ив 4072 дв NE 6 7 38 lumen aus Tirol. C Ein Büchlein zur Erbauung und Unterhaltung. Gesammelt von einem Prieffer der Diözese Brixen. ( 2) Innsbruck, 1852. Verlag der Carl Nauch's Buchhandlung. TX MO saat Sinden 2 spoil pilo serid siden Der heilige Kaffian, erster Glaubensprediger und Bischof zu Säben, dann Schullehrer und Martirer zu Imola, du Hauptpatron des Bisthums Briren. ( Im 4ten Jahrhundert.) Nach einer uralten, glaubwürdigen Ueberlieferung war der heilige Kassian der erste Gründer des heutigen Bisthums Briren. Als die Zeit, da er sein Predigt- und Hirtenamt vollführet, wird das 4. Jahrhundert angegeben; das ist also vor ungefähr 1500 Jahren gewesen. Der Mann Gottes, sagen die alten Legenden, ist von Süden, das ist, von Wälschland herausgekommen, voll des Eifers, unsterbliche Seelen für den Himmel zu gewinnen. Er war vortrefflich bewandert in den göttlichen Schriften und gleich ausgezeichnet durch Heiligkeit seines Lebenswandels. Fortunazian, Patriarch von Aquileja, soll ihn 1 Heil. Kassian, Bischof. zum Bischof geweiht und in die rhäzischen Gebirge als Glaubensprediger gesendet haben. Gehorchend dem Rufe des Herrn kam er also in die Gebirge unsers Landes, das heilige Evangelium und den christlichen Glauben auszubreiten und zu verkünden und von der Abgötterei zu bekehren; denn um jene Zeit waren noch die Leute in diesem Lande im blinden Heidenthume begraben, so daß sie die wilden Thiere in den Wäldern, die Bäume und Hölzer, oder Figuren aus Stein für ihren Gott hielten und anbeteten. Kaffian, der apostolische Prediger, kam bis gegen Säben. Säben liegt zwei starke Stunden südlich von Briren, auf einen schroffen Felsen über dem Städtlein Klausen. Einst war es ein festes Schloß, welches schon um die Geburt Chrifti von den Römern soll erbaut worden sein. Zu Kasstan's Zeit hieß der Ort„ Sabiona,“ und wurde mit seiner Umgebung eine, wohlbefestige Stadt" genannt. Aber der Stadt fehlte noch Christus als Mauer und Vorwerk, und ein gerechtes, der Wahrheit huldigendes Volk im Umfange. Dahin kam nun der theure Mann Gottes, Kassian. Da predigte er das Evangelium und fand Ge hör; der Same des göttlichen Wortes fiel 2 Heil. Kaffian, Bischof. nicht auf Felsen; er war so glücklich, viele Einwohner der Stadt und Gegend zum Glauben an Christus zu bekehren. Wie im Mai der Schnee schmilzt, die Quellen wieder rinnen, und Berg und Thal grünen und blühen, so gingen im milden Strahle des Evangeliums die Herzen auf; es erweichte die Härtesten, und die Saat der Gnade keimte, wuchs und gedich. Es geschah," sagt die Legende,„ daß er die Einwohnter dieser Stadt in der wahren Glaubenslehre unterrichtete, und sie durch das heilige Taufwasser reinigte; wie er dann dort der erste Apostel wurde, und Gott und den Menschen lieb, sich für alle folgenden Zeiten ewiges Andenken erwarb.4n dung, dat Schon hatte Kassian zu Säben die Kreuzesfahne des Erlösers unter den Trümmern des Götzendienstes aufgestellt und eine kleine Herde von Christen gesammelt; schon baute er dort zur Ehre der jungfräulichen Gottesmutter Maria eine kleine Kirche, von welcher noch heut zu Tage Spuren gezeigt werden, schon hatte er den ersten oberhirtlichen Sig in jener Gegend gegründet sich, freuend des Gedeihens, mit dem Gott ſeine Arbeiten segnete: als auf einmal eine Verfolgung hereinbrach. Die Heiden fielen in 1* 3 4 Heil. Kassian, Bischof die Stadt Sabiona ein, zerstörten sie, nahmen den heiligen Hirten gefangen, und schleppten ihn gefesselt in's Gefängniß. Längere Zeit ( wenn man anders der alten Volkssage Glauben schenken darf) lag der Selige in einem Thurme zu Säben gefangen; wunderbar wurde er aber, wie einst Petrus gerettet. Zum Beweise seiner Gefangenschaft zeigte man vor Zeiten in Säben noch die Ketten, womit er gebunden gewesen, und einen Fußtritt, den er bei seiner Errettung in dem harten Felsen zurückgelassen ja, man zeiget noch dermalen den Thurm, in welchem er, der Sage zufol ge, gefangen lag. Errettet also durch Gottes Hand aus der Gewalt seiner Feinde, beschloß er nach Rom zu reisen zum Vater der Gläubigen, auf welcher Reise er nach Forum Kornellii, das ist Imola, kam.- Wunderbar sind die Wege der göttlichen Vorsehung. Säben verliert seinen Hirten: Imola erhält einen Lehrer. Er flieht nach Italien, seiner Heimat zu: und er findet dørt bald die wahre Heimat, die Stadt des lebendigen Gottes. Wahrhaft wunderbar sind die Wege, auf denen Gott die Seinigen führt! Des Menschen ist, sich führen zu lassen, wohin Gott will, wie Gott will. Heil. Kassian, Bischof. Als Kassianus, von Säben durch die Heiden vertrieben, nach Imola gekommen war, sah er, wie auch das Volk noch dem Gözzendienste fröhnte. Er seufzte im Herzen und faßte, geleitet durch Gottes Geist, den Entschluß, auch in dieser Stadt den wahren Glauben anzupflanzen. Aber wie wollte er dieses bewerkstelligen? Sollte er öffentlich als Glaubensprediger auftreten? Allein er übersah die Hindernisse, die ihm diesfalls im Wege standen; er sah die Verfolgung vorher, die ihn von Seite der heidnischen Obrigkeit deshalb treffen würde. In heiligem Sinne beschloß er daher, einen Schullehrer in der Stadt zu machen, und in Unterrichtung der Kinder das Reich Gottes wie möglich auszubreiten. Wozu kann die Liebe nicht Antrieb sein? Wer hätte einen Mann von so hohem Stande einen Bischof einen Apostel gemeinen Kleide eines Schullehrers gesucht? Die Liebe wird Allen Alles!- Kassian ward also einer zahlreihen Knabenschule zu Imola als Lehrmeister vorgesetzt. Er unterrichtete die Kinder im Lesen und Schreiben, in der Sprachlehre und dergleichen Fertigkeiten. Bei Gelegenheit dieses Unterrichtes redete er öfter zu seinen Zöglingen von der Nichtigkeit unter dem 5 6 Heil. Kassian, Bischof, des Gößendienstes und legte ihnen zugleich die Grundwahrheiten des christlichen Glaubens vor. Er lehrte sie das a, b, c des weltlichen Wissens, aber er sparte keine Mühe, ihnen zugleich das a, b, c des Christenthums beizubringen. Er lehrte sie Buchstaben, Namen und Säßze schreiben, aber er lehrte sie auch, ihre Namen in das Buch des Lebens einzuschreiben. So lag ihm die Ehre Got tes und das Heil der Menschen am Herzen; so streute er guten Samen aus und suchte in den jungen Herzen den Glauben an Christus einzupflanzen. angliht Es stand indessen richt sehr lange an, da wurde der fromme Schullehrer, der aus jungen Heiden junge Christen zu bilden sich bestrebte, beim Vorstand der Stadt als Chrift und Verbreiter des christlichen Glaubens angeklagt. Der heidnische Richter ließ ihn gefänglich einziehen und verhörte ihn. Er fragte ihn, was er für eine Kunst treibe? Kassian erwiederte: Ich verkünde den Unwiss senden Jesum Chriftum den Gefreuzigten, den Urheber des Heils der ganzen Welt." Der Statthalter wandte dann Alles an, um den Mann Gottes zu bewegen, Jesum Christum zu verläugnen und Heil. Kassian, Bischof. den Göttern zu opfern; da er aber nichts vermochte über ihn, erfann er eine neue, sehr grausame Todesart für den Heiligen. Er befahl, daß ihn seine Schüler nach ihrer Willfür peinigen und mit ihren Griffeln zu todt stechen sollten. Man stellte den ehrwürdigen Bekenner entfleidet mitten unter einen Haufen von etwa 200 Kinder, angebunden an eine marmorne Säule. Die undankbaren Schüler, die schon lang wider ihren Lehrer, der fie in Zucht gehalten, heimlich grollten, fielen wüthend über ihn her. Sie peinigten ihn zum Tode, von dem sie so manches Wort des Lebens empfangen hatten. Die Einen schlugen ihn mit ihren Tafeln in das Angesicht und auf das Haupt, und zerbrachen sie dabei nicht selten; die Andern stachen ihn mit ihren eisernen Griffeln, zerfleischten ihm die Haut und riffen oft ganze Stücke davon ab, Andere gingen sogar in ihrer muthwilligen Grausamkeit so weit, daß sie ihre Schulaufgabe auf seine Haut schrieben. marterten fie ihn lange. deckt und am ganzen Leibe zerfleischt, sagte er den unglücklichen Kindern: sie sollten nichts fürchten, sondern ihre Bemühungen verdoppeln. Bei diesen Worten hatte er nicht die So Mit Blut be4 7 Heil. Kassian, Bischof. Absicht, sie in ihrem Verbrechen zu bestärken, sondern er drückte damit unr das glühende Verlangen aus, für Jesus zu sterben. Je kraftloser die Stiche seiner kleinen Schergen waren, desto langwieriger und qualvolIer war seine Marter; desto ruhmvoller seine Palme. Sein Martertod ereignete sich am 13. August, um das Jahr 362 unter Kaiser Julian dem Abtrünnigen, oder nach andern um das Jahr 390 oder 400 in der gothischen Verfolgung. Sein Leichnam ward zu Imola begraben und in der Folge wurden seine Gebeine in ein reiches Grabmal verschlossen. Man erbaute einen Altar über seinem Grabe, wie das von Anfang her in der Kirche Christi üblich war; auch wurde ein Gemälde zum Andenken seines Kampfes für den Glauben über dem Altare angebracht. So ward Kassian bald nach seiner Vollendung zu Imola verehrt, und in kurzer Zeit wurde diese Verehrung durch die ganze katholische Kirche verbreitet. Im Bis. thum Säben und Briren findet diese Verehrung erweislich schon mehr als tausend JahIm Jahre 1704 erhielt die Domkirche zu Briren von der Kirche zu Imola nach ihrem lang genährten Wunsche eine re statt. -- Heil. Kassian, Bischof. Reliquie vom Leibe des heiligen Kassian ein Armbein, welches, in ein silbernes Brustbild eingesetzt, bis auf den heutigen Tag dort verehret wird. 9 Snu up Kassian, wie wir gehört, hat den Baum des Lebens mit großen Opfern inmitten unsers Vaterlandes gepflanzt. Niemand wird es verkennen, daß wir ihm dafür zu großem Danfe verbunden sind. Männer, wie er, haben gepflanzt, haben begossen, und Gott hat das Gedeihen gegeben. Ja, Gottes Gnade ist es, daß uns das Licht des wahren Glaubens scheinet, wie es uns auch der Apostel sagt: Aus Gnade habt ihr Heil erlanget durch den Glauben, und das nicht aus euch selbst; denn es it Gottes Gabe."( Ephes. 2, 8.). Was würde jetzt unser Loos jenseits des Grabes seyn, wenn wir in jenen traurigen Tagen, wo Finsternisse des Heidenthums und Gößendienstes unser Land deckten, unsere Pilgerschaft hiernieden in dem schauerlichen Dunkel angefangen und vollendet hätten? Die göttliche Vorsehung hat uns vorbehalten für das Christenthum, wo Licht, Friede, Heiligkeit 1 Heil. Kassian, Bischof. und Seligkeit ist; wo wir Gott und seine Vollkommenheiten nicht bloß aus seinen Werken, sondern auch aus seinem geoffenbarten untrüglichen Worte erkennen; wo wir den Eingebornen des ewigen Vaters, in Menschengestalt zu uns gekommen, zu unserm Lehrer, Führer und Vorbild haben; wo uns der göttliche Erlöser Befreiung von der Sünde und von den Sündenstrafen anbietet, wo Anstalten und Mittel genug vorhanden sind, unsern geistigen Bedürfnissen abzuhelfen; wodurch Gottes Gnade unsere verderbte Natur gebessert, der Verstand erleuchtet, die böse Luft gemindert, der Wille gestärkt wird, auf daß wir vermögen, den Weg zu betreten und ausdauernd fortzuwandeln, der zum ewi gen Leben führt. blo Haben wir die Wohlthat des katholischen Glaubens wohl einmahl schon im Ernste bedacht? jini 80% and 10 Welchen Dank sind wir der ewigen Güte für die Wohlthat des Glaubens schuldig! Bringen wir Früchte des Glaubens! das ist, nähren wir Gesinnungen und üben wir Werke, die das Christenthum lehrt und gebietet! Der Glaube ohne Werke ist todt." 11 Heil. Kassian, Bischof. Gebeth zum heil. Kaffian. O Gott, der du deinen Diener, den heil. Märtirer und Bischof Kassianus, mit wunderbarer Liebe zur Uebertragung großer Arbeit für das Heil der Seelen und mit unüberwindlicher Geduld in Unterweisung der Unwissenden gezieret hast; verleih' uns gnädig, daß wir durch seinen Tugendwandel und heiligen Eifer angetrieben, und durch seine Fürbitte gestärkt, ihm nachfolgen und die Belohnung des ewigen Lebens erlangen mögen. Durch Christum unsern Herrn. Amen. id slin sit monig ndo impotesis of sew dan T 11 mas pup Bad in dit stunda smoot- He di boting of mis set den hud michotte, Sidamondatot stall androlsdone Indog his mom and dog otin? anna dusun, mndi sond ndodontist misht man did dur ubili mini mail adding more our how on 12 mijn list Nothburga, die heilige Dienstmagd. ( † 1303.) Im Städtlein Rattenberg im Unterinnthal, lebten um das Jahr 1265 zwei fromme Eheleute. Diese hatten ein einziges Töchterlein, mit Nahmen Nothburga, das sie wohl und gut erzogen, und in allen Tugenden unterwiesen. An den Werktagen ging Nothburga mit dem Vater und der Mutter auf das Feld, und arbeitete vom frühen Morgen bis in den späten Abend, an den Sonn- und Feiertagen aber gingen sie alle drei zuſammen fleißig in die Pfarrkirche, um daselbst zu beten. In allen Stücken gehorchte Nothburga ihren lieben Eltern, und wer sie sah, erbaute sich an des Mägdleins gutem Wandel, und viele Eltern pflegten zu sagen: Möchten doch auch wir ein so gutes Kind haben!" Insbesondere liebte Nothburga die armen Leute, und gab ihnen manches Stücklein Brod, oder brachte ihnen eine Suppe in ihrem Schüsselein, und die Eltern ließen solches wohl und gerne geschehen, indem sie Heil. Nothburgo, Dienstmagd. 13 11 dachten: Almosengeben sei ein gutes Werk, und bringt Gottes Segen in das Haus." Also wuchs das Mägdlein in dem Hause ihrer Eltern und ward 18 Jahre alt. Da schickte der Herr Graf Heinrich, der nicht gar weit davon auf dem Schlosse Rottenburg Hof hielt, einen Diener in ihrer Eltern Haus, und ließ ihnen sagen, Nothburga möchte in ihrem Schlosse Köchin werden. Diese ließen zwar ihre liebe Tochter ungern ziehen, doch da es des Grafen Wille war, und Nothburga in diesem Dienste nur Gutes lernen, sehen, und hören konnte, so willigten sie ein, und gaben ihr noch viele gute Lehren mit auf den Weg, und schickten sie zu der Herrschaft. Nothburga gehorchte, und ging auf das Schloß. Die Frau Gräfin Gutta nahm sie liebreich auf, desgleichen der Herr Graf Heinrich, und da beide ein mildes Herz hatten, so durfte Nothburga oft und viel Almosen ge ben. Dies erfuhren die Armen und Nothleidenden bald, und sie kamen schaarenweise auf das Schloß Rottenburg; da kam eine arme Witwe den Berg herauf, dort führte man einen Blinden des Wegs daher, dort brachte man einen Lahmen, so daß oft eine Menge Elender um das Schloßthor versam 14 Heil. Nothburga, Dienstmagd. melt war. Nothburga ging alsdann zu ihnen, und erquickte sie mit Speis und Trank; oftmals aß sie sich selbst nicht satt, um den Hungernden geben zu können, oder ste opferte ihren eignen Lohn daran. Zugleich ermahnte sie dieselben, ein frommes Leben zu führen, und Gottes Gebothe zu halten. Der Graf und die Gräfin unterstüßten die gute Köchin, mur Ottilia ihre Schwiegertochter, deren Herz hart war, hatte einen heimlichen Groll und Alerger auf die Dienstmagd Nothburga. Dies währte beinahe sechs Jahre; da starben Nothburga's Eltern, und auch der Herr Graf Heinrich verließ das Zeitliche. Die fromme Gräfin Gutta hatte nun auch keine Freude mehr in dieser Welt, grämte sich gar sehr, und fiel in eine schwere Krankheit. Als ihr legtes Stündlein herankam, ließ sie ihre Schwiegertochter an ihr Bett kommen, und nahm ihre Hand, und sprach: ,, Liebe Ottilia, ich werde jetzt zu meinem seligen Gemahle Heinrich in das ewige Leben gehen; immerdar habe ich die ar men Leute wohl gelitten, und ihnen Almosen gegeben, thue auch du deßgleichen; infonders heit ehre und schäße meine liebe Nothburga, und hindere sie nicht, den Armen Gutes zu thun. Gott ist mit ihr, sie ist ein großer Heil. Nothburga, Dienstmagd. Segen für unser Haus. Ottilia versprach, nach ihren Worten zu thun, worauf Gutta noch von ihrem Sohne Heinrich und von Nothburga Abschied nahm, und im Herrn starb. Bei der Leiche ihrer lieben Frau empfand Nothburga ein Herzensleid, wie nie zuvor in ihrem Leben, und es war ihr, als sollten mun für sie gar harte und schwere Tage kommen. Also geschah es auch. Sobald Ottilia Herrin im Hause war, und ihr Niemand etwas einzureden hatte, vergaß sie der guten Ermahnungen ihrer seligen Schwiegermutter, und verbot Nothburgen, den armen Leuten irgend etwas zu geben, selbst nichts von dem, was sie sich erspart hatte. Zugleich wußte sie ihren Gemahl so zu bethören, daß er alle Nothleidenden mit rauhen Worten vom Schloße hinwegweisen ließ; ja sie durften nicht einmahl mehr in die Nähe desselben kommen. Das schnitt Nothburga's Herz gleich einem scharfen Mefser durch, und sie vermochte es nicht, diesem harten und grausamen Befehle nachzukommen. Gines Tages nahm sie einige übrig gebliebene Eßwaaren, that dieselben in ihre Schürze, und trug sie heimlich den Schloßberg hinab, um die Armen, welche nicht mehr herauf15 Heil. Nothburga, Dienstmagd. kommen durften, damit zu erquicken. Wäh rend sie so ihres Weges dahin ging, kam plößlich der Graf daher geritten, und verlangte zornig, zu wissen, was sie Verborgenes trage. Nothburga that die Schürze auf, und der Graf gewahrte darin anstatt der Speisen nur Holzspäne. Er ergrimmte höchlich bei diesem Anblick, indem er gedachte, Nothburga wolle seiner spotten, und ritt, ohne ein Wort zu sagen, in das Schloß. Daselbst erzählte er Ottilien das Begebniß, und diese, froh eine Gelegenheit gefunden zu haben, um Nothburga zu schaden, stimmte ein in den Verdacht des Grafen. Sobald die fromme Jungfrau wiederum in das Schloß zurückgekommen war, fuhr sie der Graf mit rauhen Worten an, und hieß sie, sogleich das Schloß zu verlassen, indem er solcherlei Leute nicht in seinen Diensten brauchen könne. Nothburga schwieg zu allen Schmähungen ihres Herrn, dem sie doch so treu unb redlich gedient hatte, und packte ihre Habseligkeit zusammen, und ging unter heißen Thränen den Schloßberg hinab. Darauf wanderte sie neben dem Innfluße hin, bis sic an einen Ort kam, nicht sehr weit vom Rottenburger Schloße, der die Ebene oder auf dein 16 Heil. Nothburga, Dienstmagd. Eben hieß. Hier stand ein Bauernhaus, nicht weit davon e'n Kirchlein, dem heiligen Rupertus geweiht, und über demselben sah man einen Berg mit Schnee bedeckt, den man den Hartenberg nennt. Nothburga ging in das Haus des Bauersmannes, und fragte ihn, ob er keine Dienstmagd nöthig habe. Der Bauersmann bejahte es, worauf Nothburga als Magd in dem Hause blieb. Sie arbeitete fortan mit allem Fleiße auf dem Felde, und besorgte im Hause die Geschäfte wohl und gut, so daß sich der Bauersmann keine bessere Dienstmagd hätte wünschen können. Am liebsten aber ging ste, so oft sie nur konnte, in das nahe gelegene Rupertuskirchlein, allda zu beten, und an die himmlischen Dinge zu denken. Wann sie auf dem Wege dorthin das Schloß Rottenburg von Ferne liegen sah, vergaß sie es nie, ihrer bajelbst wohnenden Herrschaft im Gebete eingedenk zu sein, und desgleichen für die abgestorbenen Seelen des gottseligen Grafen Heinrich und der frommen Gutta zu Gott zu flehen. Es währte nicht sehr lange, so hörte fie, daß Gräfin Ottilia an einer schweren Krankheit darniederliege. Sie bat deshalb den 2 17 Heil. Nothburga, Dienstmagd. Bauersmann, ihr zu gestatten, daß sie nach dem Schlosse gehe. Der Bauersmann gestattete es, und Nothburga ging hin, die kranke Gräfin zu besuchen. Als sie auf dem Schlosse angekommen war, führte man ſie in die Kammer, in der Ottilia frank lag. Diese hatte indessen allen Stolz und alles herrschsüchtige Wesen abgelegt; sie fing an zu weinen, da ste Nothburga sah, und streckte ihr die Hand entgegen, und sprach: ,, Liebe Nothburga, verzeihe mir; ich habe dich aus dem Schlosse vertrieben, und die viel Leid angethan; und doch kommst du zu mir, mich in meiner Krankheit zu besuchen, verzeihe mir!" Nothburga fing gleichfalls zu weinen an, als sie die Gräfin elendiglich daliegen sah, und sprach: O liebe Frau Gräfin, ich habe niemals einen Haß gegen Euch in meinem Herzen getragen. Doch wendet jetzt Euren Sinn ganz dem lieben Gott zu, daß er Euch gnådig ind barmherzig sei in Euren letzten Stündlein, und Euch Eure Sünden verzeihe! Das ist das Beste." 18 Solches that denn auch Ottilia von ganzem Herzen, und ehe sie starb, ließ sie ihren Gemahl Heinrich vor das Bett fommen, und ſprach zu ihm:„ Lieber Herr Gemahl, ich Heil. Nothburga, Dienstmagd. werde jetzt sterben. Ich empfehle Euch Nothburga unsere Dienstmagd an, die wir ungerechterweise von dem Schlosse vertrieben. Desgleichen habt ein mitleidiges Herz gegen die Armen, und bringet wieder herein, was ich versäumt habet. Sorget auch dafür, daß die Stiftungen, so ich in meinem letzten Willen verordnet, in Vollzug kommen. Gott sei meiner armen Seele gnädig." Also sprach sie, und starb, und wurde begraben. Nothburga aber ging wieder hinüber auf den Eben, arbeitete wie eine fleißige- Magd zu thun pflegt, und ging wie vordem zum Sanft RupertusKirchlein, daselbst zu beten. Die übrigen Landleute erbauten sich an ihrem gottseligen Wandel, und wurden desgleichen frömmer und besser. Der liebe Gott aber war in allen Stücken mit Nothburga, und segnete sie mit ſeinem Segen. 19 Eines Samstags Abends, da sie eben zur Sommerszeit Frucht schnitt, läutete man den Feierabend ein. Nothburga legte die Sichel hinweg, und fing an zu beten. Der Bauer aber, der gerne gesehen hätte, daß sein Fruchtfeld am Abend noch geschnitten worden wäre, und der Wind morgen über die Stoppeln ging, hieß Nothburga fortarbeiten. 2* Heil. Nothburga, Dienstmagd. Die fromme Dienstmagv aber sprach:„ Ihr wisset, daß ich es ausbedungen habe, den Feierabend vor den Sonn- und Feiertagen gehörig halten zu dürfen. Lasset mich also beten." Doch der Bauer bestand auf seiner Forderung, und wollte Nothburga zwingen, nach seinem Willen zu thun. Allein mun sah sie gegen Himmel, streckte die Sichel aus in die Luft, und sprach: ,, Wenn meine Bedingung dieses Feierzeichens wegen recht und löblich ist, so zeige es diese Sichel!" Als sie dieses gesprochen hatte, zog sie die Hand zu rück, und die Sichel schwebte frei in der Luft und glänzte im Sonnenschein. Der Bauer erschrack sehr, als er dieses sah, und nöthigte weder an diesem Feierabend, noch sonst, wenn man das Zeichen mit der Glocke an den andern Feierabenden gab, Nothburga zu arbeiten. Indeß die heilige Magd bei dem Bauersmanne im Dienste war, hatte Herr Graf Heinrich von Rottenburg verschiedene Schicksale und Unglücksfälle erlebt und erduldet. Sein eigener Bruder Siegfried war gegen ihn zu Felde gezogen, und hatte seine Besizungen verheert, und seine Schlösser, als: Rottenburg, Traßberg, Rettenberg und Friedberg gänzlich oder theilweise zerstört und verbrannt; 20 Heil. Nothburga, Dienstmagd. er war aus einem reichen und angesehenen ein armer und verachteter Herr geworden. Wann die Landleute an Rottenburg vorübergingen und das halbzerstörte Schloß anfahen, sprachen sie: ,, So geht es, das hat der Herr Graf Heinrich an der frommen Nothburga und den armen Leuten verdient. Mit welchem Maße man einmißt, mit dem wird einem wieder ausgemessen." Der Herr Graf Heinrich sah am Ende solches selbst ein, und sprach zut sich: Das sind die Strafen des Himmels, ich habe die heilige Dienstmagd schnöde behandelt, und sie aus meinem Schlosse vertrieben und damit zugleich Gottes Heil und Segen." Und er gedachte der Worte seiner Frau Gemahlin Ottilia und seiner seligen Mutter, und beschloß, Nothburga aufzuſuchen und wieder zu Ehren zu bringen. Sobald es Morgen war, ließ er sich sein Pferd aufzäumen, und ritt den Innfluß entlang dem Eben zu, die fromme Jungfrau zu sus chen. Diese arbeitete eben auf dem Felde, und da er sie gewahrte, stieg er ab, und ging zu Fuß auf dem Acker hinein. Hier angekome men, warf sich der Graf Heinrich der Dienstmagd des Bauern zu Füßen, und sprach: Verzeihet mir, Nothburga, ich habe Euch 21 22 Heil. Nothburga, Dienstmagd. Unrecht gethan. Kommt und ziehet wieder auf mein Schloß, und wohnet daselbst. Ich will mich allweg bestreben, den letzten Willen meines Herrn Vaters und meiner Frau Mutter, und meiner seligen Frau Ottilia getreu zu vollziehen, und Euch halten als meine Schwester und liebe Freundin. Zugleich melde ich Euch, daß ich Willens bin, mit der edeln und frommen Jungfrau Margaretha von Hoheneck in den heiligen Chestand zu treten. Als Nothburga dies hörte, und ihren ehemaligen Herrn und Gebieter vor sich auf dem Boden knien sah, fing fie an zu weinen, und rief: ,, Gestrenger Herr Graf, was thut Ihr doch, stehet auf, ich bitte Euch. Wisset, daß ich meine alte Herrschaft geliebt habe immerdar, und so Ihr es verlanget, will ich wieder in Euer Schloß als Dienstmagd gehen." Sie nahm nun Abschied von dem Bauers manne, der sie ungern gehen ließ, und nachdem sie im Rupertus- Kirchlein dem lieben Gott für alle Gnaden und Wohlthaten ge dankt hatte, zog sie wieder nach Rottenburg auf das Schloß. Als die armen Leute hörten, Nothburga sei wieder auf dem Schlosse, und werde von dem Herrn Grafen Heinrich, dessen Sinn sich gewendet habe, in hohen Heil. Nothburga, Dienstmagd. 23 Ehren gehalten, da war ihre Freude über die Maßen groß, und sie gingen wieder schaarenweise Rottenburg zu, und wurden nicht mehr wie vordem abgewiesen. Alsbald nahm Graf Heinrich die Margaretha von Hoheneck zur Gemahlin, und diese war desgleichen eine milde und gute Frau, und that mit Nothburga den Armen viel Gutes. Es währte nicht lange, so kehrte auch der Segen Gottes wieder auf dem Schlosse zu Rottenburg ein, und es erwiesen sich die Worte Jesu als klar und wahr: Was ihr einem der Geringsten eurer „ Brüder gethan, daß habt ihr Mir gethan." Der liebe Gott schenkte dem Herrn Grafen Heinrich drei Söhnlein, Heinrich, Gebhard und Nikolaus, und zwei Mägdlein, Eliſabeth und Jutta, welche Vater und Mutter viele Freude machten. Es gab wieder Korn und Wein vollauf, und der Feind kam nicht mehr, ja in der Folge ward Graf Heinrich von Rottenburg zum Burggrafen von Tirol und zum königlichen Hofmeister, und zum Landeshauptmann an der Etsch ernannt. Nothburga lebte indeß noch geraume Zeit auf dem Schlosse, blieb aber immer wie zuvor eine Dienstmagd, und verschmähte alle weltliche Freude und Ehre. Am liebsten ging Heil. Nothburga, Dienstmagd. sie in die Schloßkapelle, und betete bei den Grabsteinen ihrer alten Herrschaft, und ihre einzige Freude war es, einen Hungernden zu speisen, oder einen Durstigen zu tränken, oder einen Nackten zu bekleiden. Endlich, da sie das Tagwerk ihres Lebens als treue Magd wohl und gut vollbracht, wurde sie frank, und fühlte ihr nahes Ende. Als Graf Heinrich solches hörte, erschrack er sehr, und ging mit seiner Gemahlin Margaretha und seinen Kindern Heinrich, Gebhard, Nikolaus, Elisabeth und Jutta in ihre Kammer, und sie standen um das Bett her. Nothburga dankte ihrer Herrschaft noch einmal für alles Liebe und Gute, so sie ihr durch ihre Lebenszeit erwiesen, und versprach, im Himmel für sie zu beten. Alsdann richtete sie sich vom Bette auf, und segnete die fünf Kinder des Grafen und ermahnte sie, ihren lieben Eltern zu folgen, den Armen stets Gutes zu thun, keine Sünde zu begehen, und recht zu beten. Endlich empfing sie die himmlische Wegzehrung, und starb selig im Herrn, Anno 1313, am Festtage Kreuzerhöhung in einem Alter von 48 Jahren. 24 Graf Heinrich ließ den heiligen Leichnam in einen Sarg legen, diesen auf einen mit Heil. Nothburga, Dienstmagd. Ochsen beſpannten Wagen setzen, und zur Begräbniß abführen. Ein Priester ging hinter dem Wagen, und eine große Menge Volkes, insbesondere viele arme Leute begleiteten die Leiche. Die an den Wagen gespannten Thiere aber gingen von dem Wege ab, und zogen zu Aller Erstaunen und Verwunderung den Sarg durch den Innfluß. Als sie am andern Ufer angekommen waren, gingen sie durch das Dorf Jenbach, hielten hier eine Zeit lang inne, und zogen zuletzt den Wagen vor das Kirchlein des heiligen Nupertus, in dem St. Nothburga oft und viel gebetet hatte. Die Leute betrachteten es als Wille Gottes, daß da, wo Nothburga's Geist bei Lebzeiten oft in Gott geruht hatte, nun auch im Tode ihr Leib ruhen sollte, und gruben den Sarg neben dem Altare ein. Später ließ Graf Heinrich im Dorfe Jenbach, wo der Wagen eine Zeit stille gehalten hatte, eine Kapelle errichten, die noch steht bis auf den heutigen Tag. An das Grab wallten aber in der Folge viele Pilger von Nah und Fern, und es geschahen daselbst viele Wunder. Jetzt steht über der Grabstätte, welche durch eine weiße Platte aus Marmor bezeichnet ist, eine schöne Kirche, in der Noth25 Heil. Nothburga, Dienstmagd. burga als Heilige verehrt wird. Ihr Leichnam steht aufrecht auf dem Hochaltar, bekleidet mit kostbaren Kleidern. Das ist die Geschichte der heiligen Jungfrau und Dienstmagd Nothburga. 26 Almosengeben war die Freude Nothburgens. Es sei auch die deine!- Das Almosen ist ein Samenkorn, das in die Erde geworfen wird, aber das zu einem großen schattigen Baume mit trefflichen Früchten erwächst, die in alle Ewigkeit bestehen. Es ist der Himmelsschlüssel in der Hand der Reichen, der aber selbst nicht damit aufthun kann, sondern desfalls an den Armen sich wenden muß. Es ist ein Pfennig für die Zeit der Höchsten Noth; denn es. läßt den Menschen am Tage der großen Noth nicht zu Grunde gehen, sintemal das Almofen von aller Sünde und vom Tode erlöst, und es wird die Seele nicht in die „ Finsterniß kommen lassen."( Tob. 4,9.) Bodin G bilt maht on - Cond Der brave Jüngling Johann de Prato von Trient. ( † 1590.) 