ludwig, g. 1700 zu Dresden, Stifter der evangelischen Brüdergemeinde, † 1760 zu Herrnhut. 193. 320. 365. 366. 3wick, Johann, g. um 1496 zu Konstanz, † 1542 als reform. Pfarrer seiner Vaterstadt zu Bischofzell in der Schweiz während der Pest. 128. Unbekannt sind die Verfasser folgender Lieder: 2. 5. 16. 34. 36. 40. 42. 44. 59. 67. 73. 74. 104. 105. 106. 118. 127. 129. 136. 150. 171. 184. 190. 191. 217. 224. 227. 234. 237. 245. 258. 273. 298. 310. 342. 350. 384. 385. 389. 390. 394. 412. 434. 436. 468. 469. 489. 493. 494. 503. 508. 521. 532. 537. 538. 558. 559. 567. 581. 583. 587. 619. Gebete zum evangelisch- lutherischen Gesangbuche der Hannoverschen Landeskirche. Hannover. Druck und Verlag der Schlüterschen Buchdruckerei. 1914. go Gebete. 1. Um Geist und Gnade recht zu beten 2-10. Morgengebete. 11-12. Tischgebete 13-21. Abendgebete . I. Gebete zum täglichen Gottesdienste. 22. 23. Dankgebete. 24. Zum Beginn der Arbeit 25. Um Gottes Segen in Haus und Beruf 26. Gebet chriftlicher Eheleute zu beten 29. Schulgebete 30. 3wei Gebete für Konfirmanden 31. Für die Kirche 32. Für die Obrigkeit 33. Für die Früchte des Feldes. 34. Um den lieben Sonnenschein 35. Um einen fruchtbaren Regen 36. Beim Anfang der Ernte. 37. Dankgebet nach der Ernte 38. Um göttlichen Segen zum Bergwerk . II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. Gebete für die Früchte des Feldes und den Bergbau. 27. Gebet der Eltern für ihre Kinder 28. Gebet nach der Taufe eines Kindes, auch von Gevattern 9 ● 39. Um Geduld in Leidenszeit 40. In Anfechtungen, 41. In Kriegszeiten III. Gebete in allerlei Not. 42. In teurer Zeit. 43. Bei großem Ungewitter 44. Bei Sturm und Wasserfluten • # 1* Seite 5 11 11 16 17 78 18 18 19 20 20 23 24 24 25 26 26 27 27 28 29 30 31 31 32 33 Gebete. 45. Bei Seuchen und in Sterbenszeiten 46. Um tägliche Bereitschaft zum Sterben 47. Gebet für ein krantes Kind 48. Gebete eines Kranken 49. Dankgebet eines Genesenden. 50. Um Geduld in langwieriger Krankheit ● Sprüche aus Gottes Wort für Krante. 51. Morgengebet eines Kranken 52. Abendgebet eines Kranken 53. Gebet eines Kranken, der sich zum Sterben schickt 54. Gebete der Umstehenden für den Sterbenden Sprüche, dem Sterbenden zuzusprechen. Abschiedssegen 55. Gebet nach dem Tode eines Kindleins 56. An Begräbnistagen 57-63. An Beichttagen. 64-72. An Abendmahlstagen IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. . 87. Am Bußtage 88. Am Geburtstage des Kaisers 89. Am Bibelfeste V. Das allgemeine Kirchengebet.. 53 73. VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 74-86. Gebete für die vornehmsten Feste nach Ordnung des Kirchenjahres .. 59 69 70 71 90. Am Feste der Heidenmission 72 91. Am Jahresfeste der inneren Mission 73 92. Für die Arbeit an den Glaubensgenossen in der Zerstreuung 74 93. 94. Für wöchentliche Betstunden 75 95. Für kirchliche Bibelstunden 76 Kollekten. 1-48. Für bestimmte Tage und Zeiten 49-83. Allgemeine Kollekten. . Teite 33 34 34 35 36 37 37 38 39 39 40 40 41 41 42 Versikel. 42 48 . • 77 87 94 Gebete. 5 Herr, tu meine Lippen auf! 1. Um Geist und Gnade recht zu beten. ewiger, barmherziger Gott, du Vater unsers Herrn Jesu Chrifti, weil wir nicht wissen noch begreifen können, was und wie wir beten sollen, du aber überschwenglich tun kannst über alles, was wir bitten oder verstehen, so schreien wir zu dir: Gieß über uns aus nach deiner Verheißung den Geist der Gnade und des Gebets, der uns bei dir vertrete mit unaussprechlichem Seufzen, auf daß wir dich mit Mund und Herzen andächtig in rechtem Ernst anrufen und dir ein angenehmes Lobopfer bringen mögen. Herr, tu unsre Lippen auf, daß unser Mund deinen Ruhm verkündige. Erwecke unsere Seele und Gemüt, daß wir uns nicht nur mit unserem Munde zu dir nahen und dich allein mit den Lippen ehren, aber das Herz ferne von dir sei, sondern verleih uns Gnade, daß wir als die rechtschaffenen Anbeter dich im Geiste und in der Wahrheit, ohne andere und fremde Gedanken, anrufen mit herzlicher Aufmerkung unseres Gemütes, ohne Heuchelei und Ehrgeiz, und daß wir nichts von dir begehren als nur allein, was dein göttlicher Wille, dein Lob und Ehre, dazu unserer Seelen Seligkeit ist. Verleih auch, daß wir alles dasjenige, was wir von dir bitten, mit starkem Glauben und gewisser Zuversicht von deiner milden Güte zu erlangen ungezweifelt hoffen, auch dir hierin nicht Zeit, Ziel oder Maß der Hülfe setzen, sondern uns deinem gnädigen Willen, der allewege der beste ist, in allen Dingen mit starker Hoffnung und Geduld in Demut unserer Herzen gänzlich unterwerfen. Dazu gib Gnade, daß wir vor dir liegen mit unserm Gebet nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit und in dem Namen deines lieben Sohnes Jesu Christi, in welchem wir Freudigkeit haben, vor deinen Gnadenstuhl zu treten und dich mit kindlicher Zuversicht unsern lieben Vater zu nennen. Stärke uns auch, daß wir vom Beten nicht abgeschreckt werden um unserer Unwürdigkeit willen. So hilf nun, du heiliger Gott, daß wir an allen Orten aufheben heilige Hände, ohne Zorn und Zweifel, und emsiglich anhalten mit Flehen, mit Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, damit wir nach deiner Verheißung und deinem gnädigen Wohlgefallen allerlei zeitliche und himmlische Gaben empfangen in Chrifto Jesu, unserm Herrn, der da lebet und regieret in Ewigkeit Amen. 6 I. Gebete zum täglichen Gottesdienste. Morgengebete. Fülle uns frühe mit deiner Gnade. 2. Luthers Morgensegen. Das walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geift. Amen. Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erde. Ich glaube an Jesum Christum, Gottes eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontio Pilato, gekreuziget, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeine der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen. Vater unser, der du bist im Himmel. Geheiliget werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Unser täglich Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, als wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung. Sondern erlöse uns von dem Übel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigfeit. Amen. Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Ecele und alles in deine Hände; dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. 3. Morgengebet am Sonntag. Bª armherziger, getreuer Gott, du ewiger Vater unsers Herrn Jesu Christi, der du mit deinem Sohne und dem heiligen Geiste regierest in Ewigkeit, wir sagen dir Lob und Dank für alle Wohltaten, die wir ohne Unterlaß von deiner milden Güte empfangen, daß du uns die ganze Zeit unsers Lebens, wie auch die vergangene Nacht, so väterlich behütet und uns den heutigen Tag gesund haft I. Gebete zum täglichen Gottesdienste. 7 lassen erleben. Insonderheit danken wir dir, daß du bei uns das helle Licht deines Evangeliums haft lassen aufgehen, bei welchem wir dich und deinen Willen recht erkennen und lernen mögen, wie wir christlich leben und selig sterben sollen. Wir bitten dich, gütiger Gott, du wollest solch Gnadenlicht des Evangeliums uns und unsern Nachkommen erhalten; und damit wir dein angenehmes Volk sein und bleiben können, so vergib uns alle unsere Sünde und Missetaten um deines lieben Sohnes, unseres Heilandes Jesu Chrifti willen, und heilige uns durch deinen heiligen Geist je länger je mehr, daß wir der Welt und allen weltlichen Lüften von Herzen entsagen und unsere Freude und Lust darin suchen, daß wir dir dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die dir gefällig ist. Öffne unsere Ohren und Herzen, daß wir dein heiliges Wort mit Freuden hören, mit Fleiß erwägen und in reinem Herzen behalten, dich getroft anrufen und nicht allein diesen Tag, sondern auch alle übrigen Tage unseres Lebens von allen bösen Werken feiern, bis wir endlich zu dem ewigen Sabbathtag gelangen, da wir mit Engelzungen und-herzen deine großen Taten mit allen Auserwählten, Engeln und Menschen, rühmen und preisen werden in alle Ewigkeit. Amen. 4. Noch ein Morgengebet am Sonntag. jerr, unser Gott, heilig und unbegreiflich, der du das Licht scheinen läsfest aus der Finsternis, der du uns erquickt haft durch nächtlichen Schlaf und wieder erweckt, deinen Ruhm zu preisen und deine Gnade anzurufen, nimm jetzt an von uns nach deiner grundlosen Barmherzigkeit das Opfer unserer Anbetung und unsers Dankes und gewähre uns alle heilsamen Bitten. Richte uns, o Herr, zu Kindern des Lichts und des Tages und zu Erben deiner ewigen Güter. Gedenke, Herr, nach der Fülle deiner Erbarmungen deines ganzen Volks, aller, die mit uns beten, und aller unserer Mitchristen, die zu Lande oder zu Meer oder wo sonst in deinem weiten Reich deiner Gnade und Hülfe bedürfen, und schütte über sie und uns alle aus den Reichtum deiner Barmherzigkeit, auf daß wir, erlöset nach Seel und Leib, unverrückt in festem Glauben, deinen heiligen und wunderbaren Namen ewig rühmen mögen. Amen. 5. Morgengebet am Montag. Barmherziger, mildreichster Gott und Bater, in dieser Morgenstunde erscheine ich vor dem Throne deiner göttlichen Güte mit herzlichem Dante, daß du nach zurückgelegter finsterer Nacht mich abermals gesund und frisch haft ausstehen lassen. O Vater, deine Hand hat mich geschützet, daß mich der Satan nach seinem Willen nicht hat betrüben oder beschädigen können. Damit nun ferner mein Mund 8 I. Gebete zum täglichen Gottesdienste. deines Ruhmes und deines Preises täglich voll sei, so vergib mir alle meine Sünde und tu mir wohl. Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend noch meiner Übertretung, gedenke aber meiner nach) deiner Barmherzigkeit um deiner Güte willen, und regiere mich heute, diese angehende Woche und die ganze Zeit meines Lebens, daß ich in allem meinem Vornehmen deinem Worte folge. Behüte mich, liebster Vater, vor der Versuchung des Satans und meines eigenen Fleisches und Blutes, daß ich nichts übels tue noch wider dich fündige. Laß deine heiligen Engel mich auf allen meinen Wegen behüten, daß ich vor allem Schaden väterlich bewahrt werde. Denn dir, o Gott, übergebe ich meinen Leib und Seele( mein Haus und Hof, mein Weib und Kind und alle die Meinen). Behüte, schütze und erhalte mich, daß sich kein übel zu mir nahe. Sei du mein Schild und Schirm, segne meinen Eingang und Ausgang und verlaß nicht, die deinen Namen kennen. Tröste alle Betrübte und Kranke. Hilf allen Notleidenden und Verlassenen. Und wenn auch eine trübe Unglückswolke nach deinem Willen über mich kommen sollte, so gib mir Geduld und Rat. Gesegne auch, licbster Vater, heute und die ganze Woche über meine Arbeit und Nahrung und die Werke meines Berufs, daß meine Mühe und Arbeit nicht verloren sei. Laß mich stets an dich gedenken, dich in meinem Herzen beLalten und deine Furcht vor Augen haben, daß ich christlich lebe und selig sterbe. Das verleihe mir um Jesu Christi, deines lieben Sohnes willen. Amen. 6. Morgengebet am Dienstag. Belobet feist du, o Gott, mein Schöpfer, gelobet seift du, o Gott, mein Heiland, gelobet seist du, o Gott, mein höchster Tröster, der du mein Schild und Horn meines Heils und mein Schutz bist und mich die vergangene Nacht wiederum vor allen geistlichen und leiblichen Feinden so väterlich bewahret hast. Ich bitte dich demütiglich, du wollest auch diesen Tag deine Güte über mich ausstrecken und mich mit deiner Barmherzigkeit erfüllen, auch vor Sünden und allem Übel gnädiglich behüten. Umgib mich, o Herr, rings mit deinem Schilde, daß der böse Feind und seine Werkzeuge mir keinen Schaden zufügen können. Erhalte mich in deiner Furcht, daß ich nicht fündige, sondern dich herzlich liebe und dein Knecht( deine Magd) sei ewiglich. Verleih mir auch deine Gnade, daß ich die Werte meines Berufes treulich und fleißig ausrichte. Gib dein Gedeihen zu meinem Amt und Stand, segne mein Brot und Wasser und richte all mein Vorhaben, Tun und Arbeit zu deinem Lob, auch zu meiner zeitlichen und ewigen Wohlfahrt. Wende von mir alle bösen Krankheiten und was mir an Seel und Leib schädlich sein mag. Insonderheit aber I. Gebete zum täglichen Gottesdienste. 9 behüte mich vor einem bösen, schnellen Tode und vor allerlei Herze= leid. Dein heiliger Geist weiche nur nicht von mir. Dein guter Engel sei allezeit zwischen mir und allen meinen Feinden, daß fie keine Hand an mich legen können. Deine Gnade und Segen sei ewiglich ob mir. Amen. 7. Morgengebet am Mittwoch. Herr Gott, Vater und Herr meines Lebens, ich danke dir von Grund meiner Seele, daß du auch in dieser vergangenen Nacht die Hand deiner väterlichen Barmherzigkeit über mich gehalten, mich durch den Schutz deiner heiligen Engel behütet haft und mich zu deinem Lobe wieder aufstehen lassen. Ich bitte dich durch Christum, deinen Sohn, laß mich dir diesen Tag zu gleicher Gnade, Liebe und Fürsorge befohlen sein. Regiere mein Herz, Sinn und Gedanken, Worte und Werke durch deinen werten und heiligen Geist, daß ich nichts Übels tue. Leite mich auf ebner Bahn und laß mein Herz deinen Tempel und Wohnung sein. Ach Herr, allmächtiger Gott, du bist mein Vater, ich dein Kind; verlaß mich nicht, denn auf dich bin ich geworfen aus Mutterleibe, mein Heil steht allein bei dir. In deinem Namen, o Vater, fange ich alles an, gib, daß ich mein Werk in deiner Kraft vollbringe, für deinen väterlichen Beistand dir danke, mit dem, was mir deine Güte verliehen hat, mich findlich begnügen lasse und nicht nach mehr oder nach Verbotenem trachte. Zeuch mich von der Welt und ihrer Luft ab, ich begehre ihrer nicht. Sei du mir nur, mein Gott, nicht schrecklich in der Not, denn wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. Du bist mir werter als alle Schätze der Welt. Ach gib, daß ich dich, du süße Liebe, nimmermehr verlasse. Bleibe diesen Tag und allezeit bei mir. Nimm dich auch nach deiner großen Liebe aller Armen und Notleidenden, aller Bekümmerten und Trostlosen, aller Verlornen und Irrenden, insonderheit deiner verlorenen Schafe aus dem Hause Israel an, sei das ewige Heil deiner Kirche und laß auch mich in derselben ein wahres und lebendiges Glied sein, daß, wenn ich aus diesem Leben scheiden soll, ich zu dir in den Himmel aufgehoben werde. Ach Vater, erhöre mich und gewähre mich meines Gebets, in dem Namen deines Sohnes Jesu. Amen. 8. Morgengebet am Donnerstag. ir loben, preisen und rühmen dich, wir danken dir, du Gott unserer Väter, daß du uns aus dem Schatten der Nacht herausgeführt und uns von neuem das Licht des Tages haft sehen lassen. 3u deiner Güte flehen wir: Sei gnädig über unsere Missetat und nimm an unser Gebet nach der Fülle deiner Erbarmung. Denn 10 I. Gebete zum täglichen Gottesdienste. du bist unsere Zuflucht für und für, barmherziger, allmächtiger Gott. Laß scheinen in unsere Herzen die wahrhaftige Sonne deiner Gerechtigkeit, erleuchte unsern Verstand und behüte unsere Sinne, auf daß wir als am Tage ehrbar wandeln den Weg deiner Gebote und auch dermaleinst im ewigen Freudenlichte dich selig schauen mögen. Amen. 9. Morgengebet am Freitag. err Jesu, deine Liebe ist in der vergangenen Nacht mein Schild und Schirm gewesen. Ich danke dir für alle deine Güte, die du an mir armen und elenden Menschen so gnädig bewiesen, und bitte dich, zeige mir auch heute diesen Tag deine Gestalt, denn sie ist lieblich. Erfreue die Seele deines Kindes mit deiner heiligen Gegenwart. Stärke mich mit dem Beistande deines werten heiligen Geistes. Vergib mir alle meine Sünde und Missetat, mit welcher ich bisher wider dich und deine heilige Liebe mißgehandelt habe, und regiere heute und allezeit mein ganzes Leben und meine Werke, daß ich nichts Böses tue, nichts Gutes unterlasse. Herr Jesu, stärke meinen Glauben, mehre meine Liebe zu dir und gib mir ein festes Vertrauen zu deinem heiligen Versöhnungsblute. Zeuch mich nach dir, so werde ich den Weg deiner Gebote nimmermehr vergessen. Herr Jesu, der du an dem heutigen Tage deinen heiligen Leib in das Grab hast legen lassen, ach gib mir deine Gnade, daß ich meine Sünde tief vergrabe und sie nimmermehr über mich herrschen lasse. Sei mit mir in allen meinen Verrichtungen, laß sie wohl geraten, wenn sie in dir getan sind. Erbarme dich auch aller, die dir anhangen, und gib einem jeden sein täglich Brot und verlaß deine Gemeine nicht, deren Erzhirte du bist. Gib uns ferner die Süßigfeit deiner heiligen Liebe zu genießen, und wenn wir endlich am Ende unseres Lebens den Weg des Todes gehen sollen, so laß deinen Tod unser Leben und dein heiliges Grab unsere Ruhe sein, daß wir durch den Tod zum Leben eingehen. Erhöre uns, o Jeju, um deines Namens und um deiner Liebe willen. Amen. 10. Morgengebet am Sonnabend. Herr err Gott, himmlischer Vater, in dieser Morgenstunde befehle ich dir meinen Leib und meine Seele in deine liebreiche Regierung, in deinen mächtigen Schuß, in deine väterliche Aussicht und Treue. Laß mir und den lieben Meinigen heute nichts Übels begegnen und teine Plage unserm Hause sich nahen. Laß deinen heiligen Geist uns träftig regieren und unser Herz zum kindlichen Gehorsam lenken, daß wir von den Wegen der wahren Gottseligkeit nicht abweichen. Segne mich heute an Leib und Seele, segne meinen Ausgang und I. Gebete zum täglichen Gottesdienste. 11 Eingang, segne meine Haushaltung und Nahrung. Laß mir in allen meinen Geschäften und Vornehmen dein himmlisches Licht leuchten, deine Kraft mich stärken, deine Liebe mich dringen, daß ich in Gerechtigkeit wandle, meinen Taufbund stets vor Augen habe und meinem Nächsten mit aufrichtiger Liebe begegne. Gib, daß ich die Zeit, die ich noch zu leben habe, wohl und christlich anwende, zu deines herrlichen Namens Ehre, meines Nächsten Dienst und meiner selbst Besserung. Gib mir auch die Gnade, daß ich mich meiner Sterblichkeit stets erinnere und meine Gedanken allezeit aus dem Zeitlichen in das Himmlische und Ewige richte. Und wenn ich dann meinen Lauf vollendet und das Ziel, welches du mir in Gnaden gesetzt, erreicht habe, so verleih mir nach deiner großen Barmherzigkeit um Jesu Christi willen ein sanftes, fröhliches und seliges Ende. Amen. Tischgebete. 11. Vor dem Effen. AD ler Augen warten auf dich, Herr, und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du tuft deine Hand auf und sättigeft alles, was da lebet, mit Wohlgefallen. Herr Gott, himmlischer Vater, segne uns und diese deine Gaben, die wir von deiner milden Güte zu uns nehmen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 12. Nach dem Eſsen. anket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich. Wir danken dir, Herr Gott Vater, durch Jesum Christum, unsern Herrn, für alle deine Wohltat, der du lebeft und regierest in Ewigteit. Amen. Abendgebete. Herr, bleibe bei uns, denn der Tag hat sich geneiget. 13. Luthers Abendsegen. as walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist. Amen. Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erde. I. Gebete zum täglichen Gottesdienste. Ich glaube an Jesum Christum, Gottes eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontio Pilato, gekreuziget, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sigend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten. 12 Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeine der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen. Vater unser, der du bist im Himmel. Geheiliget werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Unser täglich Brot gib uns heute. Und ver= gib uns unsere Schuld, als wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung. Sondern erlöse uns von dem Übel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigteit. Amen. Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünden, wo ich unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände; dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. 14. Abendgebet am Sonntag. err, allmächtiger Gott, barmherziger Vater, ich danke dir herzlich, daß du mich heute so gnädig behütet und Gnade verlichen hast, dein Wort zu hören, deinen Namen anzurufen und auch der leiblichen Ruhe und Erquickung zu genießen. Herr, wie groß ist deine Güte, die du uns armen Menschen erweiseft. Vergib mir, o lieber Vater, alle meine Sünde um Chrifti willen und regiere mich durch deinen heiligen Geist, daß ich dem, was ich heute aus deinem heiligen Worte gelernt, in beständigem Glauben, gottjeligem Leben und fröhlicher Geduld fleißig und von Herzen nachkomme. Und gleichwie dein lieber Sohn, mein einiger Heiland Jesus Christus, an diesem Tage fröhlich von den Toten auferstanden ist, also verleih mir Gnade, in einem neuen Leben vor dir zu wandeln. Ich bitte dich auch, lieber Vater, du wollest diese Nacht in deinen väterlichen Schuß nehmen meinen Leib und Seele und alles, was du mir ges geben hast, daß der böse Feind und seine Werkzeuge teine Macht an mir finden. Dein heiliger Geist erleuchte mich, daß ich dein nimmermehr vergesse. Deine allmächtige Hand erhalte mich. Dein I. Gebete zum täglichen Gottesdienste. 13 heiliger Engel beschüße mich. Deine väterliche Güte segne und erquicke mich, damit ich morgen gesund und mit Freuden aufstehen und dir nach deinem Willen dienen möge. Und wenn ich im zeitlichen Tode werde entschlafen sein, so gib durch die Auferstehung Jesu Christi, daß ich an jenem Tage fröhlich aus dem Tode wiederum hervorgehen möge zur ewigen Herrlichkeit. Amen. 15. Noch ein Abendgebet am Sonntag. Belobt seift du, o Gott, allmächtiger Herrscher, der du den Tag erleuchtest durch dein Sonnenlicht und die Nacht durch feurige Strahlen erhellst, der du uns gnädig die Bahn des Tages hast durchwandeln lassen und uns zur stillen Nacht gebracht. Höre auf unser Gebet und auf das Gebet deines ganzen Volkes, und vergib uns alle unsere wissentlichen und unwissentlichen Übertretungen. Nimm an unsere Abendgebete und schütte aus über uns, dein Erbe, die Fülle deiner Barmherzigkeit und deiner Siege. Umschirme uns mit den heiligen Engeln, rüste uns mit den Waffen der Gerechtigteit, umschanze uns mit deiner Wahrheit, bewache uns mit deiner Macht, rette uns vor allem Unfall und allen Nachstellungen des Widersachers und gib Gnade, daß wir diesen Abend und diese Nacht, so wie alle Tage unsers Lebens, untadelig, heilig, friedlich, von Sünde, Anstoß und Schrecken frei verleben mögen. Denn bei dir ist Erbarmung und Erlösung, Herr, dreieiniger Gott, und dir bringen wir Ruhm und Preis, jetzt und in Ewigkeit. Amen. 16. Abendgebet am Montag. mächtiger, treuer Gott, ich danke dir, daß du mich und die Meinigen diesen Tag über väterlich behütet und alles Unglück gnädiglich von uns abgewendet haft. Ich will mich nun in deinem Namen zur Ruhe begeben und auf meinem Lager unter deinem Schuße sanft entschlafen. Verzeih mir doch, lieber Vater, alle meine Sünden und Fehltritte, mit denen ich dich diesen Tag wissentlich oder unwissentlich beleidigt und erzürnt habe. Gib mir eine ruhige Nacht und einen stillen Schlaf, daß ich nicht erschreckt werde. Du Hüter Israels, der du weder schlässt noch schlummerst, wache über mich. Bleibe bei mir, denn es ist Abend worden, und der Tag hat sich geneiget. Sei du in Finsternis meiner Seele helles Licht, daß ich mich, ob ich schon im Finstern schlafe, doch nicht fürchte. Laß meine Seele in dir ruhen, und ob mich der Tod erschleichen wollte, so erhalte mein Herz und meinen Geist, daß ich zu dir wache und dein sei im Leben und im Tode. Ich befehle dir auch all die Meinen, meine Freunde und Nachbarn, dazu auch Haus und Hof. Gib, o treuer Vater, eine stille, ruhige Nacht auch allen denen, die 14 I. Gebete zum täglichen Gottesdienste. in Kümmernis, Krankheit, Herzeleid, Not und Anfechtung sind, die ohne deine wunderbare Hand vor Leibes und der Seele Schmerzen den Schlaf nicht finden. Behüte uns vor allem Übel. Wecke mich frühe sanft auf zu deines Namens Ehre und lehre mich deinen Willen tun nach deinem Wohlgefallen. Und wenn ich an meinem letzten Ende meine Augen zuschließe und selig in deiner Gnade einschlafe, so erwecke mich am Tage der Auferstehung alles Fleisches fröhlich zum ewigen Leben. Amen. 17. Abendgebet am Dienstag. Allmächtiger, ewiger Gott, wie freundlich bist du denen, die auf dich harren, und der Seele, die nach dir fraget. Wie haft du mich diesen Tag so gnädiglich angesehen, der ich doch alles Guten unwürdig bin, hast nicht mit mir gehandelt nach meinen Sünden und mir nicht vergolten nach meiner Missetat. Das danke ich dir von ganzem Herzen. O Herr, laß dir angenehm sein, was ich diesen Tag in deinem Namen getan habe; vergib mir, was ich wider deinen göttlichen Willen gesündigt habe. Laß in mir nicht verlöschen das Licht des Glaubens und deiner Erkenntnis, laß nicht mich überfallen die grausame Finsternis der Unwissenheit, des Unglaubens und der Verzweiflung, behüte mich vor der ewigen Nacht. Herr, bleibe bei mir, denn der Tag hat sich geneiget, und es ist niemand, der mich in der Finsternis erhalten möge, denn du allein, mein Gott. Hilf uns, so wir wachen, daß wir in Chrifto wachen; behüte uns, so wir schlafen, daß wir in Frieden ruhen. Suche heim und regiere dieses Haus und vertreibe davon alle Schrecken des Feindes und laß deine heiligen Engel darin wohnen. Dein heiliger Segen bleibe über uns durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 18. Abendgebet am Mittwoch. Ich sage dir Dant, du wahres, ewiges Licht, daß du mich in dem Glanze deiner göttlichen Gnade und deines Geistes in dieses natürlichen Tages Schein vor schweren Sünden behütet hast. Laß nun, o Gott, der du die Nacht dem gebrechlichen Leibe zur Ruhe verordnet hast, meine mühselige, fündige Seele in dir ruhen und Frieden haben vor aller Lift und jeglichem Anlauf des bösen Geistes. Meine Sinne und Gedanken laß samt Händen und Füßen feiern, schweigen und stille sein zu dir, der du den Deinen gegenwärtig und unvergessen bist auch im tiefen Schlafe. Laß ja nicht mein träges Fleisch die arme Seele überwältigen, daß fie dein vergeffe des Nachts. Dir befehle ich meinen Geist, o Hirte, zu treuen Händen; du haft ihn erlöset, Herr, du treuer Gott. Laß mich von I. Gebete zum täglichen Gottesdienste. 