Se Gb 4233 van Sinder wacher Müllerin Raphael gem. Stahlstich v. Carl Mayer's Kunst- Anstalt Nbg. Der welcher mächtig, und dessen Name heilig ist, hat Grosses an mir gethan. Luc. I, 49. Ⓡ MUBARA HELGADO ERHEBUNGEN Bemüthes zu Gott Ein vollständiges Gebet- u. Erbauungsbuch FÜR KATHOLIKEN er WIESENSTEIG, 1846 Verlag der Schmidschen Buchhandlung Erhebungen des Gemüthes zu Gott. ما Ein vollständiges Gebet- und Erbauungsbuch für Katholiken. ing Vierte, sehr verbesserte und vermehrte Auflage, von dem Verfasser des Gebetbuchs: " Die Weihe der Andacht." Mit einem Stahlstich. Mit Gutheißung des Erzbischöflichen Ordinariates von München- Freising. Wiesensteig, 1846. Druck und Verlag der Schmid'schen Buchhandlung. #*## dd9 Gb 4933 Mob 106 esdin ,, Ist Jemand unter euch betrübt, so bete er." Jak. 5, 13. Budepumundr 6um 4500 Wenn treulos meine Freunde mich verlassen, Im Tode mir die Thenersten erblassen; Wenn all' mein Glück in dunkler Nacht vergeht, So quillt doch Trost noch zu mir durch's Gebet. Ja, zum Allvater will mit frommen Händen Bei Freud' und Leid'- ich stets mich betend wenden. spustado de algolladas deli ad now " achadalk sad odia sie dilni monis$ 1502 og ebanico minipide et go m over impia Univ. Bibl. Giessen 10 pigmoong dan melloveguided tionist ni chus Insinoms dri bom mdlodimollo god huo und es immot mign@ soding sid dnu noigile, dit slisdall sphidi 07 dnij duschad bin soll spo dun miledugdo parts ni sinnijladelf mojst@ vincli ang din Vorrede Candade ardhur nge znis zur dritten und vierten Auflage. said godastiqun old droed ng schri nopillisd Sodbudiods 891 Divinorane Groß ist zwar die Zahl der dermalen vorhandeSpor nen Gebetbücher, klein aber die derjenigen, welche das mpozind found menschliche Gemüth wahrhaft zu Gott erheben und befeligen; denn entweder lassen Viele derselben ihres 9503 OHLENCHES 100 trockenen, nur auf den Verstand berechneten Inhaltes wegen das Herz unbefriedigt, oder sie sind in allzu schwülstiger und phantastischer Schreibart verfaßt und fast stets nur mit Gottes Liebe und Güte beschäftiget, 400 1191190983 erwähnen aber nie dabei auch Gottes unendliche GeRoman CONTULEST rechtigkeit im Gerichte. Dadurch schlummern sie das Spilpukund ohnehin schwache menschliche Gemüth in Sünden ein, und machen es endlich unfähig zum Reiche Gottes, TATLIST 117577 das völlige Lebensbesserung, große Selbstverläugnung Pregraps Sin und gläubige Hingebung an Gott und seine heilige fa tholische Kirche erfordert. # Auch macht man zu wenig aufmerksam auf den so ausgezeichnet erhabenen und beseligenden Geist im Katholizismus nicht blos in seinem Wesen, sondern 1* - auch in seinen bedeutungsvollen und zweckmäßigen Formen und Ceremonien! Daher kommt es denn auch, daß allenthalben noch sehr unrichtige Urtheile über Religion und die fatholische Kirche herrschend sind. Diesem Uebelstande in etwas abzuhelfen, und das gegen wahre Erhebung des Gemüthes zum Allvater und bestmöglichste Vereinigung mit Ihm und seiner heiligen Kirche zu befördern, ist die Haupttendenz dies fes Gebetbuches. Möge daher die vierte, erzbischöflich approbirte, durchaus verbesserte und vermehrte Auflage dieses Buches Einiges beitragen, daß allenthalben noch mehr religiöser Sinn und Wandel, wahre Belehrung und Erbauung, ächte Beruhigung und Beseligung une ter uns Christen entstehe! S Ist das der Fall, o! dann ist der Zweck dieuneigennüßig und in bester Absicht der Oeffentfes lichkeit übergebenen und durch Benüßung mancher guter Quellen hinlänglich erreicht. ziemlich vervollkommneten Buches Möge aber auch der Herr alles Segens dieses Unternehmen bestens gedeihen lassen, Alle in seinen väterlichen Schutz nehmen und darin uns erhalten immerdar! Amen. - IV - - - onista musor dedi 102 nisms a vi@ ug 6 de sid slo માં video plura c) sim#@ schlam distamörfcbris aduerf dimdadi assodaldok na ng odbildunan #lamming this 05: 2 mggiling and sil#sjur oldig figiani dnu, a modifiches of und Eingang. mai dind siti si TO Jpn vid ala da is SPONS Inned whist ble değ Erhebung des Gemüthes zu Gott vor dem Beten. GR vallocêndriple 197 Du sollst Gott, deinen Herrn, anbeten, und ihm allein dienen. Matth. 4, 10. Herr und Gott! Du mein Schöpfer, durch den ich bin und Alles habe! Regierer meiner Schicksale! Herr meines Lebens, Du Höchstes und Bestes aller Wesen, du Inbegriff aller Vollkommenheiten, du Urquell aller Güter! Wunderbarer, Unerforschlicher, Allseliger, mein Vater und Erlöser von Ewigkeit; beschäftige jezt meine Gedanken! Ja niste Ich will den Unruhen der Welt entflichen, aus ihren Zerstreuungen mich sammeln, und in heiterer Stille ganz bei Dir sein, der Du mein Eines und mein Alles bist! sind das island wir gilied mas Mit Herzenswonne will ich Dich ehren, o Herr! Dich, den Allbarmherzigen, Dich, der stets so geneigt ist, zu achten auf die Stimme meines Flehens; der, was er schafft, erfreuet; Dich will ich erheben, Dir lobsingen, so lange ein Athem in mir ist. D, wie bin ich frohen Muthes, wenn ich Geist - -6und Herz zu Dir, o mein Vater! erhebe, wenn meine Seele die unendliche Fülle der Wohlthaten überdenkt, welche Du mir schon erwiesen! Welche Himmelsfreude durchströmet mich, wenn ich in heiligen Andachtsstunden erfahre, und innigst fühle, wie Du liebend Deinen Sohn für mich hingegeben, und nun so gerne unsere Bitte erhörest! Erhabener bist Du, als mein Lob, als der Engel Lob Dich preisen kann! O, könnte doch meine Zunge Dichner würdiger preisen und Dich stets mit wahrer glaubensvoller Zuversicht anbeten. Ach im Streite dieser Welt kann ich Deinen Preis nur stammeln! Doch, Du siehest gerne auf mein Gebet hernieder, wenn es in Andacht und Demuth dem Herzen entquillt. Nism hid mis mind Indod ab dan mid dhi and of Ach, wer schildert dieß Vergnügen, 3tis Dankerfüllt vor Gott zu stehen; galop ulla a lesprif Auf dem Angesicht zu liegen, thig Gott, die Liebe, zu erhöh'n! nim spil Meine Seele! eile du; up spilledhjed Oft vom lärmenden Getümmel( 2 the Strömt in's Herz der Frommen Rub'! midi Im Himmel, im Himmel schon sind wir auf Erden, Wenn heilig wir denken und besser stets werden. 30hap of 615) and bic Sundat enim ommit undagas 1 Bier die ( i sin ni mi The bi se md, hig sit ju moto g Russo or nis spel of nogai) do! dog chi mit sige, -7doprind mod bildmit vi bjung due notti snim zg spilling to do i Erster Abschnitt. andanting dinile de qua ilm las qash rann ist mi dored studirmation sighting off mud anch)( 0 - Morgen- und Abend- Andachten. poroste Morgen- Andacht an Sonn- und Festmagline manner nadal nis: no tagen. Ich denke betrachtungsvoll, o Gott! am frühen Morgen an Dich, meinen Schuhherrn. 62 psl. 7.1 Haltet meinen Sabbath, er soll euch heilig seyn. 2. Mos. 31. d Sey mir gesegnet, Tag der stillen Feier, Du heiliger Zag! bleibe meinem Herzen theuer; Erfüll' mit Andacht mich, Gott zu verehren, madaling me on Sein Wort Sein Wort zu hören! - hie ame 0110000 010 101 Gerührt, o Gott! von deiner großen Güte, welche täglich wie deine schöne Sonne, über meinem Haupte einher schwebet, bete ich Dich liebend und in Demuth an beim Anfange dieses Tages, und preise Dich aus der ganzen Fülle meiner Seele, daß ich noch lebe und das neue Morgenlicht begrüßen kann mit gestärkter Kraft.dd modda que monh@ ng or p Heute, an diesem höchst feierlichen Tage, an welz chem in allen Gegenden der Erde so viele Deiner Kinder vor Dir, Allmächtiger! sich demüthigen, Dich lobpreisen, und Dir wegen der unschäßbaren Gnade der Erschaffung, Erlösung und Heiligung unendlichen Dank darbringen: heute will auch ich, nach des frommen Christen Weise, meine Gebete und -8- Opfer, meine Bitten und Wünsche Dir kindlich darbringen, und in wahrer Andacht Dein Lob, o heiligstes, gütigstes Wesen! mit Herz und Mund verkünden. O, schau denn herab in mein Innerstes, Du Alwis sender! Höre die guten Vorsätze, welche meine gerührte Seele Dir jezt zum Morgenopfer darbringt. Tausende gedenken mit reuevollem Herzen ihrer Feh ler, wenn Dein lebendiges Wort in Deinem heiligen Wort Tempel sie heute erschüttert. Auch ich will tief bes schämt erkennen, daß ich ein Sünder bin, und mich, wie sie, des hohen Trostes freuen, daß Du gnädig und barmherzig bist, und dem reumüthigen Sünder die Missethaten vergiebst, um Jesus willen jenes göttlichen Gesalbten, der auf Golgatha sich wie ein Lamm in heiliger Unschuld für uns verblutete. Tausende finden Belehrung aus dem öffentlichen Unterrichte Deines Wortes für des Lebens viel verschlungene Wege, finden Kraft zum Guten, Trost im Leiden, und suchen sich der Verdienste des heiligsten Opfertodes Jesu, welchen er für der Menschheit Wohl einst am Kreuze liebevoll dargebracht hatte, durch Antheilnahme an dem heiligen Meßopfer theilhaftig zu machen. Auch ich will dem Rufe der Glockentöne folgen, will zu Deinem Hause gehen und hören das Evangelium in frommer stiller Andacht, und da Theil nehmen an Deinen heiligen Gnaden Spendungen: will, was mir zur Belehrung, zum Troste und zur Befeligung dienet, treu bewahren zum muthigen Kampfe gegen die Sünde, zur Beruhigung in verschiedenen Bedrängniffen des Lebens, und mich der großen Verdienste des heiligen Meßopfers, jener unblutigen - 9- Erneuerung Deines blutigen Todes am Kreuze theilbaftig machen. Tausende flehen mit dem Priester am Altare um der Seele und des Leibes Wohlfahrt zu Dir, o Allgütiger! und zwar für sich und auch für nahe und entfernte Brüder. Auch ich will für mich und alle Menschen um Gnade und Hilfe flehen mit reuerfülltem, demüthigem und liebvollem Herzen, und so wirklich den Gottesdienst durch Gesinnung, Wort und That mir nützlich machen; wohlbedenkend, daß nur das Gebet des Gerechten und das des bußfertigen Sünders bei Dir etwas vermag. Stip Siehe, das sind meine Vorsätze an diesem Morgen; gieb, daß ich sie mit redlicher Treue erfülle; denn durch Dich nur gelingt mein Vorhaben! Mögen viele heute der öffentlichen Andacht, Theilnahme an der Predigt und der heiligen Messe sich entziehen aus Träg= heit, aus Eitelkeit, aus Sucht, sich zu vergnügen; ihr Beispiel soll mich nicht verführen, nicht nur im häuslich stillen Zimmer soll zu Dir, o Gott! sich mein Geist erheben, auch zur Kirche will ich eilen, wo viele Herzen gemeinsam Dir entgegen schlagen. Dort auch will ich zu Dir beten, und Dir neuerdings mit deinem Sohne mich hinopfern. Auch will ich mich bemühen, die übrige Zeit des Sonntages mit Ausübung geistlicher und leiblicher Werke der Barmherzigkeit, kurz mit Gutesthun zu meinem und anderer Menschen Heile zuzubringen; dann wird dieser Tag ein besonderer Tag des Segens, der Freude und des Friedens meinem Geiste seyn.-, heilige Jungfrau Maria, Du Mutter meines Heilandes, und ihr, seine treuen Freunde und Nachfolger, ihr Heilige und Engel Got1** - -10- tes im Himmel! auch ihr fordert mich auf, eurem schönen Beispiele zu folgen, Gottes Wort gerne anzuhören und wie ihr, freudig zu erfüllen, und dessen heilsame Gnadenanstalten zur Beseligung wohl zu ge= brauchen, damit auch ich einst eurer Seligkeit theilhaf tig werde. lią dau dun sinn mu mjui? vllo dun GDieses ist euer Wunsch, euer Gebet bei Gott; o, daß er auch an mir, besonders heute, in Erfüllung gehe, und ich immer vollkommener, seiner Gnade und Hilfe würdiger werden möchte! Erleuchtet, beschüßzet, regieret und leitet mich immerhin getreu, damit an und von mir Gottes Wille stets erfüllet werde. Es segne mich der heiligste, dreieinige Gott, Er bewahre mich vor allem Uebel, und gebe mir und all' den Meinigen seinen Frieden! Amen. ton gör28 adigm 7 bill meilied impinpry thi Abendandacht, besonders für Sonn- und aer con 110) Feiertage. E main dillund mill shie oumalis di Det som THE C In dieser bevorstehenden Nacht verlasse mich nicht, o Herr, mein it Gott! sey nicht ferne von mir; eile, mir beizustehen, Gott meine himhilfe! 38. pr. 22, 23.gid, dim ondo moniss estam Erloschen ist des Tages lezter Strahl, In Schatten hüllt sich Berg und Thal, Und Myriaden Sterne Erglüh'n in dunkler Ferne. augiéste tim grud med sp angs od po*** So ist denn wieder zurückgelegt ein Zag meines irdischen Lebens, o Herr! O, wie innig danke ich Dir, Du Freudengeber! für all' den Segen, welchen Du -11- mir heute liebend bereitet haft! In feierlichem Dunkel erblickte ich nun im unermeßlichen Raume Gottes erhabene Schöpfung, Millionen entfernte Welten strahlen mir leuchtend entgegen, und ich erkenne auch hierin wieder unverkennbare Spuren Deiner ewigen Weisheit, Macht und Güte, die sich in allen Deinen Schöpfungen beurkunden. die Gütiger, barmherziger Gott! der Du heute mich wieder mit zahllosen Wohlthaten am Leibe, besonders aber der Seele nach, beglückend segnetest, entziehe mir in der bevorstehenden Nacht nicht Deine schützende Gnade! Wenn auch meine Liebe bisher nicht so groß, so innig treu und unwandelbar gegen Dich war, daß sie jede böse Begierde in mir vertilgend auslöschte, o, so laß Dich doch nicht abhalten, mich ferner durch Deine Huld und Gnade zu beglücken! Gib, daß ich die hohe Wahrheit erkennend einsehe, daß jeder Tag meines Lebens nicht unbenüzt vorübergehen darf, und ich meine Zeit nie leichtsinnig verschwende, sondern daß ich sie so gewissenhaft, wie nur immer möglich ist, be= nüße, um mich würdig auf jene große Ewigkeit vorzubereiten, die uns Alle erwartet! Möge mir denn unablässig das mir bestimmte Ziel vor Augen schweben, damit mein reges Bestreben stets nur dahin ge= richtet sey, so zu leben, daß ich allezeit Deiner göttlichen Gnade würdig bleibe, um einst der ewigen Seligkeit theilhaftig werden zu können, sinugo 11988 Deine Liebe führe mich sicher hindurch, durch alle die dunkeln Pfade meines Lebens, und zeige mir die Schritte vor, welche ich zu wandeln habe, um zu meinem wahren Ziele zu gelangen. Deine Liebe segne - -12meine Aussaat, damit ich reichlich ärnte; denn sieb, o Alliebender! schwach ist mein Herz, schwach in der heiligen Liebe, schwach zu wandeln des Heiles Pfade! Sey doch Du immer nahe meinem Herzen; lebre mich Alles halten, was Dir gefällt, und stärke mich, daß ich wandle auf dem Wege, auf dem Deine Heiligen gewandelt sind. Dein Wille sey der meine! Dein Gesetz sey mir lieb, wie Du mir selbst es bist! Nichts sey mir lieber, als Du. Du nur allein seyst mein höchstes Gut! Täg= lich wachse mein Geist in Deiner Liebe! D, Du mein Herr und Gott! laß mich viel Gutes vollbringen, und keine böse Handlung geschehe durch mein Verschulden! Mein Daseyn zeuge von Deinem Leben in mir, und mein Denken und Thun beweise meinen Glauben an Dich. Verleihe mir die Kraft und den Muth, meiner Pflicht treu zu seyn bis in den Tod; Dein bin ich ja lebend und sterbend, so ziehe denn mein Herz empor zu Dir von dieser Erde! Halte du es fest an Deinem Herzen, damit nichts vermöge, Dir es wieder zu entreißen! m Ach, es ist doch so gut, bei Dir zu seyn! Dein Eigenthum bin ich und will es bleiben in alle Ewigkeit! Mein Ruhm bist Du, meine Hoffnung und Seligkeit! Habe ich Dich, dann besitze ich Alles! me So wache Du denn liebend über mir, wenn ich schlafe, und erwecke mich wieder am Morgen zum neuen Tagwerke! Auch über alle Lieben meines Herzens wache mit väterlicher Huld, damit sie im Frieden schlummern! Du bist aller Menschen Gott, Aller Vater, Aller Erhalter und Ernährer! Erbarme Dich daher aller Lebenden, besonders meiner Eltern, meiner - 13. VORDAR - mir Befreundeten, der Sterbenden, welche vor Dir im Gerichte erscheinen! Alle, welche in der kommenden Nacht durch den Tod zum Leben gehen, führe, gereinigt durch Jesu Blut, in die Wohnungen, welche uns durch seinen Tod bereitet sind! Dank und Preis steige empor zu Deinem Throne von den Lippen der Gesunden. Lindere Du die Schmerzen aller Leidenden, labe die Kranken, befestige den frommen Glauben und die Zuversicht aller Sterbenden, erquicke und tröste die einsamen Wittwen und die weinenden Waisen! Schauer un Entsetzen sende in des Sünders Seele, welcher sich mit dem schwarzen Flügel der Nacht decken möchte zu bösen Werken! Zerstöre durch deine AllMORGE macht des Frevlers Rathschläge, sey Du Licht dem Irrenden, sey ihm Führer auf dem rechten Pfade, sey des Reisenden treuer Gefährte, jedes Leidenden Trost und die Ruhe jedes Verlassenen! Sey Du das Heil aller Lebenden und das Leben aller Sterbenden! Er leuchte uns mit dem Lichte deines Angesichts; belebe und heilige uns in Deiner Wahrheit immerdar! In Deine und Deiner Heiligen Hände, allliebender Vater! empfehle ich vertrauensvoll meinen Leib und meine Seele. Dieß sind die Wünsche meines Herzens, welche ich am Schlusse dieses Dir besonders geweihten Tages 9000 noch zu Dir hinauffende. Heilige Maria, unsere liebevolle Mutter und Fürsprecherin! Deiner Liebe und Deinem Schuße empfehle ich mich, wie auch in den aller Heiligen.-Heiliger Schußengel! sey stets wirklich mein wahrer Beschützer gegen alle Gefahren des Leibes und der Seele. Amen. - 14Vater, segne Alle, die ich liebe m Alle Menschen auf der weiten Welt; sim Laß den Müden, laß den Kranken schlummern, Su Dessen Schmerz die Glockenschläge zählt! spint spin Gute Nacht! so tönt's in meinem Innern,- Ruhe, Welt! die ew'ge Liebe wacht! adal Gottes Liebe läßt auch mich entschlummern!- sid Ruhet sanft, ihr Brüder! gute Nacht!- # 10 - madnamisur aid du monti#penis Morgenandacht an den Werktagen. Ich muß die Geschäfte dessen vollziehen, der mich gesendet hat, so lange es Tag ist. Es kommt einst die Nacht, wo Niemand mehr wirsken kann. di Joh. 9, 4.112Der Tag liegt neu vor mir, und jede Stunde for dr Verlanget die Erfüllung meiner Pflicht; Doch wehe, wenn sie rächend sich erhebet Als Klägerin vor'm ewigen Gericht! Wie wär' es möglich, könnte ich verschwenden Des Lebens furze, schnelle, wicht'ge Zeit? PORTEL Laß' mich, Allvater! jede Stunde nützen, Und weihen durch die treu'ste Thätigkeit; Gieb, daß ich stetshin fromm und weise lebe, quic Und gern Dein heil'ger Engel um mich schwebe! grilled Snu 13 alam m Alles, was ich beginne, geschehe in Deinem Namen, guter Gott und Vater im Himmel! Auch der heutige Lag, den Deine Güte mir abermal zur Verlängerung meines Dafeyns zutheilte, fey Zeuge meiner kindlichen Liebe und Ehrfurcht gegen Dich, o milder Geber aller - 15- - guten und vollkommenen Gaben! Er erinnere mich ernstlich daran, daß ich Dir über die Anwendung meiner Lebenszeit einst Rechenschaft zu geben habe. Isdeig sid, möchte dieser Tag, so wie jeder meiner künftigen Lebensdauer von mir so gut zugebracht werden, daß ich am Ende meiner irdischen Laufbahn den frohen Gedanken, nicht unnütze gelebt zu haben, faffen könnte! Darum sey denn jede Stunde, die der Vervollkommnung meines Geistes und der Veredlung meis nes Herzens, zur Erfüllung meiner Standespflichten gewidmet ist, mir theuer und heilig; jede Gelegenheit, die sich zur Erweiterung meiner Kenntnisse und Tugenden darbietet, werde von mir mit Eifer benüzt; keine Arbeit sey zu schwer, an der ich nicht meine Kräfte versuchen, kein Gegenstand zu geringe, den ich nicht nach deiner weisen Absicht behandeln und benützen follte. Alles soll Dir zu lieb verrichtet werden, o guter Gott! und nichts soll gespart werden von dem, was Gottes Ehre, was mein und meines Nächsten wahres Wohl befördern kann.us stil din G So fegne mich denn und alle Menschen, und er= halte uns Alle in deiner Gnade! Laß uns Gutes wirken, und unsere Seligkeit bestmöglichst befördern! Himmlischer Vater! Dir übergebe ich alle meine Gedanken und all' mein Vorhaben. Schenk mir einen lebendigen Glauben und stehe mir mit Deiner Macht zu allem Guten bei! Gottes Sohn und Heiland der Welt! Dir übergebe ich meine Zunge, daß ich nichts Böses rede!- Sey daher Du meine Hoffnung, meine Kraft! a Gott heiliger Geist! Dir übergebe ich meine Ge - 16danken, Wünsche und Neigungen, damit nichts Böses durch mich geschehe; sey daher Du meine Stärke, meine Liebe! Amen. deo us findlusbat quis Der Segen Gottes des allmächtigen Vaters, die Liebe Jesu Christi seines Sohnes, unsers Herrn und Erlösers, und die Gnade des heiligen Geistes sey und bleibe heute und immerdar bei und in uns! Heilige Jungfrau Maria! ohne Sünde empfangen, alle ihr Heilige Gottes bittet für mich, daß der gütige Gott mich heute und stets bewahre vor allem Uebel des Leibes und der Seele! Amen. Möchten dieses Tages wicht'ge Stunden sid am Reich an wahrem Segen für mich seyn; me Möchte doch, wenn sie dahin geschwunden, ist Mein Gewissen niemals sie bereu'n!- Könnte ich am Abend ohne Zagen i hon hin Meine Blicke auf zum Himmel tragen! Hiezu, Vater! gieb mir Deinen Segen; Sende nieder meinen Genius, Der mich leite auf des Lebens Wegen 19 Bald mit weiser Strafe, bald mit Gruß, Bis zum Grabe, wo die Sonn' mir sintetid Und die Ruh' dann ewig freundlich winket. Abend- Andacht an den Werktagen. no aplin w Wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an Dich; wenn ich erwache, so rede ich von Dir. 62. P. Dav. 35 Der Tag ist hin, es folgt die stille Nacht; Es frage Jeder sich; wie hab' ich ihn vollbracht? 9092 - 17- War ich dem Guten treu, versäumt ich keine Pflicht; Scheut' ich den Menschen nur, nicht Gottes 10 bin di gore Angesicht?-( hi and a compuda eichin Friedlich ladet mich die Abendstunde zur füßen Ruhe ein, doch will, ehe ich mich dem Schlafe überlasse, ich noch vorher meine Gedanken zu Dir, o Gott und Bater! erheben, um Dir meinen innigsten Dank für Deine mir heute vielfach erwiesenen Wohlthaten mit kindlichem Herzen abzustatten.di čus Aber machte ich mich durch mein heutiges Verhalten dieser vielen und großen Beweife Deiner Güte ge= gen mich auch würdig? Lebte ich heute im beständigen Kampfe gegen meine Gewohnheitsfünden? War ich fromm, fleißig, folgsam, freundlich, rein? Stif tete ich Gutes nach Kräften, und hintertrieb ich alles Böse?- Leider war dies bei mir nicht ganz der Fall! Mit tiefer Scham bekenne ich darob meine Schuld. O, verzeihe mir, Albarmherziger und Allgütiger! meine Kälte im Bestreben nach Zugend und Vollkommenheit. Schnell und unbemerkt entflieht die kurze Lebenszeit. Jede Stunde, ja jeder Augenblick ist kostbar, und bringt mich dem Alter, in welchem ich ärndten foll, was ich in meinen frühern Lebenstagen Gutes fäete, immer näher. Laß mich daher nach Deinem göttlichen Willen leben und immerhin nur nach dem Beffern streben und trachten, damit ich einst beim Weltgerichte als guter und getreuer Diener, als ge= rechter Verwalter, als treuer Verwender der mir anvertrauten Talente befunden werde. - - 18- bi Segne mich, o Gott! und alle die Meinigen, besonders aber segne, o Herr! mein heiliges Vorhaben, das ich faffe; denn ohne Dich vermag ich nichts Gutes, nichts Heilsames zu wirken. Erhalte daher immer in mir den Gedanken, daß ich, wenn ich während der flüchtigen Lebenspfade Gutes säe, dafür einst wieder Gutes ärndte; nicht nur hier auf Erden, sondern auch dort jenseits in der andern Welt! Heilige Jungfrau Maria und ihr Heiligen Gottes! unterstüßet auch ihr meine Wünsche und guten Vorfäße, damit auch ich dahin gelange, wo ihr jezt feyd! Shr lieben heiligen Engel höret nicht auf, mich zu führen und zu schützen bei Tag und in der Nacht, damit ich einst mit euch bei Jesus verherrlicht werde im Himmel! Amen.ksi eilin Nimm sie hin, die heißen Dankesthränen, Ew'ger Vater! nimm sie gütig an; 2 Ach, leite meines Herzens Sehnen Auf dem Zugendwege himmelan! Daß ich nie, mein Vater! niemals feble, Leite, schütze, heil'ge meine Seele! thi di sisi ! sping Wache gütig über mich im Schlummer, Sende Schuß mir in der dunkeln Nacht, Schütze mich vor Sünde, Elend, Kummer, mind dun Du, mein Gott! der huldvoll mich bewacht! of All mein Seyn, mein Denken, all mein Leben Will ich Dir, Allweiser! übergeben! nög stup ala sthiropth: 82 3 sinw mind simale sino11197 1 19 - Tägliches Gebet um Bewahrung der Keuschheit. ( Vom ehrwürdigen P. Gabriel Hevenest. d. G. I.) die meded Entzünde mit dem Feuer des heiligen Geistes das Innerste meines Herzens, o Herr und Gott! auf daß ich Dir mit keuschem Leibe dienen, und mit reinem Herzen gefallen möge. Ich kenne meine Gebrechlichkeit, ich weiß die Lust des Fleisches, und die Lust des Teufels, der zum Bösen antreibt; darum bitte ich flehentlichst Deine Majestät durch die Verdienste und Fürsprache des heutigen heiligen N., daß ich von Deiner heiligen und wirksamen Gnade unterstüzt, allen bösen Eingebungen widerstehen, und heute frei von jeder Sünde leben möge! dum adju Ich verabscheue alle Sinnlichkeit, Unlauterfeit und was immer der Reinigkeit zuwider ist. Zu diesem Ende schenke ich Dir, o keuschefte Jungfrau Gottes und meine süßeste Mutter! das Herz,+ die Zunge, † die Augen die Ohren und die Hände. Durch Deine unbefleckte Empfängniß und ungeschwächte Jungfrauschaft bitte ich Dich, reinige an mir Herz, Leib und Seele. Engel Gottes, du mein Beschüßzer! da ich von der göttlichen Güte Dir anvertraut bin, so bewache, regiere und leite mich auch an diesem Tage wieder! Amen. njenu masibindend ring há Ons duu ustre mi distailands spilled 14 dnp ador apmolys članic& nd distbilen sid hil vi u stoi on nis mudi di sild Austiz@ si moji u odig valle now shom ivi chim sid abllo a chi simed allmpio illa nog dmy wop - 20— - Gebet um die zur Seligkeit nothwendige Gnaden. Täglich zu beten. bet: sof) ( Vom heiligen Bischof Alphons Maria Liguori.) THE CONTIN GED Ewiger Vater! Dein göttlicher Sohn hat uns verbeißen, daß Du alle Gnaden geben wirst, um die wir Dich in seinem Namen bitten werden. Dog men@ Im Namen also, und um der Verdienste Jesu Christi willen bitte ich Dich für mich und für alle Menschen um folgende Gnaden: Gib mir erstens einen lebendigen Glauben an Alles, was die heilige katholische Kirche uns lehrt.omotion dan Gib mir auch Erleuchtung, daß ich die Eitelkeit der Güte dieser Welt einsehe, und erkenne, daß Du mein Gott, das höchste Gut bist; daß ich ferner erkenne die Abscheulichkeit meiner begangenen Sünden, damit ich sie verabscheue und mich demüthige, wie ich soll; daß ich erkenne Deine unendliche Güte, damit ich Dich aus ganzem Horzen liebe. Gieb mir auch, daß ich die große Liebe, welche Du zu mir trägst, erkenne, damit ich von heute an mich bestrebe, Dir meine Dankbar keit dafür zu erzeigen. 3weitens bitte ich Dich um festes Vertrauen auf Deine Barmherzigkeit, daß ich durch die Verdienste Jesu Christi und durch die Fürbitte der allerfeligsten Jungfrau Verzeihung meiner Sünden, die heilige Beharrlichkeit im Guten und endlich die Herrlichkeit des Himmels erlangen werde. Drittens bitte ich Dich um eine große Liebe zu Dir, die mich frei macht von aller Liebe zu irdischen Dingen und von aller Eigenliebe, damit ich nur allein - 21- Dich liebe, nach nichts Anderm trachte, und nach nichts Anderm verlange, als nur nach Deiner Verherrlichung. Viertens, bitte ich Dich, gieb mir eine gänzliche Ergebung in Deinen heiligsten Willen, damit ich alle Schmerzen, Krankheiten, ja sogar Verachtungen, Vers folgungen, Trockenheiten des Geistes, Verlust der Güter, der Ehre, der Verwandten, und jedes andere Kreuz, das Deine väterliche Huld mir sendet, im Frieden des Herzens aufnehme. Ich opfere mich Dir ganz auf; verfüge mit mir und mit all dem Meinigen nach Deinem Wohlgefallen; doch gieb mir Kraft und Erleuchtung, daß ich Deinen heiligsten Willen vollständig erfülle! Vorzüglich bitte ich Dich: komme mir im Tode zu Hilfe, damit ich Dir da mein Leben aufopfere in aller Liebe und in Vereinigung mit jenem heiligsten Opfer, das Dir Dein eingeborner Sohn Jesus Christus auf dem Kalvarien- Berge am Stamme des Kreuzes mit seinem Leben dargebracht hat. Fünftens, bitte ich Dich um eine große Reue über meine Sünden, welche ich immer, bis in meinen Tod, in der Zerknirschung und in Thränen über die Dir angethanen Beleidigungen in mir erhalte. Sechstens, bitte ich dich, gieb mir den wahren Geist der Demuth und der Sanftmuth, auf daß ich alle Verachtung, Undankbarkeit und Beleidigung, die mir von den Men= schen widerfährt, im Frieden und mit Freuden aufnehme. Gieb mir, ich bitte Dich, eine vollkommene Liebe des Nächsten, so daß ich sogar denen wohlwolle, die mir Böses gerhan haben, und ich mich bestrebe, allen meinen Beleidigern nach meinen Kräften, und wenigstens, indem ich für sie bete, Gutes zu erweisen. - 22- Siebentens, bitte ich Dich, gieb mir eine große Liebe zur Tugend der heiligen Abtödtung, so daß ich meine widerspenstigen Sinne im 3aume halte, und gegen meine Eigenliebe handle. Gieb mir, ich bitte Dich, die heilige Reinigkeit des Leibes, und dadurch die Hilfe, der ich bedarf, alle Versuchungen gegen die Ehrbarkeit zu überwinden, daß ich zur Zeit der Versuchung immer und alsogleich zu Dir und Deiner heiligsten Mutter meine Zuflucht nehme! Gieb mir die Gnade, daß ich den Anordnungen meines Seelenführers und aller meiner Obern pünktlich gehorche.-Gieb mir eine rechtgerichtete Meinung, auf daß Alles, was ich thue und verlange, zu Deiner Ehre und, um Dir zu ge= fallen, geschehen möge! Gieb mir ein großes Vertrauen auf die Kraft des Leidens unsers Herrn und Heilandes, und auf die Fürbitte der unbefleckten allerseligsten Jungfrau. Gieb mir eine große Liebe zu dem allerheiligsten Sakramente des Altars, und eine zärtliche Andacht und Liebe zu Deiner allerheiligsten Mutter! Gieb mir endlich vor Allem, ich bitte Dich flee hentlichst, die heilige Beharrlichkeit und die Gnade, Dich um selbe immer zu bitten, vorzüglich aber zur Zeit der Versuchung und in der Stunde meines Todes. Schließlich empfehle ich Dir auch die lieben, hilfsbedürftigen Seelen im Fegfeuer, besonders die meiner Verwandten und Gutthäter; auch empfehle ich Dir jene, die mich haßten, oder die mir irgend eine Beleidigung zugefügt haben; ich bitte Dich, vergilt ihnen mit Gutem das Böse, das sie mir angethan haben oder mir wünschen. Noch empfehle ich Dir auch alle 23ondens Ungläubige, alle hilfsbedürftigen Sünder; gieb ihnen Erleuchtung und Stärke, auf daß sie sich aus dem Irrthume und der Sünde erheben. O, mein liebenswürdiger Gott! gieb Dich doch Allen zu erkennen, auf daß Alle Dich lieben, daß aber besonders ich Dich liebe, der ich undankbarer, als alle andere Menschen, gegen Dich gewesen bin, damit ich durch Deine Güte einst Deiner Barmherzigkeit ewiges Lob im Himmel singen möge, wie ich dieses auch durch die Verdienste Deines Blutes und durch die Fürbitte Deiner allerheiligsten Mutter hoffe.- O Maria! unbefleckte Mutter Gottes! bitte Jesum für mich! Also hoffe ich, also fey es! Amen. mid ung in dan spr jej chi sid Guit dmor] ordi od polt thin anal the simps du dos Morgen Andacht der Jugend unter il fremden Menschen. Diese Welt vergeht( mit ihrer Lust;) wer aber den Willen Gottes thut, der bleibt in Ewigkeit. # 00 1. Joh. 2, 17. 19 ( 6) O Herr! ich denke und erwäge jene Güte, Die Du mir so oft erzeigt, mit staunendem Gemüthe. Ich breite meine Hände sehnend Dir entgegen; ingur Es lechzt mein Herz nach Dir, wie dürres Land nach Patetim on hilfred dnu duseismida Regen. dun- 197 VII. Bußpf. Dav. mnd Unendlich gütiger Gott! allenthalben steigt Deine Sonne mit großer Pracht am Himmel auf, und wo nur ihr milder Strahl in's Menschenauge fällt, da verbreitet sich Freude und Leben. Mich auch hat der neue Morgen geweckt, und vertrauungsvoll schwingt <-24H sich mein Geist im Gebete heute zu Dir empor, ferne zwar von der lieben trauten Heimath und dem theuren Baterhauſe, aber doch immer Dir, o Alvater! ganz nahe. Zwar trauert mein Herz, daß mir nun so ferne von meinen Heimath- Genossen die Sonne leuchtet, allein Du hast mich hieher geführt und das ist mir Trost und Beruhigung genug in den neuen Verhältnissen. Ist doch Irdisches nimmer bleibend gewesen, so lange der Mond wechselnd um die Erde läuft und so ist auch die Zeit entflohen, wo ich froh im Elternhause lebte; wo des Vaters Arm mich sorgsam schüzte und der Mutter Liebe treu mich pflegte; die Tage sind anders geworden. Hier stehe ich unter Menschen, welche mir fremd sind, die ich fast niemals sah und kannte. Ich kann nicht klagen, daß ihre Herzen ganz gefühllos gegen mich seyen; aber ihr Blick scheint mir doch nicht so seelenvoll und traulich, als der meiner lieben Eltern und Angehörigen; und meiner Trauten zarte Sorgfalt finde ich hier auch nicht wieder. Eine Ermahnung, eine gute Lehre von Andern wird mir fast schwer, denn ich fühle, daß meiner Eltern Würde mir die ehrwürdigste ist. Muß ich gar Zurechtweisungen und Tadel hören,- o! so dringt dieß dann so schneidend in mein Inneres und schmerzt, wenn dieser auch noch so wohlmeinend und herzlich mir gege= ben worden seyn mag. 1 Doch ich begreife es, lieber Gott! warum Du nur zu meinem Glücke unter fremde Menschen mich geführet hast, ich fühle es auch, daß ich noch so Manches zu lernen und für's Leben zu sammeln habe, und daß ich durch widrige Geschicke eigentlich erst zur — 25 - wahren Demuth gelangen muß, um so einst unter Menschen gut, edel und nützlich zu wandeln, und nach einer gut vollbrachten Läuterung und Selbstvervollkommnung zur ewigen Reinheit, Klarheit und Seligkeit gelangen zu können. 10 m Da aber meine Verbindung, in welcher ich gegenwärtig mit der Welt und den Menschen stehe, mir manche Gefahr zum Sündigen darbietet, wovon ich im elterlichen Hause noch nichts wußte, so gieb, lieber Gott! mir die Gnade, Dir auch dann noch getreu zu bleiben, wenn böse Menschen mir begegnen und mich umstricken mit lockender Stimme. Laß die Stunde der Versuchung gnädig an mir vorübergehen, und gieb es nicht zu, daß ich den mannigfaltigen Lockungen zur Sünde Gehör gebe! Beschüßze mich durch Deine heiligen Engel vor allem Uebel des Leibes und der Seele! Bewahre nebst dem stets die Freudigkeit in meiner Seele, zu Dir zu beten, vor und mit Dir alle Lebenswege zu wandeln, und immerdar bei Freude und Leid hinzusehen auf Jesus, unser schönstes und heiligstes Vorbild! Täglich sey mein schönster Wahlspruch die fromme Ermahnung des frommen Tobias: ,, Hüte dich, daß du in keine Sünde willig est, noch thuest wider Gottes Gebot!" Laß mich behalten das findlich fromme Vertrauen zu Dir, und die Unschuld und Reinheit der Sitten; diese meine edelsten Güter soll mir Niemand rauben. Amen! Du, Gottes Geist führ' mich auf meinem Pfade, Laß schauen mich auf's höchste Tugendbild, Auf Jesus, der voll ew'ger Seelen- Klarheit. Mein Herz mit frommem Sinn und Ruhe füllt! Erhebungen. Vierte Auflage. 2 4 -26Es fey- wenn ich auch ferne von meiner Heimath, und oft einsam lebe, immerhin Gottes Gnade und Hülfe bei mir. Ja, es segne mich Gott der Vater, mein Erschaffer, Gott der Sohn, mein Erlöser und Herr, und Gott der heilige Geist, mein Heiligmacher und Beseliger. Der heiligste dreieinige Gott segne mich. Er sey und bleibe bei mir, und gebe mir den Frieden. Amen. dat die al signor didin dan spla Der Jugend Abend- Andacht unter fremden Menschen. Wer den Herrn fürchtet, der geht auf rechter Bahn; wer ihn aber verachtet, der weichet ab von seinem Wege. Sp. Sal. 14, 2. Bis hieher hat Deine Liebe mich geleitet, mein Gott im Himmel! bis hieher mich geführt auf meiner Pilgerreise. Blicke ich zurück auf die durchlebten Tage, so finde ich in Allem Deine Güte, die mir auch dann entgegen leuchtete, wenn ich Unangenehmes ertragen mußte. Freilich ist die Trübsal da, so dünket sie uns unangenehm zu seyn; doch wenn sie vorüber ist, so hinterläßt sie manche frohe Erinnerung. Wenn daher Deine Sonne hinabgesunken ist, und der stille Abend kömmt, so steigt desto freudiger meine Seele himmelan, und tief unter den Sternen stehend auf der dunkeln Erde, reicht mein Gedanke dennoch zum Himmel hinein, höher noch, als das mit Sternen besäete Nachtgewölbe. War ich einst so zufrieden und glücklich im Schooße der Heimath, warum soll ich's nicht auch hier seyn können unter Menschen, die zwar nicht Univ.- Bibl. Giessen - 27durch Familienbande mir angehören, die es aber doch in der Regel gut mit mir meinen? Und zudem leitet allenthalben mich Deine gute Vaterhand, und lenket Alles zu meinem Besten, wenn ich Deinen heiligen Winken folge. Mit Rührung denke ich zurück an die gutgemeinten Ermahnungen meiner lieben Eltern, womit sie mich einst entließen; ich sehe noch die Abschiedsthränen in ihren Augen, welche das theure Gelübde von mir forderte, ihre schönen Hoffnungen nicht zu täuschen; diese nämlich, daß ich auch, ferne von ihnen, tugendhaft bleiben, und auch ohne ihren Rath und ohne ihre Aufsicht auf Deinem Wege wandeln sollte. O, mein Vater im Himmel! hilf Du mir erfüllen jene fromme Hoffnung; denn ohne Deine Gnade und Deinen Beistand kann ich Schwacher nichts erfüllen von dem, was gut, heilig und beseligend ist. Es war meine Pflicht, es war Dein Ruf, daß ich hieher gieng; denn, wer seine Tage nur im engen Kreise der Heimath unter wenigen Vertrauten zubringt, der wird gewöhnlich einseitig in seinem Urtheile bleiben, lernt die Menschen nicht ganz kennen in ihren mannigfaltigen Gestalten, erfährt nicht so leicht die Quelle des Uebels, daß er sie fliehen lerne, furz, er lernt zu Hause selten ganz sich selbst erkennen und verläugnen, bringt sich selbst um die Gelegenheit, Tugend und Herz zensgüte auch an Fremden zu bewundern, und dieselben hiedurch noch mehr lieb zu gewinnen und nachzuahmen. Gerne folgte ich daher dem höhern Winke Deiner Liebe, Allgütiger! und verfügte mich, Deinem heiligen Willen gemäß, hieher in meine gegenwärtige Lage. D! verleihe mir denn nun auch die Gnade, 2* Sun Care - 28- em daß ich allenthalben unter den Menschen so lebe, wie Dein ewiger Sohn mich wandeln heißt! Du aber, mein Vorbild unter Freunden und Feinden, Guten und Bösen, Freudenvollen und Trauernden, Jesus Christus! verleihe, daß ich in Deiner Weisheit wachse und zunehme, und Deinem heiligen Worte und Beispiele folgend, jenes Glück finde, welches die Erde mir hier nie geben kann, und das ich als ein guter Christ nur erst einst dort zu erwarten habe! Amen. Gemeinschaftliches Gebet einer christlichen Familie. at duodis com Am Morgen. Sehet, wie gut und erfreuend es ist, wenn Brüder, Schwestern und Freunde recht eintrachtsvoll beisammen wohnen. NEC 133 pr. 1. Wir sind hier vor Dir, dem Allgegenwärtigen, dem Schöpfer und Beherrscher der Welt! versammelt, freuen uns Alle des Lebens, unsrer Gesundheit, unsrer Kräfte;. frohlocken über Dich, unsern Vater und Ernährer. Ja, von Dir, dem Allgutigen, kommt alles Gute; Dir sey für Alles, was wir sind, haben und genießen, Dank und Lob gesagt! O! möchten wir nur Deiner Güte und unserer Abhängigkeit von Dir nie uneingedenk bleiben; möchten wir uns auch heute oft daran erinnern, und Alles, was Du uns an Fähigkeiten und Kräften, an Gaben 29 und Gütern verliehen und anvertraut hast, so gebrauchen, wie es Deinem Willen und unserer Pflicht ge= mäß ist. Nun gehen wir, durch die Ruhe der Nacht und den erquickenden Schlaf gestärkt, mit neuer Munterkeit an unsere Arbeit und Geschäfte. Du hast einem Jeden von uns durch Deine Vorsehung seine Stelle, feinen Beruf, sein Tagewerk angewiesen, und keiner darf sich schämen, das zu seyn und zu thun, was Du willst, daß er seyn und thun fol. Jedermann kann und soll den Uebrigen nüßlich werden, kann und soll zu Deiner Ehre, zu seinem und zum allgemeinen Wohle und zum Glücke seiner Mitbrüder alles Mögliche beitragen; der Lezte wie der Erste, der Niedrigste wie der Vornehmste, der Knecht wie sein Herr; wenn nur ein Jeder das thut, und willig und treu thut, was er an seiner Stelle und nach seiner Bestimmung vollbringen kann und soll. Einer bedarf immer des Andern! Und wenn wir Alle als Deine Kinder, als Brüder und Schwestern uns gegenseitig achten und lieben, und also gerne einander dienen und helfen: wie leicht, wie angenehm werden wir nicht einander das Leben dadurch machen, wie sehr die Freuden desselben vervielfältigen, wie sehr die Leiden und Beschwerden erleichtern, und mit welchem Wohlgefallen wirst Du dann auf uns, Deine Kinder herabsehen, und wie ge= trost können wir uns dann Deines Beifalles, Deines Schutzes versichern!- - 30- O, möchten wir doch heute recht oft an Dich, unsern gütigen Gott und Bater! denken, und uns recht oft an Deine Aufsicht und Gegenwart, an Deine Alles weise leitende Vorsehung und Regierung erinnern, wir mögen arbeiten oder ruhen, unsere Geschäfte mögen uns gelingen oder nicht, es mag uns wohl oder übel gehen! Ja, der Gedanke an Dich, o Gott! müffe nie ferne von uns seyn. Das Verlangen, Dir wohlzugefallen und Deinen Willen zu erfüllen, müsse uns stets beleben. Nie müssen wir uns selbst, nie unsere Bestimmung und Pflicht, nie unsere Verbindungen, in welchen wir mit unsern Mitmenschen stehen, aus dem Gefichte verlieren. Dir, Allmächtiger, Allgütiger, übergeben und überlassen wir uns und alle unsere Angelegenheiten und Geschäfte mit großer Zuversicht.- Von Dir er= warten wir Weisheit, Hilfe und Segen, kurz alles, was wir brauchen und was uns heilsam ist. Du wirst gewiß alle unsere guten Unternehmungen und Bestrebungen segnen; Du wirst uns stets sicher leiten und führen und immer gewissenhaft und fromm handeln laffen. Ja, Dein Geist wird uns mitten im Geräusche von Geschäften und Zerstreuungen an die zu erfüllende Pflichten erinnern, und uns, geben wir seinen Erinnerungen Gehör, Muth und Kraft zu Erfüllung derselben verleihen. O! laß doch diese Denkungs- und Sinnesart unter uns und allen Menschen, und insbesondere unter - - - 31- denen, mit welchen wir näher verbunden sind, immer allgemeiner und wirksamer, und sie und uns Alle dadurch immer besser und glückseliger werden! Ohei lige Jungfrau Maria! heiliger Joseph und Alle ihr Heiligen Gottes! stehet uns sicher zu allem Guten bei und leitet uns sicher zu allem Guten! Amen. Bodys lapidisted moll Am Abend. Der Mensch ist zur Arbeit geboren, wie der Vogel zum Fluge. Hiob 5. So ist auch dieser Tag mit seinen Geschäften, Be= schwerden, Sorgen, Bergnügungen und Freuden dahin! Noch wollen wir einen ernsthaften Blick auf denselben zurückwerfen, damit er für uns nicht verloren sey, damit wir daraus Weisheit für unsere künftigen Tage lernen.- thod or möm Wie haben wir diesen Tag zugebracht? hat ein jeder von uns an seiner Selle, und in seinem Berufe das gethan, was er thun follte? haben wir es gerne und willig, haben wir es mit Munterkeit und Freude gethan? haben wir es in Rücksicht auf Dich, o Gott! der Du uns diese Pflichten aufgelegt hast, und aus kindlichem Gehorsam gegen deine Einrichtungen und Befehle, haben wir es aus Liebe zu unsern Brüdern, aus Begierde, andern nach deinem Willen nützlich zu seyn, gethan? haben wir heute nichts geredet, und nichts gethan, das mit Deinem Willen, o Gott! und mit dem Besten unserer Nebenmenschen nicht übereinstimmt? haben wir nichts unterlassen, was wir für recht und gut, und BUE - 32- für unsere Pflicht erkannten? ist keiner von unsern Brüdern, der sich über unser Verhalten gegen ihn mit Grund beschweren könnte, und der jezt vielleicht über uns seufzet und trauert? haben wir uns oft mit un-. sern Gedanken zu Dir, unserm Schöpfer und Vater, erhoben, oft auf Dich gesehen, in Allem Deinen Willen verehret und uns in Deinem Willen beruhiget? wie haben wir Deine Wohlthaten genoffen? wie die unvermeidlichen Beschwerden des Lebens getragen? wie haben wir uns verhalten, wenn uns etwas nicht ge= lingen wollte, wenn wir Widerstand und Schwierigkeiten auf unserm Wege antrafen, und wie, wenn' es uns wirklich gelang, und wir unsere Absichten erreichten?!- O! möchten wir doch alle diese Fragen so vor Dir, dem Allwissenden, beantworten können, daß wir uns keine Vorwürfe darüber machen und getrost an Dich denken dürften! Sind wir unvorsichtig gewesen, haben wir uns aus Schwachheit und Uebereilung, ohne es zu wissen und zu wollen, gefehlt? das mögest Du, verschonender, gütiger Vater! uns, Deinen Kindern, nicht zu sehr anrechnen; Du weißt ja, was für eingeschränkte, fehlerhafte Geschöpfe wir sind; Du weißt, daß wir Staub sind! O, möchten wir nur nicht vorsätzlich gesündiget haben! Hier wollen wir stille stehen, und ein jedes von uns soll sich selbst zur Rechenschaft ziehen. Gott! laß es den, der so gesündiget hat, erkennen. - - 33- 1 Es müsse ihn schmerzen, daß er Deine weisen, gütigen Gefeße übertreten, und seine Brüder beleidiget, beschädiget und beeinträchtiget habe. Scham und Reue müssen ihn von Dir durchdringen, und die Unzufriedenheit mit sich selbst und die Unruhe seines Herzens, die ihn nun strafet, die müsse ihn mächtig warnen, die Sünde nicht mehr zu begehen, und sie auf alle mögliche Weise zu vergüten! Und dann wirst Du, barmherziger Gott! ihm dieselbe gnädig verzeihen, und er wird aus Dankbarkeit und Liebe gegen seinen Begnadiger und Erbarmer seinen Fleiß verdoppeln, um das Versäumte so viel wie möglich wieder einzubringen, und morgen und alle folgenden Tage seines Lebens desto aufmerksamer auf sich selbst, und desto eifriger in der Erfüllung seiner Pflicht zu seyn! RIC Und nun, unser Gott und unser Vater! Dank und Lob sey Dir für allen Beistand und alle Hülfe die Du uns heute geleistet; für alles Gute, welches Du uns hast genießen und thun laffen!- Von Dir, durch Dich, und zu Dir sind alle Dinge, Dir sey Ehre in Ewigkeit! Laß doch Deinen mächtigen Schutz und Deine väterliche Güte auch in dieser Nacht auf uns und unsern Brüdern ruhen. Bewahre sie und uns vor allem Unglücke und Schaden; erquicke sie und uns durch einen gefunden, ruhigen Schlaf, und laß sie und uns auf dem Wege der christlichen Weisheit und Tugend immer weiter kommen, und uns dadurch Deines Wohlgefallens und der Glückseligkeit 2** - 1 - - 34- des ewigen Lebens immer würdiger und fähiger werden durch Jefum Christum, unsern Herrn und Heiland! Amen. Onu 250 Morgenlied. Gott, mein Gott! zu Dir erwach' ich beim Aufgange des Lichtes." 62. p. 1. Es dringt der Sonne heller Schein, Herein in meine Kammer; Ich bin erwacht- und Gott allein Bewahrte mich vor Jammer. Im Arm des Schlafes eingewiegt Lag ich in meinem Bette; Gesund erwacht und ganz erquickt Verlaß ich jezt die Stätte, Um nun mit neuer Thätigkeit Zu üben meine Pflichten, Und Gott, der Gutes mir verleiht, rud Den Dank jezt zu entrichten. Allgütiger! ja nimm' ihn hin, Den Dank von Deinem Kinde, you Gieb Kräfte mir und frohen Sinn, Bewahr' mich vor der Sünde! dań Laß' zu der Arbeit mich mit Muth Manicou com Und ohne Murren gehen; - - 35- Du, der mir so viel Gutes thut, le Erhöre stets mein Flehen! Zur Arbeit hast den Menschen Du de Bestimmt dahier auf Erden; dfe Nur nach der Arbeit wird die Ruh' Ihm ganz erquickend werden. D'rum will ich unverdroffen heut' Mein Tagewerk ergreifen, Und, hab' ich Gutes ausgestreut, 200 Mög' es zum Glück mir reifen. Dein Segen sey mit jedem Tag Den ich erleb', hienieden. baadagine dis del ho O, lehr' mich tragen jede Plag', sid Buil Gieb meiner Seele Frieden! me Gott fegne Freund' und Feinde mir, Denn schwach sind wir ja Alle, dall Und Keiner steht so fest dahier, scre Daß er nicht Einmal falle. di Maria! sey mir Mittlerin Bei Jesus deinem Sohne! SNBC via dall Bewahr' vor Wollust mich und Haß, Mich freu' das Wohl des Nächsten; Mein Herz soll ohne Unterlaß Dich preisen, Dich, den Höchsten! moc #P Hofe mort -- 36— Maria bitt', ach bitte ihn, im Daß er mich stets verschone! Ihr Engel, mir vom Herrn gesandt, Nehmt unter eure Schwingen Mich, reicht zur Rettung mir die Hand, Lehrt Gutes mich vollbringen! 12 - Abendlied. ad diff Du wirst immer froh seyn am Abende, wenn du den Tag nüßlich zugebracht hast." Nachf. Chr. Sieh', der Abendnebel decket m Schon der Sonne hellen Glanz, Und die Dämmerung verstecket d Ihren behren Strahlenkranz; Es erglänzt das Licht der Sterne An dem blauen Horizont, Und es lächelt aus der Ferne ies Mild herab der Silbermond. 100 Gall Und zu Dir, Allvater! wende Ich den stillbewegten Sinn, dene Falte betend meine Hände In die blauen Lüfte bin. ce nisite Von des Himmels fernen Höhen, Fromm, vom Weltgeräusch erwacht, Fühle ich der Andacht Wehen, Und bewund're Deine Macht. - 37 www Deine Allmacht, Größe, malet sidste Uns der Sonne heller Glanz; Deine ew'ge Weisheit strahlet sti? Aus dem sanften Sternenkranz, Und dem kindlichen Gemüthe Flößt vom fernen Himmelsraum Deine namenlose Güte Ein das seligste Vertrau'n. doftragic aism ant dual Vater, der Du oben wohnest, the Dort in jenen reinen Höh'n, ISS Der Du über Sternen throneft, im dall Höre Deines Kindes Fleh'n! Laß' stets ruhig, sanft und labend, Heiter, freundlich, ewig rein, So wie dieser stille Abend, Immer meine Seele seyn! Q Und nichts trübe mehr den Frieden. Je in Deines Kindes Brust; Laß' mich wandeln fromm hienieden, e Nie der schweren Schuld bewußt; Laß' mich nicht die Dornen fliehen 2 Auf des Christen Lebensbahn; Denn auch zarte Blümlein blüh'n Lieblich auf des Heiles Bahn. Wenn mein Herz einst je bestürmet Wieder Leidenschaften Gluth, - 38- - Gieb mir Kraft, die sie beschirmets@ Vor des Lasters wilder Fluth!!! Leite Du stets meine Schritten suis@ Auf der Tugend steiler Bahn, ale Und es führe meine Tritten and doll Glaube, Hoffnung, Liebe an! g stolusturon smis Glaube sey stets meine Sonne, Hoffnung sey mein Pilgerstab; ME Heil'ge Liebe meine Wonne T9108 Bis zum stillen, kühlen Grab..Q Und mit ihnen fest im Bunde€ † Q Wandelt man am Guten reich; Dann ist uns're Todesstundesish 102 Einem heitern Abend gleich! G Du, der Jungfrau'n schönste Zierde! Rein, so wie noch keine war, Mimic Du, der Frauen höchste Würde, in all Die den Mittler uns gebar: 32 Dich will ich als Muster wählen, Heiligste, in jedem Stand, Laß' dein Beispiel mich beseelen, 308 Leit' mich stets mit milder Hand! a goniom nasle - - 39- Vor dem Schlafengehen. Ich überdachte im Herzen meine frühern Tage zur Nachtzeit, überlegte Alles, und durchforschte meinen Geist." pf. 76. 6. Schon ist sie entschwunden Uns're Sonn', es naht die Nacht. Wie hab' ich des Tages Stunden; dall Wieder heute zugebracht?- Alle Güter dieser Erden Bringen ihn nicht mehr zurück, Und nur unsere Thaten werden Ewig seyn vor Gottes Blick.é laosdu Ich gesteh', daß oft gefehlet Leider hat mein schwaches Herz Und von wahrer Reu' befeelet, mis Fühl' ich es mit heißem Schmerz Du, der in dem Himmel wohnet, ull Bist so gütig, so gelind; Wieder hast Du heut verschonet Mich, Dein sündenvolles Kind. El clidy Cuondam spune Chic Mancher schied heut' von dem Leben, Mitten in des Lasters Bahn, Und mir hast Du Zeit gegeben, Daß ich besser werden kann. Ich erkenne Deine Liebe, Vater; doch gieb Stärke mir, im onisc -40- Daß ich gern das Gute übe, Schwach bin ich nur außer Dir! Eine Deiner vielen Gaben Ist des Schlafes Balsamluft, Seine sanften Schwingen laben Selbst die sturmbewegte Brust. Und in Deinem Namen gehe Jezt ich zu des Schlafes Ruh', Sanften Schlummers Odem wehe Mir den holden Frieden zu. indua ming Stärke, Gott! mich im Gemüthe, Daß nach ruhevoller Nacht Deine unbegränzte Güte, Deine wunderbare Macht, Deine Liebe, Deine Milde Mehr erfaffet meinen Geist, Und nach Deinem heilig'n Bilde Er zu wirken sich befleißt. Wenn des Schlummers sanftes Wehen Mich ganz unbewußt erhält, Mög'st Du, Vater! auf mich sehen Von des Himmels blauem Zelt. Schüße mich durch Deine Hände Gud. Vor der bösen Feinde Schaar; Deine ewig'e Allmacht wende Von mir jegliche Gefahr! - 41- Gott! kein schneller Tod ereile siisk Unversehens Schlummernde, gs Und Du, heil'ger Schußgeist! weile te Immerdar in meiner Näh'! Deine Huld und Güte decke Mich vor meiner Feinde Wuth, Und der neue Morgen wecke Mich zu Thaten, fromm und gut. ich zu Thate sin dap Aber zählest Du die Stunden, Gott! die Du mir zugedacht, Ist für mich die Zeit entschwunden, Naht der Tod in dieser Nacht,- Soll ich nie mehr lächeln sehen midl Je der Sonne heitern Schein; → Herr! Dein Wille soll geschehen, Denn mein Leben ist ja Dein! Ich bin, Ew'ger, Deiner Hände Werk; Du bist mein Gott und Herr; Darum fleh' ich: Stärke sende! Und der Tod sey mir nicht schwer. Richte liebreich mit Erbarmen Mich, und nimm' mich als Dein Kind Gnädig auf mit Vaterarmen Hin, wo Deine Heil'gen sind. Laß' auf mir stets reichen Segen Und auch auf den Eltern ruh'n, - 42--Leite uns auf Deinen Wegen, 110 Segne immer unser Thun! Meine Schwestern, meine Brüder all Führe auf der Zugend Bahn; Blick auf Jene liebend nieder, Die mir jemals Gut's gethan! Mög'st Du allen meinen Freunden. Glück und Seelenruh' verleih'n; Herzlich will ich meinen Feinden All' ihr böses Thun verzeih'n.©) Schüße sie; und allen Armen, Bater! lindere ihre Noth! Und im Tode hab' Erbarmen Mit uns Allen, großer Gott! Alle Menschen, Herr! empfehle Ich in Deine Vaterhand, Auch den Todten, dessen Seelen 62 Noch bei Dir nicht Gnade fand. Gnade mög'st Du, Gott der Milde, Süßer Jesus uns verleih'n, Und umschwebt von Deinem Bilde bi tög' mein Schlaf erquickend seyn! MM mus@ - 43- Kürzere Morgen- und Abend. Gebete. Gebet am Morgen. O mein Gott und Vater! ich sage Dir herzlichen Dank, daß Du mich in dieser vergangenen Nacht und zu allen vorigen Zeiten meines Lebens so gnädig erhalten und in Deinen göttlichen Schutz genommen hast. Dir übergebe ich mich nun auch wieder ganz mit Leib und Seele. Bewahre mich und die Meinigen stets vor allem Uebel, leite und führe uns, daß wir in all unserm Thun und Lassen nach Deinem göttlichen Wohlgefallen leben, geduldig und Dir zu lieb leiden und wirken, jede Sünde standhaft vermeiden, und so Dei ner Gnade und Liebe immer würdiger werden mögen. Amen. br Der Segen Gottes, des allmächtigen Vaters, die Liebe Jesu Christi, des Sohnes, meines Herrn und Erlösers, und die Gnade des heiligen Geistes erhalte und stärcke mich und alle Menschen zu allem Guten HOID DELL und zum ewigen Leben. Amen. Gute Meinung. Las Liebe zu Dir, O mein Gott! ich opfere Dir auf alle meine Gedanken, Worte und Werke. Alles, was ich heute thun oder auch leiden werde, will ich thun und leiden nach Deinem göttlichen Willen, und aus Liebe wie mir solches durch sein Wort und Beispiel gezeigt hat Jesus Christus, Dein Sohn, mein Herr und Erlöser! Amen. zu Dir, spoje - 44- Anrufung der Heiligen. Heilige Jungfrau Maria! heiliger Schußengel, und du mein heiliger Namenspatron! bittet für mich, daß der gütige Gott mich heute und immerdar bewahren wolle vor allem Uebel der Seele und des Leibes! Amen. #r Abendgebet. Ich danke Dir, himmlischer Vate, durch Jesum Christum, Deinen Sohn, unsern Herrn, daß Du mich an diesem Tage so gnädig behütet, und mir so viele Wohlthaten erwiesen hast. Ich bitte Dich, Du wollest mir alle meine Sünden verzeihen, und mich auch diese Nacht vor allem Bösen bewahren. In Deine Hände empfehle ich meine Seele, meinen Leib, und Alles, was Deine ewige Erbarmung mir gegeben hat. Laß Deine heiligen Engel unter uns weilen, und durch sie diese unsere Wohnung im Frieden bewahren, und Dein Segen ruhe allezeit über uns! Durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. Schlußerinnerungen. Schon Pythagoras, ein Heide, sprach:„ Göne dir keis nen Schlaf, bis du nicht déin Tagewerk wohl durchforscht hast. Frage dich: Was hab ich gethan? Worin hab ich gefehlt? Und was war in meinen Handlungen Unanstän - 45- niges und Unvollkommenes? Beginne beim Ersten, bereue, was du Böses gethan, und erfreue dich des Guten!" 1 Thaten dieß die Heiden, um wie weit mehr müssen Christen sich selbst prüfen, vervollkommnen und für die Gnade Gottes sich empfänglich machen? Ueberdich spricht auch - der Herr: ,, Wer sich selbst richtet, der wird nicht gerichtet werden." Auch schreibe den schirmreichen Namen Jesu: I. N. R. I. auf deine Stirne, denke fleißig, ehe du einschlafest, an die vier lezten Dinge, wie auch an die Noth der Armen und Bedrängten, und danke Gott für alles Gute. Eben so versäume nicht, dich gleich beim Erwachen am frühen Morgen an Gott den Herrn zu erinnern, dich mit dem heiligen Kreuze zu bezeichnen, deinem Schöpfer für den neu erlebten Tag innig zu danken, und seiner Gnade und seinem allmächtigen Beistande für den zu erlebenden Tag und für alle künftigen Zeiten dich kindlich zu empfehlen, damit du vor Sünden und vor vielen Uebeln bewahrt bleibest, und du dein Tagewerk mit Gott stets beginnen und segensvoll vollenden mögest. Denn es giebt, spricht der heilige Johannes Climatus, gewisse Vorläufer- böse Geister welche Alles aufbieten, um unvorsichtige Seelen gleich im Anbeginne ihres Erwachens zu zerstreuen, und ihre ersten Gedanken zu erhaschen, damit diese Seelen um das trostreiche Gefühl des göttlichen Segens" gebracht und den Tag hindurch zerstreuet werden. Donnerstagsgebet am Abende. 01:00 Am Delberge sprach Jesus zu seinen Jüngern: Meine Seele ist betrübt bis in den Tod. Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet. Jesus betete:« Bater, wenn es möglich ist- und Dir ist Alles möglich so laß diesen Kelch vor mir vorübergehen; doch nicht mein Wille geschehe, sondern der Deine." - - 46- -OD O! mildester Herr Jesu Christe, der Du wegen meiner und der ganzen Welt Sünden so große Angst und Betrübniß ausgestanden, blutige Schweißtropfen vergossen, und in Deiner Angst von einem Engel bist gestärket worden; gieb, daß ich in aller Trübfal, Angst und Noth mich in Deinen göttlichen Willen ergebe, mit Andacht und Inbrunst bete, und in jedem Leiden Trost, und gegen jede Versuchung Kraft vom Himmel erlangen möge! Amen. bialn Am Freitage. 3ur Erinnerung des Todes Jesu ain Kreuze. Es sind Finsterniffe entstanden, als die Juden den Herrn Jesus gekreuziget haben; und um die neunte Stunde rief der Herr mit lauter Stimme:« Mei Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlaffen! Vater, in Deine Hände empfehle ich meinen Geist!»> und mit geneigtem Haupte gab Er seinen Geist auf. Wir beten Dich an, o Jesus Christus! und loben Dich; denn durch Dein heiliges Kreuz und unschuldiges Sterben hast die ganze Welt erlöset. O, Herr Jesus Christus! der Du am Kreuze so bittere Leiden aus Liebe zu uns erduldet hast, bis Alles vollbracht war, und Deine edle Seele von Deinem heiligen Leibe geschieden wurde; ich bitte Dich, Du wollest Dich meiner armen Seele erbarmen, jezt, und wenn sie von meinem Leibe scheiden wird; gieb, daß Dein Kreuz und Leiden an mir und an keinem Menschen verloren gehen möge! Wann d -47O, Jesu, Dir lebe ich! O Jesu, Dir sterbe ich! O Jesu, Dein will ich seyn todt und lebendig. Amen. dasfapte sin 905 Vor dem Tische. Ihr möget essen oder trinken tes. Paul. 1. Kor. 10. astoint - thut nur Alles zur Ehre GotJesu, auf dieselbe Weise, thai Wie einst in dem Ostersaal, Segne mir auch Trank und Speise, Segne, heil'ger Gott, mein Mahl! Gieb, daß ich, wenn ich mich labe, Gott den Geber vorher lob', Und auch mäßig Deine Gabe 3u genießen stets gelob'!- Himmlischer Vater! zu Dir heben wir Hände und Herz empor; von Dir erwarten wir Speise und Trank, und Du giebst uns dieses Alles auch. segne diese Lebensmittel, daß sie uns gedeihlich seyen, und laß sie uns mit Mäßigkeit und mit Dank nach Deinem göttlichen Willen, zu Deiner Ehre und zu unserer Wohlfahrt gebrauchen, und dabei auch der Armen nicht vergessen! Amen. Gedanken während der Mahlzeit. Während mich jezt Deine Gaben, Guter Gott und Vater! laben, - 48- sd Duldet eine große Zahl Meiner Brüder Hungerqual.-is 3 Laß' mich, dieses nie vergessend, Deine Güte stets ermessend, Flehen: ,, Lind're ihre Noth, Gieb uns heut' das nöth'ge Brod!" Nach dem Effen.e ,, Wunderbar hat von jeher der Herr denen, die ihn fürchten, Speise gegeben." 90. pr. 4. CONG TIME SUGI Bater, so wie Deine Güte Meinen Leib gesättigt hat, O, so stärk' auch mein Gemüthe, Mache meine Seele satt! Mangel mög' der Körper leiden, is 18 Ehe er der Seele droht, Und mit Deines Wortes Freudenin Slips Stärfe, nähre sie, o Gott! Ang Himmlischer Vater, wir danken Dir, daß Du uns Unwürdige gespeiset und Deiner Gnaden so väterlich theilhaftig gemacht hast, und nie aufhörest, uns Deine Wohlthaten gütig mitzutheilen. Lob und Dant sey Dir, o Gott im Himmel! Friede dem Menschen auf Erden, Gnade unsern Wohlthätern, die ewige Ruhe allen verstorbenen Christen, und nach diesem vergänglichen Leben verleihe uns die ewige Freude und Seligkeit! Amen. Ehre sey Gott dem Vater †††. Anmerkung. Fernere tägliche Gebete sind nach den heiligen Meß- und Vespergebeten und auch am Schlusse dieses Buches angeführt. - 49- and weigh and chooms) i( es) ¡ t: 0= tm wil 43 mnd 3weiter Abschnitt. Abschnitt.uk nalan spitaldere be M eß= A n d achten. A. Erklärung des heiligen Messopfers und der dabei üblichen Gebräuche und der Messgewänder. 1 Ein Opfer nennt man die Gabe, welche Gott dargebracht wird, um Ihm unsere Anbetung und unsern Dank zu bezeugen, oder um von Ihm neue Gnaden und besonders Verzeihung der Sünden zu erflehen. So brachte schon der Priester Melchifedech dem Allerhöchsten Brod und Wein dar, als Opfer; auch opferte Noe, Abel, Abraham 2c., und die Ifraeliten schlachteten unter vielen andern Opfern, vorzüglich das Osterlamm. Denn, wenn auch Moses sich durchgehends bestrebte, den heidnischen Gebräuchen zu widerstreiten, so führte er doch gleich allen Völfern der Erde zur Reinigung von Sünden Blutopfer ein. Das Menschengeschlecht konnte aber das Blut nicht errathen, dessen es bedurfte, um wahren Frieden zu stiften, im Himmel und auf Erden ( Col. 1, 20); es ist dieß das Blut am Kreuze, das Blut im Kelche des neuen Testamentes. Die heilige Messe(- vom Hebräischen Missah Opfer oder dem lateinischen Missa Entlasſung der 3 Erhebungen. Vierte Auflage. - - - MO ? - 50 J Katechumenen oder noch nicht Getauften nach der Evangeliums Erklärung) ist demnach das Opfer des neuen Bundes, das durch jene früheren Opfer nur vorbildlich angedeutet wurde; sie ist die unblutige Erneuerung jenes großen Opfers, welches Jesus Christus durch seinen Tod einst am Kreuze blutig darges bracht hat( Röm. 5, 9. Hebr. 9, 14), und beim lezten Abendmale feierlich ei einfezte mit dem Zuſatze: Dieß thut zu meinem Gedächtniſse."( Luk. 22, 19. 1 Cor. 11, 24.) Darum wird Jesus, der nun ewig lebt und nicht mehr stirbt, als beständiges Opfer für unsere Sünden täglich unter den Gestalten des Brodes und Weines als das wahre göttliche Osterlamm auf unsern Altären dem himmlischen Vater auf's Neue aufgeopfert. Deßwegen sprach schon der Prophet Mas lachias: ,, Vom Aufgange der Sonne bis zu ihrem Niedergange wird mein Name groß seyn unter den Völkern, und aller Orten wird mir geopfert und meinem Namen ein reines Opfer dargebracht werden." Die heiligen Apostel und ihre Nachfolger haben nach dem obigen Auftrage das Andenken des Todes Jesu durch's heilige Mesopfer wirklich schon gefeiert. « Wir haben einen Altar, von welchem jene nicht effen dürfen, die den Stiftshüttendienst noch mitmachen," sagt Paulus.( Hebr. 13, 10); wo aber ein Altar ist, muß auch ein Opfer seyn. Das Kreuz auf dem Calvarienhügel kann dieser Altar nicht seyn, weil von ihm herab Jesus sich zwar zum Opfer, nicht aber zur Speise, gab. Täglich fanden sie sich im Tempel einmüthig zusammen, brachen das Brod zu Hause." ( Apstg. 2, 46. 20, 7.) 