Gb 3952 d. 28. März 1889 ಪವಡಿಸು Evangelisches Gesangbuch der Bremischen Gemeinden. Noten- Ausgabe. Zweite Auflage. EXOR Bremen. Verlag von Carl Schünemann. 1876. Gb 3952 Univ.- Bibl. Giessen Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit; lehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in eurem Herzen. Colosser 3, 16. Vorwort and zur ersten Auflage. on Ein gemeinsames Gesangbuch aller protestantischen Gemeinden unserer Stadt erscheint zum ersten Male. Es ist bestimmt an die Stelle der vier verschiedenen Sammlungen geistlicher Lieder zu treten, welche hier bisher bei den kirchlichen Gottesdiensten gebraucht wurden; wir hoffen, daß es sich würdig und kräftig erweist, auch bei den übrigen evangelischen Gemeinden des bremischen Staats, bei denen gegenwärtig noch mehrere andere Gesangbücher benußt werden, sich einzubürgern und so zu einem Gemeingut der ganzen evangelischen Kirche Bremens zu werden. Ein kurzer Bericht, wie dieser erfreuliche Fortschritt auf dem Gebiete unsers kirchlichen Lebens erreicht ist, wird vor allem hier am Plaße sein. Die lutherische Domgemeinde, an Zahl ihrer Mitglieder nicht kleiner als die Gesammtheit der übrigen Kirchengemeinden der Stadt, hatte beim Eintritt ihrer Kirche in den bremischen Staatsverband im Jahre 1803 ihr altes Gesangbuch vom Jahre 1778 mitgebracht; eine Revision, die es im Jahre 1807 erfuhr, lieferte eine völlige Umarbeitung im Geschmack jener Zeit, die, wenigstens auf dem Gebiete des Kirchenliedes, weder durch Pietät für die Leistungen vergangener Epochen noch durch ästhetisches Feingefühl VI noch durch eigene dichterische Kraft sich auszeichnete. In der Gestalt, welche es damals erhielt, ist das Gesangbuch in elf unveränderten Auflagen bis heute verblieben. Wenige Jahre später, 1812, wurde von dem Ministerium( Predigercollegium) der reformirten Kirchen an Stelle des für die reformirten Stadtund Landgemeinden bestehenden Gesangbuchs vom Jahre 1766 für die ersteren ein neues ausgearbeitet, das im Wesentlichen in Geist und Richtung gleichen Charakter trug und daher in der Veränderung der Terte gleiche Willkür zeigte wie das Domgesangbuch. Bis zum Jahre 1861 ist es unverändert bei allen reformirten Gemeinden der Stadt, sowie bei denjenigen, die inzwischen auch Genossen der lutherischen Confession in sich aufgenommen hatten, in Kraft geblieben; als aber das Ministerium bei Veranstaltung der achten Auflage einen vorzugsweise die älteren Kirchenlieder berücksichtigenden Anhang hinzufügte und dafür eine entsprechende Zahl der selten gesungenen Lieder des bisherigen Gesangbuchs ausschied, wurde es in dieser neuen Gestalt nicht von allen Gemeinden, die es bis dahin benußt hatten, eingeführt. Als viertes Gesangbuch bestand daneben noch der Kleine Liederschat", regelmäßig nur in der einzigen neuerdings entstandenen unirten Gemeinde der Friedenskirche benußt, außerdem aber auch bei besonderen Andachtsversammlungen in einzelnen reformirten Gemeinden im Gebrauch. So war die Lage der Sache, als die Domgemeinde am 10. December 1867 auf den Antrag ihrer Prediger den Be. schluß faßte, ihr Gesangbuch einer zeitgemäßen Revision" zu unterziehen. Zu diesem Entschluß hatten namentlich die Er wägungen geführt, ,, daß das bestehende Gesangbuch weder den Anforderungen unseres heutigen kirchlichen Lebens noch des " 1 VII guten Geschmackes entspreche, daß nach den großen und tiefen Forschungen der kirchlichen Liederkritik der geeignete Augenblick zur Erledigung der Gesangbuchsfrage gekommen sei, daß endlich der mangelhafte Gemeindegesang in den Gottesdiensten zum Theil auf die wenig singbaren, das Gemüth oft gar nicht ergreifenden Terte vieler Lieder des jetzigen Gesangbuchs zu. rückgeführt werden müsse". Mit der Ausführung der Arbeit wurde eine sofort eingesetzte Fachcommission betraut, die aus den Predigern Petri und Bulle, dem Professor Dr. Schaefer und dem Musikdirector Reinthaler bestand. Zugleich wurde eine aus 14 Mitgliedern bestehende Deputation erwählt, welche der Fachcommission bei der Feststellung des dem Gemeindeconvent zur Genehmigung vorzulegenden Entwurfs berathend zur Seite stehen sollte. Leider nöthigte schwere Krankheit das zweitgenannte Mitglied zum Ausscheiden aus der Commission und verzögerte deren Arbeit. Erst im Jahre 1871 war der Entwurf des neuen Gesangbuchs soweit ausgearbeitet, daß er der Deputation vorgelegt werden konnte; gegen Ende dieses und im Laufe des folgenden Jahres wurde der Entwurf in derjenigen Fassung, in welcher er aus den Deputationsberathungen hervorgegangen war, in mehreren Abschnitten der Gemeinde mitgetheilt und von dieser durch Conventsbeschluß vom 10. December 1872 genehmigt; die Hinzufügung eines Anhangs von Gebeten und Perikopen, sowohl der altkirchlichen als auch einer zweiten Perikopenreihe, blieb den Predigern der Gemeinde überlassen. Wenige Tage vorher hatte das Ministerium der reformirten Kirchen, in dessen Mitte gleichfalls schon seit einiger Zeit der Wunsch nach einem gemeinſamen bremischen Gesangbuch laut geworden war, an die Bauherren der Domgemeinde das Ersuchen gerichtet, der Entwurf möge vor VIII endgültiger Genehmigung noch den übrigen Gemeinden mitgetheilt werden, um diese wo möglich gleichfalls zur Annahme desselben zu veranlassen und dadurch die Herstellung eines gemeinsamen Gesangbuchs für alle evangelischen Gemeinden der Stadt herbeizuführen. Freudig wurde die dargebotene Hand von der Domgemeinde ergriffen: um das erwünschte Ziel zu erreichen, fügte der Convent dem erwähnten Beschluß den Auftrag an die Bauherren und seine Deputation hinzu, sofort darüber Verhandlungen mit den anderen Gemeinden zu eröffnen, und ermächtigte die Deputation, auf Modificationen und Zu fäße des Entwurfs, die von jenen Gemeinden besonders gewünscht werden möchten, einzugehen. Die Verhältnisse forderten eine rasche Einigung, und diese gelang. Am 14. Januar 1873 unterzeichneten im Conferenzzimmer der Domkirche 21 Vertreter der jetzt vereinigten evangelischen Gemeinden der Stadt Bremen". freudig bewegt von dem Geiste des Friedens und der Liebe, welcher die Verhandlungen zu diesem glücklichen und verheißungsvollen Ausgange geführt hatte, die Vereinbarung, durch welche das evangelische Gesangbuch der bre. mischen Gemeinden" allseitig genehmigt ward. 24 Lieder waren in Folge dieser Verhandlungen dem früheren Entwurf hinzu. gefügt worden; zugleich wurde die unterzeichnete Commission - in welcher die Fachcommission durch ihre obengenannten Mitglieder, die Gesangbuchsdeputation der Domgemeinde durch den Bauherrn W. F. Barkhausen und Dr. Ehmk, die übrigen Gemeinden durch Pastor Kradolfer, Pastor Thi. fötter und Dr. Torstrick vertreten sind, mit der end. gültigen Feststellung des Tertes der Lieder und der Herausgabe des Gesangbuchs, zunächst einer gewöhnlichen und sodann einer mit Noten versehenen Ausgabe desselben, beauftragt. - - IX Es war dabei beschlossen, daß thunlichst im Laufe der Monate März und April d. 3. die Einführung des Gesangbuchs in allen evangelischen Kirchen der Stadt erfolgen solle; zugleich sind Bestimmungen für das Zusammenwirken der Gemeinden bei späteren Ausgaben und etwaiger künftiger Revision des Gesangbuchs, das durch jene Vereinbarung ihr gemeinsames Eigenthum geworden ist, getroffen worden. ar Durch Beschluß des Senats vom 31. Januar d. J. hat. diese Vereinbarung und das durch sie festgestellte Gesangbuch die obrigkeitliche Bestätigung erhalten. Die unterzeichnete Commission hat es sich dann angelegen sein lassen, die Lieder des Gesangbuchs einer nochmaligen gründlichen Prüfung und Vergleichung mit den Originalterten zu unterziehen. Sie darf nicht unterlassen, in der Kürze noch die Gesichtspunkte zu bezeichnen, welche sowohl sie, als auch die frühere Fachcommission bei ihrer Arbeit geleitet haben. Daß der ursprüngliche Auftrag der Domgemeinde mehr als eine gewöhnliche Revision ihres alten Gesangbuchs bezweckte, lag in der Natur der Sache und war in den ange. führten Motiven deutlich ausgesprochen. Nur insofern war das alte Gesangbuch bei der Arbeit zu berücksichtigen, als es wünschenswerth erscheinen mußte, der Gemeinde die bei ihr besonders eingebürgerten Lieder auch ferner zu erhalten. In der That finden sich 170 von den 950 Liedern des alten Gesangbuchs in dem neuen wieder. Jm llebrigen war die Auswahl eine ganz freie; es mußte nur darauf ankommen, das Beste, was die religiöse Dichtung unsers Bolkes von der Reformation an bis auf die neueste Zeit geschaffen und was davon für die gemeinsame Erbauung und den Gemeindegesang noch geeignet war, in dem Buche zu vereinigen. Daß dies X nicht in einer einseitigen Richtung geschah. davor bewahrte schon der Charakter der Domgemeinde, die, wenn auch luthe. risch benannt, doch so wenig wie die übrigen Gemeinden unserer Stadt eine religiöse Anschauungsweise als die allein berechtigte in der protestantischen Kirche anerkennt, viel. mehr den verschiedenen Glaubensrichtungen evangelischer Christen in ihrer Mitte Raum gestattet. Von vornherein war es daher die Aufgabe, diesen verschiedenen Standpunkten und den sich aus ihnen ergebenden religiösen Bedürfnissen in dem Gesangbuch ge. recht zu werden. Naturgemäß war vorzugsweise da zu schöpfen, wo der Strom volksthümlicher religiöser Empfindung am kräf. tigsten floß und sich am reichlichsten in das Kirchenlied ergoß, also im 16. und 17. Jahrhundert, in den Zeiten der jugendlichen Erhebung unserer Kirche und ihrer schwersten Anfech. tungen. Aber grundsäßlich war keine Periode des geistlichen Liedes auszuschließen, am wenigsten die neuere und jüngste Zeit, wo sie nur ein wirklich volksthümlich empfundenes und fingbares religiöses Lied aufzuweisen hatte. Es war also die Aufgabe, ein wirklich evangelisch- christliches Gesangbuch herzustellen, d. h. der Gemeinde die Lieder zu bieten, in denen nicht dogmatische Reflerion vorwaltet, sondern das christliche Gefühl und die fromme Empfindung ihren innigsten, kräftigsten und wahrsten Ausdruck gefunden haben. Die früheren Gesangbücher waren anerkannter Maßen viel zu umfangreich und enthielten des Entbehrlichen mancherlei. Indeß sollte das neue Gesangbuch, wenn auch vorzugsweise für den Gemeindegottesdienst bestimmt, doch auch für die gewöhnliche häusliche Erbauung ausreichen. Dennoch wäre es möglich gewesen, die Grenzen noch erheblich enger zu ziehen, hätte nur ganz Vorzügliches aufgenommen werden sollen. - - XI Aber es erschien wünschenswerth, einen häufigeren Wechsel und eine größere Freiheit in der Wahl der Lieder zu ermög lichen, und neben den regelmäßigen kirchlichen Gottesdiensten auch für außergewöhnliche religiöse Versammlungen, sowie für große vaterländische Feiertage geeignete Festgesänge darzubieten. Eben diese verhältnißmäßige Fülle hat auch dazu beigetragen, das neue Gesangbuch einem größeren Kreise von Gemeinden annehmbar erscheinen zu lassen.s doit Die Frage des Textes anlangend, sind die Herausgeber des Gesangbuchs bei jedem aufgenommenen Liede thunlichst auf den Originaltert zurückgegangen, soweit derselbe nachzuweisen und ihnen zugänglich war. Aber bei aller Pietät gegen die Dichter haben sie die Ueberzeugung nicht verläugnen können, daß ein Gesangbuch nicht eine Sammlung für literar- historische Zwecke sei, daß es nicht nur von Kennern unserer alten Sprache gewürdigt werden solle, sondern vor allem eine von dem Volfe unserer Zeit verstandene Sprache reden müsse. Sie haben daher den älteren Liedern gegenüber kein Bedenken tragen können, dieselben oft erheblich zu kürzen und auch sonst an ihrem Wortlaut zu ändern. Haben einmal so manche Dichter der innigst empfundenen und kraftvollsten Lieder bald durch schwerfällige Breite, bald durch schiefe Vergleiche und spielende Bilder, bald durch Härte des Ausdrucks ihrer Zeit den Zoll bezahlt, so ist jenes der einzige Weg, manche Schäße der religiösen Poesie der Gemeinde unserer Zeit zu rettert. Aber nur aus solchen Gründen, nach sorgfältiger Prüfung und unter Berücksichtigung der tüchtigen neueren Arbeiten auf diesem Gebiet, find Aenderungen des Tertes vorgenommen worden. Lediglich wegen einer älteren Sprachform, eines ungebräuch. licheren Ausdrucks, eines unreinen Reims wofern nicht etwa - XII mit ganz leiser Aenderung eine wirkliche Verbesserung zu er. zielen war den Text umzumodeln, ist nicht für zulässig erachtet: nur unverständliche oder gänzlich veraltete Ausdrucks. weise war nicht beizubehalten; aber es würde thöricht sein, alle alterthümlichen und früheren Perioden eigenthümlichen Wortformen ohne Weiteres für unverständlich zu halten und damit den Reichthum unserer Sprache zu schmälern und die älteren Lieder ohne Noth eines gewissen ehrwürdigen Charakters zu berauben, der ihnen wie der Sprache der Bibel ihre schlichte und eindringliche Kraft verleiht. Einem jeden Liede ist im Gesangbuch der Name des Verfassers beigefügt worden und ein Verzeichniß am Schlusse des Buches giebt Auskunft, welche Dichter aus dem evangelischen Sängerchor und mit welchen Liedern sie bei uns vertreten sind. Vielen in unseren Gemeinden wird diese Beigabe er. wünscht sein: sie ergiebt sofort, in welchem Maße aus den einzelnen Perioden in dem weiten Bereich unserer religiöſen Poesie geschöpft worden ist. Bei den wenigen Gesängen, deren Verfasser nicht nachzuweisen war, ist die Quelle angegeben, welche sie uns geliefert hat. Der musikalischen Seite des Gesangbuchs ist besondere Sorgfalt zugewandt worden: man hat sich namentlich bemüht, alle vorzüglicheren Melodieen unseres Kirchengesanges in dem. selben vertreten sein zu lassen, und, da so häusig mehrere Melodieen für ein Lied zur Verfügung stehen, für jedes Lied die seinem Inhalt angemessenste auszuwählen. Für die Her. stellung der richtigen Melodieen und ihre angemessene Wiedergabe durch das Orgelspiel hat schon das vor zwölf Jahren erschienene Bremische Choralbuch von Carl Reinthaler gesorgt, das mit dem jeßt hinzugekommenen Anhang sämmt. - liche in dem Gesangbuch vorkommenden Melodieen enthält. Choralbuchs ist auch die NotenAuf der Grundlage dieses ausgabe hergeſtellt. Möge denn dieses erste Gesangbuch aller stadtbremischen Gemeinden, das ein Denkmal ist des sie alle beseelenden Bewußtseins eines gemeinsamen Ursprungs, gemeinsamer Ueberzeugungen, gemeinsamer Aufgaben, Segen bringen in Kirche und Haus! Möge es dieses protestantische Gemeingefühl stärken und dadurch immer zahlreichere Schaaren zu gemeinsamer Gottesverehrung versammeln; möge es dann und allezeit die Herzen führen zu andachtsvoller Erhebung, sie begeistern zu thatkräftiger Entschließung und dadurch Werke der Liebe fördern, welche der höchste Gottesdienst sind. Das walte Gott! Bremen, den 10. März 1873. Die Gesangbuchscommission der vereinigten evangelischen Gemeinden. W. F. Barkhausen. D. Ehmck. XIII J. Kradolfer. C. Betri. C. Reinthaler. J. W. Schaefer. Thikötter. Ad. Torstrick. Inhaltsverzeichnik. 1. Gottes Wesen. Loblieder Nr. 1-20. Allmacht, Allwissenheit, Allgegenwart, Allweisheit. Nr. 21-44. Gnade. Treue. Nr. 45-65. 2. Fest- Lieder. 008 Advent. Weihnachten. Nr. 66-93. Passion. Nr. 94-113. Ostern. Nr. 114-139. Himmelfahrt. Nr. 140-151. Pfingsten. Nr. 152-175. 3. Christus- Lieder. Nr. 176-215. 4. Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. Kirche. Nr. 216-228. Wort Gottes. Nr. 229-244. Gottesdienst. Nr. 245-256. 5. Heilsordnung. No 20 Taufe und Confirmation. Nr. 257-271. Beichte und Abendmahl. Nr. 272-291. Buße und Bekehrung. Nr. 292-310. Glaube. Nr. 311-328. 6. Christliches Leben. Gottvertrauen. Nr. 329-350. Gebet. Nr. 351-358. Demuth. Nr 359-373. Sittlicher Wandel. Nr. 374-385. Wahrheitsliebe. Eid. Nr. 386. 387. Nächstenliebe. Nr. 388-393. be. Nr. 3853 3.401. Kampf und Sieg. Nr. 394-401. 7. Tod und Ewigkeit. Nr. 402-435. 8. Zeiten- Lieder. po Silvester- und Neujahrslieder. Nr. 436-447. Jahreszeiten. Nr. 448-460. Morgenlieder. Nr. 461-476. Abendlieder. Nr. 477-489. 9. Hausstands- Lieder. Trauung. Ehestand. Nr. 490-494. Erziehung. Nr. 495. 496. 10. Vaterland. Nr. 497-502. Verzeichniß der Verfasser der Lieder Register der Lieder... Seite 439. 445. " 1 E Je 1. Gottes Wesen. = Loblieder. 1. Lange. ho- vah, Je= ho- vah, Je= ho- vah, dei- nem 77 Na- men Sei Ehre, Macht und Ruhm, A= men, 11: Amen! Bis einst der Tem- pel die= ser Welt I Auf dein Wort in Staub zerfällt, Soll in un- sern Hal len Das Heilig! Heilig! Heilig! er- schal= len. Hal- le- lu= jah, Halle- lu- jah! Pfeffel. 1 2 18 4 6²2 Gottes Wesen. 圈 EH- ren, Lob' ihn, o See- le, ver- eint mit den himm- li- schen Chören! Kom- met zu Lo= be den Her- ren, den mäch- ti- gen König der 2. Zusammengestellt aus zwei Melodien von Neander 1680 und Strattner 1691. 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, Der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet, auf! Las= set den Lob- ge= sang hö= ren! Der dich erhält, Wie es dir selber gefällt: Hast du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, Der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet! In wie viel Noth Hat nicht der gnädige Gott Üeber dir Flügel gebreitet! I Hauf! Psal- ter und Har- fe, wacht I हिं 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar geſegnet, Der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet. Denke daran, Was der Allmächtige kann, Der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den Herren, was in mir ist løbe den Namen; Alles, was Odem hat, preise des Heiligen Namen! Er ist dein Licht, Seele, vergiß es ja nicht, Lob' ihn in Ewigkeit! Amen. Joachim Neander. Ambrosius, Bischof von Mailand. II Herr Gott, dich lo- ben wir, Herr Gott, wir dan- ken dir. Loblieder. II Dich Gott Vater in Ewig- keit Ehrt der Welt- kreis I II weit und breit. All' En- gel und Him- mels- heer', Und was da I II die net dei- ner Ehr', Auch Che- ru- bim und Se- ra- phim SinI gen im- mer mit ho- her Stimm': Hei- lig ist II I un= ser Gott! II Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott, Der I. II Her- re Zebaoth. Dein'gött- lich macht und Herrlichkeit Geht I 3 über Him- mel und Erden weit; Der heili= gen zwölf II I Boten Zahl Und die lie- ben Pro- phe- ten all', Die II theu- ren Märtyrer all= zu= mal Lo= ben dich, Herr, mit 1* 4 E E & f 6 I Gottes Wesen. gro- ßem Schall. Die ganze wer- the Chri- sten- heit Rühmt I e II dich auf Erden al= le= zeit. Dich Gott Va= ter im II I höch- sten Thron, Deinen rechten und ein'- gen Sohn, Den II heil'- gen Geist und Trö- ster werth Mit rech- tem Dienst sie I II lobt und ehrt. Du König der Ehren, Jesu Christ, Gott I Va- ters ew'ger Sohn du bist, Du nah- mest an, der II I Welt zu gut, Gleich Men- schen- fin- dern Fleisch und Blut, Du # haft dem Tod zerstört sein' Macht Und al= le Chri- sten zum II II Him- mel' bracht, Du sigst zur Rech- ten Gottes gleich Mit & 勝 6 勝 16 al= ler Chr' in's Vaters Reich; Ein Richter du zuII I fünf- tig bist Alles, was todt und le- bend ist. Nun II 7 Loblieder. hilf uns, Herr, den Die- nern dein, Die mit dein'm theu- ren Blut erI II I 1537 I set sein: Laß uns im Himmel haben Theil Mit = den Heil'- gen im ew'gen Heil. Hilf deinem Volk, Herr II und pfleg' es zu Jesu Christ, Und seg- ne was dein Erb- theil ist: Wart' II Hoch in II al= ler Zeit, Und heb' es I E- wig- keit. Täg- lich, Herr Gott, wir lo= ben dich, Und ehr'n dei'n Na- men ste- tig= lich. 5 6 6 I & 11 Be- hüt' uns heut', o treuer Gott, Vor al- ler Sünd' und Sei uns gnädig, o Herre Gott, Sei uns gnä- dig in Zeig' uns deine Barm- her- zig- keit, Wie unser Hof- fen I a 11 II Mis se that. = al zu = ler Noth. dir steht. Mel. Es ist das Heil. fel. Gottes Wesen. Schan- den laß uns nim- mer- mehr! A Sü= te, mü- the 11 II Auf dich hoffen wir, lieber Herr: In I Sei Lob' und Ehr' dem höchsten Gut, Dem Vater al= ler Dem Gott, der al= le Wun- der thut, Dem Gott, der mein Ge# men. Deutsch von Luther. 4. Dr. M. Luther. 1524.( rhythm.) Mit seinem reichen Trost er- füllt, Dem Gott, der al- len Jammer stillt: Gebt unserm Gott die Eh 2. Es danket dir des HimmelsHeer, O Herrscher aller Thronen; Und die auf Erd', in Luft und Meer In deinem Schatten wohnen, Die preisen deine Schöpfermacht, Die Alles hat so wohl bedacht: Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, Das will er auch erhalten, Darüber will er früh und spat Mit seiner Gnade walten; In seinem ganzen Königreich = re! Ist alles recht, ist alles gleich: Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Jch rief zum Herrn in meiner Noth: ,, Ach Gott, vernimm mein Schreien!" Da half mein Helfer mir vom Tod, Ließ Trost mir angedeihen. Drum dank', o Gott, drum dank' ich dir, O danket, danket Gott mit mir, Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist nun und ewig nicht Von seinem Volk geschieden. bleibet seine Zuversicht, Ist Segen, Heil und Frieden; Mit Mutterhänden leitet er Die Seinen stetig hin und her: Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hülfe mangeln muß, Mel. Nun danfet alle Gott. 6 e 而 Loblieder. = Wie sie die Welt erzeiget, So kommt, so hilft der Ueberfluß, Der Schöpfer selbst und neiget Die Vateraugen denen zu, Die nirgend wo sonst finden Ruh': Gebt unserm Gott die Ehre! Bezahlet die gelobte Pflicht Mit Jauchzen Dank zu bringen, Und laßt uns fröhlich singen: Und alles, alles recht gemacht, Der Herr hat alles wohl bedacht, 7. Ich will dich all mein Leben Gebt unserm Gott die Ehre! lang, 2. I. Schük. = Le= ben, ge= ben, O Gott, von nun an ehren; Man soll, Herr, meinen Lobgesang An allen Orten hören. 5. Mein ganzes Herz ermuntre sich, Mein' Seel' und Leib erfreue dich: Gebt unserm Gott die Ehre! JE Ge To bet sei der Herr, Mein Gott, mein Licht, mein 2 Mein Schö- pfer, dessen Hand Mir Seel' und Leib ge2. Gelobet jei der Herr, Mein Gott, mein Heil, mein Leben, Des Vaters liebster Sohn, Der sich für mich gegeben, Der mich erlöset hat Mit seinem theuren Blut, Der mir im Glauben schenkt Das allerhöchste Gut. 7 Mein Ba- ter, der mich schüßt Vom Mut- ter- lei- be 3. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, mein Trost, mein Leben, Des Vaters heilger Geist, Mir durch den Sohn gegeben, 8. So kommt denn vor sein An= gesicht, an, Der je- den Au- gen- blick Nur Gu- tes mir ge- than. Der mir das Herz erquickt, Mir Muth verleiht und Kraft Und mir in aller Noth Rath, Trost und Hülfe schafft. 4. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, der ewig lebet, Den alle Creatur Mit Lob und Preis erhebet; Gelobet sei der Herr, Deß Name heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn, Und Gott der heil'ge Geist! Olearius. 8 Mel. Nun danfet alle Gott. C Dich, dreimal Hei- li = = ger! Be sin- gen Him- melsVor deiner Ma- je= stät Fall' ich an= be tend = Gottes Wesen. lieber, Dich, Ew'- ger, des- sen Licht Kein Sinn er- rei- chen der. 12 kann, Dich, Va- ter, Sohn und Geist, Dich, Ein'- ger, bet' ich an! 3. Nun kann ich Sünder Heil, Kann Gnad' und Segen hoffen, Mir stehet Gottes Thron, Mir steht der Himmel offen. Mich deckt des Vaters Huld: Sein Sohn erwarb sie mir; Sein Geist belebet mich; Dreiein'ger, Lob sei dir! Lappenberg. 2. Erbarmender! du sahst Das Elend der Verlornen; Du sendest selbst den Sohn, Schonst nicht des Eingebornen: Wer den zum Netter hat, Dem mangelt Freiheit nicht, Und wen sein Geist belebt, Dem fehlt nicht Kraft noch Licht. $ 1 6. ge= ben hat, Lo= be den Herren, o mei- ne See le! Ich will ihn Weil ich noch Stunden auf Er- den zäh= le, Will ich lobYo= ben bis zum Tod; fin= gen meinem Gott. le= Bei Freilinghausen. 1713. Der Leib und Seel' geWer- de ge= prie- sen früh und spat! Hal= lu= jah! Hal= le= lu= jah! Loblieder. 2. Fürsten sind Menschen vom Weib geboren Und kehren um zu ihrem Staub, Ihre Anschläge sind auch verloren, Wenn nun das Grab nimmt seinen Raub; Weil dann kein Mensch uns helfen kann, Rufe man Gott um Hülfe an. Hallelujah, Hallelujah! 