27 Bisweilen macht die zarte Jugend Niesenschritte auf dem Wege der Tugend, also daß sie in kurzer Zeit eine Krone erwirbt, auf die sich Greise vergebens Hoffnung machen. Nicht die Menge der Jahre, nicht graue Haare sind es, nein! die den Lohn erhöhen, sondern Eifer und Reinheit der Tugend. Wir sehen dies an Johann Baptist von Prato, den nicht so sehr sein Adel, als seine Unschuld und Frömmigkeit zierte: der in der Blüthe der Jahre dem Himmel wohlgefiel und dahin abgerufen ward. Die Stadt Trient in Tirol hat ihn zur Welt, Dillingen in Schwaben zum Himmel geboren. Das adelige Haus der Freiherren von Prato erkennt in ihm seinen edelsten Schmuck. Er wurde mit zwei andern Brüdern nach Dillingen gesandt in das Konvift oder Erziehungshaus zum heiligen Hieronimus, welches unter der Leitung der Väter ― 28 von Prato Johann, Student. der Gesellschaft Jesu stand. Da sollten die Jünglinge Weisheit lernen und zum Segen für Viele gebildet werden. Johannes erfüllte die Hoffnung seiner Eltern und Lehrer auf's vollkommenste: er verband Gottesfurcht mit Wissenschaft: er war wegen seiner lieblichen Sitten und holder Unschuld Jedermann lieb, der ihn fannte. sid that mig Um dieselbe Zeit man zählte 1590 brach in der Stadt Dillingen eine gefährliche Krankheit aus, und es war viel Sterbens in der Stadt. Auch in das Konvikt der Jünglinge schlich die Krankheit und steckte gegen fünfzig der Schüler an. Und unter den Kranken war unser Johann von Prato. Sein Bett aber ward eine Lehrkanzel, von der Manchem in der Stille gepredigt wurde, wie er sich, da er krank wird, verhalten soll. Niemals hörte man ihn flagen, niemals etwas verlangen. Er glich nicht jenen wunderlichen Patienten, die durch ihre Wünsche und Begierden Alles im Hause in Bewegung setzen. Bestens ergeben in Gottes Willen, machte er mit feinem Worte Meldung von seiner Heimat, noch von seinen Eltern, ja wollte nicht einmal gestatten, daß seine gefährliche Krankheit nach Hause berichtet - von Prato Johann, Student. würde. Seine zwei Brüder standen betrübt und traurig an seinem Bette, und pflegten ihn; er aber tröstete sie und gab ihnen Ermunterung und gute Lehren, wie sie Gott dienen und die seligste Jungfrau immer verehren sollten. Ob solchen Zusprüchen traten den Brüdern die hellen Zähren in die Augen; er aber ergriff dann ihre Hand und ſprach mit zärtlicher Stimme: ,, Lebet wohl, liebe Brüder, und betet für mich! Was weinet ihr meinetwegen? was betrübet ihr euch? Ich hoffe zuversichtlich eines glückseligen Todes zu sterben. Was wollet ihr flagen? ich sterbe ja gern!" So sprach er, da er schon nahe war dem Tode, und sie weinten gerührt. 29 Gleich anfangs seiner Krankheit hatte er mit großer Sehnsucht, wie wenn er seinen Tod vorhergeahnet, die heiligen Sterbsakramente begehrt. Er empfing sie andächtigst und dankte Gott tiefinnigst dafür. Dann befiel ihn ein leiser Schlummer. Als er wieder erwachte, wandte er sich zum nebenstehenden Beichtvater mit den Worten:„ O, hochwürdiger Bater, was habe ich Seltsames gesehen!" ,, Was denn?" Fragte der Pater. " Ich habe," versetzte Johann, ,, eine überaus von Prato Johann, Student. köstliche und schön gearbeitete Tafel gesehen, auf welcher mir die seligste Jungfrau meinen Namen und die Namen der meisten Mitbrüder unserer Kongregazion mit goldenen Buchstaben gezeigt und zugleich die Versicherung gegeben hat, daß ich nach einem kleinen Aufenthalt im Fegfeuer zu den himmlischen Freuden werde aufgenommen werden." ,, O Vater!" fügte der Jüngling hinzu, ,, dieser meiner Patronin, die von einem Zuge der auserlesensten Jungfrauen begleitet war, bin ich jetzt entschlossen zu folgen! Sie hat mir den Himmel versprochen, was kann mich mun auf der Welt noch freuen?"- Darauf der Beichtvater: ,, Wenn es also ist, bitte ich dich durch die Liebe der göttlichen Mutter, daß du, wenn du wirst vor das Angesicht Gottes kommen, bei seiner Majestät anhalteft, daß doch diese Krankheit, welche uns schon so manche Blume weggepflückt, aufhören möge." Und Johannes versprach, bei Gott anzuhalten. Und fiche Wunder! faum war er verschieden, so hörte die Krankheit auf: die davon behaftet waren, krochen wieder aus den Krankenzimmern hervor: und fein neuer Fall ergab sich mehr. Außerdem trug sich noch ein anderes selt30 vou Prato Johann, Student. sames Ereigniß zu. Die Aerzte waren einhellig der Meinung, Johannes sei mit einem innerlichen Geschwüre behaftet, welches ihn ersticken werde. Sie wunderten sich daher gar sehr, als der todte Leichnam doch keinen üblen Geruch von sich gab. Vielmehr zeigte sich gleich nach des Jünglings Hinscheiden in dem Gesichte des Verblichenen eine schöne Heiterkeit und lebhafte Anmuth, woraus Jeder, der die Leiche betrachtete, den Schluß zog, die gewesene Inwohnerin dieses Leibes sei ohne Zweifel in die Wohnungen des Himmels eingegangen. Der ganze Verlauf wurde zum Andenken in einem Gemälde dargeſtellt, und dasselbe von den Herren von Prato zu Trient ehrerbiethig aufbewahrt. Der Tod dieses edlen Jünglings ereignete sich im Jahre 1590. 31 Unschuld, Demuth, Einfalt und Heiterkeit diese vier schönen Engel sind es, die jedem Menschenkinde bei der heiligen Taufe zu Hütern auf seinem Wege zugesellt werden, und die auch so lange seine schwachen Schritte bewahren, bis allmählig die Welt über den jungen Pilger Macht ge von Prato Johann, Student. winnt und diese Hüter von ihm scheucht. Da ist keine andere Hilfe für den Menschen, als den mächtigen Helfer Christus in sich aufzunehmen, und durch ihn die Macht der Welt zu befiegen. Aber gar viele Menschen streben nicht recht ernstlich nach diesem Siege; und sind sie endlich am Ziele ihrer Laufbahn angelangt, so ist ihr Weg durch das Leben nicht ein Weg zu Gott gewesen, sondern zu der Hölle, ein Weg aus den irdischen Flammen zu den ewigen. Daher ist ein Mensch selig zu preisen, wenn er noch scheidet in seiner Unschuld, und seine vier schönen Engel ihn auf ihren Händen sanft aufwärts tragen aus diesem Leben zu dem schönern nach Oben. 32 antalla www und and 42 uchun olibdi bog Min solo til den morfinet den Das unschuldige Mädchen Ursula Böck zu Lienz, von den Juden gemartert am Charfreitag 1442. 201 33 Zur Zeit Heinrichs des Grafen von Görz und Tirol und seiner Ehefrau Margreth hatten in dem Städtlein Lienz im Drauthale, einige Hebräer ihre Wohnung. In demselben Städtlein lebte zur selben Zeit ein Bürger, genannt Thomas Böck, und der hatte ein Töchterlein, Namens Ursula; dasselbe war drei oder vier Jahre alt, als es, man wußte nicht, wie, verloren ging. Man ſuchte das Kind mit unermüdetem Fleiße viele Tage lang in Häusern und auf Straßen, auf dem Lande und im Wasser; aber man fand es nicht; man konnte nicht erfahren, wo es hingekommen. Die Juden hatten, wie es sich nach einiger Zeit ergab, das besagte Mägdlein in ihre Gewalt gebracht, dasselbe am Charfreitag zu Tod gemartert und ermordet, und seinen Leichnam, um eine so schreckliche Mordthat zu verbergen, in's Wasser gewor fen. Gott aber, der Nächer der Unschuld 3 Böck Ursula, unschuld. Kind. und Bestrafer der Bosheit, ließ solches nicht verborgen bleiben, und der Leichnam ward zufällig dort gefunden, wo man ehevor fruchtlos gesucht hatte. Da man also das Mägdlein gefunden hatte, und mehrere Männer und Frauen dasselbe zu besehen herbeigerufen wurden, fand man den Körper allenthalben mit Stichen durchbohrt, und das Blut davon ganz vergossen und abgezapft. Das Gericht ergriff jetzt die Hebräer und hielt sie gefangen, und leitete die Untersuchung wider sie ein; sie aber erkühnten sich, die That zu läugnen. Man sah indessen an dem Kinde solche Zeichen, und stellte den Juden, was sie an dem Mägdlein verübt, so vor Augen, daß ste endlich eingestanden, sie haben das Kind am Charfreitage 1442 zu Tod gemartert. Darauf wurden die Juden gefragt, wie sie das Mägdlein bekommen hätten? Da fagten sie aus, eine Christin, Margreth Breit schädl mit Namen, habe ihnen dasselbe für Gaben und Geschenke zugeführt. Nun wurde auch dieses Weib eingezogen und befragt, wie sie das Mägdlein in ihre Hände gebracht habe? Sie anwortete: fie habe das Kind irgendwo an getroffen, dasselbe freundlich und schmeichelnd aufgenommen, und so in die Hände der It34 Böck Ursula, unschuld. Kind. den überliefert; und diese Aussagen bestätigten sich alle. Nun befahl die Frau Gräfin Margreth in Abwesenheit des Herrn Grafent Heinrich, daß über die Hebräer wegen der verübten Mordthat das Urtheil gesprochen werde. Hiezu wurde der Montag vor Chrifti Himmelfahrt bestimmt, und auf diesen Tag nach dem Befehl der gestrengen Frau aus dem ganzen Gebiet alle Edelleute an der Geil, an der Drau und an der Mella, aus Pusterthal und anders woher, und daher noch viele Andere aus der Pfarre Lienz, welche dazu geeignet schienen, einberufen. Diese kamen nun zuſammen, besetzten das Gericht, und ſprachen nach Klage und Umfrage das Urtheil, welches dann auch vollzogen wurde. Einer aus den Hebräern, Samuel mit Namen, welcher der erste an dem Mägdlein Hand angelegt und die höchst grausame Mordthat begangen hatte, wurde gerädert, an das Rad geflochten und ein Hund zu ihm gehängt. Der älteste Jude, Joseph genannt, wurde zum Galgen und Strick verurtheilt, ſo, daß an seinen Füßen auch ein großer Hund ſollte angehängt werden. Die besagte Breitschädl wurde mit zwei hebräischen alten Weibern zum Scheiterhaufen verdammt, und wur 3* 35 36 Böck Ursula, unschuld. Kind. den alle drei am Rücken zusammengebunden und verbrannt. Dabei waren auch vier junge Hebräerinnen und ein hebräischer Knabe; diese verlangten die Taufe und im christlichen Glauben unterrichtet zu werden; sie wurden daher begnadiget und getauft. Also berichtet eine verläßliche Kundschaft, welche auf Befehl Leonhard's, Pfalzgrafen von Kärnthen und Grafen von Görz, von der Obrigkeit zu Lienz im Herbste des Jahres 1475 durch Zeugenverhör erhoben wurde. Vierundzwanzig Zeugen wurden dem obrigkeitlichen Akte unterzeichnet und vier Siegel angehängt. Ob wegen Verehrung dieses unschuldig gemarterten Kindes Ursula Schritte geschehen seien, wie beim sel. Andreas von Rinn, und Simon von Trient kann nicht gesagt werden. Nur so viel ist bekannt, daß der Vater des Mädchens, Thomas Böck, über dem Grabe desselben auf dem Gottesacker zu Lienz ein kleines Denkmal errichten, und die Martergeschichte auf der Mauer beschreiben ließ. Die ses Denkmal wurde vor ungefähr dreißig Jahren erneuert, ist noch dermalen zu sehen. Wir schaudern vor der grausamen That, die die verblendeten Juden an diesem unschul 37 Böck Ursula, unschuld. Kind. digen Mägtlein verübten. Wir ent entsetzen uns sehr über die Handlung der Christin, die sich durch Gaben und Geschenken so weit verblenden ließ, daß sie ein Kind in den fast gewissen Tod überlieferte. Wie es doch möglich ist, daß ein Mensch so blind, so gottvergessen und böse werden kann? Kein Mensch wird auf Einmal böse und lasterhaft. Beinahe immer beginnt die Sünde bei kleinen Dingen, und schreitet dann ohne Aufenthalt fort. Was für große Sünden sind nicht schon aus fleinen und für unbedeutend gehaltenen Fehltritte und sündhaften Angewöhnungen, z. B. des Lügens, des Zornes, der Geldliebe, des Neides, der Hartherzigkeit u. s. w. entstanden? Gleichwie ein Stein, der in's Wasser geworfen wird, zuerst einen kleinen Kreis, und dann immer größere und größere Kreise beschreibt, bis sie endlich das Ufer erreichen; also ergibt sich dies auch bei Fällen in die Sünde. Denn jede Sünde zieht, nach göttlichen Gewichte, durch ihre eigene Schwere immer eine andere schwerere nach sich, bis endlich Gottes Barmherzigkeit oder seine Gerechtigkeit derselben Gränzen ſetzt. Rein Sünder kann sagen: Ich will nur bis dahin gehen und nicht weiter! weil das Ge 38 Böck Ursula, unschuld. Kind. wicht der Sünde ihn sogar wider seinen Willen immer weiter fortreißt; denn wie der Herr ſpricht: ,, Wer Sünde thut, der ist ein Knecht der Sünde."( Joh. 8). Ein Knecht aber muß thun, was sein Herr will. So lange eine Wunde nicht gereiniget und verbunden TIE 2011 ift, greift die Fäulniß und Eiterung immer weiter um sich, und wird, wenn nicht noch erscheint, zuletzt gänzzur rechten Zeit Hilfe lich unheilbare erfa ingfile 13 Schrecklich frißt das Gift der Sünde; Gib, o Herr, das Del der Gnade: Daß der Seele höchster Schade dins Nicht die Glut in ihr entzünde, Deren Feuer ewig brennt, ist Und, ach, keine Rettung fennt. monis firing drie mjeung mites an End Colld of old 101hpd moihin ban thi adult dom 40 Chang sihias search sundin omis thiggede salto child and of cou adhi mn mind thighhom suhi d aid ad Mar are work und somit 0 and that is thin day in the mids h Th 11!! midi da vidiointe he 39 Der selige Rathold, Priester und Einsiedler auf Georgenberg. 1970 Trời là ( um 1000.) andbyto mos don Nathold wird insgemein für den ersten Begründer oder Anfänger des einsiedlerschen Lebens auf Georgenberg gehalten. Ge orgenberg ist der ursprüngliche und eigentliche Stammsitz der dermaligen Benediktiner- Abtei Fiecht im Unterrinnthale. Es liegt auf einer jähen Felswand ober Fiecht, und ist noch eine besuchte Wallfahrt. Die Zeit, in welcher Rathold blühte, wird verschieden angegeben. Einige sehen seinen Aufenthalt auf Georgenberg an das Ende des zehnten und zu Anfang des eilften Jahrhunderts; Andere meinen, er habe erst im Anfang des zwölften Jahrhunderts gelebt. Doch verdient die erstere Meinung den Vorzug. Gleich wie uns die Geschichtforscher die Zeit nicht genau bestimmen, in welcher Rathold gelebt hat, so wisſen sie uns auch nur Weniges von seinem Leben zu erzählen. Er war von Geblüt ein Edelmann und stammte aus Aiblingen in Oberbaiern. Aus Antrieb ber 1 40 Sel. Rathold, Priester und Einsiedler. Liebe Gottes verließ er seine Heimat, und entsagte allen Freuden, Ehren und Gütern der Welt, die ihm sein adeliges Herkommen gefichert oder wenigstens verheißen hätte. Nach der Sitte der dermaligen Zeit unternahm er eine Pilgerreise nach Rom zu den Gräbern der Apostelfürsten und nach Kompostell in Spanien zum Grabe des heiligen Apostels Jakob. Von dieser Pilgerreise kam er als Priester zurück und brachte ein Bildniß der schmerzhaften Mutter Gottes mit sich, das eben noch in Georgenberg verehrt wird und eines der ältesten im Lande ist. Er beschloß nun, mit seinem theuern Bilde sich von der Welt gänzlich zurückzuziehen. In den schauerlichen Schluchten des Gebirges links des Innstromes unweit Schwaz sollte fortan sein Aufenthalt sein. Eine Höhle diente ihm zur Wohnung: geringe Koft zur Nahrung des Leibes; Gebet, Betrachtung, Lesung gottfeltger Bücher, besonders der heiligen Schrift, zur Nahrung und Speisung seiner nach dem Himmel strebenden Seele. Mit der Zeit baute er unweit seiner Felshöhle eine Ka pelle zu Ehren des heiligen Georgius, wozu ihm der Plaß, wie die Sage meldet, auf dem schrofen Felsen wunderbarer Weise war -- Sel. Rathold, Priester und Einsiedler. 41 angezeigt worden. Auch hatten sich um ihn nach und nach mehrere fromme Einsiedler versammelt, die mit ihm zum Lobe Gottes ein beschauliches Leben führten. Er als Priester übernahm die geistliche Pflege der Brüder und leitete die gottesdienstliche Verrichtungen. Die Strahlen der Weisheit und der göttlichen Salbung, die er in reichlicher Fülle in sein Herz aufgenommen hatte, ergossen sich dann wieder mit lieblichem Glanze nach Außen, drangen tief in das Innere seiner Mitbrüder, und entzündeten mit demselben himmlischen Feuer ihre Gemüther. So blühte Rathold als ein edler Baum durch viele Jahre im Garten Gottes, bis endlich der Herr des Gartens ihn überpflanzte in des Paradieses Himmelsgärten. Tag und Jahr seines Hintrittes ist nicht bekannt. Vor fünfzig Jahren zeigte man auf Georgenberg noch die Höhle, die Rathold soll bewohnt haben; sie ist nun ganz zusammengestürzt. Auf die Zeit ohne Zeit wird die wenigste Zeit verwendet. ing jour dist २००३ मार्श Junjonjice and que sondy 20c vid munie in * mm mt mund dums mgine ni 42 alojar dan Der fromme Neinbert von Säben und seine Hausfrau Christina. -inte diddiaft be ( 1155.) Mary! - gmnt Zur Zeit des Bischofs Hartmann lebte zu Briren am Eisack Reinbertus. Er war Burggraf des Schloßes Säben, wo vor Alters der bischöfliche Stuhl des Heiligen Kassian gestanden; und er hatte eine Gemahlin mit Namen Christina. Beide waren edel und reich, und ihre Sinne standen nach Gott und den Himmel. Und Gott schenkte ihnen zwei Kinder, eine Tochter, mit Namen Gisela, und ein Söhnlein, Ulrich genannt. Die Tochter war schon fast erwachsen, als das Knäblein zur Welt kam, und sie ward einem Edelmanne verlobt, dem Heinrich von Laßzfons. Das Söhnlein aber war jetzt den Eltern desto lieber, und sie gedachten es recht und wohl zu erziehen, zum Troste ihrer spä tern Tage. Hartmann saß seit 1140 auf dem Bischofsstuhle zu Briren, ein heiliger Mann, der vorher Ordensmann gewesen in Baiern, und dann in Oesterreich. Als er Reinbert von Säben. Bischof geworden, suchten seine Augen gleich anfangs nach einem Orte, wo er von seinen bischöflichen Sorgen zuweilen ausruhen und der geliebten Einsamkeit pflegen möchte. Aber er fand in der ganzen Umgebung keine solche Stätte, wie sein Herz sie wünschte. Daher seufzte er oft zu Gott, er möchte ihn ein gutes Herz sinden lassen, auf daß er zu seiner Ehre ein Kloster bauen könnte. Und er wandte sich an den Stiftsbeamten Reinbert zu Säben, von dessen Gottesfurcht und Reichthum ihm bekannt war. Diesem ent deckte er seines Herzens Wunsch und knüpfte daran die Bitte, daß er von dem, womit ihn die Hand Gottes gesegnet, ein geistlich Haus zur Ehre des Allerhöchsten und eine Unterkunft für Pilger und Kranke auferbauen möchte; er würde dann, wenn er stürbe, in die ewigen Hütten aufgenommen werden. Reinbert widerstand nicht dem schönen Antrage, doch entschuldigte er sich, daß er allein es nicht übernehmen könne, dieweil ihm noch ein unmündiges Kind zu erziehen und zu versorgen obläge; indeß erklärte er sich bereit, mit Hilfe des Bischofs etwa ein kleines Hospital für Bresthafte und durchreisende Pilgrime zu bauen. Und Hartmann 43 Reinbert von Säben. 11 war es einsweilen zufrieden und empfahl die Sache Gott, was sein Wille wäre. Da geschah es, daß Reinbert eines Tages sein liebes Kind auf seinen Armen hatte und, da er's also betrachtete, bei sich zu beten anfing: Gott Herr! Dir ist nichts unbekannt, und vor dir liegt alles Künftige offen; wenn dieser Knabe ein guter, rechtschaffener Mann werden soll, erhalte ihn durch viele Jahre; wofern es aber anders geschehen sollte, o dann nimm ihn hinweg von hier, da er noch unschuldig ist, und ehe daß er beraubt werde des ewigen Lebens. So betete der Vater; und also geschah es. Denn bald darauf fing das Kind an frank zu werden, und als es Sommer war, starb es, den 2. Auguſt 1141, da es noch nicht drei Jahre alt war. Die frommen Eltern glaubten in dem Tod des Sohnes den Wink Gottes zu sehen, daß sie mit Beihilfe des Bischofs und anderer Gutthäter das gewünschte Kloster gründen follten. 44 Eine gute halbe Stunde von Briren, nicht weit vom Wege, der nach Pusterthal führt, stand damals noch Dickicht und Wald, und in dem Wald eine Kapelle, wo die Vorübergehenden betheten, und die Reinbert von Säben. 1940 Kapelle war dem heiligen Viktor geweiht; deßwegen hieß man's an dem Ort:„ bei Sankt Viktor im Walde." Der Wald aber gab bösen Leuten Unterschleif, so daß der Weg für die Reisenden oft ziemlich unsicher war; denn von drei Seiten mußten die Leute da vorbei, als: die da von Wippthal, und die von Pusterthal, deßgleichen die von Etschland gezogen kamen. Bei dieser Kapelle im Walde wurden nun nach längeren Rathhalten beschlossen, das Kloster zu errichten, weil da die Schwachen und Ermü+94 00 deten, die Pilger und Reisenden gerne rasten und sich leiblich oder geistlich erquicken thäten. Das war Reinberten recht. Solches wurde noch im Herbste des Jahres 1141 abgeredt. Arnold, Graf von Mareith, die Brüder Albert und Berchtold Grafen von Tirol, die Brüder Friederich und Arnold von Rodaneck, Walther ein reicher Edelmann von Briren, und noch andere alle stimmten in das Vorhaben, und versprachen hilfreiche Hand. Alsdann ward es Winter, und darauf Frühling, das Eis schmolz, und die Vögel fangen im Walde; dann legte man Hand an's Werk. Man schlug Holz, und räumte den Plaß unterhalb der Kapelle; man grub den a 1 45 Reinbert von Säben. Grund, und führte das Kloster auf, zwei Stock hoch, zwischen zwei Hügeln, links am Eisack; und rückwärts am Kloster baute man das Gotteshaus. Darauf weihte Hartmann am Sonntag vor Allerheiligen das neue Haus ein zur Ehre der heiligsten Dreifaltigkeit und der seligsten Jungfrau Maria; viel Volk und viel Adel war bei der Kirchweih; und er nannte das Kloster zu den Gnaden Mariä in der Neustift. Das nächste 46 Jahr übergab er es aber den regulirten Chorherren des Heiligen Augustin, die er von Klosterneuburg aus Deftereich herbeirief. Und große Schenkungen, Höfe und Güter, Necker und Weinberge, vermachten Reinbert und seine Ehegemahlin dem Stifte zu weltewigem Gebrauche der gottdienenden Geistlichen und zur Ehre der Gottesgebärerin. Hartmann selbst und andere Edelleute blieben nicht zurück mit Schenkungen und Opfern. Auch ließ Christina noch ein abgesondertes Gebäu auffüh ren, in welchem etliche Frauenspersonen nach der Regel des heiligen Augustin als Kanonissinnen ein gemeinschäftliches geistliches Leben führen konnten. Einige hundert Jahre lang bestand dieses Nebenkloster. Wie also Reinbert und seine Hausfrau 4 m Reinbert von Säben. 47 auf beschriebene Weise viel Gutes dem Stifte gethan, und dieses aufzublühen begann, da rückte bei den Stiftern allgemach die Zeit heran, welche man dem Herbste vergleicht, da die gereiften Früchte in die Scheuern gesammelt werden. Wie sie ihr christlich frommes Leben beschlossen, erzählt ein Chorherr desselben Klosters auf folgende Art: INIT or Es geschah zu Ende des Jahres 1154, 7 daß Reinbert der Stifter auf die Weihnachten zu unserm Gotteshause einen großen Adel und sonderbar seine Verwandten einlud, weil er willens war, nebst seiner Gemahlin Christina des Zeitlichen sich gänzlich zu entschlagen und bei uns und in unserm Orden im Dienste Gottes die übrige Zeit des Lebens zuzubringen; und da sie eben versammelt waren, so erkrankte die Stifterin sehr schwer; daher unterließ sie nichts, wodurch sie sich zu einem christlichen Ende wohl bereiten konnte, und machte vor Allem gleich den Ordensschwestern die Profeß der drei geistlichen Gelübte unter der Regel des heiligen Vaters Auguftin. Der selige Hartmann aber stand ihr in der letzten Krankheit väterlich bei, und tröstete sie in ihrer Sterbstunde, welche, nachdem sie zuvor noch das Reinbert von Säben. Gotteshaus mit einer Schenkung begabt, am 2. Tag des Monats Jänner 1155 sich eingestellt hat. Am Tage der Bestattniß, welche vom Bischofe Hartmann selbst vorgenommen wurde, erfüllte Reinbert die ebengedachte Schenkung seiner Gemahlin; und etliche Tage darauf vermachte er auf den Altar der heiligen Mariä in Gegenwart Hartmanns eine andere Stiftung, als: einen Maierhof zu Villanders, ein Grundstück zu Telfes, und ein Landgut zu Trens. Nachdem diese und noch andere Schenkungen mehr vorbei waren, machte Reinbert auch mit seinen übrigen zeitlichen Gütern Anordnung, und verließ sodann alles Zergängliche dieser Welt, sich mit den Ordensgelübden Gott gänzlich verknüpfend. Allein er brachte kaum ein halbes Jahr in dem Orden zu, so erkrankte er im Monat Oktober, und Hartmann unterließ nicht, ihn zu einem troftreichen Tode anzus frischen in Ansehung seiner Verdienste, die er bei Gott durch seine guten Werke gemacht. Er starb auch ganz vergnügt den 21. Of tober, und folgte sohin seiner Gemahlin noch dasselbe Jahr in die Ewigkeit nach. Nachdem er all das Seinige ausgetheilt, der Welt abgesagt und das Ordenskleid anges 48 — Reinbert von Säben. nommen, auch alles vollbracht, was er demselben Gotteshaus zu thun beschlossen, empfing er durch ein glückseliges Ende die ewige Ruhe. Die Einsegnung in die Erde geschah gleichfalls durch den seligen Hartmann, wovon eine alte Urkunde also meldet: "" Der heilige Mann konnte sich selbst kaum genug Gewalt anthun, daß sein Herz bei der Begräbniß Ne'nberts, an welchem er einen so großen Diener Gottes und Beförderer der guten Sache gefunden, sich nicht in Zähren ergoß." " 49 Am Gedächtnißtage der Begräbniß Christines wurde durch viele viele Jahre ein großes Almofen an Wein, Brod und Käse ausgetheilt, wobei oft bis 3000 Arme sich versammelten. Der Propst Jakob verlegte um das Jahr 1590 dieses Almosen auf den Freitag nach Ostern, weil im Monat Jänner durch die große Kälte mancher Arme abgehalten wurde. Auch am 21. Oktober, dem Sterbetag des Stifters, wurde jährlich ein großes Almosen vertheilt. Dies ist die Geschichte von dem Ursprung des regulirten Chorherrenstiftes zu Neustift bei Briren und von seinen ersten Begründern. Dort in der klösterlichen Einsamkeit brachte 4 Reinbert von Säben. der selige Hartmann manche Stunde und manchen Tag zu: dort suchte er nach schweren Berufsgeschäften oft Ruhe im Gebete und in Betrachtung himmlischer Dinge; dort übte er sich in strengen Bußwerken und erfuhr manchen himmlischen Troft zur Stärkung auf seiner Wanderschaft. Nahe an der Klosterkirche hatte er sich eine Kapelle erbauen und dabei ein kleines Zimmer einrichten las sen, wo er gerne weilte. Das Zimmer ist nachhin mit der Kapelle vereiniget und hübsch geziert worden, und heißet noch ,, Sankt Hartmannskapelle." Er folgte dem frommen Reinbert in die Ewigkeit nach am 23. Dezember 1164, und wird in der Kirche Briren als Heiliger verehrt. 50 300 tod " 1 ,, Wissen Sie auch, was ein Klo ster ist?" fragte einst Jemanden der heilige Franz von Sales. Es ist eine Akademie, worin unter andern Künsten und Wissens schaften vor allem die Kunst und Wissenschaft des Heils und eine Seelenzucht gepflogen wird, welche lehrt heiligen Gehorsam, Ergebung in Gottes heiligen Willen, und jegliche Tugend, die zu Gott führt und uns Reinbert von Säben. mit ihm vereiniget. Wer sich freiwillig einer solchen Zucht unterwerfen, wer sich bessern will, der gibt ein deutliches Merkmal der Vollkommenheit von sich. Das Kloster, fuhr er fort," ist ein Hospital für geistig Kranke, die nach Heilung verlangen, und sich deßwegen der Aderlässe, der Lanzette, dem Messer, der Sonde, dem Eisen, dem Feuer und allen Bitterfeiten der Apotheke unterwerfen. Darum nannte man die Ordensgeistlichen in den ersten Zeiten der Kirche mit einem Namen, den man durch Gesundheitsbringer" übersetzen könnte." pils nd poundn trad. siC do mojednost me in a 20 do slog mitad sien einsor math 11 51 done ont tiga pel moting stydna agling rtages outdrags0 red ni do bad ads sitounlod #banega mis sjundmes and bad odemus SOGE mp& up on and 4* 152 Die gottfelige Margareta Hueber von Wilten insgemein, die fromme Siechin genannt, Krankenpflegerin zu St. Nikolaus. ( Ihr Leichnam entdeckt 1662.) sig 3701 07 co Im Mittelalter wurden beinahe von al len deutschen Städten und Märkten, und selbst auch von vielen Dörfern außerhalb denselben sogenannte Siechenhäuser gegründet, um darin die mit dem Aussage behafteten Kranken, hauptsächlich jene der ärmeren Klaßsen, unterzubringen, und von den übrigen Einwohnern zur Verhütung der Ansteckung ab zusondern. Die da untergebrachten Kranken wurden daher Sondersiechen oder Sün dersiechen genannt. Ob es in Dentsch land jemals der wahre morgenländische Aussatz gewesen, können wir dahin gestellt sein lassen; in spätern Zeiten wenigstens scheinen verschiedenartige andere Hautausschläge dahin gerechnet worden zu sein.- Solch ein Haus bestand auch zu Innsbruck schon seit 1313 in der Gegend, wo gegenwärtig die St. Ni kolauskirche steht. Zwei Jahrhunderte später wurde bei dem Siechenhause ein eigenes Kirchlein erbaut, und am 3. Dezember 1502 vom Margareta Hueber, Krankenpflegerin. 53 Brirner'schen Weihbischofe eingeweiht. Nun bei diesem Hause und Kirchlein lebte und diente die Jungfrau Margareta als Magd oder Krankenwärterin. Nach einer Sage, die sich im Siechenhause erhalten hat, war sie gebürtig von Wiltau bei Innsbruck. Von früher Jugend an war sie fromm und gottesfürchtig. Sie liebte Gebet und Arbeit, Niedrigkeit und Abtödtung, und übte sich eifrig in den Werken der Nächstenliebe. Zur Bewahrung ihrer Reinigkeit und zur größern Uebung der Demuth floh sie in das besagte Siechenspital bei St. Nikolaus. Daselbst bediente und verpflegte sie freiwillig ihren göttlichen Bräutigam in den Bresthaften und Ausfähigen; ihre Freude war, die niederigsten Dienste den verlassenen Gliedern Christi zu erweisen. Durch Werke der Liebe sammelte sie sich einen Schatz für die Ewigkeit. Sie hat dem Siechenhause auch einen kleinen Acker geschenkt, und in diesem Hauſe, man weiß nicht wann, ihr frommes Leben im Rufe und Ruhme der Gottseligkeit beschlossen. Im Gottesacker zu St. Nikolaus ruht ihr jungfräulicher Leichnam als kostbares Perlein( das heißt, Margareta,") oder Schaß im Acker. Im Jahre 1662 wurde -- - 54 Margareta Hueber, Krankenpflegerin. nämlich, als man die Kirche zu St. Nikolaus erweiterte, im besagten Gottesacker an jener Seite, wo man die Aussäßigen zu begraben pflegte, von den Arbeitern beim Grundgraben ein Leichnam gefunden, den man für den ihrigen hielt. Der Leichnam war noch ganz unverwesen, und mit schönen frischen Rosen geziert in den Händen und auf dem Haupte; ein ungewöhnlicher Wohlgeruch verbreitete sich um ihn. Indessen getraute man sich doch nicht, wegen Mangel zuverlässiger Nachrichten, diesen Leichnam zu erheben und der öffentlichen Verehrung vorzustellen, sondern man verdeckte ihn wieder in der Erde, doch auf eine Art, daß er von dem aufzuführenden Gemäuer nicht beschädiget werden konnte. Viel andächtiges Volk besuchte feit dem ihre Grabstätte, und Gott verherrlichte felbe durch viele Zeichen und Gutthaten. Im Jahre 1777 wurde Johann Fröhlich, Seelsorger zu St. Nikolaus, vom Brirner'schen Ordinariate aufgefordert, über die Verehrung der seligen Margareta Bericht zu erstatten. Er schrieb, wie folgt; So groß auch immer das stille Zutrauen der From,, men hohen und niedern Standes und die Privat- Andachten zu dieser gottseligen Jung9) Margareta Hueber, Krankenpflegerin. 