225 -51- Was es mit dem täglichen Brodbrechen für eine Bewandtniß habe, soll uns der heilige Apostel Andreas sagen, welcher zu Aegeas, dem Statthalter von Pats ras, der Hauptstadt von Obergriechenland, also sprach: « Ich opfere täglich dem allmächtigen, einzigen und wahren Gott, nicht zwar Rauchwerk, nicht das Fleisch von Ochsen, nicht das Blut von Böcken, sondern ein unbeflecktes Lamm auf dem Altare, und wenn das Volk der Gläubigen dessen Fleisch gegessen, und sein Blut getrunken hat, so bleibt dennoch das Lamm, das geopfert worden ist, ganz und lebendig.» Monika's Bitte, ihrer am Altare zu gedenken, ( Augustins Bek. 9 B.), des heiligen Chrisostomus Klage über die Vernachlässigung des Meßhörens, dritte Homilie,- die griechischen sowohl als lateinischen Liturgien sprechen unter Anderm laut dafür, daß auch nach der Apostelzeit das allerheiligste Altarssakrament als Opfer auf den über die Gräber der heiligen Märtyrer errichteten Altären dargebracht wor= den sey, wobei der heiligen Märtyrer selbst gedacht wurde. Aber nicht blos der heiligen Märtyrer und sonstiger Heiligen wurde bei der heiligen Messe gedacht; jede noch so kleine Ceremonie der heiligen Messe läßt uns stets an das Leiden, des Geopferten denken. Hierüber werden die in diesem Gebetbuche noch vorkommenden Erklärungen der Ceremonien und der Gebete bei der heiligen Messe, die den öffentlichen Gottesdienst erst eigentlich feierlich machen, fernere genügende Aufschlüsse geben, und Niemand wird nach Erwägung alles dessen, was während des Messelefens 3* - 52- - am Altare vorgeht, fernerhin die Heiligkeit und Wichtigkeit des heiligsten Meßopfers in Zweifel ziehen. Welche schöne Erinnerungen an das Leiden Jesu, welche heilsame Belehrungen sind nicht schon mit der priesterlichen Kleidung, welche auch die der heiligen Apostel und der ersten Christen war, verbunden! Löse die Bande der Sünde, die dich so lange umgaben, umgürte deine Lenden mit Wahrheit( Eph. 6, 14.) rufen dir Stole, Manipel und Gürtel, diese Sym bole der Bande unseres Herrn, entgegen. Lebe keusch und unschuldig, wie Jesus, der Liebhaber der Keuschheit, es will, wie jene jungfräulichen Gemüther lebten, an deren Festen der Priester im weißen Gewande erscheint, spricht die Kirche zu dir durch die weiße Farbe, welche noch immer als Symbol der Unschuld anerkannt wird. Laßt das Feuer der Liebe nie in dir erlöschen, ruft dir das flammende Roth am Pfingst= feste, und sen bereit, für Religion, Wahrheit und Tugend sogar dein Blut zu vergießen, ruft es dir an Tagen der heiligen Märtyrer zu. Setze alle deine Hoffnung auf Gott, sagt dir die Farbe der Hoffnung, das Grün des Meßgewandes. Die an Buß- und Bettagen, z. B. in der Adventszeit, in der vierzigtägigen Fasten, in der Bittwoche übliche blaue Farbe flüstert dir zu: Blicke hinauf zu dem blauen Gewölbe des Himmels, reiße Ihn, den du durch Sünde verloren hast, durch Buße wider an dich. Die am Sterbetage des Erlösers, und den Sterbe- und Jahrestagen unserer Verstorbenen gewöhnliche schwarze Farbe spricht zu dir: Lebe so, daß Jesu Kreuzestod nicht an dir verloren sey, denke an deine Sterblichkeit, vergiß deiner ver- - 53- storbenen Theuren im Gebete nie. Ja, dieß und mehr noch spricht zu dir die Kirche durch das Farbenspiel ihres Meßgewandes, das uns an den Purpurmantel erinnert, in welchem der Erlöser einst verspottet wor= den ist. da Auch der Gebrauch der Lichter und des Weihrauches in der Kirche, ist in der heiligen Schrift ges gründet. So waren nach Gottes Anordnung( Erod. 25, 31- 40) schon im alten Bunde Leuchter vom feinsten Golde auf den Altar gestellt, und der in festliche Kleidung gehüllte opfernde Priester bediente sich goldener, zum heiligen Gebrauche eingeweihter Opfer= gefäße. Vor dem Heiligthume brannten auf dem goldenen Leuchter sieben Lichter, auch wurde Weihrauch angezündet, als ein Sinnbild des Gebetes, das sich zu Gott gleich den Wolken empor heben soll. Diese brennenden Kerzen gebrauchten auch schon die ersten Christen; dieselben waren, wie der heilige Hieronymus fagt, ihnen Zeichen innerer Freude, und wie Christus als Sonne uns vorleuchtet, so soll auch bei Tag und Nacht in uns das Licht des Glaubens, des Vertrauens und der göttlichen Liebe brennen.( Apostg. 20, 8.) in muss das - Und, wer erinnert sich nicht bei dem Besprengen mit Wasser an die Leibes- und Seelenreinigungen der Alten mit Wasser und Blut? So laßt uns denn stets und gerne, besonders an Sonn- und Festtagen, Gott den Herrn in seinem Hause anbeten; Ihn loben und preisen bei der heiligen Messe, und ihm für seine Wohlthaten findlich danken; Ihn aber auch bei fol chen Gelegenheiten um seine Gnade bitten, und uns - <-54mit ihm ausföhnen; denn das heilige Mesopfer ivird nicht blos zur Ehre Gottes und zur Erinnerung an das Opfer Jesu Christi am Kreuze dargebracht, sondern gereicht uns allen Christgläubigen, sowohl Lebenden als auch Verstorbenen, besonders aber denen, die die heilige Messe nach ihrer Meinung( etwa gegen Entrichtung irgend einer kleinen Erkenntlichkeit oder des Messtipendiums) bestellen, und die dem heiligen Meßopfer beiwohnen, zum außerordentlichen Nutzen; denn die unblutige Erneuerung des blutigen Opfers Jefu auf Golgatha ist von unschätzbarem Werthe. Ja, dieses heiligste Opfer der Christen ist ein wahres Lob-, Dank, Bitt- und Sühnopfer, das besonders drei wichtige Haupttheile: die Opferung, Wandlung( Verwandlung 2c.) und Communion in sich faßt, und auch mit einer Erklärung des Evangeliums, besonders an Feiertagen, in inigster Verbindung steht. Auch kann jeder Messehörer durch irgend ein Gebetbuch mehr oder weniger inne werden, was der Priester auf dem Altare während der heiligen Messe in lateinischer Sprache nach kirchlicher Vorschrift betet oder vornimmt. Un begreiflich ist es daher, wie es sündige Menschen wa gen konnten, dieses, im alten und neuen Bunde so fest und deutlich angedeutete und begründete, und von den Christen über fünfzehn hundert Jahre mit größtem Nußen verrichtete heilige Mesopfer hin und wieder in der Christenheit in Abnahme und in Mißachtung zu bringen. Doch auch dieses mußte kommen, denn heilige Männer, wie z. B. Daniel 11, 31. 8, 11-18. Paulus 2 Theß. 2, 3- 5. sagten schon voraus, daß gegen Anfang der lezten Zeiten dessen Abschaffung - 55 14 durch den Menschen der Sünde,( durch unchristlich gesinnte Menschen), durch Söhne des Verderbens, die milusis sich wider Gott auflehnen, und sich so gescheidt und flug wie der Herr selbst dünken, erfolgen werde. Doch getrost!- wie Ezechias den wahren Got: tesdienst wieder herstellte( 2. Chronica 29.), wie un ter Cyrus der Tempel hergestellt,( 1. Esdr. 1), und von Judas dem Machabäer gereiniget wurde( 1. Mac. 4, 26- 36),« so wird das heilige Mesopfer, der wahre Gottesdienst von Henoch und Elias einst wieder erneuert und hergestellt werden.»( Malach. 4. 4, 5. Effl. 44, 16. E. 48 3. 10. Matth. 11, 14 und 17 E. 11. Offenb. Joh. 11, 314.) mə Auch die Bäter deuten dieses so, und im Prediger ( 1. E. 9. V.) heißt es deutlich in dieser Beziehung: « Was geschehen ist, wird wieder geschehen, was gethan worden, wird wieder gethan werden.»> So lange wir daher dem heiligen Mesopfer beiwohnen können, so lange laffet uns hintreten mit aufrichtigen Herzen und vollem Vertrauen, befreit von einem bösen Gewissen. Nicht versäumen wollen wir unsere Zusammenkünfte, wie Manche die Gewohnheit haben, und dieß um so mehr, je näher wir jenen Tag( der Verwüstung) heranrücken sehen.» So Paulus an die Hebr. 10, 22- 26. HOC kommie duu ¹310 md 1000 dhe ng Ind day dustné vid tpinnis@ shellind sic por o 19 dan dok s - 56- - B. Asperges-, Predigt-, Chriftenlehr- und Segenlieder. of Bei Besprengung mit Weihwasser am Eingange in die Kirche oder sonst wo. 100 Bei Erhaltung eines geweihten Waffers erinnere man sich an die erhaltene Taufgnade, erneuere die bei der Taufe gemachten Versprechen, dem Teufel und allem Bösen zu entfagen, den christkatholischen Glauben zu bewahren und Gottes Gebote treu zu beobachten; auch soll man Gott bitten, Er möge uns von allen Sünden reinigen durch das Blut Christi, und Er wolle unsere Sündenreue gnädig annehmen. Dann bete man noch etwa Folgendes: Erfülle mich mit Gnade, Herr! Erbarme Dich, Barmherziger! Und wasche mich von Sünden rein, Laß' meine Schuld getilget seyn! Erschaff' in mir ein reines Herz, Erfülle es mit Reue- Schmerz, Ein Herz gieb, das nach Gutem strebt, Und stets nach Deinem Willen lebt! Dir, Gott, den Erd' und Himmel preist, Dir, Vater, Sohn und heil'ger Geist; Dir, heiligste Dreieinigkeit! Sey Lob und Ehr' in Ewigkeit! SHIS 57 - Andacht vor der Predigt oder Christenlehre. Komm, o heiliger Geist! und lehre Uns, zu hören Gottes Wort; Gieb, daß wir zu Deiner Ehre Es befolgen immerfort! sin sobie m Laß' uns von den Tugend- Wegen Nie zu Lastern irre geh'n, Sieb uns Gnade, Kraft und Segen, In der Prüfung zu besteh'n! Was Du liebvoll uns verkündigt, Was die Kirche uns bewahrt. Sey, da wir vor Dir gefündigt, Uns auf's Neu' geoffenbart. Deine Liebe, Deine Güte Leite uns auf Erden hier, Winkt mir einst des Grabes Friede, Nimm die Seel' dann auf zu Dir! Lied oder Gebet nach der Predigt oder chriftlichen Lehre. - Find Gott sey Preis und Dank gebracht, Denn wir haben nun vernommen, Was uns Menschen selig macht, Gottes Wort, den Trost der Frommen; Lehren, die zu edlen Werken Unsern schwachen Glauben stärken. 3** - - - 58Gottes Liebe! wolle Dich Immer mehr uns offenbaren, o Mögst vor Sünden väterlich Uns die Deinen mild bewahren, Daß wir nie von Dir uns trennen, Treu Dich bis zum Tod bekennen! Dich bis Ehre sey Gott dem Vater, dem Sohne und dem heiligen Geiste,- wie im Anfange, so jezt und zu jeder Zeit! Amen, 3um heiligen Segen. O Jesu! Dir lebe ich; o Jesu! Dir sterbe ich; o Jesu! Dein bin ich im Leben und im Tode!- Jesu! sey mir gnädig; o Jesu! sey mir barmherzig; o Jesu! verzeihe mir meine Sünden!- A Lied zum heiligen Segen. hili Heilig, heilig, heilig! Heilig, immer heilig! Jesus heilig ohne End' In dem heil'gen Sakrament! KR Ich bet' Dich an, vermenschter Gott! In Brodsgestalt zugegen; O Engelspeis, o Lebensbrod! d Verleih mir Deinen Segen! ojult - 63- Nimm, o Herr! wir bitten Dich, unsere Ungerechtigkeiten von uns weg, damit wir zum Allerheiligsten mit reinem Herzen einzugehen würdig werden durch Christus unsern Herrn! Amen. ( Der Priester neigt sich in der Mitte des Altares und küsset ihn.) Wir bitten Dich, o Herr! durch die Verdienste Deiner Heiligen, deren Reliquien hier aufbehalten sind, und aller übrigen Heiligen, Du wollest mir alle meine Sünden verzeihen! Amen. #Q Die Messe selbst. ( Der Priester betet auf der Epistelseite den Eingang.): Hochgelobt sen die allerheiligste Dreifaltigkeit und die unzertheilte Einigkeit! Wir wollen Ihn- den Allerhöchsten dankbar preisen; denn Er hat uns feine Barmherzigkeit erwiesen! Pf. 8. Herr, unser Herr! wie wunderbar ist Dein Name auf der ganzen Erde! Ehre sey dem Vater, dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie im Anfange, so jezt und allezeit und in alle Ewigkeit! Amen. @sim Sall ( Der Priester ruft mit dem Volke in der Mitte des Altares die Erbarmung Gottes an.) - Herr, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christus, erbarme Dich unser! Christus, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! 200 64 - Das Gloria oder der englische Lobgesang. ( Das Gloria wird im Advent und in der Fasten, auch bei Bittund Seelenmessen nicht gebetet.) 192 Ehre sey Gott in der Höhe, und Friede den Menschen auf Erden, die eines guten Willens sind! Dich loben wir, Dich preisen wir, Dich beten wir an. Dir sagen wir Dank wegen Deiner Größe und Herrlichkeit. Herr Gott, König des Himmels, Gott, allmächtiger Vater! Herr Jesus Christus, Eingeborner Sohn, Gott, unser Herr, Lamm Gottes, des Vaters Sohn! der Du die Sünden der Welt hinwegnimmst; o, erbarme Dich unser; der Du hinwegnimmst die Sünden der Welt: nimm an unser inniges Flehen! der Du zur Rechten des Vaters sikest, o erbarme Dich unser! Denn Du allein bist der Heilige, Du allein der Herr, Du allein der Allerhöchste, o Jesus Christus! mit dem heiligen Geiste in der Herrlichkeit des Vaters! Amen. nive Segenswunsch des Priesters an das Volk. Pr. Der Herr sey mit euch! V. Und mit Deinem Geiste! ( Des Priesters Gebet auf der Epistelseite.) Lasset uns beten! Allmächtiger, ewiger Gott! Du hast Deinen Dienern die Gnade ertheilet, daß wir im Lichte des wahren Glaubens die Herrlichkeit erkennen, und in der machtvollen Majestät die Einigkeit Deines göttlichen $ 10 - 65- Wesens anbeten: verleihe uns auch, daß wir durch die Festigkeit eben dieses Glaubens vor allen Drangsalen stets beschüzt bleiben; durch Jesus Christus, unfern Herrn 2c.*) Gott! Du Stärke aller, welche auf Dich vertrauen, erhöre gnädig unser Flehen! Ohne Dich vermag die Unmacht der Sterblichen nichts. Deßwegen schenke uns den Beistand Deiner Gnade, damit wir Deine Gebote treu beobachten, und hiedurch unser Wille und Wandel Dir wohlgefällig werde, durch Jesus Christus Deinen Sohn, unsern Herrn, welcher mit Dir, und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit! V. Amen, also geschehe es. Epistel, d. i. Lehrstück aus der heil. Schrift. ( Aus dem Briefe des heiligen Apostels Paulus an die Römer. 11. Hauptst. 33.) - - Wie unerschöpflich sind die Reichthümer der Weis heit und der Erkenntniß Gottes; wie ganz unbegreiflich seine Wege! Wer hat jemals den Sinn des Herrn errathen;- wer ist jemals sein Rathgeber gewesen? Wer hat Ihm zuvor etwas gegeben, daß es ihm wie*) Fast alle Meßgebete schließen mit der Formel: ,, burch Jesus Christus," zur Erinnerung, daß unser Gebet ſeine Kraft nur durch die Verdienste Jesu, unsers Vermittlers und Fürsprechers beim Vater in dem Himmel haupt sächlich erhalten könne. -66der vergolten würde? Aus Jhm, durch Ihn und in Ihm sey Ruhm und Ehre in Ihm ist Alles. Ewigkeit! Amen V. Gott sey Dank und Lob dargebracht! Hochgepriesen bist Du, o Herr! Abgründe durchschauest Du; Du sißest über dem Cherubim. Hochgepriesen bist Du, o Herr! in der Feste des Himmels, und preiswürdig in alle Ewigkeit, Halleluja, Halleluja! da( Stilles Gebet des Priesters in der Mitte des Alta es.) 160.10 COMO - Allmächtiger Gott! reinige mein Herz und meine Lippen. Wie Du einst die Lippen des Propheten Jesaias mit einer glühenden Kohle gereiniget hast, so reinige auch mich durch Deine liebenswürdigen Erbarmungen, damit ich Dein heiliges Evangelium mit Würde verkünde, durch Jesus Christus, unsern Herrn! Amen. Herr segne uns! Der Herr sey in meinem Herzen und auf meinen Lippen, damit ich sein Evangelium würdig und geziemend vernehme und verkünde! Amen. Evangelium*) d. i. frohe Botschaft; nach Matthäus hong nhapdin 28. Kapitel. modtogus Pr. u. V. Der Herr sey mit uns! Pr. In derselben Zeit sprach Jesus zu seinen *) Nach der Epistel wurde schon bei den ersten Christen das Buch auf die sogenannte Evangelienfeite getragen, um auf erstere Seite ungestörter die Opfergaben( woher noch das jeßige Opfer kommt), legen zu können. <- 67 Jüngern:« Mir ist alle Gewallt gegeben im Himmel und auf Erden. Gehet also hin, unterrichtet alle Völker, und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehret sie alles beobachten, was ich geboten habe. Und sehet, ich bin alle Zage bei euch bis an das Ende der Welt!»*) punt QUE bin V. Gelobt sey Jesus Christus! d poin Pr. Durch die Worte des Evangeliums sollen unsere Sünden ausgetilget werden. spillet 20 golip dor) Credo. ( Nachdem vor Beiten die Anfänger im Christenthume, wie auch die Ungläubigen und öffentlichen Sünder und Büßer nach der Predigt entlassen waren, begann das eigentliche Opfer oder die Messe der Gläubigen, wobei zuerst das öffentliche Glaubensbe kenntniß abgelegt wurde, sowie selbes bei der allgemeinen Kirs chenversammlung zu Nicäa verfaßt worden ist.) get adat Pr. Ich glaube an einen Gott, Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde, und aller S *) Der heilige Justin sagt: Nach vollendeter Lesung des heiligen Evangeliums hält der Erste aus der Versammlung( der Priester) dem Volke eine Predigt." Hier aus ersieht man, daß vor Zeiten das Wort Gottes von der heiligen Messe nicht getrennt war. Predigt, Opfer und Abendmahl waren also drei Haupttheile einer einzigen Handlung; kein Gottesdienst war ohne Unterricht, weil die ersten Christen mehr auf Lebensbesserung und gutes Beispiel sahen, als auf Bequemlichkeit. Der vierte allgemeine Kirchenrath von Karthago sagt zur Bestä tigung dieses in seiner 24. Verordnung: Wenn der -68- sichtbaren und unsichtbaren Dinge, und an den Einen, Herrn Jesus Christus, den eingebornen Sohn Gottes. Er ist von dem Vater ausgegangen und erzeugt von Ewigkeit. Gott von Gott; Licht vom Lichte; wahrer Gott von dem wahren Gott; erzeuget, nicht erschaffen. Eines Wesens mit dem Vater, durch welchen Alles erschaffen ist. Um der Menschen und ihrer Rettung willen stieg Er herab von dem Himmel, nahm aus Maria der Jungfrau durch Ueberschattung des heiligen Geistes Fleisch an, und wurde Mensch. Er ward auch für uns unter Pontius Pilatus gefreuziget und in das Grab gelegt. An dem dritten Tage erstand Er, wie es in den heiligen Büchern vorhergesagt war, von den Todten, und fuhr auf gen Himmel. Jezt sizzet Er zur Rechten des Vaters und von dort wird Er wieder kommen in seiner Herrlichkeit, die Lebendigen und die Todten zu richten. Seines Reiches wird kein Ende seyn. Ich glaube auch an den heiligen Geist, den Herrn und Lebendigmacher, der von dem Vater und Sohne ausgieng und mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet wird und der durch die Propheten geredet bat. Priester eine Rede, d. i. christliche Lehre, hält in der Kirche, so soll der, welcher das Gotteshaus während derselben verläßt, in den Bann gethan seyn!" Auch ward der, welcher sich ohne hinlängliche Ursache beim Gots tesdienst nicht einfand, von der Gemeinde ausgeschloffen. Schwäzer während der heiligen Handlung mußten 10 Tage lang bei Wasser und Brod büßen. - 69 Ich glaube an Eine, heilige, allgemeine und apostolische Kirche. Ich bekenne eine Taufe zur Nachlas. sung der Sünden; ich erwarte die Auferstehung der Todten, und ein ewiges zukünftiges Leben Amen. Offertorium, d. i. die Aufopferung. Pr. u, V. Herr sey mit uns! Pr. Lasset uns betten! Gepriesen sey Gott Vater, der eingeborne Sohn Gottes und der heilige Geist! denn die hochheilige Dreifaltigkeit hat mit uns nach der unendlichen Barmherzigkeit gehandelt. ( Bei der Aufopferung des Brodes.) Nimm an, allmächtiger, ewiger Gott, heiliger Vater! dieses reine Opfer, welches ich, Dein unwürdiger Diener, Dir, meinem wahren und lebendigen Gott, für Verzeihung meiner unzählbaren Sünden, Beleidigungen und Nachläßigkeiten, auch für alle anwesende und abwesende, lebende und abgestorbene Christen darbringe, damit es ihnen und mir ersprießlich werde zu dem ewigen Leben! Amen. MANC ( Bei der Vermischung mit Wasser und Wein.) - Gott! der Du die Menschennatur in ihrer Würde wundervoll erschaffen und nach dem Falle noch wundervoller erneuert hast, laß uns durch das Geheimniß dieses Wassers und Weines an der Gottheit desjenigen Theil nehmen, der sich aus Liebe zu uns unserer Menschheit theilhaftig zu werden, gewürdiget hat; Jesus Christus nähmlich, Dein Sohn, unser Herr! Amen. -70( Bei der Aufopferung des Kelches.) ulp b Herr, wir opfern Dir den Kelch des Heiles auf und flehen Deine Güte an, daß er im Angesichte Deiner göttlichen Majestät für unser Heil und zum Besten der ganzen Welt mit einem lieblichen Geruche zu Dir aufsteige! Amen. ( Mit geneigtem Haupte.) ansadonnis Im Geiste der Demuth und mit zerknirschtem Herzen laß uns vor Dir erscheinen, o Herr! damit unser Opfer heute vor Deinen Augen vollbracht, und von Dir gefällig möge aufgenommen werden! ( Segnung des Opfers.) Komme, heiligmachender, allmächtiger, ewiger Gott! und segne dieses Opfer, welches zur Ehre Deines heiligen Namens zubereitet ist. ( Dei dem Händewaschen auf der Epistelseite. 25. Psalm, 6.) Unter den Unschuldigen will ich meine Hände was schen, und dann bei Deinem Altare mich einfinden, o Herr! damit ich laute Danklieder anstimme und alle Deine Wunder erzähle. Herr! ich liebe Deinen herrlichen Tempel und den Ort, der die Wohnung Deiner Herrlichkeit ist. D Gott, richte meine Seele mit den Sündern nicht zu Grunde, nimm mir mein Leben nicht, wie den Blutdürftigen! Ungerechtigkeit ist in ihren Händen und bestechende Geschenke sind in ihren Rechten. - 71- Ich aber suche in meiner Unschuld dahin zu wandeln; erlöse mich und erbarme Dich meiner! euer Mein Fuß sucht nicht vom rechten Wege abzuweichen; in den Versammlungen will, o Herr! ich Dich preifen. Ehre sey dem Vater, dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie im Anfange, jezt und in alle Ewigkeit! Amen. ( In der Mitte des Altars.) bild onions Oheilige Dreieinigkeit! nimm dieses Opfer gnädig auf, welches wir Dir darbringen zum Andenken an das Leiden, an die Auferstehung und Himmelfahrt Jes su Christi, unsers Herrn, zur Ehre der heiligen, immer unbefleckten Jungfrau Maria, wie auch des heiligen Johannes des Täufers, der heiligen Apostel Petrus und Paulus, Andreas und Johannes 2c ,, dieser und aller andern Heiligen, damit selbes ihnen zur Ehre, uns aber zum Heile gereiche, und daß diejenigen wieder für uns in dem Himmel bitten, deren Andenken wir auf Erden feiern, durch denselben Christus, unfern Herrn! Amen. Stadsdoor Pr.( Gegen das Volk.) Betet Brüder! auf daß mein und euer Opfer bei Gott, dem allmächtigen Vater, angenehm werde! missim Q V. Der Herr nehme dieses Opfer von deinen Händen( gnädig) auf zum Lobe und zur Verherrlichung seines Namens auch zu unserm Nußen und zum Besten seiner ganzen heiligen Kirche! Pr. Amen. - 72- nidad Sekreta, oder stille Gebete. Wir bitten Dich, o Herr unser Gott! heilige dieses Opfer durch die Anrufung Deines heiligen Namens und mache durch dasselbe uns selbst zu einem Opfer, das ewig das Deinige bleibe, durch Jesus Christus, unsern Herrn! Amen. Erhöre uns, o Gott! durch die Kraft dieses heilic gen Sakramentes, daß wir vor allen Feinden des Leibes und der Seele geschüzt werden! Verleih uns die biezu nöthige Gnade auf dieser und die ewige Herrlichkeit in jener Welt! 2c. V. Amen. bmoni lub Präfation. ( Aufmunterung zum Lobe und Danke gegen Gott.) don Pr. Der Herr sey mit uns! Bed and 2 dus Pr. Erhebet eure Herzen zu dem Herrn! V. Wir haben sie zu dem Herrn erhoben.n Pr. Lasset uns Gott, unsern Herrn, immerhin dankbar preisen! V. Dieses ist billig und recht. Pr. Es ist wahrhaft billig und recht, pflichtmäßig und heilsam, daß wir Dich allezeit und überall dankbar preisen, Dich, heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott! der Du mit Deinem eingebornen Sohne und dem heiligen Geiste ein einziger Gott bist, ein einziger Herr! nicht Eins in den Personen, sondern Eins in dem Wesen. Denn was wir von Deiner Herrlichkeit nach dem Lichte Deiner Offenbarung glauben, alles dieses glauben wir auch von Deinem Sohne, alles dieses glauben wir auch von dem HO -73. - heiligen Geiste, ohne einen Unterschied der göttlichen Natur anzunehmen, so daß in dem Bekenntnisse der wahren und ewigen Gottheit, in den Personen die Verschiedenheit, in dem Wesen die Einigkeit und in der Majestät die Gleichheit angebetet wird. Eben diese Majestät preisen auch alle Engel und Erzengel, alle Cherubim, Seraphim, indem sie unaufhörlich und mit Einer Stimme lobsingen: aland « Heilig, heilig, heilig bist Du, o Herr, Du Gott der Heerschaaren!» Himmel und Erde sind voll von Deiner Herrlichteit; Heil Dir in der Höhe! Hochgelobt sey, der da kömmt in dem Namen des Herrn! Heil Dir in der Höhe! Canon, d. i. die zur Consekration des Abendmahles vorgeschriebenen Gebete und Regeln; auch die stille Messe genannt. ( Der Priester hebt Hände und Augen empor.) Die Ste Dich also, gütigster Bater! bitten und flehen wir durch Jesus Christus, Deinen Sohn, unsern Herrn, demüthig an, Du wollest diese Gaben t. diese Geschenke t, diese heiligent, reinen Opfer gefällig aufnehmen und fegnen. Wir bringen diese Opfer Dir vorzüglich dar im Namen und zum Besten Deiner heiligen, allgemeinen Kirche, damit Du sie auf dem ganzen Erdfreise in Frieden und Eintracht erhaltest, beschüßzest und regierest, und daß Du auch segneft mit der Fülle Deines Segens Deinen Diener, unsern Pabst N. und Erhebungen. Vierte Auflage. 4 Univ.- Bibl. Giessen <- 74- unsern Bischof N., wie auch alle Rechtgläubige und Verehrer des katholischen und apostolischen Glaubens. ( Erinnerung an unsere Mitchristen, und Fürbitte für alle auf Erden lebende Menſchen.) Gedenke, o Herr! aller Deiner Diener und Dienerinnen N. N., besonders aller Gegenwärtigen, deren Glaube und herzliche Andacht Dir bekannt ist und Aller, für welche wir dieses Opfer darbringen, oder welche Dir dieses Lob- und Dankopfer entrichten, für sich und alle die Ihrigen, zur Rettung ihrer Seelen, in zuversichtlicher Erwartung, daß es zu ihrem Besten gereiche, und welche Dir, ihrem ewigen, lebendigen und wahrhaften Gott, ihre Gelübde und Wünsche darbringen. Erinnerung an die Heiligen. Wir nehmen auch Theil an der Gemeinschaft der Heiligen und gedenken mit Ehrerbietigkeit zuerst der glorreichen, allezeit unversehrten Jungfrau Maria, welche Jesum Christum, unsern Herrn und Gott, geboren hat; darnach Deiner seligen Apostel und Blutzeugen, des Petrus und Paulus, Andreas, Jakobus, Johannes, Thomas, Jakobus des Jüngern, des Philippus, Bartholomäus, Matthäus, des Simon und Thaddäus, des heiligen Linus, Eletus, Elemens, Gregorius und Silverius, des Xistus, Cornelius, Cyprianus, Laurentius, Chrysogonus, Johannes und Paulus, des Cosmas und des Damianus, und aller Deiner Heiligen, um deren Verdienste und Fürbitte willen Du uns die Allmacht Deines Schutzes überall und in - 75- - Allem angedeihen lassen wollest, durch denselben Chris stus, unsern Herrn! Amen. spun? Vor der Wandlung. So sich denn auf diese Opfergabe, welche wir Deine Diener und alle Deine Kinder Dir opfern, gnadenvoll herab und laß unsere Bitte in Erfüllung ges hen, daß unsere Tage im Frieden sanft vorüber fliessen; daß wir vor dem ewigen Verderben bewahrt, und unter die Zahl Deiner Auserwählten gerechnet werden, durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen. Gott! laß dieses Opfer durchaus ein † gesegnetes, der vernünftigen Anbetung Deiner Herrlichkeit vollkommen angemessenes und Dir in Allem wohlgefälliges Opfer seyn, damit es für uns der Leib † und das Blut+ Deines geliebtesten Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus werde, welcher am Vorabende seines Leidens das Brod in seine heiligen, ehrwürdigen Hände nahm, die Augen gen Himmel, zu Dir, seinem allmächtigen Vater, erhob, Dir Dank sagte, das Brod segnete, † brach, und es seinen Jüngern gab, sprechend: « Nehmet hin und esset!» Wandlung. « Denn dieses ist mein Leib! ( Die heilige Hostie wird zur Anbetung in die Höhe gehoben.) Auf gleiche Weise nahm Er nach dem Abendmahle auch diesen herrlichen Kelch in seine heiligen und ehr34* - - 76- würdigen Hände, dankte Dir wieder, segnete denselben, gab ihn seinen Jüngern dar und sagte: « Nehmet hin und trinket Alle daraus! Wandlung. Denn dieses ist der Kelch Meines Blutes, des neuen und ewigen Bundes; ein Geheimniß des Glaubens; welches( Blut) für euch und für Viele wird vergossen werden zur Verge= bung der Sünden.» ( ( Der Kelch wird in die Höhe gehoben.) 418 « So oft ihr dieses thut, sollet ihr es zu meinem Gedächtnisse thun.>> die 15d Nach der Wandlung. Und da wir uns nun als Deine Diener, o Herr! und Dein Dir geheiligtes Volk, an das seligmachende Leiden, an die Auferstehung von den Todten und an die herrliche Himmelfahrt Deines Sohnes, des Gesalbten, unsers Herrn erinnern, so bringen wir Deiner höchsten Majestät von Deinen Gaben und Geschenken: reines Opfer, ein ein † heiliges Opfer, ein † fleckenloses Opfer, das heilige Brod des ewigen Lebens, den † Kelch des ewigen Lebens, und den † Kelch des ewigen Heiles dar. Auf dieses Opfer sich mit gnädigem und heiterem Antlike herab und laß es Dir gefällig seyn, wie Du cortos - - 77- einst mit Wohlgefallen heruntersahest auf das Opfer Abels, Deines gerechten Dieners und auf das Opfer unsers Patriarchen Abraham und auf das heilige, reine Opfer, welches Dir Dein Hoherpriester Melchisedech entrichtet hat. di ( Der Priester neigt sich.) Gn Sie Allmächtiger Gott! wir bitten Dich demüthigst, laß dieses Opfer durch die Hände Deines heiligen Engels vor das Angesicht Deiner göttlichen Majestät zu Deinem hohen Altare emporgebracht werden, damit alle die, welche an dem heiligsten Leibe und Blute Deines eingebornen Sohnes Jesus Christus durch den Genuß von dieser Altarsgabe Theil nehmen, mit allen himmlischen Segen † und allen Gnaden erfüllet werden, durch denselben Christus, unfern Herrn. Amen. Erinnerung an die Verstorbenen, besonders der uns zunächst Angehörigen.. - Gedenke auch, o Herr! Deiner Diener und Dienerin N. N., welche uns mit dem Zeichen des Glaubens vorangegangen sind und in dem sanften Schlafe des Friedens ruhen! Verleihe ihnen und allen in Christo Ruhenden einen Ort der Erquickung, des Lichtes und des Friedens durch denselben Christus, unsern Herrn. Amen. 200 stidni - Gebet für die Lebenden. unce Gut Auch uns Sünder, Deine Diener, die wir auf Deine große Barmherzigkeit vertrauen, laß einst Theil - 78- nehmen an dem Umgange mit Deinen heiligen Aposteln und Märtyrern, mit Johannes, Stephanus, Matthias, Barnabas, Ignatius, Alexander, Marcellinus, Petrus. Felicitas, Perpetua, Agatha, Lucia, Agnes, Cäcilia, Anastasia und allen Deinen Heiligen, und nimm uns, nicht wegen unserer Verdienste, sondern als SündenVerzeiher in ihre Gesellschaft auf durch Christus, unsern Herrn, durch welchen Du, o Herr! alles das, was gut ist, erschaffest und erhaltest, heiligest t, beleLO SOLVE best t, fegnest t, und uns zutheileſt. Durch Ihnt und mit Ihm f und in Ihm ist Dir, o Gott! dem allmächtigen Vater, in Einheit des heiligen Geistes alle Ehre und Herrlichkeit, durch alle Ewigkeit! Bolt. Amen. - Nach der stillen Messe, oder dem Canon. undry arodnoted Priest. Lasset uns beten! Durch heilsame Vorschriften aufgemuntert, und belehrt durch göttlichen Unterricht, wagen wir es zu sagen: Vater unser, der Du bist in den Himmeln! 2c." hira Erlöse uns, o Herr! von allen vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Uebeln, und schenke auf die Fürbitte der seligen und glorwürdigen Jungfrau und Gottesgebärerin Maria, Deiner Apostel Petrus und Paulus ,. Andreas und aller Heiligen, uns nach Deiner Güte in unsern Zagen Friede und Ruhe, daß wir durch Deine Barmherzigkeit unterstüßet, von aller 79 - Sünde frei,( die heilige Hostie wird über dem Kelche zertheilt,) und von aller Verwirrung sicher bleiben, durch denselben Jesus Christus, unsern Herrn, Deinen Sohn, welcher mit Dir lebt und regiert in Einigkeit des heiligen Geistes von Ewigkeit zu Ewigkeit. SV. Amen. astud suis& thi hod stonl) old Pr.( Macht mit dem kleinen abgebrochenen Theile der heiligen Hostie dreimal das Kreuz über den Kelch.) Der Friede des Herrn sey allezeit mit euch! woo V. Und mit Deinem Geiste. the Pr.( Läßt den kleinen Theil der heiligen Hostie in den Kelch fallen.) Diese Vermischung und Segnung des Leibes und Blutes unsers Herrn Jesus gedeihe uns beim Genusse zum ewigen Leben! Amen. O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt! Erbarme Dich unser! O du Lamm Gottes 2c. Erbarme Dich unser! O Du Lamm Gottes 2c. Gib uns den Frieden! ( Bei Seelenmessen: Herr gib ihnen die ewige Ruhe!) Gebete vor der heiligen Communion. notes nom Wol 1) Herr Jesus Christus! Du sagtest einst Deinen Aposteln:« Den Frieden hinterlasse ich euch; meinen Frieden geb' ich euch!» Sieh' nicht auf meine Sünden, sondern auf den Glauben Deiner Kirche und laß diese nach Deinem Willen im Frieden und in Einigkeit immer mehr befestiget werden! Der Du lebest und regierest als Gott in Ewigkeit! Amen. 2) Herr Jesus Christus, Sohn des lebendigen Gottes! - 80 Du hast nach dem Willen Deines Vaters, durch Mitwirkung des heiligen Geistes, durch Dein Sterben der Welt das Leben ertheilet.- Erlöse mich durch diesen hochheiligen Leib und durch Dein Blut von allen meinen Sünden und von allen Uebeln, und gieb mir die Gnade, daß ich Deine Gebote stets beobachte, und von Dir nie geschieden werde, der Du mit demselben Gott, dem Vater und dem heiligen Geiste lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. sing, 3) Der Genuß deines Leibes, Herr Jesus Christus den ich Unwürdiger vorhabe, werde mir nicht Ursache des Gerichtes und der Verwerfung; er gereiche mir vielmehr nach Deiner Güte zum mächtigen Schußze und zu einer heilsamen Arznei des Leibes und der Seele; der Du lebest und regierest mit Gott dem Va= ter, in Einigkeit des heiligen Geistes, als wahrer Gott in Ewigkeit. Amen, # 1 Q Bei der heiligen Communion. [ Man kann auch geistiger Weise Theil nehmen an dem Genusse des heiligen Leibes und Blutes Jesu Christi, doch soll man dessen ungeachtet oft im Jahre zum Tische des Herrn gehen.] prie Supe ind mo Das Himmelsbrod will ich empfangen und den Namen des Herrn anrufen. udsing- nonism Herr ich bin nicht würdig, daß Du eingehest unter mein Dach, sondern sprich nur ein Wort, fo wird meine Seele gesund!( Wird dreimal wiederholt. Hernach communicirt der Priester.) Der Leib un JUBE - - 81- sers Herrn Jesus Christus bewahre meine Seele zu dem ewigen Leben! Amen. Wie kann ich wohl dem Herrn alles vergelten, was er mir erwiesen hat? Che sdi asa Trinken will ich den Kelch des Heiles und anrufen o Space wi den Namen des Herrn.in, alatpitlejbor@ nopilled Lobpreisend will ich den Herrn anrufen und gerettet werd' ich von allen meinen Feinden. Findominis[ Genuß des heiligen Blutes.] Das Blut unsers Herrn Jesus Christus bewahre meine Seele zu dem ewigen Leben! Amen. mm o ending supé, cand mogör U VILL. Nach der heiligen Communion. 1) Was wir jezt mit dem Munde empfangen haben, wollen wir mit reinem Herzen behalten. Dieſe zeitliche Gabe werde uns ein ewiges Rettungsmittel!- 2) Dein heiliger Leib, welchen ich genossen, und Dein heiliges Blut, welches ich getrunken habe, bleibe stets in meinem Innersten und verleihe, daß kein Flecken der Sünde in mir weile, indem ich mit reinen und heiligen Sakramenten gestärkt worden bin. Der Du lebest und regierest als Gott zu ewigen Zeiten. Amen. .nomi9 ( Der Priester auf der Epistelſeite.) Laffet uns lobsingen dem Herrn des Himmels, und ihn preisen vor allem, was da lebt; denn Er hat in uns feine unendliche Barmherzigkeit erzeigt. 4** - Pr. u. V. Der Herr sey mit uns!****@*** Pr. Laffet uns beten! Es gedeihe uns, o Herr, unser Gott! zum Heile des Leibes und der Seele der Genuß dieses Saframentes und zugleich auch das Bekenntniß der ewigen, heiligen Dreifaltigkeit und dieselbe unzertheilte Einheit, durch Jesus Christus, Deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. Gesättiget sind wir, o Herr! mit Deinen Gaben; gieb uns jezt die Gnade, daß diese Deine Gaben uns auch helfen werden und unaufhörlich unsere Lobgefänge seyn mögen, durch Jesus Christus 2c. Amen. Jem19 Pr. u. V. Der Herr sey mit uns! Deras Opfer ist Pr. Gehet nun, das Opfer ist vollbracht! V. Gott sey Lob und Dank dargebracht!,( miloded mand ( Tief gebeugt betet der Priester in der Mitte des Altars.) Shid Pr. Hochheilige Dreieinigkeit! laß Dir diese Bea jeugung meiner Unterwürfigkeit gefällig, und das Opfer, welches ich Unwürdiger vor den Augen Deiner Majestät verrichtet habe, Dir angenehm und mir und Allen, für welche ich es verrichtet habe, nach Deinen Erbarmungen heilsam seyn, durch Jesus Christus, unsern Herrn! Amen. Der Segen über das Volk. Pr. u. V. Es segne uns der allmächtige Gott, + Vater und † Sohn und † heilige Geist! di schildusin sisamu - 83- 1 noeV. Amen.( Bei Seelenämtern wird statt dessen ge45 44 sprochen: ,, Herr gib ihnen 2c.") Gull du s Pr. u. V. Der Herr sey mit uns! Pr. Anfang des heiligen Evangeliums nach Johannes. V. Ehre sey Dir, o Herr! lloc al and Pr. Im Anfange war das Wort und das Wort Jesus war bei Gott, und Gott war das Wort. DieSutt, und Gott war das Wort. ses war in dem Anfange bei Gott; alle Dinge sind durch Dasselbe gemacht, und ohne Ihn ist nichts ge= ist. In Ihm Jefus war macht, was gemacht ist. In Ihm das Leben und das Leben war das Licht der Menschen; is e ou und das Licht scheinet in den Finsternissen und die Finsternisse haben es nicht begriffen. Es war ein Mensch von Gott gesandt, dieser hieß Johannes. Er kam zum Zeugnisse, damit er vom Lichte zeugte, damit sie Alle durch ihn glaubten. Er war also nicht das Licht selbst, sondern er sollte nur Zeugniß von dem Lichte geben. Er,( der Sohn Gottes) war das wahre Licht, welches jeden Menschen erleuchtet, welcher in die Welt kommt. Er war in der Welt, und die Surich S Welt ist durch Ihn gemacht und die Welt hat Ihn nicht erkannt. Er kam in sein Eigenthum zum auserwählten Judenvolke, doch die Seinigen nahmen Ihn nicht auf. Welche ihn aber aufnahmen, denen verlieh usado er die Macht, Kinder Gottes zu werden; diesen nämlich, welche an seinen Namen glauben, welche nicht aus dem Geblüte, noch aus dem Willen des Fleisches, Im ni nu ne - - <-84- noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind: Und das Wort ist Fleisch gewor= den und hat unter uns gewohnet.( Wird das Knie gebeugt.) Und wir haben seine Herrlichkeit gefehen, eine Herrlichkeit gleich der des Eingebornen von dem Vater, voller Gnade und Wahrheit. V. Gott sey Dank. Gebet nach dem Amte, zugleich auch ein AblasQuit Sp Gebet. so schn 00000 Ewiger, unendlich barmherziger Gott und Vater! sieb herab auf uns mit Huld und Gnade und erbarme Dich über alle Menschen, für welche Dein Sohn Jesus Christus litt und starb. Wir bitten Dich durch die unendlichen Verdienste Desjenigen, welcher sich Dir so eben für uns zum Opfer dargebracht hat. Bewahre uns vor gegenwärtigen und zukünftigen Gefahren, vor Empörungen, Krieg, Theurung, Hungersnoth und ansteckenden Krankheiten! Stärke geistliche und weltliche Vorsteher in dem Guten, damit sie Deine Ehre, unser Seelenheil, den Frieden und die Wohlfahrt unter den Menschen befördern. Verleihe uns Einigkeit des Glaubens, wahre Bruders und Nächstenliebe! Gieb uns die Gnade, daß wir an der Besserung unsers Lebens ernstlich arbeiten! Vermehre unsern Glauben, stärke uns in der Hoff= nung; entzünde unsere Liebe zu Dir und zu allem Guten in uns immer mehr! Fors Wir bitten zugleich für alle Menschen, für Freunde und Feinde, für Gesunde und Kranke, für Glückliche und Unglückliche, für Gläubige und für Gläubige und Ungläubige, für Lebende und Abgestorbene;- segne sie Alle, gieb mir und allen Menschen Deine Gnade zu dem Besten des Leibes und der Seele! Du bist ja aller Mensche Vater, und wirst uns helfen durch Jesus Christus, Deinen Sohn, unsern Herrn. Herr, erhöre unser Gebet, Mad You, B Und verleihe uns Deinen Segen! Amen. ständig! Amen. ods or sedoys 3um Segen.Imgid e Der Segen Gottes, des allmächtigen Vaters 2c. fomme über uns herab und bleibe bei uns be- - # 01 - 85 Segne uns, o großer Gott! is lhe than us Wundervolles Himmelsbrod! Ach bewahre und errette ad. Uns aus aller Noth! Emplo veshtry MUS Gieb stets wahre Buß' und Reu', Spreche uns von Sünden frei; pa an Mach', daß Glaube, Liebe, Hoffnung Bis an's Ende sey! Pay 99 100 10: 3 mit 50% OWO sige admij, mmoj MUSH norte spring suis tound din Topla salom2 ng tod ind in bighflettute jen no thin mo! all otthom. bio! 5ptsind mind - 86- som Zweite beilige Meßandacht. www no inny dun sms dans Diese Gebete find entnommen aus den Schriften grumbyging DIN CHE verschiedener Heiligen. sdmdo? 539 dhip 19 od dnu Wenn ich bedenke, daß Jesus täglich sich selbst zu einem Opfer seinem himmlischen Vater wiederholt auf dem Altare darstellt, so leide ich dabei so viel mit, als ob ich Ihn auf Golgatha ſelbst tha ſelbſt fterbend erschauen würde" T Der heilige Wilhelm, Erzb. in Engl. Gute Meinung vor dem heil. Mesopfer, vom heil. Bonaventura. halpy onll Siehe, o himmlischer Vater! ich verehre so eben jenen Tod Deines eingebornen Sohnes unsers. Herrn Jesus Christus und bringe mit Andacht Dir jenes. Opfer dar, welches Er selbst für mein und der gans zen Welt Heil einst dargebracht hat. Siehe, auf Deinem heiligen Altare bringe ich Dir also jenes Opfer dar, welches Du selbst aus Barmherzigkeit am Altare des Kreuzes für uns hast opfern lassen. Gedenke daher dabei besonders jenes heiligen Schweißes Jesu, der wie Blutstropfen zur Erde rann; schaue herab auf jenen sündenreinen, und doch grausam zerschlagenen, gegeißelten, aufgeschwollenen, verunreinigten, blutigen, mit Dornen durchstochenen, mit Nägeln durchbohrten und durch eine Lanze verwundeten Leib des Erlösers. 230000 Jene Liebe also, welche Deinen Sohn dazu vermochte, die Sünden der ganzen Welt am Kreuze u büßen, bewege Dich, Vater! über uns Elende Dich zu erbarmen! Denke nicht an unsere Sündhaftigkeit, -87- fondern an Deinen Sohn, Jesus Cheistus, unfern Erlöser, blicke milde hin, denn nicht also, als ob wir uns für gerecht halten wollten, schicken wir unser Gebet zu Dir empor, sondern hoffend auf die Menge Deiner Erbarmungen verrichten wir jezt unsere Gebete und Opfer. Amen. is shold for Stufengebet vom heil. Cyprian. O Gott! Vater unsers Herrn Jesus Christus, Gott der Patriarchen, der Propheten, der Märtyrer, Jungfrauen und Aller, welche Dich bekennen! zu Dir flehen wir, o unendliche Majestät! der Du in der Fülle der Zeiten Dich unser erbarmtest und uns Deinen eingebornen Sohn, Gott den Herrn, unsern Erlöser sandtest, der vom heiligen Geiste empfangen, von dem Engel verkündet, aus Maria der Jungfrau geboren ward und durch welchen Du uns von dem Uebel des ewigen Todes und Verderbens erlöset hast. Durch Ihn, Deinen Eingebornen, bitte ich Dich, o himmlischer Vater! komm mir zu Hilfe und richte mich nicht nach meinen Werken; denn nicht gehalten habe ich Deine Gebote, sondern erbarme Dich meiner, schone meiner Sünden und verleihe mir den Geist der Buße! Denn, gleich wie David betet:« Herr, um Deines Namens willen tilge meine Missethaten!» Also flehe auch ich zu Deiner göttlichen Majestät, daß Du alle meine Sünden mir verzeihest! Verleihe mir, daß ich in treuem Glauben, mit reinem Herzen, in starkmüthiger Frömmigkeit und unter - -88beständigen Werken der Liebe in Deiner heiligen Kirche ausharre und von den Strafen und dem ewigen Feuer befreiet bleibe, welches Du den Bösen bereitet bast! Darum bitte ich Dich jezt beim Anfange des heiligen Meßopfers durch unsern gütigen und gebenedeiten Erlöser Jesus Christus, durch den Dir Lob, Ehre, Kraft und Glorie ſey in Ewigkeit; Amen. 1909pmstut 30 Gloria. mon0 ( Lobgesang der heiligen Kirche) d 1100 Ehre sey Gott in den Höhen und Friede auf Erden den Menschen, die eines guten Willens sind. Wir loben Dich; wir preisen Dich; wir beten Dich an; wir verherrlichen Dich; wir danken Dir wegen Deiner großen Herrlichkeit, o Herr, Gott, König des Himmels, allmächtiger Vater! Herr, eingeborner Sohn, Jesus Christus, Lamm Gottes, Sohn des Vaters! der Du die Sünden der Welt hinwegnimmst; erbarme Dich unser! der Du die Sünden der Welt hinwegnimmſt; nimm unser demüthiges Gebet auf! der Du zur Rechten des Vaters sitest, erbarme Dich unser! denn Du bist der Heilige, Du allein der Herr, Du allein der Allerhöchste, Jesus Christus, mit dem heiligen Geiste in der Herrlichkeit Gottes des Vaters! Amen. matod Gebet vom heiligen Pabst Gregor. Gütigster Jesus, Wort des Vaters, Abglanz der väterlichen Herrlichkeit, in welche die Engel zu schauen gelüftet! o lehre mich Deinen Willen thun, auf daß ich, - - 89- von Deinem guten Geiste geführt, in jenes glückselige Jerusalem gelange, wo ein ewiger Tag herrscht und ein Geist unter allen Kindern Gottes waltet; in die Stadt des Friedens, der unzerstörlichen Sicherheit, der sichern Ewigkeit der ewigen Ruhe und der ruhigen Glückseligkeit; in den Ort der glückseligen und lieblichsten Freude, wo Du, o Jesus! als Gott in Einheit mit dem Vater und dem heiligen Geiste lebest und regierest in Ewigkeit! Amen. que es Epistel, vom heil. Franz von Sales. Schweigen sollen alle Geschöpfe vor Dir, o Herr, Du selbst komm und sprich zu meiner Seele; denn sieh! Dein Diener hört. Flöße mir den Eifer der Propheten, die Liebe Deiner Apostel ein; und erfülle Du selbst das in mir, was Du durch dieselben sprachst und verheißen hast. Erleuchte mich, Herr! und pflege mich barmherzig, so lange ich im Gefängnisfe dieser Sterblichkeit schmachte; denn gar sehr bedarf ich des Lichtes und der Gnade. Dein heiliges Wort sey die Lampe, die meinen Schritten vorleuchte und Dein heiliger Frohnleichnam sey meine Speise, damit ich nicht auf dem Wege meiner Pilgerschaft erliege, sondern glückselig zu Dir gelange. Amen. QU CAR Das Evangelium vom heil. Auguftin. #s O Herr Jesus Christus, Wort des Vaters, der Du in diese Welt famst, die Sünder zu erlösen: ich bitte Dich durch Deine tiefe und innige Barmherzigkeit, - 90- - beffere mein Leben, vervollkommne meine Werke, ordne meine Sitten, nimm hinweg von mir, was mir schädlich und Dir mißfällig ist, und verleihe mir, was Du als Dir wohlgefällig und mir ersprießlich erkennest. Denn wer vermag das zu reinigen, was unrein schon empfangen wird, außer Du, der Einzige! Du bist es, o Gott der unendlichen Milde! der Du die Gottlosen rechtfertigest, die durch Sünden todt Gewordenen zum Leben erweckest, und aus Sündern Gerechte machest. Ich flehe zu Dir, strecke die Hand Deiner Erbarmung über mich aus, und tilge, was Dein mildes Auge an mir beleidiget. Von Dir, Herr! ist meine Gesundheit und meine Krankheit; erhalte jene und heile diese barmherziglich. Amen. Credo, von der heiligen Theresia. O, Ursprung und Urheber unseres Glaubens! verleihe mir einen lebendigen, festen, thätigen und vollkommenen Glauben; einen Glauben, den Du groß uennest, und der Alles erhalten kann, damit ich in allen Verhältnissen nach demselben mich richte und leiten lasse. Verleihe mir auch mit diesem heiligen Glauben die Gabe der Wissenschaft, der Weisheit, des guten Rathes, der Klugheit, um meinen Glauben dadurch zu vervollkommnen, und hilf mir gnädig, daß ich immerdar nach diesem heiligen Lichte, nicht aber nach meiner geringen und betrüglichen Vernunft wandle, und bekräftige meinen Willen, daß ich diesen heiligen Vorsaß mit Deiner Gnade standhaft ausführe! Amen. - - 91- Offertorium, vom heiligen Irenäus. Herr, heiliger Vater! der Du durch Jesus Christus, Deinen Sohn, das neue Opfer des neuen Bundes Int eingesezt hast und welches die Kirche, nach der Uleberlieferung der heiligen Apostel, in der ganzen Welt Dir darbringt: ich bitte Dich, würdige diese gebenedeite Opferung einer versöhnlichen Aufnahme zum Heile Deines gesammten Volkes, welches Du durch das kostbare Blut dieses Deines eingebornen Sohnes erworben hast. Durch das Opfer, welches Er selbst am Altare des Kreuzes für uns blutig dargebracht hat, opfere ich Dir meine Seele mit allen ihren Kräften, mein Ges dächtniß, meine Erkenntnißkraft und meinen Willen, meinen Leib und meine Habe, meine Verwandte und Freunde und was irgend sonst mir zugehört. Gib, daß ich diese von Dir erhaltenen Güter recht und nach der Vorschrift Deines göttlichen Willens gebrauche. Amen. hot bod Gebet des heiligen Ambrofius. now s019 i immat A3 Gedenke, Herr, Deines Geschöpfes, das Du durch Dein Blut erlöset hast! Es reuet mich, daß ich gefündiget habe, und herzlich verlange ich, zu verbessern, was ich Böses gethan.@ lich monter Nimm hinweg von mir, o huldreichster Vater! alle meine Ungerechtigkeiten und Sünden, damit ich, an Geist und Körper gereiniget, würdig werde, das Heiligste der Heiligsten im Geiste zu geniesen, und daß dieser heilige Genuß mir zur Nachlaffung meiner Sünden, zur vollkommnen Reinigung von meinen Verge - 94geärgert oder beeinträchtiget haben sollten, Alles reichlich. Two day bmi mi rur spil Bessere jene, die da fehlten, bekebre die Ungläubigen zum Glauben, führe die Irrgläubigen zur Einheit der heiligen Kirche und zeige ihnen das Licht der Wahrheit; spende den Sündern wahrhafte Buße und verleihe den Gerechten Kraft, in ihren guten Vorsätzen auszuharren. Gib unsern Eltern, Verwandten, Freunden und Feinden, Vertrauten und Wohlthätern, so wie Allen, die für uns beten und sich in unser Gebet empfohlen haben, alles Gute; beschüßze sie vor allem Uebel und stärke sie, damit selbe in Deinem Dienste ausharren bis an's Ende, und nach dem Verlaufe dieses Elendes zu Dir, zum wahren Vaterlande, zum ewigen Lohne und zur endlosen Glorie aller Heiligen gelangen mögen! Gebet, vom heil. Bafilius. Um dieses Alles bitten wir Dich durch die Fürbitten Deiner Heiligen, derer wir bei diesem heiligen Opfer eingedenk sind, zumal der heiligen, unbefleckten, glorreichen und gebenedeiten Jungfrau und Mutter Gottes Maria und aller heiligen Väter der Vorzeit; so wie nicht minder durch die Fürbitte der heiligen Apostel, Blutzeugen, Bekenner und aller Heiligen, damit Du die Missethaten uns erlaffest, der Du selbst heilig bist und die Bitten Deiner Heiligen gerne er= hörest; durch Jesus Christus, unsern Herrn! Amen. Zur Wandlung; vom hl. Thomas von Aquin. In Andacht bete ich dich an, o verborgene Gotts - 95- - heit, lebendiges Brod, welches der Welt das Leben gibt! verleih', daß meine Seele nur Dir lebe und immerdar das größte Vergnügen an und in Dir finde! O Herr Jesus, milder Vermittler bei Gott dem Vater, wasche mich Unreinen in Deinem Blute, damit ich rein werde! din chilzsluni Jesus, den ich hier verschleiert schaue, ich flehe zu Dir, verleihe mir das, wornach ich in voller Sehns sucht seufze, daß ich nämlich Dein schleierloses Angesicht einst selig in der ewigen Herrlichkeit ersehen fönne! is nog n Nach der Wandlung, vom heiligen Franz von Sales. pin Ich bete Dich an, liebevollster Jesus, mein Erlöser, der Du als unser wahrer Hohepriester und König auf dem heiligen Altare thronest! Aus ganzer Seele preise ich Dich, daß Du durch Dein Kreuz und das blutige Opfer Deines Kreuztodes mich erlöset und mit dem himmlischen Vater versöhnet hast! Durch die Unermeßlichkeit Deiner Liebe flehe ich zu Dir: gib mir mit Deiner heiligen Kirche Antheil an allen Gnaden, welche Du durch Deinen Versöhnungstod, durch die Glorie Deiner Auferstehung und durch den Sieg Deiner wunderbaren Himmelfahrt für uns erworben hast! Fest glaube ich, daß Du, der Erlöser der Welt, die ewige Wahrheit des Vaters, mit Deiner Gottheit. und Menschheit in dieser heiligen Hostie unsichtbar zu -96- gegen bist, und daß nun dasselbe Blut in dem Kelche fließt, welches einst für uns am Kreuze vergoffen ward. Verwandle, o mein Gott! gleich diesem Brode und diesem Weine, mich durch die Kraft Deiner Liebe fo gänzlich, daß ich innerlich und äußerlich ein ganz anderer besserer Mensch werde, als ich früher gewesen bin: daß ich aus einem zornigen ein geduldiger, aus einem beftigen ein friedlicher, aus einem vermessenen ein demüthiger, aus einem undankbaren ein dankbarer, aus einem verläumderischen und trägen ein frommer und eifriger Mensch werde. Amen. Das Vater unser, vom heiligen Bonaventura. Vater unser, allerhöchste Majestät und König der Könige, der Du bist in dem Himmel, wohin wir Alle unsere Gedanken erheben sollen! Geheiliget werde Dein Name in uns, welcher ohnehin schon ewig heilig ist in sich selbst; zukomme uns Dein Reich, das Reich Deiner Gnade und Liebe, auf daß der Fürst dieser Welt hinausgeworfen werde; Dein Wille ge= schehe wie im Himmel, also auch auf Erden, denn die höchste Freude der Engel und die Sehnsucht aller Heiligen ist es, daß Dein Wille immer erfüllt werde, welcher die Urquelle aller himmlischen Wonne ist. Gieb uns heute unser tägliches Brod, auf daß wir dadurch gestärkt, Deinen göttlichen Willen getreu vollbringen; und vergieb uns unsere Schulden, daß wir getroft zum Altare hintreten können, um dieses W - 97- - Brod des Lebens zu empfangen. Vergib uns, Herr! wie auch wir vergeben unsern Schuldigern, denn gerne vergeben wir aus Liebe zu Dir allen Denen, die uns betrübten, da wir um so geringen Preis die Nachlassung unserer zahllosen Sünden dagegen von Dir erlangen! Und führe uns nicht in Verz suchung, da wir schwache Geschöpfe es nimmermehr aus uns selbst vermögen, der Versuchung zu widerste= hen; sondern erlöse uns von dem Uebel, das wir durch unsere Bosheit verdienten; damit wir, wahrhaft erlöst und frei, Deiner göttlichen Majestät mit Freudigkeit bis an das Ende unseres Lebens zu dienen vermögen. Amen. - Zum Agnus Dei, von der heiligen Mechtilde. O Du Lamm Gottes, erbarme Dich unser und opfere Dich für uns Deinem himmlischen Vater mit aller Demuth und Geduld, zur Erstattung aller Tugenden, woran es uns gebricht! mormare O du Lamm Gottes, erbarme Dich unser und opfere Dich selbst für uns Gott dem Vater mit aller Liebe Deines göttlichen Herzens, zum Ersatz für alle guten Werke, die uns fehlen! Amen. Gebet um Frieden, aus der Messe der Aethiopier. Segne, Herr! deine Kirche, die von Anbeginn war, und bis an's Ende der Zeiten bestehen wird; segne alle Völker und Gemeinden; sende den Frieden vom Himmel über unsere Seelen; gib uns den Frieden unseres Lebens durch die Kirche. Gib, Herr! den Erhebungen. Vierte Auflage. 5 - 98 Game Frieden unserem Herrscher und seinen Fürsten, Richtern und Unterthanen, sowohl denjenigen, die mit uns in der Kirche, als jenen, die außerhalb derselben sind. OKönig des Friedens! schmücke uns und sie mit jeder Art des Friedens, der Du uns Alles gegeben hast. Erhalte uns, Herr! da wir außer Dir keinen Gott erkennen, sondern Deinen heiligen Namen nur allein stets nennen und anrufen wollen, damit unsere Seelen in Deinem Geiste leben, und nicht der Tod der Sünder über uns Deine Knechte und über Dein Volk die Herrschaft erlange. Dieses verleihe uns durch Jesus Christus, unsern Herrn! Amen. Communiongebet, vom heiligen Franziskus mipili Faverius. Die Seele Christi heilige mich, der Fronleichnam Christi erlöse mich, das Blut Christi tränke mich, das Waffer der Seite Christi wasche mich, das Leiden Christi stärke mich. O gütigster Jesus! erhöre mich, verbirg mich in Deinen Wunden, und laß mich nicht getrennet werden von Dir! Beschütze mich vor bösen Zungen und vor bösen Feinden, vor sichtbaren und unsichtbaren; berufe mich in der Stunde meines Todes, und laß mich zu Dir kommen, daß ich mit Deinen Heiligen Dich loben könne in alle Ewigkeit. Amen. Gebet nach der heiligen Communion, vom heiligen Bafilius. O Herr Jesus Christus! ewiges Wort Gottes, Sohn des Vaters, der Du durch Dein heilbringendes und belebendes Leiden die Bande unserer Sünden 99 - gebrochen hast, laß das Licht Deiner Gnade über uns aufgehen und nimm alle Sünden von uns hinweg. Denn Du bist ja der barmherzige und erbarmungsreiche Herr, unser Gott, ferne vom Zorne, reich an Vergebung und wahrhaftig, heilig und gerecht. O, leite und führe uns, Herr! auf dem Wege Deiner Barm= herzigkeit, zerbrich alle Fesseln unserer Missethaten und segne uns am Leibe und an der Seele. Herr, Gott, himmlischer Vater! wenn wir wissentlich oder unwissentlich, aus Bosheit des Herzens, aus Leichtsinn des Gemüthes, oder aus unreiner Neigung des Fleisches, durch Thaten, Worte oder Gedanken vor Dir gesündiget haben, so schone unser, Herr! der Du unsere Gebrechlichkeit kennest. O huldreicher Freund der Menschen! verleihe uns die Nachlaffung unserer Sünden. Verzeihe uns, o gütiger Gott! erbarme Dich unser, erfülle uns mit der Furcht Deines heiligen Namens und erlöse uns von allem Fluche, der unserer Schuld gebühren würde. Gib uns, Herr! ein neues Herz und die Einsicht, alle Werke des bösen Geistes zu fliehen. Verleihe uns, daß wir Deinen Willen thun zu jeder Zeit, und schreibe unsere Namen im himmlischen Reiche auf, daß wir daselbst mit allen Heiligen vereint werden durch Jesus Christus, dem mit Dir und dem heiligen Geiste- Glorie und Macht und Herrlichkeit sey, nun und in alle Ewigkeit. Amen. Zum Segen des Priesters, von der heiligen Mechtilde. Es segne mich, gütiger Jesus! Deine Allmacht, es belehre mich Deine Weisheit, es erfülle mich Deine 5* - 100Liebenswürdigkeit, es ziehe Deine Güte mich an und vereinige mich mit Dir in Ewigkeit. Amen. Segen des heiligen Ubaldus. Unser Herr Jesus Christus sey bei mir, Er beschüße mich, † Er sey in mir zur Erquickung, t vor mir zur Führung, † hinter mir zur Erhaltung, t und neben mir zur Stärkung und Tröstung; † dann über mir zu meinem Segen; † Er, der mit dem Vater, in Einigkeit des heiligen Geistes lebet und regieret ewiglich! Amen. ( Evangelium des heiligen Evangelisten Johannes.) Gebet nach der heiligen Messe, vom heiligen Thomas von Kempis. Liebevollster Vater im Himmel! ich danke Dir aus kindlichem Herzen, daß Du mich an dem Liebesmahle Jesu und an der Gedächtnißfeier seines Todes hast Theil nehmen lassen! Verzeihe mir alle dabei begangenen Fehler der Lauigkeit und der Zerstreuung! Ich faffe vor Deinem allerheiligsten Angesichte den festen Entschluß, dem Beispiele Deines Eingebornen in Allem nachzufolgen und Ihm, so viel meine Kräfte es erlauben, ähnlich zu werden, um so die Früchte dieses großen und heiligen Opfers zu erlangen. Verleihe mir die Gnade, diesen Vorsatz zu halten durch eben diesen, unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn! Amen. Der Segen des dreieinigen, ewigen und allmächtigen Gottes des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes schwebe über mich und alle Menschen herab und bleibe bei uns beständig! Es segne uns der Herr, Er bewahre uns und gebe uns seinen Frieden! Amen. 1 - 101 - Tägliche Hingabe an Gotting ( Nach dem heiligen Augustin, täglich und besonders nach jeder heiligen Messe oder Morgens zu beten.) Herr, mein Gott! in Dir allein ist Friede und Freude, Leben und Seligkeit. O gib, daß ich nur Dich allein suche und liebe, aus Liebe zu Dir meine Sündenschuld abtrage und die verziehene nicht wieder erneuere! Mein Regierer! lösche in mir aus die Gelüste des Fleisches und entzünde in mir das Feuer Deiner Liebe. Mein Erlöser! nimm von mir weg den Geist des Stolzes und verleih' mir gnädig den Schatz der Demuth! Mein Heiligmacher! nimm von mir die heftigen Begierden der Unlauterkeit und des Zornes, uns gib mir Unschuld des Herzens, den Schild der Duldsamkeit und den süßen Frieden eines sanften liebevollen Geistes! Verleih' mir, gütigster Vater! einen unerschütterlichen Glauben, eine zuversichtliche Hoffnung und eine unwandelbare Liebe! Wende ab von mir alles Eitle, die Unbeständigkeit des Gemüthes, die Zerstreuungen des Herzens, die unbedachtsame Geschwätzigkeit des Mundes, und das lasterhafte Schmähen und Verläumden meines Mitmenschen! Wende ab, o mein weisester Regierer! das Herumschweifen meiner Augen, die eitle Neugierde, Rechthaberei; wende ab von mir die unmäßige Begierde nach Reichthum, nach allem Geize und jeder Ungerechtigkeit. O mein Erschaffer! nimm jede unbedachtsame <- 102 - Leichtfertigkeit von mir, allen Starrsinn und alles ruhestörende Betragen; nimm von mir Müssiggang, Schläfrigkeit in Pflichterfüllung, Trägheit im Guten, Blödigkeit des Gemüthes, Blindheit des Herzens, Eigensinn des Kopfes und Rohheit des Betragens! O mein Erschaffer! nimm von mir allen Ungehorsam gegen Deinen heiligen Willen, stolze Selbstflugheit, Zügellosigkeit der Zunge, Hintergehung der Armen, Unterdrückung der Schwachen, Anschwärzung der Unschuldigen; Vernachlässigung der Untergebenen, Härte gegen Hausgenossen, Lieblosigkeit gegen Freunde und Feinde, und Hartherzigkeit gegen den Nächsten. O mein Gott! mein Erbarmer! durch Deinen geliebten Sohn bitte ich Dich; laß mich stets die Werke der Barmherzigkeit und der Gottseligkeit ausüben, und Mitleid haben mit den Bedrängten, die Frrenden belehren, dem Hilflosen laß mich beistehen, dem Armen aufhelfen, die Weinenden trösten, meinen Schuldnern nachlaffen, Beleidigungen verzeihen, meine Feinde lieben, Böses mit Gutem vergelten, Nimanden verachten, sondern Jederman ehren; laß mich ferner nachahmen die Guten und wider die Bösen auf der Hut seyn, nach jeder Tugend streben und das Böse verabscheuen und entfernen; endlich wollest du mich in Widerwärtigkeiten geduldig und im Glücke mäßig seyn, über den Mund und jedes Wort sorgfältig wachen, alles Irdische unter die Füße treten lassen, durch Jesus Christus unsern Herrn! Amen. Gottes Gnade und Barmherzigkeit sey und bleibe beständig bei uns. Sie entledige uns von den Fesseln der Sünde, und sey unser Schutz und Trost in all - 103. - unserm Thun und Lassen, in all unsern Anliegen. Amen. THE WC and Kindl Dritte Mes- Andacht für die Fasten, und auch als Kreuzweg- Andacht + Solis milzu gebrauchen, indem in derselben die bedeutendsten Umstände der Leidensgeschichte Jesu nach der Anordnung des Kirchenrathes von Trient, Sess. 22. Cap. 8. in Erwägung gezogen sind. bilgi esther Vorbereitungsgebet. Göttlicher Erlöser! ich will heute bei diesem Opfer der heiligen Messe die Geschichte Deines Leidens in mein Gedächtniß zurückrufen. Wo kann ich größere Beweggründe schöpfen zur Anbetung, zur Dankbarkeit, als in der Betrachtung alles dessen, was Du für uns gethan und gelitten hast? wo größere Neue über meine Sünden empfinden, als wenn ich bedenke, was das Versöhnungswerk Dich gekostet hat? wo größere Zuversicht zu Bitten um die mir so nothwendigen Gnaden, als in der Erwägung Deiner unendlichen Güte gegen die Menschen, deren Bruder Du hast werden wollen, wie dieß so einladend aus vielen Stellen Deiner Leidensgeschichte hervorleuchtet? Reinige mein Herz, entzünde meinen Geist, daß mcine innern Gefühle mit meinen Worten übereinstimmen, und diese Andachtsübung Dir angenehm und mir verdienstlich werden möge! Amen.mak 1 - 104C Der Priester geht zum Altare. Jesus geht mit seinen Jüngern an den Delberg. Gebet. Göttlicher Heiland, der Du zur Genugthuung für unsere Misfethaten darein gewilliget hast, daß Deine Seele bei Herannäherung Deines Leidens mit Angst und Betrübniß erfüllt werde; sey meine Kraft und Stüße in den Leiden und Widerwärtigkeiten dieses Lebens; verleihe mir, daß ich dieselben im Geiste der Buße ertrage und so würdig werde, Theil zu nehmen an den Verdiensten Deines blutigen Opfers auf dem Calvarienberg und Deines unblutigen, welches täglich + und so eben wieder auf unsern Altären verrichtet wird. Amen. Der Priester betet am Fuße des Altars. Chrifti Gebet im Delgarten. de pas Gebet. Durch das demüthige und inständige Gebet, welches Du an Deinen himlischen Vater auf dem Delberge gerichtet hast, gehorsamster Jesus! gibst Du uns zu erkennen, wie wir uns in den Willen des Herrn ergeben und den Fügungen seiner Vorsehung uns unterwerfen sollen. Ertheile mir die Gnade, ganz nach dem Willen Gottes zu leben, alles zu wollen, was Er will, wie Er will, und so lang Er will, damit ich dadurch seine Ehre und mein Seelenheil befördere. Stärke mich hiezu durch Deine heiligen Engel. Amen. 105 - Der Priester betet das Confiteor. Christus betet mit zur Erde gebeugtem Angesichte und schwitzet Blut. Gebet. O Jesus Christus! Sohn des lebendigen Gottes! der Du, mit den Sünden der Welt beladen, unter diefer entsetzlichen Last die grausamste Todesangst und so= gar Blut geschwitzet hast; möge die Erinnerung an das Uebermaß Deiner Leiden mein Herz erweichen, dasselbe mit der innigsten Reue durchdringen und zu Bußthränen bewegen, damit ich von der göttlichen Barmherzigkeit die Verzeihung meiner Sünden, die ich herzlich bereue und bekenne, erlange. Amen. Der Priester küßt den Altar. Jesus wird durch einen Kuß von Judas verrathen. Gebet. Gütigster Meister, der Du mit bewunderungswürdiger Sanftmuth den tückischen Kuß und die greuliche Verrätherei eines Apostels geduldet hast, welcher Dich seinem Geiße aufopferte: laß nicht zu, daß ich Dich je verrathe und durch die Sünde von Dir abfalle, befestige mich vielmehr in der Treue, verleihe mir die Gnade, daß ich Dich allem Erschaffenen vorziehe, Dich liebe ohne Maß und ohne Grenzen, und sonst nichts liebe als nur Dich und alles Uebrige nur in Dir und wegen Deiner. Amen. 5** mm - 106- Der Priester geht auf die Epistelſeite. Jesus wird gefangen, gebunden und zum Annas geführt. Gebet. Mächtiger Erlöser, der Du den Sündern erlaubt hast, Dich gefangen zu nehmen und in Fesseln zu legen, damit Du mich von der Gefangenschaft des Satans befreitest, zerbrich die Fesseln der schnöden Leidenschaften und bösen Gewohnheiten, worin ich schmachte; ziehe mein Herz an Dich durch die Bande der göttlichen Liebe; halte es fest an zur Ausübung Deiner Gebote, damit nichts, weder in der Zeit, noch in der Ewigkeit, mich von Deiner Liebe mehr trenne. Amen. Der Priester betet den Eingang der Messe. Jesus wird von dem Hohenpriester Annas verhört und bekommt einen Backenstreich. Gebet. Wie ein Missethäter wirst Du, heiligster Jesus, durch die Straßen Jerusalems geführt: Du wirst dem Hohenpriester vorgestellt, und erleidest unter seinen Augen eine der schimpflichsten Mißhandlungen, weil Du der Wahrheit das Wort sprachst. Möchte ich, o mein Gott! diesem Beispiele zufolge, mich durch die Gegenwart und die Drohungen der Boshaften nie verleiten lassen, im Guten zu wanken. Ertheile mir den Muth der Zugend, daß ich eher Alles erdulde, als dem zuwider lebe, was Du, die Wahrheit selbst, gelehret hast. Amen. - Der Priester betet das Kyrie eleison. chleas 107- - Dreimal, o Jesus! Jesus wird zum Kaiphas geführt und von Petrus s verläugnet. Gebet. 