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, Des Hülfe der Gott Jakobs ist; Welcher vom Glauben sich nicht läßt dintrennen Und hofft getrost auf Jesum Christ. Wer diesen Herrn zum Beistand hat, Findet am besten Rath und That. Hallelujah, Hallelujah! 4. Dieser hat Himmel und Meer und Erden, Und was darinnen ist, gemacht; Alles muß treulich erfüllet werden, tausendfachen Mund! tief sten Her- zens- grund = € J| J O, daß ich tau send Zun- gen hät= te So stimmt' ich da- mit in die Wet- te 2. D, daß doch meine Stimme schallte Bis dahin, wo die Sonne steht! O, daß mein Blut mit Jauchzen wallte, Was er uns einmal zugedacht; Er ist's, der Herrscher aller Welt, Welcher uns ewig Glauben hält. Hallelujah, Hallelujah! 5. Zeigen sich welche, die Unrecht leiden, Er ist's, der ihnen Recht verschafft; Hungrigen will er zur Speis' bescheiden, So lang' es noch im Laufe geht! O wär' ein jeder Puls ein Dank, Ein jeder Odem ein Gesang! Was ihnen dient zur Lebenskraft; Die hart Gebundnen macht er frei; Ja, seine Gnad' ist mancherlei. Hallelujah, Hallelujah! 6. Rühmet, ihr Menschen, den Hohen Namen, Deß, der so große Wunder thut! Alles, was Odem hat, rufe Amen, Und bringe Lob mit frohem Muth. Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heil'gen Geist. Hallelujah, Hallelujah! Herrnschmidt. 11 9 Brüdergemeinde. 1784. Und ei- nen Vom al= leran- dern an Von dem, was Gott an mir ge= than. Ein Lob- lied nach dem 3. Dir sei, o allerliebster Vater, Unendlich Lob für Leib und Geist, Für alles, mildester Berather, Was deine Güte mir erweist, Was du in deiner ganzen Welt Zu meinem Nußen hast bestellt. 4. Mein treuster Jesu, sei gepriesen, 10 Gottes Wesen. Daß du durch deinen Todesschmerz Denn in der größesten Gefahr Mir dein Erbarmen hast bewiesen, Ward ich dein Trostlicht stets gewahr. Geheilet mein verwundet Herz, 8. Wie sollt' ich nun nicht voller Vom Sündenjoche mich befreit, Freuden Mich dir zum Eigenthum geweiht. 5. Auch dir sei ewig Ruhm und Ehre, heilig werther Gottesgeist, Für deines Trostes süße Lehre, Die mich ein Kind des Lebens heißt: Ach, wo was Gut's von mir geschicht, Das wirket nur dein göttlich Licht. 6. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schüßet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr, Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld Unsäglich gnädige Geduld. 7. Ich hab' es ja mein Lebetage So oftmals, o mein Gott gespürt, Daß du mich unter vieler Plage Durch manche Trübsal hast geführt; be = Nun dan ket 2l= le Der große Din- ge Hän- den, En den; = In deinem steten Lobe stehn? Wie sollt' ich nicht im tiefsten Leiden Einher als Held und Sieger gehn? Ja, fiele auch der Himmel ein, So will ich doch nicht traurig sein. 9. Ich will von deinerGüte singen, So lange sich die Zunge regt; Ich will dir Freudenopfer bringen, So lange sich mein Herz bewegt; Ja, wenn der Mund wird sprachlos sein, 2. Der ewig reiche Gott Woll' uns bei unserm Leben Ein immer fröhlich Herz Und edlen Frieden geben, So stimm' ich doch mit Seufzen ein. 10. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, Mein Gott, in allen Gnaden hin, Im Himmel soll es besser werden, Wenn ich wie Gottes Engel bin. Da sing' ich dir im höhern Chor Viel tausend Hallelujah vor. Menter. 9. 3. Crüger. 1649.( rhythm.) Gott Mit Her- zen, Mund und thut An uns und al= len Der uns von Mut- ter- leib Und Kin- des- bei- nen an Un- zäh- lig viel zu gut' Und noch jetz- und ge- than. Und uns in seiner Gnad' Erhalten fort und fort, Und uns aus aller Noth Erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr' und Preis sei Gott, Tem Vater und dem Sohne Und dem, der beiden gleich Im höchsten Himmelsthrone, Mel. Es ist das Heil. *** C Loblieder. 10. Dem dreimal einen Gott, Als er anfänglich war Und ist und bleiben wird Jetzund und immerdar. Bis hie- her hat mich Gott ge- bracht Durch seine große Bis hie- her hat er Tag und Nacht Be- wahrt Herz und Ge7 Für die bisher'ge Treue, Die du, o Gott, mir lebenslang Bewiesen täglich neue; In mein Gedächtniß schreib' ich an: Der Herr hat Großes mir gethan, Bis hieher mir geholfen. fröhlich sein? mit mir mein'. Gitte, Bis hie- Her hat er mich ge- leit't, Bis the: Rinckhart. 2. hie- her hat er mich er- freut, Bis hie- her mir ge= hol= fen. 2. Hab' Lob, hab' Ehr', hab' Preis und Dank 3. Hilf fernerweit, mein treuster Hort, Hilf mir zu allen Stunden, Hilf mir an all' und jedem Ort, Hilf mir durch Jesu Wunden, Damit ich sag' bis in den Tod: Durch Jesus Christ hilft mir mein Gott, 11 11 Er hilft, wie er geholfen. Hemilia Juliana Gräfin v. Schwarzburg- Rudolstadt. 2 E Sollt' ich meinem Gott nicht sin- gen, Sollt' ich ihm nicht Denn ich seh' in al= len Din- gen, Wie so gut er's 11 € Ist's doch nichts als lauter Lieben, Nach Schop. 1640. 12 Gottes Wesen. Was sein treu- es Herz be- wegt, Das ohn' En- de hebt und trägt, Die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt to seine Zeit, Got- tes Lieb' in 2. Wie ein Adler sein Gefieder Ueber seine Jungen ftreckt, Also hat auch hin und wieder Mich des Höchsten Arm gedeckt. Wäre nicht mein Gott gewesen, Hätte nicht sein Angesicht Mich geleitet, wär' ich nicht Aus so mancher Angst geneſen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 3. Wie ein Vater seinem Kinde Nimmer ganz sein Herz entzeucht, Wenn es gleich verführt zur Sünde, Oft vom rechten Pfade weicht: Also hält auch mein Verbrechen Mir mein frommer Gott zu gut', Will mein Fehlen mit der Ruth', Und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt ſeine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 4. Seine Strafen, seine Schläge, Ob mir's gleich oft bitter scheint, Sind doch, wenn ich's recht erwäge, Schläge nur vom treusten Freund, Der mich liebet, mein gedenket Und mich von der schnöden Welt, &- wig- keit. Die mich hart gefangen hält, Durch das Kreuze zu sich lenket. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 5. Das weiß ich fürwahr und lasse Mir's nicht aus dem Sinne gehn: Christenkreuz hat seine Maße Und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter ausgeschneiet, Tritt der schöne Sommer ein: Also wird auch nach der Pein, Wer's erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 6. Weil denn weder Ziel noch Ende Sich in Gottes Liebe find't, So erheb' ich meine Hände Zu dir, Vater, als dein Kind, Bitte, wollst mir Gnade geben, Dich aus aller meiner Macht Zu umfangen Tag und Nacht Hier in meinem ganzen Leben, Bis ich dich nach dieser Zeit Lob' und lieb' in Ewigkeit. Paul Gerhardt. 12. Mel.: nach Beethoven. C Gott ist mein Lied! Er ist der Gott der Stär- ke; Hehr & 6 ist sein Nam' Und groß sind ſei al= le Him- mel sein Ge- biet. 2. Er will und spricht's, So sind und leben Welten; Und er gebeut, Loblieder. So fallen durch sein Schelten Die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid, Und seine Wahl das Beste; Er herrscht als Gott, Und seines Thrones Veste Ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, Ein Meer von Seligkeiten, Ohn' Anfang Gott, Und Gott in ew'gen Zeiten, Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war Im Himmel, Erd' und Meere, Das fennet Gott, Und seiner Werke Heere Sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, Schafft, daß ich sicher ruhe; Er schafft, was ich Vor oder nachmals thue, Und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah', Du sigest oder gehest, Ob du an's Meer, Ob du gen Himmel flöhest, So ist er allenthalben da. 8. Er fennt mein Flehn Und allen Rath der Seele, Er weiß, wie oft = ne Wer- ke, Und Ich Gutes thu' und fehle, Und eilt mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, Schrieb auf sein Buch Was er mir geben wollte, Wie lang' ich leben sollte, Da ich noch unbereitet war. 13 10. Nichts, nichts ist mein, Das Gott nicht angehöre. Herr, immerdar Soll deines Namens Ehre, Dein Lob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht Ein jeder Staub, Von deinen Wundern fassen? Den du hast werden lassen, Verkündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm Ist deiner Weisheit Spiegel. Du Luft und Meer, Ihr Auen, Thal und Hügel, Ihr seid sein Loblied und sein Psalm. 13. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; Sollt' ich mein Herz Nicht mit dem Troste stillen, Daß deine Hand mein Leben hält? 14. Jst Gott mein Schutz, Will Gott mein Retter werden: So frag' ich nichts Nach Himmel und nach Erden, Und biete selbst der Hölle Truß. Gellert. 14 16€ Gottes Wesen. Na- men sein; Her- ze mein. 13. c.. Nun lob', mein' Seel', den Herren, Was in mir ist, den Sein' Wohl- that will er mehren, Ver- giß es nicht, o Hans Kugelmann. 1540. Er hat dein' Sünd' ver- ge = ben, Heilt dei- ne Schwach- heit groß, Be- schirmt dein ar- mes Le- ben, Nimmt Leiden- den im Reich. 2. Er hat uns wissen lassen Sein heilig Recht und sein Gericht. Sein' Güt' ist ohne Maßen, Es mangelt an Erbarmung nicht. Den Zorn läßt er wohl fahren, Straft nicht nach unsrer Schuld, Läßt Gnade uns erfahren, Zeigt Blöden seine Huld. Sein' Güt' ist hoch erhaben Ob dem, so fürchtet ihn. So fern der Ost vom Abend, Ist unsre Sünd' dahin. 3. Wie Väter sich erbarmen, Wenn ihre schwachen Kinder schrein, So thut der Herr uns Armen, Wenn wir ihn fürchten findlich rein. Er kennet unsre Schwäche, Er weiß, wir sind nur Staub, dich in sei- nen Schooß, Mit Trost dich ü- ber- schüt- tet, Verjüngt, dem Ad- ler gleich. Der Herr schafft Recht, be= hü= tet Die &# Wie Gras auf dürrer Fläche, Ein' Blum' und fallend Laub; Der Wind nur drüber wehet, So ist es nimmer da: Also der Mensch vergehet, Sein End' ist stets ihm nah! 4. Nur Gottes Gnad' alleine Bleibt stät und fest in Ewigkeit Bei seines Sohns Gemeine, Die steht in seiner Furcht bereit. Sein Bund ist nicht veraltet, Er herrscht im Himmelreich. Ihr starken Engel, waltet Des Lobs und dient zugleich Dem großen Herrn zu Ehren Und treibt sein heilig Wort; Mein Geist soll auch vermehren Sein Lob an jedem Ort. Gramann. # le! R Er sor Loblieder. 14. Lob- fin- ge Gott! Er heb' ihn, mei= ne le; Er füh= ret Se Mit sei= ner 2. Der Herr ist freundlich, daß, was lebt, sich freue, Barmherzig und von großer Güt' und Treue; - get stets, daß dir kein Gu- tes fehdich zum Glück auf Er sorgt für uns, daß uns kein Unfall schade, Voll Lieb' und Gnade. 3. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden, Verschont uns, trägt uns, läßt uns nicht empfinden, Was wir, undankbar gegen seine Gaben, Verschuldet haben. 4. So zärtlich sich ein Vater seiner Kinder Erbarmet, so erbarmt sich Gott der Sünder, = Wenn sie vom Frevel sich zu ihm bekehren, E. Reinthaler. 1873. Ihn wieder ehren. 5. Von Ewigkeit zu Ewigkeit erhebet Sein Antlitz Gott auf den, der heilig lebet, 15 Seesich'- re PfaGna= de. Er krönet ihn auf jedem seiner Pfade Mit Treu' und Gnade! 6. Wohl allen denen, die ihn standhaft lieben, Die sein Gesetz mit Treu' und Eifer üben! Sie finden Schutz und jeden guten Segen Auf seinen Wegen. 7. Gott hat im Himmel seinen Stuhl gesetzet; Da herrscht er über alle, wägt und schäßzet Der Menschen Thaten und bestimmet ihnen, Was sie verdienen. 8. Lobsingt, lobsingt ihm, alle seine Werke! An allen Orten preiset seine Stärke! Lobsinge Gott, den ich zum Heile wähle, Auch meine Seele! Cramer. 16 fe 16 sei= ne kann ein Gottes Wesen. 15. Al= lein Gott in der Höh' sei Ehr', Und Dank für Dar- um, daß nun und nim- mer- mehr Uns rüh- ren 11 3 Gna= de, Scha = de. Fehd' hat nun ein En= de. 2. Wir loben und anbeten dich, Für deine Ehr' wir danken, Daß du, Gott Vater, ewiglich Regierst ohn' alles Wanken. Ganz ohne Maß ist deine Macht, Allzeit geschieht, was du bedacht; Wohl uns des starten Herren! 3. Jesu Christ, Sohn eingebor'n Deines himmlischen Vaters, Versöhner der, die war'n verlor'n, Du Stiller unsers Haders, Kugelmann. 1540. T an uns hat, Nun ist groß Fried' ohn' Un- ter= laß, All' Ein Wohlge= fall'n Gott Lamm Gottes, heil'gerHerrund Gott, Nimm an die Bitt' von unsrer Noth, Erbarm' dich unser aller! 4. O heil'ger Geist, du höchstes Gut, 16. Du unser aller Tröster, Vor's Teufels Macht fortan behüt', Die Jesus Christ erlöset Durch Marter groß und bittern Tod; Wend' allen Jammer ab und Noth; Darauf wir uns verlassen. Nicolaus Decius. F.Janson. 1872. Se- lig- stes Wesen, un- end= li- che Won= ne, J Brunn- quell der aller- voll- kom- men- sten Lust! G= wi- ger Herrlichkeit strahlen- de Loblieder.co änd'- rung noch Wech- sel lo= ben, Bis einst dort Wo mir dein Lieben Nichts kann betrüben, Wo mit versöhntem und reinem Gewissen Ich deiner Ruhe kann ewig genießen. 3. Leb' ich im Finstern, so macht dein Erbarmen Selbst mir das Todesthal wieder zum Licht; Sink' ich in Ohnmacht und lieg' ich in Armen be Schwerer Verzweiflung, so läßt du mich nicht: Endlich im Sterben Werd' ich ererben Son- ne, = F Engel und Menschen be= fin= gen, 17 herr- lich= te Stim- me wird klin= gen. 2. Gönne von ferne nur einige Durch dich und in dir ein ewiges Leben, Blicke Mir, der im Glauben mit dir sich vertraut, Bis ich die Seele zum Himmel dir schicke, Wo sie von Antliß zu Antlitz dich schaut, Der nicht Ver17 wußt! Laß mich dich D= ben, Wo dich die Meine ver= Das nur das seligste Wesen kann geben. 4. Schüttert die Erde und donnert der Himmel, Zürnet und tobet die feindliche Welt: Bleibet doch mitten in solchem Getümmel Mir meine Seligkeit sicher gestellt: Wenn mich, den Armen, Hält dein Erbarmen, Steh' ich auf ewigem Felsen erhöhet, Der nicht im Sturm und im Wetter vergehet. 5. Freut sich mein gläubiges Herz in dem Lichte, Dank' ich es, ewige Sonne, nur dir! Wenn ich mein Seufzen zum Himmel hin richte, Trittst du gar bald, o mein Tröster, zu mir; Zeigest im Hoffen 2 Gottes Wesen. 18 Glänzend mir offen, Was mich soll ewig und herrlich ergözzen, Wann du mich wirst in dein Königreich setzen. 6. Herr, bin ich selig, so laß es ,, Seht, aus der Schaar der verloremich wissen, nen Sünder Schreib' es lebendig mir tief in den Schafft der Allselige selige Kinder." Sinn! Hinkelmann. Mel. Lobt Gott, ihr Christen. 18. stets er= hebt. 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott unserm höchsten Gut, Der seine Wunder überall Und große Dinge thut; Nun dan- ket all' und brin- get Ehr', Die ihr auf Er- den Ĵ Engel Heer Jm Him- mel lebt, Dem, dessen Lob der Lehre mich willig die Eitelkeit miſsen, Glaubensgehorsam nur sei mein Gewinn, 3. Der uns von Mutterleibe an, Frisch und gesund erhält Und, wo ein Mensch nicht helfen kann, Sich selbst zum Helfer stellt; Daß ich nach Klagen Freudig mag sagen: 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, Doch bleibet gutes Muths, Die Straf' erläßt, die Schuld vergiebt, Und thut uns alles Gut's. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, Erfrische Geist und Sinn, Und werf' all' Angst, Furcht, Sorg' und Schmerz In's Meeres Tiefe hin. Nic. Herrmann. 1561. 6. Er lasse seinen Frieden ruhn Auf unserm Vaterland, Er gebe Glück zu unserm Thun Und Heil in allen: Stand. 7. Er lasse seine Lieb' und Güt' Beständig mit uns gehn, Was aber ängstet und bemüht, Gar ferne von uns stehn. 8. So lange dieses Leben währt, Sei er stets unser Heil, Und bleib' auch, wenn wir von der Erd' Abscheiden, unser Theil. 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, Uns unsre Augen zu, Und zeig' uns drauf sein Angesicht Dert in der ew'gen Nuh'. Paul Gerhardt. Mel. Lobe den Herren, den mächtigen. 3 AF & Loblieder. 10/0 18. ge= Dan- ket dem Herren für Jeg- li- ches, das er geLe= ben, Dan- ket vor allem zu- erst für das ir- di- sche ben! Nicht für die Zeit, Nein, für die 2. Danket dem Herren, der gnädig so hoch uns erhoben, Daß die Gedanken und Blicke wir richten nach oben, Der uns verlichn, Daß schon hienieden wir ihn Ahnen und fühlen und loben. 3. Danket dem Herrn, der uns gab die vernünftige Seele Und das Gewissen als Schirm vor dem sittlichen Fehle, seid All' ihr ge= bo= ren zum Le= ben. Der uns den Sohn Von dem erhabenen Thron, Christum den Heiland, gesendet. 5. Danket dem Herrn für die Leiden, die jedem zu Theile: Leiden gereichen dem sündigen Menschen zum Heile. llebet Geduld, Sorget, daß nicht euch die Schuld Jenseits des Grabes ereile! 6. Danket dem Herrn für den Tod auch, er ist der Befreier! Ob er verhülle den irdischen Blick mit dem Schleier, Daß aus der Brust Nicht uns die sinnliche Lust Frieden und Seligkeit stehle. 4. Danket dem Herrn, der so viele der Freuden uns spendet; Seine Barmherzigkeit ist es, die nimmer sich endet, 19 Fürchtet euch nicht; Denn zu dem himmlischen Licht Führt er, zur ewigen Feier. Kannegießer. 19. E- wig- feit せま Dir, dir, Je hovah, will ich = Dir will ich meine Lie- der Bei Freilinghausen. 1704. duit = sin gen, Denn wo ist bringen, Ach, gieb mir 2* 20 & doch ein dei nes Gottes Wesen. Ef solcher Gott wie du? Geistes Kraft da= zu, thu' im Namen Je su Christ, So E ihn ge- fäl- lig iſt. 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, Damit dein Sohn mich wieder zieh' zu dir. Dein Geist in meinem Herzen wohne Und meine Sinne und Verstand regier', Daß ich den Frieden Gottes schmeck' und fühl, Und dir darob im Herzen sing' und ſpiel'. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, So wird gewiß mein Singen recht gethan; So klingt es schön in meinem Liede, Ich bete dich im Geist und Wahrheit an; So hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, Daß ich dir Psalmen sing' im höhern Chor. 4. Denn der kann mich bei dir vertreten Mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind, Der lehret mich recht gläubig beten, Giebt Zeugniß meinem Geist, daß ich dein Kind Und ein Miterbe Jesu Christi sei, Daher ich ,, Abba, lieber Vater!" chrei'. Daß ich es 250 wie es dir durch 5. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, Das ist nach deinem Willen eingericht't Und wird gewiß von dir erhöret, Weil es im Namen deines Sohns geschicht, Durch welchen ich dein Kind und Erbe bin, Und nehme von dir Gnad' um Gnade hin. 6. Wohl mir, daß ich dies Zeugniß habe; Drum bin ich voller Trost und Freudigkeit Und weiß, daß alle gute Gabe, Die ich von dir verlanget jederzeit, Die giebst du und thust überschwänglich mehr, Als ich verstehe, bitte und begehr'. 7. Wohl mir, ich bitt' in Jesu Namen, Der mich zu deiner Rechten selbst vertritt; In ihm ist alles Ja und Amen, Was ich von dir im Geist und Glauben bitt'. Wohl mir, Lob dir, jetzt und in Ewigkeit, Daß du mir schenfest solche Seligkeit! Craffelius. 3 4 Loblieder. 20. C. Reinthaler. 1872. E Du bist's, dem Ruhm und Eh= re ge= büh f Und Ruhm und Eh= re stets mein Schick- sal re ü= Hand war 2. Wenn Noth zu meiner Hütte sich nahte, So hörte Gott, der Herr, mein Flehn, Und ließ nach seinem gnädigen Rathe Mich nicht in meiner Noth vergehn. 3. Ich sank in Schmerz und Krankheit danieder, Und rief: o Herr, errette mich! Da half mir Gott, der Mächtige, wieder, Und mein Gebein erfreute sich. 4. Wenn mich der Haß des Feindes betrübte, Klagt' ich Gott kindlich meinen Schmerz: Er half, daß ich nicht Rache verübte, Und stärkte durch Geduld mein Herz. 5. Wenn ich, verirrt vom richtigen Pfade, Mit Sünde mich umfangen sah, Rief ich zu ihm, dem Vater der Gnade, Und seine Gnade war mir nah'. 6. Um Trost war meiner Seele so bange; 11 21 bring' ich dir; Du, Herr, haft gie= ret, • = ret, Und dei= ne ber mir. Denn Gott verbarg sein Angesicht; Ich rief zu ihm: ach Herr, wie so lange? den Schwachen nicht. Und Gott verließ 7. Er half und wird mich ferner erlösen, Er hilft, der Herr ist fromm und gut: Er hilft aus der Versuchung zum Bösen Und giebt mir zu der Tugend Muth. 8. Dir dank' ich für die Prüfung der Leiden, Die du mir liebreich zugeschickt; Dir dank' ich für die häufigern Freuden, Womit mich deine Hand beglückt. 9. Dir dank' ich für die Güter der Erden, Für die Geschenke deiner Treu'; Dir dank' ich, denn du hießest sie werden, Und deine Güt' ist täglich neu. 10. Dir dank' ich für das Wunder der Güte; 22 Selbst deinen Sohn gabst du für mich: Von ganzer Seel' und ganzem Gemüthe, preis' ich dich. ewig, göttliche Werfe! Gottes Wesen. Von allen Kräften 11. Erhebt ihn Die Erd' ist voll der Huld des Herrn. Sein, sein ist Ruhm und Weisheit und Stärke; Er hilft und er errettet gern. Allmacht. Allwiffenheit. Allgegenwart Mel. Lobt Gott, ihr Christen. 21. e Ich fin- ge dir mit Herz und Mund, Herr mei- nes Her- zens Lust, Jch sing' und mach' auf Er den fund, Was mir von = 12. Er hilft! Des Abends währet die Klage, Des Morgens die Zufriedenheit. Nach einer Prüfung weniger Tage Erhebt er uns zur Seligkeit. 13. Vergiß nicht deines Gottes, o Seele! Vergiß nicht, was er dir gethan: Verehr' und halte seine Befehle, Und bet' ihn durch Gehorsam an! Gellert. Allweisheit. dir be= wußt. 2. Ich weiß, daß du der Born Wer hält mit seiner Hand der Gnad' Und ew'ge Quelle bist, Daraus uns allen früh und spat Viel Heil und Segen fließt. 3. Was sind wir doch, was haben wir Auf dieser ganzen Erd', Daß uns, o Vater, nicht von dir Allein gegeben werd'? 4. Wer hat das schöneHimmelszelt Hoch über uns geſetzt? Wer ist es, der uns unser Feld Mit Thau und Regen nett? 5. Wer giebt uns Leben und Geblüt? Den güldnen, edlen, werthen Fried' In unserm Vaterland? 6. Ach, Herr mein Gott, das kommt von dir, Und du mußt alles thun, Du hältst die Wach' an unsrer Thür Und läßt uns sicher ruhn. 7. Wenn unser Herze seufzt und schreit, Wirst du gar leicht erweicht, Und giebst uns, was uns hoch erfreut Und dir zur Ehr' gereicht. 8. Du zählst, wie oft dein Christ hier wein' Allmacht. Allwissenheit. Allgegenwart. Allweisheit. 23 Und was sein Kummer sei; Kein Zähr- und Thränlein ist so klein, Du hebst und legst es bei. Und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg' und wirf sie hin Auf den, der dich gemacht. 9. Wohlauf mein Herze! sing und spring 12. Hat er dich nicht von Jugend auf Versorget und ernährt? Wie manchen schweren Unglückslauf Hat er zum Heil gefehrt! 13. Er hat noch niemals was versehn Und habe guten Muth, Dein Gott, der Ursprung aller Ding', Ist selbst und bleibt dein Gut. 10. Er ist dein Schatz, dein Erb' und Theil, Dein Glanz und Freudenlicht, Dein Schirm und Schild, dein' Hülf' und Heil, Schafft Nath und läßt dich nicht. 11. Was fränkst du dich in deinem Sinn Mel. Es ist das Heil. fe Der Herr ist Gott, und keiner mehr, Froh- lockt ihm, al= le Wer ist ihm gleich, wer ist wie er, So herr- lich, so vollFrom- men fom- men? In seinem Regiment; Nein, was er thut und läßt geschehn, Das nimmt ein gutes End'. 14. Ei nun, so laß ihn ferner thun, Und red' ihm nicht darein, So wirst du hier in Frieden ruhn, Und ewig fröhlich sein. Paul Gerhardt. Der Herr ist groß, sein Nam' ist groß, Unend- lich ist und gren- zen- los Der Herr in seiner Grö= ße. Wie weit er sie erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, Verborgen und auch offenbar In seiner Werke Wundern. 4. Wir sind allein durch seine Kraft, 2. Jhn trifft kein Wechsel flücht'ger Zeit In seines Himmels Höhen, Und seine Größ' und Herrlichkeit Wird ewiglich bestehen. Wir Menschen sind von gestern her; Eh' noch die Erde ward, war er, War, eh' die Himmel waren. 3. Des Ew'gen Thron umgiebt ein Licht, Das ihn vor uns verhüllet, Ihn fassen alle Himmel nicht, Das, was wir sind und werden; Er tennet alles, was er schafft, Im Himmel und auf Erden. Bei ihm ist Weisheit und Verstand, Und er umfaßt mit seiner Hand Die Erde sammt dem Himmel. 24 Dein Walten über alle. Du bist voll Freundlichkeit und Huld, Barmherzig, gnädig, voll Geduld, Ein Vater, ein Verschoner. 7. Nur dir gebühret Lob und Dank, Dir Majestät und Ehre. Kommt, bringt ihm euern Lobgesang, Jhr, alle seine Heere! Eh' wir noch Worte finden. 