дв 4619 ift: Clementine Ruis del 7353 85. Samuel M.Hofmann sc Stadt Petersplatz, der Kithfußgasse go4619 Univ.- Bibl. Giessen suijom?) naisn sprilir ald olin di Hot mor Glo angrind pand 19 - fit C 1 the mot sl Nun un fühle ich wieder, daß ich lebe: die Nacht ist vorüber; ich erwachte. Ich will also den ersten meiner Gedanken zu Dir, Allgütiger! erheben, Der Du mir das Leben gabst, und für mich wachtest, als ich schlief.- O wie gut mußt Du sein, Der Du Sorge trägst für das geringste Deiner Geschöpfe! Gut mußt Du sein, und dieser Gedanken soll nie aus meinem Herzen kommen, daß Du gut biſt. Wie tröstend ist er für mich! mit welcher Wonne sehe ich nun wieder diese Welt! Alles erinnert mich Deiner Güte, Alles Deines Wohlwollens. Am Morgen. ic ng and Ich bin Dein Geschöpf; bin ein Staub, aber belebt durch Deine Allmacht; ich fühle ein Herz in mir, das empfindet; eine Seele, die den Eindrücken des Zutrauens und der Liebe sich öffnet: 1 2 wem soll ich also die Erstlinge meiner Empfindung bringen, als Dir, unbegreifliches Wesen! das mich schuf? Du bist ein Geist, und ich ein Sterblicher: begreifen kann ich Dich nie, aber fühlen kann ich wohl durch Deine Werke, wer Du Höre mich, Allgütiger! höre das Geschöpf, Du bist die Liebe!- bist. das zu Dir ruft; Ja, die Liebe bist Du denn Liebe verkündigen alle Deine Werke. Die aufgehende Son verkündigt Deine Majestät, und die Wonne dieses Morgens Deine Güte. Ich sehe heut' meinen Vater wieder meine Gattin meine Kinder- meine - - - - Freunde sie sind gesund, und eilen freudig wieder in meine Arme. Wer sorgte für sie, für die Lieben, als ich schlief? Wer schüßte sie vor den Gefahren der Nacht? Du, Gott der Güte! und mein Herz soll Dich nicht lieben? Was heißt aber Dich lieben? Das will ich überdenken. Dich lieben, heißt Deine Gebote halten, und Deine Gebote sind Liebe. Was fordert das unbegreifliche Wesen von mir, das mich schuf?- Welche sind die Befehle des Beherrschers der Welten? Liebe! erwiedert die ganze Natur. Liebe Gott, liebe dich, liebe deinen Nächsten! Ich hatte einen Vater, und ich liebte ihn; ich habe - einen Freund und mein Herz schlägt ihm entgegen; ich habe einen Wohlthäter und meine Seele ist gerührt, wenn ich an ihn denke:- und Du, Gott! bist mein Vater, mein Frenud, und mein Wohlthäter, und ich soll Dich nicht lieben?- o Menschen! wie seid ihr mir alle werth! ihr seid meine Mitbrüder, und wenn ich euch umarme, so umarme ich den Ewigen. An diesem feierlichen Morgen, Schöpfer aller Wesen! will ich Dir also die feierlichsten Gelübde ablegen, daß ich Deinem heiligsten Beispiel auch nachleben werde. Ich will dem Elenden helfen, den Unterdrückten beschüßen, den Verwaisten aufnehmen, den Nackten bekleiden, den Verwundeten heilen, den Irrenden zurechtführen. Ich will sanftmüthig mit meinen Untergebenen sein; liebreich mit denen, die die Natur in meine Arme führte, und ich will jeden, der nach deinem Ebenbilde erschaffen ist, als meinen Bruder ansehen, und als ein Kind, das Dir lieb ist. Herr, was ich hier Dir sage, fühle ich in meinem Herzen, aufrichtig wie ein Kind will ich mit Dir sein, Der Du das Innerste meiner Seele durchforschest: daher will ich Dir in diesen ersten Stunden des Tages auch die ersten Beweise meiner Liebe geben. Deinetwegen verzeih' ich jedem 1* 3 - 4 meiner Feinde, und verspreche es Dir, Herr! daß ich jedem Gutes thun will, der mir Böses that; den will ich segnen, der mir fluchet, und den lieben, der mich hasset. Ich nehme mir also vor, von meinem Nächsten nie übel zu reden, keine ungleiche Auslegungen von seinen Handlungen zu machen; ihn nicht auszuhöhnen; ihm nie übel zu begegnen, wenn er fehlet. Ich nehme mir vor, ihm kein übles Beispiel zu geben, nie ungerecht gegen ihn zu sein, ihn nie zu hintergehen, oder zu betriegen, sondern immer so gegen ihn zu handeln, wie Du mir befohlen hast. Ich will ihm nicht neidig sein, wenn Du ihn segnest; nicht geißig, wenn er meiner Unterstüßung bedarf. Kann ich ihm nicht durch Mittel helfen, so will ich ihm durch Rath oder Anleitung an die Hand gehen, und dieß alles darum, weil es Deine heiligen Gebote sind, und weil ich Dich liebe.- Betrachtung über Menschen Bestimmung. bad Groß und edel ist unsere Bestimmung, ihr Menschen! In der Kette der Dinge sind wir an der höchsten Stufe der erschaffenen Wesen auf dies fer Körperwelt. Wir gränzen schon an den Engel, = 5 und das Gefühl unserer Seele schwingt uns schon zum Geiste empor, wenn gleich die schwere Masse des Körpers uns noch zurückhält. Unendlich sind die Fähigkeiten, die in uns liegen; unendlich die Wege des Fortganges zu höherer Bestimmung zur Vollkommenheit- zur Aehnlichwerdung der Gottheit. Alles verkündiget uns, daß wir Wanderer hiernieden sind; und der, der seine Bestimmung fühlt, verweilet sich nicht an dieser Reiſe, sondern er eilet fort auf den Wegen, die die Vorficht ihm vorzeichnete, und erwartet den Wink des Ewigen. Dem Körper nach sind wir Thiere, und der Seele nach unsterbliche Geister. Sinnlichkeit und Verwesung sind das Antheil unsrer Hülle, die uns umgibt; Freiheit und Unsterblichkeit ist das, was unsern Geist erwartet. Wie mehr der Mensch am Körperlichen hängt, desto mehr ist er Thier; je mehr der Mensch dem Geistigen nachstrebt, wie mehr nähert er sich dem Engel. Es gibt daher tausend und tausend Gradationen vom Unvollkommensten bis zum Vollkommensten, vom Thiermenschen bis zum Geistmenschen; von dem, der den Abstand vom Thiere zum Menschen, und von dem, der den letten vom Menschen zum Engel macht. 8 dem fanften Genuße dessen, was da ist? Wer ist das Wesen, dem ich dieß Alles zu danken. habe? Der, der diese schöne Erde gemacht hat, der so wohlthätig für Alles sorgte: aber was sind die Freuden der äußern Natur gegen das Seelengefühl, das er in mein Herz legte?- Wenn ich nun so allein da wäre o wie bald würde es mir selbst an den schönsten Freuden der Natur ekeln! aber so erschuf er mir noch tausend Mitgeschöpfe, und legte mir ein höheres Gefühl in's Herz, auch Freude zu fühlen, wenn sie Andere fühlen. Alles, was um mich her liegt, ist belebt; hier friechen auf dem kleinsten der Blätter tausend bunte Insekten, und alle leben, alle fühlen seine Güte. Dort singt der Vogel harmonisch im Gebüsche, und freudig brüllt der Löwe dort sein majestätisches Dasein; da girrt die Taube, dort flattert der Hänsling; hier hüpft die Grasmücke, und singt und freut sich des Lebens- und ich bin da im Mittel sehe und fühle fühle eine innere Macht, einen Trieb, der mir sagt: Du bist ähnlich dem, der dich schuf. Ich höre eine Stimme; sie flüstert mir zu: Genieße weise das Leben!- und manche glückliche, nie gefühlte Empfindungen steigen in meinem Herzen empor. Ich fühle Liebe und - - - - 9 Freundschaft; hier führt mich die Natur in die Arme eines sanften Wesens, das mir ganz ähnlich ist, und das ich doch nicht selbst bin. Ich liebe; ich bin Freund; ich umarme; ich küsse; ich fühle Wonne des Lebens Wonne meines Daseins. Hier verbindet mich der Naturtrieb mit meinen Eltern, dort die Aehnlichkeit mit meinem Freunde; hier Liebe mit der Gattin, dort die Natur mit dem Kinde lauter frohe Gefühle- die der Schöpfer mir in's Herz legte. Wie gut bist Du, der Du dieses Alles so machtest; wie gut mußt Du sein! Liebe bist Du- Dir ähnlich an Liebe werden, das ist mein Beruf; Alles verkündigt mir's, es ist Dein Geset. Mein Selbstgefühl schrieb es mir in's Herz mit unauslöschlichen Buchstaben; der Wunsch, Alles um mich her glücklich zu sehen, der ist der seligste aller Wünsche. Alles umher ist Glück für den Menschen; selbst das, was Unglück in der Welt ist, ist Vorbereitung zum Glücke. Das reinste der Seelengefühle wolltest Du in uns rege machen rege machen in uns den Trieb der Theilnahme an Freuden und Leiden. Euch meine Kinder! sagtest Du, euch selbst unter einander will ich euer Glück anvertrauen; streckt die Arme aus, die ich euch gab, euch wechselweise zu - - 10 unterstüßen, und fühlet das Vergnügen, die Thräne im Auge eines Bruders zu trocknen. Ja, das war Deine Sprache: jede Blume verkündigt mir's: ja nur dann, wenn ich liebe-liebe so, wie Du willst, daß ich lieben soll, dann fühle ich mein Dasein. Morgenlied. O wie freudig ist der Morgen, Wenn die Sonne sich erhöht, Und die Seele frei von Sorgen, Zu dem Gott der Schöpfung fleht! Wenn in jener sanften Stunde, Wo es auf den Bergen tagt, Meine Seele ihre Wunde Ihm, dem Gott der Liebe, klagt; Wenn sie sich nach Labung sehnet, daling Und voll reiner Zuversicht Zu ihm, Der die Herzen kennet, Vom Gefühl der Liebe spricht. Freude fühlet mein Gemüthe, Alles, was auf Erde lebt, Sieht das Bildniß Deiner Güte In der Schöpfung eingewebt. Bei dem Würmchen, das im Staube Sich zu meinen Füßen krümmt, Fühlt mein Herz durch reinen Glaube Sich zu Gotteslieb gestimmt. In dem Silber der Narcissen, In der Rosen Morgenroth, Birric 11 In den Quellen, die dort fließen, die Seh' ich lebend meinen Gott. Selbst in meinem ganzen Wesen Fühl ich seine Gütigkeit: In mir selber kann ich lesen Den Beruf zur Seligkeit. Voll von jener sanften Freude Strömet hoffnungsvoll mein Blut, Und ich denke, wenn ich leide: Jenseits geht es wieder gut. Wenn die Menschen mich auch plagen, Und verfolgen ohne Schuld, Will ich's Gott, dem Treuen, klagen, Und der gibt mir dann Geduld. Wollen Feinde mich auch tödten, Röthet ihren Dolch mein Blut; Will ich sterbend für sie beten, Denn auch Du, mein Gott! bist gut. nd Meine Hoffnung will ich bauen, is Vater, nur allein auf Dich, Und auf Dich allein vertrauen, Denn Du bist mir sicherlich. Wahrheit bist Du, Gott! und Liebe; b301 Ich Dein Kind, und Du mein Gott, Keine Stunde sei mir trübe, Und kein Leiden und kein Tod. Es verschwindet hier die Sonne, Wie des Menschen Lebenslauf, Und geht mit verjüngter Wonne i de Jenſeits dieser Erde auf., sisuT C 12 Nahe sind wir an der Quelle, Nahe sind wir an dem Licht, Wenn unsterblich unfre Seele Durch des Körpers Hülle bricht. Dann nimmt Jesus unser Meister Jede Bürde von uns ab; Und im Reiche sel'ger Geister Steigt die Wahrheit aus dem Grab. Erhebung des Gefühls zum Schöpfer. Großer Gott! ich bitte Dich, gib mir die Unschuld der Weisheit, denn ich erkenne, daß die Engel selbst nur in so viel vor Dir weise sind, als ihre Seele unschuldig und rein ist. Ich erkenne, daß ich mir nichts von dem Guten zuschreiben kann, das in mir ist, sondern daß ich alles Dir, meinem Herrn und Gott, zu danken habe. Mein Werk ist nur das Böse; das Gute, das in mir ist ist Dein, Schöpfer und Erschaffer!- Ich bitte Dich, unendliches Licht der Wahrheit! führe mich auf den Wegen meiner Wanderschaft; von Dir allein will ich geführet werden, nicht durch meinen Eigendünkel, meinen Selbststolz und meine Selbstliebe will ich mich führen lassen. Ich rufe zu Dir, Herr! führe mich! Alles will ich 13 lieben, was Du mir zu erkennen gibst, das gut ist: an allem will ich mich ergößen, was wahr ist, denn Du, Herr! bist Güte und Wahrheit; und ich weiß und empfinde, daß das Gute lieben, es wollen und thun, Dich, mein Gott! lieben heißt; das Wahre lieben, es wollen und thun, ist die Liebe des Nächsten laß mich Dich, laß mich meinen Nächsten lieben! - Mit allem dem, was Du mir gabst, bin ich zufrieden, weil ich weiß, daß ich so viel empfangen habe, als mir zuträglich ist, und weil Du mich belehret hast, daß denen, die wenig empfangen, auch wenig zuträglich ist. Ich, als Dein Geschöpf, weiß nicht, was mir zuträglich ist, sondern Du allein weißt es, o Herr! Der für alle Dinge Vorsehung thut. Der wahr auf Dich hoffet, sich an Dich kettet, der kann nicht verloren sein. 5 Herr! zu Dir flehe ich, denn Du bist mein Vater; zu wem soll ich flehen als zu Dir?- Wer liebet mich so sehr als Du?- Wer streckt seine Arme im Elende gegen mich aus, als Du?- Du bist die ewige, unwandelbare Liebe, immer bereit, das Flehen Deiner Geschöpfe anzuhören, nie taub zu der Stimme Deiner Kinder. Du bist $ 14 nicht wie Menschen, die so gern dem Elende ihre Thüre verschließen; heute geben und morgen wieder rauben, oder unwillig den Brocken ansehen, den sie uns zuwerfen, oder die uns bei ihren Thüren von den Dienern abspeisen lassen; nein! so biſt Du nicht; vor Dir ist der König wie der Bettler; Alle sind wir Deine Kinder. Zu Dir rufe ich also, Vater! und wer zu Dir, Vater! ruft, den kannst Du nicht verstoßen. Ich erinnere Dich Deines Versprechens. Ich bin ein schwacher Mensch, und wenn nun mein Kind zu mir käme, mich um Erbarmung flehte, ich würde es nicht verstoßen; und Du, dessen Liebe weit die Liebe aller Geschöpfe übertrifft, Du solltest mich verlassen können? O wer so denken könnte, der kennt Dich nicht.- Du bist die Liebe, und was vermag die Liebe nicht! 16 0412 Sieh, Herr! auf dieser Erde, auf die Du mich hingesetzt hast, ist so viel Elend. Betrachte mein Auge; in Thränen spiegelt sich die Sonne, wenn sie untergeht, und die Morgenröthe hört meine Seufzer. Sich, das Herz, daß Du mir gabst, wird von Gram gefoltert; und diese Arme, die Du mir, Schöpfer! gegeben hast, strecke ich gegen Himmel, und flehe um Rettung. - 15 Du, der Du Alles überstehst, der Du Alles weißt, höre mich und eile mir zu helfen. Du bist mein Vater; Du gabst mir Seele und Herz; laß die Seele des Kindes nicht die Beute des Grams, und dieses Herz nicht das Opfer der Trübsal sein. Denke, daß ich ein sinnliches Geschöpf bin, das Organe hat, und leidet- kannst Du deine Kinder leiden sehen? Nein, Du bist Vater, Du hilfst und rettest. Habe ich Deine Wege auch je verlassen, war ich Dir ungehorsam, soll ich nun vor Dir zittern? soll ich nun zweifeln, ob Du mich hören wirst?- Nein, Herr! ich zweifle nicht; Du hörest auch den, der Dich verließ, und gnädig streckst Du die Arme gegen den Verirrten aus. Du bist nicht wie ein Mensch, der seine Launen hat; der zürnt und pocht, zankt und schmähet, oder der sich nur langsam durch Winfeln bewegen läßt; Du bist Dir immer gleich- immer Liebe. - Das, was Du uns geboten hast, ist nicht wie das Gebot der Könige auf Erden; nur unser Selbstwohl ist der Gegenstand Deines Gesetzes: Alles, was Du willst, daß wir thun sollen, ist der Liebe willen. Herr! wenn ich meinen Handlungen nach 16 denke, so finde ich vieles, worin ich Deinen heiligen Geboten entgegen handelte. Ich entschuldige mich nicht, ich erkenne meinen Irrthum; aber Du, Herr! wirst mich entschuldigen, der Du die Schwachheit der Sterblichen kennst. Was kann ein Geschöpf, das aus Thon gemacht ist, und ein schwaches Moosrohr, das sich unter dem Sturme der Leidenschaft beugt? Ich erkenne, daß ich Deiner Liebe entgegen gehandelt habe, und mir ist leid- nicht leid, weil ich nun Deiner Hilfe bedarf, oder weil ich mich vor der Strafe fürchte, nein, Deinetwegen allein ist mir leid, weil ich Dich so spät erkannt habe; weil ich weiß, wie sehr Du mich liebst, und wie wenig ich Dich geliebt habe. Könnten Martern Deine Gerechtigkeit besänftigen, so würde ich sie gern erdulden; könnten neue Höllen das Unrecht gut machen, das ich that, so verschließe ich mich in diese Höllen; und raube mir den Gedanken Deiner Liebe nicht! Aber Deine Strafen sind nicht Nache. Daß das Unrecht uns durch sich selbst zur Erkenntniß führe, das ist Dein Wille, das ist das Gesetz Deiner Liebe. out Herr! ich erkenne nun; verschließe mir also Deine Arme nicht, in die ich wieder zurückkomme. - Meine Reue besteht nicht in kindischem Winseln, oder in unruhigem Grame; sie besteht darin, daß ich meinen Willen verbessere, und nicht mehr zu rücktrete; daß ich meine Seele umändere, das sei meine Buße. Herr! mein Wille ist fest, aber ich vergesse nicht, daß das Fleisch schwach ist. Ich bin nicht stolz auf meine Kräfte; was sind die Kräfte eines schwachen Sterblichen? Ich erkenne, daß ich nichts kann, aber eben darum, weil ich's erkenne, so komme ich zu Dir, und bitte Dich um Deinen Schuß. Leite mich durch die Wege dieser Wanderschaft, schicke mir Deine heiligen Engel, und führe meine Seele durch heilige Einsprechungen. Mache mich zu einem Werkzeuge Deiner Liebe, und lasse mich so viel Gutes hiernieden wirken, als mur möglich ist. Nie werde ich vergessen, daß Alles, was geschieht, Dein Werk ist, und daß ich nur ein schwaches Werkzeug bin, das ohne Kraft ist, wenn die Hand Deiner Güte es verläßt. Mit Stärke der Seele hoffe ich nun auf Dich, und wer glaubt, liebet und hoffet, wird nicht zu Schanden werden; Gott! mein Helfer! mein Erretter! Amen. - 17 2 18 Gott ist die Liebe. mosh - wem Allmächtiges Wesen, das mich schuf, Dem ich mein Dasein zu danken habe! über Dich will ich Du bist! Die ganze Natur vernachdenken. kündigt mir Dein Dasein. Du glühest im Purpur der Rose, und eingewebt ist Deine Güte im Silber Ich lebe und fühle; der Narcissen. habe ich dieses Leben zu danken? Wem das Wonnegefühl, das durch meine Adern strömt? Wem die fanfte Wonne meiner Sinne? Wer gab mir mein Auge, um die Schönheiten der Natur zu sehen? Wer das Ohr, das die sanften Töne harmonischer Gesänge der Vögel höret? Wer die Zunge, die sich an der Quelle labt, die Frucht des Baumes erquickt? Wer gab mir diese Hände, die sich nach den Blumen ausstrecken, die auf Wiesen und Thälern blühen? Wer gab mir die Kraft sanfter Erinnerung, vermög welcher ich mir die Gegenstände noch deutlich vorstellen kann, wenn sie auch nicht mehr da sind? Wer schuf in mir dieses Herz, das sanfter Freude empfänglich ist? Wer diese Lippen, die den Kuß auf meines Bruders Wange drücken? Wer setzte uns diesen Baum, wo erquickende Winde von der Hiße der Sonne meine Wangen kühlen? - - Wer stürzte den Bach über den hohen Felsen herab, der durch sein einschlummerndes Geräusch meine Augen schließt, und durch sanfte Ruhe neue Freuden meinem Herzen gibt? Wer schuf dieß Alles? -Wer muß dieses Wesen sein? Man nennt es Gott. meiner Ja Gott! der Gott der Menschen; der Gott meiner Brüder; der Gott meiner Eltern Freunde meiner Geliebten.- Er, der allen Menschen Sinne gab, wie mir, um seine Geschenke zu kosten, um unser Daſein zu fühlen, um glücklich zu sein? Wer Du bist, unbegreifliches Wesen! du mußt es recht gut mit uns meinen so. wie ein Vater mit seinen Kindern- Du mußt ganz reine Liebe sein. Ja, das bist Du, ganz reine Liebe. Was heißt aber Liebe? Ja, das ist eine Frage. die ich aus meinem Selbstgefühle beantworten will. Was geht denn in mir vor, wenn ich liebe? Habe ich nie geliebt? O ja! ich liebte meine Eltern meine Brüder meine Gattin- meine Kinder meinen Freund. Was fühlte ich denn in mir?- Einen Hang, ein Bestreben, sie dauerhaft glücklich zu sehen; ganz für sie zu leben; ganz für sie zu sein; Glück zu suchen und es ihnen mitzutheilen. So fühlte ich ja, so fühlte ich als Mensch: - aber Gott, der schon unendlich selig ist, als 2* -- - - - - - 19 - 20 der reinste Geist ganz vom Menschen unterschieden ist kann der Gefühle haben, wie wir Menschen? Nein! Er kann nicht erst lieben sondern Er liebt schon ewig vor Jahrtausenden, vor Millionen von Jahren. Er ist selbst die Liebe; das Bestreben Seines Geistes, ihm ähnliche Wesen zu ähnlicher Seligkeit zu bestimmen, war mit ihm von Ewigkeit. - - ✔ Wie groß, wie glücklich muß der sein, der die Macht hat, alle diese Sachen zu erschaffen, die da auf dieser Welt um mich herum sind!- Wie allmächtig, wie selig muß Seine Existenz sein! und das Bestreben dieses ewigen Wesens ist, mich auch zu ähnlicher Seligkeit zu bringen. Wie groß ist meine Bestimmung! wie glücklich bin ich! Ich sehe um mich und sehe Millionen Menschen, und alle diese sind mir gleich bestimmt zu ähnlicher Seligkeit. Wie wohl wird mir nun um's Herz! Wie sehr fühle ich den Werth meines Daseins! Er, dem Alles untergeben ist,- Er, der Schöpfer der Engel, der vom Cherub bis zum Wurm alles nach dem Maßstabe Seiner Liebe schöpfte Er, Er liebt mich,-- o mich Glücklichen! Welches Gefühl reißt mich zu ihm hin und dieses Gefühl macht die Kette der Liebe. Was - - soll ich nun thun? Was ist meine Bestimmung? Ein Engel sagt mir's, wenn das Morgenroth auf den Bergen glimmt bis zum Sonnenuntergang:Mensch, deine ganze Bestimmung ist, glücklich zu sein und zu lieben. 21 Dieß ist's alles?- nun ja;- Sonst nichts? Nein, er will nichts von dir, als: Liebe Ihn; liebe dich;- liebe deinen Nächsten! Ja darin bestehen alle seine Gebote; sie sind Liebe; nur der, der von der Liebe flieht, macht sein Unglück und das Unglück seines Nächsten. - — - Deine Liebe, o Gott! ist also Dein Beſtreben, die Menschen Dir ähnlich zu machen; und unsere Liebe muß sein, der göttlichen Liebe ähnlich zu werden. - Wahrheit und Güte sind Deine Eigenschaften, Wahrheit und Güte müssen mich zu Dir erheben. Liebe bist Du; Liebe ist der Endzweck der Schöpfung Liebe die Menschenbestimmung. Meine Erhebung zu Dir, meine Aehnlichwerdung verhält sich nach dem Grade meiner Liebe; je reiner meine Absicht, je reiner meine Liebe, desto mehr erhebe ich mich zu Dir- ewige, reine Liebe! 22 O Unendlicher! entzünde mit dem Feuer Deiner Liebe mein Herz; lehre mich lieben, wie Du liebest und führe mich näher zur Aehnlichwerdung. Furcht Gottes. Was ist denn die Furcht Gottes?- Heute will ich meine Betrachtung darüber anstellen. Von Jugend auf hat man mir, so viel ich merke, sehr unrichtige Begriffe davon beigebracht. Unter dem Worte Furcht verstand man immer eine Art von Abneigung. Ich erinnere mich, daß ich schlimme Menschen fürchtete- Menschen, die mir Böses thaten; so eine Furcht kann die Furcht Gottes nicht sein. Gott ist die Liebe, und kann man vor der Liebe zittern? Nein, die Furcht Gottes ist ganz ein anderes Gefühl. Die Besorgniß, dem Willen desjenigen entgegen zu handeln, den man liebt, dies ist reine Furcht; das zu fürchten, was der göttlichen Liebe entgegen ist, das ist reine heilige Furcht das ist die Furcht der Liebe. So will ich Dich fürchten, mein Gott! und nicht anders. Du bist nicht wie die Großen dieser Erde, die Sclaven zu ihren Füßen haben, die vor ihren Gefeßen zittern. Dein Verhältniß ist das Verhältniß eines Vaters zu seinen Kindern; Liebe und Zutrauen machen die Kette, die die Menschen an Dich bindet. Verzeih mir, mein Gott, daß ich Dich so spät erkennen lernte. Es war nicht meine Schuld; man schilderte mir Dich ganz anders als Du bist. Als ich noch ein Kind war, und ein Gewitter am Himmel stand, so schrie man mir zu höre, der Donner brüllt; Gott ist erzürnet. Meine Seele, die schuldlos meine Arme nach Dir ausstreckte, erbebte; ich fürchtete mich vor Dir, und versteckte mich; sah Dich wie einen Menschen an, der seine guten und bösen Launen hat. Verzeih mir, Du Gott der Güte! ich kannte Dich nicht; ich beurtheilte Dich wie einen Mächtigen; ich getraute mich kaum, meine Blicke zu Dir zu erheben, und hielt Dich den Großen der Erde gleich, deren Größe uns schwindlig macht. Verzeih' mir, Vater! mein Herz war nicht Schuld daran, daß ich Dich so lange verkannte. Oft, wenn ich einsam in Fluren saß, winkte mir jede Blume Deine Güte zu. Die Rose flößte mir Vertrauen in's Herz, und das Veilchen im Thale verkündigte mir Deine Güte. Wenn ich fehlte, wollte ich zu Dir, wie ein Kind zu seinem Vater, um Hilfe eilen; aber man schreckte mich zurück; gab Dir eine Straf ruthe in die Hände, waffnete Dich mit Donner- 23 - 24 teilen, und sagte mir, Du rächest hart die Verge hungen der Menschen, Da ward mir's dann so schwer um's Herz, ich wandte meinen schüchternen Blick zum Himmel; aber ich zitterte, wenn ich eine Wolke sah, und glaubte schon, daß Deine Donner mich zermalmen würden. Ich nahm Zuflucht zu Versöhnungsopfern, und glaubte, Du wärest wie ein Mensch, den man durch Geschenke wieder aussöhnen könnte. Da lag ich trostlos manchmal unter einem Baume, und versteckte mich vor der wohlthätigen Sonne. Jähling sah ich den jungen Vogel wie er freudig die Natur genoß, wie er hüpfte und Dir ein Lied sang; ich sah, wie Du ihn nähr test, und Freude in sein Herz zum Genuße seines Daseins legtest: da heiterte ich mich wieder auf, ein Engel flößte sanfte Gefühle in mein Herz; ich näherte mich wieder zu Dir, und fand in Dir meinen Vater wieder; ich las in dem heiligen Buche Trost und Labsal für mein Herz; fand die Ueberzeugung, das selbst das Übel, das dem Bösen nothwendig folget, nur Warnung für uns ist, die uns wieder der Wahrheit und Güte, worin das wahre Wohl der Menschen besteht, näher bringt. Ich sah, Du strafft nicht, wie Menschen aus Haß oder Eigensinn, nein selbst Deine Strafen sind Liebe; sie sind Er- mahnungen zu unserem Glücke. Wie ward meine Seele bei diesem Gedanken wieder froh! wie schwoll mein Herz zu sanften Empfindungen auf! Gern hätte ich jeden niedergebeugten Bruder an's Herz gedrückt, gern jedem gesagt:- Fürchte dich nicht vor dem Vater der Menschen; kehre in seine Arme zurück; er verzeiht, den Er hört nie auf Liebe zu sein. Was Furcht Gottes sei. 2 Tim. 1, 7. 25 O Du, Der sein wird, ist und war Umjauchzt von Deiner Engelschaar, Du Herrlicher, Du bist allein! Wie Du bist, Gott kann keiner sein! Umströmt von unnennbaren Licht, Bedarfst Du der Geschöpfe nicht, Gedenkt mein Geist der Majestät, Die Dich, Allherrlicher, umweht, Dann wagt er kaum empor zu sehen, da Und kaum, o Gott zu Dir zu flehen. Du aber hebest ihn empor, Vom Staube seines Nichts hervor, Und Deiner Liebe Himmelsschein Flößt seliges Vertrauen ein. Es lehrt mich liebend Jesus Christ, Daß Du nur Liebe, Liebe bist, 6 26 Du bist die Gnade, bist die Huld, Trägst unsere Schwachheit mit Geduld, O Huld, die Niemand fassen kann, Wir beten an! wir beten an! Wenn ich zurückschaue auf die große Vergangenheit der Zeiten hinter mir, auf die Ewigkeiten, da noch kein Erdball war und keine Sonne schien, kein Mondstrahl in unsere Nacht fiel; dann seit der Schöpfung dieser Welt, auf die verflossenen Jahrtausende derselben, auf die nun seit Jahrtausenden nicht mehr vorhandenen Reiche und Nationen; sehe, wie diese Erde gleichsam ein ungeheures Grab alles Gebornen ist seit Tausenden von Jahren, und wie der Staub, der meinen Fuß umweht, der Staub der Verwesung einer lebendigen Vorwelt ist; wenn ich denke an meine Vorfahren seit Jahrhunderten, von denen, mir die Geschichten meiner Heimat erzählen, und dann, als dieß alles war und geschah, und daß ich nicht war; und frage: wo war ich? wie konnte ich werden aus nichts und die Welt Gottes sehen?- dann auf meine Kinderjahre und auf die dunkelsten und frühesten Erinnerungen aus ihnen sehe, wie ich unmerklich mit dem Bewußtsein hervorging, wie ein Lichtfunke aus der Nacht; dann stehe ich schaudernd vor dem Näthsel meines Daseins. Ich möchte empor zum Schöpfer - Univ.- Bibl. Giessen 27 beten, Der mich rief. Aber meine Zunge wagt es kaum zu stammeln vor der Majestät der unendlichen Allmacht; und meine Seele fühlt sich wie in Furcht und Grauen vergangen. lm Richte ich meinen Blicke vorwärts auf denGrenzstein meines Lebens, auf die lette meiner Stun den, wo liebende Verwandte um mich weinen, wie ich geweint habe um die früher Heimgegangenen; denke ich an den Augenblick, wo ich aus dem Bes wußtsein in das Unbewußtsein, in eine Nacht sinke, von der Niemand spricht und verkündet, denke ich, wie mein Leib, den ich heute noch wider alles Ungemach sorgfältig schüße, von der Erde verschüttet, sich in Erde auflöset, verwesend auseinander geht, Theil anderer Pflanzen, anderer Thiere, anderer Menschen wird, während mein Geist durch unbekannte Macht geleitet, neue Welten, neue Verhältnisse, neue Brüdergeister finden soll dieß mein wunderbares Loos, das ich annehmen muß, wie es mir gegeben wird, nicht wie ich es wähle und will dieſe ganze Unerklärlichkeit meines Selbst's und meines fernern Sein's- es erfüllt mich mit bangen Entsetzen. Ich begreife nicht mich, nicht die Welt, nicht die Zeit, nicht die Zukunft. Ich staune in die Gefilde des Todes hinab in die Nacht der - - 28 Ewigkeit hinüber- und Gott lebt über den Ge filden des Todes und der Thron Seiner Herrlichkeit steht aufgerichtet in der Nacht der Ewigkeit. Ich möchte zu Ihm mich wenden, denn ich fühle mich einsam. Ich möchte zu Jhm mich wenden, denn Er ist Vater meines Lebens und meiner Ewigkeit. Aber ich erbebe im Gedanken vor Dem Hohen Ewigen, Verborgenen. Und in kindlichem Verlangen der Liebe nach Ihm fühlt meine Seele sich wie in Furcht und Grauen vergangen. Heilig, heilig! ist Gott, der Herr Sabaoth! Licht, Vollkommenheit und Vollendung Er! Ach und ich, zu den Ewigkeiten Berufener, zur Kindschaft des Allerheiligsten Auserkorner, ich bin voller Fehler und Sünden, und bin kaum würdig, daß er mein ge= denkt. Aber Er ist die ewige Liebe und das ewige Erbarmen; durch Jesum Christum ward Er mein gnadenvoller Vater, durch Jesum Christum rettete Er mich vom Untergange, und Er will mich nicht verstoßen. Ich darf auf Ihn hoffen, ich darf zu Ihm beten. Er ist mein Gott im Tode, mein Gott jenseits des Grabes, mein gnädiger Richter. Ich will zum Richter beten. Aber die Verderbtheit meines Herzens, die Menge meiner Sünden tritt zwischen mich und Jhn. Meine Seele fühlt sich wie in Furcht und Grauen vergangen. Doch Jesus lebt, die ewige Liebe lebt! Ich darf zum Richter empor blicken in den Thränen meiner Reue. Ich bin nicht verloren. Er liebt mich noch. Dieß sind die Empfindungen, welche mich ergreifen, so oft ich Gottes gedenke, oder unter welchen Verhältnissen ich seiner gedenken möge. Es ist ein stilles Erzittern vor seiner Allmacht, Herrlichkeit und Größe, aber vermischt mit dem Hochgefühle, daß ich Sein Kind bin, daß Er mein Vater ist. Es ist die Gottesfurcht, von wel cher die heilige Schrift redet, welche dem Menschen geziemt, keine knechtisch verzagte Furcht. Es ist die zärtliche, tiefe Ehrerbietung des Geschöpfes vor der Majestät des Schöpfers, aber gepaart mit der vertrauenden Liebe zur ewigen, höchsten Liebe. Denn welche der Geist Gottes treibet, die sind Gottes Kinder. Denn wir haben nicht einen knechtischen Geist empfangen, daß wir uns abermal fürchten müssen, sondern wir haben einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba! lieber Vater! Fürwahr, diejenigen Christen, welche bei den Gedanken an Gott andere Empfindungen nähren, die vor Ihm, als vor einem unversöhnlichen Rächer, als einem grausamen Gebieter, als einen unbarmherzigen Herrn mit sclavi- 29 - 30 scher Furcht zittern sie sind nicht im wahren Geiste des Christenthums. Sie erfüllen das höchste Gebot Jefu nicht, Gott über alles zu lieben. Denn Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die Liebe treibt die Furcht aus, denn die Furcht hat Pein. Innige, sich und sein Theuerstes, Gott dem Vater hinopfernde Liebe, kann wohl mit der tiefsten Hochachtung bestehen- aber nicht mit der verzweifelten Besorgniß seines Zornes, nicht mit der knechtischen Angst vor ihm. Wissen wir nicht, daß erst die Hochachtung und Bewunderung, die uns von den Vollkommenheiten einer Person eingeflößt wird, unsere Liebe zu ihr rege macht? So ist auch die wahre Gottesfurcht die heißeste Gottesliebe. - Mit Betrübniß sehe ich an die große Zahl verwahrloseter Christen, die theils aus Mangel des Unterrichts, theils durch den schlechten Unterricht von ihren Lehrern, falsche Begriffe von der Gottheit haben, und sich unter Gottesfurcht, Schen und Schrecken vor dem Allerhelligsten denken. Sie thun was sie thun, nicht aus kindlicher Liebe zum Vater, Ihm in Seinen Vollkommenheiten ähnlich zu werden: sondern aus Furcht vor Seiner Zornwuth. Seine Güte rührt sie weniger, als sie die Möglichkeit der von Ihm verhängten Strafen ängstiget. Sie 31 gleichen den Heiden, welche ebenfalls Furcht vor ihren Göttern hatten, und ihnen opferten, nicht weil sie dieselben wahrhaft liebten, sondern weil sie dieselben damit bewegen wollten, ihnen nicht zu schaden. Wenn der Mensch lange Zeit leichtsinnig dahin lebte, sich um Religion wenig bekümmerte und nur klug, nicht fromm war, nur frohen Lebensgenuß, nicht Tugend suchte; dann plößlich durch ein Unglück gebeugt und erschreckt, oder durch Kränklichkeit des Körpers zu ängstlicher Schwermuth geneigt wird, so zittert er vor der Ungnade des lange ver gessenen Gottes, und glaubt an keine Barmherzigkeit mehr, und an keine Erlösung. Trübsinnige, schwärmerische, vom liebevollen Geiste Jesus keineswegs beseelte Lehren oder Schriften vermehren Pein und Verzweiflung des leidenden Gemüthes, und bereiten ihm in den Gedanken an Gott statt eines Himmels eine Hölle. Das ist heidnische Sorge, nicht christlicher Gottesfurcht, denn in der Gottesfurcht ist herzliche Gottesliebe. Wo aber Liebe ist, da wohnt keine Furcht, sondern sich ganz hingebendes, treues Vertrauen der Seele zu ihrem Schöpfer. 32 Je mehr wir in der Erkenntniß von Gottes Herrlichkeit wachsen, je heller uns der Glanz aller Seiner Vollkommenheiten wird, um so größer wird im Gemüthe die ächte Gottesfurcht, das heißt, die sich in heilige Ehrerbietung auflösende Liebe zu Gott. Je reiner und wahrer aber die Furcht Gottes in uns lebt, um so stärker wird unser Vertrauen auf Seine Weisheit, Macht und Erbarmung werden. Wer kann Vertrauen zu dem empfinden, von dem er immerdar das Böseste befürchtete? Wer seine Zuversicht auf den setzen, von dem er das Schrecklichste besorgte? Vertrauen zu Gott setzt Erkenntniß Seiner unendlichen Huld voraus, die Ueberzeugung, daß Seine Barmherzigkeit und Liebe noch unendlich größer ist, als die größte Zahl unserer Sünden. Solche Erkenntniß Gottes erfüllt uns mit der gränzenlosesten Ehrfurcht und Liebe. Die Liebe aber begeistert zu dem standhaftesten Gelübde, wohlgefällig vor Ihm zu wandeln, und Seine Gebote zu halten; und Seine Gebote sind nicht schwer. Denn wer da sagt: ich kenne Gott, und hält Seine Gebote nicht, der ist ein Lügner, und in solchem ist keine Wahrheit. Das aber ist Sein Gebot, daß wir vollkommen werden sollen, gleich wie Er vollkommen ist; die Vollkommenheit aber ist in der Liebe zu 33 unseren Mitmenschen, daß wir nach allen Kräften Glück, Furcht, Einsicht und Tugend jedes unsere Nächsten unterstüßen und befördern. Das Mittel, zu einer dauerhaften, wahren, seligmachenden Gottesfurcht zu gelangen, ist aber höchst einfach und in jedes Menschen Gewalt. Mache dich mit der Macht, Heiligkeit, unaussprechlichen Liebe, Barmherzigkeit und Weisheit Gottes täglich vertrauter. Strebe nach der Erkenntniß seiner Herrlichkeit. Erfahre sie aus den Wundern der Schöpfung und vermehre durch das Lesen nüßlicher Schriften deine Einsichten in der Natur. Vernimm sie durch das Wort der heiligen Bücher und ihrer Ausleger, deiner Lehrer und Seelsorger. Erwirb sie durch Betrachtungen deines Lebenslaufes und seiner mannigfaltigen, oft wunderbaren, oft unverhofften Glückswechsel. Das wird dich mit den Gefühlen des Vertrauens, der Ergebung, der Dankbarkeit, der Liebe durchströmen das ist die heilige Gottesfurcht, in der du mit Assaph rufest: Ich bleibe stets an Dir, denn Du o Gott, hältst mich an Deiner rechten Hand, Du leitest mich nach Deinem Rathe und nimmst mich endlich mit Ehren an. Das ist meine Freude, daß ich mich an Gott halte, und meine Zuversicht 3 34 seße auf den, daß ich verkündige all mein buit. Amen. 1 Beleidigung Gottes. Man sprach mir oft von Beleidigung von Beleidigung Gottes. Es ist ein wichtiger Gegenstand; ich muß darüber nachdenken, damit mich nicht unrichtige Begriffe irre führen. Ich weiß wohl eine Zeit, wo ich glaubte, man könnte Dich mein, Gott! wie einen Menschen beleidigen; ich sah Dich an, wie einen Herrn, der Gebote in seinem Hause gibt, und dann zürnet, üble Laune hat, und sich beleidiget hält, wenn man sie nicht erfüllt. Dieſe Begriffe waren aber unrichtige Begriffe; Du bist nicht ein Mensch, Deine Beleidigung ist nicht wie Menschenbeleidigung. Dieser Gegenstand ist wichtig, sehr wichtig; ich muß darüber reif nachdenken. Was nennt man denn Gott beleidigen? Deine Gebote überschreiten. Sündigen ist im allgemeinen Begriffe. Gott beleidigen. Woher kommt denn das Wort Beleidigung?- Es will sagen, ein Leid zufügen: wenn ich also die Gebote überschreite, thu' ich Gott was zu Leid. Was will das sagen? Ich darf Dich mir in meiner Seele nicht 35 wie einen Menschen vorstellen, sondern als das, was Du bist als einen Gott, als die reinste Liebe. Du liebst uns! Deine Gebote sind also Absichten Deiner Liebe; Du gabst Deine Gebote um uns glücklich zu machen; wenn ich sie also nicht halte, so handle ich Deinen Absichten entgegen, und füge Deiner Liebe( wenn ich mich dieses Ausdruckes bedienen darf) Leid zu: wie kann ich mir dieses sinnlich begreiflicher machen? Ich will auf mich selbst zurückgehen. Ich liebe mein Kind, und will daher alles, was mein Kind glücklich machen kann. Ich sage nun: Mein Kind! genieße nicht von dieser Frucht; der Apfel ist giftig; du würdest dir schaden: daß Kind ist ihn aber doch, und tödtet sich. Jetzt handelt es der Absicht meiner Liebe entgegen, und beleidiget meine Liebe: so handelt auch der Mensch der göttlichen Liebe entgegen durch Uebertretung der Gebote; denn Deine Gebote, o Herr! sind nicht Gebote der Macht oder der Gewalt, sondern Gebote der Liebe, ohne deren Erfüllung der Mensch nicht glücklich sein kann. Laß mich dieses deutlich erkennen Vater der Menschen! daß alles, was Du gebietest, zu meinem Glücke ist. Wie liebenswerther wirst Du mir nicht immer, wie mehr ich über Dich nachdenke, je mehr ich dich erkenne. Alles, 3* - 36 was Du willst, ist nur unsers Wohles willen; was Du gebietest, hat unser eigenes Gefühl schon ins Herz geschrieben. Daher ist Dein Joch süß, und Deine Bürde leicht; und wenn ich dann auf Deine Liebe zurückdenke, auf die Liebe des Gottmenschen, Der für unser Heil sein Leben gab: in welchem Lichte stellt sich mir dann die Uebertretung Deiner Gebote vor! Ich will mir durch ein Beispiel die Sache sinnlich begreiflich machen. Es war ein König, der liebte seine Unter thanen wie seine Kinder; nur ihr Glück war seine Beschäftigung; seine Geseße waren Gesetze der Liebe; er machte sein Land zu einem Paradiese für sie. Genießet alles Glück, sagte er zu ihnen, aber entfernt euch nicht über die Gränzen, denn jenseits wohnt ein barbarischer König, der würde euch in Ketten legen lassen, und zur Sklaverei verurtheilen. Die Unterthanen gehorchten aber dem guten König nicht; sie gingen über die Gränzen, wurden Gefangene, und in schaudervolle Kerker geworfen. Der König wollte die Undankbaren doch retten, denn seine Liebe blieb sich immer gleich. Er schickte seinen einzigen Sohn ab, und erboth ihn zur Geisel; aber man forderte noch mehr, man forderte sein Leben. Auch dieses will ich verlieren, sagte der 37 Sohn, wenn mein Volk, die Geliebten meines Vaters, wieder frei sind. Binnen der Zeit herrschte Verzweiflung im Kerker; die Gefangenen wollten fich ermorden. Mordet euch nicht! schrieb der gute König, erhaltet euch! dieses ist mein Geseß, das ich euch gebe, ich will nur euer Wohl. Denket, mein eigener Sohn gibt sein Leben für euch; laßt also dieß Opfer der Liebe nicht vergebens sein!- Aber dem ungeachtet übertraten sie das Gebot Liebe, und ermordeten sich selbst. Nun kömmt der Tag der Erlösung; des Königs Sohn stirbt für die Undankbaren, er glaubt, durch sein Blut sie zu retten, und sie vereiteln seinen Endzweck, und beleidigen seine Liebe. Dieses Bild däucht mich die Art der Beleidigung Gottes auszudrücken, die wir an der Gottheit durch Uebertretung ihrer Gebote begehen. so ist's! O Gott! wenn man Dich kennt, die Absicht Deiner Gebote weiß- wie kann die Welt fte übertreten? O laß dieses Bild ewig lebhaft in meiner Seele sein!- Ueberzeuge mich, daß Deine Gebote, Gebote der Liebe sind, und daß ich mich nur selbst wahrhaft beleidige, wenn ich sie übertrete, und daß Deine Beleidigung, Beleidigung der Liebe ist! - - 38 Erkenntniß. Ich habe oft den Absichten der göttlichen Liebe entgegen gehandelt; ich muß also meine Bestimmung erkennen erkennen den Beruf meines Daseins. Gott ist die Liebe; meine Bestimmung Aehnlichwerdung der göttlichen Liebe;- mein Beruf ist also Liebe, und ich kann es meinem Herzen nie genug wiederholen. Liebe! Liebe! Liebe! Liebe Gott! Liebe deinen Nächsten wie dich! Was will aber dieses sagen? Die sanften Gefühle, die die Gottheit zu deiner Erhaltung und zu deinem Glücke dir in's Herz legte, die verbreite auch durch deine Thätigkeit auf deine Mitgeschöpfe; halte sie dir gleich: was also dir gut ist, verbreite auch auf Andere; was dich schmerzet, das thue auch Andern nicht. Diese Gefeße legte mir Gott ins Herz; ich trage also das Gesetzbuch mit mir herum; fühle täglich, was recht und nicht recht ist. Ich habe daher keine Gelehrtheit nöthig, kann Bibliotheken entbehren, um ein guter Mensch zu werden. Dieses ist also auch meine Bestimmung, ein guter Mensch zu werden. Ja, dieses sei mein erstes Bemühen, und mein Ziel sei, der beste Mensch zu werden. Wie kann ich nun dieses angehen? Was führt mich - - zum guten Menschen? Was zum besten? Die Liebe! Der gute Mensch ist der, der die Menschen liebt; der beste, der sie am höchsten liebt. Dieser assimilirt sich mehr der Gottheit, steht also auf einem höheren Grade der Annäherung: mein Entschluß sei daher: Ich will die Menschen lieben. Die Menschen, also alle Menschen ohne Unterschied, ohne Rücksicht auf Klima und Welttheil, ohne Rücksicht auf Religion, ohne Rücksicht auf Verhältnisse. im Alle Menschen merk' es dir wohl, mein Herz! alle Menschen mußt du lieben, also auch deine Feinde. - - 39 - Was thut die Liebe?- sie sorgt für das Wohl des geliebten Gegenstandes; sie ist sanft; sie ist mitleidig, barmherzig, sie verzeiht; sie ist nicht eigennüßig, und handelt ohne Absicht- alles um der Liebe selbst willen. Was könnte nun meiner Liebe Gränzen seßen? meine Selbstliebe. Die Höhe der reinen Liebe verhält sich daher nach der Abnahme meiner Selbstliebe. Wie weniger die That meiner Liebe, mit meiner Selbstliebe verbunden ist, je reiner ist die Liebe, je höher der Grad des Liebenden. 1: 2 40 Also muß in den Handlungen mit meinem Nächsten meine Selbstliebe zurückstehen. Ich muß also Gott lieben wegen Gott; den Nächsten wegen ihm selbst; und mich nur in soweit um den Endzweck der Gottheit zu erreichen, zu dem sie mich schuf, um mich zum Besten der Menschen zu erhalten. Dieses ist der Maßstab der Liebe. Ist es wohl hart, ein Leben zu führen, das uns zum Himmel leitet? nein! es ist nicht hart. ind O - Allen Reichthümern, allen Ehrenstellen entsagen, beständig in Betrachtung leben, immer sich kasteien, ausgestreckt zur Erde liegen- ist dieses das heilige Leben, das der Schöpfer von uns fordert? Nein, wir sind zur Thätigkeit erschaffen, und nicht zu todten Betrachtungen.- O Herr lehre mich Deine Wege gehen! Wenn ich das menschliche Leben betrachte, so finde ich es dreifach: das geistliche Leben; das sitt liche Leben; das bürgerliche Leben.- Dem geistlich und sittlichen Leben kommt es zu, das Gute zu wollen, und dem bürgerlichen das Gute zu thun. Der Wille meines Gottes ist, daß ich das Gute will und thue; also muß das Wollen mit dem Thun verbunden sein; das Gute bloß erkennen, - 41 und es nicht in Ausübung bringen, heißt nicht Menschenpflicht erfüllen. Derjenige lebt nach den Gesetzen der Liebe, der erkennt, und das, was er erkennt, in Ausübung bringt. So ist es, ja mein Gott! daher sagst Du: Der Glaube ohne die Werke ist todt. 351 Es ist aber für mich noch nicht genug, meine Pflicht zu erkennen, und sie zu erfüllen; ich muß sie auch aus reiner Absicht erfüllen; nicht wegen der Welt; nicht aus Selstliebe, oder wegen der Vortheile, die mir diese Erfüllung vielleicht verschafft; oder wegen des Lobes der Welt, das sie mir als einen guten Menschen beilegen würde; nein, nicht darum will ich sie erfüllen, es wäre unedel gehandelt, sondern wegen Deiner, mein Gott! Der Du die Liebe bist, und willst, daß wir Dir durch Liebe ähnlich werden. Ich will also fortfahren, gut zu sein, wenn mich auch die Welt für böse achten follte, ich will lieben und sollte ich auch nirgends ein Herz finden, das mich wieder entgegen liebt. Ich will den Hilflosen unterstüßen, so viel es in meiner Kraft ist, und sollte er mich auch mit Undank belohnen; mein Gefühl für die Menschheit soll wahre Empfindung sein, nicht Empfindelei; ich will nicht dem Armen geben, damit er mein Lob 42 redner werde; ich will nicht den Elenden unterstüßen, damit er aus meinen Augen weiche, und mich sein Jammern nicht mehr belästige, nicht darum will ich gutthätig sein, weil mein Herz die Thräne des Elends nicht ertragen kann, sondern aus Liebe gegen Dich, unendliche Gottheit! Die Du mir alle Menschen zu Brüdern gabst. Dieſes set mein feierlicher Entschluß, Du Gott der Liebe! laß durch Deine Güte diesen Entschluß zu seiner Reife kommen. Amen. Vertrauen auf Gott in den Bedrängnissen. Mein Gott und Herr! Du bist die Liebe; ich komme zu Dir, und flehe um Hilfe; ich bin bedrängt; Du kannst mir helfen willst mir helfen, denn Du bist mein Gott, und wer auf Dich trauet, wird nicht zu Schanden werden. Ich erinnere Dich Deines Versprechens: Wer anklopft, dem wird aufgethan werden, ich klopfe bei Dir an; Du bist mein Vater, und wirst Dein Kind nicht verstoßen. Ich habe zwar oft Deine heiligen Gebote übertreten; aber ich erkenne mein Unrecht; und dieses ist es, was Du willst, und von mir forderst. Weil ich ein Sünder bin, sollte ich wohl von Dir wie ein schul 43 diger Diener vor seinem Herrn zittern? Nein, Du bist die Liebe, sklavische Furcht ist nicht bei dem, der wahrhaft liebt. Ich komme zu Dir: Du öffnest dem Deine Arme, der zu Dir kehrt; öffne sie mir Vater! ich bin Dein Kind! Nein Du versagst mir Deine Hilfe nicht, der Du so mächtig das Gefühl der Liebe und des Mitleidens in das Herz des Menschen legtest. Ich habe vielen meiner Mitbrüder Gutes gethan; habe meine Arme dem Dürftigen und Leidenden geöffnet. Herr! ich sage Dir dieses nicht darum, als wenn ich mich besser hielte, als andere Menschen, sondern darum, weil ich mir bewußt bin, daß ich weder aus Stolz oder Schwachheit meinen unglücklichen Mitbruder liebte, sondern darum, weil er mein Mitgeschöpf, mein Brutder und Dein Kind war: und ich sollte nun bei Dir der ich bedrängt bin, keine Hilfe finden? Was ihr dem Geringsten unter euch thut, das ist mir gethan, so sagtest Du; ich erinnere Dich also Deines Versprechens, und bitte Dich demüthig, Dein Wort zu halten. injald end sildit de bus - Du kennst mein Herz, und meinen Willen, Du weißt, daß ich fest entschlossen bin, auch das äußerste Elend zu ertragen, wenn ich nur einige wenige Menschen dadurch glücklich machen könnte. 