451 4 Apostel verläugnet. Com wirst Du von dem Fürsten der Was habe ich, nach einem solchen Falle, nicht von meiner Schwachheit zu fürchJen? Möchten doch meine häufigen Rückfälle in die alten Sünden mich mit Demuth und tiefer Beschämung erfüllen, mich von der Gesellschaft Deiner Feinde und von jenen Gelegenheiten abhalten, die mich in Gefahr sehen, Dich vor den Menschen zu verläugnen, und dann von Dir vor Deinem Vater verläugnet zu werden! Amen. quis - Onali Der Priester spricht: Dominus vobiscum. Jesus wirft einen Blick der Barmherzigkeit auf Petrus und bekehret ihn. Gebet. Barmherzigster Gott! der Du deinen Apostel zur Vergießung häufiger Thränen der aufrichtigsten Reue bewegt haft, erweiche und durchdringe auch mein Herz mit inniger Zerknirschung über meine Sünden; gib, daß ich sie verabscheue, alles auf das sorgfältigste meide, was mich zu neuen Fehlern verleiten könnte, und ich Deinen Glauben durch gute Werke bekenne. Der Priester liest die Epiſtel. Jesus wird zum Pilatus geführt. Gebet. Höchster Richter der Lebendigen und der Todten, - 108- welcher Du vor einem weltlichen Richterstuhle des Aufruhrmachens und über Verschiedenes falsch bist angeklagt worden: lehre mich die ungerechtesten Beschuldigungen mit Geduld ertragen, und ertheile mir die Gnade, meine Ehre nur in der treuen Ausübung meis ner Pflichten und in der Bekennung Deiner heiligen Wahrheiten zu suchen! Amen. Der Priester betet vor dem Evangelium. Jesus wird zum Herodes geführt. Gebet. Du wirst, o ewige Weisheit, von einem irdischen Könige und seinem gottlosen Hofstaat verachtet und für einen Thoren gehalten. Zu allen Zeiten haben Dich die falschen Weltweisen verkannt und verschrieen; Du wirst aber immer die Stärke, die Weisheit und der Stolz Deiner wahren Verehrer bleiben. Möchten Sanftmuth, o Jesus! Deine Demuth und alle Deine Tugenden auf immer mein Antheil seyn, so wie sie den Glanz und den Triumph Deiner heiligen Religion ausmachen! Amen. Der Priester geht, das Evangelium zu lesen. Jesus wird vom Herodes zum Pilatus zurückgeschickt. Gebet. Mitten unter diesen vielfältigen Schmachen und Verfolgungen, die Du von Deinem auserwählten Volke erduldest, ertheilest, Du mir, o göttlicher Erlöser! die heilsamen Lehren Deines Evangeliums: gib mir die Gnade, daß ich dieselben mit Ehrfurcht aufnehme, mit - 109 - Nußen betrachte und mit Standhaftigkeit ausübe, damit ich vor Dir das Verdienst erwerbe, meinen Glauben noch mehr durch Werke als durch Worte zu bekennen und dabei auf die falschen Anschläge der Bösen nicht zu achten! Amen. Der Priester deckt den Kelch auf. Jesus wird seiner Kleider beraubt. Gebet. Was sehe ich, großer Gott! Deinen geliebten Sohn von seinen Kleidern beraubt, den Blicken einer frechen Rotte in seiner Entblößung ausgesezt? Er, der die Sonne mit Glanz umgibt und die ganze Natur mit Pracht und Anmuth ziert, der Spott frecher Leute? Was soll ich bei diesem Anblicke von den Eitelkeiten und Wollüsten der Welt denken, nach welchen man so gierig strebt? Ziehe mein Herz davon ab, o mein Gott! und bekleide mich mit dem Geiste der Reinheit und Sittsamkeit und den Zugenden Christi. Amen. Der Priester verrichtet die Opferung. Jesus wird gegeißelt. Gebet. Hier stellt sich meinem Geist das göttliche Schlachtopfer dar, wie es, an eine Säule gebunden, zur Verföhnung für unsere Sünden, sich der Schmach einer schmerzlichen Geißelung hingibt. Himmlischer Vater! ich opfere Dir das große, Deiner einzig würdige Opfer der heiligen Messe auf, und indem ich die Müheseligkeiten und Drangsale, welche ich verdient habe, mit den von mir unverdienten Leiden meines Erlösers vereinige, biete ich Dir jene erhabene Geduld an, mit 11 - 110- - welcher Er sie mir zu Liebe ertrug, und bitte durch seine unendliche Verdienste um die Gnade, nach seinem Beispiele, Deine väterliche Züchtigungen ohne Murren zu erdulden. Amen. Der Priester deckt den Kelch zu. Jeſus wird mit Dornen gekrönt. Gebet. Der Schöpfer, der glorwürdige König, wird mit Dornen gefrönt und das verächtliche Geschöpf, der Mensch, schmückt sich mit Perlen und Blumen, mit Seide und Silbergeschmeide. Welch ein Widerspruch, bester Jesus! ich erröthe, daß ich mit Dir so wenig Aehnlichkeit habe. Ach! wenn meine Feigheit noch nicht vermag, die Hoffart und die eiteln Freuden der Kleiders pracht Dir aufzuopfern und denselben Deine Leiden vorzuziehen, so verzeihe wenigstens, daß meine Ergebung bei den leichten Prüfungen, die Du mir zuschickest, mir endlich jenen Muth erwerbe, der bereit sey, alles zu leiden, die Wollust zu fliehen und endlich allem irdischen Lande immer mehr abzusterben, um eine ewige Krone zu verdienen! Amen. D Der Priester wascht die Hände. Christus wird durch die Handwaschung des Pilatus als unschuldig erklärt. Gebet. Pilatus betheuert Deine Unschuld, o Jesus! und doch zieht er Dir den Mörder Barrabas vor. Dieser ungerechte Richter glaubt, durch seine Handwaschung - 111habe er alle Schuld des Verbrechens von sich gewälzt, das ihn seine Zaghaftigkeit begeben ließ.-- Gerechter Gott! bewahre mich vor der feigen Menschenfurcht; laß nicht zu, daß ich je Deines Gesetzes mich schäme oder Unrecht thue den Menschen zu gefallen. Wasche mich auch mehr und mehr von meinen Sünden; reinige mich von meiner Unkeuschheit und Bosheit, daß ich geläutert und makellos in den Himmel aufgenommen werden könne. Amen. Der Priester spricht: Orate fratres. Jesus wird dem Volke vorgestellt. Gebet. Himmlischer Vater! siehe an Denjenigen, der mir zu liebe Mensch geworden ist! Siehe sein mit Dornen gekröntes Haupt, sein verunstaltetes Angesicht, seinen zerfleischten Leib. Alles dieses hat Er für mich gelitten. Gott Vater vom Himmel erbarme Dich meiner! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich meiner! besonders alsdann, wenn ich Deinem Richterstuhle werde vorgestellt werden, da es heißen wird: Siehe hier den Menschen und dessen Werke. Da erbarme Dich meiner, o Jesu! und verwirf mich nicht auf ewig vor Deinem Angesichte. Amen. 6 mongi Bei der Präfation. Jesus wird zum Tode verurtheilt. Gebet. So gibt der nämliche Richter Jesum, den er so eben für unschuldig erklärt hatte, der Wuth feiner - 112- Feinde preis, und erkennt die Todesstrafe über Ihn. Du hörest dieses ungerechte Urtheil mit Gleichmuth an; Du unterwirfst Dich demselben, göttlicher Erlöser! aus Gehorsam gegen den Willen des Vaters, und aus Eifer für das Heil der undankbaren Menschen. Verleibe, o dreimal heiliger Gott! daß ich mit vollkommener Unterwerfung gegen Deine, wenn auch hart scheinenden Rathschlüsse, das über mich verhängte Ungemach mit Liebe annehme, als das einzige Mittel, mich selbst kennen und verläugnen zu können, und um zu Dir zu kommen und Dich in Ewigkeit zu besitzen. Amen. Zur Erinnerung an die Lebendigen. Jesus trägt das Kreuz und belehret die weinenden Frauen. Schus fragt ba Gebet. Christus Jesus! Du hast gesagt: Wer mir nachfolgen will, der verläugne sich selbst, nehme sein Kreuz an und folge mir nach.- Mein ernstlicher Wille ist es, meine Sünden zu beweinen und Dir nachzufolgen. Ich nehme deßwegen das Kreuz, welches Du mir auflegst, oder noch auflegen wirst, bereitwillig an; ich will solches tragen, wie Du willst, und so lange Du willst. Kreuztragender Jesus! erbarme Dich meiner und Aller, für welche ich zu beten mir vorgenommen habe, besonders für meine Eltern und Vorgesezte, für meine Freunde und Feinde; verleibe ihnen und mir die Gnade, bußfertig, fromm und rein zu leben und selig zu ster: ben. Amen. - 113- hamid Der Priester segnet Brod und Wein. aprich Christus wird an's Kreuz genagelt. In Jesus Händen, in den Füßen Des Blutes Tropfen reichlich fließen Hin auf des Kreuzes rauhen Stamm. Dich, schuldenloses Himmelslamm! Hat uns're Schuld mit herber Qual Geheftet an den Kreuzespfahl. 08 Coff Gebet. Durchdringe, Jesus! mein Fleisch mit Furcht, damit ich ernstlich Deine Gesetze beobachte und von Dir nicht mehr weiche. Der Priester erhebt die heilige Hoftie. Christus wird am Kreuze erhöht und dem Volke gezeigt. Jesus! der am Kreuz' erhoben, Das ew'ge Seelenheil von Oben nhm dull Erwarb für alle Menschenkinder; Sey gnädig auch mir armen Sünder! Erlös vom ew'gen Tode mich! Dir lebe, leide, sterbe ich. Gebet. Ja verleihe, o Jesus! daß ich von allem Bösen mich los mache, und vor Allem nach dem Himmel trachte! Der Priester erhebt den Kelch. Christus vergießt sein heiliges Blut. O, Jesus Blut,- Du Gnadenquelle Der fündigen Welt, Du Heil der Seele! Ich preise, benedeie Dich; O rein'ge, heile, stärke mich! - 114 - Gebet. Laß mich, o Jesus! Hilfe und Trost aus deinen heiligen Wunden schöpfen, besonders bei Versuchungen! Amen. no supe me Der Priester betet. Christus hängt drei Stunden am Kreuze. Judy Jesus, der Du in drei bangen Stunden bist am Kreuz' gehangen, Von des Todes tiefer Angst gequält, imDer Du willig haft gelitten Und den heißen Kampf gestritten Für das ew'ge Heil der fünd'gen Welt; Laß in schwerem Todesstreite Tröstend steh'n an meiner Seite Deinen Genius, daß ruhig ich Schließe diese Pilgerreise, Und mein Geist anbetend preise Dort in Deinem ew'gen Reiche Dich! - Der Priester betet das Vater unser. Christus spricht die sieben Worte am Kreuze. mille Wie der Engelharf' Akkorde e Tönen mild die lezten Worte Deines Mund's, o Jesus! Tröstung wehen Sie der Mutter der betrübten Und dem keuschen hochgeliebten Jünger; zu des Himmels lichten Höhen Weisen sie den reuerfüllten Schächer, und im göttlich- milden Hauche lispeln sie Verzeihung Selbst den Feinden: dankend senden - 115 - Lob und Preis und Benedeiung gian n Sie dem Vater, daß vollenden mig! Er das Wort ließ der Versöhnung.- Zu des Himmels off'ner Pforte, Zu des Vaters ew'gem Thron' Drangen Deine lezten Worte Auch für mich, o Gottes Sohn! Laß sie nie in mir verhallen, Laß in ihnen mir erstrahlen Der Verheißung ew'ge Kron'! mo He Gebet. O Herr Jesus! ich empfehle Dir all die Meinigen bei meinem Tode mit derselben Treue und Liebe, wo mit auch du Maria und Johannes verbunden hast! my s chun sign Der Priester bricht die heilige Hostie. Christus gibt seinen Geist auf. Das große Werk, es ist vollbracht, Hineilte durch die Erdemnacht Der Geist des Gottgefandten; Die Krone, welche Engel wanden, Die Krone der Erlösung schimmert 10.40 Dem menschlichen Geschlechte; uis@ In hulderfüllter Rechte Des ew'gen Vaters glänzt der Segensstab Der Gnade, blinkt die Palmenkrone Der ewig süßen Himmelswonne, Die Jesus heil'ger Opfertod uns gab. Ihm töne Preis und hoher Ruhm, Ihm, der das lichte Heiligthum# 2 1 diag di CON 116 - Der ewigen Gnade uns erschlossen! dau doğ O! preiset Ihn, den milden, großen, Den hocherhab'nen Gottes Sohn, Durch den vom hohen Himmelsthron#& Uns ew'ges Leben zugeflossen! end we Der Priester wirft ein Stückchen von der Hostie in den Kelch. Christus steigt in die Borhölle. Gebet. Gleich wie Du, o Jesus! durch Deinen Tod am Kreuze Tod und Hölle überwunden, und Deiner Seele nach zur Vorhölle zur Erlösung der frommen Altväter drangest: erlöse auch mich durch Dein Kreuz und Leiden, wie auch die armen Seelen im Fegfeuer von ihrer Qual! Amen. hind Der Priester spricht das Agnus Dei. Christi linke Seite wird eröffnet; viele bekehren sich bei seinem Tode. dmd Dein Opfertod, o Heiland! wird s Für manches Sündenherz ein leitend Licht; Es fühlt sich inniglich gerührt, ont Der Reue Thräne glänzt im Angesicht. Du willst, Erlöser! daß ein scharfer Speer Eröffne Deines Leibes linke Seite, Damit ein Tabernackel sich bereiten na Für jede reuerfüllte Menschenzähr'. Off'nes mildes Jesuberz! aup2$ 0. Schließ' meiner Reue herben Schmerz In Deinen Gnadentempel ein, Mach' hier und dort mich ewig Dein! - exp 117Der Priester genießt die heilige Hostic. Christus wird in das Grab gelegt. 10 Vom hohen Kreuzesstamm' genommen Ruht des Erlösers heil'ge Körperhülle Im Grabe nun- und sieh', es kommen Gottfel'ge Frauen, um in frommer Stille Dem heil'gen Leibe Specereien Und Thränen treuen Danks zu weihen. 101 Gebet. Gib, o Jesus! daß ich, gleichsam mit dir begraben den fündhaften Menschen ablege und neu befahrt mit Dir selig auferstehen könne! Der Priester reinigt den Kelch. Christi Leib wird gesalbet. Gebet. Gib, o Jesus! meinem bangen Herzen die Gnade, daß es stets rein sey und einen guten Geruch von Tugenden von sich gebe, damit du daran ein Wohlge. fallen begen mögest! Amen. Der Priester geht zur Epistelseite und wendet sich dann zum Volke. Christus steht von den Todten auf, erscheint den Seinigen und bleibt noch 40 Tage bei ihnen. Hallelujah! Christen jubelt! feht zerriffen Ist des Todes dichte Nacht; Aus des Grabes Finsternissen Ist der Heiland auferstanden. - 118- Preiset den von Gott gesandten Hehren Todes- Ueberwinder! Ruft, erlös'te Menschenkinder: fino Hallelujah! Hallelujah! Auch wir werden auferstehen! PAL'S Jesus hat den Tod besiegt. Seht die Sieges- Fahn' ihr wehen? Der Versöhnung Sterne flimmern, vid Millionen Harfen klingen, dn Engelchöre jubelnd singen: y and midnaged Hallelujah! Der Priester betet nach der Communion. Christus erscheint seinen Jüngern segnend, mit ihnen re dend vom Reiche Gottes und fährt dann in den Himmel. Vierzig Tage haft verklärt Bei den Jüngern Du verweilt, Jesus hast sie sanft belehrt, Ihnen ritterlich ertheilt Süßen Trost und hohe Stärke Zu dem großen Sendungswerke. « Geht und bringt dem Weltenrund Meiner Lehre heil'gen Samen, Taufet in des Vaters und Sohn's und heil'gen Geistes Namen Alle Völker, daß auch ihnen Werde das verheiß'ne Reich! Senden aus des Himmels Zinnen Werde ich den Tröster euch." 23 36 119- So den frommen Jüngern scholl ddi Deine Rede liebevoll, ist Streckest Du die Baterhand Ueber sie, in's Himmelslanda ai dan sipörs Segnend ist der Blick gewandt. Greed 1 MORDA Und der Engel Psalme tönen, ni Glanz und Herrlichkeit befrönen tid de ad Dich verklärter Gottes Sohn! Zu des Vaters ewigen Thron'uj Wird der Mitler aufgenommen, 188 Von woher Er wieder kommen Wird als Richter und die Fromment In den Himmel führen ein, Schleudern aber die Verruchten, Die den Schlamm der Sünde suchten, In die ewige Flammenpein. Jesus, Heiland! sieh, ich preise, Bete deine Güte an; - i mad mi sdis) Auf die väterlichste Weise Hast auch mir Du aufgethan Deines Reiches lichte Pforte, s# 3# 0 Deiner Lehre süße Worte, Deines Segens heit'ge Gluth, Die dem Herzen frommen Muth Gibt, ergieße gleichfalls sich Immerdar auch über mich. 100% me Der Priester gibt den Segen. 185 Sendung des heiligen Geistes. Gebet. O Herr Jesus Christus! da du nach deiner Himmelfahrt den Jüngern den heiligen Geist gesendet hast, - 120ich bitte Dich, reinige das Innerste meines Herzens damit der heilige Geist eine würdige Wohnung darin finde, mich mit göttlichen Gaben und Gnaden ziere, tröste und in allem Gnten stärke! Amen. Conta Schlußgebet zur Paffionsmesse. Ich bitte Dich, liebevollster Jesus! laß Dein Leiden mir zum Guten gereichen, stärke mich durch das felbe in Versuchungen, und bewahre mich hiedurch gegen alles Böse. Dein vergoffenes kostbares Blut reinige mich von allen Sünden, und Dein Zod verschaffe mir ewige Ehre und Freude! Amen. Jun 1700 Vierte heilige Mekandacht. ,, Herr bleibe bei uns." sist Eingang. Der Du niedergestiegen, Höll' und Tod zu besiegen, Zu weben 10 Um Himmel und Erden Ein Band in ewigem Leben; quo Zu Dir heben Wir Herz und Hand, Gott, Erlöser, ewige Liebe! Erbarmer, Gott der Gnaden! 10 10 Von jeglichen Beschwerden Zu befreien mit segnender Hand, palg - 121- Hast Du uns geladen Zu Dir! Aufzuschauen, - un dip dum jus dic Sieh', wie wir aus der Liefe unserer Sünden Uns unterwinden, agiers che Aufzuflehen! Gedenke, Herr, nicht unserer Vergehen! Gebet. Almächtiger! mit demüthigem und andachtsvollem Herzen bringe ich Dir dieses hochheilige unblutige Opfer für die mir schon so zahllos erwiesenen Wohlthaten aus Dankbarkeit, dann zur Sühnung meiner Sünden und Vergehungen, und zur Erlangung Deiner Gnade in allen meinen Arbeiten und Berufs- Geschäften kindlich dar; und flehe um Jesu willen zu Dir um Deine göttliche Barmherzigkeit, nicht bloß für mich, sondern auch für alle meine Mitmenschen, für Freunde und Feinde, für Alle, die bereits von diesem irdischen Leben geschieden und meinem Herzen theuer sind, und für die ich zu beten besonders schuldig bin. 6 50 mnd Erleuchte und segne mich, o Herr! daß ich mit wahrer Andacht diesem heiligen Opfer beiwohne, in welchem Dein eingeborner Sohn sich vergegenwärtiget, und Dir, seinem himmlischen Vater auf's Neue sich unblutig auf dem Altare opfert, zu unserer Versöhnung und Wiedervereinigung mit Dir, gleich wie Er mit blutiger Weise sich Dir für der Menschen Ret= tung am Kreuze kindlich hinopferte. Erhebungen. Vierte Auflage. - 122- Durch diesen Deinen eingebornen Sohn erbarme Dich unser, und gib uns wahre Reue über unsere Sünden, Lebensbefferung, Herzensfrieden und das ewige Leben! Auch bringe ich Dir dieses hochheilige Opfer dar zur Ehre der seligsten Jungfrau Maria und aller Heiligen im Himmel. Mach' mich durch deren Schuß und Fürbitte sündenrein und selig. Amen. Lob- und Dankgebet. Dank und Preis Dir, dreieiniger Gott Vater, Sohn und Geist! für dieses Opfer aller Opfer! Dank und Preis Dir, o Herr und Vater! der Du Deinen eigenen eingebornen Sohn zur Erde herabfandtest, um uns Menschen ein Opfer kennen und darbringen zu lehren, welches Deiner Hoheit und Größe, Deiner Heiligkeit und Gerechtigkeit am besten zusaget, und uns Deine Huld und Barmherzigkeit mit jedem Tage zu= wendet! O, entziehe uns diese Deine Gnade nie! Dank und Preis Dir, o Jesus! der Du das große Sühnopfer auf Golgatha täglich vor den Augen Deiner Jünger und Bekenner auf eine unblutige und schmerz lose Weise erneuerst, und Dich mit Leib und Seele Deinem himmlischen Vater zur angenehmen und wohlgefälligen Gabe um unsertwillen darbietest. de O, laß uns auch stets der hohen Früchte Deiner Erlösung in vollem Maße theilhaftig werden! Dank und Preis Dir, o heiliger Geist! durch dessen Wunderkraft der erhabene Leib und das kostbare Blut Jeſu 20 - 123Christi gebildet wurden, durch deren Opferung wir Vergebung unserer Sünden hienieden, und ein ewiges Leben jenseits des Grabes erwarten! O, Geift Gottes, leite und regiere uns, daß wir stets nach dem Wohlan uude gefallen Gottes leben mögen! Amen. dall Vor dem Evangelium. Heiliger Geist, Du reine Taube un vi Gottes, schwebe über mir! Liebe, Hoffnung, Treu' und Glaube Sind Geschenke nur von Dir.ee 19 Strafe, tröste, mahne, wehre, Knüpfe mich an Jesus Lehre Bis zum Lebens- Ende fest, Daß mich Tugend nicht verläßt! Sinken würd' ich, ganz versinken, Wenn mich Deine Huld verließ; or ma Und nie Himmels- Wonne trinken; Als Genoß der Finsterniß Müßt' ich, ach! gedrückt vom Fluche, Ausgelöscht im Gnaden- Buche, Fühlen dort einst ew'ge Pein, Und voll Gram im Leben seyn. to D'rum verstoß mich nicht im Grimme, Herr! am ernsten Welt- Gericht; 100 Hör', wie Deines Sohnes Stimme Für mich laut um Gnade spricht; Mache mich zu Deinem Kinde! O, dann sing' ich, frei von Sünde, In des neuen Lichtes Glanz: ln omt! ,, Vater! Gnade bist Du ganz." 1Q 6* 509 - 124- 1 lor paniq Zum Evangelium. Jesus, Deine heil'gen Lehren bu gundigné? Laß' mich würdig stets verehren, istusi Und sie halten ohne Scheu! sios du siin) Nur auf Deinen Beifall achten, et milla Und der Spötter Hohn verachten; Dir nur folgen fromm und treu! Eh' man mir entreißt den Glauben, Mög' man mir das Leben rauben, Eh' vergieße ich mein Blut Send' mir Deines Geistes Strahlen! O, dann trotz' ich allen Qualen Mit des Glaubens festem Muth! Bei dem Credo. Du, deffen allmachtvolles Werde Den weiten Himmel und die Erde Und Alles, was des Tages Licht Mich schauen läßt, und was ich nicht Erblicken kann, aus Nichts erschuf: Vor des Altares heiliger Stuf Erkenn' ich's, tief gebeugt im Staube, Daß Du mein Herr und Schöpfer bist, Und rufe laut als treuer Christ: ,, An Gott, den Vater, fest ich glaube." O Jesus! Gottes eingeborner, Allgüt'ger Sohn, der als erkorner Vermittler zu uns niederstieg, Der sterbend uns errang den Sieg Und als des Himmels reines Lamm Die Last der Sünden auf sich nahm, 60 nite 125- Daß wir nicht sey'n dem Tod' zum Raube An Dich, der siegreich auferstand, da dimint Und sizt zu Gottes rechter Hand: lied his An Jesus Christus fest ich glaube!" - O, Geist des Lichtes und der Wahrheit, ihe un Der Du ausgehst in reinster Klarheit Von Gott dem Vater und dem Sohn', Indies Als gleicher Gott auf ew'gem Thron Verehrt und angebetet wirst, Die heil'ge Kirche stets regierstene me not Und der Du auch als Himmelstaube Um ihren Stifter einst geschwebt: 13 å An Dich, den meine Seel' erhebt, Gott heil'ger Geist! als Christ ich glaube.". piling ng Bei dem Offertorium. Vater des Himmels! schaue mit Gnaden Her auf des Opfers heilige Spende Wozu des Priesters segnende Hände Herz und Mund des Volkes Dich laden! Der Du besiegtest Tod und Verwesung, Jesus! erhör' das Flehen der Kinder, Rette vom ew'gen Tode den Sünder, med Gib den Verstorbenen Ruh' und Erlösung! Tröste die Kranken, die Sterbenden labe; Gib nach vollbrachtem irdischen Streite, Christus! den Lohn uns ewiger Freude, Diese ersehnte himmlische Gabe! Gebet. Ja, sieh' gnädig herab auf jene Gaben, welche - 126- 1 -- wir durch Deinen Priester Dir findlich darbringen, damit es für Deine Majestät ein angenehmes, uns aber ein heilsames Opfer werde! Wider alle Anfechtungen sey es uns ein fester Schirm; in allen dunkeln Lebensstürmen ein heller Stern, in allen Nöthen und Beängstigungen ein aufrechthaltender Stab und nach dem Ende dieses Lebens verschaffe es uns ein ewig seliges Seyn, so wie wir dieses auch jezt an allen abgestorbenen christlichen Seelen von Herzen wünschen. Amen! aduate Zur Präfation. Onl Zu Dir, o Gott! erheben wir unsere Herzen und sagen Dank Deiner göttlichen Majestät. Ja, wahrhaftig! es ist billig, würdig, gerecht und heilsam, daß wir jederzeit und an allen Orten Dir, o Herr! heiligster Vater, allmächtiger ewiger Gott! Dank sagen durch Christus, unsern Herrn, durch Den die Engel Deine Majestät loben, die Mächtigen zittern, die Himmel und alle Kräfte der Himmel, sammt den seligen Seraphinen Dich mit vereintem Frohlocken verherrlichen und preisen. Wir bitten, laß' auch unsere Stimmen mit ihnen zu Dir gelangen, die wir in tiefster Ehrfurcht bekennen und sprechen: Heilig, heilig, heilig ist der Herr, Gott Zebaoth! Himmel und Erde sind voll der Glorie und Herrlichkeit Gottes! Hosianna in der Höhe; Gebenedeit sey, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Leid Beim Sanctus.studejo sjel@ O singet: dreimal heilig de Sft Herr, Gott Zebaoth, - 127 - - Dreieinig, unzertheilig Ist unser Herr und Gott. Es ist von seinen Ehrendedo Die ganze Schöpfung voll, D, daß uns Engel lehren, isd sise Wie man Ihn preisen soll. Um Engel nachzuahmen, Singt unfer Geist erfreut: Der kam in Gottes Namen, HOT! Der sey gebenedeit! nol no S Hosianna, schallt es oben, Hosianna, singen wir, lisep2 Und beten an und lobendnd uP Und JnQ mu lie Itaunen Herr vor Dir. Stilles Gebet. Sieh, der Priester hebt die Hände si Betend am Altar' empor: Vater aller Wesen! wende und Gnädig jezt zu uns Dein Ohr. noble Mög'st Du liebreich uns erhören, Unser heißes Fleh'n gewähren; er Wolle Du uns gnädig seyn, Deinen Segen uns verleih'n. hồ) day ond The Gib der Christenheit den Frieden, pe Unserm Thun und Laffen Glück.u adrdnar Eintracht sey uns stets beschieden, day 1191 die Wollust, Rachsucht scheuch' zurück.mi onlos Laß uns Alle uns're Pflichten all hi hi shod Immerdar getreu verrichtennis ning him chi - 128m - Und es sey sich jede Brust Tugendhaft zu seyn bewußt. Glaube, Hoffnung und die Liebe Bleibe bei uns ungetrennt. Nie schein' uns das Leben trübe, Auf des Glaubens Stab gelehnt; Von der Hoffnung Band umschlungen, Von der Liebe Gluth durchdrungen Schwinget sich das fromme Herz Stets vertrauend himmelwärts. Zur Wandlung. Jesus, Heiland, uns gegeben od In der heil'gen Brodsgestalt, Daß wir für den Himmel leben: Hilf uns, Mittler, rett' uns bald. Könnten wir Dich doch empfangen. Still' das sehnende Verlangen s Unsers Herzens; mach' es rein Von den Schwächen, von den Sünden, Laß' das ew'ge Heil uns finden. Ewig, Jesus! sey'n wir Dein. Gebet. G ( Bei Aufhebung der heiligen Hoftie.) - Jesus Christus! Sohn des ewigen Vaters, der Du wahrhaft zugegen bist unter der Gestalt des konfefrirten Brodes: o, Du für unsere Sünden geopfertes, reines Himmelslamm! an Dich glaube ich; auf Dich hoffe ich; Dich liebe ich über Alles! Mit Dir opfere ich mich ganz Deinem himmlischen Vater auf; Dir, - 129 - o Jesus! lebe, Dir sterbe ich, o Jesus; Dein will ich seyn im Leben und im Sterben! Amen. Zur Aufwandlung des heiligen Blutes. Heil'ges Blut, du Gnadenquelle, sia Die für uns're Sünden floß, Q 10 Die Du Leben giebst der Seele, nis Ant D'rein Dein Lichtstrahl sich ergoß: d dic Sieh' das Haupt vor Dir geneiget, In den Staub hinabgebeuget Beten wir Dich liebend an. Nimm des Opfers heil'ge Würde, Nimm hinweg die Sünden- Bürde, Führ' uns stets mehr himmelan. Juuls spilled Gebet. 10 O, Du wahres, lebendiges Blut unsers Heilandes Jesus Christus, ich bete Dich an mit allen Engeln und Heiligen; Du bist für mein Heil und zur Versöhnung geflossen; wasche ab die Menge meiner Sünden, reinige, stärke meine Seele zu dem ewigen Leben! Ja, Herr Jesus! sey mir gnädig und barmherzig; ach, verzeihe mir die Sünden und laß mich Gnade stetshin bei Dir finden! Amen. Nach der Wandlung. Von heil'ger Andacht frommer Gluth erfüllet, Heb' ich die Blicke, Bater! auf zu Dir. O, Du, in Brod- und Weinsgestalt verhüllet, Du wahrer Gott bist gegenwärtig hier. Dein Ohr erreicht des schwächsten Kindes Flehen, Und auf mir ruht Dein güt'ger Vaterblick! 6** Univ.- Bibl. Giessen - - 130- Du lenkest von des Himmels fernen Höhen!! empe o Zu meinem Besten immer mein Geschick. mi nost O, Himmelsvater! der Du Leitung schenkest, E Dahin, wo es zu unserm Besten ist; Der Du so liebreich immer an uns denkest, Und Keines Deiner Kinder je vergißst. Dich, bester Vater! will ich findlich ehren, Dir weihe ich mein treu ergebenes Herz; Befolgen will ich meines Heiland's Lehren, Im Glücke und im bangen, heißen Schmerz. Und bei dem Opfer, das der Priester feiert, (- Es thut uns Deine Macht und Liebe fund,-) Sey jezt von Deinem Kinde fromm erneuert O, güt'ger Gott! der Taufe heiliger Bund. In Staub gebeuget will ich Dir versprechen, Die Tugendwege immerdar zu geh'n, aur ans Nie Dein Gesetz mit Willen je zu brechen, dan Das Laster nie mit Wohlgefallen seh'n. ofise pun Nach Deinen Lehren will ich immer handeln, Und zu Dir fleh'n, wenn mir Versuchung naht; Mit Frömmigkeit durch dieses Leben wandeln, Vertrau'n auf Dich; erleuchte meinen Pfad. So übergeb' ich Deinen Vaterhänden, - Du güt'ger Gott! vertrauend mein Geschick; Nur mögest Du mir deinen Segen senden, Und scheuchen des Versuchers List zurück. de O, waffne Du mich, Gott der höchsten Milde! O Erleucht' mich durch des heil'gen Glaubens Schein. Die Himmelshoffnung diene mir zum Schilde, dall - - 131- -- Um Dich zu lieben, mög'st Du mir Kraft verleih'n. Du ließest mich als Kind schon Gnade finden, Der Taufe Bad wusch mich von Adams Schuld; Und jezt noch wäscht mich von den eig'nen Sünden>> Des Heilands Blut und seine Vaterhuld. od sie Ja, würdig werden will ich Deiner Güte, do n Und streben will ich immer himmelwärts.2 an Erheiternd stärkt Vertrau'n mich im Gemüthe; Denn« Vater» nennet Dich mein kindlich Herz. 200 Add Das Gebet des Herrn. m mal s Unser Vater!- wie ertönene Diese Worte süß und lind. Seinen Schöpfer Vater nennenar Darf das schwache Menschenkind. e dig inds O, Allmacht, gepaaret mit himmlischer Güte, Du nährst und beschirmst die erschaffene Blüthe. s Aus des Himmels lichten Pfortendann noch Strahlet deines Thrones Pracht; Ueberall, an allen Orten Ist zugegen deine Macht. alor mm 89 in smy08, ml Saile mate- 0 Sie leuchtet in Sonnen, sie flimmert in Sternen, 3* Sie flammet im Blik' aus den himmlischen Fernen. Sieh, im Staube, vor den Stufen Deines Thrones tiefgebeugt, siis ends 03# 2 Beten wir in lautem Rufen, is despund G e Und zu Dir das Loblied steigt: spinn dall « O, daß doch Dein Name geheiliget werde, « Mög' preisen der Himmel Dich, wie auch die Erde.» Dieses schwanke, kurze Leben Ist nur eine Prüfungszeit; - 132- Höh'res soll der Geist erstrebendall by die mll In dem Reich der Ewigkeit. els big 10 « Dem Geiste, der von den verwesenden Trümmern. « Des Irdischen scheidet, laß Himmlisches schimmern. Wie dort in der ew'gen Höhe Laut lobsingt der Engel Chor: « Was Jehovah will, geschehe!» Flehen wir zu Dir empor; « Vermengst Du die Freuden mit bitteren Wehen, « In Allem mög' immer Dein Wille geschehen!>> stropic Auf die väterlichste Weise prots Nährst Du jedes Wesen hier, Leben gibst Du, Trank und Speise,- Alles ist Geschenk von Dir. « Der Segen des Feldes durch Dich uns gedeihe, « Das tägliche Brod uns, o Vater verleihe.» ou#C Vater, schon' uns deine Kinder, mid and the Wenn wir dein Gebot verlezt; Richt' im Zorne nicht den Sünder, Deffen Aug' die Thräne nezt. « O, send' uns Verzeihung im Tod und im Leben, « So wie wir den Schuldigern auch gern vergeben.»> 5m In des Lebens wirren Fluthen Oft der Tugend Keim erstickt, Und der Geist, geneigt zum Guten, Wird vom Sinnlichen bestrickt: « O, laß der Versuchung uns niemals erliegen, « Gieb Stärke, damit wir die Schlange besiegen.» - 133 - Ach, ein dunkles Eisengitter Lähmt der Seele freien Flug, Und des Bösen falscher Flitter di od ods nied Lockt das Aug' mit schnödem Zrug; « Entferne von uns, Du, o Vater! das Böse, pu), vi « Von jeglichem Ulebel uns gnädig erlöse.»> Zum Agnus Dei. Jesus, reines Himmelslamm Das unsre Sünden auf sich nahm: Erzeig' uns Armen Voll Gnade Dein Erbarmen. 0532 Der Du als ew'ger Himmelsfürst Einst alle Menschen richten wirst: O, mild uns richte Vor deinem Angesichte. Erstick', o Gott! in unsrer Bruſt Der Sünde frevelhafte Lust; Gieb uns hienieden Der Zugend fel'gen Frieden. mch @ 9d Gebet zur Communion. Jesus Christus, Erlöser der fündigen Welt, Stifter unsers ewigen Heiles! o, daß ich würdig wäre, Dich, den Heiligsten, unter den Gestalten des Brodes und Weines zu empfangen! O! daß ich mein Herz als einen reinen Tempel Dir weihen könnte! Doch auf Deine unendlich große Barmherzigkeit hoffend blicke ich hinab in mein Innerstes, und rufe gleich dem gläubigen Hauptmanne demuthsvoll aus:« O Herr, ich bin nicht würdig, daß Du bei mir einkehrest, sondern sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund!» 100 Ja, ich befenne es reumüthig, daß ich oft und vielfach gesündiget habe wider Dich, o Gott! und Dein Gebot, daß ich nicht mehr es verdiene, dein Geschöpf, dein treues Kind genannt zu werden; Du aber, o Herr der Gnaden! willst nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich befehre und Buße wirke. So erweise mir denn Deine Barmherzigkeit und heilige mich wieder durch und durch, da ich von nun an ganz der Sünde absterben und Dir treulichst dienen will! Erhalte aber auch durch Deine göttlichen Einwirkungen in mir fortan diese frommen Entschlüsse, segne mich und alle meine Mitbrüder, und führe uns Alle nach diesem hinfälligen Leben ein in das Reich des Murex steten Friedens und der ewig dauernden Freuden und Seligkeit! Amen. Slia C - 134- 202 - Moon!! Zum Beschluße der heiligen Meffe. Neig' im heil'gen Gnadenlicht', hinve Vater, nun Dein Angesicht Auf dieß heilige Opfer nieder, Das der Priester heute wieder Hat geopfert am Altar Für die ganze Christenschaar. - die ve die # 0 jan 079 Laß der Christus- Lehre Kraft, Die uns ew'ges Leben schafft, Immer mehr in uns gedeihen. izde čis Sieh, vor deinem Thron' erneuen ( bi shilp Wir den Schwur, gerecht und rein, Fromm, und Dir stets treu zu seyn. Gib uns Muth im schweren Streit, Spende Kraft und Einigkeit is un 0752 153 und mg Janar adin - 135- Allen Gläubigen hienieden; allis spid mill Laß, o Vater! Deinen Frieden mild sis@ Uns aus deinem Gnadenmeer hand dust din ili Strömen durch dieß Opfer her. machtvole Ti@ 098 1520 Gebet nach der heiligen Meffe. men det Nimm, o Allvater! diesen Deiner Hoheit und Heiligkeit schuldigen Dienst gnädig auf, den ich Dir in Beiwohnung dieses heiligen Meßopfers geleistet habe! Ich vereinige mein Gebet mit den Verdiensten Jesu Chrifti, mit seinem Gebete und mit den heiligen Unterhandlungen, welche Er für mein Heil mit Dir gepflogen hat; ich opfere sie Dir zu Deinem höchsten Lobe und zu Deiner Ehre. Segne, o himmlischer Vater! mich in meinen Geschäften; Alles soll Dir zur Ehre und zu Deinem Lobe geschehen.him si u nd 100 OMIE 205 B Segne auch Du uns, o gütigster, liebreichster Je= fus! in Mithilfe des heiligen Geistes; sey unser Mittler bei dem Vater, so wie Du ein wahres Versöhnungsopfer für unsere Sünden bist!- Wende ab von uns jedes Uebel des Leibes und der Seele, und laß böse Versuchungen bei uns gnädig vorüber gehen! Segne auch unsern König und unser Vaterland, erhalte mich und die Meinigen, so wie alle Menschen, besonders jede geistliche und weltliche Obrigkeit, in Deiner Gnade und in allem Guten. Verleihe uns, das wir unserm Berufe, unsern Standespflichten jederzeit genug thun; andern in Allem ein gutes Beispiel geben, unsern Nächsten Deinetwegen allezeit lieben, und daß wir mit reinem Gewissen Dir bis ans Ende unserer Lage wohlgefällig dienen mögen! Bojant than use - - 136- Um dieses Alles bitten wir Dich, o Jesus! durch Deine heiligen Verdienste, durch Dein bitteres Leiden und Sterben, durch die Verdienste Mariens, Deiner glorreichen Mutter, und durch die aller Deiner Heiligen; Dich, der Du mit dem Vater und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebest und regierest in alle Ewigkeit! Amen. The Der Herr blicke huldvoll auf uns herab; Er bewahre uns vor allen Feinden und allem Uebel; es ertheile uns den Segen Gott der Vater, Gott der Sohn, und Gott der heilige Geist! Amen. 19 Danksagung nach dem heil. Mesopfer. Herr Du ließest mich zugegen d Bei dem reinsten Opfer seyn, dan amps@ Wollest Deinen beil'gen Segend sh ni Durch den Priester mir verleih'n Und mit kindlichem Gemüthenie Dank ich Dir für Deine Güte! Herr! vergib mir jede Blöße, War ich nicht ganz ehrfurchtsvoll Bei dem Opfer, dessen Größe and adolf hi orge, dan jod mon Jedes Herz bewundern soll. Stärke mich in dem Bestreben Deinem Willen nachzugeben. Fromm sich oft zum Himmel schwingend, Wall' mein Herz empor zu Dir Nur nach deinem Beifall ringend, d - 137 - Dahin streb' ich für und für; Und durch dieses Opfers Segening we ji finjus Schüße mich auf meinen Wegen. Amen. Anmerkung. Das Seelenamt oder die Meßandacht für Verstorbene steht am Ende dieses Gebetbuches. Auch kann man außer den angeführten Meßgebeten unter den heiligen Mesopfern abwechslungsweise andere paf sende Gebete hin und wieder einschalten und beten. Baby S 294 804 1991 Dritter Abschnitt. Beicht- und Kommunion- Gebete. A. Beicht. Vorerinnerung zur Beicht. withg Die heiligmachende Gnade, welche wir durch die Taufe er langt haben, geht durch jede schwere Sünde wieder verloren. Wie bald wird aber der Mensch durch Leichtsinn, Verführung, Schwachheit, Uebereilung und Bösartigkeit des Herzens zur Sünde verleitet? Der Mensch fündiget; er bedarf also Vergee bung der Sünden; er wünschet, suchet fie, und sehnt sich nach Gewißheit hierüber. Diese Gewißheit gab uns Christus. Er lehrte nicht nur, daß Gott, der himmlische Vater, wenn wir uns mit wahrem Bußfinne zu ihm wenden, die Sünden vergeben wolle, sondern Er traf auch eine Anstalt, wodurch wir uns über zeugen können, daß wir Vergebung derselben erhalten. Diese Anstalt ist das heiltge Sakrament der Buße. Jesus gab nämlich bei Johannes 20. K. 21. V. seinen Uposteln und Jüngern die Gewalt, Sünden nachzulaffen, oder zu behalten, und diese theilten die nämliche Gewalt ben Bischöfen und Priestern, ihren Nachfolgern, wieder mit. Wenn wir daher nach vorhergegan= gener, mit Gott veranstalteter Gewissenserforschung unsre in Gedanken, Worten und Werken oder durch Unterlassung des Guten begangenen Sünden einem dazu verordneten Priester mit innigstem Reuegefühle und mit ernftlichstem Vorsaße der Lebensbefferung vollständig, klar, aufrichtig und ohne Hehl beichten, dann würdige Früchte der Buße bringen, d. i. alles Unrechte wieder möglichst recht machen, und zur Gewinnung des Ablasses alsdann recht viele gute Werke nach der Beicht verrichten können wir, wenn es uns mit unserer Lebensbesserung wirklich Ernst ist, und wir für das Vergangene wirklich gehörige Genugthuung leisten, versichert seyn, daß uns Gott durch seinen Priester wahrhaft die gewünschte und erbetene Sündenvergebung zukommen lasse. Es wird also von Seiten des Sünders besonders erfordert, daß er dem, die Beicht anhörenden Priester, vor allem ein aufrichtiges, vollständiges und reumüthiges Bekenntniß seiner Sünden, Gefinnungen und Entschlüsse in's Ohr ablege, daher die Ohrenbetcht, damit dann der Priester hieraus urtheilen könne, ob der Beichtende der Absolution wirks lich würdig sey, oder nicht, und er auch hierauf ihn gehörig bes lehren könne. Solch eine Beicht war schon bei den Juden gebräuchlich. Darum Darum es bei Matth. 3, 6. heißt: ,, Und fie wurden von Johannes im Jordan getauft, und bekannten ihre Sünden." So erzählt uns auch die Apostelgeschichte, daß ,, Viele kamen, und ihre Sünden bekannten." Auch bei Jak. 5, 16, ift uns anbefohlen: ,, einander die Sünden zu bekennen und für einander zu beten, damit wir gerettet werden;" denn Gott ift ia getreu, und läßt uns nach einem reumüthigen Bekenntnisse die Sünden nach. 1. Joh. 1, 9. - - - - 138- - 1 1 - Schon Adam und Eva beichteten im Paradiese, fie bekannten nämlich reuevoll selbft Gott dem Herrn ihren Ungehorsam. Die Erblehre fezt die Nothwendigkeit der Beicht aus gött 1 -- 1 licher Anordnung, außer allen Zweifel. Schon in den ersten Tagen der Kirche wurde von jenen, welche Vergebung ihrer Sünden suchten, ein treues Bekenntniß derselben gefordert, wie dieſes, wie geſagt, auch ſchon früher der Fal der Fall war. Origenes sagt: Wir müssen Alles, was wir begangen has ben, bekannt machen; wir mögen etwas heimlich verbrochen, oder uns in Neden, oder auch in Gedanken verfehlt haben; wenn wir uns selbst anklagen, so vereiteln wir die Anklage des Satans." Serm. III. Die Selbstanklage ist schon ein Akt der Buße, denn sie erfordert Selbstverläugnung. Tertullian sagt: ,, Wenn wir etwas vor den Menschen verbergen, können wir es auch vor Gott verheimlichen? Ist es besser schweigen und ewig zu Grunde gehen, als offenbaren und losgesprochen werden?" Lib. de poen. c. 10. Ciprian: ,, Liebste Brüder! beichte doch ein Jeder seine Verbrechen, so lange er noch lebt, so lange sein werden kann, Bekenntniß noch angenommen werden kann, so lange die vom Priester ertheilte Nachlaffung bei Gott angenehm ist." Lib. de Laps. Eben so sprechen auch die übrigen Väter der Kirche, und da sie vom ewigen Verderben derjenigen reden, die aus Schamhaftigkeit ihre Sünden nicht bekennen, so waren sie ganz gewiß überzeugt, daß die Beicht aller Sünden- nach katholischer Vorschrift durch göttliche Anordnung nothwendig sey. Und wie kann man aber auch einem Sünder die Sünden aufbehalten oder nachlassen, wenn derselbe sie nicht vorher offene bart? Damit aber solch eine Offenbarung oft nicht ergerniß errege, hat man schon zu Apostels Zeiten und besonders nachher verordnet, man dem Priester die Sünden in's Ohr ſagen. - Daher die moge pe - 139- 1 1 - med o nagni@ ngidsdal da asjalds! videor 313 thos- fodasisdaguo misile( i najj ni ridon adsi2 ön sydə südböd sid ons pasisdaly gada misid and then as this 390 30( - Beichtgebete. Von der heiligen Beicht.*) Bekennen will ich wider mich selber meine Sünden vor dem Herrn! N - 140- - and Treulich für die Ewigkeit. O, beginn ein neues Leben. Seele fang' es heut noch an, Ernstlicher sey dein Bestreben Treu zu geh'n der Tugend Bahn. 160 12 Nüße, nüße deine Beit Deine Güte, o Herr und Gott! fezte mich in dieſe Welt, und forderte dafür nichts anderes, als die willige und treue Erfüllung eines einzigen Haupt- Gebotes. ,, Du sollst,- schriebst Du mir in's Herz, und wiederholtest es durch den Mund Deines göttlichen Sohnes, Gott, Deinen Herrn aus ganzem Herzen, den Nächsten aber wie dich selbst lieben." Aber leider, in wie manchen und vielen Stücken habe ich dieses große und inhaltreiche Gebot vernachläßigt und überschritten! - - Wie oft huldige ich mehr den irdischen Gößen, den leblosen und lebendigen Dingen und Geschöpfen der Erde, statt Dich allein anzubeten, dem doch die wahre Anbetung und die höchste Ehre und Liebe gebühret in Ewigkeit? *) Vor der Beicht bete man auch das in diesem Gebetbuche enthaltene: ,, Bußgebet zur Fastenzeit und in den allgemeinen Nöthen." — 141— Wie oft entheiligte ich Deinen heiligen Namen, vor welchem Himmel und Erde sich beugen, durch unbe dachte Schwüre und Betheurungen, durch unnöthige und fündhafte Ausrufungen? dis Wie oft war ich unzufrieden mit dem Geschicke, mit den Lagen und Verhältnissen, in welche Deine anbetungswürdige Weisheit mich sezte zur Prüfung und Bildung meiner Tugend? - Wie oft gab ich bei den Erscheinungen in der sitte lichen Welt, bei dem Ueberfluß des Bösen, bei dem Mangel des Guten, dem fündhaften Zweifel wegen Deiner Macht und Güte, Heiligkeit und Gerechtigkeit, Raum in meinem Herzen? 1410 1 COUNTRY Wie oft sezte ich zur Zeit der Noth und des Leires dens meine Hoffnung mehr auf Menschen, als auf Dich, der allein Macht hat, zu helfen? Wie oft genoß ich Deine Wohlthaten am Morgen, Mittag und Abend, ohne Dir den geringsten Dank dafür mit Herz und Mund zu weihen? Wie oft versäumte ich die Gelegenheit, mein Herz durch Dein heiliges Wort, durch Anhörung oder Lesung zu erquicken; wie oft hätte ich dem unblutigen Opfer= mahle am Altare, der heiligen Messe in Demuth beiwohnen können! Wie oft feffelte, selbst an heiliger Stätte, das Irdische und Sinnliche meinen betrachtenden Geist, und zog ihn aus dem Himmel der Andacht herab zur Erde?-- Wie oft wiegte ich Geist und Herz, die Du, o Gott! so oft durch Deine Gnade gereiniget und gehei= - - 142- liget hatteſt, in ſinnliche Träume und eitle Empfindungen? ndpind di un baia machisor spid Wie weit mehr sorgte ich oft für die Bedürfnisſe meines hinfälligen Leibes; für Speise und Trank, Kleidung und Wohnung, Ruhe und Bequemlichkeit, für Freude und Vergnügen, als für die Bedürfnisse meiner unsterblichen Seele? irgropadno Wie oft sezte ich das Heil meiner theuer erkauften und erlösten Seele, meine Unschuld und Herzensreinheit, meinen Glauben an Dich, o Gott! und Deine heiligen Offenbarungen durch leicht geführte Gespräche, durch eine schändliche Lektüre in Gefahr? CHY Wie oft gefährdete ich meine und anderer Menschen Gesundheit und Lebenskraft durch UnachtsamAut keit und Sorglosigkeit, durch allzuvielen und allzuunsittlichen Genuß irdischer Freuden und Vergnügungen, wie auch durch Zorn und Rachgierde? Wie oft zog ich die Ruhe der Arbeit, die Bes quemlichkeit und die Vergnügungssucht der Erfüllung meiner heiligsten Standespflichten vor? idi d Wie oft vergalt ich die Liebe und Güte, Sorgfalt und Herzlichkeit meiner Angehörigen und Freunde mit schwarzem Undank, mit Starrsinn gegen ihre heilsamen Rathschläge und Ermahnungen? APAR C Wie oft störte ich durch unbesonnene Reden und thörichte Handlungsweisen die Freude, den Frieden meiner Angehörigen und meiner übrigen Mitmenschen? - 143 - Wie oft verlezte ich die Achtung und den Gehorsam, welche ich meinen Vorgesezten schuldig bin? use Wie oft blickte ich auf ärmere und schlichtere Menschen mit Stolz und Verachtung herab, ohne zu bedenken, daß auch sie Deine Kinder, und meine Mitbrüder, o Herr und Vater! sind? 13191 ESTUDOTOS Wie oft sezte ich durch ein frevelhaftes Wagen und Unternehmen, thörichtes Verfahren und unbesonnenes Verschwenden mein und der Meinigen Lebensglück auf ein gefährliches Spiel? - Wie oft mißgönnte mein Herz dem Nächsten das kleine Glück, welches Deine Güte, o Gott! ihm verminck liehen, und suchte es zu stören? spils stand and Wie oft wallte mein Herz bei den geringsten Anläffen in Flammen des Zornes, bei den fleinsten Be leidigungen in glühenden Rachegefühlen gegen seine Mitmenschen auf?- - Wie oft veranlaßte mich der blose trügende Außenschein zu argwöhnischen Gedanken und lieblosen Urtheilen über meine Mitmenschen? CUT, 1190 Wie oft mißbrauchte ich die Eigenheiten meiner Mitmenschen zu bösen Dingen, ihre Güte und Nachsicht zu Thorheiten und Verirrungen, ihre Unwissene heit und Einfalt zu Lug und Betrug, ihre Vertraulichkeit zum Verrath, ihre Schwächen und Gebrechen zu Spott und Hohn, zur Lust und zum Scherz? rud Wie oft lüftete es meinen Sinn nach dem, was untuć. <-144- nicht mein war, und ich nur auf Kosten meiner Zugend und Redlichkeit erlangen konnte? - sor Zu welcher Riesengröße ist demnach, o Herr und Vater! meine Sündenschuld im Laufe der Zeit herangewachsen, und was vermag ich Dir als Lösegeld dafür zu bieten?- Ach, ich habe ja nichts, als das tiefe Gefühl meiner Unwürdigkeit und Strafbarkeit, - die Thränen der aufrichtigsten und herzlichsten Reue über meine Fehltritte und Verirrungen!- Und dennoch, o Herr und Vater! will ich in diesem Augenblicke der Zahlungsunvermögenheit nicht verzagen, sondern von Deiner Milde und Güte das Höchste erwarten.- Wie zahlreich und manigfach auch meine Sünden und Verirrungen seyn mögen, Deine milde Vaterhand wird sie alle aus dem großen Schuldbuche tilgen und der Vergessenheit weihen. Mögen auch, sagtest Du ja selbst, Du Gütiger und Milder! deine Sünden so zahlreich seyn, wie Sand am Meere und so roth wie Scharlach ich will vergeben und vergessen, wenn Du nur Buße thust, und dich zu mir bekehrest. Wie strafwürdig mich auch viele meiner Sünden und Missethaten in Deinen heiligen Augen, o Herr und Vater! machen mögen; Dein großes, erbarmenreiches Vaterherz wird vergeben und begnadigen. Ich will den Tod des Sünders nicht, versichertest Du ja selbst, sondern, daß er lebe und sich bessere!- COLO ind Mögen auch meine bisherigen Tugendverdienste durch meine zahlreichen und schweren Sünden gänzlich erloschen seyn, o! so werden mir doch in diesem Zustande geistiger Verarmung die Hochverdienste Jesu, - ch - 145- - Deines göttlichen Sohnes, zu Hilfe kommen, und mich Deiner Gnade und Vergebung würdig machen, o Herr und Vater! Du selbst gabst uns ja, nach den ausdrücklichen Worten Deiner heiligen Schrift, diesen Be= weiß der Liebe, daß Du Jesum Christum Deinen Sohn für uns in den Tod fandtest, da wir doch Sünder waren. Um wie viel werden wir Alle, die wir früher durch Seinen blutigen Kreuztod schon begnadiz get wurden, nun um seinetwillen nochmal Befreiung von Schuld und Strafe, Gnade und Vergebung von Dir, o Herr und Vater! erwarten dürfen, da wir unsere Sünden nun herzlich bereuen und bekennen, und auch ablegen wollen? Von dieser freudigen Hoffnung beruhigt und belebet, will ich nun hintreten zu Deinem irdischen Richterstuhle, o Herr und Vater! und mir durch ein treues schamerfülltes Bekenntniß meiner Sünden und Verirrungen, durch ein aufrichtiges Versprechen künftiger Besserung das hohe, himmelgültige Lossprechungsurtheil von meiner Schuld im Namen Jesus, Deines gekreuzigten Sohnes durch dessen Priester und Stellvertreter auf Erden erwirken. Amen. Neuegefühl. ,, Wenn wir unsere Sünden aufrichtig bekennen, so ist Gott getren und gerecht und verzeiht uns, indem er uns von Sünden reiniget." 1 Joh. 1, 8. Ach, guter Gott und Vater! Ich habe nun so oft schon des von Deinem Sohne Jesus Christus angeordneten Mittels zu meiner Sinnesänderung und Beffe= rung mich bedient, ich kniete so oft schon hier vor dem Altare Deiner barmherzigen Güte, bat um Verzeihung Erhebungen. Vierte Auflage. 7 pujait 146 und Gnade, versprach Dir feierlich, ein vernünftiges, tugendhaftes, kurz ein christliches Leben zu führen, und noch habe ich mich nicht gebessert. Ich wurde fogar noch sinnlicher, ausschweifender, gottloser als je. Ach! was wird endlich aus mir werden, wie weit werde ich noch kommen? Ich sinke immer tiefer, falle von einer Thorheit in die andere, und häufe Sünden auf Sünden. Ich taumle, wie ein des Verstandes Beraubter umber, und komme beinahe nie recht zu meiner Besinnung. Die Freuden der Welt, die Reize der Wollust, die Schmeicheleien der Sinnlichkeit betäuben mich. Ich höre die Stimme meines Gewissens gar nicht, wenn es mich warnet; ich fühle beinahe nicht mehr, daß ich zu etwas Größerem, zum Himmlischen, zum Ewigen bestimmt bin, ich ahne oft nicht, daß ein Funken der Gottheit in mir flimmert, der zum Erhabnen, zum Unendlichen emporstrebt. An das Zeitliche, an das Vergängliche, an die Endlichkeit gefesselt, ist mein körperliches Auge beinahe des Aufblicks zum Geistigen, Himmlischen, Göttlichen nicht mehr fähig. Ach! ich war oft so thöricht, den Zuspruch meines Gewissens, die Regung des himmlischen Funkens, den Aufblick zum Göttlichen, fromme und heilsame Ermahnungen, das Beispiel des Guten- für Dummheit zu halten. Meine Thorheit war mir Philosophie, meine Welteinsicht Weisheit, meine Sinnlichkeit Vernunft, meine thierische Empfindsamkeit Zugend. Aber Gott! die Welt, die Sinnlichkeit, die Sünde wird mich ganz meiner Freiheit berauben; sie wird die warnende Stimme meines Gewissens gänzlich erstummen heißen, die Regung des Himmlischen und Göttlichen in mir - - - - 147- völlig vertilgen, zur Welt, zur Sinnlichkeit, zum Bösen, zur Sünde mich umschaffen; wenn ich so fort= fahre im Sündigen, wenn ich mich nicht bessere,- dann wird ein namenloses Heer von Elend über mich hereinbrechen, die vergeudeten Kräfte des Körpers werde ich um keinen Preis wieder erlangen, der Geist wird gelähmt, das Himmlische in mir zerstört seyn, die listigen Theilnehmer an meinen verderblichen Freuden werden mich verlassen und verhöhnen, oder absterben mit mir; das um seine Hoffnungen getäuschte Vaterland wird meiner fluchen und mich verachten, meine betrübten Eltern werden sich in's Grab weinen, oder wenn ich sie früher durch verursachte Leiden um's Leben gebracht habe, so wird ihr Geist mich klagend umgeben; mein Gewissen, wenn es sich hier und da noch regt, wird mir kein freundlicher Warner, tein liebevoller Rathgeber mehr seyn, es wird mich durch die empfindlichsten Vorwürfe, durch das Gefühl meiner Verworfenheit, durch Verachtung und Verzweiflung foltern; wenn meine Kräfte am thätigsten seyn follten, wenn ich in der Kirche oder im Leben unter guten Verwandten oder im Kreise einer lieben Familie das reinste Erdenglück des Guten und Weisen geniefsen sollte, da werde ich stumpf, kalt, gefühllos seyn, und vor der Zeit als ein fraftloser, wankender Greis dem Grabe entgegen sinken. Ach, dann, wenn mich fo die Welt um das Hohe, Himmlische, Göttliche- um Alles betrogen hat, was habe ich durchaus verdorbenes Kind, entheiligter Mensch, von Grund aus verwildetes Wesen, zerstörtes Ebenbild Deiner Heiligkeit, personificirter Sünder- zu hoffen? Nichts zu hoffen 1 7* - - - - 148- - zu fürchten habe ich Deine ewige Verwerfung. Der Wurm wird ewig an mir nagen und das Feuer wird nicht erlöschen, hinausgeworfen werde ich in den Ort der ewigen Finsterniß, wo Heulen und Zähneklappern seyn wird. Das wird mein Loos seyn! Ach! ich soll in Gefahr seyn, für ewig meine Würde und mein Glück zu verlieren; Dein Ebenbild auf immer und unwiederbringlich zu zerstören; Deines Beifalls, Deiner Liebe, o Vater! für die Ewigkeit unwürdig zu werden; ich soll endlich durch meine beharrliche Bosheit, völlig aller Empfänglichkeit Deiner Gnaden, aller Fähigkeit Deiner Heiligkeit mich anzunähern, alles Sinnes für das Göttliche, aller Würdigkeit Deines Himmels verlustig, und dem Teufel und seinem Anhange in der Hölle zugesellt werden?! O Vater! fomme mir Armen mit Deiner träftigen Hilfe entgegen! Ach, siehe, ich bereue abermal meine sträflichen Vergehungen und Bosheiten, ich flehe abermal um Deine Verzeihung zu Dir; ich gelobe Dir abermal mit reuevollem Herzen meine hei ligen Vorfäße. Stärke mich, ich will den alten Menschen ausziehen und einen neuen anthun, will die Bande der Sinnlichkeit und Sünde zerbrechen, Dir dienen und so meine wahre Freiheit und Glückseligkeit befördern; ich will Mensch seyn und ein guter Christ, und Dein gutes Kind werden und bleiben, das Du liebst. Ich will mich zu meiner Menschenwürde wieder erschwingen; ich will Dein Ebenbild wieder in mir ehren und herstellen; ich will das Irdische, das Vergängliche die Welt verlassen, und das Himmlische, das Ewige, das Göttliche in mir beleben und immer durch muthvolle Siege über das Fleisch, durch - - 149 1 Wachsamkeit über mich selbst, durch unverdroffene Uebung in der Tugend Deinem heiligsten Urbilde mich nähern, und Jesu Deinem geliebten eingebornen Sohne nachfolgen, der für der Menschen und auch meine Erlösung von Sünde und ewigem Verderben sogar den lezten Tropfen Blutes liebevoll hingegeben hat. Liebster Vater im Himmel! Du willst ja nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe. Ich hoffe, Du wirst mich erleuchten, Du wirst mich leiten Du wirst vergiebst mich stärken. Ich vertraue auf Dich, Du mir. Ich gehe nun zu meinem Seelen- Freunde, dem Priester, den Du an Deiner Stelle zu meinem Richter, Lehrer und Arzte bestimmt hast; ich werde ihm mein Herz darlegen, wie es ist, und ihm mein Elend klagen. Er wird mich trösten, belehren, stärken und reinigen in Deinem Namen; ich darf dann wieder Deines Beifalls und Deiner Liebe versichert seyn, und Du wirst auch mich wie ich an Tugend mehr zunehme wieder immer mehr lieben und durch Deine Gnade gegen die Gewalt des Satans der Welt und des eigenen Fleisches stets muthvoller und stärker machen, durch Jefum Christum, Deinen göttlichen Sohn, unsern Erlöser. Amen. - Gebet nach der Beicht. Sieh, du bist gesund geworden, sündige fortan nicht mehr. Joh. 5. 14. O mein Gott! ich danke Dir, daß Du mir die Gnade ertheilet hast, meine Sünden Deinem Priester zu bekennen und von ihm in Deinem Namen die Lossprechung zu erhalten. Dieses sey mir ein neuer Be - 205 150- weggrund, mich wahrhaftig zu bessern, und ein neues Leben anzufangen. Herr! Du hast meine Thränen lieb reich angesehen, und meine Reue nicht verschmäht. Zerrissen hast Du die Bande, die mich gefesselt hatten an das Verderben. Barmherzig und gnädig bist Du, und handelst nimmer an uns nach unsern Missethaten. Du allein bist unsere Hilfe und Zuflucht, unser Heil und unsere Errettung. Wie sich ein Vater seiner Kinder erbarmet, so erbarmest Du dich Deiner Geschöpfe. Gereinigt bin ich nun von meinen Sünden, bin wieder aufgenommen in Deine Vaterarme. Preis und Anbetung sey Dir für diese Gnade von mir dargebracht! - Huldvoll und väterlich hast Du mich, o Gott! zur Besserung meines Wandels eingeladen; denn Du willst nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe. O, unaussprechliche Liebe! durchdringe mein Herz, und entflamme in mir das Feuer der Gegenliebe! Durch ein tugendhaftes Leben, durch kindlichen Gehorsam gegen Dich, Du mein Gott! will ich meine früheren Versäumnisse wieder gut zu machen suchen. Komme mir dabei zu Hilfe, und stärke mich in diesem Vorsatze, damit ich ihn durch Deinen Beistand getreu vollführen möge. Dir, Vater! schwöre ich auf's Neue: Gehorsam, Liebe und Vertrau'n. Ich will mit Festigkeit und Treue, Allein auf Dich, Du höchster! bau'n. im O, leite mich auf rechtem Pfade, nism Und gib mir Schwachen Deine Kraft, Durch Deines heil'gen Geistes Gnade, Die Allen Heil und Segen schafft. sid. Nie will ich mehr vom Guten laffen, 3 - 151- Will nur mein Herz der Tugend weih'n. Und fürderhin die Sünde hassen, Und Dir, o Gott! getreu nur seyn. 322aß diesen Vorsatz mich vollführen, O Gott! und stehe Du mir bei! Wird Tugend, Glaub' und Recht mich zieren, So bleibt das Herz von Qualen frei. Hier bete man noch das vom heiligen Liguori verfaßte, und nach dem Abendgebete an Werktagen vorkommende Gebet um Erlangung der Seligkeit. Seite 20. Von dem Ablaffe. sin Der Ablaß ist eine unmittelbare Nachlassung der Kirchenbußen, und eine mittelbare Nachlassung der zeitlichen Strafen, welche der Mensch durch Werke der Buße würde erlangt haben, nachdem ihm vorher durch die Beicht die ewige Strafe für die Sünde nicht gelassen worden. In den ersten Zeiten des Christenthums waren die Kirchenvorsteher gegen die Büßer sehr strenge. Sie mäßigten oft aus wichtigen Ursachen diese Strenge, sie ließen ihnen einen Theil der schweren Bußwerke nach, die sie ihnen auf geleget hatten, um die zeitlichen Strafen zu tilgen, die diese, nach verziehener Schuld der Sünden, vor Gort noch hätten leiden müssen. Dieses ist der Ursprung der Ablässe. Nachlassung von einigen Sündenstrafen nennt man unvollkommenen Ablaß, die Nachlassung von allen zeitlichen Sündenstras ise bi fen heißt daher der vollkommene Ablaß. So ließ Paulus dem öffentlichen Sünder zu Korinth, als er dessen Traurigkeit, die ein Beweis seiner heftigen Reue war, vernahm, nicht bloß die ewige Sündenstrafe und die noch übrige Kirchenbuße nach, sondern er erließ ihm auch gleichfalls im Namen Jesu die zeitlichen Strafen, die er ihm, als Bevollmächtigter Jesu, gedrohet( 1. Kor. 5, 4. 5), und die dieser vor Gott noch zu tilgen hatte; er führte die Bewegursache an: damit er nicht etwa in gar zu große Traurigkeit versenket würde, und in Verzweiflung gerathe."( 2. R.2,7). - 152 - Es wäre also der gröbste Irrwahn, oder die schnö deste Undichtung, wenn man vorgeben sollte, es sey Lehre der Kirche, daß man sich durch Ablässe von Sünden loskaufen, sie auf Rechnung künftiger Sünden gewinnen, und sich der Pflicht der Buße, der Genugthuung für seine Sünden, der Besserung des gänzlichen Lebens entziehen könne. Nein, ein Ablaß kann nicht die geringste Sünde vergeben, sondern nur die nach reumüthiger Buße, nach hergestellter Sinnesänderung noch zurück bleibenden, zeitlichen Strafen erlassen. Die erste Bedingung, einen Ablaß zu gewinnen, ist also: daß man von Gott die Vergebung seiner Sünden durch den Priester, seinen Stellvertretter, bereits erlangt habe.- Diese erhält man in dem Sakramente der Buße, wenn man Alles erfüllt, was zur Vergebung der Sünden erfordert wird; denn so lange die Schuld der Sünden nicht nachgelassen ist, so lange kann auch die Strafe nicht nachgelassen werden. Die zweite: daß man würdige Früchte der Buße wirke. Je vollkommener die Besserung und das bußfertige Leben sind, desto größer ist auch die Würdigkeit zur Gewinnung des Ablasses. Weichliche, in Ausübung der Werke der Buße träge Christen betrügen sich, wenn sie glauben, daß sie Abläffe gewinnen. Die Absicht der Kirche ist: der menschlichen Schwäche zu Hilfe zu kommen, nicht aber die Trägheit zu unterstüßen. Der Ublaß entbindet uns von keiner einzigen Pflicht, die demjenigen zur Erfüllung obligt, welcher gefündigt hat, und nach der Begnadigung die gehörigen Mittel ergreifen soll, um nicht wieder zu fündigen. Er ist vielmehr Ermunterung, mit Vertrauen Alles zu thun, was die Besserung befestigen und vollenden kann, weil wir Hoffnung haben, daß wir es nicht vergeblich thun: weil wir nicht in Ungewißheit bleiben, ob wir bei all unserm redlichen Bestreben dennoch eine vollgültige Genugthuung für unsere Sünden leisten. Noch ist zu bemerken, daß man die um der übergroßen Verdienste Jesu, und der triumphirenden Kirche Willen erhaltenen Ablässe oder Nachlassun- - 153- gen der für begangene Sünden als Genugthuungsleistungen noch auszustehenden zeitlichen Strafen auch den armen Seelen im Fegfeuer fürbittweise aufopfern kann, um ihre Bußzeit zu verkürzen. So flößet die Religion, indem sie mit unerläßlicher Strenge auf die Erfüllung der Pflichten dringt, doch auch dem schwachen Menschen Zuversicht und Beruhigung ein. Ablaß: Gebet. Des frommen Christen allgemeines Gebet für sich und alle Menschen. ( Auch täglich, besonders aber in Nöthen und an Communiontagen zur Gewinnung des Ablaffes zu beten.) Fürchte dich nicht, Ich bin mit dir; weiche nicht, Ich bin dein Gott! Ich stärke dich. Ich helfe dir auch; Ich erhalte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit! Jef. 41. 