6. Wer schützt den Weltbau ohne Der Herr ist Gott, und keiner mehr. 5. Ist er nicht nah, ist er nicht fern? Gottes Wesen.bo Weiß er nicht alle Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn Ein Mensch verbergen möge? Hüllt keine Schatten um euch her: Gedanken selbst erkennet er, dich, O Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich Mel. Wachet auf, ruft uns. 16 Be= tet an, ihr Zahl- los sind der Ruhm und Preis; lob= noch geschaffen be= tet an! Größe sah'n. An- ge Wer ist ihm gleich, wer ist wie er So herrlich, so vollkommen? 23. Men- schen, brin= get Dem Höch- sten Geister Schaa= ren, Die, eh' wir Cramer. & fin= get, Gott, un- sern Schö- pfer, wa- ren, Schon sei- ne Huld und Ihr Heer, um- strahlt von Licht, Be= deckt das 2. Er nur zählt die Geisterheere, Die hoch im Himmel seine Ehre Und seiner Größe Ruhm erhöhn. Heilig, heilig ist Gott!" rufen Sie tief anbetend an den Stufen Des hohen Throns, um den sie stehn. sicht Vor dem Schöpfer; Voll Preis und Dank Tönt ihr Ge- sang Durch alle Him- mel Got- tes hin. " So weit er herrscht, so weit Geht seine Herrlichkeit!" Jauchzen alle: Wer ist wie er?" Frohlockt ihr Heer, Wer ist wie Gott, der uns erschuf?" 11 Allmacht. Allwissenheit. Allgegenwart. Allweisheit. 25 3. Hohe Seligkeit ist's ihnen, Dem Gott, der sie erschuf, zu dienen, Von allem Eigenwillen fern. Seht ihr Beispiel, folgt, ihrFrommen! Sie alle, heilig und vollkommen, Gehorchen wonnevoll dem Herrn. Sie thun, was er gebeut, Und ihre Herrlichkeit Ist Gehorsam. Sie zögern nie, Er sende ste, Wohin sein Wink sie senden mag. 4. Winden gleich und gleich den Blizzen Gehn sie vom Thron aus, segnen, schützen Und strafen, wie es Gott gebeut; Lagern sich um Gottes Kinder, Fördern gern das Heil der Sünder Und freun sich ihrer Seligkeit. Sie dienen, Jeſu, dir, Frohlocken laut, wenn wir Uns bekehren, Wenn unser Dank Den Preisgesang Der Himmel hier schon wiederhallt. Mel. Jesu, meines Lebens. fe 6 & 5. Gott, mit allen diesen Heeren Soll, der hier heilig wird, dich ehren, Einst ewig sich mit ihnen freun; Soll, erlöst durch dein Erbarmen, Zu dir gebracht auf ihren Armen, Wie sie, einst ewig selig sein. Vernehmt's, ihr Menschen, hört: Wer sich zu Gott bekehrt, Wird am Throne In seinem Reich Auch, Engeln gleich, Das Antlitz seines Gottes schaun. 6. Werdet heilig, seid vollkommen, Wie Engel Gottes! Gott wird kommen lieb' ich dich! Lie= be mich! Mit seinen Engeln zum Gericht. Laß sie jauchzen, daß wir alle Dann, aufgerichtet von dem Falle, Gott sehn, und seiner Wonne Licht. Heil uns, wir beten dann Den hohen Schöpfer an Mit den Engeln. Ihr Preisgesang Und unser Dank Hallt dann durch alle Himmel hin. Cramer. 24. dei= ne Quelle der Voll- kom- men- hei= ten, Gott, mein Gott, wie Und mit welchen Selig- kei ten Seg- net Seel' und Leib mög' mir ver- schmach- ten, Hab' ich dich, will ich's nicht achten, Mir soll dei- ne I Lieb' allein Mehr als Erd' und Him- mel sein. 26. Gottes 2. Denk' ich deiner, wie erhebet Meine Seele sich in mir! Wie getröstet, wie belebet Fühl' ich mich, o Gott, von dir! Jeder Blick auf deine Werke, Deine Weisheit, Huld und Stärke, Wie befreiet er mein Herz Von Bekümmerniß und Schmerz! 3. Gott aus deiner Segensfülle Fließt mir lauter Gutes zu. Daß ich wurde, war dein Wille, Daß ich noch bin, wirkest du; Daß ich denke, führ' und wähle, Dafür dankt dir meine Seele, Dankt dir, daß sie dich erkennt, Dich durch Jesum Vater nennt. Mel. Nun freut euch, lieben. e Wenn ich, o Schö- pfer, Die Liebe, die für We= ge, = ge: le Ï Wesen. 4. Du erkaustest vom Verderben Mich durch deinen Sohn, o Gott, Ließest den Gerechten sterben, Mir zum Leben ward sein Tod. Ewig dort mit ihm zu leben, Hast du mir durch ihn gegeben, Ewig, ewig, Herr, mich dein, Dein und deiner Huld zu freun. 5. Heil mir, daß ich es empfinde, Wie so liebenswerth du bist, Daß mein Herz vom Haß der Sünde, Die dich haßt, durchdrungen ist, Daß auf dein Gebot ich achte, Und es zu erfüllen trachte: Heil mir, du verbirgst mir nicht, Herr, dein Vaterangesicht! Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schooß der Erde auf, Münter. dei- ne Macht, Die Weis- heit dei- ner al= le wacht, An- be- tend überSo weiß ich von Be- wund- rung voll, Nicht wie ich dich er- he- ben soll, Mein Gott, mein Herr und Va= ter. 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, Mit Vorrath uns zu segnen? Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, So weit die Wolken reichen. Die Wunder deiner Werke; Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, Preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn' an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, Bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, Mich, ruft die Saat, hatGott gemacht, Bringt unserm Schöpfer Ehre! Univ.- Bibl. Giessen Allmacht. Allwissenheit. Allgegenwart. Allweisheit. 27 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand 6. Erheb' ihn ewig, o mein Geist, Erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei gepreist, Und alle Welt sag': Amen! Und alle Welt fürcht' ihren Herrn, Und hoff' auf ihn, und dien' ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Gellert. So wunderbar bereitet, Der Mensch, ein Geist, den sein Verstand Dich zu erkennen leitet, Der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, Ist sich ein täglicher Beweis Von deiner Güt' und Größe. Mel. Wenn der Sünder, der. -b 26. 10 Tief an be tend, tief im Stau 2 = be Dankt dir, T jauchzt dir un- ser Glaube! Ehr' und Stär- ke, Preis und Macht, 7 Sei Er- schaffer, dir gebracht! Dei- ner En- gel hohe Lie= der Hallen hier auf Er- den ਸੰ 6 2. Es lobsingen dir die Himmel, Und im Weltkreis deiner Himmel Auch die Erde betet an, Betet ihren Schöpfer an. Ueberall, wohin wir sehen, In den Tiefen, auf den Höhen, Sehn wir deine Größ' und Pracht, Sehn den Spiegel deiner Macht. 3. Dank sei dir! denn nicht vergebens Riem. Bist du, Herr, der Quell des Lebens: Was frohlockt, das freuet sich, Schöpfer, Vater, nur durch dich; wie= der; a to Vol- ler tönt ihr Lob- ge- sang, Won- ne- voll auch un- ser Dank. Was Empfindung hat und lebet, Alles, was sich höher hebet, Ist von dir, und wie geschmückt, Wie gesegnet, wie beglückt! 4. Nicht zu zählen sind die Werke Deiner Weisheit, Huld und Stärke! Wie so wundervoll und schön Ist nicht alles, was wir sehn! Sei von uns, o Gott, erhoben, Welchen Erd' und Himmel loben! Deiner Schöpfung Lobgesang Sei ein allgemeiner Dank! Cramer. $ 28 Mel. Wie schön leuchtet. 6FC Gottes Wesen. 27. Gott, der du Quell der We- sen bist, Vor dem nichts war, ohn' Herr, des- sen Wahrheit, Weisheit, Macht, Ge- rechtigkeit und den nichts ist, In welchem al= les le= bet; Güt' und Pracht Na- tur und Schrift er= he= bet; Sel'- ger, Dem zur Ehre gen: Laß mein Lob- lied zu 2. Gott Vater, der die ganze Welt Aus nichts erschuf und noch erhält, Der, was er machte, liebet, Der Sonn' und Mond und Stern' bewegt, Der dem, was Luft und Erde trägt, Als Vater Speise giebet: Schöpfer, Schöpfer! Mach' uns kräftig und geschäftig, dich zu ehren, Dich, dem Ruhm und Dank gehören. 3. Gott Sohn, der aus des Vaters Schooß Auf Erden kam, sein Blut vergoß Und uns mit Gott versöhnte, Der willig litt und für uns starb Und Heil und Leben uns erwarb, Der uns mit Segen krönte: Heiland, Heiland! # II Laß im Leiden, laß beim Scheiden zum Erquicken Uns dein treues Herz erblicken! Ew'- ger, Engel= chöre hei- lig sin# HJ dir dringen! 4. Gott heil'ger Geist, du Geist der Kraft, Der neue Herzen in uns schafft Und uns zu Christo führet, Der seine Kirch' in dieser Welt Erleuchtet, heiliget, erhält, Vermehrt, mit Gaben zieret: Tröster, Tröster! Komm hernieder, tröst' uns wieder nach den Schmerzen; Wohn' und wirk' in unsern Herzen. 5. Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist, Der Gnadenbund der Taufe heißt Dich unsern Gott uns nennen. Ich glaub' an dich und diene dir, Dreiein'ger Gott, o gieb dich mir Recht heilsam zu erkennen. Mein Gott, mein Gott, Dir ergeben laß mich leben, dir vertrauen, Bis ich einst dich werde schauen. Liebich. Allmacht. Allwissenheit. Allgegenwart. Allweisheit. 29 Mel. O Gott, du frommer. 6 e 28. An- be- tungs- würd'- ger Gott, Voll Ehr- furcht stets zu Du bist un end= lich mehr, Als wir be= grei- fen nen= nen, können. flößz' auch mei- nem Geist Die tief- ste De- muth 12 dir Voll Ehr- er- bie- tung sein. 6. Du bist es, der allein Unsterblichkeit besitzet, Der Leben giebt und nimmt, Der unsern Odem schützet. Den Geist, der in uns lebt, Ihn haben wir von dir, Ihn forderst du zurück, Du bleibest für und für. 7. Wer hat dich je gesehn ,. Wer kann im Fleisch dich sehen? Kein sterblich Auge reicht Bis zu des Lichtes Höhen, Wo du voll Majeſtät Auf deinem Stuhle thronst Und unter frohem Lob Der Himmelsheere wohnst. 8. Doch hier erkennen wir Dich noch gar unvollkommen; Wird aber dermaleinst Der Vorhang weggenommen, Der jetzt das Heiligste Noch unserm Blick verschließt, Dann sehn wir klarer ein, Wie herrlich, Gott, du bist. ein, Und laß mich stets vor 2. Du bist das höchste Gut, Du weißt von keinem Leide, Stets ruhig in dir selbst Thronst du in ew'ger Freude. Dein ist die Herrlichkeit, Auch ohne Creatur Bist du dir selbst genug, Du Schöpfer der Natur. O 3. Du riefst dem, das nicht war, Um Lust und Seligkeiten Aufs mannigfaltigste Um dich her auszubreiten. Die Liebe bist du selbst, Verstand und Rath sind dein, Und du gebrauchst sie gern, Zu segnen, zu erfreun. 4. Du sprichst, und es geschieht; Auf dein allmächtig: Werde! Entstand ein großes Werk, Der Himmel und die Erde. Mit deinem fräft'gen Wort Trägst du die ganze Welt, Und deine Macht vollführt, Was uns unmöglich fällt. 5. Du bist der Herren Herr; Der Erde Majestäten Sind, Höchster, vor dir Staub, Dein Wort erschafft, kann tödten. Wen du erniedrigest, Gott, wer kann den erhöhn? Wen du erhöhen willst, Deß Hoheit muß bestehn. 9. In Ehrfurcht sei schon jetzt Dein Ruhm von uns besungen, Verschmäh' nicht unser Lob, Das Lallen schwacher Zungen. Dort soll, wenn wir dereinst Vor dir verherrlicht stehn, Ein Lied im höhern Chor Dich, großer Gott, erhöhn. Rambach. 30 lisaso Gottes Wesen.? 29. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 圈 匿 Meine See le, Zeiten plaget, Trag' es gern, sei I Denn der große Gott re= giert. 2. Schau das goldne Heer der Sterne, 16 laß Gott wal- ten, Der dich kann und will er- hal- ten, Der die Sei- nen gnä- dig führt. Was dich auch zu In der weiten Himmelsferne Hin und her von Gott geführt; Schau das Meer vom Sturm erreget, Wie sein Wüthen bald sich leget, Denn der höchste Gott regiert. 3. Sollte denn in Menschendingen Etwas seinen Lauf vollbringen Anders, als der Herr es führt? Trau ihm! alles muß geschehen, Was er für uns ausersehen, Denn der starke Gott regiert. 4. Sterben, Leben, Weinen, Freuen Muß zum Besten dem gedeihen, Den die Liebe Gottes führt. 30. Ihr Schall pflanzt sei= n. Fischer.( Erfurt.) Weil er ist bei Gott in Gnaden, Kann ihm keine Trübsal schaden, Denn der treue Gott regiert. 5. Welche Angst in ihrem Herzen Ueber ihres Kindes Schmerzen Eine treue Mutter spürt: Solches Mitleid, solch Erbarmen Ist bei Gott; getrost, ihr Armen! Denn der fromme Gott regiert. 6. Drum, mein Herz, sei still und stehe Die Him- mel rüh- men des Auf des Glaubens Felsenhöhe; Folge, wie dein Gott dich führt! So wird alles wohl gelingen, Und du wirst mit Freuden singen: Gott, mein Gott und Herr regiert. Kramer. nen un- ver- za= get, Na C. Reinthaler. 1872. &= wi- gen Eh= re, = men fort. Allmacht. Allwissenheit. Allgegenwart. Allweisheit. 31 I 6 Jhn rühmt der Erd- freis, ihn preisen die Ver- nimm, o Mensch, ihr gött- lich 2. Wer trägt der Himmel unzähl: bare Sterne? Wer führt die Sonn' aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet und lacht uns von ferne, Und läuft den Weg, gleich als einHeld. 3. Vernimm's und siehe die Wunder der Werke, Die die Natur dir aufgeſtellt! Verkündigt Weisheit und Ordnung und Stärke Dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du der Wesen unzählbare Heere, Mel. Ringe recht, wenn. 16 be Den kleinsten Staub fühllos be- Und nimm an meiner Gnade Theil. schaun? Gellert. Gott der Macht, in Wort! Durch wen ist alles? o gieb ihm die Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun. 5. Mein ist die Kraft, mein ist Himmel und Erde; An meinen Werken kennst du mich. Jch bin's, und werde sein, der ich sein werde, Dein Gott und Vater ewiglich. 6. Ich bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte, Ein Gott der Ordnung und dein Heil; Ich bin's! mich liebe von ganzem Gemüthe, 31. Mee= re; deinem Ruh- me Kei- nem als dir Wal- test du mit starker Hand. 2. Sterne glänzen und erblinden, Berge wehst du weg wie Spreu, Völker werden und verschwinden, Alles Fleisch vergeht wie Heu. 6 selbst be- kannt, Aus ver- borg'- nem Heilig- thu= me 3. Reiche schmetterst du zur Erde, Königsstühle stürzen ein, Hirten rufst du von der Heerde, Herrscher ihres Volks zu sein. 32 4. Wenn du anfängst auszugleichen, Herr, was kann vor dir bestehn? Alle Berge müssen weichen, Alle Thale sich erhöhn. Gottes Wesen. 7. Und wo alles sich empöret, Ringsum alles untergeht: Dieser Bau bleibt unversehret, 5. Was der Menschen Kunst er- Und die Stadt des Herrn besteht. 8. Selbst der Feinde Troß und Mühe Muß dir ebnen deinen Pfad, Darum komm, o Herr, und ziehe Ein in deine Gottesstadt. Garve. 32. hoben, Ist auf leichten Sand gestellt; Du gebeutst: es ist zerstoben, Wie das Laub im Herbste fällt. 6. Aber wo auf Felsengründen Deines Tempels Mauer ruht, Mel. Was mein Gott will. 6 19 Droht von Fluthen und von Winden Machtlos die vereinte Wuth. E Ich hab' in Got- tes Herz und Sinn Mein Herz und Sinn erWas böse scheint, ist mir Ge- winn, Der Tod selbst ist mein S 17 Calvisius. 1597.( rhythm.) ge= ben; Le ben. Denn Gott ist mein, und ich bin sein; Was O ist wohl, das mir schade? Ob er gleich schlägt und 2. Das kann mir fehlen nimmermehr, Mein Vater muß mich lieben. Schickt er auch Trübsal groß und schwer, So will ich mich nur üben Und mein Gemüth in seiner Güt' Gewöhnen fest zu stehen. Halt ich dann Stand, weiß seine Hand Mich wieder zu erhöhen. Kreuz auf- legt, Bleibt doch sein Thun voll Gna- de. 3. Was ich nur bin und hab', ist sein, Von ihm hab' ich das Leben; Sein Werk bin ich, er hat allein Mir Leib und Seel' gegeben. Ich gab mir nicht des Geistes Licht, Er läßt es in mir scheinen. Wer so viel thut, des Herz und Muth Kann's nimmer böse meinen. Allmacht. Allwissenheit. Allgegenwart. Allweisheit. 33 4. Zudem ist Weisheit und Verstand 7. Wohlan, mein Gott, so fall' ich dir Bei ihm ohn' alle Maßen; Zeit, Ort und Stund' ist ihm bekannt, Zu thun und auch zu lassen: Er weiß, wann Freud', er weiß, wann Leid Uns, seinen Kindern, diene; Und was er thut, ist alles gut, Ob's noch so traurig schiene. 5. Fürwahr, der dich geschaffen hat Und sich zur Ehr' erbauet, Der hat schon längst in seinem Rath Ersehen und beschauet Aus wahrer Treu', was dienlich sei Dir und den Deinen allen. Laß ihm doch zu, daß er nur thu' Nach seinem Wohlgefallen. 6. Wie's Gott gefällt, so muß es ſein, Zuletzt wird's dich erfreuen; Was du jetzt nennest Kreuz und Pein, Wird dir zum Trost gedeihen. Wart' in Geduld, die Gnad' und Huld Wird sich doch endlich finden! All' Angst und Qual wird auf einmal Gleich wie ein Rauch verschwinden. Getrost in deine Hände; Nimm du mich auf und mach's mit mir, Wie du willst, bis ans Ende. Nur du, Herr, weißt, wie meinem Geist Sein wahres Heil entstehe, Und deine Ehr' sich mehr und mehr Vor aller Welt erhöhe. 8. Willst du mir geben Sonnenschein, So nehm' ich's an mit Freuden, Soll's aber Kreuz und Trübsal sein, Will ich's geduldig leiden. Soll mir allhier des Lebens Thür Noch ferner offen stehen: Wie du mich führst und führen wirst, So will ich gern mitgehen. 9. Soll ich dann auch des Todes Weg Und finstre Straßen gehen, So zeige du mir Bahn und Steg Und laß dein Licht mich sehen. Du bist mein Hirt, der alles wird Zu solchem Ende kehren, Daß ich einmal in deinem Saal Dich ewig möge ehren. Paul Gerhardt. 33. Mensch, den sie nicht rührt, stickt, der ihm ge= bührt? Joh. Christ. Nahring. 1704. Wie groß ist des Allmächt'- gen Gü- te! Ist der ein Der mit ver- här te= tem Gemü- the Den Dank erNein, seine Lie= be 3 34 Gottes Wesen. zut er mes sen, sei e= wig mei- ne größ- te Pflicht! Der Herr hat mein noch nie vergessen; Ver= giß, mein Herz, auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar Sein Will' ist mir ins Herz gebereitet? schrieben, Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Nath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Ist's nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, Zu welchem du erschaffen bist, Wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden; Durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, Damit du könntest selig sein. 4. Und diesen Gott sollt' ich nicht ehren Und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören, Den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles lieben Und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: Ich soll vollkommen sein, wie er. So lang' ich dies Gebot erfülle, Stell' ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb' in meiner Seele, So treibt sie mich zu jeder Pflicht, Und ob ich schon aus Schwachheit fehle, Herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. Gott! laß deine Güt' und Liebe Mir immerdar vor Augen sein! Sie stärk' in mir die guten Triebe, Mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, Sie leite zur Zeit des Glücks; Und sie besieg' in meinem Herzen Die Furcht des letzten Augenblicks. Gellert. 34. Mel Wie schön leuchtet. E HP 21 Fleug auf, mein Psalm, mein Lobgesang, An- be- tung, Eh- re, Er hört der Menschen Loblied gern, Wenn höh'- re Gei- ster Allmacht. Allwissenheit. Allgegenwart. Allweisheit. 35 Preis und Dank Vor Got- tes Thron zu bringen. Dar- um dem Herrn Psalmen JJ hat er Mit den Heeren, die ihn ehren, zu den Stu# fen Sei- nes Throns auch uns ge= ru= fen. 2. Wie groß ist Gottes Herrlichkeit! Er sprach zu seinen Himmeln: seid! Und zu dem Erdkreis: werde! Gleich standen da voll Reiz und Pracht Vor ihm zum Preise seiner Macht Die Himmel und die Erde. Wie er's aussprach, Da begonnen tausend Sonnen und erhellten Ein unzählbar Heer von Welten. 3. Wie sie so herrlich sind, so schön, Einträchtig alle Gott erhöhn Und seine Größe preisen! Wie singen alle Lob unb Dank, Ein hoher jubelnder Gesang Dem Gütigen, dem Weisen! Ach, wie könnt' ich Fühllos schweigen, solcher Zeugen Lob vernehmen 5. Wem blüht das Thal? Für wen erhebt Sich das Gebirg? Wem tönt und schwebt 4. Er hat der Sonne Hochgezelt, Die Himmel über seine Welt Für mich auch ausgebreitet. Wer nutzt die Erde mehr als ich? Hat sie mein Vater nicht für mich Gegründet und bereitet? Lächeln mir nicht Alle Wälder, alle Felder froh entgegen, Reich für mich von seinem Segen? Der Sänger in den Lüften? Für wen bevölkert sich das Meer? Wem lebt der Thiere zahllos Heer Auf jährlich grünen Triften? Quellen rieseln, Winde wehen, Flüss' und Seen werden Meere, Mir zum Segen, ihm zur Ehre. 6. Noch strahlt mir ungeschwächt sein Licht, Noch weigert die Natur sich nicht, Die Welt für mich zu schmücken. Noch hat sie Freuden g'nug für mich, Noch immer schön und jugendlich Mein Auge zu entzücken. Cher werden Auch die Werke seiner Stärke nicht veralten, Und doch seines Ruhms mich Bis er kommt Gericht zu halten. schämen! 7. So hat mein Gott an mich gedacht, Hat über sie durch seine Macht Zum Herrscher mich erhoben. Er gab mir meinen Leib und auch Die Seele, feines Odems Hauch, Gleich Engeln ihn zu loben. Rühm' ihn, Seele, Jauchzend schalle von dem Halle deiner Lieder Gottes Erd' und Himmel wieder. 3* 36 disum 8. Das Kind, der Jüngling und der Mann, Gottes Wesen. Die ganze Schöpfung bet' ihn an Und seiner Wunder Menge. Strömt hin aus meiner vollen Brust, Mel. Valet will ich dir geben. E Du, meine See= le, Dem, welchem al= le schön stehn! 菌 auf der Erd'; Ich E Strömt hin, Empfindungen voll Lust, In hohe Dankgesänge. Schöpfer, Vater, Dich erhebe, weil ich lebe, meine Seele, Meine hochbeglückte Seele! Cramer. 35. Melchior Teschner. 1613. fin- ge! Wohl auf, und sin- ge Dinge zu Dienst und Wil- len Ich will den Her= ren dro- ben hier prei- sen H lang' mein Leben währt. 2. Jhr Menschen, laßt euch lehren! Es wird euch heilsam sein: Laßt euch doch nicht bethören Die Welt mit ihrem Schein! Verlasse sich doch keiner Auf Fürsten Macht und Gunst, Weil sie, wie unser einer, Nichts sind als nur ein Dunst. 3. Was Mensch ist, muß erblassen Und arm zu Grabe gehn, Muß all sein Gut verlassen, Sei's noch so viel und schön; Allda ist's dann geschehen Mit seinem klugen Rath, Und ist ganz klar zu sehen, Wie schwach sei Menschenthat. 4. Wohl den, der einzig schauet Nach seinem Gott und Heil! Wer ihm sich anvertrauet, Der hat das beste Theil, e will ihn herzlich lo- ben, So Das höchste Gut erlesen, Den schönsten Schatz geliebt; Sein ganzes Herz und Wesen Bleibt ewig unbetrübt. 5. Hier ist der treue Wille, Der nie mit Unrecht kränkt, Und jedem Guts die Fülle, Den er treu findet, schenkt. Gott hält sein Wort mit Freuden, Geschehn muß, was er spricht; Und wer Gewalt muß leiden, Den schützt er im Gericht. 6. Er weiß viel tausend Waisen, zu retten aus dem Tod: Er nährt und giebet Speisen Zur Zeit der Hungersnoth; Macht schöne rothe Wangen Oft bei geringem Mahl, Und die da sind gefangen, Die reißt er aus der Qual. Allmacht. Allwissenheit. Allgegenwart. Allweisheit. 37 Die aber, die ihn hassen, Bezahlt er mit der Zeit, Wenn sie den Gräu'l nicht lassen, Mit bitterm Weh und Leid. 7. Er ist das Licht der Blinden, Thut auf der Tauben Ohr, Und die sich schwach befinden, Gehn stark durch ihn hervor. Er liebet alle Frommen, Und wenn ihr Auge weint, Sehn sie, sobald sie kommen, An ihm den besten Freund. 8. Er ist der Fremden Hütte, Die Waisen nimmt er an, Erfüllt der Wittwen Bitte, Schafft Hülfe Jedermann. Mel. Mir nach, spricht Christus. 16 e En= den; Hän- den. Nie bist du Höch- ster von uns fern, Du wirkst an al- len Wo ich nur bin, Herr al= ler Herrn, Bin ich in dei- nen い dei= 11 H = ne Rech= te 36. H. Schein. N. ält. Lied. 1628.( rhythm.) Durch dich nur leb' und ath me ich, Denn = I 9. Ach, ich bin viel zu wenig, Zu rühmen seinen Ruhm, Der Herr ist ew'ger König, Ich eine welke Blum'; Jedoch weil ich gehöre Gen Zion ist sein Zelt, Ist's billig, daß ich ehre Sein Lob vor aller Welt. Paul Gerhardt. schü- ßet mich. 2. Was ich gedenke, siehest du, Du prüfest meine Seele. Du siehst es, wenn ich Gutes thu', Du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug' entfliehn Und nichts mich deiner Hand entziehn. 3. Wenn ich in stiller Einsamkeit Mein Herz an dich ergebe, Und über deine Huld erfreut, Lobsingend dich erhebe: So hörst du es und stehst mir bei, Daß ich dir immer treuer sei. 4. Du merkst es, wenn des Herzens Nath Verkehrte Wege wählet; Und bleibt auch eine böse That Vor aller Welt verhehlet: So weißt du sie und strafest mich Zu meiner Bess'rung väterlich. 6. Du hörest meinem Seufzen zu, Daß Hülfe mir erscheine, Voll Mitleid, Vater, zählest du Die Thränen, die ich weine. Du siehst und wägest meinen Schmerz Und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 6. O drück', Allgegenwärtiger, Dies tief in meine Seele, Daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, Mein Herz zur Zuflucht wähle, 38 Daß ich dein heilig Auge scheu' Und dir zu dienen eifrig sei. 7. Laß überall gewissenhaft Nach deinem Wort mich handeln, Gottes Wesen. 37. Neue Mel.