44 Ich wollte als ein Galeerensflave die Ketten des Elendes tragen, Hunger und Durst leiden, wenn nur einige meiner Mitmenschen täglich Speise und Trank hätten. Dieses ist meine Denkart; Du kennst sie, denn Du durchdringst unser Herz unsere Einge weide. Herr! ich fliehe nun zu Dir, und bitte um Hilfe in der dringenden Gefahr, in der ich bin. Ich flehe um nichts Unbilliges; ich schreibe Dir auch keine Hilfsmittel vor, indem ich mich bloß auf Deine Güte verlasse, so verlasse, daß ich gewiß bin, daß Du mir helfen willst, wenn es je zu meinem Heile, zu meiner Wohlfahrt sein wird; wo nicht, mein Vater! so gib mir Stärke, das Unglück zu ertra gen: erhörst Du mich aber, so gelobe ich Dir, daß ich nie undankbar gegen Deine Gnade sein werde; aber setze auch diese noch hinzu, daß ich die Wahrheit erkenne und die Weisheit liebe. Freiwillig bin ich nie von Dir gewichen; nur aus Irrthum, im Taumel der Leidenschaft habe ich manchmal Deine heis ligen Wege verlassen; aber mein Herz kehrte wieder zu Dir zurück, ich fühlte das Bedürfniß, bei Dir zu sein; ich habe nie auf Menschenhilfe gezählt, son dern nur auf die Deine der Du die Herzen den Menschen leitest; ich war auch nie stolz auf meine Werke, und sah alles das Gute, was ich that, als 45 Dein Werk an, und nur das Böse als das meine. Dein Wille ist, jedes Geschöpf glücklich zu machen; vollende Dein Werk; lasse mir das wohlthätige Un glück zu meiner Erfahrung dienen, aber nicht zu meiner Unterdrückung; schneide mir die Mittel nicht ab, meine Brüder zu unterstüßen, und der Welt nüßlich zu sein. Gott! Dein Geschöpf ruft zu Dir: Vater! Dein Kind ist's, das in Deine Arme fich wirft; wirst Du es zurückstoßen? Nein! mein Glaube ist unumschränkt, ohne Ende meine Hoffnung, ohne Gränzen meine Liebe. Gebet für die Menschen, meine Brüder. Mein Gott! ich bete zu Dir für die Menschen meine Brüder; Du sagtest mir, ich soll sie lieben, und eben darum, weil ich sie liebe, so flehe ich zut Dir um ihr Wohl, um ihre Erhaltung. Gib' daß der Geist der Eintracht und des Friedens unter ihnen herrsche! Gib, daß sie sich alle als Brüder und Kinder der Gottheit unter einander lieben; daß sie einsehen, daß sie sich wegen Fehler und Schwachheiten nicht verachten, nicht hassen und verfolgen sollen; erleuchte sie, daß fie 46 alle erkennen, daß Dein heiliger Wille ist, daß wir uns gegenseitig einander ertragen, und uns lieben sollen. Mein Gott! strecke Deine segnende Hand über die Fürsten der Erde aus; erfülle sie mit Weisheit und Güte, und lehre sie ihren großen Beruf kennen, der darin besteht, Menschen glücklich zu machen. Gib Deiner Heerde treue Hirten, Deinem Altare würdige Diener; Dein Geist schwebe auf ihren Lippen, wenn sie dem Volke Dein Wort verkündigen, und Balsam fließt aus ihrem Munde für den Trostlosen und den Sterbenden. Gott des Frie dens und der Liebe! lenke Du die Herzen der Fürsten zur Eintracht und Menschenwohl; zerstöre in ihren Gemüthern den Keim der Zwietracht, und vertilge die Eroberungssucht aus ihren Seelen. Wehre den Verwirrungen, die Deine Schöpfung verwüsten, und schone des Menschenblutes, das Laster und Thorheit vergießen. Laß Friede und Ruhe über jede Scheitel blühen, über die Deine herrliche Sonne scheint. 1. 20 Vertilge den Religionshaß aus den Herzen der Menschen, und laß sie einsehen, daß die Liebe nicht hasse, nicht morde. Erhalte meinen Fürsten und segne mein Vaterland; erleichtere die Bürde der Regierung auf den Schultern des Monarchen, 47 und umgib seinen Thron mit treuen Dienern. Deffne die geblendeten Augen der Reichen, die sich einbilden, mehr zu sein, als andere Menschen, erweiche ihre Herzen, und stimme sie herab zur göttlichen Harmonie des Menschengefühles, Leite die Herzen der Unterthanen zum willigen Gehorsam, und laß uns denken, daß Du es bist, der die Fürsten über uns gesetzt hat. Laß überall Ruhe und stille Zufriedenheit herrschen, und allen meinen Brüdern Brot und Nahrung; schicke Deinen heiligen Geist in die Seele der Menschen, damit sie das Wahre erkennen, und das Gute ausüben, auf daß die Anzahl der Guten und Weisen größer werde. Erweiche das Herz der Reichen, damit sie einsehen, daß Du ihnen nur darum Reichthum gabst, um ihre dürftigen Mitbrüder zu unterstüßen; trockne die Thränen, mein Gott! aus den Augen der Wittwen und Waisen, und nimm Du Dich ihrer an, wenn sie von Menschen verlassen sind. Lindere die Schmerzen des leidenden Kranken, und flöße Trost und Stärke in seine kummervolle Seele. Erinnere Dich auch mein Gott! der armen Gefangenen, die ohne Hilfe, ohne Freunde, verlassen im Kerker schmachten! erleuchte das Herz ihrer Richter, daß sie gerecht über sie richten, und daß sie den Werth threr Thränen er 48 wägen, die sie einsam vergießen. Flöße Mitleid in das Herz der Gefangenwärter, damit sie diese Unglücklichen nicht mißhandeln, und daß sie nie vergessen mögen, daß auch der Schuldige ihr Mitgeschöpf und Gottes Kind ist. Den Eltern gib Einsicht, ihre Kinder gut zu erziehen; den Kindern Gehorsam und ein empfängliches Herz zur Tugend; schüße das Herz des unschuldigen Mädchens, und die Seele des unverdorbenen Jünglings; schüße die schwache Tugend, mein Gott! und stärke sie im Kampfe mit den Leidenschaf ten. Mein Gott! mache alle Menschen glücklich, das ist mein Gebet zu Dir. Auch meine Feinde; auch für diese bitte ich Dich; ich habe nicht aufgehört, sie als Menschen zu lieben; segne sie, erleuchte ihr Herz, daß sie einsehen, daß sie unrecht haben, mich zu verfolgen; sollten sie es aber nicht einsehen, so schone, Herr! ihrer Verblendung, und verzeih' ihnen, denn sie wissen nicht was sie thun. Ich flehe nicht um Rache über ihr Haupt, um Deinen Schuß flehe ich wider ihre Fallstricke. de Solltest Du aber je zulassen, daß ihre Bosheit mir schaden kann, so sei auch hier Dein heiliger Wille gepriesen; sterbend will ich den noch segnen, 49 der mich mordet, und Versöhnung im Tode noch dem zulächeln, der mich tödtet. Herr! lasse die guten Gesinnungen für die Menschheit nie in meinem Herzen erkalten, laß mich täglich lebhaft einsehen, daß nur der Dich kennet, der Dich liebet, der seine Brüder, die Menschen, liebet. Amen. Gebet für meine Feinde. Herr! lehre mich die Größe Deiner Gottheit kennen; lehre mich, daß ein eines Herz die schönste Gabe, die Reue das beste Versöhnungsopfer, und die Bruderliebe das prächtigste Geschenk ist, das man Dir, Unendlicher, geben kann; ich komme daher zu Dir, mein Gott! und bringe Dir das Opfer meines Herzens; und dieses Opfer ist Liebe und Versöhnung. Herr! ich gelobe Dir, daß ich dem nie zu schaden suchen will, der mir zu schaden suchte, und nie will ich dem fluchen, der mir fluchte. Mit Güte will ich dem begegnen, der mich hasset, und liebvoll meine Arme gegen den ausstrecken, der mich feindselig zurückstieß. Wenn mich mein Feind schilt, so will ich ihn segnen und meine Rache soll neue Liebe sein. In der Stunde des Unglücks will ich 4 50 den in meine Arme nehmen, der mir seine Arme verschloß, und ich will die Thräne des Kummers aus dem Auge desjenigen küssen, der meine Thräne nicht sah. Von dem, der mich verläumdet, will ich Gutes sprechen, und den Schleier über die Fehler desjenigen ziehen, der meine Fehler unfreundlich beschnarcht. Herr! dieses ist das Opfer meiner Liebe, das ich Dir bringe; nimm es mit Güte an, und sende Glück und Segen über Jeden herab, der mich haßte;- erleuchte sein Herz, und mache seine Seele wieder empfänglich der Liebe; dann wollen wir Arm in Arm im heiligen Tempel der Natur, am Altare der Liebe das Versöhnungsopfer unserer Herzen bringen, und zu Dir aufrufen: Herr! vergib uns unsere Beleidigungen, wie wir denen vergeben, die uns beleidiget baben. Amen! Ueber das Wahre und Gute. Wenn ich umhersehe, mein Gott! und die schöne Schöpfung betrachte, wenn ich Deine weisen Anordnungen erwäge, so ruft mir Alles zu: daß Wahrheit und Güte die Stüßen sind, worauf Himmel und Erde ruhen.d 51 Nothwendig ist es also, o Herr! daß ich wisse, was wahr und gut ist; und über diesen wichtigen Gegenstand will ich heute nachdenken. Wahrheit und Güte bist nur Du; und wahr und gut ist nur das, was Du bist. Die Liebe in der Erkenntniß ist das Gute, und die Liebe in der Ausübung das Wahre. Hesid nis Wahrheit und Güte müssen vereinigt sein, denn Wahrheit ist ein Gegenstand der Erkenntniß und Güte ein Gegenstand des Willens;- und was wäre die Erkenntniß ohne den Willen? Der Verstand und die Weisheit Deiner Engel, o Herr! entstehen durch die Verbindung des Wahren mit dem Guten! ohne diese Verbindung ist nur Irrthum und Falsches. Wahrheit, o Gott! bist also Du, und wahr ist Alles, was Du bist: wenn ich also Wahrheit suche, muß ich Dich suchen, Dir ähnlich werden. Du gabst mir, mein Gott! Willen und Ver stand; den Verstand, um zu erkennen; den Willen, um das zu wollen, was ich erkannt habe. Du, mein Gott! bist die Güte; Alles, was ein Dasein hat, ist gut, und Alles wahr, was der Ausübung dieser Güte nahe kommt. Wenn ich Deine Güte erkennen, und diese Erkenntniß in meinen 4* - 52 Willen übergeht, dann wird Deine Güte durch mich sichtbar, und meine Handlung ist wahr. Laß mich also erkennen, mein Gott! daß ich das Gute mit dem Wahren verbinden muß, und gib mir Deine Weisheit, damit ich Verstand und Willen habe; und laß mich den Weisen der Welt nicht gleich sein, die statt Verstand nur Wissen schaft, statt Willen nur Begierde haben; schaffe Du meinen Willen zum Behältniß des Guten, und meinen Verstand zum Behältniß des Wahren. Amen! Erkenntniß des Ewigen. Menschenberuf und Menschenpflicht. Wenn ich über mich nachdenke, mein Gott! so fühle ich, daß ich ein äußerer und innerer Mensch bin; ich habe einen Körper und eine Seele; bin ein Thiermensch und Geistmensch. Das Aeußere ist nothwendig zu meinem gegenwärtigen Zustande als Mensch; das Innere führt mich zu meinem künfti gen als Geist. Laß mich, Unendlicher! diese Wahrheit überlegen. Sinn und Körper verbinden mich mit der Welt; Geist und Seele mit Dir, o Gott! Ich er 53 kenne also meinen Beruf; ich bin nicht da, wie das Thier, um blos sinnlich zu genießen, meine Bestimmung ist höher auf der Leiter der Fortschreitung. Du bist die Güte und die Thätigkeit der Güte ist Liebe;- meine Bestimmung ist, Dir ähnlich zu werden; also mein Beruf zu lieben, so wie Du liebst. she shie mooise Deine Liebe ist rein, also sei auch meine Liebe rein, wie die Deinige. Ich muß daher das Gute lieben wegen des Guten, und das Wahre wegen des Wahren. Nicht aus Absicht, nicht wegen der Votheile, die das Gute begleiten; nicht aus Eitelkeit oder Ruhmsucht, sondern darum, well das Gute gut, und das Wahre wahr ist. Was kann mich daher an dieser reinen Liebe hindern? Nichts als meine Selbstliebe. Ich will also diese kennen lernen, damit ich sie bestreite und bekämpfe, damit sie mich auf dem Wege nicht hindere, der zu Dir, Allgütiger! führet. Ich liebe mich selbst, wenn ich mir allein Gutes gönne, und nicht Andern, oder diesen nur meinetwegen; ich liebe mich selbst, wenn ich Gutes thue, um der Ehre, des Ruhmes, des Betfalles der Welt willen 54 Ich bin also in der Liebe meiner selbst, wenn ich in dem, was ich denke und thue, nicht auf den Nächsten, nicht auf das allgemeine Wohl, nicht auf den Herrn, sondern nur auf mich selbst und die Meinigen sehe; ich liebe mich selbst, wenn ich nur meine Leidenschaften zu befriedigen suche, ohne Rücksicht der üblen Folgen, die sie meinen Mitmenschen verursachen. Diese Selbstliebe ist der reinen Liebe entgegen, denn ihr Antheil ist Böses und Falsches, wie das Antheil der reinen Liebe Wahres und Gutes ist. Herr! vertilge den Keim dieser Liebe in meinem Herzen, und entzünde es mit himmlischer Liebe! Lehre mich Liebe der Liebe willen; nüglich sein des Nußens wegen; gut sein um des Guten willen; laß mich alle Menschen ohne Absicht lieben, wie Du liebest. Duradilidbe inte tin Laß meine Freude sein, das Gute zu stiften, und führe mich mit liebender Hand; denn ich will mich nicht durch meine Selbstliebe führen lassen.- Laß die Lust meines Herzens sein, Jedem Gutes zu gönnen, überall Nußen zu stiften, Anderen zu dienen. Wenn ich ein Amt begleite, so soll mich nicht das Amt freuen, sondern die Gelegenheit, Gutes zu thun, die dieses Amt mir vergönnt. Wenn ich zu Ehren- 55 stellen gelange, so soll nicht die Ehrenstelle mich reißen, sondern der Nußen, den ich weit mehr und größer über die Menschheit verbreiten kann. sa Bewahre mich durch Deine reine Liebe vor der Liebe der Welt, damit sich mein Herz nicht verblenden lasse, und Freude im Vergänglichen suche. Laß das Geld keinen Werth in meinen Augen haben, als in so weit ich den dürftigen Nächsten damit unterstüßen kann. Laß Ehre und Ruhm keinen Eindruck auf meine Seele machen, wenn meine Handlung nicht Deinen Beifall verdienet. Mit Einem Worte verleihe mir, daß ich Alles, was ich habe, Vermögen, Talente und Wissenschaften, Aemter und Ehrenstellen, als anvertraute Güter Deiner Liebe ansehe, die Du mir darum gabst, damit ich Dir ähnlich an Liebe werde. Amen. Um Erkenntniß des wahren Nebenmenschen. Mein Gott! Du sagtest mir, daß ich den Nächsten lieben soll; gib also göttliches Licht meinem Herzen, daß ich erkennen möge, wer mein Nächster ist, und wie ich ihn lieben soll. Mein Nächster ist im allgemeinen betrachtet, jeder Mensch, ohne Rücksicht auf Stand, Religion 56 und Beschäftigung.- Ich muß also alle Menschen lieben wie mich selbst: ich muß mir also eine Fertigkeit angewöhnen, mich in die Lage des Andern hineinzudenken; eine Behendigkeit mich an seine Stelle zu setzen, mir ihn zu personificiren, damit meine Gefühle wie die seinigen werden. Ich muß mein Herz zur Empfindsamkeit binden- zur Empfindsamkeit, nicht zur Empfindelei. la - - Die Richtschnur, nach welcher ich die Handlungen meiner Liebe einrichten muß, besteht in folgenden Grundsäßen: Seße dich an die Stelle deines Nächsten, und handle gegen ihn so, wie du wünschest, daß er gegen dich handle, wenn du an seiner Stelle wäreft. Ziehe das gegenwärtige dringende Bedürfniß deines Nächsten immer deinen zukünftigen Bedürf nissen vor; und thue so viel als du kannst, zu seiner Rettung.fta muins Bedenke aber, daß nicht der einzelne Mensch allein dein Nächster ist; das ganze Menschenge schlecht, überhaupt dein Vaterland, die Gesellschaft, in der du lebst, ist auch dein Nächster, auch diesen bist du thätige Liebe schuldig. Arbeite für das Wohl des Menschengeschlechts; erfülle die Pflichten gege 57 dein Vaterland, mein Herz! und diese deine Handlungen sind auch Nächstenliebe. Denke auch, daß dein Nächster nicht bloß Leib ist; er ist auch Seele. Deine Denkart bilden, heißt seine Seele kleiden; den Wahrheitsuchenden zur Wahrheit führen, heißt die Seele tränken; den Verirrten auf die Wege der Tugend führen, heißt den Gefangenen erlösen, mit Einem Worte: alle Werke der leiblichen Barmherzigkeit kannst du auch in Rücksicht seiner Stelle ausüben. Das will ich oft überdenken. - Aber, mein Gott! wie viele Unwürdige, wie viele Boshafte hintergehen nicht den Gutdenkenden und mißbrauchen unsere Liebe! Das ist nicht meine Schuld. Wer lang klügelt, lang überdenkt, der liebet wenig. Es ist besser, der Nächste betrügt mich, als wenn ich mich selbst betrüge. Es ist ein Gott im Himmel, der die Handlungen sieht, und er wird dich nicht das Opfer des Bösen sein lassen. Handle, mein Herz! nach deiner Macht, nach deinen Kräften, und hoffe auf Gott, Der die Liebe ist. Unsere Selbstliebe verblendet uns leicht. Wer nur mit äußerster Klugheit gut sein will, der höret schon auf gut zu sein. 58 de Hier ist ein Elender, der bittet dich um Hilfe; er ist krank; er soll arbeiten; weißt du aber auch, ob er Arbeit bekam? Vielleicht sind kranke Eltern, eine kranke Familie, die seine Sorge auffordern. die Hindernisse, daß er einige Tage nicht arbeiten kann. Untersuche nicht, was deine Rechte gibt, soll deine Linke nicht wissen. Allein der Liebe Thätigkeit erstreckt sich auch noch weiter, als auf den Armen und Bedürftigen. Recht thun in seinen Geschäften, seine Schuldigkeit in seinem Amte erfüllen, dieses ist auch Liebthätigkeit. Als Richter für das Recht mit Freimüthigkeit sprechen; als Minister für das Wohl des Staates; als Priester für die Wohlfahrt der Religion- das heißt auch lieben. Wer seine Schuldigkeit thut, der Schuldigkeit willen, und gerecht ist, der Gerechtigkeit willen, der übt auch Liebthätigkeit aus. Herr, mein Gott! Gott der Liebe! gib mir zu erkennen, daß die Liebthätigkeit eine innerliche Neigung ist, aus welcher der Mensch Gutes thut, ohne Wiedervergeltung, nur Deinetwegen, o mein Gott! Der Du die reinste Liebe bist. Ich nehme mir also vor, Dir ähnlich zu wer 59 den, mein Gott! durch Deine reinste Liebe weil all meiner Brüder Glück an der Liebe hängt. 109 Alle Menschen will ich lieben, wie mich selbst, ohne Absicht; der Menschheit, der Welt und meinem Vaterlande dienen ohne Eigennut, ohne Hoffnung auf Erkenntlichkeit und Dank. Meine Feinde selbst will ich lieben, ohne mir zu schmeicheln, daß ich sie durch Liebe versöhnen werde. Du, mein Gott! Der Du die Absicht der Herzen kennest, segne meinen Entschluß, und gib meinem Herzen reine Liebe. Amen. Um Erkenntniß des Glaubens. Herr, mein Schöpfer! laß mich erkennen, was der Glaube ist, damit ich Dich in der Wahrheit anbete. Meine innere Empfindung des Wahren und meine Neigung zum Guten müssen erst meinem Glauben den wahren Werth geben. Wie Wahrheit und Güte vereiniget sein müssen, so muß der Glaube mit den Werken vereiniget sein, denn der Glaube ohne Werke ist todt. Es gibt keine Wärme ohne Licht; aber was ist das Licht ohne Wärme? Herr laß mich Deine schöne Schöpfung betrachten, und sie soll mir das Sinnbild des Glaubens sein. - 60 Wenn das Licht, welches von der Sonne kommt, mit der Wärme vereiniget ist, dann bluhet Alles auf dem Erdboden; hingegen, wenn Licht ohne Wärme ist, so erstirbt die schönste Flur, und Alles entkleidet sich von dem Frühlingsschmucke der Natur. Buatro inespritzt Dieses Bild erinnert mich an den Glauben, der Licht ohne Wärme ist, wenn nicht die Werke ihn lebendig machen. So ist das geistliche Licht das Wahre des Glaubens, und die geistliche Wärme die Liebe. Diese macht unsere Seele zum Paradiese, und ohne sie sind unsere Herzen nur dürre Eilande und unfruchtbare Wüsten. Herr! meine Werke sollen Dir beweisen, daß ich an Dich glaube. Amen. Allgegenwart Gottes. Erlöser der Menschen! als Du mit dem Tode gerungen hattest, als Deine Seele sich zu Deinem Vater erhob, und in heiligem Gebete zersloß, als Dein Schweiß und Dein Blut auf die Erde ge in dieser ersten Stunde, da thatest Du jene große Wahrheit fund, die Wahrheit sein wird, so lange die Hülle der ewigen Seele ronnen war - 61 Staub ist. Du standest, und sprachst zu den Schlafenden: Willig ist eure Seele; allein das Fleisch ist schwach! po sple Dieser Endlichkeit Loos, diese Schwere der Erde, fühlt auch meine Seele, wenn sie zu Gott, zu dem Unendlichen, sich erheben will. spitalor Anbetend, Vater! sink ich in Staub, und flehe! Vernimm mein Flehen, die Stimme des Endlichen! Mit Feuer taufe meine Seele, daß sie zu Dir, zu Dir sich erhebe! Allgegenwärtiger, Vater! umgibst Du mich!Steh hier, Betrachtung, stille, und forsche diesem Gedanken der Wonne nach! Was wird das Anschauen sein, wenn der Gedanke an Dich, Allgegenwärtiger! schon so viele Kräfte jener Welt hat! Was wird es sein, Dein Anschauen Unendlicher! Unendlicher! Das sah kein Auge, das hörte kein Ohr, das kam in keines Menschen Herz; wie sehr es auch rang, wie es nach Gott auch, nach Gott, nach dem Unendlichen, dürstete, kam's doch in keines Menschen Herz, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben! Wenige nur, ach! Wenige sind, deren Aug' in der Schöpfung den, der geschaffen hat, steht! Wenige, deren Ohr in dem mächtigen Rau 62 schen des Sturmwindes, im Donner, der rollt, oder im lispelnden Bache, den Unerschaffenen hört! Wenige Herzen erfüllt mit Ehrfurcht und Schauer Gottes Allgegenwart! Laß mich im Heiligthume Dich, Allgegenwärtiger! stets suchen und finden! und wenn er mir entflieht, dieser himmlische Gedanke, laß mich ihn tief anbetend aus den Chören der Seraphim, ihn mit lauten Tönen der Freude herunter rufen, damit ich, Dich zu schauen mich bereite, mich weihe, Dich zu schauen im Allerheiligsten! Ich hebe mein Auge auf und sehe; und siehe der Herr ist überall! Erde, aus deren Staub der erste der Menschen geschaffen ward, auf der ich mein erstes Leben lebe, in der ich verwesen, aus der ich auferstehen werde! Gott, Gott würdigt auch Dich, Dir gegenwärtig zu sein! Mit heiligem Schauer breche ich die Blume ab! Gott machte sie! Gott ist, wo die Blume ist. Mit heiligem Schauer fühle ich das Wehen, hier ist das Rauschen der Lüfte! es hieß sie weh'n und rauschen der Ewige! wo sie wehen und rauschen ist der Ewige! Freue dich deines Todes, o Leib! wo du verwesen wirst, wird der Ewige sein! Freue dich deines Todes, o Leib! in den - - 63 Tiefen der Schöpfung, in den Höhen der Schöpfung werden deine Trümmer verwehn! Auch dort, Verwester, Verstäubter, wird Er sein, der Ewige! Die Höhen werden sich bücken! die Tiefen sich bücken! wenn der Allgegenwärtige nun wieder aus dem Staube Unsterbliche schafft! on sbs misjid Halleluja dem Schaffenden! dem Tödtenden Halleluja! Halleluja dem Schaffenden! Ich hebe mein Auge auf und sehe! und siehe, der Herr ist überall! Euch Sonnen, euch Erden, euch Monde der Erden, erfüllet rings um euch seine göttliche Gegenwart! dond Geheimnißvolle Nacht der Welten, wie wir im dunkeln Worte schauen den, Der ewig ist, so schauen wir in Dir, o Nacht der Welten, den, Der ewig ist! d Hier steh' ich Erde! was ist mein Leib gegen dieſe, selbst den Engeln unzählbare Welten! Was sind diese den Engeln unzählbare Welten gegen meine Seele! Jhr, der Unsterblichen, ihr der Erlösten, bist Du näher, als den Welten; denn sie den ken, sie fühlen Deine Gegenwart nicht! Mit stillem Ernste danke ich Dir, wenn ich sie denke! mit Freudenthränen, mit namenloser Wonne danke ich Dir, o Vater! Dir, wenn ich sie fühle! Augenblicke Dets 64 ner Erbarmungen, o Vater! sind's, wenn Du das himmelvolle Gefühl Deiner Allgegenwart in meine Seele strahlst! Ein solcher Augenblick ist ein Jahrhundert voll Seligkeit!-- Meine Seele dürftet; wie nach der Auferstehung verdorrtes Gebein, so dürstet meine Seele nach diesen Augenblicken Deiner Erbarmungen.- Ich lieg', ich liege vor Dir auf meinem Angesichte! o läg' ich, Vater! noch tiefer vor Dir gebückt im Staube der untersten der Welten! Du denkst, Du empfindest, o die Du sein wirst! die Du höher denken, und seliger empfinden, die Du anschauen wirst! durch wen, o meine Seele? durch wen, Der war! und Der ist! und Der sein wird!- Du, den Worte nicht nennen, Deine noch ungeschaute Gegenwart erleuchte und erhebe jeden meiner Ge danken, leit' ihn, Unerschaffener, zu Dir! Entflamme und beflügle jede meiner Empfindungen; leite sie, Unerschaffener, zu Dir! Wer bin ich, o Erster! und wer bist Du! Wer bist Du! Stärke, kräftige, gründe mich, daß ich Dein sei, auf ewig Dein sei! ohne Ihn, ohne Jesus, Der sich für mich geopfert hat, könnt' ich nicht Dein sein, ohne Ihn wäre Deine Gegenwart Feuereifer und Rache mir! - 65 Erde und Himmel vergehen, Deine Verheißungen, Göttlicher, nicht! Von dem ersten Gefallenen an, bis zu dem letzten Erlösten, den die Posaune der Auferstehung verwandelt wird, bist Du bei den Deinen gewesen! wirst Du bei den Deinen sein! In die Wunden Deiner Hände legt' ich meine Finger nicht! in die Wunden Deiner Seite legt' ich meine Hand nicht! Aber Du bist mein Herr! und mein Gott! Mit Gnade sei mir gegenwärtig! mit Gnade! mit Gnade! Es sind Worte des ewigen Lebens, die Du betetest, ehe Du in Gethsemane ins Gericht gingst! Hallet Himmel, sie! stammle, o Erde, sie nach! Laß Alle sie Eins sein, wie Du, Vater, in mir bist; wie ich in Dir bin, so laß Alle sie Eins in uns sein! Ich in ihnen und Du in mir, daß sie zu Einer Vollkommenheit vollendet werden! Hallt die Worte des ewigen Lebens, ihr Himmel! Stammle, o Erde! sie nach! Der für mich mit dem Tode rang, der Gott für mich verließ, der nicht erlag, als in der Ewige verließ, der ist in mir! Gedanke meines tiefsten Erstaunens, ich bebte vor Dir! Da die Winde gewaltiger wehten, die 5 66 höhere Wog' auf mich strömte, ich sinke! hilf mir mein Herr! und mein Gott! Erwägung der Weisheit Gottes. Allgütiger Gott! wenn ich Deine Weisheit, Deine Liebe überdenke, wie anbetungswürdig bist Du mir nicht! Tief anbetend will ich überlegen, wer Du bist Weisheit und Liebe!-Bewundernsvoll neig' ich mich vor Ihm im Staube, finde keine Worte, Dich zu erheben nur mein Herz, nur mein Gefühl dringt zu Dir mein Gott, mein Herr, und mein Vater! Wohin ich sehe, so sehe ich die Werte Deiner Liebe. Prächtig erhebt sich die Sonne am Firmamente. Majestät ist ihr Kleid; ihr Anblick erfreut alle lebende Geschöpfe, und diese Sonne ist Dein Werk, Du Gott der Herrlichkeit und der Stärke! - Das Dunkel der Nacht, das Sternenheer, das über mir glänzet, winket mir zu tiefer Anbetung- überall, wo ich hinsehe, bist Du; Alles verkündigt Dein Dasein, alles Deine Größe, Deine Liebe- überall ist der Tempel der Gottheit. Hollies Nun rauschen die sanften Winde, nun träuft der wohlthätige Thau vom Himmel, nun ergießt 67 der Regen sich in den Schooß der Erde, segnet uns mit Vorrath, und Macht und Herrlichkeit fällt mit jedem Tropfen herab. Gott! so weit die Wolken reichen, so weit mein Blick sich in den Sternen verliert, so weit reicht Deine Herrlichkeit. Der Sand am Meere; der Sturm, der schäumend die Wogen erhebt; der Wurm, der im Staube triecht, ruft mir Deine Güte zu, wie die prachtvolle Frucht die am Baume hängt. Die Saat, der Wald, das Feld sind die Herolde Deiner Liebe, und ich ein Menschbegabt mit einem Leibe, den Deine Hand so wunderbar bereitet- ein Mensch, dem Du Verstand und Fähigkeit gabst, Dich zu erfennen ein Herz, Dich zu lieben. O Du Belebendes in mir- Du meine Seele, Du mein Geist - des ewigen Vaters Kind! erhebe Dich zu Dem, Der dich schuf, und preise seinen Namen, und hoffe auf Ihn, und diene Jhm, und liebe den, der dich schon liebte, che du zu lieben fähig warst. Amen. - 1- Gedanken über die Erlösung. Gott! kann mein Herz wohl den Gedanken denken, denken den Gedanken der höchsten Liebe5* 68 den Gedanken der Erlösung!- Im heiligen Dunkel fühl ich Dein großes Werk, ohne daß mein Verstand Dich ergründet und wie könnte der Wurm Dich auch ergründen, der nicht einmal der Sonne Wunder kennt, noch ihren Lauf und Bau bestimmen kann, und doch im Sonnenlicht die Wohlthat ihrer Wärme fühlet- nein, Seele! nein! ergründen kannst du nicht das Göttliche, den hohen Schluß, als Jesus sich zum Opfer gab. empfinden kannst du nur der Liebe Göttliches. O Menschen weisheit! du, die du Thorheit in dem Auge der ewigen Weisheit bist-- nimm mir den Trost doch nicht, daß Christus meine Schuld im Tode des Kreuzes trug; wie angstvoll müßt' ich zagen, wenn Gott nicht mein Erlöser wäre. Nein! diesen Trost, den mir der Glaube gibt, soll mir kein Spötter rauben; ich fühle seine Göttlichkeit, ich bete an, und glaube. Ich fühle Fried' nnd Ruh' in diesem heiligen Glauben- Ruh', die kein Sterblicher mir geben kann. Ich glaube, und mein Herz erhebt sich schon, bemüht sich, ähnlicher zu werden dem, der die Liebe ist, und liebte bis in den Tod; und freudiger wird mir die Erde, und menschlicher wird mir mein Herz, und stärker meine Seele. Du, Gott der Liebe! Der Du uns - 69 haft Deinen Sohn geschenkt, was sollst Du uns armen Menschen nicht Alles schenken, Der Du Dich selbst für uns zum Opfer gabst! Amen. Gebet am Geburtstage. Ich danke Dir, mein Gott! für das Leben, das Du mir gabst; dieses Leben ist dein Geschenk; auß dem Nichts hast Du mich gezogen, und durch Deine Güte bin ich hier. Wer leitete mich auf den Wegen dieser Wanderschaft, als Du? Wer erhielt mich bis diesen Augenblick? Wer schenkt mir so viele frohe Tage? Wer gab mir Glück- wer milderte mein Leiden? Wer flößte Trost in meine Seele, wenn mich Kummer und Elend drückte? und wem war meine Thräne theurer, die ich im Stillen weinte, als Dir, Der Du mich schufft? Du dachtest schon an mich, ehe ich noch denken konnte, und zähltest meine Thränen schon, ehe ich selbst wußte, daß ich weinte, und gabst mir Trost, ehe ich den Trost noch kannte. Mit Vatergüte warntest Du mich oft, und Du zerschlugst die eisernen Fesseln, mit denen mich die Sünde band: erbarmungsvoll nahmst Du mir die Ketten ab, und wirktest mir 70 Verzeihung zu, als Vater und als Freund. Ich strauchelte, und Du hubst mich wieder auf, ich sankt, Du eiltest mich zu retten; und als ich Dich verließ, so suchtest Du mich selbst, und als ich wieder kam, so war Dein Arm mir offen, Dein Vaterarm. O was bin ich Dir Alles schuldig! Wie wunderbar hast Du mich nicht geführet!- Gibst Du mir länger noch das Leben, so gib auch ein Herz, das folgsam Dich erkennt, Dich nie verläßt. Nimm Alles mir mein Gott! nur Deine Liebe nicht! Amen. Erbarmung. Zu Dir, mein Gott! Du Gott der Stärke! erhebt sich meine Seele. Herr ist Dein Name, Dein Name ist Vater. Sende Licht in meinen Busen; Du willst und sprichst, und Welten leben- Du sprichst, und Welten sinken in ihr Nichts. Ein Meer von Seligkeit umzingelt Deinen Throno laß aus diesem Meere nur einen Tropfen mir auf die Zunge träufeln, damit ich sie, die Seligkeiten, koste, die Du bereitet haft für Menschen, die Dich lieben. Du weißt, wie lange ich leben soll; in Deinem -- 71 - Buche steht es geschrieben; ja Alles, was ich that und dachte, das steht in Deinem Buche- ja jede meiner Thaten steht in Deinem Buche- die wenigen der guten; die bösen viele. Wie schrecklich wäre mir die Schrift: doch waschest Du wie Schnee die Schwärze meiner Sünden, weil Du mein Vater bist, mein Schoner, mein Erretter, auf den ich hoffe und traue; der mich nicht verläßt. Erbarmen und Verzeih'n sind Deine Eigenschaften. Verzeih'; ich hoffe auf Dich, und wird die Erde untergehen, so hoffe ich noch anf Dich; zerfällt die Hülle auch in Staub, so hoffe ich noch auf Dich, und werd' ich selbst zu Staub, so hofft der Staub auf Dich. Beruhigung in schweren Stunden. Wenn meine Hoffnungen dahin sterben, alle meine Freuden ausgehen, o Du Gott meines Lebens! wer soll mir helfen, wenn Du mir nicht hilfst?- Bin ich nicht auch Dein Geschöpf, das Du zur Seligteit schufft? Hast Du nicht meine Tage gezählt, ehe ich war, und das Maß meiner Kräfte berechnet, che Du es mir anvertrauet hast! So rief ich schon in meiner Trübsal zu Dir, 72 Vater aller Lebendigen, denn Du hattest auch mir gesprochen das erquickende Wort: Rufe mich an in der Noth. So flehe ich auch heute zu Dir: Sei mein Retter, mein Beschirmer! Es kann kein Anderer helfen, als Du allein, allmächtiger Gebieter der Schicksale. Sei mein und der Meinigen Hort und Heil. Laß meine Seele nicht in Jammer und Furcht verschmachten. O wie oft schon warst Du in den traurigsten Zeiten mein Beistand, mein Er retter. Darum blicke ich, um mich zu beruhigen, jetzt zurück auf die traurigsten Stunden in meinem vergangenen Leben. Du bist mein Vater, mein Netter gewesen; Du bist es auch heute noch. Siehe, um Trost war mir oft bange. O wie oft! Ich mußte, während mein Herz in Bangigkeit verging, mich heiterer stellen, um denen nicht den Muth zu rauben, die um mich waren. O wie bittere Augenblicke meines Lebens waren es, wenn Schmach und Schande mich zu bedecken drohten; wenn sich Alle entschuldigten, die ich um Beistand ansprach, die mich bedauerten, aber die Achsel zuckten, weil sie mir nicht helfen, mochten. Ich sah kein Heil, als im Grabe. Und doch war ich noch nicht ganz verlassen. Du o Gott, lenktest die Umstände wieder - 73 zu meinem Vortheil, und durch sie die Herzen der Menschen. Ich war gerettet, ehe ich es glaubte, und die Freude lachte mich an, als ich ihr auf immer das Lebewohl gesagt hatte. Wer sich auf Dich verläßt, ist nie verlassen. Siehe, um Trost war mir oft bange!- Als ich, was ich auf Erden so herzlich liebte, hoffnungsLos die Beute des Todes werden sah wie war um Trost mir so bange! O, mein Gott, vergib, wenn ich einen Augenblick lang selbst an Deiner Liebe, an Deiner Vorsehung zweifelte! Kaum konnte ich anders in der Fülle meines Schmerzes. Ich schien ja von Erde und Himmel verlassen, meine inbrünstigen Gebete stiegen ja unerhört zu Deinem Throne, ich sah ja nicht in die Zukunft, und war nicht fähig zu erkennen, daß der allzufrühe Tod meines Lieblings eben so sehr sein Glück sei, als meinem eigenen Glücke vielleicht zuträglich.- Ich mußte meinen Jammer ausweinen. nur das blieb mir, da ich nicht gegen die Gewalt meiner Verhängnisse mein Bestes retten konnte!- Vater, auch noch gegenwärtig erneuert sich mein Schmerz um das Verlorne. Könnte ich es denn jemals vergessen? Könnte den meine Liebe jemals verlöschen, und meine Sehnsucht nach dem Wiederfinden der - - - 74 ewig geliebten, verklärten Seele, die Du von mir nahmst? Nein, aber doch bete ich verehrend Deine Weisheit an. Ich murre nicht. Ich fühle es, Du hast mir durch diesen Verlust wohlgethan. Du lehrest mich das Vergängliche des Erdenglückes lebhaft erkennen. Du mahntest mich durch Erkennt niß des geliebten, treuen Herzens an das, was dort oben ist, an die Geheimnisse der Ewigkeit, an die Pflichten, die sie von meinem unsterblichen Geiste fordert, wenn er ihrer würdig sein will; an die Hoffnungen, welche sie ihm gibt, wenn er ihrer werth ist. O Vater, und auch der Jammer meines Gemüthes ward endlich ruhiger; meine Klagen tönen leiſer. Siehe, um Trost war mir oft sehr bange! Am bängsten in jenen Tagen, wenn ich, vom Gefühle meiner Verderbtheit ergriffen, Gott, Du Gerechter, Du Richter der Gewissen, an Deiner Gnade verzweifelte! Am bängsten in jenen Tagen, da die Schuld meiner Thaten mich niederdrückte mit Zent nerschwere; da ich die strafenden Folgen meiner Vergehungen tragen müßte. Wie konnte, ich o Weltrichter, hoffen, daß Du mir meine Sünden vergeben werdest, da ich selbst sie mir nicht verzeihen mochte? Wie konnte ich hoffen, daß mein Gebet 75 von Dir gehört würde, da ich, o Du Langmüthiger, Deiner Langmuth so schändlich durch Beharrlichkeit in meinen schlechten Neigungen gespottet hatte? Ich lag in tiefer Schwermuth. Meine Tage waren ohne Heiterkeit, meine Nächte ohne Ruhe. Ich sah mich von meinen Lastern umstrickt, ob ich gleich nach Vergebung seufzte. Ich war nicht würdig aller Barmherzigkeit und Treue, die Du mir erwiesen. Und doch ermüdete Deine Langmuth nicht. Du gabst mir neue Frist zur Besserung. Ich hörte sie wies der, die Stimme meines Jesus, meines Hirten. Mit der Erkenntniß meiner Fehler erschien die bittere Neue; mit der Reue die Sinnes änderung. Du aber haft Dich meiner Seele herzlich anges nommen, daß sie nicht verdürbe! Ja, Du freundlicher, ewig liebender Vater, Du allein auch nur konntest es, denn Dein ist die Macht. Was vermochte des Arztes Hilfe und die Kraft seiner Arze neien, wenn ich dalag auf dem Krankenlager und meine Gebeine waren wie zermalmt, und meine Besinnung erlosch? Nur Dein Wille belebte meine aussterbenden Kräfte wieder; hatte ich genug gelitten, dann erschien Dein Trost.- Du nur konntest Dich meiner annehmen, denn welcher Sterbliche war Gebieter der Umstände, daß sie sich zu meinem Troste 76 zusammenpaaren mußten?- Du nur wolltest Dich meiner erbarmen; denn Menschen traten, als ich in Nöthen war, selbstsüchtig zurück, und dachten nur an ihr Wohlsein. Ein Geringes, mit dem sie mir hätten helfen können, verweigerten sie mir, um es zehnfach in Lustbarkeiten zu verschwenden. Sie wandten sich lieber zu den Fröhlichen und mochten meine Thränen nicht sehen. Sie wollten lieber dem Freude bringen, der sie erwiedern konnte; aber des Hilflosen vergaßen sie. Du nur wußteft mich am besten aus dem Elend zu ziehen, Du kann test die rechte Zeit und Stunde, Du das wirksamste Mittel zu meiner Erlösung vom Uebel. Wie Unrecht hatte ich, da ich verzweifelte, als mancher gute Rath, den treue Freunde gaben, nichtig war; als manche Hilfe, die mir gebracht ward, meine Leiden nicht enden konnte. Gehe hin und fündige hinfort nicht mehr, sprach mein Heiland. Ich will es, ach, Vater, wenn Leichtsinn, Gewohnheit und Leidenschaft mich überraschen, gib mir Kraft und Beistand Deines heiligen Geistes.Gott ist mir gnädig! Er will verzeihen. Er hat mir verziehen. Mit neuem Muthe trete ich in das Leben, mit größerer Stärke nehme ich die Leibesbürde auf mich, die er mir zu tragen gegeben hat. Er ist mit mir! Ich werde siegen; durch Gerechtigkeit und Heiligkeit meines Wandels vor ihm werde ich stegen von nun an. Siehe, um Trost war mir sehr bange. Du aber hast Dich meiner herzlich angenommen, daß sie nicht verdürbe; denn Du wirfst alle meine Sünden hinter Dich zurück. Amen.- Herr, wer weiß wie oft ich fehle? Oft, wenn ich mich bessern will, Stehet meine irre Seele Nur vor neuen Sünden still;. Und sie schlägt sich neue Wunden Eh' die andern noch gefunden. Am Neujahrstage. Wenn Andere sanken, stand ich doch: Des Todes Hand schlug meine Brüder, Ich aber bin, ich lebe noch, Und freue mich des Lebens wieder. Wer bin ich? wozu aufgespart? Der Du, o Gott, mein Schicksal lenkeſt Und mich so wundervoll bewahrt! Wer bin ich, daß Du mein gedenkeſt? 77 Sei was du willst, o fern'res Jahr! Gott wacht um mich und meine Lieben. $ 3 78 Lauscht in der Zukunft mir Gefahr? og Wird Kummer meine Stunden trüben; Wie, oder strahlt mein bess'rer Stern? Wird mich des Glückes Zufall heben? Gleichviel! Jhr Sorgen bleibet fern! Was gut ist, wird mein Gott mir geben. Es liegt ungewöhnlich Feierliches für uns in dem beginnenden neuen Jahre. Es ist gleichsam der Festtag, den wir unsern stillen Hoffnungen, unsern geheimsten Wünschen weihen. Hier vers kündet der Glocken feierlicher Frühklang den Anfang des Zeitraumes, dort begrüßen Posaunen und Trompeten und heilige Gesänge den ersten Morgen des Jahres, frohlockend jauchzt die muntere Schaar der Jugend ihm entgegen. Freunde und Bekannte wünschen sich liebreich Glück. Fromme Kinder beten lauter für das Heil ihrer Eltern, Leidende für das Leben ihrer Wohlthäter, Völker in den Tempeln für ihre Regenten. Herr, mein Gott, bis hieher hast Du mir ge holfen; Du wirst auch fernerhin helfen. Siehe, ver trauensvoll richte ich meine Blicke nach Dir. Wie ein schwaches Kind sich voller Liebe und inniger Zuversicht an die Hand seines Vaters und seiner Mutter hängt, so hängt ich mich an Dich. Ich will 79 mit stiller Ergebung das Verhängniß erwarten, wie Du es mir und den Meinigen im künftigen Jahre bereitet hast.- Dir vertraue ich, darum wage ich auch keine Bitte zu Dir. Du allein weist es, was mir und den Meinigen heilsam ist, und Du wirst uns geben was uns wohlthätig werden kann. Freilich, o Du Allwissender! mancher innige Wunsch bewegt mein Herz; mancher stille Wunsch, welchen ich fast Niemanden entdecken möchte, um nicht verkannt zu werden, mancher Wunsch, den ich laut und mit Thränen ausrufen möchte, ach, wenn dieser mir erfüllt würde; O Du kennst ihn, ich darf ihn Dir nicht nennen; es wäre mein höchstes Glück. Nein, nein! was habe ich gesprochen? Bin ich denn weiser, als die ewige Weisheit? Kann ich vorauswissen, was mein Glück sein würde, der ich nicht einmal weiß, was in den nächsten Tagen geschehen wird? Nein, nein, liebender Vater, ich stammle Dir, wie ein unwissendes Kind, meine Wünsche vor, Du aber wirst nur diejenigen in Erfüllung gehen lassen, die mir wahrhaftig nüßlich sein können. In Deine treuen Vaterhände gebe ich mich hin und Alle, die meinen Herzen theuer sind. 80 Wohlan denn mein Herz, entferne vergebliche Sorgen und eitle Hoffnungen; erwarte mit stillem Vertrauen die Gaben der freundlichen Vorschung, welche über dich und die Deinigen wacht. Amen. Um Sieg über die Sinnlichkeit und Leidenschaften. Wer bin ich ohne Dich, mein Vater! o verlasse mich nicht! Sieh, wie mich dort die Feinde heimlich locken ihr Köder, das ist Sinnlichkeit - die Sinnlichkeit, die ich stets mit mir trage. Sanft lächelt mir die Welt- die Wollust lockt, und der Verführer winkt, und sie trinken mir im Becher der Gelüste die Wonne aller Sinne zu. Du Vater! rette mich, daß ihre Stimme mich nicht verführe, und daß ich nie den Becher koste, der an gefüllt ist vom Zaubertranke des Lasters Herr, ich bin ohne Kraft, gibst Du mir nicht Stärke, Herr, so muß ich unterliegen. Verlaß mich nicht: ich traue auf Dich; raube mir mein Auge, wenn es schief sehen sollte, und lähme meinen Arm, wenn et nach Früchten greift, die ihm verbothen sind. Vers zehre diese Hülle, wenn sie in Gefahr ist, Dich zu beleidigen; zernichte sie zu Staub, und schone 81 meiner Seele 1 - sie ist Dein Antheil, Herr! Dein Werk- und wolltest DuDein ewiges Werk zerstören? - Das thust Du nicht; so gib mir Macht und Stärke: und ruft die Sinnlichkeit zum Kampse, so will ich kämpfen, Herr! mein Schild bist Du; Dein Name sei mein Schwert, mit dem ich kämpfen will, mein Sieg sei Dein Werk- dem Kämpfer gib Erbarmen! Amen! - Gebet zu Gott, als der Quelle des Lichts und der Ordnung. Ewige Quelle der Ordnung, von der Alles kömmt, was ist; alles wieder zurückkehrt! Quelle des Lichts, die ihr Sehen in sich hat, die Alles erleuchtet, und das Erleuchte mit sich vereint. - Du, Unerschaffner! Der Du Alles nach ewigen, unveränderlichen Gesetzen erhaltest- erhebe mein Gemüth, das Dein Werk ist, zu Dir- entledige meine Seele der Vielheit, meinen Geist von den Fesseln der Sinnlichkeit, damit ich mich einige Augenblicke in das Meer Deiner Wesenheit und Deis ner Kräfte versenke. Wirke auf meine Erkenntniß, auf meine Einbildungskraft, auf meine Beurtheilungskraft, auf 6 82 meinen Verstand, auf mein Denken; seße auseinander, vereinfache, verähnliche und vereine Alles, was in mir ist, mit Deiner Einheit, damit ich die Kraft aller Kräfte fühlen kann. Ich will Dich denken, Undenkbarer! in dem Kleide, daß Deine Unzugänglichkeit annimmt, um uns denkbar zu werden! Zeige Dich meinem Gemüthe in dem gemilderten Glanze Deiner Liebe, die das verzehrende Feuer Deiner Wesenheit mildert. Vereinige meine Seele, die ein Ausstrahl aus dem Feuermeere Deiner Liebe ist, nur mit einem Strahle Deiner Güte; nimm den Funken, der in mir glimmt, zurück, in Deine heilige Flamme, damit er durch Dich lebe und wirke. Jehovah ist Dein Name, Unzugänglicher! Liebe, Wahrheit, Weisheit, Güte, Gerechtigkeit und Schönheit sind Deine erste Progressionen, die Eigenschaften Deines Wesens, die Geister anstaunen und Welten bewundern die Kleidungen Deiner Herrlichkeit. - Laß mich liebevoll, laß mich wahr, weise, gütig und gerecht sein, wie Du bist, damit meine Seele zum Tempel Deiner Herrlichkeit werde, Quelle der Harmonie und der Schönheit! Die Züge Deines Ebenbildes drücktest Du mir 83 dem Spiegel der Liebe in die Wesenheit meiner Seele. Du sprachst und göttlich war das Wort, das Du aussprachst. nom fas Dein Denken entwarf den Plan der Schöpfung, Dein Sprechen war Schöpfen selbst. Heilig ist das Wort, durch das Alles war; laß mich mit ihm, durch und in ihm wirken und leben. Mein Gedanke, mein Wille, mein Verlangen, meine Meinung bilde mit diesem ewigen Worte eine einzige Einheit. Mein Aeußeres drücke das Innere aus wie die ganze Schöpfung die Erpression Deiner Liebe ist.ls in 8477 Reinige daher durch dieses Wort, das das Band zwischen Dir und mir ist, das die menschliche Natur annahm, mein Aeußeres und mein Inneres. Heilige es, bilde mein Herz zum Tempel Deiner Dreikraft; reiner Willen soll mich an die Kraft aller Kräfte anschließen, die Schönheit und Liebe ist. Durch sie mildere sich Deine Gerechtigkeit gegen den Sünder, und Deine Güte öffne mir die Schäße Deiner Weisheit, daß sie im Innerlichen und äußerlichen, im Geistigen und Leiblichen, im Ewigen und Zeitlichen zur Wahrheit werde. Gib meiner Seele den Bräutigam, den Du ihr Univ.- Bibl. Giessen 6* 84 bestimmt haft, und rufe sie zum hochzeitlichen Feste der Ewigkeit. Unzugänglicher! Laß mein Schreien aus der Tiefe des Abgrundes bis zu Deinen Höhen dringen. Ich rufe den Namen Deines Sohnes. Welten ge horchen, Engeln beugen sich, und die Gründe der Hölle zittern.al du triveli dan d Du verneinst nichts, um was Du in seinem Namen gebeten wirst- dieses ist Dein Bund, Ewi ger! mit dem Menschen. Ich glaube, hoffe und liebe, und wenn dieser Glaube auch nur so groß als ein Senfkörnchen wäre: wenn diese Hoffnung den kleinsten der Keime gleich, meine Liebe ein ersterbender Funke wäre: so wird mein Schreien zu Dir dieses Senfkörnlein zum Baum, diesen Keim zur Frucht, und dieses Fünkchen zur lodernden Flamme machen.d Deine Allmacht tauchte in das Meer der Ewigkeit Deinen Finger, und ich hing an der Spike desselben wie ein entnommener Tropfen aus dem Ozean Deiner Güte. Nun entfiel dieser Tropfen Deinem Finger, und hängt am öden Gesträuch wie ein Thauperlein, das am Morgen die Sonne bescheint. O nähere Dich, Sonne der Güte! mit Deinem erwärmenden Strahle, und schlürfe dieses Tröpfchen wieder ein, damit es sich mit der Quelle wieder vereinige, aus der es kam. Laß mich nicht an der Dornstaude der Sinnlichkeit vertrocknen; entziehe den Strahl Deiner Güte, die meine Herrlichkeit ausmacht, nicht meiner Wesenheit. Laß nicht zu, daß Sturmwinde der Leidenschaften mich verwehen, und in grundlose Abgründe stürzen, wohin der Strahl Deines Lichtes nicht dringt. 