36 + 發生 了 。。。。 發 ※ 人人 深 大头 儿子 大 数 大大 大大 大大 大 大大 大大 大家 并没 。 中 《 商 大家 菜菜 幾次) 一次 、 一 人 大 素食 中 20 小 骚 线 好 大 梁 说 菜 XXXX GG 337 Univ.- Bibl. Giessen Evangelisches Gesangbu ch der Bremischen Gemeinden. Taschenausgabe. Sechste Auflage. Bremen. Druck und Verlag von Carl Schünemann. 1892. Gb 337 budpuols 0 ngonisma mabliment Inhaltsverzeichnik. 1. Gottes Wesen. Loblieder. Nr. 1-20. Allmacht. Allwissenheit. Allgegenwart. Allweisheit. Nr. 21-44. Gnade. Treue. Nr. 45-65. 2. Fest- Lieder. Advent. Weihnachten. Nr. 66-93. Passion. Nr. 94-113. Ostern. Nr. 114--139. Himmelfahrt Nr. 140-151. Pfingsten. Nr. 152-175. 3. Christus- Lieder. Nr. 176-215. 4. Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. Kirche. Nr. 216-228. Wort Gottes. Nr. 229-244. Gottesdienst. Nr. 245-256. Taufe und Confirmation. Nr. 257-271. Beichte und Abendmahl. Nr. 272-291. 5. Heilsordnung. Buße und Bekehrung. Nr. 292-311. Glaube. Nr. 312-328. 1* 6. Christliches Leben. Gottvertrauen. Nr. 329-350. Gebet. Nr. 351-358. Demuth. Nr. 359-373. Sittlicher Wandel. Nr. 374-385. Wahrheitsliebe. Eid. Nr. 386. 387. Nächstenliebe. Nr. 388-393. Kampf und Sieg. Nr. 394-401. lndu 7. Tod und Ewigkeit. Nr. 402-435. 8. Zeitenlieder. Silvester- und Neujahrslieder. Nr. 436-447. Jahreszeiten. Nr. 448-460. Morgenlieder. Nr. 461-476. Abendlieder. Nr. 477-489. 9. Hausstandslieder. Trauung. Ehestand. Nr. 490-494. Erziehung. Nr. 495. 496. 10. Vaterland. Nr. 497-502. Register der Lieder. 3910 Seite 370. 1. Gottes Wesen. Loblieder. 1. Eigene Melodie. Jehovah, Jehovah, Jehovah, deinem Namen Sei Ehre, Macht und Ruhm, Amen, Amen! Bis einst der Tempel dieser Welt Auf dein Wort in Staub zerfällt, Soll in unsern Hallen Das Heilig! Heilig! Heilig! erschallen. Hallelujah, Hallelujah! Gottlieb Konrad Pfeffel. 2. Eigene Melodie. 1. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren, Lob' ihn, o Seele, vereint mit den himmlischen Chören! Kommet zu Hauf, Psalter und Harfe, wacht auf! Lasset den Lobgesang hören! 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, Der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet, Der dich erhält, Wie es dir selber gefällt: Hast du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet. In wie viel Noth Hat nicht der gnädige Gott Ueber dir Flügel gebreitet! Der 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar geſegnet, Der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet. Denke daran, Was der Allmächtige kann, Der dir mit Liebe begegnet. Gottes Wesen. 6 5. Lobe den Herren, was in Er ist dein Licht, Alles, mir ist, lobe den Namen; Seele, vergiß es ja nicht, was Odem hat, preise des Lob' ihn in Ewigkeit! Amen. Heiligen Namen! Joachim Neander. 3. Eigene Melodie. Melodie ( Ein Wechselgesang zweier Chöre.) Chor I. Chor II. Herr Gott, wir danken dir. Herr Gott, dich loben wir, Dich Gott Vater in Ewigkeit All' Engel und Himmelsheer', Auch Cherubim und Seraphim Heilig ist unser Gott! ehrt der Weltkreis weit und breit. und was da dienet deiner Ehr', singen immer mit hoher Stimm': Heilig ist unser Gott! Beide Chöre. Heilig ist unser Gott, der Herre Zebaoth! Chor I. Chor II. Dein' göttlich' Macht und Herr- geht über Himmel und Erden lichkeit Der heiligen zwölf Boten Zahl Die theuren Märt'rer allzumal weit; und die lieben Propheten all', loben dich, Herr, mit großem Schall. Die ganze werthe Christenheit Dich Gott Vater im höchsten Thron, Den heil'gen Geist und Tröster werth Du König der Ehren, Jesu Christ, Gott Vaters ew'ger Sohn du bist, Du nahmest an, der Welt zu gut', gleich Menschenkindern Fleisch und Blut, Du hast dem Tod zerstört sein' Macht und alle Christen zum Himmel ' bracht, Du sitt zur Rechten Gottes gleich mit aller Ehr' in's Vaters Reich; rühmt dich auf Erden allezeit. deinen rechten und ein'gen Sohn, mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. Loblieder. Ein Richter du zukünftig bist alles, was todt und lebend ist. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, die mit dein'm theuren Blut erlöset ſein: Laß uns im Himmel haben Theil mit den Heil'gen im ew'gen Heil. Hilf deinem Volk, Herr Jesu Christ, und segne, was dein Erbtheil iſt: Wart' und pfleg' es zu aller Zeit und heb' es hoch in Ewigkeit. Täglich, Herr Gott, wir loben dich und ehr'n deinen Namen stetiglich. Behüt' uns heut, o treuer Gott, vor aller Sünd' und Missethat. Sei uns gnädig, o Herre Gott, sei uns gnädig in aller Noth. Zeig' uns deine Barmherzigkeit, wie unser Hoffen zu dir ſteht. Auf dich hoffen wir, lieber Herr: in Schanden laß uns nimmermehr. Beide Chöre. Amen. Alter Kirchengesang, deutsch von Martin Luther. 4. Mel.: Es ist das Heil uns kommen 2c. 1. Sei Lob und Ehr' dem höchsten Gut, Dem Vater aller Güte, Dem Gott, der alle Wunder thut, Dem Gott, der mein Gemüthe Mit seinem reichen Trost erfüllt, Dem Gott, der allen Jammer stillt: Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danket dir des Himmels Heer, 7 O Herrscher aller Thronen; Und die auf Erd', in Luft und Meer In deinem Schatten wohnen, Die preisen deine Schöpfermacht, Die alles hat so wohl bedacht: Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, Das will er auch erhalten, Darüber will er früh und ſpat Mit seiner Gnade walten; In seinem ganzen Königreich Ist alles recht, ist alles gleich: Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Noth: ,, Ach Gott, vernimm mein Schreien!" Da half mein Helfer mir vom Tod, Ließ Trost mir angedeihen. Drum dank', o Gott, drum dank' ich dir, O danket, danket Gott mit mir, Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist nun und ewig nicht Gottes Wesen. 8 Von seinem Volk geschieden. Er bleibet seine Zuversicht, Ist Segen, Heil und Frieden; Mit Mutterhänden leitet er Die Seinen stetig hin und her: Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hülfe mangeln muß, Wie sie die Welt erzeiget, So kommt, so hilft der Ueberfluß, Der Schöpfer selbst, und neiget Die Vateraugen denen zu, Die nirgend wo sonst finden Ruh': Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will dich all mein Leben lang, O Gott, von nun an ehren; Man soll, Herr, meinen Lobgesang An allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermuntre sich, Mein' Seel und Leib erfreue dich: Gebt unserm Gott die Ehre! 8. So kommt denn vor sein Angesicht, Mit Jauchzen Dank zu bringen, Bezahlet die gelobte Pflicht Und laßt uns fröhlich singen: Der Herr hat alles wohl bedacht Und alles, alles recht gemacht, Gebt unserm Gott die Ehre! Johann Jakob Schük. Mein Schöpfer, dessen Hand Mir Seel' und Leib gegeben, Mein Vater, der mich schüßt Vom Mutterleibe an, Der jeden Augenblick Nur Gutes mir gethan. 2. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, mein Heil, mein Leben, Des Vaters liebster Sohn, Der sich für mich gegeben, Der mich erlöset hat Mit seinem theuren Blut, Der mir im Glauben schenkt Das allerhöchste Gut. 3. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, mein Trost, mein Leben Des Vaters heil'ger Geist, Mir durch den Sohn gegeben, Der mir das Herz erquickt, Mir Muth verleiht und Kraft Und mir in aller Noth Rath, Trost und Hülfe schafft. 4. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, der ewig lebet, Den alle Creatur Mit Lob und Preis erhebet; Gelobet sei der Herr, Deß Name heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn Und Gott der heil'ge Geist! Johann Olearius. 5. 6. Mel.: Nun danket alle Gott 2c. Mel.: Nun danket alle Gott 2c. 1. Gelobet jei der Herr, 1. Dich, dreimal Heiliger! Mein Gott, mein Licht, mein Leben, Besingen Himmelslieder; Loblieder. Vor deiner Majeſtät Fall' ich anbetend nieder. Dich, Ew'ger, dessen Licht Kein Sinn erreichen kann, Dich, Vater, Sohn und Geist, Dich, Ein'ger, bet' ich an! 2. Erbarmender! du sahst Das Elend der Verlornen; Du sendest selbst den Sohn, Schonst nicht des Eingebornen: Wer den zum Retter hat, Dem mangelt Freiheit nicht, Und wen sein Geist belebt, Dem fehlt nicht Kraft noch Licht. 3. Nun kann ich Sünder Heil, Kann Gnad' und Segen hoffen, Mir stehet Gottes Thron, Mir steht der Himmel offen. Mich deckt des Vaters Huld: Sein Sohn erwarb sie mir; Sein Geist belebet mich; Dreiein'ger, Lob sei dir! Samuel Christian Lappenberg. 7. Eigene Melodie. 1. Lobe den Herren, o meine Seele! Ich will ihn loben bis zum Tod! Weil ich noch Stunden auf Erden zähle, Will ich lobsingen meinem Gott. Der Leib und Seel' gegeben hat, Werde gepriesen früh und spat! Hallelujah! Hallelujah! 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, 9 Und kehren um zu ihrem Staub, Ihre Anschläge sind auch verloren, Wenn nun das Grab nimmt seinen Raub; Weil dann kein Mensch uns helfen kann, Rufe man Gott um Hülfe an. Hallelujah! Hallelujah! 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, Deß Hülfe der Gott Jakobs ist; Welcher vom Glauben sich nicht läßt trennen Und hofft getrost auf Jesum Christ. Wer diesen Herrn zum Beistand hat, Findet am besten Rath und That. Hallelujah! Hallelujah! 4. Dieser hat Himmel und Meer und Erden, Und was darinnen ist, gemacht; Alles muß treulich erfüllet werden, Was er uns einmal zugedacht; Er ist's, der Herrscher aller Welt, Welcher uns ewig Glauben hält. Hallelujah! Hallelujah! 5. Zeigen sich welche, die Unrecht 6 leiden, Er ist's, der ihnen Recht verschafft; Hungrigen will er zur Speis' bescheiden, Was ihnen dient zur Lebenskraft; Die hart Gebundnen macht er frei; Ja, seine Gnad' ist mancherlei. Hallelujah! Hallelujah! 6. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen 10 Gottes Wesen. Deß, der so große Wunder thut!| Daß du durch deinen Todesschmerz Alles, was Odem hat, rufe Amen Und bringe Lob mit frohem Muth. Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Mir dein Erbarmen hast bewiesen, Geheilet mein verwundet Herz, Vom Sündenjoche mich befreit, Mich dir zum Eigenthum geweiht. 5. Auch dir sei ewig Ruhm und Ehre, Vater und Sohn und heil'gen Geist. Hallelujah! Hallelujah! Johann Daniel Herrnschmidt. 8. Eigene Melodie. 1. O daß ich tausend Zungen hätte Und einen tausendfachen Mund! So stimmt' ich damit in die Wette Vom allertiefsten Herzensgrund Ein Loblied nach dem andern an Von dem, was Gott an mir gethan. 2. O daß doch meine Stimme schallte Bis dahin, wo die Sonne steht! O daß mein Blut mit Jauchzen wallte, So lang' es noch im Laufe geht! O wär' ein jeder Puls ein Dank, Ein jeder Odem ein Gesang! 3. Dir sei, o allerliebster Vater, Unendlich Lob für Leib und Geist, Für alles, mildester Berather, Was deine Güte mir erweist, Was du in deiner ganzen Welt Zu meinem Nußen haft bestellt. 4. Mein treuster Jesu, sei gepriesen, O heilig werther Gottesgeiſt, Für deines Trostes süße Lehre, Die mich ein Kind des Lebens heißt: Ach, wo was Gut's von mir geschicht, Das wirket nur dein göttlich Licht. 6. Wer überströmet mich mit Segen? Bist Du es nicht, o reicher Gott? Wer schüßet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr, Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld Unsäglich gnädige Geduld. 7. Ich hab' es ja mein' Lebetage So oftmals, o mein Gott, gespürt, Daß du mich unter vieler Plage Durch manche Trübsal hast geführt; Denn in der größesten Gefahr Ward ich dein Trostlicht ſtets gewahr. 8. Wie sollt' ich nun nicht voller Freuden In deinem steten Lobe stehn? Wie sollt' ich nicht im tiefsten Leiden Einher als Held und Sieger gehn? Ja fiele auch der Himmel ein, So will ich doch nicht traurig jein. Loblieder. 9. Ich will von deiner Güte fingen, So lange sich die Zunge regt; Ich will dir Freudenopfer bringen, So lange sich mein Herz bewegt; Ja wenn der Mund wird sprachlos sein, So stimm' ich doch mit Seufzen ein. 10. Ach nimm das arme Lob auf Erden, Mein Gott, in allen Gnaden hin, Im Himmel soll es besser werden, Wenn ich wie Gottes Engel bin. Da sing' ich dir im höhern Chor Viel tausend Hallelujah vor. Johann Menker. 9. Eigene Melodie. 1. Nun danket alle Gott Mit Herzen, Mund und Händen, Der große Dinge thut An uns und allen Enden; Der uns von Mutterleib Und Kindesbeinen an Unzählig viel zu gut' Und noch jezzund gethan. 2. Der ewig reiche Gott Woll' uns bei unserm Leben Ein immer fröhlich Herz Und edlen Frieden geben Und uns in seiner Gnad' Erhalten fort und fort Und uns aus aller Noth Erlösen hier und dort. 11 3. Lob, Ehr' und Preis sei Gott, Dem Vater und dem Sohne und dem, der beiden gleich Im höchsten Himmelsthrone, Dem dreimal einen Gott, Als er anfänglich war Und ist und bleiben wird Jeßund und immerdar. Martin Rinckart. 10. Mel.: Allein Gott in der Höh' sei Ehr 2c. 1. Bis hieher hat mich Gott gebracht Durch seine große Güte, Bis hieher hat er Tag und Nacht Bewahrt Herz und Gemüthe, Bis hieher hat er mich geleit't, Bis hieher hat er mich erfreut, Bis hieher mir geholfen. 2. Hab' Lob, hab' Ehr', hab' Preis und Dank Für die bisher'ge Treue, Die du, o Gott, mir lebenslang Bewiesen täglich neue; In mein Gedächtniß schreib' ich an: Der Herr hat Großes mir gethan, Bis hieher mir geholfen. 3. Hilf fernerweit, mein treuster Hort, Hilf mir zu allen Stunden, 1 12 Gottes Wesen. Hilf mir an all' und jedem Ort,| Oft vom rechten Pfade weicht: Hilf mir durch Jesu Wunden, Damit ich sag' bis in den Tod: Durch Jesus Christ hilft mir mein Gott, Also hält auch mein Verbrechen Mir mein frommer Gott zu gut' Will mein Fehlen mit der Ruth' Und nicht mit dem Schwerte rächen Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. Er hilft, wie er geholfen. Aemilia Juliana, Gräfin von Schwarzburg- Rudolstadt.. 11. Eigene Melodie. 1. Sollt' ich meinem Gott nicht singen, Sollt' ich ihm nicht fröhlich sein? Denn ich seh' in allen Dingen, Wie so gut er's mit mir mein'. Ist's doch nichts als lauter Lieben, Was sein treues Herz bewegt, Das ohn' Ende hebt und trägt, Die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt ſeine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder Ueber seine Jungen streckt, Also hat auch hin und wieder Mich des Höchsten Arm gedeckt. Wäre nicht mein Gott gewesen, Hätte nicht sein Angesicht Mich geleitet, wär' ich nicht Aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 3. Wie ein Vater seinem Kinde Nimmer ganz sein Herz entzeucht, Wenn es gleich, verführt zur Sünde, 4. Seine Strafen, seine Schläge, Ob mir's gleich oft bitter scheint, Sind doch, wenn ich's recht erwäge, Schläge nur vom treusten Freund, und mich von der schnöden Welt, Der mich liebet, mein gedenket Durch das Kreuze zu sich lenket. Die mich hart gefangen hält, Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 5. Das weiß ich fürwahr und lasse Mir's nicht aus dem Sinne gehn: Christenkreuz hat seine Maße Und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter ausgeschneiet, Tritt der schöne Sommer ein: Also wird auch nach der Pein, Wer's erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 6. Weil denn weder Ziel noch Ende Sich in Gottes Liebe find't, So erheb' ich meine Hände Zu dir, Vater, als dein Kind, Bitte, wollst mir Gnade geben, Dich aus aller meiner Macht Zu umfangen Tag und Nacht Loblieder. Hier in meinem ganzen Leben, Bis ich dich nach dieser Zeit Lob' und lieb' in Ewigkeit. Paul Gerhardt. 12. Eigene Melodie. Ch. A. 1. Gott ist mein Lied, Er ist der Gott der Stärke; Hehr ist sein Nam', Und groß sind seine Werke, Und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und spricht's, So sind und leben Welten; Und er gebeut, So fallen durch sein Schelten Die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid, Und seine Wahl das Beste; Er herrscht als Gott, Und seines Thrones Veste Ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 5. Was ist und war Im Himmel, Erd' und Meere, Das kennet Gott, Und seiner Werke Heere Sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, Schafft, daß ich sicher ruhe; Er schafft, was ich Vor oder nachmals thue, Und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah', Du sigest oder gehest, Ob du an's Meer, Ob du gen Himmel flöheſt, So ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn Und allen Rath der Seele, Er weiß, wie oft Ich Gutes thu' und fehle, Und eilt mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, Was er mir geben wollte, Schrieb auf sein Buch, Wie lang' ich leben sollte, Da ich noch unbereitet war. 4. Unendlich reich, Ein Meer von Seligkeiten, Ohn' Anfang Gott, Und Gott in ew'gen Zeiten, Herr aller Welt, wer ist dir Verkündigt seines gleich? 13 10. Nichts, nichts ist mein, Das Gott nicht angehöre. Herr, immerdar Soll deines Namens Ehre, Dein Lob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht Von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, Den du hast werden lassen, Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm Ist deiner Weisheit Spiegel. Du Luft und Meer, Ihr Auen, Thal und Hügel, Ihr seid sein Loblied und sein Psalm. 13. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; Fallball.77852 14 Sollt' ich mein Herz Nicht mit dem Troste stillen, Daß deine Hand mein Leben hält? Gottes Wesen. 14. Jst Gott mein Schuß, Will Gott mein Retter werden: So frag' ich nichts g Nach Himmel und nach Erden Und biete selbst der Hölle Truß. Christian Fürchtegott Gellert. 13. Eigene Melodie. 1. Nun lob', mein Seel', den Herren, Was in mir ist, den Namen sein; Sein' Wohlthat will er mehren, Vergiß es nicht, o Herze mein. Er hat' dein Sünd vergeben, Heilt deine Schwachheit groß, Beschirmt dein armes Leben, Nimmt dich in seinen Schooß, Mit Trost dich überschüttet, Verjüngt, dem Adler gleich. Der Herr schafft Recht, behütet Die Leidenden im Reich. 2. Er hat uns wissen lassen Sein heilig Recht und sein Gericht. Sein' Güt' ist ohne Maßen, Es mangelt an Erbarmung nicht. Den Zorn läßt er wohl fahren, Straft nicht nach unsrer Schuld, Läßt Gnade uns erfahren, Zeigt Blöden seine Huld. Sein' Güt' ist hoch erhaben Ob dem, so fürchtet ihn. So fern der Ost vom Abend, Ist unsre Sünd' dahin. 3. Wie Väter sich erbarmen, Wenn ihre schwachen Kinder schrein, So thut der Herr uns Armen, Wenn wir ihn fürchten kindlich rein. Er kennet unsre Schwäche, Er weiß, wir sind nur Staub, Wie Gras auf dürrer Fläche, Ein' Blum' und fallend Laub; Der Wind nur drüber wehet, So ist es nimmer da: Also der Mensch vergehet, Sein End' ist stets ihm nah! 4. Nur Gottes Gnad' alleine Bleibt stät und fest in Ewigkeit Bei seines Sohns Gemeine, Die steht in seiner Furcht bereit. Sein Bund ist nicht veraltet, Er herrscht im Himmelreich. Ihr starken Engel, waltet Des Lobs und dient zugleich Dem großen Herrn zu Ehren Und treibt sein heilig Wort; Mein Geist soll auch vermehren Sein Lob an jedem Ort. Johann Gramann. 14. Eigene Melodie. Ch. A. 1. Lobsinge Gott! Erheb' ihn, meine Seele! Er forget stets, daß dir kein Gutes fehle; Er führet dich zum Glück auf sich're Pfade Mit seiner Gnade. Loblieder. 15 2. Der Herr ist freundlich, daß,| 7. Gott hat im Himmel seinen was lebt, sich freue, Stuhl gesebet; Barmherzig und von großer Güt' Da herrscht er über alle, wägt und Treue; und schäßzet Er sorgt für uns, daß uns kein Der Menschen Thaten und beUnfall schade, stimmet ihnen, Voll Lieb' und Gnade. 3. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden, Verschont uns, trägt uns, läßt uns nicht empfinden, Was wir, undankbar gegen seine Gaben, Verschuldet haben. 4. So zärtlich sich ein Vater seiner Kinder Erbarmet, so erbarmt sich Gott der Sünder, Wenn sie vom Frevel sich zu ihm bekehren, Ihn wieder ehren. 5. Von Ewigkeit zu Ewigkeit erhebet Sein Antlig Gott auf den, der heilig lebet, Er krönet ihn auf jedem seiner Pfade Mit Treu und Gnade! 6. Wohl allen denen, die ihn standhaft lieben, Die sein Gesetz mit Treu' und Eifer üben! Sie finden Schuß und jeden guten Segen Auf seinen Wegen. Was sie verdienen. 8. Lobsingt, lobsingt ihm, alle seine Werke! An allen Orten preiset ſeine Stärke! Lobsinge Gott, den ich zum Heile na dwähle, Auch meine Seele! Johann Andreas Cramer. 15. Eigene Melodie. 1. Allein Gott in der Höh' sei Ehr' Und Dank für seine Gnade, Darum, daß nun und nimmermehr Uns rühren kann ein Schade. Ein Wohlgefall'n Gott an uns hat, Nun ist groß Fried' ohn' Unterlaß, All' Fehd' hat nun ein Ende. 2. Wir loben und anbeten dich, Für deine Ehr' wir danken, Daß du, Gott Vater, ewiglich Regierst ohn' alles Wanken. Ganz ohne Maß ist deine Macht, Allzeit geschieht, was du bedacht; Wohl uns des starken Herren! 3. O Jesu Christ, Sohn eingebor'n Deines himmlischen Vaters. 16 Gottes Wesen. Versöhner der, die war'n verlor'n,| Mir, der im Glauben mit dir sich Du Stiller unsers Haders, vertraut, Lamm Gottes, heil'ger Herr und Gott, Nimm an die Bitt' von uns'rer Noth. Erbarm' dich unser aller! 4. O heil'ger Geist, du höchstes Gut, Du unser aller Tröster, Vor's Teufels Macht fortan behüt', Die Jesus Christ erlöset Durch Marter groß und bittern Tod; Wend' allen Jammer ab und Noth; Darauf wir uns verlassen. Nikolaus Decius. Sonne, Der nicht Verändrung noch Wechsel bewußt! Bis ich die Seele zum Himmel dir schicke, Wo sie von Antlig zu Antlik dich schaut, Laß mich dich loben, Bis einst dort oben, Wo dich die Engel und Menschen besingen, Meine verherrlichte Stimme wird klingen. Wo mir dein Lieben Nichts kann betrüben, Wo mit versöhntem und reinem Gewissen Ich deiner Ruhe kann ewig genießen. 16. Eigene Melodie. Ch. A. 1. Seligstes Wesen, unendliche Endlich im Sterben Werd' ich ererben Wonne, Brunnquell der allervollkommensten Luft! Durch dich und in dir ein ewiges Leben, Ewiger Herrlichkeit strahlende Das nur das seligste Wesen kann geben. 3. Leb ich im Finstern, so macht dein Erbarmen Selbst mir das Todesthal wieder zum Licht; Sink' ich in Ohnmacht und lieg' ich in Armen Schwerer Verzweiflung, so läßt du mich nicht: 4. Schüttert die Erde und donnert der Himmel, Zürnet und tobet die feindliche Welt: Bleibet doch mitten in solchem Getümmel Mir meine Seligkeit sicher gestellt. Wenn mich, den Armen, 2. Gönne von ferne nur einige Hält dein Erbarmen, Blicke Steh' ich auf ewigem Felsen erhöhet, Loblieder. Der nicht im Sturm und im Wetter vergehet. 5. Freut sich mein gläubiges Herz in dem Lichte, Dank' ich es, ewige Sonne, nur dir! Wenn ich mein Seufzen zum Himmel hin richte, Trittst du gar bald, o mein Tröster, zu mir; Zeigest im Hoffen Glänzend mir offen, Was mich soll ewig und herrlich ergößen, Wann du mich wirst in dein Königreich setzen. 6. Herr, bin ich selig, so laß es mich wissen, Schreib' es lebendig mir tief in den Sinn! Lehre mich willig die Eitelkeit missen, Glaubensgehorsam nur sei mein Gewinn, Daß ich nach Klagen Freudig mag sagen: ,, Seht, aus der Schaar der verlorenen Sünder Schafft der Allselige selige Kinder." Abraham Hinkelmann. 17 Dem, dessen Lob der Engel Heer Im Himmel stets erhebt. 17. Mel.: Lobt Gott, ihr Christen 2c. 1. Nun danket all' und bringet Ehr', Die ihr auf Erden lebt, 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, unserm höchsten Gut, Der seine Wunder überall Und große Dinge thut; 3. Der uns vom Mutterleibe an Frisch und gesund erhält Und, wo ein Mensch nicht helfen kann, Sich selbst zum Helfer stellt; 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, Doch bleibet gutes Muths, Die Straf' erläßt, die Schuld vergiebt Und thut uns alles Gut's. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, Erfrische Geist und Sinn Und werf' all' Angst, Furcht, Sorg' und Schmerz In's Meeres Tiefe hin. 6. Er lasse seinen Frieden ruhn Auf unserm Vaterland, Er gebe Glück zu unserm Thun Und Heil in allem Stand. 7. Er lasse seine Lieb' und Güt' Beständig mit uns gehn; Was aber ängstet und bemüht, Gar ferne von uns stehn. 8. So lange dieses Leben währt, Sei er stets unser Heil Und bleib' auch, wenn wir von der Erd' Abscheiden, unser Theil. 2 Gottes Wesen. 18 9. Er drücke, wenn das Herzebricht, Uns unsre Augen zu Und zeig' uns drauf sein Angesicht Dort in der ew'gen Ruh'. Paul Gerhardt. 18. Mel.: Lobe den Herren, den mächtigen 2c. 1. Danket dem Herren für Jegliches, das er gegeben, Danket vor allem zuerst für das irdische Leben! Nicht für die Zeit, Nein, für die Ewigkeit seid All' ihr geboren zum Leben. 2. Danket dem Herren, der gnädig so hoch uns erhoben, Daß die Gedanken und Blicke wir richten nach oben, Der uns verliehn, Daß schon hienieden wir ihn Ahnen und fühlen und loben. 3. Danket dem Herrn, der uns gab die vernünftige Seele Und das Gewissen als Schirm vor dem sittlichen Fehle, Daß aus der Brust Nicht uns die sinnliche Lust Frieden und Seligkeit stehle. 4. Danket dem Herrn, der so viele der Freuden uns spendet; Seine Barmherzigkeit ist es, die nimmer sich endet, Der uns den Sohn Von dem erhabenen Thron, Christum den Heiland, gesendet. 5. Danket dem Herrn für die Leiden, die jedem zu Theile: gereichen dem sündigen Menschen zum Heile. Leiden Uebet Geduld, Sorget, daß nicht euch die Schuld Jenseits des Grabes ereile! 6. Danket dem Herrn für den Tod auch, er ist der Befreier! Ob er verhülle den irdischen Blick mit dem Schleier, Fürchtet euch nicht; Denn zu dem himmlischen Licht Führt er, zur ewigen Feier. Karl Ludwig Kannegießer. 19. Eigene Melodie. 1. Dir, dir, Jehovah, will ich singen, Denn wo ist doch ein solcher Gott wie du? Dir will ich meine Lieder bringen, Ach gieb mir deines Geistes Kraft dazu, Daß ich es thu' im Namen Jeſu Christ, So wie es dir durch ihn gefällig ist. 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, Damit dein Sohn mich wieder zieh' zu dir. Dein Geist in meinem Herzen wohne Und meine Sinne und Verstand regier', Loblieder. 19 Daß ich den Frieden Gottes schmeck'| 6. Wohl mir, daß ich dies Zeugniß habe; Drum bin ich voller Trost und Freudigkeit Und weiß, daß alle gute Gabe, Die ich von dir verlanget jederzeit, Die giebst du und thust überschwänglich mehr, Als ich verstehe, bitte und begehr'. 7. Wohl mir, ich bitt' in Jesu Namen, Der mich zu deiner Rechten selbst vertritt; men, In ihm ist alles Ja und Was ich von dir im Geist und Glauben bitt'. Wohl mir, Lob dir jetzt und in Ewigkeit, Daß du mir schenkest solche Seligfeit! Bartholomäus Craffelius. und fühl' Und dir darob im Herzen sing' und spiel'. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, So wird gewiß mein Singen recht gethan; So klingt es schön in meinem Liede, Ich bete dich im Geist und Wahrheit an: So hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, Daß ich dir Psalmen sing' im höhern Chor. 4. Denn der kann mich bei dir vertreten Mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind, Der lehret mich recht gläubig beten, Giebt Zeugniß meinem Geist, daß ich dein Kind Und ein Miterbe Jesu Christi sei, Daher ich ,, Abba, lieber Vater!" schrei'. 5. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, Das ist nach deinem Willen eingericht't Und wird gewiß von dir erhöret, Weil es im Namen deines Sohn's geschicht, Durch welchen ich dein Kind und Erbe bin Und nehme von dir Gnad' um Gnade hin. 20. Eigene Melodie. Ch. A. 1. Du bist's, dem Ruhm und Ehre gebühret, Und Ruhm und Ehre bring' ich dir; Du, Herr, hast stets mein Schicksal regieret, Und deine Hand war über mir. 2. Wenn Noth zu meiner Hütte sich nahte, So hörte Gott, der Herr, mein Flehn Und ließ nach seinem gnädigen Rathe Mich nicht in meiner Noth vergehn. 2* K- SHIRSIKKEN Gottes Wesen. 20 3. Ich sank in Schmerz und Krankheit danieder Und rief: o Herr, errette mich! Da half mir Gott, der Mächtige, wieder, Und mein Gebein erfreute sich. 4. Wenn mich der Haß des Feindes betrübte, Klagt' ich Gott kindlich meinen Schmerz: Er half, daß ich nicht Rache verübte, Und stärkte durchGeduld mein Herz. 5. Wenn ich, verirrt vom richtigen Pfade, Mit Sünde mich umfangen sah, Rief ich zu ihm, dem Vater der Gnade, Und seine Gnade war mir nah'. 6. Um Trost war meiner Seele so bange; Denn Gott verbarg sein Angesicht; Ich rief zu ihm: ach Herr, wie so lange? Und Gott verließ den Schwachen nicht. 7. Er half und wird mich ferner erlösen, Er hilft, der Herr ist fromm und gut; Er hilft aus der Versuchung zum Bösen Und giebt mir zu der Tugend Muth. 8. Dir dank' ich für die Prüfung der Leiden, Die du mir liebreich zugeschickt; Dir dank' ich für die häufigern Freuden, Womit mich deine Hand beglückt. 9. Dir dank' ich für die Güter der Erden, Für die Geschenke deiner Treu'; Dir dank' ich, denn du hießest sie werden, Und deine Güt' iſt täglich neu. 10. Dir dank' ich für das Wunder der Güte; Selbst deinen Sohn gabst du für mich: Von ganzer Seel' und ganzem Gemüthe, Von allen Kräften preis' ich dich. 11. Erhebt ihn ewig, göttliche Werke! Die Erd' ist voll der Huld des Herrn. Sein, sein ist Ruhm und Weisheit und Stärke; Er hilft und er errettet gern. 12. Er hilft! des Abends währet die Klage, Des Morgens die Zufriedenheit. Nach einer Prüfung weniger Tage Erhebt er uns zur Seligkeit. 13. Vergiß nicht deines Gottes, o Seele! Verehr' und halte seine Befehle Vergiß nicht, was er dir gethan: Und bet' ihn durch Gehorsam an! Christian Fürchtegott Gellert. Allmacht. Allwissenheit. Allgegenwart. Allweisheit. 21 Allmacht. Allwissenheit. Allgegenwart. Allweisheit. 21. Mel.: Lobt Gott, ihr Christen 2c. Wirst du gar leicht erweicht 1. Ich singe dir mit Herz und Und giebst uns, was uns hoch aus millo Mund, Herr, meines Herzens Lust, Ich sing' und mach' auf Erden fund, Was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Born der Gnad' Und ew'ge Quelle bist, Daraus uns allen früh und spat Viel Heil und Segen fließt. 3. Was sind wir doch, was haben wir Auf dieser ganzen Erd', Das uns, o Vater, nicht von dir Allein gegeben werd'? 4. Wer hat das schöne Himmelszelt Hoch über uns geſetzt? Wer ist es, der uns unser Feld Mit Thau und Regen nett? 5. Wer giebt uns Leben und Geblüt? Wer hält mit seiner Hand Den güldnen, edlen, werthen Fried' In unserm Vaterland? 6. Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir, 7. Wenn unser Herze seufzt und schreit, Und du mußt alles thun, Du hältst die Wach' an unsrer Thür Und läßt uns sicher ruhn. erfreut Und dir zur Ehr' gereicht. 8. Du zählst, wie oft dein Christ hier wein' Und was sein Kummer sei; Kein Zähr- und Thränlein ist so klein, Du hebst und legst es bei. 9. Wohlauf, mein Herze! sing' und spring' Und habe guten Muth, Dein Gott, der Ursprung aller Ding', Ist selbst und bleibt dein Gut. 10. Er ist dein Schat, dein Erb' und Theil, Dein Glanz und Freudenlicht, Dein Schirm und Schild, dein Hülf' und Heil, Schafft Rath und läßt dich nicht. 11. Was kränkst du dich in deinem Sinn Und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg' und wirf sie hin Auf den, der dich gemacht. 12. Hat er dich nicht von Jugend auf Versorget und ernährt? BRETTO UNAODUCXCOMMUN 6204+ HIREIK20 22 Gottes Wesen.g Wie manchen schweren Unglücks-| Das ihn vor uns verhüllet, lauf Ihn fassen alle Himmel nicht, Wie weit er sie erfüllet. Hat er zum Heil gekehrt! 13. Er hat noch niemals was Er bleibet ewig, wie er war, Verborgen und auch offenbar In seiner Werke Wundern. versehn In seinem Regiment; Nein, was er thut und läßt geschehn, Das nimmt ein gutes End'. 14. Ei nun, ſo laß ihn ferner thun Und red' ihm nicht darein, So wirst du hier in Frieden ruhn Und er umfaßt mit ſeiner Hand Und ewig fröhlich ſein. Die Erde sammt dem Himmel. Paul Gerhardt. 22. Mel.: Es ist das Heil uns kommen zc. 1. Der Herr ist Gott und keiner mehr, er, Frohlockt ihm, alle Frommen! Wer ist ihm gleich, wer ist wie So herrlich, so vollkommen? DerHerr ist groß, sein Nam' ist groß, Unendlich ist und grenzenlos Der Herr in seiner Größe. 2. Ihn trifft kein Wechsel flücht'ger Zeit In seines Himmels Höhen, Und seine Größ' und Herrlichkeit Wird ewiglich bestehen. Wir Menschen sind von gestern her; Eh' noch die Erde ward, war er, War, eh' die Himmel waren. 4. Wir sind allein durch seine Kraft Das, was wir sind und werden; Er kennet alles, was er schafft Im Himmel und auf Erden. Bei ihm ist Weisheit und Verstand, 3. Des Ew'gen Thron umgiebt ein Licht, 5. Ist er nicht nah, ist er nicht fern? Weiß er nicht alle Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn Ein Mensch verbergen möge? Hüllt keine Schatten um euch her: Gedanken selbst erkennet er, Eh' wir noch Worte finden. 6. Wer schüßt den Weltbau ohne dich, O Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich Dein Walten über alle. Du bist voll Freundlichkeit und Huld, Barmherzig, gnädig, voll Geduld, Ein Vater, ein Verschoner. 7. Nur dir gebühret Lob und Dank, Dir Majestät und Ehre. Kommt, bringt ihm euren Lobgesang, Allgegenwart. Allweisheit. 23 3. Hohe Seligkeit ist's ihnen, Dem Gott, der sie erschuf, zu dienen, Von allem Eigenwillen fern. Seht ihr Beispiel, folgt, ihr Frommen! Sie alle, heilig und vollkommen, Gehorchen wonnevoll dem Herrn. Sie thun, was er gebeut, Und ihre Herrlichkeit Ist Gehorsam. Sie zögern nie, Er sende sie, Wohin sein Wink sie senden mag. Allmacht. Allwissenheit. Ihr alle seine Heere! Der Herr ist Gott und keiner mehr. Wer ist ihm gleich, wer ist wie er, So herrlich, so vollkommen? Johann Andreas Cramer. 23. Mel.: Wachet auf, ruft uns die zc. 1. Betet an, ihr Menschen, bringet Dem Höchsten Ruhm und Preis; lobsinget Gott, unserm Schöpfer, betet an! Zahllos sind der Geister Schaaren, Die, eh' wir noch geschaffen waren, Schon seine Huld und Größe sah'n. Ihr Heer, umstrahlt von Licht, Bedeckt das Angeſicht Vor dem Schöpfer; Voll Preis und Dank Tönt ihr Gesang Durch alle Himmel Gottes hin. 2. Er nur zählt die Geisterheere, Die hoch im Himmel seine Ehre Und seiner Größe Ruhm erhöhn. „ Heilig, heilig ist Gott!" rufen Sie tief anbetend an den Stufen Des hohen Throns, um den sie stehn. „ So weit er herrscht, so weit Geht seine Herrlichkeit!“ Jauchzen alle. Wer ist wie er?" 11 Frohlockt ihr Heer, 4. Winden gleich und gleich den Blitzen Gehn sie vom Thron aus, segnen, schützen Und strafen, wie es Gott gebeut; Lagern sich um Gottes Kinder Und fördern gern das Heil der Sünder Und freun sich ihrer Seligkeit. Sie dienen, Jesu, dir, Frohlocken laut, wenn wir Uns bekehren, Wenn unser Dank Den Preisgesang Der Himmel hier schon wiederhallt. 5. Gott, mit allen diesen Heeren Soll, der hier heilig wird, dich ehren, Einst ewig sich mit ihnen freun; Soll, erlöst durch dein Erbarmen, Zu dir gebracht auf ihren Armen, Wie sie, einst ewig selig sein. „ Wer ist wie Gott, der uns erschuf?" Vernehmt's, ihr Menschen, hört: AHIRGHH.CA.LAURA.COM 24 Wer sich zu Gott bekehrt, Wird am Throne In seinem Reich Auch, Engeln gleich, Das Antlig seines Gottes schaun. Gottes Wesen.dk shomill 6. Werdet heilig, seid vollkommen, Wie Engel Gottes! Gott wird 24. Mel.: Jesu, meines Lebens Leben 2c. 1. Quelle der Vollkommenheiten, Gott, mein Gott, wie lieb' ich dich! Und mit welchen Seligkeiten Segnet deine Liebe mich! Seel' und Leib' mög' mir verschmachten, Hab' ich dich, will ich's nicht achten, Mir soll deine Lieb' allein Mehr als Erd' und Himmel sein. Deine Weisheit, Huld und Stärke, Wie befreiet er mein Herz Von Bekümmerniß und Schmerz! kommen Mit seinen Engeln zum Gericht. Laßt sie jauchzen, daß wir alle Dann, aufgerichtet von dem Falle, Gott sehn und seiner Wonne Licht. Heil uns, wir beten dann Den hohen Schöpfer an Mit den Engeln. Ihr Preisgesang Und unser Dank 4. Du erkauftest vom Verderben Mich durch deinen Sohn, o Gott, Ließest den Gerechten sterben, Mir zum Leben ward sein Tod. Ewig dort mit ihm zu leben, Hast du mir durch ihn gegeben, Hallt dann durch alle Himmel hin. Ewig, ewig, Herr, mich dein, Johann Andreas Cramer. Dein und deiner Huld zu freun. 2. Denk' ich deiner, wie erhebet Meine Seele sich in mir! Wie getröstet, wie belebet Fühl' ich mich, o Gott, von dir! Jeder Blick auf deine Werke, 3. Gott, aus deiner Segensfülle Fließt mir lauter Gutes zu. Daß ich wurde, war dein Wille, Daß ich noch bin, wirkest du; Daß ich denke, fühl' und wähle, Dafür dankt dir meine Seele, Dankt dir, daß sie dich erkennt, Dich durch Jesum Vater nennt. 5. Heil mir, daß ich es empfinde, Wie so liebenswerth du bist, Daß mein Herz vom Haß der Sünde, Die dich haßt, durchdrungen ist, Daß auf dein Gebot ich achte Und es zu erfüllen trachte: Heil mir, du verbirgst mir nicht, Herr, dein Vaterangesicht! Balthasar Münter. 25. Mel.: Nun freut euch, lieben Christen 2c. 1. Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht, Die Weisheit deiner Wege, Die Liebe, die für alle wacht, Allmacht. Allwissenheit. Allgegenwart. Allweisheit. 25 Anbetend überlege: So wunderbar bereitet, So weiß ich, von Bewundrung Der Mensch, ein Geist, den sein. voll, Nicht, wie ich dich erheben soll, Mein Gott, mein Herr und Vater. 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, Die Wunder deiner Werke; Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, Preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn' an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schooß der Erde auf, Mit Vorrath uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, So weit die Wolken reichen. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, Dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, Bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, Mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht, Bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand Verstand Dich zu erkennen leitet, Der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, Ist sich ein täglicher Beweis Von deiner Güt' und Größe. 6. Erheb' ihn ewig, o mein Geist, Erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei gepreist, Und alle Welt sag': Amen! Und alle Welt fürcht' ihren Herrn Und hoff' auf ihn und dien' ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Christian Fürchtegott Gellert. 26. Mel.: Wenn der Sünder, der zc. 1. Tief anbetend, tief im Staube Dankt dir, jauchzt dir unser Glaube! Ehr' und Stärke, Preis und Macht Sei, Erschaffer, dir gebracht! Deiner Engel hohe Lieder Hallen wir auf Erden wieder; Voller tönt ihr Lobgesang, Wonnevoll auch unser Dank. 2. Es lobsingen dir die Himmel, Und im Weltkreis deiner Himmel Auch die Erde betet an, Betet ihren Schöpfer an. Ueberall, wohin wir sehen, In den Tiefen, auf den Höhen, FUNNSUNDERTUSSU ERTUMBUMP 26 Sehn wir deine Größ' und Pracht, Sehn den Spiegel deiner Macht. 3. Dank sei dir! denn nicht vergebens Bist du, Herr, der Quell des Lebens: Was frohlockt, das freuet sich, Schöpfer, Vater, nur durch dich; Was Empfindung hat und lebet, Alles, was sich höher hebet, Ist von dir, und wie geschmückt, Wie gesegnet, wie beglückt! 4. Nicht zu zählen sind die Werke Deiner Weisheit, Huld und Stärke! Wie so wundervoll und schön Ist nicht alles, was wir sehn! Sei von uns, o Gott, erhoben, Welchen Erd' und Himmel loben! Deiner Schöpfung Lobgesang Sei ein allgemeiner Dank! Johann Andreas Cramer. Gottes Wesen. omilly 2. Gott Vater, der die ganze Welt Aus nichts erschuf und noch erhält, 27. Mel.: Wie schön leuchtet der 2c. 1. Gott, der du Quell der Wesen bist, Vor dem nichts war, ohn' den nichts ist, In welchem alles lebet; Herr, dessen Wahrheit, Weisheit, Macht, Gerechtigkeit und Güt' und Pracht Natur und Schrift erhebet; Ew'ger, Sel'ger, Dem zur Ehre Engelchöre heilig singen: Laß mein Loblied zu dir dringen! Der, was er machte, liebet, Der Sonn' und Mond und Stern' bewegt, Der dem, was Luft und Erde trägt, Als Vater Speise giebet: Schöpfer, Schöpfer! Mach' uns kräftig und geschäftig, dich zu ehren, Dich, dem Ruhm und Dank gehören! 3. Gott Sohn, der aus des Vaters Schooß Auf Erden kam, sein Blut vergoß Und uns mit Gott versöhnte, Der willig litt und für uns starb Und Heil und Leben uns erwarb, Der uns mit Segen krönte: Heiland, Heiland! Laß im Leiden, laß beim Scheiden zum Erquicken Uns dein treues Herz erblicken! 4. Gott heil'ger Geist, du Geist der Kraft, Der neue Herzen in uns schafft Und uns zu Christo führet, Der seine Kirch' in dieser Welt Erleuchtet, heiliget, erhält, Vermehrt, mit Gaben zieret: Tröster, Tröster! Komm hernieder, tröst' uns wieder nach den Schmerzen; Univ.- Bibi. Allmacht. Allwissenheit. Allgegenwart. Allweisheit. 27 Wohn' und wirk' in unsern| Um dich her auszubreiten. Herzen. Die Liebe bist du selbſt, Verstand und Rath sind dein, Und du gebrauchst sie gern, zu segnen, zu erfreun. 5. Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist, Der Gnadenbund der Taufe heißt Dich unsern Gott uns nennen. Ich glaub' an dich und diene dir, Dreiein'ger Gott, o gieb dich mir Recht heilsam zu erkennen. Mein Gott, mein Gott, Dir ergeben laß mich leben, dir vertrauen, Bis ich einst dich werde schauen. Ehrenfried Liebich. 28. Mel.: O Gott, du frommer Gott 2c. 1. Anbetungswürd'ger Gott, Voll Ehrfurcht stets zu nennen, Du bist unendlich mehr, Als wir begreifen können O flöß' auch meinem Geiſt Die tiefste Demuth ein Und laß mich stets vor dir Voll Ehrerbietung sein. 2. Du bist das höchste Gut, Du weißt von keinem Leide, Stets ruhig in dir selbst Thronst du in ew'ger Freude. Dein ist die Herrlichkeit, Auch ohne Creatur Bist du dir selbst genug, Du Schöpfer der Natur. 4. Du sprichst, und es geschieht; Auf dein allmächtig: Werde! Entstand ein großes Werk, Der Himmel und die Erde. Mit deinem kräft'gen Wort Trägst du die ganze Welt, Und deine Macht vollführt, Was uns unmöglich fällt. 5. Du bist der Herren Herr; Der Erde Majeſtäten Sind, Höchster, vor dir Staub, Dein Wort erschafft, kann tödten. Wen du erniedrigest, Gott, wer kann den erhöhn? Wen du erhöhen willst, Deß Hoheit muß bestehn. 6. Du bist es, der allein Unsterblichkeit besißet, Der Leben giebt und nimmt, Der unsern Odem schüßzet. Den Geist, der in uns lebt, Ihn haben wir von dir, Ihn forderst du zurück, Du bleibest für und für. 7. Wer hat dich je geſehn? Wer kann im Fleisch dich sehen? Kein sterblich Auge reicht 3. Du riefst dem, das nicht war, Bis zu des Lichtes Höhen, Wo du voll Majeſtät Um Lust und Seligkeiten Aufs mannigfaltigſte Auf deinem Stuhle thronst YOO allo alla CAN HESHIN CAMLAeam.co OOK HESSIE- FORE Gottes Wesen. To home 3. Sollte denn in Menschendingen Etwas seinen Lauf vollbringen Anders, als der Herr es führt? Trau' ihm! alles muß geschehen, Was er für uns ausersehen, Denn der starke Gott regiert. 4. Sterben, Leben, Weinen, Freuen, Muß zum Besten dem gedeihen, Den die Liebe Gottes führt. Weil er ist bei Gott in Gnaden, Kann ihm keine Trübsal schaden, Denn der treue Gott regiert. 28 Und unter frohem Lob Der Himmelsheere wohnst. 8. Doch hier erkennen wir Dich noch gar unvollkommen; Wird aber dermaleinst Der Vorhang weggenommen, Der jetzt das Heiligste Noch nnserm Blick verschließt, Dann sehn wir klarer ein, Wie herrlich, Gott, du bist. 9. In Ehrfurcht sei schon jetzt Dein Ruhm von uns besungen. Verschmäh' nicht unser Lob, Das Lallen schwacher Zungen. Dort soll, wenn wir dereinst Vor dir verherrlicht stehn, Ein Lied im höhern Chor Dich, großer Gott, erhöhn. J. S. Diterich nach Joh. Jak Rambach. 29. Mel.: Alles ist an Gottes Segen 2c. 1. Meine Seele, laß Gott walten, Der dich kann und will erhalten, Der die Seinen gnädig führt. Was dich auch zu Zeiten plaget, Trag' es gern, sei unverzaget, Denn der große Gott regiert. 2. Schau' das goldne Heer der Sterne, In der weiten Himmelsferne Hin und her von Gott geführt; Schau' das Meer vom Sturm erreget, Wie sein Wüthen bald sich leget; Denn der höchste Gott regiert. 5. Welche Angst in ihrem Herzen Ueber ihres Kindes Schmerzen Eine treue Mutter spürt: Solches Mitleid, solch Erbarmen Ist bei Gott; getrost, ihr Armen! Denn der fromme Gott regiert. 6. Drum, mein Herz, sei still und stehe Auf des Glaubens Felsenhöhe; Folge, wie dein Gott dich führt! So wird alles wohl gelingen, Und du wirst mit Freuden singen: Gott, mein Gott und Herr regiert. Mauritius Cramer. 30. Eigene Melodie. Ch. A. 1. Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre, Ihr Schall pflanzt seinen Namen fort. Jhn rühmt der Erdkreis, ihn preisen die Meere; Allmacht. Allwissenheit. Allgegenwart. Allweisheit. 29 Vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort! 2. Wer trägt der Himmel unzählbare Sterne? Wer führt die Sonn' aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet und lacht uns von ferne Und läuft den Weg gleich als ein Held. 3. Vernimm's und siehe die Wunder der Werke, Die die Natur dir aufgeſtellt! Verkündigt Weisheit und Ordnung und Stärke Dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du der Wesen unzählbare Heere, Den kleinsten Staub fühllos beschaun? Durch wen ist alles? o gieb ihm die Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun. 5. Mein ist die Kraft, mein ist Himmel und Erde; An meinen Werken kennst du mich. Ich bin's, und werde sein, der ich sein werde, Dein Gott und Vater ewiglich. 6. Ich bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte, Ein Gott der Ordnung und dein Heil; Ich bin's! mich liebe von ganzem Gemüthe Und nimm an meiner Gnade Theil. Christian Fürchtegott Gellert. 31. Mel.: Ringe recht, wenn Gottes 2c. 1. Gott der Macht, in deinem Ruhme Keinem als dir selbst bekannt, Aus verborg'nem Heiligthume Waltest du mit starker Hand. 2. Sterne glänzen und erblinden, Berge wehst du weg wie Spreu, Völker werden und verschwinden, Alles Fleisch vergeht wie Heu. 3. Reiche schmetterst du zur Erde, Königsstühle stürzen ein, Hirten rufst du von der Heerde, Herrscher ihres Volks zu ſein. 4. Wenn du anfängst auszugleichen, Herr, was kann vor dir beſtehn? Alle Berge müssen weichen, Alle Thale sich erhöhn. 5. Was der Menschen Kunst erhoben, Ist auf leichten Sand gestellt; Du gebeutst: es ist zerstoben, Wie das Laub im Herbste fällt. 6. Aber wo auf Felsengründen Deines Tempels Mauer ruht, Droht von Fluthen und von 40 de Winden Machtlos die vereinte Wuth. HUBHDPC ruam au FYYATILLY FEDE HERRIKOMINKI 204 30 da Gottes Wesen. E 7. Und wo alles sich empöret,| Von ihm hab' ich das Leben; Ringsum alles untergeht: Dieser Bau bleibt unversehret, Und die Stadt des Herrn besteht. 8. Selbst der Feinde Troß und Mühe Sein Werk bin ich, er hat allein Mir Leib' und Seel' gegeben. Ich gab mir nicht des Geistes Licht, Er läßt es in mir scheinen. Wer so viel thut, deß Herz und Muth Kann's nimmer böse meinen. 4. Zudem ist Weisheit und Verstand Bei ihm ohn' alle Maßen; Zeit, Ort und Stund' ist ihm bekannt, zu thun und auch zu lassen: Er weiß, wann Freud', er weiß, wann Leid Uns, seinen Kindern, diene; Und was er thut, ist alles gut, Ob's noch so traurig schiene. Muß dir ebnen deinen Pfad, Darum komm, o Herr, und ziehe Ein in deine Gottesstadt. Karl Bernhard Garve. 32. Mel.: Was mein Gott will, gescheh' zc. 1. Ich hab' in Gottes Herz und Sinn Mein Herz und Sinn ergeben; Was böse scheint, ist mir Gewinn, Der Tod selbst ist mein Leben. Denn Gott ist mein, und ich bin sein; Was ist wohl, das mir schade? Ob er gleich schlägt und Kreuz auflegt, Bleibt doch sein Thun voll Gnade. 2. Das kann mir fehlen nimmermehr, Mein Vater muß mich lieben. Schickt er auch Trübsal groß und schwer, So will ich mich nur üben Und mein Gemüth in seiner Güt' Gewöhnen fest zu stehen. Halt' ich dann Stand, weiß seine Hand Mich wieder zu erhöhen. 5. Fürwahr, der dich geschaffen hat Und sich zur Ehr' erbauet, Der hat schon längst in ſeinem Rath Ersehen und beschauet Aus wahrer Treu', was dienlich sei Dir und den Deinen allen. Laß ihm doch zu, daß er nur thu' Nach seinem Wohlgefallen. 6. Wie's Gott gefällt, so muß es sein, Zuletzt wird's dich erfreuen; Was du jetzt nennest Kreuz und Pein, Wird dir zum Trost gedeihen. 3. Was ich nur bin und hab', Wart' in Geduld, die Gnad' und ist ſein, Huld Allmacht. Allwissenheit. Allgegenwart. Allweisheit. 31 Wird sich doch endlich finden! All' Angst und Qual wird auf einmal Eigene Melodie. Gleich wie ein Rauch verschwinden. 1. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte! 7. Wohlan, mein Gott, so fall' Ist der ein Mensch den ſie nicht ich dir rührt, Getrost in deine Hände; Nimm du mich auf und mach's mit mir, Wie du willst, bis ans Ende. Nur du, Herr, weißt, wie meinem Geist Sein wahres Heil entstehe, Und deine Ehr' sich mehr und mehr Vor aller Welt erhöhe. 8. Willst du mir geben Sonnenschein, So nehm' ich's an mit Freuden; Soll's aber Kreuz und Trübsal ſein, Will ich's geduldig leiden. Soll mir allhier des Lebens Thür Noch ferner offen stehen: Wie du mich führst und führen wirst, So will ich gern mitgehen. 9. Soll ich dann auch des Todes Weg 33. Und finstre Straßen gehen, So zeige du mir Bahn und Steg Und laß dein Licht mich sehen. Du bist mein Hirt, der alles wird Zu solchem Ende kehren, Daß ich einmal in deinem Saal Dich ewig möge ehren. Paul Gerhardt. Der mit verhärtetem Gemüthe Den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, Sei ewig meine größte Pflicht! Der Herr hat mein noch nie vergessen; Vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer giebt dem Geiſte neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Ist's nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau', o mein Geist, in jenes Leben, Zu welchem du erschaffen bist, Wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden; Durch Gottes Güte sind sie dein. recums BUAT TULISASANAY AS AN UANGAMP TO THE ONE TOUju FOFOR HILEXIB- FORE Gottes Wesen. 32 Sieh, darum mußteChristus leiden, Damit du könntest ſelig ſein. 34. Mel.: Wie schön leuchtet der 2c. 1. Fleug auf, mein Psalm, mein Lobgesang, Und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören, unbetung, Ehre, Preis und Dank Den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Vor Gottes Thron zu bringen. Er hört der Menschen Loblied gern, Wenn höh're Geister auch dem Herrn Sein Will' ist mir in's Herz geschrieben, Erhab'ne Psalmen singen. Darum hat er Sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles lieben Und meinen Nächsten gleich als mich. Mit den Heeren, die ihn ehren, zu den Stufen Seines Throns auch uns gerufen. 2. Wie groß ist Gottes Herrlichkeit! Er sprach zu seinen Himmeln: seid! Und zu dem Erdkreis: werde! Gleich standen da voll Reiz und Pracht 4. Und diesen Gott sollt' ich nicht ehren 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: Ich soll vollkommen sein, wie er. So lang' ich dies Gebot erfülle, Stell' ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb' in meiner Seele, So treibt sie mich zu jeder Pflicht, Und ob ich schon aus Schwachheit fehle, Herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. Gott! laß deine Güt' und Liebe Mir immerdar vor Augen sein! Sie stärk' in mir die guten Triebe, Mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, Sie leite mich zur Zeit des Glücks; Und sie besieg' in meinem Herzen Die Furcht des letzten Augenblicks. Christian Fürchtegott Gellert. Vor ihm zum Preise seiner Macht Die Himmel und die Erde. Wie er's aussprach, Da begonnen tausend Sonnen und erhellten Ein unzählbar Heer von Welten. 3. Wie sie so herrlich sind, so schön, Einträchtig alle Gott erhöhn Und seine Größe preisen! Wir singen alle Lob und Dank, Ein hoher jubelnder Gesang Dem Gütigen, dem Weisen! Ach wie könnt' ich Fühllos schweigen, solcher Zeugen Lob vernehmen Allmacht. Allwissenheit. Allgegenwart. Allweisheit. 33 Und doch seines Ruhms mich schämen! 4. Er hat der Sonne Hochgezelt, Die Himmel über seine Welt Für mich auch ausgebreitet. Wer nußt die Erde mehr als ich? Hat sie mein Vater nicht für mich Gegründet und bereitet? Lächeln mir nicht Alle Wälder, alle Felder froh entgegen, Reich für mich von seinem Segen? 5. Wem blüht das Thal? Für wen erhebt Sich das Gebirg? Wem tönt und schwebt Der Sänger in den Lüften? Für wen bevölkert sich das Meer? Wem lebt der Thiere zahllos Heer Auf jährlich grünen Triften? Quellen rieseln, Winde wehen, Flüss' und Seeen werden Meere, Mir zum Segen, ihm zur Ehre. 6. Noch strahlt mir ungeschwächt fein Licht, Noch weigert die Natur sich nicht, Die Welt für mich zu schmücken. Noch hat sie Freuden g'nug für mich, Noch immer schön und jugendlich Mein Auge zu entzücken. Eher werden Auch die Werke seiner Stärke nicht veralten, Bis er kommt Gericht zu halten. 7. So hat mein Gott an mich gedacht, Hat über sie durch seine Macht Zum Herrscher mich erhoben. Er gab mir meinen Leib und auch Die Seele, seines Odems Hauch, Gleich Engeln ihn zu loben. Rühm' ihn, Seele, Jauchzend schalle von dem Halle deiner Lieder Gottes Erd' und Himmel wieder. 8. Das Kind, der Jüngling und der Mann, Die ganze Schöpfung bet' ihn an Und seiner Wunder Menge. Strömt hin aus meiner vollen Brust, Strömt hin, Empfindungen voll Lust, In hohe Dankgesänge. Schöpfer, Vater, Dich erhebe, weil ich lebe, meine Seele, Meine hochbeglückte Seele! me Johann Andreas Cramer. 35. Mel.: Valet will ich dir geben 2c. 1. Du, meine Seele, singe! Wohlauf, und singe schön Dem, welchem alle Dinge Zu Dienst und Willen stehn! Ich will den Herren droben Hier preisen auf der Erd'; Ich will ihn herzlich loben, So lang' mein Leben währt. 3 SHAUSERDICTUMANUTS SOUSTYTAIS HAIR- XOXO HISKIE FORE 34 indebom Gottes Wesen. tills 2. Ihr Menschen, laßt euch Er nährt und giebet Speisen lehren! Zur Zeit der Hungersnoth; Macht schöne rothe Wangen Oft bei geringem Mahl, Und die da sind gefangen, Die reißt er aus der Qual. Es wird euch heilsam sein: Laßt euch doch nicht bethören Die Welt mit ihrem Schein! Verlasse sich doch keiner Auf Fürsten Macht und Gunſt, Weil sie, wie unser einer, Nichts sind als nur ein Dunst. 3. Was Mensch ist, muß erblassen Und arm zu Grabe gehn, Muß all sein Gut verlassen, Sei's noch so viel und schön; Allda ist's dann geschehen Mit seinem klugen Rath, Und ist ganz klar zu sehen, Wie schwach sei Menschenthat. 4. Wohl dem, der einzig schauet Nach seinem Gott und Heil! Wer ihm sich anvertrauet, Der hat das beste Theil, Das höchste Gut erlesen, Den schönsten Schaß geliebt; Sein ganzes Herz und Wesen Bleibt ewig unbetrübt. 5. Hier ist der treue Wille, Der nie mit Unrecht kränkt, Und jedem Gut's die Fülle, Den er treu findet, schenkt. Gott hält sein Wort mit Freuden, Geschehn muß, was er spricht; Und wer Gewalt muß leiden, Den schüßt er im Gericht. 6. Er weiß viel tausend Weisen, Zu retten aus dem Tod: 7. Er ist das Licht der Blinden, Thut auf der Tauben Ohr, Und die sich schwach befinden, Gehn stark durch ihn hervor. Er liebet alle Frommen, Und wenn ihr Auge weint, Sehn sie, sobald sie kommen, An ihm den besten Freund. 8. Er ist der Fremden Hütte, Die Waisen nimmt er an, Erfüllt der Wittwen Bitte, Schafft Hülfe jedermann. Die aber, die ihn hassen, Bezahlt er mit der Zeit, Wenn sie den Gräu'l nicht lassen, Mit bitterm Weh und Leid. 9. Ach ich bin viel zu wenig, Zu rühmen seinen Ruhm, Der Herr ist ew'ger König, Ich eine welke Blum'; Jedoch weil ich gehöre Gen Zion in sein Zelt, Ist's billig, daß ich ehre Sein Lob vor aller Welt. Paul Gerhardt. 36. Mel.: Mir nach, spricht Christus 2c. 1. Nie bist du, Höchster, von uns fern, Du wirkst an allen Enden; Allmacht. Allwissenheit. Allgegenwart. Allweisheit. 35 Wo ich nur bin, Herr aller Herru, Bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb' und athme ich, Denn deine Rechte schüßzet mich. 2. Was ich gedenke, siehest du, Du prüfest meine Seele. Du siehst es, wenn ich Gutes thu', Du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug' entfliehn Und nichts mich deiner Hand entziehn. 3. Wenn ich in stiller Einsamkeit Mein Herz an dich ergebe Und über deine Huld erfreut Lobsingend dich erhebe: So hörst du es und stehst mir bei, Daß ich dir immer treuer sei. 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rath Verkehrte Wege wählet; Und bleibt auch eine böse That Vor aller Welt verhehlet: So weißt du sie und strafest mich Zu meiner Bess'rung väterlich. 5. Dn hörest meinem Seufzen zu, Daß Hülfe mir erscheine, Voll Mitleid, Vater, zählest du Die Thränen, die ich weine. Du siehst und wägest meinen Schmerz Und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 6. O drück', Allgegenwärtiger, Dies tief in meine Seele, Daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, Mein Herz zur Zuflucht wähle, Daß ich dein heilig Auge scheu' Und dir zu dienen eifrig sei. 7. Laß überall gewissenhaft Nach deinem Wort mich handeln Und stärke mich dazu mit Kraft, Vor dir getrost zu wandeln. Daß du, o Gott, stets um mich seist, Das tröst' und bess're meinen Geist. David Bruhn nach Chr. Chr. Sturm. 37. Mel.: Wer nur den lieben Gott zc. 1. So weit nur deine Sonnen glänzen, Reicht deine Huld, die uns erhält, Reicht über unsers Himmels Grenzen, O Vater, bis zur fernsten Welt; Und deine Gnad' und auch ihr Reich Steht ewigen Gebirgen gleich. 2. Mit frommem, freudigem Gemüthe Erheb' ich, Gott voll Gnade, dich. Wie herrlich ist nicht deine Güte, Wie liebst du uns so väterlich, Uns, die wir ohne Furcht und Graun Dem Schatten deiner Flügel traun! 3. Mit deinem reichsten Ueberflusse Erfüllst du diese Welt, dein Haus; Du theilst ihn, allen zum Genusse, So väterlich, so reichlich aus, 3* Mill CAMErinesith COL DXCOMIXXERCEOLSKIE POIEN 36 iso Gottes Und jede Lebensquelle fließt Aus dir, der du das Leben bist. 4. Wir seh'n, o Herr, in deiner Sonne Den Schatten deiner Huld, dein Licht: Entzeuch uns deiner Güte Wonne, Dein gnadenvolles Antlitz nicht! Herr, deine Huld erfreue die, Die dich verchren! Segne sie! Johann Andreas Cramer. 38. Eigene Melodie. 1. Wer nur den lieben Gott läßt walten Und hoffet auf ihn allezeit, Den wird er wunderbar erhalten In allem Kreuz und Herzeleid. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, Der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir jeden ende Morgen Beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid Nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille Und sei doch in sich selbst vergnügt, Wie unsers Gottes Gnadenwille, Wie der Allwissende es fügt. Wesen. handle Gott, der uns ihm hat auserwählt, Der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, Er weiß wohl, wenn es nüßlich sei; Wenn er uns nur hat treu erfunden Und merket keine Heuchelei, So kommt Gott, eh' wir uns versehn, Und lässet uns viel Gut's geschehn. 5. Denk' nicht in deiner Drangsalshize, Daß du von Gott verlassen seist, Und daß nur der im Schooß ihm size, Der sich mit stetem Glücke speist. Die Folgezeit verändert viel Und seßet jeglichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott sehr leichte Sachen, Und ist dem Höchsten alles gleich, Den Reichen klein und arm zu machen, Den Armen aber groß und reich. Gott ist der rechte Wundermann, Der bald erhöhn, bald stürzen kann. 7. Sing', bet' und geh' auf Gottes Wegen, 2011 Verricht' das Deine nur getreu Und trau' des Himmels reichem Segen, So wird er bei dir werden neu. Denn, welcher seine Zuversicht Auf Gott setzt, den verläßt er nicht. Georg Reumark. Allmacht. Allwissenheit. Allgegenwart. Allweisheit. 37 Zu dir steht mein Vertraun. Mach mich an meiner Seele reich, So gilt mir alles andre gleich. 39. Eigene Melodie. 1. Warum betrübst du dich, mein Herz, Bekümmerst dich und trägest Schmerz Nur um ein zeitlich Gut? Vertrau' auf Gott nur, der die Welt Erschaffen hat und auch erhält. 2. Er kann und will dich lassen nicht, Er weiß gar wohl, was dir gebricht; Himmel und Erd' ist sein. Er ist dein Vater und dein Gott Und steht dir bei in aller Noth. 3. Weil du mein Gott und Vater bist, Dein Kind du nimmermehr vergißt, Du väterliches Herz. Ich Staub und Asche habe hier Sonst keinen Trost, als nur von dir. 4. Ein Thor nur troßt auf Ehr' und Gut, Ich trau' auf Gott mit stillem Muth, Bei Wenigem vergnügt. Mir bleibt die frohe Zuversicht: Wer Gott vertraut, dem mangelt's nicht. 5. Ach Gott, so reich bist du noch heut', Als du es warst von Ewigkeit; 6. So groß auch immer die Gefahr Für alle Kinder Gottes war, Gott führte sie hinaus. Wo Menschenrath und Hülfe schwand, Da schüßte seine Baterhand. 7. Des Zeitlichen entbehr' ich gern, Hab' ich das Ewige vom Herrn, Das Jesus mir erwarb Durch seinen herben, bittern Tod: Das bitt' ich dich, mein Herr und Gott. 8. Denn alles, was die eitle Welt Für Leben, Glück und Freude hält, Geld, Reichthum, Ehre, Pracht, Das währt nur eine kurze Zeit Und hilft doch nichts zur Seligkeit. 9. Ich danke dir, o Gottes Sohn, Daß du mir haft des Glaubens Lohn Im Wort geoffenbart. Verleih' mir auch Beständigkeit Zu meiner Seelen Seeligkeit. 10. Lob, Ehr' und Preis sei dir gebracht, Der du es immer wohl gemacht! In Demuth bitt' ich dich: Laß mich von deinem Angesicht, O Gott, verworfen werden nicht. 1565. ComoPTY FAMILY EXCOMXXIR FOR ALSKIE PO 38 der Gottes Wesen. 40. daxid Mel.: Nun ruhen alle Wälder 2c. 1. In allen meinen Thaten Lass' ich den Höchsten rathen, Der alles kann und hat. Er muß zu allen Dingen, Soll's anders wohl gelingen, Selbst geben guten Rath und That. 2. Nichts ist es spät und frühe Um alle meine Mühe, Mein Sorgen ist umsonst. Er mag's mit meinen Sachen Nach seinem Willen machen, Ich stell's in seine Batergunst. 3. Es kann mir nichts geschehen, Als was er hat ersehen, Und was mir selig ist: Ich nehm' es, wie er's giebet; Was ihm mit mir beliebet, Das hab' ich auch getrost ertiest. 4. Ich traue seiner Gnaden, Die mich vor allem Schaden, Vor allem Uebel schüßt. Folg' ich des Herrn Gesetzen, So wird mich nichts verlegen, Nichts fehlen, was mir ewig nüßt. 5. Er wolle meiner Sünden In Gnaden mich entbinden, Durchstreichen meine Schuld. Er wird auf mein Verbrechen Nicht gleich das Urtheil sprechen Und haben noch mit mir Geduld. abomalle Ist irgend Noth vorhanden, So tröstet mich sein kräftig Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, So will ich unverdrossen An mein Verhängniß gehn. Kein Unfall unter allen Wird je so schwer mir fallen, Ich will ihn männlich überstehn. 6. Leg' ich mich späte nieder, Erwach' ich frühe wieder, Lieg' oder zieh' ich fort, In Schwachheit und in Banden, 8. Ihm hab' ich mich ergeben, Zu sterben und zu leben, Sobald er mir gebeut; Es sei heut' oder morgen, Dafür laff' ich ihn sorgen, Er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, seine Und traue dem alleine, Der dich geschaffen hat. Es gehe, wie es gehe: Dein Vater in der Höhe, Der weiß zu allen Sachen Rath. Paul Flemming. 41. Mel.: Jesu, meines Lebens Leben 2c. 1. Dir, dem weisesten Regierer, Tönt der Welten Preisgesang. Dir, du meines Lebens Führer, Singt auch meine Seele Tank. Unter allen Millionen, Die dein weites Reich bewohnen, Siehst du huldreich auch auf mich, Sorgest für mich väterlich. 2. Auf der Menschheit hohe Stufe Stellte, Herr, mich deine Hand, Daß von deinem Gnadenrufe Allmacht. Allwissenheit. Ich den tiefsten Sinn verstand. Aus unendlichem Erbarmen Zogst du mich mit Vaterarmen In der Kindheit schon zu dir, Gabst in Christo alles mir. Allgegenwart. Allweisheit. 39 Dich einst schau' mit allen Frommen Dort, wo ich bin allezeit Bei dir in der Ewigkeit. Johann Kaspar Lavater. 3. Täglich warest du mir nahe, Deine Weisheit lehrte mich; Was ich hörte, was ich sahe, Zeigte mir, o Vater, dich. Ja du kamst mit neuem Segen Jeden Morgen mir entgegen; Was der Seele heilsam war, Bot dein Geist mir reichlich dar. 4. Darum will ich dir mit Freuden Dankbar und ergeben sein, Will auch unter Kreuz und Leiden Dir ein Herz voll Demuth weihn. Dich, o Herr, dich lass' ich walten, Du wirst mich stets aufrecht halten. Sende Freude, sende Schmerz: Immer preiset dich mein Herz. 5. Herr, das höchste Gut im Leben Ist und bleibt mir deine Huld; Sie nur kann mir Frieden geben Und bedecken meine Schuld. Anders hab' ich kein Verlangen, Als nur treu an dir zu hangen, Fest mit dir vereint zu sein, Um mich deiner ganz zu freun. 6. O der seligen Verbindung, Du in mir, und ich in dir! Deiner Vaterhuld Empfindung Werde täglich neu in mir. Bis ich rein und ganz vollkommen 42. Eigene Melodie. 1. Gott ist gegenwärtig, Lasset uns anbeten Und in Ehrfurcht vor ihn treten. Gott ist in der Mitten! Alles in uns schweige, Demuthsvoll vor ihm sich beuge. Wer ihn kennt, Wer ihn nennt: Fallt in Demuth nieder, Kommt, ergebt euch wieder. 2. Gott ist gegenwärtig, Dem die Cherubinen Tag und Nacht gebeuget dienen. Heilig, heilig! singen Alle Engelchöre: Ihm, dem Herrn, sei Preis und Ehre! Herr, vernimm Unsre Stimm', Wenn auch wir Geringen Unsre Opfer bringen. 3. Wir entsagen willig Allen Eitelkeiten, Die uns Sünd' und Welt bereiten. Wir geloben heilig, Seele, Leib und Leben Dir zum Eigenthum zu geben. Du allein Sollst es sein, HIIBERDACATUBA CURS ONT ADSOR POGOJIMAIL PARK 40 Unser Gott und Herre, Dir gebührt die Ehre. Gottes Wesen. 4. Majestätisch Wesen, Möcht' ich recht dich preisen Und im Geist dir Dienst erweisen! Möcht' ich wie die Engel Immer vor dir stehen Und dich gegenwärtig sehen! Laß mich dir Für und für Trachten zu gefallen, Liebster Gott, in allen. 5. Du durchdringest alles: Herr, ach zieh und richte Doch auch mich zu deinem Lichte. Wie die zarten Blumen Willig sich entfalten Und der Sonne stille halten: Laß mich so Still und froh Deine Strahlen fassen Und dich wirken lassen. 6. Mache mich einfältig, Innig, abgeschieden, Sanft und still in deinem Frieden. Mach' mich reines Herzens, Daß ich deine Klarheit Schauen mag in Geist und Wahrheit. Laß das Herz Himmelwärts Wie ein Adler schweben Und in dir nur leben. 7. Komm, in mir zu wohnen, Laß mein Herz auf Erden Dir zum Heiligthum schon werden. Komm, o nahes Wesen, d Dich in mir verkläre, Daß ich dich stets lieb' und ehre. Wo ich geh', Wo ich steh', Laß mich dich erblicken Und vor dir mich bücken. Gerhard Tersteegen. 43. Mel.: Ach was soll ich Sünder 2c. 1. Sollt' ich meinem Gott nicht trauen, Der mich liebt so väterlich, Der so herzlich sorgt für mich? Sollt' ich auf den Fels nicht bauen, Der mir ewig bleibet fest, Der die Seinen nicht verläßt? 2. Er weiß alles, was mich drücket, Mein Anliegen, meine Noth, Er steht bei mir bis zum Tod, Er weiß, was mein Herz erquicket. Seine Lieb' und Vatertren' Bleibt mir jetzt und ewig neu. 3. Der die Vögel all' ernähret, Er, der Blumen, Laub und Gras Kleidet schön ohn' Unterlaß, Alles Gute uns bescheret, Sollte der verlassen mich? Nein, ich trau' ihm festiglich. 4. Wenn nach seinem Reich ich trachte, Wenn ich die Gerechtigkeit, Die mir Christi Blut verleiht, Mehr als Gold und Silber achte, Segnet mir Gott früh und spat Worte, Werke, Rath und That. Allmacht. Allwissenheit. Allgegenwart. Allweisheit. 41 5. Nun, so sorg' ich nicht für Und nicht meiner Zweifel Wahn, morgen; Meinen Glauben sieht er an. Alles, was zukünftig ist, Irrt mich nicht, ich bin ein Christ! Meinen Gott nur lass' ich sorgen: Alles war er allezeit Vorzusorgen schon bereit. 6. Gott sei Lob, der mich erfreuet, Daß ich glaube festiglich, Gott, mein Vater, sorgt für mich, Der mir diesen Trost erneuet, Daß ich weiß, Gott liebet mich, Gott versorgt mich ewiglich. Johann Olearius. 44. Mel.: Jesu, meines Lebens Leben 2c. 1. Schweiget, bange Zweifel, schweiget! Mein Erbarmer ist getreu, Und sein Geist in mir bezeuget, Daß ich Gott versöhnet sei. Mir drohn nicht der Hölle Flammen, Und will mich mein Herz verdammen, Täuschen soll mich nicht mein Schmerz: Gott ist größer als mein Herz. 2. Er, der das Verborgne kennet, Kennt auch mich und weiß allein, Wie das Herz vor Sehnsucht brennet, Ganz sich seinem Dienst zu weihn; Schaut den Kummer meiner Seele, Der mich beugt, so oft ich fehle, 3. Und wie nie sein Urtheil wanket, Wankt auch nie sein ew'ger Rath. Rühmt, o Christen, danket, danket! Groß ist, was er an uns that. Uns, den Sündern, den Verlornen, Gab er seinen Eingebornen: Seiner Gnade Fülle giebt Er, der uns im Sohne liebt. 4. Mir auch ist sein Sohn gegeben, Durch den Glauben ist er mein. Ja ich weiß, ich werde leben Und in ihm einst selig sein. Mich sah Gott von seinem Throne, Mich erwählt er in dem Sohne, Eh' noch seiner Allmacht Ruf Mich und alle Wesen schuf. 5. Wer will ferner den beklagen, Den Gott selber auserwählt? Wer darf zu verdammen wagen, Den er zu den Seinen zählt? Hier ist Gott, nichts kann mich schrecken, Seine Gnade will mich decken; War ich gleich der Sünde Knecht, Er, mein Gott, spricht mich gerecht. 6. Theuer bin ich ihm erworben: Heil mir, hier ist Jesus Christ, Er, der auch für mich gestorben, Auch für mich erstanden ist; Der zur Rechten Gottes sißet, Auf mich sieht, mich mächtig schüßzet, SPESCUIT 42 cing Mich vertritt, mich nie verstößt, Mich aus aller Noth erlöst! Gottes Wesen.boll 19 8. Fest im Glauben will ich halten, 7. Laß denn rauhe Wetter stürmen, Alles um mich her sei Nacht: Gott, mein Gott wird mich beschirmen, Der für meine Wohlfahrt wacht. Ob ich lang' auch hülflos bliebe, Leitet mich doch seine Liebe Durch die Nacht, drum fürcht' ich nichts, In die Wohnungen des Lichts. 45. Gnade. Eigene Melodie. 1. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör' mein Flehen, Wend' gnädiglich dein Ohr zu mir, Laß Gnad' für Recht ergehen. Denn so du das willst sehen an, Was Sünd' und Unrecht ist gethan, Wer kann, Herr, vor dir bleiben? 2. Vor dir gilt nichts denn Gnad' allein, Die Sünde zu vergeben; Es ist ja unser Thun nicht rein Auch in dem besten Leben. Vor dir sich niemand rühmen kann, Drum muß dich fürchten jedermann Und deiner Gnade leben. Wird auch alles mir geraubt; Gottes Gnade lass' ich walten Und erhebe froh mein Haupt. Mich soll keine Schmach, kein Leiden Je von seiner Liebe scheiden; Darauf steh' ich felsenfest, Daß Gott nimmer mich verläßt. Johann Adolf Hchlegel. Trene. Auf mein Verdienst nicht bauen; Auf ihn will ich verlassen mich Und seiner Güte trauen, Die mir zusagt sein werthes Wort, Das ist mein Trost und treuer Hort, Deß will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht Und wieder an den Morgen, Doch soll mein Herz an Gottes Macht Verzweifeln nicht, noch sorgen. So thu' der Christ von rechter Art, Der aus dem Geist erzeuget ward; Er harre seines Gottes. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, 3. Darum auf Gott will hoffen Bei Gott ist viel mehr Gnade; ich, Sein' Hand zu helfen hat kein Ziel, Gnade. Wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, Der Jsrael erlösen wird Aus seinen Sünden allen. Martin Luther. 46. Mel.: Nun laßt uns Gott, dem Herren 2c. 1. Der Herr, der aller Enden Regiert mit seinen Händen, Der Brunn der ew'gen Güter, Der ist mein Hirt und Hüter. 2. Er lässet mich mit Freuden Auf grünen Auen weiden, Führt mich zu frischen Quellen, Schafft Rath in schweren Fällen. 3. Wenn meine Seele zaget Und sich mit Sorgen plaget, Weiß er sie zu erquicken, Der Noth sie zu entrücken. 4. Er lehrt mich thun und lassen, Führt mich auf rechter Straßen, Läßt Furcht und Angst sich stillen Um seines Namens willen. 5. Und ob ich gleich vor andern Im finstern Thal muß wandern, Fürcht' ich doch keine Tücke, Bin frei vorm Mißgeschicke. 6. Denn du stehst mir zur Seiten, Willst schüßend mich geleiten, Dein Stab, Herr, und dein Stecken Benimmt mir allen Schrecken. 7. Stets werden deine Gaben, Herr, meine Seele laben Und sie voll Lust und Lachen, So lang' ich lebe, machen. Treue. 43 8. Ich will dein Diener bleiben Und dein Lob herrlich treiben Im Hause, da du wohnest Und Frommsein wohl belohnest. 9. Ich will dich hier auf Erden Und dort, wo wir dich werden Selbst schau'n, im Himmel droben Hoch preisen, singen, loben. Paul Gerhardt. 47. Eigene Melodie. 1. Was mein Gott will, gescheh' allzeit, Sein Will' ist stets der beſte: Zu helfen ist er dem bereit, Der an ihn glaubet feſte. Er hilft aus Noth, der fromme Gott, Und züchtiget mit Maßen. Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, Den will er nicht verlassen. 2. Gott ist mein Trost, mein' Zuversicht, Mein' Hoffnung und mein Leben. Was mein Gott will, daß mir geschicht, Will ich nicht widerstreben. Sein Wort ist wahr, und all mein Haar Hat er, der Herr, gezählet. Er schüßt und wacht, nimmt uns in Acht, Auf daß uns ja nichts fehlet. 3. Muß ich gleich hier aus dieser Welt 44 Gottes Hingehn nach Gottes Wille: Gott mache es, wie's ihm gefällt, Ich will ihm halten ſtille. Mein' arme Seel' ich Gott befehl' In meinen letzten Stunden. Du frommer Gott! Sünd', Höll' und Tod Hast du mir überwunden. 3. Herr, ich opfre dir zur Gabe All mein Liebstes, das ich habe. Schau', ich halte nichts zurück; Schau' und prüfe meine Nieren: Solltest du was Falsches spüren, 4. Noch eins, Herr, will ich Nimm es diesen Augenblick. bitten dich, Du wirst mir's nicht versagen: Wenn mich der böse Geist ansicht, Laß mich, Herr, nicht verzagen. Hilf', steur' und wehr', ach Gott, mein Herr, Zu Ehren deinem Namen; Wer das begehrt, dem wird's gewährt, Drauf sprech' ich fröhlich: Amen. Albrecht d. j., Markgraf zu Brandenburg- Culmbach( 2) 48. ILOE Mel: Alles ist an Gottes Segen 2c 1. Nun so will ich denn mein Leben Völlig meinem Gott ergeben; Nun wohlan, es ist geschehn! Sünd', ich will von dir nichts hören; Welt, ich will mich von dir kehren, Ohne je zurück zu sehn. Wesen. Meinen Willen ganz zu geben, Meinem Gott allein zu leben, Ihm zu dienen Tag und Nacht. 2. Hab' ich sonst mein Herz getheilet, Hab' ich hie und da verweilet, Endlich sei der Schluß gemacht, 4. Ich schen' keine Müh' noch Schmerzen; Treulich und von ganzem Herzen Will ich folgen deinem Zug; kann ich stetig und in allen Deinen Augen wohlgefallen, Hab' ich ewiglich genug. 5. Dich allein will ich erwählen; Nimm du ganz in deine Macht. Alle Kräfte meiner Seelen Ja ich will mich dir verschreiben; Laß es fest auf ewig bleiben, Was ich dir heut' zugesagt. Gerhard Cersteegen. 49. Mel.: Wer nur den lieben Gott 2c. 1. Geht hin, ihr gläubigen Gedanken, Ins weite Feld der Ewigkeit, Erhebt euch über alle Schranken Der alten und der neuen Zeit; Erwägt, daß Gott die Liebe sei, Die ewig alt und ewig neu. 2. Der Grund der Welt war sonst nicht geleget, Der Himmel war noch nicht gemacht, Gnade. Treue. So hat schon Gott den Trieb ge-| Find' ich die ungestörte Ruh'. heget, Der feste Grund hat dieses Siegel: Wer dein ist, Herr, den kennest du! Laß Erd' und Himmel untergehn: Dies Wort der Wahrheit bleibet stehn. Der mir das Beste zugedacht! Als ich noch nicht geschaffen war, Da reicht' er schon mir Gnade dar. 3. Sein Rathschluß war, ich sollte leben Durch seinen eingebornen Sohn; Den wollt' er mir zum Mittler geben, Den sandt' er mir von seinem Thron, In dessen Blute sollt' ich rein, Geheiliget und selig sein. 4. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüthe Empor zu dieser Quelle steigt, Von welcher sich ein Strom der Güte Zu mir durch alle Zeiten neigt, Daß jeder Tag sein Zeugniß giebt: Gott hat mich je und je geliebt! 5. Wer bin ich unter Millionen Der Creaturen seiner Macht, Die in der Höh' und Tiefe wohnen, Daß er mich bis hierher gebracht? Ich bin ja nur ein dürres Blatt, Ein Staub, der keine Stätte hat. 6. Ja freilich bin ich zu geringe Der herzlichen Barmherzigkeit, Womit, o Schöpfer aller Dinge, Mich deine Liebe stets erfreut; Ich bin, o Vater, selbst nicht mein, Dein bin ich, Herr, und bleibe dein! 45 7. Jm sichern Schatten deiner Flügel 8. Wenn in dem Kampfe schwerer Leiden Der Seele Muth und Kraft gebricht, So salbest du mein Haupt mit Freuden, So tröstet mich dein Angesicht; Da spür' ich deines Geistes Kraft, Die in der Schwachheit alles schafft. 9. Die Hoffnung schauet in die Ferne Durch alle Schatten dieser Zeit; Der Glaube schwingt sich durch die Sterne Und sieht ins Reich der Ewigkeit, Da zeigt mir deine milde Hand Mein Erbtheil und gelobtes Land. 10. O sollt' ich dich nicht ewig lieben, Der du mich unaufhörlich liebst? Sollt' ich mit Undank dich betrüben, Da du mir Fried' und Freude giebst? Verließ' ich dich, o Menschenfreund, So wär' ich selbst mein ärgster Feind! 11. Ach könnt' ich dich nur besser ehren, Welch edles Loblied stimmt' ich an! 46 Gottes Wesen. Es sollten Erd' und Himmel hören, In meiner Prüfung trübster Was du, mein Gott, an mir gethan. Nichts ist so köstlich, nichts so schön, Als, höchster Vater, dich erhöhn. 12. Doch nur Geduld, es kommt die Stunde, Da mein durch dich erlöster Geist Im höhern Chor mit frohem Munde Dich, Quell der Liebe, schöner preist; Drum eilt mein Herz aus dieser Zeit Und sehnt sich nach der Ewigkeit. Johann Gottfried Hermann. 50. Eigene Melodie. Ch. A. 1. Gott ist getreu, Sein Herz, sein Vaterherz Vergißt die Seinen nie. Gott ist getreu, Im Wohlsein und im Schmerz Erfreut und trägt er ſie. Mich decken seiner Allmacht Flügel, Stürzt ein, ihr Berge, fallt, ihr Hügel, Gott ist getreu! Gott ist getreu! 2. Gott ist getreu, Er ist mein treuster Freund, Dies weiß, dies hoff' ich fest. Ich bin gewiß, Daß er mich nicht vom Feind Zu hart versuchen läßt. Er stärket mich nach seinem Bunde Stunde. Gott ist getreu! Gott ist getreu! 3. Gott ist getreu, Er hält, was er verheißt, Und sendet mir sein Licht. Wem dieses Licht Den Weg zum Leben weist, Der irrt und gleitet nicht. Das Wort der Wahrheit kann nicht lügen, Die Sünde nur sucht zu betrügen. Gott ist getreu! Gott ist getreu! por de 4. Gott ist getreu, Er, dessen Kind ich bin, Führt mich auf rechter Bahn, Führt mich durch Glück Und Unglück zum Gewinn Des ew'gen Heils hinan. Die Trübsal giebt Geduld und Stärke Zum Fleiß in jedem guten Werke. Gott ist getreu! Gott ist getreu! 5. Gott ist getreu, Er hat uns selbst befreit Von unsrer Sünde Noth Durch seinen Sohn, Durch seine Heiligkeit, Durch seinen Opfertod. Damit wir möchten nicht verderben, Ließ er den Eingebornen sterben. Gott ist getreu! Gott ist getreu! 6. Gott ist getreu, Stets hat sein Vatersinn Auf seine Kinder Acht; Gnade. Treue. Und führt sie auch ihr Weg Durch Wüsten hin, Sein treues Auge wacht. Was uns zu schwer wird, hilft er tragen, Und endlich stillt er alle Klagen. Gott ist getreu! Gott ist getreu! 7. Gott ist getreu, Mein Herz, was fehlt dir noch, Um seiner dich zu freun? Sei Gott getreu Und fürchte nichts, mag doch Die Welt voll Falschheit sein. Selbst falscher Brüder Neid und Tücke Gereicht, wie Joseph, dir zum Glücke. Gott ist getreu! Gott ist getreu! 8. Gott ist getreu, Vergiß, o Seele, nicht, Wie treu, wie gut er iſt. Ihm treu zu ſein, Sei stets dir heil'ge Pflicht, Weil du so werth ihm bist. Halt fest an Gott, sei fest im Glauben, Laß nichts den starken Trost dir rauben: Gott ist getreu! Gott ist getreu! Ehrenfried Liebich. 51. Mel.: Wer nur den lieben Gott zc. 1. Herr, mache meine Seele stille! Bei allem, was mich kränkt und drückt, 47 Geschieht doch einzig nur dein Wille, Der nichts zu meinem Schaden schickt. Du bists, der alles ändern kann, Und was du thust, ist wohlgethan. 2. Auch auf den allerrauhsten Wegen Führt deine Hand zur Seligkeit; Aus Trübsal kommt der ew'ge Segen Und Herrlichkeit aus kurzem Leid; Die Thränensaat muß Freude ſein, Sieht's gleich der böse Geist nicht ein. 3. Drum laß mich stille ſein und hoffen, Wenn du mir Prüfung hast bestimmt; Dein Vaterherz steht dem noch offen Der zu dir seine Zuflucht nimmt. Wer still in deiner Fügung ruht, Mit dem machst du es immer gut. 4. Gott, du nur kennst und wählst das Beste. O Bater, mache selbst mein Herz In dieser Ueberzeugung feste, So ehr' ich dich im größten Schmerz Und spreche mit Gelassenheit: Was mein Gott will, gescheh' allzeit. 5. Die Stunde wird doch endlich kommen, Da mich vollkommnes Glück erfreut, SCHERAN 48 Gottes Wesen. Denn einmal führst du doch die Im Namen des Herrn Jesu Christ, Frommen Der unser Heil und Mittler ist. Zur völligen Zufriedenheit, Und dann wird jedem offenbar, Daß, Gott, dein Rath der beste war. 6. Dann wird von allen meinen Plagen Der ew'ge Nußen mich erfreun, Dann wird mein Herz statt aller Klagen Voll von dem Dank und Lobe sein: Der Herr, der für mein Heil gewacht, Hat alles mit mir wohlgemacht. Joh. Sam. Diterich nach E. Neumeister. 52. Eigene Melodie. 1. Wenn wir in höchsten Nöthen jein Und wissen nicht, wo aus noch ein, Und finden weder Hülf' noch Rath, Ob wir gleich sorgen früh und spat: 2. So ist dies unser Trost allein, Daß wir zusammen insgemein Zu dir dann rufen, treuer Gott, Um Rettung aus der Angst und Noth; 3. Und heben unser Aug' und Herz Zu dir in wahrer Reu' und Schmerz Und flehen um Begnadigung Und aller Strafen Linderung, 4. Die du verheißest gnädiglich Herr, allen, die drum bitten dich 5. Drum kommen wir, Herr unser Gott, Und klagen dir all' unsre Noth, Weil wir jetzt stehn verlassen gar In großer Trübsal und Gefahr. 6. Sieh nicht an unsre Sünden groß, Sprich uns, o Herr, aus Gnaden los, Steh' uns in unserm Elend bei, Mach' uns von allen Plagen frei. 7. Dann danken und lobsingen wir Mit freuderfülltem Herzen dir, Gehorchen deinem treuen Wort Und preisen, Herr, dich hier und dort. Paul Eber. 53. Eigene Melodie. 1. Von Gott will ich nicht lassen, Denn er läßt nicht von mir, Führt mich auf rechter Straßen, Da ich sonst irrte hier. Er reicht mir seine Hand: Am Abend wie am Morgen Will er mich wohl versorgen, Er schüßt das ganze Land. 2. Wenn Menschenhuld und Lieben In Ungunst sich verkehrt, Ist er doch treu geblieben Dem, der ihn liebt und ehrt. Gnade. Er hilft in aller Noth, Er hilft von Sünd' und Schanden, Von Ketten und von Banden Und rettet selbst vom Tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen In meiner schweren Zeit, Auf seine Hülfe bauen, Er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgeſtellt; Leib, Seele, Gut und Leben Sei Gott dem Herrn gegeben, Er mach's, wie's ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts gefallen, Als was uns nützlich ist; Gut meint er's mit uns allen, Er gab uns Jesum Christ, Den eingebornen Sohn, Durch den er uns bescheret, Was unsre Seel' ernähret: Lobt ihn im Himmelsthron! 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, Jhn, der uns alles schenkt. Wie selig ist die Stunde, In der man sein gedenkt! So braucht man recht der Zeit. Wir wollen schon auf Erden In ihm ja selig werden, Noch mehr in Ewigkeit. 6. Obgleich ich jetzt noch dulde Viel Leiden dieser Zeit, Das ich oft selbst verschulde, Naht doch die Ewigkeit, Die, aller Freuden voll Und ohne Schrank' und Ende, Durch Christi treue Hände Mir einst sich öffnen ſoll. Treue 49 7. Das ist des Vaters Wille, Der uns erschaffen hat. Sein Sohn giebt uns die Fülle Der Wahrheit und der Gnad'. Er giebt uns seinen Geist, Damit er uns regiere, Hinan zum Himmel führe: Hoch sei der Herr gepreist! Ludwig Helmbold. 54. Eigene Melodie. 1. Befiehl du deine Wege nd was dein Herze kränkt, Der allertreusten Pflege Deß, der den Himmel lenkt. Der Wolken, Luft und Winden Giebt Wege, Lauf und Bahn, Der wird auch Wege finden, Wo dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, Wenn dir's soll wohl ergehn; Auf sein Werk mußt du schauen, Wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen Und mit selbsteigner Pein Läßt Gott sich gar nichts nehmen, Es muß erbeten sein. 3. Dein' ew'ge Treu' und Gnade, O Vater, weiß und sieht, Was gut sei oder schade Dem sterblichen Geblüt. Und was du dann erlesen, Das treibst du, starker Held, 4 50 Gottes Und bringst zu Stand' und Wesen, Was deinem Rath gefällt. 4. Weg' hast du allerwegen, An Mitteln fehlt dir's nicht! Dein Thun ist lauter Segen, Dein Gang ist lauter Licht. Dein Werk kann niemand hindern, Dein' Arbeit darf nicht ruhn, Wenn du, was deinen Kindern Erprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel Hier wollten widerstehn, So wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn. Was er sich vorgenommen Und was er haben will, Das muß doch endlich kommen Zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff', o du arme Seele, Hoff' und sei unverzagt. Gott wird dich aus der Höhle, Da dich der Kummer plagt, Mit großen Gnaden rücken; Erwarte nur die Zeit, So wirst du schon erblicken Die Sonn' der schönsten Freud'. 7. Auf, auf, gieb deinem Schmerze Und Sorgen gute Nacht. Laß fahren, was dein Herze Betrübt und traurig macht. Bist du noch nicht Regente, Der alles führen soll; Gott sitzt im Regimente Und führet alles wohl. Wesen. 8. Jhn, ihn laß thun und walten, Er ist ein weiser Fürst Und wird sich so verhalten, Daß du dich wundern wirst, Wenn er, wie ihm gebühret, Mit wunderbarem Rath Das Werk hinausgeführet, Das dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile Mit seinem Trost verziehn Und thun an seinem Theile, Als hätt' in seinem Sinn Er deiner sich begeben Und sollt'st du für und für In Angst und Nöthen schweben, Als fragt' er nichts nach dir. 10. Wird's aber sich befinden, Daß du ihm treu verbleibst, So wird er dich entbinden, Da du's am mind'sten gläubst. Er wird dein Herz erlösen Von der so schweren Last, Die du zu keinem Bösen Bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue, Du hast und trägst davon Mit Ruhm und Dankesweihe Den Sieg, die Ehrenkron'. Gott giebt dir selbst die Palmen In deine rechte Hand, Und du singst Freudenpsalmen Dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach' End', o Herr, mach' Ende Gnade. Mit aller unsrer Noth, Stärk' unsre Füß' und Hände Und laß bis in den Tod Uns allzeit deiner Pflege Und Treu' empfohlen sein, So gehen unsre Wege Gewiß zum Himmel ein. Paul Gerhardt. 55. Eigene Melodie. 1. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Es bleibt gerecht sein Wille; Wie er fängt meine Sachen an, Will ich ihm halten ſtille. Er ist mein Gott, Der in der Noth Mich wohl weiß zu erhalten, Drum laff' ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Er wird mich nicht betrügen; Er führet mich auf rechter Bahn, Drum lass' ich mir genügen An seiner Huld Und hab' Geduld, Er wird mein Unglück wenden, Es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Er ist mein Licht, mein Leben, Der mir nichts Böses gönnen kann; Ihm will ich mich ergeben In Freud' und Leid. Es kommt die Zeit, Treue. 51 Da öffentlich erscheinet, null Wie treulich er es meinet. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Muß ich den Kelch gleich schmecken, Der bitter ist nach meinem Wahn, Lass' ich mich doch nicht schrecken, Weil doch zuletzt Ich werd' ergößt Mit süßem Trost im Herzen, Da weichen alle Schmerzen. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Dabei will ich verbleiben; Es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben, So wird Gott mich Ganz väterlich In seinen Armen halten; Drum lass' ich ihn nur walten. Samuel Rodigast. 56. Mel.: Valet will ich dir geben 2c. 1. Ist Gott für mich, so trete Gleich alles wider mich, So oft ich ruf' und bete, Weicht alles hinter sich. Hab' ich das Haupt zum Freunde Was kann mir thun der Feinde Und bin geliebt bei Gott: Und Widersacher Rott'? 2. Ich weiß und glaub' es feste, Ich rühm' es ohne Scheu, Daß Gott, der Höchst' und Beste, Mein Freund und Vater sei, 4* 52 Und daß in allen Fällen Er mir zur Rechten steh' Und dämpfe Sturm und Wellen Und was mir bringet Weh. Gottes 3. Der Grund, drauf ich mich Versüßzet alles Leid. gründe, Ist Christus und sein Blut; Das machet, daß ich finde Das ew'ge wahre Gut. An mir und meinem Leben Ist nichts auf dieser Erd'; Was Christus mir gegeben, Das ist der Liebe werth. 4. Sein Geist wohnt mir im Herzen, Regieret meinen Sinn, Vertreibt mir Sorg' und Schmerzen, Nimmt allen Kummer hin, Giebt Segen und Gedeihen Dent, was er in mir schafft, Hilft mir das Abba schreien Aus aller meiner Kraft. 5. Sein Geist spricht meinem Geiste Manch süßes Trostwort zu, Wie Gott dem Hülfe leiste, Der bei ihm suchet Ruh', Und wie er hab' erbauet Dort eine neue Stadt, Wo Aug' und Herze schauet, Was es geglaubet hat. Wesen. Fällt doch mein Himmel nicht. Durchseufz' ich auch hienieden Mit Thränen manche Zeit, Mein Herr mit seinem Frieden 6. Da ist mein Theil, mein Erbe Mir prächtig zugericht't; Wenn ich gleich fall' und sterbe, 7. Mag mich die Welt verkennen, Du liebst mich ewiglich. Kein Leiden soll uns trennen, Mein Vater, dich und mich. Kein Hunger und kein Dürsten, Kein' Armuth, keine Pein, Kein Zorn der großen Fürsten Soll mir ein' Hind'rung sein. 8. Kein Engel, keine Freuden, Kein Thron, kein' Herrlichkeit, Kein Lieben und kein Leiden, Kein' Angst, kein Herzeleid, Was man nur kann erdenken, Es sei klein oder groß, Der keines soll mich lenken Aus deinem Arm und Schooß. 9. Mein Herze geht in Sprüngen Und kann nicht traurig sein, Ist voller Freud' und Singen, Sieht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, Ist mein Herr Jesus Christ; Das, was mich singen machet, Ist, was im Himmel ist. Paul Gerhardt. 57. Eigene Melodie. Ch. A. 1. Gieb dich zufrieden und sei stille In dem Gotte deines Lebens! Gnade. Treue. 53 In ihm ruht aller Freuden Fülle,| Davon sich Meer und Erde laben: Ohn' ihn mühst du dich vergebens. Gieb dich zufrieden! Er ist dein Quell und deine Sonne, Scheint täglich hell zu deiner Wonne: Gieb dich zufrieden! 2. Wenn gar kein Einz'ger mehr auf Erden, Dessen Treue du darfst trauen, Alsdann will er dein Treuster werden Und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heimlich Grämen, Auch weiß er Zeit, dir's zu benehmen: Gieb dich zufrieden! 3. Er hört die Seufzer deiner Seelen Und des Herzens stilles Klagen; Und was du keinem darfst erzählen, Magst du Gott gar kühnlich sagen. Er ist nicht fern, steht in der Mitten, Hört bald und gern der Armen Bitten: Gieb dich zufrieden! 4. Was sorgst du für dein armes Leben, Wie du's halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, Wird auch Unterhalt bescheren; Er hat ein' Hand voll aller Gaben, 5. Sprich nicht: wohin mein Aug' sich kehre, Seh' ich Mangel, der mich quälet! Denn das ist Gottes größte Ehre: Wenn ich und du ihn nicht mehr Helfen, wenn's an allem fehlet. spüren, Gieb dich zufrieden! Will er am seligsten uns führen: 6. Säumt gleich die Hülfe etwas lange, Wird sie dennoch endlich kommen, Macht dir das Harren angst und bange, Glaube mir, es ist dein Frommen! Was langsam naht, faßt man gewisser, Und was verzeucht, ist desto süßer. Gieb dich zufrieden! 7. Nimm's nicht zu Herzen, was die Rotten Deiner Feinde von dir dichten, Laß sie nur immer weidlich spotten: Gott wird's hören und recht richten. Ist Gott dein Freund und deiner Sachen, Was kann dein Feind, der Mensch, groß machen? Gieb dich zufrieden! 8. Es ist ein Ruhetag vorhanden, Da der Herr uns wird erlösen; Er wird uns reißen aus den Banden Dieses Leib's und allem Bösen, Gottes Wesen. 54 Er wird einmal das Stündlein senden, Da alle Noth und Qual sich enden: Gieb dich zufrieden! 9. Er wird uns bringen zu den Schaaren Der Erwählten und Getreuen; Die hier mit Frieden abgefahren, Werden sich auch droben freuen, Wo sie den Grund, der nicht kann brechen, Den ew'gen Mund selbst hören sprechen: Gieb dich zufrieden! Paul Gerhardt. 58. Mel.: O du Liebe meiner Liebe zc. 1. Was von außen und von innen Unter seiner Last gebückt: In dem allen ist dein Wille, Gott, der aller Unruh' wehrt, Und mein Herz hält in der Stille, Bis es deine Hülf' erfährt. 2. Denn du bist mein Fels auf Erden, 3. Auf dich harr' ich, wenn das Leiden Da ich still und sicher leb'; Deine Hülfe muß mir werden, So ich mich dir übergeb'. Dein Schuß ist mein Truß alleine Gegen Sünde, Noth und Tod; Denn mein Leiden ist das deine, Weil ich dein bin, o mein Gott! Nicht so bald zum Ende eilt; Dich und mich kann's nimmer scheiden, Wenn's gleich noch so lang verweilt. Hab' ich nur allein von dir; Und auch dies mein gläubig Hoffen Durch dich steht mein Herz dir offen, Das du solches schaffst in mir. Täglich meine Seele drückt Uud hält Herz, Gemüth und Eurem ewig treuen Hort: Sinnen 4. Bei dir ist mein Heil und Ehre, Meine starke Zuversicht; Willst du, daß die Noth sich mehre, Weiß ich doch, du läßt mich nicht, Denket mich der Feind zu fällen Und zu treten unter sich, Will ich auf den Fels mich stellen, Der erhält und schirmet mich. 5. Liebe Seelen, traut beständig Er ist Gott und ist lebendig, Ist euch nah an jedem Ort; Wann und wo euch Hülfe nöthig, Da klopft an, er ist zu Haus, Kommt und ist zur Hülf' erbötig; Schütt't das Herz uur vor ihm aus! 6. Auf dich, mein Gott, bau' ich feste, Geh' in aller Stille hin; Denn zuletzt kommt doch das Beste, Und das End' ist mein Gewinn. Deine Allmacht hilft mir tragen, Deine Lieb' versüßet mir Alles Bittre, alle Plagen; Darum bin ich still zu dir. Gnade. 7. Laß es nur, o Seele, gehen, Wie es geht, und sorge nicht; Endlich wirst du dennoch sehen, Daß Gott übt ein recht Gericht. Jeßo ist er deine Stärke, Daß dir gar nichts schaden kann, Dort vergilt er alle Werke, So ein jeder hat gethan. 8. Breit', o Herr, doch deine Güte Ueber mich, nimm mich in dich, So wird hinfort mein Gemüthe Stille bleiben ewiglich. Werde alles und in allen: Gieb uns, daß wir dir allein Allzeit trachten zu gefallen; So wird alles siille sein! August Hermann Francke. 59. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit 2c. 1. Der Herr ist mein getreuer Hirt, Dem ich mich ganz vertraue; Zur Weid' er mich, sein Schäflein, führt Auf schöner grüner Aue. Zum frischen Wasser führt er mich, Mein Seel' zu laben kräftiglich Durchs sel'ge Wort der Gnaden. 2. Er führet mich auf rechter Bahn Von seines Namens wegen; Obgleich viel Trübsal dringt heran Auf Todes finstern Stegen: So grauet mir doch nichts dafür, Mein treuer Hirt ist stets bei mir, Mich tröst't sein Stab und Stecken. Treue. 3. Er speiset mich mit Himmelsbrod, 55 Er salbet meine Seele, Wenn mich umgiebt viel Angst und Noth, Mit seinem Freudenöle. Sein' Güte und Barmherzigkeit Läßt er mir folgen allezeit: In seinem Haus ich bleibe. Cornelius Becker. 60. Mel.: Was Gott thut, das ist 2c. 1. Auf Gott und nicht auf meinen Rath Will ich mein Glück stets bauen Und dem, der mich erschaffen hat, Mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt Allmächtig hält, Wird mich in meinen Tagen Als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewigkeit, Wie viel mir nüßen würde, Bestimmte meine Lebenszeit, Mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, Der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, Und hätte, was ich bitte, Mir gnädig, eh' ich's bat, gewährt, Wenn's seine Weisheit litte. Er sorgt für mich COMING OF SCRETED AND WILLST 56 Stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, Sein Wille, der geschehe! 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück Weit schwerer oft zu tragen, Als selbst das widrige Geschick, Bei dessen Last wir klagen? Die größte Noth Hebt doch der Tod, Und Ehre, Glück und Habe Verläßt mich doch im Grabe. Gnade. Treue. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, Läßt Gott es keinem fehlen. Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht Sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath Vor Augen hat, Dem wird ein gut Gewissen Die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ist's überwunden! Hofft auf den Herrn, Er hilft uns gern! Seid fröhlich, ihr Gerechten: Der Herr hilft seinen Knechten. Christian Fürchtegott Gellert. 61. Eigene Melodie. Ch. A. 1. Sollt' es gleich bisweilen scheinen, Als verließe Gott die Seinen, O so glaub' und weiß ich dies: Gott hilft endlich noch gewiß. 2. Hülfe, die er aufgeschoben, Hat er drum nicht aufgehoben, Hilft er nicht zu jeder Frist, Hilft er doch, wenn's nöthig ist. 3. Gleich wie Väter nicht bald geben, Wonach ihre Kinder streben, So hält Gott auch Maß und Ziel: Er giebt, wem und wann er will. 4. Seiner kann ich mich getrösten, Wenn die Noth am allergrößten: Er ist gegen mich, sein Kind, Mehr als väterlich gesinnt. 5. Mögen mich die Menschen kränken Und auf mein Verderben denken, Sind sie mir ohn' Ursach' feind: Gott im Himmel ist mein Freund. 6. Laß die Welt nur immer neiden: Will sie mich nicht länger leiden, Ei so frag' ich nichts danach, Gott ist Richter meiner Sach'. 7. Ach Herr, wenn ich dich nur habe, Gerne miss' ich andre Labe; Legt man mich gleich in das Grab, Ach Herr, wenn ich dich nur hab'! Cristoph Tieke. Treue. 62. 5. Dein Name sei gepriesen, Du Retter aus Gefahr, Mel.: Aus meines Herzens Grunde 2c. Du hast dich mir erwieſen So herrlich immerdar. Mit Freuden will ich dir Des Dankes Opfer bringen Uud deiner Güte singen Von Herzen für und für! Nach Henr. Kathar. von Gersdorf. Gnade. 1. Gott, der an allen Enden Viel große Wunder thnt, Du bist's, in dessen Händen Mein ganzes Schicksal ruht; Für diese Prüfungszeit Hast du, Herr meiner Tage, Mein Glück und meine Plage Bestimmt von Ewigkeit. 2. Eh' ich das Licht erblickte Und deine Huld verstand, Da schon, o Gott, beglückte Mich deine Baterhand. Mein Lob ist zu gering, Das Gute zu erheben, Was ich in meinem Leben, O Herr, von dir empfing. 3. Drückt mich auf meinen Wegen Gleich manche Last und Müh', So führt sie doch zum Segen, Und du erleichterst sie. Du bleibst erbarmungsvoll, Willst liebreich deinen Kindern Des Lebens Noth vermindern Und fördern gern ihr Wohl. 4. Dies war in meinem Leben Mir immer Trost und Licht Und hat mir Kraft gegeben Und frohe Zuversicht. Wenn ich bekümmert war, So seufzt' ich und war stille, Und dann entriß dein Wille Mich immer der Gefahr. 57 63. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit 2c. 1. Gott, deine Güte reicht so weit, So weit die Wolken gehen, Du frönst uns mit Barmherzigkeit Und eilst uns beizuſtehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, Vernimm mein Fleh'n, merk' auf mein Wort, Denn ich will vor dir beten. 2. Jch bitte nicht um Ueberfluß Und Schäße dieser Erden; Laß mir, so viel ich haben muß, Nach deiner Gnade werden. Gieb mir nur Weisheit und Verstand, Dich, Gott, und den, den du ge= sandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr' und Ruhm, So sehr sie Menschen rühren; Des guten Namens Eigenthum Laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, Gottes Wesen. 58 Der Ruhm vor deinem Angesicht Und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt' ich dich, Herr Zebaoth, Auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demuth, Muth in Noth, Das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit, Laß du mich nur Barmherzigkeit Vor dir im Tode finden. Christian Fürchtegott Gellert. 64. Mel.: Auferstehn, ja auferstehn 2c. 1. Ja fürwahr! uns führt mit sanfter Hand Ein Hirt durchs Pilgerland Der dunklen Erde, Uns, seine kleine Heerde. Hallelujah! 2. Wenn im Dunkel auch sein Häuflein irrt: Er wacht, der treue Hirt, Und läßt den Seinen Ein freundlich Sternlein scheinen. Hallelujah! 3. Sicher leitet aus des Todes Grau'n Er uns auf grüne Au'n, Aus Sturm und Wellen Zur Kühlung leiser Quellen. Hallelujah! 4. Freundlich blickt sein Aug' auf uns herab; Sein sanfter Hirtenstab Bringt Trost und Friede; Er wachet sich nicht müde. Hallelujah! 5. Ja fürwahr! er ist getreu und gut. Auch unsre Heimath ruhtid In seinen Armen. Sein Name ist Erbarmen. Hallelujah! Friedrich Adolf Krummacher. 65. Mel.: Von Gott will ich nicht lassen 2c. 1. Was willst du dich betrüben, O meine liebe Seel'? Woll' den nur herzlich lieben, Der heißt Immanuel. Vertrau' dich ihm allein, Er wird gut alles machen Und fördern deine Sachen, Wie dir's wird selig sein. 2. Denn Gott verlässet keinen, Der sich auf ihn verläßt, Er bleibt getreu den Seinen, Die ihm vertrauen fest. Dünkt dir's gleich wunderlich, So laß dir doch nicht grauen, Mit Freuden wirst du schauen, Wie Gott wird retten dich. 3. Auf ihn magst du es wagen Getrost mit frischem Muth, Mit ihm wirst du erjagen, Was dir ist nüß und gut. Was Gott beschlossen hat, Gnade. Treue. Das kann niemand verhindern Aus allen Menschenkindern, Es geht nach seinem Rath. 4. Drum ich mich ihm ergebe, Ihm sei es heimgestellt! Nach nichts mehr sonst ich strebe, 2. Fest- Lieder. Advent. Weihnachten. 66. Mel.: Aus meines Herzens Grunde 2c. 1. Mit Ernst, o Menschenkinder, Das Herz in euch bestellt, Damit das Heil der Sünder, Der wunderstarke Held, Den Gott aus Gnad' allein Der Welt zum Licht und Leben Versprochen hat zu geben, Bei euch auch kehre ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig Den Weg dem großen Gast, Macht seine Steige richtig, Laßt alles, was er haßt. Die Thäler füllet aus, Erniedriget die Höhen Und laßt ihm offen stehen Ein jedes Herz und Haus. Denn nur was ihm gefällt. Sein Will' ist mein Begier, Der ist und bleibt der beste; Das glaub ich stät und feste. Wohl dem, der glaubt mit mir! Johann Heermann. 3. Ein Herz, das Demuth übet, Bei Gott am höchſten ſteht; Ein Herz, das Hochmuth liebet, 59 Mit Angst zu Grunde geht. Ein Herz, das richtig ist Und folget Gottes Leiten, Das kann sich recht bereiten, Zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach mache du mich Armen Zu dieser heil'gen Zeit Aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit. Zeuch in mein Herz hinein, Mach' es zu deiner Krippe, So werden Herz und Lippe Dir allzeit dankbar sein. Nach Valentin Thilo dem jüngeren. 67. Mel.: Valet will ich dir geben 2c. 1. Wie soll ich dich empfangen? Und wie begegn' ich dir? O aller Welt Verlangen, O meiner Seele Zier! O Jesu, Jesu, zünde Fest- Lieder. 60 Mir selbst die Fackel an, Auf daß mein Herz ergründe, Was dich ergößen kann. 2. Dein Zion streut dir Palmen Und grüne Zweige hin, Und ich will dir in Pſalmen Ermuntern meinen Sinn. Es soll mein Herz dir grünen In stetem Lob und Preis Und deinem Namen dienen, So gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlassen Zu meinem Trost und Freud', Als Leib und Seele saßen In ihrem größten Leid? Als mir das Reich genommen, Da Fried' und Freude lacht, Da bist, mein Heil, du kommen Und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden, Du kommst und machst mich los; Ich stand in Sport und Schanden, Du kommst und machst mich groß Und hebst mich hoch zu Ehren Und schenkst mir großes Gut, Das sich nicht läßt verzehren, Wie Erdenreichthum thut. 6. Das schreibt in eure Herzen, Drückt euch die Last so schwer, Ihr, denen Gram und Schmerzen Sich häufen mehr und mehr; Seit unverzagt, ihr habet Die Hülfe vor der Thür: Der eure Herzen labet Und tröstet, steht allhier! Zu mir vom Himmelszelt, Als das geliebte Lieben, Womit du alle Welt In ihren tausend Plagen Und großer Jammerlast, Die kein Mund kann aussagen, So fest umfangeu hast. 7. Ihr dürft euch nicht bemühen Noch sorgen Tag und Nacht, Wie ihr ihn wollet ziehen Mit eures Armes Macht. Er kommt, er kommt mit Willen, Ist voller Lieb' und Lust, All' Angst und Noth zu stillen, Die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken Vor eurer Sündenschuld; Nein, Jesus will sie decken Mit seiner Lieb' und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern Zum Trost und wahren Heil, Schafft, daß bei Gottes Kindern Verbleib' ihr Erb' und Theil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien Der Feind' und ihrer Tück'? Ihr Herr wird sie zerstreuen 5. Nichts, nichts hat dich ge- In einem Augenblick. trieben Er kommt, er kommt, ein König, Dem wahrlich Macht und List Der Feinde viel zu wenig Zum Widerstande ist. 10. Er kommt zum Weltgerichte, Zum Fluch dem, der ihm flucht, Mit Gnad' und süßem Lichte Advent. Dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne, Und leit' uns allzumal Zum Licht der ew'gen Wonne In deinen Freudensaal. Paul Gerhardt. 68. Mel: Aus meines Herzens Grunde 2c. 1. Nun jauchzet all', ihr Frommen, In dieser Gnadenzeit, Weil unser Heil ist kommen, Der Herr der Herrlichkeit, Zwar ohne stolze Pracht, Doch mächtig, zu verheeren Und gänzlich zu zerstören Des Teufels Reich und Macht. 2. Er kommt zu uns geritten Auf einem Eselein Und stellt sich in die Mitten Für uns zum Opfer ein; Er bringt kein zeitlich Gut, Er will allein erwerben Durch seinen Tod und Sterben, Was ewig währen thut. 3. Kein Scepter, keine Krone Sucht er auf dieser Welt; Im hohen Himmelsthrone Ist ihm ein Reich bestellt. Er will hie seine Macht Und Majestät verhüllen, Bis er des Vaters Willen Gehorsam hat vollbracht. Weihnachten. So geht die rechte Bahn, Die zu dem Himmel führt; Sonst, wo ihr ihn verachtet Und nur nach Hoheit trachtet, Des Höchsten Zorn euch rührt. 5. Ihr Armen und Elenden In dieser bösen Zeit, Die ihr an allen Enden Müßt haben Angst und Leid, Seid dennoch wohlgemuth! Laßt eure Lieder klingen Und lobet Gott mit Singen; Der ist eu'r höchstes Gut. 4. Jhr Mächtigen auf Erden, Nehmt diesen König an; Soll euch gerathen werden, 61 6. Er wird nun bald erscheinen In seiner Herrlichkeit Und all eu'r Klag' und Weinen Verwandelen in Freud'. Er ist, der helfen kann: Halt't eure Lampen fertig Und seid stets sein gewärtig, Er ist schon auf der Bahn. Michael Schirmer. 69. Eigene Melodie. Ch. A. 1. Dein König kommt in niedern Hüllen, Sanftmüthig, auf der Ef'lin Füllen; Empfang' ihn froh, Jerusalem! Trag' ihm entgegen Friedenspalmen, Bestreu' den Pfad mit grünen Halmen, So ist's dem Herren angenehm. 2. O mächt'ger Herrscher ohne Heere, 62 Fest- Lieder.d Gewalt'ger Kämpfer ohne Speere, O Friedensfürst von großer Macht! Es wollen dir der Erde Herren Den Weg zu deinem Throne sperren; Doch du gewinnst ihn Schlacht. Die Macht der Finsterniß erliegen Und lösch' der Zwietracht Glimmen aus, ohne Daß wir, die Völker und die Thronen, Vereint als Brüder wieder wohnen In deines großen Vaters Haus. Friedrich Rückert. 3. Dein Reich ist nicht von dieser Erden, Doch aller Erden Reiche werden Dem, das du gründest, unterthan. Bewaffnet mit des Glaubens Worten, Zieht deine Schaar nach den vier Orten Der Welt hinaus und macht dir Bahn. 4. Und wo du kommest hergezogen, Da ebnen sich des Meeres Wogen, Es schweigt der Sturm, von dir bedroht. Du kommst, auf den empörten Triften Des Lebens neuen Bund zu stiften, Und schlägst in Fessel Sünd' und Tod. 6. O laß dein Licht auf Erden siegen, 5. D Herr von großer Huld und Treue, O komme du auch jetzt aufs neue Zu uns, die wir sind schwer verstört! Noth ist es, daß du selbst hienieden Kommst, zu erneuen deinen Frieden, Dagegen sich die Welt empört. 70. Mel: Ach was soll ich Sünder 2c. 1. Kommst du, kommst du, Licht der Heiden? Ja du kommst und säumeſt nicht, Weil du weißt, was uns gebricht. O du starker Trost im Leiden! Jesu, meines Herzens Thür Steht dir offen, komm zu mir. 2. Ja du bist bereits zugegen, Du Weltheiland, Gottes Sohn! Meine Seel' empfindet schon Deinen gnadenvollen Segen, Deines Geistes Wunderkraft, Welche neue Herzen schafft. 3. Adle mich durch deine Liebe, Jesu, nimm mein Flehen hin, Schaffe, daß mein Geist und Sinn Sich in deinem Lieben übe; Sonst zu lieben dich, mein Licht, Steht in meinen Kräften nicht. 4. Jesu, rege mein Gemüthe, Jesu, öffne mir den Mund, Daß ich dich von Herzensgrund Innig preise für die Güte, Advent. Die du mir, o Seelengaſt, Lebenslang erwiesen hast. Weihnachten. 4. Frisch auf, ihr Hochbetrübten, Der König kommt mit Macht! An uns, die Herzgeliebten, Hat er schon längst gedacht. Nun wird nicht Angst noch Pein Noch Tod hinfort uns schaden, Dieweil uns Gott aus Gnaden Läßt seine Kinder sein. 5. Laß durch deines Geistes Gaben, Liebe, Glauben und Geduld, Durch Bereuung meiner Schuld Mich mit dir Gemeinschaft haben; Dann so will ich singen dir Hosianna für und für. Ernst Christoph Homburg. 71. Mel.: Aus meines Herzens Grunde 2c. 1. Auf, auf, ihr Reichsgenossen, Eu'r König kommt heran! Empfahet unverdrossen Den großen Wundermann. Ihr Christen, geht herfür; Laßt uns vor allen Dingen Ihm Hosianna singen Mit heiliger Begier. 2. Auf, ihr betrübten Herzen, Der König ist gar nah'! Hinweg all' Angst und Schmerzen, Der Helfer ist schon da. Seht, wie so mancher Ort Hochtröstlich ist zu nennen, Da wir ihn finden können In Nachtmahl, Tauf' und Wort. 3. Auf, auf, ihr Vielgeplagten, Der König ist nicht fern! Seid fröhlich, ihr Verzagten, Dort kommt der Morgenstern! Der Herr will in der Noth Mit reichem Trost euch speisen, Er will euch Hülf' erweisen, Ja dämpfen gar den Tod. 63 5. So lauft mit schnellen Schritten, Den König selbst zu ſehn, Diewiel er kommt geritten Stark, herrlich, sanft und schön. O tretet all' heran, Den Heiland zu begrüßen, Der alles Leid versüßen Und uns erlösen kann. 6. Nun, Herr, du giebst uns reichlich, Wirst selber arm und schwach, Du liebest unvergleichlich, Du gehst den Sündern nach. Drum woll'n wir all in ein Die Stimmen hoch erschwingen, Ein Hosianna singen Und ewig dankbar ſein. Johann Rist. 72. Mel.: Vom Himmel hoch da komm' ich zc. 1. Wir singen dir, Immanuel, Du Lebensfürst und Gnadenquell, Du Himmelsblum'und Morgenstern, Du Gottessohn, Herr aller Herrn. 2. Wir singen dir mit deinem Heer Fest- Lieder. 64 Aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr', Daß du, o langgewünschter Gast, Dich nunmehr eingestellet hast. 3. Von Anfang, da die Welt gemacht, Hat manches Herz nach dir gewacht, Dich hat gehofft so lange Jahr' Der Väter und Propheten Schaar. 4. Ach daß der Herr aus Zion käm' Und unsre Bande von uns nähm'! Ach daß die Hülfe bräch' herein, Wie würden wir da fröhlich sein! 5. Nun, du bist hier, da liegest du, Hälst in der Krippe deine Ruh', Bist klein und machst doch alles groß, Bekleid'st die Welt und kommst doch bloß. 6. Bin ich gleich Sünd' und Schwachheit voll, Hab' ich gelebt nicht, wie ich soll, Ei kommst du doch deswegen her, Daß sich der Sünder zu dir kehr'. 7. So fass' ich dich nun ohne Scheu, Du machst mich alles Jammers frei, Du trägst den Zorn, besiegst den Tod, Verkehrst in Freud' all' Angst und Noth. 8. Du bist mein Haupt, mein Heil, mein Ruhm, Ich bin dein Glied, dein Eigenthum Und will, so viel dein Geist mir giebt, Stets dienen dir, wie dir's beliebt. Paul Gerhardt. 73. mel.: Vom Himmel hoch da komm' ich zc. 1. Schaut, welch ein Wunder stellt sich dar! Die schwarze Nacht wird hell und klar; Ein großes Licht bricht dort herein, Ihm weichet aller Sterne Schein. 2. O Gütigkeit! was lange Jahr Sich hat der frommen Väter Schaar Gewünscht und sehnlich oft begehrt, Deß werden wir von Gott gewährt. 3. Dies ist die rechte Freudenzeit, Weg, Trauern, weg! weg alles Leid! Troß dem, der ferner uns verhöhnt! Gott selbst ist Mensch, wir sind verſöhnt. 4. Es hat mit uns nun keine Noth, Weil alle Sünde, Höll' und Tod 3u Spott und Schanden sich gemacht In dieser großen Wundernacht. 5. O selig, selig alle Welt, Die sich an dieses Kindlein hält, Wohl dem, der dieses recht erkennt Und gläubig seinen Heiland nennt. 6. Es danke Gott, wer danken kann, Advent. Der unser sich so hoch nimmt an Und sendet aus des Himmels Thron Uns Sündern seinen ein'gen Sohn. 7. Drum stimmt an mit der Engel Heer: Gott in der Höhe nun sei Ehr', Auf Erden Frieden jederzeit, Den Menschen Wonn' und Fröhlichkeit. Paul Gerhardt. Weihnachten. 65 Trost und Erquickung trug er in der Weinenden Hütten: Er selbst, ihr Freund, Hatte gleich ihnen geweint, Selber gleich ihnen gelitten! 74. Mel.: Lobe den Herren, den mächtigen 2c. 1. Ehre sei Gott in der Höhe! Der Herr ist geboren. Lasset uns singen, ihr Brüder! uns hat er erforen, Hier uns schon sein, Seiner Erbarmung zu freun. Uns ist der Heiland geboren! 2. Dunkel bedeckte den Erdkreis; in Finsterniß irrten Völker umher, wie die Heerden, verlassen vom Hirten: Jesus erschien, Nächte verschwanden durch ihn, Welche die Geister verwirrten. 3. Kinder des Gottes der Liebe, berufen zum Frieden, Hatte die Sünde von Gott, von einander geschieden: Jesus erschien, Frieden gab Gott uns durch ihn, Frieden des Himmels hienieden. 4. Gnade und Wahrheit entkeimten des GöttlichenTritten; 5. Ehre sei Gott in der Höhe! ein ewiges Leben Hat er, des Vaters Geliebter, uns allen gegeben: Bis in das Grab Stieg er vom Himmel herab, Uns in den Himmel zu heben. 6. Seliges Anschaun, wenn dort meinen Retter ich sehe, Ihn mit den Schaaren Vollendeter ewig erhöhe! Danket schon hier, Singet, ihr Brüder, mit mir: Ehre sei Gott in der Höhe! August Hermann Niemeyer. 75. Mel.: Wer nur den lieben Gott zc. 1. Dies ist die Nacht, da mir erschienen Des großen Gottes Freundlichkeit: Das Kind, dem alle Engel dienen, Bringt Licht in meine Dunkelheit. Und dieses Welt- und Himmelslicht Weicht aller Himmel Sonnen nicht. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, Versäume nicht den Gnadenschein. Der Glanz in dieser kleinen Höhle Dringt bald in alle Welt hinein; Er treibet weg der Hölle Macht, Der Sünden und des Todes Nacht. 5 3759 66 3. In diesem Lichte kannst du sehen Fest- Lieder. Das Licht der klaren Seligkeit. Wenn Sonne, Mond und Stern' vergehen, Vielleicht gar bald in kurzer Zeit, Wird dieses Licht in seinem Schein Dein Himmel und dein alles sein. 4. Laß nur indessen helle scheinen Dein Glaubens- und dein Lebenslicht. Mit Gott mußt du es treulich meinen, Sonst hilft dir diese Sonne nicht. Willst du genießen diesen Schein, So darfst du nicht mehr dunkelsein. 5. Drum, Jesu, schöne Weihnachtssonne, Bestrahle mich mit deiner Gunſt. Dein Licht sei meine Weihnachtswonne Und lehre mich die Weihnachtskunst, Wie ich im Lichte wandeln soll Und sei des Weihnachtsglanzes voll. Kaspar Friedrich Nachtenhöfer. 76. Mel.: Vom Himmel hoch da komm' ich zc. 1. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, Sein werd' in aller Welt gedacht, Ihn preise, was durch Jesum Christ Im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Väter haben dein geharrt, Bis daß die Zeit erfüllet ward, Da sandte Gott von seinem Thron Das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen. will, So steht mein Geist vor Ehrfurcht still; Er betet an, und er ermißt, Daß Gottes Lieb' unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad' erhält, Erniedrigst du dich, Herr der Welt, Nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, Erscheinst im Fleisch, wirst unser Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir, Er spricht: im Buche steht von mir, Gott, deinen Willen thu' ich gern. Gelobt sei, der da kommt im Herrn! 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedensfürst, Auf den die Väter hoffend sah'n, Dich, meinen Heiland, bet' ich an. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, Vereinest dich mit Fleisch und Blut, Wirst unser Freund und Bruder hier, Und Gottes Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Majestät, Du bist es, der das Herz erhöht! Advent. Gedanke voller Seligkeit, Du bist es, der das Herz erfreut! 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt; Weihnachten. 67 Sanftmüthigkeit ist sein Gefährt', Sein' Königskron' ist Heiligkeit, Sein Scepter ist Barmherzigkeit; All' unsre Noth zum End' er bringt, Deshalben jauchzt, mit Freuden singt: Ein Mittler ist's, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schüßt, Der in des Vaters Schooße sitzt? 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, Den Tag der heiligsten Geburt! Und Erde, die ihn heute sieht, Sing' ihm, dem Herrn, ein neues Lied. 11. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, Sein werd' in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ Im Himmel und auf Erden ist. Christian Fürchtegott Gellert. 77. Eigene Melodie. Ch. A. 1. Macht hoch die Thür, die Thore weit, Es kommt der Herr der Herrlichkeit, Ein König aller Königreich', Ein Heiland aller Welt zugleich, Der Heil und Leben mit sich bringt. Deshalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, Mein Schöpfer reich von Rath. 2. Er ist gerecht, ein Helfer werth, Gelobet sei mein Gott, Mein Heiland groß von That. 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, Die diesen König bei sich hat! Wohl allen Herzen insgemein, Da dieser König ziehet ein. Er ist die rechte Freudensonn', Bringt mit sich lauter Freud' und Wonn'. Gelobet sei mein Gott, Mein Tröster früh und spat. 4. Macht hoch die Thür, die Thore weit! Eu'r Herz zum Tempel zubereit't, Den Palmzweig der Gottseligkeit Steckt auf mit Andacht, Lust und Freud'; So kommt der König auch zu euch, Ja Heil und Leben mit zugleich. Gelobet sei mein Gott, Voll Rath, voll That, voll Gnad'. 5. Komm, o mein Heiland Jesu Christ, Des Herzens Thür dir offen ist. Ach zeuch mit deiner Gnade ein, Dein' Freundlichkeit auch uns erschein', Dein heil'ger Geist uns führ' und leit' 68 Den Weg zur ew'gen Seligkeit, Und deinem Namen, Herr, Sei ewig Preis und Ehr'! Georg Weissel. Fest- Lieder. 78. Mel.: Lobt Gott, ihr Christen 2c. 1. Er kommt, er kommt, der starke Held Voll göttlich hoher Macht. Sein Arm zerstreut, sein Blick erhellt Des Todes dunkle Nacht. 2. Wer kommt, wer kommt, wer ist der Held Voll göttlich hoher Macht? Meſsias ist's, lobsinge Welt! Dir wird dein Heil gebracht. 3. Dir, Menschgeborner, bringen wir Anbetung, Preis und Dank. An deiner Krippe schalle dir Der Erde Lobgesang. 4. Wenn wir einst auf des Himmels Thron In Herrlichkeit dich sehn, Soll unser Lob, o Gottessohn, Dich würdiger erhöhn. Daniel Schiebeler u. Heinr. Erh. Heeren. 79. Mel.: Vom Himmel hoch da komm' ich zc. 1. Empor zu Gott, mein Lobgesang! Er, dem das Lied der Engel klang, Der hohe Freudentag ist da! Lobsinget ihm! Hallelujah! 2. Vom Himmel kam in dunkler Nacht, Der uns das Lebenslicht gebracht; Nun leuchtet uns ein milder Strahl, Wie Morgenroth im dunklen Thal. 3. Er kam, des Vaters Ebenbild, Von schlichtem Pilgerkleid umhüllt, Und führet uns mit sanfter Hand, Ein treuer Hirt, ins Vaterland., 4. Er, der jetzt bei dem Vater thront, Hat unter uns, ein Mensch, gewohnt, Damit auch wir ihm werden gleich Auf Erden und im Himmelreich. 5. Einst führet er zur Himmelsbahn Uns, seine Brüder, auch hinan Und wandelt unser Pilgerkleid In Sternenglanz und Herrlichkeit. 6. Empor zu Gott, mein Lobgesang! Er, dem der Engel Lied erklang, Der hohe Freudentag ist da! Ihr Christen singt: Hallelujah! Friedrich Adolf Krummacher. 80. Mel.: Lobe den Herren, den mächtigen 2c. 1. König der Könige, sei uns im Staube willkommen! Nicht bei den Engeln erscheinest du, nicht bei den Frommen; Sünder sind's nur, Wo du auf niedriger Spur Huldreich den Einzug genommen. Advent. 2. Seliger Anblick: wie mild auf den irdischen Auen Läßt der Beherrscher der himmlischen Heere sich schauen! Seht, er empfäht Liebevoll Gruß und Gebet Aller, die kindlich ihm trauen! Weihnachten. 3. Komm zu den Deinen, o Herr, die dich innig begehren! Feinde noch triffst du genug, die das Herz uns beschweren, Aber dein Blick Scheucht sie allmächtig zurück! Hilf uns, du König der Ehren! 4. Hebe dein Antlig auf deine versöhnte Gemeinde! Treibe hinweg die Verblendung, vernichte die Feinde, Bis wir befreit, Ganz dir zum Dienste bereit, Unserm Erlöser und Freunde! 5. Pflanze die Palmen des Glaubens im Grunde der Seelen, Wo mit den Blüthen sich reifende Früchte vermählen; Frieden und Ruh', Siegende Hoffnung dazu Laß dem Gemüthe nicht fehlen! 6. Komm! Hosianna!- So tönt dir's von Orten zu Orten! Komm! Hosianna!-Begrüß'uns mit gnädigen Worten! Dort nach dem Lauf Thu' uns in Herrlichkeit auf, Jesu, die himmlischen Pforten! Albert Knapp. 69 81. Mel.: Nun ruhen alle Wälder 2c. 1. Wie lieblich klingt's den Ohren, Daß du bist Mensch geboren Und mein Erlöser biſt! Wie lieblich, wie entzückend, Wie selig, wie erquickend Ist doch dein Name, Jesus Christ! 2. Wie groß ist deine Stärke, Wie herrlich deine Werke, Wie heilig ist dein Wort! Wie ist dein Tod so tröstlich Wie seine Frucht so köstlich, Mein Fels des Heils, mein Lebenshort! 3. Wie reich sind deine Gaben! Wie hoch bist du erhaben Auf deinem Königsthron! Es singen, jauchzen, dienen Dir alle Seraphinen, Sohn Gottes und des Menschen Sohn. 4. Wie bist du von den Banden Des Todes auferstanden, Wie hat dein Arm gesiegt! Dir hat des Himmels Leben, Dir Gott das Reich gegeben, Bis alles dir zu Füßen liegt. 5. Wie süß ist deine Lehre, Wie groß ist deine Ehre, Wie herrschest du allein! Wer wollte nicht, o König, In Ehrfurcht unterthänig Und gern in deiner Gnade sein! 70 Fest- Lieder.d Höh' sei Ehre! 6. Erweitert Thor und Thüren,| Der jauchzend rief: Gott in der Laßt Ehrenpforten zieren, Empfangt ihn in der Welt! Geht jauchzend ihm entgegen, Dieweil zu eurem Segen Der Ehrenkönig Einzug hält. 7. Wer ist's, wer läßt sich hören Als König aller Ehren? Der Herr der Herrlichkeit! Der ist es, der kommt prächtig, Der Herr, der stark und mächtig, Der Herr, der Sieger ist im Streit. 8. Sei hochgelobt den Frommen! Du kommst, sei uns willkommen Im Namen unsers Herrn. Der Herr ist Gott, der Eine, Der uns erleucht't alleine Als unser Licht und Morgenstern. Phil. Friedr. Hiller nach Joh. Arnd. 82. Mel.: O Jesu Christ, dein Kripplein 2c. 1. Bringt frohen Dank Und Lobgesang Dem Herrn, der uns zum Heile ward geboren! Sein Licht erhellt Die dunkle Welt; Des Lichtes Kinder gehen nicht verloren. 2. Welch eine Nacht! Der Sterne Pracht Wich vor dem Glanz der frohen Himmelschöre. Die Erd' erklang Vom Lobgesang, 3. So tönt es laut: Der Vater schaut Versöhnt herab, auf Erden herrscht sein Friede. Wem schlägt die Brust Nicht jetzt voll Luſt, Voll Seligkeit bei diesem Segensliede! 4. So singt auch ihr Und danket hier Dem, dessen Ruhm die Himmel wiederhallen, Und lebt hinfort Nach seinem Wort; Dann ruht auf euch sein gnädig Wohlgefallen. 5. Auch mein Gesang, Herr, bringt dir Dank, Denn mir auch bringt dein Sohn des Himmels Segen. Tod und Gericht Erschreckt mich nicht; Der Zukunft Nacht geh' ich getrost entgegen. ( Berliner Gesangbuch von 1829.) 83. Mel.: Warum sollt' ich mich denn 2c. 1. Fröhlich soll mein Herze springen. Dieser Zeit, da vor Freud' Alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Choren Alle Luft laut es ruft: Christus ist geboren! Advent. 2. Sollt' uns Gott nun können hassen, Der uns giebt, was er liebt Ueber alle Maßen? Gott giebt, unserm Leid zu wehren, Seinen Sohn aus dem Thron Seiner Macht und Ehren. 3. Nun, er liegt in seiner Krippen, Ruft zu sich mich und dich, Spricht mit süßen Lippen: Lasset fahren, lieben Brüder, Was euch quält, was euch fehlt; Ich bring' alles wieder. 4. Ei so kommt und laßt uns laufen, Weihnachten. Stellt euch ein, Groß und Klein, Eilt mit großen Haufen: Liebt den, der vor Liebe brennet, Schaut den Stern, der euch gern Licht und Labsal gönnet. fangen, Laß mich dir, meine Zier, Unverrückt anhangen. Du bist meines Lebens Leben, Nun kann ich mich durch dich Wohl zufrieden geben. 6. Ich will dich mit Fleiß bewahren, Ich will dir leben hier, Dir will ich heimfahren; Mit dir will ich endlich schwebe Voller Freud' ohne Zeit Dort im andern Leben. 3. Kein Mensch sich je betrübe; Denn dieses Kindelein Euch bringet süße Liebe: 5. Süßes Heil, laß dich um- Was wollt ihr traurig sein? Den Himmel will's dem schenken, Der an ihn glaubet feſt. Daran sollt ihr gedenken, Euch freuen auf das best'. 71 Paul Gerhardt. 84. Mel.: Valet will ich dir geben 2c. 1. Ihr Christen auserforen, Freut euch von Herzen sehr: Der Heiland ist geboren. Recht gute neue Mähr! Deß freuet sich dort oben Der heil'gen Engel Schaar, Die Gott den Vater loben Jetzt und fort immerdar. 2. So singen sie mit Schalle: Ihr Christen insgemein, Freut euch von Herzen alle Ob diesem Kindelein. Euch, euch ist es gegeben Und hat das Heil bereit't, Daß ihr bei Gott sollt leben In steter Seligkeit. Georg Werner. 85. Mel.: Valet will ich dir geben 2c. 1. Herr Jesu, Licht der Heiden, Der Frommen Schaß und Lieb'! Wir kommen jetzt mit Freuden Durch deines Geistes Trieb In diesen deinen Tempel Und suchen mit Begier 72 Nach Simeons Exempel Dich, Gottes Sohn, allhier. Fest- Lieder. 2. Du wirst von uns gefunden, O Herr, an jedem Ort, Wo Seelen sich verbunden Auf dein Verheißungswort; Vergönnst noch heut zu Tage, Daß man dich gleicher Weis' Auf Glaubensarmen trage, Wie dort der fromme Greis. 3. Sei unser Glanz in Wonne, Ein helles Licht in Pein, Im Dunkel unsre Sonne, Im Kreuz ein Gnadenschein, Ein Heil für alle Sünden, In Angst ein Freudenstrahl, Ein Stern, der uns läßt finden Den Weg durchs Todesthal. 4. Herr, laß auch uns gelingen, Wenn dieses Leben flieht, Mit Simeon zu singen Das frohe Abschiedslied: Mir werden nun mit Frieden Die Augen zugedrückt, Nachdem ich schon hienieden Den Heiland hab' erblickt. 5. Ja, ja ich hab' im Glauben, Mein Jesu, dich geschaut. Kein Feind kann dich mir rauben, Dräut er auch noch so laut. Ich wohn' in deinem Herzen, Und in dem meinen du; Uns scheiden keine Schmerzen, Nicht Angst noch Tod dazu. 6. Hier siehst du zwar die Deinen Oft ernst und strafend an, Daß oft vor Angst und Weinen Ich dich nicht kennen kann; Dort aber wird's geschehen, Daß ich von Angesicht Zu Angesicht soll sehen Dein immer klares Licht. Johann Franck. 86. Mel.: Wer nur den lieben Gott 2c. 1. Er kommt, er kommt, geht ihm entgegen: Der Heiland aller Welt erscheint! Er bringt euch Leben, Heil und Segen, Ehrt ihn, der Menschen größten Freund, Der das Geseß für uns erfüllt Und sterbend unsern Jammer stillt. 2. Er kommt, der Glanz von jenem Wesen, Das ewig und unsichtbar ist! Aus seinen Thaten kann man lesen, Daß er die Frommen nicht vergißt. Durch seine Niedrigkeit erhebt Gott alles, was im Staube lebi. 3. Er kommt, der Freund verlorner Sünder, Als Friedefürst, Rath, Kraft und Held, Der sterbend einst als Ueberwinder Den Feind der Menschen mächtig fällt. Lobsinget ihm, er heißt und ist Der treue Mittler, Jesus Christ. 4. Eröffnet, schenket eure Herzen Dem König aller Kön'ge gern. Advent. Weihnachten. Mit seinem Glanz erhellen. Die hier die Gnadenzeit ver- Er wird auch deine Finsterniß scherzen, Sehn ihn dereinst als ihren Herrn, Als Richter, wenn mit Ernst er spricht: Weicht, weicht von mir, euch kenn' ich nicht! 5. Mein Heiland, komm, mein Herz steht offen, Zieh, sanftmuthsvoller König, ein! Was außer dir die Menschen hoffen, Ist Eitelkeit und bringet Pein. Dein Reich nur schenkt Gerechtigfeit Und göttliche Zufriedenheit. 6. Laß deine Liebe mich empfinden, Mit der du diese Welt geliebt; Komm, meine Hoffnung fest zu gründen, Die dein Verdienst im Glauben giebt. Mein größtes Glück, mein letztes Wort Sei: Jesus ist mein Fels und Hort! Johann Friedrich Mudre. 87. Mel.: Kommt her zu mir, spricht zc. 1. Wohlauf, mein Herz, verlaß die Welt, Dem, der für dich sich dargestellt, Dich auch nun darzustellen! Er ist das Licht, drum sei gewiß: 73 2. Ja du sollst ihm ein Tempel ſein; Er selbst macht dich von Sünden rein, Hat Lust in dir zu wohnen. Doch hoffe nicht, daß Jesus Christ In solchen Herzen wohnhaft ist, Die noch den Lüsten frohnen. 3. Was nur dem Fleische wohlgefällt, Und weicht vom ew'gen Gotte. Danach hascht die verkehrte Welt Sie erntet Schaden nur für Müh'; Für ihren Sündendienst wird sie Einst ewiglich zu Spotte. 4. Wer durch das Wort, darauf er trant, Fm Glauben seinen Heiland schaut, Der kann in Frieden fahren. Der Heiland hält, was er verspricht; Er wird sich ihm in seinem Licht Dort herrlich offenbaren. 5. Herr, mache mich gerecht und rein! Herr, laß mich stets voll Glaubens ſein, Mich stets im Geiste leben, Bis du auch mich, wann dir's gefällt, In Frieden wirst aus dieser Welt In deine Wonn' erheben. Johann Adolf Schlegel nach Laurentius Laurenti. 74 with Fest- Lieder.d12 88. di Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit 2c. 1. Ich steh' an deiner Krippe hier, O Jesu, du mein Leben! Ich stehe, bring' und schenke dir, Was du mir haſt gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel' und Muth, nimm alles hin Und laß dir's wohlgefallen. 2. Als ich noch nicht geboren war, Da bist du mir geboren Und hast mich dir zu eigen gar, Eh' ich dich kannt', erforen; Eh' ich durch deine Hand gemacht, Da hast du schon bei dir bedacht, Wie du mein wolltest werden. 3. Ich lag in tiefer Todesnacht: Du wurdest meine Sonne, Die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud' und Wonne. O Sonne, die das werthe Licht Des Glaubens in mir zugericht't, Wie schön sind deine Strahlen! 4. Wenn oft mein Herz vor Kummer weint Du sollst ja guter Dinge sein; Ich zahle deine Schulden. 5. Du fragest nicht nach Lust der Welt Noch nach des Leibes Freuden; Du hast dich bei uns eingestellt, An unsrer Statt zu leiden; Suchst meiner Seelen Trost und Freud', Trinkst gern den Kelch, den man dir beut: Das will ich dir nicht wehren. 6. Eins aber, hoff' ich, wirst du mir, Mein Heiland, nicht versagen: Daß ich dich möge für und für In meinem Herzen tragen. So laß es deine Wohnung sein! Komm, komm und kehre bei mir ein Mit allen deinen Freuden. 7. Zwar sollt' ich denken, wie gering Ich dich empfangen werde; Du bist der Schöpfer aller Ding', Ich bin nur Staub und Erde! Doch bist du so ein lieber Gast, Daß du noch nie verschmähet hast Den, der dich gerne siehet. Paul Gerhardt. 89. Mel.: Wie schön leuchtet der 2c. 1. Brich, heller Morgenstern, herein Und keinen Trost kann finden, Rufst du mir zu: Ich bin dein Freund, Ein Tilger deiner Sünden; Was trauerst du, mein Fleisch und Und laß uns deinen Freudenschein In hellen Strahlen sehen! Bein? Advent. Weihnachten. Ermuntre mich, du Gnadenlicht, Und laß die arme Seele nicht In Finsterniß vergehen! Ruf mich, daß ich In dem Herzen tiefe Schmerzen um die Sünde, Die sich an mir zeigt, empfinde. 2. Dring' in mein Herz, mein Licht, mein Heil! Ich find' an dir mein bestes Theil, Drum will ich auf dich hoffen. Du hast mich fest mit dir vereint; Gieb, daß mein Herz es redlich meint, Da nun der Bund getroffen. Herr, dich halt' ich; Du der meine, ich der deine! ach uns beide Trenne weder Leid noch Freude. 3. Befestige mein wankend Herz, Damit es sich durch keinen Schmerz Von dir abwenden lasse. In dir, mein Vater, gründe mich; Gieb, daß mein fester Glaube dich Als seinen Schuß umfasse. Halt' mich, daß ich Nimmer weiche; komm und reiche mir die Hände, Daß kein Fall mich von dir wende. 4. Den Glaubensschmuck trag' ich an mir, Verleih auch, daß die Tugendzier Dem Glauben niemals fehlet! Du hast mich, Herr, zu deinem Ruhm, Zu deinem ew'gen Eigenthum, 75 zu deinem Kind erwählet. Selig, wenn ich Diese Zierde, diese Würde nie verliere Und sie dort einst ewig führe. 5. Verklär' dich täglich mehr in mir, Ein' reich' Erkenntniß gieb von dir, Laß mich gewisser werden, Daß ich in deiner Gnade steh', Nur auf des Himmels Wegen geh', So lang' ich wall' auf Erden. Gänzlich will ich Mich verschreiben, dein zu bleiben, daß ich droben Dich kann ewig sehn und loben. 6. Erhalte mich in deinem Licht Und laß mich, weil ich lebe, nicht Von deiner Liebe trennen; Vollführ' in mir dein Gnadenwerk, Gieb Geisteskraft und Glaubensstärk', Laß mich dich ewig kennen und mich stetig Hier bestreben, dir zu leben, bis ich sterbe Und dein Himmelreich ererbe. Johann Gottfried Leſsing. 90. Mel.: Jesu, meine Freude zc. 1. Jesus ist gekommen! Danket ihm, ihr Frommen, Dankt ihm, daß er fam, Daß er hier auf Erden, Unser Heil zu werden, 76 Seine Wohnung nahm. Mensch wie wir, erschien er hier, Um des Vaters gnäd'gen Willen An uns zu erfüllen. Fest- Lieder. 2. Laßt uns niederfallen, Danken, daß er allen Freund und Bruder ist. Gott auf seinem Throne Liebt uns in dem Sohne, Hilft durch Jesum Christ. Welch ein Heil, an Christo Theil, Theil an seines Geistes Gaben, An Gott selbst zu haben! 3. Keine Macht der Sünden Wird uns überwinden, Er bleibt ewig tren. Dort wird er vom Bösen Gänzlich uns erlösen; Hier steht er uns bei. Unser Freund, mit Gott vereint, Wird uns immer Hülfe senden, Daß wir siegreich enden. 4. Auf dem Richterthrone Werden wir im Sohne Unsern Retter schaun; Heil und ewig Leben Wird er allen geben, Die ihm fest vertraun. Er ward hier versucht wie wir, Drum wird er der Schwachheit schonen Und aus Gnaden lohnen. Balthasar Münter nach Johann Horn's Gesangbuch von 1544. 91. Mel.: Aus meines Herzens Grunde 2c. 1. Der heil'ge Christ ist kommen, Der theure Gottessohn; Deß freun sich alle Frommen Am höchsten Himmelsthron. Auch was auf Erden ist, Soll preisen hoch und loben Mit allen Engeln droben Den lieben heil'gen Christ. 2. Das Licht ist aufgegangen, Die lange Nacht iſt hin; Die Sünde liegt gefangen, Erlöst ist Herz und Sinn. Die Sündenangst ist weg, Der Glaube geht zum Himmel Nun aus dem Weltgetümmel Auf einem sichern Steg. 3. Nun sind nicht mehr die Kinder Verwaist und vaterlos. Gott rufet selbst die Sünder In seinen Gnadenschooß. Er will, daß alle, rein Von ihrem alten Schaden, Vertrauend seinen Gnaden, Gehn in den Himmel ein. 4. Drum freut euch hoch und preiſet, Ihr Seelen fern und nah'! Der euch den Vater weiset, Der heil'ge Christ ist da! Er ruft euch insgemein Mit süßen Liebesworten: Geöffnet sind die Pforten, Ihr Kinder, kommt herein! Ernst Morik Arndt. Advent. Weihnachten. Mein Schuß im finstern Thal! Willkommen, Heil der Sünder! Dich, Freund der Menschenkinder, Begrüßt der Erde Jubelschall. 92. Eigene Melodie. 1. Gelobet seist du, Jesu Christ, Daß du Mensch geboren bist, Deß freuen wir uns immerdar Vereint mit deiner Engelschaar. Gelobt sei Gott! 2. Das ew'ge Licht geht da herein, Giebt der Welt ein'n neuen Schein; Es leucht't wohl mitten in der Nacht Und uns des Lichtes Kinder macht. Gelobt sei Gott! 3. Er ist auf Erden kommen arm, Daß er unser sich erbarm' Und in dem Himmel mache reich Und seinen lieben Engeln gleich. Gelobt sei Gott! 4. Das hat er alles uns gethan, Sein' groß' Lieb' zu zeigen an. Deß freu' sich alle Christenheit Und dank' ihm deß in Ewigkeit. Gelobt sei Gott! Martin Luther. 93. Mel.: Nun ruhen alle Wälder zc. 1. Willkommen, Quell der Freuden, Mein höchster Trost im Leiden, 77 2. Zwar niedrig und geringe, Beherrscher aller Dinge, Erscheinest du allhier; Doch, was dem Aug' entfliehet, Der Hoheit Größe, siehet Mein Glaube dennoch, Herr, an dir. 3. Unendliches Erbarmen Erweisest du uns Armen Ohn' allen äußern Schein: Uns Freiheit, Würde, Leben, Ja Kronen einst zu geben, Muß Knechtsgestalt die deine sein. 4. Mit dankerfüllten Lippen Nah' ich mich deiner Krippen. Ist gleich nur schwach mein Dank, Laß ihn dir doch gefallen; Denn selbst des Säuglings Lallen Ist, Herr, vor dir ja Lobgesang. 5. Die Sünde schlägt mich nieder, Doch Hoffnung stärkt mich wieder: Bald kommt die Zeit heran, Wo ich zu deiner Ehre In jene höh'ren Chöre Den frohen Jubel mischen kann. Heinrich Julius Tode. 78 Fest- Lieder. Passion. 94. Eigene Melodie. 1. O du Liebe meiner Liebe, Du erwünschte Seligkeit, Die aus wunderbarem Triebe Sich versenkt ins tiefste Leid, Liebe, die sich mir zu gute Als ein Opfer eingeſtellt Und bezahlt mit ihrem Blute Alle Missethat der Welt: 2. Liebe, die mit Schweiß und Thränen An dem Delberg sich betrübt; Liebe, die mit Blut und Sehnen Unaufhörlich fest geliebt, Liebe, die mit allem Willen Gottes Zorn und Eifer trägt, Den, so niemand konnte stillen, Hat dein Sterben hingelegt: 3. Liebe, die mit starkem Herzen Alle Schmach und Hohn gehört; Liebe, die mit Angst und Schmerzen Nicht der strengste Tod versehrt; Liebe, die sich liebend zeigte, Als sich Kraft und Athem end't, Liebe, die sich liebend neigte, Als sich Leib und Seel' getrennt: 4. Liebe, die für mich gestorben Und ein immerwährend Gut An dem Kreuzesholz erworben, Ach wie denk' ich an dein Blut! Ach wie dank' ich deinen Wunden, Leidensreiche Liebe du, Wenn ich in den letzten Stunden Sanft in deinen Armen ruh'! 5. Liebe, die sich todt gekränket Und für mein erkaltet Herz In ein kaltes Grab gesenket, Ach wie dank' ich deinem Schmerz! Habe Dank, daß du gestorben, Daß ich ewig leben kann, Und der Seelen Heil erworben: Nimm mich ewig liebend an! Elisabeth von Senik. 95. Mel.: Nun laßt uns den Leib 2c. 1. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, Daß du für uns gestorben bist Und hast uns durch dein theures Blut Vor Gott gemacht gerecht und gut. 2. Sohn Gottes und des Menschen Sohn, Verherrlicht nun nach Schmach und Hohn, Erlös' uns von dem ew'gen Tod Und tröst' uns in der letzten Noth. 3. Behüt' uns auch vor Sünd' und Schand' Und reich' uns deine mächt'ge Hand, Daß wir im Kreuz geduldig sei'n, Uns trösten deiner schweren Pein: Passion. 79 4. Und schöpfen d'raus die 4. Zeig' uns ihn, den WeltZuversicht, versöhner, Du werdest uns verlassen nicht Und immer treulich bei uns stehn, Daß wir durchs Kreuz ins Leben gehn. Christoph Vischer. 96. Mel.: Freu' dich sehr, o meine Seele zc. 1. Senke dich auf uns hernieder, Geist, der uns mit Feuer tauft! Alle sind wir Christi Glieder, Alle durch sein Blut erkauft. Füll' mit Andacht unsern Geist, Daß er sich der Welt entreißt Und in Christo Ruhe finde Für die schwere Last der Sünde. 2. Lehre selbst uns würdig feiern Jesu Christi Leidenszeit; Laß uns jenen Tag erneuern, Wo er sich dem Tod geweiht. Fülle mit der Wehmuth Schmerz Das zu ihm gewandte Herz, Und von deinem Strahl getroffen, Steh' es heil'ger Rührung offen. 3. Laß den Mittler unsers Bundes Uns in seiner Schönheit sehn; Laß die Reden seines Mundes Nicht vor uns vorübergehn. Führ' uns nach Gethsemane, Diesem Ort voll Angst und Wo die Todesnacht ihn schrecket Und mit blut'gem Schweiß bedecket. Unter seiner Mörder Schaar, Wie auf Erden keiner schöner, Keiner so verachtet war; Wie er unter Spott und Hohn, Unter seiner Dornenkron', Geißelschlägen, Todeswunden So geduldig ward erfunden. 5. Ja, du heilige Gemeinde, Blick zu deinem Haupt empor, Zum Erlöser, deinem Freunde, Den zum Retter Gott erfor. Welche Wonn' und Seligkeit Schafft die stille Leidenszeit! Sie entreißt dem Weltgetümmel, Hebt den Geist empor zum Himmel. Nach Christian Friedr. Daniel Schubart. 97. Eigene Melodie. 1. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen, Daß man so scharfes Urtheil dir gesprochen? Was ist die Schuld, in was für Miſſethaten Bist du gerathen? 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, Ins Angesicht geschlagen und verhöhnet, Du wirst mit Essig und mit Gall' getränket, Ans Kreuz gehenfet. 80 Fest- Lieder. 3. Was ist doch wohl die Ursach' Ich will des Fleisches böse Lüste solcher Plagen? Ach meine Sünden haben dich geschlagen! Ich, o Herr Jesu, habe das verschuldet, Was du erduldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch dieſe Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe, Die Schuld bezahlt der Herr für seine Knechte, Er, der Gerechte! 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt, Der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt, Der Mensch verwirkt den Tod und ist entgangen, Der Herr gefangen. 6. O große Lieb', o Lieb' ohn' alle Maße, Die dich gebracht auf diese Marterstraße! Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, Und du mußt leiden. 7. Ich kann's mit meinenSinnen nicht erreichen, Womit doch dein Erbarmen zu vergleichen. Wie kann ich dir denn deine Liebesthaten Im Werk erstatten? 8. Doch eines weiß ich, das wirst du annehmen: zähmen, Daß sie mein Herz aufs neue nicht entzünden Mit alten Sünden. 9. Weil aber dies nicht steht in eignen Kräften, Fest die Begierden an das Kreuz zu heften, So gieb mir deinen Geist, der mich regiere, Zum Guten führe. 10. Dann werd' ich dankvoll deine Huld betrachten, Aus Liebe gegen dich die Welt nicht achten, Stets will ich wachen, beten, deinen Willen Mit Freud' erfüllen. 11. Ich werde dir zu Ehren alles wagen, Kein Kreuz nicht achten, keine Schmach noch Plagen, Nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen Nehmen zu Herzen. 12. Empfang' ich dann dereinst vor deinem Throne Aus deiner Hand die schöne Ehrenfrone, Dann will ich dir, wenn alles wohl wird klingen, Mein Loblied singen. Johann Heermann. Passion. 98. Mel.: Befiehl du deine Wege zc. 1. O Haupt voll Blut und Wunden, Voll Schmerz und voller Hohn! O Haupt, zum Spott gebunden Mit einer Dornenkron'! O Haupt, sonst schön gekrönet Mit höchster Ehr' und Zier, Jeßt aber gar verhöhnet, Gegrüßet seist du mir! 2. Du edles Angesichte, Davor die weite Welt Erschrickt und wird zunichte, Wie bist du so entstellt! Wie bist du so erbleichet! Wer hat dein Augenlicht, Dem sonst kein Licht nicht gleichet, So schmachvoll zugericht't? 3. Die Farbe deiner Wangen, Der rothen Lippen Pracht Ist hin, ist ganz vergangen; Des blassen Todes Macht Hat alles hingenommen, Hat alles hingerafft; Daher bist du gekommen Von deines Leibes Kraft. 4. Nun, was du, Herr, erduldet, Ist alles meine Laſt; Ich hab' es selbst verschuldet, Was du getragen hast. Schau' her, hier steh' ich Armer, Der Zorn verdienet hat: Gieb mir, o mein Erbarmer, Den Anblick deiner Gnad'! 81 5. Erkenne mich, mein Hüter, Mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, Ist mir viel Gut's gethan: Dein Mund hat mich gelabet Mit wunderbarem Trost, Dein Geist mich reich begabet Mit süßer Himmelskost. 6. Ich will hier bei dir stehen, Verachte mich doch nicht! Von dir will ich nicht gehen, Wenn dir dein Herze bricht; Wenn dein Haupt wird erblassen Im letzten Todesstoß, Alsdann will ich dich fassen In meinen Arm und Schooß. 7. Ich danke dir von Herzen, O Jesu, liebster Freund, Für deine Todesschmerzen, Da du's so gut gemeint. Ach gieb, daß ich mich halte Zu dir und deiner Treu', Und wenn ich einst erkalte, In dir mein Ende sei. 8. Wann ich einmal soll scheiden, So scheide nicht von mir; Wann ich den Tod soll leiden, So tritt du dann herfür. Wann mir am allerbängsten Wird um das Herze sein, So reiß mich aus den Aengsten Kraft deiner Angst und Pein. 9. Erscheine mir zum Schilde, Zum Trost in meinem Tod Und laß mich sehn dein Bilde In deiner Kreuzesnoth. 6 Fest- Lieder. 82 Da will ich nach dir blicken, Da will ich glaubensvoll Fest an mein Herz dich drücken; Wer so stirbt, der stirbt wohl. Panl Gerhardt. 99. Mel.: Wer nur den lieben Gott 2c. 1. Es ist vollbracht! ſo ruft am Kreuze Des sterbenden Erlösers Mund. O Wort voll Trost und Leben, reize ZurFreude meines HerzensGrund. Das große Opfer ist geschehn, Das Gott auch mir zum Heil ersehn. 2. Mein Jesus stirbt: die Felsen beben, Der Sonne Schein verlieret sich, In Todte dringet neues Leben, Der Heil'gen Gräber öffnen sich, Der Vorhang reißt, die Erde kracht; Der Welt Verjöhnung ist vollbracht. 3. Wie viel, mein Heil, hast du vollendet, Als dir das Herz im Tode brach! Du hast den Fluch hinweg gewendet, Der meiner Seele Retter war. Er, den mir Gott zum Trost gemacht, Rief auch für mich: es ist vollbracht! 5. O hilf mir, Herr, nun auch vollbringen, Was wahre Dankbarkeit begehrt. Laß nach der Heiligung mich ringen, Dazu dein Tod mir Kraft gewährt. O stärke mich dazu mit Macht, Bis meine Bess'rung ist vollbracht. 6. Du, der du dich für mich gegeben, O laß mich stets voll Eifers sein, Mich deinem Dienste zu ergeben Und keine Schmach und Noth zu scheun. Dein, Jeſu, sein, dein Eigenthum, Sei meines Herzens Freud' und Ruhm. 7. Soll ich mit dir ergebnem Herzen Auch hier durch manche Trübsal gehn, Und hat mein Gott gehäufte Schmerzen Zu meiner Prüfung ausersehn, So laß auch mich den Trost erfreun: Vollbracht wird einst mein Leiden ſein. Der auf der Welt voll Sünder lag. Für uns hast du genug gethan: Gott nimmt sich unser gnädig an. 4. Der Sünde Macht ist nun entkräftet; Mein Glaube siehet offenbar Dann, Herr, erleichtre mir die Laſt; Den Heiland an das Kreuz ge- Laß mich den Trost noch sterbend heftet, schmecken, 8. Fühlt einst mein Herz des Todes Schrecken, Passion. Daß du den Tod besieget hast; So geh' ich in des Grabes Nacht Mit dem Triumph: es ist vollbracht! J. S. Diterich nach Tob. Henr. Schubart. 100. Mel.: Nun ruhen alle Wälder 2c. 1. Welt, sich hier dein Leben Am Stamm des Kreuzes schweben, Dein Heil sinkt in den Tod! Der große Fürst der Ehren Läßt willig sich beschweren Mit Schlägen, Hohn und bitterm Spott. 2. Wer hat dich so geschlagen, Mein Heil, und dich mit Plagen So übel zugericht't? Du bist ja nicht ein Sünder Wie wir und unsre Kinder, Von Uebelthaten weißt du nicht. 3. Ich bin's, ich sollte büßen, An Händen und an Füßen Gebunden in der Höll'; Die Geißeln und die Banden, Und was du ausgestanden, Das hat verdienet meine Seel'. 4. Du setest dich zum Bürgen, Ja läsfest dich erwürgen Für mich und meine Schuld. Mir läsfest du dich krönen Mit Dornen, dich verhöhnen, Und leidest alles mit Geduld. 5. Ich bin dir hoch verbunden, Mein Heil, zu allen Stunden, Ich bin dein Eigenthum. 83 Was Seel' und Leib vermögen, Das soll ich billig legen Allzeit an deinen Dienst und Ruhm. 6. Nun, ich kann nicht viel geben In diesem armen Leben, Eins aber will ich thun: Es soll dein Tod und Leiden, Bis Leib und Seele scheiden, Mir stets in meinem Herzen ruhn. 7. Ich will's vor Augen sehen, Mich stets daran ergößen, Ich sei auch, wo ich sei. Es soll mir sein ein Spiegel Der Unschuld und ein Siegel Der Lieb' und unverfälschten Treu'. 8. Ich will ans Kreuz mich schlagen Mit dir und dem entsagen, Was meinem Fleisch gefällt. Was deine Augen hassen, Das will ich fliehn und lassen, Gefiel' es auch der ganzen Welt. 9. Es ström' aus deinen Wunden In meinen letzten Stunden Mir Trost und Friede zu; Nimm mich an meinem Ende, O Herr, in deine Hände Und führe mich zur ew'gen Ruh'. Paul Gerhardt. 101. Mel.: Herzliebster Jesu, was hast 2c. 1. Mein Herr und Heiland, laß mir's gehn zu Herzen, Wie hoch du mich geliebt in deinen Schmerzen. 6* 84 Gieb, daß ich mög' des Fleisches Lüste dämpfen; Hilf selbst mir kämpfen! Festlieder. 2. Der du im Grabe Ruhe hast gefunden, Nachdem für uns am Kreuz du überwunden, Gieb Ruhe, wenn man mich nach meinen Tagen Ins Grab wird tragen. 3. Gieb süße Ruhe durch dein bittres Leiden; Nimm auf die Seele zu des Himmels Freuden, Die du, o Herr, auf ewig mir erworben, Da du gestorben. Nach Gottfried Wilhelm Sacer. 102. Mel.: Werde munter, mein Gemüthe 2c. 1. Der am Kreuz ist meine Liebe, Meine Lieb' ist Jesus Christ. Weichet von mir, Fleischestriebe, Deren Frucht Verderben ist; Eure Lieb' ist nicht von Gott, Eure Liebe bringt den Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe. Frevler, was befremdet's dich, Daß ich treu zu sein mich übe? Jesus gab sich selbst für mich! So ist er mein Friedensschild, Aber auch mein Lebensbild. Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe; Sünde, du bist mir verhaßt. Weh mir, wenn ich den betrübe, Der für mich am Kreuz erblaßt! Kreuzigt' ich nicht Gottes Sohn, Spräch' ich seinem Blut nicht Hohn? Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe. Keine Trübsal, noch so groß, Hunger, Blöße, Geißelhiebe, Nichts macht mich von Jesu los, Nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, kein Fürstenthum. Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe. Komm, o Tod, du bist mein Freund; Wenn ich einst wie Staub zerstiebe, Wird mein Jesus mir vereint. dann schau' ich Gottes Lamm, Meiner Seele Bräutigam! Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe. 1676. 103. Mel.: Nun ruhen alle Wälder zc. 1. Laß deine letzten Stunden, Da du so viel empfunden, O Herr, mir heilig sein; Es lehre mich dein Leiden Den Dienst der Sünde meiden Und dir mich jetzt und ewig weihn. Passion. 2. An deinem Todestage, Bei deiner letzten Klage Gelob' ich treu zu sein. Du warst's, der ängstlich klagte Und zitterte und zagte In namenloser Todespein. 3. Und ich, für den du littest, Im Todeskampfe strittest, Für den dein Herz dir brach, Ich folgte ohne Sorgen Am Abend wie am Morgen Der Welt und ihren Lüsten nach. 4. Nein, nein! ich will sie lassen, Sie ernstlich fliehn und hassen, Weil sie dich tief gebeugt; Du hast, von allem Bösen Mich ewig zu erlöſen, Am Kreuz dein sterbend Hanpt geneigt. 5. Du starbst mit einem Herzen, Das selbst in Todesschmerzen Für seine Feinde bat. Wie du, will ich mich üben, Auch meinen Feind zu lieben, Und beten, wie mein Heiland that. 6. Du tröstetest den Armen Am Kreuz, den dein Erbarmen Vom Himmel nicht verstieß. O sprich auch, wenn ich sterbe, 3n mir, du bist mein Erbe Und folgest mir ins Paradies. 7. Du sahest auf die Deinen, Sahst sie am Kreuze weinen, Und ach, wie schlug dein Herz! Du lindertest voll Liebe Und aus dem wärmsten Triebe 85 Der Mutter und des Jüngers Schmerz. 8. Bei deiner Leiden Dauer, Im bängsten Todesschauer Warst du voll Zuversicht. Du klagtest, ach, verlassen; Doch hingst du stets gelassen An deinem Gott und wanktest nicht. 9. Dumußtest, matt von Plagen, Mich dürftet! schmachtend klagen, Und keiner labte dich. Wie sollt' ich denn nun beben, Wenn Leiden mich umgeben? Du labest und erquickest mich. 10. Es naht das Ziel der Leiden, Wir sehn dich betend scheiden, Du rufft: es ist vollbracht! hilf auch mir's vollbringen, Hilf lieben, dulden, ringen, 3um Ziele gehn durch finstre Nacht. 11. Du sprichst, o sel'ges Ende! Ich geb' in deine Hände Den Geist, mein Vater, hin. Mir, der ich meine Seele Ihm einst, wie du, befehle, Auch mir ist Sterben ein Gewinn. 12. Für mich und meine Brüder Senkt, Herr, dein Haupt sich nieder, Im Frieden schläfst du ein. In meinen letzten Stunden Da sollen deine Wunden Mir Labsal und Erquickung sein. 13. Wird mir nach kurzen Tagen Die Scheidestunde schlagen, Und öffnet sich mein Grab, Wird meiner Seele bange, Festlieder. 86 Fließt über meine Wange Der kalte Todesschweiß herab: 14. Dann sei mir diese Feier, Dein Sterbetag noch theuer, Mit ihm begann mein Glück. Daß ich alsdann nicht zage, Dies dank' ich diesem Tage Und deinem letzten Augenblick. Christoph Georg Ludwig Meister. 104. Mel.: Herr Jesu Christ, wahr'r 2c. 1. Herr Jesu Christ, dein theures Blut Ist meiner Seelen höchstes Gut; Das stärkt, das labt, das macht allein Mein Herz von allen Sünden rein. 2. Dein Blut, mein Schmuck, mein Ehrenkleid, Dein' Unschuld und Gerechtigkeit Macht, daß ich kann vor Gott bestehn Und zu der Himmelsfreud'eingehn. 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn, Mein Trost, mein Heil, mein Gnadenthron, 4. Herr Jesu, in der letzten Noth, Wenn mich schreckt Höll', Gericht und Tod, 105. Mel.: Freu' dich sehr, o meine Seele zc. 1. Sei mir tausendmal gegrüßet, Der mich je und je geliebt, Jesu, der du selbſt gebüßet Das, womit ich dich betrübt. Ach wie ist mir doch so wohl, Wenn ich knien und liegen soll An dem Kreuze, da du stirbest Und um meine Seele wirbest! So laß ja dies mein Labsal sein: Dein Blut macht mich von Sünden rein. Johann Olearius. 2. Schreibe deine blut'gen Wunden Mir, Herr, in das Herz hinein, Daß sie mögen alle Stunden Bei mir unvergessen sein. Du bist doch mein liebstes Gut, Da mein ganzes Herze ruht; Laß mich hier zu deinen Füßen Deiner Lieb' und Gunst genießen. Dein theures Blut, dein Lebenssaft Ich, ich tilg' all' deine Sünden. Giebt mir stets neue Lebenskraft. Paul Gerhardt. 3. Deine Füße will ich halten, Auf das best' ich immer kann. Schaue meiner Hände Falten Und mich selber freundlich an Von des hohen Kreuzes Baum Und gieb meiner Bitte Raum, Sprich: laß all dein Trauern schwinden, 106. Mel.: Befiehl du deine Wege 2c. 1. Wenn alle untreu werden, So bleib' ich dir doch treu, Daß Dankbarkeit auf Erden Nicht ausgestorben sei! Passion. Für mich umfing dich Leiden, Vergingst für mich in Schmerz, Drum geb' ich dir mit Freuden Auf ewig dieses Herz. 2. Oft muß ich bitter weinen, Daß du gestorben bist, Und mancher von den Deinen Dich lebenslang vergißt. Von Liebe nur durchdrungen Hast du so viel gethan, Und doch bist du verklungen, Und keiner denkt daran. 3. Du stehst voll treuer Liebe Noch immer jedem bei, Und wenn dir keiner bliebe, So bleibst du dennoch treu. Die treuste Liebe sieget, Am Ende fühlt man sie, Weint bitterlich und schmieget Sich findlich an dein Knie. 4. Ich habe dich empfunden; O lasse nicht von mir! Laß innig mich verbunden Auf ewig sein mit dir! Einst schauen meine Brüder Auch wieder himmelwärts Und sinken liebend nieder Und fallen dir ans Herz. Novalis.( Friedrich v. Hardenberg.) 107. Eigene Melodie. 1. O Lamm Gottes, unschuldig Am Stamm des Kreuzes geſchlachtet, Allzeit funden geduldig, 87 Wiewohl du wurdest verachtet! All' Sünd hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen, Erbarm' dich unser, o Jesu! o Jesu! 2. O Lamm Gottes, unschuldig Am Stamm des Kreuzes geschlachtet, Allzeit funden geduldig, Wiewohl du wurdest verachtet! All' Sünd' hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen, Erbarm' dich unser, o Jesu! o Jesu! 3. Lamm Gottes, unschuldig Am Stamm des Kreuzes geschlachtet, Allzeit funden geduldig, Wiewohl du wurdest verachtet! All' Sünd' hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen, Gieb uns dein'n Frieden, Herr Jesu! Herr Jesu! Nikolaus Decius. 108. Mel.: O Lamm Gottes, unschuldig zc. 1. O Sohn Gottes! im Staube Mit Blut und Thränen bedecket! Auf dich hin blick' mein Glaube, Wenn Tod und Sünde mich schrecket. Dein Trauern, Seufzen, Klagen, Dein Ringen, Zittern, Zagen Sei meine Ruhe, Herr Jesu! Herr Jesu! 2. O Sohn Gottes! unschuldig Trugst du die herbe Verhöhnung, 88 Und trugst, als Held, geduldig Zu meiner Sünden Versöhnung. Dein Bild müss' uns beleben, Zu dulden, zu vergeben, Wie du zu lieben, Herr Jesu! Herr Jesu! Fest- Lieder. 3. O Sohn Gottes! freiwillig Für uns am Kreuze gestorben! Dir, dir nur leben billig, Die du so theuer erworben. Auch ich will dir nur leben, Dir ganz mich übergeben Zur treusten Liebe, Herr Jesu! Herr Jesu! Heinrich Julius Tode. 109. Eigene Melodie. Ch. A. 1. Marter Christi, wer kann dein vergessen, Der in dir sein Wohlsein fand? Meer der Liebe, wer kann dich ermessen, Wer ist nicht von Lieb' entbrannt? Unsre Seele soll sich an dir nähren, Unser Ohr soll nichts je lieber hören, Alle Tage wird dies Bild Schöner meinem Blick enthüllt. 2. Heißen Dank! du unser treuer Hirte! Leib und Seele beten an, Daß du unter Martern für Verirrte Sterbend hast genug gethan. Laß uns alle treulich an dir hangen, Nähre du das heilige Verlangen Dich auf deinem Thron zu sehn, Deinen Ruhm dort zu erhöhn. 3. Meine Seele, matt und schuldbeladen, Eilt auf deine Wunden zu; Denn sie findet in dem Schooß der Gnaden Trost und Labsal, Fried' und Ruh'. Laß vom Kreuz nur Stärkung mich anwehen Und dein Marterbild stets vor mir stehen; So geht mir bis in mein Grab Nichts an Seligkeiten ab. 4. Die wir uns nun hier beisammen finden, Schlagen unsre Hände ein, Uns auf deine Marter zu verbinden, Dir auf ewig treu zu sein! Und zum Zeichen, daß du auf uns hörest, Deine Gnad' und Liebe uns gewährest, Sage Amen und zugleich: Friede, Friede sei mit euch! Christian Renatns v. Zinzendorf. 110. Mel.: Herr Jesu Christ, wahr'r 2c. 1. Der du, Herr Jesu, Ruh' und Rast In deinem Grab gehalten hast: Gieb, daß wir in dir ruhen all', Und unser Leben dir gefall'. 2. Verleih, o Herr, uns Stärk' und Muth, Die du erkauft mit deinem Blut, Und führ' uns in des Himmels Licht Zu deines Vaters Angesicht. Passion. 3. Wir danken dir, o Gottes- Ewig unvergeßlich mir; Dankbar schlag' im Scheiden lamm, Getödtet an des Kreuzes Stamm; O laß uns Sündern deine Pein Ein Eingang in das Leben sein! Georg Werner. 111. Mel.: O du Liebe meiner Liebe zc. 1. Jesu, meines Lebens Leben, Du, mein Heiland, schlummerstein, Mir den größten Trost zu geben, Der die Seele kann erfreun. Du, Versöhner, neigest müde Auf die Brust dein Haupt herab! Du, du stirbst! dein Tod ist Friede, Ruh' und Ehre ist dein Grab. 2. Ruhe sanft im Schooß der Erde, Weihe du mein Grab mir ein, Daß auch mir die Hoffnung werde, Meiner Ruh' mich zu erfreun. Ach du hast nun ausgelitten, Wie noch nie ein Dulder litt, Hast den größten Sieg erstritten, Wie kein Sieger ihn erstritt. 3. Alle Früchte deiner Leiden, Deiner Siege sind auch mein, Ich soll aller deiner Freuden Froher Mitgenosse sein. Welche Wonne, welcher Segen Fließt aus deinem Tod mir zu! Führe du auf meinen Wegen Mich auch dieser Wonne zu. 4. So sei denn dein bittres Leiden 89 letzten Noch der letzte Pulsschlag dir. Dann soll mich die Hoffnung trösten, Dich, der für mich starb, zu sehn Und im Kreise der Erlösten Dir zur Rechten einst zu stehn. ( Rhein- Westf. Gesangbuch von 1835.) 112. Mel.: Wie groß ist des Allmächt'gen 2c. 1. Laß mir die Feier deiner Leiden, Erhabner Mittler, heilig sein! Sie lehre mich die Sünde meiden Und dir mein ganzes Leben weihn. Ich seh' auf dich, der so entschlossen Für mich die Last des Kreuzes trug, Der mir zum Heil sein Blut vergossen, Deß Herz noch sterbend für mich schlug. 2. Wie seid ihr mir so lieb und theuer, Gethsemane und Golgatha, Ihr Stätten, wo die Welt die Feier Der allergrößten Liebe sah! Hier lern' ich jede Tugend üben, In Noth und Tod gelassen sein, Hier stärkt mein Herz sich, Gott zu lieben Und selbst dem Feinde zu verzeihn. 90 3. Drum in den stillsten meiner Stunden Fest- Lieder. Will ich nach deinem Kreuze sehn Und dich, o Herr, für deine Wunden Mit tief gerührtem Dank erhöhn. O laß mich deine Huld ermessen, Mit der dein Herz die Welt umfaßt, Und nie im Undank es vergessen, Was du für mich erduldet hast. 4. Mir sollen diese Feierzeiten Der größten Liebe heilig ſein; Still soll dein Kreuz mich stets begleiten Und jede meiner Stunden weihn. Dein Leiden sei mein höchster Segen, Dein Tod mein seligster Gewinn; Mein Herz schlägt dir voll Dank entgegen, Daß ich durch dich erlöset bin. 5. Bleibt mir zu allen Zeiten theuer, Gethsemane und Golgatha, Ihr Stätten, wo die Welt die Feier Der allergrößten Liebe sah! Nach euch will ich voll Andacht schauen, Wo mein Erlöser litt und starb. Heil uns, wenn wir auf dich vertrauen, Der uns die Seligkeit erwarb! Christoph Georg Ludwig Meister. 113. Mel.: Wachet auf, ruft uns die zc. 1. Sterbend für das Heil der Sünder, Rief Jesus laut, der Ueberwinder: Mein Gott, mein Gott, es ist vollbracht! Tiefe Still' ergriff am Throne Die Engel Gottes, und dem Sohne Antwortet' er: es ist vollbracht! Der Himmel hört's und sang Sein neues Lied voll Dank Gott dem Sohne: Er hat gesiegt, Wenn er gleich liegt, Der Löw' aus Juda hat gesiegt. Sein 2. Er verließ mit Preis gekrönet Felsengrab: Gott war versöhnet; Der Fluch vom Berge Sina schwieg. Dein Triumph, o Tod, o Hölle, Wo ist dein Sieg, o Tod, o Hölle? Besiegt seid ihr durch seinen Sieg! Er hat's, er hat's vollbracht, Das Werk der Gnad' und Macht! Preis sei Jesu! Nun fürchten wir Den Tod nicht; dir, Dir, Todvertilger, folgen wir. 3. Jauchzet Gott mit großem Schalle! Der ganze Weltkreis wiederhalle Und jauchz' ihm: unser Herr fährt auf! Oſtern. Wir, im Staub anbetend, sehen Dem Sieger nach und zu den Höhen, Zu denen er uns führt, hinauf. Dir, Ueberwinder, dir, Dir, Jesu, folgen wir, Sei gepriesen! Nicht ins Gericht, Zum Erb' im Licht Führst du, und Gott verwirft uns nicht. 4. Herrsche nun, du Ueberwinder! Vergießt nur Ströme Bluts! Die Kirche steht. Du, o Jesu! Geboren werden deine Kinder, Wie aus der Morgenröthe Thau. Selig wird, wer dir vertrauet! Ein neues Zion wird gebauet; Du baust es und vollführst den Zur Seligkeit Mach' uns bereit Bau! Wer thut's? 114. Mel.: Sollt' ich meinem Gott nicht 2c. 1. Fest des Lebens, sei willkommen, Die Hölle tobt; Sei, Herr, gelobt! Du triumphirst, so sehr sie tobt! Heil'ges Fest, sei uns gegrüßt! Also jauchzt die Schaar der Frommen, Die aus Gott geboren ist. Aus der Gottheit ew'ger Fülle Wogt ein tiefes Lebensmeer 5. Du wirst zum Gerichte kommen; Dann laß uns, Herr, mit allen Frommen Verklärt zu deiner Rechten stehn! Ach du müssest, wenn in Flammen Die Welt zerschmilzt, uns nicht verdammen! Jezt laß uns kämpfen, dich zu ſehn. Dann setz' auf deinen Thron Die Sieger, Gottes Sohn, Und vollend' uns! Ostern. 91 Durch Glauben, durch Gerechtigfeit. Johann Andreas Cramer. In den Weltkreis weit umher, Aller Christen Preisgeſang Dringt auch in des Grabes Stille. Tönt dir, Gott des Lebens, Dank. 2. Siegreich trat zurück ins Leben Jesus aus des Grabes Nacht, Und es ist ihm nun gegeben Alle Herrlichkeit und Macht. Ueber unsre Erde wehte 92 Fest- Lieder. Wunderbare Himmelsluft Aus der aufgesprengten Gruft, Als Gott seinen Sohn erhöhte. Nun schafft er die Menschheit um Durch sein Evangelium. 3. Heil uns! wir auch werden leben, Ob das Herz im Tode bricht, Werden siegreich uns erheben Zu des Himmels ew'gem Licht. Des Verklärten Lebenssonne Heilt dann jeden Erdenschmerz, Und des müden Pilgers Herz Fühlet fel'ger Geister Wonne. Dann erst wird uns offenbar, Was hienieden dunkel war. 4. Auf, nach jenem höhern Leben Laßt uns in der Prüfungszeit Duldend, kämpfend, wirkend streben, Stark durch Lieb' und Heiligkeit! Wer da hat, dem wird gegeben: Jedes Werk, in Gott gethan, Treibt mit neuer Kraft uns an, Fröhlicher in Gott zu leben. Wer so geistlich aufersteht, Wird mit Christo einst erhöht. Karl Gottlob Sonntag. Er stritt mit Heldenmuth, Vergoß für uns sein Blut; Durch seinen Kreuzestod Erwarb er uns bei Gott Vergebung unsrer Sünden. 2. Er lebt, des Vaters ew'ger Sohn, Erhöht zu seiner Rechten. Er herrscht und hilft von seinem Thron Auch seinen schwachen Knechten. Er lebt nun ewiglich, Und ewig schützt er mich, Er thut mit starker Hand Den Feinden Widerstand, Sie können mir nicht schaden. 3. Er lebt, Gott hat ihn auferweckt, Gott wird auch mich erwecken. Der Tod, der aller Herzen schreckt, Kann mich nicht mehr erschrecken. Sein Stachel, seine Kraft, Die Sünd', ist weggeschafft; Der treue Zeuge fpricht: Wer glaubt, der stirbet nicht! Deß tröst' ich mich von Herzen. 4. Er lebt, der unbezwungne Held! 115. Mel.: Ein' feste Burg ist unser Gott zc. 1. Er lebt, o Freudenwort, er lebt, Der Heiland aller Sünder! Besingt, ihr Engelchöre, Besingt, ihr Völker aller Welt, Des Mittlers Ruhm und Ehre! Erhebt des Siegers Macht, Der von dem Tod erwacht, Der unsern Tod bezwingt, Der Feinde Heer erschrickt und bebt Der uns das Leben bringt Vor seinem Ueberwinder. Und mächtig für uns streitet. Oſtern. 5. Er lebt, o Christen, laßt uns| Bald, bald entschlafen wir, Entschlafen, Heiland, dir, heut' Frohlockend ihn erheben; Laßt uns von nun an jederzeit Ihm wohlgefällig leben! Wir sind sein Eigenthum, Erkauft zu seinem Ruhm, Sein wollen wir allein Todt und lebendig sein Und sein auch ewig bleiben. Ehrenfried Liebich. 116. Mel.: Wachet auf, ruft uns die 2c. 1. Hallelujah! jauchzt, ihrChöre, Singt Jesu Christo Preis und Ehre! Wie groß, wie herrlich ist sein Tag! Er, der Held, zerriß die Banden Des Todes und ist auferstanden, Er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Gewalt und Macht, Preis ihm, er hat's vollbracht! Hallelujah! Er hat's vollbracht, Er, der die Macht Des Todes und des Grabes hat. 2. Glorreich hat der Held gerungen, Hat mächtig Grab und Tod bezwungen, Von Todesketten uns befreit. Wir von Gott gewichne Sünder Sind nun versöhnt, sind seine Kinder Und Erben seiner Seligkeit. 93 Ruhn in Frieden Die kurze Nacht, Bis deine Macht Zum Licht des ew'gen Tages ruft. 3. Nun kann uns der Tod nicht schrecken, Einst wird der Herr uns auferwecken Durch seiner Stimme Wundermacht. Er wird unvergänglich Leben Und Herrlichkeit den Seinen geben, Die ihren Lauf in ihm vollbracht. Wir werden auferstehn, Zu seiner Freud' eingehn. Hallelujah! O Siegesheld, In jene Welt Zeuch uns dir nach, wann dir's gefällt. 4. Tag des Lebens, Tag der Wonne! Wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne Durch unsers Grabes Dunkel bricht! O was werden wir empfinden, Wenn Nacht und Finsterniß verschwinden, Und uns umstrahlt des Himmels di un souri Licht! Vollender, führe du Uns diesem Tage zu, Uns, die Deinen; Fest- Lieder. 94 Die Todesbahn Gingst du voran, Wir folgen dir in deine Ruh'. Gottfried Benedikt Funk. 117. Mel.: Jesus, meine Zuversicht 2c. 1. Hallelujah, Christus lebt! Er war todt und lebet wieder. Aus der Nacht des Grabes schwebt Schon der Erstling seiner Brüder, Sprengt für sie des Todes Thor Und tritt im Triumph hervor. 2. Christus lebt, o jauchzet ihm! Dankt, ihr gottversöhnten Sünder! Jauchzet mit, ihr Seraphim! Dankt dem großen Ueberwinder, Dem an seinem Siegestag Sünd' und Tod und Höll' erlag! 3. Christus lebt! wer ist betrübt, Schlägt die Augen muthlos nieder? Der uns bis zum Tod geliebt, Unser Bruder lebet wieder. Endlos ist sein Leben nun, Uns ohn' Ende wohlzuthun. 4. Christus lebt! euch grüßt sein Mund: ,, Seht, ich leb', und ihr sollt leben! Thut es meinen Brüdern kund, Daß sie sich vom Staub erheben: Bei mir sollen im Verein Alle meine Brüder sein." 5. Christus lebt! wer an ihn glaubt, Stirbt nicht, ob der Leib auch sterbe. Christi Glied, du folgst dem Haupt, Erbst mit ihm sein Lebenserbe, Stehst mit ihm, Hallelujah, Siegreich überm Grabe da. 6. Christus lebt! sein Lebenspfand, Christi Geist, lebt mir im Herzen; Furcht und Unruh sind verbannt, Und versiegt der Quell der Schmerzen. Und auf meinem Angesicht Glänzt des ew'gen Lebens Licht. 7. Christus lebt! und zu ihm zieht Mich sein Geist mit sanftem Zuge. Flieht, ihr Weltgefühle, flieht; Hemmt nicht meine Seel' im Fluge, Denn mein Herz fliegt ohne Ruh' Seinen Liebesarmen zu. 8. Auf, in eurem Jubelklang Singt mit uns, ihr Himmelschöre! Singt den frohen Lobgesang: Gott sei in den Höhen Ehre, Friede jedem Erdentheil, Und der Menschheit Gottes Heil! Karl Bernhard Harve. Land 118. Mel.: Erschienen ist der herrlich' Tag 2c. 1. Früh Morgens, da die Soun' aufgeht, Christus aufersteht; Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Mein Heiland Hallelujah! Oſtern. 2. O Wunder groß! o starker Held! Wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Kein Angststein liegt so schwer auf mir, Er wälzt ihn von des Herzens Thür. Hallelujah! 3. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt: Wenn mir gleich alle Welt stürb' ab, G'nug, daß ich Christum bei mir hab'. Hallelujah! 4. Er nährt, er schüßt, er tröstet mich, Sterb' ich, so nimmt er mich zu sich; Wo er jetzt lebt, da muß ich hin, Weil seines Leibes Glied ich bin. Hallelujah! 5. Mein Herz darf nicht entJosezen sich, Gott und die Engel lieben mich; Die Freude, die mir ist bereit, Vertreibet Furcht und Traurigfeit. Hallelujah! 6. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt; Dort wollen wir mit größerm Fleiß Erheben deinen Ruhm und Preis. Hallelujah! Johann Heermann. 119. Mel.: Was Gott thut, das ist 2c. Du Leben aller Leben! 1. O auferstand'ner Siegesfürst, 95 Heut' bringst du Friede, da du wirst Zur Freude uns gegeben; Bracht' unsre Noth Dich in den Tod: Jetzt bist du auferstanden Und frei von Todesbanden. 2. Nun geht uns fröhlich wieder auf Die rechte Gnadensonne; Sie, die erstarb in ihrem Lauf, Giebt Strahlen neuer Wonne. Jeßt ist die Seel' Mit Freudenöl Von dir gesalbt und bleibet Dir ewig einverleibet. 3. Die Kraft von deiner Majestät Bricht selbst durch Grab und Steine; Dein Sieg ist's, der uns mit erhöht Zum vollen Gnadenscheine. Des Todes Wuth, Der Hölle Gluth Hat alle Macht verloren, Und wir sind neu geboren. 4. So brich denn selbst durch unser Herz, Jesu, Fürst der Ehren! Leit' unsern Glauben himmelwärts, Laß stärken ihn und mehren, Daß wir in dir 96 Die offne Thür Zur ew'gen Ruhe finden Und auferstehn von Sünden. Fest- Lieder. 5. Erscheine uns mit deiner Güt', Wenn wir in Buße weinen, Und laß uns deinen theuren Fried' Hell in die Seele scheinen. So können wir, O Held, mit dir Die rechten Ostern feiern Und uns in dir erneuern. 121. Mel.: In dich hab' ich gehoffet, Herr 2c. 1. Gott sei gedankt zu jeder Zeit! Die Sonne der Gerechtigkeit Der Menschen Herz erfreuet: Sie geht herfür Aus Grabesthür, 6. Ach laß das wahre Auf- All' Creatur erneuet. erstehn Auch uns in uns erfahren Und aus dem Tod und Grabe gehn, Daß wir den Schatz bewahren, Das theure Pfand, Das deine Hand Zum Heile uns gegeben: So gehn wir ein zum Leben. Justus Henning Böhmer. 120. Eigene Melodie. Ch. A. 1. Christ ist erstanden Von der Marter alle: Deß soll'n wir alle froh sein, Christus will unser Trost sein. Hallelujah! 3. Hallelujah! Hallelujah! Hallelujah! Deß soll'n wir alle froh sein, Christus will unser Trost sein.. Hallelujah! ( Uralter Ostergesang.) 2. Wär' er nicht erstanden, So wär' die Welt vergangen: Seit daß er erstanden ist, Loben wir den Herrn Jesum Christ. Hallelujah! 2. Das ist der Siegsfürst Jesus Christ, Der heut' vom Tod erstanden ist, Er hat dem Feind genommen All' sein' Gewalt, Drauf ist er bald Mit Freuden wiederkommen. 3. O habt der Gnadengaben Acht, Die er aus seinem Grab gebracht; Die will er gern uns geben: Das edle Kleid Gerechtigkeit, Fried', Freud' und ew'ges Leben. 4. Drum ich mich dir, Herr Christ, befehl' In deine Händ' mit Leib und Seel': Du bist mein Schuß auf Erden, Mein einz'ger Trost, Der mich erlöst, Nicht Liebers mag mir werden. Oſtern. 5. Laß mich mit dir zu Grabe gehn| Sind Gräber eine Ruhestatt, Und fröhlich wieder auferstehn, Daß stets in dir ich walte, Auch nach der Zeit In höchster Freud' Bei dir die Ostern halte. Peter von Hagen. 122. Mel.: Wie schön leuchtet der 2c. 1. Erhöhter Siegesfürst und Held, Dir jauchzet die erlöste Welt Am Feste deiner Wonne! Du gehst aus deines Grabes Thor Gleich einem Bräutigam hervor, Schön wie die Morgensonne. Mächtig, prächtig Kommst du heute aus dem Streite, kommst mit Segen Uns aus deiner Gruft entgegen. 2. Wie majestätisch baueſt du Am dritten Tage deiner Ruh' Den Leibestempel wieder! Troß aller Feinde List und Macht Hast du dein großes Wort vollbracht: Ich sterb' und lebe wieder! Gehet, jehet: Alle Riegel, Band' und Siegel sind zerstöret; Jesus lebt und ist verkläret! 3. Erlöste, kommt zu diesem Grab Und blicket glaubensvoll hinab: Ist dies die Gruft der Schrecken? Seit Jesus hier geschlummert hat, 97 Die Fried' und Hoffnung decken. Zagt nicht! flagt nicht! Diese Glieder werden wieder sich erheben Und das Leben Christi leben. 4. Dann werd' ich ihn im Lichte ſehn, Gekrönt vor seinem Throne stehn Mit himmlischem Entzücken. Dann ist mein Aug' von Thränen leer, Dann schreckt mich Sünd' und Tod nicht mehr, Nichts kann mich ihm entrücken. Ewig selig, Ohne Mängel, wie die Engel, werd' ich leben Und ihm Preis und Ehre geben. 5. Indeß zerstöre, starker Held, Was mich noch hier zurücke hält, Daß ich zu dir mich schwinge; Ogieb mir deinen Geist, dein Licht, Daß ich, wann Herz und Auge bricht, Vom Tod ins Leben dringe. Mach' mich muthig In dem Streite und bereite mich bei Zeiten Zum Triumph der Ewigkeiten! Christian Gottlieb Göz. 123. Mel.: Sollt' ich meinem Gott nicht zc. 1. Auferstanden, auferstanden Ist der Herr, der uns versöhnt! 7 98 Festlieder. Seht, wie hat nach Schmerz und Im Gedächtniß Jeſum Christ, Banden Der vom Tod erstanden ist; alt Droben harren sel'ge Freuden, Wenn der Geist zum Himmel schwebt. Hallelujah, Jesus lebt! Gott mit Ehren ihn gekrönt! Dort auf seines Vaters Throne Ueber Schmerz und Tod erhöht, Herrscht er nun in Majestät. Fallet nieder vor dem Sohne, Der uns einst zu sich erhebt: Hallelujah, Jesus lebt! Er sei euer Lobgesang! 2. Singt dem Herrn, er ist er- Bringt dem Todesüberwinder standen, Ewig Ehre, Preis und Dank! Rühmt's in der Versuchung Stunden, Er, der starb auf Golgatha! Rühmt es laut in allen Landen: Was sein Mund verhieß, geschah. Wer kann ihm noch widerstreben? Mächtig steigt der Held empor, Im Triumph bricht er hervor, Seht des Abgrunds Pforten beben, Da ihr Sieger sich erhebt. Hallelujah, Jesus lebt! Wenn euch Sünd' und Elend droht; Rühmt es in der Todesnoth: Unser Herr hat überwunden, Der uns einst zu sich erhebt, Hallelujah, Jesus lebt! Johann Kaspar Lavater. 3. Uns vom Tode zu befreien, Sank er in des Grabes Nacht; Uns zum Leben zu erneuen, Steht er auf durch Gottes Macht. Tod, du bist in Sieg verschlungen, Deine Schrecken sind gedämpft, Deine Herrschaft ist bekämpft, Und das Leben ist errungen, Ob man unsern Leib begräbt, Hallelujah, Jesus lebt! 5. Freut euch seiner, Gottes Kinder, 4. Aus dem Grab' uns zu erheben, Ging er zu dem Vater hin; Laßt uns ihm zu Ehren leben, Dann ist Sterben uns Gewinn. Haltet unter Lust und Leiden 124. Mel.: Lobt Gott, ihr Christen 2c. 1. Ich sag' es jedem, daß er lebt Und auferstanden ist, Daß er in unsrer Mitte schwebt Und ewig bei uns ist. 2. Ich sag' es jedem, jeder sagt Es seinen Freunden gleich, Daß bald an allen Orten tagt Das neue Himmelreich. 