15 dir nicht sinken, wache über mich, schirme mich mit deinen Flügeln. Wenn Tag und Nacht sich scheiden, so wecke mich und verleih mir wieder das Licht, darin ich hie wandeln und bei dir dort ewig wohnen möchte. Höre und erhöre mich, der du nicht schlässt noch schlummerst, durch Jesum Christum. Amen. 19. Abendgebet am Donnerstag. err Gott Vater, voll Gnade und Güte, der du Barmherzigkeit erweiseft bis in das tausendste Glied, wie soll ich deinem Namen genugsam Ehre und Ruhm geben, daß du mich so herzlich geliebt und diesen Tag ohne allen Schaden und Gefahr haft hinbringen lassen. Ach Vater, nimm an meiner Statt das vollkommene Opfer deines liebsten Sohnes Jesu Christi an und sei mir um seinetwillen auch ferner gnädig und barmherzig, denn ohne dich, mein Gott, bin ich in der Finsternis dieser Nacht verloren. Du aber bist mein Licht und starker Hort, nimm mich in deine Gnadenarme, o Gott, der du verheißen, meiner nimmermehr zu vergessen. Vergib mir meine Sünden und schaffe in mir einen neuen, freudigen Geist, daß ich allezeit in tindlichem Vertrauen zu dir rufe: Abba, lieber Vater Deiner väterlichen Fürsorge übergebe ich auch diese Nacht meinen Leib, Seele und all das Meine. Wache über mich, daß ich vor allem Leid behütet in deiner Gnade wieder erwache und dich preise. Tröste auch in dieser Nacht alle Bekümmerten und Betrübten und laß allen, die den Namen deines Sohnes Jesu in wahrem Glauben anrufen, Hülfe widerfahren. Und weil der Schlaf ein Vorbote des Todes ist, so verleih mir, o gütiger Vater, deine Gnade und den Beistand deines Geistes, daß ich mich also bereite, daß ich am Ende meiner Tage zur ewigen Ruhe des Himmels aufgenommen werde. Erhöre mich und erbarme dich mein, o Gott, um der kräftigen Fürbitte deines Sohnes Jesu willen. Amen. 20. Abendgebet am Freitag. Herr Jesu Christe, du geduldiges Gotteslamm und heiliges Sühnopfer für alle meine Sünde, ja nicht allein für meine, sondern auch für der ganzen Welt Sünde, dir danke ich abermal von Grund meines Herzens, daß du mich an Leib und Seele durch deinen Schutz diesen Tag so väterlich behütet haft. Dich bitte ich, du wollest mir alle meine Sünden, so ich heute diesen Tag aus Schwachheit meiner verderbten Natur und Anreizung des bösen Geistes getan habe, welche mein Herz und Gewissen sehr beschweren und drücken, gnädiglich verzeihen und vergeben. Und weil ich mich nun zur Ruh und Schlaf will niederlegen, wollest du deine Gnade über mich ausbreiten, daß ich darunter in Fried und Ruh diese 16 II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. Nacht mit dem Leibe schlafen, mit der Seele aber allezeit zu dir wachen möge. Laß mich also deiner herrlichen Zukunft zum jüngsten Gericht wahrnehmen und mit herzlichem Seufzen auf dich warten, bis ich dermaleinst gar zu dir selig von hinnen fahre. Dazu hilf mir, treuer Heiland, mit dem Vater und heiligen Geiste hochgelobet in Ewigkeit. Amen. 21. Abendgebet am Sonnabend. Barmherziger Gott und Bater, ich sage dir von Herzen Lob und Dank, daß du dich meiner die Zeit meines Lebens so väterlich angenommen und mich diesen Tag über und sonderlich die ganze Woche bis auf diese Stunde vor allem Unglück Leibes und der Seele gnädig behütet haft. Ich bitte dich ferner, du wollest alle meine Sünden, die ich heut und die ganze Woche wider dich und meinen Nächsten wissentlich und unwissentlich getan, durch deine Gnade, welche alle bußfertigen Sünder bei dir haben, zudecken und ihrer nimmermehr gedenken. Hilf gnädiglich, daß ich aus der alten Woche in ein neu christlich Leben trete, dir und allen Auserwählten im Himmel gefallen möge, und laß mich diese angehende Nacht in deine gnädigen Arme befohlen sein, daß ich sicher ruhen und schlafen, frisch und gesund zu deinem ferneren Lob wieder aufstehen möge; und wenn mein Stündlein vorhanden ist, nimm mich zu dir, Herr Jesu Christ, denn ich bin dein und du bist mein, wie gern wollt ich bald bei dir sein. Amen. II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. Gebete für die Früchte des Feldes und den Bergbau. Meine Rede müsse ihm wohlgefallen. Ich freue mich des Herrn. 22. Danksagung für Gottes Wohltaten. Ewiger, allmächtiger Gott, du bist mein Leben, meine Wohlfahrt, meine Seligkeit, ich aber bin ein Staub der Erde und unterwinde mich, vor deinem Angesicht allhier zu stehen und dich zu loben. Verwirf mein armes Lobgebet nicht, o Herr, und nimm mein Dankopfer in Christo Jesu gnädig an. Du hast mich von Anfang meines Lebens bis auf diese Stunde an Leib und Seele gespeist und ernährt. Du hast mich vor unzählbaren Gefährlichkeiten Leibes und der Seele bewahrt oder daraus errettet. Du hast mich mit Langmut getragen, zum Wege meiner II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 17 Seligkeit ohne Unterlaß und auf mancherlei Weise gerufen und zu meinem seligen Christenstande bekehrt. Das alles hast du mir getan um Jesu Christi willen, der sich allen meinen Schmerzen, Strafen und Schanden und zuletzt meinem Tode unterworfen hat, auf daß ich endlich bei dir in ewiger Seligkeit fröhlich sein könnte. Wie soll ich dir, o mein Gott und Vater, jür alle deine Treue und Barmherzigkeit danten? Wie soll ich dir danken, Herr Jesu, der du mit deinem Verdienste, mit Leben und voller Genüge, ja mit dir selber den armen Sünder speisest und tränkest? Ich vermag allewege nichts Gutes, wie sollte ich danken können? Gib du selbst, o Herr, mir in meine Hände, was ich bin und habe, und verleih mir alsdann, daß ich zum schwachen Danke dir wieder übergebe und opfere, was ich bin und habe, und mein Opfer von deinem Altare nicht wieder raube, solange ich lebe. Dein heiliger Wille allein werde in mir, an mir, durch mich in allen Dingen vollbracht und mein Leben zu deinem Preis vollführt, solange es noch währt. Das hilf mir nach deiner großen Liebe. Amen. 23. Noch ein Dankgebet. Mein Gott und Herr, ich sage dir Lob und Dank, daß du mich nach deinem Ebenbilde geschaffen, durch das teure Blut deines Sohnes erlöst, durch die Taufe in die Zahl deiner Kinder aufgenommen und mit dem Sakramente des Leibes und Blutes Chrifti mannigmal erquicket hast. Ich sage dir Dank, du treuer Gott, daß du mir von meiner Jugend auf bis auf diese Stunde so viele Sünden zugute gehalten und auf meine Buße gewartet, mich so manches Mal aus großen Nöten errettet, an Leib und Seele behütet und mir Gesundheit, Friede und Wohlfahrt die Zeit meines Lebens verlichen haft. Ich bitte ferner, du wollest mich in solcher deiner Gnade und Gütigkeit erhalten, alles, was dir zuwider ist, von mir abtun und vor allem Übel und Unfall mich behüten. Laß mich mein Leben nach deinem Willen und Wohlgefallen vollenden und endlich mit Freuden zu deiner Herrlichkeit kommen. Das bitte ich dich, du treuer Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi. Amen. 24. Zum Beginn der Arbeit. Ewiger, barmherziger Gott, ich will nun wieder frisch an meine Arbeit gehen und die Werke meines Berufes, darein du mich gesetzet haft, getroft angreifen und nach deiner Gabe ausrichten, meinem Nächsten dadurch zu dienen und mein Brot zu erwerben. Darum bitte ich dich herzlich, du wolleft mir zu solchem Wert nach deiner gnadenreichen Verheißung Weisheit und Verstand, Heil und Segen, auch Gesundheit verleihen, damit ich es nicht allein wohl 2 II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. anfangen, sondern auch durch deine väterliche Hülfe in deinem Namen nüßlich vollführen und meines Amtes jederzeit in deiner Furcht mit reinem Gewissen treulich warten möge. Dir befehle ich meine Werke; laß meine Anschläge fortgehen und laß mir gelingen, was ich mir in deinem Namen vornehme, daß das Licht auf meinem Wege immer scheine, dir zu Lob und Preis, mir und den Meinen, auch meinem Nächsten zur Wohlfahrt und Frommen, durch deinen lieben Sohn Jesum Chriftum, unsern Herrn. Amen. 18 O Herr Jesu, in deinem Namen und auf dein Wort will ich mein Netz auswerfen. O Herr, hilf, o Herr, laß wohl gelingen. Amen. 25. Um Gottes Segen in Haus und Beruf. allmächtiger, ewiger und barmherziger Gott, dieweil du mit Worten und Werken genugsam bewiesen hast, daß du als ein getreuer Vater für uns sorgest, und hast uns gnädiglich zu Kindern angenommen und einem jeden seinen Beruf gegeben, darinnen er dir und dem Nächsten dienen soll, so bitten wir dich von Herzen, lieber Vater, gib Gnade, daß wir unsers Berufes fleißig wahrnehmen und im Gehorsam als deine treuen Kinder allezeit erfunden werden. Fördere die Werke unsers Haushaltens also, daß wir ja unsere Herzen nicht an die Güter dieser Welt hängen noch jemand dadurch Ärgernis geben, sondern laß uns alle zeitlichen Güter und Gaben, so wir durch deinen Segen empfangen haben, in stillem Wesen mit täglicher Danksagung genießen und gebrauchen. Wolleft auch von uns abwenden allen Müßiggang, unnötige Sorge der Nahrung und alles, was dir mißfällt, und bei uns und in uns fördern alles, was dir wohlgefällt, auf daß wir in all unserm Tun deinem Befehle nachgehen und alle Sorge und Anliegen aus rechtem Glauben auf dich werfen. Denn du weißt alles, was uns mangelt und not ist; das wollest du uns gnädiglich verleihen. Amen. 26. Gebet christlicher Eheleute. Barmherziger, gnädiger Gott, lieber Vater, du hast uns nach deinem gnädigen Willen und göttlicher Vorsehung in den heiligen Ehestand gesetzt, daß wir nach deiner Ordnung darin -leben sollen. Darum trösten wir uns auch deines Segens, da dein Wort sagt: Wer eine Ehefrau findet, der findet was Gutes und bekommt Segen vom Herrn. Ach lieber Gott, laß uns ja in deiner göttlichen Furcht beieinander leben. Laß uns vor allen Dingen dein Wort lieb haben, daß wir sein mögen wie ein Baum am Wasser gepflanzet, der seine Frucht bringet zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelten nicht. Laß uns miteinander in Frieden II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. und Einigkeit leben und unsern Ehestand in Zucht und Ehrbarkeit führen, daß dein Segen bei uns wohne, und wir einen ehrlichen Namen haben mögen.( Gib Gnade, daß wir unsere Kinder in der Furcht und Ermahnung zu deinen göttlichen Ehren auferziehen, daß du aus ihrem Munde dir ein Lob bereiten mögest. Gib ihnen ein gehorsames Herz, daß es ihnen möge wohl gehen, und sie lange leben auf Erden.) Gib uns auch das tägliche Brot und segne unsere Nahrung. Und wenn du uns ja, lieber Gott, Kreuz und Trübjal zusenden willst, so gib uns Geduld, daß wir uns gehorsamlich deiner väterlichen Züchtigung unterwerfen, und mache es gnädig mit uns. Fallen wir, so wirf uns nicht weg, sondern halt uns bei der Hand und richte uns wieder auf. Lindere uns unser Kreuz und tröste uns wieder und verlaß uns nicht in unserer Not. Gib auch, daß wir das Zeitliche nicht lieber haben denn das Ewige; wir haben ja nichts in die Welt gebracht, werden auch nichts mit hinausbringen. Laß uns nachjagen dem Glauben und der Liebe und ergreifen das ewige Leben, dazu wir berufen sind. Gott der Vater segne uns und behüte uns. Gott der Sohn erleuchte sein Angesicht über uns und sei uns gnädig. Gott der heilige Geist erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Friede. Die heilige Dreieinigkeit bewahre unsern Eingang und Ausgang von nun an bis in Ewigkeit. Amen. 19 27. Gebet der Eltern für ihre Kinder. Betreuer, lieber Gott und Bater, Schöpfer und Erhalter aller Kreaturen, wir danken dir von Herzen für die Kinder, die du uns durch deinen Segen gegeben hast, und bitten dich herzlich, weil du gesagt hast, du wollest deinen heiligen Geist geben allen, die dich darum bitten, begnade auch unsere armen Kinder mit deinem heiligen Geiste, der in ihnen die wahre Furcht Gottes anzünde, welche der Weisheit Anfang ist. Beselige sie mit deiner wahren Erkenntnis, laß sie in dem wahren seligmachenden Glauben und in aller Gottseligkeit aufwachsen und darin bis ans Ende verharren. Gib ihnen ein gläubiges, gehorsames, demütiges Herz, auch Weisheit und Verstand, daß sie wachsen und zunehmen an Alter und Gnade bei dir und den Menschen. Pflanze in ihr Herz die Liebe deines göttlichen Wortes, daß sie seien andächtig im Gebet und Gottesdienst, ehrerbietig gegen die Diener des Wortes und gegen jedermann, schamhaftig in Worten, treu in Werken, fleißig in Geschäften, glückselig in Verrichtungen ihres Berufes, verständig in Sachen, richtig in allen Dingen, sanstmütig und freundlich gegen alle Menschen. Behüte sie vor allen Ärgernissen dieser Welt, sei ihr Schutz in allerlei Gefahr, daß sie nicht plötzlich umkommen. Laß uns ja 2* 20 II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. nicht Unehre und Schande, sondern Freude und Ehre an ihnen erleben, daß durch sie auch dein Reich vermehret und die Zahl der Gläubigen groß werde, daß sie auch im Himmel um deinen Tisch her sitzen mögen, als die himmlischen Ölzweige und dich mit allen Auserwählten ehren, loben und preisen mögen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Darauf bete den 127. und 128. Pfalm. 28. Gebet nach der Taufe eines Kindes, auch von Gevattern zu beten. Allmächtiger, ewiger Gott, lieber himmlischer Vater, der du der rechte Vater bist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden, wir sagen dir von Herzen Lob und Dank, daß du dieses Kind uns geschenkt und ihm verliehen hast, daß es durch die heilige Taufe zum ewigen Leben wiedergeboren und deinem lieben Sohne, unserm Herrn Jesu Christo, einverleibt worden ist. Wir bitten dich demütig, du wollest dieses Kind, welches nunmehr dein Kind und Erbe geworden ist, bei der empfangenen Taufgnade bewahren, damit es nach allem deinem Wohlgefallen zur Ehre deines Namens treulich auferzogen werde, im wahren Glauben bis zum seligen Ende beständig verbleibe und endlich das verheißene Erbteil im Himmel mit allen Heiligen empfange, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. 29. Schulgebete. 1. Luthers Morgensegen siehe Gebet 2. 2. Lieber Herr und Gott, der du deinem Volke im Gesetz befohlen haft: Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Dinge beschicken, laß auch uns in unserer Arbeit deinen heiligen Willen erkennen und alle unsere Werke mit Fleiß und Treue verrichten. Weil aber ohne deinen Segen Mühe und Arbeit vergeblich ist, so bitten wir dich, laß dein himmlisches Gedeihen auf unsere Arbeit reichlich herabfließen gleich dem Morgentau, der das dürre Land befeuchtet. Laß uns unsere Geschäfte in deinem Namen anfangen und in stiller Hoffnung auf deine Hülfe glücklich hinausführen, dir zur Ehre, uns zur Freude und den Menschen zum Wohlgefallen. Herr, unser Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk unserer Hände, ja das Werk unserer Hände wollest du fördern. Amen. 3. Abba, lieber Vater, dir sei Lob und Dank gesagt, daß du uns diesen Tag haft gesund erleben lassen und uns wieder die Gnade verleihst, gemeinsam deinen Namen anzurufen. Dein lieber II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 21 Sohn hat versprochen, daß er mitten unter denen sein wolle, die in seinem Namen versammelt sind. Laß auch jetzt seine gnädige Verheißung an uns erfüllt werden. Weil du aber nur denen nahe bist, die dich fürchten, so gib eine kindliche Furcht vor deiner heiligen Majestät in unsere Herzen. Erleuchte unsern Verstand und lenke unsern Willen zum Gehorsam, daß dir all unser Tun und Lassen wohlgefalle. Laß uns wachsen an Weisheit, Alter und Gnade bei dir und den Menschen nach dem Erempel deines heiligen Kindes Jesu. Amen. 4. In deinem Namen, lieber himmlischer Vater, schicken wir uns jetzt wieder an, die Arbeit unsers Berufes auszurichten und zu lehren und zu lernen, was uns befohlen ist. Sende dazu dein Licht und deine Wahrheit und gib uns erleuchtete Augen unsers Verstandes. Vor allen Dingen aber laß deine Furcht unserer Weisheit Anfang und deinen Geist unser aller Lehrer und Leiter sein. Mache unsere Herzen zu einem tiefen, weichen und reinen Lande und laß guten Samen darauf fallen, daß er darin wurzele und aufgehe und Frucht bringe zum ewigen Leben. Amen. 5. Allgegenwärtiger Gott, deine Augen sehen auf eines jeglichen Weg, und du schaueft auf alle unsere Gänge. Du erkennest unser Herz, und es ist alles bloß und aufgedeckt vor deinen Augen. Vor dir ist auch die Finsternis licht, und die Nacht leuchtet wie der helle Tag. Gib uns doch einen tiefen Eindruck davon in unser Herz, daß wir allezeit vor deinen heiligen Augen offenbar sind, damit wir uns vor der Sünde fürchten lernen und vor deinem Angesichte wandeln. Schaffe in uns ein reines Herz, tilge alle heimliche Unlauterkeit aus unserm Leben und mache uns aufrichtig vor dir und den Menschen. Den Aufrichtigen läsfest du es gelingen und beschirmest die Frommen. Das erfülle an uns nach deiner Barmherzigkeit. Amen. 6. Wir danken dir, Herr Gott, für alle deine Wohltat, die du uns erzeiget hast, daß du uns zu vernünftigen Menschen geschaffen haft und hast uns erlöset durch das unschuldige Blut deines lieben Sohnes und durch dein Wort und deinen Geift zum ewigen Leben berufen. Wir bitten dich, lieber Vater, verleih uns deine Gnade, dein heiliges Wort wohl zu lernen, christlich zu leben und selig zu sterben, durch Jefum Chriftum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. 7. Herr, leite uns in deiner Wahrheit und lehre uns, denn du bist der Gott, der uns hilst; täglich harren wir dein. Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von der Welt her gewesen ist. Gedente nicht der Sünden unserer Jugend noch unserer Übertretung, gedente aber unser nach deiner Barmherzigkeit A CSA 22 II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. um deiner Güte willen. Lehre uns tun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist unser Gott; dein guter Geist führe uns auf ebener Bahn. Und dein Friede, der höher ist denn alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christo Jesu. Amen. 8. Wir danken dir, lieber himmlischer Vater, daß du den Schlummer der Nacht von uns verscheucht und uns wieder versammelt haft, unsere Hände zu dir aufzuheben. Laß uns nun die Arbeit des Tages mit Freuden angreifen und die Gabe, welche du einem jeden verliehen hast, mit Treue und Demut gebrauchen. Gib uns ein sehendes Auge, ein hörendes Ohr und ein waches Gewissen. Fülle uns frühe mit deiner Gnade und segne die Werke unserer Hände. Deinem heiligen Namen sei Ruhm und Preis jetzt und in Ewigkeit. Amen. 9. Herr Jesu Christe, der du die Kinder zu dir zu bringen befohlen und sie in dein Reich aufzunehmen verheißen haft, wir danken dir, daß du uns in der heiligen Taufe zu dir gezogen und mit den Gütern deines Reiches gesegnet hast. Laß uns nun bei dir bleiben und als lebendige, grünende und fruchtbare Reben an dir, dem rechten Weinstock, erfunden werden. Vollführe das gute Werk, das du in uns angefangen hast, und behalte uns in der Aufsicht deiner Liebe und unter der Zucht deines Geistes, daß wir geschickt werden, dir hier in deinem Reiche zu dienen, und einst nach wohl vollbrachtem Leben auf Erden den Eingang finden zu deinem ewigen Reiche. Amen. 10. Wir danken dir, lieber himmlischer Vater, für die große Gnade, daß du dein heiliges Wort uns gegeben haft. Drücke es ein und versiegele es in unsern Herzen, daß wir danach tun, leben und sterben. Laß uns in deiner Erkenntnis wachsen und zunehmen, dich, ewiger Gott, anrufen, loben, ehren und preisen und alles, was wir tun und lassen, nach deinen heiligen Geboten anstellen, damit wir hier allezeit als gehorsame Kinder erfunden und zuletzt des ewigen Lebens, das uns durch Jesum Christum erworben ist, teilhaftig werden mögen. Amen. 11.( Am Schlusse der Woche.) Allmächtiger Gott, lieber himmlischer Vater, da wir ohne deines heiligen Geistes Licht und Gnade nichts vermögen, so bitten wir dich, du wollest unsern Verstand erleuchten, unser Gedächtnis stärken und unsern Willen regieren und heiligen, daß wir alles, was wir lesen und hören, recht verstehen, was wir verstehen, wohl behalten, und was wir behalten, wohl anwenden und in ein christliches Leben verwandeln. Befestige du selbst alles, was wir gehört und gelernt haben, und bestätige das Gute, das du in uns angefangen hast, zu deines Namens Lob und Preis um Jesu Christi, unsers Heilandes, willen. Amen. II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 23 12.( 3um Schlusse der Schule.) Lob und Dank sei dir du Gott aller Gnade und Barmherzigkeit, daß du uns bis hieher geholfen hast. Dein Aufsehen hat unsern Odem bewahrt, du haft uns Gesundheit, Kraft und Freudigkeit zu unserm Werke gegeben, und was an unserer Arbeit nicht vergeblich gewesen, das danken wir allein deiner Güte. Wir sind zu geringe aller Barmherzigkeit und aller Treue, die du an uns getan haft. Tilge alle unsere Sünde und Übertretung um Jesu Chrifti willen. Herr, wer kann merken, wie oft er fehle? Verzeih uns auch die verborgenen Fehler und laß keinen ein böses Gewissen und unvergebene Schuld mit sich hinwegnehmen. Behalte uns in deiner Gnade, erhalte uns ein fröhliches Herz, laß uns untereinander durch das Band des Friedens und durch herzliche Liebe verbunden bleiben.( Laß deinen Segen die begleiten, welche von uns scheiden; laß ihn auch bei uns bleiben, die wir erfrischt und gestärkt unser Werk wieder aufzunehmen gedenken.) Behüte unsern Ausgang und Eingang von nun an bis zu ewigen Zeiten. Amen. 30. 3wei Gebete für Konfirmanden. 1. Ich danke dir, mein himmlischer Vater, daß du mich durch die heilige Taufe in den Bund der Gnade und des Friedens aufgenommen, in deinem Worte mich unterwiesen und nun diese Zeit mich haft erleben lassen, in der ich zu meiner Konfirmation mich bereiten und rüsten soll. Hilf, lieber Vater, daß diese Zeit eine heilige und gesegnete Zeit und ein geistlicher Frühling für mich werde. Mache mich völliger im findlichen Gehorsam, andächtig im Gebet, eifrig zu deinem Wort, treu in meiner Arbeit, friedsam und ehrerbietig gegen jedermann. Bewahre mich und alle, die mit mir auf dem Wege sind, vor ärgernis und allem leichtfertigen Wesen. Laß uns wachsen in deiner Erkenntnis und start werden durch deinen Geist an dem inwendigen Menschen, daß wir am Tage unserer Konfirmation ein gutes Bekenntnis tun und würdig zu deinem Tische fommen mögen. Amen. 2. Herr Gott, himmlischer Bater, weil dein lieber Sohn versprochen hat, daß du deinen heiligen Geist denen geben wolleft, die dich darum bitten, so bitten wir dich herzlich in dem Namen Jesu Chrifti, deines geliebten Sohnes, du wolleft uns deinen heiligen Geist geben, daß er uns in alle Wahrheit leite, uns zu allem Guten antreibe, regiere und führe. Heilige uns durch denselben durch und durch und erfülle uns mit seinen Heiligungsgaben, damit wir als deine Kinder wandeln, Christo angehören und deine Rechte halten mögen, um der teuren Verheißung und Fürbitte deines geliebten Sohnes Jesu Christi willen. Amen. II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 31. Für die Kirche. Vater aller Barmherzigkeit, der du dir eine heilige Gemeine und Kirche auf Erden durch dein Wort und heiligen Geist sammelst und erhältst, wir bitten dich, du wollest deine kleine Herde, das arme Häuslein, so dein Wort durch deine Gnade angenommen hat, ehret und befördert, bei der rechten, erkannten, reinen und allein jeligmachenden Lehre, auch bei dem rechten Gebrauche der heiligen Sakramente wider alle Pforten der Hölle, wider alles Wüten und Toben des leidigen Teufels, wider alle Bosheit und Tyrannei der argen Welt beständig und fest erhalten. Erhalte dein Schifflein samt deinen Christen mitten auf dem ungestümen Meere, unter allen Wellen und Wasserwogen, daß es nicht sinke noch untergehe. Laß deine liebe Kirche fest und unbeweglich auf dem Grundfels stehen, darauf sie gebauet ist. O Gott Zebaoth, wende dich doch, schaue vom Himmel und siehe an und suche heim deinen Weinstock und halte ihn im Bau, den deine Rechte gepflanzt hat, und den du dir festiglich erwählt hast, auf daß sein Gewächs ausgebreitet und seine Zweige groß werden. Nimm uns, deine Schafe, in deinen Schutz, daß uns niemand aus deiner Hand reiße. Behüte uns vor allen denjenigen, welche die Vertilgung der rechten Lehre und die Aufrichtung und Bestätigung der schändlichen Abgötterei suchen. Laß dein liebes Wort, das helle und unwandelbare Licht, so uns jetzt scheint, nicht unterdrückt oder ausgelöscht werden, sondern tu Hülfe durch deinen großen oder ausgestreckten Arm und erhalte deine Kirche und Gemeine unter so viel Anstößen in der Welt, auf daß du unter uns hier auf Erden auch ein Volk habeft, das dich erkenne, ehre und anbete und deinem heiligen Namen mit reinem Herzen diene. Ach Herr, schone deines Volkes und laß uns nicht entgelten unsere Sünden, der du die Missetat vormals vergeben hast deinem Volke und alle ihre Sünde bedeckt, der du vormals haft allen deinen Born aufgehoben und dich gewendet von dem Grimme deines Zorns, tröste uns, Gott unser Heiland, und laß ab von deiner Ungnade über uns. Beschütze deine Christenheit, welche sich auf dich allein verläßt, daß die Pforten det Hölle sie nicht überwältigen. Sei und bleibe du mitten unter uns und weiche nicht von deiner Gemeine. Tu solches um deines Namens willen, daß derselbe nicht entheiliget werde, ja tu es um Jesu Christi, deines lieben Sohnes, willen. Amen. 24 32. Für die Obrigkeit. err aller Herren und König aller Könige, du Herrscher über den ganzen Erdenkreis, der du alle Obrigkeit eingesetzet und gefaget hast durch deinen werten Apostel: Es ist teine Obrigkeit, ohne von II. Dantgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 25 Gott, und wer der Obrigkeit widerstrebet, der widerstrebet Gottes Ordnung, laß uns die Obrigkeit für deine Ordnung erkennen, dieselbe füchten, lieben und ehren. Gib Gnade, daß wir durch sie mit Gerechtigkeit regiert werden und unter ihrem Schuß ein stilles, geruhiges Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Und weil du, lieber Vater, der Könige Herzen in deiner Hand hast und leitest dieselben wie Wasserbäche, so regiere auch unsere liebe Obrigkeit mit deinem heiligen Geist, daß sie vor allen Dingen Gottes Bort lieb haben, ihre Tore weit machen und die Türen in der Welt hoch, daß in ihren Landen der König der Ehren einziehe. Gib ihnen deine himmlische Weisheit, die um deinen Thron ist, durch welche die Könige regieren und die Ratsherren das Recht setzen. Laß sie das Geschrei der Armen hören und Recht und Gerechtigkeit handhaben. Laß fie fürstliche Gedanken haben und darüber halten. Gib ihnen die Liebe der Gerechtigkeit, beständigen Mut und Tapferfeit wider alle Ungerechtigkeit, glücklichen Fortgang ihrer Anschläge, getreue, verständige, tluge Räte, gesundes und langes Leben. Behüte fie vor Heuchlern und Schmeichlern, vor Kriegen und Blutvergießen. Schüße sie durch deine heiligen Engel. Eegne das ganze Land und schaffe unsern Grenzen Friede, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 33. Für die Früchte des Feldes.