( Dir, dir, Jehovah, will ich singen" liegt zu Grunde.) Mel. Wer nur den lieben Gott. Huld, die uns er bis zur fern- sten c.1 So weit nur deine Son- nen glänzen, Reicht dei= ne Reicht über unsers Himmels Gren- zen, O Va= ter, # = Und stärke mich dazu mit Kraft, Vor dir getrost zu wandeln. Daß du, o Gott, stets um mich seist, Das tröst' und beff're meinen Geist. Sturm. hält, Welt; 3. Mit deinem reichsten Ueberflusse Erfüllst du diese Welt, dein Haus; Du theilst ihn, allen zum Genusse, So väterlich, so reichlich aus, 學 Wer nur den Den wird er hof- fet auf ihn al= lem Kreuz und 6 El auch ihr Reich Steht ewigen Ge= bir- gen gleich. 2. Mit frommem freudigem Gemüthe Erheb' ich, Gott voll Gnade, dich. Wie herrlich ist nicht deine Güte, Wie liebst du uns so väterlich, Uns, die wir ohne Furcht und Graun Dem Schatten deiner Flügel traun! Und 38. dei ne Gnad' und Und jede Lebensquelle fließt Aus dir, der du das Leben bist. 4. Wir sehn, o Herr, in deiner Sonne Den Schatten deiner Huld, dein Licht: Entzeuch uns deiner Güte Wonne, Dein gnadenvolles Antlitz nicht! Herr, deine Huld erfreue die, Die dich verehren! Segne sie! Cramer. al= le= zeit, Her- ze= leid. Georg Neumarf. 1657. lie- ben Gott läßt wal- ten Und hal- ten In wunderbar er= Wer Gott, dem Allmacht. Allwissenheit. Allgegenwart. Allweisheit. 39 Al- ler- höch- sten traut, Der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schwere 5. Denk nicht in deiner Drangſalshizze, Sorgen? Daß du von Gott verlassen seist, Und daß nur der im Schooß ihm size, Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir jeden Morgen Beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid Nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille Der sich mit stetem Glücke speist. Die Folgezeit verändert viel Und setzet jeglichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott sehr leichte Sachen, Und sei doch in sich selbst vergnügt, Wie unsers Gottes Gnadenwille, Wie der Allwissende es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, Der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenſtunden, Er weiß wohl, wenn es nüßlich sei; Wenn er uns nur hat tren erfunden Und merket keine Heuchelei, So kommt Gott, eh' wir uns versehn, Und lässet uns viel Gut's geschehn. Und ist dem Höchsten alles gleich, Den Reichen klein und arm zu machen, Den Armen aber groß und reich. Gott ist der rechte Wundermann, Der bald erhöhn, bald stürzen kann. 7. Sing', bet' und geh' auf Gottes Wegen, Verricht' das deine nur getreu Und trau desHimmels reichemSegen, So wird er bei dir werden neu. Denn, welcher seine Zuversicht Auf Gott setzt, den verläßt er nicht. Neumark. 39. Geistlich gegen 1570.( rhythm.) War- um be- trübst du dich mein Herz, Be- küm- merst dich und 2. Er kann und will dich lassen nicht, Er weiß gar wohl, was dir gebricht; trä- gest Schmerz Nur um ein zeit- lich Gut? Vertrau' auf Gott nur, 1 der die Welt Er schaffen hat und = auch er= hält. Himmel und Erd' ist sein. Er ist dein Vater und dein Gott, Und steht dir bei in aller Noth. 40 3. Weil du mein Gott und Vater bist, Gottes Wesen. Dein Kind du nimmermehr vergißt, Du väterliches Herz. Ich Staub und Asche habe hier Sonst keinen Trost, als nur von dir. 4. Ein Thor nur trotzt auf Ehr' und Gut, Ich trau' auf Gott mit stillem Muth, Bei Wenigem vergnügt. Mir bleibt die frohe Zuversicht: Wer Gott vertraut, dem mangelt's nicht. 5. Ach Gott, so reich bist du noch heut', Als du es warst von Ewigkeit; Zu dir steht mein Vertraun. Mach' mich in meiner Seele reich, So gilt mir alles Andre gleich. 6. So groß auch immer die Gefahr Für alle Kinder Gottes war, Gott führte sie hinaus. Wo Menschenrath undHülfe schwand, Da schützte seine Vaterhand. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 16 gu 30mins 7. Des Zeitlichen entbehr' ich gern, Hab' ich das Ewige vom Herrn, Das Jesus mir erwarb Durch seinen herben, bittern Tod: Das bitt' ich dich, mein Herr und Gott. 8. Denn alles, was die eitle Welt Für Leben, Glück und Freude hält, Geld, Reichthum, Ehre, Pracht, Das währt nur eine kurze Zeit, Und hilft doch nichts zur Seligkeit. - ten Rath und That. 9. Ich danke dir, o Gottes Sohn, Im Wort geoffenbart. Daß du mir haft des Glaubens Lohn Verleih mir auch Beständigkeit Zu meiner Seelen Seligkeit. 40. 2. Nichts ist es, spät und frühe, Um alle meine Mühe, Mein Sorgen ist umsonst. 10. Lob', Ehr' und Preis sei dir gebracht, Der du es immer wohl gemacht! In Demuth bitt' ich dich: Laß mich von deinem Angesicht, Gott, verworfen werden nicht. Hans Sachs. In al= len meinen Tha- ten Lass' ich den Höch- sten 43. ra- then, der al= les kann und hat. Er muß zu al= len Din- gen, Soll's an- ders wohl ge= lin- gen, Selbst ge= ben Geistl. zuerst Nürnberg 1539.( rhythm.) Er mag's mit meinen Sachen Nach seinem Willen machen, Ich stell's in seine Batergunst. Allmacht. Allwissenheit. Allgegenwart. Allweisheit. 41 3. Es kann mir nichts geschehen, In Schwachheit und in Banden, Als was er hat ersehen, Ist irgend Noth vorhanden, So tröstet mich sein kräftig Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, So will ich unverdrossen An mein Verhängniß gehn. Kein Unfall unter allen Wird je so schwer mir fallen, Ich will ihn männlich überstehn. 8. Ihm hab' ich mich ergeben, Zu sterben und zu leben, Sobald er mir gebeut; Es sei heut' oder morgen, Dafür laß ich ihn sorgen, Er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, seine, Und traue dem alleine, Der dich geschaffen hat. Es gehe, wie es gehe: Dein Vater in der Höhe, Der weiß zu allen Sachen Rath. Paul Flemming. Und was mir selig ist: Ich nehm' es, wie er's giebet; Was ihm mit mir beliebet, Das hab' ich auch getrost erkiest. 4. Jch traue seiner Gnaden, Die mich vor allem Schaden, Vor allem Uebel schützt. Folg' ich des Herrn Gesetzen, So wird mich nichts verletzen, Nichts fehlen, was mir ewig nüßt. 5. Er wolle meiner Sünden In Gnaden mich entbinden, Durchstreichen meine Schuld. Er wird auf mein Verbrechen Nicht gleich das Urtheil sprechen Und haben noch mit mir Geduld. 6. Leg' ich mich späte nieder, Erwach' ich frühe wider, Lieg' oder zieh' ich fort, Mel. Jesu, meines Lebens. &# G = Dir, dem wei- se Dir, du meines 41. sten Regie= rer, Tönt der Wel- ten Lebens Führer, Singt auch mei- ne 2 See: le Dant.| Un- ter al= len Mil= li- o- nen, Die dein weites Reich be- woh- nen, Siehst du huld- reich SAS auch auf mich, Sor- gest für mich vä= ter- lich. 2. Auf der Menschheit hohe Stufe Stellte, Herr, mich deine Hand, Daß von deinem Gnadenrufe Ich den tiefsten Sinn verstand. Aus unendlichem Erbarmen Zogst du mich mit Vaterarmen In der Kindheit schon zu dir, Gabst in Christo alles mir. Gottes 3. Täglich warest du mir nahe, Deine Weisheit lehrte mich; Was ich hörte, was ich sahe, Zeigte mir, o Bater, dich. Ja, du kamst mit neuem Segen Jeden Morgen mir entgegen; Was der Seele heilsam war, Bot dein Geist mir reichlich dar. 4. Darum will ich dir mit Freuden Dankbar und ergeben sein, Will auch unter Kreuz und Leiden Dir ein Herz voll Demuth weihn. Dich, o Herr, dich laß ich walten, Du wirst mich stets aufrecht halten. Sende Freude, sende Schmerz: Immer preiset dich mein Herz. 16 42 Wesen. 5. Herr, das höchste Gut im Leben Ist und bleibt mir deine Huld; Sie nur kann mir Frieden geben Und bedecken meine Schuld. Anders hab' ich kein Verlangen, Als nur treu an dir zu hangen, Fest mit dir vereint zu sein, Und mich deiner ganz zu freun. 6. Oder seligen Verbindung, Du in mir, und ich in dir! Deiner Vaterhuld Empfindung Werde täglich neu in mir, Bis ich rein und ganz vollkommen Dich einst schau' mit allen Frommen Dort, wo ich bin allezeit Bei dir in der Ewigkeit. Gott ist gegenwärtig! Gott ist in der Mitten! 42. Tag und Nacht gebeuget dienen. Heilig, heilig! singen, Alle Engelchöre: = Und in Ehr- furcht vor ihn tre Deh- muths- voll vor ihm sich beu= Ünsre Stimm', Wenn auch wir Geringen Unsre Opfer bringen. Lavater. Joachim Neander. 1680. Lasset uns an be= ten, Alles in uns schweige, 1 ten. ge. 11 Wer ihn nennt: Fallt in De- muth nie- der, kommt, erT # gebt euch wie- der. 2. Gott ist gegenwärtig, Dem die Cherubinen Wer ihn kennt, 3. Wir entsagen willig Allen Eitelkeiten, Die uns Sünd' und Welt bereiten. Wir geloben heilig, Seele, Leib und Leben Jhm, dem Herrn, sei Preis und Ehre! Dir zum Eigenthum zu geben. Herr, vernimm Du allein Sollst es sein, Unser Gott und Herre, Dir gebührt die Ehre. Allmacht. Allwissenheit. 4. Majestätisch Wesen, Möcht' ich recht dich preisen Und im Geist dir Dienst erweisen! Möcht' ich, wie die Engel Immer vor dir stehen, Und dich gegenwärtig sehen! Laß mich dir Für und für Trachten zu gefallen, Liebster Gott in allem. 5. Du durchdringest alles; Herr, ach zieh und richte Doch auch mich zu deinem Lichte. Wie die zarten Blumen Willig sich entfalten Und der Sonne stille halten: Laß mich so, Still und froh, Deine Strahlen fassen Und dich wirken lassen. Mel. Ach was soll ich. fe Allgegenwart. Allweisheit. 43 6. Mache mich einfältig, Innig, abgeschieden, Sanft und still in deinem Frieden. Mach' mich reines Herzens, Daß ich deine Klarheit Schauen mag in Geist und Wahrheit. Laß das Herz Himmelwärts Wie ein Adler schweben Und in dir nur leben. 6 6 7. Komm, in mir zu wohnen, Laß mein Herz auf Erden Dir zum Heiligthum schon werden. Komm, o nahes Wesen, Dich in mir verkläre, Daß ich dich stets lieb' und ehre. Wo ich geh', Wo ich steh', Laß mich dich erblicken Und vor dir mich bücken. 43. Tersteegen. Job. Flittner. 1661. Sollt' ich meinem Gott nicht trau- en, Der mich liebt so HE Der die Seinen nicht ver2. Er weiß alles, was mich drücket, Mein Anliegen, meine Noth, Er steht bei mir bis zum Tod, Er weiß, was mein Herz erquicket. Seine Lieb' und Vatertreu' Bleibt mir jetzt und ewig neu. vä- ter= lich, Der so herzlich sorgt für mich? Sollt' ich 16 auf den Fels nicht bau- en, Der mir e= wig blei bet feſt, läßt? 3. Der die Vögel all' ernähret, Er, der Blumen, Laub und Gras Kleidet schön ohn' Unterlaß, Alles Gute uns bescheret, Sollte der verlassen mich? Nein, ich trau' ihm festiglich. 44 4. Wenn nach seinem Reich ich trachte, Gottes Wesen. Wenn ich die Gerechtigkeit, Die mir Christi Blut verleiht, Mehr als Gold und Silber achte, Segnet mir Gott früh und spat Worte, Werke, Rath und That. 5. Nun so sorg' ich nicht für morgen; Alles, was zukünftig ist, Mel. Jesu, meines Lebens. E 6 Schwei- get, ban- ge Und sein Geist in iſt ge= treu, söh- net ſet. Irrt mich nicht, ich bin ein Christ! Meinen Gott nur laß ich sorgen: Alles war er allezeit Vorzusorgen schon bereit. 6. Gott sei Lob, der mich erfreuet, Daß ich glaube festiglich, Gott, mein Vater, sorgt für mich; Der mir diesen Trost erneuet, Daß ich weiß, Gott liebet mich, Gott versorgt mich ewiglich. Olearius. 44. Zwei- fel, schwei- get! Mein Er- bar- mer mir bezeu= get, Daß ich Gott verMir drohn nicht der Höl- le Flam- men, Und will mich mein Herz ver- dam- meu, Täu- schen soll mich I nicht mein Schmerz: Gott ist größer 2. Er, der das Verborgne kennet, Kennt auch mich und weiß allein Wie das Herz vor Sehnsucht brennet, Ganz sich seinem Dienst zu weihn; Schaut den Kummer meiner Seele, Der mich beugt, so oft ich fehle, Und nicht meiner Zweifel Wahn, Meinen Glauben sieht er an. 3. Und wie nie sein Urtheil wanket, Wankt auch nie sein ew'ger Rath. Rühmt, o Christen, danket, danket! Groß ist, was er an uns that. Uns, den Sündern, den Verlornen, Gab er seinen Eingebornen: als mein Herz. Seiner Gnade Fülle giebt Er, der uns im Sohne liebt. 4. Mir auch ist sein Sohn gegeben, Durch den Glauben ist er mein. Ja, ich weiß, ich werde leben Und in ihm einst selig sein. Mich sah Gott vor seinem Throne, Mich erwählt' er in dem Sohne, Eh' noch seiner Allmacht Ruf Mich und alle Wesen schuf. 5. Wer will ferner den beklagen, Den Gott selber auserwählt? Wer darf zu verdammen wagen, Den er zu den Seinen zählt? Allmacht. Allwissenheit. Allgegenwart. Allweisheit. 45 Hier ist Gott, nichts kann mich Gott, mein Gott wird mich beschrecken, schirmen, Seine Gnade will mich decken; War ich gleich der Sünde Knecht, Er, mein Gott, spricht mich gerecht. 6. Theuer bin ich ihm erworben: Heil mir, hier ist Jesus Christ, Er, der auch für mich geſtorben, Auch für mich erstanden ist; Der zur rechten Gottes fizet, Auf mich sieht, mich mächtig schützet, Mich vertritt, mich nie verstößt, Mich aus aller Noth erlöst! 7. Laß denn rauhe Wetter stürmen, Alles um mich her sei Nacht: ਜੀ# Fle- hen, ge- hen. Gnade. Trene. 45. Bei Walter u. in der Straßburger Kirchenordnung 1525. be.. Aus tie fer Noth schrei' ich zu dir, Herr Gott, er- hör' mein Wend' gnädiglich dein Ohr zu mir, Laß Gnad' für Recht erDer für meine Wohlfahrt wacht. Ob ich lang' auch hülflos bliebe, Leitet mich doch seine Liebe Durch die Nacht, drum fürcht' ich nichts, In die Wohnungen des Lichts. 8. Fest im Glauben will ich halten, Wird auch alles mir geraubt; Gottes Gnade lass' ich walten Und erhebe froh mein Haupt. Mich soll keine Schmach, kein Leiden Je von seiner Liebe scheiden; Darauf steh' ich felsenfeſt, Daß Gott nimmer mich verläßt. 2. A. Schlegel. Denn so du das willst se- hen an, Was Sünd und 2. Vor dir gilt nichts, denn Guad' allein, Un recht ist ge- than, Wer kann, Herr, vor dir bleiben? = Die Sünde zu vergeben; Es ist ja unser Thun nicht rein Auch in dem besten Leben. Vor dir sich niemand rühmen kann, Drum muß dich fürchten Jedermann Und deiner Gnade leben. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, Auf mein Verdienst nicht bauen; Auf ihn will ich verlassen mich Und seiner Güte trauen, Die mir zusagt sein werthes Wort, Das ist mein Trost und treuer Hort, Deß will ich allzeit harren. Gottes 4. Und ob es währt bis in die Nacht 46 Und wieder an den Morgen, Doch soll mein Herz an Gottes Macht Verzweifeln nicht, noch sorgen. So thu' der Christ von rechter Art, Der aus dem Geist erzeuget ward; Er harre seines Gottes. Wesen. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, Bei Gott ist viel mehr Gnade; Sein Hand' zu helfen hat kein Ziel, Wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, Der Israel erlösen wird Aus seinen Sünden allen. Luther. 46. Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. Nic. Selneccer. 1587.( rhythm.) L'e b Der Herr, der al= ler En- den Regiert mit seinen Hän- den, Der Brunn der ew'- gen Gü- ter, Der ist mein II Hirt und Hü- ter. 2. Er lässet mich mit Freuden Auf grünen Auen weiden, Führt mich zu frischen Quellen, Schafft Rath in schweren Fällen. 3. Wenn meine Seele zaget Und sich mit Sorgen plaget, Weiß er sie zu erquicken, Der Noth sie zu entrücken. 4. Er lehrt mich thun und lassen, Führt mich auf rechter Straßen, Läßt Furcht und Angst sich stillen Um seines Namens willen. 5. Und ob ich gleich vor andern Jm finstern Thal muß wandern, Fürcht' ich doch keine Tücke, Bin frei vorm Mißgeschicke. 6. Denn du stehst mir zur Seiten, Willst schützend mich geleiten, Dein Stab, Herr, und dein Stecken Benimmt mir allen Schrecken. 7. Stets werden deine Gaben, Herr, meine Seele laben Und sie voll Lust und Lachen, So lang' ich lebe, machen. 8. Ich will dein Diener bleiben Und dein Lob herrlich treiben Im Hause, da du wohnest Und Frommsein wohl belohnest. 9. Ich will dich hier auf Erden Und dort, wo wir dich werden Selbst schaun, im Himmel droben Hoch preisen, singen, loben. Paul Gerhardt. ( Salvisius. 1597.( rhythm,) 47. Was mein Gott will, ge- scheh' all- zeit, Sein Will' ist stets der Zu helfen ist er dem be- reit, Der an ihn glau- bet be= ste. fe= ste. 11 16 Gnade. Treue. Er hilft aus Noth, der from me Gott, Und = züchtiget mit Maßen. Wer Gott vertraut, fest # Hingehn, nach Gottes Wille: Gott mache es, wie's ihm gefällt, Ich will ihm halten stille. auf ihn baut, Den will 2. Gott ist mein Trost, mein' Zuversicht, Mein' Hoffnung und mein Lehen. Was mein Gott will, daß mir geschicht, Will ich nicht widerstreben. Sein Wort ist wahr, und all mein Haar Hat er, der Herr, gezählet. Du wirst mir's nicht versagen: Er schützt und wacht, nimmt uns in Wenn mich der böse Geist ansicht, Acht, Auf daß uns ja nichts fehlet. 3. Muß ich gleich hier aus dieser Welt Laß mich, Herr, nicht verzagen. Hilf, steur' und wehr', ach Gott, mein Herr, Mel. Alles ist an Gottes Segen. B Gott er47 las= sen. er nicht ver Mein' arme Seel' ich Gott befehl' In meinen letzten Stunden. Du frommer Gott! Sünd', Höll' und Tod = Hast du mir überwunden. 4. Noch eins, Herr, will ich bitten dich, 48. Zu Ehren deinem Namen; Wer das begehrt, dem wird's gewährt, Drauf sprech' ich fröhlich: Amen. Albrecht d. j., Markgraf zu Brandenburg- Culmbach. n. Fischer.( Erfurt.) C Nun so will ich denn mein Leben Völ- lig mei- nem ge- ben; Nun wohlan, es ist ge- schehn! Sünd', ich will von dir nichts hören; Welt, ich will mich von dir feh- ren, 48 Gottes Wesen. Ohne je zu- rück zu sehn. 2. Hab' ich sonst mein Herz ge= theilet, Hab' ich hie und da verweilet, Endlich sei der Schluß gemacht, Meinen Willen ganz zu geben, Meinem Gott allein zu leben, Ihm zu dienen Tag und Nacht. 3. Herr, ich opfre dir zur Gabe All' mein Liebstes, das ich habe. Schau, ich halte nichts zurück; Schau und prüfe meine Nieren: Solltest du was Falsches spüren, Nimm es diesen Augenblick. Feld der E= wig und der neu- en 49. Mel. Wer nur den lieben Gott.( Neue Mel.) ful Geht hin, ihr gläubigen Gedanken In's wei- te Er hebt euch ü- ber al= le Schran- ken Der al= ten = feit, Zeit: 4. Ich scheu' keine Müh' und Schmerzen; Liebe sei, Die e= 2. Der Grund der Welt war nicht geleget, Der Himmel war noch nicht gemacht, So hat schon Gott den Trieb geheget, Treulich und von ganzem Herzen Will ich folgen deinem Zug; Kann ich stetig und in Allem Deinen Augen wohlgefallen, Hab' ich ewiglich genug. 5. Dich allein will ich erwählen; Alle Kräfte meiner Seelen Nimm du ganz in deine Macht. Ja, ich will mich dir verschreiben; Laß es fest auf ewig bleiben, Was ich dir heut' zugesagt. Tersteegen. Der mir das Beste zugedacht; Als ich noch nicht geschaffen war, Da reicht' er schon mir Gnade dar. 3. Sein Rathschluß war, ich sollte leben Erwägt, daß Gott die wig alt und e= wig neu. Durch seinen eingebornen Sohn; Den wollt' er mir zum Mittler geben, Den sandt' er mir von seinem Thron, In dessen Blute sollt' ich rein, Geheiliget und selig sein. 4. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüthe Empor zu dieser Quelle steigt, Von welcher sich ein Strom der Güte Zu mir durch alle Zeiten neigt, Gnade. Daß jeder Tag sein Zeugniß giebt: Gott hat mich je und je geliebt! 5. Wer bin ich unter Millionen Der Creaturen seiner Macht, Die in der Höh' und Tiefe wohnen, Daß er mich bis hieher gebracht? Ich bin ja nur ein dürres Blatt, Ein Staub, der keine Stätte hat. 6. Ja freilich bin ich zu geringe Der Herzlichen Barmherzigkeit, Womit, o Schöpfer aller Dinge, Mich deine Liebe stets erfreut; Ich bin, o Vater, selbst nicht mein, Dein bin ich, Herr, und bleibe dein! 7. Jm sichern Schatten deiner Flügel Find' ich die ungestörte Ruh'. Der feste Grund hat dieses Siegel: Wer dein ist, Herr, den kennest du! Laß Erd' und Himmel untergehn: Dies Wort der Wahrheit bleibet stehn. 8. Wenn in dem Kampfe schwerer Leiden Der Seele Muth und Kraft gebricht, So salbest du mein Haupt mit Freuden, So tröstet mich dein Angesicht; Da spür' ich deines Geistes Kraft, Die in der Schwachheit alles schafft. & Trene. 49 9. Die Hoffnung schauet in die Ferne Durch alle Schatten dieser Zeit; Der Glaube schwingt sich durch die Sterne gißt die Sei- nen nie. freut und trägt er fie. Und sieht ins Reich der Ewigkeit; Da zeigt mir deine milde Hand Mein Erbtheil und gelobtes Land. 10. O sollt' ich dich nicht ewig lieben, Der du mich unaufhörlich liebst? Sollt' ich mit Undank dich betrüben, Da du mir Fried' und Freude giebſt? Verließ' ich dich, o Menschenfreund, So wär' ich sebst mein ärgster Feind! 11. Ach könnt' ich dich nur besser ehren, Welch edles Loblied stimmt' ich an! Es sollten Erd' und Himmel hören, Was du mein Gott an mir gethan. Nichts ist so köstlich, nichts so schön, Als, höchster Vater, dich erhöhn. 12. Doch nur Geduld, es kommt die Stunde, Da mein durch dich erlöster Geist Im höhern Chor mit frohem Munde Dich, Quell der Liebe, schöner preist; Drum eilt mein Herz aus dieser Zeit Und sehnt sich nach der Ewigkeit. til 3. G. Hermann. 50. Gott ist ge treu, Sein Herz, sein Vater- herz VerGott ist ge= treu, Jm Wohl sein und im Schmerz Erbei Dregel. 1731. } Mich de= cken sei= ner All- macht E Flügel, Stürzt ein, ihr Ber- ge, fallt, ihr Hü- gel, Gott Univ.- Bibl. Giessen 50 ist ge 2. Gott ist getreu, Er ist mein treuster Freund, Dies weiß, dies hoff' ich fest. Ich bin gewiß, Daß er mich nicht vom Feind Zu hart versuchen läßt. Er stärket mich nach seinem Bunde In meiner Prüfung trübster Stunde. Gott ist getreu! Gott ist getreu! 3. Gott ist getreu, = treu! Gottes Wesen. Er hält, was er verheißt, Und sendet mir sein Licht. Wem dieses Licht Gott Den Weg zum Leben weist, Der irrt und gleitet nicht. Das Wort der Wahrheit kann nicht lügen, Die Sünde nur sucht zu betrügen. Gott ist getreu! Gott ist getreu! 4. Gott ist getreu, Er, dessen Kind ich bin, Führt mich auf rechter Bahn, Führt mich durch Glück Und Unglück zum Gewinn Des ew'gen Heils hinan. Die Trübsal giebt Geduld und Stärke Mel. Wer nur den lieben. ² Zum Fleiß in jedem guten Werke. Gott ist getreu! Gott ist getreu! 5. Gott ist getreu, Er hat uns selbst befreit Von unsrer Sünde Noth Durch seinen Sohn, Durch seine Heiligkeit, = Herr, ma- che Geschieht doch ist ge= treu! Durch seinen Opfertod. Damit wir möchten nicht verderben, Ließ er den Eingebornen sterben. Gott ist getreu! Gott ist getreu! 6. Gott ist getreu, Stets hat sein Vatersinn Auf seine Kinder Acht; Und führt sie auch ihr Weg Durch Wüsten hin, Sein treues Auge wacht. Was uns zu schwer wird, hilft er tragen, Und endlich stillt er alle Klagen. Gott ist getreu! Gott ist getreu! 7. Gott ist getreu, mein Herz, was fehlt dir noch, Um seiner dich zu freun? Sei Gott getreu Und fürchte nichts, mag doch Die Welt voll Falschheit sein. Selbst falscher Brüder Neid und Tücke Gereicht, wie Joseph, dir zum Glücke. Gott ist getreu! Gott ist getreu! 8. Gott ist getreu, Vergiß, o Seele, nicht, Wie treu, wie gut er ist. Ihm treu zu sein, Sei stets dir heil'ge Pflicht, Weil du so werth ihm bist. Halt fest an Gott, sei fest im Glauben, Laß nichts den starken Trost dir rauben: Gott ist getreu! Gott ist getreu! Liebich. 51. meine See= le ein- zig nur dein stil= le Wil le, = Bei Der Gnade. Treue. al- lem, was mich kränkt und drückt; nichts zu meinem Schaden schickt. 2. Auch auf den allerrauhsten Wegen Führt deine Hand zur Seligkeit; Aus Trübsal kommt der ew'ge Segen Und Herrlichkeit aus kurzem Leid; Die Thränensaat muß Freude sein, Sieht's gleich der blöde Geist nicht ein. 3. Drum laß mich stille sein und hoffen, 監 al= les än- dern kann, Und was du thust, ist wohl- ge- than. So ehr' ich dich im größten Schmerz Und spreche mit Gelassenheit: Was mein Gott will, gescheh' allzeit. 5. Die Stunde wird doch endlich kommen, Wenn du mir Prüfung hast bestimmt; Dein Vaterherz steht dem noch offen, Der zu dir seine Zuflucht nimmt. Wer still in deiner Fügung ruht, Mit dem machst du es immer gut. 4. Gott, du nur kennst und wählst das Beste. O Vater, mache selbst mein Herz In dieser Ueberzeugung feste, 51 Du bist's, der Da mich vollkommnes Glück erfreut, Denn einmal führst du doch die Frommen Zur völligen Zufriedenheit, Und dann wird jedem offenbar, Daß, Gott, dein Nath der beste war. 6. Dann wird von allen meinen Plagen Der ew'ge Nußen mich erfreun, Dann wird mein Herz statt aller Klagen Voll von dem Dank und Lobe sein: Der Herr, der für mein Heil gewacht, Hat alles mit mir wohlgemacht. Diterich. 52. Luther. Mel. des 140. Psalms.