85 Laß die Sonne Deiner Güte sich nähern dem Mittag! zieh mich an, verähnliche, vereinige mich mit Dir, Du die Quelle meiner Wesenheit! Vertrauen auf Jesus. Zu Dir komme ich, um Dich um Hilfe anzu flehen, Sohn der Gottheit! Bruder der Menschen! Nur der Glaube an Dich stärkt mein Gemüth, daß es sich zu Dir erhebt! Wie ein Fremdling komm ich zu Dir, nackt und bloß, der nichts aufzuweisen hat, um Ansprüche auf Deine Gutthaten zu machen der keine Hoffnungen, keine Rechte in sich hat, der nichts als Deine Liebe hat. - - -- 86 Wie ein Bettler stehe ich vor Dir, kaum bedeckt mit elenden Lumpen der Sinnlichkeit, voll Aussag meiner schweren Vergehungen steh ich da, und demuthsvoll wende ich meinen Blick zu Dir auf, und strecke meine Arme zum Himmel, und mein Blick sagt mir, daß ich Deiner Hilfe bedarf. Der Gerechte erbarmt sich des Viehes; sollst Du Dich, Du Gott der Liebe! Deines Geschöpfes nicht erbarmen!- Sollte Christus seinen Bruder, seinen Erlösten am Rande des Elendes laffen? Wie schwer beleidigend wäre dieser Gedanken für den Liebenden! Da ich leide und bedrängt bin; da mir alle Trostquellen verschlossen sind, so will ich zu Christus gehen, Der am Kreuze für uns Sünder starb, Der nun im Himmel lebt und herrscht über Alles, was im Himmel und auf Erden ist, und von allen seinen Unterthanen Liebe und Erbarmen begehrt. Ich will ihm meine Noth klagen, zu ihm um Ret tung flehen. Warum soll ich zweifeln, von ihm erhört zu werden? Verheißt nicht das Evangelium jedem Gebete des Glaubens Erhöhung? Gibt es uns nicht klare, unzweifelhafte Beispiele von Menschen aus den verschiedensten Classen, die sich in der Noth an 87 - den Herrn wandten, ihm ihre Bedürfnisse klagten, daß er sie aus der Noth errettete? Nein, niemals war Richterhörung Empfang dessen, was irgend Einer im Glauben und in der Liebe bath. Sus Ruf mich an in der Zeit der Noth; so will Ich dich erhören, und du sollst mich preisen." " 1 So sprach Christus; der Aussäßige bath den Herrn, und er wurde von dem Aussage gereinigt; der Aufseher der Synagoge betete Ihn an und sprach: Meine Tochter ist gestorben, leg die Hand auf sie und ste wird leben; und das Mädchen ist wieder auferstanden. Auf dem Wege nach Jerusalem schrieen die aussäßigen Männer: Meister, erbarme Dich unser! - und Christus machte sie gesund. Petrus kniete bei dem Leichnahm der Tabitha, betete zum Herrn, und sprach: Tabitha, steh auf! - und sie that, ihre Augen auf, sah Petrum an, und setzte sich auf. Was suchte jener Volkshaufe durch das Anrühren Jesu, als Gesundheit und erhielt sie; denn eine Kraft strömmte aus Jesu aus?? Wofür bat jener Hauptmann zu Capernaum? für die Heilung seines kranken Knechts, und seine Bitte ward erhört. 88 Erbarmte sich nicht der Herr jener weinenden Witwe, die ihren einzigen Sohn zur Grube truge und erweckte ihn vom Todten? Betete nicht die Christengemeinde von Jerusalem zu Ihm? und ein Engel rettete Petrum aus dem Gefängnisse. Und ich soll auf Ihn nicht hoffen? - Ist Christus todt oder lebendig? ein falter Zuschauer menschlicher Leiden, oder ein Vater und Erbarmer, dem ich mich mit Kindlichkeit nahen darf? Er weiß die Bedürfnisse meines Herzens; er wird mir helfen, er wird mich erretten; er gibt seinen Kindern feinen Stein, wenn sie um Brot bitten. - Meine Bitte, meine Hoffnung, meinen Wunsch versiegelt nicht die Rede meines Mundes, sondern der unaussprechliche Glaube meiner Seele. Freundlich ist der Herr, Vater und Erbarmer, und Vater- und Kindergemeinschaft kann nichts trennen. Amen! 89 Erkenntniß unserer Nichtigkeit. Hoffnung auf Jesum und Bitte um Gnade. Du, Der Du Alles erfüllest, Allmächtiger! Du bist ein Gott der Ordnung, und in allen Deinen Wirkungen, Veranstaltungen, Werken und Geschöpfen liegt das Zeugniß Deiner einfachen, unwandelbaren Gesetze. Im Reiche der Natur bist Du eben Derselbe, Der Du im Reiche der Geister bist. Ueberall ist Analogie, Bezug, Verhältniß und Verbindung, und wenn mein Auge einfältig ist, wenn mein Verstand in seinem Lichte sich öffnet, und ich Dich mit Ernst und Treue suche, dann find' ich Dich, Gott der Liebe! so im Himmel, wie auf Erden, durch alle Gradationen Deiner Offenbarung, als eben Denselben Gott, sich immer gleich, an Ordnung, Kraft, Weisheit, Güte und Liebe. sODu, mit dem der Mensch einst so innig vereint war; der sich von Dir so treulos trennte, laß mich erkennen, daß der Mensch zur Herrschaft über die Materie bestimmt war, daß er aber, statt 90 sie zu beherrschen, sie liebgewann, sich mit ihr verband, und dadurch gegen Dich bundbrüchig ward. Entfernung vom Geseße der Einheit war unsere Sünde und dadurch wurden wir Sclaven der Geseße der Zeit. Unsterblich ist unser Geist, aber er liegt als Keim ohne Kraft, ohne Leben tief in uns verschlossen. Fleisch und Blut, Materie und Sinnlichkeit, in die er verwebt ist, halten ihn fest und beherrschen ihn nach ihren Geseßen. Laß mich, Unendlicher! diesen grauenvollen Zustand der ersten Sünde erwägen; laß mich betrachten, daß ich mich nie zu meiner vorigen Freiheit wieder emporschwingen kann, wenn ich mich nicht an eine höhere Kraft anklammere, welcher die Kräfte der Materie, der Sinnlichkeit und der Zeit unterworfen sind. Mein niedergedrückter Geist seufzet nach der Kraft, von der er sich getrennt fühlt, er seufzet nach Dir, Unendlicher! Mit der Erkenntniß meiner ehemaligen ursprünglichen Vollkommenheit, und meines dermaligen ganz entgegengesetzten Verderbens wächst meine Sehnsucht nach Hilfe, und da ich ringsumher nach Rettung schmachtend, mich von der ganzen Natur verlassen finde, 91 da ich in und außer mir eine Kraft ahnde, die mich erlösen und aufrichten kann: so flüstert mir der Glaube ein Rettungsmittel zu, Dich, und mit Dir meine Glückseligkeit wieder zu finden. Ich sehe, wie Du für uns am Kreuze bluteſt; - der Glaube erhebt meine Seele zu Dir, Erlöser der Menschen! und durch diesen Glauben an Dich empfängt mein Geist seine Rechtfertigung und den Erbtheil der Seligkeit. Ich ergreife durch diesen Glauben Dein unendliches Verdienst, Erlöser der Menschen! vollende Du in mir das Werk Deiner Gnaden. Du allein sollst in mir leben und handeln, Du gütiger Same der Gnade! Schaffe alle Zwischenräume in mir weg, die den Einfluß Deiner erwärmenden Strahlen verhindern, und laß Alles in mir Kraft und That durch Dich werden. Zerschmelze die sinnliche Rinde, die mich umgibt; erweiche wie Wachs meine Seele, daß sie beugsam zu den Geboten Deines Willens werde, und verändere mich in ein ganz liebendes Wesen, worin weder Selbst noch Weltliebe mehr Plat findet, sondern Du allein herrscheft in Deiner Wesenheit und Liebe. Ich erkenne mit tiefster Demuth meine ganze - 92 Nichtigkeit vor Dir; ich weiß, daß ich ohne Dich nichts bin, nichts vermag; daß nur die Sünde mein Erbtheil, das Böse mein Werk ist:- aber ich weiß, daß Du mein Vater bist- mich so unendlich liebst, daß Du selbst Dein heiliges Blut für mich gabst, und daher hoffe ich auf Dich wie ein Kind, das keine Ansprüche auf Verdienste hat, keine Hoff nung in sich findet, sondern Alles in Deinem Vaterherzen sucht, das unendlich liebt.e Behandle mich daher wie ein Kind; ich will mich auch wie ein Kind von Dir leiten lassen. Nimm mich wieder auf in Dein väterliches Haus, das ich verlassen habe. Ich will nur die Luft athmen, wo Du wohnest, nur Dein Licht sehen, nur Deine Wärme fühlen; nur das Kleid tragen, das Du mir gibst, und die Speise kosten, die Du mir reichest, ich will nur Dein sein. Amen! - Erinnerung der Liebe Gottes. Du Gott der Liebe, Du Vater der Menschen, Du Wohlthäter der Geschöpfe, Du Freund der Sterblichen, Du Unterstüßer der Elenden, - Erbarme Dichuns.! T 93 Himmel und Welt verkündigen uns Deine Liebe! Die Sonne und der Mond, die so herrlich über uns scheinen, Die Sterne, die im Dunkel über uns glänzen, Die Westwinde, die unsere Wangen kühlen, Die Blumen, die unser Aug' ergößen, Die Bäume, deren Früchte wir genießen, Die Saaten, die unsere Scheuern füllen, Die Trauben, die am Weinstock reifen, Die Quellen, die von Bergen rauschen, Die Bäche, die sich durch Wiesen schlängeln, Die Kräuter, die an den Ufern wachsen, Die Vögel, die in Gebüschen singen, Die Thiere, die im Walde sich ergötzen, Die Fische, die in den Bächern schwimmen, Die Schatten, die am Mittag uns laben, Die kühlenden Stunden des Frühlings, Die schwülen Tage des Sommers, Die fruchtvollen Zeiten des Herbstes, Die Ruhe und Stille des Winters, Die Freuden des Morgens, Die Labung des Mittags, Die Ruhe des Abends, Die Stille der Nächte, Verkündigen uns Deine Liebe! 94 Der Bau unsers Körpers, ist ein Geschenk Deiner Liebe! Das Wonnegefühl unserer Sinne, Die Schönheit, die das Aug' erfreuet, Die Harmonie, die das Ohr ergößet, Das Angenehme des Gefühls, Die Reize des Geschmacks, Die Vergnügungen des Lebens, Die Wohlthat des Schlafes, Das Vergnügen der Ruhe, Die Wonne des Schlummers, Die Freude des Erwachens, Die Seligkeit der Freundschaft, Das Gefühl reine Liebe, Unser Wohlsein, Unsere Gesundheit, Unser Auskommen, Unsere Häusliche Freude, Der Freund, der uns liebt, Der Vater, der für uns lebt, Die Mutter, die uns pfleget, Der Bruder, der uns liebet, Die Schwester, die uns theuer ist, Das Kind, das uns erfreuet, Der Fürst, der für uns sorget, C C C 10 Ist ein Geschenk Deiner Liebe! Der Nichter, der für uns wachet, Das Brot, das wir essen, Den Trunk, den wir trinken, Der Athem, den wir schöpfen, Das Leben, das wir genießen, Wir erkennen Alle Deine Liebe! Wir hoffen Alle auf Deine Liebe! Wenn Unglück uns drohet, Wenn Krankheit uns quälet, Wenn ein Unfall unsre Güter verzehret, Wenn der Feind uns verfolget, Von der Hoffart, Von dem Geize, 95 Von dem Neide, Von Haß und Feindschaft, Von Unzucht und Geilheit, Von Ungerechtigkeit, Von Unterdrückung des Nebenmenschen, Deiner Liebe! Ist ein Geschenk Wenn Kümmerniß uns drücket, Wenn der Tod uns schrecket, Errette uus von allem Uebel, durch Deine Liebe! Von der Sünde, Von dem Laster, Von dem Irrthume, Von dem Verbrechen, Deine Hoffen wir auf Liebe! Erlöse uns durch Deine Liebe! 96 Von üblen Nachreden, Von Verführung, Von Verleumdung, Von üblem Beispiele, Von allen Sünden, Von allem Unglücke, Von allem Verderben, Von dem ewigen Tode, O Du Lamm Gottes, das Du aus Liebe trägst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr! Liebe. Erlöse uns durch Deine O Du Lamm Gottes, das Du aus Liebe trägst die Sünden der Welt, erlöse uns, o Herr! O Du Lamm Gottes, das Du aus Liebe trägst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser, o Herr! Gebet. O Du Gott der reinsten Liebe! gib, daß wir die Größe Deiner Liebe erkennen, uns dieser Deiner Liebe würdig machen, und unsern Nächsten mit der heiligen Liebe umfangen, die Dein Gebot ist, und durch dessen Erfüllung Dich, Du Liebe aller Liebe! der Mensch nur würdig lieben kann! Amen. Empfindung der allgegenwärtigen Majestät Gottes. 107 109 Versammle dich, mein Geist, versammle dich, den ewigen Vater und Erhalter der Wesen zu preisen! Zerreiß die Zauberbande, mit denen die Welt dich zu lange schon an nichtige Vergnügungen fesselte. Ferne von Geschöpfen, die dir die nähere Gemeinschaft, die wesentlichere Vereinigung mit deinem Schöpfer rauben, sei einmal frei vom Körper, ungetäuscht vom Blendwerke der Sinnlichkeiten, sei einmal ganz dein Eigenthum. Im Tieffinne eines erleuchteten Christen erforsche- betrachte erstaune und bete an. Mit heiligem Zittern nähere ich mich Dir, ewiges, unergründliches Wesen mein Schöpfer! vergib dem endlichen Geiste, vergib ihm den kühnen, aber unmächtigen Flug, den er unaufhaltbar in Dein Heiligthum wagt. Dich erreicht kein sterblicher Gedanke, keine menschliche Weisheit. Der geistige Schwung erschaffener Wesen wird kraftlos, sobald er die Gränzen ihrer Natur berührt. Du bist unendlich über alle Deine Geschöpfe erhaben. Du schufft uns nur, daß wir 7 - 97 - - 98 aus Deinen Wundern Dein Dasein erkennen, und Dich anbeten sollten: Du schusst uns nicht, um von uns ergründet zu werden. Du allein ergründest Deine Tiefe; Du allein fassfest Deine Unermeßlichkeit! Ewige Kraft der Natur! Dich empfinde ich, so tief ich auch unter Dir bin. Ich erkenne mein selbstständiges Dasein, und den von Dir abhängigen Ursprung aller Erschaffenen. Ich fühle Deine Allmacht, und meine Nichtigkeit. Wer bin ich, daß ich es wagen darf, mich Dir zu nähern, mich mit Dir zu unterhalten? Gott! Schöpfer! Jehov a!-Feierliche Empfindungen!- herrschet ewig, ewig in meiner Seele! Nur ihr weihet mich Unwürdigen zur Gegenwart Gottes ein. Nur ihr erhöhet das im Staube friechende Geschöpf bis zum Throne des Schöpfers. Ewiger Unerschaffener!-- Wie soll ich Dich nennen? Ich die Zerstörung, die Verwesung meiner Selbst? wie soll ich Dich nennen? O kann wohl die irdische Zunge Deinen heiligen Namen aussprechen? Kann die an Erde Umgefesselte Seele sich bis zu Dir erheben? sonst-sammle ich alle meine Kräfte: umsonst vereinige ich sie mit den Kräften der ganzen Natur - - - 0099 Du bist namenlos, Wesen aller Wesen! UnausGott aller Götter! der Herrschenden! sprechlich ist Dein Name, und unergründlich Dein Wesen! - O Du!- dessen Geist die Schöpfung erfüllt, dessen Allmacht sich in Deinen Wundern offenbaret, dessen unerschaffene Schönheit durch die Unermeßlichkeit strahlet von welch unüberdenklicher Größe bist Du! Unumschränkt in Deinen Wirkungen riefst Du Welten zum Dasein. Zitternd hörte das Chaos Deine Schöpferstimme, und sonderte die unbestimmten Wesen ab. Verwandlungen folgten auf Verwandlungen. Sonnen sonder Zahl entzündeten sich auf Deinen Ruf im Dunkel des leeren Schöpfungsraumes; und Millionen Planeten bahntest Du ihre Kreise. Dein Wille ward Ordnung, Schönheit und Wunder in allen Reichen der Schöpfung. Die Sonnen verklärten die Finsterniß; und anbetende Welten flossen rings um sie in ihren erleuchteten Bahnen. Die ganze neue Schöpfung ward ein Spiegel Deiner ewigen Gottheit- die Offenbarung Deiner selbstständigen Herrlichkeit. Majestät Gottes! Dich finde ich in allein Deinen Werken! Du prägtest Di chunauslösch7* 1 100 lich in den ursprünglichen Stoff der Dinge ein. Deine Spuren bezeichnen Alles was ist, bis auf die letzten Gegenstände, bis an die äußersten Grenzen des Weltblaues! Allmacht im Anfange, und Allmacht im Niedergange! Gott im Großen, im Kleinen, Alles in Allem. Unerforschlicher in Deinem Wesen! Du bist allgegenwärtig: und doch unsern schärfesten Blicken verborgen. Du bist unsichtbar: und doch zeugen alle Deine Geschöpfe von Deinem Dasein, und empfindet Dich meine entzückte Seele mitten in ihrem Innersten- unzertrennlich von mir selbst. Wun derbarer Gott! das Unermeßliche ist Dein Thron; und die Ewigkeit Dein Altar.s Quelle der Geister! Was bin ich vor Dir! Wie ermattet der sterbliche Mensch in dem ersten Gedanken Deiner Allgegenwart, Deiner Allmacht und Herrlichkeit! Wenn ich es, Dich zu denken, wage; so sinkt die ganze Kraft meines Wesens in meine erste Unthätigkeit zurück. Ich vergesse mein Dasein, und bin nur noch in Dir- durch Dich in Gedanken an Dich! Seele des Himmels, unvergängliches Leben der sichtbaren und unsichtbaren Natur! ohne Dich bin ich nichts; Du allein belebest - - 101 mich. Ohne Dich verschwinde ich wie ein minutenlanger Traum aus dem Reiche der Wirklichkeiten, ohne Dich- Ewiger, der Du mich schufft, und mich erhältst! Was wäre mein Leben, wenn nicht ein allmächtiger Funke Deiner Herrlichkeit mich beseelte! Was wäre die Welt, in der ich lebe, diese Welt voll Deiner Wunder, wenn nicht ein Hauch Deiner unveränderlichen Kraft ihr Dasein unterstüßte! Wenn Du willst, so verlöschen die Sonnen, die Du entzündet hast. Wenn Du befiehlst, so fällt die Schöpfung, zuunmächtig, ohne Dich zu bestehen, in ihr Chaos zurück. Gott aller Götter! Wer umschränkt Deine Allmacht! Wer ergründet Deine Ewigkeit! Wer mißt Deine Unendlichkeit! Jehova mein Schöpfer! Wie glorreich biſt Du in der ganzen wunderbaren Kette Deiner Geschöpfe. Du bist es, der der Natur die Geseße vorschrieb, nach denen sie unverleßlich wirken soll; und unter diesen geheimnisvollen Gesetzen verbargst Du das große Ziel, zu welchem Du die Schöpfung bestimmt hattest. Deine Allmacht bewegt die Triebfedern des Weltenbaues: und Deine Weisheit verherrlicht ihn durch Ordnung in mannigfaltiger Schönheit. Du bist es, Allgegenwärtiger! 102 der alle diese Dinge, diese Millionen Wesen so unverbesserlich geordnet hat. D u rufft dem Winter, und schon veraltet die Erde, schon verhüllen sich die Fluren unter ihrem Beschüßer, dem wolligten Schnee. Du winkst dem Lenze; und schon blühen die erstorbenen Gefilde zum neuen Leben auf, schon verschönert sie der stärkere Einfluß des sanften Sonnenlichtes, Du willst, und Segen vom Himmel erhöht die Fruchtbarkeit verjüngter Fluren, und Segen vom Himmel zeitigt die Früchte der gehorchenden Erde. Ursprüngliche Schönheit! Du- schenktest den Rosen ihren Purpur, den Lilien die Farbe der Unschuld, und den Pflan zen ihren nährenden Balsam. Du bist es, A IImächtiger! der den emporschwebenden Dünsten ihre vielfärbige Anmuth, und ihre Wunderkräfte ertheilet. Die Stimme des Donners erzählt den Nationen Deine Majestät! und verzehrende Blize verkündigen uns Deine furchtbare 211 macht. Gott Zebaoth! Wer ist Dir gleich? Wo ist ein Gott wie Du? Wessen Geist erreicht die Hoheit Deiner Gedanken! Wer erforscht die Tiefe Deiner Wunder! Und wessen Kraft widersteht Deinen Wirkungen! Einziger Beherrs 103 scher aller Wesen! Nur Du unterstüßest die Grundfesten des Himmels, und wälzest die Erde Jahrtausende durch um ihren Mittelpunkt. Du seßest dem Weltmeere seine Gränzen, und zeichnest den Flüssen ihre Ufer. Du gebietest dem Sturm; und erschütterst die Eingeweide des Steinreichs. Du erschütterst die Elemente, und machst aus ihnen die Werkzeuge Deiner Güte, oder die Werkzeuge Deiner Gerechtigkeit. Alle Völker vom Aufgange bis zum Untergange erkennen Dich an Deinen Werken.- Heiliger, starker, furchtbarer und unsterblicher Gott! Himmel und Erde sind voll Deines Gei stes. Alle Geschöpfe fühlen Dein segnendes Dasein. Dein Glanz blendet den Seraph und Erzengel. Tausendmal tausend Geister zittern rings um Dein Heiligthum, und huldigen Deinem Namen in ewigem Jubel! Gott aller Götter! Du bleibst immerdar herrlich in Deiner Allmacht, unerforschlich in Deiner Weisheit, und unendlich in Deiner allgegenwärtigen Güte. Alles, was lebet, beuge sich vor Deinem Throne- zittere im Gedanken an Dich und bete Dich an! Je hova, unser Gott! Höre die Hymnen der Geisterwelt! Nimm gnädig die Danksagung Deiner 104 empfindungsvollen und glücklichen Geschöpfe- denn Du bist der Ursprung und das Ziel unserer Freuden; denn Du bist heilig und anbetungswürdig in Ewigkeit. Empfindungen der allgegenwärtigen Weisheit Gottes. Ewiges Licht! erleuchte den Geist, den Du zu Deiner Erkenntniß schufst, der in Dir seine Verklärung und seine Seligkeit sucht. Zerstreue die Nebel, die mich umgeben, und die Dich mir verbergen, der Du doch allenthalben bist. Nur einen Strahl, o Gott! nur einen Strahl Deiner Klarheit laß in mein Innerstes fallen, damit die Erkenntniß Deiner geheimnißvollen Wege mich dem Ziele meiner Bestimmung nähere. Was ist der Geist des sterblichen Menschen, wenn er ferne von Deinem Lichte, in den Thälern des Todes wandelt! Er sucht das Wesen, und umarmt nur Schatten: er klimmt nach Hirngespinnsten, und schwindelt auf den Gipfeln irdischer Weisheit. Verborgener Gott!-den alle Seine Geschöpfe suchen! Wie unendlich bist Du über alle unsere Empfindungen 105 erhaben! Nur einzelne Strahlen schießen aus Dir in unzähligen Ordnungen von Geistern herab, nur einzelne Funken von Dir- Sonne der Ewigkeit! Verkläre unsere ursprüngliche Finsterniß zur wohlthätigen Dämmerung, in der wir Dein Dasein erkennen. Aber auch für die Dämmerung, o Gott! sei ewig gepriesen! Ohne sie wären alle Deine Wege für uns unwandelbar Ihr verdanken wir die, wiewohl blödsichtige Anschauung Deiner Herrlichkeit. Sie stärkt die matten Blicke, die sich zu Dir erheben; sie erheitert die Spuren, die uns zu Begriffen von Deiner Vollkommenheit leiten: sie belebt in uns selbst die Hoffnung einer helleren Zukunft, das tröstende Gefühl einer zwar fernen- aber unausbleiblichen Verklärung. Heiliges, geheimnisvolles Wesen! erfülle meinen Geist mit jener unvergänglichen Weisheit, die in den Abgründen Deiner Ewigkeit, in den fernsten Tiefen Deiner Gottheit noch immer Deine absichtsvolle Gegenwart findet. Du bist der Ursprung und das Ziel aller Wesen. Umsonst sucht der von Schatten getäuschte Klügling in Deiner Schöpfung Wirkungen ohne Absicht; Wunder ohne Allmacht, Allmacht ohne Weisheit. Ver 106 gebens späht er im Chaos den Zufall aus, der die Grundursache harmonirender Welten sein könnte. Er bemüht sich umsonst, Dich zu verkennen, Dich - den alle Wesen verkündigen, Dich- der Du eben den Wurm beseeltest, zur Unsterblichfeit beseeltest, der Dich verkennen will. Selbstständiger Gott! Vergib dem Insekte den sinnlichen Stolz, der seine Vernunft unterdrückt, seine Seele Deinem Lichte verschließt, und die Lehrgebäude seiner Dummheit zum Eigenthume des Weisen erhöht! Vergib dem Verblendeten seinen Eigendünkel. Er strebt nach Weisheit, und vers nichtet die Wahrheit; er vergnügt sich an Geschö pfen, und vergißt Dich ihren Schöpfer. Dank sei Dir, unendlicher Dank, Du Gott, durch den ich lebe! Der Du meine Seele zu Deiner Erkenntniß gebildet hast, Dir allein verdanke ich dieses nie verlöschende Licht, dessen Schim mer mir tief in die Ewigkeit leuchtet. Ich schlief in ewiger Nacht, ehe Du mich zum Bewußtsein meiner selbst und zur Unsterblichkeit wecktest. Ohne Dich, wesentliche Kraft und Herr der Natur, wäre ich auf immer in meinem Nichts vergraben geblieben. Nur Du schenktest mir diesen Antheil, den ich nun in Deiner Schöpfung besize: nur Du riefst mich in diese 1 107 wundervolle Erleuchtung hervor, in der ich Dich anbete. Du, der Du Alles erfüllst, erfülltest auch mich mit Ueberzeugungen von Dir, und mit Empfindungen Deines Einflusses in mein zufälliges Dasein. Ursprung und König der Geister! Wie spät habe ich Dich erkannt! Wie spät genieße ich dieses himmlische Licht, in welchem Geschöpfe Dich finden können! Mein Nichts verschlang Ewigs keiten, ehe ich Dich kennen, Dich anbeten, und Dir huldigen lernte. Meine Erschaffung, mein Leben, die Kräfte meines Wesens, und meine Freude über mein Dasein, sind lauter Geschenke Deiner Güte. Gott aller Götter! dem die Sonnen ihren Glanz und die Planeten ihr geborgtes Licht verdanken! Woher ist diese Sonne, die mir leuchtet, die mich erwärmt? Woher ist sie wenn Du nicht mein Schöpfer bist? Wer entzündete diese Sterne, die in stiller Mitternacht über mir funkeln, die ihre Strahlen durch jene blaue, unermeßliche Ferne schießen? Wer erhält diesen schwebenden Erdball, der sich in ewiger Ordnung um seine Sonne wälzt? Selbstständi ger! Nur Du unterstüßest ihn mit allen seinen Geschöpfen: und lehrtest ihn frei und ungehindert die Bahn wandeln, die die Jahreszeiten verwechselt, - 108 die unsere Thätigkeit erneuern; die Lufterscheinungen bildet, welche uns Deine Allmacht verkündigen: und die diese mannigfaltige Fruchtbarkeit hervorbringt, die das Leben der Geschöpfe erhält. ds Ja Du bist Jehova! Du warst von Ewigkeit! Du herrschest in Deiner Schöpfung Du wirst immerdar der Grund, das Leben, die Seligkeit Deiner Geschöpfe sein. Auch mir- Allmächtiger! auch mir winkte Dein schöpferischer Blick in eine Welt voll Deiner Wunder. Du schufst mich Staub und gebotst der Verwesung, sich mit Ge danken von Dir zu vermischen, sich durch Empfindungen Deiner Gottheit zu läutern. O nimm meinen Dank! nimm den herzlichen Dank eines Wurmes, dessen Gefühl zu schwach für Deine Güte, zu beschränkt für Deine Unendlichkeit ist! Ohne dieses Geschenk meines Lebens hätten meine Augen nie das Licht der Sonne, nie den Dich offenbarenden Schimmer der Sterne, nie Deine Welt voll Ordnung und Weisheit erblickt! Die gefühlvollen Töne der Nachtigall, die Balsamdüfte der Rosen, der begeisternde Athem der Nelken, die fanfte Frühlingsluft, die majestätische Stimme des Donners all diese Wunder Deiner Schöpfung wären mir ewig verborgen geblieben. Wenn Milli- - - onen Wesen Dich während ihres Dasein erkannt, und Dir gehuldiget hätten; so wäre ich allein zu Deinem Lobe stumm und gefühllos gewesen. Mein Nichts hätte auf immer meine Anbetung erstickt. Ich- war?-Ich! Was war ich- wohlthätiger Geist! ehe Du mir mein Wesen gabst? Wo lag ich verborgen, ehe Du mich zum Daſein riefst? Ach! in Dir allein, Seele des Himmels! Leben meines Lebens! In Deiner selbstständigen Kraft lag auch der Grund meiner Wirklichkeit verborgen! Aus Dir, nieversiegende Quelle! floß ich in die sichtbare Reihe unzähliger Wesen hervor. Ich ward ein Geschöpf, um den Schöpfer zu kennen, von dem ich mich abhängig fühle. Da Du mich schufft; bildetest Du meine Seele fähig zu Gedanken, fähig zu Empfindungen, und über unzählbare Gattungen niederer Geschöpfe erhaben, die Deine Weisheit zu Werkzeugen minderer Absichten bestimmt hatte. Du verknüpftest jene zwei wesentlichen Zierden menschlicher Geister mit dem Eindrucke Deiner Schönheit, mit dem Gefühle Deiner Ordnung, mit Neigung zur Tugend, mit Liebe zu allem dem, was himmlisch und göttlich ist. Dieses geschaffene Ebenbild Deiner unerschaffenen Vollkommenheit umkleidetest - - 109 - ( 110 mit dem verführenden Reiße der Sinnlichkeit. Du schufft uns frei in uns selbst; aber Du umhülltest un fere innere Freiheit mit dem Reiße der Sinne, mit dem Verderben der Zeiten. Geheimnisvoller Gott! Wie viel Absichten erblicken wir in Deinen Wirkungen! Selbst in diesem Widerspruche des Geistes und der Sinnlichkeit, in dieser so allgemeinen Befleckung irrender Geschöpfe finden wir jene Prüfung der Tugend, ohne die sich weder Freiheit noch Jugend denken läßt. Was wäre die Tugend, wenn uns ein unbezwinglicher Hang un serer Natur zu ihr hinrisse? Wo wäre die Freiheit des Geistes, wenn uns die Beschaffenheit unsers Wesens die Verlegung der Ordnung unmöglich machte? Wo fänden wir die Güte der Wahrheit und Tugend, wenn uns nicht oft der Schmerz ge heimer Wunden in Wahrheit und Tugend den Bal sam zu suchen zwänge, der allein jene Schmerzen lindern kann? Wo fänden wir die Richtschnur der Weisheit, wenn wir nicht selbst die Freuden des Lebens vergiften, sobald wir einen Genuß über treiben? Gott! Anbetungswürdig in den Wohl thaten, mit denen Du Deine Geschöpfe erfülleft, und anbetungswürdig in den scheinbaren Uebeln, in die Du ihre Schicksale verwickelst! Deine Weisheit setzte 111 unserer natürlichen Erkenntniß jene wesentlichen Grenzen, die uns in dem Range unserer Bestimmung erhalten; Du gabst uns nur so viel Licht, als die Wesen fassen können, die Du aus uns machen wolltest. Aus heiligen Absichten versagtest Du das uns bei unserer Erschaffung, wofür wir Dir als erneuerte Geschöpfe danken sollen. Die Blödsichtigkeit der natürlichen Menschen erheiterte der woh Ithätige Glanz Deiner Offenbarungen: und die uns angeborne Schwäche stärkte die wunderwirkende Kraft unserer Erneuerung. Dreieiniger, unerforschlicher Gott! Laß meine Seele in stiller Ehrfurcht Deine Rathschlüsse anbeten; laß mich mit heiligem Zittern das Geheimniß unserer Erneuerung durchdenken! Rein und unschuldig schufst Du den Stammvater des Menschengeschlechts. Zur Unsterblichkeit bereitet, empfing er Alles von Dir, was ihn Dir wohlgefällig machen könnte. Seinen Geist ziertest Du mit Erkenntniß und Freiheit. Sein Herz erfülltest Du mit Trieben zur Vollkommenheit, und sogewöhntest Du es an die Stimme erkannter Wahrheit. Diese ihm eingeflößten Gesetze der Glückseligkeit sollten der Leitfaden seiner Handlungen, und das Ziel seiner Wünsche sein. Aber wie schrecklich fiel - 112 der zum Glücke Erschaffene, da er Dein Geseß vergaß, und sich vom Scheinglanze der Sinnlichkeit blenden ließ! Einschmeichelnder Irrthum tödtet seine Vernunft, verführt ihn in Labyrinthe von wilden Regungen, und reißt ihn zu seinem, und seiner Nachwelt Verderben hin. So fiel der, der sich über sich selbst erheben wollte, der sich auch wider Deine Ordnung empörte, und dessen Wahnsinn Dein reines Ebenbild in seiner Brust befleckte. Wehe dem ersten Menschen, dessen stolze Vernunft ein Opfer des Irrthums ward! Er hörte auf, Wohlgefallen in den Augen seines Schöpfers zu sein; und Qual und Reue brannten in der zu sanftern Empfindungen gebildeten Seele. Dieses Gefühl seines innern Verderbens prägte sich tief in sein Herz, und pflanzte sich unheilbar auf eine ganze, noch ungezeugte Nachwelt fort. O Ewiger! dessen Hauch das Leben der Wesen ist; groß und herrlich find die Werke Deiner Allmacht; aber noch herrlicher die Wunder Deiner Erbarmung! Warum vernichtest Du nicht den Wurm, der es wagte, Deine Ordnung zu erschüttern? Du hattest Feuerflammen, ihn zu verzehren; Blize, ihn zu zerschmettern, und Abgründe, ihn zu verschlingen. Aber Du verschontest des Sünders, der die 113 Wohlthat Deines Geseßes verkannte: Dich erbarmte das ohnmächtige Geschöpf, das wider sich selbst wüthete; und Du selbst hieltest den Unsinnigen zurück, der sich an den Rand seiner Vernichtung drängte. O Du- dessen ewiger Blick Millionen Wel ten durchdringt! Du sahst Alles vorher, was geschehen sollte; und billigtest Alles, was geschah. Vergib, unendliches Wesen! vergib der menschlichen Schwachheit, die Dich an Geschöpfen mißt, und Deine Rathschlüsse in endlichen Geistern ergründen will! Umsonst erheben sich unsere blöden Blicke nach Dir nach Dir, den undurchdringliches Dunkel umhüllt. Deine Verordnungen sind immerdar heilig; aber kein Sterblicher erforscht Deine Wege. Wenn unser Geist zum Denken ermattet, wenn alle irdische Weisheit erschöpft ist; so behältst Du noch immer Wege, noch immer un zählige Mittel zu unserer Erhaltung übrig. Deine strafende Gerechtigkeit ist auch die Zeugin Deiner wesentlichen Güte.- Der Stammvater der Menschen verkannte den Werth der Freiheit, und mißbrauchte das, was er verkannt hatte. Aber dieser willkürliche Mißbrauch, der Irrthum, in den Adam verfiel; die Vollkommenheit, die er verlor, waren lauter Verordnungen Deiner Weisheit. 8 - 114 Die Strafe des Stammvaters ward eine heilsameLehre für uns, seine Nachkömmlinge. Wir alle büßen seinen Irrthum, um stets an die Strafe zu denken, die eine nothwendige Folge des Mißbrauches der Freiheit ist. Wir verloren mit der ersten Unschuld zugleich einen Theil der Vollkommenheit, zu der wir in jenem feligen Stande bestimmt waren: aber Du ließest uns noch immer hinreichende Kräfte, selbst in dieser Verwirrung der Zeiten, in diesem Vaterlande des Uebels, uns zu Dir, heiliges Wesen! empor zu schwingen, unsere befleckten Seelen in dem himmlischen Feuer des Gnadenstandes zu reinigen, und sie nach Dir zu bilden. Noch ehe Du die Grundfesten der Erde bautest, noch ehe Du ihre Sonne entflammtest- schon von Ewigkeit erzeugte Deine Allmacht den göttlichen Ausfluß verborgener Weisheit, den Gesetzgeber für die Heiden, den Erlöser der Menschen. Die Ge schöpfe, deren Hang zur Sünde überschwemmende Fluthen umsonst vertilgt hatten, blieben immer der Gegenstand Deiner Erbarmung; und doch war diese Erde, die Deine furchtbare Gerechtigkeit nur wenigen Auserwählten zum Eigenthume ließ, immer von Neuem der unselige Gegenstand Deines Mißfallens. Deine Langmuth vergnügte sich an den wenigen Edlen, die hie und da in ruhiger Stille 115 - lebten, deren Freude das Geseß war, das Du ihnen durch Moses gegeben hattest. Unter diesen standhaften Verehrern Deines Willens erfülltest Du die Propheten mit Deinem Geiste, die den Völkern der Erde eine Zukunft voll Gnade entwickeln, und den kommenden Messias verkündigen sollten. Nun hofften die, die in Deinem Lichte wandelten, mit frommer Sehnsucht auf die Erfüllung Deiner Verheißungen! nun prüften die Heiden die Glaubwürdigkeit der Propheten, die, entzündet von Deinem Geiste, geweifsagt hatten: und endlich entflohen die Tage der Erwartung, welche die Sehnsucht den Gläubigen, der Geist des Widerspruchs aber den Ungläubigen verlängert hatte. Eine Weissagung erfüllte die andere: und Du, ewige, unveränderliche Wahrheit erfülltest sie alle.- de Verbirg dich, meine Seele! verbirg dich in den Staub, der dich fesselt, und betrachte in hei ligem Tiefsinne das Geheimniß deiner Erlösung! Bete mit Zittern den Gott an, den Israel verläugnete, und den die Heiden erkannten! Das Bild - des ewigen der Glanz der Allmacht Gottes verhüllte sich in die Menschheit.- Das offenbare Wort des Unergründlichen umkleidete sich mit den Gebrechen eines Sterblichen.- 8* 116 Der Schöpfer vermischte sich mit Seinen Geschöpfen und wandelte unter denen, die Er von Sich überzeugen, denen er die Wege zur Vollkommenheit bahnen, und einen Theil Seiner Seligkeit mitthei len wollte. O versammle dich, meine durch Jesus erneuerte Seele; bete ihn an, den Göttlichen,- Seine Name heißt Immanuel- Sein Ursprung ist Jehova, Sein Wesen die Weisheit Gottes, Sein Dasein von Ewigkeit- Sein Geseß die Nahrung der Geister und die Absicht Seiner Ankunft ist Deine Heiligung! ddiy noting Jesus, Gottmensch- dessen Wohlthaten so unerschöpflich, als alle die Wunder sind, die Himmel und Welten in sich fassen! Noch war es Dir nicht genug, Dich zur Sterblichkeit zu erniedrigen, dem irrenden Menschengeschlechte die Bahn des Himmels zu zeigen, ihm Gefeße zu geben, deren Inhalt, Ordnung und Absicht schon für sich allein ihren göttlichen Ursprung ankündigen; Du unterwarfst Dich noch selbst dem Gefeße, das Du Unheiligen gegeben hattest: Du wandeltest selbst uns zum Beispiele als unser Vorgänger auf den Wegen, die verwirrte Geschöpfe nach ihrem Ziele leiten. Durch Dein Bei spiel lehrtest Du sie, wie ein Gerechter sich unbefleckt mitten durch eine Welt voll Irrthum und Bosheit, 117 mitten durch einen Schwarm von Wahnsinnigen und Verruchten winde. Du zeigtest ihnen, wie leicht es dem Weisen sei, sich wider die Strafen der Entheiligung zu schüßen, wenn er den lockenden Gefahren der Verführung entflieht. Du lehrtest sie, daß jede Minute, die wir durchathmen, uur jener flüchtige Zeitpunkt sei, in dem wir uns zum wahren Leben bilden, und die Unsterblichkeit verdienen sollen. Dein ganzer Wandel auf Erden war eine unzertrennte Reihe von weisen und wohlthätigen Handlungen, von himmlischen Beispielen, die Du den Elenden gabst, die Dich verkannten, weil Du Dich demüthigtest; die Dich verfolgten, weil Du die Wahrheit und Tugend liebtest; und die Dein Leben haßten, weil Du ihre Verblendungen und Laster mißbilligtest. So wenig erkannt von undankbaren Geschöpfen, die Dich anbeten sollten, durchlebtest Du die Jahre, die von Ewigkeit gezählet waren. Nun näherte sich endlich der feierliche Zeitpunkt, der nach den Weissagungen, die sich erfüllen mußten, das göttliche Werk der Versöhnung vollbrachte. Deine Leiden vervielfältigen sich: Du wardst den Fesseln Deiner Feinde verrathen, von Richter zu Nichter geschleppt, verspottet, geschmäht, gemartert, und endlich zum Tode verdammt! Weder Hei 118 ligkeit, noch Unschuld rettete Dich von dem schrecklichen Bluturtheile, das Würmer über Dich fällten, deren Leben nur von Dir abhängt.- Liebe O unendliche Liebe! Du blutetest am Kreuze für Deine Mörder; Dein Tod war das Versöhnungsopfer für unsere Missethaten, und das Siegel der ewigen Wahrheit Deiner Offenbarungen. Dein Tod überzeugte, und empörte die Natur in allen ihren Elementen: nur die Urheber dessen blieben unüberzeugt. Die Sonne ward im Vollmonde verfinstert; der Tag ward zur Mitternacht Berge spalteten sich die Erde erschütterte ihre Eingeweide und die Leichen der Verstorbenen verließen ihre Gräber! Nur Juda und Israel blieben unerschüttert: nur Juda und Israel verhärten ihre Seelen wider die Schauer der Natur, deren grauenvolle Verwirrung vom Tode des Gottmenschen zeugte!Wesen aller Wesen! Unergründlich sind Deine Rathschlüsse. O ewiges, verborgenes Licht! Durchdringe die Schatten, in denen ich schwebe! Zerreiß die Wolke, die meiner Seele den Strahl aufhält, der sie erleuchten könnte! Ich wandle ferne von Ueberzeugung in düsterer Dämmerung, und verliere mich in immer dickere Fin30 - - 119 sterniß. Ich fand die Wahrheit, die ich suchte, ich überzeugte mich von der Gewißheit des Werkes unserer Erlösung; erfüllte Weissagungen versicherten mich der Ankunft des wahren Messias, und das Bekenntniß derer, die Ihn sahen, die Seine Lehre hörten, die bei Seinen Wundern erstaunten dieses übereinstimmende Bekenntniß stärkte meine Ueberzeugungen. Selbst diese Sonne, die in Seiner Todesstunde wider die Ordnung der Natur ihr Licht verlor, verklärte die Gottheit in dem Menschen, der am Kreuze starb. Alles bekräftiget Ihn. Seine Auferstehung aus dem Grabe, das Seine Verläugner betrachten; Seine Ersche inungen, durch die er die Zweifel der Kleingläubigen widerlegte; der Geist der Wahrheit, der Seine Bekenner heiligte; die wundervolle Fortpflanzung Seiner göttlichen Lehre, und der Wachsthum Seiner heiligen Gemeinde, die wie ein Fels wider alle Stürme der Ungläubigen unerschüttert blieb, die Qualen und Tod und alle Verfolgungen einer wider sie tobenden Welt nicht vernichten konnten; Alles, Alles zeuget von der Gottheit unsers Erlösers, Alles bekräftiget die Vollendung unsers Heiles. Ich finde alle und Trostgründe, die mich beruhigen können, - 120 suche noch immer die Früchte einer allgemeinen Erneuerung, die Wunderwirkung des Todes Jesus unter den Geschöpfen, für die er blutete!-- Geheimnisvoller Gott! dessen Allmacht sich die Wesen widerseßen, die von Dir abhängen, und dessen geoffenbarte Weisheit uns noch immer verborgen bleibt! Du erleuchtest uns: und noch schweben wir in Finsterniß; Du offenbarest Dich uns und wir erkennen Dich; Du bildest uns zur Glückseligkeit: und wir ändern Deine Bestimmung; Du erneuerst uns durch die Kraft Deines Gesetzes: und wir verachten dasselbe; Du zeigst uns das Muster der Vollkommenheit, nach dem wir uns bilden sollen: und wir widerstehen unserer Heiligung; Du erfüllest die Welt mit Deinem Geiste, und sie verschließt sich seinem Einflusse. Gott!- Welche Widersprüche in Deiner Welt voll Allmacht und Weisheit! Du herrschest- und Würmer, die im Staube kriechen, vernichten die Absicht Deiner Regierung! Du gibst Gefeße- und unmächtige, von Dir abhängige Wesen verlegen Deine Anordnung! Du willst die Erhaltung und das Glück Deiner Geschöpfe, und sie suchen unermüdet ihre Zerstörung. Der Irrthum unterdrückt die Wahrheit; und die Tugend, die Du liebtest, die Du zu beschüßen versprachst, diese Tugend, Dein Ebenbild, wird ein Opfer des Lasters, die Gerechtigkeit ein Spiel des Eigennußes, die Unschuld ein Gelächter der Frechheit, und die seltene Gottesfurcht ein Gespött der Dummheit!- Das Alles sieh'st Du ewiger Geseßgeber der Geister!- das Alles siehst Du von Deinem erhabenen Himmel - und noch immer ruhen Deine Donner im Dunkel unerforschlicher Langmuth! Du herrschest, Jehova! und Deinen Himmel erfüllen die Klagen des Gerechten, und Deine Erde beneßen die Thränen der Tugend; Gott! Du herrschestund gebietest noch nicht den Elementen den Untergang einer Welt wider Deinen heiligen Willeneiner gefühllosen Welt gegen Deine Wohlthateneiner Welt, die Deine Allmacht zu unmächtig, und Deine Gerechtigkeit zu unthätig glaubt, ihr Reich zit zerstören!- 121 Ja Du herrschest, Ewiger! Du herrschest und schweigst! Deine Regierung ist ewig, unumschräukt, gerecht und heilig. Du wirst ewig herrschen; aber aber nicht nicht ewig schweigen. Dein Blick durchdringt Herzen und Nieren, und Deine Gerechtigkeit ist die Wagschale unserer Gedanken und Handlungen. Nur noch - - 122 wenige Tage wird Deine Sonne den Schandthaten der Verblendeten leuchten, Deine Wahrheit unerkannt bleiben, und die Tugend, die Du prüfest, in ihrer Erniedrigung schmachten; nur noch wenige Tage- und was sind Tage, was Jahre, was Jahrtausende der Sterblichen vor Dir?- Aber dann wirst Du kommen zu richten die Lebendigen und die Todten; dann wirst Du kommen, umgeben von Klarheit und Majestät, die Tugend vom Laster zu sondern, und die Unschuld aus den Schlingen ihrer Verführer zu retten. Schreck lich und furchtbar aber immerdar heilig wirst Du die Welt richten, und vor allen Völkern Deine Anordnungen rechtfertigen. Dann, erhabener Gott! dann laß meine Seele Gnade und Erbarmung vor Deinem Richterstuhle finden! Dann stärke, Jehova! die Seele der Rechtschaffenen, die Verehrer Deines Willens, den Du uns durch Jesus offenbartest; und vereinige sie wieder mit Dir, der Du ihr Ursprung bist. Dann sich auf die büßenden Thränen des Gefallenen, mit denen der Dich um Gnade und Seligkeit anflehte, Dann sei das Blut Jesus die Genugthuung für die Unwissenden, für die er Dich sterbend bat! Richter der Welten! In Deinen Händen sind die Ge - 123 Ewigkeit. schöpfe und das Nichts, die Verwesung und die Ewigkeit!- Gedanke ohne Anfang und Ende! Wie erschütterst Du mein Herz! Du bist unendlich, wie die Gottheit. In Dir verliert sich mein Geist in Dir findet er unaufhörlich sein Dasein wieder! Ich werde ewig sein, Gott! ich, Dein endliches Geschöpfwerde ewig sein! Tausendmal tausend Millionen Jahre werden vorübergehen, und noch werde ich denken und leben; und abermal tausendmal tausend Millionen Jahre wird mein Dasein ver schlingen, und noch werde ich dem Ziele meines Daseins um keinen Augenblick näher sein! Geist der Ewigkeit!- Leben meines Geistes! Welche Anhäufung von Zeiten könnte meine Dauer umgrenzen, da ich in Dir lebe, dessen Alter die Ewigkeit ist! Jehova, mein Ursprung und Ziel! In Dir ruhen meine Kräfte, in Dir ruht die Seele, die das Werk Deiner Allmacht, und der ewige Gegenstand Deiner Weisheit und Güte ist. O nimm, Vater der Wesen! nimm das Opfer Deines Geschöpfes, das Dir sich selbst zum Opfer bringt! Nimm meinen unvollkommenen Dank für alle Deine Erbarmungen! Dein ist die Erschaffung und die Er- - - 124 neuerung die Regierung und die Herrlichkeit in Ewigkeit!- Empfindungen der allgegenwärtigen Güte Gottes. Geist der Schöpfung! Ewige Vereini gung der Allmacht und Weisheit! Ur sprüngliche Liebe! Zu Dir erhebt sich meine Seele; Dir nähert sich das Geschöpf, das den Einfluß Deiner Güte empfindet. In der Stille der Einsamkeit, ferne von der Scheinpracht, die mich verblendete, frei von den Schlingen, in die sich so oft schon mein Herz verwickelte, komme ich Dir immer näher. Wohlthätiges Wesen! Wie nahe bist Du dem Geiste, der Dich sucht; und wie unzertrennlich von Geschöpfen, die Dich wahrhaft besitzen, Quelle der allgegenwärtigen Güte! Wo finden wohl Sterbliche die Ruhe, nach der ihre Herzen sich sehnen? Wo finden sie die füße Sätti gung unersättlicher Triebe, als in Dir? Einziges Ziel der Wesen! Nur Du sättigest die Begierden, die keine Welt befriedigen kann!- Was ist diese Welt, deren Genuß mich er 125 mattet, wenn ich meine Wünsche nur durch ihn zu vergnügen suche, die mein Herz schon durch wilde Entzückungen schwächt, wenn ich auch nur ihre unverdächtigsten Freuden zu kosten glaube!- Und in dieser Welt, in ihrem Genusse suche ich, Thörichter, meine Beruhigung! In dieser Welt, die mich vergiftet, statt mich zu nähren; die meine Leidenschaften erhitzt, anstatt ihre Wallungen zu dämpfen; die mich in Abgründe verführt, statt mein Herz zu seine m Ziele zu leiten; und die mich ferne von meinem Mittelpunkt zerstreut, statt mich in ihm zu versammeln!- Geist der unmittelbaren Heiligung, vertilge in mir diese Widersprüche meiner selbst! Du bist mitten in mir; und ich suche Dich in Dingen, die außer mir sind; Du bist ſelbstständig und unvergänglich, und ich suche Dich in Geschöpfen, deren Dasein ein Traum, und deren Dauer ein Augenblick ist. O lehre mich doch jene Weisheit, die Dich in sich selbst findet, weil sie Dich nicht außer sich sucht! Erwecke mich aus dem Todtenschlafe meiner Unthätigkeit zur lebendigen Erkenntniß meines Heiles! Entzünde in mir Deinen ewigen Geist, den Geist der unveränderlichen Wahrheit, den beseelenden Geist Deiner Offenbarungen, und laß mich dann, frei von den Vorurtheilen der 126 Eigenliebe, mich selbst durchgründen, mich selbst erkennen. Laß diese Selbsterkenntniß meiner Schwachheiten, meiner wahren Bedürfnisse den ersten Schritt zu meiner Erneuerung sein. Wesentliche Güte! Wie blödsichtig bin ich ohne Deiner Erleuchtung, wie schwach ohne Deine Unterstützung! Rein und unbefleckt war ich, da Deine Schöpferkraft mich von dem Nichts absonderte, in dem ich seit Ewigkeiten geschlummert hatte. Und kaum verknüpftest Du weisheitsvoll mein Dasein mit den Schicksalen der Sterblichen; so verlor ich auch schon einen Theil der mir aner schaffenen Unschuld. Ich nahm Antheil an der Befleckung und an der Verwesung der Menschen. Doch Du unendlich in Deinen Erbarmungen, reinigtest meine Seele von Neuem durch die Kraft Deines dreieinigen Namens, in der Quelle des ewigen Bundes zwischen Dir und dem Menschengeschlechte. Aber wie kurz, wie vergänglich war diese erneuerte Vollkommenheit! Kaum ents flohen die zarten Jahre der schuldlosen Kindheit; kaum fühlte ich die in mir aufkeimende Vernunft, und die mir ertheilte Freiheit des Geistes, so fing ich auch schon an, diese zu mißbrauchen, und jene zu entheiligen. Ich ward ein Rasender, ein Feind -- meines Glückes, ein Uebertreter Deiner ewigen Geseße. Und Du Gott! Gott meines Heiles! bliebst unveränderlich in Deiner Liebe, unerschöpflich in Deinen Wohlthaten. Du vermehrtest die Kräfte meines Wesens, so wie die Tage meines Lebens. Du erleuchtetest meinen Verstand; Du bildetest meine Empfindungen; Du stärktest die Werkzeuge meiner Sinnlichkeit, und ich- Verworfener bemühte mich, Dich selbst in Deinen Wundern zu verkennen, in Deiner Schöpfung zu verleugnen, in Deinen Wohlthaten zu vergessen! Du segnetest täglich das Brot, das ich aß; Du bahntest die Wege, die ich wandelte; Du ließest Deine Sonne über mir Unwürdigen so, wie über dem Haupte des Gerechten auf und untergehen; Du rührtest mein Herz durch das Beispiel edler, nachahmungswürdiger Handlungen meiner Mitbrüder, oder erschüttertest meine betäubte Seele durch den schrecklichen Donner einer drohenden Ewigkeit, und ich o daß ich mich vor Deinen heiligen, aber furchtbaren Blicken verbergen könnte!