( Am Tage der Hagelfeier.) err, allmächtiger Gott, ein König Himmels und der Erde, der du durch deine überschwengliche Güte den ganzen Erdboden mit allerlei Früchten zierest und erfülleft, von welchen Menschen und Vieh ihre Nahrung haben, wir bitten dich um deiner Barmherzigkeit willen, du wollest unser Land segnen, daß es seine Früchte und Vermögen gebe, sintemal wir von uns selber nicht ein Körnlein aus der Erde hervorbringen oder demselben helfen können, wo du nicht das Gedeihen gibst. Darum verleih den lieben Früchten eine gnädige Witterung, daß sie wachsen und wohl geraten. Behüte fie vor Hagel und Ungewitter, vor Verheerung, vor allem Ungeziefer und Schaden. Laß das Land nicht feiern in deinem 3orne, laß es nicht wüste liegen und unfruchtbar bleiben. Schließ den Himmel in deinem Grimme um unserer Sünde willen nicht zu, daß er nicht wie Eisen, und die Erde so hart wie Erz werde, sondern gib uns Früh- und Spatregen, dazu fruchtbare Zeiten, suche das Land heim und wässere es und mache es sehr reich. Deine Brünnlein haben Wassers die Fülle, so laß denn unser Getreide wohl geraten und baue selbst das Land, tränke seine Furchen und segne sein Gewächs und kröne das Jahr mit deinem Gut. Laß dir, lieber Gott, den Samen und alle Früchte des ganzen Erdreichs in deinen gnädigen Schutz befohlen 26 II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. sein. Behüte uns vor Mißwachs, Teurung, Hunger und Kummer. Siehe, wir bekennen unsere Sünde mit reuigem Herzen und schreien zu dir, unserm Gott, du wolleft hören im Himmel, in dem Sitze, da du wohnest, und gnädig sein der Sünde deines Volkes und uns nicht mit leiblicher Nahrung verlassen, sondern unser Leben erhalten und uns mit aller Notdurft versorgen, auf daß wir in allen Dingen deine göttliche Kraft und milde Hand mit Danksagung erkennen und dich preisen, der du uns an Leib und Seele hier zeitlich und dort ewiglich reichlich ernähreft. Amen. 34. Um den lieben Sonnenschein. Umächtiger, barmherziger Gott, himmlischer Vater, wir haben es mit unsern Sünden wohl verschuldet, daß du uns jetzt mit vielem überflüssigen Regen und betrübtem nassen Wetter strafest und heimsuchst. Aber hilf doch um deines Namens willen und laß die liebe Sonne wiederum scheinen und leuchten, damit sich die notleidenden Früchte erholen, und wir solchen deinen Segen zu unserer Notdurft wohl einbringen und mit Danksagung in Frieden genießen mögen. Unsere Hoffnung und Hülfe, unser Trost und unsere Zuflucht ist und bleibt in dir, der Himmel und Erde gemacht hat. Hilf uns, o Gott unsers Heils. Amen. 35. Um einen fruchtbaren Regen. Ach himmlischer Bater, allmächtiger Gott, du hast in deinem Worte gesagt, wenn wir dir nicht gehorchen, so willst du den Himmel wie Eisen und die Erde wie Erz machen, daß es nicht regnen soll, noch die Früchte auf dem Lande gedeihen. Wiederum aber haft du verheißen, wenn wir dir gehorchen, dich lieben und dir von ganzem Herzen dienen, so wollest du unserm Lande Regen geben zu seiner Zeit. Nun sehen wir leider mit Schmerzen, daß die lieben Früchte, die du aus deiner milden Hand bescheret hast, von der Sonnenhize hart austrocknen und schier keinen Saft mehr haben, weil die fruchtbaren Regen ausbleiben. Solches alles haben wir mit unsern vielfältigen Sünden als eine Strafe und Rute wohl verdient und wären wohl wert, daß du uns nicht ein Körnlein ließeft aus der Erde wachsen. Nun wissen wir kein ander Mittel, mit welchem wir deinen Zorn könnten stillen und die brennende Hitze abwenden, denn daß wir mit einem ernsten, gläubigen Gebet, welches die Wolken durchdringt und vor dein Angesicht kommt, auch bei dir viel ausrichtet, dir in die Rute fallen. Bitten deshalb deine unendliche Barmherzigkeit, du wollest den Himmel wieder aufschließen und einen lieblichen, fruchtbaren Regen bescheren,( wie denn Elias auch mit seinem Gebete erlangte, daß es regnete,) damit die Früchte der Erde erfrischt und II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 27 erquickt werden, und wir sie mit Danibarkeit einernten, zur Erhaltung unsers zeitlichen Lebens fruchtbarlich gebrauchen und in deinem Segen vom Himmel an Leib und Seele erhalten werden und dich hie zeitlich und dort ewiglich loben und preisen mögen. Amen. 36. Beim Anfang der Ernte. Allmächtiger Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, der du fröhlich machst, was da webet, beide des Morgens und des Abends, bauest selbst das Land und segneft sein Gewächs: wir danken dir, daß du auch dieses Jahr unser Land heimgesucht haſt und das Getreide wohl geraten lassen. Wir wollen nun deinen Segen einsammeln und bitten dich herzlich, du wolleft uns dazu gute und bequeme Witterung verleihen, das Angesicht der Erde fröhlich machen und deine liebe Sonne scheinen lassen, damit unsere Früchte, vor allem Schaden behütet und zu ihrer Vollkommenheit gebracht, von uns in gutem Frieden fein trocken eingesammelt, mit Danksagung aus deiner milden Hand angenommen und zur Notdurft unsers Leibes in guter Gesundheit genossen werden. Du weißt, lieber Vater, daß wir des täglichen Brotes und deines Erdjegens hoch ledürfen, weil du es so geordnet, daß der Mensch vom Brote lebe und sein Herz damit stärke. Darum so gönne uns auch für dieses Jahr deinen gezeigten Segen, und wie du angefangen haft, uns zu segnen, so segne uns noch ferner, gib uns unsere Speise zu deiner Zeit, tu deine milde Hand auf und sättige uns mit deinem Gut. Herr, du erhörest Gebet, darum kommt alles Fleisch zu dir. Höre auch jetzt unser Gebet und vernimm unser Schreien, auf daß wir dein väterliches Herz erkennen und dich für deine Wohltat loben und preisen, solange wir leben. Dazu hilf uns, du frommer Gott, und gib uns, was wir für uns selber nicht vermögen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. 37. Dankgebet nach der Ernte( am Erntedankfeste). err Gott Himmels und der Erde, du bedeckest den Himmel mit Wolken, gibst Regen auf Erden und machest sie fruchtbar, daß fie gibt Samen zu säen und Brot zu essen; du erfüllest die Herzen mit Speise und Freude und gibst uns allerlei Gutes reichlich zu genießen. Du hast verheißen: Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Samen und Ernte, und dieses dein Wort hast du, gnädiger Gott, auch an uns in diesem Jahre kräftiglich erfüllt. Unsern Samen haben wir auf Hoffnung ausgesäet, und siehe, nun ernten wir durch deinen Segen reichlich ein. Für solche deine Gnade und Wohltat danten wir dir heute in deinem Hause mit allem deinem 28 II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. Volke und sagen: Nun danket alle Gott, der große Dinge tut an allen Enden, der uns vom Mutterleibe an lebendig erhält und tut uns alles Gutes. Preise, Jerusalem, den Herrn, lobe, Zion, deinen Gott! Dank sei dir, o treuer Gott, daß du unsern Saaten Regen und Sonnenschein verliehen, uns die Ernte so treulich behütet und uns und unsern Kindern wieder für ein Jahr Brot gegeben haft. Bewahre nun ferner, lieber Gott, was du gegeben haft, und gib Gnade, daß wir es anwenden uns und unsern dürftigen Nächsten zur Erhaltung und dir zu Lob und Preis. Hilf, daß wir als deine Kinder dich stets vor Augen haben und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, einst aber wie reife Garben heimgeholt und am jüngsten Tage durch deine heiligen Engel als guter Weizen in deine Scheuern gesammelt werden; so wollen wir dir mit allen Heiligen ein ewiges Dankopfer bringen und sagen: Hoch gelobet sei Gott in alle Ewigkeit! Amen. 38. Um göttlichen Segen zum Bergwerk. Allmächtiger Gott, Schöpfer Himmels und der Erde, in deiner Hand ist, was die Erde bringt, und die Höhen der Berge sind auch dein. Groß sind deine Werke, die Erde füllest du mit Gütern und läsfest auch der Berge Gründe nicht leer. Wir sagen deiner Majestät Lob und Preis, daß du diesen unsern Ort mit dem edlen Bergsegen begnadigt, die Gebirge mit fündigen Klüften und Gängen beredelt und( bei den bisherigen schweren Zeiten) den lieben Bergbau noch gnädig erhalten hast. Insonderheit danken wir deiner Barmherzigkeit, daß du in dem vergangenen Jahre viel Unglück väterlich abgewendet( nach den schweren Unglücksfällen uns wieder gnädig angesehen), alles in gutem Stande erhalten und das tägliche Brot mildiglich beschert haft. Für diese großen unverdienten Wohltaten bringen wir heute deinem Namen das Opfer unserer Lippen und rühmen deine Allmacht und Güte mit fröhlichem Munde und dankbarem Herzen. Weil wir aber, lieber Gott und Vater, leider oft undankbar gewesen, deine Gaben nicht gebührlich erkannt und geachtet, dieselben auch nicht zu deinen Ehren und zu Nußen unsers Nächsten angewandt, sondern vielmehr oft mißbraucht haben, so haft du zur gerechten Strafe oftmals deine Gaben und Schätze zurückgehalten und deinen Segen entzogen, daß unsere Arbeit an vielen Orten verloren und vergeblich gewesen. Nun, lieber himmlischer Vater, wir bitten dich, gedenke nicht unserer Sünden, sondern ge dente deiner vorigen Güte und Gnade, die von der Welt her gewesen ist. Gib uns deinen Geist, daß wir nicht bloß mit Worten unsere Missetat bekennen, sondern auch durch seine Hülfe zu wirklicher und tätiger Bußfertigkeit und Besserung des Lebens schreiten mögen. III. Gebete in allerlei Not. Erhebe du durch deine allmächtige Hand, die kräftig allenthalben wirkt, dieses unser Bergwerk immer mehr und mehr; tu deine milde Hand auf, beschere gute Anbrüche, reich Erz und Silber, und laß durch. deinen Segen die herrlichen Gaben, die du uns durch schöne Anbrüche zeigst, dauernd sein, daß wir alle dadurch unser täglich Brot haben mögen. Behüte uns vor Feuersbrünsten, vor ansteckenden Krankheiten, vor Wassermangel und schädlichen Wasserfluten. Behüte unsere Bergleute bei ihrem Ein- und Ausfahren, wache über unsere Pochwerke und Hütten und über alle, die darin arbeiten. Laß ihre Arbeit gedeihn, daß jedermann sich deiner väterlichen Güte und gnädigen Hülfe erfreue und die Werke seines Berufs mit Luft verrichte. Schente den Oberen Weisheit und Liebe, Kraft und Treue. Segne unsere Schulen, daß die Weisheit in ihnen gesucht werde wie Silber und erforscht wie die Schätze, auf daß unsere Kinder deine Furcht und Erkenntnis finden. Vor allen Dingen aber laß den edlen Schat deines reinen Worts und Sakraments bei uns bleiben und segne uns mit den unvergänglichen Gütern deines Reiches, daß wir allesamt endlich unsere Ausfahrt aus den dunklen Gängen dieser Erde mit Freuden halten und dich ewig loben und preisen, durch Christum, unsern Herrn. Amen. 29 III. Gebete in allerlei Mot. Ich hatte viel Bekümmernisse in meinem Herzen, aber deine Tröstungen ergehten meine Seele. 39. Um Geduld in Leidenszeit. mächtiger, gütiger Gott, der du bist eine Stärke der Schwachen, ein Trost der Betrübten, eine Zuflucht der Verlassenen, eine Hülfe der Angefochtenen, ein Leben der Sterbenden, ein Gott der Geduld und alles Trostes, du fiehest, wie schwach, blöde und verzagt wir sind, und daß wir im Kreuze ohne deine göttliche Hülfe und Beistand nicht bestehen können. Deswegen rufe ich zu dir, wenn du mir Krankheit oder sonst Widerwärtigkeit nach deinem göttlichen Willen und Wohlgefallen zuschickest, du wollest mich darunter fest im Glauben und beständig in der Geduld erhalten. Verleih mir Gnade, daß ich deine väterliche Hand und Züchtigung mit sanftem Geiste und stillem Herzen ertragen möge. Gib mir Geduld in Leidenszeit, welche mir hoch vonnöten ist, und lehre mich, daß ich dir, meinem Gott, stille halte, wenn es mir übel gehet, damit ich die Trübsal nicht achte für ein Zeichen deiner Ungnade und in 30 III. Gebete in allerlei Not. meinem Herzen nicht etwa wider dich murre oder sonst ungeduldig werde, sondern laß mich erkennen, daß, welchen du, Herr, lieb haft, denselben du auch züchtigest zu seiner Besserung; denn die Trübfal bringt Geduld, Geduld aber bringt Erfahrung, Erfahrung bringt Hoffnung, Hoffnung aber läßt nicht zu schanden werden, und selig ist der Mann, den du, Gott, züchtigest. Darum soll sich niemand weigern der Züchtigung des Allmächtigen, denn du verletzest und verbindest, du zerschmeißest, und deine Hand heilet. Aus sechs Trübsalen wirst du mich erretten, und in der siebenten wird mich tein ütel rühren. So hilf nun, ewiger, barmherziger Gott, daß ich meine Seele mit Geduld fasse und in gewisser Hoffnung unabgewendet stets an dir bleibe, auf daß ich mit kindlicher Zuversicht dein väterliches Herz, unter dem Kieuze verborgen, erkennen möge, mit allerlei Kraft mächtig gestärkt werde nach der großen Macht deiner Herrlichkeit, und mit aller Geduld und Langmut in aller Anfechtung und Widerwärtigkeit gewappnet stehe und fröhlich mit dankbarem Gemüte in aller Not jamt allen deinen Gläubigen dich preisen möge; auf daß, wie ich mit Christo Jesu, deinem lieben Sohne, allhier leide, also auch mit ihm zur ewigen Herrlichkeit erhoben werde. 2. men. 40. In Anfechtungen. Jesu Christe, du mächtiger Herr und einiger Helfer, der du dich um unsertwillen und uns zugut hast lassen versuchen, auf daß du den Teufel überwändest, wir bitten dich, rüste uns mit geistlichen Waffen, damit wir bestehen können unter dem Schilde des Glaubens gegen die liftigen Anläufe des Teufels; mach uns start in der Macht deiner göttlichen Stärke, daß wir der Welt obsiegen; hilf uns das Fleisch durch Fasten und Beten betäuben und im 3aum halten, damit wir unumgestoßen in deinem Di nste bleiben und als christliche Ritter uns wehren mit rem geistlichen Schwerte deines Wortes und endlich die Krone des Lebens davon bringen, welche du uns geben wirst um deiner Barmherzigkeit willen. Amen. mein Herr Jesu Christe, ich bitte dich von Grund meines Herzens, sprich mir diese Himmelsfreude allezeit in mein Herz und schreib sie an mit der goldenen Schrift des Glaubens in mein Gemüt, daß du mein Jesus, mein Heiland, mein Helfer, mein Erlöser, mein Gott und Herr seieft, damit ich als ein Kind Gottes und Erbe des ewigen Lebens in diesem Elend dich, den Brunnquell aller Freude und Trostes, allezeit in meinem Herzen trage, auf daß ich alle Anfechtung und Widerwärtigteit mit fröhl.cher Geduld überwinde, dem Teufel mit fröhlichem Glauben widerstehe, mit fröhlicher III. Gebete in allerlei Not. 31 Zuversicht bete, alle Mühseligkeit meines Berufs mit Freuden dulde und einmal, wann du willst, in fröhlicher Hoffnung ein seliges Ende nehmen möge. Amen. 41. Jn Kriegszeiten. Heiliger und barmherziger Gott, erzeige uns deine Gnade und hilf uns. Schwere Wetter steigen auf, Kriegsgeschrei ist rings um uns her. Ach daß wir unter dem Toben der Völker deine Stimme hörten und deinen Geist uns strafen ließen! Mit Langmut haft du uns geschont und Geduld mit uns gehabt, aber wir sind über deine Büte um so sicherer geworden, haben deine Wohltaten mißbraucht, dein Wort vergessen, haben viel wider einander gemurrt, aber wenig für einander gebetet, haben mit unserer Weisheit, unserm Vermögen und Werk Götzendienst getrieben, statt auf dich allein unsere Hoffnung zu setzen. Aber nun kommen wir wieder zu dir, Herr, unser Gott. Laß uns eins werden in Erkenntnis unserer Sünde, daß wir auch eins werden im Vertrauen auf deine Erbarmung. Nimm von uns, Herr, jegliche Verschuldung, um Chrifti willen vergib uns unsere Sünde. Deine Gnade sei unser Trost, dein Friede unsere Kampfesrüstung. Sei eine feurige Mauer um unser Vaterland her und erzeige dich herrlich darinnen. Wächst die Not, so macht die Liebe brennender, daß sie rastlos einhergehe und den Verwundeten und Kranken Pflege bringe, den Armen und Hungernden Obdach und Speise. Knüpfe durch die Trübsal neue Bruderbande, führe uns durch Kampf und Sieg zu neuen Siegen deines Reiches und laß über unserm deutschen Vaterlande einen Frieden aufgehn, der deines Namens Ehre ist. Herr Gott, sei uns gnädig und erbarme dich über uns, erhöre unser Gebet um Jeju Chrifti willen. Amen. 42. In teurer Zeit. Ach Herr, du großer und gewaltiger Gott, reich über alle, die dich anrufen, wir bekennen dir von Grund unserer Herzen, daß wir die Teurung und Hungersnot, die uns betroffen, mit unsern vielfältigen Sünden wohl verdient haben. Du, Herr, haft dich nicht unbezeugt gelassen, sondern uns viel Gutes getan und bisher fruchtbare Zeiten gegeben und unsere Herzen erfüllt mit Speise und Freude. Wir aber haben für solche deine Wohltaten dir nicht gedankt noch gedient. Darum, o gerechter Gott, haft du uns billig solchen Segen entzogen und den Stab des Brotes zerbrochen. Ach Herr, sei uns gnädig und vergib uns unsere Sünden um Jesu Christi willen. Tue deine milde Hand auf und sättige uns wieder nach deinem Wohlgefallen. Suche das Land heim und 32 III. Gebete in allerlei Not. wässere es und mache es fruchtbar, deine Brünnlein, Herr, haben ja Wassers die Fülle. Laß das Getreide wohl geraten, baue das Land und segne sein Gewächs, kröne das Jahr mit deinem Gute. Gott, der du rufen kannst dem, das nicht ist, daß es sei; der du dem Vieh sein Futter gibst, den jungen Raben, die dich anrufen, laß doch uns Menschen, die wir nach deinem Ebenbilde geschaffen, auf deinen Namen getauft, ja mit dem teuren Blute Jesu Chrifti, deines Sohnes, erkauft sind, nicht verschmachten. Erquicke uns doch wieder, denn unser aller Augen sehen auf dich. Herr Jesu, dich hat ja des Volkes gejammert, das nur etliche Tage bei dir verharrt und Hunger gelitten hatte, so laß dich doch auch unser Elend jammern, die wir jetzt Teurung und Kummer leiden. Hebe doch wieder an zu seinen die Hände deiner Knechte, denn was du, Herr, segnest, das ist gesegnet ewiglich. Verleih auch uns allen wahre, herzliche Buße und regiere uns durch deinen Geist, daß wir deine väterliche Güte besser erkennen und deine Gaben und Wohltaten mit größerer Dankbarkeit gebrauchen. Vor allen Dingen aber speise uns mit dem geistlichen Brote deines heiligen Wortes zu unserer Seligkeit und laß uns trachten nach dem, was droben ist, da Christus ist, damit wir dermaleinst mit ihm seiner himmlischen Güter genießen mögen in alle Ewigkeit. Amen. 43. Bei großem Ungewitter. du großer und erschrecklicher Gott, dem Sturmwinde und Feuerflammen dienen müssen, der du auf den Wolken fähreft wie auf einem Wagen und deinen Donner mit Hagel und Blizzen auslässest, wir armen Menschen müßten ja in einem Augenblicke verderben, wenn du deine Donnerstrahlen auf uns gehen ließeft. Denn die Erde bebt und wird bewegt, die Grundfesten der Berge regen sich und beben, wenn du zornig bist. Herr, wir sehen und hören deine große Macht und entseken uns vor dem erschrecklichen Prasseln deines Donners. Ach gedente nicht unserer Sünden und Missetaten, sondern sei uns gnädig um deines Sohnes Jesu Chrifti willen. Verfolge uns doch nicht mit deinem Wetter und zerschmettere uns nicht mit deinen Donnerschlägen; bewahre uns Leib und Seele, Haus, Hof, Vieh und die lieben Früchte auf dem Felde. Behüte uns vor grausamen Schrecken und einem bösen, schnellen Tode. Nimm von uns alle Kleinmütigkeit und ungläubige Furcht. Erhalte und stärke in uns den wahren Glauben, herzliche Bußfertigkeit, fröhliche Hoffnung und Geduld, damit wir bereit seien, wenn es dein Wille ist, aus diesem Leben selig abzuscheiden. Nimm uns, o Herr, unter den Schatten deiner Flügel, bis das Ungewitter vorübergehe, und behüte uns, daß wir die Donnerstimme deines III. Gebete in allerlei Not. 33 grimmigen Zorns, womit du die Gottlosen dermaleinst in das höllische Feuer weisen wirst, in Ewigkeit nimmermehr hören müssen, sondern nimm uns auf in dein Reich, daß wir dich, Vater, samt deinem Sohne Jesu Christo und dem heiligen Geiste, einigen wahren Gott, in Ewigkeit preisen mögen. Amen. 44. Bei Sturm und Wasserfluten. Allmächtiger, großer und starker Gott, der du hHimmel und Erde in deiner Hand hast, sieh doch an unsere große Not und Gefahr, darin wir jetzt schweben. Du hast die Winde mit Ungestüm ausgehen lassen und die Wasserfluten daher rauschen, daß uns bange ist, und unsere Herzen wollen verzagen. Ach halt ein, du Gott aller Güte und Barmherzigkeit, vergib uns unsere Sünden und Missetat, um unsers Mittlers und Fürsprechers Jesu Christi willen. Laß vor dich kommen das Seufzen der Bedrängten, behüte die Schiffe und alle, die auf dem Meere fahren. mache unsere Dämme und Deiche fest, bewache unsere Häuser und Habe, laß die Gefahr und Angst gnädig vorübergehn. Du hast einst Noah in der großen Flut wunderbar erhalten und nachher den Regenbogen als Gnadenzeichen in die Wolken gesetzt, mache auch diesmal den verheerenden Fluten ein Ende und tu ein Zeichen an uns, daß es uns wohl gehe. Du haft dich Elias nach Sturm, Feuer und Erdbeben in stillem, sanftem Sausen offenbart, laß auch jetzt den Sturm sich wieder legen und erquicke unsere bangen Herzen mit friedlicher Stille, daß wir deine Nähe merken. Herr Jesu Christe, du bist der Mann, dem Wind und Meer gehorchen muß, stille das Brausen des Windes und das Toben der Wellen. Sprich nur Ein Wort, so ist uns geholfen, so wollen wir dir danken um deine Güte und um deine Wunder, die du an den Menschenkindern tuft, und deinen Namen preisen hie zeitlich und dort ewiglich. Amen. 45. Bei Seuchen und in Sterbenszeiten. Ah Herr Gott, gnädig und barmherzig, von großer Güte und Treue, wir erkennen deinen gerechten Zorn, welchen wir mit unsern Sünden wider uns erweckt haben. Ach schone unser, lieber Vater, um deines lieben Sohnes Jesu Christi willen. Strafe uns nicht in deinem Zorn und züchtige uns nicht in deinem Grimm. Ach Herr, sei uns gnädig, sei uns gnädig nach deiner Güte und tilge unsere Sünde nach deiner großen Barmherzigkeit. Wende deine Plage von uns, daß wir nicht verschmachten von der Strafe deiner Hand. Wende dich, o Herr, und errette uns. Hilf uns um deiner Güte willen. Heile, Herr, alle Schwachen und Kranken. Sei bei ihnen in der Not. Reiße sie heraus und zeige ihnen dein Heil. 3 34 III. Gebete in allerlei Not. Nimm dich ihrer Seelen herzlich an und vergib ihnen alle ihre Sünde. Lehre uns hiebei alle bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir flug werden und mit Furcht und Zittern unsere Seligkeit schaffen. Laß uns, wenn unser Stündlein kommt, an deinem Worte festhalten, in Frieden hinfahren und den Tod nicht sehen ewiglich. Erhöre uns, erhöre uns, erhöre unsere Bitte, Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, hochgelobt in Ewigkeit. Amen. Darnach lies Psalm 90. 91. 46. Um tägliche Bereitschaft zum Sterben. Ach lieber Gott und Herr, ich lebe und weiß nicht wie lange, ich muß sterben und weiß nicht wann; du, mein himmlischer Vater, weißt es. Wohlan, soll dieser Tag( oder diese Nacht, und Stunde) die letzte meines Lebens sein, Herr, so geschehe dein Wille, der ja allezeit und allewege der beste ist. Nach demselben deinem heiligen Willen laß mich allezeit bereit sein, in wahren Glauben an meinen Erlöser Jesum Christum zu leben und zu sterben. Allein, mein frommer Gott, gewähre mich dieser Bitte, daß ich nicht plößlich in meinen Sünden sterben und verderben möge. Stelle sie mir in diesem Leben zu meiner Bekehrung unter Augen, damit sie mir nicht am jüngsten Tage zu meiner Verdammnis vorgestellet und zugerechnet werden mögen. Verleih mir, daß ich noch in der Gnadenzeit meine mannigfaltigen schweren Sünden erkenne, bekenne, sie von Herzen bereue, einen festen Vorsatz fasse, mein Leben zu bessern, und auch Vergebung derselben von dir erlange. Alsdann, mein Gott, geschehe dein heiliger Wille; laß mich sterben, wann es dir gefällt, nur gib mir ein sanstes und vernünftiges Ende. Barmherziger Gott und Vater, der du bei deinem Leben geschworen hast, du wollest nicht den Tod des Gottlosen, sondern daß er sich von seinem bösen Wesen bekehre und lebe, Gott Sohn, der Welt Heiland, der du alle, die an dich glauben, bei deiner Wahrheit versichert hast, was sie den Vater in deinem Namen bitten werden, das wolle er ihnen geben, Gott heiliger Geist, der du unserer Schwachheit aufhilfft, und wenn wir nicht wissen, was und wie wir erhörlich beten sollen, uns mit unaussprechlichem Seufzen vertrittst, erbarme dich über mich armen Sünder und laß dieje meine Bitte ja, amen und erhört- sein. In deine Hände befehle ich meinen Geist, du hast mich erlöset, du getreuer Gott. Amen. 47. Gebet für ein frankes Kind. Herr Jesu, du treuer und barmherziger Heiland, erbarme dich unser und dieses tranken Kindleins. Du hast einst das Kind des Königischen gesund gemacht, da sein Vater dich bat, und hast III. Gebete in allerlei Not. 35 des Jairus Töchterlein vom Tod aufgeweckt; so wissen wir, daß du auch hier gnädiglich helfen kannst. Du guter Hirte, nimm dich in Gnaden dieses deines elenden Schäfleins an. Es ist ja dein Eigentum. Du hast es in der heiligen Taufe angenommen und zu den Deinen hinzugetan; so ziehe doch die Hand nicht ab von dem, was dein ist. Herr, unser Heiland, wir möchten wohl dies Kindlein noch behalten. Ist es ihm und uns gut, daß es länger lebe, so schenke es uns noch einmal und verleih ihm wieder Kraft und Gesundheit, so wollen wir dich loben für deine Treue und Gnade. Hast du aber beschlossen, dies Kindlein aus dieser argen und sündhaften Welt abzurufen und zu deinem ewigen Frieden und zur Schar deiner Auserwählten heimzuführen, so geschehe dein Wille. Wir weigern uns des Kreuzes nicht, das du uns auflegen willst. Stärke nur unsern Glauben und gib uns den Geist der heiligen Stille, daß wir aus deinen treuen Händen alles dahinnehmen, es gejalle uns oder gefalle uns nicht. Herr, erbarme dich unser. An dein Herz und in deine Hände legen wir dies Kindlein, so ifts wohlgeborgen in Zeit und Ewigkeit. Amen. 48. Gebete eines Kranken. 