( rhythm.) Wenn wir in höchsten Nö- then sein, Und wissen nicht, wo aus noch ein, Und finden we= der Hülf' noch Rath, Ob JE wir gleich sorgen früh und spat: 2. So ist dies unser Trost allein, zu dir dann rufen, treuer Gott, Um Rettung aus der Angst und Noth; Daß wir zusammen insgemein 4* 52 Gottes 3. Und heben unser Aug' und Herz Zu dir in wahrer Reu' und Schmerz, Und flehen um Begnadigung Und aller Strafen Linderung, 4. Die du verheißest gnädiglich, Herr, allen, die drum bitten dich Im Namen des Herrn Jeſu Christ, Der unser Heil und Mittler ist. 5. Drum kommen wir, Herr unser Gott, Und klagen dir all' unsre Noth, Weil wir jetzt stehn verlassen gar In großer Trübsal und Gefahr. e Von Gott will ich nicht Führt mich auf rechter mir, hier. Wesen. 6. Sieh nicht an unsre Sünden groß, Sprich uns, o Herr, aus Gnaden los, Steh' uns in unserm Elend bei, Mach' uns von allen Plagen frei. 7. Dann danken und lobsingen wir Mit freuderfülltem Herzen dir, Gehorchen deinem treuen Wort Und preisen, Herr, dich hier und dort. Paul Eber. 53. Nach Calvisius. 1597.( Urspr. rhythm.) las= sen, Denn er läßt nicht von Straßen, Da ich sonst irr te 1 Er reicht mir seine Hand: Am Abend wie am 3. Auf ihn will ich vertrauen In meiner schweren Zeit, Auf seine Hülfe bauen, Er wendet alles Leid. Morgen Will er mich wohl ver= sor schüßt das gan= ze Land. 2. Wenn Menschenhuld und Liebe Jhm sei es heimgeſtellt; In Ungunst sich verkehrt, Ist er doch treu geblieben Dem, der ihn liebt und ehrt. Er hilft in aller Noth, Er hilft von Sünd' und Schanden, Von Ketten und von Banden, Und rettet selbst vom Tod. = = gen, Er Leib, Seele, Gut und Leben Sei Gott dem Herrn gegeben, Er mach's, wie's ihm gefällt. 4. G3 fann ihm nichts gefallen, Als was uns nüßlich ist; Gut meint er's mit uns allen, Er gab uns Jesum Christ, Den eingebornen Sohn, Durch den er uns bescheret, Was unsre Seel' ernähret: Lobt ihn im Himmelsthron! Gnade. 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, Ihn, der uns alles schenkt. Wie selig ist die Stunde, In der man sein gedenkt! So braucht man recht der Zeit. Wir sollen schon auf Erden In ihm ja selig werden, Noch mehr in Ewigkeit. 6. Obgleich ich jetzt noch dulde Viel Leiden dieser Zeit, Das ich oft selbst verschulde, Naht doch die Ewigkeit, be Treue. Die, aller Freuden voll Und ohne Schrank' und Ende, Durch Christi treue Hände Mir einst sich öffnen soll. 7. Das ist des Vaters Wille, Der uns erschaffen hat. Sein Sohn giebt uns die Fülle Der Wahrheit und der Gnad'. Er giebt uns seinen Geist, Damit er uns regiere, Hinan zum Himmel führe: Hoch sei der Herr gepreist! Helmbold. 53 54. H. 2. Haßler. 1601.( Urspr. rhythm.) Be- fiehl du deine We ge Und was dein Her- ze Der al= ler treu- sten Pflege Deß, der den Him- mel = 16 Hei fränkt, Der Wol- ken, Luft und Win- den Giebt We- ge, Lauf und lenkt. 勝 Bahn, Der wird auch We- ge finden, Wo dein Fuß ge- hen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, Wenn dir's soll wohlergehn; Auf sein Werk mußt du schauen, Wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen Und mit selbsteigner Pein Läßt Gott sich gar nichts nehmen, Es muß erbeten sein. 3. Dein' ew'ge Treu' und Gnade, O Vater weiß und sieht, Was gut sei oder schade Dem sterblichen Geblüt. Und was du dann erlesen, Das treibst du, starker Held, Und bringst zu Stand' und Wesen, Was deinem Rath gefällt. 4. Weg' hast du allerwegen, An Mitteln fehlt dir's nicht; Dein Thun ist lauter Segen, Dein Gang ist lauter Licht. Dein Werk kann niemand hindern, Dein' Arbeit darf nicht ruhn, Wenn du, was deinen Kindern Ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel Hier wollten widerstehni, So wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn. Was er sich vorgenommen Und was er haben will, Das muß doch endlich kommen Zu seinem Zweck und Ziel. 54 Gottes 6. Hoff', o du arme Seele, Hoff' und sei unverzagt. Gott wird dich aus der Höhle, Da dich der Kummer plagt, Mit großen Gnaden rücken; Erwarte nur die Zeit, So wirst du schon erblicken Die Sonn' der schönsten Freud'. 7. Auf, auf, gieb Schmerze deinem Und Sorgen gute Nacht. Laß fahren, was dein Herze Betrübt und traurig macht. Bist du doch nicht Regente, Der alles führen soll; Gott sitzt im Regimente Und führet alles wohl. 8. Jhn, ihn laß thun und walten, Er ist ein weiser Fürst Und wird sich so verhalten, Daß du dich wundern wirst, Wenn er, wie ihm gebühret, Mit wunderbarem Nath Das Werk hinausgeführet, Das dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile Mit seinem Trost verziehn Und thun an seinem Theile, Als hätt' in seinem Sinn Wil= le; = le. stil Wesen. Er deiner sich begeben Und sollt'st du für und für In Angst und Nöthen schweben, Als fragt' er nichts nach dir. 10. Wird's aber sich befinden, Daß du ihm treu verbleibst, So wird er dich entbinden, Da du's am mind'sten gläubst. Er wird dein Herz erlösen Von der so schweren Last, Die du zu keinem Bösen Bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue, Du hast und trägst davon Mit Ruhm und Dankesweihe Den Sieg, die Ehrenfron'. Gott giebt dir selbst die Palmen In deine rechte Hand, Und du fingst Freudenpsalmen Dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach' End', o Herr, mach' Ende Er Mit aller unsrer Noth, Stärk' unsre Füß' und Hände Und laß bis in den Tod Uns allzeit deiner Pflege Und Treu' empfohlen sein, So gehen unsre Wege Gewiß zum Himmel ein. Paul Gerhardt. 55. = Was Gott thut, das ist wohl ge- than, Es bleibt ge- recht sein Wie er fängt mei- ne Sa- chen an, Will ich ihm hal- ten 1690. ist mein Gott, Der in der Noth Mich + wohl weiß zu er= hal- ten, Drum laß ich ihn nur wal- ten. Gnade. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Er wird mich nicht betrügen; Er führet mich auf rechter Bahn, Drum laß ich mir genügen An seiner Huld Und hab' Geduld, Er wird mein Unglück wenden, Es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohl= gethan, Er ist mein Licht, mein Leben, Der mir nichts Böses gönnen kann; Ihm will ich mich ergeben In Freud' und Leid. Es kommt die Zeit, Da öffentlich erscheinet, Wie treulich er es meinet. Mel. Valet will ich dir geben. e Ist Gott für mich, so So oft ich ruf und D mich, sich. Treue. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; 55 Muß ich den Kelch gleich schmecken, Der bitter ist nach meinem Wahn, Laß ich mich doch nicht schrecken, Weil doch zuletzt Ich werd' ergößzt Mit süßem Trost im Herzen, Da weichen alle Schmerzen. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan, 56. Wider sa= cher Rott'? H 2. Ich weiß und glaub' es feste, Ich rühm' es ohne Scheu, Daß Gott, der Höchst' und Beste, Mein Freund und Vater sei, Und daß in allen Fällen Er mir zur Rechten steh' Und dämpfe Sturm und Wellen Und was mir bringet Weh. Dabei will ich verbleiben; Es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben, So wird Gott mich Ganz väterlich In seinen Armen halten; Drum laß ich ihn nur walten. Rodigast. tre te Gleich al= les wi- der be= te, Weicht al= les hin= ter Hab' ich das Haupt zum Freunde, Und bin ge= ਛੰ 6 liebt bei Gott: Was kann mir thun der Fein de Und = 3. Der Grund, drauf ich mich gründe, Ist Christus und sein Blut; Das machet, daß ich finde Das ew'ge wahre Gut. An mir und meinem Leben Ist nichts auf dieser Erd'; Was Christus mir gegeben, Das ist der Liebe werth. 56 4. Sein Geist wohnt mir im Herzen, Regieret meinen Sinn, Vertreibt mir Sorg' und Schmerzen, Nimmt allen Kummer hin, Giebt Segen und Gedeihen Dem, was er in mir schafft, Hilft mir das Abba schreien Aus aller meiner Kraft. 5. Sein Geist spricht meinem Geiste Manch süßes Trostwort zu, Wie Gott dem Hülfe leiste, Der bei ihm suchet Nuh', Und wie er hab' erbauet Dort eine neue Stadt, Wo Aug' und Herze schauet, Was es geglaubet hat. 6. Da ist mein Theil, mein Erbe Mir prächtig zugericht't; Wenn ich gleich fall' und sterbe, Fällt doch mein Himmel nicht. Durchseufz' ich auch hienieden Mit Thränen manche Zeit, Mein Herr mit seinem Frieden Versüßet alles Leid. 6 6 E Gottes Wesen. Got= te mühst du dei= ne = 7. Mag mich die Welt verkennen, Du liebst mich ewiglich. Kein Leiden soll uns trennen, Mein Vater, dich und mich. Kein Hunger und kein Dürsten, Kein' Armuth, keine Pein, Kein Zorn der großen Fürsten Soll mir ein' Hind'rung sein. Gieb dich zu frieden und sei In ihm ruht al= ler Freu- den 8. Kein Engel, keine Freuden, Kein Thron, kein' Herrlichkeit, Kein Lieben und kein Leiden, Kein' Angst, kein Herzeleid, Was man nur kann erdenken, Es sei klein oder groß, Der keines soll mich lenken Aus deinem Arm und Schooß. 9. Mein Herze geht in Sprüngen Und kann nicht traurig sein, Ist voller Freud' und Singen, Sieht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, Ist mein Herr Jesus Christ; Das, was mich singen machet, Ist, was im Himmel ist. Paul Gerhardt. deines Le= bens! dich ver- ge= bens. Sonne, Scheint täglich Won- ne: Gieb dich zu- frie Er = den! C. Reinthaler. 1873. stil= le Fül- le, In dem Ohn' ihn ist dein Quell und hell zu dei ner Gnade. 2. Wenn gar kein Einz'ger mehr auf Erden, Dessen Treue du darfst trauen, Alsdann will er dein Treuster werden Und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heimlich Grämen, Auch weiß er Zeit, dir's zu benehmen: Gieb dich zufrieden! 3. Er hört die Seufzer deiner Seelen Und des Herzens stilles Klagen; Und was du keinem darfst erzählen Magst du Gott gar kühnlich sagen. Er ist nicht fern, steht in der Mitten, Hört bald und gern der Armen Bitten; Gieb dich zufrieden! 4. Was sorgst du für dein armes Leben, Wie du's halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, Wird auch Unterhalt bescheren; Er hat ein' Hand voll aller Gaben, Davon sich Meer und Erde laben: Gieb dich zufrieden! 5. Sprich nicht: wohin mein Aug' sich kehre, Seh' ich Mangel, der mich quälet! Denn das ist Gottes größte Ehre: Helfen, wenn's an allem fehlet. Wenn ich und du ihn nicht mehr spüren, Treue. Wird sie dennoch endlich kommen, Macht dir das Harren angst und bange, Glaube mir, es ist dein Frommen! Was langsam naht, faßt man gewiffer, Und was verzeucht, ist desto süßer. Gieb dich zufrieden! F meine See= le drückt seiner Last ge= bückt: 7. Nimm's nicht zu Herzen, was die Rotten Deiner Feinde von dir dichten, Laß sie nur immer weidlich spotten: Gott wird's hören und recht richten. Ist Gott dein Freund und deiner Sachen, Was kann dein Feind, der Mensch, groß machen? 57 Gieb dich zufrieden! 8. Es ist ein Ruhetag vorhanden, Da der Herr uns wird erlösen; Er wird uns reißen aus den Banden Dieses Leibs und allem Bösen, Erwird einmal das Stündleinſenden, Da alle Noth und Qual sich enden: Gieb dich zufrieden! 9. Er wird uns bringen zu den Schaaren Will er am seligsten uns führen: Gieb dich zufrieden! 6. Säumt gleich die Hülfe etwas Gieb dich zufrieden! lange, 58. Mel. Odu Liebe meiner Liebe. Der Erwählten und Getreuen; Die hier mit Frieden abgefahren, Werden sich auch droben freuen, Wo sie den Grund, der nicht fann brechen, Den ew'gen Mund selbst hören sprechen: Paul Gerhardt. C nen Täglich Was von außen und von in Und hält Herz, Gemüth und Sin nen Un ter = = = In dem al- len 1698. ist dein 58 Gottes Wesen. Wil= le, Gott, der al= ler Un- ruh wehrt, Und mein Herz hält in der Stil- le, Bis es 2. Denn du bist mein Fels auf Erden, Da ich still und sicher leb'; Deine Hülfe muß mir werden, So ich mich dir übergeb'. Dein Schuß ist mein Truß alleine Gegen Sünde, Noth und Tod; Denn mein Leiden ist das deine, Weil ich dein bin, o mein Gott! 3. Auf dich harr' ich, wenn das Leiden Nicht so bald zum Ende eilt; Dich und mich kann's nimmer scheiden, Wenn's gleich noch so lang' verweilt. Und auch dies mein gläubig Hoffen Hab' ich nur allein von dir; Durch dich steht mein Herz dir offen, Daß du solches schaffst in mir. 4. Bei dir ist mein Heil und Ehre, Meine starke Zuversicht; Willst du, daß die Noth sich mehre, Weiß ich doch, du läßt mich nicht. Denfet mich der Feind zu fällen Und zu treten unter sich, Will ich auf den Fels mich stellen, Der erhält und schirmet mich. 5. Liebe Seelen, traut beständig Eurem ewig treuen Hort: Er ist Gott und ist lebendig, dei- ne Hülf' er= fährt. Ist euch nah an jedem Ort; Wann und wo euch Hülfe nöthig, Da klopft an, er ist zu Haus, Kommt und ist zur Hülf' erbötig; Schütt't das Herz nur vor ihm auß! 6. Auf dich, mein Gott, bau' ich feſte, Geh' in aller Stille hin; Denn zuletzt kommt doch das Beste, Und das End' ist mein Gewinn. Deine Allmacht hilft mir tragen, Deine Lieb' versüßet mir Alles Bittre, alle Plagen; Darum bin ich still zu dir. 7. Laß es nur, o Seele, gehen, Wie es geht und sorge nicht; Endlich wirst du dennoch sehen, Daß Gott übt ein recht Gericht. Jezzo ist er deine Stärke, Daß dir gar nichts schaden kann, Dort vergilt er alle Werke, So ein Jeder hat gethan. 8. Breit', o Herr, doch deine Güte Ueber mich, nimm mich in dich, So wird hinfort mein Gemüthe Stille bleiben ewiglich. Werde alles und in allen: Gieb uns, daß wir dir allein Allzeit trachten zu gefallen; So wird alles stille sein! A. H. Francke. 59. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 16 E.. Der Herr ist mein ge treu- er Hirt, Dem ich mich ganz verZur Beid' er mich, sein Schäflein, führt Auf schöner grü- ner = Geistlich zuerst 1535.( Urspr. rhythm.) & trau- e; Au= e. 6 Gnade. Treue. 2. Er führet mich auf rechter Bahn Von seines Namens wegen; Obgleich viel Trübsal dringt heran, Auf Todes finstern Stegen: So grauet mir doch nichts dafür, Mein treuer Hirt ist stets bei mir, Mich tröst't sein Stab und Stecken. 3. Er speiset mich mit Himmelsbrod, 瞄 Mel. Was Gott thut, das ist. baut- en, trau= en. and als Zum frischen Was- ser führt er mich, mein'Seel' zu £ la= ben kräftig- lich Durchs sel'- ge Wort der Gna- den. # F MIDUG mich in mei- nen Tagen 2. Er sah von aller Ewigkeit, Wie viel mir nüßen würde, Bestimmte meine Lebenszeit, Mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, Der zu des Glaubens Ehre 59 60. Er salbet meine Seele, Wenn mich umgiebt viel Angst und Noth, Auf Gott, und nicht auf mei- nen Rath, Will ich mein Glück stets Und dem, der mich erschaffen hat, Mit gan- zer See- le Mit seinem Freudenöle. Sein' Güte und Barmherzigkeit Läßt er mir folgen allezeit: In seinem Haus ich bleibe. Cornelius Becker. Er, der die Welt Allmächtig hält, Wird 1690. Nicht, was ich mir ersehe, Sein Wille, der geschehe! Als Gott und Va= ter tra- gen. Mir gnädig, eh' ich's bat, gewährt, Wenn's seine Weisheit litte. Er sorgt für mich Stets väterlich. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück Weit schwerer oft zu tragen, Nicht zu besiegen wäre? 3. Gott fennet, was mein Herz Als selbst das widrige Geschick, begehrt, Bei dessen Last wir klagen? Die größte Noth Und hätte, was ich bitte, 60 Hebt doch der Tod, Und Ehre, Glück und Habe Verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, Gottes Wesen. Läßt Gott es keinem fehlen. Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht Sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath Vor Augen hat, If the Gott die Sei- nen, Dem wird ein gut Gewissen Die Trübsal auch versüßen. 61. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ist's überwunden! Hofft auf den Herrn, Er hilft uns gern! Seid fröhlich ihr Gerechten: Der Herr hilft seinen Knechten. Gellert. Sollt' es gleich bis wei len scheinen, Als ver- lie- ße : : Gott hilft endlich 2. Hülfe, die er aufgeschoben, Hat er drum nicht aufgehoben, Hilft er nicht zu jeder Frist, Hilft er doch, wenn's nöthig ist. 3. Gleich wie Väter nicht bald geben, O so glaub' und weiß ich dies: Wonach ihre Kinder streben, So hält Gott auch Maß und Ziel: Er giebt, wem und wann er will. 4. Seiner kann ich mich getrösten, Wenn die Noth am allergrößten; Er ist gegen mich, sein Kind, Mehr als väterlich gesinnt. noch ge= wiß. Nürnberg. 1731. 62. 5. Mögen mich die Menschen fränken Und auf mein Verderben denken, Sind sie mir ohn' Ursach feind; Gott im Himmel ist mein Freund. 6. Laß die Welt nur immer neiden: Will sie mich nicht länger leiden, Ei, so frag' ich nichts danach, Gott ist Richter meiner Sach'. 7. Ach Herr, wenn ich dich nur habe, Gerne miss' ich andre Labe; Legt man mich gleich in das Grab, Ach Herr, wenn ich dich nur hab'! Ticke. Mel. Aus meines Herzens Grunde. e Gott, der an al= len En= den Viel große Wun- der Du bist's, in des= sen Hän- den Mein ganzes Schick- sal ( Urspr. rhythm. n. Schein.) 1598. 非 thut, ruht; 47 11 6 &- wig = Gnade. Treue. Ta- ge, mein Glück und mei- ne Pla ge Be- stimmt von = feit. 2. Eh' ich das Licht erblickte Und deine Huld verstand, Da schon, o Gott, beglückte Mich deine Vaterhand. Mein Lob ist zu gering, Das Gute zu erheben, Was ich in meinem Leben, Herr, von dir empfing. 3. Drückt mich auf meinen Wegen Gleich manche Last und Müh', So führt sie doch zum Segen, Und du erleichterst sie. Du bleibst erbarmungsvoll, Willst liebreich deinen Kindern Des Lebens Noth vermindern Und fördern gern ihr Wohl. Für diese Prü- fungs- zeit Hast du, Herr mei- ner Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. ge= hen, ste- hen. 61 3. Dies war in meinem Leben Mir immer Trost und Licht, Und hat mir Kraft gegeben Und frohe Zuversicht. Wenn ich bekümmert war, So seufzt' ich und war stille, Und dann entriß dein Wille Mich immer der Gefahr. 5. Dein Name sei gepriesen, Du Retter aus Gefahr, Du hast dich mir erwiesen So herrlich immerdar. Mit Freuden will ich dir Des Dankes Opfer bringen Und deiner Güte singen Von Herzen für und für! Gräfin v. Gersdorf. 63. Gott, deine Gü te reicht so weit, So weit die Wol- ken Du frönst uns mit Barm- her- zig-keit Und eilst uns bei- zu# Herr, mei- ne Burg, mein Fels, mein Hort, Vernimm mein £ Flehn, merk' auf mein Wort, Denn ich will vor dir E be= ten. 62 Gottes Wesen. 2. Jch bitte nicht um Ueberfluß Und Schätze dieser Erden; Laß mir, so viel ich haben muß, Nach deiner Gnade werden, Gieb mir nur Weisheit und Verstand, Dich Gott, und den, den du gesandt, Und mich selbst zu erkennen. 3. Jch bitte nicht um Ehr und Ruhm, So sehr sie Menschen rühren; Des guten Namens Eigenthum Laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, Der Ruhm vor deinem Angesicht Und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt' ich dich, Herr Zebaoth, Auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demuth, Muth in Noth, Das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit, Laß du mich nur Barmherzigkeit Vor dir im Tode finden. Gellert. n. Fischer.( Erfurt.) Mel. Auferstehn, ja auferstehn. E H Ja für wahr! uns führt mit sanfter Hand Ein Hirt durchs 64. Mel. Von Gott will ich. Pilger- land Der dunk- len Er- flei= ne Heer de. 2. Wenn im Dunkel auch sein Häuflein irrt: Er wacht, der treue Hirt, Und läßt den Seinen Ein freundlich Sternlein scheinen. Hallelujah! 3. Sicher leitet aus des Todes Graun Er uns auf grüne Au'n, Aus Sturm und Wellen Zur Kühlung leiſer Quellen. Hallelujah! de, Uns, sei- ne Hal- le- lu- jah! 4. Freundlich blickt sein Aug' auf uns herab; Sein sanfter Hirtenstab Bringt Trost und Friede; Er wachet sich nicht müde. Hallelujah! 5. Ja fürwahr! er ist getreu und gut. Auch unsre Heimat ruht In seinen Armen. Sein Name ist Erbarmen. Hallelujah! Krummacher. 65. Nach Calvisius. 1597.( Urspr. rhythm.) E Was willst du dich be= trü- ben, meine lie= be Woll' den nur herzlich lie= ben, Der heißt Jm- ma- nu Seel'? el. Ï ma= Gnade. Treue. Ver- trau' dich ihm al= lein, Er wird gut al= les dir's wird ſe= lig sein. chen Und fördern dei= ne Sachen, Wie 2. Denn Gott verlässet keinen, Der sich auf ihn verläßt, Er bleibt getreu den Seinen, Die ihm vertrauen feſt. Dünft dir's gleich wunderlich, So laß dir doch nicht grauen, Mit Freuden wirst du schauen, Wie Gott wird retten dich. 3. Auf ihn magst du es wagen Getrost mit frischem Muth, Mit ihm wirst du erjagen, Was dir ist nüß und gut. cJ. Mel. Aus meines Herzens Grunde. fe Was Gott beschlossen hat, Das kann niemand verhindern Aus allen Menschenkindern, Es geht nach seinem Nath. 4. Drum ich mich ihm ergebe, Ihm sei es heimgeſtellt! Nach nichts mehr sonst ich strebe, Denn nur was ihm gefällt. Sein Will' ist mein Begier, Der ist und bleibt der beſte; Das glaub' ich stät und feste. Wohl dem, der glaubt mit mir! Johann Heermann. едды 2. Fest- Lieder. 63 Advent. Weihnachten. 66. ( Urspr. rhythm. n. Schein.) 1598. Mit Ernst, o Men- schen- kin- der, Das Herz in euch beDamit das Heil der Sün- der, Der wun- der- star- fe = 64 stellt, Held, 6 feh- re ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig Den Weg dem großen Gaſt, Macht seine Steige richtig, Laßt alles, was er haßt. Die Thäler füllet aus, Erniedriget die Höhen, Und laßt ihm offen stehen Ein jedes Herz und Haus. 3. Ein Herz, das Demuth übet, Bei Gott am höchsten ſteht; Ein Herz, das Hochmuth liebet, Mit Angst zu Grunde geht. Mel. Valet will ich dir geben. 圈 € Le ben Versprochen hat zu # Den Gott aus Gnad' al- lein Der Welt zum Licht und dir? Zier! Fest- Lieder. Q dich er= Fa= ckel an, Wie soll ich dich em= pfan- gen? Und wie be- gegn' ich aller Welt Ver- lan- gen, O meiner See- le ge= ben, Bei euch auch Ein Herz, das richtig ist Und folget Gottes Leiten, Das kann sich recht bereiten, Zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach, mache du mich Armen Zu dieser heil'gen Zeit Aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit. Zeuch in mein Herz hinein, Mach' es zu deiner Krippe, So werden Herz und Lippe Dir allzeit dankbar sein. 67. gö- ßen kann. Je su, Je su, zün- de = = Thilo. Mir selbst die Auf daß mein Herz er grün- de, Was I Advent. 2. Dein Zion streut dir Palmen Und grüne Zweige hin, Und ich will dir in Psalmen Ermuntern meinen Sinn. Es soll mein Herz dir grünen In stetem Lob und Preis, Und deinem Namen dienen, So gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlassen Zu meinem Trost und Freud', Als Leib und Seele saßen In ihrem größten Leid? Als mir das Reich genommen, Da Fried' und Freude lacht, Da bist, mein Heil, du kommen Und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden, Du kommst und machst mich los; Ich stand in Spott und Schanden, Du kommst und machst mich groß, Und hebst mich hoch zu Ehren, Und schenkst mir großes Gut, Das sich nicht läßt verzehren, Wie Erdenreichthum thut. Weihnachten. Zu mir vom Himmelszelt, Als das geliebte Lieben, Womit du alle Welt In ihren tausend Plagen Und großer Jammerlast, Die kein Mund kann aussagen, So fest umfangen hast. 6. Das schreibt in eure Herzen, Drückt euch die Last so schwer, Jhr, denen Gram und Schmerzen Sich häufen mehr und mehr; Mel. Aus meines Herzens Grunde. Seid unverzagt, ihr habet Die Hülfe vor der Thür: Der eure Herzen labet Und tröstet, steht allhier! 7. Jhr dürft euch nicht bemühen Noch sorgen Tag und Nacht, Wie ihr ihn wollet ziehen Mit eures Armes Macht. Er kommt, er kommt mit Willen, Ist voller Lieb' und Lust, All' Angst und Noth zu stillen, Die ihm an euch bewußt. 5. Nichts, nichts hat dich ge- In einem Augenblick. trieben 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken Vor eurer Sündenschuld; Nein, Jesus will sie decken Mit seiner Lieb' und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern Zum Trost und wahren Heil, Schafft, daß bei Gottes Kindern Verbleib' ihr Erb' und Theil. Der Feind' und ihrer Tück'? Ihr Herr wird sie zerstreuen 65 9. Was fragt ihr nach dem Schreien Er kommt, er kommt, ein König, Dem wahrlich Macht und List Der Feinde viel zu wenig Zum Widerstande iſt. 68. 10. Er kommt zum Weltgerichte, Zum Fluch dem, der ihm flucht, Mit Gnad' und süßem Lichte Dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne, Und leit' uns allzumal Zum Licht der ew'gen Wonne In deinen Freudensaal. Paul Gerhardt. ( Urspr. rhythm. n. Schein.) 1598. Nun jauchzet all', ihr From- men, In dieser Gna- den- zeit, Weil unser Heil ist kom- men, Der Herr der Herr- lich- keit, 5 11 66 Fest- Lieder.eddi Zwar oh- ne stol- ze Pracht, Doch mäch- tig, zu ver= hee= ren Und gänz- lich zu zer= stö- ren Des Teu- fels Reich und macht. 