- ich erstickte das innere Gefühl Deiner Güte und Gerechtigkeit, verharrte in meinem Unsinne, verschloß mein Herz dem Eindrucke ernster Wahrheiten, und überließ mich der Gewalt unseliger Verblendungen, - 127 - 128 die mich ferne von meinem Ziele, ferne von Weisheit und Tugend ins Verderben hinrissen. Nun fühle ich endlich, o Gott nun fühle ich endlich die Wirkungen Deiner Gerichte, und die Gerechtigkeit Deiner Anordnungen. Und in diesem in dieser Abgrunde, in den ich herabgestürzt- tiefen Erniedrigung meiner entweihten Natur seufze ich noch immer zu Dir- Beherrscher und Richter Deiner Geschöpfe!- Schrecken des Sünders und doch immerdar seine einzige Zu flucht! Zu Dir entfliehen meine Seufzer. Vor Deinem Throne demüthigt sich meine Seele durch das Bekenntniß ihrer Schwachheiten, und durchdrungen von unendlicher Reue. Das Bewußtsein meiner Unvollkommenheiten, meiner vorsäßlichen Entheiligungen, vernichtet in mir alle Empfindungen wahrer Freude, die nur das Eigenthum einer unschuldigen Seele sind. Was bleibt wohl dem Laster haften übrig, wenn Seligkeit und Ruhe nur die Belohnung der Tugend ist! Erhabener Gott! So rächt selbst der Sünder die Tugend, die er be leidigte, die Gerechtigkeit, die er verachtete, so er füllt er die Ahndungen seines Gewissens, die ihm den Fall weissagten, den er beseufzen sollte. O Gefeßgeber der Geister! Warum wider - 129 sprach mein emportes Herz so oft der Wahrheit, die meine Vernunft erkannte? warum widerstrebte ich so oft der sanften Leitung Deiner Güte? warum. ließ ich so oft in meiner Brust die göttliche Gluth verlöschen, deren Nahrung ich in stärkeren Empfindungen Deiner Allgegenwart würde gefunden haben? Schöpfer meines Wesens! Vor Dir werfe ich mich zitternd in den Staub hin, mit dem auch mein Staub sich bald vermischen wird. Hier klage ich den Sünder an, der die Menschheit entehrt, die Du geheiliget hast, der Vernunft, Gewissen und Freiheit, der alle Mittel vernachläßigte, durch deren weisen Gebrauch er Dir wohlgefällig sein konnte. Richte, o Go t't! richte den Sünder, der im Gedanken Deiner Gerechtigkeit zittert; aber erbarme Dich Deines Geschöpfes, das Dich um Gnade und Erbarmung anfleht!- Was bin ich vor Dir, Königder Geist er! Meine Verblendungen, meine Unvollkommenheiten machen einen ewigen, unendlichen Abstand zwischen Dir- und dem Unheiligen, der die Würde seiner Natur vergaß, und seiner Bestimmung sich widersetzte. Leben und Tod, Seligkeit und Verdammung sind ein Wink Deiner Allmacht! Du könntest mich mir selbst über9 130 est lassen. könntest den Geist wieder vernichten, den Du zur Glückseligkeit schufst; aber Du erbarmest Dich meiner, Du verschonest den Unmündigen, der sein Heil verkannte: Du willst nicht den Tod des Sünders, sondern seine Erneuerung und Seligkeit. Gott mein Vater! Wohlthätiger Gott! Dir Dir allein habe ich gesündiget, aber kaum erkenne und bereue ich meine Vergehungen, so reinigest Du mich auch schon von meiner Befleckung, und erneuerst um Jesus willen Deinen Geist! in meinem Innersten. Mein lebendiger Glaube an Jesus, meinen Erlöser, die Verdienste meines göttlichen Mittlers, die Leiden des Nazarener 8, der auf Golgatha für das Heil der Verworfenen blutete, sind nun von Neuem das Leben und die Unsterblichkeit meiner begnadigten Seele. - - Un Heil dir, mein Geist! Heil dir heilige, aber durch des Ewigen Wort erneuerte Seele! Preise den Unerforschlichen, dessen Rathschluß deine Heiligung wirkt!- Richter und Erbarmer! Nimm meinen Dank, nimm das Opfer eines gedemüthigten Geistes; denn Demühigung, Reue und Besserung des Lebens sind doch das einzige Opfer, das ich Dir bringen - romloos - 131 kann. Unterstüße, o Gott! diesen freien Entschluß meiner Seele, von nun an nur zu Deiner Ehre zu leben, die ganze Dauer meines noch zukünftigen Daseins zur Verherrlichung Deines Namens, und zur Vollendung meiner Bestimmung anzuwenden. Dich erkenn en ist vollkommene Weisheit, und Deine Gerechtigkeit lieben ist die Kraft der Verewigung. Laß die Offenbarung Deines Willens von nun an die Richtschnur meiner Handlungen sein. Laß den heiligen Wandel, die reine Lehre und den Opfertod Jesus immerdar das Muster meiner Nachahmung bleiben! Belebe meinen Glauben an die wunderwirkende Allmacht, durch die ich lebe; gründe meine Zuversicht auf die Weisheit, die alle Dinge so göttlich geordnet hat; und nähre in meinem Herzen das heilige Feuer der Liebe die mich allein zu Handlungen entzünden kann, die der Menschheit würdig sind, und meine Seele der Unsterblichkeit fähig machen. Erleuchte mich, Licht der Ewigkeit! daß ich von nun an nur jene vollkommene Uebereinstimmung der Begriffe für Wahrheit halte, die meine Ueberzeugungen von Deiner allgegenwärtigen Regierung, und von den zu unserer Heiligung uns geoffenbarten Mitteln auf fläret. 9* 132 Und Du unveränderliche wesent liche Schönheit! Enthülle Dich immer mehr meinem Geiste, dessen Beruf die Lust deiner Beschauung ist! Erfülle mein schmachtendes Herz mit Deiner sättigenden Liebe! Dein ursprünglicher Glanz, o Gott! siege in mir über alle Anmuth erschaffener Schönheiten! Er unterhalte und entzücke mich mitten unter diesen Denkmälern der Verwesung; Er zerstreue mit einem Strahle rings um mich her alle Zauberkünste prächtiger Eitelkeit, und folge mir auch in die einsame Stille nach, in der ich mich ungestört an Ihm ergößen, Seinen Einfluß ohne Ueberdruß genießen, und meine unendliche Sehnsucht nach Seinem Genusse durch Vorempfindung fünftiger Sättigung befriedigen kann! Mich entflamme, göttliche Schönheit! herrsche allein in meiner Seele, mein gan zes Wesen öffnet sich Dir- deren Annäherung ich in sanften, unaussprechlich entzückenden Beklem mungen fühle! Heiliges Wesen! Du bist unendlich schöner als der Himmel; unendlich herrlicher als die Schöpfung, die nur ein Schattenbild Deiner unerschaffenen Vollkommenheit ist. Olehre mich doch, Dich mehr als Alles lieben, was Du nicht selbst bist. Lehre mich den Werth aller - - 133 Annehmlichkeiten dieser Erde nur nach ihren Verhältnissen zu Dir, nur nach dem Grade ihrer Bestimmungen schäßen! Lehre mich mein eigenes Wesen nur in so ferne ehren, als es Dein Ebenbild ist. Dämpfe in mir jeden ausschweifenden Trieb stolzer Eigenliebe, und laß mir allein das Gefühl des wesentlichen Adels der Menschen- die Demuth des Christen in seinem Triumphe! ught bilim from sienos Neige, o Gott! in allen Vorfällen des Lebens mein Herz zur Verehrung der Wahrheit, zur Huldigung der Tugend! Vernichte in mir jene traurigen Vorurtheile des menschlichen Stolzes, die sich im gesellschaftlichen Leben so oft in Uebermuth und Gewaltthätigkeit, so oft in Menschenhaß und kaltblütige Ungerechtigkeiten verwandeln. Mein ganzes Betragen gegen Andere sei so aufrichtig, so treu und menschenfreundlich, als ich in verwechselten Beziehungen auch das ihrige gegen mich wünschen würde. Wenn Schwachheiten oder Verbrechen meiner Mitbrüder mir unleidlich werden, oder wenn Beleidigung mein Blut zu Wallungen, und mein empörtes Herz zur Wuth reizen, so besänftige Du mich, Gott des Friedens! Lehre mich den segnen, der mir flucht, und den bedauern, der Dich 134 verlassen hat. Wenn sich das Feuer unreiner Lüste durch die Deffnungen unvorsichtiger Sinne bis in mein Innerstes schleicht, so ersticke die noch glimmenden Funken, deren Entflammung Vernunft und Tugend verzehrt. Bilde, Du Ursprung reiner Empfindungen! mein Herz vollkommen zur wahren Freundschaft und Liebe, daß ich den Werth dieser himmlischen Güter höher als alle Vortheile unordentlicher Neigungen, als allen Wus cher gemeiner Seelen, schäße. Geist der ewigen Ordnung! Der Du bei meiner Erschaffung die Ges ße der Glückseligkeit tief in mein Wesen prägtest, laß alle, auch die geringsten meiner Beschäftigungen etwas zum Besten der Welt, in der ich lebe, beitragen; laß auch meine Ruhe oder die Erholung erschöpfter Kräfte meinem und meiner Brüder Wohl geheiliget sein. - - - 1 bih So gestärkt durch den Einfluß Deines Geistes werde ich mich frei durch die Labyrinthe des Lebens winden. So beschüßt in der Allgegenwart Deiner Güte werde ich ruhig die Bahn wan deln, die mich zum Ziele meiner Bestimmung, zur Glückseligkeit leitet. O Vorsehung des Him mels! deren ewigem Blicke das Zukünftige so gegen wärtig als das Verflossene ist, laß mich voll Ehr- furcht und Zuversicht die Spuren Deiner Weisheit in der Regierung Deiner Geschöpfe anbeten! Du bist die unveränderliche Ordnung des Ganzen, weil Du die vollkommenste Uebereinstimmung aller Theile bist. Wessen Wahnsinn übersicht Dein Das ein! Wessen unselige Blindheit verkennt Deine Nothwendigkeit zur Erhaltung der Kreaturen! Wo ist das Geschöpf, dessen Anlage und Endzweck nicht von Deiner Regierung zeugen! Jehova, mein Gott! Tief -tief sind Deine Gedanken, und groß Deine Wunder! Alle Wesen bestehen durch Deine Kraft, und Du bewegst sie nach Deinem Willen. Der Lauf der Gestirne, die Jahreszeiten der Erde die Mischung ihrer Elemente, die Fruchtbarkeit ihrer Gefilde, die unzähligen Gattungen ihrer Bewohner, und die Geschichte aller Reiche und Nationen find lauter Zeugen Deiner Weisheit und Güte, lauter Merkmale Deiner Beherrschung. Gott, meine Zuversicht! Auf Dich hoffe ich von der Morgenröthe bis in die Stunden der Mitternacht. Du leiteſt mich immerdar auf seligen Wegen. Du bist das Licht meiner Augen, wenn ich wache, und wenn ich schlafe, so wachest Du über mir. Dich empfinde ich, ewige Kraft! Dich empfinde ich, mein Schuß wider die Feinde meiner Ruhe. Seligkeit — 135 - 136 meiner entschlafenen Väter! Auch ich, ich verdank Dir Alles, was ich habe; denn alles Gute kommt von Dir. Du vertheilst aber alle Deine Geschenke nach den Rathschlüssen Deiner verborgenen Weisheit. Wenn Unglück die Tugend trifft, so bereitest Du sie zur Verherrlichung, und das, was Unglück schien, war nur die Prüfung ihrer Güte O Vorsehung! wie anbetungswürdig bist Du in allen Deinen Anordnungen! Vor Dir verschwindet der Werth schimmernder Metalle, und die Hoheit sterblicher Würden. Du allein bist der Reichthum der Tugend, und Dein Beifall ist die unvergängliche Würde der Rechtschaffenen. Du allein kannst die Belohnung der Christen sein, die sich bemühen, die Welt und sich selbst zu besiegen, die sich bemühen, Dir- ähnlich zu werden.- Mag mir noch immer hier in diesen Thälern des Todes Glück oder Unglück begegnen, beides kommt von Dir, beides ist Prüfung oder Strafe. Mein Loos ist Dein Wille, und Dein Wille ist immerdar gut und heilig. Beherrscher der Wesen! Du handelst nie ohne Absichten; aber nur selten erkennen wir Blödsichtige den wohlthätigen Endzweck Deiner Wirkungen. O laß mich stets mich Dir ganz unterwerfen, und nie laß mich die Mittel 137 mißbrauchen, deren Du Dich zur Beglückung Deiner Geschöpfe bedienst. Gibst Du mir Reichthum, o Gott! so laß mir ihn nur als eine Gelegenheit und Ermunterung zum Wohlthun betrachten, oder nimm mir den Ueberfluß, wenn ich nicht weise, nicht menschenfreundlich genug bin, sowohl meine, als andere Bedürfnisse zu befriedigen. Soll aber Armuth mein Loos sein auf dieser Erde; so härte meine Seele durch Demuth und Gelassenheit wider mein Schicksal ab, und lindere das Gefühl meiner Dürftigkeit durch den troftvollen Gedanken, daß Du die liebest, die Du prüfest. In Dir, gütiges, bestes Wesen! werde ich auch, aller menschlichen Unterstützung beraubt, das Ende meiner Leiden ruhig erwarten: ich werde mit heitern Blicken dem Tode entgegen sehen, der mich aus diesem Reiche der Verblendung in die Gefilde ewiger Klarheit hinüberträgt. Erfülle nur Du mich mit Deinem Geiste, so wird meine Seele, stark durch die Nahrung des Christen, die Schauer der Natur überwinden, die uns das Gefühl unserer selbst in unsern letzten Augenblicken noch schrecklich machen. So väterlich von Deiner Güte geleitet, werde ich sanft im Schatten schlummern, und die holden Träume von Dir Anbetungswürdiger! werden, so lange 138 es Dir gefällt, meinen irdischen Schlaf versüßen; bis ich endlich, ganz frei von den Fesseln der Verwesung, zur Unsterblichkeit erwachen werde. - - TOSTAROS ODu, der Du Welten durch ihre Kreise führest, und denkende Wesen aus ihrem Nichts zur Sehnsucht nach Glückseligkeit beseeltest!- Dann werde ich mich Dir in der Kraft Deiner Herrlichkeit nähern mich mit Dir unzertrennlich vereinigen -und in Dir Genuß und Sättigung und Ruhe finden. Meine Begriffe von Dir werden verklärt, und meine Hoffnungen, diese jetzt noch dunklen Weissagungen der Zukunft, vollkommen erfüllt werden. Meine Freude über die Vollendung meiner Bestimmung wird rein, edel und majestätisch sein. Mein Geschmack an Wahrheit, an Tugend, an Freundschaft und Liebe wird nie ermatten, und die Bewunderung der mir alsdann von Welt zu Welt enthüllten Schönheiten der Schöpfung wird immer neu und unaussprechlich sein. Dann wird meine erleuchtete Seele Jesus, den Gesetzgeber und Mittler der Menschen im Glanze der Gottheit von Angesicht schauen, und mein Geist vor Seinem Throne sich ganz in Anbetung in Dank und Entzückung auflösen. 139 Gott aller Götter! Ewiger, selbstständiger dreieiniger Gott! Höre die Stimme Deines Geschöpfes-nimm gnädig das Opfer des Christen, der Dir im Staube huldigt: Dein ist die Regierung und die Herrlichkeit!- Deinem Namen sei Ehre und Preis in Ewigkeit!- Anbetung, Demuth und Zuversicht. Mein Gott! ich kann und darf Dich lieben; laß mich diesen großen Gedanken denken, und sende Dein Licht in meine Seele, und die heilige Flamme Deiner Liebe erhebe meinen Geist aus dem Kerker der Sinnlichkeit zu Dir, und erfülle ihn mit Deinem göttlichen Feuer. Trenne mich einige Augenblicke von den Fesseln der Sinne; damit mein Geist sich dem Deinen nahen könne, und Dich in der Wahrbeit anbete. Laß mich, Unendlicher! Deine Gegenwart füh len, fühlen Dein heiliges Dasein, fühlen, daß ich athme, lebe und bin durch Dich. Dieses Herz, das in meinem Busen schlägt, das Blut, das in meinen Adern rinnt, bewegt sich und fließt durch Deine Güte. Ohne Dich würde mein Herz aufhören zu schlagen, mein Blut zu rinnen, mein 140 Geist zu leben. Du bist das Leben der Dinge; ich lebe durch Dich, könnte ohne Dich nicht sein. Du bist die Einheit, die Kraft aller Kräfte, durch die Alles wirkt; wirke in mir das Werk der Heiligung, erhebe meinen Geist, damit er fühle, daß er sich Dir nähert. Zerschmelze die sinnliche Hülle, die mich umgibt, und mich von der Vereinigung mit Dir abhält; tilge alles Irdische, das dem Auge meiner Seele Dein Anschauen raubt; ich bin Nichts ohne Dich, und Alles durch Dich; höchst elend ohne Dich, und höchst glücklich mit Dir. Entfernung von Dir ist Tod! Annäherung zu Dir ist Leben; Vereinigung mit Dir ewige Seligkeit. Er barme Dich des Wurms, der seine Schwäche kennt, der in Staub sich krümmt, und den Abstand kennt, vom Unendlichen bis ins Endliche; höre aber doch sein Flehen, daß sein Wimmern auch unter den Lobgesängen des Cherubs bis zu Deinem Throne dringet, und Dein Blick von der Höhe des Throns der Ewigkeit bis in die Tiefe des Staubes schaut. Auch er, der Wurm, ist Dein Geschöpf; das Werk Deiner Hände. Sieh, wie sein Dasein an einem Blatte hängt, das die Winde bewegen; ein Hauch des Sturms verweht es, der Tritt eines Kindes zerquetscht ihn; Herr ich bin der Wurm, die 141 Stürme der Leidenschaften haben mich von der Höhe, worauf Du mich schufft, in die Liefe der Abgründe gestürzt: die Sinnlichkeit hat mich unter ihren Füßen zertreten. Hilflos krümm' ich mich, und wimmere, denn ich bin nur ein Wurm, und wer nimmt sich des Wurmes an? Meine Kräfte sind die Kräfte eines schwachen Insekts, das sich auf die Höhe nicht mehr schwingen kann, wo Du wohnst; aber so sehr ich auch von Dir entfernt bin, so tief ich im Staube des Abgrundes stecke, so habe ich doch noch nicht aufgehört, auf Dich zu hoffen. Du dessen Allmacht die Raupe einspinnte, und ihr in der Zeit, wo sie für die Schöpfung verloren zu sein scheint, Flügel gibst, um sich aus dem Abgrund in höhere Regionen zu schwingen, Du sollst den Menschenwurm verlassen? Nein, Alles in der Schöpfung gehet zu höherer Vollkommenheit, Alles steigt auf zu Dir, was sich nicht freiwillig von Dir entfernt; allein auch ich muß meine Raupenhülle ablegen, die Hülle der Sinnlichkeit, die mich in Staub drückt. Mein Geist erhebt sich zu Dir; gib Du mir Stärke, die Fesseln zu zerbrechen, die mich in der Liefe festhalten. Sünde und Tod, das ist mein Antheil. Ich selbst entfernte mich aus der Gegend der Wonne, machte ein Bündniß mit der 142 Sünde, und Gesellschaft mit der Unordnung, die Deiner herrlichen Absicht entgegen kämpft, und ohnmächtig arbeitet, das Werk Deiner Liebe zu zernich ten. Ich mißbrauchte die Kraft, Dein Geschenk, wider Dich, lohnte Deine Liebe mit Undank, und doch lächeltest Du mir Erbarmung zu. Ein Hauch von Dir hätte mich zernichtet, ein Blick in unzäh lige Abgründe gestürzt, doch hast Du mich nicht zernichtet, doch hast Du mich nicht in Abgründe gestürzt. Du hast Erbarmen gehabt mit der Schwäche des Sclaven der Sinnlichkeit. Alle Deine Rache war Liebe, alle Deine Winke waren Winke zu meinem Glücke, zur Verschonung; und ich konnte Dich so lang mißkennen! O beschämt sehe ich zurück in mein Herz, lese mit Schande die Reihe meiner bösen Thaten, das Empören eines Unmächtigen, das Empören eines Würmchens, dem ein Sandkorn eine Welt ist, gegen Den, der die Engel schuf, und die Millionen der Welten im Raume der Schö pfung hing!- und doch Versöhnung, doch Mitleiden für mich, wie groß muß Deine Liebe sein! O gib mir Thränen, daß ich zerfließe! Reue, die mich verzehrt, damit der Wurm sich selbst zum Opfer der Versöhnung bringe! Aber wie übersteigen meine Sünden nicht alles Maß? hab ich eine Kraft - 143 das Böse wieder gut zu machen, da Alles was ich bin, gegen Dich böse ist? Verzweiflung müßte mein Antheil sein, wenn ich nur den Herrn, den Schöpfer, vor dessen Majestät die Welt in Nichts zerfällt, an Dir kennte: aber so kenne ich auch an Dir meinen Vater; der Sünder dürfte Dir diesen Namen nicht mehr geben: aber Du nanntest ihn noch Dein Kind; strecktest Deine Arme gutthätig gegen ihn aus, und empfingest ihn wie eine Mutter, die ihren Säugling wieder an ihre Brust nimmt. Herr! ich erkenne, daß meine Wiederaufnahme nur ein Werk Deiner Gnade ist; ich erkenne, daß ich keine Verdienste habe, daß ich mich nimmer nahen könnte, wenn nicht zwischen Dir und mir ein Mittler aufgetreten wäre, der das Glied der Kette wieder an Dich schloß, das die Sünde des Menschen zerbrach, um sich von Dir ewig zu trennen. Meere von Thränen forderte Deine Gerechtigkeit, und wenn Millionen Menschen weinen würden, so würden ihre Thränen nicht einen Tropfen dieses Meeres machen; wenn Millionen Menschen bluteten, so würden sie die Thaten der Sünde nicht aus dem Buche der Ewigkeit waschen können, die die Sünde in selbes schrieb, und wenn sich Millionen und Millionen zum Opfer geben, nie würden sie 144 als Opfer bestehen können, da Unreinigkeit und Sünde sie befleckt! Christus trat daher auf, und weinte für unsere Sünden, und blutete für unsere Sünden, und wusch das Urtheil des Todes aus dem Buche der Ewigkeit, um Versöhnung und Gnade wieder für die Verlorenen hinzuschreiben. So groß o Gott war Deine Liebe! Sende den kleinsten Funken dieser Liebe in mein Herz, daß dieser Funke Alles darin verzehre, was nicht Dein ist, und zur Flamme der Liebe auflodere! Unendlicher! durch dieses Versöhnopfer, das am Kreuze des Todes blutete, ruf ich zu Dir um Vergebung und Gnade. Du verneinst nichts, was wir in diesem Namen begehren werden; Du schlägst uns nichts ab, um was wir Dich in seinem Namen bitten werden. Ich bitte Dich in seinem Namen um Heiligung und Gnade; um Stärke im Kampfe der Sinnlichkeit, um Frömmigkeit, um Weisheit um Liebe. In seinem Namen bitte ich Dich, erhebe die Sinne meines Fleisches und meiner Seele zu Dir; erhebe mein Herz, damit Dir meine Worte und Werke gefallen; gib, daß ich Deine Allmacht und Barmherzigkeit verkündige! Dehne das Innere meines Gemüthes aus, damit ich Deine heiligen 145 Worte höre, und mein Geist die Sprache verstehe, die von dem Wohnsiße der Weisheit kommt. Gieb Du mir sie, diese Weisheit, damit ich vor Deinen Augen in Demuth, Tugend, Gerechtigkeit und Liebe wandle, und würdig werde, ein Gefäß Deiner Gnade zu sein. Im Namen des Erlösers fleh ich zu Dir, Vater der Menschen, von dem Leben, Wiedergeburt und Heiligung kommt, zu Dir, Gott der Weisheit! um Gnade, daß Du den geringsten Deiner Strahlen in mein Herz sendest; Deinen Gedanken an die Stelle des meinigen, Deine Worte an die Stelle der meinigen setest, mein ganzes Wesen erneuerst, und geistiges Leben und Licht giebst! Meine Hoffnung auf Dich ist ohne Grenzen, denn wär ich auch in den Abgründen des Todes, so würde doch meine Stimme zu Deinem Throne dringen, durch den Namen des Erlösers, Du würdest mich retten; daher mein Glaube, meine Hoffnung, meine Liebe. Leite mich also, Allweiser! und gib nicht zu, daß sich meine Vernunft über ihre Schranken erhebe. Leite Du meinen Willen nach den Gesetzen Deines Lichts, und laß mein Herz, meinen Geist schnell den Trieben dieses Willens folgen. Vor Dir, Unbegreiflicher! erstaunt des Menschen Vernunft; 10 146 mein Herz strebt zu Dir; o zich es immer mehr und mehr zur Urquelle Deines Lichtes hin, bis die sehnsuchtsvolle Seele sich aus ihrem Kerker in die Geisterheimat schwingt, und sich Dir nahet, der Du warst, bist, und ewig sein wirst. Amen! Zur Mutter Gottes. Gebet. Allerseligste Jungfrau! Du Mutter meines Gottes, und in dieser Eigenschaft von den Engeln und Menschen der tiefsten Verehrung würdig! Ich wende mich zu Dir, um Deiner Heiligkeit die gebührende Huldigung zu leisten, und mir Deinen mächtigen Schuß zu erbitten. Gegrüßt seist du Maria. Ich erkenne und verehre dich als eine Mutter Gottes, meines Heilandes. Ich erkenne und verehre dich als meine wirksamste Fürsprecherin bei dem Throne meines Gottes, und empfehle mich deinem Schuße und deiner Fürbitte. Du bist voll der Gnaden. Gott hat dich mit Seinen Gnaden erfüllt. Er hat dich unbefleckt und rein von aller Sünde er 147 halten; er hat dich mit allen den Tugenden und Vollkommenheiten die einer Mutter Gottes eigen sein mußten, ausgezieret. and ind DS DOWN Der Herr ist mit dir. Er war stets mit dir, und nie hat eine Sünde dich von Ihm getrennt. Er war dein ganzes Leben mit Seinem Schuße und Seiner Gnade mit dir; und Er ist noch, und durch alle Ewigkeit in der Fülle Seiner Glorie und Herrlichkeit mit dir. Du bist gebenedeiet unter den Weibern. Re Gott hat dich gebenedeiet, und aus Allen deines Geschlechtes zur Mutter Desjenigen erwählt, durch Den alle Völkerschaften gesegnet werden sollten. Und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, didit Jefus. sug Durch Ihn wurdest du gebenedeit; wir benedeien Ihn mit dir, und benedeien dich um Seinetwillen. Glückselig ist der Leib, der Ihn getragen hat! Glückselig sind die Brüste, die Ihn gesäuget haben! Noch weit glückseliger aber bist du, die du Ihn stets geliebt und gehört, und das Wort Gottes bewahrt hast. duit 10* 1 148 Heilige Maria, Mutter Gottes. Die du Jesus Christus, der da Gott ist, empfangen und geboren hast deine Fürbitte vermag Alles bei deinem Sohne; sie vermag Alles bei dem Allmächtigen; und deine Güte gegen die Menschen gleicht deiner Macht im Himmel. Bitt für uns. Erbitt uns bei Gott alle Gnaden, derer wir bedürfen, um Ihm wohlgefällig zu sein; und erwirb uns durch deine Fürbitte, daß wir Zutritt zu Ihm haben. Durch Jesus Christus deinen Sohn, unsern Heiland und Erlöser. Arme Sünder. Unserer Sünden wegen sind wir unwürdig, uns unmittelbar zu Gott zu wenden, und die uns so unentbehrlichen Gnaden zu erflehen. Erbitt du uns die Gnade wahrer Buße und Verzeihung unserer Missethaten. Jeßt und in der Stunde unseres Absterbens. Amen. Erbitt uns die Weisheit, die den Verstand erleuchtet, und in der Gottseligkeit unterrichtet. 149 Erbitt' uns eine eifrige, standhafte und aufrichtige Frömmigkeit; die Gnade, Deinen heiligen Tugenden nachzuahmen! Stärke uns in unserem Glauben, in unserer Hoffnung, und unserer Liebe, und errege einen unüberwindlichen Abscheu gegen die Sünde. Vorzüglich aber erbitte uns die Beharrlichkeit im Guten bis an unser Ende, und die Gnade, mit Gott vollkommen ausgesöhnt, und, durch einen würdigen Genuß des heiligsten Abendmahls gestärkt, den Tod der Gerechten zu sterben. Amen. Gebet der Elisabetha Rowe. Laß, o Quelle der Liebe, meine entzückte Seele ewig aus Deinen ergößenden Strömen schöpfen! laß dieselbe sich in die Tiefe, in die Fülle Deiner Freuden versenken, wo sich alle ihre unendlichen Begierden in einem ewigen Ueberflusse vollkommen sättigen und verlieren werden! Habe ich wohl, o Geliebtester meiner Seele, eine Freude, nur einen Gedanken von Glückseligkeit außer Dir! Sind wohl meine Wünsche dadurch beruhigt, daß Du meine Tage mit Ueberfluß und Friede gekrönt hast? Seße ich nicht alle Freude, den ganzen 150 Trost meines Lebens in Deine Huld; allein in Deine Liebe? Was nüßt mich diese eitle, traumvolle Scene vergänglicher Dinge? Meine Gedanken schwingen sich weit über die Grenzen jener Welten hinauf! Diese Welt hat keine Reize für mich; ich bin für alle ihre leeren Schimmer gestorben. Aber wie schmachtet meine Seele nach Dir mit brünsti gen, uneingeschränkten Wünschen! Für Dich erwachen alle meine Kräfte; was Begierden erwecken, was erfreuen, was alle Wünsche befriedigen kann, ist in Dir nur, Du unendlicher Abgrund von Ent zückung und Liebe! Wie wandelt meine Seele in diesen weiten, unermeßlichen Freuden umher! Wie verdunkeln sich nicht in mir alle Gedanken außer dem Deinigen! Ich vergesse meiner, ich vergesse Alles außer Dir, Dem herrlichsten, Dem ewigen Gegenstande meiner Beschäftigung! Du sollst auch meiner Seele eingeprägt bleiben, gegenwärtig bis in den Tod, und nach dem Tode werde ich durch die Dauer meines unsterblichen Wesens meine Auf merksamkeit nur auf Deine majestätischen Vollkommenheiten richten! 151 Meßgebete. Beim Eintritte in den Tempel Gottes. Mein Gott! da ich in Deinen Tempel trete, gib mir Erkenntniß, daß ich Dich im Geiste und in der Wahrheit anbete; flöße mir reine Begriffe von der Hoheit Deines Wesens ein, damit mein Herz Dich nicht wie einen Menschen ansieht, der den Großen der Erde gleichet, deren Größe nur das Neußerliche ausmacht. Gib mir zu erkennen, daß Unschuld der Sitten und ein reines Herz das erste Opfer sind, daß Du von uns forderst, und daß Gold und Silber in Deinen Augen keinen Werth haben. Lehre mich Deine Größe kennen, und erleuchte meine Seele, damit ich erkennen lerne, daß ein reines Herz die schönste Gabe, die Reue das beste Versöhnungsopfer, und die Bruderliebe das prächtigste Geschenk ist, das ein Sterblicher Dir bringen kann. Herr! ich will mich Deiner Antwort erinnern, die Du der Samaritanerin gabst, als sie Dich fragte ob man auf dem Berge Zion oder auf dem Berge Ses meron Dich anbeten müsse, und Du ihr antwortetest, daß die wahrhaften Anbeter Gott im Geiste und in 152 der Wahrheit anbeten. Gib mir also Deine Gnade, daß ich Dich im Geist und in der Wahrheit anbete. Amen. Vergebens schmückt ihr die Altäre, Umsonst wird euer Rauchwerk sein, Wenn Menschen nicht zu Gottes Ehre Ein reines Herz als Opfer weih'n. Vergebens dampfen tausend Kerzen, In gold'nen Leuchtern aufgestellt: Gott sieht das Innerste der Herzen; Nur Andacht ist's die ihm gefällt. Bad Gold, Diamant und Silberwerkend Sind in des Schöpfers Auge Staub! Nur Unschuld gibt der Andacht Stärke; Sonst ist Sein Ohr für Menschen taub. Das gute Herz, die reine Sitte mind Sind was dem Ewigen gefällt: Der Unschuld Lallen ist schon Bitten Für Ihn, der ihre Seufzer zählt. Was nüßt's, wenn ihr zum Himmel betet, Und Gottes Tempel prächtig schmückt, Wenn eure Hand vom Blut noch röthet, Mit der ihr Arme unterdrückt? Wenn ihr die Treu' dem Fürsten brechet, Und seine Gütigkeit bethört! Und nie das Wort der Unschuld sprechet, Und nie das Fleh'n der Waisen hört. Wenn ihr nur Geld zu haschen suchet; Dem Laster Unterstüßung gebt; ad fad Wenn euch die ganze Gegend fluchet, Wo ihr zur Straf' der Menschheit lebt. Und glaubt ihr denn ach ihr Verworrne! Daß Gott so niedrig wie ihr denkt? Ihr glaubt zu weichen seinem Zorne, - Wenn ihr nur seinem Tempel schenkt? Ihr seid bei Raub und Mord gewesen; Ihr brecht die Pflicht, das Wort, die Treu', Und lasset wieder Messen lesen, Und glaubt, daß dieß gebessert sei? O Thoren! ist das Christus Lehre? Kann man den Tempel so entweih'n? Erbaut im Herzen Gott Altäre; Er will dort angebetet sein. Verzeiht dem Feind, liebt eure Brüder: Und habt ihr eure Pflicht gethan; Dann kommt erst in den Tempel wieder, Und zündet Gott das Opfer an. 153 Vorbereitungs- Gebet zur heiligen Messe. sist me - di Herr! laß mich die Wichtigkeit überdenken des heiligen Meßopfers; überdenken die Größe Deiner Liebe- 10 154 Der Priester geht zum Altar. Jesus! Du Heiligster der Heiligen! verborgen in der Hülle des Menschen; reinste Tugend! Beispiel reinster Liebe! Du wandeltest auf der Erde herum, um uns Glückseligkeit zu lehren. Sanft strahlte Dein Licht in die Finsterniß; aber die Menschen haben Dich nicht erkannt, und haßten den, der sie liebte; tödteten den, der sie retten wollte. - Erlöser der Menschen, Du übersahst den Undank, der Deiner wartete;- Du, da Gram und Trübsal Dein liebevolles Herz erfüllte, betetest Du, Heiligster! zum Himmel. Du Erlöser der Menschen! sollst immer mein Vorbild sein! auch ich will Dir ähnlich werden; will die Menschen lieben, wenn sie auch meine Liebe mit Undank vergelten werden; und all mein Trost in meiner Trübsal soll der Trost des Gebetes sein. 3um Kyrie. Herr! ich rufe um Erkenntniß zu Dir; gib mir Deine Gnade, das Wahre zu erkennen, und das Gute auszuüben. Herr! ich erkenne daß ich ohne dich nichts bin. 155 and ed 3um Gloria. Lob und Ehre sei Dir in dem Himmel, und Bilde Friede den Menschen auf Erden!-- meine Seele, Du Schöpfer des Menschenglückes! zur Friedfertigkeit und Liebe, und bewahre mein Herz vor jeder unedeln Neigung. Laß mich Versöhnung unter die Menschen bringen, die sich hassen, und Liebe unter die, die sich verfolgen. Erleuchte die Herzen der Fürsten, damit sie die Menschheit ehren, und das Blut ihrer Unterthanen schonen. Laß sie einsehen, daß der geringste Mensch in einen Augen so viel Werth als ein König hat; und stimme sie zur göttlichen Harmonie Deiner Liebe. Der Herr fei mit euch! Segnungswunsch des Priesters an das Volk. at Mein Gott! erleuchte meine Seele, daß ich den Segenswunsch des Priesters tief in meinem Herzen erwäge. Der Herr sei mit euch! das will sagen: der Gott der Liebe sei immer unter euch Menschen! Laß mich dieses oft erwägen, damit alle meine Handlungen keine andere Absicht, als 156 die Erfüllung Deines heiligen Gesebes haben, das die reinste Liebe ist. Sand A Epistel. Ewiges, unerschaffenes Wesen, weiser Schöpfer dieses ungeheuren Weltgebäudes. Laß mich überdenken, daß Deine Güte diesen schönen Schauplaß allen Menschen zur Wohnstätte angewiesen hat; laß mich zu Dir beten als meinem Herrn, und Dich lieben als den Vater aller Wesen; ja! Du bist eben so gütig als Du groß bist! Alles sagt es mir, hauptsächlich mein Herz. O daß Dich doch jeder Mensch nach seiner Art, und nach dem, was ihm ſein Herz am zärtlichsten und brünstigsten eingeben kann, verehren möchte! Du würdigest Dich, Schöpfer der Welten! mit uns durch die laute Stimme der Natur zu sprechen, unser ganzer Dienst ist, daß wir Dich anbeten, Dir danken, zu Deinem Throne rufen, daß wir schwache, elende eingeschränkte Geschöpfe sind, und daß wir Deine hülfreiche Hand nöthig haben. Zerstreue, Herr! die Finsternisse meines Geistes, und Du wirst mich ge horsam in Deinen Geboten finden. Nimm das Opfer meines Herzens, das ich Dir heut darbringe; was kann ich Dir mehr geben als mein Herz; und 157 gefällt Dir dieses schwache Opfer, das ich Deiner Größe, Deiner wahren väterlichen Liebe schuldig bin, so gib mir die Standhaftigkeit in diesen ehrerbietigen Gesinnungen, die mich erfüllen, zu beharren. Erhalter des Menschengeschlechtes! Du, der Du es mit einem Blicke umfassest, gib doch, daß die Liebe ebenfalls die Herzen aller Bewohner dieser Erde umfasse! daß sie einander alle wie Brüder lieben; daß sie Dir einmüthig eben den Lobgesang der Liebe und des Dankes bringen! Führe uns an Deiner Hand, daß wir von den Wegen der Liebe nicht abweichen; unterstüße uns, wenn wir uns zum Falle neigen; ziehe uns mit mächtiger Hand zurück. Wirke in uns das Wollen und das Vollbringen. Amen. No Evangelium. Herr! Deine Weisheit beschämt alle irdische. So wie Du sprichst, hat noch kein Mensch gesprochen. Teine Worte find Worte des Lebens. Laß mich vor der ganzen Welt bekennen, daß ich Dein Anhänger bin der Anhänger des Wahren und des Guten Laß mich nicht nur mit dem Munde Dein Evangelium verkündigen, sondern gib, daß Deine heiligen Grundsätze in mein Herz übergehen, - 158 und daß ich sie durch Thaten der Liebe werkthätig mache. Amen. the main Credo. msmaphold Ich glaube an Dich, mein Gott! aber wie kann ich das sagen, wenn meine Werke meinem Glauben wiedersprechen? Laß mich also die Natur des Glaubens erkennen, und gib mir ein demüthi ges und beruhigendes Zutrauen zu Dir, daß Du mich von Allen, was mich hier und dort unglücklich machen könnte, befreien, hingegen zeitlich und ewig glücklich machen wirst. Laß durch Deinen heiligen Glauben unausbleiblich die Liebe zum Guten in meinem Herzen entstehen, damit ich meinen Willen nur auf das lenke, was wahr und gut ist. Gib mir eine ernstliche und wohlüberlegte Entschlossenheit, daß ich die Vorschriften des Menschenerlösers und sein heiliges Leben zur Richtschnur meines ganzen Verhaltens mache, und dieselben in allen Stücken befolge. Aufopferung des Brotes und Weines. SEJEN Gott! die Vermischung des Wassers mit dem Weine ist ein Sinnbild der Vereinigung der göttlichen Natur mit der menschlichen, unsers Opfers 159 mit dem Opfer des Erlösers. Herr laß Dir mein Herz zum Opfer bringen, und gib, daß, wie der Priester den Wein mit dem Wasser vereinigt, daß ich mit der Erkenntniß des Wahren die Ausübung des Guten vereinige. ti sid Präfation. Mein Gott! laß mich bedenken, was die christliche Tugend ist, und was es heiße, ein Christ sein. Die christliche Tugend ist eine Fertigkeit, nach Jesu Vorschrift und Muster zu denken und zu handeln. Ein Christ sein, heißt also Christo nachfolgen, sein Muster nachahmen; Ihm an Geist und Leben ähnlich sein, und diese Nachfolge besteht in dem ernstlichen, thätigen, unaufhörlichen Bestreben, Ihm theils in Seinem frommen und tugendhaften Sinn überhaupt, theils in Seinem Verhalten gegen Gott und Menschen, gegen Freunde und Feinde, Beruf und Geschäfte, Wahrheit und Irrthum, Tugend und Laster, Ehre und Verachtung, Reichthum und Armuth, Freuden und Leiden, Leben und Tod, Zeit und Ewigkeit, ähnlich zu werden, so, daß sich zwischen uns und Jesus, zwischen Seinem und unserm Herzen, zwischen Seinem und unserm Verhalten eine große und merkliche Aehnlich 160 keit findet; und wir zu allen Zeiten und unter allen Umständen so denken, urtheilen, reden, leben und sterben, wie Er gedacht, geurtheilet, geredet, ge handelt, gelebt hat und gestorben ist, oder an unserer Stelle gethan haben würde, damit unser Inneres sich ganz nach Seinem sittlichen Charakter bilde. Gib mir also, mein Gott! die Gnade, daß Seine Gesinnungen und Sein Verhalten bei Seinen Geschäften und Erholungen, in der Einsamkeit und in der Gesellschaft Seiner Freunde und Feinde, in Seinem Leben und in Seinem Tode auch die meinigen sein mögen. Laß mich so handeln und denken, wie Er gehandelt und gedacht hat, und laß diesen Gedanken mich überall begleiten, und den festen Entschluß, Ihm ganz ähnlich zu werden, gleichsam meinen beständigen Führer auf der Bahn der Rechtschaffenheit sein. Dann werde ich würdig werden, mit Deinen heiligen Engeln zu sprechen: Sanktus. Heilig, heilig, heilig, ist der Herr Gott Sa baoth, Himmel und Erde sind Seiner Herrlichkeit voll! Hosanna in der Höhe, gebenedeit sei, der da kommt im Namen des Herrn, Hosanna in der Höhe! 161 Der Priester betet im Stillen. Gebet um die Gnade der Erfüllung der Pflichten seines Berufes. Mein Gott! laß mich den Umfang meiner Pflichten erkennen, in dem Stande, in den Du mich gesetzt hast, und stärke mich zur Ausübung derselben; mache mich zum gesegneten Werkzeug Deiner Wohlthätigkeit, und laß mich einsehen, daß dort, wo ich Gutes thue, Du mich an diese Stelle gesetzt hast, weil Du allein der Herr und Vater des Guten bist. Laß mich erkennen, daß alle Menschen Deine Kinder sind, und daß unter diese Zahl auch die gehören, die Du mir gegeben hast. Du vertrauteft also dem Bruder seine Brüder; Liebe muß daher meine erste Sorge, meine erste Pflicht sein. Verleih mir Weisheit und Güte, die Zierden Deines Thrones, und laß mich Dir durch Liebe ähnlich werden, daß ich so viele Menschen, als in meiner Macht steht, glücklich mache. Sende, Unendlicher! den Strahl Deines Lichts in mein Herz, und erfülle es mit Klarheit, damit ich sehe und erkenne, was in Deinen Angen angenehm ist. Laß mich täglich den Ge 11 Univ.- Bibl. Giessen 162 danke denken, daß meine Untergebenen meine Brü der und Deine Kinder sind, die Du, Vater aller Menschen, meiner Obsorge anvertraut hast. Meine Seele soll sich nie vom Stolze der Welt blenden lassen; nie sich einbilden, daß ich einen Werth in Deinen Augen habe, weil ich nicht in Güte und Liebe vor Dir wandle. Laß mich lebhaft fühlen, welchen Werth der Mensch hat, damit mein Herz die Menschheit nie beleidige. Gib mir Klugheit, den Tugenhaften zu erkennen, und ihn zu schätzen; Gerechtigkeit gegen den Unterdrücker; und sanfte Schonung gegen den Verbrecher, der nie aufhört, Mensch und unser Bruder zu sein. Wenn es mein Amt erfordert, daß ich als Richter oder als Hausvater strafe, so laß mich denken, daß die Strafe nur den Endzweck der Menschenbesserung haben kann; laß mich bedenken, daß man strafen, aber nie sich rächen müsse. Behüthe mich vor Stolz, damit ich mir nicht einbilde, ich sei ein besserer Mensch als ein anderer und gib mir Stärke, daß ich dem Volke mit gutem Beispiele vorgehe. Gib mir ein Herz nach Deinem Willen, mein Gott! und laß mich meine Größe darin finden, viele Menschen glücklich zu machen, und groß in meiner Seele zu sein. Gib meinem 163 Auge Sanftmuth; damit es sich zu dem Elende der Hütte herablasse, und gütig die Bedrängten ansehe. Mache mein Ohr willig zu dem Flehen der Armuth und taub zu den Lobeserhebungen der Schmeichler. Meine Hände sollen jeden liebreich empfangen, der Hilfe nöthig hat. Laß mich die Wahrheit ſchäßen, die Vorurtheile bekämpfen, die Irrthümer zerstören; laß mich Wohl und Segen verbreiten auf dieser Erde. Segne Allmächtiger! mein ganzes Haus, meine Ehe, meine Kinder; sei Du ihnen Vater, gib ihnen guten Sinn, und leite sie auf den rechten Weg; und dann, wenn ich mein Tagwerk vollendet habe, so laß mich auch Erbarmen bei Dir in der Stunde des Todes finden! Zur Wandlung. Herr! ich bete Dich an, im Glauben und in Demuth: Du bist meine Zuflucht, meine Hoffnung, meine Liebe. Aufhebung des Kelches. Erlöser der Menschen! Der Du für uns starbſt Der Du Dich für uns hingabst zum Opfer der Sünde: laß mich erkennen, daß Bosheit Deine Güte mißkannte, und die Sünde Dein Blut vergoß, 11* 164 und laß mich mein Leben hindurch nie Antheil an einer Beleidigung haben; laß mich erwägen, daß Du ganz Liebe warst, und daß Du als Versöhnopfer am Altare der Liebe sankest. Nach der Wandlung. Erneuerung des Taufbundes. Mein Gott! Dir ist mein Herz bekannt und die Aufrichtigkeit meiner Seele. Ich gelobe Dir, Dich als das leßte Ziel meines Daseins, meiner Bestimmung, meiner Begierden und Wünsche stets vor Augen und in meinen Herzen zu haben, Dich als meinen Oberherrn anzubeten und zu fürchten; auf Dich als meinen und der ganzen Natur Erhalter zu hoffen und zu vertrauen, und in Deiner Weisheit, Macht und Güte allein Trost und Hilfe zu suchen. Dein Wort soll mir über Alles heilig, Dein Geseß eine unverbrüchliche Lebensregel, Dein Wille in allen Schicksalen, in allen sowohl glückli chen als widrigen Ereignissen des Lebens, mein Wille und Dein Beifall der Erste und heißeste Wunsch meines Herzens sein. Alles, was ich bin und habe, sei Dir, Du Geber alles Guten! hiemit auf's Neue in Deine Vaterhände überliefert. Mein Leib sei ewig 158 M.Holmann Fromme Hirten, folgt der heilgen Spur, Huldigt dem Beherrscher der Natur, Glück und Heil durch dich, o holdes Kind! Himmelsknab', o schlafe süfs und lind. 165 eine Wohnung Deines heiligen Geistes, meine Seele ein unbeflecktes Ebenbild Deiner Vollkommenheiten, mein Verstand unablässig mit der Erforschung und Erkenntniß dieser Vollkommenheiten beschäftigt, und aller meiner Begierden und Gemüthsbewegungen vornehmster Gegenstand sei Du, o Gott meines Heils! Was ich nur immer Gutes thun kann, daran soll künftig kein niedriger Eigennut, oder irgend ein Verlangen nach Menschengunst oder Menschenlob, Antheil haben; sondern es soll Dir allein, der Verherrlichung Deines Namens, dem Wohle meiner Mitmenschen, und der Ausbreitung der Religion und Tugend geheiligt sein. Wider alles Böse, so ich in mir und außer mir finden werde, eifrigst zu kämpfen; Laster und Unordnungen, wo ich deren antreffen werde, aus allen Kräften entgegen zu arbeiten, jedes Gute nach meinem Vermögen zu befördern, und der Tugend treue Anhänger zu verschaffen; darauf soll künftig mein vorzüglichstes Bestreben abzielen. Vater unser. Vater unser, Der Du bist in den Himmel. Mein Gott! welch ein Glück für uns Sterbliche! Wir dürfen Dich Vater nennen. O wie viels 166 bedeutend ist dieser Name! Du bist unser Vater; wir sind also Deine Kinder. Der Himmel, wo Du wohnst, soll einst mein und meiner Brüder Erbtheil sein. Möchten doch alle Menschen, Deine Kinder, Dich erkennen, Dich ehren, Dich lieben!