1. Herr, himmlischer Vater, du bist ja ein getreuer Gott und lässeft niemand über sein Vermögen versucht werden, sondern schaffest, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß wir sie ertragen mögen, ich bitte dich in meinen großen Nöten und Schmerzen, laß mir das Kreuz nicht zu schwer werden. Stärke mich, daß ich es mit Geduld ertragen möge und an deiner Barmherzigkeit nimmermehr verzage. O Christe, des lebendigen Gottes Sohn, der du des Kreuzes Pein für mich gelitten hast und endlich für meine Sünde gestorben bist, zu dir rufe ich aus meines Herzens Grunde: Erbarme dich über mich sündigen Menschen, vergib mir alle meine Übertretungen, die ich in meinem ganzen Leben begangen habe. Erhalte mich im wahren Glauben bis an mein Ende. O Gott heiliger Geist, du wahrer Tröster in aller Not, erhalte mich in der Geduld und herzlichen Anrufung Gottes, heilige mich mit wahrer Zuversicht und weiche nicht von mir in meiner letzten Not. Leite mich aus diesem Jammertale in das rechte Vaterland. Amen. 2. Herr Jesu Christe, du haft deinen Boten zu mir geschickt, nämlich diese meine Krankheit, und mich zur Buße ermahnen lassen. Siehe, mein Herr, ich erkenne deinen gnädigen Willen, bin gehorsam und bekehre mich zu dir. Mein Gott, ich sende dir wieder einen Boten, nämlich mein armes Gebet. und mein Seufzen. O Herr, nimm mein Flehen an und laß meine Seufzer vor dich 3* III. Gebete in allerlei Not. tommen. Gefällt dirs, mein Erlöser, und ist mirs gut und selig, daß ich leben soll, wohl, so richte mich auf und hilf, daß es ein neues, gesundes, christliches Leben sei bis an mein Ende. Gefällt dirs nicht, daß ich lebe, sondern soll dies das Ende sein, wohl, so sei es ein seliges Ende. So komm, Herr Jesu, bald und nimm meine Seele in deine Hände. Amen. 36 3. O allmächtiger, starter Gott, der du bist gnädig und barmherzig, geduldig und von großer Güte und Treue, vergibest Sünde und Missetat, zu dir rufe ich, du wollest mir alle meine Sünde aus Gnade verzeihen und meine Seele wider alle Anfechtung stärken und erhalten. Komm mir zu Hülfe und stehe mir bei, daß der Glaube in mir nicht wante, die Hoffnung nicht verzage, die Liebe nicht erkalte, menschliche Schwachheit vor Schrecken des Todes nicht versinte. Und wenn mein Stündlein kommt, so laß mich in Frieden fahren, denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen. An diesen Heiland glaube ich und auf ihn hoffe ich. Ach Herr, laß mich nicht zu schanden werden, denn du bist meine Hülfe und Stärke. Siehe mich an mit den Augen deiner Barmherzigkeit und wende zu mir deine väterliche Huld, durch Jesum Chriftum deinen Sohn, der mit seinem heiligen Leiden und Sterben uns eine ewige Erlösung erworben hat. Amen. 49. Dankgebet eines Genesenden. err, mein Gott, mein Trost, mein Erretter, mein einiger Nothelfer, dir danke ich von Grund meines Herzens für deine unaussprechlichen, vielfältigen Wohltaten, die du mir armen Sünder erzeiget hast, sonderlich aber, daß du in meiner großen Not, Krankheit und Elend mich in Gnaden angesehen, mein Herz gestärkt, mein Gebet erhört und mir so väterlich wiederum aufgeholfen haft. Ich danke dir, Herr, daß du zornig über mich gewesen bist, und dein Zorn sich so gewendet hat, daß du mich nun wiederum tröstest. Ach wie gut ist mir es, daß du mich gedemütigt hast. Du haft, o lieber Bater, mich gezüchtigt, damit ich nicht mit der gottlosen Welt verdammt werde. Um Trost war mir sehr bange, aber, Herr, du haft dich meiner Seele herzlich angenommen, wie soll ich dir vergelten all das Gute, das du an mir getan hast? Ich will dir danken mein Lebelang und deinen Ruhm verkündigen für und für. Da ich dich, Herr, suchte, antwortetest du mir und errettetest mich aus meiner Not. Du verläsfest die nicht, die dich suchen. Du erhörest Gebet, darum kommt alles Fleisch zu dir. Du bist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilfst denen, die zerschlagene Gemüter haben. Ach mein Gott, verleihe mir eine herzliche, beständige Buße durch die Kraft des heiligen Geistes um Jesu Chrifti willen, damit III. Gebete in allerlei Not. 37 ich hinfort nicht mehr fündige, auf daß mir nicht etwas Ärgeres widerfahre, sondern daß ich mich mein Lebelang vor solcher Betrübnis meiner Seele hüte. Beschüße mich auch hinfort durch deine heiligen Engel, daß sie mich bewahren auf allen meinen Wegen. Und dieweil ich doch endlich dieses Leben werde gesegnen und sterben müssen, so erhalte und vermehre in mir den wahren seligmachenden Glauben, Gottesfurcht, Geduld und Trost, damit ich ritterlich kämpfen, selig überwinden und fröhlich in dein himmlisches Reich eingehen möge, dich, o Vater aller Barmherzigkeit, samt deinem Sohne und heiligem Geift, den einigen wahren Gott, ewiglich zu preisen. Dir, o allerhöchster Gott, sei Lob, Ehre und Dank gesagt in alle Ewigkeit. Amen. 50. Um Geduld in langwieriger Krankheit. Herr Jesu Christe, der du in den Tagen deines Fleisches in höchster Geduld all dein Elend ausgestanden und uns unsere Seelen mit Geduld zu fassen befohlen hast, du siehst mein betrübtes Elend, hörst mein Seufzen, das ich auf meinem Angstlager ausgieße. Du weißt, wie meine Schwachheit und Gebrechlichkeit so groß und heftig ist. Wie soll ich aber tun, du frommer Herr? Keine Arznei weiß ich als das Kräutlein Geduld. Dieweil aber dasselbe nicht wächst in dem ungebauten Garten meines Fleisches und Blutes, denn der Geist ist zwar willig, aber das Fleisch ist schwach, so stärke du mich mit dem Geiste der Gnade und des Trostes, gib mir Geduld in Leidenszeit, gehorsam sein in Lieb und Leid, damit ich wider deine Gerichte nicht murre, sondern mit Freuden ein Halleluja darein finge und gewiß dafür halte, du wollest mitten unter deinen Zuchtruten gedenken deiner väterlichen Barmherzigkeit, mich züchtigen, aber mit Maße, mich strafen, aber nicht in deinem Zorn, mich töten, aber wieder lebendig machen, mir eine Last auflegen, aber wiederum aushelfen. Du bist ja der Gott, der da hilft, und der Herr Herr, der vom Tode errettet, hochgelobt in Ewigkeit. Amen. Sprüche aus Gottes Wort für Kranke. Bange Seufzer: Deine große herzliche Barmherzigkeit hält sich hart gegen mich.( Jes. 63, 15.) Ach du Herr, wie lange? ( Psalm 6, 4.) Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen von dem Leibe dieses Todes?( Röm. 7, 24.) Demütigung vor Gott: Ach Herr, unsere Missetaten habens ja verdient.( Jer. 14, 7.) So du willst, Herr, Sünde zurechnen, Herr, wer wird bestehen?( Psalm 130, 3.) Wir liegen vor dir mit unserm Gebet, nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.( Dan. 9, 18.) III. Gebete in allerlei Not. Troft des Glaubens: Das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, macht uns rein von aller Sünde.( 1 Joh. 1, 7.) Alle Züchtigung, wenn sie da ist, dünket sie uns nicht Freude, sondern Traurigkeit zu sein, aber darnach wird sie geben eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die dadurch geübet sind.( Hebr. 12, 11.) Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet, denn nachdem er bewähret ist, wird er die Krone des Lebens empfahen, welche Gott verheißen hat denen, die ihn lieb haben.( Jak. 1, 12.) 38 Die väterliche Stimme Gottes: Kann auch ein Weib ihres Kindleins vergessen, daß sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie desselbigen vergäße, so will ich doch dein nicht vergessen. Siehe, in die Hände hab ich dich gezeichnet. ( Jej. 49, 15. 16.) Ich will dich nicht verlassen noch versäumen. ( Hebr. 13, 5.) Ich habe dich je und je geliebet, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.( Jer. 31, 3.) Die Gnadenstimme Jesu Christi: Wen da dürftet, der komme zu mir und trinke. Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.( Joh. 7, 37. 6, 37.) Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. ( 2 Kor. 12, 9.) Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.( Offenb. 2, 10.) Auch können folgende längere Abschnitte göttlichen Wortes von dem Kranten gelesen oder ihm vorgelesen werden: 1 Petr. 5, 6-11. Psalm 130. Psalm 25. Klagelieder 3, 22-42. Psalm 42. Psalm 63, 2-9. Psalm 91. Röm. 8, 18-27. Röm. 8, 28-39. 1 Petr. 1, 3-9. Psalm 126. Offenb. 7, 9-17. 51. Morgengebet eines Kranken. du getreuer Gott und Vater unsers Herrn Jesu Chrifti, ich sage dir von Herzen Lob und Dank, daß du mich armen tranten Menschen diese Nacht über so gnädig erhalten, gestärket und das erquicende Tageslicht wieder haft sehen und erleben laffen. Gelobt sei deine Gnade und Barmherzigkeit, welche über mich waltet, so hoch der Himmel über der Erde ist. Ich bitte dich, vergib mir alle meine Sünde, verneure, vermehre deine Liebe und Treue diesen Morgen und allezeit an mir armen Menschen und laß deine Güte nicht von mir weichen. Tröfte und stärke mich mit deinem heiligen Geiste, daß ich in allem nach deinem Willen leben und leiden möge. Ach Herr, verlaß mich nun und nimmermehr mit deinem Schutze. Laß aufhören die böse Zeit; wenn es, lieber Herr und Gott, dein Wille ist, so mache meinen schwachen Leib gesund, oder bringe mich bald und seliglich aus diesem Elende zu deiner ewigen Herrlichkeit durch das bittere Leiden und Sterben III. Gebete in allerlei Not. 39 und durch die fiegreiche Auferstehung Jesu Christi, deines lieben Sohnes, welcher als unser Mittler alle unsere Krankheit getragen, unsere Schmerzen auf sich geladen und uns durch seine Wunden geheilet hat. Nun, ich befehle dir nochmals meinen Leib, Seele und alles, was du mir gegeben, in deinen väterlichen Schuß; dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Der Segen, Schuß und Kraft Gottes des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes sei über, in und bei mir jetzt und in alle Ewigkeit. Amen. 52. Abendgebet eines Kranken. Heiliger Herr und Gott, barmherziger himmlischer Bater, ich danke dir, daß du mir bis hieher so gnädig geholfen und mich nun abermals einen beschwerlichen Krankheitstag in diesem Elend haft zurücklegen lassen. Ich bitte dich von Grund des Herzens, vergib mir um Chrifti, meines höchsten Seelenarztes und Heilandes willen, alle meine Sünde und hilf mir Kranken auch durch diese bevorstehende Nacht hindurch mit deiner Gnade, Kraft und Trost. Mein Leib will sich zur Ruhe legen, ach dieselbe gönne mir gnädiglich zur Erquichung dieses meines schwachen Leibes. Behüte mich vor der ewigen Nacht um der Angst- und Jammernacht Jesu Chrifti willen und laß mich das liebe Tageslicht wiederum erfreulich sehen, auch dermaleinst den Glanz des ewigen Tages in himmlischer Herrlichkeit unaufhörlich schauen. Indessen, weil ich meiner selbst nicht pflegen kann, so lege die Wacht deiner heiligen Engel zu mir, über meine Seele und Leib und alles, was du mir gegeben, daß mir kein Feind noch Unfall schade. Herr Gott Vater, erbarme dich diese Nacht über dein armes Geschöpf. Herr Gott Sohn, der Welt Heiland, siehe gnädiglich an deinen Diener und erkauftes Gut. Herr Gott heiliger Geist, tröfte und führe mich seliglich in diesem und nach diesem zu dem ewigen Leben. Deine Gnade und Wahrheit, o du heilige Dreifaltigkeit, walte über mich in Ewigkeit. Amen. 53. Gebet eines Kranken, der sich zum Sterben schickt. Vater aller Gnade, erbarme dich über meine arme Seele. Vergib mir alle meine Sünde, die ich leider wider dich getan habe. Verachte nicht dein armes Geschöpf, verschmähe mich nicht, der ich deiner Hände Werk bin. Laß den nicht umkommen, welchen du gemacht und geschaffen hast, denn auf dich hoffe ich, du bist meine Hülfe und mein Gott. O Christe, wahrer Heiland, der du bist das Lamm Gottes, welches da trägt die Sünde der Welt, der du mich mit deinem Blute gewaschen und gereinigt hast, ich bitte dich durch dein bitteres Leiden, sonderlich aber durch die Schmerzen, 40 III. Gebete in allerlei Not. die du zu der Stunde deines Todes empfunden haft: Erbarme dich über meine arme Seele bei ihrem Ausgange und führe sie zum ewigen Leben. O Gott heiliger Geist, du süßer Trost, erhalte mein Herz wider alle Anfechtung des bösen Feindes, stärke meinen Glauben, daß ich festiglich glaube eine Vergebung der Sünden und ein ewiges Leben. So befehle ich nun, o heilige Dreieinigkeit, meinen Geist in deine Hände. Du treuer Gott, du hast mich erlöset, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. 54. Gebete der Umstehenden für den Sterbenden. Allmächtiger, gütiger Gott, der du unser Leben erhältst im Tod und Sterben, wir bitten dich, du wollest die Augen der Barmherzigkeit wenden zu diesem kranken Menschen und ihn erquicken an Leib und Seele und ihm alle seine Sünden aus Gnaden vergeben. Nimm an das Opfer des unschuldigen Todes Jesu Christi, deines lieben Sohnes, für die Bezahlung seiner Missetat. Er ist ja auch auf desselbigen Namen getauft und mit desselbigen Blut gewaschen und gereinigt. So errette ihn nun von des Leibes Qual und Pein. Verkürze ihm seine Schmerzen, erhalte ihn wider die Anklage des Gewissens und wider alle Anfechtung des bösen Feindes, auf daß er im Glauben ritterlich kämpfe und überwinde. Verleihe ihm eine selige Heimfahrt zum ewigen Leben. Schicke deine heiligen Engel her, daß sie ihn begleiten zur Versammlung aller Auserwählten, in Christo Jesu, unserm Herrn. Amen. Herr Jesu Christe, der du allein bist die Tür zum ewigen Leben, daß, wer durch dich eingeht, selig werden mag, wir bitten dich von Herzen, du wollest solche Gnadentür diesem Dahinsterbenden auftun und ihn aus der Anfechtung der Sünde und des Teufels List und macht bald erlösen. Ach Herr, hilf ihm, daß er im finstern Tale und Schatten des Todes nicht irre gehe noch verderbe, sondern du, als ein getreuer Hirte, nimm auf dieses verlorene Schaf und deinen Knecht, laß ihm dein Wort in seinem Herzen leuchten, stehe ihm in aller Not bei und zeige ihm dein Heil, laß ihn nicht entfallen aus des rechten Glaubens Trost, nimm seine Seele in deine Hände und pflege ihrer mit Gnaden, auf daß sie keine Qual anrühre, und gib also ihm das ewige Leben. Amen. Sprüche, dem Sterbenden zuzusprechen. Hb ich schon wanderte im finstern Tale, fürchte ich kein Unglüd, denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Psalm 23, 4. Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn. Phil. 1, 21. III. Gebete in allerlei Not. 41 Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöset, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein. Jes. 43, 1. Der Herr wird dich erlösen von allem Übel und dir aushelfen zu seinem himmlischen Reiche; welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. 2 Tim. 4, 18. Herr, ich warte auf dein Heil. 1 Mos. 49, 18. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. Joh. 16, 33. Verlaß mich nicht, Herr, mein Gott, sei nicht ferne von mir. Eile mir beizustehen, Herr, meine Hülfe. Psalm 38, 22. 23. Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Joh. 3, 16. Wir haben einen Gott, der da hilft, und den Herrn Herrn, der vom Tode errettet. Psalm 68, 21. Vater, in deine Hände befehl ich meinen Geist, du hast mich erlöset, Herr, du treuer Gott. Psalm 31, 6. Herr Jesu, nimm meinen Geist auf. Ap.- Gesch. 7, 58. Abschiedssegen. Der allmächtige Gott stärke dich, wider alle Anfechtung ritterlich zu kämpfen und im wahren Glauben bis ans Ende zu verharren! Der Herr Jesus Christus sei mit dir und begleite dich in das ewige Leben und verleihe dir am jüngsten Tage eine fröhliche Auferstehung. Amen, Amen, Amen. 55. Gebet, nach dem Tode eines Kindleins. err Jesu Christe, du ewiger Gott und Heiland, der du so freundlich der Kindlein dich angenommen und sie zu dir gerufen und gesegnet hast, wir zweifeln nicht, daß du auch dieses unser liebes Kindlein zu dir in deine ewige Freude gerufen und mit Leben und Seligkeit gesegnet habest. Aber, Herr, unser Gott und Heiland, unsre Seele ist betrübt, und wir tragen Leid, weil du unser liebes Kind so frühe dahingenommen. Wenn wir schon wissen, daß du es wohl meinest, da du mit ihm aus diesem bösen Leben geeilet, so will es uns doch fast schwer werden, uns stille in deinen heiligen Willen zu fügen. So hilf du selbst uns durch deinen heiligen Geist und stärke unsern Glauben, daß wir deinen Rat ehren und preisen, auch wenn wir ihn nicht verstehen. Wir danken dir, daß du unser liebes Kindlein in der heiligen Taufe zu deinem Kinde angenommen, es zum ewigen Leben wiedergeboren und ihm das Erbe des Himmels zugesprochen haft. Darum sind wir der guten Zuversicht, daß es nunmehr in deinem Frieden und in der ewigen Ruhe ist. Hilf, lieber 42 IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. Herr, daß wir umkehren und werden wie die Kinder, auf daß auch wir dereinst mit Freuden einschlafen und zur ewigen Ruhe der Heiligen gelangen mögen durch deine ewige Gnade und Barmherzigkeit. Amen. 56. An Begräbnistagen. Barmherziger, gnädiger Gott, der du nach deinem unerforschlichen, aber gewißlich gnädigen Ratschluß uns mit schwerem Leid heimgesucht hast, wir sagen dir Lob und Dank, daß du uns auch deine heiligen Tröstungen darreichest im Worte des Lebens. So sind wir nun nicht wie die andern, die keine Hoffnung haben, sondern wir wissen es, daß du unsere sterblichen Leiber zur Herrlichkeit und zum ewigen Leben auferwecken willst am jüngsten Tage. Dessen getrösten wir uns auch heute, da wir ein edles Samenkorn in deinen heiligen Acker legen auf den Tag der Auferstehung. Ach Herr, deine Wege sind wunderbar, wer fann sie verstehen? Deine Gerichte sind heilig und hoch, wer darf darüber murren? Du hast alles wohlgemacht, und dein Wille ist gut und gnädig, auch wenn du uns heimsuchst mit Trauer und Herzeleid. Darum wollen wir stille sein und dir unsere Sache befehlen. Tröste uns, Gott, unser Heiland, und verlaß uns nicht in unserm Leide. Du bist uns nahe, und dein Erbarmen hat noch kein Ende. Bleibe bei uns und sei unsers Herzens Trost und unser Teil. Gib, daß uns nichts von dir und deiner Liebe scheide. In deine Hände befehlen wir uns ganz und gar. Erbarme dich unser und sei uns gnädig jetzt und im letzten Stündlein und am Tage des Gerichts, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. Darnach lies 1 Thess. 4, 13-18. Offenb. 7, 9-17. IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. So wir unsere Sünde bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünde vergibt und reiniget uns von aller Untugend. Biblische Abschnitte, deren je etliche an Beichttagen zu lesen und zu betrachten: Psalm 32. 51. 130. Jej. 55, 1-11. Jer. 2, 13. 3, 12. 13. Matth. 5. Luc. 15. Luc. 18, 9-14. Eph. 4, 22-5, 9. Hebr. 10, 19-27. Offenb. 3, 14-22. 57. Um rechtschaffene Buße. nädiger und barmherziger Gott, du bist geduldig, von großer Güte und Treue, du berufest uns täglich durch die Gnadenpredigt deines Wortes zur christlichen Bekehrung; du läsfest in deinem Namen IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. 43 allen Menschen Buße und Vergebung der Sünden verkündigen. Dazu haft du auch nach deiner Langmut und unaussprechlichen Barmherzigteit Geduld mit uns, indem du die Sünder nicht auf frischer Tat in ihren Übertretungen plötzlich überfällst, dieselben mit deinem gerechten Zorn und Gerichte zu strafen; sondern du gibst Raum und Frist zur Bekehrung, also, daß niemand über dich zu klagen hat und dich beschuldigen kann. Denn es ist ja nicht dein Wille, daß jemand verloren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße kehre und das ewige Leben habe. O lieber Gott, du weißt unsers Fleisches Trägheit und des Herzens Härtigkeit, daß wir durch die Erbschuld dermaßen verderbt und so tief in die Sünde gefallen sind, daß wir von uns selber nicht aufstehen oder wiederkehren können. Darum bitte ich dich durch die Wunden Jesu Christi, unsers Herrn: Bekehre du mich, so werde ich bekehrt; heile du mich, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen. Entsündige mich, daß ich rein werde, wasche mich, daß ich schneeweiß werde. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen gewissen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. O lieber Goit, siche mich so gnädig an, wie du ange= sehen haft die bußfertige Sünderin, als sie zu deinen Füßen lag und herzlich über ihre Missetat weinte, und wie den Zöllner im Tempel, als er an seine Brust schlug und um Gnade bat. Verleih mir ernstliche Reue und Leid über meine Sünde, auch einen wahren Glauben mit rechter Zuversicht auf deine Gnade, dazu würdige Früchte der Buße. Laß mich die Zeit meiner Heimsuchung erkennen und den Reichtum deiner Güte nicht verachten, auf daß ich die angenehme Zeit und den Tag des Heils nicht versäume, daß ich meine Buße nicht von einem Tage auf den andern noch auf das letzte Stündlein spare, sondern jetzt diesen Tag mich zu dir bekehre. Amen. 58. Um wahre Erkenntnis der Sünde. heiliger und gerechter Gott, barmherziger Bater, ich bekenne und beklage dir meine angeborene Blindheit, daß ich meine Sünde nicht so vollkommen erkenne noch so herzlich bereue, als es wohl sein sollte. Ach Herr, du stellest unsere unerkannte Sünde ins Licht vor deinem Angesichte. Gib mir die Größe und Mannigfaltigkeit meiner Sünden zu erkennen, stelle sie mir in diesem Leben unter die Augen, damit sie mir nicht am jüngsten Tage unter die Augen gestellt und ich dadurch vor Engeln und Menschen zu schanden werden möge. Ach Herr, du siehest und weißt meines Herzens Härtigkeit, die mir angeboren ist; nimm dieselbe von mir hinweg und erweiche mein Herz durch dein heiliges Wort, daß ich meine Sünde inniglich bereuen möge. Herr Jeju, der du dein heiliges Blut am 44 IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. Stamme des Kreuzes vergossen hast, auf daß du mein Herz dadurch erweichen möchtest, laß dieses dein heiliges Blut und teures Leiden an mir nicht verloren sein. Du treuer Lehrer haft in den Tagen deines Fleisches gerufen: Tut Buße! du wollest jego auch kräftiglich in mein Herz rufen: Tu Buße und bereue deine Sünde! Du stehest vor der Tür meines Herzens und klopfest an, ach gib Gnade, daß ich deine Stimme höre, daß ich nicht mein Herz verschließe, sondern die Tür austue. Oheiliger Geist, du ewiges himmlisches Licht, erleuchte mein finsteres Herz, daß ich in deinem Lichte die Finsternis meiner Sünden erkennen und herzlich bereuen möge. Amen. 59. Bekenntnis der Sünde vor Gott. err Jesu Christe, du einiger Arzt der Kranken, du Genesung der verwundeten Gewissen, der du in der Fülle der Zeit auf Erden gekommen bist, nicht die Gerechten, sondern die Sünder zur Buße zu rufen, wir armen, vom Stachel der Sünde tödlich verwundeten Menschen kommen zu dir in Zuversicht auf deine unaussprechliche Güte und Liebe, welche du an uns bis in den bittern Tod des Kreuzes gewendet hast. O du, von dem Vater uns zaghaften, erschrockenen Sündern zum Gnadenstuhle aufgerichtet, vor dein Angesicht bringen wir unser sündiges Herz. In uns wohnt das heimliche Laster des Unglaubens, der Eigenliebe, des Ungehorsams wider deinen heiligen Willen, der Verachtung deiner ewigen Güter. Wie hängt das Herz so fest an dieser Welt und ihren vergänglichen Gütern! Welch eine große Sorge wenden wir auf dieses arme Leben und unser sterbliches Fleisch! Darin stehen wir ganz vertieft und vergessen der geistlichen Güter und Gaben. Dazu gilt uns unsere Blindheit für Licht, und wollen in nichts vor dir unrecht haben. Kalt sind wir und ohne deinen heiligen Geist, ohne Gerechtigkeit, Friede und Freude, ohne Demut, ohne Furcht und Schreden vor deinen gerechten Gerichten. Verachtung deiner Herrlichkeit, Undank gegen deine zahllosen Wohltaten ist all unser Leben. Wir bekennen dir nun diese mannigfaltigen, ungestümen Wellen der bösen Begierde. Wir geben uns schuldig aller Früchte des bösen Baumes, unsers Herzens, von dem dein Mund mit Wahrheit ges iprochen hat, daß nur böse Gedanken und Werke von ihm kommen. Du kennst den bösen Baum, alle seine Wurzeln und Äste und Früchte, unser arges Herz mit allen seinen Krümmungen und Winkeln. Nimm uns wieder in deine schaffenden, allmächtigen Hände; gib uns ein neues Herz, daß wir nicht ewig Dornen und Disteln tragen. Fülle uns bald mit deiner Gnade, welche besser ist als Leben. Laß durch Gnade unsere Sünde bedect, unsern Geist zu deiner Liebe und Furcht IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. 45 erneut werden. Laß ihn deiner Gnade Herrlichkeit preisen im Lande der Lebendigen und im Tale des Todes und in der Menge der Seligen und Auserwählten! Amen. 60. Um Vergebung der Sünde. err, du hast gesagt: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen. Auf solche deine Verheißung komme ich zu dir und glaube festiglich, ich werde nicht hinausgestoßen werden. Ich Es drückt und tomme aber, weil ich mühselig und beladen bin. beschweret mich der Sünden Last, welche ich in demütiger Beichte vor deinem Angesicht niederlege. Ach Vater, ich habe gesündigt in den Himmel und vor dir, ich bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Kind heiße. Ich mag nicht alle meine Sünden erzählen, es gereut mich, daß ich sie begangen habe; ich schäme mich, viel Worte davon zu machen. Dies eine sage ich, daß ich viel und große Strafe verdienet habe, welche ich mit meinen Kräften nicht abwenden kann. Du aber bist gnädig und barmherzig und von großer Güte. Darum trete ich mit gläubiger Zuversicht zu deinem Gnadenstuhle und begehre demütiglich Gnade. Erlaß mir, o Gott, was ich dir schuldig bin, ich kann nicht zahlen aus Unvermögen, du aber kannst es mir erlassen aus Gnade. Geh nicht, ach geh nicht mit deinem Knechte( mit deiner Magd) ins Gericht. Rechne mir die Sünden nicht zu, die mein Gewissen besd weren, und verzeih mir auch die verborgenen Fehler. Siehe an das Blut deines Sohnes, dasselbe ist vergossen für die Sünde der Welt. Ich bin auch in der Welt und bin ein Sünder, darum ist es auch für mich vergossen. Ach Herr, du hast mich geschlagen, verbinde mich; du hast mich zerrissen, heile mich. Gib mir Glauben und Beständigkeit, daß ich an deinem Tische ein würdiger Gaft jei und in der Gottseligkeit zunehme. Führe und regiere mich hinfort, daß ich das Gute, so ich mir vorgenommen, ins Werk richten möge. Beuge das Herz zur Gottesfurcht, öffne die Ohren zur fleißigen Aufmerkung deines Wortes, die Lippen zum Lobe deines Namens. Eegne meine Arbeit, verleih Frieden im Hause und öffentlich, wende ab die Ärgernisse, behüte die Meinen und regiere all unser Tun, daß es dir angenehm und den Gläubigen heilsam sein möge. Höre mein Seufzen, o mein Gott, ja erhöre es, daß ich in dir und du in mir sein und bleiben mögeft. Amen. 61. Gebet, wenn man zur Beichte geht. Allmächtiger, ewiger Gott, Vater unsers Herrn Jesu Christi, der du dem Donner deines heiligen Wortes Kraft gibst, du haft mir mein Herz mit deinem Gesetze gerührt, daß ich nun meine Sünden erkenne, bereue und nach der gnädigen Vergebung derselben 46 IV. Beicht und Abendmahlsgebete. ein herzliches Verlangen habe. Darum haft du auch nebst dem gepredigten Worte geordnet, daß ich armer, verderbter, sündhafter Mensch zum Reichtum deiner himmlischen Gnade kommen und Vergebung suchen soll. So gehe ich nun hin, meine Sünde dir zu bekennen, dagegen Trost und Absolution zu empfangen; bitte des wegen, du wollest in mir eine rechte Andacht, Begierde und Verlangen nach deiner Gnade anzünden und mir einen festen Glauben an deine Verheißung geben, daß, ob ich wohl schwach und verzagt bin, ich mich dennoch solches nicht irren lasse, sondern die Vergebung der Sünden mit starkem Glauben ergreife und dadurch zum rechten Vaterlande komme. Amen. 62. Etliche Beichten. 