geb. K 1865. GhLosy Nur zur Benutzung im Lesesaal UB GIESSEN 61 298 290 12% 2 Fer creeff 98 Gurant Attilic Scholz gub: Kerblewski. Hions. gebers den& Maerz 1844 zu verehrlicht am 21 May 1865 mit Johann. Christoph Scholz z. z Seogrant der 3. KonzSchlesischen Küsibier Regiements Nr.38. der Herr behüte und benach. der Dich merere liebe Betty. Karfreitag. d. 3.4 31. Kirchenbuch für das Königlich Preußische Kriegsheer. Neue Auflage. Berlin. Druck und Verlag von G. Reimer. 665059 Univer 315-51 K GIESSEN Hodiothek Seite XI Inhalts- Verzeichniß. Vorwort. XIII Ordnung des Hauptgottesdienstes an den Sonnund Festtagen. XVIII Abendmahlsfeier. XXIV Vorbereitung zum heiligen Abendmahle. XXVI Abgekürzte Liturgie. XXVIII Allgemeine Bestimmungen. XXIX A. Sprüche und Gebete an Kirchenfesten. 1) Im Advente. 2) Zu Weihnachten. 3) Zum Neujahr. 4) Zur Passionszeit. 5) Am grünen Donnerstage. 6) Am Charfreitage. 7) Zu Ostern. 8) Am Bußtage. 9) Am Himmelfahrtstage. 10) Zu Pfingsten. 11) Zum Reformationsfeste. 12) Zur Todtenfeier. XXXIX B. Gündenbekenntniffe. XLI C. Absolution. XLII D. Sprüche und Gebete, nach der Wahl der Geistlichen unter mehreren andern zu gebrauchen. IV XLIV XLVI Nr. 1. 2. 3. 4. 5. 6. Inhalt. Allgemeines Gebet nach der Predigt. Catechismus. Gesänge. Lob- Dank- und Festgesänge. 1. Allgemeine Lob- und Danklicher. Te deum laudamus. Herr Gott, Dich loben. Hallelujah! Lob, Preis und Ehr'. 3h finge Dir mit Herz und Mund. Lobe den Herren, den mächtigen. Man lobt Dich in der Stille. Nun danfet alle Gott. I. Die heiligen zehn Gebote. II. Die Glaubensbekenntnisse der christlichen Kirche. III. Das Gebet des Herrn." 7. 8. 9. IV. Das Sacrament der heiligen Taufe. V. Das Saframent des heiligen Nachtsmahls. VI. Vom Umte der Schlüssel. Anhang. Vom Amte der weltlichen Obrigkeit. O daß ich taufend Jungen bätte. Sel Lob und Ehr' dem höchsten. Sollt' ich meinem Gott nicht singen. 2. Sonntagslieder. 10. Herr Jesu Christ, Dich zu uns wend'. 11. Herr, vor Deinem Angesicht. 12. Höchster Gott, Dir danken wir. Kyrie, Gott Vater in Ewigkeit. 13. 14. Laß mich Dein sein und bleiben. Inhalt. Nr. 15. Liebster Jesu, wir sind hier. 16. Unsern Ausgang segne Gott. 3. Festlieder. Advent. 17. Auf, auf, ihr Reichsgenossen. 18. Gottlob! Ein neues Kirchenjahr. 19. Macht hoch die Thür, die Ther'. 20. Mit Ernst, ihr Menschenkinder. 21. Wie soll ich Dich empfangen. Weihnachten. 22. Dies ist der Tag, den Gott gemacht. 23. Fröhlich soll mein Herze. 24. Gelobet feist Du, Jesus Christ. 25. Lobt Gott, ihr Christen, allzugleich. 26. Vom Himmel hoch, da komm' ich her. Neujahr. 27. Das alte Jahr vergangen ist. 28. Hilf, Herr Jesu, laß gelingen. 29. Nun laßt uns geh'n und treten. Passion und Abendmahl. 30. Christe, Du Lamm Gottes. 31. Gott sei gelobet und gebenedeiet. 32. Herr Jesu Christ, Dein theures Blut. 33. Herzliebster Jesu, was hast Du. 34. 3ch tomm' jetzt als ein armer Gast. 35. Ich preise Dich, o Herr, mein Heil. 36. Jesu, Deine tiefen Wunden. 37. Jesu, Freund der Menschenkinder. 38. Mein Jesu, der Du vor dem Scheiden. 39. O Haupt voll Blut und Wunden. 40. O Lamm Gottes, unschuldig. YI Inhalt. Nr. 41. D Welt, flieb hier dein Leben. 42. Schmücke dich, o liebe Seele. 43. Wenn meine Sünd' mich fränken. Ostern. 44. Christ ist erstanden. 45. Frühmorgens, da die Sonn' aufgeht. 46. Halt im Gedächtniß Jefum Chrift. 47. Ich geh' zu Deinem Grabe. 48. Jesus lebt, mit ihm auch ich. 49. Jesus meine Zuversicht. 50. O Tob, wo ist dein Stachel nun. 51. Wach' auf, mein Herz, die Nacht. Bußtag. 52. Allein zu Dir, Herr Jesu Christ. 53. Aus tiefer Noth schrei' ich zu Dir. 54. Ich will von meiner Missethat. 55. O Vater der Barmherzigkeit. 56. Wir liegen hier zu Deinen Füßen. Himmelfahrt. 57. Ach wundergroßer Sieges helb. 58. Auf Christi Himmelfahrt allein. 59. Auf, Jesu Jünger, freuet euch. 60. 3euch uns nach Dir. Pfingsten. 61. Geist vom Vater und vem Sohne. 62. Komm, heiliger Geist, Herre Gott. 63. Komm, o fomm, Du Geist des Lebens. 64. Nun bitten wir den heiligen Geist. 65. O heil'ger Geift, lehr' bei uns ein 66. 3euch ein zu Deinen Thoren. Inhalt. II. Vom christlichen Glauben und Leben. Nr. 67. Ach bleib mit Deiner Gnabe. 68. Ach Gott! gieb Du uns Deine Gnab'. 69. Ach Gott! verlaß mich nicht. 70. Allein Gott in der Höh'. 71. Alle Menschen müsfen sterben. 72. Auf Gott und nicht auf meinen. 73. Auf, ihr Christen, Christi Glieder. 74. Auf, ihr Streiter, durchgebrungen. 75. Auf meinen lieben Gott. 76. Aus Gnaden soll ich selig. 77. Befiehl du deine Wege. 78. Ein Chrift, ein tapfrer Kriegesheld. 79. Gin' feste Burg ist unser Gott, 80. Eins ist Noth, ach Herr, dies. 81. Erneure mich, o ew'ges Licht. 82. Geduld ist euch vonnöthen. 83. Gott, der Du selbst die Wahrheit. 84. Gett lebet noch. 85. Herr Jefu, Gnadensonne. 86. Herzlich lieb hab' ich Dich, o Herr. 87. Herz und Herz vereint zusammen. 88. Hier legt mein Sinn fich. VII 89. Himmelan geht unsre Bahn. 90. Hüter! wird die Nacht. 91. 3ch bin ja, Herr, in Deiner. 92. 3ch habe nun den Grund gefunden. 93. 3h sterbe täglich und mein Leben. 94. Ich will Dich lieben, meine Stärke. 95. 3esu, meine Freute. Inhalt. Nr. 96. Ihr Kinder des Höchsten. 97. In allen meinen Thaten. 6 98. 3ft Gott für mich, so trete. VIII 99. 3ft Gott für uns in aller Pein. 100. Liebe, die Du mich zum Bilde. 101. Mache dich, mein Geist, bereit. 102. Meinen Jesum laß ich nicht. 103. Mein Jesu, dem die Seraphinen. 104. Mir nach, spricht Christus, unser. 105. O Durchbrecher aller Bande. 106. O Ewigkeit! du Donnerwert. 107. O Gott, du frommer Gott. 108. O Jesu, Jesu, Gottes Sohn. 109. O wie selig seid ihr doch. 110. Stinge recht, wenn Gottes Gnade. 111. Schaffet, schaffet Menschenkinder. 112. Seele, was ermük'st du dich. 113. So wahr ich lebe, spricht dein Gott. 114. Such', wer da will. 115. Unter allen großen Gütern. 116. Von Gett will ich nicht laffen. 117. Wachet auf vom Schlaf, ihr Sünder. 118. Was Gatt thut, das ist wohl gethan. 119. Was mein Gott will. 120. Wer ist wohl wie Du. 121. Wer nur den lieben Gott. 122. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende. 123. Wie fleucht dahin der Menschen. 124. Wie groß ist des Allmächt'gen. 125. Wie wirk mir dann, e dann. 126. Wie wohl ist mir, o Freund. 127. Sir Menschen sind zu dem. Inhalt. Für besondere Zustände. Morgen- und Abendlieder. Nr. 128. Ein neuer Tag, ein neues Leben. 129. Herr, der Du mir das Leben. 130. Mein erst' Gefühl sei Preis. 131. Noch läßt der Herr mich. 132. Nun ruhen alle Wälder. 133. Nun sich der Tag geendet hat. 134. Wach auf mein Herz und singe. In Krankheit. 135. Bewährter Arzt der kranken Seelen. 136. Ich habe Lust zu scheiden, mein Sinn. 137. Ich preise Dich und singe. 138. Unter meinem Schmerz und. 139. Wie brennen meine Wunden. 140. 3u Deinen Füßen liege ich. Im Kriege. 141. Auf, auf mit frohem Lobgefang. 142. Auf Dein Gebot, mein Gott. 143. Herr, unser Gott, laß nicht. 144. Sch heb' mein' Augen. 145. Ich zieh' durch fremde Lande. 146. In unsrer Kriegesnoth. 147. Sei mit mir, mein getreuer Gott. 148. Verzage nicht, du Häuflein. 149. Wenn wir in höchsten Nöthen. An des Königs Geburtstage. 150. Vater, tröne Du mit Segen. 12 Inhalt. Gebete Seite 125 Morgengebete. 127 Abendgebete. 130 Sonntagsgebet. 131 Bußgebet. 132 Beichte. 133 Vor dem Abendmahle. 134 Nach dem Abendmahle. 135 Krankengebete. 137 Gebet eines Verwundeten. 138 Gebete eines Sterbenden. 138 Gebete in Kriegszeiten. 139 Gebete vor einer Schlacht. 139 Gebet nach einem unglücklichen Treffen. 141 Gebet nach einer gewonnenen Schlacht. 143 Register der Gesänge Vorwort. Euch, Ihr Männer des vaterländischen Heeres, gehört zunächst dieses Buch christlicher Lieder und Ges bete, damit in einsamen und öffentlichen Stunden der Andacht, in gesunden und franken Tagen, in Frieden und Krieg Eure Glaubenskraft sich aus ihm stärke, damit Ihr aus ihm getränket werdet mit dem Geiste der Demuth und der Zucht, der Selbstverläugnung und der Treue, der Geduld, der Hoffnung und der Liebe. Ein geistiges Waffen- Rüstzeug bietet sich in ihm Euch dar, das sollt Ihr fest und fester Euch anlegen; in diesen Waffen beruht Eurer Kämpfe Kraft und die Ehre Eurer Siege. Indem Euer Mund übergeht zum Lobe Jesu Christi, Eures Heilandes und Herrn, welcher den größten Feind, welcher Sünde und Tod bezwungen hat, sollt Ihr für Ihn zeugen und Ihn bekennen vor der Welt, ein lichter Haufe treuer Gottes Streiter, damit Er fich zu Euch betenne. Vorwort. Haltet es werth, das Buch Eurer Lieder; es ist die Stimme Gottes an Euch und aus Euch auf Euren Wegen! Bewahret es als einen Schatz, als den Inbegriff der Gebete, des Flehens, des Dankes und der Lobpreisung Eurer gottseligen Vorfahren zu allen Zeiten und an allen Orten, als Denkmale des fieggekrönten Glaubens in Freud' und Leid, in Noth und Tod! Gebrauchet sein, daß es auch Euer geistliches Eigenthum, Euer Kleinod werde. Jesus Christus, gestern und heute, und derselbe auch in Ewigkeit( Ebr. 13. V. 8) der Kern und Stern dieser Sammlung verleihe Euch zum Ge brauch seinen göttlichen Segen! Amen. XII *** 053 40 * THE und ist A - de art Ordnung des Hauptgottesdienstes Militair Gemeinden an den Sonn- und Festtagen. bei den Cher: Ein Psalm oder Psalm- Spruch mit dem Gloria patri: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie es war von Anfang, jegzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Gefang der Gemeinde.[ 1 oder 2 Verse.] Geistliche: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen. Unsere Hülfe sei im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. [ Das Sundenbekenntniß.] Gemeinde und Chor: Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! oder nach der Wahl des Geistlichen der Chor allein: Kyrie elcifon! Christe eleison! Kyrie eleison! Geistliche:[ Die Absolution.] Gemeinde und Chor: Amen. Ordnung des Hauptgottesdienstes. Geistliche:( Gloria) Ehre sei Gott in der Höhe. Chor: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. XIV [ Un den Sonntagen]: Amen, Amen, Amen. [ An allen Festtagen]: Wir loben Dich, wir benedeien Dich, wir beten Dich an, wir preisen Dich, wir sagen Dir Dank um Deiner herrlichen großen Ehre willen. Herr, Gett, himmlischer König, allmächtiger Bater! Herr, Du eingeborner Sohn, Jesus Christus! Herr, Gett, Du Lamm Gottes, Sohn des Vaters, der Du die Sünde der Welt trägst, erbarme Dich unser; der Du die Sünde der Welt trägst, nimm an unser Gebet; der Du sigest zur Rechten des Baters, erbarme Dich unser! Denn Du allein bist heilig, Du allein bist der Herr, Du allein bist der Allerhöchste, Jesus Christus mit dem heiligen Geiste in der Herrlichkeit Gottes des Vaters. Amen, Amen, Amen. Gemeinde: Allein Gott in der Höh' sei Ehr' und Dank für seine Gnade, darum, daß nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade; ein Wohlgefall'n Gott an uns hat, nun ist groß' Fried' ohn' Unterlaß, all' Fehd' hat nun ein Ende.*) Geistliche: Der Herr sei mit euch. Gemeinde und Chor: Und mit Deinem Geiste. Geistliche:[ Das Gebet vor der Epistel, die Epistel, Spruch und Hallelujah.] Chor: Hallelujah! Hallelujah! Hallelujah! Dieser Liedervers wird nach der Wahl des Geistlichen entweder von der Gemeinde gesungen oder ganz fortgelassen. Ordnung des Hauptgottesdienstes. XV Geistliche:[ Das Evangelium.] Gemeinde und Chor: Ehre sei Dir, Herr! Geistliche: Ich glaube an Gott den Bater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde; und an Jesum Christum, feinen eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist. vom heiligen Geiste; geboren von der Jungfrau Maria; gelitten unter Pontio Pilato: gekreuziget, gestorben und begraben; niedergefahren zur Hölle; am dritten Tage wieder auferstanden von den Todten: aufgefahren gen Himmel; figzet zur Rechten Gottes des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Todten. Ich glaube an den heiligen Geist; eine heilige, allgemeine, christliche Kirche; die Gemeinschaft der Hei ligen; Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.*) Ober Ich glaube an einen einigen, allmächtigen Gott, den Bater: Schöpfer Himmels und der Erden: aller Dinge, der Sichtbaren und Unsichtbaren. Und an einen einigen Herrn Jesum Christum, Gottes einigen Sohn, der vom Vater geboren ist vor der ganzen Welt: Gott von Gott: Licht von Licht: wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott: geboren; nicht geschaffen: mit dem Vater in einerlei Wesen: durch welchen alles geschaffen ist: welcher um uns Menschen und um unsrer Seligkeit willen vom Himmel kommen ist und leibhaftig worden durch den ) Der Glauben kann auch vom Chor gesungen werden. € CS DOI Ordnung des Hauptgottesdienfies. heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch worden; auch für uns gekreuziget unter Pontio Pilato, gelitten und begraben und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift und ist aufgefahren gen Himmel und sitzet zur Rechten des Vaters und wird, wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Todten: deß' Reich kein Ende haben wird. XVI Und an den Herrn, den heiligen Geist, der da lebendig macht: der vom Vater und dem Sohne ausgeht: der mit, dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und zugleich geehret wird: der durch die Propheten geredet hat. Und eine einige, heilige, christliche apostolische Kirche. Ich bekenne eine einige Taufe zur Vergebung der Sünden und warte auf die Auferstehung der Todten und ein Leben der zukünftigen Welt. Amen. Gemeinde und Chor: Amen, Amen, Amen Gesang der Gemeinde.[ 1 oder 2 Berse.] Die Predigt. Gefang der Gemeinde.[ 1 oder 2 Verse.] Geistliche:[ das allgemeine Gebet.] Herr Gott, himmliſcher Bater! wir bitten Dich, Du wollest Deine christliche Kirche mit allen ihren Lehrern und Dienern, durch Deinen heiligen Geist regieren, daß sie bei der reinen Lehre Deines Wortes erhalten, der wahre Glaube in uns erweckt und gestärkt werde, auch die Liebe gegen alle Menschen in uns erwachse und zunehme. Bornehmlich laß Deine Gnade groß werden über den König, unfern Herrn, über die Königinn, seine Gemahlinn, Drenung des Hauptgottesdienstes. XVII über den Prinzen und die Prinzessinn ren Breußen, über sämmtliche Königliche Prinzen und Prinzessinnen und alle, die dem Königlichen Hause anverwandt und zugethan find. Erhalte sie uns bei langem Leben, zum beständigen Segen und christlichen BVorbilde. Berleihe unserm Könige eine lange und gesegnete Regierung. Beschüpe das Königliche Kriegesheer und alle treuen Diener des Königs und des Baterlandes. Lehre sie stets, wie Christen, ihres Gires geeufen und laß dann ihre Dienste gesegnet sein zu Deiner Ghre und des Vaterlandes Bestem. Eegne uns und alle Königliche Lande. Hilf einem jeden in seiner Notb, und sei ein Heiland aller Menschen, verzüglich Deiner Gläubigen. Bewahre uns vor einem bösen, unbußfertigen Tode, und bringe endlich uns Alle in Dein ewiges Himmelreich, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Unser Bater*), der Du bist im Himmel! geheiliget werde Dein Name; Dein Reich femme; Tein Wille geichehe, wie im Hiramel, also auch auf Erden; unfer täglich Brert gieb uns heute; vergieb uns unsere Schulden, wie auch wir vers geben unsern Schuldigern; fübre uns nicht in Bersuchung, sondern erlöse uns vom Uebel; denn Dein ist das Reich, die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen. Gemeinde und Chor: Amen, Amen, Amen. [ 2n den Festtagen, statt dieses dreimaligen Amen: Herr Gott, Dich loben wir ic. unterm Geläut aller Glocken.] ) Die Anrufung Unser Vater" befindet sich wörtlich in der Ueberfeßung Luthers. Ev. St. Matthäi, Cap. 6. V. 9. b. 1.5 € $ DE XVIII Ordnung des Hauptgottesdienstes. Geistliche: Der Segen. Gemeinde und Chor: Amen, Amen, Amen. Anmerkung. Wenn keine Communion Statt findet, ist der Gottesdienst mit dem breimaligen Amen, das auf den Scgen folgt, beendigt; wenn aber Communion gehalten wird, so beginnt unmittelbar nach diesem dreimaligen Amen wieder der Gesang. Während desselben tritt ber zur Adminiftration des heil. Abendmahls bestimmte Geistliche an den Altar und spricht: Geliebte in dem Herrn! Da wir jetzt das Gedächtnißmahl unsers Herrn Jesu Christi zu halten Willens sind, das zur Stärkung und Befestigung unsers Glaubens von ihm eingesetzt worden ist, so prüfe ein jeder sich selbst, wie uns hiezu der Apostel Paulus ermahnt; denn dies heilige Sakrament ist den betrübten Gewissen, die ihre Sünden bekennen, Gott fürchten und die Erlösung begehren zur Stärkung und zum Trost gegeben, wenn sie zugleich dabei den ernsten Borsatz fassen, sich zu bessern, die Sünde zu flichen und ein rechtschaffenes Leben zu führen. Da wir uns nun sündhaft und schuldig erkennen müssen, und uns selbst zu helfen unvermögend sind, so hat Christus der Sohn Gottes, unser geliebter Herr, sich über uns erbarmet, und ist um unsrer Sünden willen Mensch geworden, auf daß er das Gesetz und den Willen Gottes uns zu gute erfülle, und den Tod und alles, was wir mit unsern Sünden verschuldet haben, zu unserer Erlösung auf sich nehme und erdulde. Um dieses zu bekräftigen, setzte er sein heiliges Abendmahl ein, auf daß ein jeder, der von diesem Bredte isset und aus diesem Kelche trinket, an die dabei Drbnung des Hauptgottesdienstes. gesprochenen Worte( und empfangenen Zeichen)") Jesu Christi glaube, auf daß er in dem Herrn Christo und Chrie stus in ihm bleibe und ewig lebe. Dabei sollen wir sein gedenken und seinen Tod verkündigen, nämlich, daß er für unfre Sünden gestorben und zu unsrer Rechtfertigung wieder auferstanden sei. Dankbar für diese unanssprechliche Gnade nehme daher jeder von uns sein Kreuz auf sich, um ihm nachzufolgen und uns nach seinen Geboten unter einander zu lieben, wie er uns geliebet hat; denn wir sind alle Ein Leib, weil wir alle Eines Brodtes theilhaftig sind, und aus( Finem Kelche trinken. Wer aber unwürdig, d. i. mit unbußfertigem Herzen, ohne Glauben an die Berheißung Gottes, ohne Versöhnlichkeit und ohne Vorsatz der Beſserung von diesem Brodte isset und aus diesem Kelche trinket, der ist schuldig des Leibes und des Blutes des Herrn und ernetet die Verdammniß, wovor Gott uns alle gnädiglich bewahren möge. XIX Ober: Lieben Christen, auf daß ihr das heilige, hochwürdige Sakrament des Leibes und Blutes Jesu Christi nicht zum Gericht, sondern zur Ecligkeit curer Seelen empfangen möget, so ermahne ich euch im Herrn, daß ihr zum ersten in wahrer Gottesfurcht eure Sünden erkennet, fie euch las set von Herzen leid sein und euch im heiligen Geiste von Herzen zu Gott belehret. Zum andern, daß ihr der gnadenreichen Zusage des ) Die eingeflammerten Worte können auch weggelaffen werden. b ( 6 6 6 C DI Ordnung des Hauptgottesdienstes. Evangelii fest glaubet, daß euch Gott der Vater durch feinen einigen Sohn, Jesum Christum, unsern Mittler, alle Sünden aus Gnaden vergeben wolle, den heiligen Geist und das ewige Leben schenke. XX Zum dritten, darauf sollet ihr das heilige Sakrament unsers Herrn Jesu Christi empfangen, Gott dem Vater danken, daß er seinen lieben Sohn für euch in den Tod ges geben hat, und bitten, daß er durch den heiligen Geist in dem Glauben euch erhalte bis an's Ende. Zum vierten, gehet auch zum heiligen Sakrament mit dent Vorsaß, daß ihr im heiligen Geist, Gott zu ehren, euer sündliches Leben gerne wollet bessern, Gott fürchten, sein heiliges Wort gern hören, gern beten, in eurem Stande gettselig leben, in Trübsal geduldig sein, dem heiligen Geiste gehorsam in der Liebe zu Gott und dem Nächsten. Das verleihe euch allen Gott der Vater, im Namen seines lieben Sohnes Jesu Christi, durch den heiligen Geist. Amen. [ Ein passender Spruch:] Erhebet eure Herzen. Gemeinde und Chor: Wir erheben sie zum Herrn. Geistliche: Lasset uns danken dem Herrn unserm Gotte. Gemeinde und Chor: Recht und würdig ist es. Geistliche: Recht ist es und wahrhaft würdig und heilbringend, Dir Allmächtiger! Dank zu sagen, zu allen Zeiten und an allen Orten, durch Jesum Christum, unsern Herrn*), *) An den Festtagen werden hier bie Seite xxx, XXXIII und XXXVI befindlichen Präfationen eingeschaltet. Ordnung des Hauptgottesdienstes. um dessenwillen Du uns verschonet hast, uns unsre Sünden vergiebst und die ewige Seligkeit verheißest, und mit allen Engeln und Erzengeln und dem ganzen Heere der himmlischen Heerschaaren, singen wir Dir und Deiner unendlichen Herrlichkeit Einen Lobgefang: Gemeinde und Chor:( Sanctus) Heilig, heilig, beilig ist der Herr Zebaoth! Alle Lande sind seiner Ehre voll. Hostanna in der Höh'! Geistliche: Lasset uns beten: - XX1 Herr Jesu Christe! Du Sohn des lebendigen Gottes, der Du nach dem Willen des Baters und in Mitwirkung des heiligen Geistes, durch Deine Geburt und durch Deinen Tod dem Menschengeschlechte das Leben wieder gegeben hast, befreie uns durch den gläubigen Genuß Deines heiligen Saframentes von allen unsern Sünden und von allen Uebeln, verleihe uns die Kraft Deinen Geboten treu zu bleiben, und gieb nicht zu, daß wir uns jemals von Dir trennen, der Du mit dem Vater und dem heiligen Geiste lebest und regierest von Ewigkeit zu( wigkeit. Amen. Beuget euch vor dem Herrn und höret nun im Glauben die Worte der Stiftung des beiligen Abendmahls. [ Die Gemeinde kniet nieder und der Geistliche wendet sich gegen den Altar und spricht die Einseßungsworte.] Unser Herr Jefus Christus in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brodt, dankete, brach es, gab es seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin und esset: das ist mein Leib †, der für euch gegeben wird, das thut zu meinem Gerächtniß. Ordnung des Hauptgottesdienstes. Desselbigen gleichen nach dem Abendmahl, nahm er den Kelch, sagte Dank und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus, dieser Kelch ist das Neue Testament in meinem Blutet, das für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden, solches thut, so oft ihr's trinket, zu meinem Gedächtniß. XXII Gemeinde und Chor:( Benedictus) Gelobt sei der da kommt im Namen des Herrn! Hosianna in der Höh'! [ Während des Benedictus Eniet der Geistliche nieder und betet ftill. Hierauf erhebt er sich wieder, wendet sich zu der Gemeinde und spricht:] Friede sei mit euch. Amen. [ Die Gemeinde erhebt sich.] Gemeinde und Chor: Amen, Amen, Amen. Geistliche: So laßt uns nun mit gebührender Andacht hinzutreten und dabei der Worte unsers Heilandes Jesu Christi gedenken: Kommet her zu mir alle die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Chor:( Agaus Dei) O, Lamm Gottes, welches der Welt Sünde trägt, Erlöse uns, lieber Herre Gott. D, Lamm Gottes, welches der Welt Sünde trägt, Erhöre uns, lieber Herre Gott. D, Lamm Gottes, welches der Welt Sünde trägt, Verleibe uns Deinen Frieden und Segen. [ Unter Abfingung des vorstehenden Chors nimmt die Austhellung des heil. Abendmahls thren Anfang. Es wird mit an Drdnung des Hauptgottesdienstes. dern angemessenen geistlichen Liedern, die von der Gemeinde und dem Chore gesungen werden, bis zu Ende der Comma. nion fortgefahren.} XXIII Geistliche:[ Bei Austheilung des Brobtes:] Nehmet hin und esset, spricht unser Herr und Heiland Jesus Christus: ,, Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird, das thut zu meinem Gedächtniß." [ Bei Austheilung des Relches:] Nehmet hin und trinket alle daraus, spricht unser Herr und Heiland Jesus Christus:„ Dieser Kelch ist das Neue Testament in meinem Blute, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden; solches thut zu meinem Gedächtniß." [ Es ist dem Geistlichen gestattet, an diese bei der Austheilung des Brødtes und des Kelches gesprochenen Worte noch einen besondern Segenswunsch anzuknüpfen.] [ Nach beendigter Communion spricht der Geistliche:] Lasset uns beten: Wir danken Dir, allmächtiger Herr Gott, daß Du uns durch das heilige Sakrament Deines Sohnes hast erquicket, und bitten Deine Barmherzigkeit, daß Du uns solches gedeihen lasfest zum starken Glauben an Dich, und zu berzlicher Liebe unter uns allen, durch Jesum Christum, Deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. [ Der Segen.] Gemeinde und Chor: Amen, Amen, Amen. Gefang der Gemeinde.[ 1 Vers.] XXIV Vorbereitung zum heiligen Abendmahle. Vorbereitung zum heiligen Abendmahle. [ Diese geschieht entweder am Tage vor der Communion, oder am Communiontage selbst, vor der Liturgie. Der Gottesdienst fängt mit Absingung eines turzen Liedes der Gemeinde an. Der Geistliche tritt inzwischen an den Altar, oder er be. steigt die Kanzel und spricht nach Beendigung des Gesanges bie Worte:] Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen!" [ Hierauf folgt die Beichtrede. Diefe Rede, die nicht über eine halbe Stunde währen muß, stellt das allgemeine Sündenverderben unires Geschlechts und seine Wirkungen vor, wie durch Abweichung ven Gott alle Seligkeit verscherzt, doch, vermöge der theuern Versöhnung Jesu, Gnade angeboten und allen buğfertigen Sündern mitgetheilt wird. Es muß sich in diesem Vortrage auch die Beschaffenheit einer wahren Besserung und eines lebendigen Glaubens verständlich und zart ausgebrückt finden, und die deutliche Hinweisung darauf, daß ohne diese Eigenschaften keine Sündenvergebung, teine Theilhaftigkeit an Jesu Sache gewonnen werden kann; hingegen uns, wenn das Herz busfertig und voll Zuversicht auf Jesu Verdienst ist, Barmher. zigkeit und Verzeihung widerfährt. Nach geendigter Beichtrede spricht der Geistliche das Sündenbekenntniß und die Absolution, wie folgt:] Geistlicher. Geliebte in Christe! Da wir allhier versammelt sind im Namen des allerhöchsten Gottes, und sein heiliges, allein seligmachendes Wort angehört haben, so wollen wir uns auch vor ihm demüthigen, und ihm von Herzen alle unsere Sünden bekennen und mit einander also sprechen: Allrächtiger Gott, barmherziger Bater! ich armer efens der sündiger Mensch, bekenne Dir alle meine Sünde und Vorbereitung zum heiligen Abendmahle. Missethat,( die ich begangen mit Gedanken, Worten und Werken,) damit ich Dich jemals erzürnt, und Deine Strafe zeitlich und ewiglich verdienet habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und renen mich sehr, und ich bitte Dich um Deiner grundlosen Barmherzigkeit und um des unschuldigen bittern Leidens und Sterbens Deines lieben Sohnes Jesu Christi willen, Du wollest mir armen sündhaften Menschen gnädig und barmherzig sein,( mir zu meiner Besserung Deines Geistes Kraft verleihen und mir alle meine Sünden vergeben.) Amen. XXV Ist dies euer ernstlicher Wille und habt ihr also den festen und aufrichtigen Borsaß euer sündliches Leben zu bessern, so antwortet: Ja. Gemeinde. Ja. Geistliche. Auf solch' euer Bekenntniß verkündige ich allen, die ihre Sünde herzlich bereuen und sich des Verdienstes Jesu Christi in wahrem Glauben trösten, Kraft meines Amtes, als ein berufener und verordneter Diener des Wors tes: Die Gnade Gottes, und die Vergebung eurer Sünden, im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes.+ Amen. Sollten sich Personen unter uns befinden, die durch etwanige Gemüthsbekümmerniß gedrückt, unsers besonderen Rathes und Trostes bedürfen möchten, so sind wir bereit, ihnen solchen vermöge unsers Amtes und nach unsern Kräfe ten zu gewähren. [ Diese Bekanntmachung wird auch jedesmal vorgelesen, wenn der Geistliche für einen der folgenden Tage die Communion ankündigt. Auch kann die Privatbeichte und Absolution, wo sie mit Nußen Anwendung findet, ferner beibehalten werden. Den Schluß macht das Unser Vater und der Segen, nach welchen die Gemeinde noch einen Vers singt.] XVI Abgekürzte Liturgie. Abgekürzte Liturgie. ( namentlich bei großer Kälte.) Gesang der Gemeinde.[ 1 Vers.] Geistliche: Die Eingangsgebete und das Sündenbekenntniß Gemeinde und Chor: Herr, erbarme Dich unser! Christe. erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Ober: Chor: Kyrie eleison! Christe eleison! Kyrie eleison. Geistliche: Die Absolution. Chor:( Gloria) Ehre sei Gott in der Höhe und Friede au; Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Geistliche: Das Gebet vor der Epistel. Die Epistel, Spruch und Hallelujah. Chor: Hallelujah! Hallelujah! Hallelujah! Geistliche: Das Evangelium. Gemeinde und Chor: Ehre sei Dir, Herr! Geistliche: Der Glaube. Gemeinde und Chor: Amen! Amen! Amen! [ Hierauf folgt entweder sogleich vom Altare aus die Predigt, welche nicht über 20 Minuten bauern darf, oder der Geistliche besteigt, während die Gemeinde einen Liedervers singt, die Kanzel, um die Predigt zu halten und nachstehendes Schluß. gebet zu sprechen:] Herr Gott, himmlischer Bater! Deinem gnädigen Schußze befehlen wir Deine christliche Kirche mit ihren ehrern und Dienern. Heilige sie in Deiner Wahrheit; Dein Wort ist die Wahrheit. Abgekürzte Liturgie. Laß Deine Gnade walten über dem Könige und über sei nem ganzen Hause. Sei Du sein Rath und sein Arm; segne sein Werk mit Deinem reichsten Segen; gieb ihm langes Leben! Beschüße das Kriegsheer und alle Diener des Königs und des Vaterlandes. Sei unser Aller Helfer und Tröster in guten und in bösen Tagen und sichre uns das Erbe des ewigen Lebens, das uns bereitet ist in Christo Jesu, Deinem lieben Sohne, unserm Herrn. Amen! Gemeinde und Chor: Amen! Geistliche: Der Segen. Gemeinde und Chor: Amen! XXVI, XXVIII Allgemeine Bestimmungen. Allgemeine Bestimmungen. Der Hauptgottesdienst an Sonn- und Festtagen darf nie das Zeitmaaß Einer Stunde überschreiten. Die Chöre werden von den Kirchenfängern der Regimenter und von der Gemeinde gesungen. Die Gesänge der Gemeinde geschehen unter Begleitung der Orgel oder der Regimentsmusik und werden von den Sängern ebenfalls mitgesungen. An hohen Festen, wo es geht, mit Posaunen, Trompeten und Pauken. Wenn die Predigt geendet ist, verläßt der Geistliche wäh rend des Gemeinde- Gesangs die Kanzel, tritt an den Altar und spricht das allgemeine Gebet, das Gebet des Herrn und den Segen, wie es in der Ordnung des Hauptgottesdienstes vorgeschrieben ist. Wird jedoch noch die Communion gefeiert, so fällt nach der Predigt der Gemeinde- Gesang aus, der Geist liche bleibt dann auf der Kanzel und spricht von derselben die ebengenannten Gebete und den Segen. Wenn die Communion an einem Tage Statt findet, an dem keine Predigt gehalten zu werden pflegt( z. B. am grünen Donnerstage) und Tags zuvor schon die Vorbereitungs- Predigt mit der Beichte abgehalten worden ist, folgt die Anrede oder Ermahnung vor der Communion unmittelbar nach dem allgemeinen Gebete und dem Gebete des Herrn, das sodann mit dem dreimaligen Amen der Gemeinde und des Chors zu beschließen ist. Auf die Anrede folgt alles lebrige, wie es bei Abhaltung der Gommunion vorgeschrieben steht. Srrüche und Gebete an Kirchenfeften. XXIX A. Sprüche und Gebete an Kirchenfesten. 1. Im Advente. Vor der Epistel. Lieber Herr Gott, wecke uns auf, daß wir bereit seien, wenn Dein Sohn kommt, ihn mit Freuden zu empfangen und Dir mit reinem Herzen zu dienen durch denselbigen, Deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Vor dem Hallelujah. Lasset uns frohlocken, es nahet der Heiland, den Gott uns verheißen. Der Name des Herrn ei gelobet in Ewigkeit. Hallelujah. 2. Zu Weihnachten. Vor der Epistel. Herr Gott, himmlischer Vater! wir danken Dir und Det ner großen Gnade und Barmherzigkeit, daß Du Deinen eingebornen Sohn um unsertwillen hast Mensch werden lassen und durch ihn uns von der Sünde und dem ewigen Tode gäädiglich geholfen hast, und bitten Dich, erleuchte unsre Herzen durch Deinen heiligen Geist, daß wir für solche Deine Gnade Dir dankbar seien, und derselben in aller Noth und Anfechtung uns trösten, durch denselben Deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Vor dem Hallelujah. Frohlocket, ihr Völker der Erde, und preiset Gott! der Heiland ist erschienen, den der Herr verheißen; er hat seine Gerechtigkeit der Welt offenbaret. Hallelujah. Sprüche und Gebete an Kirchenfesten. Vor dem Heilig, heilig se. bei dem Abendmahle. [ Ginzuschalten in's Dankgebet nach den Worten:, burch Jesum Christum unfern Herrn"], der heut von der Jungfrau Maria Mensch geboren ist, und als der Welt Heiland, von den Engeln verkündet, und von den Hirten in einer Krippe gefunden ist; also hat sich Deine göttliche hohe Majestät auf Erden erniedrigt, auf daß wir arme Menschen im Himmel erböhet werden. Das Wort ist heute Fleisch geworden, auf daß wir, die wir Dich Gott Vater in Christo sichtbar bekennen, zu den unsichtbaren Gütern durch ihn gereizt würden."[ Darauf folgt: und mit allen Engeln" u. s. w.] XXX 3. 3um Neujahr. Vor der Epistel. Herr Gott, himmlischer Vater, von dem wir ohne Unterlaß allerlei Gutes ganz unverdient empfangen, und täglich vor allen Ulebeln gnädiglich behütet werden, wir bitten Dich, gieb uns durch Deinen Geist folches Alles, auch in diesem neuen Jahre, mit ganzem Herzen im rechten Glauben zu erkennen, auf daß wir Deiner milden Güte und Barmherzigkeit hier und dort ewiglich danken und dich loben durch Jesum Christum, Deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. Vor dem Hallelujah. Herr, Gott, Du bist unsre Zuflucht für und für.( he denn die Berge worden, und die Erde und die Welt erschaffen worden, bist Du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Hallelujah. 4. 3ur Passionszeit. Vor der Epistel. Vater unsers Herrn Jesu Christi! Wir sagen Dir von Herzen Lob und Dank, daß Du uns diese heilige Zeit aber Sprüche und Gebete an Kirchenfesten. mals haft erleben lassen, darin uns das Leiden und der Kreujested Deines lieben Sohnes zu unserm ewigen Troste verfündigt wird. Ach, gieb uns stille und andächtige Herzen, daß sich das Gedächtniß seiner heiligen Liebe, seines Gehorsams und seiner Geduld tief in unser Gemüth einpräge. Mache uns diese Tage recht gesegnet durch Erweckung zu ernstlicher Buße, durch Erneurung unsers Einnes in sein hei liges Bild, und durch reiche Früchte eines wahren Glaubens, einer reinen Liebe und einer gewissen Hoffnung des ewigen Lebens. Ja, Bater, erfülle uns ganz mit dem ernsten Verlangen, nur in Deinem Sohne, unserm gekreuzigten Erlöser, unser Heil zu finden in Zeit und Ewigkeit. Amen. XXXI Vor dem Hallelujah. Herr, gedenke nicht unsrer lebelthaten, und erbarme Dich unsers Elends! Herr, der Du unser Heiland bist, stehe uns bei, erlöse uns und vergieb uns unsere Sünden um der Herrlichkeit Deines Namens willen. Hallelujah. 5 Am grünen Donnerstage. Vor der Epiftel. Allmächtiger, ewiger Gott! gieb, daß wir bei dem wunverbaren Sakramente Deines Sohnes seines Leidens und Sterbens so gedenken und es so verkündigen, als er uns befohlen hat, und verleihe uns, es so zu gebrauchen, daß wir dadurch seiner Erlösung täglich mehr theilhaftig werden mögen durch denselben Deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Vor dem Hallelujah. So oft ihr von diesem Brødte esset und von diesem Kelche trinket, sollt ihr des Herrn Tod verkündigen, bis daß Er. femmt. Gelobt sei Er! Hallelujah. Sprüche und Gebete an Kirchenfesten. 6. Am Gharfreitage. Vor der Epistel. Barmherziger, ewiger Gott! der Du für uns Deinen Sohn des Kreuzes Schmiach bast lassen leiden, auf daß Du von uns treibest des Feindes Gewalt, verleihe uns, fe zu be geben dieses heilige Fest, und zu gedenken unsers Erlöfers, daß wir dadurch der Sünden Vergebung und rem ewigen Tore Erlösung erlangen, durch denselben Deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. XXXII Vor dem Hallelujah. Um unsrer Sünden willen hat sich Christus erniedrigt und ist geborsam geworden bis zum Tode am Kreuze. Darum hat ihn Gott erhöhet und ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist. Hallelujah. 3m allgemeinen Gebete. [ Ginzuschalten nach der Stelle: Bewahre uns vor einem bö fen, unbußfertigen Tode."] Bercite uns mehr und mehr zu einem seligen Ende; vornehmlich aber in der letzten Todesstunde treib von uns alle Anfechtungen und vermehre unsern Glanben an Deinen Sohn Jesum, daß wir überwinden alle Schrekfen des Todes. Wenn dann unsre Chren nicht mehr bören können, so laß Deinen Geist Zeugniß geben unsrem Geiste, daß wir, als Deine Kinder und Christi Miterben, bald sollen mit Jefu bei Dir im Himmel sein. Wenn dann unsre Augen nicht mehr werden sehen können, so thue unsre Glaubensaugen auf, daß wir alsdann vor uns Deinen Himmel offen seben und den Herrn Jesum zu seines Vaters Rechten, daß auch wir sein sollen, wo er ist! Wenn dann unsre Zunge nicht mehr wird sprechen können, dann laß Deinen Geist uns vertreten mit unaussprechlichen Seufzern, und einen Jeden lehren in seinem Herzen rufen: Bater! in Deine Hände befehle ich mei nen Geist! Gieb also, getreuer Gott, daß wir leben in Deiner Sprüche und Gebete an Kirchenfesten. Furcht, sterben in Deiner Gnade, dahin fahren in Deinem Frieden, ruhen im Grabe unter Deinem Schuße, und auf erstehen durch Deine Kraft, und dann ererben die selige Hoffnung, das ewige Leben, um Deines lieben Sohnes willen, Jesu Christi, unsers Herrn, welchem sammt Dir und dem heiligen Geiste sei Lob und Preis, Ehre und Herrlichkeit jetzt und immerdar. Amen. XXXIII 7. 3u Ostern. Vor der Epistel. Herr Gott, himmlischer Vater! der Du Deinen Sohn um unsrer Sünden willen dahin gegeben, und um unsrer Gerechtigkeit willen auferwecket hast, wir bitten Dich, Du wollest Deinen heiligen Geist uns schenken, durch ihn uns regieren und führen, im wahren Glauben erhalten, vor aller Sünde uns behüten und endlich nach diesem Leben uns zum ewigen Leben auch wieder auferwecken durch denselben Deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Vor dem Hallelujah. Lasset uns frohlecken! dies ist der Tag, den der Herr gemacht. Lobinget und preiset ihn, denn er ist gütig und seine Barmherzigkeit wäbret ewiglich. Gelobt sei Gott! Um unsrer Sünden willen ist Christus dabingegeben, und um unsrer Gerechtigkeit willen ist er auferwecket. Hallelujah. Vor dem Heilig, heilig sc. bei dem Abendmahle. [ Einzuschalten ins Dankgebet nach den Worten:, durch Jesum Christum unsern Herrn"], der für uns ist geopfert. Gr ist das wahre Lamm Gottes, das die Sünde der Welt getilgt: der durch seinen Tod unsern ewigen Tod zerstört hat, und als er auferstanden ist, hat er das Leben wiederbracht"[ Darauf folgt: und mit allen Engeln u. s. w.] Sprüche und Gebete an Kirchenfesten. 8. Am Bustage. Vor der Epistel. Allmächtiger Gott, himmlischer Bater! der Du nicht Luft haft an der Sünder Tod, lässest sie auch nicht gern verderben, sondern willst, daß sie sich bekehren und leben, wir bitten Dich herzlich, Du wollest die wohlverdienten Strafen unserer Sünden gnädiglich abwenden, und uns hinführo zu bessern, Deine Barmherzigkeit mildiglich verleihen, um Jesu Christi, unsers Herrn willen. Amen. XXXIV Vor dem Hallelujah. Gnädig und barmherzig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Hilf uns, Gott unsers Heils, um Deines Nas mens willen; errette uns und vergieb uns unsre Sünden um Deines Namens willen. Hallelujah. Anstatt des allgemeinen Gebets, die Litanei. Ewiger, allmächtiger Gott! erbarme Dich über uns Herr, erhöre unser Gebet! Herr, Gott, Vater im Himmel, Herr, Gott, Sohn, Erlöser der Welt, Herr, Gott, heiliger Geist, erbarme Dich über uns! Sei uns gnädig, schone und hilf uns, lieber Herr Gott! Bewahre uns vor allen Sünden, vor allem Irrsal, vor allem Uebel, vor Nachstellung und List des Bösen, vor Best und Hungersnoth, vor Krieg, vor Aufruhr und Zwietracht, vor Hagel und Unwetter, vor Feuer und Wassersnoth, vor einem unseligen, plötzlichen Tode, vor dem ewigen Tode. Hilf uns, lieber Herr, durch Deine heilige Ge burt, durch Dein Kreuz und Deinen Tod, durch Deine Auf erstehung und Himmelfahrt, in der Stunde des Todes, im jüngsten Gerichte. Erhöre uns, lieber Herr Gott, wir flehen zu Dir, wir arme Sünder, daß Du gnädiglich schüßest und schirmest Deine heilige christliche Kirche; daß Du alle Bischöfe Lehrer und Diener in der wahren Lehre und einem heiligen Leben bewahrest, falsche Lehre und Aergerniß abwendest, alle Sprüche und Gebete an Kirchenfesten. Irrende und Verführte zurückrufest, uns den Sieg verleihest über alle unsere geistige Feinde; treue Arbeiter in Deine Ernte sendest, das Wort begleitest mit Deinem Geiste und Deiner Kraft; helfest und tröstest die Betrübten und Schwermüthigen; Friede und Eintracht den Königen und Fürsten verleihest; fegnest, tröstest und beschirmest unsern geliebten König und sein Haus und seine Anverwandten, und alle treue Beamten, und segnest die Regierung; stärkest und bewahrest die Kriegsmacht; errettest alle, die in Noth und Gefahr sind, bewahrest und helfest den Schwangern, erquickest die Kranken, befreiest die schuldlos Gefangenen, schüßzest und versorgest die Wittwen und Waisen, die Armen und Unterdrückten, und ein versöhnliches Herz verleihest gegen unsre Feinde und Verfolger, und ihr Herz umwendest; daß Du durch Deine heiligen Engel geleitest und bewahrest die Reisenden; segnest die Frucht der Erde, den Bergbau, die Seefahrt und andere erlaubte Nahrungszweige, und Gnade verleihest, alles solches recht zu gebrauchen; daß Du Dich erbarmest über alle Menschen und uns gnädiglich erhörest. O, Jesu Christ, Sohn Gottes, erbarme Dich über uns! O, Lamm Gottes, welches der Welt Sünde trägt, erlöse uns, lieber Herr, Gott! Lamm Gottes, welches der Welt Sünde trägt, gieb uns Deinen Frieden und Segen! Christe, erhöre unser Gebet! Herr, erbarme Dich über uns! Christe, erbarme Dich über uns! Herr, erbarme Dich über uns! Handle nicht mit uns nach unsern Sünden und pergilt uns nicht nach unsrer Miſsethat. XXXV Lasset uns beten. Herr, allmächtiger Gott! der Du hörest das Flehen der Bußfertigen und tröstest die betrübten Herz zen, erhöre das Gebet, welches wir in unserer Noth vor Dich bringen, und hilf uns, auf daß durch Deines Geistes Kraft zerstöret und vernichtet werde das Böse, was Sünde und Welt uns zufüget, und wir, also erlöset von allem Uebel, in Deiner Gemeinde Dir allezeit Dank und Preis bringen durch Deinen Sohn Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Sprüche und Gebete an Kirchenfesten. 9. Am Himmelfahrtstage. Vor der Epistel. Allmächtiger Gott! verleihe uns, die wir glauben, daß Dein eingeborner Sohn, unser Heiland, zum Himmel aufgefahren ist, daß auch wir mit ihm geistig, im geistigen Wesen wandeln und wohnen durch denselbigen Deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. XXXVI Vor dem Hallelujah. Erhaben, o Herr, über alles Rob, über alle Herrlichkeit, herrschest Du von Ewigkeit zu Ewigkeit. Hallelujah. 10. 3u Pfingsten. Vor der Epistel. Herr Gott, lieber Vater! der Du Deiner Gläubigen Herzen durch Deinen heiligen Geist erleuchtet und gelehrt bast, gieb uns, daß wir auch durch denselbigen Geist rechten Verstand Deines Wesens und Willens haben, und zu aller Zeit seines Trostes und seiner Kraft uns freuen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Vor dem Hallelujah. Komm, heiliger Geist, erfülle die Herzen Deiner Gläubigen und entzünde in ihnen das Feuer Deiner göttlichen Liebe. Hallelujah. Vor dem Heilig, heilig zc. bei dem Abendmahle. [ Einzuschalten ins Dankgebet nach den Worten: durch Jefum Chriftum unsern Herrn" 1" der über alle Himmel gefahren, figet zu Deiner Rechten, und hat heut den heiligen Geist, welchen er verheißen hat, ausgegoffen in Deine auserwählten Kinder. Darum ist die ganze Welt voll Freude, und frohlocken alle Menschen im ganzen Umkreis der Erden,"[ Darauf folgt: und mit allen Engeln u. s. m.] Sprüche und Gebete an Kirchenfesten. 11. Am Reformationsfeste. Vor der Epistel. Herr Gott, himmlischer Bater! Wir danken Dir von Herzen, daß durch Deine allmächtige Gnade das Licht Deines seligmachenden Evangeliums unsern Vorfahren in der Finsterniß aufs Neue aufgegangen ist, und uns bis auf diese Stunde geleuchtet hat. Sei gepriesen dafür, daß wir, frei vom Zwange menschlicher Satzungen, von Kind auf die heilige Schrift wif sen, die uns unterweisen kann zur Seligkeit durch den Glauben an Jesum Christum, der unser einiger Mittler ist. Wir bitten Dich, Du wollest uns beständig bei Deiner göttlichen Wahrheit und unsrer evangelischen Freiheit erhalten. Bewahre uns, daß wir das theure Gut der Gewissensfreiheit nicht zum Schaden unsrer Seele mißbrauchen. Schüße Deine evange lische Kirche vor aller List und Gewalt der Feinde Deines Wortes. Erleuchte und regiere uns durch Deinen Geist, daß wir Deiner himmlischen Lehre immer treuer und gehorsamer werden, und Deinen heiligen Namen von ganzem Herzen mit Wort und That freundig vor aller Welt bekennen, damit wir einst das Ende unsers Glaubens davon bringen, nämlich der Seelen Seligkeit. Amen. XXXVII Vor dem Hallelujah. Herr, gedenke unser nach Deinem Worte, auf welches Du uns läsfest hoffen! Laß unsre Seele in Deinem Worte leben, daß sie Dich lobe immer und ewiglich. Hallelujah! 12. Bur Todtenfeier.") Vor der Epistel. Nach dem Chor: Und mit Deinem Geiste. Geistliche: Selig sind die Todten, die in dem Herrn sterben. *) Am letzten Sonntage des Kirchenjahres. XXXVIII Sprüche und Gebete an Kirchenfesten. Chor: Ja, der Geist spricht: daß sie ruhen von ihrer Arbeit. Hallelujah. Geistliche: Allmächtiger, ewiger Gott! der Du durch den Tod Deines Sohnes die Sünde und den Tod zunichte ges macht und durch seine Auferstchung Unschuld und ewiges Leben wiedergebracht hast, auf daß wir, von der Furcht des Todes erlöset, in Deinem Reiche leben: verleihe uns, daß wir solches von ganzem Herzen glauben, und in solchem Glauben beständig Dich allezeit loben und Dir danken, durch denselben Deinen Sohn, Jesum Christum, unfern Herrn. Amen. Vor dem Hallelujah. Der Herr wird mich erlösen von allem Uebel und mir aushelfen zu seinem himmlischen Reiche. Ihm sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Hallelujah. Im allgemeinen Gebet. [ Einzuschalten wie am Charfreitage.] Sündenbekenntnisse. B. Sündenbekenntnisse. XXXIX 1. Allbarmherziger Gott und Bater! In tiefer Demuth ers kennen und bekennen wir vor Dir unsere vielfachen Sünden und Vergehungen. Siehe erbarmend auf uns nieder und vergieb uns Reuigen alle unsere Sünden, um des Verdienstes Deines licben Sohnes, unsers Heilandes Jesu Christi willen. Amen! 2. Geliebte in Christo! Lasset uns in tiefer Demuth vol dem Herrn unsere Unwürdigkeit und unsere Sünden bekennen and mit einander sprechen:*) Ich armer fündiger Mensch bekenne vor Dir, allmächtiger Gott, daß ich oft und viel gesündigt habe, mit Gedanken, Worten und Werken; ich erkenne meine Schuld, meine ganze Schuld: aber ich bereue sie von Herzen, und nehme mir fest vor, unter Verleihung Deiner Gnade mich ernstlich zu bessern, und nie mehr zu fündigen. Amen! 3. Allmächtiger Gott, barmherziger Bater! wir erkennen und bekennen vor Dir unser sündliches Verderben, und unsere vielfachen und schweren Verschuldungen. Siehe erbarmend auf uns nieder, und nimm unsere Reue und unsere Vorsätze der Besserung gnädiglich an. Bergieb uns alle unsere Sünden Oder: Kommt, laßt uns anbeten und knieen und niederfallen vor dem Herrn, der uns gemacht hat. Allmächtiger Gott, barmhersiger Bater! Ich u. s. w. XL Sündenbekenntniffe. und Missethaten um Deines lieben Sohnes, unsers Heilandes Jesu Christi willen und gewähre uns den Beistand Deines heiligen Geistes, damit wir dem Bösen von ganzem Herzen entsagen, und Dir in Gerechtigkeit dienen mögen, die Dir gefällig ist. 4. Vor Dir, allmächtiger Gott und Vater, vor Deiner un wandelbaren Heiligkeit bekennen wir es, wir sind strafbar ven unserer Geburt an, und zum Bösen geneigte Sünder; denn mit inniger Betrübniß müssen wir bekennen, daß wir Deinen Geboten zuwider gehandelt haben und mit ernster Reue verdammen wir uns und unsere Sünden. Siehe erbarmend auf uns nieder um Deines Sohnes Jesu Christi, unsers Heilandes willen, vergieb uns unsere Sünden und gewähre uns den Beistand Deines heiligen Geistes, damit wir dem Bösen von ganzem Herzen entsagen und Dir wohlgefällig werden mögen. Amen. 5. Gott sei mir gnädig nach Deiner Güte und tilge meine Sünden nach Deiner großen Barmherzigkeit. Wasche mich wohl von meiner Missethat und reinige mich von meiner Sünde; denn ich erkenne meine Missethat und meine Sünde ist immer vor mir. Amen! 6. Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu Dir! Herr, höre meine Stimme, daß Deine Ohren merken auf die Stimme meines Flebens. So Du willst, Herr, Sünde zurechnen; Herr, wer wird bestehen? Ich harre Deiner, meine Seele harrt, und ich hoffe auf Dein Wort. Amen! Absolution. C. Absolution. XLI 1. Der allmächtige Gott erbarme sich über euch und vergebe euch alle eure Sünden! Er stärke und befestige euch durch seinen Geist in allem Guten, und bringe euch in sein ewiges Reich, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 2. Der allmächtige ewige Gott verzeihe uns nach seiner unergründlichen Barmherzigkeit und um des Erlösers Jesu Christi Verdienstes willen alle unsere Sünden und gebe uns Gnade unser Leben zu bessern und mit ihm ein ewiges Leben zu empfangen. Amen. 3. Gnädig und barmherzig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Er will nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich befehre und lebe. Leben und unvergängliches Wes sen hat er an's Licht gebracht und eine ewige Erlösung erfunden. Amen! 4. Gott hat uns geliebt in seinem Sohne, ehe der Welt Grund gelegt ward. Gott war in Christo und versöhnte die Welt mit ihm selber. Christus ist uns gemacht zur Weisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlösung. Wer an ihn glaubt, der hat das ewige Leben. Amen! XLII Sprüche und Gebete. D. Sprüche und Gebete, nach der Wahl der Geistlichen unter mehreren andern zu gebrauchen. Gebete( Collecten) vor der Epistel. 1. Allmächtiger Gott! gieb uns den rechten wahrhaften Glauben und mehre denselben täglich in uns; verleihe uns auch wahre Liebe und Hoffnung, damit wir Dir und unserm Nächsten nach Deinem Wohlgefallen dienen mögen durch Jesum Christum, Deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 2. Allmächtiger ewiger Gott, der Du uns gelehret hast, in rechtem Glauben zu wissen und zu bekennen, daß Du Vater, Sohn und Geist ein einiger ewiger Gott und dafür anzubeten bist, wir bitten Dich, Du wolleft uns bei solchem Glauben allezeit fest erhalten und uns Gnade verleihen, Dich mit Herz und Mund allezeit zu loben und zu preisen, der Du lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 3. Herr Gott, lieber Vater, wir bitten Dich, Du wollest uns durch Deinen heiligen Geist leiten und regieren, auf daß wir mit ganzem Herzen Dein Wort anhören und annehmen und dadurch geheiligt werden, und auf Jesum Christum, Deis nen Sohn, unser ganzes Vertrauen und unsere Hoffnung seßen, unser Leben nach Deinem Worte bessern und ewig selig werden durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Sprüche und Gebete. 4. Allmächtiger Gott, himmlischer Vater, der Du bist ein Helfer und Beschüßzer aller, die auf Dich hoffen, ohne dessen Hülfe und Gnade Niemand etwas vermag, noch vor Dir gilt, laß Deine Bármherzigkeit uns reichlich wiederfahren, auf daß wir durch Dein heiliges Eingeben denken, was recht ist, und durch Deine Hülfe dasselbe vollbringen, um Jesu Christi, Deines lieben Sohnes, unsers Herrn willen. Amen. XLIII Sprüche vor dem Hallelujah. 1. Wachset in der Gnade und Erkenntniß unsers Herrn und Heilandes Jesu Christi; demselben sei Ehre nun und zu ewigen Zeiten. Hallelujah. 2. Der Herr behütet alle, die ihn lieben, und wird vertilgen alle Gottlosen. Er thut, was die Gottesfürchtigen begehren und hört ihre Stimme und hilft ihnen. Gelobt sei Gott! Wir wissen, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen. Hallelujah. 3.") Herr, gedenke unser nach Deinem Worte, auf welches Du uns läsfest hoffen! Laß unsre Seele in Deinem Worte leben, daß sie Dich lobe immer und ewiglich. Hallelujah. 4. Seid Thäter des Worts, und nicht Hörer allein; damit ihr euch selbst betrüget. Hallelujah. ) Dieser Spruch kann auch vom Chore gesungen werden. XLIV Allgemeines Gebet nach der Predigt. Allgemeines Gebet nach der Predigt. Allmächtiger, ewiger Gott, barmherziger Vater in Jesu Christo, wir danken Dir von Herzen, daß Du uns in dieſem zeitlichen Leben bisher gnädiglich behütet hast und durch dein Evangelium auch zu dem ewigen Leben berufen und zubereiten läsfest, wie wir denn auch jetzt Dein Wort in Frieden und Ruhe vernommen haben. Wir bitten Dich, o Herr, Du wollest Deine christliche Kirche mit allen ihren Wächtern, Hirten und Dienern durch Deinen heiligen Geist regieren, daß sie bei der reinen Lehre Deines Wortes erhalten, der wahre Glaube in uns erweckt und gestärkt werde, auch die Liebe gegen alle Menschen in uns erwachse und zunehme. Segne und erleuchte die Fürsten und Obrigkeiten in allen Landen, damit sie Deinem Reiche dienen und alles befördern mögen, was zum Heil, zum zeitlichen und ewigen Frieden der Völker ersprießlich iſt. Insonderheit laß Deine Gnade groß werden über den König, unsern Herrn, die Königinn, seine Gemahlin, den Prinzen und die Prinzessinn von Preußen, das ganze Königliche Haus, und Alle die ihm anverwandt und zugethan sind. Erhalte sie uns bei langem Leben, zum beständigen Segen und christlichen Vorbilde. Verleihe unserm Könige zu seiner Regierung ein weises Herz, königliche Gedanken, heilsame Rathschläge, gerechte Werke, einen tapfern Muth und starken Arm. Beschüßze das Königliche Kriegsheer sammt allen Dienern des Königs und des Vaterlandes. Lehre sie stets, wie Christen, ihres Eides gedenken, und laß ihre Dienste gesegnet sein zu Deiner Ehre und des Vaterlandes Bestem. Allgemeines Gebet nach der Prebigt. Heilige uns und Alle, die mit uns Deiner Gnade bedürfen, durch Deinen Geist, baue Dein Reich in den Häusern; segne die christliche Erziehung der Jugend, und stärke uns in unserm Berufe, unsre Arbeit in Deinem Namen zu thun. XLV Hilf einem Jeden in seiner Noth und sei ein Heiland aller Deiner Menschenkinder; und laß uns durch die Liebe zu Dir alle Dinge in dieser Welt zum Besten dienen. Bewahre uns vor einem bösen, unbußfertigen Tode und bringe uns Alle in Dein ewiges Himmelreich durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. XLVI Catechismus für evangelische Christen. I. Catechismus für Evangelische Christen. Die heiligen zehn Gebote Gottes. Das erste Gebot. dein Gott. Du sollst nicht andere Götter Ich bin der Herr haben neben mir. Das zweite Gebot. Du sollst den Namen deines Gottes- nicht unnützlich füh ren, denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht. Das dritte Gebot. Du sollst den Feiertag heiligen. Das vierte Gebot. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß dir's wohlgehe und du lange lebest auf Erden. Das fünfte Gebot. Du sollst nicht tödten. Das sechste Gebot. Du sollst nicht ehebrechen. Das stebente Gebot. Du sollst nicht stehlen. Catechismus für evangelische Christen. Das achte Gebot. Du sollst nicht falsch Zeugniß reden wider deinen Nächsten. Das neunte Gebot. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Das zehnte Gebot. XLVII Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Bich oder alles, was sein ist. ( 2. Buch Moses Cap. 20. v. 5. und 6.) Denn ich der Herr, dein Gott, bin ein eifriger Gott, der da heimsucht der Väter Missethat an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied, die mich hassen. Und thue Barmherzigkeit an vielen Tausenden, die mich lieb haben und meine Gebote halten. II. Die Glaubensbekenntnisse der christlichen Kirche. 1) Das apostolische Glaubensbekenntniß. Ich glaube an Gott den Vater,( flehe Ordnung des Hauptgottesdienstes Seite XV.) 2) Das Nicaenische Glaubensbekenntniß vom Jahre 325. Ich glaube an einen einigen allmächtigen Gott( stehe Ordnung des Hauptgottesdienstes Seite XV.) 3) Das Athanasische Glaubensbekenntniß vom Jahre 333. Wer da will selig werden, der muß vor allen Dingen den rechten christlichen Glauben haben. Wer denselben nicht ganz und rein hält, der wird ohne Zweifel ewiglich verloren seyn. Catechismus für evangelische Ghriften. Dies ist aber der rechte christliche Glaube, daß wir einen einigen Gott in drei Personen, und drei Personen in einiger Gottheit ehren. Und nicht die Personen in einander mengen, noch das göttliche Wesen zertrennen. Eine andere Person ist der Bater: eine andere der Sohn: eine andere der beilige Geist. Aber der Vater und Sohn und heilige Geist ist ein einis ger Gott, gleich in der Herrlichkeit: gleich in ewiger Majestät. Welcherlei der Vater ist, solcherlei ist der Sohn: solcherlei ist auch der heilige Geist. Der Vater ist nicht geschaffen: der Sohn ist nicht ge-. schaffen: der heilige Geist ist nicht geschaffen. Der Vater ist unmeßlich: der Sohn ist unmeßlich: der heilige Geist ist unmeßlich. Der Vater ist ewig: der Sohn ist ewig: der heilige Geist ist ewig. Und sind doch nicht drei Ewige; sondern es ist ein Ewiger. XLVIII Gleichwie auch nicht drei Ungeschaffene; noch drei Unmeßliche; sondern es ist ein Ungeschaffener und ein Unmeßlicher. Also auch, der Vater ist allmächtig: der Sohn ist allmächtig: der heilige Geist ist allmächtig. Und sind doch nicht drei Allmächtige; sondern es ist ein Allmächtiger. Also, der Bater ist Gott: der Sohn ist Gott: der heilige Geist ist Gett. Und sind doch nicht drei Götter; sondern es ist ein Gott. Also, der Vater ist der Herr: der Sohn ist der Herr: der heilige Geist ist der Herr. Und sind doch nicht drei Herren; sondern es ist ein Herr. Denn gleich wie wir müssen nach christlicher Wahrheit eine jegliche Person für sich Gott und Herrn bekennen: Catechismus für evangelische Christen. XLIX Also können wir im christlichen Glauben nicht drei Götter, oder drei Herren nennen. Der Vater ist von Niemand weder gemacht; noch geschaffen; noch geboren. Der Sohn ist allein vom Bater: nicht gemacht; noch geschaffen; sondern geboren. macht: Der heilige Geist ist vom Vater und Sohn: nicht ges :: nicht geschaffen: nicht geboren; sondern ausgehend. So ist nun ein Vater; nicht drei Bäter: ein Sohn; nicht drei Söhne: ein heiliger Geist; nicht drei heilige Geister. Und unter diesen drei Personen ist keine die erste: keine die letzte: keine die größeste: keine die kleinste. Sondern alle drei Personen sind mit einander gleich ewig; gleich groß. Auf daß also, wie gesagt ist, drei Personen in einer Gottheit und ein Gott in drei Personen geehret werde. Wer nun will selig werden, der muß also von den drei Personen in Gott halten. Es ist aber auch noth zur ewigen Seligkeit, daß man treulich glaube, daß Jesus Christus unser Herr sei wahrhaftiger Mensch. So ist nun dies der rechte Glaube, so wir glauben und bekennen, daß unser Herr Jesus Christus Gottes Sohn, Gott und Mensch ist. Gott ist er aus des Vaters Natur vor der Welt geboren: Mensch ist er aus der Mutter Natur in der Welt geboren. Ein vollkommener Gott: ein vollkommener Mensch mit vernünftiger Seele und menschlichem Leibe. Gleich ist er dem Bater, nach der Gottheit: kleiner ist er denn der Vater, nach der Menschheit. Und wiewohl er Gott und Mensch ist; so ist er dech nicht zween, sondern ein Christus Einer, nicht daß die Gottheit in die Menschheit verwan Catechismus für evangelische Christen. delt sey; sondern daß die Gottheit hat die Menschheit an sich genommen. Ja einer ist er, nicht daß die zwo Naturen vermenget sind; sondern daß er eine einige Person ist. Denn gleich wie Leib und Seele ein Mensch ist; so ist Gott und Mensch ein Christus. Welcher gelitten hat um unsrer Seligkeit willen: zur Höllen gefahren: am dritten Tage auferstanden von den Todten. Aufgefahren gen Himmel: sizzet zur Rechten Gottes des allmächtigen Baters. Bon dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Todten. Und zu seiner Zukunft müssen alle Menschen auferstehen mit ihren eignen Leibern. Und müssen Rechenschaft geben, was sie gethan haben. Und welche Gutes gethan haben, werden ins ewige Leben gehen; welche aber Böses gethan, ins ewige Feuer. Das ist der rechte christliche Glaube: wer denselben nicht. fest und treulich glaubet, der kann nicht selig werden. L III. Das Gebet des Herrn. ( Siehe Ordnung des Hauptgottesdienstes Seite XVII.) IV. Das Sakrament der heiligen Taufe. [ Unser Herr Christus spricht, Matthäi. Cap. 28, V. 19 und 20] Gehet hin in alle Welt und lehret alle Völker, und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. [ Unser Herr Christus spricht, Marci Cap. 16. V. 16.] Wer da glaubet und getaufet wird, der wird selig werden, wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. Catechismus für evangelische Christen. V. Das Sakrament des heil. Nachtmahls. [ Es schreiben die heiligen Evangelisten Matthäus, Marcus, Lucas und St. Paulus]: Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brodt, dankete, brach es, gab es seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin und esset: das ist mein Leib †, der für euch gegeben wird; das thut zu meinem Gedächtniß. Li Desselbigen gleichen nach dem Abendmahl nahm er den Kelc, sagte Dank und sprach: Nehmet hin und trinket Alle daraus; dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blutet, das für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches thut, so oft ihr's trinket, zu meinem Gedächtniß. VI. Vom Amte der Schlüssel. [ Der Herr Jesus blies seine Jünger an und sprach zu ihnen: Joh. 20, v. 22 u. 23.] Nehmet hin den heiligen Geist, welchen ihr die Sünden vergebet, denen sind sie vergeben, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. [ Unser Herr Christus spricht: Matth. 18, v. 18.] Wahrlich, ich sage euch: Was ihr auf Erden binden werdet, soll auch im Himmel gebunden sein; und was ihr auf Erden lösen werdet, soll auch im Himmel los sein. Anhang. Anhang. Vom Amte der weltlichen Obrigkeit. Jedermann sei unterthan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit, ohne von Gott geordnet. Wer sich nun wider die Obrigkeit setzet, der widerstrebt Gottes Ordnung. Die aber widerstreben, werden über sich ein Urtheil empfangen, denn sie trägt das Schwerdt nicht umsonst. Sie ist Gottes Dienerinn, eine Rächerinn zur Strafe über den, der Böses thut.( Röm. 13.) LII Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist.( Matth. 22.) So seid nun. aus Noth unterthan, nicht allein um der Strafe willen, sondern um des Gewissens willen. Derhalben müßt ihr auch Schoß geben, denn sie sind Gottes Diener, die solchen Schutz sollen handhaben. So gebet nun Jedermann, was ihr schuldig seid, Schoß, dem der Schoß gebühret, Zoll, dem der Zoll gebühret, Ehre, dem die Ehre gebühret.( Röm.13.) So ermahne ich nun, daß man vor allen Dingen zuerst thue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung, für die Könige, und für alle Obrigkeit, auf daß wir ein geruhiges und stilles Leben führen mögen, in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Denn solches ist gut, dazu auch angenehm vor Gott, unserm Heiland( Tit. 3.) Erinnere sie, daß sie dem Fürsten und der Obrigkeit unterthan und gehorsam seien.( 1. Tim. 3.) Seid unterthan aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm, zur Nache über die Uebelthäter.( 1. Petri 2.) I. Lob-, Dank- und Festgesänge. I. Allgemeine Lob- und Dank- Lieder. Te deum laudamus. Märt'rer allzumal loben Dich, Herr, mit großem Schall'; die ganze werthe Christenheit rühmt Dich auf Erden allezeit: In eigner Melodie. 1. danken Dir! Dich, Bater, in Ewigkeit ehrt die Welt weit und breit, all' Engel und Him melsbeer, und was dienet Deiner Ehr', auch Cherubim und Seraphim singen inimer mit hoher Stimm': Heilig ist unser Gott! heilig ist unser Gott! heilig ist unser Gott! der Herr Zebaoth. err Gott, Dich loben 2. Dein göttlich' Macht und Herrlichkeit geht über Himm'l und Erde weit; der heiligen zwölf Boten Zahl und die lieben Propheten all', die theuren Thron', Deinen rechten und ein'gen Sohn, den heil'gen Geist und Tröster werth mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. 3. König der Ehren, Jesu Christ! Gott Baters ew'ger Sohn Du bist: hast nicht verschmäht der Jungfrau'n Schooß, zu machen uns von Sünden los: Du hast dem Tod zerstört sein' Macht, und all' Christen zum Himmel ' bracht: Du siz'st zur Rechten Gottes gleich, mit aller Ehr' Allgemeine Lob und Dank- Lieber. · 2 in's Baters Neich: Ein Richter Du zukünftig bist Alles, das todt und lebend ist. 4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern Dein, die durch Dein Blut erlöset sein: Laß uns im Himmel haben Theil, mit den Heil'gen im ew'gen Heil: Hilf Deinem Volk, Herr Jesu Christ, und segne was Dein Erbtheil ist: wart' und pfleg' ihr'r zu aller Zeit, und heb' sie hoch in Ewigkeit. Täglich, Herr Gott, wir loben Dich, ehren Dein'n Namen stetig lich: behüt' uns heut, o treuer Gott, vor aller Sünd' und Missethat: Sei uns gnädig, o Herre Gott, sei uns gnädig in aller Noth. Zeig' uns Dei ne Barmherzigkeit, wie uns're Hoffnung zu Dir steht; auf Dich hoffen wir, lieber Herr, in Schanden laß uns nimmermehr. Amen. Mel. Wie schön leucht't uns der zc. allelujah! Lob, Preis Gott je mehr und mehr für alle seine Werke; von Ewigkeit zu Ewigkeit sei in uns Allen ihm bereit't Dank, Weisheit, Kraft und Stärke! Klinget, singet: beilig, heilig, freilich, freilich, heilig ist Gott, unser Gott, der Herr Zebaoth! 2. Hallelujah! Preis, Ehr und macht sei auch dem Gotteslamm gebracht, in dem wir sind erwählet, das uns mit sei nem Blut erkauft, damit besprenget und getauft und sich mit uns vermählet. Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft, die wir haben und darinnen uns erlaben. 3. Hallelujah! Gott heil'ger Geist sei ewiglich von uns gepreist, durch den wir neu ges boren, der uns mit Glauben ausgeziert dem Himmelreich uns zugeführt, zur Herrlichfeit erforen. Schauet, schauet! Da ist Freude, da ist Weide, da ist Manna und ein ewig's Hosianna. 4. Hallelujah! Lob, Preis und Ehr' sei unser'm Gott je mehr und mehr und seinem großen Namen. Stimmt an mit aller Himmelsschaar und nun und mit Freuden: Amen, Amen! Klinget, singet, heilig, heilig, freilich, freilich, heilig ist Gott, unser Gott, der Herr Zes baoth! 3 Mel. Lobt Gott, ihr Christen, allzugleich 2c. das kommt von Dir, Du, Du mußt Alles thun! Du hältst 3. Ich finge Dir mit Herz die Wacht an unsrer Thür und und uns sicher:,: Allgemeine Lob und Dank- Lieder. meines Herzens Lust! Ich fing' und mach' der Erden fund, was mir von Dir be wußt.:,: 2. Ich weiß, daß Du der Brunn'n der Gnad' und ew'ge Quelle seist, daraus uns allen früh und spat viel Heil und Gutes fleußt.:, 3. Was sind wir doch? Was haben wir auf dieser ganzen Erd', das uns, o Bater, nicht von Dir allein gegeben werd'?:, 4. Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld mit Thau und Regen negt?:,: 5. Wer wärmet uns in Kält und Frost? Wer schützt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Del und Most zu seinen Zeiten find't?:,: 6. Wer giebt uns Leben und Geblüt? Wer hält mit seiner Hand den güld'nen, wer then, edlen Fried' in unserm Baterland?:,: 7. Ach Herr, mein Gott, 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu und steh'st uns, wenn wir in Gefahr gerathen, treulich bei.:,: 9. Du strafft uns Sünder mit Geduld und schlägst nicht allzusehr; ja endlich nimmt Du unsre Schuld und wirsst sie in das Meer.:,: 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, wirst Du gar leicht erweicht, und giebst uns, was uns hoch erfreut und Dir zu Ehren reicht.:,: 11. Du zählst, wie oft ein Christe wein' und was sein, Kummer sei, kein Zähr' und Thränlein ist so klein, Du heb'st und leg'st es bei.:,: 12. Du füll'st des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd' entgeht.:,: 13. Wohl auf, mein Herze, sing' und spring' und habe guten Muth: dein Gott, der Ürsprung aller Ding', ist selbst und bleibt dein Gut!:,: Allgemeine Lob- und Dank- Lieder. 14. Er ist dein Schatz, dein Harfe wach' auf, lasset den Erb' und Theil, dein Glanz Lobgesang hören! und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Hülf' und Heil, schafft Rath und läßt dich nicht.:,: 4 15. Was kränkst du dich in deinem Sinn und gräm'st dich Tag und Nacht? Nimm' deine Sorg' und wirf sie hin auf den, der dich gemacht.:,: 16. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und er nährt? Wie manchen schweren Unglückslauf hat er zurückgetehrt.:,: 17. Er hat noch niemals ' was verseh'n in seinem Regiment: nein, was er thut und läßt gescheh'n, das nimmt ein gutes End.:,: 18. Ei nun! So laß ihn ferner thun und red' ihm nicht darein: so wirst du hier in Frieden ruh'n und ewig fröhlich sein.:,: 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der dich auf Adelers- Fittigen sicher geführet, der dich erhält, wie es dir selber gefällt. Hast du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet: in wie viel Noth hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet! 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet. denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den Herren! was in mir ist, lobe den, Namen! Alles was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen! Gr ist dein Licht, Seele, vergiß es ja nicht, lobende, schließe mit Amen! In eigner Melodie. 4. Robe den Herren, den Mel. Nun lob' meine Seele den mächtigen König der Herrn 2c. Ehren, meine geliebteſte Seele, das ist mein Begehren: kommet zu Hauf, Psalter und erhab'ner Zions- Gott! des 5. Man lobt Dich in der Stille, Du hoch Allgemeine Lob und Dank Lieber. 5 Rühmens ist die Fülle vor Gott! im Leben und dort in Dir, Du starker Zebaoth! Du Ewigkeit. bist doch Herr auf Erden, der Frommen Zuversicht, in TrübIn eigner Melodie. fal und Beschwerden läßt Du 6. Nun banket Alle Gott mit Herzen, die Deinen nicht; drum soll Dich stündlich ehren mein Mund vor Jedermann, und Deinen Ruhm vermehren, so lang er fallen kann. 2. Es müssen, Herr, sich freuen von ganzer Seel und jauchzen schnell, die unaufhörlich schreien: gelebt sei der Gott Jsrael! Sein Name wird gepriesen, der große Wunder thut, und der auch mir erwiesen, das was mir nüß' und gut. Nun, das ist meine Freude, daß ich an ihm stets fleb' und niemals von ihm scheide, so lang' ich leb' und schweb'. und Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden; der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an unzählig viel zu gut und noch jetzo gethan. 2. Der ewig- reiche Gott woll' uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben, und uns in seiner Gnad' erhalten fort und fort, und uns aus aller Roth erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr' und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne, und dem, der beiden gleich im höchsten Himmelsthrone, dem dreieinigen Gott, als er ursprünglich war, und ist und bleiben wird jetzund 3. Herr, Du hast Deinen Namen sehr herrlich in der Welt gemacht; denn als die und immerdar. Schwachen kamen, hast Du gar bald an fie gedacht. Du haft mir Gnad' erzeiget; nun! daß ich tausend Zungen hätte und wie vergelt ich's Dir? Ach, bleibe mir geneiget, so will einen tausendfachen Mund; so ich für und für den Kelch des Heils erheben und preisen weit und breit Dich, Herr, mein grund ein Loblied nach dem stimmt' ich damit um die Wette vom allertiefsten HerzensIn eigner Melodie. Allgemeine Lob- und Dank Lieber. andern an von dem, was Gott und Leib, Lob sei Dir, mildean mir gethan. ster Berather, daß ich in Deiner Obhut bleib' mit allem, was Du in der Welt zu meinem Nugen hast beſtellt. 