- O Vater der Menschen! breite das Reich Deiner Gnaden immer weiter aus, und führe alle Menschen zu Dei ner Erkenntniß. Laß mich immer erkennen mein Gott! daß Alles, was Du über Menschenschicksale verfügst, ein Werk Deiner Güte und Liebe ist. Mit Demuth will ich mich Deinen heiligen Fügungen unterwerfen, Dich lieben und anbeten. Nie soll mein Wille, sondern nur der Deinige geschehen. Mein Gott! gib jedem meiner Mitmenschen Brot und Nahrung; nicht nur Brot zur Erhaltung ihres Lebens, sondern auch Brot der Seele, damit ihr Geist Nahrung finde. Von Herzen verzeih ich Allen, die mich beleidiget haben; Vater, verzeih auch Du mir nach Deinem Worte: gib Stärke meinem Geiste zur Zeit der Versuchung; rette und bewahre mich vor allem Uebel. Amen. Zum Agnus Dei. Unschuldig und duldend, wie ein Lamm auf der Schlachtbank. trugst Du die Sündenlast der Welt, Erlöser der Menschen! Du, Der Du es mit 167 den Menschen so redlich meintest, wurdest von denen getödtet, die Du liebtest. Noch im Tode liebtest Du, und lächeltest Verzeihung Deinen Feinden zu. Herr! laß Dein Bild mir immer zum Muster meiner Handlungen dienen, damit ich Dir ähnlich werde. Sende mir jenen seligen Frieden, den Du allein geben kannst, und der mir alles Heil verschafft. ** Amen. tuaj ve 3ur Communion. Wenn ich Deine Größe betrachte, mein Gott! so fühle ich ganz meine Nichtigkeit. Ich rufe daher von der Ferne zu Dir: Herr! wenn Du willst, kannst Du mich reinigen. Heile meine franke Secle, und bereite sie Dir zu einer heiligen Wohnung. Laß mir die Kraft Deines lebendigmachenden Brotes so angedeihen, als wenn ich es wirklich genossen hätte stärke mich zur Erfüllung meiner Pflichten, zum Fleiß in allem Guten, zum Kampf wider die Sünde. Vereinige mich ganz mit Dir; nichts soll mich von Deiner Liebe scheiden. Amen. # 012 Beim Gebet des Priesters. Gott der Liebe! der Gedanke an Dich erfreut meine Seele. Es wird meinem Herzen so wohl, 168 wenn ich an Dich denke, daß Du der Gott meines Heils, ein so gütiger, freundlicher Gott bist. Von Ewigkeit her liebtest Du mich; sorgtest für mich, ehe ich noch war. Du gabst mir gute Eltern, sorgfältige Freude; legtest ihnen Mitleid, Geduld und Liebe für mich in's Herz, als ich noch ein Kind war, unfähig, mein Leben selbst fortzubringen. Du sandtest Deinen Engel vom Himmel, der von der Wiege an, mich bewachte, mich auf meinen Wegen begleitete und schüßte. Sei gepriesen, Gott meines Heils! für alle Beweise Deiner Güte, von welcher jeder Augenblick meines Lebens zeuget. Sei gepriesen für jede frohe Stunde, die Du mir gabst, für jede ruhige Nacht, die ich durchschlummerte; ſei gepriesen für jeden Sonnenblick, der mich erfreute; für jeden Trunk, der mich erquickte; für ede Speise, die mich stärkte; für jedes Vergnügen, das meinem Gemüthe oder meinen Sinnen gewährt wurde. Vorzüglich aber preise ich Dich, daß ich ein Herz habe, Dich zu lieben, und eine Zunge, Dein Lob zu verkündigen. Segen des Priesters. Segne, mein Gott! meine heiligen Vorfäße und Entschließungen! segne meine Arbeit und mein 169 Brot. Segne mich und die Meinigen und alle Menschen an Leib und Seele, und Dein Segen weiche nie von uns. Amen. Letztes Evangelium. Laß mich erkennen, mein Gott! daß nur Deine Lehre die Menschen zum wahren Glücke führt; laß mich jedem Scheinglücke entsagen, und gib mir die Gnade, daß ich einsehe, daß meine Selbstliebe und die Liebe der Welt mich von meiner großen Bestim mung entfernt haben. Laß jede meiner Handlungen rein sein, wie der Morgenthau, den Du über Deine Schöpfung herabgießest, und gib, daß ich mein Herz zum Tempel umschaffe, der Deiner Wohnung würdig ist. Amen. Beichtgebete. Gib mir die Gnade zu erkennen, mein Gott! was die Buße ist. Die Sünden bekennen, heißt noch nicht Buße thun; denn wenn der Mensch die Sünden bekannt, aus demüthigem Herzen um Vergebung gebeten hat, von denselben absteht, und ein neues Leben der Liebthätigkeit und des Glaubens 170 führt, dann wirkt er Buße. Der also, der das Böse, das er in sich hat, erkennt, bereuet, bekennet, sich davor hütet, und den Herrn um Beistand und Hilfe bittet, der thut Buße. Laß mich also erkennen, mein Gott! daß die Buße des Mundes keine Buße sei. thim Um Erleuchtung bei Erforschung seines Gewissens. Gott des Lichts! Du kennest jede Tiefe meines Herzens, und alle meine Sünden stehen vor Dir aufgezeichnet. Erleuchte mich, damit auch ich sie erkennen, und über meinen bisherigen Lebenswandel fromme Rechenschaft mit mir selbst halten möge. Ich will in mein Innerstes dringen, und mei ner Verbrechen keines übersehen, um jedes derselben mit aller Zerknirschung, der meine Seele fähig ist, zu bereuen. Endt sidDeine Gnade leite mich bei diesem Selbstgerichte, und der heilige Geist, den Du durch den Mund Deines Sohnes Allen, die Dich darum bitten werden, versprochen hast, komme über mich, damit 171 es Licht werde in meiner Seele, und ich erkennen möge, wie oft und wie schwer ich mit Gedanken, Worten und Werken gegen Dich, gegen meinen Nächsten, gegen mich selbst gesündiget habe. Leichte und vernünftige Anweisung, sein Gewissen zu erforschen. pal sing high soldit dun Wie hab' ich diese Zeit her gelebt? Wie habe ich jedesmal den Tag angefangen und zuge bracht? War es einer der verlornen für die Ewigkeit? Könnte ich mit diesem Tage die ganze Reihe meiner Tage beschließen? Wie stand seitdem mein Herz gegen Gott?- Dachte ich an Seine Allgegenwart?-Seine Güte? - An Sein heiliges Geses? Redete ich gern davon? Betete ich, und wie? Dankte ich für so viel Gutes, das ich genoß? Was habe ich meinem Gott zu Liebe gethan? Folgte ich Seinen Einsprechungen?- - Wie verhielt ich mich gegen meine Mitmenschen? War nie Bitterkeit, Haß, Rache, Verachtung, Schadenfreude, Argwohn in meinem Herzen? Ist es jetzt frei davon? 172 Habe ich Niemand betrübt, oder beleidiget? betrogen, mißhandelt, unterdrückt? Niemand ( auch stillschweigend mit Hohnlächeln, Achselzucken, bedeutenden Mienen) verleumdet, seine Fehler verbreitet? Niemand Leid oder Schaden gethan? Hab ich das Unrecht auch wieder gut gemacht?- Werd' ich es? Und wie? alise dun sist Habe ich Niemand zur Sünde gereizet, oder veranlasset? Aegerniß und übles Beispiel gege ben? Habe ich eine Seele erfreut, einem Noth leidenden geholfen? Einen Armen erquickt? War ich gern gefällig, dienstfertig, mitleidig?- Was kann ich Gutes aufweisen, das ich gethan habe? Wie habe ich meine Standespflicht erfüllet? Wird der Herr mit meinem Tagwerke zufrieden sein? Kann ichs mit mir selbst sein?- Wie verhielt ich mich in Freuden und Leiden? War ich in jenen mäßig und demüthig; in diesen geduldig und gelassen? Was war der Gegenstand mei ner meisten Gedanken und Wünsche?- Dürfte ich sie öffentlich gestehen? Habe ich nichts begangen, das mich vor mir selbst schamroth macht? Habe ich meiner herrschenden Neigung und Gewohnheit Abbruch gethan? Wie habe ich meine Vorsäße gehalten? War's Schwachheit - 173 oder Muthwille, oder Leichtfertigkeit, was mich zum Falle brachte? Erkannt und bereute ich den Fehler doch gleich wieder?- Bin ich jetzt besser oder verkehrter geworden? Wie steht es um mein Herz? Wäre ich bereit, wenn mich Gott in dieser Stunde zu sich riefe? - Neue. Mein Gott! ich erkenne, daß ich oft Deine heiligen Gebote überschritten habe; ich fühle meine Strafwürdigkeit, erkenne, daß ich Dir, mein Herr und Gott! unendlich mißfallen habe. Du Gott der Liebe! haft für meine Bedürfnisse so väterlich gesorgt, auch mich unter unaufhörlichen, von mir meist verkannten Wohlthaten bis auf diesen Augenblick erhalten. Du hast mir nach dieser Wanderschaft das ewige Leben verheißen, und eine Seligkeit, die noch kein irdisches Aug' gesehen, kein Ohr gehört hat, und die nie in eines Menschen Herz gedrungen ist. Du hast den Erlöser bis zur Menschheit erniedrigt; und ihn, damit ich ewig leben möchte, dem schmählichsten Tode übergeben. Du hast dafür nichts anders von mir verlangt, als daß ich Dich über Alles, meinen Mitmenschen aber wie 174 mich selbst lieben, und das Gute in der Welt thun foll, weil es gut ist, weil ich nichts Besseres, nichts Seligeres thun kann; und diese väterlichen Gebote, ohne deren Befolgung ich weder zeitlich noch ewig glücklich sein kann, habe ich so vielmal, so leichtsinnig, so vermessen übertreten! Mein Gewissen zeigt laut wider mich, und ich kann nicht anders, als wehmüthig zu Dir aufrufen: Herr! sei mir elenden Sünder gnädig!- Behandle mich nicht nach Deiner Gerechtigkeit, sondern nach Deiner unendlichen Erbarmung. Dir allein hab' ich ges sündigt, und Böses vor Dir gethan, tilge meine Missethaten, und gedenke ihrer nicht mehr. Du fichst die Willigkeit meines Geistes; siehst mein aufrichtiges Bestreben nach Rene meiner Sünden; aber Alles ist schwach und unvollkommen in mir, und ich habe nichts, womit ich Deiner Gerechtig feit genug thun könnte. Nur das Opfer, welches Dir der Menschenerlöser gebracht hat, kann meine Schuld hinwegnehmen; Er ist der Mittler zwi schen Dir und mir; Er hat Deiner Gerechtigkeit genug gethan. Laß mir, versöhnter Vater! die Kraft Seines Todes zu Gute kommen! ma Vorsatz der Besserung. 175 Gott der Liebe! oft hab' ich Dir Besserung versprochen, aber allemal hab' ich wieder mein Gelübde gebrochen, und die Wege Deiner reinen Liebe verlassen. Selbstliebe und die Liebe der Welt haben mich von Dir entfernt, Schöpfer der Welten! Laß mich erkennen, daß mein Glück nur Deine Liebe macht. Vater der Menschen! ich will das Maß meiner Sünden nicht voll machen, und Deine Güte länger mißbrauchen. Mein Vorsaß ist der, Dir zut gehorsamen, und Deinen Geboten treu zu leben. Doch Herr! was sind meine Entschlüsse ohne Deine Gnade? Ich meine es zwar aufrichtig mit Dir, aber ich erkenne, daß ich schwach bin, und daß ich ohne Deinen Beistand nichts vermag. Unterstüße mich im Kampfe gegen meine bösen Neigungen, und wenn meine Kräfte zu wanken beginnen, so komm mir zu Hilfe; denn auch in den Schwachen bist Du der Gott der Stärke. Du allein bist mein Herr! auf Dich will ich vertrauen, und unter Deiner Leitung die Wege dieses Lebens wandeln. Amen. a apion. 176 Gebet nach der Beicht. Herr! ich habe nun, so viel in mir war, meine Sünden bereut; habe sie bekannt, und habe mich der auferlegten Buße mit Demuth unterworfen. Mit Zuversicht hoffe ich auf Dich, mein Gott! daß die Lossprechung, die mir Dein Priester gab, auch von Dir in dem Himmel bestätiget werde. Deine Barmherzigkeit ist unendlich, und Du verstoßest den Sünder nicht, der aus der Tiefe seines Elendes zu Dir um Gnade fleht. Amen. Gebet vor der Communion. Nehmet hin und esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Dies thut zu meinem Ge dächtniß; dieß ist der Kelch, der neue Bund in meinem Blute, das für euch vergossen wird; trinket Alle daraus. Ich bin das lebendige Brot, das von dem Himmel gekommen ist; wer davon ist, wird in Ewigkeit leben, und das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch. Wer mein Fleisch ist, und mein Blut trinkt, der hat das ewige le 177 ben; er bleibt in mir, und ich in ihm, denn mein Fleisch ist wahrhaftig eine Speise, und mein Blut wahrhaftig ein Trank." Ewige Wahrheit! dieses sind Deine Worte, und Du kannst unmöglich trügen. Deine Worte sind Geist und Leben; fürwahr! Du bist der verborgene Gott der Gott meines Heils, auf den ich vertraue. Auf Dich allein baue ich den lebendigen Glauben, mit dem ich mich jetzt dem heiligen Gedächtnißmahle Deines Todes nähere. Verschmähe nicht mein sehnliches Verlangen nach Deiner innigsten Vereinigung, sondern komm und laß heute meinem Hause Heil wiederfahren. - Findest Du, mein Gott! daß etwas an mir ist, das mich dieser Gnade unwürdig macht, so bitte ich Dich um Deiner Liebe willen, reinige mich, damit ich dem Verräther nicht gleiche, der mit Dir am Tische saß. Flöße meinem Herzen Demuth, Andacht, Ehrerbietung, und jene Versammlung des Geistes ein, welche die Heiligkeit dieser hohen Geheimnisse fordert. Laß mich, so weit ein menschlicher Verstand sich zu Deiner unermeßlichen Höhe emporschwingen kann, den Werth Deiner göttlichen Wohlthat erkennen, und mich von dem Uebermaße Deiner unendlichen Erbarmung durchdrungen 12 178 werden, damit ich Deines heil. Fleisches und kost baren Blutes nicht unwürdig bin. Amen. ibig Indnu Anbetung. Gott! für Dich ist mein Sein, und mein Leben nichts! aber für mich bist Du Alles. Du bist Gott, wenn meine Gebeine schon lange nicht mehr Menschengebeine sind. Ich komme von der ganzen Erde zurück, und suche Dich. Ist bei Dir keine Sättigung, so ist in der Welt keine; dann wäre mir das Leben zur Marter gegeben, dann lechg' ich ewig, und bin unglücklich. Herr! Du kennst mein Herz mit allem Guten und Bösen; überzeugt, daß nur Du, nicht Menschen! nicht Kaiser und Könige meinen Ruhm befestigen können, bitte ich Dich um Weisheit und Ruhe. Gott; sende sie in meine dürstende Seele. Kannst Du das Geschöpf von Dir stoßen, wenn es sich vor Dir frümmt? O Gott! Du kennst die Bewegungen des Firmamentes, und das Fallen des Blattes im Walde, überhöre im Triumpflied Deiner Engel den Menschen nicht. Du, Der du dem Wurme, der zu meinen Füßen friecht, Nahrung und Leben gibst, verstoß das Geschöpf nicht, das Du nach deinem Ebenbilde erschusst, und das Dich anbetet.1 miles and me thuhe#C Nach der Communion. Herr! welchen Dank kann ich Dir für Deine Gnade bringen? Wie arm bin ich! Alles, was ich habe, ist ja Dein, selbst der Gedanke, der zu Dir aus meiner Seele aufsteigt, ist Dein Werk; nichts als ein demüthiges, von dem Gefühle Deiner Wohlthaten durchdrungenes Herz kann ich Dir zum Op= fer darbieten, und mein Glaube gewährt mir die trostreiche Versicherung, daß Du dieses Herz nicht verschmähen wirst, nachdem Du Dich so liebvoll zu mir herabgelassen hast und zu mir gekommen bist Weihe mein Herz, Erlöser der Menschen! zu Deinem heiligen Tempel ein, und schmücke es mit Tugenden aus, die Dir wohlgefallen. Amen. IM D Ein Loblied. Dem, Der in grauer Ferne 179 minat u minis Den Thron hat- Sein Gebiet In Himmeln, Welten, bis zum weit'sten Sterne, Ein Menschenlied! 12* 180 Umströmt vom Glanz der Werke Ist Schönheit um mich her. Erschuf's, damit ich Seine Größe merke; Wie gut ist Er! Den Schemel auszuschmücken, Gehn tausend Sonnen dort. Durch sie das Auge prächtig zu entzücken, Rief uns Sein Wort. Voll Wunder ist die Erde Für den, der sie bewohnt. Ihm ist's die Sonn', ihm ist es ihr Gefährte, Der Silbermond. Wer naht sich Deinem Lichte O Gott! Der Engel glüht Vernimm auch von der Erde dunkelm Lichte Ein schüchtern Lied. Einst, wenn ich aus der Höhe Die Welten unter mir An meinem Fuß in Staub zertrümmert sehe, Dann Jubel Dir! - inimi Gefühl der Allmacht, Erkenntniß, Anbetung. Nicht in den Ocean Der Welten alle Will ich mich stürzen! Nicht schweben, wo die ersten Erschaff'nen, Wo die Jubelchöre der Söhne des Lichts Anbeten, tief anbeten, Und in Entzückung vergehn! Nur um den Tropfen am Eimer, Um die Erde nur, will ich schweben, sin Und anbeten! Halleluja! Halleluja! Auch der Tropfen am Eimer Rann aus der Hand des Allmächtigen! 181 Da aus der Hand des Allmächtigen Die größern Erden quollen, Da die Ströme des Lichts Rauschten; und Orionen wurden; Da rann der Tropfen Aus der Hand des Allmächtigen! 0 182 Wer sind die tausendmal tausend, Die Miriadenmal hundert tausend, Die den Tropfen bewohnen? Und bewohnten? Wer bin ich? Halleluja dem Schaffenden! Mehr, als die Erden, die Quellen! ìm àì Ma Mehr als die Orionen, Die aus Strahlen zusammenſtrömten! sid oll Aber, du Frühlingswürmchen, Das grünlich golden Neben mir spielt, Du lebst; Und bist vielleichtAch, nicht unsterblich! mod habe Ich bin herausgegangend and sun ne Anzubeten; Und ich weine? Vergib, vergib dem Endlichen Auch diese Thränen, ODu, der sein wird! Du wirst sie alle mir enthüllen; Die Zweifel alle, O Du, Der mich dur'chs dunkle Thal Des Todes führen wird! Dann werd' ich es wissen: Ob das gold'ne Würmchenrad 109 Eine Seele hat? Warest du nur gebildeter Staub, indrade oud. Würmchen, so werde dennd nd dmWieder fliegender Staub, Oder was sonst der Ewige will! Ergieß von Neuem, du mein Auge, Freudenthränen, Du, meine Harfe, Preise den Herrn! Umwunden, wieder mit Palmen umwunden Ist meine Harfe! hi Ich finge dem Herrn! 183 Hier steh ich. Rund um mich her ist Alles Allmacht! Ist Alles Wunder! 184 Mit tiefer Ehrfurcht, is from 2 Schau ich die Schöpfung an! Denn Du! Namenlosester Du! Erschufft sie! Lüfte, die um mich weh'n, Und süße Kühlung Auf mein glühendes Angesicht gießen, Euch Wunderbare, Sendet der Herr! der Unendliche! of Aber jetzt werden sie still; kaum athmen sie! Die Morgensonne wird schwül! Wolken strömen herauf! d KALENDE Das ist sichtbar der Ewige, Der sie sendet! Nun fliegen und wirbeln und rauschen die Winde, Wie beugt sich der bebende Wald! Wie hebt sich der Strom! adalet down! Sichtbar, wie Du es Sterblichen sein kannst, Ja, Du bist sichtbar, Unendlicher! d spil DC Der Wald neigt sich! Der Strom flicht! Und ich falle nicht auf mein Angesicht? Herr! Herr! Gott! barmherzig und gnädig! Du Naher, Erbarme Dich meiner! Zürnest Du, Herr, weil Nacht Dein Gewand ist? Diese Nacht ist Segen der Erde! Du zürnest nicht Vater! Sie kommt, Erfrischung auszuschütten Ueber den stärkenden Halm! Ueber die herzerfreuende Traube! Vater! Du zürnest nicht! Alles ist stille vor Dir, du Naher! 185 Ringsum ist Alles stille! Auch das goldene Würmchen merkt auf! Ist es vielleicht nicht seelenlos? Ist es unsterblich? Ach vermöchte ich Dich Herr! wie ich dürste, zn preisen! Immer herrlicher offenbarest Du Dich! Immer dunkler wird, Herr! die Nacht um Dich! Und voller vom Segen! Seht ihr den Zeugen des Nahen, den zückenLonden Bliz? Hört ihr den Donner Jehovas? Walt 186 Hört ihr ihn? Hört ihr ihn Den erschütternden Tonner des Herrn? innen 2 th That Com Herr! Herr! Gott! barmherzig und gnädig! Angebetet und gepriesen Sei Dein herrlicher Name! m! 19 nii ad adult Und die Gewitterwinde? Sie tragen den Donner! Wie sie rauschen! wie sie die Wälder durchrauschen! Und nun schweigen sie! Majestätischer Wandeln die Wolken herauf. Seht ihr den neuen Zeugen des Nahen, Seht ihr den fliegenden Bliß? Hört ihr, hoch in den Wolken, den Donner des Herrn? Er ruft Jehova! Jehova! Jehova! Und der gesplitterte Wald dampft! Aber nicht unsere Hütte! Unser Vater gebot Seinem Verderber an Vor uns'rer Hütte vorüber zu geh'n! 187 Ach schon rauschet, schon rauschet) d Himmel und Erde vom gnädigen Regen! mist Nun ist, wie dürstete sie! die Erd', erquickt, Und der Himmel der Fülle des Segens entladen! Siehe, nun kommt Jehova nicht mehr im Wetter! Im stillen sanften Säuseln Kömmt Jehova! Und unter ihm neigt sich der Bogen des Friedens. Die Feier der kirchlichen Fest:. Gebet an dem Dreifaltigkeits- Sonntage. Heiligste Dreifaltigkeit! Einiger Gott! ich sinke heute im Staube nieder, von einem heiligen Schauer durchdrungen. Ich bete Deine Macht, Deine Größe, Deine unendliche Herrlichkeit an. Anbeten will ich den Allerhöchsten, welchen keine Menschenvernunft ergründet. Preisen will ich den Vater, den Sohn, den heiligen Geist! Freuen og Tom 188 will ich mich des ewigen, einen Gottes, und ihm danken, daß er sich mir zu erkennen gegeben hat. Danken will ich Dir ewiger Vater, für jeden Strahl der Erkenntniß, welchen Du auch auf mich fallen ließest; danken will ich Dir für Deine Liebe, welche mich nicht nur in das Leben rief, nicht nur mein Leben bis auf diese Stunde erhielt, sondern auch mich das Wort des Trostes und der Freude hören ließ, daß Du mein Vater seiest, auf den ich in dem Leben und Sterben vertrauen könne. Danken will ich Dir göttlicher Sohn, Heiland der Welt! Du kamst zu uns Menschen, nahmest unsere Natur an, um die Menschen, Deine Brüder, zu der Kenntniß des wahren Gottes zu führen. Du lehrtest sie, um sie weise und gut zu machen. Du starbst für sie, um sie zu erlösen, und ihnen den Himmel zu eröffnen. Du verläßt keinen, wel cher Dir nachwandeln, und in dem Glauben an Dich zu dem Vater kommen will.tv@ sficiling Danken will ich Dir, heiliger Geist, Geist des Vaters und des Sohnes, für Deine Liebe. Was Jesus anfing für das Heil der Menschen, hast Du fortgesetzt. Auch mich hast Du erleuchtet; auch mich willst Du weiter führen auf dem Wege der Erkenntniß, und des Guten; 189 auch mir willst Du Deine Hilfe und Deinen Beistand nicht versagen, bis Du mich endlich in die Freude des Vaters und in die Herrlichkeit des Sohnes gebracht hast. Amen. Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott! Du hast uns, Deinen Dienern, die Gnade verliehen, daß wir in dem Lichte des wahren Glaubens, die Herrlichkeit der ewigen Dreieinigkeit erkennen, und in Deiner machtvollen Majestät die Einheit anbeten. Verleih uns auch, daß wir durch die Festigkeit des Glaubens selbst in den widrigsten Schicksalen, der Tugend treu bleiben, und uns nichts von Deiner Liebe zu trennen vermöge; durch Jesus Christus, Deinen Sohn, unsern Herrn, welcher mit Dir, und dem heiligen Geiste, als gleicher Gott, lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Gebet an dem Frohnleichnamstage. Heute, göttlicher Heiland, begehen wir die feierliche Erinnerung an die größte Liebe, welche Du in allen Deinen Handlungen, sogar durch Det 190 nen Tod, besonders aber durch die Einseßung des heiligsten Altarssakramentes, dem Menschengeschlechte erwiesen hast. bring and sunt Voll Anbetung und Freude erheb' ich heute mein Herz, und meine Hände zu Dir, liebreichster Heiland, Jesus Christus, und danke Dir in tiefster Demuth für diese unendliche Wohlthat. Gelobt sei Jesus Christus, welcher sich seiner Brüder erbarmte, die Herrlichkeit des Vaters verließ, auf die Erde kam, um das Versöhnungsopfer für die Sünde zu werden. Gelobt sei Jesus Christus, welcher als Wohlthäter unter seinen Brüdern wandelte, so viele Lei den erduldete, und zuletzt an dem Kreuze starb, um uns jedes Leiden erträglicher, und die Todesstunde leichter zu machen. Gelobt sei Jesus Christus, welcher die Bande des Todes zerriß, noch vierzig Tage nach seiner Auferstehung auf der Erde wandelte, um Sein Reich zu ordnen; in welchem alle wahre Anhänger ewig glücklich werden. Gelobt und angebetet seist Du, Jesus Christus! Du bist unsere Kraft und Hoffnung! Du bist unser Trost und Segen! Du bist der Geber wahrer Freu den! In Dir allein ist Heil!- Tu sizzest zu der 191 Nechten des Vaters, weil Du gehorsam warest bis zu dem Tode! Dir müssen sich die Knie Aller beugen, welche in dem Himmel, auf Erden und unter der Erde sind. Alle Zungen müssen bekennen, daß Du der Herr bist. ab obleem simildi Vor Dir verherrlichter Jesus! beuget sich auch mein Knie; Dich anzubeten, und Dir zu danken, ist meine Freude. O höre mein Flehen und sieh meinen Glauben an Dich! Gehe heute auch segnend an unsern Häusern vorüber, so wie Du ehemals in dem heiligen Lande segnend umherwandeltest.- Segne uns, daß wir das Reich der Sünde zerstören, und daß sich das Reich der Tugend immer mehr ausbreite. Segne all das Uns'rige, segne die wachsende Nahrung der Geschöpfe! Laß uns Deine Liebe und Barmherzigkeit fortgesett erfahren, und wende Alles ab, was uns schädlich sein könnte. Amen. Gebet während des Adventes. Unaussprechlicher, ewiger Gott! mit Freude durchbrungenem Herzen sehe ich der Jahresfeier jener herrlichen Nacht entgegen, in der Jesus Chri 192 stus, Dein vielgeliebter Sohn, im Fleische geboren wurde, damit durch Ihm der Nebel des Irrthums und der Unwissenheit zerstreut werde, und der Lichtstrahl seiner himmlischen Lehre die Seelen der Sterblichen erquicke. Erwecke in mir, Allgütiger, jene heilige Sehnsucht, mit der die Vorzeit erfüllet war, wenn sie des so viel herbeigehofften Welterlösers gedachte. Laß in mir alle jene Gefühle rege werden, welche die Zeitgenossen Deines eingebornen Sohnes Jesu empfanden, als sie ihr heißes Verlangen in Ihm gestillt sahen. Ja, mein Gott! von ganzem Herzen freue ich mich des großen Gedächtnistages Seiner Gebart; aber ein banger Schmerz ergreift mich über meine Unwürdigkeit zur Aufnahme meines Erlösers; denn nur reine Herzen sind Ihm wohlgefällig, in reinen Herzen nur will Er seine Wohnung aufschlagen. Mein Herz aber ist unrein geworden durch die Sünde; ich habe gesündiget vor Dir, Allgerechter, Allgegenwärtiger! ich wandte mein Herz und meinen Blick von Dir, und verfolgte den Weg der Sinnlichkeit, des Unrechtes, des Verderbens. Jeßt, wo Deine heilige Kirche auf die Antunft Deines menschgewordenen Sohnes Jesu durch fromme Andacht und Gebete sich vorbereitet, jest 193 erst fühle ich recht meine Unwürdigkeit, Theil zu nehmen an dieser hohen Feier! Du bist ein Gott der Güte, willst nicht den Tod des Sünders, sondern willst, daß er sich bekehre, daß er lebe. Ach so siehe gnädig herab auf mich Armen;- ich erkenne meine Vergehungen, fühle wie sehr ich mich vor Dir entehrt habe, und bereue dies vom Herzen. Erbarme Dich eines verrirten Schafes, das in die Arme Deiner unermeßlichen Barmherzigkeit sich wirft, und in dieser gnadenreichen Zeit um Tilgung seiner Sünden und Strafen bittet. Reinige mich Vater voll Erbarmen! reinige mich von dem kleinsten Flecken, der mich entstellt, damit ich als ein guter, gebesserter Mensch an der Gedächtnißfeier der Geburt meines göttlichen Erlösers würdig Antheil nehmen kann. So thauet denn hernieder, ihr Himmel! Wolken, regnet herab den Gerechten! Erde öffne dich, und bringe den geliebten Heiland hervor! Du aber, göttliches Lamm, das Du die Sünden der Welt hinwegnimmst, zögere nicht länger mehr, zu uns zu kommen! Eile zu uns Armen, und mache froh die Traurigen! Strecke aus Deine liebreiche Hand, und reiße uns aus all' den Lebensängsten! Komme doch, komme- denn ohne Dich ist kein Freudentag, 13 194 ohne Dich bin ich wie eingekerkert, und mit Fesseln gebunden, bis mich das Licht Deiner Gegenwart erquicket, Deine Wahrheit frei macht, Dein freundlich Angesicht den Himmel in meine Seele bringt. Amen. Weihnächtliche Andacht. Am ersten Tage. Antiphon. O Weisheit aus dem Munde des Allerhöchsten ausgegangen! Du berührest die Gränzen auf dem Erdenrunde, die Du mit Macht und Weisheit regierest: o komm und leite uns alle an, zu wallen auf der Weisheit Bahn. Bitte. O göttliche Weisheit! o eingefleischtes Wort des ewigen Vaters! Nur Deine Liebe hat Dich vom Himmel auf die Erde gezogen, damit Du durch die wunderbare Vereinigung der göttlichen und menschlichen Natur die zwei äußersten Ende vereinigen und durch dieses Wunder die Liebe dem Menschen, welcher durch die erste Sünde in die göttliche Un 195 gnade und gänzliche Unwissenheit verfallen, das verlorene Leben der Gnade wieder geben, und den verlassenen Weg der Weisheit zeigen und lehren könnest. Ach, so komme doch nun abermal mit Deiner göttlichen Gnade, und erleuchte meinen Verstand; welcher durch die Menge und Schwere meiner verübten Laster so sehr verfinstert ist, mit einem Strahle Deines göttlichen Lichtes, fraft wel chem ich Alles, was zur Beförderung meines ewigen Heils gut und heilig, nüßlich und nothwendig ist, vollkommen erkenne eifrig ausübe, und also auf den Weg der wahren Weisheit und christlichen Klugheit zu Dir, Der Du die ewige Weisheit bist, glückselig gelange. Amen. ( Hier werden vom Volke 9 Bater unser und eben so viele Ave Maria zum Gedächtnisse der 9 Monden gebetet, durch welche das eingefleischte Wort in den jungfräulichen Leib Mariä verschlossen gewesen.) Am zweiten Tage. Antiphon. O Adonai, dem wir dienen! Du Führer Israels und Gott, der Du dem Moses in den feurigen Flammen des Dornbusches erschienen bist, und 13* 196 ihm auf dem Berge Sinai das Gesetz gegeben haft komme, zeige Deines Armes Kraft, die vor dem Feinde uns Rettung schafft. - Bitte. O mein Gott! göttlicher Gesetzgeber! wie wenig war ich bisher für Dein heiliges Gesetz be sorgt, da ich durch meine Sünden mehr den Geseßen der Welt und der Hölle, als Deinen heiligen Lehren gefolgt habe. Ich empfinde bereits die bittern Folgen meines treulosen Verfahrens, indem ich eben darum in die Dienstbarkeit der Hölle gerathen, und des Rechtes zu den himmlischen Gütern bin beraubt worden, weil ich mich von Dir entfernt und abgewendet habe. Ach! komme nun, o Herr! und beziehe als mein Führer und Gesetzgeber aber mal jenes Herz, welches Dir bisher durch seine Sünden so untreu gewesen, nun aber nur allein Dich als seinen Führer und Gesetzgeber mit dem Volke Israels erkennet, und mit den bedrängten Altvätern anrufet. Ja, mein Gott! prüfe nicht nur mein Herz, sondern zertrümmere es auch durch Deine heilige Ankunft, wie vormals Dein getreuer Diener Moses die steinernen Tafeln zertrümmert hat, damit also das verkehrte Geseß der Welt und der Hölle in meinem Herzen vernichtet, Dein göttliches Gesetz aber in Mitte desselben eingeschrieben und auch beständig unverletzt erhalten werde. Amen. ( Das übrige wie am ersten Tage.) 197 Am dritten Tage. Antiphon. - O Wurzel Jesse! welche Du zum Zeichen der Völker geseßt bist, vor Dem die Könige erbleichen, Den jedes Volk als Gott begrüßt! Komm und nimm weg ach, säume nicht!- der Sünde lastendes Gewicht. Bitte. O Wurzel Jesse! o göttlicher Erlöser, welcher Du aus der jungfräulichen Erde Mariens hervorgegangen und durch Deine Ankunft dem menschlichen Geschlechte, welches durch die Sünde schon gänzlich entkräftet gewesen, ein neues Leben gegeben; ach! komme nun abermal und beziehe jene Seele mit Deiner Gnade, welche bisher durch die darin wohnende Sünde in dem Guten ganz entkräftet gelegen, und durch den Verlust Deiner Gnade auch ihrer Seligkeit verlustig wurde. So komm denn, und 198 verweile nicht länger, nimm hinweg von meiner Seele, was bisher meinen Werken die Krone ihrer Verdienste, das Leben einer ewigen Belohnung ge raubet hat. Gestatte auch nicht, daß die eingewurzelten Leidenschaften und bösen Gewohnheiten, wel che mich bisher so sehr beherrscht, und so oft den Verlust Deiner Gnade verursacht haben- gestatte nicht, daß sich diese in mir noch ferner wider Dich meinen Gott, und Dein heiliges Geseß empören und erheben. Vernichte nicht minder alle jene sündhaften Neigungen und verkehrten Lüste, durch welche ich nicht selten den Heiden selbst nicht ungleich gewesen. Komme und mache durch Deine beis lige Gegenwart, daß aus meiner Seele alles daßjenige entweiche, wegen welchem bisher so oft Deine Gnade, und mit dieser Du selbst von mir ge flohen und gewichen bist. Amen. ( Das übrige wie am ersten Tage.) Am vierten Tage. Antiphon. O Schlüssel Davids, Dem zu Füßen ganz Israel ergeben ist. Wer kann, was Du öffnest, 199 schließen, wer öffnen, was Dein Arm verschließt? Befreie vom Kerker den, der jetzt noch in der Nacht des Todes fizt. Bitteixis O Schlüssel Davids! o eingefleischter Gott! Deine heilige Ankunft und Gegenwart hat bereits den verschlossenen Kerker der Vorhölle eröffnet, die Gefangenen aus dem Hause ihrer traurigen Gefangenschaft herausgeführt, die, so da in der Finsterniß und dem Schatten des Todes saßen, in den Aufenthalt des göttlichen Lichtes und in das Land der Lebendigen überseßt. Ach, komme nun abermal mit Deiner Gnade und göttlichen Erleuchtung, eröffne durch Deine Kraft und Gewalt mein sündhaftes und unbußfertiges Herz; ja wirke durch Deine heilige Ankunft, daß ich die Menge und Schwere aller meiner Vergehungen vollkommen erkenne und einsehe, durch eine wahre Buße die harten Bande meiner Sünden und bösen Gewohnheiten zersprenge, den durch meine Verbrechen mir verschlossenen Himmel eröffne, den eröffneten Kerker der Hölle aber zuschließe, und also in der tröstlichen Hoffnung einer ewigen Glückseligkeit lebe und sterbe. Amen. ( Das Uebrige wie am ersten Tage.). 200 Am fünften Tage. Antiphon. O Aufgang aus des Himmels Höhen, Du Glanz des ewigen Lichtes und Sonne der Gerechtigkeit! komm, und erleuchte die, welche da siten in der Finsterniß und im Schatten des Todes. Bitte. Jeg O Aufgang! o Sonne der Gerechtigkeit! nur Deine gnadenvolle Erscheinung in unserm sterbli chen Fleische hat dem ganzen menschlichen Ge schlechte die durch die erste Sünde angeerbte Dunkelheit und Finsterniß nicht anders, als wie die helle Morgenröthe mit ihrem hervorbrechenden Lichte die finstere Nacht, vertrieben und hinweggenommen. Nur diese Erscheinung hat die in Deiner göttli chen Ungnade und dem Schatten des Todes sißenden Menschen mit dem Glanze des ewigen Lichtes erleuchtet und mit den Schäßen Teiner Gnade bereichert! Ach! lasse auch über mich einen Strahl Deines göttlichen Lichtes leuchten; wirke durch des sen hellen Glanz, daß in meiner Seele jene schreck liche Nacht und schädliche Finsterniß vernichtet werde, welche mich bisher durch so viele gefährliche Irr 201 wege von der Straße meines ewigen Heils abge= führt und mir eine billige Strafe meiner Sünden gewesen. Sich, ich erkenne deren Größe und Häßlichkeit, verwerfe und bereue diese eben deßhalb, weil sie eine Verachtung und Beleidigung Deiner höchsten und unendlichen Güte waren. Und wirst Du wohl auch mich eines Strahles Deiner Gnade würdigen? Ach, Du bist ja nicht nur die Sonne der Gerechtigkeit, sondern auch ein Vater der Güte und Barmherzigkeit. Dieses läßt mich hoffen, Du werdest auch mich Deiner Gnade würdigen und meiner Seele jenes Licht nicht versagen, welches ihr die bisher durch meine Sünden erlittenen Finsternisse ihres Heiles hinwegnehmen, und sie einstens in das Licht der ewigen Glückseligkeit überseßen wird. Amen. ( Das Uebrige wie am ersten Tage). Am sechsten Tage. Antiphon. OKönig der Heiden und ihr Verlangter! o Eckstein! Du haft Dir aus Beiden die Kirche gesammelt und vereint! Komm und mache den Menschen selig, den Du aus Erde erschaffen haſt. 202 Bitte. O mein Gott und mein König! Dir allein habe ich gesündigt, da ich Dich, meinen göttlichen Schöpfer, eben so oft den verächtlichen Geschöpfen nachgeseßt, Deine höchste Gewalt und Herrschaft verachtet, und meiner schuldigen Unterthänigkeit gegen Dich ganz und gar vergessen, so oft ich mich durch meine freiwilligen Vergehungen wider Dich verfündiget habe. Verstoße aber nicht jenes Geschöpf, welches bisher Dir, dem höchsten König, treulos und meineidig gewesen. Ich erkenne nunmehr dieGröße und Bosheit meiner verübten Verbrechen, ich hasse aber und verwerse diese darum von ganzem Herzen, weil ich solche als eine Verachtung Deiner größten Gewalt, und als eine Verlegung Deiner höchsten Majestät erkenne. DaDu aber mun, o mein Gott! die Größe meiner Reue und meines Hasses, mit welchem ich alle meine Sünden verabscheue, erkennest, wirst Du wohl meine Seufzer ohne Trost, und mein Verlangen ungestillt lassen können? Ach nein! Jch weiß, daß ich an Dir einen Gott, welcher mächtig und gütig ist, beſize und in Erkenntniß dessen rufe ich zu Dir was die betrübten Inwohner der Vorhölle, die ge 203 liebten Altväter zu Dir gerufen haben; mit diesen sage ich abermal:„ O einziges Verlangen und Vergnügen meines Herzens! komme mit Deiner Gnade, und zertrümmere durch ihre Gewalt jene Bande, mit welchen ich bisher durch meine Sünden mehr den Geschöpfen, als Dir, meinen Schöpfer angehangen bin, und eben darum nicht selten die schuldige Unterthänigkeit ausgeschlagen habe, welche Deine höchste Majestät von mir verlanget. Sei demnach ein König, welcher mich nun in diesem Leben mit Seiner Gnade beherrscht, und mit Seiner Gewalt beschüßet, sei mir aber auch ein Eckstein, der mich einstens nach dem Tode in der Herrlichkeit Deiner Auserwählten mit Dir ewig verbindet." Amen. ( Das Uebrige wie am ersten Tage.) Am siebenten und letten Tage. Antiphon. O Emanuel, o König und unser Gesetgeber! Du Erwartung der Völker und ihr Erlöser! komme Du, unser Herr und Gott! fomm, uns zu retten von dem Lode. 204 Bitte. O mein Gott und mein Herr, mein König und Gesetzgeber, Der Du zum Zeichen Deines gerechten Zornes die Sünde des ersten Menschen, ja die Sünde der ersten Zeiten der Welt mit den schrecklichsten Strafen gezüchtiget, und nicht selten sogar leblose Elemente und unvernünftige Thiere als Werkzeuge Deiner Rache und Strafe für Schuldige gebraucht hast: ach, wie weit mehr solltest Du mich Treulosen eine gleiche Strenge Deiner Ge rechtigkeit empfinden lassen, da ich durch meine verübten Sünden mit einer noch größeren Bosheit mich von Dir, meinem Gott, so oft abgewendet, und Dir den schuldigen Gehorsam versagt und aufges fündiget habe! Ich weiß aber, daß nur durch die Ankunft Deines geliebten Sohnes Jesu Christi, durch das Werk Seiner Einfleischung Deiner Rache Einhalt gethan werde. Ach, so lasse denn auch mich die Größe Deiner Erbarmnisse erfahren, der ich zwar so oft und schwer wieder Dich gesündiget, nun aber alle meine Verbrechen nur allein darum vom ganzem Herzen bereue und verwerfe, weil ich Dich, als meinen Gott und König, meinen Geseßzgeber und Seligmacher, ja mein allerhöchstes und 142. M Homann scH. Johann der Täufer. Laß jede Stunde, jeden Tag des Jahres Der Tugend mich und deiner Dienste weih'n, Im Tempel wie am Bild des Hochaltares Im Stillen einer Christenthat mich freu'n. 205 einziges Gut, so oft und so schwer erzürnet und beleidiget gabe. Ach Herr! in der Zukunft soll das mit dem Beistande Deiner Gnade nicht mehr geschehen, was so treulos ich bisher verübet habe. Nimmermehr werde ich mich den Regeln der Welt und der Hölle, oder meinen verkehrten Leidenschaften, wohl aber Dir allein, als meinem König und Geseßgeber, unterwerfen; Dir allein werde ich gehorsamen. Dieses ist der Entschluß meines Herzens, und mit diesem rufe ich ganz getröstet zu Dir, eben ſo, wie die Altväter gerufen: ,, O Emanuel! o Gott mit uns! o mein Erlöser und Seligmacher! komme und reinige durch Deine heilige Ankunft mein Gewissen von allen meinen Sünden, damit mein Herz das Gedächtniß Deiner Geburt, als den Anfang meiner Erlöfung, mit Trost und Freuden begehe, meine Seele aber Deine Gnade, und mit dieser Dichy selbst würdig empfange." Amen. ph( Das Uebrige wie am ersten Tage.) Das Weihnachtsfeſt. Dankbare Erinnerung der Geburt des Heilandes Jesu Christi. Allerbarmender, Ewiger, Unbegreiflicher! Freude, Dankbarkeit und Liebe bestürmen meine 206 Seele am heutigen Tage, wo Deine heil. Gemeinde sich versammelt, um die Gedächtnißseier der Ge burt Deines Sohnes Jesu zu begehen, eine Feier, welche nicht nur allein den bessern Menschen wegen ihrer Hoheit in Erstaunen sett, und zur Anbetung Deiner unendlichen Liebe hinzieht, sondern auch in dem Sünder Gefühle erregt, welche ihn seine Unwürdigkeit an Deinen göttlichen Erbarmungen erkennen lassen. po O segensvoller Tag, der mir die Geburt meines Erlösers in Erinnerung bringt, welche eine so wundervolle und wohlthätige Veränderung im menschlichen Geschlechte hervorbrachte, der die hohe und wichtige Bestimmung des Menschen wieder erkennen ließ;- der die Gefallenen zurückführte in die Arme ihres liebevollen Schöpfers! So will ich denn an diesem hohen Gedächtnißtage die Geschichte der Sterblichen durchgehen, um aus ihren Schicksalen die Nothwendigkeit und Wichtigkeit eines Welterlösers einzusehen, und Deine Liebe, Heiligster! zu erkennen, welche sich der Gefallenen erbarmte und den eingebornen Sohn in die Welt, sandte, damit durch Ihn das gefallene Menschengeschlecht wieder aufleben sollte. 207 Als die Schöpfung da stand in ihrer Pracht, und Millionen von lebenden Wesen Luft und Erde, Wasser und Tiefe füllten, da bildetest Du, Allmächtiger, den Menschen aus Staub und seine Gehülfin aus Fleisch von seinem Fleische. Beseelt von Deinem göttlichen Hauche standen fie, die einzigen vernünftigen und unsterblichen Geschöpfe, von Unschuld und Liebe umflossen, im weiten Schöpfungsraume, und Du gabst ihnen Macht zu herrschen über Alles, was da war.- Evens heiliges Gefilde war ihre Wohnstätte, ihre Nahrung die lieblichen Früchte der Bäume, außer der Frucht des Baumes der Erkenntniß. Und darin bestand Dein heiliges Gebot, um sie an Gehorsam zu gewöhnen, und ihre Liebe zu Dir, ihrem Schöpfer, Lehrer und Erfreuer, zu prüfen. Doch, ach! der Engel des Todes beneidete sie um ihre Vorzüge, und machte sie lüstern. O wie traurig waren die Folgen der ersten Sünde! Wie unglücklich fühlten sie sich, als ihr Gewissen erwachte!- Verbannt aus Deinen heiligen Auen, sollten sie nimmermehr Dein Antlig schauen: denn sie waren unrein geworden durch die Sünde. Als Geschwächte an Verstand, Vernunft und Willen irrten sie herum, und glaubten in Dir nicht mehr ihren so gü 208 tigen Vater, sondern einen strengen Richter zu finden. Krankheit, Elend, Mühseligkeit und Schmerzen verkümmerten die Zage ihres Wandels; Thränen der Rene beneßten ihre Wangen, wenn sie der Zeit ihrer frohen Unschuld gedachten, und der Lod bezeichnete das Ende ihres Lebens, das Leben ihrer Nachkommen, und all' der Millionen, die da durch sie leben fort und fort. Aber Deine Barmherzigkeit, ewig Gütiger! die ohne Ende währt, erbarmte sich der Erstgefallenen. Zwar, entzogen ihren fündigen Augen, leitest Du sie mit väterlicher Liebe auf den Wegen ihres Wandels, lehrtest Ihnen Deinen Willen und ihre Bestimmung kennen, und tröstetest sie in den Stunden tief gefühlten Schmerzes durch die Verheißung eines Erlösers. Als aber die Menschheit sich mehrte, aus Familien Völker sich bildeten, da schien Dein heiliges Wort ersterben zu wollen; denn nur bei einzelnen Guten faßte es tiefe Wurzel. Beherrscht von Sinnlichkeit und Begierden, achteten die Völker die Lehren ihrer Vorfahren nicht, und schäßten das Irdische höher, als das Himmlische; Unwissenheit, Aberglaube, Thorheit, Lafter aller Art bemächtigten sich der Geschwächten, Zwietracht, Krieg und Mord bezeichneten die Schritte ihres Daseins. Sie erkann - 209 ten sich selbst nicht mehr, und der hohe Gedanke, daß sie Geschöpfe Deiner Liebe sind, berufen zur Heiligkeit und Unsterblichkeit, war in ihrem Herzen erstorben. Die Welt mit ihren Wundern und Schönheiten ward ihnen ein dunkles Räthsel, das Leben ein Spiel des Zufalls, der Tod die Vernichtung des Körpers und der Seele, ja, es verdunkelte sich ihr Verstand so sehr, daß sie selbst Deiner, o Gott! vergaßen. Verronnen war die Quelle des Lebens, verödet der Weg zum höheren Lichte, tiefe Finsterniß lagerte über dem Erdball. Da erbarmtest Du Dich, Allgütiger! des gefallenen Menschengeschlechtes. Es wurde Deine Liebe offenbar, da Du Deinen vielgeliebten Sohn in die Welt sandtest, auf daß wir Alle durch ihn leben sollten. Das Wort nimmt Fleisch an in Mariens keuschem Jungfrauenschooß, und ein Strahl göttlichen Lichtes durchdringt die Nächte von Pol zu Pol.Jesus Christus, die Sehnsucht und das Verlangen Adams, Abrahams, Isaaks und Jakobs, wird geboren. Seine Geburt ist unsere Geburt, Sein Leben unser Leben. Er erhellte das Dunkel der Völker, sprengte die ehernen Fesseln des Geistes, und zeigte den Pfad zu Deinem Himmel. Er war dem Sterblichen ein Lehrer, ein Führer, ein Erretter. Von 14 210 Liebe beseelt, liebte er die Menschen als Seine Brüder, empfahl Liebe als das erste und größte Gebot, und gründete für ewige Zeiten eine Gemeinde, die Deinen heiligsten Willen bewahren, und allen Deinen Dienern eine Zufluchtstätte sein sollte. Er hat uns Dich, o Gott! als Schöpfer, Erhalter und Regierer der Welt, als den Vater aller erschaffenen Kreaturen kennen gelehrt. Durch Ihn wissen wir, daß Du der Weiseste, Heiligste; der Höchste bist, vor dem die Engel anbetend sich beugen, dessen Majestät keines Sterblichen Auge ertragen fann. Wir können in den Stunden der Trost losigkeit und des Schmerzes heiteren Blicks unser Auge zu Dir erheben, und Gnade wird bernieder thauen in unsere Herzen. Des Menschen hobe und heilige Bestimmung ist uns wieder klar ge worden, und wenn die Seele scheidet vom müden Körper, so lacht uns eine freudige Ewigkeit entgegen. Gott, daß wir doch heilig leben und selig sterben möchten! Aber nicht nur allein durch Seine Lehre wollte er uns beglücken, nein, er wollte uns auch aussöhnen mit Dir, dem beleidigten Gott. Und führwahr, er allein war das würdigste Opfer, welches zur Versöhnung Dir konnte gebra st werden. Er, - - 211 Dein Sohn, Dessen Herrlichkeit und Macht im Anbeginn der Welt schon gepriesen wurde, Er, der Unschuldigste, der Frömmste, der Gerechteste, Er nimmt die Sündenlast einer Welt auf sich, duldet Verachtung, Spott und Lästerung, leidet freiwillig das schmerzlichste Leiden, den schmachvollsten Tod, um uns Alle von der durch die erste Sünde ererbten, ewigen Strafe und der Schuld derselben zu befreien, um uns Alle Deines Himmels wider würdig zu machen. O welch' süße Empfindungen bewegen heute mein Herz, wenn es der Geburtsstunde meines Heilandes Jesu gedenket! Mein Gott, mein Gott! mein guter liebevollster Vater! mit kindlicher Innigkeit hebt sich mein Herz zu Dir empor, um den Dank meiner mit Freude erfüllten Seele Dir zu bringen. Du, der Gott der Welt, mein Vater, unser aller Vater! liebtest mich, und uns Alle so sehr, daß Du Deines einzigen Sohnes Jesu nicht schonteſt, und ihn hingabst in die fündige Welt, damit neues Leben die Menschheit durchdringe. Mit den Engeln im Himmel vereinige ich den Jubel meiner Seele, und singe: Heilig, heilig, heilig bist Du, Gott Sabaoth, Himmel und Erde sind voll Deiner 14* 212 Herrlichkeit! die Ehre sei Gott dem Vater, dem Sohne und dem heiligen Geiste. Amen. Gebet am Osterfeste. Froher Jubel ertönt heute im Himmel und auf Erden! Jesus Christus ist vom Tode auferstanden. Alleluja! die Bande des Todes sind zerrissen, der Verlassene, der Verachtete, der Gekreuzigte erhebt sich heute, als Sieger über die Sünde, rühmlich, herrlich aus dem Grabe, und vernichtet, durch die Erfüllung Seines Versprechens, die Absichten seiner Feinde. Er sprach:„ Am dritten Tage werde ich auferstehen!" und wirklich, zum Schrecken der wachthabenden Knechte, zur Beschämung der Feinde, steht Jesus Christus wieder lebendig da; zur Freude aller seiner Getreuen, zur Bekräftigung unseres Glaubens an die Wahrheit seiner Worte. Frohlocket, ihr frommen Alten! der Himmel ist geöffnet! Jesus, euer und unser Heiland, geht euch voran und stellt euch als Seine Erlösten vor den Thron Gottes, Seines Vaters. Frohlocket hier nieden! Jesus Christus hat euch zu leben und zu leiden gelehrt, und zeigt euch heute den herrlichen 213 Lohn, zu welchem auch ihr nach den Tagen des Duldens erwacht! Frohlocke auch Du, meine Seele! Jesus Christus! Dein Erlöser, ist auch Dir zur Hoffnung und zum Troste auferstanden, damit Du mit dem Körper wieder vereiniget in seiner Freude lebest. Dann wird nicht mehr die Sinnlichkeit Deine bessern Einsichten verdunkeln, und Dein Emporstreben zur Tugend verhindern. Nicht mehr werden Dir die Leiden dieser Zeit Seufzer und Thränen auspressen und die Lebenstage zur Last machen. Alles wird wie ein Traum vorüber sein, und das Wiederaufleben Deines Körpers nach dem Tode wird einem frohen Erwachen zu seligen Freuden gleichen. Wie selig wirst du dich alsdann fühlen, daß du an Jesum geglaubt, und dich nach Seinen Lehren und Beispielen gebildet haft.