2. Er kommt zu uns geritten Auf einem Efelein, Und stellt sich in die Mitten Für uns zum Opfer ein; Er bringt kein zeitlich Gut, Er will allein erwerben Durch seinen Tod und Sterben, Was ewig währen thut. Die zu dem Himmel führt; Sonst, wo ihr ihn verachtet Und nur nach Hoheit trachtet, Des Höchsten Zorn euch rührt. 5. Ihr Armen und Elenden In dieser bösen Zeit, Die ihr an allen Enden Müßt haben Angst und Leid, Seid dennoch wohlgemuth! Laßt eure Lieder klingen, Und lobet Gott mit Singen; Der ist eu'r höchstes Gut. 3. Kein Scepter, keine Krone Sucht er auf dieser Welt; Im hohen Himmelsthrone Ist ihm sein Reich bestellt. Er will hie seine Macht Und Majestät verhüllen, Bis er des Vaters Willen Gehorsam hat vollbracht. 4. Ihr mächtigen auf Erden, Nehmt diesen König an; Soll euch gerathen werden, So geht die rechte Bahn, fc.. 6. Er wird nun bald erscheinen In seiner Herrlichkeit, Und all eu'r Klag' und Weinen Verwandelen in Freud'. Er ist, der helfen kann: Halt't eure Lampen fertig Und seid stets sein gewärtig, Er ist schon auf der Bahn. Schirmer. 69. C. Reinthaler. 1872. Ap Dein König kommt in nie- dern Hül- len, Sanft- mü- thig, Î auf der Ef'- lin Fül- len; Em- pfang' ihn froh, Je- ru- salem! Trag ihm ent- ge- gen Frie- dens- pal- men, Be- streu' den Advent. Weihnachten. 1 Pfad mit grünen Hal- men, So ist's dem Her- ren an- ge= nehm. 2. O mächt'ger Herrscher ohne Heere, Du kommst, auf den empörten Triften Des Lebens neuen Bund zu stiften, Und schlägst in Fessel Sünd' und Tod. 5. O Herr von großer Huld und Treue, O komme du auch jetzt aufs neue Zu uns, die wir sind schwer verstört! Noth ist es, daß du selbst hienieden Kommst, zu erneuen deinen Frieden, Dagegen sich die Welt empört. 6. laß dein Licht auf Erden fiegen, 地 Die Macht der Finsterniß erliegen Und lösch' der Zwietracht Glimmen aus, Der Welt hinaus und macht dir Bahn. 4. Und wo du kommest hergezogen, Daß wir, die Völker und die Thronen, Da ebnen sich des Meeres Wogen, Vereint als Brüder wieder wohnen, Es schweigt der Sturm, von dir In deines großen Vaters Haus. bedroht. Rückert. Gewalt'ger Kämpfer ohne Speere, O Friedensfürst von großer Macht! Es wollen dir der Erde Herren Den Weg zu deinem Throne sperren; Doch du gewinnst ihn ohne Schlacht. 3. Dein Reich ist nicht von dieser Erden, Doch aller Erden Reiche werden Dem, das du gründest, unterthan. Bewaffnet mit des Glaubens Worten, Zieht deine Schaar nach den vier Orten 67 Mel. Ach was soll ich. C Kommst du, kommst du, Licht der Heiden? Ja du kommst und Joh. Flittner. 1661. Steht dir offen, komm zu mir. 2. Ja, du bist bereits zugegen, Du Weltheiland, Gottes Sohn! Meine Seel' empfindet schon Deinen gnadenvollen Segen, säu- mest nicht, Weil du weißt, was uns ge= bricht. O du be starker Trost im Leiden! Je- su, meines Her- zens Thür Deines Geistes Wunderkraft, Welche neue Herzen schafft. 3. Adle mich durch deine Liebe, Jesu, nimm mein Flehen hin, 68 Schaffe, daß mein Geist und Sinn Sich in deinem Lieben übe; Sonst zu lieben dich, mein Licht, Steht in meinen Kräften nicht. Fest- Lieder.ed 4. Jesu, rege mein Gemüthe, Jesu, öffne mir den Mund, Daß ich dich von Herzensgrund Innig preise für die Güte, an! mann. Die du mir, o Seelengast, Lebenslang erwiesen hast. 5. Laß durch deines Geistes Gaben, Liebe, Glauben und Geduld, Durch Bereuung meiner Schuld Mich mit dir Gemeinschaft haben; Dann so will ich singen dir Hosianna für und für. Homburg. ( Urspr. rhythm. n. Schein.) 1598. 71. Mel. Aus meines Herzens Grunde. C Auf, auf, ihr Reichs- ge= nos sen, Eu'r König kommt herEmpfahet un verdros= sen Den großen Wun- derIhr Chri- sten, geht her- für; Laßt uns vor al- len ger Be= gier. 2. Auf, ihr betrübten Herzen, Der König ist gar nah'; Hinweg all' Angst und Schmerzen, Der Helfer ist schon da. Seht, wie so mancher Ort Hochtröstlich ist zu nennen, Da wir ihn finden können, In Nachtmahl, Tauf' und Wort. 3. Auf, auf, ihr Vielgeplagten, Der König ist nicht fern. Seid fröhlich ihr Verzagten, Dort kommt der Morgenstern. Der Herr will in der Noth Mit reichem Trost euch speisen, Er will euch Hülf' erweisen, Ja, dämpfen gar den Tod. Dingen Ihm Ho- si= an- na sin gen Mit Hei- lie 12 I 4. Frisch auf, ihr Hochbetrübten, Der König kommt mit Macht! An uns, die Herzgeliebten, Hat er schon längst gedacht. Nun wird nicht Ängst noch Pein, Noch Tod hinfort uns schaden, Dieweil uns Gott aus Gnaden Läßt seine Kinder sein. 5. So lauft mit schnellen Schritten, Den König selbst zu sehn, Dieweil er kommt geritten Stark, herrlich, sanft und schön. O tretet all' heran, Den Heiland zu begrüßen, Der alles Leid versüßen Und uns erlösen kann. Advent. Weihnachten. 6. Nun Herr, du giebst uns Drum woll'n wir all in ein reichlich, Die Stimmen hoch erschwingen, Ein Hosianna singen Und ewig dankbar sein. Wirst selber arm und schwach, Du liebest unvergleichlich, Du gehst den Sündern nach. Mel. Vom Himmel hoch. be Wir singen 16 72. 4. Ach, daß der Herr aus Zion käm' Und unsre Bande von uns nähm'! Ach, daß die Hülfe bräch' herein, Wie würden wir da fröhlich sein! Mel. Vom Himmel hoch. 5. Nun, du bist hier, da liegest du, Hälst in der Krippe deine Ruh', Bist klein und machst doch alles groß, Bekleid'st die Welt und kommst doch bloß. dir, Im- ma- nu & stern, Du Got= tes= sohn, Herr al= ler 2. Wir singen dir mit deinem Heer 6. Bin ich Aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr', Daß du, o langgewünschter Gast, Dich nunmehr eingestellet hast. 3.Von Anfang, da die Welt gemacht, Hat manches Herz nach dir gewacht, Dich hat gehofft so lange Jahr' Der Väter und Propheten Schaar: E Schaut, welch ein I Nacht wird hell und #I fürst und Gna- den= quell, Du Him- mels- blum' und Mor- gen= 69 73. Rift. Dr. M. Luther. el, Du LebensHerrn. gleich Sünd' und Schwachheit voll, Hab' ich gelebt nicht wie ich soll, Ei, kommst du doch deswegen her, Daß sich der Sünder zu dir kehr'. 7. So faff' ich dich nun ohne Scheu, Wun- der stellt sich Du machst mich alles Jammers frei, Du trägst den Zorn, besiegst den Tod, Verkehrst in Freud' all Angst und Noth. 8. Du bist mein Haupt, mein Heil, mein Ruhm, Ich bin dein Glied, dein Eigenthum, Und will, so viel dein Geist mir giebt, Stets dienen dir, wie dir's beliebt. Paul Gerhardt. Dr. M. Luther. dar! Die schwar- ze klar; Ein großes Licht bricht dort her 70 ein, Ihm wei- chet 2. O Gütigkeit! was lange Jahr Sich hat der frommen Väter Schaar Gewünscht und sehnlich oft begehrt, Deß werden wir von Gott gewährt. 3. Dies ist die rechte Freudenzeit, Weg, Trauern, weg! weg alles Leid! Troß dem, der ferner uns verhöhnt! Gott selbst ist Mensch, wir sind verföhnt. ns10 Fest- Lieder. 4. Es hat mit uns nun keine Noth, Weil alle Sünde, Höll' und Tod Zu Spott und Schanden sind gemacht In dieser großen Wundernacht. 5. O felig, selig alle Welt, 6 al= ler Ster= ne Schein. Mel. Lobe den Herren, den mächtigen. & bo= fo 74. 4-0 CH- re sei Gott in der Hö- he! Der Herr ist geH ren. Las- set uns sin- gen, ihr Brü- der! uns hat er erDie sich an dieses Kindlein hält! Wohl dem, der dieses recht erkennt Und gläubig seinen Heiland nennt. 6. Es danke Gott, wer danken kann, Der unser sich so hoch nimmt an Und sendet aus des Himmels Thron Uns Sündern seinen ein'gen Sohn. 7. Drum stimmt an mit der Engel Heer: Gott in der Höhe nun sei Ehr', Auf Erden Frieden jederzeit, Den Menschen Wonn' und Fröhlichkeit. Paul Gerhardt. - ren, Hier schon uns -0 sein, Sei- ner Er= barmung zu freun. Uns ist der Hei- land ge= bo= ren! 2. Dunkel bedeckte den Erdkreis; in Finsterniß irrten Völker umher, wie die Heerden verlassen von Hirten: Jesus erschien, Nächte verschwanden durch ihn, Welche die Geister verwirrten. 3. Kinder des Gottes der Liebe, berufen zum Frieden, Hatte die Sünde von Gott, von einander geschieden: Jesus erschien, Frieden gab Gott uns durch ihn, Frieden des Himmels hienieden. 4. Gnade und Wahrheit entkeimten des Göttlichen Tritten; Trost und Erquickung trug er in der Weinenden Hütten: Advent. Er selbst, ihr Freund, Hatte gleich ihnen geweint, Selber gleich ihnen gelitten! 5. Ehre sei Gott in der Höhe! ein ewiges Leben Hat er, des Vaters Geliebter, uns allen gegeben: Bis in das Grab Weihnachten. Stieg er vom Himmel herab, Uns in den Himmel zu heben. 6. Seliges Anschaun, wenn dort Ihn mit den Schaaren Vollendeter meinen Netter ich sehe, ewig erhöhe! Danket schon hier, Singet, ihr Brüder, mit mir: Ehre sei Gott in der Höhe! Niemeyer. 75. Mel. Wer nur den lieben Gott.( Neue Mel.) .. E 16 Dies ist die Nacht, da mir er= schie= nen Des großen Das Kind, dem alle Engel die nen, Bringt Licht in 2 Got- tes Freund- lich feit: meine Dun- fel= heit. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, Versäume nicht den Gnadenschein. Der Glanz in dieser kleinen Höhle Dringt bald in alle Welt hinein; Er treibet weg der Hölle Macht, Der Sünden und des Todes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen Das Licht der flaren Seligkeit. Wenn Sonne, Mond und Stern' vergehen, Vielleicht gar bald in kurzer Zeit, Wird dieses Licht in seinem Schein Dein Himmel und dein alles sein. 4. Laß nur indessen helle scheinen Mel. Vom Himmel hoch. 11 Him- mels- licht Weicht al= ler Him- mel Son- nen nicht. Dein Glaubens- und dein Lebenslicht. Mit Gott mußt du es treulich meinen, Sonst hilft dir diese Sonne nicht. Willst du genießen diesen Schein, So darfst du nicht mehr dunkel sein. 5. Drum Jesu, schöne Weihnachtssonne, Bestrahle mich mit deiner Gunst. Dein Licht sei meine Weihnachtswonne, Und lehre mich die Weihnachtskunst, Wie ich im Lichte wandeln soll, Und sei des Weihnachtsglanzes voll. 76. 71 Und die ses Welt- und Univ.- Bibl. Giessen Nachtenhöfer. Dr. M. Luther. Dies ist der Tag, den Gott ge= macht, Sein werd' in 72 al= ler Welt ge= î Fest- Lieder. 6 dacht, Ihn preise, was durch Je- sum Christ Im Him- mel 2. Die Väter haben dein geharrt, Bis daß die Zeit erfüllet ward, Da sandte Gott von seinem Thron Das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, So steht mein Geist vor Ehrfurcht still; Er betet an, und er ermißt, Daß Gottes Lieb' unendlich ist. 4. Damit der Sünder Guad' erhält, Erniedrigst du dich, Herr der Welt, Nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, und auf Er= den iſt. Erscheinst im Fleisch, wirst unser Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir, Er spricht: im Buche steht von mir, Gott, deinen Willen thu' ich gern. Gelobt sei, der da kommt im Herrn! 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedensfürst, Auf den die Väter hoffend sahn, Dich, meinen Heiland, bet' ich an. 7. Du unser Heil und höchstes Gut, Vereinest dich mit Fleisch und Blut, Wirst unser Freund und Bruder hier, Und Gottes Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Majestät, Du bist es, der das Herz erhöht! Gedanke voller Seligkeit, Du bist es, der das Herz erfreut! 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt; Ein Mittler ist's, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schützt, Der in des Vaters Schooße sißt. 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, Den Tag der heiligsten Geburt! Und Erde, die ihn heute sieht, Sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied. 11. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, Sein werd' in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ Im Himmel und auf Erden ist. Gellert. Macht hoch die Thür, die Tho- re weit, Es kommt der Herr der Herrlichkeit, Ein König al= ler Königreich', Ein 監 Advent. Weihnachten. Hei- land aller Welt zugleich, Der Heil und Le= ben mit sich bringt. Des- hal- ben jauchzt, mit Freu- den singt: Gelo- bet sei mein Gott, Mein Schö- pfer reich von Rath. 2. Er ist gerecht, ein Helfer werth, Eu'r Herz zum Tempel zubereit't, Sanftmüthigkeit ist sein Gefährt', Den Palmzweig der Gottseligkeit Sein' Königskron' ist Heiligkeit, Steckt auf mit Andacht, Lust und Sein Scepter ist Barmherzigkeit; Freud'; All' unsre Noth zum End' er bringt, Deshalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, Mein Heiland, groß von That. 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, So kommt der König auch zu euch, Ja, Heil und Leben mit zugleich. Gelobet sei mein Gott, Voll Rath, voll That, voll Gnad'. 5. Komm, o mein Heiland, Jesu Christ, Die diesen König bei sich hat! Wohl allen Herzen insgemein, Da dieser König ziehet ein. Er ist die rechte Freudensonn', Bringt mit sich lauter Freud' und Wonn'. 73 Gelobet sei mein Gott, Mein Tröster früh und spat. 4. Macht hoch die Thür, die Thore weit! Mel. Lobt Gott, ihr Christen. be Des Herzens Thür dir offen ist. Ach, zeuch mit deiner Gnade ein, Dein Freundlichkeit auch uns erschein', Dein heil'ger Geist uns führ' und leit' Den Weg zur ew'gen Seligkeit, Und deinem Namen, Herr, Sei ewig Preis und Ehr'! Weissel. 78. Er kommt, er kommt, der star= ke Held, Voll gött- lich ho- her Macht. Sein Arm zer- streut, sein Blick er hellt Des = 1 Todes dunk- le Nacht. 74 Fest- Lieder. 2. Wer kommt, wer kommt, wer An deiner Krippe schalle dir ist der Held, Der Erde Lobgesang. 4. Wenn wir einst auf des Himmels Thron Voll göttlich hoher Macht? Messias ist's, lobsinge Welt! Dir wird dein Heil gebracht. 3. Dir, Menschgeborner, bringen wir Anbetung, Preis und Dank. Mel. Vom Himmel hoch. 16 6 79. C Em- por zu Gott, mein Lob- ge= sang! Er, dem das 6 da! Lob- sin- get ihm! 2. Vom Himmel kam in dunkler Nacht, In Herrlichkeit dich sehn, Soll unser Lob, o Gottessohn, Dich würdiger erhöhn. Schiebeler. Der uns das Lebenslicht gebracht; Nun leuchtet uns ein milder Strahl, Wie Mergenroth im dunkeln Thal. 3. Er kam, des Vaters Ebenbild, Von schlichtem Pilgerkleid umhüllt, Und führet uns mit sanfter Hand, Ein treuer Hirt, ins Vaterland. 4. Er, der jetzt bei dem Vater thront, Hat unter uns, ein Mensch, gewohnt, Lied der Engel flang, Der hohe Freuden= tag ist 3 4 Mel. Lobe den Herren, den mächtigen. 16 Dr. M. Luther. B SO. Halle- lu= jah! Damit auch wir ihm werden gleich Auf Erden und im Himmelreich. 5. Einst führet er zur Himmelsbahn Uns, seine Brüder, auch hinan Und wandelt unser Pilgerkleid In Sternenglanz und Herrlichkeit. 6. Empor zu Gott, mein Lob: Er, dem der Engel Lied erklang, gesang! Der hohe Freudentag ist da! Ihr Christen singt: Hallelujah! Krummacher. König der Könige, sei uns im Stau- be willkom= men! Nicht bei den En- geln er- schei- nest du, nicht bei den Advent. Weihnachten. From men; Sün- der sind's nur, Wo du auf niedriger Spur Huld- reich den Einzug genom= men. $ 150 2. Seliger Anblick: wie mild auf den irdischen Auen Läßt der Beherrscher der himmlischen Heere sich schauen! Seht, er empfäht Liebevoll Gruß und Gebet Aller, die kindlich ihm trauen! 3. Komm zu den Deinen, o Herr, die dich innig begehren! Feinde noch triffst du genug, die das Herz uns beschweren, Aber dein Blick Scheucht sie allmächtig zurück! Hilf uns, du König der Ehren! 4. Hebe dein Antlitz auf deine versöhnte Gemeinde! Treibe hinweg die Verblendung, vernichte die Feinde, Mel. Nun ruhen alle Wälder. & & 75 81. Na- me, Bis wir befreit, Ganz dir zum Dienste bereit, Unserm Erlöser und Freunde! 5. Pflanze die Palmen des Glaubens im Grunde der Seelen, Wo mit den Blüthen sich reifende Früchte vermählen; Frieden und Ruh', Siegende Hoffnung dazu Laß dem Gemüthe nicht fehlen! 6. Komm! Hosianna!- So tönt dir's von Orten zu Orten! Komm! Hosianna!- Begrüß' uns mit gnädigen Worten! Dort nach dem Lauf Thu' uns in Herrlichkeit auf, Jesu, die himmlischen Pforten! Knapp. Geistl. zuerst Nürnberg 1539.( rhythm.) ele Wie lieb- lich klingt's den Oh- ren, Daß du bist Mensch ge12 bo= - ren Und mein Erlöser bist! Wie lieb- lich, wie entJ zü- ckend, Wie se= lig, wie er= qui- ckend Ist doch dein Jesus Christ! 76 e 2. Wie groß ist deine Stärke, Wie herrlich deine Werke, Wie heilig ist dein Wort! Wie ist dein Tod so tröstlich, Wie seine Frucht so köstlich, Mein Fels des Heils, mein Lebenshort! 3. Wie reich sind deine Gaben! Wie hoch bist du erhaben Auf deinem Königsthron! Es singen, jauchzen, dienen Dir alle Seraphinen, Sohn Gottes und des Menschen Sohn. 4. Wie bist du von den Banden Des Todes auferstanden, Wie hat dein Arm gesiegt! Dir hat des Himmels Leben, Dir Gott das Reich gegeben, Bis alles dir zu Füßen liegt. 5. Wie süß ist deine Lehre, Wie groß ist deine Ehre, Fest- Lieder. Mel. O Jesu Christ, dein Kripplein ist. C Licht er= 82. Bringt frohen Dank Und # 1 Herrn, der uns zum Heile ward ge 2. Welch eine Nacht! Wie herrschest du allein! Wer wollte nicht, o König, In Ehrfurcht unterthänig Und gern in deiner Gnade sein! 6. Erweitert Thor und Thüren, Laßt Ehrenpforten zieren, Empfangt ihn in der Welt; Geht jauchzend ihm entgegen, Dieweil zu eurem Segen Der Ehrenkönig Einzug hält. 7. Wer ist's, wer läßt sich hören Als König aller Ehren? Der Herr der Herrlichkeit! Der ist es, der kommt prächtig, Der Herr, der stark und mächtig, Der Herr, der Sieger ist im Streit. 8. Sei hochgelobt den Frommen! Du kommst, sei uns willkommen Im Namen unsers Herrn. Der Herr ist Gott, der Eine, Der uns erleucht't alleine Als unser Licht und Morgenstern. Hiller. Der Sterne Pracht ge= hen nicht ver= lo= ren. Dresdner Ges. 1625.( rhythm.) - hellt Die dunkle Welt; Des Lichtes Kinder Wich vor dem Glanz der frohen Himmelschöre. Die Erd' erklang Lob= ge= sang Dem = boren! Sein Vom Lobgesang, Der jauchzend rief: Gott in der Höh' sei Ehre! 3. So tönt es laut: Der Vater schaut Advent. Weihnachten. 77 Versöhnt herab, auf Erden herrscht Dann ruht auf euch sein gnädig Wohlgefallen. sein Friede. Wem schlägt die Brust Nicht jetzt voll Lust Boll Seligkeit bei diesem Segensliede! 4. So singt auch ihr Und danfet hier Tod und Gericht Dem, dessen Ruhm dieHimmel wider- Erschreckt mich nicht; hallen, Und lebt hinfort Nach seinem Wort; 5. Auch mein Gesang, Herr, bringt dir Dank, Denn mir auch bringt dein Sohn des Himmels Segen. 83. Mel. Warum sollt' ich mich denn grämen. 16 C Der Zukunft Nacht geh' ich getrost entgegen. ( Berliner Gesangbuch.) Fröhlich soll mein Herz ze sprin Chri- stus ist ge bo 2 Zeit, da vor Freud' Al le En- gel sin 2. Sollt' uns Gott nun können haffen, Der uns giebt, was er liebt Ueber alle Maßen? Gott giebt, unserm Leid zu wehren, Seinen Sohn aus dem Thron Seiner Macht und Ehren. J. G. Eberling. 1666.( rhythm.) Tê = ren. 3. Nun, er liegt in seiner Krippen, Ruft zu sich mich und dich, Spricht mit süßen Lippen: Lasset fahren, lieben Brüder, Was euch quält; was euch fehlt, Ich bring' alles wieder. 2 2 el: wie mit vollen Cho= ren Al= le Luft laut es ruft: T gen Die= ser gen. Hört, hört, 4. Ei, so kommt und laßt uns laufen, Stellt euch ein, Groß und Klein, Eilt mit großen Haufen: Liebt den, der vor Liebe brennet, Schaut den Stern, der euch gern Licht und Labsal gönnet. 5. Süßes Heil, laß dich umfangen, Laß mich dir, meine Zier, Unverrückt anhangen. Du bist meines Lebens Leben, Nun kann ich mich durch dich Wohl zufrieden geben. 78 6. Jch will dich mit Fleiß bewahren, Ich will dir Leben hier, Dir will ich heimfahren; Mel. Valet will ich dir geben. 監 E jehr: Mähr! Fest- Lieder.g C Ihr Chri- sten aus= er= fo= ren, Freut euch von Her- zen Der Heiland ist geboren. Recht gu- te neu- e und fort immer- dar. 2. So singen sie mit Schalle: Ihr Christen insgemein, Freut euch von Herzen alle Ob diesem Kindelein. Euch, euch ist es gegeben, Und hat das Heil bereit, Daß ihr bei Gott follt leben In steter Seligkeit. Mel. Valet will ich dir geben. 6 Mit dir will ich endlich schweben Voller Freud' ohne Zeit Dort im andern Leben. Deß freu- et sich dort Lieb'! Trieb 34. En- gel Schaar, Die Gott, den Va- ter, lo= ben Jetzt Herr Jesu, Licht der Wir kommen jetzt mit Paul Gerhardt. 85. 0= ben Der heil'- gen 3. Kein Mensch sich je betrübe; Denn dieses Kindelein Euch bringet süße Liebe: Was wollt ihr traurig sein? Den Himmel will's dem schenken, Der an ihn glaubet fest. Daran sollt ihr gedenken, Euch freuen auf das best'. Werner. Heiden, Der From- men Schaß und Freu- den Durch deines Geistes In die sen deinen Tempel Und suchen = O Advent. Weihnachten. mit Be= gier Nach Simeons& rem pel Dich, = = Gottes Sohn, all= hier. 2. Du wirst von uns gefunden, Herr, an jedem Ort, Wo Seelen sich verbunden Auf dein Verheißungswort; Vergönnst noch heut zu Tage, Daß man dich gleicher Weis Auf Glaubensarmen trage, Wie dort der fromme Greis. 3. Sei unser Glanz in Wonne, Ein helles Licht in Pein, Im Dunkel unsre Sonne, Im Kreuz ein Gnadenschein, Ein Heil für alle Sünden, In Angst ein Freudenstrahl, Ein Stern, der uns läßt finden Den Weg durchs Todesthal. 4. Herr, laß auch uns gelingen, Wenn dieses Leben flieht, Mit Simeon zu singen, Das frohe Abschiedslied: 86. Mel. Wer nur den lieben Gott.( Neue Mel.) 79 Mir werden nun mit Frieden Die Augen zugedrückt, Nachdem ich schon hienieden Den Heiland hab' erblickt. 5. Ja, ja, ich hab' im Glauben, Mein Jesu, dich geschaut. Kein Feind kann dich mir rauben, Dräut er auch noch so laut. Ich wohn' in deinem Herzen Und in dem meinen du; Uns scheiden keine Schmerzen, Nicht Angst noch Tod dazu. 6. Hier siehst du zwar die Deinen Oft ernst und strafend an, Daß oft vor Angst und Weinen Ich dich nicht kennen kann; Dort aber wird's geschehen, Daß ich von Angesicht Zu Angesicht soll sehen Dein immer flares Licht. Johann Franck. al= ler Welt er= scheint! Menschen größ- ten Freund, E Er kommt, er kommt, geht ihm entgegen: Der Hei- land Er bringt euch Le= ben, Heil und Segen, Ehrt ihn, der 11 Der das Ge= fetz für uns erfüllt Und sterbend unsern Jam- mer stillt. 80 2. Er kommt, der Glanz von jenem Wesen, Das ewig und unsichtbar ist! Aus seinen Thaten kann man lesen, Daß er die Frommen nicht vergißt. Durch seine Niedrigkeit erhebt Gott alles, was im Staube lebt. 3. Er kommt, der Freund verlorner Sünder, AlsFriedefürst, Nath, Kraft undHeld, Der sterbend einst als Ueberwinder Den Feind der Menschen mächtig fällt. Lobsinget ihm, er heißt und ist Der treue Mittler, Jesus Christ. Fest- Lieder. 4. Eröffnet, schenket eure Herzen Dem König aller Kön'ge gern. Die hier die Gnadenzeit verscherzen, Sehn ihn dereinst als ihren Herrn, Mel. Kommt her zu mir. fel. Als Richter, wenn mit Ernst er spricht: Weicht, weicht von mir, euch kenn' ich nicht! 5. Mein Heiland, komm, mein Herz steht offen, Zieh, sanftmuthvoller König, ein! Was außer dir die Menschen hoffen, Ist Eitelkeit und bringet Pein. Dein Reich nur schenkt Gerechtigkeit Und göttliche Zufriedenheit. 6. Laß deine Liebe mich empfinden, Mit der du diese Welt geliebt; Komm, meine Hoffnung fest zu gründen, Die dein Verdienst im Glauben giebt. Mein größtes Glück, mein letztes Wort Sei: Jesus ist mein Fels und Hort! Mudre. b. Babft. 1545.( Urspr. Kühnau.) Wohl- auf, mein Herz, ver- laß die Welt, Dem, der für dich sich dar- ge- stellt, Dich auch nun dar- zu= stellen! Er ist das H Licht, drum sei ge- wiß: Er wird auch deine Fin- ster- niß Mit seinem Glanz er= Hel= len. 2. Ja, du sollst ihm einTempel sein; Er selbst macht dich von Sünden rein, Hat Lust in dir zu wohnen. Doch hoffe nicht, daß Jesus Christ In solchen Herzen wohnhaft ist, Die noch den Lüsten frohnen. 3. Was nur dem Fleische wohlgefällt, Danach hascht die verkehrte Welt Und weicht vom ew'gen Gotte. Sie erntet Schaden nur für Müh'; Für ihren Sündendienst wird sie Einst ewiglich zu Spotte. 4. Wer durch das Wort, darauf er traut, Im Glauben seinen Heiland schaut, Der kann in Frieden fahren. Der Heiland hält, was er verspricht; Advent. Er wird sich ihm in seinem Licht Dort herrlich offenbaren. 5. Herr, mache mich gerecht und rein; Herr, laß mich stets voll Glaubens ſein, Weihnachten. Mich stets im Geiste leben, Bis du auch mich, wann dir's ge= fällt, Leben! ge= ben. 88. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. e Ich steh' an deiner Krip- pe hier, Ich ste = In Frieden wirst irst aus dieser Welt In deine Wonn' erheben. 