55 frau Margareta seyn mögen; so wenig ge,, denkt man ohne vorher habenden Kirchenspruch sich mit feierlicher Verehrung vorei„ lig abzugeben, und sieht man jenem glücklichen Zeitpunkt mit innigster Begierde entgegen, da es dem Allerhöchsten gefallen wird, diese gottselige Jungfrau als ein unverfälschtes licht wahre Demuth und jungfräulicher Reinigkeit zur Verscheuchung der Nachteulen unserer Zeit auf den Leuchter der Seligen, sohin auch öffentlicher Verehrung zu erheben. ,, Noch heut zu Tage sieht man an der Kirchmauer zu St. Nikolaus gegen die Seite des Gottesackers hin ein altes Gemälde, welches die leichweise liegende, mit Rosen bekränzte Margareta vorstellt. Auch wurde dieses Bild mit einer finnreichen Ueber- und Unterschrift im Jahre 1777 zu München in Kupfer gestochen. ay hind in ne quis 10 ans Es liegt wenig daran, daß wir leben; aber viel, daß wir gut und heilig leben.d Weder Silber, noch Gold machen die Seele reich, sondern die Tugend. 40 9790 Rede wenig, thue viel; leide mit Geduld, ftreite mit Ergebung, und liebe aus reinem Herzen; darin besteht die ganze Wissenschaft der Heiligen. 56 str Der fromme Advokat Anton de Prato. ( Um 1580.) Vor dreihundert und noch mehr Jahren blühte zu Trient, der zweiten Stadt im Land Tirol, das ritterliche Geschlecht de Prati, welches in der Folge in den Grafenstand erhoben wurde. Diesem Adelsgeschlechte gehörte das edle Brüderpaar Anton und Johann de Prato an. Von Anton dem ältern, der sich des Andenkens besonders würdig gemacht, liefert ein früherer Sammler tirolischer Begebenheiten folgende Züge: h Anton de Prato, ein Mann, der unter den Großen der Stadt Trient sich auszeichnete, war Doktor der Rechte. Durch eine Reihe von Jahren hatte er durch seine Gelehrsamkeit und Gerechtigkeitsliebe, so wie durch seinen ächt christlichen Wandel seinen Mitbürgern wesentlich genüget. Er war unverehlicht. Im Jahre 1519 fing er an, nächst seinem Hause auf seine Kosten eine Kirche zu bauen; auch ließ er sein Haus nach Art eines Klosters einrichten mit Zim mern und Zellen, und allerlei zweckdienlichen de Prato Anton, Advokat. 57 Dingen; sechs Jahre dauerte der Bau. Die Kirche aber ward von ihm zur Ehre der heiligsten Dreieinigkeit bestimmt. Im Jahre 1525 zog er sich in dieses von ihm gegründete, so genannte Klösterlein zurück, und führte daselbst ein stilles Leben, mit Tugenden laut sprechend, bis zu seinem Tode. Als er fühlte, daß es mit ihm nächst zum Sterben komme, machte er sein Testament und verordnete darin, daß in sein Haus, welches er besagtermaßen klösterlich eingerichtet hatte, Nonnen von der zweiten Regel der heiligen Klara, Urbanistinen genannt*); unter der Leitung der münderen Brüder des heiligen Franziskus verpflanzt würden. Und in Berücksich tigung dessen wies er noch gewisse Einkünfte an, von welchen die Klosterfrauen leben könnten. So war es sein letzter Wille; und bald darauf entschlief er zum ewigen Frieden. Nach dem Tode Anton's baute dann sein leiblicher Bruder Johann Baptist theils aus dem Nachlasse des Verblichenen, theils *) Urbanistinen werden die Klariffinen der zweis ten Regel genannt, weil Papst Urban IV. die erste, sehr strenge Regel der H. Klara gemildert hat. Jame bilo niphanie weile The 58 de Prato Anton, Advokat. durch Verwendung eines Pallastes, den er selbst von einem gewissen Edelmann erkaufte, ein geräumigeres und vollständigeres Kloster, und führte dasselbe dem von seinem feligen Bruder beabsichtigten Zwecke zu.- Hierinfalls wurde er vornehmlich von dem Franziskaner P. Hieronymus de Aurokalko unterstützt, welcher im Jahre 1531 von seinem Ordensgeneral auf Ansuchen des Fürstbischofs und Kardinals Bernhard von Kles nach Trient geschickt worden war um in dieser Stadt die Fastenpredigten zu halten und zugleich den Stiftungsfond des gedachten Klosters zu ordnen und herzustellen. Beiden Aufträgen entsprach Pater Hieronymus auf's glücklichste. Papst Klemens VII., an den sich die Vollzieher des Anton Pratischen Testamentes wendeten, bestätigte unterm 12. August 1533 das gute, fromme Werk, und unterordnete das neue Frauenkloster der venezianischen Franziskaner- Provinz. Der vorbenannte Pater Hieronymus brachte dann in demselben Jahre 6 Urbanistinen und eben so viele Novizinen von Verona nach Trient, und führte sie am 6. November im Namen des Provinzials in ihren neuen Besitz ein, unter ihrer ersten Aebtissin Aurelia Avanzi. Durch ungefähr de Prato Anton!, Advokat. dritthalbhundert Jahre dienten diese Ordensfrauen an der Kirche zur heiligen Dreifaltigkeit Gott dem Dreieinigen Tag und Nacht in Gebet und Bußwerken, zum Troste jenseits und zur Vergrößerung der Belohnung des gottseligen Stifters, dessen Leiche in derselben Kirche beigesetzt und mit einem Denkstein beehrt ward. Des Stifters Todestag ist nicht angegeben. Das Kloster aber ward gegen Ende des 18ten Jahrhunderts einer klösterfeindlichen Zeit- aufgehoben, und das Gebäude zu weltlichen Zwecken verwendet. ht doo dit dit s IR 123 59 Das Leben und die Lebensweise eines Christen hat den einzigen Zweck: die Ehre Gottes. Bei allen deinen Handlungen siehe darauf, daß du Alles so gerecht, als möglich, nach Gottes Wohlgefallen vollbringest. Wahre Lebensweisheit ist: Alles thun, was und wie Gott will. Frage dich oft: was nüßet mir dies für die Ewigkeit? -- shop palenie so doe istom stark sidum, mod m god It d 90 till Bolg wam profila i tung ned thighd 60 infopas Stedals Stotal of Der fromme Klosterbruder Onufrius Faschlunger. pilloin Phot dm goz( † 1754.) An der Pforte des Franziskanerklosters in Innsbruck klopfte im Jahre 1706 eines Ta ges ein Jüngling, und begehrte zum Pater Obern geführt zu werden. Der Pförtner öffnete die Thüre, und ließ den Jüngling eintreten, und führte ihn in die Zelle des Guardians, damit er daselbst mit ihm rede. Der Pater Guardian fragte den Jüngling, wie er heiße und woher er wäre, und was er wolle? Da antwortete der Jüngling und sprach: Ich heiße Hans Faschlunger, und bin von Arams drei Stunden von hier, und möchte gern in euer Kloster als Bruder aufgenommen werden, und hier Gott dienen. In der Welt gefällt es mir nimmer." Der Pater sah den Jüngling an, und sprach: ,, Du bist noch jung an Jahren, und unsere Ordensregel sind hart und schwer, du bist zu schwach, ein so strenges Leben zu führen." Doch der Jüngling hörte nicht auf anzuhalten, daß er doch auf die Probe genommen werde; da ließ man sich bewegen, und man behielt den Hans im Kloster; man wies ihm Faschlunger, Frater Onufrius. Arbeit an und eine enge Zelle, darin er beten und betrachten, und zur Nachtzeit ruhen möchte. ad han $ 15097239 91stalls 61 Es ging besser, als man geglaubt hatte, denn Hans ließ sich das Klosterleben wohl am Herzen gelegen sein, und war in allen Stücken ein gar eifriger Novize. Er arbeitete und bethete, er faftete und wachte, und gehorsamte auf den Wink, so daß die Ordensobern ihm nach ein paar Jahren gestatteten, die Gelübde als Laienbruder abzulegen. Am 5. September 1708 wurde er zu Schwaz eingekleidet; man zog ihm ein braunes Kleid an von grobem Tuch, und that um seinen Leib einen weißen Gürtel und einen Nuster daran, und nannte ihn von dieser Zeit an nur den Bruder Onufrius. dind Bruder Onufrius dankte dem lieben Gott auf den Knieen für die Gnade, ihm als Ordensmann dienen zu dürfen, und nahm von Tag zu Tag in der Gottseligkeit zu, so daß auch die Patres dem frommen Laienbruder Manches absehen konnten. Er war ein besonderer Verehrer der heiligen Mutter Anna; den klösterlichen Gehorsam hielt schwerlich Einer so genau, wie Onufrius; das Aug' seines Gemüthes war fast ununterbrochen auf Gott ge Faschlunger, Frater Onufrius. richtet. Immer blieb er sich gleich, mochte es ihm gehen, wie es wollte, und immer richtete er seinen Willen nach der Nichtschnur des göttlichen Willens. Glühend war er in der Liebe gegen Gott und den Nächsten, voll von Ehrfurcht gegen seine Vorgesetzten, voll der Sanftmuth gegen Alle, streng und unnachsichtig gegen sich selbst. Er bekam zuletzt zu leiden an seinen Füßen; die schwollen und brachen ihm auf, und machten ihm viel Schmerz, und das währte mehrere Jahre; er aber litt alles geduldig wie ein anderer Job. Endlich starb er zu Hall im Innthale am 28. Hornung 1754 im Geruche großer Tugend, und ward alldort in's geweihte Erdreich gesenkt. Dies ist die Geschichte von Bruder Onufrius. 62 400 medail Wandle vor Mir, und sei voll,, kommen!"( Genes. 18.) So sprach Gott der Herr zu seinem getreuen Knechte Abraham. Dieser Wandel vor Gott ist selbst eine große Vollkommenheit, denn wer beständig vor den innerlichen Augen seines Gemüthes Gott hat, wer bedenkt, daß er, wo immer er sein mag, in der Gegenwart seines Schöpfers, seines allerhöchsten Herrn ist; der wird nicht Faschlunger, Frater Onufrius. 63 leicht etwas begehren, das den Augen dieser unendlichen Majestät mißfällig sei; und widerfährt es ihm dennoch, daß er aus menſchlicher Gebrechlichkeit fällt, so blickt er alsbald mit wehmüthiger Liebesreue zu der ewigen Barmherzigkeit auf, fleht in Demuth um die Verzeihung seines Elendes, und wandelt dann mit um so größerer Behutsamkeit.igl Diese heilige Gewohnheit, in Gottes Gegenwart zu wandeln, ist eine Quelle wahren Trostes, Lichtes und seliger Freude für eine Gott ergebene Seele. Ein Solcher, der wahrhaft vor Gott wandelt, verwendet alle freien Augenblicke darauf, zu Ihm aufzublicken und seine getreue Liebe Ihm durch ein Wort des Herzens zu bezeugen; ja, er beschäftigt sich auch während seiner Arbeiten und Berufsgeschäfte mit Gott, dem Gegenstande seiner heiligen Liebe, dem er alle seine Werke opfert und weihet. Und dadurch wird seine Arbeit nicht unterbrochen oder gehindert; vielmehr wird sie unt so reiner, um so vollkommener, und um so verdienstlicher; so wie ein Wanderer dadurch, daß er unterwegs sich erquickt, seine Reise durch diesen kurzen Aufenhalt nicht unterbricht, da er dann um so schneller, um so muthiger und freudiger weiter schreitet. 64 Surinn@ torf- gopunto Spom this din Heinrich Findelkind, -0.0 39 der mildherzige Hirtenknabe. Um das Jahr Christi 1386. sign machin Nichts hat der göttliche Stifter unserer Religion so nachdrücklich empfohlen, als Liebe, thätige Liebe gegen alle Menschen. Jederzeit hat es Seelen gegeben, die dieses Gebot des Herrn getreu erfüllten. Unter andern ist einmal ein armer Hirtenknabe wunderlich und rührend diesem Liebesgebote nachgekommen. Der Knabe hieß: Heinrich Findelkind. Die Geschichte von ihm ist also: ht Er war ein gefundenes Kind, darum Findelkind" genannt. Der Vater, der ihn als Kind aufnahm, hieß der Mair von Kempten. Der hatte selbst neun Kinder und Heinrich war das zehnte. Der Mair war ein gutherziger Mann, und half gern den Leuten und leistete Bürgschaft, darum kam er um seine Sache und gerieth in Armuth. Die Kinder mußten in die Fremde und sich ihr Brod mit Dienen suchen. So ging auch Heinrich fort. Da kam er auf dem Feld zu zwei Priestern, die nach Rom pilgerten; mit r 1 Findelfind Heinrich. 65 mann. 17 diesen ging er über den Arlberg und kam zu Jakob Ueberrain, einem beğüterten Manne im Stanzerthal, nach Andern einem EdelUnd dieser sprach zu den Priestern: Wo wollt Ihr mit dem Knaben hin?" Sie sagten: Der Knabe ist zu uns gekommen auf dem Feld." Und Jakob fragte: ,, Wollt Ihr ihn nicht hier lassen, daß er uns die Schweine hüte?" Das war ihnen recht. Man dingte also den Knaben als Hirten, und gab ihm das erste Jahr zwei Gulden und die Kost. So blieb er bei dem Jakob Ueberrain zehn Jahre. Einmal ging er mit seinem Herrn im Winter zur Kirche, und trug ihm das Schwert nach. Da brachte man Todte, die auf dem Arlberg im Schnee erfroren waren; denen hatten die Vögel die Augen aus, und die Kehlen abgefressen. Das ging dem Heinrich Finbelkind sehr zu Herzen. Er hatte sich fünfzehn Gulden verdient mit dem Hirtenstab. Da rufte er, und sprach: ob Jemand wollte die fünfzehn Gulden nehmen und einen Anfang machen mit einer Herberge auf dem Arlberg, auf daß die Leute nicht also elend ums Leben kämen. Aber das wollte Niemand thun. So nahm der barmherzige Jun5 CIT 66 Findelfind Heinrich. ge zu dem allmächtigen Gott sein Vertrauen, und zu dem heil. Christophorus, der ein groBer Nothhelfer ist, seine Zuflucht, und fing an, mit den fünfzehn Gulden, die er am Hirtenstab verdient, eine Anstalt zu machen zur Hilfe und zur Rettung derer, die über den Arlberg gingen. Aber sein Geld reichte nicht hin. Da ging er und sammelte Beiträge bei gutherzigen Leuten zu seinem Vorhaben. Er sammelte in Deutschland und Böhmen, in Polen und Ungarn, und fand allenthalben gute Leute, die ihm gaben zur Nettung der Menschen. Und mit dem Gelde baute er auf dem Arlberg ein Kirchlein zur Ehre des heil. Christoph, der von Reisenden einst son derbar angerufen wurde; das bezeugen noch die vielen Abbildungen dieses Heiligen, die man an den Kirchen, zumal an der Landstraße wahrnimmt. Bei dem Kirchlein errichtete er ein Wirthshaus, allwo die Reisenden wider stürmendes Ungewitter Schuß und Schirm finden möchten. Auch eine from me Bruderschaft fegte er bei dem Kirchlein ein; und die Bruderschaft erhielt eigene Statuten und Sagungen, in denen merkbar ber Geist der Nächstenliebe wehte. Jeder Ein- spentretende"- also sagten die Statuten > Findelkind Heinrich. det eine freiwillige milde und dann jährlich eine weitere Gabe, um damit die Gebäude im guten Stande erhalten, die Labung armer Reisender bestreiten, und für die Vereinsglieder heilige Messen entrichten zu können. Der an der Herberge aufgenommene Bestandwirth ist schuldig, die Reisenden vor den Gefahren des Weges getreu zu unterrichten, und sie mit Speiß und Trank gut zu bedienen, dann beim gefährlichen Wetter, im Winter aber täglich Früh und Abends, wenn das Glöcklein zum Ave Maria mahnt, in Begleitung eines Knechtes, mit acht Schneereifen und mit Wein und Brod versehen, hinauszugehen zum ausgesteckten Kreuz, und, auf- und niedersteigend, viermal mit sehr lauter Stimme zu rufen, ob Jemand da sei, welcher der Hilfe bedürftig wäre; einen solchen dann in die Herberge zu bringen, ihn zu laben und zu speisen gegen billige Rechnung; den Armen aber umsonst." Den Anfang zu diesem gottseligen Werke machte Heinrich im Jahre des Herrn 1386 am Tage Johannes des Täufers, und mit landesfürstlicher Urkunde vom 27. Dezember 1386 wurde das Werk mit Wohlgefallen gutge heißen. Den ersten Winter Half Heinrich 5* - 67 68 Findelfind Heinrich. sieben Menschen das Leben retten mit dem Heiligen Almosen. Und die folgenden sieben Jahre rettete er mit Gottes und ehrbarer Leute Hilfe fünfzig Menschen. Anno 1414 zählte die Bruderschaft außer vier österreichischen Herzogen und ihren Frauen allbereits siebzehn Bischöfe, zwölf Aebte, sechzehn regierende Grafen, sechsunddreißig andere altadelige Herren, und sonst noch über achthundert Mitglieder. Für das geistliche Wohl der Reisenden wurde 1421 sogar eine Kaplanei- Stiftung auf dem Berge zu Stande gebracht. Und das ganze schöne Liebeswerk vom armen Heinrich Findelfind gegründet, bestand bei 500 Jahre lang. Erst als zu Ende des verflossenen Jahrhunderts durch das Stanzerthal und über den Arlberg eine Straße gebaut wurde, ward die Bruderschaft auf dem Arlberg sammt ihren Statuten und Sabungen für entbehrlich gehalten und aufgelöst; die Kaplanei aber an der St. Christophsfirche besteht noch immer unter Landesherrlichem Schuße. Wie schön ist es, zum Wohle der Mitmenschen seine Kräften zu verwenden! Denkmale der Liebe sind dauerhafter, als Dents Findelfind Heinrich. 69 male von Stein. Hat dich Gott auch nicht mit vielem und großem Erdengut begabet, so kannst du dir doch so ein Denkmal gründen von Dauer. Leg zum Beispiel jede Woche einen Groschen bei Seite, das macht in 52 Wochen schon 2 fl. 36 fr., und in zwanzig Jahren gerade 52 fl. Mit 52 fl. kann man zum Troste armer Mitmenschen oder zur Ehre Gottes schon ein hübsches Scherflein thun, ohne sich oder seinen Erben darum weh zu thun. ,, Hast du viel," sagt der alte Tobias seinem Sohne, so gib viel; hast du wenig, suche auch das Wenige gern zu geben."( Tob. 4, 9.) ating tidliges ge 70 Zacharias, Bischof v. Säben, Bekenner. ( 890-907.) Umsonst wird um die Abstammung, um Geburtsjahr, um Vaterland und vorherige Würden dieses Kirchenhirten gefragt; die alten Urkunden antworten nicht darauf. Es muß uns genug sein daß wir wissen, Zacharias sei einst Bischof in unserm Vaterlande gewesen, habe für das Heil unserer Voreltern gearbei tet, den Samen des Guten ausgestreut, und im Bekenntnisse des seligmachenden Glaubens seinen Lauf vollendet. Er bestieg den bischöflichen Stuhl zu Săben als Nachfolger des Zerito um das Jahr 890 nach Christi Geburt, zur Zeit als Kaiser Arnulf über die Deutschen regierte. Gr wird gewöhnlich als der 24ste Bischof von Säben, wo der heilige Kassian den ersten Sitz gegründet hatte, aufgeführt. Er leitete die ihm übergegebene Heerde durch etwa 17 Jahre mit apostolischem Eifer. Nie entschwebte seinem Geiste die Erinnerung an die Rechenschaft, die einst der Herr 71 Zacharias, Bischof. der Seelen von ihm fordern würde. Mit unermüdetem Streben erweiterte er das Reich Gottes. Auch vergrößerte sich unter ihm das zeitliche Besitzthum seiner Kirche, die bisher wahrhaft arm gewesen war. Kaiser Arnulf gab ihm im Jahre 892 eine schon früher der Kirche Säben zugehörigen Forstgerechtigkeit wieder zurück. Dessen Sohn und Nachfolger, König Ludwig das Kind, machte ihm auf vorher eingeleitete Bitte und Fürbitte eine wahrhaft fürstliche Schenkung mit dem großen königlichen Landgute ,, Prichsna," welches er mittelft Diplom vom Jahre 901 sammt und sonders, mit Dörfern, Weilern, Leibeigenen, Wiesen, Neckern, Hügeln, Weinbergen, Alpen, Wäldern und Fischereien dem Stifte des Heil. Kassian auf ewige Weltzeiten zum Eigenthum einräumte. Der Name eines Gründers des nachmaligen Fürstenthums Briren gebührt deshalb dem König Ludwig dem Kind, der Titel aber des ersten Fürstbischofs dem ehrwürdigen Zacharias. Er baute im Bezirke dieses Landgutes, zu Briren, eine Kirche oder, wenn dieselbe schon vorher bestanden, doch ein Kloster an derselben, mit Zellen und Zimmern für Geistliche, und hielt sich selbst gerne in diesem Münster auf; daß Zacharias, Bischof. Münster war dem H. Märtyrer Stephan und dem h. Ingenuin geweiht. Dort sangen fromme Priester das Lob Gottes bei Tag und bei Nacht, und lebten wie Brüder zur Erbauung der Gläubigen, und erzogen junge Diener des Altars. Auch wohnte Zacharias, wie man nicht zweifelt, mehreren hohen Versammlungen und wichtigen Verhandlungen bei, und nahm Theil, wenn gute Vorschriften gegeben wurden für Land und Leute, für Geistliche und Laien. Er hielt sich mit andern Bischöfen am königlichen Hofe auf, wo dazumal Bischof und Minister noch fast gleichbedeutend war. Bei der großen Reichsversammlung zu Holzkirchen in Baiern im Jahre 906 hatte er die Ehre, am Feste des h. Martyrers Georgius vor der hohen Versammlung des Königs und der geistlichen und weltlichen Reichsfürsten eine Kanzelrede zum Lobe de3 besagten Heiligen zu halten. Man bewahrt diese Rede bis auf den heutigen Tag zu St. Emmeran in Regensburg in lateinischer Sprache. Sie ift sehr gehaltvoll, gelehrt und schön. Den Tod endlich fand Zacharis auf dem Felde der Ehre, das ist, im Kampfe gegen die Ungläubigen, im Jahre des Herrn 907. Darüber enthalten die alten Geschichtsbücher fol72 - Zacharias, Bischof. gende Berichte: ,, Die Ungarn, ein rohes, ungläubiges Volk, machten oftmals räuberische Einfälle in die angränzenden Staaten, Desterreich, Steiermark, Krain und Kärnten, und noch weiter. Sie sengten und brennten, mordeten und raubten. Die christlichen Fürsten, Herren und Grafen in diesen Ländern bauten, um solchen Einfällen leichter zu wehren, um das Jahr 900 an dem Flusse Ens in Desterreich die Festung Anesburg nebst den zwei Schlössern Ebersberg und Bösenboig. Allein schon Anno 907 kamen die schlimmen Nachbarn wieder, und es entstand ein schwerer Kampf. An der Donau unweit Anesburg( der heutigen Stadt Ens) oder, wie Andere wollen, unweit Preßburg, fiel zn Ende Juli oder zu Anfang August eine mörderische Schlacht vor, welche drei Tage lang dauerte und für die deutschen Truppen höchst unglücklich ausfiel. Franken und Schwaben, Baiern und Tiroler, Kärnter, Steirer und Desterreicher fochten für Religion und Vaterland. Selbst Bischöfe und Aebte hatten ihre Dienstmannen wider den allgemeinen Feind der Kirche und des Vaterlandes in den Krieg geführt. Ludwig der König, Luitpold Markgraf in Nordgau, und Graf Sieghart von 73 Zacharias, Bischof. Semta waren die Hauptführer der Christen. Viel deutsches Heldenblut floß. Markgraf Luitpold, Dietmar Erzbischof von Salzburg, Zacharias Bischof von Säben, Otto Bischof von Freising blieben auf dem Schlachtfelde. Von Zacharias sagt ein Schriftsteller: ,, Er fiel von einem Hunnenpfeile getroffen." Groß war die Anzahl anderer edler Ritter, und unermeßlich groß die Anzahl gemeiner Kriegsleute, die ihr Leben einbüßten.*) Die entfeelten Leichname Dietmars und Otto's wurden in ihre Domkirchen überbracht; und daß eben dies mit unsers Zacharias Leiche geschehen sei, ist nicht ungegründete Vermuthung. Viele Geschichtforscher, unter andern der berühmte Resch, zeigen sich nicht ungeneigt, diese Bischöfe und andere Kämpfer, die in dem Streite für Vaterland und Kirche gegen die Ungläubigen gefallen sind, dem Chor der sel. Martyrer beizuzählen. Dies für gewiß auszusprechen, steht wohl Niemanden als der Kirche zu; diese aber hat hierin nichts entschieden. 74 ,, Wie?" wird hier Mancher fragen, ,, kirch*) Aventin gibt den 9., 10. und 11. August 907 als die verhängnißvollen Tage jener Schlacht an. Zacharias, Bischof. liche Würdenträger, Bischöfe und Nebte, zogen in Krieg und Schlachten?"- Ja. Nach dem damaligen Dafürhalten war es nicht wider die Ordnung, es war sogar Pflicht, daß Bischöfe, als zugleich weltliche Fürsten und als Reichsvasallen, geharnischt mit den Kaisern zu Felde zogen, um sich gegen ungerechte Angreifer zu vertheidigen. Um so mehr durfte dies geschehen, da es sich um die Wahrung der heiligen Religion gegen ungläubige Horden handelte. 75 Unser Kampf geht nicht gegen irdische, wohl gegen geistige Feinde. Der ist ein Held, stark an Kräften, welcher muthvoll dem Neiz der Sünde widersteht. Wer über seine Begierden herrscht, ist ein großer Herr. Wer sein Fleisch durch die Waffen der Enthaltsamkeit bezwingt, ist ein tapferer, wohlausgerüsteter Soldat. and a Budid 3X 76 Der fromme Michael Dinfil. ( † 4. Juni 1706.) In dem Städtlein Innichen in Bufterthal lebten um das Jahr 1650 zwei rechtschaffene Eheleute bürgerlichen Standes; dieselben hieBen Michael Dinßl und Maria Kurzin. Gott gab ihnen etliche Kinder, und eines davon wurde nach des Vaters Namen„ Michael" genannt. Sie erzogen die Kinder wohl und gut, und unterwiesen sie in nützlichen Kennt nissen und in schönen Tugenden, besonders in der Frömmigkeit und Mildthätigkeit, wie sie es von ihren seligen Eltern gesehen und gehört und also gelernt hatten. Die Kinder wuchsen, die Eltern reiften und alterten, und hinterließen jenen ein hübsches Anwesen, Güter und Necker, Vieh und Fahrnisse, und dazu Gottes Segen; und bevor sie starben, um's Jahr 1680, machten sie, wie schon ihre Eltern gethan, eine fromme Stiftung zur alten Chorherrenkirche des heil. Kandidus in dem Orte, wo sie gehaust, und wo sie ihre Ruhe fanden. Dinßl Michael. Michael, der Sohn, war nun groß gewachsen, gescheidt und gut gelehrt worden; er war ein Mann geworden und hatte sich eine sittsame Jungfer zur Hauswirthin genommen. Wegen seiner Rechtschaffenheit und Geschicklichkeit stellten ihn de gottdienenden Geistlichen des genannten Chorherrnstiftes zu Innichen zu ihrem Kapitelamtmann an, das ist, zum Verwalter ihrer Güter und Renten. Und sie hatten an ihm einen guten Verwalter, einen verläßlichen Amtmann, der es nicht machte, wie jener Verwalter im Evangelium, dem sein Amt abgenommen werden mußte. Michael Dinßl, sagt einer, der ihn nach seinem Tode zu schildern übernahm, war ein Mann von unbescholtenstem Wandel, ein treuer Beamter, ein gewissenhafter Beobachter der Gebote, ein fleißiger Anhörer des Wort Gottes, ein vorzüglicher Verehrer des hh. Altarsakramentes und der jungfräulichen Mutter des Herrn. Nicht minder erzeigte er sich als ein Vater der Armen, und insbesondere als einen großen Gutthäter der ehrwürdigen Franzis kaner; denn er war der Gründer ihres Klosters zu Innichen. Im Jahre 1696 zählte er siebentausend bare Gulden zum Bau des Klosters auf und schaffte auch den Grund 77 78 Dinßl Michael. bei, worauf das Kloster gebaut wurde, und noch mehrere andere Gutthaten erwies er den arm lebenden Mönchen. Ueberdies stiftete er im Jahre 1704 einen Geistlichen für das Dörfchen Aufkirchen, zwei Stunden von Innichen, wo seit langer Zeit die schmerzhafte Mutter Gottes in einem Mirakelbilde verehrt wurde. Er ließ sich auch selbst in den dritten Orden des heil. Franziskus einschreiben und war nicht zufrieden mit den bloßen Einschreiben, sondern hielt auch genau die heilsame Regel. Zweimal pflegte er jährlich zum Nußen seiner Seele die geistlichen Uebungen zu machen, das ist, er betete und betrachtete, schlug die weltlichen Sorgen aus dem Sinn, Las heilige Dinge, erforschte und prüfte fich, und that, als wenn er bald sterben müßte. Unter dem Jahre ging er fast wochentlich zur In sei heiligen Beicht und Kommunion. ner letzten Krankheit erbaute er Jedermann durch seine Geduld; er litt die heftigsten Schmerzen ohne Klage; er wünschte noch mehr zu leiden und noch elender zu werden auf Erde, und sein Wunsch wurde erfüllt, indem er gleichsam an allen Gliedern des Leibes zu leiden bekam; doch sehnte er sich nicht nach Gesundheit, sondern mehr nach Fegfeuer - Dinßl Michael. allhier, um noch mehr gereinigt vor ſeinem Herrn zu erscheinen. Vor dem Empfange der heiligen Sterbfakramente sprach er zu seinem Weib: ,, Geh' hin zur wunderthätigen Muttergottes nach Aufkirchen und bitte dort, daß ich würdig die heiligen Sakramente empfangen möge!" Am heiligen Dreifaltigkeitssonntag empfing er den Fronleichnam des Herrn mit rührender Andacht; die hellen Thränen tropften ihm über die Wangen, so groß war seine Liebe zu Jesus und sein Schmerz über seine Sünden. Am Fronleichnamsfeste verlangte er wieder mit großer Sehnsucht nach dem heiligsten Sakramente; doch diesmal wurde es ihm vom Priester nicht gereicht, weil er nicht im Stande gewesen wäre, es zu genießen; indessen sagte er nachher zu seinem Beichtvater, er habe die heilige Kommunion schon doch empfangen; hatten ihn vielleicht die lieben Engel unsichtbar erquickt? oder vielmehr, er hatte geistlicher Weise kommunizirt.- Nachdem er noch bedeutende Vermächtnisse zu frommen Zwecken angeordnet, nachdem er 500 fl. zu Unterhaltung eines ewigen Lichtes vor dem allerheiligsten Altarsakramente, und 1000 fl. zu zweitausend Messen, welche in den Klöstern der Franzis-- 79 Michael Dinßl. kaner gelesen werden sollten, bestimmt hatte, entschlief er im Frieden des Herrn zu Bruneck am 4. Juni 1706, unter dem Beistande seines Beichtvaters Pater Cäsarius Gumpp, Guardians zu Innichen, und des gar frommen Puter Chrysostomus Friß. Sein Leichnam wurde nach Innichen gebracht und im Kloster der Franziskaner, welches er gebaut hatte, vorne im Chor neben der Sakristeithüre in die Erde versenft. Ueber dem Grabe sieht man an der Mauer einen Marmorstein, zu oberst ist sein Familienwappen, in der Mitte ein Mann in bürgerlicher Tracht zwischen dem heil. Franz von Assisst und dem heil. Markgrafen Leopold, Schuppatron der TirolerFranziskanerklöster, vor einer auf Wolken erhöhten Monstranze knieend; unterhalb liest man die Inschrift: ,, Siehe! hier liegt Michael Dinßl von ,, Angerburg, ein sonderbarer Verehrer des ,, höchsten Guts, großer Liebhaber des hei,, ligen Franziskus und heiligen Leopoldus, welchem zum schwesterlichen liebreichen Angedenken Susanna und Ursula dankbar,, lich diesen Grabstein aufrichten laſsen. „ Gott Gnad der Seele, so den Leib ver,, lassen Anno 1706 den 4. Juni." 80 Dinßl Michael. 81 Unter Geistesübungen versteht man eine Zurückgezogenheit während mehrerer Tage, um über die großen Wahrheiten unsers Glaubens ( unser letztes Ziel, Tod, Gericht u. s. w.) nachzudenken. wie nützlich sind sie!„ Die Erde ist durchaus verwüstet, weil sich Niemand mehr findet, der es zu Herzen nimmt."( Jerem. 12.) Möchten doch alle Christen sie jedes Jahr oder doch öfter im Leben machen, sei es einzeln nach Anleitung eines Buches oder eines Priesters; oder Mehrere oder ganze Gemein-. den zusammen bei Gelegenheit jener Bußpredigten, welche Missionen genannt werden. Für Alles finden wir in dieser Welt Zeit; nur für das Eine nicht, weßwegen wir erschaffen worden. Die Wahrheiten des Heils bleiben fremde und gleichgiltige Dinge für uns; wir finden keinen Geschmack daran, nähren unser Herz- durchdringen unsern Geist nicht damit; und daher unsere Lauigkeit, unfere Gleichgültigkeit, unsere Sünden, unser Untergang. 6 82 Die gottselige Johanna Maria vom Kreuz, Gründerin und erste Abtissin der Klarisfinnen zu Roveredo. ( † 1673.) Diese ehrwürdige Dienerin Gottes wurde geboren zu Roveredo den 8. September 1603. Ihr Vater, ein Maler, hieß Joseph Floriani, ihre Mutter Hieronima Oliva. Sie erhielt in der heiligen Taufe den Namen Bernardina. Sie wurde von ihrer Kindheit auf in aller Gottesfurcht erzogen. Mit fünf Jahren schickten sie ihre frommen Eltern schon in die Schule. Sie machte darin einen besondern Fortgang. Mit zwölf Jahren fing die unschuldige Bernardina an, die Welt lieb zu gewinnen. Sie meinte, wenn sie nur nicht offenbar sündigte, möge sie wohl der Weltfreuden genieBen, unterhielt sich gern und oft mit ihres Gleichen, und dachte, sich mit der Zeit anständig zu verehelichen. Gotts. Johanna Maria v. Kreuz. 