10. Für mein Heil und meine Brüder Sink' ich flehend vor Dir nieder: Gott, erhöre mein Gebet! Nimm hinweg von dieser Erde Mangel, Trübsal und Beschwerde, Daß es uns stets wohlergeht! Ewiger, gütiger Gott und Vater! segnend und mit väterlichem Wohlwollen blickest Du stets herab auf Hohe und Niedere, auf Gute und Böse Deiner Geschöpfe! und Allen gibst Du viel des Guten und Schönen, des Wahren und Beseligenden. Besonders mir, Deinem unwürdigen Diener, hast Du schon große Wohlthaten und Segnungen während meines Daseyns zukommen lassen. Was bin, was hab' ich, was kann, 7** Batm - - 154- - was vermag ich, das nicht aus Deiner Huld mir entsproffen wäre? un start nybining mome OUD toon O! ich fühle mich von Deiner weisen Fürsorge für mich und alle Geschöpfe, von Deiner Güte und Liebe für uns Menschen ganz durchdrungen! Sieb, ich wage es, mit Dir, o Gott! zu reden; es drängt mich, Dir des Herzens tiefsten Gefühle und Wünsche zu offenbaren. Und da Du den Bittenden und den zu Dir Redenden gnädiges Ohr verleihest, so komm' ich denn, ich Dein Kind, Deiner unendlichen Allmacht Sprosse, getroft zu Dir, und suche des Lebens Kraft und Würze, der Seele Hilfe und Tröstung. Wohl sollte und könnte ich Dich um Reichthum und Ueberfluß, um Macht und Ansehen, um Gesundheit und Stärke, um Freude und Glück, um freudiges und langes Leben bitten; da Du aber des Heiles und Glückes Quelle ohnehin mir weise zutheilest, was mir zu des Lebens Wonne und Glück, und zu des Geistes Vervollkommnung und Beseligung dient, so bitte ich Dich Allgütiger! vor allem um das, was mir am meisten nothwendig ist, nämlich, um frohen Muth zum Gebete und zur Arbeit, bestmöglichste Erkenntniß, Annahme und Ausübung alles Guten und Nüßlichen, wahre Kopfes- und Herzensbildung, und um eine gesunde Seele in einem gesunden Leibe, kurz die vollkommenste Harmonie mit Deinem göttlichen wahrhaft beglückenden Willen und die mir bestmöglichste Erreichung von meines Daseyns Ziele. Aber nicht bloß für mich flehe ich kindlich zu Dir; beglücke auch mit Deines reichen Segens großer Fülle 155- alle Menschen, und darunter besonders meine Angehörigen, Eltern, Lehrer und Verwandte, für welche vor allem des Gebetes Pflicht mir obliegt! Ja, gib allen Menschen den Geist der Liebe, der Eintracht, und des Friedens segenreiches Band! Laffe sie erkennen, daß Du der Liebe Born, und daß Du ein Freund der Nachsicht und Schonung, und des Rachesüchtigen Feind bist. Laß Deines Reiches beglückende Macht, o Gott! über die ganze Schöpfung sich erstrecken, und verleihe, daß der Liebe Band und des Glaubens Einheit und der Hoffnung frohe Zuversicht alle Menschen vereinend und beglückend umschlinge! Strecke die Hand des Segens aus über der Erde Mächte und Fürsten, besonders aber über den innigst geliebten König und Herrn unsers theuren Vaterlandes! überhäufe ihn und alle Kaiser, Könige und Fürsten mit der Weisheit der Gerechtigkeit und Güte unendlicher Fülle, damit sie ihrem hohen Berufe und ihrer Pflichtenmenge in treulichster Erfüllung nachkommend, die Menschen glücklich zu regieren vermögen! Mehre Du die Zahl gläubiger Verehrer der wahren christlichen Religion und Kirche, vermindere die Bösen und Irrenden der un- und abergläubigen Menge! Führe alle zu Einem Hirten, in Einen Schafstall, dainne meile mit bald werde eine Heerde! Segne mit Deines ganzen Gegens Fülle unserer Kirche theures Oberhaupt, den heiligen Vater zu Rom, wie auch alle Bischöfe und Seelenforger,( besonders unsern hochwürdigsten Bischof und alle Deine würdigen Diener und Priester unserer Diöcese!) erhalte sie Alle in allem Guten, als des Altares treue, würdige -156- Diener! Dein göttlicher Geist schwebe auf ihren Lippen, wenn sie Dein göttliches Wort dem Volke verkünden, und Trost und Erquickung fließe aus ihrem Munde dem Leidenden und Sterbenden! Erleuchte alle Unwissenden; führe die Irrenden zurück auf die Bahn des Wahren und Rechten! Sey der Erwecker und Besserer der Sünder, der Schwachen Stärke, der Trauernden Tröster, der Betrübten Tröster, der Schmachtenden Erquicker, der Leidenden Helfer, der Kranken und Sterbenden Tröster und Helfer, und der Beseliger unser Aller nach einem guten, fanf ten Tode! Kröne der Guten heiliges Bemühen durch des Gelingens Frucht, ermuthige Deines Sohnes treue Zeugen zum festen Bekenntnisse der Wahrheit, sey der Segen aller Freunde der Zugend und des Rechtes, und nimm Dich der leidenden Menschheit und der gedrückten Armuth und Unschuld an! Segne die geistliche und weltliche Obrigkeit, erfülle die Lehrer mit Deinem heiligen Geiste, zerstöre Religionshaß, Wahn und Trug und die tausendköpfige Hyder der Selbstsucht, des Haf fes und der Verfolgung, kurz, sey der Vertilger der Quelle alles zeitlichen und ewigen Unglückes und Verderbens, und befreie uns daher von allem Uebel, von Pest, Hunger und Krieg, von allen trüb- und unglückseligen Zeitumständen, besonders aber befreie uns von aller Sünde, dem größten aller Uebel, und von dem jezt allenthalben herrschenden Geiste des Ungehorsams und der Unlauterkeit! Laß uns daher, o bester Gott und Vater! immer, besonders jezt, bedenken, was uns Petrus, jener redliche, treue Diener Jesu, in seinem zweiten Sendschreiben an die uns allen besonders - - 157zum Muster dienen sollende erste Christenschaar schreibt: ,, Seyd Unterthan," spricht er, jeder menschlichen Ordnung um Gottes willen, dem Könige als dem Oberherrscher, oder den Statthaltern und denen, nämlich welche von Ihm sind gesandt zur Bestrafung der Bösen, zum Preise aber der Guten; denn das ist der Wille Gottes, daß ihr durch eure guten Werke vers stummen machet den Unverstand thörichter Menschen." Und wiederum lesen wir: Ihr Diener! unterwerfet euch mit aller Ehrerbietung euern Herrn, nicht nur den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen; denn das erwirbt Gnade, wenn man mit gottergebenem Bewußtseyn Widerwärtigkeiten erduldet und unverdient leider."( 1. Petr. 2, 18-19.) So will ich denn die Ehrfurcht und den Gehorsam, die, meinen geistlichen und weltlichen Obern, besonders dem Könige, schuldige Liebe und Treue nie vergessen, ja sie vielmehr stetshin zu erhalten und zu erhöhen mich bestreben. Wandeln will ich auf dem mir von Dir vorge= schriebenen und zu meinem wahren Ziele und Heile führenden Lebenspfad immerdar, damit ich sicher zu Dir, o Gott! gelange. So segne denn, o ewige Liebe! mich und meine Bemühungen, damit ich immer mehr ein Dir und den Menschen wohlgefälliges Geschöpf auf Erden werde, und einst des Lebens Krone erlange; aber nicht nur mich, sondern Alle Menschen segne, und mache sie glücklich. Ja, segne und erhalte Du uns Alle zu dem ewigen Leben! Amen. - 158- di Segne, Vater, alle Stände, Edel, niedrig, arm und reich! Reich' uns Deine Gnadenspende Hier und dort im Himmelreich! in Alle sind wir, Gott! ja Brüder; D'rum blic' segnend auf uns nieder! monsidste mus dit dosa a diminda 2017 B. Betrachtungen und Gebete bei der heiligen Communion. Betrachtung von der hl. Communion. - 193 schil Der Herr hat meine schmachtende Seele ersättiget. 81 Sm Pfalm 105.. SÓNG Durchforsche, ehe du zum Tische des Herrn gehest, noch einmal dein Gewissen, und habe wahre Reue über alle deine begangene Sünden. Sich selbst prüfen, ist ein Haupterforderniß desjenigen, der das heilige Abendmahl würdig empfangen will. Wenn der er Mensch t thut, was er vermag, und wahrhaft bereut, beichtet und bestmöglichst wieder gut macht, was er Böses gethan hat, und zu seinem Gott um Gnade und Vergebung flehet: so werden ihm auch die übergroßen Früchte des heiligen Bußsakraments zu Theil werden; denn der Herr pricht bei Ezechias 33, 11 und 16. So wahr ich lebe! ich habe kein Wohlgefallen an dem Tode des Ruchlofen, sondern vielmehr daran, daß der Ruchlose von seinen bösen Wege zurückkehre und lebe. Aller seiner Sünden, die er begangen hat, soll nicht mehr wider ihn gedacht werden, und weil er Recht und Gerechtigkeit übet, soll er leben!" Bor Allem soll man in tiefster Demuth seines Herzens voll Chrerbietung, mit lebendigem Glauben, und aus der reinen Absicht, sich zu stärken und Gott zu verherrlichen, zum Genusse des Leibes und Blutes Jesu Christi hingehen. ,, So prüfe denn vorher Jeder sich selbst, alsdann esse er erst P - — 159von diesem Brode und trinke aus diesem Kelche; denn wer auf eine unwürdige Weise das Fleisch und das Blut Chrifti hineinißt und trinkt, der ist und trinkt sich selbst den Tod hinein, weil er keine Achtung für den Leib des Herrn zeigt. 1. Kor. 11, 29. - 1 and the ne Iñed toispris paupio) Gebet vor der heil. Communion. ti Im Vertrauen auf Deine Barmherzigkeit und Liebe, o mein gütigster Heiland und Erlöser! nahe ich mich Deinem Tische. Ich, der Kranke, fuche Genesung bei Dir; ich, der Durstige, eile zu Dir, der Du die Quelle alles Lebens bist. Ach! ein Dürftiger eilet zu seinem Könige, ein Knecht zu seinem Herrn. Das Geschöpf suchet Heil bei seinem Schöpfer,- der Trostlose suchet Trost bei dem, der allein ihm Hilfe gewähren kann. Du selbst, o mein gnadenreicher Sesus! hast mich liebreich an Deinen Tisch zu kommen eingeladen. Du sagtest ja: Nehmet hin und esset, dieß ist mein Leib, und-trinfet aus diesem Kelche, denn es ist mein Blut.- Ich bin das lebendige Brod, das vom Himmel herab gekommen ist. Wer mich genießet, der hat das ewige Leben." ,, Wer von diesem Brode isset, und aus diesem Kelche trinket, der bleibt in mir und ich in ihm!" O, wie glücklich bin ich nun, daß ich mich Deinem Tische nahen, und Deinen Leib und Dein Blut genießen darf! Welchen Dank, welche Lobpreisung bin ich Dir, Du liebevollster Heiland! für diese große Gnade schuldig! Wer bin ich denn, daß Du Dich mir selbst zur Speise hingibst? Du, der Reinste, der Heiligste, gibt sich dem Unreinen, dem Sünder hin! Welch eine unaussprechliche Gnade - - JIQ 160und wie herrlich, wie liebenswürdig erscheinst Du in derselben! Dich, meinen Gott! darf ich empfangen, darf ein Gast seyn an Deinem Tische, und Theil nehmen an dem heiligen Liebesmahle, welches Du zu unserer Beseligung eingesezt hast!- Du bist der Heiligste unter den Heiligen, und dennoch kehrest Du ein bei den Sündern und ertheilest ihnen die Gnade, sich mit Dir vereinigen zu können. O liebevollster Jesus! bilde mich durch den Glauben an Deine Gegenwart im heiligst Altarssakramente zu einem würdigen Gast, damit ich empfangen möge in Dir und durch Dich das ewige Leben!- Ich rufe mit dem Priester zu Dir: O Herr! ich bin nicht würdig, daß Du eingehest unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, und gefund wird dann meine Seele." Amen. ammot — schisur Glaube, Liebe, Hoffnung. Dem Zweifel werd' ich nie zum Raube, noslogis Nie wanken wird mein fester Sinn, So lang' mein Herz der reine Glaube id moo Belebt, und ich getreu ihm bin. Ich glaub' an Gott, der ewig ist, Den ich erkannt' durch Jesu Christ! and wid AUD Hat mich gleich Ungemach getroffen, Und trifft mich solches täglich noch, So steht auf Gott mein ganzes Hoffen; Denn Du bist ja mein Vater doch. Ha, Hoffnung auf die Seligkeit, Gewährt mir Trost in jedem Leid. Wird meiner Seele bang' und trübe, Verfolgen böse Menschen mich, - — - 161So bleibst Du mir, Du reinste Liebe, O mein Gott! ewig lieb' ich Dich! Doch auch dem Nächsten gern verzeih'n Will ich, und ihm stets liebvoll seyn. Glaub' Hoffnung Liebe, o sie reichen, schil sid. Von dieser Erde himmelan. Sie sollen nimmer von mir weichen, - - PjAuf meiner ganzen Lebensbahn. Wo diese heil'gen Blumen blüh'n, Wird stets das Herz für Tugend glüh'n. Gebet nach der Communion. - O mein Jesus! ich habe Dich jezt empfangen, und meine Seele ist nun im Besitze desjenigen, der Alles erschuf, und dem Alle Gewalt gegeben ist im Hims mel und auf der Erde! Vereinigt mit mir bist Du, o mein Erlöser! und Eines bin ich geworden mit Dir. Dich, in dessen Namen allein Heil ist, und vor dem sich alle Kniee beugen, der da herrschet in alle Ewigkeit,- der allein die Wahrheit und das Leben ist, Dich habe ich genossen im Abendmahle, und Dein Fleisch und Blut ward mir dargereicht, zur Speise und zum Tranke für das ewige Leben.- D, welch' eine Würdigung- welch' eine unendliche Gnade! Ach! warum lösete nicht mein ganzes Wesen in den heißesten Dank, in die glühendste Liebe sich auf, Dich zu umfangen. Doch, Du kennest meine Schwachheit und meine Noth, und siehest ja, wie arm und elend ich vor Dir stehe! Du hörst es ja, wie laut ich um Gnade und Barmherzigkeit zu Dir rufe. Erquicke meinen Hunger nach Deinen Erbarmungen sönüşine 2,562 - MOND - den,- - - 162entzünde mein kaltes Herz durch das Feuer Deiner Liebe, und erleuchte meine Blindheit durch das helle Licht Deiner Gegenwart; theile Deinen heiligen Geist mir mit, damit ich stets erkennen möge Deine unendliche Liebe zu den Menschen. Mein Jesus lebt nun in mir. O Gnade! die kein Gedanke, o Milde! die keine Bewunderung erreichen kann! Liebe ohne Maaß, die sich ganz zum Besten der Menschen geopfert hat, und die alle Begriffe weit übersteigt. Wie kann ich sie erwiedern? Durch Opfer nicht aber durch ein reines Herz; denn dieses ist Dir, o Gott! allein die wohlgefälligste Gabe, eſes ist Dir - mein ganzes Herz, welches Geweiht fen Geweiht sey Dir darum nun Eines mit Dir gewor= auch immer Eines mit Dir bleiben soll in alle dun juchin Amen. Lead qua du an hur o - - - Ewigkeit. @nid vim tim spimisest Es war mein sehnlichstes Verlangen, Mit meinem Gott vereint zu seyn. nihi Glück! ich hab' ihn nun empfangen, nad Er gieng in meine Seele ein. Als Nahrung für mein Seelenheil, i Ward mir sein Fleisch und Blut zu Theil. Q dan wunderbare Himmelsspeise, ma dan shq Du Netterin vom ew'gen Lod! nis olsun Erquick mich auf der Lebensreise, Und steh' mir bei in aller Noth. fplied mad whic Käm'st Du nicht in mein Herz hinein, So könnt kein Leben in mir seyn. daw and 173 Jesu! bleib' bei Deinem Kinde, soc chi Bush di mmm Das heute Dich empfangen hat, uism shiup C Bewahre mich vor jeder Sünde, du Und steh' mir bei mit Deinem Rath! sied 60 mipichám 163 de Dir leb' und sterb', o Jesu! ich, Und Dein verbleib' ich ewiglich. Amen.ph moted sui ind him sichusin dan mism bid Noch ein Communiongebet.is 85 ( Vom heiligen Augustin.) Jesus, mein lebendiges Licht! erbarme Dich meiner, bei mir und erleuchte mich! 90% bleibe Jesus Christus! Du Abglanz der Herrlichkeit des Vaters, der Du über die Cherubim erhöhet sißest und die Abgründe durchschauest, laß von Deinem Lichte mich erleuchtet werden und komm, Dein Heil mir zu bringen! Erbarme Dich meiner, komm und bleibe bei mir, erleuchte mich, damit ich Dich immer so ehre, wie ich den Vater ehre. Du wahres, erleuchtendes und nie abnehmendes Licht, in das auch die Engel zu schauen gelüftet, erbarme Dich meiner und gieb mir Deinen Geist, damit ich im Lichte wandle und wirke, so lange es noch Tag ist, und nicht von der Finsterniß überrascht werde. Denn, wer im Finstern wandelt, der weiß nicht, wo er hingeht. Du bist mein lebendiger, wahrer Gott. Erbarme Dich meiner und erfülle mich mit der Gnade, daß ich Dich anbete im Geiste und in der Wahrbeit. im Du bist mein heiliger Bater, und mein gütiger Herr! erbarme Dich meiner, und gieß' in mein Herz den Geist der Kindheit, damit ich in folgsamer Liebe -164-- und treuer Anhänglichkeit auf dem Wege Deiner Ge= bote, wandle, und einst als ein guter und getreuer Knecht von Dir in die Freude des Himmels eingeführt werden möge. Du bist mein einziger Lehrer und mächtigster König! Du hast Worte des ewigen Lebens; erbarme dich meiner und erleuchte mich, daß ich zuerst suche das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit. Du bist mein guter Hirt und mein treuester Helfer! - Du giebst den Schafen, die Deine Simme hören und Dir folgen, das ewige Leben: erbarme dich meiner, und nimm mich verirrtes Schäflein auf Deine Schultern und trage mich zur Heerde der Kinder Gottes zurück. 613 Du bist meine vollkommene Liebe, meine süßeste Freude, mein ewiges Heil! Du hast Dich für uns in den Tod hingegeben aus Liebe; erbarme Dich meiner und erleuchte mich, daß ich Dich entgegen liebe, nicht mit dem Munde oder mit Worten allein, sondern in der That und Wahrheit. Du bist meine Wonne und mein Erbe; in Dir, o Jesus! will ich mich erfreuen ewiglich. SUB Du bist meine herrlichste Weisheit, mein wahres Licht, mein rechter Weg, mein Führer zum Vaterlande! Du erleuchtest Jeden, der in diese Welt kömmt, und hast uns in Deinem heiligen Evangelium eine Kraft gegeben, felig zu machen Alle, die daran glauben; er= barme dich meiner, und erleuchte mich; zeige mir Deine Wege und lehre mich Deine Fußstapfen kennen, damit ich in selbe eintrete und Dir nachfolge- im Lichte zum Leben.- - 165- Du bist meine reine Einfalt und meine friedliche Eintracht, mein reicher Erbarmer und meine größte Stärke in Drangsalen, und mein sicherer Schuß.- Du hast die Müheseligen und Beladenen zu Dir eingeladen, und ihnen Erquickung versprochen; erbarme Dich meiner, und erleuchte mich; gieb Ruhe meiner Seele, frommen Kindersinn meinem Gemüthe und meinem Herzen den Frieden Gottes, der allen Begriff übersteigt. Du bist mein lebendiges Brod und mein Priester in Ewigkeit, mein unbeflecktes Sühnopfer und meine heilige Erlösung! Du hast als das Lamm Gottes die Sünden der Welt hinweggenommen; Du hast uns Dir erkauft nicht mit etwa vergänglichem Golde und Silber, sondern mit Deinem kostbaren Blute. Erbarme Dich meiner und erleuchte mich, daß ich mich versöhnen lasse, der Verdienste Deines bittern Leidens und Sterbens theilhaftig werde, und durch den Genuß Deines allerheiligsten Leibes und Blutes das ewige Leben erlange. Du bist meine wahre Auferstehung, mein ewiges Leben und meine feligste Anschauung! Du hast dem Tode den Stachel und der Hölle den Sieg entrissen; Du bist zum Vater heimgegangen, uns in seinem Hause Wohnungen zu bereiten; erbarme dich meiner und erleuchte mich, damit ich unverrückt nach dem sehe, was oben ist, und unermüdet dahin trachte, wo Du bist, und wohin Du mich einst auch abholen willst! Lieben will ich Dich, Du Kraft meiner Seele! immerdar will ich Dich lieben, Du unaussprechliche Freude meines Herzens! Nicht mir, Dir will ich die 1661 ganze Zeit meines Dascyns leben, welches Du, als es durch mein großes Elend verloren war, durch Deine Barmherzigkeit erneuert hast. O, wie so spät wie so gar spät fange ich an, Dich, o ewige Güte! zu lieben. Erbarme Dich meiner und erleuchte mich! Gieb mir, o Herr! ein Herz, das immerdar Dich liebe; ein Gedächtniß, das nimmermehr Deiner vergesse, einen Verstand, der beständig Dich betrachte, und einen Willen, der unablässig Dich liebe! Erbarme Dich meiner und erleuchte mich!- Fliehe nicht aus meinem Herzen; weiche nicht von meinem Munde; zeige Dich in meinen Werken; sey immerdar bei mir, als Helfer und Schirmer in jeder Noth.omid 118 dm Jesus, erbarme Dich meiner, und erleuchte mich, daß Dein Licht, Dein Geist in mir allein wirke! Amen. in www. - 1 - and gol nom * Sehnsucht nach Gottes Segen. asdel LOUIE Bei Ertheilung des priesterlichen Segens und sonst auch zu beten. signolas pm Tid#Q Ach, nach Deiner Gnade trachtet, in Dürstet, Gott! mein banges Herz. Jesus! siehst Du, wie es schmachtet, Seine Thränen, seinen Schmerz? Ist mein Durst, Du Quell des Lebens! Ist er dann nach Dir vergebens! Wo ist Deiner Güte Spur? Einen Tropfen will ich nur! Anu- ands2 schild Jesus Christus! ach, nur Einen s i Tropfen Deines Trostes nur! Gan - 167- Thränen nur, vor Dir zu weinen, Deinen Frieden, Jesus nur! Kraft und Feuer zum Verlangen; Glauben nur Dich zu empfangen! Muth nur kindlich fortzufleh'n. Stärke, um nicht still zu ſteh´n! Kämpfen will ich bis zum Siege, Schenk' mir Müden Gnad' und Kraft! Muth, wenn ich der Sünd' erliege, Wenn mein Herz mich laut bestraft! Lauter noch als mein Gewissen Ruf' in meinen Finsternissen Deine Gnade, Herr! mir zu: « Sey mein Kind, versöhnt bist du!>> gnopnie 10 mai suim am 3 drordid my eid protte mor og do is sed and no jusdan sina sigline no 1 ist als rod and me dissile of a sign on sud saltinis@ shot hi - - 168- and Vierter Abschnitt. en ple dan mjuelo TOT CELON Nachmittags- Andachten. Erste Besper: Andacht. ( 3um Segen. siehe die Gebete von den Meßandachten Seite 58. und Seite 166. u. s. w.) - ,, Laß mein Gebet wie ein Rauchwerk vor Dein Angesicht hinaufsteigen; die Aufhebung meiner Hände sich wie ein Abendopfer an! p. 111, 2. Denn wegen Deiner unaussprechlichen Hoheit gebührt Dir billig alles Lob und aller Preis." Nachf. Christi. Eingang. Im Namen Gottes, des Vaters 2c. † † †. Deffne meine Lippen Du, o Gott! Daß vom Morgen bis zum Abendroth Sie Dein hohes Lob verkünden! Ehre sey auf seinem Himmelsthron Gott dem Vater; Ehre sey dem Sohn, Der vertilgte uns're Sünden; Gleiche Ehre sey dem heil'gen Geist, Den das Herz als seinen Tröster preis't; Ehre fey wie nun, so allezeit, Lob und Preis in alle Ewigkeit, Dir, o heiligste Dreieinigkeit! Amen. 169 - Erster Pfalm. bla C 50 Der Glaube an Gott. dall Im Anfang erschuf Gott Himmel und Erde. Genef. 1. 1. Wer ist so frech und läugnet Gott, Und glaubt, er habe Gründe Hiezu, und treibet seinen Spott Durch solche schwere Sünde? Er sehe nur den Himmel an, Die Sonne, Mond und Sterne Betrachte, wie sie ihre Bahn opdr Dort geh'n, in gleicher Ferne! ,, Es ist kein Gott!" ruft nur der Thor, Der Weise hält am Glauben, Er sieht zum Himmelszelt empor Und läßt ihn nie sich rauben. Du, Gottesläugner! komm und sieh' Des Herren Macht auf Erden, Und fage dann, wie kannst Du, 3u einem Zweifler werden? nk Betrachte Felder, Wald und Flur, Den sanften Schmelz der Blume, Die wunderliebliche Natur Gemacht zu Gottes Ruhme. - C Komm, sieh' der Wesen Menge an, Gebirge, Thäler, Triften, wie Den fischerreichen Ocean, Die Vögel in den Lüften. Erhebungen. Vierte Auflage. sid 6lom 85 PRO - 170- Den raschen Strom, die stille See, Der Quelle sanftes Fließen, Und hebst den Blick du in die Höh', Dich tausend Sterne grüßen. Der blaue Himmel lacht dich an, Dir leuchten Mond und Sonne.nl Dieß Alles hat der Herr gethan! O Mensch! dank ihm voll Wonne! Es blinkt stets Gottes Allmacht dir, Und seiner Weisheit Werke, Ja, was du siehest, dort und hier, Beweiset Gottes Stärke. - Sag': willst du länger zweifeln noch An eines Gottes Leben? Dir hat der Ewige ja doch d Dein Daseyn selbst gegeben. als ,, Es ist ein Gott, ein Herr der Welt, Mich überzeugt mein Glaube; Es ist ein Gott! der Alles hält, Den ich anbet' im Staube." Ehre sey dem Vater, Sohn und hl. Geist 2c. 0316 - - Zweiter Pfalm. Camer Der Glaube an Jesus Christus. So sehr hat Gott die Welt geliebt 2c." Joh. 3, 16. Dahingesunken in den Fluch der Sünden Ehemals die ganze Menschheit war, - 171- Und nirgends konnte sie Errettung finden, Kein Helfer stellte sich ihr dar. Vergebens rang sie mit den Uebeln allen, Sah' keinen Ausweg nah und fern; Und wäre immer tiefer noch gefallen, Denn schon erlosch ihr Hoffnungsstern. Da sabst herab, Du Bater! auf die Deinen Von Deinem glanzumstrahlten Thron: Und ließest Rettung milde uns erscheinen Durch Deinen eingebornen Sohn. Er kam und lehrte, wirkt der Wunder Viele, Auch stiftet er den neuen Bund, Und führte Alle hin zum höchsten Ziele, Verkündigt uns durch seinen Mund. Am Kreuz besiegeltest Du Deine Lehre O Herr! durch einen harten Tod, Damit die Welt zu Dir sich gläubig fehre, Zu Dir, dem Retter aus der Noth. O Gottes Sohn! der Du für mich gestorben, Damit ich selig werden kann; Du, der den Himmel mir auch haft erworben, Dich bete ich in Demuth an! Ehre sey 2c. 8* - 172- Dritter Pfalm. dali Die Heiligung. ,, Gottes Liebe ist in unsern Herzen ausgegossen durch den heiligen Geist, der uns verlichen worden." Röm. 5, 5. Der Heiland war bereits zum Vater aufgestiegen, Verlassen und bestürzt war seiner Jünger Schaar. Es mußte ihnen schwer auf ihrem Herzen liegen, Ihn nimmer mehr zu seh'n, der ihnen Alles war. Sie harrten sehnsuchtsvoll, und betend fünfzig Tage, Auf der Verheißung Trost, die ihnen Jesus gab, Der Tröster kömmt, und endet ihrer Sehnsucht Plage, In einem Feuersturm kömmt er auf sie herab. Sie geh'n in alle Welt, von diesem Geist getrieben, Durch große Wunder fördern sie das Christenthum, Und endlich ward's mit ihrem Blute unterschrieben, das Evangelium. Was sie geprediget. So ward die Welt bekehrt, die Kirche fest gegründet, Der Gößendienst zerstört durch dieses Geistes Kraft, Und wer im Christenthum noch Heil und Segen findet, Der dankt es diesem Geist, der alles Gute schafft. Er bleibt in Jesu Reich, bis an der Zeiten Ende; Die Lehrer und die Priester wirken nur durch ihn, Und seine Gnade strömt durch sieben Sakramente, So lang die Kirche steht, auf fromme Christen hin. Wir kommen auf die Welt mit Gott entzweit, als Sünder, Durch Adams Sündenschuld der Hölle unterthan; Er macht uns wieder rein, wir werden Gottes Kinder, Und ziehen in der Zauf das Kleid der Unschuld an. - - 173- Dann stärkt er durch der Firmung Gnade uns im Glauben, Und wirken wir mit ihr und bleiben wir ihr treu, Wer wird uns dann die Ehre eines Christen rauben? Verfolgung nicht, nicht der Verführung Schmeichelei. Wenn große Angst den Sünder oft nach einem bösen Leben $ 13 Ergreift, und grimmig packet der Verzweiflung Wuth, So hören sie voll Trost: die Sünd' ist Dir vergeben Im Sakrament der Buß, und fassen wieder Muth. Und dort auf dem Altar, o Menschen! welche Güte! Dort thront der Heiland selbst, in Brods- Gestalt verhüllt. - - — Geht hin mit reinem, Liebe athmenden Gemüthe Zum Gnadentisch, der eurer Seelen Hunger stillt! Die Gnade gibt die Macht zu lösen und zu binden, In Christi Fleisch und Blut zu wandeln Wein und Brod, Dem hohen Priesterstand, Was Gottes Zorn den Feinden der Gesalbten droht! Die Gnade stärkt mit Kraft die neuen Eheleute In einem Sakrament zur Treu' in ihrer Pflicht, Und fordert uns der Tod im Krankenbett zur Beute, Schenkt uns das heil'ge Del im Tod noch Muth und med Licht.- wer in verschmäht, wird si finden, dul AR Seht, so wirket jener Geist, den uns der Heiland sendet, Der in uns lebt, uns schüzt, uns heiligt und bewacht, Die reine Seel' bewohnt, ihr seine Gaben spendet, Und der selbst unsern Leib zum Tempel Gottes macht. - 174- So groß bist Du, o Mensch! Verwandle Deine Seele, Verwandle Deinen Leib, der Gottes Tempel ist, dll Durch Sünd' und Laster nicht in eine Mörderhöhle, Bleib' doch der Gnade treu, bleib' stets ein frommer nie Christ! 1 Ehre sey dem Vater 2c. Antiphon. Gottes Liebe zc. Wie oben. br Vierter Pfalm. Liebe deinen Nächsten. Wenn du des Nächsten Blöße deck'st, Ihm seinen Hunger stillst, Und also seinen Dank erweck'st, Daß du die Pflicht erfüll'st, So sieht von seinem Thron herab Der gute Gott auf dich, Und segnen wird er bis in's Grab Und schüßen immer dich. Und trocknest eine Thräne du Dem weinenden im Schmerz, Und leitest dann dem Himmel zu Sein schwergedrücktes Herz; So zeichnet deinen Lebenslauf, Dein Wohlthun unlöschbar Ein Seraph in dem Himmel auf, An Gottes Sühnaltar.h Sieh'st du, wie sehr dein Nächster irrt, Weicht aus der Zugend Bahn, - dui con 175C Wie ihn des Lasters Macht verführt, So nimm dich seiner an, Leit' sanft ihn zu der Tugend hin, Weis ihm das höchste Ziel, Dann zeigst du wahren Christensinn Und menschliches Gefühl. Dent' nur, daß selbst du Sünder bist, Und fehlen kannst, wie er; a Und daß dein Herz auch schwächlich ist, Dein Sinnenkampf oft schwer, Dann wird am Sünder dir die Sünd Und nicht er selbst verhaßt. Denn er bleibt immer Gottes Kind, Wenn ihn auch Alles haßt. D'rum handle stets als Menschenfreund, Vergebung sey dein Werk; Dem, der es immer redlich meint, nie Gibt Gott auch Kraft und Stärk, Auch Feinden halt' die Hilf' bereit; Vergebung ist ja Pflicht, Wer seinen Feinden nicht verzeiht, Den segnet Gott auch nicht. Q Lieb' jeden auf dem Pilgerweg, Streu' Gutes um dich her. Stets sey der Wille in dir reg', 3u nüßen mehr und mehr; Wirst du an edeln Thaten reich, Ist Gutesthun dein Ziel, Dann machst du dich dem Höchsten gleich, Und heilig'st dein Gefühl. be ste Ehre sey 2c. and ni fpoll - 176 - Kapitel. O! welch eine Tiefe der Reichthümer, der Weisheit liegt in der Erkenntniß Gottes! wie unbegreiflich sind seine Urtheile, wie unerforschlich seine Wege! Gott sey ewiger Dank dargebracht! Hymnus und Magnifikat. Lob und Allmacht und Liebe Gottes. Baie van TO HAC ( Von der seligsten Jungfrau Maria selbst dem Herrn dargebracht.) Meine Seele macht groß den Herrn zc." Verherrliche du meine Seeled thuo ndi Lukas 1, 47. '@ Lobpreifend deinen Gott und Herrn; Sing' Ihm aus freudenvoller Kehle, Sey froh in Ihm und preis' Ihn gern. Es muß aus jauchzendem Gemüthe Sich freuen in dem Herrn mein Geist, Der seinem Volke solche Güte Durch das gesandte Heil erweist. Der Herr fab von des Himmels Höhen Herab auf meine Niedrigkeit, Auf mich, die ich mich angesehen Als seine Magd zu jeder Zeit. Drum preis't mich selig hier auf Erden Des Säuglings aufgeschloff'ner Mund; Mich preisen, die noch sollen werden, Und machen es den Engeln kund. 177- ug Denn der Allmächtige, der Große, Der, dessen Namen heilig ist, Dat große Ding' in meinem Schooße biedi Gewirkt, die kein Verstand ermißt. Und vom Geschlechte zum Geschlechte Erweiset Er Barmherzigkeit Demjenigen, der seine Rechte in Verehret mit Ergebenheit. Er hat die Werk' der Macht erneuet, Die Seinen Händen eigen sind, Der Herzen Stolz hat Er zerstreuet Gleich Staubes Fasern in dem Wind. Der Fürsten Stuhl hat Er zerbrochen, Und ihre Macht wie Staub verweht; Doch die demüthig vor ihm frochen, Hat er geliebet und erhöh't. Die Hungrigen, die ihm vertrauten, Hat er mit Ueberfluß beschenkt; Die Reichen, die auf Schäße bauten, Hat Er in Dürftigkeit versenkt. An Israel dem treuen Knechte, Läßt Er nun Seine Gnade seh'n, Und was dem Abrahams- Geschlechte Verheißen war, ist nun gescheh'n. 1 10 Gebet. Almächtiger, ewiger Gott- Vater, Sohn und heiliger Geist! So eben habe ich in dieser Dir ge= heiligten Besperandacht Deine unendliche Vollkommen8** 1 178- - heit bewundert und gepriesen. O! verleihe mir gnädig, daß dieses erhabene, schöne Bild von Dir, welches noch vor meinem Geiste schwebt, nie möge in mir aus. gelöscht oder verdunkelt werden, sondern daß ich vielmehr immer lebhafter und in tiefster Ehrfurcht an Dich, o heiligstes und gütigstes Wesen! mich erinnere, mich Deiner freue, Dir wohlgefällig lebe und so einst im Himmel mit allen Deinen Auserwählten von Angesicht zu Angesicht ewig froh Dich sehen, loben und preisen könne! Amen. Gottes Friede sey mit uns Allen, und den Verstorbenen verleihe die ewige Freude und Seligkeit! Amen. Gruß und Bitte an die heilige Jungfrau Maria. ( Dieses Gebet ist auch für alle Marienfeste zu gebrauchen.) Huldigung von Millionen Sey Maria! dir geweiht; Von den Christen aller Zonen Sen gegrüßt, gebenedeit! Unter heil'gen Freuden- Thränen Zieht zu dir ein süßes Sehnen; Zu dir, o Gottes- Mutter! hin Neigt sich unser frommer Sinn. Als des Todes Hauch einst wehte, Und der Fluch noch ruhte schwer, Kamst du, als die Morgenröthe Vor des Lebens Sonne her. Du, o Hochgebenedeite! Die der ew'ge Vater weih'te - 179 - Hast den Sühnungs- Tag gebracht Nach der Sünde Jammer- Nacht. Reinste in der Menschen- Hülle! Wie aus göttlichem Gebot Ernst in feierlicher Stille Gabriel, der Himmelsbot, Sich mit Ehrfurcht zu dir nahte, Und dich nannte voll der Gnade, Also grüßen dich auch wir; So Gott, der Herr, ist selbst mit dir. Gotterfüllte, Unversehrte! Die kein Sünd'- Hauch hat berührt, Deine Tugend strahlt der Erde Als der Frauen Kron' und Zierd'. Keuschefte der Erden- Töchter! Alle christlichen Geschlechter dll. Preisen hoch und feierlich Als der Unschuld Glorie Dich. Du, vom Himmel auserkoren, Als die reinste Gottes- Braut, Hast den Heiland uns geboren, Der uns, von der Höll' umgraut, Rettung, Heil und Leben brachte, Uns zu Himmels- Erben machte, Dem der ganze Erdenkreis Weih't Anbetung, Dank und Preis. Wo nun auf dem Erden Runde Jesus Name wird erhöht, Wo dem hohen Christen- Bunde Prangt das Kreuz in Majestät; - 180— Da erschallen auch Christen- Chöre, Dir, Maria! Preis und Ehre, Da erhebt sich himmelwärts Zu dir jedes fromme Herz. Gottes- Mutter! Hochverklärte! Die nach Jesu Lehr' und Sinn, Sich in Trübfal treu bewährte,- Als die sanfte Dulderin; II Dort bei Jesus, deinem Sohne, Schmückt dich nun die Sieges- Krone, Ewig bist du nun erfreut Mit des Himmels Herrlichkeit. - Uns'rer Liebe heißes Wallen, is Unser frommer Drang zu dir Reicht in deine Himmels- Hallen, Und vertrauend bitten wir: Heil'ge Gottes- Mutter über An uns deine Huld und Liebe, Bring' das Fleh'n der Christenschaar Jesus, deinem Sohne dar! Bitt' für uns, im Erdenthale, e Daß er segne unser Müh'n, Und in uns're Pilgerschaale Träufle Trost und Himmels Sinn! O, erfleh' uns Gnaden- Stärke, Daß wir üben heil'ge Werke, Und wie du, so fromm und rein, Uns für Gott und Tugend weih'n. Fleben wir am Kreuzes- Fuße Tief gebeugt von uns'rer Schuld - Unter Thränen, Reu' und Buße, Dann erlang' uns Gnad' und Huld; Gnad' erwirb vor'm Gottes- Lamme, Das für uns am Kreuzes- Stamme edad Als ein Sühnungs- Opfer starb, Und der Welt das Heil erwarb. 181 Sinft des Lebens Abend nieder, aduate Düstert sich sein leztes Roth, den Wühlt der Schmerz durch uns're Glieder, unser Aug' im Tod'; O Maria! dann empfehlen Schließt sich Schließt sich - Amen, Gottes Beistand sey som jus Wood Deinem Sohne uns're Seele, Daß wir gehen auch wie du, In des Himmels süße Rub'. spinis caods and sdor) Gebet.. Allmächtiger, ewiger Gott! der Du den Geist und das Herz, den Leib und die Seele der seligsten Jungfrau Maria durch die Kraft des heiligen Geistes zu einer würdigen Wohnung deines geliebten Sohnes bereitet hast, gib uns, ihren Verehrern, die Gnade, daß wir die Wirkungen ihrer Fürbitte in allen unsern Anliegen empfinden mögen. Durch Jesus Christus, unfern Herrn. Amen. und bleibe bei uns beständig. Baido/ le - - Zweite Vesperandacht. Fromme und heilsame Gedanken und kurze Gemüthserhebungen. and -182- ( Wie man sie öfters während des Tages, besonders bei Besperandachten erwecken kann und soll.) Mein Jesu! in Deinem heiligsten Namen und zu Deiner Ehre will ich heute Alles thun und vollenden. Alles Dir zu Liebe! Schenke mir Deine Gnade dazu! Herr! nicht mein, sondern Dein Wille geschehe in Allem. 1 O Jesus! wie Du Dein Kreuz getragen hast, will auch ich mein Kreuz tragen.- O Jesus! ich vereinige meine Mühe und Arbeit mit Deinem müheseligen Leben; hilf mir mit Dir das Kreuz tragen! Mein Jesus! bleibe bei mir, verlasse mich nicht! Auf Dich allein vertraue ich; Dir schenke ich mein Herz, erhalte es in Deiner Gnade, bewahre es vor al ler Sünde! In Deine heilige Wunden verschließe ich mich. Siehe an, o Jesus! meine Schwachheit; erbarme Dich meiner und stärke mich! Stehe mir bei in allen meinen Kämpfen. Das Andenken an Dein Leiden, mein Jesus! sey mein Schutz und meine Stärke wider alles Böse. Was wird mich scheiden können von der Liebe meines Jesus? i dati sono Mein Gott! hilf mir, sieh' auf meine Mühe, und laß Dir meine Arbeit gefallen! Jesus präge Deinen heiligsten Namen tief in mein Herz, damit mein ganzer Wandel ein lieblicher Wohlgeruch vor Dir werde! Nur Dein Angesicht zeige mir, o Jesus! und mir wird alles Heil. - - — -- 183 gibt keine größere Seligkeit, als mit Dir seyn, v Jesus! Dir anhangen, nur Dir angehören. In Dir haben wir Alles.- sijas Du, der Eine, bist mein Glaube, meine Zuver= sicht, meine Liebe und mein Alles! Du bist meine einzige Freude und Eeligkeit, mein Jesus! In Dir laß' mich leben, leiden und sterben. Deine Liebe reinige, heilige und vereinige mich mit Dir. Ich bitte Dich, o Jesus! Du meine Hoffnung! Bei all' Deiner Liebe, verzeihe mir meine Misfethaten; und durch Deinen heiligsten Namen lasse mich gerne Deine Gebote hören! 1 Reinige mein Herz von aller Sünde, und mache es Dir selbst wohlgefällig. Ach! wie könnte ich von Dir weichen, mein Jesus! mein höchstes Gut! Wie könnte ich wohnen im Elende, ferne von Dir! Ehre sey Gott dem Vater, dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie im Anfange, so jezt und allezeit. Amen. - zu - - Sey wachsam, meine Seele! Jesus sieht dich und gedenket Deiner immerdar. Er schaut in das Innerste Deines Herzens, und kennet deine geheimsten Gedanken. Mein Jesus! waffne mich mit der Kraft Deines beiligen Kreuzes, auf daß ich alle Feinde meines Heiles überwinde! iding Gott meines Herzens! Mein Jesus! Dein bin ich ganz mit Leib und Seele. * Jesus! ich bete dich an in meinem Herzen.- Gib, o Herr! Thränen meinen Augen, die Zeit beweinen, die ich in Sünden verlebt habe. Ons Jesus, Du Sohn Davids, erbarme dich meiner! M - - 184 O meine Seele! eile, deinen Gott zu lieben! di Dein Name, o Gott! werde geheiliget durch alle meine Schritte und Tritte! Jesus! Gott meines Heiles! wann, o wann wird der Tag erscheinen, wo ich Dich ohne Schleier von Angesicht zu Angesicht anschauen und ewiglich lieben werde?! - - Jesus! Du Liebe des Himmels und der Erde! wann werde ich Dir vollkommen dienen? wann wirft Du ganz mein seyn? wann werde ich mir ganz absterben?- daß ich Dir allein lebe. - O mein Jesus! einziger Gegenstand meiner Liebe, Gott meines Herzens und mein Antheil in Ewigkeit! Dir allein ergebe ich mich und ganz will ich Dein auf ewig seyn und bleiben. Es ist mir das Beste, wann ich Gott anhange und meine Hoffnung auf ihn setze. Scents do 196272 Wer bis an's Ende ausharret, der wird selig werden. Du weißt es, o Herr! daß ich Dich liebe. Zeige mir Deine Barmherzigkeit, o Herr! und gieb mir Dein Heil. Erbarme Dich meiner, o Gott! nach Deiner großen Barmherzigkeit, o Gott meines Herzens, mein einziger Antheil!- Die Ehre sey 2c. † † †. aid Der Herr bewahret mich vor allem Uebel; Er wird für meine Seele Sorge tragen. Meine Hilfe erwarte ich von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Wenn Gott für uns ist, wer kann wider uns seyn? Warum bist du traurig meine Seele? Warum - 185 betrübest du dich? Hoffe auf Gott, und du wirst es erfahren, daß Er dein Heil, dein gütiger Gott ist. Du, o Herr! bist gütig und sanftmüthig und von großer Erbarmung gegen Alle, die Dich anrufen und Dir vertrauen. Hoe magnetisk plats Der Herr ist nahe bei denen, die Ihn anrufen und die geängstigt sind, und er wird die Gedemüthigten erretten. 1200 m ods. lior n id Verlaß mich nicht, o Herr, mein Gott! weiche nicht von mir. Habe acht auf meine Hilfe, o Herr! Du Gott meines Heiles! Ich will Dich lieb haben, der Du meine Stärke bist! Der Herr ist meine Grundfeste, meine Zuflucht und mein Erlöser. Mein Gott, mein Helfer! ich will auf Dich vertrauen. Gott ist mein Licht und mein Heil; was soll ich also fürchten? Unendliche Allmacht! fomme meiner Schwachheit zu Hilfe! Ewige Wahrheit! erleuchte meine Finsternisse. Unaussprechliche Güte! vergib mir meine Bosheit. D Gott! verleihe mir eine glückselige Stunde zum Leben, zum Leiden und zum Sterben! Es geschehe, es werde angebetet und erhöht über Alles der gerechteste Wille Gottes. Heilig, heilig, heilig bist Du, Herr Gott der Heerschaaren! Die Erde ist voll Deiner Herrlichkeit. Ehre sey dem Vater, Ehre sey dem Sohne, Ehre sey dem heiligen Geiste! Lob und Dank sey jezt und zu allen Zeiten dem allerheiligsten und ganz göttlichen Sakramente des Altars. la pop Mein Herr! Dir werde geweiht alle Anbetung, Ehre und Ruhm und alle Verherrlichung in Ewig= feit. O, glorreiche und allerfeligste Jungrau! meine beste -- 186- 1 Mutter. Du Vollendetes Vorbild aller Tugenden, welche du auf Erden immer geübt hast, stehe mir durch deine mächtige Fürbitte bei deinem göttlichen Sohne bei, daß ich würdig werde, Jhm anzugehören um einst in seine ewigen Wohnungen aufgenommen zu werden! Amen. Flehen um Hilfe in Versuchungen. Eher will ich sterben, o mein Gott! als Dich mit der geringsten freiwilligen Sünde beleidigen. Gehe hinweg, Satan, mit allen Versuchungen des Leibes und der Seele. Jesus Christus und Maria! beschüzet mich. O Jungfrau Maria, meine Mutter und Hoffnung! ich begebe mich in deinen Schutz; ich will dort leben und sterben. Befreie mich von aller Sünde. Gelobt und gebenedeit sey die reinste und unbefleckte Empfäng= niß Mariä. 1 TO Maria ohne Sünde empfangen, bitte für mich, da ich zu dir meine Zuflucht nehme! O Maria! du Ursache unserer Fröhlichkeit; bitte für mich. Du weißt, o mein Jesus! daß ich nichts Böses will; ich verabscheue alles Böse von Herzen; rette mich daher von allem Bösen. Ach Gott, nur keine Sünde! Mein Gott, nur keine Sünde! Mein Gott, meine Liebe! Laß nicht zu, daß ich Dich mit der geringsten Sünde beleidige. O Eott! habe Acht auf meine Hilfe; Herr, Herr! eile mir zu helfen. Heiliger Schutzengel! stebe mir bei, streite für mich gegen alles Böse. Bleibe bei mir. In Deinem Schußze stehe ich. Auf Dich vertraue ich, mein Gott! hilf mir und errette mich. Mein Helfer und mein Erlöser! ach, verweile nicht lange. O mein Jesus! zu Dir seufze ich vom Grunde meines Herzens; - - 187 - bewahre mich immerdar vor aller Sünde, bilf mir, stärke mich, verlasse mich nicht, auf Dich vertraue ich ganz. Dir übergebe ich mein Herz, erhalte es rein von allem Bösen. Dir gehöre ich ganz mit Leib und Seele. Dein allein will ich seyn und bleiben immer und ewig.- Mein Gott und Jesus, an dich glaube ich, vermehre meinen schwachen Glauben. Mein Gott und Jesus, auf Dich hoffe ich, stärke meine schwache Hoffnung. Mein Gott und Jesus! Dich liebe ich von Herzen über Alles; entzünde und entflamme meine kalte Liebe zu Dir. Mein Jesus, Dir lebe ich; mein Jesus, Dir sterbe ich;- mein Jesus, Dein bin ich todt und lebendig. Amen. - *) Recht gut und heilsam wird es seyn, christliche Seele! diese Gedanken, die man auch Schlußgebete nennt, nach und nach auswendig zu merken, damit man sie bei jeder Gelegenheit, ja immer und überall im Herzen erwecken kann. Gebet zur Vesper und an KommunionTagen. Zugleich auch ein Ablaßgebet. ( Vom heiligen Ambrosius.) O! allerhöchster Priester und Hirt unserer Seelen, der Du Deine vielgeliebte Braut, die heilige Kirche, mit so großer Liebe liebtest, daß Du Dich selbst am Altare des Kreuzes für sie opfertest, auf daß sie in Deinem Blute gewaschen und von allen Makeln rein, holdselig und glorreich würde; durch diese Deine uner 188meßliche Liebe flehe ich heute zu Dir für alle Stände der Kirche, besonders für die geistlichen Obrigkeiten, für die Bischöfe, Hirten und Lehrer, daß sie durch Worte und Verdienste des Lebens das ihnen anvertraute Volk zum himmlischen Vaterlande leiten; für Könige und Fürsten und für die, welche Deine Vorfebung auf eine erhabene Stelle gestellt hat, daß fie als Väter der Waisen und milde Richter der Wittwen sich erzeigen, Mitleid tragen mit den Drangsalen der Elenden und den Seufzern der Armen, nur was recht ist, im Gerichte suchen, und das Zeitliche also verwalten, daß sie die künftigen Güter nicht darüber verlieren;- für die enthaltsamen Jungfrauen, die der Welt entsagen, daß sie das Gegenwärtige verschmähen, die künftigen Güter suchen und sich nicht in weltliche Händel und Sachen zu sehr mischen, damit sie ungehinderter für Dich streiten und Dir gegefallen, Dem sie sich geweiht haben;- für die Eheleute, damit sie einander mit solcher Zuneigung lieben, daß sie nicht von der Sehnsucht nach dem himmlischen Vaterlande abgebracht werden; für die ganze bei lige Kirche und für Alle, die an Dich glauben, auf daß sie Standhaftigkeit in guten Werken erlangen. Verleihe, Herr! Keuschheit den Jungfrauen, Enthaltsamkeit den Gottgeweihten, Heiligung den Eheleuten, Unterhalt den Wittwen und Waisen, frohe Rückkehr den Reisenden, Ankunft in dem Hafen den Schiffern, Trost den Traurigen, Verzeihung den Büßenden; gib den Frommen, daß sie immer im Guten in Deiner beseligenden Gnade fortbestehen; den Mittelmäßigen, daß sie gut werden; den Fehlenden, daß sie nicht säu - 189men, sich zu bessern. Auch flehe ich zu Deiner Huld, daß Du mit mildreichem Angesichte auf alle Deine Diener berabsiehest, die Dir in Deinem heiligen Amte dienen, und daß Du unsere Herzen mit feuriger Liebe zu Dir entzünden mögest. Amen. sid Das Magnifikat siehe in der ersten Besperandacht: Seite 176. Dann kann man beten: O Gott! mit christlicher Liebe empfehlen wir Dir die Seelen der Verstorbenen. Erlaß und tilge in ihnen noch vollends alle Sünden und die hiefür verdienten Strafen; Herr! verleihe ihnen die ewige Ruhe, und das himmlische Licht lasse ihnen leuchten dort im felis gen Umgange mit Deinen Heiligen. Uns Lebenden aber gib die Gnade, daß wir bußfertig und fromm leben, und daß wir Deines Segens und Beistandes uns immer zu erfreuen haben. Amen. Bitt- und Lobgebet zu Maria, um eine herzliche Liebe zu dieser heiligsten Jungfrau zu erlangen.*) ( Größtentheils aus den Schriften des heiligen Bernardus gezogen.) Ein Weib mit der Sonne bekleidet, welche den Mond unter den Füssen hat, und eine Krone von zwölf Sternen auf ihrem Haupte trägt. Offenb. 12. Die ganze Welt, o jungfräuliche und wunderbare Mutter des Herrn! verehret in dir mit Bewunderung *) Dieſes Gebet kann auch zum Schluße bei einer Veſper gebetet werden. 190sutamp das Meisterstück der göttlichen Allmacht und Weisheit. Du bist ein Weib, gebenedeit unter allen Weibern, und eine Jungfrau, welche zugleich eine Mutter ist, und zwar die Mutter des Allerhöchsten. Gald Du, von Ewigkeit auserlesene Mutter und Jungfrau, du hast das ewige Wort Gottes, welches die Sonne der Gerechtigkeit ist, mit der Menschheit bes kleidet und es hat dich umgeben mit dem unbeschreiblichen Glanze der Gottheit. Du bist im Anfange deiuer Empfängniß von dem ewigen Lichte der Gottheit durchdrungen, und von den Strahlen der göttlichen Gnade so erleuchtet worden, daß kein Schatten, auch nicht die geringste Makel einer Sünde deine allerreinste Seele jemals verdunkelt hat. Ich aber bin in der Finsterniß der Sünde empfangen und geboren worden; ich lebe in der Finsterniß der Sünde, werde in der Finsterniß des Todes meine Augen schließen und wenn sich Gott meiner nicht erbarmet, was habe ich anders zu erwarten, als das traurige Land der ewigen Finsterniß? O, Mutter des Lichtes! sente einen Strahl deines herrlichen Glanzes in meine Augen, jezt und wenn die Nacht des Todes mich überfallen wird. Die heilige Kirche, welche, wie der Mond von der Sonne, so von Christo erleuchtet wird, legt sich zu deinen Füßen, erkennet dich für die Königin des Himmels und der Erde und für die milde und barmherzige Mutter der Christenheit. Laß auch mich, o huldvolle Jungfrau! zn deinen Füßen sitzen, und in der Ruhe und Einsamkeit das glorreiche Vorbild deiner Tugenden betrachten. Von diesem Orte will ich 191- - nicht eher aufstehen, als bis ich würdig bin, zu deinem mildseligen Herzen einen Zutritt zu finden damit ich in ihm das liebeglühende Feuer der Andacht schöpfe, wodurch mein laues Herz mit dem Eifer der göttlichen Liebe entzündet werde. Du wirst zwar selbst, o schöne und unbeflekte Mutter! dem Munde verglichen; aber dein Glanz bat niemals abgenommen, weil dich die Sonne der Gerechtigkeit, das ewige Wort, das in dir ist Mensch geworden, von Ewigkeit her geliebet, in der Zeit aber mit dem vollen Glanze seiner Gnaden umstrahlet hat. Deine Krone, o große Königin! glänzer und schimmert von zwölf Sternen, welche dein heiliges Haupt umgeben. Diese Sterne sind deine jungfräuliche Fruchtbarkeit, deine göttliche Mutterschaft, deine höchste Reinigkeit des Herzens und der Seele, deine tiefeste Demuth und deine holdselige Sanftmuth, deine brennende Liebe zu Jesus und der ewigen Gottheit, und andere unvergleichliche Tugenden und Vorzüge, be sonders aber deine unbefleckte Empfängniß, die ich alle Tage meines Lebens in dir verehren werde. Stehe mir bei, o milde heilige Jungfrau! daß ich dich herzlich liebe, und wache stets über die Reinigkeit meines Leibes und der Seele. Gebet des heiligen Aloysius zur heiligen Jungfrau Maria. Heilige Jungfrau Maria, meine Führerin und Königin! Siehe, ich wende mich an dein erbarmungsreiches Herz und stelle von heute an meinen Leib und meine Seele und alle die Meinigen unter deine Obhut 192und deinen ganz besondern Schuß. Dir vertraue ich und deinen Händen übergebe ich alle meine Hoffnungen und Tröstungen, alle meine Trübsale und Bec drängnisse, so wie auch den ganzen Lauf und das Ende meines Lebens, auf daß durch deine allerhöchste Fürbitte und Verdienste alle meine Werke nach deinem Willen und in der Absicht vollendet werden, deinem göttlichen Sohne wohlzugefallen! Amen. 14 Gottes Segen, Hilfe und Friede sey und weile immerdar bei uns! Amen. Der heilige Kreuzweg. ( für die Fastenzeit hauptsächlich auch als Vesperandacht branchbar.) Göttlicher Heiland! gleich Deiner heiligen Mutter und andern Heiligen will ich so eben nicht nur solche Leiden von Dir betrachten, welche mir durch das untrügliche Wort des Evangeliums zu Gemüthe ges führt werden, sondern auch das überlegen, was Du nach gläubwürdiger Ueberlieferung sonst noch am Charfreitage gelitten hast; will Deine Leiden betrachten, wie sie mir auf den Stationen vorgestellt werden. Ich thue das um so lieber, weil mir dabei Deine Kirche mehrere hilfreiche Ablässe der zeitlichen Sündenschulden und Strafen verleihen will. Gib nur Gnade, daß ich meine Andacht so erfülle, wie es die Kirche von mir verlangt, um vieler himmlischen Begnadigungen auch wirklich theilhaftig werden zu können. Auch opfere ich Dir den Nußen meiner Andacht für die armen Seelen im Fegfeuer, besonders für die ich - 193 - zu beten hauptsächlich schuldig bin, unterthänig auf. Gib Deine Gnade dazu! Darum bitte ich Dich nochmal durch alle deine Leiden! Amen. - 1. Station. Jesus wird zum Tode verurtheilt. V. Wir beten dich an, Herr Jesus Christus und Su benedeien Dich; R. Denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöset. Jesus hatte es vorhergesagt, Er werde von feinem Volke den Heiden ausgeliefert, verspottet, gegeißelt und verspieen werden, und am Ende werde man Ihn gar, tödten. Seine Voraussagung geht nun wirklich in Erfüllung. Er steht vor dem römischen Landpfleger Pilatus, der ein Heide ist, soll von ihm zum Tode am Kreuze verurtheilet werden, nachdem Er schon auf eine unmenschliche Weise gegeißelt, und bei seiner Krönung auf eine unerhörte Art verspottet und verspieen worden ist. Dieser Heide ist gegen Jesus beffer gesinnt, als sein eigenes Volk. Er erkennet seine Unschuld, und sucht Ihn auf alle Weise vom Tode zu retten. Endlich gibt er aber doch dem Ungestümme der Juden nach und spricht erschreckt durch ihre Drohung, ihn bei dem Kaiser als einen Feind desselben zu verklagen über Jesus das Urtheil aus, daß Er gekreuziget werden solle. Wie groß, o göttlicher Erlöser! wie schrecklich groß ist die Sünde, welche hier Dein Volk an Dir begeht. Wahrlich! es ist weit strafbarer, als derjenige, Erhebungen. Vierte Auflage. 9 - - 194 der das Todesurtheil über Dich fällt. Würde aber ich mich weniger an Dir versündigen, würde ich weniger strafbar seyn, wenn ich bei dem wahren Glauben, der mir durch Deine Gnade zu Theil geworden, ein Leben führen würde, welches nicht besser vielleicht gar noch schlechter, als das Leben so mancher Ungläubigen oder Irrgläubigen wäre! Müßten nicht diese beim Gerichte wieder mich aufstehen, und meine Verdammung laut fordern! O! laß mich doch diese erschreckliche Wahrheit immer recht tief zu Herzen nehmen, dadurch von Allem Dem abgeschreckt werden, was mir meine heilige Religion verbietet, und laß mich ermuntert werden zur treuen Ausübung alles dessen, was mein Glaube von mir verlangt!- Ich bitte Dich darum durch die großen Beleidigungen, welche Du von Deinem Volke erlitten hast, indem es blind und boshaft Deine Verurtheilung zum Kreuztode verlangt und ausgewirkt hat. Amen.ne Vater unser 2c. - - - V. Gekreuzigter Herr Jesus! R. Erbarme dich unser im Leben und im Tode! 11. Station. Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern. Wir beten Dich an 2c. Auf daß Jesus, der durch vorhergehende Leiden schon ganz entkräftet war, noch mehr gemartert, und auch seine Schande vermehrt würde, mußte Er das Werkzeug seiner Hinrichtung- das schwere Kreuz, selbst auf seine Schultern nehmen, und zur Richtstätte TO DE 195 - tragen. Er trug es auch mit Freuden, denn Er wollte uns durch das Kreuz erlösen und trug, wie uns der heilige Petrus versichert, auf dem Kreuzholze unsere Sünden, damit wir, für die Sünde todt, der Gerechtigkeit leben möchten. Kann ich aber den Heiland mit dem Kreuze und meinen Sünden belastet zum Marterplatze hinwanken sehen, und meine Sünden doch noch lieben? Kann ich kaltblütig ihm sein Herz noch durch mehrere, durch neue Sünden erschweren? Nein, o Jesus! so grausam will ich gegen Dich nicht handeln, so schlecht will ich Dir Deine übergroße Liebe zu mir nicht vergelten. Ich verabscheue, ich verfluche die Sünden, die ich bisher begangen und auf Dein Kreuz gelegt habe und nimmer will ich eine neue begehen. Verzeihe mir nur alle meine alten Sünden, und gib mir Gnade, daß ich meinen Vorsatz, mich vor neuen zu hüten, getreu erfüllen möge. Darum bitte ich Dich durch die schwere Last und durch die Schande des Kreuzes, pas Du aus Liebe zu mir getragen hast. Amen. Vater unser zc. Gekreuzigter Herr 2c. sionis Jesus fällt das Erstemal unter dem Krenze. TATTO Wir beten Dich an 2c. fie Der Sohn Gottes, der durch seine Allmacht in der Welt Alles aufrecht erhält, der allen Geschöpfen Kraft und Leben gibt, fällt unter der Last des Kreuzes ermattet und kraftlos zu Boden! Seine göttliche Natur wollte die menschliche, welche Er unsertwegen angenommen, nicht unterstützen, daß wir überzeugt werden sollen, Er habe unsere Schwachheiten, die 9* - 196 Sünde allein ausgenommen, auf gleiche Weise wie wir, an sich getragen. Er hat aber unsere Schwach heiten nur deßwegen auf sich genommen, daß Er sie für uns überwinden möchte. Nimmer sollen uns unfere Gebrechlichkeiten schädlich werden können, sie follen vielmehr die besten Mittel für uns seyn, zu unferm Ziele zur Tugend und Seligkeit zu gelangen, indem wir uns Mühe geben können, unsere Schwachheiten und Versuchungen um des Himmels willen zu überwinden. - Wenn dann mein Körper von Arbeit ermüdet, von Hunger und Durst, von Hiße, und Kälte geplagt, von Krankheit und Schmerzen gequälter seyn wird, wenn mir alle Umstände, und Versuchungen, in die ich versezt bin, sagen werden, daß ich ein schwacher Mensch bin: so will ich nicht kleinmüthig werden, ich will mich mit dem Gedanken trösten und selbst überwinden, daß auch Du, o göttlicher Sohn! für mich schwach geworden und es nur deßwegen geworden bist, daß mir meine Schwachheiten und Kämpfe zu meinem Besten zu meinem wahren und ewigen Heile gereichen sollen. Versag' mir dazu die Gnade nicht, welche Du mir durch Deinen ersten Fall verdienet hast. Amen. Vater unser 2c. - Gekreuzigter zc. IV. Station. Cada? Maria sieht Jesus zum Tode führen. Wir beten dich an zc. O Mutter meines Heilandes! auch du standest, nach dem Zeugnisse frommer Väter, am Wege, auf dan 6m. Jak - 197 welchem dein Sohn zur Kreuzigung geführt wurde. Wie viele Thränen wird dir aber sein Anblick ausgepreßt haben! Du hattest Ihn in seiner Kindheit so forgfältig verpflegt, hattest Ihn immer so zärtlich geliebt; und nun begegnet Er dir, von Feinden so zugerichtet, daß du denselben fast nimmer erkönnen konntest, daß er kaum einem Menschen mehr ähnlich sah. Da konntest du wohl mit Wahrheit ausrufen: O ihr Alle, die ihr am Wege vorübergehet, sehet, ob es auch einen Schmerzen geben kann, der mit dem Meinen zu vergleichen wäre!- Nur deine hohe Tugend, nur deine vollkommenste Ergebung in den Willen Gottes war es, was dich einem solchen Schmerzen nicht unterliegen ließ. Durch eben diesen Schmerzen bitte ich dich, o heiligste Mutter Gottes! du wollest mir helfen und im Himmel mir Gnade erflehen, daß ich schwere Leiden, die über mich kommen, mit eben so vieler Ergebung in Gottes Willen ertragen, wie du die deine getragen hast! Amen. Vater unser zc. Gekreuzigter zc. V. Station. Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen. Wir beten dich an 2c. Unter einer so großen Menge Volkes, welches Jesus zu seinem Kreuztode begleitete, fand sich also nicht ein Einziger, der sich selbst freiwillig angeboten hätte, Ihm das Kreuz mittragen zu helfen, als Er unter der Last desselben erlag! Ein landfremder Mensch mußte dazu gezwungen werden. Und Jesus hatte doch so Vielen geholfen, auch 198ungebeten geholfen, hatte so vielen Kranken ihre Gesundheit verschafft, so viele Elende von ihren Uebeln befreit. Aber so mußte es nach dem Rathschlusse des Vaters geschehen. Sein Sohn sollte durch willige Uebertragung eines solchen Undankes die Sünden büßen, welche wir gegen Ihn durch unsere Undankbarkeit für seine vielen und großen Wohlthaten täglich, ja oft stündlich begehen. Auch sollte uns das Beispiel seines Sohnes lehren, wir seyen unrecht daran, wenn wir auf den Dank der Menschen antragen, nachdem wir ihnen Gutes erwiesen haben.- Je weniger wir einen solchen Dank suchen, desto gewisser und reichlicher werden wir einmal von Gott belohnet werden. - Verzeih mir, o himmlischer Vater! um Jefu willen jede Undankbarkeit, deren ich mich während meines ganzen Lebens gegen Dich, gegen Deine Heiligen oder gegen die Menschen schuldig gemacht habe, und laß mich meinen Fehler in Zukunft verbessern. Laß mich aber auch, wenn ich meinem Nächsten etwas Gutes thue, nie etwas anderes, als Dein Wohlge fallen suchen, laß mich Alles nur aus Liebe zu Dir thun, dann kann ich versichert seyn, daß für mich der Lohn im Himmel aufbewahrt bleibt, daß Du selbst einmal mein Lohn durch die ganze Ewigkeit werdest! Amen. d Vater unser 2c. Gekreuzigter 2c. VI Station. Veronika reicht Jesus ein Schweißztuch dar. Wir beten 2c. Veronika, eine mitleidige Frau, reicht Dir, o -019911 Jesus! das Schweißtuch dar, und Du hast aus Dankbarkeit in dasselbe Dein heiliges Angesicht abgedrückt. Diese fromme Frau scheute sich demnach durch diese Handlung nicht, öffentlich ihre Hochschätzung und ihr Mitleiden gegen Dich zu bezeugen. Es ist dieß eine mächtige Aufforderung an mich, göttlicher Erlöser! auch ich solle Dich vor Deinen Feinden immer laut und ohne Scheu bekennen, folle meinen Glauben an Dich und meine Liebe zu Dir nicht nur vor denen an den Tag legen, welche ebenfalls an Dich glauben, und Dich gleichfalls lieben, sondern auch vor solchen Menschen, welche Dich und Dein Gesetz verwerfen. Ich dürfte mir gar keine Hoffnung zu Deinem Reiche, zum Himmel machen, wenn ich aus Furcht vor den Menschen, aus Furcht, von ihnen verspottet oder sonst verfolget zu werden, mich schämen oder scheuen würde, das zu bekennen und auszuüben, was mich Dein heiliges Evangelium lehret. Du selbst hast schon früher gesagt: ,, Wer sich meiner und meiner Lehren schämt, dessen wird sich auch der Menschensohn schämen, wenn Er in seiner Herrlichkeit und in der Herrlichkeit feines Vaters und der heiligen Engel kommen wird." Wer Dich aber vor den Menschen bekennet, diesen wirst Du, Deinem eigenen Versprechen gemäß, auch vor Deinem eigenen Vater bekennen. Gib mir die Gnade, daß ich dieß allzeit und überall thun möge! Amen. Vater unser 2c. Gekreuzigter 2c. Ofe - - 200- VII. Station. Jesus fällt das Bweitemal unter dem Kreuze. Wir beten Dich an 2c. Wer Dich liebt, o Jesus! muß von Mitleid ergriffen werden, wenn er Dich schon wieder unter dem Kreuze fallen sieht. Könnte ich Dich aber wahrhaft lieben, und ein wahres Mitleid gegen Dich begen, wenn ich es gleichgültig ansehen, wenn ich wohl gar darüber frohlocken könnte, da mein Nächster in Sünden oder Unglück geräth?- O! ohne Nächstenliebe kann auch die Liebe zu Dir nicht bestehen, und den Nächsten kann ich unmöglich lieben, wenn ich ihn nicht bedaure, wenn er unglücklich wird oder er gar sich durch die Sünde so unglücklich macht. Zudem hast Du ja auch diesen schmerzlichen Fall eben der Sünden wegen gethan, welche mein Nächster begangen hat! Wie sollte ich also Dich bemitleiden können, ohne es zugleich zu bedauern, daß diese Sünden von ihm begangen worden sind?- Weit entfernt sey demnach von mir Gleichgültigkeit oder wohl gar Freude über dies Unheil Anderer! Herzliches Mitleid will ich gegen jeden Sünder tragen, und recht eifrig für ihn beten, daß er durch eine baldige und wahre Buße seine Vergehungen wieder tilgen möge und allen Uebeln entgehe. Verleihe mir Gnade dazu, ich bitte Dich durch die Schmerzen, die Du bei Deinem zweiten Falle empfun den hast. Amen. min Vater unser 2c. Gekreuzigter 2c. - 201 - VIll. Station. Jesus redet die über Ihn weinenden Frauen an. Wir beten Dich an 2c. Unter so vielen Tausenden, die Deiner nur spotteten, o Jesus! als man Dich zum Tode hinaus führte, gab es doch einige fromme Frauen, die mit Dir Mits leid hatten, und Dich bitterlich beweinten. Dadurch hatten sie aber auch verdient, daß Du sie sanftmüthig angeredet, sie getröstet und belehret hast, wie sie ihrem eigenen Verderben entgehen, und auch ihre Kinder vom Untergange retten können. Wenn Du auch jezt noch von vielen tausend Un christen und bösen Christen, verspottet wirst, o göttlicher Heiland! wenn auch jezt noch der größere Haufe Dich und Deine Gebote verachten sollte, so will ich mich, wie jene andächtigen Frauen, nicht nach den Vielen richten. Du selbst hast es einmal gesagt, der Weg, auf welchem die Meisten gehen, führe zum ewigen Verderben!- Ich will mich nur nach Dir, nach den Lehren Deines heiligen Evangeliums richten, und bin dann versichert, daß Du mich, wie jene Frauen, mit gnädiger Miene ansehen wirst. Amen. Vater unser ze. Gekreuzigter 2c. dear 1X. Station. Jesus fällt das Drittemal unter dem Kreuze. Wir beten Dich an 2c. In wie viele Sünden der Unwissenheit, der Schwachheit und der Bosheit, bin ich schon gefallen, und abermal gefallen, o Jesus! Ach, verzeihe mir durch den 9** - 202 - dritten, schmerzlichen Fall, den Du noch gethan hast, bevor Du am Kalvarienberge ankamest, alle Rückfälle in die Sünden. Nein, göttlicher Heiland! boshafter Weise und mit freiem Willen will ich Dich nimmer beleidigen, ich will jeder Gefahr und Gelegenheit zur Sünde ausweichen, so viel es mir möglich ist; und sollte ich ohne meine Schuld wie immer zur Sünde versucht werden, so will ich Alles thun, um der Versuchung nicht zu unterliegen, um nicht wieder in die alten. Sünden zu verfallen. Komme Du meiner Schwachheit zu Hilfe mit Deiner mächtigen Gnade; erleuchte meinen Verstand, um das Schändliche und Schädliche der Sünden, besonders der Gewohnheitssünden, recht deutlich zu erkennen, und stärke mein Herz, daß es allen Anfällen und Reizen der Sünde zu wiederstehen vermöge. Amen. Vater unser 2c. Gekreuzigter zc. X. Station. SAUL Jesus wird seiner Kleider beraubt. Wir beten Dich an 2c. Wenn ich betrachte, wie man Dir auf schimpfliche Weise Deine Kleider auszieht, o Jesus! wie sollte ich noch eine übertriebene, eine üppige oder wohl gar verführerische und ärgerliche Kleidung für mich wünschen und suchen können.