2. Als ich noch nicht geboren war, Da bist du mir geboren Und hast mich dir zu eigen gar, Eh' ich dich kannt, erforen; Eh' ich durch deine Hand gemacht, Da hast du schon bei dir bedacht, Wie du mein wolltest werden. 3. Jch lag in tiefer Todesnacht: Du wurdest meine Sonne, Die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud' und Wonne. O Sonne, die das werthe Licht Des Glaubens in mir zugericht't, Wie schön sind deine Strahlen! Je su, du mein = he, bring' und schen- ke dir, Was du mir hast ge4. Wenn oft mein Herz vor Kummer weint 3. N. Schlegel. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel' und E fal= len. c, Du sollst ja guter Dinge sein; Ich zahle deine Schulden. H Muth, nimm al- les hin, Und laß dir's wohl- ge Und keinen Trost kann finden, Russt du mir zu: Ich bin dein Freund, Geistlich zuerst 1535.( Urspr. rhythm.) Ein Tilger deiner Sünden; Was trauerst du, mein Fleisch und Bein? 81 = 5. Du fragest nicht nach Lust der Welt Noch nach des Leibes Freuden; Du hast dich bei uns eingestellt, An unsrer Statt zu leiden; Suchst meiner Seelen Trost und Trines Freud', Trinkst gern den Kelch, den man dir beut: Das will ich dir nicht wehren. 6. Eins aber, hoff' ich, wirst du mir, Mein Heiland, nicht versagen: Daß ich dich möge für und für In meinem Herzen tragen. So laß es deine Wohnung sein! Komm, komm und kehre bei mir ein Mit allen deinen Freuden. 6 82 Fest- Lieder. 7. Zwar sollt' ich denken, wie Ich bin nur Staub und Erde! gering Doch bist du so ein lieber Gast, Daß du noch nie verschmähet hast Den, der dich gerne siehet. Paul Gerhardt. 89. Ich dich empfangen werde; Du bist der Schöpfer aller Ding', Mel. Wie schön leuchtet.! Ac Brich, heller Mor- gen- stern, her- ein, Und laß uns dei- nen Er- munt- re mich, du Gna- den- licht, Und laß die ar= me Freu- den- schein In hellen Strah- len sehen! See- le nicht In Fin- ster- niß ver= ge= hen! Nuf mich, daß ich In dem Herzen tiefe Schmerzen um die SünMARINADE de, Die sich an mir zeigt, em- pfin- de. 2. Dring in mein Herz, mein Licht, 4. Den Glaubensschmuck trag' ich mein Heil! Ich find' an dir mein bestes Theil, Drum will ich auf dich hoffen. Du hast mich fest mit dir vereint; Gieb, daß mein Herz es redlich meint, Da nun der Bund getroffen. Herr, dich halt' ich; Du der meine, ich der deine; ach, uns beide Trenne weder Leid noch Freude. 3. Befestige mein wankend Herz, Damit es sich durch keinen Schmerz Von dir abwenden lasse. In dir, mein Vater, gründe mich; Gieb, daß mein fester Glaube dich Als seinen Schuß umfasse. Halt mich, daß ich Nimmer weiche; fomm und reiche mir die Hände, an mir, Verleih auch, daß die Tugendzier Dem Glauben niemals fehlet! Du hast mich, Herr, zu deinem Ruhm, zu deinem ew'gen Eigenthum, Zu deinem Kind erwählet. Selig, wenn ich Diese Zierde, diese Würde nie verliere Und sie dort einst ewig führe. 5. Berklär' dich täglich mehr in mir, Ein reich Erfenntniß gieb von dir, Laß mich gewisser werden, Daß ich in deiner Gnade steh', nur auf des Himmels Wegen geh', So lang' ich wall' auf Erden. Gänzlich will ich Mich verschreiben, dein zu bleiben, daß ich droben Daß kein Fall mich von dir wende. Dich kann ewig sehn und loben. Advent. Weihnachten. 6. Erhalte mich in deinem Licht Laß mich dich ewig kennen, Und laß mich, weil ich lebe, nicht und mich stetig Von deiner Liebe trennen; Vollführ' in mir dein Gnadenwerk, Gieb Geisteskraft und Glaubensstärk, Mel. Jesu meine Freude. = Je sus ist ge fom- men! Daß er hier auf Er- den, 2. Laßt uns niederfallen, Danken, daß er allen Freund und Bruder ist. Gott auf seinem Throne Liebt uns in dem Sohne, Hilft durch Jesum Christ. Welch ein Heil, an Christo Theil, Theil an seines Geistes Gaben, An Gott selbst zu haben! 3. Keine Macht der Sünden Wird uns überwinden, Er bleibt ewig treu. Dort wird er vom Bösen Gänzlich uns erlöſen; Hier bestreben, dir zu leben, bis ich sterbe Und dein Himmelreich ererbe. Chr. Fr. Förster. 90. Mel. Aus meines Herzens Grunde. Der heil'- ge Christ ist Deß freu'n sich alle Dankt ihm, daß er kam, Sei- ne Wohnung nahm. Mensch wie wir, er- schien er hier, 83 Um des Va- ters gnäd'gen Wil- len An uns zu er= fül= len. Hier steht er uns bei. Unser Freund, mit Gott vereint, Wird uns immer Hülfe senden, Daß wir siegreich enden. 4. Auf dem Richterthrone Werden wir im Sohne Unsern Retter schaun; Heil und ewig Leben Wird er allen geben, Die ihm fest vertraun. Er ward hier versucht wie wir, Drum wird er der Schwachheit schonen Und aus Gnaden lohnen. Joh. Crüger. 1656.( rhythm.) 91. Dan- ket ihm, ihr From- men, Unser Heil zu wer- den, Münter. ( Urspr. rhythm. n. Schein.) 1598. kom- men, Der then- re Got- tes- sohn; From- men Am höchsten Himmelsthron. 6* 84 & Auch was auf Er- den ist, Soll prei- sen hoch und lo= ben Mit 1st Fest- Lieder. al- len En- geln dro- ben Den lie- ben heil'- gen Christ. Von ihrem alten Schaden, Vertrauend seinen Gnaden, Gehn in den Himmel ein. 4. Drum freut euch hoch und preiſet, Ihr Seelen fern und nah'! Der Euch den Vater weiset, Der heil'ge Christ ist da! Er ruft euch insgemein Mit süßen Liebesworten: Geöffnet sind die Pforten, Ihr Kinder, kommt herein! 2. Das Licht ist aufgegangen, Die lange Nacht ist hin; Die Sünde liegt gefangen, Erlöst ist Herz und Sinn. Die Sündenangst ist weg, Der Glaube geht zum Himmel Nun aus dem Weltgetümmel Auf einem sichern Steg. 3. Nun sind nicht mehr die Kinder Verwaist und vaterlos; Gott rufet selbst die Sünder In seinen Gnadenschooß. Er will, daß alle, rein be.. 6 92. E. M. Arndt. Zuerst bei Walter 1525. Se lo bet seist du, Jesu Christ, Daß du Mensch ge= = bo- ren bist, Deß freuen wir uns immer- dar VerJ eint mit deiner En- gel- schaar. Gelobt sei Gott! 2. Das ew'ge Licht geht da herein, Und seinen lieben Engeln gleich. Giebt der Welt ein'n neuen Schein; Gelobt sei Gott! Es leucht't wohl mitten in der Nacht Und uns des Lichtes Kinder macht. Gelobt sei Gott! 3. Er ist auf Erden kommen arm, Daß er unser sich erbarm' Und in dem Himmel mache reich Sein' groß' Lieb' zu zeigen an. 4. Das hat er alles uns gethan, Deß freu' sich alle Christenheit Und dank' ihm deß in Ewigkeit. Gelobt sei Gott! Luther. Mel. In allen meinen Thaten. & b Advent. Weihnachten. 93. Will- kom- men, Quell der Freu- den, Mein höch- ster Trost im Lei- den, Mein Schutz im fin- stern Thal! Will- kom- men, Heil der 數 Sün- der! Dich, Freund der Men- schen- fin- der, Begrüßt der Er= de Jubel- schall. 2. Zwar niedrig und geringe, Beherrscher aller Dinge, Erscheinest du allhier; Doch, was dem Aug' entfliehet, Der Hoheit Größe siehet Mein Glaube dennoch, Herr, an dir. 3. Unendliches Erbarmen Erweisest du uns Armen Ohn' allen äußern Schein: Uns Freiheit, Würde, Leben, Ja Kronen einst zu geben, e In jene höh'ren Chöre Muß Knechtsgestalt die deine sein. Den frohen Jubel mischen kann. Tode. El wünschte Se lig= senkt ins tief ste a 4. Mit dankerfüllten Lippen Nah' ich mich deiner Krippen. Ist gleich nur schwach mein Dank, Laß ihn dir doch gefallen; Denn selbst des Säuglings Lallen Ist, Herr, vor dir ja Lobgefang. 5. Die Sünde schlägt mich nieder, Doch Hoffnung stärkt mich wieder: Bald kommt die Zeit heran, Wo ich zu deiner Ehre Paffion. 94. 85 du Liebe Die aus wun- der= barem Trie feit, Leid, meiner Lie= ਤੂੰ be, Du er= be Sich verEp Lie= be, die sich, mir zu 11 11 1698. 86 ÊE Gu te, Als ein Opfer ein- ge= stellt Und be- zahlt mit = € 1 Fest- Lieder. 100 6 ihrem Blu- te 2. Liebe, die mit Schweiß Thränen An dem Delberg sich betrübt; Liebe, die mit Blut und Sehnen Unaufhörlich fest geliebt, Liebe, die mit allem Willen Gottes Zorn und Eifer trägt, Den, so niemand konnte stillen, Hat dein Sterben hingelegt: 3. Liebe, die mit starkem Herzen Alle Schmach und Hohn gehört; Liebe, die mit Angst und Schmerzen Nicht der strengste Tod versehrt; Liebe, die sich liebend zeigte, Als sich Kraft und Athem end't, Liebe, die sich liebend neigte, Als sich Leib und Seel' getrennt: Mel. Nun laßt uns den Leib. Al= le und Mis- se that der Welt: 4. Liebe, die für mich gestorben Und ein immerwährend Gut An dem Kreuzesholz erworben, Ach, wie denk' ich an dein Blut! Ach, wie dank' ich deinen Wunden, Leidensreiche Liebe du, Wenn ich in den letzten Stunden Sanft in deinen Armen ruh'! 95. Märtyrer Aurelius Clemens. 405. Kirchl. 1544. Gott ge- macht ge= 5. Liebe, die sich todt gekränket Und für mein erkaltet Herz In ein kaltes Grab gesenket, Ach, wie dank' ich deinem Schmerz! Habe Dank, daß du gestorben, Daß ich ewig leben kann, Und der Seelen Heil erworben: Nimm mich ewig liebend an! Scheffler. Wir dan- ken dir, Herr Jesu Christ, Daß du für uns gestor ben bist Und hast uns durch dein theu- res Blut Vor recht und gut. 87 2. Sohn Gottes und des Menschen Sohn, Daß wir im Kreuz geduldig sei'n, Uns trösten deiner schweren Pein: 4. Und schöpfen d'raus die Zuversicht, Verherrlicht nun nach Schmach und Hohn, Erlös uns von dem ew'gen Tod Und tröst' uns in der letzten Noth. Du werdest uns verlassen nicht Und immer treulich bei uns stehn, 3. Behüt' uns auch vor Sünd' Daß wir durchs Kreuz ins Leben und Schand', Und reich' uns deine mächt'ge Hand, gehn. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. be fal Passion. Feu- er tauft! Blut erkauft. wit 96. Fischer. Senke dich auf uns her- nie- der, Geist, der uns mit Al= le sind wir Christi Glie- der, Al= le durch sein Ï Füll mit An- dacht un- ſern Geiſt, Daß er n. Claude Goudimel. 1565. de Für die schwere 2. Lehre selbst uns würdig feiern Jesu Christi Leidenszeit; Laß uns jenen Tag erneuern, Wo er sich dem Tod geweiht. Fülle mit der Wehmuth Schmerz Das zu ihm gewandte Herz, Und, von deinem Strahl getroffen, Steh' es heil'ger Rührung offen. 3. Laß den Mittler unsers Bundes Uns in seiner Schönheit sehn; Laß die Reden seines Mundes Nicht vor uns vorübergehn. Führ' uns nach Gethsemane, Diesen Ort voll Angst und Weh, Wo die Todesnacht ihn schrecket Und mit blut'gem Schweiß bedecket. sich der Welt ent- reißt Und in Christo Ru- he finLast der Sün- de. 4. Zeig' uns ihn, den Weltversöhner, Unter seiner Mörder Schaar, Wie auf Erden keiner schöner, Keiner so verachtet war; Wie er unter Spott und Hohn, Unter seiner Dornenfron', Geißelschlägen, Todeswunden So geduldig ward erfunden. 5. Ja, du heilige Gemeinde, Blick zu deinem Haupt empor, Zum Erlöser, deinem Freunde, Den zum Retter Gott erfor. Welche Wonn' und Seligkeit Schafft die stille Leidenszeit! Sie entreißt dem Weltgetümmel, Hebt den Geist empor zum Himmel. Schubart. 88 宣 c... Fest- Lieder. 97. n. Krüger. 1640.( rhythm.) Herz- lieb- ster Je- su, was hast du ver- bro- chen, Daß man so schar- fes Ur- theil dir ge= spro- chen? Was ist die = Schuld? in was für Mis- se- tha 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, In's Angesicht geschlagen und verhöhnet, Du wirst, mit Essig und mit Gall' getränket, Ans Kreuz gehenket. 3. Was ist doch wohl die Ursach' solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich geschlagen! Ich, o Herr Jesu, habe das verschuldet, Was du erduldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe, Die Schuld bezahlt der Herr für seine Knechte, Er, der Gerechte! 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt, Der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt, Der Mensch verwirkt den Tod und ist entgangen, Der Herr gefangen. 6. große Lieb', o Lieb' ohn' alle Maße, Die dich gebracht auf diese Marterstraße! - ten Bist du ge= ra= then? Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, Und du mußt leiden. 7. Ich kann's mit meinen Sinnen nicht erreichen, Womit doch dein Erbarmen zu vergleichen. Wie kann ich dir denn deine Liebesthaten Im Werk erstatten? 8. Doch eines weiß ich, das wirst du annehmen: Ich will des Fleisches böse Lüste zähmen, Daß sie mein Herz aufs neue nicht entzünden Mit alten Sünden. 9. Weil aber dies nicht steht in eignen Kräften, Fest die Begierden an das Kreuz zu heften, So gieb mir deinen Geist, der mich regiere, Zum Guten führe. 10. Dann werd' ich dankvoll deine Huld betrachten, Aus Liebe gegen dich die Welt nicht achten, Stets will ich wachen, beten, deinen Willen Mit Freud' erfüllen. d Passion. 11. Ich werde dir zu Ehren alles 12. Empfang' ons wagen, Kein Kreuz nicht achten, keine Mel. Befiehl du deine Wege. Aus deiner Hand die schöne Ehrenkrone, Schmach noch Plagen, Nichts von Verfolgung, nichts von Dann will ich dir, wenn alles wohl Todesschmerzen wird klingen, Mein Loblied singen. Nehmen zu Herzen. 98. Hohn! fron'! dann dereinst vor deinem Throne 3. Die Farbe deiner Wangen, Der rothen Lippen Pracht Ist hin, ist ganz vergangen; Des blassen Todes Macht Hat alles hingenommen, Hat alles hingerafft; Daher bist du gekommen Von deines Leibes Kraft. e O Haupt voll Blut und Wun- den, Voll Schmerz und vol= ler Haupt, zum Spott ge bun- den Mit einer Dor- nen= 4. Nun, was du, Herr, erduldet, Ist alles meine Last; Ich hab' es selbst verschuldet, Was du getragen hast. Schau' her, hier steh' ich Armer, 89 Johann Heermaun. O Haupt, sonst schön ge- krö- net Mit höchster Ehr' und 中 Zier, Jetzt aber gar ver- höh- net, Ge- grü- ßet seist du mir! 2. Du edles Angesichte, Davor die weite Welt Erschrickt und wird zunichte, Wie bist du so entstellt! Wie bist du so erbleichet! Wer hat dein Augenlicht, Dem sonst kein Licht nicht gleichet, So schmachvoll zugericht't? Der Zorn verdienet hat: Gieb mir, o mein Erbarmer, Den Anblick deiner Gnad'! 5. Erkenne mich, mein Hüter, Mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, Jst mir viel Gut's gethan: Dein Mund hat mich gelabet Mit wunderbarem Trest, Dein Geist mich reich begabet Mit süßer Himmelskost. 6. Ich will hier bei dir stehen, Verachte mich doch nicht! Von dir will ich nicht gehen, Wenn dir dein Herze bricht; Wenn dein Haupt wird erblassen Jm letzten Todesstoß, Alsdann will ich dich fassen In meinen Arm und Schooß. 7. Ich danke dir von Herzen, Jesu, liebster Freund, 90 Für deine Todesschmerzen, Da du's so gut gemeint. Ach gieb, daß ich mich halte Zu dir und deiner Treu', Und wenn ich einst erfalte, In dir mein Ende sei. Fest- Lieder. 8. Wann ich einmal soll scheiden. So scheide nicht von mir; Wann ich denn Tod soll leiden, So tritt du dann herfür. Wann mir am allerbängsten 99. Mel. Wer nur den lieben Gott.( Neue Mel.) Bette Wird um das Herze sein, So reiß mich aus den Aengsten Kraft deiner Angst und Pein. 9. Erscheine mir zum Schilde, Zum Trost in meinem Tod, Und laß mich sehn dein Bilde In deiner Kreuzesnoth. Da will ich nach dir blicken, Da will ich glaubensvoll Fest an mein Herz dich drücken; Wer so stirbt, der stirbt wohl. Paul Gerhardt. Es ist voll- bracht! so ruft am Kreu= O Wort voll Trost und Leben, rei= ze ze = den Er lösers Mund. mei- nes Her- zens Grund. Mein Glaube siehet offenbar Den Heiland an das Kreuz geheftet, Das Des ster- benZur Freu- de große D= pfer ist ge- schehn, Das Gott auch mir zum Heil er= sehn. 2. Mein Jesus stirbt: die Felsen beben, Der meiner Seele Retter war. Er, den mir Gott zum Trost gemacht, Rief auch für mich: es ist vollbracht! Der Sonne Schein verlieret sich, In Todte dringet neues Leben, Der Hei'gen Gräber öffnen sich, Der Vorhang reißt, die Erde kracht; Der Welt Versöhnung ist vollbracht. 5. O hilf mir, Herr, nun auch vollbringen, 3. Wie viel, mein Heil, hast du vollendet, Was wahre Dankbarkeit begehrt. Laß nach der Heiligung mich ringen, Dazu dein Tod mir Kraft gewährt. O stärke mich dazu mit Macht, Bis meine Bess'rung ist vollbracht. Als dir das Herz im Tode brach! Du hast den Fluch hinweg gewendet, Der auf der Welt voll Sünder lag. Für uns hast du genug gethan: Gott nimmt sich unser gnädig an. 4. Der Sünde Macht ist nun entfräftet; 6. Du, der du dich für mich gegeben, O laß mich stets voll Eifers sein, Mich deinem Dienste zu ergeben Und keine Schmach und Noth zu scheun. Dein, Jesu, sein, dein Eigenthum, Sei meines Herzens Freud' und Ruhm. Passion. 91 7. Soll ich mit dir ergebnem 8. Fühlt einst mein Herz des Herzen Auch hier durch manche Trübsal gehn, Und hat mein Gott gehäufte Schmerzen Zu meiner Prüfung ausersehn, So laß auch mich den Trost erfreun: Vollbracht wird einst mein Leiden sein. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Todes Schrecken, Dann, Herr, erleichtre mir die Last, Laß mich den Trost noch sterbend schmecken, Daß du den Tod besieget hast; So geh' ich in des Grabes Nacht Mit dem Triumph: es ist vollbracht! Diterich. 100. O Welt, sich hier dein Le- ben Am Stamm des Kreu- zes 6 schwe- ben, Dein Heil sinkt in den Tod! Der große Fürst der 6 Hohn und bit- term Spott. 2. Wer hat dich so geschlagen, Mein Heil, und dich mit Plagen So übel zugericht't? Du bist ja nicht ein Sünder, Wie wir und unsre Kinder, Von Uebelthaten weißt du nicht. 3. Ich bin's, ich sollte büßen, An Händen und an Füßen Gebunden in der Höll'; Die Geißeln und die Banden, Und was du ausgestanden, Das hat verdienet meine Seel'. 4. Du setzest dich zum Bürgen, Ja, läsfest dich erwürgen Für mich und meine Schuld. Mir läsfest du dich krönen Mit Dornen, dich verhöhnen, Und leidest alles mit Geduld. Ehren Läßt wil- lig sich be- schweren Mit Schlä- gen, 5. Ich bin dir hoch verbunden, Mein Heil, zu allen Stunden, Ich bin dein Eigenthum. Was Seel' und Leib vermögen, Das soll ich billig legen Allzeit an deinen Dienst und Ruhm. 6. Nun, ich kann nicht viel geben In diesem armen Leben, Eins aber will ich thun: Es soll dein Tod und Leiden, Bis Leib und Seele scheiden, Mir stets in meinem Herzen ruhn. 7. Ich will's vor Augen seßen, Mich stets daran ergößen, Ich sei auch, wo ich sei. Es soll mir sein ein Spiegel Der Unschuld und ein Siegel Der Lieb' und unverfälschten Treu'. 92 8. Ich will ans Kreuz mich schlagen Mit dir und dem entsagen, Was meinem Fleisch gefällt. Was deine Augen hassen, Das will ich fliehn und lassen, Gefiel' es auch der ganzen Welt. Mel. Herzliebster Jesu. 101. B Mein Herr und Hei- land, laß mir's gehn zu Her- zen, Wie = Fest- Lieder. 9. Es ström' aus deinen Wunden In meinen letzten Stunden Mir Trost und Friede zu; Nimm mich an meinem Ende, Herr, in deine Hände Und führe mich zur ew'gen Ruh'. Paul Gerhardt. hoch du mich geliebt in deinen Schmerzen. Gieb, daß ich Mel. Werde munter mein Gemüthe. C mög' des Fleisches Lüste dämpfen; Hilf selbst mir käm- pfen! 2. Der du im Grabe Ruhe hast gefunden, Nachdem für uns am Kreuz du überwunden, Gieb Ruhe, wenn man mich nach meinen Tagen Ins Grab wird tragen. Jesus Christ. der= ben ist; 3. Gieb süße Ruhe durch dein bittres Leiden; Nimm auf die Seele zu des Himmels Freuden, Die du, o Herr, auf ewig mir erworben, Da du gestorben. ( Berliner Gesangbuch.) 102. n. J. Schop. 1642.( rhythm.) Der am Kreuz ist meine Liebe, Wei- chet von mir, Flei- sches- trie- be, 11 Eure Lieb' ist Eure Liebe bringt den Tod. Der Meine Lieb' ist De- ren Frucht Vernicht von Gott, am Kreuz ist Passion. meine Lie- be, Dem ich treu zu sein mich ü- be. 2 2. Der am Kreuz ist meine Liebe. Frevler, was befremdet's dich, Daß ich treu zu sein mich übe? Jesus gab sich selbst für mich! So ist er mein Friedensschild, Aber auch mein Lebensbild. Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe; Sünde, du bist mir verhaßt. Weh mir, wenn ich den betrübe, Der für mich am Kreuz erblaßt! Kreuzigt' ich nicht Gottes Sohn, Spräch' ich seinem Blut nicht Hohn? Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe, 103. 93 Keine Trübsal, noch so groß, Hunger, Blöße, Geißelhiebe, Nichts macht mich von Jesu los, Nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, kein Fürstenthum. Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe. Komm, o Tod, du bist mein Freund; Wenn ich einst wie Staub zerstiebe, Wird mein Jesus mir vereint. O dann schau' ich Gottes Lamm, Meiner Seele Bräutigam! Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe. Greding. Mel. Nun ruhen alle Wälder. E Laß deine letzten Stun- den, Da du so viel empfun- den, Herr, mir heilig sein; Es leh- re mich dein jetzt und e= wig weihn. 2. An deinem Todestage, Bei deiner letzten Klage Gelob' ich treu zu ſein. Du warst's, der ängstlich klagte, Und zitterte und zagte In namenloser Todespein. 3. Und ich, für den du litteſt, Lei den Den Dienst der Sün- de meiden Und dir mich Im Todeskampfe stritteſt, Für den dein Herz dir brach, Ich folgte ohne Sorgen Am Abend wie am Morgen Der Welt und ihren Lüsten nach. 4. Nein, nein! ich will sie lassen, Sie ernstlich fliehn und hassen, 94 Weil sie dich tief gebeugt; Du hast, von allem Bösen Mich ewig zu erlösen, Am Kreuz dein sterbend Haupt geneigt. 5. Du starbst mit einem Herzen, Das selbst in Todesschmerzen Für seine Feinde bat. Wie du, will ich mich üben, Auch meinen Feind zu lieben Und beten, wie mein Heiland that. 6. Du tröstetest den Armen Am Kreuz, den dein Erbarmen Vom Himmel nicht verstieß. O sprich auch, wenn ich sterbe, Zu mir: du bist mein Erbe Und folgest mir ins Paradies. 7. Du sahest auf die Deinen, Sahst sie am Kreuze weinen, Und ach, wie schlug dein Herz! Du lindertest voll Liebe Und aus dem wärmsten Triebe Der Mutter und des Jüngers Schmerz. 8. Bei deiner Leiden Dauer, Jm bängsten Todesschauer Warst du voll Zuversicht. Du klagtest, ach, verlassen, Doch hingst du stets gelassen An deinem Gott und wanktest nicht. 9. Du mußtest, matt von Plagen, Mich dürstet! schmachtend klagen, Und keiner labte dich. Fest- Lieder. & Mel. Herr Jesu Christ, wahr'r Mensch. b. C Wie sollt' ich denn nun beben, Wenn Leiden mich umgeben? Du labest und erquickest mich. 10. E3 naht das Ziel der Leiden, Wir sehn dich betend scheiden, Du rufft: es ist vollbracht! O hilf auch mir's vollbringen, Hilf lieben, dulden, ringen, Zum Ziele gehn durch finstre Nacht. 11. Du sprichst, o sel'ges Ende! Ich geb' in deine Hände Den Geist, mein Vater, hin. Mir, der ich meine Seele Ihm einst, wie du befehle, Auch mir ist Sterben ein Gewinn. 12. Für mich und meine Brüder Senft, Herr, dein Haupt sich nieder, Im Frieden schläfst du ein. In meinen letzten Stunden, Da sollen deine Wunden Mir Labsal und Erquickung sein. 13. Wird mir nach kurzen Tagen Die Scheidestunde schlagen Und öffnet sich mein Grab, Wird meiner Seele bange, Fließt über meine Wange Der kalte Todesschweiß herab: 14. Dann sei mir diese Feier, Dein Sterbetag noch theuer, Mit ihm begann mein Glück. Daß ich alsdann nicht zage, Dies dank' ich diesem Tage Und deinem letzten Augenblick. Meister. 104. Böhm. Brüder.( rhythm.) 1 J Herr Jesu Christ, dein theu- res Blut Jst mei- ner See- len höch- stes Gut; Das stärkt, das labt, das macht al- lein Mein Herz von al- len Sün- den rein. Passion. 2. Dein Blut, mein Schmuck, mein Dein theures Blut, dein Lebenssaft Giebt mir stets neue Lebenskraft. Ehrenfleid, Dein' Unschuld und Gerechtigkeit Macht, daß ich kann vor Gott be20 stehn 4. Herr Jesu, in der letzten Noth, Wenn mich schreckt Höll', Gericht und Tod, So laß ja dies mein Labsal sein: Jesu Christe, Gottes Sohn, Dein Blut macht mich von Sünden Mein Trost, mein Heil, mein es Gnadenthron, nd Und zu der Himmelsfreud' eingehn. 3. rein. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 105. be je ge= liebt, dich be= trübt. Sei mir tausend mal gegrü- ßet, Der mich je und = Je su, der du selbst ge- bü- ßet Das, wo= mit ich = 2 knien und lie- gen soll An dem Kreu=; t= ze, Olearius. Ach wie ist mir doch so wohl, Wenn ich 95 wir best! - da du stirSee= le best Und um mei- ne 2. Schreibe deine blut'gen Wunden Mir, Herr, in das Herz hinein, Daß sie mögen alle Stunden Bei mir unvergessen sein. Du bist doch mein liebstes Gut, Da mein ganzes Herze ruht; Laß mich hier zu deinen Füßen Auf das best' ich immer kann. Schaue meiner Hände Falten Und mich selber freundlich an Von des hohen Kreuzes Baum, Und gieb meiner Bitte Naum, Sprich: laß all dein Trauern schwinden, Deiner Lieb' und Gunst genießen. Ich, ich tilg' all' deine Sünden. 