2. O daß doch meine Stimm'. erschallte bis dahin, wo die Sonne steht, o daß mein Blut mit Jauchzen wallte, so lang es noch im Laufe geht. Ach, wär' ein jeder Puls ein Dank, und jeder Odem ein Gesang! 6 3. Was schweigt ihr denn, hr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euren Fleiß, und stehet munter im Geschäfte zu Gottes, meines Herren Preis. Mein Leib und Seele schicke dich und lobe Gott herzinniglich! 4. Jhr grünen Blätter in den Wäldern bewegt und regt euch doch mit mir! Ihr schwanfen Gräschen in den Feldern, ihr Blumen laßt doch eure Zier zu Gottes Ruhm belebet sein, und stimmet lieblich mit mir ein! 5. Ach alles, alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehülfen geben, denn mein Vermogen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöh'n, die allenthalken um mich stehn. 6. Dir sei, o allerliebster Bater, unendlich Leb für Seel 7. Mein treuster Jeſu, ſei gepriesen, daß Dein erbarmungsvolles Herz sich mir ſo hülfreich hat erwiesen, und mich durch Blut und Todes: schmerz von aller Teufel Graus samkeit zu Deinem Eigenthum befreit. 8. Auch Dir sei ewig Ruhm und Ehre, o heilig- werther Gottesgeist, für Deines Trostes süße Lehre, die mich ein Kind des Lebens heißt. Denn wo was Gut's von mir geschicht, das wirket nur Dein göttlich Licht. 9. Wer überströmet mich mit Segen, bist Du es nicht, Du reicher Gott? Wer schützet mich auf meinen Wegen? Du, Du, o Herr, Gott, Zebaoth! Du trägst mit meiner Sünden Schuld unsäglich gnädige Geduld. 10. Wie sollt' ich nun nicht voller Freuden in Deinem ste ten Lobe stehn! Wie sollt' ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphirend einhergehn! Und Allgemeine Lob- und Dank- Lieder. 7 fiele auch der Himmel ein, so Schatten wohnen, die preifen will ich doch nicht traurig sein. 11. Ich will von Deiner Güte singen, so lange sich die Zunge regt, ich will Dir Freudenopfer bringen, so lange sich mein Herz bewegt. Ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, fo stimm' ich noch mit Seufzen ein. 12. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin, im Himmel soll es besser werden, wenn ich bei Deinen Engeln bin: da fing' ich Dir im höhern Chor viel tausend Hallelujah vor. Miel. Es ift das Heil uns kommen 20. 8. Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut, dem Bater aller Güte, dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüthe mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt; gebt unserm Gott die Ehre! 2. Gs danken Dir die Himmelsheer', o Herrscher aller Thronen, und die auf Erden, Lust und Meer in Deinem Deine Schöpfermacht, die als les also wohl bedacht; gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott erschaf fen hat, das will er auch erhal ten, darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich ist alles recht und alles gleich; gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Noth: Ach, Gott! verz nimm mein Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod und ließ mir Trost gedeihen. Drum dank, ach Gott! drum dank ich Dir, ach, danket, danket Gott mit mir; gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist nah und nimmer nicht von ſeinem Volk geschieden; er bleibet ihre Zue versicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhånden leitet er die Seinen stetig hin und her; gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hülf' ermangeln muß, die alle Welt erzeiget; so kommt, so hilft der Ueberfluß, der Schöpfer selbst, und neiget die Bateraugen denen zu, die sonsten nirgend fin Allgemeine Lob- und Dank Lieber. 8 den Ruh'; gebt unserm Gott Ist doch nichts als lauter Liedie Ghre! ben, das sein trenes Herze regt, das ohn' Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit; Gottes Lieb' in Ewigkeit. 7. Ich will Dich all' mein Lebelang, o Gott, von nun an ehren; man soll, Gott, Deinen Lobgefang an allen Orter hören. Mein ganzes Herz ermunt're sich, mein Geist und Leib, erfreue Dich; gebt unferm Gott die Ehre! 8. Jhr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Göten macht zu Spott; der Herr ist Gott, der Herr ist Gott; gebt unserm Gott die Ghre! · In eigner Melodie. 9. Gº ollt' ich meinem Gott nicht singen, sollt' ich ihm nicht dankbar sein? Denn ich seh in allen Dingen, wie so gut er's mit mir meint. 2. Wie ein Adler sein Ges fieder über seine Jungen streckt, also hat auch hin und wieder mich des Höchsten Arm gedect, alsobald im Mutterleibe, da er mir mein Wesen gab und das Leben, das ich hab' und noch diese Stunde treibe. Alles Ding 2c. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu theuer, nein, er giebt ihn für mich hin, daß er mich vom ew'gen Feuer durch sein theu9. So kommet vor sein An- res Blut gewinn. Du un gesicht, Springen; bezahlt ihm die gelobte Pflicht, und laßt uns fröhlich fingen: Gott hat es| alles wohl bedacht, und alles, alles recht gemacht; gebt unferm Gott die Ehre! mit jauchzenvollem ergründ'ter Brunnen, wie will doch mein schwacher Geist, ob er sich gleich hoch befleißt, Deine- Tief ergründen köns nen. Alles Ding c. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, giebt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Regierer durch die Welt zur Himmelspfort'; daß er mir mein Herz erfülle mit dem hellen Glaubenslicht, das des Todes Reich zerbricht und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding 2c. Allgemeine Lob und Dank- Lieber. 5. Himmel, Erd' und ihre Heere hat er mir zum Dienst bestellt. Wo ich nur mein Aug' hinkehre, find' ich, was mich nährt und hält, Thier und Kräuter und Getreide, in den Gründen, in der Höh, in den Büschen, in der See, überall ist meine Weide. Alles Ding 2c. 6. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Gemüth, daß ich alle liebe Morgen schaue neue Lieb' und Güt. Wäre mein Gott nicht gewesen, hätte mich sein Angesicht nicht geleitet, wär' ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding 2c. 7. Wie ein Vater seinem Kinde sein Herz niemals ganz entzeucht, ob es gleich bisweilen Sünde thut und aus der Bahne weicht; also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zu Gut, will mein Fehlen mit der Ruth und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding 2c. 8. Seine Strafen, seine Schläge, ob es mir auch bit9 ter scheint, dennoch, wenn ich's recht erwäge, find es Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenke, und mich von der schnöden Welt, die mich bart gefangen hält, durch das Kreuze zu ihm lenke. Alles Ding 2c. 9. Das weiß ich fürwahr, und lasse mir's nicht aus dem Sinn' entgehn, Christenkreuz hat seine Maaße und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein, also wird auch nach der Bein, wer's erwarten kann, erfreuet. Alles Ding 2. 10. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe find't, et, so heb' ich meine Hände zu Dir, Vater, als Dein Kind, bitte, wollst mir Gnade geben, Dich aus aller meiner Macht zu umfangen Tag und Nacht, hier in mei nem ganzen Leben, bis ich Dich nach dieser Zeit lob' und lieb' in Ewigkeit. 10 Sonntagslieder. II. Sonntagslieder. In eigner Melodie. err Jesu Christ, 10. wend', Deinen heil'gen Geist Du zu uns send'; mit Hülf' und Gnad' er uns regier' und uns den Weg zur Wahrheit führ'! 2. Thu' auf den Mund zum Lobe Dein, bereit' das Herz zur Andacht sein; den Glauben mehr', stärk den Verstand, daß uns Dein Nam' werd' wohl bekannt! 3. Bis wir singen mit Gottes Heer: Heilig, heilig ist Gott der Herr! und schauen Dich von Angesicht in ew'ger Freud' und sel'gem Licht. 4. Ghr' sei dem Vater und dem Sohn, dem heil'gen Geist in Einem Thron; der heiligen Dreifaltigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit. Mel. Liebster Jesu wir sind hier zc. 11. Angesicht hat die Andacht uns versammelt; ach, verwirf die Bitte nicht, die Dein Volk Dir, Höchster, stamLieder gnädig melt. Hör' auf uns're schwaauf uns nieder. 2. Laß das Wort, das hier erschallt, uns'ren Widerstand bezwingen, und mit göttlicher Gewalt tief in uns're Herzen dringen. Laß es uns'ren Sinn erneuen und des Irrthums Nacht zerstreuen. 3. Daß vom Eifer ganz entbrannt, wir, was Du befohlen, üben, Dich und den, so Du gefandt, Jesum Chris stum, herzlich lieben; daß kein Schmerz und keine Freude uns von dieser Liebe scheide. Mel. Liebster Jesu wir sind hier sc. 12. Höchster Gott, Dir Du uns Dein Wort gegeben, gieb uns Gnade, daß auch wir nach demselben heilig leben, und den Glauben also daß er tätig fet im Werke. 2. Unser Gott und Bater Du! Der uns lehrt, was wir Sonntagslieder. thun sollen, schenk' uns Deine Gnad' dazu, gieb zu diesem auch das Wollen, laßt es fer ner noch gelingen, gieb zum Wollen das Bollbringen. 3. Gieb uns, eh' wir geh'n nach Haus, Deinen väterli chen Segeh, breite Deine Hände aus, leite uns auf Deinen Wegen, laß uns hier im Se gen gehen, dort geſegnet auferstehen. In eigner Melodie. 13. Kyrie Gott, Bater in Ewigkeit, groß ist Dein' Barmherzigkeit: Aller Ding' ein Schöpfer und Regierer: Eleison! 2. Christe, aller Welt Trost, uns Sünder allein Du hast er löst: O Jesu, Gottes Sohn, unser Mittler bist in dem höchsten Thron: zu Dir schreien wir aus Herzens Begier: Eleison! 3. Kyrie Gott, heiliger Geist: tröst, stärt uns im Glauben allermeist, daß wir am letzten End fröhlich abscheiden aus diesem Elend: Gleison! Mel. Herzlich thut mich zc. 14. Qaß mich Dein ſein treuer Gott und Herr! Von und bleiben, Du Dir laß nichts mich treiben, halt mich bei reiner Lehr'! Herr, laß mich nur nicht wanfen, gieb mir Beständigkeit; dafür will ich Dir danken in alle Ewigkeit. - 11 In eigner Melodie. 15. ichster Jesu! wir sind hier, Dich und Dein Wort anzuhören, lenke Sinnen und Begier auf die süßen Himmelslehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu Dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsterniß ums büllet, wo nicht Deine Gei steshand uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, thun und dichten, wollst Du selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herrlichkeit! Licht vom Licht, aus Gott geboren! Mach' uns allesammt bereit, öffne Herzen, Mund und Ohren; unser Bitten, Fleh'n und Singen laß, Herr Jesu! wohl gelingen. 12 Feftlieber. unser täglich Brod, segne unser Thun und Lassen, segne uns mit sel'gem Sterben und Eingang gleichermaßen; segne| mach' uns zu Himmelserben. Mel. Liebster Jesu wir sc. 16. Unsern Ausgang segne, Gott! unsern III. Festlieder. Advent. Mel. Aus meines Herzens Grunde 2c. 17. Auf, auf, ihr Reichsgenossen! Der König kommt heran! Empfahet unverdrossen den großen Wundermann! Ihr Christen geht herfür! Laßt uns vor allen Dingen ihm Hosianna singen mit heiliger Begier! 2. Auf, ihr betrübten Herzen! Der König ist gar nah'! Hinweg all' Angst und Schmerzen, der Helfer ist schon da. Seht, wie so mancher Ort hochtröstlich ist zu nennen, da wir ihn finden können: im Nachtmahl, Tauf und Wort! 3. Auf, auf, ihr Vielge: plagten! Der König ist nicht fern! Seip fröhlich ihr Berzagten! Dort kommt der Morgenstern. Der Herr will in der Noth mit reichem Trost euch speisen, er will euch Hülf' erweisen, ja dämpfen gar den Tod. 4. Frisch auf, ihr Hochbe trübten! Der König kommt mit Macht. An uns, sein' Herzges liebten hat er schon längst ge dacht. Nun wird kein' Angst noch Pein, noch Zorn hinfür uns schaden, dieweil uns Gott aus Gnaden läßt seine Kin der sein. 5. Der König will bedenken, die, welch' er herzlich liebt, mit köstlichen Geschenken, als der sich selbst uns giebt durch seine Gnad' und Wort. O König, hocherhoben, wir alle wollen loben Dich freudig hier und dort. 6. Nun Herr, Du giebst uns reichlich, wirst selbst doch arm und schwach; Du bleibest unvergleichlich, Du jagst den Feftlieber. Sündern nach. Drum woll'n wir Dir allein die Stimmen hoch erschwingen, Dir Hosianna singen und ewig dankbar fein. Mel. Nun freut euch liebe zc. 18. Gottlob! ein neues Kirchenjahr macht uns die große Treue des ew'gen Gottes offenbar; und nun will er auf's neue den alten hochbeschwornen Bund, den einzig festen Glaubensgrund, durch seinen Geist uns lehren. 2. Auf, Zion! Preis und Ehr' und Ruhm dem höchsten Herrn zu singen! Dein königliches Priesterthum muß Dank zum Opfer bringen. Gelobt sei Gott, der durch sein Wort die Christenheit und diesen Ort zu seinem Tempel weihet. 3. Wir sind nicht werth der neuen Huld des Gottes aller Gnaden; des alten Menschen alte Schuld, die wir auf uns geladen, nimmt unsern eignen Ruhm dahin, denn sie bewies den alten Sinn noch stets mit neuen Sünden. 13 auf's neu erweis't, erneuert im Gemüthe. Den neuen Menschen zieh' uns an, der Dir allein gefallen kann in seinem ganzen Leben. 5. Hierzu erhalt' uns, Herr, Dein Wort, sammit Tauf' und Abendmahle, so wandern wir mit Freuden fort in diesem finstern Thale. Herr, segne dieses Kirchenjahr! Laß' Kirche, Schul', Tauf' und Altar uns Deine Wege zeigen! 6. Gieb Deinen Hirten Kraft und Geist zu reiner Lehr' und Leben, Dein Wort, das Gottes Weide heißt, der Heerde rein zu geben. Laß alle Hörer Thäter sein, damit kein heuchlerischer Schein des Glaubens Kraft verleugne. 7. So halten und vollenden wir das Kirchenjahr auf Erden; dabei befehlen wir es Dir, wie wir es enden werden. Hier bleibt die Kirche noch im Streit, kommt aber einst die Ewigkeit, dann wird sie triumphiren. In eigner Melodie. 4. Ach, Herr! gieb uns den 19. Macht hoch die Thür, neuen Geist und mach' uns die Thor' macht durch die Güte, die sich an uns weit, es kommt der Herr der 14 Feftlieder. Herrlichkeit, ein König aller Königreich', ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; deshalben jauchz't, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer, reich von Rath. 2. Er ist gerecht, ein Helfer werth, Sanftmüthigkeit ist sein Gefährt, sein Königsthron ist Heiligkeit, sein Scepter ist Barmherzigkeit: All' uns're Noth zum End' er bringt; deshalben jauchz't, mit Freuden singt: Gelebet sei mein Gott, mein Heiland, groß von 20. That. 3. D wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat! Wohl allen Herzen insgemein, da dieser König ziehet ein! Es ist die rechte Freudensonn', bringt mit sich lauter Freud' und Wonn'; gelobet sei mein Gott, mein Tröster früh und spat. 4. Macht hoch die Thür, die Thor' macht weit! Gu'r Herz zum Tempel zubereit't, die Zweiglein der Gottseligkeit steckt auf mit Andacht, Lust und Freud', so kommt der König auch zu euch, ja, Heil und Leben mit zugleich; gelobet sei mein Gott, voll Rath, voll That, voll Gnad' 5. Komm, o mein Heiland Jesu Christ! Mein's Herzens Thür Dir offen ist. Ach, zeuch mit Deiner Gnaden ein, Dein' Freundlichkeit auch uns erschein', Dein heil'ger Geist uns führ' und leit' den Weg zur ew'gen Seligkeit. Dem Namen Dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr'! Mel. Von Gott will ich nicht laffen 2c. Mit 20. Mit Ernst, ihr Menschenkinder, daß Herz in euch bestellt, damit das Heil der Sünder, der große Wunderheld, den Gott aus Gnad' allein der Welt zum Licht und Leben gesendet und gegeben, bei Allen kehre ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast, macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haßt; macht alle Bahnen recht, die Thal' laßt sein erhöhet; macht niedrig, was hoch stehet, was krumm ist, gleich und schlecht. 3. Ein Herz, das Demuth liebet, bei Gott am höchsten steht, ein Herz, das Hochmuth Festlieder. übet, mit Angst zu Grunde geht, ein Herz, das richtig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach! mache Du mich Armen zu dieser beil'gen Zeit, aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu! selbst bereit; zeuch in mein Herz hinein; ruby' drin, wie in der Krippen, so werden Herz und Lippen Dir allzeit dankbar sein Mel. Balet will ich Dir geben 2c. 21. Wie ie soll ich Dich empfangen, und wie begegn' ich Dir, o, aller Welt Verlangen, o, meiner Seele Zier! O, Jesu, Jesu, sege mir selbst die Fackel bei, damit, was Dich ergöße, mir kund und wissend set. 15 ihrem größten Leid? Als mir das Reich genommen, da Fried' und Freude lacht, da bist Du, mein Heil, kommen und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden, Du kommst und machst mich los; ich stand in Spett und. Schanden, Du kommst und machst mich groß, und hebst mich hoch zu Ehren, und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie ird'scher Reichthun thut. 3. Was hast Du unterlassen zu meinem Trost und Freud', als Leib und Seele saßen in 5. Nichts, nichts hat Dich getrieben, zu mir vom Himmelszelt, als das geliebte Lieben, damit Du alle Welt in ihren tausend Plagen und grober Jammerlast, die kein Mund aus kann sagen, so fest umfangen hast. 6. Das schreib' dir in dein 2. Dein Zion streut Dir Herze, du hochbetrübtes Heer, Palmen und grüne Zweige bei denen Gram und Schmerhin, und ich will Dir in Psal- ze sich häufet mehr und mehr men ermuntern meinen Sinn. Seid unverzagt, ihr habet die Mein Herze soll Dir grünen Hülfe vor der Thür; der eure in stetem Lob und Preis, und Herzen labet und tröstet, steht Deinem Namen dienen, so gut allhier. es kann und weiß. 7. Ihr dürft euch nicht bemühen, noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht. 16 Er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb' und Lust, all' Angst und Noth zu stillen, die ihm an euch bewußt. Feftlieder. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken vor eurer Sünden Schuld, nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb' und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zu Trest und wahrem Heil, schafft, daß bei Gottes Kindern verbleib' ihr Erb' und Theil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind' und ihrer Tück, der Herr wird sie zerstreuen in einem Augenblick; er kommt, er kommt ein König, dem alle Macht und List der ganzen Welt zu wenig zum Widerstande ist. 10. Er kommt zum Weltgerichte, zum Fluch dem, der ihm flucht, mit Guad' und süßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Komm Jesu, unsre Sonne! Und hol' uns allzumal zum ew'gen Licht und Wonne in Deinen Freudensaal. Weihnachten. Mel. Vom Himmel hoch da ic. 22. Dies ist der Tag, den Gott ge macht, sein werd' in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben Dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward: da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, Dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still. Er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb' unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad' erhält, erniedrigst Du Dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil. erscheinst im Fleisch, und wirst uns Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu Dir. Ich komm, im Buche steht von mir: Gott, Deinen Willen thu' ich gern. Gelobt sei, der da kommt im Herrn. 6. Herr, der Du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Bäter hoffend sah'n, Dich, Gott, mein Heiland, bet' ich an. 7. Du unser Heil und höchstes Gut, vereinest Dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Festlieder. Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Majestät, du bist es, der das Herz erhöh't! Gedanke voller Seligkeit, du bist es, der das Herz erfreu't. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt, ein Mittler ist's, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schüßt, der in des Vaters Schooße sitzt? 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erführt, den Tag der heiligsten Geburt! Und Erde, die ihn heute sieht, sing' ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 11. Dieß ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd' in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. Mel. Warum sollt' ich mich denn grämen 2c. 5. Ei, so kommt und laßt uns laufen, stellt euch ein, Groß' und Klein', kommit mit großem Haufen! Liebt den, der vor Liebe brennet; schaut und Labsal gönnet! den Stern, der uns gern Licht 6. Die ihr schwebt in großem Leiden, sehet, hier ist die Thür zu den wahren Freuden; faßt ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da binfort euch kein Kreuz wird rühren. 7. Wer sich find't beschwert im Herzen, wer empfind't seis 2. Heute geht aus seiner ne Sünd und GewissensKammer Gottes Held, der die Schmerzen, sei getroit: hier 2 17 Welt reißt aus allem Jame mer. Gott wird Mensch, Dir, Mensch! zu Gute, Gottes Kind, das verbind't sich mit unserm Blute. 3. Er nimmt auf sich, was auf Erden wir gethan, giebt sich an, unser Lamm zu werden; unser Lamm, das für uns stirbet, und bei Gott für den Lod Heil und Fried' erwirbet 23. Fröhli Tröblich soll mein Derze springen dieser Zeit, da vor Freud' alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Chören alle Luft laute rust: Christus ist gebo ren! 4. Nun, er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: lasset fahren, lieben Brüder, was euch quält, was euch fehlt; ich bring' Alles wieder! Festlieder 18 wird gefunden, der in Gil' machet heil die vergift'ten Wunden. 8. Die ihr arm seid und elende, kommt herbei, füllet frei eure Glaubenshände! Hier find alle gute Gaben und das Gold, da ihr sollt euer Herz mit laben. 9. Süßes Heil, laß Dich umfangen, laß mich Dir, meiner Zier! unverrückt anhangen. Du bist meines Lebens Leben; nun kann ich mich durch Dich wohl zufrieden geben. 10. Ich will Dich mit Fleiß bewahren, ich will Dir leben hier, und mit Dir heimsahren. Mit Dir will ich endlich schweben voller Freud', ohne Zeit, dort im andern Leben. 3. Den aller Weltkreis nie beschloß, der liegt in Mariens Schooß; er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein. Kyrieleis. 4. Das ew'ge Licht geht da herein, giebt der Welt ein'n neuen Schein, es leucht't wohl mitten in der Nacht, und uns des Lichtes Kinder macht. Kyrieleis. 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt hie ward, und führt uns aus dem Jammerthal, er macht uns Erb' in seinem Saal. Kyrieleis. 6. Er ist auf Erden kommen arm, daß er unser sich erbarm', und in dem Himmel mache reich, und seinen lieben Engeln gleich. Kyrieleis. In eigner Melodie. 7 Das hat er Alles uns ge24. Gelobet feist Du, than, sein groß' Lieb' zu zeigen Jesus Christ, daß Du Mensch geboren bist, von einer Jungfrau, das ist wahr, dess' freuet sich der Engel Schaar. Kyricleis. an, dess freu' sich alle Christenheit, und dank ihm dess' in Ewigkeit. Kyrieleis 2. Des ew'gen Vaters einig Kind jetzt man in der Krippe find't, in unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ew'ge Gut. Kyrieleis Mel. Ich finge dir mit Herz und Mund 2c. 25. Lobt Gott, ihr Christen, allzugleich in seinem höchsten Thron! der heut schleußt auf sein Himmel Festlieder. reich und schenkt uns seinen Sohn. 2. Er kommt aus seines Baters Schooß und wird ein Kindlein klein, er liegt dort elend, nackt und bloß, um unser Heil zu sein. 3. Er äußert sich all sein'r Gewalt, wird nicdrig und gering, und nimmt an sich die Knechtsgestalt, der Schöpfer aller Ding'. 4. Er wechselt mit uns wunderbar, er wird uns Menschen gleich, und beut uns seine Gott heit dar, wird arm und macht uns reich. 5. Er wird ein Knecht und ich ein Herr; das mag ein Wechsel sein! Er wird ein Kind, um mir das Recht der Kindschaft zu verleih'n. 6. Heut schleußt er wieder, auf das Thor zum ew'gen Paradeis, der Cherub steht nicht mehr davor, Gott sei Lob, Chr' und Preis! In eigner Melodie. 26. Vom om Himmel hoch da komm' ich her, ich bring' euch gute, neue Mähr', der guten Mähr' bring' 19 ich so viel, davon ich fingen und sagen will. 2. Euch ist ein Kindlein heut gebør'n, von einer Jungfrau auserkor'n; ein Kindelein so zart und fein, das soll eur' Freud' und Wonne sein. 3. Es ist der Herr Christ, unser Gott, der will euch führ'n aus aller Noth, er will eu'r Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Se ligkeit, die Gott, der Vater, hat bereit't, daß ihr mit uns im Himmelreich sollt leben nun und ewiglich. 5. So merket nun die Zei chen recht, die Krippe und die Windeln schlecht, da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt. 6. Desf' laßt uns Alle fröhlich sein, und mit den Hirten geh'n hinein, zu sehen, was Gott hat bescheert, uns mit sein'm lieben Sohn verehrt. 7. Merk auf, mein Herz, und sich dorthin! In einer Krippe triffst du ihn, es ist dein Heiland, Jesus Christ, der für dich Mensch geboren ist. 8. Sei Du willkommen ed ler Gast! Den Sünder nicht 2* 20 Festlieder. verschmähet haft, und kommst ins Elend her zu mir; wie soll ich immer danken Dir? 9. Ach, Herr! Du Schöpfer aller Ding', wie bist Du worden so gering; Auf dürrem Gras liegt Jesus Christ, er, der der Herr vom Himmel ist. 10. Und wär' die Welt vielmal so weit, von Edelstein und Gold bereit't, so wäre sie doch viel zu klein, ein' enge Wiege Dir zu sein. 11. Für Sammt und Seiden wählest Du grob Heu und Windeln Dir zur Ruh, darauf Du, König, groß und reich, herprangst als wär's Dein Himmelreich. 12. Das hat alse gefallen Dir, die Wahrheit anzuzeigen mir, wie aller Welt Pracht, Ehr' und Gut vor Dir nichts gilt, nichts hilft, noch thut. 13. Ach, Du herzlieber Jesu mein, mach' Dir ein Bette sanst und rein, zu ruh'n in meines Herzens Schrein, daß ich nimmer vergesse Dein! 14. Gieb, daß ich allzeit fröhlich sei, frohlock' und singe immer frei, zu Ehren Dir, o Gottes Sohn, mit Herzenslust im süßen Ton. 15. Lob, Ehr' sei Gott im höchsten Thron, der uns schenkt seinen ein'gen Sohn; dess freuet sich der Engel Schaar, und singet uns solch' neues Jahr! Neujahr. Mel. Vom Himmel hoch da kemm ich her zc. 27. Das alte Jahr verz gangen ist; wir danken Dir, Herr Jesu Christ, daß Du in Noth uns und Gefahr so gnädiglich beschüßt dies Jahr. 2. Wir bitten Dich, ewigen Sohn des Vaters, in dem höchsten Thron: Du woll'st Deine arme Christenheit bewahren ferner allezeit. 3. Entzeuch uns nicht Dein heilsam Wort, welch's ist der Seelen höchster Hort; vor falscher Lehr', Abgötterei, behüt' uns Herr, und steh' uns bei. 4. Hilf, daß wir fliehn.der Sünden Bahn und fromm zu werden fangen an; kein'r Sünd' im alten Jahr gedenk', ein gnadenreich' Neujahr uns schenk. 5. Christlich zu leben, se liglich zu sterben, und hernach Festlieder. fröhlich am jüngsten Tag' wied'r aufzustehn, mit Dir in Himmel einzugehn, 6. Zu danken und zu loben Dich mit allen Engeln ewiglich, o Jesu, unsern Glauben mehr' zu Deines Namens Lob und Ehr'! Mel. Werde munter, mein Gemüthe sc. ilf, Herr Jesu! 28. hilf, das neue Jahr geht an; laß es neue Kräfte bringen, daß auf's Neu' ich wandeln kann! Neues Glück und neues Leben woll'st Du mir aus Gnaden geben. 2. Laß dies sein ein Jahr der Gnaden, laß mich büßen meine Sünd'; hilf, daß sie mir nimmer schaden, daß ich bald Vergebung find'; niemand sonst, als Du, mein Leben, kannst die Sünde mir vergeben. 21 4. Herr Du wollest Guade geben, daß dies Jahr mir heilig, sei, und ich christlich könne leben sonder Trug und Heuchelei, daß ich noch allhier auf Erden fromm und selig möge werden. 3. Tröste mich mit Deiner Liebe, nimm, o Gott! mein Flehen hin, wenn ich wein' und mich betrübe und voll Angst und Sorge bin, stärke mich in meinen Nöthen, daß mich Sünd' und Tod nicht tödten. 5. Jesu, laß mich fröhlich enden dieses angefang'ne Jahr, trage stets mich auf den Händen, halte bei mir in Gefahr; freudig will ich Dich umfassen, wenn ich verlasſen. Mel. Wach' auf mein Herz! und singe 2c. 29. Nun laßt uns geh'n treten Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hierher Kraft gegeben. 2. Wir geh'n dahin und wandern von einem Jahr zum andern, wir leben und gedeihen vom alten bis zum neuen. 3. Durch so viel Angst und Plagen, durch Zittern und durch Zagen, durch Krieg und große Schrecken, die alle Welt bedecken. 4. Denn wie von trenen Müttern in schweren Ungewittern die Kindlein hier auf Er 22 Festlieder. den mit Fleiß bewahret wer- Bater, der Irrenden Berather, den, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und habe. 5. Also auch und nicht min-| der, läßt Gott uns seine Kinder, wenn Noth und Trübsal bligen, in seinem Schooße figen. 6. Ach, Hüter unsers Lebens! Fürwahr! es ist vergebens mit unserm Thun und Machen, wo nicht Dein' Augen wachen. 13. Hilf gnädig allen Kranken, gieb fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermuth quälen. 14. Und, was das Allermeiste, füll' uns mit Deinent Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 15. Das Alles woll'st Du geben, o, meines Lebens Leben! Mir und der Christenschaare zum sel'gen neuen Jahre. 7. Gelobt sei Deine Treue, die alle Morgen neue, Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden. 8. Laß ferner Dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden. 9. Gieb mir und allen de- Passion und Abendmahl. nen, die sich von Herzen sehnen nach Dir und Deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. In eigner Melodie. 30. Christe, Du Lamm 10. Schleuß zu die JamGottes, der Dr merpforten und laß an allen trägst die Sünd' der Welt, erOrten, wo Krieg und Blut- barm Dich unser! vergießen, die Freudenströme fließen. 11. Sprich Deinen milden Segen zu allen unsern Wegen, laß Großen und auch Kleinen die Gnadensenne scheinen. 12. Sei der Verlaß'nen 2. Christe, Du Lamm Gottes, der Du trägst die Sünd' der Welt, erbarm Dich unser! 3. Christe, Du Lamm Gottes, der Du trägst die Sünd der Welt, gieb uns Dein' Frieden! Amen Feftlieder 23 In eigner Melodie. 3. O Jesu Christe, Gottes 31. Gott sei gelobet und Sohn, mein Trost, mein Hoil, gebenedeiet, der uns selber hat gespeiset mit seinem Fleische und mit seinem Blute, das gieb uns, Herr Gott, zu gute; Kyrie eleison! mein Gnadenthron, Dein theu res Blut, Dein Lebenssaft, giebt mir stets neue Lebenskraft. 2. Gott geb' uns Allen seinen Gnadensegen, daß wir geh'n auf seinen Wegen in rechter Lieb' und brüderlicher Trene, daß uns die Speise nicht gerene; Kyrie eleison! 3. Deinen heilgen 4. Herr Jesu, in der letzten Noth, wenn mich schreckt Teufel, Höll' und Lod, so laß ja dies mein Labsal sein: Dein Blut macht mich von Sünden rein. Geiſt uns immer laß, der uns 33. Haft eu erzliebster Jefit, geb', zu halten rechte Maaß', daß Deine arme Christenheit leb' in Fried' und Einigkeit; Kyrie eleison! was hast verbrochen, daß man ein solch scharf Urtheil hat gesprochen? Was ist die Schuld? In was für Missethaten bist Du gerathen? 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn'n gekrönet, ins Angesicht geschlagen und verhöhnet, Du wirst mit Effig und mit Gall getränket, ans Kreuz gehenket. Mel. Vom Himmel hoch, da komm' ich her zc. 32. S err Jesu Christ, Dein theures Blut ist meiner Seelen höchstes Gut, das stärkt, das labt, das macht allein mein Herz von allen Sünden rein. 2. Dein Blut, mein Schmuck, mein Ehrenkleid, Dein' Unschuld und Gerechtigkeit macht, daß ich kann vor Gott besteh'n, und zu des Himmels Freud' eingeh'n. In eigner Melodie 3. Was ist doch wohl die Ursach solcher Plagen? Ach meine Sünden haben Dich geschlagen! Ich, ach, Herr Jesu, habe dies verschuldet, was Du erduldet. 4 Wie wunderbarlich ist Festlicher. doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe, die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, für seine Knechte. 5. Der Fremme stirbt, der recht und richtig wandelt; der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt; der Mensch verwirkt den Tod und ist entgangen, Christ wird gefangen. 6. O große Lieb', o Lieb' ohn' alle Maße, die Dich ge bracht auf diese Marterstraße! Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, und Du mußt leiden! 7. Ach großer König, groß zu allen Zeiten, wie kann ich g'nugsam solche Treu ausbreiten? Kein menschlich Herz vermag es auszudenken, was Dir zu schenken. 8. Ich kann's mit meinen Sinnen nicht erreichen, womit doch Dein Erbarmen zu vergleichen. Wie kann ich Dir denn Deine Liebesthaten im Werk erstatten? 10. Weil's aber nicht besteht in eignen Kräften, fest die Begierden an das Kreuz zu heften, so gieb mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. 11. Alsdann so werd' ich Deine Huld betrachten, aus Licb' zu Dir die Welt für gar nichts achten, bemühen werd' ich mich, Herr, Deinen Willen stets zu erfüllen. 12. Ich werde Dir zu Eh ren alles wagen, kein Kreuz nicht achten, feine Schmach noch Plagen, nichts von Verfolgung, nichts von Todess schmerzen nehmen zu Herzen. 13. Dieß alles, ob's für schlecht zwar ist zu schätzen, wirst Du es doch nicht gar bei Seite seßen. In Gnaden wirst Du es von mir annehmen, mich nicht beschämen. 14. Wenn dort, Herr Jesu, wird vor Deinem Throne auf meinem Haupte steh'n die Gh renkrone, da will ich Dir, wenn Alles wohl wird klingen, Lob und Dank singen. 9. Doch ist noch etwas, was Dir angenehme, wenn ich des Fleisches Lüste dämpf und zähme, daß sie aufs Neu mein Herze nicht entzünden mit al 34. Jch om je f ten als ein armer Gast, Mel. Es ist gewißlich an der Zeit 2c. Festlieder. o Herr! zu deinem Tische, den Du für mich bereitet hast, daß ich mein Herz erfrische; und wenn mein Sehnen ist gestillt, daß auch der Dank, der mich erfüllt, in Aller Dank sich mische. 2. Nun sprichst Du, See: lenbischof! dort: ich bin das Brod zum Leben; dies Brod treibt auch den Hunger fort, den sonst nichts mag aufheben. Ich bin der Trant, wer glaubt an mich, den wird der Durst, nicht ewiglich im Herzen Qualen geben. 3. Drum führe mich, o treuer Hirt, auf Deine Himmelsauen, bis meine Seel' erquicket wird, wenn Du sie läsfest schauen die Ströme Deiner Gütigkeit, die Du für alle hast bereit't, so Deiner Hut vertrauen. 4. Ich armes Schäflein suche Dich auf Deiner grünen Weide, Dein Lebensmanna speise mich zum Trost in allem Leide; es tränke mich Dein theures Blut, auf daß mich ja kein falsches Gut von Deiner Liebe scheide. 25 Seelenschmerz: ach laß mich sein befreiet von meiner schweren Sündenpein, ach, schenk den Lebenstrank mir ein, dann bin ich benedeiet. 5. Gleichwie des Hirsches mattes Herz nach frischem Was ser schreiet, so schreiet auch mein 6. Vor allem aber wirf in mir die ungefärbte Neue, daß ich, zu sündigen vor Dir, mit ganzem Ernst mich scheue; zieh' mir das Kleid des Glaubens an, der Dein Verdienst ergreifen kann, damit mein Herz sich freue. 7. Entzünd' in Andacht mein Gemüth, daß von der Welt ich lasse, und Deine Bruderlieb' und Güt' in dieser Speise fasſe, daß durch Dein Lieben Lieb' in mir zu meinem Nächsten wachi' herfür, ich auch den Feind nicht haffe. 8. Ach führe mich nur selbst von mir, bei mir ist nichts, denn Sterben; nimm aber mich, o Herr! zu Dir, bei Dir ist kein Verderben. Ju mir ist lauter Höllenvein, in Dir ist nichts denn Seligsein mit allen Himmelserben. 9. Erneu're mich, Herr, sei mein Stab! gieb mir des Geistes Gaben; laß mich die Sünde legen ab, die mich sonst pflegt zu laben; regiere meinen trå 26 gen Sinn, daß er die Lüfte werfe hin, die er sonst pflegt zu haben. Feftlieder. bung aller Sünden, Gewissensruh, zur Beß'rung Kraft, das hast Du Herr auch mir verschafft, da Du am Kreuze starbest. 3. Dein Mahl ist mir ein Unterpfand von dieser großen Güte. Wie viel hast Du an mich gewandt! D, stärke mein Gemüthe zum gläubigen Vertrau'n auf Dich, daß, ich, so lang' ich lebe, mich an Deine 10. So komm mein treuer Seelenfreund, laß in mein Herz Dich schließen! Mit Dir bin ich nun ganz vereint; ich will von Keinem wissen, als nur von Dir, o Gotteslamm, der Du auch mich am Kreuzesstamm aus Noth und Tod gerissen. 11. O lieber Heiland! habe Dank für Deine Süßigkeiten.| Guade halte. Ich fühl' der Sehnsucht beißen Drang und wart' auf jene Zeiten, in welchen Du, o Lebensfürst! mich sammt den Auser wählten wirst zur Himmelstafel leiten. 4. Ich fühle, Herr, voll Reu' und Schmerz die Last von mei nen Sünden. Laß mein vor Dir gebeugtes Herz den grøßen Trost empfinden, daß Du aus Gottes Vaterhuld auch mir Vergebung meiner Schuld Mel. Es ist gewißlich an der Zeit zc. auf Buße hast erworben. ch 35. Jh preife Dich, p Herr, mein Heil, für Deine Todesleiden. Hab ich an ihren Früchten Theil, was fehlt dann meinen Freuden? Du wardst ein Opfer auch für mich: o gieb, daß meine Seele sich dess ewig freuen möge. 2. Was kann mein Geist durch Deinen Tod nicht noch für Segen finden, Erlösung aus der Todes- Noth, Berge5. Der Trost, den mir Dein Tod verschafft, werd' ewig mir zum Segen; er stärke mich mit neuer Kraft, auf allen meinen Wegen nur das zu thun, was Dir gefällt, und alle Furcht und Lust der Welt standhaft zu überwinden. 6. Die Liebe, die Du mir erzeigt, ist gar nicht zu ermessen. O, mache selbst mein Herz geneigt, sie nimmer zu verges sen; daß ich aus ächter Gegen: Festlieder treu Dir bis zum Tod ergeben sei und Dir zu Ehren lebe. 7. Laß Deines Leidens großen Zweck mir stets vor Augen stehen, räum' alle Hindernisse weg, die eb'ne Bahn zu gehen, die mir Dein heilig Vorbild weis't, und die einst den erlösten Geist zu Deiner Freude führet. 8. Zum ew'gen Leben hast Du Dich für mich dahingegeben, dein Abendmahl erwecke mich, mit Ernst darnach zu streben. Herr mache mich dazu geschickt, und werd' ich einst der Welt entrückt, so sei Dein Tod mein Leben! Mel. Zion flagt mit Angst und Schmerzen 2c. refu, Deine tiefen 36. Qual und bitt'rer Tod geben mir zu allen Stunden Trost in Leib's und Seelennoth. Fällt mir etwas Arges ein, denk' ich bald an Deine Bein, die er laubet meinem Herzen mit der Sünde nicht zu scherzen. 27 wieder gut. Kommt der Satan und setzt mir heftig zu, balt ich ihm für Deine Gnad' und Gnadenzeichen; bald muß er von dannen weichen. 2. Will sich denn in Lüsten weiden mein verderbtes Fleisch und Blut, so gedenk ich an Dein Leiden, bald wird Alles 3. Ja, für alles, was mich kränket, geben Deine Wunden Kraft, wenn mein Herz hinein sich senket, schöpf' ich neuen Lebenssaft. Deines Trostes Süßigkeit wend't in mir das bittre Leid, der Du mir das Heil erworben, da Du bist für mich gestorben. 4. Auf Dich setz' ich mein Vertrauen, Du bist meine Zuversicht, Dein Tod hat den Tod zerhauen, daß er mich kann tödten nicht. Daß ich an Dir habe Theil, bringet mir Trost, Schuß und Heil; Deine Gnade wird mir geben ben. 5. Hab ich Dich in meinem Herzen, Du Brunn'n aller Gütigkeit, so empfind' ich keine Schmerzen auch im letzten Kampf und Streit. Ich verberge mich in Dich, welch' Feind kann verletzen mich? Wer sich legt in Deine Wunden, der hat glücklich überwunden. 28 Mel. Schmücke dich, o liebe 2c. 37. J česu, Freund der Festlieder. Weinsteck, giebst den Reben Muth und Kraft zum neuen Menschenkinder, Leben. Durch Dich muß es mir gelingen, reiche, gute Frucht zu bringen, und durch Frömmigkeit zu zeigen, daß ich gänzlich sei Dein eigen. 5. Nun, so sei der Bund erneuet, und mein Herz Dir ganz geweihet! Auf Dein Vorbild will ich sehen, und Dir nach, mein Heiland, gehen. Was Du hassest, will ich hassen, stets von Dir mich leiten lassen; was Du liebest, will ich lie ben, nie durch Untreu Dich betrüben. Heiland der verlornen Sünder, der zur Sühnung unsrer Schulden Kreuzes schmach bat wollen dulden: wer kann fassen das Erbarmen, das Du trägest mit uns Armen? In der Schaar erlöster Brüder fall ich dankend vor Dir nieder. 2. Ja, auch mir strömt Heil und Segen, Herr, aus Deiner Füll' entgegen: in dem Glend meiner Sünden soll bei Dir ich Hülfe finden; meine Schulden willst Du decken, mich befrei'n von Furcht und Schrecken; willst ein ewig sel'ges Leben als des Glaubens Frucht mir geben. 3. Mich, den Zweifelnden, den Schwachen, willst Du fest im Glauben machen, ladest mich zu Deinem Tische, daß mein Herz sich dort erfrische. So gewiß ich Wein genossen, ist Dein Blut für mich geflos sen; so gewiß ich Brod em pfangen, werd ich Heil in Dir erlangen. 4. Ja, Du kommst, Dich mit den Deinen in dem Nachtmahl zu vereinen, Du, der 6. Doch ich kenne meine Schwäche; schwer ist, was ich Dir verspreche. Werd' ich Dir auch Glauben halten, und im Guten nie erkalten? D, steh Du mir bei und stärke mich zu jedem guten Werke. Hilf, daß ich die Lust zur Sünde durch Dich kräftig überwinde. 7. Gieb, daß ich und alle Christen sich auf Deine Zufunft rüsten, daß, wenn heut der Tag schon käme, Keinen, Herr, Dein Blick beschäme. Schaff ein nenes Herz den Sündern, mache sie zu Gottes Kindern, die Dir leben, leis Festlieder. den, sterben, Deine Herrlich keit zu erben. 8. Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirst du kommen, daß wir mit der Engel Chören, Herr, Dich schaun und ewig eh ren! Hallelujab, welche Freuden sind die Früchte Deiner Leiden! Danket, danket from me Herzen, ewig ihm für seine Schmerzen! Mel. Ach schönster Jesu mein sc. 38. Mein Jesu, der Du vor dem Scheiden, in Deiner letzten Trauer nacht, uns hast die Früchte Deiner Leiden im Mahl des neuen Bund's vermacht: es preisen gläubige Gemüther Dich, Stifter dieser hohen Güter. 2. So oft wir dieses Mahl genießen, wird Dein Gedächtniß bei uns neu, und neue Le bensströme fließen uns zu von Deiner Lieb' und Treu; Dein Blut, Dein Tod und Deine Schmerzen erneuern sich in unsern Herzen. 3. Es wird dem zitternden Gewissen ein neues Siegel aufgedrückt, daß unser Schuld29 brief sei zerrissen, daß unsre Handschrift sei zerstückt, daß wir Vergebung unsrer Sünden in Deinen blut'gen Wunden finden. 4. Das Band wird inniger geschlungen, das Dich und uns zusammenfügt; die Liebe, die uns schon durchdrungen zu Dir, o Heiland, steigt und siegt: wir werden neu in solchen Stunden mit Dir zu einem Geist verbunden. 5. Dies Brod kann wahre Nahrung geben, dies Blut erz quicket unsern Geist. Es mehrt sich unser innres Leben, wenn unser Glaube Dich geneußt; wir fühlen neue Kraft und Stärke in unserm Kampf und Glaubenswerke. 6. Wir treten in genau're Bande mit Deines Leibes Gliedern ein, mit denen wir im Bundeslande ein Herz und eine Seele sein; der Geist muß mehr zusammenfließen, da wir ein Fleisch und Blut genießen. 7. Dein Fleisch muß uns zum Pfande dienen, daß unser Fleisch, das Schwachheit voll, einst herrlich aus dem Staube grünen und unverweslich werden soll; ja, daß Du uns ein 30 ewig Leben nach dieser Pilgerzeit wirst geben. Festlieder. 8. O theures Lanım, so edle Gaben hast Du in dieses Mahl gelegt! Da wir Dich selbst zur Speise haben, wie wohl ist unser Geist gepflegt! Dies Mahl ist unter allen Leiden ein wah rer Verschmack jener Freuden. kommen von Deines Leibes Kraft. 4. Nun, was Du, Herr, erduldet, ist alles meine Laſt, ich, ich hab' es verschuldet, was Du getragen hast; schau her, hier steh' ich Armer, der Zorn verdienet hat, gieb mir, e mein Erbarmer, den Anblick Deiner Gnad'. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 5. Erkenne mich, mein Hü 39. Saupt voll Blut ter, mein Hirte, nimm mich und Wunden, voll an; von Dir, Quell aller GüSchmerz und voller Hohn! Oter, ist mir viel Gut's gethan, Haupt, zum Spott gebunden Dein Mund hat mich gelabet mit einer Dornenkron'! O mit Milch und süßer Kost. Haupt, sonst schön gekrönet Dein Geist hat mich begabet mit höchster Ehr' und Zier, mit reichem Himmelstroſt. jetzt aber hoch verhöhnet, gegrüßet seist Du mir! 2. Du edles Angesichte, da vor sonst schrickt und scheut das große Weltgewichte, wie bist Du so bespeit, wie bist Du so erbleichet, wer hat Dein Augenlicht, dem sonst kein Licht mehr gleichet, so schändlich zugericht't? 3. Die Farbe Deiner Wangen, der rothen Lippen Pracht ist hin und ganz vergangen. Des blassen Todes Macht hat alles hingenommen, hat alles hingerafft, und daher bist Du 6. Ich will hier bei Dir stehen, verachte mich doch nicht, von Dir will ich nicht gehen, wenn Dir Dein Herze bricht. Wenn Dein Haupt wird er blassen im letzten Todesstoß, alsdann will ich Dich fassen in meinen Arm und Schooß. 7. Es dient zu meinen Freu den und thut mir herzlich wohl, wenn ich in Deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll: ach, möcht' ich, o mein Leben, an Deinem Kreuze hier, mein Leben von mir geben, wie wohl geschähe mir! Feftlieber. 8. Ich danke Dir von Herzen, o Jesu, liebster Freund, für Deine Todesschmerzen, da Du's so gut gemeint. Ach gieb, daß ich mich halte zu Dir und Deiner Treu, und wenn ich nun erkalte, in Dir mein Ende sei. 9. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir, wenn ich den Tod soll leiden, so tritt Du dann berfür; wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß' mich aus den Nengsten kraft Deiner Angst und Pein. 10. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod, und laß mich ſehn Dein Bilde da in Deiner Kreuzesnoth; will ich nach Dir blicken, da will ich glaubensvoll fest an mein Herz Dich drücken: wer so stirbt, der stirbt wohl! In eigner Melodie. 40. Lamm Gottes unschuldig, am Stamm des Kreuzes g'schlachtet; allzeit erfunden geduldig, wiewohl Du warst verachtet. All' Sünd' hast Du getragen, sonst müßten wir verzagen, erbarm' Dich unser, o Jesu! 2. D Lamm Gottes unschul31 dig, am Stamm des Kreuzes g'schlachtet; allzeit erfunden geduldig, wiewohl Du warst verachtet. All' Sünd' hast Du getragen, sonst müßten wir verzagen, erbarm' Dich unser, o Jesu! 3. D Lamm Gottes unschuldig, am Stamm des Kreuzes g'schlachtet; allzeit erfunden geduldig, wiewohl Du warst verachtet. All' Sünd' hast Du getragen, sonst müßten wir verzagen, gieb uns Deinen Frieden, o Jesu! Mel. Nun ruhen alle Wälder sa 41. Welt, sich hier Dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben, Dein Heil sinkt in den Tod; der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau' mit Fleiße, sein Leib ist ganz mit Schweiße des Blutes überfüllt. Aus seinem edlen Herzen, vor unerschöpften Schmerzen, ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat Dich so geschlagen, mein Heil, und Dich mit Plagen so übel zugericht't? 32 Du bist ja nicht ein Sünder, wie wir und uns're Kinder, von Missethaten weißt Du nicht. Festlieder. 4. Jch, ich und meine Sün den, die sich wie Körnlein sinden des Sandes an dem Meer, die haben Dir erreget das Elend, das Dich schläget, und das betrübte Marter- Heer. 5. Ich bin's, ich sollte büßen, an Händen und an Füßen gebunden in der Höll! Die Geißeln und die Banden, und was Du ausgestanden, das hat verdienet meine Seel'. 6. Du nimmst auf Deinen Rücken die Lasten, die mich drücken viel schwerer als ein Stein. Du wirst ein Fluch, dagegen verehrst Du mir den Segen; Dein Schmerzen muß mein Labsal sein. 7. Du setzest Dich zum Bürgen, Du läßt Dich gar erwür gen für mich und meine Schuld. Mir läsfest Du Dich krönen mit Dornen, die Dich höhnen, und leidest Alles mit Geduld. 8. Du springst in's Todes Rachen, mich frei und los zu machen von solchem Ungeheu'r. Mein Sterben nimmst Du abe, vergräbt es in dem Grabe; o unerhörtes Liebesfeu'r! 9. Ich bin, mein Heil, verbunden all' Augenblick und Stunden Dir überhoch und sehr. Was Leib und Seel' vermögen, das soll ich billig legen allzeit an Deinen Dienst und Ehr'. 10. Nun, ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben; eins aber will ich thun: es soll Dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruh'n. 11. Ich will's vor Augen sehen, mich stets daran ergößen, ich sei auch, wo ich sei. Es soll mir sein ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel der Lieb' und unverfälschten Treu'. 12. Ich will darin erblicken, wie ich mein Herz soll schmükfen mit stillem, sanftem Muth, und wie ich die soll lieben, die mich doch sehr betrüben mit Werken, so die Bosheit thut. 13. Ich will ans Kreuz mich schlagen mit Dir und dem absagen, was meinem Fleisch ge lüst't. Was Deine Augen bassen, das will ich flieh'n und laffen, so viel mir immer möglich ist. 14. Dein Seufzen und Dein Stöhnen und die viel tausend Festlieder. Thränen, die Dir geflossen zu, die sollen mich am Ende in Deinen Schooß und Hände begleiten zu der ew'gen Ruh. liebe Seele, laß die dunkle Sündenhöhle, komm aus helle Licht gegangen, fange herrlich an zu prangen! Denn der Herr voll Heil und Guaden, will dich jetzt zu Gaste laden; der den Himmel kann verwalten, will jetzt Herberg' in dir halten. In eigner Melodie. 42. mich zu nach dem Trank des Lebensfürsten: daß in diesem Bred und Weine Christus sich mit mir vereine! 5. Beides, Bonne und auch Bangen, fühl' ich jetzt mein Herz umfangen. Das Geheimniß dieser Speise und die unerforschte Weise macht, daß ich voll Staunen merke, Herr, die Größe Deiner Werke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, der Dein' Allmacht kann ergründen? 2. Froh, wie treue Freunde pflegen, eile deinem Freund entgegen, der mit seinen Gnadengaben jetzt dein armes Herz will laben. Deffn' ihm schnell des Geistes Pforten, red' ihn an mit süßen Werten: komm, ich will Dich mit Verlangen als den liebsten Gast empfangen. 33 Schalen und dieß Manna kann bezahlen. 3. Zwar beim Kaufe thenrer Waaren pflegt man sonst kein Geld zu sparen; aber Du wilist für die Gaben Deiner Huld kein Gold nicht haben, weil in allen Bergwerksgründen kein solch' Kleinod ist zu finden, das die blutgefüllten 4. Ach, wie hungert mein Ge müthe, Menschenfreund, nach Deiner Güte! Ach), wie pfleg' ich oft mit Thränen mich nach dieser Kost zu sehnen! Ach, wie 6. Nein, Vernunft, die muß hier weichen, kann dieß Wunder nicht erreichen, daß dieß Brod wird nie verzehret, ob es gleich viel Tausend nähret, und daß mit dem Saft der Neben uns wird Christi Blut gegeben. O, der großen Heimlichfeiten, die nur Gettes Geist kann denten. 7. Jesu, meines Lebens Sonne, Jesu, meine Freud' und Wonne, Jeju, Du mein 3 Festlieder. 34 ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen! Hier fall' ich zu Deinen Füßen: laß mich würdiglich genießen die ser Deiner Himmelsspeise, mir zum Heil und Dir zum Preise. 8. Herr, es hat Dein treues Lieben Dich vom Himmel her: getrieben, daß Du willig haft Dein Leben in den Tod für uns gegeben, und dazu ganz unverdrossen, Herr, Dein Blut für uns vergossen, das uns jetzt kann kräftig tränken, Deiner Liebe zu gedenken. 9. Jesu, wahres Brod des Lebens! hilf, daß ich doch nicht vergebens, oder mir vielleicht zum Schaden, sei zu Deinem Tisch geladen. Laß mich durch dieß Seelenessen Deine Liebe recht ermessen, daß ich auch wie jeßt auf Erden, mög' Dein Gast im Himmel werden. 2. O Wunder ohne Maaßen, wenn man's betrachtet recht! Es hat sich martern lassen der Herr für seine Kuecht'. Es hat sich selbst der wahre Gott für mich verlor'nen Menschen gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden. Die Schuld ist allzumal bezahlt durch Christi thenres Blut, daß ich nicht mehr darf fürchten der Höllen Qual und Glut. mich fränken, o mein Herr Jesu Christ! so laß mich wohl bedenken, wie Du gestorben bist, und alle meine Schuldenlast am Stamm des heilgen Kreuzes auf Dich genommen hast 4. Drum sag' ich Dir von Herzen, jetzt und mein Leben lang, für Deine Pein und Schmerzen, o Jesu, Lob und Dank, für Deine Noth und Angstgeschrei, für Dein unschuldig Sterben, für Deine Lieb' und Treu'. 5. Herr, laß Dein bitt'res Leiden mich reizen für und für, mit allem Grust zu meiden die In eigner Melodie. 43. Wenn meine Sünd' sündliche Begier, daß mir nic komme aus dem Sinn, wie viel es Dich gekostet, daß ich erlöſet bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, sollt's auch sein Schmach und Spett, hilf mir geduldig tragen. Gieb, o mein Festlieber. Herr und Gott, daß ich verleugne diese Welt und folge dem Exempel, das Du mir vorgestellt. 7. Laß mich an Andern üben, was Du an mir gethan, und 45. meinen Nächsten lieben, gern dienen Jedermann ohn' Eigene geht, mein Heiland, Chriſtus, nutz und Heuchelschein, und, aufersteht, vertrieben ist der wie Du mir erwiesen, aus rei- Sünden Nacht, Licht, Heil ner Lieb' allein. und Leben wiederbracht; Halleluja! 2. O Wunder groß, o starz ker Held! Wo ist ein Feind den er nicht fällt! Kein Angststein liegt so schwer auf mir, er wälzt ihn von des Herzens Thür; Halleluja! 3. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt; wenn mir gleich alle Welt stürb' ab, z'nug, daß ich Chriſtum bei mir 8. Laß endlich Deine Wunden mich trösten kräftiglich in meinen letzten Stunden, und deß' versichern mich: weil ich auf Dein Verdienst nur trau', Du werdest mich annehmen, daß ich Dich ewig schau'. Oftern. In eigner Melodie. 44. Christ ist erstanden alle: deß' soll'n wir Alle froh sein, Christus will unser Trost sein; Kyrie eleison! 35 sein, Christus will unser Trost sein; Kyrie eleison! 2. Wär' er nicht erstanden, die Welt die wär' vergangen: seit daß er erstanden ist, loben wir den Herrn, Jesum Christ; Kyrie eleison! 3. Halleluja, Halleluja, Halleluja! deß' soll'n wir Alle froh Mel. Erschienen ist der herrlich' Tag 2. rühmorgens, da die Sonn' aufe 4. Gr nährt, er schüßt, er tröstet mich; sterb' ich, ſo nimmt er mich zu sich; wo er jetzt lebt, da muß ich bin, weil seines Leibes Glied ich bin; Halleluja. 5. Durch seiner Auferstehung Kraft komm ich zur Gngel- Brüderschaft; durch ihn bin ich mit Gott versöhnt, die 3* 36 Festlieder. Feindschaft ist ganz abgelehnt; des Banden als Held hervorHalleluja. gegangen ist, mit ihm bist du 6. Mein Herz darf nicht enterstanden. Bedenke, daß er feßen sich, Gott und die Engel Fried' gemacht, und dir das lieben mich, die Freude, die Leben wiederbracht'; dank ihm mir ist bereit't, vertreibet Furcht für diese Liebe, und Traurigkeit; Halleluja. 7. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt Dir alle Welt! Dort wollen wir mit größ'rem Fleiß erheben Deinen Ruhm und Preis; Halleluja. Mel. Es ist das Heil uns sc. 46. alt' im Gedächtniß Jesum Christ, o Mensch, der auf die Erden vom Himmelsthron gekommen ist, dein Bruder bier zu werden. Vergiß nicht, daß er dir zu gut hat angenommen Fleisch und Blut; dank ihm für diese Liebe. 2. Halt im Gedächtniß Je fum Christ, der für dich hat gelitten. Da er am Kreuz gestorben ist, hat er dir Heil er stritten. Bezwungen hat er Sünd' und Tod und dich erlöst aus aller Roth; dank ihm für diese Liebe. 4. Halt im Gedächtniß Je sum Christ, der nach den Lei denszeiten gen Himmel aufges fahren ist, die Stätt' dir zu bereiten, da du sollst bleiben allezeit, und sehen seine Herr lichkeit; dank ihm für diese Liebe. 5. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der einst wird wie derkommen, und sich, was tort und lebend ist, zu richten vor genommen. O sorge, daß du da bestehst, und mit ihm in sein Reich eingehst, ihm ewiglich zu danken. 6. Gicb Jesu! gieb, daß ich Dich kann mit wahrem Glatte ben fassen, und nie, was Du an mir gethan, még' aus dem Herzen lassen, daß dessen ich in aller Noth mich trösten mög', und durch den Tod zu Dir in's Leben dringen. 3. Half im Gedächtniß Je 47. I Du greMel. Balet will ich dir geben. geh' zu Deinem sum Christ, der aus des To Festlieber. fer Osterfürst! weil ich die Hoffnung babe, daß Du mir zeigen wirst, wie man kann fröhlich sterben, und fröhlich auferstehn, auch mit den Himmelserben in's Land des Lebens gehn. 2. Du liegest in der Erde und hast sie eingeweiht, wenn ich begraben werde, daß sich mein Herz nicht schent, auch in den Staub zu legen, was Asch' und Staub vermehrt, weil Dir doch allerwegen die Erde zu gehört. 3. Du ruhest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh' an diesem Orte habe; Du machst die Augen zu: so soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht; ich werde den wohl schauen, der mir zur Seiten steht. 4. Dein Grab war wohl versiegelt, doch brichst Du es entzwei; wenn mich der Tod verriegelt, so bin ich dennoch frei: Du wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt, da werd' ich den erblicken, der mich vom Tede weckt. 5. Du fähreft in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da ich Dich 37 finden kann. Dort ist es sicher wohnen, wo lauter Glanz um Dich, da warten lauter Kronen in Deiner Hand auf mich. 6. O meines Lebens Leben, o meines Todes Tod! ich will mich Dir ergeben in meiner letzten Noth: ich will mein Bette machen in Deiner lieben Gruft, da werd' ich schon erwachen, wenn Deine Stimme ruft. 7. Du wirst den Celberg zeigen, wo man gen Himmel fährt, da will ich fröhlich ſteigen, bis daß ich eingekehrt in Salem's Friedenshäuser; da beißt's: Victoria! Da trägt man Siegesreiser- ach, wär ich nur schon da! Mel. Jesus meine Zuversicht ze. 48. Resus lebt, mit ihm auch ich: Ted wo sind nun deine Schrecken? Jesus lebt und wird auch mich von den Todten auferwecken: er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt, ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd' auch ich zugleich ewig herrschen, ewig les ben. Gott erfüllt, was er ver Festlieder. 38 spricht; das ist meine Zuver sicht. 3. Jesus lebt, wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes Ebre. Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre: Gott verstößt in Christo nicht; ries ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt, sein Heil ist mein, sein sei auch mein ganzes Leben, reines Herzens will ich sein und den Lüsten widerstreben: er verläßt die Schwa ehen nicht; dies ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt; ich bin ge wiß, nichts soll mich von Jesn scheiden, keine Macht der Finsterniß, feine Herrlichkeit, kein Leiden; er giebt Kraft zu die ser Pflicht; dies ist meine zu versicht. 6. Jesus lebt; nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben: welchen Trost in Todesnoth wird er meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zu verücht. In eigner Melodie. 49. J esus, meine Zuver sicht und mein Hei land ist im Leben! dieses weiß ich, sollt' ich nicht darum mich zufrieden geben? was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht. 2. Jesus, er, mein Heiland, lebt; ich werd' auch das Leben schauen, sein, wo mein Erlöſer schwebt; warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden, meine starke Glanbens- Hand wird in ihm gelegt befunden, daß mich auch kein Tedesbann ewig von ihm trennen fann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher auch einmal zu Asche. werden; das gesteh' ich, doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn sein mög' allecit. 5. Ginen Leib wird Gott mir bau'n dann aus diesem meinem Leibe, und darin werd' ich ihn schau'n, wie ich auf sein Wort ihm glaube, und in diesem Leib werd' ich Jesum sehen ewiglich. 6. Dieser meiner Augen Licht wird ihn, meinen Hei 39 land, fennen; ich, ich selbst, Mel. Allein Gott in der Höh zc. nur kein Fremder nicht, werd' in Schwachbeit um und an wird von mir fein abgethan. 7. Was hier kranket, seufzt, und fleht, wird dort frisch und herrlich geben, irdisch werd' ich ausgefä't, bimmlisch werd' ich auferstehen; hier geb' ich natürlich ein, nachmals werd' ich geiſtlich sein. Festlieder. 50. Tod, wo ist dein Stachel nun, wo ist dein Sieg, o Hölle? Was fann uns jetzt der Teufel thun, wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat nach dies sem Krieg durch Jesum Chrift gegeben. 8. Seid getrost und hoch erfreut, Jefus tragt euch, meine Glieder: gebt nicht Statt der Traurigkeit! sterbt ihr, Christus ruft euch wieder, wenn 2. Lebendig Christus kommt herfür, den Feind nimmt er gefangen, zerbricht der Höllen Schloß und Thür, trägt weg den Raub mit Prangen. Nichts it, was in dem Siegeslauf den starken Held kann halten auf; er ist der Ueberwinder. einst die Posaune klingt, die auch durch die Gräber bringt. behält den Sieg und ist erhö3. Des Herren Nechte, die 9. Lacht der finstern Erdenhet, des Herren Rechte mächtig Kluft, lacht des Todes urd fällt, was ihr entgegenstehet. der Höllen; denn ihr sollt Tod, Teufel, Hölle, Welt und euch aus der Gruft enerm Hei- Sünd' durch Christi Sieg gez land zugesellen; dann wird dämpfet sind, ihr Zorn ist krafte Schwachheit und Verdruß lic- los worden. gen unter eurem Fuß. 10. Nur daß ihr den Geist erhebt von den Lüsten dieser Grden und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr beigefügt sollt werden. Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein 4. Es war getörtet Jeſus Christ, und sieh', er lebet wieder. Weil nun das Haupt er: anden ist, ersteh'n auch wir, die Glieder. Se Jemand Ghristi Worten gläubt, im Tod une Grabe der nicht bleibt, er lebt, ob er gleich stirbet. Feftlicher. 40 dem Grab berfür, der ganzen Welt zur Wonne. 5. Wer täglich bier durch wahre Ren mit Christo aufer stebet, ist dert vom andern Tode frei, derselb' ihn nicht angehet. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschule und Leben wiederbracht und unver: gänglich Wesen. 2. 63 hat der Löw' aus Juda's Stamm beut sicgreich überwunden, und das erwürgte Gotteslamm hat uns zum Heil erfunden das Leben und Gerechtigkeit, weil er nach über6. Das ist die rechte Ofter- wund'nem Streit die Feinde Beut', der wir theilhaftig wer- Schau getragen. den: Fried', Freude, Heil, Ge- 3. Drum scheu' nicht Tenrechtigkeit im Himmel und auf fel, Welt noch Tod, noch gar Grden. Hier sind wir still und der Hölle Nachen! Dein Jesus warten fort, bis unser Leib lebt, es hat kein' Roth, er ist wird ähnlich dort Christi ver- noch bei den Schwachen und klärtem Leibe. den Geringen in der Welt, als 7. D Tod, wo ist dein Staein gekrönter Siegesheld; drum chel nun, wo ist dein Sieg, o wirst du überwinden. Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel thun, wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg jo berrlich bat nach diesem Krieg durch Jesum Christ gegeben. 4. Ach, mein Herr Jefu, der Du bist vom Tode aufer standen, rett' uns aus Satans Macht und List, und aus des | Todes Banden; daß wir zus sammen insgemein zum neuen Leben geben ein, das Du uns haft erworben. Mel. Allein Gott in der Höh sei Chr. 51. Wach ach auf, mein Herz, die Nacht ist hin, die Sonn ist aufge gangen, ermuntre dich, mein Geist und Sinn, den Heiland zu empfangen, der beute durch des Todes Thür gebrochen aus 5. Sei hochgelobt in dieser Zeit von allen Gotteskindern, und ewig in der Herrlichkeit von allen leberwindern, die überwunden durch Dein Blut; Herr Jesu, gieb uns Kraft und Muth, daß wir auch überwinden! Festlieder. 41 4. Ghr' sei Gott in dem höchsten Thron, dem Vater alfer Güte, und Christo, seinem lieben Sohn, der uns all'zeit behüte, und Gott dem heiligen Geiste, der uns sein' Hülf' all' zeit leiste, damit wir ihm gefällig sein, hier in der Zeit und einst auch in der Ewigkeit. Bußtag. In eigner Melodie. 52. Allein zu Dir, verr Jesu Christ, mein Hoffnung steht auf Erden, ich weiß, daß Du mein Tröster bist, kein Trost mag mir sonst Von Anbeginn ist nichts erfor'n, auf Erden ist kein Mensch gebor'n, der mir werden. In eigner Melodie. aus Nöthen helfen kann, ich 53. Aus tiefer Noth schrei ruf Dich an, Du bist allein der rechte Mann. ich zu Dir, 2. Mein' Sünd' ist schwer und übergroß und reuet mich von Herzen, derselben mach' mich frei und los durch Deinen Tod und Schmerzen, und zeig mich Deinem Vater an, daß Du genug für mich gethan, so werd' ich los der Sündenlast: Herr, halt mir fest, weß' Du Dich mir versprochen hast. Herr Gott, erbör' mein Rufen! Dein gnädig Ohr neig' her zu mir und meiner Bitt' es öffne. Denn so Du willst das sehen an, was Sünd' und Unrecht ist gethan, wer kann, Herr, vor Dir bleiben? 3. Gieb mir nach Dein'r Barmherzigkeit den wahren Christenglauben, auf daß ich Deine Süßigkeit mög' innig lich anschauen, vor allen Din gen lieben Dich und meinen Nächsten gleich als mich; am letzten End' Dein' Hülf mir send', damit behend des Teu: fels List sich von mir wend'. 2. Bei Dir gilt nichts, denn Gnad' und Gunst, die Sünde zu vergeben, es ist doch unser Thun umsonst, auch in dem besten Leben. Vor Dir Niemand sich rühmen kann, es muß Dich fürchten Jedermann, und Deiner Gnade leben. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht banen; auf ibn will ich verlassen mich, und seiner Gnade tranen, die mir zuſagt sein werthes Wert, das ist 12 Festlicher. mein Trest und treuer Hort,| verkehrt ist Will', Verstand und deß will ich allzeit barren. Thun; des großen Jammers woll'st Du nun, e Vater, mich entbinden. 4. Und ob es währt bis in die Nacht, und wieder au den Morgen, doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht, noch sorgen. So thu' Israel rechter Art, der aus dem Geist erzeuget ward, und seines Gottes harre. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist viel mehr Gnade, sein' Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, der Israel er: lösen wird aus seinen Sünden allen. 3. Herr, klopf in Gnaden bei mir an und führ' mir wohl zu Sinnen, was Böses ich vor Dir gethan; Du kannst mein Herz gewinnen, daß ich, aus Kummer und Beschwer, laß über meine Wangen her viel heiße Thränen rinnen. 4. Wie hast Du doch auf mich gewandt den Reichthum Deiner Gnaden! Mein Leben dank' ich Deiner Hand, Du hast mich überladen mit Ruh', Ge sundheit, Ehr' und Brod, Du machst, daß mir noch keine Noth bisher hat können schaden. auch in Christo mich Mel. Es ist gewißlich an der Zeit zc. ch will von mei54. Iner Miſſethat zum erwählt tief aus der Höllen Herren mich bekehren: Du wollest selbst mir Hülf' und Rath hierzu, o Gott, bescheeren, und Deines guten Geistes Kraft, der neue Herzen in ans schafft, aus Gnaden mir gewähren. Fluthen, daß niemals mir es hat gefehlt an irgend einem Guten; und daß ich ja Dein eigen sei, hast Du mich auch, aus großer Treu, gestäupt mit Vater- Ruthen. 6. Wer giebt den Kindern, was Du mir gegeben zu genies Ben? schenk' aber ich Gehorsam Dir? das zeuget mein Gewissen, mein Herz, in welchem nichts gesund, das aller Orten 2. Der Mensch kann von Natur doch nicht sein Elend selbst empfinden; er ist ohn' Deines Geistes Licht blind, taub und todt in Sünden; Festlieber. st so wund vom Sündenwurm gebissen. 7. Die Thorheit meiner jungen Jahr und alle schnöde Sachen verklagen mich zu of fenbar. Was soll ich Armer machen? Sie stellen, Herr, mir vor's Gesicht Dein unerträglich Zorngericht, der Hölle offnen Rachen. 8. Bisher hab' ich in Sicherheit fein unbesorgt geschlafen, gesagt: es hat noch lange Zeit, Gott pflegt nicht bald zu strafen, er fäbret nicht mit unfrer Schuld so strenge fort, es hat Geduld der Hirte mit den Schafen. 43 11. Woll'st mich durch Deines Todes Pein und durch Dein heilig' Leiden, von allen meinen Sünden rein, in Deine Unschuld kleiden. Von wegen Deines Krenzes Last erquick, was Du zermalmet haft mit Deines Trostes Freuden. 9. Dieß alles jetzt zugleich erwacht, mein Herz will mir zerspringen, ich sehe Deines Donners Macht und Feuer auf mich dringen. Es regt sich wiz der mich zugleich des Satans und der Hölle Reich, die wollen mich verschlingen. 19. Herr Jeſu, nimm mich bei Dir ein, ich flich zu Deinen Wunden, die Du, o Hei fand, wegen mein am Kreuze haft empfunden, als unser aller Sünden Müh' Dir, o Du Gottes- Lamm, ward hie zu tragen aufgebunden. 12. So angethan will ich mich hin vor Deinen Vater machen. Ich weiß, er lenket seinen Sinn und schaffet Rath mir Schwachen. Er weiß, was Fleisches- Lust und Welt und Satan uns für Neyze stellt, die uns zu stürzen wachen. 13. Wie werd' ich mich mein Leben lang vor solcher Plage scheuen, durch Deines guten Geistes Drang, den Du mir woll'st verleihen, daß er von aller Sünden- List und dem, was Dir zuwider ist, helf' ewig mich befreien. Mel. Aus tiefer Noth schrei'*. 55. Bater der Barma herzigkeit, ich falle Dir zu Fuße; verstoß' den nicht, der zu Dir schreit und thut noch endlich Buße; was ich begangen wider Dich, verz zeih' mir alles gnädiglich durch Deine große Güte. Festlieder. 2. Durch Deiner Allmacht| fein kommen ist, so bilf mir Wunderthat nimm von mir, treulich kämpfen, daß ich des was mich quälet; durch Deine Satans Truß und List durch Weisheit schaffe Rath, worin Christi Sieg mög' dämpfen, nen mir's soust fehlet. Gieb auf daß mir Krankheit, Angst Willen, Mittel, Kraft und und Roth und dann der letzte Stärk, daß ich mit Dir all' Feind, der Tod, nur sei die meine Werk' anfange und voll- Thür zum Leben. ende. 44 3. D Jesu Christe, der Du haft am Krenze für mich Armen getragen aller Sünden Last, woll'st meiner Dich erbarmen! O wahrer Gott, v Davids Sohn, erbarm' Dich mein und mein verschon', sich an mein kläglich Rufen! ach Herr von großer Güt' und Tren! Und fühlen leider im Gewissen, wie sehr Dein Zorn entbrennet sei. Das Maaß der Sünden ist erfüllt. Ach! weh uns, wenn Du strafen willt! 2. Du bist gerecht, wir lanund Sterben mir kommen fräfter Sünder: wie wollen wir ver Dir besteh'n? wir sind die ungerath'nen Kinder, die nur auf Höllen- Wegen geh'n. Kein Wunder, wenn uns Best und Schwert und Hunger läng stens aufgezehrt. 4. Laß Deiner Wunden theures Blut, Dein Todespein tiglich zu Gut', ach! laß mich nicht verderben; bitt' Du den Bater, daß er mir im Zorn nicht lohne nach Gebühr, wie ich es hab' verschuldet. Mel. Wer nur den lieben Gott sc. 56. Wir liegen bier zu Deinen Füßen, 5. D heil'ger Geist, Du wahres Licht, Regierer der Gedanken, wenn, mich die Sündenlust ansicht, laß mich von Dir nicht wanken; verleih, daß nun und nimmermehr Begierd' nach Wollust, Geld und Ehr in meinem Herzen herrsche. 6. Und wenn mein Stünd3. Doch, Bater! denk' an Deinen Namen, gedenk au Deinen lieben Sohn. Dein Wort beißt immer Ja und Amen, Dein Eidschwur zeuget selbst davon. Du willst der Sünde Tod ja nicht. Ach, geh' nich mit uns in's Gericht! Festlieder. 4. Wir liegen vor Dir in dem Staube, und unser Herz ist ganz zerknirscht, nur tröstet uns allein der Glaube, daß Du Dich noch erbarmen wirst. Ja, Du hast noch ein Vater herz, drum sich doch jetzt auf unsern Schmerz. 5. Der Mittler steht ja in der Mitten, wir schau'n zu seinen Wunden auf; er hat für uns're Schuld gelitten, und leistet Dir die Zahlung d'rauf. Auf Jesu Opfer wirst Du sebn; wir werden nicht verloren gehn. 6. Das theure Blut von Dei nem Sohne schreit für uns um Barmherzigkeit. Schau' doch von Deinem Guadenthrone und denke noch der alten Zeit, da Dich der Sünder Schmerz gebeugt, und Du oft Huld und Guad' erzeigt. 7. Ach, laß die wohlver diente Strafe nicht über uns're Häupter geh'n, daß wir nicht als von ner Hut verlassen steh'n. Nimim uns in Deiner Gnade Schooß und mach' uns aller Plagen los. 45 lassen eine Zeit entsteh'n, die uns Dein Wort so theuer macht, daß unser Herz dabei verschmacht't. 9. Gieb Fried' im Land' und im Gewissen, gesunde Luft, wohlfeile Zeit, laß Lieb' und Treut sich stetig küssen, und fördre die Gerechtigkeit. Krön' unser Feld mit Deinem Gut, nimm Kirch' und Haus in Deine Hut. 10. So wollen wir Di Opfer bringen, und Deine sein mit Leib und Seel'. Es soll Dein Lob gen Himmel dringen, und Dein erlöstes Israel wird in der Hütte Jacobs schrei'n: der Herr soll mein Gott ewig sein! 8. Steck' ein das Schwert, o laß uns leben, den Würger laß vorüber geh'n! Brod woll'st Du uns im Frieden geben, nie Himmelfahrt. Mel. Wie schön leucht't uns der zc. 57. Ach! wundergroßer Sündenträger aller Welt, heut bist Du aufgefahren zur Rechten Gottes in der Kraft, haft Deinem Reich den Sieg verschafft ob aller Feinde Schaaren; mächtig, prächtig triumphirest, jubilirest; Tod und 46 Leben ist, Herr Christ, Dir untergeben. 