83 Die göttliche Vorsehung hatte jedoch mit ihr etwas anderes vor. Durch das Zureden geistvoller Männer, unter andern des gottseligen Bruders Thomas von Bergamo, eines Kapuziners, erweckte Gott in ihr schon im vierzehnten Jahre das Verlangen nach der geistlichen Vollkommenheit zu streben. Jetzt fügte Er es, daß sie angehalten wurde, kleine Mädchen zu unterrichten. Sie wollte sich Anfangs nicht getrauen; doch gehorchte sie. Nach und nach lief alles ihrer Schule zu; selbst die vornehmsten Häuser übergaben ihre kleinen Fräulein Bernardinen zum Unterricht. Sie wirkte ungemein viel Gutes. Unterdessen wurde sie mit der frommen Dame Anna Sibilla verwitweten Gräsin von Lodron, gebornen Gräfin von Fugger,*) bekannt. Beide suchten nur Gott, ihrem Schöpfer und Herrn, und seinem menschgewordenen Sohne, dem Herrn Jesus, zu gefallen. Sie ermunterten und unterstüßten einander in der Uebung großer Tugenden und wahrer Liebeswerke. Viele ihres Geschlechtes erbauten sich an ihrem Wandel, und gesellten sich zu ihnen. Endlich entschlossen sie *) Siehe Fugger. 6* 84 Gottf. Johanna Maria v. Kreuz. fich, mit ihrem eigenen Vermögen und mit wohlthätigen Beiträgen in Roveredo ein Haus zu kaufen, und ein ordentliches Kloster zu errichten. Sie wählten dazu den Orden der heiligen Klara. Im Jahre 1642 traten sie, achtzehn an der Zahl, in dasselbe ein. Bernardina mußte die Stelle einer Oberin oder Abtissin übernehmen. Sie nahm dabei den Namen JoHanna Maria vom Kreuze an. lebten sie in völliger Abgeschiedenheit, in den strengsten Bußübungen. Was sie sich absparten, spendeten sie den Armen. Manche brachten sie durch ihre Wohlthätigkeit von dem Wege des Verderbens auf den Weg des Heiles. Die Zahl der Schwestern wuchsen an. Johanna errichtete zu Borgo in Valsugana ein zweites Kloster. Sie wollte, daß jedes drei und dreißig Schwestern habe zur Chre der 33 Lebensjahre des Heilandes. Sie bewog auch den Grafen Mathias Gallas, den Karmeliten das Kloster Alle- Lafte bei Frient zu erbauen. Von jeher wurde die Braut Chrifti mit Harten Versuchungen, mit innerlichen Geistesqualen, oft mit körperlichen Krankheiten, besonders jetzt auch mit vielen Widersprüchen Gottf. Johanna Maria v. Kreuz. 85 geprüft. Immer betrachtete sie sich als ein Werkzeug in der Hand Gottes, und stärkte sich durch den Hinblick auf den am Kreuze hangenden göttlichen Erlöser. Sie erhielt inzwischen große Gnaden von Gott, unter andern eine herzliche Demuth, die vollkommenste Ergebung, und eine unüberwindliche Geduld. Noch ehe sie das Ordenskleid angezogen hatte, brachte sie oft die Früchte ihrer Betrachtungen zu Papier. Der Bischof hörte davon, und ließ ihr ihre Schriften abfordern. Er übergab dieselben einem gelehrten Jeſuiten und Augustiner zur Prüfung. Diese bedeuteten der Verfasserin, ihre Schriften verdienten nichts als das Feuer. Sie war damit zufrieden, und pries herzlich Gott dafür. Jetzt stellten sie ihr selbe mit voller Gutheis Bung zurück. Im Jahre 1663 verlor sie ihre Ordensschwester, ihre beste Stüße, die Gräfin von Lodron. Den 8. Mai 1665 bestätigte Se. päpstliche Heiligkeit Alexander VII. die Stiftung und das Institut der Klöster zu Roveredo und Borgo. Der Ruf der gottseligen Abtissin breitete sich von Tag zu Tag mehr aus. Als 86 Gotts. Johanna Maria v. Kreuz. die spanische Infantin Margarita als Braut Kaisers Leopold I. durch Roveredo reiste, kehrte sie bei ihr ein, und bat sie um ihr Gebet und um ihren Segen. Nicht nur ihr Bischof, der Kardinal Harrach, würdigte sie seines Besuches, sondern auch der Churfürst von Köln, Marimilian Heinrich, ein Prinz vom Hause Baiern kam zu ihr, sich mit ihr zu unterreden und über wichtige kirchliche Angelegenheiten zu berathen: denn Gott gab ihr tiefe Dinge zu sehen. Von allen Seiten her empfahl man sich mündlich und schriftlich ih-. rem Gebete. Sie wurde aufgelöst, um vollends und auf ewig mit Christus zu sein; am Palmsonntage den 26. März 1673, nachdem sie beinahe 70 Jahre, 39 in der Welt, 31 in dem Ordensstande, Gott heilig gedient hatte. Später um das Jahr 1750- wurde der Prozeß ihrer Seligsprechung zu Rom eingeleitet. Ihr Leichnam wurde bei der ärztlichen Untersuchung unverweset befunden, und ist es bis auf den heutigen Tag. — Der heilige Bernard sagt: ,, Die Größe einer Seele besteht in ihrer Liebe. Je inni Gotts. Johanna Maria v. Kreuz. 87 ger, weiser und getreuer eine Seele Gott liebt, um so größer ist dieselbe. Eine Seele, die viel liebt, ist groß in den Augen Gottes; eine Seele, die wenig liebt, ist klein; eine Seele, die nicht liebt, ist nichts, und beffer wäre es ihr, wenn sie gar nicht wäre." Diese Gottesliebe aber besteht nicht etwa in der bloßen Empfindung oder in bloßen Worten; denn sehr deutlich spricht der Herr: Wer Mich liebt, hält meine Gebote; und wer meine Gebote hält, der ist's, der Mich liebt."( Joh. 16.) 88 Johann Günther und Agnes seine Hausfrau, Gründer des Spitals zu Matrei im Jahre Christi 1447. Dieses christliche Ehepaar hauste in der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts, also von mehr als 400 Jahren in dem Markte Matrei im Wippthale. Matrei gehorchte damals in weltlichen wie in geistlichen Sachen dem Bischofe zu Brixen. Dieselben Cheleute waren gerecht und gottesfürchtig, friedund gebetliebend, und werden Bürgersleute genannt. Sie hatten sich durch Fleiß und Arbeitsamkeit, und durch Gottes Segen, der den Frommen nie zu fehlen pflegt, ein schönes Vermögen erhaust. Kinder aber hatten sie keine. Sie machten von ihrem Gut einen guten Gebrauch: sie liebten ihr zeitliches Habe nicht, wie so Viele der Menschenkinder, blos um des Habens willen, sondern, um damit Gutes zu thun. Sie reichten gerne den Armen, und fühlten Mitleid mit des Günther Joh. Nächsten Noth. Eben ihre Nächstenliebe bewog sie, daß sie im Jahre 1447 eine denkwürdige Stiftung machten, die, wenn auch nicht durch ihre Größe, doch durch den schönen Zweck, den sie im Auge hatte, unsern vollen Beifall verdient. Brief und Inhalt der Stiftung ward in alter frommer Weise also abgefaßt: 89 Ich Hanns Günther, Bürger zu Matrei ,, und ich Agnes, seine eheliche Hausfrau, bekennen hiermit und thun kund, daß wir Gott zu Lob und Ehre, unsern und unsrer Voreltern Nachkommen und aller Gläubigen „ Seelen zum Heil, auch den elenden armen Leuten und Pilgern, so von der Fremde „ daselbsthin gegen Matrei kommen und an Herberg großen Mangel gehabt haben, zu " Trost und Aufhaltung, uns vorgenommen und angefangen haben, denselben Leuten eine Herberg als einen Anfang eines Spitals mit Gotteshilfe und frommer Leute Förderung und Gabe, so wir hoffen, daß dazu geschehen, gebessert und erhoben wer „ den, zu machen, zu bauen und zu stiften, darin arme Leute sollen aufgenommen, beherbergt und gütiglich gehalten werden. Dazu wir die hiernach beschrieben, uns gehörigen Günther Joh. ,, Güter und Grundstücke, die wir mit unsrer ,, Arbeit miteinander gewonnen haben; näm,, lich zum Ersten: ein Haus, Hofstatt, Gar,, ten und Peunte, zu Matrei in dem Markt zu oberst gelegen; d. i. einem Acker in ,, dem Riede, haben wir dazu gegeben fünf Federbetten mit Polstern und Kissen. Dar ,, um wir genannte Wirthleute den hochwürdigen Fürsten und Herrn Johann( Röttel) ,, Bischof zu Briren, unsern gnädigen Herrn ,, und geistlichen Vater, dem den Gottesdienst zu fördern und solche Ordnung zu machen zusteht, demüthiglich und durch Gottes Wil,, len anrufen und bitten, daß Seine Gna,, den zu dieser Stiftung seine Gunst und Willen geben und sie bestätigen wolle." ( Sie bitten dann um Insiegel. Darauf fol gen die Zeugen.) Gegeben zu Innsbruck am Donnerstag vor, Sanft Panfrazien- Tag ( 11. Mai,) nach Christi Geburt 1447." 90 7; So ward der erste Grund gelegt zu der Spitalstiftung in Matrei, welche bis auf den heutigen Tag die Noth so mancher Elenden und Bresthaften erleichtert. Durch spätere Beiträge frommsinniger Wohlthäter, namentlich des Ortspfarrers Faber, und durch Nachhilfe der Gemeinde kann bei demselben Günther Joh. Spitale im Jahre 1641 ein eigenes Priester- Benefizium zu Stande, nebst einer eigenen Spitalkirche zum heiligen Geiste, welche 1648 eingeweiht wurde. 91 Zum Bedenken. Wer die Liebe hat, ist reich, und weiß es selber nicht: und wer die Liebe nicht hat, der ist recht arm. Die Liebe theilt gerne mit. Die Wohlthätigkeit ist also die älteste Tochter der Liebe. Habe ich Gelegenheit, die Thränen eines Unglücklichen, eines Leidenden auf was immer für eine Weise zu trocknen und zu stils len, so sei Gott die Ehre dafür gegeben, ich will es thun! 92 Georg Thaler, Einsiedler. ( 1638 1648.) 101 Vor Zeiten gab es im Tirolerland manch fromme Einöde- Liebhaber, die auf sonnigen Anhöhen oder in sinnigem Waldesdunkel bei einem traulichen Kirchlein ein niederes Häuschen bewohnten, einen kleinen Garten bauten, ihre vergangenen Jahre überdachten und die ewigen Jahre tief im Gemüthe wahrten. KaiGott weiß warum hat ser Joseph diesen Klaußnereien ein kurzes Ende ge macht. Einer der ersten und eifrigsten derartigen Einsiedler in Nordtirol war von 1638 bis 1648 Georg Thaler, gebürtig von Kitzbühel. Der hatte seine Klause bei den Ruinen eines verlassenen Frauenklosters zu Sankt Martin im Gnadenwalde aufgeschlagen, eine Stunde morgenwärts von Absam, anderthalb Stunden von Hall. Er war vorher Salzbeamter zu Hall gewesen, hatte ein hübsches Vermögen, und große VorLiebe für ein frommes zurückgezogenes Leben. Er hatte sich vorher mit einem vertrauten 1 93 Thaler Georg, Einsiedler. Priester berathschlagt, mit dem Pfarrer Christoph Wennig von Absam, und war mit diese zum Entschluß gekommen, daß sie beide den Rest ihrer Tage in der stillen Einsamfeit verleben wollten. Der Pfarrer ließ in dieser Absicht das St. Martinskirchlein im Walde, das seit mehr als hundert Jahren im Schutte lag, wieder herstellen und auch eine Wohnung dabei erbauen; Thaler stiftete mit seinem Vermögen ein Priesterbenefizium dortselbst. Dem Pfarrer ließ der Tod nicht mehr Zeit, in die Einöde zu ziehen nach seines Herzens Wunsch. Er zog in das Haus der Ewigkeit ein. Thaler aber führte seinen Entschluß aus, baute sich beim Kirchlein im Walde eine Klause, bezog dieselbe im Jahre 1638, und lebte dort bis zu seinem Tode als strenger Einsiedler. Wie er da Gott gedient, wie er sich auf die Ankunft des Herrn bereits gehalten, was er für eine Lebensordnung beobachtet habe, können wir aus folgenden ganz zuverlässigen Berichte entnehmen. Als im Jahre 1645 unter dem brirnerschen Fürstbischofe Johann Plaßgumer im ganzen Sprengel eine geistliche Visitation oder Untersuchung vorgenommen wurde, kam der Generalvikar Jesse Berg 94 Thaler Georg, Einsiedler. hofer als bischöflicher Gewalthaber auch nach Sankt Martin im Gnadenwalde. Er ließ den Einsiedler vor sich rufen, erkundigte sich genau um alle seine Verhältnisse, und schrieb dann folgende Bemerkungen in sein Visitationsprotokoll ein: Georg Thaler von Kitzbühel gebürtig Eremit, befindet sich an diesem Ort seit Anno 1638; trägt einen langen grünen Rock sammt einem weißen Kreuz auf der rechten Seite an der Brust, und einen ledernen Gürtel. Bücher sind bei ihm taugliche und andächtige befunden worden. Er betet alle Tage sechs Stunden, wie er dann gar schöne Gebetbüchlein hat, und was über diese Stunden am Tag noch übrig ist, bringt er entweder in Bezug geistlicher Geschichten, oder in guter Handarbeit zu. Er ist den gan zen Tag nur einmal, und nichts, was Leben gehabt hat. Er steht um zwei Uhr Morgens auf; beichtet alle Freitag und an hohen Festtagen dem Herrn Georg Weis seinem Kaplan, dem er jährlich 220 fl. reicht; so oft er beichtet, steht er um halb Ein Uhr in der Nacht auf. Er ist ermahnt wor den, daß er täglich in der Frühe eine Be11 Thaler Georg, Einsiedler trachtung vornehme, und daß er Nachmittag und Abends die Gewissenerforschung mache. Er hält eine unverdächtige Person zu einer Häuserin, Namens Christina Schnitzer, die über fünfzig Jahre alt und mit dem Gelübde der Keuschheit gebunden ist, und die vorher bei ihm, als er zu Hall wohnte, gedienet hat. Er wurde ermahnt, er solle verhüten, daß keine Weibspersonen außer seiner gegenwärtigen Häuserin in das Klösterlein zugelassen werden, wofern nicht die höchste Nothwendigkeit es erforderte." - Also that und lebte Georg Thaler in seiner Einsiedelei im Gnadenwald volle zehn Jahre, und dann starb er im Geruche der Gottseligkeit im Jahre 1648. Wie das marmorne Grabmal im Kirchlein dort sagt, ,, hatte er der getreue Diener seines Herrn den Tag und die Stunde seines Todes vorausgesagt." - 95 1 Lieber Leser! hätt'st du nicht Luft, ein Einsiedler zu werden? Weißt was? bleib fleißig zu Haus, in deiner Zelle, in der Stube, in deiner Kammer! da bet', da arbeit', und 96 Thaler Georg, Einsiedler. denk' oft an Gott, und red' wenig, und lies ein gutes Büchlein, und steh' ein Stündlein früher auf, und trag 3' Kreuz nicht an sondern in der Brust, und erforsch' all' Abends dein Gewissen, und beicht', wenn nicht alle 8, doch alle 28 Tage, und mach' es so fort und fort!- dann kannst du entgegensehen einer glücklichen Sterbstunde. HOME Sankt Gerold und seine Söhne. ( Im zehnten Jahrhundert.). In Wallgau, das ist, in dem Thale, das sich von Bludenz bis Feldkirch hinzieht, lebte abseits, da wo man eingeht in das engere Walserthal, vor Zeiten ein frommer Eremit, Namens Gerold. Ueber dessen Abkunft und frühere Lebensverhältnisse haben alte inländische Chroniken manche Sagen verbreitet, die nicht begründet werden können. Nach diesen Sagen war Gerold ein Herzog von Sachsen, und zwar der 38ste seines Geschlechtes; aber keine sächsische Chronik, noch irgend ein anderer Schriftsteller kennt einen solchen Herzog.*) Wahrscheinlich stammte er aus dem Geschlechte jener Edlen, die sich drei Jahrhundert später in zwei Aeste getheilt haben, 97 Albert von Bonstetten, Dekan zu Einsiedeln in den drei letzten Dezennien des 15. und zu Anfang des 16. Jahrhunderts, ist wahrscheinlich der Erste gewesen, der diese Sage in die Lebensbeschreibung des h. Gerold aufgenommen hat. 17 98 Heil. Gerold, Eremit. und wovon der eine sich von Mosar und der andere von Hohensar zu schreiben anfing. Hohensar, wovon jetzt noch die Bergtrümmer zu sehen sind, liegt im heutigen sanktgallischen Bezirk Werdenberg; Mojar aber im Kanton Graubünden. Gerold zog sich in die oben genannte Wildniß zurück, als er bereits ein bejahrter Mann war, und lebte da in den strengsten Uebungen der Frömmigkeit. ,, Satt der Eitelkeit der vergänglichen Dinge," sagt das Brevier von Einsiedeln, ,, ward er ein hohes Schauspiel für Gott, für die Engel und die Menschen.... und er lebte so heilig und unschuldig, daß er mehr als einmal des Anblicks der Engel gewürdiget wurde." Lange wußte man von ihm und seinem Aufenthalte nichts, bis er von einem Jäger, der seine Beute bis zu den Füßen des Eremiten verfolgte, entdeckt wurde. Als Graf Otto von Jagdberg*) dies vernahm und von der Lebensweise hörte, welche der edle Gerold da beobachtete, besuchte er ihn in seiner Wildniß und schenkte ihm ein Stück Boden in jenem Bezirke, der fast nur in Wal*) Jagdberg, ein Schloß und Gericht bei Schlins, dermalen Landgerichts Feldkich. Heil. Gerold, Eremit. 99 dungen bestand, damit er daselbst für sich und Andere ein Klösterchen erbauen könne. Beinahe zu gleicher Zeit kamen auch Gerolds beide Söhne Kuno und Ulrich in dieselbe Wildniß, um ihren Vater wieder zu sehen. Seine Andachtsübungen, seine Zufriedenheit, und die Heiterkeit seines Angesichtes machte auf sie einen solchen Eindruck, daß sie sich ebenfalls entschlossen, der Welt zu entsagen und die Lebensweise ihres Vaters nachzuahmen. Nicht lange behielt dieser seine Söhne bei sich, sondern gab ihnen den Rath, sich nach Einsiedeln zu begeben und dort um die Aufnahme in den Benediktinerorden anzuhalten. Ihr Eintritt daselbst erfolgte um das Jahr 974. Auf ihr frommes Leben und thätiges Wirken im Kloster können wir von den Aemtern schließen, welche sie da bekleideten. Kuno folgte dem h. Wolfgang, als dieser Bischof von Regensburg geworden war, in der Defanswürde zu Einsiedeln; Ulrich war Kustos oder Schatzmeister. Andere umständliche Nachrichten liegen sonst keine vor. Als Gerold sein Ende herannahen fühlte, wollte er dem Gotteshause Einsiedeln, das seine Söhne in seine Mitte aufgenommen hatte, einen Beweis seiner Dankbarkeit und 7* J 100 Heil. Gerold, Gremit. seiner Verehrung geben. Er riß daher von dem Boden, den er bewohnte, und der ihm geschenkt worden war, einige Rasen aus, nahm fie in einen Sack, und kam damit nach Einfiedeln. Hier brachte er am Altare der göttlichen Mutter, sich und seine Kinder nochmal zu einem Opfer, so wie den Boden, von welchem er einige Rasen mitgenommen hatte, zu einem ewigen Geschenke dar. Hierauf kehrte er in seine Einsiedelei zurück, wo er sein Leben um das Jahr 978 am 19. April beschloß. Man begrub ihn am gleichen Orte. Kuno und Ulrich die Söhne begaben sich nachher m't Erlaubniß ihres Abtes zur Grabstätte des Vaters, verblieben da bis zu ihrem Tode, und beschlossen ihr Leben im Rafe der Gottseligkeit. Das Kloster Einsiedeln begeht das Gedächtniß des Kuno jährlich auf den 8. März, und des Ulrich auf den 29. April, als zweier Seligen, jedoch ohne firchliche Verehrung. Gerold aber wird als ein Heiliger verehrt, und sein Fest sowohl im Bisthum Chur als im Kloster Einsiedeln mit größerer Feierlichkeit*) am 19. April begangen. Im Jahre 1663 ließ Fürstabt *) Sub ritu dupl. 2. classis. Heil. Gerold, Eremit. Plazidus den Leib des heil. Gerold aus dem Grabe erheben, und unter großem Feiergepränge nach Einsiedeln übersetzen. Nach dem Tode des Gründers und seiner Söhne wurde diese Einsiedelei- St. Gerold genannt- immer von Ordensmännern des Klosters Einsiedeln bewohnt. Ihre Thätigkeit lichtete anfänglich den Wald, und in der Folge dingten sie sich Dienstleute, bauten die Gegend an, und schufen sie nach und nach in eine fruchtbare Landschaft um, in welcher schöne Getreidefluren mit üppigen Wiesen und fetten Weiden wechseln. Getreue Dienstleute erhielten Erdreich zu Lehen, erbauten sich da Wohnungen, und bevölkerten die Gegend. Das Kloster Einsiedeln bestellte fortwährend einen Propst nach St. Gerold zur Leitung der Mönche und der Unterthanen. Im Jahre 1649 wurde das Gotteshaus daselbst durch Bischof Ulrich von Chur zur Pfarrkirche erhoben, und blieb bis auf den heutigen Tag dem Stifte Einsiedlen einverleibt. 101 Woher in den Heiligen die Liebe zur Abgeschiedenheit? Von der Liebe zum Gebethe; denn der Geist des Gebethes wird durch die Abgeschiedenheit genährt, die man einigerma Heil. Gerold, Eremit. maßen als die Mutter der Herzensreinigkeit ansehen kann. Denn wenn wir unsere Sinne schließen, unsere Aufmerksamkeit nur auf unser Inneres wenden, und uns erkennen wie wir sind, wird auch Gott sich uns in seiner Wahrheit zeigen und sein Reich in uns errichten; Gott wird bei uns wohnen, und wir in Ihm."( Johann Damasz.) 102 ochil aid the 50 C d 120019 103 mom hunian Hout and ambino r hed them in t Lukas Tschoven, kaiserl. Hauptmann. ( Gestorben um 1660.) Imst im Innthale war der Stamm- und Geburtsort dieses Mannes. In seiner Jugend der militärischen Laufbahn zugewandt, erschwang er sich vom Gemeinen bis zum Range eines ,, kaiserlichen Hauptmanns." Im traurigen Religionskrieg focht er für Glaube und Vaterland. Nun war's genug. Friede kehrte wieder. Zu Gaschurn im Thal Montafon beliebte es dann dem braven Hauptmann sich ständig niederzulassen. Er ehelichte dort eine wohlbegüterte Bauerstochter und wurde der Stammvater einer sehr ausgebreiteten Nachkommenschaft. Für sein gutes. Christenthum oder seinen religiösen Sinn zeuget ein Kirchlein, eine Viertelstunde von Gaschurn, das er bauen ließ von seinem Gelde; es ist das Wallfahrtskirchlein zu MariaSchnee. Maria wird ihm's belohnt haben. Der, der keinen schont, sei's Herr, sei's Bauer, kam auch dem alten faiserlichen Hauptmann und mähte ihn um's Jahr des Herrn. 104 Lukas Tschoven, Hauptmann. 1660. Er war wohl gefaßt auf's Sterben. Man zeigt noch dort zu Gaschurn daß große Haus, wo Hauptmann Tschoven gewohnt; man sieht einen Mann zu Pferde sißend und daneben sein Wappenschild. Im Hause der Ewigkeit wird nicht gefragt: ,, Wer bist du gewesen?" sondern: ,, Was hast du gethan?" 5 probl wit sono10 of thot prividnoigilt nopisumat shi Aung or mult dunhmin dan -poil? Ind? mi jo# 8 andstor stil and mond and und in oldiled neig sthilds Tofinlundin gidig bij nom dan mhattone artigodljodi onis nod sind glup 100 min nd stud Ajohinasumaton ng ni mjoigile mande undimfinde se dubti siswidrit mis n saloo monty nog fill mind and audi la tabl britandandi and il b mnded indshd sind die shoke do nd i siguing mblinjil milo ad un mot dan' me ndi stade dos anos dianerot Der brave Organist Holzmann. STOO 13( † 1815.) 105 thudle Auf Anno 1815 starb zu Hall im Innthal der Pfarrorganist Joseph Holzmann. ihn schrieb Jemand eine Reim- Grabschrift, die eben nicht den Dichter, aber doch den richtigen Treffer verräth. Sie lautet: und Hier liegt ein Musikant, Bekannt in Stadt und Land, ' Herr Holzmann zugenannt. ONSE bilan Er fang zu Gottes Ehr', in Und spielte nach der Lehr' aic Der Instrumente mehr; Er war ein Komponist, Ein braver Organiſt, Dabei ein guter Christ. Hi om Dieser Joseph Holzmann erblickte in Hall am Inn im Jahre 1762 das Licht der Welt. Seinen Vater verlor er schon im zweiten Jahre, und bekam einen Stiefvater, mit Namen Johann Prohaska, der ein Musikant war. Dieser war an ihm ein rechtschaffener Vater. Als das Knäblein sechs Jahr alt ge Holzmann Joseph, Organist. worden, mußte es schon Noten und Singen lernen, und auf dem Klavier spielen; denn der Vater hatte den Grundsatz: ,, Früh daran macht einen Mann." Der kleine Joseph zeigte viel Freude und viel Talent zur Musif, aber auch großen Fleiß und Eifer zum Lernen. Ohne Fleiß wächst kein Preis. Kaum waren zwei Jahre verflossen, so konnte das junge Holzmännchen schon Klavier spielen, wie mancher Erwachsene nicht kann. Er kam da einmal von Hall hinab nach Fiecht in das Kloster, und mußte sich vor den Patern auf dem Fortepiano hören lassen, und er spielte ihnen auf, daß alle darob staunten um seines jungen Alters und seines zarten Spieles willen. Da blieb er nun einige Zeit bei den Patern, und lernte noch gründlicher die Musikkunst; denn es war daselbst ein vortrefflicher Meister im Orgelspiel, der Herr Pater Magnus Dagn. Als Holzmann dann zehn Jahr alt war, ging er mit seinem Stiefvater auf Reisen, und da kam er in berühmte Klöster und Stifte, und in große Städte in Deutschland, und mußte spielen vor großen Herren und Frauen; da erhielt er überall viel Beifall und Lob, und man bewunderte den jungen Musifus, ja selbst große 106 - - Holzmann Joseph, Organist. Meister in der Musik lobten ihn. Das machte ihn nicht eitel, daß er dachte, er wäre jetzt Meister; nein, er dachte, daß er noch Vieles zu lernen habe und Vieles nicht wisse. Man machte ihm verschiedene Anträge, die zu seinem Vortheile gewesen wären; aber er lehnte die Anträge ab; er sagte:„ Ich bin noch jung; ich geh' in's Tirol zurück, in meine liebe Heimath." Es geschah in der Folge, daß er Pfarrorganist in seiner Vaterstadt wurde, und da blieb er bis zum seinem Tode bei Orgel und Sang. Bis in sein 53. Lebensjahr widmete er sich der edlen Musifkunst, vorzüglich der kirchlichen. Wie er schon mit dem neunten Jahre angefangen hatte zu komponiren, das ist, Musikstücke auszudenken und auf Noten zu setzen, so vervollkommnete er sich in diesem seinem Lieblingsgeschäfte nachher so sehr, daß seine Werke den Werken der größten Meister an die Seite gesetzt werden können. Ueberall findet man in seinen Stücken einen gesunden Kern und guten Geschmack und schöne Manieren. Noch heutzutage sind seine Messen und Vespern, seine Weisen und Arien allenthalben beliebt. Auch hat er durch seinen Unterricht viele Hunderte in der Musik gebildet, und Orgelspieler abgerichtet, und - 107 108 Holzmann Joseph, Organist. unter diesen manche Vorzügliche. ron Holzmann dem Musikus. I Er war aber nicht allein ein vortrefflicher Musikus, sondern auch ein guter Christ, und das ist eben, was uns vor jedem Künstler erst einen wahren Respekt einflößen muß. Seine Beschäftigung war: Beten und Arbeiten. Viele Stunden brachte er in der Kirche zu, war es in seinem Amte zur Verherrlichung Gottes, oder war es aus innerem Antrieb zur Erquickung und Labung seiner frommen Seele. Zu Hause fand man ihn meistens beschäftiget mit Noten und Unterricht. Den Stand der Jungfräulichkeit hielt er unverletzt; er war ein rechtschaffener Junggesell. Keine Lüge kam aus seinem Munde, und in seinem Herzen verbarg er keinen Haß. Er war wohlthätig, so viel er nur immer ver mochte, und dienstfertig ohne Eigenmuß. Durch viese vortrefflichen Eigenschaften erwarb er sich die allgemeine Achtung und brachte es dahin, daß man von ihm sagen konnte: Er hinterließ keinen Feind. Sein edler Geist ging hinüber in's bessere Leben den 17. April 1815. solotelin railf So viel thin udh Bekannt ist das Geschichtchen vom bösen Geist auf dem Musikchor. Ein frommer Ore Holzmann Joseph, Organist. 109 densmann sah eines Tages, da in der Klosterkirche eine feierliche Vesper gehalten wurde, einen fremden Mann in den Musikchor treten, der viele kleine Säcke mit sich trug. Während der ganzen Vesper war dieser Fremdling emsig beschäftiget, etwas in seine Säcke zu schieben, um sie anzustopfen und voll zu füllen. Und er bemühte sich nicht umsonst; denn gegen Ende der Vesper zeigten sich alle Säcke wohlgefällt; mit Ausnahme eines einzigen, der nur zur Hälfte voll geworden. Und es fragte der Ordensmann den Unbekannten: ,, Was willst du mit den Säcken und was enthalten sie?" Der Fremde aber sprach: In denen Säcken sind lauter MusifantenSünden, und die nimm ich mit mir. Der Mustkanten Aufgabe ist, daß sie zur Ehr' Gottes spielen und singen; aber sie thun es sich selber Ehr'; und sie thuu sonst noch viel Ungebühr im Gotteshaus, und dies gehört Alles mein. Nur Einer der Musikanten hat recht gesungen zu Gottes Chr', und dessen Sack ist mir nicht voll geworden." sagte der Fremde, und eilig schlich er davon. Ob dies eine wahrhafte Geschichte oder eine bloße Fabel sei, können wir dahingestellt sein lassen; indessen liegt darin eine heil- PACKA 110 Holzmann Joseph, Organist. same Lehre für die Herren Musikanten all', daß sie fleißig die Kirchensünden meiden sollen. Und sollte ein Register oder Beichtspiegel über die Musikantensünden verfaßt werden, so müßte er etwa also lauten: Hast du in der Kirche Andacht gehabt? Hast du wenigst auf die Haupttheile des heil. Amtes Acht gehabt? Hast du nicht ohne Noth geredet? oder vorwißig herum geschaut? Hast du zur Ehre Bottes gesungen, geblasen oder gegeigt? Hast du das Piano ordentlich innegehalten, oder lieber Forte gesungen? Ist dir nicht lieber die Prim- als die SekundStimme, nicht lieber ein Solo als ein Tutti gewesen? Hast du keine unfügliche Triller, Hüpfe und Sprünge, Allegro's u. dgl. hermusizirt, die sich nicht zur heiligen Andacht schicken wollen? Hast du dich deiner reinen Stimme, deines guten Treffens nie heimlich gefreut? Hast du außer der Kirche dein Instrument auch in Ehren gehabt, oder etwa hergeliehen zu unheiligen Spiel? Hast du nicht unter dem Vorwand, leichter zu singen oder zu pfeifen, je zuweilen etwas zu viel Bier oder Wein über deine Kehle fließen lassen?- Dies und dergleichen mag sich ein Musikant erforschen, und wohl ihm, wenn der böse Feind an ihm nichts findet! 111 Der fromme Pförtner Wilhelm Kröll, Franziskanerbruder. ( Gestorben zu Innsbruck den 21. Sept. 1695.) Zu Niederdorf im Pusterthal erblickte dieser liebe Mensch das Licht der Welt, und wuchs groß und stark in seinem Bauerngewand, größer aber vor Gottes Augen im Klosterstand, wofür er große Lust und Neigung schon frühzeitig spürte. Er legte im Jahre 1645 als Laienbruder in dem Orden der Franziskaner die Profeß ab, und gleich die ersten Jahre nach dem gemachten Gelübde setzte man ihn wegen seines frommen Wandels zum Vorstande der Laienbrüder, er leitete dieſelben mit Wort und Beispiel zur seraphischen Vollkommenheit. In dem Amte eines Pförtners, das er im Kloster zu Innsbruck bei 33 Jahren auf das löblichste versah, zeichnete er sich durch ganz vorzügliche Liebe gegen die Armen, besonders gegen die Studenten und Handwerksburschen aus. Freudig und so gut er's vermochte, suchte er den Hungernden Labung zu verschaffen. Die - Kröll Wilhelm. gesegnete Faste( das ist, jene freiwillige vierzigtägige Faste, welche die eifrigeren seraphischen Söhne vom Tage nach Heiligendreikönig bis Valentini zu beobachten pflegen,) hielt er unverletzt. Täglich, wenn er die Pforten der Kirche schloß, kniete er vor dem Hochwürdigsten Gute hin, und betete aus dem Grunde seines glühenden Herzens. Einmal geschah es, daß er unversehens einen Fall that und die Kniescheibe brach; in diesem Leiden war er äußerst geduldig. Zur Pforte des Himmels gelangte endlich der fromme Pförtner, nachdem er fünfzig Jahre im Orden Gott gedient, durch einen seligen Tod, der ihm in Innsbruck am 21. September 1695 das irdische Leben endete. 112 - Ein jeder Mensch kann so ein Pförtner sein und sich die Himmelspforte bei Zeiten offen richten. Wenn der Mensch wachsam ist über sein Herz, und über die Sinne seines Körpers, Augen und Ohren, Zunge, Hände und Füße, so daß kein Feind in die Seele schleiche, und die Seele keinen unversehenen Fall thue oder die Kniescheibe breche; wenn der Mensch gerne seine Kniee zum Gebete beugt und die Hände zu Gott faltet; auch seinen Leib Kröll Wilhelm. 