1. Ich armer Sünder bekenne mich Gott, meinem himmlischen Bater, daß ich leider schwer und mannigfaltig gesündigt habe, nicht allein mit äußerlichen groben Sünden, sondern viel mehr mit innerlicher angeborener Blindheit, Unglauben, 3weifelung, Kleinmütigkeit, Ungeduld, Hoffart, bösen Lüsten, Geiz, heimlichem Neid, Haß und Mißgunst, auch andern Sünden; daß ich auf mancherlei Weise, mit Gedanken, mit Gebärden, Worten und Werken die allerheiligsten Gebote Gottes übertreten habe, wie das mein Herr und Gott an mir erkennt und ich leider so vollkommen nicht erkennen kann. Also reuen sie mich und sind mir leid, und begehre von Herzen Gnade von Gott durch seinen lieben Sohn, Jesum Christum, und bitte, daß er mir seinen heiligen Geist zur Besserung meines Lebens mitteilen wolle. Amen. 2. Allmächtiger Gott, barmherziger Vater, ich armer, elender, fündiger Mensch bekenne dir alle meine Sünde und Miſſetat, damit ich dich jemals erzürnt und deine Strafe zeitlich und ewig wohl verdient habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr, und ich bitte dich durch deine grundlose Barmherzigkeit und durch das unschuldige bittre Leiden und Sterben deines lieben Sohnes, unsers Herrn Jesu Christi, du wolleft mir armen sündhasten Menschen gnädig und barmherzig sein. Ich will mich durch deine Gnade hinfort bessern. Amen. 3. Ich armer fündiger Mensch betenne und klage meinem lieben Gott, daß ich in Sünden empfangen und geboren bin, also daß in mir von Natur nichts Gutes, sondern eitel Sünde wohnt, und daß dieselbe angeborne Sünde mich leider oft zu Falle bringt in wirtliche Sünde, mit Gedanken, Worten und Werken, wider die erste und wider die andere Tafel des Gejeßes Gottes. Ich erkenne und bekenne auch, daß ich den bösen Lüften meines Fleisches nicht mit allem Fleiß widerstrebe, sondern leider die Sünde oft in mir herr IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. 47 schen lasse und dadurch den heiligen Geist betrübe. Ja, wenn ich gleich einen guten Vorsatz habe, hanget mir doch das Böse an, dağ ich zum Guten unwillig, falt, faul und überdrüssig bin; der Glaube ist schwach, die Liebe ist talt. Ich erkenne aber und weiß auch, daß der Sünden Sold ist Gottes Zorn und der ewige Tod. Derhalben gereuen mich meine Sünden und sind mir leid; allein das flage ich, daß ich dieselben, wenn ich sie gleich erkenne, mir nicht lasse so leid sein, wie es mein lieber Gott von mir haben will. Weil aber Jesus Christus in die Welt gekommen ist, die Sünder jelig zu machen, und mein frommer, treuer Gott spricht: So wahr ich lebe, will ich nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe; so kehre und wende ich mich in wahrer Buße durch rechten Glauben zu meinem lieben Mittler und Erlöser, Jesu Christo, und bitte dich, du mein himmlischer Vater, du wollest mir aus Gnaden um desselben deines lieben Sohnes willen alle meine Sünde vergeben und wollest durch deinen heiligen Geist wahre Buße, rechten Glauben und beständige Besserung in mir anzünden, stärken, mehren und erhalten. Amen. 4. Vor Gericht, Herr Jesu, steh ich hie, 3u dir beug ich meins Herzens Knie, Kann mir selbst gar nicht raten, Mein groß und viele Missetat Mich hier und dort verdammet hat. Doch will ich nicht verzagen. Herr Jesu Christ, dein Blut allein Macht mich von allen Sünden rein, Weil ich in wahrer Reu und Buğ An dich gläub und dir fall zu Fuß. Herr Jesu Christ, Des dank ich dir, Ich will mich bessern, hilf du mir! Amen. 63. Danksagung nach der Absolution. will den Herrn loben allezeit, sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein. Denn da ich den Herrn suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht. Er hat meine Scele beim Leben erhalten, er hat meine Traurigkeit in Freude verwandelt, er hat meine Finsternis licht gemacht. Darum freue ich mich und bin fröhlich in dir und lobe deinen Namen, du Allerhöchster. Laß mich noch ferner vor deinen Augen Gnade finden. Weise mir, Herr, deinen Weg, daß ich wandele in deiner Wahrheit. Erhalte mein Herz bei dem einigen, daß ich deinen Namen fürchte. Lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen, denn 48 IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. Erhalte meinen Gang auf deinen Fußsteigen, daß meine Tritte nicht gleiten. Rüste mich aus mit Kraft aus der Höhe und mache meine Wege ohne Wandel, damit ich Glauben und gut Gewissen behalte und in deiner Gnade bleiben möge. Das bitte ich um Jesu Christi, deines lieben Sohnes, meines einigen Erlösers und Heilandes willen. Amen. Nach dir, Herr, verlanget mich. Biblische Abschnitte für Abendmahlstage: Psalm 23. Psalm 111. Joh. 6, 48-58. Joh. 15, 1-12. Röm. 8, 31-39. 1 Kor. 11, 23-32. Offenbarung 22. 64. Morgengebet am Abendmahlstage. llmächtiger und barmherziger Gott und Vater, ich danke dir von Grund meines Herzens für deinen Schutz und Schirm in dieser Nacht unb für den frohen Morgen, welchen du mich erleben läsfest. Gelobt sei deine Barmherzigkeit, die alle Morgen neu ist und mich heute zu deinem Hause, zu deinem Altare beruft und einladet. O Herr, weil ich nun mit den Haufen, die da feiern, zu deinem Abendmahle kommen will, so bereite du mich selbst dazu. Willst du eine reine Wohnung in mir finden, so reinige und heilige selbst meinen Leib und Seele. Leite mich mit deinen Augen, führe mich mit deiner Hand zum Reichtum deiner Güte, tröste mich mit deinem Angesichte. Wie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser, so schreiet meine Seele, Gott, nach dir. Erhalte mich in beständiger Andacht, bewahre mich vor bösen Gedanken, nimm mich in deinen besonderen Gnadenschutz und weiche nicht von mir. Heiliger Jesu, vereinige du dich an diesem Tage mit meinem Leibe und mit meiner Seele. Speise mich mit deinem Leibe, tränke mich mit deinem Blute, auf daß mein schwacher Glaube geſtärkt und ich deiner Gnade, der Vergebung meiner Sünden und der ewigen Seligkeit versichert werde, daß ich als ein würdiger Gast an deinem Tische erscheine. Nun, Herr Gott Vater, sei mein Schuß und Beistand. Herr Jesu, sei meiner Seele Speise, Licht und Leben. Und du, Herr Gott heiliger Geist, erleuchte mich und erhalte mich in der wahren Heiligung, daß ich in dem Stande der Gnade, in welchen ich heute aufs neue trete, 3eit meines Lebens verbleiben möge. O Herr, hilf; o Herr, laß wohl gelingen. Deinem heiligen Namen sei Lob, Ehre und Dant gesagt immer und ewiglich. Amen. IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. 65. Gebet vor dem heiligen Abendmahle. err Jesu Christe, ewiger Gottessohn, du hast in deiner wahren Menschheit für uns den Tod erlitten und uns von Sünden und der ewigen Verdammnis erlöst; und damit wir solcher deiner Treue nimmermehr vergessen mögen, hast du in dem letzten Abendmahl uns ein ewiges Gedächtnis des aufgerichteten neuen Bundes gestiftet, darinnen der Sünde der Gläubigen nun und in Ewigkeit nicht mehr soll gedacht werden. Wir armen, elenden Menschen kommen zu dir, dem Brunnen aller Gnade und Barmherzigkeit, und bitten dich, tilge unsere Sünden, reinige und erquicke unsere Seelen und laß uns mit wahrer Reue und Leid, in festem Glauben, mit heiliger Ehrerbietung deinen allerheiligsten Leib und dein Blut zu unserer Seligkeit empfangen. Hilf, daß durch dieses Geheimnis des ncuen Testaments der Glaube gemehrt, die Hoffnung gestärkt, die Liebe entzündet, das schwache Gewissen getröstet, alle Anfechtungen überwunden, und wir in unserm Herzen deiner göttlichen Huld und ewigwährenden Erlösung unserer Seelen allenthalben versichert und versiegelt werden. O gütiger Herr, gib uns erleuchtete Augen unsers Verstandes, daß wir erkennen mögen, welches da sei der Reichtum deines herrlichen Abendmahls, in welchem du uns nebst deinem Leibe und Blute Vergebung der Sünden, wahre Gerechtigkeit und alle himmlischen Güter ausspendest, auf daß wir mit herzlicher Begierde und Verlangen dies heilige Sakrament würdig empfahen, deine Süßigkeit schmecken, deine Liebe empfinden und durch dieselbe wiederum gegen dich entzündet werden. Nimm von uns weg alles, was dir mißfällt und uns hindert oder von dir wendet, und gib uns, was uns zu dir kehrt und fördert, damit wir der Frucht dieses heilbringenden Tisches teilhaftig, unsere hungrigen und durstigen Seelen allhier gespeist und getränkt werden und wir nach dieser Zeit auch in jenem Leben das himmlische Brot mit dir ewiglich effen. Amen. 49 66. Jm Hinzugehen. Gott Vater im Himmel, erbarme dich über mich und sei mir gnädi deinem Kinde, welches anjetzt mit kindlicher Furcht zu deinem heiligen Altar kommt. Laß mich deiner himmlischen Mahlzeit genießen, wie du sie mir bereitet hast, nämlich zu meiner Seele Seligkeit. O Gott Sohn, der Welt Heiland, erbarme dich über mich und laß mich anjetzt bei deinem heiligen Abendmahl ein dir angenehmer Gast sein. Gib mir, was du verheißen haft, und laß mich nehmen, was mir von dir beschieden ist, jenes nach deiner Wahrheit und dieses zu meiner Gerechtigkeit. 4 IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. Gott heiliger Geist, erbarme dich über mich und verleihe mir deine Gnade, daß ich dieses heilige Sakrament würdig empfange, damit meinen schwachen Glauben stärke, mein taltes Herz mit Liebe entzünde, mein blödes Gewissen tröste, meine Hoffnung erfrische, Herr, mein sündhaftes Leben bessere und darauf selig werde. hilf; o Herr, laß wohl gelingen. Amen. 50 Herr Jeſu Christe, ich bin nicht würdig, daß du eingeheft in mein sündiges Herz; du weißt aber und erkennst meine große Armut und Not, darum ich von Herzen begehre deiner Gegenwart, zu speisen, zu trösten und zu stärken meine arme Seele. Sprich fie an mit Einem Wort, so wird sie gesund. Amen. Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn. 67. Seufzer bei dem Empfange des gesegneten Brotes. Bei mir willkommen, Herr Jesu Christe, mit der edlen Speiſe deines allerheiligsten Leibes, den du mir jetzt im Sakramente des Altars mit dem gesegneten Brote zu essen gibst, wie du ihn für mich in den bittern Tod des Kreuzes gegeben haft zur Vergebung meiner Sünde; das laß mir zum ewigen Leben gedeihen. Herr Jesu Christe, dein heiliger Leib stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen. 68. Seufzer bei dem Empfange des gesegneten Kelches. Sei mir willkommen, Herr Jesu Christe, mit dem edlen Trante deines allerheiligsten Blutes, das du mir jetzt im Sakramente des Altars mit dem gesegneten Weine zu trinken gibst, wie du es am Kreuze vergossen haft zur Vergebung meiner Sünden; das laß mir zum ewigen Leben gedeihen. Herr Jesu Christe, dein heiliges Blut stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen. 69. Wenn man nach empfangenem Leibe und Blute Christi wieder an seinen Platz getreten. err Jesu Christe, ich sage dir herzlich Lob und Dank, daß du mich jetzt abermal so gnädig an deinem Tische mit deinem Leibe und Blute gespeist und getränkt hast, und bitte dich von Herzen, laß mit solches gedeihen zur Stärkung meines Glaubens, zur Besserung meines Lebens, zum Schirm meiner Seele und zu sicherer Geleitung aus diesem Jammertal in das ewige Vaterland. Bleibe in mir. Amen. daß ich ewiglich bleibe in dir. IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. Mein Lebetage will ich dich Aus meinem Sinn nicht lassen, Dich will ich stets, gleich wie du mich, Mit Liebesarmen jassen; Du sollst sein meines Herzens Licht, Und wenn mein Herz in Stücke bricht, Sollst du mein Herze bleiben, Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, Hiermit zu deinem Eigentum Beständiglich verschreiben. 51 70. Danksagung nach dem heiligen Abendmahle. Freundlicher, liebreicher Herr Jesu Christe, dir sage ich von Herzen Leben. Dank, daß du mich mit der köstlichen und teuren Speise und Trant deines heiligen Leibes und Blutes erquickt hast. Ach, wer bin ich, daß du mich Unwürdigen gewürdigt haft, von deinem Tische zu essen? Ich danke dir für alle deine Liebe und Treue, für deine Menschwerdung, für dein holdseliges Evangelium, für deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, für dein heiliges Leiden, für die Bezahlung meiner Schuld, für die Versöhnung deines himmlischen Baters, für die Heiligung durch den heiligen Geist, für das ewige Aller dieser Wohltaten hast du mich durch den Glauben teilhaftig gemacht und durch das hohe, teure Pfand deines Leibes und Blutes im Sakrament versichert. Gib, daß ich deiner großen Liebe nimmermehr vergesse, deines heiligen Todes stetiglich gedente. Dein Leib und Blut heilige und segne meinen Leib und Seele und behüte mich vor allen Sünden. Ach mein Erlöser und Seligmacher, lebe du in mir, und ich in dir. Vertreib aus meinem Herzen alle Untugend, behalte und besitze du allein das Haus meines Herzens. Schmücke und ziere meine Seele mit geistlichem Schmuck, mit starkem Glauben, feuriger Liebe, brennender Hoffnung, mit cdler Demut, heiliger Geduld, brünstigem Gebet, holdseliger Sanftmut, sehnlichem Verlangen nach dir allein und nach dem ewigen Leben, daß du bei mir und in mir, und ich bei dir und in dir ewig bleibe, von dir rede, singe und sage, ohne Unterlaß an dich gedenke, daß ich möge in diesem Glauben einschlafen, am jüngsten Tage fröhlich auferstehen und in die ewige Freude eingehen. Amen. 71. Um neuen Gehorsam. un, mein Heiland, in deiner Kraft will ich hingehen, und was noch übrig ist im Fleische zu leben, nach deinem Willen zubringen. Weil es aber nicht in eines Menschen Kraft stehet, wie er wandele und seinen Gang richte, so gib du mir das Vollbringen. 52 IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. Regiere mich durch deinen heiligen Geist, laß deine Güte und Treue mich allewege behüten. Laß mich empfinden, daß du durch den Glauben in mir wohneft, durch die Liebe in mir lebeft und durch die Hoffnung mich täglich stärkest. Gib, daß ich ohne Heuchelei in Sanftmut und Demut beständig einhergehe, damit dein Leben an mir offenbar werde. Gib mir alle Tage neue Kraft, daß ich mich verleugne, die Welt verschmähe, dein Kreuz auf mich nehme und dir beständig nachfolge. Gib mir Mut und Stärke, daß ich meinen Feinden getroft widerstrebe, die Werke des Teufels in mir beständig töte, auch die Welt und was in der Welt ist, als Augenluft, FleischesLaß mich in allen luft und hoffärtiges Wesen, mutig untertrete. Stücken an dir, meinem Haupte, wachsen und fruchtbar sein in allen guten Werken. Vollführe du selbst das gute Wert, welches du in mir angefangen hast. Bleibe in mir und laß mich in dir bleiben, laß mich in deiner Liebe und Erkenntnis zunehmen, daß ich im Glauben bleibe, einen guten Kampf kämpfe und in das ewige Leben dringe, wo Freude die Fülle und liebliches Wesen zu deiner Rechten ewiglich ist, da ich denn mit allen Auserwählten vor deinem Throne stehen und singen werde: Lob, Preis und Dank und Weisheit und Kraft und Stärke sei unserm Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 72. Abendgebet am Abendmahlstage. Allmächtiger, ewiger Gott, der du allewege unsere Schwachheit ganz väterlich bedenkest und daher neben andern unzählbaren Wohltaten, die du uns erzeigest, auch die Nacht zur notwendigen Ruhe unsers müden Leibes gnädiglich verordnet haft, ich bitte dich von Herzen, verzeihe mir und allen denen, welche du heute mit himmlischer Speise und Trank begnadigt haft, alles, wodurch wir deiner himmlischen Güte nach unserer großen Schwachheit aufs neue unwert geworden sind. Gib uns, Herr, ein ernstlich Mißfallen aller unserer sündlichen Gebrechlichkeiten, entzünde in uns durch deinen heiligen Geist eine unauslöschliche Begierde nach der täglichen Besserung. Verleihe nun, o Herr und getreuer Vater, eine stille und ruhige Nacht in deinem Frieden mir und allen freudenmüden Menschen, sowie auch denen, die ohne deine besondere Gabe und Erhörung dieser Bitte vor Krankheit, Kummer, Herzeleid, Anfechtungen oder Leibesschmerzen nicht schlafen könnten. Wache du über uns, du ge treuer Bater, erleuchte die Augen unsers Gemütes, daß wir nicht im Tode der Sünden entschlafen, sondern wachen im lebendigen Glauben, welcher allezeit in der Lampe unsers Herzens brenne und seine notwendige Nahrung habe von dem Öle deines heiligen Geistes, auf daß, wenn du kommst und anklopfest zu der Stunde, die uns verborgen, dir aber allein bewußt ist, wir dich ohne Verzug mit V. Das allgemeine Kirchengebet. 53 aller Freude einlassen, dir, unserm geliebten Bräutigam, fröhlich entgegengehen und dann mit dir eingelassen werden in deinen himmlischen Freudensaal, wo du dich mit allen Gläubigen in ewiger Liebe, Freude und Seligkeit vereinigen und erfreuen wirst bei deinem ewigen Abendmahle. Amen. V. Das allgemeine Kirchengebet. In den folgenden allgemeinen Kirchengebeten werden bei ge gebenem Anlaß die an den bezeichneten Stellen in den Anmerkungen gegebenen Fürbitten eingeschaltet. Außerdem ist es gestattet, die ortsüblichen Fürbitten für den Bergbau, die Schifffahrt, die Deiche, die Bienenzucht u.s. w., sowie die Fürbitten für einzelne Gemeindeglieder einzufügen. 1. Allmächtiger Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, wir danken dir für alle Gnade, Liebe und Treue, die du uns bisher erwiesen haft, und bitten dich herzlich, du wollest deine heilige chriftliche Kirche mit ihren Dienern, Wächtern und Hirten durch deinen heiligen Geift regieren, daß sie bei der rechtschaffenen Weide deines seligmachenden Wortes erhalten werden möge, dadurch der wahre Glaube und die Liebe gegen dich und alle Menschen in uns erwachse und zunehme. Segne die Arbeit der Mission unter Juden und Heiden und laß gedeihen alle Werke der Barmherzigkeit an den Elenden in der Christenheit. ¹) Laß deine Gnade groß werden über deinen Knecht Wilhelm, den Raiser, unsern König und Herrn, und das ganze Königliche Haus. Sete ihn uns bei langem Leben zum beständigen Segen und chriftlichen Vorbilde. Beschüße das Königliche Kriegsheer und die ge= samte deutsche Kriegsmacht zu Lande und zu Wasser, insonderheit die 1)( Vor Eröffnung der Bezirkssynode:) Gib auch deinen Segen zu den Beratungen unserer Bezirkssynode. Rüfte alle, die daran teilzunehmen berufen find, mit dem Geiste der Weisheit und Kraft, der Liebe und des Friedens und laß die Arbeit der Synode Frucht schaffen zum Heil unserer Gemeinden. ( Während der Dauer der Landessynode:) Bekenne dich auch in Gnaden zu den Beratungen der Landessynode. Sei du selbst in ihrer Mitte mit deinem Geifte, dem Geiste des Friedens und der Einigkeit, gib heiligen Rat, fröhlichen Mut und gute Werke, und laß alles, was da gehandelt und beschlossen wird, gereichen zur Erbauung unserer Landeskirche und zu deines heiligen Namens Ruhm und Ehre. ( Während der Erledigung des Pfarramts:) Siehe insonderheit diese Gemeinde in Gnaden an, schenke ihr einen Prediger und Seelsorger nach deinem Herzen, der dein teures Evangelium lauter und rein verfündigt mit Beweisung des Geistes und der Kraft, und lenke dazu die Herzen aller, denen die Bestellung des Amtes von dir befohlen ist. 54 V. Das allgemeine Kirchengebet. Schiffe, welche auf der Fahrt sind. Segne alle Räte und Diener unsers Kaisers und Königs, daß ihre Dienste zu deiner Ehre und des Vaterlandes Bestem gereichen. Sei du des Deutschen Reiches starter Schutz und Schirm. Laß deine Gnade ruhen auf seinen Fürsten und freien Städten und hilf, daß Glauben und Treue, Kraft und Einigkeit unsers Volkes Ruhm und Ehre sei. 2) Wir bitten dich ferner, lieber himmlischer Vater, für den Hausstand und alle, die dazu gehören. Gib gottesfürchtige Eheleute, Eltern und Herren, gehorsame Kinder, frommes und getreues Gefinde und segne alle ehrliche Nahrung und Gewerbe. 3) Witwen und Waisen und alle, so in Armut, Krankheit, Kindesbanden und anderen Anfechtungen sind, auch die, so um deines heiligen Namens und der Wahrheit willen angefochten werden oder sonst Verfolgung leiden: Tröste sie, o Gott, mit deinem heiligen Geiste, daß sie solches alles für deinen väterlichen Willen aufnehmen und erkennen. Und ob wir zwar mit unsern Sünden deinen Zorn wohl verdient haben, so bitten wir doch, o treuer, barmherziger Vater, gedenke unser nicht nach unsern Sünden, sondern nach deiner großen Barmherzigkeit. Verschone uns gnädig mit allerlei schweren Plagen Leibes und der Seele, beschere uns allen, wenn unser Stündlein vorhanden ist, ein seliges Ende und vereinige uns an deinem großen Tage mit allen deinen Kindern vor deinem Angesicht. Um deines lieben Sohnes, Jesu Christi, willen, der mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. 4) 2)( Um Sonntage vor oder nach dem Geburtstage des Kaisers und Königs:) Insonderheit sagen wir dir heute Dank, daß du den Kaiser, unsern König und Herrn, wiederum durch ein Jahr seines Lebens hindurchgeleitet haft. Walte ferner über ihm mit deiner Güte und Treue. Verlängere seine Tage; sei auch im neuen Lebensjahre sein Schirm und Schild, seine Hülfe und sein Heil, und verleih ihm Gnade, unser Land nach deinem Willen zu regieren, auf daß die Gerechtigkeit gefördert, die Bosheit aber gehindert und gestraft werde, und wir in stiller Ruhe und gutem Frieden, wie Christen gebührt, unser Leben vollführen mögen. ( Während der Dauer des Reichstags und Landtags:) Segne die Be ratungen des Reichstags( und des Landtags) zum Heil unsers Voltes. ( Für den Patron der Kirche:) Verleihe dem Patron dieser Kirche und seinem Hause deinen Segen zeitlich und ewiglich. 3)( Für die Konfirmanden:) Laß dir auch die Konfirmanden unserer Gemeinde befohlen sein. Neige ihr Herz zu deinen Zeugnissen und bewahre fie vor ärgernis und Verführung, auf daß sie in der heilsamen Lehre recht gegründet an ihrem Konfirmationstage ein gutes Bekenntnis tun und würdig zu deinem Tische tommen mögen. 4) Da, wo nach der Gottesdienstordnung auf der Kanzel nur die Ab. tündigungen geschehen, lauten die einzuschiebenden Fürbitten: ( Für die Aufgebotenen:) Insonderheit bitten wir dich als den Stifter des heiligen Ehestandes für die Glieder unsrer Gemeinde, welche nun in V. Das allgemeine Kirchengebet. 55 2. Herr Gott, himmlischer Vater, wir loben und preisen dich für alle Wohltaten, die du uns im Geistlichen und Leiblichen ohne alle unser Verdienst und Würdigkeit erwiesen hast, und bitten dich im Namen Jesu Chrifti, deines lieben Sohnes, um deinen ferneren. Segen. Erhalte uns und unsern Nachkommen die reine Lehre deines heiligen Evangeliums und den rechten Gebrauch der Sakramente und gib deiner Kirche Leiter und Regierer, Hirten und Lehrer nach deinem Herzen. Laß dein Reich sich ausbreiten, daß die Fülle der Heiden eingehe, und auch Israel sich bekehre und selig werde. ¹) Regiere, Herr, mit dem Geiste der Weisheit und Gerechtigkeit alle Obrigkeit. Insonderheit laß dein väterliches Antlit zu Frieden und Segen leuchten über deinen Knecht Wilhelm, den Kaiser, unsern König und Herrn, und das ganze Königliche Haus. Verleih ihm zu seiner Regierung ein weises Herz, königliche Gedanken, heilsame Ratschläge, gerechte Werke, tapferen Mut und einen starken Arm, verständige Räte, fieghafte Kriegsheere, getreue Diener, gehorsame Untertanen, damit wir unter seinem Regiment ein geruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. 2) Wir bitten auch um deinen Segen für unser gesamtes deutsches Vaterland. Laß seine Fürsten und freien Städte in Einigkeit verbunden bleiben, gib einträchtigen Sinn unter allen Ständen unsers Volkes und erhalte unsern Grenzen einen beständigen Frieden. Walte mit deinem Frieden in unsern Häusern, heilige die Ehen, gib Gnade zur Erziehung der Jugend. 3) Segne alle ehrliche Nahrung und Gewerbe. Wende gnädig von uns ab alle wohlverdienten diesen Stand treten wollen, daß du ihnen verleihen wollest, ihren Ehestand in deinem Namen anzufangen und unter deinem Segen christlich zu führen. ( Danksagung für Geburten:) Dir danken wir auch mit den Eltern dieser Gemeinde, welche du durch die Geburt eines Kindes erfreut haft; laß dir Mutter und Kind( Mütter und Kinder) ferner befohlen sein, schente dem Kinde( den Kindern) bald den Segen der heiligen Taufe und verleih den Eltern, es( sie) in deiner Furcht zu erziehen. ( Für die Abendmahlsgäste:) Laß alle Glieder unsrer Gemeinde, die heute zu deinem Tische kommen, das heilige Sakrament des Leibes und Blutes Jesu Christi würdig empfangen und in ihrem Glauben dadurch ge stärkt werden. ( Dantiagung für die Verstorbenen:) Laß dir auch wohlgefallen die Opfer unseres Dankes für das Glied( die Glieder) dieser Gemeinde, welches ( welche) du nach deinem unerforschlichen Ratschlusse aus diesem Erdenleben abgerufen hast. Tröste die Hinterbliebenen und stärke ihren Glauben, daß fie sich ergeben in deinen Willen und dich preisen für alles. ( Vom Sonntag Rogate bis zum Erntedankfeste:) Du wollest auch den Früchten des Feldes gute und fruchtbare Witterung verleihen und sie vor allem Schaden und Unfall bewahren, daß wir deinen Segen fröhlich einbringen und deine milde Hand mit Danksagung erkennen. V. Das allgemeine Kirchengebet. Landplagen und gib den Früchten der Erde gedeihliche Witterung. Sende allen Traurigen Trost, Geduld und Kraft den Kranken und Schwachen, Gedeihen den Müttern und Säuglingen, sei der Witwen und Waisen Vater. Hilf einem jeden in seiner Not, du Heiland aller Menschen, sonderlich deiner Gläubigen. 56 Bereite uns alle zu einem seligen Ende. Gib, daß wir leben in deiner Furcht, sterben in deiner Gnade, ruhen in deinem Frieden, auferstehen in deiner Kraft und das ewige Leben ererben durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. 