2. Dir dienen alle Cherubim, viel tausend hohe Seraphim Dich Siegesfürsten loben; weil Du den Segen wie derbracht, mit Majestät und großer Pracht zur Freude bist erhoben. Singet, flinget, rühmt und ehret den, der fähret auf zum Throne, zu empfah'n die Himmelskrone. Festlieber. 3. Du bist das Haupt, hingegen wir sind Glieder, ja! es kommt von Dir auf uns Licht, Trost und Leben, Heil, Friede, Freude, Stärk' und Kraft, ja, was dem Herzen Labsal schafft, wird uns von Dir gegeben. Dringe, zwinge, ew'ge Güte, mein Gemüthe, Dich zu preisen, Lob und Dank Dir zu erweisen. 4. Zeuch, Jesu, uns, zeuch uns nach Dir, bilf, daß wir für nem Reiche trachten; laß unser Thun und Wandel sein, daß wir mit Demuth gehen ein, all' leppigkeit verachten. Unart, Hoffahrt hilf uns meiden, christlich leiden, wohl ergrün: den, wo die Gnade sei zu finden. 5. Sei, Jesu, unser Schutz und Schatz, sei unser Rubm und fester Plaß, darauf wir uns verlassen. Laß suchen uns, was droben ist, auf Erden wobnet Trug und List, es ist auf allen Straßen Lügen, Trügen, Angst und Plagen, die da nas gen, die da quälen stündlich arme Christenseelen. 6. Herr Jesu komm, Tu Gnadenthron, Du Siegesfürst, Held, Davids Sohn, komm, stille das Verlangen! Du, Du bist allein uns zu gut, o Jesu! durch Dein theures Blut ins Heiligthum gegangen. Komm, Herr! Hilf Herr! Denn so sollen, denn so wollen wir ohn' Ende jauchzend heben unsre Hände. Mel. Nun freut euch, lieben Christen ic. 58. Auf Christi Himmels allein ich meine Nachfahrt gründe, und allen Zweifel, Angst und Pein hiermit stets überwinde; denn weil das Haupt im Himmel ist, wird seine Glieder Jesus Christ zur rechten Zeit nachholen. 2 Weil er gezogen Himmel Festlieder. an und große Gab' empfangen, mein Herz auch nur im Himmel kann, sonst nirgends Ruh' erlangen: denn wo mein Schatz gekommen hin, da ist hinfort mein Herz und Sinn, nach ihm mich stets verlanget. 3. Ach, Herr, laß diese Gnade mich von Deiner Auffahrt spüren, daß mit dem wahren Glauben ich mag meine Nachfahrt zieren; und dann cinmal, wenn Dir's gefällt, mit Freuden scheiden aus der Welt; Herr, Höre doch mein Fleben! Mel. Vom Himmel hoch da zc. 59. uf, Jefu Jünger! freuet euch! der Herr fährt auf zu seinem Reich. Er triumphirt; lobsinget ihm! Lobsinget ihm mit hoher Stimm'. 2. Sein Werk auf Erden ist vollbracht, zerstört hat er des Todes Macht, er hat die Welt mit Gott versöhnt, und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. 3. Weit, über alle Himmel weit geht seine Macht und Herrlichkeit. Ihm dienen selbst die Seraphim; lobsinget ihm mit hoher Stimm'! 47 4. Sein sind die Völker aller Welt, er herrscht als siegge: wohnter Held, er herrscht bis unter seinen Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. 5. Er schüßzet seine Christenheit, er hält sie bis in Ewigkeit; er ist ihr Haupt. Lobsinget ihm! Lobsinget-ihm mit hoher Stimm'! 6. Ja, Heiland, wir erheben Dich, und unsre Herzen freuen sich der Herrlichkeit und Majestät, dazu Dich Gott, Dein Gott, erhöh't. 7. Wohl nun auch uns! Denn, Herr, bei Dir steht Kraft und Macht, und Dein sind wir. Nimmst Du Dich unser hülfreich an, was ist, das uns gebrechen kann? 8. In Deiner Hand ist unser Heit. Wer an Dich glaubt, dem giebst Du Theil am Segen, den Du uns erwarbst, als Du für uns am Kreuze ſtarbst. 9. Du hast die Stätte uns bereit't, bei Dir zu sein in Ewigkeit. Nach treu vollbrachtem Glaubenslauf nimmst Du uns in den Himmel auf. 10. D, zench uns immer mehr zu Dir! Hilf uns mit eifrigster Begier nach dem nur Festlieder. 48 trachten, was da ist, wo Du, verklärter Heiland! bist. 11. Dein Eingang in die Herrlichkeit stärl uns in unfrer Prüfungszeit, nur Dir zu leben, Dir zu trau'n, bis wir dereinst Dein Untlig schau'n.. Pfingsten. 12. Dann wird sich völlig unfre Seel' in Dir erfreu'n, Dann wir von Deinem Ruhm ein neues 61. Geist ohne, der Miel. Freu dich sehr o zc. vom Vater und Lied im Heiligthum. vom Mel. Ach Gott und Herr zc. euch uns nach Dir! Du unser Tröster bist und von uns'res Gottes Throne hülfreich auf uns Schwache siehst, 60. 3 mit stehe Du mir mächtig bei, ich Gott ergeben sei; o, so wird mein Herz auf Erden schon ein Tempel Gottes werden! herzlichem Verlangen hin, da Du bist, o Jesu Christ, aus dieser Welt gegangen. 2. Zeuch uns nach Dir in Lieb's- Begier, ach! reiß' uns doch von hinnen, so dürfen wir nicht länger hier den Kummer faden spinnen. 3. Zeuch uns nach Dir! Herr Christ, und führ uns Dei ne Himmelsstege! Wir irr'n sonst leicht und sind verschencht vom rechten Lebenswege. 4. Zeuch uns nach Dir! so folgen wir Dir nach in Deinen Himmel, daß uns nicht mehr allhier beschwer' das böse Welt getümmel 5. Zeuch uns nach Dir nur für und für und gieb, daß wi nachfahren Dir in Dein Neich, und mach uns gleich den auserwählten Schaaren. 2. Laß auf jedem meiner Wege Deine Weisheit mit mir sein; wenn ich bange Zweifel bege, Deine Wahrheit mich erfreu'n. Lenke kräftig meinen Sinn auf mein wahres Wohlſsein hin. Lehrst Du mich, was recht ist, wählen, werd' ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über Alles tren meinen Gott und Vater liebe; daß mir nichts so wichtig sei, als in seiner Huld zu steh'n, ſei nen Namen zu erhöh'n; seiner Festlieber. Willen zu vollbringen, müsse mir durch Dich gelingen. 4. Stärke mich, wenn wo zur Sünde mein Gemüth versuchet wird, daß sie mich nicht überwinde. Hab' ich irgend mich verirrt, o, so strafe selbst mein Herz, daß ich, unter Reu und Schmerz, mich vor Gott darüber beuge und mein Herz zur Bess'rung neige. 5. Reize mich, mit Fleh'n and Beten, wenn mir Hülfe nöthig ist, zu dem Gnadenstuhl zu treten. Gieb, daß ich auf Jefum Christ, als auf meinen Mittler schau', und auf ihn die Hoffnung bau', Guad' um Gnad' auf mein Verlangen von dem Vater zu empfangen. 6. Stehe mir in allem Leiden stets mit Deinem Troste bei, daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam sei. Gieb mir ein gelassen Herz. Laß mich selbst im To desschmerz, bis zum frohen Ueberwinden, Deines Trostes Kraft empfinden. 49 den Gut Deiner Gläubigen Herz, Muth und Sinn, Dein brünstig' Lieb' entzünd' in ihn'n. O Herr, durch Deines Lichtes Glanz zu dem Glanben versammelt haft das Boll aus aller Welt Zungen; das sei Dir, Herr, zu Lob gesungen. Hallelujah, Hallelujah! 2. Du beiliges Licht, edler Sort! laß uns leuchten des Lebens Wort, und lehr' uns Gott recht erkennen, von Her zen Bater ihn nennen. Herr! behüt vor fremder Lehr', daß wir nicht Meister suchen mehr, denn Jesum Christ mit rechtem Glauben, und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Hallelujah, Hallelujah! 3. Du heilige Brunst, süßer Trost! nun hilf uns fröhlich und getrost in Deinem Dienst beständig bleiben; laß Trübsal uns von Dir nicht treiben. O Herr, durch Dein' Kraft uns bereit, und stärk' des Fleisches Blödigkeit, da mit wir ritterlich hier ringen, durch Tod und Leben zu Dir dringen. Hallelujah, Halles In eigner Melodie. 62. Komm omm', heiliger Geist, Herre Gott. Erfüll mit Deiner Gna- lujah! Festlieber. 50 Mel. Gott des Himmels und der zc. Domm, o komm Du 63. K Geist des Lebens, mehrt. wahrer Gott von Ewigkeit; 6. Wird uns auch nach TroDeine Kraft sei nicht vergeste bange, daß das Herz oft bens, sie erfüll' uns jederzeit: rufen muß: Ach, mein Gott, so wird Geist und Licht und Schein in dem dunkeln Her zen sein. mein Gott, wie lange!- D so mache den Beschluß: sprich der Seele tröstlich zu und gieb Muth, Geduld und Ruh'. 2. Gieb in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rath, Berstand und Zucht, daß wir And'res nicht beginnen, denn was nur Dein Wille sucht; Dein Erkenntniß werde groß und mach' uns vom Irrthum los. 3. Zeige Herr, die Wohlfahrts- Stege, führe uns auf eb'ner Bahn, räume ferner aus dem Wege, was im Lauf uns hindern kann. Wirke Reu' an Sünden Statt, wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Laß uns stets Dein Zeugniß fühlen, daß wir Gottes Kinder sind, die auf ihn al leine zielen, wenn sich Noth und Drangsal find't; denn des Vaters liebe Ruth' ist uns allewege gut. 5. Reiz' uns, daß wir zu ihm treten, frei, mit aller Freudigteit, seufz' auch in uns wenn wir beten, und vertritt uns allezeit; so wird uns're Bitt' erhört und die Zuversicht ver7. D, Du Geist der Kraft und Stärke, Du gewisser, neuer Geist, fördre in uns Deine Werke, wenn des Satans macht sich weist, schenk' uns Waffen in dem Krieg und erhalt in uns den Sieg. 8. Herr, bewahr' uns unsern Glauben, daß kein Teufel, Tod noch Spott uns denselben möge rauben; Du bist unser Schuß und Gott; sagt das Fleisch gleich immer: nein! Laß Dein Wort gewisser sein. 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versich're uns je mehr, als des Himmelreiches Erben, jener Herrlichkeit und Ehr', die uns unser Gott erfieft und nicht auszusprechen ist. In eigner Melodie. un bitten wir den heiligen Geist um 64. N Feftlieber. den rechten Glauben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heimfahr'n aus diesem Glende. Kyrie Eleison. 2. Du werthes Licht, gieb uns Deinen Schein, lehr' uns Jesum Christ erkennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht bat zum rechten Vaterland. Kurie Eleison. 3. Du süße Lieb', schent uns Deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen einander fieben und im Frieden auf einem Sinn bleiben. Kyrie Eleison. 4. Du höchster Tröster in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Schand' noch Tob, daß in uns die Sinne doch nicht verzagen, wenn der Feind wird das Leben verklagen. Kyrie Eleison. laß uns Deine Wohnung sein; o, komm' Du Herzenssonne! Du Himmelslicht, laß Deinen Schein bei uns und in uns träftig sein zu steter Freud' und 51 Wonne. Sonne, Wonne Himmlisch Leben willst Du geben, wenn wir beten; zu Dir kommen wir getreten. 2. Du Quell, d'rans alle Weisheit fleußt, die sich in fromme Seelen geußt, laß Deinen Trost uns hören, daß wir in Glaubens- Ginigkeit auch können aller Christenheit Dein wahres Zeugniß lehren. Höre, lehre, daß wir können Herz und Sinnen Dir ergeben, Dir zum Lob und uns zum Leben. Mel. Wie schön lencht't uns der bauen. Morgenstern 2c. 65. beiger Geist, kehr 3. Steh uns stets bei mit Deinem Rath und führ' uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen. Gieb uns Beständigkeit, daß wir ges treu Dir. bleiben für und für, wenn wir auch leiden müssen. Schaue, baue, was zerrissen und beflissen, Dich zu schauen und auf Deinen Trost zu 4. Laß uns Dein' edle Bale samskraft empfinden und zur werden, auf daß wir unter Deinem Schutz begegnen aller Feinde Truß mit freudigen Geberden. Laß Dich reichlich auf uns nieder, daß wir 4* Festlieber. 52 wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. 5. D, starter Fels, o Le: benshort, laß uns Dein himmelfäßes Wort in uns'ren Herzen brennen, daß wir uns mögen nimmermehr von Dei ner Weisheit reichen Lehr' und reinen Liebe trennen. Fließe, gieße Deine Güte ins Gemüthe, daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 6. Du süßer Himmelsthau, laß Dich in uns're Herzen kräftiglich, und schent uns Deine Liebe, daß unser Sinn verbunden sei dem Nächsten stets mit Liebestreu, und sich darinnen übe. Kein Neid. kein Streit Dich betrübe, Fried' und Liebe müssen schweben, Fried' und Freude wirst Du geben. 7. Gieb, daß in reiner Heiligkeit wir führen unsre Le benszeit, sei uns'res Geistes Stärke, daß uns forthin sei unbewußt die Eitelkeit, des Fleisches Lust und seine todten Werke. Rühre, führe un ser Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden. Mel. Von Gott will ich nicht laffen sc. 66. 3 horen, sei mei euch zu Deinen nes Herzens Gast, der Du, da ich geboren, mich neu geboren bast, o, hochgeliebter Geist des Baters und des Sohnes, mit beiden gleichen Thrones, mit beiden gleich gepreis't! 2. Zeuch' ein, laß mich empfinden und schmecken Deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hülf' und Errettung schafft. Entsünd'ge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste die Ehr' und Dienste leiste, die ich Dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Re: ben; Du hast mich gut gemacht. Der Tod durchdrang mein Leben; Du hast ihn umgebracht und in der Tauf erstickt, als wie in einer Fluthe, mit dessen Tod und Blute, der uns im Tod erquickt. 4. Du bist das heil'ge Dele, dadurch gesalbet ist mein Leib und meine Seele dem Herren Jesu Christ zum wahren Eigenthum, zum Priester und Propheten, zum König, den in Nöthen Gott schützt vom Hei ligthum. Festlieber. 5. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll; Dein Beten wird erböret, in Singen Elinget wohl; es steigt zum Himmel an, es steigt und läßt nicht abe, bis der geholfen habe, der Allen helfen fann. 6. Du bist ein Geist der Frenden, vom Trauren bältst Du nicht, erleuchtest uns im Leiden mit Deines Trostes Licht. Ach, ja, wie manches mal hast Du mit süßen Worten mir aufgethan die Pforten zum güld'nen Freudensaal! 53 9. Beschirm die Obrigkeiten, bau uns'res Königs Throu, bilf ihm für schmück, als riſtum ftreiten, die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gettesfurcht und Tugend das Boll im ganzen Land. 10. Grfülle die Gemüther mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Se gen für und für; vertreib' den bösen Geist, der Dir sich widersehet und, was Dein Herz ergößet, aus unserm Herzen reißt. 7. Du bist ein Geist der Lie: 11. Gieb Freudigkeit und be, ein Freund der Freundlich Stärke, zu stehen in dem feit, willst nicht, daß uns be- Streit, den Satans Reich und trübe Zern, Zant, Haß, Neid Werke uns täglich anerbeut: und Streit; der Feindschaft bist Du feind, willst, daß durch Liebesflammen sich wieder thun zusammen, die voller Zwietracht sind. bilf tämpfen ritterlich, damit wir überwinden, und ja zum Dienst der Sünden kein Christ ergebe sich. 12. Nicht unser ganzes Le8. Du Herr, haft selbst in ben allzeit nach Deinem Sinn, Händen die ganze weite Welt, und wenn wir's sollen geben kannst Menschenherzen wenden, in's Todes Arme hin, wenn's wie Dir es wohlgefällt; so mit uns hier wird aus: so hilf gieb doch Deine Gnad' zu uns fröhlich sterben und nach Fried' und Liebesbanden, ver- dem Tod erwerben des ew'gen knüpf' in allen Landen, was Lebens Haus. sich getrennet hat. 54 Vom christlichen Glauben und Leben. II. Vom christlichen Glauben und Leben. In eigner Melodie. Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. 67. Ah, bleib mit Deis 68. Nch, Gott! gieb Du ner uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfert nicht schade des bösen Feindes List. 2. Ach, bleib mit Deinem Worte bei uns, Erlöser werth, daß uns beid', hie und dorte sei Glück und Heil bescheert. 3. Ach, bleib mit Deinem Glanze bei uns, Du werthes Licht, Dein' Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. 4. Ach, bleib mit Deinem Segen bei uns, Du reicher Herr, Dein' Gnad' und all's Vermögen in uns reichlich vers mehr'. 5. Ach, bleib mit Deinem Schuße bei uns, Du starker Held, daß uns der Feind nicht trupe, noch fäll' die böse Welt. 6. Ach, bleib mit Deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Noth. uns daß wir all' Sünd' und Missethat bußfertiglich erkennen und glauben fest an Jesum Christ, der uns're Hülf und Meister ist, wie Er sich selbst thut nennen. 2. Hilf, daß wir auch nach Deinem Wort gottfelig leben immerfort zu Ehren Deinem Namen; daß uns Dein guter Geist regier', auf ebner Bahn zum Himmel führ' durch Je sum Christum. Amen! Mel. O Gott, du frommer Gott z ch 69. Nh Gott, verlaß mich nicht, giek mir die Gnadenhände; ach führe mich, Dein Kind, daß ich den Lauf vollende zu meiner Seeligkeit; sei Du meir Lebenslicht, mein Stab, mein Hort, mein Schuß, ach Gott, verlaß mich nicht. 2. Ach Gott, verlaß mich nicht, regiere Du mein Wal Bom christlichen Glauben und Leben. len; ach, laß mich nimmermehr Dank für seine Gnade, darum, in Sünd' und Schande fallen; gieb mir den guten Geist, gieb Glaubenszuversicht, sei meine Stark und Kraft; ach Gott, verlaß mich nicht. 55 daß nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade; ein Wohlgefall'n Gott an uns hat, nun ist groß' Fried' ohn' Unterlaß, all' Fehd' hat nun ein Ende. 3. Ach Gott, verlaß mich nicht, ich ruf' aus Herzens- 2. Wir loben, preis'n, anGrunde; ach, Höchster, stärke beten Dich, für Deine Ehr' mich in dieser bösen Stunde; wir danken, daß Du, Gott wenn mith Versuchung plagt| Bater, ewiglich regierst ohn' und meine Seel' ansicht, so weiche nicht von mir; ach Gott, verlaß mich nicht. alles Wanken; ganz unermess'n ist Dein' Macht, fort g'schieht, was Dein Will' hat bedacht. Wohl uns des feinen Herren. 4. Ach Gott, verlaß mich nicht, ach laß Dich doch bewegen; ach Bater, kröne doch mit reichem Himmels segen die Werke des Berufs, die Werke meiner Pflicht, zu thun, was Dir gefällt; ach Gott, verlaß mich nicht. 5. Ach Gott, verlaß mich nicht, ich bleibe Dir ergeben. Hilf mir, o großer Gott, recht glauben, christlich leben und selig scheiden ab, zu seh'n Dein Angesicht. Hilf mir in Roth und Tod; ach Gott, verlaß mich nicht. 3. O Jesu Christ, Sohn eingebor'n Deines himmlischen Baters, Versöhner der'r, die war'n verlor'n, Du Stiller unsers Haders; Lamm Got: tes, heil'ger Herr und Gott, nimm an die Bitt' von un f'rer Noth, erbarm' Dich unser aller! 4. D heil'ger Geist, Dn höchstes Gut, Du allerheilsamster Tröster, vor's Teufels G'walt fortan behüt', die Jesus Christ erlöset durch große Mart'r und bittern Tod. Abwend' all' unser'n Jamm'r und In eigner Melodie. 70. Allein Gott in der Noth; darauf wir uns vers Höh' sei Ehr' und lassen. Bom christlichen Glauben und Leben. Lied anfangen: heilig, beilig, In eigner Melodie. 71. Ne fle Menschen müsbeilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist. sen sterben, alles Fleisch vergeht wie Hen, was da lebet, muß verderben, soll es anders werden neu; dieser Leib, der muß verwesen, wenn er anders soll genesen zu der großen Herrlichkeit, die den Frommen ist bereit't. 2. Darum will ich dieses Leben, wenn es meinem Gott beliebt, auch ganz willig von mir geben, bin darüber nicht betrübt; denn in meines Jesu Wunden hab' ich schon Erlösung funden, und mein Trost in Todesnoth ist des Herren Jesu Tod. 56 3. Jesus ist für mich gesterben, und sein Tod ist mir Gewinn, er hat mir das Heil er worben, drum fahr' ich mit Freuden hin, hin aus diesem Weltgetümmel, in den schönen Gotteshimmel, da ich werde allezeit schauen die Dreifaltigfeit. 4. Da wird sein das Frendenleben, da viel tausend See5. Da die Patriarchen web: nen, die Provheten allzumal, da auf ihren Ghrenthrenen siget der Apostel Zabl, wo in so viel tausend Jahren alle Frammen hingefahren, da wir unser'm Gott zu Ehr'n ewig Hallelujah hör'n. 6. Ach, Jerusalem, Di Schöne, ach, wie belle glänzest Du! Ach, wie lieblich Lebgetone hört man da in sanfter Ruh! O, der großen Freud' und Wonne! Jeho gebet auf die Sonne, jetze gehet an der Tag, der kein Ende nehmen mag. 7. Ach, ich habe schon er blicket diese große Herrlichkeit. bin im Geiste schon geschmücket mit dem weißen Chrenkleid mit der gold'nen Himmels: krone steh' ich da vor Gettes Throne, schaue solche Freude au, die kein Gnde nehmen kann. Mel. Was Gott thut, das ist mohlgethan sc. len schon sind mit Himmels 72. Auf Gott, und nicht glanz umgeben, dienen da vor auf meinen Rath Gottes Thren; da die Scra- will ich mein Glücke bauen phinen prangen und das hohe und dem, der mich erschaffen Vom christlichen Glauben und Leben. hat, mit ganzer Seele trauen. Gr, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Gr sah von aller Gwigfeit, wieviel mir nüßen würde, bestimmute meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Gott kennet, was mein Mel. MeineHoffnung stehet feste 2c. Herz begehrt, und hätte, was 73. Auf, ihr Chriſten, ich's Christi Glieder, bat, gewährt, wenn's seine Weisheit litte. Er forgt für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, sein Wille, der geschehe. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrigste Geschick, bei dessen Last wir Flagen? Die größ'ste Noth hebt einst der Tod, und Ehre, Glück und Habe verläßt uns doch im Grabe. 57 Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herr: fichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ist's überwunden! Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern! Seid fröhlich, ihr Gerechten; der Herr hilst seinen Knechten! 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt Gott es Keinem fehlen; Gesundheit, Reichthum, Ghr und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath vor die ihr noch bängt an dem Haupt, auf, wacht auf, ermanut euch wieder, eb' ihr werdet hingeraubt! Satan beut an den Streit Christo und der Christenheit. 2. Auf, folgt Christo, eurem Helden, trauet seinem starken Arm! Liegt der Satan gleich zu Felde mit dem ganzen Höllenschwarm; sind doch der'r noch viel mehr, die da stets sind um uns her. 3. Nur auf Christi Blut ge waget mit Gebet und Wachsamkeit, dieses machet unverzaget und recht tapf're Kriegesleut. Wer hier kriegt, nie erliegt, sondern unterm Krenze siegt. Vom chriftlichen Glauben und Leben. 58 4. Diesen Sieg hat auch empfunden vieler Heil'gen starker Muth, da sie haben überwunden fröhlich durch des Lammes Blut. Sollten wir denn allhier auch nicht streiten mit Begier? 10. Da Gott seinen treuen 5. Wer die Sclaverei nur Knechten geben wird den Gnaliebet in der Zeit und Ewig- denlohn, und die Hütten der keit, und den Sünden sich er- Gerechten stimmen an den Siegiebet, der hat wenig Lust zum geston, da, fürwahr, Gottes Streit; denn die Nacht, Sa- Schaar ihn wird loben imtans Macht, hat ihn in den merdar. Schlaf gebracht. Heil, sucht allein, ohne Schein, Christi freier Knecht zu sein. gen mit Christo in Gott allein, auf daß wir an jenem Morgen mit ihm offenbar auch sein, da das Leid dieser Zeit werden wird zu lauter Freud'. 6. Aber wen die Weisheit lehret, was die Freiheit für ein Theil, dessen Herz zu Gott 74. Nuf, ihr Streiter 7. Denn vergnügt auch wohl das Leben, so der Freiheit mangeln muß? Wer sich Gott nicht ganz ergeben, hat nur Müh', Angst und Verdruß. Der, der friegt recht vergnügt, der sein Leben selbst besiegt. 8. Drum auf! laßt uns überwinden in dem Blute Jesu Christ, und an unsre Stirne binden sein Wert, so ein Zeugniß ist, das uns deckt und erweckt und nach Gottes Liebe schmeckt. 9. Unser Leben sei verborMel. Ach, was soll ich Sünder machen 2c. auf und folgt dem Heiland nach, der durch Marter, Hobn und Schmach sich auf Zions Burg geschwungen! Nach!-- das Haupt hat schon gesiegt; weh dem Glied, das müßig liegt! 2. Fort, nur nach mit Wa chen, Beten! Fort!- was seid ihr so verzagt? Christus hat den Sieg erjagt und der Schlange Kopf zertreten. Rufet laut im Siegeston: ,, Schwerdt des Herrn und Gideon!" 3. Kein Erlöster müsse spre chen: ich bin elend, arm und schwach, und durch so viel Un Bom christlichen Glauben und Leben. gemach kann kein armer Sünder brechen; denn der Herr ist's, der uns heilt, und den Schwachen Kraft ertheilt. bei 4. Sind wir schwach ihm ist Stärke; sind wir armder Herr ist reich. Wer ist unserm König gleich? Unser Gott thut Wunderwerke. Sagt, ob der nicht helfen kann, dem der Himmel unterthan. - 5. Niemand kann zu Salem thronen, der nicht recht mit Jefu kämpft und des Fleisches Lüfte dämpft, weil wir noch im Fleische wohnen. Nur durch Ringen, Kampf und Streit kommet man zur Sicherheit. 6. Nun, so wachet, kämpfet, ringet, streitet mit Gebet und Fleh'n, bis wir auf der Höhe steh'n, wo das Lamm die Fahne schwinget. Ist der Erde Werk gethan, geht des Himmels Sabbath an. In eigner Melodie. 75. Auf meinen lieben trau ich in Angst und Noth, der kann mich allzeit retten aus Trübsal, Angst und Nöthen, mein Unglück kann er wenden, steht All's in seinen Händen. 59 2. Ob mich mein' Sünd' ansicht, will ich verzagen nicht, auf Christum will ich bauen und ihm allein vertrauen, ihm thu' ich mich ergeben im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, ist Sterben mein Gewinn und Christus ist mein Leben, dem thu' ich mich ergeben: ich sterb' heut oder morgen, mein Seel' wird Er versorgen. 4. O mein Herr Jesu Christ, der Du so g'duldig bist für mich am Kreuz gestorben, haft mir das Heil erworben, führst nach der Erde Leiden uns zu dee Himmels Freuden. 5. Amen zu aller Stund sprech' ich aus Herzens Grund. Du wollest selbst uns leiten, Herr Christ! zu allen Zeiten, auf daß wir Deinen Namen ewiglich preisen; Amen! Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 76. Aus Gnaden soll ich selig werden; Herz, glaubst du's, oder glaubst du's nicht? Was willst du dich so blöd' gebehrden? Ist Wahrheit, was die Schrift verspricht, so muß auch dieses Wahrheit Vem chriftlichen Glauben und Leben. 60 sein: aus Gnaden ist der Himmel dein. 2. Aus Gnaden! Hier gift kein Verdienen, die eignen Werke fallen bin. Gott, der aus Lieb' im Fleisch erschienen, hat diese Ehre zum Gewinn, daß uns sein Tod das Heil gebracht und uns aus Gnaden selig macht. 3. Aus Gnaden! Merk' dies Wort: ,, Aus Gnaden," so oft dich deine Sünde plagt, so oft dir will der Satan schaden, so oft dich dein Gewissen nagt. Was die Vernunft nicht fassen tann, das beut dir Gott aus Gnaden an. 4. Aus Gnaden kam sein Sohn auf Erden und übernahm die Sündenlast. Was nöthigt ihn, dein Freund zu werden? Sag's, wo du was zu rühmen haft! War's nicht, daß er dein Bestes wollt' und dir aus Gnaden helfen sollt'? 5. Aus Gnaden! Dieser Grund wird bleiben, so lange Gott wahrhaftig beißt. Was alle Knechte Jesu schreiben, was Gott in seinem Wort an preist, worauf all' unser Glaube ruht, ist Gnade durch des Lammes Blut. 6. Aus Gnaden! Doch, du sich'rer Sünder, denk' nicht: wohlan, ich greif' auch zu. Wahr ist's, Gott rufet Adam's Kinder aus Gnaden zur verheiß'nen Ruh; doch nimmt er nicht zu Gnaden an, wer noch auf Gnade sünd'gen kann. 7. Aus Gnaden! Wer dies Wort gehöret, tret' ab von al ler Heuchelei; denn wenn der Sünder sich bekchret, so lernt er erst, was Gnade sei. Beim Sünd'gen scheint die Gnad' gering, dem Glauben ist's ein Wunderding. 8. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen das Herz des Vaters aufgethan, wenn's unter den Verzweiflungsschmerzen nichts sieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm' ich oftmals Stärkung her, wenn Gnade nicht mein Anfer wär'? 9. Aus Gnaden! Hierauf will ich sterben! Ich glaube, darum ist mir wohl. Ich kenn' mein sündliches Verderben, doch auch den, der mich heilen soll. Mein Geist ist froh, mein Herze lacht, weil mich die Gnade selig macht. Bom chriftlichen Glauben und Leben. Miel. Herzlich thut mich verlangen 2c. 77. Besicht du deine Wege, und was dein Herze kränkt, der allertreu sten Pflege deß, der den Himmel lenkt; der Wolken, Luft und Winden giebt Wege, Lauf and Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dir's soll wohl ergeh'n; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk foll besteh'n. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbst cig'ner Pein läßt Gott sich gar nichts nehmen, es muß erbesten Freud! ten ſein. 3. Dein' ew'ge Tren' und Guade, o Vater! weiß und sicht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt'; und was Du dann erlesen, das treibst Du, starker Held! und bringst zum Stand und Wesen, was Deinem Rath gefällt. 4. Weg' hast Du allerwe gen, an Mitteln fehlt Dir's nicht, Dein Thun ist lauter Segen, Dein Gang ist lauter Licht, Dein Wert kann Nicmand hindern, Dein' Arbeit darf nicht ruh'n, wenn Du, 61 was Deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel hier wollten widersteh'n, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke geh'n. Was er sich vorgenommen und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff', o du arme Seele, hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer jagt, mit groBen Gnaden rücken. Grwarte nur der Zeit, so wirst du schen erblicken die Sonn' der schön7. Auf, auf! gieb deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht, laß fahren, was dein Herze betrübt und traurig macht: bist du doch nicht Regente, der alles führen soll; Gott ist im Regimente und führet Alles wohl. 8. Jhn, ihn laß thun und walten, er ist ein weißer Fürst, und wird sich wohl verhalten, daß du dich wundern wirst; wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rath die Sach hinausgeführet, die dich bekümmert hat. 62 Vom christlichen Glauben und Leben. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verzieh'n und thun an seinem Theile, als hätt' seinem Sinn er deiner sich begeben, und sollt'st du für und für in Angst und Nöthen schweben, frag' er doch nichts nach dir; 10. Wird's aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, so wird er dich entbinden, da du's am mind'sten gläubst; er wird dein Herze lösen von der so schweren Last, die du zu keinem Bösen bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Trene, du hast und trägst da- 3. Ich sprach: ich bin ein son mit Ruhm und Dankge- schwaches Kind, wie alle Menschreie den Sieg und Ehren- schenkinder, das in sich kein fron'. Gott giebt dir selbst die Vermögen find't, ich bin ein Palmen in deine rechte Hand, armer Sünder. Ach Gott, gicb und du singst Freudenpsalmen Rath, gieb Will'n und That dem, der dein Leid gewandt. und laß mich Gnade finden; so kann ich überwinden! voll Geist, voll Kraft und Stärke, verleugnet sich, bezwingt die Welt, zerstört des Satans Werke, kämpft innerlich und äußerlich mit Teufel, Welt und Sünden, und kann doch überwinden. 12. Mach' End', o Herr, mach' Ende an aller unsrer Noth; stärk uns're Füß' und Hände, und laß bis in den Tod uns allzeit Deiner Pflege und Treu' empfohlen sein; so geben unsre Wege gewiß zum Himmel ein. 2. Ich habe mich vorlängst gequält und gab mich schier verloren, bis Gott mich zu der Zahl gezählt, die er aus sich geboren; wer will die Kraft, die Alles schafft, und Chriſti Macht ergründen, durch die wir überwinden? 4. Ich war ein Mensch voll Eigensinn, voll Eigenlieb' und Ehre; ich lebte nach den Lü sten hin, und nicht nach Christi Lehre; doch Gott sei Ehr', ich bin's nicht mehr; ich streite mit den Sünden und will sie überwinden! Mel. Was Gott thut, das ist sc. 5. Ja, muß ich mit dem höch78. in Christ, ein tavfsten Pfand, mit Gott, wie Jas rer Kriegesheld, cob ringen, so will ich durch Vom chriftlichen Glauben und Leben. die Glaubenshand den Allerstärksten zwingen; kann ich zur Stund' aus seinem Mund nicht bald den Trost empfinden; doch will ich überwinden. 6. Hält mir mein Gott die Augen zu, kann ich nicht wei ter sehen, als was ich gegenwärtig thu', so laß ich's gern geschehen; kommt die Vernunft mit ihrer Zunft in aus geschmückten Gründen; doch muß ich überwinden. 7. Mir geht der Tod nicht bitter ein, ich bin schon längst gestorben: er soll mir lieb und süße sein, mein Haus nur wird verdorben; Gott muß den Gast der Erdenlast auf solche Art entbinden; das hilft mir über winden. 63 hilft uns frei aus aller Noth, die uns jetzt bat betroffen. Der alt' böse Feind, mit Ernst er's jetzt meint; groß Macht und viel List sein' grausam' Rüstung ist; auf Erd'n ist nicht sein's Gleichen. 8. Das Kleinod ist mir vor gesteckt, ich soll nur tapfer kämpfen; drum bleibt mein Arm stets ausgestreckt, mit Gott den Feind zu dämpfen; nur unverzagt und frisch gewagt, ich seh die Krone binden; drum will ich überwinden! 2. Mit uns'rer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren; es streit't für uns der rechte Mann, den Gott selbst hat erkoren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott; das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär' und wollt'n uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie sau'r er sich stellt: thut er uns doch nicht; das macht er ist gericht't; ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort fie sollen lassen stahn, und kein'n Dank dazu haben! Er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr', Kind und In eigner Melodie. 79. Fin' feste Burg ist Weib: laß fahren dahin! Sie unser Gott, ein' gute Wehr und Waffen, er haben's feinen Gewinn; das Reich muß uns doch bleiben. 64 Vom chriftlichen Glauben und Leben. In eigner Melodie. 80. Eins ist Roth ach Herr, dies Gine lehre mich erkennen doch; alles And're, wie's auch scheine, ist ja nur ein schweres Joch, darunter das Herze sich naget und vlaget, und dennoch kein wahres Vergnügen erjaget. Erlang' ich dies Eine, das Alles ersetzt, so werd' ich mit Einem in Allem ergößt. 2. Seele, willst du dieses finden, such's bei keiner Grea: tur, laß, was irdisch ist, dahin ten, schwing dich über die Natur, wo Gott und die Menschheit in Sinem vereinet, und alle vollkommene Fülle erscheinet. Da, da ist das beste, nothwendige Theil, mein Gin und mein Alles, mein seliges Heil. 3. Wie Maria war beslissen und das Eine sich erlas, da sie einst zu Jesu Füßen voller Andacht niedersoß;- ihr Herze entbrannte, das Gine zu hören, was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren, ihr Alles war gänzlich in Jesum versenkt, so wurde ihr Alles in Einem geschenkt. 4. Also ist auch mein Ber langen, liebster Jesu, nur nach Dir, laß mich treulich Dir anhangen, schenke Dich zu eigen mir. Ob viele zum größesten Haufen umkehren, will ich doch in Andacht und Liebe Dir hören, denn Dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist. Was ist wohl, daß man nicht in Jesu geneußt? 5. Aller Weisheit höchste Fülle in Dir ja veroorgen liegt; gieb uur, daß sich auch mein Wille fein in solche Schranken fügt, darinnen die Demuth und Einfalt regieret und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Ach! wenn ich mir Jesum recht kenne und weiß, so hab' ich der Weis heit vollkommenen Preis. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur Dich, mein höchstes Gut; Jesu, es muß mir gelingen durch Dein heil' ges, theures Blut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir erworben, da Du bist am Stamme des Kreuzes gestorben, die Kleider des Heils ich da habe erlangt, worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 7. Nun, so gieb, daß meine Seele auch nach Deinem Bild' erwacht, Du bist ja, den ich ers Vom chriftlichen Glauben und Leben. 65 wähle, mir zur Heiligung ge- Herz und Seel von Deinem macht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, ist in Dir, mein Heiland, mir Alles gegeben; entreiße mich aller vergänglichen Lust, Dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt. 8. Ja, was soll ich mehr verlangen? Mich bedeckt die Gnadenfluth; Du bist einmal ein gegangen in das Heil'ge durch Dein Blut. Da hast Du die ew'ge Erlösung erfunden, daß ich nun der Herrschaft der Hölle entbunden, Dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, im findlichen Geiste das Abba nun flingt. 9. Drum auch, Jesu, Du alleine sollst mein Ein und Alles sein; prüf', erfahre, wie ich's meine, tilge allen Heuchelſchein. Sieh, ob ich auf bösem 82. Geu betrüglichen Stege, und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege; gieb, daß ich nur alles hier achte für Spott, und Jesum gewinne; dies Eine ist Noth. Mel. Herr Jesu Christ, mein's Lebens Licht zc. 81. Erneu're mich, o ew' ges Licht! und laß von Deinem Angesicht mein Schein durchleuchtet und er füllet sein! 2. Grtödt' in mir die schnöre Lust, seg' aus den alten Sündenwust. Ach! rüst mich aus mit Kraft und Muth, zu streiten wider Fleisch und Blut. 3. Schaff' in mir, Herr, den neuen Geist, der Dir mit Luſt Gehorsam leist', und nichts sonst, als was Du willst, will. Ach! Herr, mit ihm mein Herz erfüll'. 4. Auf Dich laß meine Sin nen gehn, laß sie nach dem, was droben, stehn, bis ich Dich schau, o ew'ges Licht, von Angesicht zu Angesicht. Mel. Von Gott will ich nicht laffen 2c. eduld ist euch von: nöthen, wenn Sorge, Gram und Leie, und was euch mehr will tödten, euch in das Herze schneidt. D auserwählte Zahl! Soll euch kein Feind nicht tödten, ist euch Geduld vonnöthen; das sag' ich noch einmal. 2. Geduld ist Fleisch und Blute ein herb' und bittres Kraut. Wenn unsers Kreu5 66 Vom christlichen Glauben und Leben. zes Ruthe uns nur ein wenig| läßt sich getrost beschweren, und droht, erschrift der zarte Sinn. Im Glück ist er verwegen; fommt aber Sturm und Regen, fällt Herz und Muth dahin. denkt: wer will's ihm wehren; ist er boch Herr im Haus! 3. Geduld ist schwer zu leiden, dieweil wir irdisch seind, und stets in lautern Freuden bei Gott zu sein vermeint, der dech sich klar erklärt: ich strafe, die ich liebe, und die ich hoch betrübe, die halt' ich hoch und werth. 7. Geduld thut Gottes Wil fen, erfüllet sein Gebot und weiß sich fein zu stillen in aller Feinde Spott. Es lache, wem's beliebt, wird sie doch nicht zu Schanden, es ist bei ihr vorhanden ein Herz, das nichts drauf giebt. 4. Geduld kommt aus dem Glauben und hängt an Gottes Wort, das läßt sie sich nicht rauben, das ist ihr Heil und Hort; das ist ihr hoher Wall, da bält sie sich verborgen, läßt Gott, den Bater, sorgen, und fürchtet keinen Fall. 8. Geduld ist mein Verlangen und meines Herzens Lust, nach der ich oft gegangen, daß ist Dir wohlbewußt. Herr, vol ler Guad' und Huld, ach, gieb mir und gewähre mein Bitten, ich begehre nichts anders, Geduld. als 5. Geduld setzt ihr Ver trauen auf Christi Tod und Schmerz, macht Satan ihr ein Grauen, so faßt sie sich ein Herz, und spricht: Zürn' im merhin! Du wirst mich doch nicht fällen; ich hab' zu sichre Stellen, weil ich in Christo bin. 9. Geduld ist meine Bitte, die ich sehr oft und viel aus dieser Leibes- Hütte zu Dir, Herr, schicken will. Kommt dann der letzte Zug, so gieb durch Deine Hände auch ein geduldig Ende, so hab' ich alles g'nng. Miel. O Ewigkeit, du Donner. wort 2. 6. Geduld ist wohl zufrieden mit Gettes weisem Rath, 83. Gott, der Du ſelbſt die 2 fäßt sich nicht leicht ermüden Furch Aufschub seiner Gnad', ver Dir, der rein und heilig hält frisch und fröblich aus, ist, soll ich nur Wahrheit spres Vom christlichen Glauben und Leben.. 67 chen. Dich täuschet nie ein| Welt? Nichts hat sie, was dich falscher Mund, des Lügners schadlos hält! Frevel ist Dir fund, und einst wirst Du ihn rächen. Laß darum stets mein Ja und Nein aufrichtig und voll Wahrheit fein. 2. Gett, wenn ich schwörend vor Dir steh', hinauf zu Deinem Himmel seb' und meine Händ' erhebe; wenn ich zum Zeugen feierlich anrufe, Allerhöchster, Dich, durch den ich bin und lebe: dann sei von Trug und Heuchelei mein Herz und meine Zunge frei. 3. Wenn Frevler Dich auch da noch schmäh'n und frech mit Lügen vor Dir steh'n, dann laß mein Herz erschrecken! Weh' dem, der wähnt, durch falschen Eid die Schmach der Ungerechtigkeit hier vor der Welt zu decken! Weh' ihm, er stürzet freventlich in ewiges Verderben sich! 4. D Seele, wenn du noch dich liebst, bedenk', was du zum Pfande giebst: dein Glück, dein ew'ges Leben! Verwirf nicht mit Verwegenheit dein Theil an Gott und Seligkeit; wer kann dir's wiedergeben? Was hilft dir denn die ganze 5. Gott, wenn Du nicht mein Gott mehr bist, Dein Sohn nicht mehr mein Heiland ist, Dein Himmel nicht mein Grbe; wenn bei den Leiden dieser Zeit Dein Trost nicht mehr mein Herz erfreut, Dein Trost nicht, wenn ich sterbe: wer wird mich dann von Qual befrei'n? Dann besser, nie geboren sein! 6. Drum soll nicht Ehre, Gut, noch Geld und nicht die Macht der ganzen Welt mich blenden und verführen; und drohte mir auch Schmerz und Leid, ich will doch meine Se ligkeit muthwillig nicht verlieren. Es gilt kein Leid, kein Glück der Zeit, nein, es gilt Gott und Ewigkeit. In cigner Melodie. 84. Gott lebet noch! Seele, was ver: zagst du doch? Gott ist gut, der aus Erbarmen alle Hülf auf Erden thut, der mit Macht und starken Armen machet al: les wohl und gut. Gott kann besser als wir denken, alle Noth zum Besten lenken. Secle, so 68 Vom christlichen Glauben und Leben. bedenke doch: lebt doch unser| dich deine Sünden fränken, Herr Gott noch. 2. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Sollt' der schlummern oder schlafen, der das Aug' hat zugericht? Der die Ohren hat erschaffen, sollte dieser hören nicht? Gott ist Gett, der hört und siehet, wo den Frommen Weh geschiehet. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch! dein Verbrechen quält dich sehr, komm zu Gott, er wird versenken deine Sünden in das Meer. Mitten in der Angst der Höllen kann er dich zufrieden stellen. Secle, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch! 3. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Der den Erden- Kreis verhüllet mit den Wolken weit und breit, der die ganze Welt erfüllet, ist von uns nicht fern und weit. Wer Gott liebt, dem will er senden Hülf' und Trost an allen Enden. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch! 4. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Bist du schwer mit Kreuz beladen, nimm zu Gott nur deinen Lauf. Gott ist groß und reich an Gnaden, hilft den Schwachen gnädig auf. Gottes Gnade währet immer, seine Treu vergehet nimmer. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch! 5. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Wenn 6. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen, und weißt weder aus noch ein: Gott wird dennoch dich umfassen, und im Leiden bei dir sein. Gott ist, der es herzlich meinet, wo die Noth am größten scheinet. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch! 7. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Laß den Himmel sammt der Erden immerhin zu Trümmern gehn; laß die Höll' entzündet wer den; laß den Feind erbittert stehn; laß den Tod und Teufel blißen: wer Gott trant, den will er schüßen. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch! 8. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Mußt du schon geängstet wallen auf Vom chriftlichen Glauben und Leben. 69 in der Wahrheit bleibe zu Truß der Höllenpfort'. der harten Dornen- Bahn; es damit ich an Dich glaube und ist Gottes Wohlgefallen, dich zu führen himmelan. Gott wird nach dem Jammerleben Friede, Freud' und Wonne geben. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch! 5. Woll'st mich mit Kraft ausrüsten, zu krenz'gen mein Begier sammt allen bösen Lüsten, auf daß ich für und für der Sündenwelt absterbe und nach dem Fleisch verderbe, hinIn eigner Melodie. 85. Herr Jesu, Gnaden gegen leb' in Dir. sonne, wahrhaft': 6. Ach, zünde Deine Liebe ges Lebenslicht! Laß Leben, in meiner Seele an, daß ich Licht und Wonne mein blödes aus inner'm Triebe Dich ewig Angesicht mit Deiner Gnad'| lieben kann, und, Dir zum erfreuen, und meinen Geist er- Wohlgefallen, beständig möge Heuen. Mein Gott! versag' wallen auf rechter Lebensbahn. mir's nicht. 7. Nun, Herr! verleih' mir 2. Bergieb mir meine Sün- Stärke, verleih' mir Kraft und den und wirf sie hinter Dich, Muth; denn das sind Gnadenlaß allen Zorn verschwinden und hilf genädiglich, laß Deine Friedensgaben mein armes Herze laben, ach Herr, erhöre mich! 3 Vertreib aus meiner Seelen den alten Adamssinn, und laß mich Dich erwählen, auf daß ich mich forthin zu Deinem Dienst ergebe, und Dir zu Eh ren lebe, weil ich erlöset bin. 4. Beförd're Dein Erkennt niß in mir, mein Seelenbort! werke, die Dein Geist schafft und thut; hingegen meine Sin nen, mein Lassen und Beginnen sind böse und nicht gut. 8. Darum, Du Gott der Guaden, Du Vater aller Treu'! Wend' allen Seelenschaden und mach mich täglich neu, gieb, daß ich Deinen Willen stets suche zu erfüllen, und steh' mir kräftig bei. In eigner Melodie. Bu öne mein Verständni 86. ich, ich o Herr, 70 Vom chriftlichen Glauben und Leben. bitt, woll'st sein von mir nicht| Schooß tragen, den Leib in fern mit Deiner Hülf und seinem Kämmerlein gar sanft Gnade. Die ganze Welt nicht ohn' ein'ge Qual und Pein freuct mich, nach Himmel und ruhn bis am jüngsten Tage! Erd' nicht frage ich, wenn ich Alsdann vom Tod erwecke mich, nur Dich kann haben; und daß meine Augen sehen Dich in wenn mir gleich mein Herz zer aller Freud', o Gottes Sohn! bricht, so bist Du doch mein'| Mein Heiland und mein GnaZuversicht, mein Theil und meines Herzens Trost, der mich durch sein Blut hat erlöst. Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr! Mein Gott und den- Thron! Herr Jesu Christ! Erhöre mich! Erhöre mich! Ich will Dich preisen ewiglich. Herr! In Schanden laß mich 87. nimmermehr! 2. Es ist ja, Herr, Dein G'schenk und Gab mein Leib und Seel, und was ich hab in diesem armen Leben; damit ich brauch's zum Lobe Dein, zum Nuß und Dienst des Nächsten mein, wollst mir Dein' Gnade geben. Behüt' mich, Herr, vor falscher Lehr', des Satans Mord und Lügen wehr'; in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ich's trag' geduldiglich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott! Mein Herr und Gott! Tröft mir mein' Seel' in Todes- Noth! 3. Ach Herr, laß Dein lieb Engelein am letzten End' die Seele mein in Abraham's Mel. O du Liebe meiner 2c. erz und Herz ver eint zusammen sucht in Gottes Herzen Nuh, lasset cure Liebesflammen lo dern auf den Heiland zu! Gr das Haupt, wir seine Glieder, er das Licht und wir der Schein, er der Meister, wir die Brüder, er ist unser, wir sind sein! 2. Kommt, ach kommt, ihr Gotteskinder, und erneuert cu ren Bund, schwöret unferm Ueberwinder Lieb und Tren von Herzensgrund! Hnd wenn noch der Liebeskette Festigkeit und Stärke fehlt, e, so flehet um die Wette, bis sie Jesus wieder stählt! 3. Legt es unter euch, thi Brüder, auf so treues Lieben an, daß ein Jeder für die Brü Vom christlichen Glauben und Leben. der auch das Leben lassen kann! So hat uns der Herr geliebet, so vergoß er dort sein Blut; jeder Jünger ihn betrübet, der nicht gleich der Meister thut. 4. Hallelujah! Welche Höhen, welche Tiefen reicher Gnad', daß wir dem ins Herze sehen, der uns so geliebet hat; daß der Vater aller Geister, der der Wunder Abgrund ist, daß Du unsichtbarer Meister uns so fühlbar nabe biſt. - 5. D Du treu'ster Freund, vereine Deine Dir geweihte meine, wie's Dein letzter Wille war, und daß, wie Du Eins mit ihnen, also sie auch Eines sein, sich in wahrer Liebe dienen, und sich an einander freu'n! 71 Mel. Zench meinen Geist ic. es 88. ier legt mein Sinn 6. Friedefürst, laß Deinen Frieden, stets in unsrer Mitte rubn, Liebe, laß uns nie ermüren, Deinen sel'gen Dienst zu thun! Denn wie kann die Last auf Erden und des Glaubens Ritterschaft besser uns ver: süßet werden, als durch Deiner Liebe Kraft? 7. Liebe! hast Du uns geboten, daß man Liebe üben soll, o, so mache doch die tod: ten, kalten Geister lebensvoll; zünde an die Liebesflamme, daß ein jeder sehen kann: wir, als die von einem Stamme, stehen auch für einen Mann. 8. Laß uns so vereinigt wers den, wie Du mit dem Vater bist, so daß auf der ganzen den fein getrenntes Glied mehr ist; und allein von Deinem Brennen nehme unser Licht den Schein; also wird die Welt ers kennen, daß wir Deine Jünger fein. der, mein Geist sucht seinen Ursprung wieder; laß Dein erfreuend Angesicht zu meiner Armuth sein gericht't. 2. Schau her, ich fühle mein Verderben, laß mich in Deinem Tode sterben; e könnte doch in Deiner Pein die Eie genheit ertörtet sein. 3. Du wollest Jesu, meinen Willen mit der Gelaſsenheit erfüllen; brich der Natur Gewalt entzwei und mache meinen Willen frei. 4. Ich fühle wohl, daß ich Dich liebe und mich in Deinen Wegen übe; nur ist von der 72 Vom christlichen Glauben und Leben. Unlauterfeit die Liebe noch nicht ganz befreit. 5. Ich muß noch mehr auf dieser Erden durch Deinen Geist geheiligt werden; der Sinn muß tiefer in Dich geh'n, der Fuß muß unbeweglich steh'n. 6. Ich weiß mir zwar nicht selbst zu rathen, hier gelten nichts der Menschen Thaten, wer macht sein Herz wohl sel ber rein? Es muß durch Dich gewirket sein. Mel. Jesus meine Zuversicht sc. 7. Duch kenn' ich wohl Dein 89. Himmel geht wit f're Bahn, treues Lieben, Du bist noch immer treu geblieben; ich weiß sind Gäste nur auf Erden, bis gewiß, Du steh'st mir bei und wir dort in Canaan durch die macht mich von mir selber frei.| Wüste kommen werden; hier ist unser Pilgrimsstand, droben unser Vaterland. 8. Judessen will ich treulich kämpfen und stets die falsche Regung dämpfen, bis Du Dir Deine Zeit ersich'st und mich aus solchem Netze zieh'it. 9. In Hoffnung kann ich fröhlich sagen: Gott hat der Höllen Macht geschlagen! Gott führt mich aus dem Kampf und Streit in seine Ruh' und Sicherheit. 10. Drum will die Sorge meiner Seelen ich Dir, mein Bater, ganz befehlen; ach! drücke tief in meinen Sinn, daß ich in Dir schon selig bin. 11. Wenn ich mit Ernst hieran gedenke, und mich in Deinen Abgrund senke, so werd' ich von Dir angeblickt, und mein Herz wird von Dir erquickt. 12. So wächst der Eifer mir im Streite, so schmeck ich schon die süße Beute, und fühle, daß es Wahrheit ist, daß Du, mein Gott, die Liebe bist. 2. Himmelan schwing' Dich mein Geist, denn Du bist ein himmlisch Wesen, und kannst das, was irdisch heißt, nicht zu Deinem Werk erlesen; cin von Gott erleucht'ter Sinn kehrt zu seinem Ursprung hin. 3. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hingehöve; wenn mich dieses Wort bewahrt, halt ich eine Himmel fahrt. Vom christlichen Glauben und Leben.. 4. Himmelan denk ich all zeit, wenn er mir die Tafel decket, und mein Geist hier all- 2. Möcht' ich wie das Rund bereit eine Kraft des Himmels der Erden lichte werden! Seeschmecket: nach der Rest im lensonne gebe auf! Ich bin finJammerthal folgt des Lam- ster, kalt und trübe, Jeju Liebe mes Hochzeitemabl. komm beschleunige den Lauf! 5. Himmelan! mein Glaube 3. Wir sind ja im neuen zeigt mir das schöne Loos von Bunde, da die Stunde der Grferne, daß mein Herz schon scheinung kommen ist; und ich aufwärts steigt über Sonne, muß mich stets im Schatten Mond und Sterne; denn ihr so ermatten, weil Du mir so Licht ist viel zu klein gegen jeferne bist. nen Glanz und Schein. 4. Wir sind ja der Nacht entnommen, da Du kommen, aber ich bin lauter Nacht; dar um wollst Du mir, dem Deinen, doch erscheinen, der nach Licht und Rechte tracht't. 5. Wie kann ich des Lichtes 7. Himmelan, ach himmel- Werke, ohne Stärke, in der Finan! Das soll meine Lesung sterniß vollziehn? wie kann ich bleiben. Ich will allen eitlen die Liebe üben, Demuth lieben Wahn durch die Himmelslust und der Nacht Geschäfte fliehn? vertreiben: Himmelan steht nur mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. 6. Laß doch nicht den Geist der Seelen sich so quälen, zünd' Dein Feuer in mir an. Laß mich finstern Wurm der Erden belle werden, daß ich Gutes wirken kann. 7. Das Vernunftlicht kann das Leben mir nicht geben; Jesus und sein heller Schein, Jesus muß das Herz anblicken 6. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimath führen, da ich über alle Noth ewig werde triumphiren! Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. In eigner Melodie. 90. uter, wird die den nicht verschwinden? Hüter, ist die Nacht schier hin? wird die Finsterniß der Sin73 nen bald zerrinnen, darin ich verwickelt bin? 74 und erquicken, Jesus muß die Sonne sein. Vom chriftlichen Glauben und Leben. 8. Nur die Decke vor den Augen kann nicht taugen, seine Klarheit kann nicht ein. Wenn sein helles Licht den Seinen soll erscheinen, so muß rein das Auge sein. 9. Jesu, gieb gesunde Augen, welche taugen, rühre meine Augen an, denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. ler Sinnen Kraft gebricht: bist Du es, Gott, mein Heiland, nicht? 3. Mich dünkt, da lieg' ich schon vor mir in großer Hiß', ohn' Kraft und Zier, mit höchster Herzensangst befallen; Gehör und Rede nehmen ab, die Augen werden wie ein Grab; doch kränkt die Sünde mich vor Allen. Des Satans Anflag' hat nicht Ruh', er setzt mir mit Versuchung zu. In eigner Melodie. 4. Ich höre der Posaune Ton und sehe den Gerichtstag 91. Jd bin ja, err, in schon, der mir auch wird ein Deiner Macht, Du fällen. Hier weiset hast mich an das Licht gebracht, mein Gewissensbuch, dort aber Du unterhältst mir auch das des Gesetzes Fluch mich Sün Leben; Du kennest meiner denkind hinab zur Höllen, wo Monden Zahl, weißt, wenn ewig, ewig Angst und Noth, ich diesem Jammerthal auch Schmerz, Jammer, Herzeleid wieder gute Nacht muß geben. und Tod. Wo, wie und wann ich sterben soll, daß weißt Du, Bater, mehr als wohl. 5. Kein Geld noch Gut errettet mich, umsonst erbeut ein Bruder sich, den andern hier erst zu erlösen; er muß es ewig lassen steh'n, wir werden nimmermehr entgeh'n der Nache, die da droht dem Bösen. Wer bilft uns sonst in dies ser Noth, wo Du nicht, Gott, des Todes Tod? 6. Herr Jesu, ich, Dein 2. Wen hab' ich nun, als Dich allein, der mir in meiner letzten Pein mit Trost und Rath weiß beizuspringen? Wer nimmt sich meiner Seelen an, wenn nun mein Leben nichts mehr kann, und ich muß mit dem Tode ringen? Wenn al Vom christlichen Glauben und Leben. theures Gut, bezeug' es selbst mit Deinem Blut, daß ich der Sünde nicht gehöre. Was schont denn Satan meiner nicht und schreckt mich durch das Zorngericht? Komm', rette Deines Leidens Ghre! Was giebest Du mich fremder Hand, und hast so viel an mich ge wandt? 75 Sünder neigt, dem allemal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verfo ren werden, Gott will, uns soll geholfen sein; deswegen kam der Sohn auf Grden und nahm hernach den Himmel ein; deswegen klopft er für und für so stark an uns're Herzensthür. 4. O Abgrund, welcher alle Sünden in Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunde recht verbinden, da fins det kein Verdammen statt, weil Christi Blut beständig fahreit: Barmherzigkeit, Barmherzigs keit! 5. Darin will ich mich glänbig senken, dem will ich mich mich meine Sünden fränken, getrost vertrau'n, und wenn nur bald nach Gottes Mel. Wer nur den lieben Gott zc. habe den 92. Grund gefunden, ſchau'n: da findet sich zu aller der meinen Anker ewig bält; Zeit unendliche Barmherzigwo anders, als in Jesu Wun- keit. den? Da lag er vor der Zeit der Welt, der Grund, der un Mel. Wer nur den lieben Gott zc. beweglich sieht, wenn Erd' und 93. und mein Leben sterbe täglich, Himmel untergeht. 2. Es ist das ewige( rbarmen, das alles Denken über steigt; es sind die offnen Liebesarme deß, der sich zu dem eilt immerfort zum Grabe hin, wer kann mir einen Bürgen geben, ob ich noch morgen lebend bin? Die Zeit geht hin, 7. Nein, nein, ich weiß gewiß, mein Heil, Du wirst mich, Dein erwähltes Theil, durch Deine Todeswunden schützen. So lach' ich aller Angst und Roth, es mag Gefeß, Höll oder Tod auf mich herden aern oder blitzen. Dieweil ich lebte war ich Dein, jett kann ich keines Fremden sein! Vom christlichen Glauben und Leben. 76 der Tod kommt her, ach, wer nur immer fertig wär'! 2. Ein Mensch, der sich mit Sünden träget, ist immer reif zu Sarg und Grab; der Apfel, der den Wurm schon heget, fällt endlich unversehens ab. Der alte Bund schleußt Keinen aus, mein Leib ist auch ein Todtenhaus. 3. Es schickt der Tod nicht immer Boten, er kommet eft unangemeld't, und fordert uns ins Land der Todten; wohl dem, der Haus und Herz bestellt! Denn ew'ges Unglück oder Glück hängt oft an einem Augenblick. 4. Herr aller Herren! Tod und Leben hast Du allein in Deiner Hand; wie lange Du mir Frist gegeben, das ist und bleibt mir unbekannt; hilf, daß ich jeden Seigerschlag an meinen Abschied denten mag! 5. Es kann vor Abends anders werden, als es am Morgen mit mir war; den einen Fuß hab' ich auf Erden, den andern auf der Todten- Bahr'; ein kleiner Schritt ist nur da hin, wo ich der Würmer Speise Sin. 6. in eing'ger Schlag kann Alles enden und Fall und Tod beisammen sein, doch schlage nur mit Vaterbänden, und schließ' in Christi Tod mich ein, daß, wenn der Leib zu Boden fällt, die Seel' an Jesu Kreuz sich hält. 7. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, wenn Auge, Mund und Ohr sich schleußt; drum bet' ich bei gesunden Ta gen: ,, Herr, Dir befehl' ich meinen Geist!" Berschließen meine Lippen sich, so spreche Jesu Blut für mich! 8. Kann ich die Meinen nicht mehr segnen, so segne Du sie, Herr, für mich; wenn lanter Thränen um mich regnen, o Tröster, so erbarme Dich, und lasse der Berlass'nen Schrei'n durch Deinen Trost erhörlich sein! 9. Dringt mir der letzte Steß zum Herzen, so schließ' mir, Herr, den Himmel auf; verkürze mir die Todesschmerzen und hole mich zu Dir hinauf; fo wird mein Abschied keine Pein, zwar eilig, dennoch selig sein! In eigner Melodie. 94. Ich will Dich lieben, Vom christlichen Glauben und Leben. will Dich lieben, meine Zier, ich will Dich lieben mit dem Werke und immerwährender Begier; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. 77 6. Grhalte mich auf Deinen Stegen und laß mich nicht mehr irre geh'n, laß meinen Fuß in Deinen Wegen nicht straucheln, oder stille steh'n; erleuchte Leib und Seele ganz, Du starker Himmelsglanz. 7. Ich will Dich lieben, meine Bonne! Dich will ich lieben, meinen Gott. Ich will ohn' Lohn, Du Gnadensonne, Dich lieben in der größten Noth, ich will Dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. 2. Ich will Dich lieben, o mein Leben, als meinen allerbesten Freund, ich will Dich lieben und erheben, so lange mich Dein Glanz bescheint, ich will Dich lieben, Gottes- Lamm, das litt am Kreuzes stamm. 3. Ach, daß ich Dich so spät erkennet, Du hochgelobter Hei land Du! Und Dich nicht eher mein genennet, Du höchstes In eigner Melodie. Gut und wahre Rub'! Es ift 95. Jesu, meine Freude, meines Herzens mir leid, ich bin betrübt, daß ich so spät geliebt. 4. Ich lief verirrt und war verblendet, ich suchte Dich und fand Dich nicht, ich hatte mich von Dir gewendet, und liebte das erschaff'ne Licht. Nun aber ist's durch Dich gescheh'n, daß ich Dich hab' erseh'n. 5. Ich danke Dir, Du wahre Sonne! daß mir Dein Glanz das Licht gebracht. Ich danke Dir, Du Himmelswonne, daß Du mich frei und froh gemacht; ich danke Dir, Du süßer Mund, daß Du mich machst gesund. Weide! Jesu, meine Zier! Ach, wie lang, ach, lange ist dem Herzen bange, und verlangt nach Dir. Gottes Lamm! Mein Bräutigam! Außer Dir soll mir auf Erden nichts sonst Liebers werden. 2. Unter Deinen Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei. Laß den Satan wittern, laß den Feind erbittern: mir steht Jesus bei. Ob es igt gleich kracht und blitzt, ob gleich Sünd' und Hölle schrekken, Jesus will mich decken. 78 3. Trotz dem alten Drachen, Trotzdes Teres Rachen, Trotz der Furcht dazu! Tobe, Welt, 96. ten, wie stehts um In eigner Melodie. hr Kinder des Höchund springe, ich steh' hier und die Liebe? Wie folgt man dem singe in gar sidhrer Ruh. Got- wahren Vereinigungstriebe? tes Macht hält mich in Acht, Bleibt Ihr auch im Bande der Erd' und Abgrund mögen wü- Einigkeit stehn? Ist keine Zerthen, er wird mich behüten. trennung der Geister geschehn? Der Vater im Himmel kann Herzen erkennen, wir dürfen uns„ Brüder" ohn' Liebe nicht nennen, die Flamme des Höchsten muß lichterloh brenner. Bom chriftlichen Glauben und Leben. 4. Weg mit allen Schätzen! Du bist mein Ergößzen, Jesu, meine Lust! Weg, ihr eitlen Ehren! Ich mag uch nicht hören, bleibt mir unbewußt! Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 5. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erfesen; mir gefällst Du nicht. Gute Nacht ihr Sünden; bleibet weit da hinten! Kommt nicht mehr ans Licht! Gute Nacht, du Stolz und Pracht! Dir sei gauz, du Laster- Leben, gute Nacht gegeben. 6. Weicht, ihr Trauer- Geister! Denn mein Freuden- Meister, Jesus tritt herein. Denen, die Gott lieben, muß auch ihr Betrüben lauter Freude sein. Duld' ich schon hier Spott und Hohn, dennoch bleibst Du auch im Leide, Jesu, meine Freude. 2. Sobald wir von oben aufs neue geboren, da sind wir von Christo zu Brüdern erforen; Ein Bater, Ein Glaube, Ein Geist, Eine Tauf', Ein voller zum Himmel gerichteter Lauf kann unsere Herzen vollkömmlich verbinden, wir können nichts anders als Lieblichkeit finden, Verdacht, Neid und Aergerniß müssen verschwinden. 3. Die Mutter, die droben ist, hält uns zusammen, und schickt uns herunter die himmlischen Flammen; kein Unter: schied findet hier einige Statt, weil Demuth die Herzen vereiniget hat; wo Eigenheit, Zank, Haß im Herzen regie ret, da wird nicht der Funke Vom christlichen Glauben und Leben. der Liebe verspüret, noch auf wärts der Pfad zu den Engeln geführet. 4. Wir Alle sind Brüder im himmlischen Orden; was Einer, das ist auch der Andre geIn eigner Melodic. worden; ein Zeder für Alle 97. In allen meinen ThaVaterland dringt, die Kirche nach Einem stets kämpfet und ringt; wir müssen bereit fein für Brüder zu sterben, wie Christus uns auch so gemacht hat zu Erben; ein Glied fühlt und leidet des andern Verder= ben. 5. Drum lasset uns lieben und freuen von Herzen, versüßen einander die Leiden und Schmerzen; dringt kräftig, ihr Geister, in Eines hinein, vermehret die Strahlen vom göttlichen Schein; das lässet der Bater ihm herzlich gefallen, im Loben kann auch sein Ruhm herrlich erschallen, wenn Kinder, vor Liebe entzündet, nur lallen. 79 zen und Hände, und bittet, daß Zion er Hülfe bald sende! So kennet die Liebe nicht Anfang noch Ende. 6. Noch höhere Freude wird dort uns aufgehen, da wird vor dem Vater die Brüderschaar stehen im seligsten Feuer, im lautersten Trieb, den wirket in allen des Königes Lieb; ach drücket zusammen die HerHöchsten rathen, der Alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, soll's anders wohl gelingen, uns selber geben Rath und That. 2. Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst; er mag's mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stell' es ganz in seine Gunst. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er hat ersehen und was mir selig ist; ich nehm' es, wie er's giebet, was ihm von mir beliebet, das hab' ich willig auch erkies't. 4. Ich traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Uebel schüßt; leb' ich nach seinen Säßen, so wird mich nichts verlegen, nichts fehlen, was mir ewig müßt. 5. Gr wolle meiner Sün den in Gnaden mich entbinden, durchstreichen meine Schuld: 80 Vom christlichen Glauben und Leben. er wirt auf mein Verbrechen und bete, weicht Alles hinter nicht stracks das Urtheil spres chen, und haben noch mit mir Geduld. sich; hab' ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, was kann mir thun der Feinde und Widersacher Nott'? 2. Nun weiß und glaub' ich feste, ich rühm's auch ohne Schen, daß Gott, der Höchst und Beste, mein Freund und Vater sei, und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh', und dämpfe Sturm und Wel len, und was mir bringet Weh 3. Der Grund, da ich mich gründe, ist Christus und sein Blut; das machet, daß ich finde das ew'ge, wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd', was Christus mir gegeben, das ist der Liebe werth. 6. Leg' ich mich späte nieder, erwach' ich frühe wieder, lieg' oder zieh' ich fort, in Schwachheit und in Banden, und was mir stößt zu Handen, so tröstet mich sein süßes Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Berhängniß geh'n; kein Unfall unter allen wird mir zu harte fallen, ich will ihn freudig übersteh'n. 8. Ihm hab' ich mich ergeben zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sei heut' oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen, er weiß ja wohl die rechte Zeit. 9. Se sei nun, Seele! seine, und traue dem alleine, der dich geschaffen hat. Es gehe, wie es gehe; dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath. 4. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regieret meinen Sinn, vertreibt mir Sorg' und Schmerzen, nimmt allen Kummer hin, giebt Segen und Gedeihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das„ Abba" schreien aus aller meiner Kraft. 5. Und wenn an meinem Orte sich Furcht und Schrekten so und so frete gleich Al- er Worte, die unaussprechlich les wider mich; so oft ich ruf' sind mir zwar und meinem Mel. Herzlich thut mich verlangen. 98. Vom christlichen Glauben und Leben. Munde, Gott aber wohl be wußt, der an des Herzens Grunde erstehet seine Lust. 6. Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trost Wort zu, wie Gott dem Hülfe leiste, der bei ihm suchet Rub'; und wie er hab' erbauet ein' edle neue Stadt, da Aug' und Herze schauet, was es geglau bet hat. 8. Die Welt, die mag zerbrechen, Du steh'st mir ewiglich; kein Brennen, Hauen, Stechen soll trennen mich und Dich; kein Hunger und kein Dürsten, kein Armuth, feine Pein, fein Zorn des großen Fürsten soll mir ein' Hind'rung sein. 81 der feines soll mich lenken aus deinem Arm noch Schooß. wenn ich gleich fall und ſterbe, 99. Jadder Bein, in alMel. Es ist gewißlich an der Zeit sc. Gott für uns in 7. Da ist mein Theil und Erbe mir prächtig zugericht't, fällt doch mein Himmel nicht. Berseufz' ich auch hienieden mit Thränen meine Zeit, mein Jesus und sein Frieden durch Jüßet alles Leid. lem Kreuz und Leiden, wer kann uns da zuwider sein? Wer mag uns von ihm scheis den? Ist Gott für uns in Angst und Noth, se kann nicht Teufel, Höll' noch Tod, auch sonst kein Feind uns schaden. 2. Jst Gott für uns, so können wir verrichten große Thaten; denn er ist bei uns für und für und weiß uns wohl zu rathen; wir können Strice gesvolk mit Gott bezwingen, daß es noch mit Spott und Schanden uns muß weichen. 3. Jst Gott für uns, so kann die Macht der Stelzen nicht bestehen, sie werden alle umgebracht und müssen schnell 6 9. Kein Engel, keine Freu: den, kein Thron, kein' Herrlichkeit, kein Lieben und kein Leiden, kein Angst, kein Herzeleid; was man nur kann er denken, es sei klein oder groß, 10. Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht traus rig sein, ist voller Frend' und Singen, sieht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ; das, was mich sin gen machet, ist, was im Himmel ist. Vom chriftlichen Glauben und Leben. vergehen; wenn dieser Gott Gott gefällt, allein in einer nur will allein bei uns und Nacht gefällt ein ganzes Heer unser Helfer sein, so ist uns der Feinde. wohl geholfen. 8. Ist Gott für uns, so muß die Welt und Fleischeslust er. liegen, mit Gett man stets das Feld behält, mit Gett man muß obsiegen. Der Teufel selbst kann nicht besteh'n, er muß beschämet von uns geh'n, und kann kein Haar uns frümmen. 9. Ist Gott für uns, was kann der Grimm des Todes uns dann schrecken? Es wird ja Christi Lebensstimm' vom Tor uns auferwecken zur Himmelsfreud' und Seligkeit, da wir in alle Ewigkeit bei Gott ver bleiben sollen. 10. Drum soll uns auch zu feiner Zeit, weil Gott für uns, nichts scheiden von seiner Lieb' und Freundlichkeit; kein Kummer, Schmerz, noch Leiden, kein Krieg, kein Schwert, kein Hohn, noch Spott soll uns von unserm lieben Gott in Ewige feit nicht trennen. 82 4. Ist Gott für uns, so dür fen sich die Feind' nicht an uns wagen, er kann sie alle mächtiglich gar bald zu Boden schlagen; Gott fennet seine Kinder wohl, er weiß wohl, wann er Belfen soll den Schafen seiner Weide. 5. Ist Gott für uns, wie er denn ist bei uns aus lauter Gnaden, was kann uns dann Betrug und List, Haß, Neid und Feindschaft schaden? Gott ist so stark, daß Roß und Mann er auch mit einem Wörtlein kann gar leicht zu Boden fällen. 6. Ist Gott für uns, so fann er wohl für seine Wahrheit kämpfen, und wird wohl wissen, wie er soll, die uns verfolgen, dampfen. Er schickt es oft so wunderlich, daß die Ver: folger selber sich zu ihm bekehren müssen. 7. Ist Gott für uns, so sind zugleich die Engel uns zur Seiten, die uns in diesem Jammerreich beschüßen und beglei 100. Liebe, die du mich ten; purch sie wird, wenn es Bilde Mel. Komm, o komm, du Geift des Lebens 2c. Vom chriftlichen Glauben und Leben. 83 zu bleiben ner Gottheit erst gemacht; Lie- der Herrlichkeit; Liebe, dir er be, die du mich so milde nach geb' ich mich, dein dem Fall haft wiederbracht; ewiglich. Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 2. Liebe, die du mich erko: ren, el' als ich erschaffen war; Liebe, die du Mensch geboren und mir gleich warst ganz und gar; Liebe, dir zc. 3. Liebe, die für mich gelitten und gestorben in der Zeit; Liebe, die mir hat erstritten ew'ge Lust und Seligkeit; Liebe, dir zc. 4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort; Liebe, die sich blos ergeben mir zum Heil und Seelenhort; Liebe, dir 2c. 5. Liebe, die mich hat gebunden an ihr Joch mit Leib und Sinn; Liebe, die mich überwunden und mein Herze hat dahin; Liebe, dir zc. 6. Liebe, die mich ewig liebet, die für meine Seele bitt't; Liebe, die das Löfgeld giebet und mich kräftiglich vertritt; Liebe, dir 2c. 7. Liebe, die mich wird er wecken aus dem Grab der Sterblichkeit; Liebe, die mich wird umstecken mit dem Laub Mel. Straf mich nicht in 2c. 101. Mache dich, mein Geist, wache, fleh' und bete, daß dich nicht die böse Zeit unverhofft betrete; denn es ist Satans List über viele Frommen zur Versuchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf von dem Sündenschlafe; denn es folget sonst darauf eine lange Strafe; und die Noth sammit dem Tod möchte dich in Sün. den unvermuthet finden. 3. Wache auf, sonst kann dich nicht unser Herr erleuchten. Wache, sonsten wird dein Licht dir noch ferne deuchten; denn Gott will für die Füll' seiner Gnadengaben offne Augen haben. 4. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge, oder, wenn sie sich verstellt, wieder an sich bringe; wach' und sich, damit nie viel von falschen Brüdern unter deinen Gliedern. 5. Wache dazu auch für dich, für dein Fleisch und Herze, das 6* 84 mit es nicht freventlich Got tes Gnad' verscherze; denn es ist voller List, und kann sich bald heucheln und in Hoffahrt schmeicheln. Vom christlichen Glauben und Leben. 6. Bete aber auch dabei mitten in dem Wachen, denn der Herr, der muß dich frei von dem Allen machen, was dich drückt und bestrickt, daß du schläfrig bleibest und sein Werk nicht treibest. 7. Ja, er will gebeten sein, wenn er was soll geben; er verlanget unser Schrei'n, wenn wir wollen leben, und durch hn unsern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Sünden kräftig überwinden. 8. Drum, so laßt uns immerdar wachen, fleh'n und be ten, weil die Angst, Noth und Gefahr immer näher treten; denn die Zeit ist nicht weit, da uns Gott wird richten und die Welt vernichten. Gr ist meines Lebens Licht; meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesum laß ich ewig nicht, weil ich soll auf Erden leben. Ihm hab' ich voll Zuversicht, was ich bin und hab', ergeben. Alles ist auf ihn gericht't; meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Ges sicht, Hören, Schmecken, Fühlen weichen, laß das letzte Tageslicht mich auf dieser Welt erreichen. Wenn der Lebensfaden bricht; meinen Jefum laß ich nicht. 