- Wahrlich, ich würde Dir das Herzenleid dadurch erneuern, welches Du bei Deiner Entblößung empfunden hast. Ich will mehr suchen meine Seele mit Tugenden auszuschmücken, als meinen Leib durch Kleider zu zieren. Was würde es mir - - 203- me helfen, wenn mein Leib noch so schön geziert wäre und den Menschen gefiele, meine Seele aber mit Sünden befleckt vor Deinen Augen ein Greuel wäre? Ich würde von Dir mit Leib und Seele zur Hölle verdammt werden. Wenn dagegen meine Seele vor Dir rein ist, so gehe ich auch im gemeinsten Kleide einmal mit Leib und Seele in den Himmel ein. Laß mich das nimmer vergessen und auch stets darnach handeln. Auch lehre mich Deine Entblößung, welch' ein schändliches Laster die Wollust sey, wegen welcher Du, o Reinster! vor so vielen Unreinen so schimpflich Deiner Kleider beraubt wurdest. O, gib mir die Gnade, immerdar ehrbar, wie am hellen Tage, vor Dir zu wandeln, meinen Leib als einen Tempel des heiligen Geistes stets rein zu erhalten und schamhaft und mäßig zu leben. Amen. Vater unser 2c. Gefreuzigter zc. XI. Station. Jesus wird an's Krenz genagelt. Wir beten Dich an 2c. So vollkommen war Dein Gehorsam gegen den himmlischen Vater, so groß Deine Liebe zu den Men= schen, daß Du freiwillig und auf den ersten Wink Dich Deinen Peinigern übergeben hast, und an Händen und Füßen Dich ans Kreuz nageln ließest. Und ich bin so unwillig, so ungehorsam, will frei leben und weder meiner geistlichen noch weltlichen Obrigkeit unterthänig seyn. Besonders aber bin ich in Krankheit failed: $ 51 - - 204- und im Unglücke mißmuthig und launenhaft, ja ich verfündige mich sogar durch Fluchworte. Okreuzige doch auch meinen Willen, Herr Jesus! und mache mich hierin, wie in Allem, Dir möglichst gleichförmig! Laß mich an dem Willen meiner Obern Deinen Willen anerkennen, aus Liebe zu Dir und allem Guten willig und gerne über das Böse wachen, beten, arbeiten, gehorsamen, leiden und sterben und so mit Dir gefreuziget werden! Amen. Bater unser 2c. Gekreuzigter zc. XII. Station. Icfus stirbt am Kreuze. Wir beten Dich an 2c. Unde Wie ein Kind ich zu des Vaters Sterbebette hinstellt, um noch seine lezten Worte zu vernehmen, so stelle ich mich auch im Geiste vor das Kreuz hin, an welchem Du, o Jesus! für mich starbst, und will beherzigen, was Du vor Deinem Tode noch geredet. Za 1) Dein erstes Wort am Kreuze war:« Vater! verzeih' ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun!» Du betest also auch sterbend noch für Deine ärgsten Feinde für Deine boshaften Kreuziger! Ach! wie würde es mir vor Deinem Richterstuhle ergehen, wenn ich meinen Mitmenschen, die mir viel ge= ringere Unbilden angethan haben, nicht von Herzen verzeihen wollte!- 2) Nach längerer Zeit sprichst Du das für jeden Sünder so tröstliche Wort zum reumüthigen Schächer: « Wahrlich! ich sage dir; heute noch wirst du -205- bei Mir im Paradiese seyn!» Auch ich bin ein Sünder, o Jesus! gedenk daher in Deinem Reiche meiner, gib mir jezt einen wahren Bußgeist, und laß mich am Ende meines Lebens den nämlichen Trostspruch aus Deinem Munde hören. - 3) Du erblickest vom Kreuze herab Deine liebe Mutter und neben ihr Deinen geliebten Jünger Johannes, und sprichst zur Mutter:« Sieh da deinen Sohn! - er soll von nun an meine Stelle an dir vertreten, und Dein Sohn seyn; und darauf zum Jünger: Sieh da deine Mutter!» Du sollst sie wie deine Mutter balten, und sie soll auch deine Mutter seyn! Du sorgest also auch sterbend noch für die Deinen; mög' auch ich Deinem Beispiele schon jezt und bei meinem Lode folgen! - 4) Nach langem und entsetzlichem Leiden rufest Du mit lauter Stimme:« Mein Gott! mein Gott! warum hast Du mich verlassen?- Mit diesen Worten des Pfalmisten wolltest Du nur die unaussprechliche Heftigkeit Deiner Schmerzen zu erkennen geben, ohne im Vertrauen auf Deinen Vater, und in der Ergebung in seinen Willen, auch nur im Geringsten zu wanken. Damit lehrest Du mich, daß ich auch bei harten Leiden mein Vertrauen auf Gott, und die Ergebung meines Willens in den seinen nicht verlieren folle. - 5) Darauf sprichst Du:« Mich dürstet!» Und wie konnte es auch anders seyn, o Jesus! Nachdem Du fast all' Dein Blut verloren und so viele und heftige Schmerzen ertragen hast, mußtest Du nun vom brennendsten Durste gequälet werden!- Wem - - 206 - ich Dich aber für mich einen solchen Durst leiden sehe, wie groß wäre die Sünde, die ich durch Unmäßigkeit im Trinken begehen würde! is stim dignis 6) Du rufest ferner:« Es ist vollbracht!» Und Du hast es auch wirklich vollbracht, das wichtige Ges schäft der Menschenerlösung. Mit gerührtem Herzen danke ich Dir dafür. O, du wirst es ja doch auch für mich nicht umsonst vollbracht haben!- 7) Endlich rufest Du noch laut auf:« Vater! in Deine Hände empfehle ich meinen Geist!» - Du neigest dann Dein Haupt und giebst Deinen Geist auf.stein enind thus Bolsi di ming - O! möge auch ich am Ende meines Lebens meis nen Geist dem himmlischen Vater so wie Du empfehlen und aufgeben können! Ich werde das wirklich können, wenn ich jezt so lebe, wie Du mich zu leben gelehret,- selbst am Kreuze durch Deine lezten Worte noch belehret hast. Laß mich diese Worte nimmer ver geffen und stets darnach handeln. Ich bitte Dich darum durch Dein bitteres Leiden und Sterben und Deine lezten bedeutungsvollen sieben Worte am Kreuze. Amen. - Bater unser 2c. Gefreuzigter 2c. dust poilue china XIII. Station. Der Leichnam Jesu auf dem Schooße seiner Mutter. Ju Wir beten Dich an 2c. U shaft! anjs! stot sier deli Wie oft, o göttliche Mutter! hast du Jesus, als er noch ein Kind war, auf deinen Schooß genommen, nd hierüber, da Er dich so lieblich anblickte, innigste 207 Freude empfunden. Mit welcher Wehmuth ist aber jezt dein Herz erfüllt, da sein vom Kreuze abgenommener Leichnam auf cben demselben Schooße liegt. Die Augen, welche auf jeden deiner Winke Acht gegeben, sind jezt geschlossen, die Hände und Füße, die so ge= schäftig waren, jedem deiner Wünsche zuvorzukommen, sind erstarret, und sein ganzer Leib ist nur Eine Wunde. Wie ist's möglich, daß du einem solchen Herzenleide nicht unterliegst?- Doch, du dachtest wohl zu deinem Troste: Mein Sohn hat nach dem Willen des himmlischen Vaters so viel leiden und eines so schrecklichen Lodes sterben müssen, damit das arme Menschengeschlecht vom ewigen Verderben befreiet werde; und diefer so übel zugerichtete Leib wird nach drei Zagen wieder zum Leben erweckt im himmlischen Glanze er= scheinen, wird dann nimmer sterben in Ewigkeit, und Millionen der Menschen die süße Hoffnung gewähren, daß auch sie zu einer seligen Auferstehung und zum ewigen Leben gelangen werden. O, bitte doch auch für mich, schmerzhafte Mutter! daß mir diese selige Auferstehung und das ewige Leben, wie ich es hoffe, wirklich zu Theil werden möge, und mich auch bei dem Tode der Meinigen zu trösten wisse. Amen. snl dat Vater unser 2c. Gekreuzigter 2c. XIV. Station. 0 m 40 Der heilige Leichnam Jesu wird in's Grab gelegt. Wir beten Dich an 2c. Wenn ein gutes Kind bei dem Grabe seiner guten, christlichen Eltern oder Gutthäter steht, schwebt seinem - 208Geiste Alles lebhaft vor, was dieselben ihm zu Lieb' gethan, und was sie zu ihm noch besonders vor ihrem Tode geredet haben. Dasselbe danker den lieben Eltern oder Freunden in's Grab hinab noch für das Gute, so es von ihnen empfangen, und nimmt sich vor, die empfangenen Wohlthaten und guten Lehren stets gut anzuwenden und treu zu befolgen. Mit welchen Empfindungen, und mit welchen Entschließungen soll also auch ich bei Deinem Grabe stehen, o mein Jesus! der Du mir mehr als Vater und Mutter und mehr als Freund bist.- So viel Liebes und Gutes kann ein irdischer Mensch uns niemals erweisen, als Du uns Sündern erwiesen hast. Auch mir zu Lieb bist Du vom Himmel herabgestiegen, haft auf Erden für mich so Vieles gethan, so Vieles gelitten, bist für mich sogar des bittersten Todes gestorben, und hast mir auch in Deiner heiligen Kirche noch Alles hinterlassen, was mich wahrhaft glücklich und ewig selig machen kann. Und die Lehren, die Du vom Anfange Deines Lebens an bis zum Ende desselben durch Worte und Beispiel mir gegeben hast, wie schön, wie tröstlich, wie beseligend sind sie für mich! O! daß ich Dir doch recht würdig für dieses Alles danken könnte; daß ich doch Deine Lehren nie vergessen, und mich immer getreu darnach richten möchte. Ich könnte dann dem Tage getrost entgegen sehen, an welchem auch mein Leib aus dem Grabe hervorgehen wird, wie der Deine nach drei Tagen daraus erstanden ist. Alles wird so geschehen, wenn Du mir die nothwendige Gnade dazu verleihest, und um - - - - 209 diese bitte ich Dich durch Deine heilige Auferstehung. Amen. ile elo spis mpilled the Vater unser 2c. Gekreuzigter 2c, STE Schlußbetrachtung. Helena mit dem gefundenen Kreuze Jesu. Wir beten Dich an 2c. Die Heiden und verstockt gebliebenen Juden hatten aus Haß gegen das Christenthum Alles gethan, um den Ort, wo der Leichnam unsers Heilandes begraben, wie auch die Stelle, wo sein Kreuz verscharret worden, unkennbar zu machen. Ueber dreihundert Jahre waren schon verflossen, ohne daß die Christen wußten, wo jenes heilige Kreuz verborgen sey. Endlich war doch die heilige Kaiserin Helena so glücklich, dasselbe nach langen und mühsamen Nachsuchungen zur größ ten Freude der Christenheit wunderbar aufzufinden. Um feinem Zweifel Platz zu lassen, daß dieses gefundene Kreuz wirklich das Kreuz Christi sey, hat Gott durch dasselbe schon bei der Auffindung das augenscheinlichste Wunder gewirkt, und einer schon in den lezten Zügen liegenden Person in dem Augenblicke, wo sie damit berührt wurde, die vollkommenste Gesundheit ertheilt. Wende auch von mir, o Gott! durch das heilige Kreuz alles Unheil der Seele und des Leibes gnädig ab! Mache durch das heilige Kreuz alle Nachstellungen des bösen Feindes unschädlich für mich. So oft ich mich mit dem Kreuze bezeichne, um mich damit zu fegnen, fegne auch Du mich allezeit durch jenes - 210Kreuz, an welchem Dein Sohn für mich gestorben ist, der mit Dir und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebt und regieret in Ewigkeit. Amen. Vater unser 2c. Gefreuzigter 2c. riconring Aufopferung. 1108) -30 Ich erkenne es gar wohl, o himmlischer Vater! daß die Kirche zur Gewinnung der Ablässe welche sie auf Besuchung des Kreuzweges Jesu und die Betrachtung seiner Leiden verlieben hat, mehr fordere, als von mir geschehen ist. Laß aber mich und die armen Seelen im Fegefeuer Deiner Hilfe und Deiner Erbarmungen dennoch theilhaftig werden, nach Deiner unendlichen Barmberzigkeit, zu der ich einzig meine Zuflucht nehme durch Aufopferung aller Leiden und Verdienste Deines geliebtesten Sohnes, und laß die Empfindungen der Sünden Reue, und meine gefaßten edlen Vorfäße wirklich gute Früchte bringen, um so ewig selig zu werden! Amen.ald Admino Laß Dein Leiden, laß Dein Sterben Uns erretten vom Verderben; Laß, Herr! Deine Qual und Pein An uns nie verloren seyn; grund tissalla dlm 10 hun on manuten - 211- - Fünfter Abschnitt. 19 Betrachtungen und Gebete für die Sonn- und Festtage des Herrn und für verschiedene wichtige Zeiten im Jahre. Ein Sohn soll seinen Vater ehren, und ein Knecht seinen Herrn: bin Ich nun Vater, wo ist meine Ehre? Bin Ich Herr, wo fürchtet man mich?" Midler Malach. 1, 6. Befiehl dem Herrn deine Wege, und hoffe auf ihn, Er wird's wohl machen." pr. 37, 5. Wenn ich zu Dir, o Schöpfer! trete, Und in der stillen Frömmigkeit Mit tiefer Andacht zu Dir bete, Was fühl' ich da für Seligkeit! Was strömt mir da für Seelenruh' O Gott! von Deinem Throne zu! D'rum will ich auf der Andacht Schwingen Zu Dir, mein Herr! mich oft erhöh'n;. Des Weltalls Wunderwerk durchdringen, Um Deine Größe zu verstehn; Mit Andacht will ich beten, dann Reiht sich mein Geist den Engeln an. -212- Advent- und Fastenbetrachtungen. Brüder, es ist nun der Augenblick da, daß wir einmal vom Sündenschlaf aufstehen." Rom. 13, 11. Einstens kam'st Du, lehrtest, übtest, Was Dein Vater Dir gebot; Unaussprechlich, göttlich liebteſt, Jesus, Du uns bis in Tod. din an Ganz Dich weih'n der reinsten Zugend, Weit vor allem Unrecht flieh'n War die Freude Deiner Jugend, War Dein dauerndes Bemüh'n. de Heil durch Wahrheit zu verbreiten - Zogst Du hin durch Stadt und Land, Allen sie zu Gott zu leiten, d Bot'st Du liebreich Deine Hand, Mit dem herzlichsten Erbarmen Hobst Du die Gefall'nen auf; Helfer, Retter seyn den Armen, Liebe war Dein Lebenslauf. Arm entbehrst Du gern die Freuden, Die der Erde Reichthum gab, Nahmst, an Liebe reich, die Leiden Dem Bedrängten freundlich ab. Um der heil'gen Wahrheit Willen Litt'st Du duldend jede Schmach; Pflicht der Liebe zu erfüllen, Gingst Du den Verirrten nach. 200% E - 213 - nalDer Verfolgung Preis gegeben Trugst Du liebevoll ihr Joch; Gabst der Liebe hin Dein Leben Liebst im Tod die Feinde noch. The Poten Liebe war Dein ganzes Leben, Liebe war Dein Tod am Kreuz. Laß' mich so nach Liebe streben, So auch tragen hier mein Kreuz! Gebet. Heiligster Gott und Vater! Deine Liebe versprach der gefallenen Menschheit einen Erlöser nach ihrer ersten Sünde. Lange mußte die durch Sünde und Unwissenheit unglücklich gewordene Menschheit auf diesen ihren Erretter warten. Wie freue ich mich, daß Er endlich auch mir zum Heile erschienen ist. Erleuchte und stärke mich, o Jesus! daß ich Dich immer er kenne, liebe und Dir zu Gefallen lebe, jede Sünde. standhaft meide und durch Dich ewig selig werden möge. Amen. men Sonntagsbetrachtung, fid bild oder mu fall un Gebet zu Jesus, die Liebe Gottes zu erflehen. op of co ( Bom gottseligen Ludwig von Granada.) Oliebreicher Jesus! Du Heil meiner Seele. Wann, o! wann werde ich Dich suchen und Dir in Allem und durch Alles wohlgefallen? Wann werde -214ich aus Liebe zu Dir mir selbst und allen Geschöpfen mehr erstreben? Erbarme Dich meiner, o Herr! und hilf mir: Vor Deiner göttlichen Hocherhabenheit erscheine ich, o mein Heiland! und füffe in liebender Andacht Dich, o liebes Jesuskindlein! das einst so voller Wunden für uns wurde. Verbirg mich, o Gütigster! in Dein liebevolles Herz, daß ich dort vollkommen gereiniget und von Deiner Liebe ganz erfüllt werde. DISSE Herr! mein Gott, mein wunderbarer Ursprung, Du einziges Licht meines Verstandes und Ruhepunkt meines Willens! Wann werde ich mit aller Glut meines Herzens Dich lieben? O mein Jesus! verwunde mit dem Pfeile Deiner innigsten Liebe mein Herz. O, meine Sehnsucht, meine Hoffnung, meine Liebe! wäre doch meine Seele würdig, ganz von Deiner Liebe entflammt zu werden, daß alle ihre Lauigkeiten in dieser göttlichen Gluth verzehrt würden, und ich nur allein Dich suchen und finden möge. no mein Erlöser! nach Dir verlange ich, Dir opfere ich mich gänzlich auf, Eines dem Einen, ganz dem Ganzen, einzig dem Einzigen. Nichts will ich außer Dir, nichts verlange ich, nach nichts sehne ich mich, als nach Dir, denn Du allein genügst diesem Herzen; o mein König, mein Herrscher, mein Regierer, mein Vater und Alles! Ganz lieblich bist Du, durchaus erfreulich und getreu. Wer ist freigebiger als Jener, Der für ein so ge ringes Geschöpf sich selbst dargegeben hat, die Menschengestalt annahm, lebte, lehrte, litt und starb? wer so demüthig, daß er seine hocherhabene Majestät so ganz erschöpfte, ja ablegte? Herr! der Du Niemand - - 215- verachtest, Niemand abweisest, der Dich sucht, ja der Du vielräehr dem Dich Suchenden entgegen kommst, ihn begleitest und den Weg ihm zeigest zum ewigen Heile: Du beweisest für wahr, daß es Deine Wonne ist, bei den Kindern der Menschen zu seyn. Es preis sen Dich, o Herr! Deine heiligen Engel für diese überaus große Milde, denn was Anderes fandest Du in ums, als Elend und Sünde, und dennoch wolltest Du zu uns kommen und bei uns bleiben bis an's Ende der Welt im heiligsten Altarssakramente. Es genügte dieser unerschöpflichen Güte nicht, für uns den Himmel zu verlassen, in Betlehem arm geboren zu werden, und dann in Jerusalem für uns einst zu sterben; Du wolltest Dich auch noch im Sakramente uns hinterlaf ser, und die Engel des Himmels zu Hütern uns geben, daß Du selbst, der Herr der Majestät, bei uns und in unserer Gesellschaft bleiben wolltest! So schließe ich dann jezt während der Feier Deiner heiligen Ankunft und Geburt auf Erden und beim Beginne eines Jahres einen neuen Bund mit Dir, mein Gott! den Bund der innigsten Liebe und der treuesten Hingebung. Schalte mit mir nach Deinem Wohlgefallen, wie Du es mir als zuträglich erachtest, denn Dein Eigenthum und nicht das eines Andern will ich seyn. Verleihe mir, o Herr! daß ich außer Dir nichts verlange, daß ich ganz Dir mich opfere und Dich nimmer mehr verlaffe. O Gluth! die mich durchflammt, o Liebe! die mich durchglüht, o meine Ruhe, o ewige Liebe! Wann werde ich Dich vollkommen lieben? wann wird mein Glaube in's Schauen, meine Hoffnung in ewig seligen - monat 61 Genuß und in himmlische Liebe sich auflösen? Wann werde ich mich von meiner Sinnlichkeit und Allem, was mich von Dir zurückhält, losreißen, daß ich um so freier Dich liebe? Wann wird meine Seede mit allen ihren Kräften und Vermögen vollkommen mit Dir vereinigt werden?- Du liebreichster, vollt om menster, huldvollster, reichster, erhabenster König does Himmels! Du bist die Liebe und Anbetung aller Wes fen. Leben meiner Seele! der Du geboren wurdest. und gestorben bist, damit ich leben möge, und der Du sterbend den ewigen Tod ertödtet hast; ertödte alles Unheilige in mir, vertilge alle meine bösen Triebe, meinen Eigenwillen und was immer mir Schranken setzen kann, daß ich vollkommen in Dir lebe. Und nach einem solchen Tode erwecke mich zu einem neuen Leben, in Deiner Liebe und in Deinem Gehorsam, daß ich immer Deine Gebote und die Befehle derjenigen, die Du mir vorgesezt hast, mit aller Treue be folge und unabläßig Deinen Willen thue. O gütigster Jesus verleihe mir die Gnade, daß ich alle meine Sünden verabscheue, vor aller Gottlosigkeit bebe und von ganzem Herzen mich zu Dir wende; denn in Dir allein sind alle meine Gedanken und Wünsche vereiniget; in Dir lebt mein Gedächtniß, mein Verstand, mein Wille und wirken alle Kräfte meiner Seele. D Jesus! sey und bleibe mein Jesus! sey mein Alles in Allem immerdar! Amen. moplht gien si 216- - 217: BU Die heilige Weihnachtszeit. Die Geburt Jesu beurkrundet sich als die Geburt eines Gottmenschen. Ihr werdet ein Kindlein in Windeln gewickelt, und in einer Krippe liegend finden. Es war ein Kindlein uns geboren, E ward ein Söhnlein uns geschenkt Die Liebe hat es selbst erforen Und wundersam zu uns gelenkt. Dieß zarte Kind in unsrer Hülle, Das weinend in der Krippe liegt, Erfaßt in sich der Gottheit- Fülle, Ein Huld- Quell ist's, der nie versiegt. O! süßes Kind, in stiller Wehmuth Seh' ich, was Du für mich gethan, Und bete, stumm ob solcher Demuth, Mein Gott, Dich tief im Staube an! Das Christenthum ist kein blos philosophisches System, keine Volkssage, keine heidnische oder indische Fabel, sondern eine geschichtliche Thassache, welche öffentlich, vor allen Augen und in den glänzendsten und aufgeklärtesten Jahrhunderten fich ereignete, und daher aller unserer Aufmerksamkeit und Glaubbarkeit würdig ist. Angesichts aller Zeitgenossen beginnt der Evangelift feine Erzählung von der Huld des Herrn mit den Worten: ,, Es erging ein Gebot vom Kaiser Augustus, daß der ganze Erdkreis beschrieben würde. Dieß war die erste Beschreibung, und geschah durch den Cyrenus, Stadthalter in Syrien. ( Luk. 2.) Eben so bezeichnet er bestimmt die Zeit der öffentlichen Erhebungen. Vierte. Auflage. 10 -218- Erscheinung des Heilanders: 3m 15ten Jahre der Regierung des Kaisers Tiberius, als Pontius Pilatus Stadthalter in Judäa, Herodes 2c. Tetrarch in Galliläa 2c. war, unter den Hohenpriestern Unnas und Kaipkas geschah das Wort des Herrn."( Luk. 3.) Mit größter Bestimmtheit werden hier Zeiten, Orte und Personen angegeben, und so wurde das Christenthum unter den Augen des ganzen römischen Reiches und der damals bekannten Welt begründet. Aller Augen waren damals auf das Morgenland gerichtet, und Suetonius, Tacitus und Virgil, römische Gelehrte und Schriftsteller sagten in ihren Schriften, daß voi Judäa die Welteroberer( Aposte!) ausgehen würden, und daß der Führer die Spuren und die Angst der Erde heilen wird, die unserer Schuld etwa noch bleiben."( Virgils vierte Idylle.) Besonders aber hofften die Juden baldige Ankunft des Messias; denn damals, als Johannes auftrat, war der Zeit punkt da, wo der Zepter von Juda bereits genommen war; auch die siebenzig Jahreswochen Daniels gingen zu Ende; über dieses alles war das Haus Davids, aus welchem nach den feierlichsten Verheißungen der Messias abstammen ſollte, seinem Erlöschen nahe. Die Juden, welche also wußten, daß diese Prophezeihungen eben in Erfüllung gehen sollten, faßten daher jeden damaligen ausgezeichneten Mann der Nation ins Auge, so daß sie, als der heilige Täufer Johannes sein Amt begann, eine feierliche Gesandschaft an ihn abordneten, um ihn zu befragen, ,, ob er derjenige sey, der da kommen sollte, oder ob sie einen Andern zu erwarten hätten." Doch während der ganze Erdkreis und Judäa selbst über die Erfüllung dieser Weissagung bald in großen Hoffnungen, bald in Angst über das, was kommen wird, sich besprechen, verweilt, unbekannt und unbeachtet vor der Welt, im Gebet und in aller Demuth, Maria, die jungfräuliche und gottergebene Mutter des Gottmenschen in ihrer stillen Hütte zu Nazareth, empfängt von dem heiligen Geiste und gebärt zu Betlehem, wohin sie sich mit Joseph als Abkömm 1 219 - - linge von David, bei der Volkszählung zur Aufschreibung begeben mußte( Luk. 2.), den Messias- den Eingebornen Sohn Gottes in menschlicher Gestalt eines Kindes. Und so ging auch die Weissagung des Sehers Michäas ( 5. Kap.) in Erfüllung, der da sprach: ,, Und du Betlehem Ephrata bist zwar gering unter den Tausenden von Judäa; aber aus dir soll mir derjenige hervorgehen, der über Israel herrschen soll, und dessen Ausgang von Anbeginn, ja von den Tagen der Ewigkeit her ist." Dort also gebärt diejenige, die da gebären soll( Mich. 5.), von der Welt verstoßen den Erstgebornen aller Creaturen,( Coloß. 1.) hüllt Ihn in Windeln und legt denselben in die dürftige Krippe eines verödeten Stalles! Dieß ist der Pallast, dieß der Pruntsal des Königs aller Könige! Hier liegt das ewige Licht, das ewige Wort des Vaters, ier liegt das ewig die Freude der Engel, der Trost der Betrübten, das Heil der Kranken, als ein unwürdiges, aber doch liebreiches Kind, das man aber gleich den Weisen des Morgenlandes, und wie die Hirten mit Engeln des Himmels, lobpreisend auf den Knieen anbeten und als jenen Kleinen verehren und nachahmen soll, der uns Vorbild und Führer zum ewigen Himmelreich ist, und wenigstens Allen seyn will, wenn wir Ihm nur willig folgen wollen. Doch, ach! tödten wirst du Ihn, o Jerusalem! statt anbeten. Allein, ein Volk wird kommen mit seinem Fürsten, und wird deine Stadt sammt dem Tempel zerstören und dein Ende wird Verwüstung sein, und die Verwüstung wird dauern bis zum lezten Ende.( Daniel 9. Kap.) Dagegen werden die Heiden sein Erbe seyn. Und wirklich herrschen dermalen noch Ungläubige über Jerusalem und das jüdische Land. - 1Fürwahr, Du bist ein verborgener Gott! Du Gott Ifraels, der Heiland, und außer Dir ist kein anderer Gott!( Sf. 45.) Dich erkennt das Auge des getreuen Glaubens, wenn Du auch verborgen zu seyn scheinst, als Gottmensch in der Krippe sowohl, als 10* 220auch am Kreuze; denn mächtig dringen die Strahlen Deiner unendlichen Barmherzigkeit durch den Schleier Deiner geheimen Menschwerdung und Geburt hindurch. O, gib mir und allen Menschen, mein Erlöser! daß wir den lebendigen Beispielen Deiner heiligen Tugenden, die du schon frühzeitig gezeigt hast, folgen, und gegen Dein heiliges Erlösungswerk nicht blind bleiben; auf daß wir einst mit Dir und durch Dich in dem Reiche Deiner Glorie ewig selig werden. Amen. Zweite Andacht an den Christtagen. O Du! von dem alle gute Gaben herkommen, Du ewiges heiliges Wesen! sieh, ich liege vor Dir im Staube, um Dir von ganzer Seele für die Menschwerdung Deines Sohnes zu danken. Welche mächtige Fortschritte in Religionskenntnissen und in den guten Sitten hat die Erscheinung Jefu Chrifti, unsers Seligmachers, nicht schon bewirkt! Seine Lehre hat, kraft ihrer Wahrheit, die geistige Gestalt der Menschenwelt gänzlich verändert. Sie hat den Menschen, die früher unter der Bürde wilder Leidenschaften feufzten, allenthalben auf Irrwegen giengen und im Finstern wandelten, erst den rechten Weg gezeigt, den Weg des Heils und der Gotteserkenntniß, der uns allein führen kann zum Himmel. Die Religion Jesu ist es, die uns Unsterblichkeit, Fortdauer der Seele nach diesem Leben und sogar Feindesliebe- kurz, Gottes- und Nächstenliebe und Vollkommenheit in AlLem lehret. Sie schreibt uns vor, tugendhaft und - - - - - - - rechtschaffen zu seyn. Sie ist es, die Millionen Leidende stärket, tröstet und auch in den traurigsten Verhältnissen erquickt und beruhiget. Das Gemüth des Wankenden belebt sie mit Muth- das Herz des Betrübten hebt sie empor zum Himmel, von welchem herunterträufelt der heilende Balsam des Trostes- des Gottesvertrauens für jede leidende Seele. Is - Heilige Nacht! deine Stille erweckt mich zur Andacht und zum Gebete. In dir kann ich mich ruhiger und ungestörter meinem besten Vater naben, und als sein Kind mich mit ihm unterhalten. Darum will ich nun auch loben und preisen den Herrn des Himmels und der Erde, der durch die Sendung seines göttlichen Sohnes mich und die ganze Welt so unendlich beglückt hat.-Ewiger! wie unergründlich sind alle Deine Wege!- Wer kann Alles begreifen, was Du gethan hast und noch thuest?- 3u gering ist die Kraft unseres Geistes, zu schwach unser Erkenntnißvermögen, um einsehen und erforschen zu können, die Werke Deiner unbegränzten Allmacht und ewigen Weisheit. Dein Sohn, Dir und dem Geiste gleich kam als Mensch auf die Erde berab; Maria, die heilige Jungfrau gebar Jhn. Er begann sein irdisches Daseyn in der bittersten Armuth und endete es dann am Kreuze, von Vielen verachtet und verspottet, wie der gemeinste Verbrecher. Der Sohn des Königs aller Könige hatte zu seinem Palaste einen Stall! Unbegreiflich! und doch wahr!« Das Wort ist Fleisch geworden» Die Vernunft will diese Worte nicht faffen der Verstand sie nicht erkennen, aber der Glaube an die Allmacht Gottes fommt mit seinen unumstöß- 221- 1 - - - - - ― 222 lichen Beweisen, und Verstand und Vernunft unterwerfen sich ihm, überzeugt von seiner Wahrheit.- « Und was kein Verstand der Verständigen sieht, Das faffet in Demuth ein frommes Gemüth.» Mein Herr und Gott! auch ich glaube Alles, was uns das Evangelium zu glauben vorschreibt, was die Apostel gepredigt, was tausend fromme Märtyrer mit ihrem Blute versiegelt haben, und was uns Deine Kirche durch die Satzungen der Väter zu thun und zu glauben befohlen hat.- Sollte denn das Blut so vieler Bekenner des Christenthums umsonst geflossen seyn? Was Schaaren von christlichen Völkern mit dem Tode, welchem sie freudig und muthvoll entgegen giengen, bes stätigt haben, sollte Irrwahn gewesen seyn?- nein! es war reiner Glaube, feste Ueberzeugung von der Wahrheit der Lehre Jesu Christi, was sie fo standhaft, so unerschütterlich im Leiden und Lode machte.- Nochmal wiederhole ich es: glauben will ich, was Tausende schon vor mir, und was noch Tausende nach mir glauben werden. Es ist ein Gott- eine Vergeltung jenseits eine Unsterblichkeit der Seele ein wahrer Glaube- eine Kirche- ge stiftet von Jesus Christus, dessen Geburt heute von Millionen Christen, unter Dank und Anbetung ges feiert und geheiligt wird. Ja, Alle, die das Wort Gottes fassen und in ihrem Herzen es treu bewahren, werden hier getröstet und dort einst selig seyn. Nie soll mein Gemüth an dem zweifeln, wovon so viele Fromme sich vollkommen schon überzeugt haben. opp Barmherziger Gott! Dank, heißen Dank Dir dafür, daß Du auch mich beglückt haft durch die Geburt --- 223 - Deines Sohnes. Laß mich seiner heiligen Lehre stets vertrauen, laß mich Ihm ein Jünger seyn, der willig nachfolgen und leben will nach seinem Worte. che Heilige Jungfrau! du- die Ihn geboren, Den Gefalbten, Der die Welt beglückt, Der uns wieder gab, was wir verloren, Der die Herzen alle hoch entzückt. Welche Wonne hatte deine Seele, Als dein Blick den Neugebornen fab! Denfen konntest du es nicht, o Reine! Was durch ihn der ganzen Welt geschah. Hoher Jubel schallte Ihm vom Himmel, Lobgesänge heiligten die Nacht, Und die sternbefä'te Himmelsdecke Schimmerte in tausendfacher Pracht. Halleluja! tönt' es aus den Wolken, Und ein Lichtmeer hellt die Dunkelheit. Ruhm und Ehre sey Gott in der Höhe, Und der Erde Fried' und Einigkeit. Betrachtung und Dankgebet a m lezten Abende des Jahres, an Quatember- und Monatstagen 2c. Der Hammer schlägt, die Glocke tönet, verklungen ist die lezte Stunde eines Jahresdabingegangen mit ihr eine große Zeit! Wie ernst ist und - - - - - 224- Alles um mich wie feierlich! Wieder ein Jahr erlebtvielleicht das lezte! Tausende preisen die verschwundenen Tage! Laufende weinen über sie. Tausende wünschen noch viele Jahre zu ers leben, und Tausende seufzen, daß dieses Jahr nicht ihr leztes gewesen ist. Der reiche Geizhals zählt seine, in dieser Jahresfrist wieder zusammengehäuften Schäße, und sein gelbblaffes Gesicht verzerrt sich zu einem widerlichen Lächeln, da er seinen Mammon bedeutend vermehrt sieht, während dem die bittere Armuth aus ihren hohlen, vom Hunger eingefallenen Augen, heiße Zähren vergießt! - - - - Der Verschwender und im Ueberfluß lebende, sieht sorgenlos dem Scheiden des alten Jahres zu, und empfängt die Ankunft des neuen mit gleicher Fröhlichkeit, während der Nothleidende zu sich selbst spricht: ,, Ach! so arm mich nun das alte Jahr verläßt, so arm wird mich auch das neue wieder finden!"- der verschwenderische, gewissenlose Betrüger sinnt nach, welche von seinen Mitmenschen er wohl im neuen Jahre um Hab und Gut bringen wolle, unterdessen die von ihm betrogenen und hintergangenen Wittwen und Waisen im Elende fast verschmachten; händeringend zum ge= rechten Richter aufblicken und in Thränen ihr Antlitz baden. Der abscheuliche Trunkenbold sizt beim vollen Glase, trinkt dem alten Jahr sein gällendes Lebewohl zu, und das neuangekommene findet ihn auch wieder an dem reich besezten Tische schwelgend, woselbst er es in gänzlicher Betrunkenheit mit lallender Zunge zu bewillkommen bemüht ist, indessen der arme Kranke - 225- - auf halbfaulem Stroh vergebens auch nur nach einem Tropfen stärkenden Trankes seufzet. Der Rachgierige sinnt, wie er die empfangene Beleidigung vergelten, seine vermeintliche Ehre retten, und sich genug an seinem Feinde rächen könne; bedenkt aber dabei nicht, daß der Schöpfer ihm auch einst nicht verzeihen werde, weil auch er im Leben nicht Barma sonsdisci herzigkeit ausübte. Der viehische Wollüstling prahlt fogar mit Erzäh= lung seiner, im dabingerollten Jahre ihm zu Theil ge= wordenen Opfer, und bemerkt mit satanischem Gelächter, wie er dieselben verführt und überredet habe, und für welche er nun im neuen seine Schlingen anlegen wolle. Teufel feines Gleichen lachen mit ihm, während dem die, durch seine Verführung oder durch den Reiß seines Goldes gefallene Unschuld in lauten Klagen ausbricht und vaterlose Kinder ihre Händchen, um Brod bittend, empor heben und den süßen Namen « Vater!» nicht stammeln dürfen, weil ihn die Mutter verkaufte! Der leidenschaftliche Spieler bringt die lezten Stunden des Jahres da zu, wo er sie meistens das Jahr über zugebracht hat, nämlich an dem verruchten Spieltische- dem Vorplatze der Verzweiflung, in Gesellschaft gleichen Gelichters, umgeben von Würfeln und Karten, unterdessen die jammernde Mutter mit ihren hungrigen, in Lumpen gehüllten Kindern die leeren Wände des Zimmers anstarrt, trostlos auf den betet!- halb zerbrochenen Stuhl sinkt, und-betet! wie Viele sind unglücklich, und wie Wenige nur glück= lich! Aber der Glücklichste aller Glücklichen ist nur , 10** - - 226 der Reine, der Zufriedene! In allen, auch noch so traurigen Verhältnissen, bleibt er in seinem Glauben an die allwaltende Vorsehung und in seinem festen Gottesvertrauen unerschütterlich und standhaft. Wie so viele Menschen sehen der Ankunft eines neuen Jahres ängstlich und zitternd entgegen, und werfen sorgende Blicke in die Zukunft!- Was das scheidende Jahr brachte, wissen sie, was aber das kommende bringen wird, weiß noch keiner von ihnen; denn das, was die Zeiten in ihrem Schooße tragen, bleibt für uns verborgen, und was in ihrem Hintergrunde schlummert, bleibt uns unenthüllet. Nur das Alltägliche gehöret den Menschen, aber die Loose unserer Schicksale- gut oder böse- sie sind der Zukunft Eigenthum sie stehen in Gottes Hand. D! möchte doch der lezte Abend des zurückgelegten Jahres einen Jeden bewegen und ermuntern, über sich selbst und seine begangene Thaten nachzudenken, um seinem Gewissen Rechenschaft davon geben zu können! - Dahin ist nun wieder eine lange Zeit und noch lebst du, o Mensch! und freuest dich vielleicht deines Daseyns. Dich riß das scheidende Jahr nicht mit fort in die Ewigkeit,- aber was das nahende mit dir vor hat, das ist dir nicht bewußt. Deßwegen, und weil Niemand weiß, wenn die lezte Stunde ihm schlagen wird, soll er durch guten Lebenswandel stets auf fie vorbereitet seyn. Gerüstet sey der Sterbliche allezeit, auf jene weite Reise, die ihn führen wird in das Reich des gerechten Richters, um dort an seinem Throne Rechenschaft abzulegen von allen seinen Thaten und Werken!- O! wohl dem, den der Tod, komme er — - - - 227 - wann er wolle, nie unvorbereitet finden wird.— Der Gedanke an Gott und Gericht, sollte er uns nicht zu einer plötzlichen Umänderung unseres Lebens, zur gänzlichen Besserung desselben- veranlaffen? - Du hartherziger Reicher! sammle dir Schätze für den Himmel, theile von deinem Ueberfluße dem Armen willig und gerne mit und denke: daß der Herr dich plötzlich arm machen kann!- Du gewissenloser Betrüger! erstatte denen, die du betrogen hast, ihr Eigenthum wieder!- Du, leichtsinniger Spieler! setze nicht dein Vermögen, dein und der Deinigen Wohl auf eine Karte, oder auf das Loos einer Lotterie. Wollüstling! siebe deinen siechen und entmarkten Körper an; betrachte, wie aus deinen hohlen Augen die Folgen deiner geilen Genüsse schauen, und wie dein halbverfaulter Leib dahinwelkt, dir zur eigenen Qual und Schande und Andern zum Eckel:- höre, wie die von dir verführte Unschuld jammert, um Rache gegen dich schreit und dich verflucht, weil du ihr Leib und Seele vergiftet, und sie in Schande und Elend gebracht hast. Zornmüthiger, Eigenliebiger! gib deine Selbstsucht auf und werde demüthig. Trunkenbold! höre auf, die Gaben Gottes zu mißbrauchen, dich dem Spotte und Gelächter Anderer Preis zu geben und dich selbst weit unter das Thier herabzuwürden.- Verläumder und Ehrabschneider! halte inne, den guten Ruf deines Nächsten, als wäre derselbe ein werthloses Ding, herabzuwürdigen oder zu beflecken.- Du, der du im Handel so gerne betrügst, höre auf, deine Mitmenschen zu übervortheilen, und bedenke: unrecht Gut gedeihet nimmer, und - - - 228-- kommt nie auf den dritten Erben. Ihr Diebe und Räuber! ihr, die im Finstern umherschleichet, das Gut ander Leute euch gewaltsam zuzueignen, oder es ihnen gewalthätiger Weise abzunehmen; ihr, in deren Herzen der Mord und die bösen Anschläge gleich nächtlichen Schatten hin und her wandeln, tretet zurück von dem verbotenen Pfade, auf welchem ihr, der Beute lauernd, bisher gewandelt seyd! Bedenket: daß ihr schon in diesem Leben der Gerechtigkeit anheim fallen könnet, und daß dann das Schwert des Nachrichters euer Lohn seyn wird, und eure Schande sich forterbt bis in das hundertste Glied eurer Nachkommenschaft. Glaubet ihr auch, ihr werdet vielleicht unentdeckt der zeitlichen Strafe entgehen, o, so fürchtet die ewige, der Niemand entrinnen kann! - von Lezte, feierliche Stunde eines dahin gerollten Jahres!- D! möchtest du allen Menschen mahnend an das Herz sprechen: Lasset ab vom Bösen, Sünde und Unrecht, denn es ist vielleicht nicht mehr ferne die Zeit des Abschieds von diesem Leben, und wer kann, ohne zu zittern, an den Tod, nnd wer, ohne zu beben, an das Gericht denken. Bewegen soll uns dieser bedeutungsvolle Abend, den schönen Entschluß zu fassen: ein christliches und ehrbares Leben führen zu wollen, treu zu seyn dem Guten und Rechten, und nur das zu thun, was der Wille Gottes ist, und was Religion und Sittlichkeit von uns fordern. Gebet. Vater im Himmel! laß auch mich heute nachden 229 - - ten über das, was ich in dem, jezt seinem Ende sich nahenden Jahre Gutes gethan, oder zu thun unterLassen habe!- Versäumte ich nicht manchen Wink, mir zu meiner Besserung wohlmeinend gegeben? Unterließ ich nie, Gutes zu thun, so viel ich konnte? Wurde ich nie lau in Erfüllung meiner mir auferlegten Pflichten? Blieb ich nie unversöhnlich gegen meine Feinde und Beleidiger?-Wankte ich nie im Glauben und Vertrauen an Dich und Deine ewige Barmherzigkeit? Ach! ich fühle es, daß ich nicht frei bin von den Vorwürfen meines Gewissens, nicht rein bin von Schwachheiten und Fehlern! Nicht immer diente mir das Beispiel so vieler Gefallenen zur Warnung, und gar oft verschloß ich guten Ermahnungen mein Ohr!- Nur zu oft führte mich mein Leichtsinn zu bösen und unerlaubten Handlungen, bes sonders zu bösen Gesprächen und Unterhaltungen. Noch muß ich mich weiter fragen: Blieb wohl mein Herz stets rein von Haß und Mißgunst? Freute mich wirklich ohne innern Neid das Wohlergehen meiner Mitbrüder und gönnte ich jedem derselben sein gutes Auskommen? Rächte ich mich nie an meinem Feinde? Beleidigte ich nie diejenigen wieder die mich beleidigt haben, und suchte ich nicht, sie entweder öffentlich oder verborgen zu kränken? Suchte ich nie den guten Leumund Anderer zu untergraben und Haß und Zwietracht Händel und Verdruß, in den Kreis sonst stiller und friedlicher Familien zu bringen?-- War mir die Ehre des Nächsten stets ein heiliges und unantastbares Gut?- O! wie viele folche - - Fragen könnte ich noch an mein Herz stellen, und wie viele derselben blieben unbeantwortet. - Gütiger, barmherziger Gott! ach, viel Böses habe ich gethan. Vergib es Deinem schwachen Kinde! Ich will mich bessern, will mit dem neuen Jahre auch ein neuer und tugendhafter Mensch werden. Allerheiligster! gehe mit mir nicht zu Gericht, und laß mich theilhaftig werden Deiner Gnade! O! wie viele Beweise Deiner väterlichen Huld empfieng ich in der nun zurückgelegten Zeit. Hatte ich auch der Leiden und Trübsalen manche, sie sind überstanden vorüber, und sollen mir zu meiner Besserung dienen. sind Noch leb' ich noch hat Deine Vaterhuld mich bewahret vor dem Tode! Dank Dir dafür, Allgütiger! Ich war Dein Kind im vergangenen Jahre, o, laß es mich auch in dem kommenden seyn. Schütze und bewahre mich und alle die Meinigen vor allem Uebel! Vater! sollte die lezte Nacht dieses Jahres auch meine lezte seyn, o, so nimm mich auf in jene Welt, wo keine Todesstunde mehr schlägt wo ewiges Leben ist!- Amen. 230- — - Danklied am lezten Abend des Jahrs. Unaufhaltsam schwindet unser Leben, Und vorüber rollet rasch die Zeit. Was dahin ist, kehret nimmer wieder, Auch der lezte Tag ist oft nicht weit. Unter süßen unter bittern Stunden Ging zu Ende wieder dieses Jahr. - - - 231Bei den Freuden weilen auch die Schmerzen, Bei der Wiege stand die Todtenbahr'! Tausende genoßen Luft und Wonne, Tausende sie hatten nichts als Schmerz, im Wenn der Eine jubelte vor Freuden, And Brach dem Andern sein gedrücktes Herz.. Wie die Menschen alle sorgen- rennen, do Um beglückt durch Zeitliches zu seyn. Wie sie oft einander quälen, plagen, Um des eiteln Willen blos allein! ** Ach!- und doch sind alle Lebens- Freuden Nichts- sind einer Seifenblase gleich; Müssen, wenn wir sterben, von uns bleiben, si Gelten nichts in jenem Gottes- Reich. — Vater, laß' mich für das Beff're sorgen, Nur der Himmel sey mein höchstes Glück, gir, dann blick' ich ohne Gram und Sorgen, Stets nach der Vergangenheit zurück. - d Am Morgen des Neujahrtages. Der Kampf mit Sorgen und Thorheiten, mit Wünschen und Hoffnungen, ist das stete Geschäft des Menschen. Ruhe und Glück sind die Zwecke seines Bestrebens,- aber er soll nicht hier, er soll sie erst Jenseits erreichen. Unter gleichem Kampfe ist nun auch mir wieder ein Jahr vergangen, und ich begrüße am ersten Morgen eines neubegonnenen die freundlichen Strahlen der Sonne. Ein großer Theil meiner Wanderschaft in das bessere Vaterland ist zurückgelegt, und - - 3 ich bin dem Grabe wieder bedeutend näher gekommen. Ach! wie gar so schnell eilet dahin die flüchtige Zeit! Zwar kann ich nachblicken den zurückgelegten Zagen weiß, was ich gethan- was ich unterlassen habe, fenne die Lust und den Schmerz, den sie mir brachten, und bin mir der guten und bösen Handlungen bewußt, die ich ausgeübt habe! si sirk Manches Glück habe ich errungen- manches aber hatt' ich auch verloren. Ich sah den Wohlstand und die Habe mancher meiner Mitmenschen, theils durch Unglück, theils aber auch durch Selbstverschulden, zu Grunde gehen, und viele meiner Freunde begleitete ich weinend zu Grabe Was ich in dem vergangenen Jahre erlebte, dessen bin ich mir wohl bewußt; welche Freuden und Leiden aber in dem nun wieder angefangenen meiner warten, weiß nicht ich, sondern der Herr allein, der die Schicksale der Menschen von Ewig. teit her bestimmt hat.pl i do ne Jezt, da mit diesem Tage ein neues Jahr begonnen hat, stebt nun wieder ein großer Zeitlauf vor meinen Blicken; allein er wird eben so schnell, wie auf Sturmesflügeln, dahin eilen- wird vergehen, wie ein Abendschatten, und verschwinden, gleich dem Rauch, der sich in der Luft verliert. O! möchte ich die Stunden dieses Jahres beffer zu meinem Heile anzuwenden suchen, als es mit denen im vergangenen der Fall war. Möchte ich jezt mehr meiner Bestimmung nachles ben und treuer und gewissenhafter alle meine Pflichten zu erfüllen suchen, als sonst! Noch steht es in meiner Gewalt, dieses thun- und alles versäumte Gute wieder nachholen zu können. Ja! und ich will - 232- - - 233- - es auch nicht unterlassen ich will anders, will bef ser werden, als ich bisher war, mit dem neuen Jahr ein neuer, aber auch ein besserer Mensch; dieß sey mein Vorsatz. - - 3u meinem und meiner Mitmenschen Wohl will ich die Zeit anwenden und sorgfältig suchen, nur durch Tugend und Rechtschaffenheit mir mein Glück zu gründen. Bestreben will ich mich, durch einen guten, religiösen Lebenswandel mir die Gnade Gottes und die Liebe und Achtung aller edeln und bessern Menschen zu erwerben. Ach! wie thöricht und wie unverant wortlich wäre es von mir, wenn ich die kostbare Zeit wieder vergeuden, und nicht zu meinem Nußen und Frommen- zu meinem wahren Seelenheile anwenden würde! Die Lage, die mir vom Schicksale zugezählt sind, weiß ich nicht, und deßwegen will ich nichts auf Morgen schieben, was ich heute thun kann. Wie kann nicht die nächste, ja sogar diese Stunde ja sogar dieser Augenblick mein lezter seyn? Träfe mich nun der Tod unvorbereitet, wie schrecklich wäre dieses für das Heil meiner armen Seele!- - - 1 wirken und han= Ich will also, da ich noch bin, deln. Suchen will ich, in Allem zuförderst nachzuleben dem Beispiele Jesu meines höchsten Herrn und besten Lehrers. Bereit halten will ich meine Seele, daß sie jede Stunde, wenn sie Gott von dieser Welt abrufet, ohne Zittern vor Ihm erscheinen kann. Eifrigst will ich mich bemühen, nur Gutes zu thun, und so zu leben suchen, daß ich, sterbe ich auch heute, ohne Bangen vor meinen Richter hintreten könnte.-- Vater des Himmels! gib Deine Gnade mir zu diesem meinem Vor P - 234 - saße, und hilf mir mitarbeiten an dem so nothwendigen Werke meiner Besserung, und laß es mich zu Deiner Ehre und zu meinem eigenen Seelenheil vollführen, damit ich am Ende aller meiner durchlebten Jahre Dich in Deiner Herrlichkeit sehen, und dort, in Gemeinschaft aller Himmelsbewohner, Dich ewig loben und preisen möge! Amen. ily 3156 Lob und Dank zur göttlichen Vorsehung. vednud old dar sto Besonders am Abende des neuen Jahres zuer sprechen. Lobe Deinen Schöpfer meine Seele, Jhn, vor dem die Welten kreisend gehen. Den auf seinem hohen Himmelsthrone Noch kein sterblich Auge hat geseh'n, Den kein menschlicher Verstand begreifet, Der uns Allen unerforschlich ist, Ihn, der allen Ursprung in sich faffet, Der sein Daseyn nicht nach Jahren mißt. and Jhn, der vor der Ewigkeit geboren, sto Keinen Anfang und fein Ende kennt, Der im Himmel ist, so wie auf Erden, Den die ganze Welt voll Ehrfurcht nennt. 509) Er, der Alles, was da ist, erschaffen, and Der den Wurm, so wie den Menschen schüzt, Der im Sonnenschein sich mild uns zeiget, Und durch wetterschwarze Wolken blizt. Er, der sanften Thau und Regen sendet, 10 235- and Und der Erde Fruchtbarkeit verleiht, Der durch frische Luft die Erd' erquicket, Und durch Stürme und durch Donner dräub't, Der das Jahr in seine Zeiten theilte, tay Daß dem Winter folgt des Frühlings Grün, Soon Und dem Sommer dann der Herbst voll Früchte, dam Als der reiche Lohn für viele Müh'n. Dank Dir, Schöpfer! für das viele Gute, Das Du im vergang'nen Jahr mir gabst. Dank Dir, für die vielen Freuden alle, Dank Dir, daß Du täglich neu mich labst. Laß' im neuen Jahr mich Deiner Güte Deiner Vatersorge anempfohlen seyn. Willst Du aber, daß ich sterben solle, D, dann führe mich in Deinen Himmel ein! - Am Feste der Erscheinung des Herrn. and( Dreikönigsfest.) Dankgebet für das Glück, ein Chrift zu seyn. wie unausand Jesus Christus! wie unschätzbar sprechlich groß ist die Wohlthat, die Du mir erzeigtest, mich zum Christenthume zu berufen, um mich mit fo vielen Tausenden meiner Brüder dadurch selig zu machen. O! welche Wonne ist es, ein Christ zu seyn, und welch' ein kostbares Geschenk ist die Religion und deren Kirche, die Du, o Sohn des lebendigen Gottes! für unser zeitliches und ewiges Glück gestiftet baft.- Aber, wie theuer mußtest Du mir und Allen, die an Dich glauben, dieses Glück erkaufen!- Du gabst 1 Alles hin für die Deinen, was Du nur zu geben battest, und Blut und Leben war Dir nicht zu viel, um uns zu beglücken. Was ist aber der Mensch, daß Du seiner gedenkest, daß Du ihn heimsuchest mit Deiner Gnade? Verdient er es, daß Du ihm Deine Huld und Liebe angedeihen ließest?- Ach, nur ein schwaches ein von gar vielen Leidenschaften befangenes Geschöpf ist er, einem schwankenden Rohr, vom Winde hin und hergetrieben ähnlich, das endlich doch vom Sturme zerknickt wird. Doch, Vater! Du erbarmest Dich des armen Men= schen, und lasseft ihm zukommen die Fülle Deiner Gnade, Deiner Liebe und Barmherzigkeit. Deine Kraft stärkt ihn in seiner Schwäche, Deine Macht steht seiner Unmacht bei, und Alles, was er ist, das ist er uur durch Dich und ohne Dich ist er nichts. Une tergehen würden wir Alle und dahin sinken in's Verderben, wenn uns nicht Hilfe und Rettung durch Dich werden würde, wenn uns nicht die Lehre Deines Sohnes aufrecht erhielte. Die Segnungen seiner heili gen Religion, die Kraft seiner Worte und der Glaube an dieselben sie allein sind der feste Anfer der Hoffnung auf dem sturmbewegten Meere des irdischen Lebens sind allein der sichere Hafen, der uns freundlich aufnimmt, um uns vor dem gänzlichen Untergange zu bewahren.- - - - - - 236 - - - - GGöttlicher Erlöser! der Du durch Deine heilige Lehre auch mich beglückt hast, gib, daß ich nicht durch leere Worte mich als Deinen Schüler bekenne sondern durch Thaten, die eines Christen würdig sind!- Würde ich wohl Gott als meinen Schöpfer - - 237 und Vater, als meinen besten Wohlthäter ja recht er kannt haben, wenn Du mich nicht durch Deine Lehre erleuchtet hättest? Könnte ich wahrhaft unterscheiden, was recht und unrecht, was gut und böse ist, wenn Du es mich nicht durch Deine heilige Religion gelehrt haben würdest? Von Sünden und Lastern umstrickt, dem Bösen nur ergeben, ein elendes, schwaches GeDu schöpf wäre ich hier ohne Deine Erbarmungen. allein bist mein Beglücker, mein Erlöser und Seligmacher. In tiefster Demuth bete ich Dich an, Dichmeinen Heiland und Begnadiger, wie Dich die drei Weisen aus Morgenland anbeteten, da Du, als ein neugebornes Kind noch auf Erden lebtest. Hingesunken vor Deinem Angesichte bringe auch ich Dir ein Opfer dar- aber anstatt Gold, Weihrauch und Myrrhen ein reines Herz voll Glaube, Hoffnung und Liebe. Nimm dieses Opfer gnädig an und verschmähe nicht die Gabe Deines zwar fündigen, aber reuevollen Kindes! Wie einst jenen morgenländischen Sehern ein Stern erschien, um ihnen den Weg zu Dir, dem neugebornen Könige- dem Weltheilande - zu zeigen, eben so erschien auch mir und allen Gläubigen durch Dich ein Stern in der dunkeln Nacht des Un- und Aberglaubens und der Zügellosigkeit, ein nie erlöschendes Licht Deine heilige Religion, welche in Deiner katholischen Kirche mir stets rein aufbewahrt bleibet. Ja, sie ist die Leuchte, die uns hinführet zu Dir und uns an Dich fettet, der Du bleibt die Quelle des ewigen Lebens. Amen. - - - Gelobt sey Gott! ich bin ein Christ, Getauft auf Jesu Namen, -- - 238Das Heil der Welt mein Trost auch ist, da Und Glaub' und Friede kamen Durch Jesu Lehre auch zu mir, Und heiligten mein Leben hier. Was wär' ich ohne diese Gnad Und ohne diesen Glauben? Was Jesus mir erworben hat, Kann es die Welt mir rauben? O nein! ich halt' am Glauben treu, Mein Herz beglückt er immer neu. 7,800 Betrachtung für den Lichtmesstag. Etwas über kirchliche Segnungen. Am St. Johannesfest, Aschermittwoch, hl. Dreikönigs-, Palm-, Fleisch- und Kräuterweihtagen in Erwägung zu ziehen. der Alle kirchliche Segnungen oder Benediktionen sind eigents lich eine Art christlicher Fürbitte, welche durch ein äußers liches Beichen aufgedrückt wird. Sie beziehen sich theils auf Personen, theils auf Sachen. In Beziehung auf Personen wünschen sie Gutes an, und erflehen es von Gott für sie. In Bezug auf Sachen sind diese Zeichen entweder Segnungen von Dingen zum gewöhnlichen Gebrauche, oder Segnungen von Sachen zum geistlichen Kirchengebrauche. Leztere nennt man auch Weihen im engern Sinne. 3um gewöhnlichen Gebrauche werden z. B. eingesegnet: das Salz und Wasser, der ein am Feste des Hl. Johannes oder bei Hochzeiten, endlich das Osterlamm, die Kräuter 2c. Bei Vornahme solcher Benediktionen betet der Priester im Namen der katholischen Kirche, daß Gott den von ihm kommenden gesegneten Sachen eine heilsame Kraft verleihe, und er allen bösen und schädlichen Gebrauch derselben verhüten wolle. Hieraus ist zu erkennen, daß alle guten Gaben von Gott kommen, und alle natürlichen Kräfte und Dinge - 239 - geheiliget und zu seiner Ehre und unserm Wohle verbraucht werden sollen. 2011 458 2010) Wenn Dinge zum Kirchengebrauche eingesegnet werden, wie z. B. Tauf- und Weihwasser, Salz, Kerzen, Asche, Palmen, Kräuter, Altäre, Kirchen, Friedhöfe, Bilder und Kire chenparamente u. s. w. so geschieht das, um anzudeuten, daß die gesegneten Sachen dem profanen Gebrauche entzogen, und zum geistlichen Gebrauche, zur Erbauung und Beseligung der Gläubigen bestimmt werden sollen.- Sön und viel bedeutend sind derlei Segnungen. So ist Salz das Sinnbild der Weisheit und Unverweslichkei auch wir sollen dem Berweslichen der Sünde, welche Fäuiniß erzeugt, wiederstreben. Durch das geweihte Licht, durch die Kerzenweihe am jogenannten Lichtmeßtage, will uns die Kirche erinnern, daß Jesus das wahre Licht der Welt sey, das in die Welt kam, um alle Menschen zu erleuchten und zur Erkenntniß der ewigen Wahrheit zu bringen; die Kirche bittet daher Gott durch den geweihten Priester, daß, gliwie diese Lichter die natürliche Finsterniß vertreiben, also unsere Herzen von dem unsichtbaren, aber doch wirksamen Feuer der göttlichen Liebe erleuchtet, von der Blindheit des Lasters befreit werden, daß wir wandeln auf dem Wege des Guten und trachten, gleich Maria, uns und die Unsrigen Gott hinzuopfern und zu empfehlen und nach dem trachten, was Gott gefällig. und uns wahrhaft heilsam sey, damit wir endlich zum ewigen Lichte gelangen. Solche heilsame Gedanken mache man sich auch bei dem Gebrauche eines geweihten Lichtes. Die Aschen- Weihe erinnert die Gläubigen an ihre Sterblichkeit, und fordert sie zur Ruße auf, damit sie, mit suße auf Gott versöhnt, rein und wohlgefällig vor Ihm wandeln. Bei der Palm Weihe bittet der Priester Gott um die Gnade, daß wir mit frommen guten Werken geschmückt, Jesus unserm Herrn einst entgegeneilen können; ferner, daß wir wie jenes gläubige Volk zu Jerusalem, dem Heilande den Weg zu unsern Herzen bereiten, und jeder Stein des Anstoßes entfernt werden möge. Der Palmzweig, als Beichen 240 des Friedens, soll auch uns im Frieden erhalten, und durch Gottes Güte, besonders bei Gewittern, uns und das Unsrige in Ruhe und Sicherheit bewahren helfen. Mit dem Inhalte der Benediktion stimmen auch die gewöhnlichen äußeren Gebräuche und Ceremonien überein; solche sind: das heilige Kreuzzeichen und die Besprens gung mit Weihwasser. Ersteres deutet bei ihrem Gebrauche allenthalben an, daß die Menschen nach dem Sündenfalle auf keine andere Art des göttlichen Segens theilhaftig werden können, als durch Christus und durch die Kraft ſeines Kreuzopfers. enton Die Besprengung mit Weihwasser zeigt an, daß, so wie das Wasser die Körper von Flecken reiniget, auch die Chris sten, um des Segens theilhaftig zu werden, eines reinen Herzens seyn müssen, und die mit Weihwasser benezten Sachen vor allem sündhaften Gebrauche rein zu bewahren seyen. Auch erinnere man sich, besonders bei der heiligen Dreikö nigs Wasserweihe an die erhaltene Taufgnade;. wie der Weihrauch in die Lüfte emporfteigt, soll auch stets unser Gebet und unsere goldreine Liebe zum Himmel dringen. Fasten Betrachtungen. ( Man bete auch die Kreuzwegandacht, die Paffionsmesſe und die Adventbetrachtungen abwechslungsweise in der Fasten.) Aschermittwoch. Gedenke, daß du Asche bist, Und daß der Heiland Jesus Christ Ein Richter deines Fleisches ist. Besinne dich auf deiner Bahn, Daß alle Erdenlust ein Wahn, Und fang' ein neues Leben an. - 241- Bekenne deine Missethat, Wie deines Herzens böser Rath An deinem Gott gesündigt hat. u Za Und thue künftig bessern Fleiß, Eh' auf sein mächtiges Geheiß Dein Haar und dein Gebein wird weiß. Es kommt ein Tag, der dich betrübt, Der Erde, was der Erd' ist, gibt, Und deines Lebens Bau zerstiebt. Die Stund' ist nah', wo du verdirbst, Wofern du nicht den Bußtod stirbst Und dir des Kreuzes Trost erwirbst. So geh' und denk' an Gottes Sohn In seiner bittern Passion, An Nägel, Spott und Dornenkon'; Und glaub', er hab' auch dich gemeint, Als Blut er schwizt, als heiß er weint, Und sey nicht seines Kreuzes Feind. Sonst geb'st du unter mit der Welt, Die in's Verdammungsurtheil fällt, Davor behüt' dich, Christ! der Held; Und deine Seele bis zur Bahr' Mit seinem Geist und Engel wahr' Und setze dich in seine Schaar. Amen. Erhebungen. Vierte Auflage. 11. M 242 14 Bußgebet zur Fastenzeit und in allgemeinen Nöthen. Von Pabst Urban Vill. Wer mein Kreuz nicht auf sich nimmt und mir nachfolgt, der ist Meiner nicht werth." Matth. 10, 38. Darum geschehe nicht Mein, sondern Dein Wille! Luk. 22, 42. Allmächtiger, gerechter und barmherziger Gott, gütigster Bater! in tiefster Demuth und mit wahrer Zerknirschung werfen wir, Deine armen bedrängten Kinder, uns zu Deinen allerheiligsten Füßen und ge= stehen, daß unsere Vergehen weit größer sind, als die Leiden, welche Du uns zugeschickt haft! Wir hätten durch unsere Sünden eigentlich noch weit mehr verdient. Wir empfinden aber auch Deine Strafen, die Du uns darum zuschicktest, weil wir von Deinem Wege abgewichen sind und dennoch zu feiner festen Besserung schreiten. Jezt, wo wir Deine schlagende und züchtigende Hand fühlen, eilen wir zu dem Fuße Deines heiligen Altares und flehen und seufzen um Gnade und Barmherzigkeit. Aber wir thaten dieses schon früher bei ähnlichen Leiden, versprachen Dir Lebensbesserung und haben so wenig jedoch Wort gehalten, daß wir vielmehr durch neue, vielfältige Vergehen uns neuerdings Deine gerechten Strafen und Züchtigungen zugezogen haben. Deine Gerechtigkeit warnet uns auch diesesmal mehr, als sie strafet; und doch lassen wir nicht ab, Dich zu beleidigen. Noch nicht Ein Laster läßt sich angeben, von welchem wir uns - ping 243 - losgeriffen hätten! Wir sind noch eben so lau in Deinem heiligen Dienste, wir entebren durch unser Betragen Dein heiliges Haus und die Dir bestimmten Tage noch eben so sehr; wir behandeln unsern Mitmenschen noch eben so lieblos als vorher; wir sind noch immer so eitel und wollüstig, wie ehedem; ja wir sind noch in feiner Zugend vorwärts gekommen! Gütigster Gott! wir bekennen Alles dieses mit zerknirschtem Herzen und rufen zu Dir:« Straf' uns nicht in Deinem Grimme, und züchtige uns nicht in Deinem Zorne; denn wenn Du unserer Sünden gedenken willst, Herr! wer wird da vor Dir bestehen können! erbarme Dich vielmehr unser nach der Menge Deiner Erbarmungen; nimm Dein mit wahrer Reu= müthigkeit zu Dir zurückkehrendes Volk wieder in Gnaden auf; wende alles Uebel von uns und unserm Vaterlande gnädig ab! Gib aber auch zugleich Kraft, künftig unsern festesten Vorsatz der Lebensbesserung besser auszuführen, als wie bisher es geschah. Verleihe uns die Gnade, daß wir alle Schwachheiten unsers bisherigen Lebens verbessern, auf der Bahn Deiner heiligen Gebote wandeln, damit unser ganzes Thun und Lassen zu Deiner Ehre gedeihe, und wir dadurch Deiner ewigen Freundschaft und Liebe würdig und theilhaftig werden. Ist es aber Dein göttlicher Wille, daß wir ferner durch Leiden geprüft, durch Trübsale zu noch größerer Erkenntniß unserer und Deiner Selbst und Deines heiligen Willens gelangen, so wie zu einer größern Seelenstärke und Festigkeit des Charakters geführt werden sollen: so ergeben wir uns auch ferner ohne al11* 244 les Murren in Deine väterlichen Hände. Du weißt ja, was uns gut und ersprießlich ist. Du wirst auch nur Dasjenige über uns verhängen und kommen las sen, was vorzüglich unsre ewige Glückseligkeit befördern wird. So brenne, schneide und entledige uns hier denn von Unvollkommenheiten, wie Du willst, aber verschone nur dort unsere armen Seelen! Amen. Die Stunden der Versuchung. ,, Was versuchet ihr mich?" Matth. 22. ( 22. Sonntag nach Pfingsten, auch 1. Fastensonntag.) Herr, wer mag im Kampfe bestehen! Den nicht Du als Schild beschützest Und mit Deiner Rechten stüßzest, Der wird wahrlich untergehen! DIETIES « Des Menschen Leben auf Erden ist ein Kampf,» sagt Job, Hptst. 7. und leider ist dieses wahr und besonders erfahren stets diese Wahrheit die frommen Kinder Gottes; denn das Fleisch und dessen Regungen, denn auch die Ansprüche der Welt, besonders aber die Fürsten und Mächte der Finsterniß fuchen den Geist beständig zu unterdrücken und in's Elend herabzuziehen. Versuchten die Verruchten dieses sogar an dem ewigen Lichte, an dem Sohne Gottes selbst, um wie viel mehr thun sie das an uns, seinen Jüngern! - Darum heißt es im Ecclef. 2:.« Mein Sohn, wenn du hintrittst, Gott zu dienen, so besteh' in Ge 245 - und bereite deine Seele auf rechtigkeit und Furcht, Versuchung vor!>> Der Wachsame und Gottesfürchtige siegt also nur mit der Gnade Gottes. Zage daher nicht, o Menschenfind! vertraue aber auch nicht zu vermessen auf deine Kraft in Beförderung des ewigen Heiles. Streite ritterlich, damit du gekrönt wirst,( 2. Tim 2.) bewahre deine Unschuld, den Glauben, die Andacht, deine Seele, und suche die ewige Glückseligkeit, wozu du erschaffen bist, zu erlangen; bedenke, daß diese Gefahr die schrecklichste sey, und weiche daher der Sünde mehr als einem reißenden Thiere aus. Fliehe besonders gefährliche Zusammenkünfte und Berührungen, schlüpfrige Bücher, unzüchtige Bilder, verführerische Reden, Tänze, Schauspiele und leichtfertige Gesellschaften; und mußt du dahin, so sieh dich wohl vor, denn: ,, wache und bete," sagt Christus- und: wer die Gefahr liebt, wird darin umkommen.( Eccl. 3.) Aber auch sonst kann dir unvermuthet Gefahr drohen; sprich daher oft mit David Pf. 16. und 10: ,, Beschirme mich, Herr! unter dem Schatten Deiner Flügel vor dem Angesichte der Gottlosen. Erleuchte meine Augen, daß ich nicht im Tode entschlafe, und der Feind etwa fage: Ich habe ihn überwunden!" Rufe bei Versuchungen auch fleißig die Hilfe der unbefletten Jungfrau Maria und aller Heiligen an, empfehle dich täglich ihrem mächtigen und sichern Schuße. nd aus Gott schüzt uns also in Gefahr, wenn wir sie nicht freventlich aufsuchen und kindlich auf Ihn vertrauen. Befindest du dich aber bereits in der Ver 11 2461 suchung, so streite ritterlich nach Möglichkeit; bedenke, daß Gott, daß die Engel und die bösen Geister dir zusehen( 1. Cor. 4.) und daß du hier zeigen kannst, ob es dir mit der Liebe Gottes und im Streben um den Himmel Ernst sey oder nicht. Entferne dich vom gefährlichen Orte, breche die Unterredung, den bösen Gedanken ab; leite deinen Sinn auf Gott hin und auf's Gute überhaupt, und sprich dabei; ,, Herr, rette mich, ich gehe zu Grunde!"( Matth. 8.) Der Herr wird dich dann nicht über deine Kraft versuchen las sen, sondern dir einen Ausweg zeigen.( 1. Cor. 4.) Fliehe daher vor Allem zu Ihm, wie ein Kind bei drohender Gefahr der Mutter zueilt, und sich an felbe festhält. Bedenke, daß die Versuchung nicht immer fortdauert, und dann deine Freude größer sey, wenn du gesiegt haft. Nimmer wird Gott es zugeben, dein edelmüthiger Belohner nicht zu seyn. Auf die Nacht folgt der Tag, und sollte auch dir irgend ein Schaden durch die Macht der Finsterniß zustoßen, so harre und kämpfe doch ritterlich, denn es wird das Licht dir wieder scheinen. Ist endlich die Versuchung überwunden, ist sie dahin, ist es Tag geworden, so danke Gott für den Sieg, schreibe Ihm die Ehre allein zu und rüste dich durch Gottesfurcht, Demuth, Gebet, Fasten und Arbeit, durch Liebe zu Jesus im allerheiligsten Sakramente neuerdings für neue Versuchungen; stärke dich besonders durch öftere Kommunionen, denn auf den Tag folgt, so lange die Welt steht, stets auch wieder die Nacht, und so auch auf innere Ruhe die Versuchung. Sprich daber oft -- 247- mit Seufzern zu dem Herrn: ,, Gott! Dir weihe ich dieß Herz, Du bist meines Lebens Schöpfer, und nur zu Deiner Ehre will ich leben. Sieh mit Barmherzigkeit auf mich, Dein Eigenthum, herab, und gestatte nicht, daß der Feind mich Dir entreiße! Ein Schäflein Deiner Heerde bin ich, beschüßze mich vor den höllischen Wölfen! lenke meine Seele mit allen ihren Kräften und Trieben, damit sie allein nach Dir verlange, für Dich allein denke, spreche und wirke; Dir allein lebe, leide und sterbe, und im Leben und im Tode Dein ewig sey!" Auch sprich oft mit Andacht folgende Gebete: ,, O, heilige Jungfrau Maria! ohne Sünde empfangen, bitt für uns, da wir unsere Zuflucht zu Dir nehmen! Maria, ich leide an Versuchungen, hilf mir um Jesus deines Sohnes willen!