3. Jetzt scheint die Welt dem neuen Sinn Erst wie ein Vaterland; Ein neues Leben nimmt man hin Entzückt aus seiner Hand. 4. Hinunter in das tiefe Meer Versank des Todes Graun, Ostern. Und jeder kann nun leicht und hehr| Und machst sie froh und reich. In seine Zukunft schaun. Nach solcher Ostergabe Verlanget mich auch sehr: Erfülle mich und labe Mit Frieden mehr und mehr! 5. Der dunkle Weg, den er betrat, Geht in den Himmel aus, Und wer nur hört auf seinen Rath, Kommt in des Vaters Haus. 6. Nun weint auch keiner mehr allhie, Wenn eins die Augen schließt; Vom Wiedersehn, spät oder früh, Wird dieser Schmerz versüßt. 7. Es kann zu jeder guten That Ein jeder frischer glühn, Denn herrlich wird ihm diese Saat In schönern Flureu blühn. 8. Er lebt und wird nun bei uns sein, Wenn alles uns verläßt. Und so soll dieser Tag uns sein Ein Weltverjüngungsfest. Novalis.( Friedrich v. Hardenberg.) 125. Mel.: Valet will ich dir geben 2c. 1. Gleichwie du auferstanden, Möcht' ich, Herr, auferstehn! Man sah von Todesbanden Dich frei und ledig gehn. Ich aber trage Ketten Des Todes noch an mir; Du kannst, du sollst mich retten, Daß ich frei folge dir. 2. Du kommst, man hört dich sagen: Mein Friede sei mit euch! Du stillst der Jünger Klagen 99 3. Du sprichst: ihr meine Brüder, Nehmt hin den heil'gen Geist! Er kommt auf sie hernieder, Der mächtig sich erweist Mit Kräften aus der Höhe; Wie sie, begab' mich auch, Schaff', daß mich ganz durchwehe, Herr, deines Geistes Hauch! 4. Du bist zu Gott gegangen Im schnellen Siegeslauf; Dahin steht mein Verlangen, Nimm mich auch dahin auf! Laß, Jesu, bald mich kommen In deinen Freudensaal, zu halten mit den Frommen Dein ewig Ostermahl. Johann Gottlieb Friedrich Köhler. 126. Mel.: Allein Gott in der Höh' sei Ehr' 2c. 1.D Tod, wo ist deinStachel nun, Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann fortan der Feind uns fitt, Wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg So herrlich hat nach diesem Krieg Durch Jesum Christ gegeben! 2. Lebendig geht der Herr hervor, Die Feind' nimmt er gefangen, Zerbricht der Hölle Schloß und Thor, 7* 100 Fest- Lieder. Trägt weg den Raub mit Prangen; Was kann fortan der Feind uns Nichts ist, das in dem Siegeslauf Den starken Held kann halten auf: Alles ist überwunden. thun, 3. Des Herren Rechte die behält Den Sieg und ist erhöhet; Des Herren Rechte mächtig fällt, Was ihr entgegen stehet: Tod, Höll' und aller Feinde List Durch Christi Sieg gedämpfet ist; Ihr Zorn ist kraftlos worden. 4. Es war getödtet Jesus Christ, Und sieh, er lebet wieder! Weil nun das Haupt erstanden ist, Stehn wir auch auf, die Glieder. So jemand Christi Worten gläubt, Im Tod und Grabe der nicht bleibt; Er lebt, ob er gleich stirbet. 5. Wer täglich hier durch wahre Reu' Mit Christo auferſtehet, Ist dort vom andern Tode frei Und übers Grab erhöhet. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wieder bracht Und unvergänglich Wesen. 6. Das ist die reiche Oſterbeut', Der wir theilhaftig werden: Fried', Freude, Heil, Gerechtigkeit Im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und warten fort, Bis unser Leib wird ähnlich dort Des Herrn verklärtem Leibe. Wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg So herrlich hat in diesem Krieg Durch Jesum Christ gegeben! Nach Georg Weiſſel. 127. Mel.: Jesu, meines Lebens Leben 2c. 1. Trauernd und mit bangem Sehnen Wandelt dort ein Jüngerpaar; Jesum suchen ihre Thränen, Der ihr Freund und Meiſter war. Doch eh' sie's zu hoffen wagen, Nahet er, um den sie klagen, Jhr Begleiter ist er schon, Schnell ist nun ihr Gram entflohn. 2. Ach es gehn noch manche Herzen Ihrem stillen Kummer nach; Sie bejammern ihre Schmerzen, Ihre Noth und Ungemach; Manches wandelt ganz alleine, Daß es in der Stille weine, Aber Jesu tröstend Wort Scheuchet jeden Kummer fort. 3. Oft schon hab' auch ich empfunden: Jesus läßt mich nie allein, Jesus stellt zu rechter Stunden Sich mit seinem Beistand ein. Wenn ich traurig mich beschwere, Als ob er zu ferne wäre, 7.0 Tod, wo ist dein Stachel nun, O so ist er mir schon nah' Wo ist dein Sieg, o Hölle? Und mit seiner Hülfe da. Ostern. 4. Treuster Freund von allen| Daß ich, bis ans Ende treu, Jener Krone würdig sei. Freunden, Bleibe ferner nah' bei mir. Sucht die Welt mich anzufeinden, O so wend' ich mich zu dir. Wenn mich Trübfalswetter schrecken, Woll'st du mächtig mich bedecken; Komm, in meinem Geist zu ruhn, Was du willst, das will ich thun. 5. Bin ich traurig, tief betrübet, Dann ruf' ich mir in den Sinn, Daß mich deine Seele liebet, Und daß ich dein eigen bin. Laß in dir mich Ruhe finden, Auf dein Wort die Hoffnung gründen: Wer die Thränensaat gestreut, Erntet einst die Seligkeit. 6. Tröst' auch andre, die voll Jammer Einsam durch die Fluren gehn Oder in der stillen Kammer Tief betrübet zu dir flehn. Wenn sie von der Welt sich trennen, Daß sie satt sich meinen können, So sprich ihrer Seele zu: Liebes Kind, was trauerst du? 7. Wenn es einst will Abend werden, Und der Lebenstag sich neigt, Wo dem dunklen Aug' auf Erden Nirgends sich ein Helfer zeigt: Bleibe dann an meiner Seite, Gieb mir Sieg im letzten Streite, Nach Johann Neunherz. 101 128. Mel.: Befiehl du deine Wege zc. 1. Ich geh' zu deinem Grabe, Du Siegesfürst und Held; Ist nur auf dich geſtellt. Die Hoffnung, die ich habe, Du lehrst mich fröhlich sterben und fröhlich auferstehn Und mit den Himmelserben Ins Land des Lebens gehn. 2. Du hast geweiht die Erde, In die man dich gelegt, Daß mir nicht bange werde, Wenn meine Stunde schlägt, Was an mir ist vom Staube, Geb' ich dem Staube gern, Weil ich nun freudig glaube: Die Erde ist des Herrn. 3. Du schlummerst in dem Grabe, Daß ich auch meine Ruh' Im Schooß der Erde habe, Schließt sich das Aug' einst zu. Nun soll mir gar nicht grauen, Wenn mein Gesicht vergeht; Ich werde den noch schauen, Der mir zur Seite ſteht. 4. Dein Grab schließt Stein und Siegel, Und du bist dennoch frei; Auch meines Grabes Riegel Bricht deine Hand entzwei. Fest- Lieder. 102 Du wirst den Stein schon rücken, Der auch mein Grab bedeckt, Da werd' ich den erblicken, Der mich vom Tode weckt. 5. Du fährest in die Höhe Und zeigest mir die Bahn, Wohin ich endlich gehe, Da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, Wo lauter Glanz um dich, Da warten Himmelskronen In deiner Hand auf mich. 6. O meines Lebens Leben, O meines Todes Tod! Ich will mich dir ergeben In meiner letzten Noth Und meine Ruhstatt machen In deine liebe Gruft, Da werd' ich einst erwachen, Wenn deine Stimme ruft. Benjamin Schmolck. 129. Mel.: Wer nur den lieben Gott 2c. 1. Mein Jesus lebt! ich soll nicht sterben, Hier steht mein Haupt und triumphirt! Nun muß auch ich das Leben erben, Weil Höll' und Tod die Macht verliert. Mich schreckt nun keine Zukunft mehr; Mein Jesus lebt, sein Grab ist leer. 2. Mein Jesus lebt! er hat bezwungen, Was mir das Leben rauben kann; Er hat mir Heil und Sieg errungen, Und alles ist ihm unterthan. Der Hölle tiefster Abgrund bebt, Denn überall schallt's: Jesus lebt! 3. Mein Jesus lebt! das Grab ist offen, So geh' ich freudig in die Gruft. Nun kann ich auch im Tode hoffen, Daß mich sein Wort ins Leben ruft. Wie lieblich schallt die Stimme hier: Ich leb', und ihr lebt auch mit mir! 4. Mein Jesus bleibt mein Licht und Leben, Mein Herz wallt nur für ihn allein. Soll ich ihm nun mein Leben geben, So wird kein Tod mir schrecklich ist ſein, Weil er mich in den Himmel hebt, So wahr er Jesus ist und lebt. Benjamin Schmolck. 130. Mel.: Was Gott thut, das ist 2c. 1. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, Er ist schon hier mein Leben; Wer gläubig sich zu ihm erhebt, Darf vor dem Tod nicht beben. Ihm folg' ich nach, Der Bahn mir brach; Auf Todesnacht und Grauen Folgt Licht und sel'ges Schauen. 2. Du lebst, du lebst, o starker Held, Oftern. Du Todesüberwinder! Du bist das Heil der ganzen Welt, Du bist der Trost der Sünder. Wer dich umfaßt, Dem wird die Last Der Sünden abgenommen, Er darf zum Vater kommen. Und täglich mein Gebrechen; Du stärkest mich, was zag' ich doch Bei meiner Seele Schwächen? O leb' in mir, Daß ich in dir Auch selig leben möge Und wandeln deine Wege. 3. Du lebst, mein Arzt, du Der des Grabes Siegel brach, heilest noch Zeuch durchGrab und Tod uns nach Zu des Wonnereichs Erhöhung, Wo dem Lamm, das uns versöhnt, Aller Himmel Loblied tönt. 4. Du lebst, du bist in Nacht mein Licht, Mein Trost in Noth und Plagen; Du weißt, was alles mir gebricht, Und wirst mir's nicht versagen. In Zweifeln Rath Und Kraft zur That, Im Tode sel'ges Leben Wirst du den Deinen geben. 5. Bereite dir noch mehr mein Herz 103 131. Mel.: Sollt' ich meinem Gott nicht zc. 1. Amen, deines Grabes Friede Wird auch unser Grab durchwehn, Wenn wir, von der Wallfahrt müde, Ruhn, um froher aufzustehn. Amen, Fürst der Auferstehung, Zu deinen Seligkeiten, So lang' ich gegen Lust und Schmerz 2. Großer Erstling deiner Brüder, Ja du ziehest uns nach dir. Du, das Haupt, ziehst deine Glieder; Weil du lebst, so leben wir. Ja wir werden auferstehen, Weil du auferstanden bist, Werden dich, Herr Jesu Christ, Einst in deiner Klarheit sehen. Jeßt, o Herr, und ewiglich Leben wir allein durch dich. Karl Bernhard Garve. 132. Mel.: Allein Gott in der Höh' sei Ehr' 2c. 1. Wach' auf, mein Herz, die Nacht ist hin, In dieser Welt muß streiten. Gieb, daß ich treu Die Sonn' ist aufgegangen; Ermuntre deinen Geist und Sinn, Den Heiland zu empfangen, Dann wird auch mir zum Lohne Der heute durch des Todes Thür Der Ueberwinder Krone. Gebrochen aus dem Grab herfür, Im Kampfe sei, Karl August Döring. Der ganzen Welt zur Wonne. 104 Fest- Lieder. 2. Steh' aus dem Grab der Die überwunden durch dein Blut; Herr Jesu, gieb uns Kraft und Muth, Daß wir auch überwinden. Sünden auf Und such' ein neues Leben; Vollführe deinen Glaubenslauf Und laß dein Herz sich heben Gen Himmel, da dein Jesus ist, Und such', was droben, als ein Christ, Der geistlich auferstanden. 3. Vergiß nun, was dahinten iſt, Und tracht' nach dem, was droben, Damit dein Herz zu jeder Frist Zu Jesu sei erhoben. Tritt unter dich die böse Welt Und strebe nach dem Himmelszelt, Wo Jesus ist zu finden. 4. Drückt dich ein schwerer Sorgenstein, Dein Jesus wird ihn heben; Es kann ein Christ bei Kreuzespein In Freud' und Wonne leben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn Und sorge nicht, er ist nicht fern, Weil er ist auferstanden. 5. Es hat der Löw' aus Judas Stamm Heut' siegreich überwunden, Und das erwürgte Gotteslamm Hat uns zum Heil erfunden Das Leben und Gerechtigkeit, Weil er nach überwundnem Streit Die Feind' zur Schau getragen. 6. Sei hoch gelobt in dieser Zeit Von allen Gotteskindern, Und ewig in der Herrlichkeit Von allen Ueberwindern, Laurentius Laurenti. 133. Mel.: Allein Gott in der Höh' sei Ehr' 2c. 1. Bringt Preis und Ruhm dem Heiland dar, Frohlockt ihm, alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, Ist dem Gericht entnommen. Sei hoch gelobt, Herr Jesu Christ, Daß du für uns gestorben bist Und siegreich auferstanden. 2. Dein Leben in der Majestät Befestigt unsern Glauben. Wer kann, da dich dein Gott erhöht, Den großen Trost uns rauben, Daß du der Menschen Heil vollbracht Und über unsrer Gräber Nacht Ein helles Licht verbreitet? 3. Gott selbst, der dich dem Grab entrückt, Hat dem, was du gelehret, Der Wahrheit Siegel aufgedrückt Und dich als Sohn geehret; Hat deines Todes hohen Werth Der Welt aufs herrlichste bewährt, Da er dich auferweckte. 4. Erstandner, ich frohlocke dir! Dein Sieg ist auch mein Leben. Du lebst und herrschest, wirst auch mir Oſtern. 105 Ein ew'ges Leben geben. So werd' ich dein mich ewig freun, Du wirst auch mein Regierer sein Du Todesüberwinder! Und neue Kräfte mir verleihn, Mit Freuden Gott zu dienen. Johann Samuel Diterich. 5. O hilf du mir, mein Herr, dazu, Befreie mich von Sünden, Laß mich für meine Seele Ruh' Im Glauben an dich finden, Erwecke deinen Sinn in mir, Damit ich, Gott ergeben, hier Als dein Erlöster wandle. 6. Dein ist das Reich, dein ist die Macht, Verstorbne zu erwecken. Du rufft einst, und der Gräber Nacht Wird Todte nicht mehr decken. Denn wie du auferstanden bist, So werd' auch ich, Herr Jesu Christ, Durch dich einst auferstehen. 7. O laß mich, weil ich hier noch bin, Im Glauben an dich wandeln Und jederzeit nach deinem Sinn Rechtschaffen sein und handeln, Damit ich, wenn ich aufersteh' Und dich, des Todes Sieger, seh', Vor dir dann nicht erschrecke. 8. Wo du, Herr, bist, da soll auch einst Dein Jünger mit dir leben, Und du wirst ihn, wenn du erſcheinst, 134. Eigene Melodie. Ch. A. 1. Christ lag in Todesbanden Für unsre Sünd' gegeben; Der ist wieder erstanden Und hat uns bracht das Leben. Deß wir sollen fröhlich sein, Gott loben und ihm dankbar sein Und singen Hallelujah! Hallelujah! 2. Den Tod niemand zwingen fonnt' Bei allen Menschenkindern; Das machte alles unsre Sünd', Kein' Unschuld war zu finden. Davon kam der Tod so bald Und nahm auch über uns Gewalt, Hielt uns alle gefangen. Hallelujah! 3. Christus, der Heiland, Gottes Sohn, An unser Statt ist kommen Und hat die Sünde abgethan, Damit dem Tod genommen All sein Recht und sein' Gewalt, Da bleibet nichts, denn Todsgeſtalt, Den Stach'l hat er verloren. Hallelujah! 4. So fei'rn wir das hohe Fest Mit Herzensfreud' und Wonne, Zu deinem Licht erheben. Laß dieses Glück mein Erbtheil sein, Das uns der Herr scheinen läßt; 106 Er selber ist die Sonne, Der durch seiner Gnaden Glanz Erleuchtet unsre Herzen ganz. Der Sünd' Nacht ist vergangen. Hallelujah! Fest- Lieder. Martin Luther. 135. Eigene Melodie. 1. Jesus, meine Zuversicht Und mein Heiland, ist im Leben; Dieses weiß ich, sollt' ich nicht Darum mich zufrieden geben, Was die lange Todesnacht Mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, er mein Heiland, lebt, Ich werd' auch das Leben schauen, Sein, wo mein Erlöser schwebt; Warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, Welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band Zu genau mit ihm verbunden, Meine starke Glaubenshand Wird in seiner Hand befunden, Daß mich auch kein Todesbann Ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher Auch einmal zu Asche werden. Das gesteh' ich; doch wird er Mich erwecken aus der Erden, Daß ich in der Herrlichkeit Um ihn sein mög' allezeit. 5. Dieser meiner Augen Licht Wird ihn, meinen Heiland, kennen. Ich, ich selbst, ein Fremder nicht, Werd' in seiner Liebe brennen. Nur die Schwachheit um und an Wird von mir sein abgethan. 6. Was hier kranket, seufzt und fleht, Wird dort frisch und herrlich gehen; Irdisch werd' ich ausgesä't, Himmlisch werd' ich auferstehen. Hier geh' ich natürlich ein, Dorten werd' ich geistlich sein. 7. Seid getrost und hoch erfreut, Jesus trägt euch, seine Glieder! Gebt nicht Statt der Traurigkeit: Sterbt ihr, Christus ruft euch wieder, Wenn einst die Posaun' erklingt, Die auch durch die Gräber dringt. 8. Lacht der finstern Erdenkluft, Lacht des Todes und der Höllen; Denn ihr sollt euch aus der Gruft Eurem Heiland zugesellen: Dann wird Schwachheit und Verdruß Liegen unter euren Fuß. 9. Nur daß ihr den Geist erhebt Von den Lüsten dieser Erden Und euch dem schon jetzt ergebt, Dem ihr beigefügt wollt werden: Schickt das Herze da hinein, Wo ihr ewig wünscht zu sein. Luise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg(?). Ostern. 136. Mel.: Sollt' ich meinem Gott nicht zc. 1. Ueberwinder, nimm die Palmen, Die dein Volk dir heute bringt, Das mit frohen Osterpsalmen Den erkämpften Sieg besingt. Wo ist nun der Feinde Pochen Und der Würger Mordgeschrei, Da des Todes Nacht vorbei Und sein Stachel ist zerbrochen? Tod und Teufel liegen da: Gott sei Dank, Hallelujah! 2. Stecke nun dein Siegeszeichen Auf der dunklen Gruft empor! Was kann deinem Ruhme gleichen? Held und König, tritt hervor! Laß dir tausend Engel dienen! Denn nach harter Leidenszeit Ist dein Tag der Herrlichkeit, Höchste Majestät, erschienen. Welt und Himmel jauchzen da: Gott sei Dank, Hallelujah! 3. Theile, großer Fürst, die Beute Deiner armen Heerde mit, Die in froher Sehnsucht heute Vor den Thron der Gnade tritt. Deinen Frieden gieb uns allen! O so jauchzet Herz und Muth, Weil das Loos uns wundergut Und aufs lieblichste gefallen. Freud' und Wonne grünen da: Gott sei Dank, Hallelujah! 107 Gieb Erleuchtung deinen Knechten, Daß sie geistlich auferstehn. Hält der Schlaf uns noch gefangen, O so fördre du den Lauf, Rufe mächtig: wachet auf, Denn die Schatten sind vergangen, Und der helle Tag ist da! Gott sei Dank, Hallelujah! 4. Laß, o Sonne der Gerechten, Deinen Strahl ins Herze gehn; 5. Tilg' in uns des Todes Grauen, Wann die letzte Stunde schlägt, Weil du denen, die dir trauen, Schon die Krone beigelegt. Gieb uns in den höchsten Nöthen, Gieb uns mitten in der Pein Deinen Trost und Glauben ein; O so kann der Tod nicht tödten, Denn die Hoffnung blühet da. Gott sei Dank, Hallelujah! Ludwig Taddel. 137. Mel.: Jesu, meines Lebens Leben 2c. 1. Bleibe, es will Abend werden, Und der Tag hat sich geneigt; Kummer, Mühen und Beschwerden Haben meinen Muth gebeugt. Immer morscher wird die Hütte, Und die letzten schweren Schritte Zu des Grabes dunkler Nacht Sind in kurzer Frist gemacht. 2. Herr, vergieb dem bangen Zagen, Leicht gebrochen ist mein Herz; Bleibe, Jesu, hilf mir tragen, 108 Lindre du der Trennung Schmerz! Ja du hast den Tod bezwungen, Hast dich siegreich aufgeschwungen Und durch deine Gottesmacht Leben an das Licht gebracht. Fest- Lieder. 3. Auferstehn! du Wort des Lebens, Ew'ger Gnade theures Pfand! Du verscheuchst die Nacht des Bebens Hier im dunklen Pilgerland. Auf den finstern Lebenswegen Fühlt der Geist durch deinen Segen Sich ermuthigt und erquickt, Still zu künft'ger Lust entzückt. 4. Auferstehn! zu jenen Welten Folg' auch ich dem Heiland nach. Richtend wird er dort vergelten; Heil dem großen Erntetag! Die mit Thränen hier gesäet, Werden selig dort erhöhet; Thränen, Trübsal, Tod und Bein Werden jenseits nicht mehr sein. 5. Alle Lieben find' ich wieder Dort vereint um Gottes Thron, Wo der Sel'gen Wonnelieder Preisen den erstandnen Sohn. Alle Leiden sind bezwungen, Alle Klagen sind verklungen; Wandellos in Ewigkeit Steht das Reich der Seligkeit! Christoph Karl Julius Asschenfeldt. 138. Mel.: Jesus, meine Zuversicht 2c. 1. Jesus lebt, mit ihm auch ich; Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich Von den Todten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht; Dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt, ihm ist das Reich Ueber alle Welt gegeben; Mit ihm werd' auch ich zugleich Ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; Dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt, wer nun verzagt, Lästert ihn und Gottes Ehre; Gnade hat er zugeſagt, Daß der Sünder sich bekehre. Dies ist meine Zuversicht. Gott verstößt in Christo nicht; 4. Jesus lebt, sein Heil ist mein; Sein sei auch mein ganzes Leben. Reines Herzens will ich sein Und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; Dies ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt, ich bin gewiß, Nichts soll mich von Jesu scheiden, Keine Macht der Finsterniß, Keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er giebt Kraft zu dieser Pflicht; Dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt, nun ist der Tod Mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth Wird er meiner Seele geben, Wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Christian Fürchtegott Gellert. Himmelfahrt. 139. Mel.: Dir, dir, Jehovah, will ich zc. 1. Wie jauchzt mein Geist schon hier im Staube, Wenn er an dich, Erstandner, innig denkt! Wie triumphirt mein Christenglaube, Wenn er sich in dein offnes Grab versenkt! Ich schaue nun getrost ins eigne Grab, deiner Gruft der Hoffnung Stab. Ergreif' an 2. Ich seh' den Frühling jetzt erwachen, Ein frohes Bild der Auferstehung mir. Ich darf des Todes Trohn verlachen; Erstandner, neues Leben strahlt von dir. In jenes ew'gen Lebens Herrlichkeit 109 Bin ich von aller Noth und Qual befreit. 140. Mel.: Was Gott thut, das ist 2c. 1. Triumph! ihr Himmel, freuet euch, Lobsinget Gottes Sohne! Er ziehet ein zu seinem Reich, 3. Hier ist noch Dunkel, dort ist Helle, Hier wein' ich manche bittre Thräne noch, Dort aber strömt die Freudenquelle, Denn dort bin ich erlöst vom Sündenjoch. Brich, morsche Hütte, brich nur immer ein, Mein Geist wird dort verklärt und selig sein. 4. Dir dank' ich dieser Hoffnung Freude, Erstandner, weil du lebst, so leb' auch ich. Wenn ich in dir die Seele weide, Verklärter, dann verklärt sie sich durch dich. Die Hoffnung seliger Uusterblichfeit Wirkt hier schon himmlische Zufriedenheit. Karl August Döring. Himmelfahrt. Empfängt des Siegers Krone. Mit Mastestät Wird er erhöht Und herrscht nach Kampf und Leiden, Umstrahlt von Himmelsfreuden. 110 2. Doch Fest- Lieder. schließet ihn kein Himmel ein, Er wirkt noch fort auf Erden; Noch sollen, die ihr Herz ihm weihn, Durch ihn beseligt werden. Mit Muth hinan Die steile Bahn! Uns lohnt nach Kampf und Leiden Der Herr mit ew'gen Freuden. 3. So wahr, als Jesus Christus spricht: Ich leb', und ihr sollt leben! Erhebt sich einst zum ew'gen Licht Der Geist, von Gott gegeben. Still sinkt ins Grab Der Leib hinab, Da ruht er aus von Leiden; Einst theilt er Himmelsfreuden. 4. Triumph! ihr Christen, freuet euch, Der Tod ist nun bezwungen, Wir haben Theil an Jesu Reich, Er hat es uns errungen. Auf, bringt ihm Dank Und Lobgesang! Wir gehn durch Kampf und Leiden Mit ihm zu seinen Freuden. H. Ch. G. Demme nach F. J. Burmeister. 141. Mel.: Wie schön leuchtet der 2c. 1. O wundergroßer Siegesheld, Du Sündentilger aller Welt, Dein Werk hast du vollendet, Vollendet deinen schweren Lauf Und fährst verklärt zum Vater auf, Der dich herab gesendet; Wohnest, thronest Hoch und prächtig, waltest mächtig; Tod und Leben Sind in deine Hand gegeben. 2. Dir dienen alle Cherubim, Viel tausend hohe Seraphim Dich Siegesfürsten loben; Du hast den Segen wiederbracht Und bist in ew'ger Lebensmacht Auf Gottes Thron erhoben. Klinget, singet Freudenlieder! fallet nieder, rühmt und ehret Ihn, der auf gen Himmel fähret! 3. Du, Herr, bist unser Haupt, und wir Sind deine Glieder; nur von dir Kommt auf uns Heil und Leben. Trost, Friede, Freude, Licht und Kraft, Und was dem Herzen Labsal schafft, Wird uns durch dich gegeben. Neige, beuge Mein Gemüthe, ew'ge Güte, dich zu preisen Und mich dankbar zu erweisen! 4. Zeuch, Jesu, zeuch uns ganz zu dir, Hilf, daß wir künftig für und für Nach deinem Reiche trachten; Laß unsern Wandel himmlisch sein, Daß wir der Erde eitlen Schein Himmelfahrt. Und Ueppigkeit verachten. Unart, Hoffart Laß uns meiden, christlich leiden, wohl ergründen, Wo die Gnade sei zu finden. 5. Herr Jesu, komm vom Gnadenthron! Du Siegesfürst, Held, Davids Sohn, Komm, stille mein Verlangen. Du bist uns allen ja zu gut' Durch dein vergossnes theures Blut Ins Heiligthum gegangen. Dafür soll dir Von uns allen Dank erschallen. Herr, ohn' Ende Heben wir zu dir die Hände! Ernst Christoph Homburg. 142. Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele 2c. 1. König, dem kein König gleichet, Dessen Ruhm kein Lob erreichet, Ebenbild von Gottes Wesen, Uns zum Mittler auserleſen, Sich der Welt zu offenbaren Als das Bild des Unsichtbaren! Dir gehört das Recht zum Throne Als dem Mittler, als dem Sohne. 2. In des Gnadenreiches Grenzen Sieht man dich am schönsten glänzen, Wo viel tausend treue Seelen Dich zu ihrem Haupt erwählen, Die durchs Scepter deines Mundes 111 Nach dem Recht des Gnadenbundes Sich von dir regieren lassen, Um dich liebend zu umfassen. 3. In dem Reiche deiner Ehren Hört man stets dein Lob vermehren Von dem himmlischen Geschlechte, Von der Menge deiner Knechte, Die dort ohne Furcht und Grauen Dein verklärtes Antlig schauen, Die dich unermüdet preisen Und dir Ehr' und Dienst erweisen. 4. Herr, was ist in allen Reichen Deiner Größe zu vergleichen? Was dem Reichthum deiner Schätze? Was der Ordnung der Geseße? Was der Herrlichkeit der Gaben, Welche deine Brüder haben? Du beschüßest deine Freunde, Du bezwingest deine Feinde. 5. Herrsche auch in meinem Herzen Ueber Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen; Laß mich deinen Schuß genießen, Auf mich deine Guade fließen, Dich stets fürchten, ehren, lieben Und mich im Gehorsam üben, Hier mit leiden und mit streiten, Dort mit herrschen dir zur Seiten. Johann Jakob Rambach. 143. Mel.: Aus meines Herzens Grunde 2c. 1. Der Herr fährt auf gen Himmel Zu seines Vaters Thron; Aus niederm Weltgetümmel 112 Schwingt sich der Menschensohn. Lobsingt, lobsinget Gott! Lobsingt, ihr Nationen, Dem Herrscher aller Thronen, Dem Herrn Gott Zebaoth. Fest- Lieder. 2. Der Herr wird aufgenommen In königlicher Pracht, Deß freun sich alle Frommen, Die er hat frei gemacht. Es holen Jesum ein Des Himmels Engelchöre, Die seiner Pracht und Ehre Sich gleich wie wir erfreun. 3. Wir wissen nun vom Siege, Der unser Haupt erhöht; Wir wissen zur Genüge, Wie man zum Himmel geht. Der Heiland geht voran, Läßt uns nicht von sich trennen; Daß wir ihm folgen können, Macht er uns freie Bahn. 4. Gen Himmel laßt uns dringen Mit herzlicher Begier; Mit Inbrunst laßt uns singen: Dich, Jesu, suchen wir. Auf, Kinder Gottes, auf! Wo Jesus hingegangen, Dahin steh' das Verlangen, Dahin kehrt euren Lauf! 5. Hinweg mit deinen Schäßen, Du falsche, arge Welt! Sollt' uns dein Nichts ergößen? Dort ist, was uns gefällt. Der Herr ist unsre Zier, Der Herr ist unsre Wonne; Zu unsrer Lebenssonne, Zu Jesu ziehen wir. 6. Wann wird es doch geschehen, Wann kommt die frohe Zeit, Daß wir ihn werden sehen In seiner Herrlichkeit? Du Tag, wann wirst du sein, Da wir ihn mit Entzücken Zum ersten Mal erblicken? O Tag, brich bald herein! Gottfried Wilhelm Sacer. 144. Mel.: Freu' dich sehr, o meine Seele zc. 1. Herr, du fährst mit Glanz und Freuden Auf zu deiner Herrlichkeit; Doch mich drücken noch die Leiden Dieses Lebens, dieser Zeit. Gieb mir, Jesu, Muth und Kraft, Daß ich meine Pilgerschaft So in dir zurücke lege, Daß ich dein stets bleiben möge. 2. Laß mir deinen Geist zurücke, Aber zeuch mein Herz nach dir; Wenn ich nach dem Himmel blicke, Deffne ihn dann gnädig mir. Neige meinem Flehn dein Ohr. Trag es unserm Vater vor, Daß er mir die Schuld vergebe, Daß ich mich bekehr' und lebe. 3. Lehre mich die Welt verachten Und was in mir Eitles ist, Und nach dem, was dort ist, trachten, Wo du, mein Erlöser, bist. Himmelfahrt. Wollust, Ehrsucht und Gewinn Soll mich nicht zur Erde ziehn, Da ich jenseits überm Grabe Eine größre Hoffnung habe. 4. Diese müsse nichts mir rauben, Du erwarbst sie theuer mir; Jetzt noch seh' ich sie im Glauben, Droben find' ich sie bei dir; Dort belohnst du das Vertraun Deiner Gläubigen durch Schaun Und verwandelst ihre Leiden In unendlich große Freuden. 5. Dort bereit' auch mir die Stätte In des Vaters Hause zu, Rufst du frühe oder späte Mich zu meines Grabes Ruh'; Leucht' auch mir in dieser Nacht Durch die Stärke deiner Macht, Die des Todes Macht bezwungen Und für uns den Sieg errungen. Nach Kaspar Neumann. 145. Mel.: Nun freut euch, lieben Christen 2c. 1. Auf Christi Himmelfahrt allein Ich meine Nachfahrt gründe Und alle Zweifel, Angst und Pein Hiermit stets überwinde; Denn weil das Haupt im Himmel iſt, Wird seine Glieder Jesus Christ Aus Gnaden nach sich ziehen. 2. Weil er gezogen himmelan Und große Gab' empfangen, Mein Herz auch nur im Himmel kann, 113 Sonst nirgends Ruh' erlangen; Denn wo mein Schatz gekommen hin, Da ist hinfort mein Herz und Sinn: Nach ihm mich sehr verlanget. 3. Ach Herr, laß diese Gnade mich Von deiner Auffahrt spüren, Daß mit dem wahren Glauben ich Mag meine Nachfahrt zieren Und dann einmal, wenn dir's gefällt, Mit Freuden scheiden aus der Welt: Herr, höre dies mein Flehen. Nach Josua Wegelin. 146. Mel.: Jerusalem, du hochgebaute zc. 1. Mein siegend Haupt Dort in der Herrlichkeit, Du lebst, beglückst, regierst! Ich bin dein Glied, Doch lieg' ich noch im Streit, Bis du zum Frieden führst. Noch kämpf' ich viel hienieden Mit Sünd' und Leidenschaft; Doch du giebst deinen Frieden Und Muth und Siegerkraft. 2. Zieh mich hinauf, Der du die Stätte dort Auch mir bereitet haſt. Ich schau' empor Zu jenem sel'gen Ort, Und leicht wird jede Last. Ich werde nie verderben, 8 114 Bin ich doch Gottes Kind Mit allen Himmelserben, Die ewig bei dir sind. Fest- Lieder. Karl August Döring. 147. Mel.: Lobt Gott, ihr Christen 2c. 1. Wir schauen, Herr der Herrlichkeit, Zu deines Thrones Höhn, Vor dem, auf deinen Wink bereit, Viel tausend Engel stehn. 2. Du nahmſst von Herrlichkeit Schon längst Besiz; nur wir, Wir leben immer noch im Streit Und sehnen uns nach dir. 3. Doch du bist nah', wir zagen nicht, Uns schüßet deine Hand; Du giebst auf unserm Pfade Licht Und führst zum Vaterland. deiner 4. Du stärkest unsers Glaubens Muth Mit deiner Gegenwart. Wohl dem, der deinen Willen thut Und deiner gläubig harrt! 5. Wir preisen dich in dieser Zeit, Dich, der solch Glück uns schenkt, Der noch in seiner Herrlichkeit Der schwachen Freunde denkt. 6. Ja, Herr des Lebens, Jesus Christ, Auf dich nur hoffen wir. Wir suchen nun, was droben ist, Und sind im Geist bei dir. 7. Vollenden wir einst unsern Lauf, So eil' uns beizustehn; Nimm uns in deinen Himmel auf, Dein volles Heil zu sehn. ( Rhein- Westf. Gesangbuch von 1835.) 148. Mel.: Jesus, meine Zuversicht 2c. 1. Himmelan geht unsre Bahn, Wir sind Gäste nur auf Erden, Bis wir dort in Canaan Durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgrimstand, Droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist, Denn du bist ein himmlisch Wesen Und kannst das, was irdisch heißt, Nicht zu deinem Ziel erlesen: Ein von Gott erleucht'ter Sinn Kehrt zu seinem Ursprung hin. 3. Himmelan! ruft er mir zu, Wenn ich ihn im Worte höre; Das weist mir den Ort der Ruh', Wo ich einmal hingehöre: Wenn mich dieses Wort verwahrt, Halt' ich sel'ge Himmelfahrt. 4. Himmelan! mein Glaube zeigt Mir das schöne Loos von ferne, Daß mein Herz schon aufwärts steigt Ueber Sonne, Mond und Sterne! Denn ihr Licht ist viel zu klein Gegen jenen Glanz und Schein. Himmelfahrt. 115 5. Himmelan wird mich der Tod| Am Delberg gingst in hohen Freuden In die rechte Heimath führen, Da ich über alle Noth Ewig werde triumphiren. Jesus geht mir selbst voran, Daß ich freudig folgen kann. 6. Himmelan, ja himmelan!. Das soll meine Losung bleiben. Ich will allen eitlen Wahn Durch die Himmelslust vertreiben. Himmelan nur steht mein Sinn, Bis ich in dem Himmel bin. Benjamin Schmolck. 149. Mel.: Wer nur den lieben Gott 2c. 1. Zum Himmel bist du eingegangen, Mit Preis gekrönt, Herr Jesu Christ; Wie sollte mich nun nicht verlangen, Auch dort zu sein, wo du nun biſt? Ich bin ja nur ein Pilgrim hier; Nimm in die Heimath mich zu dir. 2. Vom Tode standst du auf zum Leben Und gingst verklärt zum Himmel ein; So muß sich auch mein Geist erheben, Soll ich nicht todt in Sünden sein. Ein neues Leben wirk' in mir, So komm' ich einst gewiß zu dir. 3. Am Delberg fingen deine Leiden Mit bittern Todesängsten an; Du siegreich deine Himmelsbahn. So folgt auf Leiden Herrlichkeit; Zu beiden mache mich bereit. 4. Du hobest segnend deine Hände Beim Scheiden von den Deinen auf; O hilf, daß einst auch ich vollende, Von dir geleitet, meinen Lauf. Wenn ich von dir gesegnet bin, Dann fahr' in Frieden ich dahin. 5. Ich sehe dir mitGlaubensblicken In deinen Freudenhimmel nach; Mein Herz soll sich an dir erquicken, Der mir die Bahn zum Himmel brach. Sieht dich auch hier mein Auge nicht, Doch bleibst du meine Zuversicht. 6. Einst wirst du herrlich wiederfommen, Gleichwie du aufgefahren bist; Dann werd' ich völlig aufgenommen, Wo mir bereit mein Erbtheil iſt. So leb' ich nun im Glauben hier, Im Schauen aber dort bei dir. Nach Benjamin Schmolck. 150. Mel.: Jerusalem, du hochgebaute 2c. 1. Das Aug' empor, das Knie vor ihm gebeugt, Vereinte Jüngerschaar! Nun himmelan der Ehrenkönig steigt 8* 116 Hoch, prächtig, wunderbar. Seht, wie er geistverkläret Im Glanz der Majestät Zum Vater wiederkehret, Wie ihn sein Gott erhöht! Fest- Lieder. 2. Er fährt empor zum höchsten Heiligthum, Bis auf den ew'gen Thron. Singt ihm Hallelujah! bringt Macht und Ruhm Dem Herrn, dem Menschensohn, Ihm, der aus tiefstem Falle Ins Lichtreich uns erhob! Besingt mit höchstem Schalle Des Priesterkönigs Lob! Ein allgewalt'ger Hort. Du bist erhöht zur Rechten, Dein Nam' ist unser Truß; Die Schaar von deinen Knechten Wohnt unter deinem Schutz. 5. Nun freun wir uns, wann unsre Hütte bricht; O sel'ge Heimfahrt dann! Der Tod ist hin,- die Erde hält uns nicht, 4. Du gingest, o Vollender, uns voran! Wir kommen bald dir nach, Wenn wir nur treu sind auf der Siegesbahn, Die uns dein Hingang brach. Die goldne Pfort' ist offen Zu Paradieses Au'n! Das ist kein trüglich Hoffen; Wer's glaubet, wird es schaun. Wir fahren hoch hinan; Aus schwerem Weltgetümmel Hebt leicht sich unser Flug; Uns trägt in deinen Himmel Dein mächt'ger Liebeszug. O Wonne über Wonne, Wann wir auf Zions Höhn 3. Getreues Herz! du läßt uns Dich, unsre Lebenssonne, nicht allein; Mit neuen Augen sehn! Du willst an jedem Ort Allgegenwärtig mit und um uns sein, 6. Dort wird gestillt auf ewig aller Schmerz Und jeder Sehnsucht Leid; In voller G'nüge feiert unser Herz Bei dir in Ewigkeit. Friedrich August Feldhoff. 151. Mel.: Lobe den Herren, den mächtigen 2c. 1. Himmlische Pforten, emWenn er zurück in sein heiliges pfanget den König der Ehren, Erbe will kehren, Wenn er sich hebt Ueber die Wolken und schwebt Zwischen den seligen Chören. 2. Seße, du König, zur Rechten des Vaters dich nieder! Wunderbar klingen vor dir nun die himmlischen Lieder!- Einst, wann besiegt Alles zu Füßen dir liegt, Siehet die Erde dich wieder. Pfingsten. 3. Jmmer und ewig, o Herr, wird dein Scepter bestehen, Immer wird liebliches Wesen zur Seite dir gehen; Wer an dich glaubt, O du erhöhetes Haupt, Der wird die Herrlichkeit sehen. 4. Seht, der erniedrigte Mittler ist hoch und erhaben, Und der Gekreuzigte trägt nun die himmlischen Gaben! Kummer und Noth, Was ihn auf Erden bedroht, Bleibt in der Tiefe begraben. 117 5. Unter ihm lieget die Welt, die vergänglichen Güter, Liegen die Freuden der Zeit und die Qual der Gemüther. 152. Eigene Melodie. 1. Komm, heiliger Geist, Herre Gott! Erfüll' mit deiner Gnaden Gut Deiner Gläubigen Herz, Muth und Sinn, Dein' brünstig' Lieb' entzünd' in ihn'n. Pfingsten. O Herr, durch deines Lichtes Glanz Zum Glauben du versammelt hast Das Volk aus aller Welt und Zungen; Das sei dir, Herr, zu Lob gesungen. Hallelujah! Hallelujah! Siehe, der Geist, Den er den Seinen verheißt, Regt schon die mächtigen Flügel! 6. Wer an ihn glaubt, ist geboren aus göttlichem Samen; Selig ist, der sich bekennt zum geheiligten Namen. Der es verspricht, Wohnet im ewigen Licht, Seine Verheißung ist: Amen. Christian Rudolf Heinrich Puchta. Und lehre uns Gott recht erkennen, Von Herzen Vater ihn nennen. O Herr, behüt' vor fremder Lehr', Daß wir nicht Meister ſuchen mehr, Denn Jesum Christ mit rechtem Glauben Und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Hallelujah! Hallelujah! 3. Du heilige Gluth, süßer Trost! Nun hilf uns fröhlich und getrost In deinem Dienst beständig bleiben, Die Trübsal uns nicht abtreiben. Durch deine Kraft uns, Herr, bereit' 2. Du heiliges Licht, edler Hort! Laß uns leuchten des Lebens Wort Und stärk' des Fleisches Blödigkeit, 118 Fest- Lieder. Daß wir hie ritterlich stets ringen,| Der ist es, der uns freudig macht, Durch Tod und Leben zu dir dringen. Selbst unter schwerem Leidensdrange Hallelujah! Hallelujah! Noch preisen Gott mit Lobgesange. Hallelujah! Hallelujah! Martin Luther. 4. Du, der allein uns Hülfe schafft, 153. Mel.: Komm, heiliger Geist 2c. Gieb freudig einst zu sterben Kraft; 1. Komm über uns, du werther Christus sei die Lebenspforte. Befestige uns in dem Worte, Geist, Du Lehrer, der zu Christo weist! Lehr' ihn uns kennen, ihn empfangen, Halt' uns in wahrem Glauben fest, Bis unser Geist den Leib verläßt; Laß uns im Kampfe nicht erliegen, Bis wir den letzten Feind besiegen. Hallelujah! Hallelujah! Der vom Vater ausgegangen. Er zahlte für die ganze Welt In seinem Blut das Lösegeld. Du knüpfst uns fest mit ihm zuſammen, Johann Maukisch. 154. Mel.: Wie schön leuchtet der 2c. 1. Dir jauchzet froh die Christenheit, Du Geist der Kraft und Herrlichkeit, Du aller Geister Leben. Als unsers Erbes Unterpfand Bist du vom Vater ausgesandt, Zum Tröster uns gegeben. Jesu Glieder Wirst du führen und regieren; deine Gnade Leit' auch uns auf unserm Pfade. 2. O welch ein großer Tag erschien, Als man die Flammen ſah erglühn Hell über jedem Haupte! Gieb mehr als Frieden dieser Welt; O gieb uns jenen edlen Frieden, Den uns Gottes Huld beschieden, Im Sturmwind thatest du dich Den Christi Tod uns hat gebracht!| fund, Und nunmehr kann uns nichts verdammen. Hallelujah! Hallelujah! 2. O halte dir mein Herz bereit Und schmück' es aus mit Heiligkeit! Dein Friede wohne stets darinnen Und bewahre Herz und Sinnen. So wird von Missethaten rein Des großen Gottes Tempel sein, Zu seines Namens Ruhm erbauet, An dem er sein Gefallen schauet. Hallelujah! Hallelujah! 3. Geist, der im Glauben uns erhält, Pfingsten. Dein Zeugniß heiligte den Bund Der Schaar, die freudig glaubte. Mächtig kamst du, Um die Schwachen stark zu machen, und erklungen Ist das Heil in allen Zungen. 3. D Dank für so viel göttlich Licht, Das jede Finsterniß durchbricht Zur himmlischen Belebung! Den Menschenherzen alt und jung Schaffst Kräfte du zur Heiligung, Zu stiller Gottergebung. Preis dir, Dank dir, Daß du kräftig und geschäftig uns belehrest, Jesum Christum uns verklärest. 4. Auch wir, die Christus sich erkauft, Wir sind mit deiner Kraft getauft, Die Welt zu überwinden. Wirk' in uns allen Lieb' und Zucht Und laß in uns des Glaubens Frucht Sich hundertfältig finden. Gnädig hilf du Gottes Erben einst im Sterben, daß sie droben Ewig deine Wunder loben. 5. Wir beugen unsern Geist vor dir, Geist Gottes, alle flehen wir: Du wollest bei uns bleiben. Geh' ferner aus in alle Welt, Damit, von deinem Licht erhellt, Die Völker alle gläuben. 119 Führe gnädig Sie zur Wahrheit und zur Klarheit, daß die Erde, Geist des Herrn, dein Tempel werde. Nach Karl August Döring. 155. Mel.: Lobt Gott, ihr Christen 2c. 1. Nicht um ein flüchtig Gut der Zeit, Ich fleh' um deinen Geist. O Gott, den mir zur Seligkeit Dein theures Wort verheißt. 2. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, O Vater, lehr' er mich, Die Weisheit, die das Herz entflammt Zur Liebe gegen dich. 3. Dich lieben, Gott, ist Seligkeit; Gern thun, was dir gefällt, wirkt reinere Zufriedenheit, Als alles Glück der Welt. 4. Alsdann hab' ich Vertraun zu dir, Dann schenket selbst dein Geist Das freudige Bewußtsein mir, Daß du mir gnädig ſeist. 5. Er leite mich zur Wahrheit hin, Zur Tugend stärk' er mich, Bewähre, wenn ich traurig bin, Auch mir als Tröster sich. 6. Er schaff' in mir ein reines Herz, 120 Versiegle deine Huld, Und er bewaffne mich im Schmerz Mit Muth und mit Geduld. Chr. Fr. Neander nach Phil. Fr. Hiller. Festlieder. 156. 4. Wo wir vereint sind vor dem Herrn, Mel.: Komm, heiliger Geist 2c. Ch. A. Geist Gottes, sei von uns nicht fern! Auf uns, die wir sind Christi Glieder Komm' deine Segensfüll' hernieder. 1. Welterlöser, sei gepreist, Du sandtest uns den heil'gen Geist, Der uns in alle Wahrheit leite Und uns zum Himmel zubereite. Er schenket uns zum Guten Kraft, Stärkt uns in unsrer Pilgerschaft, Gieb dem Verstande helles Licht, Hilft uns den Lauf zum Ziel voll- Dem Herzen feste Zuversicht, bringen Und einst des Lebens Kron' erringen. Hallelujah! Hallelujah! Daß uns von dem, den wir bekennen, Nie weder Glück noch Leiden trennen. Hallelujah! Hallelujah! 2. Die Schaar der Boten wagt den Streit, Durch deines Geistes Kraft erneut, Kämpft gegen falscher Götter Heere, Siegt durch die Wahrheit deiner Lehre. Gewaltig geht des Lebens Wort Bis an der Erde Grenzen fort, Erleuchtet alle Nationen, Dringt von den Hütten zu den Thronen. Hallelujah! Hallelujah! 3. Zu uns auch sende deinen Geist, Der uns den Weg zur Wahrheit weist; Er lehr' uns Gottes Heil verstehn; Er leit' uns, wenn wir irre gehn; Und sind wir in Gefahr zu fallen, Lehr'er uns festen Schrittes wallen. Hallelujah! Hallelujah! Sind dunkel unsers Lebens Pfade, Erleucht' er sie durch deine Gnade. 5. Geöffnet ist dir unser Herz, Zieh' ein und leit' es himmelwärts; Wir wollen nimmer widerstreben, Regiere unser ganzes Leben, Und endet sich einst unsre Bahn, Dann nimm dich unsrer Schwachheit an, Daß wir in Christo freudig sterben, Mit ihm das Himmelreich ererben. Hallelujah! Hallelujah! Christoph Christian Sturm. 157. Mel.: Komm, heiliger Geist zc. Ch. A. 1. Komm, o verheißner Gottesgeist, Der uns der Sünde Nacht entreißt; Pfingsten. Dein Licht verklär' auch unsre| Der uns der Erdenlast entreißt, Seelen, Daß wir zur Himmelsfreiheit dringen Auf deiner ew'gen Gnade Schwingen. In Todesnacht sei unser Licht, Und Beistand droben im Gericht, Daß vor dem Richter wir bestehen Und selig ein zum Himmel gehen. Hallelujah! Hallelujah! Karl August Döring. Daß sie von deiner Hülf' erzählen: Wie du auch uns so wohlgethan, Erhellend unsre Lebensbahn. O komm, du reines Licht von oben, Verklär' uns, würdig dich zu loben. Hallelujah! Hallelujah! 2. Komm, du ersehnter Gottesgeiſt, Der uns der Sündenangst entreißt. Ach hart verklagt uns das Gewissen, Verwundet, blutend und zerrissen. Gieb Zeugniß unserm Geist, daß wir Des Vaters Kinder sind schon hier, Von Gott durch Schuld nicht mehr geschieden; Geist Gottes, gieb uns deinen Frieden. Hallelujah! Hallelujah! 3. Komm, komm, o Tröster, Gottesgeist, Der uns der Erdennoth entreißt; Du bist ein Geist der reinen Freude, Mach' uns getrost in jedem Leide. O du, der alles in uns schafft, Gieb Glaubensmuth, gieb Heldenkraft, Daß wir von Weltangst uns erheben Ins friedensreiche Himmelsleben. Hallelujah! Hallelujah! 121 4. Komm, komm, du ew'ger Gottesgeist, 158. Mel.: Freu' dich sehr, o meine Seele zc. 1. Geist vom Vater und vom Sohne, Der du unser Tröster bist Und herab von Gottes Throne Hülfreich auf uns Schwache siehst, Stehe du mir mächtig bei, Daß ich dir ergeben sei: O so wird mein Herz auf Erden Schon ein Tempel Gottes werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege Deine Weisheit mit mir sein, Wenn ich Furcht und Zweifel hege, Deine Wahrheit mich erfreun. Lenke kräftig meinen Sinn Auf das Wohl der Seele hin; Lehrst du mich, was recht ist, wählen, Werd' ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, Daß ich über alles treu Meinen Gott und Vater liebe, Und mir nichts so wichtig sei, 122 Als in seiner Huld zu stehn, Seinen Namen zu erhöhn, Seinen Willen zu vollbringen: Alles muß durch dich gelingen. Fest- Lieder. 4. Stärke mich, wenn zu der Sünde Mein Gemüth versuchet wird, Daß sie mich nicht überwinde. Hab' ich irgend mich verirrt, O so strafe selbst mein Herz, Daß ich unter Reu' und Schmerz Mich vor Gott in Demuth beuge Und mein Herz zur Beff'rung neige. 5. Treib' mich kräftig zum Gebete, Wenn mir Hülfe nöthig ist, Daß zu Gottes Thron ich trete Durch den Mittler Jesus Christ. Hilf mir gläubig auf ihn schaun Und auf sein Verdienst nur baun, Daß ich mög' auf mein Verlangen Gnad' um Gnad' von ihm empfangen. 6. Stehe mir in allen Leiden Stets mit deinem Troste bei, Daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam sei. Gieb mir ein gelassnes Herz, Laß mich selbst im Todesschmerz Bis zum frohen Ueberwinden Deines Trostes Kraft empfinden. I. 5. Diterich nach Gottfried Hoffmann. 159. Mel.: Kommt her zu mir, spricht zc. 1. Gott Vater, sende deinen Geist, Den uns dein Sohn erbitten heißt, Aus deines Himmels Höhen. Wir bitten, wie er uns gelehrt: Laß uns doch ja nicht unerhört Von deinem Throne gehen. 2. Kein Menschenkind hier auf der Erd' Ist dieser edlen Gabe werth, Bei uns ist kein Verdienen. Hier gilt gar nichts als Lieb' und Gnad', Die Christus uns verdienet hat Mit Büßen und Verfühnen. 3. Wir halten, Herr, an unserm Heil Und sind gewiß, daß wir dein Theil In Christo werden bleiben: Die wir durch seinen Tod und Blut Des Himmels Erb' und höchstes Gut zu haben treulich gläuben. 4. Dein Geist stärkt unsers Glaubens Licht, Wenn alle Welt dawider sicht Mit Sturm und vielen Waffen; Und wenn auch gleich der Fürst der Welt Selbst wider uns sich legt ins Feld, So kann er doch nichts schaffen. 5. Wo Gottes Geist ist, da ist Sieg, Wo dieser hilft, da wird der Krieg Gewißlich wohl ablaufen. Was ist doch Satans Reich und Stand? Wenn GottesGeist erhebt die Hand, Fällt alles übern Haufen. Pfingsten. 6. Er macht das bittre Kreuze ſüß, Ist unser Licht in Finsterniß, Führt uns als seine Schafe, Hält über uns sein Schild und wacht, Daß seine Heerd' in tiefer Nacht Mit Ruh' und Frieden schlafe. 7. Der Geist, den Gott vom Himmel giebt, Der leitet alles, was ihn liebt, Auf wohlgebahnten Wegen; Er setzt und richtet unsern Fuß, Daß er nicht anders treten muß, Als wo man find't den Segen. 8. Er öffnet unsers Herzens Thor, Wenn man sein Wort in unser Ohr Als edlen Samen streuet; Er giebet Kraft demselben Wort, Und wenn es fället, bringt er's fort, So daß es wohl gedeihet. 9. Er lehret uns die Furcht des Herrn, Liebt Reinigkeit und wohnet gern In frommen, keuschen Seelen; Was niedrig ist, was Tugend ehrt, Was Buße thut und sich bekehrt, Das pflegt er zu erwählen. 123 11. O selig, wer in dieser Welt Läßt diesem Gaste Haus und Zelt In seiner Seel' aufschlagen! Wer ihn aufnimmt in dieser Zeit, Den wird er dort zur ew'gen Freud' In Gottes Hütte tragen. 10. Er ist und bleibet stets getreu, Er steht uns auch im Tode bei, Wenn alle Dinge fallen; Er lindert unsre letzte Qual Und läßt uns durch das Todesthal Zum Himmel fröhlich wallen. 12. Nun, Herr und Vater aller Güt', Hör' unsern Wunsch: geuß ins Gemüth Uns allen diese Gabe! Gieb deinen Geist, der uns allhier Regiere und dort für und für Im ew'gen Leben labe. Paul Gerhardt. 160. Mel.: Wie schön leuchtet der 2c. 1. O heil'ger Geist, kehr' bei uns ein Und laß uns deine Wohnung sein, O komm, du Herzenssonne! Du Himmelslicht, laß deinen Schein Bei uns und in uns kräftig ſein zu steter Freud' und Wonne! Höchster Tröster, Himmlisch Leben willst du geben, wenn wir beten Und in Andacht vor dich treten. 2. Du Quell, d'raus alle Weisheit fließt, Die sich in fromme Seelen gießt, Laß deinen Trost uns hören, Daß wir in Glaubenseinigkeit ORPAKANUIRAL 124 Auch können aller Christenheit Dein wahres Zeugniß lehren. Höre, lehre, Daß wir können Herz und Sinnen dir ergeben, Dir zum Lob und uns zum Leben. Fest- Lieder. 3. Steh' uns stets bei mit deinem Rath Und führ' uns selbst den rechten Pfad, Die wir den Weg nicht wissen; Gieb uns Beständigkeit, daß wir Getreu dir bleiben für und für, Auch wenn wir leiden müssen. Schaue, baue, Was zerrissen und geflissen, dich zu schauen Und auf deinen Trost zu bauen. 4. Laß uns empfinden deine Kraft Und dann zu guter Ritterschaft Dadurch gestärket werden, Auf daß wir unter deinem Schuß Begegnen aller Feinde Truß Mit freudigen Geberden. Laß dich reichlich Auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, Alles Unglück überwinden. 5. O starker Fels und Lebenshort, Laß uns dein werthes, süßes Wort In unsern Herzen brennen, Daß wir uns mögen nimmermehr Von deiner weisheitreichen Lehr' Und reinen Liebe trennen. Fließe, gieße Deine Güte ins Gemüthe, daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 6. Du Himmelsthau, ergieße dich In unsre Herzen kräftiglich Und schenk' uns deine Liebe, Daß unser Sinn verbunden sei Dem Nächsten stets mit Liebestreu' Und sich darinnen übe. Kein Neid, kein Streit Dich betrübe; Fried' und Liebe müsse walten, Freude wollst du uns erhalten. 7. Gieb, daß in wahrer Heiligkeit Wir führen unsre Lebenszeit; Sei unsers Geistes Stärke, Daß uns hinfort sei unbewußt Die Eitelkeit, des Fleisches Lust Und seine todten Werke. Rühre, führe Unser Sinnen und Beginnen von der Erden, Daß wir Himmelserben werden. Michael Schirmer. 161. Mel.: Warum sollt' ich mich denn 2c. 1. Höchster Tröster, komm hernieder, Geist des Herrn, sei nicht fern, Stärke Christi Glieder. Er, der nie sein Wort gebrochen, Jesus hat deinen Rath Seinem Volk versprochen. Pfingsten. 2. Geist der Wahrheit, gieb Ja uns um ihn bitten heißt, uns allen Demuthsvoll fleh' ich zu dir: Vater, send' ihn auch zu mir, Daß er meinen Geist erneue Und ihn dir zum Tempel weihe. Durch dein Licht Unterricht, Wie wir Gott gefallen. Lehr' uns freudig vor ihn treten, Sei uns nah', sprich dein Ja, Wenn wir findlich beten. 3. Hilf den Kampf des Glanbens kämpfen, Gieb uns Muth, Fleisch und Blut, Sünd' und Welt zu dämpfen. Stärke uns in allen Leiden, Daß uns Noth, Schmerz und Tod Nicht von Jesu ſcheiden. 4. Hilf uns nach dem Kleinod streben Und verleih, daß wir treu Unserm Heiland leben. Nimmer laß uns stille stehen, Treib' uns an, froh die Bahn Seines Heils zu gehen. Sterben heißt, unsern Geist In des Himmels Freude. 125 Ehrenfried Liebich. 162. Mel.: Freu' dich sehr, o meine Seele zc. 1. Der du uns als Vater liebest, Treuer Gott, und deinen Geist Denen, die dich bitten, giebest, 2. Fülle mich mit heil'gen Trieben Bilde mich nach deinem Sinn, Daß ich Lieb' und Sanftmuth übe Und mir's rechne zum Gewinn, Wenn ich je ein Friedensband Knüpfen kann, wenn meine Hand Zur Erleichtrung der Beschwerden 5. Sei in Schwachheit unsre Kann dem Nächsten nüßlich werden.. 5. Sei in Schwachheit unsre Stüße, Gieb im Streit Freudigkeit, Trost in Trübsalshize. Führ', wenn Gott uns nach dem Die verborgnen Fehler sehn, Leide Sie voll Demuth Gott bekennen Und ihn um Vergebung flehn. Mache täglich Ernst und Treu', Sie zu bessern, in mir neu; Zu dem Heiligungsgeschäfte Gieb mir immer neue Kräfte. Daß ich dich, mein höchstes Gut, Ueber alles möge lieben, Daß ich mit getrostem Muth Deiner Vaterhuld mich freu' Und mit wahrer Kindestreu' Stets vor deinen Augen wandle Und rechtschaffen denk' und handle. 3. Geist des Friedens und der Liebe, 4. Lehre mich mich selbst erkennen, 5. Wenn der Anblick meiner Sünden Mein Gewissen niederschlägt; Wenn sich in mir Zweifel finden, 126 Die mein Herz mit Zittern hegt; Wenn mein Aug' in Nöthen weint, Gott mich nicht zu hören scheint: O dann laß es meiner Seelen Nicht an Trost und Stärkung fehlen. Fest- Lieder. 6. Was sich Gutes in mir findet, Ist dein Gnadenwerk in mir; Selbst hast du den Trieb entzündet, Daß mich, Herr, verlangt nach dir: O so sebe durch dein Wort Deine Gnadenwirkung fort, Bis sie durch ein selig Ende Herrlich sich an mir vollende. David Bruhn. 163. Mel.: Wie wohl ist mir, o Freund 2c. 1. Geist Gottes, aus des Ew'gen Fülle In unsern Geist herab gesenkt, Der auch in unbemerkter Stille Des Herzens Trieb gen Himmel lenft, Du, der einst Davids Psalm beflügelt, Ten Sehern Aug' und Mund entsiegelt Und auch noch jetzt mit Gluth durchdringt, Auch jetzt uns Gottes Weisheit lehret Und Christi Wahrheit uns verkläret, O höre den, der dir lobsingt! 2. Du Quell der reinsten Himmelsliebe, Die in das Herz lebendig quillt Und so des neuen Menschen Triebe Mit heil'ger Gotteskraft erfüllt! Du bist es, der die Schwachheit ſtüßet, Im Pilgerlauf sie stärkt und schüßet, wenn sich die Seel' in Schlummer neigt; Der, o geschäh' es nicht vergebens! Als Unterpfand des ew'gen Lebens Uns hier des Himmels Krone zeigt. 3. Du bauest aus lebend'gen Steinen Der Kirche reines Heiligthum, Erhöhest durch des Gemeinen Herrn Des Kreuzes unbesiegten Ruhm. Und wo du sprichst mit Feuerzungen, Weckst du zu sel'gen Huldigungen Der Heiden großes Todtenfeld. Der Hölle Reich muß dir mit Beben Die Schaar Gefangner wiedergeben, Die es in seinen Fesseln hält. 4. Wer kann wie du mit Donner reden, Wenn du im Schlaf den Sünder schreckst? Wer tröstet so wie du die Blöden, Wenn du die neue Sehnsuchtweckst? Wenn sie in ihr Verderben schauen, So lehrst du sie dem Ruf vertrauen, Der sie mit Gottes Frieden grüßt; Pfingsten. 127 Wenn sich der Geist zwar willig| Pfand, das uns Gottes Gnade gab, zeiget, Doch ihn des Fleisches Schwachheit beuget, Du Segensquell, Born aller Gaben, Nichts kann wie du die Seele laben. Bist du es, der das Leid versüßt. 5. Du drückest der Bewährung Siegel Komm, Gottes Geist, in unsern Geist, Wie Himmelsthau hernieder fleußt; Komm mit der Friedenstaube schweben Und ruh' auf uns, so lang wir leben. Hallelujah! Hallelujah! Den wohlgeprüften Seelen auf; Du giebst den Zeugen Glaubensflügel Und führst sie im Triumph hinauf. In aller Trübsal lehrst du beten, Du selbst willst unsre Noth vertreten, Auch ohne Wort, mit starkem Flehn. Die Liebe führest du zum Throne, Und ihren Werken wird zum Lohne Die Kraft, in Demuth festzustehn. 6. Wenn Christus einst hernieder schwebet Auf das bedeckte Todtenfeld, Mit mächt'gem Wort es neu belebet Zum Erbtheil in der bessern Welt: Dann trägt in deiner Kraft die eine Bewährte heilige Gemeine Zum Throne Herz und Psalm empor. Dann ströme du durch alle Glieder Die höh're Gluth der Himmelslieder Zum Preise dem, der uns erfor. Karl Bernhard Harve. 164. Mel.: Komm, heiliger Geist zc. Ch. A. 1. Komm, Kraft des Höchsten, komm herab! 2. Komm, Geist der Wahrheit, Gottes Licht! Wo du fehlst, ist die Wahrheit nicht. Komm, uns mit Wahrheit zu erfüllen Und unsers Geistes Durst zu stillen. Komm, leuchte du mit hellem Schein Bis in des Herzens Grund hinein. warn' und strafe, wenn wir fehlen, Und läutre aller Christen Seelen. Hallelujah! Hallelujah! 3. Komm, milder Tröster! wer als du Bringt bangen Herzen Trost und Ruh' Und Balsam für die innern Wunden Und Himmelsthau in heißen Stunden? Komm, gieb zu unsrer Ritterschaft 128 Fest- Lieder. Uns Heldenmuth und Glaubens-| Komm, uns mit deiner Kraft zu kraft segnen: Und rüste selbst zum Gotteswerke Dann sind der guten Saat wir Geist, Seel' und Leib mit deiner Stärke. Hallelujah! Hallelujah! 4. Komm, Quell der Liebe! geuß sie aus Ins Herz und über Gottes Haus. Gieb, daß wir Gott mit reinen Trieben d Und Christum in den Brüdern lieben.balad Entflamm' in Leid und Freude stets Die Gluth des Dankes und Gebets. Erhöh' uns vom Gewühl der Erde, Daß unser Wandel himmlisch werde. Hallelujah! Hallelujah! 5. Weih' uns zu deinem Tempel ein, Was unrein ist, das mache rein, Was nah' am Staube kriecht, erhebe, Was schon gestorben ist, belebe. Erwärme jedes kalte Herz, Lenk' alle Seelen himmelwärts, Vereine die zerstreuten Glieder Und bringe das Verlorne wieder. Hallelujah! Hallelujah! 6. Wenn du nicht Beistand ihm verleihst, So strebt umsonst des Menschen Geist. Laß auf uns deine Gnade regnen, gleich Und bringen Frucht zum Himmelreich; Dann führt zum Leben uns das Sterben, Und ewig sind wir Gottes Erben. Hallelujah! Hallelujah! Karl Bernhard Garve. 165. Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier zc. 1. Geist der Wahrheit, lehre mich Aller Wahrheit Urquell kennen, Jesum Christum! Nur durch dich Kann ich meinen Herrn ihn nennen; Du, du mußt ihn mir verklären, Ganz mein Herz zu Gott bekehren. 2. Du nur machst das Herz gewiß Und erleuchtest meine Seele, Daß ich in der Finsterniß Nicht den Weg des Heils verfehle. Du führst mich auf Gottes Pfade, Zeugst von Wahrheit und von Gnade. 3. Unser Tröster heißest du, Ueberschwänglich kannst du trösten; Du erfüllst mit Himmelsruh' Die Gemüther der Erlösten, Gottes Baterhuld empfinden. Daß sie nach der Angst der Sünden 4. Mächtig stärkst du zum Gebet, Weckst in uns inbrünst'ges Sehnen, Das mit stillen Seufzern fleht Pfingsten. Und zur Wonne führt durch Thränen. Hoffnung und Geduld im Leiden Ist dein Werk, du Geist der Freuden. 5. Heiligung und Reinigkeit Und ein gottgefällig Leben, Selige Zufriedenheit, Wahre Weisheit kannst du geben. Selig, die an deinen Gaben Theil durch Lieb' und Glauben haben! 6. Was mir fehlt, find' ich bei dir, Nur durch dich kann ich geneſen. Komm und wohne selbst in mir, Schaffe neu mein ganzes Wesen; Dann wird meine Schwachheit Stärke, Und ich wirke Gottes Werke. 7. Sieh, ich öffne dir mein Herz, Läutre du es auch durch Leiden, Mache mich durch Noth und Schmerz Würdig deiner Himmelsfreuden. Hilf mir, Vater, beten, ringen Und hindurch zum Ziele dringen. Samuel Gottlieb Bürde. 129 2. Zeuch ein, laß mich empfinden Und schmecken deine Kraft, Die Kraft, die uns von Sünden Hülf' und Errettung schafft. Entsünd'ge meinen Sinn, Daß ich mit reinem Geiste Dir Ehr' und Dienste leiste, Die ich dir schuldig bin. 166. 1010 Mel.: Aus meines Herzens Grunde 2c. 1. Zeuch ein zu meinen Thoren, Sei meines Herzens Gast, Der du, da ich geboren, Mich neu geboren haft; O hochgelobter Geist Des Vaters und des Sohnes, Mit beiden gleiches Thrones, Mit beiden gleich gepreist! 3. Du bist ein Geist, der lehret, Wie man recht beten soll; Dein Beten wird erhöret, Dein Singen klinget wohl; Es steigt zum Himmel an, Fleht um die rechten Gaben, Bis wir von dem sie haben, Der allen helfen kann. 4. Du bist ein Geist der Freuden, Von Trauern hältst du nicht, Erleuchtest uns im Leiden Mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manches Mal Hast du mit süßen Worten Mir aufgethan die Pforten Zum güldnen Freudensaal! 5. Du bist ein Geist der Liebe, Ein Freund der Freundlichkeit, Willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Haß und Neid und Streit. Der Feindschaft bist du feind, Willst, daß durch Liebesflammen Sich wieder thu' zuſammen, Was unversöhnlich scheint. 6. Du, Herr, haft selbst in Händen Die ganze weite Welt, Kannst Menschenherzen wenden, Wie es dir wohlgefällt. 9 Fest- Lieder. 130 Leit' uns den Friedenspfad, Verknüpf' in allen Landen Mit sanften Liebesbanden, Was sich getrennet hat. 7. Beschirm' die Obrigkeiten, Bau' unsers Kaisers Thron, Gieb Glück zu unsern Zeiten, Schmück' als mit einer Kron' Die Alten mit Verstand, Mit Frömmigkeit die Jugend, Mit Gottesfurcht und Tugend Das Volk im ganzen Land. 8. Erfülle die Gemüther Mit reiner Glaubenszier Und segne Haus und Güter Aus Gnaden für und für. Vertreib' den bösen Geist, Der sich dir widersetet Und, was dein Herz ergößet, Aus unsern Herzen reißt. 9. Richt' unser ganzes Leben Allzeit nach deinem Sinn, Und wenn wir's sollen geben In's Todes Hände hin, Wenn's hier mit uns ist aus: So hilf uns fröhlich sterben Und nach dem Tod ererben Des ew'gen Lebens Haus. Paul Gerhardt. 167. Eigene Melodie. 1. Nun bitten wir den heil'gen Geist Um den rechten Glauben allermeist, Daß er uns behüte an unserm Ende, Wenn wir heimfahr'n aus diesem Elende. Herr, erbarm' dich unser! 2. Du werthes Licht, gieb deinen Schein, Lehr' uns Jesum Christ kennen allein, Daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, Der uns gebracht zum rechten Vaterland. Herr, erbarm' dich unser! 3. Du süße Lieb', schenk' deine Gunst, Laß empfinden uns der Lieb' Inbrunst, Daß wir uns von Herzen einander lieben, In Frieden auf einem Sinne bleiben. Herr, erbarm' dich unser! 4. Du höchster Trost in aller Noth, Hilf, daß wir nicht fürchten Schand' und Tod, Daß in uns die Sinne nicht einst verzagen, Wenn der Feind wird das Leben verklagen. Herr, erbarm' dich unser! Martin Luther. Pfingsten. 131 4. Ergreife, Herr, mit deiner Wahrheit Die, so noch wandeln in der Sünde Nacht; Sie leuchte 1. Von dir, mein Gott, kommt Licht und Leben, Der du das Licht und Leben selber biſt. hier mit sanfter Klarheit, Sie schrecke dort mit deines Donners Macht, Ich bin mit Dunkel noch umgeben, Das Leben fehlt mir noch, das aus dir ist. Daß die verstockten Sünder in sich gehn O sende mir der Wahrheit hellen Und wahrer Reue voll um Gnade flehn. 168. Mel.: Dir, dir, Jehovah, will ich zc. Schein, Belebe mich, daß ich dir leb' allein. 2. Du sprachst, und aus den Finsternissen Ging auf dein Wort des Lichtes Strahl hervor; Nun ward die Welt der Nacht entrissen, Die Sonne stieg in vollem Glanz empor. So sei durch deines Schöpfer wortes Macht Der Wahrheit Licht auch in mir angefacht. 3. Dann werd' ich, Herr, dich recht erkennen, Christo uns so hoch geliebt, Dich, der in Und froh dich meinen Vater nennen, Weil mir dein Geist der Kindschaft Zeugniß giebt. Dann wird mir erst das Heil in Christo klar, Das deiner Gnade ew'ger Rathschluß war. 5. Und merk' ich selbst mit bangem Herzen, Daß ich bethört vom Weg des Heiles wich, meine Schmerzen Dann stille bittern Das theure Wort: der Mittler starb für dich! Daß ich Vergebung find' in Jeſu Blut; Du aber gieb zur Bess'rung Kraft und Muth. Johann Franz Christoph Steinmek. 169. Mel.: Gott des Himmels und der zc. 1. Komm, o komm, du Geist des Lebens, Wahrer Gott von Ewigkeit! Deine Kraft sei nicht vergebens, Sie erfüll' uns jederzeit: So wird Leben, Licht und Schein In dem dunklen Herzen sein. 2. Gieb in unser Herz und Sinnen 9* Fest- Lieder. 132 Weisheit, Rath, Verstand und Zucht, Daß wir anders nichts beginnen, Als nur, was dein Wille sucht. Dein' Erkenntniß werde groß Und mach' uns vom Irrthum los. 3. Zeig' uns, Herr, die rechten Stege, Die dein Wort uns fund gethan; Räume ferner aus dem Wege, Was im Lauf uns hindern kann. Wirke Reue nach der That, Wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Wird um Trost dem Herzen bange, Daß es oftmals rufen muß: Ach mein Gott, mein Gott, wie lange? O so mache den Beschluß: Sprich der Seele tröstlich zu Und gieb Muth, Geduld und Ruh'. 5. OduGeist der Kraft und Stärke, Du gewisser neuer Geist! Fördre in uns deine Werke, Wenn der Feind uns fliehen heißt; Schenk' uns Waffen in dem Krieg Und erhalt' in uns den Sieg. 6. Herr, bewahr' auch unsern Glauben, Daß kein Teufel, Tod noch Spott Uns denselben möge rauben: Sei du unser Schuß, o Gott! Sagt das Fleisch gleich immer nein, Laß dein Wort gewisser sein. 7. Wenn wir endlich sollen sterben, So versichre mehr und mehr Uns, als deines Reiches Erben, Jener Herrlichkeit und Ehr', Die Gott giebt durch Jesum Christ Und die unaussprechlich ist. Heinrich Held. 170. Mel.: Dir, dir, Jehovah, will ich zc. 1. Wach' auf, du Geist der ersten Zeugen, Der Wächter, die auf Zions Mauern stehn, Die Tag' und Nächte nimmer schweigen Und die getrost dem Feind entgegen gehn, Ja deren Schall die ganze Welt durchdringt Und aller Völker Schaaren zu dir bringt. 2. O daß dein Feuer bald entbrennte, Daß wir es sehn in alle Lande gehn, Auf daß bald alle Welt erkennte, Was zur Erlösung ihr von dir is geschehn. O Herr der Ernte, siehe du darein: Die Ernt' ist groß, der Knechte Zahl ist klein. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten Uns diese Bitte in den Mund gelegt. O siehe, wie an allen Orten Pfingsten. 133 Sich deiner Kinder Herz und Sinn 7. Du hast uns Hirten ja bewegt, versprochen, Dich hierum herzinbrünstig anzuflehn; Drum hör', o Herr, und sprich: es soll geschehn! 4. Breit' aus dein Wort durch große Schaaren, Mach' sie in Kraft Evangelisten gleich, Laß eilend Hülf' uns widerfahren Und brich mit Macht hinein in Satans Reich. O breite, Herr, auf weitem Erdenfreis Dein Reich bald aus zu deines Namens Preis. 5. Ach laß dein Wort recht schnelle laufen, Es sei kein Ort ohn' dessen Glanz und Schein; Ach führe bald dadurch mit Haufen Der Heiden Füll' in alle Thore ein; Ja wecke doch auch Israel bald auf! Und also segne deines Wortes Lauf! 6. Laß jede hoh' und niedre Schule Die Werkstatt deines guten Geistes sein; Ja size du nur auf dem Stuhle Und präge dich der Jugend selber ein, Daß treuer Lehrer viel' und Beter ſein, Die kräftig für die Kirche stehen ein. Die du nach deinem Herzen geben willt. Nun wird dein Wort niemals gebrochen, Ein jedes Wort wird treu von dir erfüllt; Drum halt' ich dieses klare Wort dir vor: Ach denke dran und neig' uns Herz und Ohr. Der du der 8. Du wirst dein herrlich Werk vollenden, Welten Heil und Richter bist, Du wirst der Menschheit Jammer wenden, ne So dunkel jetzt dein Weg, o Heil'ger, ist. Drum hört der Glaub' nie auf zu dir zu flehn, Du thust doch über Bitten und Verstehn! Karl Heinrich v. Bogatky. 171. Mel.: Christus, der uns selig macht zc. 1. Geist von oben, lenke du Unsers Fußes Tritte; Führe uns der Heimath zu, Wohn' in unsrer Mitte. Knüpfe du ein festes Band Um die Bruderherzen, Daß wir gehen Hand in Hand, Schmückend unsre Kerzen. Fest- Lieder. 134 2. Geist von oben, du allein Machest helle Augen, Daß, vom Selbstbetruge rein, Sie zum Sehen taugen; Zündest an der Wahrheit Licht, Mir mein Bild zu zeigen; Du nur kannst zur reinsten Pflicht Herz und Sinne neigen. 3. Geist von oben, heil'ge du Alle meine Triebe! Was ich denke, red' und thu', Füll' das Herz mit Liebe! Treib' hinaus den falschen Schein, Eigensinn und Tücke; Mache mich vom Stolze rein So im Schmerz als Glücke. 4. Geist von oben, stärke mich, Daß mein Fuß nicht gleite! Denn ein strauchelnd Kind bin ich, Gestern ach wie heute! Rüste mich mit Heldenmuth, Daß der Feind nicht siege, Ich vor seiner List und Wuth Nie im Kampf erliege. 5. Geist von oben, spende Licht In der Nacht der Leiden, Schatten, wenn die Sonne sticht, Trost, wenn Freunde scheiden! Sei du meine Kraft, mein Lied, Das die Brust erweitert, Das, wenn jede Hülfe flieht, Meinen Lauf erheitert. Laß mich dann die Himmelspfort' Schon von ferne schauen, Bis ich werde wohnen dort Auf den Friedensauen! Karl Oktavius Voget. 6. Geist von oben, wann die Welt Mich allein wird lassen, Nichts mein brechend Aug' erhellt, Wang' und Mund erblassen: 172. Mel.: O du Liebe meiner Liebe zc. 1. Daß es auf der armen Erde Unter deiner Christenschaar Wieder einmal Pfingsten werde, Herr, das mache gnädig wahr! Fache du der Liebe Flammen In den kalten Herzen an; Füge, was entzweit, zusammen, Daß man Eintracht sehen kann. 2. Mache alle kranken Glieder Rüstig, kräftig und gesund; Laß die erste Liebe wieder Einen unsern Christenbund, Daß bald wieder nur der eine Große, heil'ge Gottesgeist Sichtbar sei in der Gemeine, Welche Christi Kirche heißt. 3. Laß ihn unsre Herzen rühren, Daß in deiner Christenwelt Man es sichtlich möge spüren, Wie er neu sich eingestellt. Frühling blühet auf den Auen, Frühling soll im Herzen blühn, Von des Geistes Hauch soll's thauen, Und ein neues Leben glühn. 4. O so send' ihn uns hernieder, Und als neuer Lebenssaft Dringe er durch alle Glieder Pfingsten. Und belebe sie mit Kraft; Treibe sie zu Geisteswerken, Fache an der Liebe Gluth, Lehre treu aufs Wort uns merken, Weck' der ersten Zeugen Muth! 5. Rüste deines Geistes Streiter Mit des Geistes Waffen aus; Zieh der Kirche Grenzen weiter Und erfülle Herz und Haus: Mach' in jeder Seele Pfingsten Nach dem Ostermorgenroth, Daß auch keines der Geringsten Bleibe noch in Sünden todt. 6. Also laß des Geistes Wehen In der ganzen Christenheit, Jesu, heute neu erstehen! Gieb uns Glaubensfreudigkeit, Daß in jeder Christgemeine, Nah und fern, zu Berg und Thal, Deines Geistes Macht erscheine: Pfingsten werde überall! Leonhard Meißer. 173. Mel.: Valet will ich dir geben 2c. 1.0 komm, duGeist der Wahrheit, Und kehre bei uns ein; Verbreite Licht und Klarheit, Verbanne Trug und Schein! Geuß aus dein heilig Feuer, Rühr' Herz und Lippen an, Daß jeglicher getreuer Den Herrn bekennen kann. 2. Unglaub'und Thorheit brüsten Sich frecher jetzt als je, Darum mußt du uns rüsten 135 Mit Waffen aus der Höh'; Du mußt uns Kraft verleihen, Geduld und Glaubenstreu' Und mußt uns ganz befreien Von aller Menschenscheu. 3. O wahrlich, wir verdienen Ein strenges Strafgericht; Uns ist das Licht erschienen, Allein wir glauben nicht. Das Auge werd' uns feuchter, Wenn wir voll Reue flehn: Laß, Herr, bei uns den Leuchter Des Geistes fürder stehn! 4. Du heil'ger Geist, bereite Ein Pfingstfest nah und fern; Mit deiner Kraft begleite Das Zeugniß von dem Herrn! O öffne du die Herzen Der Welt und uns den Mund, Daß wir in Freud' und Schmerzen Das Heil ihr machen kund. Karl Johann Philipp Spitta. 174. Mel.: Aus meines Herzens Grunde zc. 1. O Geist, den wir empfangen. Vom Vater und vom Sohn, Der du bist ausgegangen Von Christi Himmelsthron: Komm, nimm dich unser an! Komm, mache uns lebendig; Komm, heile uns inwendig; Führ' uns auf ebner Bahn! 2. Du kommst beseelend nieder Auf das, was todt und wild, Erneust Verlornes wieder Fest- Lieder. 136 Zu Gottes Ebenbild. Wend' uns durch Buß' und Reu' Von Sünden, von der Erden, Damit wir himmlisch werden; Schaff' unsre Herzen neu! 3. Du Finger Gottes, schreibe Dein Lebenswort in mich! Die Kraft des Höchsten treibe Mein Herz beständiglich! O Kraft, die alles schafft, Du kannst uns mächtig machen; Ach schenke doch uns Schwachen Die rechte Lebenskraft! 5. Droht uns der Trübsal Wetter, Ist Welt und Feind erbost, So sei du unser Retter, Du einig wahrer Trost! Weih' uns zu Priestern ein, Zu Königen im Streiten, Zu Helden in dem Leiden, Zu Siegern in der Pein! Laß unsre Glieder Waffen Sein der Gerechtigkeit! 175. 4. Laß uns nach dem nur streben, mel.: Wie groß ist des Allmächt'gen 2c Was Gott gefallen kann, Und fang' ein ewig Leben In unsern Herzen an. Laß Christi heil'ges Bild In uns Gestalt gewinnen, Bis uns in allen Sinnen Sein Will' und Wort erfüllt! 6. Laß uns dich nie betrüben! Schmück' unsre Seelen aus Mit Früchten, die auch drüben Bestehn im Vaterhaus. Ja mach' uns allezeit In Heiligkeit rechtschaffen; 7. Herr, laß hier unsre Glieder Nur deine Tempel sein, Und droben füg' uns wieder In Salems Mauern ein! Erzeig' uns hier dein Licht Geheim in stillem Hoffen, Dann, wann der Himmel offen, In Gottes Angesicht! Phil. Friedr. Hiller nach Joh. Arnd. 1. Ihr Christen, rühmt, erhebt digider und preiset Mit Herz und Geist, mit Seel' und Mund Die Gnade, die der Herr erweiset In seinem neuen ew'gen Bund! Er tränkt mit Himmelskraft die Seelen Und gießt den Geist der Kindschaft aus; Zum Tempel will er sie erwählen Und weihen sie zum Gotteshaus. 2. Auf, auf, ihr Herzen und ihr Zungen, Verkündigt Gottes hohen Ruhm! Dein Name werde stets besungen Von uns, Herr, deinem Eigenthum. O daß ein Geist des Lebens wehe Und, was nur Athem hat, erfüll', Daß alle Welt die Wunder sehe, Die Gott in Christo schaffen will! Christus- Lieder. 3. Im Geiste laßt uns Pfingsten halten, Im Geist und nicht in Fleischesfinn! Des Glaubens hohe Zuversicht; Mach' uns zu Gottes wahren Kindern Verharren träge wir im Alten, Wo bleibt dann unsers Heils Gewinn? Durch deines Nur das heißt neu geboren werden, O zünde deine reine Liebe In unser aller Herzen an Wenn Christi Geist auch in uns lebt, Und schaffe, daß mit heil'gem Und unser Sinn schon hier auf Erden Durch himmlisch Thun zum Himmel schwebt. 137 4. Ach Jesu, schenk' uns armen Sündern 176. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit 2c. 1. O süßester der Namen all, Die Menschenzungen nennen! O du, der Himme Wiederschall, Dem tausend Herzen brennen! O Jesus, Jesus Christus, wie Beugt tief genug sich unser Knie Vor dir, o mein Erlöser? 3. Christus- Lieder. 2. O du, der ewig uns befreit Von Todesnoth und Schmerzen! Wer, Heiland und Erretter, freut Sich deiner nicht von Herzen? Dein Nam' ist Hülfe, Heil und Huld, Vor dir verschwindet Tod und Schuld; Wer ist, wie du, ein Retter? Geistes Kraft und Licht. Triebe, Was lebt, dich ewig lieben kann! Johann Konrad Ziegler. 3. Erlöser, Jesu, ein'ger Sohn Des Vaters aller Wesen, Zum König auf Jehovah's Thron Vom Anbeginn erlesen, Voll Gottesweisheit, Licht aus in Licht, Voll Kraft, die warm zum Herzen ſpricht, Voll reinster Gottesliebe! 4. Hoch über alle Namen geht Dein Name, Weltregierer, Du Hoherpriester und Prophet, Du aller Seelen Führer! Dein ist die Tiefe, dein die Höh', O König aller Könige, Dein alles, Jesus Christus! Johann Kalpar Lavater. 138 Christus- Lieder. 177. Mel.: Es ist das Heil uns kommen 2c. 1. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ, O Mensch, der auf die Erden Vom Thron des Himmels kommen iſt, Dein Bruder da zu werden! Vergiß nicht, daß er dir zu gut' Hat angenommen Fleisch und Blut: Dank' ihm für diese Liebe. 2. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ, Der für dich hat gelitten; Ja gar am Kreuz gestorben ist Und dadurch hat beſtritten Welt, Sünde, Teufel, Höll' und Tod th Und dich erlöst aus aller Noth: Dank' ihm für diese Liebe. 3. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ, Der aus des Todes Banden Ba Als Held hervorgegangen ist; Mit ihm bist du erstanden. Das Leben hat er wiederbracht Und uns gerecht vor Gott gemacht: Dank' ihm für dieſe Liebe. 4. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ, Der nach den Leidenszeiten Gen Himmel aufgefahren ist, Die Stätt' dir zu bereiten, Da du sollst bleiben allezeit Und sehen seine Herrlichkeit: Dank' ihm für diese Liebe. 5. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ, Der einst wird wiederkommen und sich, was todt und lebend ist, Zu richten vorgenommen. O denke, daß du da beſtehst Und mit ihm in sein Reich eingehst, Ihm ewiglich zu danken. 6. Gieb, Jesu, gieb, daß ich dich fann Mit wahrem Glauben fassen. Und nie, was du an mir gethan, Mög' aus dem Herzen lassen, Daß dessen ich in aller Noth Mich trösten mög' und durch den Tod Zu dir ins Leben dringen. Cyriakus Günther. 178. Eigene Melodie. 1. Eins ist noth; ach Herr, dies de Eine Lehre mich erkennen doch! Alles andre, wie's auch scheine, Ist ja nur ein schweres Joch, Darunter das Herze sich naget und plaget Und dennoch kein wahres Vergnügen erjaget. Erlang' ich dies Eine, das alles erſeßt, So werd' ich mit Einem in allem ergößt. Christus- Lieder. 2. Seele, willst du dieses finden, Such's bei keiner Creatur; Laß, was irdisch ist, dahinten, Schwing dich über die Natur. Wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet, Wo alle vollkommene Fülle er- Und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. scheinet, Da, da ist das beste, nothwendigste Ach wenn ich nur Jeſum recht kenne Theil, und weiß, Mein Ein und mein Alles, mein So hab' ich der Weisheit vollseligstes Heil. kommenen Preis. 3. Wie dies Eine zu genießen Sich Maria dort befliß, Als sie sich zu Jesu Füßen Voller Andacht niederließ; DasHerz ihr entbrannte, nur einzig zu hören, Wie Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren: Ihr Alles war gänzlich in Jesum versenkt, Und wurde ihr alles in Einem geschenkt. 139 5. Aller Weisheit höchste Fülle In dir ja verborgen liegt. Gieb nur, daß sich auch mein Wille Fein in solche Schranken fügt, Worinnen die Demuth und Einfalt regieret 4. Also ist auch mein Verlangen, Liebster Jesu, nur nach dir; Laß mich treulich an dir hangen, Schenke dich zu eigen mir. Ob viele zum größeren Haufen sich kehren, So soll doch mein Herze dir einzig gehören; Denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geiſt. Was ist wohl, das man nicht in Jesu geneußt? 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, Als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen Durch dein theures Opferblut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir erworben, Da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben; Die Kleider des Heils ich da habe erlangt, Worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 7. Nun so gieb, daß meine Seele Auch nach deinem Bild erwacht; Du bist ja, den ich erwähle, Mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, Ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben; Entreiße mich aller vergänglichen Lust, Christus- Lieder. 140 Dein Leben sei, Jeju, mir einzig bewußt. 2. Ach bleib' mit deinem Worte Bei uns, Erlöser werth, Daß uns in diesem Horte 8. Volles G'nügen, Fried' und Sei Trost und Heil beschert. Freude Jeho meine Seel' ergößt, Weil auf eine frische Weide Mich mein Hirte hat geſetzt. Nichts Süßers kann also mein Herze erlaben, Als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben; Nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt, Als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. 9. Drum auch, Jesu, du alleine Sollst mein Ein und Alles sein. Prüf', erfahre, wie ich's meine, Tilge allen Heuchelschein; und Sieh, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, Und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege; Gieb, daß ich hier alles nur achte für Spott Und Jesum gewinne: dies Eine ist noth. Johann Heinrich Schröder. 179. Mel.: Christus der ist mein Leben zc. 1. Ach bleib' mit deiner Gnade Bei uns, Herr Jesu Christ, Daß uns hinfort nicht schade Des bösen Feindes Liſt. 3. Ach bleib' mit deinem Glanze Bei uns, du werthes Licht, Dein' Wahrheit uns umschanze, Damit wir irren nicht. 4. Ach bleib' mit deinem Segen Bei uns, du reicher Herr, His Dein' Gnad' und all's Vermögen In uns, o Herr, vermehr'. 5. Ach bleib' mit deinem Schuße Bei uns, du starker Held, Daß uns der Feind nicht truke, Noch fäll' die böſe Welt. 6. Ach bleib' mit deiner Treue Bei uns, mein Herr und Gott: Beständigkeit verleihe, Hilf uns aus aller Noth! Josua Stegmann. 180. 1150 Eigene Melodie. Ch. A. 1. Wenn ich ihn nur habe, Wenn er mein nur ist, Wenn mein Herz bis hin zum Grabe Seine Treue nie vergißt, Weiß ich nichts von Leide, Fühle nichts als Andacht, Lieb' und Freude. 2. Wenn ich ihn nur habe, Lass' ich alles gern, Folg' an meinem Wanderstabe Treugesinnt nur meinem Herrn; Christus- Lieder. Lasse still die andern Breite, lichte, volle wandern. Straßen 3. Wenn ich ihn nur habe, Schlaf' ich fröhlich ein; Ewig wird zu süßer Labe Seines Herzens Fluth mir sein, Laß das letzte Tageslicht Die mit sanftem Zwingen Alles wird erweichen und durchdringen. 4. Wenn ich ihn nur habe, Hab' ich auch die Welt, Weil des Himmels schönste Gabe Meinen Blick nach oben hält. Hingesenkt im Schauen Kann mir vor dem Irdischen nicht grauen. 5. Wo ich ihn nur habe, Ist mein Vaterland, Und es fällt mir jede Gabe Als ein Erbtheil in die Hand. Längst vermißte Brüder Find' ich nun in seinen Jüngern wieder. Rovalis.( Friedrich v. Hardenberg.) 181. Mel.: Jesus, meine Zuversicht zc. 1. Meinen Jesum lass' ich nicht; Weil er sich für mich gegeben, So erfordert meine Pflicht, In ihm und für ihn zu leben. Er ist meines Lebens Licht; Meinen Jesum lass' ich nicht. 2. Jesum lass' ich nimmer nicht, Weil ich soll auf Erden leben; 141 Ihm hab' ich voll Zuversicht, Was ich bin und hab', ergeben. Alles ist auf ihn gericht't, Meinen Jesum lass' ich nicht. 3. Laß vergehen das Gesicht, Alle meine Sinne weichen; Mich auf dieſer Welt erreichen; Wenn der Lebensfaden bricht, Meinen Jesum lass' ich nicht. 4. Ich werd' ihn auch lassen nicht, Wenn ich nun dahin gelanget, Wo vor seinem Angesicht FrommerChristenGlaube pranget. Mich erfreut sein Angesicht; Meinen Jesum lasſ' ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht Meine Seel' in mir sich sehnet; Jesum wünscht sie und sein Licht, Der mich hat mit Gott versöhnet, Der mich frei macht vom Gericht: Meinen Jesum lass' ich nicht. 6. Jesum lass' ich nicht von mir, Geh' ihm ewig an der Seiten; Christus wird mich für und für Zu den Lebensbächen leiten. Selig, wer mit mir so spricht: Meinen Jeſum laſs' ich nicht. Christian Keimann. 182. Mel.: O du Liebe meiner Liebe zc. 1. Bleibt bei dem, der euretwillen Auf die Erd' hernieder kam; Der, um euren Schmerz zu stillen, Christus- Lieder. 142 Tausend Schmerzen auf sich nahm; Bleibt bei dem, der einzig bleibet, Wenn auch alles untergeht, Der, wenn alles auch zerstäubet, Siegend überm Staube steht. 2. Alles schwindet, Herzen brechen, Denen ihr euch hier ergabt, Auch der Mund hört auf zu sprechen, Der euch oft mit Trost gelabt, Und der Arm, der euch zum Stabe Und zum Schilde ward, erstarrt, Und das Auge schläft im Grabe, Das euch sorgsam einst bewahrt. 3. Alles stirbt; das Ird'sche findet In dem Irdischen sein Grab; Alle Lust der Welt verschwindet, Und das Herz stirbt selbst ihr ab. Ird'sches Wesen muß verwehen, Ird'sche Flamme muß verglühn, Ird'sche Fessel muß sich lösen, Ird'sche Blüthe muß verblühn. 4. Doch der Herr steht überm Staube Alles Irdischen und spricht: Stüße dich auf mich und glaube, Hoffe, lieb', und fürchte nicht! Darum bleibt bei dem, der bleibet Und der geben kann, was bleibt, Der, wenn ihr euch ihm verschreibet, Euch ins Buch des Lebens schreibt. Karl Johann Philipp Spitta. 183. Eigene Melodie. 1. Allein zu dir, Herr Jesu Christ, Mein' Hoffnung steht auf Erden; Ich weiß, daß du mein Tröster bist, Kein Trost mir sonst mag werden. Von Anbeginn ist nichts erfor'n, Auf Erden ist kein Mensch gebor'n, Der mir aus Nöthen helfen kann: Dich ruf' ich an, Du bist's, der helfen will und kann. 2. Herr, meine Schuld ist übergroß Und reuet mich von Herzen; Erbarme dich und sprich mich los Durch deinen Tod und Schmerzen. Nimm meiner dich beim Vater an, Der du für mich genug gethan, Dann werd' ich los der Sünden Last. Mein Glaub' umfaßt, Herr, was du mir verheißen hast. 3. Verleih' mir aus Barmherzigkeit Des Glaubens Kraft und Stärke, Auf daß ich deine Freundlichkeit Recht innig fühl' und merke, Vor allen Dingen liebe dich Und meinen Nächsten gleich als mich. Hilf mir in meiner letzten Noth, Mein Herr und Gott, Der du für mich besiegt den Tod. 4. Ehr' sei Gott auf dem höchsten Thron, Christus- Lieder. Dem Vater aller Güte, Und Jesu Christo, seinem Sohn, Der uns allzeit behüte, Und seinem werthen heil'gen Geist, Der uns den Weg zum Himmel weist! So singet alle Christenheit Hier in der Zeit Und dort in sel'ger Ewigkeit. Johann Schneefing. 184. Mel.: Wer nur den lieben Gott 2c. 1. Ich will dich lieben, meine Stärke, Ich will dich lieben, meine Zier! Ich will dich lieben mit dem Werke Und immerwährender Begier. Ich will dich lieben, schönstes Licht, Bis mir das Herz im Tode bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, Als meinen allerbesten Freund; Ich will dich lieben und erheben, So lange mich dein Glanz bescheint; Ich will dich lieben, Gotteslamm, Als meiner Seele Bräutigam. 3. Ach daß ich dich so spät erkannte, Du hochgelobte Liebe du! Daß ich nicht früher mein dich nannte, Du höchstes Gut und wahre Ruh'! Es ist mir leid und bin betrübt, Daß ich so spät erst dich geliebt. 143 4. Ich lief verirrt und war verblendet, Ich suchte dich und fand dich nicht. Ich hatte mich von dir gewendet Und liebte das geschaffne Licht; Nun aber ist's durch dich geschehn, Daß ich dich mir zum Heil ersehn. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, Daß mir dein Glanz hat Licht gebracht; Ich danke dir, du Himmelswonne, Daß du mich froh und frei gemacht; Ich danke dir, du heil'ger Mund: Du Heiland machtest mich gesund! 6. Erhalte mich auf deinen Stegen Und laß mich nicht mehr irre gehn; Laß meinen Fuß auf deinen Wegen Erleucht' mir Leib und Seele ganz, Nicht straucheln oder stille stehn; Du reiner, heller Himmelsglanz! Johann Scheffler. 185. Mel.: Jesu, meines Lebens Leben 2c. 1. Großer Mittler, der zur Rechten Seines großen Vaters sizt Und die Schaar von seinen Knechten In dem Reich der Gnaden schüßt, Christus- Lieder. 144 Dem auf dem erhabnen Throne In der königlichen Krone Aller Ewigkeiten Heer Bringt in Demuth Preis und Ehr'! 2. Dein Geschäft auf dieser Erden Und dein Opfer ist vollbracht; Was vollführet sollte werden, Das vollführtest du mit Macht. Da du bist für uns gestorben, Ist uns Gnad' und Heil erworben, Und dein siegreich Auferstehn Läßt uns in die Freiheit gehn. 3. Nun ist dieses dein Geschäfte In dem obern Heiligthum, Die erworbnen Segenskräfte Durch dein Evangelium Allen denen mitzutheilen, Die zum Thron der Gnaden eilen; Nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Die durch dich zum Vater kamen, Derer denkest du mit Lust, Trägest eines jeden Namen Priesterlich auf deiner Brust; Du vertrittst, die an dich gläuben, Daß sie dir vereinigt bleiben, Wirkest in des Vaters Haus Ihnen eine Wohnung aus. 5. Doch vergißt du auch der Armen, Die der Welt noch dienen, nicht, Weil dein Herz dir vor Erbarmen Ueber ihrem Elend bricht: Daß dein Vater ihrer schone, Daß er nicht nach Werken lohne, Daß er ändre ihren Sinn, Ach da zielt dein Bitten hin. 6. Und es wird, was es begehret, Von der Allmacht unterſtüßt, Da die Menschheit nun verkläret Zu der Rechten Gottes sigt: Nun kannst du des Feindes Klagen Majestätisch niederschlagen, Und nun macht dein redend Blut Unsre böse Sache gut. 7. Großer Mittler, sei geprieſen, Daß du in dem Heiligthum So viel Treu' an uns bewiesen; Dir sei Ehre, Dank und Ruhm! Dein Verdienst laß uns vertreten, Wenn wir zu dem Vater beten; Sprich für uns in letter Noth, Wenn den Mund verschließt der Tod. Johann Jakob Bambach. 186. Mel.: Befiehl du deine Wege 2c. 1. Ich weiß, woran ich glaube, Ich weiß, was fest besteht, Wenn alles hier im Staube Wie Rauch und Staub verweht; Ich weiß, was ewig bleibet, Wo alles wankt und fällt, Wo Wahn die Weisen treibet, Und Trug die Klugen hält. 2. Das ist das Licht der Höhe, Das ist mein Jesus Christ, Der Fels, auf dem ich stehe, Christus- Lieder. Der unvergänglich ist, Der nimmermehr kann wanken, Der Heiland und der Hort, Die Leuchte der Gedanken, Die leuchtet hier und dort! 3. Er, den man blutbedecket Am Abend einst begrub, Er, der von Gott erwecket Sich aus dem Grab erhub! Der meine Schuld versöhnet, Der seinen Geist mir schenkt, Der mich mit Gnaden krönet Und ewig mein gedenkt! 187. Eigene Melodie. 1. Jesu, meine Freude, Meines Herzens Weide, Jesu, meine Zier! Ach wie lange, lange Ist dem Herzen bange, Und verlangt nach dir! Gottes Lamm, mein Bräutigam, Außer dir soll mir auf Erden Nichts sonst lieber werden. 