4. Ich werd' ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, wo vor seinem Angesicht aller Frommen Glaube pranget. Mich erfreut sein Angeficht; meinen Jesum laß ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meine Seele wünscht und stöhnet, Jefum sucht sie und sein Licht, der mich hat mit Gott versöhnet. Der mich freiet vom Gericht; meinen Zesum laß ich nicht. 6. ich nicht von In eigner Melodie. 102. Min ich nicht, mir, geb' ihm ewig an der einen laß weil er sich für mich gegeben, so erfordert meine Pflicht, als ein Glied an ihm zu kleben. Seiten; Christus läßt mich für und für zu dem Lebensbächlein leiten. Selig, der mit mir Vom christlichen Glauben und Leben. 85 von Schuld und Pein erlöst, da es so reich geflossen! In eigner Melodie. 4. Ich fall' in Deine Gnadenhände und bitte mit dem Glaubenskuß: gerechter Kö 103. Mein Jesu, dem nig, wende, wende die Gnade die Seraphi- zu nen im Glanz der höchsten Majestät selbst mit bedecktem Antlig dienen, wenn Dein Befehl an sie ergeht: wie sollten blöde Fleischesaugen, die der verhaßten Sünden Nacht mit ihrem Schatten trüb' gemacht, Dein helles Licht zu schauen taugen! der Herzensbuß, ich bin gerecht durch Deine Wunden, nichts Sträfliches ist mehr an mir; bin aber ich versöhnt mit Dir, so bleib' ich auch mit Dir verbunden. so spricht: meinen Jesum laß ich nicht. 2. Doch gönne meinen Glaus bensblicken den Eingang in Dein Heiligthum, und laß mich Deine Gnad' erquicken zu meinem Heil und Deinem Ruhm! Schau' an, o König, meine Seele, die sich in Demuth vor Dir beugt und sich in Liebe zu Dir neigt; sprich: ja, Du bist's, die ich erwähle! 3. Sei gnädig, Jesu, voller Güte dem Herzen, das nach Gnade lechzt; hör', wie die Zung' in dem Gemüthe ,, Gott sei mir Armen gnädig" ächzt! Ich weiß, Du kannst mich nicht verstoßen; wie könntest Du ungnädig sein mir, den Dein Blut 5. Ach, laß mich Deine Weisheit leiten und nimm ihr Licht nicht von mir weg. Stell' deine Gnade mir zur Seiten, daß ich den Dir beliebten Steg beständig bis ans Ende wandle, damit ich auch zu dieser Zeit in Lieb' und Herzens- Freundlichkeit nach Deinem Wort und Willen handle. 6. Reich mir die Waffen aus der Höhe und stärke mich durch Deine Macht, daß ich im Glauben sieg' und stehe, wenn Stärk und List der Feinde wacht; so wird Dein Guadenreich auf Erden, das uns zu Deiner Ehre führt, und endlich gar mit Kronen ziert, auch in mir ausgebreitet werden. 7. Ja, ja mein Herz will Dich umfassen, erwähl' es, 86 Bom chriftlichen Glauben und Leben. Herr, zu Deinem Thron! Haft Weg, ich weise wohl, wie man Du aus Liebe einst verlassen wahrhaftig wandeln soll. des Himmels Pracht und Deine 3. Mein Herz ist voll DeKron', so würd'ge auch mein müthigkeit, voll Liebe mein Herz, o Leben, und laß es Dei Gemüthe. Mein Mund, der nen Himmel sein, bis Du, fleußt zu jeder Zeit von Sanftwenn dieser Bau fällt ein, muth und von Güte. Mein mich wirst in Deinen Himmel| Geist und Wille, Kraft und beben. Sinn ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 8. Ich steig' hinauf zu Dir im Glauben, steig Du in Lieb herab zu mir, laß nichts mir diese Freude rauben, erfülle mich nur ganz mit Dir. Ich will Dich fürchten, lieben, ehren, so lang' in mir das Herz sich regt, und wenn dasselb auch nicht mehr schlägt, so soll doch noch die Liebe währen. Mel. Mach's mit mir 2c. 104. Mir nach, spricht Christus, un ser Held, mir nach, ihr Christen alle, verleugnet euch, ver laßt die Welt, folgt meinem Ruf und Schalle; nehmt euer Kreuz und Ungemach auf euch, folgt meinem Wandel nach! 2. Ich bin das Licht, ich leucht' euch für mit heil'gem Tu gendleben. Wer zu mir kommt und folget mir, darf nicht im Finstern schweben. Ich bin der Ich zeig' euch das, was schädlich ist, zu flichen und zu meiden, und euer Herz von arger List zu rein'gen und zu scheiden. Ich bin der Seelen. Fels und Hort und führ euch zu der Himmelspfort. 5. Fällt's euch zu schwer, ich geh' voran, ich steh' euch an der Seite, ich kämpfe selbst und brech' die Bahn, bin alles in dem Streite. Ein Kriegsmann darf nicht stille steh'n, sieht er voran den Feldherrn geh'n. 6. Sein Leben, wer's zu finden meint, wird es ohn' mich verlieren; wer's in mir zu verlieren scheint, wird es in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht werth und meiner Zier. 7. So laßt uns denn dem Vom christlichen Glauben und Leben. 87 lieben Herrn mit Leib und Seel' fangen sind geacht't, und des nachgehen, und wohlgemuth, Kreuzes Niedrigkeiten an uns getrost und gern bei ihm im schnöde sind verlacht. Leiden stehen; denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron' des ew'gen Lebens nicht da4. Schau doch aber unsre Ketten, da wir mit der Creatur seufzen, ringen, schreien, beten: mach uns frei von der, Natur, von dem Dienst der Eitelkeiten, der uns an sich von. hält gebannt, ungeacht't der in sten zugewandt. 5. Ach, erheb' die matten Kräfte, sich einmal zu reißen los, und durch alle Weltgeschäfte durchzubrechen frei und blos. Weg mit Menschenfurcht und Zagen! weich', Vernunftss Bedenklichkeit! fort mit Scheu vor Schmach und Plagen! fort, des Fleisches Zärtlichkeit! 6. Herr, zermalm', zerbrich, zerschlage selbst die stetten um mich her, daß ich länger nicht sie trage wider Deines Namens Ehr'! Heb' uns aus dem Staub der Sünden, wirf die Schlangenbrut binans, laß uns wahre Freiheit finden in dem ew'gen Baterhaus! Mel. Alle Menschen müssen 2c. 105. Durchbrecher der Du immer bei uns bist, der da Schaden, Spott und Schande uns mit Himmelslust versüßt; strafe ferner an den Deinen den verhaßten AdamsSinn, bis Dein iges Er: scheinen uns führt aus dem Kerker hin. 2. Ist's doch Deines Vaters Wille, daß Du endest dieses Werk; hierzu wohnt in Dir die Fülle aller Weisheit, Lieb' und Stärk, daß Du nichts von dem verlierest, was er Dir geschenket hat, und es aus dem Treiben führest zu der süßen Ruhe- Statt. 3. Ach, so mußt Du uns vollenden, willst und kannst ja anders nicht, denn wir sind in Deinen Händen, auf uns ist Dein Herz gericht't; ob wir gleich vor allen Leuten als ge- so thue noch vor uns'rer Ab7. Wir verlangen keine Nuhe für das Fleisch in Ewige keit; wie Du's nöthig fine'st, Vom christlichen Glauben und Leben. schierszeit; aber unser Geist, 11. Liebe, zeuch uns in Dein der bindet Dich im Glauben, Sterben, laß mit Dir gefreuläßt Dich nicht, bis er die Erzigt sein, was Dein Reich nicht lösung findet, die Dein Name kann ererben, führ ins Parauns verspricht. dies uns ein! Doch wohlan! Du wirst nicht säumen, wo wir nur nicht lässig sein; werden wir doch als wie träumen, wenn die Freiheit bricht herein. 201 88 8 Herrscher, berrsche; Sie ger, siege; König, brauch Dein Regiment; führe Deines Reiches Kriege, mach' der Sclaverei ein End! Führe aus der Grub die Seelen durch des neuen Bundes Blut; laj In eigner Melodie. uns länger nicht mehr quälen, 106. Gwigkeit, du denn Du meinst's ja mit uns gut! o Schwert, das durch die Seele 9. Hatten wir auch selbst er bohrt! o Anfang ohne Ende, Foren Fleisches Lust und Herre Ewigkeit, Zeit ebne Zeit! lichkeit, gieb uns dennoch nicht verloren in den Tod der( itel feit! Ach, die Last treibt uns zu rufen, Alle flehen wir Dich an: zeig' uns nur die ersten Stufen der gebroch'nen Freibeitsbahn! Ich weiß vor großer Traurigfeit nicht, wo ich mich binwende. Mein ganz erschrocknes Herz erbebt, daß mir die Zung' am Gaumen flebt. 2. Kein Unglück ist in aller Welt, das endlich mit der Zeit nicht fällt und ganz wird auf gehoben. Die Ewigkeit bat nur kein Ziel, sie treibet fort und fort ihr Spiel, lägt nimmer ab zu toben; ja, wie der Heiland selber spricht: aus ihr ist kein' Erlösung nicht. 3. Ach Gott! wie bist Du so gerecht, wie strasst Du einen böfen Knecht so hart im Pfuhl 10. Ach, wie theu'r sind wir erworben, nicht der Menschen Knecht zu sein; drum, so wahr Du bist gestorben, mußt Du uns auch machen rein, rein und frei und ganz vollkommen, nach dem besten Bild gebild't; der hat Gnad' um Gnad' genommen, wer aus Deiner Füll' sich füßt. Vom christlichen Glauben und Lebent. der Schmerzen. Auf kurze Sünden dieser Welt, hast Du so lange Pein bestellt. Ach! nimm es wohl zu Herzen, betracht es wohl, o MenschenIn eigner Melodie. kind: kurz ist die Zeit, der Tod 107. O Gott, Du fromgeschwind. mer Gott! Du Brunnquell aller Gaben! ohn' den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben; gefunden Leib gieb mir, und daß in selchem Leib ein' unverletzte Seel und rein Gewissen bleib'. 2. Gieb, daß ich thu' mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu' mich Dein Befehl in meinem Stande führet; gieb, daß ich's thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ich's thu', so gieb, daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnüßlich Wort aus meinem Munde gehen; und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gieb den Wor ten Kraft und Nachdruck ohn' Berdruß. 4. Find't sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen, gieb einen Heldenmuth, das Kreuz hilf selber tragen; gieb, daß ich meinen Feind mit Sanftmuth überwind', und 4. So lang ein Gott im Himmel lebt, und über alle Wolken schwebt, wird solche Marter währen; es wird sie plagen Kält' und Hig', Angst, Hunger, Schrecken, Feu'r und Bliß, und sie doch nicht vers zehren; dann wird sich enden diese Bein, wenn Gott nicht mehr wird ewig sein 89 wenn es Dir gefällt, Herr Jesu in Dein Freudenzelt. 5. Wach' auf, o Mensch, vom Sündenschlaf, ermuntre dich, verlornes Schaf, und beff're bald dein Leben. Wach' auf, denn es ist hohe Zeit, es kommt hernach die Ewigkeit, dir deinen Lohn zu geben. Vielleicht ist heut der letzte Tag; wer weiß noch, wie man sterben mag. 6. Ewigkeit, du Donnerwort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang ohne Ende. Ewigkeit, Zeit ohne Zeit! Ich weiß vor gro: Ber Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende; nimm Du mich, 90 Vom christlichen Glauben und Leben. wenn ich Nath bedarf, auch Mel. Wie schön leucht't uns 2c. guten Rath erfind'. 108. Jeju, Jeju, 5. Laß mich mit Jedermann in Fried' und Freundschaft leben, so weit es christlich ist. Willst Du mir etwas geben an Reichthum, Gut und Geld, so gieb auch dies dabei, daß von unrechtem Gut nichts unter menget fei. Gottes Sohn! mein Heiland und mein Gnadenthron, mein Schaß, mein' Freud' und Wonne! Du weißt es, daß ich rede wahr, vor Dir ist alles sonnenklar, und klarer als die Sonne. Herzlich lieb ich mit Gefallen Dich vor Allen; nichts auf Erden kann und mag mir lieber werden. 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch ins Alter dringen: so gieb Geduld; vor Sünd' und Schanden mich bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End' auf Christi Tod abscheiden, die Seele nimm zu Dir hinauf zu Deinen Freuden; dem Leib ein Räumlein gönn' bei frommer Christen Grab, auf daß er seine Ruh an ihrer Seiten hab'. 8. Wenn Du die Todten wirst an jenem Tag erwecken, so thu' auch Deine Hand zu meinem Grab ausstrecken. Laß hören Deine Stimm', und meinen Leib weck' auf, und führ ihn schön verklärt zum auserwählten Hauf. 2. Dies ist mein Schmerz, dies kränket mich, daß ich nicht g'nug kann lieben Dich, wie ich Dich lieben wollte. Ich werd' von Tag zu Tag ents zünd't, je mehr ich lieb', je mehr ich find', daß ich Dich lieben sollte. Von Dir laß mir Deine Güte ins Gemüthe lieblich fließen, so wird sich die Lieb' ergießen. 3. Durch Deine Kraft treff ich das Ziel, daß ich, so viel ich soll und will, dich all'zeit lieben könne. Nichts auf der ganzen weiten Welt, Pracht, Ehre, Freude, Gut und Geld, wenn ich es recht besiune, kanu mich ohn' Dich g'nugsam laben; ich muß haben reine Liebe, die tröst't, wenn ich mich betrübe. Vom chriftlichen Glauben und Leben. 4. Denn wer Dich liebt, den liebest Du, schafft seinem Herzen Fried' und Ruh, erfreuest sein Gewissen. Es geh' ihm wie es woll' auf Erd', wenn ihn gleich ganz das Kreuz verzehrt, soll er doch Dein genieBen. Ewig, ewig nach dem Leide große Freude wird er finden; alles Trauern muß verschwinden. 5. Kein Ohr es jemals hat gehört, kein Mensch gesehen, auch gelehrt, es läßt sich nicht beschreiben, was denen dort für Herrlichkeit bei Dir und von Dir ist bereit't, die in der Liebe bleiben. Gründlich läßt sich nicht erreichen, noch vergleichen den Weltschäßen das, was uns dort wird ergößzen. 6. Drum laß ich billig dies allein, o Jesu, meine Freude sein, daß ich Dich herzlich liebe; daß ich in dem, was Dir gefällt und mir Dein klares Wort vermeld't, aus Liebe mich stets übe; bis ich endlich werd' abscheiden, und mit Freuden zu Dir kommen, aller Trübsal ganz entnommen. 7. Da werd' ich Deine Freundlichkeit, die schon auf Erden mich erfreut, in reiner 91 Liebe schmecken, und seh'n Dein liebreich Angesicht mit unverwandtem Augenlicht ohn' alle Furcht und Schrecken. Reichlich werd' ich sein erquicket und geschmücket vor dem Throne mit der schönen Himmelskrone. In eigner Melodie. 109.wie selig feid ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen; ihr seid entgangen aller Noth, die uns noch hält gefangen. 2. Muß man doch hier wie im Kerker leben, da mur Sorge, Furcht und Schrecken schweben; was wir hie kennen, ist nur Müh' und Herzeleid zu nennen. 3. Ihr hingegen ruht in enrer Kammer sicher und befreit von allem Jammer; kein Kreuz und Leiden ist euch hinderlich in euren Freuden. 4. Christus wischet ab all' eure Thränen, habt das schon, wonach wir uns erst sehnen; euch wird gesungen, was durch keines Ohr allhie gedrungen. 5. Ach, wer wollte denn nicht gerne sterben und den Himmel für die Welt ererben? Som chriftlichen Glauben und Leben. 92 Wer wollt' hie bleiben, sich den Jammer länger lassen treiben? 6. Komm', o Christe, komm' uns auszuspannen, lös uns auf und führ' uns bald von dan nen! Bei Dir, o Sonne, ist frommen Seelen Freud' und Wonne. dich nun ziehet und befehrt, daß dein Geist sich recht entlade von der Laft, die ihn beschwert. 2. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, dring' hinein in Gottes Reich; will der Satan widerstreben, werde weder matt noch weich. In eigner Melodie. 110. Ringe recht, wenn zu gut. Gnade 3. Ringe, daß dein Eifer glühe, und die erste Liebe dich von der ganzen Welt abziehe; halbe Liebe hält nicht Stich. 4. Ringe mit Gebet und Schreien, halte damit feurig an; laß dich keine Zeit gereuen, wär's auch Tag und Nacht gethan. Leibeshöhle schwebst du täg lich in Gefahr. 5. Nimm mit Furcht ja deiner Seele, deines Heils mit Bittern wahr; hier in dieser 6. Wahre Treu führt mit der Sünde bis ins Grab be ständig Krieg, richtet sich nach keinem Winde, sucht in jedem Kampf den Sieg. 7. Wahre Treu liebt Christi Wege, steht beherzt auf ihrer Hut, weiß von keiner Wollustpflege, hält sich selber nichts 8. Wahre Treu kommt dem Getümmel dieser Welt niemals zu nah; ist ihr Schatz doch in dem Himmel, so ist auch ihr Herz allda. 9. Dies bedenket wohl, ihr Streiter, streitet recht und haltet euch; geht doch alle Tage weiter, bis ihr kommt ins Himmelreich. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele 2c. 111. Shaffet, ſchaffet schaffet eure Seligkeit; bauet nicht wie freche Sünder, nur auf gegenwärt'ge Zeit: son dern schauet über euch, ringet nach dem Himmelreich, und bemühet euch auf Erden, wie ihr möget selig werden. 93 die Krone beigelegt zum Gnadenlohne. 2. Daß nun dieses mög' geschehen, müßt ihr nicht nach Fleisch und Blut und desselben Neigung gehen; sondern was Gott will und thut, das muß einzig und allein eures Lebens Richtschnur sein; es mag Fleisch und Blut, in Allem übel oder wohl gefallen. 6. Mit der Welt sich luftig machen, hat bei Christen keine Statt; fleischlich reden, thun und lachen schwächt den Geit und macht ihn matt; ach, bei Christi Krenzesfahn' geht es wahrlich niemals an, daß man 3. Ihr habt Ursach zu be- noch mit frechem Herzen sicher kennen, daß in euch noch Sün- wolle thun und scherzen. de steckt, daß ihr Fleisch vom Fleisch zu nennen, daß euch lauter Elend deckt, und daß Gottes Gnadenkraft nur allein das Gute schafft; ja daß außer seiner Gnade in cuch nichts, denn Seelenschade. 7. Furcht muß man zu Gott stets tragen, denn er kann mit Leib und Seel' uns zur Höl len niederschlagen; er ist, der des Geistes Del, und, nachdem es ihm beliebt, Wollen und Bollbringen giebt. O, so laßt zu ihm uns gehen, ihn um Guade anzuflehen. 8. Und dann schlagt die Sündenglieder, welche Adam in euch regt, in den Kreuzestod danieder, bis ihm seine Macht gelegt; was euch ärgert, bauet ab, was euch hindert, senkt ins Grab; denket stets an Christi Worte: Gehet durch die enge Pforte! Vom christlichen Glauben und Leben. 4. Selig, wer im Glauben kämpfet, selig, wer im Kampf besteht, und die Sünden in sich dämpfet, selig, wer die Welt verschmäht! Unter Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach. Wer den Himmel will ererben, muß zuvor mit Christo sterben. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, sondern träg und lässig sein, eure Neigung zu bezwin- 9. Zittern will ich vor der gen, so bricht eure Hoffnung Sünde und dabei auf Jesum ein; ohne tapfern Streit und seh'n, bis ich seinen Beistand Krieg folget niemals rechter finde, in der Gnade zu beSieg; wahren Siegern wird steh'n; ach, mein Heiland, geh 94 doch nicht mit mir Armen ins Gericht! Gieb mir Deines Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen. 10. Amen, es geschehe! Amen! Gott versieg'le dies in mir, auf daß ich in Jesu Namen so den Glaubenskampf ausführ'. Er, er gebe Kraft und Stärk', und regiere selbst das Werk, daß ich wache, bete, ringe und also zum Himmel bringe. Vom chriftlichen Glauben und Leben. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, laß ihn sich zu Gott aufschwingen, richt ihn stets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad' eindringen. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. Mel. Jesus meine Zuversicht 2c. nicht. 112. Geele, was ermüd'st du dich in den Dingen dieser Erden, die doch bald verzehren sich, die doch all' zu nichte werden? Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 3. Du verlangst oft süße Ruh', dein betrübtes Herz zu laben, eil' zum Lebensquell hinzu, da kannst du sie reichlich haben. Suche Jesum und 4. Fliehe die unsel'ge Bein, die das finst're Reich gebieret, laß nur den dein Labsal sein, der zur Glaubensfreude führet. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 5. Weißt du nicht, daß diese Welt ein ganz andres Wesen heget, als dem Höchsten wohlgefällt, und dein Ursprung in sich träget? Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir 6. Du bist ja ein Hauch aus Gott und aus seinem Geist ge boren, bist erlöst durch Christi Tod und zu seinem Reich erforen. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 7. Nahe dich dem lautern Strom, der vom Thron des Lammes fließet, und auf die, so feusch und fromm, sich in reichem Maaß ergießet. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 8. Laß dir seine Majestät immerdar vor Augen schwe ben, laß mit brünstigem Ge bet sich dein Herz zu ihm erheben. Suche Jesum und sein Vom christlichen Glauben und Leben 95 4. Wahr ist's, Gott ist zwar stets bereit dem Sünder mit 9. Sei im Uebrigen ganz Barmherzigkeit, doch wer auf still, du wirst schon zum Ziel Gnade fündigt hin, fährt fort gelangen, glaube, daß sein Lie- in seinem bösen Sinn, und seibeswill' stillen werde dein Verner Seele selbst nicht schont, langen. D'rum such' Jesum der wird mit Ungnad' abgeund sein Licht; alles Andre lohnt. hilft dir nicht. 5. Gnad' hat dir zugesaget Gott von wegen Christi Blut und Tod; doch sagen hat er nicht gewollt, ob du bis morgen leben sollt; daß du mußt sterben, ist dir kund, verborgen ist die Todesstund'. Licht; alles Andre hilft dir nicht. Mel. Vater unser im Himmelreich. 113. G o wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod, vielmehr ist dies mein Wunsch und Will', daß er von Sünden halte still, von seiner Bosheit fehre sich und lebe mit mir ewiglich. 2. Dies Wort bedenk', o Menschenkind, verzweifle nicht| in deiner Sünd'! Hier findest du Trost, Heil und Gnad', die Gott dir zugesaget hat, und zwar durch einen theuern Gid. O selig! dem sein Sünd' ist leid. 6. Heut lebst du, heut bekehre dich, eh' morgen kommt, kann's ändern sich; wer heut ist frisch, gesund und roth, ist morgen krank, ja, wohl gar todt. So du nun stirbest ohne Buß', dein Leib und Seel' dort brennen muß. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf Du mir, daß ich jetzt komme bald zu Dir und Buße thu' den Augenblick, eh' mich der schnelle Tod hinrück'; auf daß ich heut und jederzeit zu meiner Heimfahrt sei bereit. 3. Doch hüte dich vor Sicherheit, denk nicht: es hat noch gute Zeit, ich will erst fröhlich sein auf Erd', und wenn ich le alsdann will ich befehren mich, Gott wird 114. Swi, ein ans Mel. Es ist das Heil uns ac. ( uch', wer da wohl mein erbarmen sich. 96 Vom christlichen Glauben und Leben. der Ziel, die Seligkeit zu fin-| Kreuz nicht zagen, weich' nicht den; mein Herz allein bedacht von mir, mein' höchste Zier, soll sein, auf Christum sich zu hilf mir mein Leiden tragen! gründen. Sein Wort ist wahr, Hilf mir zur Freud' nach diesein' Werk' sind klar, sein heilger sem Leid, hilf, daß ich mag Mund hat Kraft und Grund, nach dieser Klag' Dir ewig all' Feind' zu überwinden. dort lobsagen! 2. Such', wer da will, Nothhelfer viel, die uns doch nichts Mel. Sollt' ich meinen Gott zc. erwerben; hier ist der Mann, 115. Unter allen großen nie der helfen kann, bei dem was verdorben! Uns wird das Heil durch ihn zu Theil, uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. 3. Ach, sucht doch den, laßt Alles stehn, die ihr das Heil begehret; er ist der Herr und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all' Stund' von Herzensgrund, sucht ihn allein, denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich liebet. die Christus zugetheilt, ist die Lieb in den Gemüthern Himmelsbalsam, der sie heilt; ist ein Stern, der herrlich strahlet, und ein Kleinod, dessen Preis Niemand auszusprechen weiß, weil kein Gold es je bezahlet; ist die Macht, die Jedermann zwingen und besel'gen kann. 2. Liebe kann uns Alles gebea,' was auf ewig nützt und ziert, ist der Seele höchstes Leben, das zu Gott uns aufwärts führt; Menschen- oder Engelzungen, wo sich keine Liebe find't, wie beredt sie sonst auch sind, sind noch nie ins Herz gedrungen, sind ein flüchtiger Gesang, sind ein Erz- und Schellenklang 4. Mein' Herzensfren', mein' Freudensonn' sollst Du, Herr Jesu, bleiben; laß mich doch nicht von Deinem Licht durch Gitelkeit vertreiben; bleib Du mein Preis, Dein Wort mich speis', bleib Du mein' Ehr, Dein Wort mich lehr', an Dich stets fest zu glauben! 5. Wend' von mir nicht Dein Angesicht, laß mich im 3. Was ich von der Weisheit höre und von tiefer Wis senschaft, von geheimnißvoller Bom chriftlichen Glauben und Leben. 97 Lehre und des Glaubens Wun- mich kräftig witerstreben allem, derkraft, mächtig, Berge zu was nicht gut es meint mit verseßen; was sich sonst in uns dem Freunde, mit dem Feind, verklärt, das verlieret seinen und mich reizt, nur mir zu leWerth; alles wird für nichts ben. Geist der Liebe, lenke hin geschäßzet, wenn sich nicht da- zu der Liebe meinen Sinn! bei der Geist, der die Liebe wirft, erweist. In eigner Meledie. 4. Gab ich alle meine Habe 116. Ron Gott will ich nicht lassen, denn auch den Armen freudig bin, opfert' ich mich selbst dem Grabe, meinem Nächsten zum Ge winn; ließ ich meinen Leib gleich brennen, und ertrüge je den Schmerz: ist von Liebe leer mein Herz, würd' es mir nichts nüßen können. Nur der Liebe reine That ist der wahren Freude Saat. er läßt nicht von mir, führt mich auf rechter Straßen, da ich ging in der Irr'. Er reicht mir seine Hand; den Abend und den Morgen thut er mich wohl versorgen, wo ich auch sei im Land. 2. Auf ihn will ich vertrauen in meiner schweren Zeit, auf 5. Glaube, Hoffnung, Liebe seine Hülfe bauen; er wendet leiten uns nicht nur im Pilger alles Leid, ihm sei es heimgestand, ihre Kraft wird uns bestellt; mein Leib, mein' Seel', gleiten in das wahre Baterland. mein Leben sei Gott, dem Ja, es strecken ihre Grenzen sich bis in die Ewigkeit, und doch wird die Liebe weit über Glaub' und Hoffnung glänzen. Glaub' und Hoffnung bleiben hier, Liebe währet für und für. 6. D, Du Geist der reinen Liebe, Segensquell' in Freud' und Schmerz. Laß mich spüren Deine Triebe, komm und sent' Dich in mein Herz; laß Herrn, ergeben; er mach's, wie's ihm gefällt. 3. 68 kann ihm nichts gefallen, denn was mir nüßlich ist; gut meint er's mit uns Allen, schenkt uns den Herren Christ, den eingebor'nen Sohn. Durch ihn er uns bescheeret, was Leib und Seel' ernähret; lobt ihn im Himmelsthron! 4. Lobt ihn mit Herz und 7 Vom christlichen Glauben und Leben. 98 Munde, ihn, der uns beides schenkt; das ist ein' sel'ge Stunde, darin man sein gedenkt. Verlor'n ist alle Zeit, ohn' ihn vollbracht auf Erden; wir sol len selig werden und bleib'n in Ewigkeit. 5. Darum, ob ich schon dulde hie Widerwärtigkeit, wie ich's auch wohl verschulde; kommt doch die Ewigkeit, ist aller Freuden voll, die, weil ich Christum kenne und meinen Herrn ihn nenne, mir wider fahren soll. 6. Das ist des Vaters Wille, der uns erschaffen hat; aus seines Sohnes Fülle wir nehmen Gnad' um Gnad'; auch Gott der heil ge Geist im Glauben uns regieret, zum Reich des Himmels führet. Ihm sei Lob, Ehr' und Preis! Mel Wachet auf, ruft uns die Stimme 2c. 117. Wachet auf vom Schlaf, ihr Sünder; erwacht, denn euch, o Menschenkinder, erwarten Ted und Ewigkeit. Lohn und Strafe, Tod und Leben, hat Gott in eure Hand gegeben, erwacht! Noch ist's zur Bess': rung Zeit. Gerecht, gerecht ist Gott! Er hört der Frevler Spott. Frevler zittert, wißt, was er spricht, gereut ihn nicht, er kommt gewiß und hält Gericht. 2. Sünder werden augstvoll zagen, sich vor dem Nichter selbst verklagen und bebend steh'n vor seinem Thron. Jauchzet, jauchzt, ihr seine From men, er wird zu eurem Heile kommen. Bald kommt er und mit ihm sein Lohn. Euch schrekfet kein Gericht; der Herr verwirft euch nicht. Euer Mittler hat euch versöhnt, mit Gett versöhnt, wer überwindet wird gekrönt. 3. Seid bereit ihn mit Verlangen, mit reinem Herzen zu empfangen; denn plößlich bricht sein Tag herein. Und der Richter wird vom Bösen, sein Volk, die Frommen, ganz er lösen von Sünd' und Tode sie befrein, dann ist vollkommnes Heil in Ewigkeit ihr Theil. Jauchzt ihr Fromnien, seid stets bereit! Bald kommt die Zeit; sie kommt, mit ihr die Ewigkeit Vom christlichen Glauben und Leben. In eigner Melodie. as Gott thut, das ist wohl gethan, es bleibt gerecht sein Wille; wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm balten stille. Er ist mein Gott, der in der Noth mich wohl weiß zu erhalten; drum laß ich ihn nur walten. 118. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er wird mich nicht betrügen; er führet mich auf rechter Bahn, so laß ich mich begnügen an seiner Huld und hab' Geduld; er wird mein Unglück wenden, es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er wird mich wohl bedenken; er, als ein Arzt und Wundermann, wird mir nicht Gift einschenken für Arzenei; Gott ist getreu; drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ich will mich ihm ergeben in Freud' und Leid, es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 99 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken; weil doch zuletzt ich werd' ergötzt mit süßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan, dabei will ich verbleiben; es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich ganz väterlich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. In eigner Melodie. 119. Was mein Gott will, allzeit, sein Will' der ist der beste, zu helfen all'n er ist be reit, die an ihn glauben feste; er hilft aus Noth, der fromme Gott, und züchtiget mit Maaßen. Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, den will er nicht verlassen. 2. Gott ist mein Trost, mein' Zuversicht, mein' Hoffnung und mein Leben; was mein Gott will, daß mir geschicht, will ich nicht widerstreben. Sein Wort ist wahr, denn all mein Haar 7* 100 er selber hat gezählet; er hüt't und wacht, stets für uns tracht't, auf daß uns ja nichts fehlet. Vom chriftlichen Glauben und Leben. 3. Drum muß ich Sünd'r von dieser Welt hinfahr'n in Gottes Willen zu meinem Gott; wenn's ihm gefällt, will ich ihm halten stille. Mein' arme Seel' ich Gott befehl in meiner letzten Stunden. D frommer Gott! Sünd', Höll' und Tod hast Du mir überwunden. 4. Noch eins, Herr! will ih bitten Dich, Du wirst mir's nicht versagen; wenn mich der böse Geist anficht, laß mich, Herr, nicht verzagen. Hilf, steu'r und wehr', ach Gott, mein Herr, zu Ehren Deinem Namen. Wer das begehrt, dem wird's gewährt, drauf sprech ich fröhlich: Amen. Mel. Seelenbräutigam zc. 120. Wer er ist wohl, wie Du, Jesu, süße Ruh'? Unter vielen auserkoren, Leben derer, die verloren, und ihr Licht dazu; Jesu, süße Nuh'! 2. Leben, das den Tod, mich aus aller Noth zu erlösen, hat geschmecket, meine Schulden zugedecket, und mich aus der Noth hat geführt zu Gott. 3. Glanz der Herrlichkeit! Du bist vor der Zeit zum Erlö ser uns geschenket und in unser Fleisch versenket in der Füll' der Zeit; Glanz der Herrlichkeit! 4. Großer Siegesbeld! Ted, Sünd', Höll' und Welt hast Du mächtig überwunden und ein ew'ges Heil erfunden durch das Lösegeld Deines Bluts, e Held! 5. Höchste Majestät, König und Prophet! Deinen Scepter will ich küssen, ich will sizzer Dir zu Füßen, wie Maria that. Höchste Majestät! 6. Laß mich Deinen Ruhm, als Dein Eigenthum, durch des Geistes Licht erkennen, stets in Deiner Liebe brennen, als Dein Eigenthum. Allerhöchster Ruhm! 7. Deiner Sanftmuth Schild, Deiner Demuth Bild mir anlege, in mich präge, daß kein Zorn, noch Stolz sich rege; vor Dir sonst nichts gilt, als Dein eigen Bild. 8. Steure meinem Sinn, der zur Welt will hin, daß ich nicht mög' von Dir wanken, sondern bleibe in den Schran Vom christlichen Glauben und Leben. fen; sei Du mein Gewinn, gieb mir Deinen Sinn. 9. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unverrückt zu Dir fortseßze, und mich nicht in seinem Neße Satan halte auf; förd're meinen Lauf. 10. Deines Geistes Trieb in die Seele gieb, daß ich wachen mög' und beten, freudig vor Dein Antlig treten; ungefärbte Lieb' in die Seele gieb. in 11. Wenn der Wellen Macht der trüben Nacht will des Herzens Schifflein decken, well'st Du Deine Hand ausstrecken; habe auf mich Acht, Hüter in der Nacht. 12. Einen Heldenmuth, der da Gut und Blut gern um Dei netwillen lasse und des Fleisches Lüste hasse, gieb mir, höchtes Gut, durch Dein theures Blut. 13. Soll's zum Sterben gehn, woll'st Du bei mir stehn, mich durch's Todesthal begleiten und zur Herrlichkeit berei ten, daß ich einst mag sehn mich zur Rechten stehn. In eigner Melodie. 121. W 101 walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderlich erhalten in allem Kreuz und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traxt, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? was hilft uns unser„ Beh" und, Ach?" was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Utngemach? wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. er nur den lieben Gott läßt 3. Man halte nur ein wenig stille und sei dech in sich selbst vergnügt, wie unser's Gottes Gnaden Wille, wie sein' Allwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß auch gar wohl, was uns fehlt. 4. Gr kennt die rechten Freuden- Stunden, er weiß wohl, wann es nüßlich sei; wenn er uns nur hat tren erfunden und merket keine Heuchelei: ſo kommt Gott, eh' wir's uns verseh'n, und lässet uns viel Guts gescheh'n. 5. Denk nicht in deiner Drangsals- Hipe, daß du von Gott verlassen sei'st, und daß Gott der im Schooße sige, der 102 Vom christlichen Glauben und Leben. sich mit stetem Glücke speis't; in steter Tod'sgefahr. Mein die Folgezeit verändert viel, Gott, ich bitt' durch Chriſti und seget Jeglichem sein Ziel. Blut: mach's nur mit meinem Ende gut. 6. Es sind ja Gott sehr schlechte Sachen und ist dem Höchsten Alles gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich; Gott ist der rechte Wundermann, der bald erhöh'n, bald stürzen kann. 3. Herr, lehr' mich stets mein End' bedenken, und wenn ich einstens sterben muß, die Seel in Jesu Wunden senken und ja nicht sparen meine Buß. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut: mach's nur mit meinem Ende gut. 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, daß, ich bereit sei für und für und sage stets in allen Fällen: Herr, wie Du willst, so schick's mit mir. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut: mach's nur mit meinem Ende gut. 7. Sing', bet' und geh' auf Gettes Wegen, verricht' das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu; denn welcher seine Zuversicht auf Gett setzt, den verläßt er nicht. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 122. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende? Hingeht die Zeit, herkommt der Tod. Ach, wie geschwinde und behende kann kommen meine Todesnoth! Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut: mach's nur mit meinem Ende gut. 2. Es kann vor Abend anders werden, als es am frühen Morgen war; denn weil ich leb' auf dieser Erden, leb' ich 5. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichts, es ſei Leben oder Tod; ich leg' die Hand in seine Seite und sage: mein Herr und mein Gott! Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut: mach's nur mit meinem Ende gut. 6. Ich habe Jesum angezo gen schon längst in meiner heil's gen Tauf', Du bist mir auch daher gewogen, hast mich zum Kind genommen auf. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Vom christlichen Glauben und Leben. 103 Blut: mach's nur mit meinem wie schweigt davon der träge Ende gut. Mund! 7. Ich habe Jesu Fleisch gegessen, ich hab' sein Blut getrunken hier; nun kann er meiner nicht vergessen, ich bleib' in ihm und er in mir. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut: mach's nur mit meinem Ende gut. 2. Das Leben ist gleich ei nem Traum, so nichtig als ein Wasserschaum. Im Augenblick es bald vergeht und nicht besteht, wie täglich ihr vor Augen seht. 3. Nur Du, Jehovah! bleis best mir das, was Du bist; ich traue Dir. Laß Berg und Hügel fallen hin, mir ist's Gewinn, wenn ich allein bei Jefu bin. bin und bleib' in Deinen Sor-/ 4. So lang' ich in der Hütte gen, wie auch die Todesnoth mich drückt. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut: mach's nur mit meinem Ende gut. 8. So komm' mein End' heut oder morgen, ich weiß, daß mir's mit Jefu glückt; ich wohn', so lehre mich, o Gottesjohn! Gieb, daß ich zähle meine Tag' und munter wach', daß, ch' ich sterb', ich sterben mag. 9. Ich leb' indeß in ihm vergnüget, und sterb' ohn' alle Kümmerniß; es gehe, wie mein Gott es füget, ich glaub' und bin deß ganz gewiß. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut: mach's nur mit meinem Ende gut. Miel. Ich hab' mein Sach' Gott zc. 123. Wi ie fleucht dahin der Menschen Zeit! Wie eilet man zur Ewigkeit! Wie wenig denken an die Stand' von Herzens Grund, 5. Was hilft die Welt in letzter Noth, Lust, Ehr' und Reichthum in dem Tod? o Mensch, du läufst dem Schatten zu; bez denk es nu! Du kommst sonst nicht zur wahren Ruh'. 6. Weg Eitelkeit, der Thoren Lust! Mir ist das höchste Gut bewußt, das such' ich nur, das bleibet mir; o mein Begier! Herr Jesu, zeuch mein Herz nach Dir. 7. Was wird das sein, wenn ich Dich seh' und bald ver Delnem Throne steh'! Du unterdessen lehre mich, daß stetig 104 ich mit flugem Herzen suche Dich. Bom chriftlichen Glauben und Leben. In eigner Melodie. 124. Wie groß ist es Allmächt'gen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt, der mit verhärtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nicht vergessen; vergiß mein Herz auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meis ner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Gut's genießen? It's nicht sein Arm, der Alles schafft? Sich', darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig ſein. 4. Und diesen Gott follt' ich nicht ehren und seine Güte nicht verſteh'n? Er ſollte rufen, ich nicht hören, den Weg, den er mir zeigt, nicht geh'n? Sein Will' ist mir in's Herz geschrieben, sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über Alles lieben und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: ich soll vollkommen sein, wie Gr; wenn ich im Glauben dies erfülle, stell' ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb' in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht, und eb ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. O Gott! Laß Deine Güt' und Liebe mir immerdar vor Augen sein. Sie stärk' in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben Dir zu weih'n; sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, fie leite mich zur Zeit des Glücks, und sie besieg' in meinem Herzen die Furcht des 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du er: schaffen bist; wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig seh'n wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden; durch Gottes Güte sind sie dein. letzten Augenblicks. 105 Mel. Wie schön leucht't uns ic. Stunde nicht, die mich, wenn 125. Wie wird mir nun mein Auge bricht, zu Deis dann, o dann mir sein, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freu'n, in ihm entschlafen werde! Ven feiner Sünde mehr entweibt, entladen von der Sterblichkeit, nicht mehr der Mensch von Erde. Freu' dich, Seele, stärke, tröste dich, Erlöste, mit dem Leben, das dein Gott dir dann wird geben! nen Todten sammelt. Vielleicht umgiebt mich ihre Nacht, eh ich dies Flehen noch vollbracht, mein Lob Dir ausgestammelt. Bater, Bater, ich befehle meine Seele Deinen Händen, jezzo, Bater, Deinen Händen! 5. Vielleicht find meiner Tage viel, ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, die Hütte meiner Sterblichkeit wird sie erst spät zertrümmert; laß mich, Bater, gute Thaten, gute Thaten mich begleiten vor den Thron der Ewigkeiten! 6. Wie wird mir dann, o dann mir sein, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freu'n, ihn dort anbeten werde! Bon keis ner Sünde mehr entweih't, cin Mitgenoß der Ewigkeit, nicht mehr der Mensch von Erde. Heilig, Heilig, Heilig! fingen wir Dir, bringen Preis und Ehre Dir, der ewig sein wird, Ehre! Vom chriftlichen Glauben und Leben. 2. Ich freue mich und bebe doch; so erückt mich meines Lebens Joch, der Fluch der Sünde nieder. Der Herr erleichtert mir mein Joch, es stärkt durch ihn mein Herz sich doch, glaubt und erhebt sich wieder. Jesus Christus, laß mich streben, Dir zu leben, Dir zu sterben, Dei nes Vaters Reich zu erben! 3. Verachte denn des Todes Grau'n, mein Geist! er ist ein Weg zum Schau'n. Der Weg zum finstern Thale, er sei dir nicht mehr fürchterlich, ins Allerheiligste führt dich der Weg im finstern Thale. Gottes Ruh ist unvergänglich, überschwenglich, die Erlösten wird fie unaussprechlich trösten. 4. Herr, Herr, ich weiß die In eigner Melodie. 126. Wie wohl ist mir, o Freund der 106 Seelen, wenn ich in Deiner Liebe ruh'. Ich steige aus der Schwermuthshöhlen und eile Deinen Armen zu. Da muß die Nacht des Trauerns scheiden, wenn mit so angenehmen Freuden die Liebe strahlt aus Deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden, wer wollte nicht vergnüget werden, der in Dir suchet Ruh' und Lust. 2. Die Welt mag schmähen oder preisen. Es sei also! Ich trau' ihr nicht, wenn sie mir gleich will Lieb' erweisen, bei einem freundlichen Gesicht. In Dir vergnügt sich meine Seele; Du bist mein Freund, den ich erwähle; Du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht. Der Welt Haß kann mich doch nicht fällen, weil in den stärksten Unglückswellen mir Deine Tren den Anker reicht. 5. Der Tod mag Andern düster scheinen, mir nicht, weil Seele, Herz und Muth in Dir, der Du verläsfest Keinen, o, allerliebstes Leben, ruht. Wen kann des Weges End' erschrekken, wenn er aus mördervollen Hecken gelanget in die Sichers heit? Mein Licht, so will ich auch mit Frenden aus dieser finstern Wildniß scheiden zu deiner Ruh' der Ewigkeit. 3. Will mich des Mofis Eifer drücken, blißt auf mich des Gesetzes Weh, droht Straf und Hölle meinem Rücken, so steig' ich gläubig in die Höh' und flich in Deiner Seiten Wunden, da hab' ich schon den Ort gefunden, wo mich kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt Gott, vergnügest mich. Laß 6. Wie ist mir denn, o Freund der Seelen, so wohl, wenn ich mich lehn' auf Dich! Mich kann Welt, Noth und Tod nicht quälen, weil Du, mein Vom christlichen Glauben und Leben. Alles wider mich zusammen, Du bist mein Heil, wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Führst Du mich in die Kreuzeswüsten, ich folg' und lehne mich auf Dich, Du näh rest aus den Wolkenbrüsten und labest aus den Felsen mich. Ich traue Deinen Wunderwegen, sie enden sich in Lieb' und Segen, genug, wenn ich Dich bei mir hab'. Ich weiß, wen Du willst herrlich zieren und über Sonn' und Sterne führen, den führest Du zuvor hinab. Vom christlichen Glauben und Leben. 107 Gottes, nicht der Menschen. solche Rub' in dem Gemüthe, Ehre, Lieb' und Frend' als nach Deiner unumschränkten Güte, des Himmels süßen Vorschmack sein. Weg, Welt, mit allen Schmeicheleien! Nichts kann, als Jesus, mich erfreuen. O, reicher Trost: mein Freund ist mein! 4. Hilf, daß der losen Spöt: ter Hauf' uns nicht vom Wort abwende, denn ihr Gespött sammt ihnen drauf mit Schrekken nimmt ein Ende. Gicb Du selbst Deinem Donner Kraft, daß Deine Lehre in uns haft, auch reichlich bei uns wohne. 5. Deffi' uns die Ohren und Mel. Es ist das Heil uns sc. 127. Wir Menschen das Herz, daß wir das Wort sind zu dem, o Gott, was geistlich ist, untüchtig, Dein Wesen, Wille und Gebet ist viel zu hoch und wichtig; wir wissen's und verstehen's nicht, wo uns Dein göttlich Wort und Licht den Weg zu Dir nicht weiset. recht fassen, in Lieb' und Leid, in Freud' und Schmerz es aus der Acht nicht lassen; daß wir nicht Hörer nur allein des Wor tes, sondern Thäter sein, Frucht hundertfältig bringen. 2. Drum sind vor Zeiten ausgesandt Propheten, Deine Knechte, daß durch dieselben würd' bekannt Dein heil'ger Will' und Rechte. Zum letzten ist Dein ein'ger Sohn, o Vater, von des Himmels Thron selbst kommen, uns zu lehren. 3. Für solches Heil sei, Herr, gevreis't, laß uns dabei verbleiben und gieb uns Deinen heil'gen Geist, daß wir dem Borte gläuben, dasselb' annehmen jederzeit mit Sanftmuth, 6. Am Weg der Saame wird sofort vom Teufel hingenommen; in Fels und Stei nen kann das Wort die Wurzel nicht bekommen; der Saam', so in die Dornen fällt, von Sorg und Wollust dieser Welt verdirbet und ersticket. 7. Ach hilf, Herr, daß wir werden gleich dem guten fruchtbar'n Lande, und sein an guz ten Werken reich in unserm Amt und Stande, viel Früchte bringen in Geduld, bewahren Deine Lehr' und Huld im feinen, guten Herzen. 108 8. Laß uns, fo lang' wir le ben hier, den Weg der Sünden meiden; gieb, daß wir halten fest an Dir in Anfechtung und Leiden; rott' aus die Dornen allzumal, hilf uns die Weltsorg' überall und böse Lüste dämpfen. Für besondere Zustände. 9. Dein Wort, o Herr, laß allweg sein die Leuchte unsern Füßen; erhalt es bei uns klar und rein, hilf, daß wir draus genießen Kraft, Rath und Trost in aller Noth, daß wir im Leben und im Tod beständig darauf trauen. Morgen und Abendlieder. Mel. Wer nur den lieben Gett 2. 128. Ein neuer Tag, ein neues Leben geht mit der neuen Woche an; Gott will mir heut aufs Neue geben, was mir sonst Niemand geben kann; denn hätt' ich seine Gnade nicht, wer gäbe mir sonst Trost und Licht? 2. Ich grüße diesen lieben Morgen und küsse Gottes Baterhand, die diese Nacht se manche Sorgen in Gnaden von mir abgewandt. Ach, Herr! wer 10. Gott, Vater, laß zu Deiner Ghr Dein Wort sich weit ausbreiten; hilf Jesu, daß uns Deine Lehr' erleuchten mög'und leiten; o heilger Geist, Dein göttlich Wort laß in uns wir fen fort und fort Glaub', Lieb', Geduld und Hoffnung. Für besondere Zustände. bin ich Armer doch? Du sorgst für mich, ich lebe noch. 3. Nun, das erfennet meine Seele und giebt sich selbst zum Opfer hin; doch, weil ich noch in dieser Höhle mit Noth und Tod umgeben bin, so weich' auch heute nicht von mir; denn meine Hülfe steht bei Dir. 4. Mein Glück in dieser neuen Woche soll nur in Deis nem Namen blüh'n. Ach, laß mich nicht am Sündenjoche mit meinem Fleisch und Blute zieh'n! Gieb Deinen Geist, der mich regier' und nur nach Deinem Willen führ'. Für besondere Zustände. 109 dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu Dir, o Gott, mein Heil! Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei Dir in Gua den, und in dem Himmel ist mein Theil. 5. Bedeckt mit Deinem Se gen eil' ich der Ruh' entgegen, Dein Name sei gepreist; mein Leben und mein Ende ist Dein, in Deine Hände befehl' ich, Bater, meinen Geist. 5. Soll ich mein Bret mit Kummer essen, so laß es doch gesegnet sein; und was Du sonsten zugemessen, das richte mir zum Besten ein. Ich bitte keinen Ueberfluß, nur was ich nöthig haben muß. 6. So thue nun, mein Gott, das Deine und laß mich auch das Meine thun; behüte beides, Groß' und Kleine, daß sie auf Deiner Huld beruh'n, auf daß ein Jeder diesen Tag mit Dir vergnügt beschließen mag. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. err, der Du mir Mel. Ich dank Dir schon durch zc. 129. Tas Leben bis 130. Mein erst Gefühl S diesen Tag gegeben, Dich bet' ich findlich an; ich bin viel zu geringe der Treu, die ich besinge, und die Du heut au mir gethan. Preis und Dank, erhebe Gott, o Seele! der Herr hört deinen Lobgesang, lobsing' ihm, meine Seele. 2. Mit dankendem Gemüthe freu' ich mich Deiner Güte, ich freue mich in Dir; Du giebst mir Kraft und Stärke, Gedeih'n zu meinem Werke und schaff'st ein reines Herz in mir. 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, lag ich und schlief in Frieden; wer schafft die Si-. cherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Gott, welche Ruh' der Seelen, nach Deines Wort's Befehlen einher im Leben geh'n; auf Deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen und 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß und schützt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? 110 Fin besondere Zustände. Wer ruft dem Tag und seinem drer Wohlergehn und ihrem Licht, uns wieder aufzuwecken? Glauben freue; 5. Du bist es Gott und Herr der Welt, und Dein ist unser Leben. Du bist es, der es uns erhält, und mir's jetzt neu gegeben. 6. Gelobet seist Du, Gott der Macht! gelobt sei Deine Treue, daß ich nach einer fanfs ten Nacht mich dieses Tag's erfreue. 7. Laß Deinen Segen auf mir ruhn, mich Deine Wege wallen und lehre Du mich selber thun nach Deinem Wohl gefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr, auf Dich hofft meine Seele, sei mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle. 9. Gieb mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb' und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn' und willig thue; 10. Daß ich als ein getreuer Knecht nach Deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und gerecht durch Deine Gnade lebe; 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue; mich gern an An 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in Deiner Furcht genieße und meinen Lauf mit Freudigkeit in Jesu sanft bes schließe. Mel. Ach bleib mit deiner Gnade. 131. Noch läßt der Herr mich leben! fröhlichem Gemüth eil' ich, ihn zu erheben; er hört mein früs hes Lied. 2. Zu ihm entzückt mich wie der der Morgensonne Pracht; ich falle vor ihm nieder, der sie und mich gemacht. 3. Du, Herrscher aller Wel ten! nimmst Dich auch meiner an; wie soll ich Dir vergelten, was Du an mir gethan? 4. Wirst Du nach Opfern schauen? sie gelten nichts vor Dir; Du forderst nur Vertraus en, nur Liebe, Gott! von mir. 5. So will ich Dir lobsingen, mich Deines Namens freu'n, nach Deiner Gnade ringen, mein ganzes Herz Dir weihn. 6. Tilger meiner Sünden, mein Mittler, Jesu Christ! laß mich den Trost empfinden, daß Du so anädig bist. Für besondere Zustände. 7. Dir hab' ich mich ergeben, ich freue mich in Dir; er freuender als Leben ist Deine Güte mir. 8. Sie führe mich auch heute auf Deiner Tugend Pfad. Du Ewigweiser! leite mich selbst nach Deinem Nath. 9. Nur eins laß mich erflehen: das christlich weise Herz, auf Dich stets aufzusehen in Freuden, wie im Schmerz; 10. Daß ich am ersten trachte nach dem, was Dir gefällt; mehr Deinen Beifall achte, als allen Ruhm der Welt; In eigner Melodie. 111 ben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind; fahr' hin, ein' andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun vergangen; die goldnen Sternlein prangen am blauen Himmels saal; so, so werd' ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jammerthal. 11. Daß ich, Dir innig trau- Herz, freu' dich; du sollst werend, das Gute standhaft thu' den vom Elend dieser Erden und and, froh gen Himmel schauend, von der Sünden- Arbeit frei. denk: ,, Herr mich siehest Du!" 5. Nun streckt ihr matten 12. Bereit, den Lauf zu Glieder euch auf das Lager nieschließen auf Deinen Wink, oder, das euch die Ruh' gewährt. Gott! und lauter im Gewis- Es kommen Stund' und Zeiten, sen: so finde mich der Tod! da man euch wird bereiten zur Ruh' ein Lager in der Erd'. 132. un ruben alle N Wälder, Bich, Menschen, Städt' und Felder; es schläft die ganze Welt. Ihr aber, meine Sinnen, auf! auf! ihr fellt beginnen, was eurem Schöpfer wohlgefällt! 2. Wo bist du Sonne blie: 4. Das Haupt, die Füß' und Hände sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sei; 6. Mein' Augen steh'n verprossen, im Nu find sie geschloſ sen, wo bleibt dann Leib und Seel'? Nimm sie zu Deinen Gnaden, sei gut für allen Schaden, Du Aug' und Wächter Israel. 7. Auch euch daheim, ihr Lieben! befalle kein Betrüben, 112 kein Unfall, noch Gefahr. Gott laß euch ruhig schlafen, stell' euch die goldnen Waffen um's Bett und seiner Engel Schaar. Für besondere Zustände. 7. Weicht, nichtige Gedanken hin. wo ihr habt euren Lauf; ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. In eigner Melodie. 8. Soll diese Nacht die letzte sein in diesem Jammerthal, so 133. Nun sich der Tag führ' mich, Herr, in Himmel ein zur auserwählten Zahl. geendet hat und keine Sonn' mehr scheint, schläft alles, was sich abgematt't, und was zuvor geweint. 2. Nur Du, mein Gott, haft keine Rast, Du schläfst noch schlummerst nicht; die Finsterniß ist Dir verhaßt, weil Du bist selbst das Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich in dieser schwarzen Nacht, und schenke mir genädiglich den Schirm von Deiner Wacht. 4. Zwar fühl ich wohl der Sünden Schuld, die mich bei Dir klagt an; doch aber Dei nes Schnes Huld hat g'nug für mich gethan. 5. Den setz' ich Dir zum Bürgen ein, wenn ich muß vor Gericht; ich kann ja nicht verloren sein in solcher Zuversicht. 6. Drauf thu' ich meine Augen zu und schlafe fröhlich ein, mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh'; wer wollte traurig sein? 9. Und also leb' und sterb' ich Dir, Du starker Zebaoth; im Tod und Leben hilfst Du mir aus aller Angst und Noth In eigner Melodie. 134. Wach auf, mein Herz, und singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, dem treuen Menschenhüter. 2. Mit göttlichem Erbarmen bedecktest Du mich Armen; schlaf, sprachst Du, ohne Grauen; du sollst die Sonne schauen. 3. Dein Wort, Herr, ist ge schehen, ich kann das Licht noch sehen; Du machst, daß ich aufs Neue mich meines Lebens freue. 4. Du willst ein Opfer ha ben, hier bring' ich meine Gaben; mein Weihrauch, Farr'n und Widder sind mein Gebet und Lieder. 5. Die wirst Du nicht ver Für besondere Zustände. schmähen; Du kannst in's Her ze sehen und weißt wohl, daß zur Gabe ich ja nichts Bess'res habe. 6. So woll'st Du nun vollenden Dein Werk an mir und senden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. 7. Sprich Ja! zu meinen Thaten, hilf selbst das Beste rathen; den Anfang, Mitt' und Ende, ach Herr, zum Besten wende. 8. Mit Segen mich beschütte, mein Herz sei Deine Hütte, Dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reise. 113 Besten dienen, da mir Dein Tod im Herzen schwebt. 2. Ich halt es mir für Liebeszeichen, was Du mir aufgeleget hast, laß mich nur Deinen Zweck erreichen und segne diese Leibeslast, daß sie noch mehr das Fleisch erdrücke, der Geist hingegen sich erquicke und in der Heil'gung weiter geh'! Denn ich will doch auf dieser Erden noch immer mehr geläutert werden, bis ich wie reiz nes Gold besteh'. 3. Gieb mir Geduld bei al: len Schmerzen, und läßt der Schmerz den Schlaf nicht zu, so gieb doch stets dem armen Herzen in Deinen Wunden Fried' und Ruh'! Mich Dir gelassen zu ergeben, es geh' zum Sterben oder Leben, laß 135. Bewährter Arzt mir Dein Blut mein Labſal sein, und halte mich zu allen Stunden in Dir bereit und rein erfunden; so bin und bleib' ich ewig Dein. der franken Seelen, ich bin gesund und frant nur Dein; Dir will ich mich allein befehlen, Du sollst mein Arzt, mein Pfleger sein! Die Krankheit muß mir Heilkraft geben, ja, Noth und Tod iſt lauter Leben, wenn nur in Dir mein Glaube lebt. Was noch so schädlich mir geschienen, das muß mir doch zum 4. Ich habe wohl sehr viel verbrochen, auftausend weiß ich nicht ein Wort, doch Du hast Gnade mir versprochen; Du bist allein der sichre Ort, wohin die größten Sünder eilen; Du willst von ihrem Schmerz 8 In Krankheit. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen 2c. Für besondere Zustände. 114 fie heilen und deckest alle Schuls den zu. Die sich nur selber rich: ten können und gläubig Dich den Heiland nennen, erlangen Gnade, Hülf' und Ruh'. 5. Ich sehe nichts, als laus ter Sünde, nichts Gutes, kein Verdienst an mir; doch wie ich reuig dies empfinde, so bin ich auch gerecht in Dir. Ich sterb' auf Dein Verdienst und Leiden, das soll mich um und um bekleiden, in dem will ich zum Bater gehn; ich will mit Dei nem Blute prangen, an Deiner Guad' allein nur bangen und freudig vor dem Nichter steh'n. Mel. Herzlich thut mich verlangen 2c. ch daß ich in Tod und Leben nur Dein alleine bin. 2. Gott, Bater, meine Seele bescheid' ich Deiner Hand; fübr' sie aus dieser Höhle ins rechte Vaterland. Du hast sie mir gegeben, so nimm sie wieder hin, 3. Was werd' ich, Jesu, fin den, das Dir gefallen kann? Ach nimm doch meine Sünden als ein Bermächtniß an; wirf sie in Deine Wunden, wie in ein Meer hinein, so hab' ich Heil gefunden und schlafe se lig ein. 4. Dir, o Du Geist der Gnaden, laß ich den letzten Blick; wird mich der Angstschweiß baz den, so sich' auf mich zurück; ach! schrei' in meinem Herzen, wenn ich kein Glied mehr rühr', und stell' in meines Schmerzen mir nichts als Jesum für. 5. Ihr Engel, nehmt eie Thränen von meinen Wangen 136. ich euer scheiden, mein Sinn geht aus der Welt; ich sehne mich mit Freuden nach nen sonst nichts erfreuen kann. Wenn Leib und Seele scheiden, tragt mich in Abrab'ms Schooß, Zions Friedens- Zelt. Weil so bin ich aller Freuden und aber keine Stunde zum Ab- aller Thränen los. schied ist benennt, so hört aus meinem Munde mein letztes Testament! 6. Guch aber, meine Lie ben, die ihr mich dann beweint, euch hab' ich was verschrieben, Gott, curen besten Freund. Drum nehmt den letzten Se gen, es wird gewiß geschehn, daß wir auf Zions Wegen eins ander wiedersehn. Für besondere Zustände. 7. Zuletzt sei dir, o Erde, mein blasser Leib vermacht, damit dir wieder werde, was du mir zugebracht. Mach' ihn zu Asch und Staube bis Gottes Stimme ruft; denn dieses sagt mein Glaube: er bleibt nicht in der Gruft. 8. Dies ist mein letzter Wille; Gott drückt das Siegel drauf. Nun wart' ich in der Stille, bis daß ich meinen Lauf durch Christi Tod vollende. So geh' Ich freudig hin und weiß, daß ich ohn' Ende des Himmels Erbe bin. Mel. Aus meines Herzensgrunde. 137. h vreife Dich und Sch finge, Herr, Dei ne Wunderguad', die mir so große Dinge bisher erwiesen hat; denn das ist meine Pflicht, in meinem ganzen Leben Dir Lob und Dank zu geben; mehr hab' und kann ich nicht. 2. Herr, mein Gott, da ich Kranker vom Bette zu Dir schrei', da wird Dein Heil mein Anker, da stehst Du treulich bei. Da Andre fahren hin zur finstern Todeshöhle, da hältst Du meine Seele und mich noch, wo ich bin. 115 3. Ihr Leidens- Brüder singet und danket unserm Herrn, der, wenn die Noth eindringet, bald hört und herzlich gern uns Gnad' und Hülfe giebt; rühmt ihn, dess' Hand uns träget und, wenn er uns ja schläget, nicht allzusehr betrübt. 4. Gott hat ja Baterhände und strafet mit Geduld, sein Zorn nimmt bald ein Ende, sein Herz ist voller Huld und gönnt uns lauter Gut's. Den Abend währt das Weinen, des Morgens macht das Scheinen der Sonn' uns gutes Muth's. 5. Ich sprach zur guten Stunde, da mir's noch wohl erging: ich steh' auf festem Grunde, acht' alles Kreuz gering; ich werde nimmermehr, das weiß ich, niederliegen; denn Gott, der kann nicht trügen, der liebt mich gar zu ſehr. 6. Als aber Dein Gesichte, mein Gott, sich von mir wandt, da war mein Trost zu nichte, da lag mein Heldenstand; es war mir angst und bang', ich führte schwere Klagen mit Zittern und mit Zagen: ,, Herr, mein Gott, wie so lang!" 7. Nun wohl, ich bin erhöret, mein Seufzen ist erfüllt; 8* 116 Für besondere Zustände. mein Kreuz ist umgekehret, aufzulegen, ist nicht ohne Gnad' mein Herzleid ist gestillt; mein und Segen. Grämen hat ein End', es sind von meinem Herzen der bittern Sorgen Schmerzen durch Dich, Herr, abgewend't. S. Ach, daß zu Deiner Ehre mein' Ehre sich erhüb', und nimmer stille wäre, bis daß ich Deine Lieb' und ungezählte Zahl der großen Wunderdinge mit ew'gen Freuden singe im güld'nen Himmelsfaal! 3. Dieser Tag ist angefan gen, weil mich Deine Guad' erhält; laß mich auch das End' erlangen, wenn es Dir, mein Gott, gefällt. Lindre meinen Schmerz und Noth, ach, mein Vater, Herr und Gott! Ach, Du wollest mir beistehen, nicht von Deinem Kinde gehen! 4. Doch es soll Dein Will' geschehen, Herr! Dein Wille nur allein; wie Du willst, so soll mir's gehen, so will ich zu frieden sein. Ich will leben, wenn's Dein Will'; auch im 138. Unter meinem Sterben halt' ich still. Ich will mich zu Tod und Leben Dir hiermit, mein Gott! ergeben. Schmerz und Weinen, nach zurückgelegter Nacht, seh' ich jetzt die Sonne scheinen, die da alles fröhlich macht. Drum will ich, so viel ich kann, diesen Tag auch fangen an mit Gebet, mit Danfen, Singen, und in Andacht ihn vollbringen. 5. Segne alle Arzeneien, stärke mich je mehr und mehr; laß dieselben mir gedeihen, Herr! zu Deines Namens Ehr. Hör' in Gnaden mein Gebet, wenn ich kindlich vor Dich tret', daß ich Dich im Glauben fasse und mich fest auf Dich verlasse. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele zc. 2. Daß ich mich jetzt krank befinde, Herr! das ist Dein Will' und Rath, welcher mir, als Deinem Kinde, dieses zu geschicket hat. Nun ich nehm' es gern auf mich, ja ich trag' es williglich; was Du pflegest 6. Soll ich enden heut' mein Leiden, daß mir besser wieder werd'; soll ich von der Welt abscheiden und verlassen diese Erd': Herr, das überlaß ich Dir, wie Du willst, geschehe Für besondere Zustände. mir; Dein bin ich mit Leib und Seele, Du bist's, dem ich mich befehle. Mel. Christus, der ist mein Leben c. 139. Wie brennen meikein Schlaf! o schwere Plag'! 140. 3 liege ich, mein ne Wunden! Mel. Bater unser im Himmelreich. u Deinen Jesu, blicke doch auf mich! Du bist der Arzt und Wundermann, der allezeit erretten kann; drum bin ich gleich von Hülfe bloß, leg' ich mich doch in Deinen Schooß. 2. Mein Trost und meines Herzens Theil, o, mache meine Seele heil! Besprenge mich mit Deinem Blut und mach' all' meine Sünden gut, und gieb mir nach vergeb'ner Schuld bei meiner Schwachheit auch Geduld. 3. Berühre mich mit Deiner Hand, die so viel Böses abgewandt. Dein Leib mich speise, da ich krank, Dein Blut sei meiner Seele Trank. Ich will, wie Lazarus, allein, auch wenn ich krank, der Deine sein. 4. Wenn's meiner Seele verkürz' die Schmerzensstunden, Gott! höre meine Klag'. 2. Jch bitt, Herr! ist's Dein Wille, so hilf und heile Du; wo nicht, se mach' mich stille, gieb mir des Himmels Ruh'. 3. Das Blut aus Deinen Wunden wäscht meine Seele rein; dieß laß in letzten Stunden mir noch ein Labsal sein. 4. Laß mir nur Deine Gnade, so leb' und sterb' ich Dir; der Bund im Wasserbade giebt mir ein Recht zu Dir. 5. Da lieg' ich als ein Sünder und hab' dech an Dir Theil; bin schwach, doch Ueberwinder des Todes, o mein Heil! 117 Du mich hier nicht leben, so wird's dort besser sein. 8. Heilt Dein Wort nicht die Glieder, so heilt's die Seele doch; die geb' ich Dir jetzt wie der; ich sterb', und lebe noch. 6. Dein Geist, der lehrt mich beten und Glauben mir schafft; laß ihn auch mich vertreten und schenk' mir Glaubenskraft. 7. Ist mir die Sünd' verge ben, so geh' ich alles ein; läß'st selig ist, so heile mich, Herr Jesu Christ! Soll Sterben 118 aber besser sein, wohl mir, auf Jesum schlaf' ich ein! Mach' Du es, Jesu, durch Dein Blut mit mir an Leib und Seele gut! Für besondere Zustände. Im Kriege. Mel. Ich dank Dir schon sc. 141. Auf, auf, mit frohem Lobgesang den Höchsten zu erheben! Gott, unserm Gott, sei ewig Dank; er ist's, durch den wir leben. 2. Er ist's, der uns bisher erhielt, er ist's, der uns begleitet, er ist's, der uns mit Muth erfüllt; er ist's, der für uns streitet. 3. Vertrau't ihm, Krieger, unserm Herrn, dem Ew'gen, dem Gerechten, vertrau't ihm, denn er hilft uns gern, und laßt uns muthig fechten. 4. Will's Gott, ich soll die Heeres- Fahn' mit meinem Blute färben was Gott thut, das ist wohlgethan! das bleibt mein Trost im Sterben. 5. Viel süßer auf der Wahlstatt Ruh', als Fall in Fein des Hände; Herr Christ drück mir die Augen zu! Nichts, als ein sel'ges Ende! 6. So laßt uns, Brüder, tapfer sein, nicht Tod, nicht Wunden scheuen! Gott selbst wird unser Führer sein, und uns mit Sieg erfreuen. Mel. O Gott, Du frommer Gott. ( uf 142. Amein Gott, foll ich und will ich gehen; noch eh' ich war, hast Du mir die sen Tag ersehen. Ich murre nicht, wird gleich mein Tages werk mir schwer; kein Seufzen und kein Schritt geschieht von ungefähr. 2. Ein Dir ergeb'nes Herz bleibt ruhig beim Getümmel, durch Mühsal geht der Christ an Deiner Hand zum Himmel. Mein Heiland ging für mich des Lebens schmalen Pfad; kein Weg ist je so rauh, den er nicht felbst betrat. 3. Die Last, die mich jetzt drückt, wird mich nicht immer drücken; Gott wird den müden Knecht am Ende auch erquicken. Sind mir gleich Weg und Ziel und Gegend unbekannt; den Frommen leitet Gott an seiner Baterhand. 4. Zwar gehet vor uns her aus Schlünden Blizz und Für besondere Zustände. Fener; man flieht in Angst vor uns, wir scheinen Ungeheuer. Wehrlose! flieht uns nicht! Wir fürchten Gott, wie ihr! Wehrlosen sind wir Schutz, nur Kriegern troßen wir. 5. Du strafst, o Gott, durch uns den, der Dein Recht verachtet und uns in Frevelmuth zu untertreten trachtet. Dein sei die Waffenmacht; kein Greuel sie entweih', daß nicht unschuldig Blut zu Dir um Rache schrei'. 6. Hilf uns durch diesen Kampf hindurch zum Siege dringen und richte uns're Weg, den Frieden zu erringen. Wir ziehen Pilgern gleich, ob Feind und Wetter droh'n; am Ziele winket uns von Dir die Ehrenkron'. 119 kehre Dich mit Gnade zu uns Armen, laß Dich's erbarmen! 3. Und schaff' uns Beistand wider uns're Feinde, wenn Du ein Wort sprichst, werden sie bald Freunde; sie müssen Wehr und Waffen niederlegen, kein Glied mehr regen. 4. Wir haben Niemand, dem wir uns vertrauen, vergebens ist's auf Menschenhülfe bauca; mit Dir wir wollen Thaten thun und kämpfen, die Feinde dämpfen. 143. Schanden werden die, so in ihren Nöthen und Beschwerden bei Tag und Nacht auf Deine Güte hoffen und zu Dir rufen. 2. Zu Schanden mache alle, die Dich hassen, die sich allein auf ihre Macht verlassen; ach, 5. Du bist der Held, der sie kann untertreten und das bedrängte kleine Häuflein retten: wir trau'n auf Dich, wir schrei'n in Jesu Namen: hilf, Helfer, Amen! Mel. Wo Gott zum Haus nicht sc. heb' mein' fehnlich auf und seh' die Berge vom mit hoch hinauf, wann mir mein seiner Hülf' zu Statten komm'. Mel. Herzliebster Jefu, was haft 144. Je Dut 26. err, unser Gott, 2. Mein' Hülfe kommt mir von dem Herrn, er hilft uns ja von Herzen gern; Himmel und Erd' hat er gemacht, er hält über uns Hut und Wacht. 3. Er führet dich auf rech 120 ter Bahn, wird deinen Fuß nicht gleiten lahn; setz' nur auf Gott dein' Zuversicht; der dich behütet, schläfet nicht. 4. Der treue Hüter Israel bewahret dir dein'n Leib und Seel'; er schläft nicht, weder Tag noch Nacht, wird auch nicht müde von der Wacht. 5. Vor allem Unfall gnädiglich der fromme Gott behütet dich; unter dem Schatten seiner Gnad' bist du gesichert früh und spat. Für besondere Zustände. ein Christ, in meinem Stande, der Dir, o Gott, gefällt. Hilf, daß ich Alles meide, wodurch sich Schaden leide an meiner Seel', die Du erwählt. 2. Die Waffe will ich ehren und mich im Kampf bewähren, auf Tod und Leben tren; doch daß ein Christ ich streite, bleib' Du mir, Herr, zur Seite, gieb, daß ich Sünd' und Grenel scheu'. 6. Der Sonne Hig', des Mondes Schein, die sollen nicht beschwerlich sein; Gott wendet alle Trübsal schwer zu deinem Nuß und seiner Ehr'. 3. Bewehrt, bin ich ein Schrecken in Feindes Land, doch decken mußt Du mich Tag und Nacht; Du wirst mich wohl bewahren; denn ringsum droh'n Gefahren auf Zügen, so wie auf der Wacht. 7. Kein Uebels muß begeg nen dir; des Herren Schuß ist gut dafür. In Gnad' bewahrt er deine Seel' vor allem Leid und Ungefäll. 4. O gieb, daß wir auch heute, Herr Christ, durch Dein Geleite auf sichern Wegen geh'n; Gesundheit, Muth und Willen das Schwerste leicht erfüllen, wenn wir in Deiner Gnade steh'n. 8. Der Herr dein'n Ausgang stets bewahr', zu Beg und Steg gesund dich spar', 5. Wollt' auf dem Marsch bring dich nach Haus in sein'm Geleit von nun an bis in Ewigfeit. erliegen die Kraft, und mich besiegen des Lebens Ueberdruß, fällt aller Muth zum Raube be: vor Dir Versuchung wetdem Hunger, Durst und Stau chen muß. 6. Dein Engel, der getreue, Mel. Nun ruhen alle Wälder 2. 145. Jh sich durch fremde Lande, Für besondere Zustände. macht alle Teufel scheue, tritt zwischen mich und sie; durch seinen Schuß, den frommen, sind wir so weit gekommen, und wissen wahrlich! fast nicht wie. 7. Gefällt es Deiner Güte, und sagt mir mein Gemüthe nicht was Vergeblich's zu, so werd' ich Dich noch preisen mit manchen schönen Weisen, komm wieder ich daheim zur Ruh'. 8. Judeß wirst Du den Meinen mit Segen auch erscheinen, ihr Schutz wie meiner sein; wirst beiderseits gewähren, was unser Wunsch und Zähren Dich bitten können überein. Mel. Auf meinen lieben Gott zc 146. unfrer Serie gesnoth trau'n wir allein auf Gott; er wird uns nicht verlassen, ob uns die Feind' schon hassen; er kann die Feinde schlagen, die denken uns zu plagen. 121 s'rer Seiten, als wider die wir streiten. 3. Wird schon der Feinde Macht von ihnen groß geacht't, daß sie sich drauf verlassen und trogen ohne Maaßen; Gott kann gar bald sie dämpfen, daß sie aufhör'n zu kämpfen. 4. Sind schon die Feinde nah, Gott ist viel näher ja; mit seinen Himmels- Heeren kann Gott den Feinden wehren, daß sie vor uns erschrekken und todt das Schlachtfeld decken. 5. O Du, Herr Jesu Christ! der Du uns Führer bist, laß uns're Waffenthaten zu Deiner Ehr' gerathen, dem Feind zu Spott und Schande, Freiheit dem Vaterlande! 2. Sind schon der Feinde viel, hab'n sie doch all' ihr Ziel, wie weit sie sollen kommen, daß sie nichts thun den Frommen; mehr sind auf un6. Dann soll an allem Ort Dein feligmachend Wort froh, frei und wahr erklingen. Wir werden Dir lobsingen und Deinen großen Namen mit Freuden preisen. Amen! Mel. Aus tiefer Noth zc. 147. Sei mit mir, mein getreuer da wir zu Felde gehen, daß ich des Krieges Last und Noth mit Ehren mög' bestehen. Herr Für besondere Zustände. 122 meinen Weg befehl ich Dir, mich selbst und Alles, was Du mir auf dieser Welt gegeben. 2. Send' Deinen Engel vor mir her, laß ihn mich sicher leiten; befiehl, daß er dem In3. Du höchster Führer, Gott, verleih', daß ich stets christlich wandle, stets fromm, getrost und tapfer sei, nie frech und strafbar handle. Regiere Du selbst meinen Pfad, gieb Segen, Muth, Verstand und Rath zu meinem Thun und Lassen. glück wehr und allen bösen 148. Verzage nicht du Leuten. Nimm, Vater, meiner gnädig wahr, daß kein Verderben und Gefahr an Seel' noch Leib mir schade. 4. Bring mich gesund zur rechten Zeit zu den geliebten Meinen; erhalt und schüße sie vor Leid, sie sind ja, Gott, die Deinen. D laß sie Dir empfohlen sein, und dann vor Dir uns dankbar freu'n, wenn wir uns wieder sehen. nimm mich froh und selig auf zu Deiner ew'gen Ruhe. 5. Du woll'st mein ganzes Leben hier, o Vater, selbst regieren. Wo Hülfe noth ist, hilf Du mir, laß Deinen Geist mich führen. Doch end' im Krieg ich meinen Lauf, dann Mel. Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn ic. obschon die Feinde Willens sein dich gänzlich zu zerstören, und suchen Deinen Untergang, daven dir recht wird angst und bang; es wird nicht lange währen. 2. Getröst' dich nur, daß deine Sach' ist Gottes, dem befiehl die Nach' und laß es ihn nur walten; er wird durch seinen Gideon, den er recht kennt, dir helfen schon, dich und sein Wort erhalten. 3. So wahr Gott Gott, und wahr sein Wort, muß Teufel, Welt und Höllenpfert, und was bem thut anhangen, endlich werden zu Schand und Spott; Gott ist mit uns und wir mit Gott, den Sieg woll'n wir erlangen. 4. Drum sei getrost, du kleines Heer! Streit ritterlich für Gottes Ehr' und laß dir ja nicht grauen. Gott nimmt den Feinden ihren Muth, läßt sters Für besondere Zustände. ben sie in ihrem Blut, du wirst's mit Augen schauen. 5. Amen! das hilf, Herr Jesu Christ, dieweil Du unser Schußherr bist, hilf uns durch Deinen Namen; so wollen wir, Deine Gemein', Dich loben und Dir dankbar sein, und fröhlich singen: Amen! In eigner Melodie. 149. W enn wir in höchsten Nöthen sein und wissen weder aus noch ein, und finden weder Hülf' noch Rath, obgleich wir sorgen früh und spat, 2. So ist das unser Trost allein, daß wir zusammen ins gemein Dich rufen an, o treuer Gott! um Rettung aus der Angst und Noth, 3. Und heben unser Aug' und Herz zu Dir in wahrer Neu' und Schmerz, und flehen um Begnadigung und aller Strafen Linderung, 4. Die Du verheißest gnädiglich all denen, die d'rum bitten Dich. Wir fleh'n im Namen Jesu Christ, der unser Heil und Fürsprach ist. 5. D'rum kommen wir, Herr unser Gott, und klagen Dir 123 all' uns're Noth, weil wir jetzt steh'n verlassen gar in großer Trübsal und Gefahr. 