- Jesus, Maria und Jofeph! stehet mir bei und bewahret mich vor allen Uebeln!" Amen. Palmsonntag. Hosianna!" rief des Volkes Menge, ,, Hosianna!" heut dem Davids- Sohn! Ja, sie ehrten Ihn auf seinem Zuge, Als den längst erföhnten König schon. ,, Hosianna!" schallt' aus jedem Munde, Und sie zogen ihre Kleider aus, Legten sie verehrend Ihm zu Füßen, Trugen Zweige jubelnd Ihm voraus. Aus dem Mund der Kleinen schallt Ihm Ehre, 248 Jedes Auge freudig nach Ihm schaut. ,, Heil dem Sohne Davids, der da kommet Der Gebenedeite" tönt es laut. - S Ihren Meister so geehret zu sehen, Freute seiner Jünger treue Schaar. Ach, sie wußten nicht wie nah' sein Leiden, Diesem Jubel dieser Freude war! Hoheit strahlte aus des Mittlers Blicken, Und sein Angesicht, es war verklärt. Eine Majestät umgab sein Wesen, Von der Menge heilig auch verehr't. Als er einritt durch der Hauptstadt Pforte, Er, der Menschheit höchstes Glück und Heil, Ward der Jubel lauter noch beim Volke, Und die höchste Ehre Ihm zu Theil. - Aber, ach! wie wankend ist die Menge, Segnet heut, was morgen sie verflucht. Ja, betrogen ist, wer ihr vertrauet, Hintergangen, wer die Falsche sucht. ,, Hosianna!" ruft sie jezt, die jauchzend Heute Dich in ihre Mitte nahm; Morgen aber schreit sie: ,, kruzifige!" Zeiget höhnend Dir des Kreuzes Stamm. Von dem Augenblicke fortgeriffen Gibt sie auch dem Augenblick sich bin, Liebet heute, was sie morgen haffet, Ewig wankelmüthig bleibt ihr Sinn. Ja, schon lauern Pharisäer- Blicke, Und der Hohenpriester falsche Brut; Knirschend hören sie des Volkes Freude, Onil nsios? Und sie dürsten heiß nach Deinem Blut. ba Denn Du warst es- Du, der Hochgelobte! Der zum Licht gebracht ihr falsches Thun, Der sie übertünchte Gräber nannte,- Wie! und ihre Rache sollte rub'n? Nie wird Wahrheit da geduldet werden, Wo sie Trug und Gaukelei enthüll't, Wo dem Blinden sie die Augen öffnet', Und die Seele ihn mit Liebe füllt. - 249 must Jesus Christus! Du, das Licht der Völker, Du, der reine Wahrheit uns verlieh'n, Der zerbrochen hat des Truges Hülle, Und vor dem die Täuschungen entflieh'n. Der uns gab, was uns allein beglücket, Was uns Alle ewig selig macht, Der die Gnadenquelle uns eröffnet', Und erhellet hat die dunkle Nacht: Dir will ich auch Hosianna singen, Preisen Deine Macht und Herrlichkeit, Dank und Ehre Deinem Namen bringen, Hier und dort einst in der Ewigkeit. 1 Die Charwoche. Am grünen Donnerstag. Das Abendmahl des Herrn. 62 118 Der Abend nah't der Tag beginnt zu scheiden, Am dunkeln Himmel blinkt der Stern hervor. Bald geht der Meister hin, den Tod zu leiden, Den er aus Liebe nur zu uns erfor, 11** 250- - Doch will Er noch das Osterlamm genießen, dati Bevor sein Blut für uns're Schuld wird fließen. Und in den Saal, zum Feste ausgeschmücket, Trat ein der Herr mit seiner Jüngerschaar. Sie waren allzusammen hoch entzücket, Weil heut' ihr Meister gar so freundlich war. Nur einem konnte man sein böses Wesen, Und seine Falschheit aus den Mienen lesen. Nachdem der Herr zu Tische saß mit ihnen, Da sprach Er: ,, Ferne ist nicht mehr die Zeit; Die bange Stunde sie ist nun erschienen, Sie, die zum Tode mich für Sünder weiht. Allein, der Vater muß verherrlicht werden, WO Mit Ihm der Sohn, durch seinen Tod auf Erden." „ Schon längst, ihr Lieben! war es mein Verlangen Mit euch zu halten dieses Liebesmahl, Bevor ich unter Todesangst und Bangen, ist sid Mich trennen muß von meiner Treuen Zahl. Jhr, die ihr immer seyd bei mir geblieben, trin@ Dieß Mahl genieß' ich nicht mehr mit euch Lieben." ,, Auch wisset, daß ich hier auf dieser Erde, Des Weinstocks Gabe nimmer trink' mit euch, Bis ich hinauf zum Vater kommen werde, Wie es geschrieben steht in seinem Reich." Nachdem Er diese Worte nun gesprochen, Ward also gleich das Brod von ihm gebrochen. Er reichte es den Jüngern mit den Worten: ,, Dieß ist mein Leib, gegeben hin für euch, 251- Thut dieß zum Angedenken aller Orten An mich, und beibet in der Liebe gleich, Damit die Welt an dieser Lieb' erkennet, s Daß ihr mit Recht euch meine Jünger nennet." Darauf nahm Er den Kelch mit Wein gefüllet Und sprach: ,, Nehm't hin, es ist mein eigen Blut, Das für euch Alle meinem Leib entquillet, Auch dieses mir zum Angedenken thut. Es wird dieß Blut für Viele hier auf Erden, Zur Sündenreinigung vergoffen werden!" Und als Er nun voll Gotteshuld und Liebe, So Brod und Wein den Jüngern dargereicht, Da wurden seine Blicke ernst und trübe, Sein holdes Angesicht, es war erbleicht. Er sprach: ,, Von euch wird Einer mein Verräther! Am Tische sizt mit mir der Misfethäter!" - Zwar geht der Menschen- Sohn hier seine Wege, So wie es längst von Ihm geschrieben steht. Doch, wehe dem, in dessen Herz ward rege Die böse That, die er zu üben geht. Wohl hat der Vater mich zum Tod erkoren, Doch der Verräther, ach! wär' dieser nie geboren!" Bin ich's?" so fragte Einer nach dem Andern, Und Alle zeigten einen tiefen Schmerz, Und ihre Blicke sah man fragend wandern, Nur Einem blieb verstockt sein schwarzes Herz. Und Jesus sprach sodann zu diesem Einen: ,, Bald möge, was du thun willst, mir erscheinen!" 252 Darauf legt' Er sein Oberkleid bei Seite, tud Umband ein Tuch- goß Wasser in's Geschirr', Und zeigte eine solche Demuth heute, An der die Jünger alle wurden irr'. Nun wusch der Herr die Füße seinen Lieben, Damit sie möchten gleiche Demuth üben. Y Dann sprach Er weiter: ,, Geht nach meinem Tode Hin in die Welt, und lehrt nach Meinem Wort, Und haltet treulich eures Herrn Gebote, Und stiftet Gutes viel an jedem Ort; Damit die Welt an euch erkennen möge, Daß Ich geführet euch auf rechtem Wege." ,, Nicht lang mehr bleibe ich bei euch auf Erden, Doch, Freunde! darum seyd ja nicht betrübt; Wenn Ich zum Vater Mich erheben werde, Seh' die Ich wieder, die mich hier geliebt. So nehmet denn von Mir die lezte Lehre: ,, Liebt Alle euch, zu eures Meisters Ehre!" - Das Dankgebet ertönte jezt nun in dem Saal, Und schloß das große Werk, das nun vollbracht. Gestiftet war des neuen Bundes Mahl, Für alle Welt in dieser heil'gen Nacht. Der Herr stund auf, ertheilte seinen Segen, Verließ den Saal, und ging dem Tod entgegen. - 253- Charfreitag und Charsamstag. Morgen. neomb Göttlicher Mittler und Erlöser! wie fromm, wie beilig war Dein Leben, wie groß und erhaben Dein Tod! Welch' ein nachahmungswürdiges Beispiel geben uns beide! Nachdem Du Dein Erlösungswerk vollendet hattest, konntest Du wahrhaftig rufen: ,, Vater, es ist vollbracht!" Denn Du hattest mit aller Thätigkeit jenes höchste Werk, das Du zur Versöhnung der Welt mit dem Vater selbst Dir auferlegtest, vollendet. Du warst ein treuer Lehrer der Menschen, ein Tröster aller Betrübten, ein Arzt der Kranken, Leibes und der Seele und ein Erretter des verlornen Menschen- Geschlechtes. Dein ganzes Leben war Liebe, und Keiner liebte noch so, wie Du, die Menschen Alle. - Aus Liebe zu uns kamst Du herab auf die Erde, um uns zu lehren, zu bessern und uns Gutes zu thun, aus Liebe starbst Du dann für uns am Kreuze. Dein schmerzvoller Tod war unser Leben, und errettete uns von der Sünde Schmach und von dem ewigen Tode. Gütiger Heiland! laß mich heute Dein Leiden und Sterben recht betrachten!- Laß' mich zu Gemüthe führen, was Du Alles für mich gethan und gelitten hast! Dich, den Besten, den Heiligsten, des sen ganzes Wirken nur dahin ging, Allen wohl zu thun, Dich brachte der Haß und Neid Deiner Feinde, die Deine Wohlthaten nicht erkannten oder nicht er - kennen wollten, an das Kreuz, um an demselben den schmählichsten Tod gemeiner Missethäter zu erleiden. Lohnt man so die Tugend und Wahrheit?- Phas rifäergrimm! Priesterwuth! wie schrecklich rächet ihr euch an dem Unschuldsvollsten aller Menschen!-- Ach, und Du, mein Erlöser, wie geduldig, wie standbaft bliebest Du bei allen Deinen Martern und Leiden! Ja, unter den größten Qualen gedachtest Du noch voll Liebe und Versöhnung Deiner Feinde, und riefest zum Himmel: ,, Vater! verzeihe ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun!"- Wie groß, wie erhaben ist solch' ein Tod!- O, möchte auch ich so enden, wie Du, möchte auch ich einst ausrufen können: ,, Es ist vollbracht, ich habe den Zweck meiner Bestimmung auf Erden erreicht, mein Werk so beschlossen, daß ich ruhig und heiter dem Tode entgegen sehen, und in der Hoffnung auf ewige Seligkeit sanft hinüber schlummern kann!" - 889 234 - Um aber ein solches Ende einst nehmen zu können, muß ich mein ganzes Leben schon darnach einzurichten suchen; denn die beste Vorbereitung zum Sterben ist ein frommer und tugendhafter Lebenswandel, zu welchem Du, mein Erlöser! mir das beste Muster gegeben haft! Unverrückt will ich den Zweck meiner Bestimmung vor Augen haben, will mich selbst verläugnen und Dir nachfolgen, nur das zu thun mich bestreben, was mir die Gnade Gottes und die ewige Seligkeit erwerben kann. Bet 1971: Hinblicken will ich nach Dir, Du gekreuzigter Heiland! mit dem festen Vorsatz, mein Leben so einzurichten, daß es dem Deinen immer ähnlicher wer tremeso 255- -- den möge. Gib mir dazu Deinen mächtigen Beistand! Amen. Morgenlied. Die neunte Stunde schlug, die Erde bebte, Die Sonne war umhüllt mit Finsterniß, Und es erschrack und zitterte was lebte, Des Tempels Vorhang mitten durch zerris, Die Felsen fiengen an sich zu zerspalten, Und aus den Gräbern stiegen selbst Gestalten. Sa, fürchterlich war es um diese Stunde, Der lichte Tag- er ward zur finstern Nacht; Und es ertönte aus des Mittlers Munde Nun laut das lezte Wort: Es ist vollbracht!" Und Erd' und Himmel schienen still zu stehen, Und an das blut'ge Kreuz allein zu sehen. Denn ach! der große Dulder ist verschieden, Der eingeborne Gottes- Sohn verstarb; Er, der durch seinen Opfertod hienieden, Den Sterblichen Unsterblichkeit erwarb, Für Sünder endete Er heut' sein Leben, Was konnte Seine Liebe mehr noch geben? Ist endlich eure Rache nun gesättigt, Verworf'ne, falsche Pharisäer- Brut? Allein, auch euer Fall ist jezt bestätigt Dadurch, daß Er für Wahrheit gab fein Blut, Jezt erst wird seine Lehre sich verbreiten, Und euerm Thun den Untergang bereiten. 256 Idman) Wozu der Vater Ihn uns hat gesendet, som nog Das ist erfüllet nun durch seinen Tod, Was Er begann, hat Er auch treu vollendet, Wie sein Beruf es vorschrieb und gebot. Aus seinem Blut, vergossen hier auf Erden, Uns Friede, Heil und Glück gedeihen werden.com O mein Erlöser! laß' mich heut' betrachten, Was Du für mich gethan, gelitten hast, Laß' mich zu hoch das Zeitliche nicht achten, Das man zulezt als eitle Bürde haßt, Dich such' ich nur, Du, der für mich gestorben, Und mir dadurch den Himmel hat erworben. Gekreuzigter! laß' mich, wenn Feinde drohen, CAXYS Für sie auch beten wie Du hast gethan. Und fall' ich in die Hände solcher Rohen, Will ich gedenken Deiner Leiden dann, Um standhaft auch die Meinigen zu tragen, Mir auferlegt in meinen Lebenstagen. Seh' ich die Zugend hier auch unterdrücken Die hohe Wahrheit weinend untergeh'n, Will ich nach Dir, Du frommer Dulder blicken, Dann werd' ich fest in allen Leiden steh'n. Und naht die Stunde mir, von hier zu scheiden, So nimm mich auf zu Deinen Himmelsfreuden! Charfreitag und Charsamstag. Abend. dali Welch ein schauerlicher Abend! Der Gott- Mensch liegt im Grabe! Ausgeduldet hat Er alle Leiden und - - 257Schmerzen und überstanden die Qualen eines bittern und schmachvollen Todes. Am Kreuze, an welches Ihn der Haß und die Verfolgung seiner Feinde schlug, endete Er sein thatenreiches, heiliges Leben! Fromme Seelen legten Ihn in die stille Gruft, und weinten der Thränen viele auf die entseelte Hülle ihres göttlichen Meisters, ihres liebevollen Lehrers und Heilandes. - Kann es wohl ein Herz geben, das ungerührt, unerschüttert, Dich seinen Versöhner und Erlöser, im Grabe zu betrachten, im Stande wäre? Wer könnte bei dem Andenken an Deine Leiden, an Deinen fo schmerzlichen Tod, kalt und gefühlos bleiben! O göttlicher Mittler! auch ich will hinblicken auf Dich im Grabe, will bedenken, was Du alles für mich und die ganze Menschenheit gethan und gelitten bast! Betrachten will ich jezt, wie Du gelebt hast und wie Du gestorben bist. Aber nicht oberflächlich, nicht vorübergehend soll diese, meine Betrachtung seyn, nein! sie soll sich vielmehr bleibend und unaussprechlich meinem Gemüthe eindrücken. -- - Wie fromm und heilig war Dein Leben, wie groß Deine Liebe zu allen Menschen, wie wohlthätig Dein ganzes Wirken und Handeln, wie beseligend Dein Lehren und Ermahnen? Und dennoch stellten sich Dir allenthalben Falschheit und Verläumdung in den Weg, und überall verfolgten Dich Haß und Feindschaft.- Pharisäer und Schriftgelehrte versuchten Dich, wo sie nur konnten, und sezten der Ausbreitung Deiner hei ligen Lehre und des göttlichen Reiches Hindernisse aller Art entgegen. Sie gaben sich alle erdenkliche Mühe, 7 Dich bei dem Volke herunterzusetzen und legten voll Bosheit Dir ihre Schlingen, um Dich in denselben zu fangen. 1 Du, der Du die Menschen durch Weisheit und Zugend zu beglücken suchtest, wurdest von Vielen derfelben mißkannt und verachtet. Wie schmerzlich mußte daher ein solches Mißkennen oft für Dich seyn! Du wolltest das Glück der Welt,- und sie erkannte es nicht. Gutes botest Du Vielen dar, aber nur Wenige nahmen es an. Hatte die Menschheit je noch so einen Lehrer und Wohlthäter, wie Du ihr Einer was rest? und doch verkannten sie Dich, und lohnten Deine Wohlthaten alle mit dem abscheulichsten Un danke. O! welche traurige Erfahrung, Kränkung für Dein liebendes Herz! welche Ueberall umgaben Dich Feinde, die Deine Wunder Deine sogar als die Werke eines bösen Geistes Zugend und Sittenreinheit als Gleisnerei und Deine Lehre als Betrug zu verschreien bemüht waren; und dennoch konnten sie der Wahrheit derselben nichts entgegen setzen, als ihren Haß, ihre Bosheit und Verläumdung. Sie scheueten das Licht Deiner Weis beit, wie die Eule den Tag, und traf sie der strafende Blick Deines Auges und die göttliche Macht Deines Wortes, so fuhren sie, wie vom Blike berührt, in ihr eigenes Nichts zusammen. Zähneknirschend schwuren daher aber auch Deine Feinde Dir die blutigste Rache, und sie hielten ihren Schwur! die Bosheit siegte und die Tugend unterlag!- Aber sie unterlag auch nur, weil sie es selbst wollte, und weil sie wohl wußte, daß daraus nur ewiges Heil und Erlösung der Mensch- - 258- CASSORD -- - - 259 B heit sprosse, und daß sie bald in ihrer vollen Würde neu erscheinen und siegreich und unüberwindlich dann triumphiren werde! Ja, Du mein Erlöser! freiwillig giengst Du in den Tod. Bekräftigen wolltest Du durch denselben die Wahrheit Deiner Lehre, befördern durch ihn unser ewiges Heil und befolgen den Willen Deines himmlischen Vaters, der Dich gesandt hat als das Lamm, welches hinweg nehmen sollte die Sünden der Welt. Erreicht hast Du nun den Zweck Deiner Sendung, erfüllet Deinen heiligen Beruf, gestiftet ist der neue Bund, der Bund Deiner Liebe, und vollendet Dein großes Tagewerk. Herunter winkt von der Höhe des Calvarienberges das Kreuz des wahren Glaubens, und Golgatha's Erde trant das Blut seines heiligen Stifters; der alte Schuldbrief ist zernichtet und der Himmel den Frommen aufgethan. So ruhe denn fanft in Deinem Grabe, Du Gottmensch! Du,- der Du auch für mich gestorben bist! Das Andenken an Deine Leiden, an Deinen schmerze vollen, unschuldigen Tod soll mir stets vor meiner Seele schweben, soll mich stärken, wenn ich im Vertrauen auf Gott wanken, wenn ich in Noth und Elend zaghaft werden will. Nahet endlich auch meine lezte Stunde auf Erden, o! so laß mich standhaft ihr entgegen sehen, mich im Vertrauen auf Dich und Deine göttliche Verbeißung getrost sterben und in den durch Dein kostbarstes Blut uns erkauften Himmel fröhlich eingehen! Amen. - 260- - 1 Osterandacht. Nur ein Gottmensch konnte von den Todten auferstehen. Ihr suchet Jesus, den Gekreuzigten: Er ist auferstanden, und nicht mehr hier!" Mark. 16. Inmid Erstanden ist der Herr in Himmelsklarheit, Der Erdkreis strahlt im Lichte seiner Wahrheit! m2 Sein Kreuz, geschmückt mit seinen starken Siegen, Sieht nun die ie Welt zu ſeinen Füßen liegen! Hinweggeräumt ist heut aus unserm heiligen Tempel die Grabesstätte, worin diese Tage hindurch die fromme Christenschaar den Leichnam des göttlichen Heilandes angebetet hat; hinweg sind die schwarzen Tücher und die Zeichen der Trauer; festlich der Altar geschmückt mit dem Bildnisse des glorreich Erstandenen; abgelegt sind die Trauerkleider der Christen, an gezogen die feierlichen Gewande heiliger Freude. Verstummt ist der tiefe Trauergesang, die Orgel ertönt und nach siebenzig Tagen erschallt abermal das fröhliche Halleluja wieder. Freude umgibt heute Junge und Alte, und ein neues, von Jesus uns wieder gegebenes Leben durchströmt unsere Glieder. Ja, Halleluja! so durchschallet es heute die ganze Welt und den Himmel, denn Jesus Christus ist vom Grabe auferstanden, und lieferte uns hiedurch den thatsächlichsten Beweis, nicht blos von seiner göttlichen Sendung, sondern auch von unserer eigenen einstigen Auferstehung und von der Wiedervereinigung der Seele mit dem Leibe zu einem ewigen, glückseligen Leben in eben demselben Jesus unserm Herrn! 261 - - Dieß, daß Christus auferstanden ist am dritten Tage, wie Er öfters während seines Lebens vorhergesagt hatte, ist das Wunder aller Wunder, ja das Siegel der Wunder des Allmächtigen. « Ein Wunder fordert ihr von Mir,» sprach Jesus einst zu den Juden,« damit auch dadurch es klar werde, daß ich wahrhaft der Mistas bin! Blicket hin, wie viele ich schon derlei ausübte! Blinde machte ich sehend, Lahme gehend, Kranken gab ich die Gesundheit, Todten das Leben, und noch wollet ihr nicht glauben? Ja, ihr lästert mich, breitet ruchlos sogar aus, ich wirke solche Wunderwerke durch Beelzebub, während doch alle meine Handlungen gut, die des Satans aber böse sind; nun denn so will ich euch ein Wunder zeigen, das nie ein Mensch, der nicht zugleich Gott ist, zu thun vermag: Löset diesen Tempel meines Leibes auf, und Ich werde nach drei Tagen ihn abermal auferbauen! Joh. 2. Tödtet mich, und Ich werde von den Todten auferstehen. Löset diesen Tempel des heiligen Geistes, der eurer Grausamkeit wird überlassen werden; lasset eure ganze Wuth an Ihm aus, zerstöret diesen Leib, und rastet nicht früher, bis ihr das lezte Blut meines Herzens vergossen habet, und ich werde Ihn nach drei Tagen dennoch abermal erbauen!» So seine oftmaligen Worte. EMT Diese heilige Auferstehung also war das Siegel seiner Gottheit und unsers Glaubens an Ihn und auch an unsere Auferstehung durch Ihn. Darum predigte Paulus zu Athen mitten unter Gößendienern nur von der Auferstehung, und verkündete sogar im Senate der Vornehmsten daselbst die Auferstehung der - 262- Todten.( Apost. 17.) Ja, beinahe das ganze Geschäft der Apostel bei Begründung der jungen Kirche bestand darin, daß sie die Auferstehung des Herrn vor Allen verkündeten, und sie nannten sich stets nur Zeugen seiner Auferstehung( Apost. 1), gleich als ob der ganze Erdkreis diesem Beweise seiner unendlichen Macht sich unterwerfen müsse, und dahin zielte die große Zahl der erstaunlichen Wunder, welche wir in der Apostelgeschichte lesen, die selbst der bessere Theil der Judenschaft und ihrer Priester anerkannte, und wodurch sich eine große Zahl derselben dem Glauben an Christus hingab( Apost. 6), so daß durch die erste Predigt des Petrus allein dreitausend Juden sich bekehrten. Woher also deine Verstocktheit und unbegreiflicher Starrsinn, du noch übriges meineidiges Geschlecht der Judenschaft? Was hält dich denn je noch ab, den Messias in Jesus zu erkennen? Könnet ihr, Hartherzige! solch Wunderbares an und von Ihm bezweifeln? Ihr selbst habet Ihn ja gekreuziget! Könnet ihr je an seiner Auferstehung zweifeln? Ihr selbst waret ja die ersten Zeugen derselben. Sorgfältig habet ihr sein Grab bewacht und dadurch selbst seine Auferste bung außer allen Zweifel gestellt! Ihr Thoren und Trägherzigen, wie langsam seyd ihr das ran, Alles das zu glauben, was eure Propheten gesprochen haben!" Luk. 24. 410 Eure Blindheit, euer Starrsinn ist nicht zu heilen. Nicht wahr, ihr hättet geglaubt, wenn Christus der Messias als glänzender Herr dieser Welt erschienen wäre, und Er euch irdische Man and Wollüste bereitet hätte!- Doch Sein Reich nicht von dies - 263- ser Welt, darum hat diese Ihn auch nicht anerkennen wollen und will ihn noch nicht völlig anerkennen. Allein auf solch einen Messias wartet ihr vergebens, vielleicht werdet ihr gar einst den Antichrist, den Abkömmling des Satans für euern Herrn und Mei ster anerkennen wollen und so euch abermal wieder täuschen lassen! Und ihr stolze, freche und ausschwei fende Lehrer der Lüge in jeßiger Zeit, ihr blinde Führer der Blinden! wie lange werdet ihr noch dem Lichte der Wahrheit widerstehen? wie lange werdet ihr euch noch gegen göttliche Offenbarungen auflehnen, die doch alle Weisen seit zweitausend Jahren stets als himmlische Wahrheiten anerkannten? Nichts ist so sehr in der Weltgeschichte begründet, als diese göttlichen Wahrheiten und doch wollet ihr in eurer vers meintlichen Gescheidheit euch gegen den auferstandenen Herrn und Lehrmeister gleich Mücken gegen Elephans ten aufblasen und auflehnen? O! ihr Thoren und blinde Führer der Blinden! wie bedauernswürdig seyd ihr in eurer Nichtigkeit! - Jesus! Du göttlicher Heiland der Welt! Du bist und sollst bleiben meine Liebe und Hoffnung! Wie Du, der Besieger des Todes! also werde auch ich durch Deine Kraft einst von den Todten erstehen und gleich Deinen Jüngern in Deiner Herrlichkeit Dich schauen! " Ich glaube, daß mein Erlöser lebt, und daß ich in meinem Fleische Gott, meinen Heiland schauen werde!"( Job. 19.) Diese Hoffnung haltet mich in Widerwärtigkeit frecht, sie tröstet mich im Leben, erleichtert mir Tod und muntert mich auf zum - 264 Kampfe gegen Sünde und Laster. Sie treibt mich an, Deinem heiligen Beispiele nachzufolgen, Dein Kreuz zu lieben, und Dir zu Lieb daran zu leben und zu sterben, damit ich einst zur Glückseligkeit gelange, und ich so Dich mit Deinen Heiligen in ewiger Freude anschauen und genießen könne! allows Auf ihr Blicke, auf vom Staube, Zu des Himmels Tempelshallen, Wo einst Liebe, Hoffnung, Glaube Arm in Arme selig wallen! Wo die Frommen sich erkennen, Und in heil'ger Lieb' entbrennen, Wo wir selig im Verband Leben in dem Himmelsland! Amen. Ostern Abendlied. Auferstanden ist der Gottgesandte, Aus dem Grabe hob Er sich empor, Und zerbrochen sind des Todes Bande, dit Siegend geht die Wahrheit jezt hervor. Wie der Blitz die Wetterwolken theilet Und die Sonne durch den Nebel dringt, Wie die Nacht mit ihrem Schatten eilet, Wenn der Tag die ersten Strahlen bringt, So entflohen auch die Finsternissen, Und mit ihnen der Betrug und Wahn. Alle morschen Dämme sind zerrissen, Und das Licht geht siegend seine Bahn. 265Gottes Wort zerbrach die schweren Ketten, ma Machte sich von Band und Riegel los. Läßt sich länger nicht in Staub mehr treten, Und entsteigt dem finstern Grabesschoos.2 Aufwärts kann der Sterbliche jezt blicken, im Denn der Himmel zeigt sich rein und klar; Füllet feine Seele mit Entzücken, Seitdem Jesus auferstanden war. Todeshügel werden jezt Altäre, Und Ein Tempel ist die ganze Welt. Alle Zungen preisen Gottes Ehre, id adag 2 Alles in den Staub hin vor ihm fällt.nim us loodsi sisus od nam -monog mondo del Freiheit ist errungen durch den Meister, Fort ist Knechtschaft und die Sklaverei.d#Q Um die Menschen wandeln Himmelsgeister, d0% sis Mit tem Gößenglauben ist's vorbei. Jesus Christus! er ist auferstanden, Wandelt hin in seiner Gottesmacht, d Und es ist kein Zweifel mehr vorhanden, ms dau Denn gelichtet ist die dunkle Nacht. id tin Von dem Himmel lächelt nun herunter dis 200 Uns, der Engel der Unsterblichkeit, 500 GRAVES Und das hohe Auferstehungswunder, i sunői de Ist uns Bürgschaft für die Ewigkeit.ii mu Wehe hoch, du heil'ge Siegesfahne! ni ning mag Tod und Hölle flieh'n vor Dir zurück; sp Denn Verderben bringest Du dem Wahne, Und die Wahrheit hat ihr höchstes Glück.co Halleluja! tön' es durch die Welten; smmons Ait lid Halleluja! Jesum, unserm Gott! mile and Erhebungen. Vieerte Auflag. 12 - - 266 1 Frommer Waller, dir wird Er vergelten esi Dort die ausgestand'ne Erden- Noth. stole Jesus! muß ich einst vom Leben scheiden, Ist vollendet meiner Tage Lauf: pishine dall Laß mich aufersteh'n zu Deinen Freuden, hous Nehme mich in Deinen Himmel aufad mm ishliging sim alis) 1908 qustue Suis2 modtis 90 Christi Himmelfahrt.de 41580% agmog sid ni lazim2 ni dall « Ich gehe hin zu meinem und zu eurem Vater, zu meinem und zu eurem Gott!» So sprachst Du zu Deinen Lieben, als Du Abschied von ihnen genommen hast, und dann gen Himmel aufgefahren bist.. Du bekräftigtest durch Deine Himmelfahrt noch mehr die Wahrheit Deiner Lehre, die Aechtheit Deiner SenDung.--- Du gabst durch sie uns die untrüglichste Versicherung, daß Dein Vater auch der Unsere fey, und daß dereinst auch wir bei Dir und dem Vater und dem heiligen Geiste, ewig wohnen werden, wenn wir uns dieses Glückes durch ein Dir gefälliges Leben, theilhaftig zu machen bestreben. D! welche Verheißung welch ein Trost!- Wohl uns, nun können wir, wenn die Sanduhr unsers Lebens zerronnen ist, die Erde freudig verlassen und hinübergehen zum Vater, in dessen Reiche Du uns schon Wohnun gen bereitet hast. si o' doin sed on do 2 Jesus Christus! Du bist nun wieder heimgegangen in Deine ewige Herrlichkeit! Du hast nun wieder Besitz genommen von Deinem hohen Throne, auf welchem Du, als gleicher Gott mit dem Vater und dem heiliB - -267- gen Geiste die Welt erschaffen hast, und lebest und regierest in alle Ewigkeit. Gegeben ist Dir alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Welche Majestät umgibt Dich jezt, Dich! der in so tiefer Demuth auf Erden wallte, welchem Leiden und Drangsale, und zulezt der schmerzlichste Tod, um unserer Sünden willen zu Theil geworden ist. Und diese Majestät, und mit ihr all Deine Pracht und Herrlichkeit, dürfen auch wir, Deine Erlösten, einstens schauen und mit Dir genießen die ewigen Freuden des Himmels, die unendliche Wonne einer nie endenden Seligkeit, uns erkauft durch Deine Liebe! id no - - Du, o Jesu! der Du allein ein gütiger Vater, Lehrer und Wohlthäter warest, mit welcher Freude wirst Du noch einmal auf jenem Berge in Galiläa, umgeben von Deinen Jüngern, auf diese Erde hernieder geblickt haben, welche Du durch Deine Segnungen so sehr beglücket hast und auch jezt noch immer beglückest! Vollendet sahst Du das Werk Deiner Erlösung, entkeimen die Saat des reinen Glaubens, von Dir so reichlich ausgestreuet, und fest gegründet die Säulen Deiner neuen, Einen, allgemeinen, apostolischen auf Felsen gebauten Kirche, welche die Macht der Hölle nie erschüttern und überwältigen wird. Verherrlichet ist der Name Deines Vaters, gestiftet der Bund der Liebe, und vollbracht alles das, was Du zu vollbringen von Ewigkeit her Dir vorgenommen hattest! Tausende der Geschlechter preisen Deinen Namen und segnen Dein Andenken, glauben an Dich, hoffen auf Deine Verheißungen und erwarten Deine Herrlichfeit. 3: 0 med nedsanchon mi u du 12* - 268 - 7 Gütigster Jesus! mein Herr und Heiland, wie herrlich war Dein Hingehen zu Deinem himmlischen Vater! wie sie Dir nachsahen, Deine treuen Jünger und Verehrer, mit Blicken, die Dank und Liebe, Segen und Hoffnung ausdrückten! Wer sollte Dir aber auch nicht allen Dank, alle Liebe weihen, Dir! deffen ganzes Leben eine ununterbrochene Reihe von Gnaden und Wohlthaten war! O, welch ein Glück, welch eine Seligkeit! so von der Erde scheiden zu können, wie Du von ihr geschieden bist. Mein Gott und Bater! möchte auch ich dereinst mit dem Bewußtseyn Gutes gethan zu haben, von diesem Leben scheiden können. Möchte auch mein Andenken bei allen denen, die mich kannten, nur ein gesegnetes seyn! Möchten nie Fluch und Verwünschung, sondern Segen und Liebe mich zur stillen Gruft begleiten und Thränen des Dantes mein Grab beneßen.d@schiser inded thilden Um einstens einen solchen gesegneten Hingang in jener Welt mir wirklich erwerben zu können, will ich mich aus allen Kräften bestreben, ein feusches und ehrbares, ein friedliches und christliches Leben zu führen und die niedern Freuden dieser Zeit nie höher achten als jene, die meiner Jenseits warten, und welche mir durch Jesum Christum verheißen sind. sid Gott und Vater! gib mir zu diesem Vorsate Deine Gnade und Deinen Beistand. Laß auch mir die Kraft Deiner Segnungen zu Theil werden. Erhebe mein Herz von der eiteln Weltlust hinauf zu Dir, wo mich eine ewig dauernde und ungetrübte Freude erwartet. Laß mich fliehen Alles, was böse und fündhaft ist, und nur immer nachstreben dem Guten und Rechten.--- anu andr - 269- - Dein frommer Lebenswandel, den Du auf Erden führtest, sey auch der Leitstern des Meinigen. Auf Dich allein will ich trauen, o mein Jesu! dann werde ich gewiß, wenn ich von hier scheide, auch in den Himmel eingehen. Amen. 20) mone - no Nugen des Gebetes. ( 5. Sonntag nach Ostern. Markustag.) Action 10( e) Menn, ihr gebetet habt, fühlet ibr ba euter Herz nicht viel leichter und eure Seele viel zufriedener? Das Gebet macht die Betrübniß weniger schmerzhaft und die Freude viel reiner; sie mischt in das Eine etwas Stärkendes und Sanftes und in das Andere einen himmlischen Weihrauch. Stads and diese Was macht ihr auf Erden? habet ihr nichts von Dem zu erflehen, der euch auf die Welt gesezt hat? Ihr seyd Wanderer, die das Vaterland suchen. Geht nicht mit gebeugtem Haupte, man muß die Augen aufheben, um seine Wege zu erkennen. Euer Vaterland ist der San Himmel; wenn ihr den Himmel betrachtet, fühlt ihr nichts, was sich in eurem Innern regt! habet ihr nicht einen Wunsch, der euch drückt, oder ist dieser Wunsch stumm? 1902 Einige sagen: Wozu das Beten? Gott ist viel zu hoch über uns, um so elende Geschöpfe zu hören. Und wer hat diese elenden Geschöpfe gemacht, wer hat ihnen das Gefühl, den Gedanken und das Wort gegeben, als Gott allein? adijs vadslor si m CAN 270 Und als Er so gütig gegen sie war, geschah es, um sie nachher sich selbst zu überlassen und sie weit von sich zu stoßen? ima suori, thi Bia niella bic Wahrlich ich sage euch, der, welcher in seinem Innern sagt, daß er die Werke Gottes verachte, der ist ein Gotteslästerer. Es gibt noch Andere, die da sagen: Wozu das Beten? Weiß Gott nicht besser, als wir, was uns Noth thut? Gott weiß besser, als ihr, was ihr bedürft, und darum will Er, daß ihr darum bitten sollt, denn Gott selbst ist euch vor Allem nöthig, und Gott bitten, heißt anfangen: Gott besitzen. brat sig Thin Der Vater kennt die Bedürfnisse seines Sohnes, muß aber darum der Sohn niemals eine Bitte oder 201801 einen Dank für seinen Vater haben? TOUSTIC Wenn die Thiere leiden, wenn sie sich fürchten, 10p oder wenn sie Hunger haben, so stoßen sie ein klagendes Geschrei aus. Dieses Geschrei ist die Bitte, die sie zu Gott oder an uns richten, und sie werden erhört. Soll denn der Mensch in der Schöpfung der einzige seyn, dessen Stimme nie zum Ohre des Schöpfers dringt? 9101 ORAITSINCE 1903 Häufig wehet über die Felder ein Wind, der die Pflanzen vertrocknet, und man sieht alsdann, wie sie ihre welken Stängel zur Erde hängen; aber angefeuchtet durch den Thau, erhalten sie wieder ihre Frische und erheben ihr mattes Haupt. Immer gibt es versengende Winde, die über die Seele des Menschen gehen und sie austrocknen. Das Gebet ist der Thau, 4161005898 der sie wieder erfrischt. - 271W ( indo star) plump svö Audacht in der Krenzwoche zur Erhaltung der Feldfrüchte. Vorbereitungsgebet. nd dube ni nije 31 Julf Herr! eröffne unsern Mund, zu loben Deinen heiligen Namen. Reinige unsere Herzen von allen eiteln, unnützen und ausschweifenden Gedanken. Erleuchte unsern Verstand, entzünde unsern Willen, damit wir unser vorhabendes Gebet mit wahrer Aufmerksamkeit und Andacht also verrichten, daß wir vor es visang w Dir würdig erscheinen und von Deiner unendlichen Güte erhört werden, durch Jesum Christum Deinen Sohn unsern Herrn. Amen. 2i e d. i sige nollo8% Strenger Richter aller Sünder, Treuer Vater Deiner Kinder, Apo Der Du in dem Himmel wohnst, Drohest, strafest und belohnst! Höre gnädig uns're Bitten, Wende ab von unsern Hütten Krankheit, Krieg Gib uns unser täglichungersnoth, Brod! Lju di su Alles kommt von Deinem Segen, aud Du gibst Sonnenschein und Regen, Daß die Feldfrucht wächst und blüht, d Daß man reiche Erndte sieht. dum Höre gnädig zc.( wie oben.) MORE Wenn bei vielen Regengüssen Saat und Frucht verderben müſſen, So hat's Deine Hand gethan, Uns're Sünd' ist Schuld daran. i Gunille myjnu suhom ved a Splnil is madol Höre gnädig 2c. 272-- 1970 Wenn in heißen Sommertagen Schlossen Alles niederschlagen, Was im Feld und Garten grünt, 19100 nyndina mistis #sibusl i vie jim Mislim O! so haben wir's verdient. on oma pie sie u Höre gnädig 2c. 570 r trods sin Höre gnädig 2c. ndel Mit recht kindlichem Vertrauen Wollen wir die Felder bauen; Deffne Deine Vaterhand. Segne unser Vaterland. 16 vaste 16 má ni uo ( Hierauf folgt) oder Litaney pidemp 100. zur göttlichen Vorsehung. 20 ( Auch sonst oft zu beten.) Herr, erbarme Dich unser! Christus, erbarme Dich unser! im se Herr, erbarme Dich unser! in fign Christus, erhöre uns! dsg als and Christus, erhöre uns! 273com Gott, allmächtiger Erschaffer der Welt! mmision Allwissender und allweiser Gott! Gütiger und barmherziger Gott! humi vis Liebenswürdigster Vater und Herr! modiald Der Du höchst weise die Welt erhältst und regierst, lisa manis@ suse enn vita Der Du Dich über alle Geschöpfe erbarmest, Der Du alles Lebende mit Segen erfüllest, Der Du die Blumen des Feldes bekleidest, Der Du Alles zum Besten der Menschen lenkest, Der Du die Haare unseres Hauptes zählest, Der Du die auf Dich Hoffenden mit Freuden Erbarme Dich unser! lohnest, i slice must 10G Gott, unser einziger Tröster und Helfer! erbarme Dich unser! Sey uns gnädig; verschone uns, o Herr!@ Sey uns gnädig; erhöre uns, o Herr! Von allen Uebeln des Leibes und der Seele, Von allen Klagen über Deine heiligen Anordnungen, fallout notlody On Von Kleinmuth und Ungeduld, sid 3# 0 Von zu großen Sorgen für's Zeitliche, Von zu großem Vertrauen auf Reichthum und Menschengunst, sidure du rjhe 10 Vom Mißbrauche Deiner Gnaden und Wohlthaten, 8 Von Lieblosigkeiten gegen den Nächsten, Von aller Verhärtung in der Sünde, ts Immo Von bösen Gedanken, Worten und Werken, Von Schauer, Hagel, Mißwachs und Theurung, Wir arme Sünder! Wir bitten 2c. 12** Erlöse uns, o Herr! - 274 - Daß wir immer auf Deine göttliche Vorsehung Ino miselle du soduse vertrauen, Daß wir im Glücke demüthig und Dir ergeben bleiben, oun Daß wir im Unglücke nicht verzagen, od€ Daß wir uns gerne Deinen weisen Fügungen unterwerfen, drs stadslid # 00 Daß wir stets Deinen heiligen Namen lobpreifen, Daß überall Dein heiliger Wille geschehe, id e Daß Du jederzeit für unsern Lebens- Unterhalt forgest, de otsin voin sanad sid no Daß Du uns im Unglücke tröstest und helfest, Daß Du Alles zu unserm Heile lenkest, ondol Daß Du uns für zeitliche Leiden ewige Freuden ertheilest, Daß Du unsere Obrigkeiten mit Weisheit und Tugend erfüllest, stöd tiding can Daß Du unsere Arbeiten segnest, miedoll molls Daß Du uns die Früchte der Erde geben, segnen und erhalten wollest, Daß Du uns die Sünden verzeiheft, dimisit Daß Du uns einst in den Himmel aufnehmest, Heiliger, gerechter und barmherziger Gott! Höchst weiser und verständiger Gott! Allgütiger Gott und Vater! ugnads) no 100 ** St O Du Lamm Gottes 2c. Herr! erbarme Dich Vater unfer 2. vontud Ehre fey Gott dem Vater zand o mottid vi lidt Wir bitten Dich, erhöre uns! Transe mustehoidoi? mo unser 2c. phdroff vello može mäd no und nat smTA TIR 275 na schomill? ani de zi Gebet. pied diam nofjjsh do domin@ arjo W nodon on mid des mu 10:# 8 dns Allmächtiger, ewiger Gott, der Du Deinem chriftlichen Volke Segen oder Strafen ertheilest, je nachdem es auf dem Wege des Guten oder der Bosheit wandelt, der Du aber den demüthig und reuevoll zu Dir Flehenden wieder Dein gütiges Antlik zukehrest; wir bitten Dich mit kindlicher Ehrfurcht, sieh' gnädig auf uns herab, erhalte uns stets in Deinem heiligen Dienste, bewahre uns vor allen Uebeln des Leibes und der Seele, besonders aber segne in diesem Jahre die Früchte unserer Felder, damit hiedurch unser täg liches Brod fortan gesichert ist. Wir haben sie zwar mit großem Fleiße und starker Mühe angebaut, allein ohne Deinen göttlichen Willen und Segen können sie weder Wachsthum noch Gedeihen erhalten. In Deiner Macht und Gewalt steht es allein, ob günstige oder schädliche Witterung unsere Hoffnung beglücken oder niederschlagen, ob die Sonne zur rechten Zeit scheinen und Fluren und Felder beleben und erquicken, oder Alles versengen und verdorren, ob Thau und Regen wohlthätig vom Himmel fallen und das Wachsen der Früchte fördern, oder ob Frost und Hagel, Sturm und Ungewitter, Platzregen und Wolkenbrüche, Würmer und Ungeziefer Alles verheeren und zu Grunde richten soll. sint ng tao. 370 Herr und Gebieter aller Elemente! wir erkennen vor Dir unsere Unmacht und Armseligkeit. Ein einziger Augenblick, ein Wink von Deiner weisen Vorsehung, und unser Fleiß und unsere Mühe ist ent weder belohnt oder liegt zerstört wieder da. In der - - 276- tiefsten Demuth beten wir daher Deine Allmacht an, und bitten und flehen zu Dir um Jesu Deines Sohnes willen; laß' uns durch Deine Gnade als tugendhafte und fromme Menschen Deine Gebote stets beobachten, damit wir würdig sind, als gehorsame Kinder unser tägliches Brod und unsere Nahrung von Deiner väterlichen Hand zu erhalten, und daß wir mit dankbarem Herzen Deine unbegränzte Güte, welche alle lebendigen Geschöpfe nährt und segnet, immerhin anerkennen und preisen mögen, durch Jesus Christus unsern Herrn. Amen.de ardhold it solen tundsid tand andle8 mm sinh sid Toon on madad sik fi moduse noiroj dotek Bachil Bitte an den heiligen Geist um Erlangung seiner sieben onde Gaben. don audio by mislin és adst found on Jins0² vonio@ eur ( Täglich, besonders an den Pfingsttagen und am vierten Sonntag nach Ostern zu beten.) god dan nedsled vodi onu novult on mnist) ing am do Komm zu mir, o Geist der Weisheit! und nimm Besitz von meinem Herzen und Gemüthe; lehre mich das Himmlische und ewig Beglückende so betrachten und schätzen, daß ich dasselbe allem Irdischen vor ziehe! as yottapuli dan spürdest 311 Komm zu mir, o Geist des Verstandes! und erleuchte meine Seele, damit sie Dein göttliches Wort und Geheimniß zu meinem Heile recht verstehe und dadurch zu Deiner, wie auch des Vaters und des Sohnes Erkenntniß gelangen möge! Sunds) Komm zu mir, o Geist des guten Rathes! und - 277- regiere mein Herz in allen Beschäftigungen, bewege es zum Guten und schrecke es ab vom Bösen! Komm zu mir, o Geist der Stärke! und nimm Deinen Aufenthalt in meinem Herzen; ermuntere dasselbe in allen Leiden und Widerwärtigkeiten, und gib ihm Kraft, alle Betrübniß, Angst und Noth, und insbesondere alle Anfechtungen böser Menschen und böser Geister zu überwinden, damit ich die Welt, den Satan und das eigene Fleisch überwinde, und so mich Dir, o Gott! wohlgefällig mache! i morgesd thre Komm zu mir, o Geist der Erkenntniß! er= leuchte und lehre mich den wahren Werth aller Dinge recht erkennen und unterscheiden, damit ich dieselben nur zu Deiner Ehre und zu meinem Heile allein gebrauchen lerne! schildnit nism 1100mpion hie Komm zu mir, o Geist der Gottseligkeit! bewege mein Herz zur wahren Andacht und heiligen Liebe gegen alles Gute, damit ich in Dir und in getreuer Pflichterfüllung allein meine Freude suche und den ewigen Frieden gewinne! ud i D Komm, Geist der Gottesfurcht! durchdringe ganz mein Herz von Ehrfurcht gegen die unendliche Majestät Gottes, damit ich mit kindlich gehorsamem Herzen meinem Gott und Herrn allezeit diene und mir nichts erlaube, was dem Heiligsten und Allmächtigen mißfallen könnte! Amen. npop n nind mano) ug miqrap! tabir iste and you ardo Pfingstfeft. Allmächtiger Gott! sende auch uns den heiligen Geist zu, wie Du ihn einst Deinen treuen Aposteln und - 278- exome Jüngern fandtest, um sie zu erleuchten, zu stärken und zu trösten, wie Du es ihnen verheißen hast. Er war es, der sie, die damals noch ganz furchtsamen und erschrockenen Männer, zu den entschlossensten und furchtlosesten Helden des Glaubens und zu felfenfesten Vertheidigern Deines Evangeliums machte. Er war es, der sie stärkte und erleuchete, und ihre Her zen so befestigte, daß sie mitten unter Stürmen und Verfolgungen, umgeben von tausend Gefahren, dennoch mit der größten Ruhe und Heiterkeit Dein göttliches Wort überall laut und unerschrocken verkündeten, und selbst in den grausamsten Martern standhaft und unerschütterlich blieben.inston Onn mennÏT) 1091 Um diesen göttlichen, wunderreichen Geist bittet Dich, ewiger Gott! mein kindliches Herz. Reinigen möge er mich von aller Sünde, erleuchten mein Gemüth mit dem Lichte seiner Weisheit und stärken und neu beleben meine Seele! Ein Leitstern sollpers mir seyn auf der dunkeln Bahn meines Lebens, und führen soll er mich durch die Finsternisse dieser Welt, damit ich nicht irre gehe auf meinen Wegen, oder gar hinabstürze in den Abgrund des ewigen Verderbens. Geben soll er mir den stillen Frieden der Seele, die Süßigfeit der holden Zugend, die Standhaftigkeit im Glaus ben und Gottesvertrauen, Kraft und Stärke mir ertheilen, um gegen alle Widerwärtigkeiten des Lebens sicher kämpfen zu können. Mein Tröster soll er seyn in allen Leiden und Trübfalen, und soll mich treu bewahren vor dem Uebel, vor Sünde und Bosheit. Alle meine Gedanken und Empfindungen soll er leiten und heiligen, damit 279 keine böse Leidenschaft mich dahin reißen, fein Reiz zur Sünde mich überwältigen möge. Folgen will ich seinen göttlichen Eingebungen, hören seine Stimme, damit ich immer nur das thue, wozu sie mich mahnend auffordert. Beweisen sollen alle meine Handlungen, daß ein guter Geist es fey, der mein Inneres regieret und der mein Herz zum Wahren und Rechten alle Zeit hinleitet. nstig 89 Aufmuntern soll mich derfelbe, alle meine Mitmenschen aufrichtig und treu zu lieben, wohlthätig und barmherzig gegen sie zu seyn, und mich zu bestreben, sie Alle als Brüder, als Kinder eines Vaters zu ehren und zu achten. Ferne soll er von mir halten alle Nachaten due sucht und Verläumdung, Mißgunst und Neid und alle die Triebe gemeiner und niederer Seelen! Darum, o heiliger Gott! bitte ich Dich, mir diesen allein beglückenden, allein seligmachenden Geist senden zu wollen, damit ich durch seine Gnade gestärkt und durch den Strahl seines Lichtes erleuchtet, nur auf dem Wege der Tugend allein zu wandeln mich bestreben möge.- Sey mein Trost, wenn ich leide, und gib mir Kraft, alles zu ertragen, was über mich kommen kann in den Tagen der Trübsal!- Erhöre, o himmlischer Vater! dieses mein Flehen, und durch die Fürbitte Deines Sohnes Jesu Christi sey Dein heiliger Geist mit mir jezt und in allen Zeiten. Amen. BOT CHO and sign and po and Jule nolemmid serial un millas@ del bim jo tu mi chiar si781 ingredi) mili2 mod dnie - 280 TUD Abendlied an den Pfingsttagen.nl ispi Geist der Wahrheit und der reinsten Liebe Komm herab auf mich, und steh' mir bei, Heilige mir jeden meiner Triebe. thint all Mache mich von jeder Sünde frei! is Steh' mir bei mit Deiner hohen Gnade, nism Wenn Betrübniß mein Gemüth ergreift; m Leite mich auf meinem Lebens Pfade, 950 toth) demand 816 19 si Wo sich Leiden oft zu Leiden häuft. hij Laß mich im Vertrauen nimmer wanten, Tröste mich, wenn ich betrübet bin. Lehr' mich glauben, hoffen, lieben, danfen, in d Und erleuchte stets mir Herz und Sinn. dou dcbui ont donjonmag odel Aufwärts zu dem Himmel laß mich blicken, O, dann werde ich getröstet seyn! ongiloj, mislio A Keine Sorge wird mich niederdrücken, onib) chand Wirst Du Deine Gnade mir verleih'n. sudioni Laß mich nicht zu sehr am Ird'schen hangen, Dorthin laß mich schauen, wo Du wohn'st. niom Nur der Himmel, er sey mein Verlangen, govtis ng Wo du mit dem Vater und dem Sohne thron'st. Großer Geist! nur Du sollst mich regieren, Bei mir seyn auf meiner Lebens- Bahn; Auf dem Weg der Zugend hin mich führen, Der allein nur leitet himmelan. Stärke mich im Guten, laß mich leben Nach dem Willen Gottes jederzeit, Condo 281- Und es sey mein ganzes Thun und Streben, Dir, dem Geist der Liebe, nur geweiht. Muß ich diese Erde einst verlassen, Schlägt auch mir die lezte Stunde hier, Werde ich im Tode einst erblassen, Heil'ger Geist! dana nimm mich auf zu Dir! deppi( 39 309/0 - IV god 77 Heiliglied für den heil. Dreifaltigkeits- Sonntag und das Fronta leichnamsfest.dipod of 19019 9 mis Dich im reinsten Glanze seh'n! ied Werde felig mit den Deinen ne o Wonnevolle Thränen weinen, im Wo, o Vater, Sohn und Geist! shoz Ewig, ewig werd' ich leben, und dis? Peru Und mit allen Heiligens dejo( abi impo Deinen Ruhm, o Gott! erheben, d dh: 9) mbly no bilbord wtb.. al . Dich ihr dreimal Heilig preis't.diol and Blouberg soheilig, heilig, heilig singen bin Will ich schon auf Erden Dir, stóran Dir des Dankes Opfer bringen, die of Laut Dich preifen für und für! Heilig töne ohne Ende ind 1900 Dir, im heil'gen Sakramente Mild verborg'ner großer Gott Heilig Dir, Gott Zebaoth! 601 di tung schile, EVE di 90lamic ar an suni vod praded LOW - 282 Das Fronleichnamsfest.) es Onlá sdsi? yad 750 med vi dinging su Kurze Erklärung desselben. Das Fronleichnamsfest wurde von Pabst Urban VI. im Jahr 1264, zur Feier der Gegenwart 19 Two Jesu Christi in dem heiligen Altarssakramente, durch eine eigene Bulle( Verordnung, Urkunde) eingesezt, und in derselben befohlen, daß dieses Fest alle Jahre in der ganzen katholischen Christenheit gefeiert weren ene den soll. Was nun den Namen ,, Fronleichnam" betrifft, so ist derselbe altdeutschen Ursprungs; denn Fron“ heißt so viel als Herr, und Leichnam" so viel als Leib des Herrn. In der katholischen Kirchensprache ( lateinisch) wird es ,, Corpus Domini Jesu Christi" ( Leib des Herrn Jesu Christi) genannt, deßwegen ist an vielen Orten, der Name Corpus- Christifest" gebräuchlich. Man nennt es auch Oktav," so viel als ,, Acht," weil die Feier desselben acht Tage dauert. Dieses Fest ist eines der höchsten und wichtigsten in der katholischen Kirche, und wird daher auch von ihr prachtvoll gefeiert; eine Feier, die am grünen Don= nerstage wegen der dort vorhandenen Trauer nicht so herrlich begangen werden könnte. ed i 17 Onn in using die 302 Gebet bei den vier Evangelien. Beim ersten Evangelium. C to an ausproduse dice 1000 i piling ,, Nicht genug ist sich das Herz, ein irdisch Pfand bedarf der Glaube, das Hohe, Himmlische sich zuzu - - 283- eignen, darum ward der Gott zum Menschen, und verschloß die unsichtbaren und himmlischen Geschenke, geheimnißvoll in einen sichtbaren Leib." Die Kirche ist's, die Heilige, die Hohe, welche zu dem Himmel uns die Leiter baut, die Allgemeine, die Katholische beißt sie, denn nur der Glaube Aller stärkt den Glauben; wo Tausende anbeten und verehren, da wird die Glut zur Flamme, und beflügelt schwingt sich der Geist in alle Himmel auf. Heil den Beglückten, die das frob getheilte Gebet versammelt in dem Hause des Herrn. Geschmückt ist der Altar, die Kerzen leuchten, die Glocke tönt, der Weihrauch ist gestreuet, der Priester steht im reinen Meßgewand. Er faßt die Hostie, den Kelch, er segnet sie, er kündet das hohe Wunder der Verwandlung an, und niederstürzt vor dem gegenwärtigen Gotte, das gläubig überzeugte Volk. stil him on - Kaunter Tho Gebet der Kirche. meone? dua nnd nism and Gott! der Du uns das Andenken an Dein Leiden in einem so wundervollen Sakramente hinterlassen haft: verleihe uns die Gnade, die hochheiligen Geheimnisse Deines Leibes und Blutes also zu verehren und anzubeten, daß wir immer auch der Frucht Deiner Erlösung theilhaftig werden.dan dio 102 ( Bete aus der Messe: Sanktus und Wandlung.) him, spilled is sonor si disid dan jid, millo Beim zweiten Evangelium. o odsl@ O gütigster Jesus! der Du uns in dem Altarsakramente Dich selbst als Speise übergibst, Dir danke - 284ich innigst gerührt für diese hohe Gnade, und opfere Dir mein Herz und mein Alles. Laß Dir, Du mein Erlöser! dieses geringe Opfer gefallen! Segne, o Herr! meine Gedanken, Worte und Werke, damit sie Dir alle geheiligt seyen!- Schenke mir Kraft und Stärke, daß ich getreu ausharren möge in Deiner Nachfolge! Du sprachst ja selbst:« Folget mir nach, denn süß ist mein Joch und leicht meine Bürde!» Jesus, Du Brod des Himmels! nähre meinen Glauben an Dein Wort, mein Vertrauen auf Deine Treue, meine Liebe gegen Deine Liebe, und laß mich immer vereint seyn mit Dir, jezt und zu allen Zeiten. Amen. shol si posthusl maumpgel manis dan samping and ( Bete ferner das Gebet nach der Wandlung und sid Communion.) ad du sod 3 — COMO snoompittim Beim dritten Evangelium. Gekreuzigter Heiland! o lebe stets in mir, leite mein Thun und Handeln und gib, daß ich mich immer Deines Opfers im heiligen Abendmahte dankbar erinnere! O! laß den unendlichen Werth Deines Leidens und Sterbens an mir sich kräftig erweisen! Rein und unbefleckt laffe mich stets vor Deinem Angesicht erscheinen, und jeder Zeit würdig an Deinem Mahle Theil nehmen. Reinster! reinige mich. Heiligster! heilige mich. Jesus! ich verlange nach Dir, denn Du allein bist und bleibst die Freude meines Herzens, und Dir lebe und sterbe ich. Amen. ( Bete ferner aus der erner aus der 109500 ale sipuss Messe: das Agnus Dei.) SMMATIO čau stölv3 285 Beim vierten Evangelium.ingilise Seine Liebe zu entfalteno deve espidnadal n Gab in Brod- und Wein- Gestalten, produse Q Unf're Seelen zu erhalten, op n hy#Q Jesus uns sein Fleisch und Blut. on#Q Und, daß nie an Trost es fehle, Gibt Er sich noch jeder Seele, Da nach göttlichem Befehle, ésüpilisdalle no Was Er that, sein Priester thut! dun na Jesus, guter Hirt der Heerde! Ardour 20 timpr9# 0 0 80 Weide uns auf dieser Erde, ndipo a Und in Trübfal und Beschwerde, dopinjort# Leite uns beschirmend hier! Und aus diesem Thränenthale, Führ' uns zu dem Wonnemable, Daß wir in des Himmets Saate Ewig uns erfreu'n bei Dir! #Amen. nachipipalt gsmall s@ au* 13 mls noll ( Bete ferner aus der Messe: die Communion.) Litanei role no Herr, erbarme Dich unser! Christus, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Teplovom THOSE zum allerheiligsten Altarssakramente. rhaine collo Hoë Christus, erhöre uns! 10 Christus, erhöre uns! del mon note Gott Vater in den Himmeln! Erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt! Erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist! Erbarme Dich unser! - 286 - - sinise Heiligste Dreifaltigkeit, ein Einiger Gott! Du lebendiges Brod vom Himmel, Du verborgener Gott und Heiland, avih mi dhe Du Speise der Engel, mindrs u olosull Du Denkmal der göttlichen Liebe, a nje Du immerwährendes Andenken an den Opfertod Jesu, als 15 bon chi 19 idi Du allerheiligstes Sakrament des Altars, n Du unblutiges und reinstes Opfer, Du wahres Opfer des neuen Bundes, est Du Versöhnungsopfer für Lebende und Todte, Du kräftiges Schußmittel gegen alle Sünden, Du Erquickung frommer und bedrängter Seelen! Du Wegzehrung der im Herrn Sterbenden! Du Unterpfand der künftigen Seligkeit! Sey uns gnädig; verschone uns, o Herr! Von allen Sünden, ist aus en glo Von Stolz, Zorn und allem bösen Willen, 18 Erbarme Dich unser! Von allen bösen Begierden, Worten und Werken, Vom unwürdigen Genusse des heil. Abendmahles, Von der Lauigkeit im Guten, Von Religionsspötterei und allem Unglauben, billedvello ing Von aller herzlosen Andächtelei, Von Trägheit im Geschäfte des Heiles, sinds Von aller Lieblosigkeit gegen den Nächsten, Von allen ansteckenden Krankheiten, d Von Krankheit, Hunger, Krieg und Theurung, 19 Bon allen Uebeln des Leibes und der Seele ,, an Wir armen Sünder. Wir bitten Dich, erhöre uns! Daß Du in uns den Glauben und die Andacht zu die! njau die sind his gilid 100 Erlöse uns, o Herr! - 287- - sem heiligsten Sakramente vermehrest. Wir bitten Dich, erhöre uns! Daß wir dasselbe jederzeit mit reumüthigem und reinem Herzen empfangen, Daß wir dadurch gegen die Sünde gestärkt werden, Daß wir dadurch Kraft zum Guten erlangen, Daß wir dadurch mit Dir immer mehr vereint *** werden, damga vur Daß Du unsere Obrigkeiten mit Deinem Geiste erfüllest, Daß Du uns am Leibe und an der Seele stetshin fegnest, Daß wir vor unserm Lode dieses Sakrament würdig empfangen, und joy Daß wir dadurch zur Seligkeit gelangen, u Daß Du die Seelen des Fegfeuers erlösest, Daß Du uns unsere Bitten gewährest, Jesus, Du Sohn Gottes! ODu Lamm Gottes 2c. is nd tiles Herr erbarme zc. Wir bitten Dich, erhöre uns! Vater unser 2c. adiler doy Gott, der Du uns in dem wunderbaren Saframente des Altares Deinen heiligen Leib und Dein Blut zum Andenken und zur Seelenspeise hinterlassen hast, gib uns die Gnade, jederzeit an diesem heiligen Geheimnisse mit so wahrer Andacht Theil zu nehmen, daß unser Glanbe immer herzlicher und tugendreicher werde, und wir durch ihn das ewige Leben erhalten, der Du mit dem Vater und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebst und regierst in Ewigkeit. Amen. ( Als fernere Gebete kann man in der Fronleichnams- Oktav noch die Communiongebete und das Te Deum gebrauchen). 288 -T Christkatholische Betrachtung am Patrozinium, Kirchweihfeste und andern Feiertagen des Jahres. Ma proiems SRDCE ISMIST Menschliche Einsetzungen sind wandelbar, die Kirche Gottes ist unwandelbar. Herr! hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gefäet? woher hat er denn das Unkraut?- und er sprach zu ihnen: das hat der Feind gethan!" Matth. 13, 915 me in Böse Saat mideshStreut der Ratham@ 300 Satans und der Hölle aus, & prg] 100 00 horism Und die Frucht Sproßt verrucht opricans sid Auf dem Feld des Herrn mit Graus! Aber hold, Gleich dem Gold shoid#Q Q 10 supé Blüht der Waizen immerdar; am Feuer sprüht, ma m Drob erglüht, Fruchtlos die verworf'ne Schaar! 100 Head sinom s die ad mindst vojnu and is om die? Denn es wacht Gottes Macht ali astmodum gilis Und verlacht des Feindes Wuth; JIST den argi Wohl bestellt das om pun Bleibt sein Feld, i dni sind Das in seinem Schußze ruht. elp othe Da der heilige Kirchenlehrer Thomas von Aquin den neunten Glaubensartikel auslegt, fängt er seine Erklärung mit folgenden Worten an:„ Wie wir sehen, daß der Mensch eine Seele und einen Leib, aber verschiedene Glieder hat, - 289 - so ist die allgemeine Kirche ein Leib von verschiedenen Gliedern, die Seele, die diesen Leib belebt, ist der heilige Geist! daher ist uns nach dem Gauben an den heiligen Geist befohlen, eine allgemeine chriftliche Kirche zu glauben.- Der heilige Geist ist also der Lehrer und Beleber eines Jeden von uns und auch der ganzen christlichen Kirche. Ja, er regiert die heilige allgemeine chriftliche Kirche, d. h. die ganze Gemeinde oder Versammlung aller Menschen, welche an die wahre Lehre Jesu Christi glauben, und sorgt dafür, daß wir immer einerlei Glauben, eben dieselben Sakramente haben, und durch ein einziges sichtbares Oberhaupt, das der Papst ist, mit einander vereiniget bleiben. Er hat zu allen Zeiten Hirten und Lehrer bestellt, um die Menschen vollkommen zu heiligen, um den Gottesdienst zu verwalten, um den Leib Christi( die Kirche), welche eine Säule und Grundfeste der Wahrheit ist( 1. Tim. 3, 5), zu erbauen( Ephes. 4, 11,), damit sie sichtbar unfehlbar sey. Auch soll sie unvergänglich feyn, weil er mit seiner Hilfe bei ihr bleiben wird, bis ans Ende der Welt.( Matth. 28, 20.) In dieser Einen, nach Heiligkeit strebenden, der ganzen Welt zu verkündenden und durch die Aussendung der Apostel allgemein, d. i. katholisch gewordenen christlichen Kirche befinden denn auch wir uns, sind folglich so keine Fremdlinge mehr, sondern Brüder und Mitbürger der Heiligen.( Eph. 2, 19.) snis Weil aber nicht nur das Glied, sondern auch der ganze Leib leidet, wenn an demselben eine Störung, eine Trennung oder Verlegung Statt findet, so leidet auch die Kirche Christi und dessen Bräutigam, der heilige Geist, wenn wir in dieser Gemeinschaft nicht mehr bleiben wollen.( 1. Kor. 12.) Wir sollen uns daher diese Gemeinschaft wohl zu Nugen machen und uns in Acht nehmen, daß wir von ihr niemals getrennt werden. Allein es gibt, besonders heut zu Tage, leider recht viele Weltmenschen, die durch Satans List oder eigene Lust so weit sich verleiten lassen, diesen christlichen Grundsäßen, der Frömmigkeit, kurz dem wahren Glauben der Kirche Gottes mit frecher Stirne Hohn zu sprechen; Erhebungen. Vierte Auflage. 13 - 290 P Menschen, die von sinnlicher Genußsucht getrieben, alles Heilige als Fabel verlachen, und die frommen Altvordern, welche so viel um des Himmels Willen sich kosten ließen, als einfältige und blinde Köhlergläubige bemitleiden, weil sie so sehr die Hölle fürchteten, und so sehr von des Lebens Genüssen sich enthielten; und die kurz gesagt- nicht gelernt hätten, mit der Zeit vorwärts zu schreiten, gleich als ob der unsterbliche und unendlich vollkommene und unwandelbare Herr und Gott seine ewigen Gesetze, die Er uns offenbarte, auch ändern würde, wie menschliche Dinge, als Kleider, Tage und Nächte, Monate und Jahre sich ändern! Möchten doch diese Afterweisen über deren tolle Aussprüche unsere biedern und gottesfürchtigen Vorältern noch im Grabe sich wundern und umwälzen möchten-- möchten sie doch die ältesten Nationen der Vorzeit und sogar die Völker der Heiden um die eigentlichen Gefeße der GittlichFeit fragen, mögen sie selbe fragen, was lobwürdig und was strafbar sey, und gewiß, nichts anders würden sie ihnen sagen, als was Jeder sagen wird, welcher die heiligen Gesege des Christenthums nur etwas kennt. Nie und nimmer, zu keiner Zeit und bei keinem Volke unterliegen die Gesetze der Wahrheit und der Tugend einer Veränderung, und ist nicht das Christenthum lauter Wahrheit? Und wer sind denn die Stifter dieser heutigen neuen Sittlichkeit? wer sind die, welche uns die Mißgeburten ihres ausschweifenden Geistes als allgemein gültige Grundsätze aufbürden wollen, und uns sogleich Dummköpfe und Finsterlinge schelten, wenn wir ihnen nicht beistimmen? Ach! verführte, muthwillige, schlechtgezogene, unsittliche Menschen sind es, die alles Heilige hinwegspotten wollen; irreligiöse Schreiber des Tages, die mit wahrer Wuth über gottgeweihte Diener der Religion herfahren, weil sie nicht ihres Geschmackes sind, und eine ihnen zu strenge und daher ihnen nicht anpassen wollende Sittenlehre predigen, ungläubige, sogenannte aufgeblasene starke Geister oder Philosophen sind es, welche über die Geheimnisse des Glaubens und der Offenbarung wie Blinde von den Farben sprechen, unbesonnene Schwäßer, unreife - - - 291- - Köpfe sind's oder auch halbsüchtige und sinnlich gesinnte Bösewichte, welche mit unvernünftigen und regellosen Machtsprüchen auf allerlei Schleich wegen alle göttlichen und menschlichen Gefeße, alle geoffenbarten und dem menschlichen Herzen tief eingeprägten Wahrheiten, alle Tugend, Ordnung, Sittlichkeit, allen Gehorsam gegen geistliche und weltliche Obrigkeit zu untergraben streben, und dagegen eine allge= meine 3ügellosigkeit einführen wollen, gleich als ob sie aus der Weltgeschichte und besonders aus der von der lezten Vergangenheit nicht wüßten, daß dieß ihr Treiben eitel, ja Verderben bringend sey. Dieses also ist's, was sie andere Zeiten, oder den Zeitgeist nennen, dieses sind also die Feinde Christi und jedes guten Christen, die Feinde alles Guten und wahrhaft Beseligenden, die Freunde aber aller Zerstörung und alles Unheiles, Menschen- wenn sie sonst noch den ehrwürdigen Namen Mensch verdienen- denen evangelische Ueberwindung und Selbstverläugnung Thorheit ist, die der Kirche und deren Geboten, wie auch Gott geweihten Dienern Hohn sprechen, welche der Jugend die Sitte, ihre Eltern zu ehren, nicht mehr predigen, und umgekehrt die Eltern zu bereden suchen, ihren Kindern nicht mehr so viele Schranken zu sehen, sie nicht von Gesellschaften, gefährlichen Orten und Belustigungen fern zu halten, und die sagen, es sey gut, wenn die Jugend austobe und Alles selbst mit- und durchmache; die endlich sogar in ihrer verderblichen Verblendung so weit gehen, die Eigenliebe über alle göttliche und menschliche Geseßlichkeiten und Rücksichten zu erheben. Fürwahr, längst würden die Diener des gerechten Gottes dieses Unkraut schon ausgerottet haben von dem Acker des Christenthums, wenn die göttliche Weisheit und Barmherzigkeit nicht ausdrücklich befohlen hätte, dasselbe bis zur Ernte bestehen zu lassen. Sie sollen zur Prüfung der Gerechten dienen, auf daß die, welche im Glauben und in der Liebe bewährt sind, offenbar werden. 1. Cor. 11. Hat es doch schon zu Apostels= Zeiten einen Judas und unter sieben Diakonen einen Sektenstifter gegeben, und klagt spros 13* - - - 292- schon Paulus daß Jeder nur das Seinige suche, nicht aber das, was Jesu Christi Sache sey. Phil. 2. 3u allen Zeiten mußten die, welche Christus dienen wollten, Verfolgung leiden.( 2. Tim. 3.) 3u allen Zeiten war die Anzahl der Auserwählten gering gegen die Verworfenen; zu allen Zeiten sproßte das Unkraut lieber auf, als der gute Same. 3u allen Zeiten gab es und mußte es daher Verfolger der Kirche und Märtyrer derselben geben, damit sie durch Stillstand nicht faul und träge werde und ausarte; der Herr wird schon sorgen, daß die Stürme nicht so heftig werden, um dem Schifflein Petri Schaden zu bringen! Gab's doch zu allen Zeiten Kehereien, blutige Verfolgungen, Bedrückungen, Aergernisse, Spaltungen und Verheerungen! Allein fieh! alle verschwanden, und auch die noch bestehenden werden verschwinden, um wieder andern Uebeln Plaß zu machen, bis endlich die Fülle der Zeiten kommt, wo Ein Hirt und Eine Heerde erscheinet. Bis dahin wird, wie bisher, die Kirche Gottes, die durch den heiligen Geist regierte und beseelte allgemeine christliche Kirche glorreich bestehen, ja immer herrlicher und siegreicher aus dem Kampfe hervorgehen, wie die Sonne und der Mond aus trüben Wolken stets doch wieder sich glänzend hervordrängen. Göttlichen Ursprungs ist sie also, unsere heilige Kirche, und kein Werk menschlicher Erfindung. Himmel und Erde vergehen, die Kirche aber wird nimmermehr vergehen. Sie hat Christum, den Geist Gottes, selbst zum Beschüßer, und der Vater ist dessen Pflanzer. Matth. 15. Gebet. Untrüglich, Herr! ist Dein Wort und geht durch alle Zeiten in Erfüllung. Denn zu allen Zeiten sehen wir, wie die Pforten der Hölle mit aller Macht gegen Deine Kirche ankämpften, die Du auf dem unüberwindlichen Felsen erbauet hast. Doch fester ward sie durch die Stürme, lieblicher durch das rosige Blut - 2931 der Märtyrer, reiner stets durch die Verfolgungen derer, welche von ihr sich losriffen und ihr feindlich gegenüber stellten; und stärker durch die Kämpfe mit ihren Widersachern.daling mist Nimmer wird sie wanken unter Deinem allmächtigen Schußze, sondern bestehen wird sie bis zur Vollendung der Zeiten; so lange, bis die Anzahl Deiner Auserwählten gesammelt ist; bis Du, der allmächtige Richter der Lebendigen und der Todten, in der Herrlichkeit des Vaters erscheinest, Jedem nach seinen Werken zu vergelten! Amen. Fernere Sonn- und Festtags: Betrachum.googimist, mitung. sadist se o dzia a murit d Des Menschen Heiligung durch die sieben Sakramente. Eine heilsame Betrachtung für den ersten Sonntag nach Ostern, den eilsten Sonntag nach Pfingsten und noch andere Feiertage im Jahre. Kaum tritt der Mensch, aus dem Staube der Erde gebildet, lebend in diese sichtbare Welt ein, so betrachten wir ihn and. 1) nach der allgemeinen Lehre des Christenthums als einen Abgefallenen von Gott im Sündenfalle seines Stammvaters, von Natur aus als Kind des Zorns: Ephef. 