113 nicht zu gut hält, das ist, nicht wie er's gern hätte in Schlaf und Ruhe, in Essen und Trinken; wenn der Mensch überdies seine Zunge in Acht nimmt, und seine Standespflichten aus Liebe Gottes rechtschaffen erfüllt und geduldig ist im Leiden, wie der Franziskanerbruder Wilhelm: so ist er sicher ein guter Pförtner, der bei der Himmelpforte nicht Anstand haben wird. Und wenn er endlich sein Herz auch nicht an's Irdische klebt und von dem irdischen Gut gerne mittheilt den Armen, mild und barmherzig ist; so wird er noch leichter Einlaß finden, sintemal der König der Ewigkeit die Barmherzigkeit selbst als Pförtnerin vor die himmlischen Pforten gestellt, und ihr befohlen hat, keinen Unbarmherzigen einzulassen. Also möge jeder Mensch so ein guter Pförtner sein! 30 ditro 1. $ 0 8 114 MID d 100 m thin Ritter Heinrich Schnellmann zu Thauer. ( t ungefähr 1380.) Wer war dieser Schnellmann? Er war Pfleger im Innthal, Kapitän zu Thauer und Hall. Was that dieser Schnellmann? Zwei Züge sind von ihm aufgezeichnet, die schön und rühmlich sind. 1. Als Herzog Rudolf von Oesterreich von seiner Frau Base Margareta Maultasch die Grafschaft Tirol zusicherungsweise überkommen hatte, kam er im Herbste 1363 zum zweiten Male( das erste Mal war er im Winter desselben Jahres da gewesen) nach Tirol, um Bas- Margaret durch die Landständ zu bereden, daß sie ihm das Land schon jetzt und ohne Rückhalt überlassen möcht', was auch geschah am 11. September, und wieder am 1. Bei Oft. zu Meran bestätiget worden war. dieser Gelegenheit gerieth Rudolf unweit Hall in große Gefahr, seine Freiheit oder gar sein Leben zu verlieren, indem die Herzoge von Baiern alle mögliche Versuche wagten, theils durch offenbare Gewalt, theils durch heimli v. Schnellman Heinrich, Pfleger. che Kunstgriffe ihrer Anhänger im Lande, ihre Ansprüche auf Tirol geltend zu machen. Da war es, wo Heinrich Schnellmann eine schöne Treue gegen den neuen Landesherrn an Tag legte, also daß er für den Herzog einstand mit Mund und Hand, mit Gut und Blut, und tapfer half mit den Bürgern von Innsbruck, Thauer und Hall, und mit den Truppen des Fürstbischofs Matthäus von Briren, die Feinde aus dem Lande zu treiben und ihre Anschläge zu vereiteln. Dafür bezeigte ihm der Herzog Rudolf seine Er kenntlichkeit durch folgende Schenkungsurkunde, die noch aufbewahrt wird im Pfarrwidum zu Thauer, also lautend: ,, Wir Rudolf von ,, Gottes Gnaden Herzog von Oesterreich, zu Steier und zu Kärnten, Graf zu Tirol 2c., ,, bekennen und thun kund, daß Wir unserm ,, lieben Getreuen, Heinrich Schnellmann, Pfleger in dem Innthal, zu Ersegung des Scha„ dens, den er in diesem gegenwärtigen Krieg gegen den Baiern genommen hat, den Zehent zu Arzl, gelegen im Thauerer Gericht, der von uns zu Lehen ist und Uns von Arnold dem Messenhauser von Tesingen les dig geworden ist, verliehen haben, und lei„ hen auch, was Wir ihm daran leihen ſol8* - 1151 116 v. Schnellmann Heinrich, Pfleger. ,, len und mögen, also daß er und seine Er,, ben denselben Zehent mit allen Rechten, Nußen und Gilten von Uns, unsern Brüdern ,, und Erben innehaben, nießen, besetzen und ,, entseßen sollen, als Landes- und Lehensrecht ,, ist, und wollen auch Wir dessen ihr Schirm sein, Uns, unsern Brüdern und Erben an der Lehenschaft unschädlich. Mit Urkund ,, dieses Briefes, gegeben zu Hall in dem Inn,, thal an dem Samstag nach St. Nikolaus,, tag, nach Christi Geburt 1363stem Jahr. + Hoc est verum+." 2. Diesen benannten, von Herzog Nudolf ihm geschenkten Zehent verwendete dann Heinrich der Schnellmann im Jahre 1378 großmüthigst zu einer frommen Stif tung zur Gründung eines Gesellpriesters in der Pfarre Thauer. Die bischöfliche Bestätigungsurkunde dieser Stiftung ist noch vorhanden im Pfarrarchiv zu Thauer, und sie lautet zu deutsch also: Im Namen des Herrn ,, Amen. Wir Friedrich 2. machen kund: „ daß der edle, weise und ehrbare Mann Hein,, rich Schnellmann, Hauptmann*) in Thauer und Hall, von Andachtseifer entzündet, ſei-- *) ,, Capisaneus" hat die lateinische Urkunde. v. Schnellmann Heinrich, Pfleger. 117 nen Zehent in Arzl und zwei Güter daselbst, ,, insgemein Kamerland geheißen, unserm Ge,, liebten in Christo, Heinrich Fratz Pfarrer ,, in Thauer, und dieser seiner Kirche, freiwil,, lig übergeben und geschenkt hat zur Verpflegung und Stiftung eines ewigen Prie„ sters und Gesellen, welcher der Pfarrer und seine Nachfolger allezeit in ihrem Hause und auf ihre Kosten erhalten, und durch welchen ste an allen Sonntagen in der Kapelle des h. Petrus in Thauer, an allen Dinstagen, ,, Mittwochen und Donnerstagen an dem Al,, tar des heil. Blasius in Thauer, an allen ,, Samstagen in der Kirche der heil. Margreta zu Rum, und an allen Mondtagen und Freitagen in der Kirche des heil. Johannes zu ,, Arzl mit allem Fleiße die Messe halten lassen sollen, weil doch auch die Leute der Ge,, meinde Arzl zur Hilfe dieser Stiftung 83 ,, Mark Perner Meraner Münze aus ihrem Eigenthum beigetragen haben. Besagter Hein„ rich hat auch verordnet, daß für ihn und seine Voreltern und Erben in der angezeig,, ten Mutterkirche ein feierlicher Jahrtag ge,, halten werde. Diese Stiftung bestätigen Wir. ,, Gegeben zu Briren am 10. Jänner 1379." 11 118 v. Schnellmann Heinrich, Pfleger. Treue gegen den Landesfürsten ist eine Tugend, die jeder Bürger besitzen soll. Sie gründet sich auf den Ausspruch der Schrift, daß alle rechtmäßige Obrigkeit von Gott gesetzt ist, und Gottes Stelle am Volke vertritt. Müssen Kinder ihrem Vater beistehen, so sind Unterthanen ihrem Landesherrn ein Gleiches schuldig. Sehr schön und bezeichnend ist der Ausdruck! Landesvater." Möge Tirol den Ruhm der Treue, den es vor der Welt genießt, stets bewahren, daß man immer sagen könne: Wie seines Landes Felsen, so fest ist des Tirolers Treue!" n 95 shr din moppidno millo in duit te ma sind signing andad mgom dan ijod ind un 38 gotzde bilishi mit still mi will med ammie pieder mind. ever mine 01 me in d 40% untung Tojic and dad no end sur, pauldbanen Hermann von Schönstein, Abt zu Mariaberg. ( 1301 1304.) 97071 119 Marienberg ist eine Benediktinerabtei in Obervinschgau, schon um die Mitte des zwölften Jahrhunderts gegründet. Sehr mißlich stand es mit diesem Kloster, als dessen 13 ter Abt, Ulrich von Ramiß, am 23. Dezember 1301 die Augen schloß. Schon ein Jahr lang war das Kloster mit dem Interdikt, das ist, mit Sperrung und Verbot des öffentlichen Gottesdienstes, vom Bischofe Siegfried von Chur belegt, weil der Abt dem Bischofe keine Erkenntlichkeit für die ertheilte Weihe hatte abstatten wollen. Ueberdies war das Kloster noch in Streit verwickelt mit den zwei Brüdern Egno und Ulrich, Herren von Matsch, die sich um die Schirmvogtei des Klosters zankten.- Unter solchen Umständen kam Hermann von Schönstein im Jahre 1301 zur äbtlichen Würde. Er wurde aus dem Klosters Pfeffers in Graubünden; man weiß nicht bestimmt, ob durch die Mönche von v. Schönstein Hermann, Abt Marienberg berufen, oder durch den Bischof von Chur dem Kloster zur Erwählung empfohlen. Kaum hatte er sein äbtliches Amt angetreten, so wurde zwar der Zwist mit dem Bischofe von Chur beigelegt und die Strafe des Interdikts aufgehoben; aber nicht so leicht geschah die Schlichtung des Streites mit dem Vogte Ulrich von Matsch. Anfänglich ermahnte der Abt in Liebe und Güte den Edelmann seiner Pflicht und machte ihm geziemende Vorstellungen, daß er zurückstelle die dem Stifte frech und gewaltsam entrissenen Güter. Aber fruchtlos blieben diese Ermahnungen. Sonach suchte Hermann Hilfe bei Otto, dem Grafen von Tirol. Ulrich, der von einem Verräther 120 Einem aus der Umgebung des Prälaten ſelbst hievon Kunde erhielt, eilte Rache schnaubend mit bewaffneten Knechten in das wehrlose Stift, überfiel dasselbe am 26. Auguft 1304, bemächtigte sich des Abtes, und ließ ihn, an Händen und Füßen mit Stricken gebunden, in das nahe Schliniger- Thal schleppen und ihn dort enthaupten. Die Mönche, die ihren Vorsteher nacheilen wollten, wurden durch Schläge zurückzukehren gezwungen. Der fromme Abt aber, da er sich am Rande des Todes erblickte, rief aus: ,, Vater, ver v. Schönstein Hermann, Abt 121 -- zeih' ihnen! Jesu, bewahre die Deinigen! In deine Hände empfehle ich meinen Geist!"- Den entseelten Leichnam brachten die Ordensmänner in das Kloster zurück, wo sich bei dessen Grabe mehrere Wunderzeichen ergeben haben sollen; weswegen auch Hermann in Marienberg mit dem Titel eines Seligen beehret wird. Der Mörder durchwühlte nach der grausamen That noch das ganze Kloster und nahm manche Kostbarkeiten, besonders wichtige Urkunden mit sich. Durch diese Frevelthat verloren die Matscher das Schirmvogteirecht über Marienberg, welches dann( 1311) auf die Grafen von Tirol übertragen wurde.- Der Vater des gemordeten Abtes berief den Mörder vor ein Gottesgericht. Dieser erschien aber nicht, sondern wanderte zum Papste nach Avignon, erheuchelte dort die Lossprechung und erhielt zugleich ein Schreiben an den Bischof Johannes zu Briren, der ihm die Buße für seine Sünden eröffnen und Acht haben sollte, ob er sie getreulich verrichte. Die Buße aber bestand darin: ,, Ulrich soll, sobald er in seine Heimat gekommen, bis auf die Beinkleider entblößt, mit einer Ruthe in der Hand und einem Stricke 122 v. Schönstein Hermann, Abt, - um den Hals, alle größeren Kirchen des Ortes, wo er das Verbrechen verübt hatte, besuchen, vor der Kirchthüre von den Priestern unter Abbetung des Bußpsalms sich geißeln lassen und seine Schuld bekennen; dem Kloster soll er allen Schaden ersetzen, und wenn er von demselben ein Lehen- oder Vogteirecht hätte, soll er es für sich und seine Erben zurückstellen; bei dem nächsten Kreuzzuge in das heilige Land soll auch er mitziehen." So lautete es in der päpstlichen Bulle, gegeben zu Avignon am 19. März 1309 im vierten Jahre der Regierung Klemens V.- Bischof Johannes ließ dem büßenden Edelmann die Bulle vorlesen; allein der stolze Matscher fand die Bedingnisse derselben so demüthigend und hart, daß er darüber ganz mißvergnügt von Briren wegging und feinen Willen zeigte, das Vorgeschriebene zu erfüllen. Nicht lange darnach forderte ihn Gott durch den Tod vor sein Gericht. Andere sagen, er sei vermuthlich auf Befehl des heimlichen Vehmgerichtes durch das Schwert getödtet worden. Seine Anverwandten verlangten, daß sein Leichnam in der Klosterkirche zu Marienberg begraben würde. Der Abt des Klosters fragte sich darüber zu Briren an und v. Schönstein Hermann, Abt. 123 erhielt unterm 13. August 1310 den Bescheid: nur dann soll Ulrich die kirchliche Begräbniß erhalten, wenn er wenigstens einen Theil der Bußwerke verrichtet und zur Verrichtung der übrigen einen bereiten Willen gezeigt habe. Es scheint aber daran gefehlt zu haben, da Eichhorn schreibt, der Heuchler sei unbußfertig dahin gefahren. Warnendes Beispiel für Sünder, die nur Buße heucheln! Ermunterndes Beispiel am seligen Abte Hermann, für die Rechte der Kirche mit bescheidenem Muthe einzuſtehen und am Grundsatze fest zu halten: Haß dem Unrecht, Liebe dem, der Unrecht übt!- hos Bals sinif you thi ilk sd ma oooo i dinis ndroot mtioning dunk mond ind 40 and al sinds spinde und in de strat mith alor salom No sign no muh id nome now 124 Der heilige Heinrich von Rattenberg, Mönch und Blutzeuge. ( Jahr 1480.) ch In der Pfarrkirche des Städtchens Rattenberg im Unterrinnthal befindet sich ein Labrum, das ist, eine auf einer Tragstange erhöhte Gemälde- Tafel, welche auf der einen Seite die Abbildung der heiligen Dienstmagd Nothburga, die bekanntlich in Rattenberg 1265 geboren ward, darstellt, auf der entgegengesetzten Seite aber das Bild eines Mönches zeigt, unter welchem folgende Inschrift zu lesen ist:„ Der heilige Heinrich, von Rat,, tenberg gebürtig, aus dem Orden der Auguftiener- Eremiten, welcher 1480 zu Für,, stenfeld in Steiermark aus Liebe Chrifti für „ den christlichen Glauben gemartert worden ,, ift. 4 Der Heilige erscheint in dem Gemälde mit einem Schwerte oder Speer durchstochen, und die dabei dargestellte Ortschaft in Brand gesteckt. Der salzburgische Geschichtsschreiber Zauner sagt in seiner Chro- Heil. Heinrich von Rattenberg. nik, daß um das Ende des 15ten Jahrhundert also um jene Zeit, auf welche Heinrichs Tod angegeben ist die Türken, welche seit 1453 im Besige von Konstantinopel waren, wiederhohlt Einfälle in Steiermark gemacht haben. Muthmaßen läßt sich daraus, daß er als Glaubensprediger oder vielleicht als Feldpater der christlichen Soldaten von den Ungläubigen gemartert wurde. Auch in der Kirche des ehemaligen Auguftiner-, jetzt Serviten- Klosters zu Rattenberg findet sich in einer Seitenkapelle unter andern Bildern eines von dem genannten Heiligen, mit der kurzen Unterschrift:„ Der heilige Heinrich von Rattenberg." 1 - - 125 Vielleicht wäre Mehreres von diesem heiligen Landsmann im Kloster- Archiv zu Rattenberg zu finden? Möge indessen dies Wenige uns zur heilsamen Ermunterung dienen, daß wir freudig Dem in friedlichen Zeiten unser Leben weihen, für Den der selige Heinrich unter feindlichem Schwerte sein Blut vergossen hat. Anmerkung Daß frühere vaterländische Schriststeller, z. B. P. Jakob Schmied, von diesem Heiligen schweigen, mag Ursache sein, weil Rattenberg erst im Jahre 1504 zu Tirol kam. 126 Heil. Heinrich von Nattenberg. -12 1961 Vorsatad Aus Antrieb der Liebe Gottes will ich Großes und Kleines, Schweres und Leichtes, Alles, Alles mit Heldenmuth angreifen, koste es, was es wolle. Opfer für Opfer, Blut für Blut, Leben für Leben, Liebe für Liebe dieß sei meine ganze Sprache! - 20 PING spling schildhi ni m@ gidnost sia and si od me ajuta, de un othe the stato unbildub tun hiine ay and mojioone tule tot botul pensieri plibo 127 Christoph Metler aus Feldkirch, Bischof. any de in thin ( † den 11. September 1561.) Immer stehen Männer, die in ihrem Leben ein Segen für Viele waren, im ehrenvollen Andenken. Sie sind gleich freundlichen Sternen in dunkler Nebelnacht. Hierunter zählen wir billig den seligen Christoph Meßler aus Vorarlberg, der vom gemeinen Bürgerssohne bis zum Bischossthrone sich emporschwang und vom Jahre 1548 bis 1561 der Kirche Konstanz am Bodensee vorstand. Nicht so fast weil er Bischof, als weil er zum Segen für sein Bisthum war, zu welchem damals ein groBer Theil des heutigen Vorarlbergs gehörte, gebührt ihm eine Stelle in unserer Landeslegende. Er war ein leiblicher Sohn des Lazarus Metzler, Stadtammanns zu Feldkirch, geboren um's Jahr 1495. Schon wer den Jüngling gekannt, mochte dem Vater Glück gewünscht haben wegen der Hoffnungen, zu FAO 128 Christoph Metzler, Bischof. denen der Sohn berechtigte. Er bildete sich auf den hohen Schulen Deutschlands und Italiens für seinen künftigen Beruf. Er kam nach Hause nicht nur mit den Herrlichsten Zeugnissen ausgestattet und zum Range eines Doktors der geistlichen und weltlichen Rechte zu Bologna erhoben, sondern auch mit den Schäßen wahrer Weisheit bereichert. Als junger Priester benahm er sich in jeder Hinsicht so, daß er sich die allgemeine Achtung erwarb. Zu einer Zeit, die bös über bös war, eben als die Irrlehre Luthers ihr Haupt erhob, lebte er zu Konstanz; neben ihm hatte sich dort ein anderer Meßler, Bartholomäus mit Namen, niedergelassen; dieser war von Wasserburg bei Lindau gebürtig und bekleidete das Amt eines Predigers bei St. Stephan in Konstanz. Beide waren als Gottesgelehrte wohl berühmt, aber beide von sehr ungleichen Gesinnungen: Christoph ein sanfter und gründlicher Vertheidiger der katholischen Lehre, Barthlmä hin: gegen ein ungestümer Anhänger der lutherischen Neuerungen. Die Stadt und der Rath von Konstanz waren zwischen beiden Lehren getheilt. Dem heftigen Barthlmä Metzler ward indessen vom Magistrat das Predigen Christoph Meßler, Bischof. verboten. Allein die anhaltenden Umtriebe der unruhigen Neuerer zwangen den selbzeitigen würdigen Fürstbischof Johann von Weza die Stadt zu verlassen: er floh nach Meersburg: das Domkapitel sammelte sich zu Ueberlingen. Die Seele dieses KirchenKollegiums war Christoph der Mezler. Bischof Johann setzte sein volles Vertrauen auf denselben; nicht seines Herkommens wegen, sondern wegen seiner Verdienste machte er ihn zum Domherren und Offizialen, und verschaffte ihm, um ihn in das Domkapitel aufnehmen zu können, beim Kaiser Karl V. den Adelstand mit dem Prädikate:, von Andelberg." Er war zugleich Domherr in Chur. In kurzer Zeit stieg er zu noch höherem Range: um seiner Kenntnisse und Auszeichnung willen ward er als Generalvikar an die Spiße der geistlichen Geschäfte gestellt. Was er in dieser Stellung in den wichtigsten Bisthums- und Religionsangelegenheiten unter damaligen trüben Zeitverhältnissen geleistet und gelitten habe, mag wohl leicht gedacht werden. Auf dem Reichstage zu Augsburg( 1547) bei welchem die Reichsstadt Konstanz in die Acht erklärt wurde, starb Bischof Johann. Darauf wurde Chri9 129 Christoph Megler, Bischof stoph am 2ten Juli 1548 zu Radolfszell unerwartet zum neuen Fürstbischof erwählt. Er hatte das Vergnügen mit seinem Konststorium wieder nach Konstanz zu ziehen, welche Stadt im Jahre 1549 zur katholischen Kirche zurückehrte, als die spannischen Soldaten unter Ferdinand I. dieselbe erobert und ihre Reichsfreiheit aufgelöst hatten. Im Jahre 1555 ward Megler zum Reichstage in Augsburg geladen; allein er wollte sein Bisthum nicht verlassen und sch kte seinen Haus- und Hofmeister Popelin von Stein. Er orduete Nützliches daheim und schlichtete manch wichtiges Geschäft. Im Jahre 1553 verpfändete er an Bernard Segeffer, Vogt zu Kaiserstuhl, um 4000 fl. das Schloß Wasserstelzen. Dem adeligen Damenstifte Sågingen gab er mit Zuzug Deftereichs als Kastenvogt und Schirmherr 1556 neue Satzungen. Er errichtete 1557 mit den Eidgenoffen ein Bündniß; er erneuerte der Stadt Bischofsheim ihre Freiheiten; und hintertrieb den Versuch, mit Einsiedlen ein Bisthum für -Er starb die Eidgenossen zu verbinden. zu Meersburg den 11ten September 1561 nach 13jähriger Pastoration seiner großen Diözese, immer thätig, voll Kampf und Sor130 Christoph Megler, Bischof. gen für Erhaltung der alten Lehre der Kirche. Aegidius Tschudi von Glarus, der um diefelbe Zeit lebte, gibt ihm das Lob, er sei ein weiser, häuslicher, gottesfürchtiger und züchtiger Mann gewesen, der wieder erhauste, was seine drei Vorfahren dem Bisthume verschwendet hatten. 131 Dem guten Bischof Meßler machte sein Landsmann und Nachfolger Markus Sittikus Graf von Hohenems viel Verdruß, weil dieser sich noch bei seinen Lebzeiten in das Bisthum eindrängen wollte.*) Meglers Leichnam ward in der Pfarrkirche zu Meersburg rechts neben dem Hochaltare begraben. Als man diese Kirche im Jahre 1827 abtrug, ward sein Grab geöffnet, und sein Leib unverweset gefunden. Am Finger hatte er einen goldenen Ring mit einem kostbaren Stein, den man der *) Reihenfolge der Bischöfe von Konstanz im 16. Jahrhundert: Balthasar Märklin, zuvor Propst zu Waldkirch in Breisgau; Johann Graf von Lupfen; Johann Edler vou Weza( † 1547); dann Christoph Metzler Edler von Andelberg ( † 1561); Markus Sittikus, Graf von Hohenems, Kardinal,( refignirte 1589, † 1595); Andreas von Desterreich. 9* 132 Christoph Metzler, Bischof. Seltenheit wegen als Zierde der Monstranze zu verwenden gedachte. Ein von Stein gehauenes Grabmal an der Evangelienfeite des Hochaltars bewahrte das Andenken an sein oberhirtliches Dasein.*) *) Ein auf zwei Fußsäulen ruhender Wandtisch von Stein( Kredenz- Tisch) bezeichnete den Bischof mit folgenden Worten: ,, Christophorus Andelberg ex Familia Maetzler Patria Feldkirch." Auf dem Bodenstein aber, der horizontal über seinem Grabe lag, war fol= gende Inschrift zu lesen: ,, Christophorus ex Familia Maetzler, patria Feldkirch alias Curiensis Dioecesis. Juris utriusque Bononiensis Doctor, Primitus in Dioecesi Constantiensi Vicarins et Officis Communis effectus, tandem in Canonicum ejusdem et Cathedralis dictae Costacie creatus, atque vacante sede totius Costacie Episcopatus in Spiritualibus et Temporalibus locum tenens generalis deputatus, demum Epistola Joanne pie defuncto praeter suam exspectationem in Epum Constancensem consecratus. Qui in multis hujus saeculi calamitatibus Epatum suum annis XIII mensibus II non infeliciter Deo auspicie rexit. Quiescat in sanctissima pace." 120 - Christoph Metzler, Bischof. Lehrstück. 102 Die Kirche ist das Mutterhaus, worin alle Auserwählten wohnen; und Niemand ad altres hat Gott zum Vater, der nicht sie als Mutter verehrt. Sie ist gleich einem unerschütterlichen Hause auf einem Felsen, gleich einer Stadt auf einem hohen Berg erbaut, die alle Nationen der Erde sehen, und sehen müssen, ob sie auch durch den Wind irriger Lehren noch so viele Staubwolken erheben, sie nicht zu sehen. Sie ist ferner ein Netz, das gute und böse Fische in sich schließt; ein Acker, worauf Weizen und Unkraut sproßt; eine Scheune, worin Frucht und Spreu untermischt ist; weßwegen wir uns auch nicht über die Aergernisse, sogar im Heiligthum, verwundern dürfen, weil sie hienieden noch in ihrer Pilgrimschaft begriffen, und das Getreide noch nicht von der Spreu gesondert ift. Auf dem ewig grünenden Berge, worauf sie erbaut ist, sproßt üppige Weide für alle ihre zahllosen Schafe aller Zeiten und schin 133 - Christoph Megler, Bischof. Zonen, und immer wird diese Weide reichlich von Himmel bethauet. Alle sind dort wohl geborgen und in Sicherheit, und schauen mit Mitleid herab auf die Feinde, die sich ohne Unterlaß bemühen, dieß Hauß auf dem Felsen zu zerstören, das allen Winden und Stürmen trott. Niemals ermüdet sie im Kampfe gegen ihre Widersacher; nimmer ward sie überwunden; immer sah sie ihre Feinde verschwinden; sie selbst aber steht ewig unerschütterlich, ewig in der Kraft und Fülle der Jugend blühend, bis sie in dem letzten ihrer Auserwählten in die himmlischen Burgen eingegangen ist. 10 134 mmdipiling mi z ni hon meds 40 and dilis mil indrohn' 00 dun iting with so miolling ngl. o 135 to mimic sideration intuitos and 2 Die edle Frau Klara Jakoba Schaid. Sie starb den 24. September 1673. Diese tugendreiche Matrone war zu Innsbruck im Jahre 1602 geboren. Nach ihrem Taufnamen hieß sie Anna Elisabeth. Sie erbte von ihren Aeltern viel Hab und Gut, aber auch viel Zartgefühl für fremdes Leiden und barmherzigen Sinn, der mit ihr groß wuchs. Sie verchlichte sich zweimal. Als sie nach dem Tode ihres zweiten Gemahls, des liebenswürdigen Herrn Hofkanzlers Johann Lindner, Witwe geworden entschlug sie sich mehr und mehr der zeitlichen Dinge, und verlegte sich nur darauf, wie sie Gott dienen und dem Nächsten wohlthun möchte. Sie fühlte besondere Vorliebe, für Order sleute, zumal für die armen Söhne des heiligen Franziskus. Sie half auch anderwärts, wo ihre Hilfe erwünscht oder angesprochen wurde Bald schickte ihr Gott eine besondere Gelegenheit, ihre Liebe im Größeren zu zeigen. Zu Freiburg in Breisgau, welches damals zu den österreichschen Vorlanden gehörte, war ein Kloster, in demsel 136 Klara Jakoba Schaid, Klarissin. ben wohnten Jungfrauen, die dienten Gott Tag und Nacht nach der strengen Regel der heiligen Klara. Da kamen aber( es war im Herbste des Jahres 1638) die Schweden in dieselbe Gegend, und die hausten bös; ste sengten und brennten, raubten und plünderten, und fügten den Katholischen gar viel Leids zu. Die guten Schwestern konnten dem Uebel nimmer widerstehen; sie hatten nicht mehr zu leben, und zogen also aus ihrem Klösterlein fort, und sieben von ihnen wanderten gen Innsbruck in Tirol. Am 31. Oktober desselben Jahrs hatte Frau Witwe Annalisabeth zu Innsbruck einen Traum zu Nachts; es kam ihr vor, sie sei Mutter von sieben Töchtern geworden. Diesen Traum er zählte sie dem Pater Provinzial der Franziskaner, der sie an demselben Tage Vormittags besuchte. Der Pater aber sprach zu ihr:„ Wenn Sie wollen, gute Frau, können Sie Mutter von sieben Klarissinen werden, welche nächstens von Freiburg nach Innsbruck kommen sollen." Denn er wußte es, daß sie kommen würden. Und die Frau antwortete:» Ja! die Ordensfrauen sollen in meinem Hause Unterkunft finden." Noch am nämlichen Tage kamen die sieben Ver Klara Jakoba Schaid, Klarissin. 137 triebenen zu Innsbruck an, und Elisabeth nahm sie freudig in ihr Haus auf und versorgte sie als eine andere Mutter. Ueber Jahr und Tag lebten sie da beiſammen, und trösteten sich wechselweise und lobten Gott. Durch den musterhaften Wandel dieser Klosterfrauen angezogen, noch mehr aber durch eine schwere Krankheit, die der gütige Himmel damals über sie kommen ließ, angespornet, beschloß sie jetzt selbst die Welt zu verlassen, und ihr zierliches Matronenkleid mit dem rauhen Ordenshabit zu vertauschen. Ihr Haus sammt Garten schenkte sie den Franziskanern zu Innsbruck, auch erzeigte sie sich sonst noch sehr wohlthätig gegen dieselben. Am 29. Oktober 1640 empfing sie dann zu Briren das gesegnete Ordenskleid. Fünf Klarissinen, die aus Freiburg vor zwei Jahreu zu ihr gekommen waren, begleiteten sie nach Briren und blieben dort zwei Jahre bei den Schwestern, von wo sie dann nach Freiburg zurückehrten. Die neue Novizin aber erhielt den Namen Klara Jakoba, und legte das folgende Jahr am 30. Oktober, 39 Jahre alt, die heiligen Gelübde ab. Im Kloster war sie ein Muster der Bescheidenheit, des demüthigen Gehorsams, des Ge 138 Klara Jakoba Schaid, Klarissin. bets- und Bußeifers. Rastlos strebte sie nach dem erhabenen Ziele, das eine Klosterfrau erreichen soll. Im Sommer des Jahres 1644 vertrieb indeß der schwedische General Ludwig Kanowski abermal die armen Nonnen zu Freis burg aus ihrem Size, wo sie sich nach ihrer ersten Vertreibung wieder gesammelt hatten, ja zerstörte und verbrannte sogar ihre Kirche sammt den Kloster. Zwei Jahre mußten sie flüchtig zu Ehingen welen, und konnten erst 1646 nach Freiburg zurückkehren. Der Fürstbischof von Konstanz, Franz Johann von Prasberg, schenkte ihnen dann das Haus der Terziarinen zum h. Agnellus als künftigen Wohnort, wo sie auch am 23. März 1652 die Klausur auf's neue beganUm aber dieses neue Klösterlein in Ordnung und gehörigen Stand zu bringen, wurden ein Paar Schwestern aus dem Hause zu Briren erbeten. Schwester Klara Ja= koba Schaid, und mit ihr Isabella Eugenia von Fugger, eine geborne Gräfin aus Augsburg, wurden mit dieser Sendung beauftragt. Am 9. Mai 1653 kamen fie in Freiburg an. Erstere wurde alsbald Aebtissin, nachdem sie wegen ihrer zweimaligen nen. Klara Jakoba Schaid, Klarissin. 139 Verehlichung vom Papste Dispens erhalten hatte, und blieb fortan bis zu ihrem Hinscheiden, das ist, durch volle zwanzig Jahre, in Freiburg. Die Letztere bekleidete das Amt einer Priorin bis zum Jahre 1658, wo sie nach Briren zurückkehrte. Als Abtissin förderte Jakoba ungemein die klösterliche Zucht und das Wohl des Hauses. Auf ihr Betreiben wurde das zerstörte Kloster außerhalb der Stadt wieder hergestellt und am 9. Mai 1657 von den Nonnen bezogen. Ihre Mitschwestern liebten sie wie eine Mutter, und die Zärtlichkeit, mit der sie alle umfing, machten sie wahrhaft zu einer Mutter. Deshalb wurde sie wiederholtermalen von den Nonnen zur Abtissin erwählt. Mit dem Schimmer ihrer Tugenden leuchtete sie Allen auf dem Wege zur klösterlichen Vollkommenheit voran. Zu ihrem Leidwesen erlebte sie in dem letzten ihrer irdischen Pilgerjahre die Nothwendigkeit einer nochmaligen Auswanderung aus dem lieben Aufenthalte; auf kaiſerlichen Befehl mußten nämlich die Klarissinen das kleine Haus der Terziarinen zum H. AgnelIus in der Stadt wieder beziehen, da das alte Kloster außer der Stadt behuss der Anlegung eines Festungswerkes niedergerissen wur 140 Klara Jakoba Schaid, Klarissin. de; solche Auswanderung geschah um die Mitte Septembers 1673. Bald darauf zog Klara Jakoba für immer fort aus dem Lande des Wechsels und des Jammers; sie endete gottselig den 24. September 1673. Ihre Leiche wurde in der Franziskaner- Kirche zu Freiburg im untern Chor beigesetzt. Auf ihr Grab wurde eine lateinische Inschrift gesetzt, welche in deutscher Uebersetzung also lautet: Unter diesem Steine ruhen die Gebeine der ehrwürdigen Mutter Klara Jakoba, gebornen Schaid von Innsbruck, welche aus dem vornehmen und reichem Hause des obersten Kanzlers Johann Lindner am erzherzoglichen Hofe zu Innsbruck als Witwe in den Orden der H. Klara im Kloster zur h. Elisabeth zu Briren am 29. Oftober 1640 trat, im folgenden Jahre 1641 Profeß ablegte, und dann mit 51 Jahren als Abrissin nach Freibung verlangt wurde, welches Amt sie zu verschiedenen Malen durch 9 Jahre verwaltete. Sie starb im 71 sten Lebensjahre, als das wiedererbaute Kloster zur H. Klara zum zweiten Male zerstört wurde, den 24. September 1673. Ihre Seele lebe( in) Gott ewiglich! Amen." Klara Jakoba Schaid, Klarissin. 141 Liebe ist das große Gebot des Evangeliums. Gott lieben über alles den Nächften lieben wie sich selbst sieh da die Achse, um die sich das Christenthum dreht. bas Zwei Flügel hat die Liebe: der rechte Flügel ist die Liebe Gottes, der linke Liebe des Nächsten; nur mit einem von diesen zwei Flügeln kann Niemand in den Himmel fliegen. SELON Die Seele, die von irdischer Liebe gefesfelt ist, hat Leim in ihren Flügeln und kann sich nicht erheben. 13 mbil sid non tinc2 am oo simile pi0 149 Der gottselige Volkold, Stifter, des Klosters Sonnenburg, Levit und Klaußner in Pusterthal. Gestorben um das Jahr 1041.) Volkold war ein Sohn Ottwins, eines Grafen von Lurn und Pusterthal. und der Glicha, Cttwin's erster Hausfran, einer Gräfin von Görz, wie gemeinhin vermuthet wird. Er erblickte das Tagelicht um das Jahr Chrifti 972. Sein frommer Vater gab ihm nach damaliger frommer Weise eine vortreffliche Erziehung; seine Mutter verlor er schon frühzeitig. Er wurde zum geistlichen Stande bestimmt; allein er blieb nur Levit, das ist, Subdiafon oder Diakon; denn zu jener Zeit ließen sich Manche aus Demuth nicht zur höhern Stufe des Priesterthums befördern. Er war reich an zeitlichen Gütern aber auch an Tugenden, die er beide von Jugend auf ungleich bewachte. Nie Heftete er sein Herz an die Güter der Erde; aber immer wachte sein Inneres über Gottfel. Volkold, Graf. 143 sich selbst. Er verstand es wohl, sich einen Schatz für die Ewigkeit zu hinterlegen, indem er sein Vermögen zum Wohlthun und zur Ehre Gottes verwendete, wohl überzeugt, daß er nur Verwalter, nicht Eigenthümer oder Freiherr über se'n Vermögen sei. Freigebigkeit war mit ihm aufgewachsen, Frömmigkeit war seine Lebensgefährtin, Gutesthun seine Herzensfreude. Ein Beweis von seinem frommen Sinne mag uns folgender Zug sein, den uns die Geschichte aus dem Zeitraume seiner spätern Lebensjahre aufbewahret hat. Aus Verlangen, mit ewig dauernder ,, Erbschaft beschenkt zu werden",( so erzählt ,, eine alte Urkunde des Stiftes Sonnen„ burg*) entschloß sich Volkold der Levit, für sein eigenes, seiner Aeltern, und aller seiner Angehörigen Seelenheil ein Frauen,, kloster in seinem Schloße Suanapurk in Pusterthal in der Grafschaft Engelberts, zu stiften und zu errichten. Er wünschte damit dem *) Sonnenburg( Suanapurk) einst Schloß, dann Kloster, jetzt im Verfall, Dörfchen gleichen Namens,- liegt in UnterPusterthal unweit St. Lorenzen. - Gottsel. Volkold, Graf. ,, durch die seligste Jungfrau und Gottesgebä,, rerin, die wahre Leuchte in diesen Weltstürmen, zu deren Ehre in dem Schloße ,, eine Kirche erbaut wäre, zur Erbin aller seiner Güter zu machen, und seine Nichte ,, Wichburg, die in dem Kloster zu Langensee ,, nach der Ordensregel lebte, als Abtissin ,, über seine Anstalt zu verordnen."