3. Allmächtiger, ewiger Gott, Vater unsers Herrn Jesu Christi, wir danken dir, daß du uns in diesem zeitlichen Leben bisher gnädiglich erhalten und durch das Evangelium von deinem Sohne zum ewigen Leben berufen hast. Du hast uns auch heute dein heiliges Wort in Friede und Ruhe hören lassen. Gib, daß wir es zur Stärkung unsers Glaubens und zur Besserung unsers Lebens in einem feinen, guten Herzen bewahren. Erhalte uns und unsern Nachkommen die Predigt deines seligmachenden Worts und gib aller Orten treue Hirten und Lehrer. 1) Schütze, erhalte und segne deinen Knecht Wilhelm, den Kaiser, unsern König und Herrn, und sein ganzes Haus. Gib ihm Gnade mit seinen Räten und Dienern, seine Lande in Frieden zu regieren. Nimm unser ganzes deutsches Vaterland in deinen Schutz. Erfülle alle Obrigkeiten und Untertanen mit Weisheit, Gehorsam und Eintracht und segne sie zu deinem Wohlgefallen. 2) Segne den christlichen Hausstand. Gib Gnade zur Kinderzucht in den Häusern und Schulen. Heilige die Jugend und bewahre sie vor Ärgernis und Verführung. 3) Gib gedeihliche Witterung und laß die Frucht der Erde wohl geraten. Fördere alle ehrliche Arbeit und segne alle, die im Schweiße ihres Angesichts redlich und treulich ihr tägliches Brot suchen. Wende in Gnaden ab alle wohlverdienten Landplagen, Krieg, Feuer- und Wassersnot, teure Zeiten, Krankheit und Seuchen. Gib uns und unsern Angehörigen, was uns an Leib und Seele gut ist, und umfange uns allezeit mit deiner Güte. Gib uns deine Gnade, christlich zu leben und selig zu sterben. Erhöre uns, lieber Vater im Himmel, um Jesu Christi unsers Heilandes willen, der mit dir und dem heiligen Geiste sei hochgelobt in Ewigkeit. Amen. 4. Wir danken dir, allmächtiger, barmherziger Gott, Vater unsers Herrn Jesu Chrifti, für alle deine Güte und Wohltaten, in sonderheit für die Sendung deines lieben Sohnes und die Gnade, die du uns jetzt zur Anhörung deines Worts verliehen hast, und bitten dich herzlich, du wollest uns helfen, daß wirs in einem feinen V. Das allgemeine Kirchengebet. 57 guten Herzen bewahren und Frucht bringen mit Geduld. Wir bitten dich auch, o gütiger Gott, du wollest deine heilige christliche Kirche samt ihren Dienern, Wächtern und Hirten mit deinem heiligen Geist regieren, auf daß sie bei der gesunden Weide deines alleinseligmachenden Worts erhalten werden möge, und also der Glaube an dich gestärkt werde, und die Liebe gegen alle Menschen erwachse und zunehme. ¹) Du wollest auch den Stand der weltlichen Obrigkeit segnen. unserm Kaiser und König, seinen Gewaltigen und Räten deine Gnade verleihen, ihre Herzen, Ratschläge und Handlungen regieren und dahin lenken, daß sie allein zu deines Namens Ehre, der Kirche und des Vaterlandes Wohlfahrt gereichen mögen, damit die Wahrheit erkannt und bekannt, Recht und Gerechtigkeit aufgerichtet und ge= handhabt werde. 2) Allen Untertanen aber wollest du geben ein gehorsames Herz, daß sie ihre ordentliche Obrigkeit fürchten und ehren, dem Könige geben, was des Königs ist, und dir, o Gott, was dein ist. Wollest auch durch deinen allmächtigen Arm steuern und wehren dem Morden und Drohen aller Feinde deiner Kirche und uns erretten von der Hand aller derer, die uns hassen. ³) Wir bitten dich auch, ewiger Gott, du wollest gnädiges, fruchtbares Wetter geben, die Früchte auf dem Felde gedeihen und geraten lassen, auf daß wir durch deinen Segen von der Erde das tägliche Brot empfangen, dir dafür danken, den Dürftigen und Armen davon mitteilen mögen, und wolleft uns gnädig behüten vor Hunger und teuren Zeiten, vor Pestilenz und bösen Seuchen, vor Krieg, Aufruhr und Zwietracht. Wir bitten dich auch für alle, so in Trübsal, Armut und Krankheit, in Gefahren zu Wasser und zu Lande und in andern Nöten find; tröste sie, o Gott, mit deinem heiligen Geiste und biete ihnen deine rechte Hand, die alles ändern kann. Endlich so bitten wir dich, himmlischer Vater, um alles, darum du willst und sollst gebeten werden, um deines lieben Sohnes Jeju Christi, unsers einigen Mittlers willen. Amen. 5. Barmherziger, ewiger Gott, du Vater des Lichts und Geber aller guten und vollkommenen Gabe, du Tröster der Betrübten, du Arzt der Kranken, laß unser Gebet vor dich kommen, in welcherlei Angst und Not wir dich anrusen, auf daß alle Menschen sich deiner Hülfe erfreuen und dir danken. Wir bitten dich, du wollest gnädig deiner Christenheit ihre Sünden vergeben und sie von allem Fritum und Übel erretten, in rechtem Glauben und Gehorsam gegen dich erhalten, treue Hirten und Lehrer geben, alle Obrigkeit zu deinem Lobe und gemeinem Frieden führen und regieren und insonderheit unsern 58 V. Das allgemeine Kirchengebet. Kaiser und König behüten und erleuchten und mit seinem ganzen Hause bewahren. Du wolleft auch alle Hausväter samt Weib und Kind und Gesinde bewahren, Teurung, Krantheit, Feuer- und Wassersnot, Krieg und alle wohlverdienten Strafen von uns gnädiglich ab. wenden oder durch deine Barmherzigkeit lindern, die Früchte auf dem Felde bewahren, die Betrübten trösten, den Kranken Gesundheit, den Sündern Gnade zur Besserung ihres Lebens und allen Christgläubigen Barmherzigkeit, deinen heiligen Geist und ewiges Leben mitteilen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 6. Laßt uns in Frieden den Herrn anrufen: Um den Frieden, der von oben kommt, und das Heil unsrer Seelen, um den Frieden der ganzen Welt und die Dauer seiner heiligen Kirche, für dieses ihm geheiligte Haus und für alle, die mit Glauben und der Furcht Gottes in dasselbe eingehn, für unsre Hirten und Lehrer, daß sie das Wort der Wahrheit recht lehren, für die ganze christliche Gemeinde und alle, die ihr dienen im Werk der Leitung und in der Arbeit der Liebe, laßt uns zum Herrn beten: Herr, erbarme dich!*) Für den Kaiser, unsern König, und sein ganzes Haus, für seine Macht und seine Heere, für den Sieg und die Dauer seiner Herrschaft, und daß Gott ihm in allem beistehn und ihn leiten möge, und wir unter seinem Schuß ein geruhig und stilles Leben führen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit, laßt uns zum Herrn beten: Herr, erbarme dich! Für diesen Ort, das ganze Land und alle Gläubigen, die darin wohnen, laßt uns zum Herrn beten um Gesundheit der Lust, Fruchtbarkeit der Erde und friedliche Zeiten; für die Seefahrenden und Reisenden, für die Armen, Elenden, Gefangenen, für die Betrübten und Angefochtenen, Kranken und Sterbenden und für ihr Heil, und daß er uns vor aller Trübsal, Gewalt, Gefahr und Not bewahre und uns, wenn unser Stündlein kommt, ein seliges Ende beschere. laßt uns zum Herrn beten: Herr, erbarme dich! Nimm dich unser gnädig an, rette und erhalte uns, denn dir allein gebührt der Ruhm und die Ehre und die Anbetung. dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. *) Das dreimalige Herr. erbarme dich" kann auch von der Gemeinde gesungen werden. VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 59 VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. Wohl denen, die in deinem Hause wohnen, die loben dich immerdar. 74. Auf Advent. Herr Christe, heut freut sich billig die ganze werte Christenheit, weil sie deinen heiligen Advent festlich begeht. Die liebe Kirche jauchzt als deine Braut, weil du, ihr lieber himmlischer Bräutigam, zu ihr kommst. Wir irrenden Schäflein frohlocken, daß du, o Hirt und Bischof unserer Seelen, mitten unter uns deine gnädige Gegenwart sehen läsfest. Wir Kranken freuen uns, weil du uns besuchst, o heilsamer Arzt aller Menschen. Wir Armen jubeln, weil du, obwohl ein reicher Herr, dennoch so brüderlich mit großen, herrlichen Geschenken bei uns einkehrst. Ach Herr, weiche nicht von uns mit deiner Gnade, laß uns die Zeit deiner gnädigen Heimsuchung dankbar erkennen und deine Zukunst stets gnadenreich und heilsam ſein. Komm täglich zu uns, in unsere Kirchen, in unsere Schulen, auj unsere Rathäuser und in unsere Wohnungen, mit deinem reinen Wort, mit deinen heiligen Sakramenten, mit deiner Weisheit, mit Beistand, Glück, Segen und Gnade. Ja, weil du bereits in unsere Herzen gekommen bist, so laß uns dich nie wieder verlieren und nimmer ohne Troft erfunden werden. Endlich, weil du einmal kommen wirst zu richten die Lebendigen und die Toten, so regiere uns, daß wir uns bereiten und unsern Lauf also beschließen, daß wir deine Zukunft mit Freuden erwarten und dich nicht als einen gestrengen Richter, sondern als einen freundlichen Erlöser anschauen und Erben deines Reiches werden mögen. Amen. 75. Am Chriftfeſte. allmächtiger Gott, himmlischer Bater, wir danken dir von Grund unserer Herzen, daß du aus lauter Wohlgefallen und aus unaussprechlicher Liebe deinen eingebornen Sohn Jesum Christum, den Glanz deiner Herrlichkeit und das Ebenbild deines Wesens, in diese Welt gesandt haft, welcher unser armes Fleisch und Blut an sich genommen, auf daß er uns von Sünden, Tod, Teufel und Hölle erlösete und mit sich in das Reich der ewigen Seligkeit versetzte. Gelobet jei deine herzliche Barmherzigkeit immer und ewiglich. Erfülle nun an diesem Feste unser aller Herzen mit deiner Gnade, daß wir deine große Liebe und Barmherzigkeit erkennen, nicht uns, 60 VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. sondern dir leben, dir vertrauen, dich lieben und loben unser Leben= lang. Erhalte bei uns und unsern Nachkommen dein heiliges, seligmachendes Wort, sende treue Diener in deine Ernte. Wir bitten auch für alle Menschen, insonderheit aber für unsere christliche Obrigteit. Regiere sie durch deinen Geist, daß sie zuvörderst und vor allen Dingen bei ihrer Regierung, soviel an ihnen ist, das Reich unsers einigen, ewigen Königs Jesu Christi befördere und ausbreite und ja ihren Stand und Wandel auf dieser Welt also führe, daß sie dermaleinst mit ihm und allen Auserwählten im Himmelreiche in alle Ewigkeit herrschen möge. Siehe deine arme, bedrängte Kirche und kleine Herde in Gnaden an, komm ihr zu Hülfe und errette sie aus den großen Nöten, die sie betroffen haben. Tröste sie, Herr, durch deinen Geift, auf daß sie sich deiner Güte erfreuen und deinen Namen ewig preisen möge. Laß heute in den Herzen aller Angefochtenen, Kranken, Verfolgten, Witwen, Waisen und aller andern, so in Not und Trübsal stecken, eine tröstliche Christfreude aufgehen. Auch die, welche deinen Sohn Jesum Christum noch nicht erkennen, bringe an das Licht deiner Wahrheit, damit sie samt uns und allen Auserwählten, Engeln und Menschen, dich loben und im wahren Glauben und mit herzlicher Freudigkeit singen mögen: Ehre sei Gott in der Höhe, Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Amen. 76. Zum Schlusse des Jahres. Wir danken dir, Herr Zebaoth, du Gott Israels, wir danken dir, für alle deine Güte und deine Wunder, die du dies verflossene Jahr hindurch an uns getan hast. Es ist deine Güte, daß wir nicht gar aus sind, deine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, du haft alle unsere Sünde hinter dich geworfen, unsere Gebrechen geheilt, unser Leben vom Verderben erlöst und uns gekrönt mit Gnade und Barmherzigkeit; Kirche und Schule und Haus hast du gesegnet und vor allem Übel behütet. Du hast uns Lehrer gegeben zur Gerechtigkeit und uns sagen lassen, daß sich ein jeglicher von seinem böjen Wesen bekehre und sein Leben bessere. Du hast unserer christlichen Obrigkeit Gnade und Weisheit verliehen, daß wir unter ihrem Regiment in stiller Ruhe und gutem Frieden, wie Christen gebührt, haben unser Leben vollführen mögen. Du hast uns viel Gutes getan an Leib und Seele, an Weib und Kind, an Hab und Gut, in der Stadt und auf dem Felde, daß wir nicht alles erzählen können. Gelobt sei Gott, der Vater anfers Herrn Jesu Christi, der uns gefegnet hat mit allerlei geistlichem Segen in himmlischen Gütern durch Christum, der uns so viel Gutes getan, vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben und unsere Herzen erfüllt mit Speise VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 61 und Freude. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich. Sagt, die ihr erlöst seid durch den Herrn, die er aus der Not erlöst hat, die er errettet aus ihren Ängsten: Gelobt sei der Herr, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit, und alles Volk jage Amen und lobe den Herrn. Gelobt sei der Herr ewiglich! Amen. Amen. 77. Am Neujahrstage. Allmächtiger, ewiger Gott, barmherziger, lieber Vater, wir haben jetzt abermals ein Jahr unserer Pilgrimschaft in diesem irdischen Leben zu Ende gebracht und fangen in deinem Namen ein neues an. Ach Herr und Gott, wie groß ist deine Güte, die du uns bisher aus väterlichem Herzen bewiesen hast. Dein heiliges Wort hast du uns samt dem rechten Gebrauch der heiligen Sakramente rein erhalten, friedliches Regiment beschert, täglich Nahrung gegeben, unsere Herzen mit Speise und Freude erfüllt, allerlei Seuchen, Pestilenz, feindlichen Unfall und viel Unglück in dieser betrübten Zeit von uns gnädiglich abgewendet. Du hast uns zwar gezüchtigt um unserer vielfältigen Sünden willen, aber deine Gnade hast du nicht von uns gewendet. Für solche deine Barmherzigkeit sagen wir dir Lob und Dank und bitten dich demütiglich: Rechne uns nicht zu unsere vorige und alte Sünde, womit wir dich so oft erzürnt haben, sondern vergib sie uns um unsers Herrn Jesu willen. Regiere uns, daß wir teine alte Unreinigkeit und Missetat in das neue Jahr bringen, sondern den alten Menschen aus- und den neuen anziehen, der nach dir geschaffen ist. Fange an, lieber Vater, uns aufs neue zu segnen. Gib uns neugeborne Herzen, erneuere deine väterliche Liebe und Treue an uns, gib heiligen Mut und rechte Werke. Nimm von uns alles Herzeleid und wohlverdiente Strafen, und weil keine Stunde noch Augenblick vergeht, da wir ohne deinen Schuß nicht in groß Elend geraten könnten, so halte deine Gnadenhand väterlich über uns. Barmherziger Gott und Vater, erhöre unser Gebet, erbarme dich aller Menschen, erhalte uns dein reines Wort, heilige alle Lehrer und Prediger, erbaue Kirchen und Schulen. Behüte uns vor falscher Lehre, stärke alle treuen Regenten, fördere guten Rat und Tat; segn Väter und Mütter, regiere Kinder und Gesinde; bewahre uns vor Krieg und Blutvergießen, wende ab Pest und Teurung; steure dem Grimme des Teufels; sende uns deine heiligen Engel; kröne das Jahr mit deinem Gut; gib Frieden im Lande, unserm Herzen Freude, unserm Leibe Gesundheit, unserer Stadt( Gemeinde) Einigkeit; benedeie unsere Nahrung, fördere das Werk unserer Hände, nähre treue Arbeiter, bekehre die Sünder, kräftige die Frommen, bringe zurecht die Irrigen; schütze Witwen und Waisen, tröste die Elenden, erfreue 62 VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. die Traurigen, pflege der Kranken, hilf den Hülflosen, errette die Bedrängten, sei bei den Sterbenden. Durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Heiland und Erlöser. Amen. 78. Am Feste der Erscheinung Christi. err, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott, wir danken deiner göttlichen Majestät, daß du den Weisen aus dem Morgenlande deinen heiligen und eingebornen Sohn Jesum Christum haft offenbart und daß du auch uns arme Heiden durch den Stern deines seligmachenden Wortes zu seiner heilsamen Erkenntnis haft kommen lassen. Lob, Ehre. Preis und Dank sei dir, barmherziger, gütiger Gott, für diese und alle deine großen Wohltaten. Wir bitten dich herzlich, regiere uns mit deinem heiligen Geiste, daß wir trotz aller Hinderungen deinen Sohn, unsern Heiland und Seligmacher, suchen, finden und erkennen, anbeten, dienen und ehren. Laß uns im Glanze des Lichtes, das die ganze Welt erleuchtet, unsere Füße nach dem Scheine des leuchtenden Sternes, deines Wortes, richten, daß wir ein neu christlich Leben beständig führen mögen. Regiere und segne unsre liebe Obrigkeit und die ganze christliche Gemeinde. Träfte alle betrübten, mit dem Tode ringenden Herzen, und erfülle sie mit deiner Himmelsfreude. Und weil du willst, daß allen Menschen geholfen werde und alle zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, so bitten wir dich: Laß das Licht deiner Gnade leuchten über alle, die noch in Finsternis wandeln, und bringe deine zerstreuten Kinder zusammen, auf daß dein Reich komme und Eine Herde und Ein Hirte werde, wie du uns verheißen und vertröstet hast durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. 79. Passionsgebete. 1. Herr Jesus Christus, der du uns armen und verlornen Sündern durch dein heiliges, unschuldiges Leiden Gnade bei deinem himmlischen Vater erworben und das ewige Leben wieder gebracht haft, wir danken dir aus Herzensgrund für deine Liebe, deine Angst und Not und deinen seligmachenden Tod und bitten dich: Erhalte uns ewig in der Liebe und im Lobe deines Leidens und gib uns Gnade, die ewige Wohltat der teuren Erlösung mit dankbarem Herzen zu erkennen und zu preisen. Laß uns dadurch im Glauben stärker, in der Hoffnung fröhlicher, in der Liebe heißer, in der Geduld getroster, im Gehorsam williger und beständiger werden und unsern Sünden absterben. Hilf auch, daß wir an unserm Ende deines blutigen Todes uns zur ewigen Seligkeit freuen und trösten, o Herr Jesus Christus. Amen. VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 63 2. Herr Jesus Christus, du Lamm Gottes, wir danken dir von Herzen, daß du der Welt Sünde getragen hast und durch dein Leiden und deinen Tod das Sühnopfer für uns geworden bist. Du hast dich in der Sünder Hände hingegeben und bist um unsertwillen verspottet, gegeißelt, mit Dornen gekrönt und gekreuzigt worden. Ach, verleih uns Gnade, daß wir durch die andächtige Betrachtung deines heiligen Leidens und Todes von Herzen gedemütigt, unter allen Anfechtungen im Leben und Sterben getröstet und zu dem Kampfe wider Sünde und Welt mächtig gewaffnet werden. Du haft uns, o liebster Heiland, ein Vorbild gelassen, daß wir sollen nachfolgen deinen Fußstapfen. Gib, daß wir im Aufsehen auf dich, den Anfänger und Vollender unseres Glaubens, laufen durch Geduld in dem Kampfe, der uns verordnet ist, auch einst des Glaubens Ende, der Seelen Seligkeit, davonbringen und dich für deine unaussprechliche Liebe loben und preisen immer und ewiglich. Amen. 3. Wir sagen dir von Herzen Dank, lieber Vater, für das teure Blut deines lieben Sohnes, das er um unsertwillen vergossen hat, durch welches du uns noch täglich in deiner heiligen Kirche reinigst von allen unsern Sünden. Wir sagen dir Dank für deine große, unaussprechliche Liebe, der du uns, die wirs doch nicht wert waren, also geliebt hast, daß du uns durch deinen eignen Sohn erlöft hast, durch den Hohenpriester, Mittler und getreuen Hirten, der sich dir zum Opfer gegeben hat und seine Seele dargegeben für die Herde deiner Schafe, der nun sitet zu deiner Rechten und bittet für uns. Aber wir bitten und flehen auch zu dir, du gütiger und getreuer Gott, du Heiland aller Menschen, du wolleft uns deine Gnade geben, daß wir dich für alle solche deine Erbarmung mit deinem Sohne und Heiligen Geiste in allen Dingen von Herzen loben und preisen in Ewigkeit. Amen. 4. Herr Jesu Christe, wir treten unter dein Kreuz und bekennen mit demütigem Herzen: Wir, wir haben dir Arbeit gemacht in unsern Sünden und haben dir Mühe gemacht in unsern Missetaten. Du aber haft uns durch dein heiliges Kreuz und bittern Tod von allen unseren Sünden gnädig erlöst und die ewige Gerechtigkeit uns gebracht. Wir danken dir für diese deine große Liebe und Erbarmung. Erleuchte, bewege und entzünde nun, getreuer Heiland, unsere Herzen, daß wir dich herzlich wieder lieben und an dir in starkem, festem Glauben hangen. Hilf, daß wir unser ganzes Leben nach deinen Fußstapfen richten und unter der Fahne deines sieghaften Kreuzes in dieser Welt wider die Sünde ritterlich streiten, bis du uns nach wohlvollbrachtem Lauf und Kampf in Frieden( darum wir dich herzlich bitten) in das enige Leben zu allen Auserwählten abfordern wirst. Da wollen wir ewig rühmen: Preis und Ehre, Anbetung 64 VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. und Dank sei dir, daß du durch deinen heiligen Kreuzestod von allem unserm Jammer uns erlöset und ein ewiges Heil uns erworben haft. Amen. Am Gründonnerstage siehe Gebet 65. 80. Am Karfreitage. Wir danken dir, Herr Jesu Christe, wahrer Gott und Mensch, daß du uns arme Sünder und verdammte Menschen ohne alle unfre Werke, Verdienste und Würdigkeit durch dein heiliges Leiden, Sterben und Blutvergießen erlöst haft. O Herr Jesu Christe, wie groß ist dein Leiden, wie schwer ist deine Bein, wie viel ist deiner Marter, wie tief sind deine Wunden, wie bitter und schmerzlich ist dein Tod! Wie unaussprechlich ist deine Liebe, womit du uns deinem himmlischen Vater versöhnt hast, da du am Ölberge blutigen Schweiß vor großer Todesangst geschwitzt, daß die Blutstropfen auf die Erde ge= fallen, und daselbst, von allen deinen Jüngern verlassen, in die Hände der Sünder dich willig für uns ergeben, die dich hart gebunden und von einem ungerechten Richter zu dem andern unbarmherzig geführt haben; daselbst bist du fälschlich verklagt, verurteilt und verspeit, verhöhnt und mit Fäusten in das Angesicht geschlagen worden. Du bist um unserer Missetat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen, gegeißelt und mit Dornen gekrönt; du warst der allerverachtetste und unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit, also, daß es auch ein heidnisch Herz erbarmt hat zu sagen: Sehet, welch ein Mensch! Du bist wegen unsrer Missetaten unter die Übeltäter gerechnet und als ein Fluch aufgehängt, an Händen und Füßen mit Nägeln durchgraben, dazu in deinem höchsten Durst mit Essig und Galle getränkt, und mit großen Schmerzen haft du deinen Geist aufgegeben, auf daß du unsre Schuld bezahltest und wir durch deine Wunden geheilt würden. O Herr Jesu Christe, für alle diese deine Marter und Bein jagen wir dir Lob und Dank und bitten dich: Laß dein heiliges, bittres Leiden an uns nicht verloren sein, sondern gib, daß wir uns desselben jederzeit von Herzen trösten und rühmen, auch dasselbe also begehn und betrachten, daß alle bösen Lüste in uns ausgelöscht und gedämpft, dagegen aber alle Tugend eingepflanzt und gemehrt werde, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben und deinem Vorbilde nachfolgen, in deine Fußstapfen treten, das Übel mit Geduld ertragen und das Unrecht mit gutem Gewissen leiden. Das verleih uns, Herr Jeju, um deines heiligen, teuren Verdienstes willen. Amen. VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 65 81. Am Osterfeste. Bieber Herr Jesus Christus, du allmächtiger Gott und starker Siegesfürft, der du die Bande des Todes zerrissen, in großer Majestät und Herrlichkeit aus deinem Grabe auferstanden und ein Erstling worden bist unter denen, die da schlafen, wir danken dir an diesem deinem großen Ehrentage für dein heiliges Leiden, Sterben und Auferstehung, denn es ist alles uns zugute geschehen. Du hast die Pforten der Hölle zerbrochen, damit wir in ewiger Freiheit aus- und eingehen mögen. Du hast uns mit gewaltiger Hand ausgeführt aus dem Gefängnis und dem Reiche des Todes, dem du seine Macht genommen, und hast uns von der ewigen Dienstbarkeit erlöst. Du bist von den Toten auferstanden und mit Macht hervorgedrungen als unser Haupt und Hirt, auf daß wir als deine Glieder und Schafe auch nicht im Grabe bleiben, sondern durch dich zur ewigen Herrlichkeit auferstehen sollen. Darum rufen wir heute mit fröhlichem Munde: Gott sei Lob und Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unsern Herrn Jesum Christum. Auch bitten wir dich: Laß deine heilige Auferstehung allzeit uns trösten, daß wir festiglich glauben, du habest alle unsere Sünden in deinem Grabe tief verborgen, daß sie vor das Angesicht des himmlischen Vaters nicht mehr kommen noch uns beschämen werden. Hilf uns auch endlich alle Todesnot und Schmerzen durch den freudigen Trost der Auferstehung unserer Leiber träftig überwinden, und wenn du durch die Stimme des Erzengels rufen wirst: Steht auf, ihr Toten! so öffne unsere Gräber und laß uns dir mit Freuden entgegengehn. Dann werden wir dein heiliges Angesicht fröhlich anschauen und dich samt dem Vater und heiligen Geist in Ewigkeit preisen. Amen. 82. Am Feste der Himmelfahrt Chrifti. Jesus Christus, allmächtiger Herr und Gott, wir danken dir, daß du nach erhaltenem Sieg wider alle deine Feinde deine fröhliche Himmelfahrt mit großer Majestät, mit Triumph und Jubel der heiligen Engel gehalten und dich zur Rechten deines himmlischen Vaters gesetzt hast. So hat dein Kreuz und Leiden ein seliges Ende genommen, du bist durch den Tod zu deiner ewigen Herrlichkeit eingegangen. Lieber Heiland, du bist am Ufer, wir sind noch auf dem wilden Meere; du bist im Siege, wir sind noch im Streit. Gib uns doch deine Gnade, daß wir mit unsern Herzen und Gedanken dir nachsehn, auf daß unser Herz sei, wo unser Schatz ist. Laß uns alles Weltliche mit Füßen treten, damit wir uns mit herzlichem Gebete, Seufzen und Flügeln des wahren Glaubens zu dir in die Höhe schwingen können. Wir glauben und trösten uns feftiglich, du werdest 5 Herr jerr 66 VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. uns als deine Glieder nicht hier im Elend lassen, sondern endlich, wenn wir unsern Lauf vollendet und im wahren Glauben beschlossen haben, uns auch zu dir nehmen. Denn du hast ja deinen himmlischen Vater vor deinem heiligen Leiden so inbrünstig gebeten und gesagt: Vater, ich will, taß wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben haft. Und weil du nicht allein zu deinem, sondern auch zu unserm Vater aufgehoben bist und deinen Jüngern und uns verheißen haft: Ich will wieder kommen und euch zu mir nehmen, daß ihr seid, wo ich bin, so erfülle deine tröstliche Zusage, lieber Erlöser, und hole uns bald zu dir, denn uns verlangt von Herzen nach dir. Wie gerne wollten wir bei dir in unserm himmlischen Vaterlande sein; wie viel lieber wollten wir das als länger in dieser elenden Pilgrimschaft wallen. Gern wollten wir unsere irdischen Hütten ablegen. Denn wir sehnen uns nach unsrer Behausung, die im Himmel ist, und daß das Sterbliche vom Leben verschlungen würde und wir daheim wären bei dir. Bis aber unsere Stunde kommt, wollen wir mit unserm Gemüt in den Himmel dringen und mit dem Verlangen daheim sein bei dir, der du bist unsers Herzens Freud und Wonne, hochgelobt in Ewigkeit. Amen. 83. Am Pfingstfeste. Wi ir loben und preisen dich, lieber himmlischer Vater, daß du deine Verheißung erfüllt, deinen heiligen Geist über alles Fleisch ausgegossen, deinen Himmel aufgetan und uns mit geistlichem Segen in himmlischen Gütern gesegnet hast. Nun hast du alles getan, du Gott aller Gnade und Vater der Barmherzigkeit, was du dir vorgenommen, und deine großen Werke auf Erden vollendet, die deines Namens Ehre sind und unser ewiges Heil. Du hast den Namen deines lieben Sohnes verklärt und deine Liebe in unsere Herzen ausgegossen. Ja, du willst selbst in uns wohnen, willst unser Gott sein, und wir sollen dein Volk sein. Hochgelobt sei dein heiliger Name! Erhöre nun heute die Gebete deines Volkes. Tröste uns wieder mit deiner Hülfe und nimm deinen heiligen Geist nicht von uns. Halte im Bau den Weinstock, den deine Rechte gepflanzt hat, den du dir festlich erwählt hast, und tränke ihn mit dem himmlischen Tau deines Segens. Laß deine Gemeinde bleiben bei deinem reinen Wort und öffne wieder ihren Mund, daß sie deine großen Taten preise. Tu die Tore deines Reiches weit auf und laß die Fülle der Heiden zu ihnen eingehen. Regiere mit deinem Geist alle christliche Obrigkeit, richte nach deinem Willen die Werke ihrer Hände und leite sie auf rechtem Wege, daß fie tun möge, was dir wohlgefällig und deinem Volke heilsam ist. Gieß über unsere Häuser den Geist der Gnade und des Gebets aus und laß die Leuchte deines heiligen Wortes darin nicht verlöschen. VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 67 Laß deinen Geist, den Geist des Trostes und der Kraft, die Elenden erquicken, die Traurigen trösten, die Schwachen stärken und die aufs beste mit unaussprechlichem Seufzen vertreten, die in großer Anfechtung nicht mehr beten können. Vollende an uns allen das gute Werk, das du angefangen haft, und mache uns würdig, dein ewiges Reich zu erlangen, da die große Schar aus allen Heiden und Völkern und Sprachen dir mit neuen Bungen Lob und Dant sagt ewiglich. Dir samt deinem lieben Sohne und dem heiligen Geiste sei Ehre in der Gemeinde zu aller Zeit und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 84. Am Feste der heiligen Dreieinigkeit. jerr Gott, allmächtiger Vater, der du die Welt so hochherzlich und unaussprechlich geliebt hast, daß du auch deines einigen Sohnes nicht verschont, sondern ihn für uns alle dahin gegeben, wir ehren und loben deine Majestät, und unser Herz freut sich in dir über alles, was du uns an Leib und Seele getan haft, und bitten dich, du wollest dein väterliches Herz nimmermehr von uns wenden und um Christi willen, deines Geliebten, unser gnädiger Vater in Ewigkeit sein und bleiben.