4. Drum weiß ich, was ich Bleibt mir unbewußt! glaube, Ich weiß, was fest besteht Und in dem Erdenstaube Nicht mit zu Staub verweht; Es bleibet mir im Grauen Des Todes ungeraubt: Es schmückt auf Himmelsauen Mit Kronen einst mein Haupt. Ernst Morik Arndt. 2. Unter deinem Schirmen Bin ich vor den Stürmen 145 Aller Feinde frei. Laß von Ungewittern Rings die Welt erzittern: Jesus steht mir bei! Wenn die Welt in Trümmer fällt, Wenn mich Sünd' und Hölle schrecken: Jesus wird mich decken! 3. Weg mit allen Schäßzen; Du bist mein Ergößen, Jesu, meine Lust! Weg, ihr eitlen Ehren, Die das Herz verkehren, Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod Soll mich, ob ich viel muß leiden, Nicht von Jesu scheiden. 4. Weicht, ihr Trauergeister, Denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein! Denen, die Gott lieben, Muß auch ihr Betrüben Lauter Segen sein. Duld' ich schon hier Spott und Hohn: Dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. Johann Franck. 188. Eigene Melodie. 1. Wachet auf! ruft uns die Stimme Der Wächter sehr hoch auf der Zinne, 10 Christus- Lieder. 146 Wach' auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stunde, Sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräut'gam kömmt, Steht auf, die Lampen nehmt, Hallelujah! Macht euch bereit Zur Hochzeitsfreud', Ihr müsset ihm entgegen gehn. 2. Zion hört die Wächter singen, Das Herz thut ihr vor Freuden springen, Sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, Von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig: Ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werthe Kron', Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all' Zum Freudensaal Und halten mit das Abendmahl. 3. Ehr' und Preis sei dir gesungen Mit Menschen und mit Engelzungen, Mit Harfen und mit Cymbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Thore An deiner Stadt; wir stehn im Chore Der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug' hat je geſpürt, Kein Ohr hat mehr gehört Solche Freude. Deß jauchzen wir Und singen dir Das Hallelujah für und für. Philipp Nicolai. 189. Mel.: Gott des Himmels und der zc. 1. Liebe, die du mich zum Bilde Deiner Gottheit hast gemacht; Liebe, die du mich so milde Nach dem Fall hast wiederbracht: Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 2. Liebe, die mich hat erkoren, Eh' ich noch geschaffen war; Liebe, die du Mensch geboren Und mir gleich wardst ganz und gar: Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 3. Liebe, die für mich gelitten Und gestorben in der Zeit; Liebe, die mir hat erstritten Ew'ge Lust und Seligkeit: Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort, Liebe, die sich dargegeben Mir zum Trost und Seelenhort: Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die mich hat gebunden An ihr Joch mit Leib und Sinn; Christus- Lieder. Liebe, die mich überwunden Und mein Herze hat dahin: Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 6. Liebe, die mich ewig liebet, Die für meine Seele litt; Liebe, die das Lös'geld giebet Und mich kräftiglich vertritt: Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 7. Liebe, die mich wird entrücken Aus dem Grab der Sterblichkeit; Liebe, die mich einst wird schmücken Mit dem Laub der Herrlichkeit: Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. Johann Scheffler. Du Herr der Herrlichkeit, Durch den Gott seine Milde Im reinsten Ebenbilde Und alle Gnaden uns erbeut! 147 Nicht durch den Geist mich treibest, Sinkt alles zu dem Tode hin. 2. In dir kann ich auf Erden Gerecht und heilig werden Und ewig selig sein; Dir fern sein ist Verderben, Qual, Finsterniß und Sterben, Unseligkeit und Höllenpein. 190. 6. Bei Freuden und bei Schmerzen Sprich du in meinem Herzen Des Vaters ewig Wort; Und laß, wenn du willst zeugen, Mel.: Nun ruhen alle Wälder 2c. 1: Du Glanz vom ew'gen Lichte, Die Welt ganz in mir schweigen; Von Gottes Angesichte, Treib' allen Lärm der Lüste fort. 3. Ich gehe oder stehe, Ich jauchze oder flehe, Ich sei auch, wo ich bin: Wenn du nicht in mir bleibest, 4. Komm, Jesu, meine Liebe, Entflamme meine Triebe Vom Himmel her für dich! Ach komm, mein ewig Leben, Mir Geist und Kraft zu geben; Komm, o mein Licht, erleuchte mich! 5. Verbinde mein Gemüthe Nach deiner Wundergüte Auf ewig, Herr, mit dir; Die Demuth sei die Würde, Die Sanftmuth meine Zierde, Dein Bild mein reichster Schmuck in mir. 7. Wie gut ist's, wo du wohnest, Wie schön ist's, wo du thronest! Da bleibt kein Gram, kein Tod. Ach meine Seele banget, Mein Geist sehnt sich, verlanget Zu dir nur hin, mein Herr und Gott! 8. Wohl denen, die dich kennen, Dich ihre Stärke nennen, Die nimmermehr zerrinnt, Von Herzen dir nachwandeln, Nach deinem Worte handeln, Voll Glauben, Lieb' und Hoffnung sind! 10* Christus- Lieder. 148 9. Dein heilig Angedenken Soll mich mit Freude tränken, Dein Lieben mach' mich satt! Herr, wohn' in meiner Seele, Damit ihr nichts mehr fehle; Du bist's, in dem man alles hat. Phil. Friedr. Hiller nach Joh. Arnd. 191. Mel.: Seelenbräutigam zc. 1. Wer ist wohl wie du, Jesu, süße Ruh'? Unter vielen auserforen, Leben derer, die verloren, Und ihr Licht dazu, Jesu, süße Ruh'! 2. Glanz der Herrlichkeit! Du bist vor der Zeit Zum Erlöser uns geschenket Und in unser Fleisch versenket In der Füll' der Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 3. Großer Siegesheld! Sünde, Tod und Welt Hast du mächtig überwunden Und ein ewig Heil erfunden Durch das Lösegeld Deines Bluts, o Held! 4. Höchste Majeſtät, König und Prophet! Deinen Scepter will ich küssen, Ich will sizen dir zu Füßen, Wie Maria thät, Höchste Majeſtät! 5. Laß mich deinen Ruhm Als dein Eigenthum Durch des Geistes Licht erkennen, Stets in deiner Liebe brennen Als dein Eigenthum, Allerschönster Ruhm! 6. Zeuch mich ganz in dich, Daß vor Liebe ich Ganz zerrinne und zerschmelze Und auf dich mein Elend wälze, Das stets drücket mich; Zeuch mich ganz in dich! 7. Deiner Sanftmuth Schild, Deiner Demuth Bild Mir anlege, in mich präge, Daß kein Zorn noch Stolz sich rege. Vor dir sonst nichts gilt, Als dein eignes Bild. 8. Steure meinem Sinn, Der zur Welt will hin, Daß ich nicht mög' von dir wanken, Sondern bleiben in den Schranken: Sei du mein Gewinn, Gieb mir deinen Sinn! 9. Wecke mich recht auf, Daß ich meinen Lauf Möge sichern Schritts vollbringen, Und die Sünd' in ihren Schlingen Mich nicht halte auf; Fördre meinen Lauf! 10. Deines Geistes Trieb In die Seele gieb, Daß ich wachen mög' und beten, Freudig vor dein Antlig treten. Ungefärbte Lieb' In die Seele gieb! 11. Wenn der Wellen Macht In der trüben Nacht Christus- Lieder. Will des Herzens Schifflein decken, Wollst du deine Hand ausstrecken; Habe auf mich Acht, Hüter in der Nacht! 12. Einen Heldenmuth, Der da Gut und Blut Gern um deinetwillen lasse Und des Fleisches Lüste hasse, Gieb mir, höchstes Gut, Durch dein theures Blut. 13. Soll's zum Sterben gehn, Wollst du bei mir stehn, Mich durchs Todesthal begleiten Und zur Herrlichkeit bereiten, Daß ich einst mag sehn Mich zur Rechten ſtehn. Johann Anastasius Freylinghausen. 192. Mel.: Wer nur den lieben Gott 2c. 1. Erwecke, Jeſu, stets die Herzen, Erinnre uns durch deinen Geist, Daß wir mit Sünden nicht mehr scherzen, Die dein Gebot uns fliehen heißt. Erwecke mich, erinnre mich! Ich will dir danken ewiglich. 149 3. Erwecke mich zur Buß' und Reue 2. Erwecke mich, dir Dank zu geben Für dein Verdienst und Opfertod. Du starbst und gabst für mich dein Leben, Du littest Schmerzen, Angst und Noth. Erwecke mich, erinnre mich, Daß ich mit Dank recht preise dich. Und mache mich von Sünden frei. Ach Herr, ich bitte dich, verleihe, Daß ja mein Herz nicht sicher sei. Erwecke mich, erinnre mich, Daß ich in Buße suche dich. 4. Erwecke mich zum wahren Glauben, Der nach dir dürstet, seufzt und ringt. Auf Dornen wachsen keine Trauben; Gieb Glauben, der auch Früchte bringt. Erwecke mich, erinnre mich, Daß ich von Herzen glaub' an dich. 5. Erwecke mich zur wahren Liebe, Zur Liebe, die fest zu dir hält, Damit ich stets in dem mich übe, was dir, mein Jesu, wohlgefällt. Erwecke mich, erinnre mich, Daß ich recht innig liebe dich. 6. Erwecke mich zur Kraft im Leide; Mach' mich an Trost und Hoffnung reich. Dein Kreuz sei mir der Grund der Freude, Dein Herz mir stets an Huld sich gleich. Erwecke mich, erinnre mich, Daß ich im Kreuze seh' auf dich. 7. Erwecke mich zum sel'gen Sterben, 150 Mein Jesu, mache mich bereit! Laß mich, o Herr, dein Reich ererben Christus- Lieder. Und führe mich zur Seligkeit. Erwecke mich, erinnre mich, Daß ich im Sterben halte dich. 8. Herr Jesu, höre meine Bitte, Nimm dich, o Heiland, meiner an. Ich walle noch in dieser Hütte; Dein Geist führ' mich auf eb'ner Bahn. Erwecke mich, erinnre mich, Bis ich im Himmel schaue dich. Gottfried Kleiner. 193. Mel.: Sollt' ich meinem Gott nicht zc. 1. Wo ist göttliches Erbarmen, Das die Sünder nicht verschmäht? Liebe, die mit offnen Armen Reuigen entgegen geht? Wo wird alle Schuld vergeben, Alle Miſsethat bedeckt Und, wenn Tod und Hölle schreckt, Seligkeit geschenkt und Leben? Fasse Muth! in Jesu Christ Solcher Gnaden Fülle ist! 2. Wo wird Balsam für die Wunden, Wo wird Lindrung für den Schmerz, Wo wird Rath und Trost gefunden Für ein rath- und thatlos Herz? Wo erquickt man müde Seelen, Richtet die Gefallnen auf, Stärkt zu unverdrossnem Lauf, Läßt des rechten Wegs nicht fehlen? Sei getrost! in Jesu Christ Solcher Gnaden Fülle ist! 3. Wer giebt Leben, das genüget? Wer giebt Freud' in Traurigkeit Und mit allem, was Gott füget, Völlige Zufriedenheit? Wer giebt findliches Vertrauen, Legt uns in des Vaters Schooß, Macht uns eitler Sorgen los, Läßt uns Gottes Wunder schauen? Freue dich! dein Jesus Christ Solcher Gnaden Geber ist! 4. Wer giebt Sinn der Kinder Gottes, Demuth, die ihr Nichts erwägt, Sanftmuth, die den Pfeil des Spottes Ungereizt zur Seite legt; Liebe, die kein Opfer schenet, Der das Geben Seligkeit, Die zu allem Dienst bereit, Mit den Fröhlichen sich freuet? Danke Gott! dein Jesus Christ Solcher Gnaden Geber ist! 5. Wer macht zum Gewinn das Sterben, Läßt den Tod uns nimmer sehn Und uns ew'ge Güter erben, Wann wir nackt von hinnen gehn? Wer läßt einmal noch auf Erden Für die Saat, die da gesät, Daß sie herrlich aufersteht, Frühling durch sein Wort es werden? Christus- Lieder. Lob' und singe: Jesus Christ Solcher Gnaden Geber ist! 6. O du einer, der du allen Alles giebst und alles bist, Weil nach Gottes Wohlgefallen Alle Fülle in dir ist! Alle hast du eingeladen, Alle sollen zu dir nahn, Allen hast du aufgethan Solche Fülle deiner Gnaden. Selig, wer es recht genießt, Was du giebst und was du bist! Karl Johann Philipp Spitta. 194. Mel.: Sollt' ich meinem Gott nicht zc. 1. Lasset uns mit Jesu ziehen, Seinem Vorbild folgen nach, In der Welt der Welt entfliehen Auf der Bahn, die er uns brach, Immerfort zum Himmel reisen, Irdisch nicht, schon himmlisch sein, Glauben recht und leben rein, Glauben in der Lieb' erweisen! Treuer Jesu, bleib' bei mir, Geh' voran, ich folge dir. 151 3. Lasset uns mit Jesu sterben! Sein Tod rettet uns vom Tod, Von dem ewigen Verderben, Das dem sichern Sünder droht. Laßt uns sterben, weil wir leben, Sterben unsern Lüsten ab, So wird er uns aus dem Grab In des Himmels Glanz erheben. Jesu, sterb' ich, sterb' ich dir ,. Daß ich lebe für und für. 2. Lasset uns mit Jeju leiden, Seinem Vorbild werden gleich! Nach dem Leide folgen Freuden, Armuth hier macht droben reich; Thränensaat geht auf in Wonne, Hoffnung tröstet mit Geduld; Denn es scheint durch Gottes Huld Nach dem Regen bald die Sonne. Jesu, hier leid' ich mit dir, Dort theil' deine Freud' mit mir. 4. Lasset uns mit Jesu leben! Weil er auferstanden iſt, Muß das Grab uns wiedergeben. Jesu, unser Haupt du bist, Wir sind deines Leibes Glieder, Wo du lebst, da leben wir! Ach erkenn' uns für und für, Treuer Freund, als deine Brüder! Jesu, dir ich lebe hier, Dorten ewig auch bei dir. Siegmund v. Birken. 195. Eigene Melodie. 1. Mir nach, spricht Christus, unser Held, Mir nach, ihr Christen alle! Verleugnet euch, verlaßt die Welt, Folgt meinem Ruf und Schalle; Nehmt euer Kreuz und Ungemach Auf euch, folgt meinem Wandel nach! 2. Ich bin das Licht, ich leucht' euch für Mit heil'gem Tugendleben; Wer zu mir kommt und folget mir, 152 Christus- Lieder. Darf nicht im Finstern schweben;| Wer nicht gekämpft, trägt auch Ich bin der Weg, ich weise wohl, Wie man wahrhaftig wandeln soll. die Kron' Des ew'gen Lebens nicht davon. Johann Scheffler. 3. Mein Herz ist voll Demüthigfeit, Voll Liebe meine Seele; Mein Mund der giebt zu jeder Zeit Sanftmüthige Befehle; Mein Geist, Gemüthe, Kraft und Sinn Ist Gott ergeben, schaut auf ihn! 4. Fällt's euch zu schwer? Ich geh' voran, Ich steh' euch an der Seite; Ich kämpfe selbst, ich brech' die Bahn, Bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still darf stehn, Sieht er voran den Feldherrn gehn! 5. Wer seine Seel' zu finden meint, Wird sie ohn' mich verlieren; Wer sie hier zu verlieren scheint, Wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, Ist mein nicht werth und meiner Zier. 6. So laßt uns denn dem lieben Herrn Mit unserm Kreuz nachgehen Und wohlgemuth, getrost und gern Bei ihm im Leben stehen! 196. Mel.: Valet will ich dir geben 2c. 1. Aus irdischem Getümmel, Wo Glück und Lust vergeht, Wer zeigt den Weg zum Himmel, Dahin die Hoffnung steht? Wer leitet unser Streben, Wenn es das Ziel vergißt? Wer führt durch Tod zum Leben? Der Weg ist Jesus Christ! 2. Wenn Irrthum uns befangen, Kein Strahl die Nacht durchbricht, Wie mögen wir gelangen Zu der Erkenntniß Licht? Getrost! es strömet Klarheit Von Gottes ew'gem Thron; Denn Christus ist die Wahrheit, Der eingeborne Sohn. 3. Wer schenkt in Noth und Leiden, Wenn bang' das Herz verzagt, Die Hoffnung ew'ger Freuden, Daß einst der Morgen tagt? Wer stillt der Seele Beben? Wer giebt im Tode Ruh'? Heil! Christus ist das Leben, Führt uns dem Vater zu! 4. Führ' uns auf rechtem Pfade Hinauf zum Vaterland; Die Wahrheit und die Gnade Mach' uns, o Herr, bekannt. Christus- Lieder. Das Heil wollst du uns geben, Das unvergänglich ist, O Weg, o Wahrheit, Leben, O Heiland Jesus Christ! Christoph Karl Julius Asschenfeldt. 197. Mel.: Mir nach, spricht Christus 2c. 1. Welch hohes Beispiel gabst du mir, Mein Heiland, durch dein Leben! Sollt' ich nicht gern und mit Begier Dir nachzuahmen streben, Nicht gehn den Weg, den du betratſt, Und willig thun, was du, Herr, thatſt? 2. Dein Herz, von Sünden nie entweiht, War rein, wie deine Lehre, Dein ganzer Wandel Heiligkeit, Dein Endzweck Gottes Ehre. Du giebst uns hier Zufriedenheit Und dort die ew'ge Seligkeit. 3. Darum entäußertest du dich Und stiegst vom Himmel nieder, Wardst Mensch, ein schwacher Mensch wie ich Und alle meine Brüder. Du warst, obgleich der Menschen Spott, In deinem Wandel gleich wie Gott. 4. In Knechtsgestalt erschienest du, Uns Sünder frei zu machen. 153 Den Kranken gabst du Trost und Ruh', Warst mächtig in den Schwachen. Du trugst die Leiden mit Geduld, Ob du gleich littest ohne Schuld. 5. Ein Opfer unsrer Missethat, Liebst du uns doch als Freunde, Erfüllst für uns des Vaters Rath Und bittest selbst für Feinde. Du starbst, getreu bis in den Tod, Gehorsam selbst im Tode Gott. 6. Dies große Beispiel hast du mir, Mein Heiland, hinterlassen, Daß ich gesinnet sei gleich dir In meinem Thun und Lassen. Komm, sprichst du, nimm dein Kreuz auf dich, Komm, folge mir und thu' wie ich! 7. Ich komme, Herr, gieb Kraft und Licht, Daß ich mein Heil erkenne, Dein wahrer Jünger sei und nicht Mich fälschlich nur so nenne. Auch andern selbst ein Vorbild sei. Hilf, daß ich, deinem Vorbild treu, Chr. Felix Weiße nach J. J. Rambach. 198. Mel.: Herzliebster Jesu, was hast 2c. 1. Du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben, Darauf hast du uns, Herr, dein Wort gegeben. O leite uns, die wir in Schwachheit wallen, Daß wir nicht fallen. Christus- Lieder. 154 2. Du bist der Weg; wenn deine Hand uns leitet, So stehn wir fest, wenn unser Fuß auch gleitet. Erhalt' uns stets, o Hirt voll Huld und Gnade, Auf rechtem Pfade. 3. Du bist die Wahrheit; gehn wir gleich im Dunkeln, Doch muß dein himmlisch Licht uns freundlich funkeln. Du bleibst der Morgenstern in unsern Herzen In Nacht und Schmerzen. 4. Du bist das Leben; ewig himmlisch Leben Wirst du, o Lebensfürst, den Deinen geben. O hilf, bis wir zum Himmel hingelangen, Danach verlangen. ( Rhein- Westf. Gesangbuch von 1835.) 199. Mel.: Wer nur den lieben Gott 2c. 1. Du bist das Licht von Gott geſendet, Dein Wort ist wie die Sonne klar, Und wer sich dem hat zugewendet, Der wird erleuchtet wunderbar. Du Licht aus Gott, ich bitte dich, Erleuchte mich, erleuchte mich! Der Fels, auf den das Werk gestellt: Du starker Held, ich bitte dich, Mit deiner Kraft durchdringe mich! 3. Du bist die Liebe, die getragen Der sünd'gen Menschheit Schuld und Noth, 2. Du bist die Macht, du bist die Stärke, Der Grundstein in dem Bau der Welt, Die Kraft zu jedem guten Werke,| Die Liebe, die, ans Kreuz geschlagen, Mit Freuden starb den Opfertod: Du Liebesfürst, ich bitte dich, Zu deiner Lieb' entflamme mich! 4. Du bist der Quell des ew'gen Lebens, Den Gott uns offenbar gemacht, Und wen du tränkst, den schreckt vergebens Der Sünde und des Grabes Nacht: Du Lebensquell, ich bitte dich, In meinen Geist ergieße dich! 5. Du bist die Schönheit, die Vollendung, In der sich Gottes Bild erschloß, Als er in liebender Verschwendung Des Geistes Füll' auf dich ergoß! Abglanz von Gott, ich bitte dich, Verkläre mich, verkläre mich! Julius Karl Reinhold Sturm. sdfessit nd 200. Eigene Melodie. 1. Wie schön leuchtet der Morgenstern, Voll Gnad' und Wahrheit von dem Herrn Christus- Lieder. Uns herrlich aufgegangen! O guter Hirte, Davids Sohn, Mein König auf dem Himmelsthron, d Du hast mein Herz umfangen: Lieblich, freundlich, Schön und prächtig, groß und mächtig, reich an Gaben, Hoch und wundervoll erhaben! 2. Kleinod, dem kein Kleinod gleicht, Sohn Gottes, den kein Lob erreicht, Vom Vater uns gegeben! Mein Herz zerfließt in deinem Ruhm; Dein heil'ges Evangelium Ist lauter Geist und Leben. Dich, dich will ich Ewig fassen, nimmer lassen; Brod des Lebens, Dein begehr' ich nicht vergebens. 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, Du Gottesglanz und Himmelsschein, Die Flammen deiner Liebe Und stärk' mich, daß ich ewig bleib', O Herr, ein Glied an deinem Leib In frischem Lebenstriebe! Nach dir wallt mir Mein Gemüthe, ew'ge Güte, bis es findet Dich, deß Liebe mich entzündet. 155 Wenn mich dein heilig Angesicht Mit Freundlichkeit anblicket. O Herr Jesu, mein trautes Gut! Dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut 4. Von Gott kommt mir ein Freudenlicht, Mich innerlich erquicket. Nun ich bitt' dich: Blick' mich Armen voll Erbarmen an mit Gnaden; Auf dein Wort komm' ich geladen. 5. Herr Gott, Vater, du starker Held! Du hast mich ewig vor der Welt In deinem Sohn geliebet; Dein Sohn hat sich mit mir vertraut, Mein Herz auf ihn mit Freuden schaut, Was ist's, das mich betrübet? Preis dir! Heil mir! Himmlisch Leben wird er geben mir dort oben; Ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Wie freu' ich mich, Herr Jesu Christ, Daß du der Erst' und Lette biſt, Der Anfang und das Ende! Du, der sein Leben für mich ließ, Nimmst mich einst in dein Paradies, Drauf fass' ich deine Hände. Amen! Amen! Komm, o Sonne, meine Wonne, bleib' nicht lange, Daß ich ewig dich umfange. Albert Knapp nach Philipp Nicolai. 156 Christus- Lieder. 201. Eigene Melodie. 1. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen, Wenn ich in deiner Liebe ruh'! Ich steige aus der Schwermuth Höhlen Und eile deinen Armen zu: Da muß die Nacht des Trauerns scheiden, Wenn mit so angenehmen Freuden Die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden; Wer wollte nicht vergnüget werden, Der in dir suchet Ruh' und Lust? 2. Die Welt mag meine Feindin heißen, Es sei also, ich trau' ihr nicht, Wenn sie mir gleich will Lieb erweiſen Bei einem freundlichen Gesicht: In dir vergnügt sich meine Seele, Du bist mein Freund, den ich erwähle, Du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht; Der Haß der Welt kann mich nicht fällen, Weil in den stärksten Unglückswellen Mir deine Treu' den Anker reicht. 3. Werd' ich bedroht von Unin glücksschlägen, Ich folg' und lehne mich auf dich; Du nährest aus der Wolke Regen Und labest aus dem Felsen mich: Ich traue deinen Wunderwegen, Sie enden sich in Lieb' und Segen, Genug, wenn ich dich bei mir hab': Ich weiß, wen du willst herrlich zieren Und über Sonn' und Sterne führen, Den führest du zuvor hinab. 4. Der Tod mag andern düster scheinen, Mir nicht, weil Seele, Herz und Muth In dir, der du verlässest keinen, O allerliebstes Leben, ruht. Wen kann des Weges End' erschrecken, Wenn er an deinem starken Stecken Gelanget in die Sicherheit? Mein Licht, so will ich auch mit Freuden Aus dieser finstern Wildnis scheiden Zu deiner Ruh' der Ewigkeit. 5. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, So wohl, wenn ich mich lehn' auf dich! Welt, Noth und Tod nicht quälen, Weil du, mein Gott, erquickeſt mich: Mich kann Laß solche Ruh' in dem Gemüthe Nach deiner unumschränkten Güte Christus- Lieder. 157 Des Himmels süßen Vorschmack Mein Quell, da ich mich labe, Mein Lebenswein, mein HimmelsA po brod, Mein Kleid vor Gottes Throne, Meine Krone, Mein Schuß in aller Noth, Mein Haus, darin ich wohne. ſein. Weg, Welt, mit allen Schmeicheleien! Nichts kann als Jesus mich erfreuen. O reicher Trost! mein Freund ist mein. Wolfgang Christoph Dekler. 202. Eigene Melodie. Ch. A. 1. O Jesu Christ, mein schönstes Licht, Der du in deiner Seelen So hoch mich liebst, daß ich es nicht Aussprechen kann noch zählen: Gieb, daß mein Herz dich wiederum Mit Lieben und Verlangen Mög' umfangen Und als dein Eigenthum Nur einzig an dir hangen. 2. Gieb, daß sonst nichts in meiner Seel' Als deine Liebe wohne; Gieb, daß ich deine Lieb' erwähl' Als meinen Schaß und Krone. Stoß alles aus, nimm alles hin, Was mich und dich will trennen Und nicht gönnen, Daß all mein Muth und Sinn In deiner Liebe brennen. 3. Was ist's, mein Heiland, das ich nicht An deiner Liebe habe? Sie ist mein Stern, mein Sonnenlicht, 4. Du hast mich je und je geliebt Und auch nach dir gezogen; Eh' ich noch je was Gut's geübt, Warst du mir schon gewogen. Ach laß doch ferner, edler Hort, Mich deine Liebe leiten Und begleiten, Daß sie mir immerfort Beisteh' auf allen Seiten. 5. Laß meinen Stand, darin ich ſteh', Herr, deine Liebe zieren Und, wo ich etwa irre geh', Alsbald zurechte führen. Laß sie mich allzeit guten Rath Und reine Werke lehren, Sünden wehren, Und, wo ich Unrecht that, Bald wieder mich bekehren. 6. Sei du, Herr, meine Freud' in Leid, In Schwachheit mein Vermögen, Und wenn ich nach vollbrachter Zeit Mich soll zur Ruhe legen, Alsdann laß deine Liebestreu' Mir Himmelsluft zuwehen, Bei mir stehen, Christus- Lieder. 158 Daß ich getrost und frei Mög' in dein Reich eingehen. Paul Gerhardt nach Johann Arnd. 203. Mel.: Allein zu dir, Herr Jesu Christ 2c. 1. Um Zion, Jesu, flossen einst Von deinen Augen Zähren, Wie du stets um die Sünder weinst, Wenn sie sich nicht bekehren. Wer reuevoll vor dir erscheint Und über seine Sünden weint, Dem strömest, treuer Heiland, du Gebissensruh' Aus deiner Gnadenfülle zu. 2. Herr, mache deine Thränen mir Zu reichem Heil und Segen, Daß sie, wenn ich gefehlt vor dir, Zur Buße mich bewegen. Du hast, o heil'ger Menschen freund, Um fremde Sünden einst geweint; Wie könnt' ich meine eignen sehn, Ohn' hinzugehn Zu dir und Gnade zu erflehn! 3. Hier muß ich oft im tiefsten Schmerz Viel bittre Thränen weinen; Wie oft drückt eigne Noth mein Herz, Wie oft die Noth der Deinen! Doch legt des Vaters Wille mir Das Kreuz auf, dann schau' ich nach dir, Der du in Noth gewesen bist, Herr Jesu Christ, Dies tröstet mich zu jeder Frist. 4. Herr, du siehst meine Thränen an, Und du hast sie gezählet, Wenn ich sie selbst nicht zählen kann, Daß dir nicht eine fehlet; Sie bleiben immerdar vor dir Und neigen bald dein Herz zu mir, Daß du erbarmend auf mich blickst Und gnädig schickst, Wodurch du wahrhaft mich erquickſt. 5. Wer in Geduld hier Thränen jä't Und seinem Gott hält stille, Der erntet, wenn er aufersteht, Der Freuden reichste Fülle. Was dort an ihm wird offenbar, Ist hier noch keinem Auge klar; Allein der Erde Kreuz und Leid Wird nach der Zeit Den Frommen Himmelsseligkeit. 6. Für deine Thränen dank' ich dir, Sie sind mir Trost im Leiden; Auch noch im Tode sind sie mir Die Bürgschaft sel'ger Freuden. Mein Herr und Gott, wenn du sus dereinst In deiner Herrlichkeit erscheinst Und führest zur Verklärung mich, Dann preis' ich dich Für deine Thränen ewiglich. Nach Johann Heermann. Christus- Lieder. 204. Mel.: O daß ich tausend Zungen 2c. 1. Ich habe nun den Grund gefunden, Der meinen Anker ewig hält. Wo anders als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt: Der Grund, der unbeweglich steht, Wenn Erd' und Himmel untergeht. 2. Es ist das ewige Erbarmen, Das alles Denken übersteigt; Der Herr ist's, der mit Vaterarmen Sich gnädig zu uns Sündern neigt, Weil ihm sein Herz vor Mitleid bricht, Wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden, Gott will, uns soll geholfen sein; Denn darum litt sein Sohn auf Erden Und nahm für uns den Himmelein; Deswegen klopft er für und für So stark an unsre Herzensthür. 4. Wird alles andre mir entrissen, Was Leib und Seel' erquicken kann, Muß ich auch jeden Trost vermissen, Nimmt auch kein Freund sich meiner an, Scheint die Errettung noch so weit: Mir bleibt des Herrn Barmherzigkeit. 5. Wenn ich in meinem Laufe gleite, Demüthigt seine Gnade mich, Erneuert mich zu neuem Streite 159 Und unterstüßt mich väterlich; Und wenn mir sein Geseß auch dräut, So hoff' ich doch Barmherzigkeit. 6. Gott giebt zur Tugend Lust und Stärke, Doch klebt die Sünde stets mir an; Ich habe keine solchen Werke, mit denen ich mich retten kann: Ich rühme bloß mich hoch erfreut Der Hoffnung auf Barmherzigkeit. 7. Auf diesem Grunde will ich bleiben; So lange mich die Erde trägt; Das will ich denken, thun und treiben, So lange sich ein Glied bewegt. So sing' ich ewig hoch erfreut: O Abgrund der Barmherzigkeit! Johann Andreas Rothe. 205. Mel.: Befiehl du deine Wege zc. 1. Wenn alle von mir scheiden, So scheidet er doch nicht, Auch in der Nacht der Leiden Bleibt er mein Trost, mein Licht. Er liebt, so lang' er lebet, Drum liebt er ewiglich; Heil mir! auch mich erhebet Er einst hinauf zu sich. 2. Er liebt, er tröstet, heilet Das müde, wunde Herz, Und wer zu ihm nur eilet, Dem nimmt er allen Schmerz. Er liebt uns ohne Ende, 160 Ist allen treu geſinnt,. Uns segnen seine Hände, Die einst durchgraben sind. 3. Versöhnte Gotteskinder, Liebt ihn nur lebenslang! Dem Todesüberwinder Bringt ewig Preis und Dank! Ihm dürft ihr fest vertrauen, Er lebt, er lebt für euch; Er will, ihr sollt ihn schauen In seinem Himmelreich. Christus- Lieder. 4. Wer kann so kräftig trösten, Wer kann so hoch erfreun? Wer kann so die Erlösten Beseligend erneun? Den Himmel hat hienieden, Wem er im Herzen wohnt; Was wird erst dem beschieden, Dem er dort oben lohnt! 5. Das Menschenleben schreitet Zum ew'gen Leben hin. Dorthin, von dir geleitet, Schaut der verklärte Sinn. Zum Himmel wir verlangen, Wir sehnen uns von hier; Du bist vorangegangen, Heil uns! wir folgen dir. Karl August Döring. 206. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit zc. 1. Mein Jesu! du hast unsre Schuld, Der Sünde Straf' und Plagen Aus unerhörter Lieb' und Huld Freiwillig wollen tragen. Du, der Gerechte, ließest dich Zur Sünde machen, nun kann ich In dir gerecht mich nennen. 2. In keinem andern ist das Heil, Kein Name uns gegeben, Darin wir können nehmen Theil An Seligkeit und Leben. Du bist's allein, der jedermann Ein ew'ges Leben schenken kann. Gelobet sei dein Name! 3. Dein Name, Heiland, werd' in mir Durch Gottes Geist verkläret. Im Glauben halt' ich mich zu dir, Der alles Heil gewähret. So wird der Sünden Noth gewehrt, In Hoffnung meine Furcht verkehrt, Und Seligkeit mein Erbe. G. J. Zollikofer nach J. A. Freylinghausen. 07. Mel.: Ewigkeit, du Donnerwort zc. 1. Der Tag, an dem mein Heiland spricht: Kommt, Menschen, kommt vor mein Gericht! Erfüllt mich nicht mit Beben. Der mich zu seiner Schaar berief, Auf dessen Tod ich hier entschlief, Wird mich zu sich erheben. Ich kann auf die Verheißung bau'n, Daß ich sein Antlig werde schau'n. " Christus- Lieder. 2. Wie freu' ich mich der großen Zeit, Da ich zu seiner Herrlichkeit Verklärt hinüber gehe! Heil mir, wenn ich, von Sünden rein, Mich seiner ewiglich zu freun, Vor seinem Throne stehe: Wo ich mit den Erlösten dann Ein höh'res Lied ihm singen kann. 3. Da, wo Wohnt Freude, Und seliges Entzücken. Der Herr, mein Heil auf Erden schon, mein Heiland Jesus ist, die kein Geist ermißt, Wie wird er dort vor seinem Thron Mich wunderbar erquicken! Von ihm strömt Seligkeit und Ruh' Mir dann in ew'ger Fülle zu. ( Berliner Gesangbuch von 1829.) 208. Mel.: Jesus, meine Zuversicht zc. 1. Jesus nimmt die Sünder an! Saget doch dies Trostwort allen, Welche von der rechten Bahn Auf verkehrten Weg verfallen. Hier ist, der sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir werth, Doch er beut in seinem Worte, Was ein reuig Herz begehrt; Sehet nur, die Gnadenpforte 161 Ist hier völlig aufgethan: Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, Suchet es der trene Hirte. Jesus, der uns nie vergißt, Suchet treulich das verirrte, Daß es nicht verderben kann. Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommet alle, kommet her, Naht euch, ihr betrübten Sünder! Jesus rufet euch, und er Macht aus Sündern Gottes Kinder. Glaubet's doch und denket dran: Jesus nimmt die Sünder an. 5. Jch Betrübter komme hier Und bekenne meine Sünden. Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, Daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 6. Mein Gewissen zaget nicht; Wer will mich vor Gott verklagen? Der mich frei und ledig spricht, Hat die Schulden abgetragen, Daß mich nichts verdammen kann. Jesus nimmt die Sünder an. 7. Jesus nimmt die Sünder an. Mich auch hat er angenommen Und den Himmel aufgethan, Daß ich selig zu ihm kommen Und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an. Erdmann Neumeister. 11 162 Christus- Lieder. 209. Mel.: Aus tiefer Noth schrei' ich zc. 1. O Gottes Sohn, Herr Jesu Christ, Du weißt, daß wahrer Glaube Nicht eignes Werk des Menschen ist, So lang' er wallt im Staube. Drum hilf du mir von oben her, Den wahren Glauben mir gewähr', Darin laß mich beharren. 2. Lehr' du und unterweise mich, Daß ich den Vater kenne, Daß ich, o Christus Jesus, dich Den Sohn des Höchsten nenne Und den, der uns zum Himmel weist, Des Vaters und des Sohnes Geist, Mit gleicher Ehrfurcht preiſe. 3. Laß mich vom großen Gnadenheil Die recht' Erkenntniß finden, Wie der nur an dir habe Theil, Dem du vergiebst die Sünden. Hilf, daß ich's such, wie mir gebührt; Du bist der Weg, der recht mich führt, Die Wahrheit und das Leben. 4. Gieb, daß ich traue deinem Wort, Es wohl zu Herzen fasse, Daß sich mein Glaube immerfort Auf dein Verdienst verlasse. Laß durch den Glauben mich die Welt, Und was sie für das höchste hält, Nicht für mein Kleinod achten. 5. Hilf, daß ich stets sorgfältig ſei, Den Glauben zu behalten, Ein gut Gewissen auch dabei, Und daß ich so mög' walten, Daß ich sei lauter jederzeit, Ohn' Anstoß, mit Gerechtigkeit Erfüllt und ihren Früchten. 6. Herr, durch den Glauben wohn' in mir, Laß ihn sich immer stärken, Daß er sei fruchtbar für und für Und reich an guten Werken, Daß er sei tüchtig durch die Lieb' Mit Freuden und Geduld sich üb', Dem Nächsten treu zu dienen. 7. O rüste mich mit deiner Kraft, Daß ich bis an mein Ende Stets übe gute Ritterschaft, Zu dir allein mich wende; Daß ich in meiner letzten Noth Des Glaubens Ziel durch deinen Tod, Die Seligkeit, erlange. David Denicke. 210. Mel.: Jesus, meine Zuversicht 2c. 1. Stark ist meines Jesu Hand, Und er wird mich ewig fassen, Hat zu viel an mich gewandt, um mich wieder loszulassen. Mein Erbarmer läßt mich nicht, Das ist Zuversicht. 2. Sieht mein Kleinmuth auch Gefahr, Christus- Lieder. Fürcht' ich auch zu unterliegen: Christus reicht die Hand mir dar, Christus hilft dem Schwachen siegen. Daß mich Gottes Huld versicht, Das ist meine Zuversicht. 3. Wenn der Kläger mich verflagt, Christus hat mich schon vertreten; Wenn er uns zu sichten wagt, Christus hat für mich gebeten. Daß mein Mittler für mich spricht, Das ist meine Zuversicht. 4. Würd' es Nacht vor meinem Schritt, Daß ich keinen Ausgang wüßte Und mit ungewissem Tritt Ohne Licht verzagen müßte: Christus ist mein Stab und Licht, Das ist meine Zuversicht. 5. Mag die Welt in Mißgeſchick Leben oder ängstlich klagen! Ohne Halt ist all ihr Glück, Wahrlich, sie hat Grund zu zagen. Daß mein Anker nie zerbricht, Das ist meine Zuversicht. 6. Will der Herr durch strenge Zucht Mich nach seinem Bild gestalten, Dennoch will ich ohne Flucht Seiner Hand nur stille halten. Er übt Gnad' auch im Gericht, Das ist meine Zuversicht. 163 Wer will diesen Trost mir rauben? Mein Erbarmer selbst verspricht's; Sollt' ich seinem Wort nicht glauben? 7. Seiner Hand entreißt mich nichts; Jesus läßt mich ewig nicht, Das ist meine Zuversicht. Nach Karl Bernhard Harve. 211. Mel.: Herzlich lieb hab' ich dich zc. 1. Herr Jesu Christ, mein höchstes Gut, Mein Seelenschaß, mein Herzensmuth Und aller Sinnen Freude: Ich bleibe dennoch stets an dir, So ist auch nichts, das dich von mir Und unsre Liebe scheide: Du machst mir deinen Weg bekannt, Hältst mich bei meiner rechtenHand, Regierst und führst den Lebenslauf Und hilfest meiner Schwachheit auf. Herr Jesu Christ, Herr Jesu Christ! du bist mein Licht: Ich folge dir, so irr' ich nicht. 2. Du leitest mich nach deinem Rath, Der anders nichts beschlossen hat, Als was mir Segen bringet: Geht's gleich zu Zeiten wunderlich, So weiß ich dennoch, daß durch dich Der Ausgang wohl gelinget. Nach hartem Tritt auf rauher Bahn 11* Christus- Lieder. 164 Nimmst du mich dort mit Ehren an, Wo mich vor deinem Thron erfreut 1463 Die Krone der Gerechtigkeit: Herr Jesu Christ, Herr Jesu Christ! ach voll Begier Wünsch' ich mich heute noch zu dir. 3. Und sollte mir durch Kreuz und Noth, Durch Marter, durch Gewalt und Tod Auch Leib und Seel' verschmachten: Das alles wird, wenn's auch noch mehr, Ja gar wie eine Hölle wär', Mein Glaube gar nichts achten. Du bist, du bleibest doch mein Heil Und meines Herzens Trost und Theil; So wird und muß durch dich allein Auch Leib und Seele selig sein: Herr Jesu Christ, Herr Jesu Christ! ich hoffe feſt, Daß deine Kraft mich nicht verläßt. 4. Drum halt' ich mich getroft zu dir; Du aber hältst dich auch zu mir, Und das ist meine Freude; Ich sehe meine Zuversicht Auf dich, mein Fels, der nicht zerbricht, In Freud' und auch im Leide. Dein Thun soll alles und allein Im Herzen mir und Munde sein, Bis ich dich kann mit Augen sehn: Ach möchte solches bald geschehn! Herr Jesu Christ, Herr Jesu Christ! ich warte drauf, Komm, komm, mein Heiland, nimm mich auf! Erdmann Neumeister. 212. Mel.: Wie schön leuchtet der 2c. 1. O Jesu, Jesu, Gottes Sohn, Mein Bruder und mein Gnadenthron, Mein' Freud' und meine Wonne! Du weißt es, daß ich rede wahr, Vor ist alles offenbar Und klarer als die Sonne. Herzlich such' ich ans Dir vor allen zu gefallen, nichts auf Erden Kann und mag mir lieber werden. 2. Das ist mein Schmerz, das kränket mich, Daß ich nicht g'nug kann lieben dich, Wie ich dich lieben wollte. Je mehr die Lieb' in mir entbrennt, Um so viel mehr mein Herz erkennt, Wie es dich lieben sollte. von dir laß mir Deine Güte ins Gemüthe lieblich fließen, So wird sich die Lieb' ergießen. 3. Durch deine Kraft treff' ich das Ziel, Christus- Lieder. Daß ich, so viel ich soll und will,| Daß ich dich herzlich liebe; Dich allzeit lieben könne. Nichts auf der ganzen weiten Welt, Macht, Wollust, Ehre, Glanz und Geld, So viel ich auch gewönne, Kann mich ohn' dich G'nugsam laben, ich muß haben reine Liebe, Die tröst't, wenn ich mich betrübe. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, Schaffst seinem Herzen Fried' und Ruh', Erfreuest sein Gewissen; Es geh' ihm, wie es will, auf Erd', Wenn Kreuz ihn auch so hart beschwert, Soll er doch dein genießen. Endlich wird er Nach dem Leide volle Freude bei dir finden, Alles Trauern wird verschwinden. 5. Kein Ohr hat dies jemals gehört, Kein Mensch gesehen noch gelehrt, Und niemand kann's beschreiben, Was denen dort für Herrlichkeit Bei dir und von dir ist bereit't, Die in der Liebe bleiben. Würdig läßt sich Nicht vergleichen noch so reichen Erdenschäßen, Was alsdann uns wird ergößen. 6. Drum laß ich billig das allein, O Jesu, meine Sorge sein, 165 Daß ich in dem, was dir gefällt Und mir dein Wort vor Augen stellt, Aus Liebe stets mich übe, Bis ich endlich Werde scheiden und mit Freuden zu dir kommen, Aller Trübsal ganz entnommen. 7. Da werd' ich deine Süßigkeit, Dn Himmelswonne, allezeit In reiner Liebe schmecken Und sehn dein liebreich Angesicht Mit unverwandtem Augenlicht Ohn' alle Furcht und Schrecken. Reichlich werd' ich Dann erquicket und geschmücket vor dem Throne Mit der schönen Himmelskrone. Johann Heermann. 213. Mel.: O du Liebe meiner Liebe zc. 1. Herz und Herz vereint zusammen, Sucht in Gottes Herzen Ruh'. Lasset eure Liebesflammen Lodern auf den Heiland zu! Er das Haupt, wir seine Glieder, Er das Licht, und wir der Schein; Er der Meister, wir die Brüder, Er ist unser, wir sind sein. 2. Kommt, ach kommt, ihr Toden Gnadenkinder, Und erneuert euren Bund! Schwöret unserm Ueberwinder Christus- Lieder. 166 Lieb' und Treu' von Herzensgrund! Und wenn eurer Liebeskette Festigkeit und Stärke fehlt, O so flehet um die Wette, Bis sie Jesus wieder stählt. 3. Legt es unter euch, ihr Glieder, Auf so treues Lieben an, Daß ein jeder für die Brüder Auch das Leben lassen kann. So hat uns der Freund geliebet, So vergoß er dort sein Blut: Denkt nur, wie es ihn betrübet, Wenn ihr selbst euch Eintrag thut. 4. Hallelujah, welche Höhen, Welche Tiefen reicher Gnad', Daß wir dem ins Herze sehen, Der uns so geliebet hat, Daß der Vater aller Geister, Der der Wunder Abgrund ist, Daß du, unsichtbarer Meister, Uns so fühlbar nahe biſt! 5. O du holder Freund, vereine Deine dir geweihte Schaar, Daß sie es so herzlich meine, Wie's dein letzter Wille war. Und daß, wie du eins mit ihnen, Also sie auch eines sein, Sich in wahrer Liebe dienen Und sich an einander freun. 6. Liebe, hast du es geboten, Daß man Liebe üben soll: O so mache doch die todten, Trägen Geister lebensvoll! Zünde an die Liebesflamme, Daß ein jeder sehen kann: Wir als die von einem Stamme Stehen auch für einen Mann. 7. Laß uns so vereinigt werden, Wie du mit dem Vater bist, Bis schon hier auf dieser Erden Kein getrenntes Glied mehr ist. Und allein von deinem Brennen Nehme unser Licht den Schein; Also wird die Welt erkennen, Daß wir deine Jünger sein. Nikolaus Ludwig v. Zinzendorf. 214. Mel.: O du Liebe meiner Liebe zc. 1. Bei dir, Jesu, will ich bleiben, Stets in deinem Dienste stehn; Nichts soll mich von dir vertreiben, Will auf deinen Wegen gehn. Du bist meines Lebens Leben, Meiner Seele Trieb und Kraft, Wie der Weinstock seinen Reben Zuströmt Kraft und Lebensjaft. 2. Könnt' ich's irgend besser haben Als bei dir, der allezeit So viel tausend Gnadengaben Für mich Armen hat bereit? Könnt' ich je getroster werden Als bei dir, Herr Jesu Christ, Dem im Himmel und auf Erden Alle Macht gegeben ist? 3. Wo ist solch ein Herr zu finden, Der, was Jesus that, mir thut, Mich erkauft von Tod und Sünden Mit dem eignen theuren Blut? Sollt' ich dem nicht angehören, Christus- Lieder. Der sein Leben für mich gab? Sollt' ich ihm nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grab? 215. mel.: Preis, Lob, Ehr', Ruhm 2c. Ch. A. 1. Komm, beuge dich, mein Herz und Sinn, 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib' Vor Christi Throne tief danieder. ich, So in Freude, wie in Leid; Bei dir bleib' ich, dir verschreib' ich Mich für Zeit und Ewigkeit. Deines Winks bin ich gewärtig, Auch des Rufs aus dieser Welt; Denn der ist zum Sterben fertig, Der sich lebend zu dir hält. 5. Bleib' mir nah' auf dieser Erden, Bleib' auch, wenn mein Tag sich neigt, Wenn es nun will Abend werden Und die Nacht hernieder steigt. Lege segnend dann die Hände Mir aufs müde, schwache Haupt, Sprechend: Kind, hier geht's zu Ende, Aber dort lebt, wer hier glaubt. 167 6. Bleib' mir dann zur Seite stehen, Graut mir vor dem kalten Tod, Als dem kühlen, scharfen Wehen Vor des Himmels Morgenroth. Wird mein Auge dunkler, trüber, Dann erleuchte meinen Geist, Daß ich fröhlich zieh' hinüber, Wie man nach der Heimath reist. Karl Johann Philipp Spitta. Zu seinen Füßen sinke hin Und bring' ihm deines Dankes Lieder. Erkenne, wie du selbst aus dir nichts bist, Wie Gott in dir und allen alles ist. 2. Wo wär' in dir ein Funken Kraft, Wenn du sie nicht erlangt von oben? Wer hat dir Schuß und Ruh' geschafft Vor deiner Feinde List und Toben? Wer bändigte des Bösen finstre Macht? Wer hat der Wahrheit Glanz ans Licht gebracht? 3. Wer hat dich aus der Noth befreit, Dein Leben dem Verderb entrissen? Wer krönt dich mit Barmherzigkeit, Wer läßt dich seine Rechte wissen? Ist er es nicht, der unerschöpfte Quell, Der täglich noch uns zuströmt rein und hell? 4. Ja deine Hand hat uns gefaßt Und über all Verdienst und Hoffen Hinweggethan der Sünden Last, Daß nun der Himmel uns steht. offen! und Gnadenmittel. 7. So nimm dafür zum Opfer hin Uns selbst mit allem, was wir haben; Nimm Leib und Seel', nimm Herz und Sinn 5. Was zwischen uns sich zum Eigenthum statt andrer drängen will, 168 Kirche, Gottesdienst Du machst das Herz von Furcht und Zweifel leer, Und sel'ger Friede waltet um uns her. Gaben. Hat deine Kraft gar bald ver- Bereite selbst dir aus der nichtet; Schwachen Mund Namen kund. Du hältst den Tempel rein und still, Ein würdig Lob; mach' deinen Den du dir selbst in uns errichtet. Ja fest bestehet deine Herrlichkeit, Die dir in uns der Vater hat geweiht. 6. Du überschüttest uns mit Lieb' Und reinigst Herzen, Mund und Sinnen, Daß wir aus deines Geistes Trieb Dich stets in uns mehr lieb gewinnen. Du drückst dem Geist der Reinheit Siegel auf, Daß unbefleckt wir enden unsern Lauf. 216. gieb einen Sinn und Muth, Eigene Melodie. 1. Ein' feste Burg ist unſer Gott, Ein' gute Wehr und Waffen; Er hilft uns frei aus aller Noth, Die uns jetzt hat betroffen. Der alt' böse Feind Mit Ernst er's jetzt meint, 8. Hierzu Halt' deine Gläub'gen fest zuſammen, Daß unser Herz von heil'ger Gluth Entbrenn' in deiner Liebe Flammen. 4. Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. Groß Macht und viel List Sein' grausam Rüstung ist, Auf Erd'n ist nicht sein's gleichen. Zu deinem Thron steigt unser Dank empor, Bis würd'ger er erschallt im höhern Chor. Gottfried Arnold. 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, Wir sind gar bald verloren; Es streit't für uns der rechte Mann, Den Gott selbst hat erkoren. Kirche, Gottesdienst Fragst du, wer der ist: Er heißt Jesus Christ, Der Herr Zebaoth, Und ist kein andrer Gott; Das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär' Und wollt' uns gar verschlingen, So fürchten wir uns nicht so sehr, Es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, Wie sau'r er sich stellt, Thut er uns doch nicht; Das macht, er ist gericht't, Ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn Und kein'n Dank dazu haben; Er ist bei uns wohl auf dem Plan Mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr', Kind und Weib, Laß fahren dahin; Sie haben's kein'n Gewinn, Das Reich muß uns doch bleiben. Martin Luther. 217. Mel.: Wachet auf, ruft uns die 2c. 1. Gottes Stadt steht fest gegründet Auf heil'gen Bergen; es verbündet Sich wider sie die ganze Welt: Dennoch steht sie und wird stehen, Man wird mit Staunen an ihr ſehen, und Gnadenmittel. 169 Wer hier die Hut und Wache hält. Der Hüter Israels Ist ihres Heiles Fels. Hallelujah! Lobsingt und sprecht: Wohl dem Geschlecht, Das in ihr hat das Bürgerrecht! 2. Zions Thore liebt vor allen Der Herr mit gnäd'gem Wohlgefallen, Macht ihre Riegel stark und fest, Segnet, die darinnen wohnen, Weiß überschwänglich dem zu lohnen, Der ihn nur thun und walten läßt. Wie groß ist seine Huld! Wie trägt er mit Geduld All die Seinen! O Gottes Stadt, Du reiche Stadt, Die solchen Herrn und König hat! 3. Große, heil'ge Dinge werden In dir gepredigt, wie auf Erden Sonst unter keinem Volk man hört. Gottes Wort ist deine Wahrheit, Du hast den Geist und hast die Klarheit, Die alle Finsterniß zerstört. Da hört man fort und fort Das theure, werthe Wort Ew'ger Gnade. Wie lieblich tönt, Was hier versöhnt Und dort mit ew'gem Leben krönt! 4. Auch die nichts davon vernommen, 170 Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. Die fernsten Völker werden Davor dir wird recht angst und bang: Es wird nicht lange währen. 2.Tröste dich deß, daß deine Sach' Ist Gottes, dem befiehl die Rach' Und lasse ihn nur walten: Er wird durch seinen Gideon, Den er wohl weiß, dir helfen schon, Dich und sein Wort erhalten. kommen Und in die Thore Zions gehn. Denen, die im Finstern saßen, Wird auch der Herr noch pred'gen lasſen, Was einst für alle Welt geschehn. Wo ist der Gottesſohn, Wo ist sein Gnadenthron? Wird man fragen. Dann kommt die Zeit, Wo weit und breit Erscheint der Herr in Herrlichkeit. 5. Gottes Stadt! du wirst auf Erden Die Mutter aller Völker werden, Die ew'ges Leben fanden hier. Welch ein Jubel, wie im Reigen, Wird einst von dir zum Himmel steigen! Die Lebensbrunnen sind in dir! In dir das Wasser quillt, Das alles Dürsten stillt. Hallelujah! Von Sünd' und Tod, Von aller Noth Erlöst nur einer: Zions Gott! Karl Johann Philipp Spitta. 218. Mel.: Kommt her zu mir, spricht zc. 1. Verzage nicht, du Häuflein klein, Obschon die Feinde willens ſein, Dich gänzlich zu verstören, Und suchen deinen Untergang, 3. So wahr Gott Gott iſt und ſein Wort, Muß Teufel, Welt und Höllenpfort' Und was dem thut anhangen, Endlich werden zu Hohn und Spott: Gott ist mit uns und wir mit Gott, Den Sieg woll'n wir erlangen. 4. Amen, das gieb, Herr Jesu Christ, Dieweil du unser Schutzherr bist, Hilf uns durch deinen Namen, So wollen wir, deine Gemein', Dich loben und dir dankbar sein Und fröhlich singen: Amen. Michael Altenburg. 219. Mel.: Herr Jesu, send' uns deinen 2c. 1. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend', Dein'n heil'gen Geist du zu uns ſend'; Mit Lieb' und Gnad' er uns regier' Und uns den Weg zur Wahrheit führ'. Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. 2. Thu' auf den Mund zum Lobe dein, Bereit' das Herz zur Andacht fein; Den Glauben mehr', stärk' den Verstand, Daß uns dein Nam' werd' wohl bekannt; 3. Bis wir singen mit Gottes Heer: Heilig, heilig ist Gott der Herr! Und schauen dich von Angesicht In ew'gem Heil und sel'gem Licht. 4. Ehr' sei dem Vater und dem Sohn, Dem heil'gen Geist auf einem Thron: Der heiligen Dreieinigkeit Sei Lob und Preis in Ewigkeit. Wilhelm II., Herzog von Weimar. 171 Daß du auf Erden Richter bist Und läßt die Sünd' nicht walten: Dein Wort die Hut und Weide iſt, Die alles Volk erhalten, In rechter Bahn zu wallen. 220. Eigene Melodie. 1. Es wolle Gott uns gnädig sein Und seinen Segen geben, Sein Antliß uns mit hellem Schein Erleucht' zum ew'gen Leben, Daß wir erkennen seine Werk' Und was ihm lieb auf Erden, Und Jesu Christi Heil und Stärk' Bekannt den Heiden werden Und sie zu Gott bekehren. 2. So danken, Gott, und loben dich Die Völker überalle, Und alle Welt die freue sich Und sing' mit großem Schalle, 3. Es danke, Gott, und lobe dich Das Volk in guten Thaten; Das Land bring' Frucht und bessre sich, Dein Wort laß wohl gerathen. Uns segne Vater und der Sohn, Uns segne Gott der heil'ge Geist, dem alle Welt die Ehre thu', Vor ihm sich fürchte allermeist: Nun sprecht von Herzen: Amen. Martin Luther. 221. Mel.: Ein' feste Burg ist unser Gott zc. 1. Herr, deine Kirche danket dir, Noch wohnt dein Wort im Lande; Von deiner Gnade haben wir Noch deinen Geist zum Pfande. Und kommt sie in G'fahr Durch der Feinde Schaar, Dann hilf, Jesu Christ! Besiege Macht und Liſt Und herrsch' in allen Landen. 2. Ja deine Kirche streitet noch, Hilf du ihr mächtig siegen. Nimm ganz von ihr der Knechtschaft Joch, Laß sie nicht unterliegen. Hör' ihr findlich Flehn, Eil', Herr, beizuſtehn, Daß sie standhaft ſei, 172 Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. Stets deiner Wahrheit treu, Hilf deiner Kirche siegen. 222. Mel.: Jesu, meines Lebens Leben zc. 1. Ewig weis und ewig milde 3. Eins ist, Herr, was dein Leitet Gott die Christenheit, Zion kränkt, Deckt mit seiner Allmacht Schilde Seine Kinder weit und breit. Stehn sie mit entschloss'nem Muthe Fest im Kampfe für das Gute, O dann dürfen sie vertraun Und voll Hoffnung vorwärts schaun. Daß unter deinen Christen Noch mancher deiner nicht gedenkt, Beherrscht von seinen Lüsten. Ihr Glaub' ist so schwach, Die Lieb' kalt, und ach, Sie denken dran nicht, Daß dort ein schwer Gericht Auf sichre Sünder wartet. 4. Laß alle, die noch draußen stehn, Herr, deine Stimme hören, Und die noch in der Frre gehn, Sich bald zu dir bekehren. Du, der das Gut' schafft, Gieb uns Lieb' und Kraft, Gieb Entschluß und Muth, Zu wagen Gut und Blut Zu deines Namens Ruhme. 5. Die Zwietracht tilg' an jedem Ort, Erhalt' uns Ruh' und Frieden. Laß uns, gestärket durch dein Wort, Im Guten nie ermüden. Du, der ging voran, Ebne selbst die Bahn, Nach der Prüfungszeit Führ uns zur Seligkeit Der himmlischen Gemeine. Johann Michael Uhlich. 2. Alles Gute muß ja siegen Durch des Ew'gen starken Schuß. Scheint es oft auch zu erliegen: Allen Feinden beut es Truß. Gott wird in den Stürmen Mächtig Licht und Recht beschirmen. wild'sten Eine feste Burg iſt Gott, Aller Frevel wird zu Spott. 3. Menschen können den verdammen, Der die Wahrheit liebt und thut; Doch sie selbst stirbt nicht in Flammen, Sinkt nicht unter in der Fluth. Und kein frecher Spott wird hindern, Daß sich ihre Feinde mindern; Wenn man wähnt, sie sei entehrt, Wird sie herrlicher verklärt. 4. Wie des Goldes echte Währung Sich im Feuer erst ergiebt, So tritt aus des Streites Gährung Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. Auch die Wahrheit ungetrübt. Fruchtlos strebten oft Tyrannen, Durch Gewalt sie zu verbannen; Fruchtlos nahm oft Menschenwahn Selbst den Schein der Wahrheit an. 5. Gott hilft seinem Reiche siegen, Er, der selbst die Wahrheit ist, Mag der Irrthum es bekriegen Oder Bosheit, Trug und List. Und nichts hat es mit den Waffen Irdischer Gewalt zu schaffen, Weil es nur den Sieg erringt, Wenn das Wort zum Herzen dringt. 6. Auf denn, weihet euch dem Wahren, Bleibt dem Guten immer treu! Drohten ferner auch Gefahren, Der Befreier kommt herbei. Suchet, Brüder, nur hienieden Christi Wahrheit, Licht und Frieden, Bis euch in der bessern Welt Ganz das ew'ge Licht erhellt. ( Berliner Gesangbnch von 1829.) 223. Mel.: Wachet auf, ruft uns die 2c. 1. Einer ists, an dem wir hangen, Der für uns in den Tod gegangen Und uns erkauft mit seinem Blut. Unsre Leiber, unsre Herzen Gehören dir, o Mann der Schmerzen, In deiner Liebe ruht sich's gut! Nimm uns zum Eigenthum, 173 Bereite dir zum Ruhm Deine Kinder! Verbirg uns nicht Das Gnadenlicht Von deinem heil'gen Angesicht. 2. O Herr Jesu, Ehrenkönig, Die Ernt' ist groß, der Schnitter wenig, Drum sende treue Zeugen aus; Send' auch uns hinaus in Gnaden, Viel frohe Gäſte einzuladen Zum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem, den deine Wahl Beruft zum Abendmahl Im Reich Gottes! Da ruht der Streit, Da währt die Freud' Heut', gestern und in Ewigkeit. 3. Schau' auf deine Millionen, Die noch im Todesschatten wohnen, Von deinem Himmelreiche fern! Seit Jahrtausenden ist ihnen Kein Evangelium erschienen, Kein gnadenreicher Morgenstern. Glanz der Gerechtigkeit, Geh' auf, denn es ist Zeit! Komm, Herr Jesu! Zeuch uns voran Und mach' uns Bahn, Gieb deine Thüren aufgethan. 4. Deine Liebe, deine Wunden, Die uns ein ew'ges Heil erfunden, Dein treues Herz, das für uns fleht, Wollen wir den Seelen preisen Und auf dein Kreuz so lange weisen, Bis es durch ihre Herzen geht. 174 Kirche, Gottesdienst Denn kräftig ist dein Wort, Es richtet und durchbohrt Geist und Seele; Dein Joch ist süß, Dein Geist gewiß, Und offen steht dein Paradies. 5. Heiland, deine größten Dinge Beginnest du still und geringe! Was sind wir Armen, Herr, vor dir? Aber du wirst für uns ſtreiten Und uns mit deinen Augen leiten; Auf deine Kraft vertrauen wir. Dein Senfkorn, arm und klein, Wächst endlich ohne Schein Doch zum Baume, Weil du, Herr Christ, Sein Hüter bist, Dem es von Gott vertrauet ist. Albert Knapp. 224. Mel.: Nun lob', mein' Seel' 2c. 1. Fest steht zu Gottes Ruhme Die Kirche, die geweihte Stadt, Die ihm zum Heiligthume Des Menschen Sohn gebauet hat. Er wohnt mit seiner Wahrheit In ihren Mauern gern; Sie glänzt in hoher Klarheit Und freut sich ihres Herrn. Oft stürmten schon die Wogen Des Krieges gegen ſie: Umsonst, die Feinde zogen Zurück und siegten nie. und Gnadenmittel. 2. Auf Felsengrund erbauet, Ist sie zur Gottesstadt erhöht, Die ihm allein vertrauet Und ewig durch sein Wort besteht. Von ihren Bergen funkelt Der Wahrheit Sonnenlicht, Das, niemals mehr verdunkelt, Durch alle Nebel bricht. So bleibt dem Wahn entrissen Die gläub'ge Schaar des Herrn; Sie reinigt ihr Gewissen, Gehorcht und dient ihm gern. 3. Frohlocke denn und singe, Stadt Gottes, deines Königs Ruhm! Breit' aus dein Reich und bringe, Die draußen sind, ins Heiligthum, Daß alle selig werden, Von seinem Wort belehrt, Und freudig thun auf Erden, Was seinen Namen ehrt; Bis alles Volf, erneuert Und in sein Licht verklärt, Ein Fest des Friedens feiert, Das ewig, ewig währt. Nach Johann Andreas Cramer. 225. Mel.: Es ist das Heil uns kommen 2c. 1. Die Feinde deines Kreuzes drohn, Dein Reich, Herr, zu zerstören; Du aber, Mittler, Gottes Sohn, Kannst ihrem Troße wehren. Dein Thron bestehet ewiglich, Vergebens wird sich wider dich Die Macht der Hölle rüsten. Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. 175 2. Dein Reich ist nicht von Vor Irrthum und vor Finsterniß dieser Welt, Bewahr' uns bis ans Ende. Kein Werk von Menschenkindern, Drum kann auch keine Macht der Welt, Herr, seinen Fortgang hindern. Dein Erbe bleibt dir immerdar Und wird selbst durch der Feinde Schaar Zu deinem Ruhm sich mehren. 3. Du wollest deine Herrschaft noch Auf Erden weit verbreiten Und unter deinem sanften Joch Zum Heil die Völker leiten. Vom Ausgang bis zum Niedergang Bring' alle Welt dir Preis und Dank Und glaub' an deinen Namen! 4. Auch deine Feinde, die dich schmähn, Die frevelnd sich empören, Laß deiner Gnade Wunder sehn, Daß sie sich noch bekehren. Lehr' sie mit uns gen Himmel schaun biri Und unerschüttert im Vertraun Auf deine Zukunft warten. 5. Uns, deine Gläub'gen, wollest du Fest in der Wahrheit gründen, Daß wir für unsre Seelen Ruh' In deiner Gnade finden. Mach' unsers Glaubens uns gewiß, 6. Dein Geist führ' uns auf ebner Bahn Und heil'ge unsern Willen, So wird dein Volk, dir unterthan, Gern dein Gesetz erfüllen, Bis du erscheinest zum Gericht Und dann vor deinem Angesicht Die Menschenkinder ſammelſt. 7. Voll Freudigkeit erwarten dich, Herr, alle deine Frommen Und freun des großen Tages sich, Da du wirst wiederkommen. Dann werden wir, o Gottessohn, Den uns verheißnen Gnadenlohn, Dein Himmelreich, ererben. Balthasar Münter. 226. Mel.: Wie groß ist des Allmächt'gen 2c. 1. Ich lobe dich, mein Auge schauet, Wie du auf diesem Erdenkreis Dir eine Kirche hast erbauet Zu deines Namens Lob und Preis, Daß alle sich zusammen finden In einem heiligen Verein, Wo sie, erlöst von ihren Sünden, Sich, Jesu, deines Reiches freun. 2. Herr, unter Völkern vieler Zungen Hast du dein Haus nun aufgeführt, In dem dein Preis dir wird, geſungen, 176 Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. Das Glaube, Lieb' und Hoffnung Und dann auch alleſammt als ziert; Brüder In Lieb' ihm folgen treu und gern. Wo alle unter Christus stehen Als ihrem königlichen Haupt, Auf den sie alle freudig sehen, Sie, deren Herz an Christum glaubt. 3. Nicht eignem Werk gilt ihr Vertrauen, Es ruht auf dir und deinem Sohn. Er ist der Fels, auf den sie bauen, Er ist ihr Weg zu Sieg und Lohn! Er ist der Weinstock, sie die Reben, In ihm nur reifet ihre Frucht; Er ist ihr Licht, ihr Heil und Leben, Durch Wahrheit, Lieb' und fromme Zucht. 4. Ein Herr, Ein Glaub' und Eine Taufe Vereinigt sie zum heil'gen Bund; Ein Ziel erglänzt dem Pilgerlaufe, Ein Fels ist ihres Friedens Grund; Ein Vater waltet über allen, Und allen, Gott, bist Vater du; Dir streben alle zu gefallen, Und du giebst ihnen Heil und Ruh'. 5. So weih' uns denn zum neuen Leben, Daß wir nur deine Wege gehn, Zuerst nach deinem Reiche streben Und niedern Lüsten widerstehn. Gieb, daß wir als getreue Glieder Festhalten an dem Haupt und Herrn 6. Erhalt' uns, Herr, im wahren Glauben Auch fernerhin bis an das End'; Laß nichts uns deine Schäße rauben, Dein heilig Wort und Sacrament. Erfülle deiner Christen Herzen, Gott, mit deinem Gnadenheil Und gieb nach überwundnen Schmerzen Uns droben einst das bessre Theil. Nach Friedrich Konrad Hiller. 227. Mel.: Wie schön leuchtet der 2c. 1. O Jesu, Herr der Herrlichkeit, Du König deiner Christenheit, Du siehst auf die erlöste Welt, Du Hirte deiner Heerde! Regierst sie, wie es dir gefällt, Sorgst, daß sie selig werde. Von dir sind wir Auch erwählet, zugezählet den Erlösten, Die du jegnen willst und trösten. 2. O wohl dem Volke, das du liebst, Und dem du treue Hirten giebst, Die es zum Himmel führen, Die auf des Lebens rechter Bahn Nach deinem Vorbild gehn voran Und deine Lehre zieren! Treue Hirten Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. 177 Laß den Seelen niemals fehlen und die Heerden Mit dem Hirten selig werden! 3. Wir nehmen hier von deiner Hand Den Lehrer, den du uns gesandt; Herr, jegne sein Geschäfte! Die Seelen, die sich ihm vertraun, Durch Lehr' und Leben zu erbaun, Gieb Weisheit ihm und Kräfte. Mächtig steh' ihm Stets zur Seite, daß er streite, bet' und wache, Sich und andre selig mache. 4. Herr! deinen Geist laß auf ihm ruhn, Lehr' ihn sein Amt mit Freuden thun, Schaff' weg, was ihn betrübet. Gieb, wenn er deine Wahrheit lehrt, Uns stets ein Herz, das folgsam hört Und sich im Guten übet. Stärke Lehrer Und Gemeine; laß sie deine Treue sehen Und auf deinen Wegen gehen. 5. Sei uns gesegnet, Knecht des Herrn! Du kommst im Namen unsers Herrn, In Jesu Christi Namen. O reich' uns deine Freundeshand, Führ' uns zum ew'gen Vaterland, Gott mit dir! Amen! Amen! Segne, Vater, Diese Stunde! Laß dem Bunde treu uns leben, Bis wir uns zu dir erheben! Johann Daniel Karl Bickel. 228. Mel.: Jesus, meine Zuversicht 2c. 1. Fest gegründet stehet sie, Gottes heil'ge Stadt auf Erden; Ihre Säulen wanken nie, Können nie zertrümmert werden; Ihres Baues Herrlichkeit Schadet nicht die Macht der Zeit. 2. Christus hat mit starker Hand Selbst auf Felsen sie gegründet; Seine Boten ihr geſandt, Seinen Beistand ihr verkündet, Und des Lehramts heil'ge Wacht Nimmt vor Feinden sie in Acht. 3. In ihr glänzt der Wahrheit Licht, Strahlend wie des Himmels Sonne. Es erlischt dem Frommen nicht, Strahlt ins Herz ihm Trost und Wonne; Denn er sieht, die Dornenbahn Führet doch ihn himmelan. 4. Wird im Kampf das Herz ihm matt, Hat die Erde keinen Frieden, O dann bietet Gottes Stadt Einen Lebensquell dem Müden, Bis auf jenen heil'gen Höhn Ihm die Friedenspalmen wehn. 12 178 Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. 5. Bricht des Todes Macht herein, Wanken alle ird'schen Stüßen, Ruhig kann der Fromme sein: Ihn wird sein Erlöser schützen, Und ein ew'ges Morgenroth Leuchtet ihm um Grab und Tod. 6. Auf denn, Herz, auf, flüchte dich Aus dem eitlen Weltgetümmel! Christi Tempel öffnet sich, Wort 229. Mel.: Nun komm, der Heiden Heiland 2c. 1. Walte, walte nah und fern, Allgewaltig Wort des Herrn, Wo nur seiner Allmacht Ruf Menschen für den Himmel schuf. 2. Wort vom Vater, der die Welt Schuf und in den Armen hält Und aus seinem Schooß herab Seinen Sohn zum Heil ihr gab; Gottes. 5. Wort des Lebens, stark und rein, Walte fort, bis aus der Nacht Alle Völker harren dein. Alle Welt zum Tag erwacht. 3. Wort von des Erlösers Huld, Der der Erde schwere Schuld Durch des heil'gen Todes That Ewig weggenommen hat; Zeiget dir den offnen Himmel; Und er selbst mit Freundeshand Führet dich ins Vaterland! 4. Kräftig Wort von Gottes Geist, sid Der den Weg zum Himmel weist Und durch seine heil'ge Kraft Wollen und Vollbringen schafft; 7. Heil uns! siegreich stehet sie, Gottes heil'ge Stadt auf Erden; Ihre Säulen wanken nie, Können nie zertrümmert werden. Ihres Baues Herrlichkeit Glänzt in alle Ewigkeit! Johann Christian Hermann Gittermann. 6. Auf, zur Ernt' in alle Welt! Weithin wogt das reife Feld; Klein ist noch der Schnitter Zahl, Viel der Garben überall. 7. Herr der Ernte, groß und gut, Wirk' zum Werke Lust und Muth, Laß die Völker allzumal Schauen deines Lichtes Strahl. Jonathan Friedrich Bahnmaier. 230. Mel.: Befiehl du deine Wege 2c. 1. Laß mich dein sein und bleiben, Du treuer Gott und Herr, Von dir laß mich nichts treiben, Wort Gottes. Halt' mich bei deiner Lehr'. Herr, laß mich nur nicht wanken, Gieb mir Beständigkeit; Dafür will ich dir danken In alle Ewigkeit. Nikolaus Selnecker. 231. Mel.: Es ist das Heil uns kommen 2c. 1. Ein neues Lied singt Gott dem Herrn Und rühret Zions Saiten! Wohlauf! begrüßt den Morgenstern, Den Boten lichter Zeiten. Er geht den frommen Herzen auf, Er wandelt leuchtend seinen Lauf, Uns himmelan zu leiten. 2. Er ist das rechte Gotteswort, Vom Himmel uns gegeben; Ein Quell, der quillet fort und fort Und fließt ins ew'ge Leben. Und nimmer dürftet, wer ihn trinft; Und wer ihn trank, viel Früchte bringt, Gleich edlen Weinstocksreben. 179 4. Was wagst du, Welt der Finsterniß, Dich wider Gott zu sträuben? Die Männer Gottes stehn gewiß; Das Reich muß uns doch bleiben. Es bleibt und steht, wenn alles wankt; 3. Das Wort von Gott ist wahr und rein; Kein Mensch hat es erfunden. Frei zieht es in die Seele ein, Gehemmt nicht, noch gebunden. Und ob der Feind viel Unkraut sä't: Der Wächter wachet früh und spät Bis zu der Ernte Stunden. Dir, Herr der Herren, sei's gedankt Von allen, die da gläuben! 5. Führ' deine Heerd' auf rechter Bahn, Daß nimmer sie verderbe. Zünd' Glauben, Lieb' und Hoffnung an, Daß Christi Sinn nicht sterbe. Wir folgen dir, wir traun auf dich: Hilf deinem Volke väterlich und segne, Herr, dein Erbe! Christian Friedrich Heinrich Sachse. 232. Eigene Melodie. 1. Erhalt' uns, Herr, bei deinem Wort, Sei deinem Volk ein starker Hort, Wenn deines Sohnes Feinde drohn Zu stürzen ihn von seinem Thron. 2. Beweis dein' Macht, Herr Jesu Christ, Der du Herr aller Herren bist, Beschirm' dein' arme Christenheit, Daß sie dich lob' in Ewigkeit. 3. Gott heil'ger Geist, du Tröster Comwerth, 12* 180 Kirche, Gottesdienst Gieb dein'm Volk einen Sinn auf Erd', Steh' bei uns in der letzten Noth, Leit' uns ins Leben aus dem Tod. Martin Luther. 233. Mel.: O Gott, du frommer Gott 2c. 1. Bleib' ja bei mir, mein Gott, Laß mich dein Wort regieren, So wird kein Irrweg mich Betrüben noch verführen; Komm zu mir durch dein Wort, Komm in der letzten Noth, Bring' mich zur Friedensstadt Ins Leben durch den Tod. 2. Komm mir zu Trost und Freud', Wenn diese Welt vergehet, Wenn Himmel, Erde, Gut Und Ehr' nicht mehr beſtehet, Und führ' mich in dein Reich Zu deiner Herrlichkeit, Mein König, daß ich dich Dort lob' in Ewigkeit. Johann Olearius. 234. Mel.: O du Liebe meiner Liebe zc. 1. Wort des Lebens, lautre Quelle, Die vom Himmel sich ergießt, Lebenskräfte giebst du jedem, Der dir Geist und Herz erschließt; Der sich wie die welke Blume, Die der Sonnenbrand gebleicht, Dürstend von dem dürren Lande Zu der Quelle niederneigt. und Gnadenmittel. 2. Ohne dich, was ist die Erde? Ein beschränktes, düstres Thal; Ohne dich, was ist der Himmel? Ein verschlossner Freudensaal; Ohne dich, was ist das Leben? Ein erneuter finstrer Tod; Ohne dich, was ist das Sterben? Nachtgraun ohne Morgenroth. 3. Wort des Lebens, du erleuchtest, Doch erwärmst du auch zugleich; Eine Hölle offenbarst du, Aber auch ein Himmelreich! Furchtbar schreckest du den Sünder Aus der trägen, sichern Ruh'; Doch mit Liebe deckst du wieder Jedes Büßers Fehle zu. 4. Einen Richter lehrst du fürchten, Der mit rechter Wage wägt, Doch auch einen Vater lieben, Der mit Langmuth alle trägt, Einen Gott, der den geliebten Ein'gen Sohn zum Opfer giebt, Der an ihm die Sünde richtet Und in ihm die Sünder liebt. 5. Wort des Lebens, wer dich höret, Dem versprichst du ew'ges Heil; Doch nur dem, der dich bewahret, Wird das Kleinod einst zu Theil. Nun so will ich dich bewahren, Schwert des Geistes, Gotteswort; Hilf mir hier auf Erden streiten Und die Kron' erwerben dort. Karl Johann Philipp Spitta. Wort Gottes. 235. Mel.: Nun danket alle Gott 2c. 1. Nun bittet alle Gott Mit Herzen, Mund und Händen, Daß er uns seinen Geist Vom Himmel wolle senden, Der uns ein Tröster sei Nach seinem theuren Wort, So jeßt, wie allezeit, Hier und an jedem Ort. 2. Nun bittet alle Gott, Daß er uns Sünder schone, Daß er uns nahe sei In Jesu, seinem Sohne; Daß er die Kirche ban' Durch sein lebendig Wort Und uns einst gebe Raum Bei seinen Engeln dort. 3. Ach ja, Herr, lehre uns, So sind wir recht gelehret! Ach Herr, bekehre uns, So sind wir recht bekehret! Ach Heiland, heile uns, So sind wir ewig heil! Dein Blut sei unser Trost, Dein Geist sei unser Theil! 4. Es segne uns der Herr, Der Urquell aller Güter; Der ew'ge Arzt und Hort Sei unser Hort und Hüter; Es leuchte über uns Sein Gnadenangesicht; Sein Friede ruh' auf uns; Sein Geist verlass' uns nicht! ( Knapp's Liederschak.) 181 236. Eigene Melodie. Ch. A. 1. Fahre fort, fahre fort, Zion, fahre fort im Licht, Mache deine Leuchter helle! Laß die erste Liebe nicht; Suche stets die Lebensquelle: Zion, dringe durch die enge Pfort', Fahre fort, fahre fort. 2. Dulde still, dulde still, Zion, dulde ohne Scheu Trübsal, Angst mit Spott und Hohne, Sei bis in den Tod getreu, Siehe auf die Lebenskrone. Zion, wenn der Feind dich tödten will, Dulde still, dulde still. 3. Folge nicht, folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, Die dich suchet groß zu machen, Achte nichts ihr Gut und Geld; Ernst im Beten, ernst im Wachen, Sieh dich vor, wenn sie viel Luſt verſpricht, Folge nicht, folge nicht. 4. Prüfe recht, prüfe recht, Zion, prüfe recht den Geist, Der dir ruft zu beiden Seiten, Thue nicht, was er dich heißt, Laß nur deinen Stern dich leiten! Beides, was dir gut scheint und was schlecht, Prüfe recht, prüfe recht. 5. Dringe ein, dringe ein, Zion dringe ein in Gott; 182 Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. Stärke dich mit Geist und Leben, Sei nicht wie die andern todt, Sei du gleich den grünen Reben; Zion, in das Wesen, nicht in Schein Dringe ein, dringe ein. 6. Brich hervor, brich hervor, Zion, brich hervor in Kraft, Weil die Bruderliebe brennet. Zeige, was der in dir schafft, Der als seine Braut dich kennet. Auf! er selbst hat aufgethan das Thor! Brich hervor, brich hervor. 1db 7. Halte aus, halte aus, Zion, halte deine Treu', Laß doch nimmer lau dich finden: Auf! das Kleinod rückt herbei, Auf! verlasse, was dahinten! Zion, in dem letzten Kampf und Strauß Halte aus, halte aus. Johann Eusebius Schmidt. 237. Mel.: Ein' feste Burg ist unser Gott 2c. 1. Verzage nicht, du kleine Schaar, Ob auch die Feinde schnauben! Halt' dich an Gott in der Gefahr Und stehe fest im Glauben! Sein helles Auge wacht Auch in der Mitternacht. Gewaltig ist sein Arm; Der Widersacher Schwarm Schlägt seine Hand zu Boden. 2. Mag immerhin ihr stolzer Mund Viel neue Sagung lehren, Den alten tiefen Glaubensgrund Der Christen umzukehren: So weichen wir doch nicht Von Gott und seinem Licht. Es wird die Höllenpfort' Sein seligmachend Wort Doch nimmermehr bezwingen. 3. Wir ziehn den Harnisch allo Gottes an, Umgürten unsre Lenden Und stehn, mit Wahrheit angethan, Das Geistesschwert in Händen. Des Heilands reine Lehr' Ist unsre Waff' und Wehr; Christi Gerechtigkeit Ist unser Panzerkleid, Und unser Schild der Glaube. 4. Du Glaubensherzog, Jesu Christ, Hilf uns dein Wort bewahren, Und wächst der Feinde Macht und Lift, So stärk' uns in Gefahren! Held Gottes, dein Panier Richt' auf, wir folgen dir! In deiner heil'gen Hut Steht Ehre, Gut und Blut Der treuen Kampfgenossen. Christian August Bähr. 238. Mel.: Ach Gott und Herr 2c. 1. Gott ist mein Hort, Und auf sein Wort Soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, Mein Gott, vor dir Im Glauben, nicht im Schauen. Wort Gottes.) 2. Dein Wort ist wahr; Laß immerdar Mich seine Kräfte schmecken. Laß keinen Spott, O Herr, mein Gott, Mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt' ich Licht, Wofern mich nicht Dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie Verstünd' ich nie, Wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt Der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben. Zur Ewigkeit Ist diese Zeit 1910 Von dir mir übergeben. 5. Dein ew'ger Rath, Die Missethat Der Sünder zu verfühnen: Den kennt' ich nicht, Wär' mir dies Licht Nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz In Reu' und Schmerz Der Sünden nicht verzagen; Nein, du verzeihſt, Lehrst meinen Geiſt Ein gläubig Abba jagen. 7. Mich zu erneun, Mich dir zu weihn 183 Ist meines Heils Geschäfte; Durch meine Müh' Vermag ich's nie, Dein Wort giebt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, Laß uns dies Wort! Denn du hast's uns gegeben. Es sei mein Theil, Es sei mir Heil Und Kraft zum ew'gen Leben. Christian Fürchtegott Gellert. 239. Mel.: Freu' dich sehr, o meine Seele 2c. 1. Herr, du willst dein Reich erhalten Ewig und unwandelbar! Unter deines Geistes Walten Triumphirt es immerdar. Fest steht deines Friedens Bund, Also spricht der Wahrheit Mund: Erd' und Himmel wird vergehen, Gottes Wort bleibt ewig stehen! 2. Nun, so sei denn, Wort des Lebens, Uns gesegnet bis ans Grab; Sei die Richtschnur unsers Lebens, Unsrer Hoffnung sichrer Stab! Treu bewahre dich das Herz In der Freude, wie im Schmerz; Sei uns Quell von Trost und Segen Und ein Licht auf unsern Wegen! 3. Laßt uns froh den Bund erneuen, In der kurzen Pilgerzeit 184 Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. Guten Samen auszustreuen Für das Reich der Ewigkeit! Breitet aus das Wort des Herrn: Hofft auf ihn und dient ihm gern! Selig sind, die Jeſu dienen; Er ist mitten unter ihnen. 4. Daß es deinem Wort gelinge, Schüßz' es, Gott, durch deine Hand; Deiner Wahrheit Band umschlinge Jedes Volk und jedes Land! Wirke, bis die ganze Welt Jesu einst zu Fuße fällt; Hilf, daß alles auf der Erde Ein Hirt, eine Heerde werde. Johann Friedrich v. Meyer. Rice 240. Mel.: Jesus, meine Zuversicht zc. 1. Eine Heerde und ein Hirt! Wie wird dann dir sein, o Erde, Wann sein Tag erscheinen wird! Freue dich, du kleine Heerde! Mach' dich auf, es werde Licht: Jeius hält, was er verspricht. 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, Und die Herrlichkeit des Herrn Nahet dämmernd sich den Heiden; Blinde Pilger flehn um Licht: Jesus hält, was er verspricht. 3. Komm, o komm, getreuer Hirt, Daß die Nacht zum Tage werde! Ach wie manches Schäflein irrt Fern von dir und deiner Heerde! Kleine Heerde, zage nicht: Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht Vor des Morgenrothes Helle, Und der Sohn der Wüste kniet Dürstend an des Lebens Quelle; Ihn umleuchtet Morgenlicht: Jesus hält, was er verspricht. 5. O des Tags der Herrlichkeit! Jesus Christus, du die Sonne, Und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried' und Wonne! Mach' dich auf, es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. Friedrich Adolf Krummacher. 241. Mel.: Gott des Himmels und der zc. 1. Theures Wort aus Gottes Munde, Das mir lauter Segen trägt, Dich allein hab' ich zum Grunde Meiner Seligkeit gelegt! In dir treff' ich alles an, Was zu Gott mich führen kann. 2. Du, mein Leitstern hier auf Erden, Leuchte in mein Herz hinein! Laß mich täglich weiser werden, Daß dein heller Gnadenschein Tief mir in die Seele dringt Und die Frucht des Lebens bringt. 3. Geist der Gnaden, der im Worte Mich an Gottes Herze legt, Deffne mir des Himmels Pforte, Wort Gottes. Daß mein Geist hier recht erwägt, Was für Schäße Gottes Hand Durch sein Wort ihm zugesandt. 4. Gieb dem Samen einen Acker, Der die Frucht nicht schuldig bleibt. Mache mir die Augen wacker, Und was hier dein Finger schreibt, Präge meinem Herzen ein, Laß den Zweifel ferne sein Benjamin Schmolck. 242. Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier zc. 1. Höchster Gott! dir danken wir, Daß du uns dein Wort gegeben; Innig bitten wir von dir: Hilf uns heilig danach leben; Gieb dem Glauben solche Stärke, Daß er thätig sei durch Werke. 2. Uns, o Vater, lehrest du, Was wir thun und glauben sollen: Schenk' uns deine Kraft dazu, Gieb zum Wissen auch das Wollen Und zum Wollen das Vollbringen; So wird alles wohl gelingen. Johann Adam Haßlocher. 243. Mel.: Was Gott thut, das ist zc. 1. Dein Wort, o Herr, ist milder Thau Für trostbedürft'ge Seelen! Laß keinem Pflänzchen deiner Au Den Himmelsbalsam fehlen. Erquickt durch ihn Laß jedes blühn 185 Und in der Zukunft Tagen Dir Frucht und Samen tragen. 2. Dein Wort ist, Herr, ein Flammenschwert, Ein Blizz, der Felsen splittert; Ein Feuer, das im Herzen zehrt Und Mark und Bein durchschüttert. O laß dein Wort Noch fort und fort Der Sünde Macht zerscheitern Und alle Herzen läutern. 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern Für unsre Pilgerreiſe; Es führt auch Thoren hin zum Herrn Und macht die Einfalt weise. Dein Himmelslicht Verlösch' uns nicht Und leucht' in jede Seele, Daß keine dich verfehle. 4. Ich suchte Trost und fand ihn nicht: Da ward das Wort der Gnade Mein Labsal, meine Zuversicht, Die Fackel meinem Pfade. Sie zeigte mir Den Weg zu dir Und leuchtet meinen Schritten Bis zu den ew'gen Hütten. 5. Auf immer gilt dein Segensbund, Dein Wort ist Ja und Amen; Nie weich' es uns aus Herz und Mund, Es sei uns Lebenssamen. 186 Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. Laß immerfort Dein helles Wort In allen Lebenszeiten Uns trösten, warnen, leiten! dal Und macht uns unsers Heils gewiß: Es lehrt uns, daß durch Jesum Christ Du unser Gott und Vater bist. 3. Dein Wort erweckt uns, dich zu lieben, Dich, der so väterlich uns liebt, Mit Freuden dein Gebot zu üben, So wie dein Sohn es hat geübt. Es zeiget uns den Gnadenlohn, Der unser harrt an deinem Thron. 6.O sende bald von Ort zu Ort Den Durst nach deinen Lehren, Den Hunger aus, dein Lebenswort Und deinen Geist zu hören; Und send' ein Heer Von Meer zu Meer, Der Herzen Durst zu stillen Und dir dein Reich zu füllen! Karl Bernhard Garve. 244. Mel.: Wer nur den lieben Gott 2c. 1. Dein Wort, o Höchster, ist vollkommen, Es lehrt uns unsre ganze Pflicht; Es weckt den Sünder, stärkt den Frommen, Reicht alles dar, was uns gebricht. O selig, wer es achtsam hört, Bewahrt und durch Gehorsam ehrt! 2. Es leuchtet uns auf unsern Wegen, Zerstreut des Irrthums Finsterniß; Es führt uns unserm Ziel entgegen 4. Ja deine heiligen Gesetze Sind unsrer ganzen Liebe werth, Sind köstlicher, als alle Schäße Und was die eitle Welt begehrt. Was aller Menschen Weisheit spricht, Muß weichen, Herr, vor deinem Licht. 245. Eigene Melodie. 1. Liebster Jesu, wir sind hier, Dich und dein Wort anzuhören: 5. Drum soll das Wort, das du gegeben, Stets meines Fußes Leuchte sein; Zu dir soll es mein Herz erheben, Mich stärken, trösten und erfreun. Noch sterbend will ich darauf baun: Was es verheißt, werd' ich einst schaun. Johann Andreas Cramer. Gottesdienst. Lenke Sinnen und Begier Auf die süßen Himmelslehren, Daß die Herzen von der Erden Ganz zu dir gezogen werden. sident Gottesdienst. hall 187 Mit Loben durch der Psalmen Klang, 2. Unser Wissen und Verstand| Kommt, geht zu seinen Thoren ein Ist mit Finsterniß umhüllet, Wo nicht deines Geistes Hand Uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, thun und dichten Mußt du selbst in uns verrichten. Zu seinem Vorhof mit Gesang. 3. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht aus Gott geboren, Mach' uns allesammt bereit, Deffne Herzen, Mund und Ohren. Unser Bitten, Flehn und Singen Laß, Herr Jesu, wohl gelingen. Tobias Clausniker. 246. Mel.: Herr Gott, dich loben alle wir 2c. 1. Nun jauchzt dem Herren, alle Welt, Kommt her, zu seinem Dienst euch stellt! Kommt mit Frohlocken, säumet nicht, Kommt vor sein heilig Angesicht! 2. Erkennt, daß Gott ist unser Herr, Der uns erschaffen ihm zur Ehr', Daß wir mit Wort und mit der That Verkünd'gen unsers Schöpfers Gnad'. 5. Dankt unserm Gott, lobsinget ihm, Rühmt seinen Nam'n mit lauter Stimm': 3. Er hat uns ferner wohl bedacht Und uns zu seinem Volk gemacht, Zu Schafen, die er ist bereit zu führen stets auf gute Weid'. Lobsingt und danket allesammt; Gott loben, das ist unser Amt. 4. Die ihr nun bei ihm wollet ſein, 6. Er ist voll Güt' und Freundlichkeit, Voll Lieb' und Treu' zu jeder Zeit, Sein' Gnade währet dort und hier, Und seine Wahrheit für und für. David Denicke nach Cornelius Becker. 247. Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele zc. 1. Zeige dich uns ohne Hülle, Ström' auf uns der Gnaden Fülle, Daß an dieſem Gottestage Unser Herz der Welt entsage: Daß durch dich, der starb, vom Bösen Uns Gefallne zu erlösen, Deine glaubende Gemeine Mit dem Vater sich vereine. 2. O daß frei von Erdenbürden und der Sünde Lasten würden Unsre Seelen, unser Wille Sanft wie diese Sabbathstille! Daß in deines Himmels Höhen Wir von fern den Aufgang sähen 188 Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. Jenes Lichts, das dann verkläret,| Und durch seinen guten Geist Wenn der Sabbath ewig währet. Mir den Weg zum Leben weist. 3. Was ich strahlen seh' am Throne, Ist es nicht der Sieger Krone? Was ich überm Grab einst höre, Sind's nicht Ueberwinderchöre? Feiernd tragen sie die Palmen, Ihr Triumph erschallt von Psalmen. Herr, du selber wollst mich weihen Diesem Sabbath deiner Treuen! Was ist süßer als sein Wort, Da wir sammeln wie die Bienen 4. Decke meiner Blöße Schande Selig ist, wer Tag und Nacht Und den Honig tragen fort! Also nach dem Himmel tracht't. Mit dem festlichen Gewande Teiner Unschuld, daß am Tage Deines Mahls ich froh es wage, Dort zu wandeln, wo voll Gnaden Deine Schaar du eingeladen, Wo nicht mehr die Streiter ringen: Wo sie Siegeslieder singen. 5. O mein Gott, sprich selber Amen, Friedrich Gottlieb Klopstock. 248. Mel.: Gott des Himmels und der zc. 1. Großer Gott von alten Zeiten, Dessen Hand die Welt regiert, Dessen Treu' auf allen Seiten Mich von Jugend auf geführt! Heute weckt des Tages Lauf Mich zu lauter Andacht auf. 3. Habe Dank für diesen Morgen, Der mir Zeit zum Guten schenkt: Das sind unsre besten Sorgen, Wenn der Mensch an Gott gedenkt Und von Herzen betend singt, Daß es durch die Wolken dringt. 4. Was ist schöner als Gott dienen, 2. Ach wie lieb' ich diese Stunden, Denn sie sind des Herren Fest, Das mit so viel Trost verbunden, Da mein Gott mich ruhen läßt Denn wir sind dein Eigenthum. Alles preise deinen Namen, Alles mehre deinen Ruhm, Bis es fünftig wird geschehn, Daß wir dich im Himmel sehn. Kaspar Neumann. 249. Mel.: Gott des Himmels und der zc. 1. Thut mir auf die schöne Pforte, Führet mich in Zion ein! Ach wie wird an diesem Orte Meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angesicht, Hier ist lauter Trost und Licht. 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen, Komme du nun auch zu mir! Gottesdienst. Wo du Wohnung hast genommen, Ist der Himmel hell vor mir. Zeuch du in mein Herz hinein, Laß es deinen Tempel sein! Dann schallet dir im Jubelklang Der Ueberwinder mein Gesang. 2. Wohl mir indeß! du schaust hernieder 3. Laß in Furcht mich vor dich Auf mich, dein Kind, und hörst mein Lall'n, treten, Heilige mir Leib und Geist, Daß mein Singen und mein Beten Ein gefällig Opfer heißt. Heilige mir Mund und Ohr, Zeuch das Herz zu dir empor! 4. Stärk' in mir den schwachen Glauben, Laß dein theures Kleinod mir Nimmer aus dem Herzen rauben, Halte stets dein Wort mir für, Daß es mir zum Leitstern dient Und zum Trost im Herzen grünt. 5. Rede, Herr, so will ich hören, Und dein Wille werd' erfüllt! Laß nichts meine Andacht stören, Wenn der Brunn des Lebens quillt; Speise mich mit Himmelsbrod, Tröste mich in aller Noth! Benjamin Schmolck. is zim 250. 189 Das Flehn, den Dank der schwachen Lieder Mit väterlichem Wohlgefall'n. Und meine Besserung und Ruh' Nimmt durch ein frommes Lied oft zu. 3. Froh wall' ich hin mit meinen Brüdern zu deines Tempels Heiligthum. Da schallt in dir geweihten Liedern Des Dankes Stimm' zu deinem Ruhm; Und dann durchwandelt meine Brust Ein fromm Gefühl von heil'ger Lust. Ergießet sich durch meinen Geist, Wenn er, vereint mit heil'gen Chören, Mel.: Wer nur den lieben Gott 2c. 1. Noch sing' ich hier aus dunklen Fernen, Gott meines Lebens, dir mein Lied. Wenn einst, weit über allen Sternen, Gott, deinen großen Namen preiſt, Anbetung dir und Ehre bringt Und Fülle der Empfindung singt. 5. Oft hab' ich auch in stillen Stunden, Wenn ich dir meine Freuden sang, Der Andacht reine Gluth empfunden, Dich mein verklärtes Auge sieht, Die da durch meine Seele drang. 4. Die Kraft von deinen Himmelslehren 190 Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. Mein Herz, wenn dir mein Lied erscholl, Ward seliger Empfindung voll. 6. Ich habe mir die Last der Leiden Oft durch ein Trostlied leicht gemacht Und statt des Kummers Ruh' und Freuden In mein beklommnes Herz gebracht. Die Hoffnung lebte wieder auf, Sang ich zu dir, mein Gott, hinauf. 7. Doch sing' ich noch aus dunklen Fernen; O welche Wonne wird es sein, Wenn einst, weit über allen Sternen, Gott, mich dein Antlig wird erfreun! Da bin ich dir ganz Lobgesang In aller Himmel Jubelklang. Heinrich Erhard Heeren. 251. Mel.: Herzliebster Jesu, was hast 2c. 1. Dies ist der Tag, zum Segen eingeweihet! Ihn feiert gern, wer deiner, Gott, sich freuet. O laß auch mich mit Freuden vor dich treten, Auch unser Dank und unsers Geistes Flehen Soll dich erhöhen! 3. Wie freu' ich mich, die Stätte zu begrüßen, Wo Dürstenden des Lebens Bäche fließen, Und wo dein Heil von der Erlösten Zungen Froh wird besungen! 4. Vergebens lockt die Welt mit ihren Freuden; Mein Geist soll sich auf Gottes Auen weiden, Ich will an seines Wortes Gnadengaben Die Seele laben. 5. O laß auch heute deinen Geist mich lehren, Vom Weg, der dir mißfällt, mich abzukehren; Regiere mich, daß meine ganze Seele Nur dich erwähle. 6. Dein Tag sei mir ein Denkmal deiner Güte, Er bring' mir Heil und lenke mein Gemüthe Auf jenen Trost, den uns dein Sohn erworben, Dich anzubeten! Da er gestorben. 2. Dich rühmt der Lobgesang der 7. Dich bet' ich an, du TodesHimmelsheere! Ueberwinder! Auch dieses Haus erschall' von Der du an diesem Tag zum Heil deiner Ehre; der Sünder, Gottesdienst. Die fern von Gott im Todesschatten saßen, Dein Grab verlassen. 8. Dein Siegstag ist ein Tag des Heils der Erde; Gieb, daß er mir zum wahren Sabbath werde! Lob sei, Erlöser, deinem großen Namen Auf ewig, Amen! J. S. Diterich nach Chr. Chr. Sturm. 252. Mel.: Herr Jesu, send' uns deinen 2c. 1. O heil'ger Geist, laß uns dein Wort So hören fort und immerfort, Daß sich in uns und durch dein' Lehr' hon Glaub', Lieb' und Hoffnung reichlich mehr'. 2. Erleuchte uns, du wahres Licht, Entzieh uns deine Gnade nicht, Sei unser Trost in aller Noth, Stärk' uns im Leben und im Tod. ( Hannoversches Gesangbuch von 1646.) 253. Mel.: Wie schön leuchtet der 2c. 1. Heut' ist der Ruhetag des Herrn! Hier trete eitle Weltlust fern, Hier schweige ihr Getümmel. Vergeßt der Sorgen dieser Zeit Und lebet für die Ewigkeit; Erhebet euch zum Himmel! Glaubend, hoffend 191 Fühlt hienieden schon den Frieden jener Frommen, Die zur ew'gen Ruh' gekommen. 2. Auf, Christen, preist des Schöpfers Macht, Der diese Welt hervorgebracht, Den Heiligen, Allweisen! Schaut der Erlösung Wunder an Und rühmt, was der an uns gethan, Den wir als Mittler preisen. Heilig, heilig, Heilig ist er, ewig lebt er! Ihn erhebet, Jhn, der todt war und nun lebet. 3. Verkündigt wird des Lebens Wort An diesem gottgeweihten Ort; kommt, ehrfurchtsvoll zu hören. Sei voll von Gott, der Beter Schaar, Der Demuth Bitte bring' ihm dar: Der Herr wird sie gewähren. Alle dürft ihr Zu ihm nahen, sollt empfahen Heil und Leben Und den Trost: euch ist vergeben! 4. Zu Gott, zu Gott hinauf das Herz! Hinauf die Blicke himmelwärts, Nicht bloß in Tempelhallen: Auch unser Haus sei Gott geweiht, Auch in der stillen Einsamkeit Soll unser Lob ihm schallen. Bleib', o Seele, at man 192 Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. Ihm ergeben, daß im Leben Gott ergeben hilf uns leben, lehr' dieser Erde of uns sterben, Jeder Tag ein Festtag werde! August Christian Ludwig Heydenreich. 