- Ich danke Dir, Jesu Christe! für meine und aller Menschen Erlösung von der Sünde, für Deine Lehre, und für die tröstliche Hoffnung meiner Wiedererweckung noch dem Tode. Fürwahr, es dauern Deine Wohlthaten auch noch jenseits des Grabes fort, und meine Erschaffung erhält erst durch Dich ihren Werth für mich, da Du mich durch Deinen Tod zu einem neuen Geschöpfe umgestaltet und zum Besitze Deiner Selig 214 keiten gebildet hast Ich will diese Wohlthaten nie vergessen und vorzüglich heute an Deiner Auferstehungsfeier mich ihrer freuen. Wie froh kann ich jetzt sein, daß Du mich mit Gott, Deinem Vater, ausgeföhnt, und mir den Eingang in Sein Reich eröffnet hast. Wie tröstlich ist die Hoffnung für mich, daß ich zu einem künftigen Bürger desselben heranwachsen, und mich jetzt durch Deinen Unterricht bilden kann! Als ein neues Geschöpf will ich nicht mehr den vergänglichen Freuden nachhängen, ich will als ein mit Jesu auf erstandener Mensch über die ganze Sinnenwelt wegsehen. Mit Deiner Geisteserhebung werde ich jede Beschwerde in Bezähmung meiner Neigungen, in Erfüllung meiner Pflichten, in Ausübung der Tugend für ein leichtes Gewicht halten, und dessen Druck mit Beharrlichkeit ertragen, und so, mein Heiland! soll mich der Gedanke an Deine Auferstehung bessern und vervollkommnen. Erhalte ihn je derzeit lebhaft in mir, damit er mich zu heiliger Freude erhebe, in Leiden tröste, in der Versuchung stärke, und zur Theilnahme an Deiner Verherrli chung vorbereite. Amen. 215 Gebet am Pfingstfeste. Heute hast Du mich, allmächtiger Herr! abermals zur Feier eines großen Tages erwachen las sen; heute war es, wo die Verheißung an Deinen Jüngern: ihnen den Geist des Trostes und der Wahrheit zu senden, in Erfüllung gegangen, wo das Brausen gleich einem Winde das Haus, worin sie zum Gebete versammelt waren; erschütterte und ein Jeder eine Feuerflamme über sein Haupt herabsteigen sah, zum Zeichen, daß heute der Tag ihrer Taufe mit dem heiligen Geiste sei, welcher ihre Herzen umgestalten, und sie zu jenen eifrigen und standhaften Bekennern und Verkündigern Deines Namens einweihen wird, welche mit Unerschrockenheit Deinen Sohn Jesum, den Gekreuzigten und vom Tode Auferstandenen, vor dem Volke predigen und mit unerschütterlichem Muthe unter den Stürmen der Verfolgung bis zum Tode bekennen werden. Ich stelle mich heute im Geiste unter die Anzahl dieser Deiner Getreuen, und bete mit ihnen zu Dir, damit Du auch mich an dem Versprechen Jesu, Deines Sohnes, Theil nehmen, und Deinen Geist 216 über mich kommen lassest. O Vater der Erbarmungen! sende mir durch Jesum diesen Geist der Wahrheit zu meinem Unterrichte, damit ich in Seinem Lichte die Menschheit stets auffasse, und jeden Schein, jeden unrichtigen Begriff, jede Verirrung des Verstandes vermeide! Sende mir Ihn, diesen Geist des Trostes, damit ich gestärkt durch Seine Salbung, jedes Leiden dieser Zeit, jede Beschwerde auf dem Wege der Tugend muthig und standhaft ertrage. Sende mir Jhn, diesen Geist des Friedens und der heiligen Liebe, und laß Ihn ganz mein Herz ausfüllen, damit ich jeden Menschen als meinen Bruder liebe, seine Schwachheiten geduldig ertrage, und gegen ihn mich stets dienstfertig und verträglich beweise. Ohne diesen Geist bleiben alle Einsichten der Menschen in die Sache der Wahrheit tiefe Finsternisse, und alle seine Wünsche sind thörichte Begierden der Eitelkeit und Sünde; unser Wille ist Dei nem heiligen Geseßze entgegen, und unser Herz ist zu sinnlich und zu ohnmächtig, sich ein Vergnügen zu versagen. Aber wenn Du göttlicher Geist! unsern Verstand erleuchtest, unsern Willen lenkest: dann fühlen wir, wie die Jünger Jesu, Licht und Kraft in uns das Gute zu erkennen und auszuüben; 217 dann handeln wir, wie gutgesinnte Kinder, welche sich freuen, den Willen ihres Vaters stets zu erfüllen, und mehr durch Thaten als Worte sich unter einander zu lieben. O! wenn Du doch heute mein Herz durch Gebet und fromme Wünsche eben so vorbereitet fändest, wie es bei den Jüngern Jesu war, damit Du Dich herablassen und in denselben wohnen könntest. Reinige es durch Deine himmlische Einwirkung von jeder auch noch so geheimen Anhänglichkeit an die Sünde, und weihe es Dir zu einem heiligen Tempel ein! Herrsche in der Mitte der Feinde, die mich umlagern und zum Verderben locken, und mache mich heute zu Deinem würdigen Anbeter und Besizer! Ich will auf das leise Rufen Deiner Stimme Acht haben, Deinen Rath befolgen, mit Deinen Einflüssen mitwirken und so jederzeit denken und handeln, damit ich Dich nicht betrübe. Amen. Veni sancte spiritus. O Flamm' der Liebe! sende Du, Geist Gottes, einen Strahl uns zu, Erscheine, komm' in uns're Brust!- Du Vater aller Armen! komm, 218 O komm, Du gnadenreicher Strom, Sei uns'res Herzens Licht und Luſt! Du Trost in dieses Lebens Last! O Du, des Herzens süßer Gast, O komm, sei unser Labsal Du! Dem Armen, den die Welt verſtoßt, Dem Weinenden sei Du ein Trost, Dem Müden werde süße Ruh'! Erlöschen kannst Du ewig nicht, Unendlich reines Himmelslicht! Durchglüh' uns, unser Licht sei Du. Die Menschen- ohne Deine Gnad', Verirrten auf dem Lebenspfad, Und wandeln dem Verderben zn. Dem Schnee mach' uns're Mackel gleich, Das harte Herz mach' sanft und weich, Mach', daß gesund die Seele wird. Zerbrich den harten Eigensinn, Den Kaltsinn schmelz' in Liebe hin; Zur Wahrheit leite den, der irrt. O laß Dein Volk, das Dir vertraut, Nach Deiner Ankunft sehnlich schaut, Der sieben Gaben sich erfreu'n. Im Leben würdig, tugendhaft Im Sterben voll von Gotteskraft, Laß dann uns ewig selig sein. 219 Gebet. O Gott, Der Du an diesem Tage die Herzen der Gläubigen durch die Erleuchtung des heiligen Geistes gelehrt hast, verleihe uns die Gnade, daß wir in demselben Geiste verstehen lernen, was recht ist, und uns Seiner Tröstungen allezeit erfreuen mögen, durch unsern Herrn Jesum Christum, Deinen Sohn. Amen. Gebet für seinen Freund oder Wohlthäter. Gott der Liebe! Dir habe ich das sanfte Gefühl der Freundschaft und der Liebe zu verdanken. Du legtest es in mein Herz, und gabst mir die seligste Menschenwonne. O Schöpfer des Menschenglücks! gieße Segen und Heil über den herab, den meine Seele liebt! Bewahre ihn vor den Gefahren des Lebens, und schüße ihn, daß kein Leid dem Redlichen wiederfährt. Die Sonne gehe jeden Tag heiter über seinen Scheitel auf, und Vergnügen lächle sein Mund bei der Abendröthe. Wenn er schläft, so gib ihm gute Träume, und gieße Freuden in sein Herz, wenn er am Morgen wieder 220 aufwacht. Führe ihn auf dem Pfade des Lebens und gib nie zu, daß Gram und Sorge seine Stirne falten. Nie zittere die Thräne des Elends auf seiner Wange, und nie drücke Krankheit oder Armuth seinen Geist. Heiter, wie ein holder Frühlingsmorgen, sei jeder seiner Tage, und sein Leben fließe ruhig wie ein Bach durch blumigte Gegenden hin. Schüße ihn, wenn Unglück ihm droht, oder Feinde ihn verfolgen, damit ihm nichts Böses wiederfahre. Ueberall, wo er hingeht, fühle er Deine Güte und Deine Wohlthaten. Wenn Schweiß der Arbeit seine Stirne deckt, so trockne der sanfte West die Tropfen von seiner Stirne: wenn Ermüdung seinen Körper belastet, so führe Deine Vorsicht ihn unter schattige Bäume, und bereite ihm Blumen zu seinem Bette; wenn Durst seine Zunge trocknet, so erquicke die Quelle seiner Lippen.- Gib, mein Gott! ihm alles Vergnügen des Daseins. Schüße seine Seele vor stürmischen Leidenschaften, und wenn er sich aus Schwachheit verirrt, führe ihn sanft auf die Wege der Tugend wieder zurück, und strafe ihn nicht, sondern schone ihn nach Deiner Barmherzigkeit. Dein Engel sei in allen Angelegenheiten seines Lebens bei ihm; er sei sein Führer, sein Schüßer, und vereinige uns einst jenseits des Grabes, wo keine Trennung mehr ist, sondern reine heilige Liebe. Amen. 221 Gebet für Abgestorbene. Herr! ich will mich der Leiden erinnern, die jenseits des Grabes sind. Ihr Auge schloß der Tod; sie sind für mich nicht mehr. Verzeihe Herr, wenn Menschengefühl eine Thräne aus meinem Auge drängt. Seelengefühl ist vor Deiner Güte, Gott der Liebe, kein Verbrechen. Sind sie denn nicht mehr für mich die, die ich liebte? Kann keine Thräne ihre Asche mehr beleben? Kein Kuß den Staub beseelen, in den ihre Hülle verfallen ist?- O Gott der Liebe! stärke Du meinen Geist, und flöße Trost in mein Herz. O ja! sie sind nicht verloren für mich, die geliebten Verstorbenen, sie sind hinübergegangen in Deinen Schooß, Vater der Menschen! Warum soll ich trauern? Ich werde sie wiedersehen- jenseits wiedersehen, wo kein Tod, keine Trennung mehr ist. Sie sind bei Dir, wo können sie besser sein, Vater? Ich bitte für meine Brüder, die diese schwächliche Hülle abgelegt haben, empfange - - 222 sie mit Vaterliebe in Deinen Wohnungen. Wenn Schwachheit oder Sünde sie in diesem irdischen Leben verführt hat. Herr! so sei nicht ihr Richter, sondern erinnere Dich, daß Du der Vater aller Menschen bist. Herr! Du hast mir die Liebe empfoh len, und diese Liebe endigt sich ja nicht mit dem Tode? Ich liebe noch meine verstorbenen Mitmenschen, und da ich hienieden nichts mehr für sie thun kann, als bitten, so komm' ich zu Dir, wie ein abwesendes Kind, das für seine Brüder bittet, die in seines Vaters Hause sind. Gott der Liebe und der Barmherzigkeit; er innere Dich nicht ihrer Vergehungen, sondern denke daß sie die Geschöpfe Deiner Hände waren. Führe sie zu dem Lichte, und nimm sie in Deine seligen Wohnungen auf, wo ich Dich einmal mit ihnen ewig lieben und anbeten kann. Amen. Dank für Unsterblichkeit. O Du der Seligkeiten höchste! überströme mit Deinem Feuer meine ganze Seele; ich will den Ewigen denken. Du warst, Du bist, und wirst sein. Wie soll ich Dich nennen? Meine bebenden Lippen verstummen. Wie soll ich Dich denken? Selbst meine Seele steht still. Nein, mein Verstand kann Dich nicht erreichen. Vater! Vater! fo sollen meine Lippen Dich stammeln, meine Seele Dich denken, mein Herz Dich empfinden.-- Vater! Vater! O fallet nieder! betet an ihr Menschen! er ist all unser Vater. Vertiefe Dich in Betrachtung, meine Seele! schandere, Herz! vor Freude erschaffen bist du zur Unsterblichkeit. Nicht im rollenden Donner, nicht im brausenden Sturme: im sanften Säuseln des Westes verkündigt Dir die ganze Natur Deine Fortdauer. Wie wird mir! Bin ich schon unten am Grabe, oder schon über dem Grabe? Hab ich den himmlischen Flug schon gethan? O Worte des ewigen Lebens! Da siß ich nun beim ersten Morgenstrahl über den Gräbern. Lieblicher Morgen! du bringst mir Ruhe und Friede; ein neuer Tag verkündigt mir neues Leben. Ach, tausend Brüder liegen in Staub aufgelöst unter meinen Füßen. Wer seid ihr wohl gewesen, da ihr noch auf der Welt war't? War euer Herz auch so unruhig? War euch auch zuweilen die Menschenwelt so leer, so unzureichend, so unbefriedigend? O ich wollte, daß ich unter euch wäre! ihr seid in der Monarchie - - - 223 - 224 Gottes. Wie euch so wohl sein mag, edle, gute, der Erde entnommene Menschen! Hinaufklimmen will ich zu euch, Brüder, Menschen der Vorwelt! wo ihr auch seid. Wie will ich mich freuen! Preis, Anbetung und Freudenthränen, lauter, ewiger Dank für die Unsterblichkeit!-- Kann eine Mut ter ihres Säuglings vergessen, daß sie sich über den Sohn ihres Leibes nicht erbarme? Vergesse sie sein, ich will deiner nicht vergessen: so sagtest Du, Unsterblicher! O wie glücklich bin ich! Wirf zum tiefen Erstaunen dich nieder, unsterbliche Seele, und verstumme! genieße deine Seligkeit, und verstumme! denn so hat der Liebende gesprochen. Amen. -- Gebet eines Hausvaters. Großer Gott! Du hast es so gewollt, daß mir ein besseres Schicksal hienieden zu Theil werden soll als vielen Andern, laß mich diese Deine Gnade erkennen, und erwägen, daß ich den Stand, in dem ich bin, bloß Deiner Güte zu danken habe. Gott der Liebe! Du hast mir die Menschen anvertraut, die bei mir dienen: sie sind Deine Kinder, und 225 Deine Liebe befahl sie meiner Obsorge. Ich will also nie vergessen, daß sie Menschen sind, wie ich bin, und da ste die Welt und die Verfaſſung mir untergeben hat, so soll doch mein Herz selbe mir gleich halten. Ich will nicht vergessen, daß das Schicksal der Dienenden hart ist, und meine Liebe soll ihnen diese Bürde erleichtern. Ich will Nachsicht mit ihren Fehlern und Schwachheiten haben, und meine Sanftmuth soll sie nie die Härte ihres Schicksals fühlen lassen. Wenn sie krank sind, wenn sie meiner Hilfe bedürfen, so sollen sie brü-, derliche Unterstützung in meinen Armen finden, und ich will sie so behandeln, wie ich wünschte, daß man mich an ihre Stelle behandeln möchte. Gott der Liebe! pflanze aber auch diesen Menschen edle Gefühle ins Herz, damit sie meine Menschenliebe nicht für Schwachheit, und meine Güte nicht für Blödsinnigkeit ansehen. Ich will dem armen Taglöhner und dem redlichen Arbeiter nie ihren Taglohn entziehen; ich will gegen den nie karg sein, der sein Brot so hart gewinnen muß. Wenn meine Umstände Häuslichkeit fordern, so will ich damit bei mir selbst anfangen, und nicht bei dem, der sein Brot in meiner Arbeit im Schweiß seines Angesichts verdienen muß. So, mein Gott! will ich 15 226 denken und handeln; stärke Du meinen Entschluß und mein Vorhaben durch Deine Gnade.in olla Sollte aber auch mein guter Wille von meinen Untergebenen nicht erkannt werden, sollten sie meine Liebe mit Undank belohnen: so mache mich nicht muthloß, und verändere mein Herz nie. Laß mich denken, daß Mangel an Erziehung, Mangel an Menschengefühl und ihr gemeiner Zustand, in dem sie meistentheils leben, und nach dem sie behandelt werden, die Ursache threr verderbten Denkart ist. Laß mich immer meinen Grundsäßen getreu blei ben, und nie weiche der Gedanke aus meiner Seele, daß Dein Gebot ist, alle Menschen zu lieben. Wenn sie gegen mich ungerecht sind, so will ich doch gerecht gegen sie sein; und wenn sie mich hintergehen und betrügen, so soll mein Betragen ihnen beweisen, daß sie sich selbst betrogen haben; daß sie an mir nicht ihren Herrn sondern ihren Freund und Gutthäter hintergangen haben. Du Herr! Der Du meinen Willen kennst, segne mein Vorhaben und meine Handlungen damit sie hiernieden ein Werkzeug Deiner Liebe werden. Amen. 227 Gebet eines Verheiratheten. Mein Gott! Du gabst mir das Weib zur Gesellschafterin meines Lebens, zur Theilnehmerin meiner Schicksale, zur Gefährtin meiner Tage auf dieser Wanderschaft meines Lebens. Laß mich bedenken, mein Gott! daß Du mir dieses Geschöpf anvertraut hast- anvertraut, wie eine Blume, die zu meinem Vergnügen und zu meiner Erholung sein soll. Laß mich immer bedenken, daß, wie Schönheit, Zartheit und Blüthe der Antheil dieses Geschlechts sind, es auch schon in der Natur des Weibes liegt, daß Schwachheit, Veränderung und Hinfälligkeit sein Antheil sind. Laß mich also nie ungerecht gegen meine Gattin sein, und Dinge von ihr fordern, die in der Natur ihres Wesens nicht liegen. Laß mich von der Rose nicht fordern, daß sie über ihre bestimmte Zeit blühen, und von dem Veilchen, daß es stark wie eine Eiche sein soll. Laß mich das Weib, das Du mir gabst, immer mit Güte und Sanftmuth behandeln, und wenn es fehlt durch Zärtlichkeit wieder von seinen Fehlern zurückführen. Vertilge in meinem Herzen den Stolz des Mannes, oder das wilde Recht des Stärkern, der 15* - 228 ein armes, schwaches Geschöpf mißhandelt, das die Liebe in seine Arme warf, und Gesetze noch an ihn binden, wenn auch diese Liebe verloschen ist. Laß mich immer denken, daß es unedel ist, einen Wehrlosen zu unterdrücken, und schändlich, wenn der Gärtner die Blume zu Boden tritt, die in den Tas gen des Frühlings seine Freude war. Laß mich einsehen, mein Gott! daß ich als Mann von Fehlern nicht frei bin, damit ich von meiner Gattin nicht Vollkommenheit fordere. Er leuchte mein Herz, um einzusehen, daß Fehlen der Antheil der Menschen, Fehler verzeihen und Schwachheiten ertragen, das Werk wahrer Liebe ist. Laß mich die Beschwernisse des Weibes erwägen, und laß mich mit Geduld seine Launen ertragen, woran oft mehr der Bau seines Körpers als sein Herz schuld ist. Laß mich nicht vergessen die Beschwerlichkeiten der Mutterschaft; die kränklichen Um stände, die sie verursacht, und worin oft der Grund verschiedener Gemüthsneigungen und Launen liegt. Laß mich nie vergessen, mein Herr! daß Freude an Kindern, die in meine Arme eilen, ein Geschenk ihrer Liebe ist, und daß es ungerecht wäre, den Baum zu verachten, der mir herrliche Früchte gab. Bewahre mich, mein Gott! vor Eifersucht ( 229 und Mißtrauen, und überzeuge mich, daß diese die Störerinnen des Menschenglückes und der Freundschaft sind. Laß mich fest entschließen, meine Gattin zu überzeugen, daß sie den edelsten und besten Freund an mir habe, und daß, wenn diese Ueberzengung ein Menschenherz nicht zur Anhänglichkeit bewegen kann, es dann kein anderes Mittel mehr gäbe. Unglimpf und Härte verbittern die Gemüther und führen sie nie zurück. Auch das böseste Herz widersteht der andauernden Liebe nicht; vergebens fesselt dickes Eis den Lauf der Ströme, die Flüsse thauen auf bei der sanften Wärme der Frühlingssonne. Mein Gott! Der Du die Herzen der Menschen leitest, leite auch unsere Herzen, und heilige Harmonie herrsche in unserer Seele; sollte es aber Dein Wille sein, mein Herz zu prüfen, so laß mich immer nach meinen Grundsäßen handeln, nicht ungerecht sein, wenn Andere gegen mich ungerecht find; laß mich immer denken, daß nur Seelengefühl die Macht über Seelen hat. Du Herr der Liebe! stärke Du mein Herz, und laß mich aus meinem Verschulden kein Geschöpf unglücklich machen, das Du mir anvertraut hast. Amen. 230 Gebet einer Verheiratheten. Mein Gott! Du gabst mir den Mann zum Ge= sellschafter meines Lebens, zum Theilnehmer meiner Schicksale, und zum Gefährten meiner Tage auf dieser Wanderschaft des Lebens. Laß mich bedenken, mein Gott! daß er es ist, der mich erhält, damit ich nie seine Tage trübe, oder undankbar gegen den Erhalter meines Lebens sei. Gib mir Nachgiebigkeit und Gehorsam, damit ich ihm seine Arbeit nicht erschwere, und das Brot sauer mache, daß er für mich und seine Kinder gewinnt. Erleuchte meine Seele, daß ich durch Häuslichkeit das zu erhalten suche, was er durch seinen Fleiß verdient. Vergönne mir, daß ich durch Heiterkeit meines Gemüths und durch zärtliche Liebe ihm die Tage seines Lebens angenehm mache; daß ich seine Theilnehmerin in den Schicksalen des Lebens, und seine getreue Gefährtin im Glück und Unglück sei. Bewahre mich vor den Ausschweifungen der Weiber, die den Werth eines Mannes nicht zu schätzen wissen, und ihr ganzes Glück in Puß und Eitelkeit suchen. Vergönne mir, meine Seele so zu bilden, daß, wenn Alter oder Krankheit die 234 Blüthe der Jugend mir entzieht, mir noch ein Herz bleibt, das der Liebe eines Mannes würdig ist. Laß mich meine Kinder zur Tugend und Menschenliebe erziehen, und gieße Segen über die Tage unsers Lebens. Amen.pedal mndne) Gebet für meine Kinder. Die Kinder, die Du mir gibst, Herr! sind Deine Geschenke. Du legtest mir ein Gefühl nahe ans Herz, das mir diese Geschenke lieb macht, das Gefühl der Vaterliebe. Herr! was Du mir gabst, ist auch Dein; ich bringe Dir diese Geschenke wieder; sei Du ihr Vater; ich bin ein armer Sterblicher; was kann ich ohne Dich. Die Pflanze wird verdorren, die ich eingesetzt habe, wenn sie nicht himmlischer Thau neßt, und der Regen nährt, der von Deinen Wolken fällt. Du, Der Du den Raben speisest; die Blume erhältst, die unter den Klippen aufwächst, sorge Du, Vater der Menschen; für diese unschuldigen Geschöpfe, damit sie hier und dort nicht unglücklich werden. Laß mich ihr Herz zur Güte und Menschlichkeit bilden, vergönne mir, daß ich gute Menschen aus ihnen erziehe. Herr! gib 232 ihnen Verstand, Erkenntniß und einen guten Willen; um dieses bitte ich Dich. Die Schäße des Himmels gib ihnen, um dieses bitte ich Dich; ich verlange für sie keine anderen Geschenke. Diese sind ihnen nothwendig; das Uebrige wirst Du ihnen nach Bedürfniß zuwerfen. Ich bitte nicht um Reichthum für sie, o Herr! sondern gib ihnen nur gerade Glieder und Arbeitsamkeit, damit sie ihr Brot verdienen können; besonders aber gib ihnen eine edle und feste Denkart, die kein Sturm des Lebens beugt. Gib ihnen helle Augen, die Wahrheit zu sehen, damit sie der falsche Schimmer der Welt nicht blende. Bewahre ihr Herz vor allen unedlen Leidenschaften, und ihre Unschuld vor List und Verführung. Solltest Du aber vorsehen, Unendlicher! daß sie Böses in der Welt stiften, Men schen unglücklich machen würden, so nimm sie hin in der Blüthe ihrer Unschuld, und friste ihr Leben nicht zum Fluch der Menschheit; nur dann, wenn sie gute Menschen werden sollen, erhalte sie, und gib dem Bedrängten und Elenden Freude durch ihr Dasein. Verherrliche die Zahl der Guten durch sie, und nimm sie dann, wenn sie gleich dem gutthätigen Samaritan die Reise des Lebens vollendet haben, in Deine seligen Wohnungen auf, 233 damit ich mich dann mit ihnen ewig freue, und Dich, Vater aller Menschen! ewig anbeten möge. Amen. Gebet in Drangsal und Betrübniß. Herr! mir droht Unglück und Trübsal; aber ich murre nicht wieder Dich; Du bist immer der Gott der Liebe der Fels, auf den ich das Gebäude meiner Hoffnungen stelle. Du wirst wissen, warum dieses Alles geschieht, und mein Bestes besorgen. Herr! Du liebst mich; dieß ist Gewißheit: Du liebst alle Menschen; und dieser Gedanke soll meine Stärke sein. Das Unglück soll mir, und nicht ich dem Unglücke unterliegen, die Mühseligkeiten des Lebens will ich bekämpfen, und diesen Mühseligkeiten nicht den Sieg über mein Herz durch meine Zaghaftigkeit einräumen. Ich will denken, daß die Dinge in der Welt von Dir, mein Gott! mir untergeordnet sind, und nicht ich den Dingen. Ich bin Dein Geschöpf, Gott! des Mächtigen Geschöpf Nur leblose Dinge und todte Leichen lassen sich hinreißen vom Strome; der Lebende widersetzt sich, und weiß mit den Wellen zu kämpfen. 234 So will ich denken, und wie ein Kämpfer in voller Rüstung da stehen auf dem Kampffelde; was kann mir wiederfahren, da Du über mich wachest? Gott der Stärke und Liebe! Amen. Inignonni Gebet beim Gewitter. Mein Gott! Du bist auch der Gott der Liebe im Sturme, und der Gott der Güte im Gewitter Wenn Winde brausen, der Donner rollt, Blize leuchten, wenn die Erde zittert, Abgründe sich öff nen, so will ich ohne Furcht da stehen; und denken, Du bist der Gott der Liebe; und mir wird nichts widerfahren. Alles ist gut, was Deine Hand gemacht hat; Alles zielt zum Wohle des Ganzen, zur göttlichen Harmonie! Alles lebt in der Natur; der Christ fürchtet den Tod nicht, er ist ja nur Veränderung, nur Uebergang zum neuen Leben. Willst Du, daß der Bliß auf mich fällt? hier stehe ich, ich bin bes reit, er raube mir das Kleid der Sterblichkeit; was kann er meiner unsterblichen Seele thun? Er entles dige mich der Bande des Fleisches, und mein Geist wird Freiheit bei Dir finden. Herr! ich bete Dich an im Sturme, unter dem Brausen der Wellen und der 235 Regengüsse, die vom Himmel herabströmen. Gott der Liebe! wenn der Hagel die Felder meines Nach bars verwüstet, wenn der Blitz seine Hütte in Brand steckt, so laß mich nicht denken, mein Gott! daß mein Nachbar diese Unfälle verdient hat; laß mich nie mit Lieblosigkeit den Unglücklichen beurtheilen; nie entheilige so ein Gedanke meine Liebe. Du hast Alles gut angeordnet; Deine Fügungen sind Fügungen der Liebe; es ist nicht Strafe, die meinen Nachbar traf; Prüfung der Liebe ist der Unfall für mich. Du willst, daß ich in meine Hütte den aufnehme, der keine mehr hat, und daß ich meine Früchte mit dem theile, dem der Hagel die seinigen verwüstet hat; dieses ist Dein Wille; Alles ist Stimmung zur göttlichen Einswerdung. Herr! laß Dich im Donner anbeten und im Sturme, denn Du bist der Gott der Liebe. Amen. Gebet in Kriegszeiten. Simi Ich erhebe mein Herz zu Dir, Vater der Menschen! und bitte Dich um Gnade und SchonungErleuchte die Herzen der Menschen, daß sie einsehen mögen, daß Du der Gott der Liebe, nicht der Gott 236 des Zorns und des Mordes ist. Erleuchte ihr Herz zur allgemeinen Liebe der Menschheit, und tilge die wilden Leidenschaften von Eroberungssucht aus ihrer Seele. Gib Ruhe und Frieden den bedrängten Gegenden wieder, und kläre den Verstand der Völker auf, damit Gerechtigkeit, Sanftmuth und Klugheit ihre Rechte, und nicht mehr Gewalt und Mord entscheide. Amen. 10 Gebet nach erhaltenem Siege. Mein Gott! wir haben den Sieg über unsere Feinde erhalten; Alles ist freudig und stimmt Jubel lieder an. Ich, mein Gott! will mich aber tief zur Erde beugen; Deine Rathschlüsse anbeten, und Dich bitten, daß Du die Herzen der Menschen zu sanftern Empfindungen stimmen mögest, damit sie ihren Streit ohne Schwertstreich entscheiden. In Deinen Augen, Gott der Liebe! ist Menschenmord immer abscheulich. Du bist der Gott der Liebe und der Sanftmuth, nicht der Gott der Schadens freude; Du, Der Du uns geboten hast, unsere Feinde zu lieben, Du kannst kein Wohlgefallen haben, daß wir über ihr Unglück frohlocken; nur bitten dür 237 fen wir Dich, daß Du ihre Herzen erleuchten mögest, daß sie die Folgen ihrer Leidenschaften einsehen, und durch ihr Unglück zu friedsamen Gesinnungen möch ten geführet werden. Der Strahl Deiner göttlichen Liebe dringe in das Herz des Siegers und des Besiegten, und laß sie einsehen, daß sie Alle Menschen sind, erschaffen nach Deinem Ebenbilde, und daß Du, Herr! ihnen diese schöne Erde zum Vers gnügen und Lebensgenuß, und nicht zu einer Mordstätte angewiesen hast, wo der Bruder den Bruder würgt. Mein Gott! leite das Herz aller Monarchen, daß, da Umstände und Nothwendigkeiten sie zwingen, ihr Schwert zur Vertheidigung zu ziehen, die Menschheit so sehr geschont werde, als nur möglich ist. Laß sie einsehen, o Herr! daß der Held, der Millionen Geschöpfe morden kann, nicht im Stande ist, einem Wurme wieder das Leben zu geben. Sende den Engel des Friedens auf diese. Erde, und durch Versöhnung und Liebe bestärke das Glück der Sterlichen. Amen. Gebet bei Anhörung des Wortes Gottes. Mump# 2 mnd dongg jug the tou Unendlicher Gott!- Du erbarmest Dich über Alle, denn Du vermagst Alles, und übersiehst die - 238 Sünden der Menschen wegen der Buße. Du liebst Alles, was immer ein Wesen hat, und hasfest Nichts von dem, was Du gemacht hast. Du haft auch Nichts aus Haß verordnet oder erschaffen; Du verschonest Alle. Alle Dinge sind Dein, o Herr! Der Du die Seelen liebst. O Herr! wie gut und süß ist Dein Geist in allen Sachen! daher strafest Du diejenigen nach und nach, die aus dem Wege tre ten, und errinnerst sie ihrer Sünden. Du redest ihnen auch zu, damit sie die Bosheit verlassen, und an Dich glauben, o Herr! Nach und nach haft Du sie gestraft, und ihnen Plaß zur Buße gelassen, wiewohl Du wußtest, daß ihre Gesellschaft schalkhaft, und die Bosheit ihnen von Natur angeboren war; daß sie ihre Gedanken nimmermehr ändern würden. Es ist kein anderer Gott als Du, Der Du für Alle Sorge tragest, damit Du zu erkennen gibst, daß Du kein ungerechtes Urtheil fällst. Deine Macht ist auch der Ursprung Deiner Gerechtigkeit, und weil Du ein Herr bist aller Dinge, eben dies macht, daß Du Alle verschonest. Du bist der allmächtigste Beherrscher, urtheilest mit Sanftmuth, und regierest uns mit großer Langmuth denn Du vermagst Alles, was Du willst. Dein Volk hast Du durch solche Werke unterwiesen, daß man gerecht und - 239 gütig sein soll. Du hast auch Deinen Kindern gute Hoffnung gegeben, daß wenn Du sie straftest ihnen auch Raum gegeben werde, über die Sünden Buße zu thun. Selbst die Feinde Deiner Diener, welche des Todes schuldig waren, hast Du mit solcher Bedachtsamkeit bestraft, daß Du ihnen Zeit und Raum gegeben, damit sie sich von ihrer Bosheit abwandten. na dan Herr! der ich Dich fürchte und liebe; ich hoffe auf Dich, daß Deine Barmherzigkeit mich mit Freuden erfüllen werde. Keiner, der auf Dich gehofft hat, ist zu Schanden geworden; laß auch mich nicht zu Schanden werden, und gönne mir Deine Gnade, daß ich Dein Wort mit heiliger Ehrfurcht anhöre und befolge gib Deinem Priester die Gnade, daß er das Herz der Menschen bewege, die seiner Obsorge anvertraut worden. Deine Weisheit hat den Mund des Stummen geöffnet, die Zunge der Kleinen Kinder beredtsam gemacht, leite auch seinen Mund, und gib Stärke und Nachdruck seinen Wor ten. So groß Deine Majestät ist, so groß ist Deine Barmherzigkeit. Amen. de - 240 Gebet nach angehörtem Worte Gottes. Barmherziger Gott! ich danke Dir für die Gnade Deines heiligen Wortes; gib, daß ich barms herzig set, wie mein Heiland auch barmherzig war! daß ich bedenke, daß jeder Trunk Wasser, den ich dem letzten Deiner Glieder geben werde, Dir ges geben, sei, daß ich der leidenden Tugend die Hand reiche, und hier den edlen Samen säe, der im Him mel Ernten tragen wird; daß ich durch Gutes und Tugend, durch Lehren und Beiſpiel, durch Hilfe und Rettung, durch Warnung und Erbauung, durch Trost und Freundschaft wieder vor Dir, Du Vater der Menschen! Barmherzigkeit finde; daß ich in allen Dingen Jesu Christo ähnlich werde durch meinen Wandel. done Nimm, o Herr! das steinerne Herz von mit, und gib mir ein neues, gehorsames, gutes und fühl bares Herz das seine Brüder wie sich, und Dich, Gott! über alle Dinge liebt! Laß mich Freunds schaft finden bei den Redlichen, und darnach von ganzem Herzem trachten, daß ich ihnen ähnlich 241 werde, und mit ihnen den Himmel ererbe. Lenke mein Herz ab von der Liebe der Welt; denn so Jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters! Laß mich keinen meiner Brüder leiden sehen, und mein Herz vor ihm verschließen, sondern mein Herz voll Liebe über jeden sich ergießen, der Theil an Deinem Erbe hat. Möchte ich dem Jünger Jesu ähnlich sein, dem, der an Seiner Brust lag, und vor Allen sein vertrautester Freund war! Möchte ich dir, Johannes gleichen, der nur eine Tugend kannte, nur die Liebe predigte, und in ihr sie alle übte! Möchte mein Glaube immer thätig, meine Liebe beständig, meine Tugend aufrichtig sein, und meine Treue bis in den Tod siegen! Möchte ich den Kampf wider meine Leidenschaften, die unaufhörlich die Tugend bekämpfen, mit Muth und Stärke kämpfen, so würde ich stärker sein als der, der Städte gewinnt, und julegt die Krone des ewigen Lebens erlangen. Amen. din mind manis 16 1242 Die Lehre Jesu Christi wird ewig bestehen. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen." Luc. 21, 33. Es wird der stolze Weltenbau in Nichts verwehen, Doch, Herr und Gott, Dein Wort wird nicht vermrs& gehen. Es wirkt, den Geistern Segen zu bereiten Durch alle Ewigkeiten. sich Noch stand das herrliche Jerusalem in seiner bewunderten Majestät; noch glänzte des Tempels Heiligthum von uralter Pracht, und Israel strömte aus fernen Gegenden dahin, Jehova, den einzig wahren Gott, anzubeten; noch herrschte Friede und Ruhe im ganzen jüdischen Reiche- wer hätte den Untergang der großen, weltberühmten Stadt, wer die Zerstörung des prächtigsten aller Heiligthü mer im weiten Morgenlande, wer die gänzliche Auflösung und Vernichtung einer Nation ahnen sollen, die unter ihren Königen einst große Reiche beherrscht und erschüttert hatte? Jesus, der Gottmensch, wandelte einst mit Seinen wenigen, treuen Freunden durch Jerusalems königliche Straßen. Vor allem fesselte ihre Bewunderung die außerordentliche Schönheit und Pracht des Tempels. Sie bleiben stehen voll angenehmen Erstaunens, wie ein Kunstwerk dieser Art bewundernden Anblick einzuflößen pflegt. Sie zeigten ihrem göttlichen Lehrer alle die Herrlichkeit; denn sie kannten seine Theilnahme an allen ihren Empfindungen. 243 Aber Wehmuth umdunkelte das Antliß des Erhabenen. Sein göttlicher Geist sah nicht die vom Golde strahlenden Gewölbe und leuchtenden Zinnen die Säulen von köstlichen Gesteiner sah Schutt und Trümmer und Zerstörung. Dann wandte er sich zu Seinen Jüngern, und weifsagte den nahen Verfall dieses Tempels, dieser reichen Palläfte, die Verödung dieser volkreichen Straßen; den Untergang dieses noch blühenden Reiches. Furchtbar ging ehe Sein Jahrhundert vollendet war, die Prophezeiung des Messias in Erfüllung. Roms Heere zertrümmerten Jerusalem. Nicht ein Stein ist auf dem andern geblieben der nicht zerstört worden ist.*) Jerusalem ist heute *) Matth. 24, 2. p. 16* 244 ein Städtlein in der Wüste; es steht entfernt von der alten Stätte, wo man es nie wieder erbauen konnte, weil unaufhörliche Erdbeben die Arbeiten zur Widererbauung unterbrachen. Das jüdische Volk ist zerstreut durch alle Welttheile, ein entseg liches Denkmal der Vergangenheit kein Volk auf Erden hat ein Schicksal gehabt, wie dieses! Noch war das Christenthum nur in dem engen Kreise weniger Frommen bekannt. Jesus hatte Seine göttliche Lehre den Tausenden gepredigt, die ihm zuhörten, leichtsinnig ward von Tausenden Sein Wort wieder vergessen. Nur Einzelne begriffen Ihn ganz, nur Einzelne nahmen ihr Kreuz auf sich und folgten Ihm nach. Tausende eilten wieder davon, wenn ihre erste Neugierde gestillt, oder ihre Hoffnung getäuscht war. Die Meisten hatten nur Wun der erblicken, nur außerordentliche Dinge anstaunen wollen. Sie waren begierig, den verheißenen Messias kennen zu lernen. Sie erwarteten einen Helden zu sehen, der von Jehova beschirmet und begeistert, siegreiche Waffen gegen die damals die Welt beherrschenden Römer erheben und Jerusalem im Morgen- und Abendlande gewaltig machen würde. Wenn sie sich aber in ihren Erwartungen betrogen fanden; wenn Jesus ihnen selbst zurief: - 245 Mein Reich ist kein irdisches, ist nicht von dieser Welt; Gott ist ein Geist, Jch bin Sein Gesandter, Ich stifte ein geistiges, ein himmlisches Reich- so wandten sie sich unzufrieden von ihm. Millionen Menschen wohnten auf Erden, aber der Name Jesu, des Verachteten, der in Knechtsgestalt umher giug, war keinem Volke bekannt. Nur wenige arme Leute von geringer Herkunft, von keiner Gelehrsamkeit, keinem Ansehen, hatten sich Ihm angeschlossen, und hingen Ihm mit reinem liebenden Gemüthe an. Und diese Einzelnen waren Juden, das beißt, Mitglieder einer Nation, die schon damals von andern Nationen wenig geachtet und geliebt war, weil sie sich in allen Stücken eigensinnig von andern Völfern trennte. Wer hätte damals ahnen sollen, daß einst eine Zeit kommen würde, wo Könige und Kaiser der Welt diese ersten Jünger und ihre Armuth beneiden, wo die mächtigsten Fürsten vom Throne niederstiegen und ihre Knie vor Jesu Namen biegen, wo ganze Heerscharen, welche erobernd durch die Welt zogen, vor Ihm anbetend in den Staub niedersinken würden? Aber Jesus, der Gottmensch, sah mit hellem Blicke in die Finsternisse einer tausendjährigen Zukunft. Was damals kein Sterblicher auf Erden 246 träumen durfte, wußte Er, der allwissende Gott, mit untrüglicher Gewißheit. Er sagte es Seinen schüchternen Jüngern voraus: Wenn kein Jerusalem, kein Tempel und kein jüdisches Reich und kein Volk mehr ist, dann wird noch meine Lehre bestehen, und siegend und glänzend aus der Zwietracht und Verwirrung aller Völker emporsteigen. Himmel und Erde werden vergehen, aber Meine Worte werden nicht vergehen." and Jesus wurde zur schändlichsten und matervollsten aller Todesarten hingeschleppt. Er starb den Tod am Kreuze zur Erlösung der Welt. Er hatte dieses Seinen Jüngern vorhergesagt. Er stand aus dem Grabesdunkel wieder auf als ein Sieger über Tod und Hölle. Er erschien Seinen freudig überraschten Jüngern und überzeugte sie unwiedersprechlich von Seiner glorreichen Auferstehung. Welche Wonne! welche Seligkeit! Aber wie ward ihnen, als Er nach vierzig Tagen wieder den himmlischen Wohnungen zueilte, woher Sein Geist gekommen war? Wie sollten Seine Verheißungen in Erfüllung gehen, da Er nicht mehr mit ihnen war, und sie nun hilflos und schüchtern gleich Fremdlingen in der Welt allein standen? Und doch hatte Er verheißen: 247 Himmel und Erde werden vergehen, aber Meine Worte werden nicht vers gehen." il sandther and stil houd Hundert und zwanzig treue Seelen waren nach Jesu Heimgang zum Vater von den Tausenden übrig geblieben, die Ihm einst, dem Sohne Gottes, das fröhliche Hosiannah! gejauchzt hatten. Nur dieſe hielten noch, harrend auf die Erfüllung Seiner Weissagungen, fest zusammen, Männer und Wetber, alle von niedrigem Stande, wenig geachtet, ohne Reichthum. Diese sollten die Pflanzschule der christlichen Kirche sein, die sich nach wenigen Jahrhunderten über den ganzen Erdkreis ausbreiten würde.homb impi mutis atind sujé Und Jesu göttliches Wort wird erfüllt. Den Schüchternen kam der Muth, den Schwachen die Stärke, den Unkundigen die Weisheit Gottes, als fie betend am Pfingstfefte beisammen waren, nicht ohne Furcht vor des jüdischen Pöbels Verfolgung. Wie Moses vom Sinai herab in Gewittern das Geset empfing, so ließ sich auf alle Jünger die Flamme des heiligen Geistes am Pfingstfeste herab. Ihr Versammlungshaus erbebte, wie von einem gewaltigen Sturme. Vom göttlichen Geiste beseelt, traten die einst Aengstlichen mit strahlendem 248 Muthe hervor, und predigten das göttliche Wort. Noch stand Golgotha vom Blute des Erlösers be sprißt; noch lebte das wüthende Volk, welches den Tod des Gottmenschen gefordert; noch saßen die ungerechten Richter auf den Stühlen, von welchen herab sie die himmlische Unschuld verdammt hatten; noch drohete der Pharisäer Nache, der Hohenpries ster mächtiger Stolz aber unerschrocken verkündigten die Jünger dem erstaunten Volke die Lehre Jesu, und bei drei Tausend derer, die das Evangelium vernahmen, ließen sich an diesem Tage taufen, blieben beisammen, verkauften ihr Eigenthum, und waren Ein Herz und Eine Seele.*) Jesus hatte Seinen Jüngern Schmach und Elend vorhergesagt, Er hatte ihnen angekündigt, daß sie um Seines Namens willen von allen Völkern gehaßt, ja sogar getödtet werden würden.**) Und nun ausgerüstet mit der Kraft des heiligen Geistes waren sie enschlossen, alle Martern, ja den grausamsten Tod für Jesus zu leiden, und der Lehre vom Kreuze treu zu bleiben. Er hatte ihnen ja die Verheißung ertheilet: Wer bis *) Apostg. 4, 32. **) Matth. 24, 9. 2492 ans Ende verharret, der wird selig. werden." bise et Mehr als die Apostel sahen, habe ich gesehen; mehr als sie wußten, weiß ich. Sie waren die Zeugen von der Weissagung Christi; aber ich bin der Zeuge der Erfüllung derselben. Sie lebten und verherrlichten dankbar Gott in der Hoffnung; sollte ich schweigen, da ich in der Erfüllung lebe? hind Der kleine Haufen der Anhänger Jesu, wel cher sich am Pfingstfeste durch die Predigt der Apostel gesammelt hatten, war noch sehr schwach, als schon wieder die Wuth der Juden gegen ihn ausbrach. Vernichtet sollte er werden, damit das Gesetz Mosis nicht verderbe. Der Pöbel wüthetes abermals; Stephanus ward mit Steinen zerschmettert, bis er den Geist aufgab. Umsonst; Jesu Lehre stegte, denn sie sollte währen in Ewigkeit. Und der schrecklichste aller Verfolger des Christens namens, ein Mann von Ansehen, großer Beredsamkeit, unterstüßt durch alle jüdischen Parteien, bekleidet mit dem römischen Bürgerrecht- Saulus, der die Anhänger Jesu auch aus ihren geheimsten Schlupfwinkeln hervorzuziehen wußte, er selbst mußte Gottes Werkzeug werden, zur Verbreitung der Lehre Jesu Christi. Er selbst, durch Jesu Ruf 250 auf der Reise nach Damascus gerührt, überwunden, ward der Bruder, der Beschüßer, der Fürsprecher derer, die er einst verfolgt hatte, und trug mit ihnen ihre Leiden, litt mit ihnen ihren Martyrertod für die Wahrheit des göttlichen Wortes. Je mehr sich die Zahl der Christen vergrößerte, desto allgemeiner, desto strenger ward ihre Unterdrückung. Sie mußten Vaterhaus, Verwandte, Freunde und Vaterland verlassen- ausgestossen, wie Verbrecher, unter fremden Völkern umherirren; aber dies war Gottes Wille, dies die weise Leitung der ewigen Vorsehung. Unter Nationen, die den Namen Jesu nie vernommen, erscholl er nun zum ersten Male. Die Heiden verließen ihre Tempel, ihre Götter, ihre wollüstigen Feste, und beteten zum Ewigen, zum Schöpfer des Weltalls; zum Geist der Geister. Mächtige nahmen Knechtsgestalt an; Reiche warfen Gold und Purpur von sich, um Jesu Diener zu werden, und die göttliche Lehre zu predigen. Je mehr Verfolgung, desto mehr Ausbreitung; je mehr Scheiterhaufen und Martyrertode, desto mehr der entzückenden Bekenner; je mehr Untergang einzelner frommer Gemeinden, desto mehr Aufblühen des christlichen Glaubens. 19 00 251 Kriege verwüsteten die Welt. Die Völker der Erde, von einem unbekannten Geiste getrieben, von einer unwiederstehlichen Macht gezogen, wan delten bewaffnet durch einander, verdrängten einander aus den tausendjährigen Wohnsißen, stifteten mit ihren blutigen Schwertern neue Reiche. Das prachtvolle Jerusalem ward ein schauerlicher Stein- l haufen; das weltbeherrschende Rom ging unter, und Barbaren versteigerten den Thron der ehemaligen Regierer der bekannten Erde um einige Goldstücke; es war kein Tyrus, kein Babylon, kein Athen mehr aber das göttliche Wort währte und breitete sich mächtiger und mächtiger über die bekannte Welt aus; machte die Barbaren menschlicher und die menschlichen Völker weiser. - Die Welt ward beruhigt. Die neuen Reiche befestigten sich, der christliche Glaube herrschte weit umher und beglückte das Volk der Hütten und Palläste. Da wurde jenseits der unermeßlichen Weltmeere neue Inseln, neue Länder, neue Völker entdeckt, von deren Dasein vormals tein Sterblicher vernommen hatte. Sucht nach Gold trieb Tausende über das Meer in die neugefundenen Reiche hin. Sie starben. Ihr Gold ward Staub. Aber die Lehre Jesu, mit ihnen in die neue Welt übergedrun 252 gen, dauerte fort und veredelte die wilden Völkerschaften jenseits des Oceans, und das Reich Got tes erweiterte sich von einem Welttheile zum an dern; vom einem Pole der Erde zum andern. So ist Jesu Weissagung seit fast zwei Jahrtausenden bewährt worden. Zahllose Städte, zahllose Völker, zahllose Reiche, zahllose Lehrgebäude und Meinungen sind vergangen, aber Gottes Wort bleibt ewig. Jesus, wahrer Gott, wie der Vater, hatte verheißen: ,, Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt." Sein Wort täuschet nicht. Es bleibt ewig auch in jeder Zukunft wird es bleiben. Die Städte, welche heute noch glänzen, die Länder, welche heute noch blühen, fler werden mit der Zeit vergehen; aber wenn auch Alles sich nach und nach verwandelt, das göttliche Wort dauert unveränderlich fort. Was künftig sein werde, auch wenn nach Jahrtausenden unser Staub schon längst verweht ist, und neue Geschlechter auf dem Erdballe wandeln werden, die uns nur kaum noch aus der Geschichte kennen was da sein werde, das verbürgt uns die Geschichte von Jesu Lehre in den schon gewesenen Jahrhunderten. Sie kann nicht untergehen; denn sie stammt aus Gott, und stimmt zu sehr mit allen. höheren Bedürfnissen des menschlichen Geschlechts - - 253 zusammen, als daß sie jemals wieder auf der Welt verschwinden könnte. Ewig, wie die Begierde der Sterblichen nach Selbstzufriedenheit, nach Vollkommenheit und Glück, ewig, wie die Sehnsucht der Sterblichen nach Vollendung, ewig, wie die Hoffnung des menschlichen Geschlechtes auf Vergeltung und Seligkeit, bleibt auch ewig Jesu Lehre, Gottes Wort!- Mögen immerhin noch hie und da in stolzer Selbsttäuschung Spötter spotten, Zweifler zweifeln! ihr Bemühen ist umsonst. Ihr Ringen steigt über die Grenzlinien der menschlichen Natur hinaus, und wird eben dadurch wieder nichtig. Sie sinken bald ohnmächtig in den Arm des stillen, hoffnungsvollen, tröstenden Glaubens zurück, und entsagen ihren eitlen Träumen, welche Natur, Vernunft, und mehrtausendjährige Erfahrungen mit furchtbarer Stimme Lügen strafet.shine and Himmel und Erde vergehen, aber Dein Wort, o mein Gott, mein Vater, bleibet ewiglich! Es stammet von Dir. Seine Göttlichkeit ist mir ein Bürge Seiner Unvergänglichkeit. Das Unvergängliche daran ist mir ein Bürge Seiner Göttlichkeit. Dein Wort bleibt ewig. Was Du mir, durch Jesum, Deinen ewigen Sohn, verheißen, wird 254 erfüllet werden, wie Alles erfüllt worden ist, was Er in der Welt verhieß. Deine Treue, Deine Liebe, o Du erhabenstes, wahrhaftestes Wesen, sind ewig wie Du. In Dir allein ist keine Veränderung, kein Wechsel des Lichtes. Ehrfurcht also dem göttlichen Worte, das ewig ist! Ehrfurcht also der Religion, welche seit Jahr tausenden in ihrer Heiligkeit auf mich herab kam! Ehrfurcht dem Glauben, in welchem meine Väter einschlummerten! Hinweg jeder Leichtsinn, welcher mit Gegenständen der Religion zu tändeln wagt; hinweg von den Gesellschaften, von den Sißen, wo die Spötter sißen! Ps. 1, 1. dnd sds dito Was Millionen weisen, guten, edeln Menschen wohlgethan, was im Leben ihr Trost, was im Tode ihre Hoffnung war, soll die Frechheit kei nes Wißes entweihen! Entweihen! Kann auch das Göttliche entweiht werden? Nein, nur der Frevler entehrt sich selbst durch vermessene Thorheit, schändet nur selbst in sich die Würde seines Geistes er berührt das Unantastbare, das Un entweihbare nicht, welches erhaben über ihm schwebt.is rond dignisserit in Glauben und festes Vertrauen will ich dem Worte geben, welches ewig ist. Denn Dein Wort, ral, bud - 255 o mein Jesus, ist Wahrheit, und aus dieser Wahrheit quillt die ganze Seligkeit meines Daseins. O dies Erdenleben, es wäre ohne Dein göttliches Wort eine traurige Finsterniß, ein trostloses Kämpfen es wäre ohne Werth für mich, ein Stre ben ohne Ziel, ein Räthsel ohne Auflösung! Durch Dein Wort ist mir Alles klar geworden; es zeigt mir in den Leiden Wohlthat, in den Wiedersprüchen meiner Schicksale Klarheit, in der Dunkelheit jenseits meiner Sterbestunde neue Sterne. - Glauben und Vertrauen dem Worte, das ewig ist! Denn es leitet mich zu Dir, mein Vater, zu höhern Seligkeiten über! Auf welchem Grunde kann ich mit größerer Zuversicht mein Heil bauen, als auf diesem ewigen, unbeweglichen Grunde? Es verheißt mir, einst bei Dir in herrlicherer Vollkommenheit zu seines verheißt mir, Unendlichkeit Deiner Gnade! Wo finde ich köstlichere Zusicherungen? Wo tiefer dringenden Trost? Wem soll ich glauben, wem soll ich vertrauen wenn ich Deinem Worte, o Du höchste Wahrheit, nicht vertrauen könnte? Himmel und Erde werden verge hen, Dein Wort wird nicht vergehen. Dein Wort bleibe auch ewig in meiner Seele. Amen. 256 Abendgebet. Wie soll ich Dir danken, mein Gott! für alles das Gute, das Du mir diesen Tag hindurch erzeigt hast? Wo soll ich die Empfindung der Dankbarkeit hernehmen, die Deiner großen, unverdienten Güte würdig wäre? Wo die Worte, mit denen ich Dein Lob nach Würde verkündigen könnte?