6. Sich' nicht an uns're Sünden groß, sprich uns davon in Gnaden los; steh' uns in unserm Elend bei, mach' uns von allen Plagen frei, 7. Auf daß von Herzen wir dafür hernach mit Freuden dan ken Dir, gehorsam sein nach Deinem Wort, Dich all'zeit preisen hier und dort. An des Königs Geburtstage. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele ze. 150. Bater, kröne Du mit Segen unsern König und sein Haus, führ' durch ihn auf Deinen Wegen herrlich Deinen Rathe schluß aus. Deiner Kirche sei er Schuß, Deinen Feinden biet' er Trußz. Sei Du dem Gesalbten gnädig, segne, segne unsern König. 2. Rüst' ihn mit des Glaubens Schilde, reich ihm Deines Geistes Schwerdt, daß Gerechtigkeit und Milde ihm des Fries 124 dens Heil gewährt. Mach' ihm leicht die schwere Last, die Du auferlegt ihm haft. Sei in Jesu Du ihm gnädig, schüße, segne unsern König. 3. Sammle um den Thron die Treuen, die mit Rath und frommem Flehu fest in Deiner 6. Gieb uns Muth in den Streiter Reihen für des Lan- Gefahren, wenn der Feind uns des Wohlfahrt stehn. Baue um ernst bedroht, daß wir Treue den Königsthron cine Burg, o dann bewahren, gehen freudig Gottessohn. Sei Du ihm auf in den Tod. Du bist unser ewig gnädig, leite, segne un- Siegspanier; Gott mit uns! sern Stönig. so singen wir. Deine Treuen frönst Du gnädig, segne, segne unsern König. 7. Breite, Herr, Dein Reich auf Erden auch in unserm Lande aus, daß wir Deine Bürger werden, ziehen in Dein Vaterhaus. Frieden und Gerechtigfeit gieb uns, Gott, zu aller Zeit. Sei Du Deinem Volke gnädig, segne, segne unsern König. Für besondere Zustände. 4. Nähre Du die heil'ge Flamme, die das Herz des Volks erneut, daß es unserm Königsstamme Liebe bis zum Tode weiht. In der Zeiten langer Nacht hast Du über ihn gewacht, Du erhieltest ihn uns gnädig; segne, segne unsern König. 5. Fürchtet Gott, den König ehret! Das, o Herr, ist Dein Gebot, und Du hast es selbst bewähret, warst gehor sam bis zum Tod. Wer Dich liebt, der folget Dir, drum so beten Alle wir: Vor dem Bö sen schütz' uns gnädig, Gott, erhalte unsern König! Gebete. 125 Sebet e. Morgengebete. 1. Bater im Himmel, ich danke Dir vom Grunde meines Herzens für Deinen gnadenvollen Schutz in der vergangenen Nacht; ich danke Dir für die Erquickung meines Leibes durch einen ungestörten Schlaf, für mein Leben danke ich Dir von Neuem. Ich lobe und preise Deine Güte, die alle Morgen neu, und Deine Treue, die so groß ist über mir. Sei Du auch heute mein Schutz und Trost, mein Gott, auf den ich hoffe. Dein guter Geist führe mich auf ebner Bahn. Bewahre meinen Leib vor Unglück und Gefahr und meine Seele vor Anfechtung, vor Uebertretung und Miſſethat. Bergieb mir auch heute meine Sünde und laß mich auch heute meines Heils gewisser werden durch Ihn, in dem Du mich geliebt hast, che ich das Leben hatte. Auch meinen zeitlichen Stand und Beruf laß mir wichtig und heilig bleiben, auf daß ich Dir in Ihm diene, der mich berufen hat. Selbst unter Mühe und Beschwerden laß mich nicht vers drossen werden, und im Geringen auch laß mich tren und gehorsam sein; nicht um des Gesetzes willen, oder aus Furcht vor der Strafe, wie ein fauler Knecht, sondern aus Lust und Verlangen, Dir wohlgefällig zu werden und zum Zeugniß, daß ich Dich lieb habe. Gegen meinen Nächsten laß mich liebreich und dienstfertig sein; behüte mich, daß ich Keinem ein Nergerniß gebe. Wenn Verführer mir nahen, so halte mich an Deiner Hand und behüte meine Seele, daß ich nicht in ihren Rath -126 Gebete. willige. Laß dem losen Geschwägß mein Ohr verschlossen fein und behüte meine Lippen, daß sie nicht trügen! Hilf mir, barmherziger Gott, daß auch dieser Tag mir ein Gewinn bleibe zum ewigen Leben! Dir befehle ich den König meinen Herrn, meine Vorgesetzten, meine Waffenbrüder, alle die lieben Meinigen, Alle befehle ich Deinem Schutz und Rath. Sei gnädig dem ganzen Vaterlande! Laß Gerechtigkeit, Fleiß und Frieden in ihm wohnen, laß es des zeitlichen und himmlischen Segens voll werden. Erhöre mich, o Bater, um Jesu Christi willen; Amen! 2. Es segue mich der dreieinige Gott, Vater, Sohn und heiliger Geist; Amen! Abba, lieber Vater, ich lobe und preise Dich für diese Nacht, in der Du mich behütet, und für diesen Tag, den Du mir von Neuem geschenket hast. Laß das rechte geistliche Leben, das aus Dir ist, durch den Geist der Gnaden in mir neu werden, damit ich nicht lebe, sondern Christus in mir, und ich im Glauben an Deinen Sohn als eine Pflanze der Gerechtigfeit Dir zum Preise wachse, und reiche, Dir wohlgefällige Früchte bringe, meinem Nächsten zu Nug und Dienst. Ich ergebe mich Dir auf's Neue, mein Vater, mache mit mir, was Dir wohlgefällt. Neinige, läutere und bewahre mich, daß ich ein rechtschaffener Christ sei, und zu den Streitern Gottes gehöre, über welchen ist Friede und Barmherzigkeit. Ich begehre keine Ehre, als die Kindschaft bei Dir, keinen Reichthum, als die Gerechtigkeit durch Jesum Christum, keine andere Lust, als Frieden und Freude im heiligen Geiste. Für mein Leibliches wirst Du wohl sorgen, denn Du hast geſagt: ich will dich nicht verlassen, noch versäumen. Doch bewahre mich vor Unlust und Trägheit; laß mich thätig sein in meinem Berufe, nicht aus Furcht, oder um des Zwanges willen, son Gebete. 127 dern aus Gehorsam gegen Dein Gebot und aus herzlicher Liebe und Treue gegen meinen Nächsten, gegen den König und das Baterland. Breite Deine Barmherzigkeit aus über alle Menschen, die auf dem Erdboden wohnen, und Deine Güte über alle Deine Geschöpfe. Gedenke Deiner Kinder, die Dich kennen und in Einigkeit des Geistes verbunden sind als lebendige Glieder an ihrem hochgelobten Haupte Jesu Christo. Laß unser Aller Gebet Ein Gebet sein vor Dir durch Christum, in welchem Du uns Dir angenehm gemacht hast. Sei Du selbst eine ewige Vergeltung allen denen, die mir Liebe beweisen. Meine Beleidiger sich mit erbarmenden Augen an, und vergieb ihnen, gleichwie ich ihnen von Herzen vergebe. König und Vaterland, Kirchen und Schulen, Obrigfeit und Unterthanen befehle ich Dir, mein Gott! Ach, siehe an den geistlichen Mangel und das Elend, das noch gefunden wird in allen Ständen; mache Dich auf and hilf uns, daß Deine Ehre gerettet und des gottlosen Wefens ein Ende werde. Hilf den Armen und Unglücklichen, die zu Dir schreien, und erbarme Dich der Kranken und Sterbenden. Herr, mein Gott, verschmähe mein Gebet nicht, sondern erhöre mich um Deines lieben Sohnes Jesu Christi willen. Amen! das heißt: ja, ja, es soll also geschehen. Amen! Abendgebete. 3. Mein Herr und Gott, Du treuer Hüter meines Lebens, der Du nic schlässt, noch schlummerst, zu Dir komme ich mit De: muth und kindlichem Danke. Auch heute hast Du mich mit Langmuth getragen, haft mir Gutes mildiglich erwiesen, haft mich vor Unglück bewahrt, hast mich in Gnaden gerufen und gelocket, daß ich Dir dienen follte heute und mein Leben lang. 128 Gebete. Ach, wer bin ich, daß Du mein so gedenkest! Wer wäre ich, wenn ich's nicht erkennen wollte, daß Du mein Gott bist, der mich zum Leben führen will; wenn ich Dir nicht gehorsam und dankbar wäre von Herzen und in der That, und mir Deine Bege nicht wohlgefallen ließe! Und doch muß ich in Reue und Schmerz auch heute vor Dir bekennen, daß ich Deiner Gnade nicht werth gewesen bin. Mein Herz war nicht immer bei Dir, und Dein Gebot hatte ich nicht immerdar vor Augen. Meine Arbeit ist Stück werk geblieben, und je und je habe ich mich träge gefühlt zu dent, was ich thun sollte, nicht nur für die Zeit, sondern für das ewige Leben. Darum habe Geduld mit mir, Du Vater der Barmherzigkeit! Strafe mich nicht nach meinen Sünden, und vergelte mir nicht nach meiner Missethat! Laß mich den reichen Trost empfinden, daß Du den Tod des Sünders nicht willst, sondern, daß er sich bekehre und .ebe; daß wir nicht sollen verloren werden, sondern daß uns Allen soll geholfen sein in Christo, Deinem lieben Sohne, unserm Herrn! Herr, ich glaube an Dich, gieb mir den Geist des Glaubens; ich will Dich lieben, mache mich der Liebe voll; ich hoffe auf Dich, laß meine Hoffnung nicht zu Schanden werden! Erneuere mich durch Deinen guten Geist mit jedem neuen Tage, und laß mich wirken, weil es Tag ist, ehe die Nacht fommt, da Niemand wirken kann. Schenke mir einen ruhigen und erquickenden Schlaf auch in dieser Nacht, beschütze mich vor Gefahr, und laß mich ge stärkt und fröhlich wieder erwachen zu neuem Tagewerke. Dir befehle ich auch in dieser Nacht meinen König und Herrn, meine Borgesetzten, meine Waffenbrüder und alle die lieben Meinen; Herr, wache Du, wenn wir schlafen! Erbarme Dich der Kranken. die schlaflos auf ihrem Las Gebete. 129 ger nach Linderung und Heilung schmachten, und aller Sterbenden, denen diese Nacht die letzte sein soll! Stärfe sie mit Deiner Kraft, erfülle sie mit Deinem Troste und erfreue sie mit der Zuversicht des ewigen Lebens bei Dir, wo uns Christus hat die Stätte bereitet, da der Tod nicht mehr sein wird, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerzen. Amen! 4. Es segue mich der dreteinige und ewige Gott. Ja, segne Du mich, mein Vater, mit himmlischen Gütern in Christo Jesu! Ich lobe und preise Deinen heiligen Namen für alle Barmherzigkeit und Treue, die Du auch heute an Deinem Knechte gethan hast, und deren ich auch heute wiederum viel zu geringe gewesen bin. Denn es ist mir Deine wunderbare Güte um meiner Schwachheit willen noch vielfach verborgen, darum kann ich Dich nicht so völlig und kräftig loben, als ich schuldig bin, ja, als ich durch Deine Gnade wünsche und verlange. Aber ich preise Dich dennoch mit Herz und Munde, wie Du mir Deine Guade dazu reichest, beides, für die erkannten und un erkannten Wohlthaten, bis ich dahin gelange, wo ich sie alle erkennen, ja, Dich selbst von Angesicht zu Angesicht schanen werde. Weil ich hier bin, will ich Dich preisen auch für das Kreuz, welches Du mir, als einem Jünger Christi, auflegest damit meine Seele von den Lüsten dieser Welt recht entwöhnet, und zu Dir gewöhnet werde. Nun ist ja auch die Last dieses Tages überwunden und wiederum ein Schritt zurückgelegt, immer näher zur ewigen Herrlichkeit. Indessen hast Du Geduld mit mir und vergibst mir täglich und reichlich alle meine Sünden; darum habe ich auch einen freien Zugang zu Dir, mein Vater, in dem Blute Jeju 9 130 Gebete. Christi, welches mich reiniget von allen meinen Sünden. Wie groß ist Deine Liebe, daß Du mich also aus Gnaden selig gemacht hast! Ich verachte nicht den Reichthum Deiner Gnade, aber ich erkenne auch an mir viele Gebrechen und Untugenden, und bitte nur, daß mein Wandel rechtschaffen sei bis aus Ende und ich täglich darin wachse. Nimm mich nun zur Ruhe, lieber Bater, denn ich lege mich in Deine Arme mit gläubiger Zuversicht auf Deine Gnade. Schließe Du mir meine Augen zu durch Deine Vä terliebe und bleibe mit meinem Geiste vereiniget, daß Satan keine Macht an mir finde. Du bist ja der Hüter Israels, der nicht schläft noch schlummert. Du wollest denn nicht allein meinen Leib und meine Seele und alles, was Du mir gegeben hast, gnädiglich behüten und bewahren, sondern auch aller Menschen in der Welt, vornämlich aber Deiner Kinder in Christo Jesu, Dich ervarmen und sie auch an diesem Abend meines armen Gebets mitgenießen lasſen! Deffne mir auch an dem morgenden Tage meine Augen wieder zu sehen Deine Güte und Treue, und erfülle meinen Mund aufs Neue mit Deinem Lobe, damit ich Dich so lange preise und Dir zu Ehren wandle, bis der Abend dieses zeitlichen Lebens herankommt, und Du mich ins Grab zur Ruhe legest, und mich wieder auserweckest an dem rechten Ruhe- und Freudentage Deiner Kinder, da meine Sonne nimmermehr untergeht, sondern ich in ewiger Wahrheit und Klarheit vor Dir lebe. Amen! Sonntagsgebet. 5. Du Vater des Lichts, der Du das natürliche Licht dieser Welt uns scheinen läsfest, sende doch auch heute und allezeit 131 das wahrhaftige Licht, Jesum Christum, in mein Herz, und laß ihn darin leuchten und alle Finsterniß vertreiben, damit ich Dich, o ewiger Gott, in Deinem lieben Sohne erkenne und liebe. Siehe! ich bin durch die Sünde verfinstert und im Dienste des vergänglichen Wesens gefangen, darum lehre Du mich selber durch Deinen heiligen Geist aus Deinem Worte, wie ich mich zu Dir bekehren, und Dir im Glauben gehorsam werden könne: so werde ich mich erst recht mit Lob und Dank zu Dir wenden und Dir in Deinem Lichte dienen und gefallen. O, Herr Jesu Christe, du Sonne der Gerechtigkeit, gehe in mir auf, und schenke mir Dein Heil, damit mir alle Tage meines Lebens zu rechten Sonntagen werden. Verleihe mir Gnade, daß ich aufwache vom Schlafe meiner natürlichen Sicherheit und aufstehe von allen todten Werken, daß ich hinfort nicht mir selber lebe, sondern Dir, der Du für mich gestorben, und heute wieder auferstanden bist. Und Du, o heiliger Geist, bereite mein Herz, daß es Dein Tempel werde, darinnen Du den ganzen Te lehren könnest. Heilige alle meine Gedanken und Sinne Dein Wort zu fassen und zu behalten, auch Dir ohne Falsch zu gehorchen, und in täglicher Buße diese ganze Woche und allezeit fortzugehen. Halte selbst Deinen Ruhetag in mir und habe Dein Werk in meinem Herzen, daß ich Dir wohlgefällig sei in Zeit und Ewigkeit! Amen! Gebete. Bußgebet. 6. Du großer, heiliger Herr und Gott, ich komme vor Dein Angesicht, ob ich deß' gleich nicht würdig bin, und bitte Dich, Du wollest selbst mich überzeugen, wie tief ich gefallen und wie treulos ich an Deiner Gnade geworden bin! Denn meine Sünden gehen über mein Haupt und meine Missethat reichet bis in den Himmel. Ich komme aber dennoch, gleich dem verlernen Sohne, und nehme in meiner Roth Zuflucht zu Dir. 9* 132 Gebete. Was soll ich vor Dir sagen, o Du Richter alles Fleisches? Hier stehe ich in meinem Glende, und baue auf nichts, als auf Deine unergründliche Barmherzigkeit, die sich in dem Tode Deines Sohnes geoffenbaret hat. Um seinetwillen wollest Du Dich meiner erbarmen, und meine Seele von den schweren Sündenbanden erlösen! Verwirf mich nicht vor Deinem Angesichte und nimm Deinen heiligen Geist nicht von mir! Ich kann mich ja aus eigener Kraft nicht bekehren; da rum hilf Du mir meine Sünden besiegen durch das Verdienst Deines Sohnes, Jesu Christi, meines Herrn und Heilandes. Zu ihm, der mich geliebet hat und sich selbst für mich gegeben, ziehe mich und erwecke mich aus meinem Tode zum neuen Leben. Ja, wende Herz, Geist und Sinn ganz zu Dir, daß ich von Stund an die Eitelkeit verlasse und mich zu Dir befehre. Schenke meiner armen Seele Deine verborgene Kraft, die mit ihrer heilsamen Gnade alle Menschen züchtiget, daß ich von Dir getröstet, gereiniget und selig gemacht werde. Durch. Christi Blut und Tod hilf, lieber Herr Gott; darein ergebe ich mich zu meiner Erlösung. Ja, ich lasse Dich nicht, Du segnest mich denn! Amen! Beichte. 7. Allmächtiger Gott, barmherziger Vater! ich armer, elender, sündiger Mensch bekenne Dir alle meine Sünde und Missethat, die ich begangen in Gedanken, Worten und Werken, damit ich Dich jemals erzürnet und Deine Strafe zeitlich und ewiglich verdient habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr, und ich bitte Dich, um Deiner grundlosen Barmherzigkeit und um des bittern Leidens und Sterbens Deines lieben Sohnes Jesu Christi willen, Du wollest mir armen sündhaften Menschen gnädig und barmher Gebete. 133 zig sein, mir zu meiner Besserung Deines Geistes Kraft verleihen und mir alle meine Sünden vergeben. Amen. Vor dem Abendmahle. 8. Im Bertrauen auf Deine Güte und große Barmherzigkeit, o Herr, komme ich zu Dir, als ein Kranker zu seinem Heiland, als ein Armer zum Könige des Himmels, als ein Knecht zu seinem Herrn, als ein Geschöpf zu seinem Schöpfer, als ein Trostloser zu seinem freundlichen Tröster. Aber wie wird mir das, daß Du zu mir kommst? Wer bin ich, daß Du Dich selbst- mir mittheilst? Wie darf ich Sünder es wagen, vor Dir zu erscheinen? Und Du, wie kannst Du Dich so weit herablassen, bei einem Sünder einzukehren? Du kennst ja Deinen Knecht, und weißt, daß er nichts Gutes in sich hat, das Dich bewegen könnte, ihm diese Gnade mitzutheilen. Ich bekenne Dir also meine Unwürdigkeit, ich erkenne Deine Gütigkeit, ich preise Deine Freundlichkeit, ich danke Dir für Deine grenzenlose Liebe. Denn um Deiner Liebe willen thust Du dieses; nicht um meiner Veroienste willen; um Deine Güte mir nech herrlicher zu offenbaren, mir selbst größere Liebe einzuflößen und die Demuth desto mehr zu empfehlen. Weil es Dir nun so gefällt und Du es sogar geboten hast, so muß ja Deine Herablassung auch mir gefallen. Aber was soll ich denken bei diesem heiligen Mahle, im Hingange zu meinem Herrn, den ich nicht nach Würden vers chren kann, und doch mit der innigsten Andacht aufnehmen möchte! Was kann ich Besseres und Heilsameres denken, als daß ich mich selbst ganz erniedrige vor Dir, und Deine unendliche Güte lobpreisend erhebe! Siehe, Du bist der Heilige der Heiligen, ich der Unreinste unter den Sündern! Siehe, du neigest Dich zu mir, 134 Bebete. der ich nicht werth bin, zu Dir aufzuschauen! Siehe, Du kommst zu mir, Du willst bei mir sein, Du ladest mich selbst zu Deinem heiligen Mahle! Du willst mir die Speise des Himmels geben, Dich selbst, das lebendige Brod, das vom Himmel gekommen ist, und der Welt das Leben giebt. Wie unendlich ist doch Deine Liebe, wie herrlich strahlt Deine Herablassung! Wer kann Dir genug dafür danken, wer genug Dich loben? Du, Herr aller Dinge, der Du keines Dinges bedarfſt, Du wellest durch dieses Sacrament in uns wohnen. Bewahre mein Herz und meinen Leib unbefleckt, daß ich mit frohem und reinem Gewissen dieses hohe Geheimniß genießen und zu meinem Heil empfangen kann, so wie Du es besonders zu Deiner Ehre und zu Deinem ewigen Gedächtnisse gestiftet und verordnet hast. So freue dich denn, meine Seele! und danke Gott für eine so edle Gabe, für einen so reichen Trost, den er uns in diesem Thale der Thränen hinterlassen hat. Amen. 9. Dein heiliger Leib, o Herr Jesu Christe, mein Herr und Gott, gedeihe mir zum ewigen Leben, und Dein theures Blut zur Vergebung aller meiner Sünden. Laß mir Dein heiliges Sacrament nicht zum Gerichte, sondern zur Seligkeit und wahren Freude gereichen, und mache mich armen Sünder würdig, daß ich in Deiner letzten Zukunft, am Tage des letzten Gerichts, zur Rechten der ewigen Herrlichkeit fröhlich stehen möge. Amen. Nach dem Abendmahle. 10. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen, Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß Gebete. 135 nicht was er dir Gutes gethan hat, der dir alle deine Sünde vergiebt, und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Berderben erlöset, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit. 68 dient zu meinen Freuden und kommt mir herzlich wohl, wenn ich in Deinen Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach, möcht' ich, o mein Leben, an Deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl geschähe mir. Ich danke Dir von Herzen, o Jesu, liebster Freund, für Deine Todesschmerzen, da Du's so gut gemeint. Ach, gieb, daß ich mich halte zu Dir und Deiner Treu, und wenn ich einst erkalte, in Dir mein Ende sei. Amen. Krankengebete. 11. Höre mein Gebet, Herr! und vernimm mein Schreien, und schweige nicht über meine Thränen; denn ich bin beides Dein Pilgrim und Dein Bürger, wie alle meine Väter. La ab von mir, daß ich mich erquicke, ehe denn ich hinfahre und nicht mehr hier sei. Ach, Herr! laß mich hören Freud' und Bonne, daß die Gebeine fröhlich werden, die Du zerschlagen haft; verbirg Dein Antlitz vor meinen Sünden, und tilge alle meine Missethat. Schaff in mir Gott ein reines Herz und gieb mir einen neuen gewissen Geist; verwirf mich nicht vor Deinem Angesicht, und nimm Deinen heiligen Geist nicht von mir, tröste mich wieder mit Deiner Hülfe und der freudige Geist erhalte mich. Gelobet sei der Herr täglich; Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch. Wir haben einen Gott, der da hilft, und einen Herrn, der vom Tode errettet. Ich harre des Herrn, meine Seele barret und ich hoffe auf sein Wort. Meine Seele wartet auf den Herrn von einer Morgenwache bis zur andern. Amen. Gebete. 12. Herr Jesu Christ, der Du alle unsere Krankheit getragen und alle unsere Schmerzen auf Dich geladen hast, siehe an meine Schwachheit und Schmerzen, und hilf mir dieselben tragen und überwinden. O treuer Erlöser! ich befehle Dir meis nen franken Leib und meine arme Seele in Deine heiligen Hände, ach, laß sie Niemand daraus reißen! O starter Held und Fürst des Lebens, der Du den Fürsten dieser Welt überwunden, bewahre mich unter dem Schatten Deiner Flügel vor seinen giftigen Pfeilen und Anfechtungen, und hilf mir ihn durch Deine Kraft überwinden, so will ich auch im Himmel Dich dafür preisen und Deine Gnade rühmen ewiglich. Amen. 13. Heiliger Geist, du höchster Tröster in aller Noth, zu Dir rufe ich in dieser meiner Krankheit, und bitte Dich demüthiglich, Du wollest Dich über mich gnädiglich erbarmen, mich in dieser meiner Schwachheit im starken Glauben an Jesum Christum erhalten, in Hoffnung erfreuen, in Widerwärtigkeit trösten, Geduld verleihen und diese Trübsal helfen überwinden. O du Geist der Stärke! stärke mich durch Deine Kraft und führe mich durch Deine Macht aus diesen Nöthen. O Du Geist der Gnaden! verbirg doch Dein gnädiges Angesicht nicht vor mir. Laß mich fröhlich hören Deine Gnade, denn ich hoffe auf Dich, und thue mir kund den Weg des Lebens, denn mich verz langet nach Dir. D Du Geist des Gebets! wenn ich vor gro Ber Angst meines Herzens und bittern Schmerzen meines Leibes nicht sollte wissen oder können genugsam zu meinem Gott seufzen; ach, so vertritt Du mich mit unaussprechlichem Seufzen! heiliger Geist! regiere und führe mich zu allem Guten; sende die heiligen Engel, daß sie sich um mich her lagern und endlich meine Seele bringen in das Land der Lebendigen, damit ich Dich, sammt dem Vater und Sohne, daselbst lobe und preise ewiglich. Amen! 136 Gebete. 14. Ach, himmlischer Vater, der Du tödtest und wieder le: bendig machst, verwundest und heilest, erhebe über mich armen verwundeten Menschen das Licht Deines Antliges, erhöre mein Gebet und erbarme Dich über meine Schmerzen. Ich muß zwar bekennen, daß ich mit meinen Sünden alles gar wohl verdient habe. Aber sei mir gnädig, mein Gott, sei mir gnädig. Siehe an meinen Jammer und mein Elend und vergieb mir meine Sünde. Heile mich durch Dein kräftiges Wort, welches alles heilet. Ich will Dir für diese und alle andere Deine Wohlthaten dankbar sein, jetzt und im Himmel ewiglich. Amen. 137 15. Herr Gott, gnädig und barmherzig und von großer Treue, bereite mich Armen, den Du geschlagen hast, mehr und mehr zu einem seligen Ende, vornehmlich aber in der letzten Todesstunde treibe von mir alle Anfechtungen und verz mehre meinen Glauben an Deinen Sohn Jesum, daß ich überwinde alle Schrecken des Todes. Wenn dann meine Ohren nicht mehr hören können, so laß Deinen Geist Zeugniß geben meinem Geiste, daß ich als Dein Kind und Christi Miterbe, bald soll mit Jesu bei Dir im Himmel sein. Wenn dann meine Augen nicht mehr werden sehen können, so thue meine Glaubensaugen auf, daß ich alsdann vor mir Deinen Himmel offen sehe und den Herrn Jesum zu seines Vaters Rechten, daß auch ich sein soll, wo er ist! Benn dann meine Zunge nicht mehr wird sprechen können, dann laß Deinen Geist mich vertreten mit unaussprechlichen Seufzern, und mich lehren in meinem Herzen rufen: Bater, in Deine Hände befehle ich meinen Geist! Gieb also, getreuer Gott, daß ich lebe in Deiner Furcht, sterbe in Deiner Gnade, dahinfahre in Deinem Frieden, ruhe im Grabe unter Deinem Schußze und auferstehe durch Deine Kraft, und dann ererbe die ſes 138 Gebete. lige Hoffnung, das ewige Leben, um Deines lieben Sohnes willen, Jesu Christi, unsers Herrn, welchem sammt Dir und dem heiligen Geiste, sei Lob und Preis, Ehre und Herrlichkeit, jetzt und immerdar. Amen. 16. Wenn ich nur Dich habe, o Herr, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. Wenn mir gleich Leib und Seele vers schmachtet, so bist Du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Theil. Amen. 17. Herr Jesu! soll ja diese Stunde sein meines Lebens letzte Stunde, so gieb gnädiglich, daß sie mir sei eine selige Stunde, und erhalte mich nur in Deiner Gnade, so wird auch der Tod mir nicht schaden können. Der Seele, die Du hast erlöset, der gicb, Herr Jesu, Deinen Trost! Amen. In Kriegszeiten. 18. Du wollest Deine Barmherzigkeit, o Gott! nicht von mir wenden, laß Deine Güte und Treue allewege mich behüten. Amen. 19. Dewiger Gott und Vater! Höre mich, wenn ich zu Dir rufe. Nach Dir, o Gott! verlanget mich, und ich hoffe auf Dich. Siehe! ich bin in fremden Landen und ziehe mit dem Kriegsheer unter Deinem Geleite. Sei mit mir auf dem Zuge und behüte mich auf meinen Wegen. Weiß ich auch nicht, wie und wohin sie mich führen werden, so bist Du doch, Gott überall, wo ich gehe und stehe. Du siehest alle meine Wege. Darum ziehe ich mit gutem Muthe und weiß, es kann mir Gebete. 139 nichts geschehen, als was du hast ersehen. Ich verlasse mich auf Dich, so können mir Menschen nichts thun. Du hast gesagt: fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöset; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein. Denn so du durch's Wasser gehest, will ich bei dir sein, daß dich die Ströme nicht sollen ersäufen; und so du ins Feuer gehest, sollst du nicht brennen, und die Flamme soll dich nicht anzünden. Denn ich bin der Herr, Dein Gott, der Heilige in Israel, Dein Heiland. Darauf vertraue ich in voller Zuversicht um Jesu Christi willen. Amen! Vor einer Schlacht. 20. Der Herr ist mein Hirte. Und ob ich schon wanderte im finsteren Thale, fürchte ich kein Unglück; denn Du bist bei mir, Dein Stecken und Stab trösten mich. Der Herr ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? der Herr ist meines Lebens Kraft; vor went follte mir grauen? Wenn sich schon ein Heer wider mich legt, so fürchtet sich dennoch mein Herz nicht; wenn sich Krieg wider mich erhebt, so verlasse ich mich auf ihn. Amen. 21. Herr des Lebens und Todes! Gott, mein Gott und Herr! Meine Zeit stehet in Deiner Hand. Du hast die Tage meines Lebens gezählet, ehe ich ward. Wie leicht, daß heute mein letzter Tag angebrochen ist, und daß der Pfeil des Todes mich trifft. Dann geschehe Dein Wille an mir. Denn unser keiner lebt ihm selber, unser keiner stirbt ihm selber, und leben wir, fo leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn; darum wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn. Ob tausend fallen zu meiner Rechten, und zehntausend zu meiner Linken, so fürchte ich doch kein Unglück, denn meine 140 Gebete. Seele ist unverloren und unverzagt durch Dich, mein Heiland und Herr. Wo Du bist, da soll ich auch sein, und kein Tod kann mich aus Deiner Hand reißen. In Deiner Liebe bin ich eingeschlossen. Nun kann ich unverdrossen an mein Verhäng niß gehn, kein Unfall unter allen soll mir zu harte fallen, ich werd' ihn freudig übersteh'n. Amen. Nach einem unglücklichen Treffen. 22. Ach Herr! Deine Hand hat uns gezüchtiget und liegt schwer auf uns. Wir sind gebeuget und unsere Feinde erhöhet. Wir liegen in den Staub geworfen und bekennen, daß wir mit un sern Sünden verdienet haben, was wir leiden. Wie sind die Helden gefallen im Streit und die Kämpfer umgekommen ohne Erbarmen. Wir sind unsern Feinden ein Spott gewor den, denn Du hast weggenommen die Kraft unseren Waffen, und dem Feinde den Sieg gegeben. Du strafft nicht ohne Urfach. Herr! Du bist gerecht in allen Deinen Werken, die Du Hust, und Deinem Willen kann Niemand widerstehen. In Demuth erkennen wir deine Gerichte, und bitten um Gnade. Kehre doch wieder zu uns, und wende von uns Schimpf und Gefangenschaft, Flucht und Untergang. Du hast uns gedemüthiget, weil wir irreten, Du hast Muth und Macht gebros chen, auf die wir uns verließen, auf daß wir erkennen sollten, mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren. Mann und Rosse werden zum Schlachttage bereitet, aber der Sieg kommt von Dir. Darum wende Dich wieder zu uns! Gieb uns neuen Muth! Du, o Gott, warest ehemals unsere Stärke, und hast oft den Sieg verliehen unsern Vätern im Streite wider ihre Feinde. Mit Dir wollen auch wir Thaten thun. Behüte uns vor Verräthern in unsern Reihen, vor Zweiflern an Deiner Hülfe. Laß uns nicht hören auf die lo sen Reden der Untreuen und Flüchtlinge, die aus Feigheit Gebete. 141 und um ihres bösen Gewissens willen ihren Eid brechen, nein! hilf uns, Gott! auch diese Prüfung mit gutem Gewissen bestehen, und alle Noth, Hunger und Mühseligkeiten lieber ertragen, als daß wir uns an Dir versündigen und uns fremder Sünden theilhaftig machen. Allmächtiger! Wir lassen Dich nicht, Du segnest uns denn. Wir wollen nicht aufhören, zu Dir zu rufen; nimm Dich unser wiederum an, erfreue uns wieder, nachdem wir so viel Unglück gelitten, erzeige uns Deine Hülfe, und laß unsere Feinde erfahren, daß Du noch mit uns bist, und Deine Kraft in den Schwachen mächtig ist, wenn sie Dich, den Herrn Herrn haben und keinen Andern. Amen. Nach einer gewonnenen Schlacht. 23. Danket dem Herrn von ganzem Herzen und erzählet alle seine Wunder. Freuet euch und seid fröhlich in ihm. Gebet unserm Gott allein die Ehre und lobet den Namen des Allerhöchsten. Denn der Herr hat offenbaret seinen heiligen Arm vor den Augen aller Völker. Er hat Glück und Sieg gegeben wider unsere starken Feinde, und unser Leben errettet. Freuet euch, daß er sich so gnädig erzeiget hat. Wie herrlich ist Dein Name und Deine Macht, Gott Zebaoth! Du hast Großes an uns gethan, des sind wir fröhlich und preisen Deine Hülfe. Ohne Dich wären wir nicht erhalten; sondern müßten erschrocken fliehen, wie jene, die Dein Arm vor unsern Augen zerstreut hat. Zu unserer Rechten und zu unserer Linken sind sie gefallen, wir aber stehen und preisen Deine Wunder, die Du an uns thust. Viele der Unsern haben mit ihrem Leben und Blut den Sieg erkauft, und bedecken mit den gefallenen Feinden den Wahlplag. Wir klagen um ihren Verlust, aber Du wirst ihnen geben und vergelten nach ihrer Hände Werk und was sie um uns verdient haben. Sei ihnen gnädig nach Deiner großen Güte. Den verwundeten Brüdern 142 Gebete. sei Arzt und Tröster. Lindere ihre Schmerzen und stärke sie auf den Siechbetten durch den Glauben an Deine Hülfe. Laß auch sie des Sieges sich freuen, um den sie mit uns gearbeitet haben, vernimm ihr Flehen, Allerbarmer! und laß sie genefen. Die aber der Tod erlöset von schweren Leiden, führe durch das finstere Thal des Todes zu ewigen Freuden. In der Stunde ihres Abscheidens mache es ihnen recht gewiß, daß ſie bei Christo sein werden, und das Fest des ewigen Sieges mit ihm feiern. Uns, Herr! gieb die Gnade, daß wir des Sieges uns freuen, wie es den Heiligen geziemt, und ihn nicht durch Sünden und Unthaten beflecken, oder wohl gar verscherzen, sondern uns werth bezeigen der Thaten, die Du mit uns aus führest. Hochgelobt sei Dein Name immer und ewiglich, und alles Volk spreche: Amen. Amen. Register der Gesänge. Seite Berfaffer. 54 Sofua Stegmann. 54 Samuel Zehner. 54 Salomo Franc. 45 E. C. Homburg. 55 Nicolaus Decius. 41 Johann Schneefing. 56 Joh. Georg Albinus. Johann Nift. Ach, bleib mit Deiner Gnade. Ach, Gott! gieb Du uns Deine Ach Gott, verlaß mich nicht, Ach! wundergroßer Siegesheld, Allein Gott in der Höh Allein zu Dir, Herr Jesu Christ Alle Menschen müssen sterben, Auf, auf, ihr Reichsgenossen!. 12 Auf, auf, mit frohem Lobgesang 118 Auf Christi Himmelfahrt allein Auf Dein Gebot, mein Gott, Auf Gott, und nicht auf meinen Auf, Jesu Jünger! freuet euch! Auf, ihr Christen, Auf, ihr Streiter, Auf meinen lieben Gott. Aus Gnaden soll ich selig. Aus tiefer Noth schrei ich. 46 Josua Wegelin. 118 56 Chrift. Fürchtegott Gellert. 47 57 Juftus Falckner. 58 3. J. Rambach. 59 Sigismund Weingärtner. 59 Christian Lubwig Scheidt. 41 Martin Luther. Befiehl du deine Wege, 61 Bewährter Arzt der franken.. 113 Paul Gerhardt. 144 Register der Gesänge. Christe, Du Lamm Gottes, Christ ist erstanden. ..... Das alte Jahr vergangen ist. Dies ist der Tag, den Gott. Fröhlich soll mein Herze. Frühmorgene da bie Sonn'. Seite 22 Martin Luther. 35 Martin Luther. 62 ... Ein Chrift, ein tapfrer. Ein' feste Burg ist unser Gott. 63 Martin Luther. Ein neuer Tag, ein neues Leben 108 Benjamin Schmold. Eins ist Noth! ach Herz, dies. 64 3. Heinrich Schröder. Erneu're mich, o ew ges Licht!. 65 Job. Friedrich Ruopp. Gottlob! ein neues Kirchenjahr Gott sei gelobet und gebenedeiet, Berfaffer. 20 Johann Steuerlein V. 1 u. 2. Johann Tappius V. 3-6. 16 Christ. Fürchtegott Gollert. Geduld ist euch vonnöthen,.. 65 Geist vom Vater und vom Sohne, 48 Gelobet seist Du, Jesus Christ, Gott, der Du selbst die Wahrheit Gott lebet noch! 18 17 Paul Gerhardt. 35 Joh.$ eermann. 36 109 Hallelujah! Lob, Preis und Ehr' 2 Halt' im Gedächtniß Jesum Herr, der Du mir das Leben Herr Gott, Dich loben wir, Herr Jesu Christ, Dein theures Herr Jesu Christ, Dich zu uns Herr Jesu, Gnadensonne, Herr, unser Gott, laß nicht Herr! vor Deinem Angesicht.. Herzlich lieb hab' ich Dich, Paul Gerhardt. Gottfried Hoffmann. Martin Luther. 66 67 Joh. Friedrich Bihn. 13 23 Martin Luther. Cyrtacus Günther. Christ. Fürchtegott Gellert. 1 Martin Luther. 23 Johann Olearius. 10 Wilhelm II., Herz. zu S..Welmar. 69 Ludwig Andreas Gotter. 119 Johann Heermann, 10 69 Martin Schalling. Register der Gefänge. Herzliebster Jesu, was hast Du Herz und Herz vereint Hier legt mein Sinn sich Hilf, Herr Jesu! laß gelingen, Himmelan geht uns're Bahn, Höchster Gott, Dir danken wir, Hüter, wird die Nacht .. .... Ich bin ja, Herr, in Deiner Ich geh' zu Deinem Grabe, Ich habe Luft zu scheiden Ich habe nun den Grund Ich heb' mein' Augen sehnlich Ich komm' jetzt als ein armer Ich preise Dich, o Herr ,. Ich preise Dich, und singe. Ich finge Dir mit Herz und Ich sterbe täglich, und mein Ich will Dich lieben, meine Sch will von meiner Missethat Ich zieh' durch fremde Lande. Jesu, Deine tiefe Wunden. Jesu, Freund der Menschenkinder Jesu, meine Freude, • ● •.. . Jesus lebt, mit ihm auch ich, Jesus, meine Zuversicht. ● .. • ♦ • ♦ Sette 2 Verfaffer. Joh. Heermann. 2. C. v. Binzendorf. In unsrer Kriegesnoth Ift Gott für mich, so trete Ift Gott für uns in aller Pein, 70 71 Chrift. Friedr. Richter. 21 Johann Rist. 72 Benjamin Schmold. 10 Joh. Adam Haßlocher. 73 Christian Friedrich Richter. 74 Simon Dach. 36 Benjamin Schmold. 114 Benjamin Schmole. 75 Joh. Andreas Rothe. 119 Cornelius Becker. 24 Justus Sieber. 26 115 3 75 Benjamin Schmold. 76 Johann Scheffler( Angelus). 42 Luise Henriette, Kurfürftinn von Brandenburg. 120 Paul Gerhardt. Paul Gerhardt. 27 Joh. Heermann. 28 Joh. Caspar Lavater. 77 Johann Franck. 145 Ihr Kinder des Höchsten! 78 Christian Andreas Bernsteta. In allen meinen Thaten 79 Paul Flemming. 121 80 Paul Gerhardt. 81 Chr. von Stöcken. 37 Christ. Fürchtegott Gellert. 38 Luise Henriette, Kurfürstinn von Brandenburg. 10 146 Register der Gesänge. Komm', heiliger Geist, Romm, o komm Du Geist Kyrie Gott, Bater in Ewigkeit, Laß mich Dein sein und Liebe, die Du mich zum Bilde. Liebster Jesu! wir sind hier,. Lobe den Herren, ben mächtigen Lobt Gott, ihr Christen.. Mache dich, mein Geist, bereit Macht hoch die Thür, die... Man lobt Dich in der Stille, Meinen Jesum laß ich nicht,. Mein erst Gefühl sei Preis Mein Jesu, dem die Seraphinen Mein Jesu, der Du vor dem Mir nach, spricht Chriftus, Mit Ernst, ihr Menschenkinder. Noch läßt der Herr mich leben Nun bitten wir den heiligen. Nun danket Alle Gott Nun last uns geh'n und treten Nun ruhen alle Wälder Nun sich der Tag geendet hat • .. • ● O daß ich tausend Zungen D Durchbrecher aller Bande D Ewigkeit, du Donnerwort.. D Gott, Du frommer Gott. D Haupt voll Blut und. D heil'ger Geist, tehr' bei uns. Seite 49 Martin Luther. 50 Joachim Neander. 11 Johann Spangenberg. Verfaffer. 11 Nicolaus Selnecker. 82 Joh. Scheffler( Angelus). 11 Tobias Clausniper. 4 Joachim Neander. 18 Nicolaus Hermann. 83 Joh. Burchard Freystein. 13 Georg Weißel. 4 Joachim Neander. 84 Christian Keymann. 109 Christ. Fürchtegott Gellert. 85 Wolfgang Deßler. 29 Joh. Jacob Rambach. 86 Johann Scheffler( Angelus). 14 Valentin Thilo. 110 50 Martin Luther. 5 Martin Rinfart, 21 111 112 Paul Gerhardt. Paul Gerhardt. Johann Friedrich Serpog. 5 Johann Menger. 87 Gottfried Arnold. 88 Johann Rist. 89 Joh. Heermann. 30 Baul Gerhardt. 51 Michael Schirmer. Register der Gesänge. D Jesu, Jesu, Gottes Sohn D Lamm Gottes. .. Unsern Ausgang fegne Gott Unter allen großen Gütern Unter meinem Schmerz und. O Tod, wo ist dein Stachel. O Vater der Barmherzigkeit O Welt, sich hier Dein Leben. D, wie selig seid ihr doch. Ringe recht, wenn Gottes.. 92 Joh. Joseph Winckler, Schaffet, schaffet Menschenkinder 92 Schmücke dich, o liebe Seele. 33 94 7 . Seele, was ermüd'st du dich. Sei Lob und Ehr' dem höchsten Sei mit mir, mein getreuer. 121 Sollt' ich meinem Gott... 8 So wahr ich lebe, spricht dein. Such', wer da will, ein ander • . ● • Wach' auf, mein Herz, die.. Wach' auf, mein Herz, und Wachet auf vom Schlaf. Was Gott thut, das ist. Was mein Gott will. Wenn meine Sünd' mich .. . ●.. .. Seite 90 Johann Heermann. 31 Nicolaus Decius. 39 Justus Gesenius. 43 David Denicke. Paul Gerhardt. 31 91 Simon Dach. Verfaffer. Bater, fröne Du mit Segen. 123 Wilhelm Hülsemann. Verzage nicht, du Häuflein 122 Vom Himmel hoch, da komm'. Von Gott will ich nicht lassen. Ludw. Andreas Gotter. Johann Franck. Jacob Gabriel Wolf. Joh. Jacob Schup. Paul Gerhardt. 95 Johann Seermann. 95 Georg Weißel. 12 Hartmann Schent. Ernst Lange. 96 116 Gustav Adolph, König v. Schweben, 19 Martin Luther. 97 Ludwig Helmbold. 147 40 Laurentius Laurenti. Paul Gerhardt. 112 98 99 99 34 Samuel Redigaft. Albrecht t. 3., Markgraf zu BranJustus Oefentus. denburg. Register der Gesänge, Seite Wenn wir in höchsten Nöthen. 123 Paul Eberus. Wer ist wohl, wie Du,... 100 • Georg Neumart. 101 102 Emilie Juliane, Gråfinn zu Wer nur den lieben Gott.. Wer weiß, wie nahe mir Wie brennen meine Wunden 117 Wie fleucht dahin der Menschen 103 Wie groß ist des Allmächt'gen. 104 Wie soll ich Dich empfangen Joachim Neander. Christ. Fürchtegott Gellert. 15 Paul Gerhardt. 105 Fr. Gottlieb Klopstock. 105 Wolfgang Deßler. Wie wird mir dann, o dann Wie wohl ist mir, o Freund. Wir liegen hier zu Deinen Wir Menschen sind zu dem 44 Benjamin Schmold. 107 Davib Denicke. 148 Beuch ein zu Deinen Thoren Zeuch uns nach Dir. Zu Deinen Füßen liege ich . . • ● Berfasser. 3. A. Freylinghausen. Schwarzb.- Rudolstadt. 52 Paul Gerhardt. 48 Lud. Elisabeth, Gräfinn zu 117 Schwarzb.- Rudolstadt. Die Psalmen Davids nach Dr. Martin Luthers Uebersetzung. Berlin. Druck und Verlag von Georg Reimer. Psalm 1. Psalm 2. Lehre von Glückseligkeit der From- Weissagung von Christo, dem ewimen und Strafe der Gottlosen. gen Könige, seinem Reich, und dessen Feinden. Wohl dem, der nicht wandelt im Rath der Gott losen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, da die Spötter sitzen; 2. Sondern hat Lust zum Gesetz des Herrn, und redet von seinem Gesetze Tag und Nacht. 3. Der ist wie ein Baum gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht, und was er macht, das geräth wohl. 4. Aber so sind die Gottlosen nicht, sondern wie Spreu, die der Wind verstreut. 5. Darum bleiben die Gottlosen nicht im Gericht, noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten. 6. Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten, aber der Gottlosen Weg vergeht. W arum toben die Heiden und die Leute reden so vergeblich? 2. Die Könige im Lande lehnen sich auf, und die Herren rathschlagen mit einander wider den Herrn und seinen Gesalbten. 3. Lasset uns zerreißen ihre Bande und von uns werfen ihre Seile. 4. Aber der im Himmel wohnt, lachet ihrer, und der Herr spottet ihrer. 5. Er wird einst mit ihnen reden in seinem Zorn, und mit seinem Grimm wird er sie schrecken. 6. Aber ich habe meinen König eingesetzt auf meinem heiligen Berge Zion. 7. Ich will von einer solchen Weise predigen, daß der Herr zu mir gesagt hat: Du bist Psalm 2. 3. 4. 4 mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt. 8. Heische von mir, so will ich dir die Heiden zum Erbe geben, und der Welt Ende zum Eigenthum. 9. Du sollst sie mit einem eisernen Scepter zerschlagen, wie Töpfe sollst du sie zerschmeißen. 10. So lasset euch nun weisen, ihr Könige, und lasset euch züchtigen, ihr Richter auf Erden. 11. Dienet dem Herrn mit Furcht, und freuet euch mit Bittern. 12. Küffet den Sohr daß er nicht zürne, und ihr umkommet auf dem Wege; denn sein Zorn wird bald anbrennen; aber wohl Allen, die auf ihn trauen. Psalm 3. Gebet und Trost Davibe widber seine Verfolger. 1. Ein Psalm Davids, da er floh vor seinem Sohne Absalom. No Herr, wie sind meiner Feinde so viel, und setzen sich so viele wider mich! 3. Viele sagen von meiner Seele, sie hat keine Hülfe bei Gott, Sela. 4. Aber du, Herr, bist der Schild für mich, und der mich zu Ehren setzt und mein Haupt aufrichtet. 5. Ich rufe an mit meiner Stimme den Herrn, so erhört er mich von seinem heiligen Berge, Sela. 6. Ich liege und schlafe und erwache, denn der Herr hält mich. 7. Ich fürchte mich nicht vor vielen hundert Tausenden, die sich umher wider mich legen. 8. Auf, Herr, und hilf mir, mein Gott, denn du schlägst alle meine Feinde auf den Backen, und zerschmetterst der Gottlosen Zähne. 9. Bei dem Herrn findet man Hülfe, und deinen Segen über dein Volk, Sela. Psalm 4. Tröstliches Gebet wider der Weltfinder Eitelkeit. 1. Ein Psalm Davids, vorzufingen auf Saitenspielen. Erhöre mich, wenn ich rufe, Gott meiner Gerechtigkeit, der du mich tröstest in Angst, Psalm 4. 5. fei mir gnädig und erhöre mein Gebet. 3. Ihr Männer, wie lange soll meine Ehre geschändet werden? Wie habt ihr das Eitle so lieb und die Lügen so gerne? Sela. 4. Erkennet doch, daß der Herr seine Heiligen wunderlich führt; der Herr hört, wenn ich ihn anrufe. 5. Zürnet ihr, so sündiget nicht, redet mit eurem Herzen auf eurem Lager, und harret, Sela. 6. Opfert Gerechtigkeit, und hoffet auf den Herrn. 7. Viele sagen: Wie sollte uns dieser weisen, was gut ist? Aber, Herr, erhebe über uns das Licht deines Antlitzes. 8. Du erfreust mein Herz, ob jene gleich viel Korn und Wein haben. 9. Ich liege und schlafe ganz mit Frieden, denn allein du, Herr, hilfst mir, daß ich sicher wohne. Psalm 5. Gebet für die Kirche wider die falschen Lehrer. 5 Herr err, höre meine Worte, merke auf meine Rede! 3. Vernimm mein Schreien, mein König und mein Gott, denn ich will vor dir beten. 1. Ein Psalm Davids, vorzusingen für das Erbe. 4. Herr, frühe wollest du meine Stimme hören, frühe will ich mich zu dir schicken und darauf merken. 5. Denn du bist nicht ein Gott, dem gottlos Wesen gefällt, wer böse ist, bleibt nicht vor dir. 6. Die Ruhmredigen bestehen nicht vor deinen Augen, du bist feind allen Uebelthätern. 7. Du bringst die Lügner um; der Herr hat Greuel an den Blutgierigen und Fal schen. 8. Ich aber will in dein Haus gehen auf deine große Güte, und anbeten gegen deinen heiligen Tempel in deiner Furcht. 9. Herr leite mich in deiner Gerechtigkeit um meiner Feinde willen; richte deinen Weg vor mir her. 10. Denn in ihrem Munde ist nichts Gewisses; ihr Inwendiges ist Herzeleid, ihr Rachen ist ein offenes Grab, mit ihren Zungen heucheln sie. 6 Pfalm 5. 6. 7. man deiner nicht; wer will dir in der Hölle danken? 11. Schuldige sie, Gott, daß 6. Denn im Tode gedenket fie fallen von ihrem Vornehmen, stoße sie aus um ihrer großen Uebertretungen willen, denn sie sind dir widerspenstig. 12. Laß sich freuen Alle, die auf dich trauen; ewiglich laß sie rühmen, denn du beschirmst fie; fröhlich laß sein in dir, die deinen Namen lieben. 13. Denn du, Herr, segnest die Gerechten; du krönest sie mit Gnade, wie mit einem Schilde. Psalm 6. Bußgebet um Gesundheit Leibes und der Seele. 1. Ein Psalm Davids, vorzusingen auf acht Saiten. Ach Herr, strafe mich nicht in deinem Zorn, und züchtige mich nicht in deinem Grimm. 3. Herr, sei mir gnädig, denn ich bin schwach; heile mich, Herr, denn meine Gebeine sind erschrocken, 4. Und meine Seele ist sehr erschrocken; ach du Herr, wie so lange! 5. Wende dich, Herr, und errette meine Seele; hilf mir um deiner Güte willen. 7. Ich bin so müde von Seufzen, ich schwemme mein Bette die ganze Nacht und netze mit meinen Thränen mein Lager. 8. Meine Gestalt ist verfallen vor Trauern, und ist alt geworden, denn ich allenthalben geängstet werde. 9. Weichet von mir, alle lebelthäter, denn der Herr hört mein Weinen. 10. Der Herr hört mein Fle hen; mein Gebet nimmt der Herr an. 11. Es müssen alle neine Feinde zu Schanden werden und sehr erschrecken, sich zu rückkehren und zu Schanden werden plötzlich. Psalm 7. Gebet um Rettung der gerechten Sache. 1. Die Unschuld Davids, davon er sang dem Herrn, von wegen der Worte des Mohren, des Feminiten. Auf dich, Herr, traue ich, mein Gott, hilf mir von allen meinen Verfolgern und errette mich, Psalm 7. 8. 3. Daß sie nicht wie Löwen meine Seele erhaschen und zerreißen, weil kein Erretter da ist. 4. Herr, mein Gott, habe ich solches gethan, und ist Unrecht in meinen Händen? 5. Habe ich Böses vergolten denen, so friedlich mit mir leb- spannt und zielt, ten, oder die, so mir ohne Ursach feind waren, beschädigt: 6. So verfolge mein Feind meine Seele und ergreife sie, und trete mein Leben zu Boden und lege meine Ehre in den Staub, Sela. 7. Stehe auf, Herr, in deinem Zorn, erhebe dich über den Grimm meiner Feinde, und hilf mir wieder in das Amt, das du mir befohlen hast, 7 11. Mein Schild ist bei Gott, der den frommen Herzen hilft. 12. Gott ist ein rechter Nichter, und ein Gott, der täglich droht. 13. Will man sich nicht bekehren, so hat er sein Schwert gewetzt und seinen Bogen ge8. Daß sich die Leute wieder zu dir sammeln, und um derselben willen komme wieder empor. 9. Der Herr ist Nichter über die Leute. Nichte mich, Herr, nach meiner Gerechtigkeit und Frömmigkeit. 10. Laß der Gottlosen Bosheit ein Ende werden, und fordere die Gerechtigkeit, denn du, gerechter Gott, prüfest Herzen und Nieren. 14. Und hat darauf gelegt tödtliche Geschosse; seine Pfeile hat er zugerichtet zu verderben. 15. Siehe, der hat Böses im Sinn, mit Unglück ist er schwanger; er wird aber einen Fehl gebären. 16. Er hat eine Grube gegraben und ausgeführt, und ist in die Grube gefallen, die er gemacht hat. 17. Sein Unglück wird auf seinen Kopf kommen, und sein Frevel auf seine Scheitel fallen. 18. Ich danke dem Herrn um seiner Gerechtigkeit willen, und will loben den Namen des Herrn, des Allerhöchsten. Psalm 8. Von Christi Reich, Leiden und Herrlichkeit. 1. Ein Psalm Davids, vorzufingen auf der Githith. 8 Psalm 8. 9. Herr, unser Herrscher, wie wie herrlich ist dein Name in in allen Landen, da man dir dantet im Himmel! 3. Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge hast du eine Macht zugerichtet um deiner Feinde willen, daß du vertilgst den Feind und den Rachgierigen. 1. Ein Psalm Davids, von der schönen Jugend, vorzusingen. 4. Denn ich werde sehen die Ich danke dem Herrn von ganzem Herzen, und er zähle alle deine Wunder. Himmel, beiner Finger Wert, den Mond und die Sterne, die du bereitest. Psalm 9. Dantlieb für erhaltenen Sieg wiber bie Feinde. 9. Die Vögel unter dem Himmel und die Fische im Meer, und was im Meer gehet. 10. Herr, unser Herrscher, 3. Ich freue mich und bin fröhlich in dir, und lobe deinen Namen, du Allerhöchster! 4. Daß du meine Feinde hinter sich getrieben hast; sie sind gefallen und umgekommen vor dir. 5. Denn du führest mein Recht und Sache aus; du sitzest auf dem Stuhl, ein rechter Nichter. 5. Was ist der Mensch, daß du seiner gedenkest, und des Menschen Kind, daß du dich feiner annimmst? 6. Du wirst ihn lassen eine kleine Zeit von Gott verlassen sein; aber mit Ehre und Schmuck wirst du ihn krönen. 7. Du wirst ihn zum Herrn machen über deiner Hände Werk; Alles hast du unter seine Füße gethan, 8. Schafe und Ochsen all- ren zumal, dazu auch die wilden Thiere, 6. Du schiltst die Heiden und bringst die Gottlosen um; ihNamen vertilgst du immer und ewiglich. 7. Die Schwerter des Feindes haben ein Ende; die Städte hast du umgekehrt; ihr Ges dächtniß ist umgekommen samt ihnen. 8. Der Herr aber bleibt ewig Pfalm lich; er hat seinen Stuhl bereitet zum Gericht. 9. Und er wird den Erdboden recht richten und die Leute regieren rechtschaffen. 10. Und der Herr ist des Armen Schutz, ein Schutz in der Noth. 11. Darum hoffen auf dich, die deinen Namen kennen, denn du verläsfest nicht, die dich, Herr, suchen. 12. Lobet den Herrn, der zu Zion wohnet; verkündiget unter den Leuten sein Thun. 13. Denn er gedenkt und fragt nach ihrem Blut; er vergißt nicht des Schreiens der Armen. 14. Herr, sei mir gnädig, siehe an mein Elend unter den Feinden, der du mich erhebest aus den Thoren des Todes, 9. 10. 9. seiner Hände durch das Wort, Sela. 16. Die Heiden sind versunken in der Grube, die sie zugerichtet hatten; ihr Fuß ist gefangen im Netz, das sie gestellt hatten. 18. Ach, daß die Gottlosen müßten zur Hölle gekehrt werden, alle Heiden, die Gottes vergessen. 17. So erkennt man, daß der Herr Recht schaffet. Der Gottlose ist verstrickt in dem Werk 19. Denn er wird des Armen nicht so ganz vergessen, und die Hoffnung der Elenden wird nicht verloren sein ewiglich. 20. Herr, stehe auf, daß Menschen sich nicht überheben; laß alle Heiden vor dir gerichtet Psalm 10. Gebet wider die Feinbe der Kirche. 15. Auf daß ich erzähle allen Herr, warum trittſt du so deinen Preis ferne? dich zur werden. 21. Gib ihnen, Herr, einen Meister, daß die Heiden erkennen, daß sie Menschen sind, Sela. der Tochter Zion, daß ich fröh- Zeit der Noth? lich sei über deiner Hülfe. 2. Weil der Gottlose Uebermuth treibt, muß der Elende leiden; sie hängen sich an einander, und erdenken böse Tücke. 3. Denn der Gottlose rühmt sich seines Muthwillens, und der Geizige segnet sich und lästert den Herrn. 10 Psalm 4. Der Gottlose ist stolz und zornig, daß er nach Niemand fragt; in allen seinen Tücken hält er Gott für nichts. 13. Warum soll der Gottlose Gott lästern und in seinem Herzen sprechen: Du fragst nicht darnach? 5. Er fährt fort mit seinem Thun immerdar; deine Gerichte sind ferne von ihm; er handelt trotzig mit allen seinen Feinden. 14. Du siehest ja, denn du schauest das Elend und den Jammer, es steht in deinen 6. Er spricht in seinem Her- Händen; die Armen befehlen zen: Ich werde nimmermehr es dir. Du bist der Waisen darnieder liegen; es wird für Helfer. und für keine Noth haben. 7. Sein Mund ist voll Fluchen, Falschheit und Trug; seine Zunge richtet Mühe und Arbeit an. 8. Er sitzt und lauert in den Höfen, er erwürgt die Unschuldigen heimlich; seine Augen halten auf die Armen. 9. Er lauert im Verborgenen, wie ein Löwe in der Höhle; er lauert, daß er den Elenden erhasche, und erhascht ihn, wenn er ihn in sein Netz zieht. 10. Er zerschlägt und drückt nieder, und stößt zu Boden den Armen mit Gewalt. 11. Er spricht in seinem Herzen: Gott hat es vergessen; er hat sein Antlitz verborgen, er wird es nimmermehr sehen. 12. Stehe auf, Herr, Gott, 10. 11. erhebe deine Hand; vergiß der Elenden nicht. 15. Zerbrich den Arm des Gottlosen und suche das Böse, so wird man sein gottloses Wesen nimmer finden. 16. Der Herr ist König immer und ewiglich; die Heiden müssen aus seinem Lande umkommen. 17. Das Verlangen der Elenden hörest du, Herr; ihr Herz ist gewiß, daß dein Ohr darauf merket; 18. Daß du Recht schaffest dem Waisen und Armen, daß der Mensch nicht mehr trotze auf Erden. Psalm 11. Trost wider die Feinde stehet im rechten Vertrauen auf Gott. 1. Ein Psalm Davids, vorzufingen. Psalm 11. 12. traue auf den Herrn; wie saget ihr denn zu meiner Seele, sie soll fliegen wie ein eure 2. Denn siehe, die Gottlosen spannen den Bogen und legen ihre Pfeile auf die Sehne, damit heimlich zu schießen die Frommen. 3. Denn sie reißen den Grund um; was sollte der Gerechte ausrichten? 4. Der Herr ist in seinem heiligen Tempel, des Herrn Stuhl ist im Himmel; seine Augen sehen darauf; seine Angenlieder prüfen die Menschenfinder. 5. Der Herr prüft den Gerechten; seine Seele haßt den Gottlosen, und die gerne freveln. 6. Er wird regnen lassen über die Gottlosen Blitz, Feuer und Schwefel, und wird ihnen ein Wetter zum Lohn geben. 7. Der Herr ist gerecht und hat Gerechtigkeit lieb; darum, daß ihre Angesichter schauen auf das, was recht ist. 11 1. Ein Psalm Davids, vorzufingen auf acht Saiten. Hilf, Herr, die Heiligen hader Psalm 12. Gebet um Erhaltung des kleinen Häufleins durch Gottes Wort. Gläubigen sind wenig unter den Menschenkindern. 3. Einer redet mit dem andern unnüße Dinge, und heucheln und lehren aus uneinigem Herzen. 4. Der Herr wolle ausrotten alle Heuchelei und die Zunge, die da stolz redet. 5. Die da sagen: Unsere Zunge soll Ueberhand haben, uns gebührt zu reden; wer ist unser Herr? 6. Weil denn die Elenden verstört werden, und die Armen seufzen, will ich auf, spricht der Herr; ich will eine Hülfe schaffen, daß man getrost lehren soll. 7. Die Rede des Herrn ist lauter, wie durchläutertes Silber im irdenen Tiegel, bewährt siebenmal. 8. Du, Herr, wollest uns bewahren und uns behüten vor diesem Geschlechte ewiglich. 9. Denn es wird allenthalben voll Gottloser, wo solche lose Leute unter den Menschen herrschen. 12 Pfalm 13. 14. Psalm 13. Gebet in Traurigkeit und Herzens. 1. Ein Pfalm Davids, vorzusingen. Herr err, wie lange willst du meiner so gar vergessen? Wie lange verbirgst du dein Antlitz vor mir? 3. Wie lange soll ich sorgen in meiner Seele, und mich ängstigen in meinem Herzen täglich? Wie lange soll sich mein Feind über mich erheben? 4. Schaue doch und erhöre mich, Herr, mein Gott. Erleuchte meine Augen, daß ich nicht im Tode entschlafe; 5. Daß nicht mein Feind rühme, er sei meiner mächtig geworden, und meine Widerfacher sich nicht freuen, daß ich niederliege. 6. Ich hoffe aber darauf, daß du so gnädig bist; mein Herz freut sich, daß du so gerne hilfst. Ich will dem Herrn singen, daß er so wohl mir thut. Psalm 14. Lehre vom Verderben des menschlichen Geschlechts, und dessen Hülfe. 1. Ein Psalm Davids, vor. zusingen. Die Thoren sprechen in ihrem Herzen: Es ist kein Gott. Sie taugen nichts und sind ein Greuel mit ihrem Wesen; da ist keiner, der Gutes thue. 2. Der Herr schauet vom Himmel auf der Menschen Kinder, daß er sehe, ob Jemand klug sei und nach Gott frage. 3. Aber sie sind Alle abgewichen und allesamt untüchtig; da ist keiner, der Gutes thue, auch nicht Einer. 4. Will denn der Uebelthäter Keiner das merken, die mein Bolt fressen, daß sie sich näh ren? Aber den Herrn rufen sie nicht an. 5. Daselbst fürchten sie sich; aber Gott ist bei dem Geschlecht der Gerechten. 6. Ihr schändet des Armen Nath; aber Gott ist seine Zuversicht. 7. Ach, daß die Hülfe aus Zion über Israel käme, und der Herr sein gefangenes Volk erlöfete! So würde Jakob fröhlich sein, und Israel sich freuen. Psalm 15. 16. 13 2. Ich habe gesagt zu dem Herrn: Du bist ja der Herr; ich muß um deinetwillen leiden, Psalm 15. Der Gläubigen Thun und lassen. 1. Ein Psalm Davids. err, wer wird wohnen in deiner Hütte Wer wird bleiben auf deinem heiligen Berge? 2. Wer ohne Wandel einher 4. Aber jene, die einem Angeht, und Recht thut, und re- dern nacheilen, werden grodet die Wahrheit von Herzen; ßes Herzeleid haben. Ich will 3. Wer mit seiner Zunge nicht verläumdet, und seinem Nächsten kein Arges thut, und seinen Nächsten nicht schmähet; ihres Trankopfers mit dem Blute nicht opfern, noch ihren Namen in meinem Munde führen. 5. Der Herr aber ist mein Gut und mein Theil; du erhältst mein Erbtheil. 4. Wer die Gottlosen nichts achtet, sondern ehret die Gottesfürchtigen, wer seinem Nächsten schwöret und hält es; 5. Wer sein Geld nicht auf Wucher gibt, und nimmt nicht Geschenke über den Unschuldigen. Wer das thut, der wird wohl bleiben. Psalm 16. Weissagung von Christi Leiden und Auferstehung. 3. Für die Heiligen, so auf Erden sind, und für die Herrlichen, an denen habe ich alles mein Gefallen. 6. Das Loos ist mir gefallen auf das Liebliche; mir ist ein schönes Erbtheil geworden. 7. Ich lobe den Herrn, der mir gerathen hat; auch züchtigen mich meine Nieren des Nachts. 8. Ich habe den Herrn allezeit vor Augen, denn er ist mir zur Rechten, darum werde ich wohl bleiben. 9. Darum freut sich mein 1. Ein goldenes Kleinod Da- Herz, und meine Ehre ist fröhvids. lich; auch mein Fleisch wird Bewahre mich, Gott, denn sicher liegen. ich traue auf dich. 10. Denn du wirst meine 14 Psalm Seele nicht in der Hölle lassen und nicht zugeben, daß dein Heiliger verwese. 11. Du thust mir kund den Weg zum Leben; vor dir ist Freude die Fülle, und liebliches Wesen zu deiner Rechten ewiglich. Psalm 17. Gebet um gesunde Lehre und heiliges Leben. 1. Ein Gebet Davids. Herr err, erhöre die Gerechtigteit, merke auf mein Geschrei, vernimm mein Gebet, das nicht aus falschem Munde geht. 2. Sprich du in meiner Sache, und schaue du auf das Recht. 3. Du prüfest mein Herz und besuchest es des Nachts, und läuterst mich und findest nichts. Ich habe mir vorgeſetzt, daß mein Mund nicht soll übertreten. 4. Ich bewahre mich in dem Wort deiner Lippen vor Menschenwerk auf dem Wege des Mörders. 5. Erhalte meinen Gang auf deinen Fußsteigen, daß meine Tritte nicht gleiten. 6. Ich rufe zu dir, daß du, 16. 17. Gott, wollest mich erhören; neige deine Ohren zu mir, höre meine Rede. 7. Beweise deine wunderbare Güte, du Heiland derer, die dir vertrauen, wider die, so sich wider deine rechte Hand setzen. 8. Behüte mich wie einen Augapfel im Auge; beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel 9. Vor den Gottlosen, die mich verstören, vor meinen Feinden, die um und um nach meiner Seele stehen. 10. Ihre Fetten halten zusammen; sie reden mit ihrem Munde stolz. 11. Wo wir gehen, so umgeben sie uns; ihre Augen richten sie dahin, daß sie uns zur Erde stürzen, 12. Gleich wie ein Löwe, der des Raubes begehrt, wie ein junger Löwe, der in der Höhle sitzt. 13. Herr, mache dich auf, überwältige ihn und demüthige ihn; errette meine Seele von dem Gottlosen mit deinem Schwert, 14. Von den Leuten deiner Hand, Herr, von den Leuten Psalm 17. 18. dieser Welt, welche ihr Theil haben in ihrem Leben, welchen du den Bauch füllst mit deinem Schatz; die da Kinder die Fülle haben und lassen ihr Uebriges ihren Jungen. 15. Ich aber will schauen dein Antlitz in Gerechtigkeit, ich will satt werden, wenn ich erwache nach deinem Bilde. Psalm 18. Danklied für Gottes Wohlthaten. 1. Ein Psalm vorzusingen; Davids, des Herrn Knechts, welcher hat dem Herrn die Worte dieses Liedes geredet zur Zeit, da ihn der Herr er rettet hatte von der Hand seiner Feinde und von der Hand Sauls. Und sprach: Herzlich lieb habe ich dich, Herr, meine Stärke! 3. Herr, mein Fels, meine Burg, mein Erretter, mein Gott, mein Hort, auf den ich traue, mein Schild und Horn meines Heils und mein Schutz! 15 Todes Bande, und die Bäche Belials erschreckten mich. 6. Der Höllen Bande umfingen mich, und des Todes Stricke überwältigten mich. 7. Wenn mir angst ist, so rufe ich den Herrn an, und schreie zu meinem Gott, so erhört er meine Stimme von seinem Tempel, und mein Geschrei kommt vor ihn zu seinen Ohren. 4. Ich will den Herrn loben und anrufen, so werde ich von meinen Feinden erlöst. 5. Denn es umfingen mich des 8. Die Erde bebte und ward bewegt, und die Grundfesten der Berge regten sich und bebten, da er zornig war. 9. Dampf ging auf von seiner Nase, und verzehrendes Feuer von seinem Munde, daß es davon blitzte. 10. Er neigte den Himmel und fuhr herab, und Dunkel war unter seinen Füßen. 11. Und er fuhr auf dem Cherub und flog daher; er schwebte auf den Fittigen des Windes. 12. Sein Gezelt um ihn her war finster, und schwarze dicke Wolken, darin er verborgen war. 13. Vom Glanze vor ihm trennten sich die Wolken mit Hagel und Blitzen. 16 14. Und der Herr donnerte im Himmel, und der Höchste ließ seinen Donner aus mit Hagel und Blitzen. 15. Er schoß seine Strahlen und zerstreute sie; er ließ sehr blitzen und schreckte sie. 16. Da sahman Wassergüsse, und des Erdbodens Grund ward aufgedeckt, Herr, von deinem Schelten, von dem Odem und Schnauben deiner Nase. Psalm 18. 17. Er schickte aus von der Höhe und holte mich, und zog mich aus großen Wassern. 18. Er errettete mich von meinen starken Feinden, von meinen Hassern, die mir zu mächtig waren, 19. Die mich überwältigten zur Zeit meines Unfalls; und der Herr ward meine Zuversicht. 20. Und er führte mich aus in den Raum; er riß mich heraus, denn er hatte Lust zu mir. 21. Der Herr thut wohl an mir nach meiner Gerechtigkeit; er vergilt mir nach der Reinigkeit meiner Hände. 22. Denn ich halte die Wege des Herrn und bin nicht gottlos nider meinen Gott. 23. Denn alle seine Rechte habe ich vor Augen, und seine Gebote werfe ich nicht von mir. 24. Sondern ich bin ohne Wandel vor ihm, und hüte mich vor Sünden. 25. Darum vergilt mir der Herr nach meiner Gerechtigkeit, nach der Reinigkeit meiner Hände vor seinen, Augen. 26. Bei den Heiligen bist du heilig, und bei den Frommen bist du fromm, 27. Und bei den Reinen bist du rein, und bei den Verkehrten bist du verkehrt. 28. Denn du hilfst dem elenden Volke, und die hohen Augen niedrigest du. 29. Denn du erleuchtest meine Leuchte, der Herr, mein Gott, macht meine Finsterniß licht. 30. Denn mit dir kann ich Kriegsvolk zerschmeißen, und mit meinem Gott über die Mauer springen. 31. Gottes Wege sind ohne Wandel; die Reden des Herrn sind durchläutert. Er ist ein Schild Allen, die ihm vertrauen. 32. Denn wo ist ein Gott, ohne der Herr? Oder ein Hort, ohne unser Gott? Pralinis. 33. Gott rüstet mich mit Kraft und macht meine Wege ohne Wandel. 34. Er macht meine Füße gleich den Hirschen und stellt mich auf meine Höhe. 35. Er lehrt meine Hand streiten, und lehrt meinen Arm einen ehernen Bogen spannen. 36. Du gibst mir den Schild deines Heils, und deine Rechte stärkt mich; und wenn du mich demüthigst, machst du mich groß. 37. Du machst unter mir Raum zu gehen, daß meine Knöchel nicht gleiten. 38. Ich will meinen Feinden nachjagen und sie ergreifen, und nicht umkehren, bis ich sie umgebracht habe. 39. Ich will sie zerschmeißen, und sollen mir nicht widerstehen, sie müssen unter meine Füße fallen. 40. Du kannst mich rüsten mit Stärke zum Streit; du kannst unter mich werfen, die sich wider mich setzen. 41. Du gibst mir meine Feinde in die Flucht, daß ich meine Haffer verstöre. 42. Sie rufen, aber da ist 17 kein Helfer; zum Herrn, aber er antwortet ihnen nicht. 43. Ich will sie zerstoßen, wie Staub vor dem Winde; ich will sie wegräumen, wie den Koth auf der Gaffe. 44. Du hilfst mir von dem zänkischen Volke, und machst mich ein Haupt unter den Heiden; ein Volk, das ich nicht kannte, dienet mir. 45. Es gehorcht mir mit ge horsamen Ohren; ja den fremden Kindern hat es wider mich gefehlt, 46. Die fremden Kinder verschmachten und zappeln in ihren Banden. 47. Der Herr lebt, und gelobt sei mein Hort; und der Gott meines Heils müsse er-. hoben werden, 48. Der Gott, der mir Rache gibt und zwingt die Völker unter mich, 49. Der mich errettet von meinen Feinden, und erhöhet mich aus denen, die sich wider mich setzen; du hilfst mir von den Frevlern. 50. Darum will ich dir danken, Herr, unter den Heiden, und deinem Namen lobsingen, 51. Der seinem Könige gro Pfalm 18. 19. 18 Bes Heil beweiset, und wohl thut seinem Gesalbten, David und seinem Samen ewiglich. Psalm 19. Lehre von Christo, feinem Wort und rechter Buße. 1. Ein Psalm Davids, vorzufingen. Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk. 3. Ein Tag sagts dem andern, und eine Nacht thuts tund der andern. 4. Es ist keine Sprache noch Rede, da man nicht ihre Stimme höre. 5. Ihre Schnur geht aus in alle Lande, und ihre Nede an der Welt Ende; er hat der Sonne eine Hütte in denselbi gen gemacht. 6. Und dieselbige geht heraus, wie ein Bräutigam aus seiner Kammer, und freut sich wie ein Held, zu laufen den Weg. 7. Sie geht auf an einem Ende des Himmels, und läuft um bis wieder an dasselbe Ende, und bleibt nichts vor ihrer Hitze verborgen. 8. Das Gesetz des Herrn ist ohne Wandel und erquickt die Seele. Das Zeugniß des Herrn ist gewiß und macht die Albernen weise. 9. Die Befehle des Herrn sind richtig und erfreuen das Herz. Die Gebote des Herrn sind lauter und erleuchten die Augen. 10. Die Furcht des Herrn ist rein und bleibt ewiglich. Die Rechte des Herrn sind wahrhaftig, allesamt gerecht. 11. Sie sind köstlicher denn Gold und viel feines Gold; sie sind süßer denn Honig und Honigseim. 12. Auch wird dein Knecht durch sie erinnert; und wer sie hält, der hat großen Lohn. 13. Wer kann merken, wie oft er fehlt? Verzeihe mir die verborgenen Fehler. 14. Bewahre auch deinen Knecht vor den Stolzen, daß sie nicht über mich herrschen, so werde ich ohne Wandel sein, und unschuldig bleiben großer Missethat. 15. Laß dir wohlgefallen die Rede meines Mundes und das Gespräch meines Herzens vor dir, Herr, mein Hort und mein Erlöser. Pfalm 20. 21. Psalm 20. Gebet der Unterthanen für ihre Obrigkeit. 1. Ein Psalm Davids, vorzusingen. Der Herr erhöre dich in der Noth, der Name des Gottes Jakobs schütze dich. 3. Er sende dir Hülfe vom Heiligthum, und stärke dich aus Zion. 4. Er gedenke alles deines Speisopfers, und dein Brandopfer müsse fett sein, Sela. 5. Er gebe dir, was dein Herz begehret, und erfülle alle deine Anschläge. 6. Wir rühmen, daß du uns hilfst, und im Namen unsers Gottes werfen wir Panier auf. Der Herr gewähre dir alle deine Bitten. 7. Nun merke ich, daß der Herr seinem Gesalbten hilft, und erhört ihn in seinem heiligen Himmel; seine rechte Hand hilft gewaltiglich. 8. Jeneverlassen sich auf Wagen und Rosse; wir aber denten an den Namen des Herrn, unsers Gottes. 19 10. Hilf, Herr! der König erhöre uns, wenn wir rufen. 9. Sie sind niedergestürzt und gefallen; wir aber stehen auf gerichtet. Psalm 21. Christi Sieg wider die Feinde. 1. Ein Psalm Davids, vorzufingen. Herr, der König freut sich in deiner Kraft, und wie sehr fröhlich ist er über deiner Hülfe! 3. Du gibst ihm seines Herzens Wunsch, und weigerst nicht, was sein Mund bittet, Sela. 4. Denn du überschüttest ihn mit gutem Segen; du setzest eine goldene Krone auf sein Haupt. 5. Er bittet dich um das Leben, so gibst du ihm langes Leben immer und ewiglich. 6. Er hat große Ehre an deiner Hülfe, du legst Lob und Schmuck auf ihn. 7. Denn du setzest ihn zum Segen ewiglich, du erfreust ihn mit Freuden deines Antlitzes. 8. Denn der König hofft auf. den Herrn, und wird durch die Güte des Höchsten fest bleiben. 9 Deine Hand wird finden alle deine Feinde; deine Rechte wird finden, die dich hassen. 2 20 10. Du wirst sie machen wie einen Feuerofen, wenn du darein sehen wirst; der Herr wird sie verschlingen in seinem Zorn; Feuer wird sie fressen. 11. Ihre Frucht wirst du umbringen vom Erdboden, und ihren Samen von den Men schenkindern. Pfalm 21. 22. 12. Denn sie gedachten dir Uebels zu thun, und machten Anschläge, die sie nicht konnten ausführen. 13. Denn du wirst sie zur Schulter machen; mit deiner Sehne wirst du gegen ihr Antlitz zielen. 14. Herr, erhebe dich in deiner Kraft, so wollen wir sin gen und loben deine Macht. Psalm 22. Weissagung von Christi Leiden und Herrlichkeit. 1. Ein Psalm Davids, vorzusingen von der Hindin, die frihe gejagt wird. Mein Gott, mein Gott, war um hast du mich verlassen? Ich heule, aber meine Hülfe ist ferne. 3. Mein Gott, des Tages rufe ich, so antwortest du nicht; und des Nachts schweige ich auch nicht. 4. Aber du bist heilig, der du wohnest unter dem Lobe Ifraels. 5. Unsere Väter hofften auf dich, und da sie hofften, halfest du ihnen aus. 6. Zu dir schrieen fie, und wurden errettet; sie hofften auf dich, und wurden nicht zu Schanden. 7. Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch; ein Spott der Leute und Verachtung des Volks. 8. Alle, die mich sehen, spotten meiner, sperren das Maul auf und schütteln den Kopf. 9. Er klage es dem Herrn, der helfe ihm aus und errette ihn, hat er Lust zu ihm. 10. Denn du hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen; du warst meine Zuversicht, da ich noch an meiner Mutter Brüsten war. 11. Auf dich bin ich geworfen aus Mutterleibe. Du biſt mein Gott von meiner Mutter Leibe an. 12. Sei nicht ferne von mir, denn Angst ist nahe; denn es ist hier kein Helfer. Psalm 22. 13. Große Farren haben mich umgeben, fette Ochsen haben mich umringt; 14. Ihren Rachen sperren sie auf wider mich, wie ein brüllender und reißender Löwe. 15. Ich bin ausgeschüttet wie Wasser, alle meine Gebeine haben sich zertrennt; mein Herz ist in meinem Leibe wie zerschmolzenes Wachs. 16. Meine Kräfte sind vertrocknet wie eine Scherbe, und meine Zunge klebt an meinem Gaumen; und du legst mich in des Todes Staub. 17. Denn Hunde haben mich umgeben, und der Bösen Rotte hat sich um mich gemacht; sie haben meine Hände und Füße durchgraben. 18. Ich möchte alle meine Gebeine zählen; sie aber schauen und sehen ihre Lust an mir. 19. Sie theilen meine Kleider unter sich und werfen das Loos um mein Gewand. 21 des Löwen, und errette mich von den Einhörnern. 20. Aber du, Herr, sei nicht ferne; meine Stärke, eile mir zu helfen. 21. Errette meine Seele vom Schwert, meine Einsame von den Hunden. 22. Hilf mir aus dem Rachen 23. Ich will deinen Namen predigen meinen Brüdern; ich will dich in der Gemeinde rühmen. 24. Rühmet den Herrn, die ihr ihn fürchtet; es ehre ihn aller Same Jakobs, und vor ihm scheue sich aller Same Israels. 25. Denn er hat nicht verachtet noch verschmähet das Elend des Armen, und sein Antlitz vor ihm nicht verborgen; und da er zu ihm schrie, hörte er es. 26. Dich will ich preisen in der großen Gemeinde; ich will meine Gelübde bezahlen vor denen, die ihn fürchten. 27. Die Elenden sollen essen, daß sie satt werden, und die nach dem Herrn fragen, werden ihn preisen; euer Herz soll ewiglich leben. 28. Es werde gedacht aller Welt Ende, daß sie sich zum Herrn bekehren, und vor ihm anbeten alle Geschlechter der Heiden. 29. Denn der Herr hat ein Reich, und er herrscht unter den Heiden. 22 30. Alle Fetten auf Erden werden essen und anbeten; vor ihm werden Kniee beugen Alle, die im Staub liegen, und die, so kümmerlich leben. Psalm 22. 23. 24. 31. Er wird einen Samen haben, der ihm dienet; vom Herrn wird man verkündigen zu Kindeskind. 32. Sie werden kommen, und seine Gerechtigkeit predigen dem Volke, das geboren wird, daß er es thut. Psalm 23. Christus unser guter Hirte. 1. Ein Psalm Davids. Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. 2. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. 3. Er erquickt meine Seele; er führt mich auf rechter Straße um seines Namens willen. 4. Und ob ich schon wanderte im finstern Thal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir; dein Stecken und Stab trösten mich. 5. Du bereitest vor mir einen Tisch gegen meine Feinde; du salbst mein Haupt mit Del und schenkst mir voll ein. 6. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar. Psalm 24. Von Christo, dem Könige der Ehren. 1. Ein Psalm Davids. Die Erde ist des Herrn, und was darinnen ist, der Erdboden, und was darauf wohnet. 2. Denn er hat ihn auf die Meere gegründet und an den Wassern bereitet. 3. Wer wird auf des Herrn Berg gehen? Und wer wird stehen an seiner heiligen Stätte? 4. Der unschuldige Hände hat und reines Herzens ist; der nicht Lust hat zu loser Lehre und schwört nicht fälschlich. 5. Der wird den Segen vom Herrn empfangen, und Gerechtigkeit von dem Gott sei nes Heils. 6. Das ist das Geschlecht, das nach ihm fragt, das da sucht dein Antlitz, Jakob, Sela. 7. Machet die Thore weit und die Thüren in der Welt hoch, daß der König der Ehren einziehe. Psalm 24. 25. 8. Wer ist derselbe König der Ehren? Es ist der Herr stark und mächtig, der Herr mäch tig im Streit. 23 6. Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von der Welt her gewesen ist. 7. Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend und meiner Uebertretung; gedenke aber meiner nach deiner Barmherzigkeit um deiner Güte wil9. Machet die Thore weit und die Thüren in der Welt hoch, daß der König der Ehren einziehe. 10. Wer ist derselbe König der Ehren? Es ist der Herr Zelen. baoth, er ist der König der Eh- 8. Der Herr ist gut und ren, Sela. fromm, darum unterweiset er die Sünder auf dem Wege. 9. Er leitet die Elenden recht, und lehret die Elenden seinen Weg. 10. Die Wege des Herrn sind eitel Güte und Wahrheit denen, die seinen Bund und Zeugniß halten. 11. Um deines Namens willen, Herr, sei gnädig meiner Missethat, die da groß ist. Psalm 25. Gebet um Gottes Regierung, Gnade und Schuß. 1. Ein Psalm Davids. Nach dir, Herr, verlanget mich. 2. Mein Gott, ich hoffe auf dich. Laß mich nicht zu Schanden werden, daß sich meine Feinde nicht freuen über mich. 3. Denn Keiner wird zu Schanden, der deiner barret; aber zu Schanden müssen sie werden die lofen Verächter. 4. Herr, zeige mir deine Wege, und lehre mich deine wird das Land besitzen. Steige. 14. Das Geheimniß des 5. Leite mich in deiner Wahr- Herrn ist unter denen, die ihn heit, und lehre mich, denn du bist der Gott, der mir hilft; täglich barre ich deiner. fürchten; und seinen Bund läßt er sie wissen. 15. Meine Augen sehen stets 12. Wer ist der, der den Herrn fürchtet? Er wird ihn unterweisen den besten Weg. 13. Seine Seele wird im Guten wohnen, und sein Same 24 zu dem Herrn, denn er wird meinen Fuß aus dem Netz ziehen. 16. Wende dich zu mir und sei mir gnädig, denn ich bin einsam und elend. 17. Die Angst meines Her zens' ist groß; führe mich aus meinen Nöthen. Psalm 25. 26. 18. Siehe an meinen Jammer und Elend, und vergib mir alle meine Sünden. 19. Siehe, daß meiner Feinde so viele sind, und hassen mich aus Frevel. 20. Bewahre meine Seele und errette mich; laß mich nicht zu Schanden werden, denn ich traue auf dich. 21. Schlecht und recht, das behüte mich, denn ich harre deiner. 22. Gott, erlöse Israel aus aller seiner Noth. Psalm 26. Gebet um Errettung der Unschuld. 1. Ein Psalm Davids. Herr, schaffe mir Recht, denn ich bin unschuldig. Ich hoffe auf den Herrn, darum werde ich nicht fallen. 2. Prüfe mich, Herr, und versuche mich; läutere meine Nieren und mein Herz. 3. Denn deine Güte ist vor meinen Augen, und ich wandle in deiner Wahrheit. 4. Ich sitze nicht bei den eiteln Leuten, und habe nicht Ge meinschaft mit den Falschen. 5. Ich hasse die Versammlung der Boshaftigen, und size nicht bei den Gottlosen. 6. Ich wasche meine Hände mit Unschuld, und halte mich, Herr, zu deinem Altar, 7. Da man hört die Stimme des Dankens, und da man predigt alle deine Wunder. 8. Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses, und den Ort, da deine Ehre wohnt. 9. Raffe meine Seele nicht hin mit den Sündern, noch mein Leben mit den Blutdürstigen, 10. Welche mit bösen Tücken umgehen und nehmen gerne Geschenke. 11. Ich aber wandle unschuldig; erlöse mich, und sei mir gnädig. 12. Mein Fuß geht richtig; ich will dich loben, Herr, in den Versammlungen. Psalm 27. 25 Psalm 27. mein Haupt über meine Feinde, die um mich sind; so will Trost und Lust an Gott und sei- ich in seiner Hütte Lob opfern! nem Wort. ich will singen und lobsagen dem Herrn. 7. Herr, böre meine Stimme, wenn ich rufe; sei mir gnädig und erhöre mich. 1. Ein Psalm Davids. Der Herr ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen? 2. Darum, so die Bösen, meine Widersacher und Feinde, an mich wollen, mein Fleisch zu fressen, müssen sie anlaufen und fallen. 3. Wenn sich schon ein Heer wider mich legt, so fürchtet sich dennoch mein Herz nicht; wenn sich Krieg wider mich erhebt, so verlasse ich mich auf ihn. 4. Eins bitte ich vom Herrn, das hätte ich gern, daß ich im Hause des Herrn bleiben möge mein Leben lang, zu schauen die schönen Gottesdienste des Herrn, und seinen Tempel zu besuchen. 8. Mein Herz hält dir vor dein Wort: Ihr sollt mein Antlitz suchen; darum suche ich auch, Herr, dein Antliß. 9. Verberge dein Antlitz nicht vor mir, und verstoße nicht im Zorn deinen Knecht; denn du bist meine Hülfe. Laß mich nicht, und thue nicht von mir die Hand ab, Gott mein Heil. 10. Denn mein Vater und meine Mutter verlassen mich; aber der Herr nimmt mich auf. 11. Herr, weise mir deinen Weg, und leite mich auf richtiger Bahn um meiner Feinde willen. 12. Gib mich nicht in den Willen meiner Feinde; denn es stehen falsche Zeugen wider mich, und thun mir Unrecht ohne Schen. 13. Ich glaube aber doch, daß ich sehen werde das Gute des Herrn im Lande der Lebendi5. Denn er decket mich in seiner Hütte zur bösen Zeit; er verbirgt mich heimlich in seinem Gezelte, und erhöhet mich auf einem Felsen. 6. Und wird nun erhöhengen. De es me Psalm 28. 29. 26 14. Harre des Herrn; sei getroft und unverzagt, und harre des Herrn. Psalm 28. Gebet wider die falschen Leute. 1. Ein Psalm Davids. Wenn ich rufe zu dir, Herr, mein Hort, so schweige mir nicht, auf daß nicht, wo du schweigest, ich gleich werde denen, die in die Hölle fabren. 2. Höre die Stimme meines Flehens, wenn ich zu dir schreie, wenn ich meine Hände aufhebe zu deinem heiligen Chor. 3. Ziehe mich nicht hin unter den Gottlosen und unter den Uebelthätern, die freundlich reden mit ihrem Nächsten, und haben Böses im Herzen. 4. Gib ihnen nach ihrer That und nach ihrem Wesen; gib ihnen nach den Werken ihrer Hände; vergilt ihnen, was sie verdient haben. 5. Denn sie wollen nicht achten auf das Thun des Herrn, noch auf die Werke seiner Hände; darum wird er sie zerbrechen und nicht bauen. 6. Gelobt sei der Herr; denn er hat erhört die Stimme meines Flehens. 7. Der Herr ist meine Stärke und mein Schild, auf ihn hofft mein Herz, und mir ist geholfen, und mein Herz ist fröhlich; und ich will ihm danken mit meinem Liede. 8. Der Herr ist ihre Stärke; Er ist die Stärke, die seinem Gesalbten hilft. 9. Hilf deinem Volke und segne dein Erbe; und weide sie und erhöhe sie ewiglich. Psalm 29. Vom Donner göttlichen Worts. 1. Ein Psalm Davids. Bringet her dem Herrn, ihr Gewaltigen, bringet her dem Herrn Ehre und Stärke; 2. Bringet dem Herrn Ehre seines Namens; betet an den Herrn in heiligem Schmuck. 3. Die Stimme des Herrn geht auf den Wassern; der Gott der Ehren donnert, der Herr auf großen Wassern. 4. Die Stimme des Herrn geht mit Macht; die Stimme des Herrn geht herrlich. 5. Die Stimme des Herrn zerbricht die Cedern; der Herr Psalm 29. 30. zerbricht die Cedern auf dem Libanon, 6. Und macht sie hüpfen wie ein Kalb, Libanon und Sirion wie ein junges Einhorn. 7. Die Stimme des Herrn haut wie Feuerflammen. 8. Die Stimme des Herrn erregt die Wüste; die Stimme des Herrn erregt die Wüste Rades. 9. Die Stimme des Herrn erregt die Hinden, und entblößt die Wälder; und in seinem Tempel wird ihm Jedermann Ehre sagen. 10. Der Herr sitzt, eine Sündfluth anzurichten; und der Herr bleibt ein König in Ewigkeit. 11. Der Herr wird seinem Volke Kraft geben; der Herr wird sein Volk segnen mit Frieden. 27 läsfest meine Feinde sich nicht über mich freuen. 3. Herr, mein Gott, da ich schrie zu dir, machtest du mich gesund. Psalm 30. Danksagung für Gottes Güte in Kreuz und Trübsal. 4. Herr, du hast meine Seele aus der Hölle geführt; du hast mich lebendig behalten, da die in die Hölle fuhren. 5. SIhr Heiligen, lobsinget dem Herrn; danket und preiset seine Heiligkeit. 6. Denn sein Zorn währt einen Augenblick, und er hat Lust zum Leben; den Abend lang währt das Weinen, aber des Morgens die Freude. 7. Ich aber sprach, da mir es wohl ging: Ich werde nimmermehr darnieder liegen. 8. Denn, Herr, durch dein Wohlgefallen hast du meinen Berg stark gemacht; aber da du dein Antlitz verbargest, erschrack ich. 9. Ich will, Herr, rufen zu dir; dem Herrn will ich flehen. 10. Was ist nütze an meinem Blut, wenn ich todt bin? Wird dir auch der Staub danfen und deine Treue verkündigen? 1. Ein Psalm, zu singen vor der Einweihung des Hauses Davids. Jou Herr, höre, und ſei mir preise dich Herr; denn 28 Pfalm gnädig; Herr, sei mein Helfer. 12. Du hast mir meine Klage verwandelt in einen Reigen; du hast meinen Sack ausgezogen und mich mit Frenden gegürtet, 13. Auf daß dir lobsinge meine Ehre und nicht stille werde. Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit. Psalm 31. Hoffnung läßt in keiner Noth zu Schanden werden. 1. Ein Psalm Davids, vorzufingen. Her err, auf dich traue ich, laß mich nimmermehr zu Schanden werden; errette mich durch deine Gerechtigfeit. 3. Neige deine Ohren zu mir, eilend hilf mir. Sei mir ein starker Fels und eine Burg, daß du mir helfest. 4. Denn du bist mein Fels und meine Burg; und um deines Namens willen wollest du mich leiten und führen. 5. Du wollest mich aus dem Netz ziehen, das sie mir gestellt haben; denn du bist meine Stärke. 30. 31. 6. In deine Hände befehle ich meinen Geist, du hast mich erlöset, Herr, du treuer Gott. 7. Ich hasse, die da halten auf lose Lehre; ich hoffe aber auf den Herrn. 8. Ich freue mich und bin fröhlich über deiner Gülte, daß du mein Elend ansiehst und erkennst meine Seele in der Noth. 9. Und übergibst mich nicht in die Hände des Feindes; du stellst meine Füße auf weiten Raum. 10. Herr, sei mir gnädig, denn mir ist Angst; meine Gestalt ist verfallen vor Trauern, dazu meine Seele und mein Bauch. 11. Denn mein Leben hat abgenommen vor Betrübniß, und meine Zeit vor Seufzen; meine Kraft ist verfallen vor meiner Missethat und meine Gebeine sind verschmachtet. 12. Es geht mir so übel, daß ich bin eine große Schmach geworden meinen Nachbarn, und eine Scheu meinen Verwandten; die mich sehen auf der Gasse, fliehen vor mir. 13. Meiner ist vergessen im Herzen wie eines Todten; ich Psalm bin geworden, wie ein zer brochnes Gefäß. 14. Denn viele schelten mich übel, daß Jedermann sich vor mir scheut; sie rathschlagen mit einander wider mich, und den fen mir das Leben zu nehmen. 15. Ich aber, Herr, hoffe auf dich und spreche: Du bist mein Gott. 16. Meine Zeit steht in dei nen Händen; errette mich von der Hand meiner Feinde und von denen, die mich verfolgen. 17. Laß leuchten dein Antlitz über deinen Knecht; hilf mir durch deine Güte. 18. Herr, laß mich nicht zu Schanden werden, denn ich rufe dich an; die Gottlosen müssen zu Schanden und geschweiget werden in der Hölle. 19. Verstummen müssen falsche Mäuler, die da reden wider den Gerechten steif, stolz und höhnisch. 20. Wie groß ist deine Güte, die du verborgen haft denen, die dich fürchten, und erzeigest denen, die vor den Leuten auf dich trauen. 21. Du verbirgst sie heimlich bei dir vor Jedermanns Troy; dur verdedst sie in der 31. 32. 29 Hütte vor den zänkischen Zungen. 22. Gelobt sei der Herr, daß er hat eine wunderbare Güte mir bewiesen in einer festen Stadt. 23. Denn ich sprach in meinem Zagen: Ich bin von deinen Augen verstoßen; dennoch hörtest du meines Flehens Stimme, da ich zu dir schrie. 24. Liebet den Herrn, alle seine Heiligen; die Gläubigen behüttet der Herr, und vergilt reichlich dem, der Hochmuth übet. 25. Seid getroft und unverzagt Alle, die ihr des Herrn harret. Psalm 32. Von der Rechtfertigung. 1. Eine Unterweisung Davids. Wohl dem, dem die Uebertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedeckt ist. 2. Wohl dem Menschen, dem der Herr die Missethat nicht zurechnet, in deß Geist kein Falsch ist. 3. Denn da ich es wollte verschweigen, verschmachteten 30 meine Gebeine durch mein tägliches Heulen. Psalm 32. 33. 4. Denn deine Hand war Tag und Nacht schwer auf mir, daß mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürre wird, Sela. 5. Darum bekenne ich dir meine Sünde, und verhehle meine Missethat nicht. Ich sprach: Ich will dem Herrn meine Ulebertretung bekennen; da vergabst du mir die Miffe. that meiner Sela. 6. Dafür werden dich alle Heiligen bitten zur rechten Zeit; darum, wenn große Wasserfluthen kommen, werden sie nicht an dieselbigen gelangen. 7. Du bist mein Schirm, du wollest mich vor Angst behüten, daß ich errettet ganz fröhlich rühmen könne, Sela. 8. Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den. du wandeln sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten. 9. Seid nicht wie Rosse und Maulthiere, die nicht verständig sind, welchen man Zaum und Gebiß muß in das Maul legen, wenn sie nicht zu dir wollen. 10. Der Gottlose hat viele Plage; wer aber auf den Herrn hoffet, den wird die Güte umfahen. 11. Freuet euch des Herrn, und seid fröhlich ihr Gerechten, und rühmet alle ihr Frommen. Psalm 33. Unsers Herzens Freude stehet im Preis der Wohlthaten Gottes. Freuet euch des Herrn ihr Frommen Gerechten; sollen ihn schön preisen. 2. Danket dem Herrn mit Harfen, und lobsinget ihm auf dem Pfalter von zehn Saiten. 3. Singet ihm ein neues Lied; machet es gut auf Saitenspielen mit Schalle. 4. Denn des Herrn Wort ist wahrhaftig, und was er zusagt, das hält er gewiß. 5. Er liebt Gerechtigkeit und Gericht. Die Erde ist voll der Güte des Herrn. 6. Der Himmel ist durch das Wort des Herrn gemacht, und alles sein Heer durch den Geist seines Mundes. 7. Er hält das Wasser im Meer zusammen, wie in ei Psalm 33. 34. nem Schlauch, und leget die Tiefe in das Verborgene. 8. Alle Welt fürchte den Herrn und vor ihm scheue sich Alles, was auf dem Erdboden wohnt. 9. Denn so er spricht, so geschieht es, so er gebeut, so steht es da. 10. Der Herr macht zu nichte der Heiden Rath, und wendet die Gedanken der Völker. 11. Aber der Rath des Herrn bleibt ewiglich, seines Herzens Gedanken für und für. 12. Wohl dem Volke, deß der Herr sein Gott ist; das Volk, das er zum Erbe erwählt hat. 13. Der Herr schaut vom Himmel, und sieht aller Menschen Kinder. 14. Von seinem festen Throne sieht er auf Alle, die auf Erden wohnen. 15. Er lenkt ihnen Allen das Herz; er merkt auf alle ihre Werke. 16. Einem Könige hilft nicht seine große Macht; ein Riese wird nicht errettet durch seine große Kraft. 31 18. Siehe, des Herrn Auge sieht auf die, so ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen, 17. Roffe helfen auch nicht, und ihre große Stärke errettet nicht. 19, Daß er ihre Seele errette vom Tode, und ernähre sie in der Theurung. 20. Unsere Seele harret auf den Herrn; Er ist unsere Hülfe und Schild. 21. Denn unser Herz freut sich seiner, und wir trauen auf seinen heiligen Namen. 22. Deine Güte, Herr, sei über uns, wie wir auf dich hoffen. Psalm 34. Danksagung für. Gottes Freundlichkeit. 1. Ein Psalm Davids, da er seine Geberde verstellte vor Abimelech, der ihn von sich trieb, und er wegging. Ich will den Herrn loben allezeit, sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein. 3. Meine Seele soll sich rühmen des Herrn, daß die Elenden hören, und sich freuen. 4. Preiset mit mir den Herrn, und lasset uns mit einander seinen Namen erhöhen. 5. Da ich den Herrn suchte, 32 Psalm 34. antwortete er mir, und er rettete mich aus aller meiner Furcht. Tuoltog is and da 6. Welche ihn ansehen und anlaufen, derer Angesicht wird nicht zu Schanden. 7. Da dieser Elende rief, hörte der Herr, und half ihm aus allen seinen Nöthen. 8. Der Engel des Herrn lagert sich um die her, so ihn fürchten, und hilft ihnen aus. 9. Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist; wohl dem, der auf ihn traut. 10. Fürchtet den Herrn, ihr seine Heiligen; denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel. 11. Die Reichen müſsen darben und hungern; aber die den Herrn suchen, haben keinen Mangel an irgend einem Gut. 12. Kommet her, Kinder, höret mir zu, ich will euch die Furcht des Herrn lehren. 13. Wer ist, der gutes Leben begehret, und gern gute Tage hätte? 14. Behüte deine Zunge vor Bösem, und deine Lippen, daß sie nicht falsch reden. 15. Laß vom Bösen und thue Gutes; suche Frieden und jage ihm nach. 16. Die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren hören auf ihr Schreien; 17. Das Antlitz aber des Herrn steht über die, so Böses thun, daß er ihr Gedächtniß ausrotte von der Erde. 18. Wenn die Gerechten schreien, so hört der Herr, und errettet sie aus aller ihrer Noth. 19. Der Herr ist nahe bei denen, die zerbrochenes Herzens sind, und hilft denen, die zerschlagenes Gemüth haben. 20. Der Gerechte muß viel leiden; aber der Herr hilft ihm aus dem Allem. 21. Er bewahrt ihm alle seine Gebeine, daß deren nicht eins zerbrochen wird. 22. Den Gottlosen wird das Unglück tödten, und die den Gerechten hassen, werden Schuld haben. 23. Der Herr erlöset die Seele seiner Knechte; und Alle, die auf ihn trauen, werden keine Schuld haben. minip Psalm 35. Psalm 35. Gebet um Errettung von der Feinde Grausamkeit. 1. Ein Psalm Davids. Herr, hadere mit meinen Haderern; streite wider meine Bestreiter. 2. Ergreife den Schild und Waffen, und mache dich auf mir zu helfen. 3. Zucke den Spieß, und schütze mich wider meine Verfolger. Sprich zu meiner Seele: Ich bin deine Hülfe. 4. Es müssen sich schämen und gehöhnt werden, die nach meiner Seele stehen; es müssen zurück kehren, und zu Schanden werden, die mir übel wollen. 5. Sie müssen werden wie Spreu vor dem Winde; und der Engel des Herrn stoße sie weg. 6. Ihr Weg müsse finster und schlüpfrig werden, und der Engel des Herrn verfolge sie. 7. Denn sie haben mir ohne Ursache gestellt ihre Netze zu verderben, und haben ohne Urfache meiner Seele Gruben zu gerichtet. 8. Er müsse unversehens 33 überfallen werden, und sein Netz, das er gestellt hat, müſſe ihn fahen, und müsse darinnen überfallen werden. 9. Aber meine Seele müsse fich freuen des Herrn, und fröhlich sein auf seine Hülfe. 10. Alle meine Gebeine müssen sagen: Herr, wer ist deines Gleichen? Der du den Elenden errettest von dem, der ihm zu stark ist, und den Elenden und Armen von seinen Räubern. 11. Es treten frevele Zeugen auf, die zeihen mich, deß ich nicht schuldig bin. 12. Sie thun mir Arges um Gutes, mich in Herzeleid zu bringen. 13. Ich aber, wenn sie krank waren, zog einen Sack an, that mir wehe mit Fasten, und betete von Herzen stets. 14. Sch hielt mich, als wäre es mein Freund und Bruder; ich ging traurig, wie einer, der Leid trägt über seine Mutter. 15. Sie aber freuen sich über meinen Schaden, und rotten sich; es rotten sich die Hinkenden wider mich, ohne meine Schuld; sie reißen, und hören nicht auf. 3 84 Psalm 16. Mit denen, die da heucheln und spotten um des Bauches willen, beißen sie ihre Zähne zusammen über mich. 17. Herr, wie lange willst du zusehen? Errette doch meine Seele aus ihrem Getümmel, und meine Einsame von den jungen Löwen. 18. Ich will dir danken in der großen Gemeinde, und unter vielem Volke will ich dich rühmen. 19. Laß sich nicht über mich freuen, die mir unbillig feind sind, noch mit den Augen spotten, die mich ohne Ursache haffen. 20. Denn sie trachten Schaden zu thun, und suchen falsche Sachen wider die Stillen im Lande; 21. Und sperren ihr Maul weit auf wider mich und sprechen: Da, da! das sehen wir gern. 22. Herr, du stehst es, schweige nicht. Herr, sei nicht ferne von mir. 23. Erwecke dich, und wache auf zu meinem Rechte und zu meiner Sache, mein Gott und Herr. 24. Herr, mein Gott, richte 35. 86. mich nach deiner Gerechtigkeit, daß sie sich über mich nicht freuen. 25. Laß sie nicht sagen in ihrem Herzen: Da, da! das wollten wir; laß sie nicht sagen: Wir haben ihn verschlungen. 26. Sie müssen sich schämen und zu Schanden werden, Alle, die sich meines Uebels freuen; sie müssen mit Schande und Schaam gekleidet werden, die sich wider mich rühmen. 27. Rühmen und freuen müs sen sich, die mir gönnen, daß ich Recht behalte, und immer sagen: Der Herr müsse hoch gelobt sein, der seinem Knechte wohl will. 28. Und meine Zunge soll reden von deiner Gerechtigkeit, und dich täglich preisen. Psalm 36. Gebet und Klage wider die gottlosen Heuchler. des 1. Ein Psalm Davids, Herrn Knechts, vorzusingen. Es ist von Grund meines Herzens von der Gottlosen Wesen gesprochen, daß keine Gottesfurcht bei ihnen ist. 3. Sie schmücken sich unter Psalm einander selbst, daß sie ihre böse Sache fördern, und andere verunglimpfen. 4. Alle ihre Lehre ist schädlich und erlogen; sie lassen sich auch nicht weisen, daß sie Gutes thäten. 5. Sondern sie trachten auf ihrem Lager nach Schaden, und stehen fest auf dem bösen Wege, und scheuen kein Arges. 6. Herr, deine Güte reichet, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. 7. Deine Gerechtigkeit stehet wie die Berge Gottes, und dein Recht wie große Tiefen; Herr, du hilfft beides Men schen und Vieh. 8. Wie theuer ist deine Güte, Gott, daß Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flü gel trauen! 9. Sie werden trunken von den reichen Gütern deines Hauses; und du tränkest sie mit Wollust, als mit einem Strom. 10. Denn bei dir ist die lebendige Quelle; und in deinem Lichte sehen wir das Licht. 11. Breite beine Gütte über 36. 37. 35 die, die dich kennen; und deine Gerechtigkeit über die Frommen. 12. Laß mich nicht von den Stolzen untergetreten werden; und die Hand der Gottlosen stürze mich nicht. 13. Sondern laß sie, die lebelthäter, daselbst fallen, daß sie verstoßen werden und nicht bleiben mögen. Psalm 37. Mergerniß über der Gottlosen Glück zu meiden. 1. Ein Psalm Davids. Erzürne dich nicht über die Bösen; sei nicht neidisch über die Uebelthäter. 2. Denn wie das Gras werden sie bald abgehauen; und wie das grüne Kraut werden sie verwelfen. 3. Hoffe auf den Herrn, und thue Gutes; bleibe im Lande, und nähre dich redlich. 4. Habe deine Lust an dem Herrn, der wird dir geben, was dein Herz wünschet. 5. Befiehl dem Herrn deine Wege, und hoffe auf ihn; Er wird es wohl machen, 6. Und wird deine Gerechtigfeit hervor bringen wie das 36 Licht; und dein Recht wie den Mittag. Pfalm 37. 7. Sei stille dem Herrn, und warte auf ihn. Erzürne dich nicht über den, dem sein Muthwille glücklich fortgeht. 8. Stehe ab vom Zorn, und laß den Grimm; erzürne dich nicht, daß du auch Uebel thust. 9. Denn die Bösen werden ausgerottet; die aber des Herrn harren, werden das Land erben. 1000 16. Das Wenige, das ein Gerechter hat, ist besser, denn das große Gut vieler Gottlosen. 17. Denn der Gottlosen Arm wird zerbrechen; aber der Herr erhält die Gerechten. 18. Der Herr kennt die Tage der Frommen, und ihr Gut wird ewiglich bleiben. 19. Sie werden nicht zu Schanden in der bösen Zeit, und in der Theurung werden sie genug haben. 10. Es ist noch um ein Kleines, so ist der Gottlose nimmer; und wenn du nach seiner Stätte sehen wirst, wird er weg ſein. 20. Denn die Gottlosen werden umkommen und die Feinde des Herrn, wenn sie gleich sind wie eine köstliche Aue, 11. Aber die Elenden wer- werden sie doch vergehen, wie den das Land erben, und Lust der Rauch vergeht. haben in großem Frieden: 12. Der Gottlose droht dem Gerechten, und beißt seine Zähne zusammen über ihn. 21. Der Gottlose borgt und bezahlt nicht; der Gerechte aber ist barmherzig und milde. 22. Denn seine Gesegneten erben das Land, aber seine Verfluchten werden ausgerottet. 23. Von dem Herrn wird solches Mannes Gang gefördert, und er hat Lust an seinem Wege. 24. Fällt er, so wird er nicht weggeworfen; denn der Herr erhält ihn bei der Hand.. 13. Aber der Herr lacht seiner; denn er sieht, daß sein Tag kommt. 14. Die Gottlosen ziehen das Schwert aus und spannen ihren Bogen, daß sie fällen den Elenden und Armen und schlachten die Frommen. 15. Aber ihr Schwert wird in ihr Herz gehen, und ihr Bogen wird zerbrechen. Psalm 37. 38. 25. Ich bin jung gewesen und alt geworden, und habe noch nie gesehen den Gerechten verlassen, oder seinen Samen nach Brod gehen. 26. Er ist allezeit barmherzig, und leihet gern, und sein Same wird gesegnet sein. 27. Laß vom Bösen, und thue Gutes, und bleibe immerdar. 28. Denn der Herr hat das Recht lieb, und verläßt seine Heiligen nicht, ewiglich werden sie bewahrt; aber der Gottlosen Same wird ausgerottet. 29. Die Gerechten erben das Land, und bleiben ewiglich darinnen. 30. Der Mund des Gerechten redet die Weisheit, und seine Zunge lehret das Recht. 31. Das Gesetz seines Gottes ist in seinem Herzen, seine Tritte gleiten nicht. 32. Der Gottlose lauert auf den Gerechten, und gedenkt ihn zu tödten. 33. Aber der Herr läßt ihn nicht in seinen Händen, und verdammt ihn nicht, wenn er verurtheilt wird. 37 Land erbest; du wirst es sehen, daß die Gottlosen ausgerottet werden. 35. Ich habe gesehen einen Gottlosen, der war trotzig und breitete sich aus und grünte wie ein Lorbeerbaum. 34. Harre auf den Herrn, und halte seinen Weg, ſo wird er dich erhöhen, daß du das 36. Da man vorüber ging, siehe, da war er dahin; ich fragte nach ihm, da ward er nirgends gefunden. 37. Bleibe fromm, und halte dich recht, denn solchem wird es zuletzt wohl gehen, 38. Die Ulebertreter aber werden vertilgt mit einander; und die Gottlosen werden zuletzt ausgerottet. 39. Aber der Herr hilft den Gerechten, der ist ihre Stärke in der Noth. 40. Und der Herr wird ihnen beistehen und wird sie erretten, er wird sie von den Gottlosen erretten und ihnen helfen, denn sie trauen auf ihn. Psalm 38. Bußgebet um Erledigung von der schweren Sündenlast. 1. Ein Psalm Davids, zum Gedächtniß. Herr, strafe mich nicht in 38 tige mich nicht in deinem Grimm. 150 tisxd dna Psalm 38. 3. Denn deine Pfeile stecken in mir, und deine Hand drückt mich. 4. Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe vor deinem Drohen, und ist kein Friede in meinen Gebeinen vor meiner Sünde. 5. Denn meine Sünden gehen über mein Haupt; wie eine schwere Last sind sie mir zu schwer geworden. 6. Meine Wunden stinken und eitern vor meiner Thorheit. 7. Ich gehe krumm und sehr gebückt, den ganzen Tag gehe ich traurig. 8. Denn meine Lenden verdorren ganz, und ist nichts Gesundes an meinem Leibe. 9. Es ist mit mir gar anders, und bin sehr zerstoßen; ich heule vor Unruhe meines Herzens. 10. Herr, vor dir ist alle meine Begierde, und mein Seufzen ist dir nicht verborgen. 11. Mein Herz bebt, meine Kraft hat mich verlassen, und das Licht meiner Augen ist nicht bei mir. 12. Meine Lieben und Freunde stehen gegen mir und scheuen meine Plage, und meine Nächsten treten ferne. 13. Und die mir nach der Seele stehen, stellen mir, und die mir übel wollen, reden, wie sie Schaden thun wollen, und gehen mit eitel Listen um. 14. Ich aber muß sein wie ein Tauber und nicht hören, und wie ein Stummer, der seinen Mund nicht aufthut. 15. Und muß sein wie einer, der nicht hört, und der keine Widerrede in seinem Munde hat. 16. Aber ich harre, Herr, auf dich, du Herr, mein Gott, wirst erhören. 17. Denn ich denke, daß sie ja sich nicht über mich freuen; wenn mein Fuß wankte, würden sie sich hoch rühmen wider mich. 18. Denn ich bin zu Leiden gemacht, und mein Schmerz ist immer vor mir. 19. Denn ich zeige meine Missethat an, und sorge für meine Sünde. 20. Aber meine Feinde leben und sind mächtig; die mich unbillig baffen, sind groß. 21. Und die mir Arges thun Psalm 38. 39. um Gutes, setzen sich wider mich, darum, daß ich ob dem Guten halte. 22. Verlaß mich nicht, Herr, mein Gott, sei nicht ferne von mir. 23. Eile mir beizustehen, Herr, meine Hülfe. Psalm 39. Gebet um die rechte Sterbekunst, als eine gewisse Arznei wider Mergerniß. 1. Ein Psalm Davids, vorzusingen für Jeduthun. Ich habe mir vorgesetzt, ich hüten, daß nicht fündige mit meiner Zunge. Ich will meinen Mund zähmen, weil ich muß den Gottlosen so vor mir sehen. 3. Ich bin verstummt und stille, und schweige der Freuden, und muß mein Leid in mich fressen. 4. Mein Herz ist entbrannt in meinem Leibe, und wenn ich daran gedenke, werde ich entzündet; ich rede mit meiner Zunge. 39 6. Siehe, meine Tage sind einer Hand breit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. Wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben! Sela. 5. Aber Herr, lehre doch mich, daß es ein Ende mit mir haben muß, und mein Leben ein Ziel hat, und ich davon muß. 7. Sie gehen daher wie ein Schemen, und machen sich viel vergebliche Unruhe; sie sammeln und wissen nicht, wer es kriegen wird. 8. Nun, Herr, weß soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich. 9. Errette mich von aller meiner Sünde, und laß mich nicht werden den. 10. Ich will schweigen, und meinen Mund nicht aufthun, du wirst es wohl machen. 11. Wende deine Plage von mir, denn ich bin verschmachtet vor der Strafe deiner Hand. 12. Wenn du einen züchtigst um der Sünde willen, so wird seine Schöne verzehrt, wie von Motten. Ach wie gar nichts sind doch alle Menschen! Sela. 13. Höre mein Gebet, Herr, und vernimm mein Schreien, und schweige nicht über meinen Thränen; denn ich bin beides dein Pilgrim und dein Psalm 39. 40. 40 ter. Bürger, wie alle meine VäJinsjad 14. Laß ab von mir, daß ich mich erquicke, ehe denn ich hinfahre und nicht mehr hier sei. Psalm 40. Weissagung von Christo, seinem Leiden und Prophetenamt. 1. Ein Psalm Davids, vorzusingen. harrte des Herrn, und Jer the hörte mein Schreien, 3. Und zog mich aus der grausamen Grube und aus dem Schlamm, und stellte meine Füße auf einen Fels, daß ich gewiß treten kann. 4. Und hat mir ein neues Lied in meinen Mund gegeben, zu loben unsern Gott; das werden Viele sehen, und den Herrn fürchten und auf ihn hoffen. 5. Wohl dem, der seine Hoffnung setzt auf den Herrn, und sich nicht wendet zu den Hoffärtigen, und die mit Lügen umgehen. ich will sie verkündigen, und davon sagen, wiewohl sie nicht zu zählen sind. 7. Opfer und Speisopfer ge fallen dir nicht, aber die Ohren hast du mir aufgethan; du willst weder Brandopfer noch Sündopfer. 8. Da sprach ich: Siehe, ich komme, im Buche ist von mir geschrieben; 9. Deinen Willen, mein Gott, 6. Herr, mein Gott, groß sind deine Wunder und deine Gedanken, die du an uns beweisest; dir ist nichts gleich; habe ich in meinem Herzen. 10. Ich will predigen die Gerechtigkeit in der großen Gemeinde; siehe, ich will mir meinen Mund nicht stopfen lassen, Herr, das weißt du. 11. Deine Gerechtigkeit verberge ich nicht in meinem Hers zen; von deiner Wahrheit und von deinem Heil rede ich; ich verhehle deine Güte und Treue nicht vor der großen Gemeinde. 12. Du aber, Herr, wollest deine Barmherzigkeit nicht von mir wenden; laß deine Güte und Treue allewege mich behüten. 13. Denn es hat mich um geben Leiden ohne Zahl, es haben mich meine Sünden er griffen, daß ich nicht sehen Psalm 40. 41. fann; ihrer ist mehr denn Haare auf meinem Haupte, und mein Herz hat mich verlaffen. 14. Laß dir es gefallen, Herr, daß du mich errettest; eile, Herr, mir zu helfen. 15. Schämen müssen sich und zu Schanden werden, die mir nach meiner Seele stehen, daß sie die umbringen; zurück müssen sie fallen und zu Schanden werden, die mir Uebels gönnen. 16. Sie müssen in ihrer Schande erschrecken, die über mich schreien: Da, da! 17. Es müssen sich freuen und fröhlich sein Alle, die nach dir fragen, und die dein Heil lieben, müssen sagen allewege: Der Herr sei hochgelobt. 18. Denn ich bin arm und elend; der Herr aber sorgt für mich; du bist mein Helfer und Erretter, mein Gott, verziehe nicht. Psalm 41. Von Wohlthätigkeit und Untreue. 1. Ein Psalm Davids, vorzu singen. 41 den wird der Herr erretten zur bösen Zeit. 3. Der Herr wird ihn bewahren und beim Leben erhalten, und ihm lassen wohl gehen auf Erden, und ihn nicht geben in seiner Feinde Willen. 4. Der Herr wird ihn erquicken auf seinem Siechbette; du hilsst ihm von aller seiner Krankheit. Mohl dem, der sich des Dürftigen annimmt; 5. Ich sprach: Herr, sei mir gnädig, heile meine Seele, denn ich habe an dir gesündigt. 6. Meine Feinde reden Arges wider mich: Wann wird er sterben und sein Name vergehen? 7. Sie kommen, daß sie schauen, und meinen es doch nicht von Herzen, sondern suchen etwas, daß sie lästern mögen, gehen hin und tragen es aus. 8. Alle, die mich haffen, raunen mit einander wider mich, und denken Böses über mich. 9. Sie haben ein Bubenstück über mich beschlossen: Wenn er liegt, soll er nicht wieder aufstehen. 10. Auch mein Freund, dem ich mich vertraute, der mein 42 Brod aß, tritt mich unter die Füße. mism sinnd 11. Du aber, Herr, sei mir gnädig, und hilf mir auf, so will ich sie bezahlen. 12. Daran merke ich, daß du Gefallen an mir hast, daß mein Feind über mich nicht jauchzen wird. Pfalnt 41. 42. 13. Mich aber erhältst du um meiner Frömmigkeit willen, und stellst mich vor dein Angesicht ewiglich. 14. Gelobt sei der Herr, der Gott Israels, von nun an bis in Ewigkeit. Amen, Amen. Psalm 42. Elend und Trost der Verfolgten. 1. Eine Unterweisung der Kinder Korahs, vorzusingen. Wie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser, so schreiet meine Seele, Gott, zu dir. 3. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, daß ich Gottes Angeficht schaue? 4. Meine Thränen sind meine Speise Tag und Nacht, weil man täglich zu mir sagt: Wo ist nun dein Gott? 5. Wenn ich dann deß inne werde, so schütte ich mein Herz aus bei mir selbst; denn ich wollte gerne hingehen mit dem Haufen, und mit ihnen wallen zum Hause Gottes mit Frohlocken und Danken unter dem Haufen, die da feiern. 6. Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, daß er mir hilft mit seinem Angesicht. 7. Mein Gott, betrübt ist meine Seele in mir, darum gedenke ich an dich, im Lande am Jordan und Hermonim, auf dem kleinen Berge. 8. Deine Fluthen rauschen daher, daß hier eine Tiefe und da eine Liefe brausen; alle deine Wasserwogen und Wel len gehen über mich. 9. Der Herr hat des Tages verheißen seine Güte, und des Nachts singe ich ihm, und bete zu dem Gott meines Lebens. 10. Ich sage zu Gott, meinem Fels: Warum hast du meiner vergessen? Warum muß ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich drängt? 11. Es ist als ein Mord in Psalm 42. 43. 44. meinen Beinen, daß mich meine Feinde schmähen, wenn sie täglich zu mir sagen: Wo ist nun dein Gott? 12. Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, daß er meines Angesichts Hülfe und mein Gott ist. Psalm 43. Anrufung Gottes, des höchsten Richters. 2. Denn du bist der Gott meiner Stärke, warum verstößzest du mich? Warum lässest du mich so traurig gehen, wenn mich mein Feind drängt? 43 ist, und dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott. 5. Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, daß er meines Angesichts Hülfe und mein Gott ist. 1. Eine Unterweisung der Kinder Korals, vorzusingen. Richte mich, Gott, und führe Hott, wir haben es mit unmeine Sache wider das unheilige Volk, und errette mich von den falschen und bösen Leuten. sern Ohren gehört, unsere Väter haben es uns erzählt, was du gethan haft zu ihren Zeiten vor Alters. 3. Du hast mit deiner Hand die Heiden vertrieben, aber sie hast du eingesetzt; du haft die Völker verderbet, aber sie hast du ausgebreitet. 4. Denn sie haben das Land nicht eingenommen durch ihr Schwert, und ihr Arm half ihnen nicht, sondern deine Rechte, dein Arm und das Licht deines Angesichts; denn du hattest Wohlgefallen an ihnen. 4. Daß ich hinein gehe zum Altar Gottes, zu dem Gott, der meine Freude und Wonne 5. Gott, du bist derselbe, mein 3. Sende dein Licht und deine Wahrheit, daß sie mich leiten und bringen zu deinem heiligen Berge und zu deiner Wohnung, Psalm 44. Allgemeiner Zustand und Gebet der Heiligen. Psalm 44. 44 König, der du Jakob Hülfe verheißest. 6. Durch dich wollen wir unsere Feinde zerstoßen; in deinem Namen wollen wir untertreten, die sich wider uns setzen. 7. Denn ich verlasse mich nicht auf meinen Bogen, und mein Schwert kann mir nicht belfen; 8. Sondern du hilfst uns von unsern Feinden, und machst zu Schanden, die uns hafsen. 9. Wir wollen täglich rühmen von Gott, und deinem Namen danken ewiglich, Sela. 10. Warum verstößest du uns denn nun, und läsfest uns zu Schanden werden, und ziehst nicht aus unter unserm Heer? 11. Du läsfest uns fliehen vor unserm Feinde, daß uns berauben, die uns haffen. 12. Du läsfest uns auffressen wie Schafe, und zerstreust uns unter die Heiden. 13. Du verkaufst dein Bolt umsonst, und nimmst nichts darum. 14. Du machst uns zur Schmach unsern Nachbarn, zum Spott und Hohn denen, die um uns her sind. 15. Du machst uns zum Beis spiel unter den Heiden, und daß die Völker das Haupt über uns schütteln. 16. Täglich ist meine Schmach vor mir, und mein Antlitz ist voller Schande, 17. Daß ich die Schänder und Lästerer hören, und die Feinde und Rachgierigen sehen muß. 18. Dieß Alles ist über uns gekommen, und haben doch deiner nicht vergessen, noch untreulich in deinem Bunde gehandelt. 19. Unser Herz ist nicht abgefallen, noch unser Gang ge wichen von deinem Wege; 20. Daß du uns so zerschlägst unter den Drachen, und bedeckst uns mit Finsterniß. 21. Wenn wir des Namens unsers Gottes vergessen hätten und unsere Hände aufgehoben zum fremden Gott; 22. Das möchte Gott wohl finden; nun kennt er ja un sers Herzens Grund. 23. Denn wir werden ja um deinetwillen täglich erwürgt, und sind geachtet wie Schlachtschafe. 24. Erwecke dich, Herr! war Psalm 44. 45. um schläfst du? Wache auf und verstoße uns nicht so gar. 25. Warum verbirgst du dein Antlitz, vergißfest unsers Elends und Dranges? 26. Denn unsere Seele ist gebeugt zur Erde, unser Bauch klebt am Erdboden. 27. Mache dich auf, hilf uns und erlöse uns um deiner Güte willen. Psalm 45. Weissagung von dem Bräutigam, Christo, und der Kirche, seiner Braut. 1. Ein Brautlied und Unterweisung der Kinder Korahs, von den Rosen, vorzusingen. Mein Herz dichtet ein feines Lied; ich will fingen von einem Könige; meine Zunge ist ein Griffel eines guten Schreibers. 45 Elenden bei Necht zu behalten, so wird deine rechte Hand Wunder beweisen. 6. Scharf sind deine Pfeile, daß die Völker vor dir niederfallen, mitten unter den Feinden des Königs. 7. Gott, dein Stuhl bleibt immer und ewig; das Scepter deines Reichs ist ein gerades Scepter. 3. Du bist der Schönste unter den Menschenkindern, holdselig sind deine Lippen, darum segnet dich Gott ewiglich. 4. Gürte dein Schwert an deine Seite, du Held, und schmücke dich schön. 5. Es müsse dir gelingen in deinem Schmuck; ziehe einher der Wahrheit zu gut und die 8. Du liebst Gerechtigkeit, und hasfest gottloses Wesen; darum hat dich Gott, dein Gott, gesalbt mit FreudenDel, mehr denn deine Gesellen. 9. Deine Kleider sind eitel Myrrhen, Aloe und Kezia, wenn du aus den elfenbeinernen Palästen daher trittst in deiner schönen Pracht. 10. In deinem Schmuck gehen der Könige Töchter; die Braut steht zu deiner Rechten in eitel köstlichem Golde. 11. Höre, Tochter, schaue darauf und neige deine Ohren, vergiß deines Volkes und deines Vaters Hauses; 12. So wird der König Luft an deiner Schöne haben; denn er ist dein Herr, und sollst ihn anbeten. 46 13. Die Tochter Zor wird mit Geschenken da sein, die Reichen im Volke werden vor dir flehen. 14. Des Königs Tochter ist ganz herrlich inwendig; sie ist mit goldenen Stücken gekleidet. Psalm 45. 46. 15. Man führt sie in gestickten Kleidern zum Könige, und ihre Gespielen, die Jungfrauen, die ihr nachgehen, führt man zu dir. 16. Man führt sie mit Freuden und Wonne, und sie gehen in des Königs Palast. 17. Anstatt deiner Väter wirst du Kinder triegen; die wirst du zu Fürsten setzen in aller Welt. 3. Darum fürchten wir uns nicht, wenn gleich die Welt unterginge, und die Berge mitten ins Meer sänten. 4. Wenn gleich das Meer wüthete und wallete, und von seinem Ungestüm die Berge einfielen, Sela. Psalm 46. Der Kirche Trost und Sicherheit. 1. Ein Lied der KinderKorahs von der Jugend, vorzusingen. Hott ist unsere Zuversicht und Stärke; eine Hülfe in den großen Nöthen, die uns getroffen haben. 5. Dennoch soll die Stadt Gottes fein lustig bleiben mit ihren Brünnlein, da die heiligen Wohnungen des Höchsten sind. 6. Gott ist bei ihr darinnen, darum wird sie wohl bleiben; Gott hilft ihr frühe. 7. Die Heiden müssen ver zagen, und die Königreiche fallen; das Erdreich muß vergehen, wenn er sich hören läßt. 8. Der Herr Zebaoth ist mit uns, der Gott Jakobs ist un18. Ich will deines Namens gedenken von Kind zu Kindesfind; darum werden dir dan- ser Schuß, Sela. ten die Völker immer und ewiglich. 9. Rommet her und schauet die Werte des Herrn, der auf Erden solches Zerstören anrichtet; 10. Der den Kriegen steuert in aller Welt; der Bogen zer bricht, Spieße zerschlägt und Wagen mit Feuer verbrennt. 11. Seid stille und erkennet, daß Ich Gott bin. Ich will Ehre einlegen unter den Hei Psalm 46. 47. 48. den, Ich will Ehre einlegen auf Erden. 12. Der Herr Zebaoth ist mit uns, der Gott Jakobs ist unser Schutz, Sela. Psalm 47. Von Christi Himmelfahrt. 1. Ein Psalm, vorzusingen, der Kinder Korahs. rohlocket mit Händen, alle Völker, und jauchzet Gott mit fröhlichem Schall. Frol 3. Denn der Herr, der Allerhöchste, ist erschrecklich, ein großer König auf dem ganzen Erdboden. 4. Er wird die Völker unter uns zwingen, und die Leute unter unsere Füße. 5. Er erwählt uns zum Erbtheil, die Herrlichkeit Jakobs, den er liebt, Sela. 6. Gott fährt auf mit Jauchzen, und der Herr mit heller Posaune. 7. Lobsinget, lobsinget Gott; lobsinget, lobsinget unserm Könige. 47 die Heiden; Gott sitzt auf seinem heiligen Stuhl. 10. Die Fürsten unter den Völkern sind versammelt zu Einem Volke dem Gott Abrahams; denn Gott ist sehr erhöhet bei den Schilden auf Erden. 8. Denn Gott ist König auf dem ganzen Erdboden; lobfinget ihm flüglich. 9. Gott ist der König über Psalm 48. Vorbild der christlichen Kirche. 1. Ein Psalmlied der Kinder Korabs. Hroß ist der Herr, und hochberühmt in der Stadt unsers Gottes auf seinem heiligen Berge. 3. Der Berg Zion ist wie ein schönes Zweiglein, deß sich das ganze Land tröstet; an der Seite gegen Mitternacht liegt die Stadt des großen Königs. 4. Gott ist in ihren Palästen bekannt, daß er der Schutz sei. 5. Denn siehe, Könige sind versammelt und mit einander vorüber gezogen. 6. Sie haben sich verwundert, da sie solches sahen; sie haben sich entsetzt und sind gestürzt. 7. Zittern ist sie daselbst an gekommen, Angst wie eine Ge bährerin. Palm 48. 49. 48. 8. Du zerbricht Schiffe im Meer durch den Ostwind. 9. Wie wir gehört haben, so sehen wir es an der Stadt des Herrn Zebaoth, an der Stadt unsers Gottes; Gott erhält dieselbe ewiglich, Sela. 10. Gott, wir warten deiner Güte in deinem Tempel. 11. Gott, wie dein Name, so ist auch dein Ruhm bis an der Welt Ende; deine Rechte ist voller Gerechtigkeit. 12. Es freue sich der Berg Zion, und die Töchter Judas seien fröhlich um deiner Rechte willen. 13. Machet euch um Zion, und umfahet sie; zählet ihre Thürme. 14. Leget Fleiß an ihre Mauern, und erhöhet ihre Paläste, auf daß man davon verkündige bei den Nachkommen; 15. Daß dieser Gott sei unser Gott immer und ewiglich. Er führt uns wie die Jugend. Psalm 49. Lehre und Trost wider das Glück der Gottlosen. 1. Ein Psalm der Kinder Korahs, vorzufingen. Höret zu, alle Völker; mertet auf, Alle, die in dieser Zeit leben, 3. Beide, gemeiner Mann und Herren, beide Reiche und Arme mit einander. 4. Mein Mund soll von Weisheit reden; und mein Herz von Verstand sagen. 5. Wir wollen einen guten Spruch hören, und ein feines Gedicht auf der Harfe spielen. 6. Warum sollte ich mich fürchten in bösen Tagen, wenn mich die Missethat meiner Untertreter umgibt? 7. Die sich verlassen auf ihr Gut, und trotzen auf ihren großen Reichthum. 8. Kann doch ein Bruder Niemand erlösen, noch Gott Jemand versöhnen; 9. Denn es kostet zu viel ihre Seele zu erlösen, daß er es muß lassen anstehen ewiglich. 10. Ob er auch gleich lange lebt, und die Grube nicht sieht. 11. Denn man wird sehen, daß solche Weisen doch sterben, sowohl, als die Thoren und Narren umkommen, und müssen ihr Gut Andern lassen. 12. Das ist ihr Herz, daß Pfalm 49, 50 49 ihre Häuser währen immer- 20. So fahren sie ihren Vädar, ihre Wohnungen bleiben für und für, und haben große Ehre auf Erden. 13. Dennoch können sie nicht bleiben in solcher Würde; sondern müssen davon wie ein Vich. 14. Dieß ihr Thun ist eitel Thorheit; noch loben es ihre Nachkommen mit ihrem Munde, Sela. 15. Sie liegen in der Hölle wie Schafe, der Tod nagt sie; aber die Frommen werden gar bald über sie herrschen; und ihr Trotz muß vergehen, in der Hölle müssen sie bleiben. 16. Aber Gott wird meine Seele erlösen aus der Hölle Gewalt; denn er hat mich angenommen, Sela. 17. Laß dich es nicht irren, ob einer reich wird, ob die Herrlichkeit seines Hauses groß wird; 18. Denn er wird nichts in seinem Sterben mitnehmen, und seine Herrlichkeit wird ihm nicht nachfahren; 19. Sondern er tröstet sich dieses guten Lebens, und preifet es, wenn einer nach guten Tagen trachtet. tern nach, und sehen das Licht nimmermehr. 21. Kurz, wenn ein Mensch in der Würde ist, und hat keinen Verstand, so fähret er davon, wie ein Vieh. Psalm. 50. Vom wahren Gottesdienst. 1. Ein Psalm Affaphs. Hott, der Herr, der Mächtige, redet und ruft der Welt vom Aufgang der Sonne bis zum Niedergang. 2. Aus Zion bricht an der schöne Glanz Gottes. 3. Unser Gott kommt und schweigt nicht. Fressendes Feuer geht vor ihm her, und um ihn her ein großes Wetter. 4. Er ruft Himmel und Erde, daß er sein Volk richte. 5. Versammelt mir meine Heiligen, die den Bund mehr achten denn Opfer. 6. Und die Himmel werden seine Gerechtigkeit verkündigen; denn Gott ist Richter, Sela. 7. Höre, mein Volk, laß mich reden; Israel, laß mich unter dir zengen; Ich, Gott, bin dein Gott. Psalm 50. 51. 50 8. Deines Opfers halben strafe ich dich nicht; sind doch deine Brandopfer sonst immer vor mir. 9. Ich will nicht von deinem Hause Farren nehmen, noch Böcke aus deinen Ställen. 10. Denn alle Thiere im Walde sind mein, und Vieh auf den Bergen, da sie bei tausend gehen. 11. Ich kenne alles Gevögel auf den Bergen, und allerlei Thier auf dem Felde ist vor mir. 12. Wo mich hungerte, wollte ich dir nicht davon sagen; denn der Erdboden ist mein, und Alles, was darinnen ist. 13. Meinest du, daß ich Och senfleisch effen wolle, oder Bocksblut trinken? 14. Opfere Gott Dank, und bezahle dem Höchsten deine Gelübde, 15. Und rufe mich an in der Noth; so will ich dich erretten, so sollst du mich preisen. 16. Aber zum Gottlosen spricht Gott: Was verkündigst du meine Rechte, und nimmst meinen Bund in deinen Mund; 17. So du doch Zucht haffeft, und wirfst meine Worte hinter dich? 18. Wenn du einen Dieb siehst, so läufst du mit ihm, und hast Gemeinschaft mit den Ehebrechern. 19. Dein Maul läsfest du Böses reden, und deine Zunge treibt Falschheit. 20. Du sitzest und rebest wider deinen Bruder; deiner Mutter Sohn verleumdest du. 21. Das thust du, und ich schweige; da meinest du, ich werde sein gleich wie du; aber ich will dich strafen, und will dir es unter Augen stellen. 22. Merket doch das, die ihr Gottes vergesset! Daß ich nicht einmal hinreiße, und sei kein Retter mehr dal 23. Wer Dank opfert, der preiset mich; und das ist der Weg, daß ich ihm zeige das Heil Gottes. Psalm 51. Davids Bußspiegel. 1. Ein Psalm Davids, vor. zusingen. 2. Da der Prophet Nathan zu ihm kam, als er war zu Bath- Seba eingegangen. Psalm 51. Hott, sei mir gnädig nach deiner Güte, und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. 4. Wasche mich wohl von meiner Missethat, und reinige mich von meiner Sünde. 5. Denn ich erkenne meine Missethat, und meine Sünde ist immer vor mir. 6. An dir allein habe ich gesündigt, und Uebel vor dir gethan; auf daß du Recht behaltest in deinen Worten, und rein bleibest, wenn du gerichtet wirst. 7., Siehe, ich bin aus sündlichem Samen gezeugt, und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen. 8. Siehe, du hast Lust zur Wahrheit, die im Verborgenen liegt; du läsfest mich wissen die heimliche Weisheit. 9. Entsündige mich mit Ysop, daß ich rein werde; wasche mich, daß ich schneeweiß werde. 10. Laß mich hören Freude und Wonne, daß die Gebeine fröhlich werden, die du zerschlagen hast. 51 12. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen gewissen Geist. 13. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. 11. Verbirg dein Antlitz von meinen Sünden, und tilge alle meine Missethat. 14. Tröste mich wieder mit deiner Hülfe; und der freudige Geist enthalte mich. 15. Denn ich will die Uebertreter deine Wege lehren, daß sich die Sünder zu dir bekehren. 16. Errette mich von den Blutschulden, Gott, der du mein Gott und Heiland bist, daß meine Zunge deine Gerechtigkeit rühme. 17. Herr, thue meine Lippen auf, daß mein Mund deinen Ruhm verkündige. 18. Denn du hast nicht Lust zum Opfer, ich wollte dir es sonst wohl geben, und Brandopfer gefallen dir nicht. 19. Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist; ein geängstetes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten. 20. Thue wohl an Zion nach deiner Gnade; baue die Manern zu Jerusalem; 52 21. Dann werden dir gefallen die Opfer der Gerechtigfeit, die Brandopfer und ganzen Opfer; dann wird man Farren auf deinem Altar opfern. Psalm 52. 53. Psalm 52. Davibs Klage über Doeg. 1. Eine Unterweisung Davids, vorzusingen. 2. Da Doeg, der Edomiter, kam und sagte Saul an und sprach: David ist in Ahimelechs Haus gekommen. Was tropest du denn, du Tyrann, daß du kannst Schaden thun? So doch Gottes Güte noch täglich währet. 4. Deine Zunge trachtet nach Schaden, und schneidet mit Lügen wie ein scharfes Scheermesser. 5. Du redest lieber Böses denn Gutes, und Falsch denn Recht, Sela. 6. Du redest gerne Alles, was zum Verderben dienet, mit falscher Zunge. 7. Darum wird dich Gott auch ganz und gar zerstören und zerschlagen, und aus der Hütte reißen und aus dem Lande der Lebendigen ausrotten, Sela. 8. Und die Gerechten werden es sehen, und sich fürchten, und werden seiner lachen: 9. Siehe, das ist der Mann, der Gott nicht für seinen Trost hielt, sondern verließ sich auf seinen großen Reichthum, und war mächtig Schaden zu thun. 10. Ich aber werde bleiben, wie ein grüner Delbaum im Hause Gottes; ich verlasse mich auf Gottes Güte immer und ewiglich. 11. Ich danke dir ewiglich, denn du kannst es wohl machen; und will harren auf deinen Namen, denn deine Heiligen haben Freude daran. Psalm 53. Von der Menschen Verderben und Erlösung. 1. Eine Ermunterung Davids, im Chor um einander vorzusingen. Die Thoren sprechen in ihrem Herzen: Es ist kein Gott. Sie taugen nichts, und sind ein Greuel geworden in ihrem bösen Wesen. Da ist Keiner, der Gutes thut. 3. Gott schaut vom Himmel Psalm 53. 54. 55. 53 auf der Menschen Kinder, daß Hilf mir, Gott, durch deinen er ob sei, der nach Gott frage. Namen, schaffe mir Recht durch deine Gewalt. 4. Gott erböre mein Gebet, vernimm die Rede meines Mundes. 4. Aber sie sind alle abgefallen und allesammt untüchtig; da ist keiner, der Gutes thue, auch nicht Einer. 5. Wollen denn die Uebel thäter sich nicht sagen lassen, die mein Volk fressen, daß sie sich nähren? Gott rufen sie nicht an. 6. Da fürchten sie sich aber, da nichts zu fürchten ist; denn Gott zerstreut die Gebeine der Treiber; du machst sie zu Schanden, denn Gott verschmäht sie. 7. Ach daß die Hülfe aus Zion über Israel käme, und Gott sein gefangenes Volk erlöste; so würde sich Jakob freuen, und Israel fröhlich sein. 5. Denn Stolze setzen sich wider mich, und Tropige stehen' mir nach meiner Seele, und haben Gott nicht vor Augen, Sela. 6. Siehe, Gott steht mir bei, der Herr erhält meine Seele. 7. Er wird die Bosheit meinen Feinden bezahlen; zerstöre sie durch deine Trene. 8. So will ich dir ein Freudenopfer thun, und deinem Namen, Herr! danken, daß er so tröstlich ist. 9. Denn du errettest mich aus aller meiner Noth, daß mein Auge an meinen Feinden Lust sieht. Psalm 54. Psalm 55. Gebet am Hülfe und Errettung. 1. Eine Unterweisung Davids, vorzusingen auf Saitenspielen. Gebet wider die falschen Brüder. 1. Eine Unterweisung Davids, vorzusingen auf Saitenspielen. 2. Da die von Siph kamen Gott, höre mein Gebet, und und sprachen zu Saul: David verbirg dich nicht vor hat sich bei uns verborgen. meinem Flehen. 54 3. Merke auf mich, und erhöre mich, wie ich so kläglich zage und heule; 4. Daß der Feind so schreit, und der Gottlose drängt; denn sie wollen mir eine Tücke beweisen und sind mir heftig gram. 5. Mein Herz ängstet sich in meinem Leibe; und des Todes Furcht ist auf mich gefallen. 6. Furcht und Zittern ist mich angekommen; und Grauen hat mich überfallen. 7. Ich sprach: O hätte ich Flügel wie Tauben, daß ich flöge und etwa bliebe! 8. Siehe, so wollte ich mich ferne weg machen und in der Wüste bleiben, Sela. 9. Ich wollte eilen, daß ich entrönne vor dem Sturmwinde und Wetter. Psalm 55. 10. Mache ihre Zunge uneins, Herr, und laß sie untergehen; denn ich sehe Frevel und Hader in der Stadt. 11. Solches geht Tag und Nacht um und um in ihren Mauern; es ist Mühe und Arbeit darinnen. 12. Schadenthun regiert darinnen, Lügen und Trügen läßt nicht von ihrer Gaffe. 13. Wenn mich doch mein Feind schändete, wollte ich es leiden; und wenn mir mein Hasser pochte, wollte ich mich vor ihm verbergen. 14. Du aber bist mein Geselle, mein Pfleger und mein Verwandter, 15. Die wir freundlich mit einander waren unter uns; wir wandelten im Hause Gottes zu Haufen. 16. Der Tod übereile sie, und müssen lebendig in die Hölle fahren; denn es ist ei tel Bosheit unter ihrem Haufent. 17. Ich aber will zu Gott rufen, und der Herr wird mir helfen. 18. Des Abends, Morgens und Mittags will ich klagen und heulen, so wird er meine Stimme hören. 19. Er erlöst meine Seele von denen, die an mich wollen, und schaffet ihr Ruhe; denn ihrer ist viel wider mich. 20. Gott wird hören und sie demüthigen, der allewege bleibt, Sela. Denn sie werden nicht anders, und fürchten Gott nicht. 21. Denn sie legen ihre Hände Psalm an seine Friedsamen, und entheiligen seinen Bund. 22. Ihr Mund ist glätter denn Butter, und haben doch Krieg im Sinn; ihre Worte sind gelinder denn Del, und sind doch bloßze Schwerter. 23. Wirf dein Anliegen auf den Herrn, der wird dich versorgen, und wird den Gerechten nicht ewiglich in Unruhe lassen. 24. Aber Gott, du wirst fie hinunter stoßen in die tiefe Grube; die Blutgierigen und Falschen werden ihr Leben nicht zur Hälfte bringen; ich aber hoffe auf dich. Psalm 56. Gebet wider die Verfolger. 1. Ein goldenes Kleinod Davids, von der stummen Taube, unter den Fremden, da ihn die Philister griffen zu Gath. Gott, sei mir gnädig, denn Menschen wollen mich versenken; täglich streiten sie und ängsten mich. 3. Meine Feinde verfenken mich täglich; denn Viele streiten wider mich stolziglich. 4. Wenn ich mich fürchte, so hoffe ich auf dich. 55 56. 55 5. Ich will Gottes Wort rühmen; auf Gott will ich hoffen und mich nicht fürchten; was sollte mir Fleisch thun? 6. Täglich fechten sie meine Worte an, alle ihre Gedanken sind, daß sie mir Uebels thun. 7. Sie halten zu Haufen und laufern, und haben Acht auf meine Fersen, wie sie meine Seele erhaschen. 8. Was sie Böses thun, das ist schon vergeben. Gott, stoße solche Leute ohne alle Gnade hinunter. 9. Zähle meine Flucht, faffe meine Thränen in deinen Sack; ohne Zweifel du zählest sie., 10. Dann werden sich meine Feinde müssen zurück kehren; wenn ich rufe, so werde ich inne, daß du mein Gott bist. 11. Ich will rühmen Gottes Wort, ich will rühmen des Herrn Wort. 12. Auf Gott hoffe ich und fürchte mich nicht; was können mir die Menschen thun? 13. Ich habe dir, Gott, gelobt, daß ich dir danken will. 14. Denn du hast meine Seele vom Tode errettet, meine Füße vom Gleiten, daß ich wandeln 56 Psalm mag vor Gott im Licht der Lebendigen. Psalm 57. Gebet wider der Feinde Grausamkeit. 1. Ein goldenes Kleinod Davids, vorzusingen, daß er nicht umkäme, da er vor Saul floh in die Höhle. ei mir gnädig, Gott, sei mir gnädig, denn auf dich traut meine Seele, und unter dem Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht, bis das Unglück vorüber gehe. 3. Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten, zu Gott, der meines Jammers ein Ende macht. 4. Er sendet vom Himmel, und hilft mir von der Schmach meines Versenters, Sela. Gott sendet seine Güte und Trene. 5. Ich liege mit meiner Seele unter den Löwen. Die Menschenkinder sind Flammen, ihre Zähne sind Spieße und Pfeile, und ihre Zungen scharfe Schwerter. 6. Erhebe dich, Gott, über den Himmel, und deine Ehre über alle Welt. 7. Sie stellen meinem Gange Netze, und drücken meine See57. 58. le nieder; sie graben vor mir eine Grube, und fallen selbst darein, Sela. 8 Mein Herz ist bereit, Gott, mein Herz ist bereit, daß ich singe und lobe. 9. Wache auf, meine Ehre, wache auf, Pfalter und Harfe; frühe will ich aufwachen. 10. Herr, ich will dir danken unter den Völkern, ich will dir lobsingen unter den Leuten. 11. Denn deine Güte ist so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. 12. Erhebe dich, Gott, über den Himmel, und deine Ehre über alle Welt. Psalm 58. Klage über die Verläumber. 1. Ein goldenes Kleinod Davids, vorzusingen, daß es nicht umkäme. eid ihr denn stumm, daß ihr nicht reden wollt, was recht ist, und richten, was gleich ist, ihr Menschenkinder? 3. Ja muthwillig thut ihr Unrecht im Lande und gehet stracks durch mit euren Händen zu freveln. 4. Die Gottlosen sind ver Psalm 58. 59. kehrt von Mutterleibe an; die Lügner irren von Mutterleibe an. 5. Ihr Wüthen ist gleich wie das Wüthen einer Schlange, wie eine taube Otter, die ihr Ohr zustopft, 6. Daß sie nicht höre die Stimme des Zauberers, des Beschwörers, der wohl beschwören kann. 7. Gott, zerbrich ihre Zäh ne in ihrem Maul; zerstoße, Herr, die Backenzähne der jungen Löwen. 8. Sie werden zergehen wie Wasser, das dahin fließt; sie zielen mit ihren Pfeilen, aber dieselben zerbrechen. 9. Sie vergehen, wie eine Schnecke verschmachtet; wie eine unzeitige Geburt eines Weibes sehen sie die Sonne nicht. 10. Ehe eure Dornen reif werden am Dornenstrauch, wird sie ein Zorn so frisch wegreißen. 11. Der Gerechte wird sich freuen, wenn er solche Rache sieht, und wird seine Füße baden in des Gottlosen Blut. 57 ner ja genießen; es ist ja noch Gott Richter auf Erden. 12. Daß die Leute werden sagen: Der Gerechte wird sei Psalm 59. Gebet wider die Verfolger. 1. Ein goldnes Kleinod Davids, daß er nicht umkäme, da Saul hinsandte, und ließ sein Haus bewahren, daß er ihn tödtete. Frrette mich, mein Gott, von meinen Feinden, und schütze mich vor denen, so sich wider mich setzen. 3. Errette mich von den Uebelthätern und hilf mir von den Blutgierigen. 4. Denn siebe, Herr, ste lauern auf meine Seele, die Starken sammeln sich wider mich ohne meine Schuld und Missethat. 5. Sie laufen ohne meine Schuld, und bereiten sich; erwache und begegne mir und siehe darein. 6. Du Herr, Gott Zebaoth, Gott Israels, wache auf, und suche heim alle Heiden; ſei derer Keinem gnädig, die so verwegne Uebelthäter sind, Sela. 7. Des Abends laß sie wiederum auch heulen wie die 58 Psalm Hunde, und in der Stadt umher laufen. 8. Siehe, fie plaudern mit einander, Schwerter sind in ihren Lippen; wer sollte es hören? 9. Aber du, Herr, wirst ihrer lachen, und aller Heiden spotten. 10. Vor ihrer Macht halte ich mich zu dir; denn Gott ist mein Schutz. 11. Gott erzeigt mir reichlich seine Güte; Gott läßt mich meine Lust sehen an meinen Feinden. 12. Erwürge sie nicht, daß es mein Volk nicht vergesse; zerstreue sie aber mit deiner Macht, Herr, unser Schild, und stoße sie hinunter. 13. Ihre Lehre ist eitel Sünde, und verharren in ihrer Hoffart, und predigen eitel Fluchen und Widersprechen. 14. Vertilge sie ohne alle Gnade, vertilge sie, daß sie nichts seien, und inne werden, daß Gott Herrscher sei in Jakob, in aller Welt, Sela. 15. Des Abends laßß sie wiederum auch heulen wie die Hunde, und in der Stadt umher laufen. 59. 60. 16. Laß sie hin und herlaufen um Speise und murren, wenn sie nicht satt werden. 17. Sch aber will von deiner Macht singen, und des Morgens rühmen deine Güte; denn du bist mein Schutz und Zuflucht in meiner Noth. 18. Ich will dir, mein Hort, lobsingen; denn du, Gott, bist mein Schutz und mein gnädiger Gott. Psalm 60. Gebet für die Wohlfahrt des Volks Israel. 1. Ein goldenes Kleinod Davids, vorzusingen, von einem goldenen Rosenspan zu lehren. 2. Da er gestritten hatte mit den Syrern zu Mesopotamien und mit den Syrern von 30ba, da Jakob umkehrte und schlug der Edomiter im Salzthal zwölf tausend. Hott, der du uns verstoßen und zerstreut hast, und zornig warst, tröste uns wie der. 4. Der du die Erde bewegt und zerrissen hast, heile ihre Brüche, die so zerschellt ist. 5. Denn du hast deinem Volke ein Hartes erzeigt, du hast Psalm 60. 61.0 uns einen Trunk Wein gegeben, daß wir taumelten. 6. Du hast aber doch ein Zeichen gegeben denen, die dich fürchten, welches sie aufwarfen, und sie sicher machte, Sela. 1. Ein Psalm Davids, vor7. Auf daß deine Lieben er- zusingen auf einem Saitenledigt werden, so hilf nun mit spiel. 8. Gott redet in seinem Heiligthum, deß bin ich froh, und will theilen Sichem und abmessen das Thal Suchoth. 9. Gilead ist mein, mein ist Manasse, Ephraim ist die Macht meines Hauptes, Juda ist mein Fürst. deiner Rechten, und erhöre Höre, Gott, mein Geschrei, uns. auf mein 10. Moab ist mein Waschtopf, meinen Schuh strecke ich über Edom, Philistää jauchzet zu mir. 59 Thaten thun; Er wird unsere Feinde untertreten. 11. Wer will mich führen in eine feste Stadt? Wer geleitet mich bis in Edom? 12. Wirst du es nicht thun, Gott, der du uns verstößest und ziehst nicht aus, Gott, mit unserm Heer? Psalm 61. Gebet für die Obrigkeit, daß Gott ihr starker Thurm sei. 13. Schaffe uns Beistand in der Noth; denn Menschenhülfe ist kein nüße. 14. Mit Gott wollen wir bet. 3. Hienieden auf Erden rufe ich zu dir, wenn mein Herz in Angst ist, du wollest mich führen auf einen hohen Felsen. 4. Denn du bist meine Zuversicht, ein starker Thurm vor meinen Feinden. 5. Sch will wohnen in deiner Hütte ewiglich, und trauen unter deinen Fittigen, Sela. 6. Denn du, Gott, hörst mein Gelübde; du belohnst die wohl, die deinen Namen fürchten. 7. Du gibst einem Könige langes Leben, daß seine Jahre währen immer für und für; 8. Daß er immer sitzen bleibt vor Gott. Erzeige ihm Güte und Treue, die ihn behüten, 9. So will ich deinem Namen lobsingen ewiglich, daß ich meine Gelübde bezahle täglich. 60 Psalm 62. 63. Psalm 62. Beständiger Trost wider die Feinde. 1. Ein Psalm Davids für Jeduthun, vorzusingen. Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft. 3. Denn er ist mein Hort, meine Hülfe, mein Schutz, daß mich kein Fall stürzen wird, wie groß er ist. 4. Wie lange stellet ihr Alle Einem nach, daß ihr ihn erwürget, als eine hangende Wand und zerrissene Mauer? 5. Sie denken nur, wie sie ihn dämpfen, fleißigen sich der Litgen, geben gute Worte, aber im Herzen fluchen sie, Sela. 6. Aber meine Seele barret nur auf Gott; denn er ist meine Hoffnung, 7. Er ist mein Hort, meine Hülfe und mein Schuß, daß ich nicht fallen werde. 8. Bei Gott ist mein Heil, meine Ehre, der Fels, meiner Stärke, meine Zuversicht ist auf Gott. 9. Hoffet auf ihn alle Zeit, lieben Leute, schüttet euer Herz vor ihm aus, Gott ist unsere Zuversicht, Sela. 10. Aber Menschen sind doch ja nichts, große Leute fehlen auch; sie wiegen weniger denn nichts, so viel ihrer sind. 11. Verlaßt euch nicht auf Unrecht und Frevel, haltet euch nicht zu ſolchem, das nichts ist; fällt euch Reichthum zu, so hänget das Herz nicht daran. 12. Gott hat ein Wort geredet, das habe ich etlichemal gehört, daß Gott allein mächtig ist. 13. Und du, Herr, bist gnädig, und bezahlst einem Jeg lichen, wie er es verdient. Psalm 63. Gebet um den wahren Gottes. dienst. 1. Ein Psalm Davids, da er war in der Wüste Juda. Hott, du bist mein Gott, frühe mache ich zu dir; es dürftet meine Seele nach dir; mein Fleisch verlangt nach dir in einem trockenen und dürren Lande, da kein Wasser ist. 3. Daselbst sehe ich nach dir in deinem Heiligthum, wollte gerne schauen deine Macht und Ehre. 4. Denn deine Gütte ist bes ser denn Leben; meine Lippen preisen dich. Psalm 63. 64. 5. Daselbst wollte ich dich gerne loben mein Leben lang, und meine Hände in deinem 6. Das wäre meines Herzens Freude und Wonne, wenn ich dich mit fröhlichem Munde loben sollte. 7. Wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich; wenn ich erwache, so rede ich von dir. 8. Denn du bist mein Helfer, und unter dem Schatten deiner Flügel rühme ich. 9. Meine Seele hanget dir an; deine rechte Hand erhält mich. 10. Sie aber stehen nach meiner Seele, mich zu überfallen; sie werden unter die Erde hinunter fahren. 11. Sie werden ins Schwert fallen und den Füchsen zu Theil werden. 12. Aber der König freut sich in Gott. Wer bei ihm schwört, wird gerühmt werden; denn die Lügenmäuler sollen verstopft werden. 61 1. Ein Psalm Davids, vorzufingen. Höre, Gott, meine Stimme in meiner Klage, behüte mein Leben vor dem grausamen Feinde. 3. Verbirg mich vor der Versammlung der Bösen, vor dem Haufen der Uebelthäter; Psalm 64. Gebet um Beschüßung des Lebens und guten Namens. 4. Welche ihre Zungen schärfen, wie ein Schwert, die mit ihren giftigen Worten zielen, wie mit Pfeilen; 5. Daß sie heimlich schießen den Frommen; plötzlich schießen sie auf ihn ohne alle Scheu. 6. Sie sind kühn mit ihren bösen Anschlägen, und sagen, wie sie Stricke legen wollen, und sprechen: Wer kann sie sehen? 7. Sie erdichten Schalkheit und halten es heimlich, sind verschlagen und haben geschwinde Ränke. 8. Aber Gott wird sie plötzlich schießen, daß ihnen wehe thun wird. 9. Ihre eigene Zunge wird sie fällen, daß ihrer spotten wird, wer sie sieht. 10. Und alle Menschen, die es sehen, werden sagen: Das Psalm 64. 65. 62 hat Gott gethan, und merken, daß es sein Werk sei. 11. Die Gerechten werden sich des Herrn freuen und auf ihn trauen; und alle frommen Herzen werden sich deß rühmen. Psalm 65. Danksagung für Gottes Wohlthaten. 1. Ein Psalm Davids zum Liede vorzusingen. Hott, man lobt dich in der Stille zu Zion, und dir bezahlt man Gelübde. 3. Du erhörst Gebet, darum kommt alles Fleiſch zu dir. 4. Unsere Missethat drückt uns hart, du wollest unsere Sünde vergeben. 5. Wohl dem, den du erwählst und zu dir läsfest, daß er wohne in deinen Höfen, der hat reichen Trost von deinem Hause, deinem heiligen Tempel. 6. Erhöre uns nach der wunderbaren Gerechtigkeit, Gott, unser Heil, der du bist Zuversicht Aller auf Erden und fern am Meer. 7. Der die Berge fest setzt in seiner Kraft, und gerüstet ist mit Macht. 8. Der du stillst das Brausen des Meeres, das Brausen seiner Wellen und das Toben der Völker; 9. Daß sich entsetzen, die an denselben Enden wohnen, vor deinen Zeichen; du machst fröhlich, was da webet, beides des Morgens und des Abends. 10. Du suchst das Land heim, und wässerst es und machst es sehr reich. Gottes Brünnlein hat Wasser die Fülle; du lässest ihr Getreide wohl gerathen, denn also baust du das Land. 11. Du tränfst seine Furchen und feuchtest sein Gepflügtes; mit Regen machst du es weich, und segneft sein Gewächse. 12. Du frönst das Jahr mit deinem Gut, und deine Fußstapfen triefen von Fett. 13. Die Wohnungen in der Wüste sind auch fett, daß sie triefen, und die Hügel sind umher lustig. 14. Die Anger sind voll Schafe, und die Auen stehen dick mit Korn, daß man jauchzt und singt. Psalm 66. Psalm 66. Lob und Preis der sonderbaren Werke Gottes. 1. Ein Psalmlied, vorzufingen. Fauchzet Gott, alle Lande. 2. Lobsinget zu Ehren seinem Namen, rühmet ihn herrlich. 63 ben behält, und läßt unsere Füße nicht gleiten. 10. Denn, Gott, du hast uns versucht und geläutert, wie das Silber geläutert wird; 11. Du hast uns lassen in den Thurm werfen, du hast auf unsere Lenden eine Laft gelegt; 12. Du hast Menschen lassen über unser Haupt fahren; wir sind in Feuer und Wasser ges kommen; aber du hast uns ausgeführt und erquickt. 3. Sprechet zu Gott: Wie wunderbar sind deine Werke! Es wird deinen Feinden fehlen vor deiner großen Macht. 4. Alles Land bete dich an und lobsinge dir, lobsinge deinem Namen, Sela. 5. Kommt her, und sehet dn die Werke Gottes, der so wunderbar ist mit seinem Thun unter den Menschenkindern. 6. Er verwandelt das Meer in das Trockne, daß man zu Fuß über das Wasser geht; deß freuen wir uns in ihm. 7. Er herrscht mit seiner Gewalt ewiglich, seine Augen schauen auf die Völker, die Abtrünnigen werden sich nicht erhöhen können, Sela. 8. Lobet, ihr Völker, unsern Gott, laffet feinen Ruhm weit erschallen. 9. Der unsere Seelen im Le13. Darum will ich mit Brandopfern gehen in dein Haus, und dir mein Gelübde bezahlen, 14. Wie ich meine Lippen habe aufgethan, und mein Mund geredet hat in meiner Noth. 15. Ich will dir feiste Brandopfer thun von gebrannten Widdern; ich will opfern Rinder mit Böcken, Sela. 16. Kommet her, höret zu, Alle, die ihr Gott fürchtet, ich will erzählen, was er an meiner Seele gethan hat. 17. Zu ihm rief ich mit meinem Munde, und pries ihn mit meiner Zunge. 18. Wo ich Unrechtes vor 64 hätte in meinem Herzen, so würde der Herr nicht hören. 19. Darum erhört mich Gott, und merkt auf mein Flehen. 20. Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft, noch seine Güte von mir wendet. Pfalm 66. 67. 68. Psalm 67. Gebet und Danksagung für Gottes gnadenreichen Segen. 1. Ein Psalmlied, vorzusingen auf Saitenspielen. Gott sei uns gnädig und segne uns, er laffe uns sein Antlitz leuchten, Sela; 3. Daß wir auf Erden erkennen seinen Weg, unter allen Heiden sein Heil. 4. Es danken dir, Gott, die Völker; es danken dir alle Völker. 5. Die Völker freuen sich und jauchzen, daß du die Leute recht richtest, und regierst die Leute auf Erden, Sela. 6. Es danken dir, Gott, die Völker; es danken dir alle Völker. 7. Das Land gibt sein Gewächs; es segne uns Gott, unser Gott. 8. Es segne uns Gott, und alle Welt fürchte ihn. Psalm 68. Weissagung von Christi Erhöhung und deren herrlichen Kraft. 