254. Mel.: Wie schön leuchtet der 2c. 1. Sei uns gesegnet, Tag des Herrn! Zu Gottes Preise nah und fern Weckst du der Christen Menge. Ihr Lobgesang tönt spät und früh, Zum Heiligthume wallen sie In festlichem Gedränge. Dir, Herr, schallen Ihre Lieder, wo die Brüder vor dich treten, Froh den Vater anzubeten. 2. Komm, Geist der Andacht und der Ruh', Beleb' auch uns, entferne du, Was stört die heil'ge Stille. Mach' unsern Geist von Irrthum frei, In allem Guten fest und treu, Das Herz mit Trost erfülle. Hilf uns! stärk uns! Daß wir Gottes Reich ererben. August Hermann Niemeyer. 257. Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier zc. 1. Liebster Jesu, hier sind wir, Deinem Worte nachzuleben: 255. Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier zc. 1. Wir verlassen, Herr, dein Haus, Bleib' bei uns, du theurer Segen! Führ' uns ein und führ' uns aus, Heil'ger Geist, auf Gottes Wegen! Segne ferner, schirme, leite, Gieb uns Sieg zum guten Streite. 2. Unsern Ausgang segne, Gott! Unsern Eingang gleichermaßen; Segne unser täglich Brod, Segne unser Thun und Lassen, Segne uns mit sel'gem Sterben Und mach' uns zu Himmelserben! Hartmann Schenk. 256. Eigene Melodie. Ch. A. 1. Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi Und die Liebe Gottes Und die Gemeinschaft des heil'gen Geistes Sei mit uns allen! mit uns allen! Amen! II. Corinther 13, 13. Taufe und Confirmation. Dieses Kindlein kommt zu dir, Weil du den Befehl gegeben, Daß man Kindlein zu dir führe; Denn das Himmelreich ist ihre. Taufe und Confirmation. 2. Darum eilen wir zu dir, Nimm das Pfand von unsern Armen; Tritt mit deinem Glanz herfür Und erzeige dein Erbarmen, Daß es dein Kind hier auf Erden Und im Himmel möge werden. 3. Hirte, nimm dein Schäflein an, Haupt, mach' es zu deinem Gliede; Himmelsweg, zeig' ihm die Bahn, Friedefürst, sei du sein Friede; Weinstock, hilf, daß dieſe Rebe Auch im Glauben dich umgebe! 4. Nun, wir legen an dein Herz, Was von Herzen ist gegangen. Führ' die Seufzer himmelwärts Und erfülle das Verlangen; Ja den Namen, den wir geben, Schreib' ins Lebensbuch zum Leben. Benjamin Schmolck. 258. Mel.: Die Himmel rühmen Gottes 2c. 1. O Vater, sieh mit Wohlgefallen Dies Kindlein an, das wir dir weihn, Und laß des Säuglings schwaches Lallen Dir Lobgesang und Psalter sein. 2. O Hirt voll Liebe und Erbarmen, Nimm dieses zarte Schäflein auf; Mit deiner Liebe starken Armen Behüte seinen Lebenslauf. 193 3. Geist des Lichtes und der Wahrheit, Erfülle du mit sanftem Schein Das zarte Herz, laß deine Klarheit Im Pilgerthal sein Leitstern sein. Friedrich Adolf Krummacher. 259. Mel.: Wie schön leuchtet der 2c. 1. Herr, dessen Thron die Himmel sind, Schau' gnädig auf dies zarte Kind, Dies arm' Gebild von Erde! Nimm, guter Hirte, freundlich ein, Was du erkauft mit Todespein, Nimm's auf zu deiner Heerde! Sende, spende, O du Treuer, Geist und Feuer in der Taufe; Weih' es früh zum Siegeslaufe! 2. Gieb Gnad' und Wahrheit in sein Herz, Damit es frühe himmelwärts Mit Kindesaugen blicke Und freudig sich zum guten Streit Für dich und deine Herrlichkeit Aus allen Kräften schicke. Rühre, führe, Schirme, leite, vollbereite. du dies Kleine, Daß dein Bild an ihm erscheine! 3. Es athme dir, es blühe dir! Es müss' in steter Kraft und Zier An dir, dem Weinstock, bleiben! Es müss' in Sturm und Sonnenschein 13 194 Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. Dein Pilgrim und dein Bürger sein Und Himmelsfrüchte treiben. Vater, Mittler, Geist der Wahrheit, komm in Klarheit, sprich dein Amen! Halt' es fest bei deinem Namen! Albert Knapp. 260. Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele zc 1. O du reicher Herr der Armen, Mit welch herzlichem Erbarmen Bist du uns zuvorgekommen, Hast dich unser angenommen! Wie kamst du mit allem Segen Uns verheißungsvoll entgegen Schon an deines Reiches Pforte Durch das Wasserbad im Worte! 2. Sind wir selbst doch unaussprechlich Kraftlos, hülflos und gebrechlich, Ja, als Fleisch von Fleisch geboren, Sündlich, sterblich und verloren. Aber reinigend und heilend, Geist und Leben uns ertheilend, Schenkest du uns reine Gnade In der Taufe heil'gem Bade. 3. Herr, wir glauben deinem Worte!- Darum bringen wir zur Pforte Deines theuren Gnadenreiches Dieses Kind, thu' an ihm Gleiches! Die Verheißung, die zum Leben Deinem Volke du gegeben, Geht nach deiner Huld nicht minder Ueber deines Volkes Kinder. 4. Sei auch diesem Kinde gnädig Mach' es aller Sünde ledig; Schenke ihm zu sel'ger Freude Die Gerechtigkeit zum Kleide; Salbe es mit deinem Geiste Und ihm alle Hülfe leiste, Daß der Segen deiner Hände Auf ihm bleibe bis ans Ende. Karl Johann Philipp Spitta. 261. Mel.: O Ewigkeit, du Donnerwort zc. 1. Ich bin in dir, und du in mir; Nichts soll mich, ew'ge Liebe, dir In dieser Welt entreißen! Auf Erden, wo nur Sünder find, Nennst du mich freundlich schon dein Kind, O laß mich's ewig heißen und treu mit Wandel, Herz und Mund Bewahren deinen Friedensbund. 2. Ich bin in dir, und du in mir; Noch wohn' ich völlig nicht bei dir, Weil ich auf Erden walle; Drum führ' mich, Jesu, treuer Hirt, Daß mich, was locket, schreckt und irrt, Nicht bringe je zu Falle! O daß, was ich dir, Herr, versprach, Mir gehe tief und ewig nach! 3. Ich bin in dir, und du in mir; Komm, Herr, mir deine Jugendzier Frühzeitig anzulegen, Daß mir des Lebens Glück und Noth, AniTaufe und Confirmation. Ja selbst der letzte Feind, der Tod, Nur kommen mög' ein Segen! Mit dir will ich durchs Leben gehn, Dir leben, sterben, auferstehn. Albert Knapp. 262. Mel.: Christus der ist mein Leben 2c. 1. Wir flehn um deine Gnade, Nichts sind wir ohne dich; Führ' uns auf deinem Pfade Und hilf uns mächtiglich. 2. Wir flehn um deine Wahrheit In unsers Lebens Nacht, Durch dich nur wird uns Klarheit In unsern Geist gebracht. 3. Wir flehn um deinen Frieden In dieser Welt voll Angst; Uns sei das Heil beschieden, Das du am Kreuz errangst. 4. Wir flehn um deine Stärke: Du weißt, wie schwach wir sind. Zu jedem guten Werke Stärk' jedes schwache Kind. 5. Wir flehn um deinen Segen Zum Bund an diesem Tag, Daß wir auf allen Wegen Dir treulich folgen nach. Karl August Döring. 195 Ich bin gezählt zu deinem Samen, Zum Volk, das dir geheiligt heißt. Ich bin in Christum eingeſenkt, Ich bin mit seinem Geist beschenkt. 263. Mel.: Wer uur den lieben Gott 2c. 1. Ich bin getauft auf deinen Namen, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist, 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, Mein lieber Vater, mich erklärt. Du hast die Frucht von deinem Sterben, Mein treuer Heiland, mir gewährt. Du willst in aller Noth und Bein, D guter Geist, mein Tröster sein. 3. Ich habe, Herr, mich dir verschrieben und angelobt, mich dir zu weihn, Dich als mein höchstes Gut zu lieben, Treu und gehorsam dir zu sein. Dem Dienst der Sünde sagt' ich ab, Da ich mich dir zu eigen gab. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite Bleibt dieser Bund wohl feste stehn; Wenn aber ich ihn überschreite, So laß mich nicht verloren gehn. Nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, Wenn ich hab' einen Fall gethan. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel' und Herz zum Opfer hin. Erwecke mich zu steter Treue, Dein Geist regiere meinen Sinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut, Der nicht, Herr, deinen Willen thut. 13* 196 Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. 6. Laß diesen Vorsaß nimmer Wie voll Demuth und voll wanken, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist! Wehmuth Deines Kindes Stimme fingt! Laß dich finden, laß dich finden, Denn mein Herze nach dir ringt. Halt' mich in deines Bundes Schranken, Bis mich dein Wille sterben heißt; So leb' ich dir, so sterb' ich dir, So lob' ich dich dort für und für. Johann Jakob Rambach. 264. Eigene Melodie. Ch. A. 1. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig, Lege mich vor deinen Thron; Schwache Thränen, findlich Sehnen Bring' ich dir, du Menschensohn. Laß dich finden, laß dich finden, Bin ich gleich nur Asch' und Thon! 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt' dich, Lenke mich nach deinem Sinn! Dich alleine ich nur meine, Dein erkaufter Erb' ich bin. Laß dich finden, laß dich finden, Gieb dich mir und nimm mich hin! 3. Herr, erhöre! ich.begehre Nichts als deine freie Gnad', Die du giebest, wo du liebest Und man dich liebt in der That. Laß dich finden, laß dich finden! Der hat alles, der dich hat. 4. Himmelssonne, Seelenwonne, Hör', wie dir die Seele singt, 5. Dieser Zeiten Eiltelkeiten, Reichthum, Wollust, Ehr' und Freud', Sind nur Schmerzen meinem im Herzen, Welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden! Großer Gott, ich bin bereit. Joachim Neander. 265. Mel.: Dir, dir, Jehovah, will ich zc. 1. Dir ew'ge Treue zu geloben, Sind wir versammelt hier im Heiligthum. Das Herz, zu dir, o Herr, erhoben, Bringt dir gerührt Anbetung, Preis und Ruhm. nimm dich unsrer Schwachheit an; Führ' uns zum Licht, leit' uns auf ebner Bahn! Heiland, 2. Wir sind auf dich, o Herr getaufet, Du nahmst uns schon als zarte Kinder an; Du hast so theuer uns erkaufet, Als einst dein Blut herab vom Kreuze rann. Wir glauben fest, du bist auch jetzt nicht fern Taufe und Confirmation. 197 Und hörest unser schwaches Flehen Mit dir, o Gott, den heil'gen gern. Bund. 3. Dir schmücken heut' sich unsre Herzen; Zieh' ein, du König voller Herrlichkeit! Von Erdenfreuden, Erdenschmerzen O Vater, nimm uns gnädig an; Hilf, Jesu, daß wir Gnade finden, Und führ' uns stets auf deiner Bahn. Zieh' uns hinauf zum Glanz der Geist Gottes, der das Wollen Ewigkeit. schafft, Kraft. Nimm unser Herz! wir bringen Gieb uns auch zum Vollbringen es dir dar; Wir opfern dir es selbst jetzt am Altar. dull 4. Wir flehen, Herr, in dieser Stunde: Weich' nicht von uns, wenn uns Anfechtung naht! Erhalte uns in deinem Bunde, Laß uns im Glauben gehn des Lebens Pfad! Dann stehn wir einst verklärt vor deinem Thron, Um zu empfahn des ew'gen Lebens Kron'. Emanuel Christian Gottlieb Langbecker. 266. Mel.: Wer nur den lieben Gott 2c. 1. Wir übergeben uns aufs neue Dir, Vater, Sohn und heil'ger Geist, Geloben dir auf ewig Treue Und glauben, was dein Wort verheißt. 2. Gedenke nicht der Jugendsünden, So schließen wir mit Herz und Mund 3. Dreiein'ger, nimm uns an aufs neue, Wir stehn gerührten Herzens hier. O stärke du selbst unsre Treue, Daß wir stets wandeln, Herr, vor dir. Dir weihn wir uns mit Herz und Mund, Und ewig, ewig sei der Bund. ( Stolberger Gesangbuch. Frankfurt a. M. 1802.) 267. Mel.: Mein Jesus, meiner Seele zc. 1. Wie heilig ist mir dieſe Stunde! Sie führt mich, Gott, zu deinem Bunde, Und dir gelob' ich treu zu sein, Mein ganzes Leben dir zu weihn. 2. Dich will ich über alles lieben, Mit Eifer deinen Willen üben; Doch ach, du weißt, wie schwach ich bin, 198 Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. Drum stärk' in mir den frommen| Denn dein sind sie, sind Christi Sinn. Glieder. 3. Und dir, mein Heiland, der ſein Leben Für mich am Kreuz dahin gegeben, Verpflicht' ich mich, mein Herr und Gott, Getreu zu sein bis in den Tod. 4. Doch wenn ich jemals mich verirrte, So suche mich, mein guter Hirte, Mit deinem treuen Liebesblick Und bring' zur Heerde mich zurück. 5. Geist Gottes, Geist der Kraft und Liebe, Dir weih' ich alle meine Triebe, Erleuchte mich in Finsterniß Und mach' im Glauben mich gewiß. 6. Erinnre du mich, wenn ich fehle, Und stärk' im Kampfe meine Seele, Damit, von allem Bösen frei, Mein Herz dein heil'ger Tempel sei. 7. So sei denn Treue dir geschworen, Dreieiniger, der mich erkoren; Und bis zum letzten Herzensschlag Sei heilig meines Bundes Tag. ( Berliner Gesangbuch von 1829.) 268. Mel.: Komm, heiliger Geist 2c. Ch. A. 1. Erhör', o Gott, das heiße Flehn Der Kinder, die hier vor dir stehn! Erbarmend blick' auf sie hernieder! Gieb ihnen, Vater, Sohn und Geist, Den Segen, den dein Wort verheißt: Erfülle sie mit deinen Gaben, Mit dir laß sie Gemeinschaft haben. Erbarme dich! Erbarme dich! 2. Sie wollen, deiner sich zu freun, Sich ganz nun deinem Dienste weihn, Und die mit Herz und Mund Den Taufbund feierlich erneuern betheuern, In ihrem Glauben fest zu stehn, In ihrem Thun auf dich zu sehn, Im Wandel rein und rein im Herzen, Ihr Heil nie sorglos zu verscherzen. Gieb Kraft dazu! Gieb Kraft dazu! 3. Schenk' ihnen Muth und Freudigkeit, Laß des Gelübdes Heiligkeit So stark, so tief ihr Herz durchdringen, Daß sie ihr Wollen treu vollbringen! Auch uns laß jetzt mit Herz und Mund Mit dir erneuern unsern Bund, Und einst hör' unser brünstig Flehen Mit ihnen in den Himmel gehen! Erhör' uns Gott! Erhör' uns Gott! Elieser Gottlieb Küster. - Taufe und Confirmation. 269. Mel.: O du Liebe meiner Liebe 2c. 1. Mittler, schau' auf sie hernieder, Die sich deiner Gnade freun Und als deiner Kirche Glieder Dir geloben, dein zu sein; Dein, der mit der größten Treue Auch für sie sein Leben gab. Sie sind dein, Erbarmer, weihe Sie dir ganz bis an das Grab. 2. Sie bekennen deine Lehre, Sind auf deinen Tod getauft. Laß sie leben dir zur Ehre, Denn sie sind durch dich erkauft. Leite sie mit deinen Händen, Daß sie auf der rechten Bahn Ihren Lauf durch dich vollenden, Immer wallen himmelan. 3. Laß die Blüthe ihrer Jugend Dir, nur dir geheiligt sein, Daß sie nie vom Pfad der Tugend In die Irre sich zerstreun. Schüße sie vor allen Sünden, Vor den Lockungen der Welt. Laß sie deinen Schuß empfinden, Wenn sie ihnen Neße stellt. 4. Laß sie treu in deiner Liebe, Fest im wahren Glauben sein Und durch deines Geistes Triebe Wunsch und That des Bösen scheun. 199 Daß sie auf dem schmalen Pfade Stets den Weg zum Leben gehn. Stärke sie durch deine Gnade, Wenn sie kindlich zu dir flehn, 5. Keines, feines, ach, von allen, Die mit dir den Bund erneun, Laß aus deiner Gnade fallen Und von dir geschieden sein. Herr, besiegle ihren Glauben, Der sie ewig selig macht; Keinem laß die Krone rauben, Die du allen zugedacht. 6. Sieh hernieder auf die Deinen, Die sich jetzt zu dir gewandt! Ach die Thränen, die sie weinen, Zeugen, was ihr Herz empfand. Laß die seligen Gefühle Nie erkalten, nie vergehn; Bis zu ihrem Lebensziele Laß sie fest im Glauben stehn. 5. v. Lehr. 270. Mel.: Herr Jesu, send' uns deinen 2c. 1. Für diese Kinder beten wir Mit heißer Inbrunst, Gott, zu dir. Nimm du dich ihrer gnädig an Und leite sie auf ebner Bahn. 2. Erhalte sie vom Irrthum frei und mache sie im Glauben treu, Und wenn Versuchung ihnen naht, Sei du ihr Helfer, Schutz und Rath. 3. In Schmerz und Kummer tröste sie, Und in der Noth verlaß sie nie, Gieb ihnen hier Zufriedenheit Und dort des Himmels Seligkeit. Nach Johann Andreas Crame r. 200 Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. 271. Mel.: Mitten wir im Leben sind 2c. 1. Stärke, Mittler, stärke sie, Deine theu'r Erlösten, Laß sie ihr Vertraun auf dich Unaussprechlich trösten. Wach' über ihre Seelen; 3. Locken wird sie nun die Welt, Herr, zu ihren Lüsten; Ach du wollest sie mit Kraft Aus der Höhe rüsten. Laß streiten sie und siegen; Die Triebe zu verbotner Lust Dämpfe früh in ihrer Brust. Heiliger Schöpfer, Gott! Heiliger Mittler, Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Allgütiger Gott! Sie stehen und geloben dir: Herr, dein Eigenthum sind wir! Heiliger Schöpfer, Gott! Heiliger Mittler, Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Laß sie alle Feinde Allgütiger Gott! Laß sie nie vergessen, Was sie heilig heut' gelobt Bei deinem Namen. Ihres ew'gen Seelenheils Weit überwinden. 272. Mel.: Ein Lämmlein geht und trägt 2c. 1. Ich komme, Herr, und suche dich, 4. In der Todesnoth laß sie, Deine theu'r Erlösten, Daß ihr Glaube standhaft blieb, Unaussprechlich trösten. Sprich dann: sie sollen leben! Einst führe sie mit uns zugleich In dein unvergänglich Reich. Heiliger Schöpfer, Gott! Heiliger Mittler, Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! 2. Viele, ach, gelobten auch, Fest an dir zu halten; Aber treulos ließen sie Ihre Lieb' erkalten; Verderben ward ihr Ende. Beständig laß dir diese sein, Die sich dir zu eigen weihn. Heiliger Schöpfer, Gott! Heiliger Mittler, Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Allgütiger Gott! Allgütiger Gott! Laß sie nie vergessen, Stärke du die Deinen Was sie heilig heut' gelobt Bei deinem Namen. Im Vertraun auf Jesu Tod zu steter Treue. Beichte und Abendmahl. Balthasar Münter. Mühselig und beladen; Gott, mein Erbarmer, würd'ge mich Des Wunders deiner Gnaden. Beichte und Abendmahl. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, Mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh', Ich suche Ruh' und finde sie Im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet' ich zuversichtlich an, Du bist das Heil der Sünder, Du hast die Handschrift abgethan, Und wir sind Gottes Kinder. Ich denk' an deines Leidens Macht Und an dein Wort: es ist vollbracht! Du hast mein Heil verdienet. Du haft für mich dich dargestellt, Gott war in dir und hat die Welt In dir mit sich verfühnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir, Er tilget deine Sünden Und läßt an seinem Tische hier Dich Gnad' um Gnade finden. Du rufst, und er erhört dich schon, Spricht liebreich: Sei getrost, mein him Sohn, Die Schuld ist dir vergeben; Du bist in meinen Tod getauft, Und du wirst dem, der dich erkauft, Von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Seligfeit, Bewahr' es hier im Glauben Und laß durch keine Sicherheit Dir deine Krone rauben. Sieh', ich vereine mich mit dir, Ich bin der Weinstock, bleib' an mir, 201 So wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, Und durch die Liebe gegen mich Wird dir der Sieg gelingen. 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot, Ich will es treu erfüllen Und bitte dich durch deinen Tod Um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig sein, Mein ganzes Herz dir, Herr, z11 weihn Und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung Durch eine wahre Besserung Mir und der Welt beweisen. Christian Fürchtegott Gellert. 273. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit 2c. 1. Herr Jesu Christ, du höchstes bilgidap Gut, Du Brunnquell aller Gnaden! Sieh doch, wie ich in meinem Muth Mit Schmerzen bin beladen Und in mir hab' der Pfeile viel, Die im Gewissen ohne Ziel Mich armen Sünder quälen. 2. Erbarm' dich mein bei solcher Last, Nimm sie von meinem Herzen, Dieweil du sie gebüßet hast Am Kreuz mit Todesschmerzen, Auf daß ich nicht vor großem Weh In meinen Sünden untergeh' Und ewiglich verderbe. 202- Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. Fluth 3. Fürwahr, wenn alles mir| Wasch' mich mit deiner Gnade kommt ein, Was ich mein' Tag' begangen, So fällt mir auf das Herz ein Stein Und hält mich Furcht umfangen! Ja ich weiß weder aus noch ein Und müßte gar verloren sein, Wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Doch durch dein theures Wort erwacht Mein Herz zu neuem Leben; Erquickung hat es mir gebracht, Ich darf nicht trostlos beben, Dieweil es Gnade dem verheißt, Der sich mit tief zerknirschtem Geist Zu dir, o Jesu, wendet. 5. So komm' ich jetzt zu dir allhie In meiner Noth geschritten Und will dich mit gebeugtem Knie Von ganzem Herzen bitten: Vergieb es mir doch gnädiglich, Was ich mein' Lebtag' wider dich Auf Erden hab' begangen! 6. Vergieb mir's doch, o Herr, Domein Gott, Um deines Namens willen! Du wollst in mir die große Noth Der Uebertretung stillen, Daß sich mein Herz zufrieden geb' Und dir hinfort zu Ehren leb' In kindlichem Gehorsam. 7. Stärk' mich mit deines Geistes Muth, Heil' mich mit deinen Wunden; In meinen letzten Stunden Und führ' mich einst, wenn dir's gefällt, Im rechten Glauben aus der Welt Zu deinen Auserwählten. Bartholomäus Ringwaldt. 274. Mel.: Wenn wir in höchsten Nöthen 2c. 1. Hier bin ich, Herr, du rufest da mir, Du ziehest mich, ich folge dir, Betrete freudig deine Bahn: AchHeiland, nimm mich gnädig an! 2. Ich fühl' es tief, ich komme spät, Lang' hab' ich deinen Ruf verschmäht, Und doch trugst du mich mit Geduld Und gingst mir nach mit Gnad' und Huld. 3. Nun aber säum' ich länger nicht, Zu suchen, Herr, dein Angesicht. Ich komm', erfüllt von wahrer Reu'; Hilf, daß ich auch beständig sei. 4. Noch bin ich wie auf wildem Meer, Zu oft nur braust ein Sturm daher; Leicht stürzt mich schnöder Lüste Macht Tief in des Abgrunds finstre Nacht. itim Beichte und Abendmahl. 203 5. O reiche deine Hand mir dar,| Willst nicht das schwache Rohr Daß ich entrinne der Gefahr. Du weißt, o Herr, wie schwach ich bin, Hältst du mich nicht, so sink' ich hin. 6. Dein Ruf hat mich zu dir gebracht, Wie selig hast du mich gemacht! Und nun erhalte deine Hand Mich auch in meinem Gnadenstand. Nach Johann Jakob Rambach. 275. Mel.: Wie groß ist des Allmächt'gen 2c. 1. Du ladest, Herr, zu deinem Tische Hier jeden Erdenpilger ein; Da soll, daß sich sein Herz erfrische, Der Aermste dir willkommen sein. So komm' ich denn mit meinem armen Uud kranken Herzen auf dein Wort; Mich ruft dein göttliches Erbarmen Und treibt mich mächtig zu dir fort. 2. So schuldbefleckt und tief zerbrechen; Du gehst nicht mit mir ins Gericht. 3. Du kennest wohl der Menschen Herzen Und siehst auch meine ganze Schuld; auf dich meine Schmerzen, Krankheit mit Geduld. Drum ludst du Trugst meine So schau' ich dich am Kreuzesstamme, Verhöhnt, gemartert auch für mich. Herr, deine heil'ge Liebesflamme Entzünde warm mein Herz für dich! 4. Nun senk' ich muthig mein Verschulden In deiner Gnade tiefes Meer; Du blickst mich an mit ew'gen Hulden, Und freudig schau' ich um mich her: Wer will, die du erwählt, verklagen? Ist Gott nicht hier und macht gerecht? zu verdammen verstricket Auch noch mein Herz ist in der Wer will noch Welt, So oft es auch, vom Wahn be- Des Höchsten rücket, Noch strauchelt und in Sünden fällt: Willst du doch nicht das Urtheil sprechen, Willst löschen nicht der Hoffnung Licht, wagen freigesprochnen Knecht? 5. Ist Christus nicht für uns gestorben? Vielmehr auch für uns auferweckt? Er hat uns ew'ges Heil erworben Und alle Sünden zugedeckt. 204 Kirche, Gottesdienst Zur Rechten Gottes hoch erhaben Vertritt er uns, der treue Hort; Erfüllt von seines Geistes Gaben, Reißt uns der Glaube mächtig fort. 6. Wohlan, Du letzter Feind, der uns noch droht! entfalte deine Schrecken, Des guten Hirten Stab nnd Stecken Ist unser Trost in Todesnoth. Er leitet uns zu Himmelsauen, Die der krystallne Strom durchfließt, Wo wir ihn unverhüllet schauen Und ewig sein das Herz genießt. Friedrich Ferdinand Adolf Sack. 276. Mel.: Zion klagt mit Angst und zc. 1. O du Schöpfer aller Dinge, Höre, höre mein Gebet, Das ich vor dein Antlitz bringe, Weil mein Herz in Aengsten steht. Meine Schuld zeugt wider mich, Darum komm' ich auch vor dich Und bekenne meine Sünden. Laß, o Herr, mich Gnade finden! 2. Weil du heißest alle kommen, Die mit Angst beladen sind, Bin ich auch nicht ausgenommen, Ich bin kein verstoßnes Kind. Auch an mich dein Ruf ergeht: Such' mein Antlig im Gebet! Dieses Wort, das du gesprochen, Bleibet ewig ungebrochen. und Gnadenmittel. 3. Gott, du Vater voller Gnaden, Nimm als Kind mich wieder an, Heile meiner Seele Schaden, Leite mich auf rechter Bahn. Jesu, deiner tröst' ich mich, Und mein Glaub' ergreifet dich. Laß mich nun für alle Sünden In dem Nachtmahl Gnade finden. Nach Christoph Tieke. 277. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit zc. 1. Gott, dein Erbarmen rühmen wir, Daß du noch willst vergeben; Denn viel Vergebung ist bei dir, Und du hast Lust am Leben. Dies sagst du uns als Vater zu; Aus dem Verderben rettest du Und krönest uns mit Gnaden. 2. Ja du erläsfest uns die Schuld, Du heilest die Gebrechen; Du läßt das Wort von deiner Huld Uns in die Herzen sprechen: Daß wir, die Fluch und Tod verdient, Nun seien durch den Tod versühnt Mit deinem theuren Blute. 3. Es hat der Glaube Macht und Fug, Getrost das Heil zu faſſen; Ihm ist dein Wort zum Grund genug, Sich ganz drauf zu verlassen. Der Geist des Herrn versiegelt dies Beichte und Abendmahl. Und macht durch Frieden uns gewiß; Das Herz fühlt, daß es lebe. 4. Es thut mir wohl, ja ewig wohl, Was mir dein Wort verkündigt: Daß ich nun Frieden haben soll, Weil Jesus mich entsündigt. Sein Blut und Wort macht mich gesund; Mein Herz ist voll, drum geht der Mund Von Dank und Loben über. 5. Herr, gieb mir Ernst und Wachsamkeit, Die Gnade zu bewahren! Wie leicht kann man durch Sicherheit In sein Verderben fahren! O schenk' mir täglich neue Kraft Zur Uebung guter Ritterschaft Und hilf dem Glauben siegen! 6. Ich bin dein Kind, doch bin ich schwach, Kann unversehens fallen; Ach deine Gnade geh' mir nach, Wie deinen Kindern allen! Sie leite mich auf jedem Tritt Und führe mit dem letzten Schritt Mich ein zum ew'gen Leben! Philipp Friedrich Hiller. 205 Erbarmend rufst du ja auch mir, Den Frieden zu empfangen. Der Sünden Last ist mir zu schwer, 278. Mel.: Herzlich lieb hab' ich dich zc. 1. Ich komme, Heil der Welt, zu dir, Laß doch mein Herz von Trost nicht leer, Ach laß es Ruh' erlangen, Die Ruhe, welche selbst dein Geiſt Mir durch dein trostvoll Wort verheißt. Wer tröstet mich, als du allein? Wer macht mein Herz von Sünden rein? Herr Jesu Christ. Mein Trost und Licht, mein Trost und Licht, Verwirf mich, o mein Heiland, nicht. 2. Nur du bist meine Zuversicht, Entzieh' mir deine Gnade nicht, Mich reuen meine Sünden. Laß mich, verdien' ich gleich den Tod, Den Gottes Fluch den Sündern droht, Durch dich das Leben finden. Dein Tod ist der Verlornen Heil, Gieb mir an seinem Segen Theil; Er sei auch mir Beruhigung und meines Lebens Heiligung. Herr Jesu Christ, Ich hoff' auf dich, ich hoff' auf dich, In dieser Hoffnung stärke mich. 3. Mein ganzes Leben preise dich; 206 Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. Erlöst, mein Mittler, bin auch ich, Dein Eigenthum zu werden. O bin ich dein, so fehlt mir nichts, Nichts einst am Tage des Gerichts, Nichts, o mein Heil, auf Erden. Auf dieser Bahn zum Vaterland Entzieh' mir niemals deine Hand. Zu deinem Dienste stärke mich, Damit ich siege, Herr, durch dich. Herr Jesu Christ, Mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, Zum Leben führ' uns durch den Tod. Christoph Christian Sturm nach Johann Anastasius Freylinghausen. 279. Mel.: Alles ist an Gottes Segen 2c. 1. Mit den Schaaren deiner Frommen Will auch ich, o Heiland, kommen Zu des neuen Bundes Mahl. Alle Christen sind geladen; Reicher König! deiner Gnaden Ist kein Maß und keine Zahl. 2. Welche große Seligkeiten Willst du, Mittler, uns bereiten! Seele, freu' dich seiner Huld! Wenn dich Sünd' und Elend drücken, Gott ist hier, dich zu erquicken, Jesus tilgt auch deine Schuld! 3. Darf, ach Herr, ich Sünder nahen, Deine Gnade zu empfahen, Ich, der nichts als Fluch verdient? Ja auch mir bist du gestorben, Leben hast du mir erworben, Mich durch seinen Tod verfühnt. 4. Wer nur glaubt, wird nicht verloren, Er wird rein und neu geboren; Freuet euch, erlöste Sünder; Droben ist sein Vaterland. Hier ist der Erlösung Pfand. Gott ist Vater, wir sind Kinder, 5. Pfand von Christi Tod und Leben, Wenn wir ihm, nicht uns mehr leben, Siegel unsrer Seligkeit! Aber Siegel des Gerichtes, Wenn wir fliehn den Weg des Lichtes, Wenn uns noch die Sünde freut! 6. Seele, dent' an deine Würde Und, drückt dich des Leidens Bürde, Denk' an deinen großen Lohn! Kämpfe wider jede Sünde, Streite männlich, überwinde, Deine Krone wartet schon! Johann Kaspar Lavater. 280. Eigene Melodie. 1. Schmücke dich, o liebe Seele, Laß die dunkle Sündenhöhle, Komm ans helle Licht gegangen, Fange herrlich an zu prangen; Denn der Herr voll Heil und Gnaden Will dich jetzt zu Gaste laden; Der den Himmel kann verwalten, Will jetzt Herberg in dir halten. Beichte und Abendmahl. 2. Ach wie hungert mein Gemüthe, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ach wie pfleg' ich oft mit Thränen Mich nach deinem Mahl zu sehnen! Ach wie pfleget mich zu dürften Nach dem Trank des Lebensfürsten, Daß in diesem Brod und Weine Christus sich mit mir vereine! 3. Beides, Wonne und auch Beben, Fühl' ich jetzt im tiefsten Leben. Das Geheimniß dieser Speise Und die unerforschte Weiſe Machet, daß mein Herz vermerke, Herr, die Größe deiner Stärke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, Der sie jemals könnt' ergründen? 4. Jesu, meines Lebens Sonne, Jesu, meine Freud' und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen! Hier fall' ich zu deinen Füßen, Laß mich würdiglich genießen Dieser deiner Himmelsspeise, Mir zum Heil und dir zum Preise. 5. Herr, es hat dein treues Lieben 207 6. Jesu, wahres Brod des Lebens, Hilf, daß ich doch nicht vergebens Oder mir vielleicht zum Schaden Sei zu deinem Tisch geladen; Laß mich durch dies Seelenessen Deine Liebe recht ermessen, Daß ich auch, wie jetzt auf Erden, Mög' dein Gast im Himmel werden. Johann Franck. Dich vom Himmel hergetrieben, Daß du willig haft dein Leben In den Tod für uns gegeben, Daß du hast ganz unverdrossen, Herr, dein Blut für uns vergossen, Uns am Lebensquell zu tränken, Deiner Liebe zu gedenken. 281. Mel.: Wer nur den lieben Gott 2c. 1. Hier bin ich, Jesu, zu erfüllen, Was du in deiner Leidensnacht Nach deinem gnadenvollen Willen Zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleih zur Uebung dieser Pflicht Mir deines Geistes Kraft und Licht. 2. Es werde, Herr, für mein Gewissen Dein Abendmahl ein Unterpfand, Auch mir sei dein versöhnend Büßen Von Gott aus Gnaden zuerkannt: So freuet meine Seele sich In deinem Heil und lobet dich. 3. Bewundernd denk' ich an die Liebe, Mit der du unser Heil bedacht: Wie stark sind deines Mitleids Triebe, Die dich bis an das Kreuz gebracht! O gieb von deinem Todesschmerz Jetzt neuen Eindruck in mein Herz. 208 Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. 4. Laß mich mit Ernst die Mit Dank und Lob, Gebet und Sünden scheuen, Flehn. Für welche du, dich opfernd, starbst, Laß neue Gnade auf mich fließen, Durch schnöden Mißbrauch nie Mein Heiland, laß es doch geschehn, entweihen, Daß mir zur Stärkung meiner Treu' Was du so theuer mir erwarbst. Nie führe mich zur Sicherheit Der Trost, den mir dein Tod verleiht. 5. Ich übergebe mich aufs neue, O du, mein Herr und Gott, an dich, Gelobe dir beständ'ge Treue Vor deinem Tische feierlich. Dein eigen will ich ewig sein, Du starbst für mich, drum bin ich dein. 6. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben Und, wenn er strauchelnd was versieht, Versöhnlichkeit und Sanftmuth üben. Nie komm' es mir aus dem Gemüth, Welch eine schwere Schuldenlast Du mir aus Huld erlassen hast. 7. Es stärke sich in mir der Glaube, Daß meine Seele ewig lebt, Und daß einst aus des Grabes Staube Mich dein allmächt'ger Ruf erhebt, Wenn du dich, großer Lebensfürst, Den Völkern sichtbar zeigen wirst. 8. Gebeugt lieg' ich zu deinen Füßen Dein Abendmahl geſegnet ſei. David Bruhn. 282. Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele zc. 1. Seele, willst du Ruhe finden, Drücket dich die Last der Sünden, Komm, Vergebung zu empfangen; Denn dein Licht ist aufgegangen, Und der Herr voll Heil und Gnaden Hat dich zu sich eingeladen. Deinen Bund sollst du erneuen Und dich seines Todes freuen. 2. Eil', wie wahre Christen pflegen, Glaubensvoll dem Herrn entgegen; Komm, den gnadenvollen Willen Deines Heilands zu erfüllen; Komm mit brünstigem Verlangen, Seine Güter zu empfangen. Daß er dich der Sünd' entlade, Giebt er heute Gnad' um Gnade. 3. Herr, ich freue mich mit Beben, Laß mich Gnad' empfahn und Leben. Du willst hier dich mit den Deinen Durch des Glaubens Band vereinen, Willst sie reich mit Segen tränken sa Beichte und Abendmahl. Und dich ihnen ſelber schenken. O wer darf sich unterwinden, Deine Liebe zu ergründen? 4. O laß, Herr, mich würdig nahen, Heil und Leben zu empfahen. Ach wie pflegt' ich oft mit Thränen Mich nach deinem Mahl zu sehnen! Tilgung aller meiner Sünden Wünscht' ich, Herr, bei dir zu finden. Laß, Erlöser, laß mich nahen, Heil und Leben zu empfahen. 5. König, Hoherpriester, Lehrer, Du mein göttlicher Bekehrer, Du, der selbst sein eignes Leben Für mich in den Tod gegeben, Hier fall' ich zu deinen Füßen: Ach laß würdig mich genießen Diese deine Himmelsspeise, Mir zum Heil und dir zum Preise; 6. Zum Gedächtniß deiner Leiden Und zum Vorschmack jener Freuden, Die du, Heiland, mir erstritteſt, Als du unaussprechlich littest, Als dich Todesschweiße deckten, Dich die Schrecken Gottes schreckten, Als du selbst für mich gestorben, Mir die Vaterhuld erworben. 7. Deines Heils will ich mich freuen, Dir will ich mich ewig weihen. Eng ist deines Lebens Pforte, Noch schau' ich im dunklen Worte; Einst werd' ich dich ganz erkennen, 209 Ganz in deiner Liebe brennen; Laß sie mich auch hier empfinden, Hilf mir, hilf mir überwinden! Nach Fr. G. Klopstock und Joh. Franck. 283. Mel.: Freu' dich sehr, o meine Seele 2c. 1. Oder wundergroßen Gnaden! Heißet das nicht Gütigkeit, Daß uns Jesus hat geladen Zu dem Tisch, den er bereit't? Sieh, er ladet uns zu Gast, Daß wir, aller Sorgenlast, Aller Sünd' und Noth entnommen, In den Himmel mögen kommen. 2. Herr, du hast dich hingegeben Für uns Arme in den Tod, Daß wir möchten wieder leben, Frei von Sündenstraf' und Noth; Aber deiner Liebe Macht Hat dich auch dahin gebracht, Daß du selbst wirst Seelenspeise; Oder nie erhörten Weise! 3. Nun zu dir komm' ich geschritten, O mein Heiland, Jesu Christ. Laß dich jetzt von mir erbitten, Weil für mich bereitet iſt Dein so theurer Gnadentisch, Daß sich meine Seel' erfrisch'; und in ihrem Durst sie füllen. Du wollst ihren Hunger stillen 4. Ach du wollest, Herr, mich laben Mit dem rechten Himmelsbrod Und mit reichem Trost begaben 14 210 Kirche, Gottesdienst Wider alle Sündennoth. Herr, verleihe, daß ich nicht Ess' und trinke zum Gericht, Da du dich zum Heil und Leben Und Erlösung mir gegeben. 5. Leite mich durch deine Güte Stets mit deinem guten Geist, Daß ich mich vor Sünden hüte Und das suche allermeist, Was du willst und dir gefällt, Daß ich mich der bösen Welt Mag in Gottes Furcht entziehen, Ihre bösen Lüste fliehen. 6. Gieb mir auch Geduld im Leiden d Und des wahren Glaubens Licht; Laß mich Geiz und Hoffart meiden, Hilf, daß ja ich zürne nicht, Wenn mein Nächster mich betrübt, Sondern, wie du mich geliebt Und mir meine Schuld vergeben, Laß mich mit ihm friedlich leben. 7. In dich, Jesu, soll sich schicken Mein ganzes müdes, mattes Herz; Ach das wollest du erquicken Und wegnehmen meinen Schmerz. Nimm's zu deiner Wohnung ein, Laß es dir zum Tempel sein; Du wollst selbst darinnen leben, Herr, dir sei es ganz ergeben. Anna Sophie, Landgräfin von Heſſen. 284. Mel.: Wie schön leuchtet der zc. 1. Herr Jesu, dir sei Preis und Dank de und Gnadenmittel. Für diese heil'ge Speis' und Trank, Womit du uns begabet. Dein Brod und Wein, dein Leib und Blut Kommt uns wahrhaftig wohl zu gut', An ihm das Herz sich labet. Daß wir, Herr, dir, Dir vor allen wohlgefallen, heilig leben, Solches wollest du uns geben! 2. Du fehrest, o Immanuel, Ja selber ein in unsre Seel', Dir Wohnung da zu machen. Drum uns ein ſolches Herz verleih, Das von der Weltlieb' ledig ſei Und allen eitlen Sachen. Bleibe, treibe Unser Sinnen und Beginnen, daß wir trachten, Alles Eitle zu verachten. 3. Ach Herr, laß uns doch nehmen nicht Dein werthes Nachtmahl zum Gericht. Ein jeder recht bedenke, Daß wir mit diesem Lebensbrod Im Glauben stillen unsre Noth, Der Fels des Heils uns tränke, Züchtig, tüchtig Dich dort oben stets zu loben, wenn wir werden Zu dir kommen von der Erden. 4. O daß wir solcher Seligkeit Nur harren möchten allezeit In Hoffnung und Vertrauen Beichte und Abendmahl. scrit 211 Und endlich aus dem Jammerthal 3. Wir kommen, Herr, und usnehmen deine Speise Eingehen in den Himmelssaal, Wo wir den Vtaer schauen, Und deinen Trank zu deines Todes Preise. stole Ewig selig, our thour Ell Uns als Gäste dann aufs beste bei Nun sind wir dein und bleibent ihm laben Und dann volle G'nüge haben. 5. Das gieb du uns von deinem Thron, O Jesu Christe, Gottes Sohn, Gieb's durch dein bittres Leiden. O laß, so lang' wir leben hier, Es uns betrachten für und für, Das Böse darum meiden. Amen, Amen, Hilf uns kämpfen, hilf uns dämpfen alle Sünden, Hilf uns fröhlich überwinden. Bernhard Derschaue und Hannov. Gesangbuch von 1657. 285. Mel.: Herzliebster Jesu, was hast zc. 1. Erlöser, der du selbst uns haft gerufen, Hier stehen wir an deines Altars Stufen. Mühselig und voll Ren', voll tiefer Schmerzen Sind unsre Herzen. 2. Du hast verheißen, Müde zu erquicken Und uns zu laben, wenn uns Lasten drücken. Du willst, wenn wir jetzt würdig dein gedenken, Dich selbst uns schenken. dir ergeben In Tod und Leben.. ( Berliner Gesangbuch von 1829.) 286. Mel.: Nun ruhen alle Wälder 2c. 1. Dir schwör' ich ew'ge Treue, Ich gebe, Herr, aufs neue Mich dir zum Dienste hin; Laß nie mich treulos brechen Dies heilige Verſprechen, Es komme nie aus meinem Sinn. 2. Damit ich treu dir bliebe, Nahmst du mit reiner Liebe Dich meiner Seele an. Weit mehr, als ich verstehe, Mehr, als ich weiß und flehe, Hast du, o Herr, für mich gethan. 3. Für mich hast du gerungen, Für mich den Tod bezwungen, Verscheucht des Grabes Nacht; Du hast durch deine Leiden Die Hoffnung ew'ger Freuden In meinem Herzen angefacht. 4. O Leben aller Leben! Was hab' ich dir zu geben? Was forderst du von mir? Du willst, daß meine Seele sit Nur dich zum Führer wähle; h D Herr, mit Freuden folg' ich dir! 14* 212 Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. 5. In manchen stillen Stunden| Den Kelch hielt sie empor. Hat schon mein Herz empfunden, Deß will ich jetzt gedenken, gills) Wie viel es dir verdankt. O du, mein höchstes Gut; Nun stärke seine Triebe, Du willst mich speisen, tränken So daß in ihm die Liebe mi Mit deinem Leib und Blut. Zu dir, Erlöser, niemals wankt. 6. Nach deinem Wohlgefallen Will ich hienieden wallen, Du bist mein treuer Hirt. Zu dir will ich mich halten, Bis einst mein Leib erkalten Und in dem Grabe ruhen wird. 7. So oft ich deiner Treue Bei deinem Mahl mich freue, Soll dies mein Vorsatz sein: Ich will dich nicht betrüben, Wie du die Brüder lieben Und ernstlich jede Sünde scheun. 8. Zu welchen Seligkeiten Wirst du, o Herr, mich leiten, Bleib' ich mit dir vereint! Ich werde zu dir kommen Mit allen deinen Frommen, Wenn einst dein großer Tag erscheint. Christoph Georg Ludwig Meister. 287. Mel.: Nun lob', mein Seel' 2c. 1. Dem Worte deines Mundes Will ich, o Herr, gehorsam sein; Zum Mahle deines Bundes Stell' ich auf dein Gebot mich ein. Die bängste deiner Nächte Schwebt meinem Geiste vor: Das Brod brach deine Rechte, 2. Heil mir, ich soll genießen Die Speise, die der Heiland beut, Und Labung soll mir fließen Aus jenem Kelch, den er geweiht. Laß, Herr, mich nicht vergebens Empfangen am Altar Das wahre Brod des Lebens, Das du mir reichest dar; Laß mir die heil'ge Schale Mit deines Bundes Wein Bei diesem Glaubensmahle Trost und Erquickung sein. 3. Wie kann ich wohl ergründen Die Wunder deiner Lieb' und Huld! Du selbst willst dich verbünden Mit mir, der ich bin voller Schuld. Du, der da ewig lebet, Du kommst, an Gnade reich, Zu mir, der bald verschwebet, Dem flücht'gen Schatten gleich. Du läsfest dich hernieder, Ziehst mich zu dir hinan; Was geb' ich, Herr, dir wieder, Das dir gefallen kann? 4. Ein Herz, von Reu' zerschlagen, Das sich an deiner Gnade hält, Das freudig will entsagen Der Sünd' und aller Lust der Welt: Das wirst du nicht verachten, Das bring' und geb' ich dir. Beichte und Abendmahl. schrift 213 Ich hab' den rechten Trank, Dadurch ich ewig leb', Herr, dir zu Lob und Dank. Nach deinem Reiche trachten Hilf du nun selber mir; Dann darf ich fest vertrauen, Daß ich nach dieser Zeit Dein Antlig werde schauen Dort in der Ewigkeit. 5. Hierauf will ich empfangen Das Himmelsbrod, den Himmelstrank; Laß, Herr, zu dir gelangen Des demuthsvollen Herzens Dant. Hinweg das Weltgetümmel Mit seinem eitlen Tand! Ich wandle schon im Himmel, Der Frommen Vaterland. Vereint mit dir zu werden, Dies ist mein heißes Flehn! O Herr, laß hier auf Erden Mich schon dein Antlitz sehn. Nach Johann Rift. 288. Mel.: O Gott, du frommer Gott 2c. 1. Ach Jesus lebt in mir! Nichts ist, das uns kann scheiden; Es ist im Abendmahl Eins worden aus uns beiden. 3. Zum Leben hast du mich Gespeiset und getränket; Der Vater hat mit dir Auch alles mir geschenket. Auf diesen Trost leb' ich Und fahr' auch drauf dahin, Weil du mein Leben bist, Und Sterben mein Gewinn. 2. An Jesu hange ich; Er lebt, und ich soll leben! Er hat mir deß zum Pfand Sein Fleisch und Blut gegeben. Ich hab' die rechte Speis', 4. Sterb' ich dem Leibe nach, So muß mir's doch gelingen: Ich werde durch den Tod Zu dir ins Leben dringen. Ich weiß es zu gewiß, Daß mein Erlöser lebt, Der aus dem Grab auch mich Zum Leben einst erhebt. Aemilia Juliana, Gräfin von Schwarzburg- Rudolstadt. 289. Eigene Melodie. 1. Christe, du Lamm Gottes, Der du trägst die Sünd' der Welt: Erbarm' dich unser! Ich hab' ihn, er hat mich; Was sein ist, das ist mein: 2. Christe, du Lamm Gottes, Sein Herz, mein Herz: ein Herz! Der du trägst die Sünd' der Welt: Was mein ist, das ist sein. Erbarm' dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, Der du trägst die Sünd' der Welt: Gieb uns deinen Frieden. Amen! Amen! Amen! ( Alter Kirchengesang, deutsch: 1527.) Kirche, Gottesdienst 290. Mel.: Wer nur den lieben Gott 2c. 1. Nun habe Dank für deine Liebe, Du großer Mittler, Jesu Christ. Gieb, daß ich dich nicht mehr betrübe, Der du für mich gestorben bist. Laß deines Leidens Angst und Bein Mir immerdar vor Augen sein. 214 2. O laß mich dankbar stets ermessen, Was du für mich gelitten hast, Und deine Liebe nie vergessen, Die so viel Segen in sich faßt. Laß meinen Glauben thätig sein Und mir zum Guten Kraft verleihn. 3. Jm Streite hilf mir überwinden Und stärke mich zu meiner Pflicht, Bewahre mich vor neuen Sünden, Verlaß mich in Versuchung nicht, Und dein für mich vergossnes Blut Schenk' mir im Todeskampfe Muth. 4. Mit dir mich näher zu verbinden, Wie sehnet sich mein durstend Herz, In dir Gerechtigkeit zu finden, Mit dir zu theilen Freud' und Schmerz, Durch dich, was du gethan, zut thun, In deiner Ruh' mit dir zu ruhn! 5. Und ihr auch, seines Leibes Glieder, und Gnadenmittel. Die Jesu Heil wie mich erfreut, Euch lieb' ich stets als seine Brüder, Als Erben seiner Herrlichkeit. Wir haben einen Herrn und Gott, i Uns speist und tränkt ein Wein und Brod. 6. Wie jetzt in unsers Heilands Namen Sein Volk vor ihm versammelt war, so So stehn wir, die wir zu ihm kamen, Vor ihm mit seiner Engelschaar und preisen als sein Eigenthum Dann ewig seines Namens Ruhm. 7. Hier will ich mich mit euch vereinen, Die ihr ihn ewiglich erhöht, Und wenn wir einst vor ihm erscheinen Im Glanze seiner Majestät, Dann geh' ich im Triumph mit euch, Ihr Auserwählten, in sein Reich. 8. So soll denn weder Spott noch Leiden, Noch Ehre, Freud' und Lust der Welt Mich, Herr, von deiner Liebe scheiden, Die selbst im Tode mich erhält. Du bist und bleibest ewig mein, Und ewig werd' ich dein auch sein. Georg Joachim Zollikofer. Beichte und Abendmahl. 291. Mel.: Wachet auf, ruft uns die 2c. 1. Herr, du wollst sie vollbereiten Zu deines Mahles Seligkeiten, Sei mitten unter ihnen, Gott! Leben, Leben zu empfahen, Laß sie, o Sohn, sich würdig nahen, Durch dich befreit von Sünd' und Tod. Sie sind erlöst und rein, Sind, Jesu Christe, dein, Sind unsterblich: Laß, laß sie sehn In deinen Höhn Von fern der Ueberwinder Lohn. @ 215 2. Nehmt und eßt zum ew'gen Leben! Nehmt hin und trinkt zum ew'gen Leben! Die Gnade Jesu sei mit euch! Nehmt und eßt zum ew'gen Leben! Nehmt hin und trinkt zum ew'gen Leben! Ererbt, ererbt des Mittlers Reich! Wacht, eure Seele sei Bis in den Tod getreu: Amen! Amen! 292. Eigene Melodie. Ch. A. 1. An dir allein, an dir hab' ich gesündigt Und übel oft vor dir gethan. Du siehst die Schuld, die mir den Fluch verkündigt; Sieh, Gott, auch meinen Jammer an. Der Weg ist schmal, Klein ist die Zahl Der Sieger, die der Richter krönt. Friedrich Gottlieb Klopstock. 5. Heilsordnung. Buße und Bekehrung. Ach Gott, mein Gott, wie lange soll ich sorgen, Wie lang' entfernst du dich von mir? 3. Herr, handle nicht mit mir nach meinen Sünden, Vergilt mir nicht nach meiner Schuld. dich, laß mich dein Antlig finden, der Langmuth und Geduld. Ich suche 2. Dir ist mein Flehn, mein Seufzen nicht verborgen, Du Gott Und meine Thränen sind vor dir. 216 4. Früh wollst du mich mit deiner Gnade füllen, Gott, Vater der Barmherzigkeit. Erfreue mich um deines Namens willen; Du bist ein Gott, der gern erfreut. 5. Laß deinen Weg mich wieder freudig wallen Und lehre mich dein heilig Recht, Mich täglich thun nach deinem Wohlgefallen; Du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. Heilsordnung. 6. Herr, eile du, mein Schuß, mir beizustehen Und leite mich auf ebner Bahn. Er hört mein Schrein, der Herr erhört mein Flehen Und nimmt sich meiner Seele an. Chriſtian Fürchtegott Hellert. 293. Mel.: Herzliebster Jesu, was hast zc 1. Aus einem tief vor dir gebeugten Herzen zu dir in meinen Sündenschmerzen. Ruf' ich O mache mich, Gott, meines Kummers ledig Und sei mir gnädig. 2. Beschämt erkenn' und fühl' ich meine Sünden; Laß, Vater, mich Erbarmung vor dir finden! Willst du auf Schuld und Uebertretung sehen, Wer wird bestehen? 3. Bei dir allein, Herr, steht es, zu vergeben. Du willst nicht, daß wir sterben, sondern leben; Uns soll die Größe deiner Liebe lehren Dich treu zu ehren. 4. Verzeihe mir in Christo meine Fehle; Dein harrt im Glauben meine müde Seele. Laß Trost und Ruh' um des Versöhners willen Mein Herz erfüllen. 5. Vom Abend an bis zu dem Hoff' ich auf dich, o stille meine frühen Morgen Sorgen! Du schenkest ja Beladenen und Müden 4 Gern deinen Frieden. 6. Ja hoffe nur, mein Herz, auf Gottes Gnade! Sie ist viel größer als dein Seelenschade, Und endlich wird sie dich von allem Bösen Gewiß erlösen. Johann Samuel Diterich nach Friedrich Karl von Moser. 294. Mel.: Herzliebster Jesu, was haft zc. 1. Allein an dir, mein Gott, hab' ich gesündigt! O laß die Gnade, die dein Wort verkündigt, Buße und Bekehrung. 217 Wenn Sünden uns von ganzem Das seine Schuld voll Reue dir Herzen reuen, geſtehet, Auch mich erfreuen. 2. Für mich auch hat dein Sohn sich hingegeben, Laß mich vor dir um seinetwillen leben. Tilg' aus die Laster, welche mich entweihen Und nun mich reuen. 3. Schaff' in mir, Höchster, eine dhin reine Seele, Ein frommes Herz, das stets das Gute wähle. Befördre du und stärke mein Bestreben Nur dir zu leben. 4. Verwirf mich nicht von deinem Angesichte! Gieb deinen Geist, daß er mich unterrichte Von deinem Willen und auf deine Wege Mich leiten möge. 5. Erquicke mich in meinem Seelenleide Mit deiner Hülfe! gieb den Geist der Freude, Damit er, weil ich keine Kraft besige, Mich unterstütze. erbarmend auf mein Flehen! Wie solltest du ein banges Herz verschmähen, 6. O höre, Gott, Um Gnade flehet! 7. Ein Herz, bekümmert, sich verirrt zu haben, Das liebest du, willst es mit Troste laben. Du wirst die Seelen, die nach Gnade schmachten, Herr, nicht verachten. Johann Andreas Cramer. 295. Mel.: Aus tiefer Noth schrei' ich zc. 1. O Vater der Barmherzigkeit, Ich falle dir zu Fuße; Verstoß den nicht, der zu dir schreit Und thut noch endlich Buße. Was ich begangen wider dich, Vergieb mir alles gnädiglich Durch deine große Güte. 2. Durch deiner Allmacht Wunderthat Nimm von mir, was mich quälet; Durch deine Weisheit schaffe Rath, Worinnen mir's sonst fehlet. Gieb Willen mir und Kräft' und Stärk', Daß ich mit dir all' meine Werk' Anfange und vollende. 3. O Jesu Christe, der du hast Am Kreuze für mich Armen Getragen aller Sünden Last, Wollst meiner dich erbarmen. Bitt' du den Vater, daß er mir Dereinst nicht lohne nach Gebühr, Wie ich es hab' verschuldet. 218 4. O heil'ger Geist, du wahres Licht, Heilsordnung. ute Regierer der Gedanken, Wenn die Versuchung mich anficht, So laß mein Herz nicht wanken. Daß unbefleckt mein Wandel sei, Steh' du mit deiner Kraft mir bei Und wohn' in meinem Herzen. 5. Und wenn mein letztes Stündlein schlägt, So hilf mir treulich kämpfen, Daß ich die Furcht, die dann sich regt, Durch Christum möge dämpfen; So wird mir Krankheit, Angst und Noth, Ja selbst der letzte Feind, der Tod, Die Thür zum ew'gen Leben. David Denicke nach Johann Heermann. Hiezu, o Gott, bescheren Und deines guten Geistes Kraft, Die neue Herzen in uns schafft, Aus Gnaden mir gewähren. 3. Bisher hab' ich in Sicherheit Gar unbesorgt geschlafen, Gedacht: es hat noch lange Zeit, Gott pflegt nicht bald zu strafen; Er handelt nicht nach unsrer Schuld So streng mit uns, es hat Geduld Der Hirte mit den Schafen. 2. So klopfe gnädig bei mir an Und führ' mir wohl zu Sinnen, Was Böses ich vor dir gethan; Du kannst mein Herz gewinnen, Daß ich aus Kummer und Beschwer Lass' über meine Wangen her Viel' heiße Thränen rinnen. 4. Doch endlich aus dem Schlaf erwacht, Will mir das Herz zerspringen: Ich sehe des Gesetzes Macht Und Schrecken auf mich dringen. Du regest wider mich zugleich Des Todes und der Hölle Reich; Die wollen mich verschlingen. Fährtschnell ohn'Zaum und Zügel. Wo flieh' ich hin? du Morgenroth, Ertheil' mir deine Flügel! Verbirg mich wo, du fernes Meer! 296. Mel.: Aus tiefer Noth schrei' ich zc. 1. Ich will von meiner Missethat Stürzt hoch herab, fallt auf mich Zum Herren mich bekehren; Du wollest selbst mir Hülf' und Rath her, Ihr Klippen, Thürm' und Hügel! 6. Nimm du, Herr Jesu, mich in Schuß, Ich flieh' zu deinen Wunden; So biet' ich Tod und Hölle Truß, Ich hab' Erlösung funden. Damit ich möchte selig sein, Hast du der Sünde Kampf und Pein 5. Die mich verfolgt, die große Noth, Am Kreuzesstamm empfunden. 7. So will ich denn mein Leben lang Mit Ernst die Sünde meiden. Buße und Bekehrung. Dies, mein Erlöser, sei der Dank Für deine Lieb' und Leiden. Steh' du mit deinem Geist mir bei, Erhalte deinem Dienst mich treu, Laß mich einst selig scheiden. Nach Luise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg(?). 297. Mel.: Warum sollt' ich mich denn 2c. 1. Aus den Tiefen ruf' ich Armer, Herr, zu dir: sei du mir, O Gott, ein Erbarmer! Willst du ins Gerichte gehen, Rechnest du Sünden zu, Herr, wer wird bestehen? 219 5. Auf Vergebung will ich sterben; Das Gericht trifft mich nicht, Ich soll nicht verderben. Ich erwart' ein ewig Leben Als ein Kind; Sünden sind Mir von Gott vergeben. 2. Nichts errettet mir das Leben, Nichts schafft Ruh', aber du Kannst und willst vergeben. Schäm' ich mich so vieler Sünden, Läßt du doch Gnade noch Mich durch Christum finden. 3. Darauf gründet sich mein Glaube: Gott, du liebst, du vergiebst, Du erhebst vom Staube. Darauf gründet sich mein Beten: Durch den Sohn darf ich schon Zu dem Vater treten. 4. Darauf gründet sich mein Leben: Fehl' ich je, Gott ist hie, Gott will mir vergeben. Dies ist's, was im Kreuz mir dienet Zur Geduld; meine Schuld Ist doch ausgesühnet. Philipp Friedrich Hiller. in bio 298. Mel.: Aus tiefer Noth schrei' ich zc. 1. Wie ist mein Herz so fern von dir, Von dir, du Quell des Lebens! Mein Geist bekümmert sich in mir, Sucht Ruh' und sucht vergebens. Verlaß mich, Gott, mein Vater, nicht! Verbirg mir nicht dein Angesicht, Du aller Geister Wonne! 2. Umhüllt von Dunkelheit bin ich, Mich fasset Angst und Beben; Mein Herz sucht Licht und ängstet sich, Doch fruchtlos ist sein Streben. Der Kampf, der täglich sich erneut, Die Bürde meiner Sterblichkeit Beugt in den Staub mich nieder. 3. Ich bin zu schwach, aus eigner Macht Zu dir mich aufzuschwingen, Zu schwach, durch diese dunkle Nacht Zum Licht empor zu dringen. Wirst du nicht meine Stärke sein, 220 Heilsordnung.ER Wo find' ich Trost? zu dir allein,| Meinem Vorfaz trau' ich nicht; O Gott, steht mein Vertrauen. Lockende Begierden treten Zwischen mich und meine Pflicht. Selbst den heil'gen Andachtsstunden, Wo, der niedern Welt entschwunden, Ich zu dir von Treue sprach, Folgten Sündentage nach. 4. Mit festem Glauben an dein Wort Will ich dich mächtig fassen. Ich will von dir, mein Fels, mein Hort, Nicht weichen, dich nicht lassen. Wie viel auch meiner Sünden sind, Bin ich durch Christum doch dein Kind, Du mein versöhnter Vater. 5. Wohl mir, so fürcht' ich keinen Streit, Du kannst mich sieghaft machen. Du giebst den Bangen Freudigkeit Und Kraft und Muth den Schwachen. Du, Gott, bist meiner Seele Licht, Hab' ich nur dich, so frag' ich nicht Nach Himmel und nach Erde. Gottfried Benedikt Funk. 299. Mel.: Jesu, meines Lebens Leben 2c. 1. Vater, heilig möcht' ich leben, Rechtthun wäre meine Lust; Doch Begierden widerstreben Dem Geseß in meiner Brust. Ach der Sündentrieb im Herzen Ist die Quelle meiner Schmerzen; Mich beschwert der Sünden Joch, Was ich nicht will, thu' ich doch. um Kraft mich Schwachen beten, 2. Sieh 3. O wie oft hab' ich geweinet, Schmerzlich meinen Fall bereut, Gläubig mich mit dir vereinet Und mich deiner Huld gefreut! Gnädig sahst du zu mir nieder, Aber bald vergaß ich wieder Meine Pflicht und, Vater, dich, und die Welt besiegte mich. 4. Vater, du nur kannst mich retten, Wenn mich niemand retten kann. Ach zerschlage meine Ketten, Nimm dich des Gefangnen an! Reiß die Wurzel meiner Schmerzen, Reiß die Sünd' aus meinem Herzen! Tief im Staube bitt' ich dich: Leite selbst zur Tugend mich! 5. Sieh, mich dürstet nach dem Guten, Laß mein Herz nicht länger bluten, und ruf' ich zu dir: Deinen Geist verleihe mir. Hilf die böse Lust bezwingen Und nach deinem Beifall ringen, Buße und Bekehrung. Stärke mich mit hoher Kraft, Das zu thun, was Segen schafft. 6. Ja du hörst mein kindlich Flehen, Du erquickst mein Herz mit Ruh'. Leben werd' ich, nicht vergehen, Meine Stärke, Gott, bist du. Ueberwinden, überwinden Werd' in dir ich alle Sünden. Meine Seele, fasse Muth: Endlich, endlich wird es gut. Johann Kaspar Lavater. 300. Mel.: Wer nur den lieben Gott 2c. 1. Ich armer Mensch, ich armer Sünder Steh' hier vor deinem Angesicht. Ach Gott, ach Gott, verfahr' gelinder Und geh' nicht mit mir ins Gericht. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 2. Wie ist mir doch so herzlich bange, Wie kränkt mich meine große Sünd'! Hilf, daß ich wieder Gnad' erlange, Ich armes und verlornes Kind. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 3. Ach laß mich nicht vergeblich klagen, Verwirf mein armes Flehen nicht. Soll ich in meiner Noth verzagen? Hör', was der arme Sünder spricht: 221 Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 4. Nicht, wie ich hab' verschuldet, lohne Und handle nicht nach meiner Sünd'. O treuer Vater, schone, schone, Erkenn' mich wieder für dein Kind. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 5. Sprich nur ein Wort, so werd' ich leben; Sprich, daß der arme Sünder hör': Geh' hin, die Sünd' ist dir vergeben, Nur fündige hinfort nicht mehr! Ich zweifle nicht, ich preise dich, Du, Herr, erbarmst dich über mich. Christoph Tieke. 301. Mel.: Jesu, meines Lebens Leben 2c. 1. Du, der Herz und Wandel fennet, Ewiger, erforsche mich! Ach ich war von dir getrennet, Aber du erbarmtest dich. Du vernahmst mein Flehn und Sehnen, Sahst auf meiner Reue Thränen; Da vergabst du mir die Schuld, Nahmst mich auf mit Vaterhuld. 2. Forsche selbst in meinem Herzen, Sieh, es fehlt und wanket noch, Fühlt noch unter Sorg' und Schmerzen Heilsordnung. 222 Oft der Sünde schweres Joch. Strauchelnd, ungewiß und träge Wandl' ich auf dem schmalen Wege, Und zu oft noch sieht mein Blick Auf die breite Bahn zurück. 3. Als zuerst ich voll Entzücken, Bater, dich im Sohne fand Und mit andachtsvollen Blicken Deinem Throne nahe stand, Wie war da der Reiz der Sünden Mir so leicht zu überwinden, Wenn ich dachte, wie du liebst, Der du so die Schuld vergiebst! 4. Welche Ruhe, welcher Friede Wohnte da in meiner Brust! Alles Eitlen war ich müde Und verschmähte niedre Lust. Um nur deine Huld zu haben, Mißt' ich gern des Glückes Gaben, Und ein Herz, das dich verehrt, War mir mehr als alles werth. 5. Doch der Andacht heil'ge Stunden, Reich an himmlischem Gewinn, Ach wohin sind sie geschwunden, Wo die sel'ge Ruhe hin? Hilf auch mir die Welt bezwingen, Um zum Siege durchzudringen! Bater, bis ans Ende sei Dir mein ganzes Herz getreu. 6. Wer getreu bleibt bis ans Ende Und nicht achtet Spott und Hohn, Dem bereiten Gottes Hände Eine ew'ge Siegeskron'. Kampf und Muth war nicht vergebens; Gott giebt ihm vom Baum des Lebens, Und er kommt nicht ins Gericht, Stirbt den Tod der Sünder nicht. Nach Johann Joachim Eschenburg. 302. Mel.: Herzlich lieb hab' ich dich zc. 1. Gott, der du unsre Zuflucht bist, Herr, unser Mittler, Jesu Christ, Geist Gottes, Geist der Gnaden, Heiliger, wir flehn zu dir, Dein Gnadenantlig suchen wir, Mühselig und beladen. Nimm von uns unsre Sündenschuld, Du Gott der Langmuth und Geduld! Erhöre gnädig unser Flehn, dll Daß der Versöhnung Heil wir sehn. Herr, unser Gott! Verbirg uns nicht dein Angesicht Und geh' mit uns nicht ins Gericht. 2. Wir haben unsern Bund entweiht Und oft in Ungerechtigkeit, Herr, deinen Weg verlassen. Doch reuig kehren wir zurück; O richt' auf uns der Gnade Blick, Zu der wir Hoffnung fassen. Sie leit' uns auf den ebnen Pfad, Den uns dein Wort bezeichnet hat, Daß nie Versuchung oder Wahn Der Sünd' uns mache unterthan. Buße und Bekehrung. Herr, unser Gott, Groß von Geduld! vor aller Schuld Behüt' uns deine Vaterhuld. 3. Vernimm der Leidenden Gebet, Und wer zu dir im Glauben fleht, Dem hilf aus seinen Nöthen! Gieb Kranken Linderung und Ruh'; Die Sterbenden erlöse du, Erhör' ihr letztes Beten. Mach' alle Unterdrückten frei; Steh' Wittwen, Herr, und Waisen bei; Vernichte der Verfolger Rath Und wehre jeder bösen That. Herr, unser Gott! Durch Freud' und Leid der Pilgerzeit Führ' uns zu deiner Herrlichkeit. Nach Johann Joachim Eschenburg. 303. Mel.: Freu' dich sehr, o meine Seele zc. 1. Seid gesegnet, heil'geStunden, Wo mich meine Schuld betrübt, Wo ich blick auf Jesu Wunden, Fühle, wie er mich geliebt! Dann entweicht der Zweifel Heer, Furcht bedränget mich nicht mehr, Und der Geist der Kraft und Wahrheit Naht sich mir in Himmelsklarheit. 2. Dann entwind' ich mich dem THS Staube, Schaue sehnend himmelwärts; 223 Auf zu Gott schwingt sich mein Glaube, Betend öffnet sich mein Herz; Christi Geist durchdringet mich Und vertritt mich kräftiglich: Bald strömt Friede, Heil und Segen Mir von Gottes Thron entgegen. 3. Aber der verlornen Tage Sind noch immer gar zu viel, Wo ich müd' am Abend klage: Heute keinen Schritt zum Ziel! Das ist noch der Geist der Welt, Der mich so gefangen hält. Diese Knechtschaft, Herr, zerstöre, Daß ich ganz dir angehöre. Samuel Gottlieb Bürde. 304. Mel.: Wenn wir in höchsten Nöthen 2c. 1. Nach dir, o Gott, verlanget mich; Mein Gott, ich denk' allein an dich: Zieh mich nach dir, nach dir mich wend' Und nimm mich auf in deine Händ'! 2. Ach wer wird mich befreien doch Von diesem schweren Sündenjoch? Mein Herz das sehnet sich nach dir; Befrei' es bald, ach komm zu mir! 3. Mein Wollen ist nach dir gericht't; Doch das Vollbringen mir gebricht. Was ich nicht will, das thu' ich doch; Das macht: die Sünd' beherrscht mich noch. 224 Heilsordnung. 4. Bedenke, daß ich bin dein Kind,| Als ein Leben, dir geweiht, Drum tilge von mir meine Sünd', In des Glaubens Seligkeit. Daß ich nach dir mit freiem Lauf Mich könne schwingen himmelauf! 5. Nach dir, mein Gott, soll nun forthin Gerichtet sein mein Herz und Sinn; Ich eigne mich dir gänzlich zu Und such' in dir nun meine Ruh'. 6. Ach alles, was mich reißt von dir, Mein liebster Gott, das treib' von mir: Bei dir, mein Gott, bei allein Hinfort soll meine Freude sein. Anton Ulrich von Braunschweig. 305. Mel.: Jesu, meines Lebens Leben 2c. 1. Ach wann werd' ich von der Sünde, Gott, mein Vater, völlig frei, Daß ich ganz sie überwinde, Ganz dir wohlgefällig sei? Noch nicht, ich gesteh's mit Zähren, Kann ich ihrer mich erwehren; Sie versucht mich wider dich, Und noch oft besiegt sie mich. 2. In der Andacht sel'gen Stunden, Wenn ich, Herr, dein Wort gehört, Hab' ich oft das Glück empfunden, Das die Frömmigkeit gewährt. Nichts wünscht' ich alsdann hienieden Mir so sehr als innern Frieden, 3. Mit beruhigtem Gewissen Der Erlösung mich zu freun, Treu den heiligsten Entschlüssen, Folgsam deinem Wort zu sein, Meines Glaubens Frucht zu uit zeigen, In der Heiligung zu steigen, war der heiße Wunsch in mir. Treu zu leben, Herr, vor dir, 4. Doch die Sehnsucht wird zerstöret Und der heiße Eifer kalt, Wenn sich Leidenschaft empöret Und die Luft im Herzen wallt. Leichtlich bin ich zu verleiten Durch den Reiz der Eitelkeiten, Der mich überall umringt Und mein schwaches Herz bezwingt. 5. Weh' mir, daß ich deinen Willen, Den ich doch so lieb gewann, Nicht mit Freudigkeit erfüllen, Nicht beständig halten kann! Ach wer wird mich von dem Bösen, Von der Sünde ganz erlösen? O ich Armer, wer befreit Mich vom Dienst der Sinnlichkeit? 6. Gott, du läsfest Heil versprechen Unsrer fündigen Natur, Tilgst durch Christum ihr Gebrechen, Zeigt sich wahre Reue nur. Ohne diese Hoffnung würde Buße und Bekehrung. Allzuschwer mir meine Bürde, Und ich könnte niemals dein, O du höchstes Gut, mich freun. 7. Laß mich merken, wo ich wanke, Daß ich strebe fest zu stehn, Und mich stärke der Gedanke, Meinem Heiland nachzugehn. Führe, Gott, mich täglich weiter, Und dein Geist sei mein Begleiter, Bis ich in der Ewigkeit Dringe zur Vollkommenheit. Balthasar Münter. 306. Mel.: Jesu, meines Lebens Leben 2c. 1. Ich erhebe mein Gemüthe Sehnsuchtsvoll, mein Gott, zu dir; Denn ich kenne deine Güte, O wie theuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens, Keiner harrt auf dich vergebens. Nur Verächter deiner Huld Stürzet ihre eigne Schuld. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege, Zeige deinen Willen mir; Daß ich richtig wandeln möge, Führe du mich selbst zu dir. Gott, du siehest mein Vertrauen; Sicher kann ich auf dich bauen. Deine, Vatertreue ist Ewig, wie du selber bist. 3. Allen, die zu dir sich wenden, Ueber ihre Schuld betrübt, Willst du Trost und Rettung senden, Wenn ihr Herz sich dir ergiebt. Freude schenket deine Güte Dem geängsteten Gemüthe, Welchem du die Sündenlast Liebreich abgenommen hast. 225 4. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich immer heilig leben, Herr, vor deinem Angesicht. Keine schnöde Lust der Sünden Soll mich ferner überwinden. Ach bewahr', ich bitte dich, Dir mich treu und stärke mich! Nach Johann Kaspar Lavater. 307. Eigene Melodie. 1. Jch ruf zu dir, Herr Jesu Christ! Ich bitt', erhör' mein Klagen; Verleih mir Gnad' zu dieser Frist, Laß mich doch nicht verzagen. Den rechten Glauben, Herr, ich mein', Den wollest du mir geben: Dir zu leben, Dem Nächsten nüß zu sein, Dein Wort zu halten eben. 2. Verleih, daß ich aus Herzensgrund Den Feinden mög' vergeben; Verzeih mir auch zu dieser Stund', Schaff' mir ein neues Leben! Dein Wort laß meine Speise sein, Damit mein' Seel' zu nähren, Mich zu wehren, 15 Heilsordnung. 226 Wenn Unglück bricht herein, Das mich leicht möcht' verkehren. 3. Laß mich nicht Lust noch Furcht von dir In dieser Welt abwenden; Beständigkeit ans End' gieb mir: Du hast's allein in Händen. Und wem du's giebst, umsonst der's hat; Es mag niemand ererben Noch erwerben Durch Werke deine Gnad', Die uns erlöst vom Sterben. 4. Ich lieg' im Streit und widerstreb'; Hilf, o Herr Christ, mir Schwachen! In deiner Gnad' allein ich leb'; Du kannst mich stärker machen. Kommt nun Anfechtung und Gefahr, Wollst du mich nicht verlassen, Fest mich fassen; Behüt' mich immerdar! Ich weiß, du wirst's nicht lassen. Johann Agricola. 308. Mel.: Christus, der uns selig macht 2c. 1. Gott, mein Vater! ich, dein Kind, Falle vor dir nieder. Du weißt, was wir Menschen sind, Und erbarmst dich wieder! Groß ist meine Sündenschuld, Die mich innigst reuet; Größer deine Baterhuld, Die mich noch erfreuet. 2. Zwar bin ich nicht werth, zu dir Kindlich aufzusehen; Doch du bleibest Vater mir, Du vernimmst mein Flehen, Kennst mein Herz, ermunterst mich, Es vor dir zu stillen: Du erhörst mich väterlich noch um Christi willen. 3. Du bist meine Zuversicht, Außer dir ist's keiner. Dein Geschöpf verwirfst du nicht, Gott, dich jammert seiner: Der du deinen Sohn für mich In den Tod gegeben; Sein Erlöster bin auch ich, Durch ihn soll ich leben. 4. Dies, dies soll in jedem Schmerz Mein Vertraun erwecken: Vor der Sünde soll mein Herz, Nicht vor dir, erschrecken; Trauen will ich, Vater, dir, Stets die Sünde hassen, Nie vergessen, daß du mir So viel Schuld erlassen. 5. Preis sei dem Allgütigen, Der mein Innres kennet, Der dem Gnadensuchenden Freien Zutritt gönnet. Sing' es, Seele, vor dem Herrn, Fließ von Freuden über: Gott, dein Gott, verstößt nicht gern, Er begnadigt lieber! 6. Ewig bist du so gesinnt, Retter meiner Seele! Buße und Bekehrung. Ach wenn ich, dein strauchelnd Kind, Noch aus Schwachheit fehle: So gedenkst du, der du weißt, Daß mein Herz dich ehret, Ich sei Staub, und du verzeihst Dem, der wiederkehret. Nach Christoph Tieke. 309. Mel.: Nun ruhen alle Wälder 2c. 1. Die Sünden sind vergeben! Das ist ein Wort zum Leben Für den gequälten Geist. Sie sind's in Jesu Namen; In ihm ist Ja und Amen, Was Gott uns Sündern je verheißt. 2. Das ist auch mir geschrieben; Auch mich umfaßt sein Lieben, Weil Gott die Welt geliebt; Auch ich kann für die Sünden Bei Gott noch Gnade finden; Ich glaube, daß er mir vergiebt. 3. Hier ist die Zeit der Gnaden, Der Angst sich zu entladen, Auf Gottes Wort zu ruhn, Die Seele zu erretten, Zu glauben und zu beten, Und das in Jesu Namen thun. 4. Ach Gott, laß meiner Seelen Es an dem Trost nicht fehlen, Daß du die Schuld vergiebst! Wenn ich mich betend beuge, So sei dein Geist mein Zeuge, Daß du dein Kind in Christo liebst. 227 5. Wann ich von hinnen scheide, So mach' mir das zur Freude, Daß ich begnadigt bin. Im Glauben der Vergebung, In Hoffnung der Belebung Geh' ich alsdann in Frieden hin. Philipp Friedrich Hiller. 310. Mel.: Aus tiefer Noth schrei' ich zc. 1. In Gottes Reich geht niemand ein, Er sei denn neu geboren; Sonst ist er auch beim besten Schein Mit Seel' und Leib verloren. Was fleischliche Natur verderbt, In der man Sünd' und Schwachheit erbt, Das muß Gott neu erschaffen. 2. Soll man mit Gott, dem höchsten Gut, In der Gemeinschaft leben, Muß er erneuern Geist und Muth Und neue Kräfte geben. Denn nur sein göttlich Ebenbild Ist das, was einzig vor ihm gilt, Und dies muß er erneuern. 3. Ach Vater der Barmherzigfeit, Was Jesus uns erworben, Als er zu unsrer Seligkeit Am Kreuz für uns gestorben Und wieder auferstanden ist, So daß du nun versöhnet bist, Das laß uns auch genießen. 15* Heilsordnung. 228 4. Wirst du uns durch dein Gnadenwort Und deinen Geist erneuern, So wollen wir dir, treuer Hort, Mit Herz und Mund betheuern, Von nun an nicht in Sicherheit, Vielmehr mit Fleiß, Beständigkeit Und Treu' vor dir zu wandeln. 5. O Herr, laß deine Baterhuld Uns jederzeit bedecken! Dann kann uns weder Sündenschuld Noch Zorn und Strafe schrecken. Mach' uns der Kindschaft hier gewiß Und schenk' uns dort das Paradies, Das Erbtheil deiner Kinder. Konrad Gebhard Stübner. 311. Mel.: Allein zu dir, Herr Jesu Christ 2c. 1. Du weinest um Jerusalem, Herr Jesu, heiße Zähren, Bezeugst, es sei dir angenehm, Wenn Sünder sich bekehren. Wenn ich vor dir mit Buß' erschein' Und über meine Sünde wein', So tilgst du mir aus lauter Gnad' All' Missethat, Die mich bisher gequälet hat. 2. Wenn deines Vaters Zorn entbrennt Von wegen meiner Sünde, Zu deinen Thränen ich mich wend', Da ich Erquickung finde. Vor Gott sind sie so hoch geschätzt! Wer auf ihn sein Vertrauen segt, Den blickt Gott an voll Gütigkeit Zu jeder Zeit Und sein betrübtes Herz erfreut. 3. Hier muß ich auch im Thränenhaus Vor großer Angst oft weinen, Der Welt aushalten manchen Strauß, Sie martert stets die Deinen; Auf allen Seiten, wo ſie kann, Fängt sie mit mir zu hadern an. Dies tröstet mich zu aller Friſt: Herr Jesu Christ, In Noth du auch gewesen bist! 4. Für deine Thränen dank' ich dir, Daß du die Freudenkrone, Herr Christ, dadurch erworben mir Bei dir im Himmelsthrone. nimm mich nach vollbrachtem Lauf Zu deinen Auserwählten auf! So will ich freudig singen dir, O höchste Zier, Für deine Thränen für und für. Johann Heermann. Glaube. Glaube. 312. Mel.: O Ewigkeit, du Donnerwort 2c. 1. Mein Glaub' ist meines Lebens Ruh' Und führt mich deinem Himmel zu, O du, an den ich glaube! Ach gieb mir, Herr, Beständigkeit, Daß diesen Trost der Sterblichkeit Nichts meiner Seele raube! Tief präg' es meinem Herzen ein, Welch Glück es ist, eiu Christ zu ſein. 2. Du hast dem sterblichen Geschlecht Zur sel'gen Ewigkeit das Recht Durch deinen Tod erworben. Nun bin ich nicht mehr Asch' und Staub, Nicht mehr des Todes ew'ger Raub, Du bist für mich gestorben! Mir, der ich dein Erlöster bin, Ist dieses Leibes Tod Gewinn. 3. Ich bin erlöst, ich bin ein Chrift! Mein Herz ist ruhig und vergißt Die Schmerzen dieses Lebens. Ich dulde, was ich dulden soll, Und bin des hohen Trostes voll: Ich leide nicht vergebens! Gott selber mißt mein Theil mir zu, Hier kurzen Schmerz, dort ew'ge Ruh'. 229 4. Was seid ihr Leiden dieser Zeit, Wenn ich auf jene Herrlichkeit Mit froher Hoffnung schaue? Bald ruft mich Gott, und ewiglich Belohnet und erquickt er mich, Weil ich ihm hier vertraue. Bald, bald verschwindet aller Schmerz, Und Himmelsfreuden schmeckt mein Herz! 5. Der du den Tod für mich bezwangst, Du hast mich, Mittler, aus der Angst, In der ich lag, gerissen! Dir, dir verdank' ich meine Ruh', Denn du heilst meine Wunden zu Und stillest mein Gewissen; Und fall' ich noch in meinem Lauf, So richtest du mich wieder auf. 6. Gelobt sei Gott! ich bin ein Christ, Und seine Gnad' und Wahrheit ist An mir auch nicht vergebens. Sein Wort hilft mir zur Heiligung; Die Gnade wirkt Erneuerung Des Herzens und des Lebens. Ich fühle, daß des Geistes Kraft Den neuen Menschen in mir schafft. 7. Dank sei dir, Vater, Dank und Ruhm, Daß mich dein Evangelium Lehrt glauben, hoffen, lieben! 230 Heilsordnung. Was mir schon jetzt in dieser Zeit| Dich meinen Herrn und Gott, Den Vorschmack giebt der Seligkeit, Wie sollt' ich das nicht üben? O präg' es meinem Herzen ein, Welch Glück es ist, ein Christ zu ſein. Trost, Schutz und Heiland nennen. Lehr' mich im Glauben thun, Was mich dein Wort gelehrt, Daß dich Herz, Mund und That Als meinen Heiland ehrt. Balthasar Münter. 313. Mel.: O Gott, du frommer Gott 2c. 1. Herr, ohne Glauben kann Kein Mensch vor dir bestehen; Drum wend' ich mich zu dir Mit demuthsvollem Flehen. O zünde selbst in mir Den wahren Glauben an, Weil ich durch meine Kraft Ihn mir nicht geben kann. 5. Mein König und Prophet, Komm, herrsch' in meiner Seele, Regier' und führe mich, Damit ich ja nicht fehle. Du sollst mein König sein, Dem ich gehorchen will, Mein Lehrer und Prophet, Deß Willen ich erfüll'. 6. Ich will auch, Herr, an dich Als Hohenpriester gläuben; Laß, Jesu, dein Verdienst Den Grund des Glaubens bleiben. O glücklich, wenn mein Geist 2. Laß mich, Gott, daß du seist, Hierauf sich treu und fest Als auf sein einzig Heil Und wahren Trost verläßt. Mit Ueberzeugung glauben. Nichts müsse mir das Wort Aus meinem Herzen rauben, Daß du dem, der dich sucht, Stets ein Vergelter ſeist Und hier und ewig ihn Mit deinem Heil erfreuſt. 4. Lehr' mich, mein Jesu, dich Im Glauben recht erkennen, 7. Ach Jesu, stärke mich In diesem meinem Glauben; Laß mir ihn weder Tod Noch Welt noch Teufel rauben. Bleib' durch den Glauben stets 3. Herr, laß mich auf dein Wort Genau mit mir vereint; Von ganzem Herzen trauen Und stets auf deine Treu' Und Wahrheit feste bauen. Gieb, daß ich dir im Glück Und Unglück stets getreu Und durch des Glaubens Kraft Allzeit gehorsam ſei. So bin ich dein, du mein, O theurer Seelenfreund! Peter Busch. 314. Mel.: Allein Gott in der Höh' sei Ehr' 2c. 1. Ich weiß, an wen mein Glaub' sich hält; Kein Feind soll mir ihn rauben, Glaube. Als Bürger einer bessern Welt Leb' ich hier nur im Glauben. · Dort schau' ich, was ich hier geglaubt, Wer ist, der mir das Erbtheil raubt, Das Jesus mir erworben? 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit; Durch dich, Herr, werd' ich siegen, Ich kämpfe für die Ewigkeit; Wie könnt' ich da erliegen? Der du für mich den Tod geschmeckt, Du bist es, der mich mächtig deckt; Was kann mir denn nun schaden? 3. D Herr! du bist mein höchster Ruhm, Mein bester Trost im Leben; Einst wirst du mich, dein Eigenthum, Zu deinem Reich erheben. Von fern glänzt mir mein Kleinod zu; Du schaffest nach dem Streit mir Ruh' Und reichst mir meine Krone. 4. Herr, lenke meines Geistes Blick Von dieser Welt Getümmel Auf dich, auf meiner Seele Glück, Auf Ewigkeit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit Vergeht und währt nur kurze Zeit. Im Himmel sei mein Wandel. 5. Jeßt, da mich dieser Leib beschwert, Ist mir noch nicht erſchienen, Was jene bessre Welt gewährt, Wo wir Gott heilig dienen. Dann, wenn mein Auge nicht mehr weint, Erlösungstag erscheint, Dann werd' ich's froh empfinden. Wenn mein 231 6. Nur dunkel seh' ich hier mein Heil; Dort ist mein Auge heiter. Hier ist die Schwachheit noch mein Theil; Dort ist sie es Hier ist mein Dort wird er nicht weiter. Werth mir noch verhüllt; sichtbar, wenn dein Bild In mir sich ganz verkläret. 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, Herr, durch deine Leiden; Auf deinen Tod bin ich getauft: Wer will von dir mich scheiden? Du zeichnest mich in deine Hand; Herr, du bist mir, ich dir bekannt, Mein sind des Himmels Freuden. 8. Wie groß ist meine Herrlichfeit, Empfinde sie, o Seele! Vom Tand der Erde unentweiht, Erhebe Gott, o Seele! Der Erde glänzend Nichts vergeht; Nur des Gerechten Glück besteht Durch alle Ewigkeiten. Christoph Christian Sturm. 232 Heilsordnung. 315. Mel.: Es ist das Heil uns kommen 2c. 1. Herr, laß des wahren Glaubens Schein In meinem Herzen brennen, Dich, der du wahrer Gott allein, Lebendig zu erkennen, So, wie dein Strahl, du ew'ges Licht, Aus deines Wortes Spiegel bricht, Das du uns noch willst gönnen! 2. Laß mich bei dieses Lichtes Glanz Dich hier im Glauben schauen, Mein Heil auf diesen Felsen ganz Von Grund der Seele bauen. Wenn uns dein heilig Wort verspricht, Du wollst den Tod des Sünders nicht, Hilf mir auf dies vertrauen! 3. Laß nach des Glaubens Eigenschaft Mich, bis ich werd' erkalten, Nur deine Wahrheit, Gnad' und Kraft Als wie drei Säulen halten; So hat mein Herz genug daran; Denn Gott, mein Vater, will und kann Ob Leib und Seele walten. 4. Gieb meinem Glauben frischen Muth Und täglich neue Stärke Und halt' es, Vater, mir zu gut', Wenn ich oft Schwachheit merke. Bring' du mein glimmend Docht empor Und brich nicht das zerstoß'ne Rohr! Denn das sind Gottes Werke. 5. Laß ihn nur wie ein Senfkorn sein, Doch wurzeln, wachsen, keimen, Und pflanz' ihm Lebensfrüchte ein Gleich auserwählten Bäumen, Die Gutes tragen dir zum Ruhm; Denn die sind nicht dein Eigenthum, Die ihre Frucht versäumen. 6. Du Geist des Glaubens, mach' id mit Gott Im Glauben mich verbunden Und stärke mich in Kampf undNoth, Bis ich den Herrn gefunden! Die Sünde scheidet mich und dich; Ach führe du im Glauben mich Zu Gott durch Christi Wunden! 7. Gieb, daß ich endlich meinen Geist In Gottes Vaterhände, Wann er sich aus dem Kerker reißt, Mit wahrem Glauben sende, Und thu' mir nach vollbrachtem Lauf Durch Jesum dort die Heimath auf Als meines Glaubens Ende! Phil. Friedr. Hiller nach Joh. Arnd. 316. Mel.: O Gott, du frommer Gott 2c. 1. Versuchet euch doch selbst, Ob ihr im Glauben stehet, pH Glaube. Ob Christus in euch ist, Ob ihr ihm auch nachgehet In Demuth und Geduld, In Sanftmuth, Freundlichkeit, In Lieb' dem Nächsten stets Zu dienen seid bereit. 2. Der Glaube ist ein Licht, Im Herzen tief verborgen, Bricht als ein Glanz hervor, Scheint als der helle Morgen, Erweiset seine Kraft, Macht Christo gleich gesinnt, Erneuert Herz und Muth, Macht uns zu Gottes Kind. 3. Er schöpft aus Christo Heil, Gerechtigkeit und Leben Und will, was er empfing, Dem Nächsten wiedergeben. Dieweil er überreich In Christo worden ist, Preist er die Gnade hoch, Bekennet Jesum Christ. 4. Er nimmt mit Freuden an, Was Gott im Wort verkündet; Der Glaube schwingt sich auf, Die Hoffnung wird begründet; Die hält in jeder Noth Sich an dem Worte fest, Daß Gott uns alle Ding' Zum Besten dienen läßt. 5. Im Glauben wissen wir, Daß Gott den Sohn gegeben, Der uns dem Tod entreißt Und führt zum ew'gen Leben. Und weil wir Gottes Lieb' In seinem Sohn erkannt, 233 So ist von Gegenlieb' Auch unser Herz entbrannt. 6. Die Liebe dringt empor, Mit Gott zu verbinden; Sie kann in ihm allein, Was sie verlanget, finden. Den Nächsten liebet sie, Wie Gott uns hat geliebt; Und fluchet uns der Feind, Sie segnet und vergiebt. 7. So prüfe dich denn wohl, Ob Christus in dir lebet; Denn Christi Leben ist's, Wonach der Glaube strebet. Erst machet er gerecht, Dann heilig, wirket Lust Zu allem guten Werk; Sieh, ob du auch so thust. 8. Gieb diesen Glauben mir, O Herr, verleih ihm Stärke; Er bringe stets in mir Die Frucht der guten Werke! Wo Licht ist, geht der Schein Freiwillig davon aus. Du bist mein Gott und Herr, Bewahr' mich als dein Haus. Joachim Justus Breithaupt. transp 317. Mel.: Lobt Gott, ihr Christen 2c. 1. Wie hat's die Seele doch so gut, Die sich dem Herrn ergiebt, Die nichts mehr will und nichts mehr thut, Als daß sie Jesum liebt! 234 Heilsordnung. 2. Still wandelt sie an seiner Oft stürmisch noch und wenigen Hand, Ein selig Kind des Lichts, Das Antliß hin zu ihm gewandt, Und scheut und fürchtet nichts. 3. Sie ziehet muthig ihre Bahn; Mit ihm wird nichts zu schwer, Und Erdenlust und eitler Wahn Verlocken sie nicht mehr. 4. Sie geht getrost, heißt er sie gehn, Sie weiß, er ist ihr Hort; Kann sie doch seine Liebe sehn, Glaubt sie doch seinem Wort! 5. Sie trägt geduldig ihre Last, Bis seine Stunde schlägt; Sie weiß: er gönnt ihr wieder Raſt, Der treu die Schwachen trägt. 6. Ach ja, die Seele hat es gut, Die sich dem Herrn ergiebt, Die nichts mehr will und nichts mehr thut, Als daß sie Jesum liebt! ( Feldblumen. 1844.) 318. Mel.: Herzliebster Jesu, was hast 2c. 1. Gieb deinen Frieden uns, o Herr der Stärke! Im Frieden nur gedeihen deine Werke. Daß wir im Kampf mit Sünde nicht ermüden, Stärk' uns dein Frieden! 2. Des Lebens Tag ist schwül; des Lebens Abend nur labend. Ach es bedarf das Herz im Staub hienieden, Herr, deinen Frieden! 3. Gieb Frieden, daß die fromme, dir getreue, Oft schwergeprüfte Seele sich erneue, Daß sie nicht muthlos hingerissen werde Vom Geist der Erde! 4. Gieb, wie den Vätern, die dir wohlgefallen, Auch uns den Frieden, die im Kampf noch wallen! Gieb Hoffnung, daß des Glaubens Ehrenfrones nonl Dem Sieger lohne! 5. Das ganze Leben auf der dunklen Erde Ist, ach, ein Streit mit Sorgen und Beschwerde. uns, Herr, in deines Friedens Schatten, Wenn wir ermatten! O birg 6. Und Deck' uns wenn zuletzt wir mit dem Tode ringen, dein Engel, Herr, mit mächt'gen Schwingen Und trag' uns hin, von allem Kampf geschieden, daß Zum ew'gen Frieden! Karl Bernhard Garve. Glaube. 319. Mel.: Lobe den Herren, den mächtigen 2c. 1. Alles ist euer, o Worte des ewigen Lebens! Fühl' sie, Vertrauter des Mittlers, voll heiligen Bebens. Alles ist dein! Irdischen Menschen allein Tönen die Worte vergebens. 2. Göttliche Würde, entzückende Hoheit des Christen! Ist er gleich dürftig, ein Waller in traurigen Wüsten, Findet er gleich Thoren geachtet und reich: Wie kann nach Eitlem ihn lüsten? 3. Immer das Auge gerichtet nach heiligen Höhen, Sieht er die Güter der Thoren im Sturme verwehen. Wohl ihm, er faßt 14 in Statt der vergänglichen Last Güter, die nimmer vergehen. 4. Alle Geschenke der Erde, die Menschen umgeben, Dinge, die künftig die Allmacht des Schöpfers erheben, Leben und Tod Ist euch auf Gottes Gebot Unter die Füße gegeben. 235 Frieden und Gnad' im Gesicht: Alles ist euer, ihr Brüder! 5. Alles ist euer! o Christen, vom Heiligthum nieder Schauet der Mittler auf seine ihm ähnlichen Glieder; Lächelt und spricht, 6. Seid ihr auch elend, verlassen und krank und gefangen, Rinnen die Zähren des Kummers von bleichenden Wangen: Droben im Licht, Freut euch, da rinnen sie nicht, Dort ist das Alte vergangen. 7. Singt denn, ihr fünftigen Herrscher, in heiliger Feier Eure unendliche Herrlichkeit, die euch so theuer Jesus erwarb, Als er auf Golgatha starb. Amen, ja alles ist euer! Christian Friedrich Daniel Schubart. 320. Mel.: O daß ich tausend Zungen 2c. 1. Sollt' er versprechen und nicht halten? Sollt' er nur reden und nicht thun? Kann je der Wahrheit Kraft veralten? Sein liebewallend Herz je ruhn? Onein, sein Wort steht felsenfest; wohl dem, der sich auf ihn verläßt! 2. Drum sucht bei dir die Seele Frieden, Verleih ihn du, o Jesu, mir! Und trifft mich Prüfung noch hienieden, Behalte du mich fest an dir, Daß ich mit Glaubensfreudigkeit Zu dir vollende meine Zeit. Nach Johann Job. 236 Heilsordnung. 321. Mel.: Wachet auf, ruft uns die 2c. 1. Auf, empor mit Adlersflügeln, Mein Geist, zu jenen heil'gen Hügeln, Von wo die Seligkeit entquillt! Mich durchströmt des Himmels Wonne, Der Herr ist meines Lebens Sonne, Ich bin verklärt in Christi Bild. Mir ward das theure Pfand: Gott hat in seine Hand Mich gezeichnet. Zu ihm empor, Der dich erfor, Mein Geist, und sing' im höhern Chor! 2. Heller flammt der frohe Glaube; Mein Geist erhebt sich von dem Staube Und schwebt empor zu Gottes Thron. Nicht mehr unterm Sündenfluche, Mein Name steht im Lebensbuche, Geschrieben von dem ew'gen Sohn. Getilgt ist meine Schuld Durch Christi Gnad' und Huld; Erbarmer! Aus Angst und Noth, Von Sünd' und Tod Errettest du, mein Herr und Gott! 3. Geist vom Vater und vom Sohne! Du bringst das Siegel mir vom Throne, Das Zeugniß, Gottes Kind zu sein. Herr, du zählst mich zu den Deinen; Die Gnadensonne seh' ich scheinen, Des Himmels Seligkeit ist mein. Gesalbt bin ich vom Herrn; Es strahlt der Morgenstern Mir im Herzen. Im Jubelton Preis' ich den Sohn Und schwinge mich zu seinem Thron. 4. Wenn auch noch im Staubgewande: Schon sind gesprengt des Todes Bande; Ich leb' im ew'gen Sonnenschein. Ohne Mängel und Gebrechen, Von Sünden frei und frei von Schwächen Geh' ich dereinst zum Himmel ein. In Jesu Opfertod Blüht mir das Morgenroth Ew'gen Lebens. Mich schrecken nicht Grab und Gericht; DerGlaubeführt zum ew'gen Licht. 5. Jesu! Jesu! welch Erbarmen! Du giebst die Seligkeit mir Armen, Der ich des Heils so unwerth bin! Du hast mich den Finsternissen, Dem Fluch des ew'gen Tods entrissen; Anbetend sink' ich vor dir hin. Du hast mich dir geweiht, Mir deine Herrlichkeit Offenbaret. Herr, ich bin dein, Und du bist mein! So laß es ewig, ewig sein! Glaube. Peter Friedrich Engstfeld. 322. Mel.: Meinen Jesum lass' ich nicht zc. 1. Meinen Frieden geb' ich euch! Also hat der Herr verheißen. Auf, mein Herz, die Sorgen fleuch! Er wird aus der Angst dich reißen. Sei getrost und unverzagt, Glaube, was er zugesagt! 2. Herr, du hältst, was du versprichst, Giebst noch immer deinen Frieden, Wenn du in die Herzen brichst Mit dem Wahrheitsglanz hienieden. Kehre eilig bei mir ein, Laß in dir mich selig sein! 3. Güter, die die Erde giebt, Sind nur mangelhafte Gaben; Ewig, Herr, wird, wer dich liebt, In dir volle G'nüge haben. Schütte auf mein ganzes Haus Deine Gnadenfülle aus! 237 Durch die sturmbewegten Wellen, Daß es nicht am Felsenriff Banger Zweifel mög' zerschellen! Wenn ich's nicht mehr lenken kann, So sei du der Steuermann! 4. Ohne dich vermag ich nichts; Eignes Ringen ist vergebens. Du allein, o Quell des Lichts, Bist der Grund des neuen Lebens. Rühre mich mit deiner Kraft, Die den neuen Menschen schafft! 5. Führe du mein Glaubensschiff 6. Rette mich in jenen Port, Wo die Erdenstürme schweigen Und vor dir, o Gnadenhort, Alle Seligen sich neigen! Dann in deines Vaters Haus Werf' ich meinen Anker aus. Christian August Bähr. 323. Mel.: Wie groß ist des Allmächt'gen 2c. 1. Hier Gottes Kinder und dort Erben Als Jesu Christi Eigenthum! Um diesen Namen laßt uns werben, Er ist der Gnade Werk und Ruhm! Das sei das Theil, das wir erforen, Danach das Herz sich sehnt uud schlägt, Bis es, aus Gottes Geist geboren, Der Kindschaft Zeugniß in sich trägt. 2. Dann ist uns wohl, und doch das Beste, Das Herrlichste ist noch voraus. Hier sind wir Fremdlinge und Gäste, Im Himmel heimisch und zu Haus. Hier gilt es kämpfen, leiden, sterben; 238 Heilsordnung. Doch nur getrost, es kommt die Wer du, versöhnte Seele, bist. Mit dem seligsten Entzücken Wirst du in diesem Licht erblicken, Wer, Seele, dein Versöhner ist. Du, durch sein Opfer rein, Bist stark, dich ihm zu weihn Ohne Wanken; Er, Gottes Sohn, Giebt reichen Lohn Den Gläubigen an seinem Thron. Zeit, Da Gottes Kinder alles erben Im Stand der ew'gen Herrlichkeit! 