2, 3. Gangilind 2) wie der königliche Sänger des alten Bundes sich schon ausdrückt: in Sünde gezeugt, in Sünde em= pfangen, in Sünde geboren; darums 40 294- 3) ganz frank an seiner Seele und unfähig des rechten Gebrauches der ihm von Gott zu seinem Heile angeschaffenen Gaben und Anlagen, zur unfehlbaren Wirkung seines Heiles, zur sichern Erreichung seiner hohen Bestimmung, der Wiedervereinigung, Aehnlichkeit und Seligkeit mit Gott; dando su mng 4) folglich der Heilung, der Genesung, der Gesundmachung seiner Seele, der Wiedergeburt, der Neuschaffung zum Ebenbilde Gottes, der Heiligung, der Kindschaft, des Erbrechtes, der Wiedervereinigung mit Gott durch die Verdienste Jesu bedürfend. Isso i Nach diesem uralten Glauben der ganzen christlichen Kirche, wird nun der neugeborne Bürger dieser Welt zur Heilsanstalt der Kirche geführt: 1) unter dem äußern Zeichen der Reinigung mit Wasser, nach der Vorschrift Jesu, wird er an seiner Seele, durch die Kraft des göttlichen Wortes, von der Erbfünde gereinigt; 2) durch diese geistige Reinigung tritt er jezt in die heilige Gemeinde Jesu ein, wird ein Mitglied der christlichen Kirche; 3) die Ohren seines Geistes werden durch die Kraft dieser Reinigung geöffnet, er wird würdig und fähig gemacht, einst die Lehre des Heiles untrüglich aus dem Munde der heiligen Kirche zu vernehmen; 4) das Band seiner Zunge soll gelöst werden, um der Sünde und allen Werken der Sünde zu entsagen, und den von Sünde heilig- und seligmachenden Glauben an Jesus Christus lebenslänglich zu bekennen; und imi apuron adunt nisthirdaus nach di 5) durch die mitgetheilte Gnade dieses Glaubens, - 295 POSTO unter dem immerwährenden Beistande und der Mitwirkung des heiligen Geistes, das Recht der nun erworbenen Kindschaft Gottes und das Erbe des ewigen Lebens zu erlangen. i didung ditimbaland In diesem neuen Leben der Gnade wächst nun der Täufling beran, und mit dem Wachsthume seines Körpers entwickeln und verstärken sich aber auch mehr oder weniger die Ueberbleibfel jener unseligen Triebe, welche der Antheil des Erbübels, der Sünde feines Stammvaters, als Hang und Neigung zum Bösen in seinem Herzen und Gliedern geblieben sind. Sinnliche Begierden und Leidenschaften steigen in seis nem Busen auf, und der Kampf des Geistes wider das Fleisch beginnt. Hier ist also than 1) die Kraft des Glaubens nothwendig zum Siege, welcher die Welt überwindet. tux, mariðtön 2) Eben darum ist auch für diesen gefährlichsten Zeitpunkt, wo der Jüngling oder das Mädchen den Scheideweg zwischen Tugend und Laster zu betreten anfängt, nach göttlicher Anordnung, in der Anstalt des Christenthums wohlthätig für das Heil der Gläubigen gesorgt.hus full import m 13) Der Bischof, als Nachfolger der Apostel, legt, wie einst Petrus und Johannes, den ihm dargestellten Gläubigen die Hände auf und fleht über sie die allmächtig wirkende siebenfache Gnadengabe des göttlichen heiligen Geistes zur Kraft, zum Sieg im Streite wider die Werke des Unglaubens, der Finsterniß, der Sünde. mollit mois) cinselling 4) Die Salbung der Stirne mit dem heiligen 10 1800 296- Chrysam bezeichnet passend die erhaltene Stärkung der göttlichen Gnade vom heiligen Geiste; und trion 5) die Bezeichnung mit dem heiligen Kreuze und der Backenstreich sinnbildet die Mittel, wodurch der Christ für die Religion des Gekreuzigten, zur Bewahrung seines Glaubens und der Treue gegen seine in der Taufe angelobten Christenpflichten, durch christliche Selbstverläugnung und in der Geduld und Sanftmuth, alle Versuchungen von Innen und Außen, allen Hohn und die Lästerung, allen Haß und die Verfolgung der Welt standhaft und heldenmüthig für die Sache seines Heiles zu bekämpfen, zu erdulden, zu leiden vermag. Allein auch dieses Geheimniß der Gnade des heili gen Geistes, durch das Zeichen der Firmung, ist nur Mittel zur Bewahrung, Erhaltung und Stärkung der nöthigen Zugendkraft, und dieses Heilmittel theilt dem Menschen das ewige Leben nicht selbst mit; der Christ bedarf, um das ewige Leben zu empfangeu, der wirklichen Nahrung seiner Seele, er muß den Urheber alles Lichtes, aller Heiligkeit in sich selbst aufnehmen, um das ewige Leben der Heiligkeit und Seligkeit in sich wirklich zu erhalten und zu tragen. Und auch für eine solche Seelenspeise und Geistesnahrung zu seliger Unsterblichkeit hat Jesus liebevoll für unser Heil gesorgt; denn Er fezte am lezten Abend vor seinem Leiden das heiligste Sakrament des Altares, wodurch wir unter den Gestalten des Brodes und Weines die Gottheit und Menschheit Christi leibhaftig empfangen, und bei jedem heiligen Mesopfer, seinem Willen gemäß, zu seinem heiligen Andenken auf dem Altare erneuern, feierlichst ein, mit der hohen Zusicherung:« Wer mein Fleisch 297 - ist und mein Blut trinkt, der bleibt in Mir und Ich in ihm.» Joh. 6, 54.9 no amantina Ausil Allein der schwache Mensch wankt, ungeachtet diefer öftern Vereinigung mit Gott im heiligen Altarssakramente, doch oft im Guten, theils vermöge der eigenen, im Stillen fortkeimenden bösen Lust des Herzens, theils auch wegen des verderblichen und nie ruhenden Einflusses der Welt und des Satans auf ihn. Er fällt, verliert Gottes Wohlgefallen wieder und macht sich so abermal elend. Doch Christus der Herr, der nicht den Tod des Sünders will, sondern daß er sich bekehre und zum ewigen Leben gelange, läßt uns durch das Bußsakrament wieder Lossprechung von Sünden angedeihen, wenn wir unsern Sinn ganz ändern, die Besserung fest uns vornehmen, und durch ein reumüthiges, demüthiges und vollständiges Sündenbekennt= niß die gegebenen Besserungs- und Heilungs- Mittel thätigst anwenden. Damit aber die Gottheit Göttliches auf uns einwirken könne, hat sie den Priesterstand eingesezt, und gibt demselben die Kraft und Weihe, einzig und ganz dem Göttlichen, nicht aber der Welt, zu dienen und zu huldigen. Und diese Gnade bewirkt das Sakrament der Priesterweihe. mum. Damit aber Gottes Segen über geschlossene Ehes bündnisse walte, Mann und Weib wahre Einigkeit des Herzens, aufrichtige Liebe, Gottesfurcht in und außer dem Hause, Zucht und Ehrbarkeit in Ausübung ehelicher Rechte und Pflichten, Treue und Verträglichkeit aufrecht erhalten, und den heiligen Ehestand nicht aus Habsucht, noch Eitelkeit, noch aus sonst unheiligen Ab13** — 298- sichten antreten, so sollen sie sich die Gnaden des heiligen Sakramentes der Ehe wohl zu Nußzen machen. Nirgends bedarf der Mensch mehr Stärkung an Leib und Seele, als in Krankheit und im Todeskampfe, und diese Gnade wird ihm Gott durch den würdigen Empfang des heiligen Sakramentes der lezten Delung gewiß reichlich zukommen lassen.d magsar com eledi Laßt uns darum stets heilig und ehrwürdig feiern und benützen, was Jesus so wohlthätig und liebevoll in seiner heiligen katholischen Kirche, zu unserm Heile und zu unserer Stärkung angeordnet hat; lasset uns kindlich glauben dabei, und voller Liebe und Vertrauen vom Herrn, alle gute Gaben: Licht, Reinigung, Erlösung von Sünde und Lod, Vereinigung mit Ihm und ewiges Leben erflehen, und uns dieser Gnade durch treue Mitwirkung, durch Lebensbesserung, Frömmigkeit immer würdiger machen, und laßt daher oft beten: Allmächtiger, ewiger Gott! der Du, aus Uebermaß Deiner Güte, gnädiger bist, als Jene, die zu Dir fleben, es verdienen und wünschen können, gieße Deine Barmherzigkeit über uns aus, räume weg, was unser Gewissen beangstigt, und gib uns das, was unser Gebet zu erflehen faum sich getraut! Durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. dit Maynidatiec goudenk DIRone obln noi gilid - 299 disandide sim Gallo di lits sinuspome adeviradios odai2 manis@ spids alor od smo sind Siebenter Abschnitt. diodi19 Giu ofjpiling and dan the projus Andachten du sduas mendows 10 don n@ mind in tha: 30 für ausdal 850$ US verschiedene Stände, Alter und 19110 Verhältnisse. Quo fight and in sho Allgemeines tägliches Gebet und fromme Betrachtungen und Vorsätze eines katholischen 1100 Chriften. situd? Bujo? ndas Allmächtiger, ewiger Gott! Du hast mir von Anbeginn bis jezt unendlich viel Gutes erwiesen, und willst mir auch ferner noch unzählige Wohlthaten zukommen lassen. alpe Wie bin ich wohl im Stande, Dir für so viele, am Leib und an der Seele mir zu Theil gewordene und noch zu Theil werdende Gutthaten genug zu danken? VE Doch! da Dir dieß der größte Dank und das größte Opfer ist, wenn wir Buße thun, und als ge= horsame Kinder Deine Wege wandeln, so sey es denn von nun an festgesezt, Dich, o gütigster Gott und Bater! der Du die Liebe selbst bist, nie mehr durch eine Sünde zu beleidigen. Ja! Dich will ich lieben aus dem innersten Her - - 300zensgrunde, o Gott! und alles mit Abscheu meiden, was dieser Deiner Liebe widerstrebt. - Umsonst locke mich fortan das scheinbare Glück der Sünder, denn Du bist der Heiligste und Allwissende, und weißt Dein Dir gehorsames Kind zu belohnen. Umsonst reize mich die eigene Lust, umsonst Welt und Satan; nur der Tugend, der wahren Freude und Würze des Lebens, stehe mein Dir ergebenes Herz offen. - Auch Ruhmsucht sey ferne von mir, denn Du, Ewiger! bist meine Ehre, und Reichthum blende meine Seele nicht, denn Geiz ist vor Dir Abgötterei. * Nicht bloß Dich aber will ich lieben, o allgütiger Gott und Vater! sondern auch Deinen eingebornen Sohn Jesus Christus, dessen Kreuz nur dem Thorheit ist, der verloren geht, laffe dasselbe mein Ziel der Anbetung und Nachahmung seyn. Erlöser der Welt! Deine Liebe und Großmuth, womit Du Dich dem ErlösungsGeschäfte unterzogen hast, zum Heile der Menschheit, war unendlich; Dein Gebet sogar für Deine Feinde und Mörder. Dieses Alles ergreift mich unwiderstehlich und zieht mich hin zu Dir und ermuntert mich zur Nachfolge! Darum will ich als treuer Jünger gerne Dein heiligstes Beispiel himmlischer Lehren, o Gottmensch Jesus! befolgen und Deine göttlichen Heilsanstalten zu meinem Seelenheile wohl gebrauchen. Arctis man nog Auch Dich liebe ich innigst, Gott, heiliger Geist! der mich einst schon bei der heiligen Taufe für den Himmel eingeweiht und durchdrungen hat, und der mir - 301 zu jedem guten Werke seine mächtige Hilfe nie versagt, wenn ich derselben mich würdig mache. dun ensi Nach Dir, o barmherziger Gott! und Deinen Hei ligen sey es mein erstes Geschäft, meine Mitmenschen auf Erden so zu lieben, wie mich selbst; denn wir sind ja alle Deine Kinder, gehören alle Einer Familie! Gerne will ich daher mit dem Fröhlichen mich freuen, mit dem Trauernden trauern, kein Neid empöre, fein zornmüthiges Gemüth verunstalte mich; nur wohl zu thun, und zwar aus Uneigennüßigkeit Gutes zu thun und zu verbreiten, sey meine vorzügliche Angelegenheit auf Erden. Kann ich Zwietracht aufheben, Dürftigen Vater seyn nur durch Rath und That- o! so will ich hierin nie säumig seyn! Noch stärkerer Antrieb sey es mir aber, die Zugend und Glückseligkeit meines Mitbruders auf jede mögliche Weise zu erhöhen, und so zu Erweiterung des Reiches Gottes das möglichste beizutragen. Wankt daher Jemand im Elauben oder in Erfüllung des Guten überhaupt, so will ich ihm Lehrer, Tröster, Arzt und Helfer seyn, und ihn vom Verderben zurückziehen. Hierbei sehe ich nicht auf Stand noch Güter, sondern nur auf das Gute, auf das göttliche Ebenbild im Menschen. Die Seele sey bei allen Verhältnissen mit meinen Mitbrüdern das Hauptaugenmerk; diese zu ers heben, zu retten und so die Meinigen zu beglücken, sey mein regstes Streben. Mein besonderes Augenmerf, meine besondere Liebe und Sorgfalt sey aber vor Allem auf meine Angehörigen, auf Eltern, Geschwister, Verwandte und Freunde, Diener und Nachbarn ge= ww 302 - richtet. Bei dem Umgange mit denselben beseele mich stets nur der Geist der Liebe und Güte, der Geist der Sanftmuth und Geduld, der Geist des Friedens, der lautern Einfalt und Ergebenheit, und der Geist der Wahrhaftigkeit. Hiedurch wird es dann möglich seyn, daß auch Dein heiliger Geist, o Gott des Friedens! bei uns Einkehr und Wohnung nehne. om Auch gegen König und Vaterland habe ich Pflichten. O, mög' ich immer bedenken, daß ohne Befolgung der Staatsgesetze, ohne Liebe und Gehorsam gegen geistliche und weltliche Obrigkeit, besonders gegen meinen König und mein geistliches Oberhaupt keine Ruhe, keine Ordnung, und somit auch kein Friede und Glück blühen könne für mich auch im Lande, dessen Bewohner ich bin. é o dimenti dell 3d Erleuchte und stärke aber auch, o Gott des Friedens und Lenker des Weltalls! in allem Guten die geistlichen und weltlichen Obrigkeiten, und besonders unsere ersten Oberhäupter in Kirche und Staat, damit sie Deine Ehre, das Seelenheil, den Frieden unter den ihrer Obforge anvertrauten Menschen befördern! Und kommt dann auch oft Noth, wie z. B. Krieg, Hunger, Theurung, Krankheiten und andere betrübte Umstände über mich, im wirren Erdenleben, oder über die Meinigen, oder über das ganze Land, o! so laß' uns nicht verzagen, und lenke Alles wieder zu unserm Besten! Laß' uns dann bedenken, daß Du nur züchtigest, um uns zu warnen, oder zu bessern.az ism Nach meinen Vorgesezten in Kirche und Staat, fegne auch alle Eltern und darunter besonders die Meinigen, denn auch diese haben Deinen Trost und Bei 11 303- stand besonders nöthig, damit sie die vielfachen und wichtigen Pflichten ihres Standes stets gehörig aner= kennen und befolgen lernen. aid sds7 mdland chan Laß' sie besonders ihre Kinder durch Wort und Beispiel zu allem Guten auferziehen, damit diese nie die Bahn der Tugend verlassen, und statt lasterhafte, tugendhafte, gutgeartete und nützliche Menschen werden. sinn til sid mandi jod stadiodi Gib auch allen Kindern auf Erden die Liebe zu allem Guten und besonders zu ihren Eltern und Vorgefezten, laß sie erkennen, daß sie ohne willigen Gehorsam nicht zu guten Menschen erzogen werden können, word) is timed amonsjad sugat said! G, Gütigster und barmherzigster Gott! Vater aller Menschen! Du siehst nicht auf den Stand der Personen und verachtest keines Deiner Geschöpfe. Alle sind bei Dir gleich; nur die Tugend und Rechtschaffenheit machen bei Dir einen Unterschied. noduss Verleihe daher jedem Dienenden, allen armen und im geringen Stande sich befindenden Menschen die Erkenntniß, daß auch sie Glieder der Menschheit sind, und zwar auch nothwendige Mitglieder zur Erhaltung des Ganzen. Entferne von ihnen allen Mißmuth und Kleinglauben, alles Murren, Fluchen und Klagen, und laß sie einsehen, daß, wenn sie auch arm an zeitlichen Gütern und etwa unangesehen vor den Menschen sind, sie doch reich und angenehm vor Dir seyen, wenn sie zufrieden, tugendhaft, folgsam, keusch und fromm ihr Daseyn dahinbringen. m Hilf endlich dem Greise am Stabe, stärfe seine ab nehmenden Kräfte, stärke seinen Geist und sein Ver - trauen zu Dir und allen Menschen, damit er den Muth nicht sinken lasse, das Gute immer anerkenne und nur nach demselben strebe bis an sein Ende. dm Astinst Besonders alle Jünglinge und Jungfrauen empfehle ich noch Deinem mächtigen Schußze, denn diese befinden sich in dem Alter, wo Religion und Zugend von der erwachenden Sinnlichkeit und von aufbrausenden Leidenschaften bei ihnen die stärksten Anfälle auszuhals ten haben; wo jugendliche Unbesonnenheit und Unerfahrenheit sie zu großen Verirrungen und Anfällen verleiten kann, wo überdieß böse Beispiele nur zu leicht die guten jugendlichen Eindrücke vertilgen.mp300 O! diese segne besonders, damit sie in ihrer Jugend und Unbeholfenheit durch ein frommes Leben, statt Elend Glück, für ihr künftiges Leben sich bereiten. - 304- - Ja, Herr! segne uns Alle! tröste die Betrübten, besonders arme Wittwen und Waisen, weise die Irrenden zurecht, stärke uns im Glauben und in der Hoffnung, und entzünde in uns die Liebe, gib Deinen Segen Freunden und Feinden, Gefunden und Kranken, Glücklichen und Unglücklichen, Lebenden und Verstorbenen. Segne unsere Berufsarbeiten, unser ganzes Thun und Lassen, unsere Seelen und unsere Leiber! Und naht endlich uns Allen- früher oder später - die Todesstunde, werden wir versammelt zu dem Vater, o! so verlaß' uns alsdann auch nicht! Ver= leihe uns Gnade und einen steten Bußgeist, damit uns am lezten Ende weder Tod noch Hölle etwas anhaben könne, und wir ausgeschmückt und beglückt mit Christentugenden und Deinen göttlichen Gnadenmitteln freudig unsere Seelen in Deine väterlichen Hände - - 305- mend übergeben können, durch die Hülfe und Vermittlung Jefu Chrifti, Deines Sohnes, unsers Herrn und Erlösers! Amen. Coun Der Jugend Bitte um Bewahrung der Unschuld. - m42 Oheiliger Vater im Himmel! das Kleid der Unschuld empfieng ich in der Taufe aus Deiner Hand. Aus Dir neu geboren, kam ich als reine Thauperle worin sich spiegelt Dein schönes Ebenbild- in diese Welt. Ich weiß, dieser Schmuck meines Geistes ist meine Würde, meine Ehre, meine Himmelskrone. Ja, er ist auch meine Freiheit und Unsterblichkeit, meine Gottähnlichkeit. Ich weiß aber auch, daß der leiseste Hauch des unreinen Weltgeistes die schöne Gottesblüthe welken und fallen macht, und die Welt um mich ber ein Giftbaum ist, dessen Duft und Schatten jede Un= schuld tödtet. Seine Zweige breiten sich über die ganze Erde, wurzeln in jeder Tiefe, erreichen jede Höhe. Tausende haben die Frucht gekostet, die in reizender Gestalt den Gaumen reizt, zum Genusse lockt. Nach langem Taumel fühlen sie des Giftes große Pein, wie es in Feuerströmen sich ergoß in ihr Menschenleben, Alles verzehrend und mit Tod erfüllend. Graufen befällt mich, wenn ich dich beschaue, Abschaum der Hölle! verderbliche Furie! Unzucht! du machst die blühende Jugend zum Todtengerippe, und legst in jeden Spalt des Geistes und Leibes den Fruchtkeim zerstörender Krankheiten. Deine Zündfackel ver= - 306 T wüstet Land und Volk, ganze Reiche und Generationen. Dein Arm stürzt die Hoffnung des Vaterlandes, den Trost der Eltern, die Zierde des Hauses, in das frühe Grab. Aus deinem Sirenengarten führest du deine Schlachtopfer in Pest- und Krankenhäuser, in die Gruft der Wahnsinnigen, zum Hochgerichte, auf das Bluts gerüst! Du bist ein ewig nagender Wurm, eine alles Leben verschlingende gierige Schlange! Wer dir dient und folgt, der trägt an sich des Daseyns schwerste Bürde und ein unauslöschliches Brandmal der Schande. Jeder flieht vor seinem Schatten und Höllenangst fol tert seine Seele. nonis alepping this sitout O Allerbarmer! bewahre mich vor diesem Gifte, das Leib und Seele tödtet, jede Kraft abspannt, alles hohe, edle Gefühl abstumpft, alle ernste Bestimmung, alle Lebensfreude, Gesundheit, Ehre, Ruhe und Vergnügen dem Menschen raubt. Laß mich eher sterben, als durch Unfeuschheit mich beflecken. Gib es mir, daß ich Leib und Seele rein bewahre, immer vor Dir wandle fromm und keusch in Deiner Zucht und Furcht. Sey mit mir, daß ich mich nicht täuschen lasse von Verführern, durch Augenlust und Fleischesreiz, daß meine Phantasie nicht den Zündstoff unkeuscher Bilder in sich nehme. Sey mit mir, reiner Geist der Herzen! Geist der Keuschheit und Reinigkeit! der Du aus des Kindes holden Unschuldsblicken mich so freundlich ansprichst, daß ich nie einen Tropfen schlürfe aus dem Giftbecher der Wollust. wo follo@ md mundo? O Gott! laß es mich ganz erkennen, welcher Alles überwiegende Werth, welche Hoheit, Schönheit, Grazie und Seligkeit in einer keuschen, reinen, scham - 307- vollen und unbefleckten Seele liegt. O, du engelreine Unschuldseele! du bist die köstlichste Perle in der Krone christlicher Tugenden, das angenehmste Rauchwerk vor dem Throne des Lammes, das lieblichste Vergißmeinnicht, die duftreichste Lilie im Gottesgarten.- Du bist die Kraft des Jünglings, die Schönheit der Jungfrau, der Reichthum edler Herzen. Du schauest mit reinem Blicke das Göttlichreine an. Der Segensstrom deiner Lebensfülle verbreitet sich auf den spätesten Nachkömmling. Ehrenvoll ist dein Andenken, und deine Seelenruhe ist wie ein schöner Maientag beim unumwölkten Himmel. hinc dan and mors) O mein Gott! ich flehe Dein Erbarmen fuffällig an: Stärke und schütze mich, wenn die unreine Lust, die schamlose Begierde, der unfeusche Gedanke das Himmelslicht meiner Seele trübt, dann rette mich aus der Gefahr! Beten will ich ohne Unterlaß, bis die Gefahr vorüber ist; fliehen will ich jede Gelegenheit, wo die Unschuld erröthet, denn ich weiß, daß Flucht hierin Sieg fey. Theures Blut meines Heilandes! lösche in meinem Herzen die unreine Flamme des Fleis sches; sey in mir eine Quelle reiner Gefühle und heiliger Freuden! Amen.& fe mu and hom 70 ne ad ming mallin and alloy spsid miluj & Onu bile mm indulg i ndraut Badmallon Gebet der Eltern für ihre Kinder. Du hast unsere Ehe, o Gott! mit Kindern geseg net. Von Dir sind sie uns übergeben, zu Dir sollen sie wieder zurückgeführt werden! Gleichwie der Gärtner die jungen Pflanzen vor jedem Froste und - 1 B - 308wildem Wetter zu schützen sucht und ihrer Pflege Alles opfert, damit sie heranwachsen, ihre Knospen sich öffnen und dann mit den schönsten Früchten prangen mögen, eben so wollen wir auch die Kinder pflegen, die Du, o Gett! uns anvertrauet hast, daß auch sie gedeihen in der Liebe und Furcht Gottes, und dereinst als gute und tugendhafte Menschen reiche Früchte bringen und unsere und aller Mitmenschen Freude werden mögen. Da nun aber vordersamst das eigene gute Beispiel, das erste und nothwendigste Bedingniß einer rechten Erziehung ist, so wollen wir ein solches in all unserem Thun und Handeln zeigen, und mit demselben unsern Kindern immer vorangehen. nism Fleiß und Mäßigkeit, Liebe und Treue, Friede und Versöhnlichkeit sollen die Zierden unseres stillen und bäuslichen Familienkreises seyn, und Reinlichkeit, Ordnung und Sparsamkeit stets in unserer Mitte weilen. Nüchtern und friedlich treibe der Vater sein Ges werbe; in Liebe und Treue, sanft und freundlich sorge die Mutter für das Hauswesen, und wische am Abende des mühevoll durchlebten Tages dem müde gewordenen Vater den Schweiß von seiner Stirne, freundlich lächelnd nach dem Guten. Nicht Zank und Hader, Rohheit und Zorn sollen den stillen Frieden des Hauses stören. Nicht unter Fluchen und Schelten sollen die Geschäfte verrichtet werden.- Sanftmuth und wohlwollendes Zuvorkommen, gegenseitige Milde und Zärtlichkeit, sie feyen die Eigenschaften, welche uns als rechtschaffenen Eltern zukommen und unsern Wandel stets begleiten sollen. Vater im Himmel! wir werfen uns vor Dir nieder, und flehen Dich um Deinen Beistand an, da 4 309 - mit wir durch denselben begnadigt, unsere Kinder zu Himmelserben heranziehen und zu ihrem wahren Glücke bilden mögen.00 on inQ Segne unser Haus, bewahre uns vor allem Unglück, und sey mit uns und unsern Kindern. Schwer ist das Geschäft der Erziehung, und tausend Sorgen belasten die Herzen der Eltern, aber unter Deinem Schußze, o Gott! wird Alles, auch das Schwerste, gelingen. Hilf uns bei diesem wichtigen Geschäfte, und stehe uns in der Verrichtung unserer Pflichten bei. Fluch oder Segen kann die Erziehung der Kinder den Eltern bringen. O! möchten daher einst an unserm Grabe unsere Kinder segnend sprechen: ind: apor onlf « Ruhet sanft, geliebte Eltern! ihr habt uns zu guten und rechtschaffenen Menschen gebildet, und unser zeitliches und ewiges Glück treu im Auge gehabt. Ruhet sanft in eurem Grabe!» Dieses verleih, Herr und Vater! uns und allen Eltern. Amen. Gebet eines Kindes für seine Eltern. 11000 Für der Eltern Wohl will ich jezt flehen, Deren Daseyn mich so glücklich macht, Mein Gebet steig auf zu Deinen Höhen, l Und mein Dank sey Dir, o Gott! gebracht, Gleich dem Thau, der sanft hernieder sinket, Und dem Regen, der die Flur erquicft, 5 Den die dürre Erde gierig trinket, Der mit Fruchtbarkeit sie reich beglückt.wenk So mög' auch, o Gott! hernieder schweben - 310— Glück und Segen auf das Eltern- Paar. si sim Freud' und Friede sey mit ihrem Leben, dammią Das noch dauern möge viele Jahr', pom mdlid Welche Sorgen, ach! und welcher Kummer Drückte oft der guten Mutter Herz! bulg Raubten ihr den nächtlich süßen Schlummer; od l Doch um mich ertrug sie jeden Schmerz. nied Und der Bater, wie viel Müh' und Sorgende Lagen nicht auf seiner treuen Brust! Doch vom Abend, bis hin zum Morgen, That er alles gern und voller Lust, Galt es ja der Gattin und den Kindern applied Und was thut der Mann um diese nicht! Nichts kann seinen regen Fleiß vermindern, Immer treu erfüllt er seine Pflicht. Ach! und solche Eltern konnt' ich fränken! Herr! verzeih' mir diese schwere Sünd'.) and Gegen sie, die mir nur Gutes schenken, ing d Konnt' ich seyn ein undankbares Kind! Vater! ach, vergib mir dieß Vergehen, Daß ich reuevoll bekenn' vor Dir. Gott! erhöre Du mein brünstig Flehen: Gib den Eltern Wohlergehen hier! Deine Gnade möge sie erfreuen, h Und Dein Segen stets mit ihnen seyn. i Blumen will auf ihren Pfad ich streuen, Ihnen Dankbarkeit und Liebe weih'n. dvis) Was sie gerne sehen, will ich üben, mad- dal Will im Alter pflegen sie mit Lust, 1 m Unveränderlich und treu sie lieben, na Dieser Vorsaß bleib' in meiner Brust. prilog nadsf - 311- Nie will ich in meinen Pflichten wanken, all inds & Will sie üben, wo und wie ich fann. Kann den Eltern doch genug nie danken - mguis anglų Für das Gute, was sie mir gethan. nis dan Wandeln will ich stets die Bahn der Tugend G Und ein treues Kind den Treuen seyn. sime 2nd Und mein Alter soll, wie meine Jugend, TO SH Meine gute Eltern nur erfreu'n.. 100 de and Amen.o som 101 nodin? som vim koj Gebet einer Waise. Sid 60 mmsur them the stary star 10 Längst schlummern meine guten Eltern im Grabe, und ich bin durch ihr zu frühzeitiges Dahinscheiden schon in meinen zarten Jahren zur Waise geworden und kenne den süßen Namen:« Vater! Mutter!»> nicht. Fremden Menschen hingegeben, wußte ich nie, was Eltern sind. Aber Du, o Gott! der Du der Vater aller Menschen bist, zeigtest Dich als ein guter und liebevoller Vater gegen mich, gegen die der elterlichen Liebe und Sorgfalt entrissene Waise, und ließest mich treue und rechtschaffene Pflege- Eltern finden, die für meine Erziehung und Ausbildung liebreich sorgen und mir in Allem die frühe verlorenen Eltern zu ersetzen bemühet sind. Ich bin geliebt- ich bin nicht ver= laffen! Dank Dir dafür, Vater im Himmel!- Bestreben will ich mich von ganzer Seele, sie die Vater und Mutter- Stelle so treu und redlich an mir vertreten, auf's Innigste zu lieben!- Folgen will ich ihnen mit aller Achtung und Bereitwilligkeit, und 1 312ihnen alles Gute thun, was nur immer in meinen ge ringen Kräften liegt. Betragen will ich mich alle Zeit gegen sie, wie wenn sie meine eigenen Eltern wären. Durch ein anständiges und sittlich- gutes Benehmen, durch einen christlichen und tugendhaften Lebenswandel, der mir und ihnen zur Ehre gereichen soll, will ich sie erfreuen und alle meine Mitmenschen zu erbauen suchen; o, dann werden auch meine verklärten Eltern dort oben lächelnd auf mich hernieder sehen, und Gott bitten, daß er mich segnen und bewahren möge. Ja, ihr guten, seligen Eltern, heilig soll mir euer Andenken seyn! --- O! wie freue ich mich, wenn ich die einstens dort sehen werde im Lande der Unzertrennlichkeit, die ich hier kaum kannte! Hoffnung des Wiedersehens! 0, du Herrlichste von allen! Auf dich vertraue ich - auf Dir steht mein fester Glaube. edourist der - Gott! Du Vater der Waisen, sende herab den Strahl Deiner Gnade auf die, welche hier meine Erzieher und Versorger sind!- Sey ihnen ein gütiger Gott, ein gnädiger Vater. Schüßze und bewahre sie vor jedem Unglück, vor allem dem, was sie traurig und betrübt machen könnte. Gleich dem Morgenthau träufle auf sie hernieder Deines Segens Fülle.- Freude und Zufriedenheit lächte sie an beim Erwachen, und schließe ihnen, bei dem Herannahen des süßen Schlafes, die Augen wieder zu.- Alles, was das Herz des Menschen je nur erfreuen kann, möge ihnen durch Deine Barmherzigkeit zu Theil werden. Erhöre, o Herr! dieses mein kindliches Flehen für meine PflegeEltern. Gib auch mir ein frommes und dankbares O 313 - Herz, und laß mich rechtschaffen wandeln vor Deinen Augen. Amen. Gebet für Brautleute vor ihrer Einsegnung. Gott! Du hast durch Deinen Sohn Jesus Christus das Sakrament der Ehe eingefest und geheiliget. Auch ich will mich verehelichen, und schon nahet der Augenblick, der mich mit derjenigen Person verbinden soll, die ich mir zu meinem( meiner) Lebensgefährten( Le= bensgefährtin) auserforen und mit der ich mich ehrlich und christlich versprochen habe. Ich weiß, daß dieses ein wichtiger, ja wohl gar der wichtigste Schritt im menschlichen Leben ist, der, ehe man ihn waget, wohl und weislich überlegt werden muß. Unberechenbar ist er in seinen guten oder schlimmen Folgen, weil, wenn er einmal gemacht ist, keinen Rückschritt, oder nur selten einen solchen zuläßt. Wichtige und ernsterregende Stunde! Bald soll das kleine, aber in seiner Bedeutung große Wort, das« Ja!» welches mich zu ewiger Liebe und Treue, zur beständigen Ausdauer in Noth und Tod an ein, von mir erwähltes geliebtes Wesen fettet, von meinen Lippen tönen. Freudig werde ich es aussprechen, denn es gilt ja einem Wesen, welches ich unaussprechlich liebe, das ich ewig lieben werde. Alliebender Gott! zu Dir flehe ich, Dich rufe ich an, und bitte Dich um Deinen Segen zu dieser heiligen Handlung. Alles Glück, alles Gute, kommt ja Erhebungen. Vierte Auflage. 14 - 314 nur von Dir, und kein Unternehmen kann ohne deinen Beistand gedeihen. Vater! begleite mich an den zu Deinem Dienste geweihten Altar! Wenn Dein Diener unsere Hände in einander legt und uns feinen Segen ertheilt, so sey auch der Deinige uns ertheilet. O süße Stunde, du nahest! Da ist der glückliche Augenblick! Freudenthränen glänzen in meinen- in den Augen geliebter Eltern Geschwistern und lieber Verwandten und Freunde. Herr! segne und begleite mich, ich nahe mich in Deinem Namen dem Priester. Amen. - - Gebet der Brautleute nach der Einsegnung. Gelobt sey Gott! wir sind verbunden, Zu einem wichtigen Verein. Das Eheband hat uns umwunden, O Bater! laß uns glücklich seyn. 450) Wir haben beide uns erforen, Und trennen kann uns nur der Tod; Wir haben Treue uns geschworen, 3u halten sie in Leid und Noth. Nie soll bei uns die Lieb' erfalten Auf unserer ganzen Lebensbahn, Wir wollen unverbrüchlich halten, Was wir gelobten himmelan. Der Segen weilt bei guter Ebe, Das stille Glück kehrt bei ihr ein, Wie bei den Bösen Und Zwietracht - 315 - - - G Ach und Wehe herrschen nur allein. Wir wollen wechselweis' uns schätzen, Vereinigt tragen jeden Schmerz, Und nie der Ehe Band verletzen, O! fröhlich pocht dann uns das Herz. Nur Eintracht wohn' in uns'rer Mitte, Und Sanftmuth und Zufriedenheit; Ein Tempel sey die stille Hütte, Gott und der Tugend nur geweiht. Wenn Kinder uns'rer Ehe werden, So wollen wir uns treu bemüh'n, Daß wir zu ihrem Heil auf Erden Sie fromm und christlich auferzieh'n. Herr, der Du über Alles waltest, Und welchem Alles möglich ist. Wir wissen, daß Du uns erhaltest, Und uns ein guter Vater bist. Darum ergeben wir uns beide Dir, Ewiger! o steh uns bei! Gib, daß im Schmerz, wie in der Freude, Die Liebe stets die gleiche sey! Es führe uns auf allen Wegen Nur Deine treue Vaterhand; Und es verlaß' uns nie Dein Segen, Begleit' uns bis ins bessere Land. 14* 316 Dankgebet eines glücklichen Gatten oder einer glücklichen Gattin. Vater im Himmel! ich bin glücklich in meinen ehelichen Verhältnissen! Heiß und treu liebt mich mein Gatte( Gattin), und ich lebe mit ihm( ihr) in dem zärtlichsten Verhältniß. Dieses Glück, diese täglich sich mehr erneuernde Freude- wem dank' ich sie wohl anders, als Dir? Du hast die Ehe eingesezt, und Dein Wille ist es, daß Mann und Weib in süßer Vereinigung auf Erden leben, einander in jeder Lage beistehen und Leid und Freude zusammen ertragen sol. len. Treu bin ich meinem Gemahl( meiner Gemahlin) ergeben, und bemühe mich aus allen meinen Kräften, jede meiner Pflichten genau zu erfüllen, und Alles und Jedes zu thun, was unser wechselseitiges Glück begründen und täglich vermehren kann.- Sütiger Gott! auch mit Kindern segnetest Du meine Ehe! Gib, daß ich sie zuten Menschen bilden und erziehen möge. Vater und Mutter, welche füße und heilige Namen! O! möchten sie uns zum Glück und Segen seyn. Heil den Eltern! welche fromme Kinder erziehen, die der wahre Segen des Himmels und die Freude aller bessern Menschen sind! Zur Gottesfurcht, zur Jugendliebe sollen meine Kinder herangezogen werden; dieses fey mein Wille und mein Bestreben! Glücklich in dieser und glücklich einst in jener Welt zu werden, sey der Zweck bei der Erziehung der mir anvertrauten Kinder damit einst, wenn ich und meine Kinder, in jene bessere Welt aufgenommen seyn werden, sagen fann: 1 - 317-- Hier sind wir, Gott! mit unsern Kindern, Sie folgten uns, sie folgten Dir, Nichts konnte unsere Hoffnung mindern, - Nichts rauben uns den Glauben hier: Daß Du, o Gott! das Gute liebst, Und Segen Deinen Menschen gibst. Laß, Vater! uns die Gnade werden, Stets glücklich in der Eh' zu seyn, Und uns're Kinder hier auf Erden, Nur Dir und Deinem Dienste weih'n! Ja, unsre ganze Lebenszeit Sey Dir allein, o Gott! geweiht! Betrachtung bei einem Gewitter bei Tage. Ein schwarz Gewölk seh' ich am Himmel schweben, Die größten Bäume beugt der starke Wind. Den Staub seh' ich sich wirbelnd rasch erheben, Dem Wand'rer macht er fast die Augen blind. Die liebe Schwalbe flieget gar so nieder, Hält über'm Bache sich noch kaum empor. Und scheu gemacht vom Wind, traut das Gefieder Sich kaum aus seinem stillen Nest hervor. Es eilt der Landmann schon mit raschem Schritte, Weil Regentropfen fallen, stark und groß, Um zu erreichen seine stille Hütte, Bevor das Wetter noch bricht stürmend los. Denn immer näher rückt heran das Brausen, Es heult der Sturm schon durch den finstern Wald. 318- Die losgelass'nen Winde schrecklich hausen, Und von den Bergen her der Donner hallt. Gleich wie wenn Steine man zum Bau der Straße Abladet kracht des Donners lauter Schall. Der Regen stürzt herab in voller Masse, Und von den Bergen dröhnt der Widerhall. O Herr Gott! sey uns gnädig- ach! die Schlossen, Sie fallen raffelnd auf die Erde schon! Des Landmanns Schweiß, er wär' umsonst geflossen, Zerstörung wäre seines Fleißes Lohn. O Vater, Vater!- schone uns're Habe, Wend' gnädig ab von uns die bitt're Noth! Wir haben ja von Dir nur jede Gabe, Von Dir allein nur unser täglich' Brod! Sieh' gnädiglich herab auf all' die Deinen, Und laß das Ungewitter sich verzieh'n; Es möge Deine Sonne wieder scheinen, Und Deine Huld sey wieder uns verlieh'n! O, laß uns Deine Gnade, Vater! finden, Die wir verscherzt durch uns're Missethat; Laß keinen Deiner Flammenblike zünden, Die Deine Hand dahin geschleudert hat! Erbarme Dich der Armen, die da flehen Hinauf zu Deinem glanzumstrahlten Siß, Laß uns Dein freundlich Antlik wieder sehen, Wenn Du befiehlst, verschwinden Sturm und Blitz. - 319- Dankgebet nach einem Gewitter. Vorüber ist das fürchterliche Wetter, Gottlob! es ging doch ohne Schaden ab. O, dankt dem Herrn, der Helfer bleibt und Retter, Der mit uns ist, bis in das dunkle Grab! Herr, Deine Gnade war es, die uns schützte, Die Sturm und Wetter schnell verschwinden hieß: Und ob es gleich sehr donnerte und blizte, Uns Deine Huld doch nichts geschehen ließ. Der Flur entsteigen angenehme Düfte, Die Erde freuet sich der Fruchtbarkeit, Die Hiße schwand, es wehen kühle Lüfte, Man athmet Wohlgerüche nah und weit. Wie dumpf und heiß war's noch vor wenig Stunden, Und jezt wie angenehm wie frisch und neu! Das schwere Ungewitter ist verschwunden Des Herzens Angst und Sorge ist vorbei. Hernieder träufelt fanft der milde Regen, - Erfüllt mit Fruchtbarkeit das Feld, die Flur; Befördert Wachsthum und verbreitet Segen, Erquickt die ganze liebliche Natur. O Gott! wie bist Du doch so lieb und freundlich, Barmherzig, gnädig, wie kein Vater ist! Ja, Deine Güte ist wahrhaft unendlich Und ewig, wie Du, Vater! ewig bist. Laß diese Güte mir auch angedeihen, Steh mir auch bei in jeder Angst und Noth! Dir Vater! will ich Herz und Seele weihen, Dein will ich seyn im Leben und im Tod. -- - 320Gebet in Leiden und Trübfal. Gleich wie das geängstigte Kind, Hilfe suchend, zu seinem Vater oder zu seiner Mutter hineilet, fo eile auch ich in meiner Angst und Trübsal zu Dir, Du mein Vater und Gott! Dich um Trost und Hilfe anzuflehen, und Du wirst Dein bittend Kind nicht verstoßen. Du bist ein Gott der Liebe und der Gnade, und ich darf meine Zuflucht zu Dir nehmen, wenn ich in Leiden und Bedrängnissen bin. Hast Du doch selbst gesagt: Wer bittet, dem wird gegeben, und wer anklopfet, dem wird aufgethan." Diese Deine Worte flößen mir Vertrauen ein, und geben mir Muth, obwohl ich ein sündiges Kind bin, dennoch mich vor Deinem Throne hinzuwerfen. Du willst nicht knechtische Furcht; Du willst nur Liebe, da Du ein Gott der Liebe bist. Siehe Herr! ich schmachte jezt in großem Elende, und mein Herz ist voll Trübsal, der ich mich nicht entwenden, der ich nicht entgehen kann. Meine Seele ist belastet mit schweren Plagen, und beraubt bin ich jedes zeitlichen Trostes. Im Gedränge bin ich von allen Seiten, und weiß nicht, wo ich Hilfe und und Rettung suchen, wo ich sie finden soll. Bei Dir, o Gott der Barmherzigkeit! suche ich Trost und Hilfe, Rettung und Gnade, Du, der ein liebevoller Vater aller seiner Kinder ist. Hereingebrochen ist über mich die Stunde des Leidens und ich suche Zuflucht, wo ich sie allein nur finden kann, bei meinem Gott und Herrn. Was vermag ich ohne Dich! was bin ich ohne Dich?- Herr! - - - 3211 bilf mir, errette mich aus meinem Jammer und laß es Dir gefallen, mich aus meiner Noth zu reißen! Vater! ach, ich weiß wohl, daß ich durch meine Sünden Dich schwer beleidigt habe, und daß diese Stunde der Trübsal mir zur Prüfung von Dir auferlegt wor den ist, mich zur Selbsterkenntniß und Buße zu führen. Es möglich geschehe daher Dein Wille; doch ist es möglich, Vater! so laß diesen meinen Leidenskelch glücklich vorübergehen, und mache alles recht mit mir, Deinem Dir ewig treu ergebenen Kinde! Amen. In den schönen Jahreszeiten. Gott, wie herrlich schmücktest Du die Erde! Als Dein mächt'ges Wort einst rief: Es werde! Schufst Du uns zur Freude diese Flur, Und zum Paradiese die Natur. O, daß nur der Mensch zu Deiner Ehre Noch das Kind der ersten Unschuld wäre, Selig in der Frühlingslüfte Wehn, In des Sommers Reichthum Dich zu sehen! Furchtbar wandelst Du in Ungewittern, Laster, Kleinmuth und Verblendung zittern, Doch ein Herz voll Treu' und Liebe sieht, Wie aus Stürmen neuer Segen blüht. Bald verblüht des Jahres Schönheit wieder, Und der Herbst sinkt auf die Fluren nieder; Doch nach langem, segnenden Bemüh'n. Welkt sie nur, um schöner aufzublühn'. 14** - 322 - Vater! o verleih' daß Deine Erde Auch durch mich, durch mich gesegnet werde; Froh vollend' ich dann der Jahre Lauf, Und Dein Frühling weckt mich wieder auf. In der Erndtezeit und am Erndtefeste. Herrscher! der die Welt mit Gütern füllet Die kein Auge überzählen kann, Bater! der die Freudenblume ziehet In dem Staube auf der Sonnenbahn; Dankend sink' ich bin vor Deinem Throne, Dankend blick' ich auf die schöne Welt. Dankend auf die bunte Saat der Freuden, Dankend auf das goldne Erntefeld. Ewig will ich findlich Dir vertrauen, Freudig will ich Deinen Willen thun; Laß' mich einst am großen Erndtetage In dem Lande der Vollendung ruh'n! Amen. Gebet um gute Witterung. Die ganze Natur ist Dein Werk, Allmächtiger! und Alles, was sich in derselben ereignet, wird von Dir geleitet. Ach, was ist alles Arbeiten und alle Mühe des Landmannes, wenn Du seinem Fleiße nicht zu Hilfe kommst, seinen Feldern und Gärten nicht eine gute, gedeihliche Witterung schenkest! Um diese - 323 1 flehen wir Dich ganz besonders an, Allgütiger! Laß Regen vom Himmel träufeln, daß der Erdboden und alle Gewächse auf demselben dadurch erquickt und in ihrem Wachsthume gefördert werden; aber setze auch dem Regen die nöthigen Grenzen, damit er nicht durch Ueberfluß schädlich und verderblich werde; laß vielmehr mit demselben in rechtem Maße und in guter Ordnung Sonnenschein und Wärme abwechseln und ihren wohlthätigen Einfluß auf die Früchte der Felder, Gärten und des Weinstockes äußern! Laß überhaupt die Witterung immer gedeihlich und auch der Gesundheit aller Deiner Geschöpfe zuträglich seyn! Dient es zu unserm Besten, so erhöre diese unsre Bitten, und wir werden Dich dafür preisen, jezt und immerdar. Amen. In Misjahren. Allbarmherziger Gott und Vater im Himmel! mit einem traurigen und sorgenvollen Herzen nahen sich in dieser Zeit Tausende Deinem Throne, bei Dir Trost, Beistand und Rettung suchend. Ach, nur kärglich hat in diesem Jahre uns die Natur bedacht; der Fleiß des Landmannes ist ohne den gewünschten Erfolg geblieben, und wir müssen drückendem Mangel und großer Theurung und Noth entgegen sehen. Aber laß' uns deßhalb nicht sogleich zaghaft und muthlos werden. Was Du uns versagt hast, werden wir wohl schmerzlich vermissen; aber sicher hast Du es uns aus weisen und gütigen Absichten versagt, und Du wirst uns nicht darben und verderben lassen. - - 324- Nur dafür wollen wir sorgen, daß wir unsere Thätigkeit und unsere Vorsicht verdoppeln, unsere häuslichen Angelegenheiten klug einrichten, uns auch mit Wenigem begnügen, alle Verschwendung sorgfältig vermeiden, und uns einer weisen Sparsamkeit befleißen. Sind wir nur christlich, pflichtgetreu und redlich thätig, und in der wichtigen Kunst, zu entbehren, geübt, dann werden wir auch den Mangel und die Noth, die uns in diesem Jahre drohen, geduldig ertragen und glücklich überstehen. Wir wollen auch jezt das Beste von Deiner Liebe und Barmherzigkeit, o Gott! erwarten und hoffen, und gibst du uns mehr, als wir bedürfen, auch Andern mit christlicher Liebe beistehen und Nothleidenden helfen, so viel nur immer in unsern Kräften steht. Zu allem Dem mache uns durch Deinen guten Geist und durch die Kraft des heiligen Evangeliums geneigt und geschickt, und laß auch in dieser drückenden Zeit uns als wahre Bekenner Jesu Christi bestehen, und sie als heilsame Bußzeit wohl benüßen. Amen. Gebet im Kriege. Herr! der Du die Herzen der Könige wie Waf serbäche lenkest, und zu den empörten Wellen des Meeres sprichst: ,, Bis hieher und nicht weiter! o sebze recht bald den Gräueln und Verheerungen des Krieges ein Ziel und leite den Sinn der kämpfenden Mächte dahin, daß sie einander bald die Hand zur Versöhnung bieten, und ihren Völkern den heiß er - 325- sehnten Frieden wieder schenken! Sey Du, Allgütiger! schirmend um die, welche unmittelbar den Druck des Krieges fühlen, und schüßte ihr Leben, ihre Ehre und ihr Eigenthum. Laß' dabei aus den Uebeln, die sie drücken, für das Ganze recht viel Gutes hervorgehen, und den blutigen Kampf, der jezt gekämpft wird, so endigen, daß die Menschheit dabei an äußerer und innerer Wohlfahrt gewinne. Erhöre uns, Allbarmherziger, um Jesu Willen! Amen. Nach hergestelltem Frieden. Allgütiger! Millionen Herzen schlagen freudig gerührt gen Himmel empor und danken Dir auf's Innigste, daß Du ihr Flehen erhört, den Gräueln des Krieges ein Ziel gesezt, und uns wieder den goldenen Frieden geschenkt haft! O! laß' uns dieses theure Geschenk immer nach seinem ganzen Werthe schätzen! Dir immer herzlich dafür danken, und es nach Teinem Willen anwenden. Laß' die Ruhe, die uns nun zu Theil geworden ist, von uns zu einer um so redlicheren und eifrigeren Betreibung unserer Berufsgeschäfte, zu unserer Bildung und Veredlung, und zur Verbreitung alles Guten, von den Gewaltigen der Erde aber zur Verbesserung der Gesetze und Einrichtungen in ihren Ländern, zur Beförderung der Künste und Wissenschaften, des Handels und der Gewerbe, und zur Beglückung ihrer Völker überhaupt, treu und gewissenhaft benüzt werden! Den Frieden, den Du uns geschenkt, den wollest Du uns auch recht lange - 326 - - erhalten, damit wir ruhig und ungestört unser Leben fortseßen, die Früchte unsers Fleißes genießen, und in Deinem Reiche, o Gott! fortarbeiten können. Erhöre uns um Deiner Barmherzigkeit und um Jesu Willen! Amen. In Armuth und Noth. Herr! Du allmächtiger und höchst weiser Lenker der menschlichen Schicksale! zu Dir erhebe ich in meiner Dürftigkeit und Noth mein kummervolles Herz! Ach, wie drückend und traurig ist meine Lage! Doch laß' mich in derselben nicht muthlos werden und verzagen! Reiche und Arme, heißt es in der heiligen Schrift, müssen unter einander seyn; der Herr hat sie Alle gemacht. sasit Und so will ich mich denn über diese Einrichtung zufrieden geben. Wohl mir, wenn ich an dem Mangel und an der Noth, die mich drücken, nicht selbst schuld bin! Ich will ernstlich darüber nachdenken und alle erlaubten Mittel anwenden, mich aus diesem Zustande herauszureißen und meine Umstände zu verbessern. Ich will besonders redlich- thätig seyn und alle meine Kräfte anstrengen, um das zu erwerben, was ich bedarf. Aber davor bewahre mich, o Gott! daß ich mir etwa auf eine unerlaubte, niederträchtige Weise zu helfen suchen sollte! Lieber will ich arm bleiben und Noth leiden, als Unrecht thun. Du wirst mich dann nicht verlassen, sondern mein Elend vermindern und mir Kraft verleihen, es geduldig zu er - 327CONSEN QTARES tragen. Auf Dich baue ich meine Zuversicht, eingedenk des biblischen Zurufs: ,, Vertraue du Gott und bleibe in deinem Berufe, denn es ist dem Herrn gar leicht, einen Armen reich zu machen. Wer schwach ist und arm, den sieht Gott an mit Gnaden, hilft ihm aus dem Elende und bringt ihn zu Ehren, daß sich seiner Viele verwundern."- Und wie tröstend sind auch für mich des alten Tobias Worte an seinen Sohn: Sorge nur nichts, mein Sohn! wir sind wohl arm, aber wir werden viel Gutes haben, so wir Gott werden fürchten, die Sünden meiden und Gutes thun.". So will ich denn immer treu und redlich meine Pflicht erfüllen, auf Deine Hilfe, Allgütiger! hoffen, und mich aller übermäßigen Sorgen und aller Klagen enthalten. Fleißig will ich beherzigen, was Jesus Christus, mein Herr und Heiland, sagt: ,, Sehet die Vögel unter dem Himmel an; sie säen nicht, sie erndten nicht, sie sammeln nicht in die Scheuern und euer himmlischer Vater nähret sie doch. Seyd ihr denn nicht mehr, als sie? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomon in aller seiner Herrlichkeit nicht so gekleidet ges wesen ist, als derselben Eines. So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, sollte er das nicht vielmehr an euch thun? Darum sollt ihr nicht sagen: Was werden wir essen? was werden wir trinken? womit werden wir uns kleiden? Nach solchem Allem trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr dieß Alles bedürfet." - 328 - Mit solch einem christlichen Sinne und Vertrauen will ich Mangel und Noth ertragen und überzeugt seyn, daß Du, o Herr! es auch mit mir wohl machen werdest, wenn ich mit Arbeit- Rechtschaffenheit und kindliches Vertrauen zu Deiner Hilfe verbinde. Amen. Achter Abschnitt. thropes Betrachtungen und Gebete an heiligen Marien- Festen und Festtagen der übrigen Heiligen. An einem Marienfeste. Die Verehrung der heiligsten Jungfrau Maria, auf Vernunft und Schrift gegründet. Maria, von welcher Jesus geboren wurde." Matth. 1. Heil dir auf dem Sternenthrone, Große Himmelskönigin! Mutter mit der Jungfrautrone, Holde Gnadenspenderin! Sieh, mit süßem Freudenschalle Preisen die Geschlechter alle, Wie du sangst, dich immerdar, Dich! die Heil der Welt gebar. Mit welch' prophetischem, wahrem Herzensgefühle sprachst du einst, o heilige Gottesgebärerin! im heili mono 329 - gen Geiste frohlockend: ,, Selig werden alle Geschlechter mich preisen!( Luk. 1.) Denn bis auf unsere Tage übergab ein Jahrhundert dem andern getreu deine heilige Verehrung. Wo immer dem Namen deines göttlichen Sohnes Tempel errichtet stehen, da glänzt dein heiliges Bildniß auf den Altären, da ertönen die schönsten Lobgesänge, da wallen die Seufzer und fromme Gebete zu dir, o Zuflucht der Sünder! o Trösterin der Betrübten! o Hilfe der Christen! empor.- Ja! blühen wird, trotz aller Anstrengung der Pforten der Hölle, deine heilige Verehrung bis an's Ende der Zeiten, und selig die, welche sich unter deinen Schuß begeben; denn wo immer menschlicher Stolz die kindlich zarte Andacht zu Dir, der gebenedeiten Mutter unsers Herrn, als Aberglauben verwarf, da folgte dieser Verläugnung bald auch die Verläugnung der Gottheit deines eingebornen Sohnes; kurz: Unglauben, Ungebundenheit, und also bald auch schwere Drangsalen und Strafen des Himmels nach. Und warum sollen wir schwache, irrende Menschen, dich, o heilige Mutter des Herrn! dich, o Gesegnete unter den Weibern! nicht lieben und ehren, da doch Er selbst, der da groß und mächtig ist, große Dinge an dir gethan hat, und aus allen zahllosen Töchtern Evas zur jungfräulichen Mutter seines Eingebornen dich erwählte! Und wenn Christus sagt: ,, Wer euch verachtet, verachtet mich." Um wie viel mehr wird Er sich beleidigt fühlen, wenn man, o glorreiche Himmelskönigin! dich geringschäzt, da du doch die auserwählte - 330- D Braut des heiligen Geistes bist, und von Anbeginn dazu bestimmt warst, der Schlange den Kopf zu zertretten, jenem großen Drachen, der in der heiligen Offenbarung( 12. Cap.) auch Teufel und Satan genannt, und als Verführer des ganzen Erdkreises geschildert wird! Ja, du bist jenes Haus, das die ewige Weisheit Gottes sich erbaute,( Sprüch. 9), in deiner Hütte wohnte der, welcher dich schuf.( Eftl. 24.) Und wenn wir schon nach dem heiligen Paulus( 1. Cor. 3), als Tempel Gottes zu betrachten sind, in denen der heilige Geist wohnet, um wie viel mehr bist du hochzuachten, die du, wenn gleich nur in kindlichen Gliedern, doch einen Mann umschloßest, der schon im Aufgang ein Mann war!( Jerem. 31. 3ach. 6.) Du bist die Jungfrau, wovon Isai. 7. sagt, daß sie einen Sohn empfangen und gebären wird, der Emanuel heißt, das ist: Gott mit uns! Du bist die, worauf der Prophet Micheas die trauernden Völker vertröstet, denen die Erlösung tagen wird, wenn die Zeit erscheint, wo die gebäret, die da gebären soll, und zwar( Mich. 5.) Den, Dessen Ausgang von Anbeginn und von den Tagen der Ewigkeit ist. Du enthieltest also, gleich wie die Arche des Bundes, Kostbares in dir, du bist also das wahre geistliche und ehrwürdige Gefäß, in dem das Heiligste aufbewahrt war, und durch das der Herr Wunderbares wirkte. Und rein warst du, wie Elfenbein und voller Tugendglanz, wie ein goldenes Haus. Volle Achtung, ja Verehrung sind wir dir daher, du auserwählte Himmelsbraut, und Mutter der schönen Liebe, der heili - 331- gen Hoffnung und du Weg zur Wahrheit und der Gnade! schuldig; denn, glauben wir als katholische Christen an eine Gemeinschaft der Heiligen, und rieth uns der Sohn Gottes selbst, uns Freunde zu machen, die uns in ihre ewigen Wohnungen aufnehmen ( Luk. 16.), um wie viel mehr haben wir daher Ursache, dich zu unserer Schußpatronin, zu unserm Troste, als beste Helferin und Fürbitterin bei Jesu, deinem Sohne, auszuerwählen, da du doch schon bei der Hochzeit zu Kana dich als solche herzlich zeigtest! So wollen wir denn stetshin mit der katholischen Kirche in Andacht und Vertrauen zu deiner Barmherzigkeit flehen. Sey Mutter deiner Kinder, Die stets dein Schuß umschließt Sey 3uflucht jedem Sünder, Sey Königin gegrüßt! - Zu dir, o Mutter! flehen Wir um Barmherzigkeit, Kannst du uns leiden sehen, In Noth, Gefahr und Streit?! O, wend' von deinem Throne Zu uns dein Angesicht, Versag' bei deinem Sohne Uns deine Fürsprach nicht! Bitt', daß nach deinem Bilde Stets unser Wandel sey, Boll Unschuld, Demuth, Milde, In Allem Gott getreu! Und geh'n aus diesem Leben Wir in die Ewigkeit, Wirst du uns 3uflucht geben, Weil wir uns dir geweiht! - 332 - Ja, hilf in allen Leiden, w In Trübsal, Ungst und Noth, d Und wenn von hier wir scheiden, So bitt' für uns bei Gott! Litaney, oder: Bittgebet zu unserer lieben Frau. Herr, erbarme Dich unser! Christus, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christus, erhöre uns! Christus, erhöre uns! Gott Vater im Himmel; erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt; erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist; erbarme dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott; erbarme Dich unser! Heilige Maria; bitt für uns! Heilige Gottesgebärerin, Heiligste Jungfrau aller Jungfrauen, Mutter Christi, Mutter voll der göttlichen Gnaden, Du reinste Mutter, Du keuschefte Mutter, Du in der Reinigkeit unverlezte Mutter, Du ungeschwächte Mutter, Du durch Sünde nie befleckte Mutter, Du liebenswürdige Mutter, Du bewunderungswürdige Mutter, Du Mutter Jesu, unsers Erschaffers, Du Mutter unsers Erlösers, Du mit Gottes Geist und Weisheit erfüllte Jungfrau, Bitt für uns! T 333 - Du ehrwürdige Jungfrau, Du lobwürdige Jungfrau, Du durch Fürbitte vielvermögende Jungfrau, Du gütige und wohlwollende Jungfrau, Du deinen Verehrern getreu helfende Jungfrau, Du Muster der Heiligkeit und Gerechtigkeit, Du, in der die Weisheit wohnte, Du Beförderin unserer Fröhlichkeit, Du mit allen geistlichen Gaben erfüllte Jungfrau, Du durch deinen Sohn uns ehrwürdig gewordene Jungfrau, Du vortreffliche, mit Frömmigkeit und Andacht gezierte Jungfrau, Du wie eine Rose. von Tugenden duftende Jungfrau, Du wahrer Thurm David's und unser Schutz gegen alle Feinde, Du, wie Elfenbein rein erhaltene Jungfrau, Du, wie ein goldenes Haus, voll von Tugend gezierte Jungfrau, Du Arche, die den Gesetzgeber des neuen Bundes in sich faste, Du Pforte, durch die uns Jesus vom Himmel zukam, Du, die gleich dem Morgensterne uns lieblich Je sum ankündete und brachte, Du Heil der zu dir rufenden Kranken, Du Zuflucht der um deine Fürsprache sich bewerbenden Sünder, Du Trösterin der Betrübten und Nothleidenden, Du große Hilfeleisterin der Christen in allen Anliegen, Bitt für uns! - Du wahre Königin der Engel, Du Königin der Patriarchen, Du Königin der Propheten, Du Königin der Apostel, Du Königin der Märtyrer, Du Königin der Beichtiger, Du Königin der Jungfrauen, Du als Mutter Gottes eine wahre Königin aller Christus, erhöre uns! Christus, erhöre uns! 334Heiligen, O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt; verschone uns, o Herr! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt; erhöre uns, o Herr! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt; erbarme Dich unser, o Herr! - Bitt für uns! Vater unser 2c. Ave Maria 2c. Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesgebärerin! Verschmähe nicht unser Ge bet in unsern Nöthen, sondern erlöse uns allezeit von allen Gefahren, o du glorwürdige und gebenedeite Jungfrau! du, unsere Frau, unsere Vermittlerin, un sere Fürsprecherin, 0, versöhne uns mit deinem Sohne, empfehle uns deinem Sohne, stelle uns vor deinem Sohne; - Bitt für uns, o heilige Gottesgebärerin! Damit wir würdig werden der Verheißungen Christi! 945 BO d 335- Gebet. Wir bitten Dich, o Herr! Du wollest uns Deine Gnade ertheilen, damit, die wir durch des Engels Botschaft, Christi, Deines Sohnes Menschwerdung erkannt haben, wir durch sein Kreuz und Leiden zur Herrlichkeit der Auferstehung gelangen mögen durch denselben Christum, unsern Herrn. Amen. P. Bitt für uns, o beiliger Joseph! V. Damit wir würdig werden der Verheißungen Jesu Christi! Gebet. Wir bitten Dich, o Herr! laß' uns durch die Verdienste des Bräutigams Deiner heiligsten Gebä rerin geholfen werden, damit wir durch seine Fürbitte dasjenige erlangen, was wir durch unsere Kräfte zu erhalten nicht vermögen. Der Du lebst und regierest mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Salve Regina. Gegrüßet seyst du, Königin! Mutter der Barmherzigkeit, du Trost in unserm Leben, und unsere Hoffnung, sey gegrüßt! Zu Dir rufen wir verwiesene Kinder Evens, zu Dir seufzen wir trauernd und weinend in diesem Thale der Thränen. O wende, du unsere Fürsprecherin! deine mitleidigen Augen uns zu, und zeige uns nach diesem Elende Jesum, die ges benedeite Frucht deines Leibes! O gütige, o milde, o liebenswürdige Jungfrau Maria! in all' unserer ♥ 336 Co Angst und Noth komm uns zu Hilfe, o seligste Jungfrau Maria! O Herr Jesu Christi! wir bitten Dich, daß Deine Jungfrau Maria, Deine gütige Mutter, wolle bei Dir für uns bitten, insbesondere aber in der Stunde unsers Absterbens, und wenn Du kommen wirst, zu richten die Lebendigen und die Todten und die Welt durch das Feuer. Amen. Herr gib Allen 2c. Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott! der Du den Leib und die Seele der heiligen Jungfrau und Mutter Maria zur würdigen Wohnung Deines Sohnes, durch die Mitwirkung des heiligen Geistes vorbereitet hast; gib, daß wir, indem wir uns ihres Andenkens erfreuen, durch ihre milde Fürbitte von den bevorstehenden Uebeln und von dem ewigen Verderben bewahret bleiben, durch denselben Christum, unsern Herrn! Amen. Stabat mater. An dem Kreuze weh' im Herzen Stand die Mutter tief in Schmerzen, Als ihr Sohn gekreuzigt litt. So voll Seufzen Gram und Leiden Gieng ein Schwert ihr durch die Seiten, Das ihr wundes Herz durchschnitt. D, wie traurig wie voll Leide War die Hochgebenedeite Com 337 - Heilige Mutter Gottes da. vid Als sie weinte als sie klagte Und ihr Herz erbebend zagte nim Da des Sohnes Schmerz sie sah! Gibt es auf der Erde Einen, Der da sähe ohne Weinen Christi Mutter in der Pein? Der es ohne Schmerz betrachtet, Wie mit ihrem Sohne schmachtet, Dort die fromme Mutter sein? Für des Volkes Sündenschulden Sah ich Jesum Qual erdulden, que prine Den die Geißel scharf zerreißt; nis)[ ta2 Sah den Sohn, den sie geliebet, muall Sterben, ach!- so tief betrübet, nd mil Da Er aushaucht seinen Geist. mas Eja, Mutter, Liebesquelle! Deinen Wunden mich geselle, d Laß mich seyn mit dir betrübt; 800 002 Laß mein Herz in Lieb' entbrennen, Christum meinen Gott erkennen, Daß auch Er mich wieder liebt! 15 sahe Drücke meinem sünd'gen Herzend 202 Diese Kreuzes Wundenschmerzen, gara Heil'ge Mutter! mächtig ein; Was dein Sohn für mich gelitten, Schmerzen, die sein Herz durchschnitten, Laß sie mein zur Hälfte seyn! Erhebungen. Vierte Auflage. - 338 Laß mit dir mich bitter weinen, Trauern bei des Sohnes Peinen All mein Leben immerdar; d Laß am Kreuz mich mit dir stehen, Laß mich theilen deine Wehen; Dieses wünsche ich für wahr! Jungfrau! der Jungfrauen Klare, Mich in deiner Huld bewahre, and Laffe trauern mich mit dir.di time sing Und gleich dir, der Schmuck der Frauen Werde dieses bitt're Schauen: Reichlicher Gewinn in mir. nili --Laffe seinen Tod mich tragen Und um Christi Leiden klagen, Um der Lieb des Sohnes dein! Wenn durchzuckt mein Herz wie Blitze Schnöde Lüsternheit, dann schütze Mich, o Jungfrau! keusch und rein. Monis GI Laß das Kreuz mir seyn zum Schutze, Christi Lod dem Feind zum Truße, bont Seine Gnad' zur Labung füß! Ist mein Leib dann hingegangen, Laß dann meine Seel' empfangen Ew'ge Luft im Paradies.pi@ and sbure 100 339 - Te Deum Laudamus. Vom heiligen Bonaventura auf die Mutter Gottes gerichtet. Dich, o Mutter! loben wir, dich, Jungfrau Maria! bekennen wir. Dich, einige Tochter des Vaters bekennet das ganze Erdreich. Dir dienen alle Engel und Erzengel, dir gehorsamen alle Herrschaften und Gewaltigen. ions Dich preisen die Cherubim und Seraphim, und lo= ben dich mit unaufhörlicher Stimme: Heilige, heilige, heilige Maria, Gottesgebärerin, Mutter und Jungfrau! Himmel und Erde sind erfüllt mit der Majestät deiner Herrlichkeit. Dich erhebt der ehrwürdige Chor der Apostel, dich rühmet die löbliche Zahl der Propheten.- Dich benedeiet die reine Schaar der Märtyrer, dich ehret das ganze Heer der Beichtiger. Dich bekennet durch die weite und breite Welt die ganze Christenheit; Eine Kaiserin einer unermessenen Majestät, Und eine würdige, wahre Gebärerin Gottes, des Vaters einigen Sohnes, Wie auch eine unbefleckte Braut des Trösters, des heiligen Geistes. sillet Du, o allerfeligste Jungfrau! bist eine Königin der Ehren, Du bist eine auserwählte Tochter des ewigen Vaters. Damit die Menschen erlöset würden, hast du Gottes Sohn empfangen. 15% - 340- Durch dich ist die alte Schlange überwunden und den Gläubigen das Himmelreich eröffnet worden. Du sißest zur Rechten deines Sohnes in der Glorie des Vaters; Du wirst dafür gehalten, daß du die Versöhnerin des zukünftigen Richters seyest. Darum bitten wir dich, du wollest deinen Dienern zu Hilfe kommen, welche dein Sohn mit seinem theu. ren Blute erlöset hat! Bewirke, daß wir unter die Zahl der Heiligen in der ewigen Glorie mögen gerechnet werden! Deine Freunde, o Maria! mache selig, und segne diejenigen, welche dich verehren. Regiere und bewahre sie bis in Ewigkeit! Alle Tage, o Maria! benedeien wir dich, und loben deinen Namen ewiglich. Würdige dich, uns jezt und allezeit vor schweren Sünden zu bewahren! MY Erbarme dich unser, o Maria! erbarme dich unser! Deine Barmherzigkeit und Fürbitte komme über uns, gleich wie wir auf dich gehofft haben.png Auf dich, o Maria! verlaß ich mich, laß mich nimmer zu Schanden werden. Gebet zur heiligsten Mutter Jesu. melind ho Von Thomas von Kempis. Du bist die Gütigste, die Gnadenvollste, o Mutter des Herrn! denn in dir ruhte Jesus Christus, die Quelle der unendlichen Güte, als Kind. Du bist die - 341- Schönste der Jungfrauen, geschmückt mit himmlischer Tugend! was ad Unter Jerusalems Töchtern warst du die demüthigste, darum bist du jezt auch die höchste im himmlischen Jerasalem. Wie wäre ich würdig, meine Augen zu dir aufzuheben, da ich sie so oft durch Fleisches- und Augenlust, und durch Hoffart des Lebens verunreiniget habe! wie beschämt mich dein jungfräuliches königliches Antlik; glänzt doch hierauf mild und majestätisch göttliches Licht, göttliche Ruhe! Aber auch mütterlich und Zutrauen einflößend ist dein Anblick. Tausende erfuhren es schon, daß du die Trösterin Aller bist. Laß auch mich dieses erfahren! Führe mich an deiner Mutterhand, wohin ich immer wandle! Deiner zu vergessen ist Schmerz; vergiß doch du darum meiner nie; denn ein Wort, eine Fürbitte von dir verscheucht alle Trauer. Leite mich sicher durch dieses Jammerthal, fromm und gut, im treuen Vereine mit der göttlichen Liebe, und - wenn es zum Sterben kommt, so laß mich dieſe Worte von dir hören:« Siehe, deine Mutter, ich bin's!