1. Ein Psalmlied Davids, vorzusingen. Es stehe Gott auf, daß seine Feinde zerstreut werden, und die ihn hassen, vor ihm fliehen. 3. Vertreibe sie, wie der Rauch vertrieben wird; wie das Wachs zerschmilzt vom Feuer, so müssen umkommen die Gottlosen vor Gott. 4. Die Gerechten aber mütssen sich freuen und fröhlich sein vor Gott, und von Herzen sich freuen. 5. Singet Gott, lobsinget seinem Namen, machet Bahn dem, der da sanft her fährt; er heißt Herr, und freuet euch vor ihm, 6. Der ein Vater ist der Waisen und ein Richter der Wittwen; er ist Gott in seiner heiligen Wohnung. 7. Ein Gott, der den Einsamen das Haus voll Kinder gibt, der die Gefangenen aus führt zu rechter Zeit, und läßt die Abtrünnigen bleiben in der Dürre. Psalm 68. 8. Gott, da du vor deinem Volk herzogst, da du einher gingst in der Wüste, Sela; 9. Da bebte die Erde und die Himmel troffen vor diesem Gott in Sinai, vor dem Gott, der Israels Gott ist. 10. Nun aber gibst du, Gott, einen gnädigen Regen, und dein Erbe, das dürre ist, erquickst du, 11. Daß deine Thiere darinnen wohnen können; Gott, du labst die Elenden mit deinen Gütern. 12. Der Herr giebt das Wort mit großen Schaaren Evangelisten. 13. Die Könige der Heerschaaren sind unter einander Freunde; und die Hausehre theilt den Raub aus. 14. Wenn ihr zu Felde liegt, so glänzt es als der Tauben Flügel, die wie Silber und Gold schimmern. 15. Wenn der Allmächtige hin und wieder unter ihnen Könige setzt, so wird es helle, wo es dunkel ist. 16. Der Berg Gottes ist ein fruchtbarer Berg, ein großes und fruchtbares Gebirge. 17. Was hüpfet ihr großen 65 Gebirge? Gott hat Lust auf diesem Berge zu wohnen, und der Herr bleibt auch immer daselbst. 18. Der Wagen Gottes ist viel tausend mal tausend; der Herr ist unter ihnen im heiligen Sinai. 19. Du bist in die Höhe gefahren und hast das Gefängniß gefangen, du hast Gaben empfangen für die Menschen, auch die Abtrünnigen, daß Gott, der Herr, dennoch daselbst bleiben wird. 20. Gelobt sei der Herr täglich. Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch, Sela. 21. Wir haben einen Gott, der da hilft, und den Herrn Herrn, der vom Tode errettet. 22. Aber Gott wird den Kopf seiner Feinde zerschmeißen sammt ihrem Haarschädel, die da fortfahren in ihrer Sünde. 23. Doch spricht der Herr: Ich will unter den Fetten- etliche holen, aus der Tiefe des Meeres will ich etliche holen. 24. Darum wird dein Fuß in der Feinde Blut gefärbt 5 Psalm 68. 69. 66 werden, und deine Hunde werden es lecken. 25. Man sieht, Gott, wie du einher ziehst; wie du, mein Gott und König, einher ziehst im Heiligthum. 26. Die Sänger gehen vorher, darnach die Spielleute unter den Mägden, die da paufen. 27. Lobet Gott, den Herrn, in den Versammlungen für den Brunnen Israels. 28. Da herrscht unter ihnen der kleine Benjamin, die Für sten Judas mit ihren Haufen, bie Fürsten Sebulons, die Fürsten Naphthalis. 29, Dein Gott hat dein Reich aufgerichtet, dasselbe wollest du, Gott, uns stärken; denn es ist dein Wert. 30. Um deines Tempels willen zu Jerusalem werden dir die Könige Geschenke zuführen. 31. Schilt das Thier im Rohr, die Notte der Ochsen unter ihren Kälbern, die da zertreten um Geldes willen. Er zerstreut die Völker, die da gern kriegen. 32. Die Fürsten aus Egypten werden kommen, Mohren land wird seine Hände ausstrecken zu Gott. 33. Ihr Königreiche auf Erden, singet Gott, lobsinget dem Herrn, Sela; 34. Dem, der da fährt im Himmel allenthalben von Anbeginn; siehe, er wird seinem Donner Kraft geben. 35. Gebet Gott die Macht; seine Herrlichkeit ist in Israel, und seine Macht in den Wolfen. 36. Gott ist wunderbar in seinem Heiligthum; er ist Gott Israels; er wird dem Volke Macht und Kraft geben. Ge lobt sei Gott! Psalm 69. Des Messtä Gebet in seinem Leiden. 1. Ein Psalm Davids von den Rosen, vorzusingen. Hott, hilf mic; denn das Wasser geht mir bis an die Seele. 3. Ich versinke in tiefent Schlamm, da kein Grund ist; ich bin in tiefem Wasser, und die Fluth will mich ersäufen. Ich habe mich müde geschrieen, mein Hals ist heiser; das Gesicht vergeht mir, daß Psalm- 69. ich so lange muß harren auf meinen Gott. 5. Die mich ohne Ursache hassen, derer ist mehr, denn ich Haare auf dem Haupte habe. Die mir unbillig feind sind und mich verderben, sind mächtig. Ich muß bezahlen, das ich nicht geraubt habe. 6. Gott, du weißt meine Thorheit, und meine Schulden sind dir nicht verborgen. 7. Laß nicht zu Schanden werden an mir, die deiner harren, Herr, Herr Zebaoth. Laß nicht schamroth werden an mir, die dich suchen, Gott Ifraels. 8. Denn um deinetwillen trage ich Schmach, mein Angesicht ist voller Schande. 9. Ich bin fremd geworden meinen Brüdern, und unbekannt meiner Mutter Kindern. 10. Denn ich eifere mich schier zu tobe um dein Haus, und die Schmähungen derer, die dich schmähen, fallen auf mich. 11. Und ich weine und faste bitterlich, und man spottet meiner dazu. 67 13. Die im Thore sitzen, waschen von mir, und in den Zechen singt man von mir. 14. Ich aber bete, Herr, zu dir zur angenehmen Zeit; Gott, durch deine große Güte erhöre mich mit deiner treuen Hülfe. 15. Errette mich aus dem Koth, daß ich nicht versinke, daß ich errettet werde von meinen Hassern und aus dem tiefen Wasser, 16. Daß mich die Wasserfluth nicht ersäufe, und die Tiefe nicht verschlinge, und das Loch der Grube nicht über mir zusammen gehe. 12. Ich habe einen Sack angezogen, aber sie treiben das Gespötte daraus. 17. Erhöre mich, Herr, denn deine Güte ist tröstlich; wende dich zu mir nach deiner großen Barmherzigkeit. 18. Und verbirg dein Angesicht nicht deinem Knecht, denn mir ist angst, erhöre mich eilend. 19. Mache dich zu meiner Seele, und erlöse mich um meiner Feinde willen. 20. Du weißt meine Schmach, Schande und Schaam; meine Widersacher sind alle vor dir. 21. Die Schmach bricht mir mein Herz und kränket mich; 68 Psalm 69. 70. ich warte, ob es Jemand jam- mir ist wehe. Gott, deine merte, aber da ist Niemand; Hülfe schütze mich. und auf Tröster, aber ich finde feine. 31. Ich will den Namen Gottes loben mit einem Liede, und will ihn hoch ehren mit Dank. 32. Das wird dem Herrn besser gefallen, denn ein Farre, der Hörner und Klauen hat. 33. Die Elenden sehen es und freuen sich; und die Gott suchen, denen wird das Herz leben. 34. Denn der Herr hört die Armen, und verachtet seine Gefangenen nicht. 35. Es lobe ihn Himmel, Erde und Meer, und Alles, was sich darinnen regt. 36. Denn Gott wird Zion helfen, und die Städte Judas bauen, daß man daselbst wohne, und sie besitze. 37.- Und der Same seiner Knechte wird sie ererben, und die seinen Namen lieben, werden darinnen bleiben. 22. Und sie geben mir Galle zu essen, und Essig zu trinken in meinem großen Durst. 23. Ihr Tisch müsse vor ihnen zum Strick werden, zur Vergeltung und zu einer Falle. 24. Ihre Augen müssen finster werden, daß sie nicht sehen, und ihre Lenden laß immer wanken. 25. Gieße deine Ungnade auf sie und dein grimmiger Zorn ergreife sie. 26. Ihre Wohnung müsse wüste werden, und es sei Niemand, der in ihren Hütten wohne. 27. Denn sie verfolgen, den du geschlagen hast, und rühmen, daß du die Deinen übel schlägst. 28. Laß sie in eine Sünde über die andere fallen, daß sie nicht kommen zu deiner Gerechtigkeit. 29. Tilge sie aus dem Buch der Lebendigen, daß sie mit den Gerechten nicht angeschrieben werden. 30. Ich aber bin elend, und Psalm 70. Davids Bitte um Hülfe wider die Feinde. 1. Ein Psalm Davids, vorzusingen zum Gedächtniß. File, Gott, mich zu erretten, Herr, mir zu helfen. Pfalm 70. 71. 3. Es müssen sich schämen und zu Schanden werden, die nach meiner Seele stehen. Sie müssen zurück kehren und gehöhnt werden, die mir Uebels wünschen; 4. Daß sie müssen wiederum zu Schanden werden, die da über mich schreien: Da, da! 5. Freuen und fröhlich müssen sein an dir, die nach dir fragen; und die dein Heil lieben, immer sagen: Hochgelobt sei Gott. 6. Ich aber bin elend und arm, Gott, eile zu mir; denn du bist mein Helfer und Erretter; mein Gott, verziehe nicht. 69 4. Mein Gott, hilf mir aus der Haud des Gottlosen, aus der Hand des Ungerechten und Tyrannen. 5. Denn du bist meine Zuversicht, Herr, Herr, meine Hoffnung von meiner Jugend an. 6. Auf dich habe ich mich verlassen von Mutter Leibe an, du hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen; mein Ruhm ist immer von dir. 7. Ich bin vor Vielen wie ein Wunder; aber Du bist meine starke Zuversicht. 8. Laß meinen Mund deines Ruhmes und deines Preises voll sein täglich. 9. Verwirf mich nicht in meinem Alter; verlaß mich nicht, wenn ich schwach werde. 10. Denn meine Feinde reden wider mich, und die auf meine Seele halten, berathen sich mit einander, Psalm 71. Gebet um Errettung. err, ich traue auf dich, laß mich nimmermehr zu Schanden werden. 2. Errette mich durch deine Gerechtigkeit, und hilf mir aus; neige deine Ohren zu mir, und hilf mir. 3. Sei mir ein starker Hort, dahin ich immer fliehen möge, der du zugesagt hast, mir zu helfen; denn du bist mein Fels und meine Burg. 11. Und sprechen: Gott hat ihn verlassen; jaget nach und ergreifet ihn, denn da ist kein Erretter. 12. Gott sei nicht ferne von mir, mein Gott, eile mir zu helfen. 13. Schämen müssen sich und 70 Psalm 71. 72. umkommen, die meiner Seele zuwider sind; mit Schande und Hohn müssen sie überschüttet werden, die mein Unglück suchen. 14. Ich aber will immer harren, und will immer deines Ruhmes mehr machen. 15. Mein Mund soll verkündigen deine Gerechtigkeit, täglich dein Heil, die ich nicht alle zählen kann. 16. Ich gehe einher in der Kraft des Herrn Herrn; ich preise deine Gerechtigkeit al lein. 17. Gott, du hast mich von Jugend auf gelehrt; darum verkündige ich deine Wunder. 18. Auch verlaß mich nicht, Gott, im Alter, wenn ich grau 21. Du machst mich sehr groß, und tröstest mich wieder. 22. So danke ich auch dir mit Psalterspiel für deine Treue, mein Gott; ich lobsinge dir auf der Harfe, du Heiliger in Israel. 23. Meine Lippen und meine Seele, die du erlöset hast, sind fröhlich und lobsingen dir. 24. Auch dichtet meine Zunge täglich von deiner Gerechtigkeit; denn schämen müssen sich und zu Schanden werden, die mein Unglück suchen. Psalm 72. weifsagung von Christo und seinem Reich. 1. Des Salomo. Hott, gib dein Gericht dem Könige, und deine Gerech werde; bis ich deinen Arm vertigkeit des Königs Sohne, tündige Kindeskindern, und 2. Daß er dein Volk bringe deine Kraft Allen, die noch kom- zur Gerechtigkeit, und deine men sollen. Elenden errette. 19. Gott, deine Gerechtigkeit ist hoch, der du große Dinge thust; Gott, wer ist dir gleich? 20. Denn du läsfest mich erfahren viele und große Angst, 4. Er wird das elende Voll und machst mich wieder leben- bei Recht erhalten, und den dig, und holst mich wieder aus Armen helfen und die Lästerer der Tiefe der Erde herauf. zerschmeißen. 3. Laß die Berge den Frie den bringen unter das Volt, und die Hügel die Gerechtigteit. Psalm 72. 5. Man wird dich fürchten, so lange die Sonne und der Mond währt, von Kind zu Kindeskindern. 6. Er wird herab fahren wie der Regen auf das Fell, wie die Tropfen, die das Land feuchten. 7.3u seinen Zeiten wird blühen der Gerechte, und großer Friede, bis daß der Mond nimmer sei. 8. Er wird herrschen von einem Meer bis an das andere, und von dem Wasser an bis an der Welt Ende. 9. Vor ihm werden sich neigen die der Wüste; und seine Feinde werden Staub lecken. 10. Die Könige am Meer und in den Inseln werden Geschenke bringen, die Könige aus dem Reiche Arabien und Seba werden Gaben zuführen. 11. Alle Könige werden ihu anbeten; alle Heiden werden ihm dienen. 12. Denn er wird den Armen erretten, der da schreiet, und den Elenden, der keinen Helfer hat. 71 den Seelen der Armen wird er helfen. 14. Er wird ihre Seele aus dem Trug und Frevel erlösen, und ihr Blut wird theuer geachtet werden vor ihm. 15. Er wird leben, und man wird ihm vom Golde aus dem Reiche Arabien geben; und man wird immerdar vor ihm beten, täglich wird man ihn loben. 13. Er wird gnädig sein den Geringen und Armen, und 16. Auf Erden oben auf den Bergen wird das Getreide dick stehen; seine Frucht wird beben wie der Libanon, und wird grünen in den Städten, wie Gras auf Erden. 17. Sein Name wird ewiglich bleiben; so lange die Sonne währt, wird sein Name auf die Nachkommen reichen, und werden durch denselben gefegnet sein; alle Heiden werden ihn preisen. 18. Gelobet sei Gott, der Herr, der Gott Israels, der allein Wunder thut. 19. Und gelobt sei sein herrlicher Name ewiglich, und alle Lande müssen seiner Ehre voll werden, Amen, Amen. 20. Ein Ende haben die Gebete Davids, des Sohns Isais. 72 Psalm 73. Psalm 73. Troft und Warnung wider Aergernis, des Gottlosen Glück betreffend. 1. Ein Psalm Affaphs. sein; was sie sagen, das muß gelten auf Erden. 10. Darum fällt ihnen ihr Pöbel zu, und laufen ihnen Ifrael hat dennoch Gott zum zu mit Haufen, wie Wasſer, Trost, wer nur reines Herzens ist. 11. Und sprechen: sollte Gott nach Jenen fragen? Was sollte der Höchste ihrer achten? 2. Ich aber hätte schier gestrauchelt mit meinen Füßen, mein Tritt hätte beinahe geglitten. 12. Siehe, das sind die Gottlosen, die sind glückselig in der Welt, und werden reich. 13. Soll es denn umsonst sein, daß mein Herz unsträflich lebt, und ich meine Hände in Unschuld wasche? 14. Und bin geplagt täglich, und meine Strafe ist alle Morgen da? 15. Ich hätte auch schier so gesagt, wie sie; aber siehe, damit hätte ich verdammt alle deine Kinder, die je gewesen sind. 16. Ich gedachte ihm nach, daß ich es begreifen möchte; aber es war mir zu schwer, 17. Bis daß ich ging in das Heiligthum Gottes, und merkte auf ihr Ende. 18. Aber du setzest sie auf das Schlüpfrige, und stürzest sie zu Boden. 3. Denn es verdroß mich auf die Ruhmredigen, da ich sah, daß es den Gottlosen so wohl ging. 4. Denn sie sind in keiner Gefahr des Todes, sondern stehen fest wie ein Palast. 5. Sie sind nicht in Unglück wie andere Leute, und werden nicht wie andere Menschen geplagt. 6. Darum muß ihr Trotzen köstlich Ding sein, und ihr Frevel muß wohlgethan heiBen. 7. Ihre Person brüstet sich wie ein fetter Wanst; sie thun, was sie nur gedenken. 8. Sie vernichten Alles, und reden übel davon, und reden und lästern hoch her. 9. Was sie reden, das muß vom Himmel herab gerebet 19. Wie werden sie so plötzlich zu nichte! Sie gehen un Psalm 73. 74. ter, und nehmen ein Ende mit Schrecken. 20. Wie ein Traum, wenn einer erwacht, so machst du, Herr, ihr Bild in der Stadt verschmäht. 21. Aber es thut mir wehe im Herzen, und sticht mich in meinen Nieren, 22. Daß ich muß ein Narr sein, und nichts wissen, und muß wie ein Thier sein vor dir. 23. Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand. 24. Du leitest mich nach deinem Rath, und mmst mich endlich mit Ehren an. 25. Wenn ich nur dich babe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. 26. Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Theil. 27. Denn siehe, die von dir weichen, werden umkommen; du bringst um Alle, die wider dich huren. 28. Aber das ist meine Frende, daß ich mich zu Gott halte, und meine Zuversicht setze auf 73 den Herrn, Herrn, daß ich verkündige alles dein Thun. Psalm 74. Gebet um Erhaltung der Kirche. 1. Eine Unterweisung Assaphs. Hott, warum verstößest du uns so gar, und bist so grimmig zornig über die Schafe deiner Weide. 2. Gedenke an deine Gemeinde, die du von Alters her erworben und dir zum Erbtheil erlöset hast; an den Berg Zion, da du auf wohnest. 3. Tritt auf sie mit Füßen und stoße sie gar zu Boden. Der Feind hat Alles verderbt im Heiligthum. 4. Deine Widerwärtigen brüllen in deinen Häusern und setzen ihre Götzen darein; 5. Man sieht die Aexte oben herblicken, wie man in einen Wald haut; 6. Und zerhauen alle seine Tafelwerke mit Beil und Barten. 7. Sie verbrennen dein Heiligthum; sie entweihen die Wohnung deines Namens zu Boden. 74 Psalm 8. Sie sprechen in ihrem Herzen: Lasset uns sie plündern. Sie verbrennen alle Häuser Gottes im Lande. 9. Unsere Zeichen sehen wir nicht; und kein Prophet predigt mehr, und kein Lehrer lehrt uns mehr. 10. Ach Gott, wie lange soll der Widerwärtige schmähen, und der Feind deinen Namen so gar verlästern? 11. Warum wendest du deine Hand ab, und deine Rechte von deinem Schooß so gar? 12. Aber Gott ist mein König von Alters her, der alle Hülfe thut, so auf Erden geschieht. 13. Du zertrennst das Meer durch deine Kraft, und zerbrichst die Köpfe der Drachen im Wasser. 14. Du zerschlägst die Köpfe der Wallfische und gibst sie zur Speise dem Volte in der Einöde. 15. Du läsfest quellen Brunnen und Büche; du läsfest verfiegen starke Ströme. 16. Tag und Nacht ist dein; du machst, daß beides, Sonne und Gestirn, ihren gewissen Lauf haben.. 74. 75. 17. Du setest einem jeglichen Lande seine Grenze; Sommer und Winter machst du. 18. So gedenke doch deß, daß der Feind den Herrn schmähet, und ein thörichtes Volk Lästert deinen Namen. 19. Du wolleft nicht dem Thiere geben die Seele deiner Turteltaube, und deiner elènden Thiere nicht so gar vergeffen. 20. Gedenke an den Bund; denn das Land ist allenthalben jämmerlich verheert, und die Häuser sind zerrissen. 21. Laß den Geringen nicht mit Schanden davon gehen; denn die Armen und Elenden rühmen deinen Namen. 22. Mache dich auf, Gott, und führe aus deine Sache; gedenke an die Schmach, die dir täglich von den Thoren widerfährt. 23. Vergiß nicht des Geschreies deiner Feinde; das Toben deiner Widerwärtigen wird je länger je größer. Psalm 75. Lob der Wunder Gottes. Warnung vor Sicherheit. 1. Ein Psalm und Lied As Psalm 75. 76. saphs, daß er nicht umkäme, vorzusingen. Wir danken dir, Gott, wir danken dir, und verkündigen deine Wunder, daß dein Name so nahe ist. 3. Denn zu seiner Zeit, so werde ich recht richten. 4. Das Land zittert, und Alle, die darinnen, wohnen; aber ich halte seine Säulen fest, Sela. 5. Ich sprach zu den Ruhmredigen: Rühmet nicht so; und zu den Gottlosen: Pochet nicht auf Gewalt, 6. Pochet nicht so hoch auf eure Gewalt; redet nicht hals starrig: 75 gen ewiglich, und lobsingen dem Gott Jakobs. 11. Und will alle Gewalt der Gottlosen zerbrechen, daß die Gewalt des Gerechten erhöht werde. 7. Es habe keine Noth, weder vom Ausgang, noch vom Niedergang, noch von dem Gebirge in der Wüste. 8. Denn Gott ist Richter, der diesen erniedrigt, und jenen erhöht. Psalm 76. Gott ist seiner Kirche Schußwehr. 1. Ein Psalmlied Assaphs, auf Saitenspiel vorzusingen. Gott ott ist in Juda bekaunt, in Israel ist sein Name herrlich. 3. 3u Salem ist sein Gezelt, und seine Wohnung zu zion. 4. Daselbst zerbricht er die Pfeile des Bogens, Schild, Schwert und Streit Sela. 5. Du bist herrlicher und mächtiger, denn die NaubBerge. 6. Die Stolzen müssen beraubt werden und entschlafen, und alle Krieger müssen die Hände lassen sinken. 9. Denn der Herr hat einen Becher in der Hand, und mit starkem Wein voll eingeschenkt, und schenkt aus demselben; 7. Von deinem Schelten, Gott Jakobs, sinket in Schlaf beides Noß und Wagen. 8. Du bist erschrecklich; wer aber die Gottlosen müssen alle kann vor dir stehen, wenn dir trinken, und die Hefen auszürnest? faufen. 9. Wenn du das Urtheil läs10. Ich aber will verkündi-| sest hören vom Himmel, so er 76 schrickt das Erdreich und wird stille, 10. Wenn Gott sich aufmacht zu richten, daß er helfe allen Elenden auf Erden, Sela. 11. Wenn Menschen wider dich wüthen, so legest du Ehre ein, und wenn sie noch mehr wüthen, bist du auch noch ge rüstet. 12. Gelobet und haltet dem Herrn, eurem Gott, Alle, die ihr um ihn her seid; bringet Geschenke dem Schrecklichen, 13. Der den Fürsten den Muth nimmt, und schrecklich ist unter den Königen auf Erden. a Psalm 76. 77. Psalm 77. Der Frommen Anfechtung unb Trost. 1. Ein Psalm Assaphs für Jeduthun, vorzufingen. Herz in Aengsten ist, so rede ich, Sela. 5. Meine Augen hältst du, daß sie wachen; ich bin so ohnmächtig, daß ich nicht reden kann. 6. Ich denke der alten Zeit, der vorigen Jahre. 7. Ich denke des Nachts an mein Saitenspiel, und rede mit meinem Herzen; mein Geist muß forschen. 8. Wird denn der Herr ewiglich verstoßen, und keine Guade mehr erzeigen? 9. Ist es denn ganz und gar aus mit seiner Güte? Und hat die Verheißung ein Ende? 10. Hat denn Gott vergessen gnädig zu sein, und seine Barmherzigkeit vor Zorn verschlossen? Sela. 11. Aber doch sprach ich: Ich rechte Ich schreie mit meiner Stim- muß das leiden; die Hand des kann ändern. me zu Gott schreie ich, und er erhöret mich. 3. In der Zeit meiner Noth suche ich den Herrn; meine Hand ist des Nachts ausgereckt, und läßt nicht ab; denn meine Seele will sich nicht trösten lassen. 12. Darum gedenke ich an die Thaten des Herrn; ja ich gedenke an deine vorigen Wunder. 4. Wenn ich betrübt bin, so denke ich an Gott; wenn mein 13. Und rede von allen deinen Werken, und sage von deinem Thun. 14. Gott, dein Weg ist hei Pfalm 77. 78. 77 lig! Wo ist ſo ein mächtiger Höre, mein Volk, mein GeGott, als du neiget eure Ohren zu der Nede meines Mundes. 2. Ich will meinen Mund aufthun zu Sprüchen, und alte Geschichte aussprechen, 3. Die wir gehört haben und wissen, und unsere Väter uns erzählt haben; 15. Du bist der Gott ,, der Wunder thut; du hast deine Macht bewiesen unter den Völkern. 16. Du hast dein Volk erlöset gewaltiglich, die Kinder Jakobs und Josephs, Sela. 17. Die Wasser sahen dich, Gott, die Wasser sahen dich, und ängsteten sich, und die Tiefen tobten. 18. Die dicken Wolken gossen Wasser, die Wolken donder, die er gethan hat. nerten, und die Strahlen fuhren daher. 19. Es donnerte im Himmel, deine Blige leuchteten auf dem Erdboden; das Erdreich regte sich und bebte davon. 20. Dein Weg war im Meer, und dein Pfad in großen Wassern, und man spürte doch deinen Fuß nicht. 21. Du führtest dein Volk wie eine Heerde Schafe durch Mosen und Aaron. * Psalm 78. Erzählung der Wehlthaten und Strafen Gottes, seinem Volk erzeigt. 4. Daß wir es nicht verhalten sollen ihren Kindern, die hernach kommen, und verkündigen den Ruhm des Herrn und seine Macht und Wun1. Eine Unterweisung Asfabbs. 5. Er richtete ein Zeugniß auf in Jakob, und gab ein Gesetz in Israel, das er unsern Vätern gebot zu lehren ihre Kinder; 6. Auf daß die Nachkommen lernten und die Kinder, die noch sollten geboren werden, wenn sie aufkämen, daß sie es auch ihren Kindern verkündigten; 7. Daß sie setzten auf Gott ihre Hoffnung, und nicht vergäßen der Thaten Gottes, und seine Gebote hielten; 8. Und nicht würden wie ihre Väter, eine abtrünnige und ungehorsame Art, welchen ihr Herz nicht fest war, und ihr 78 Geist nicht treulich hielt an Gott. Psalm 78. 9. Wie die Kinder Ephraim, so geharnischt den Bogen führten, abfielen zur Zeit des Streits. 10. Sie hielten den Bund Gottes nicht, und wollten nicht in seinem Gesetz wandeln. 11. Und vergaßen seiner Thaten und seiner Wunder, die er ihnen erzeigt hatte. 12. Vor ihren Vätern that er Wunder in Egyptenland im Felde Zoan. 13. Er zertheilte das Meer, und ließ sie durchhin gehen, und stellte das Wasser wie eine Mauer. 14. Er leitete sie des Tages mit einer Wolte, und des Nachts mit einem hellen Feuer. 15. Er riß die Felsen in der Wüste, und tränkte sie mit Waffer die Fülle. 16. Und ließ Bäche aus dem Felsen fließen, daß sie hinab floffen wie Wasserströme. 17. Doch fündigten sie weis ter wider ihn, und erzürnten den Höchsten in der Wüste. 18. Und versuchten Gott in ihrem Herzen, daß sie Speise forderten für ihre Seelen, 19. Und redeten wider Gott, und sprachen: Ja, Gott sollte wohl können einen Tisch bereiten in der Wüste? 20. Siehe, er hat wohl den Felsen geschlagen, daß Wasser flossen, und Bäche sich ergossen; aber wie kann er Brod geben und seinem Volke Fleisch verschaffen? 21. Da nun das der Herr hörte, entbrannte er, und Feuer ging an in Jakob, und Zorn tam über Israel; 22. Daß sie nicht glaubten an Gott und hofften nicht auf seine Hülfe. 23. Und er gebot den Wolken droben, und that auf die Thür des Himmels, 24. Und ließ das man auf sie regnen, zu essen, und gab ihnen, Himmelsbrod. 25. Sie aßen Engelbrod; er sandte ihnen Speise die Fülle. 26. Er ließ wehen den Ostwind unter dem Himmel, und erregte durch seine Stärke den Südwind, 27. Und ließ Fleisch auf sie regnen wie Staub, und Vögel wie Sand am Meer, 28. Und ließ sie fallen unter Pfalm 78. ihr Lager allenthalben, da sie wohnten. 29. Da aßen sie, und wurden allzu satt; er ließ sie ihre Lust büßen. 30. Da sie nun ihre Lust gebüßt hatten, und sie noch davon aßen; 79 und vergab die Missethat, und vertilgte sie nicht; und wendete oft seinen Zorn ab, und ließ nicht seinen ganzen Zorn gehen. 33. Darum ließ er sie dahin sterben, daß sie nichts erlangten, und mußten ihr Leben lang geplagt sein. 34. Wenn er sie erwürgte, suchten sie ihn, und kehrten sich frühe zu Gott. 35. Und gedachten, daß Gott ihr Hort ist, und Gott der Höchste ihr Erlöser ist. 36. Und heuchelten ihm mit ihrem Munde, und logen ihm mit ihrer Zunge. 31. Da kam der Zorn Got- kommt. tes über sie, und erwürgte die Vornehmsten unter ihnen, und schlug darnieder die Besten in Ifrael. 32. Aber über das alles siindigten sie noch mehr, und glaubten nicht an seine Wunder. 37. Aber ihr Herz war nicht fest an ihm, und hielten nicht treulich an seinem Bunde. 38. Er aber war barmherzig 39. Denn er gedachte, daß sie Fleisch sind, ein Wind, der dahin fährt, und nicht wieder 40. Sie erzürnten ihn gar oft in der Wüste, und entritsteten ihn in der Einöde. 41. Sie versuchten Gott immer wieder, und meisterten den Heiligen in Israel. 42. Sie gedachten nicht an seine Hand des Tages, da er sie erlösete von den Feinden. 43. Wie er denn seine Zeichen in Egypten gethan hatte, und seine Wunder im Lande 3oan; 44. Da er ihr Wasser in Blut wandelte, daß sie ihre Bäche nicht trinken konnten. 45. Da er Ungeziefer unter sie schickte, die sie fraßen, und Kröten, die sie verderbten. 46. Und gab ihr Gewächse den Raupen, und ihre Saat den Heuschrecken; 47. Da er ihre Weinstöcke mit Hagel schlug, und ihre Maulbeerbäume mit Schlossen; 80 Psalm 78. 48. Da er ihr Vieh schlug und hielten seine Zeugniſse mit Hagel, und ihre Heerden nicht; mit Strahlen; 57. Und fielen zurück, und verachteten Alles, wie ihre Väter, und hielten nicht, gleich wie ein loser Bogen; 49. Da er böse Engel unter fie sandte in seinem grimmigen Zorn, und ließ sie toben und wüthen und Leide thun; 50. Da er seinen Zorn ließ fort gehen, und ihrer Seelen vor dem Tode nicht verschonte, und ließ ihr Vieh an der Pestilenz sterben; 58. Und erzürnten ihn mit ihren Höhen, und reizten ihn mit ihren Götzen.. 59. Und da das Gott hörte, entbrannte er, und verwarf Israel sehr; 51. Da er alle Erstgeburt in 60. Daß er seine Wohnung Egypten schlug, die ersten Erzu Silo ließ fahren, die Hütte, ben in den Hütten Hams; 52. Und ließ sein Volk ausziehen wie Schafe; und führte sie wie eine Heerde in der Wüste. da er unter Menschen wohnte; 61. Und gab ihre Macht in das Gefängniß, und ihre Herrlichkeit in die Hand des Feindes; 53. Und er leitete sie sicher, daß sie sich nicht fürchteten; aber ihre Feinde bedeckte das Meer. 54. Und brachte sie in seine heilige Grenze zu diesem Berge, den seine Rechte erworben hat, 55. Und vertrieb vor ihnen her die Völker, und ließ ihnen das Erbe austheilen, und ließ in Jener Hütten die Stämme Israels wohnen. 56. Aber sie versuchten und erzürnten Gott, den Höchsten, 62. Und übergab sein Volk in das Schwert, und entbrannte über sein Erbe. 63. Ihre junge Mannschaft fraß das Feuer, und ihre Jungfrauen mußten ungefreiet bleiben. 64. Ihre Priester fielen durch das Schwert, und waren keine Wittwen, die da weinen soll ten. 65. Und der Herr erwachte wie ein Schlafender; wie ein Starter jauchzet, der vom Wein kommt; Psalm 78. 79. 66. Und schlug seine Feinde von hinten, und hing ihnen eine ewige Schande an. 67. Und verwarf die Hütte Josephs, und erwählte nicht den Stamm Ephraim; 68. Sondern erwählte den Stamm Juda, den Berg Zion, welchen er liebte. 69. Und baute sein Heiligthum hoch, wie ein Land, das ewiglich fest stehen soll. 70. Und erwählte seinen Knecht David, und nahm ihn von den Schafställen; 71. Von den sängenden Schafen holte er ihn, daß er sein Volk Jakob weiden sollte und sein Erbe Israel. 72. Und er weidete sie auch mit aller Treue, und regierte sie mit allem Fleiß. 81 ter dem Himmel zu fressen gegeben, und das Fleisch deiner Heiligen den Thieren im Lande. 1. Ein Psalm Affaphs. Herr, es sind Heiden in dein Erbe gefallen, die haben deinen heiligen Tempel verunreinigt, und aus Jerusalem Steinhaufen gemacht. 2. Sie haben die Leichname deiner Knechte den Vögeln un3. Sie haben Blut vergoffen um Jerusalem her, wie Wasser, und war Niemand, der begrub. 4. Wir sind unsern Nachbarn eine Schmach geworden; ein Spott und Hohn denen, die um uns sind. 5. Herr, wie lange willst du so gar zürnen, und deinen Eifer wie Feuer brennen lassen? 6. Schütte deinen Grimm auf die Heiden, die dich nicht kennen, und auf die Königreiche, die deinen Namen nicht anrufen. 7. Denn sie haben Jakob aufgefressen, und seine Häuser verwüstet. Psalm 79. 8. Gedenke nicht unserer voGebet wider die Feinde der Wahr- rigen Missethat; erbarme dich heit und ihre Tyrannet. unserer bald; denn wir sind sehr dünne geworden. 9. Hilf du uns, Gott, unſer Helfer, um deines Namens Ehre willen; errette uns, und vergib uns unsere Sünden, um deines Namens willen. 10. Warum läsfest du die Heiden sagen: Wo ist nun ihr 6 82 Psalm Gott? Laß unter den Heiden vor unsern Augen kund werden die Rache des Blutes deiner Knechte, das vergossen ist. 11. Laß vor dich kommen das Seufzen der Gefangenen; nach deinem großen Arm behalte die Kinder des Todes. 12. Und vergilt unsern Nachbarn siebenfältig in ihren Busen ihre Schmach, damit sie dich, Herr, geschmäht haben. 13. Wir aber, dein Volk und Schafe deiner Weide, danken bir ewiglich, und verfündigen deinen Ruhm für und für. Psalm 80. Gebet um Erhaltung des geistlichen Weinbergs. 1. Ein Psalm Affaphs, von den Spannrosen vorzusingen. Du Hirte Ifraels, höre, der du Joseph hütest wie der Schafe; erscheine, der du sitzest über Cherubim. 3. Erwecke deine Gewalt, der du vor Ephraim, Benjamin und Manasse bist, und komme uns zu Hülfe. 4. Gott, tröste uns, und laß leuchten dein Antlitz, so genesen wir. 5. Herr, Gott Zebaoth, wie 79. 80. lange willst du zürnen über dem Gebet deines Volkes? 6. Du speisest sie mit Thränenbrod, und tränkest sie mit großem Maaß voll Thränen. 7. Du setzest uns unsern Nachbarn zum Zank, und unsere Feinde spotten unserer. 8. Gott Zebaoth, tröste uns; laß leuchten dein Antlitz, so genesen wir. 9. Du hast einen Weinstock aus Egypten geholt, und haft vertrieben die Heiden, und denselben gepflanzt. 10. Du hast vor ihm die Bahn gemacht, und hast ihn lassen einwurzeln, daß er das Land erfüllt hat. 11. Berge sind mit seinem Schatten bedeckt, und mit sei nen Reben die Cedern Gottes. 12. Du hast sein Gewächs ausgebreitet bis an das Meer, und seine Zweige bis an das Wasser. 13. Warum hast du denn seinen Zaun zerbrochen, daß ihn zerreißet Alles, das vorüber geht? 14. Es haben ihn zerwühlt die wilden Säue, und die wil den Thiere haben ihn verberbt. Psalm 80. 81. 15. Gott Zebaoth, wende dich doch, schaue vom Himmel, und siehe an, und suche heim diesen Weinstock; 16. Und halte ihn im Bau, den deine Rechte gepflanzt hat, und den du dir festiglich erwählt hast. 17. Siehe darein und schilt, daß des Brennens und Reißens ein Ende werde. 18. Deine Hand schütze das Bolk deiner Rechten, und die Leute, die du dir festiglich erwählt hast. 19. So wollen wir nicht von dir weichen; laß uns leben, so wollen wir deinen Namen anrufen. 20. Herr, Gott Zebaoth, tröste uns; laß dein Antlitz leuchten, so geneſen wir. Psalm 81. Vermahnung, wie die Feiertage recht zu begehen. 1. Auf der Githith vorzufingen, Affaphs. inget fröhlich Gott, der unsere Stärke ist; janchzet dem Gott Jakobs. 3. Nehmet die Psalmen, und gebet her die Pauken, liebliche Harfen mit Pfalter. 83 4. Blafet im Neumonden die Posaunen, in unserm Feste der Laubrüste. 5. Denn solches ist eine Weise in Israel, und ein Recht des Gottes Jakobs. 6. Solches hat er zum Zeugniß gesetzt unter Joseph, da sie aus Egyptenland zogen, und fremde Sprache gehört hatten. 7. Da ich ihre Schulter von der Last entledigt hatte und ihre Hände der Töpfe los wurden. 8. Da du mich in der Noth anriefest, half ich dir aus; und erhörte dich, da dich das Wetter überfiel; und versuchte dich am Haderwasser, Sela. 9. Höre, mein Volk, ich will unter dir zengen; Israel, du sollst mich hören, 10. Daß unter dir kein anderer Gott sei, und du keinen fremden Gott anbetest. 11. Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus Egyptenland geführt hat; thue deinen Mund weit auf, laß mich ihn füllen. 12. Aber mein Volk gehorcht nicht meiner Stimme, und Ssract will meiner nicht. 6* 84 Psalm 81. 82. 83. 13. So habe ich sie gelassen Armen, und erlöset ihn aus in ihres Herzens Dünkel, daß fie wandeln nach ihrem Rath. 14. Wollte mein Volk mir gehorsam sein, und Israel auf meinem Wege gehen: 15. So wollte ich ihre Feinde bald dämpfen, und meine Hand über ihre Widerwärtigen wenden; 16. Und die den Herrn hafsen, müßten an ihm fehlen; ihre Zeit aber würde ewiglich währen; 17. Und ich würde sie mit dem besten Waizen speisen, und mit Honig aus dem Felsen sättigen. Psalm 82. Bom Stand und Amt der weltlichen Obrigkeit. 1. Ein Psalm Affaphs. Gott stehet in der Gemeinde Gottes, und ist Richter unter den Göttern. 2. Wie lange wollet ihr unrecht richten, und die Person der Gottlosen vorziehen? Sela. 3. Schaffet Recht dem Armen und dem Waisen, und helfet dem Elenden und Dürftigen zum Recht. 4. Errettet den Geringen und der Gottlosen Gewalt. 5. Aber sie lassen sich nicht sagen, und achten es nicht; fie gehen immer hin im Finstern; darum müssen alle Grundfesten des Landes fallen. 6. Ich habe wohl gesagt: Ihr seid Götter, und allzumal Kinder des Höchsten; 7. Aber ihr werdet sterben wie Menschen, und wie ein Tyrann zu Grunde gehen. 8. Gott, mache dich auf, und richte das Land; denn du bist Erbherr über alle Heiden. Psalm 83. Gebet um Hülfe wiber die Feinbe der Kirche. 1. Ein Psalmlied Affaphs. Hott, schweige doch nicht also, und sei doch nicht so ſtille; Gott, halte doch nicht so inne; 3. Denn siehe, deine Feinde toben, und die dich hassen, rich ten den Kopf auf. 4. Sie machen listige Anschläge wider dein Volk, und rathschlagen wider deine Verborgenen. 5. Wohl her, sprechen sie, las set uns sie ausrotten, daß sie Psalm 83. 84. kein Volk seien; daß des Namens Israel nicht mehr gedacht werde. 6. Denn sie haben sich mit einander vereinigt, und einen Bund wider dich gemacht, 7. Die Hütten der Edomiter und Ismaeliter, der Moabiter und Hagariter, 8. Der Gebaliter, Ammoni ter und Amalekiter, die Philister sammt denen zu Tyrus; 9. Assur hat sich auch zu ihnen geschlagen, und helfen den Kindern Lots, Sela. 10. Thue ihnen, wie den Midianitern, wie Sissera, wie Jabin, am Bach Kison; 11. Die vertilgt wurden bei Endor; und wurden zu Koth auf Erden. 12. Mache ihre Fürsten wie Oreb und Seeb; alle ihre Obersten, wie Seba und Zalmuna; 13. Die da sagen: Wir wollen die Hänser Gottes einnehmen. 14. Gott mache sie wie einen Wirbel, wie Stoppeln vor dem Winde. 85 16. Also verfolge sie mit deinem Wetter, und erschrecke sie mit deinem Ungewitter. 15. Wie ein Feuer den Wald verbrennt, und wie eine Flamme die Berge anzündet: 17. Mache ihre Angesichter voll Schande, daß sie nach deinem Namen fragen müssen. 18. Schämen müssen sie sich, und erschrecken immer mehr und mehr; und zu Schanden werden und umkommen. 19. So werden sie erkennen, daß du mit deinem Namen heißest Herr allein, und der Höchste in aller Welt. Psalm 84. Von der Kirche und Predigtamt. 1. Ein Psalm der Kinder Korahs, auf der Githith vorzusingen. Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth! 3. Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des Herrn; mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott. 4. Denn der Vogel hat ein Haus gefunden, und die Schwalbe ihr Nest, da sie Junge hecken; nämlich deine Altäre, Herr Zebaoth, mein König und mein Gott. Psalm 84. 85. 86 5. Wohl denen, die in deinem Hause wohnen; die loben dich immerdar, Sela. rer werden mit vielem Segen geschmückt. 8. Sie erhalten einen Sieg nach dem andern, daß man sehen muß, der rechte Gott sei zu Zion. 6. Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten, und von Herzen dir nachwandeln, 7. Die durch das Jammer- Korabs, vorzusingen. thal gehen, und machen da- Herr, der du bist vormals deinem Lande, und hast die Gefangenen Jakobs erlöst; 3. Der du die Misfethat vormals vergeben hast deinem Volke, und alle ihre Sünde bedeckt, Sela; 4. Der du vormals haft allen deinen Zorn aufgehoben, und dich gewendet von dem Grimm deines Zorns; 5. Tröste uns, Gott, unser Heiland, und laß ab von deiner Ungnade über uns. 6. Willst du denn ewiglich über uns zürnen, und deinen Zorn gehen lassen immer für und für? 7. Willst du uns denn nicht. wieder erquicken, daß sich dein Volk über dich freuen möge? 8. Herr, erzeige uns deine Gnade, und hilf uns. 9. Ach, daß ich hören sollte, daß Gott der Herr redete, 9. Herr, Gott Zebaoth, höre mein Gebet; vernimm es, Gott Jakobs, Sela. 10. Gott, unser Schild, schaue doch: siehe an das Reich deines Gesalbten. 11. Denn ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser, denn sonst tausend. Ich will lieber der Thür hüten in meines Gottes Hanse, denn lange wohnen in der Gottlosen Hütten. Menschen, der sich auf dich verläßt. 12. Denn Gott, der Herr, ist Sonne und Schild, der Herr gibt Gnade und Ehre, er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen. 13. Herr Zebaoth, wohl dem Psalm 85. Gebet um Gottes Hülfe und Wohlfahrt aller Stände. 1. Ein Psalm der Kinder Psalm 85. 86. daß er Frieden zusagte seinem Volke und seinen Heiligen, auf daß sie nicht auf eine Thorheit gerathen. 10. Doch ist ja seine Hülfe nahe denen, die ihn fürchten, daß in unserm Lande Ehre wohne; 11. Daß Güte und Trene 7. In der Noth rufe ich dich einander begegnen, Gerechtig- an; du wollest mich erhören. keit und Friede sich küssen; 12. Daß Treue auf der Erde wachse, und Gerechtigkeit vom Himmel schaue; 8. Herr, es ist dir keiner gleich unter den Göttern, und ist Niemand, der thun kann, wie du. 13. Daß uns auch der Herr Gutes thue, damit unser Land sein Gewächs gebe; 14. Daß Gerechtigkeit dennoch vor ihm bleibe, und im Schwange gehe. Psalm 86. 87 Knechtes; denn nach dir, Herr, verlanget mich. 5. Denn du, Herr, bist gut und gnädig, von großer Güte, Allen, die dich anrufen. 6. Vernimm, Herr, mein Gebet, und merke auf die Stimme meines Flehens. Davids unterschiedliche Bitten. 1. Ein Gebet Davids. Herr err, neige deine Ohren, und erhöre mich; denn ich bin elend und arm. 2. Bewahre meine Seele, denn ich bin heilig; hilf du, mein Gott, deinem Knechte, der sich verläßt auf dich. 3. Herr, sei mir gnädig; denn ich rufe täglich zu dir. 4. Erfreue die Seele beines 9. Alle Heiden, die du gemacht hast, werden kommen, und vor dir anbeten, Herr, und deinen Namen ehren, 10. Daß du so groß bist, und Wunder thust, und allein Gott bist. 11. Weise mir, Herr, deinen Weg, daß ich wandle in deiner Wahrheit; erhalte mein Herz bei dem Einzigen, daß ich deinen Namen fürchte. 12. Ich danke dir, Herr, mein Gott, von ganzem Herzen, und ehre deinen Namen ewiglich. 13. Denn deine Güte ist groß über mich, und hast meine Seele errettet aus der tiefen Hölle. 88 14. Gott, es setzen sich die Stolzen wider mich, und der Haufen der Tyrannen steht mir nach meiner Seele, und haben dich nicht vor Augen. 15. Du aber, Herr Gott, bist barmherzig und guädig, geduldig, und von großer Güte und Treue. Psalm 86. 87. 88. 16. Wende dich zu mir, sei mir gnädig; stärke deinen Knecht mit deiner Macht, und hilf dem Sohne deiner Magd. 17. Thue ein Zeichen an mir, daß mir es wohl gehe, daß es sehen, die mich hassen, und sich schämen müssen, daß du mir Beistehst, Herr, und tröstest mtidy. Psalm 87. Von der christlichen Kirche, unter dem Vorbild des irdischen Jerufalems. 4. 3ch will predigen lassen Rahab und Babel, daß sie mich kennen sollen; siehe, die Philister und Tyrer, sammt den Mohren, werden daselbst geboren. 3. Herrliche Dinge werden in dir geprediget, du Stadt Gottes, Sela. 5. Man wird zu Zion sagen, daß allerlei Leute darinnen geboren werden, und daß er, der Höchste, ste baue. 6. Der Herr wird predigen laffen in allerlei Sprachen, daß derer etliche auch daselbst geboren werden, Sela. 7. Und die Sänger, wie am Reigen, werden alle in dir singen, Eins um das Andere. Psalm 88. Gebet in schwerer Anfechtung. 1. Ein Psalmlied der Kinder Korahs, vorzusingen, von der Schwachheit der Elenden. Eine Unterweisung Hemans, des Esrahiten. 1. Ein Psalmlied der Kinder Korahs. Herr err Gott, mein Heiland, Sie ist fest gegründet auf ich schreie Tag und Nacht vor dir. den heiligen Bergen. 2. Der Herr liebet die Thore Zions über alle Wohnungen Jakobs. Laß mein Gebet vor dich kommen; neige deine Ohren zu meinem Geschrei. 4. Denn meine Seele ist voll Jammers, und mein Leben ist nahe bei der Hölle. Psalm 88. 89. 5. Ich bin geachtet gleich denen, die zur Hölle fahren; ich bin wie ein Mann, der keine Hülfe hat. 14. Aber ich schreie zu dir, frühe vor dich. 6. Ich liege unter den Tod- Herr, und mein Gebet kommt ten verlassen, wie die Erschlagenen, die im Grabe liegen, derer du nicht mehr gedenkest, und die von deiner Hand abgesondert sind. 15. Warum verstößest du, Herr, meine Seele, und verbirgst dein Antlitz vor mir? 16. Ich bin elend und ohnmächtig, daß ich so verstoßen bin; ich leide dein Schrecken, daß ich schier verzage. 7. Du hast mich in die Grube hinunter gelegt, in die Finsterniß und in die Tiefe. 89 werden? Oder deine Gerechtigkeit im Lande, da man nichts gedenket? 8. Dein Grimm drückt mich, und drängest mich mit allen deinen Fluthen, Sela. 9. Meine Freunde hast du ferne von mir gethan; du hast mich ihnen zum Greuel gemacht; ich liege gefangen, und kann nicht auskommen. 10. Meine Gestalt ist jämmerlich vor Elend; Herr, ich rufe dich täglich an; ich breite meine Hände aus zu dir. 17. Dein Grimm geht über mich; dein Schrecken drückt mich. 18. Sie umgeben mich täglich wie Wasser, und umringen mich mit einander. 19. Du machst, daß meine Freunde und Nächsten und meine Verwandten sich ferne von mir thun, um solches Elendes willen." Psalm 89. Von dem Messia und seinem Reich. 1. Eine Unterweisung Ethans, des Esrahiten. 11. Wirst du denn unter den Todten Wunder thun? Oder werden die Verstorbenen auf stehen und dir danken? Sela. 12. Wird man in Gräbern erzählen deine Güte, und deine Ich will singen von der GnaTrene im Verderben? de des Herrn ewiglich, und seine Wahrheit verkündigen mit meinem Munde für und 13. Mögen denn deine Wunder in der Finsterniß erkannt für; 90 Psalm 89. 3. Und sage also: Daß eine de; du zerstreust deine Feinde ewige Gnade wird aufgehen mit deinem starken Arm. und du wirst deine Wahrheit 12. Himmel und Erde ist dein; du hast gegründet den treulich halten im Himmel. nen ist. 4. Ich habe einen Bund ge-| Erdboden, und was darinmacht mit meinem Auserwähl ten; ich habe David, meinem Knechte, geschworen: 5. Ich will dir ewiglich Samen verschaffen, und deinen Stuhl bauen für und für, Sela. 6. Und die Himmel werden, Herr, deine Wunder preisen, und deine Wahrheit in der Gemeinde der Heiligen. 7. Denn wer mag in den Wolken dem Herrn gleich gelten, und gleich sein unter den Kindern der Götter dem Herrn? 8. Gott ist sehr mächtig in der Versammlung der Heiligen, und wunderbarlich über Alle, die um ihn sind. 9. Herr, Gott Zebaoth, wer ist wie du, ein mächtiger Gott? Und deine Wahrheit ist um dich her. 10. Du herrscheft über das ungestütme Meer; du stillest seine Wellen, wenn sie sich erheben. 11. Du schlägst Rahab zu To13. Mitternacht und Mittag hast du geschaffen; Thabor und Hermon jauchzen in deinem Namen. 14. Du hast einen gewaltigen Arm; stark ist deine Hand, und hoch ist deine Rechte. 15. Gerechtigkeit und Gericht ist deines Stuhles Festung, Gnade und Wahrheit sind vor deinem Angesicht. 16. Wohl dem Volke, das jauchzen kann; Herr, sie werden im Lichte deines Antliges wandeln; 17. Sie werden über deinem Namen täglich fröhlich sein, und in deiner Gerechtigkeit herrlich sein. 18. Denn du bist der Nuhm ihrer Stärke, und durch deine Gnade wirst du unser Horn erhöhen. 19. Denn der Herr ist unser Schild; und der Heilige in Israel ist unser König. 20. Dazumal redetest du im Gesichte zu deinem Heiligen, Psalm 89. und sprachest: Ich habe einen Held erweckt, der helfen soll; ich habe erhöht einen Auserwählten, aus dem Volke; 21. Ich habe gefunden meinen Knecht David; ich habe ihn gesalbt mit meinem heiligen Del. 22. Meine Hand soll ihn er halten, und mein Arm soll ihn stärken. 23. Die Feinde sollen ihn nicht überwältigen, und die Ungerechten sollen ihn nicht dämpfen. 24. Sondern ich will seine Widersacher schlagen vor ihm her, und die ihn hassen, will ich plagen. 25. Aber meine Wahrheit und Gnade soll bei ihm sein, und sein Horn soll in meinem Namen erhoben werden. 26. Ich will seine Hand in das Meer stellen, und seine Rechte in die Wasser. 27. Er wird mich nennen also: Du bist mein Vater, mein Gott und Hort, der mir hilft. 91 halten meine Gnade, und mein Bund soll ihm fest bleiben. 30. Ich will ihm ewiglich Samen geben, und seinen Stuhl, so lange der Himmel währet, erhalten. 28. Und ich will ihn zum ersten Sohne machen, allerhöchst unter den Königen auf Erden. 29. Ich will ihm ewiglich be31. Wo aber seine Kinder mein Gesetz verlassen, und in meinen Rechten nicht wandeln; 32. So sie meine Ordnungen entheiligen, und meine Gebote nicht halten; 33. So will ich ihre Sünde mit der Ruthe heimsuchen, und ihre Missethat mit Plagen. 34. Aber meine Gnade will ich nicht von ihm wenden, und meine Wahrheit nicht lassen fehlen. 35. Ich will meinen Bund nicht entheiligen, und nicht ändern, was aus meinem Munde gegangen ist. 36. Ich habe einst geschworen bei meiner Heiligkeit; ich will David nicht lügen. 37. Sein Same soll ewig sein, und sein Stuhl vor mir, wie die Sonne. 38. Wie der Mond soll er ewiglich erhalten sein, und gleich wie der Zeuge in den Wolken gewiß sein, Sela. 92 39. Aber nun verstößest du, und verwirfst, und zürnest mit deinem Gesalbten. Psalm 89.90. 40. Du verstörest den Bund deines Knechtes, und trittst seine Krone zu Boden. 41. Du zerreißest alle seine Mauern, und läsfest seine Festen zerbrechen. 42. Es rauben ihn Alle, die vorüber gehen; er ist seinen Nachbarn ein Spott geworden. 45. Du zerstörest seine Reinigkeit, und wirfst seinen Stuhl zu Boden. 49. Wo ist Jemand, der da lebet, und den Tod nicht sehe? Der seine Seele errette aus der Hölle Hand? Sela. 43. Du erhöhest die Rechte seiner Widerwärtigen, und ernes Gefalbten. freuest alle seine Feinde. 44. Auch hast du die Kraft seines Schwerts weggenommen, und läsfest ihn nicht siegen im Streit. mit Hohn, Sela. 47. Herr, wie lange willst du dich so gar verbergen, und deinen Grimm wie Feuer brennen lassen? 50. Herr, wo ist deine vorige Gnade, die du David geschworen hast in deiner Wahrheit? 51. Gedenke, Herr, an die Schmach deiner Knechte, die ich trage in meinem Schooß, von so vielen Völkern allen, 48. Gedenke, wie kurz mein Leben ist, warum willst du alle Menschen umsonst geschaffen haben? 52. Damit dich, Herr, deine Feinde schmähen, damit sie schmähen die Fußstapfen dei53. Gelobt sei der Herr ewiglich, Amen, Amen. Psalm 90. Von des menschlichen Lebens ginfälligkeit. 46. Du verkürzeſt die Zeit Herr Gott, du biſt unsere und für für. Che denn die Berge worden, und die Erde, und die Welt geschaf fen worden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. 3. Der du die Menschen läsfest sterben, und sprichst: Kommt wieder, Menschenkinder. 4. Denn tausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der ges 1. Ein Gebet Moses, des Mannes Gottes. Pfalm 90. 91. stern vergangen ist, und wie eine Nachtwache. 5. Du läsfest sie dahin fahren wie einen Strom, und sind wie ein Schlaf, gleich wie ein Gras, das doch bald welk wird, 6. Das da frithe blühet und bald welk wird, und des Abends abgehauen wird und verdorret. 7. Das macht dein Zorn, daß wir so vergehen, und dein Grimm, daß wir so plötzlich dahin müssen. 8. Denn unsere Missethat stellst du vor dich, unsere unerkannte Sünde in das Licht vor deinem Angesicht. 9. Darum fahren alle unsere Tage dahin durch deinen Zorn; wir bringen unsere Jahre zu wie ein Geschwätz. 10. Unser Leben währet siebenzig Jahre; und wenn es hoch kommt, so sind es achtzig Jahre; und wenn es köftlich gewesen ist, so ist es Mühe und Arbeit gewesen; denn es fährt schnell dahin, als flögen wir davon. 93 12. Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir flug werden. 13. Herr, kehre dich doch wieder zu uns, und sei deinen Knechten gnädig. 14. Fülle uns frühe mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Leben lang. 11. Wer glaubt es aber, daß bu so sehr zürnest? Und wer fürchtet sich vor solchem dei nem Grimm? 15. Erfrene uns nun wieder, nachdem du uns so lange plagest, nachdem wir so lange Unglück leiden. 16. Zeige deinen Knechten deine Werke, und deine Ehre ihren Kindern. 17. Und der Herr, unser Gott, sei uns freundlich, und fördere das Werk unserer Hände bei uns; ja das Werk unserer Hände wolle er fördern. Psalm 91. Trost in Sterbensgefahr. Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt, und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, 2. Der spricht zu dem Herrn: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe. 3. Denn er errettet mich vom Psalm 91. 92. 94 Strick des Jägers, und von der schädlichen Bestilenz. 4. Er wird dich mit seinen Fittigen decken, und deine Zuversicht wird sein unter seinen Flügeln; seine Wahrheit ist Schirm und Schild; 5. Daß du nicht erschrecken müsseft vor dem Grauen des Nachts, vor den Pfeilen, die des Tages fliegen, 6. Vor der Pestilenz, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die im Mittag verderbet. 7. Ob Tausend fallen zu deiner Seite, und zehn Tausend zu deiner Rechten, so wird es doch dich nicht treffen. den tragen, und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest. 13. Auf den Löwen und Ottern wirst du gehen, und treten auf den jungen Löwen und Drachen. 14. Er begehrt meiner, so will ich ihm aushelfen; er kennt meinen Namen, darum will ich ihn schützen; 15. Er ruft mich an, so will ich ihn erhören; ich bin bei ihm in der Noth; ich will ihn herausreißen und zu Ehren machen; 16. Ich will ihn sättigen mit langem Leben, und will ihm zeigen mein Heil. 8. Ja, du wirst mit deinen Augen deine Lust sehen, und schauen, wie es den Gottlosen vergolten wird. 9. Denn der Herr ist deine Zuversicht; der Höchste ist deine Zuflucht. 10. Es wird dir kein Uebel begegnen, und keine Plage wird zu deiner Hütte sich nahen. 11. Denn er hat seinen En- heit verkündigen, geln befohlen über dir, daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen; 12. Daß sie dich auf den HänPsalm 92. Gott soll man loben, und warum? 1. Ein Pfalmlied auf den Sabbathtag. Das ist ein köstliches Ding, dem Herrn danken, und lobsingen deinem Namen, du Höchster, 3. Des Morgens deine Gnade, und des Nachts deine Wahr4. Auf den zehn Saiten und Pfalter, mit Spielen auf der Harfe. 5. Denn, Herr, du läsfest mich Psalm 92. 93. fröhlich singen von deinen Werken, und ich rühme die Geschäfte deiner Hände. 6. Herr, wie sind deine Werke so groß! Deine Gedanken sind so sehr tief! 7. Ein Thörichter glaubt das nicht, und ein Narr achtet solches nicht. 8. Die Gottlosen grünen wie das Gras, und die Uebelthäter blühen alle; bis sie vertilgt werden immer und ewiglich. 9. Aber du, Herr, bist der Höchste, und bleibest ewiglich. 10. Denn siehe, deine Feinde, Herr, siehe, deine Feinde werden umkommen, und alle llebelthäter müssen zerstreuet werden. 11. Aber mein Horn wird erhöht werden wie eines Einhorns, und werde gesalbt mit frischem Del. 95 14. Die gepflanzt sind in dem Hause des Herrn, werden in den Vorhöfen unsers Gottes grünen. 15. Und wenn sie gleich alt werden, werden sie dennoch blühen, fruchtbar und frisch sein; 16. Daß sie verkündigen, daß der Herr so fromm ist, mein Hort, und ist kein Unrecht an ihm. 12. Und mein Auge wird feine Lust fehen an meinen Feinden, und mein Ohr wird seine Lust hören an den Boshaftigen, die sich wider mich setzen. 13. Der Gerechte wird grünen wie ein Palmbaum; er wird wachsen wie eine Ceder auf Libanon. Psalm 93. Weisfagung von Christo und seinem Reich. Der Herr ist König und herrlich geschmückt; der Herr ist geschmückt, und hat ein Reich angefangen, so weit die Welt ist, und zugerichtet, daß es bleiben soll. 2. Von dem an steht dein Stuhl fest; du bist ewig. 3. Herr, die Wasserströme erheben sich, die Wasserströme erheben ihr Brausen, die Wasserströme heben empordie Wellen. 4. Die Wafferwogen im Meer sind groß, und brausen greulich; der Herr aber ist noch größer in der Höhe. 5. Dein Wort ist eine rechte 96 Lehre. Heiligkeit ist die Zierde deines Hauses ewiglich. Psalm 93. 94 Psalm 94. Gebet wider die Feinde der Kirche. Herr err Gott, deß die Rache ist, Gott, deß die Rache ist, erscheine. 2. Erhebe dich, du Richter der Welt; vergilt den Hoffärtigen, was sie verdienen. 3. Herr, wie lange sollen die Gottlosen, wie lange sollen die Gottlosen prahlen? 4. Und so trotziglich reden, und alle Uebelthäter sich so rühmen? 5. Herr, sie zerschlagen dein Volk, und plagen dein Erbe. 6. Wittwen und Fremdlinge erwürgen sie, und tödten die Waisen. 7. Und sagen: Der Herr sieht es nicht, und der Gott Sa tobs achtet es nicht. 8. Merket doch, ihr Narren unter dem Volke, und ihr Thoren, wann wollt ihr klug werden? 9. Der das Ohr gepflanzt hat, sollte der nicht hören? Der das Auge gemacht hat, sollte der nicht sehen? 10. Der die Heiden züchtigt, sollte der nicht strafen? Der die Menschen lehrt, was sie wissen? 11. Aber der Herr weiß die Gedanken der Menschen, daß sie eitel sind. 12. Wohl dem, den du, Herr, züchtigest, und lehrst ihn durch dein Gesetz, 13. Daß er Geduld habe, wenn es übel geht, bis dem Gottlosen die Grube bereitet werde. 14. Denn der Herr wird sein Volk nicht verstoßen, noch sein Erbe verlassen. 15. Denn Recht muß doch Recht bleiben, und dem werden alle fromme Herzen zu fallen. 16. Wer steht bei mir wider die Boshaftigen? Wer tritt zu mir wider die Ulebelthäter? 17. Wo der Herr mir nicht hülfe, so läge meine Seele schier in der Stille. 18. Ich sprach: Mein Fuß hat gestrauchelt; aber deine Guade, Herr, hielt mich. 19. Ich hatte viel Bekümmerniß in meinem Herzen; aber deine Tröstungen ergößzten meine Seele. 20. Du wirst ja nimmer eins Psalm 94. 95. 96. mit dem schädlichen Stuhl, der das Gesetz übel deutet. 21. Sie rüsten sich wider die Seele des Gerechten, und verdammen unschuldiges Blut. 22. Aber der Herr ist mein Schutz; mein Gott ist der Hort meiner Zuversicht. 23. Und er wird ihnen ihr Unrecht vergelten, und wird sie um ihre Bosheit vertilgen; der Herr, unser Gott, wird sie vertilgen. Psalm 95. Dem Messias soll man banksagen und Gehorsam leisten. Kommet herzu, lasset uns dem Herrn frohlocken, und jauchzen dem Hort unsers Heils. 2. Lasset uns mit Danken vor sein Angesicht kommen, und mit Psalmen ihm jauchzen. 3. Denn der Herr ist ein großer Gott, und ein großer König über alle Götter. 4. Denn in seiner Hand ist, was die Erde bringt, und die Höhen der Berge sind auch sein. 97 seine Hände haben das Trokfene bereitet. 5. Denn sein ist das Meer, und er hat es gemacht, und 6. Kommt, lasset uns anbeten, und knieen, und niederfallen vor dem Herrn, der uns gemacht hat. 7. Denn er ist unser Gott, und wir das Volk seiner Weide und Schafe seiner Hand. Hente, so ihr seine Stimme höret, 8. So verstocket euer Herz nicht; wie zu Meriba geschah, wie zu Massa in der Wüste. 9. Da mich eure Väter versuchten, fühlten und sahen meine Werke, 10. Daß ich vierzig Jahre Mühe hatte mit diesem Volk, und sprach: Es sind Leute, deren Herz immer den Frrweg will, und die meine Wege nicht lernen wollen; 11. Daß ich schwur in meinem Zorn: Sie sollen nicht zu meiner Ruhe kommen. Psalm 96. von dem neuen Liebe des heiligen Evangelii. inget dem Herrn ein neues Lied; singet dem Herrn alle Welt. 2. Singet dem Herrn, und 7 98 lobet seinen Namen, prediget einen Tag am andern sein Heil. 3. Erzählet unter den Heiden seine Ehre, unter allen Völkern seine Wunder. 4. Denn der Herr ist groß und hoch zu loben, wunderbarlich über alle Götter. Psalm 96. 97. brause, und was darinnen ist. 12. Das Feld sei fröhlich, und alles, was darauf ist; und lasset rühmen alle Bäume im Walde 11. Himmel freue dich, und Erde sei fröhlich; das Meer 13. Vor dem Herrn, denn er kommt, denn er kommt zu richten das Erdreich. Er wird den Erdboden richten mit Ge5. Denn alle Götter der Völ- rechtigkeit, und die Völker mit ter sind Götzen; aber der Herr seiner Wahrheit. hat den Himmel gemacht. 6. Es steht herrlich und prächtig vor ihm, und geht gewaltiglich und löblich zu in seinem Heiligthum. 7. Ihr Völker, bringet her dem Herrn, bringet her dem Herrn Ehre und Macht. 8. Bringet her dem Herrn die Ehre seines Namens; bringet Geschenke und kommet in seine Vorhöfe. 9. Betet an den Herrn im heiligen Schmuck; es fürchte ihn alle Welt. 10. Saget unter den Heiden, daß der Herr König sei, und habe sein Reich, so weit die Welt ist, bereitet, daß es bleiben soll, und richtet die Völfer recht. Psalm 97. Von Christo und seinem Königreiche. Der Herr ist König, deß freue sich das Erdreich, und seien fröhlich die Inseln, so viel ihrer ist. 2. Wolken und Dunkel ist um ihn her; Gerechtigkeit und Gericht ist seines Stuhles Festung. 3. Feuer geht vor ihm her, und zündet an umher seine Feinde. 4. Seine Blizze leuchten auf den Erdboden; das Erdreich sieht es und erschrickt. 5. Berge zerschmelzen wie Wachs vor dem Herrn, vor dem Herrscher des ganzen Erdbodens. 6. Die Himmel verkündigen Psalm 97. 98. 99. 99 seine Gerechtigkeit, und alle ten, und mit seinem heiligen Völker sehen seine Ehre. Arm. 7. Schämen müssen sich Alle, die den Bildern dienen, und sich der Gözzen rühmen. Betet ihn an, alle Götter. 8. Zion hört es, und ist froh, und die Töchter Judas sind fröhlich, Herr, über deinem Regiment. 9. Denn du, Herr, bist der Höchste in allen Landen; du bist sehr erhöht über alle Götter. 10. Die ihr den Herrn liebet, hasset das Arge; der Herr bewahrt die Seelen seiner Heiligen; von der Gottlosen Hand wird er sie erretten. 11. Dem Gerechten muß das Licht immer wieder aufgehen, und Freude den frommen Herzen. 12. Ihr Gerechten, freuet euch des Herrn, und danket ihm, und preiset seine Heiligfeit. 2. Der Herr läßt sein Heil verkündigen; vor den Völkern läßt er seine Gerechtigkeit of fenbaren. 3. Er gedenkt an seine Gnade und Wahrheit dem Hause Israel; aller Welt Ende sehen das Heil unsers Gottes. 4. Jauchzet dem Herrn, alle Welt; singet, rühmet und lobet. 5. Lobet den Herrn mit Harfen, mit Harfen und mit Pfal men, 6. Mit Drommeten und Posaunen, jauchzet vor dem Herrn, dem Könige. 7. Das Meer brause, und was darinnen ist; der Erdboden, und die darauf wohnen. 8. Die Wasserströme frohlocken, und alle Berge seien fröhlich 9. Vor dem Herrn, denn er kommt, das Erdreich zu richten. Er wird den Erdboden richten mit Gerechtigkeit, und die Völker mit Recht. Psalm 98. Vermahnung zum Lobe Christi. 1. Ein Pfalm. Singet dem Herrn ein neues Psalm 99. Lied, denn er thut Wun- Von des Reichs Christi Beschaffenheit. der. Er siegt mit seiner Rech 100 Der Herr ist König, darum toben die Völker; er sitzt auf Cherubim, darum regt sich die Welt. 2. Der Herr ist groß zu Zion, und hoch über alle Völter. Psalm 99. 100. 101. 4. Im Reiche dieses Königs hat man das Recht lieb. Du gibst Frömmigkeit; du schaffest Gericht und Gerechtigkeit in Jakob. 3. Man danke deinem gro1. Ein Dank- Pfalm. ßen und wunderbaren Namen, Jauchzet dem Herrn alle der da ist. Welt. 5. Erhebet den Herrn, unfern Gott, betet an zu seinem Fußschemel, denn er ist heilig. 6. Mose und Aaron unter seinen Priestern, und Samuel unter denen, die seinen Namen anrufen, sie riefen an den Herrn, und er erhörte sie. 7. Er redete mit ihnen durch eine Wolkensäule; sie hielten seine Zeugnisse und Gebote, die er ihnen gab. seinem heiligen Berge; denn der Herr, unser Gott, ist heilig. 8. Herr, du bist unser Gott, du erhörtest sie; du, Gott, vergabst ihnen, und straftest ihr Chun. 9. Erhöhet den Herrn, unsern Gott, und betet an vor Psalm 100. Danksagung für Gottes Wohlthaten. 2. Dienet dem Herrn mit Freuden, kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken. 3. Erkennet, daß der Herr Gott ist; er hat uns gemacht, und nicht wir selbst, zu seinem Volke und zu Schafen seiner Weide. 4. Gehet zu seinen Thoren ein mit Danken, zu seinen Vorhöfen mit Loben; danket ihm, lobet seinen Namen. 5. Denn der Herr ist freundlich, und seine Gnade währet ewig, und seine Wahrheit für und für. Psalm 101. Davids Regentenspiegel. 1. Ein Psalm Davids. Von Gnade und Recht will ich singen, und dir, Herr, lobsagen. 2. Ich handle vorsichtig und Pfalm 101. 102. redlich bei denen, die mir zugehören, und wandle treulich in meinem Hause. 3. Ich nehme mir keine böse Sache vor; ich haffe den Uebertreter, und lasse ihn nicht bei mir bleiben. 4. Ein verkehrtes Herz muß von mir weichen; den Bösen leide ich nicht. 5. Der seinen Nächsten heimlich verleumdet, den vertilge ich. Ich mag deß nicht, der stolze Geberden und hohen Muth hat. 6. Meine Augen sehen nach den Trenen im Lande, daß sie bei mir wohnen, und habe gern fromme Diener. 7. Falsche Leute halte ich nicht in meinem Hause; die Lügner gedeihen nicht bei mir. 8. Frühe vertilge ich alle Gottlosen im Lande, daß ich alle Ulebelthäter ausrotte aus der Stadt des Herrn. Psalm 102. Bußgebet angefochtener und gnadenhungriger Herzen. 1. Ein Gebet des Elenden, so er betrübt ist, und seine Klage vor dem Herrn ausschüttet. 101 Herr, höre mein Gebet, und laß mein Schreien zu dir kommen. 3. Verbirg dein Antlitz nicht vor mir in der Noth; neige deine Ohren zu mir; wenn ich dich anrufe, so erhöre mich bald. 4. Denn meine Tage sind vergangen wie ein Rauch, und meine Gebeine sind verbrannt wie ein Brand.5. Mein Herz ist geschlagen, und verdorrt wie Gras, daß ich auch vergesse mein Brod zu essen. 6. Mein Gebein klebt an meinem Fleisch vor Heulen und Seufzen. 7. Ich bin gleich wie eine Rohrdommel in der Wüste, ich bin gleich wie ein Käuzlein in den zerstörten Städten. 8. Ich wache, und bin wie ein einsamer Vogel auf dem Dache. 9. Täglich schmähen mich meine Feinde, und die mich spotten, schwören bei mir. 10. Denn ich effe Asche wie Brod, und mische meinen Trank mit Weinen 11. Vor deinem Drohen und Zorn, daß du mich aufgehoben Psalm 102, 103. 102 und zu Boden gestoßen hast. 12. Meine Tage sind dahin wie ein Schatten, und ich verdorre wie Gras. 13. Du aber, Herr, bleibest ewiglich, und dein Gedächtniß für und für. 14. Du wollest dich aufmachen, und über Zion erbarmen, denn es ist Zeit, daß du ihr gnädig seist, und die Stunde ist gekommen. 15. Denn deine Knechte wollten gern, daß sie gebaut würde, und sähen gern, daß ihre Steine und Kalt zugerichtet würden, 16. Daß die Heiden den Namen des Herrn fürchten, und alle Könige auf Erden deine Ehre, 17. Daß der Herr Zion baut, und erscheint in seiner Ehre. 18. Er wendet sich zum Gebet der Verlassenen, und verschmähet ihr Gebet nicht. 19. Das werde geschrieben auf die Nachkommen, und das Volk, das geschaffen soll werden, wird den Herrn loben. 20. Denn er schaut von seiner heiligen Höhe, und der Herr sieht vom Himmel auf Erden; 21. Daß er das Seufzen des Gefangenen höre, und, los mache die Kinder des Todes, 22. Auf daß sie zu Zion predigen den Namen des Herrn, und sein Lob zu Jerusalem, 23. Wenn die Völker zusammen kommen, und die Königreiche, dem Herrn zu dienen. 24. Er demüthigt auf dem Wege meine Kraft; er vertürzt meine Tage. 25. Ich sage: mein Gott, nimm mich nicht weg in der Hälfte meiner Tage. Deine Jahre währen für und für. 26. Du hast vorhin die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk. 27. Sie werden vergehen, aber du bleibest. Sie werden alle veralten wie ein Gewand; sie werden verwandelt wie ein Kleid, wenn du sie verwandeln wirst. 28. Du aber bleibest, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende. 29. Die Kinder deiner Knechte werden bleiben, und ihr Same wird vor dir gedeihen. Psalm 103. Gottes Güte soll man preisen. 1. Ein Psalm Davids. Pfalm 103. Lobe den Herrn meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen. 2. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat. 3. Der dir alle deine Sünde vergibt, und heilet alle deine Gebrechen; 4. Der dein Leben vom Verderben erlöst; der dich frönet mit Gnade und Barmherzigfeit; 5. Der deinen Mund fröhlich macht, und du wieder jung wirst, wie ein Adler. 6. Der Herr schafft Gerechtigkeit und Gericht Allen, die Unrecht leiden. 7. Er hat seine Wege Mosen wissen lassen; die Kinder Israel sein Thun. 103 seine Gnade walten über die, so ihn fürchten. 12. So fern der Morgen ist vom Abend, läßt er unsre Uebertretung von uns sein. 13. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, jo erbarmt sich der Herr über die, so ihn fürchten. 14. Denn er kennt, was für ein Gemächte wir sind; er gedenkt daran, daß wir Staub sind. 15. Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras; er blüht wie eine Blume auf dem Felde; 16. Wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da, und ihre Stätte kennt sie nicht mehr. 17. Die Gnade aber des Herrn währet von Ewigkeit zu Ewigkeit über die, so ihn fürchten, und seine Gerechtigkeit auf Kindeskind 8. Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. 9. Er wird nicht immer ha18. Bei denen, die seinen dern, noch ewiglich Zørn hal- Bund halten und gedenken an ten. seine Gebote, daß sie darnach thun. 19. Der Herr hat seinen Stuhl im Himmel bereitet, und sein Reich herrscht über Alles. 20. Lobet den Herrn, ihr 10. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden, und vergilt uns nicht nach unserer Missethat. 11. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, läßt er 104 seine Engel, ihr starken Helden, die ihr seinen Befehl ausrichtet, daß man höre die Stimme seines Wortes. Psalm 103. 104. 21. Lobet den Herrn, alle seine Heerschaaren, seine Diener, die ihr seinen Willen thut. 22. Lobet den Herrn alle seine Werke, an allen Orten seiner Herrschaft. Lobe den Herrn, meine Seele. Psalm 104. Lob Gottes aus dem Buch der Natur. Robe den Herrn, meine Seele. Herr, mein Gott, du bist sehr herrlich; du bist schön und prächtig geschmückt. 6. Mit der Tiefe deckst du es, wie mit einem Kleide, und Wasser stehen über den Bergen. 7. Aber von deinem Schelten fliehen sie; von deinem Donner fahren sie dahin. 8. Die Berge gehen hoch hervor, und die Breiten setzen sich. herunter, zum Ort, den du ihnen gegründet hast. 9. Du hast eine Grenze gesetzt, darüber kommen sie nicht, und müssen nicht wiederum das Erdreich bedecken. 10. Du läsfest Brunnen quel len in den Gründen, daß die Wasser zwischen den Bergen hinfließen, 11. Daß alle Thiere auf dem Felde trinken, und das Wild seinen Durst lösche. 12. An denselben sißen die Vögel des Himmels, und singen unter den Zweigen. 13. Du feuchtest die Berge von oben her; du machst das Land voll Früchte, die du 2. Licht ist dein Kleid, das du an hast; du breitest aus den Himmel wie einen Teppich. 3. Du wölbest es oben mit Wasser; du fährst auf den Wolken, wie auf einem Wagen, und gehst auf den Fittigen des Windes. 4. Der du machst deine En- schaffest. gel zu Winden, und deine Diener zu Feuerflammen. 5. Der du das Erdreich gründest auf seinen Boden, daß es bleibt immer und ewiglich. 14. Du läsfest Gras wachsen für das Vieh, und Saat zu Nutz den Menschen, daß du Brod aus der Erde bringest. 15. Und daß der Wein er Psalm 104. freue des Menschen Herz, und seine Gestalt schön werde vom Del, und das Brod des Menschen Herz stärke; 16. Daß die Bäume des Herrn voll Saftes stehen; die Cedern Libanons, die er gepflanzt hat. 17. Daselbst nisten die Vögel, und die Reiger wohnen auf den Tannen. 18. Die hohen Berge sind der Gemsen Zuflucht, und die Steinklüfte der Kaninchen. 19. Du machst den Mond, das Jahr darnach zu theilen; die Sonne weiß ihren Untergang. 20. Du machst Finsterniß, daß es Nacht wird, da regen sich alle wilde Thiere; 21. Die jungen Löwen, die da brüllen nach dem Raube, und ihre Speise suchen von Gott. 22. Wenn aber die Sonne aufgeht, heben sie sich davon, und legen sich in ihre Löcher. 23. So geht dann der Mensch aus an seine Arbeit, und an sein Ackerwerk bis an den Abend. 24. Herr, wie sind deine Werke so groß und viel! Du 105 hast sie alle weislich geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter. 25. Das Meer, das so groß und weit ist, da wimmelt es ohne Zahl, beides große und kleine Thiere. 26. Daselbst gehen die Schiffe; da sind Wallfische, die du gemacht hast, daß sie darinnen scherzen. 27. Es wartet Alles auf dich, daß du ihnen Speise gebest zu seiner Zeit. 28. Wenn du ihnen gibst, so sammeln sie; wenn du deine Hand aufthust, so werden sie mit Gut gesättiget. 29. Verbirgst du dein Angesicht, so erschrecken sie; du nimmst weg ihren Odem, so vergehen sie, und werden wieder zu Staub. 30. Du läsfest aus deinen Odem, so werden sie geschaf fen, und erneuerst die Gestalt der Erde. 31. Die Chre des Herrn ist ewig; der Herr hat Wohlgefallen an seinen Werken. 32. Er schaut die Erde an, so bebt sie; er rührt die Berge an, so rauchen sie. 33. Ich will dem Herrn sin 106 Psalm 104. 105. gen mein Leben lang, und der Jakobs, seine Auserwählmeinen Gott loben, so lange tent. ich bin. 7. Er ist der Herr, unser Gott; er richtet in aller Welt. 8. Er gedenkt ewiglich an seinen Bund, des Wortes, das er verheißen hat auf viele Tausend für und für; 9. Den er gemacht hat mit Abraham, und des Eides mit Isaak; 10. Und stellte dasselbige Jas kob zu einem Recht, und Israel zum ewigen Bunde; 34. Meine Rede müsse ihm wohl gefallen; ich freue mich des Herrn. 35. Der Sünder müsse ein Ende werden auf Erden, und die Gottlosen nicht mehr sein. Lobe den Herrn, meine Seele. Halleluja. Psalm 105. Kurze Chronica von Abraham bis auf Josua. Danket dem Herrn, und pre11. Und sprach: Dir will ich das Land Canaan geben, das diget seinen Namen; ver- Loos eures Erbes; kündiget sein Thun unter den Völkern. 2. Singet von ihm, und lobet ihn; redet von allen seinen Wundern. 3. Rühmet seinen heiligen Namen; es frene sich das Herz derer, die den Herrn suchen. 4. Fraget nach dem Herrn, und nach seiner Macht, suchet sein Antlitz allewege. 