3. Drum freuet euch, wenn eure Namen Im Himmel angeschrieben stehn! Die hier zu socher Ehre kamen, Die sind wahrhaftig angesehn. Die treu hier glauben, hoffen, lieben, Schreibt Gott ins Buch des Lebens ein, Und dort im Himmel angeschrieben, Das heißt gut angeschrieben sein! Karl Johann Philipp Spitta. 324. Mel.: Wachet auf, ruft uns die 2c. 1. Herr, welch Heil kann ich erringen! In welche Höh'n darf ich mich schwingen! Mein Wandel soll im Himmel sein! O du Wort voll heil'gen Bebens, Und doch voll Wonn' und ew'gen Lebens: Im Himmel soll mein Wandelsein! Ich sinke staunend hin, Ich ahne, wer ich bin, Wer ich sein kann. Ich trage noch Des Todes Joch; Im Himmel soll ich wandeln doch. 2. Schwing' dich denn zu diesen Höhen Und lern' im Lichte Gottes sehen, 3. Wort vom Anfang, Eingeborner, 110 Eh' du herabkamst, Auserkorner, Lag auf dem Erdkreis Dunkelheit; Du erschienst, du Licht vom Lichte, Wir schaun in deinem Angesichte Nun deines Vaters Herrlichkeit; Nicht Wahrheit nur, auch Ruh' Strahlst du uns, Gottmensch, zu: Seelenfrieden. Du hast's vollbracht: Des Irrthums Nacht, Der Sünde dunkle Nacht ist hin. Versunken ist, wenn ganz ihr Wille 4. Wenn die Seel' in tiefe Stille Der Wille deß ist, der sie liebt; Wenn ihr inniges Vertrauen, Ihr freudig Hoffen fast zum Schauen Emporsteigt, wenn sie wieder liebt; Und nun wahrhaftig weiß, Dein Kampf und Todesschweiß, Gottversöhner, Dein Blut am Kreuz, Dein Tod am Kreuz, Versöhn', o Herr, versöhn' auch sie: Glaube. 239 5. O dann ist ihr schon gegeben| Wenn unser Herz sich dir ergiebt Ihr neuer Nam' und ew'ges Leben, Im Himmel ist ihr Wandel dann. Stark, den Streit des Herrn zu streiten, Und treu in Jesu Dienst sich übt! Wie groß wird sie einst werden, Wenn sich herrlich Sieht sie die Krone schon vom weiten, Jenes Leben wird anheben, wo man Freuden Erntet von der Saat der Leiden! Die Kron' am Ziel und betet an. Preis, Ehr' und Stärk' und Kraft Sei dem, der neu uns schafft, Ihm zu leben! Für uns verbürgt, Bist du erwürgt. Anbetung, Ruhm und Dank sei dir. 6. Preis sei dem, der auf dem Throne Der Himmel sißt, Preis sei dem Sohne, Ihm, der da ist und der da war! Lauter Weisheit, Gnad' und Stärke Und Wunder sind, Herr, deine Werke, di Dort sind sie ganz und offenbar. Dort strahlt dein Angesicht Im reinsten Himmelslicht Allen Frommen. Dort werden wir, Barmherz'ger, dir Ein Lob bereiten für und für. Friedrich Gottlieb Klopstock. 325. Mel.: Wie schön leuchtet der 2c. 1. Wie groß ist unsre Seligkeit, O Gott, schon in der Prüfungszeit, Selbst unter viel Beschwerden, 2. O wie erhaben ist das Recht, Das du uns giebst, Herr, dein Geschlecht Und Bundesvolk zu heißen! Bei dir ist unser Vaterland, Und wer will deiner starken Hand, Allmächt'ger, uns entreißen? Wenn wir gleich hier Müssen streiten und zu Zeiten schwach uns finden, Hilfst du doch uns überwinden. 3. Du deckest unsre Schulden zu, Schenkst unsern Seelen wahre Ruh' Uns stärkest uns mit Freude. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm, Wir sein erkauftes Eigenthum Und Schafe seiner Weide. Gutes Muthes Sind auf Erden in Beschwerden 30amto unsre Seelen. Herr, was kann bei dir uns fehlen? 4. Es bleibet zwar der hohe Werth Der Gnade, die uns widerfährt, Verborgen hier auf Erden: Doch wenn dereinst vor aller Welt Er, unser Haupt, Gerichtstag hält, Dann wird er sichtbar werden. Heilsordnung. 240 Alsdann sieht man Ihn mit Kronen uns belohnen und mit Ehren Für sein treues Volk erklären. 5. Wie selig, Gott, sind wir alsdann, Wie viel hast du an uns gethan, Wie groß ist unsre Würde! Laß auf sie sehn uns jederzeit, So tragen wir mit Willigkeit Der kurzen Leiden Bürde. Herr, gieb den Trieb In die Seelen, dich zu wählen und das Leben Ganz in Jesu Dienst zu geben. J. 5. Diterich nach Joh. Euf. Schmidt. 326. Mel.: Nun freut euch, lieben Christen 2c. 1. Der Herr ist mein getreuer Hirt, Mir wird kein Gutes fehlen; Der Hüter, der nicht schläft noch irrt, Kann mir nur Heil erwählen. Er weidet mich auf grüner Au Und spendet mir des Lebens Thau Vom Geiste seiner Gnade. and ist aunt and 2. Er führet mich zum reinen Quell, Der mein Gemüth beglücket, Zum Wasser, welches frisch und hell Den schwachen Muth erquicket. Er leitet mich auf rechter Bahn, Er nimmt sich meiner Seele an Um seines Namens willen. 3. Und ob ich wall' im finstern Thal, Fürcht' ich doch keinen Schaden; Sein Auge wachet überall, Ich bin der Sorg entladen. Sein Stab und Stecken trösten mich, Auf seine Treu' und Macht kann ich Gar ruhig mich verlassen. 4. Du machst mir meinen Tisch bereit Im Auge meiner Feinde, Verscheuchest Angst und Traurigfeit, Sprichst freundlich zu dem Freunde. Du salbst mein Haupt mit Del, du schenkst Mir voll den Becher ein und lenkſt Zum Himmel hin mein Sehnen. 5. Ja Gutes und Barmherzigkeit Wird lebenslang mir werden; Ich bleib' im Haus des Herrn die Zeit, Die ich noch leb' auf Erden; Und ist des Lebens Wallfahrt aus, Dann trägt mich in sein Vaterhaus Der Flügel treuer Liebe. Johann Friedrich v. Meyer. 327. Mel.: In dich hab' ich gehoffet, Herr zc. 1. Ich freue mich, mein Gott, in dir, Du bist mein Trost, und was kann mir Glaube. In deiner Liebe fehlen? Du, Herr, bist mein, Und ich bin dein: Was mangelt meiner Seelen? 2. Du hast mich von der Welt erwählt Und deinen Kindern zugezählt, Mag mich die Welt doch hassen. Du liebst mein Wohl, Wirst gnadenvoll Mich nimmermehr verlassen. 3. Du trägst mich Sünder mit Geduld, Vergiebst in Christo mir die Schuld, Wenn ich qus Schwachheit fehle. Du giebst mir Theil An seinem Heil: Dies tröstet meine Seele. 4. Du bist mir der bewährte Freund, Der es am besten mit mir meint, Wo find' ich deines Gleichen? Du stehst mir bei Und bleibst mir treu, Wenn Berg' und Hügel weichen. 5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, Mein Fels und Heil; drum frag' ich nicht Nach Himmel und nach Erde. Herr, ohne dich Ist nichts für mich, Das mir erfreulich werde. 6. Du bist mein allerhöchstes Gut, Darauf mein ew'ges Wohl beruht: In dir bin ich zufrieden. 241 Wie dort so hier, Herr, bleiben wir In Liebe ungeschieden. 7. Du läßt mir's ewig wohl ergehn; Einst werd' ich dich noch näher sehn, Du Ursprung aller Freuden! An dir wird sich Dann ewiglich Mein ganzes Herze weiden. 8. Noch hat's kein menschlich Ohr gehört, Was uns dein Himmel einst gewährt; Doch seh' ich's schon im Glauben. Vollkommnes Heil Ist da mein Theil, Das wird mir niemand rauben. Salomo Fiscow. 328. Mel.: Jesu, meine Freude 2c. 1. Wie getrost und heiter, Du Gebenedeiter, Machst du meinen Geist! Alle, die dir trauen, Führst du zu den Auen, Wo du sie erfreust. Niemals wird bei dir, o Hirt, Freund und Tröster meiner Seelen, Mir Erquickung fehlen. 2. Deinem Rath ergeben Freu' ich mich zu leben; Was du willst, iſt gut. Nichts vermag ich Schwacher; 16 Heilsordnung. 242 Du, mein Seligmacher, Rüstest mich mit Muth. Wenn die Welt erbebt und fällt, Wenn Gericht und Hölle schrecken, Willst du mich bedecken. 3. Ich kann ohne Grauen Gräber vor mir schauen, Mein Erlöser lebt. Ich weiß, wem ich glaube, Weiß, daß aus dem Staube Mich sein Arm erhebt. Todestag, dein Schrecken mag Eines Frevlers Herz erschüttern: Was brauch' ich zu zittern? 4. Auch in mir ist Sünde, Doch ich überwinde Sie, mein Hort, durch dich. Sink' ich oft noch nieder, Du erhebst mich wieder, Du begnadigst mich. Deine Huld tilgt meine Schuld; Nie entziehst du deinem Knechte Der Erlösten Rechte. 5. Daß ich Gott erkenne Und ihn Vater nenne Und mich ewig sein, Daß ich hier am Grabe Trost und Hoffnung habe, Dank' ich dir allein. Daß dein Geist mich unterweist Und mich führt auf deinem Pfade, Das ist deine Gnade. 6. Der du Blut und Leben Für mich hingegeben, Daß in meiner Noth Ich nicht hülflos bliebe: Groß ist deine Liebe, Stärker als der Tod. Herr, und ich, ich sollte mich Deiner Huld nicht dankbar freuen, Dir mein Herz nicht weihen? 7. Würdig dir zu leben, Dies sei mein Bestreben, Meine Lust und Pflicht. Was die Welt vergnüget, O mein Heil, das g'nüget Meiner Seele nicht. Hab' ich dich, wie gern will ich Das, wonach die Heiden trachten, Reich in dir, verachten! 8. Deinen hohen Frieden Schmeck' ich schon hienieden, Und was hoff' ich dort! Unbegrenzte Zeiten Voller Seligkeiten Hoff' ich auf dein Wort. Die sind mein durch dich allein; Bleib' ich dir getreu im Glauben, Wer kann sie mir rauben? 9. Voll von deiner Güte, Jauchzet mein Gemüthe, Gott, mein Heiland, dir. Dieser Geist der Freuden Stärke mich im Leiden, Weiche nie von mir. Laß mich so beherzt und froh Einst durchs Thal des Todes dringen, Dort dein Lob zu singen. Chr. Fr. Neander nach Joh. Franck. Christliches Leben. 6. Christliches Leben. Gottvertrauen. 329. Mel.: Nun ruhen alle Wälder 2c. 1. Du sollst in allen Sachen Mit Gott den Anfang machen Aus Schuld und treuer Pflicht. Wem hast du Dank zu geben Für alles Heil und Leben? Nur ihm; von dir entspringt es nicht. 2. Der Mensch mit seinem Dichten Weiß wenig auszurichten, Was gut zu heißen sei. Was will dein eitles Sinnen, Du armer Staub, beginnen, Steht dir nicht seine Hülfe bei? 3. Drum sei nicht zu verwegen Auf deines Lebens Stegen Und such' nicht eignen Ruhm. Dir sollst du nicht vertrauen, Auf deine Kraft nicht bauen, Sie ist ja nicht dein Eigenthum. 4. Klopf' an die Himmelspforten Mit starken Glaubensworten, Da bitte Beistand aus; Daher wird Segen fließen Und reichlich sich ergießen Auf dich und auf dein ganzes Haus. 5. Wo Gott die Hand dir reget, Den Grund zur Arbeit leget, Da zieht der Segen ein; 243 Entzieht er seine Gnaden, So muß das Werk mißrathen, Wie trefflich auch die Meister sein. Andreas Tscherning. 330. Eigene Melodie. 1. O Gott, du frommer Gott, Du Brunnquell guter Gaben, Ohn' den nichts ist, was ist, Von dem wir alles haben: Gesunden Leib gieb mir, Und daß in solchem Leib Ein' unverletzte Seel' Und rein Gewissen bleib'. 2. Gieb, daß ich thu' mit Fleiß, Was mir zu thun gebühret, Wozu mich dein Befehl In meinem Stande führet; Gieb, daß ich's thue bald, Zu der Zeit, da ich soll; Und wann ich's thu', so gieb, Daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, Womit ich kann bestehen; Laß kein unnüßes Wort Aus meinem Munde gehen; Und wenn in meinem Amt Ich reden soll und muß, So gieb den Worten Kraft Und Nachdruck ohn' Verdruß. 16* Christliches Leben. 244 4. Find't sich Gefährlichkeit, So laß mich nicht verzagen. Gieb einen Heldenmuth, Das Kreuz hilf selber tragen. Gieb, daß ich meinen Feind Mit Sanftmuth überwind' Und, wenn ich Rath bedarf, Auch guten Rath erfind'. 5. Laß mich mit jedermann In Fried' und Freundschaft leben, So weit es christlich iſt. Willst du mir etwas geben An Reichthum, Gut und Geld: So gieb auch dies dabei, Daß von unrechtem Gut Nichts untermenget sei. 6. Soll ich auf dieser Welt Mein Leben höher bringen, Durch manchen sauren Tritt Hindurch ins Alter dringen: So gieb Geduld, vor Sünd' Und Schanden mich bewahr', Auf daß ich tragen mag Mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End' Auf Christi Tod abscheiden; Die Seele nimm zu dir Hinauf zu deinen Freuden; Dem Leib ein Räumlein gönn' Bei seiner Eltern Grab, Auf daß er seine Ruh' An ihrer Seite hab'. 8. Wenn du die Todten wirst An jenem Tag erwecken, So thu' auch deine Hand Zu meinem Grab ausstrecken: Laß hören deine Stimm' Und meinen Leib weck' auf Und führ' ihn schön verklärt Zum auserwählten Hauf. Johann Heermann. 331. Eigene Melodie. 1. Alles ist an Gottes Segen und an seiner Gnad' gelegen Ueber alles Geld und Gut; Wer auf Gott sein' Hoffnung setzet, Der behält ganz unverleget Einen freien Heldenmuth. 2. Der mich hat bisher ernähret Und so manches Glück bescheret, Ist und bleibet ewig mein; Der mich wunderbar geführet Und noch leitet und regieret, Wird forthin mein Helfer sein. 3. Viele mühen sich um Sachen, Die nur Sorg' und Unruh' machen Und ganz unbeständig sind. Ich begehr' nach dem zu ringen, Was der Seele Ruh' kann bringen Und man heir gar selten find't. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken: Was ich wünsche, wird sich schicken, So es anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben Hab' ich seiner Gnad' ergeben Und ihm alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen Mein Verlangen zu erfüllen; Gottvertrauen. Es hat alles seine Zeit. Ich hab' ihm nichts vorzuschreiben, Wie Gott will, so muß es bleiben, Wann Gott will, bin ich bereit. 6. Soll ich hier noch länger leben, Will ich ihm nicht widerstreben, Ich verlasse mich auf ihn. Ist doch nichts, das lang' bestehet, Alles Irdische vergehet Und fährt wie ein Strom dahin. ( Nürnberger Gesangbuch von 1676.) 332. Eigene Melodie. 1. Auf meinen lieben Gott Trau' ich in Angst und Noth. Der kann mich allzeit retten Aus Trübsal, Angst und Nöthen; Mein Unglück kann er wenden, Es steht in seinen Händen. 2. Ob mich mein' Sünd' ansicht, Will ich verzagen nicht, Auf Christum will ich bauen Und ihm allein vertrauen. Ihm will ich mich ergeben Im Tode wie im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, Ist Sterben mein Gewinn, Und Christus ist mein Leben; Dem hab' ich mich ergeben: Ich sterb' heut' oder morgen, Mein' Seel' wird er versorgen. 4. O mein Herr Jesu Christ, Der so geduldig iſt Für mich am Kreuz gestorben, Hast mir das Heil erworben, 245 Uns allen auch beschieden Den ew'gen Himmelsfrieden. 5. Amen zu aller Stund' Sprech' ich aus Herzensgrund: Du wollest selbst uns leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, Auf daß wir deinen Namen Ewiglich preisen. Amen! ( Geistl. Psalmen 2c., Nürnberg 1607.) Siegmund Weingärtner(?). 333. Mel.: Aus tiefer Noth schrei' ich zc. 1. Wie Gott mich führt, so will ich gehn Ohn' alles Eigenwählen; Geschieht, was er mir ausersehn, Wird mir's an keinem fehlen. Wie er mich führt, so geh' ich mit Und folge willig Schritt vor Schritt In kindlichem Vertrauen. 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still Und folge seinem Leiten, Obgleich im Fleisch der Eigenwill' Will öfters widerstreiten; Wie Gott mich führt, bin ich bereit, In Zeit und auch in Ewigkeit Stets seinen Rath zu ehren. 3. Wie Gott mich führt, bin ich vergnügt, Ich ruh' in seinen Händen; Wie er es schickt und mit mir fügt, Wie er's will mit mir wenden, Das sei ihm ganz anheimgestellt; Er mach' es, wie es ihm gefällt, Zum Leben oder Sterben. 246 Christliches Leben. 4. Wie Gott mich führt, so geb'| Die in kein Herz gekommen: ich mich Freut euch! Sein Reich Bleibt euch allen! Bald wird's schallen: Kommt zum Lohne, Nehmt des Kampfes Siegeskrone! In seinen Vaterwillen. Scheint's der Vernunft gleich wunderlich: Sein Rath wird doch erfüllen, Was er in Liebe hat bedacht, Eh' er mich an das Licht gebracht; Ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie Gott mich führt, so bleib' ich treu Im Glauben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Hand mir bei, Was will mich von ihm scheiden? Ich fasse in Geduld mich fest; Was Gott mir widerfahren läßt, Muß mir zum Besten dienen. 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, Es geh' durch Dorn und Hecken; Kann ich's auch anfangs nicht verstehn, Einst wird er mir's entdecken, Wie er nach seinem Vaterrath Mich treu und wohl geführet hat: Dies sei mein Glaubensanker. Lampertus Gedicke. 334. Mel.: Wie schön leuchtet der 2c. 1. Die ihr den Heiland kennt und liebt, Jhn, der uns Seligkeiten giebt, Die noch kein Ohr vernommen, Die noch in jenen ew'gen Höhn Kein sterblich Auge je gesehn, 2. Was klagt ihr denn? was zagt das Herz? Kurz ist und leicht der Erde Schmerz Und wirket ew'ge Freude. Ach groß und herrlich ist das Ziel, Der Woune dort unendlich viel, Getrübt von feinem Leide. Traurig, schaurig Ist's hienieden; aber Frieden wohnt dort oben, Wo die Ueberwinder loben. 3. Ein Blick auf jene Herrlichkeit Füllt unser Herz mit Trost und Freud' Und tausendfachem Segen, Erquickt uns, wie der Morgenthau Die dürre, fast versengte Au, Wie milder Frühlingsregen. Thränen, Sehnen, Aug' und Herzen voller Schmerzen: glänzt doch immer Uns der ew'ge Hoffnungsschimmer. 4. Drum sind wir froh: wir gehn im Licht, Und heiter ist das Angesicht Bei aller Noth hienieden; Im Heiligthum des Himmels liebt Uns Jesus Christus, und er giebt Der Seele heil'gen Frieden. Gottvertrauen. Wer kennt, wer nennt, Was wir erben nach dem Sterben, was uns giebet Der, der uns zuerst geliebet? 5. Was klagst du denn, der du ihn kennst, Der du dich Christi Jünger nennſt? Was ist's, das dich betrübet? Froh kannst und sollst du immer ſein Und dich des ew'gen Lebens freun, Dich freun, daß er dich liebet! O sei nur treu! O sei fröhlich, hoffend, selig schon im Staube; Gotteskraft sei dir dein Glaube! Gottfried Menken. 335. Mel.: Valet will ich dir geben 2c. 1. Es kennt der Herr die Seinen Und hat sie stets gekannt, Die Großen und die Kleinen In jedem Volk und Land; Er läßt sie nicht verderben, Er führt sie aus und ein; Im Leben und im Sterben Sind sie und bleiben sein. 247 3. Er kennt sie als die Seinen An ihrer Hoffnung Muth, Die fröhlich auf dem Einen, Daß er der Herr iſt, ruht; In seiner Wahrheit Glanze Sich sonnet frei und kühn, Die wunderbare Pflanze, Die immerdar ist grün. 2. Er kennet seine Schaaren Am Glauben, der nicht schaut Und doch dem Unsichtbaren, Als säh' er ihn, vertraut; Der aus dem Wort gezeuget Und durch das Wort sich nährt Und vor dem Wort sich beuget Und mit dem Wort sich wehrt. 4. Er kennt sie an der Liebe, Die seiner Liebe Frucht, Und die mit lauterm Triebe Jhm zu gefallen sucht; Die andern so begegnet, Wie er das Herz bewegt, Die segnet, wie er segnet, Und trägt, wie er sie trägt. 5. So kennt der Herr die Seinen, Wie er sie stets gekannt, Die Großen und die Kleinen In jedem Volk und Land: Am Werk der Gnadentriebe Durch seines Geistes Stärk', An Glauben, Hoffnung, Liebe, Als seiner Gnade Werk. 6. So hilf uns, Herr, zum Glauben Und halt' uns fest dabei; Laß nichts die Hoffnung rauben; Die Liebe herzlich sei! Und wird der Tag erscheinen, Da dich die Welt wird sehn, So laß uns als die Deinen Zu deiner Rechten stehn! Karl Johann Philipp Spitta. Christliches Leben. 336. 5. Denk' seines Worts und weine Voll Freud', und denk', o Christ: Ist auch der Mütter eine, 1. Christ, alles, was dich Die ihres Sohns vergißt? Mel.: Befiehl du deine Wege 2c. Und könnt' sie sein vergessen, Vergess' ich doch nicht dein. Wer könnte dies ermessen Und dennoch trostlos sein? 248 kränket, Befiehl getrost dem Herrn; Er, der die Himmel lenket, Ist auch von dir nicht fern. Warum willst du verzagen? Zu Gott erhebe dich, Er höret deine Klagen Und liebt dich väterlich. 2. Wenn dich die Sünden schmerzen, So fühle deine Schuld, Doch trau' mit ganzem Herzen Auf deines Mittlers Huld. Zu wahrer Ruhe führet Die Reu', die Gott gefällt; Allein den Tod gebieret Die Traurigkeit der Welt. 3. Wenn deine Feinde wüthen, Wie groß ihr Zorn auch ſei: Dein Gott wird dich behüten, Bleibst du nur ihm getreu. Gehorchen seinen Winken Nicht immer Erd' und Meer? Laß deinen Muth nicht sinken, Dein Schirm und Schild ist er. 4. Auch in den bängsten Leiden Sei stark in seiner Kraft, Ergieb dich ihm mit Freuden, Er ist's, der Hülfe ſchafft. Er weiß ja, was dir fehlet, In jedem Augenblick; Und was dein Vater wählet, Führt dich zum wahren Glück. 6. Ergreif' im festen Glauben Den Trost der Ewigkeit! Wer kann das Heil dir rauben, Das Gott den Frommen beut? Auf kurze Prüfungstage Folgt ew'ger Preis und Dank; Dann schweiget jede Klage Und wird ein Lobgesang. 15dum Christoph Friedrich Neander. 337. Mel.: Wer nur den lieben Gott 2c. 1. Du Vater deiner Menschenfinder, Der du die Liebe selber bist, Und dessen Herz auch gegen Sünder Noch gütig und voll Mitleid ist, Laß mich von ganzem Herzen dein Im Leben und im Tode sein. 2. Gieb, daß ich als dein Kind dich liebe, Da du mich als ein Vater liebst, Und so gesinnt zu sein mich übe, Wie du mir selbst die Vorschrift giebst. Was dir gefällt, gefall' auch mir, Nichts scheide mich, mein Gott, von dir. Gottvertrauen. 3. Laß mich um deines Namens willen Gern thun, was mir dein Wort gebeut. Kann ich's nicht, wie ich soll, erfüllen, So sieh auf meine Willigkeit Und rechne mir nach deiner Huld Die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld. 4. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden Das thut, was dir, o Gott, mißfällt: Drum laß es mich mit Sorgfalt meiden, Gefiel' es auch der ganzen Welt. Laß, Vater, mich behutsam sein, Die kleinste Sünde selbst zu scheun. 5. Aus Liebe laß mich alles leiden, Was mir dein weiser Rath bestimmt; Wo ich dir ewig nahe bin; Da lieb' ich in Vollkommenheit Dich, Vater der Barmherzigkeit. Johann Samuel Diterich nach Benjamin Schmolck. 338. Mel.: Mache dich, mein Geiſt, bereit zc. 1. Weine nicht! Gott lebet noch, Du betrübte Seele. O zum Vater schaue doch, Ob die Welt dich quäle. Nur Geduld! Gottes Huld Giebt dir nach dem Leiden Wieder Trost und Freuden. 249 2. Weine nicht! Gott denkt an dich; Hat man dein vergessen, 5 dann hat er längst bei sich, Was dir nüßt, ermeſſen. Eh' zerfällt Diese Welt, Eh' er dich kann lassen Oder gar dich haffen. Auch Trübſal führt zu ew'gen Freuden: Wer ihre Laſt gern auf sich nimmt, er läßt, Sie willig trägt und weislich nüßt, Wird mächtig von dir unterstüßt. 6. In deiner Liebe laß mich sterben, So ist auch Sterben mein Gewinn; Dann werd' ich deinen Himmel erben, 3. Weine nicht! Gott siehet dich, Ist er gleich verborgen. Trage nur geduldiglich Deine Last der Sorgen. Glaub' es fest, Endlich nach dem Weinen Seine Sonne scheinen. 4. Weine nicht! Gott höret dich, Hört in Noth dein Flehen, Hülfreich wird er gnädiglich Dir zur Seite stehen. Immer hat, Wer ihn bat, In den Leidensstunden Rettung noch gefunden. 250 Christliches Leben. 5. Weine nicht! Gott sorgt für| Nicht rechnen und nicht zählen; dich: Er ruft, du folgst dem Herrn. Was kann nun dir fehlen? Wer wird nun mit Sorgen sich Noch vergebens quälen? Wirf auf ihn Alles hin, Er wird sich bewähren, Deinen Gang verklären. Benjamin Schmolck. 339. Mel.: Aus meines Herzens Grunde 2c. 1. Geh' hin nach Gottes Willen In Demuth und Vertraun, Lern' das Gebot erfüllen, Sein großes Feld zu baun. Frag' nach der Ernte nicht; Du darfst den Lohn nicht messen, Mußt Freud' und Lust vergessen, Nur sehn auf deine Pflicht. 2. Willst du nur sein geborgen Und vor der Welt geehrt, So kannst du nicht besorgen, Was deinem Herrn gehört. Sieht jemand auf Gewinn, Sucht Schäße nur auf Erden, Um glücklicher zu werden, Der hat den Lohn dahin. 3. Doch hast du deine Gaben Dem Dienst des Herrn geweiht, 4. Nur frisch an allen Enden Die Arbeit angefaßt! Mit unverdross'nen Händen Sei wirksam ohne Rast! Das ist der rechte Muth. Streu' aus den edlen Samen Und wirk' in Gottes Namen, So keimt und wächst es gut. Johann Friedrich Möller. 340. Mel.: Werde munter, mein Gemüthe 2c. 1. Gottes Mund hat uns verheißen, Es soll uns aus seiner Hand Weder Welt noch Teufel reißen; Seine Wahrheit ist bekannt. Darum fürchten wir uns nicht, Wenn gleich Welt und Himmel bricht. Seine Treu' kann ihr Versprechen nicht vergessen oder brechen. 2. Mögen doch die Berge weichen Und die Felsen untergehn, Nichts mag unserm Felsen gleichen, Gottes Bund bleibt ewig stehn. Fallt, ihr Hügel, immer hin! Unsers Gottes Vatersinn Kann kein Schlag noch Fall erschüttern, Wenn gleich Erd' und Himmel zittern. So wirst du Augen haben Zu sehn, was er gebeut. Das thue still und gern: 3. Er hat sich mit uns verbunden Du darfst nicht zaudernd wählen, Durch den Bund, der ewig gilt; Gottvertrauen. Dieser Bund wird fest erfunden, Dieser Bund ist unser Schild. Droht auch des Versuchers Pfeil, Gott bleibt unser Erb' und Theil: Das hat uns sein Mund ge= schworen, Da sein Geist uns neu geboren. 4. Drum sei ruhig, meine Seele, Trau' auf Gott, der für dich wacht, Wenn in dieser Jammerhöhle Dir ein Zweifel Kummer macht. Wer sich nur auf Gott verläßt, Der steht unbeweglich fest. Dein Erbarmer wird dich stüßen, Seine Treu' wird dich beschüßen. Jeremias Hubrig. 341. Mel.: Gott des Himmels und der zc. 1. Hört das Wort voll Ernst und Liebe, Das zu euch der Heiland spricht; Hört's und prüft des Herzens Triebe Bei des Wortes hellem Licht! Was der Mund des Herrn gebeut, Das ist eure Seligkeit. 2. Selig sind die geistlich Armen, Denn das Himmelreich ist ihr; Ihnen öffnet voll Erbarmen Gott der ew'gen Gnade Thür. Da wird ohne Maß gewährt, Was ihr sehnend Herz begehrt. 3. Selig sind, die Leid empfinden Auf des Lebens schmaler Bahn. Ihre Traurigkeit wird schwinden, Reicher Trost wird sie umfahn; Denn sie wirkt zur Seligkeit Reue, welche nie gereut. 251 4. Selig sind, die sanftes Muthes Sie erfreuen sich des Gutes, Und in Demuth milde sind; Das kein Troß und Streit gewinnt. Durch der Sanftmuth stille Macht Wird das Schwerste leicht vollbracht. 5. Selig sind, die hier mit Schmachten Dürsten nach Gerechtigkeit; Die nach Gottes Reiche trachten, Nicht nach Gütern dieser Zeit. Wo der Born des Lebens quillt, Wird ihr Seelendurst gestillt. 6. Selig sind, die voll Erbarmen Auf der Brüder Leiden sehn Und den Schwachen, Kranken, Armen Freudig eilen beizuſtehn. Noch vor Gottes Thron erfreut Einst auch sie Barmherzigkeit. 7. Selig sind die reinen Herzen, Die nicht Sünd' und Welt umstrickt, Die mit schnöder Lust nicht scherzen, Weil nur Heil'ges sie entzückt. Einst im reinen Himmelslicht Schaun sie Gottes Angesicht. 8. Selig sind, die Frieden bringen, Schuld und Kränkung übersehn, Feindeshaß mit Huld bezwingen, Für Verfolger segnend flehn. Trifft sie auch der Menschen Spott: Seine Kinder nennt sie Gott. Christliches Leben. 252 9. Selig sind, die als Gerechte Dulden Kreuz, Verfolgung, Schmach, Als des Herrn getreue Knechte Bis zum Tod ihm folgen nach. Groß ist dort vor Gottes Thron Seiner Ueberwinder Lohn. 10. Seid ein Salz, ein Licht der Erde, Laßt der Wahrheit Früchte sehn, Daß durch euch verherrlicht werde Euer Vater in den Höhn. Ob der Erdball untergeht, Sein Gebot, sein Wort besteht. Karl Bernhard Garve. 342. Mel.: Nun freut euch, lieben Christen zc. 1. Gott ist's, der das Vermögen schafft, Das Gute zu vollbringen; Er giebt zur Arbeit Lust und Kraft Und läßt sie wohl gelingen. Was mit des Höchsten Willen ſtimmt, Wird, wenn man's freudig unternimmt, Nicht ohne Fortgang bleiben. 2. Gott segnet gnädig den, der ſtrebt, Vor ihm gerecht zu werden, Und treu nach seinem Willen lebt, Schon hier auf dieser Erden; Er reicht ihm dar mit milder Hand In seinem Amt, Beruf und Stand, Was ihm wahrhaftig nüßet. 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, Er krönet sie mit Gnaden: Was sollte ihrer Feinde Hohn Und Mißgunst ihnen schaden? Mit seinem Schutz bedeckt er sie Und stärket bei des Lebens Müh' Ihr Herz mit Trost und Hoffnung. 4. Drum gieb, o Gott, daß ich auf dich Bei meiner Arbeit sehe. Mit Licht und Weisheit segne mich, Daß deinen Weg ich gehe. Laß mich, wie mir's dein Wort gebeut, Nach deines Reichs Gerechtigkeit Vor allen Dingen trachten. 5. Mein Vater, ich befehle dir Die Werke meiner Hände! Sei überall, mein Gott, mit mir, Daß ich sie wohl vollende! O hilf zu deines Namens Preis, Daß mir die Frucht von meinem Fleiß In jenes Leben folge. Joh. Sam. Diterich nach Salomo Liscow. 343. Mel.: Was Gott thut, das ist zc. 1. Gott lebt: wie kann ich traurig sein, Als wär' kein Gott zu finden? Er weiß ja wohl von meiner Pein, Die ich hier muß empfinden. Er kennt mein Herz Gottvertrauen. Und meinen Schmerz, So darf ich nicht verzagen Und ihm nur alles klagen. 2. Gott hört, wenn niemand hören will: Wie sollte mir denn bangen, Als könnt' an der Erhörung Ziel Mein Seufzen nicht gelangen? Ruf' ich empor, So hört sein Ohr, Sein Amen schallet wieder Und sendet Hülf' hernieder. 3. Gott sieht: wie klaget denn mein Herz, Als säh' er nicht mein Weinen? Vor ihm muß auch der tiefste Schmerz Ganz offenbar erscheinen. Zur Erde fällt Nicht ungezählt Die kleinste meiner Zähren; Er wird mir Trost gewähren. 4. Gott führt: drum geh' ich ruhig fort Auf allen meinen Wegen. Mag mir die Welt bald hier, bald dort Arglistig Schlingen legen, So wird er zwar Mich wunderbar, Doch gnädig immer leiten, Daß nie mein Fuß kann gleiten. 253 Gott führt, ich darf nicht zagen. Drum nicht betrübt! Gott giebt und liebt, Wird mir die Gnade geben, Auch dort mit ihm zu leben. Benjamin Schmolck. 5. Gott lebt, ich merk' es überall; Gott hört, ihm darf ich klagen; Gott sieht, er kennt der Thränen Zahl: 344. Mel.: Aus tiefer Noth schrei' ich zc. 1. Nach meiner Seelen Seligkeit Laß, Herr, mich eifrig ringen. Sollt' ich die kurze Gnadenzeit In Sicherheit verbringen? Wie würd' ich einst vor dir beſtehn? Wer in dein Reich wünscht einzugehn, Muß reines Herzens werden. 2. Erst an dem Schluß der Lebensbahn Auf seine Sünden sehen, Und wenn man nicht mehr sünd'gen kann, Gott um Erbarmung flehen, Das ist der Weg zum Leben nicht, Den uns, o Gott, dein Unterricht In deinem Worte zeiget. 3. Du rufft uns hier zur Heiligung, Drum laß auch hier auf Erden Des Herzens wahre Besserung Mein Hauptgeschäfte werden. Herr, stärke mir dazu den Trieb, Nichts sei so groß, nichts mir so lieb, Daß ich es dir nicht opfre. 254 Christliches Leben. 4. Gewänn' ich auch die ganze| Die Welt und ihren Tand! Welt Denn ihre Lust vergehet, Und folget großes Leid; Der Christ allein bestehet In Zeit und Ewigkeit. Mit allen ihren Freuden Und sollte das, was dir gefällt, O Gott, darüber meiden, Was hülfe mir's? nie kann die Welt Mit allem, was sie in sich hält, Mir deine Gnad' erſetzen. 5. Was führt mich zur Zufriedenheit Schon hier in diesem Leben? Was kann mir Trost und Freudig- Oft brauchen sie Gewalt. feit In Noth, im Tode geben? Nicht Menschengunst, nicht irdisch Glück, Nur Gottes Gnade und der Blick Auf jenes Lebens Freuden. 6. Herr, laß nach diesem Kleinod mich Vor allen Dingen trachten Und, was mir daran hinderlich, Mit edlem Muth verachten. Daß ich auf deinen Wegen geh' Und im Gericht vor dir besteh', Sei meine größte Sorge. Johann Samuel Diterich. 2. Gewalt und Ernst ersieget Den Himmel, spricht dein Heil; Wer hier nicht mannhaft krieget, Hat dorten keinen Theil. Drum auf! denn deine Feinde Verändern die Geſtalt: 345. Mel.: Valet will ich dir geben 2c. 1. Auf, auf, mein Geist, betrachte: Wie ist's mit dir bewandt? Wach' auf, wach' auf, verachte Oft thun sie gleich als Freunde, 3. Gott ist die rechte Quelle, Draus alle Freude fließt, Die lauter, klar und helle Sich in die Seele gießt. Ohn' ihn ist kein Vergnügen; Worauf sein Aug' nicht blickt, Das bleibt im Staube liegen Und ewig unerquickt. 4. Drum auf, mein Geist, laß fahren, Was Gott nicht selber heißt, Weil hier doch mit den Jahren Sich alles dir entreißt! Gott aber bleibet stehen, Wenn alles in der Welt Wird fallen und vergehen, Was jezzo dir gefällt. 5. Ach mache Herz und Sinnen, O Gott, von allem frei Und gieb, daß mein Beginnen Aufwärts gerichtet ſei! Die Welt kann doch nichts geben, Was wahre Ruhe brächt': Gottvertrauen. Wer dich zur Ruh' und Leben Erwählt, der trifft es recht. Christian Ludwig Edeling. 346. Mel.: Von Gott will ich nicht lassen 2c. 1. Kommt, Kinder, laßt uns gehen, Der Abend kommt herbei; Es ist gefährlich stehen In dieser Wüstenei. Kommt, stärket euren Muth, Zur Ewigkeit zu wandern, Von einer Kraft zur andern; Es ist das Ende gut. 2. Es soll uns nicht gereuen Der schmale Pilgerpfad; Wir kennen ja den Treuen, Der uns gerufen hat. Kommt, folgt und trauet dem! Ein jeder sein Gesichte Mit ganzer Wendung richte Fest nach Jeruſalem. 3. Der Ausgang, der geschehen, Ist uns fürwahr nicht leid; Es soll noch besser gehen Zur Abgeschiedenheit. Nein, Kinder, seid nicht bang, Verachtet tausend Welten, Ihr Locken und ihr Schelten Und geht nur euren Gang. 4. Geht der Natur entgegen, So geht's gerad' und fein; Die Fleisch und Sinne pflegen, Noch schlechte Pilger sein. Verlaßt die Creatur 255 Und was euch sonst will binden; Laßt gar euch selbst dahinten, Es geht durchs Sterben nur. 5. Man muß wie Pilger wandeln, Frei, bloß und wahrlich leer; Viel sammeln, halten, handeln Macht unsern Gang nur schwer. Wer will, der trag' sich todt; Wir reisen abgeschieden, Mit wenigem zufrieden: Wir brauchen's nur zur Noth. 6. Schmückt euer Herz aufs beste, Sonst weder Leib noch Haus; Wir sind hier fremde Gäste Und ziehen bald hinaus. Gemach bringt Ungemach: Ein Pilger muß sich schicken, Sich dulden und sich bücken Den kurzen Pilgertag. 7. Ist gleich der Weg wohl enge, So einsam, krumm und schlecht, Der Dornen in der Menge Und manches Kreuz auch trägt: Es ist doch nur ein Weg; Laß sein, wir gehen weiter, Wir folgen unserm Leiter Und brechen durchs Geheg. 8. Was wir hier hör'n und sehen, Das hör'n und seh'n wir kaum; Wir lassen's da und gehen, Es irret uns kein Traum. Wir gehn ins Ew'ge ein; Mit Gott muß unser Handel, Im Himmel unser Wandel Und Herz und alles sein. Christliches Leben. 256 9. Wir wandeln eingekehret, Veracht't und unbekannt; Man siehet, kennt und höret Uns kaum im fremden Land; Und höret man uns ja, So höret man uns singen Von all den großen Dingen, Die auf uns warten da. 10. Kommt, Kinder, laßt uns gehen, Der Vater gehet mit. Er selbst will bei uns stehen In jedem sauren Tritt; Er will uns machen Muth, Mit süßen Sonnenblicken Uns locken und erquicken: Ach ja, wir haben's gut. 11. Kommt, Kinder, laßt uns wandern, Wir gehen Hand in Hand; Eins freuet sich am andern In diesem wilden Land. Kommt, laßt uns findlich sein, Uns auf dem Weg nicht streiten; Die Engel uns begleiten Als unsre Brüderlein. 12. Sollt' wo ein Schwacher fallen, So greif' der Stärkre zu. Man trag', man helfe allen, Man pflanze Lieb' und Ruh'. Kommt, bindet fester an; Ein jeder sei der kleinste, Doch auch wohl gern der reinste Auf unsrer Liebesbahn. 13. Kommt, laßt uns munter wandern, Der Weg kürzt immer ab; Ein Tag der folgt dem andern, Bald fällt das Fleisch ins Grab: Nur noch ein wenig Muth, Nur noch ein wenig treuer, Vor allen Dingen freier Gewandt zum ew'gen Gut! 14. Es wird nicht lang' mehr währen, Halt't noch ein wenig aus! Es wird nicht lang' mehr währen, So kommen wir nach Haus. Da wird man ewig ruh'n, Wenn wir mit allen Frommen Daheim zum Vater kommen; Wie wohl, wie wohl wird's thun! 15. Drauf wollen wir's denn wagen, Es ist wohl Wagens werth, Und gründlich dem abſagen, Was aufhält und beschwert. Welt, du bist uns zu klein; Wir gehn durch Jesu Leiten Hin in die Ewigkeiten: Es soll nur Jesus sein! Gerhard Tersteegen. 347. Mel.: Freu' dich sehr, o meine Seele zc. 1. Selig sind die geistlich Armen, Die betrübt und traurig gehn, Die nichts suchen als Erbarmen Und vor Gott mit Thränen stehn: Denen öffnet er gewiß Gottvertrauen. Droben einst sein Paradies, Daß sie sollen vor ihm schweben Voller Freud' und ewig leben. 2. Selig sind, die Leide tragen, Da die Noth ist täglich Gast; Gott giebt unter allen Plagen Trost und endlich Ruh' und Rast: Wer sein Kreuz in Demuth trägt Und sich ihm zu Füßen legt, Dem wird er sein Herz erquicken; Keine Last darf ihn erdrücken. 3. Selig sind die frommen Herzen, Die mit Sanftmuth angethan, Die der Feinde Zorn verschmerzen, Gerne weichen jedermann; Die auf Gottes Hülfe schaun Und die Sach' ihm ganz vertraun: Die wird Gott mit Gnaden schüßen, Daß das Erdreich sie besitzen. 4. Selig sind, die im Gemüthe Hungert nach Gerechtigkeit, Gott wird sie aus lauter Güte Sättigen zur rechten Zeit: Selig sind, die fremde Noth Klagen dem Erbarmer, Gott, Mit Betrübten sich betrüben; Gott wird sie hinwieder lieben. 257 6. Selig sind, die alles Zanken Meiden, Zwiespalt, Haß und Streit, 5. Er wird sich zu ihnen kehren Mit Barmherzigkeit und Treu' Und wird allen Feinden wehren, Die sie plagen ohne Scheu. Selig sind, die Gott befind't, Daß sie reines Herzens sind, Die der Unzucht Lüfte meiden; Diese schauen Gott mit Freuden. Immerdar und ohne Wanken Stiften Fried' und Einigkeit: Die sind's, die sich Gott erwählt Und zu seinen Kindern zählt. Selig, die Verfolgung leiden; Gott nimmt sie zu seinen Freuden. Johann Heermann. 348. Mel.: Werde munter, mein Gemüthe 2c. 1. Sei getreu in deinem Leiden, Von der Liebe Jesu scheiden; Lasse dich kein Ungemach Murre nicht mit Weh und Ach! Denke, wie er manche Zeit Dir zu helfen war bereit. Selig ist, wer willig träget, Was sein Gott ihm auferleget! 2. Sei getreu in deinem Glauben; Laß dir dessen festen Grund Nimmer aus dem Herzen rauben; Sage den gewissen Bund, So geschlossen in der Tauf', Deinem Gott nicht wieder auf, Fange an ein besser Leben, Deinem Gott zum Dienst ergeben. 3. Sei getreu in deiner Liebe Gegen Gott, der dich geliebt; An dem Nächsten Gutes übe, Ob er dich gleich hat betrübt. Denke, wie dein Heiland that, Als er für die Feinde bat! Zu verzeihen mußt du streben, Soll Gott anders dir vergeben. 17 Christliches Leben. 258 4. Sei getreu in deinem Hoffen; Hilft Gott gleich nicht, wie du willt, Er hat bald den Weg getroffen, Daß dein Wünschen wird erfüllt. Hoffe fest! Gott ist schon hier, Sein Herz öffnet stets sich dir, Hoffe nur! Gott ist vorhanden; Hoffnung macht dich nicht zu Schanden. 5. Sei getreu in Todesstunden, Halt' dich glaubenstreu an Gott; Flieh getrost zu Christi Wunden, Sei getreu bis in den Tod! Wer mit Jesu gläubig ringt Und die Lust der Welt bezwingt, Dem will er in jenem Leben Seine Freudenkrone geben. 6. Sei getreu bis an das Ende, Daß nicht Marter, Angst und Noth Dich von deinem Jesu wende; Sei ihm treu bis in den Tod! Ist das Leiden dieser Zeit Doch nicht werth der Herrlichkeit, Die dein Jesus dir wird geben Dort in jenem Freudenleben. 7. Nun wohlan, so will ich leiden, Glauben, lieben, hoffen fest Und getreu sein bis zum Scheiden, Weil mein Gott mich nicht verläßt. Herr, den meine Seele liebt, Dem sie sich im Kreuz ergiebt, Sieh, ich fasse deine Hände: Hilf mir treu sein bis ans Ende! Nach Benjamin Prätorius. 349. Mel.: Aus tiefer Noth schrei' ich 2c. 1. Dein bin ich, Herr! Dir will ich mich Zum Opfer übergeben. Lebendig, heilig, rein will ich Vor deinen Augen leben. Wie könnt' ich eines Andern sein? Bin ich nicht durch die Schöpfung dein, Nicht dein durch die Erlösung? 2. Ich fiel und wandte mich von dir, Zur Finsterniß vom Lichte; Doch wandtest du dich, Gott, zu mir Mit deinem Angesichte. Erbarmen war dein Angesicht, Mich von der Finsterniß ins Licht Zu dir zurück zu rufen. 3. Dein, dein ist die Barmherzigkeit; Du liebest selbst die Sünder. Seid, rufft du, heilig, mir geweiht Und meiner Gnade Kinder! Laßt euch erneuern, werdet gut; Dort fließet des Erlösers Blut, Zu tilgen eure Sünden. 4. Durch ihn versöhnt und dir 151 zum Ruhm Erkauft mit seinem Leiden, Will ich mich, als dein Eigenthum, Von dir nie wieder scheiden. Gekreuzigt werde mir die Welt, Getödtet, was dir nicht gefällt, Damit ich dir nur lebe! Gebet. 5. Dies wirke deine Kraft in mir;| Der Starke fällt Ich habe kein Vermögen, Durch diesen Held, Die Sünde, alles, Gott, was dir Verhaßt ist, abzulegen. Hier ist mein Herz, nimm ganz mich hin Und gieb mir einen neuen Sinn, Damit ich dir gefalle! 6. So werd' ich, der im Finstern war, Ein Licht in deinem Lichte; Besteh' einst mit der kleinen Schaar Der Frommen im Gerichte; Frohlocke dann und lobe dich, Daß deine Treu' und Gnade mich Gerecht und selig mache! Johann Andreas Cramer. 350. Mel.: Wachet auf, ruft uns die 2c. 1. Rüstet euch, ihr Christenleute! Die Feinde, suchen euch zur Beute, Ja Satan selbst hat euch begehrt. Wappnet euch mit Gottes Worte Und kämpfet frisch an jedem Orte, Damit ihr bleibet unversehrt. Ist euch der Feind zu schnell, Hier ist Immanuel! Hosianna! 351. Mel.: Wie groß ist des Allmächt'gen 2c. 1. Dein Heil, o Christ, nicht zu verscherzen, 259 Und wir behalten mit das Feld. 2. Reinigt euch von euren Lüsten, Besieget sie, die ihr seid Christen, Und stehet in des Herren Kraft. Stärket euch in Jesu Namen, Daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen; Wo ist des Glaubens Ritterschaft? Wer hier ermüden will, Der schaue auf das Ziel: Da ist Freude! Wohlan, so seid Zum Kampf bereit; So krönet euch die Ewigkeit. 3. Jesu, stärke deine Kinder Und mach' aus denen Ueberwinder, Die du erkauft mit deinem Blut. Schaff' in uns ein neues Leben, Daß wir uns stets zu dir erheben, Wenn uns entfallen will der Muth. Gieß aus auf uns den Geist, Dadurch die Liebe fleußt In die Herzen! So halten wir Getreu an dir Gebet. In Tod und Leben für und für. Wilhelm Erasmns Arends. Sei wach und nüchtern zum Gebet. Ein Flehn aus reinem guten Herzen Hat Gott, dein Vater, nie verschmäht. 17* Christliches Leben. 260 Erschein' vor seinem Angesichte MitDank und Demuth oft und gern Und prüfe dich in seinem Lichte Und klage deine Noth dem Herrn. 2. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden Und im Gebet vor Gott zu stehn! Der Herr des Himmels und der Erden, Bedarf er eines Menschen Flehn? Sagt Gott nicht: bittet, daß ihr nehmet? Ist des Gebetes Frucht nicht dein? Wer sich der Pflicht zu beten schämet, Der schämt sich Gottes Freund zu sein. 3. Sein Glück von seinem Gott begehren, Ist dies denn eine schwere Pflicht? Und seine Wünsche Gott erklären, Erhebt dies unsre Seele nicht? Sich in der Furcht des Höchsten ſtärken, In dem Vertraun, daß Gott uns liebt, Im Fleiß zu allen guten Werken, Ist diese Pflicht für dich betrübt? 4. Bet' oft in Einfalt deiner Seelen, Gott sieht aufs Herz, Gott ist ein Geist. Wie können dir die Worte fehlen, Wofern dein Herz dich beten heißt? Nicht Töne sind's, die Gott gefallen, Nicht Worte, die die Kunst gebeut. Gott ist kein Mensch; ein gläubig Lallen, Das ist vor ihm Beredsamkeit. 5. Wer das, was uns zum Frieden dienet, Im Glauben sucht, der ehret Gott. Wer das zu bitten sich erkühnet, Was er nicht wünscht, entehret Gott. Wer täglich Gott die Treue schwöret Und dann vergißt, was er beschwur, Und klagt, daß Gott ihn nicht erhöret, Der spottet seines Schöpfers nur. 6. Bet' oft zu Gott und schmeck' in Freuden, Wie freundlich er, dein Vater, iſt. Bet' oft zu Gott und fühl' im Leiden, Wie göttlich er das Leid versüßt. Bet' oft, wenn dich Versuchung quälet, Gott hört's, Gott ist's, der Hülfe schafft. Bet' oft, wenn innrer Trost dir fehlet, Er giebt den Müden Stärk' und Kraft. 7. Bet' oft und schau' mit sel'gen Blicken Hin in des Ewigen Gezelt Und schmeck' im gläubigen Ents zücken Die Kräfte der zukünft'gen Welt. Ein Glück von Millionen Jahren, Welch Glück! Doch ist's von jenem Glück, Gebet. 261 Das dem der Herr wird offenbaren,| So sei ihr Beispiel, sei es stets Der hier ihm dient, kein Augenblick. Und fei're täglich gern mit ihnen Die sel'ge Stunde des Gebets. Nie schäme dich des Heils der Seelen, 8. Bet' oft, durchschau' mit heil'gem Muthe Die herzliche Barmherzigkeit Deß, der mit seinem theuren Blute Die Welt, der Sünder Welt befreit. Nie wirst du dieses Werk ergründen, Nein, es ist eines Gottes That. Erfreu' dich ihrer, rein von Sünden, Und ehr' im Glauben Gottes Rath. 9. Bet' oft, entdeck' am stillen Orte Gott ohne Zagen deinen Schmerz. Er schließt vom Herzen auf die Worte, Nicht von den Worten auf das Herz: Nicht dein gebognes Knie, nicht Thränen, Nicht Worte, Seufzer, Psalm und Ton, Nicht dein Gelübd' rührt Gott: dein Sehnen, Dein Glaub' an ihn und seinen Sohn. 10. Doch säume nicht, in den Gemeinen Anch öffentlich Gott anzuflehn Und seinen Namen mit den Seinen, Mit deinen Brüdern, zu erhöhn, Dein Herz voll Andacht zu entdecken, Wie es dein Mitchrist dir entdeckt, Und ihn zur Inbrunst zu erwecken, Wie er zur Inbrunst dich erweckt. 11. Bist du ein Herr, dem andre dienen, Die Gottes Hand dir anvertraut. Kein Knecht des Hauses müsse fehlen, Er ist ein Christ und werd' erbaut. 12. Bet' oft zu Gott für deine Brüder, Für alle Menschen als ihr Freund. Denn wir sind eines Leibes Glieder: Ein Glied davon ist auch dein Feind. Bet' oft, so wirst du Glauben halten, Dich prüfen und das Böse scheun, An Lieb' und Eifer nicht erkalten Und selbst zum Guten weise sein. Christian Fürchtegott Gellert. B. 19 352. Mel.: Jesus, meine Zuversicht 2c. 1. Bete nur, betrübtes Herz, Wenn dich Angst und Kummer kränken, Klag' und sag' Gott deinen Schmerz, Er wird endlich an dich denken; Gott wird dein Gebet und Flehn, Ist es ernstlich, nicht verschmähn. 2. Gott wird dein Gebet und Flehnold Dir zur rechten Zeit gewähren; Glaube nur, es wird geschehn, Was die Frommen hier begehren, Christliches Leben. 262 Denn Gott kennet deinen Schmerz; Bete nur, betrübtes Herz! 3. Bete mit beherztem Muth, Gott kann dich nun nicht verdammen; Deines Jesu Tod und Blut Stillet des Gewissens Flammen; Sei getreu bis in den Tod, Beten hilft aus aller Noth. 4. Gott wird dir zur Seite stehn; Vor wem sollte dir nun grauen? Mußt du hier auf Dornen gehn, Endlich sollst du Rosen schauen, Denn Gott kennet deinen Schmerz; Bete nur, betrübtes Herz! Johann Gottfried Krause. 353. Mel.: Wer nur den lieben Gott 2c. 1. Mein Gott, ich klopf' an deine Pforte Mit Seufzen, Flehn und Bitten an. Ich halte mich an deine Worte: Klopft an, so wird euch aufgethan! Ach öffne mir die Gnadenthür, In Jesu Namen steh' ich hier. 2. Wer kann doch etwas Gutes haben, Das nicht von dir den Ursprung hat? Du bist der Geber aller Gaben, Bei dir ist immer Rath und That. Du bist der Brunn, der immer quillt, Das Gut, das alle Sehnsucht stillt. 3. Drum nah' ich dir mit meinem Beten, Das herzlich, gläubig, kindlich ist; Der mich heißt freudig vor dich treten, Ist mein Erlöser, Jesus Christ; Und der in mir das Abba schreit, Ist, Herr, dein Geist der Freudigkeit. 4. Gieb, Vater, gieb nach deinem Willen, Was deinem Kinde nöthig ist. Nur du kannst mein Verlangen stillen, Weil du die Segensquelle bist. Doch gieb, o Geber, allermeist, Was mich dem Sündendienst entreißt. 5. Verleih' Beständigkeit im Glauben, Laß meine Liebe heilig sein. Will mir der Feind das Kleinod rauben, So halte der Versuchung ein Und rüste mich mit starkem Muth, Zu siegen über Fleisch und Blut. 6. Erweck' in mir ein gut Gewissen, Das weder Welt noch Teufel scheut; Wenn Züchtigungen folgen müssen, So schick' sie in der Gnadenzeit; Vergieb die Schuld durch Jesu Blut Und mach' mein Böses wieder gut. sd Gebet. D 263 7. Ich darf nicht bloß um Freude| Wenn ich gläubig vor dir steh', bitten, Giebt's dann irgend noch ein Weh? Ist in dir nicht allen Frommen Stets die beste Hülfe kommen? Und daß mich Kreuz verschonen ſoll: Mein Heiland hat ja selbst gelitten, Drum leid' ich mit ihm freudenvoll. Doch wird Geduld mir nöthig sein, Die wollest du mir, Herr, verleihn. Benjamin Schmolck. 354. Mel.: Freu' dich sehr, o meine Seele zc. 1. Gott und Vater! zu dir wendet Immer sich des Kindes Herz, Wenn du Freuden ihm gesendet, Oder wenn es weint im Schmerz. Also laß, o Herr, mich dein Stets getrösten, stets mich freun! Laß mein Auge dich nur schauen, Laß mein Herz nur dir vertrauen! 2. Wenn ich froh bin, laß mich beten, Daß die Freude heilig sei, Daß ich vor dich möge treten Von der Schuld im Herzen frei. Blick' ich ohne Schen zurück Auf das froh empfundne Glück: Dann hast du es selbst gegeben; Preis und Dank dir für mein Leben! 3. Laß mich beten, wenn ich zage, Daß ich nicht verzag' im Drang! Wenn ich dich im Herzen trage, Was ist da der Seele bang? 4. Laß mich beten allerwege, Laß mich beten Tag und Nacht, Wenn ich mich zum Schlummer lege, Wenn zum Licht das Aug' erwacht; Betend, wie es Christus heißt, Betend in dem heil'gen Geist, Also betend laß mich leben, Betend einst hinüber schweben! Christian Friedrich Hesekiel. 355. Mel.: O Lamm Gottes, unschuldig 2c. 1. O Vater, Gott voll Gnade, Der liebend uns getragen, Der auch auf steilem Pfade Sein Volk nicht läßt verzagen, O zieh uns aus Erbarmen Zu dir mit Baterarmen, Sei bei uns, ewiger, ewiger Vater! 2. D Sohn Gottes, gestorben Uns Sündern zur Erlösung, Der du im Tod erworben Dem franken Geist Genesung; Herr, deine Gnad' und Milde Werd' uns zum starken Schilde, Verein' dich mit uns, o Jesu, o Jesu! 3. Geist Gottes, erfülle Mit deinem Licht die Seelen, Daß heilig werd' der Wille, Dein Heil wir nicht verfehlen. 264 Führ' uns in alle Wahrheit, Führ' uns zur ew'gen Klarheit, Sei mit uns, heilsamer, heilsamer Tröster! Wilhelm Hammerschmidt. Christliches Leben. 356. Mel.: Befiehl du deine Wege 2c. 1. Ach Gott, dir muß ich's klagen, Mein Unglück ist zu groß; Ein ganzes Herz voll Plagen Schütt' ich in deinen Schooß. Die Noth nur will nicht lassen Mich sonst verlass'ne Seel'; Dir ich's mit Wangen nassen, Mit blasfem Mund erzähl'. 2. Zum Leiden bin geboren Ich, dein elendes Kind: Bei dir, den ich verloren, Ich Trost, o Vater, find'. Wenn Menschenhülf' aufhöret, So hebt die deine an; Wenn alles mich verstöret, Dein' Hand mich bauen kann. 3. Nicht Trost kann ich noch fassen, Die Angst zum Herzen bricht. Die Freunde mich verlassen Und achten meiner nicht! Kein' Hülf' seh' ich auf Erden; Ich schaue himmelauf: Dorther mir Hülf' soll werden, Die ich mit Thränen kauf'. 4. Die Angst in meinem Herzen Legt mir die Zung' in Band: Du kennest meine Schmerzen, Dem nichts ist unbekannt. Ich kann nur sehnlich sagen: Herr, zeig' mir deine Huld! Soll ich denn länger klagen, Gieb Hoffnung und Geduld! 5. Der Glaub' läßt nicht verderben; Ich hoff' in meiner Noth. Drauf will ich fröhlich sterben; Mich löset auf der Tod Von allem Jammerwesen, Seßt mich in deine Händ'. Gott, laß mich so genesen, Mein Elend wend' und end'! Maria Elisabeth, Markgräfin von Brandenburg- Culmbach. 357. Mel.: Aus tiefer Noth schrei' ich zc. 1. O Vater, unser Gott, es ist Unmöglich auszusinnen, Wie du recht anzurufen bist; Hilf selber uns beginnen Und geuß, wie uns dein Wort verheißt, In unsre Herzen deinen Geist Der Gnad' und des Gebetes. 2. Laß ihn bei dir uns kräftiglich Mit Seufzen stets vertreten, So oft wir kommen, Herr, vor dich, Zu danken und zu beten. Laß nicht nur sprechen unsern Mund, Hilf, daß zu dir aus Herzensgrund, O großer Gott, wir rufen. mds Gebet. Hind 3. Zeuch unser Herz zu dir Erhör' und hilf uns immerdar hinauf Im Beten und im Singen Und thu' uns auch die Lippen auf, Ein Opfer dir zu bringen. dull Laß dir gefallen, wenn wir dann Mit Herz und Lippen dir uns nahn, Sei, Herr, von uns nicht ferne. Um Jesu Christi willen; es Denn dein, o Herr, ist allezeit Von Ewigkeit zu Ewigkeit Das Reich, die Kraft, die Ehre. David Denicke, oder Justus Gesenius. 4. Laß uns im Herzen und Gemüth Auf unser Thun nicht bauen, Laß einzig deiner großen Güt' Uns ganz und gar vertrauen. Ob wir es gleich nicht würdig sein, So wollest du aus Gnad' allein Die Bitte uns gewähren. 5. Du, Vater, weißt, was uns gebricht In diesem armen Leben, Es ist dir auch verborgen nicht, Wie wir in Nöthen schweben. Um Beistand flehen wir dich an, Dein Vaterherze uns nicht kann Verlassen, deine Kinder. Dein Reich laß zu uns kommen, Dein Will' geschehe stets auf Erd', Gieb Brod, Fried', Nuß und Frommen. All' unsre Sünden uns verzeih', Steh' uns in der Versuchung bei, Erlös' uns von dem Uebel. 265 Und läßt sie nicht in Elend stehn. Ja ihm gebühret dieser Ruhm: 6. Dein Nam', o Gott, geheiligt Er höret uns im Heiligthum! werd', 7. Dies alles, Vater, werde wahr, Du wollest es erfüllen; 358. Mel.: Wer nur den lieben Gott 2c. 1. Ich will zu meinem Gott mich halten, Und das soll meine Freude sein! Ich stell' auf meines Herren Walten Mein Flehn und Hoffen ganz allein; Dann wird mein Herz gegründet bi2 ruhn, Daß ich verkünde all sein Thun. 2. Er wendet stets sich voll Erbarmen bangem Flehn, das Gebet der Armen Zu der Verlassnen Verschmäht nicht 3. Herr, du hast deines Namens Ehre Hochherrlich in der Welt gemacht. Wenn ich dich bitte, so erhöre; Du wußtest es, eh' ich's gedacht. Gieb meiner Seele Muth und Kraft Zur Uebung guter Ritterschaft. 4. Der Herr ist hoch und siehet gerne Auf das, was arm und niedrig heißt: 266 Christliches Leben. Er kennt die Stolzen in der Ferne.| Und singen meines Gottes Ruhm; Wie soll dem Herrn mein schwacher Geist Vergelten all das theure Gut, Das er aus Gnaden an mir thut? 5. Ich will den Kelch des Heils erheben Ich will am Kreuze nicht erbeben, Denn ich bin ja sein Eigenthum. Ich lobe, Herr, und preiſe dich, Und wenn ich bete, höre mich. Phil. Friedr. Hiller nach Joh. Arnd. Demuth. 359. Mel.: Nun ruhen alle Wälder 2c. 1. Was ich nur Gutes habe, Ist deine milde Gabe, Du Vater alles Lichts. Mein Dasein und mein Leben Ward mir von dir gegeben, Und ohne dich vermag ich nichts. 2. Verstand und Muth und Kräfte Zum nützlichen Geschäfte Hab' ich aus deiner Huld. Dein ist's, wenn gute Thaten Dem Vorsatz wohl gerathen, An Fehlern bin allein ich schuld. 3. Das Glück, deß ich mich freue, Wer schafft mir's? deine Treue, Du Herr der ganzen Welt. Du ordnest unsre Tage, Ihr Glück und ihre Plage Nur so, wie es dir wohlgefällt. 4. Sollt' ich mich denn erheben, Wenn mir in diesem Leben Viel Gutes widerfährt? Was hat dich, Herr, bewogen, Daß du mich vorgezogen? Bin ich auch jemals dessen werth? 5. Ich bin viel zu geringe Der Huld, die ich besinge, Und werd' es ewig sein. O laß mich's nicht vergessen; So werd' ich nicht vermessen, Nicht stolz auf meine Kräfte sein. 6. Das nüßlich anzuwenden, Was du mit Vaterhänden Mir gütig zugewandt, Gehorsam dir zu werden, Das sei mein Fleiß auf Erden, Dazu gieb Demuth und Verstand. Johann Samuel Diterich nach Christian Fürchtegott Gellert. 360. Mel.: Jesu, meines Lebens Leben 2c. 1. Gern in alles mich zu fügen, Mich der Stille still zu freun, Ohne Worte mit Vergnügen Mich der Menschen Dienst zu weihn, Nie mit Gaben stolz zu prangen, Demuth. Menschenruhm nie zu verlangen:| Diese Weisheit fleh' ich mir, Hocherhabner Gott, von dir. 2. Unbekannte Wege wandeln, Wege, die dein Aug' nur kennt, Stille dulden, schweigend handeln, Wo kein Menschenmund mich nennt: Das, du freundlicher Gewährer, Aller Demuth Quell und Lehrer, Jesus Christus, lehre mich, Still und schweigend sehn auf dich. 3. Gott der Niedrigen und Stillen, Die so gern im Schatten ruhn, Streng und fromm nach deinem Willen Einsam leiden oder thun! Laß, o Vater, mich nicht klagen,' Sollt' ich schwere Lasten tragen, Schweigend lieber in mich gehn, Demuthsvoll auf dich nur sehn. 4. Gott, du bist mein Gott, ich falle Demuthsvoll zu Füßen dir, Du erquickst, begnadigst alle, Schenkest Gnad' und Ruh' auch mir; Unterstüßest mein Bestreben, Immer stiller dir zu leben, Meiner Ohnmacht nie zu traun, Fester stets auf dich zu baun. Johann Kaspar Lavater. 267 361. Mel.: Eins ist noth, ach Herr 2c. 1. Zaget nicht, wenn Dunkelheiten Auf des Lebens Pfade ruhn: Gott ist gut, er wird euch leiten, Jhm ist's Freude, wohlzuthun. Sind seine Gedanken nicht eure Gedanken, Daß er, Laßt dennoch, o Christen, den Glauben nicht wanken, der des Wurmes im Staube gedenkt, sorgsam und freundlich durchs Dunkel euch lenkt. Auch 2. Alles Dunkel dieses Lebens Glänzt vor Gott wie Sonnenlicht; Wir durchforschen's oft vergebens, Seinen Blick hemmt Dunkel nicht. Er kennet das Große, das kleine, das Ferne, Die Thränen der Armen, die daign Schaaren der Sterne, Mit mächtiger Liebe verfolgt er den Plan, Den seine unendliche Weisheit erfann. 3. Ach erkenne dich, o Seele, Fühle, wie so schwach du bist; Blicke still zu Gott und wähle, Was von ihm verordnet ist. Der Trübsal entströmen oft heilige Freuden, Und Segen entsprießet den bittersten Leiden. 268 Christliches Leben. Bedenk' es und jauchze, daß O laß dich das Dunkel der Erde Gott dich regiert, nicht kümmern, Schon sieht ja dein Glaube die Herrlichkeit schimmern, Die jenseits der Sterne dir Jesus enthüllt. Da rufst du einst jauchzend: das Herz ist gestillt! Johann Wilhelm Reche. Sei folgsam, auch wenn er durch Dornen dich führt. 4. Nicht das sinnliche Vergnügen Wird von Christen hoch geehrt; Schäße nur, die nimmer trügen, Sind des heißen Strebens werth. Hinweg denn, ihr bangen, entehrenden Sorgen! In Gott sind die Schäße des Christen verborgen. Hier tilgt sie kein Unfall, kein tobender Schmerz; Auch traurige Stunden bereichern das Herz. 5. Dulden wir gleich manche Plage, Der Allweise wägt ſie ab; Er durchschauet unsre Tage Von der Wiege bis zum Grab. Was jetzt uns betrübet, wird einst uns entzücken, S O selige Hoffnung, wie kannst du erquicken! Nun ängsten die künftigen Tage uns nicht; Der Ewige spricht, und das Dunkel wird licht. 6. Schwinge dich empor vom Staube, foldin1 Fasse Muth, verzagter Geist! Siegen, siegen wird der Glaube, Der den Herrn des Lebens preist. 362. Mel.: Alles ist an Gottes Segen 2c. 1. Weiter mußt du kämpfen, ringen, Willst du durch zum Lichte dringen, Also, Seele, muß es sein! Doch durch alle Dunkelheiten Wird dein Heiland dich begleiten, Muth flößt er dem Schwachen ein. 2. Viele sind hervorgezogen Aus der Drangsal wilden Wogen Durch der Allmacht treue Hand. Nie zu kurz ist Gottes Rechte; Wo ist einer seiner Knechte, Der bei ihm nicht Rettung fand? 3. Scheinst du gleich von ihm verlassen, Doch wird seine Hand dich fassen; Glaube nur und zweifle nicht! Kämpfe standhaft ohne Wanken, Bald wirst du ihm freudig danken, Bald durchströmt dich Kraft und Licht. 4. Wende von der Welt die Blicke, Schau' nicht seitwärts, nicht zurücke, asdo Demuth. d Nur auf Gott und Ewigkeit. Nur zu deinem Helfer wende Herz und Augen, Sinn und Hände, Bis er himmlisch dich erfreut.bu 5. Schließ dich in die stille Kammer, Schütte deines Herzens Jammer In das treue Vaterherz. dito Weißt du Worte nicht zu finden, Kannst du nur dein Leid empfinden, Klag' auch schweigend ihm den Schmerz! 6. Kräftig ist ein solches Schweigen; Gott wird sich als Vater zeigen, Glaube, daß er dich erhört, Weil dein Heiland dich verstehet Und zum Vater für dich flehet, Der dem Sohn sein Flehn gewährt. 7. Nun, so will ich nie verzagen, Will vor Gottes Thron mich wagen Kindlich und voll Zuversicht! Kämpfen will ich ohne Wanken, Bald wird froh mein Herz ihm danken, Bald durchströmt mich Kraft und Licht. dall Nach Johann Kaspar Lavater. 269 Mein Geist sucht seinen Ursprung wieder; 363. Mel.: Mein Jesus, meiner Seele zc. 1. Hier legt mein Sinn sich vor dir nieder, Herr, dein erfreuend Angesicht Verbirg vor meinem Flehen nicht. 2. Schau' her, ich fühle mein Verderben, Laß mich in deinem Tode sterben; O möchte doch in deiner Pein Mein ganzes Selbst ertödtet sein! 3. Ich fühle wohl, daß ich dich liebe und mich in deinen Wegen übe, Jedoch ist von Unlauterkeit Die Liebe noch nicht ganz befreit. 4. Ich muß noch mehr auf dieſer Erden Durch deinen Geist geheiligt werden; Wer macht sein Herz wohl selber rein? Es muß durch dich gewirket sein. 5. Doch kenn' ich wohl dein treues Lieben, Du bist noch immer treu geblieben; Ich weiß gewiß, du stehst mir bei Und machst mich von mir selber frei. 6. Drum will die Sorge meiner Seelen Ich dir, mein Vater, ganz befehlen. Ach drücke tief in meinen Sinn, Daß ich in dir schon selig bin. 7. Wenn ich mit Ernst hieran gedenke Und mich in deine Liebe senke, So werd' ich von dir angeblickt, 270 Und mein Herz Christliches Leben. wird von dir erquickt. 8. So wächst der Eifer mir im Streite, Ich habe schon des Sieges Beute Und fühle, daß es Wahrheit ist, Daß du, mein Gott, die Liebe bist. Christian Friedrich Richter. 364. Mel.: Nun ruhen alle Wälder 2c. 1. Ich hab' in guten Stunden Des Lebens Glück empfunden Und Freuden ohne Zahl: So will ich denn gelassen Mich auch im Leiden fassen, Welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, Und stets strafst du gelinder, Als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, Kein zeitlich Weh erdulden, Das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, Nicht meine Ruh', mein Leben Mehr lieben als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen Und nicht auf Menschen bauen, Du hilfft und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, Mich alle meine Sünden Erkennen und bereun. Jezt hat mein Geist noch Kräfte, Sein Heil laß mein Geschäfte, Dein Wort mir Trost und Leben ſein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, Bin ich des Himmels Erbe; use Was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade Vertrau' ich deiner Gnade, Du, Herr, bist bei mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, Im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken, Der Herr wird alles lenken, Und was mir gut ist, wird geschehn. Christian Fürchtegott Gellert. 365. Mel.: O Gott, du frommer Gott 2c. 1. Mit Jesu fang' ich an, Mit Jesu will ich enden; Was ich nur immer thu', Wohin ich mich mag wenden, Soll meiner Augen Ziel Nur Jesus Christus sein; Ihn preise mein Gemüth, Jhn meine Zung' allein. 2. Hab' ich nur ihn zum Freund: Was frag' ich nach der Erde? Da ist kein Fall so schwer, Daß mir nicht Rettung werde. Durch seine Hirtenhand Wird jede Last zur Lust; kommt Fried' in meine Brust. Und auch in tiefster Noth 3. Mit Jesu steh' ich auf, Mit Jesu geh' ich schlafen Und ruhe ohne Furcht Vor Schrecken und vor Strafen. Mit Jesu geh' ich einst Auch freudig in mein Grab, Und durch das Todesthal Bringt mich sein Hirtenstab. Demuth. 4. Du, Jesu, wirst das Werk, Das du in mir begonnen, Fortführen, bis du ganz Mich für dein Reich gewonnen. Ich hange fest dir an, Ich lasse nicht von dir, Bis deine Lieb' und Treu' Vollkommen herrscht in mir. 5. Ich opfre dir mein Herz, Mein Wollen und Beginnen, Leib, Seele, Geist, Gemüth, Die Kraft und alle Sinnen. Ach nimm dies Opfer an, Laß dir's gefällig sein! Gieb ganz dein Ebenbild In meine Seel' hinein! 6. Ich will an jedem Tag Mich inniglich befleißen, Dein liebes, frommes Kind Zu werden und zu heißen. Ich will gehorsam ſein In Lieb' und auch in Leid, So lange du mich hier Willst haben in der Zeit. Nach deinem Wohlgefallen, Daß meine Hütte soll In Erd' und Staub zerfallen: So folg' ich fröhlich dir; Du führst mich selber aus Und bleibst mein ew'ges Licht In deines Vaters Haus. 271 ( Davidisches Psalterspiel 1718.) -Johann Konrad Ziegler(?). 366. Mel.: Herr, ich habe mißgehandelt zc. 1. Meine Seele, laß es gehen, Wie in dieser Welt es geht; Laß auch gerne das geschehen, Was dein Herz hier nicht versteht. Bleib', o Seele, fromm und stille, Denk', es waltet Gottes Wille. 2. Ist auch in dem bangen Herzen Nichts als Kummer, Sorg' und Leid, Zagst du unter herben Schmerzen Hier in dieser Sterblichkeit: Bleib', o Seele, fromm und stille, Denk', es waltet Gottes Wille. me 3. Gott erbarmt sich seiner Frommen, Wenn das Kreuz sie hat bewährt, Läßt sie zu dem Frieden kommen, Den schon lange sie begehrt. Bleib', o Seele, fromm und stille, Denk', es waltet Gottes Wille. Freude folgt auf Traurigkeit, Angst verwandelt sich in Wonne 7. Und kommt die Stunde mir Und in Himmelslust das Leid. 4. Nach dem Regen scheint The die Sonne, Bleib', o Seele, fromm und stille, Denk', es waltet Gottes Wille. 5. Sollst du von der Erde scheiden, Scheide nur getrost zu Gott; Gott giebt dir des Himmels Freuden, Warst du treu bis in den Tod. Christliches Leben. 272 Bleib', o Seele, fromm und stille, Denk', es waltet Gottes Wille. ( Evang. Gesangbuch. Stuttgart 1691.) 367. Mel.: Nun ruhen alle Wälder 2c. 1. Mein Herz, gieb dich zufrieden Und bleibe ganz geschieden Von Sorge, Furcht und Gram: Die Noth, die dich jetzt drücket, Hat Gott dir zugeschicket; Sei still wie Jesus, Gottes Lamm. 2. Mit Sorgen und mit Zagen Und unmuthsvollen Klagen Häufst du nur deine Pein. Durch Stillesein und Hoffen Wird, was dich jetzt betroffen, Erträglich, sanft und lieblich ſein. 3. Kann's doch nicht ewig währen; Oft hat Gott unsre Zähren, Eh' man meint, abgewischt; Wenn's bei uns heißt: wie lange Wird mir so angst und bange! So hat er Leib und Seel' erfrischt. 4. Ja wenn ich's recht erwäge, So sind's nur Liebesschläge, Womit er uns belegt: Nicht Schwerter sind's, nur Ruthen, Womit er bloß zum Guten Als Vater seine Kinder schlägt. 5. Er will uns dadurch ziehen, Daß wir vor allem fliehen, Was ihm nicht wohlgefällt, Den alten Menschen schwächen, Den Eigenwillen brechen, Die Lust ertödten dieser Welt. 6. Er will uns dadurch lehren, Wie wir ihn sollen ehren Mit Glauben und Geduld Und, sollt' er uns in Nöthen Auch lassen, ja gar tödten, Uns doch getrösten seiner Huld. 7. Denn was will uns auch scheiden Von Gott und seinen Freuden, Dazu er uns ersehn? Ich lebe oder sterbe, So bleibet mir das Erbe Des Himmels ewiglich doch stehn. 8. Drum gieb dich ganz zufrieden, Mein Herz, und bleib' geschieden Von Sorge, Furcht und Leid. Bald mag Gott Engel senden, Die dich auf ihren Händen Hintragen in die Herrlichkeit. Johann Anastasius Freylinghausen. 368. Mel.: Valet will ich dir geben 2c. 1. Wollt ihr den Heiland finden, So suchet ihn noch heut'; Eilt, ihm euch zu verbinden, Noch ist die Gnadenzeit. Wollt ihr die Kron' empfangen, Dringt eifrig hin zum Ziel; Wer Großes will erlangen, Der sucht und müht sich viel. 2. Soll er sich zu euch neigen, So sucht ihn in Geduld; Gelassen sein und schweigen Erwirbt euch seine Huld. Soll er sich euch vereinen, Sucht ihn in Niedrigkeit; Die hoch zu stehen meinen, Verfehlen seiner weit. Demuth.d 3. Drückt euch das Kreuz hienieden, Sucht ihn in eurer Pein; Leicht sind von ihm geschieden, Die mit der Welt sich freun. Und kommt's mit euch zum Sterben, Sucht ihn mit gläub'gem Sinn; Er läßt euch nicht verderben, Der Tod ist euch Gewinn. 4. Sucht ihn im Himmel droben, Im Chor der Seraphim; Die ihn hier liebend loben, Sind dort auch nah' bei ihm. Sucht ihn in eurem Herzen Mit tiefster Innigkeit, So seid ihr frei von Schmerzen Jeßt und in Ewigkeit. Nach Johann Scheffler. 369. Mel.: Nun sich der Tag geendet hat 2c. 1. Mein Gott, das Herz ich bringe dir Zur Gabe und Geschenk. Du forderst dieses ja von mir, Deß bin ich eingedenk. 273 Du findest anders auch nicht Ruh' Im Himmel und auf Erd'. 2. Gieb mir, mein Sohn, dein Herz, sprichst du, Das ist mir lieb und werth, 3. Nun, du mein Vater, nimm es an, Mein Herz, veracht' es nicht; Ich geb's, so gut ich geben kann, Kehr' zu mir dein Gesicht. 4. Noch ist dies Herz voll Eitelkeit Und nicht vom Bösen frei; Noch ist es mit sich selbst in Streit Und fühlt nicht wahre Reu'. 5. O rein'ge du, Herr Jesu Christ, Mich durch dein theures Blut; Ich glaub', daß du gekreuzigt biſt Der Welt und mir zu gut'. 6. Schenk' mir nach deiner Jesushuld Gerechtigkeit und Heil, Nimm auf dich meine Sündenschuld Und meiner Strafe Theil. 7. Gott heil'ger Geist, nimm du auch mich In die Gemeinschaft ein. Ergieß um Jesu willen dich Tief in mein Herz hinein. 8. Hilf, daß ich sei im Glauben treu An Christum, Gottes Sohn, Und ihn bekenne sonder Scheu Troß seiner Feinde Hohn. 9. Hilf, daß ich sei von Herzen feſt In Hoffnung und Geduld, 18 274 Daß, wenn du Christliches Leben. mich nur nicht verläßt, Mich tröste deine Huld. 10. So nimm mein Herz zum Tempel ein, O Gott, schon in der Zeit Und laß es deine Wohnung sein Auch in der Ewigkeit. Johann Kaspar Schade. 370. Mel.: Nun lob', mein Seel' 2c. 1. Man lobt dich in der Stille, Du großer, hocherhab'ner Gott, Des Rühmens ist die Fülle Vor dir, du starker Zebaoth. Du bist doch, Herr, auf Erden Der Frommen Zuversicht, In Trübsal und Beschwerden Läßt du die Deinen nicht. Drum soll dich stündlich ehren Mein Mund vor jedermann Und deinen Ruhm vermehren, So lang' er lallen kann. 2. Es müsse dein sich freuen, Wer deine Macht und Gnade kennt, Und stets dein Lob erneuen, Wer dich in Christo Vater nennt. Dein Name sei geprieſen, Der große Wunder thut Und der auch mir erwiesen, Was mir ist nüß' und gut. Nun, dies ist meine Freude, Zu hangen fest an dir, Daß nichts von dir mich scheide, So lang' ich walle hier. 3. Herr, du hast deinen Namen Sehr herrlich in der Welt gemacht; Denn als die Schwachen kamen, Hast du gar bald an sie gedacht. Du hast mir Gnad' erzeiget: Nun, wie vergelt' ich's dir? Ach bleibe mir geneiget, So will ich für und für Den Kelch des Heils erheben Und preisen weit und breit Dich, Herr mein Gott, im Leben Und dort in Ewigkeit. Johann Rist. 371. Mel.: Wer nur den lieben Gott 2c. 1. Vor dir, o Gott, sich kindlich scheuen, Ist unsre allergrößte Pflicht. Kein Mensch kann deiner Huld sich freuen, Scheut er dein heilig Auge nicht. Drum wirk' in mir durch deinen Geist Die Furcht vor dir, die kindlich heißt. 2. In allem, was ich thu' und denke, Laß, Herr, das meine Weisheitsein, Daß ich mein Herz zur Sorgfalt lenke, Vor jeder Sünde mich zu scheun. Denn wer noch Lust zur Sünde hat, Der fürchtet dich nicht in der That. 3. Gieb, daß ich stets zu Herzen dnehme, Demuth. Daß du allgegenwärtig bist, Und das zu thun mich ernstlich schäme, Was dir, mein Gott, zuwider ist. Der Beifall einer ganzen Welt Hilft dem ja nichts, der dir mißfällt. 4. Laß immer dein Gericht mich scheuen Und wirke steten Ernst in mir, Mein Leben deinem Dienst zu weihen; Dein guter Geist erhalt' mich dir, Dir, der mich vom verdienten Fluch Befreit und stets mich liebreich trug. 5. Ja, Vater, laß mit Furcht und Zittern Mich schaffen meine Seligkeit. Soll nichts mein ew'ges Glück erschüttern, So führ' mich in der Gnadenzeit. Mit Vorsicht lehr' mich Unrecht misle i fliehn, Mich nur um deine Gunst bemühn. 6. Gieb, daß ich stets ein gut Gewissen Vor dir zu haben sorgsam sei, Und mache von den Hindernissen Der wahren Tugend selbst mich frei. Nie störe Furcht und Lust der Welt Mich, das zu thun, was dir gefällt. 7. In deiner Furcht laß mich stets wandeln Und überall, wo ich auch sei, Nach deiner Vorschrift redlich handeln 275 Und hassen alle Heuchelei. Wer dich von Herzen scheut und on ehrt, sis Nur der ist dir, o Vater, werth. 8. In deiner Furcht laß einst mich sterben, So schreckt mich weder Tod noch Grab, So werd' ich jenes Leben erben, Für das dein Sohn sein Leben gab. Dich fürchten, Herr, bringt Segen ein, Groß wird der Lohn im Himmel sein. Joh. Sam. Diterich nach Benj. Schmolck. 372. Mel.: Aus tiefer Noth schrei' ich zc. 1. Herr, wie du willst, so schick's mit mir Im Leben und im Sterben; Allein zu dir steht mein' Begier, Laß mich, Herr, nicht verderben! Erhalt' mich nur in deiner Huld, Sonst wie du willst, gieb nur Geduld, Denn dein Will' ist der beste. 2. Zucht, Ehr' und Treu' verleih mir, Herr, Zu deinem Worte Liebe. Behüt' mich, Herr, vor falscher Lehr' Und hilf, daß ich mich übe In Werken wahrer Frömmigkeit. Wend' ab all' Ungerechtigkeit In meinem ganzen Leben. 18* Christliches Leben. 276 3. Soll ich einmal nach deinem Gb Rath Von dieser Welt abscheiden, Verleih mir, Herr, nur deine Gnad', Daß es gescheh' mit Freuden. Mein Leib und Seel' befehl' ich dir: O Herr, ein selig End' gieb mir Durch Jesum Christum. Amen. Kalpar Bienemann. 373. Mel.: O Gott, du frommer Gott 2c. 1. Herzallerliebster Gott, Der du mir dieses Leben, Leib, Seele und Vernunft Aus Gnaden haft gegeben, Regiere ferner mich Durch deinen guten Geist, Daß er in allem Thun Mir Kraft und Beistand leist'. 2. Hilf, daß ich allzeit fern Von Fleischeslüften bleibe, Dagegen emsiglich Des Geistes Werke treibe, Daß gute Ritterschaft Ich üb' in wahrer Treu', Daß ich in Hoffnung stark Und fest gegründet ſei. Nicht folge, wenn sie mich Von deinem Wort abhält. Wie Christus mich bezeige Und willig stets mein Ohr Zu seiner Lehre neige. Im Glauben stärke mich, Daß ich der argen Welt 4. Entzünde du mein Herz Mit deiner wahren Liebe Und gieb, daß ich zugleich Am Nächsten Liebe übe. Verleihe mir Geduld, Wenn Trübsal bricht herein, Und hilf, daß ich im Glück Demüthig möge sein. 5. Verleihe, daß ich stets Nach deinem Reiche ringe, Auf daß dein Segen dann Zu mir herunter dringe. Wer nach dem Ewigen Vor allen Dingen tracht't, Der wird auch wohl mit dem, Was zeitlich ist, bedacht. 6. Mit deiner rechten Hand, Herr, wollest du mich leiten, Mich schützen Tag und Nacht, Daß nicht die Tritte gleiten. Du wollest meine Burg, Mein Schuß in Nöthen sein, Wenn ich in meiner Pflicht Ausgehe oder ein. 7. Zulegt erlöse mich, Von allem Kreuz und Leiden, Und wenn ich soll einmal 3. Gieb, daß ich als ein Christ Von dieser Erde scheiden, So stehe du mir bei Mit deiner Gnadenhand Und führe mich hinauf Ins rechte Vaterland. ( Lüneburger Gesangbuch von 1661.) Sittlicher Sittlicher Wandel. 374. Mel.: Seelenbräutigam 2c. 1. Jesu, geh' voran Auf der Lebensbahn, Und wir wollen nicht verweilen, Dir getreulich nachzueilen. Führ' uns an der Hand Bis ins Vaterland. 2. Soll's uns hart ergehn, Laß uns feste stehn nd auch in den schwersten Tagen Niemals über Lasten klagen; Denn durch Trübsal hier Geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz Irgend unser Herz, Kümmert uns ein fremdes Leiden: O so gieb Geduld zu beiden! Richte unsern Sinn Auf das Ende hin. 4. Ordne unsern Gang, Jeju, lebenslang. Führst du uns durch rauhe Wege, Gieb uns auch die nöth'ge Pflege. Thu' uns nach dem Lauf Deine Thüre auf! Chr. Gregor nach N. L. v. Zinzendorf. done 375. 277 Wandel. Bis einst mein Auge bricht. Hier leg' ich Herz und Glieder Vor dir zum Opfer nieder Und widme meine Kräfte Für dich und dein Geschäfte. Du willst, daß ich der deine sei: Drum, Schöpfer, steh' mir bei! 2. Mein Heiland, der du mich Erlöset durch dein Blut, Du bist's, der Sünden tilgt Und große Wunder thut. Schließ mich verirrten Armen Ganz ein in dein Erbarmen, Daß ich von Zorn und Sünde Hier wahre Freiheit finde. Ich bin ohnmächtig ohne dich; Mein Heiland, stärke mich! 3. Mein Tröster, gieb mir Kraft, Wenn sich Versuchung zeigt; Regiere meinen Geist, Wenn er zur Welt sich neigt; Gott lehr' mich recht erkennen, Ihn Herrn und Vater nennen, Sein Gnadenwort verstehen, Auf seinen Wegen gehen: Du bist, der alles Gute schafft, Mein Tröster, gieb mir Kraft! 4. Gott Vater, Sohn und Geist! Dein bin ich, was ich bin. Ach drücke selbst dein Bild Eigene Melodie. 1. Mein Schöpfer, steh' mir bei, Recht tief in meinen Sinn, Sei meines Lebens Licht, Erwähle mein Gemüthe Dein Auge leite mich, Zum Tempel deiner Güte; Christliches Leben. 278 Verkläre an mir Armen Dein herrliches Erbarmen. Wohl mir, wenn du der meine heißt, Gott Vater, Sohn und Geist! Johann Jakob Rambach. 376. Mel.: Ich dank' dir schon durch deinen 2c. 1. O Christ, erhebe Herz und Sinn; Was hängst du an der Erden? Hinauf zum Himmel schwing dich hin, Ein Christ soll himmlisch werden. 2. Was hat die Welt? Was beut sie an? Nur Tand und eitle Dinge. Wer einen Himmel hoffen kann, Der achtet sie geringe. 3. Sieh, Christ, nie sorgend unter dich, Wenn dich die Leiden drücken; Sieh gläubig in die Höh' und sprich: Der Herr wird mich erquicken. 4. Schau' hin zum Land der Herrlichkeit, Wo Lebensströme fließen; Dies wird dir in der Prüfungszeit Den bittern Kelch versüßen. 5. Dort oben ist des Friedens Haus. Gott theilt zum Gnadenlohne Den Ueberwindern Kronen aus: Kämpf' auch um Ruhm und Krone! 6. Dort ist's den Engeln süße Pflicht, Gott Preis und Dank zu bringen. Seele, sehneſt du dich nicht, Mit ihnen zu lobsingen? 7. Dort herrscht dein Heiland, Gottes Sohn; Da nach dem Kampf auf Erden Sollst du vor seinem Gnadenthron Von ihm gekrönet werden. 8. Hilf, Jesu, daß ich für und für Den Geist zu dir erhebe Und daß ich jetzt und ewig dir Anhange, diene, lebe. Nach Ehrenfried Liebich. mainte 377. Eigene Melodie. 1. Mein Leben ist ein Pilgrimstand, Ich reise nach dem Vaterland, Nach dem Jerusalem dort oben, Ich suche meines Gottes Stadt, Die er mir dort erbauet hat; Da werd' ich ihn ohn' Ende loben. Mein Leben ist ein Pilgrimstand, Ich reise nach dem Vaterland. 2. Es rinnet ohne Unterlaß Auch meines Lebens Stundenglas, Und was vorbei ist, kommt nicht wieder. Ich eile zu der Ewigkeit: Herr Jesu, mach' mich nur bereit, Eröffne meine Augenlider, Daß ich, was zeitlich ist, veracht' Und nur nach dem, was ewig, tracht'. Sittlicher Wandel. 3. Der Sonne Glanz mir oft gebricht, Der Sonne, die mit Gnadenlicht In unverfälschte Herzen strahlet; Wind, Regen stürmen auf mich zu, Mein matter Geist find't nirgend Ruh': Doch alle Müh' ist schon bezahlet, Wenn ich das goldne Himmelsthor Mir stell' in Glaub' und Hoffnung vor. 4. Du treuer Hüter, Jesu Christ, Der du ein Pilgrim worden bist, Da du mein Fleisch hast angenommen: Dein Wort bewahre meinen Tritt, Laß mich bei einem jeden Schritt Zu deinemHeil stets näher kommen. Mein Leben fleucht; ach eile du Mit deines Lebens Kraft herzu! 5. Dein heil'ger Geist sei mein Geleit, Laß deinen süßen Gnadenschein In Finsterniß nie ferne sein. 279 Und schließ' ich meine Augen zu, So bring' mich zu der wahren Ruh', Wo Streit und alle Müh' verOR schwinden, Und nimm das müde Kind alsdann Im Vaterhause freundlich an. 6. Wenn mir mein Herz, o Gnadenfüll', Vor Durst nach dir verschmachten will, So laß mich dich zum Labsal finden; 7. Bin ich in diesem fremden Land Der stolzen Welt gleich unbekannt, Dort sind die Freunde, die mich kennen; Dort werd' ich mit der Himmelsschaar Dir jauchzend dienen immerdar Und in der reinsten Liebe brennen. Mein Heiland, komm, ach bleib' nicht lang'! Hier in der Wüste wird mir bang! Friedrich Adolf Lampe. Gieb in Geduld Beständigkeit, Vor Straucheln meinen Fuß beschüßze. Ich falle stündlich: hilf mir auf! Ob hier Zeuch du mich selbst zu dir hinauf, Sei mir ein Schirm in Trübsalshiße; 378. Eigene Melodie. Ch. A. 1. Es glänzet der Christen inwendiges Leben, auch von außen kein Schimmer sie schmückt. Was ihnen der König des Himmels gegeben, Das wird nur vom Auge des Geistes erblickt. Was viele verachten bei irdischem Trachten, Hat ihre erleuchteten Sinne berühret Und sie zu der göttlichen Würde geführet. Christliches Leben. 280 2. Sie gleichen im Neußern den Kindern der Erde Und tragen auch an sich des Irdischen Bild. Sie fühlen wie andre der Menschheit Beschwerde, Oft sehn sie die Sonne der Freude verhüllt. Sie stehen und wandeln, sie reden und handeln, Wie jeder es treibet in zeitlichen Dingen; Doch kann sie die weltliche Lust nicht bezwingen. 3. Denn innerlich sind sie von deld the göttlichem Stamme, Geboren aus Gott durch sein mächtiges Wort; in ihnen die himmlische Flamme, Entzündet von oben, genähret von dort. Es lodert Die Engel als Brüder erfreun sich der Lieder, Die hier von den Lippen der Frommen erklingen Und bis in das innerste Heiligthum dringen. 4. Sie wandeln auf Erden, und leben im Himmel, Sie bleiben ohnmächtig, und schützen die Welt. Sie schmecken den Frieden bei allem Getümmel, Sind arm, doch sie haben, was ihnen gefällt. Sie stehen in Leiden, und bleiben in Freuden; Sie scheinen ertödtet den äußeren Sinnen, Und führen das Leben des Glaubens von innen. 5. Wenn Christus, ihr Leben, e sich wird offenbaren, Wenn er sich einst allen in Herrlichkeit zeigt, Dann wird auch den frommen und gläubigen Schaaren Die Krone des ewigen Lebens gereicht. Sie werden regieren, mit ihm triumphiren, Wie leuchtende Sterne des Himmels dort prangen, Wenn weltlicher Schimmer in Nacht ist vergangen. 6. O Jesu, verborgenes Leben der Seelen, Du ewige Sonne der inneren Welt, Laß deinen verborgenen Weg uns erwählen, Wie oft auch die Menge für thöricht ihn hält. Hier wenig geschäßet und oftmals verleget, Hier stille mit Christo im Vater gelebet: Das ist es, was einst uns zum Himmel erhebet. Nach Christian Friedrich Richter. Sittlicher Wandel. 379. Mel.: Es kostet viel, ein Christ zu sein 2c. 1. Es ist nicht schwer, ein Christ zu sein Und nach dem Sinn des reinen Geistes leben. Zwar der Natur geht es gar sauer ein, Sich immerdar in Christi Tod zu geben; Doch führt die Gnade selbst zu aller Zeit Den schweren Streit. 2. Du darfst ja wie ein Kind nur sein, Du darfst ja nur die leichte Liebe üben. O blöder Geist, schau' doch, wie gut er's mein'! Das kleinste Kind kann ja die Mutter lieben. Drum fürchte dich nur ferner nicht so sehr; Es ist nicht schwer. 281 4. Wirf nur getrost den Kummer hin, Der nur dein Herz vergeblich drückt und plaget. Erwecke nur zum Glauben deinen Sinn, Wenn Furcht und Weh am schwachen Herzen naget; Sprich: Vater, schau' mein Elend gnädig an! So ist's gethan. 3. Dein Vater fordert nur das Herz, du Daß er es selbst mit reiner Gnade fülle. Der treue Gott will ja nicht deinen Schmerz, Die Unlust schafft in dir dein eigner Wille; Drum übergieb ihn willig in den Tod, So hat's nicht Noth. 5. Fass' nur dein Herze in Geduld, Wenn du nicht gleich des Vaters Hülfe merkest. Versiehst du's oft und fehlst aus eigner Schuld, So sieh, daß du dich durch die Gnade stärkest; Dann gilt vor Gott dein kindliches Versehn Als nicht geschehn. 6. Laß nur dein Herz im Glauben ruhn, Wenn dich will Nacht und Finsterniß bedecken. Dein Vater wird nichts Schlimmes mit dir thun; Vor keinem Sturm darfst muthlos du erschrecken. Ja, siehst du endlich keiner Rettung Spur, So glaube nur. 7. So wird dein Licht aus Nacht erstehn, 282 Christliches Leben. keit erwäget, Und wirst dein Heil mit großer| Wenn man mit Ernst die HerrlichKlarheit schauen. Was du geglaubt, wirst du dann only dvor dir sehn; Drum darfst du nur dem treuen Vater trauen. Die ewiglich ein solcher Mensch erfährt, Der reinen Himmelssinn im Herzen träget. O Seele, sieh doch, wie ein wahrer Christ Es kostet Müh': die Gnade aber macht, Daß man's nicht acht't. So selig ist! 8. Auf, auf, mein Geist! was säumest du, Dich deinem Gott ganz kindlich zu ergeben? Geh' ein, mein Herz, genieß die süße Ruh', In Frieden sollst du vor dem Vater leben: Die Sorg' und Last wirf nur getrost und kühn Allein auf ihn. Christian Friedrich Richter. 380. Eigene Melodie. 1. Es kostet viel, ein Christ zu ſein Und nach dem Sinn des reinen Geistes leben; Denn der Natur geht es gar sauer ein, Sich immerdar in Christi Tod zu geben. Auch ist's mit einem Kampf, den wir vollbracht, 3. Er soll ein Kind des Höchsten Ein reiner Glanz, ein Licht im ſein, großen Lichte. Wie wird er da so stark, so hell und rein, So herrlich sein, verklärt im Angesichte, d Wenn ihn daselbst Unsterblichkeit und Pracht So herrlich macht! 4. Da wird das Kind den Vater sehn, Im Schauen wird es ihn mit Luft empfinden, Der lautre Strom wird es da ganz durchgehn Und es mit Gott zu einem Geist verbinden. Wer weiß, was da im Geiste wird geschehn? Wer mag's verstehn? Nicht ausgemacht. 5. Was Gott genießt, genießt es auch, 2. Doch ist es wohl der Mühe Was Gott besigt, wird ihm in werth, Gott gegeben, Sittlicher Wandel. Der Himmel steht bereit ihm zum| Die thut, so viel sie kann, Gebrauch; dal Und sieht aufs Werk mit ems'ger Scheu', Ob's völlig auch gethan. Wie lieblich wird es doch mit Jesu leben! Nichts Höh'res wird an Kraft und Würde sein Als Gott allein. 6. Auf, auf, mein Geist! ermüde nicht, Der Macht der Finsterniß dich zu entreißen. Was sorgest du, daß dir's an Kraft gebricht? Bedenke, was für Kraft uns Gott verheißen! Wie gut wird sich's doch nach der Arbeit ruhn, Wie wohl wird's thun! Christian Friedrich Richter. 381. Mel.: Lobt Gott, ihr Christen 2c. 1. Mein Herr und Gott, deß gute Hand Mich immerdar geführt, Hilf mir, daß ich in meinem Stand Das thu', was mir gebührt! 2. Was mir gebührt, das ist der Fleiß, 283 4. Was mir gebührt, das liege mir Am Herzen allezeit, Daß ich nicht Zeit noch Kraft verlier' Durch Vielgeschäftigkeit; 5. Daß sich mein Herz nicht stan hin und her Zu vielen Dingen neigt; Sonst macht es sich das Leichte schwer Und nimmt das Schwere leicht. 6. Drum hilf, daß meine kleine Kraft In meinem Amt und Stand Das Ihre unverdrossen schafft Mit fleiß'ger treuer Hand. 7. Und was ich thu', das thu' ich dir; Ach richt's zu deiner Ehr'! Bekenne segnend dich zu mir Und meine Kraft vermehr'! Karl Johann Philipp Spitta. 382. Mel.: Nun ruhen alle Wälder 2c. 1. Was ist's, daß ich mich quäle? Der sich nicht viel besinnt Und, wenn er, was er thun soll, Harr' seiner, meine Seele, weiß, Sogleich sein Werk beginnt. Harr' und sei unverzagt! Du weißt nicht, was dir nüßet: 3. Was mir gebührt, das ist Gott weiß es, und Gott schüßzet; die Treu', Er schüßzet den, der nach ihm fragt. Christliches Leben. 284 2. Er zählte meine Tage, Mein Glück und meine Plage, Eh' ich die Welt noch sah. Eh' ich mich selbst noch kannte, Eh' ich ihn Vater nannte, War er mir schon mit Hülfe nah. 3. Die kleinste meiner Sorgen Ist dem Gott nicht verborgen, Der alles sieht und hält; Und was er mir beschieden, Das dient zu meinem Frieden, Wär's auch die größte Last der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Erden, Um glücklich hier zu werden; Die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen Den Grund zum Glück zu legen, Das ewig, wie mein Geist, besteht. 5. Was dieses Glück vermehret, Sei mir von dir gewähret! Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glück verleget, Wenn's alle Welt auch schäßet, Sei, Herr mein Gott, mir ewig fern! 6. Sind auch der Krankheit Plagen, Der Mangel schwer zu tragen, Noch schwerer Haß und Spott: So harr' ich und bin stille zu Gott; denn nicht mein Wille, Dein Wille nur gescheh', o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke, Und aller deiner Werke Erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, Wenn Gott mich will bewahren? Und er, mein Gott, bewahret mich. Christian Fürchtegott Gellert. 383. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit zc 1. Nimm hin mein Herz, Gott, nimm es an! Ich bring' es dir zur Gabe; Ich bring' es dir, ſo gut ich's kann, So schwach und arm ich's habe; Ich weiß doch, du verschmähst es nicht, So viel dem Opfer auch gebricht, Das ich dir willig weihe. 2. Nimm, o mein Heiland, nimm es hin, Du Herz voll ew'ger Liebe! Mein Herz ist voller Eigensinn Und voll verkehrter Triebe; Es hängt an Welt und eitler Lust; Doch ist dir's auch, o Herr, bewußt, Ich kann's nicht selbst bekehren! 3. Mach' du's zu deinem reinen Haus, Das dir gefallen könne; Was dir zuwider, reiß heraus, Daß dich und mich nichts trenne! Entsünd'ge mich mit deinem Blut, Gieb mir den Geist, dann werd' ich gut, Dann fang' ich an zu leben. 