- O Jesu Christe, du Sohn des lebendigen Gottes, du treuer Heiland aller Menschen, wir danken dir auch für deine inbrünstige Liebe, daß du um unserer Seligkeit willen deinen himmlischen Thron verlassen, bis zum Tode am Kreuz dich erniedrigt und uns den Weg zum ewigen Leben wieder eröffnet hast.- O Gott heiliger Geist, du werter Tröster und Lehrer der ganzen Christenheit, dich loben wir auch und danken dir für alle deine geistlichen Wohltaten, mit denen du deine Kirche zierst und schmückst, in allen Anfechtungen und Nöten uns herzlich trösteft, und bitten dich, du wolleft uns mit deiner Gnade ferner überschatten und erleuchten. O du heilige Dreieinigkeit, weil in deiner Erkenntnis unsere Seligkeit steht, so erhalte uns fest darin, daß wir dich als unsern Gott allzeit recht ehren, loben und preisen. Verlaß uns nicht, deine armen Kreaturen, und stärke uns in unserer Pilgerschaft. Laß einem jeden, der deine Hülfe anruft, den Reichtum deiner Erbarmung tund werden. Breite deine Gnade aus über unser ganzes Land, nimm in deinen allmächtigen Schutz und Schirm den Kaiser, unsern König, und sein Haus; baue und festige deine Kirche auf dem Fels der Wahrheit und laß sie unbeweglich stehn wider den Troß der Welt, ja wider die Pforten der Hölle. Verleih uns durch deine Kraft, daß wir das Geheimnis deines Wesens nicht allein mit dem Munde, sondern auch mit der Tat und Wahrheit ehren, daß wir uns dir zum Eigentum übergeben, in dir leben und sterben und dermaleinst mit Frenden erscheinen vor dem Thron deiner ewigen Majestät und Herrlichkeit. Amen. 5* VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 85. Am Feste der Engel oder Michaelis. llmächtiger Gott, ein Herr Himmels und der Erde, der du alles geschaffen haft, beide das Sichtbare und das Unsichtbare, die Thronen und die Herrschaften, wir sagen dir Lob und Dank, daß du die himmlischen Heerscharen, die heiligen Engel, verordnet und ausgesandt hast zum Dienst um derer willen, die ererben sollen die Seligkeit. Wir bitten dich, du wolleft ihnen Befehl tun, daß sie uns behüten auf allen unsern Wegen, daß sie uns auf den Händen tragen und wir unsern Fuß nicht an einen Stein stoßen. Treibe von uns alle bösen Mächte der Finsternis und laß deine heiligen Engel uns allezeit begleiten, schüßen und mächtiglich erretten. Laß durch ihren Dienst Stadt und Land, Haus und Hof, Weib und Kind und alles, was wir haben, vor allem Unfall bewahrt werden. Gib uns wahre Buße in unsere Herzen, daß sich die Engel im Himmel über uns freuen. 3ünde in uns an ein brünstiges Gebet und Lob deines Namens, daß wir der Engel Amt verrichten und mit ihnen anbeten und rufen: Heilig, heilig, heilig ist Gott, der Herr Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll! Gib uns aber auch Gnade, daß wir ihnen nachfolgen im Gehorsam gegen deinen heiligen Willen und freudig, wie sie, deine Befehle ausrichten. Und wenn wir aus diesem zeitlichen Leben scheiden sollen, so laß unsre Seelen von den Engeln in Abrahams Schoß getragen werden und mache uns ihnen gleich am Tage der Auferstehung, daß wir mit ihnen dich ewig loben und preisen mögen. Amen. 68 86. Am Reformationsfeste. llmächtiger und grundgütiger Gott, wir danken dir von Herzen, daß du deiner Kirche dich gnädiglich angenommen, das Gefängnis deines Volkes gewendet und am Abend der Welt unserm werten Vaterlande durch dein teures Rüstzeug Martin Luther ein großes Licht angezündet hast. In deines Geistes Kraft hat er den Brunnen Israels gereinigt, die seligmachende Wahrheit von aller Verführung abgesondert, die heilige Schrift deutlich übersetzt, den Stand der lieben Obrigkeit gerettet und viel Gutes mehr zu deiner Ehre und deiner lieben Gemeinde Erbauung und zur Beruhigung der geängstigten Gewissen ausgerichtet. Danket dem Herrn Zebaoth, daß er so gnädig ist und tut immerdar Gutes. Preise, Jerusalem, den Herrn, lobe, Zion, deinen Gott, der sein Wort gibt mit großen Scharen Evangelisten, und alle, die den Herrn fürchten, sollen sagen: Seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit. Nun, du treuer Gott, du haft uns bisher wider so manche Gefahr, Verfolgung und Verwirrung in diesem Licht gnädig erhalten, so bewahre es ferner und VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 69 erhalte den Heilsbrunnen der allein seligmachenden Lehre in Fried und Ruhe bei uns und unsern Kindern, daß die Stadt Gottes fein luftig bleibe mit ihren Brünnlein. Erwecke auch bei uns allen wahre Gottseligkeit, daß wir behalten, was wir haben, und unsern Schatz nicht durch Undank verscherzen, sondern recht evangelisch, desselben würdig leben und dort dich ewigen Gott, Vater, Sohn und heiligen Geist, loben und preisen mögen in alle Ewigkeit. Amen. Am Tage der Hagelfeier siehe Gebet 33. Am Erntedankfeste siehe Gebet 37. 87. Am Bußtage. Barmherziger, ewiger Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, du Herr Himmels und der Erde, wir armen, elenden Sünder bekennen vor deinem allerheiligsten Angesichte, daß wir leider mit unsern Vätern gesündigt, daß wir mißgehandelt und gottlos gewesen mit unsern vielfältigen schweren Sünden, auch deinen gerechten Born und allerlei Strafen, ja den endlichen Untergang wohl verdient haben. Solche unsre begangenen Sünden reuen uns von Herzen, und dieweil du unser aller Vater und liebreicher Gott bist, der du dich also erklärt haft: So wahr als ich lebe, ich habe keinen Gefallen am Tode des Gottlosen, so fliehen wir zu deiner inbrünstigen und herzlichen Barmherzigkeit, demütig bittend, du wolleft aller unserer Übertretung nicht gedenken, sondern vielmehr eingedenk sein deiner grundlosen Güte und Barmherzigkeit. Ach Vater und Herr, strafe uns nicht in deinem Zorn, züchtige uns nicht in deinem Grimm. Ach Herr, sei uns gnädig, verstoße uns nicht von deinem Angesicht und laß es nicht mit uns gar aus sein. Erweise uns deine wunderliche Güte, du Heiland derer, die auf dich hoffen, und laß unser Angesicht nicht zu schanden werden. Ach Herr, Gott Zebaoth, sei du unser Gott, mache dich auf zu richten und hilf allen Elenden und Bedrängten auf Erden, zerbrich die Pfeile aller Feinde deines allerheiligsten Wortes und Namens, laß ihre Hände sinken, laß sie beschließen einen Rat und nichts daraus werden, und zerstreue die Völker, die da gerne triegen. Gestatte ja nicht, o treuer Vater, daß dein Weinberg, den du unter uns gepflanzt hast, verwüstet werde. Stehe auf. Herr, und hilf uns mit deiner starken Hand und allmächtigen Arm, tu wohl diesen und allen andern Landen, in welchen du mit deinem Worte deine Wohnung haft. O lieber Herr und Gott, sei und bleibe du bei und unter uns, stärke und erweitre dein Reich, das du aufgerichtet haft, denn es ist dein Werk. Erhalte uns und unsre Nachkommen bei reiner, gesunder Lehre und bei gewünschtem VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. Landfrieden. Verschone uns, o treuer Gott und Vater, mit Krieg, Aufruhr und Empörung, mit Pestilenz und andern gefährlichen Seuchen. Wende ab Teurung, Mißwachs, schädliches Wetter und alle andern Plagen. Sei uns gnädig, zeige uns deine Barmherzigkeit, Gott, unser Heil. Erleuchte unsre Herzen, daß wir rechtschaffene, wahre Buße tun, alle wissentlichen und vorsätzlichen Sünden fliehen und meiden, hingegen dich und dein heiliges Wort stets vor Augen haben und also dem wohlverdienten Verderben zeitlich und ewiglich entgehen mögen. 70 Das alles wollest du tun, o treuer, barmherziger Vater, um des teuren, werten Verdienstes und der kräftigen Fürbitte willen deines lieben Sohnes Jesu Chrifti, unsers Herrn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebt und regiert in gleicher Majestät und Ehre, wahrer Gott und Mensch, hochgelobt in Ewigkeit. Amen. 88. Am Geburtstage des Staisers. 1. Du großer, majestätischer Gott, Herrscher Himmels und der Erden, vor dem keine Hoheit sein kann, als die du gibst, und vor dessen Thron sich alles beugen und niederwerfen muß: Wir sagen dir demütig Dant, daß du selbst über alles, auch über uns in Gnaden regierst, darinnen unsere Seligkeit steht. Wir sagen dir auch Dank, daß du nach deiner Weisheit zum Besten des menschlichen Geschlechts Könige, Fürsten und Obrigkeiten verordnet und zu Amtleuten deines Reiches gemacht haft. Sonderlich danten wir deiner ewigen Güte heute für unsern Kaiser und König, für alles Gute, das du durch seine Regierung diesen Landen und deiner Kirche erzeigt haft, und bitten dich, laß diesen deinen Knecht jamt unserer Kaiserin und Königin und seinem ganzen Hause in deine göttliche Gnade befohlen sein. Erfülle sie mit Leben und Segen von oben her und mit allem, was sie dir gefällig und wahrhaft glückselig machen kann. Salbe sie täglich mit deinem heiligen Geiste, der in ihnen deine lebendige Erkenntnis und Glauben erhalte und ihren Geist samt Seele und Leib durch und durch heilige. Rüste unsern Kaiser aus mit Weisheit und wirke in ihm eine herzliche Begierde, alle seine Regierung zu deiner Ehre zu richten, auch für die Erhaltung deines Wortes treulich zu sorgen, daß das Reich deines Sohnes in seinen Landen immer reichlicher eine Stätte finde. Segne seine Bemühungen um heilsame Gerechtigkeit, Ehrbarkeit und Zucht, um Erhaltung von Ruhe und Frieden und um Beförderung des Wohlstandes seiner Lande. Gib ihm weise Räte und treue Diener in allen Teilen seiner Regierung. Erhalte in dem Kriegsheer den Geist der Treue und den Heldenmut der Väter. Pflanze auch in den Herzen aller seiner Untertanen Liebe, Vertrauen VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 71 und Gehorsam gegen unsern Landesvater. Du selbst aber, König aller Könige, regiere ihn und uns in Zeit und Ewigkeit zu deinem Preise und bringe uns allzumal in dein ewiges Reich. Um deines lieben Sohnes, unseres Herrn Jesu Christi willen. Amen. 2. Allmächtiger Gott, himmlischer Vater, du König aller Könige, du Herr aller Herren, der du von deinem Throne schauest auf alle, die auf Erden wohnen, wir bitten dich herzlich: Walte mit deiner Huld über dem Kaiser, unserm Könige, deinem Knechte, und erfülle ihn mit deinem heiligen Geiste, daß er stets seine Lust an deinem Willen habe und auf deinen Wegen wandle. Schenke ihm die rechte Fülle deiner göttlichen Gaben; verleihe ihm Gesundheit und langes glückliches Leben. Leite und segne ihn, daß er das Wohl des Landes aus allen Kräften und mit dem besten Erfolge schaffe. Erfreue ihn hienieden durch das Glück seines Königlichen Hauses und durch die Wohlfahrt des ganzen Volkes, und laß ihn endlich nach diesem Leben die ewige Freude und Seligkeit erlangen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 89. Am Bibelfeste. err Gott, himmlischer Vater, wir danken dir, daß du uns dein heiliges Wort geschenkt und uns dadurch zur Erkenntnis der seligmachenden Wahrheit geführt haft. Wir bitten dich, du wolleft uns und unsere Nachkommen dabei erhalten und uns im rechten Verständnis desselben wachsen und zunehmen lassen. Und weil du gnädig und barmherzig bist und unserer Missetat nicht gedenkst, so vergib uns in Gnaden, was wir wider dein Wort Übles getan, und nimm um unseres Ungehorsams willen dasselbe nicht hinweg von unserm Munde und Herzen, sondern laß es bleiben unsers Fußes Leuchte und ein Licht auf unserm Wege. Verleihe allen, die dir in der Ausbreitung deines Wortes dienen, deinen göttlichen Segen, damit sie ihr Wert ausrichten und darin nicht müde werden. Segne insonderheit die unter uns gegründeten Anstalten zur Verbreitung deines Wortes und laß sie wachsen und allerwärts sich mehren zur Verherrlichung deines Namens. Führe diejenigen, die noch im Dunkeln wandeln, an das helle Licht deiner Gnade und öffne ihnen die Augen, daß fie die Schrift verstehen und recht gebrauchen. Laß uns alle mehr und mehr erkennen, wie in deinem Wort verborgen liegen alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis, auf daß es uns über alles wert und teuer sei und immerdar bleibe unseres Herzens Freude, bis wir schauen, was wir geglaubt haben, und dich unter deinen Auserwählten ewiglich rühmen und preisen. Amen. VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 90. Am Feste der Heidenmission. 1. Barmherziger Gott und Vater, gelobt seist du, daß du auch uns in dein Gnadenreich auf Erden, in deine heilige Kirche berufen und deinen lieben Sohn uns gemacht haft zur Weisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlösung. Gib, daß wir diese Gnade lebendig erkennen und darin durch den Glauben immer fester gegründet werden. Segne dazu die Predigt deines Wortes in allen christlichen Gemeinden und gieße deinen heiligen Geist aus über Lehrer und Hörer. Himmlischer Vater! So viele Millionen Menschen sind noch ferne von dir und deinem Frieden, zahlreiche Völker gehen noch in der Blindheit ihres Herzens dahin und sind versunken in die Greuel des Götzendienstes. O, erbarme dich ihrer, schenke ihnen das Licht deines Evangeliums, öffne ihre Augen, daß sie dich und die Wunder deiner Gnade erkennen, und laß sie in deinem Sohne Jesu Christo Leben und Seligkeit finden. Sende deine Boten in alle Welt, das Wort des Heils zu verkünden aller Kreatur. Rüfte sie aus mit Glauben und Liebe, mit Mut und Demut, mit Weisheit und Treue, daß sie predigen mit aller Freudigkeit und Lauterkeit und als deine Diener wirken in Beweisung des Geistes und der Kraft. Wir bitten dich auch für diejenigen, welche sich vorbereiten zu diesem schweren Berufe. Erleuchte ihren Verstand, reinige ihr Herz, heilige sie durch und durch und mache sie zu tüchtigen Werkzeugen deiner Ehre. Schüße und leite die Anstalten, darin sie unterwiesen werden, und schenke ihnen allen nach deiner Barmherzigkeit einen gesegneten Fortgang. Uns aber und allen Gliedern deiner Kirche verleihe die Gnade, daß wir von Herzen mögen bereit sein, ein jeder nach der Gabe, die er empfangen hat, mitzuwirken für die Ausbreitung deines Reiches im Glauben und in der Liebe. Es ist ja dein Werk, Herr, du hast es angefangen, du wirst es auch vollenden. Laß alle, die von Morgen und von Abend, von Mitternacht und von Mittag zu deinem Reiche gekommen sind und noch kommen werden, mehr und mehr wachsen zu einer heiligen und seligen Gemeinde deines Sohnes, bis endlich Eine Herde ist unter Einem Hirten, und alle Bungen bekennen, daß Jesus Christus der Herr sei, zu deiner Ehre, von nun an bis in Ewigkeit. Amen. 72 - 2. Gelobet seift du, Jesus Christus, der Welt Heiland! Du hast dir durch dein teures Blut alle Menschen zu deinem Eigentum erkauft und haft verheißen, daß dein Evangelium soll gepredigt werden unter allen Völkern. Dein Name ist es, den jeder Mund bekennen, und in welchem aller Kniee sich beugen sollen Des find wir fröhlich und sehen mit Verlangen und mit Zuversicht hinaus auf die Völker der Erde, zu welchen in dieser Zeit dein Wort als VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 73 eine neue Botschaft des Lebens läuft. Herr, du wirst es nicht lassen leer zurückkommen; du wirst an allen Enden der Welt beweisen, daß dein Evangelium eine Kraft Gottes ist, die selig macht. Wir bitten dich, offenbare dich überall als den barmherzigen Heiland, der das Verlorene sucht und das Verirrte wiederbringt, als den Herrn, dem gegeben ist alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Sei Sonne und Schild allen, die deinen Namen verkündigen; mehre unter den Heiden deiner Boten Zahl und rüste sie mit deinem Geiste aus, daß sie das Schwert deines Wortes recht führen gegen alle Bollwerke der Finsternis. Laß sie mitten im Kampfe deinen Frieden schmecken, und ob sie auch mit Tränen säen, so laß sie doch für sich selbst und für dein Reich mit Freuden ernten. Neige die Herzen der Völker zu deinen Zeugnissen; in deiner Christenheit aber erhalte und mehre den Eifer für dein Wort und für die Verherrlichung deines allein seligmachenden Namens. Zu dir flehen wir, Herr, unser Gott! Sei uns gnädig und segne uns; laß uns dein Angesicht leuchten, daß wir auf Erden erkennen deinen Weg, unter allen Heiden dein Heil. Amen. 91. Am Jahresfefte der inneren Mission. lieber Heiland Jesu Christe, du bist einst auf unsere Erde gekommen, um uns, die wir lagen in Ketten und Banden, zu erlösen on allen Sünder vom Tode und von der Gewalt des Teufels, und du haft uns geliebt bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz, damit wir könnten frei und ledig werden von allem Elend und in deinem Reich unter dir leben und dir dienen in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit. Du fragst uns von deinem heiligen Kreuz herab: Das tat ich für dich, was tust du für mich? Du willst uns einst richten danach, ob wir dich geliebt haben in den Armen und Elenden, den Hungrigen und den Nackten und Gefangenen. Ach, lieber Heiland, so zünde doch nun deine Liebe in unsern Seelen an, wecke uns auf und erneure uns, daß wir nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit. Gib uns ein mitleidig Herz, daß wir gedenken unserer elenden Brüder, die gebunden sind von den Ketten der Sünde und Schande und seufzen unter Krankheit und Not, und mache uns eifrig und freudig, daß wir uns willig dir opfern zum Dienst der barmherzigen Liebe. Laß uns eilen Gutes zu tun und nicht müde werden, daß wir wirken, solange es Tag ist, ehe denn die Nacht kommt, da niemand wirken kann. Herr, die Ernte ist groß und der Arbeiter wenig, darum bitten wir dich, du Herr der Ernte, daß du Arbeiter in deine Ernte sendest. Segne insonderheit alle Anstalten der barmherzigen Liebe und alle 74 VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. Arbeit deiner Jünger an Kranken und Armen, Gefangenen und Elenden jeder Art; gib allen Brüdern und Schwestern, die sich den Samariterdienst zum Lebensberuf erwählt haben, deinen heiligen Geist, den Geist des Glaubens und der Selbstverleugnung, daß sie solchen Dienst mit Freuden tun und nicht mit Seufzen. Gib ihrer Arbeit reichen Segen und Erfolg, daß dadurch der Not gewehret werde, auf daß der Sünden und Seufzer weniger werden im Lande, und viele Seelen errettet und gewonnen werden für dein Reich. Ja, Herr, erlöse uns von allem Übel und nimm uns endlich alle mit Gnaden aus diesem Jammertal zu dir in dein ewiges Himmelreich. Amen. 92. Für die Arbeit an den Glaubensgenossen in der Zerstreuung. err Gott, wir danken dir, du bis diese Stunde dein göttliches Wort lauter und rein unter uns erhalten haft, daß es bleibe unsers Fußes Leuchte und ein Licht auf unserm Wege. Wir bitten dich, erhalte das teure Kleinod deiner seligmachenden Wahrheit uns und allen unsern Nachkommen und laß das Licht desselben immer mehr über allen Völkern aufgehen. Heiliger Vater, gib einen hellen Schein der Erkenntnis Jesu Chrifti in unsre Herzen und laß das Wort von seinem Kreuz uns göttliche Kraft und göttliche Weisheit werden. Gib uns auch ein offenes Auge, daß wir die Not der Glaubensgenossen in der Zerstreuung sehen, und stärke unsern Glauben auch dazu, daß er in der Liebe zu den Brüdern tätig erfunden werde. Schließe zusammen die Herzen aller, die zum Evangelium fich bekennen, auf daß wir als Glieder Eines Leibes einander Handreichung tun und in Liebe dienen. Mache uns zu Werkzeugen deines Erbarmens, daß wir mit vereinten Kräften die müden Hände stärken, die strauchelnden Kniee festigen, die verzagten Herzen trösten. Segne dazu die Vereinsarbeit evangelischer Bruderliebe, die wir heute mit Dank und Bitte vor dein Angesicht stellen, auch fernerhin wie bisher. Laß die Kirchen, die sie erbaut, Stätten sein, da allzeit dein lauteres Evangelium mit Kraft und Freudigkeit gepredigt wird. Laß in den Schulen, die sie pflegt, in den Anstalten, die sie gründet, ein Geschlecht heranwachsen, das sich deiner und deines seligmachenden Wortes nicht schämt; laß in den Pfarrhäusern, die sie er richtet, deinen Geist walten, den Geist der Kraft, der Liebe und der Zucht. Herr, von dir allein kommt alles Gedeihen, darum wollest du unser Werk krönen mit deinem Segen und uns alle immerdar wachsen lassen an dem, welcher unser Haupt ist, Christus Bringe durch ihn alle Irrenden zurück zu dir, stärke die Schwachen, bekehre die Ungerechten, erleuchte die Betörten und VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 75 laß die arme zertrennte Menschheit den Tag sehen, da nach der seligen Verheißung deines Wortes Eine Herde und Ein Hirte sein wird. Amen. 93. Gebet für die wöchentlichen Betstunden. Am Montag. Barmherziger Gott und Bater, nachdem wir abermals eine Woche zurückgelegt und in eine neue eingetreten sind, so danken wir dir für alle erwiesenen Wohltaten. Du haft dein Wort und Sakrament unter uns rein und lauter erhalten, uns Ruhe und Friede, auch tägliche Nahrung bescheret. Du hast uns der vorigen Woche Tage und Plage gnädig überwinden helfen und läsfest uns diese Woche mit Gesundheit und Freude antreten. Für solche und alle andern Guttaten sagen wir dir von Herzen Lob und Dank. Weil wir aber in der vergangenen Woche wider dich, Herr unser Gott, vielfältig gefündigt haben, so ist uns solches herzlich leid, und bitten wir alle um Gnade und Vergebung. Laß uns der heiligen Leidens- und Marterwoche deines lieben Sohnes und dessen, was er uns durch sein Leiden, Kreuz und Tod in derselben erworben hat, heilsamlich genießen. Gib, daß wir aus der alten Woche teine alten Sünden mit in die neue nehmen. Gib uns neue Herzen und einen neuen gewissen Geist. Laß deine Gnade alle Morgen über uns neu aufgehen und erhalte uns bei deinem reinen Worte und bei dem rechten Gebrauche der heiligen Sakramente. Stärke auch mit Kraft aus der Höhe unsere gnädigste Landesherrschaft und alle christlichen Obrigkeiten. Fördre guten Rat und nützliche Tat und wende Krieg, Pest, Teurung, Feuersbrunst, Wassersnot und sonst alles Herzeleid in Gnaden von uns ab. Gib uns Friede und Gesundheit, auch Glück und Heil zu unser aller Beruf und Stande. Und weil wir nun mit der neuen Woche unsre Amts- und Berufsarbeit wieder antreten, so fange, o Gott, von neuem an, uns zu segnen. Laß uns das Werk, dazu du uns beschieden hast, mit Freude angreifen und führe durch deinen Segen alles, was wir in deinem Namen anfangen, zu deiner Ehre, zu unserer und unsers Nächsten Wohlfahrt glücklich hinaus. Gefällt es dir aber, lieber Vater, uns in der angehenden Woche mit Kreuz und Trübsal heimzusuchen, so gib Geduld und mache uns das Kreuz nicht schwerer, als wir es ertragen können. Hast du endlich über einen oder den andern von uns beschlossen, ihn in dieser Woche durch den zeitlichen Tod aus dieser Welt abzufordern, so gib demselben hier ein seliges Ende, daß er dort ewig bei dir sei, und wir zuletzt insgesamt, nach aller Mühe und Arbeit auf Erden, bei dir im Himmel einen Sabbath nach dem andern in ewiger Freude und Herrlichkeit feiern mögen. Das verleihe uns, o Gott, in des heiligen Geistes Kraft durch Jesum Christum. Amen. VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 94. Noch ein Gebet für Betstunden. Herr, allmächtiger, barmherziger Vater, wir armen Sünder kommen vor dein heilig Angesicht und sagen dir aus Herzensgrund für alle deine Wohltaten billig Lob und Dank, daß du uns zu deinem Ebenbild erschaffen und nach deiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren und in deinem lieben Sohne, unserm Herrn Jesu Christo, der Hoffnung nach zu Erben der ewigen, himmlischen Güter angenommen, auch bisher an Leib und Seele gnädiglich erhalten hast. Wir bitten dich ferner demütiglich, du wolleft uns alle unsre Sünden und Missetaten durch das teure Verdienst deines Sohnes Jesu Christi vergeben und um seiner vollgültigen Fürbitte willen alle wohlverdienten Haus- und Landplagen gnädiglich mildern und abwenden und deinen heiligen Geist verleihen, daß wir uns forthin in unserm Beruf und allem Vornehmen durch denselben auf ebener Bahn führen und regieren lassen, damit wir dich, o Gott, stets vor Augen haben und kindlich fürchten, hingegen die Sünde mit allem Ernste meiden, das liebe Kreuz mit christlicher Geduld hinnehmen und gehorsamlich leiden. Wir befehlen dir auch weiter, o getreuer, allmächtiger Vater, die ganze Christenheit auf Erden, alle hohen christlichen Häupter, desgleichen unsre Obrigkeit, unsre getreuen Lehrer und alle gottseligen Hausväter samt ihren Angehörigen. Behüte unser liebes Vaterland vor Krieg, Mißwachs, Hunger, Seuchen und Krankheiten, vor Feuersund Wassersnöten. Auch laß dir, o milder Vater, die Früchte auf dem Lande und unsere ganze Nahrung wohl befohlen sein. Die wollest du segnen und uns gedeihen lassen, den Armen Brots genug, den Kranken Geduld und Gesundheit geben, den Sündern Gnade zur Besserung ihres Lebens, uns und allen Christgläubigen Barmherzigkeit und nach diesem vergänglichen das ewige selige Leben schenken und mitteilen. Durch Jesum Christum, unsern Herrn und Heiland. Amen. 76 95. F'ir kirchliche Bibelstunden. Allerheiligster und gnädigster Gott, du hast in deinem Wort ver= sprochen, daß du wollest zu uns kommen und uns segnen an dem Orte, da du deines Namens Gedächtnis stiften würdest. Gedächtnis nun zu halten von deinem allerheiligsten Namen sind wir auch allhie versammelt. Darum bitten wir dich herzlich und demütig, du wollest mitten unter uns sein, du wollest uns segnen und zu diesem deinem Dienst geschickt und tüchtig machen. Vergib uns zu dem Ende, himmlischer Vater, alle unsre Sünden, Übeltaten, Fehler und Schwachheiten um Jesu Christi und seiner blutigen, vollkommenen Aussöhnung willen und heilige uns täglich mehr und mehr, der Sünde und Welt abzusterben. Schenke uns deinen heiligen Geist Kollekten. 