- Was er hier vorhatte, ward wirklich ausgeführt. Sein gräfliches Schloß sammt dem größten Theile seiner Güter brachte er großmüthig zum Opfer. Den Bischof Ulrich von Trient, seinen vertrauten Freund, erbat er sich zum Schirmvogt des neuen Stiftes. Mit großem Gepränge wurde die Uebergabe der Stiftgüter vollzogen, und seine Nichte Wichburg als erste Abtissin eingesetzt. Dies geschah um das Jahr 1018: Die Ordensfrauen hielten die Regel des H. Benedikt, doch ohne strenge Klausur. In spätern Jahrhunderten befaßten sie sich mit Erziehung des weiblichen Adels. Die Abtissin hatte auch bei dem tirolisch- ständischen Landtage auf der Bank der Geistlichkeit Sitz und Stimme. Die Anstalt wurde, nachdem sie 767 Jahre bestanden hatte, vom reformliebenden Kaiser Joseph II. im Jahre 1785 aufgehoben, und 144 Gottsel. Volkold, Graf. das Stammvermögen im Betrage vou ungefähr einer halben Million Gulden zur Gründung mehrerer neuer Seelsorg- Stationen und Schulen verwendet. 101 sile. 145 Was noch ferner von Volkold bekannt geworden ist, ist folgendes: Nach Aufrichtung des Klosters brachte er, wie eine alte Legende erzählt, seine meisten Tage zu Sonnenburg zu, wo er hinter den Klostermauern in einem dunkeln Gebüsche eine ärmliche Hütte bewohnte, und sich in Allem wie ein armer Bäßer ganz sparsam befalf. Man zeigte noch in jüngsten Zeiten zwei schlechte Stäbe, einen steinernen Becher von weißer Farbe mit grünen Adern, einen Teller von nämlichen Steine, und ein Mefferbein, so man von Volkolden zu sein vorgegeben und im Kloster- Archive als ein ehrwürdiges Alterthum aufbehalten hat. dm Volkold starb um das Jahr 1041, und ward zu Sonnenburg unterhalb des Hochaltars auf der Epistelseite bestattet. Sein erster Grabstein ist nicht mehr vorhanden, wohl aber einer aus jüngerer Zeit, worauf das Bildniß Volfold's als eines Diakons im Levitenrocke vor der heiligen Jungfrau Maria knieend, wie sie ihm ihr Jeſus10 146 Gottsel. Volkold, Graf. Kind zeiget, zu sehen ist, mit dieser Unterdi schrift: Om miattolint oll us on pid „ Albie ligt begraben herr Volk= holdus gefürster Graf zu Görz. Wellicher dises hochadeliche Fraven Closter gestifftet hat = un anno M.XXVIII. Starb in Gott seeliglich umb das Jahr Christi M.XLI." 302 Dieser Grabstein wurde nach Aufhebung des Klosters in den Cottesacker der Pfarre Sankt Lorenzen übersetzt, und dort vor der großen Kirchenpforte eingemauert. miles Cilt modspoptoc Unser Leben ist ein Buch; aus diesem werden wir einst gerichtet werden. Ein Buch enthält Selbstlaute, Mitlaute, Punkte und Unterscheidungszeichen. #dinar dimi Selbstlaute sind alle Handlungen, welche ihrer Natur nach löblich und heilig sind, als: das Gebet, das Fasten, der Gebranch der heiligen Sakramente, die Uebung verschiedener Tugenden. Mitlaute sind alle ernste Handlungen, wel Gottsel. Volkold, Graf. che eine vorhergegangene gute Meinung geheiliget hat. Punkte oder Unterscheidungszeichen sind die Gemüthserheiterungen und Leibesergößzungen, wie: das Essen, der Schlaf, der Spaziergang u. s. w. Wenn nun das Buch deines Lebens meistens aus Punkten und Unterscheidungszeichen besteht, mein! wirst du dich wohl getrauen, zu deiner Rechtfertigung vor Gericht ein solches Buch vorzuzeigen? Nicht in Ordnung ist ein Buch, in welchem mehr Punkte als Buchstaben sich befinden. So auch ein Leben, in welchem mehr müßige Erheiterungen, als ernste und heilige Handlungen vorkommen. CODES 147 njink dusdier hadi gublied min 10 Nounsgal duur más, tad lagu sid spille and blaming stil bilmin of dochiit mond 101 101 dist astungbys 13 196 per bil!! jod and otdamunand sud du nu? nou indloilo& ammog 10* 148 Der ehrwürdige Ulrich von Flavon, Bischof zu Trient. TREATED THES ( Von 1006 bis um 1022.) Es ist eine nicht ungegründete, aber auch nicht ganz sichere Vermuthung, daß dieser Ulrich aus dem Hause Flavon abgestammet sei. Flavon( zu deutsch Pflaume") ist ein Pfarrdorf mit einem Schloße und Landgerichte aus dem Nonsberge.*) Ulrich's Aeltern hießen Arbo und Willburga. Von seiner Jugend schweigen die Berichte. Nachdem der bischöfliche Stuhl von Trient durch den Tod Reinbold's erlediget war, wurde er für würdig erkannt, denselben zu besteigen. Er regierte beiläufig sechzehn Jahre ruhig und segenvoll seine Kirche, während Kaiser Heinrich der Heilige die Zügel des römischdeutschen Reiches so rühmlich lenkte. Ein vertrauter Freund, vielleicht selbst Anverwandter des Bischoss Ulrich war der fromme Volkold, Graf von Lurn und Pu*) Davon schreiben sich die Grafen Spaur. v. Flavon Ulrich, Bischof. 149 sterthal, welcher, nachdem er sich selbst dem Dienste Gottes als Levit gewidmet hatte, auch sein Schloß Sonnenburg im Pusterthale in eine Zufluchtsstätte der weiblichen Unschuld umzustalten gedachte. In des Bischofs Ulrich ausgezeichnete Klugheit setzte er sein ganzes Vertrauen und lud ihn deshalb dringend auf sein besagtes Schloß ein, um sich mit ihm zu unterreden und zu berathen. Um das Jahr 1018 ward die Stiftung des Klosters zu Stande gebracht, und die Schirmvogtei über dasselbe dem Bischofe Ulrich und seinen Stuhlfolgern übertragen. Ulrich selbst beschenkte das neue Stift reichlich mit Wein- und Delzinsen, so wie auch mit Fischerei- Gerechtsamen. So sehr lag ihm die Förderung alles Guten am Herzen. Zweimal zog der Kaiser Heinrich, während Ulrich die Insel trug, durch die Stadt Trient: einmal im Jahre 1012, um die Kaiserkrone in Rom zu empfangen; das anderemal im Jahre 1021 wider die Griechen. Wie herzlich wird der Bischof den Kaiser begrüßt, wie erquickt und getröstet werden sich ihre verwandten Seelen im vertraulichen Wechselspräche gefühlt haben! Bischof Ulrich erwarb sich die allge 150 v. Flavon Ulrich, Bischof. meine Achtung in einem solchem Grade, daß er von Einigen mit dem Beinamen eines Heiligen beehrt wurde, weswegen wir ihn in unsere Landes- Legende aufzunehmen für zweckdienlich erachtet. Sein Sterbetag findet sich nicht angegeben; als das Jahr seines Hintrittes aber wird das eintausend- und 22ste angenommen. The ti In dem Leben des wahren Gerechten gibt es keinen leeren Augenblick; sein Leben gleicht einem vollen Strome, der fortwährend mit guten und reinen Gewässern fließt. Ist dein Leben also beschaffen? Ist es nicht vielmehr ein Gewebe voll der Lücken vor Gott, voll der Versäumnisse und Nachläßigkeiten? int D tantsid draud sadim 2nd: m i eller med to hit and offer biland 4109 tips Stat hilfred shits mdog aldirop shadim 151 Die heil. Magenzia, Witwe zu Trient. at itin+ um das Jahr 405.) sido?: 08 in Guill Aus den Früchten erkennt man den Baum., Dies sehen wir an Marenzia, der Mutter dreier Heiligen: des h. Vigilius, Bischofs zu Trieut, und seiner zwei Brüder Klaudian und Magorian. Sie lebte gegen das Ende des vierten Jahrhunderts. Sie stammte aus einer edlen Familie zu Nom, und war von Jugend an dem christlichen Glauben zugethan. Sie verehelichte sich mit einem Römer von gleichem Herkommen und gleichem Glauben; der Name desselben ist aber nicht auf uns gekommen. Der Himmel segnete ihre Che mit den vorbenannten drei Söhnen. Diese in wahrer Gottesfurcht zu erziehen, ließ sich Marenzia innigst am Herzen gelegen sein; die Folge zeigte es, wie viel ihre Mutterforgfalt an den Kindern fruchtete. Es geschah nämlich, daß ihr Ehegemahl starb, und sie ward Witwe und trauerte um den Ve storbenen. Nun verdoppelte sie ihren Fleiß, daß sie ihre Söhne wohl erziehen, zugleich aber ihren Witwenstand mit Tugenden und guten Werken schmücken möchte. 152 Heil. Maxenzia, Witwe. Um's Jahr 385 ließ sie sich mit ihren drei Lieblingen zu Trient nieder, einer alten Stadt im Land Tirol. Hier erlebte sie die Freude, daß ihr Sohn Vigilius, obwohl erst 20 Jahre alt, wegen seiner Heiligkeit und seines weisen Verstandes einhellig zum Bischofe der Stadt ausgerufen wurde. Sie sah zu ihrem Troste, wie er sein bischöfliches Amt höchst rühmlich und löblich, und zum Nutzen unzähliger Seelen verwaltete, bis er um's Jahr 400 im Thale Rendena von den Heiden den Blutzeugentod erlitt. Marenzia die heilige Mutter und Witwe, erbaute sich, wie der Geschichtschreiber Bartholomäus von Trient berichtet, eine Hütte an dem Orte, der bis auf den heutigen Tag von ihr denn Namen Sanft Mässenza" trägt. Das ist ein Dörfchen im Gebirge, abendwärts von Trient, am Tobliner See, zur Pfarre Kalavino und zur Prätur Trient gehörig. In dieser kleinen, auf drei Seiten von kahlen Felsen umschlossenen, mit vielen Delbäumen bepflanzten Einöde führte sie ein zurückgezogenes, nur dem Dienste Gottes geweihtes Leben. Sie betete und fastete, sie wachte und beobachtete das Stillschweigen, sie war sanft und freundlich mit den Land Heil. Marenzia, Witwe. leuten und leuchtete ihnen uit ihrem Beispiele vor. Glaublich besuchten sie da ihre drei Söhne öfters, fast gewiß nahm Vigilius von ihr Abschied, als er da vorüberzog in's Thal Rendena, seinen letzten Kampf zu kämpfen. Sie muß ihren heil. Vigil überlebt haben; sonst würde in seinen Akten von ihrem Hinscheiden eine Meldung gemacht wor den sein. Sie wurde den 30sten April um das Jahr 405 aus dieser mühseligen Sterblichkeit zum Lohne der Unsterblichkeit abgerufen. Die Umliegenden Bergbewohner trugen gegen sie eine solche Achtung, daß sie nach ihrem Tode über ihrem Grabe ein Kirchlein bauten. Ihr Leichnam ruhte lange darin bis zur Zeit des Bischofs Altmann, - - 153 welcher um das Jahr 1130 den Tempel des hel. Vigilius zu Trient erneuerte und ihn mit den Reliquien der Bisthumsheiligen schmückte, unter denen auch die Gebeine der H. Marenzia einen gebührenden Platz erhielten. Er ließ dieselben in der prächtigen Gruft unter dem Chor der Domkirche beisezen, und weihte auch dort einen Altar zur Ehre der H. Marenzia. Bei ihrem Grabe sollen manche Wunder geschehen sein, wie ihre Lebensbeschreiber bezeugen. Wir aber mögen für das Heil. Marenzia, Witwe. größte und preiswürdigste Wunder jenes halten, daß durch ihre sorgfältige Erziehung alle ihre Söhne Heilige geworden sind. Die Kirche Trient verehrte die Mutter von jeher als Heilige den 30. April.- Nahe bei Sankt Massenza hart am See steht noch ein fürstliches Sommergebäude. mem Marenzia ist ein schönes Vorbild einer christlichen Mutter. Ihre erste Sorge wendete sie darauf, daß ihre Söhne für den Himmel erzogen wurden. Möchten alle christlichen Aeltern diesem Beiſpiele folgen und ihre Kinder schon früh für Gott zu bilden suchen!- Nach dem Geiste der Mutter," sagt ein heiliger Kirchenvater, bilden sich die Sitten der Kinder; was sie von ihr sehen und hören, darnach gestallten sich ihre Wünsche und Neigungen, darnach ihre Reden und Handlungen. Lebt die Mutter nach den Vorschriften des Evangeliums, dann ist ihr Leben eine Nichtschnur für alle Hausgenossen, die sie dadurch erbaut; sie selbst aber hat Gnade vor Gott, sie wird ihr Leben selig vollenden, und alle Güter erlangen, die denen verheißen sind, die Gott lieben." 154 155 do moun mjöd und nag down m in Andreas Spat, difified Imp Weltpriester in Pusterthal. junand 8002 sind& n@( †. 1525.) A thgf my thin inq@ thim Giang rant 11 Wohl thut dem Wanderer in dunkler Nebelnacht das Erscheinen eines glänzenden Sternleins. Das Gleichniß leidet hier Anwendung. Spat lebte im legten Viertel des 15ten und im ersten des 16 ten JahrHunderts- also zu einer Zeit, wo gute weise Priester dünn gefäet, Miethlinge aber und schlechte Priester in Fülle waren. Von Spat aber heißt es: Er war fromm und keusch, und in jeglicher Tugend wohl bewährt." Wahrlich eines bessern Looses würdig! Er stand letzterhand durch einige Jahre als Pfarrvikar zu Ahrn im Pusterthal. Es kam das Jahr 1525 jenes berüchtigte Jahr, in welchem die Tiroler Bauern da und dort Aufstand anhoben, und die Herren verfolgten, und raubten und plünderten, und frei sein wollten von Gottes= und Menschen- Gesez. Da ward auch der brave Pfarrvikar im Thale Ahren nicht ver-- Andreas Spat, Weltpriester. schont: er wurde von den bösen Bauern aller seiner Habseligkeiten gänzlich beraubt, auf gut deutsch:„ rein ausgeplündert." Bald darauf starb er in äußerster Armuth am 1. Mai desselben Jahrs.- Das bessere Loos kam gewiß jenseits Herrn Spat nicht zu spät. 156 sOft sagen die Menschen, die Welt sei anders geworden; es sei Alles nicht mehr, wie früher. Die guten Leute merken nicht, daß sie anders geworden sind, daß sie nicht mehr dieselben sind, wie früher. Die Welt ist uns nur, was wir selbst sind: dem Trüben trübe- den Heitern heiter Jungen jung den Alten alt!- dem 200 TE - ind gidriter 157 Die drei heil. Märtirer auf dem Nonsberge Sifinnins, Martinus v. Alexander. ( Ihr Gedächtnistag am 29. Mai.) ( Jahr 397.) Der heil. Bischof Vigilius, welcher die Kirche Trient vom Jahre 385 bis ungefähr 400 vorstand, brachte einst, da er im Gebiete von Breßzia und Verona eine Mission gehalten hatte, drei gottselige Männer mit fich nach Trient: den schon grauen Diakon Sisinnius, aus Kappadozien gebürtig, und die zwei Brüder Martinus und Alerander, welche nur die mindern Weihen hatten. Das Vaterland der beiden letztern ist unbekannt. Diese schickte Vigilius nach einiger Zeit auf den Nonsberg, damit sie das noch rohe Bergvölkchen zur Erkenntniß und Anbetung des wahren Gottes führen möchten; denn viele der Bewohner beteten selbstgemachte Gottheiten an. Sie gingen also hin und predigten das Wort vom Kreuze. Reicher Segen Gottes begleitete die Boten des Heiles. Sisinnius baute ein kleines Bethaus. Mit Unwillen sahen dies die herum 158 Heil. Märtirer, drei, auf dem Nonsberge. wohnenden Heiden. Schon öfter hatten sie sich beim Hörnerschalle versammelt, die Knechte Gottes zu morden. Endlich wagten sie es bei folgender Veraníaffung. Nach uralter italischer Sitte feierten die heidnischen Landleute das Fest Ambarvalia. An diesem wurde ein Opferthier, gewöhnlich eine trächtige Sau, um die Felder herumgeführt, und dann erwürget, um von der Göttin Zeres das Gedeihen der Feldfrüchte zu erhalten. Dieser Umgang wurde im Monat Mai feierlich mit Gesang und Tonspiel gehalten. Da die Zeit dieser jährlichen Fe'er wieder ankam, wollten die Heiden einen Christen zwingen, daran Theil zu nehmen. Eilig sprangen jene drei Diener des Wortes herbei, dem gedrängten Bruder zum Beistande. Aber auch diese wollten die Verblendeten und Erhitzten zur Theilnahme an ihrem Feste dahinreißen. Als sie sich dessen weigerten, verwundeten sie den Sisinnius am Haupte mit einem Schallhoru, versetzten ihm andere schwere Wunden mit Aerten, schlugen seine beiden Gehilfen, und gingen davon. Am folgenden Tage früh Morgens, als die Gläubigen das Lob Gottes sangen, stürzte der wüthende Haufe mit Aerten und Knit Heil. Märtirer, drei, auf dem Nonsberge. 159 teln bewaffnet in das Kirchlein, plünderte es, und entweihte den Altar. Der. Greis Sifinnius lag in der anstoßenden Hütte an seinen Wunden. Martinus hatte sie eben verbunden, und reichte ihm einen Labetrunk, da die Heiden über jenen herfielen und ihm den Todesstoß gaben. Martinus entrann, und verbarg sich im Garten. Aber bald wurde er von einem Mädchen verrathen. Die Verfolger packten ihn, banden und schlugen ihn, und verwundeten ihn mit spizzigen Knitteln. Er aber pries Gott, der ihn würdigte, seinetwegen zu leiden. Den Blutenden wollten die Ergrimmten vor ihr Gößenbild schleppen. Unterwegs gab er den Geist auf. Indessen wurde auch der entwichene Alexander entdeckt und aufgegriffen. Die Heiden banden ihn an die Leichen seiner beiden Genossen, und hängten ihm ein Glöcklein um den Hals, einem Thiere gleich. So ftreiften sie ihn auf schroffen steinigten Boden, und riefen dabei höhnend: Nun möge ihr Christus sich rächen!" Noch lebend brachten sie den Alerander vor einen Tempel des Saturnus. Da machten sie ein Feuer an mit dem Holze des zerstörten Kirchleins, und warfen die Leichname Sisinnius und Martinus 160 Heil. Märtirer, drei, auf dem Nonsberge. hinein. Dem Alexander ließen sie noch die Wahl, ob er mit ihnen opfere, oder lebendig verbrennen wollte. Er wählte das Letztere, ertrug noch grausame Mißhandlungen, beharrte im Bekenntnisse Jesu, und vollendete es in den bald erloschenen Flammen.d Der Opfertag dieser heiligen Zeugen war ein Freytag, nämlich der 29. Mai. 397. Auf diesen Tag erklärt sie die h. Kirche im römischen Marterbuche der allgemeinen Verehrung würdig, und das Bisthum Trient chret sie mit eigenen Tagzeiten. Ueber dem Orte der Vollendung dieser Heiligen wurde in der Folge eine Kirche erbauet. Das dazu gehörige Dorf heißt Sanzen( S Zenone). Sobald Vigilius vernommen hatte, was auf dem Nonsberge vorgegangen war, begab er sich dahin. Er tröstete die erschrockenen Gläubigen, wies die Verirrten zurecht, und sammelte von den Gebeinen der Heiligen auf was das Feuer nicht verzehrt hatte. Erfreut, wie über einen gefundenen großen Schatz, fehrte er mit denselben nach Trient zurück. Die Hauptheile davon setzte er in der von ihm erbauten Kirche bei; andere versandte er an seinen Nachbar, den Bischof Gaudenz von Breszia; andere an Simplizian Bischof von Heil. Märtirer, drei, auf dem Nonsberge 1611 Mailand; einige sogar nach Konstantinopel an den H. Patriarchen Chrisostomus. th Nicht umsonst war es geflossen, das Blut dieser drei Apostel. 68 brachte die Saat ihres Schweißes zur Reife. Verbannt war nun der Götterdienst und Aberglaube von dem weiten Rücken des zwar magern, doch schönen und in der Folge zahlreich bewohnten, mit vielen Burgen und Schlößern besetzten Nonsberges. Die Mörder aber der drei Blutzeugen wurden ergriffen, und von dem Kaiser Honorius verurtheilt, daß zu leiden, was sie den Unschuldigen angethan hatten. Die Christen ( glaublich auf Zureden des H. Vigilius) legten Fürbitte für sie ein, und erhielten vom Kaiser ihre Begnadigung. „ Wir sind durch Feuer und Wasser hindurch gegangen; und Du hast uns an eine Stätte der Erquicknng geführt!" Also spricht der Prophet zun Herrn.( Psalm 65.) Und wahrlich, durch das Feuer schwerer Prüfungen und das Wasser vieler Trübsale muß hindurch gehen, wer an die liebliche Stätte der Erquickung, an 11 162 Heil. Märtirer, drei, auf dem Nonsberge. den Ort des Friedens gelangen will. Ohne Arbeit kein Lohn, ohne Kampf kein Sieg, ohne Sieg keine Krone. Es gürte sich also nämlich zu Arbeiten und Leiden, wer die Süßigkeit des himmlischen Friedens zu foften verlangt. fo eid mbist m Just one wind band dulj si f you we dan jagungng duit 451 publeprod ser als no mu meg gond thig que ting menit um stole shie of Der fromme Witwer Anton Gislimbert von Trient. ( † 1679.) 356 163 Ein jeder Mensch ist gleichsam sein eigener Maler; jede seiner Handlungen ist ein Pinselstrich zu dem Bilde, daß er von sich entwirft; das Urbild, dem sein Bild ähnlich werden soll, ist das Bild Gottes; diesem Bilde wird der Mensch nur durch Liebe ähnlich. Gott hat geliebt und liebet immer noch. Wer seinen Nächsten liebt, der stellt das Bild Gottes an sich dar. Sehr schöne Züge von Nächstenliebe begegnen uns in dem, was uns die Geschichte von den frommen Edelmann Anton Gislimbert aufbewahret hat. Er war gegen das Jahr 1620 in der damals fürstbischöflichen Stadt Trient geboren. Für seine standesmäßige Bildung wurde frühzeitig gesorgt, Herzensgüte in ihm von Kindheit an wohl gepflegt. Als er zu den mannbaren Jahren herangewachsen war, verband er sich mit einer tugendhaften Jungfrau, die ihm aber der Himmel nur auf kurze Dauer ge11* 164 v. Gislimbert Atnon, Witwer. währte. Nach dem frühen Verluste seiner Frau, beschloß er, obwohl noch jung, Witwer zu bleiben, und sich lediglich dem Dienste Gottes und des Nächsten zu weihen. Und die Art, in der er dieses that, verdient unsere Bewunderung. Er nahm es nämlich auf sich, die heranwachsende männliche Jugend von Trient in den Anfangsgründen der: lateinischen Sprache zu unterweisen, eine Geschäft, das nach den Erfahrungen derer, die ihr Leben der Jugendbildung, weihen, reich an Dornen und Beschwerden und Unannehmlichkeiten ist. Und was unsere Hochachtung für Antonius noch erhöhen muß, ist die Erwägung der Umstände, daß er adelig und reich war, der gemächlich hätte leben können, und daß er sein Liebeswerk durch eine lange Zeit durch dreißig volle Jahre ununters brochen und unentgeldlich, aus Antrieb edler Liebe fortgesetzet hat. d OSON Tong and Er hatte aber eine gar anziehende Weise und eigene Kunstgriffe, die zarte Jugend nicht nur in der lateinischen Sprache zu unterweisen, sondern auch und vielmehr dieselbe zur Andacht und Frömmigkeit anzuleiten. Gr bediente sich dabei ganz liebreicher und sanfan ter, Worte, stellte ihnen die Geheimnisse un -- v. Gislimbert Anton, Witwer. 165 fers heiligen Glaubens, den Werth und die Schönheit der Tugend, und im Gegentheile die Abscheulichkeit des Lasters so fräftig und eindringlich vor, daß sie ihm seine Worte gleichsam vom Munde nahmen. Nie ließ er bei seinem mühseligen Unterrichtsgeschäfte einen Ekel oder Widerwillen, sondern immer große Heiterkeit und frohen Eifer spüren. € 3 läßt sich leicht erachten, daß er dergleichen Liebeswerke mit vielen anderen Tugenden gepaart habe, zuvörderst aber mit der Geduld, ohne welche er unmöglich so viele Jahre hätte aushalten können, seine Bemühung der oft so leichtsinnigen undankbaren, zu Hauſe nicht felten ganz verwöhnten und verzogenen Junondum on py gend zuzuwenden. Unter seinen übrigen Tugenden behauptete einen vorzüglichen Platz seine Liebe zur feligsten Gottesmutter Maria. Man erblickte in ihm ein Muster eines rechtschaffenen Mitgliedes der marianischen Kongregation, die auch zu Trient, wie in andern Städten Tirols, damals bestand. Er suchte die Ehre Mariens und die Liebe zu ihr in den Herzen der größern sowohl als der noch kleinen unschuldigen Jugend auf ganz besondere Weise einzupflanzen und zu nähren, wofür uns als 166 v. Gislimbert Anton, Witwer. Beleg folgendes Beispiel dienen kann: Nach vollendeter nachmittägigen Schulzeit pflegte er in die Kirche der Dominikaner zu gehen; hier versammelte er in der Rosenkranzkapelle ganze Schaaren von kleinen Knaben und Mädchen um sich, fniete mitten unter sie, und betete ihnen mit lauter Stimme vor dem Frauenaltare den Rosenkranz vor, ja, er wiederholte denselben bisweilen das eine und das andere Mal, so daß sich die Andacht öfter beinahe bis zum späten Abend hinauszog, wobei unter der Jugend ein sehr zarter Eifer und große Innigkeit bemerkbar war, also daß sich Jedermann in der Stadt darob erbaute. Diejenigen Kinder, die sich dabei fleißig und andächtig' einfanden, belobte und belohnte er mit verschiedenen kleinen Geschenfen; die Saumseligen aber ermahnte er, und spornte sie zu eifrigerer Beiwohnung an. Zum Andenken an diesen löblichen Gebrauch ließ man später in der genannten Kapelle eine Gemäldetafel aufhängen, auf welcher dargestellt war, wie dieser fromme Herr, von betenden Kindern umgeben, vor dem Frauenbilde den Rosenkranz verrichtet. Ueberhaupt war Anton ein Mann des Gebetes. Tief beherzigte er die Mahnung v. Gislimbert Anton, Witwer. 167 der Schrift: ,, Betet ohne Unterlaß." Fast beständig trug er den Rosenkranz in der Hand und betete an demselben auch auf offener Straffe. Und war er durch Geschäfte am mündlichen Gebete gehindert, so wußte er innerlich durch heilige Anmuthungen und Stoßseufzer seine Verrichtungen zu heiligen und zum Gottesdienste zu machen. Sommer und Winter unterließ er nie, in aller Frühe in der Jesuitenkirche der Frühmesse, und nach derselben so vielen heil. Messen andächtigst beizuwohnen, als ihm gegönnt war, bis ihn die Uhr aus der Kirche zu seinen lieben Schülern rief. Nie schimmerte aber der Glanz seiner Tugend schöner, als da der Tod an die Thür seines Leibes pochte. Vorzüglich zeigte sich da seine kindliche Liebe und sein herzliches Zutrauen zu Maria der göttlichen Mutter. Voll Zuversicht und Heiterkeit, und mit einer seltenen Ruhe und Ergebung erwartete er den Tod, der am 30. August des Jahres 1679 ganz sanft das letzte Flämmchen seines Lebens auslöschte. Er starb, wie geſagt, im Schimmer der Gottseligkeit, und ohne Zweifel ward seine Seele von derjenigen in ihren jungfräulichen Mutterschooß auf T168 v. Gislimbert Anton, Witwer. genommen, deren Lob er durch die unschuldigen Stimmen der Kinder auf Erden auszubreiten und zu vermehren sich so sehr in sei nem Leben angelegen sein ließ. some * 2 st of tnduidig -lat di manuten spuit din mglind oud bilion Denkspruch. su mjini पह 10.0 Laßt uns auf Erde lernen, was mit uns in die Ewigkeit geht und im Himmel Bestand hat."( Hl. Hieronymus.) en hann mois 1920 noch molimd di Sid aut trögog di Elo ondeamushd si mail nonia) ug scrin, vd Gun oğl! ald 2 minulond matumich) sif de sid no do3 mnd nd 8ln sono bi dugg dit steht dilpirodabog Bodis? exhi Bobilind thi diur steif schilduit amin nd chitton and suntemurring sh the dum alimtind din toitung Not 39 statinama gudsp dan stud munil Ta Sidnt and fugul 08 min 90 del und - m18 staal and funt sung CTOI 8 sig den stjóluo 8mdi2 8 dintivigilsittand mice mi poj simind now she suis donar lajha& onde jun goodirittule mobllufojel medi ai me 0169 ni Adelhaid, Gräfin von Tirol.si si me d bord (+ 1275.) ( † nihimagshornida yog -n and phylimoldan man sid Adelhaid war die Tochter Albrechts III., Grafen zu Tirol, und der Frau Jutha aus dem Hause der Grafen von Hall und Wasserburg. Auf dem väterlichen Stammschloße Tirol kam ste um das Jahr 1210 zur Welt. Eine ältere Schwester von ihr, Namens Elsbeth, war als Jungfrau mit dem Herzog Otto II. von Meran aus dem gräflichen Hause Andechs, und nach dessen frühem Tode zum zweitenmal mit dem Grafen Gebhard von Hirschberg vermählt. Adelhaid aber gab ihre Hand dem Grafen Meinhard von Görz, mit welchen sie von ihrem Urgroßvater her verwandt war. Als Vater Albrecht im Jahre 1254 den Weg alles Fleisches gegangen, theilten Graf Meinhard und Graf Gebhard, die Töchtermänner, die hinterlassenen Bestzungen und Ländereien des Schwähers, und vermög dieser Theilung fiel dem Meinhard das Land an der Etsch, dem Grafen Gebhard das Innthal zu. Meinhard und Adelhaid wohnten also auf dem Schloß Tirol. Gott hatte ihnen vier aller 0170 Adelhaid, Gräsin. liebste Kinder gegeben, diese hießen: Meinhard, Albrecht, Adelhaid und Bertha. Die Mutter ließ sich gar sehr angelegen sein, in die Herzen der Kindlein frühzeitig den Samen alles Guten zu legen. Sie war selbst so fromm, wie wenige Edelleute des Landes. Sie liebte die Armen, ehrte die Priester und die Gotteshäuser. Das Jahr 1258 war für sie ein Trauerjahr; sie hatte noch kaum den Vater vergessen, und schon entriß ihr der Tod auch den Ehegemahl. Sie trug großes Leid um ihn, gab Almosen und ließ beten für ihn. Sie lebte dann noch mehr für ihre Kinder und ihr eigenes Seelenheil. Da ging sie viel mit dem Gedanken um, wie sie zur Ehre Gottes ein Kloster stiften möchte für gottdienende Jungfrauen. Einst saß sie, in diesen Gedanken vertieft, am Fenster ihres Schloßes, und sann hin und her über die Wahl des Platzes, wo das Kloster erstehen sollte. Und als sie so ihre Augen an der Schönheit des weiten Thalgeländes weidete, erblickte sie zwei Tauben, weiß wie der Schnee, im raschen Fluge vom Aufgang nach Niedergang. Da sprach bei sich die Gräfin: Wo diese Tauben sich niederlassen werden, dort will ich ein Kloster bauen." Also ge Adelhaid, Gräfin. lobte sie. Und siehe, eine Viertelstunde von Algund, wo eine ärmliche Klausnerhütte stand, in der Gegend, wo es heute Steinach heißt, ſetzten sich die Täubchen auf das Dach des frommen Klausners. Und Adelhaid erfüllte ihr Versprechen. Ein Jungfrauenkloster ward an jener Stelle erbaut, wozu auch die Schwester Elsbeth ihren Beitrag that. Das Kloster wurde mit vielen Gütern und Rechten begabt, und unter die besondere Anfsicht und Gerichtsbarkeit des Bischofs von Chur gestellt. Dieß ist, wie man vermeint, um das Jahr 1265 geschehen. Dreißig Jahre später hat Papst Alerander IV. dem Jungfrauenverein zu Maria- Steinach die Ordensregel des heil. Dominikus vorgeschrieben. Adelhaid die Stifterin starb 1275, und wurde im Kloster begraben. Dieses Kloster blühte über fünfhundert Jahre, aber Anno 1782 machte Kaiser Joseph II demselben ein Ende. 171 Als man sich einst in Gegenwart des H. Otto, Bischofs von Bamberg, beklagte, daß er so viele Klöster baue, gab er zur Antwort: ,, Man kann für Jene, die auf Erden sich als Fremdlinge betrachten, nicht zu viele Herbergen erbauen." 