4. Gieb mir ein Herz, das dich forthin Mit Vorsatz nie betrübet; Ein Herz, das dich mit lauterm Sinn Sittlicher Wandel. Aus allen Kräften liebet, Ein Herz, das nur für dich entbrennt Und keine falsche Liebe kennt, Ein Herz voll Kraft und Glauben. 5. Gieb mir ein Herz, das deine Zucht, Wenn sich's verfehlt, bald spüret; Ein Herz, das keine Straße sucht, Als die zum Himmel führet; EinHerz, das auch in Noth und Pein Zu dir die Zuflucht nimmt allein Und auch im Kreuz dich preiset; 6. Ein Herz, das Freund' und Feinde liebt Und nichts haßt als die Sünden; Ein Herz, das täglich mehr sich übt, Sich stets in dir zu finden; Ein Herz, das immer droben ist, Dort, wo du bist, Herr Jesu Christ, Zu deines Vaters Rechten. 7. Herr, giebst du mir ein solches Herz, Was will ich mehr verlangen? Dann bleib' ich fest in Freud' und Schmerz An deiner Liebe hangen; Dann bin ich dein, und du bist mein; Dann werd' ich einst dort oben sein Und selig dich umfangen! Nach Ernst Gottlieb Woltersdorf(?). 384.110 Mel.: Marter Christi, wer kann 2c. Ch. A. 1. Eines wünsch' ich mir vor allem andern, Eine Speise früh und spät; 285 Selig läßt's im Thränenthal sich wandern, Wenn dies Eine mit uns geht: Unverrückt auf einen Mann zu schauen, Der mit blut'gem Schweiß und Todesgrauen Auf sein Antlig niedersank Und den Kelch des Vaters trank. 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, Wie er als ein stilles Lamm Dort so blutig und so bleich zu ſehen, Hangend an des Kreuzes Stamm, Wie er dürstend rang um meine Seele, Daß sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, und dann auch an mich gedacht, Als er rief: es ist vollbracht! 3. Ja, mein Jesus, laß mich Ho nie vergessen Meine Schuld und deine Huld! Als ich in der Finsterniß gesessen, Trugest du mit mir Geduld, Hattest längst nach deinem Schaf getrachtet, Eh' es auf des Hirten Ruf geachtet, Und mit theurem Lösegeld Mich erkauft von dieser Welt. 4. Ich bin dein: sprich du darauf ein Amen! Treuster Jesu, du bist mein. Drücke deinen süßen Jesusnamen Brennend in mein Herz hinein! Mit dir alles thun und alles lassen, In dir leben und in dir erblassen, Christliches Leben. 286 Das sei bis zur letzten Stund' Unser Wandel, unser Bund. Albert Knapp. 385. Eigene Melodie. 1. Herzlich lieb hab' ich dich, o Herr, Ich bitt', wollst sein von mir nicht fern Mit deiner Güt' und Gnaden. Die ganze Welt erfreut mich nicht, Nach Himmel und Erd' frag' ich nicht, Wenn ich dich nur kann haben; Und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, Bist du doch meine Zuversicht, Mein Theil und meines Herzens Trost, and Der mich durch sein Blut hat erlöst. Herr Jesu Christ, Mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, In Schanden laß mich nimmermehr! 2. Es ist ja dein Geschenk und Gab' Mein Leib und Seel' und was ich hab' In diesem armen Leben: Damit ich's brauch' zum Lobe dein, Zu Nuß und Dienst des Nächsten mein, Wollst mir dein' Gnade geben. Behüt' mich, Herr, vor falscher Lehr', Der Sünde Macht und Lockung wehr', In allem Kreuz erhalte mich, Auf daß ich's trag' geduldiglich. Herr Jesu Christ, Mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, duf Tröst' mir mein' Seel' in Todesnoth! 386. Mel.: Befiehl du deine Wege 2c. 1. Wohl dem, der richtig wandelt, Der als ein Wahrheitsfreund 3. Laß deinen Engel bei mir sein, Der sanft am End' die Seele mein Ins Reich der Seelen trage; Den Leib in seinem Kämmerlein Laßsauft ohn'ein'geQual und Bein Ruhn bis am jüngsten Tage. Alsdann vom Tod erwecke mich, Daß meine Augen sehen dich In aller Freud', o Gottes Sohn, Mein Heiland und mein Gnadenthron! Herr Jesu Christ, Erhöre mich, erhöre mich: Ich will dich preiſen ewiglich. Martin Schalling. Wahrheitsliebe. Eid. In Wort und Werken handelt Und das ist, was er scheint; Der Recht und Treue liebet Und von dem Sinn der Welt, Wahrheitsliebe. Die Trug und Falschheit übet, Sich unbefleckt erhält. 2. Wohl dem, der Lügen hasset Und der, so oft er spricht, Stets seine Reden fasset Vor Gottes Angesicht, Die Wahrheit nie verleget Und der an jedem Ort Sich dies vor Augen setzet: Gott merkt auf jedes Wort. 3. Wohl ihm, daß sein Gemüthe, Herr, deine Rechte übt! Ihn leitet deine Güte, Er wird von dir geliebt. Du wirst ihn einst erhöhen, Wenn in der Wahrheit Licht Beschämt die Falschen stehen, Erschreckt durch dein Gericht. 4. Herr, präge mir dein Leben Tief in das Herz hinein, Dann werd' ich danach streben, Der Lügen Feind zu sein. Erinnre mein Gewissen: Du hasfest Heuchelei, Damit ich stets beflissen Der Treu' und Wahrheit ſei. Eid. Das, Gott, zu dir sich hält, Das soll mir niemand rauben; So kann ich aus der Welt Einst mit der Hoffnung gehen: Ich werde als dein Kind Dich mit den Frommen sehen, Die reines Herzens sind.no dall David Bruhn. 5. Doch laß zu allen Zeiten Auch deiner Weisheit Licht, Herr, meine Seele leiten Zur Uebung meiner Pflicht. Gieb Klugheit, daß ich wisse, Wann ich für andrer Wohl Und meines reden müsse, Und wann ich schweigen soll. 287 387. Mel.: Christ, unser Herr, zum Jordan 2c. 1. Herr, du bist heilig im Gericht, Dein Zorn vertilgt die Bösen; Vor dir besteht der Heuchler nicht, Kein Trug, kein gottlos Wesen. Du bist ein Gott des Rechts, der Treu'; Wer's wagt, bei dir zu schwören, Und hegt im Herzen Heuchelei, Den wird dein Ohr nicht hören, Dein Eifer wird ihn strafen. 2. Drum laß mich, Gott, der Wahrheit nur Ein lautres Zeugniß geben Und nie die Hand empor zum Schwur Auf Trug und Falschheit heben. Du blickst ins Innre, wirst gar bald Die Wahrheit hell entdecken, Wenn wir sie gleich im Hinterhalt Der Lüge schlau verstecken Und blöde Menschen täuschen. 3. Auch des Gewissens Unruh' quält 6. Ein Herz voll Treu' und Den, der die Lügen liebet, Glauben, Was wahr und redlich ist, verhehlt 288 Christliches Leben. Und falsches Zeugniß giebet.| Kann zu dir flehn, mein Gott zu Voll Argwohn geht er und beschämt, ſein, In festem Glauben beten. Des Frommen Hülf' und Gott bist du, Aus Scheu, entdeckt zu werden; Wer aber seine Zunge zähmt, Der findet Ruh' auf Erden Und Gnad' bei Gott im Himmel. 4. Wenn mich des Vortheils Stimme lockt, So laß mich sie nicht hören Und nicht, durch niedern Geiz verstockt, Mir unrecht Gut erschwören. Was Arglist und Betrug gewinnt, Wird lange nicht gedeihen; Was nie dahinfällt, nie zerrinnt Und ewig kann erfreuen, Ist Redlichkeit und Tugend. 5. Da kann ich frei, von Falschheit rein, Zu deinem Throne treten, Wirst sein Gebet gewähren. Und des Gewissens heitre Ruh Wird ihm den Lohn bewähren, Der ewig seiner wartet. 2. Seh' ich den Dürftigen, So laß mich gütig eilen, 6. Denn einst wirst du des Herzens Rath Der Menschen offenbaren, Und jedem wird, nach dem er that, Vergeltung widerfahren. Beschämt wird dann vor deinem Thron Entdeckt der Heuchler stehen; Den Frommen aber wird der Lohn, Dich, wie du bist, zu sehen: Du Gott der Treu' und Wahrheit. ( Braunschweiger Gesangbuch von 1778./ Nächstenliebe. 388. all Mel.: O Gott, du frommer Gott 2c. 1. Gieb mir, o Gott, ein Herz, Nicht aus dem eitlen Trieb, Groß vor der Welt zu sein Und mich verehrt zu sehn, Nein, Menschen zu erfreun. Das jeden Menschen liebet, Bei seinem Wohl sich freut, Bei seiner Noth betrübet; Ein Herz, das Eigennuß Und Neid und Härte flieht Und sich um andrer Glück, Wie um sein Glück, bemüht. Von dem, was du mir giebst, Ihm hülfreich mitzutheilen; 3. Dies sei mein Gottesdienst: Auch unbemerkt von ihnen Müss' andern stets mein Herz Mit Rath und Hülfe dienen. Mich treibe nicht erst Dank Zu milder Wohlthat an: Nächstenliebe. Nein, was ich Brüdern thu', Gott, das sei dir gethan. 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienst Dem Dürstenden begegnet, Ein Blick voll Trost, mit dem Mein Herz Bedrängte ſegnet, Ein Rath, mit dem mein Mund In Kummer andre stärkt: Nichts bleibt, so klein es ist, Von dir, Herr, unbemerkt. 5. Sucht wo ein boshaft Herz Unfrieden anzurichten, So laß mich sorgsam sein, Der Brüder Zwist zu schlichten. Aus Schmähsucht kränke nie Mein Wort des Nächsten Ruh', Es rühme sein Verdienst, Deck' seine Fehler zu. 6. Den, der im Glauben wankt, Im Glauben zu bestärken, Den, der noch sicher ist Bei seines Fleisches Werken, Von der verkehrten Bahn Zum rechten Weg zu ziehn, Dazu verleih' mir Kraft Und segne mein Bemühn. 7. O heilige du selbst, Herr, meiner Seele Triebe Durch deine Lieb' und Furcht Zu wahrer Menschenliebe. Wer nicht den Nächsten liebt, Geht nicht zum Himmel ein; Laß diese Wahrheit, Gott, Mir stets vor Augen sein! Johann Samuel Diterich nach Christian Fürchtegott Gellert. 289 389. Mel.: O du Liebe meiner Liebe zc. 1. Menschenfreund, nach deinem Bilde Bilde sich mein ganzer Sinn! Deine Sanftmuth, deine Milde Sei mein köstlichster Gewinn. Unwerth wär' ich, dich zu kennen, Liebt' ich nicht, wie du geliebt, Unwerth, mich nach dir zu nennen, Würd' ein Mensch von mir betrübt. 2. Jesu, wo du liebend nahtest, Folgte Wohlthun deiner Spur; Wo du segnend Gutes thateſt, In die Hütte, auf die Flur, Zu dem Lager kranker Brüder, Wo du je nur hingeblickt, Kehrte Freud' und Hoffnung wieder, Und der Dulder ward erquickt. 3. O du menschlichster von allen! Keinen hast du je verschmäht; Wer verirrt war und gefallen, Wer um Trost zu dir gefleht, Hat für alle seine Wunden, Herr, in deiner treuen Hand Rettung, Heil und Trost gefunden, Hülfe, die er nirgends fand. 4. Brüder, kommt in meine Arme! Wer da leidet, ruhe hier! Wenn ich sein mich nicht erbarme, Wendet sich mein Gott von mir. Seine Sonne scheinet allen, Er verschont, vergißt der Schuld; 19 Christliches Leben. 290 Retten ist sein Wohlgefallen, Sein Regieren lauter Huld. 5. Ob mich auch mein Bruder fränket: Mein Erlöser litt viel mehr; Wenn er Böses von mir denket: Milder will ich sein als er. Ob er Kummer mir bereitet, Irrt vielleicht nur sein Verstand; Weil er strauchelt, weil er gleitet, Braucht er öfter meine Hand. 6. Nimmer soll mein Herz ermüden, Dem Bedrängten beizustehn; Es gewähret Gottes Frieden, Seinen Schmerz gestillt zu sehn. Wer um Dank und Lohn nur ringet, Hat dahin des Heilands Lohn; Wen des Mittlers Liebe dringet, Solchem wird des Himmels Lohn. 7. Zwar der Wehmuth Zähre fließet Dem, der edle Saat gestreut, Wenn der Hoffnung Feld nicht sprießet Oder wenig Frucht ihm beut; Aber wer beim Säen weinet, Jauchzet einst doch, ob auch spät, Wenn am Erntetag erscheinet, Was die Liebe ausgesät. August Hermann Niemeyer. 390. Mel.: Herr, ich habe mißgehandelt 2c. 1. Wohlzuthun und mitzutheilen, Christen, das vergesset nicht! Mitleidsvoll und willig eilen, Armen beizustehn, ist Pflicht, Pflicht, die Jesus selbst uns lehret, Und die Gott, den Höchsten, ehret. 2. Speiset die, die Hunger leiden, Und die durstig sind, die tränkt; Eilt, die Nackenden zu kleiden, Tröstet die, die Nummer kränkt; Schwache sucht zu unterstüßen, Unterdrückte zu beschüßen. 3. Nicht nur denen, die euch lieben Oder euch um Hülfe flehn, Allen eilt, von Gott getrieben, Nach Vermögen beizustehn. Führt zu unverhofften Freuden Die auch, die im Stillen leiden. 4. O wie schafft es sanfte Freuden, Der Verlassnen Helfer sein, Sehn, wie sie in ihrem Leiden Sich, durch uns gestärkt, erfreun! Ein betrübtes Herz erquicken, Welch ein himmlisches Entzücken! 5. Heil und Glück auf unsern Wegen, Innige Zufriedenheit, Huld bei Menschen, Gottes Segen Folgen auf Barmherzigkeit! Und dereinst zum Gnadenlohne Schenkt ihr Gott des Himmels Krone. 6. Laßt uns eilen, unsre Gaben, Weil es Zeit ist, auszustreun. Was wir hier gesäet haben, Ernten wir einst reichlich ein. Nächstenliebe. Seid barmherzig, liebt die Armen, Gott will euer sich erbarmen. Johann Ludwig Paulmann. 391. Mel.: Mir nach, spricht Christus 2c. 1. So jemand spricht: ich liebe Gott, Und haßt doch seine Brüder, Der treibt mit Gottes Wahrheit Spott Und reißt sie ganz danieder. Gott ist die Lieb' und will, daß ich Den Nächsten liebe gleich als mich. 2. Wer dieser Erde Güter hat Und sieht die Brüder leiden Und macht den Hungrigen nicht fatt, Läßt Nackende nicht kleiden: Der ist ein Feind der ersten Pflicht Und hat die Liebe Gottes nicht. 3. Wer seines Nächsten Ehre schmäht Und gern sie schmähen höret, Sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, 291 Nicht gütig forscht, ob's ihm gebricht: Der liebt auch seinen Nächsten nicht. Und nichts zum Besten kehret, Nicht dem Verleumder widerspricht: Der liebt auch seinen Bruder nicht. 4. Wer harret, bis, ihn anzuflehn, Ein Dürftiger erscheinet, Nicht eilt, dem Bruder beizustehn, Der im Verborgnen weinet, 5. Wer für der Armen Heil und Zucht Mit Rath und That nicht wachet, Dem Uebel nicht zu wehren ſucht, Das oft sie dürftig machet, Nur sorglos ihnen Gaben giebt: Der hat sie wenig noch geliebt. 6. Wahr ist es, du vermagst es nicht, Stets durch die That zu lieben; Doch bist du nur geneigt, die Pflicht Getreulich auszuüben, Und wünschest dir die Kraft dazu Und sorgst dafür: ſo liebeſt du. 7. Ermattet dieser Trieb in dir, So such' ihn zu beleben. Sprich oft: Gott ist die Lieb', und mir Hat er sein Bild gegeben. Denk' oft: Gott, was ich bin, ist dein; Sollt' ich, gleich dir, nicht gütig ſein? 8. Wir haben einen Gott und Herrn, Sind eines Leibes Glieder; Drum diene deinem Nächsten gern, Denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich, Mein Nächster ist sein Kind wie ich. 19* Christliches Leben. 292 9. Ein Heil ist unser aller Gut. Ich sollte Brüder hassen, Die Gott durch seines Sohnes Blut So hoch erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich versühnt, Hab' ich dies mehr als sie verdient? 10. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, Du Herr von meinen Tagen! Ich aber sollte nicht Geduld Mit meinen Brüdern tragen? Dem nicht verzeihn, dem du vergiebſt, Und den nicht lieben, den du liebst? 11. Was ich den Frommen hier gethan, Dem Kleinsten auch von diesen, Das sieht er, mein Erlöser, an, Als hätt' ich's ihm erwiesen. Und ich, ich sollt' ein Mensch noch sein Und Gott in Brüdern nicht erfreun? 12. Ein unbarmherziges Gericht Wird über den ergehen, Der nicht barmherzig ist und nicht Die rettet, die ihn flehen. Drum gieb mir, Gott, durch deinen Geist Ein Herz, das dich durch Liebe preist. Christian Fürchtegott Gellert. 392. Mel.: Sollt' ich meinem Gott nicht zc. 1. Unter allen großen Gütern, Die uns Christus zugetheilt, Ist die Lieb' in den Gemüthern Wie ein Balsam, der sie heilt; Wie ein Stern, der herrlich blinket, Wie ein Kleinod, dessen Preis Niemand zu benennen weiß, wie die Schönheit, die uns winket, Und die Lust, die jedermann Zwingen und erfreuen kann. 2. Liebe kann uns alles geben, Was auf ewig nüßt und ziert; Sie kann unsre Seel' erheben, Sie ist's, die uns aufwärts führt. Menschen oder Engelzungen, Wo sich keine Liebe find't, Wie beredt sie auch sonst sind, Sind noch nie ins Herz gedrungen, Sind ein flüchtiger Gesang, Sind ein Erz- und Schellenklang. 3. Was ich von der Weisheit höre, Die in alle Tiefen dringt, Bon geheimnißvoller Lehre, Von dem Glauben, dem gelingt, Daß er Berge gar verseßet, Was sich sonst in uns verklärt: Es verlieret seinen Werth, Ja es wird für nichts geschäßet, Wenn sich nicht dabei der Geist, Der die Liebe wirkt, erweiſt. 4. Gäb' ich alle meine Habe Auch den Armen freudig hin, Opfert' ich mich selbst dem Grabe Nächstenliebe. Meinem Nächsten zum Gewinn, Ließ' ich meinen Leib gleich brennen Und ertrüge jeden Schmerz: Ist von Liebe leer mein Herz, Würd' es mir nichts nüßen können. Nur der Liebe reine That Ist der wahren Freuden Saat. 5. Glaubenssieg und Hoffnungsblüthe Führt uns tröstend durch die Welt, Bis das irdische Gebiete Und der Schöpfungsbau zerfällt. Nur der Liebe weite Grenzen Strecken sich in Ewigkeit; Alle, die sich ihr geweiht, Werden unaufhörlich glänzen. Glaub' und Hoffnung bleiben hier; Liebe währet für und für. 6. O du Geist der reinen Liebe, Der von Gott du gehest aus, Laß mich spüren deine Triebe, Komm in meines Herzens Haus. Was in mir sich selbst nur suchet Und nicht gut mit andern meint, Mag es Feind sein oder Freund, Laß mich halten als verfluchet. Lenke meinen ganzen Sinn, Geist der Lieb', zur Liebe hin! Ernst Lange. 293 Wie könnt' ich hegen bittern Zorn, Da aus der Gnade süßem Born Nur Heil mir quillt und Leben? 2. Ein Vater hat uns auserwählt Zu seines Hauses Kindern; Ein Heiland brachte, was uns fehlt, Versöhnung allen Sündern; Ein Geist uns alleſammt regiert Und zu des Himmels Erbe führt, Wenn wir ihn nur nicht hindern. 393. Mel.: Nun freut euch, lieben Christen 2c. 1. Verleih mir, Jesu, deinen Sinn, Dem Feinde zu vergeben; Laß mich, der ich dein Jünger bin, Nach Fried' und Eintracht streben. 3. Wie dürft' ich wegen kleiner Schuld Den schwachen Bruder hassen, Da Gottes Langmuth und Geduld Mir große Schuld erlassen? Nein, immer sei mein Herz bereit, In wahrer Lieb' und Einigkeit Den Nächsten zu umfassen. 4. In einem Herrn ließ Gottes Rath Uns Heil und Gnade finden; Ein gnadenreiches Wasserbad Macht rein uns von den Sünden; Ein Abendmahl uns alle speist: Wie sollte nicht ein Herz und Geiſst Uns allesammt verbinden? 5. Nimm hin, o Bruder, meine Hand, Reich' deine mir zum Frieden! Aus unsern Herzen sei verbannt, Was uns bisher geschieden. Den Seligen im Himmelreich Sind wir durch wahre Liebe gleich Und selig schon hienieden. Nach Johann Maukisch. 294 Christliches Leben. Kampf und Sieg. 394. Eigene Melodie. 1. Mache dich, mein Geist, bereit! Wache, fleh' und bete, Daß dir nicht die böse Zeit Plößlich nahe trete. Unverhofft Ist schon oft Ueber viele Frommen Die Versuchung kommen. 2. Doch vor allem wache auf Von dem Sündenschlafe; Denn es folget sonst darauf Eine lange Strafe. Und die Noth Sammt dem Tod Möchte dich in Sünden Unvermuthet finden. 3. Wache, denn stets muß der Christ Kämpfen hier mit Sünden, Und nur der, der wachsam ist, Kann sie überwinden. Gott läßt zu, Daß auch du, Wenn du sorglos wallest, In Versuchung fallest. 5. Wach' und hab' auf dich wohl Acht, Trau' nicht deinem Herzen; Leicht kann, wer es nicht bewacht, Gottes Huld verscherzen. O es ist Voller List, Kann sich selber heucheln Und voll Hochmuth schmeicheln. 6. Aber bet' auch stets dabei, Bete bei dem Wachen; Das wird dich von Trägheit frei Und behutsam machen. Gott verleiht Festigkeit Dir durch seine Gnade Auf dem rechten Pfade. 7. Doch getrost, es muß uns schon Alles glücklich gehen, Wenn wir nur durch seinen Sohn Gläubig zu ihm flehen. Denn er will Alle Füll' Seiner Gunst ausschütten, Wenn wir gläubig bitten. 8. Drum so laßt uns immerdar 4. Wache, daß dich nicht die Welt Wachen, flehen, beten, Durch Gewalt bezwinge Oder, wenn sie sich verstellt, Wieder an sich bringe. Wach' und sieh, Daß dich nie Die Verführer fällen, Die dir Neße stellen. Weil uns Angst, Noth und Gefahr Immer näher treten. Denn die Zeit Ist nicht weit, Da uns Gott wird richten Und die Seinen sichten. Johann Burchard Freystein. Kampf und Sieg. 395. Eigene Melodie. 1. Ringe recht, wenn Gottes Gnade Dich nun ziehet und bekehrt, Daß dein Geist sich recht entlade Von der Last, die ihn beschwert. 2. Ringe, denn die Pfort' ist enge, Und der Lebensweg ist schmal; Immer stehn hier im Gedränge Christi Streiter allzumal. 3. Ringe, daß dein Eifer glühe, Daß der ersten Liebe Band Ganz dich von der Welt abziehe; Halbe Liebe hält nicht Stand. 4. Hast du nun die Perl' errungen, Denke nicht: nun ist's gethan; Noch ist alles nicht bezwungen, Was der Seele schaden kann. 5. Nimm mit Furcht ja deiner Seelen, Deines Heils mit Zittern wahr; Denn des Weges zu verfehlen, Schwebst du täglich in Gefahr. 295 Bis ins Grab beständig Krieg, Schwankt nicht, wie ein Rohr im Winde, Sucht in jedem Kampf den Sieg. 9. Dies bedenket wohl, ihr Streiter, Streitet recht und fürchtet euch; Ringet, dringet immer weiter, Bis ihr kommt ins Himmelreich. Nach Johann Joseph Winckler. 6. Deine Krone halte feſte, Halte treulich, was du hast. Recht beharren ist das Beste, Rückfall ist die schwerste Last. 7. Laß dem Fleische nicht den Willen, Laß der Lust den Zügel nicht; Willst du die Begierden stillen, So erlischt das Gnadenlicht. 396. Mel.: Jesu, meines Lebens Leben 2c. 1. Nicht nur streiten, überwinden Muß, wer nach der Krone ringt. Ernstvoll ist der Kampf der Sünden, Und der Heilige nur singt An dem Ziele Jubellieder; Er nur schaut mit Wonne nieder Auf des heißen Streits Gefahr, In der seine Seele war. 2. Ueberwunden, überwunden Hast du, Herr der Herrlichkeit. Todesschweiß und Blut und Wunden Zeugen von dem ernsten Streit. Tausendfache Angst und Schmerzen Lasteten auf deinem Herzen; Dennoch unterlagst du nicht Selbst im härtesten Gericht. 3. Wer kann sein Geheimniß fassen, Wer, wie hoch er sich auch schwang? 8. Wahre Treu' führt mit der Gott, sein Gott hatt' ihn verlassen, Als er mit dem Tode rang! Sünde 296 Dennoch war Triumph sein Ende; Eil', mein Geist, in Gottes Hände, Rief er, rief schon in der Nacht Seines Tod's: es ist vollbracht! Christliches Leben. 4. Was sind meine kurzen Leiden Gegen die, die Christus litt, Und was gegen jene Freuden, Die mir Christi Tod erstritt? Und doch folg' ich dir mit Beben: Durchzudringen in dein Leben, Gieb mir, der du für mich strittst, Für mich unaussprechlich littst! Friedrich Gottlieb Klopstock. 151157 397. Mel.: Ach was soll ich Sünder 2c. 1. Auf, ihr Streiter, durchgedrungen, Auf, und folgt dem Heiland nach, Der durch Marter, Tod und Schmach Sich zum Himmel aufgeschwungen. Ringt ihm nach in seiner Kraft; Er ist's, der den Sieg verschafft. 2. Kein Erlöster müsse sagen, Ihm gebreche Kraft und Muth Zu dem Kampf mit Fleisch und Blut. Alles soll der Jünger wagen, Weil der Herr die Wunden heilt Und dem Schwachen Kraft ertheilt. 3. Sind wir schwach, bei ihm ist Stärke; Sind wir arm, der Herr ist reich; Wer ist unserm Führer gleich? Unser Gott thut Wunderwerke. Sagt, ob der nicht helfen kann, Dem der Himmel unterthan? 4. Ja Gott kann und will uns schirmen! Drum so dringet muthig ein; Schämt euch träg' und feig zu sein. Mag es drohen, mag es stürmen; Nur durch Müh', Geduld und Streit Führt der Weg zur Seligkeit. 5. Nun, so wachet, kämpft und ringet, Bleibet wacker im Gebet, Bis ihr auf der Höhe steht, Wo der Sieg die Fahne schwinget. Ist der Erde Werk gethan, Hebt des Sabbaths Wonne an. Nach Johann Simon Buchka. 398. Mel.: Es ist das Heil uns kommen 2c. 1. Du hast, o allerhöchster Gott, Herr über Tod und Leben, Dein majestätisches Gebot Uns nicht umsonst gegeben. Du willst, daß wir aus aller Kraft, Die deine Wirkung in uns schafft, Es stets und treulich halten. 2. Zwar wer noch todt in Sünden liegt, Der wird sich nicht bequemen, Dein Joch, das ihn gar nicht vergnügt, Mit Lust auf sich zu nehmen. Sein Sinn, der nichts als irren fann, Ist dem Gesetz nicht unterthan, Er hasset dessen Bande. 3. Wo aber, Herr, dein guter Geist Kampf und Sieg. Sich in der Seele reget, Da thut sie gern, was du sie heißt, Was du ihr vorgeleget. Wer dich von reinem Herzen liebt Und sich in deiner Liebe übt, Der wird dein Wort auch halten. 4. Er wird an deinem theuren Sohn In wahrem Glauben hangen Und ihm als seinem Schild und Lohn u Stets treu zu sein verlangen; Es wird sein neu geborner Sinn Zu Gott und zu dem Nächsten hin Sich voller Liebe neigen. 5. Fehlt unserm Halten gleich noch viel Nach des Geseßes Strenge, Erreicht man nicht das weitste Ziel Nach seiner Breit' und Länge: So sieht doch Gott den Willen an Und das, was Jesus hat gethan, Die Mängel zu ersetzen. 297 Dein Wille sei des Geistes Brod, Die Leuchte meiner Füße. Schreib dein Geseß in meinen Sinn, Fall' ich, so wirf mich nicht dahin, Stärk' mich durch deine Gnade. Johann Jakob Rambach. Muß völlig unterliegen; DerGeist, der Christi Liebe schmeckt, Kann ihren Trieb besiegen: Man wandelt nicht mehr nach dem Fleisch, Man lebet fromm, gerecht und keuſch, Man thut des Vaters Willen. 7. Mein Heiland, mache dein Gebot Mir angenehm und süße, 399. Mel.: Freu' dich sehr, o meine Seele zc. 1. Gott, vor dessen Angesichte Nur ein reiner Wandel gilt! Ew'ges Licht, aus dessen Lichte Nichts als reinste Klarheit quillt! Laß uns doch zu jeder Zeit Deinen Strahl der Heiligkeit So durch Herz und Seele dringen, Daß auch wir nach Heil'gung ringen. 6. Die Lust, die noch im Fleische Denn was sind wir, Gott, vor dir? Du bist heilig, aber wir steckt, Sind verderbt, und wer kann zählen, Großer Gott, wie oft wir fehlen? 3. Uns von Sünden zu erlösen, Gabst du deinen Sohn dahin; O so reinige vom Bösen Durch ihn unsern ganzen Sinn. Gieb uns, wie du uns verheißt, Gieb uns deinen guten Geist, Daß er unsern Geist regiere Und zu allem Guten führe. 2. Laß uns darum nicht verscherzen, Was du uns hast zugedacht, Schaff' in uns stets reine Herzen, Tödt' in uns der Sünde Macht. 298 Christliches Leben. 4. Keiner sündlichen Begierde| Mag es unserm schwachen Herzen Bleibe unser Herz geweiht; Freude bringen oder Schmerzen. Unsers Lebens größte Zierde Sei des Wandels Heiligkeit. Mach' uns deinem Bilde gleich, Denn zu deinem Himmelreich Wirst du, Herr, nur die erheben, Die im Glauben heilig leben. 5. Hilf, o Vater, unsern Seelen, Glaubensvoll auf dich zu sehn, Deinen ew'gen Weg zu wählen Und ihn ohne Falsch zu gehn, Bis wir mit der sel'gen Schaar Der Erlösten immerdar Heilig! heilig! heilig! singen Und die reinsten Opfer bringen. Nach Johann Christian Zimmermann. 400. Mel.: Freu' dich sehr, o meine Seele 2c. 1. Schaffet, schaffet, Menschenfinder, Schaffet eure Seligkeit, Bauet nicht, wie sichre Sünder, Auf die ungewisse Zeit, Sondern schauet über euch, Ringet nach dem Himmelreich Und bemühet euch auf Erden, Wie ihr möget selig werden. 2. Soll nun dies an euch geschehen, So bekämpfet Fleisch und Blut, Und der Welt zu widerstehen, Rüstet euch mit Kraft und Muth. Gottes Wille soll allein Eures Lebens Richtschnur sein, 3. Selig, wer im Glauben kämpfet, Selig, wer im Kampf besteht, Wer des Fleisches Lüste dämpfet, Selig, wer die Welt verschmäht! Unter Christi Kreuzesschmach Jaget man dem Frieden nach; Wer den Himmel will ererben, Muß zuvor mit Christo sterben. 4. Werdet ihr nicht treulich ringen, Sondern träg' und lässig sein, Eure Neigung zu bezwingen: So bricht eure Hoffnung ein. Ohne tapfern Streit und Krieg Folget niemals rechter Sieg; Treuen Kämpfern reicht zum Lohne Dort der Herr die Ehrenkrone. 5. Auf, Erlöste, Christi Glieder, Die sein Geist erhält und trägt, Schlaget alles in euch nieder, Was sich noch von Sünde regt. Was euch ärgert, senkt ins Grab, Was euch hindert, werfet ab; Denket stets an Christi Worte: Dringet durch die enge Pforte! 6. Zittern will ich vor der Sünde Und dabei auf Jeſum sehn, Daß ich seinen Beistand finde, In der Gnade zu bestehn. Ach mein Heiland, geh' doch nicht Mit mir Armen ins Gericht; Gieb mir deines Geistes Waffen, Meine Seligkeit zu schaffen. Kampf und Sieg. 7. Amen, es geschehe, Amen! Gott versiegle dies in mir, Daß ich treu in Jesu Namen Meinen Glaubenskampf vollführ'. Er verleihe Kraft und Stärk' Und regiere selbst das Werk, Daß ich wache, bete, ringe Und also zum Himmel dringe. Ludwig Andreas Gotter. 401. Mel.: Was mein Gott will, gescheh' zc. 1. Ihr Mitgenossen, auf zum Streit, Damit uns Gott belohne! Es gilt das Reich der Herrlichkeit, Der Ueberwinder Krone. Der Weichende wird nicht gekrönt; Wie hat der Herr gestritten! Die Sieger nur hat er versöhnt, Als er für uns gelitten. 2. Miterben, haltet an und seht Empor zum großen Lohne; Denn nur durch unsre Feinde geht Der Weg zu jener Krone. Ob tausend auch zur Rechten euch, Zur Linken tausend sänken: Getrost, ihr kämpft für Gottes Reich; Er wird die Kraft euch schenken. 3. 3war groß ist unsers Kampfs Gefahr, 299 Wird uns sein Schild bedecken. Er stärkt, der mächtig stärken kann, Wenn wir um Hülfe flehen; Er reicht den Harnisch: legt ihn an, So könnt ihr muthvoll stehen. Doch laßt uns nicht erschrecken. Mit uns ist Gott, und wunderbar 4. Mit seiner Hölle Graun umhüllt, Schießt Satan Flammenpfeile. Ergreift, ergreift des Glaubens Schild, Schüßt euch mit Christi Heile. Mit diesem Helm deckt euer Haupt, Kämpft mit des Geistes Schwerte; Das ist es, was kein Tod euch raubt, Das Mächtige, Bewährte. 5. Wer überwindet, soll den Tod, Den ew'gen Tod nicht sehen; Verging' er auch in seiner Noth, Dort wird er nicht vergehen. Nach dieses Lebens kurzem Streit, Nach seinen kurzen Leiden Wird euch der Unschuld weißes Kleid, Gerechtigkeit, bekleiden. 6. Ach Hüter, ist die Nacht bald hin, Die dunkle Nacht der Erden? Wenn ich einst Ueberwinder bin, Wird licht das Dunkle werden. Dann seh' ich in dem Lebensbuch, Dank sei dir, meinen Namen: Des Kampfs, des Leidens ist genug, Erlöset bin ich, Amen! Friedrich Gottlieb Klopstock. 300 Tod und Ewigkeit. 7. Tod und Ewigkeit. 402. Eigene Melodie. 1. Mitten wir im Leben sind Mit dem Tod umfangen: Wen such'n wir, der Hülfe thu', Daß wir Gnad' erlangen? Das bist du, Herr, alleine! Uns reuet unsre Miſsethat, Die dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger Herre Gott! Heiliger starker Gott! Heiliger barmherziger Heiland! Du ewiger Gott! Laß uns nicht versinken In des bittern Todes Noth! Erbarm' dich unser! Martin Luther. Den ernsten Abschiedssang! Vielleicht läuft heut' zu Ende Dein ird'scher Lebensgang; Und eh' die Sonne sinket, Beschließt du deinen Lauf, Und wenn die Sonne steiget, Stehst du mit ihr nicht auf. Als Scheiden, Sterben, Tod. Wir scheiden von dem Leben Bei jedem Lebensschritt; Uns stirbt die Freud' im Herzen, Und unser Herz stirbt mit. Das alte Pilgerlied, Weil deine Straße täglich Dem Grabe näher zieht. 403. Laß dich es mild und freundlich Wie Glockenton umwehn, Mel.: Befiehl du deine Wege 2c. Es läute dir zum Sterben, 1. Stimm' an das Lied vom Doch auch zum Auferstehn! Sterben, Karl Johann Philipp Spitta. 2. Es giebt nichts Ungewissers Als Leben, Freud' und Noth; Allein auch nichts Gewissers 3. An unserm Pilgerstabe Ziehn wir dahin zum Grab, Und selbst ein Königsscepter Ist nur ein Pilgerstab. Ein Pilgerkleid hat allen Die Erde hier beschert; Wir tragen's auf der Erde Und lassen's auf der Erd'. 4. So sing' das Lied vom Sterben, 404. Mel.: Christus der ist mein Leben 2c. 1. Am Grabe stehn wir stille Und weihen Thränenjaat Des lieben Pilgers Hülle, Der ausgepilgert hat. 2. Er ist nun angekommen, Wir pilgern noch dahin; Tod und Ewigkeit. Er ist nun angenommen, Der Tod war ihm Gewinn. 3. Er schaut nun, was wir glauben, Er hat nun, was uns fehlt; Ihm kann der Feind nichts rauben, Der uns versucht und quält. 4. Jhn hat nun als den Seinen Der Herr dem Leid entrückt, Und während wir hier weinen, Ist er so hoch beglückt. 5. Er trägt die Lebenskrone Und hebt die Palm' empor Und singt vor Gottes Throne Ein Lied im höhern Chor. 6. Wir armen Pilger gehen Hier noch im Thal umher, Bis wir ihn wiedersehen Und selig sind wie er. Karl Johann Philipp Spitta. 405. Mel.: Wer nur den lieben Gott 2c. 1. So tragen wir den Staub zum Staube, Dies ist des Erdenlaufs Geschick; Doch aus dem Staube hebt der Glaube Zu seinem Himmel auf den Blick, Wo das jetzt selig liebt und lebt, Was hier im Staub so oft gebebt. 301 Sein Heilig! Heilig! Heilig! singt, Das in die Gräber niederklingt. 3. Von dort klingt hell unsterblich Leben Uns unser Liebesheld herab, Der uns das höchste Pfand gegeben, Der Sieger über Tod und Grab. Er spricht: von dem, was hier zerstäubt, Schaut hin auf das, was ewig bleibt. 2. Dort über Särgen, über Grüften Ruft uns der Glaube zu: empor! Empor zu heitern Sternenlüften, Wo der Erlösten Jubelchor 4. Zum Licht empor! ins Reich der Frommen, Ins Heimathland emporgeschaut! Von oben wird die Freude kommen, Wenn's auch hier unten bebt und graut. Zu mir empor! Empor zum Licht! Empor das Herz, das Angesicht! 5. So decken Erde wir mit Erde Und wanken in dem Glauben nicht, Daß alles Wahrheit sei und werde, Was unser Heiland zu uns spricht: O weint um das nicht, was zerstäubt, Freut euch mit dem, was ewig bleibt! Ernst Morik Arndt. 406. Mel.: Nun ruhen alle Wälder 2c. 1. O Welt, ich muß dich lassen, Ich fahr' dahin mein' Straßen Ins ew'ge Vaterland; Mein'n Geist will ich aufgeben, Tod und Ewigkeit. 302 Dazu mein Leib und Leben Seßen in Gottes gnäd'ge Hand. 2. Mein' Zeit ist nun vollendet, Der Tod das Leben endet, Sterben ist mein Gewinn; Kein Bleiben ist auf Erden, Das Ew'ge muß mir werden, Mit Fried' und Freud' ich fahr' dahin. 3. Auf Gott steht mein Vertrauen, Sein Antlig will ich schauen Wahrlich durch Jesum Christ, Der für mich ist gestorben, Des Vaters Huld erworben, Mein Mittler er auch worden ist. 4. Die Sünd' mag mir nicht schaden, Erlöst bin ich aus Gnaden Umsonst durch Christi Blut; Kein Werk kommt mir zuFrommen, So ich will zu ihm kommen; Der christlich' Glaub' allein es thut. 5. O Welt, laß ab von Sünden, Der Tod wird dich auch finden; Drum richt' dich auf die Bahn Mit Beten und mit Wachen, Laß alle ird'schen Sachen Und fang' ein göttlich Leben an. Johann Hesse. | 2. Was suchst du, Mensch, bis in den Tod? Du suchst so viel, und eins ist noth! Die Welt beut ihre Güter feil: Denk' an dein Heil Und wähl' in Gott das beste Theil. 407. Mel.: Ich hab' mein' Sach' Gott 2c. 1. O selig, wer das Heil erwirbt, Daß er im Herrn, in Christo stirbt! O selig, wer, vom Laufe matt, Die Gottesstadt, Die droben ist, gefunden hat! 3. Was sorgst du bis zum letzten Tritt? Nichts brachtest du, nichts nimmſt du mit. Die Welt vergeht in Lust und Schmerz. Schau' himmelwärts! Da, wo der Schatz ist, sei dein Herz. 4. Mit Gott bestell' dein Haus bei Zeit, Eh' dich der Tod an Todte reiht. Sie rufen: gestern war's an mir, Heut' ist's an dir; Hier ist kein Stand, kein Bleiben hier. 5. Vom Freudenmahl zum Wanderstab, Aus Wieg' und Bett in Sarg und Grab: Wann, wo und wie, ist Gott bewußt. Schlag an die Brust! Du mußt von dannen, Mensch, du mußt! 6. Da ist kein Siß zu reich, zu arm, Kein Haupt zu hoch, kein Herz zu warm; Da blüht zu schön kein Morgenroth: Im Finstern droht Der Tod und überall der Tod. Tod und Ewigkeit. 7. Ach banges Herz im Leichenthal, Wo ist dein Licht, dein Lebensstrahl? Du bist es, Jesu, der mit Macht Aus Grabesnacht Das Leben hat ans Licht gebracht. 8. Dein Trostwort klingt so hoch und hehr: Wer an mich glaubt, stirbt nimmermehr! Dein Kreuz, dein Grab, dein Auferstehn, Dein Himmelgehn Läßt uns den Himmel offen sehn. 9. Wohl dem, der Jesu sich vertraut, Schon hier die ew'gen Hütten baut! Er sieht das Kleinod in der Fern' Und kämpfet gern Und harrt der Zukunft seines Herrn. Christian Friedrich Heinrich Sachse. 303 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe, Ob es nicht heute noch geschieht, Daß ich vor Abend mich entfärbe, Der Blume gleich, die schnell verblüht; 408. Mel.: Wer nur den lieben Gott 2c. 1. Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe, Ich bin ein Mensch, der bald vergeht, Und finde hier kein sichres Erbe, Kein Gut, das ewiglich besteht; Drum zeige mir in Gnaden an, Wie ich recht selig sterben kann. Drum mache täglich mich bereit Zum Hingang in die Ewigkeit. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, Wie mich des Todes Hand berührt. Dem einen wird das Scheiden herbe, Sanft wird der andre heimgeführt. Doch wie du willst! nur das verleih, Daß ich getrost im Tode sei. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, Und welcher Hügel einst mich deckt; Genug, wenn ich nur dies erwerbe, Daß ich zum Leben werd' erweckt. Wo dann meinGrab auch möge sein, Die Erd' ist allenthalben dein. 5. Nun, treuer Vater, wenn ich sterbe, So nimm du meinen Geist zu dir. Ich weiß, daß ich dann nicht verderbe, Lebt Christus und sein Geist in mir. Darum erwart' ich ruhevoll, Wo, wie und wann ich sterben soll. Benjamin Schmolck. 304 Tod und Ewigkeit. 409. Eigene Melodie. Ch. A. 1. Es ist genug! so nimm, Herr, meinen Geist Zu Zions Geistern hin! Lös auf das Band, das schon allmählich reißt, Befreie meinen Sinn. O stille doch dies heiße Sehnen Und mach' ein Ende meinen Thränen. Es ist genug! Es ist genug! 2. Es ist genug des Jammers, der mich drückt Im Thränenthale hier! Der Sünde Gift- es hatte fast erstickt Den guten Keim in mir. Es ist zu viel und kaum zu nennen, Was mich von meinem Gott will trennen, Es ist genug! Es ist genug! 3. Es ist genug, wenn Gott, mein Heiland, will; Er fennet ja mein Herz. Ich harre sein; geduldig halt' ich still; Er heilet jeden Schmerz. Was meine sieche Brust getragen, Nimmt er hinweg und wird dann sagen: Es ist genug! Es ist genug! 4. Es ist genug! Herr, wenn es dir gefällt, So ende meinen Lauf! Entrücke mich dem Jammer dieser Indr Welt, Nimm mich zu dir hinauf! Heil mir, ich fahre hin in Frieden! Mein Kreuz und Elend bleibt hienieden! Es ist genug! Es ist genug! Franz Joachim Burmeister. 410. Mel.: Befiehl du deine Wege 2c. 1. Die auf der Erde wallen, Die Sterblichen, sind Staub, Sie blühen auf und fallen, Des Todes sichrer Raub. Die Stund' ist uns verborgen, Da Gottes Stimme ruft; Doch jeder neue Morgen Bringt näher uns zur Gruft. 2. Getrost gehn Gottes Kinder Des Todes dunkle Bahn, Zu der verstockte Sünder Mit bangen Herzen nahn; Wo selbst der freche Spötter Nicht mehr zu spotten wagt Und vor der Gläub'gen Retter Erzittert und verzagt., 3. Wenn, diese Bahn zu gehen, Dein Will' einst mir gebeut, Wenn vor der Seele stehen Gericht und Ewigkeit, Wenn meine Kräfte beben Und nun das Herz mir bricht: Herr über Tod und Leben, O dann verlaß mich nicht! 4. Hilf, Todesüberwinder, Hilf mir in solcher Angst, Tod und Ewigkeit. Der du zum Heil der Sünder Selbst mit dem Tode rangst. Wenn bei des Kampfes Ende Mich Todesschrecken faßt, Dann nimm in deine Hände, Den du erlöset haſt. 5. Des Himmels fel'ge Freuden Ermißt fein sterblich Herz. O Trost für kurze Leiden, Für kurzen Todesschmerz! Dem mächt'gen Ueberwinder Sei ewig Preis und Dank; Preis ihm, der für uns Sünder Den Kelch des Todes trank! Gottfried Benedikt Funk. 411. Mel.: Christus der ist mein Leben 2c. 1. Mein Gott, in deine Hände Befehl' ich meinen Geist: Du lebst und liebst ohn' Ende Und thust, wie du verheißt. 2. Wem sollt' ich mich empfehlen, Wenn ich will selig sein? Dein sind ja alle Seelen, So ist mein Geist auch dein. 3. Du hast ihn mir gegeben, So nimm ihn wieder hin, Dort bei dem Herrn zu leben, Dem ich zu eigen bin. 4. Mein Glaube schwingt die Flügel Bereits zu jener Stadt, Dieweil der Geist das Siegel Auf die Erlösung hat. 5. Gott, warst du mein Befreier Schon in der Sündennoth, So bist du, o Getreuer, Es auch in meinem Tod. 305 6. Du lebst und liebst ohn' Ende Und thust, wie du verheißt; Mein Gott, in deine Hände Befehl' ich meinen Geist. Philipp Friedrich Hiller. 412. Mel.: Befiehl du deine Wege 2c. 1. Ich bin ein Gast auf Erden Und hab' hier keinen Stand: Der Himmel soll mir werden; Da ist mein Vaterland. Hier muß ich Unruh' haben, Hier reif' ich ab und zu: Dort wird mein Gott mich laben Mit seiner ew'gen Ruh'. 2. Was ist mein ganzes Wesen Von meiner Jugend an Als Müh' und Noth gewesen? So lang' ich denken kann, Hab' ich so manchen Morgen, So manche liebe Nacht Mit Kummer und mit Sorgen Des Herzens zugebracht. 3. Ich habe mich ergeben In alles Glück und Leid: Was will ich besser leben In dieser Sterblichkeit? Es muß ja durchgedrungen, Es muß gelitten sein: Wer nicht hat wohl gerungen, Geht nicht zur Freude ein. 4. Mein' Heimath ist dort oben, Da aller Engel Schaar 20 Tod und Ewigkeit. 306 Den großen Herrscher loben, Der alles ganz und gar In seinen Händen träget Und für und für erhält, Auch alles hebt und leget, Nachdem's ihm wohlgefällt. 5. Zu ihm steht mein Verlangen, Da wollt' ich gerne hin, Die Welt bin ich durchgangen, Daß ich fast müde bin. Je länger ich hier walle, Je wen'ger find' ich Freud', Die meinem Geist gefalle; Das Meist' ist Herzeleid. 6. Die Herberg' ist zu böse, Der Trübsal ist zu viel: Ach komm, mein Gott, und löse Mein Herz, wenn dein Herz will! Komm, mach' ein selig Ende Mit meiner Wanderschaft, Und was mich kränket, wende Durch deines Armes Kraft! 7. Du, Herr, bist meine Freude, Du meines Lebens Licht, Du ziehst mich, wenn ich scheide, Hin vor dein Angesicht, Ins Haus der ew'gen Wonne, Da ich stets freudenvoll Gleich als die helle Sonne Mit andern leuchten soll. 8. Da will ich immer wohnen, Und nicht nur als ein Gast, Bei denen, die durch Kronen Du ausgeschmücket hast. Da will ich herrlich singen Von deinem großen Thun Und frei von schnöden Dingen In meinem Erbtheil ruhn. Paul Gerhardt. 413. Mel.: Ich hab' mein' Sach' Gott 2c. 1. Wie fleucht dahin der Menschen Zeit! Wie eilen wir zur Ewigkeit! Wie wen'ge denken an die Stund' Von Herzensgrund! Wie schweigt hievon der träge Mund! 2. Das Leben ist gleich wie ein Traum, Gleich einem leichten Wasserschaum, Dem Grase gleich, das heute steht Und schnell vergeht, Sobald der Wind darüber weht. 3. Nur du, Jehovah, bleibest mir Das, was du bist; ich traue dir. Laß Berg und Hügel fallen hin: Mir ist Gewinn, Wenn ich bei meinem Jesu bin. 4. So lang' ich in der Hütte wohn', So lehre mich, o Gottes Sohn! Gieb, daß ich zähle meine Tag' Und immer wach', Daß, eh' ich sterb', ich sterben mag. 5. Was hilft die Welt in letzter Noth, Lust, Ehr' und Reichthum in dem Tod? Tod und Ewigkeit. Bedenk's, o Mensch, was eilest du| Und hast das matte Herz Dem Schatten zu? Durch deinen Trost gestärkt. Du kommst sonst nicht zu wahrer Ruh'. 6. Weg Eitelkeit, der Thoren Lust! Mir ist das höchste Gut bewußt; Das such' allein ich für und für, Das bleibet mir. Herr Jesu, zeuch mein Herz nach dir. 7. Was wird das sein, wenn ich dich seh' Und dort vor deinem Throne steh'! Du unterdessen lehre mich, Daß stetig ich Mit klugem Herzen suche dich. Joachim Neander. 414. Mel.: O Gott, du frommer Gott 2c. 1. Bleib', Jesu, bleib' bei mir, Es will nun Abend werden; Der Tag hat sich geneigt Mit meiner Zeit auf Erden, Mein Abschied stellt sich ein; Die Stunde naht sich nun, Da ich soll auf der Welt Die letzte Reise thun. 2. Die Zeit der Pilgrimschaft, Tie ich hier angefangen, Ist über Berg und Thal Durch Kreuz und Noth gegangen. Du aber warst bei mir, Auch wenn ich's nicht gemerkt, 307 3. So wirst du mich zuletzt, Mein Jesu, nicht verlassen, Mein Glaube soll dich fest Mit beiden Armen fassen. Ach ja, ich höre schon, Was mir dein Mund verspricht: Ich weiche nicht von dir, So fürchte dich nur nicht! 4. Drum fürcht' ich mich auch nicht; Wird meine Seele scheiden, So führest du sie ein Ins Paradies der Freuden: So wird der böse Weg Des ganzen Lebens gut, Wenn man den letzten Schritt Mit dir zum Himmel thut. Erdmann Neumeister. 415. Eigene Melodie. 1. Christus der ist mein Leben, Sterben ist mein Gewinn. Dem thu' ich mich ergeben, Mit Fried' fahr' ich dahin. 2. Mit Freud' fahr' ich von hinnen Zu ihm, dem Bruder mein, Den Himmel zu gewinnen Und dort bei ihm zu sein. 3. Ich hab' nun überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Noth; Durch seine heil'gen Wunden Bin ich versöhnt mit Gott. 20* Tod und Ewigkeit. 308 4. Wenn mir die Augen brechen, Der Athem stockt im Lauf, Der Mund nicht mehr kann sprechen: Herr, nimm mein Seufzen auf! 5. Wenn mir Sinn und Gedanken Vergehen wie ein Licht, Das hin und her muß wanken, Weil Nahrung ihm gebricht: 6. Alsdann fein sanft und stille, Herr, laß mich schlafen ein Nach deinem Rath und Willen, Wenn kommt mein Stündelein. 7. Dann wollst du bei mir bleiben, Wenn's Abend worden ist, Und alle Furcht vertreiben, Bis sich mein Auge schließt. ( Vulpius, Ein schön Geistlich Gesangbuch. Jena 1609.) 416. Mel.: Jesus, meine Zuversicht 2c. 1. Meine Lebenszeit verstreicht, Stündlich eil' ich zu dem Grabe; Und was ist's, das ich vielleicht, Das ich noch zu leben habe? Denk', o Mensch, an deinen Tod; Säume nicht, denn eins ist noth. 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, Wünschen wirst, gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, Nichts kann dich im Tod erfreun; Diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Gutes liebt, Nur ein ruhiges Gewissen, Das vor Gott dir Zeugniß giebt, Wird dir deinen Tod versüßen; Dieses Herz, von Gott erneut, Ist des Todes Freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten Noth Freunde hülflos um dich beben, Dann wird über Welt und Tod Dich dies reine Herz erheben; Gott ist deine Zuversicht. Dann erschreckt dich kein Gericht, 5. Daß du dieses Herz erwirbst, Fürchte Gott und bet' und wache. Sorge nicht, wie früh du stirbst, Deine Zeit ist Gottes Sache. Lern' nicht nur den Tod nicht scheun, Lern' auch seiner dich erfreun. 6. Ueberwind' ihn durch Vertraun; Sprich: ich weiß, an wen ich glaube, Und ich weiß, ich werd' ihn schaun Einst in dem verklärten Leibe. Er, der rief: es ist vollbracht, Nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin; Siehe dein Gebein versenken. Sprich: Herr, daß ich Erde bin, Lehre du mich selbst bedenken. Lehre du mich's jeden Tag, Daß ich weiser werden mag. Christian Fürchtegott Gellert. Tod und Ewigkeit. 417. Mel.: Ich hab' mein' Sach' Gott 2c. 1. Dein bin ich, Gott, in Ewigkeit, In deiner Hand steht meine Zeit. Du hast der ganzen Menschenschaar Ihr Todesjahr Bestimmt schon, eh' die Zeit noch war. 2. Wenn meiner Tage Ende kömmt, Und deine Hand das Leben hemmt, Dann hilf mir in der Todesnoth, Getreuer Gott, Ein sanfter Schlaf werd' mir der Tod. 3. Nimm nach vollbrachtem Lebenslauf Zur Ruh' der Seligen mich auf; Verwirf, wenn einst das Herz mir bricht, Verwirf mich nicht, Herr, Herr, vor deinem Angesicht. 4. Drückt mich auch schwerer Krankheit Schmerz Vor meinem Tod, so still'mein Herz, Daß es auch in der Schmerzen Wuth Mit starkem Muth In deiner weisen Fügung ruht. 309 6. Hilf meiner Schwachheit, Geist des Herrn, Zeig' mir den Himmel dann von fern, Daß ich, wenn ich zum Vater fleh', Getröstet seh', Wie der mich liebt, zu dem ich geh'. 5. O Jesu, bring' mich dann zur Ruh', Johann Samuel Diterich nach Friedrich Gottlieb Klopstock. 418. Mel.: Jesu, meines Lebens Leben zc. 1. Wenn ich vors Gericht soll treten, Wo man nicht entfliehen kann, Ach so wollest du mich retten Und dich meiner nehmen an. Du allein, du kannst es wehren, Daß ich nicht den Fluch darf hören: Jhr zu meiner linken Hand Seid von mir noch nie erkannt! 2. Herr, ich glaube! hilf mir Schwachen, Laß mich ja verzagen nicht. Du, du kannst mich stärker machen, Wenn mich Sünd' und Tod ansicht. Deiner Güte will ich trauen, Bis ich fröhlich werde schauen Dich, Herr Jesu, nach dem Streit In der frohen Ewigkeit. Johann Rist. 419. In meinem Herzen wirke du, Eigene Melodie. Daß ich mit gläubigem Vertraun 1. Auferstehn, ja auferstehn wirst du, Mög' ohne Graun Hin in die Nacht des Todes schaun. Mein Staub, nach kurzer Ruh'! Tod und Ewigkeit. 310 Unsterblich Leben Wird, der dich schuf, dir geben! Hallelujah! 2. Wieder aufzublühn werd' ich gesät! Der Herr der Ernte geht Und sammelt Garben, Uns ein, uns ein, die starben! Hallelujah! 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag! Du meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe Genug geschlummert habe, Erweckst du mich! 4. Wie den Träumenden wird's dann uns sein; Mit Jesu gehn wir ein Zu seinen Freuden! Der müden Pilger Leiden Sind dann nicht mehr! 5. Ach ins Allerheiligste führt mich Mein Mittler dann; lebt' ich Im Heiligthume Zu seines Namens Ruhme! Hallelujah! Friedrich Gottlieb Klopstock. In göttliche Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, Und jene Welt reicht ihr den Preis. 2. Wahr ist's, der Fromme schmeckt auf Erden Schon manchen sel'gen Augenblick; Doch alle Freuden, die ihm werden, Sind nur ein unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh' Nimmt in der Seele ab und zu. 3. Hier, wo die Tugend öfters leidet, Das Laster öfters glücklich ist, Wo man den Glücklichen beneidet Und des Bekümmerten vergißt: Hier kann der Mensch nie frei von Pein, Nie frei von eigner Schwachheit ſein. 4. Hier such' ich's nur, dort werd' ich's finden! Dort werd' ich, heilig und verklärt, Der Tugend ganzen Werth empfinden, unaussprechlich Werth: Den Gott der Liebe werd' ich sehn, Ihn lieben, ewig ihn erhöhn. großen Den 420. Mel.: Wer nur den lieben Gott 2c. 1. Nach einer Prüfung kurzer Tage Erwartet uns die Ewigkeit. Dort, dort verwandelt sich die Und lieblich Wesen, Heil die Fülle Klage Am Throne Gottes mich erfreun. 5. Da wird der Vorsicht heil'ger Wille Mein Will' und meine Wohlfahrt ſein, Tod und Ewigkeit. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn Mich fühlen, daß ich ewig bin. 6. Da werd' ich das im Licht erkennen, Was ich auf Erden dunkel sah; Das wunderbar und heilig nennen, Was unerforschlich hier geschah; Da denkt mein Geist mit Preis und Dank Die Schickung im Zusammenhang. 7. Da werd' ich zu dem Throne dringen, Wo Gott, mein Heil, sich offenbart; Ein Heilig, Heilig, Heilig singen Dem Lamme, das erwürget ward. Und Cherubim und Seraphim Und alle Himmel jauchzen ihm. 8. Da werd' ich in der Engel Schaaren Mich ihnen gleich und heilig sehn; Das nie gestörte Glück erfahren, Mit Frommen stets fromm umzugehn. Da wird durch jeden Augenblick Ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 9. Da werd' ich dem den Dank bezahlen, 311 10. Da ruft, o möchte Gott es geben! Der Gottes Weg mich gehen hieß, Und ihn zu Millionen Malen Noch segnen, daß er mir ihn wies; Da find' ich in des Höchsten Hand Den Freund, den ich auf Erden fand. Vielleicht auch mir ein Sel'ger zu: Heil sei dir, denn du hast mein Leben, Die Seele mir gerettet, du! O Gott, wie muß das Glück erfreun, Der Retter einer Seele sein! 11. Was seid ihr Leiden dieser Erden Doch gegen jene Herrlichkeit, Die offenbart an uns soll werden Von Ewigkeit zu Ewigkeit! Wie nichts, wie gar nichts gegen sie Ist doch ein Augenblick voll Müh'! Christian Fürchtegott Gellert. 421. Mel.: Befiehl du deine Wege zc. 1. In Gottes Rath ergeben, Verlass' ich gern die Welt; Ich geh' zum bessern Leben, Sobald es Gott gefällt. Was wär's, das mich betrübte? Dort schau' ich ewig den, Der meine Seele liebte, Noch eh' ich ihn gesehn. 2. Er ruft zur Zeit der Schmerzen Uns voll Erbarmen zu: Kommt her, beladne Herzen, Ihr findet bei mir Ruh'! Dies Wort aus deinem Munde Laß, Herr, auch mich erfreun Und in der letzten Stunde Mir Geist und Leben sein. Tod und Ewigkeit. 312 3. Mit dir muß es mir glücken, Daß ich den Kampf besteh', Wenn ich mit gläub'gen Blicken Auf dich, mein Heiland, seh', Auf dich, der für die Sünder Selbst mit dem Tode rang, Als mächt'ger Ueberwinder Ihn auch für mich bezwang. 4. Der frohe Siegsgedanke: Wo ist dein Stachel, Tod? Stärkt mich, daß ich nicht wanke In meiner Todesnoth. Durch dich wird, wenn ich sterbe, Das Sterben mir Gewinn; Ich bin des Himmels Erbe, Weil ich dein eigen bin. 5. Dein Blut wird nicht vergebens Für mich geflossen sein; Du schreibst ins Buch des Lebens Auch meinen Namen ein. Du bist's, dem ich vertraue, Bis einst mein Auge bricht; Mit allen Sel'gen schaue Ich dann dein Angesicht. Ch. F. Neander nach Val. Herberger. 422. Mel.: Wie schön leuchtet der 2c. 1. Wie wird mir dann, o dann mir sein, Wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, In ihm entschlafen werde, Von keiner Sünde mehr entweiht, Entladen von der Sterblichkeit, Nicht mehr der Mensch von Erde! Freu' dich, Seele, Stärke, tröste dich, Erlöste, mit dem Leben, Das dir dann dein Gott wird geben. 2. Ich freue mich und bebe doch, So drückt mich meines Elends Joch, Der Fluch der Sünde, nieder. Der Herr erleichtert mir mein Joch, Es stärkt durch ihn mein Herz sich doch, Glaubt und erhebt sich wieder. Jesus Christus, Laß mich streben, dir zu leben, dir zu sterben, Deines Vaters Reich zu erben. 3. Verachte denn des Todes Graun, Mein Geist; er ist ein Weg zum Schaun, Der Weg im finstern Thale. Er sei dir nicht mehr fürchterlich, Ins Allerheiligste führt dich Der Weg im finstern Thale. Gottes Ruh' ist Unvergänglich, überschwänglich; die Erlösten Wird sie unaussprechlich trösten. 4. Herr, Herr, ich weiß die 1 Stunde nicht, Die mich, wenn nun mein Auge bricht, Zu deinen Todten sammelt. Vielleicht umgiebt mich ihre Nacht, Eh' ich dies Flehen noch vollbracht, Mein Lob dir ausgestammelt. Tod und Ewigkeit. Vater, Vater, Ich befehle meine Seele deinen Händen; So laß mich den Lauf vollenden. 5. Vielleicht sind meiner Tage viel, Ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, An dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, Die Hütte meiner Sterblichkeit, Wird sie erst spät zertrümmert: Laß mich, Vater, Gute Thaten, gute Thaten mich begleiten Vor den Thron der Ewigkeiten. 6. Wie wird mir dann, ach dann mir sein, Wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, Ihn dort anbeten werde, Von keiner Sünde mehr entweiht, Ein Mitgenoß der Ewigkeit, Nicht mehr der Mensch von Erde! Heilig, Heilig, Heilig! singen wir dir, bringen Preis und Ehre! Dir, der war und sein wird, Ehre! Friedrich Gottlieb Klopstock. 313 Des Todesschlummers folgt Entzücken, Folgt Wonne der Unsterblichkeit. Im Frieden ruhen sie, Los von der Erde Müh'. Hosianna! 423. Mel.: Wachet auf, ruft uns die 2c. 1. Selig sind des Himmels Erben, Die Todten, die im Herren sterben, Zur Auferstehung eingeweiht. Nach den letzten Augenblicken Vor Gottes Thron zu seinem Sohn Begleiten ihre Werke sie! 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehre Sei dir, Versöhner, Jesu Christ! Jhr, der Ueberwinder Chöre, Bringt Dank, Anbetung, Preis und Ehre Dem Lamme, das geopfert ist! Er sank, wie wir, ins Grab, Wischt unsre Thränen ab, Alle Thränen. Er hat's vollbracht! Nicht Tag, nicht Nacht Wird an des Lammes Throne sein. 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne Scheint uns alsdann; er ist uns Sonne, Der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn! Heil, nach dem wir weinend rangen, Nun bist du, Heil, uns aufgegangen, Nicht mehr im Dunkeln, nicht von fern; Nun weinen wir nicht mehr! Das Alte ist nicht mehr! 314 Hallelujah! Er sank hinab, Tod und Ewigkeit. Wie wir, ins Grab: Er ging zu Gott; wir folgen ihm! Friedrich Gottlieb Klopstock. 424. Eigene Melodie. 1. O wie selig seid ihr doch, ihr Frommen, Die ihr durch den Tod zu Gott gekommen, Ihr seid entgangen ist Aller Noth, die uns noch hält gefangen. 2. Muß man doch hier wie im Kerker leben, Da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben. Was wir hier kennen, Ist nur Müh' und Herzeleid zu nennen. 3. Ihr hingegen ruht in eurer Kammer, Sicher und befreit von allem Jammer; Kein Kreuz noch Leiden Ist euch hinderlich an euren Freuden. 4. Christus trocknet ab euch alle Thränen, Ihr habt schon, wonach wir uns erst ſehnen, Euch wird gesungen, Was durch keines Ohr allhier gedrungen. 5. Ach wer wollte denn nicht gerne sterben Und den Himmel für die Welt ererben? Wer hier noch weilen Und nicht freudig zur Vollendung eilen? 6. Komm, o Jesu, bald uns zu erlösen Von der Erde Last und allem Bösen; Bei dir, o Sonne, Ist der frommen Seelen Freud' und Wonne. Simon Dach. 425. Mel.: Christus der ist mein Leben 2c. 1. Ruht nun in Gott, ihr Frommen, Ruht unter seinem Dach; Ist euer Licht verglommen, Bleibt doch der Hüter wach. 2. Der alles Leid geendet, Das müde Wandrer traf, Hat euch den Schlaf gesendet Und hütet euren Schlaf. 3. Da rührt das Herz kein Jammer Und keine Qual mehr an; Kein Ach! tönt aus der Kammer, Die Gott euch aufgethan. 4. Nicht in des Grabes Höhle Schließt sich des Christen Lauf; Es steigt die fromme Seele Vom Grab zum Himmel auf. Tod und Ewigkeit. 5. Kein Auge sah die Palmen, Die dort den Siegern wehn; Kein Ohr vernahm die Psalmen, Womit sie Gott erhöhn. 6. Hoch über unsern Wegen, Da wohnt der Frommen Glück; Ihr Grab, ihr Bild, ihr Segen Bleibt tröstend uns zurück. 7. Ruht denn in Gott, ihr Frommen, Ruht unter seinem Dach; Es wird ein Morgen kommen, Da seid ihr ewig wach: 8. Und wir mit euch, ihr Lieben, Wenn Gottes Stimme rief, Was wach im Herrn geblieben, Und was im Herrn entschlief. 9. Sein ist des Lebens Gabe; Sein ist auch unsre Gruft. Preis ihm, der uns zum Grabe Und zum Erwachen ruft! Christian Friedrich Heinrich Sachse. 426. Eigene Melodie. 1. Jerusalem, Du hochgebaute Stadt, Wollt' Gott, ich wär' in dir! Mein sehnlich Herz So groß Verlangen hat Und ist nicht mehr bei mir. Weit über Berg' und Thale, Weit über Flur und Feld Schwingt es sich über alle Und eilt aus dieser Welt. 2. O schöner Tag, O sel'ger Augenblick, Wann bricht dein Glanz hervor, Da frei und leicht Zu reinem Himmelsglück Sich schwingt die Seel' empor, Da ich sie übergebe In Gottes treue Hand, Auf daß sie ewig lebe In jenem Vaterland! 315 3. O hehre Burg, Sei nun gegrüßet mir, Thu' auf der Gnaden Pfort'; Wie lange schon Hat mich verlangt nach dir, Eh' ich bin kommen fort Aus jenem bösen Leben, Aus jener Nichtigkeit, Und mir Gott hat gegeben Das Erb' der Ewigkeit! 4. Was für ein Volk, Welch eine edle Schaar Kommt dort gezogen schon! Was in der Welt Von Auserwählten war, Seh' ich, die beste Kron', Die Jesus mir voll Gnade Entgegen hat gesandt Auf meinem lezten Pfade Aus jenem Thränenland. 5. Propheten groß Und Patriarchen hoch, Auch Christen insgemein, Gekommen einst Aus schwerem Kreuzesjoch, Aus der Tyrannen Pein, Tod und Ewigkeit. 316 Schau' ich in Ehren schweben, In Freiheit überall, Mit Klarheit hell umgeben, Mit sonnenlichtem Strahl. 6. Lang' ich dann an Im schönen Paradies, Im Heiligthum des Herrn, Dann schaut mein Geist, Was er einst glaubend pries, Was er gesehn von fern. O welche Jubelklänge Hört mein entzücktes Ohr, Welch hohe Lobgesänge Von aller Sel'gen Chor! Johann Matthäus Meyfart. 427. Mel.: Der Tag der ist so freudenreich 2c. 1. Einst reift die Saat, mein Staub ersteht Zu Jesu Christi Leben; Er, der da kommt voll Majestät, Wird mir's aus Gnaden geben. Im Schooße Gottes ruht mein Geist Von Lebensmühen aus und fleußt Von Wonn' anbetend über. Ach mein Auge schaute nie, Meinem Ohr ertönte nie Solch Heil in dieſem Leben! 2. Das kommt in keines Men schen Herz, Was denen Gott bereitet, Den Pilgern, die oft trüber Schmerz Zum ew'gen Leben leitet. Wir schauen in das tiefe Meer, Erforschen's nicht; denn Gott ist der, Der unser sich erbarmet. Mehr, viel mehr, als wir verstehn, Mehr, als unsre Thränen flehn, Giebt uns, der ewig liebte. 3. Sei, Seele, stark und fürchte nicht Durchs finstre Thal zu wallen. Nah an des Thales Nacht ist Licht, Der Engel Jubel schallen Ins letzte Seufzen der Natur. Der bei sich selbst die Gnade schwur, Sein Haupt am Kreuze neigte, Er erfüllt des Bundes Eid, Er ist ganz Barmherzigkeit. Dank sei ihm, Preis und Ehre! Friedrich Gottlieb Klopstock. 428. Eigene Melodie. 1. Fren' dich sehr, o meine Seele, Und vergiß der Noth und Qual! Christus, dem ich mich befehle, Ruft mich aus dem Jammerthal. Aus der Trübsal dieser Zeit Führt er mich zur Herrlichkeit, Die kein Ohr je hat gehöret Und die ewig, ewig währet. 2. Tag und Nacht hab' ich gerufen Zu dem Herren, meinem Gott, Tod und Ewigkeit. Weil mich stets viel Kreuz betroffen, Daß er mir hülf' aus der Noth. Wie sich sehnt ein Wandersmann Nach dem Ende seiner Bahn, Also seufz' ich alle Tage Nach dem Ende meiner Plage. 3. Denn wie unter Dornen blühen Rosen, schön wie Morgenroth, Also gehn durch Angst und Mühen Christen hin in Noth und Tod. Wie die Meereswellen sind Und der ungestüme Wind: So muß oft im Christenleben Sich der Leiden Sturm erheben. 4. Beuchte mir mit deiner Gnade, Jesu, heller Morgenstern, Daß ich deine Kreuzespfade Als dein Jünger gehe gern, Hilf, daß ich mit Fried' und Freud' Fahr' in deine Herrlichkeit; Steh' mir bei mit deinem Worte Bis an meines Grabes Pforte. 317 6. Freu' dich sehr, o meine Seele, 5. Gläubig will ich zu dir fliehen Auf dem bittern Todesgang, Gern zu dir, mein Heiland, ziehen In mein himmlisch Vaterland. In das schöne Paradies, Das dein Wort dem Schächer wies, Wirst du mich, Herr Christ, einführen, Mich mit ew'ger Klarheit zieren. Und vergiß der Noth und Qual! Christus, dem ich dich befehle, Ruft dich aus dem Jammerthal. Seine Freud' und Herrlichkeit Sollst du sehn in Ewigkeit Und dort mit den Engelchören Triumphiren ohn' Aufhören. 1620. 429. Mel.: Jesu, meines Lebens Leben 2c. 1. O wie unaussprechlich selig Werden wir im Himmel sein! Da, da ernten wir unzählig Unsers Glaubens Früchte ein. Da wird, frei von Leid und Zähren, Unser Leben ewig währen. Gott, zu welcher Seligkeit Führst du uns durch diese Zeit! 2. Hier ist zwar, was du den Frommen Dort für Heil bereitest haſt, Noch ist keines Herz gekommen. Welcher Mensch auf Erden faßt Deines Himmels große Freuden? Doch nach dieses Lebens Leiden Werden alle, die dir traun, Mehr noch, als sie hoffen, schaun. 3. Neue Wunder deiner Güte Werden dort ihr Glück erhöhn, Und mit staunendem Gemüthe Wird es unser Auge sehn, Deine Huld sei überschwänglich Und das Gute unvergänglich, 318 Tod und Welches dem, der recht dich liebt, Deine Vaterhand dort giebt. 4. Dann wirst du dich unsern Seelen Offenbaren, wie du bist; Keine Wonne wird uns fehlen Da, wo alles Wonne ist. Zu vollkominnen Seligkeiten Wird uns dort der Mittler leiten, Der am Kreuze für uns starb Und uns dieses Heil erwarb. 5. Da wird deiner Frommen Menge Ein Herz, eine Seele sein, Liebe, Dank und Lobgesänge Dir, erhabner Gott, zu weihn, Dir und dem, der selbst sein Leben Willig für uns hingegeben. Mit ihm, unserm besten Freund, Sind wir ewig dann vereint. 6. Was ist unser Loos auf Erden? Ob's auch noch so köstlich sei, Ist's doch nimmer von Beschwerden, bail Sorg' und Kummer völlig frei. Schnell folgt hier auf Lust oft Weinen, Dort erst wird die Zeit erscheinen, Wo kein Wechsel mehr uns beugt, Wo das Glück beständig steigt. 7. Sei, o Seele, hoch erfreuet Ueber das erhabne Glück, Das dir einst dein Gott verleihet; Richte deinen Glaubensblick " Oft nach jener Stadt der Frommen, Ewigkeit. Ringe standhaft, hinzukommen, Trachte, weil du hier noch bist, Nur nach dem, was droben ist. 8. Ohne Heiligung wird keiner, Herr, in deinen Himmel gehn; O so mache immer reiner Hier mein Herz, dich einst zu sehn. Hilf du selber meiner Seele, Daß sie nicht den Weg verfehle, Der mich sicher dahin bringt, Wo dein ew'ges Lob erklingt. Johann Samuel Diterich nach Benjamin Schmolck. dnj 430. Mel.: Wie wohl ist mir, o Freund 2c. 1. Es ist noch eine Ruh' vorhanden; Auf, müdes Herz, und werde Licht! Du seufzest hier in deinen Banden, Und deine Sonne scheinet nicht. Auf Jesum sieh, der dich mit Freuden Dort wird vor seinem Stuhle weiden! Wirf hin die Last und eil' ihm zu! Bald ist der heiße Kampf geendet, Bald, bald der saureLauf vollendet, So gehst du ein zu deiner Ruh'. 2. Die Ruhe hat Gott auserkoren, Die Ruhe, die kein Ende nimmt; Es hat, da noch kein Mensch geboren, Die Liebe sie uns schon bestimmt. Der Heiland wollte darum sterben, Uns diese Ruhe zu erwerben; Er ruft, er locket weit und breit: Tod und Ewigkeit. 319 Ihr müden Seelen und ihr Schmerz, Seufzen, Tod und banges Frommen, Leiden Versäumet nicht, heut' einzu- Wird dann auf ewig von uns scheiden, kommen Zu meiner Ruhe Lieblichkeit! Wir werden den Erlöser sehn! Er wird vom Kampf uns neu erfrischen, Die Thränen von den Augen wischen Und mit uns ein zur Freude gehn. Johann Siegmund Kunth. 3. So kommet denn, ihr matten Seelen, Die manche Last und Bürde drückt; Eilt, eilt aus euren Kummerhöhlen, Geht nicht mehr seufzend und gebückt! Ihr habt des Tages Last getragen, Dafür läßt euch der Heiland sagen: Ich selbst will eure Ruhstatt sein; Bereit ist sie für euch dort oben, Dort werdet ewig ihr Gott loben, Seid nur getroft und gehet ein! 4. Was mag wohl einen Kranken laben Und einen müden Wandersmann? Wenn jener nur ein Lager haben Und sanft von Schmerzen ruhen kann; Wenn dieser sich darf niederseßen, An einem frischen Trunk ergößen: Wie sind sie beide hoch erfreut! Doch dies sind kurze Ruhestunden: Es ist noch eine Ruh' erfunden, Die währt in alle Ewigkeit. 5. Da wird man Freudengarben bringen, Da ist die Saat der Thränen aus. Dwelch ein Jubel wird erklingen: Das Kind kehrt in des Vaters Haus! 431. Mel.: Nun preiset alle Gottes 2c. 1. Ich hab' von ferne, Herr, deinen Thron erblickt und hätte gerne mein Herz vorausgeschickt Und hätte gern mein müdes Leben, Schöpfer der Geister, dir hingegeben!:,: 2. Das war so prächtig, was ich im Geist gesehn! Du bist allmächtig, drum ist dein Licht so schön. Könnt' ich an diesen hellen Thronen Doch schon von heute an ewig wohnen!:,: 3. Nur ich bin fündig, der Erde noch geneigt; Das hat mir bündig dein heil'ger Geist gezeigt. Ich bin noch nicht genug gereinigt, Noch nicht ganz innig mit dir vereinigt.:,: 320 Tod und Ewigkeit. 4. Doch bin ich fröhlich, daß mich| Bei den Freuden noch mit Leiden kein Bann erschreckt; stets umgeben, Ich bin schon selig, seitdem ich das entdeckt. Dort nur ist vollkommnes Leben. Ich will mich noch im Leiden üben Und dich zeitlebens inbrünstig lieben.:,: 5. Ich bin zufrieden, daß ich die Stadt gesehn; Und ohn' Ermüden will ich ihr näher gehn Und ihre hellen goldnen Gassen Lebenslang nicht aus den Augen laſsen.:,: Johann Thimotheus Hermes. 432. Mel.: Wie schön leuchtet der 2c. 1. Mein ganzer Geist, Gott, wird entzückt, Wenn er zu jenem Himmel blickt, Den du für uns bereitet, Wo deine milde Vaterhand Aus neuen Wundern wird erkannt, Die du daselbst verbreitet. Mächtig fühl' ich Mich erhoben, dich zu loben, der zum Leben Droben dort mich will erheben. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, Die dort bei dir zu finden? Du stellst uns hier auf Erden zwar Viel Wunder deiner Güte dar Zu fröhlichem Empfinden: Doch hier sind wir 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab, Dort trocknest du die Thränen ab Von deiner Kinder Wangen; Da ist kein Leid mehr, kein Geschrei, Denn du, o Herr, machst alles neu, Das Alte ist vergangen. Hinfort sind dort Für gerechte Gottesknechte teine Plagen Mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. Vor deinem Antlig wandeln sie, Auf ewig frei von Sorg' und Müh', Und schmecken deine Güte; Nichts stört den Frieden ihrer Bruſt und ihre tausendfache Lust Im innersten Gemüthe. Kein Neid, kein Streit Hemmt die Triebe reiner Liebe in den Seelen, Die hinfort nun nicht mehr fehlen. 5. Gott, welche Schaar ist dort vereint! Die Frommen, die ich hier beweint, Die find' ich droben wieder. Dort sammelt deine Vaterhand, Die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd' ich, Frei von Mängeln, selbst mit Engeln Freundschaft pflegen: O ein Umgang voller Segen! Tod und Ewigkeit. 6. Wo ist mein Freund, des Höchsten Sohn, Der für mich starb? wo glänzt der Thron In jenen Himmelshöhen? Dich werd' ich da, Herr Jesu Christ, Der du der Deinen Wonne bist, Einst mit Entzücken sehen. Da wird, mein Hirt, Nichts mich scheiden von den Freuden, die du droben Deinen Freunden aufgehoben. 7. Wie herrlich ist die neue Welt, Die Gott den Frommen vorbehält! Kein Mensch kann sie erwerben. O Jesu, Herr der Herrlichkeit, Du hast die Stätt' auch mir bereit't, Hilf sie mir auch ererben. Laß mich eifrig Danach streben, also leben auf der Erde, Daß ich dort dein Erbe werde. J. 5. Diterich nach Ahasverus Fritsch. 321 Zum Staube sinkt der Staub hinab, Hinüber in die Ewigkeit Und endet jede Plage. Einst wird ihn Gott beleben. Mit freiem Flug und frohem Blick Kehrt der entbundne Geist zurück Zu dem, der ihn gegeben. 3. O welch ein Glück, vor Gott zu stehn! O Freude, Jesus, dich zu sehn Und deines Reiches Glieder! Zu sehen dich in deinem Licht Von Angesicht zu Angesicht, Dich ersten aller Brüder! 4. Ich, der noch sorget hier und weint, Ich werde, wenn dein Tag erscheint, Verklärt und selig leben; Ich Sünder werd' von Sünden rein, Ich Sterblicher unsterblich sein, Anbetend dich erheben. 5. Und aller hohen Geister Schaar, 433. Mel.: Kommt her zu mir, spricht zc. 1. Noch wallen wir im Thränenthal, Gedrückt von Kummer, Müh' und Qual, Doch nur noch wenig Tage, 6. Wie ist der Seligkeit so viel, Dann ruft uns Gott aus dieser Zeit O Freuden ohne Maß und Ziel, Weit über alles Hoffen! O Ewigkeit! o Ewigkeit! Was ist das Leiden dieser Zeit? 2. Den Leib legt man ins stille Ich seh' den Himmel offen. Grab, Johann Kaspar Lavater. 21 Und was auf Erden heilig war, Sind alle meine Brüder; Und alle sind vereint mit mir Und singen, treuer Heiland, dir Des Dankes Jubellieder. 322 Tod und Ewigkeit. 434. Mel.: Jesu, meines Lebens Leben 2c. 1. Alle Menschen müssen sterben, Alles Fleisch vergeht wie Heu; Was da lebet, muß verderben, Soll es anders werden neu. Dieser Leib der muß verwesen, Wenn er anders soll genesen Zu der großen Herrlichkeit, Die den Frommen ist bereit. 2. Drum so will ich dieses Leben, Weil es meinem Gott beliebt, Auch ganz willig von mir geben, Bin darüber nicht betrübt; Denn durch meines Jesu Wunden Hab' ich schon Erlösung funden, Und mein Trost in Todesnoth Ist des Herren Jesu Tod. 3. Jesus ist für mich gestorben, Und sein Tod ist mein Gewinn; Er hat mir das Heil erworben, Drum fahr' ich mit Freuden hin, Hin aus diesem Weltgetümmel In den schönen Gotteshimmel, Da ich werde allezeit Schauen Gottes Herrlichkeit. 4. Da wird sein das Freudenleben, 5. O Jerusalem, du schöne, O wie helle glänzeſt du! Ach wie lieblich Lobgetöne Hört man da in sanfter Ruh'! O der großen Freud' und Wonne: Jeßo gehet auf die Sonne, Jezzo gehet an der Tag, Der kein Ende nehmen mag! Da viel tausend Seelen schon Sind mit Himmelsglanz umgeben, Dienen Gott vor seinem Thron, Da die Seraphinen prangen Und das hohe Lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist. 6. Ach ich habe schon erblicket Alle diese Herrlichkeit; Jezzo werd' ich schön geschmücket Mit dem weißen Himmelskleid, Mit der güldnen Ehrenkrone, Stehe da vor Gottes Throne, Schaue solche Freude an, Die kein Ende nehmen kann. Johann Georg Albinus. 435. Mel.: Jesus, meine Zuversicht zc. 1. Geht nun hin und grabt mein Grab! Denn ich bin des Wanderns müde. Von der Erde scheid' ich ab; Denn mir ruft des Himmels Friede, Denn mir ruft die süße Ruh' Von den Engeln droben zu. 2. Geht nun hin und grabt mein Grab! Meinen Lauf hab' ich vollendet, Lege nun den Wanderstab Hin, wo alles Jrd'sche endet, Lege selbst mich nun hinein In das Bette sonder Pein. 3. Was soll ich hienieden noch In dem dunklen Thale machen? Tod und Denn wie mächtig, stolz und hoch Wir auch stellen unsre Sachen, Muß es doch wie Sand vergehn, Wenn die Winde drüber wehn. 4. Darum, Erde, fahre wohl, Laß mich nun in Frieden scheiden! Deine Hoffnung, ach, ist hohl, Deine Freuden selber Leiden, Deine Schönheit Unbestand, Eitel Wahn und Trug und Tand. 5. Darum, leßte gute Nacht, Sonn' und Mond und liebe Sterne! Fahret wohl mit eurer Pracht; Denn ich reis' in weite Ferne, Reise hin zu jenem Glanz, Drinnen ihr verschwindet ganz. 6. Die ihr nun in Trauer geht, Fahret wohl, ihr lieben Freunde! Was von oben niederweht, Tröstet ja des Herrn Gemeinde. Weint nicht ob dem eitlen Schein! Ew'ges kann nur droben sein. Silvester- und 436. Mel.: Christus der ist mein Leben 2c. 1. Das Jahr ist nun zu Ende, Doch, Herr, dein Lieben nicht; Noch segnen deine Hände, Noch scheint dein Gnadenlicht. Ewigkeit. 323 7. Weinet nicht, daß ich nun will Von der Welt den Abschied nehmen, Daß ich aus dem Irrthum will, Aus den Schatten, aus den Schemen, Aus dem Eiteln, aus dem Nichts Hin ins Land des ew'gen Lichts! 8. Weinet nicht! mein süßes Heil, Meinen Heiland hab' ich funden, Und ich habe auch mein Theil In den heil'gen Todeswunden, Woraus einst sein theures Blut Floß der ganzen Welt zu gut'. 8. Zeitenlieder. 2. Des Glückes Säulen wanken, Der Erde Gut zerstäubt, 9. Weint nicht! mein Erlöser lebt; Hoch vom finstern Erdenstaube Hell empor die Hoffnung schwebt, Und der Himmelsheld, der Glaube, Und die ew'ge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nicht! Ernst Morik Arndt. Neujahrs- Lieder. Selbst alte Freunde schwanken; Doch deine Liebe bleibt. 3. Der Jugend Reiz vergehet, Des Mannes Kraft wird matt; Doch innerlich erstehet, Wer dich zum Freunde hat. 4. Mein Tag ist hingeschwunden, Mein Abend bricht herein; 21* Zeitenlieder. 324 Doch weil ich dich gefunden, So kann ich fröhlich sein. 5. Und ob der Lebensfaden Auch heute noch zerreißt: Du sicherst mich vor Schaden, Denn du bewachst den Geist. 6. Das Dunkel ist gelichtet, Das auf dem Grabe liegt; Das Kreuz ist aufgerichtet, An dem du haft gesiegt. 7. Du heilst der Sünden Schaden, Hilfst mir aus der Gefahr Und siehst mich an in Gnaden Auch in dem neuen Jahr. Christian August Bähr. 437. Mel.: Valet will ich dir geben 2c. 1. Bis hieher ist's gelungen, Vorüber ist das Jahr; Ich bin hindurch gedrungen Durch Sorgen und Gefahr. Nun schweige jede Klage, Mein ganz Gefühl sei Dank; Dir, Hüter meiner Tage, Erschalle Lobgesang. 2. Der du mich haft erhalten, Mein Schöpfer und mein Hort, Dich laß ich ferner walten Und traue deinem Wort. Dir ist mein Will' ergeben, Er ist nicht weiter mein, Mein Herz, mein ganzes Leben Soll dir geheiligt ſein. 3. In deinen Rath sich schicken Ist Weisheit und giebt Ruh'. Soll mich die Armuth drücken: Mein höchstes Gut bist du. Soll mich Verfolgung plagen: So schüßest du mich doch. Soll Feindesspott ich tragen: Ich trage, Herr, dein Joch. 4. Soll ich verlassen leben: Verlaß nur du mich nicht. Soll ich in Aengsten schweben: Sei meine Zuversicht. Und soll ich Krankheit leiden: Wollst du Geduld verleihn. Soll ich von hinnen scheiden: Führ' mich zum Leben ein. Nach Gottfried Wilhelm Sacer. 438. Mel.: Nun laßt uns Gott, dem Herren 2c. 1. Nun laßt uns gehn und treten Mit Singen und mit Beten Zum Herrn, der umferm Leben Bis hieher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern, Wir leben und gedeihen Vom alten zu dem neuen: 3. Durch so viel Angst und Plagen, Durch Zittern und durch Zagen, Durch Noth und große Schrecken, Die alle Welt bedecken. 4. Denn wie von treuen Müttern In schweren Ungewittern Die Kindlein hier auf Erden Mit Fleiß bewahret werden: Silvester- und Neujahrs- Lieder. 5. Also auch und nichts minder Läßt Gott ihm seine Kinder, Wenn Noth und Trübsal blißen, In seinem Schooße sizen. 6. Ach Hüter unsers Lebens, Fürwahr, es ist vergebens Mit unserm Thun und Machen, Wo nicht dein' Augen wachen. 7. Gelobt sei deine Treue, Die alle Morgen neue; Lob sei den starken Händen, Die alles Herzleid wenden! 8. Laß ferner dich erbitten, O Vater, und bleib' mitten In unserm Kreuz und Leiden Ein Brunnen unsrer Freuden. 9. Gieb mir und allen denen, Die sich von Herzen sehnen Nach dir und deiner Hulde, Ein Herz, das sich gedulde. 10. Sprich deinen milden Segen Zu allen unsern Wegen, Laß Großen und auch Kleinen Die Gnadensonne scheinen! 11. Sei der Verlassnen Vater, Der Irrenden Berather, Der Unversorgten Gabe, Der Armen Gut und Habe. 12. Hilf gnädig allen Kranken, Gieb fröhliche Gedanken Den hochbetrübten Seelen, Die sich mit Schwermuth quälen. 13. Und endlich, was das Meiste, Füll' uns mit deinem Geiste, Der uns hier herrlich ziere Und dort zum Himmel führe. 325 14. Das wollest du uns allen Nach deinem Wohlgefallen, Du unsers Lebens Leben, Zum neuen Jahre geben! Paul Gerhardt. 439. Mel.: Ans meines Herzens Grunde 2c. 1. O Anfang sonder Ende, Du großer Herr der Zeit, Wir preisen deiner Hände Regierung hoch erfreut, Weil du uns noch ein Jahr Mit Segen läsfest schließen, Und wir bekennen müssen, Dein Thun sei wunderbar. 2. Das Land ist voller Segen Und trieft von Oel und Most; Man schmecket allerwegen Der Felder edle Kost. Ist da und dort ein Schwert Durch unsre Seele gangen, Hast du in unserm Bangen Auch wieder Trost beschert. 3. Die Herzen sind voll Gnaden, Obgleich wir Zorn verdient; Doch hast du allen Schaden Durch Christum ausgesühnt; Wenn wir bei Tag und Nacht Mit Seufzen und mit Beten Vor deinen Thron getreten, Hast du es gut gemacht. 4. Nun, Herr, dein ist die Ehre, Du heißest Wunderbar; Drum unser Flehen höre, Daß wir das alte Jahr, 326 Befreit von aller Noth, In deiner Gnade schließen Und in dem neuen wissen: Du seist der alte Gott. Zeitenlieder.is 5. Und wenn wir das vollendet, Was uns dein Wort geſagt, Und unser Lauf sich endet Jung oder wohlbetagt: So führ' uns zu der Schaar Der Deinigen dort oben; Dann wollen wir dich loben; Im ew'gen Friedensjahr. Benjamin Schmolck. 440. Mel.: Wie wohl ist mir, o Freund 2c. 1. Herr, den die Sonnen und die Erden Durch ihren Bau voll Pracht erhöhn; Durch dessen Machtwort Welten werden Und Welten wieder untergehn; Herr, den durch laute Lobgesänge Der Creaturen ganze Menge Zu aller Zeiten Lauf erhob: Der Engel Chöre nachzuahmen, Preist unsre Seele deinen Namen, Und unsern Mund erfüllt dein Lob. 2. Wie, Gott, dein Arm die Welt bewahre, Verkündigt jeder Tag der Nacht; Ein Jahr erzählt dem nächsten Jahre Die großen Wunder deiner Macht. Dein Stuhl, o Gott, bleibt ewig stehen, Du bist und bleibest; wir vergehen, Wie schnell verströmet unsre Zeit! Schon wieder ist ein Jahr vom Leben, Das deine Gnade uns gegeben, Im Abgrund der Vergangenheit. 3. Kommt, heut' sei uns ein Tag des Bundes! Dem frommen Bunde bleibet treu, Und den Gelübden unsers Mundes Stimm' ohne Falsch das Herz auch bei. O Land, gelobe Gott zu dienen, Und du wirst wie ein Garten grünen, Den er sich selbst gepflanzet hat. Laßt wandeln uns auf seinen Wegen, Dann macht mit ihrem vollen Segen Uns seine Vatergüte ſatt. 4. Gott, schau' herab aus deinen Höhen Mit Huld auf unser Volk und Land. Gieb uns, was wir in Christo flehen, Aus deiner milden Vaterhand. Sei mit den Obern unsers Landes Auf daß zur Wohlfahrt jedes Standes Ihr Amt und Wirken wohl gedeih'. Du wollest deiner Güte Segen Auf alle treuen Bürger legen, Daß jeder dir gehorsam sei. Silvester- und Neujahrs- Lieder. 327 5. Des Heiligthumes Diener Er schafft es, daß man sicher wohnt, stärke Der Geist des Lichtes und der Kraft, Er, der zu ihrem Segenswerke Das Wollen und Vollbringen schafft. Und heißt die Zeiten eilen; Er ordnet Jahre, Tag und Nacht; Auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Dank ertheilen. Der Lehrer Arbeit laß gerathen, Wenn sie mit treuer Hand die Saaten Der Weisheit und der Wohlfahrt streun. Bild' auch das zarte Herz der Jugend, Laß wahre Weisheit, fromme Tugend Die Zierde unsrer Jugend sein. 6. Dies Flehn sei vor dir Ja und Amen, Du kannst mehr thun, als wir verstehn; Erhör' uns, Gott, in Jesu Namen Und laß uns deine Hülfe sehn. Wir trauen deiner Macht und Gnade, Erhalt' uns auf dem ebnen Pfade, Den unser Herr uns wandeln lehrt. O segne, Vater, dir zum Preise Auch dieses Jahr, und so beweise, Du seist es, der Gebet erhört. Nach Johann Adolf Schlegel. 441. Mel.: Nun freut euch, lieben Christen 2c. 1. Er ruft der Sonn' und schafft den Mond, Das Jahr danach zu theilen; 2. Herr, der da ist und der da war! Von dankerfüllten Zungen Sei dir für das verflossne Jahr Ein heilig Lied gesungen; Für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, Für Fried' und Ruh', für jede That, Die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dies Jahr gesegnet sein, Das du uns neu gegeben; Verleih uns Kraft die Kraft ist dein, In deiner Furcht zu leben! Du schüßest uns und du vermehrst Der Menschen Glück, wenn sie zuerst Nach deinem Reiche streben. 4. Gieb mir, wofern es dir gefällt, Des Lebens Ruh' und Freuden; Doch schadet mir das Glück der Welt, So gieb mir Kreuz und Leiden. Nur stärke mit Geduld mein Herz 328 Und laß mich nicht in Noth und Schmerz Die Glücklichern beneiden. Zeitenlieder. 5. Hilf allem Volke väterlich In diesem Jahre wieder; Erbarme der Verlassnen dich Und der bedrängten Glieder. Gieb Glück zu jeder guten That Und laß dich, Gott, mit Heil und Rath Aufs Vaterland hernieder: 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit In unserm Volke throne, Daß Tugend und Zufriedenheit In unserm Lande wohne, Daß Treu' und Liebe bei uns ſei, Dies, lieber Vater, dies verleih In Christo, deinem Sohne! Christian Fürchtegott Gellert. 442. Mel.: Lobe den Herren, den mächtigen 2c. 1. Lob von uns allen dem ewigen König der Zeiten! Jauchzet dem Vater des Lebens, dem Geber der Freuden! Freut euch des Herrn! Nimmer ist Gott von uns fern, Vater im Glück wie im Leiden. 2. Jahre beginnen und schwinden; der Himmel veraltet. Erde und Menschen vergehen; doch gnadenvoll waltet Ewig der Herr! Allmacht und Weisheit ist er; Nie seine Liebe erkaltet. 3. Laßt uns die Herzen vertrauend zum Vater erheben! Laßt uns ihm ferner mit kindlichem Sinn uns ergeben! Weiter mit Gott! Fröhlich durch Leben und Tod Näher zum ewigen Leben! 4. Lob von uns allen dem mächtigen König der Ehre! Lobt ihn, ihr Pilger der Erde, ihr himmlischen Chöre! Ehre schon hier, Ehre in Ewigkeit dir! Gott in der Höhe die Ehre! August Christian Ludwig Heydenreich. 443. Mel.: Nun freut euch, lieben Christen 2c. 1. Du, Gott, du bist der Herr der Zeit Und auch der Ewigkeiten! Laß mich auch jetzt mit Freudigkeit Dein hohes Lob verbreiten. Ein Theil der Zeit ist wieder hin. Wem dank' ich's, Gott, daß ich noch bin? Nur deiner Gnad' und Güte. 2. Dich, Ewiger, dich bet' ich an, Unwandelbares Wesen! Dich, den kein Wandel treffen fann! Wir werden, sind gewesen, Wir blühen und vergehn durch dich; Nur du bist unveränderlich, Du warst und bist und bleibest. Silvester- und Neujahrs- Lieder. 3. Herr, ewig währet deine Die Lust der Welt zu fliehen. Treu', Um bessre Freude müsse sich Mit Huld uns zu begegnen; Schon jetzt mein Geist bemühen. An jedem Morgen wird sie neu, Hier ist doch nur mein PrüfungsMit Wohlthun uns zu segnen. stand; Ich kenne keinen Augenblick, Da nicht von dir stets Heil und Glück Mir zugeflossen wäre. 4. Du hast auch im verflossnen Jahr Mich väterlich geleitet Und, wenn mein Herz voll Sorgen war, Mir Hülf' und Trost bereitet. Von ganzer Seele preis' ich dich! Aufs neue übergeb' ich mich, Gott, deiner weisen Führung. 5. Vergieb mir die gehäufte Schuld Von den verflossnen Tagen Und laß doch deine Vaterhuld Mich Schwachen ferner tragen! Laß mich in deiner Gnade ruhn Und lehre lebenslang mich thun Nach deinem Wohlgefallen. 6. Gieb neue Lust und neue Kraft, Vor dir gerecht zu wandeln, Und hilf mir stets gewissenhaft Nach deinem Willen handeln. Dein Geist belebe Herz und Muth, Dich, o du allerhöchstes Gut, Und nicht die Welt zu lieben! 7. Die Welt vergeht; dies reize mich, 329 Im Himmel ist mein Vaterland: Dahin, Herr, laß mich trachten! 8. D lehre selbst mich meine Zeit Recht weislich auszukaufen! Laß mich die Bahn zur Ewigkeit Mit heil'ger Vorsicht laufen! Der Tage Last erleichtre mir, Bis meine Ruhe einst bei dir Kein Wechsel weiter störet. Johann Samuel Diterich. 444. Mel.: Jesus, meine Zuversicht 2c. 1. Gott mit uns, Immanuel! Deffne bei dem neuen Jahre Deinen reichen Gnadenquell, Daß man überall erfahre, Wie du seist das höchste Gut, Welches allen Gutes thut. 2. Segne uns an Seel' und Leib, O du Segen aller Segen! Was betrübet, das vertreib, Führ' uns stets auf solchen Wegen, Da dein Fuß von Segen träuft Und dein Brunn stets überläuft. 3. Aus- und Eingang sei beglückt, Thun und Lassen laß gelingen; Wenn auf uns dein Auge blickt, Muß uns lauter Heil umringen; Zeitenlieder. 330 Schau' uns nur in Gnaden an, So ist alles wohlgethan. 4. Schließe deinen Himmel auf, Laß auf Erden Frieden grünen Und bei schlimmer Zeiten Lauf Alles nur zum Besten dienen; Seße beides, Stadt und Land, In vergnügten Ruhestand. 5. Zeichne mit des Bundes Blut Dieses Jahr in deine Hände; Halt' uns fest in deiner Hut, Segne Anfang, Mittel, Ende In dem neu erlebten Jahr; Sprich du Amen, so wird's wahr! Benjamin Schmolck. 445. Mel.: Das alte Jahr vergangen ist 2c. 1. Unwiederbringlich schnell entfliehn Die Tage, die uns Gott verliehn. Ein Jahr tritt ein und eilt davon; Wie manches ist bereits entflohn! 2. Dank dir, du ewig treuer Gott, Für deinen Beistand in der Noth, Für tausend Proben deiner Treu', Denn deine Huld ward täglich neu. Verzeih uns die verletzte Pflicht! Du siehst, Erbarmer, unsre Reu'; Um Christi willen sprich uns frei! 5. Wir eilen mit dem Strom der Zeit Stets näher hin zur Ewigkeit. Du hast die Stunden zugezählt, Die letzte weislich uns verhehlt. 3. Wenn unser Herz, von Schuld befreit, Sich mancher guten That erfreut; Wes war die Kraft? wer gab Gedeihn? Dir, Herr, gebührt der Ruhm allein! 4. Oft fehlten wir und merkten's nicht; 6. Herr unsers Lebens, mache du Uns selber recht geschickt dazu, Daß nicht, indem wir sicher sind, Der Tod uns unbereitet find'. 7. Ist einst die Zahl der Stunden voll, Die unser Loos entscheiden soll: So führ' uns aus der Prüfungszeit Zu deiner frohen Ewigkeit. 8. Da sind wir unsers Heils gewiß; Da wechseln Licht und Finsterniß Nicht mehr, wie hier; du ew'ges Licht, Herr, unser Gott, verlaß uns nicht! Christoph Friedrich Neander. 446. Eigene Melodie. 1. Das alte Jahr vergangen ist; Wir danken dir, Herr Jesu Christ, Daß du in Noth uns und Gefahr Bewahrt hast lange Zeit und Jahr'. 2. Wir bitten dich, o ew'ger Sohn Des Vaters in dem höchsten Thron, Du wollst dein' arme Christenheit Bewahren ferner allezeit. Silvester- und Neujahrs- Lieder. 3. Hilf, daß wir fliehn der Sünden Bahn Und fromm zu werden fangen an; Der Sünd' im alten nicht gedenk', Ein gnadenreich neu Jahr uns schenk': 4. Christlich zu leben, seliglich Zu sterben und einst freudiglich Am jüngsten Tage aufzuſtehn, Mit dir in Himmel einzugehn; 5. Zu danken und zu loben dich Mit allen Engeln ewiglich. O Jesu, unsern Glauben mehr' Zu deines Namens Lob und Ehr'! Johann Steuerlein(?). 447. Mel.: Herr, ich habe mißgehandelt zc. 1. Hilf, Herr Jesu, laß gelingen, Hilf, das neue Jahr geht an! Laß es neue Kräfte bringen, Daß erneut ich wandeln kann. Neues Glück und neues Leben Wollest du aus Gnade geben! 