- Ich kann nichts anders sagen! als: Du bist mein Vater, Du bist der Gott der Liebe; ich aber bin unwürdig und viel zu gering aller der Barmherzigkeit und Treue, die Du mir erwiesen hast. Ja, ich bin nicht einmal werth, daß ich Dich Vater nenne. Wie viel Gutes hast Du mir, mein Gott! diesen Tag hindurch erzeigt! Du hast mich erhalten; Du hast mir Kleidung und Wohnung geschenket; tausenderlei Unglück, das mich hätte treffen können, hast Du von mir abgewandt; aber nun soll ich billig auch die Frage an mein Herz thun, wie ich dies sen Tag zugebracht habe? ob ich an diesem Tage besser, frömmer, und Deiner würdiger geworden bin? Ich soll mich fragen, ob ich der christlichen Vollkommenheit auch eben so viel näher bin, als ich nun durch den vergangenen Tag dem Ende met -- 257 nes Lebens auf Erden näher gekommen bin?- Ich soll mich fragen, ob ich heute weniger Böses und mehr Gutes gethan habe als gestern? Ob ich die Fehler, die ich gestern bereut habe, oder hätte bereuen sollen, heute nicht wieder begangen habe? Herr! mein Gott! Ich bitte Dich um den Geist des rechten Ernstes, der mich diesen Tag nicht beschließen lasse, ohne daß ich besser, und Dir gefälliger sei. Möchten mir doch alle Sünden, die ich heute begangen habe, deutlich zu Sinnen kommen, ehe ich einschlafe- diese Sünden und alle Wohlthaten, die ich Dir als Mensch und Christ zu danken habe, damit ich schamvoll und zerknirscht mich Deiner Erbarmung und Gnade wieder versichern möge. Du, allwissender Vater und Richter! heiligster Zeuge aller meiner Handlungen, Worte und Gedanken! ich will mich unter dem Gefühle Deiner Gegenwart fragen: Haben sich heute keine sinnlichen Gedanken und Gelüste in mir erreget? Bin ich heute nie in diejenigen Sünden wieder gefallen, die mir sonst so gewöhnlich find? Hab' ich immer mein Temperament und mein eigenes Herz sorgfältig und gewissenhaft bewacht? sim na 17 258 Hab' ich auf die erste sinnliche Regung Acht gegeben, und dieselbe sogleich in Deiner Furcht, mein Gott! und im Glauben zu unterdrücken gesucht? nd nd info Hab' ich meine Sinne und Begierden im Zaum gehalten, und mein Herz von der Versuchung zur Sünde abgewendet und zurückgehalten? Hab' ich meine Augen und Ohren den Reizungen der Sünde verschlossen? Keinen Anlaß oder Gelegenheit gesucht, irgend eine sinnliche Luft zu vollbringen? War ich mäßig und nüchtern in Speise und Trank? Dacht' ich dabei an Dich, den gütigen Geber, und an meinen nothleidenden Bruder? bl Mißbrauchte ich Deine Gabe nicht? War ich behutsam im Reden? Vorsichtig bei allen meinen Schritten und Tritten? N Oder hab' ich nach den Einfällen und Gelüsten meines Herzens gehandelt? Hab' ich mich zu dem hinreißen lassen, was Dir mißfällig und von meinem Gewissen nicht guts geheißen war? Hab' ich mich über jede unordentliche Gemüthsbewegung, die ich heute etwa an mir selber wahr 259 genommen habe, in meinem Innersten, und aus reinen Absichten gekränkt? Bin ich aufrichtig gesinnt, das, was ich etwa verdorben habe, durch neue, doppelte Vorsichtigkeit, und doppelten Eifer im Gebet, so viel an mir ist, wieder gut zu machen? Bin ich auch redlich genug, meine Fehler Andern zu gestehen und zu bekennen, die etwa Zeugen davon gewesen, und dadurch geärgert worden sind? Oder bin ich nicht vielmehr bemüht, meine unordentlichen Gemüthsbewegungen und schädlichen Uebereilungen aus Eigenliebe zu verbergen, zu enschuldigen und zu beschönigen? Ich mag mir diese wichtigen Fragen redlich oder nicht redlich beantworten, so weißt Du doch, mein Schöpfer und Richter! wie das Innerste meines Herzens beschaffen ist. Verhehle ich meine Uebertretungen, mein Gott! wie kann ich sie bereuen, wie kann ich Vergebung vor Dir finden? Darum, o mein Gott! will ich Dir meine Sünden bekennen, und keine meiner Missethaten vor Dir verhehlen, damit sich mein Herz vor Dir demüthige, und den Trost Deiner Verheißung erfahre. Ich erkenne und bereue meine Fehler; gib mir die Gnade, dieselben noch lebhafter zu erkennen, noch 17* 260 tiefer zu empfinden. Laß keine einzige meiner Vergehungen unbemerkt von mir bleiben; vergib mir alle, bewahre mich künftig vor allen, und laß mich in dem Werke meiner Heiligung täglich weiter kommen, und laß mir die Bekämpfung und Beherrschung meiner Leidenschaften und sinnlichen Regungen täglich leichter werden. Ich bitte Dich, Gott der Liebe! laß nicht zu, daß durch meine heute begangenen Fehltritte Jemand Schaden leide. Wende durch Deine allgegenwärtige Fürsehung alles Uebel gnädig ab, was etwa durch meine Fehltritte veranlaßt worden sein möchte. Laß auch meine eigene Seele nicht darunter leiden. Er sete Du durch Deine allmächtige Kraft, was ich heute versäumt habe; mach' Du den Schaden an mir und an Andern wieder gut. Noch will ich mein Herz über das Betragen gegen die Menschen, meine Brüder, befragen, damit ich genau erkennen möge, wie weit ich Deiner Liebe näher gekommen bin. War ich heute immer langmüthig? gutthätig? niemals aufgebracht? niemals mürrisch oder vers drießlich? Suchte ich nicht meinen eigenen Nußen? Ließ ich mich nicht zum Zorne reizen? modiajaid adam 261 War ich nicht argwöhnisch? Freute ich mich nicht über das Böse? über Unglück oder Unwahrheit? Nahm ich Antheil an dem Guten, an dem Wahren und Nüßlichen? Ertrug ich Alles? Glaubte ich das Beste von meinem Nebenmenschen? Hoffte und duldete ich? Mein Gott! ich sehe wohl ein, daß ich noch weit von der reinen Liebe entfernt bin; allein Du kennst mein Herz, meinen Willen; ersetze Du meine Mängel; erseße Du mit Deiner Liebe, was die meinige versäumt hat. Segne alle Menschen, thue allen Gutes; auch denen, die mir Böses wollen und wünschen. Verzeihe ihnen, verzeihe mir, und laß mich nicht einschlafen, wenn noch ein liebloser Gedanke in meiner Seele übrig ist. Erfülle mein Herz mit derjenigen Liebe, mit der Du selbst die Menschen liebst, damit ich würdig werde, Dein Kind zu sein. Mein Gott! noch einmal bitte ich Dich durch Jesum Christum Deinen ewigen Sohn, vergib mir alle Sünden dieses Tages und entziehe mir Deine Gnade auch in dieser Nacht nicht. Wende Unglück, Gefahr und Schrecken von mir ab; gönne mir 262 und den Meinigen und Allen, welche auf Dich vertrauen, einen ruhigen und erquickenden Schlaf. Sei der Trost der Elenden, die Hilfe der Vers lassenen, die Stärke der Schwachen. Erbarme Dich aller Armen, aller Kranken und Elenden, mache ihnen die Nacht leicht und kurz; hilf ihnen und lindere ihnen ihre Schmerzen und ihren Kummer; gib Stärkung ihrem Geiste und Trost ihrer Seele; laß morgen des Elendes weniger sein als heute; erbarme Dich aller Sünder, aller Freunde und Feinde, aller Lebenden und Sterbenden; sag' dem Herzen jedes Kummervollen, daß er nirgends Trost suchen soll, nirgends Trost finden werde, als in Dir, und stärke ihn durch Deine Gnade und Liebe. Wenn vielleicht der heutige Tag der letzte meines Lebens wäre; wenn ich das letzte Mal dieses mein Abendgebet vor Dir ausgieße, o mein Gott! so erbarme Du Dich meiner; gib, daß der Gedanke des Todes, der so leicht wahr werden kann, nichts Schreckliches für mich habe; schließ sanft mein Auge, und nimm mich in Deinen Schooß. Vater des Le bens und der Liebe! Amen. 263 Todesbetrachtung und Gebet. 1 Warum soll ich den Tod fürchten, der mich in Deine Arme zurück führt? Du Gott der Liebe! Soll das Kind zittern, wenn es in das Haus seines Vaters kommt? Soll der Säugling weinen, wenn seine Mutter ihn an die Brust nimmt? Bist Du nicht der Gott der Liebe? Der Gott der Liebe, der keines seiner Geschöpfe hasset? und ich soll zittern, wenn Du mir winkst? O nein, Vater der Menschen- auch mein Vater, den mein Herz mit Zutrauen liebt, ich will mich nicht fürchten. Du, Der Du mir so viele Freuden des Lebens gabst; Du, dessen Weisheit Alles zum Wohle der Geschöpfe ordnete; Deine Güte herrscht auch in der Zerstörung, und Deine Liebe im Tode der Dinge. Ich höre ja nicht auf zu sein, ich trete in eine bessere Welt, komme näher zu Dir, lege den sinnlichen Körper ab, der mich von Dir trennte. Der Tod ist schauberhafter für den, der den Sterbenden sieht, als für den, der stirbt. Er ist das Ende des Leidens; er entreißt mich den Verfolgungen der Menschen und den Ungerechtigkeiten der Welt. Wenn dieses Herz aufhört zu schlagen, so wird kein Kummer es mehr drücken, und keine Thräne 264 sich in das Auge mehr drängen, das sich für die Welt auf ewig schließt. Ich komme zu Dir, den meine Seele anbetet, Du wirst für mich sorgen; der Wurm spinnt sich ein und stirbt, und erwacht in Frühlingstagen zum herrlichsten Sommervogel. Er, der zuvor im Staube kroch, durchflattert nun die Regionen der Blumen. Das Weißenförnchen entwickelt sich in der Erde, und wird zur prachtvollen Aehre: Alles bringt sich wieder hervor; geht stufenweis zu höherer Vollkommenheit: und ich, der Mensch Dein Geschöpf, der Abdruck Deines Ebenbildes, durch Jesu Blut erlöset, soll geringer als der Wurm sein, und schlechter als das Weißenkörnchen?- Wie beschimpfend wäre die ser Gedanke für Dich, Gott der Liebe?- Du liebst, und Einswerdung ist der Hang der Liebe. Sehnt sich der Vater nicht nach dem Kinde, das sich von ihn entfernt? Jammert die Mutter nicht um ihre Jungen? Schüßt der Vogel nicht seine Brut mit den Flügeln? Und Du, Der Du mehr als Vater, mehr als Mutter liebst, Du sollst gleichgültig für Menschen sein? O der kennt Dich nicht, der Dich so beurtheilt! Ja; aber man sagt mir, daß Du als Richter erscheinen wirst, der Rechenschaft über meine Lebenshandlungen - 265 fordert. Ja, als Nichter wirst Du erscheinen, mein Jesus! aber nicht als Richter, wie die Menschenrichter sind, die voll unedler Leidenschaften Verbrecher auf suchen, um Verbrechen strafen zu können; die oft voll niedriger Schadenfreude sich an den Schmer zen des Leidenden weiden; und sich besser glauben, wenn sie über Andere urtheilen. Nein, so ein Richter bist Du nicht; da Du der Richter der Menschen bist, so hörest Du nicht auf, ihr Vater zu sein. Würde ich mich wohl fürchten, wenn mein Vater über mich Richter sein sollte? Und bin ich schuldig in Deinen Augen: bist Du denn nicht eben so barmherzig, als Du gerecht bist? Ich selbst will mich vor Dir anklagen; will alle meine Verbrechen, die ich in dieser irdischen Hülle verübt habe, vor Dir bekennen, und Du wirst mir verzeihen, wie ein Vater seinem Kinde verzeiht, das aus Irrthum sich verirrt hat. Bist Du nicht dem guten Hirten gleich, der durch Wüsteneien läuft, über Berge steigt, Felsen erklettert, um das verirrte Schaf zu seiner Heerde wieder zurückzubringen; und wenn nun dieſes verirrte Schaf sich selbst wieder stellte, würde es wohl der Hirte erwürgen? oder den Wölfen selbst vorwerfen, daß es ihre Beute werden soll?- O wel 266 cher Gedanke! Wie leidenschaftlich, mein Gott! wären meine Begriffe von Dir; Du bist ja den Menschen nicht gleich, die des Hasses fähig sind; Owie irrig hab' ich Dich von Jugend auf beurtheilt! ich glaubte, daß Du Menschen gleich wärest, die rächen und tödten können daher meine Furcht vor dem Tode. O Gott der Liebe! verzeihe, daß ich Dich mißkannte. Liebe bist Du; wie Du liebst, so hat nie ein Mensch geliebt. Die vollkommenste, reinste Liebe des Menschen ist nur der kleinste Funke Deiner Liebe; diese Erkenntniß allein führt mich in Deine Arme zurück, und kettet meine Seele an Dich. Sie allein gibt mir reine, vollkommene Reue, daß ich so wenig geliebt habe, da Du mich unendlich liebtest. Ich sterbe nun gern, wenn Du willst, und so wie Du willst; in Schmerzen wird mir Deine Liebe Linderung, im Tode Trost geben; fristest Du mir aber noch mein Leben, so friste es mir darum, daß ich die Fehler noch gut machen kann, die ich aus Mangel reiner Liebe begangen habe. Laß mich mein Herz und meine Seele so bilden, wie Du willst, daß ich hienieden sein soll! ist es aber Dein Wille nicht mehr, daß ich lebe, so verzeihe dem Sterlichen seine trdischen Sünden um Jesu, meines göttlichen Erlösers Willen; ver giß den Sünder, und sich an mir nur das Kind, das in die Arme des liebevollsten Vaters zurückkehrt, und um Vergebung und Verzeihung fleht. Amen. Anhang. Litaneien 267 zu Gott und Seiner göttlichen Vorsichtigkeit. Herr! erbarme Dich unser. Christe Jesu! erbarme Dich unser. Herr! erbarme Dich unser. Christe Jesu! höre uns. Christe Jesu! erhöre uns. Gott Vater im Himmel! Gott Sohn, Erlöser der Welt! Gott heiliger Geist! ge Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott! dar fondre O Gott! unser Beschüßer! O Gott! unser Beherrscher und Regent! O Gott! unsere Hoffnung! O Gott! unsere Zuflucht! O G 32 Erbarme Dich unser. 268 D Gott! einziger Gegenstand unserer d Liebe! dim O Gott! unser Schöpfer! O Gott! o unser Erhalter und Ernährer! O Gott! unser Vater! O heiligster, vollkommenster Gott! O heiligster, allmächtiger Gott! O heiligster, unsterblicher Gott! O unendlicher, unermeßlicher Gott! O allwissender und weisester Gott! O gütigster und barmherzigster Gott! O großer Gott! Der Du Alles, was auf Erden ist, zum Dienste des Menschen erschaffen hast, sino a Der Du die Vögel der Luft und alle Thiere wunderbar erhältst und ernährest, Der Du die Lilien, und die Blumen des Feldes herrlich bekleidest, Der Du die Früchte der Erde segnest, und uns unsere Nahrung wachsen lassest, Der Du Alles uns Menschen zum Besten ordnest und verfügst, Der Du uns manchmal eine zeitliche Trübsal zu unserm Nußen, und zur Besserung unsers Herzens schickest, Erbarme Dich unser! Der Du diejenigen, die sich gänzlich Deiner göttlichen Vorsicht ergeben, in Mitte der Drangsalen durch Deine väterliche Hilfe segnest, Der Du diejenigen, die auf Dich hoffen, niemals zu Schanden werden lasseft, Sei uns gnädig und verschone uns, o Herr! Sei uns gnädig und erhöre uns o Herr! Von allem Uebel, befreie uns, o Herr! Von allen Sünden, Von der Uebertretung Deiner Gebote, Von allem Mißtrauen auf die göttliche Vorsichtigkeit, Flöße uns ein wahres kindliches Zutrauen auf Deine göttliche Vorsichtigfeit ein 269 Erbarme Dich unser! Von aller Ungeduld, Von aller Kleinmüthigkeit in Kreuz und Leiden, Von allem Murren und Klagen gegen Deine göttlichen Anordnungen, Von allen gefährlichen Anfechtungen, besonsonders in der Stunde unseres Todes, Wir arme Sünder, wir bitten Dich, erhöre uns! Schone unser, erhöre Befreie uns, o Herr! uns! Dich,* Wir bitten 270 und O laß uns in allem Glücke und Unglücke Deine göttliche Vorsichtigkeit erkennen, verehren, ss buid laigns of O laß uns Alles von Deiner Vaterhand anerkennen, O laß unsern Willen jederzeit Deinem hei ligsten Willen gleichförmig sein, O laß uns Deiner Barmherzigkeit nie vergessen, die vom Anbeginn der Welt mit uns war, O sei am Lage der Trübsal unser Trost, und erbarme Dich unser, wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmet, O Lamm Gottes, welches die Sünden der Welt hinnimmt. Verschone uns, o Herr! O Lamm Gottes, welches die Sünden der Welt hinnimmt. Erhöre uns, o Herr! O Lamm Gottes, welches die Sünden der Welt hinnimmt. Erbarme Dich unser, o Herr! Christe Jesu! höre uns. Christe Jesu! erhöre uns. Vater unser* c. Wir bitten Dich, erhöre uns! Herr erhöre mein Gebet. Und laß mein Rufen zu Dir gelangen. 271 e Gebet. sla O Gott! alles Glück und Unglück, Alles was mir begegnet, das begegnet mir, weil Du es also anordnest, oder zuläßt. Ich erkenne und unterwerfe mich also Deinem göttlichen Willen. Ich bete Dich an. Ich preise Deine göttliche Vorsichtigkeit bei aller und jeder Begebenheit. Deine göttliche Allmacht schüße mich! Deine göttliche Weisheit regiere mich! Deine unendliche Barmherzigkeit erhalte mich und schone meiner! Du kannst mir bei jedem Vorfalle helfen. Du weißt mir zu helfen. Habe ich nicht allemal meine Zuflucht zu Dir genommen; habe ich nach diesen Grundsäßen nicht allemal gedacht, und gehandelt, so bereue ich's vom ganzen Herzen. O himmlischer Vater! Du sorgest für mich. O flöße meinem Herzen kindliche Gesinnungen gegen Dich ein, daß ich mit Freudigkeit und Zuversicht in fröhlichen Umständen nicht stolz und übermüthig, in traurigen aber nicht sehr niedergeschlagen, jederzeit auf Dich hoffen, mein kurzes, irdisches Leben mit der frohen Erwartung eines bessern und ewigen fortsegen, beschließen, und Deine göttliche Vorsichtigkeit in der himmlischen Herrlichkeit ewig loben und preisen möge. Amen..itu atbaljadr 272 Zur allerfeligsten Jungfrau und Mutter Gottes Maria.godine Herr, erbarme Dich unser! Christe Jesu, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe Jesu, höre uns! Christe Jesu, erhöre uns! Gott Vater im Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! Heilige Dreieinigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! G Heilige Maria, Heilige Gottesgebärerin, Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, Mutter Jesu Christi, Mutter der göttlichen Gnaden, O allerreinste Mutter, O allerkeuschefte Mutter, O ungeschwächte Mutter, O unbefleckte Mutter, Oliebliche Mutter, Bitte für uns! O wunderbare Mutter, O Mutter unsers Schöpfers, O Mutter unsers Erlösers, O allerweiseste Jungfrau, O ehrwürdigste Jungfrau, O lobwürdigste Jungfrau, O mächtige Jungfrau, O getreueste Jungfrau, O Spiegel der Gerechtigkeit, O Sitz der Weisheit, O Mitursache unseres Heiles, O geistliches Gefäß, O ehrwürdiges Gefäß, O vortreffliches Gefäß der Andacht, O geistliche Rose, O Thurm Davids, O elfenbeinerner Thurm, D goldenes Haus, O Arche des Bundes, O Himmelspforte, O Morgenstern, O Heil der Kranken, O Zuflucht der Sünder, O Trösterin der Betrübten, O Helferin der Christen, 273 Bitte für uns! in 16 1000 18 274 O Königin der Engel, O Königin der Patriarchen, OKönigin der Propheten, O Königin der Apostel, OKönigin der Märtyrer, OKönigin der Beichtiger, O Königin der Jungfrauen, OKönigin aller Heiligen, O Lamm Gottes, welches die Sünden der Welt hinnimmt. Verschone uns, o Herr! 10 O Lamm Gottes, welches die Sünden der Welt hinnimmt. Erhöre uns, o Herr! tachilling C O Lamm Gottes, welches die Sünden der Welt hinnimmt. Erbarme Dich unser, o Herr! mul datorte Christe Jesu, höre uns! Christe Jesu, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! anonimáj Christe Jesu, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! d Bitt für uns! 0 Vater unser. Gegrüßt seist du Maria. Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, o heiligste Mutter Gottes! verschmähe unser Gebet in unserer Nothdurft nicht, sondern erlöse uns zu 275 aller Zeit von aller Gefahr. O du glorwürdige und gebenedeite Jungfrau! unsere Frau, unsere Mittlerin! unsere Fürsprecherin. Versöhne uns mit deinem Sohne. Empfehle uns deinem Sohne. Stelle uns deinem Sohne vor. Bitt für uns, o heiligste Gottes Gebärerin! Daß wir der Verheißungen Christi würdig und theilhaftig werden. Wir bitten Dich, o Herr! gieße Deine Gnade in unsere Gemüther aus, daß wir die durch den Engel verkündigte Menschenwerdung Jesu Deines Sohnes erkennen, und durch Sein Leiden und Tod zur Herrlichkeit der Auferstehung gelangen mögen, durch denselben Jesum Christum unsern Herrn. Amen. Uebung der göttlichen Tugenden. Der Glaube. Ich glaube an Dich, Herr! ewiger, wahrer Gott! Ich glaube, das Du einfach seiest in der Natur, und dreifach in den Personen, Gott Vater, mein Erschaffer, Gott Sohn, mein Erlöser, und Gott heiliger Geist, mein Heiligmacher. Ich glaube 18* 276 daß Du jenen, die Dich suchen, ein Vergelter bist, und das Gute belohnest, als ein gerechter Richter aber das Böse bestrafest. Ich glaube alles fest, und beständig, was die katholische Kirche zu glau ben uns vorstellet, und zwar dessentwegen glaube ich alles dieses, weil Du mein Gott! Der Du uns endlich wahrhaft, und der Inbegriff aller Vollkommenheiten bist, solches geoffenbaret hast. In dies sem wahren katholischen Glauben betheuerte ich zu leben, und zu sterben; ja ich bin bereit, eher mein Leben darzugeben, als von diesem wahren Glau ben im geringsten abzuweichen. Erhalte mich, o Gott! durch Deine Gnade in diesem Glauben. Die Hoffnung. Ich hoffe, o mein Gott! unerschütterlich auf Deine unendliche Barmherzigkeit, denn nur Du, mein Gott! bist mein Trost, mein Helfer in allen meinen Bedürfnissen der Seele und des Leibes. Ich hoffe durch die unendlichen Verdienste Jesu Christi unsers Herrn Deines eingebornen Sohnes mit festem Vertrauen Verzeihung meiner Sünden. Ich hoffe durch diese Verdienste die Gnade, fromm zu leben, meine Sünden abzubüßen, derselben Ver 277 zeihung und endliche Beharrlichkeit im Guten zu erhalten, und also die ewige Seligkeit zu erlangen. Dieses Alles, o mein Gott! hoffe ich von Dir darum, weil Du dieses Alles versprochen hast, Der Du, unendlich mächtig, mir dieses geben kannst, was Du versprochen; Der Du unendlich gütig, mir dieses geben willst, was Du verheißen; Der Du unendlich getreu bist in Erfüllung Deines Versprechens. Ounendlich mächtiger! o unermeßlich gütiger! o ewig getreuer Gott! stärke mich in dieser Hoffnung. Die Liebe und Reue. Mein Gott! und mein Herr! ich liebe Dich aus ganzem Herzen, weil Du bist das höchste, unendliche, über Alles erhab'ne, aller Liebe und Ehre würdigste Gut. Von ganzer Seele, aus allen meinen Kräften, liebe ich Dich, weil Du wegen Deiner selbst höchst würdig bist, über Alles geliebt zu werden. Den Nächsten, auch meine Feinde, liebe ich, und verzeihe ihnen wegen Deiner, weil mein Nächster Dein Ebenbild ist, und weil mein göttlicher Lehrmeister auch am Kreuze Seine Feinde geliebt hat. In dieser Liebe will ich leben und sterben. O Gott! entzünde in mir das Feuer Deiner Liebe. 278 Aus dieser reinen Liebe bereue ich mit zerknirschtem Herzen alle meine Sünden meines gan zen Lebens, mit welchem ich Dich, Der Du das allerhöchste unendliche, vollkommenste, liebenswürdigste Gut bist, jemals beleidiget habe. Ich hasse und verabscheue sie über alle Uebel mit größtem Mißfallen. Ich wünsche vom Herzen, mein Gott! daß ich dieselben niemals begangen hätte. Ich bitte Dich deßwegen, mein Gott, demüthigst um Verzeihung. Ich nehme mir kräftig vor, mit Deiner Gnade mein Leben zu bessern, die Sünden zu meiden, das Gute zu wirken, Dich bis ans Ende meines Lebens zu lieben und Dir in Allem zu gefallen. O ir in t Gott! stärke meinen Vorsat! He is Litanei von allen Heiligen. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! and Gott Vater vom Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! Söddnd spilind aldiante sp Heilige Maria, Heilige Gottesgebärerin, Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, dolu? Heiliger Michael, Heiliger Gabriel, Heiliger Raphael, 279 Alle heiligen Engel und Erzengel, bittet für uns! Alle heiligen Chöre der seligen Geister, bittet für Heiliger Petrus, Heiliger Paulus, Heiliger Andreas, Bitt für uns! uns! Heiliger Johann der Täufer, bitt für uns! Heiliger Joseph, bitt für uns! uning Alle heilige Patriarchen und Propheten, bittet aspilis, für uns! Heiliger Jakobus, Johannes, Heiliger Heiliger Thomas, Heiliger Jakobus, Heiliger Philippus, Heiliger Bartholomäus, Bitt für uns! 280 Heiltger Matthäus, Heiliger Simon, Heiliger Thaddäus, Heiliger Mathias, Heiliger Barnabas, Heiliger Lukas, Heiliger Markus, Alle heiligen Apostel und Evangelisten, bittet für uns! hondanit Alle heiligen Jünger des Herrn, bittet für uns. Alle heiligen unschuldigen Kinder, bittet für uns. Heiliger Stephanus, bitt für uns. Heiliger Laurentius, bitt für uns. Bitt für uns! Heiliger Vinzentius, bitt für uns. Heilige Johannes und Paulus, bittet für uns. Heilige Fabianus und Sebastianus, bittet für uns. Heilige Kosmas und Damianus, bittet für uns.hê Heilige Gervasius und Protasius, bittet für uns. Heiliger Silvester, Heiliger Gregorius, Heiliger Ambrosius, Heiliger Augustinus, Heiliger Hieronymus, Heiliger Martinus, Heiliger Nikolaus, Bitt für uns! Alle heilige Bischöfe und Beichtiger, bittet für uns. Alle heiligen Lehrer, bittet für uns. Heiliger Antonius, Heiliger Benediktus, Heiliger Bernhardus, Heiliger Dominikus, Heiliger Franziskus, Alle heilige Priester und Leviten, bittet für uns.G Alle heilige Mönche und Einsiedler, bittet für uns. Heilige Maria Magdalena, Heilige Agatha, Heilige Lucia, 281 uns. osobie mild sin Alle Heilige Gottes, bittet für uns, Sei uns gnädig, verschone uns, o Herr! Sei uns gnädig, erhöre uns, o Herr! Von allem Uebel, Von aller Sünde, nis Von Deinem Zorne, 22 Vom gähen und unversehenem Tode, Von den Nachstellungen des Teufels, Heilige Agnes, Heilige Cäcilia, Heilige Katharina, Heilige Anastasia, AYSH Alle Heiligen Jungfrauen und Witwen, bittet für Bitt für uns! o Herr! Bitt für uns! e Erlöse uns, 282 Von Zorn, Haß und allem bösen Willen, spli Von dem Geiste der Unlauterkeit, Von Blitz und Ungewitter, Von Pest, Hunger und Krieg, Von dem ewigen Lode, Durch das Geheimniß Deiner heiligen Menschwerdung, Durch Deine Ankunft, Durch Deine Geburt, Durch Deine Taufe und heilige Fasten, Durch Dein Kreuz und Leiden, Durch Deinen Tod und Begräbniß, Durch Deine heilige Auferstehung, Durch Deine wunderbarliche Auffahrt, Durch die Ankunft des heiligen Geistes, des STOC wollest, Daß Du Deine heilige Kirche regieren und erhalten wollest, Erlöse uns, o Herr! Trösters, Am Tage des Gerichts, $ 12 Wir arme Sünder, wir bitten Dich, erhöre uns. Daß Du unser verschonest, wir bitten Dich, erhöre uns. Daß Du uns verzeihest, Daß Du uns zur wahren Buße bewegen erhöre uns! Wir bitten Dich, 283 Daß Du den apostolischen obersten Hirten und alle Stände der Kirche in Deiner heiligen Religion erhalten wolleſt, Daß Du die Feinde Deiner heiligen Kirche demüthigen wollest, his stan? 23 Daß Du den christlichen Königen und Für sten Frieden und wahre Einigkeit geben wollest, Daß Du dem christlichen Volke Frieden und Einigkeit verleihen wollest, 13 min Daß Du uns selbst in Deinem heiligen Dienste stärken und erhalten wollest, Daß du unsere Gemüther zu himmlischen Begierden erhebest, Daß Du alle unsere Gutthäter mit den ewigen Gütern belohnest, Daß Du unsere und unserer Brüder Freunde und Gutthäter Seelen von der ewigen Verdammniß bewahrest, Daß Du die Früchte der Erde geben und er halten wollest, das schisubi Daß Du allen abgestorbenen Christgläubigen die ewige Ruhe verleihen wollest, millel Daß Du uns erhören wollest, e Wir bitten Dich, erhöre uns! 284 O Du Lamm Gottes, welches Du hinnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr! an O Du Lamm Gottes, welches Du hinnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr! ind 10 O Du Lamm Gottes, welches Du hinnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser, o Herr! Christe höre uns. in ard Christe erhöre uns. Herr erbarme Dich unser. Christe erbarme Dich unser. Herr erbarme Dich unser. Vater unser 2. leg Psalm 69. O Gott, sei bedacht mir beizustehen! Herr, eile mir zu helfen!- Beschämt und zu Schanden sollen werden, die meiner Seele nachstellen. Sie sollen zurückweichen und in Schande stehen, die mir Uebles wollen, da mallo 3 10 Sie sollen bald beschämt abtreten, die meiner spotten und mir Hohn sprechen.15 10 10C Alle aber, die Dich suchen, sollen frohlocken, 285 und sich über Dich freuen, und die Deine Hilfe wünschen, sollen immer sagen: Hochgelobt sei der Herr! mir bei. Ich aber bin bedürftig und arm, o Gott! steh' in mollo die mô Denn Du bist meine Hilfe und meine Rettung; o Herr! verweile nicht zu lange. Die Ehre sei Gott dem Vater, und dem Sohne und dem heiligen Geiste. Wie es war vom Anbeginne, jetzt und allezeit, und in Ewigkeit. Amen. Priester. Rette Deine Diener. Volk. Die auf Dich hoffen, o mein Gott! P. Sei uns, Herr, ein starker Thurm. V. Wieder unsere Feinde. P. Laß den Wiedersacher nichts vermögen wider uns. V. Und das Kind der Bosheit schade uns ferner nicht. P. Herr, handle nicht mit uns nach unseren Sünden. V. Und vergelte uns nicht nach unseren Bosheiten. P. Lasset uns beten für unseren obersten Hirten N. 286 V. Der Herr erhalte ihn, verleihe ihm Leben und Heil auf Erden, und übergebe ihn nicht den Händen seiner Feinde. Lam P. Lasset uns beten für unsere Wohlthäter. V. O Herr! gib allen unsern Wohlthätern um Deines Namens Willen das ewige Leben. P. Lasset uns beten für die abgestorbenen 102 Christgläubigen. V. Herr! gib ihnen die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihnen. P. Lasse sie im Frieden ruhen! lur ni den V. Amen. Afs P. Lasset uns beten für unsere abwesenden Brüder. Am 193 V. O mein Gott, rette Deine Diener, die auf Dich hoffen. P. O Herr! sende ihnen Hilfe von Deinem heiligen Size. dril V. Und von Sion beschüße sie. bin m P. Herr, erhöre mein Gebet. V. Und laß mein Rufen zu Dir kommen. Gebete.*) 287 O Gott! dem das Erbarmen und Schonen immer eigen ist, nimm unser flehentliches Gebet an, damit wir und alle Deine Diener, die wir in Ketten der Sünde liegen, durch Deine erbarmende Güte von denselben gnädigst befreiet werden. Wir bitten Dich, o Herr! erhöre unser demüthiges Gebet und verschone uns, die wir Dir unsere Sünden bekennen, damit wir zugleich Verzeihung und Frieden durch Deine Güte erlangen. O Herr! erzeig uns gnädig Deine unaussprechliche Barmherzigkeit, durch welche wir zugleich von allen Sünden befreiet, und von der Strafe, die wir solche verdienen, gerettet werden. O Gott! der Du durch die Sünde beleidiget, und durch die Buße versöhnt wirst, siehe gnädig auf das Gebet Deines um Gnade flehenden Volkes, und wende die Geißel Deines Zornes, Die *) Diese und die nachstehenden Gebete werden von dem Priester mit lauter Stimme gebetet. 288 die wir für unsere Sünden verdienen, gnädigst von uns ab. Allmächtiger, ewiger Gott! erbarme Dich Deines Dieners N., unsers obersten Hirten, und leite ihn nach Deiner Milde auf dem Wege des ewigen Heiles, damit er durch Deine Hilfe was Dir gefällt begehre, und mit allem Eifer vollbringe. O Gott! von welchem fromme Wünsche, gute Vorsäße und gerechte Werke entspringen, gib Deinen Dienern jenen Frieden, welchen die Welt nicht geben kann, damit unsere Herzen Deinen Geboten ergeben, und gegenwärtige Zeiten durch Deinen Schuß vor Feindes Furcht gesichert und ruhig seien. O Herr! entzünde unser Innerstes mit dem Feuer Deines Geistes, damit wir Dir mit keuschem Leibe dienen, und mit reinem Herzen gefallen mögen. O Gott! Schöpfer und Erlöser aller Gläu bigen! verleihe den Seelen Deiner Diener und Dienerinnen Verzeihung aller Sünden, damit sie die gnädige Nachlassung, welche sie allezeit ges wünscht haben, durch gottseliges Fürbitten er langen. O Herr! wir bitten, komm unseren Handlun 289 gen durch Deine Einsprechungen zuvor, und begleite selbe mit Deiner Hilfe, damit all' unser Beten und Handeln von Dir jederzeit anfange, und wie es durch Dich angefangen hat, also auch durch Dich geendet werde. Allmächtiger, ewiger Gott! der Du über die Lebenden und Abgestorbenen herrschest, und Dich Aller erbarmest, welche Du aus dem Glauben und den Werken für die Deinigen erkennest, wir bitten demüthig, daß die, für welche wir uns vorgenommen haben, unser Gebet zu verrichten, sie mögen nun noch auf dieser Welt im Leben oder bereits davon abgeschieden sein, durch die Fürbitte aller Deiner Heiligen nach Deiner Gütigkeit Verzeihung aller ihrer Sünden erlangen mögen; durch unsern Herrn Jesum Christum, Deinen Sohn, der mit Dir lebet und regieret in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Gebet für den Landesfürsten. O Gott: Du Beschüßer aller Reiche, verleihe Deinem Diener, unsern Kaiser N., daß er damit Deine fiegreiche Macht erkenne und verehre, er durch Deinen Schuß jederzeit mächtig sei; so, 19 290 wie er durch Deine Anordnung Landesfürst gewor den ist. Durch Jesum Christum, Deinen Sohn, der mit Dir lebet und regieret in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Gebet für das allgemeine Anliegen der ganzen Christenheit. Allmächtiger, ewiger Gott! Herr, himmlischer Vater! siehe mit den Augen Deiner unendlichen Barmherzigkeit auf der Deinigen Jammer, Elend und Noth. Erbarme Dich aller Christgläubigen, für welche Dein eingeborner Sohn, unser Herr und Heiland, Jesus Christus, in die Hände der Sünder freiwillig gekommen ist, und sein kostbares Blut am Kreuze vergossen hat. Durch diesen Herrn Jesum wende ab, gnädigster Vater, die wohlverdiente Strafe! gegenwärtige und zukünftige Gefahren, schädliche Empörung, Krieg, Theuerung, Krank heiten und betrübte, mühselige Zeiten. Erleuchte auch und stärke in allem Guten geistliche und weltliche Obrigkeiten, damit sie Alles befördern, was zu Deiner göttlichen Ehre, zu unserem Heile und insgemein zum Frieden und zur Wohlfahrt der Christenheit gedeihen mag. Verleihe uns, o Gott 291 des Friedens echte Vereinigung im Glauben, ohne alle Spaltung und Zertrennung.- Lenke unsere Herzen zur wahren Buße und Besserung des Lebens; zünde in uns das Feuer Deiner Liebe an. Erfülle uns mit eifrigem Verlangen nach Allem, was recht ist, damit wir als gehorsame Kinder im Leben und Sterben Dir angenehm und wohlgefällig seien. Wir bitten auch, wie Du willst, o Gott! daß wir bitten sollen, für unsere Freunde und Feinde, für Gesunde und Kranke, für alle betrübte und leidende Christen, für die Lebenden und die Verstorbenen. Dir sei auf immer empfohlen, o Herr! all' unser Thun und Lassen, unser Handeln und Wandeln, unser Leben und Sterben. Laß uns nur Deine Gnade hier ge= nießen, und dort mit allen Auserwählten erlangen, daß wir in der ewigen Freude und Seligkeit Dich loben und ehren mögen. Dies verleihe uns, Herr, himmlischer Vater! durch Jesum Christum, Deinen Sohn, unsern Herrn und Heiland, welcher mit Dir und dem heiligen Geiste gleicher Gott lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Für die allgemeinen Bedürfnisse fünf Vater unser und fünf Ave Maria. - - 19* 292 Kirchengesänge. op ein sin almad Meßgesang. 3um Introitus. 1. Wir werfen uns darnieder, Vor Dir, Gott Sabaoth! Erhöre uns're Lieder, Da wir nach dem Gebot Dir dieses Opfer bringen; Verleihe nun, daß wir Es andachtsvoll besingen, Und wohlgefallen Dir. 2. Den Tag vor Jesu Leiden, Beim letzten Abendmahl, Indem Er wollte scheiden Aus diesem Jammerthal, Hat Er das Brot gebrochen, Und ausgetheilt den Wein, Gesegnet und gesprochen: Dieß thut, und denket Mein. inf dms 3. Er sprach: Nehmt hin und esſet, adj Dieß ist Mein Fleisch und Blut, Damit ihr nicht vergesset, Was Meine Liebe thut; Mich opfernd will ich sterben Am Kreuz zum Heil für euch, ung s Wer an mich glaubt, soll erben Mit Mir das Himmelreich. 4. O Herr! dieß Opfer steige Zu Dir mit Wohlgeruch, Damit Dein Herz sich neige Zu Deines Volks Gesuch! Wir opfern nicht mehr Kälber, Wie Aaron hat gethan, Nein, Jesum Christum selber, Der uns versöhnen kann. 3um Gloria. 1. Gott Vater, Dir gehöret 293 0 Lob, Ruhm und Dank und Ehr', Was unsere Ruhe störet, Verstatte nimmermehr; 1:08 294 Auf Erden laß uns grünen Den Frieden jederzeit, is Daß wir Dir fröhlich dienen, in Von Furcht und Angst befreit. on to ha 3um Evangelium. 102 2. Der Du der Menschen Sünden Gebüßt am Kreuzesstamm, Laß uns Erbarmung finden, A O Jesus, Gotteslamm! Gelobt mit Mund und Herzen Seift Du, Gott heil'ger Geist: 8 Der Du in Angst und Schmerzenst diume Den Frommen Trost verleihst. 1. Aus Gottes Munde gehet Das Evangelium; Auf diesem Grunde stehet Das wahre Christenthum. Gott selber hat's gelehret, ol Der nicht betrügen kann; Wohl dem, der's gerne höret, Und es nimmt willig an. 12 2. Sein Wort zeigt uns die Wege Zum Himmelreiche an, Es weiset uns die Stege, Zu gehen diese Bahn. Herr! drücke Deine Worte Tief in die Herzen ein, Daß wir zur Himmelspfortei de 10& Zu kommen würdig sei'n. Zum Credo. Sun 12 1. Wir glauben und bekennen, Daß aus höchst weisem Rath Gott, denn wir Vater nennen, Die Welt erschaffen hat; Von ihm ist ausgegangen Sein Sohn, der Jesus heißt, Der ward als Mensch empfangen Durch Gott, den heil'gen Geist. 2. Maria hat geboren Als Jungfrau dieses Kind Sonst wären wir verloren, Wir, die wir Sünder sind; 295 sie 296 Er litt an Leib und Sele, ti to Schloß sterbend Seinen Lauf, Stand aus des Grabes Höhle it Am dritten Tage auf. 3. Er ward hinauf genommen Zu Gottes rechter Hand, minnot Wann Er wird wieder kommen, Ist uns zwar nicht bekannt Doch kommt Er einst, zu rächen, Und wird vor Seinem Thron Ein billig's Urtheil sprechen, Zur Strafe und zum Lohn. 4. Wir glauben nicht alleine, Daß eine Kirche set, Wir stimmen der Gemeine Der Heiligen auch bei. Die Sünde wird vergeben Durch Christi Diener hier; Der Leib steht auf zum Leben, Geht ein zur Himmelsthür. be s g her wios ime 3um Offertorium.dll 1. Herr, laß doch diese Gaben Dir wohlgefällig sein, Die wir geopfert haben, 297 Es ist zwar Brot und Wein; Doch wird's verwandelt werden van find In Christi Fleisch und Blut, Das ist uns hier auf Erden Und den Verstorb'nen gut. 2. Wir opfern Dir den Willen, Herz und Gedanken auf, Hilf uns, daß wir erfüllen In unserm Lebenslauf, Was Du uns, Deinen Kindern, Zu thun befohlen haft; Nimm weg, was uns kann hindern, Nimm weg die Sündenlast. fed u adidld te 3. Wir legen Dir zu Füßen Auch unser Hab und Gut, Und was wir hier genießen: Das Leben, Leib und Blut, 298 Gib uns bald kühlen Regen, Bald warmen Sonnenschein. Und laß durch Deinen Segen Die Felder fruchtbar sein. pin 3um Sanktus. 1. Laßt uns gen Himmel schwingen, Zum Helfer in der Noth, Und dreimal heilig fingen i Dem Herrn Gott Sabaoth. Herr! Himmel und auch Erde Sind voll von Deinem Ruhm, Hilf, daß bekehret werde Das blinde Heidenthum. 2. Daß wir hernach zusammen Dir uns're Herzen weih'n, Und voll von Liebesflammen Dir ein Hosanna schrei'n. Herr! der in Deinem Namen Kommt, sei gebenedeit; Die Engel sagen: Amen! Jetzt und in Ewigkeit. hee # 2 fitne 0 2008 09 ne Nach der Wandlung. 1. Hier bet' ich auf den Knien, Verborg'ner Gott! Dich an. Ich will mich nicht bemühen, Das, was Du hier gethan, Durch Sinne zu begreifen; Dein Wort muß mir allein, Um hier nicht auszuschweifen, DE D Der Grund des Glaubens sein. 2. Die Gottheit war bedecket Allein am Kreuzaltar! Hier aber ist verstecket Die Menschheit auch sogar, Dieß Denkmal Deiner Güte, Dieß wahre Himmelsbrot Erinnert mein Gemüthe, O Herr! an Deinen Tod. 3. Wasch' mich von meinen Sünden, O Jesu, durch Dein Blut, Und laß mich Gnade finden, Du allerhöchstes Gut! 299 re ng 300 Laß bald den Vorhang fallen, Erschein' im vollen Licht, Und zeige mir und Allen, Dein glänzend Angesicht. die and and thin the The Of Bum Agnus Dei. 1. Erfreu't euch fromme Seelen, Ein Wunder ist gescheh'n; Der Herr will sich verhehlen, Kein Auge kann Ihn seh'n. In Brot- und Weinsgestalten Ist Jesu Fleisch und Blut nisl Auf dem Altar enthalten, Dieß größte Seelengut. 2. Verdeckt ist hier zu finden Das wahre Gotteslamm, So aller Menschen Sünden an O Getilgt am Kreuzesstamm. Es ist der Seelen Speise, obim 1385 Wie uns der Glaube lehrt, Sie nährt uns auf der Reise, Und wird doch nicht verzehrt. 3. Wenn wir das Leben schließen, Und dieses Himmelsbrot Recht wohl bereitet genießen, E So kann der bitt're Tod Uns Christen nicht erschrecken, Es ist ein Unterpfand, Daß Gott uns wird bedecken Mit Seiner starken Hand. 4. Herr Jesu! Deiner Liebe Sei Ehre, Lob und Dank! Weil Du, nach ihrem Triebe, Zur Speise und zum Trank Dein Fleisch und Blut gegeben, s 11002 In Brotsgestalt verhüllt, Daraus für uns das Leben Und reine Freude quillt. 301 3. Entzünd' in uns Verlangen Nach diesem Sakrament; Herr! laß es uns empfangen, Wenn sich die Seele trennt. Laß uns in Frieden fahren, Von allen Sünden rein, Zu Deinen Engelschaaren, Und ewig bei Dir sein! 302 Bum Segen des Priesters. thait 1. Da wir nunmehr gehöret Die Messe, wie man soll, So sei auch Gott geehret! Er mach' uns segensvoll, Und laß es sich gefallen, Was wir allhier gethan; Es bleibe bei uns Allen, So sind wir wohl daran! 2. Gott wolle uns behüten, Daß uns an diesem Tag' Des bösen Feindes Wüthen Nicht schädlich werden mag; ni Er laß uns ohne Sünden Einst stehen vor Gericht, Damit wir Gnade finden Vor Seinem Angesicht. 5 303 3 weiter Meßgesang. Was mit kleineren Buchstaben gedruckt ist, muß mit leiserer Stimme gesungen werden. 3um Kyrie, 1. Hier liegt vor Deiner Majestät Im Staub die Christenschaar, Das Herz zu Dir, o Gott! erhöht Die Augen zum Altar. Schenk uns, o Vater! Deine Huld, Vergib uns uns're Sündenschuld; O Gott! von Deinem Angesicht Verstoß uns arme Sünder nicht! 18 2. Wir haben, Herr! Dein Gut verschwend't Wie der verlorne Sohn; Die Sünde hat uns so verblend't; Doch schau von Deinem Thron Mitleidig her auf unsern Schmerz, Verwirf nicht ein zerknirschtes Herz; Entzieh' die Vaterhuld uns nicht, Und sende uns Dein Gnadenlicht, Dein Gna- den- licht, Dein göttlich's Gnadenlicht. 304 3. Wir sind ja Deiner Hände Werk, Der Schöpfung Unterthan, O gib uns Schwachen Kraft und Stärk, Sieh' uns in Gnaden an! Hier bringen wir auf dem Altar Dir ein Versöhnungsopfer dar. O Gott, der Werth des Bluts ist groß, Das einst Dein Sohn für uns vergoß, Für uns- ver- goß, Am Kreuz für uns vergoß. 3um Gloria. Gott soll gepriesen werden Sein Nam' gebenedeit, Im Himmel und auf Erden, Jetzt und in Ewigkeit! Lob, Ruhm und Dank und Ehre Sei der Dreieinigkeit! Die ganze Welt vermehre, Gott! Deine Herrlichkeit! 13um Evangelium. 12 Aus Gottesmunde gehet Das Evangelium; the Auf diesem Grunde stehet Das wahre Christenthum. Dort selbst ist's, Der uns lehret, Der Weis- und Wahrheit ist: Der Seine Lehren höret, Wie glücklich ist der Christ! 125 3um Credo. 1. Allmächtiger! vor Dir im Staube Bekennt Dich Deine Creatur! O Gott und Vater! ja, ich glaube An Dich, Du Schöpfer der Natur! Auch an den Sohn, Der, ausgegangen Von Dir geboren ewig war; Den, von dem heil'gen Geist empfangen, Die reinste Jungfrau uns gebar. 2. Und Jesus Christus ist gekommen, Daß er versöhne uns mit Gott! Er hat die Schuld auf sich genommen, Und litt für uns den Kreuzestod; Erstand, besiegte Tod und Hölle, Fuhr zu des Vaters Rechten auf, Und wird als Richter jeder Seele Einst prüfen unsern Lebenslauf. 20 305 306 3. Ich glaube, Gottes Geist regieret Die wahre Kirch' und Christenheit; Ein büßend' Schaf, daß sich verirret, ne Flieht hin zu der Barmherzigkeit. Am großen Tag wirds Fleisch erstehen; Jeßt, Heilige! helft insgemein, Daß wir mit euch zum Leben gehen, Miterben Christi ewig sei'n. 3um Offertorium. 1. Nimm an, o Herr! die Gaben Aus Deines Priesters Hand, Wir, die gesündigt haben, Weih'n Dir dieß Liebespfand. Für Sünder hier auf Erden In Aengsten, Kreuz und Noth Soll dieß ein Opfer werden Von Wein und reinem Brot! 2. Nimm gnädig dieß Geschenke, Dreieinig großer Gott! Erbarm' Dich unser, denke An Christi Blut und Tod. 3 Sein Wohlgeruch erschwinge Sich hin zu Deinem Thron, Und dieses Opfer bringe Uns den verdienten Lohn. 3um Sanktus. 1. Singt: Heilig, heilig, heilig Ist unser Herr und Gott! Singt mit den Engeln: Heilige Bist Du Gott Sabaoth! Im Himmel und auf Erden Soll Deine Herrlichkeit Gelobt, gepriesen werden Jetzt und in Ewigkeit! 2. Wir singen froh zusammen, Von ganzer Seel' erfreut: Der kommt in's Herren Namen, Der sei gebenedeit! Hasanna in der Höhe! Gepriesen sei der Herr, Dem großen Gott geschehe Sein Lob von Meer zu Meer, 20 307 308 Nach der Wandlung. 1. Sieh', Vater von dem höchsten Throne, Sieh' gnädig her auf den Altar! bl Wir bringen Dir in Deinem Sohne Ein wohlgefälligs Opfer dar. Wir flehn durch Ihn, wir, Deine Kinder, Und stellen Dir Sein Leiden vor: Er starb aus Liebe für uns Sünder; Noch hebt Er's Kreuz für uns empor. Noch hebt Er's Kreuz für uns empor. 2. Er hat für uns Sich dargegeben, Für alle Menschen insgesammt, Beim Vater, daß wir ewig leben, Vertritt er jetzt das Mittleramt; O Jesu! höre unsere Bitte: Steh' unserer Schwachheit immer bei, Auf daß Dein Leben, Deine Güte, An uns niemal verloren sei, An uns niemal verloren sei. 3um Agnus Dei. Betrachtet Ihn in Schmerzen, Wie Er Sein Blut vergißt! Seht, wie aus Jesu Herzen Der letzte Tropfen fließt; si 100 Er nahm hinweg die Sünden, Er nahm all' unsere Schuld; Bei Gott läßt Er uns finden: bd fill#C Den Frieden, Seine Huld.is bul 3 be 3ur Communion, O Herr! ich bin nicht würdig, O Herr! ich bin nicht würdig, Zu Deinem Tisch zu geh'n! Du aber mach' mich würdig! Du aber mach' mich würdig! Erhör' mein kindlich Fleh'n! O stille mein Verlangen, Du Seelenbräutigam! Im Geist Dich zu empfangen, id 3000 Im Geist Dich zu empfangen, Dich, wahres Dich, wahresDich, wahres- Dich, wahres Dich, wahres Osterlamm! 309 bux je bild Q aid our digne 3um letzten Segen. Nun ist das Lamm geschlachtet, Das Opfer ist vollbracht, Q 310 Wir haben jetzt betrachtet, Gott, Deine Lieb' und macht! Gott! Deine Gott! Deine Gott! Deine Lieb und Macht! Du bist bei uns zugegen; Aus Deinem Gnadenmeer Ström' uns Dein Vatersegen - - Durch dieses Opfer her! Durch dieses Opfer her! Dritter Meßgesang. Beim Eingange. Hier wirft im Staub vor Dir sich hin, O Gott, die Christenschaar! Zu Dir erhebt sich Herz und Sinn, Das Auge zum Altar. O blick auf uns mit Vaterhuld, Vergib uns die bereute Schuld, Verstoß von Deinem Angesicht, O Gott! uns arme Sünder nicht! Verstoß uns nicht! Verstoß uns Sünder nicht! 