77 mit reichem Maß, damit dein göttliches Wort von uns möge recht gelehrt, andächtig gehört, in einem beständig guten Herzen bewahrt und in ein christlich Leben verwandelt werden. Heilige unsre Gez danken, reinige unsre Gemütsbewegungen, sammle alle unsre vers streuten Einne aus der Welt zurück hieher vor dein göttlich Angesicht, daß wir Worte und Kräfte des Lebens empfangen. Rühre auch den Mund und das Herz deines unwürdigen Dieners, das Wort der himmlischen Wahrheit mit aller Freudigkeit und Geisteskraft auszureden, und gehe du von Seele zu Seele in der Gemeinde unter uns, einen jeglichen aufzuwecken zum Stande rechtschaffener Bekehrung und zur Erhaltung der gewünschten Seligkeit. Alles um deines lieben Sohnes, unsers Herrn Jesu Chrifti willen. Amen. kollekten. Für bestimmte Tage und Zeiten. Auf Advent. 1. Lieber Herr Gott, wecke uns auf, daß wir bereit sein, wenn dein Sohn kommt, ihn mit Freuden zu empfangen und dir mit reinem Herzen zu dienen, durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 2. err Gott, himmlischer Vater, wir danken dir von ganzem Herzen, daß du uns armen Sündern zu Trost deinen Sohn Christum zu einem Messias verordnet und gesandt hast, daß er als ein gerechter König und Heiland sein Volk von Sünden erlösen und aus des Teufels Tyrannei und ewigem Tode erretten sollte. Wir bitten dich von Herzen, du wollest uns durch deinen heiligen Geist also erleuchten, regieren und führen, daß wir diesen gerechten König und Heiland wahrhaftig erkennen, an ihm allein halten, uns an seiner geringen Gestalt, verachtetem Worte und Reiche nicht ärgern, sondern in einem rechten Vertrauen auf ihn ewig selig werden mögen, durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 3. ir bitten dich, lieber Herr Gott, du wolleft unsere Herzen durch deiner Gnade Heimsuchung reinigen, daß dein Sohn, wenn er zu uns kommt, eine bereite Wohnung finde, der mit dir lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Kolletten. Am Vorabend des Chriftfestes. 4. Lieber Herr Gott, der du diese geweihte Nacht im Glanz des wahren Lichts haft scheinen lassen, verleih, daß wir dort im Himmel der Freuden jenes Lichtes inne werden, dessen Geheimnisse du uns hier auf Erden offenbart hast. Durch denselben unsern Herrn Jesum Christum, der da ist das wahrhaftige Licht und mit dir lebt und herrschet, wahrer Gott, immer und ewiglich. Amen. Am Chriftfeste. 5. Filf, lieber Herr Gott, daß wir der heiligen Geburt deines lieben Sohnes teilhaftig werden und von unsrer sündlichen Geburt erledigt in der neuen Geburt dir dienen, durch denselben deinen lieben Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 6. Her err Gott, himmlischer Vater, wir danken dir für deine große Gnade und Barmherzigkeit, daß du deinen eingebornen Sohn in unser Fleisch haft kommen lassen und durch ihn uns von Sünden und ewigem Tode gnädiglich geholfen. Wir bitten dich herzgründlich, erleuchte unsre Herzen durch deinen heiligen Geist, daß wir dir für solche deine Gnade dankbar sein und derselbigen uns in aller Anfechtung trösten und endlich ewig selig werden mögen. Durch denselben deinen Sohn, unsern Herrn Jesum Christum. Amen. 78 7. err Gott, der du uns mit dem jährlichen Gedächtnis unsrer Erlösung erfreueft, gib, daß wir deinen eingebornen Sohn, den wir nun fröhlich als einen Erlöser empfangen, auch bei seiner Ankunft zum Gericht in sicherem Frieden schauen mögen, unsern Herrn Christum, der mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Am Neujahrstage. 8. Herr Gott, himmlischer Vater, wir danken dir für deine väterliche Gnade, daß du dich der armen Sünder angenommen und deinen Sohn Christum ihnen zugut unter das Gesetz getan haft, daß er mit seinem vollkommenen Gehorsam deinen gerechten Zorn stillen und unsern Ungehorsam heilen möchte. Wir bitten dich, du wollefst durch deinen heiligen Geist unsre Herzen also erleuchten, daß Kolletten. 79 wir uns solches Gehorsams wider unsre Sünde und das böse Gewissen trösten können und durch die Hülfe des heiligen Geistes auch anfangen, gehorsame Kinder zu werden, und endlich die ewige Seligteit erlangen mögen. Durch denselben deinen Sohn, Chriftum Jesum, unsern Herrn. Amen. 9. Allmächtiger, ewiger Gott, von dem alle gute und vollkommene Gabe herabkommt, wir danken dir für alle deine Wohltat, die du uns im vergangenen Jahre beides geistlich und leiblich haft erzeiget; und bitten deine Barmherzigkeit, du wolleft uns nun wiederum ein glückseliges und freudenreiches Jahr bescheren, vor Unglück und Gefahr uns gnädiglich behüten und mit deinem göttlichen Segen erfüllen. Durch Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Am Fefte der Erscheinung Christi. 10. Herr err Gott, himmlischer Vater, der du deinen eingebornen Sohn Jesum Christum durch die Erscheinung eines Sterns den Heiden offenbart und uns auch in diesen letzten Zeiten durch das selige Licht deines göttlichen Wortes zu der Erkenntnis deines lieben Sohnes haft kommen lassen, wir bitten von ganzem Herzen, du wolleft uns durch deinen heiligen Geist also begnaden und begaben, daß wir nach solchem Lichte deiner Wahrheit immerdar wandeln, uns mit ganzer Zuversicht unsers Heilandes allzeit erfreuen und also zur ewigen Seligkeit erhalten werden. Durch denselben deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 11. err Gott, himmlischer Vater, der du an diesem Tage deinen eingebornen Sohn Jesum Christum den Heiden durch Leitung des Sternes offenbart haft, verleih uns gnädiglich, daß wir dem seligen Lichte der Heiden immerdar nachwandeln und endlich alle zur Anschauung deiner göttlichen Majestät und Herrlichkeit gelangen. Durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Für die Weihnachts- und Epiphaniaszeit. 12. Allmächtiger, ewiger Gott, wir bitten dich, verleih uns, die wir mit dem gnadenreichen Lichte deines neugebornen Sohnes Jeju Christi begnadigt sind, daß wir auch mit der Tat vollbringen, was 80 Kollekten. wir im Herzen glauben und mit dem Munde bekennen. Durch den selben deinen lieben Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 13. err Gott, himmlischer Vater, der du aus väterlicher Liebe gegen uns arme Sünder deinen Sohn uns geschenkt hast, daß wir an ihn glauben und durch den Glauben sollen selig werden, wir bitten dich, gib deinen heiligen Geist in unsre Herzen, daß wir in solchem Glauben bis an unser Ende beharren und ewig selig werden. Durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 14. llmächtiger, gütiger Gott, barmherziger Vater, erleuchte über uns dein väterliches Angesicht und stärke in uns die Erkenntnis deiner Barmherzigkeit, die du uns in deinem lieben Sohne bewiesen haft, auf daß wir, zu deinem Lobe entzündet, mit allem himmlischen Heer in allen unsern Worten und Werken dich rühmen und preisen. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Am Feste der Darstellung Jesu im Tempel. 15. Herr jerr Gott, himmlischer Vater, der du deinen Sohn uns zum Heilande bereitet haft, daß er der Heiden Licht und Israels Preis sein sollte, wir ditten dich, erleuchte unsre Herzen, daß wir deine Gnade und väterlichen Willen in ihm erkennen, auch Hülfe und Schutz wider die Sünde, Verdammnis und den leidigen Satan an ihm haben und endlich ewig selig werden mögen. Durch denselben deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 16. Lieber Herr Jesu Chrift, der du bist das wahre Licht, welches alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen, wir bitten dich, erleuchte unser Herz mit deinen Gnaden, auf daß wir dich mit dem heiligen Simeon als unsern Heiland erkennen und nach dieser Welt Dunkelheit bei dir in himmlischer Klarheit ewiglich bleiben, der du lebst und herrschest mit dem Vater und heiligen Geist von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Am Feste der Verkündigung Mariä. 17. Herr Gott, himmlischer Vater, wir danken dir für deine unaussprechliche Gnade, daß du uns arme Sünder so gnädig bedacht, deinen Sohn in unser Fleisch geschickt und ihn um unsertwillen Kollekten. 81 Mensch haft werden lassen. Wir bitten dich von ganzem Herzen, du wolleft uns durch deinen heiligen Geist Gnade verleihen, daß wir uns seiner Menschwerdung, seines Leidens und Sterbens trösten, ihn für unsern Herrn und ewigen König erkennen und annehmen und durch ihn mit dir und dem heiligen Geiste ewig leben und felig werden mögen. Amen. In der Fastenzeit. 18. mächtiger, ewiger Herr Gott, der du für uns haft deinen Sohn des Kreuzes Pein lassen leiden, auf daß du von uns des Feindes Gewalt triebest, verleih uns, also zu begehen und zu danken seinem Leiden, daß wir dadurch der Sünden Vergebung und vom ewigen Tode Erlösung erlangen. Durch denselben deinen Sohn Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 19. Barmherziger, ewiger Gott, der du deines einigen Sohnes nicht verschont hast, sondern ihn für uns alle dahingegeben, daß er unsere Sünde am Kreuze tragen sollte, verleih uns, daß unser Herz in solchem Glauben nimmermehr erschrecke noch verzage. Durch denselben deinen Sohn, Jesum Chriftum, unsern Herrn. Amen. 20. err Gott, der du allezeit Lust haft zur Barmherzigkeit und gerne an in Banden der Sünde liegen, los und ledig nach deiner milden Güte. Durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. 21. err Gott, himmlischer Vater, der du aus väterlicher Gnade deines eingeborenen Sohnes nicht verschont, sondern ihn in den Tod und an das Kreuz hinan gegeben haft, wir bitten dich, gib deinen heiligen Geist in unsre Herzen, daß wir solcher Gnade uns herzlich trösten, vor Sünden ferner uns hüten, und was du zu leiden schickest, geduldig tragen mögen, auf daß wir durch ihn mit dir ewig leben. Amen. 22. err Gott, Vater aller Barmherzigkeit, wir bitten dich, du wolleft gnädiglich sehen auf dies dein Volk und Hausgesinde, um welches willen dein lieber Sohn Jesus Christus sich nicht geweigert hat, übergeben zu werden in die Hände der Sünder und zu dulden die 6 82 Kollekten. schmähliche Pein des Kreuzes, der mit dir lebt und herrschet wahrer Gott in Einigkeit des heiligen Geistes ewiglich. Amen. 23. Her err Jesu, unsre Ruhe und Leben, wir danken dir, daß du unsre Sünde mit dir in dein Grab genommen und darin begraben und uns durch deinen neuen Sabbath im Grabe ewige Ruhe erworben haft. Hilf, daß wir dein Grab für unsrer Sünden Kerter erkennen und uns vor unserm Grabe nicht fürchten, sondern in deiner Erkenntnis gern und willig in unser Ruhetämmerlein schlafen gehen, der du mit deinem heiligen Leibe all unsre Gräber weihest und heiligest, hochgelobet in Ewigkeit. Amen. Am Gründonnerstage, auch sonst bei der Feier des heiligen Abendmahls. 24. Herr Jesu Christe, der du uns hier in dem wunderbaren Sakramente ein Gedächtnis deines Leidens gelassen hast, wir bitten dich, gib uns Gnade, daß wir das heilige Geheimnis deines Leibes und Blutes so ehren und handeln, daß wir deine Erlösung in uns täglich fruchtbarlich empfinden, der du mit dem Vater und dem heiligen Geist lebeft und regiereft, wahrer Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 25. ir danken dir, allmächtiger Herr Gott, daß du uns durch diese heilsame Gabe haft erquicket, und bitten deine Barmherzigkeit, daß du uns solches gedeihen lasseft zu starkem Glauben gegen dich und zu brünstiger Liebe unter uns allen. Um Jesu Christi, unsers Herrn, willen. Amen. 26. mächtiger Gott, ewiger Vater, ein König der Ehren und ein Herr Himmels und der Erde, dir sei Lob, Ehre und Preis, daß du uns würdig geachtet hast, zu diesem Reichtum deiner Gnade und seligen Speise zu kommen. Wir bitten dich, lieber Vater, du wollest uns deinen heiligen Geist verleihen, auf daß wir mit Herz und Gemüte was droben ist im Himmel suchen und auch gnädiglich finden. Durch denselben deinen lieben Sohn Jesum Chriftum, unsern Herrn. Amen. Am Osterfeste. 27. mächtiger Gott, wir bitten dich, verleih uns, die wir das Fest der Auferstehung unsers Herrn feiern, daß wir durch Erneuerung deines heiligen Geistes vom Tode der Seelen auferstehn, auf Versikel. Am Christfeste. 4. Euch ist heute der Heiland geboren, Halleluja. Welcher ist Christus der Herr. Halleluja. Uns ist ein Kind geboren, Halleluja. 5. Ein Sohn ist uns gegeben. Halleluja. 6. Kündlich groß ist das gottselige Geheimnis: Halleluja. Gott ist geoffenbaret im Fleisch. Halleluja. Also hat Gott die Welt geliebet, Halleluja. 7. Daß er seinen eingebornen Sohn gab. Halleluja. Am Neujahrstage. 8. Jesus Christus gestern und heute, Halleluja. Und derselbe auch in Ewigkeit. Halleluja. 9. Herr Gott, du bist unsere Zuflucht für und für, Halleluja. Du bist unser Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Halleluja. 35 Am Feste der Erscheinung Christi. 10. Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen, Halleluja. Und ein Zepter aus Israel aufkommen. Halleluja. 11. Die Heiden werden in deinem Lichte wandeln, Halleluja. Und die Könige im Glanze, der über dir aufgeht. Halleluja. Für die Weihnachts- und Epiphaniaszeit. 12. Das Wort ward Fleisch und wohnete unter uns, Halleluja. Und wir sahen seine Herrlichkeit. Halleluja. 13. Singet dem Herrn ein neues Lied, Halleluja. Denn er tut Wunder. Halleluja. Am Feste der Darstellung Jesu im Tempel. 14. Bald wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr suchet, Halleluja. Und der Engel des Bundes, des ihr begehret. Halleluja. 15. Herr, nun läsfest du deinen Diener in Frieden fahren, Halleluja. Denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen. Halleluja. Auf Mariä Verkündigung. 16. Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat, Halleluja. Lasset uns freuen und fröhlich darinnen sein. Halleluja. 17. Christus kommt her aus den Vätern nach dem Fleische, Halleluja. Welcher ist Gott über alles, gelobet in Ewigkeit. Halleluja. Verfitel. Für die Fastenzeit. 18. Hilf uns, Herr, unser Helfer, um deines Namens Ehre willen, Errette uns und vergib uns unsere Sünde um deines Namens willen. 19. Christus ist um unserer Miffetat willen verwundet Und um unserer Sünde willen zerschlagen. 20. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, Und durch seine Wunden sind wir geheilet. 21. Gott hat seines eigenen Sohnes nicht verschonet, Sondern hat ihn für uns alle dahingegeben. 22. 96 Siehe, das ist Gottes Lamm, Welches der Welt Sünde trägt. Am Gründonnerstag, auch sonst bei Abendmahlsfeiern. 23. Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, Der gnädige und barmherzige Herr. 24. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, Halleluja. Und seine Güte währet ewiglich. Halleluja. Am Osterfeste und für die Freudenzeit. 25. Der Herr ist auferstanden, Halleluja. Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja. 26. Chriftus ist um unserer Sünde willen dahingegeben, Halleluja. Und um unserer Gerechtigkeit willen auferwecket. Halleluja. 27. Christus hat dem Tode die Macht genommen, Halleluja. Und Leben und unvergänglich Wesen an das Licht gebracht. Halleluja. 28. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, Halleluja. Er wird mich hernach aus der Erde auferwecken. Halleluja. 29. Christus, von den Toten auferweckt, stirbt hinfort nicht mehr, Halleluja. Der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Halleluja. 30. Der Tod ist verschlungen in den Sieg, Halleluja. Gott sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat. Halleluja. 31. Alle Zungen sollen bekennen, daß Jesus Christus der Herr sei, Halleluja. Zur Ehre Gottes des Vaters. Halleluja. Auf Christi Himmelfahrt. 32. Christus ist aufgefahren in die Höhe, Halleluja. Und hat den Menschen Gaben gegeben. Halleluja. 33. Trachtet nach dem, das droben ist, Halleluja. Da Christus ist, sitzend zur rechten Hand Gottes. Halleluja. Versikel. Am Pfingstfeste. 34. Ich will meinen Geist ausgießen über alles Fleisch, Halleluja. Den Geist der Gnaden und des Gebets. Halleluja. 35. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, Halleluja. Und gib mir einen neuen, gewissen Geist. Halleluja. 36. Aus Zion bricht an der schöne Glanz Gottes, Halleluja. Unser Gott kommt und schweiget nicht. Halleluja. 37. Wir haben einen findlichen Geist empfangen, Halleluja. Durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Halleluja. 38. Sie ist fest gegründet auf den heiligen Bergen, Halleluja. Der Herr liebet die Tore Zions. Halleluja. Am Feste der heiligen Dreieinigkeit. 39. Wir loben Gott den Vater, Sohn und heiligen Geist, Halleluja. Und preisen ihn von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja. Heilig, heilig, heilig ist Gott, der Herr Zebaoth, Halleluja. Alle Lande sind seiner Ehre voll. Halleluja. 40. Am Feste Johannis des Täufers. 41. Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, Halleluja. Der deinen Weg vor dir bereiten soll. Halleluja. 42. Gelobet jei der Herr, der Gott Israels, Halleluja. Denn er hat besucht und erlöset sein Volt. Halleluja. Auf Mariä Heimsuchung. 97 43. Ich freue mich in dem Herrn, Halleluja. Und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott. Halleluja. 44. Meine Secle erhebet den Herrn, Halleluja. Und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes. Halleluja. Am Michaelisfeste. 45. Lobet den Herrn, ihr starten Helden, Halleluja. Die ihr seinen Befehl ausrichtet. Halleluja. 46. Er hat seinen Engeln befohlen über dir, Halleluja. Daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen. Halleluja. Am Reformationsfeste. 47. Halt im Bau deine Gemeinde, die du gepflanzet haft, Halleluja. Die du dir feftiglich erwählet hast. Halleluja. 48. Dein Wort ist eine rechte Lehre, Halleluja. Heiligkeit ist die Zierde deines Hauses ewiglich. Halleluja. 7 98 Versikel. An Buß- und Bettagen, auch sonst um Buße und Vergebung der Sünden. 49. Herr, handle nicht mit uns nach unsern Sünden, Und vergilt uns nicht nach unserer Missetat. 50. Gott, sei uns gnädig nach deiner Güte, Und tilge unsere Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. 51. Herr Gott Zebaoth, tröste uns, Laß leuchten dein Angesicht, so genesen wir. 52. Verwirf uns nicht von deinem Angesicht, 53. Und nimm deinen heiligen Geist nicht von uns. Herr, gehe nicht ins Gericht mit deinen Knechten, Vor dir ist kein Lebendiger gerecht. 54. Bekehre du uns, Herr, so werden wir bekehret, Hilf du uns, so ist uns geholfen. 55. Barmherzig und gnädig ist der Herr, Halleluja. Geduldig und von großer Güte. Halleluja. Am Tage der Hagelfeier und am Erntedankfeste. 56. Herr, erzeige uns deine Gnade und Güte, Halleluja. Daß unser Land sein Gewächs gebe. Halleluja. 57. Aller Augen warten auf dich, Herr, Halleluja. Und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Halleluja. 58. Das Land gibt sein Gewächs, Halleluja. Es segne uns Gott, unser Gott. Halleluja. 59. Du kröneft das Jahr mit deinem Gut, Halleluja. Und deine Fußstapfen triefen von Fett. Halleluja. Wort, Lehre, Gottesdienst. 60. Dein Wort ist meines Fußes Leuchte, Halleluja. Und ein Licht auf meinen Wegen. Halleluja. 61. Herr, erhalte uns dein Wort, Halleluja. Dein Wort ist unsers Herzens Freude und Troft. Halleluja. 62. Heiliger Bater, heilige uns in deiner Wahrheit, Halleluja. Dein Wort ist die Wahrheit. Halleluja. 63. Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses, Halleluja. Und den Ort, da deine Ehre wohnet. Halleluja. 64. Dienet dem Herrn mit Freuden, Halleluja. Kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken. Halleluja. Kirche und Mission. 65. Tu wohl an Zion nach deiner Gnade, Halleluja. Baue die Mauern zu Jerusalem. Halleluja. Versitel. 66. Hilf, Herr, die Heiligen haben abgenommen, Und der Gläubigen ist wenig unter den Menschenkindern. 67. Gott gedenket der Barmherzigkeit, Halleluja. Und hilst seinem Diener Israel auf. Halleluja. 68. Das Volt, so im Finstern wandelt, siehet ein großes Licht, Halleluja. Und über die, so da wohnen in Finsternis, scheint es helle. Halleluja. 69. Lobet den Herrn, alle Heiden, Halleluja. Preiset ihn, alle Völker. Halleluja. 70. Alle Könige werden ihn anbeten, Halleluja. Alle Heiden werden ihm dienen. Halleluja. 99 Lob und Dank. 71. Der Name des Herrn sei gelobet und gebenedeiet, Halleluja. Von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja. 72. Preiset mit mir den Herrn, Halleluja. Und lasset uns miteinander seinen Namen erhöhen. Halleluja. 73. Ich will den Herrn loben, solange ich lebe, Halleluja. Und meinem Gott lobsingen, weil ich hier bin. Halleluja. 74. Freuet euch des Herrn, ihr Gerechten, Halleluja. Die Frommen sollen ihn schön preisen. Halleluja. 75. Der Herr denket an uns und segnet uns, Halleluja. Er segnet, die ihn fürchten, beide Kleine und Große. Halleluja. Um göttliche Regierung, Hülfe und Segen. 76. Herr, lehre uns tun nach deinem Wohlgefallen, Halleluja. Dein guter Geist führe uns auf ebener Bahn. Halleluja. 77. Herr, laß Christum durch den Glauben in unsern Herzen wohnen, Halleluja. Und uns durch die Liebe festgewurzelt und gegründet werden. Halleluja. 78. Herr, zeige uns deine Wege, Halleluja. Und lehre uns deine Steige. Halleluja. 79. Bei dem Herrn findet man Hülfe, Halleluja. Und deinen Segen über dein Volk. Halleluja. 80. Hilf deinem Volke und segne dein Erbe, Halleluja. Weide sie und erhöhe sie ewiglich. Halleluja. 81. Gott, gib Fried in deinem Lande, Halleluja. Glück und Heil zu jedem Stande. Halleluja. 82. Bittet, so werdet ihr nehmen, Halleluja. Daß eure Freude vollkommen sei. Halleluja. 5 6 6 64 100 Versikel. In Not und Trübfal. 83. Rufe mich an in der Not, So will ich dich erretten, und du sollst mich preisen. 84. Ich hoffe darauf, daß du so gnädig bist, Halleluja. Mein Herz freuct sich, daß du so gerne hilfft. Halleluja. 85. Herr, du wollest deine Barmherzigkeit nicht von uns wenden, Laß deine Güte und Treue uns allewege behüten. 86. Das Verlangen der Elenden höreft du, Herr, Halleluja. Ihr Herz ist gewiß, daß dein Ohr darauf merket. Halleluja. Tod und Sterben. 87. Herr, lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, Auf daß wir flug werden. 88. Leben wir, so leben wir dem Herrn, Halleluja. Sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Halleluja. 89. In deine Hände befehle ich meinen Geist, Du hast mich erlöset, Herr, du getreuer Gott. 90. Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben, Halleluja. Sie ruhen von ihrer Arbeit, und ihre Werke folgen ihnen nach. Halleluja. Gericht und ewiges Leben. 91. Siehe, der Herr kommt mit viel tausend Heiligen, Gericht zu halten über alle. 92. Siehe, es kommt der Herr, der Herrscher, Halleluja. Und in seiner Hand ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit. Halleluja. 93. Vor dir ist Frende die Fülle, Halleluja. Und liebliches Wesen zu deiner Rechten ewiglich. Halleluja. I lay auf, wach auf, die deutschstund die haft geung geschlafen. Bedenk win Gott an dich gewendt, wozu er dich verschaffen. Bedent was Gott dur hen geſandt und dir vertraut sein höchsten Ichen drum machst du wohl aufwachen. 2. Gott hat die Chriſtum ſeinen Sohn die Wahrheit und das Leben. Sembil Evangelium, aus lauter Grad denn Griftus ist allein der Mann gegeben tein Werk hilft sacht daneben. gung getan, Wach auch Deutschland, hift hoche Zeit, zu wirst sonst übereilet die Straf dir auf dem Halse leit ob sichs gleich jetzt verweilet Führwahr die Apt ist angesetzt, und auch zum Hieb sehr scharf gewetzt was gilts ob sie dein fehlen Der in ſolltest bringen güße Frucht die recht gläubig wärest. In Lieb und Freu, in Scham und Zucht, wie zu ſolchs selbst begehrest in Gottes ürcht dich halten sein und ſuchen GotteIhr allein das du niemand. gennem beschwerest. Was vormals Unrecht Sund und Schaum ſus tut man jetzt gut greisen, was vormals Blei und Zinn genant, daß nißt man jetzt hart Eisen, all dong sich ſo gar verkehrt, Unrecht hat ſo hoch gemeehrt, ſolchs ſät die katerman die Wahrheit wird jetzt unterdrückt, en Wochrheit hören, die Liege wird! sein geschmückt, man hilft ihr often wören, dadurch mir Gottes. Wort verf in Wahrheit höhnisch auch auch verlacht Tin Lage but man ehrene demande 7. Gott wichnet tüglich für und für zwungen seine Zeichen, denn Gottes Strah iſt vor der Tür, Deutschland last dich erweichen, sich rechter Bust in der Zeit, weil Gott wir noch sein Guadanbeut und but sein Hand dir reichen. 8. Das helfe Gott uns allen glan Sünden lassen. das wir von Sünden. und. führe uns zu seinen Reichdas wir das Unrecht haffen. Herr Jesu Christe, hilf uns und gib uns deinen Geist dah das wir dein Wahrnung faſt Inches 1 Centimetres Blue 2 13 4 Cyan 2 5 ¹6 7 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 19 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 ( O 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8