2. Was ich denke, was ich mache, Das gescheh' in dir allein; Wenn ich schlafe, wenn ich wache, Wollest du, Herr, bei mir sein; Geh' ich aus, wollst du mich leiten, Kehr' ich heim, steh' mir zur Seiten! 331 Dich zu preisen mehr und mehr; Laß mein Bitten und mein Flehen Auf zu dir gen Himmel gehen! 3. Laß mich beugen meine Kniee Nur zu deines Namens Ehr'! Hilf, daß ich mich stets bemühe, 4. Laß dies sein ein Jahr der Gnaden, Mach' mich frei von meiner Sünd', Laß sie mir nicht ferner schaden, Gieb, daß ich Verzeihung find'; Du allein, mein Licht und Leben, Kannst die Sünde mir vergeben. 5. Herr, du wollest Gnade geben, Daß dies Jahr mir heilig sei, Daß ich christlich könne leben Sonder Trug und Heuchelei; Daß ich noch allhier auf Erden Fromm und selig möge werden. 6. Laß mich armen Sünder ziehen Deinen Weg der Herrlichkeit, Laß mich Stolz und Hoffart fliehen, Laß mich beten jederzeit, Laß mich Schand' und Unzucht meiden Und im Kreuz geduldig leiden! 7. Jesu, laß mich fröhlich enden Dieses angefangne Jahr; Trage mich auf deinen Händen, Halte bei mir in Gefahr. Freudig will ich dich umfassen, Wenn ich soll die Welt verlassen. Johann Rist. 332 Zeitenlieder. Jahreszeiten. 448. Mel.: Jesu, meines Lebens Leben 2c. Daß er durch die Wolken dringe 1. Gott, du läsfest Treu' und Und vor unserm Gott erklinge, Güte Täglich über uns ergehn, Zierst die Erde neu mit Blüthe, Schmückest Thal und Berge schön, Daß sich in dem holden Maien Wald und Flur und Ströme freuen; Wo das Aug' sich wendet hin, Sieht es deinen Segen blühn. 2. Deines Frühlings milde Zeiten Haben diese Welt verjüngt; Alles muß dein Lob verbreiten, Nachtigall und Lerche singt; Ja kein Gras ist so geringe, Das, o Schöpfer aller Dinge, Nicht erzählte deine Treu', Und wie groß dein Wohlthun sei. 3. Soll der Mensch denn stille schweigen, Den du noch viel höher frönst, Den du dir erwählt zu eigen, Dessen Herz du dir verſöhnst, Den du durch dich selbst erneueſt, Den du inniglich erfreuest, Daß er wieder dich erfreu' Und dein schöner Garten sei? Opfert eurem Schöpfer wieder Zarter Liebe Lobgesang, 4. Auf, ihr frommen Christenglieder, Stimmet an den Freudenklang! Der vom Himmel segnend blickt Und das Jahr mit Gütern schmückt. ( Leipziger Gesangbuch von 1697.) 449. Eigene Melodie. 1. Geh' aus, mein Herz, und suche Freud' In dieser lieben Sommerzeit An deines Gottes Gaben! Schau' an der schönen Gärten Zier Und siehe, wie sie mir und dir Sich ausgeschmücket haben. 2. Die Bäume stehen voller Laub, Das Erdreich decket seinen Staub Mit einem grünen Kleide; Die Blümlein auf dem Wiesenplan Die ziehen sich viel schöner an Als Salomonis Seide. 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, Das Täublein fliegt aus seiner Kluft Und macht sich in die Wälder; Die hochbegabte Nachtigall Ergößt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Thal und Felder. Jahreszeiten. 333 4. Die unverdrossne Bienen-| Mit frohem Mund und heller Stimm' schaar Zieht hin und her, sucht hier und dar Die edle Honigspeiſe; Des süßen Weinstocks starker Saft Bringt täglich neue Stärk' und Kraft In seinem schwachen Reise. 5. Der Weizen wächset mit Gewalt; Darüber jauchzet Jung und Alt Und rühmt die große Güte Deß, der so überfließend labt Und mit so manchem Gut begabt Das menschliche Gemüthe. 6. Ich selber kann und mag nicht ruhn; Des großen Gottes großes Thun Erweckt mir alle Sinnen: Ich singe mit, wenn alles singt, Und lasse, was dem Höchsten klingt, Aus meinem Herzen rinnen. 7. Ach, denk' ich, bist du hier so schön Und läßt du's uns so lieblich gehn Auf dieser armen Erden: Was will doch wohl nach dieser Welt Dort in dem reichen Himmelszelt Und Paradiese werden! 8. Welch hohe Luft, welch heller Schein Wird wohl in Christi Garten sein, Wie muß es da wohl klingen, Da so viel tausend Seraphim Ihr Hallelujah singen! 9. O wär' ich da, o stünd' ich schon, Du reicher Gott, vor deinem Thron Und trüge meine Palmen, So wollt' ich nach der Engel Weis' Erhöhen deines Namens Preis Mit tausend schönen Psalmen! 10. Doch will, so lang' auf Erden noch Ich trage dieses Leibes Joch, Ich auch nicht stille schweigen; Es soll mein Herz sich fort und fort Voll Freudigkeit an jedem Ort Zu deinem Lobe neigen! 11. Hilf nur und segne meinen Geist Mit Segen, der vom Himmel fleußt, Daß ich dir stetig blühe! Gieb, daß der Sommer deiner Gnad' In meiner Seele früh und spat Viel Glaubensfrucht erziehe! 12. Mach' in mir deinem Geiste Raum! Laß mich als einen guten Baum Am Lebenswasser grünen: So will ich dir und deiner Ehr' Allein und keinem andern mehr Hier und dort ewig dienen. Paul Gerhardt. 450. Mel.: Nun ruhen alle Wälder 2c. 1. O theure Segensgaben, Die wir empfangen haben, Zeitenlieder. 334 Herr, Herr, aus deiner Hand! Wohin wir uns nur wenden, Von deinen reichen Spenden Prangt überall das weite Land. 2. Die Luft erschallt von Freude, Und mit dem Hoffnungskleide Ist Flur und Wald geschmückt. Hier steh' ich ohne Wehe Und horche, fühle, sehe, Und Aug' und Seele wird entzückt. 3. An Gottes Welt gebunden, Von Schönheit überwunden, Schau' ich mich nimmer satt. Auf, Seele, auf nach oben! Der Herr ist hoch zu loben, Der solches dir verliehen hat. 4. Wie schön ist's schon auf Erden! Wie wird es einst dir werden Dort, wo du näher bist Dem dreimal heil'gen Throne, Geschmücket mit der Krone, Die Gläubigen verheißen ist! Gottfried Wilhelm Fink. 451. Eigene Melodie. 1. Nun preiset alle Gottes Barmherzigkeit, Lob' ihn mit Schalle, wertheste Christenheit! Erläßt dich freundlich zu sich laden: Freue dich, Israel, seiner Gnaden! Freue dich, Israel, seiner Gnaden! 2. Der Herr regieret über die ganze Welt; Viel tausend Was sich nur rühret, froh ihm zu Füßen fällt: Engel um ihn schweben, Psalter und Harfen ihm Ehre geben.:,: 3. Wohlauf, ihr Heiden, lasset das Trauern sein; Zu grünen Weiden stellet euch willig ein! Da läßt er uns sein Wort verkünden, Machet uns ledig von allen Sünden.:,: 4. Er giebet Speise reichlich und überall, Nach Vaters Weise sättigt er allzumal; Erschaffet früh'n und späten Regen, Füllet uns alle mit seinem Segen.:,: 5. Drum preis' und ehre seine Barmherzigkeit; Sein Lob vermehre, wertheste Christenheit! Uns soll hinfort kein Unfall schaden: Freue dich, Israel, seiner Gnaden!:: Matthäus Apelles von Löwenstern. humo 452. Mel.: Mir nach, spricht Christus 2c. 1. Lobsingt am frohen Erntefest, Breist ihn mit Freudenpſalmen, Der Saat in Halmen sprießen läßt, Jahreszeiten. Mit Aehren krönt die Halmen Und giebt, daß sie voll Frucht gedeihn, Thau, Regenguß und Sonnenschein. 2. Jm Wetterdunkel wandelt er, Sä't Heil aus milden Händen Und fährt auf Blizz und Sturm einher, Um Segen auszuspenden. Und wenn sie gleich mit Donnern spricht, Doch spricht die Liebe: Zittert nicht! 3. Lobsingt! Uns füllte Gottes Hand Die leeren Scheuern wieder. O du vom Herrn begabtes Land, Bring' ihm des Dankes Lieder! Er dachte unsrer Schulden nicht, Voll Gnade schien sein Angesicht. Auch schuldbeladne Knechte. O fallt aufs neu' mit Kindessinn Am Thron des guten Vaters hin! 335 6. O laßt uns guten Samen streun 5. Des Erdensegens reichen Theil, In stillen Glaubensthaten! Der Herr giebt Thau und Sonnenschein Zum Wachsthum solcher Saaten. Dann ziehn wir einst im Jubelchor Zum Erntefest ins Himmelsthor. Karl Bernhard Garve. 4. Noch strahlet seiner Sonne Huld 2. Aller Augen sind erhoben, Herr, auf dich zu jeder Stund', Daß du Speise giebst von oben Und versorgest jeden Mund. Noch schont, noch nährt er voll Und du öffnest deine Hände, Geduld Auf Sünder und Gerechte; 453. Mel.: O du Liebe meiner Liebe zc. 1. Herr, die Erde ist geſegnet Von dem Wohlthun deiner Hand. Güt' und Milde hat geregnet, Dein Geschenk bedeckt das Land. Auf den Hügeln, in den Gründen Ist dein Segen ausgestreut. Unser Warten ist gekrönet, Unsre Herzen sind erfreut. Dein Vermögen wird nicht matt; Deine Hülfe, Gab' und Spende Machet alle froh und satt. 3. Gnädig hast du ausgegossen Deines Ueberflusses Horn, Ließest Gras und Kräuter sprossen, Ließest wachsen Frucht und Korn. Mächtig hast du abgewehret Schaden, Unfall und Gefahr, Und das Gut steht unversehret, Wer kann ihn messen, wägen? Doch welch unendlich größres Heil Beut Gott in Christi Segen! Vergeßt, wenn euch sein Gut erlabt, Nicht deß, der euch so hoch begabt!| Und gesegnet ist das Jahr. 336 Zeitenlieder. 4. Herr, wir haben solche Güte| Und gabst Gedeihen, Kraft und Nicht verdient, die du gethan. Unser Wissen und Gemüthe Klagt uns vieler Sünden an. Ach gieb, daß auch das Gefilde Für dich rühre unser Herz, Daß der Reichthum deiner Milde Uns bewege himmelwärts! 5. Hilf, daß wir dies Gut der Erden Treu verwalten immerfort! Alles soll geheiligt werden Durch Gebet und Gotteswort. Was wir wirken und vollenden, Seit gesä't in deinen Schooß! Dann wirst du die Ernte senden Unaussprechlich reich und groß. Christian Rudolf Heinrich Puchta. 454. Mel.: Wie groß ist des Allmächt'gen 2c. 1. Wir alle, Gott und Vater, bringen Dir Preis und Dank im Heiligthum, Und unsre frohen Herzen singen Von deines Namens hohem Ruhm. Gekrönt haſt du mit deiner Milde Rings um uns her das ganze Land; Dein Segen strömt auf die Gefilde Aus deiner reichen Vaterhand. 2. Du schenktest Sonnenschein und Regen Für jede Frucht zu rechter Zeit Segen Dem Samen, den wir ausgestreut. Für Millionen deiner Kinder Reicht deiner Gaben Fülle hin, Du nährst den Frommen und den Sünder Mit ewig treuem Vatersinn. 3. Du giebst, uns liebreich zu versorgen, Mehr als wir bitten und verſtehn; Du wachst am Abend und am Morgen Und hörest unser gläubig Flehn. Selbst unsern Undank, unsre Sünden Vergiebst du, der die Liebe ist; Wir schmecken täglich und empfinden, Wie gütig, Herr, du allen biſt. 4. Was du uns gabst, wohl anzuwenden, Verleih' uns Weisheit und Verstand; Bewahr' uns, daß wir nicht verschwenden Die reichen Gaben deiner Hand. Du willst, wir sollen froh genießen Und dankbar im Genusse sein; Gieb, daß mit ruhigem Gewissen Wir deiner Güte stets uns freun. 5. Auch für den Armen kam dein Segen In solcher Füll' auf uns herab. Jahreszeiten. Wir wollen liebreich seiner pflegen| Dich loben deine Werke, Von dem, was deine Milde gab. Er danke heute mit uns allen, Frohlocke laut und bete an, Daß du nach deinem Wohlgefallen So Großes hast an uns gethan. Nach Christoph Georg Ludwig Meister. 455. Mel.: Nun laßt uns Gott, dem Herren 2c. 1. Kommt, laßt uns Gott lobfingen Und Preis und Dank ihm bringen Für seiner Ernte Gaben, Die wir gesammelt haben! 2. Der Herr hat uns gegeben, Was nöthig ist zum Leben, Zum freudigen Genusse Aus seinem Ueberflusſe. 3. Frohlocket seiner Milde, Daß Auen und Gefilde, Was wir gesäet haben, So reichlich wiedergaben. 4. Er läßt uns Segen ernten: O daß wir dankvoll lernten, Ihm ähnlich, uns der Armen Mitleidig zu erbarmen! 5. Verehret seine Gnade Und wandelt seine Pfade, Daß seine Mild' und Treue Euch auch forthin erfreue! Johann Andreas Cramer. 456. Mel.: Valet will ich dir geben 2c. 1. Dir, Gott der Huld und Stärke, Erschalle Preis und Dank! 337 Dich lobe mein Gesang! Auch das sind deine Thaten, Die uns aufs neu' erfreun: Das Wachsthum unsrer Saaten, Ihr reifendes Gedeihn. 2. Wie prangt das Gold der Früchte, Des Sommers Feierkleid! Wir sehn im vollen Lichte, Herr, deine Herrlichkeit. Du willst uns Nahrung geben Und Ueberfluß dazu; Wer kann dich g'nug erheben, Wer segnet so wie du! 3. Die glänzenden Gefilde, So weit das Auge blickt, Sind Zeugen deiner Milde, Die jedes Herz entzückt. Schon lacht und winkt den Schnittern Der segenvolle Halm. Von Kindern, Vätern, Müttern Tönt dir ein Freudenpsalm. 4. Die Pracht der reichen Auen Strömt Wonn' in unſre Brust; Doch mischt auch Furcht und Grauen Sich oft zur Sommerluſt. Du rufft vom Wolkensite Den Boten deiner Macht, Dem Wettersturm, dem Blize; Der Mittag wird zur Nacht. 5. Der Donner rollt, es bebet Die schwache Creatur; Doch in dem Sturm belebet 22 Zeitenlieder. 338 Dein Odem die Natur. Es wälzt sich milder Regen Vom Sturmgewölfe los, Und Fruchtbarkeit und Segen Trieft aus der Erde Schooß. 6. Die Blume stand in Trauer, Nun haucht sie stärkern Duft; Der Himmel färbt sich blauer, Und reiner wird die Luft; Thal, Hügel, Feld und Wiese Verkünden deinen Ruhm: Du schaffst zum Paradiese Verwelkte Fluren um. tret 7. Der du das Land erquickest, Daß Trift und Anger grünt, Den Sterblichen beglückeſt, Auch wenn er's nicht verdient; Dich müssen alle preisen, Dir schalle froher Dank In tausend Sprach' und Weisen! Dir tön' auch mein Gesang. Jakob Friedrich Schmidt. 457. Eigene Melodie. 1. Was Gott thut, das ist wohlgethan! So denken Gottes Kinder. Wer auch nicht reichlich ernten kann, Den liebt doch Gott nicht minder. Er zieht das Herz Nur himmelwärts, Wenn er es läßt auf Erden Bei Mangel traurig werden. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan Im Nehmen und im Geben, Was wir aus seiner Hand empfahn, Genüget uns zum Leben. Er nimmt und giebt, Weil er uns liebt; Laßt uns in Demuth schweigen Und vor dem Herrn uns beugen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Es geh' nach seinem Willen! Läßt es sich auch zum Mangel an, Er weiß das Herz zu ſtillen. Wer als ein Christ Genügsam ist, Kann auch bei wenig Gaben Mit Dankbarkeit sich laben. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Das Feld mag traurig stehen, Wir gehn getrost auf seiner Bahn Und wollen ihn erhöhen. Sein Wort verschafft Uns Lebenskraft, Es nennt uns Gottes Erben; Wie können wir verderben? 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Wie er's auch mag beschließen! Ist gleich bei uns kein Canaan, Wo Milch und Honig fließen: Er, unser Gott, Weiß, was uns noth, Und wird es gern uns geben. Kommt, laßt uns ihn erheben! Benjamin Schmolck. Jahreszeiten. 458. Mel.: Gott des Himmels und der 2c. 1. Herr, dein Name sei gepriesen, Wenn du nimmst, und wenn du giebst! Du hast tausendfach bewiesen, Wie du freundlich sorgst und liebst. Ewig sei von uns gedacht Deiner Weisheit, Güt' und Macht. 2. Laß die Erde wieder ſchweigen, Stille sei vor dir die Welt; In der Demuth soll sich neigen, Was bedekt dein Himmelszelt. Du allein bist reich und groß, Wir sind elend, arm und bloß. 3. Du verleihst das Kleid der Ehren, Welches unsre Schwachheit deckt, Und zum Staub muß wiederkehren, Was du aus dem Staub erweckt. Deine Huld und deine Treu' Macht allein die Erde neu. 4. Wie du führest unsre Schritte, Ist es gut und wohlgethan. Durch der finstern Zeiten Mitte Zeigst da uns die rechte Bahn. Wenn sich alles von uns kehrt, Hast du Gutes uns beschert. 339 6. Wenn die Augen nichts mehr sehen In der rauhen, harten Zeit, Daß der Glaube nicht vergebens Harr' auf deine Freundlichkeit! Unsre Hoffnung, unsre Ruh', Großer Schöpfer, bleibest du. Und die Seele einsam wacht, Dann am Himmel lasse stehen Einen Stern in dunkler Nacht; Einen Stern der Ewigkeit Zeig' uns in der Winterzeit! bit 7. Wenn die Stimmen wieder ndid klingen Und der Schöpfung Stunde schlägt, Laß uns von der Gnade singen, Von dem Wort, das alles trägt. Laß uns loben Jesum Christ, Der das Licht der Zeiten ist. 16 Christian Rudolf Heinrich Puchta. 459. Mel.: Wie wohl ist mir, o Freund zc. 1. Gott rief der Sonne: ,, kehre wieder Auf deiner weiten Bahn zurück!" Sie ging, sank täglich früher nieder, Entzog fast ganz uns ihren Blick! Er rief den Winden, und sie fuhren Gewaltsam her;„ bedeck' die Fluren!" Dem Schneegewölk: es deckte ſie; ,, Gerinnt ihr Ströme!" sie geronnen; „ Ihr Meere wüthet!" da begonnen 5. Herr, bewahr' den Keim des Sie ihren Kampf, da brauſten ſie. Lebens 2. Von ihrer Arbeit ruht die Erde, Sie schläft, von Gottes Hand bedeckt, Daß ihre Kraft erneuert werde, Bis sie der Frühling wieder weckt. 22* 340 Zeitenlieder. Vertraut hat in des Schöpfers| Nein, göttlich wird er mich erNamen freuen! Der Landmann ihr den späten Du Tag des Lebens folgst auf ihn. Samen, Balthasar Münter. Der Schöpfer wacht auch über ihn. Todt liegt er da; ihm wird das Leben Der Sonne Rückkunft wieder geben, Und reich an Hoffnung wird er blühn. 3. So werden wir auch einst ermüden Und ruhen in des Grabes Nacht; Wir werden schlummern ganz in Frieden, Von ihm, der nimmer schläft, bewacht. Daß unser Staub geläutert werde, Giebt er als Aussaat ihn der Erde Und fordert einst ihn wieder ab! Sein ew'ger Frühlingstag wird kommen, Dann, dann verlassen seine Frommen Voll neuer Lebenskraft das Grab! 4. O Tag des Lebens, Tag der Wonne, Wie sehnet sich mein Geist nach dir! O du, der Auferstehung Sonne, Wann wirst du aufgehn über mir! Erst muß ich die Verwesung sehen, Erst das Vergängliche vergehen, Die Saat muß sterben und dann blühn. Kann ich, ein Christ, den Tod noch scheuen? 460. Mel.: Nun ruhen alle Wälder 2c. 1. Wie ruhest du so stille In deiner weißen Hülle, Du mütterliches Land! Wo sind die Frühlingslieder, Des Sommers bunt Gefieder Und dein beblümtes Festgewand? 2. Du schlummerst nun entkleidet; Kein Reh, kein Schäflein weidet Auf deinen Au'n und Höh'n; Der Vöglein Lied verstummte, Kein Bienlein mehr, das summte, Doch bist du auch im Winter schön! 3. Die Zweig' und Aeste schimmern, Und tausend Lichter flimmern, Wohin das Auge blickt. Wer hat dein Bett bereitet, Die Decke dir gebreitet Und dich so schön mit Reif geschmückt? 4. Der gute Vater droben Hat dir dein Kleid gewoben; Er schläft und schlummert nicht. So ruhe denn in Frieden, Der Vater weckt die Müden Zu neuer Kraft und neuem Licht. Morgenlieder. 341 5. Bald bei des Lenzes Wehen| Dann prangst du Erde wieder Wirst du verjüngt erstehen Zum Leben wunderbar. Mit einem Blumenkranz im Haar. Sein Odem schwebt hernieder, Friedrich Adolf Krummacher. Morgenlieder. 461. Mel.: Ich dank' dir schon durch deinen 2c. 1. Mein erst Gefühl sei Preis und Dank; Erheb' ihn, meine Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang: Lobsing' ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, Lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht Und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, Mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in ſeinem Fleiß Und schüßt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, Sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, Die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Herr und Gott der Welt, Und dein ist unser Leben; Du bist es, der es uns erhält Und mir's jetzt neu gegeben. 6. Gelobet jeist du, Gott der Macht, Gelobt sei deine Treue, Daß ich nach einer sanften Nacht Mich dieses Tags erfreue. 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, Nich deine Wege wallen, Und lehre du mich selber thun Nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr: Auf dich hofft meine Seele. Sei mir ein Retter in Gefahr, Ein Vater, wenn ich fehle. 9. Gieb mir ein Herz voll Zuversicht, Erfüllt mit Lieb' und Ruhe, Ein weises Herz, das seine Pflicht Erkenn' und willig thue; 10. Daß ich als ein getreuer Knecht Nach deinem Reiche strebe, Gottselig, züchtig und gerecht Durch deine Gnade lebe; 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, Nie Fleiß und Arbeit scheue, 342 Zeitenlieder. Mich gern an andrer Wohlergehn| Der mich an diesem Tage Und ihrer Tugend freue; Auf seinen Händen trage. Rri 12. Daß ich das Glück der od Lebenszeit In deiner Furcht genieße Und meinen Lauf mit Freudigfeit, 303 Wenn du gebeutst, beschließe. Christian Fürchtegott Gellert. 462. a ito Mel.: Nun laßt uns Gott, dem Herren 2c. 1. Wach' auf, mein Herz, und singe Dem Schöpfer aller Dinge, Dem Geber aller Güter, Dem frommen Menschenhüter! 2. Als mich die dunklen Schatten Der Nacht umfangen hatten, Da decktest du mich Armen, O Vater, mit Erbarmen. 3. Du sprachst: mein Kind, nun liege, Kein Schrecken dich betrüge; Schlaf wohl, laß dir nicht grauen, Du sollst die Sonne schauen. 4. Dein Wort, Herr, ist geschehen: Ich kann das Licht noch sehen; Von Noth bin ich befreiet, Dein Schuß hat mich erneuet. 5. Du willst ein Opfer haben: Hier bring' ich meine Gaben, Mein Loblied und mein Flehen Das wirst du nicht verschmähen. 6. Dein Werk an mir vollende Und deinen Engel sende, 7. Sprich Ja zu meinen Thaten, Hilf selbst das Beste rathen; Den Anfang, Mitt' und Ende, Ach Herr, zum Besten wende! Ach 8. Mein Herz sei deine Hütte, Lenk' alle meine Schritte; Dein Wort sei meine Speiſe, Bis ich gen Himmel reiſe. Paul Gerhardt. 463. Mel.: Auf meinen lieben Gott 2c. 1. Der schöne Tag bricht an, Die Nacht ist abgethan, Die Finsterniß vergangen: Laß uns dein Licht umfangen, Du unsre Sonn' und Leben, Der Welt zum Heil gegeben! 2. Befiehl der Engel Schaar, Daß sie uns heut' bewahr'; Du selbst die Hand ausstrecke, Daß uns dein Schuß bedecke, Und alles Uebel weiche, Das Bös' uns nicht beschleiche. 3. Laß uns in deiner Hut Das thun, was recht und gut, Und recht wie Kinder leben, Dir Herz und Sinn ergeben, In deinen Wegen gehen Und fest im Glauben stehen. 4. Befällt uns Kreuz und Noth, So hilf, du treuer Gott, Daß wir in allen Stücken Uns drein geduldig schicken; da Morgenlieder. Denn dir nicht widerstreben Ist ja das beste Leben. 5. Gieb Speis' und Trank dem Mund, Erhalt' den Leib geſund. Muß unser Leben enden, Nimm uns zu treuen Händen Und laß auf deinen Namen Uns fröhlich fahren. Amen. August Buchner. 343 3. Lasset uns singen, dem uogh Schöpfer bringen Güter und Gaben; was wir nur haben, Alles sei Gotte zum Opfer gesetzt. Die besten Güter sind unsre Gemüther, a Dankbare Lieder sind Weihrauch und Widder, An welchen er sich am meisten dunds ergößt. 464. Eigene Melodie. 1. Die güldne Sonne voll Freud' und Wonne Bringt unsern Grenzen mit ihrem Glänzen und Morgen sind seine Sorgen; 4. Abend Segnen und int Sind seine Werke und Thaten allein. sollen hinkommen, Wenn sie mit Frieden von hinnen geschieden mehren, Unglück verwehren Ein herzerquickendes, liebliches Wann wir uns legen, so ist er Licht. od zugegen; Mein Haupt und Glieder die Wann wir aufstehen, so läßt er aufgehen lagen danieder; Aber nun steh' ich, bin munter und fröhlich, 05 Schaue den Himmel mit meinem Gesicht. Ueber uns seiner Barmherzigkeit Schein. 5. Alles vergehet, Gott aber stehet Wanken; seine GeOhn' alles danken, Sein Wort und Wille hat ewigen. Grund. 2. Mein Auge schauet, was Gott gebauet Zu seinen Ehren und uns zu lehren, Wie sein Vermögen sei mächtig und groß, Und wo die Frommen dann Sein Heil und Gnaden die nehmen nicht Schaden, Heilen im Herzen die tödtlichen Schmerzen, Aus dieser Erde vergänglichem Halten uns zeitlich und ewig Schooß. gesund. 344 6. Gott, meine Krone, vergieb und schone, Laß meine Schulden in Gnad' und Hulden Aus deinen Augen, Herr, sein abgewandt; Sonsten regiere mich, lenke und führe, Vater, Sohn und heil'ger Geist, Der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn' und Mond uns scheinen heißt, Wie dir's gefället: ich habe ge- Dessen starke Hand die Welt, stellet Und was drinnen ist, erhält! Alles in deine Beliebung und Hand. Zeitenlieder. 7. Willst du mir geben, womit mein Leben Ich kann ernähren, so laß mich hören Allzeit im Herzen dies heilige Wort: Gott ist das Größte, das Schönste und Beste, n Gott ist das Süßte und Allergewißte, Aus allen Schäßen der edelste Hort. 8. Kreuz und Elende das nimmt ein Ende, Nach Meeres Brausen und Windes Sausen Leuchtet der Sonne gewünschtes Gesicht. Freude die Fülle und selige Stille Darf ich erwarten im himmlischen Garten, Dahin sind meine Gedanken gericht't. Paul Gerhardt. 465. Eigene Melodie. 1. Gott des Himmels und der Erden, 2. Gott, ich danke dir von Herzen, Bor Gefahr, Angst, Noth und Daß du mich in dieser Nacht Hast behütet und bewacht, Schmerzen Daß des bösen Feindes List Mein nicht mächtig worden iſt. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden Jeßt mit dieser Nacht vergehn; O Herr Jesu, laß dich finden, Laß dein Herz mir offen stehn, Da alleine Hülf' und Rath Ist für meine Miſſethat. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen Geistlich auferstehen mag Und für meine Seele sorgen, Daß, wenn einst dein großer Tag Uns erscheint und dein Gericht, Ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite Meinen Gang nach deinem Wort; Sei und bleibe du auch heute Mein Beschüßzer und mein Hort: Morgenlieder Nirgends als bei dir allein Kann ich recht bewahret sein. 6. Meinen Leib und meine Seele Sammt den Sinnen und Verstand, Großer Gott, ich dir befehle Unter deine starke Hand; Herr, mein Schild, mein Ehr' und Ruhm, Nimm mich auf, dein Eigenthum. Heinrich Albert. 466. Mel.: Wie schön leuchtet der zc. 1. Wie schön leucht't uns der Morgenstern Vom Firmament des Himmels fern! Die Nacht ist nun vergangen. All' Creatur macht sich herfür, Des edlen Lichtes Pracht und Zier Mit Freuden zu empfangen. Was lebt, was schwebt Hoch in Lüften, tief in Klüften, läßt zu Ehren Seinem Gott ein Danklied hören. 2. Drum, o mein Herz, dich auch aufricht', Erheb' die Stimm' und säume nicht, Dem Herrn dein Lob zu bringen. Denn, Herr, du bist's, dem Lob gebührt, 345 3. Geuß deiner Gnaden reichen hid Strahl Der alle Welt so gnädig führt, Dem man läßt innig klingen Mit Fleiß Dank, Preis, Freudensaiten, die von weiten man kann hören Und dich, meinen Heiland, ehren. Auf mich vom hohen Himmelsfaal, Dein guter Geist mich leit' und Das Herz in mir erneue! führ', Aufdaß nach meiner Pflicht Gebühr Zu handeln ich mich freue! Gieb Rath und That; Laß mein Sinnen und Beginnen stets sich wenden, Meinen Lauf in dir zu enden! B. Wiesenmeyer nach J. Stegmann. 467. Mel.: Nun ruhen alle Wälder 2c. 1. Dir dank' ich für mein Leben, Gott, der du mir's gegeben, Ich danke dir dafür. Du hast, von Huld bewogen, Mich aus dem Nichts gezogen, Durch deine Güte bin ich hier. 2. Du, Herr, hast mich bereitet, Mich väterlich geleitet Bis diesen Augenblick. Du gabst mir frohe Tage Und wandtest auch die Plage zu meiner Seele wahrem Glück. 3. Ich bin nicht werth der Treue, Der ich mich täglich freue, Der Huld, die mich bewacht. Damit ich Staub und Erde Auf ewig glücklich werde, Hast du schon ewig mein gedacht. 4. Du kanntest schon meinSehnen Und zähltest meine Thränen, Zeitenlieder.. 346 Eh' ich bereitet war. Noch konnt' ich dich nicht denken, Zu dir das Herz nicht lenken, Da wogst du schon mein Theil mir dar. 5. Für alle meine Sünden, Herr, ließest du mich finden In Christo Gnad' und Huld. DHöchster, welch Erbarmen! Du nahmest an mich Armen Und tilgtest alle meine Schuld. 6. Daß du mich liebreich führest, Mit deinem Geist regiereſt, Dies, Vater, dank' ich dir. Daß du mein Leben fristest, Mit deiner Kraft mich rüstest, Dies alles, Vater, dank' ich dir. 7. Was noch in diesem Leben Mir frommt, wirst du mir geben; Du giebst's, ich hoff' auf dich. Ja, Vater, ich befehle Dir kindlich Leib und Seele; Herr, segne und behüte mich. Johann Samuel Diterich nach Christian Fürchtegott Gellert. 468. Mel.: Freu' dich sehr, o meine Seele zc. 1. Wenn ich einst von jenem Schlummer, Welcher Tod heißt, aufersteh' Und, von dieses Lebens Kummer Frei, den schönern Morgen seh': O dann wach' ich anders auf, Schon am Ziel ist dann mein Lauf; Träume sind des Pilgers Sorgen, Großer Tag, an deinem Morgen. 2. Hilf, daß feiner meiner Tage, Geber der Unsterblichkeit, Dir, dem Richtenden, einst sage, Er sei ganz von mir entweiht. Auch noch heute wacht' ich auf, Dank dir, Herr; zu dir hinauf Führ' mich jeder meiner Tage, Jede Freude, jede Plage: 3. Daß ich gern sie vor mir sehe, Wenn ihr letzter nun erscheint, Wenn zum dunklen Thal ich gehe, Und mein Freund nun um mich weint. Lindre dann des Todes Pein Und laß mich den Stärksten sein, Mich, der ihn gen Himmel weise Und dich, Herr des Todes, preise! Friedrich Gottlieb Klopstock. 469. Mel.: Aus meines Herzens Grunde 2c. 1. Allmächtiger, ich hebe Mein Aug' empor zu dir. Preis dir, durch den ich lebe, Und nener Dank dafür! Herr, deine Huld ist groß, Und du läßt dir das Lallen Des Dankes wohlgefallen, Das aus dem Herzen floß. 2. Daß nicht in tiefem Schlummer Des Lebens Licht verlischt, Und daß mich, frei von Kummer, Ein sanfter Schlaf erfrischt: Dies dank' ich deiner Macht Morgenlieder. Und deiner Vatertreue; Durch sie bin ich aufs neue Mit heiterm Muth erwacht. 3. Beschüßer unsrer Seele, Ich traue freudig dir; Nicht, was ich mir erwähle, Dein Rath gescheh' an mir! Gieb, was mir heilsam ist, Und wenn ich Schwacher wanke, So stärke der Gedanke, Daß du stets um mich bist. 4. Er stärke mich, mit Freuden Zu thun, was dir gefällt; Er tröste mich im Leiden. Und will die Lust der Welt Mich jemals nach sich ziehn: Helf' er mein Herz bewahren, Helf' er mir die Gefahren Der Sünde sehn und fliehn. 5. Beglücke du die Meinen Nach deiner Gütigkeit. Vergiß der Armen keinen, Wend' alles Herzeleid. Du willst ja gern erfreun, Eilst, allen beizustehen; So laß auch dies mein Flehen Dir wohlgefällig ſein. 6. Gott, dem ich angehöre, Dein Friede ruh' auf mir! Mein Seufzen, meine Zähre, Erbarmer, ist vor dir. Deß soll mein Herz sich freun! Wer dir nicht traut, der bebe! Ich sterbe oder lebe: So bin ich ewig dein. Christoph Friedrich Neander. 347 470. Eigene Melodie. Ch. A. 1. Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschaffnen Lichte, Schick' uns diese Morgenzeit Deine Strahlen zu Gesichte Und vertreib durch deine Macht Unsre Nacht. 2. Deiner Güte M Morgenthau Fall' auf unser matt Gewissen, Laß die dürre Lebensau' Lauter süßen Trost genießen Und erquick' uns, deine Schaar, Immerdar. 3. Gieb, daß deiner Liebe Glut Unsers Herzens Kält' ertödte, Und erwecke Sinn und Muth Bei der neuen Morgenröthe, Daß wir, eh' wir gar vergehn, Recht aufstehn. 4. Schmück' uns mit Gerechtigfeit, Als mit einem weißen Kleide, Nie von uns es werd' entweiht, Nie an seinem Glanz es leide; Laß uns hell und fündenrein Vor dir sein. 5. Ach, du Aufgang aus der Höh', Gieb, daß auch an jenem Tage Deine gläub'ge Schaar ersteh' Und, erlöst von aller Plage, Auf der ew'gen Freudenbahn Wallen kann. 348 Zeitenlieder. 6. Leucht' uns selbst in jene| Laßt uns sammeln gleich den Welt, Du verklärte Gnadensonne, Führ' uns durch das Thränenfeld In das Land der süßen Wonne, Wo die Lust, die uns erhöht, Nie vergeht. Christian Knorr v. Rosenroth. 2. O wie lieb' ich diese Stunden, Wo die Welt mich ruhen läßt, Wo wir, treu in ihm verbunden, Feiern unsers Heilands Fest, Und er uns durch seinen Geist Selbst den Weg zum Himmel weist. 471. Denn wir sind dein Eigenthum. Alles preise deinen Namen, Alles mehre deinen Ruhm, Bis es künftig wird geschehn, Mel.: Gott des Himmels und der zc. 1. Großer Gott, den alles Daß wir dich im Himmel sehn. preiset, Nach Kaspar Neumann. Der uns je und je geliebt, 472. Sich als Vater uns erweiſet, Uns den Sohn zum Heiland giebt! Heute weckt des Tages Lauf Mich zu neuer Andacht auf. 3. Habe Dank für diesen Morgen, Der mir Kraft zum Guten schenkt. Das sind doch die besten Sorgen, Wenn sein Heil der Mensch bedenkt, Wenn er betet, wenn er singt, Daß es durch die Wolken dringt. Bienen, Jeder trage Segen fort. Selig ist, wer Nacht und Tag Gern darin sich üben mag. 4. Was ist sel'ger als Gott dienen? Was ist süßer als sein Wort? 5. O mein Gott, sprich selber Amen, Eigene Melodie. 1. Aus meines Herzens Grunde Sag' ich dir Lob und Dank Und all mein Leben lang, In dieser Morgenstunde Gott in deinem Thron, Dir zu Lob, Preis und Ehren, Durch Christum, unsern Herren, Dein'n eingebornen Sohn: 2. Daß du mich haft aus Gnaden In der vergangnen Nacht Vor allem Schreck und Schaden Behütet und bewacht. Jch bitt' demüthiglich, Wollst mir mein' Sünd' vergeben, Womit in diesem Leben Ich hab' erzürnet dich. 3. Dich will ich lassen rathen, Der alle Dinge lenkt; Du segne meine Thaten, Morgenlieder. Und was mein Herz gedenkt. Dir sei es heimgeſtellt, Leib, Seele, Geist und Leben, Und was du mir gegeben; Mach's, wie es dir gefällt! 4. Darauf so sprech' ich Amen Und zweifle nicht daran: Gott nimmt in Jesu Namen Mein Flehen gnädig an. Drauf streck' ich aus die Hand, Greif' an das Werk mit Freuden, Das Gott mir wollt' bescheiden In meinem Amt und Stand. 1592. 473. Mel.: Wie schön leuchtet der 2c. 1. Brich an, du schönes Morgenlicht, Und mache hell mein Angesicht In dieser Freudenstunde! Brich, heil'ge Andacht, mit hervor! So sing' ich Gott im höhern Chor Ein Lied von Herzensgrunde. Preiset, rühmet Den ohn' Ende, dessen Hände, dessen Walten Gnädig Leib und Seel' erhalten! 2. Gott, ew'ger Gott! ich danke dir 349 Heute wieder meine Glieder zum Geschäfte; Fröhlich spür' ich deine Kräfte. Von ganzem Herzen, daß du mir Bewiesen deine Güte; Daß du mich in der finstern Nacht Durch deiner Engel Schaar bewacht An Leib, Seel' und Gemüthe. Fröhlich reg' ich 3. Ach gieb mir, treues Vaterherz, Daß alle Sündenangst und Schmerz Mit dieser Nacht vergehen; Daß ich in deiner Lieb' und Huld Auch jezzo möge, frei von Schuld, Neu geistlich auferstehen! Laß mich christlich Diesen Morgen trachten, sorgen, dir zu leben, Jesu ganz mich hinzugeben. 4. Herr Jesu, leite meinen Gang, Daß ich heut' und mein Leben lang Nach deinem Willen walle. Auf deinem Herzen trage mich, Mit meinem Geist vereine dich, Daß ich nicht irr' und falle. Ach gieb Antrieb, Deiner Liebe heil'ge Triebe zu betrachten und die Welt für nichts zu achten. 5. Regiere mich mit deinem Geist, Der mir den Weg zum Himmel weist, Damit ich überwinde; Daß ich auskaufe meine Zeit Für deines Reiches Herrlichkeit Und volle Hoffnung finde, Bis ich endlich, 350 Sanft im Frieden hingeschieden, zu dir dringe Und dir ewig Psalmen singe. ( Tägliche Haus- und Herzensandacht. Nürnberg 1661.) Zeitenlieder. 474. Mel.: Gott, du frommer Gott 2c. 1. O Jesu, süßes Licht, Nun ist die Nacht vergangen, Nun hat dein Gnadenglanz Aufs neue mich umfangen, Nun ist, was an mir ist, Vom Schlafe neu erwacht; Drum singet dir mein Herz: Dir, Herr, sei Dank gebracht! 2. Was soll ich dir denn nun, Mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar In deine Gnad' versenken, Mein Leib und Seel' und Geist Sei dein den ganzen Tag; Das soll mein Opfer sein, Weil ich sonst nichts vermag. 3. Drum siehe da, mein Gott, Da hast du meine Seele, Sie sei dein Eigenthum, Daß ihr kein Gutes fehle. Dir geb' ich meinen Geist, Verschmäh' die Gabe nicht, Verkläre dich in ihm Durch deines Geistes Licht. 4. Ich will auch meinen Leib Zum Tempel dir ergeben, Darin du wohnen magſt, O Herr, mein Heil, mein Leben! Ach wohn', ach leb' in mir, Beweg' und rege mich, d So hat Geist, Seel' und Leib Mit dir vereinigt sich. 5. Mein Jesu, schmücke mich Mit Weisheit und mit Liebe, Mit Keuschheit, mit Geduld Durch deines Geistes Triebe. Vor allem leite mich Zur wahren Demuth an, So bin ich wohl geschmückt Und köstlich angethan. 6. Gieb, daß es diesen Tag Mir stets vor Augen schwebe, Daß deine Gegenwart Mich wie die Luft umgebe, Damit mein ganzes Thun Durch Herz und Sinn und Mund Dich lobe inniglich, Mein Gott, zu jeder Stund'. 7. O segne, was ich thu', Mein Reden und mein Denken, Durch deines Geistes Kraft Wollst du es weislich lenken, Daß alles nur gescheh' Zu deines Namens Ruhm, Und daß ich unverrückt Verbleib' dein Eigenthum. Joachim Lange. 475. Mel.: Erschienen ist der herrlich' Tag zc. 1. Das walte Gott, der helfen fann! Mit Gott fang' ich mein' Arbeit an, Mit Gott nur geht es glücklich fort; Morgenlieder. 351 Drum ist auch dies mein erstes Drum sprech' ich auch von HerzensWort: grund: Das walte Gott! 2. All mein Beginnen, Thun und Werk Erfordert Gottes Kraft und Stärk': Mein Herz sucht Gottes Angesicht; Drum auch mein Mund mit Freuden spricht: Das walte Gott! 3. So Gott nicht hilft, so kann ich nichts, Wo Gott nicht giebet, da gebricht's; Gott giebt und thut mir alles Gut's, Drum sprech' ich nun auch guten Muths: Das walte Gott! 4. Will Gott mir etwas geben hier, So will ich dankbar sein dafür; Auf sein Wort werf' ich aus mein Netz Und sag' in meiner Arbeit stets: Das walte Gott! 5. Anfang und Mitte sammt dem End' Stell' ich allein in Gottes Händ': Er gebe, was mir nüßlich iſt; Drum sprech' ich auch zu jeder Frist: Das walte Gott! 6. Legt Gott mir seinen Segen bei Nach seiner großen Güt' und Treu', So g'nüget mir zu jeder Stund'; Das walte Gott! 7. Trifft mich ein Unglück: unverzagt! Ist doch mein Werk mit Gott gewagt. Er wird mir stehen gnädig bei, Drum dies auch meine Losung sei: Das walte Gott! 8. Er kann mich segnen früh und spat, Bis all mein Thun ein Ende hat. Er giebt und nimmt, macht's, wie er will; Drum sprech' ich auch sein in der Still': Das walte Gott! 9. Thu' ich denn was mit Gottes Rath, Der mir beistehet früh und spat, Dann alles wohl gerathen muß; Drum sprech' ich nochmals zum Beschluß: Das walte Gott! Johann Betichius. 476. Mel.: Nun laßt uns Gott, dem Herren 2c 1. Erwacht durch deine Güte Preist, Vater, mein Gemüthe Dein liebevolles Walten, Das mich bisher erhalten. 2. Dies neu geschenkte Leben Weckt mich zu neuem Streben, 352 Zu deinem Wohlgefallen Auch diesen Tag zu wallen. Zeitenlieder. 3. Kann mir doch nichts gelingen, Hilfst du mir's nicht vollbringen. Zu jedem guten Werke Gieb Freudigkeit und Stärke. 4. Weckt auch der neue Morgen Im Herzen manche Sorgen, Ich schau' zu deinen Höhen: Du willst, und sie vergehen. 477. Mel.: Herr Gott, dich loben alle wir zc. 1. Hinunter ist der Sonne Schein, Die finstre Nacht bricht nun herein, Leucht' uns, Herr Christ, du wahres Licht, Laß uns im Finstern wandeln nicht. Abendlieder. 2. Dir sei Dank, daß du uns den Tag Vor Schaden, Angst und mancher Plag' Durch deine Engel haft behüt't Aus Gnad' und väterlicher Güt'. 3. Womit wir, Herr, erzürnet dich, 5. Hilf mir, was gut ist, wählen Und nie den Weg verfehlen, Auf den dein Wort mich leitet, Dein Segen mich begleitet. Dasselb' verzeih uns gnädiglich Und rechn' es unsrer Seel' nicht zu, Laß schlafen uns mit Fried' und Ruh'. Nikolaus Hermann. 6. Nichts soll den frohen Glauben Dann meinem Herzen rauben: Es sind, die treu dich lieben, In deine Hand geschrieben. Karl Theodor Gerhard. 478. Mel.: Nun ruhen alle Wälder 2c. 1. Herr, der du mir das Leben Bis diesen Tag gegeben, Dich bet' ich findlich an. Ich bin viel zu geringe Der Treue, die ich singe, Und die du heut' an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüthe Fren' ich mich deiner Güte; Ich freue mich in dir. Du giebst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke Und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh' der Seelen, Nach deines Worts Befehlen Einher im Leben gehn; Auf deine Güte hoffen, Im Geist den Himmel offen Und dort den Preis des Glaubens sehn! Abendlieder. 4. Ich weiß, an wen ich glaube, Und nahe mich im Staube Zu dir, o Gott, mein Heil! Ich bin der Schuld entladen, Ich bin bei dir in Gnaden, Und in dem Himmel ist mein Theil. 5. Bedeckt mit deinem Segen Eil' ich der Ruh' entgegen; Dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende Ist dein, in deine Hände Befehl' ich, Vater, meinen Geist. Christian Fürchtegott Gellert. 479. Eigene Melodie. 1. Nun ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städt' und Felder, Es schläft die ganze Welt. Ihr aber, meine Sinnen, Auf, auf! ihr sollt beginnen, Was eurem Schöpfer wohlgefällt. 2. Wo bist du Sonne blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, Die Nacht, des Tages Feind. Fahr' hin, ein' andre Sonne, Mein Jesus, meine Wonne, Gar hell in meinem Herzen scheint. 353 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, Legt Kleider ab und Schuhe, Das Bild der Sterblichkeit. Die zieh' ich aus; dagegen Wird Christus mir anlegen Das Kleid der Ehr' und Herrlichkeit. 3. Der Tag ist nun vergangen; Die goldnen Sterne prangen Am blauen Himmelssaal. Also werd' ich auch stehen, Wenn mich wird heißen gehen Mein Gott aus diesem Erdenthal. 5. Das Haupt, die Füß' und Hände Sind froh, daß nun zum Ende Die Arbeit kommen sei. Herz, freu' dich! Du sollst werden Vom Elend dieser Erden Und von der Sündenarbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, Geht hin und legt euch nieder; Der Ruhe ihr begehrt. Es kommen Stund' und Zeiten, Da man euch wird bereiten Zur Ruh' ein Bettlein in der Erd'. 7. Breit' aus die Flügel beide, O Jesu, meine Freude, Laß mich dein eigen sein. Will mich der Feind verschlingen, So laß die Engel singen: Dies Kind soll unverletet sein!" 11 8. Auch euch, ihr meine Lieben, Soll heute nicht betrüben Kein Unfall noch Gefahr; Gott lass' euch ruhig schlafen Und stell' mit heil'gen Waffen Ums Lager seiner Engel Schaar! Paul Gerhardt. 23 354 Zeitenlieder. 480. Mel.: Nun sich der Tag geendet hat 2c. 1. So fliehen unsre Tage hin! Auch dieser ist nicht mehr. Die Nacht, der Müden Trösterin, Eilt wieder zu uns her. 2. Herr! du nur bleibest, wie du bist, Du schläfft und schlummerst nicht; Die Finsterniß, die uns umschließt, Ist deinem Auge Licht. 3. Dir übergeb' ich voll Vertraun Mich auch in dieser Nacht. Und wovor sollte mir dann graun? Mich schüßet deine Macht. 4. Hab' ich an deiner Gnade nur Noch Theil, o Herr, mein Gott, So fürcht' ich nichts in der Natur Und scheue nicht den Tod. 5. Zwar ich erkenne meine Schuld, Mit Reue fühl' ich ſie; Doch, mein Erbarmer, deine Huld, Wie trostvoll ist mir die! 6. Jch eil' im Glauben zu dir hin Und weiß, wie sicher ich Im Schuße deiner Allmacht bin: Ich trau' allein auf dich. 7. Flieht, finstre Sorgen, weit von mir! Herr Jesu, du allein Seist mein Gedanke! weihe dir Mein Herz zum Tempel ein. 8. Ist dies vielleicht die letzte Nacht In meiner Prüfungszeit, So führe mich durch deine Macht Zum Licht der Ewigkeit. 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, Dein bin ich auch im Tod! Du, mein Erretter, bist bei mir Und hilfst aus aller Noth. Chr. Fr. Neander nach Joh. Fr. Herzog. 481. Eigene Melodie. 1. Werde munter, meinGemüthe, Und ihr Sinne, geht herfür, Daß ihr preiset Gottes Güte, Die er hat gethan an mir, Da er mich den ganzen Tag Vor so mancher schweren Plag' Durch sein gnadenreiches Walten Hat beschirmet und erhalten. 2. Lob und Dank sei dir geſungen, Vater der Barmherzigkeit, Daß mir ist mein Werk gelungen, Daß du mich vor allem Leid Und vor Sünden mancher Art So getreulich haft bewahrt, Auch den Feind hinweg getrieben, Daß ich unbeschädigt blieben. 3. O du Licht der frommen Seelen, O du Glanz der Ewigkeit! Dir will ich mich ganz befehlen Diese Nacht und allezeit. Bleibe doch, mein Gott, bei mir, Weil es nunmehr dunkel schier; Daß ich nimmer mich betrübe, Tröste mich mit deiner Liebe! Abendlieder. 4. Laß mich diese Nacht em- Daß du vergnügst alleine pfinden So wesentlich und reine, Laß allezeit mir heilig sein! Eine sanfte süße Ruh'; Alles Uebel laß verschwinden, Decke mich mit Segen zu; Leib und Seele, Muth und Blut, Weib und Kinder, Hab' und Gut, Freunde, Feinde, Hausgenossen Sei'n in deinen Schuß geschlossen! 5. O du großer Gott, erhöre, Was dein Kind gebeten hat! Jesu, den ich stets verehre, Bleibe ja mein Schuß und Rath! Und mein Hort, du werther Geist, Der du Freund und Tröster heißt, Höre doch mein sehnlich Flehen! Amen, ja es soll geschehen! Johann Rift. 482. Mel.: Nun ruhen alle Wälder 2c. 1. Nun sich der Tag geendet, Mein Herz zu dir sich wendet Und danket inniglich. Dein holdes Angesichte Zum Segen auf mich richte, Erleuchte und entzünde mich! die 2. Ich schließe mich aufs neue In deine Vatertreue Und Schuß und Gnade ein. Der Finsterniß Geschäfte Und alle bösen Kräfte Vertreibe durch dein Nahesein! 3. Daß du mich herzlich liebest, Daß du mich stets umgiebest Und rufft zu dir hinein, 355 4. Ein Tag der sagt's dem andern, Mein Leben sei ein Wandern.a Zur großen Ewigkeit. O Ewigkeit, du schöne, is Mein Herz an dich gewöhne: Mein Heim ist nicht in dieser Zeit. Gerhard Tersteegen. 483. 2C. Mel.: Wenn wir in höchsten Nöth 1. Ich danke dir mit Herz und Mund, O Gott, in dieser Abendstund' Für alle Güte, Treu' und Gnad', Die meine Seel' empfunden hat. 2. Du hast mich, o Gott Vater mild, Gemacht nach deinem Ebenbild. In dir nur web' und lebe ich, Vergehen müßt' ich ohne dich. 3. Du, Heiland, hast mich durch dein Blut Erlöset von der Höllen Glut, Hast das Geseß für mich erfüllt, Damit des Vaters Zorn gestillt. 4. Du bist mein Fürsprech allezeit, Mein Heil, mein Trost und meine Freud'. Ich kann durch dein Verdienst allein Hier ruhig und dort selig sein. 23* 356 5. O heil'ger Geist, du höchste Kraft, Deß Gnade in mir alles schafft, Ist etwas Gut's am Leben mein, So ist es wahrlich alles dein. Zeitenlieder. 6. Dein ist's, daß ich Gott recht erkenn', Ihn meinen Herrn und Vater nenn', Sein wahres Wort und Sacrament Behalt' und lieb' bis an mein End'; 7. Daß ich fest in Anfechtung ſteh' Und nicht in Trübsal untergeh', Daß ich im Herzen Trost empfind', Zuleßt mit Freuden überwind'. 8. Entlaß mich, Gott, der Sündenschuld Und hab' mit deinem Knecht Geduld, Zünd' in mir Glauben an und Lieb', Zu jenem Leben Hoffnung gieb. 9. Ein selig Ende mir bescher', Zum jüngsten Tag erweck' mich, Herr, Daß ich dich schaue ewiglich: Amen! Amen! Erhöre mich! Bodo von Hodenberg. 484. Mel.: Werde munter, mein Gemüthe 2c. 1. Unsre müden Augenlider Schließen sich jetzt schläfrig zu, Und des Leibes matte Glieder Grüßen schon die Abendruh'; Denn die Finsterniß der Nacht Hat des hellen Tages Pracht In der tiefen See verdecket Und die Sterne aufgeſtecket. 2. Ach bedent', eh' du gehst schlafen, Du, o meines Leibes Gast, Ob du den, der dich erschaffen, Heute nicht erzürnet haft; Thu', ach thu' bei Zeiten Buß', Geh' und falle ihm zu Fuß Und bitt' ihn, daß er aus Gnaden Dich der Strafe woll' entladen. 3. Sprich: Herr, dir ist unverhohlen, Daß ich diesen Tag verbracht Anders, als du mir befohlen; Ja ich habe nicht betracht't Meines Amtes Ziel und Zweck, Habe gleichfalls deinen Weg Sträflich, o mein Gott, verlassen, Bin gefolgt der Weltlust Straßen. 4. Ach Herr, laß mich Gnad' erlangen, Gieb mir nicht verdienten Lohn, Laß mich deine Hut umfangen, Sieh an deinen lieben Sohn, Der für mich genug gethan; Vater, nimm den Bürgen an: Dieser hat für mich erduldet, Was in Sünden ich verschuldet. 5. Vater droben in der Höhe, Dessen Nam' uns hehr und werth, Dein Reich komm', dein Will' geschehe, Unser Brod werd' uns beschert, Und vergieb uns unsre Schuld, Schenk' uns deine Gnad' und Huld, Laß uns nicht Versuchung tödten: Hilf uns, Herr, aus allen Nöthen. Johann Franck. Abendlieder. 485. Mel.: In dich hab' ich gehoffet, Herr 2c. 1. Für alle Güte ſei gepreist, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist, Ihr bin ich zu geringe. Vernimm den Dank, Den Lobgesang, Den ich dir kindlich singe. 2. Du nahmſst dich meiner herzlich an, Hast Großes heut' an mir gethan, Mir mein Gebet gewähret, Hast väterlich Mein Haus und mich Beschüßet und genähret. 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk, Der Geist, mit dem ich dein gedenk', Ein ruhiges Gemüthe; Was ich vermag Bis diesen Tag, Ist alles deine Güte. 4. Sei auch nach deiner Lieb' und Macht Mein Schutz und Schirm in dieser Nacht, Vergieb mir meine Sünden. Und kommt der Tod, Herr Zebaoth, So laß mich Gnade finden. Christian Fürchtegott Gellert. 357 486. Eigene Melodie. 1. Nun sich der Tag geendet hat, Die Sonne nicht mehr scheint, Schläft, was von Arbeit müd' und matt Und was zuvor geweint. 2. Nur du, mein Gott, wirkst sonder Rast, Du schläfft noch schlummerst nicht, Die Finsterniß ist dir verhaßt, Weil du bist selbst das Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich In dieser dunklen Nacht Und schenke du mir gnädiglich Den Schirm von deiner Wacht! 4. Zwar fühl ich wohl der Sünde Schuld, Die mich bei dir verklagt, Doch hat mir deines Sohnes Huld Vergebung zugeſagt. 5. Drauf thu' ich meine Augen zu Und schlafe fröhlich ein. Mein Gott wacht über meiner him Ruh'; Wer wollte traurig sein? 6. Soll diese Nacht die letzte sein In diesem Erdenthal, So führ' mich, Herr, zum Himmel ein, Zur auserwählten Zahl! 358 Zeitenlieder. 7. Und also leb' und sterb' ich| Und laß dir, Du starker Zebaoth; Im Tod und Leben hilfst du mir Aus aller Angst und Noth. Johann Friedrich Herzog. 487. Mel.: Nun sich der Tag geendet hat 2c. 1. Nun bricht die finstre Nacht herein, Des Tages Glanz ist todt; Jedoch, mein Herz, schlaf noch nicht ein, Komm, sprich zuvor mit Gott. 2. D Gott, du großer Herr der Welt, Den niemand sehen kann, Du siehst auf mich vom Himmelszelt, Hör' auch mein Seufzen an. Vor allen heilig ſein. 4. Doch ach, mich reizte heute noch om Die Luft der blinden Welt, Noch trage ich das Sündenjoch, Das mich gefesselt hält. durch deinen lieben Sohn 5. Drum such' ich deinen Gnadenthron, Sich meine Schuld nicht an Vergebung mich empfahn. 6. Erhalt' uns fernerhin dein Wort, Es sei uns helles Licht, Daß wir dir dienen immerfort In froher Zuversicht. 7. Jeßt aber such' ich meine Ruh', O Vater, steh' mir bei Und gieb mir deinen Engel zu, Daß er mein Wächter jei. 488. Mel.: In dich hab' ich gehoffet, Herr 2c. 1. Mit meinem Gott geh' ich War dein, vor allen dein, zur Ruh' Drum sollt' er mir bis in die Und thu' mein Aug' in Frieden zu; 3. Der Tag, den ich nunmehr vollbracht, Nacht Denn Gott im Himmelsthrone Hält treue Wacht Bei Tag und Nacht, Auf daß ich sicher wohne. 8. Und endlich führe, wenn es Zeit, Da wird in deiner Herrlichkeit Mich in den Himmel ein, Mein Sabbath ewig sein. Kaspar Neumann. 2. Jch ruf' zu dir, Herr Jesu Christ, Der du allein mein Helfer bist: Laß mich kein Leid erfahren! Vor Sündenschuld Mög' deine Huld Mich gnädiglich bewahren. Abendlieder. 359 3. Laß deiner heil'gen Engel| O dann schlaf' ich anders ein, Schaar Weg aus dieses Lebens Pein Wall' ich hin zu derer Hütten, Die, nun glücklich, hier auch litten. Sich um uns stellen immerdar, Daß alles Leid verschwinde. Gott heil'ger Geist, Dein' Hülf' uns leist'! Schüß' uns vor Schmach und Sünde! 4. Herr, meinen Geist befehl' ich dir, Mein Gott, mein Gott, weich' nicht von mir, Nimm mich in deine Hände! O wahrer Gott, Aus aller Noth Hilf mir an meinem Ende! Nach Corn. Becker u. Adam Reusner. 489. Mel.: Freu' dich sehr, o meine Seele zc. 1. Sink' ich einst in jenen Schlummer, Aus dem keiner je erwacht, Geh' ich aus der Welt voll Kummer, Todesruh', in deine Nacht, 2. Jetzt noch schlaf' ich, auf zuwachen Für die Tage dieser Zeit; Laß mich fertig stets mich machen, Vater, zu der Ewigkeit, Daß ich Wanderer dann sei Leicht, bereit, von Bürden frei, Von den Lasten dieser Erde, Wenn ich nun unsterblich werde. 3. Gerne laß den Tag mich ſehen, Der als Retter mir erscheint, Wenn mit unerhörtem Flehen, Wer mich liebet, um mich weint! Stärker als mein Freund im Schmerz 490. Mel.: Wie schön leuchtet der zc. 1. Herr, der da sein wird, ist und war, Blick' an voll Gnaden dieses Paar, Sei mein gottverlangend Herz! Voll von deines Namens Preisen, Laß mich ihn gen Himmel weisen. Friedrich Gottlieb Klopstock. Hausstandslieder. Tranung. Ehestand. Das sich auf dich verbündet! Kein Heil erblüht in dieser Zeit, Kein Lieben währt in Ewigkeit, Wenn's deine Hand nicht gründet. Laß dies Bündniß 360 Hausstandslieder. Laß sie, Vater, Dir ergeben, einig leben, treu Treu die Pflicht der Christen üben. sich lieben, Sein geschrieben bei den Lieben, Und Eintracht abzulegen! die du kennest Und einst dort im Himmel nennest! 2. Fromm ist die Weisheit, keusch dein Geist, Der Seelen rührt und unterweist, Die Kindschaft zu erlangen. O halt' auch diese Seelen keusch, Damit sie fern vom Weltgeräusch Das Heil in dir empfangen! Kindlich, gründlich Voll Vertrauen laß sie bauen ihre Hütte: Dich als Heilsgott in der Mitte! 3. Ach gründe, Vater, selbst ihr Haus 2. Gott, der du sie verbunden haft, 491. Mel.: Wie schön leuchtet der 2c. 1. Von dir, du Gott der Einigkeit, Ward einst der Ehe Bund geweiht: O weih' auch sie zum Segen, Die hier vor deinem Angesicht Bereit stehn, dir den Schwur der Pflicht Mach' ihnen leicht des Lebens Last, Gieb, daß kein Gutes fehle; Den Eh'bund laß sie nie entweihn, Keusch laß sie, friedsam, zärtlich ſein, Ein Herz und eine Seele! Immer laß sie, Dir ergeben, einig leben, einig handeln, Fromm und heilig vor dir wandeln. Und führ' sie gnädig ein und aus An deiner Hand wie Kinder! Laß alle, die darinnen sind, Den Mann, die Mutter und das 3. O segne sie, der gern beglückt Kind, Gedeihn als Ueberwinder, Und Segen uns von oben schickt, Auf allen ihren Wegen! Die sich treulich Um dich reihen und gedeihen in dem Sohne Dir zum Lob vor seinem Throne! Laß ihr Geschlecht sich deiner freun, Gieb selbst zu ihrem Fleiß Gedeihn, Und ihr Beruf sei Segen! Laß sie, Vater, Albert Knapp. násile Dir ergeben, glücklich leben, freudig ſterben: So sind sie des Himmels Erben. Georg Ernst Waldau. 492. Mel.: Ermuntre dich, mein schwacher zc. 1. 3 wei Hände wollen heute sich An heil'ger Stätte faſſen, Trauung. Sich halten treu und inniglich Und nimmermehr sich lassen; Doch festzuziehn solch Liebesband, Soll helfen eine andre Hand, Soll Gottes Hand zum Segen Sich auf die euren legen! 2. Zwei Zungen wollen heut' ein Wort, Ein heilig Ja sich geben; Das kurze Wort, o kling' es fort Durchs ganze lange Leben! Doch daß dies Ja gesegnet sei, Ertöne noch ein Ja dabei, Erschall' aus Gottes Munde Das Ja zu eurem Bunde! 3. Zwei Herzen brennen fröhlich heut' In einer Liebe Flammen Und halten fest in Leid und Freud' Von heute an zuſammen; Doch daß da bleibe Herz an Herz, So haltet fleißig himmelwärts Zum Vaterherzen droben Die eurigen erhoben! 4. Zwei Namen wollen heute gern In einen sich verschlingen, Den ihren will dem Eheherrn Die Braut zum Opfer bringen; Doch soll der Bund gesegnet sein, So klinge noch ein Name drein, So kling' in Gottes Namen Zu eurem Ja das Amen! 5. Zwei Häuser blicken lieb und traut Ehestand. Aufs neugeschmückte dritte; Der Eltern Segen hat's gebaut Den Liebenden zur Hütte; Wie glänzt das Hüttchen schmuck und neu! 361 Doch daß da gut zu wohnen sei, Laßt fleißig euch die Glocken Zum Hause Gottes locken! 6. So zieht zu Zwei'n ins Gotteshaus, Die Freunde zum Geleite! So kommt vereint vom Herrn heraus, Er selbst an eurer Seite! Zieht fröhlich ein zur eignen Thür, Bleibt eins in Liebe für und für, Und Gott in eurer Mitte Sei selbst im Bund der Dritte! Karl Gerok. 493. Mel.: Wie schön leuchtet der zc. 1. Wie schön ist's doch, Herr Jesu Christ, Im Stande, da dein Segen ist, Im Stande heil'ger Ehe! Wie steigt und neigt sich deine Gab' Und alles Gut so mild herab Aus deiner heil'gen Höhe, Wenn sich an dich Fleißig halten Jung' und Alten, die fürs Leben Sich einander hingegeben. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl verstehn Und unverrückt zusammengehn 362 Im Bunde reiner Treue, Da geht das Glück in vollem Lauf, Da sieht man, wie der Engel Hauf' Im Himmel selbst sich freue. Kein Sturm, kein Wurm Kann zerschlagen, kann zernagen, was Gott giebet Dem Paar, das in ihm sich liebet. Hausstandslieder. 3. Der Mann wird einem Exodesto Baume gleich, An Aesten schön, an Zweigen reich; Das Weib gleicht einer Reben, Die ihre Trauben trägt und nährt Und sich je mehr und mehr vermehrt Mit Früchten, die da leben. Wohl dir, o Zier, Manneswonne, Hausessonne, Ehrenkrone! Gott denkt dein auf seinem Throne. 4. Sei gutes Muths! nicht Menschenhand Hat aufgerichtet solchen Stand: Es ist ein höh'rer Vater; Der hat uns je und je geliebt Und bleibt, wenn unsre Sorg' uns trübt, Der beste Freund und Rather. Anfang, Ausgang Aller Sachen, die zu machen wir gedenken, Wird er wohl und weislich lenken. 5. Zwar bleibt's nicht aus, es kommt ja wohl Doch wer sich still und in Geduld Ergiebt, deß Leid wird Gottes Huld In großen Freuden schließen. Bage, trage Nur ein wenig: unser Herrscher wird behende Machen, daß die Angst sich wende. 6. Wohl denn, mein König, nah' herzu! Gieb Rath im Kreuz, in Nöthen Ruh', In Aengsten Trost und Freude! Deß sollst du haben Ruhm und den Preis: Wir wollen singen bester Weis' Und danken alle beide, Bis wir bei dir, Deinen Willen zu erfüllen, deinen Namen Ewig loben werden. Amen. Paul Gerhardt. 494. Eigene Melodie. 120 1. O selig Haus, wo man dich aufgenommen, Du wahrer Seelenfreund, Herr Jesu Christ! Wo unter allen Gästen, die da kommen, Du der gefeiertste und liebste bist; Wo aller Herzen dir entgegen schlagen, Ein Stündlein, da man leidensvoll Und aller Augen freudig auf Die Thränen lässet fließen; dich sehn; Trauung. Ehestand. 363 Wo aller Lippen dein Gebot Sich deiner freun, du lieber erfragen, Heiland, du! Und alle deines Winks gewärtig stehn! 4. O selig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen 2. O selig Haus, wo Mann und Und wissend, wessen Augen auf sie sehn, Weib in einer, In deiner Liebe eines Geistes sind, of thos Bei allem Werk in einem Eifer brennen, Als beide eines Heils gewürdigt, Daß es nach deinem Willen mag geschehn; feiner d Im Glaubensgrunde anders ist Als deine Diener, deine Hausgenossen, gesinnt; Wo beide unzertrennbar an dir In Demuth willig und in Liebe hangen frei, In Lieb' und Leid, Gemach und Das Ihre schaffen, froh und unverdrossen, Ungemach, Und nur bei dir zu bleiben stets In kleinen Dingen zeigen große Treu'! verlangen An jedem guten wie am bösen Tag! 3. Oselig Haus, wo man die lieben Kleinen Mit Händen des Gebets ans Herz dir legt, Du Freund der Kinder, der sie als die Seinen Mit mehr als Mutterliebe hegt und pflegt; Wo sie zu deinen Füßen gern sich sammeln Und horchen deiner süßen Rede zu Und lernen früh dein Lob mit Freuden stammeln, 5. O selig Haus, wo du die Freude theilest, Wo man bei keiner Freude dein vergißt! O selig Haus, wo du die Wunden heilest Und aller Arzt und aller Tröster bist; Bis jeder einst sein Tagewerk vollendet, hie Und bis sie endlich alle ziehen aus Dahin, woher der Vater dich geſendet, Ins große, freie, schöne Vaterhaus! Karl Johann Philipp Spitta. 364 Hausstandslieder. Erziehung. 495. Mel.: Werde munter, mein Gemüthe 2c. 1. Sorge, Herr, für unsre Kinder, Sorge für ihr wahres Heil! Sind sie gleich vor dir auch Sünder, Haben sie an dir doch Theil. Sie sind in der Taufe schon Dir geweiht und deinem Sohn, Darum leite deine Gnade Sie auf ihrem Lebenspfade. 2. Der du sie bisher erhalten Bei so manchem Unglücksfall, Wollest über sie nun walten Immerdar und überall. Bricht Gefahr für sie herein, Wollst du ihr Beschüßer sein; Wenn in Noth sie zu dir flehen, Laß sie deine Hülfe sehen. 3. Dringt auf sie von allen Seiten Der Verführer Schaar heran, Laß doch ihren Fuß nicht gleiten, Halte sie auf rechter Bahn. Regt in ihrer eignen Brust Sich mit Macht die böse Lust, Gieb dann, daß sie muthig kämpfen Und den Reiz der Sünde dämpfen. 4. Herr, erhalte deinem Reiche Unsre Kinder stets getreu; O daß keines von dir weiche Und dereinst verloren sei! Immer geh' ihr frommer Sinn Und ihr Streben darauf hin, Christo ganz sich zu ergeben Und zur Ehre dir zu leben. 5. Gönne mir die Himmelsfreude, Daß ich einst am jüngsten Tag Nach so manchem Kampf und Leide Mit Frohlocken sprechen mag: Liebster Vater, siehe hier Meine Kinder all' mit mir; Ihrer keines ist verloren, Alle sind aus dir geboren. Nach Ludwig Heinrich Schlosser. 496. Mel.: Aus tiefer Noth schrei' ich zc. 1. Ach Gott, laß dir befohlen sein Jetzt und zu allen Zeiten All' unsre Kinder groß und klein, Hilf sie zum Guten leiten! Gar bald die Jugend wird verführt, wohl auch das Alter sich verirrt; Drum hilf uns allen beiden! 2. Dein' Vatertreu' sie mir behüt', Dein' Gnade sie regiere; Dein guter Geist leit' ihr Gemüth, Daß niemand sie verführe. Wir bringen sie, o Herr, dir dar, Daß sie dein starker Arm bewahr', Kein Unheil sie berühre. 3. Und weil man dir, Herr, dienen soll Allhier in allen Ständen, Vaterland. So mach' sie deiner Weisheit voll Und laß sie Wege finden, Zu dienen dir in der Gemein'; Laß alle dir zur Ehre sein, Bis sie den Lauf vollenden. 4. Dir, o mein Gott, erzieh' ich sie In deiner Furcht und Treue; 497. Mel.: Allein Gott in der Höh' sei Ehr' 2c. 1. O Gott voll Macht und Wunderthat! 10. Vaterland. Es ist an allen Orten All' Obrigkeit aus weisem Rath Von dir verordnet worden. Drum kröne, Herr, die Obrigkeit, Die du uns gabst für diese Zeit, Mit Segen, Heil und Gnade! 2. Laß unter ihrer Hand und Wacht Uns Heil und Wohlfahrt spüren, Daß wir durch deine Lieb' und Macht 365 Schaff', daß nicht Arbeit, Sorg' und Müh' Ein stilles Leben führen In Züchten und Gerechtigkeit Und Gutes üben allezeit Nach rechter Christenweiſe. 3. Du wollest selbst ihr deinen Schuß, Kraft, Ehr' und Ansehn gönnen, Daß weder Bosheit, List noch Truß Ins fünft'ge mich gereue, Daß ich vielmehr in Ewigkeit Mich meiner Kinder Seligkeit Vor deinem Thron erfreue. Josua Wegelin. Ihr jemals schaden können; Halt' selber aufrecht dein Gebot, Und wer sie ehrt, dem laß, o Gott, es wohlgehn hier auf Erden! 4. Verleih dabei das große Gut, Daß wir durch ihr Regieren Mit Ehrfurcht, Lieb' und sanftem Muth Selbst deine Herrschaft spüren. Gieb du ihr Weisheit und Geduld, Daß sie durch Recht, Gericht und Huld An deiner Statt uns leite. 5. Laß uns dein Volk und Erbe sein Und hilf vor allen Dingen, Daß Haupt und Glieder dir gedeihn, Dir Lob und Ehre bringen. Ja führe Herrn und Knecht zugleich Dereinst in dein verklärtes Reich, Um ewig dir zu dienen. Umarbeitung eines Liedes von 1697. 366 Vaterland. 498. Mel.: Allein Gott in der Höh' sei Ehr' 2c. 1. Herr, der du vormals hast dein Land Mit Gnaden angeblicket, Und wenn du Strafen ihm gesandt, Es wiederum erquicket, Der du die Sünd' und Miſſethat, Die alles Volk begangen hat, Uns väterlich verziehen: 2. Willst du, o Bater, uns denn nicht Nun einmal wieder laben? Und sollen wir an deinem Licht Nicht wieder Freude haben? Ach geuß aus deines Himmels Haus, Herr, deine Güt' und Segen aus Auf uns und unsre Häuser! 3. Ach daß ich hören sollt' das Wort Erschallen bald auf Erden: Daß Friede sollt' an jedem Ort, Wo Christen wohnen, werden! Ach daß uns doch Gott sagte zu Des Krieges Schluß, der Waffen Ruh' Und alles Unglücks Ende! 4. Ach wandelte die böse Zeit Sich um zu guten Tagen, Damit wir in dem großen Leid Nicht möchten ganz verzagen! Doch ist ja Gottes Hülfe nah', Und seine Gnade stehet da All denen, die ihn fürchten. 5. Wenn wir nur fromm sind, wird sich Gott Schon wieder zu uns wenden, Den Krieg und alle andre Noth Nach Wunsch und also enden, Daß seine Ehr' in unserm Land Und allenthalben werd' erkannt, Ja stetig bei uns wohne! 6. Die Güt' und Treue werden schön Einander wieder grüßen; Das Recht wird durch die Lande gehn Und Frieden wir genießen; Die Treue wird mit Lust und Freud' Auf Erden blühn; Gerechtigkeit Wird von dem Himmel schauen. Paul Gerhardt. 499. Mel.: Wachet auf, ruft uns die 2c. 1. Großer Gott der Heeresschaaren, Der durch dein herrlich Offenbaren Dein Wesen du uns kund gethan, Wir erheben deinen Namen, Du riefst die Völker, daß sie kamen, Und wiesest ihnen Wohnung an; Du starker, treuer Hort Erziehst sie fort und fort Mit Erbarmen, Du mächt'ger Held Regierst die Welt Geheimnißvoll vom Himmelszelt. Vaterland. 2. Deine Hand mit Vaterwalten| In dir allein ist Heil! Hast du auch über uns gehalten Du bist das beste Theil, Du alleine! Und uns gezeigt des Lebens Bahn. Wie die Väter du gesegnet, Nur deine Hand Kann unser Land Biſt huldreich du auch uns begegnet, Mit Segen krönen unverwandt. Hast Großes unserm Volk gethan. Der Widersacher Macht Hast du zu Fall gebracht, Hast geschlungen Der Einheit Band Um unser Land, Des Friedens Segen uns gesandt. 3. Dafür wollen wir dich preisen In neuen, frohen Dankesweisen, Dein sei die Ehre ganz allein. Wir sind nicht werth deiner Gnaden, Mit alter Schuld gar schwer beladen, Von immer neuer Schuld nicht rein. In Demuth bringen dir Als unserm König wir Unsre Opfer: Laß ernst und licht Dein Angesicht Uns leuchten, daß wir irren nicht. 4. Ohne dich kann nichts gedeihen; 367 5. O so komm in uns zu wohnen! Dein heilig Richten, gnädig Schonen Walt' über uns alltäglich neu. Laß dein Reich du zu uns kommen, Beschirm' die Freien und die Frommen Und pflanz' Gerechtigkeit und Treu'! Entsünd'ge unsern Sinn Und ziehe zu dir hin Unsre Herzen; Als beste Wehr Die Liebe mehr', Daß sie des Bösen Macht verzehr'. 6. Segne du mit langem Leben Den Kaiser, den du uns gegeben, Bewahr' ihn und sein ganzes Haus! Fördre seiner Hände Werke Und salbe ihn mit Kraft und Stärke, Daß Freudigkeit ihm nie geh' aus! Die Fürsten im Verein, Der Städt' und Stämme Reih'n, Haupt wie Glieder Befehlen wir Du mußt die Völker segnend weihen, Wenn ihre Wohlfahrt soll bestehn; Aller Ruhm und alle Ehre, Der Menschen Kunst und Kraft und Wehre Muß ohne dich wie Rauch vergehn. Um alle Völker, alle Lande, Fürbittend dir, Daß sie dein Geist allzeit regier'. 7. Knüpfe du der Eintracht Bande 368 Vaterland. Und wehre du dem bösen Streit!| Uns deine Gnadenthür Laß sie suchen deinen Frieden Und gläubig aufwärts schaun hienieden Jeßt wieder aufgethan: Herr Gott, wir danken dir! Zu deinem Reich der Ewigkeit, Das uns dein Sohn enthüllt, Wo sich dein Rath erfüllt Uns zum Heile, Das ewig steht In Majestät, Wenn alles Irdische vergeht. Julius Thikötter. 500. Mel.: Nun danket alle Gott 2c. 1. Herr Gott, dich loben wir Für deine großen Gnaden, Daß du das Vaterland Von Kriegeslast entladen, Daß du uns blicken läßt Des goldnen Friedens Zier; Drum jauchzet alles Volk: Herr Gott, dich loben wir! 2. Herr Gott, dich loben wir, Die wir in bangen Tagen Der Waffen schweres Joch Und wilden Grimm ertragen; Jetzt rühmet unser Mund Mit herzlicher Begier: Gottlob, wir sind in Ruh'! Herr Gott, wir danken dir! 3. Herr Gott, dich loben wir, Daß du uns zwar gestrafet, Jedoch in deinem Zorn Nicht gar hast weggeraffet; Es hat die Vaterhand 4. Herr Gott, wir danken dir Und bitten, du wollst geben, Daß wir auch künftig stets In guter Ruhe leben. Krön' uns mit deinem Gut, Erfülle für und für, O Vater, unsern Wunsch: Herr Gott, wir danken dir! Johann Franck. 501. Mel.: Nun danket alle Gott 2c. 1. Nun danket alle Gott Mit Herzen, Mund und Händen, Der große Dinge thut Hier und an allen Enden, Der mächtig uns erhält, Mit seiner starken Hand In Krieg und in Gefahr Beschüßt das Vaterland. 2. Nach blut'gem Kampfe woll' Der Herr uns Ruhe geben. Er lasse unser Volk In stetem Frieden leben; In Fried' und Einigkeit, Daß seine Gnad' und Treu' Das ganze Land umfah', Sein Segen mit uns sei. 3. Dir, Gott, dir und nicht uns Sei Ehr' und Preis gegeben! Im Siege laß uns, Herr, Nur deine Huld erheben! Vor deines Mundes Hauch Vaterland. Der Feinde Schaar zerstob; Der Friede ist dein Werk! Dir, Herr, sei Dank und Lob! ( Bremen 1871.) 502. Mel.: Wie schön leuchtet der 2c. 1. Hallelujah Gott, unserm Herrn! Heil Jesu, unserm Morgenstern, Und seinem großen Namen! Noch stammeln wir in dieser Zeit Dein Lob; einst in der Ewigkeit Erschallt das große Amen! Froher Jubel, Laute Freude schallet heute; Lob und Ehre Tönen heut' durch tausend Chöre! 369 Sei dem Vater, sei dem Sohne, ſei dem Geiste: Gott bleibt ewig der Getreuste! 2. Den Tag, o Herr, hast du gemacht; Erseufzt nach langer, langer Nacht, Erschien er unsrer Erde. Ihn riefest du mit Majeſtät, Und sich, die Friedenspalme weht Auf dein allmächtig Werde! Ehre, Ehre 3. Viel tausend Thränen fließen schon, Erhabner Gott, vor deinem Thron, Voll Danks und hoher Wonne! Wir schrien zu dir aus großer Noth, Da rissest du uns aus dem Tod, Nun glänzt die Friedenssonne. Friede, Friede, Goldner Friede, sei willkommen, ſei gegrüßet, Daß dein Freudenquell nun fließet! 4. Hallelujah Gott, unserm Herrn! Heil Jesu, unserm Morgenstern, Der uns so hoch gesegnet! Wir bringen, Herrscher, Preis und Ruhm Dir jetzt in deinem Heiligthum, Daß uns dein Heil begegnet! Ewig, Vater, Sei erhoben hier und droben! deinem Namen Sei Anbetung! Amen! Amen! Johann Jakob Mayer. 24 Register der Lieder. Nr. Ach bleib' mit deiner Gnade.... 179 Bete nur, betrübtes Herz Ach Gott, dir muß ich's klagen... 356 Ach Gott, laß dir befohlen sein... 496 Ach Jesus lebt in mir 288 Ach wann werd' ich von der. 305 Nr. 352 23 10 437 233 414 Betet an, ihr Menschen, bringet.. Bis hieher hat mich Gott. Bis hieher ist's gelungen.. Bleib' ja bei mir, mein Gott. Bleib', Jesu, bleib' bei mir. Bleibe, es will Abend werden Bleibt bei dem, der euretwillen... 182 Brich an, du schönes Morgenlicht. 473 Brich, heller Morgenstern, herein. 89 Bringt frohen Dank und 137 82 Bringt Preis und Ruhm dem 133 294 Alle Menschen müssen sterben..... 434 Allein an dir, mein Gott..... Allein Gott in der Höh' sei Ehr'. 15 Allein zu dir, Herr Jesu Christ... 183 Alles ist an Gottes Segen.... 331 Alles ist euer, o Worte des ewigen 319 Allmächtiger, ich hebe. 469 404 131 292 Christ ist erstanden von der Christ lag in Todesbanden. Christe, du Lamm Gottes Christus der ist mein Leben. Am Grabe stehn wir stille. Amen, deines Grabes Friede An dir allein, an dir hab' ich Anbetungswürd'ger Gott.. Auf, auf, ihr Reichsgenossen... Auf, auf, mein Geist, betrachte Auf Christi Himmelfahrt allein... 145 Auf, empor mit Adlers Flügeln.. 321 Auf Gott und nicht auf meinen... 60 Auf, ihr Streiter, durchgedrungen. 397 Auf meinen lieben Gott... Auferstanden, auferstanden ist.. Auferstehn, ja auferstehn 332 123 419 297 Aus den Tiefen ruf' ich Armer. Dein bin ich, Gott, in Ewigkeit Dein bin ich, Herr, dir will ich.. Aus einem tief vor dir gebeugten. 293 Dein Heil, o Christ, nicht zu Aus irdischem Getümmel. Aus meines Herzens Grunde. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir. 45 196 472 Dein König kommt in niedern.... Dein Wort, o Herr, ist milder... Dein Wort, o Höchster, ist Dem Worte deines Mundes 28 71 345 Befiehl du deine Wege.... 54 Bei dir, Jesu, will ich bleiben.... 214 Christ, alles, was dich kränket... 336 120 134 289 415 446 150 Danket dem Herren für Jegliches. 18 Das alte Jahr vergangen ist. Das Aug' empor, das Knie Das Jahr ist nun zu Ende.. Das walte Gott, der helfen kann. 475 Daß es auf der armen Erde..... 436 172 417 349 351 69 243 244 287 Der am Kreuz ist meine Liebe.... 102 Der du, Herr Jesu, Ruh' und.... 110 Register der Lieder. Nr. Der du uns als Vater liebest.. 162 Der heil'ge Christ ist kommen..... 91 Der Herr, der aller Enden. 46 Der Herr fährt auf gen Himmel.. 143 Der Herr ist Gott und keiner..... 22 Der Herr ist mein getreuer Hirt, dem 59 Der Herr ist mein getreuer Hirt, mir 326 Der schöne Tag bricht an 463 Der Tag, an dem mein Heiland... 207 Dich, dreimal Heiliger 6 410 225 256 464 Die auf der Erde wallen.. Die Feinde deines Kreuzes. Die Gnade unsers Herrn. ...... Die güldne Sonne voll Freud'. Die Himmel rühmen des 30 Die ihr den Heiland kennt und... 334 Die Sünden sind vergeben 309 76 251 Dies ist der Tag, den Gott... Dies ist der Tag, zum Segen.. Dies ist die Nacht, da mir 75 467 41 Dir dank' ich für mein Leben.... Dir, dem weisesten Regierer. Dir, dir, Jehovah, will ich singen.. 19 Dir ew'ge Treue zu geloben... 265 456 Dir, Gott der Huld und Stärke... Dir jauchzet froh die.... 154 Dir schwör' ich ew'ge Treue. 286 Du bist das Licht von Gott 199 Du bist der Weg, die Wahrheit... 198 Du bist's, dem Ruhm und Ehre... 20 Du, der Herz und Wandel... Du Glanz vom ew'gen Lichte. 301 Du Gott, du bist der Herr 371 74 216 240 Ehre sei Gott in der Höhe.... Ein' feste Burg ist unser Gott Ein neues Lied singt Gott dem... 231 Eine Heerde und ein Hirt..... Einer ist's, an dem wir hangen... 223 Eines wünsch' ich mir vor allem.. 384 Eins ist noth; ach Herr, dies..... 178 Einst reift die Saat, mein.... 427 Nr. Empor zu Gott, mein Lobgesang.. 79 Erhalt' uns, Herr, bei deinem 232 Erhöhter Siegesfürst und Held Erhör', o Gott, das heiße Flehn.. Er kommt, er kommt, der Er kommt, er kommt, geht.. Er lebt, o Freudenwort, er. Er ruft der Sonn' und schafft Erlöser, der du selbst uns hast... Erwacht durch deine Güte.. 122 268 78 86 115 441 .. 285 476 Erwecke, Jesu, stets die Herzen 192 Es glänzet der Christen inwendiges 378 Es ist genug, so nimm, Herr..... 409 Es ist nicht schwer, ein Christ zu. 379 Es ist noch eine Ruh' vorhanden. 430 Es ist vollbracht! so ruft am..... 99 Es fennt der Herr die Seinen.... 335 Es kostet viel, ein Christ zu sein.. 380 Es wolle Gott uns gnädig sein... 220 Ewig weis' und ewig milde.... 222 ... Fahre fort, fahre fort, Zion. 236 Fest des Lebens, sei willkommen.. 114 Fest gegründet stehet sie.. 228 224 Fest steht zu Gottes Ruhme. Fleug auf, mein Psalm Freu' dich sehr, o meine Seele 34 ... 428 Fröhlich soll mein Herze springen. 83 Früh Morgens, da die Sonn' Für alle Güte sei gepreist Für diese Kinder beten wir 118 485 270 190 443 Du hast, o allerhöchster Gott.. Du ladest, Herr, zu deinem.. Geh' aus, mein Herz, und suche.. 449 Geh' hin nach Gottes Willen..... 339 Geht hin, ihr gläubigen Gedanken 49 275 Geht nun hin und grabt mein.... 435 398 35 Geist der Wahrheit, lehre mich 165 329 Du, meine Seele, singe... Du sollst in allen Sachen.. Du Vater deiner Menschenkinder.. 337 Du weinest um Jerusalem.. Geist Gottes, aus des Ew'gen 163 311 171 5 92 Geist vom Vater und vom Sohne. 158 Geist von oben, lenke du.. Gelobet sei der Herr... Gelobet seist du, Jesu Christ Gern in alles mich zu fügen...... 360 Gieb deinen Frieden uns, o Herr. 318 Gieb dich zufrieden und sei stille.. 57 Gieb mir, o Gott, ein Herz Gleichwie du auferstanden 388 125 Gott, dein Erbarmen rühmen..... 277 Gott, deine Güte reicht so weit... 63 372 Register der Lieder. Nr. Nr. 85 302 62 Herr Jesu, dir sei Preis und..... 284 Herr Jesu, Licht der Heiden.. Herr, laß des wahren Glaubens.. Herr, mache meine Seele stille.. Herr, ohne Glauben kann 315 31 51 313 Herr, welch Heil kann ich erringen 324 Herr, wie du willst, so schick's. 42 .... 372 Gott des Himmels und der Erden 465 Gott, du läsfest Treu' und Güte.. 448 Gott ist gegenwärtig... Gott ist getreu, sein Herz Gott ist mein Hort Gott ist mein Lied.. 385 50 Herz und Herz vereint zusammen. 213 373 238 Herzallerliebster. Gott, der du..... 12 Herzlich lieb hab' ich dich Herzliebster Jesu, was hast du.... 97 Heut' ist der Ruhetag des Herrn.. 253 Hier bin ich, Herr, du rufest. 274 281 323 Hier bin ich, Jesu, zu erfüllen... Hier Gottes Kinder und dort.. Hier legt mein Sinn sich vor dir. 363 447 Hilf, Herr Jesu, laß gelingen... Himmelan geht unsre Bahn ...... 148 Himmlische Pforten, empfanget.... 151 Hinunter ist der Sonne Schein Höchster Gott! dir danken wir.... Höchster Tröster, komm hernieder.. 161 Hört das Wort voll Ernst und.. ... 341 477 242 Gott, der an allen Enden Gott, der du Quell der Wesen.... 27 Gott, der du unsre Zuflucht. Gott der Macht, in deinem.. 444 Gott ist's, der das Vermögen.. 342 Gott lebt, wie kann ich traurig sein 343 Gott, mein Vater! ich, dein Kind.. 308 Gott mit uns, Immanuel.... Gott rief der Sonne: kehre wieder 459 Gott sei gedankt zu jeder Zeit.... 121 Gott und Vater! zu dir wendet... 354 Gott Vater, sende deinen Geiſt.... 159 Gott, vor dessen Angesichte.... 399 Gottes Mund hat uns verheißen.. 340 Gottes Stadt steht fest gegründet.. 217 Großer Gott, den alles preiset.... 471 Großer Gott der Heeresschaaren 499 Großer Gott von alten Zeiten.... 248 Großer Mittler, der zur Rechten.. 185 Ja fürwahr! uns führt. 64 Ich armer Mensch, ich armer..... 300 412 Ich bin ein Gast auf Erden.. Ich bin getauft auf deinen Namen 263 Ich bin in dir, und du in mir.... 261 Ich danke dir mit Herz und.. Ich erhebe mein Gemüthe... Ich freue mich, mein Gott, in 483 306 327 128 32 364 440 Ich geh' zu deinem Grabe... 490 Ich hab' in Gottes Herz und.. 478 Ich hab' in guten Stunden.. Ich hab' von ferne, Herr..... Ich habe nun den Grund gefunden 204 Ich komme, Heil der Welt, zu.... 278 Ich komme, Herr, und suche. 431 272 117 Hallelujah, Christus lebt.. Hallelujah Gott, unserm Herrn 502 Hallelujah! jauchzt, ihr Chöre.... 116 Halt' im Gedächtniß Jesum Christ. 177 Herr, dein Name sei gepriesen.. 458 Herr, deine Kirche danket dir. 221 Herr, den die Sonnen und die.. Herr, der da sein wird, ist und Herr, der du mir das Leben.. Herr, der du vormals hast dein... 498 Herr, dessen Thron die Himmel... 259 Herr, die Erde ist gesegnet. Herr, du bist heilig im Gericht Herr, du fährst mit Glanz und.... Herr, du willst dein Reich... Herr, du wollst sie vollbereiten. Herr Gott, dich loben wir für. Herr Gott, dich loben wir, Herr.. Herr Jesu Christ, dein theures Herr Jesu Christ, dich zu uns.... 219 Herr Jesu Christ, du höchstes.... 273 Herr Jesu Christ, mein höchstes... 211 104 453 387 144 239 291 500 3 Jch lobe dich, mein Auge schauet.. 226 Ich ruf' zu dir, Herr Jesu Christ. 307 Ich sag' es jedem, daß er lebt.... 124 Ich finge dir mit Herz und Mund 21 Ich steh' an deiner Krippe. 88 314 Ich weiß, an wen mein Glaub'. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt.. 130 Ich weiß, woran ich glaube Ich will dich lieben, meine Stärke 184 186 Register der Lieder. Nr Ich will von meiner Missethat... 296 Ich will zu meinem Gott mich 358 Jehovah, Jehovah, Jehovah. 1 Jerusalem, du hochgebaute Stadt. 426 Jesu, geh' voran 374 Nr. 461 Mein erst Gefühl sei Preis.. Mein ganzer Geist, Gott, wird... 432 Mein Glaub' ist meines Lebens.. 312 Mein Gott, das Herz ich bringe. 369 Mein Gott, ich klopf' an deine ... 353 Mein Gott, ich weiß wohl, daß... 408 Mein Gott, in deine Hände 411 381 101 367 Mein Herr und Gott, deß gute. Mein Herr und Heiland, laß. Mein Herz, gieb dich zufrieden Mein Jesu, du hast unsre Schuld. 206 Mein Jesus lebt, ich soll nicht.... 129 Mein Leben ist ein Pilgrimstand.. 377 Mein Schöpfer, steh' mir bei 40 Mein siegend Haupt dort.. Meine Lebenszeit verstreicht Meine Seele, laß es gehen 401 375 146 421 416 366 29 322 181 389 Meine Seele, laß Gott walten.... Meinen Frieden geb' ich euch. Meinen Jesum lass' ich nicht Menschenfreund, nach deinem Mir nach, spricht Christus. Mit den Schaaren deiner Mit Ernst, o Menschenkinder Mit Jesu fang' ich an 195 279 66 365 402 Mit meinem Gott geh' ich zur.... 488 Mitten wir im Leben sind.. Mittler, schau' auf sie hernieder.. 269 Morgenglanz der Ewigkeit.... 470 Jesu, meine Freude. 187 Jesu, meines Lebens Leben, du... 111 Jesus ist gekommen.. 90 138 135 Jesus lebt, mit ihm auch ich Jesus, meine Zuversicht... Jesus nimmt die Sünder an Ihr Christen auserkoren 208 Ihr Christen, rühmt, erhebt. Ihr Mitgenossen, auf zum In allen meinen Thaten In Gottes Rath ergeben. In Gottes Reich geht niemand Ist Gott für mich, so trete....... 84 175 310 56 142 80 215 164 König, dem kein König gleichet. König der Könige, sei uns Komm, beuge dich, mein Herz Komm, heiliger Geist, Herre Gott. 152 Komm, Kraft des Höchsten... Komm, o komm, du Geist des..... 169 Komm, o verheißner Gottesgeist.. 157 Komm über uns, du werther...... 153 Kommst du, kommst du, Licht.. Kommt, Kinder, laßt uns gehen Kommt, laßt uns Gott.. 70 346 455 373 189 257 Lasset uns mit Jesu ziehen... Laß deine letzten Stunden.... Laß mich dein sein und bleiben... 230 Laß mir die Feier deiner Leiden.. 112 Liebe, die du mich zum Bilde Liebster Jesu, hier sind wir Liebster Jesu, wir sind hier Lob von uns allen dem ewigen. 442 Lobe den Herren, den mächtigen.. 2 Lobe den Herren, o meine Seele.. 7 Lobsinge Gott! Erheb' ihn, meine 14 Lobsingt am frohen Erntefest.. 452 245 344 396 155 36 Nach dir, o Gott, verlanget mich. 304 194 Nach einer Prüfung kurzer Tage.. 420 103 Nach meiner Seelen Seligkeit Nicht nur streiten, überwinden.. Nicht um ein flüchtig Gut der Nie bist du, Höchster, von uns. Nimm hin mein Herz, Gott. .... 383 Noch sing' ich hier aus dunklen... 250 Noch wallen wir im Thränenthal. 433 Nun bitten wir den heil'gen... Nun bittet alle Gott.... Nun bricht die finstre Nacht. Nun danket alle Gott( 1) Nun danket alle Gott( II) Nun danket all' und bringet.... Nun habe Dank für deine Liebe.. 290 Nun jauchzet all', ihr Frommen.. 68 Nun jauchzt dem Herren, alle .... 246 167 235 487 9 501 17 Mache dich, mein Geist, bereit.... 394 Macht hoch die Thür, die Thore.. 77 Man lobt dich in der Stille...... 370 Marter Christi, wer kann dein.... 109 374 Register der Lieder. Nr. Nun laßt uns gehn und treten 438 Nun lob', mein Seel', den Herren 13 Nun preiset alle Gottes.... Nun ruhen alle Wälder. Nun sich der Tag geendet hat Nun sich der Tag geendet, mein 482 Nun so will ich denn mein Leben. 48 486 O du reicher Herr der Armen O du Schöpfer aller Dinge. O Geist, den wir empfangen.. O Gott, du frommer Gott.... O Gott voll Macht und O Gottes Sohn, Herr Jesu O Anfang sonder Ende... O auferstandner Siegesfürst.. 439 119 O Christ, erhebe Herz und Sinn. 376 O daß ich tausend Zungen O der wundergroßen Gnaden O du Liebe meiner Liebe.. 8 ... 283 94 260 276 174 330 497 209 O Haupt voll Blut und Wunden.. 98 Oheil'ger Geist, kehr' bei uns.... 160 O heil'ger Geist, laß uns dein. O Jesu Christ, mein schönstes.. O Jesu, Herr der Herrlichkeit 252 202 227 212 O Jesu, Jesu, Gottes Sohn. O Jesu, süßes Licht 474 O komm, du Geist der 173 O Lamm Gottes, unschuldig. 107 O selig Haus, wo man dich O selig, wer das Heil erwirbt O Sohn Gottes! im Staube. ... O süßester der Namen all O theure Segensgaben.. O Tod, wo ist dein Stachel O Vater der Barmherzigkeit.. O Vater, Gott voll Gnade O Vater, sieh mit Wohlgefallen.. O Vater, unser Gott, es ist. O Welt, ich muß dich lassen O Welt, sieh hier dein Leben. O Welterlöser, sei gepreist. O wie selig seid ihr doch O wie unaussprechlich selig. O wundergroßer Siegesheld 451 479 Quelle der Vollkommenheiten. 494 407 108 176 450 126 295 355 258 357 406 100 156 424 429 141 Nr. Ringe recht, wenn Gottes Gnade. 395 Ruht nuu in Gott, ihr Frommen. 425 Rüstet euch, ihr Christenleute..... 350 44 Schaffet, schaffet, Menschenkinder.. 400 Schaut, welch ein Wunder stellt... 73 280 Schmücke dich, o liebe Seele... Schweiget, bange Zweifel. Seele, willst du Ruhe finden.. Sei getreu in deinem Leiden Sei Lob und Ehr' dem höchsten... Sei mir tausendmal gegrüßet.. 282 348 4 105 303 423 347 16 Sei uns gesegnet, Tag des Herrn. 254 Seid gesegnet, heil'ge Stunden Selig sind des Himmels Erben Selig sind die geistlich Armen Seligstes Wesen, unendliche... Senke dich auf uns hernieder.... 96 Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig.... 264 Sink' ich einst in jenen Schlummer 489 So fliehen unsre Tage hin....... 480 So jemand spricht, ich liebe Gott. 391 So tragen wir den Staub zum... 405 So weit nur deine Sonnen.. 37 Sollt' er versprechen und nicht.... 320 61 Sollt' es gleich bisweilen Sollt' ich meinem Gott nicht singen 11 Sollt' ich meinem Gott nicht trauen 43 Sorge, Herr, für unsre Kinder.... 495 Stark ist meines Jesu Hand.. ..... 210 271 Stärke, Mittler, stärke sie. Sterbend für das Heil der 113 Stimm' an das Lied vom.. 403 .... Theures Wort aus Gottes.... 241 Thut mir auf die schöne Pforte... 249 Tief anbetend, tief im Staube.. 26 Trauernd und mit bangem. 127 Triumph! ihr Himmel, freuet..... 140 Ueberwinder, nimm die Um Zion, Jesu, flossen einst.. Unsre müden Augenlider. Unter allen großen Gütern Unwiederbringlich schnell. 136 203 484 392 445 Vater, heilig möcht' ich leben..... 299 24 Verleih mir, Jesu, deinen Sinn.. 393 Register der Lieder. Nr. Versuchet euch doch selbst.. 316 237 Verzage nicht, du Häuflein klein.. 218 Verzage nicht, du kleine Schaar Von dir, du Gott der Einigkeit. Von dir, mein Gott, kommt 491 168 Von Gott will ich nicht lassen. Vor dir, o Gott, sich findlich.. 53 371 188 229 Warum betrübst du dich, mein.... 39 Was Gott thut, das ist wohlgethan, es 298 Wie lieblich klingt's den Ohren... 81 Wach' auf, du Geist der ersten.... 170 Wie ruhest du so stille.... Wach' auf, mein Herz, die 460 132 Wach' auf, mein Herz, und singe. 462 Wachet auf, ruft uns die... Walte, walte nah und fern. 55 Was Gott thut, das ist wohlgethan! so...... Was ich nur Gutes habe. Was ist's, daß ich mich quäle Was mein Gott will, gescheh'.. Was von außen und von innen. Was willst du dich betrüben.... Weine nicht, Gott lebet noch Weiter mußt du kämpfen... Welch hohes Beispiel gabst. Wenn alle untreu werden Wenn alle von mir scheiden. Wenn ich einst von jenem. Wenn ich ihn nur habe Wenn ich, o Schöpfer, deine... Wenn ich vors Gericht... Wenn wir in höchsten Nöthen Wer ist wohl wie du Wer nur den lieben Gott läßt.. Werde munter, mein Gemüthe.. 481 Wie fleucht dahin der Menschen.. 413 457 359 382 47 58 65 338 362 197 106 205 468 180 25 Nr. 328 333 Wie groß ist des Allmächt'gen. 33 Wie groß ist unsre Seligkeit.... 325 Wie hat's die Seele doch so gut.. 317 Wie heilig ist mir diese Stunde... 267 Wie jauchzt mein Geist 139 Wie ist mein Herz so fern... Wie getrost und heiter... Wie Gott mich führt, so will 375 Wie schön ist's doch, Herr Jesu... 493 Wie schön leuchtet der Morgenstern 200 Wie schön leucht't uns der 466 67 422 Wie soll ich dich empfangen.. Wie wird mir dann, o dann Wie wohl ist mir, o Freund der.. 201 Willkommen, Quell der Freuden.. 93 Wir alle, Gott und Vater.... 454 Wir danken dir, Herr Jesu. 95 Wir flehn um deine Gnade.. 262 Wir schauen, Herr der Herrlichkeit 147 72 Wir singen dir, Immanuel. Wir übergeben uns aufs neue.... 266 Wir verlassen, Herr, dein Haus... 255 193 Wo ist göttliches Erbarmen.. Wohlauf, mein Herz, verlaß.. Wohl dem, der richtig wandelt Wohlzuthun und mitzutheilen 87 386 390 Wollt ihr den Heiland finden..... 368 Wort des Lebens, lautre Quelle.. 234 ... 418 Zaget nicht, wenn Dunkelheiten... 361 52 Zeige dich uns ohne Hülle..... 247 191 38 3euch ein zu meinen Thoren.. 166 Zum Himmel bist du eingegangen. 149 3wei Hände wollen heute sich.... 492 ... ALMIRAHIM.CO.RAM.CO. & QUARIU- F **** 大大 大大 菜菜 及 大魚 大魚 中 中 中 中 主板 菜 敝人 人人 人 3 ※※※※※ 及 装 、 ※ 家人 、 燚燚 燚系 滋 歡 ++ 菜菜 ※ 米米米 ※ ※ ※ ※ ※ * 2 ※※※※※※ ******* 漁 市 、 菜 ※ ※ ※ ※ Inches Centimetres Blue 2 ¹3 ¹4 Cyan 2 5 14 7 Farbkarte# 13 3 Green 8 Yellow G 4 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 3/ Color 18 19 B.I.G. Black