1172 dindisdie Der fromme Johann Faller von Meran, gemeinhin ,, Saliterer Hans" genannt. and: nap(+ den 11. August 1773.) i mig hd onlinla minde Johannes Faller war den 21. Oftober 1722 zu Meran geboren. Ein übernaus gutes, redliches Herz, und ein tiefgewurzelter religiöser Sinn beurkundete sich in allen seinen Reden und Handlungen. Sein Geschäft war die Salpetersiederei, daher sein gewöhnlicher Name ,, Saliterer Hans." Durch seine christlichen Tugenden, die er in einem hohen und mehr als gewöhnlichen Grade außübte, durch seine Glaubensinnigkeit und Hoffnungsstärke, durch seine warme Gottes- und Nächstenliebe, durch seine Demuth und Strengheit gegen sich selbst, überhaupt durch seinen geordneten, feuschen und nüchtern Lebenswandel, ward er, obgleich nur in Zwilch und Loden gekleidet, ein wackeres Vorbild seiner Zeitgenossen. Er war daher auch allgemein geliebt und geachtet. Die ganze Umgegend von Meran trauerte um ihn, als er starb. Vielfältig hörte man bei der Nachricht von seinem Tode die Worte sagen: ,, Ein Heiliger Faller Joh 173 ist gestorben." Er erreichte nicht volle 51 Jahre, denn er verblich am eilften August 1773. Sein Leib ward im Gottesacker zit Meran begraben. Ein kleiner Marmorstein an der Mauer der Pfarrkirche bezeichnet seinen Ruheplay. Obschon er sein Lebtag nie. studirt, noch auf gelehrtes Zeug sich verlegt hatte, verfaßte er dennoch einige Erbauungs schriften, welche für andächtige Leute gar brauchbar sind; ste flossen ja aus der Fülle sei nes gottseligen Herzens. So erschien z. B. das Jahr nach seinem Tode eine Kreuzwegandacht in Druck, unter dem Titel: ,, Heilige Kreuzwegandacht, oder dreifache Weise den schmerzhaften Kreuzweg Jesu Christi zu besuchen, und die sogenannten 14 Stationen andächtig zu betrachten, wie solches gepflogen und schriftlich hinterlassen der fromme, nun in Gott ruhende Saliterer Hans, oder Johannes Faller zu Meran."( Gedrukt zu Briren bei Joseph Weger, 1774. 12. in 60 Seiten.) An diesem schlichten Landsmann sehen wir den Ausspruch des h. Geistes erwahret:„ Die Lieb' Gottes ist eine ehrenwerthe Weis Faller Joh. heit."( Sirach 1, 14.) Liebe Gott, o Chrift! so bist du wahrhaft weise. L'ebe Gott; aber nicht mit dem Munde blos, lieb' Ihn in der That. Sagt ein Kind zum Vater, ich liebe dich, mein Vater! thut aber nicht, was der Vater will, und beobachtet nicht Vaters Befehle, so ist das keine Liebe. Willst du denn ein Kind Gottes seyn, thu', was Gott der Vater will! Befolg' rechtschaffen seine Gebote, so ist deine Liebe wahr. 174 nda MA - Munspidols 175 Der ehrwürdige Pater Hilarion Wohlgemuth, Franziskaner. - ( † 1728.) Dieser brave Ordensmann fand zu Kaltern im Etschland Wiege und Grab. Um das Jahr 1670 hatte er das Licht der Welt erblickt. Noch jung an Jahren, doch reif im Entschlusse, sein Leben Gott zu weihen, trat er in den Orden des Hl. Franziskus. Für Gott zum andern Mal geboren, da er den 11. September 1691 zu Schwaz im Innthal die feierlichen Ordensgelübde ablegte, ward er unter dem Namen Hilarion in die Zahl der Tiroler- Ordensbrüder eingereiht. ,, Hilarion" fürwahr ein dem Manne angemessener Name! denn er heißt so viel als wohlgemuth oder fröhlich. Wohlgemuth lief unser Hilarion seine Laufbahn gleich einem Wettläufer, der die Siegespalme zu erringen strebt. dir Gleich in den ersten Jahren seines Ordenslebens machte er nicht geringe Fortschritte in jeder Tugend, vorzüglich in der Sanftmuth und Geduld. Dürstend nach dem Heile unsterblicher Seelen, erbat und erhielt er von 176 Wohlgemuth Pater Hilarion. seinem Obern die Erlaubniß nach Rom zu reisen, und von Rom wurde er im Jahre 1698 als apoſtolischer banien gesandt, welches eine Provinz des türkischen Reiches ist und gegen Sonnenaufgang von Rom, über dem adriatischen Meere liegt. Hilarion mochte dazumal, als er dier ser Sendung nachkam, das dreißigste Lebensjahr erreicht haben, jenes Jahr, in welchem einst auch der göttliche Welterlöser sein öffentliches Lehramt antrat. mdr and i 19 taxt In dem Sprengel von Bulati ward ihm seine Station angewiesen. Dort arbeitete er rastlos und eifrigst über zwölf Jahre am Heile der Seelen. Er spendete den zerstreut lebenden und von den Türken allenthalben bedrückten Christen die heiligen Sakramente, rottete Irrthümer und eingewurzelte Mißbräuche aus, führte mehrere Abtrünnige zum katholischen Glauben zurück bekehrte selbst einzelne Ungläubige, sie durch die Taufe in die Kirche einführend, und brachte sehr viele Sünder von ihren bösen Wegen auf die Bahn des Heils zurück. Unter solchen Geschäften hatte er, wie es sich leicht errathen läßt, zahlreiche; Leiden zu erdulden und Schwierigkeiten zu bestegen. Einst kam ein türkischer Kadi oder: Wohlgemuth Pater Hilarion. 177 Richter mit einer Schaar bewaffneten Männer gegen die Stadt Raghia, die von Katholiken bewohnt und der geistlichen Obhut des Pater Hilarion anvertraut war; sie kamen in der Absicht den Ort zu überfallen und auszurauben. Unterwegs begegnete der gute Pater dieser Rotte; er wurde ergriffen und mit dreißig schmerzlichen Stockstreichen auf die Fußsohlen entlassen. Aber bald darauf fiel ein heftiger Gewitterregen, der die Horde hinderte, weiter zu ziehen und ihr böses Vorhaben auszuführen. Ein andermal, da unser Missionär eben auf dem Wege war, einem Kinde die heilige Taufe zu ertheilen, wurde er von Hunden, die die Viehherden bewachten, angefallen und so erbärmlich zugerichtet, daß ihm die Eingeweide aus dem Leibe drangen; er schob das Gedärm zurück, hielt die Hand über die Verwundung und setzte seinen Weg zur Ertheilung der Taufe ruhig fort, mehr glühend von innen vom Feuer der Liebe, als er von außen den brennenden Schmerz der Wunden fühlte. - Als der hochwürdige Vinzenz Schmajawich, Erzbischof von Antivari*) und päpstlicher Kom*) Antivari, eine Stadt am adriatischen Meere, südlich von der dalmatischen Stadt Ragusa. 12 Wohlgemuth Pater Hilarion. miffär im Misstonsbezirke von Albanien, den eben genannten Bezirk wegen seines weiten Umfanges in mehrere Bezirke abtheilte, nämlich in den von Albanien, Mazedonien und Servien; blieb Pater Hilarion im erstgenannten, und nachdem er im Jahre 1710 von dem Kardinal Sakripante die Erlaubniß, nach Tirol zurückzukehren, erbeten hatte, harrte er doch auf dringendes Ansuchen des genannten Erzbischofs noch zwei Jahre in der Mission aus; zog aber nach Verlauf derselben, an Kräften ganz erschöpft und mit den besten Zeugnissen versehen, am 14. April des Jahres 1712 aus Albanien fort in seine Heimat. Glücklich erreichte er am 13. Juli sein Vaterland. Mit Ehrfurcht empfingen ihn ſeine geistlichen Brüder und wiesen ihm im Kloster zu Kaltern seinen nunmehrigen Aufenthalt an, damit er nach dem harten Tagewerf eine ruhige Stunde genießen möchte. Aber auch hier setzte er seinen Eifer im Beichtstuhle und am Krankenbette, im Chorbesuche und Almosensammeln ununterbrochen fort. Ohne Arbeit, glaubte er, würde der geiſtige Mensch bald abstehen, wie das Wasser ohne Bewegung. Noch einmahl erhielt er in der Folge den Ruf als Missionär unter die 178 Wohlgemuth Pater Hilarion. 179 Türken. Freudig folgte er auch diesmal der Einladung; wohlgemuth machte er sich, ohne nur von den Seinigen Abschied zu nehmen, wieder auf die Reise. Eifer kennt weder Weigerung noch Säumniß. Aber ein Krieg war inzwischen ausgebrochen, und er sah sich genöthiget nach Tirol zurückzukehren, ohne die Mission erreicht zu haben. Endlich damit dieser wahrhaft köstliche Stein für den Himmlischen Bau mehr und mehr geeignet würde, polirte ihn der Herr vollends durch den heilsamen Meißel und Hammerschlag verschiedener Kränklichkeiten; denn sehr Vieles hatte er die sechs letzten Jahre seines Lebens an Steinschmerzen zu leiden, und wurde überdies an der linken Seite von einem Schlagfluße berührt. Durch diese und andere kleine Martern aufgezehrt, wurde er endlich durch einen gottseligen Tod in die himmlische Heimat übersetzt. Er endete im Rufe einer mehr als gewöhnlichen Tugend am 13. Juni 1728 zu Kaltern, und hinterließ trauernd seine Mitbrüder. and joints 0907 Die Welt beliebt die Mönche nicht selten fromme Müßiggänger zu nennen. 12* 180 Wohlgemuth Pater Hilarion. Aber ihr, liebe Weltfinder! wißt ihr, was diese Müßiggänger thun? Der Franzis kaner steht hier einem Sterbenden bei, predigt dort dem Christenvolke, oder trägt das Evangelium zu Heiden und Ungläubigen; der Kapuziner betet um Mitternacht für alle Menschen, und arbeitet bei Tage am Heil der Seelen; der Redemptorist geht auf Mission, sucht hier Verirrte auf, tröstet dort einen Armen oder unterweiset ein Kind; der Benediktiner schreibt ein treffliches Werk, oder bildet die Jugend, oder verfaßt seine wissenschaftlichen Forschungen unterbrechend, eine Predigt auf das nächste Fest; der Bruder der christlichen Schulen kehrt das Zimmer, welches sogleich von einigen Hunderten armer Kinder angefüllt werden wird; der Jesuit besucht Kranke, hört Beichte, belehrt Unwissende, bringt das H. Meßopfer dar, welchem vielleicht nur Bettler und Mägde knieend beiwohnen. Und alle, und noch so viele Andere, die ich nicht nenne, alle arbeiten, alle beten, und alle werden arbeiten und beten früh und spät, nicht des Ruhmes wegen, der sie nicht fümmert; nicht des Vermögens wegen, daß sie nicht begehren; nicht der Achtung der Welt wegen, denn Wohlgemuth Pater Hilarion. 181 die Welt überhäuft sie mit Beleidigungen; nicht einmahl der dankbaren Segnungen der Unglücklichen wegen, denn sie thun das Gute, um es zu thun, um Gott zu gehorchen, der es also befiehlt, und sie thun es ohne Nachlaß, ohne Ruhe, ohne irdischen Lohn. al sito AD 30 100 nelle mine grozvojamos 182 Machabäns Troyer, 390 mg oder anth der gottselige Student. www anda bo mnd(+ 1615.) ded ( † thir Wenn man gleich den Studenten in Allgemeinen nicht nachrühmt, daß sie besondere Freunde der Andacht oder Muster der Unschuld seien, so gab es unter ihnen doch immer Einige, und gibt es hoffentlich noch immer Welche, die wie freundliche Blümchen im Garten Gottes blühen, auf die jedes Auge mit Wohlgefallen sieht. Der Jüngling von dem hier erzählt wird, stammte von adeligen Eltern aus Pusterthal. Sein Vater war Christoph von Troyer, Herr des Adelfitzes Gißbach bei Sankt Jörgen in der Pfarre Gaiß, und Pfleger zu Taufers; derselbe war in seiner Jugend am Hofe des Königs von Spanien einige Jahre Edelknabe gewesen. Seine Mutter war Elisabeth von Winkelhofen, zweite Gemahlin des genannten Herrn Pflegers, eine Frau voll hohen religiösen Sinnes. Sie war schon in das fünfzigste Lebensjahr vorgerückt, als sie von dem HimS 1831 v. Troyer Machabäuß, Student. mel mit diesem Kinde noch erfreut wurde. Dasselbe kam am Festtage Mariä- Verkündigung, den 25. März 1602 zur Welt ,. und erhielt in der Taufe den Nahmen Machab äus. Das Knäblein, obgleich noch klein und zart, gab schon auffallende Zeichen seiner zukünftigen Gottseligkeit, indem es, wie man von einigen Heiligen liest, an Freitagen sich der Mutternahrung enthielt. Als es et was größer geworden, achtete es für nichts. die Kinderspiele. Um den lieben Knaben rechtschaffen erziehen und bilden zu lassen, übergab ihn der Herr Vater zur Obsorgei den Jesuiten zu Hall, Und bald zeichnete er sich unter seinen Mitschülern in solchem Grade aus, daß er Allen zum Mufter vors: gestellt werden konnte. Seine Unschuld und Reinheit der Sitten, sein Eifer im Gebethe und im Gebrauche der heiligen Heilsmittel, sein Fleiß im Studiren, sein pünktlicher und hurtiger Gehorsam sammt seinen andern Tugenden räumten ihm vor den Uebrigen un ftreitig den Vorzug ein. In dem Kranze: ſeiner Tugenden leuchtete ganz besonders seine Milde und Freigebigkeit gegen die Arment hervor. Er entzoge seinem eigenen Munde manche Labung, um sie den Dürftigen zust 184 v. Troyer Machabäus, Student. kommen zu lassen. Und Gott hatte daran großes Wohlgefallen; das gab er durch eine seltsame Begebenheit zu erkennen. Machabäus pflegte den Wein, den er sich absparte, einem gewissen Armen zu schenken, der mit einem Krebsübel behaftet war; durch den Genuß dieses Weines wurde der armselige Kranke nicht blos oft gestärkt und erquickt, sondern am Ende sogar von seinem Uebel geheilt. Gegen das allerheiligste Altarsgeheimniß trug der fromme Jüngling die innigste Verehrung und Andacht; wenigstens einmal in der Woche empfing er das Bord der Engel, nachdem er zuvor sein Gewissen durch die heilige Beicht auf das sorgfältigste gereiniget. Der jungfräulichen Mutter diente er mit Treue und Eifer, und befliß sich, ihr vorzüglich in der Unschuld und Reinigkeit des Lebens nachzufolgen. Unter den heiligen Patronen verehrte er besonders den heiligen Franz Seraphikus, der ihm im Todbette sichtbar erschien und ihn zur ewigen Glorie einlud. Heftige Kopfschmerzen plagten den braven Studenten fast beständig und bereiteten ihm sein frühes Grab. Mit innigfter Andacht empfing er die heil. Sterbsakramente, und starb, sich sehnend nach Christus, v. Troyer Machabäuß, Student. 185 in der Blühte seiner Jugend, noch nicht voll 13. Jahre alt, den 16. Jänner 1615 an einem Freitage. Nach seinem Hinscheiden gab das Gefäß, in welchem er den Armen den Wein gereicht, dreimal, ohne von einem Menschen berührt worden zu sein, einen lieblichen Klang von sich. Sein Leichnam wurde anfänglich zu Hall begraben, nach einiger Zeit aber Erlaubniß der geistlichen Obrigkeit nach Volders, eine Stunde unter Hall, gebracht und in der dortigen Sankt Karlskirche beigesetzt. Später ließ ein naher Verwandter, von Zyriakus Troyer, das Grab mit einer schönen Inschrist zieren. Die Unschuld gleichet dem Bilde der Sonne; sie leuchtet, sie wärmet und belebt; ihr steht selbst der Himmel offen. abs 186 Ansout Sideball! gord How thin cond me and at 6101 Karl Agsthofer, 1 erster Direktor der deutschen Schule in Innsbruck. and mel( † 29. Juni 1772.) and dop Smile rest Lange lag in Tirol, wie in andern Provinzen deutscher Zunge, das Feld des Volksunterrichtes fast öde und verwildert. Noch um die Mitte des vorigen Jahrhunderts waren nur in den größern Dörfern Landschulen eingeführt, woran nicht die Hälfte der unterrichtsfähigen jungen Bevölkerung theilnehmen konnte. Und diese wenigen Schulen waren größtentheils mit Unwissenden, äußerst farg besoldeten Lehrern besetzt; welche ohne höhere Vorschriften planlos, lediglich nach eigenem Gutdünken, ihre Schüler zur Noth lesen, und einige wenige, welche Lust und Fähigkeit zeigten, schlecht schreiben, selten auch etwas rechnen Lehrten. Erst unter der Kaiserin Maria Theresia, welcher Fürstin die Provinz Tirol mehrere weise und wohlthätige Gesetze verdankt, gewann das Volksschulwesen eine andere Gestalt. Einer der Ersten, der dies durchzuführen berufen war, gleichsam ein Eisbrecher 187 Karl Agsthofer, Prieſter. in diesem Felde war Herr Karl Agsthofer aus Pusterthal. Er war um das Jahr 1730 zu Toblach geboren und 1757 zu Briren zum Priester geweiht worden. In neunjährigem Seelsorgsdienste that er sich als Kinder und Jugendfreund auszeichnend hervor. Als daher im Jahre 1766 die Regie rung in Innsbruck ernstlich anfing Hand anzulegen an die Volksschulen- Verbesserung ward Priester Agsthofer zum geistlichen Untersuchungs- und Einrichtungs- Kommissär der im Innsbrucker Burgfrieden befindlichen deutschen Schulen ernannt. Er war der Regierung als vorzüglich geeignet empfohlen worden. Sein Bischof, Leopold Graf von Spaur, ertheilte ihm zu diesem heilsamen Werke mit Dekret vom 18. Dezember 1766 seine oberhirtliche Genehmigung, nebst dem bischöflichen Segen und der Ermahnung, daß er in dem ihm anvertrauten Geschäfte seinen Eifer, seine Wissenschaft und Bescheidenheit walten lassen möge. 8d pinnad922 Agsthofer fand bei der Untersuchung des Schulen- Zustandes in der Landeshauptstadt, daß von tausend schulfähigen Kindern kaum 300 die Schule wirklich besuchten. 63 wurde daher der Besuch nachdrücklich em Karl Agsthofer, Priester. pfohlen, und die verbesserte Anstalt mit Ende Februar 1767 durch ein feierliches Amt in der Spitalkirche zu Inusbruck ,, und zugleich durch eine passende Anrede eröffnet. Ungeachtet sehr vieler Widersprüche fand sich doch bald eine solche Menge Kinder ein, daß Agsthofer sich nm ein paar eifrige Gehilfen nmzusehen genöthiget sah. Diese erhielt er in Georg Sirt Demoser von Innsbruck, bisHerigem Hilfspriester zu Inzing, und Philipp Jakob Tangl vom Vulpmes, Subregens im Priesterhause zu Briren, denen unterm 23 Mai desselben Jahrs zu dem gedachten Geschäfte das Ordinariats- Dekret zugefertiget wurde. Alle Gutdenkenden waren über den gedeihlichen Anfang der Schulenverbesserung hoch erfreut, obwohl es auch nicht an Gegnern fehlte, welche der guten Sache manchen Stein in den Weg wälzten. Noch spuckte nämlich damals in vielen Köpfen der seltsame Wahn, als wäre die Verbreitung und Verbesserung des Unterrichtes im Volke ein in politischer und sittlich- religiöser Beziehung gefährliches Beginnen. Im nämlichen Jahre( 1767) reisten dann die genannten Priester Agsthofer, Demoser und Tangl, von dem damaligen Gubernial. Präsidenten = 188 Karl Agsthofer, Priester. 189 Kassian Ignaz Grafen von Enzenberg unterstüßt, nach Sagan in Nieder- Schlesien, um sich mit der dort eingeführten so sehr gerühmten Schulverfassung näher bekannt zu machen. Die Bemühungen dieser patriotischen Männer trugen die herrlichsten Früchte. Das ganze Unterrichts- und Erziehungswesen erhielt allmälig eine bessere Einrichtung, und die Zahl der Schulen eine auffallende Vermehrung. Agsthofer wirfte an der Direktion der deutschen Schulen des Vaterlandes leider nicht länger als sechs Jahre. Durch seinen unermüdeten Eifer für das Wohl der Kinder zog er sich eine Auszehrung zu, die ihn im Jahre 1772 am Feste Petri und Pauli in ei= nem Alter von etwa 42 Jahren zur ewigen Ruhe beförderte. Die Freuden der Schule. Wer in einem jungen Garten Sich als Gärtner sieht gestellt, Zarter Bäumchen klug zu warten Erntet eine Freudenwelt. Den der Gärtner wird sie pflegen, Wird die Bäumchen freundlich zieh'n 190 Karl Agsthofer, Priester. Bis fie mit des Himmels Segen Lustig rings um ihn erblüh'n. Und in ſpäten Herbstes Tagen Kommt das köstlich reiche Mahl Denn die Bäumchen werden tragen Reife Früchte sonder Zahl. hy op 20 Und die Früchte tragen Keime Reichlich im gesunden Kern; Aus den Keimen sprossen Bäume, Wächst ein Wald dem milden Herrn. shin bodia CON minns meusd de mi id jord innff drin sig inn STTI 97 planeang modne Spony noe 1919 sluch sad nadus nie msiz meni mani ni on 100 i sin motor us pulf more 108 alumodus snia fitur med sit die mith and me Jobile onnis mchbar Jum Anno, der achte Bischof von Freising. mmdo sanc+ 9. Oktober 875.) man hapskoffre ve siap ind -nig 8 ut IIEV athicht milet bon moffung: manis Anno( Hanno) war von Hall bei Innsbruck gebürtig. Bojoarian erstreckte sich damals wohl über den Brenner. Sein Vater, ohne Zweifel ein Edelman, ließ außer ihm keine Kinder zurück; deswegen folgte ihm Anno als Erbe, und brachte hiedurch viele Güter, die in Rum und in der Gegend von Hall gelegen waren, an die Kirche in Freising. Er wurde im Jahre 855 zum Bischofe dortselbst erwählt. Da sich die Domherren über seine Wahl nicht vereinigen konnten, entschied das Volk die Wahl durch Anno gerieth schon im erlauten Zuruf. sten Jahre seiner Regierung 855 mit dem Bischofe von Trient, Udalskalk, wegen des Besizes einiger Weingüter bei Bozen in Streit, welcher in einem öffentlichen Gerichte zu seinen Gunsten entschieden wurde. König Ludwig bestätigte nachhin diesen Ausspruch. Seiner Kirche erwarb er sehr viele Güter. Im Jahre 868 wohnte er dem vom Könige Ludwig berufenen Nationalkonzilium - 191 - Anno, Bischof. zu Worms bei, auf welchem auch der Bischof Lantsrid von Säben erschien.- Anno war es auch, welcher, vom Papste Johann VIII darum gebeten, die erste Orgel sammt einem Organisten nach Italien schickte. Hieraus schließen Einige, daß die Orgeln erst gegen das Ende des 9. Jahrhunderts in Italien bekannt wurden, und daß die Italiener dieses herrliche musikalische Instrument von den Deutschen kennen lernten.- Anno saß 20 Jahre und etliche Monate auf dem Stuhle des Hl. Korbinian. Er starb am 9. Oktober 875 im hohen Greisenalter, und liegt in der Kathedralkiche zu Freising begraben. 192 and im 338 osig som ste mi Evd nogoor nooit mit mod i mote hd stigah 12 enginia adat indien anhan mbi#E r Pater Adolf Adolfi aus dem Franzikaner- Orden. Blutzeuge. 198 m Den preiswürdigen Helden, welche unter der Fahne des Hl. Vaters Franziskus ehrenhaft gekämpft und den Siegeskranz errungen haben, kann der ehrwürdige Pater Adolf, mit dem Geschlechtsnahmen Adolfi ( nach Andern: Ardolfi), mit Fug und Recht beigezählt werden. Der Ort ſeiner Geburt war, wie von den Geschichtschreibern des Ordens fast einmüthig angegeben wird, der Flecken Kaltern in Südtirol. Nachdem er als Jüngling in den schönen Künsten und Wissenschaften sich wohl vorgebildet und geübt hatte, ward er Doktor beider Rechte, und bald darauf auf sein demüthiges Ansuchen in den Orden des Hl. Franziskus in der Straßburger Ordensprovinz aufgenommen. In dem Klosterstande that er sich in der Vollkommenheit des weltabgeschiedenen Lebens und in Beobachtung der Ordensregel, absonders in den heiligen Gehorsam gar rühmlich hervor. Mochte vielleicht der Himmel ihn 13 Adolfi, Franziskaner. deshalb zur Märtirerpalme außersehen haben. Wegen seiner vorzüglichen Gabe, Andere zu leiten, wurde ihm zu wiederholten Malen das Amt eines Guardians, dann die Würde eines Definitors, und im Jahre 1629 die Bürde eines Kustos der genannten Ordensprovinz übertragen; zugleich vertraute man ihm als sehr gewandtem Geisteslehrer das wichtige Geschäft eines Beichtvaters der Klarissinnen zu Heilbrunn an. Als solchem eröffnete sich ihm unverhofft der Weg zur Blutzeugenschaft. 194 Die Schweden fielen um jene Zeit unter Anführung ihres Königs Gustav Adolf in die deutschen Lande ein und verheerten dieselben mit Feuer und Schwert. Wo sie hinkamen, hinterließen sie traurige Spuren ihrer Grausamkeit und fanatischen Wuth, besonders aber mußte die katholische Geistlichfeit Vieles von ihnen erleiden. Eine Abtheilung des schwedischen Heeres hatte im Winter 1632 zu Heilbrunn sein Standquartier. Eines Tages in demselben Winter reiste Pater Adolf in Gesellschaft eines Weltlichen von Heilbrunn nach Pfullingen, um für das dortige Jungfrauenkioster Fürsorge zu thun und ihm Sicherheitsbriefe von dem 195 Adolfi, Franziskaner. schwedischen Befehlshaber zu überbringen. Er hatte bereits eine Strecke von sieben Stunden Wegs zurückgelegt und war nicht mehr ferne von der Feste Hohenaschberg; da fiel plötzlich ein kezzerischer Reitknecht, welcher vordem ein Wirth im Würtembergischen gewesen sein soll, dann aber ein schwedischer Dienstsoldat geworden, über ihn her und begehrte mit großem Ungestüm Geld von ihm. Der Pater gab dem Krieger zur Antwort, er trage als armer Franziskaner kein Geld; zugleich wies er seine Sicherheitspapiere vor, Hoffend, der Soldat würde dadurch bewogen, von seinem ungerechten Anfinnen abzulaffen. Allein dieser setzte nun vielmehr noch heftiger und ungestümer dem armen Mönche zu, denn er trug ein Herz voll Grausamkeit und Haß gegen die Katholischen. Er griff jetzt nach seinem Gewehr und schlug damit dem Pater auf das Haupt, so stark, daß dieser zu Boden sank. Er erholte sich jedoch wieder, suchte sich aufzurichten und flehte um das Leben; aber der Mörder zog ist seinen Sä bel und haute ihn in das Haupt des Paters tief hinein, so daß das Gehirn herausrann. Selbst damit nicht zufrieden, feuerte er noch seine beiden Pistolen auf den ster13* 196 Adolfi, Franziskaner. benden Bekenner ab; eine Kugel drang durch den Hals, die andere durch die Ohren des Märtirers; sterbend sprach er noch die Nahmen Jesus! Maria!" und gab seinen Geist auf. Den Leichnam des Gemordeten schleppte der Bösewicht, an den Schweif seines Pferdes gebunden, in den nächsten Wald und ließ ihn, nachdem er ihn des verhofften Geldes wegen vergeblich durchsucht, im Dickicht liegen und sprengte davon. Drei Tage und Nächte blieb der todte Leib im Gehölze; dann ward er aufgefunden und auf Befehl des Herzogs Julius von Würtemberg in dem lutherischen Friedhofe zu Hohenaschberg begraben. Nach Verlauf von sieben Jahren aber ließ der ehrwürdige Pater Georg Kremser, selber Zeit Provinzial der Franziskaner, die Gebeine des Seligen aus der Erde zu Hohenaschberg erheben, sie in einen zinnenen Sarg einschließen und zu Heilbrunn bei den Klarissinen, die er bei Lebzeiten zur Tugend und Vollkommenheit angeleitet hatte, ehrenvoll beisetzen. Bis auf den heutigen Tag wird, wie P. Wolfgang Högner in seinem Franziskaner- Heiligenbuche meldet, Adolf als Blutzeuge verehrt, und sein Grab zu Heilbrunn von Andächtigen besucht. In - Adolfi, Franziskaner. 197 Bezug des Tages seines blutigen Todes find die Geschichtschreiber nicht einig. Die Einen geben den 6. oder 8. Jänner, die Andern den 4. März, wieder Andere den 5. Oktober des Jahres 1632 an; am meisten hat die Meinung derjenigen für sich, die seinen Sterbetag in den Monat Jänner versetzten. Den Mörder ereilte nach einigen Jahren die Rache des Himmels, er wurde unweit des nämlichen Ortes, wo er seine grausame That verübt hatte, räuberisch überfallen, ausgeplündert und mit Steinen todt geworfen. 2011 55 11 Nach Gott," sagte ein geiftvoller Mann, ist nichts so sehr zu fürchten, als Der, der Gott nicht fürchtet. 4 du MD 198 Der rechtschaffene Michael Nainer, Bre Landmann.co ( † den 13. August 1849.) m the annoste mad mi possono Terfens, ein Lokalie- Dorf im Unterinnthal, etwa drei Stunden unter Hall links am Inn, war der Heimatsort Rainers. Er war im Jahre 1810 von wenig vermöglichen Eltern geboren. Von seiner Jugend an bis zu seinem Tode verlegte er sich auf Laudwirthschaft und Feldbau. Schon als Knabe von 15. Jahren trat er in fremden Dienst, wo er bis ins zwanzigste Jahr bei zwei recht ehrlichen Bauern in Dienst gestanden. Als er den loosungspflichtigen Jahren nahe war, erwachte in ihm der Gedanke, daß etwas mehr Lesen und Schreiben und Rechnen ihm zum Soldatenstand, den er ohne besondere Scheu erwartete, recht zuträglich wäre; auch wollte er in seiner Einfalt ganz besonders sich in Kenntniß der Landfarten setzen, und er wendete sich daher an die ehrwürdigen P. P. Franziskaner in Schwaz, welche ihn freundlich und bereit 199 Rainer Michael, Landmann. willig an den damaligen Frater Alerander Martin, nachmaligen Missionär in Nordamerifa, anwiesen. Dieser ertheilte ihm alle Sonn- und Feiertage, an welchen er ihn fleifig besuchte, dienstwilligst Lektionen, und arbeitete für ihn wohl oft halbe Nächte, um diejenigen Stücke zu verfertigen, welche zu kaufen der unbemittelte Bauersknecht das Geld nicht besaß, und so brachte er es endlich so weit, daß er das Nothwendige in den obengenannten Gegenständen erlernte, und auch noch darüberhin Einiges von der italienischen Sprache sich aneignete. So erwartete er, gestärkt durch die guten Lehren des Frater Alerander, ohne Furcht die Rekrutirung. Allein Gottes Vorsehung wollte nicht, daß Michael in den Soldatenstand fam. Er verlegte sich also wie bisher auf Bauerschaft, und zwar damals bei seinem Bruder in Terfens. Als er in diesen Verhältnissen bemerkte, wie hart man auf dem Lande mit der oftmals nothwendigen Markung und Bemessung der Wald- und Feldstücke thue, und wie theuer oft derlei Arbeiten bezahlt werden müssen, entschloß er sich, wiewohl nur Dienstknecht, auch in diesem Stücke die erforderlichen Kenntnisse sich anzueignen, und wendete sich des Rainer Michael, Landmann. halb an den damaligen Kreisingenieur Vorhauser in Schwaz. Dieser sagte ihm redlich und wohlmeinend, als er seinen Wunsch vernahm: er glaube, es würde ihm und Andern besser sein, wenn er die Sache so weit verfolgte, daß er sich endlich einer öffentlichen Prüfung unterziehen könnte; er seinerseits wolle Alles thun, was er thun könne; und er kam diesem Versprechen auch wirklich nach. Rainer sollte und mußte nun vor Allem die Kreishauptschule besuchen, was auch geschah. Ueberdies nahm er eigene Privatunterrichtsstunden beim Schuldirektor und Zeichnungslehrer dortselbst. Nebenbei wandte er sich wieder an die Patres Franziskaner in Schwaz mit der Bitte, ihn im Rechnen und in der Geometrie zu unterrichten, weil er das Vermögen nicht besaß, sich in diesen Gegenständen eigene Unterrichtsstunden zu bezahlen. Wiederum übernahmen es zwei Patres ohne einen irdischen Lohn ihm den gewünschten Unterricht zu geben. So wurde Rainer ordentlich geprüfter patentifirter Feldmesser in den nordtirolischen Kreisen. Von Innsbruck bis Kitzbüchel war er vielfältig wohl gekannt und geachtet. Ein einfacher, schlichter Landmann, wußte er Meßtisch und Diopterlineal, 200 201 Rainer Michael, Landmann. die Werkzeuge der Feldmeßkunst, geschickt handzuhaben, und griff, wenn er seine Aufgabe auf dem Meßtische vollendet hatte, wieder nach seinen Ackerwerkzeugen, zufrieden und vergnügt in seinem Staude, in den ihn Gott durch seine Verhältnisse gesetzt hatte. Er meinte es jederzeit redlich mit Jedem. Bezüglich seiner Arbeit rechnete er stets sehr billig, ja fast durchgehends nicht einmal die Hälfte von dem, was zu fordern ihm seine Instruktion das Recht gab. Als landwirthschaftliches Mitglied sprach er manches freimüthige Wort, besonders der Viehweidung wegen, für die gute Sache. Den frommen Christensinn, der ein so schöner Schmuck des tirolischen Landmanns ist, hat er treu bewahrt und durch die Uebungen unserer heiligen Religion gestärkt und genährt. Mit Auferbauung wohnte er dem sonntäglichen Gottesdienste, und wenn es anders möglich war, auch an Werktagen der heiligen Messe bei; mit heilbegieriger Aufmerksamkeit hörte er das Wort Gottes jedesmal an, und oft empfing er mit Andacht die heil. Sakramente. Wenn es sich handelte, seinem Nächsten einen Liebesdienst zu erweisen, so ließ er sich mit aller Bereitwilligkeit dazu finden, und es war ihm Rainer Michael, Landmann. kein Weg zu weit und keine Nacht zu finster, um zu einem franken Nachbar den Priester oder Arzt zu holen, oder ihm aus der Apotheke die verordnete Arznei zu bringen. Noch weit mehr war ihm das Seelenheil solcher Kranken, die weiter vom Priester entfernt waren am Herzen gelegen, und um solchen im Abgange eines Priesters wirksameren Beistand leisten zu können, erbat er sich von seinem Seelsorger ein Handbüchlein, welches dazu Anweisung ertheilte. War Jemand in seiner Nachbarschaft im Herrn entschlafen, so wurde am nächsten Sonn- oder Feiertage für dessen Seelenruhe in der Kapelle seiner Heimat gewissenhaft der Seelenrosenkranz gebetet. Eines seiner letzten Liebeswerke war, daß er im Sommer 1849 in der Gemeinde eine Charpie- und Bandagen- Sammlung für die im ungarischen Feldzuge verwundeten Soldaten veranlaßte, und noch auf dem Sterbebette ließ er sich die portofreie Versendung derselben angelegen sein. Auf Anschaffung befehrender und unterhaftender Bücher verwenpete er Manches von seinem nicht gar ergiebigen Einkommen, und theilte solche nügliche Schriften jungen Leuten mit aller Bereitwilligkeit mit.diff und 202 203 Rainer Michael, Landmann. 