5. Gedenket seiner Wunderwerke, die er gethan hat, seiner Wunder und seines Wortes, 6. Ihr, der Same Abrahams, seines Knechts, ihr Kin12. Da sie wenig und gering waren, und Fremdlinge darinnen. 13. Und sie zogen von Volk zu Volk, von einem Königreiche zum andern Volk. 14. Er ließ keinen Menschen ihnen Schaden thun, und strafte Könige um ihretwillen. 15. Tastet meine Gesalbten nicht an, und thut meinen Propheten kein Leid. 16. Und er ließ eine Theuerung in das Land kommen, und entzog allen Vorrath des Brodes. 17. Er sandte einen Mann Psalm 105. 107 ne Wunder im Lande Hams. 28. Er ließ Finsterniß kommen und machte es finster, und waren nicht ungehorsam seinen Worten. 29. Er verwandelte ihre Wasser in Blut, und tödtete ihre Fische. 30. Ihr Land wimmelte Kröten heraus, in den Kammern ihrer Könige. 31. Er sprach, da kam Ungeziefer, Läuse in allen ihren Grenzen. 32. Er gab ihnen Hagel zum Negen, Feuerflammen in ihrem Lande. 33. Und schlug ihre Weinstöcke und Feigenbäume, und zerbrach die Bäume in ihren Grenzen. vor ihnen hin; Joseph ward zum Knecht verkauft. 18. Sie zwangen seine Füße in den Stock; sein Leib mußte in Eisen liegen; 19. Bis daß sein Wort kam, und die Rede des Herrn ihn durchläuterte. 20. Da sandte der König hin, und ließ ihn los geben; der Herr über Völker hieß ihn auslaffen. 21. Er setzte ihn zum Herrn über sein Haus; zum Herr scher über alle seine Güter; 22. Daß er seine Fürsten unterwiese nach seiner Weise, und seine Aeltesten Weisheit lehrte. 23. Und Israel zog in Egypten, und Jakob ward ein Frembling im Lande Hams. 24. Und er ließ sein Volk sehr wachsen, und machte sie mäch- Zahl, tiger, denn ihre Feinde. 25. Er verkehrte jener Herz, daß sie seinem Volke gram wurden, und dachten seine Knechte mit List zu dämpfen. 26. Er sandte seinen Knecht Mose; Aaron, den er hatte erwählet. 27. Dieselben thaten seine Zeichen unter ihnen, und sei34. Er sprach, da kamen Heuschrecken und Käfer ohne 35. Und sie fraßen alles Gras in ihrem Lande, und fraßen die Früchte auf ihrem Felde. 36. Und schlug alle Erstgeburt in Egypten, alle ihre ersten Erben. 37. Und führte sie aus mit Silber und Gold, und war kein Gebrechlicher unter ihren Stämmen. 108 38. Egypten ward froh, daß sie auszogen, denn ihre Furcht war auf sie gefallen. 39. Er breitete eine Wolke Psalm 105. 106, aus zur Decke, und ein Feuer des Nachts zu leuchten. 40. Sie baten, da ließ er Wachteln kommen, und er sättigte sie mit Himmelsbrod. 41. Er öffnete den Felsen, da flossen Wasser aus, daß Bäche liefen in der dürren Wüste. 42. Denn er gedachte an sein heiliges Wort, Abraham, seinem Knechte, geredet. 43. Also führte er sein Volk aus mit Freuden, und seine Auserwählten mit Wonne; 44. Und gab ihnen die Länder der Heiden, daß sie die Güter der Völker einnahmen; 45. Auf'daß sie halten soll ten seine Rechte, und seine Gesetze bewahren. Halleluja. Psalm 106. Gutthaten Gottes, den Israeliten erzeiget. Große Strafe des Undanks. 1. Halleluja. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich. 2. Wer kann die großen Thaten des Herrn ausreden, und alle seine löblichen Werke preisen? 3. Wohl denen, die das Gebot halten, und thun immerdar recht. 4. Herr, gedenfe meiner nach der Gnade, die du deinem Volke verheißen hast, beweiſe uns deine Hülfe; 5. Daß wir sehen mögen die Wohlfahrt deiner Auserwählten, und uns freuen, daß es deinem Volke wohl geht, und uns rühmen mit deinem Erbtheil. 6. Wir haben gesündigt samt unsern Vätern; wir haben mißgehandelt, und sind gottlos gewesen. 7. Unsere Väter in Egypten wollten deine Wunder nicht verstehen; sie gedachten nicht an deine große Güte, und waren ungehorsam am Meer, nämlich am Schilfmeer. 8. Er half ihnen aber um seines Namens willen, daß er seine Macht bewiese. 9. Und er schalt das Schilf meer, da ward es trocken, und führte sie durch die Tiefen, wie in einer Wüste; Psalm 10. Und half ihnen von der Hand deß, der sie haßte, und erlösete sie von der Hand des Feindes. 11. Und die Wasser ersäuften ihre Widersacher, daß nicht Einer überblieb. 12. Da glaubten sie an seine Worte, und sangen sein Lob. 13. Aber sie vergaßen bald seiner Werke, sie warteten nicht seines Naths; 14. Und sie wurden lüstern in der Wüste, und versuchten Gott in der Einöde. 15. Er aber gab ihnen ihre Bitte, und sandte ihnen genug, bis ihnen davor ekelte. 16. Und sie empörten sich wider Mosen im Lager, wider Aaron, den Heiligen des Herrn. 17. Die Erde that sich auf, und verschlang Dathan, und deckte zu die Notte Abirams. 18. Und Fener ward unter ihrer Rotte angezündet, die Flamme verbrannte die Gottlosen. 19. Sie machten ein Kalb in Horeb, und beteten an das gegossene Bild; 20. Und verwandelten ihre Ehre in ein Gleichniß eines Ochsen, der Gras iſset. 106. 109 21. Sie vergaßen Gottes, ihres Heilandes, der so große Dinge in Egypten gethan hatte; 22. Wunder im Lande Hams, und schreckliche Werke am Schilfmeer. 23. Und er sprach, er wollte sie vertilgen, wo nicht Mose, sein Auserwählter, den Riß aufgehalten hätte, seinen Grimm abzuwenden, auf daß er sie nicht gar verderbte. 24. Und sie verachteten das liebe Land; sie glaubten seinem Worte nicht, 25. Und murrten in ihren Hütten; sie gehorchten der Stimme des Herrn nicht. 26. Und er hob auf seine Hand wider sie, daß er sie niederschlüge in der Wüſte, 27. Und würfe ihren Samen unter die Heiden, und strenete sie in die Länder. 28. Und sie hingen sich an den Baal- Peor, und aßen von den Opfern der todten Götzen; 29. Und erzürnten ihn mit ihrem Thun, da riß auch die Plage unter sie. 30. Da trat zu Pinehas, und schlichtete die Sache; da ward der Plage gesteuert, 110 31. Und ward ihm gerechnet zur Gerechtigkeit für und für ewiglich. 32. Und sie erzürnten ihn am Haderwasser, und sie zerplagten Mosen übel; 33. Denn sie betrübten ihm sein Herz, daß ihm etliche Worte entfuhren. Psalm 106. 107. 34. Auch vertilgten sie die Völker nicht, wie sie doch der Herr geheißen hatte; 35. Sondern sie mengten sich unter die Heiden, und lernten derselben Werke, 36. Und dienten ihren Göten, die geriethen ihnen zum Aergerniß. 37. Und sie opferten ihre Söhne und ihre Töchter den Teufeln, 38. Und vergossen unschuldiges Blut, das Blut ihrer Söhne und ihrer Töchter, die sie opferten den Gözen Canaans, daß das Land mit Blutschulden befleckt ward; 39. Und verunreinigten sich mit ihren Werken, und hurten mit ihrem Thun. 40. Da ergrimmte der Zorn des Herrn über sein Volk, und gewann einen Greuel an seinem Erbe, 41. Und gab sie in die Hand derHeiden, daß über sie herrschten, die ihnen gram waren. 42. Und ihre Feinde ängsteten sie, und sie wurden gedemüthigt unter deren Hände. 43. Er errettete sie oftmals; aber sie erzürnten ihn mit ihrem Vornehmen, und wurden wenige um ihrer Missethat willen. 44. Und er sah ihre Noth an, da er ihre Klage hörte, 45. Und gedachte an seinen Bund, mit ihnen gemacht, und renete ihn, nach seiner großen Güte; 46. Und ließ sie zur Barmherzigkeit kommen, vor Allen, die sie gefangen hatten. 47. Hilf uns, Herr, unser Gott, und bringe uns zusammen aus den Heiden, daß wir danken deinem heiligen Namen und rühmen dein Lob. 48. Gelobt sei der Herr, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit; und alles Volk spreche: Amen, Halleluja. Psalm 107. Danksagung zu Gott für Errettung aus mancherlei Nöthen. Psalm 107. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich. 2. Saget, die ihr erlöset seid durch den Herrn, die er aus der Noth erlöset hat, 3. Und die er aus den Ländern zusammengebracht hat vom Aufgang, vom Niedergang, von Mitternacht und vom Meer; 4. Die irre gingen in der Wüste, in ungebahntem Wege, und fanden keine Stadt, da sie wohnen konnten; 5. Hungrig und durstig, und ihre Seele verschmachtet; 6. Und sie zum Herrn rie fen in ihrer Noth, und er sie errettete aus ihren Nengsten, 7. Und führte sie einen richtigen Weg, da sie gingen zur Stadt, da sie wohnen konn- Riegel. ten: 8. Die sollen dem Herrn danken für seine Güte, und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern thut, 111 11. Darum, daß sie Gottes Geboten ungehorsam gewesen waren, und das Gesetz des Höchsten geschändet hatten; 12. Darum mußte ihr Herz mit Unglück geplagt werden, daß sie da lagen, und ihnen Niemand half, 13. Und sie zum Herrn riefen in ihrer Noth, und er ihnen half aus ihren Nengsten, 14. Und sie aus der Finsterniß und dem Dunkel führte, und ihre Bande zerris: 15. Die sollen dem Herrn danken für seine Güte und um seiner Wunder, die er an den Menschenkindern thut; 16. Daß er zerbricht eherne Thüren, und zerschlägt eiserne 9. Daß er sättigt die durstige Seele, und füllet die hungrige Seele mit Gutem. 10. Die da sitzen mußten in Finsterniß und Dunkel, gefangen im Zwang und Eisen; 17. Die Narren, so geplagt waren um ihrer Uebertretung willen, und um ihrer Sünde willen, 18. Daß ihnen efelte vor aller Speise, und wurden todtfrank; 19. Und sie zum Herrn riefen in ihrer Noth, und er ihnen half aus ihren Aengsten; 20. Er sandte sein Wort, 112 und machte sie gesund, und errettete sie, daß sie nicht starben: Psalm 107. 21. Die sollen dem Herrn danken für seine Güte, und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern thut; 22. Und Dank opfern, und erzählen seine Werke mit Freuden. 23. Die mit Schiffen auf dem Meer fuhren, und trieben ihren Handel in großen Wassern; 24. Die des Herrn Werke erfahren haben, und seine Wunder im Meer, es stille geworden war, und er sie zu Lande brachte nach ihrem Wunsch: 27. Daß sie taumelten und wankten wie ein Trunkener, und wußten keinen Rath mehr; 28. Und sie zum Herrn schrieen in ihrer Noth, und er sie aus ihren Aengsten führte, 29. Und stillte das Ungewitter, daß die Wellen sich legten, 30. Und sie froh wurden, daß 31. Die sollen dem Herrn danken für seine Güte, und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern thut, 32. Und ihn bei der Gemeinde preisen, und bei den Alten rühmen. 33. Die, welchen ihre Bäche vertrocknet, und die Wasserquellen versiegt waren, 34. Daß ein fruchtbares Land nichts trug um der Bosheit willen derer, die darinnen wohnten; 25. Wenn er sprach, und einen Sturmwind erregte, der die Wellen erhob, 26. Und sie gen Himmel fuh- len; ren, und in den Abgrund fuhren, daß ihre Seele vor Angst verzagte, 35. Und er das Trockene wie derum wasserreich machte, und im dürren Lande Wasserquel36. Und die Hungrigen da hin gesetzt hat, daß sie eine Stadt zurichteten, da sie wohnen könnten, 37. Und Aecker besäen, und Weinberge pflanzen möchten, und die jährlichen Früchte bekämen; 38. Und er sie segnete, daß sie sich sehr mehrten und ihnen vieles Vieh gab. 39. Die, welche niedergedrückt und geschwächt waren Psalm 107. 108. von dem Bösen, der sie gezwungen und gedrungen hatte; 40. Da Verachtung auf die Fürsten geschüttet war, daß alles irrig und wüste stand; 41. Und er den Armen schützte vor Elend, und sein Geschlecht wie eine Heerde mehrte. 42.Solches werden die Frommen sehen, und sich freuen, und aller Bosheit wird das Maul gestopft werden. 43. Wer ist weise und behält dieß? So werden sie merken, wie viele Wohlthaten der Herr erzeigt. Psalm 108. Davids Danksagung und Gebet am Einsehung ins Königreich. 1. Ein Psalmlied Davids. Hott, es ist mein rechter Ernst, ich will singen und dichten, meine Ehre auch. 3. Wohlauf, Psalter und Harfen, ich will frühe auf sein. 4. Ich will dir danken, Herr, unter den Völkern; ich will dir lobsingen unter den Leuten. 113 deine Wahrheit, so weit die. Wolfen gehen. 5. Denn deine Gnade reicht, so weit der Himmel ist, und 6. Erhebe dich, Gott, über den Himmel, und deine Ehre über alle Lande; 7. Auf daß deine lieben Freunde erledigt werden; hilf mit deiner Rechten, und erhöre mich. 8. Gott redet in seinem Heiligthum, deß bin ich froh, und will Sichem theilen, und das Thal Suchoth abmessen. 9. Gilead ist mein, Manasse ist auch mein, und Ephraim ist die Macht meines Hauptes; Juda ist mein Fürst; 10. Moab ist mein Waschbecken; ich will meinen Schuh über Edom strecken; über die Philister will ich jauchzen. 11. Wer will mich führen in eine feste Stadt? Wer wird mich leiten in Edom? 12. Wirst du es nicht thun, Gott, der du uns verstößest, und ziehest nicht aus, Gott, mit unserm Heere? 13. Schaffe uns Beistand in der Noth, denn Menschenhülfe ist kein Nutzen. 14. Mit Gott wollen wir Thaten thun. Er wird unsere Feinde untertreten. 8 114 Psalm 109. Psalm 109. Weissagung von Judas und der Juden Untreue an Christo verübt, und ihrem Fluch. 1. Ein Pfalm Davids, vorzusingen. Hott, mein Ruhm, schweige nicht; 2. Denn sie haben ihr gottloses und falsches Maul wider mich aufgethan, und reden wider mich mit falscher Zunge; 3. Und sie reden giftig wider mich allenthalben, und streiten wider mich ohne Ursache. 4. Dafür, daß ich sie liebe, sind sie wider mich; ich aber bete. 5. Sie beweisen mir Böses um Gutes, und Haß um Liebe. 6. Setze Gottlose über ihn, und der Satan müsse stehen zu seiner Rechten. 7. Wer sich denselben lehren läßt, deß Leben müsse gottlos sein, und sein Gebet müsse Sünde sein. 8. Seiner Tage müssen wenige werden, und sein Amt müsse ein anderer empfangen. 9. Seine Kinder müssen Waisen werden, und sein Weib eine Wittwe. 10. Seine Kinder müssen in der Frre gehen und betteln, und suchen, als die verdorben sind. 11. Es müsse der Wucherer aussaugen alles, was er hat, und Fremde müssen seine Güter rauben. 12. Und Niemand müsse ihm Gutes thun, und Niemand erbarmę sich seiner Waisen. 13. Seine Nachkommen müſsen ausgerottet werden, ihr Name müsse im andern Glied vertilgt werden. 14. Seiner Väter Missethat müsse gedacht werden vor dem Herrn, und seiner Mutter Sünde müsse nicht ausgetilgt werden. 15. Der Herr müsse sie nimmer aus den Augen lassen, und ihr Gedächtniß müsse ausgerottet werden auf Erden; 16. Darum, daß er sogar keine Barmherzigkeit hatte, sondern verfolgte den Elenden und Armen und den Betrübten, daß er ihn tödtete. 17. Und er wollte den Fluch haben, der wird ihm auch kommen; er wollte des Segens nicht, so wird er auch ferne von ihm bleiben. Psalm 109. 110. 18. Und zog an den Fluch wie sein Hemd, und ist in sein Inwendiges gegangen wie Wasser, und wie Del in seine Gebeine; 19. So werde er ihm wie ein Kleid, das er anhabe, und wie ein Gürtel, da er sich allewege mit gürte. 20. So geschehe denen vom Herrn, die mir zuwider sind, und reden Böses wider meine Seele. 21. Aber du, Herr, Herr, sei du mit mir um deines Namens willen, denn deine Gnade ist mein Trost, errette mich. 22. Denn ich bin arm und elend; mein Herz ist zerschlagen in mir. 23. Ich fahre dahin wie ein Schatten, der vertrieben wird, und werde verjagt, wie die Heuschrecken. 24. Meine Kniee sind schwach vom Fasten, und mein Fleisch ist mager, und hat kein Fett. 25. Und ich muß ihr Spott sein; wenn sie mich sehen, schütteln sie den Kopf. 26. Stehe mir bei, Herr, mein Gott; hilf mir nach deiner Gnade, 27. Daß sie inne werden, daß 115 dieß sei deine Hand, daß'du, Herr, solches thust. 28. Fluchen sie, so segne du; setzen sie sich wider mich, so müssen sie zu Schanden werden, aber dein Knecht müſse sich freuen. 29. Meine Widersacher müssen mit Schmach angezogen werden, und mit ihrer Schande bekleidet werden, wie mit einem Rock. 30. Ich will dem Herrn sehr danken mit meinem Munde, und ihn rühmen unter Vielen. 31. Denn er steht dem Armen zur Rechten, daß er ihm helfe von denen, die sein Leben verurtheilen. Psalm 110. Weifagung von Christo, unserm Könige, Propheten und Hohenpriester. 1. Ein Psalm Davids. Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße lege. 2. Der Herr wird das Scepter deines Reichs senden aus Zion; herrsche unter deinen Feinden. 116 Psalm 110. 111. 112. 3. Nach deinem Sieg wird dir dein Volk williglich opfern im heiligen Schmuck; deine Kinder werden dir geboren, wie der Thau aus der Mor- dige und barmherzige Herr. genröthe. 5. Er gibt Speise denen, so 4. Der Herr hat geschworen, ihn fürchten; er gedenkt ewigund wird ihn nicht gereuen: lich an seinen Bund. Du bist ein Priester ewiglich, 6. Er läßt verkündigen sei nach der Weise Melchisedechs. ne gewaltigen Thaten seinem 5. Der Herr zu deiner Rech- Volke, daß er ihnen gebe das ten wird zerschmeißen die Kö- Erbe der Heiden. nige zur Zeit seines Zorns. 6. Er wird richten unter den Heiden, er wird eine große Schlacht thun, er wird zerschmeißen das Haupt über große Lande. 7. Die Werke seiner Hände sind Wahrheit und Recht; alle seine Gebote sind rechtschaffen. 8. Sie werden erhalten immer und ewiglich, und geschehen treulich und redlich. 7. Er wird trinken vom Bach auf dem Wege; darum wird er das Haupt empor heben. 9. Er sendet eine Erlösung seinem Volke; er verheißt, daß sein Bund ewiglich bleiben soll. Heilig und hehr ist sein Name. 10. Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang; das ist eine feine Klugheit; wer darnach thut, deß Lob bleibt ewiglich. Psalm 111. Danksagung für Gottes leiblichen und geistlichen Segen. 1. Halleluja. Ich danke dem Herrn von ganzem der Frommen und in der Gemeinde. 2. Groß sind die Werke des Herrn; wer ihrer achtet, der eitel 3. Was er ordnet, das ist löblich und herrlich, und seine Ge rechtigkeit bleibt ewiglich. 4. Er hat ein Gedächtniß ges stiftet seiner Wunder, der gnäPsalm 112. Der Gottesfürchtigen Eigenschaft und Glückseligkeit. 1. Halleluja. Wohl dem, der den Herrn fürchtet, der hat zu seinen Geboten. Psalm 112. 113. 117 2. Deß Same wird gewaltig Denn was die Gottlosen gern sein auf Erden; das Geschlecht wollten, das ist verloren. der Frommen wird gesegnet sein; 3. Reichthum und die Fülle wird in ihrem Hause sein, und ihre Gerechtigkeit bleibt ewiglich. 4. Den Frommen geht das Licht auf in der Finsterniß von dem Gnädigen, Barmherzigen und Gerechten. 5. Wohl dem, der barmherzig ist, und gerne leibet, und richtet seine Sachen aus, daß er Niemand Unrecht thue. 6. Denn er wird ewiglich bleiben; des Gerechten wird nimmermehr vergessen. 7. Wenn eine Plage kommen will, so fürchtet er sich nicht; sein Herz hofft unverzagt auf den Herrn. 8. Sein Herz ist getrost, und fürchtet sich nicht, bis er seine Lust an seinen Feinden sieht. 9. Er streut aus und gibt den Armen; seine Gerechtigfeit bleibt ewiglich, sein Horn wird erhöht mit Ehren. 10. Der Gottlose wird es sehen, und wird ihn verdrießen, seine Zähne wird er zu sammenbeißen, und vergeben. Psalm 113. Gott gibt den Demüthigen Gnabe. 1. Halleluja. Lobet, ihr Knechte des Herrn, lobet den Namen des Herrn. 2. Gelobt sei des Herrn Name, von nun an bis in Ewigfeit. 3. Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobt der Name des Herrn. 4. Der Herr ist hoch über alle Heiden; seine Ehre geht, so weit der Himmel ist. 5. Wer ist, wie der Herr, unser Gott? Der dich so hoch gesetzt hat, 6. Und auf das Niedrige sieht im Himmel und auf Erden; 7. Der den Geringen auf richtet aus dem Staube, und erhöht den Armen aus dem Koth. 8. Daß er ihn setze neben die Fürsten, neben die Fürsten seines Voltes. 9. Der die Unfruchtbare im Hause wohnen macht, daß sie eine fröhliche Kindermutter wird, Halleluja. 118 Psalm 114. 115. Psalm 114. Von Ausführung der Kinder Israels aus Egypten. a Israel aus Egypten zog, das Haus Jakobs aus dem fremden Volke, 2. Da ward Juda sein Heiligthum, Israel seine Herrschaft. 3. Das Meer sah und floh; der Jordan wandte sich zurück; 4. Die Berge hüpften wie die Lämmer; die Hügel wie die jungen Schafe. 5. Was war dir, du Meer, daß du flohest? Und du Jordan, daß du dich zurück wandteſt? 6. Ihr Berge, daß ihr hüpftet wie die Lämmer? Ihr Hügel, wie die jungen Schafe? 7. Vor dem Herrn bebte die Erde, vor dem Gott Jakobs, 8. Der den Fels wandelte in Wassersee, und die Steine in Wasserbrunnen. Psalm 115. Verwerfung der Abgötterei und bes Gößendienstes. Nicht uns, Herr, nicht uns, sondern Deinem Namen gib Ehre um deine Gnade und Wahrheit. 2. Warum sollen die Heiden sagen: Wo ist nun ihr Gott? 3. Aber unser Gott ist im Himmel, er kann schaffen, was er will. 4. Jener Gößen aber sind Silber und Gold, von Menschenhänden gemacht. 5. Sie haben Mäuler, und reden nicht; sie haben Augen, und sehen nicht; 6. Sie haben Ohren, und hören nicht; sie haben Nasen, und riechen nicht; 7. Sie haben Hände, und greifen nicht; Füße haben sie, und gehen nicht, und reden nicht durch ihren Hals. 8. Die solche machen, sind gleich also, und Alle, die auf sie hoffen. 9. Aber Israel hoffe auf den Herrn; der ist ihre Hülfe und Schild. 10. Das Haus Aarons hoffe auf den Herrn; der ist ihre Hülfe und Schild. 11. Die den Herrn fürchten, hoffen auf den Herrn; der ist ihre Hülfe und Schild. 12. Der Herr denkt an uns, und segnet uns; er segnet das Haus Israel; er segnet das Haus Aarons. Psalm 115. 116. 13. Er segnet, die den Herrn fürchten, beide, Kleine und Große. 14. Der Herr segne euch je mehr und mehr, euch und eure Kinder. 15. Ihr seid die Gesegneten des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. 16. Der Himmel allenthalben ist des Herrn; aber die Erde hat er den Menschenkindern gegeben. 17. Die Todten werden dich, Herr, nicht loben, noch die hinunter fahren in die Stille; 18. Sondern wir loben den Herrn von nun an bis in Ewigkeit, Halleluja. Psalm 116. Wie man sich im Kreuz trösten und verhalten soll. Das ist mir lieb, daß der Herr meine Stimme und mein Flehen hört, 2. Daß er sein Ohr zu mir neigt; darum will ich mein Leben lang ihn anrufen. 3. Stricke des Todes hatten mich umfangen, und Angst der Hölle hatte mich getroffen, ich kam in Jammer und Noth. 119 4. Aber ich rief an den Namen des Herrn: O Herr, errette meine Seele! 5. Der Herr ist gnädig und gerecht, und unser Gott ist barmherzig. 6. Der Herr behütet die Einfältigen. Wenn ich unterliege, so hilft er mir. 7. Sei nun wieder zufrieden, meine Seele, denn der Herr thut dir Gutes. 8. Denn Du hast meine Seele aus dem Tode gerissen, mein Auge von den Thränen, meinen Fuß vom Gleiten. 9. Ich will wandeln vor dem Herrn, im Lande der Lebendigen. 10. Ich glaube, darum rede ich; ich werde aber sehr geplagt. 11. Ich sprach in meinem Zagen: Alte Menschen sind Lügner. 12. Wie soll ich dem Herrn vergelten alle seine Wohlthat, die er an mir thut? 13. Ich will den heilsamen Kelch nehmen, und des Herrn Namen predigen. 14. Ich will meine Gelübde dem Herrn bezahlen, vor allem seinem Volfe. 120 15. Der Tod seiner Heiligen ist werth gehalten vor dem Herrn. 16. Herr, ich bin dein Knecht; ich bin dein Knecht, deiner Magd Sohn, du hast meine Bande zerrissen. 17. Dir will ich Dank opfern, und des Herrn Namen predigen. 18. Ich will meine Gelübbe Psalm 116. 117. 118. Psalm 117. Von dem Messia und seinem Reich. Lobet den Herrn, alle Heiden, preiset ihn, alle Völ3. Es sage nun das Haus Aarons: Seine Güte währet ewiglich. 5. In der Angst rief ich den Herrn an, und der Herr erhörte mich, und tröstete mich. 6. Der Herr ist mit mir, darum fürchte ich mich nicht ,. dem Herrn bezahlen, vor al- was können mir Menschen lem seinem Volke, 19. In den Höfen am Hause des Herrn, in dir, Jerusalem, Halleluja. fer. 2. Denn seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit, Halleluja. 4. Es sagen nun, die den Herrn fürchten: Seine Güte währet ewiglich. thun? 7. Der Herr ist mit mir, mir zu helfen; und ich will meine Lust sehen an meinen Feinden. 8. Es ist gut auf den Herrn vertrauen, und sich nicht verlassen auf Menschen. 9. Es ist gut auf den Herrn vertrauen, und sich nicht verlaffen auf Fürsten. 10. Alle Heiden umgeben mich; aber im Namen des Herrn will ich sie zerhauen. 11. Sie umgeben mich allenthalben, aber im Namen des Herrn will ich sie zerhauen. 12. Sie umgeben mich wie Bienen, sie dämpfen wie ein Feuer in Dornen; aber im Namen des Herrn will ich sie Psalm 118. Danksagung für die Gutthaten, durch Christi Leiden erworben. anket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich. 2. Es sage nun Israel: Seizerhauen. ne Güte währet ewiglich. 13. Man stößt mich, daß ich Psalm 118. 119. fallen soll, aber der Herr hilft mir. 14. Der Herr ist meine Macht, und mein Psalm, und ist mein Heil. 15. Man singt mit Freuden vom Siege in den Hütten der Gerechten. Die Rechte des Herrn behält den Sieg. 16. Die Rechte des Herrn ist erhöht, die Rechte des Herrn behält den Sieg. 17. Ich werde nicht sterben, sondern leben, und des Herrn Werk verkündigen. 18. Der Herr züchtigt mich wohl, aber er gibt mich dem Tode nicht. 19. Thut mir auf die Thore der Gerechtigkeit, daß ich da hinein gehe, und dem Herrn danke. 20. Das ist das Thor des Herrn, die Gerechten werden da hinein gehen. 21. Ich danke dir, daß du mich demüthigst, und hilfst mir. 22. Der Stein, den die Bauleute verworfen, ist zum Eckstein geworden. 121 24. Dies ist der Tag, den der Herr macht; lasset uns freuen und fröhlich darinnen sein. 25. O Herr, hilf, o Herr, laß wohl gelingen! 26. Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn! Wir segnen euch, die ihr vom Hause des Herrn seid. 27. Der Herr ist Gott, der uns erleuchtet. Schmücket das Fest mit Maien, bis an die Hörner des Altars. 28. Du bist mein Gott, und ich danke dir, mein Gott, ich will dich preisen. 29. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Gülte währet ewiglich. Psalm 119. Der Christen goldenes A B C vom Lobe, Liebe, Kraft und Nußen des Wortes Gottes. 23. Das ist vom Herrn geschehen, und ist ein Wunder vor unsern Augen. Wohl denen, die ohne Wandel leben, die im Gesetze des Herrn wandeln. 2. Wohl denen, die seine Zeugnisse halten, die ihn von ganzem Herzen suchen. 3. Denn welche auf seinen Wegen wandeln, die thun kein Uebels. 4. Du hast geboten fleißig zu halten deine Befehle. 122 Psalm 119. 5. O daß mein Leben dei- Rechten, und vergesse deiner ne Rechte mit ganzem Ernst hielte! Worte nicht. 17. Thue wohl deinem Knechte, daß ich lebe und dein Wort halte. 18. Deffne 6. Wenn ich schaue allein auf deine Gebote, so werde ich nicht zu Schanden. 7. Ich danke dir von ganzem Herzen, daß du mich lehrst die Rechte deiner Gerechtigkeit. 8. Deine Rechte will ich halten, verlaß mich nimmermehr. 9. Wie wird ein Jüngling ſeinen Weg unsträflich gehn? Wenn er sich hält nach deinen Worten. 10. Ich suche dich von ganzem Herzen, laß mich nicht fehlen deiner Gebote. 11. Ich behalte dein Wort in meinem Herzen, auf daß ich nicht wider dich fündige. 12. Gelobt seist du, Herr; lehre mich deine Rechte. 13. Ich will mit meinen Lippen erzählen alle Rechte deines Mundes. 14. Ich freue mich des Weges deiner Zeugnisse, als über allerlei Reichthum. 15. Ich rede, was du befohlen hast, und schaue auf deine Wege. 16. Ich habe Lust zu deinen die Augen, daß ich sehe die Wunder an deinem Gesetz. 19. Ich bin ein Gast auf Erden, verbirg deine Gebote nicht vor mir. 20. Meine Seele ist zermalmt vor Verlangen nach deinen Rechten allezeit. 21. Du schiltst die Stolzen; verflucht sind, die deiner Gebote fehlen. 22. Wende von mir Schmach und Berachtung, denn ich halte deine Zeugnisse. 23. Es sitzen auch die Fürsten, und reden wider mich; aber dein Knecht redet von deinen Rechten. 24. Ich habe Lust zu deinen Zeugnissen, die sind meine Rathsleute. 25. Meine Seele liegt im Staube; erquicke mich nach deinem Wort. 26. Ich erzähle meine Wege, und du erhörest mich; lehre mich deine Rechte. 27. Unterweise mich den Weg Psalm 119. deiner Befehle, so will ich reden von deinen Wundern. 28. Ich gräme mich, daß mir das Herz verschmachtet; stärke mich nach deinem Wort. 29. Wende von mir den falschen Weg, und gönne mir dein Gesetz. 30. Ich habe den Weg der Wahrheit erwählt, deine Rechte habe ich vor mich gestellt. 31. Ich hange an deinen Zeugnissen, Herr, laß mich nicht zu Schanden werden. 32. Wenn du mein Herz tröstest, so laufe ich den Weg deiner Gebote. 33. Zeige mir, Herr, den Weg deiner Rechte, daß ich sie bewahre bis ans Ende. 34. Unterweise mich, daß ich bewahre dein Gesetz, und halte es von ganzem Herzen. 35. Führe mich auf dem Steige deiner Gebote, denn ich habe Lust dazu. 36. Neige mein Herz zu deinen Zeugnissen, und nicht zum Geiz. 123 Gebot festiglich für dein Wort halten, daß ich dich fürchte. 39. Wende von mir die Schmach, die ich scheue, denn deine Rechte sind lieblich. 40. Siehe, ich begehre deiner Befehle, erquicke mich mit deiner Gerechtigkeit. 41. Herr, laß mir deine Gnade widerfahren, deine Hülfe nach deinem Wort, 37. Wende meine Augen ab, daß sie nicht sehen nach unnüßer Lehre, sondern erquicke mich auf deinem Wege. 38. Laß deinen Knecht dein 42. Daß ich antworten möge meinem Lästerer, denn ich verlasse mich auf dein Wort. 43. Und nimm ja nicht von meinem Munde das Wort der Wahrheit, denn ich hoffe auf deine Rechte. 44. Ich will dein Gesetz halten allewege, immer und ewiglich. 45. Und ich wandle fröhlich, denn ich suche deine Befehle. 46. Ich rede von deinen Zeugnissen vor Königen, und schäme mich nicht. 47. Und habe Lust an deinen Geboten, und sie sind mir lieb; 48. Und hebe meine Hände auf zu deinen Geboten, die mir lieb sind, und rede von deinen Rechten. 49. Gedenke deinem Knechte 124 an dein Wort, auf welches du mich läsfest hoffen. 50. Das ist mein Trost in meinem Elend, denn dein Wort erquicket mich. 51. Die Stolzen haben ihren Spott an mir, dennoch weiche ich nicht von deinem Gesetz. 52. Herr, wenn ich gedenke, wie du von der Welt her gerichtet hast, so werde ich getröstet. 53. Ich bin entbrannt über die Gottlosen, die dein Gesetz verlassen. 54. Deine Rechte sind mein Lied in dem Hause meiner Wallfahrt. Psalm 119. 55. Herr, ich gedente des Nachts an deinen Namen, und halte dein Gesetz. 56. Das ist mein Schatz, daß ich deine Befehle halte. 57. Ich habe gesagt, Herr, das soll mein Erbe sein, daß ich deine Wege halte. 58. Ich flehe vor deinem Angesicht von ganzem Herzen; sei mir gnädig nach deinem Wort. 59. Ich betrachte meine Wege, und tebre meine Füße zu deinen Zeugnissen. 60. Ich eile, und säume mich nicht, zu halten deine Gebote. 61. Der Gottlosen Rotte beraubt mich, aber ich vergesse deines Gesetzes nicht. 62. Zur Mitternacht stehe ich auf, dir zu danken für die Rechte deiner Gerechtigkeit. 63. Ich halte mich zu denen, die dich fürchten, und deine Befehle halten. 64. Herr, die Erde ist voll deiner Güte, lehre mich deine Rechte. 65. Du thust Gutes deinem Knechte, Herr, nach deinem Wort. 66. Lehre mich heilsame Sitten und Erkenntniß, denn ich glaube deinen Geboten. 67. Ehe ich gedemüthiget ward, irrte ich; nun aber halte ich dein Wort. 68. Du bist gütig und freundlich, lehre mich deine Rechte. 69. Die Stolzen erdichten Lügen über mich; ich aber halte von ganzem Herzen deine Befehle. 70. Ihr Herz ist dick wie Schmeer; ich aber habe Lust an deinem Gesetz. 71. Es ist mir lieb, daß du mich gedemüthigt hast, daß ich deine Rechte lerne. Psalm 119. 72. Das Gesetz deines Mundes ist mir lieber, denn viele tansend Stücke Goldes und Silbers. 73. Deine Hand hat mich gemacht und bereitet, unterweise mich, daß ich deine Gebote lerne. 74. Die dich fürchten, sehen mich, und freuen sich, denn ich hoffe auf dein Wort. 75. Herr, ich weiß, daß deine Gerichte recht sind, und hast mich treulich gedemüthigt. 76. Deine Gnade müsse mein Trost sein, wie du deinem Knechte zugesagt haft. 77. Laß mir deine Barmherzigkeit widerfahren, daß ich lebe; denn ich habe Lust zu deinem Gesetze. 78. Ach, daß die Stolzen müßten zu Schanden werden, die mich mit Lügen niederdrücken; ich aber rede von deinem Befehl. 125 nach deinem Heil, ich hoffe auf dein Wort. 79. Ach, daß sie müßten zu mir halten, die dich fürchten und deine Zeugnisse tennen. 80. Mein Herz bleibe recht schaffen in deinen Rechten, daß ich nicht zu Schanden werde. 81. Meine Seele verlangt 82. Meine Augen sehnen sich nach deinem Wort und sagen: Wann tröstest du mich? 83. Denn ich bin wie eine Haut im Rauch, deiner Rechte vergesse ich nicht. 84. Wie lange soll dein Knecht warten? Wann willst du Gericht halten über meine Verfolger? 85. Die Stolzen graben mir Gruben, die nicht sind nach deinem Gesetz. 86. Deine Gebote sind eitel Wahrheit. Sie verfolgen mich mit Lügen, hilf mir. 87. Sie haben mich schier umgebracht auf Erden; ich aber verlasse deine Befehle nicht. 88. Erquicke mich durch deine Gnade, daß ich halte die Zeugnisse deines Mundes. 89. Herr, dein Wort bleibt ewiglich, so weit der Himmel ist. 90. Deine Wahrheit währet für und für. Du hast die Erde zugerichtet, und sie bleibt ſtehen. 91. Es bleibt täglich nach deinem Wort, denn es muß bir Alles dienen. 126 92. Wo dein Gesetz nicht mein Trost gewesen wäre, so wäre ich vergangen in meinem Elend. Psalm 119. 93. Ich will deine Befehle nimmermehr vergessen, denn du erquickst mich damit. 94. Ich bin dein, hilf mir, denn ich suche deine Befehle. 95. Die Gottlosen warten auf mich, daß sie mich um bringen; ich aber merke auf deine Zeugnisse. 96. Ich habe aller Dinge ein Ende gesehen; aber dein Gebot währet. 97. Wie habe ich dein Gesetz so lieb! Täglich rede ich davon. 98. Du machst mich mit deinem Gebot weiser, denn meine Feinde sind; denn es ist ewiglich mein Schatz. 99. Ich bin gelehrter, denn alle meine Lehrer; denn deine Zeugnisse sind meine Rede. 100. Ich bin flüger, denn die Alten; denn ich halte deine Befehle. 101. Ich wehre meinem Fuß alle böse Wege, daß ich dein Wort halte. 102. Ich weiche nicht von deinen Rechten; denn du lehrest mich. 103. Dein Wort ist meinem Munde süßer denn Honig. 104. Dein Wort macht mich klug, darum haffe ich alle falsche Wege. 105. Dein Wort ist meines Fußes Leuchte, und ein Licht auf meinem Wege. 106. Ich schwöre, und will es halten, daß ich die Rechte deiner Gerechtigkeit halten will. 107. Ich bin sehr gedemütthigt, Herr, erquicke mich nach deinem Wort. 108. Laß dir gefallen, Herr, das willige Opfer meines Mundes, und lehre mich deine. Rechte. 109. Ich trage meine Seele immer in meinen Händen, und ich vergesse deines Gesetzes nicht. 110. Die Gottlosen legen mir Stricke; ich aber irre nicht von deinem Befehl. 111. Deine Zeugnisse sind mein ewiges Erbe, denn sie sind meines Herzens Wonne. 112. Ich neige mein Herz zu thun nach deinen Rechten immer und ewiglich. 113. Ich hasse die Flattergeister, und liebe dein Gesetz. Psalm 119. 114. Du bist mein Schirm und Schild, ich hoffe auf dein Wort. 115. Weichet von mir ihr Boshaftigen, ich will halten die Gebote meines Gottes. 116. Erhalte mich durch dein Wort, daß ich lebe, und laß mich nicht zu Schanden werden über meiner Hoffnung. 117. Stärke mich, daß ich genese, so will ich stets meine Lust haben an deinen Rechten. 118. Du zertrittst Alle, die deiner Nechte fehlen, denn ihre Trügerei ist eitel Lügen. 119. Du wirfst alle Gottlosen auf Erden weg wie Schlafken, darum liebe ich deine Zeugniffe. 120. Jch fürchte mich vor dir, daß mir die Haut schauert, und entsetze mich vor deinen Rechten. 121. Ich halte über dem Recht und Gerechtigkeit, übergib mich nicht denen, die mir wollen Gewalt thun. 127. nach dem Wort deiner Gerechtigkeit. 124. Handle mit deinem Knecht nach deiner Gnade, und lehre mich deine Rechte. 125. Ich bin dein Knecht, unterweise mich, daß ich erkenne deine Zeugnisse. 126. Es ist Zeit, daß der Herr dazu thue; sie haben dein Gesetz zerrissen. 127. Darum liebe ich dein Gebot über Gold und über feines Gold. 128. Darum halte ich stracks alle deine Befehle; ich haffe allen falschen Weg.. 129. Deine Zeugnisse sind wunderbarlich, darum hält fie meine Seele. 122. Vertritt du deinen Knecht, und tröste ihn, daß mir die Stolzen nicht Gewalt thun. 123. Meine Augen sehnen sich nach deinem Heil, und 130. Wenn dein Wort offenbar wird, so erfreut es, und macht flug die Einfältigen. 131. Sch thue meinen Mund auf, und begehre deine Gebote, denn mich verlangt darnach. 132. Wende dich zu mir, und sei mir gnädig, wie du pflegst zu thun denen, die deinen Namen lieben. 133. Laß meinen Gang gewiß sein in deinem Wort, und laß kein Unrecht über mich herrschen. -128 134. Erlöse mich von der Menschen Frevel, so will ich halten deine Befehle. 135. Laß dein Antlitz leuch ten über deinen Knecht, und lehre mich deine Rechte. 136. Meine Augen fließen mit Wasser, daß man dein Gesetz nicht hält. 137. Herr, du bist gerecht, und dein Wort ist recht. 138. Du hast die Zeugnisse deiner Gerechtigkeit, und die Wahrheit hart geboten. Psalm 119. 139. Ich habe mich schier zu Tode geeifert, daß meine Widersacher deiner Worte vergeffent. 140. Dein Wort ist wohl geläutert, und dein Knecht hat es lieb. 141. Ich bin gering und verachtet; ich vergesse aber nicht deines Befehls. 142. Deine Gerechtigkeit ist eine ewige Gerechtigkeit, und dein Gesetz ist Wahrheit. 143. Angst und Noth haben mich getroffen; ich habe aber Lust an deinen Geboten. 144. Die Gerechtigkeit deiner Zeugnisse ist ewig, unterweise mich, so lebe ich. 145. Ich rufe von ganzem Herzen, erhöre mich, Herr, daß ich deine Rechte halte. 146. Jch rufe zu dir, hilf mir, daß ich deine Zeugnisse halte. 147. Ich komme frühe und schreie; auf dein Wort hoffe ich. 148. Ich wache frühe auf, daß ich rede von deinem Wort. 149. Höre meine Stimme nach deiner Gnade, Herr, erquicke mich nach deinen Rechtent. 150. Meine boshaftigen Verfolger wollen mir zu, und sind ferne von deinem Gesetz. 151. Herr, du bist nahe, und deine Gebote sind eitel Wahrheit. 152. Zuvor weiß ich aber, daß du deine Zeugnisse ewiglich gegründet hast. 153. Siehe mein Elend, und errette mich; hilf mir aus, denn ich vergesse deines Gesetzes nicht. 154. Führe meine Sache, und erlöse mich; erquicke mich durch dein Wort. 155. Das Heil ist ferne von den Gottlosen, denn sie achten deine Rechte nicht. 156. Herr, deine Barmher Psalm 119. zigkeit ist groß, erquicke mich nach deinen Rechten. 157. Meiner Verfolger und Widersacher sind viele; ich weiche aber nicht von deinen Zeugnissen. 158. Ich sehe die Verächter, und thut mir wehe, daß sie dein Wort nicht halten. 159. Siehe, ich liebe deine Befehle, Herr, erquicke mich nach deiner Gnade. 160. Dein Wort ist nichts, denn Wahrheit; alle Rechte deiner Gerechtigkeit währen ewiglich. 161. Die Fürsten verfolgen mich ohne Ursache, und mein Herz fürchtet sich vor deinen Worten. 162. Sch freue mich über deinem Wort, wie einer, der eine große Beute macht. 163. Lügen bin ich gram, und habe Greuel daran; aber dein Gesetz habe ich lieb. 164. Ich lobe dich des Tages siebenmal, um der Rechte willen deiner Gerechtigfeit. 129 Heil, und thue nach deinen Geboten. 167. Meine Seele hält deine Zeugnisse, und liebt sie sehr. 168. Ich halte deine Befehle, und deine Zeugnisse; denn alle meine Wege sind vor dir. 165. Großen Frieden haben, die dein Gesetz lieben, und werden nicht straucheln. 166. Herr, ich warte auf dein 169. Herr, laß meine Klage vor dich kommen, unterweise mich nach deinem Wort. 170. Laß mein Flehen vor dich kommen, errette mich nach deinem Wort. 171. Meine Lippen sollen loben, wenn du mich deine Rechte lehrest. 172. Meine Zunge soll ihr Gespräch haben von deinem Worte, denn alle deine Gebote sind recht. 173. Laß mir deine Hand beistehen, denn ich habe erwählt deine Befehle. 174. Herr, mich verlangt nach deinem Heil, und ich habe Lust an deinem Gesetz. 175. Laß meine Seele leben, daß sie dich lobe, und deine Rechte mir helfen. 176. Ich bin wie ein verirrtes und verlornes Schaf, suche deinen Knecht, denn ich vergesse deiner Gebote nicht. 130 Psalm 120. 121. 122. Psalm 120. Gebet wider falsche Lehrer, Verleumder und Tyrannen. 1. Ein Lied im höhern Chor. Ich rufe zu dem Herrn in meiner Noth, und er erhöret mich. 2. Herr, errette meine Seele von den Lügen- Mäulern, und von den falschen Zungen. 3. Was kann dir die falsche Zunge thun, und was kann sie ausrichten? 4. Sie ist wie scharfe Pfeile eines Starken, wie Feuer in Wachholdern. 5. Wehe mir, daß ich ein Fremdling bin unter Mesech; ich muß wohnen unter den Hütten Kedars. Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. 3. Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, ſchläft nicht. 4. Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht. 5. Der Herr behütet dich, der Herr ist dein Schatten über deiner rechten Hand;' 6. Es wird meiner Seele lange zu wohnen bei denen, die den Frieden haffen. 7. Ich halte Frieden; aber 6. Daß dich des Tages die Sonne nicht steche, noch der Mond des Nachts. 7. Der Herr behüte dich vor allem Uebel, er behüte deine Seele. 8. Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang, von nun an bis in Ewigkeit. Psalm 122. Herrlichkeit der Stadt Jerusalem. 1. Ein Lied Davids im höhern Chor. wenn ich rede, fangen sie Ich freue mich beß, das mir Krieg an. geredet wir werden in das Haus des Herrn geben; 2. Und daß unsere Füße werden stehen in deinen Thoren, Psalm 121. Gott ein Menschenhüter. 1. Ein Lied im höhern Chor. Ich bebe meine Augen auf Serufalem Bergen, von wel zu den chen mir Hülfe kommt. 2. Meine Hülfe kommt vom 3. Jerusalem ist gebaut, daß es eine Stadt sei, da man zusammen kommen soll; Psalm 122. 4. Da die Stämme hinauf gehen sollen, nämlich die Stämme des Herrn, zu predigen dem Volke Israel, zu danken dem Namen des Herrn. 5. Denn daselbst sitzen die Stühle zum Gericht, die Stühle des Hauses Davids. 6. Wünschet Jerusalem Glück! Es müsse wohl gehen denen, die dich lieben. 7. Es müsse Friede sein inwendig in deinen Mauern und Glück in deinen Palästen. 8. Um meiner Brüder und Freunde willen will ich dir Frieden wünschen. 9. Um des Hauses willen des Herrn, unsers Gottes, will ich dein Bestes suchen. Psalm 123. Der Frommen Zustand und Trost. 1. Ein Lied im höhern Chor. zu dir, der du im Himmel 123. 124. 131 3. Sei uns gnädig, Herr, sei uns gnädig, denn wir sind sehr voll Verachtung. 4. Sehr voll ist unsere Seele der Stolzen Spott, und der Hoffärtigen Verachtung. Psalm 124. Gottes Beistand in der Noth. 1. Ein Lied Davids im höhern Chor. Wo der Herr nicht bei uns wäre, so sage Israel, 2. Wo der Herr nicht bei uns wäre, wenn die Menschen sich wider uns setzen: 3. So verschlängen sie uns lebendig. Wenn ihr Zorn über uns ergrimmte, 4. So ersäufte uns Wasser, Ströme gingen über unsere Seele; rer Frauen: also sehen unsere Augen auf den Herrn, unsern Gott, bis er uns gnädig werde. 5. Es gingen Wasser allzuhoch über unsere Seele. 6. Gelobt der er uns nicht gibt zum Raub in ihre Zähne. 7. Unsere Seele ist entronnen, wie ein Vogel dem Strick des Voglers; der Strick ist fitsest. 2. Siehe, wie die Augen der Knechte auf die Hände ihrer Herren sehen, wie die Augen der Magd auf die Hände ih- zerrissen, und wir sind los. 8. Unsere Hülfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. 132 Psalm 125. 126. 127. Psalm 125. Hoffnung läßt nicht zu Schanden werden. 1. Ein Lied im höhern Chor. Die auf den Herrn hoffen, werden nicht fallen, son dern ewiglich bleiben, wie der Berg Zion. 2. Um Jerusalem her sind Berge, und der Herr ist um sein Volk her, von nun an bis in Ewigkeit. 3. Denn der Gottlosen Scepter wird nicht bleiben über dem Häuflein der Gerechten, auf daß die Gerechten ihre Hand nicht ausstrecken zur Ungerechtigkeit. 4. Herr, thue wohl den guten und frommen Herzen. 5. Die aber abweichen auf ihre krummen Wege, wird der Herr wegtreiben mit den Uebelthätern; aber Friede sei über Israel. Psalm 126. Der Frommen Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden. 1. Ein Lied im höhern Chor. Wenn der Herr die Gefangenen Zions erlösen wird, so werden wir sein, wie die Träumenden. 2. Dann wird unser Mund voll Lachens, und unsere Zunge voll Rühmens sein. Da wird man sagen unter den Heiden: Der Herr hat Großes an ihnen gethan. 3. Der Herr hat Großes an uns gethan, deß sind wir fröhlich. 4. Herr, wende unser Gefängniß, wie du die Waffer gegen Mittag trocknest. 5. Die mit Thränen ſäen, werden mit Freuden erndten. 6. Sie gehen hin, und weinen, und tragen edlen Samen, und kommen mit Freuden, und bringen ihre Garben. Psalm 127. Gesegnete Haushaltung und Regierung. 1. Ein Lied Salomos im höbern Chor. W to der Herr nicht das Haus bant, so arbeiten um sonst, die daran bauen. Wo der Herr nicht die Stadt behütet, ſo wacht der Wächter umsonst. 2. Es ist umsonst, daß ihr frühe aufstehet, und hernach lange sitet, und effet euer Brod mit Sorgen, denn seinen Freunden gibt er es schlafend. Psalm 127. 128. 129. 3. Siehe, Kinder sind eine Gabe des Herrn, und Leibesfrucht ist ein Geschenk. 4. Wie die Pfeile in der Hand eines Starken, also gerathen die jungen Knaben. 5. Wohl dem, der seinen Köcher derselben voll hat; die werden nicht zu Schanden, wenn sie mit ihren Feinden handeln im Thor. Psalm 128. Frommer Eheleute Pflicht und Segen. 1. Ein Lied im höhern Chor. Wohl dem, der den Herrn fürchtet, und auf seinen Wegen geht. 2. Du wirst dich nähren deiner Hände Arbeit; wohl dir, du hast es gut. 3. Dein Weib wird sein wie ein fruchtbarer Weinstock um dein Haus herum; deine Kinder wie die Delzweige um deinen Tisch her. 4. Siehe, also wird gesegnet der Mann, der den Herrn fürchtet. 133 6. Und sehest deiner Kinder Kinder. Friede über Israel! 5. Der Herr wird dich segnen aus Zion, daß du sehest das Glück Jerusalems dein leben lang, Psalm 129. Der Kirche Sieg wider ihre Feinbe. 1. Ein Lied im höhern Chor. Zie haben mich oft gedrängt von meiner Jugend auf; so sage Israel: 2. Sie haben mich oft gedrängt von meiner Jugend auf, aber sie haben mich nicht übermocht. 3. Die Pflitger haben auf meinem Rücken geackert, und ihre Furchen lang gezogen, 4. Der Herr, der gerecht ist, hat der Gottlosen Seile abgehauen. 5. Ach, daß sie müßten zu Schanden werden und zurückkehren Alle, die Zion gram sind! 6. Ach, daß sie müßten sein, wie das Gras auf den Dächern, welches verdorrt, ehe man es ansrauft! 7. Von welchem der Schnitter seine Hand nicht füllt, noch der Garbenbinder seinen Arm voll; 8. Und die vorüber gehen, nicht sprechen: Der Segen des Herrn sei über euch; wir 134 segnen euch im Namen des Herrn. Psalm 130. 131. 132. Her Psalm 130. err, mein Herz ist nicht hoffärtig, und meine Augen sind nicht stolz, und ich. wandle nicht in großen Dingen, die mir zu hoch sind. 2. Wenn ich meine Seele nicht Gebet um Vergebung der Sünden. 1. Ein Lied im höhern Chor. Aus der Tiefe rufe ich, Herr, setzte und stillte, so ward meizu dir. ne Seele entwöhnt, wie einer von seiner Mutter entwöhnt wird. 2. Herr, höre meine Stimme, laß deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens. 3. So du willst, Herr, Sünde zurechnen, Herr, wer wird bestehen? Psalm 132. 4. Denn bei dir ist die Vergebung, daß man dich fürchte. Um Erhaltung des Gottesdienstes und weltlichen Regiments. 1. Ein Lied im höhern Chor. 5. Ich harre des Herrn, mei- Hedenke, Herr, an David, ne Seele barret, und ich hoffe auf sein Wort. 6. Meine Seele wartet auf den Herrn von einer Morgenwache bis zur andern. und an alle seine Leiden. 2. Der dem Herrn schwur, und gelobte dem Mächtigen Jakobs: 7. Israel, hoffe auf denHerrn, denn bei dem Herrn ist die Gnade, und viele Erlösung bei ihm. 8. Und er wird Israel erlösen aus allen seinen Sünden. Psalm 131. Spiegel ber Demuth. Greuel der Hoffart. 1. Ein Lied Davids im höhern Chor. 3.3srael, hoffe auf den Herrn, von nun an bis in Ewigkeit. 3. Ich will nicht in die Hütte meines Hanses gehen, noch mich auf das Lager meines Bettes legen, 4. Ich will meine Augen nicht schlafen lassen, noch meine Augenlieder schlummern, 5. Bis ich eine Stätte finde für den Herrn, zur Wohnung dem Mächtigen Jakobs. 6. Siehe, wir hören von ihr in Ephrata; wir haben sie ge Psalm 132. 133. 134. funden auf dem Felde des Waldes. 7. Wir wollen in seine Wohnung gehen, und anbeten vor seinem Fußschemel. 8. Herr, mache dich auf zu deiner Ruhe, du und die Lade deiner Macht. 9. Deine Priester laß sich kleiden mit Gerechtigkeit, und deine Heiligen sich freuen. 10. Nimm nicht weg das Regiment deines Gesalbten, um deines Knechtes David willen. 135 nen, und ihren Armen Brods genug geben. 16. Ihre Priester will ich mit Heil kleiden, und ihre Heiligen sollen fröhlich sein. 17. Daselbst soll aufgehen das Horn Davids; ich habe meinem Gesalbten eine Leuchte zugerichtet. 11. Der Herr hat David einen wahren Eid geschworen; davon wird er sich nicht wenden: Ich will dir auf deinen Stuhl seßen die Frucht deines Leibes. 18. Seine Feinde will ich mit Schanden kleiden; aber über ihm soll blühen seine Krone. Psalm 133. Vom goldenen Kleinod bes Friedens und der Einträchtigkeit. 1. Ein Lied Davids im höhern Chor. Siehe, wie fein und lieblich ist es, daß Brüder einträchtig bei einander wohnen, 2. Wie der köstliche Balsam ist, der vom Haupt Aarons herab fließt in seinen ganzen Bart, der herab fließt in sein Kleid; 12. Werden deine Kinder meinen Bund halten, und mein Zeugniß, das ich sie lehren werde: so sollen auch ihre Kinder auf deinem Stuhl sizzen ewiglich. 13. Denn der Herr hat Zion erwählt und hat Lust daselbst ohnen. 311 14. Dieß ist meine Ruhe ewiglich; hier will ich wohnen, denn es gefällt mir wohl. Vom Umt der Kirchenbiener. 15. Ich will ihre Speise seg- 1. Ein Lied im höhern Chor. 3. Wie der Thau, der vom Hermon herab fällt auf die Berge Zions; denn daselbst verheißt der Herr Segen und Leben immer und ewiglich. Psalm 134. 136 Psalm 134. 135. Ziehe, lobet den Herrn, alle gehen vom Ende der Erde; Knechte des Herrn, die der die Blizze samt dem Neihr stehet des Nachts im Hause gen macht; der den Wind des Herrn. aus heimlichen Orten kommen läßt. 2. Hebet eure Hände auf im Heiligthum, und løbet den Herrn. 3. Der Herr segne dich aus Zion, der Himmel und Erde gemacht hat. 8. Der die Erstgeburten schlug in Egypten, beides der Menschen und des Viehes; 9. Und ließ seine Zeichen und Wunder kommen über dich, Egyptenland, über Pharao und alle seine Knechte; 10. Der viele Völker schlug, und tödtete, mächtige Könige, 11. Sihon, der Amoriter König, und Og, der König zu Basan, und alle Königreiche in Canaan; 12. Und gab ihr Land zum Erbe, zum Erbe seinem Volke Psalm 135. Danksagung für Gottes Wohlthaten. 1. Halleluja. Nobet den Namen des Herrn, lobet, ihrKnechte des Herrn, 2. Die ihr stehet im Hause des Herrn, in den Höfen des Hauses unsers Gottes. 3. Lobet den Herrn, denn der Herr ist freundlich; lob- Israel. finget seinem Namen, denn er ist lieblich. 4. Denn der Herr hat sich Jakob erwählt, Israel, zu seinem Eigenthum. 5. Denn ich weiß, daß- der Herr groß ist, und unser Herr vor allen Göttern. 6. Alles, was er will, das thut er, im Himmel, auf Erden, im Meer und in allen Tiefen. 7. Der die Wolken läßt auf 13. Herr, dein Name währet. ewiglich; dein Gedächtniß, Herr, währet für und für. 14. Denn der Herr wird sein Volk richten, und seinen Knechten gnädig sein. 15. Der Heiden Gößen sind Silber und Gold, von Menschen- Händen gemacht. 16. Sie haben Mäuler und reden nicht; sie haben Augen und sehen nicht; 17. Sie haben Ohren und Pfalm 135. 136. hören nicht; auch ist kein Odem in ihrem Munde. 18. Die solche machen, sind gleich also; alle, die auf solche hoffen. 19. Das Haus Israel lobe den Herrn; lobet den Herrn, ihr vom Hause Aarons. 20. Ihr vom Hause Levis, lobet den Herrn; die ihr den Herrn fürchtet, lobet den Herrn. 21. Gelobt sei der Herr aus Zion, der zu Jerusalem wohnt, Halleluja. Psalm 136. Danksagung für Gottes Güte und Wunderthaten. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich; denn seine Güte währet ewiglich. 2. Danket dem Gott aller Götter; denn seine Güte währet ewiglich. 3. Danket dem Herrn aller Herren; denn seine Güte währet ewiglich. 4. Der große Wunder thut allein; denn seine Güte währet ewiglich. 137 6. Der die Erde auf das Wasser ausgebreitet hat; denn seine Güte währet ewiglich. 7. Der große Lichter gemacht hat; denn seine Güte währet ewiglich. 5. Der die Himmel ordentlich gemacht hat; denn seine Güte wäbret ewiglich. 8. Die Sonne, dem Tage vorzustehen; denn seine Güte währet ewiglich. 9. Den Mond und Sterne ,, der Nacht vorzustehen; denn seine Güte währet ewiglich. 10. Der Egypten schlug an ihren Erstgeburten; denn seine Güte währet ewiglich. 11. Und führte Israel heraus; denn seine Güte währet ewiglich. 12. Durch mächtige Hand und ausgereckten Arm; denn seine Güte währet ewiglich. 13. Der das Schilfmeer theilte in zwei Theile; denn seine Güte währet ewiglich. 14. Und ließ Israel durchhin gehen; denn seine Güte währet ewiglich. 15. Der Pharao und sein Heer in das Schilfmeer stieß; denn seine Güte währet ewiglich. 16. Der sein Volk führte durch die Wüste; denn seine Güte währet ewiglich. 138 17. Der große Könige schlug; denn seine Güte währet ewiglich. 18. Und erwürgte mächtige Könige; denn seine Güte währet ewiglich. Psalm 136. 137. 138. 19. Sihon, der Amoriter König; denn seine Güte währet ewiglich. 20. Und Og, den König zu Basan; denn seine Güte währet ewiglich. 21. Und gab ihr Land zum Erbe; denn seine Güte währet ewiglich. 22. Zum Erbe seinem Knechte Israel; denn seine Güte währet ewiglich. 23. Denn er gedachte an uns, da wir unterdrückt waren; denn seine Güte währet ewiglich. 24. Und erlöste uns von un sern Feinden; denn seine Güte währet ewiglich. 25. Der allem Fleische Speise gibt; denn seine Güte währet ewiglich. 26. Danket dem Gott vom Himmel; denn seine Güte wäbret ewiglich. Psalm 137. Der gefangenen Juden Jammerlied. An den Wassern zu Babel saßen wir, und weinten, wenn wir an Zion gedachten. 2. Unsere Harfen hingen wir an die Weiden, die darinnen, find. 3. Denn daselbst hießen uns singen, die uns gefangen hielten, und in unserm Heulen fröhlich sein: Lieber, singet uns ein Lied von Zion. 4. Wie sollten wir des Herrn Lied singen in fremdem Lande?. 5. Vergesse ich deiner, Jerusalem, so werde meiner Rechten vergessen. 6. Meine Zunge müsse an meinem Gaumen kleben, wo ich deiner nicht gedenke; wo ich nicht lasse Jerusalem meine höchste Freude sein. 7. Herr, gedenke der Kinder Edom am Tage Jerusalems, die da sagen: Rein ab, rein ab bis auf ihren Boden. 8. Du verstörte Tochter Babel; wohl dem, der dir vergelte, wie du uns gethan hast. 9. Wohl dem, der deine jungen Kinder nimmt, und zerschmettert sie an dem Stein. Psalm 138. Danksagung für Gottes Güte. Psalm 138. 139. 1. Ein Psalm Davids. Psalm 139. Ich danke dir von ganzem Von Gottes Worschung, Allmacht vor den Göttern Allgegenwart. will ich dir lobsingen. 2. Ich will anbeten zu dei- zusingen. nem heiligen Tempel, und deinem Namen danken um deine 3. Wenn ich dich anrufe, so erhöre mich, und gib meiner Seele große Kraft. 4. Es danken dir, Herr, alle Könige auf Erden, daß sie hören das Wort deines Mundes, 5. Und singen auf den Wegen des Herrn, daß die Ehre des Herrn groß sei. 6. Denn der Herr ist hoch, und sieht auf das Niedrige, und kennt den Stolzen von ferne. err, du erforschest mich, und kennest mich. Güte und Treue; denn du 2. Ich sitze oder stehe auf, so haft deinen Namen über Al- weißt du es; du verstehst meiles herrlich gemacht durch deinne Gedanken von ferne. Wort. 3. Ich gehe oder liege, so bist du um mich, und siehest alle meine Wege. 7. Wenn ich mitten in der Angst wandele, so erquickst du mich, und streckst deine Hand über den Zorn meiner Feinde, und hilfst mir mit deiner Nechten. 139 1. Ein Psalm Davids, vor8. Der Herr wird es ein Ende machen um meinetwillen. Herr, deine Güte ist ewig; das Werk deiner Hände wollest du nicht laffen. Herr 4. Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, daß du, Herr, nicht alles wissest. 5. Du schaffst es, was ich vor oder hernach thue, und hältst deine Hand über mir. 6. Solches Erkenntniß ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann es nicht begreifen. 7. Wo soll ich hingehen vor deinem Geist? Und wo soll ich hinfliehen vor deinem Angesicht? 8. Führe ich gen Himmel; so bist du da. Bettete ich mir in die Hölle; siehe, so bist du auch da. 9. Nähme ich Flügel der Morgenröthe, und bliebe am äußersten Meer; 140 10. So würde mich doch deine Hand daselbst führen, und deine Rechte mich halten. 11. Spräche ich: Finsterniß möge mich decken; so muß die Nacht auch licht um mich sein. 12. Denn auch Finsterniß nicht finster ist bei dir, und die Nacht leuchtet wie der Tag; Finsterniß ist wie das Licht. 13. Denn du hast meine Nieren in deiner Gewalt; du warst über mir in Mutterleibe. Psalm 139. 140. 14. Ich danke dir darüber, daß ich wunderbarlich gemacht bin; wunderbarlich sind deine Werke, und das erkennt meine Seele wohl. 15. Es war dir mein Gebein nicht verholen, da ich im Verborgenen gemacht ward, da ich gebildet ward unten in der Erde. 16. Deine Augen saben mich, da ich noch unbereitet war, und waren alle Tage auf dein Buch geschrieben, die noch werden sollten, und derselben keiner da war. 17. Aber wie köstlich sind vor mir, Gott, deine Gedanken? Wie ist ihrer so eine große Summe? 18. Sollte ich sie zählen, so würde ihrer mehr sein denn des Sandes. Wenn ich auf wache, bin ich noch bei dir. 19. Ach Gott, daß du tödtetest die Gottlosen, und die Blutgierigen von mir weichen müßten! 20. Denn sie reden von dir lästerlich, und deine Feinde erheben sich ohne Ursache. 21. Ich hasse ja, Herr, die dich hassen, und verdrießt mich auf sie, daß sie sich wider dich setzen. 22. Ich hasse sie in rechtem Ernst; darum sind sie mir feind. 23. Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz; prüfe mich, und erfahre, wie ich es meine, 24. Und siehe, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege. Psalm 140. Gebet um Rettung von heimlichen und öffentlichen Feinden. 1. Ein Psalm Davids, vorzufintgen. Errette mich, Herr, von den bösen Menschen; behüte Psalm 140. 141. 141 mich vor den frevelhaften Leu- sie schütten; er wird sie mit ten, Feuer tief in die Erde schlagen, daß sie nimmer mehr aufstehen. 12. Ein böses Maul wird kein Glück haben auf Erden, ein frevelhafter böser Mensch wird verjagt und gestürzt werden. 3. Die Böses gedenken in ihrem Herzen, und täglich Krieg erregen. 4. Sie schärfen ihre Zunge, wie eine Schlange; Otterngift ist unter ihren Lippen, Sela. 5. Bewahre mich, Herr, vor der Hand der Gottlosen; behüte mich vor den frevelhaften Leuten, die meinen Gang gedenken umzustoßen. 6. Die Hoffärtigen legen mir Strice, und breiten mir Seile aus zum Netz, und stellen mir Fallen an den Weg, Sela. 7. Ich aber sage zum Herrn: Du bist mein Gott, Herr, vernimm die Stimme meines Flehens. 8. Herr, Herr, meine starke Hülfe; du beschirmst mein Haupt zur Zeit des Streites. 9. Herr, laß dem Gottlosen seine Begierde nicht, stärke seinen Muthwillen nicht, sie möchten sich deffen erheben, Sela. 10. Das Unglück, davon meine Feinde rathschlagen, müsse auf ihren Kopf fallen. 11. Er wird Strahlen über 13. Denn ich weiß, daß der Herr wird des Elenden Sache und der Armen Recht ausführen. 14. Auch werden die Gerechten deinem Namen danken, und die Frommen werden vor deinem Angesicht bleiben. Psalm 141. Gebet um Hülfe und Errettung. 1. Ein Psalm Davids. Herr err, ich rufe zu dir, eile zu mir, vernimm meine Stimme, wenn ich dich anrufe. 2. Mein Gebet müsse vor dir taugen, wie ein Räuchopfer; meiner Hände Aufheben, wie ein Abendopfer. 3. Herr, behüte meinen Mund, und bewahre meine Lippen. 4. Neige mein Herz nicht auf etwas Böses, ein gottloses Wesen zu führen mit den Ue 142 Psalm 141. 142. belthätern, daß ich nicht esse von dem, das ihnen geliebet. 5. Der Gerechte schlage mich freundlich, und strafe mich; das wird mir so wohl thun, als ein Balsam auf meinem Haupte; denn ich bete stets, daß sie mir nicht Schaden Abu. 6. Ihre Lehrer müssen gestürzt werden über einen Felsen, so wird man dann meine Lehre hören, daß sie lieblich sei. 7. Unsere Gebeine sind zerstreut bis zur Hölle, wie einer das Land zerreißt und zerwühlt. 8. Denn aufdich, Herr Herr, sehen meine Augen, ich traue auf dich, verstoße meine Seele nicht. 9. Bewahre mich vor dem Strick, den sie mir gelegt haben, und vor der Falle der Uebelthäter. 10. Die Gottlosen müssen in ihr eigenes Netz fallen mit einander; ich aber immer vorüber gehen. Psalm 142. Davids Gebet um Hülfe und Errettung. 1. Eine Unterweisung Da vids zu beten, da er in der Höhle war. Ich schreie zum Herrn mit meiner Stimme, ich flehe dem Herrn mit meiner Stimme. 3. Ich schütte meine Nede vor ihm aus, und zeige an vor ihm meine Noth. 4. Wenn mein Geist in Aengsten ist, so nimmst du dich meiner an; sie legen mir Stricke auf dem Wege, da ich auf gehe. 5. Schaue zur Rechten, und siehe, da will mich Niemand kennen. Ich kann nicht entfliehen, Niemand nimmt sich meiner Seele an. 6. Herr, zu dir schreie ich, und sage: Du bist meine Zuversicht, mein Theil im Lande der Lebendigen. 7. Merke auf meine Klage, denn ich werde sehr geplagt; errette mich von meinen Vers folgern, denn sie sind mir zu mächtig. 8. Führe meine Seele aus dem Kerter, daß ich danke deinem Namen. Die Gerechten werden sich zu mir sammeln, wenn du mir wohl thust. Psalm 143. 144. Psalm 143. Bußgebet um Abwendung des Uebels, und Erlangung des Guten. 1. Ein Psalm Davids. Herr, erhöre mein Gebet, vernimm mein Flehen um deiner Wahrheit willen, er höre mich um deiner Gerechtigkeit willen; 2. Und gehe nicht ins Gericht mit deinem Knechte; denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht. 3. Denn der Feind verfolgt meine Seele, und zerschlägt mein Leben zu Boden; er legt mich in das Finstere, wie die Todten in der Welt. 4. Und mein Geist ist in mir geängstet, mein Herz ist mir in meinem Leibe verzehrt. 5. Ich gedenke an die vorigen Zeiten, ich rede von allen deinen Thaten, und sage von den Werken deiner Hände. 6. Ich breite meine Hände aus zu dir, meine Seele dürstet nach dir, wie ein dürres Land, Sela. 7. Herr, erhöre mich bald, mein Geist vergeht; verbirg dein Antlitz nicht vor mir, daß ich nicht gleich werde denen, die in die Grube fahren. 8. Laß mich frühe hören dei143 ne Gnade, denn ich hoffe auf dich. Thue mir kund den Weg, darauf ich gehen soll, denn mich verlangt nach dir. 9. Errette mich, mein Gott, von meinen Feinden, zu dir habe ich Zuflucht. 10. Lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebener Bahit. 11. Herr, erquice mich um deines Namens willen; führe meine Seele aus der Noth um deiner Gerechtigkeit willen. 12. Und verstöre meine Feinde um deiner Güte willen, und bringe um Alle, die meine Seele ängsten; denn ich bin dein Knecht. Psalm 144. Danksagung und Gebet für erhaltenen und noch künftigen Sieg. 1. Ein Psalm Davids. Helobt sei der Herr, mein Hort, der meine Hände lehrt streiten, und meine Fäuste kriegen, 2. Meine Güte und meine Burg, mein Schutz und mein Erretter, mein Schild, auf den ich traue, der mein Volk unter mich zwingt. 144 3. Herr, was ist der Mensch, daß du dich seiner so an nimmst? Und des Menschen Kind, daß du ihn so achtest? Psalm 144. 145. 4. Ist doch der Mensch gleich wie nichts; seine Zeit fährt dahin, wie ein Schatten. 5. Herr, neige deine Himmel, und fahre herab, taste die Berge an, daß sie rauchen. 6. Laß blitzen und zerstreue fie, schieße deine Strahlen und schrecke sie. 7. Sende deine Hand von der Höhe, und erlöse mich, und errette mich von großen Wassern, von der Hand der fremden Kinder, wachsen in ihrer Jugend, wie die Pflanzen, und unsere Töchter, wie die ausgehauenen Erter, gleichwie die Paläste; 13. Und unsere Kammern voll seien, die heraus geben können einen Vorrath nach dem andern, daß unsere Schafe tragen tausend und hundert tausend auf unsern Dörfern, 14. Daß unsere Ochsen viel erarbeiten, daß kein Schade, kein Verlust, noch Klage auf unsern Gassen sei. 15. Wohl dem Volke, dem es also geht. Aber wohl dem Volke, deßß der Herr sein Gott ist. 8. Welcher Lehre ist kein nütze, und ihre Werke sind falsch. 9. Gott, ich will dir ein neues Lied singen, ich will dir spielen auf dem Psalter von zehn Saiten. 1. Ein Lob Davids. 10. Der du den Königen Ich will dich erhöhen, mein Gott, du König, und deinen Namen loben immer und ewiglich. Sieg gibst, und erlösest deinen Knecht David vom mörderischen Schwert des Bösen. 11. Erlöse mich auch, und errette mich von der Hand der fremden Kinder, welcher Lehre ist kein nütze, und ihre Werke find falsch. 2. Ich will dich täglich loben, und deinen Namen rühmen immer und ewiglich. 3. Der Herr ist groß und sehr löblich, und seine Größe ist unaussprechlich, 12. Daß unsere Söhne auf4. Kindeskinder werden deine Psalm 145. Lobspruch für das Reich Christi und dessen Wohlthaten. Psalm 145. 146. Werke preisen und von deiner Gewalt sagen. 5. Ich will reden von deiner herrlichen schönen Pracht, und von deinen Wundern, 6. Daß man solle reden von deinen herrlichen Thaten, und daß man erzähle deine Herrlichkeit; 7. Daß man preise deine große Güte, und deine Gerechtigkeit rühme. 8. Gnädig und barmherzig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. 9. Der Herr ist Allen gütig, und erbarmet sich aller seiner Werte. 10. Es sollen dir danken, Herr, alle deine Werke, und deine Heiligen dich loben, 11. Und die Ehre deines Königreiches rühmen, und von deiner Gewalt reden, 12. Daß den Menschenkindern deine Gewalt fund werde, und die herrliche Pracht deines Königreiches. 145 15. Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. 16. Du thust deine Hand auf, und erfüllest Alles, was lebet, mit Wohlgefallen. 17. Der Herr ist gerecht in allen seinen Wegen, und heilig in allen seinen Werken. 18. Der Herr ist nahe Allen, die ihn anrufen, Allen, die ihn mit Ernst anrufen. 13. Dein Reich ist ein ewiges Reich, und deine Herrschaft währet für und für. 14. Der Herr erhält Alle, die da fallen, und richtet auf Alle, die niedergeschlagen sind. 19. Er thut, was die Gottesfürchtigen begehren, und hört ihr Schreien, und hilft ihnen. 20. Der Herr behütet Alle, die ihn lieben, und wird vertilgen alle Gottlosen. 21. Mein Mund soll des Herrn Lob sagen, und alles Fleisch lobe seinen heiligen Namen immer und ewiglich. Psalm 146. Vom wahren Vertrauen auf Gott. 1. Halleluja. Robe den Herrn, meine Seele. 2. Ich will den Herrn loben, so lange ich lebe, und meinem Gott lobsingen, weil ich hier bin. 3. Berlaffet euch nicht auf Fürsten, sie sind Menschen, die können ja nicht helfen. 10 146 4. Denn des Menschen Geist muß davon, und er muß wieder zur Erde werden, alsdann sind verloren alle seine Anschläge. Psalm 146. 147. 5. Wohl dem, deß Hülfe der Gott Jakobs ist, deß Hoffnung auf den Herrn, seinen Gott ftehet, 6. Der Himmel, Erde, Meer und Alles, was darinnen ist, gemacht hat; der Glauben hält ewiglich, köstliches Ding, solches Lob ist lieblich und schön. Psalm 147. Bermahnung zur Danksagung für Gottes Vorsorge und Wohlthaten. Lobet den Herrn; denn unsern Gott loben, das ist ein 2. Der Herr bant Jerusalem, und bringt zusammen die Verjagten in Israel. 3. Er heilt die zerbrochenes Herzens sind, und verbindet ihre Schmerzen. 4. Er zählt die Sterne, und nennt sie alle mit Namen. 5. Unser Herr ist groß, und von großer Kraft, und ist unbegreiflich, wie er regiert. 7. Der Recht schaffet denen, so Gewalt leiden; der die Hungrigen speiset. Der Herr löst die Gefangenen. 7. Singet um einander dem 8. Der Herr macht die Blin- Herrn mit Danken, und lobet den sehend. Der Herr richtet unsern Gott mit Harfen; auf, die niedergeschlagen sind. Der Herr liebt die Gerechten. 9. Der Herr behütet die Fremdlinge und Waisen, und erhält die Wittwen, und kehrt zurück den Weg der Gottlosen. 10. Der Herr ist König ewiglich, dein Gott, Zion, für und für, Halleluja. 8. Der den Himmel mit Wolten bedeckt, und gibt Negen auf Erden; der Gras auf Bergen wachsen läßt; 9. Der dem Vieh sein Futter gibt, den jungen Raben, die ihn anrufen. 6. Der Herr richtet auf die Elenden, und stößt die Gottlosen zu Boden. 10. Er hat nicht Lust an der Stärke des Noffes, noch Gefallen an Jemandes Beinen. 11. Der Herr hat Gefallen an denen, die ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen. 12. Preise, Jerusalem, den Herrn, lobe, Zion, deinen Gott. Psalm 147. 148. 13. Denn er macht fest die Riegel deiner Thore, und seg net deine Kinder darinnen. 14. Er schafft deinen Grenzen Frieden, und sättigt dich mit dem besten Weizen. 15. Er sendet seine Rede auf Erden, sein Wort läuft schnell. 16. Er gibt Schnee wie Wolle, er strent Reif wie Asche. 17. Er wirft seine Schlossen wie Bissen, wer kann bleiben vor seinem Frost? 18. Er spricht, so zerschmilzt es; er läßt seinen Wind wehen, so thaut es auf. 19. Er zeigt Jakob sein Wort, Israel seine Sitten und Rechte. 20. So thut er keinen Heiden, noch läßt sie wissen seine Rechte, Halleluja. Psalm 148. Allgemeine Vermahnung an alle Creaturen, Gott zu loben. 1. Halleluja. Lobet, ihr Himmel, den Herrn, lobet ihn in der Höbe; 2. Lobet ihn, alle seine Engel, lobet ihn alles sein Heer; 147 4. Lobet ihn, ihr Himmel allenthalben, und die Wasser, die oben am Himmel sind; 3. Lobet ihn, Sonne und Mond, lobet ihn, alle leuchtende Sterne; 5. Die sollen loben den Namen des Herrn; denn Er gebeut, so wird es geschaffen. 6. Er hält sie immer und ewiglich; er ordnet sie, daß sie nicht anders gehen müssen. 7. Lobet den Herrn auf Erden, ihr Wallfische und alle Tiefen; 8. Feuer, Hagel, Schnee und Dampf, Sturmwinde, die sein Wort ausrichten; 9. Berge und alle Hügel, fruchtbare Bäume und alle Cedern; 10. Thiere und alles Vieh, Gewürme und Vögel; 11. Ihr Könige auf Erden, und alle Leute, Fürsten und alle Richter auf Erden; 12. Jünglinge und Jungfrauen, Alte mit den Jungen, 13. Sollen loben den Namen des Herrn; denn sein Name allein ist hoch, sein Lob geht, so weit Himmel und Erde ist. 14. Und er erhöht das Horn seines Volkes, alle seine Heiligen sollen loben, die Kinder Israel, das Volk, das ihm dient, Halleluja. 148 Psalm 149. 150. Psalm 149. Danklied für die Ausbreitung des heiligen Evangelii von Christo. 1. Halleluja. 8. Ihre Könige zu binden mit Ketten, und ihre Edeln mit eisernen Fesseln; 9. Daß sie ihnen thun das Recht, davon geschrieben ist. Solche Ehre werden alle seine Heiligen haben, Halleluja. Psalm 150. 2. Israel freue sich deß, der ihn gemacht hat, die Kinder Zion seien fröhlich über ihren König. Vermahnung zum Lobe Gottes. 1. Halleluja. 3. Sie sollen löben seinen Na- Lobet den Herrn in seinem Heiligthum, lobet ihn in der Feste seiner Macht. men im Reigen, mit Pauten und Harfen sollen sie ihm spielen. 2. Lobet ihn in seinen Thaten, lobet ihn in seiner großen Herrlichkeit. 4. Denn der Herr hat Wohlgefallen an seinem Volke, er hilft den Elenden herrlich. 5. Die Heiligen sollen fröh- Harfen. lich sein, und preisen und rühmen auf ihren Lagern. 6. Ihr Mund soll Gott erhöhen, und sollen scharfe Schwerter in ihren Händen haben; 7. Daß sie Rache üben unter den Heiden, Strafe unter den Völkern; inget dem Herrn ein neues Lied, die Gemeinde der Heiligen soll ihn loben. 3. Lobet ihn mit Posaunen, lobet ihn mit Pfalter und 4. Lobet ihn mit Pauken und Reigen, lobet ihn mit Saiten und Pfeifen. 5. Lobet ihn mit hellen Cymbeln, lobet ihn mit wohlklingenden Cymbeln. 6. Alles, was Odem hat, lobe den Herrn, Halleluja. 369. 369. Aus der Buchbinderei, Papier, Schreib- u. Buchbindermaterialien- Galanterie, Papp- u. LederwaarenHandlung. von C. F. Schors. Mälzstrasse No. 369. Inches Centimetres Blue ¹2 3 4 Cyan 5 44 6 17 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 9 10 Red 11 12 LO 5 13 Magenta 14 ( O 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 00