>> Wie sehr wird das mich dann freuen, gleich einem Sohne, der seine Mutter fand. - von nun Ja, dir übergebe ich- nach Gott an die Lenkung und Beförderung meines Glückes und Seelenheites, und zwar mit jenem Vertrauen, mit dem der himmlische Vater dir seinen vielgeliebten Sohn einst übergab. Du bist und seyest immerdar meine Mutter durch Jesus Christus, unfern Herrn. Amen. Anm. Noch kommen außerdem in der Besper mehrere Andachtsübungen zur hl. Jungfrau Maria vor. - 342 - disp Gebete an den Festen der übrigen Heiligen. Am Feste der heiligen Engel. Gnade und Friede werde euch zu Theil von dem, welcher ist, und war, und kommen wird. Auch von den sieben Geistern, welche vor seinem Throne sind. Joh. 4, 4. Er hat seinen Engeln deinetwegen befohlen, daß sie auf all deinen Wegen dich beschützen. pf. 90, 11. Wer zählt der Engel Heere, Die Du zu Deiner Ehre, Herr aller Welten! schufft! Sie freu'n sich, Deinen Willen Gehorsam zu erfüllen; Wenn Du zu Deinem Dienst sie rufft. Sie eilen, vor Gefahren Den Frommen zu bewahren, In seiner Pilgerzeit. Sie freu'n an Deinem Throne Sich einst an seiner Krone, Mit ihrer eigenen Seligkeit. Bekehren sich die Sünder, sou dnu de Und werden Deine Kinder, Die Dir Dein Sohn gewinnt, Dann jauchzen ihre Lieder, Daß ihre neuen Brüder Der Sünde Fluch entrissen sind. 381 380 197 olisdrehs D Dime - agoit 343- - In dieser Geister Chören hald Dich ewig zu verehren, Welch eine Seligkeit! D'rum laß mich schon auf Erden Den Sel'gen ähnlich werden, hi So weit ich Schwacher kann! dus sauces Dann bet' ich mit den Engeln, dijo de Ganz rein von allen Mängeln, doors and des Dich, würdiger im Himmel an! dan find Einst wird sie der empfinden, Der hier entwöhnt von Sünden, g 2010 Sich, ihnen gleich zu werden freut. Sie, über mich erhoben, Sie, lehren mich Dich loben, Mich ihren reinen Dank! ut sijod In Deinem Heiligthume Wird dann zu Deinem Ruhme mod ustemblag Der ganze Himmel Lobgesang! Gebet. sim ant Wie Gütigster Gott! wie gut bist Du gegen die Menschen. Sogar Deine Engel sendest Du uns zum Schuße und Troste. Wie viele Ursachen haben wir daher, Dir und diesen treuen Dienern unsern innigsten Dank abzustatten, und willig Folge zu leisten!- O gib, daß ich aber auch immer Deinen und der heiligen Engel Einsprechungen nachkomme, jeden sündhaften Gedanken, jedes unrechte Wort oder Werk abwehre und verschmähe, um so würdig zu seyn, Dein und Deiner Heiligen 344 - treues Pflegkind zu bleiben, und so einst des Himmelreiches mich theilhaftig zu machen! Amen. Gebet zum heiligen Namenspatron. O! du getreuer Diener( oder Dienerin) Gottes, dessen Name mir in der heil. Taufe zugetheilt wurde, dich verehre ich besonders als meinen treuen Freund, Beschützer und Fürsprecher! So oft ich deinen Namen vernehme, freue ich mich deiner erworbenen ewigen Seligkeit, erinnere mich leb haft an dein heiliges Zugendbeispiel und wünsche und strebe auch so fromm und tugendhaft wie du zu leben, um einst auch der himmlischen Seligkeiten theilhaftig zu werden. Doch, mein Fleisch ist schwach, ich unterliege oft den Versuchungen zur Sünde. So komme mir denn in meinem Lebenskampfe, den du auch einst zu kämpfen hattest, mit deinem mächtigen Schüße und deiner Fürsprache bei Gott zu Hilfe, damit ich siege über Sünden und Laster, über Tod und Hölle, durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen. # 5090# Am Feste der Hl. Apostel.d ado 40 hr theuren Freunde unsers Herrn, d ding pe Von seinem Geist entzündeti do sada, di Habt ihr den Völkern nah und fern, adom Sein heil'ges Wort verkündet; undi Von Ihm gesandt, that euer Mundo 345Die Wunder seiner Liebe fund, dal bu Dem menschlichen Geschlechte. dull Wie mächtig ward ihr stets in Gott, 1 Ihr achtetet nicht Schande; u9# 2 Vergebens warf man euch mit Spott In Ketten und in Bande; eis dall Ihr starbet selbst mit frohem Muth, Besiegeltet mit eurem Blut isfors Die Wahrheit eurer Botschaft! In alle Welt ging aus der Schall Bis an der Erde Enden; Man sah die Herzen überall Sich zum Erlöser wenden. Es schwand des alten Irrthums Nacht, Zertrümmert fiel des Lasters Macht, Und Heil und Segen blüh'ten. Noch dauert dieser Segen fort, Noch hat der Herr Verehrer; Noch jezt erschallt an uns sein Wort, Noch sendet er uns Lehrer, Die uns an der Apostel Statt, Mit Muth und Kraft, mit Wort und That Den Pfad des Heiles führen. Erleuchte mich, Herr! daß ich gern Der Wahrheit Worte höre, Und in der Wahrheit Dich den Herrn, Und Deine Boten ehre! Fern sey von mir der Frevel, Gott! 15** - 346- Durch Undank, sie durch Haß und Spott Und Laster, zu betrüben! O! stärke mich, daß ich Dir treu In Glauben, Hoffnung, Liebe, Und reich an guten Werken sey, Und Deinen Willen übe! Dann führst Du mich einst auch zugleich Mit den Aposteln in Dein Reich, Das sie der Welt verkündet! Am Tage der heiligen Märtyrer. ,, Und ich sah eine große unzählbare Schaar aus allen Geschlechtern, Völkern und Bungen; sie standen vor dem Angesichte des Lammes, waren angethan mit weißen Kleidern, und hatten Palmen in ihren Händen. Dieß sind jene, welche aus großer Trübfal gekommen sind, und ihre Kleider gewaschen und weiß gemacht haben im Blute des Lammes." Offenb. Joh. 7, 9. Dulden, kämpfen, überwinden und ghoil Muß, wer nach der Krone ringt; Ernstvoll ist der Kampf der Sünden, majk Nur wer überwindet, singt An dem Ziele Siegeslieder; Er nur schaut mit Wonne nieder Auf des heißen Streits Gefahr, G. In der seine Seele war. Jesus Christus, überwunden Haben Deine Märtyrer! Banger waren jene Stunden Ihres Kampf's, sie stritten mehr, any dam - 347Als ich jemals streiten werde; Denn Dein Heiligthum die Erde, plo Deine Kirche, Gottmensch! ruht, Trieft nicht mehr von Christenblut. - em Ueberwunden, überwunden Haben sie im heißen Streit, Todesschrecken, Blut und Wunden, Alle Schmach der Grausamkeit, Konnten, Jesus! Deine Zeugen, Deine Heiligen nicht beugen. Standhaft in dem blut'gen Tod Kamen sie zu Dir, o Gott! USADYSTENGING sopiliod 015 Aurign d michong sug Was sind diese kurze Leiden und doruč Gegen jene Ewigkeit? du not Was ist gegen jene Freudenstan confir Hier des Augenblickes Streit? Gott! wir wollen uns bereiten, Daß auch wir die Kron' erstreiten! Gib uns, Vater! Dein Gedeih'n, Dein Daß wir ewig Dein uns freu'n! Gebet am Fefte eines hl. Bischofes oder pilichriftlichen Bekenners. 150 out t Wir bitten Dich, o Herr! erhöre unser Gebet, welches wir Dir am Feste Deines heiligen Bischofs N. darbringen, und befreie uns von allen Sünden in Ansehung der Verdienste desjenigen, der ein Dir wohlgefälliges Leben zu führen, die Gnade erlangt me 348 - hat; durch unsern Herrn Jesum Christum, Deinen Sohn, der mit Dir lebt und regiert in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 142 nog rdsm Schin Am Feste einer Jungfrau oder Wittwe. hamb Erhöre uns, o Gott! unser Erlöser! und verleihe, daß wir durch das Beispiel Deiner heiligen Jungfrau N.( Wittwe N.) ermuntert, immer mehr Eifer zur Andacht und Frömmigkeit erlangen, und durch deren Schutz und Fürbitte Deinem heiligen Willen nachkommen und selig werden. Durch Jesus Christus, unsern Herrn! Gebet am Feste welch' immer eines Heiligen. en die lor Joc Wie es in jedem Stande böse Menschen gibt, so finden sich auch in jedem, gute und heilige vor. Ein deutlicher Beweis, daß es eben nicht auf den Stand, sondern auf den festen Willen ankommt, um heilig zu werden. Allgütiger, wie trostvoll ist diese Wahrheit für sier aydiler mich! Zwar ist's nicht von Nöthen es in meiner Frömmigkeit so weit zu bringen, um himmlische Erscheinungen zu erhalten und Wunder zu wirken; aber - 349 - daß ich um des Guten willen meine Standespflichten redlich erfülle, nach Möglichkeit Gutes stifte und dabei Selbstüberwindung und Vervollkommnung ausübe, daß ich gerecht und liebevoll gegen meinen Nächsten, daß ich keusch und mäßig, sanftmüthig, demüthig, are beitsam und geduldig im Leiden werde, dieß macht die wahre Heiligkeit aus, diese Tugenden kann ich mir, wenn ich nur will, gar wohl erwerben. Solchermaßen handeltest du, o heiliger N.! und hast mir darin die schönsten und bewunderungswürdigsten Beispiele hinterlassen. O, möcht' ich selbe doch nachahmen und das mir vom Herrn gegebene Talent ferner nicht vergraben, noch verschwenden, sondern es, wie du, zu meiner Heiligung und Rechtfertigung bestmöglichst verwenden! Dieß ist mein innigster Wunsch; bitte für mich), o heiliger N.! daß derselbe erfüllt werde, und ich so, während ich vor Allem das Reich Gottes suche, das erlange, was mir wahrhaft frommt zeitlich und ewig, durch Jesum unsern Herrn! Amen. Show ters Am Festtage aller Heiligen. Lobet Gott in seinen Heiligen. Psalm 150. Nach des Himmels fernen Höhen Wendet sich der Blick empor; Mit des Geistes Augen sehen Wir der Heil'gen Chor, Die im weiten Himmelskreise Nahe an der Gottheit Thron, - 350 Nach des Lebens Pilgerreise and isibili ed Dort empfangen ihren Lohn. - Viel, ach! haben sie gelitten Einst im dunkeln Erdenthal, home chi Bod Must di 200 Rühmlich mit sich selbst gestritten, sid the Drohte ihnen Sündenfall.edu mailad Doch der Erde Glanz versinket, ledetr Muthig! denn in jedem Streit, hinnegr Euch die ew'ge Palme winket, Die des Vaters Liebe beut. im the Bod bilde Wie die Märterkrone schmücket, and dan m Herrlich der Verklärten Schaar, ng ibin Deren Glaube nie berücket he Selbst bei Todesfoltern war.com gilid im Für den Herrn, der sie belehret, ipi joi Scheuen sie die Martern nicht; and Jezt vom Himmelsglanz verkläret-- Audi Schauen sie sein Angesicht. en spanis Fromme Helden! ich verehree dand puts Euern unerschrocknen Muth, Denn für unsers Meisters Lehre Gabt ihr willig euer Blut. mie Und nach Eurem Beispiel streben Will ich an des Glaubens Stab, Gern mein Blut für Ihn auch geben, Der sein Leben für mich gab. Ha! mein Auge sieht entzücket, Dort im reinsten Himmelsglanz id nised sid 102 351 Frommer Jungfrau'n Schaar geschmucket Mit dem unbefleckten Kranz! In der Hand den Lilienstengel, In dem Blicke Seligkeit! Ja, dieß sind der Erde Engel, Von der Erde nicht entweiht. Fromme Jungfrau'n, euch zu gleichen, Meine Unschuld fromm und rein Nie durch Sünde zu verscheuchen, Soll stets mein Bestreben seyn. Ihr verklärten Himmelsbräute, Möget ihr mir Schuß erflehn! 3 Möge ich in jedem Streiter in Stets auf euer Beispiel seh'n! Heil'ge Strahlen dort verklärend Die erwarben Gottes Huld, Die mit heißen, frommen Zähren Büßten manche schwere Schuld. Seht mit namenloser Reue Löschten sie die Sünde dann, Und der Vater nahm auf's Neue der Bater Sie zu seinen Kindern an. Heil'ge! die auch einst gewandelt d Auf der Sünde breiter Bahn, dn und Die ihr auch einst schwach gehandelt, amigo Blickt mich mild und gütig an. Fleht zu Gott, daß in die Herzen Sende uns der Sünden Reu'; 150 - 352- Daß beim Anblick unsrer Schmerzen Gott mit uns verföhnet sey! te O! ihr fel'gen Geister alle und# 2 In des Himmels fernen Höh'n, Vor der Sünde schwerem Falle B Schüßet mich durch euer Fleh'n. Ach! ihr habt ja auch gerungen or Mit dem Feind, der uns verführt, Wißt, wie schwer er oft bezwungen In dem schwachen Herzen wird! sheltusz, rif Darum will ich mit Vertrauen Und mit frommer Zuversicht, Hin auf euer Beispiel schauen, Hoffend, ihr verlaß't mich nicht. Helft, daß euer Erdenwallen, Eure gottergeb'ne Treu, s Wenn des Jenseits Schleier fallen, Trost mir und nie Vorwurf sey! Kurze Litaney zu allen Heiligen. Herr, erbarme Dich unser! Christus, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christus, erhöre uns! ab Gott Vater im Himmel; erbarme Dich unser! Gott Sohn, Du Erlöser der Welt; erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist; erbarme Dich unser! at twe due si siG. - 353 - Heiligste Dreifaltigkeit ein einiger Gott; erbarme Dich unser! Heilige Maria; bitt für uns. Heilige Gottesgebärerin; bitt für uns. Heiligste Jungfrau aller Jungfrauen; bitt für uns. Heiliger Michael, Raphael und Gabriel, Alle heiligen Engel und Erzengel, Alle hl. Chöre der seligen Geister, Alle hl. Patriarchen und Propheten, in Heiliger Johannes der Täufer und hl. Joseph, Alle hl. Apostel und Evangelisten, in Alle hl. Jünger des Herrn, findist Alle hl. unschuldigen Kinder, men Q Alle hl. Märtyrer, 01 Gris 94 Alle hl. christlichen Bekenner, Alle hl. Büßer und Büßerinnen, Alle hl. Bischöfe, Mönche und Einsiedler, nece Alle hl. Kirchenlehrer, 47900 90 Alle hl. Jungfrauen und Wittfrauen, Alle Heilige Gottes! SEKS id haud stig Sey uns gnädig! verschone uns, o Herr! Von allem Uebel; erlöse uns, o Herr! Von aller Sünde; erlöse uns, o Herr! Vom ewigen Verderben, an#C Von bösen Menschen, bösen Zungen, Von allen Nachstellungen der bösen Geister; Von Zorn, Haß und allem bösen Willen, Vom Geiste der Unkeuschheit, Mam? C Von Pest, Hunger und Noth, Von allem Schaden an Leib und Seele, R € 10 10 # 0 Bittet für uns! Erlöse uns, o Herr! 354 - Durch Deine hl. Menschwerdung und Geburt, Durch Dein Leiden und Deinen Tod, Fys Durch Deine glorreiche Auferstehung und Him melfahrt, ist dori C Durch die Sendung des hl. Geistes, ou In der Todesstunde und am Gerichtstage! Wir arme Sünder! Daß Du uns verschonest, Daß Du uns die Sünden verzeihest, Daß Du uns zur wahren Buße bringest, Daß Du uns die Gnade des heiligen Geistes verleihest, spild Daß Du uns Deinen Frieden gebest, ubin 14. Daß Du die geistliche und weltliche Obrigkeit im Guten erhaltest, Daß Du uns immer mehr im Glauben, in der Hoffnung und Liebe stärkest, Daß Du unsere Freunde und Feinde segnest, d Daß Du unsere Gutthäter mit ewigen Gütern belohnest, atto spilisé Daß Du uns Alle durch die Verdienste Jesu und durch die Fürbitte Deiner Heiligen selig machest, O Du Lamm Gottes 2c. O Du Lamm Gottes 2c. O Du Lamm Gottes 2c. Vater unser 2. nd mallo dny 302 Erlöse uns, o Herr! 19 Daß Du auch den armen Seelen im Fegfeuer die ewige Ruhe verleihen wollest, Daß Du uns erhören wolleft; wir bitten Dich, er höre uns! burmistoni Wir bitten Dich, erhöre uns! 08 noc all and spit moll to 35518 est - sind real der Gebet. im Wir bitten Dich, o Herr! Du wollest uns durch die Verehrung Deiner Heiligen und durch deren Fürbitte begnadigen, und nach Deinem heiligsten Willen uns verleihen die Güter des Leibes und der Seele, durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen.int Anmerkung. Die Andachtsübungen für den Allerſeelentag sind am Schluße des Buches aufzusuchen und zu gebrauchen. the Neunter Abschnitt. a Tägliche Gebete und Betrachtungen für Junge und Alte, besonders aber für Kranke, Sterbende, dann Andachten für Verstorbene. Von dem Tode. ving u a coral and thino ,, Gedenk', o Mensch! bei Allem, was du thuft, an deine lezten Dinge, so wirst du ewiglich nicht fündigen." Sirach. O Mensch! bedenk', du bist aus Staub, Dein Leib wird einst der Würmer Raub, Sieh, dieß dein moderndes Gebein Deckt bald vielleicht der Leichenstein. D'rum spiele nicht mit Tod und Gruft, Bergiß nicht, wessen Stimme tuft, Wenn irgend dir ein Gnadenschein Wohlmeinend räth: Thu' Bus' bleib' rein!" 119 - draud 11 - 356- Bald wird es mit dir bier vorbei seyn! Bedenke, wo du die erste Nacht in der Ewigkeit herbergen wirst! Wenige werden Deiner gedenken!- Gott gebe ihm( ihr) die ewige Ruhe! werden die Bessern spre= chen, und nach wenigen Tagen bist auch du ihrem Andenken entschwunden. Ach! wie deutlich wirst du in jener lezten Stunde die Eitelkeit aller Dinge dieser Welt erkennen! wie schmerzlich den Verlust der Zeit betrauern, wo du dir Schäße für die Ewigkeit fammeln konntest, und die dann unwiederbringlich verloren ist! Unter Thränen werden deine Theuren von dir scheiden, aber ach! kein Freund wird dich vor den Richterstuhl des Allerhöchsten begleiten, dem alle deine geheimsten Gedanken kund sind. Sterblicher! o, erbarme dich deiner eigenen Seele, so lange es noch Zeit ist! Habe deine lezte Stunde immer vor Augen; denn gewiß ist's, daß du sterben mußt, und zwar weit eher, als du es denkest und vermuthest. Wie Viele versprachen sich ein hohes Alter und wurden in der Blüthe ihrer Jahre aus dem Leben abgerufen! Wie oft machte eine unvermuthete Krankheit dem stärksten Menschen ein Ende! Wie Viele hast du selbst gekannt, die ein plößlicher Schlagfluß tödtete und von wie Vielen hast Du gehört, daß sie durch einen unerwarteten Zufall hinweggerafft wurden! Wahrlich, so gebrechlich ist der Leib, so vielen tödtlichen Zufällen dieß sterbliche Leben preisgegeben, daß Niemand sich Einen Tag mit Sicherheit verheißen kann. Und was würde dir in der lezten Stunde auch das längste Leben müßzen! Ach! ein langes Leben vergrößert oft nur die Schuld und erschwert die Rechen 357 schaft! Was nüzt es nun jenen reichen Prasser, daß er ein hohes Alter erreichte, in feine Leinwand und in Purpur gekleidet war; sein ganzes Leben hindurch in großem Ansehen und in Würden stand, unermeßlichen Reichthum besaß, und unaufhörlich in Wollüsten schwelgte? Ach! noch ruft er aus und wird es in alle Ewigkeit ausrufen.« Ich werde gepeiniget in die ser Flamme!>> Und was schadet es dem armen Lazarus, daß ev fromm lebte und sein schweres Elend auf dieser Erde geduldig ertrug! Längst sind seine Leiden vergessen, und ewig erfreut er sich nun in den himmlischen Wone nen der Seligkeit! Laß dich nicht irre machen von dem eiteln Gerede der Welt und dem Rausche sinnlicher Freuden der Weltkinder, die den Gedanken an den Tod so fern von sich verbannen, als ob er nie ein Recht auf sie hätte!« Sie aßen und tranken, und waren guter Dinge,» spricht die Schrift,« und fuhren plötzlich zur Hölle hinab; denn wie ein Dieb in der Nacht, zur Stunde, die Niemand vermuthet, wird der Sohn des Menschen kommen.» Darum halte dich für einen Pilger und Fremdling auf dieser Welt; sey jezt schon bereit, deinem Herrn entgegen zu kommen, sondere jezt schon dein Herz von allen vergänglichen und vorübergehenden Dingen, die du auf alle Fälle verlassen mußt, und sammle dir himmlische Schäße und Vergnügungen. Wie glücklich und weise ist, wer jezt schon sein Leben dergestalt ordnet, wie er wünscht, daß der Tod es finde.- Ach! es wird eine Zeit kommen, wo du nach Einem Tage oder auch nur nach Einer Stunde - 358 - zur Besserung dich sehnen wirst, doch, dein Wunsch wird vergebens und keine Zeit wird mehr für dich feyn. id dol me m Vertraue nicht dein Heil einer Zukunft, die du vielleicht nicht erlebst. Boll ist die Hölle von solchen, spricht ein heiliger Vater, die den guten Willen hatten, in Zukunft Buße zu wirken, aber in ihrer Unbuffer= tigkeit vom Tode überrascht wurden. Wie weit besser und sicherer ist es, bei Zeiten sich vorzusehen und Gutes vorauszusenden, als seine Besserung auf ein ungewisses Alter zu verschieben! Jezt ist die Zeit überaus kostbar; jezt sind die Tage des Heiles vorhanden, benüße daher diese Zeit. O Geliebtester! ruft der fromme Thomas von Kempis aus, aus wie großer Angst und Gefahr kannst du dich retten, wenn du jezt schon dich befleißest, so zu leben, daß du in der Todesstunde vielmehr dich erfreuen als zittern mögest. Lerne jezt der Welt schon absterben, daß du dann anfangest, mit Christo zu leben! Lerne jezt Alles verachten, daß du dann frei zum Himmel aufschweben kannst! Du haft hier keine bleibende Stätte! Darum bewahre dein Herz frei von Sünden, gib es Gott hin, erhebe deine Seele zu den ewigen Wohnungen! Dorthin richte dein Gebet, deine täglichen Seufzer und Thränen, daß deine Seele gewürdiget werde nach dem Tode selig zum Herrn überzugehen! Gebet.$ 45 Durchdringe mein Herz mit Deiner Furcht, o Gott! daß ich den lezten Augenblick meines Lebens immerdar vor Augen habe, der über meine ewige Se ligkeit oder über meine ewige Verdammniß entscheidet. - 359- Deine heilige Gnade sey bei mir und lehre mich, rein vor Deinen Augen wandeln, und erscheint die Stunde, die mich aus diesem Leben ruft, dann, o mein Erlöser! gedenke, daß Du am Kreuze gestorben bist, mir ewiges Leben zu erwerben, und laß Dein kostbares Blut nicht an mir verloren seyn; ja, wasche damit meine Seele rein von den Fehlern dieser Sterblichkeit und nehme fie auf in Deine Wohnungen, daß sie Deine Erbarmungen ewig preise, der Du mit dem Vater und dem heiligen Geiste lebst und regierst, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Von dem Gerichte nach dem Tode. Wenn der Gerechte kaum besteht und vor dem Gerichte zittert, wie wird es erst dem Sünder ergehen! Schämt man sich vor der Welt schon seiner be bangenen Fehler wegen, welch' eine ewige Schande, welch' ein ewiges Uebel widerfährt uns erst dann, wenn wir vor dem. Richterstuhle Gottes unserer Unbuffertigkeit wegen zur Hölle verurtheilt werden! Denke daher oft an die Dinge, die da über dich kommen, o Sünder! Bedenke, daß dieses Leben die Saatzeit, jenes ewige aber die Erndtezeit sey, und daß du einst Rechenschaft über deine geheimsten Gedanken, Worte und Werke ablegen mußt.« Gib Rechenschaft,» wird es dann heißen,« über die Sünden, welche du entweder selbst begingest, oder bei Andern veranlaßt hast; über Alle, die du nicht verhindertest, über Alle, wozu du gerathen oder gereizt hast! Gib Rechenschaft über das Gute, welches du versäumtest!» 193 ori esitt bo - 360 - - - Da wird manche Sünde aufgedeckt werden, die du bisher mit tiefer Nacht bedecktest, oder die du nicht einmal für eine Sünde halten wolltest. eun din sid TiO! bekenne daher jezt schon reumüthigst und aufrichtig dem Priester Gottes deine Sünden, leiste bestmöglichst Genugthuung hiefür und fündige fortan nicht mehr, denn es ist erschrecklich, in die Hände des unendlich gerechten Richters als unbußfertiger Sünder zu gerarhen. Ach, was fürchtest du, wenn nicht jenen Tag des Gerichtes! woran denkest du, wenn nicht an ihn!? Gebet. Herr! Deine Gerichte erdonnern über mir und Angst durchrieselt mein Gebein, wenn ich des Tages gedenke, an dem ich vor Dir erscheinen soll! Wie werde ich Dir, o Allwissender! vor dem nichts ver borgen bleibt, da antworten, wie mich vertheidigen! OKönig der Glorie! o Gott der Gerechtigkeit und der Erbarmungen! erbarme Dich meiner, errette mich und mache mich selig! sumabile mad se siet in Gedenke nicht mehr meiner Sünden, sondern daß ich Dich doch auch geliebet und aufgesucht habe, und daß auch für mich das Blut Deines Sohnes Jefu geflossen ist! Wasche mich rein, o Herr! und stoß mich nicht hinab zu den Verdammten. Verleihe mir, mein Leben so von nun an nach Deinem Wohlgefallen einzurichten, daß ich nach meinem Tode das Urtheil vernehme:« Gehe ein, du getreuer Knecht, in die Freude Deines Herrn! Amen. Als fernere Betrachtung über das jüngste Gericht kann auch das Dies irae bei dem Seelenamte benuzt werden. -361Von der Hölle. Es ist eine unfehlbare Glaubenswahrheit, daß es eine Hölle gibt, das heißt, einen Ort der Strafen für die Sünder, die dies Leben verließen, ohne ihr Sünden zu bereuen. Wie schrecklich dieser Ort sey, läßt sich aus den Ausdrücken der Schrift absehen, die ihn einen Feuerofen ohne Luft und Deffnung nennt, wo das Feuer unaufhörlich brennt, und die Unglückfeligen, die der ewige Fluch traf, gleich feurigen Bränden glühen. Mancher wird zwar sagen, Gott ist die Liebe selbst, er fann unmöglich mit seinen Geschöpfen je so unbarmherzig verfahren. Doch höre diese falsche Stimme nicht an, denn Gott kann eben, weil er die reinste Liebe ist, nicht das lieben und je zu sich nehmen, was unrein und seiner ganz unwürdig ist. Schrecklich wird einst solchen, die Gott nur wie einen Menschen betrachten, aber seine unendliche Majestät und Gerechtigkeitsliebe nicht mit seiner Barmherzigkeit in gleiche Betrachtung ziehen, und die nur der SinnenLust fröhnen,- ihr Erwachen seyn. Wie unendlich aber Gott seine Gerechtigkeit liebt, und nothwendig lieben muß, zeigt uns Golgatha, wo ein Gottmensch für die Sünde blutete. Und eben dieser Berg zeigt uns auch Gottes unendliche Liebe, die nicht darin besteht, daß er alle Laster und Verbrechen allgemein und ewig ertrage, wodurch seine allerhöchste Heiligkeit in ohnmächtige Schwäche, Blindheit und Gleichgültigkeit herabsänke, sondern daß Er, nach seinem väterlichen Willen, die Sünder mit namenloser Geduld erträgt, sie durch alle Mittel seiner Vorsehung, durch liebevolle und mächtige Einflößungen zur Bekehrung Erhebungen. Vierte Auflage. 16 - - - 362- ruft, drängt, langmüthig erwartet, so lange ihre Prüfungszeit dauert, und ihnen als ein liebreicher Vater verzeiht, sobald sie zu seiner Barmherzigkeit fliehen. Gebet. Sey gepriesen, o Vater der Erbarmungen! der Du mich vor diesem Abgrund des ewigen Todes bewahrtest, der längst mein Aufenthalt wäre, wenn Du nach Gerechtigkeit mich hättest richten wollen. Ewig, o mein Gott! will ich Deine Barmherzigkeit preisen und die noch übrige Zeit meines Lebens darauf vers wenden, meine Sünden in Bitterfeit meines Herzens vor Dir zu beweinen, alles Unrecht zu ersetzen und ein frommes bußfertiges Leben zu führen. Fliehen will ich die Sünde mehr, denn alle Uebel dieser Welt, da sie Deine göttliche Liebe zu unendlichen Strafen zwingt, und selbst Dein eingeborner Sohn am Kreuze sterben mußte um sie zu fühnen. Mit Danksagung will ich jedes Leiden aus Deiner Vaterhand annehmen, das Du für meine Vergehungen über mich anordnen willst, denn wahrlich, oftmals hätte ich die Hölle verschuldet, und gering ist ja jedes Leiden dieser Welt gegen die ewige Strafe, die ich verdiente.- Erbarme Dich meiner, o Gott! und segne meine Vorsätze, daß ich einst den Schafen Deiner Heerde beigezählt und des ewigen Lebens würdig werde! Amen. di Von dem Himmel. Betrachtungen über den Himmel, siehe: Himmelfahrt Christi ze. 301 365- Laß mich tragen alle meine Schmerzen, Mit dem Hinblick auf den Hoffnungsstern! Glaube, du bleibst fest in meinem Herzen, Du, und mein Vertrauen auf den Herrn. Jesus! ach, was mußtest Du nicht dulden, Und wer hatte größ're Leiden- wer? Kann bei mir nicht eigenes Verschulden Meiner Schmerzen Ursach' seyn o Herr?! Segne, Gott! die, so mich treulich pflegen, Voll von Mitleid- sorgend Nacht und Tag: Die im Herzen Ungeduld nie hegen, Liebevoll ertragen jede Plag'! Warum fann ich denn allein nicht leiden, Und muß andern hier zur Plage seyn? Warum will die Seele denn nicht scheiden, Von dem Leib- der da ist voller Pein? Vater! o verzeihe doch dem Armen, Der hier auf dem Krankenbette liegt! Hab' mit meiner Schwachheit doch Erbarmen, Daß mein Wille sich nach Deinem fügt! Ja, ich will geduldig leiden schmachten! Deine Gnade ist ja auch für mich. Jesus! laß Dein Leiden mich betrachten, Großer Dulder! laß mich schau'n auf Dich. Körperleiden soll'n die Seele läutern, Denn sie kommen ja, o Gott! von Dir. Sollen meinen trüben Geist erheitern - - - - - Und zur Besserung mich führen hier. Du bist es der Schmerz uns schickt und Leiden, Soll ich tragen nicht, was von Dir kommt! Dir allein ist es bekannt, ob Freuden, - 366 - Oder ob mir Gram und Unglück frommt. Darum will ich auch geduldig tragen, Was Du über mich verhänget hast; Will nicht murren, oder gar verzagen, Sondern standhaft seyn bei meiner Last. Vater! wenn ich auch nicht mehr gesunde, Soll es so wie Du willst, mit mir seyn: Dein bin ich- und naht die lezte Stunde, O! so führe mich in Himmel ein! -- Abend. Wieder ist ein Tag dahin geschwunden, Und nur Leiden hat er mir gebracht. Wie so träge floßen seine Stunden, Und an sie reih't sich die lange Nacht. Ach! was hab ich heute ausgestanden, Welche Schmerzen, welche bitt're Pein! Löse doch, o Gott! die Lebensbanden! Laß doch diese Nacht die lezte seyn! Wenn ich nur allein zur Last mir wäre, O, da wollte ich zufrieden seyn; Aber, ach! es fließt so manche Zähre Im Verborgenen gewein't allein; Ja, die Freundschaft und die treue Liebe Und die Sorge, die da nimmer ruht, Zeigen durch den schönsten aller Triebe, Durch die«< Krankenpflege« ihren Muth; Wie so thätig diese Liebe waltet, Ohne Mißmuth stets mit gleicher Treu', Wie die Freundschaft nimmer mehr erfaltet, Und sich täglich wiederholet neu. - - 1 367- Dennoch bin ich oft so ungeduldig, Had're immer- o! ich weiß es wohl; Bin an vielen Uebeln selber schuldig, Und doch murr' ich- wo ich dulden soll. Ach! was ist der Mensch, der Sohn der Erde, Der da rechten will mit seinem Herrn? Vater, wenn ich lau im Guten werde, Halte Deine Hilfe mir nicht fern! Lehr' als Christ mich jede Noth ertragen, Stärke mich in meiner Leidenszeit! Ja, verschwinden sollen alle meine Klagen Bei dem Hinblick auf die Ewigkeit. Mir zur Beff'rung sollen meine Leiden Hier gereichen so will es mein Gott! Darum will ich jede Klage meiden, Gott ergeben seyn in Noth und Tod. Geht doch jede Trübsal hier zu Ende, Darum will ich auch getröstet seyn. Vater! ich ergebe mich in Deine Hände, Bricht auch diese Nacht der Tod herein. Dankgebet nach überstandener Krankheit. Gnädiger Eott!- mildreicher Vater! durch Deine ewige Barmherzigkeit habe ich nun mein Krankenbett verlassen, und bewege mich jezt wieder froh und freudig mit neu gestärkten Kräften. Speise und Getränke gedeihen mir, und ich fühle, daß ich wohl bin. D! welch' eine köstliche, unschätzbare Perle ist die Gesundheit, die von so Vielen auf eine unbegreiflich leichtsinnige Weise in den Schlamm der Schwelgerei gewor= fen wird. Erst in der Krankheit lernt der Mensch - - 368- - den unschäßbaren Werth der Gesundheit recht erken nen. Wie eckelte mich nicht Alles an, was ich jezt stärkend und schmackhaft finde. Wie empörte sich nicht oft meine blose Einbildungskraft nur gegen den leeren Gedanken an gewisse Speisen und Getränke, die mir nun wieder einen angenehmen Genuß gewähren! Freudig sehe ich das Licht des Tages herannahen, welches mich lange Zeit nur auf dem Schmerzenlager begrüßte, und fröhlich sehe ich der Nacht entgegen, die mich nun jezt mit süßer Ruhe beglückt, und die ich, Gottlob! nicht mehr schmerzvoll durchseufzen darf. Welchen Dank bin ich Dir, Du lieber Gott! für dies ses Glück schuldig! Nimm hin den heißesten Dank aus tief gerührter Seele, Du mein Herr und Gott! O, wie will ich mich jezt von Allem enthalten, was zerstörend auf meine nun wieder erlangte Gesundheit einwirken kann! Hüten will ich mich vor dem Uebergenusse der Speisen und Getränke, vor allen Leidenschaften, die übeln Einfluß auf die Gesundheit haben. Bater! Du ließest Kräuter wachsen zur Heilung für die Kranken, welche der denkende Arzt weislich zu be nützen weiß. Dank Dir dafür, Du Gütiger! Gib Segen dem Arzte für seine Mühe und Sorgfalt, die er bei Leidenden so schön an den Tag legt, und der durch Deinen Beistand und Deine Mitwirkung mich wieder gesund gemacht hat; auch bitte ich Dich um Segen für diejenigen, die mich so treulich, fo sanft und unverdrossen gepflegt haben, und bewahre sie Alle vor gleichen Leiden. Wie elend lag ich da- und wie fröhlich bin ich nun jezt wieder! Dieses und Alles, was ich Gutes habe, verdanke ich Deiner - - 369 Barmherzigkeit, Du Gott der Liebe!- Stehe mir ferner bei mit Deiner Gnade, laß' mich, Deinem heiligen Willen gemäß, meine mir noch ferner gegönnte Lebenszeit ganz christlich zubringen, und mich noch viel Gutes stiften auf Erden, bewahre mich ferner vor allem Uebel und sey allezeit mir und allen Menschen cin Gott der Gnade, ein Vater der Erbarmungen! Amen. Gebete für schwer Kranke und Zusprüche für Sterbende. Wenn das Ende nahet und die Kräfte schwinden. Bitte Gott! ich fühle es, daß meine Kräfte abnehmen- nicht mehr lange und es wird überstanden seyn! Du kommst, mich heimzurufen. Dank sey Dir, o mein Gott! Nun stehe mir bei, verlaß' mich nicht in der lezten Stunde meines Lebens!- Gott, sey mein Gott! Vater, sey mein Vater! Verstoß' nicht Dein Kind, das in großem Leiden ist! Sieh' nicht auf meine Unwürdigkeit, sondern auf Dein Erbarmen! Sich' nicht auf meine Sünden, sondern auf meine Noth! Sieh' meinen Glauben an, meine innige Liebe zu Dir und mein kindliches Vertrauen! Suche mich heim mit Deinen Tröstungen, und laß mich die Worte hören:« Heute wirst du bei mir seyn in meines Vaters Reich.»> Versöhnung. Vater! gefündiget habe ich. Ich erkenne meine 16** 370 - Sünden; sie schweben mir immer mehr vor Augen. Aber Deine Erbarmung, o Gott und Vater! hat mir die Sünde vergeben; die Gnade Christi hat mich von den Sünden geheilet; die Kraft des heiligen Geistes hat mich wider alle Anfälle der Sünde bewaffnet. Darum lobe den Herrn, meine Seele, und Alles, was an mir ist, preise seinen Namen! Er schont un= serer Missethaten, und heilet unsere Gebrechen. - Ergebung und Geduld. « Vater! daß doch diese bittere Stunde vorüber seyn dieser Kelch vor mir vorübergehen möchte!- Doch nicht wie ich will, sondern wie Du willst.» So betetest Du, bis zum Blutschweiß geängstigter Jesus! So bete auch ich zu Dir:« Herr, Dein Wille geschehe!»> Kurz währt das Leben, ewig die Freude! Ich opfere Dir meine Leiden und Schmerzen auf. Du thust nur wehe, um wohl zu thun. Dem Gottliebenden dient Alles zum Besten. Du rufft mir, Herr! Sieh', ich komme, Deinen Willen zu vollziehen. Glaube, Hoffnung und Liebe. Vater! ich glaube an Dich, Du ewige Wahrheit. Vermehre meinen Glauben! Bater! ich hoffe auf Dich, Du unendliche Barmherzigkeit. Du läsfest mich nicht zu Schanden werden. Bater! ich liebe Dich, Du allerhöchstes Eut. Weder Leben noch Zod soll mich von Dir scheiden. Auch liebe ich alle Menschen aus Liebe zu Dir. - - - Ich verzeihe von Herzen allen meinen Beleidigern. Verzeihe auch mir, mein Vater! - 371Hinblick auf Jesu Leiden. Ich ruhe hier auf einem sanften Lager mein Erlöser hing mit durchbohrten, ausgestreckten Armen, zerfleischt am ganzen Leibe zwischen Himmel und Erde am Kreuze. fung Ich fühle den Schmerz meiner allmähligen Auflö Er litt die Martern eines gewaltsamen Todes. Ich bin umgeben von den Meinigen, die mit mir leiden. Er war verlassen und verspottet. Jesus war der Sohn Gottes- ich bin blos ein Mensch. Er litt unschuldig ich für meine Sünden. Jesus duldete einen schrecklichen Leidenskampf, und rang mehrere Stunden unter unsäglichen Qualen mit dem Tode; dennoch nahm es ein Ende. So kommt für mich das Ende, da ich mit Ihm spreche:« Es ist vollbracht!» - - - - - Jesus fand vom Kreuze den Weg zum Throne der Gottheit; ich werde an seiner Hand den Weg zu meines Vaters Hause wohl auch finden. Herr! laß' Dein Leiden und Sterben an mir nicht verloren seyn, und nehme mich auf unter die Zahl Deiner Auserwählten. Beim Anblicke des Bildes des Gekreuzigten. Wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhte, so mußtest auch Du erhöhet werden, damit Jeder, der an Dich glaubt, nicht verloren gehe, sondern das ewige Leben habe. Herr, ich glaube; laß mich nun die Herr lichkeit Gottes sehen! - 372- Maria unter dem Kreuze Jesu. Maria war die nächste am Kreuze Jesu, jezt ist sie die nächste an seinem Zhrone. Ein Schwert durchdrang ihre Seele; nun ist ihre Seligkeit unaussprechlich, und sie ist mit Herrlichkeit gekrönet. Sie weiß es, wie es den Leidenden um das Herz ist, und bittet für alle Leidende. Bitte auch für mich! Die lezten sieben Worte: Vater! verzeihe Allen, die mich beleidigt haben. Auch ich verzeihe Allen, daß Gott mir verzeihe. Maria, Mutter Jesu! Sieh' hier deinen Sohn. Sey meine Mutter, und nimm mich an als dein Kind! - Heute noch, so hoffe ich von Deiner Erbarmung, o Jesu!- werde ich bei Dir und allen Seligen im Paradiese seyn. Mich dürftet nach Dir, Du Quelle der Gerechtigfeit, der Liebe und des ewigen Lebens! Mein Gott! mein Gott! verlaß' mich nicht! Vater, in Deine Hände empfehle ich meinen Geist! Es ist vollbracht! Sterbekerze. N. Nehme hin dieses brennende Licht! Es sey dir Vorbild dessen, was Jesus dir als Licht der Welt ist, und wie du ihm entgegen eilen sollst- mit brennender Liebe! Herr, Jesus Christus! Du erleuchtest Jeden, der in die Welt kommt. Erleuchte nun auch mich, da ich aus der Welt trete, und laß' das Feuer der Liebe in mir nicht erlöschen! - 373 - Sehnsucht, Wünsche und Bitten. Dopp Ich verlange aufgelöst und bei Christus zu seyn. Nun laffest Du Deinen Diener, o Herr! nach Deinem Wort hinscheiden im Frieden. Herr Jesu! nehme meinen Geist auf! Meine Seele dürstet nach Dir. Wann werde ich vor Deinem Angesichte erscheinen? Sende Dein Licht; führe mich zu Deiner heiligen Wohnung! Maria, Mutter Gottes! Du Mutter der Gnaden, Du Mutter der Barmherzigkeit, bitte für mich armen Sünder jezt in der Stunde meines Absterbens! Oheiliger Schutzengel, stehe mir bei! Heiliger Joseph, heiliger Namenspatron und alle Heiligen Gottes, bittet für mich! Jesus! Dir lebe ich; Jesus! Dir sterbe ich; Jesus! Dein bin ich todt und lebendig. Komm, Komm, o Herr Jesus! ach, komm! Wenn der Kranke in den lezten Zügen liegt. Gehe, christliche Seele, aus dieser gebrechlichen Hütte im Namen des allmächtigen Gottes- des Vaters, der dich erschaffen hat; im Namen Jesu Christi, des Sohnes des lebendigen Gottes, der für dich gestorben ist; im Namen des heiligen Geistes, der, in dir ausgegossen, dich zu seinem Heiligthum eingeweiht hat. Alle Engel und alle Heiligen Gottes N. N. freuen sich Deiner Aufnahme in ihre Gesellschaft. Heute noch werde Friede dir, heute noch werde dir eine Wohnstätte zu Theil im Hause des Vaters, durch Jesus Christus, unsern Herrn. Gott, Du Güte selber, Du 374 - tilgest nach der Fülle Deiner Erbarmungen alle Sünden, die ein reuevolles Herz verabscheuet! Siehe auf diesen Deinen Diener( Deine Dienerin) mit einem Blick, der lauter Gnade und Erbarmung ist, herab, und erhöre sein( ihr) gläubiges Flehen um Nachlassung aller Sünden. Erneuere, ergänze, mache wieder gut, was in ihm ( ihr) die Schwäche der menschlichen Natur verdorben, oder die Macht der Hölle zerrüttet hat, und knüpfe ihn( sie) als ein heiliges Glied an dem heiligen Leibe Deiner Erlösten ewig fest. Erhör' sein Seufzen, trockne seine Thränen! Ich empfehle dich, lieber Bruder( liebe Schwester), dem allmächtigen Gott, deffen Geschöpf du bist. Dem allmächtigen Gott übergebe ich dich, damit du, wenn die Schuld der menschlichen Natur bezahlt seyn wird, geraden Weges zu dem zurückkehren mögest, dessen Gebilde du bist. Ich empfehle dich, lieber Bruder( liebe Schwester), unserm Herrn und Heilande Jesus Christus, der sich für uns Sünder in den Tod hingegeben hat. Mild und voll Gnade erscheine dir sein Antlitz! Er selbst löse dir ab das Band des Leibes! Er sey dein Licht in der Nacht der Sterbestunde! Er sey dein Leben in der lezten Ohnmacht, welche die Welt« Tod» nennt. Er sey deine ganze Hilfe, während dich alle sichtbare Hilfe verläßt. - Beim Austritte aus dem Leibe mögen die Engel Gottes entgegen kommen, und dich geleiten in der Ge meinschaft der heiligen Patriarchen und Propheten, der Apostel und Blutzeugen des neuen Bundes, in Gemein - schaft aller heiligen Jungfrauen und Wittfrauen, aller Bekenner Jesu Christi und aller Mitgenossen des ewigen Lebens; sie mögen dich geleiten in Gemeinschaft aller Heiligen Gottes zum Kusse des Friedens, sie mö gen dich geleiten in den Schoos der ewigen Liebe! O Jesus! sey ihm( ihr) gnädig; Jesus, Maria und Joseph stehet ihm bei! Amen. gi surmon fris - - 375- Im Augenblicke des Sterbens.uni Eilet, ihr Boten Gottes! nehmet diese Seele, die ihrer irdischen Wohnung losgewunden, nach der himmlischen sich sehnet und bringet sie vor das Antlik Gottes! - Jesus Christus, Er selbst nehme dich auf, unsterba liche Seele! Jesus, der dich auserwählet, gerufen, gerecht gemacht hat, der nehme dich auf in die ewigen Wohnungen. Er sey dir das ewige Leben! Ewige Ruhe werde dir! Ewige Freude erquicke dich! Der Herr erhöre unser Flehen! Zum Herrn komme unser Rufen! Dir, o Gott! empfehlen wir diese Seele, die nun der irdischen Hülle losgeworden ist. Laß' sie- der sinnlichen Welt abgestorben, nur Dir leben, und tilge alle die Sünden, womit sie das Erdenleben befleckt hat, und die mit ihr hinübergehen würden, wenn Du sie nicht tilgen würdest. Lösche daher, Allgütiger! aus alle ihre Mackeln nach Deinen Erbarmungen, damit sie des feligen Umganges mit Dir und mit allen Deiz nen heiligen Geistern froh werde! - - Nach dem Hinscheiden. Kommet zu Hilfe ihr Heiligen Gottes! ihr Engel 376-- des Herrn, nehmet feine( ihre) Seele, und bringet sie vor das Angesicht des Allerhöchsten! - Christus nehme dich auf, der dich berufen hat; die heiligen Engel wollen dich führen in den Schoos Abrahams; sie wollen aufnehmen deine Seele und sie bringen vor das Angesicht des Allerhöchsten! Herr! erbarme Dich seiner( ihrer). Christus! erbarme Dich seiner( ihrer). Herr! erbarme Dich seiner( ihrer). Vater unser 2c. V. Verleihe ihm( ihr), o Herr! die ewige Ruhe. R. Und das ewige Licht leuchte ihm( ihr). V. Von dem ewigen Verderben! R. Erlöse, o Herr! seine( ihre) Seele. V. Er( sie) ruhe im Frieden. R. Amen. V. Herr! erhöre mein Gebet! R. Und laß' mein Rufen zu Dir fommen.d Laffet uns beten. Dir, o Herr! empfehlen wir die Seele Deines Dieners N.( Deiner Dienerin N.), damit sie dieser Welt abgestorben nun Dir lebe; auch wollest Du ihr Alles das, was sie aus menschlicher Schwachheit im menschlichen Leben Böses gethan hat, durch Deine unendliche Barmherzigkeit gnädig verzeihen, durch Jesus Christus unsern Herrn! Amen. O Gott! dessen Eigenschaft es ist, sich allezeit zu erbarmen und zu verschonen; wir bitten Dich demüthigst, Du wolleft die Seele Deines Dieners( Deiner Dienerin), die Du jezt von dieser Welt abgerufen hast, nicht in die Hände ihrer Feinde übergeben, sondern die 4119 377- felbe durch Deine heiligen Engel aufnehmen und in das himmlische Vaterland überbringen lassen, um dort die ewige Freude und Seligkeit genießen zu können, durch Jesus Christus unsern Herrn. Amen Herr! gib ihm( ihr) die ewige Ruhe, und das ewige Licht erleuchte ihn( sie); Herr! lasse ihn( sie) ruhen im Frieden! Amen. An dem Sarge oder an dem Grabe einer geliebten Person. So bist du hingeschieden Und lächelst mir nicht mehr Rub' sanft, ach! ruh' im Frieden, Die Erd' sey dir nicht schwer. Dein Aug' wird nimmer lachen, Geschlossen ist dein Blick, Du wirst nicht mehr erwachen, Und kehrst nicht mehr zurück. So seh' ich nie dich wieder! In dunkler Erde Schoos Senft man dich stille nieder: Das ist der Menschen Loos! Doch nein, nur für dies Leben Entschwandest du dem Blick, Der Herr hat dich uns' geben, Der Herr nahm dich zurück. So schlumm're sanft, im Frieden, mai Sein Wille mög' gescheh'n! Nur hier sind wir geschieden, Und dort ist wiederseh'n. - -378- Bei Besprengung der Leiche mit Weihwasser und bei Beräucherung derselben. Gott erquicke deine Seele mit dem Thau seines himmlischen Trostes, er wasche dich rein von deinen Sünden, und erfülle deine Seele mit dem Geruche und Gefühle der himmlischen Freuden. sus si spion Bei Einsenkung der Leiche. Herr! segne diese Grabstätten und laß die Verstorbenen darin im Frieden ruhen und einst dann glorreich wieder auferstehen!-Aus Erde hast Du ihn erschaffen, mit Fleisch und Gebein ihn überzogen, Herr! erwecke ihn am jüngsten Tage zum ewigen Leben! Im Namen Gottes des Vaters. Das Zeichen unsers Erlösers, Jesu Christi+++ unsers Herrn sey über dich gemacht. Er segne dich und laffe den Strafengel über dich keine Gewalt ausüben, in Ewigkeit! Der Friede sey mit dir! 10 Gebet. Gall Herr! wir bitten Dich, sey der Seele Deines ( Deiner Dienerin) gnädig, damit sie feine SündenSchuld mehr abbüßen dürfe! Sieh, selbe hat ja doch immer getrachtet, ihren Glauben zu bewahren, auf Dich zu vertrauen und bestmöglichst Deinem heiligen Willen nachzuleben. Sie ist aber in Sünden empfangen worden und unter bösen Beispielen und vielen auch schweren Versuchungen aufgewachsen; sie konnte darum nicht immer denselben völligen Widerstand leiſten. Ersetze daher Du, o Gott! durch das Blut unsers Herrn Jesu Christi, barmherzigst das, was sie nach der Sündenschuld abzuzahlen hätte, und gleich wie sie 379- hier auf Erden durch die heilige Taufe und den Glauben ein Mitglied der rechtgläubigen katholischen Kirche gewesen ist, so wollest Du ihr durch Deine Gnade verleihen, daß sie dort im Himmel nun Mitglied der feligen Geister werden möge, durch Jesum Christum unsern Herrn! Amen. V. Ja, Herr! verleihe ihr und allen armen Seelen im Fegfeuer die ewige Ruhe. R. Und das himmlische Licht leuchte ihnen, o Herr! lasse sie ruhen im Frieden! Amen. • Meßandacht für Verstorbene. Vorerinnerung. Daß wir durch das Gebet und das heilige Meßopfer den armen Seelen im Fegfeuer äußerst nützlich werden können, erhellet schon aus den folgenden Stellen: „ Wahrlich, du wirst aus jenem Kerker nicht entkommen, bis du nicht den lezten Heller bezahlet hast. Matth. 5. 26." Der Herr lasse euch Barmherzigkeit widerfahren, wie ihr auch gegen die Verstorbenen barmherzig waret." Ruth. 1, 8. Es ist ein heiliger und heilsamer Gedanke, für die Verstorbenen zu beten, damit sie von ihren Sünden erlöset werden." Machab. 2, 12. 38 Im Reinigungsfeuer wird man nach dem Tode nicht von schweren, sondern von geringen Sünden gereiniget. Man bemühe sich daher, die schweren Sünden zu meis den, und die geringen durch gute Werke abzubüßen, damit diese nicht mehr durch's Feuer verzehrt werden müsſen." August. Serm. 41. Mögen die Irrlehrer sagen was sie wollen, es ist ein sehr alter Gebrauch der Kirche für die Verstorbenen zu beten und zu opfern." August. Lib. de haeres. Ich versäume nicht, für die Abgestorbenen zu beten, da mit auch sie, wenn sie einst im ewigen Himmelreich seyn werden, für mich zu beten nicht versäumen." Derselbe Lib. 21. Deciritat Cap. 21. Den Verstorbenen muß man zu Hilfe kommen nicht mit Thränen, sondern mit Gebet, Almosen und Opfern." Crysost. homil, 40. - 380 -- " Der Gebrauch, für die Verstorbenen zu beten, ist uns von den ersten Jüngern Jesu überbracht worden." Greg. von Nyssa. Nach diesem Leben muß man das im Fegfeuer hunderts fach abbüßen, was man hier zu büßen vernachläßiget hat." St. Bernhard de oditu Himberti. Wir glauben, daß den Seelen im Fegfeuer durch die Gebete der Gläubigen, besonders aber durch das heilige Meßopfer kann geholfen werden." Der tridentinische Kirchenrath. Sess. 6. Gebete und Lieder bei einer SeelenMesse, besonders bei Begräbnissen zu gebrauchen. ( Das Meiste nach dem lateinischen Meßbuche frei bearbeitet.) Beim Staffelgebet und Kyrie. Bei uns'rer Brüder Trauerbahre Versammeln wir uns am Altare, Versenkt in tiefes Leid, ruft unser Herz: « Sieh', Vater! uns're Thränen fließen, In Deinen Schoos sie zu ergießen, Sey unser Trost,- ach! lindre unsern Schmerz!» Weit, weit von uns, nicht mehr hienieden Weit sind sie nun von uns geschieden, Die lieben Seelen kommen, ach! nicht mehr. Du selbst befiehlst uns, sie zu lieben; Soll ihr Verlust uns nicht betrüben? Ach, Vater! wir empfinden ihn zu sehr. Erstes Gebet. Erhöre, o Herr! unser Flehen, womit wir Deine Barmherzigkeit anrufen! Lasse die Seelen Deiner Diener und Dienerinnen( die Seele Deines Dieners oder Dienerin), welche Du von dieser Welt abgefordert hast, der Ruhe, des ewigen Lichtes und der Mitgesells COM - 383- Gescheh'ne weiß, die Schuldigen da; kein Mund Vermag zu läugnen, und auf die Frage, die all Des Richters ernste Stimme donnert, Auch nur den leisesten Hauch zu lispeln. Vor jedem Blicke liegt ein geschrieb'nes Buch; Tiefschaudernd kann da jegliches Menschenaug' In Flammenzüzen die Verbrechen Lesen, die gräßliche Brut der Sünde Erschauen, auf die bisher Bergessenheit Den Rabenflügel deckte. Gerichtet wird Die Welt, und was, so wie des Winters Starrende Nacht, sich in schwarze Wolken Einhüllte, wird aus schwindender Finsterniß Zur ewigen Tages- Klarheit hervorgehollt. Die Schlangenlist des Tugendschänders, Der wie die Eule- die scheu erzeugte Brut in des Felsens tiefsten Spalt verbarg- Liegt aufgedeckt in gräßlicher Nachtheit, da, Was fein gewett ward, wie der Spinne Schwankendes Neß, wie ein Sonnenstäubchen Gering ist, wird dann sichtlich und offenbar. Der Strafe Donner rollen, das Flammenschwert Des Richters wirft des strengen Zornes Sengenden Blitz auf das Haupt des Sünders. Ich Armer! ich Elender! was gibt mir dann Entschuldigung; wo blinkt mir der Ankerstab Der Hilfe, wo erfaß' ich eine Stüßende Hand?- Der Gerechte zittert! Ich aber armer Sünder! wo flieh' ich hin? Gott, König, Richter, zu Dir! O! strecke mild 1 m@ 1 - 384 Die Vaterrechte der Erbarmungen Ueber mich aus! laß' an Deinem Throne Den sanften Stern der Rettung erflimmern mir! Du Sonnenmeer der göttlichen Heiligkeit! Laß' auf mich niederthauen einen Tropfen, der rein mich und heilig mache! O Jesus! Heiland, gütigster Menschenfreund! Gedenke dessen, was Du für mich gethan, Ich war wie ein verirrtes, schwaches Schäflein verloren. Du hast als treuer Hirt mich gesucht; Du hast da Ermattete Zur Heerd' auf Deiner Schulter zurückgebracht; Du hast liebend am Kreuze sterbend, Für mich die Strafe des ewigen Lodes Geduldet. Laß' an mir nicht verloren seyn Der Mühen heiße Glut, nicht verloren seyn Das Blut, das Du für mich vergoffen! Laß' auf des Kreuzes geheiligtem Stamme, Auf welchem für die Sünden der Welt Du starbst, Die Silberpalme milder Begnadigung Am Tage des Gerichts mir glänzen! Sey mein Erlöser, gerechter Richter! Bevor Du Deine Rechte bewaffnest mit Dem Flammenstrahl verdammender Züchtigung. Laß säuseln mir den kühlen Odem - - Milder Vergebung, bevor als Rächer Auf der Vergehen wucherndes Unkraut Du Den Feuerregen schleuderst. O! tilge aus Die Reihe der Beleidigungen, Ehe des Engels Posaune dröhnet. — 385- Ein großer Missethäter bin ich, und doch Erschein' ich vor Dir. Glühende Scham erfüllt Mein Antlit, tiefe Seufzer tönen; Josisi Laß mein Bekenntniß zum Heil mir werden! O! webe mild den gold'nen Lichtglanz der Versöhnung an die reuige Thrähnenquell', Die aus den Aesten des zerknirschten Herzens hinauf sich in's Auge drücket. Reich der Erbarmung schimmernde Hände mir; Erhör' mein Flehen, so wie die Sünderin Du losgesprochen, als sie Deine Heiligen Füße mit Thränen falbte! Erhöret hast den Mörder am Kreuze Du; Wie kann der Hoffnung Stern mir erloschen seyn? Zwar nicht verdient es meine Bitte, Daß Du sie hörest, gerechter Richter! Doch Du verwirfst, o Jesu! mein Fehen nicht! Der Güte nie versiegende, reine Quell' Bist Du, o Liebevollster! rette, Rette Du mich von den ewigen Flammen! Zu Deiner Rechten werden, weiß wie der Schnee, Die Schafe steh'n, zur Linken wird kommen die Schaar schwarzer Böcke; Herr, geselle Mich zu den Guten zur rechten Seite! Wie dürre Büschel wirst Du in's Feuer die Vermaledeiten schleudern, mit milder Hand Einsammeln die Gebenedeiten, So wie der Gärtner die reifen Früchte is Aufliest. Herr, sammle mich mit den Früchten ein! Zum Himmel heb' ich zu Dir die Händ' empor; Erhebungen. Vierte Auflage. 17 386 www In tiefer Demuth fleb' ich knieend, iste op mi Flehe zu Dir mit zerknirschtem Herzen. und Von tiefgefühlter Neue zerschmilzt mein Herz ist So wie der Asche zuckende Glut verglimmt. Herr! nimm vom lezten Streif der Tage do 10 Hinweg den grausen Brand des Unglück's! O! herbe Wahrheit, bitterer Thränentag! au Alus seinem Grabe ringt sich belebt hervor 102 Der todte Mensch, höret die Posaune, Die ihn zum Stuhle rufet. Die Wagschal' bebet, aber sie senket sich; Den Kronenschmuck des ewigen Lebens zollt Die Sanft erhob'ne-die gesenkte Schüttelt den prasselnden Schwefel ew'ger Berdammniß auf das Haupt des Verworfenen. O Jesus! Heiland! reiche doch den Palmenzweig Des Heiles mir, sey mein Erretter! na HQ 64 Schließe mich schonend in Deine Arme; Zeig' mir die Fülle Deiner Erbarmungen; Laß rub'n im Frieden alle Verstorbenen, s Die an Dich glaubten; ihre Seelen dit is 18 Führ' ein in's Reich Deines ew'gen Lebens! Das Evangelium. 200 ( 3 genommen aus des heiligen Evangelisten Johannes 11tem Hauptst. und handelt von dem Glauben und dem Vertrauen der Martha auf Jesus beim Tode und der Wiederbelebung ihres Bruders Lazarus.) im usicht ustidelomme Offertorium.sið" nismanejno Heiliger Vater! allmächtiger, erviger Gott! nimm dieses reine Opfer mit Wohlgefallen an. Obwohl Deiner unwürdig, bringen wir doch dasselbe Dir, unserem lebendigen, wahren Gotte für die Menge und Größe - 387- unserer Sünden und Nachläßigkeiten, für alle die gegenwärtigen und abwesenden Glaubensgenossen, für die Lebendigen und Verstorbenen, besonders aber für die Seelen derjenigen, für welche der Priester am Altare hauptsächlich betet und opfert. O! daß diese heilige Handlung ihnen und uns Allen zum Segen, zum Heile und ewigen Leben gedeihen möge, durch Jesum Christum unsern Herrn! Beim Sanktus. Der Frommen abgeschied'ne Seelen, Gott! Deiner Vaterlieb' empfehlen, ads@ d asi 8 Dieß ist der Hinterlaff'nen Trost und Pflichtun D'rum hoffen wir, Du wirst das Flehen all sigs Der Bruderliebe nicht verschmähen, da de Die für geliebte Seelen weinend spricht. mord Sie hatten einzig ihr Vertrauen Auf Dich gesezt; o! laß sie schauen sind dhand si d In voller Freud' ihr ewiges Vaterland Gib, daß sie rein von allen Mängeln Lobsingen Dir mit allen Engeln, od dull Und küssen sters, Gott Deine Vaterhand! V Nach der Wandlung. Erbarmer! für entschlaf'ne Brüder Flebt brüderlich das Bruderherz. Für Christen, eines Leibes Glieder, Fleht inniglich des Mitleids Schmerz. Erbarmer! sich, wie die Gemeinen Mit einer Stimme zu Dir fleh'n, Mit Thränen flehn sie für die Deinen, Die in der Pein Dich noch nicht seh'n! 17* N is 1 388 - Vertrauensvoll auf Deine Güte mčeno najaz Entschliefen sie in Dir, dem Herrn! Doch nicht ganz rein war ihr Gemüthe, sid ma Nicht mackellos, und wär's doch gern. SH O! rein'ge sie von allem Fehle Auf Wegen Deiner weisen Zucht, Daß gut und rein werd' ihre Seele, ali Die Dir nur zu gefallen sucht. s jigo naj - Gebet nach der hl. Communion. Wir bitten Dich, o Herr! verzeihe der Seele Deines Dieners N.( Deiner Dienerin N.)- verzeihe auch andern Verstorbenen aus dessen Freundschaft, fo wie allen abgestorbenen christgläubigen Seelen alle jene Gebrechen und Sünden- Schulden, welche ihnen von ihrem irdischen Leben noch anhängen, und gib, daß sie durch Deine Gnade gereiniget, des ewigen Lebens, - der himmlischen Freude und Seligkeittheilhaf tig werden durch Jesus Christus unsern Herrn! Amen. V. Herr! gib ihnen die ewige Ruhe! nd R. Und das himmlische Licht leuchte ihnen.de Herr! laffe sie ruhen im Frieden. V. R. Amen. ( Die übrigen Gebete, wie in der ersten heil. Mesſe.) - 389- Aus Zum Schluße. toimite #G ad be and- dar me si sdro 3d sprid su hed 300 Gedanken auf dem Gottes Acker. 1008, 19 Thränen in dem Aug', und Weh' im Herzen, ist Blick' ich aus dem Jammerthal der Schmerzen Hier zu meinem Gott und Herrn empor. Zu den Sternen, deren lichte Strahlen andre side Selbst das Grab mit Glanze übermalen, d Und ein Flüstern sagt mir in das Ohr: din 12 « Sieh, an diesem Staube kannst du lesen, Daß du bald im Grabe mußt verwesen; pomp di Doch dein bessf'rer Theil schwebt hoch empor, Und in sel'gen prächt'gen Regionen, Wirst im Anschau'n Gottes stets du wohnen, Wirst Ihn preisen mit der Engel Chor. Wenn du treu der heiligen Christuslehre Alles opfertest zu Gottes Ehre, Commid mo ang is Und den Zugendpfad dein Herz erkor.» Ach, hier schlummern Greise, schlummern Knaben, Bräute, Mütter liegen hier begraben! 01: 0 Denn auch Rosen mähet sich der Lod. Thinguee Und der Sturm streift sich bei starken Wettern Blühten, Knospen mit den welken Blättern; Alles ist von Todeshauch bedroht. 17** 390- Bettler sieht man hier bei Reichen liegen; Helden, dürstend einst voll Muth nach Siegen, Ruhen neben Feigen waffenlos. Mensch! du sträubst dich vor dem Tod vergebens, Sieh' am Grab das Ziel des Erdenlebens; Alle birgt der Erde Mutterschoos. Hochmuth beugt sich vor dem Todgerippe, s Seinen Zahn verliert der blaffe Neid, Und kein Steuerman entgeht der Klippe, Arm wird hier die größte Herrlichkeit. Hier verstummt der laute Ruf der Freuden; Hier verhallt das lange« Ach» der Leiden. Dem, der wahre Schätze sich erworben, Ist nicht Alles mit dem Leib gestorben, Er ist's, den des Todes Pfeil nur trifft. Im Vergeltungsbuch ist eingetragen, Was er Gutes that in seinen Tagen, Unauslöschbar mit der Flammenschrift. 1 Und Wenn einst an jenem großen Tage Jesus hält die streng- gerechte Wage, Wenn der Weltposaune Ton erschallt, Wenn vom Himmelszelt die Sterne fallen, Und der Schreckensten mit Sturmgewalt Gräber aufsprengt und der Grüfte Hallen, d Dann wird dem des Himmels Sternenkrone Dargereicht von Christi Hand zum Lohne, Der in seinem Herzen treu bewahrt, Was der Herr uns hat geoffenbart. - 391- Der kann froh auf diese Gräber schauen, Der in diesen dornenvollen Auen Rein erhält die Seele in der Brust. Wer sich feines Lasters ist bewußt, Denkt an den Gerichtstag ohne Grauen, Denkt daran mit hoher Himmelslust. O! das Grab ist eine Friedenspforte, Die das bessere Leben uns erschließt. Oben, wo der Siegeskranz uns sprießt, Tönen zauberische Lustakkorde, Wo der Engel Menge uns begrüßt. Diese Gräber deckt ein frisches Grün, Und der Frühling streuet Blumen d'rüber; Doch was Besser's muß daraus erblüh'n Das die Zweige strecket weit hinüber, Weit bis in das höh're Leben hin. Gott wird uns mit denen dort vereinen, Die wir hier mit trübem Aug' beweinen. Alle werden wir einst aufersteh'n, Und wo Gottes schön're Sonnen scheinen, Werden wir die Guten wiederseh'n, Die geliebt wir hatten und verehret, Die zu ihren Freunden uns erwählt. Dort seh'n wir als Fromme uns verkläret, D'rüben über Gottes Sternenzelt. Invejsid Time dosj gnat na jun nó ni shs sid aladys nije Jaunid hi arstné čist mij mak MDC) falcioning asood tim mond ilm@ Juhalt. i dovờ ând 10 sed and si and our und Eingang. dijireding mond spread ami spmatte for T's( Seite 5 Erhebung des Gemüthes zu Gott vor dem Beten Erster Abschnitt. ♦ Morgen und Abend- Andachten. Morgenandacht an Sonn- und Festtagen Abendandacht besonders für Sonn- und Feiertage Morgenandacht an den Werktagen Abendandacht an den Werktagen Tägliches Gebet um Bewahrung der Keuschheit Gebet um die zur Seligkeit nothwendigen Gnaden. Morgenandacht für die Jugend unter fremden Menschen 23 Der Jugend Abendandacht unter fremden Menschen Gemeinschaftliches Gebet einer christlichen Familie Um Abend 26 28 31 Morgenlied Abendlied Vor dem Schlafengehen Gebet am Morgen en the G Anrufung der Heiligen Abendgebet Schlußerinnerungen Donnerstagsgebet am Abende Am Freitage Vor dem Tische. Gedanken während der Mahlzeit Nach dem Essen. Kürzere Morgen- und Abendgebete. 10 7 10 14 16 19 es d 20 01: 0034 36 be 39 43 44 44 44 45 46 47 47 48 - 393 Zweiter Abschnitt. - Meßandachten. A. Erklärung des heiligen Mesopfers, der dabei übli chen Gebräuche und der Meßgewänder 49 56 B. Asperges- Predigt, Christenlehr- und Segenlieder Andacht vor der Predigt oder Christenlehre 57 Lied oder Gebet nach der Predigt oder christlichen Lehre 57 3um Segen 58 Lied zum heiligen Segen. 58 59 C. Die heiligen Meßgebete: I. Das feierliche hohe Amt an Sonn- und Feiertagen 60 Die heilige Messe selbst 63 II. Meßandacht. Borbereitungsgebet auf das heilige Hochamt und für jede heilige Messe A. Beicht. Vorerinnerung zur Beicht Beichtgebete Von dem Ablasse Ablaßgebet. Berschiedene Gebete aus den Schriften der Heiligen Gottes Tägliche Hingabe an Gott III. Meßandacht für die Fasten und auch als Kreuzwegandacht zu gebrauchen IV. Meßandacht Dritter Abschnitt. Beicht und Kommunion- Gebete. • Seite Vierter Abschnitt. 137 140 151 153 B. Betrachtungen und Gebete bei der heil. Kommunion 158 Noch ein Kommuniongebet 163 Sehnsucht nach Gottes Segen 166 Nachmittags- Andachten. Erste Vesper- Andacht 3weite Vesper- Undacht Gebet zur Vesper und an Kommuniontagen Bitt- und Lobgebet zu Maria. Der heilige Kreuzweg. 86 101 103 120 168 182 187 189 192 - 394- Fünfter Abschnitt. Betrachtungen und Bebete für die Sonn- und Festtage des Herrn. Advent- und Fastenbetrachtungen. Sonntagsbetrachtung. Die heilige Weihnachtszeit. 3weite Andacht an den Christtagen Betrachtung und Dankgebet am lezten Abende des Jahres, an Quatember- und Monatstagen Danklied am lezten Abende des Jahres Die Charwoche. Am grünen Donnerstag Am Morgen des Neujahrtages Lob und Dank zur göttlichen Vorsehung! Am Feste der Erscheinung des Herrn Betrachtung für den Lichtmeßtag ♦ Fastenbetrachtungen Bußgebet zur Fastenzeit und in allgemeinen Nöthen Die Stunden der Versuchungu sadar Palmsonntag. ● 361 Seite Charfreitag und Charsamstag. Abend Osterandacht Ofterabendlied Charfreitag und Charsamstag. Morgen Morgenlied 211 213 217 220 249 253 255 256 260 264 Christi Himmelfahrt 266 Nußen des Gebetes i diu 269 Undacht in der Kreuzwoche zur Erhaltung der Feldfrüchte 271 Bitte an den heiligen Geist um Erlangung seiner sieben Gaben Pfingstfest. Abendlied an den Pfingsttagen. Heiliglied für den heil. Dreifaltigkeits- Sonntag und das Fronleichnamsfeft Das Fronleichnamsfest 223 230 231 234 235 238 240 242 244 247 276 277 280 281 282 Christkatholische Betrachtung am Patrozinium, Kirchweihfeste und andern Feiertagen des Jahres Fernere Sonn- und Festtags- Betrachtung 288 293 Siebenter Abschnitt. Andachten für verschiedene Stände, Alter und sa Verhältnisſe. Allgemeines, tägliches Gebet und fromme Betrachtungen und Vorsäße eines katholischen Christen 299 - Der Jugend Bitte um Bewahrung der Unschuld Gebet der Eltern für ihre Kinder ( Sebet eines Kindes für seine Eltern Gebet einer Waise. 395 * Gebet für Brautleute vor ihrer Einsegnung Gebet für Brautleute nach der Einsegnung Betrachtung bei einem Gewitter bei Tage Dankgebet nach einem Gewitter Gebet in Leiden und Trübsal In den schönen Jahreszeiten In der Erndtezeit Gebet um gute Witterung In Misjahren Gebet im Kriege Nach hergestelltem Frieden In Armuth und Noth Dankgebet eines glücklichen Gatten oder einer glücklichen Gattin Litaney Salve Regina Stabat mater Das Te Deum Laudamus ♦ ● . ◆ Am Festtage aller Heiligen. Kurze Litaney zu allen Heiligen . Seite 305 307 309 ● Von dem Tode. Von dem Gerichte nach dem Tode Achter Abschnitt. Betrachtungen und Gebete an den heiligen MarienFesten und Festtagen der übrigen Heiligen. Un einem Marienfeste Gebete an den Festen der übrigen Heiligen. Am Feste der heiligen Engel Gebet zum heiligen Namenspatron Um Feste der heiligen Apostel. Am Tage der heiligen Märtyrer Gebet am Feste eines heiligen Bischofes oder christlichen Bekenners Um Feste einer Jungfrau oder Wittwe Gebet am Feste welch' immer eines Heiligen " 311 313 314 316 . 317 • 319 320 321 322 322 323 324 325 327 328 332 335 336 339 342 344 344 346 347 348 348 349 352 Neunter Abschnitt. Tägliche Gebete und Betrachtungen für Junge und Alte, besonders aber für Kranke, Sterbende, dann für Verstorbene. 355 359 396 Seite . 361 362 Hauptfragen für Kranke vor der Beicht und Communion 363 Gebet bei der heiligen Delung 363 Trost in der Krankheit 364 Dankgebet nach überstandener Krankheit 367 Gebete für schwere Kranke und Zusprüche für Sterbende 369 An dem Sarge oder an dem Giebe einer geliebten Person 377 . 378 . 878 Von der Hölle Von dem Himmel Bei Besprengung der Leiche mit Weihwasser und bei Beräucherung derselben Bei Einsenkung der Leiche Meßandacht für Verstorbene. Vorerinnerung 379 Gebete und Lieder bei einer Seelenmesse, besonders bei 380 Begräbnissen zu gebrauchen Gedanken auf dem Gottesacker 389 ● rinn innot T pilted mi 40 563 Inches 1 Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 15 6 17 Farbkarte# 13 Green 3 L 18 Yellow 9 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8