11 st Wie Rainer als Christ gelebt hatte, so hat er auch auf dem Krankenbette und in seinem Tode seinen Christensinn bewährt. Mit inniger Andacht empfieng er die Sakramente der Sterbenden, und dankte mit gerührtem Herzen für die Gnade des wahren Glaubens und für die Tröstungen, welche ihm die Gnadenmittel desselben gewährten. Ein findliches Vertrauen hegte er auf seinem Todbette auf den Schutz und die Fürbitte der allerseligsten Jungfrau. Ich habe sie in meinem Leben allezeit verehrt", sprach er, ich hoffe, daß sie mich auch in der Stunde meines Todes nicht verlassen wird." Wenn man ihn zur Ergebung in den göttlichen Willen ermunterte, und in Betreff des Verlaufes seiner Krankheit auf die liebevollen und weisen Ano dnungen und Fügungen der göttlichen Vorsicht hinwies, sagte er:„ Ja, die Vorsicht Gottes ist mein Trost! Sie ist überhaupt in unsern Tagen der einzige Troft alIer Guten." Und wenn der ihm beistehende Priester, um ihn zur Geduld und Standhaftigkeit in den Leiden seiner Krankheit zu ermuntern, von der Kürze und Hinfälligkeit dieses Lebens, vom großen und ewigen Lohne der Beharrlichkeit im Himmel sprach, dann Rainer Michael, Landmann. faltete er mit Inbrunst die Hände, blickte mit Sehnsucht gen Himmel, und bemühte sich mit sterbensschwachem Munde die ihm vorgebeteten kurzen Ingendakte nachzuſprechen und zu wiederholen; bis er endlich am 13. August 1849 christlich im Herrn entschlief. Der Verblichene hatte das 39ste Lebensjahr noch nicht vollendet. Er nahm die Liebe und Achtung seiner Nachbarn und Aller, die ihn kannten, mit sich in's Grab. 204 - Die Zeit ist der Kaufpreis der Ewigkeit. Mit jedem Augenblick kann man den Himmel erkaufen, sich die ewige Glorie vergröBern. Das bedenk' o Chrift, und mache den Vorsatz, keinen Augenblick der kostbaren Zeit zu verschleudern, sondern durch ihre getreue Verwendung, durch die reinste Meinung bei deinen Handlungen, durch zahlreiche Opfer und Liebeswerke für deine Mitmenschen, und durch getreueste Erfüllung des göttlichen Gesetzes dir eine goldene Stiege zum Himmel zu bauen. - hommię mi 205 aroun Der Wirth Peter Mair, sinfe von den Franzosen erschossen den 20. Februar 1810. Nicht sehr weit von Briren, an der Poststrasse nach Bozen steht ein Wirthshaus, genannt in der Mahr"; daselbst war Anno Neun Wirth und Gastgeb ein gewisser Peter Mair, ein wackerer Tiroler. In dem bekannten Befreiungskriege des Jahres 1809, in welchem die Tiroler ihre Anhänglichkeit an die Religion der Väter und an das alte Herrscherhaus Desterreich so thatkräftig zeigten, wenigstens zu zeigen die edle Meinung hatten, hatte sich Mair als Kommandant eines Theils der Tiroler- Scharfschützen jenes Bezirkes mehrmal rühmlich hervorgethan, aber noch rühmlicher als Held in seinem Tode sich gezeigt. Sin Im November des genannten Jahrs, nachdem bereits Friede geschlossen war zwischen dem Kaiser Franz und dem Zwingherrn Napoleon, wagten die Tiroler, durch falsche Gerüchte und durch übergroße Vaterlandsliebe verleitet, an mehreren Orten noch die letzten Widerstände gegen die Franzosen und Baiern Mair Peter, Wirth. die das Land jetzt unter sich theilten und von demselben bereits Besitz nahmen. Auch Mair der Wirth in der Mahr ließ sich in den letzten Novembertagen( 25.- 30. November) nochmals als Mitanführer der letzten Wagnisse bei Briren und Klausen gebrauchen. Sehr betrübt waren, leider, die Folgen dieses Aufstandes. Nach baldiger Unterdrückung desselben ging es an ein strenges Untersuchen und Abstrafen derjenigen, die die Waffen ergriffen hatten. Denn der Vicekönig von Italien, dem das südliche Tirol und mit demselben das ganze Eisackthal und Pusterthal zugefallen war, hatte unterm 12. November ein scharfes Edift erlassen, durch welches vom Zeitpunkte der Kundmachung an das Tragen der Waffen unter Todesstrafe verboten war. Mair der Wirth wurde im Jänner 1810, fast gleichzeitig mit dem Oberkommandanten Andreas Hofer in Passeier, ergriffen und nach Bozen an das dort niedergesetzte Kriegsgericht abgeführt. Er war ein fester, redlicher Mann, tapfer und unerschrocken, einer der Außerlesensten des Vaterlandes, der keine Nebenrücksichten kannte, sondern nur Gott und das Wohl seiner Mitbürger im Auge hatte, und die ungetheilte 206 Mair Peter, Wirth. 207 Achtung in der ganzen Gegend genoß. Sein Eheweiß, die sich eben damals in gesegneten Umständen befand, eilte nach Bozen, wo ihr Mann im Kerker lag, um für dessen Freilaffung alles Mögliche zu thun. Allein das Kriegsgericht hatte ihn schon zum Tode verurtheilt. Dessenungeachtet nahm sich die Gemahlin des französischen Generals Baraguai de Hillier, die eine geborne Deutsche war und über ihren Herrn viel vermochte, des unglücklichen Gefangenen mit besonderer Theilnahme an. Das Urtheil wurde unter dem Vorwande, daß in der Form der Aburtheilung einige Fehler eingeschlichen seien, wirklich aufgehoben, eine neuerliche Untersuchung angeordnet, und dem beklagten Mair ein Rechtsbeistand( Advokat beigegeben). Dieser besprach sich mit dem Verhafteten im Gefängnisse, und unterrichtete ihn, daß er beim bevorstehenden Verhör nur sagen dürfe, er habe jenes Edikt des Vizekönigs, durch welches das Tragen der Waffen verboten worden, nicht gekannt; dann könne er sicher auf Befreiung von der Todesstrafe rechnen. Die zugleich gegenwärtige Chegemahlin beschwor ihn unter vielen Thränen, diesen Rath zu befolgen, sich dadurch das Leben zu retten, und 208 Mair Peter, Wirth. sich ihr und den Kindern zu erhalten. Allein der heldenmüthige Mann erwiederte im ernsten Tone:„ Ich will mein Leben durch keine Lüge erkaufen." Am 19. Februar 1810 ward das zweite Kriegsgericht gehalten, und mit Stimmenmehrheit das Todesurtheil über ihn ausgesprochen; denn er wollte sein Leben durch keine Lüge erkaufen. Am folgenden Tage ging das Urtheil in Erfüllung. Unerschrocken, gleich einem der ersten christlichen Helden, schritt Peter Mair auf den Richtplatz mit dem Bilde des Gekreuzigten in der Hand. Das Kruzifir gab er in dem letzten Augenblicke dem Priester, der ihn begleitete, damit es, wie er sagte, von keiner Kugel verletzt würde." So starb dieser hochherzige Mann als ein Bekenner der Wahrheit. Ist das Lügen in keinem Falle erlaubt? auch dann nicht, wenn es niemanden einen Schaden bringt? auch dann nicht, wenn ein großes Uebel dadurch verhindert wird? Antwort: Sage mau, was man will! wenn man durch die Lüge die Flamme des 1990 Mair Peter, Wirth. Krieges auslöschen, wenn man alle Verdammten aus der Hölle erlösen könnte; so kann man nichts Anderes entgegnen, als was das Evangelium und die ganze katholische Kirche sagt, daß es in keinem Falle erlaubt ſei, zu lügen, und daß es Gott selbst, als die ewige Wahrheit, nicht erlauben könne. Man kann nichts Anderes sagen, als was der H. Apostel Paulus sagt: Thun wir ja nicht das Böse, damit daraus das Gute komme!"( Röm. 3, 8.) Wer aber durch die Lüge sich selbst oder seinem Nebenmenschen helfen will, thut das Böse, denn jede fo 17009 Lüge ist bösent to seduled on Der große christliche Philosoph Justinus schreibt in seiner zweiten Schußschrift für die Chriften: ,, Lieber wollen wir Christen nicht leben, als etwas Lügenhaftes reden." So hasten die ersten Christen alle und jede Lüge. splindi new Der weise Mann sagt: ,, Lügenhafte Lippen sind dem Herrn ein Gräuel; die aber redlich handeln, an denen hat Er sein Wohlgefallen."( Sprichwört. 12, 22.) TOS® ned i d and bun timunst 209 14 210 19 shman& la mot chilien opsi maal of not als sllad id am 1001 BndDer blinde Bote im Zillerthale, Mathias Winkler. indul sid- almab( um 1835.) gill ung and Spar 80 * Gar sonderbar hat der liebe Gott auf dieser Welt die Stände, die Lebensverhältnisse und die Güter des Lebens ausgetheilt. Während dem Einen Alles im Ueberfluß zugefallen ist, und er ein gemächlich Leben führt, hat der Andere oft kaum soviel, daß er kümmerlich sein Leben fristen kann. Der größte Theil der Menschen muß sich im sauren Schweiße sein Brod verdienen. Aber oft ist ſelbst das nicht möglich, wenn nämlich die Gelegenheit und die Kräfte dazu mangeln, oder wenn Bresthaftigkeit daran hindert, oder das Alter hereinbricht. In diesem Falle findet der niedergebeugte Mensch nur Troft und Stärkung in der Religion Jesu Christi, und in der Aussicht auf ein anderes besseres Leben, und in dem Gebrauche jener Mittel, welche die Kirche und die Vernunft auch deat Verlassensten darbietet. 211 Winkler Mathias, Bote. Mathias Winkler, von dem hier die Rede geht, war der Sohn eines armen KohLenarbeiters, geboren im Jahre 1768 im Dörfchen Kapfing, Landgerichts Fügen im Zillerthal. Er verlor sein Augenlicht schon am dritten Tage nach seiner Geburt, weil in Folge einer Augenentzündung bei dem Kinde so viele schädliche Quacksalbereien angewendet wurden, daß ihm beide Augen ausflossen. Die Eltern waren arm, und hatten nach ihm noch fünf andere Kinder, konnten also, wie er heranwuchs, auf seine Erziehung nichts verwenden, daher er zum Bettelstabe schon bestimmt zu sein schien. Allein demungeachtet bettelte er niemals, sondern suchte sich immer selbst seinen Unterhalt zu erwerben. Sein natürlicher Abscheu vor dem Betteln gab ihm Mittel an die Hand, sich sein, langes Leben hindurch mit eigener Hilfe zu er nähren. Als er kaum das Jünglingsalter erreichte, fing er damit an, sich etwas zu verdienen, daß er in den zerstreuten Häusern seiner Gegend Brod zum Verkaufe umtrug, wobei er sich wochentlich mehrere Kreuzer erwarb, und dadurch gleichsam unbewußt zu ſeinem in spätern Jahren ergriffenen Geschäfte sich vorbereitete. Ferner übernahm er in der Kirche 14* Winkler Mathias, Bote, des eine Viertelstunde von Kapsing entlegenen Dorfes Uderns den Dienst eines Blasbalgziehers bei der Orgel, lernte auch einige, für die Seelenmessen bestimmte lateinische Lieder auswendig, welche er dann bei solchen Gelegenheiten in eben dieser Kirche absang. Diese beiden Verrichtungen, welche er bis in sein hohes Alter versah, trugen ihm des Monats einige Groschen ein. Auch fanden sich damals ein paar wohlthätige Einwohner, für welche er täglich in obgenannter Kirche den Kreuzweg beten mußte, die ihm dann auch monatlich eine Kleinigkeit darreichten. So ging es fort, bis er 34 Jahr alt war, und alles dies zusammen machte bei seiner und seiner Eltern Genügsamkeit einen artigen Erwerb aus, so zwar, daß, als letztere alt und kraftlos wurden, sich selbst wenig mehr verdienen konnten, und seine andern Geschwister alle entfernt und nur arme Dienstboten waren, dieser blinde Sohn allein zu dem Lebensunterhalte seiner Eltern kräftig beitrug. mi Als er das 35fte Jahr erreichte, starben seine Eltern bald nacheinander, welcher Verlust ihn so schmerzlich ergriff, daß er fast zu verzweifeln wähnte. Denn obschon er sie fast erhielt, so waren doch wieder sie es, 212 213 Winkler Mathias, Bote. welche anderwärts Fürsorge für ihn trugen, und ihm durch Liebe und Theilnahme seinen Zustand so viel als möglich erleichterten. Nach ihrem Tode stand er ganz allein; seine Ge schwister waren theils auch todt, theils entfernt und arm, und er sollte nun zum ersten Mal jede Sorge für sich selbst allein tragen. In dieser äußerst betrübten Lage wußte er sich, wie er nachher mehrmal selbst erzählte, nicht anders zu helfen, als daß er zu dem Gnadenbilde nach Brettfall( einem Kirchlein mit einer Einsiedelei auf einem hohen, schroffen Felsen, gleich am Eingange des Zillerthales) hinauf wallfahrtete, und dort in seinem Vertrauen zu Gott die heilige Mutter anflehte, daß sie ihm Trost und einen Gedanken einflößen möchte, was er jetzt in ſeinem verlassenen Zustande thun sollte. Als er ungefähr eine Stunde betend und weinend dort zugebracht, ging er etwas beruhigter nach Hause, und im fortwährenden Nachsinnen wegen seines fünftigen Thuns fam ihm der Gedanke, er wolle einen Boten abgeben. Als er diesen Entschluß seinen Mitbewohnern entdeckte, wurde er verlacht, und man wollte es ihm ausreden, indem man meinte, ein blinder Bote sei was Unerhörtes, und nie- Winkler Mathias, Bote. mand würde ihm Aufträge anvertrauen wollen; allein unser Mathias ließ sich nicht davon abbringen, den die Meinung hatte sich bei ihm festgesetzt, daß der Gedanke, ein Bote zu werden, ihm von der Mutter Gottes sei eingegeben worden. Er fing also seine Wanderungen nach der drei Stunden von seinem Orte entfernten Stadt Rattenberg an, und aus Neugierde gaben ihm die Leute gleich die gewöhnlichen Aufträge mit, und forschten ihm nach, ob er sie auch allein verrichte, wovon man sich indeß bald überzeugte, und von seiner Pünktlichkeit und Vorsicht immer mehr Proben erhielt. Schon nach Verlauf des ersten Jahres wurde er als der sicherste und verläßlichste Bote erkannt, als welchen er sich auch stets bewährte. So ging dieser blinde Mann mehr als 24 Jahr regelmäßig alle Wochen ganz allein, seinen Korb auf dem Rücken, in der Hand einen langen Stock, mit welchem er immer vorwärts stieß, nach Rattenberg, auf welchen Weg er fünf Dörfer zu passiren hatte, und legte in fünf, höchstens sechs Stunden denselben zurück. Dort besorgte er die verschiedenen Geschäfte, welche ihm aufgetragen wurden, kaufte allerlei Sachen ein, und zahlte überall den Geld214 Winkler Mathias, Bote. 215 betrag allein, ohne fremde Hilfe, aus, indem er durch das Gefühl seiner Finger die gewöhnlichen Geldsorten erkannte. Dann packte er alle Sachen selbst ein, und übergab zu Hause jedem eigenhändig das Seinige, ohne zu fehlen. Man erinnerte sich, so lange er Bote war, keines Beispiels, daß er in den so mannigfaltigen Aufträgen jemals eine Verwechslung oder einen Fehler beging. Durch das Gelingen seiner Wanderungen nach Rattenberg ermuthiget, unternahm er späterhin auch noch etwas weitere, nämlich auf die Jahrmärkte nach der Stadt Hall, welche von seinem Orte bei 8 Stunden Wegs entfernt ist, und wohin er nebst dem Markte Schwaz noch zehn Dörfer zu pafsiren hatte. In Hall selbst fand er im größten Marktgewühl an alle jene Orte, wo er zu thun hatte, und kehrte eben so allein, wie er hingegangen, wieder nach Hause zurück, und es war höchst interessant zu sehen, wie geschickt und vorsichtig er jedem ihm entgegenkommenden Wagen auszuweichen, und jedem auf der Straffe befindlichen Gegenstand sorgfältig vorbeizukommen wußte. abphonguid zapić Was seine Persönlichkeit anbelangt, so war sie das Bild der reinsten Gutmüthigkeit Winkler Mathias, Bote. Aus seinem ganzen Wesen sah man den frommen, redlichen Sinn, biedere Einfachheit und unverfälschte Herzensgüte freundlich hervorstrahlen. Dabei verrichtete er sein mühevolles Geschäft mit einer immer gleich frohen Laune, und blieb unverdrossen, ob's auch draußen auf seinem Wege stürmte, oder ob ihm die Soune dazu lachte. Man war gezwungen, ihm von Herzen gut zu sein, wenn man ihn genau beobachtete. Traurig stimmte ihn nur der Gedanke, was er beginnen wür de, wenn er nicht mehr im Stande wäre, bei Abnahme der Kräfte oder im hohen Alter als Bote zu gehen. Berührte man diese Saite, so seufzte: er wohl tief, und meinte, dann bliebe ihm freilich nichts anderes üb rig, als bei seinen ohnehin armen Mitbewohnern des Dörfchens Kapfing um Nahrung zu betteln, und dieser Kummer trübte ihm manche Stunde. Wohl verdiente dieser Une glückliche, welcher mit so seltenen Anstren gungen sein ganzes Leben hindurch sich selbst ernährte und Niemanden zur Last fiel, den Lohn, sein höheres Alter sorgenloser und ruhiger hinzubringen. Wirklich sorgte die lie bende Vorschung für den guten Alten. Einem Apotheker in Wien, Alois Fenderl, kam 216 217 Winkler Mathias, Bote. der Bericht vom blinden Boten im Zillerthal zur Hand; er ließ denselben im Jahre 1828 in die Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode einrücken und dabei den Wunsch ausdrücken, daß doch dem armen Blinden von Menschenfreunden für sein Alter eine erleichternde Hilfe werden möchte. Zugleich veranlaßte er ein sehr getreues Porträt des blinden Boten, wie den Korb am Rücken, den Stab in der Hand, vertrauend auf Gottes Führung vorwärts wandert. Aus dem Erlös des niedlichen Bildes, das fast in allen Kunst- und Buchhandlungen Wiens und Tirols feil geboten wur de, und per Stück 18 Kreuzer kostete, sollte dem armen Mathias Winkler ein Nothpfenning für die Tage der Krankheit und der Bei jeiner Erwerblofigeit gesichert werden. Genügsamkeit und einfachen Lebensweise bedurfte es wohl nur wenig, um ihn sehr glücklich zu machen. Ein Sechser war ihm mehr als dem vielbedürftigen Städter ein Gulden. So und durch andere Gaben gutherziger Menschen ward für ihn gesorgt in den leg ten Tagen seines dunklen Lebens, das er um das Jahr 1835 mit einem helleren, wie wir hoffen dürfen, verwechselte. Winkler Mathias, Bote. moto manily Lied eines blinden Mannes. sid mi Ein blinder Mann, ein armer Mann, Verstoffen von der Welt; Kein Mitleid das ihn trösten kann, Kein Mensch, der ihn erhält! 218 Ein blinder Mann, ein armer Mann, Sieht Gottes Erde nicht n Und lächelt ihn die Sonne an, Er steht und kennt sie nicht; F it mad tige sonnen. Edith 290 Und scheint der Mond in stiller Nacht, p Er scheint, ach, nicht für ihn-dind Und glänzt der Sterne Silberpracht, Für ihn ist sie dahin! by her movie traile Ein blinder Mann, ein armer Mann, Das fühlt nur, wer es ist- Und der thut gut und wohl daran, Der seiner nicht vergißt.dshie und alp 398 mdn@ din and dim o Dem Mann, der ihm mit Bruderhande Still eine Gabe reicht, ist mpm2 not Danft er noch an des Grabes Rand, and Wenn seine Wange bleicht. ia mfjor Winkler Mathias, Bote. Ein blinder Mann, ein armer Mann; O denkt's, und danfet Gott, ndo Und helfet, wo man helfen kann, BUD Den Blinden aus der Noth! 219 day dong hi om ginseng sim 00 mi nas tramaj bi pot mjes2 s100 9th Sabid bure nd 1000-8: 1@ SURndire skrif 19 pindad nacht stout mult in 12 mdhund it to Inlla ned maing tim la madnia go int sidenwag Funen sus ampo dolg 33 stjuar maličnggiline diesen ger smiling and no tin dhe ins gumo jomis tiom dashte doma ni 1107 njeg dan puupliin? ungidnim Aldund du johiduun shic bun fingim 220 Prime Johann Dominikus Mahlknecht aus Gröden, Handelsmann. Sull ( † 1809) Ein Wenig zu Wenig macht Viel nach und nach, Wie Tropfen zu Tropfen sich sammelt zum Bach. Dies scheint der Wahlspruch dieses seltenen Mannes gewesen zu sein. Er war geboren den 23. Juni 1724 zu Sankt Ulrich im Thale Gröden. Als kleiner Knabe schon beschäftigte er sich, wie es in demselben Thale üblich ist, sehr emsig mit Schnißen von allerlei Holzfiguren, die man den Kindern als Spielzeug zu kaufen pflegt. Auch Gegenstände zur Verehrung, wie Kruzifire und Heiligenbilder, wußte er zu verfertigen. Bald trieb er danu Hausterhandel mit solchen Schnitzwaaren, und setzte ihn durch viele Jahre mit einer staunungswürdigen Anstrengung und Sparsamkeit fort. Als er sich dadurch ein ansehnliches Geld erspart, auch viele Kundschaft und Handels 221 Mahlknecht Joh, Dominik. flugheit erworben hatte, versuchte er nach und nach auch Spekulationen mit andern Waaren, mit Linnen- und Wollenzeug, mit Seide und Modeartikeln, ja selbst im GroBen, aber immer mit der größten Vorsicht. Das Glück war ihm günstig; sein Vermögen vermehrte sich; aber sein Aufwand blieb immer gleich gering und uur auf das Allernothwendigste beschränkt. Er wurde auf diese Weise ein sehr reicher Mann, so daß er in seinem höhern Alter( er erreichte 85 Lebensjahre) mehr als eine halbe Million Gulden besaß. Wie weit er seine Anstrengung und seine Entbehrungen trieb, mögen einige kleine Umstände, aus seinem Leben entnommen, darthun. Alle seine Reisen in den alten wie in den jungen Tagen machte er zu Fuß. Brod nahm er von Hause mit sich. Auf dem Wege von St. Ulrich, seiner Heimat, bis Bozen, daß ist, eilf Stund weit, machte er zum Beispiel einen Aufwand von zwei Kreuzer. Die für dieses Geld angekaufte Milch und sein darin gebröckeltes Brod war ihm genügend für den ganzen Tag. Eine Reise nach Wien und zurück fostete ihn nicht einmal einen es scheint unglaublich Gulden. Auf dem Wege sah man ihn im-- Mahlknecht Joh. Dominik. mer schlecht und so ärmlich gekleidet, daß ihm nicht selten von mitleidigen Fremden Almosen angeboten wurde, daß er aber nie annahm. Zur Ersparung der Ausgabe für Nachtquartier schlief er entweder in einer Scheunein einem Stalle, oder in einer leeren Waarenkiste. So farg aber und streng dieser seltene Mann mit sich selbst war, so freigebig spendete er, nachdem er sich einmal ein großes Vermögen gesammelt hatte, milde Gaben an Arme. Kein Bedrängter sprach ihn unerhört an, und seine Hilfe war meistens ergiebig. Insbesondere erhielten seine dürftigen Verwandten so reichliche Geschenke, daß diese wenigstens auf 12,000 Gulden berechnet werden können. Noch mehrere Jahre vor seinem Tode widmete er große Summen für nützliche und wohlthätige Stiftungen aller Art. Dabei ward nicht nur sein Heimatthal, sondern auch manche andere Ortschaft in Tirol und in Desterreich wohlwollend bedacht. Einen Antheil von 68,000 Gulden schenkte er den Armenanstalten in Kastelrut, Bozen und Karneid, und 21,300 Gulden den Spitälern in Wien, Linz, Frankenmarkt, Innsbruck, Ala und Sankt Ulrich. Mit 68,075 Gulden gründete er Seelsorger222 Mahlknecht Joh. Dominik. 223 benefizien und geistliche Stiftungen in Gröden und andern Orten Tirols, sehr wohlthätig vorzüglich für jene Gemeinden, denen der Besuch der Seelsorgskirche wegen weiter Entfernung sehr beschwerlich war. Zur Verbesserung des Gehaltes eines Schullehrers in Sankt Ulrich bestimmte er ein Kapital von 1625 Gulden. Sein Geburtsort verdankt ihm ferner die Stiftung eines Frühmeßbenefiziums, die Aufstellung eines bleibenden Arztes, und einen Beitrag von 13,000 Gulden zum Armenfonde. Der übrige, noch viel gröBere Theil seines Vormögens fiel an seine sehr zahlreichen, zum Theil dürftigen Seiten: verwandten. Er starb am 5. Jänner 1809. 90 ndj 192 10 slin nou shdigit Fünf gute Räthe für einen jungen 29 Geschäftsmann.ed 19 1. Zeit ist Geld. Wer einen Gulden täglich durch seine Arbeit erwerben kann, statt dessen aber den halben Tag herumschlendert oder müßig sitzt, darf die wenigen Kreuzer, welche er vielleicht während seines Nichtsthuns verzehrt, nicht als die einzige Ausgabe betrachten; denn was hätte er verdienen Mahlknecht Joh. Dominik. können, wenn er fleißig seiner Arbeit obgelegen wäre. Olanz 2. Zehn Kaiserthaler jährlich- ist nur ein Bazzen täglich. Und diese kleine Summe, die man an Zeit und unnüßen Ausgaben so leicht und unvermerkt von Tag zu Tag verlieren kann, ist hinreichend, dir, auf deine eigene Bürgschaft, den fortwährenden Besitz von 600 Gulden und deren Gebrauch zu sichern. Und mit einem solchen Kapital kann ein betriebsamer Mann durch raschen Umsatz in kurzer Zeit viel verdienen. 3. Ein guter Zahler ist Herr über des Andern Beutel. Wer sich den Ruf erworben hat, pünktlich und genau zu bestimmter Frist zu zahlen, kann bei jeder Gelegenheit über alles Geld verfügen, was seine Freunde entbehren können, und das wird ihm oft von großem Nußen sein. Nächst der Betriebsamkeit und Sparsamkeit ist keine Eigenschaft dem Gedeihen eines jungen Mannes so müßlich, als Pünktlichkeit und Ehrlichkeit in allen seinen Geschäften. Behalte daher geborgtes Geld nie eine Stunde länger, als bis zur versprochenen Zahlungsfrist, da mit nicht eine zufällige Verlegenheit deines Freundes Börse auf immer für dich verschließe. 224 107 10ilmidir: mtindendum min 8119 Die taubstumme i Magdalena Tiefenthaler. ( † am Oftermontage.) anh 227 alist oided And In dem Weiler Gissingen nächst Feldkirch ward der Familie Tiefenthaler am 10. September 1820 ein Mädchen geboren, das in der Taufe den Namen Magdalena erhielt. Die Familie hatte das Unglück, drei taubstumme Kinder in ihrer Mitte zu zählen. Magdalena war das älteste. Gleich im zweiten Jahre, als die Taubstummen- Anstalt für Tirol und Vorarlberg eröffnet worden, ward nebst sechs andern Kindern auch Magdalena Tiefenthaler von Feldkirch in die Anstalt aufgenommen. Am 1. Oktober 1831 trat fie zu Briren in dieselbe ein. Sie zeigte gleich anfangs schon ein gutes, sanftes und gelehriges Gemüth und vortreffliche Anlagen des Geistes. Ihr Gehorsam, ihre Bescheidenheit und unschuldsvolle Fröhlichkeit erwarben ihr bald die Zufriedenheit ihrer Lehrer. Sie machte sowohl im Schulunterrichte, als auch 228 Magdalena Tiefenthaler. in den weiblichen Handarbeiten rühmliche Fortschritte. Als am St. Johannistage 1832 Ihre Majestäten der Kaiser Franz und die Kaiserin Karolina das Taubstummen- Institut mit einem Besuche beehrten und einer kleinen Prüfung mit den Zöglingen beiwohnten, wurde die Kaiserin durch die Gutmüthigkeit des taubstummen Mädchens so eingenommen, daß Höchstdieselbe mit sichtbarer Rührung ihm in der Geberdensprache die Versicherung gab: „ Ich liebe dich."- Es war auch in der That ein liebenswürdiges Kind, eines der ausgezeichnesten der Anstalt. Es genoß erst im vierten Jahre die Wohlthat der Erziehung in diesem Hause, als es der Herr und Liebhaber der Unschuld zu sich abrief. Das erbauliche Hinscheiden des guten Kindes mag eigens erzählt werden. Seit dem Sommer 1834 verminderte sich Magdalenens gesundes Aussehen, und sie nahm allmälig ab, ohne sich krank zu fühlen. Später bekam sie einen anhaltenden Husten, ihre Füße begannen aufzuschwellen, und es gesellte sich auch ein beständiges Fieber dazu. Alle vom Arzte angewendeten Mittel konnten das Uebel nicht heben. Am 18. März Tiefenthaler Magdalena. 1835 besuchte sie das letzte Male die Schule. Am 1. April verrichtete sie die erste heilige Beicht. Tags darauf reichte man ihr das allerheiligste Altarssakrament, das sie mit Herzlichsten Verlangen und innigster Andacht empfing. Da sie noch nicht gefirmt war, wurde sie am 15. April um 2 Uhr Nachmittags in Begleitung sämmtlicher Mitzöglinge in die Hauskapelle des Fürstbischofs zu Briren geführt; dort empfing fie- die ganze Zeit knieend die heilige Firmung. Am Charsamstage wurde ihr die heilige Delung gegeben. Sie war außerordentlich geduldig und unterhielt sich, wenn ihr die Schmerzen einige Ruhe vergönnten, gerne noch mit ihren Mitschülern. Täglich erweckte sie Reue über ihre begangenen Fehler, opferte dem himmlischen Vater Leib und Seele, Leben und Gesundheit auf; vereinigte ihre Leiden mit dem Leiden des Erlösers, und bat Gott um Geduld und Ergebung. Am Oftersonntag um Mitternacht wurde ihr Zustand auffallend schlimmer. Das Athemholen war sehr erschwert und der Reiz zum Husten verursachte ihr die heftigsten Schmerzen. Besonders quälte sie ein solches Stechen an der rechten Seite, daß 229 230 Tiefenthaler Magdalena. der Anblick ihres Leidens Jedermann bis zu Thränen rührte. Dazu kam noch der Umstand, daß sie gar keine Labung mehr hinablassen konnte, und deshalb von einem brennenden Durste geplagt wurde. In diesem Herzzereißenden Zustande duldete sie bis gegen halb 4 Uhr am Ostermontag Nachmittags. Um 3 Uhr wurden sämmtliche Taubstumme im Zimmer der Kranken versammelt. Alle beteten weinend auch die Kranke betete mit aufgehobenen Händen und sich! plötzlich waren alle Schmerzen verschwunden; sie empfand nur mehr Schläfrigkeit und konnte öfters ein Stücklein Gerstenschleim zur Labung nehmen, für welche Erleichterung fie Gott dankte. Gegen 4 Uhr befiel sie eine Ohnmacht, von der sie sich jedoch bald wieder erholte, aber kurz darauf kam ein neuer Anfall. Sie bezeichnete sich, vom Priester bei der Hand geführt, mit dem heiligen Kreuze drückte nochmals das Bildniß des Erlösers an die sterbenden Lippen und verschied.di somat Ein einfaches Kreuz bezeichnet auf dem Gottesacker zu Briren die Stätte, wo die sterbliche Hülle dieses frommen Kindes ruht. Auf dem Kreuze stehen die Verse: Solojis - - - Inhalt. St. Gerold und seine Söhne( im 10. Jahr. hundert). Lukas Eschoven, faiserlicher Hauptmann( um 1660) Der brave Organist Joseph Holzmann zu Hall ( † 1815) . ◆ • Der fromme Pförtner Wilhelm Kröll zu Innsbruck( † 1695).. Ritter Heinrich Schnellmann zu Thauer( um 1380) Herrmann von Schönstein, Abt zu Marienberg( 1304). .. 119 Der heilige Heinrich von Nattenberg( 1480) 124 Christoph Mehler aus Feldkirch, Bischof( † 127 A 1561). Die edle Frau Klara Jakoba Schaid von Inns: bruck( † 1673). Der gottselige Volkold, Klausner im Pusters thal( um 1041) Arelheid, Gräfin von Tirol( † 1275) Der fromme ,, Saliterer Hans"( † 1773) . ♦ ♦ Andreas Spat, Weltpriester in Pusterthal(+ Der ehrwürdige Ulrich von Flavon, Bischof zu Trient( um 1022). Die heilige Marenzia, Witwe zu Trient( um 405) ● 233 Seite 97 103 105 111 114 135 142 148 151 1525). 155 Die drei Märtyrer auf dem Nonsberge( 397) 157 Der fromme Witwer Anton Gislimbert( † 1679). . 163 169 172 234 Inhalt. Der ehrwürdige Pater Hilarion Wohlgemuth Te( † 1782) Machabaus Troyer, der gottselige Student( † 201 1615) Karl Agsthofer, erster Schuldirektor in Inns 201 bruck( † 1772) Seite 881 TO( TOE) C 201 . 186 Anno von Hall, Bischof( † 875) . 191 Pater Adolf, Franziskaner, Blutzeuge( † 1632) 193 Der rechtschaffene Michael Rainer, Landmann 11( † 1849) 198 175 4.40.01. 182 + Der Wirth Peter Mair( erschoffen 1810) Der blinde Bote im Zillerthale, Mathias Winkler( † um 1835).. ... 210 ( † 1809) Johann Dominikus Mahlknecht, Handelsmann ... 220 Die taubstumme Magdalena Tiefenthaler( te 381 1835).... 227 200112 noen18 noe titt opitulandshe ESTON spilled de e e talagedruckt bei Fel. Rauch. * De ( 21911) los medindia119 SE 35 Inches 1 Centimetres Blue 12 3 4 Cyan 2 5 3 144, ⁹0 ¹6 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 19 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black B