1363 a Beim Gloria. Gott soll gepriesen werden Auf Seinem höchsten Thron, Und Friede sei auf Erden Der guten Menschen Lohn. Wir loben, ehren Alle Dich, o Dreieinigkeit Und unser Dank erschalle Bis an das End' der Zeit.is@@ Beim Evangelium. Es kommt aus Gottes Munde Das Evangelium, Und nur auf diesem Grunde Steht wahres Christenthum. Herr! laß uns niemals kehren, Durch Deiner Feinde List, Das Ohr zu falschen Lehren, Dieß fleht der wahre Christ. Beim Credo. Allmächtiger! vor Dir im Staube Bekennt Dich Deine Creatur, 311 ond duil 312 O Gott und Vater! ja, ich glaube An Dich, Du Schöpfer der Natur An Deinen Sohn, Den, rein empfangen. Die heil'ge Jungfrau uns gebar; 1019 Und an den Geist, der ausgegangen dull Von Beiden stets mit Beiden war. Beim Offertorium. Nimm an, o Herr, die Gaben nigu dulf Von Deines Priesters Hand; Die Dich beleidigt haben, Versöhne dieses Pfand, Bald bleiben nur Gestalten Von diesem Brot und Wein, Und das, was sie enthalten, Wird Seelenspeise sein. Bewegt von dem Geschenke, Dreieinig großer Gott! Erbarme Dich und denke Wer sich für uns erbot; Der sich zum Opfer bringet Vor Deinen Gnadenthron, Zum Vaterherzen dringet Ist Dein geliebter Sohn. temot 80 bu g Beim Sanktus. d dur O finget: Dreimal heilig Ist Herr Gott Sabaoth! Dreieinig, unzertheilig Ist unser Herr und Gott! Es glänzet Seiner Ehren Die ganze Schöpfung voll. O daß uns Engel lehren, Wie man ihn preisen soll. Um Engeln nachzuahmen, Singt unser Geist erfreut: Der kam in Gottes Namen, Der sei gebenedeit, Hosanna schallt es oben, Hosanna singen wir, Und beten an und loben, Und staunen, Herr! vor Dir. in 313 mie MO he tine tin Nach der Wandlung. Sieh', Vater! von dem höchsten Throne, Sieh gnädig her auf den Altar, n Wir bringen Dir in Deinem Sohne Ein wohlgefällig's Opfer dar. 314 Wir fleh'n durch Ihn, wir, Deine Kinder, Und stellen Dir Sein Leiden vor: Er starb des Todes Ueberwinder, Stand auf und fuhr zu Dir empor. Er hat für uns Sich dargegeben, Für alle Menschen insgesammt! Vertritt, damit wir ewig leben, Beim Vater jetzt das Mittleramt. O Jesus! laß uns Huld erwerben, Steh unsrer Schwachheit immer bei, Damit Dein Leben und Dein Sterben Ja nicht an uns verloren sei. i m Beim Agnus Dei. Betrachtet Ihn in Schmerzen, Wie Er Sein Blut vergießt! Seh't, wie aus Jesu Herzen Der letzte Tropfen fließt! Er fließt uns anzukündene Das wahre Gotteslamm, Das liebreich alle Sünden Von unsern Seelen nahm. Bei der Communion. Wie soll, o Herr! ich's wagen, An Deinen Tisch zu geh'n! Du darfst ein Wort nur sagen, Um mich gesund zu seh'n. O stille mein Verlangen, Du einzig's Seelengut! Im Geiste zu empfangen Dein wahres Fleisch und Blut. 315 Viel is@ du ale Nach der Communion. Nun ist das Lamm geschlachtet, Das Opfer ist vollbracht, Nun haben wir betrachtet, shis Gott, Deine Lieb' und Macht, Die bleib' uns stets zugegen; Aus Deinem Gnadenmeer Ström' uns Dein Vatersegen Durch dieses Opfer her. 0 316 Meßgesang für die Schuljugend. Staffelgebet. Vater sieh' uns Kleine an, ladih G Die wir Deinem Throne nah'n; Unsrer Jugend Zarte Tugend Stimmet Dir ein Loblied an; Hoffnungsvoll erheben wir Uns're Stimmen, Herr, zu Dir; Obgleich Sünder, Deine Kinder Rufen dennoch: Vater! hier. Zum Kyrie. Gott der Vater, höre uns! Gottes Sohn, erhöre uns! Schenk' uns Armen Dein Erbarmen! Heil'ger Geist, komm' über uns. disid 12 3um Gloria. E Ehre sei Gott in den Höh'n, Der uns Seine Macht ließ seh'n Das im Frieden Schon hiernieden Alle Guten vor Ihm geh'n. 3um Evangelium. Eine Freudenbotschaft ist Uns Dein Wort, Herr Jesu Christ! Es erleuchtet Und erweichet Jedes Herz, in das es fließt. 3um Credo. Ich bekenn' und glaube treu, Daß Gott Vater Schöpfer sei; Von den Bösen Zu erlösen Jesus Mensch geworden sei; Ich bekenn' und glaube fest, Daß am Kreuze ich erlöst; 317 10 C 318 3um Offertorium. Am Altare opfern wir Durch des Priesters Hände Dir Uns're Gaben; Was wir haben, Kommt ja Alles nur von Dir. Dieses Brot und dieser Wein Laß durch Dich geheiligt sein; Jesus wollte, Daß es sollte Seines Todes Denkmal sein. 3um Sanktus. Laß uns rufen bis zum Tod, Wie der Engel singt vor Gott, Heilig, heilig Immer heilig mate Ist der Herr Gott Sabaoth. sd meg. Nach der Wandlung. Der Du in dem Himmel wohnst, da Ewig, mächtig, heilig thronst, Sieh' es finden Uns're Sünden Einen Mittler, daß Du schonst. Blick herab auf den Altar, Jesus bringt sich selber dar; Seine Leiden, Sein Verscheiden, Alles bringt Er für uns dar. 3um Agnus Dei. Seht das wahre Gotteslamm, Seht der Seelen Bräutigam, Der das Leben, Uns zu geben, Aus dem Schooß des Vaters kam. Vor der Communion. Christen! seid auf euerer Hut; Prüfet eure Herzen gut. Es enthalten Die Gestalten Christi wahres Fleisch und Blut. Dieses wundervolle Brot 319 Top C 20 320 Ist der Mensch geword'ne Gott! Gleicher Weise Eine Speise, Wirket Leben oder Tod. Du, der Gott und Schöpfer bist, Kommst zu dem, der sterblich ist? O verweile noch, und heile Erst mein Herz, das sündhaft ist. Nach der Communion. Bleib' in mir und heil'ge mich, Nähr' zum ew'gen Leben mich. O beglücke und erquicke Auch vor meinem Ende mich. flutt 3um Segen des Priesters. d tull Heute Gott! verlaß uns nicht, Hilf uns durch Dein Gnadenlicht Deinen Willen Treu erfüllen, Bis Du rufest zum Gericht. Laß in Deinem Schuß uns steh'n. Und verleih' auch Wohlergeh'n. Unsern Freunden, unsern Feinden, Todten und Lebendigen. es un dis) Enfa ANC Predigtlied. Smjuk 1. In Gott des Vaters und des Sohn's, Und Seines Geistes Namen Sprecht hier am Fuße Seines Throns, O Christen! freudig: Amen. Sprecht Amen! und bereitet euch Nach eures Meisters Lehren, Den Vater in dem Himmelreich Mit Bitten zu verehren. 321 he me ar shifro 2. O Vater unser! der Du biſt Im Himmel und auf Erden! Dein Name, Der so liebvoll ist, Soll stets geheiligt werden! Dein Reich, vom Anbeginn der Welt Bereitet allen Frommen, Das laß, wenn dieser Staub zerfällt, Für uns auch einstens kommen. the ne 3. So wie auf jeden Wink von Dir Die Himmelsgeister sehen; So soll auch unter Menschen hier Dein Wille stets geschehen! 21 322 Das Brot, das uns're Seele nährt, Um Dir, o Gott! zu leben, Auch jenes, das der Leib begehrt, Sei täglich uns gegeben! 4. Vergib uns, Vater! jede Schuld, Die wir vor Dir bereuen; So wie wir Alle mit Geduld Den Schuldigern verzeihen! Ersticke, wenn Versuchung droht, In uns des Bösen Samen! Erlös uns jetzt und einst, o Gott! Von allem Uebel. Amen. Christenlehrlied. Vor dem Anfange. Heil'ger Geist, komm' zu verbreiten Ueber uns dein Gnadenlicht, Daß wir immer weiter schreiten Im Erlernen uns'rer Pflicht! Mache uns zum Lernen Lust, Hilf, daß wir in uns'rer Brust Das Erlernte wohl behalten Und im Guten nie erkalten. Am Ende. O Gott, segne diese Lehren, Die des Katecheten Mund Deinen Kindern machte fund, Uns zum Heil und Dir zu Ehren, Präge sie durch Deinen Geists bilde -Tief in's Herz, daß wir im Leben Stets zu handeln uns bestreben, ne Wie es Dein Gebot uns heißt. # 2 Zum Segen mit dem hochwürdigsten Gute. 1. Segne, Jesu! Deine Herde, Welche Dir zu Füßen fällt, Und die Güter dieser Erde 323 Nur von Deiner Gnad' erhält. Herr! Dein theures Fleisch und Blut Ist das größte Seelengut, Welches würdig zu empfangen, Wahre Christen stets verlangen. 21* 324 2. Den die Brotsgestalt bedecket, Der Du unser Heiland bist, Den die Liebe hier verstecket, Gib uns Segen, Jesu Christ!#a Mach' verstockte Herzen weich, 2 od 2 Und an wahrer Tugend reich, dia mais Stärk' uns auch mit dieser Speiſen auf Endlich zu der Himmelsreise.dasphat 3. Der Du hast für uns gelitten, d Und von Sünden machtest frei: ass Ach, gewähre, was wir bitten, Segne, Herr! und steh' uns bei, Daß wir in der Todeszeit, In dem allerschwersten Streit Alle Feinde überwindend timnogo muß Und durch Dich das Leben finden. Zweites Liedi dall auft heiligen Segen. Vor dem Segen. and C 1418 zum Wir ehren dich, lebendiges Engelsbrot! O wahrer Mensch zugleich und großer Himmelsgott! Heilig, heilig, heilig, Heilig, überheilig Ist Jesus Christus ohne End', In dem heil'gsten Sakrament. Nach dem Segen. Verlaß uns nicht, o Herr! Jesus, Du Süßester, Jesus, Du Süßeſter, Verlaß uns nicht, o Herr! Gelobt sei der Name Jesu, Und der Name Maria, Von jetzt an bis in Ewigkeit. Drittes Lied. Whe Heilig, heilig, heilig, Du bist allzeit heilig! Sei gepriesen ohne End' no In dem heil'gsten Sakrament. 325 2018 het d 1. Wir ehren Dich, verhüllter Wundergott, Und fleh'n zu Dir um Hilfe in der Noth! 10 326 2. Ach, speise uns mit Deinem Fleisch und Blut, Segne uns, o allerhöchstes Gut Heilig, heilig, heilig, Du bist allzeit heilig! Sei gepriesen ohne End', In dem heil'gsten Sakrament. 3. Ach, höre uns, schaff' uns're Seele rein, Daß wir, Dein Volk, auch Deiner würdig sel'n Heilig, heilig, heilig, Du bist allzeit heilig! Sei gepriesen ohne End', In dem heiligsten Sakrament. 10 I. Adventlied. 1. Thauet, Himmel! den Gerechten, Wolken, regnet ihn herab! Also rief in langen Nächten e Einst die Welt, ein weites Grab. In von Gott gestraften Gründen is. Herrschten Satan, Tod und Sünden, Fest verschlossen war das Thor Zu des Heiles Erb' empor. 121 2. Doch der Vater ließ sich rühren, Daß er uns zu retten sann, Um den Rathschluß auszuführen Trug der Sohn sich freudig an. Gabriel flog schnell hiernieder, bilgi Kehrte mit der Antwort wieder: Sieh', ich bin die Magd des Herrn, Was Er will, erfüll' ich gern. 3. Dein Gehorsam ist mein Leben, Jungfrau, demuthsvoll und keusch! Gottes Geist wird dich beschweben, Und des Vaters Wort wird Fleisch. Menschen! betet an im Staube! Weh' der Höll' und ihrem Raube! Aber Adams Kinder wohl! Weil ein Heiland kommen soll. 4. Einen Zuruf hör' ich schallen: Brüder! wacht vom Schlummer auf, Denn es naht das Heil uns Allen, Nacht ist weg, der Tag im Lauf! O dann fort mit allen Thaten, 19.8 dife 327 10 Die die Nacht zur Mutter hatten!@ Künftig ziehe Jedermann d Nur des Lichtes Waffen an! 328 5. Laßt uns wie am Tage wandeln! Nicht in Fraß und Trunkenheit; 3 Nicht nach Fleischbegierden handeln: aff Weit verbannt sei Zank und Neid; Jenem gänzlich nachzuarten, Dessen Ankunft wir erwarten, Dieses ist nun uns're Pflicht, ald So wie Sein Apostel spricht. 6. Welterlöser! ich erfülle Deines treuen Knechtes Rath; Komm' in meines Fleisches Hülle, Wie Dein Both' verkündet hat. Komm' und bringe mir den Frieden! Menschen ist er nur beschieden, Die von gutem Willen sind; Komm', ich bin es, göttlich Kind! II. Adventlied. 1. Maria! sei gegrüßet, Du lichter Morgenstern! Der Glanz, der dich umfließet, Verkündet uns den Herrn; Von jeder Makel rein, Sollst du zum Menschenheile, Des Höchsten Mutter sein.. 2. Dein Gott, zu dir gewendet, Ertheilet den Befehl; Es eilt, von Ihm gesendet, Der Engel Gabriel. Er spricht: o gnadenvoll, Gesegnet unter Weibern! Der Herr bedenkt dein Wohl. 4. Er will, du sollst empfangen, Bekommen einen Sohn, Der wird durch ihn gelangen Auf David's Vaterthron. 329 0 dall diliml Bo si apli 3. Dieß konntest du nicht fassen, il Ca Und batest ihn dabei, Dich recht versteh'n zu lassen, sch Was diese Botschaft ſei. Maria, zitt're nicht! i de Den du hast Huld gefundene be Vor Gottes Angesicht.p C 330 Des Höchsten Sohn zugleich, Und Jesus soll Er heißen, Unendlich ist Sein Reich. 5. Wie soll denn dieß geschehen? Ich kenne keinen Mann. O Jungfrau! du wirst sehen, Was Gottes Allmacht kann. Er sendet seinen Geist, da Der wird dich überschatten, Damit du Mutter ſeiſt. 6. In ihren alten Tagen Kann auch Elisabeth Von Seinen Wundern sagen, Die nun gesegnet geht. Sie hieß zwar unfruchtbar! Doch Dem ist nichts unmöglich, Der sein wird, ist und war. 10 3 7. Da sprachst du tief geneiget: Ich bin des Höchsten Magd Was du mir angezeiget, Das sei, wie du gesagt. dien? Jull 03 O freud envolles Wort! Der Bote Gottes eilte Mit seinem Auftrag fort. 8. Von seines Vaters Freuden Kam jetzt das Wort herab, Für Sünder hier zu leiden, Zu suchen Tod und Grab. Er wählte deinen Leib, Mit Fleische sich zu kleiden, Gebenedeites Weib! 9. Den Schatz, den du empfangen, O bring' Ihn bald zur Welt! Wir warten mit Verlangen, Denn Er ist jener Held, Der uns're Bande bricht, Und aus des Todes Schatten Uns rufet in das Licht. 10. Dieß Lied sei dir gesungen, Des Heils Gebärerin! Mit dir ergeb'nen Zungen, de 331 Mit dir ergeb'nem Sinn. m2 0 fé 332 Dein hochgelobtes Pfandloom dessi C Führ' uns auf deinen Fürspruch Hinauf in's Vaterland! Weihnachtslied. 1. Dieß ist der Tag von Gott gemacht, 16 Ich will mich herzlich freuen! de 19 Auch mich hat heut' der Herr bedacht, Ich will ihm Lieder weihen! Das Heil, das aus der Jungfrau Schooß Heut' allen Adamskindern sproß, Ist auch für mich geboren. Vor Seine Krippe sink' ich dann, Und bete meinen Heiland an, In Wonne ganz verloren. 2. In meiner Bildung liegt er hier, Den keine Namen nennen. O Gott! o Kind! geläng! es mir, Die Gutthat ganz zu kennen. Du stiegest von dem Thron herab, Den Dir mit sich Dein Vater gab, in 4 198 G Um hier für mich zu leiden! e flota Du wählest- mir zu nüßen- heut' Für Ueberfluß die Dürftigkeit. Den Stall für Himmelsfreuden. 3. Du weinst, mein Jesu! sei gegrüßt, O gnadenreiche Zähre! Sei mir mit Ehrfurcht aufgeküßt, O Tropfen aus dem Meere! Das einstens blutig strömen soll, Für mein und aller Sünder Wohl Sei auch für mich geweinet! Erwärme falter Christen Herz, Das ihres Heilands ersten Schmerz Nicht zu empfinden scheinet. 333 im fal 4. Das meine soll Dein Wohnplaß sein, e Geliebtester aus Allen! Es soll, wie neugeschaffen, reine.00€ Von Engeltrieben wallen. Komm aus der Krippe, komm zu mir! Bring echte Frömmigkeit mit dir, Und wahre Christensitten! Und noch nicht Richter, noch ein Kind! Dieß macht mich hoffen: Kinder sind Ja leichter zu erbitten! - 198 334 5. Du kehrtest einst in Majestät, Vom Engelheer umringet, ale NO Wenn diese Welt zu Trümmern geht, s Der Staub aus Gräbern dringet: mo Dann muß auch ich hin in's Gericht, Allweiser! vor Dein Angesicht, Von Furcht und Angst durchdrungen; O sprich dann: ich erkenne Dich, Du hast vor meiner Krippe mich Mit Inbrunst einst besungen. I. Fastenlied. 3510 1. Laß mich Deine Leiden singen, Dir des Mitleids Opfer bringen, m Unverschuldtes Gotteslamm! mipt Das von mir die Sünde nahm. Jesu! drücke Deine Schmerzen, 100 Tief in aller Christen Herzen! Laß mir Deines Todes Pein Trost in meinem Tode sein! 2. Jn's Gericht für Menschen treten, Zum erzürnten Vater beten, Seh' ich Dich, mit Blut bedeckt, Auf dem Delberg hingestreckt. Jesu! drücke Deine Schmerzen u. f. w. 3. Dich zu binden und zu schlagen, Zu beschimpfen und zu plagen, Nahet sich der Feinde Schaar, Und Du gibst Dich willig dar. Jesu! drücke Deine Schmerzen u. s. w. 4. Von den Richtern, die Dich hassen, Wilden Kriegern überlassen, Strömet Dein unschuldig Blut Unter frecher Geißeln Wuth. Jesu! drücke Deine Schmerzen u. s. w. 5. Unter lautem Spott und Hohne Seh' ich eine Dornenkrone, Die, mein Heiland! scharf gespißt, Deine Stirne schmerzlich rigt. Jesu! drücke Deine Schmerzen u. s. w. 6. Wundervoll, erblaßt, entkräftet, An das Opferholz geheftet, Seh' ich, wie ein Gottmensch stirbt, Und den Sündern Heil erwirbt. Jesu! drücke Deine Schmerzen u. f. w. 335 336 7. Heiland meine Missethaten Haben Dich verkauft, verrathen, Dich gegeißelt und gekrönt, An dem Kreuze Dich verhöhnt. Ach, es reuet mich vom Herzen! Laß, mein Heiland! Deine Schmerzen, Deines Mittlertodes Pein Nicht an mir verloren sein. 1. Selig, himmlisch ist das Leben Dessen, dem die Sünd' vergeben, Der nun Gott zum Vater hat, Nach getilgter Miſsethat. Herr! verschon' dann meiner Sünden, Laß mich wieder Gnade finden; Gnade! ruft in Reu' und Schmerz Des bedrängten Sünders Herz. 19 2. Nur zu oft bin ich gefallen, Sünden über alle Zahlen, dide II. Fastenlied. Im Tone des Fastenliedes: La ß mich Deine Leiden singen. fe 337 Mehr als Haare auf dem Haupt Hat sich Dein Geschöpf erlaubt. Herr! verschon' dann meiner Sünden u. f. f. 3. Wehmuth drückt mich nun darnieder, Furcht erschüttert meine Glieder, Und seitdem ich Sünder bin, Ist die Fröhlichkeit dahin. dis Herr! verschon' dann meiner Sünden, u. s. f. 4. Jener Trost ist mir verschwunden, Denn ich einst hierin gefunden Daß ich von dem Fluche frei, Eines Deiner Kinder sei. Herr! verschon' dann meiner Sünden, u. s. f. 4. Wirst Du mich, o Gott! verlassen, Wenn von nun die Sünd' zu hassen, Büßend meine Seel' verspricht Hier vor Deinem Angesicht? Herr! verschon' dann meiner Sünden u. f. f. 6. Aufzusuchen nicht den Frommen Bist Du, Gott! zur Welt gekommen; Nur für den verlorenen Sohn Stiegst Du von dem Himmelsthron. Herr! verschon' dann meiner Sünder, u. ſ. f. 22 338 7. Magdalena kommt zu büßen, Wirft sich weinend Dir zu Füßen, Und Du nimmst die Sünden hin Von der frommen Büßerin. Herr! verschon' dann meiner Sünden u. f. f. 8. Wenn wir herzlich nun bereuen, Werden Engel sich erfreuen, Kennen wieder ihren Freund, Jauchzend wenn der Sünder weint. Herr! verschon' dann meiner Sünden, u. f. f. 9. Lang genug hab' ich gebrochen, Was ich Dir getreu versprochen, Lang bedroht von Deinem Grimm' Hör' ich Deines Fluches Stimm'. Herr! verschon' dann meiner Sünden, u. f. f. 10. Heute ist der Tag der Gnaden, Heute hast Du mich geladen, Heute, ruf' ich dann zu Dir: Gott, verzeih' verzeihe mir! Herr! verschon' dann meiner Sünden, u. f. f. Osterlied. chaus 1. Der Heiland ist erstanden, Befreit von Todesbanden. Der, als ein wahres Ofterlamm, Für mich den Tod zu leiden kam. 2. Nun ist der Mensch gerettet, Und Satan angefettet; Der Tod hat keinen Stachel mehr; Der Stein ist weg, das Grab ist leer. 3. Der Sieger führt die Schaaren, Die lang gefangen waren, In Seines Vaters Reich empor, Das Adam sich und mir verlor. 4. O wie die Wunden prangen, Die Er für mich empfangen, Alleluja! 339 Alleluja! Alleluja! Wie schallt der Engel Siegsgefang Dem Starken, der den Tod bezwang! Alleluja! 22* 340 5. Mein Glaube darf nicht wanken! O tröstlicher Gedanken Ich werde durch Sein Aufersteh'n Gleich Ihm aus meinem Grabe geh'n. Alleluja! 6. Die Nacht, die dort mich decket, Bis mich der Engel wecket, Ist kurz; dann ruft mein Heiland mich In's Reich, wo Niemand stirbt zu sich. talaga matn Alleluja! 7. O Meer der Seligkeiten! Gin'n Ort mir zu bereiten, Ging mein Erlöser hin vor mir; Erstandener, ich folge Dir! 8. Ja, durch ein neues Leben Will ich zur Höhe streben, Wo Du mit Deinem Vater thronst, Und jede gute That belohnst. 9. Dann werd' ich im Gerichte Vor Deinem Angesichte no t Alleluja! Alleluja! Von Deinem Blute glänzend steh'n Und zu des Lammes Hochzeit geh'n. 10. Alleluja! Alleluja! Alleluja! Wie Du vom Tod erstanden biſt, Laß uns ersteh'n, Herr Jeſu Chriſti! e Alleluja! colle Gesang in der Bittwoche. Im Tone: ,, Vater! ewig neu geboren" u. s. f. 48 1. Strenger Richter aller Sünder, Treuer Vater Deiner Kinder, m Der Du in dem Himmel wohnst, to Drohest, strafest und belohnst: Höre gnädig uns're Bitte, Wende ab von uns'rer Hüttegling and Krankheit, Krieg und Hungersnoth. Gib uns unser täglich Brot. 2. Jeden Tag, ja jeden Morgen Kannst Du Alle wohl versorgen, 341 Alleluja! $ 100 a 342 Du bist unermeßlich reich, Nichts ist Deiner Güte gleich. Höre gnädig uns're Bitte u. f. f. 3. Alles kommt von Deinem Segen, Du bist Sonnenschein und Regen, Daß die Feldfrucht wächst und blüht, Daß man reiche Ernte sieht. Höre gnädig uns're Bitte u. f. f. 4. Wenn sich Ungeziefer mehren, Und die Früchte uns verzehren, So geschieht's nach Deinem Rath, Wegen uns'rer Miſsethat. Höre gnädig uns're Bitte u. f. f. 5. Wenn bei vielen Regengüssen Saat und Frucht verderben müssen, So hat's Deine Hand gethan, Uns're Sünd' ist Schuld daran. Höre gnädig uns're Bitte u. f. f. 6. Wenn an heißen Sommertagen Schlossen Alles niederschlagen, Was in Feld und Gärten grünt, O so haben wir's verdient. Höre gnädig uns're Bitte u. f. f. 7. Wenn bei Blig und Ungewittern Wir an allen Gliedern zittern, So wird Deine starke Hand, Erst den Sündern recht bekannt. Höre gnädig uns're Bitte u. f. f. 8. Deine Allmacht zu verbreiten, Schicktest Du zu Josephs Zeiten Sieben Jahre Fruchtbarkeit, Und so lange theure Zeit. Höre gnädig uns're Bitte u. f. f. 9. In des König Achab's Tagen Schlugst Du Israel mit Plagen, Daß die Erde dürre war Durch drei und ein halbes Jahr. Höre gnädig uns're Bitte u. f. f. 10. Selbst der Himmel schien verschlossen. Da kein Regen sich ergossen Wegen der Abgötterei, Die das Volk trieb ohne Scheu. Höre gnädig uns're Bitte u. f. f. 11. Du gabst wunderbarer Weise Dem Elias seine Speise, 343 344 Da man durch das ganze Land Schwere Hungersnoth empfand. t Höre gnädig uns're Bitte u. f. f di 12. Endlich wirkte Buße Regen, iding art Und Du schicktest Deinen Segen, Du vergabst die Missethat, the s Als Elias darum bat. Höre gnädig uns're Bitte u. f. f. madal apmol of dull 13. Laß auch uns Erbarmung finden, Wenn Du wegen unsern Sünden endind Ungnädig geworden bist, pind and ne 0 Und das Wetter schädlich ist. guld Höre gnädig uns're Bitte u. f. f.) sid ne du lad dm@ 14. Mit recht kindlichem Vertrauensio Wollen wir die Felder bauen, 10 Deffne Deine Gnadenhand nd dhe t Segne unser Vaterland ist se Höre gnädig uns're Bitte, nd patte Wende ab von uns'rer Hütten sic Krankheit, Krieg und Hungersnoth, Gib uns unser täglich Brot. Pfingstlied. 1. Komm; heiliger Geist, o dritte Person, Von einer Natur mit Vater und Sohn, Der du von seiner Sündenlaſt So manches Herz befreiet hast, Komm', heil'ger Geist, erwünschter Gast! 345 # 2 2. Komm, heiliger Geist, auf uns jetzt herab, So wie Dich einst Gott den Gläubigen gab, Als ihre noch geringe Zahl, ispmm duff Versammelt im verschloss'nen Saal, 3 m Sich sehnte nach Dir, Du göttlicher Strahl. 3. Komm, heil'ger Geist, ein Tröster genannt: Es werde durch Dich der Kummer verbannt, Der uns verstört in uns'rer Pflicht! S Die Trägheit überwind't uns nicht, h Wenn Du uns entflammst, o mächtiges Licht! itud ning 102 4. Komm, heiliger Geist! Du Lehrer der Welt! Die Straße des Heils wird niemals verfehlt, Wenn man sich nicht an Secten kehrt, Die Kirche, die Dein Einspruch lehrt, Mit findlicher Treu' als Mutter verehrt! 346 5. Komm, heiliger Geist, vom himmlischen Thron! Dir werde zugleich mit Vater und Sohn In unzertheilter Wesenheit Von nun an bis in Ewigkeit Anbetung, Dank und Jubel geweiht! Frohnleichnamslied. 1. O Engel Gottes! eilt hernieder, Und menget euch in uns're Lieder, Der Tag ist festlich uns und euch. Das Himmelsbrot, das wir heut' ehren, Mit dem sich uns're Seelen nähren, Dieß Brot macht Mensch und Engeln gleich. dasy 3 2. O kommt, so wie ihr einst im Saale Bet Jesus leßtem Abendmale3.j Erstaunungsvoll zugegen war't; Ihr sahet dort das Brot Ihn brechen, Ihr hörtet Ihn mit Liebe sprechen: Dieß nehmt vor meiner Himmelfahrt. 3. Dieß ist Mein Leib, den will Ich schenken, Es sei zu meinem Angedenken; So oft ihr Freunde! dieses thut, So oft ihr dieß Geheimniß handelt, Wird Brot und Wein wie jetzt verwandelt In Eures Meisters Fleisch und Blut. 4. O Abgrund unbegriff'ner Güte! War's nicht genug, in einer Hütte Für uns das Licht der Welt zu seh'n? Die Zeit von mehr als dreißig Jahren, Verachtet, arm und in Gefahren Mit Undankbaren umzugeh'n? 5. Die Kranken nicht genug zu heilen, Trost, Rath Gesunden zu ertheilen, Der Weisheit Lehrer uns zu sein? Für uns in frecher Henker Händen Das Leben und die Qual zu enden, Uns von der Hölle zu befrei'n? 6. O nein es wallen neue Triebe Der ewig uns verheiß'nen Liebe In unsers Heilands treuer Brust. Die lehren ihn das Mittel finden, Sich uns noch enger zu verbinden, Bei Menschenkindern sucht er Luft. 347 348 7. Er läßt bis an das End' der Zeiten Bei uns sich einen Siß bereiten, e Uns seine Neigung darzuthun. 08 d Der Gottheit Schimmer einzuhalten, Verhüllt er sich in Brotsgestalten, Und will in unsern Herzen ruh'n.or 8. O Christen! laßt uns Blumen pflücken, Und Tempel und Altäre schmücken, Das Rauchfaß bauche süßen Duft, Die Priesterschaft im Feierkleide Verkündige der Kirche Freude; Die Glocke schalle froh zur Luft. dolt for? 9. Laßt uns mit Dank- und Jubelliedern Der Kirche Wunderwerk erwiedern, g Dem dieser Tag geheiligt ist. de and Preis, Ehre Dir im Sakramente, Nach dem sich einst die Vorwelt sehnte, Der Du zu uns gekommen bist. 10. Laßt heilig, heilig, heilig schallen Dem Menschenfreunde, der vor Allen Bei seinem Christenvolke wohnt. Dem Lamme, das in Broteshülle Mit aller Seiner Gnadenfülle Auf unsern Prachtaltären thront. 11. Du bist es, Herr! Gott uns'rer Väter, Du Brot der Starken, unser Retter, Du bist in Deines Priesters Hand! Wir fallen, beten an im Staube. Das Aug' ist blind, doch sieht der Glaube, Dein Wort ist ihm ein Unterpfand. 349 12. Erbarmer! laß uns nicht erröthen, Wenn wir in Leibs- und Seelennöthen Zu Deinen Tabernakel flieh'n. trong Gib heut' und immer Deinen Segen, Laß Fürst und Volk in ihren Wegen Vor Dir in Deinem Frieden zieh'n. 13. Sei stets auf dieser Lebensreiſe Geprüfter Christen Seelenspeise, Gebenedeites Himmelsbrot Und dann in Deinem Friedenskusse, Zu Deinem seligen Genussen Ann Vollend' uns einstens unser Tod! nd 350 Lied vor dem heiligsten Altarssakramente. 1. Komm, o fromme Christenschaar! fid 211 Wirf dich nieder am Altar; ( Denn es stellt in Brotsgestalten Sich dein Heiland dar.) 2. Hier ist Jesu Fleisch und Blut, Hier das allerhöchste Gut. ( Keine Seele geht verloren Unter Seiner Huth.) #pl 3. Sei geehrt, gebenedeit, Trost in Widerwärtigkeit! ( Allen, die sich Dir vertrauen, Wahre Sicherheit!) 4. Gib uns Segen, großer Gott! Wundervolles Himmelsbrot! ( Hilf den Deinen und bewahre Sie vor aller Noth.) 5. Gib uns wahre Buß' und Reu', Mach' uns von den Sünden frei: ll 302 81 ( Daß nach Glauben, Hoffen, Lieben Unser Trachten sei) 6. Ist nun uns're Pflicht gethan, Und vollend't des Lebens Bahn, ( O dann nimm zu Deinen Freuden Uns're Seelen an.) 7. Sei gelobt, gebenedeit, Heiligste Dreieinigkeit! ( Jesu Preis im Sakramente Bis an's End' der Zeit.) 351 083-8 10 Lied vor dem ausgesetzten Hochwürdigsten. 1. Erfreut euch, fromme Seelen, Ein Wunder ist gescheh'n; Von Engeln zu erzählen, Im Geiste nur zu seh'n. In Brot- und Weinsgestalten Ist Jesu Fleisch und Blut Auf dem Altar enthalten, Das größte Seelengut. Alleluja! 352 2. Verhüllt ist hier zn finden Das wahre Gotteslamm, Das aller Menschen Sünden Getilgt am Kreuzesstamm. Es ist der Seelen Speise, Wie uns der Glaube lehrt, in and( 3) Sie nährt uns auf der Reise, Und bleibt doch unverzehrt. Alleluja! 3. Wenn wir das Leben schließen Und dieses Engelsbrot Mit frommer Buß' genießen, Dann darf der bitt're Tod Uns Christen nicht erschrecken; Es ist ein Unterpfand, Daß Gott den Leib wird wecken Zur Fahrt in's Vaterland. Alleluja! 4. Herr Jesu! Deiner Liebe Sei Ehre, Lob und Dank! Ho Du hast aus ihrem Triebe Zur Speis und auch zum Trank Dein Fleisch und Blut gegeben, d# In Brotsgestalt verhüllt, Das unser inn'res Leben alle and full Mit Gnadenkraft erfüllt. Alleluja! 5. Entzünd' in uns Verlangen Nach diesem Sakrament, Herr! laß es uns empfangen, Wenn Seel' und Leib sich trennt, Daß wir in Frieden fahren, Von allen Sünden rein, Zu Deinen Engelschaaren, Dort stets nur bei Dir sei'n. Alleluja! Lied vom heiligsten Herzen Jesu. Im Tone:" Im Himmel und auf Erden." 1. Dem Jesu- Herzen singe, Mein Herz, in Liebeswonn'! Durch alle Wolken dringene Der laute Jubelton; Gelobt, gebenedeit Soll sein zu jeder Zeit Das heiligste Herz Jesu In alle Ewigkeit. Cos 2. O Herz, für mich gebrochen, Aus übergroßer Huld, 353 23 ma a is sufe nis@ up eller dil nid 8 3 10 354 Von einer Lang' durchstochen, Ob meiner Sündenschuld! Gelobt 2c. 3. O Herz, so mild geflossen Von Wasser und von Blut, al nuts Wie strömet ausgegossen Vom Kreuz die Gnadenflut! C Gelobt ic. 4. O Herz, in lauter Flammen, Von Liebe ganz verzehrt, In dieses Herzens Namen od daist Wird alles mir gewährt! Gelobt ic. 5. Herr Jesu, eine Bitte, Nur eins verlang ich hier: In Deines Herzens Mitte sul w Gib auch ein Pläßchen mir. Gelobt ic. 6. Zwar bin ich voller Sünden, ( hirurở Ein Lamm, das sich verirrt allo# 2 Doch sieh', ich laß mich finden Von Dir, o guter Hirt! Gelobt ic. CE 7. O wasche meine Seele de bilo ne Mit Deines Herzens Blut; Zur Braut sie dann erwähle, O allerhöchstes Gut. Gelobt ic. sad#line 8. Wie Du vom Herzen milde, Und demuthsvoll und rein, So soll nach Deinem Bilde Mein Herz gestaltet ſein. Gelobt zc. 9. Hinweg mit allen Trieben, Worin die Welt sich freut! Nur Jesum will ich lieben, Ihm sei mein Herz geweiht. Gelobt ic. 10. Wer gibt mir Taubenflügel, ad Zu Jesu Herzen hin, 11. In dieses Herzens Wunde Ist meiner Seele Ruh'; mo Daß über Berg und Hügelgre Zu ihm ich möge flieh'n? Gelobt zc. 355 23* 356 In Glück und Leidensstundens Ruf' ich der Welt dann zu: Gelobt ic. 88 12. Und wenn die Augen brechen, Entflieht der Erde Schein, Will ich noch sterbend sprechen: Herr Jesus! ich bin Dein! d doll Gelobt 2c. 2. Sei gegrüßt zu jeder Stund' In dem Herzen, mit dem Mund: Alles mache deine Würde, Deine Gnaden kund. 18 Lied zur allerseligsten Jungfrau.se Im Tone: ,, Komm', o fromme Christenschaar." 1. Gnadenquelle, sei gegrüßt, Quelle, die beständig fließt, Trost der Christen, o Maria! Jungfrau, sei gegrüßt! 201 C 10 12.12 3. Liebste Mutter, wir sind bein! Zeig' dich, Mutter stets zu sein! Schreib' uns alle deinem Herzen Unauslöschlich ein. 4. Du warst noch zu jeder Zeit Ursache meiner Fröhlichkeit; Sei es bis zum Lebensende Und in Ewigkeit. 5. Mutter! es ist unerhört, Daß dein Sohn dir nicht gewährt, Was du deinen treuen Dienern Gütig haft begehrt. 6. Wenn Gefahr der Seele droht, In des Lebens jeder Noth, Rettet uns in deinem Namen Der versöhnte Gott. 7. Schreckt der Sünden schwere Laft, Sei zu dir Vertrau'n gefaßt, Die du dich der Sünder Zuflucht Stets gezeiget hast. 8. Wer dich in Betrübniß bat, Fand bei dir, Maria, Rath; 357 358 Trost, wer immer dir als Mutter 18 Sich empfohlen hat. id gh& 9. Auch zu streiten bis auf's Blut, l Um des Himmels großes Gut, Bringst du, Reinste, den Versuchten@ A Neue Kraft und Muth.scholaft 10. Groß ist uns'rer Feinde Zahli dif Hier in diesem Thränenthal, Rette, Mutter, deine Kinder i to Vor dem Sündenfall. 11. Und wenn Seel' und Leib sich trennt, Nur noch schwach das Herz dich nennt, O dann bitte, Mutter! bitte n Um ein selig's End' 12. Nach vollbrachtem letzten Streit; Führ' uns in die Ewigkeit; Milde Jungfrau! zeig' uns Jesum In der Herrlichkeit. 12 13 de 3 Lobgesang zu Ehren der heiligen Mutter Anna. Im Tone: ,, Komm', o fromme Christenschaar." 1. Heil'ge Anna, Hoffnungsstern! Dich lobpreisen wir so gern! Dich, o Mutter, uns'rer Mutter, Ahnfrau unsers Herrn! 3. Deine Demuth und Geduld Gurs Sah der Herr in Seiner Huld, Gab ein Kind dem Mutterherzen, Frei von Adams Schuld. 359 5. Würdig fand er dich allein, Mutter der Jungfrau zu sein; Deren Engel sich und Menschen Ewiglich erfreu'n. isdang de s trend g 2. Still und in Ergebenheit al ud fog. Trugst du lange Sara's Leid, fic Bis der Herr dich auserkoren In der Gnadenzeit. sula. and si DAAR 360 5. Mutter, vor dem Herren groß! Die in ihrem keuschen Schooß Trug die Königin der Engel Rein und makelles. 6. Die der Engel Chor verehrt, Und zu schauen stets begehrt, Hat dein Mutterarm umfangen, Deine Brust genährt. 7. Dir zur Mutter war bereit Für das Wort von Ewigkeit, Hast du in dem Tempel freudig den i S Gott zum Dienst geweiht. zi 8. Die den Heiligsten gebar, Der sich gab zum Opfer dar, Hast du opfernd hingegeben Vor des Herrn Altar. 9. Die das ew'ge Licht genährt Welches alle Weisheit lehrt Hat in liebevoller Demuth Kindlich dich verehrt. 10. Mutter Anna! wie entzückt War dein Herz, wie hoch beglückt, bf8 Als Du ihre Würd' und Hoheit Ahnend hast erblickt. 11. Möchtest du, o Zier der Frau'n, Liebend zu uns niederschau'n, Die auf deiner Tochter Fürbitt' Und auf deine bau'n. din 12. Zu der Himmelskönigin del dl pr Hilf uns richten Herz und Sinn, Die zur gnadenreichen Mutter Uns der Herr verlieh'n. 43. Hilf o himmlisch Frauenpaar, Denn uns drohet stets Gesahr; Bitte, heil'ge Anna! bitte Für uns immerdar! 14. Und in unserm leßten Streit Steh' uns bei voll Mildigkeit, Bitt' für uns, daß wir auch schauen Seine Seligkeit.— Amen. 361 362 Frommer Gruß: Gelobt ſei Jeſus Chriſtus! adato Angewendet auf den täglichen Lebenswandel. 1. Wach' ich früh Morgens auf, So sag' ich bald darauf: Gelobt sei Jesus Christus! SEP 2. Alsdann zieh' ich mich an, ni enll Und fang' zu beten an: Tea Gelobt sei Jesus Christus! aida 100.2 3. Geh' ich zur Kirch' hinein, So soll mein Erstes sein: Gelobt sei Jesus Christus! 5. Wenn ich gesündigt hab', Bitt' ich's mit Thränen ab: Gelobt sei Jesus Christus! splind stile one ml ang 4. Es theilt in diesem Haus de Gott Seine Gnaden aus: Gelobt sei Jesus Christus! 6. Sei groß auch meine Schuld, im in st So tilgt sie Seine Huld: Gelobt sei Jesus Christus! is ab 7. Er gibt nach wahrer Buß'int Mir dann den Friedenskuß: Gelobt sei Jesus Christus! 150 8. Beim heiligsten Sakramenti di 15160.01 Erschalle ohne End': h Gelobt sei Jesus Christus! 11h0 9. Durch gute Werk allein b ftim dalla2 Will er gepriesen sein: Gelobt sei Jesus Christus! #h 10. In Arbeit, Müh' und Streit, Jetzt und in Ewigkeit: n Gelobt sei Jesus Christus! 263 12. Und ist sie nun vollbracht, 11. Führ' ich die Arbeit fort, Sprech' ich dabei das Wort: 3m2 Gelobt sei Jesus Christus! is be So wird der Schluß gemacht: Gelobt sei Jesus Christus! mm. he 3 10h0 364 13. Wie wird mir Alles ring, og h3 3 Wenn ich vom Herzen sing: Gelobt sei Jesus Christus! 14. Mag die Verrichtung mein Nun schon wie immer sein: Gelobt sei Jesus Christus! 15. Schickt Gott mir gute Zeit, Ruf' ich mit Dankbarkeit: Gelobt sei Jesus Christus! 16. Und trifft ein Unglück mich, sing ba So singe hoffend ich: Gelobt sei Jesus Christus! 17. Wenn Er mich lieben thut, Dann wird's schon wieder gut: Gelobt sei Jesus Christus! 18. Schmeckt eine Speise mir, Dank' ich dem Herrn dafür: Gelobt sei Jesus Christus! 19. Trink' ich, ruf, ich dabei, Dem Herrn die Ehre sei: Gelobt sei Jesus Christus! 191 9 9 20. Denk' ich nur immer dein, Werd' ich wohl mäßig sein: Gelobt sei Jesus Christus! 21. Und leg ich mich zur Ruh' di So sing ich immer zu: Gelobt sei Jesus Christus! 11 22. So singend schlaf' ich ein. In Gott dem Vater mein: Gelobt sei Jesus Christus! 23. Von ihm ich Alles hab'; Ihm sing ich bis ins Grab: Gelobt sei Jesus Christus! 24. Ich lad' Erd', Himmel ein, Daß sie mit stimmen ein: Gelobt sei Jesus Christus! 365 G 1.3 304# 2 366 on hi des Glaube Hoffnung und Liebe. 1. Herr, ich glaube, Herr, ich hoffe, gol del 19 Herr, vom Herzen lieb' ich Dich. Rede, Herr! und ich will hören; Laß die Welt mich nicht bethören Denn Du hast mir Geist und Leben n Aus Barmherzigkeit gegeben. mad# 1C In dem Glauben, in der Hoffnung, In der Liebe stärke mich. 2. Herr, ich glaube, Herr, ich hoffe, Herr, vom Herzen lieb' ich Dich. Sollten alle Menschen lügen, So kannst Du mich nicht betrügen; Nichts ist Dir, o Gott! verborgen, Dein Wort glaub' ich ohne Sorgen, In dem Glauben, in der Hoffnung, In der Liebe stärke mich. 3. Herr, ich glaube, Herr, ich hoffe, Herr, vom Herzen lieb' ich Dich. Einen Gott in drei Personen, Welche in dem Lichte wohnen, an ind Gleich im Wesen, Macht und Stärke, Wunderbar sind ihre Werke, C In dem Glauben, in der Hoffnung, mi In der Liebe stärke mich! d dull 4. Herr, ich glaube, Herr ich hoffe, Herr, vom Herzen lieb ich Dich. Vater in den Himmelsauen, Auf Dich will ich fest vertrauen, Du wirst mich doch nicht verlassen, Wenn mich Welt und Hölle haffen. In dem Glauben, in der Hoffnung, In der Liebe stärke mich. 5. Herr, ich glaube, Herr ich hoffe, Herr, vom Herzen lieb' ich Dich. Gottes Sohn, Dein Kreuz und Sterben Rette mich von dem Verderben: Durch Dich steht der Himmel offen, Dieses will ich freudig hoffen. In dem Glauben, in der Hoffnung, In der Liebe stärke mich. 4028 6. Herr, ich glaube, Herr, ich hoffe, Herr, vom Herzen lieb ich Dich. 367 0 368 O Gott heil'ger Geist verleihe, mi Daß ich mich vor Niemand scheue, and Meinen Glauben zu bekennen, d Und mich Christi Glied zu nennen. In dem Glauben, in der Hoffnung, In der Liebe stärke mich. nig 7. Herr, ich glaube, Herr, ich hoffe, Herr, vom Herzen lieb' ich Dich. An Dir will ich mich ergößen, Und Dich über Alles schätzen, Dir, o Gott! will ich in allen Meinen Werken nur gefallen. In dem Glauben, in der Hoffnung, and In der Liebe stärke mich. 8. Herr, ich glaube, Herr, ich hoffe, Herr, vom Herzen lieb' ich Dich. Nichts soll mich von Dir mehr trennen, Droht die Welt mich zu verbrennen, Um zur Untreu mich zu zwingen, So will ich doch fröhlich fingen: Herr, ich liebe, Herr, ich liebe, Ja, vom Herzen lieb ich Dich. 9. Herr ich glaube, Herr ich hoffe, Herr, vom Herzen lieb' ich Dich, Wenn ich in den letzten Zügen Und im Grabe werde liegen, Wenn mein Körper wird verwesen, Soll man noch im Herzen lesen: Herr, ich liebe, Herr, ich liebe, Ja, vom Herzen lieb' ich Dich! Loblied zur allerseligsten Jungfran. ( Im Tone: Gelobt sei Jesus Christus.) 1. O Himmelskönigin! Dir singt mein Herz und Sinn: Gegrüßt seist du Maria! 2. Der Glocke erster Klang ng Weckt mich zum Frühgesang: Gegrüßt seist du, Maria! 3. Hoch ward die Welt erfreut Und durch den Gruß erneut: Gegrüßt seist du, Maria! 24 369 370 4. Der Feind flieht bebend fort, Bezwungen von dem Wort: Gegrüßt seist du, Maria! 5. Denn unsre Fessel brach, Sobald der Engel sprach: Gegrüßt seist du, Maria! 6. Drum grüßt zu jeder Zeit Dich fromm die Christenheit: Gegrüßt seist du, Maria! 7. Das Kindlein und der Greis Bringt im Gesang dir Preis: Gegrüßt seist du, Maria! C) 8. In Freudigkeit und Schmerzmit Spricht jedes Christenherz: pui) si Gegrüßt seist du, Maria! 9. Wer grüßte dich nicht gern, O Mutter unfres Herrn: Gegrüßt seist du, Maria! pe 10. Der Chor der Engel singt, Der liebend dich umringt: Gegrüßt seist du, Maria! 11. Selbst deinen milden Sohn Erfreut des Liedes Ton: d at thi Gegrüßt seist du, Maria! 0 12. Denn Jhn, der dich erhob, Verehrt das süße Lob: Gegrüßt seist du, Maria! 14. Die Traurigkeit entweicht, Von diesem Gruß verscheucht: Gegrüßt seist du, Maria! 15. Du schirmst des Lebens Bahn, Ruft treu das Herz dich an: Gegrüßt seist du, Maria! 13. Er wird durch dich versöhnt, ER OR Wenn fromm der Gruß ertönt; Gegrüßt seist du, Maria! bid 19 371 sic 81 in mei sudi dati so hand siste 17. Wenn Angst und Schrecken droht, Entfernt der Gruß die Noth: Gegrüßt seist du, Maria! 16. In der Versuchung Drangi sees Bringt Hilfe der Gesang: Re Gegrüßt seist du, Maria! 0.18 24* 372 18. Die höllische Gewaltung, 11 Bricht, wenn das Lied erschallt, Gegrüßt seist du, Maria! 19. Dem wird der Tod versüßt, Der oftmals fromm dich grüßt: Gegrüßt seist du, Maria! 20. Wenn einst ich scheiden muß, Set dieß mein letzter Gruß: Gegrüßt seist du, Maria! 21. Gib dich als Mutter fund! Spricht dann mein blaßer Mund Gegrüßt seist du, Maria! 22. Und fühne Hoffnungsstern, Ⓒ dia 21 ich d ve Mir durch den Gruß des Herrn: Gegrüßt seist du, Maria! 23. Bis froh in Gottes Lichting and wat Mein Geist im Jubel bricht: Gegrüßt seist du, Maria! 24. O zeige Jesum mir! dans monste Es seufzt mein Herz zu dir: Gegrüßt seift du, Maria! 25. Entzückt dann preise ich, O Mutter Gottes dich: Gegrüßt seist du, Maria! 26. Und lobe immerdar, Ihn, Den dein Schooß gebar: Gegrüßt seist du, Maria! Das Te Deum Laudamus. 1. Großer Gott! wir loben Dich, Herr! wir preisen Deine Stärke, Vor Dir neigt die Erde sich. Und bewundert Deine Werke Wie Du warst vor aller Zeit, So bleibst Du in Ewigkeit. 2. Alles, was Dich preisen kann, Cherubim und Seraphimen Stimmen Dir ein Loblied an; Alle Engel, die Dir dienen, Rufen Dir stets ohne Ruh' Heilig, heilig, heilig zu. 15 612 13 to 88 20 373 374 3. Heilig, Herr Gott Sabaoth! mnd shiliging as Q Heilig, Herr der Kriegesheere! Starker Helfer in der Noth! Himmel, Erde, Luft und Meere Sind erfüllt mit Deinem Ruhm, Alles ist Dein Eigenthum. 4. Der Apostel Christi Chor, ul dull 29 Der Propheten große Menge Schickt zu Deinem Thron empor Neue Lob- und Dankgesänge; Der Blutzeugen große Schaar Lobt und preist Dich immerdar. 5. Auf dem ganzen Erdenkreis Loben Große und auch Kleine Dich, Gott Vater! Dir zum Preis Singt die heilige Gemeine; Sie ehrt auch auf Seinem Thron## Deinen eingebornen Sohn. äld Imo dall 6. Sie verehrt den heil'gen Geist, S Welcher uns mit seinen Lehren Und mit Troste kräftig ſpeist; e Der, o König voller Ehren, Der mit Dir, Herr Jesu Chrift Und dem Vater ewig ist. ldlting. 375 7. Du, des Vaters ew'ger Sohn! 1 Hast die Menschheit angenommen, Du bist auch von Deinem Thron Zu uns auf die Welt gekommen; Gnade haft Du uns gebracht, Von der Sünde frei gemacht. 8. Nunmehr steht das Himmelsthor Allen, welche glauben, offen: Du stellst uns dem Vater vor, Wenn wir findlich auf Dich hoffen. b Endlich kommst Du zum Gericht, Zeit und Stunde weiß man nicht. 9. Stel, Herr! Deinen Dienern bei, Welche Dich mit Demuth bitten, Die Dein Blut dort machte frei, Als Du für uns hast gelitten; Nimm uns nach vollbrachtem Lauf Zu Dir in den Himmel auf. 10. Sieh' Dein Volk in Gnaden an; Hilf uns, segne, Herr! Dein Erbe, Leit' es auf der rechten Bahn, Daß der Feind es nicht verderbe, Hilf, daß es durch Buß' und Fleh'n im Dich im Himmel möge seh'n! 0 nd 376 11. Alle Tage wollen wir Dich und Deinen Namen preisen, Und zu allen Zeiten Dir own Ehre, Lob und Dank erweisen; Gib, daß wir von Sünden heut' od od Und von Lastern sind befreit.d mo ustal and C 3 12. Herr erbarm', erbarme Dich, Ueber uns, Herr! sei Dein Segen, fills C Deine Güte zeige sich, dilsio So wie wir zu hoffen pflegen; ol in Auf Dich hoffen wir allein, Laß uns nicht verloren sein! Lied. the ste 1. Heil'ges Kreuz sei hoch verehret, 3.00 Hartes Ruhebett meines Herrn, Einstmals seh'n wir Dich verkläret, Strahlend gleich dem Morgenstern. Sei mit Mund und Herz verehret, Kreuzstamm Christi meines Herrn. 2. Kreuz, du Denkmal Seiner Leiden, Präg' uns Seine Liebe ein, uis Daß wir stets die Sünde meiden, Stets gedenken Seiner Pein. 8mm 3 Sei mit Mund und Herz verehret, Kreuzstamm Christi meines Herrn. 3. Heil'ges Kreuz, sei unsre Fahne In dem Kampf und jeder Noth, Die uns wecke, die uns mahne, Treu zu sein bis in den Tod. Sei mit Mund und Herz verehret, Kreuzstamm Christi meines Herrn. 4. Heil'ges Kreuz, du Siegeszeichen, Selig, wer auf dich vertraut, Glücklich wird sein Ziel erreichen, Wer auf dich im Kampfe schaut. Sei mit Mund und Herz verehret, Kreuzstamm Christi meines Herrn. 5. Denkmal, Fahne, Siegeszeichen, Unsre Hoffnung, unser Schild, Nimmer soll die Andacht weichen Zu dem heil'gen Kreuzesbild. Sei mit Mund und Herz verehret, Kreuzstamm Christi meines Herrn. 377 378 6. Eines sei uns noch gewähret: Ruft uns einst der Ruf des Herrn, Sei im Sterben noch verehret. Leucht' uns als ein Morgenstern.dag Sei mit Mund und Herz verehret, he Kreuzstamm Christi meines Herrn. 8800 dan ba thái dân allining de mo dia do this. pourjog snjall 2 Inhalt. Am Morgen Betrachtung über Menschenbestimmung Neber das Gefühl meines Daseins Morgenlied Erhebung des Gefühls zum Schöpfer Gott ist die Liebe Furcht Gottes Was Furcht Gottes sei Beleidigung Gottes Erkenntniß. P H Vertrauen auf Gott in den Bedrängnissen Gebet für die Menschen, meine Brüder Gebet für meine Feinde Ueber das Wahre und Gute Erkenntniß des Ewigen. Menschenberuf und Menschenpflicht Um Erkenntniß des wahren Nebenmenschen Um Erkenntniß des Glaubens Allgegenwart Gottes Erwägung der Weisheit Gottes. he Seite 1 4 7 10 12 18 22 25 34 38 42 45 49 50 52 55 59 60 66 380 Seite Gedanken über Erlösung 67 Gebet am Geburtstage 69 Beruhigung in schweren Stunden 71 Am Neujahrstage 77 Um Sieg über die Sinnlichkeit und Leidenschaften 80 Gebet zu Gott, als der Quelle des Lichts und der Ordnung Vertrauen auf Jesus Erkenntniß unserer Nichtigkeit. Hoffnung auf Jesum und Bitte um Gnade Erinnerung der Liebe Gottes Gebet 89 92 96 97 Empfindungen der allgegenwärtigen Majestät Gottes Empfindungen der allgegenwärtigen Weisheit Gottes 104 Empfindungen der allgegenwärtigen Güte Gottes Anbetung, Demuth und Zuversicht 124 139 146 Zur Mutter Gottes. Gebet. Gegrüßet seist du Maria. Du bist voll der Gnaden Der Herr ist mit dir ... .. Du bist gebenedeit unter den Weibern. Und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes Jesus Heilige Maria Mutter Gottes Bitt für uns Arme Sünder 81 85 Jeßt und in der Stunde unsers Absterbens. Amen Gebet der Elisabeth Rowe Meßgebete. Beim Eintritte in den Tempel Gottes 147 148 149 151 Vorbereitungsgebet zur heiligen Messe Der Priester geht zum Altar Zum Kyrie Zum Gloria. Der Herr sei mit Euch Epistel.. Evangelium Credo Aufopferung des Brotes und Weines Präfation Sanktus Der Priester betet im Stillen. Gebet um die Gnade der Erfüllung der Pflichten seines Berufes Zur Wandlung Aufhebung des Kelches Nach der Wandlung. Erneuerung des Taufbundes Vater unser, Der Du bist in dem Himmel Zum Agnus Dei Zur Communion Beim Gebet des Priesters Segen des Priesters Leßtes Evangelium Beichtgebete Um Erleuchtung bei Erforschung des Gewissens Leichte und vernünftige Anweisung, sein Gewissen zu erforschen Reue Borsaß der Besserung 381 Seite 153 154 155 156 157 158 159 160 161 163 165 166 167 168 169 170 171 173 175 384 Dritter Meßgesang Meßgesang für die Schuljugend Prediglied Christenlehrlied Bum Segen mit dem hochwürdigsten Gute Zweites Lied zum heiligen Segen Drittes Lied Erstes Adventlied 3weites Adventlied Weihnachtslied Erstes Fastenlied Zweites Fastenlied Osterlied Gesang in der Bittwoche Pfingstlied Frohnleichnamslied Lied vor dem heiligsten Altarssakramente Lied vor dem ausgesetzten Hochwürdigsten Lied vom heiligsten Herzen Jesu Lied zur allerseligsten Jungfrau Lobgesang zu Ehren der h. Mutter Anna Frommer Gruß: Gelobt sei Jesus Christus Glaube, Hoffnung und Liebe Loblied zur allerfeligsten Jungfrau Das Te Deum Laudamus Lied Seite 310 316 321 322 323 324 325 326 328 332 334 336 339 341 345 346 350 351 353 356 359 361 366 369 373 376 Gedruckt bei Jos. Stöckholzer v. Hirschfeld. Inches 1 Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 5 ¹6 Farbkarte# 13 3 Green 8 Yellow 9 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 8 B.I.G. Black