3. Deine Füße will ich halten, Paul Gerhardt. 106. Mel. Befiehl du deine Wege. E Wenn alle un- treu wer- den, So bleib' ich dir doch treu, Daß Dank- bar- keit auf Er- den Nicht aus- ge- stor- ben sei! 96 Fest- Lieder. Für mich um- fing dich Lei- den, Vergingst für mich in Schmerz, Drum geb' ich dir mit Freu- den Auf e= wig dieses Herz. Die treuste Liebe sieget, Am Ende fühlt man sie, Weint bitterlich und schmieget Sich findlich an dein Knie. 4. Ich habe dich empfunden; Olasse nicht von mir! Laß innig mich verbunden Auf ewig sein mit dir! Einst schauen meine Brüder Auch wieder himmelwärts Und sinken liebend nieder Und fallen dir ans Herz. Novalis. 2. Oft muß ich bitter weinen, Daß du gestorben bist, Und mancher von den Deinen Dich lebenslang vergißt. Von Liebe nur durchdrungen Hast du so viel gethan, Und doch bist du verklungen, Und keiner denkt daran. 3. Du stehst voll treuer Liebe Noch immer jedem bei, Und wenn dir keiner bliebe, So bleibst du dennoch treu. O Lamm Got- tes, un- schul- dig Am Stamm des Kreu- zes ge= n. Spangenberg. 1525. schlach- tet, All= zeit fun- den ge= dul= = J wohl du wur- dest ver= ach= tet! All' Sünd' hast du ge2 barm' dich unser, o tragen, Sonst müßten wir ver= za Je= su! o dig, Wie= gen, Er Je su! = Passion. 2. O Lamm Gottes, unschuldig Am Stamm des Kreuzes geschlachtet, Allzeit funden geduldig, Wiewohl du wurdest verachtet! All' Sünd' hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen, Erbarm' dich unser, o Jesu! o Jesu! 3. Lamm Gottes, unschuldig Mel. Lamm Gottes. Am Stamm des Kreuzes geschlachtet, Allzeit funden geduldig, Wiewohl du wurdest verachtet! All' Sünd' hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen, Gieb uns dein'n Frieden, Herr Jesu! Herr Jesu! Nicolaus Decius. 108. CI I O Sohn Got- tes! im Stau- be Mit Blut und Thränen be97 de= cket! Auf dich hin blick' mein Glaube, Wenn Tod und Sün- de mich schre- cket. Dein Trau- ern, Seuf- zen, & Klagen, Dein Nin- gen, Zit- tern, За gen, Sei mei- ne Ruhe, Herr Jesu! Herr Je su! 2 sin 2. O Sohn Gottes! unschuldig 3. O Sohn Gottes! freiwillig Trugst du die herbe Verhöhnung, Und trugst, als Held, geduldig Zu meiner Sünden Versöhnung. Dein Bild müss' uns beleben, Zu dulden, zu vergeben, Wie du zu lieben, Herr Jesu! Herr Jesu! Für uns am Kreuze gestorben! Dir, dir nur leben billig, Die du so theuer erworben. Auch ich will dir nur leben, Dir ganz mich übergeben Zur treusten Liebe, Herr Jesu! Herr Jesu! Tode. 19 98 6 Mar- ter Chriſti, Meer der Lie= be, Der in dir sein Wer ist nicht von ſoll sich an dir Fest- Lieder. 109. nichts je lie= ber Wohl- sein fand? Lieb' ent- brannt? wer kann dein ver= gef= sen, wer kann dich er= messen, näh= ren, hö= ren, Rheinisches Gesangbuch. 3. Meine Seele, matt und schuldbeladen, Gilt auf deine Wunden zu; Denn sie findet in dem Schooß der Gnaden Trost und Labsal, Fried' und Ruh'. Laß vom Kreuz nur Stärkung mich anwehen } Un- fre See le Un ser Ohr soll = 2l= le Ta= ge O wird dies Bild Schöner un- serm Blick enthüllt. 2. Heißen Dank! du unser treuer Und dein Marterbild stets vor mir Hirte! Leib und Seele beten an, Daß du unter Martern für Verirrte Sterbend hast genug gethan. Laß uns alle treulich an dir hangen, Nähre du das heilige Verlangen Dich auf deinem Thron zu sehn, Deinen Ruhm dort zu erhöhn. stehen: So geht mir bis in mein Grab Nichts an Seligkeiten ab. 4. Die wir uns nun hier beisammen finden, Schlagen unsre Hände ein, Uns auf deine Marter zu verbinden, Dir auf ewig treu zu sein! Und zum Zeichen, daß du auf uns Hörest, Deine Gnad' und Liebe uns gewährest, Sage Amen und zugleich: Friede, Friede sei mit euch! Zinzendorf. Mel. Herr Jesu Christ, wahr'r Mensch. b 2 E 16 -2 Der du, Herr Je su, Ruh' und Rast In 희 Grab ge- halten hast: Gieb, daß wir in dir ru- hen all', Und Q unser Leben dir 2. Verleih, o Herr, uns Stärk und Muth, Die du erkauft mit deinem Blut, Und führ' uns in des Himmels Licht Zu deines Vaters Angesicht. Mel. O du Liebe meiner Liebe. b e Passion. Je su, mei- nes Mir den größten 111. Le= bens Trost zu Hei- land, schlummerst ein, See- le kann er= freun. ge= fall'. 3. Wir danken dir, o Gotteslamm, Getödtet an des Kreuzes Stamm; O laß uns Sündern deine Pein Ein Eingang in das Leben sein. Werner. 99 11 2. Ruhe sanft im Schooß der Erde, Weihe du mein Grab mir ein, Daß auch mir die Hoffnung werde, Meiner Kuh' mich zu erfreun. Le ge dei- nem = ben, Du, mein = ben, Der die Du, Ver- söhner, nei- gest Î = mü- de Auf die Brust dein Haupt her- ab, Du, du stirbst! dein Tod ist Frie- de, Ruh' und Eh= re ist dein Grab. Ach, du hast nun ausgelitten, Wie noch nie ein Dulder litt, Hast den größten Sieg erstritten, Wie kein Sieger ihn erstritt. 7* 100 3. Alle Früchte deiner Leiden, Deiner Siege sind auch mein, Ich soll aller deiner Freuden Froher Mitgenosse sein. Welche Wonne, welcher Segen Fließt aus deinem Tod mir zu! Führe du auf meinen Wegen Mich auch dieser Wonne zu. Fest- Lieder. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen. & 6 112. Laß mir die Feier dei- ner Sie lehre mich die Sünde mir zum Heil sein 4. So sei denn dein bittres Leiden Ewig unvergeßlich mir; Dankbar schlag' im letzten Scheiden Noch der letzte Pulsschlag dir. Dann soll mich die Hoffnung trösten, Dich, der für mich starb, zu sehn Und im Kreise der Erlösten Dir zur Rechten einst zu stehn. ( Rhein. Gesangbuch.) Mitt- ler, hei- lig sein! gan- zes Le= ben weihn. so entschlossen Für mich die Last des Kreuzes trug, Der sterbend für mich schlug. 2. Wie seid ihr mir so lieb und theuer, Blut ver= gos Gethsemane und Golgatha! Ihr Stätten, wo die Welt die Feier Der allergrößten Liebe sah; Hier lern' ich jede Tugend üben, In Noth und Tod gelassen sein, Hier stärkt mein Herz sich, Gott zu lieben Und selbst dem Feinde zu verzeihn. Leiden, Er- hab- ner mei- den Und dir mein Ich seh' auf dich, der = sen, Deß Herz noch 3. Drum in den stillsten meiner Stunden Will ich nach deinem Kreuze sehn Und dich, o Herr, für deine Wunden Mit tief gerührtem Dank erhöhn. Olaß mich deine Huld ermessen, Mit der dein Herz die Welt umfaßt, Und nie im Undank es vergessen, Was du für mich erduldet hast. 4. Mir sollen diese Feierzeiten Der größten Liebe heilig sein; Still foll dein Kreuz mich stets be= gleiten Und jede meiner Stunden weihn. Dein Leiden sei mein höchster Segen, Dein Tod mein seligster Gewinn; Mein Herz schlägt dir voll Dank entgegen, Daß ich durch dich erlöset bin. Mel. Wachet auf, ruft uns. 6 Passion. 101 5. Bleibt mir zu allen Zeiten theuer, E11 ist voll- bracht! ist voll- bracht! Gethsemane und Golgatha, Jhr Stätten, wo die Welt die Feier Der allergrößten Liebe sah! Nach euch will ich voll Andacht schauen, Wo mein Erlöser litt und starb. Heil uns, wenn wir auf dich vertrauen, Der uns die Seligkeit erwarb! Meister. 113. Ster- bend für das Heil der Tiefe Still' er= griff am laut, der ue- ber= win= der: Mein Gott, mein Gott, es Got- tes, und dem Soh= ne Ant wor- tet' er: es Sün= der, Rief Jesus Thro= ne Die Engel 2. Er verließ, mit Preis gekrönet, Sein Felsengrab: Gott war verföhnet; Der Fluch vom Berge Sina schwieg. Dein Triumph, o Tod, o Hölle, Wo ist dein Sieg, o Tod, o Hölle? Besiegt seid ihr durch seinen Sieg! Er hat's, er hat's vollbracht, Das Werk der Gnad' und Macht! Der Him- mel hört's und sang Sein neu- es Lied voll Dank Gott, dem Soh- ne: = Er hat ge- siegt, Wenn er gleich liegt, Der Löw' aus Ju- da hat ge- siegt. Preis sei Jesu! Nun fürchten wir Den Tod nicht; dir, Dir, Todvertilger, folgen wir. 3. Jauchzet Gott mit großem Schalle! Der ganze Weltkreis widerhalle Und jauchz' ihm: unserHerr fährt auf! Wir, im Staub anbetend, sehen 102 Fest- Lieder. Dem Sieger nach und zu den Höhen, Die Hölle tobt; Zu denen er uns führt hinauf. Sei, Herr, gelobt! Dir, Ueberwinder, dir, Dir, Jesu, folgen wir, Sei gepriesen! Nicht ins Gericht, Zum Erb' im Licht Führst du, und Gott verwirft uns nicht. 4. Herrsche nun, du Ueberwinder! Geboren werden deine Kinder, Wie aus der Morgenröthe Thau. Selig wird, wer vertrauet! Ein neues Zion wird gebauet; Du baust es und vollführst den Bau! Vergießt nur Ströme Bluts! Die Kirche steht. Wer thut's? Du, o Jesu! Mel. Sollt' ich meinem Gott. 162² 2 E bo=- ren Du triumphirst, so sehr sie tobt! 5. Du wirst zum Gerichte kommen; Dann laß uns, Herr, mit allen Frommen iſt. Verklärt zu deiner Rechten stehn! Ach du müssest, wenn in Flammen Die Welt zerschmilzt, uns nicht vers bid dammen! Jest laß uns kämpfen, dich zu sehn. Tann setz' auf deinen Thron Die Sieger, Gottes Sohn, Und vollend' uns! Zur Seligkeit Mach' uns bereit Durch Glauben, durch Gerechtigkeit. Cramer. Fest des Lebens, sei will- kom- men, Heil'- ges Fest, sei Al- so jauchzt die Schaar der Frommen, Die aus Gott ge3 Oftern. 114. Aus der Gott- heit ew'ger Fül- le Wogt ein tie- fes Le- bens- meer In den Weltkreis weit um- her, Al= ler Chri- sten Ê Preis- ge- sang Tönt dir, Gott des Le- bens, Dank. Dringt auch in des Gra- bes Stil- le. Ostern. 2. Siegreich trat zurück ins Leben Heilt dann jeden Erdenschmerz, Ünd des müden Pilgers Herz Fühlet sel'ger Geister Wonne. Dann erst wird uns offenbar, Was hienieden dunkel war. Jesus aus des Grabes Nacht, Und es ist ihm nun gegeben Alle Herrlichkeit und Macht. Ueber unsre Erde wehte Wunderbare Himme luft Aus der aufgesprengten Gruft, Als Gott seinen Sohn erhöhte. Nun schafft er die Menschheit um Durch sein Evangelium. 3. Heil uns! wir auch werden leben, Ob das Herz im Tode bricht, Werden siegreich uns erheben Zu des Himmels ew'gem Licht. Des Verklärten Lebenssonne 4. Auf, nach jenem höhern Leben Laßt uns in der Prüfungszeit Duldend, kämpfend, wirkend streben, Stark durch Lieb' und Heiligkeit! Wer da hat, dem wird gegeben: Jedes Werk, in Gott gethan, Treibt mit neuer Kraft uns an, Fröhlicher in Gott zu leben. Wer so geistlich aufersteht, Wird mit Christo einst erhöht. ( Berliner Gesangbuch.) Mel. Ein' feste Burg ist unser Gott. 16 E Er lebt, o Der Feinde al= ler Sün= der! Ueber= win= der. U 115. YAKE Freu- den- wort, er lebt, Der Hei- land Heer er- schrickt und bebt Vor sei- nem IL 103 Var. II. 2. Erlebt, des Vaters ew'gerSohn, Erhöht zu seiner Rechten. Erherrscht und hilft von seinem Thron Auch seinen schwachen Knechten. Er lebt nun ewiglich, Und ewig schützt er mich, Er thut mit starker Hand Den Feinden Widerstand, Sie können mir nicht schaden. Er stritt mit Hel- den- muth, Vergoß für uns sein Blut; Durch seinen Kreu- zes= tod Erwarb er uns bei Gott Verge= bung unsrer Sün= den. 3. Er lebt, Gott hat ihn auferweckt, Gott wird auch mich erwecken. Der Tod, der aller Herzen schreckt, Kann mich nicht mehr erschrecken. Sein Stachel, seine Kraft, Die Sünd' ist weggeschafft; Der treue Zeuge spricht: Wer glaubt, der stirbet nicht! Deß tröst' ich mich von Herzen. 104 4. Er lebt, der unbezwungne Held! Besingt, ihr Engelchöre, Besingt, ihr Völker aller Welt, Des Mittlers Ruhm und Ehre! Erhebt des Siegers Macht, Der von dem Tod erwacht, Der unsern Tod bezwingt, Der uns das Leben bringt Und mächtig für uns streitet. Mel. Wachet auf, ruft uns. E Fest- Lieder. ist sein Tag! Gra- be lag. 116. = Hal- le- lu- jah! jauchzt ihr Er, der Held, zer= riß die Christo Preis und und ist auf= er= stan # 5. Er lebt, oChristen, laßt uns heut' Frohlockend ihn erheben; Laßt uns von nun an jederzeit Ihm wohlgefällig leben! Wir sind sein Eigenthum, Erkauft zu seinem Ruhm, Sein wollen wir allein Todt und lebendig sein, Und sein auch ewig bleiben. Liebich. Eh= re! = Chö= re, Singt Je= su Ban- den Des To= des Wie den, Er, Sein ist Gewalt und Macht, Preis ihm, er rungen, Hat mächtig Grab und Tod begroß, wie herr- lich der für uns im 道.. hat's voll- bracht. Hal- le- lu- jah! Er hat's voll- bracht, Er, zwungen, Von Todesketten uns befreit. Wir von Gott gewichne Sünder Sind nun versöhnt, sind seine Kinder Und Erben seiner Seligkeit. Bald, bald entschlafen wir, Entschlafen, Heiland, dir, der die Macht Des Todes und des Gra- bes hat. CUS 2. Glorreich hat der Held ge- Ruhn in Frieden Die furze Nacht, Bis deine Macht Zum Licht des ew'gen Tages ruft. 3. Nun kann uns der Tod nicht schrecken, Einst wird der Herr uns auferwecken Durch seiner Stimme Wundermacht. Er wird unvergänglich Leben Und Herrlichkeit den Seinen geben. da Ostern. Die ihren Lauf in ihm vollbracht. O was werden wir empfinden, Wir werden auferstehn, Wenn Nacht und Finsterniß verUnd uns umstrahlt schwinden, des Himmels Licht! Zu seiner Freud' eingehn. Hallelujah! Siegesheld, In jene Welt Zeuch uns dir nach, wann dir's gefällt. 4. Tag des Lebens, Tag der Wonne! Wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne Durch unsers Grabes Dunkel bricht! Mel. Jesus, meine Zuversicht. 圈 監 € Hal= le lu- jah, Aus der Nacht des = le= bet wie der. ſeiner Brü- der, +++ 117. Vollender, führe du Uns diesem Tage zu, Uns, die Deinen; Die Todesbahn Gingst du voran, Wir folgen dir in deine Ruh'. Funk. Sprengt für sie des BE Chri- stus lebt! Er war todt und Gra- bes schwebt Schon der Erst- ling 3. Christus lebt! wer ist betrübt, Schlägt die Augen muthloß nieder? Der uns bis zum Tod geliebt, Unser Bruder lebet wieder. Endlos ist sein Leben nun, Uns ohn' Ende wohlzuthun. 4. Christus lebt! euch grüßt sein 105 Mund: Seht, ich leb' und ihr sollt leben! Thut es meinen Brüdern fund, Daß sie sich vom Staub erheben: C. Crüger. 1653. Und tritt im Tri- umph her- vor. 2. Christus lebt, o jauchzet ihm! Bei mir sollen im Verein Dankt, ihr gottversöhnten Sünder! Alle meine Brüder sein." Jauchzet mit, ihr Seraphim! Dankt dem großen Ueberwinder, Dem an seinem Siegestag Sünd' und Tod und Höll' erlag! To= des Thor 5. Christus lebt! wer an ihn glaubt, Stirbt nicht, ob der Leib auch sterbe. Christi Glied, du folgst dem Haupt, Erbst mit ihm sein Lebenserbe, Stehst mit ihm, Hallelujah, Siegreich überm Grabe da. 6. Christus lebt! sein Lebenspfand, Christi Geist, lebt mir im Herzen; Furcht und Unruh' sind verbannt, Und versiegt derQuell der Schmerzen, Und auf meinem Angesicht Glänzt des ew'gen Lebens Licht. 7. Christus lebt! und zu ihm zieht Mich sein Geist mit sanftem Zuge. 106 Flieht, ihr Weltgefühle, flieht; Hemmt nicht meine Seel' im Fluge! Denn mein Herz fliegt ohne Ruh' Seinen Liebesarmen zu. 8. Auf, in eurem Jubelklang Mel. Erschienen ist der herrlich' Tag. Be Fest- Lieder. Singt mit uns, ihr Himmelschöre! Singt den frohen Lobgesang: Gott sei in den Höhen Ehre, Friede jedem Erdentheil, Und der Menschheit Gottes Heil! Garve. 118. Früh Mor- gens, da die Sonn' auf geht, Mein Hei- land = was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt: Wenn mir gleich alle Welt stürb' ab, G'nug, daß ich Christum bei mir hab'. Hallelujah! Nic. Hermann. 1560.( Urspr. rhythm.) Christus auf- er- steht; Ver- trie- ben ist der Sün- den Nacht, Licht, 1 Heil und Le= ben wie der= bracht. Hal= le= lu= jah! 2. Wunder groß! o starker Held! Wo er jetzt lebt, da muß ich hin, Wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Weil seines Leibes Glied ich bin. Kein Angststein liegt so schwer auf mir, Hallelujah! Er wälzt ihn von des Herzens Thür. Hallelujah! 3. Lebt Christus, E 5. Mein Herz darf nicht entsetzen fich, Gott und die Engel lieben mich; Die Freude, die mir ist bereit, Vertreibet Furcht und Traurigkeit. Hallelujah! 6. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt; Dort wollen wir mit größerm Fleiß Erheben deinen Ruhm und Preis. Johann Heermann. 4. Er nährt, er schüßzt, er tröstet mich, Sterb' ich, so nimmt er mich zu sich; Hallelujah! Mel. Was Gott thut, das ist. 119. 監 1690. auf- er- stand- ner Sie- ges- fürst, Du Le= ben al= ler Heut' bringst du Frie- de, da du wirst Zur Freu- de uns ge Le= ben! ge= ben; & Ostern. bist du auf- er- stan- den Und frei von To= des- ban- den. 2. Nun geht uns fröhlich wieder Laß stärken ihn und mehren, auf Daß wir in dir Die offne Thür Die rechte Gnadensonne; Sie, die erstarb in ihrem Lauf, Giebt Strahlen neuer Wonne. Jetzt ist die Seel' Mit Freudenöl Von dir gesalbt und bleibet Dir ewig einverleibet. 3. Die Kraft von deiner Majestät Bricht selbst durch Grab und Steine; Dein Sieg ist's, der uns mit erhöht Zum vollen Gnadenscheine. Des Todes Wuth, Der Hölle Gluth Hat alle Macht verloren, Und wir sind neu geboren. 4. So brich denn selbst durch Bracht' unsre Noth Dich in den Tod: Jetzt unser Herz, Jesu, Fürst der Ehren! Leit' unsern Glauben himmelwärts, soll'n wir al= le 62 Zur ew'gen Ruhe finden Und auferstehn von Sünden. 5. Erscheine uns mit deiner Güt', Wenn wir in Buße weinen, Und laß uns deinen theuren Fried' Hell in die Seele scheinen. So können wir, Held, mit dir Die rechten Ostern feiern Und uns in dir erneuern. 107 6. Ach, laß das wahre Auferstehn Auch uns in uns erfahren, Und aus dem Tod und Grabe gehn, Daß wir den Schatz bewahren, Das theure Pfand, Daß deine Hand Christ ist er stan- den Von der Mar- ter al = Zum Heile uns gegeben: So gehn wir ein zum Leben. Böhmer. Aus dem 12. Jahrhundert. 120. = Trost sein. Hal="" le= lu= jah! le: Deß froh sein, Christus will un- ser Vers 2. Wär' er nicht er= 108 圈 6 stan = den, So Seit daß er Jesum Christ. Hal jah! Hal= le er= stan- den ist, Lo= ben wir Vers 3. " 1 Fest- Lieder. = Mel. In dich hab' ich gehoffet. 16€ wär' die Welt ver = le- lu- jah! Iu= jah! Deß soll'n wir al= le ## 121. = Hal un- ser Trost sein. Hal=" le- lu- jah! gan= gen: I jah! Hal= le rech- tig- keit Der Men- schen Herz er- freu = le= den Herrn froh sein, Christus will = Iu= lu( Aralter Ostergesang.) n. alv. 1594.( Umbild. n. Fischer.) Gott sei ge- dankt zu jeder Zeit! Die Son- ne der Ge€ et: Sie geht herfür Aus Gra- bes- thür, All' Ere- a= tur er= neu= et. Ostern. 2. Das ist der Siegsfürst Jesus Christ, Der heut' vom Tod erstanden ist, Er hat dem Feind genommen All sein' Gewalt, Drauf ist er bald Mit Freuden wiederkommen. 3. O habt der Gnadengaben Acht, Die er aus seinem Grab gebracht; Die will er gern uns geben: Das edle Kleid Gerechtigkeit, Fried', Freud' und ew'ges Leben. Mel. Wie schön leuchtet. e 109 4. Drum ich mich dir, Herr Christ, befehr' In deine Händ' mit Leib und Seel': Du bist mein Schutz auf Erden, Mein einz'ger Trost, Der mich erlöst, Nichts Liebers mag mir werden. 122. 5. Laß mich mit dir zu Grabe gehn Und fröhlich wieder auferstehn, Daß stets in dir ich walte, Auch nach der Zeit In höchster Freud' Bei dir die Ostern halte. Reimann. Erhöhter Sie- ges- fürst und Held, Dir jauch- zet die er=Du gehst aus dei- nes Gra- bes Thor Gleich einem Bräu- tilö- ste Welt Am Fe= ste dei= ner Won- ne! gam her- vor, Schön wie die Mor- gen- son- ne. 2. Wie majestätisch bauest du Am dritten Tage deiner Ruh' Den Leibestempel wieder! Troß aller Feinde List und Macht Hast du dein großes Wort vollbracht: Ich sterb' und lebe wieder! Gehet, sehet: Alle Riegel, Band und Siegel sind zerstöret; Jesus lebt und ist verkläret! präch- tig kommst du heute aus dem Strei- te, kommst mit Se€ gen Uns aus deiner Gruft ent= ge= gen. Mäch- tig, 3. Erlöste, kommt zu diesem Grab Und blicket glaubensvoll hinab: Ist dies die Gruft der Schrecken? Seit Jesus hier geschlummert hat, Sind Gräber eine Ruhestatt, Die Fried' und Hoffnung decken. Zagt nicht! flagt nicht! Diese Glieder werden wieder sich erheben Und das Leben Christi leben. 110 4. Dann werd' ich ihn im Lichte ſehn, Gekrönt vor seinem Throne stehn Mit himmlischem Entzücken. Dann ist mein Aug' von Thränen leer, Dann schreckt mich Sünd' und Tod nicht mehr, Nichts kann mich ihm entrücken. Ewig selig, Ohne Mängel, wie die Engel, werd' ich leben Und ihm Preis und Ehre geben. Mel. Sollt' ich meinem Gott. b: bb E Fest- Lieder. 20 uns versöhnt! ihn ge= frönt! 5. Indeß zerstöre, starker Held, Was mich von hier zurücke hält, Daß ich zu dir mich schwinge; Ogieb mir deinen Geist, dein Licht, Daß ich, wann Herz und Auge bricht, Vom Tod ins Leben dringe. Mach' mich muthig In dem Streite und bereite mich bei Zeiten Zum Triumph der Ewigkeiten! Chr. G. Göz. Auf- er- stan- den, auf- er- stan- den Seht, wie hat nach Schmerz und Banden 123. Ist der Herr, der Gott mit Ehren Dort auf seines Va- ters Thro- ne Uleber Schmerz und Tod er- höht, Herrscht er nun in Ma- je- stät. Fal- let nie- der vor dem Soh- ne, Der uns einst zu sich er= hebt: 2. Singt dem Herrn, er ist erstanden, Er, der starb auf Golgatha! Nühmt es laut in allen Landen: Was sein Mund verhieß, geschah. Wer kann ihm noch widerstreben? Mächtig steigt der Held empor, Im Triumph bricht er hervor, Hal- le- lu- jah, Je- sus lebt! Seht des Abgrunds Pforten beben, Da ihr Sieger sich erhebt. Hallelujah, Jesus lebt! 3. Uns vom Tode zu befreien, Sank er in des Grabes Nacht; Uns zum Leben zu erneuen, Steht er auf durch Gottes Macht. Tod, du bist in Sieg verschlungen, Deine Schrecken sind gedämpft, Deine Herrschaft ist bekämpft, Und das Leben ist errungen, Ob man unsern Leib begräbt, Hallelujah, Jesus lebt! Ostern. 4. Aus dem Grab' uns zu erheben, Ging er zu dem Vater hin; Laßt uns ihm zu Ehren leben, Dann ist Sterben uns Gewinn. Haltet unter Lust und Leiden Im Gedächtniß Jesum Christ, Der vom Tod erstanden ist; Droben harren sel'ge Freuden, Mel. Lobt Gott, ihr Christen. be Daß bald an allen Orten tagt Das neue Himmelreich. 124. Ich sag' es je- dem, daß er lebt Und auf- er- stan- den ist, Daß er in un= frer Mit te schwebt Und = # 111 Wenn der Geist zum Himmel schwebt. Hallelujah, Jesus lebt! 5. Freut euch seiner, Gottes Kinder, 3. Jetzt scheint die Welt dem neuen Sinn Er sei euer Lobgesang! Bringt dem Todesüberwinder Ewig Ehre, Preis und Dank! Rühmt's in der VersuchungStunden, Wenn euch Sünd' und Elend droht; Rühmt es in der Todesnoth: Unser Herr hat überwunden, Der uns einst zu sich erhebt, Hallelujah, Jesus lebt! Lavater. bei uns iſt. 2. Ich sag' es jedem, jeder sagt Und wer nur hört auf seinen Nath, Es seinen Freunden gleich, Kommt in des Vaters Haus. 6. Nun weint auch feiner mehr allhie, Erst wie ein Vaterland; Ein neues Leben nimmt man hin Entzückt aus seiner Hand. 4. Hinunter in das tiefe Meer Versank des Todes Graun; Und jeder kann nun leicht und hehr In seine Zukunft schaun. 5. Der dunkle Weg, den er betrat, Geht in den Himmel aus, e= wig Wenn eins die Augen schließt; Vom Wiedersehn, spät oder früh, Wird dieser Schmerz versüßt. 7. Es kann zu jeder guten That Ein jeder frischer glühn, Denn herrlich wird ihm diese Saat In schönern Fluren blühn. 8. Er lebt und wird nun bei uns fein, Wenn alles uns verläßt, Und so soll dieser Tag uns sein Ein Weltverjüngungsfest. Novalis. 112 Fest- Lieder. Mel. Valet will ich dir geben. 125. & E Gleich wie du auf= er= = stan- den, Möcht' ich, Herr, auf= erMan sah von To= des banden Dich frei und le= dig = stehn! gehn. Ich a= noch an mir; - ber tra= ge ich frei fol= ge dir. 2. Du kommst, man hört dich sagen: Mein Friede sei mit euch! Du stillst der Jünger Klagen Und machst sie froh und reich. Nach solcher Ostergabe Verlanget mich auch sehr: Erfülle mich und labe Mit Frieden mehr und mehr! 3. Du sprichst: ihr meine Brüder, Nehmt hin den heil'gen Geist! Er kommt auf sie hernieder, Der mächtig sich erweist Sieg, o er sich Mel. Allein Gott in der Höh'. 16 Du kannst, du sollst mich ret ten, Daß Tiph 126. Ketten Des To= des Höl= le? le? stel = Mit Kräften aus der Höhe; Wie sie, begab' mich auch, Schaff', daß mich ganz durchwehe, Herr, deines Geistes Hauch! 4. Du bist zu Gott gegangen Im schnellen Siegeslauf; Dahin steht mein Verlangen, Nimm mich auch dahin auf! Laß, Jesu, bald mich kommen In deinen Freudensaal, Zu halten mit den Frommen Dein ewig Ostermahl. Tod, wo ist dein Stachel nun, Wo Was kann fort an der Feind uns thun, Wie grau- sam ist dein Köhler. D Gott ſei ge= dankt, der #Te uns den Sieg So herrlich hat nach diesem Krieg Durch GfS Jesum Christ ge = ge= 2. Lebendig geht der Herr hervor, Die Feind' nimmt er gefangen, Zerbricht der Hölle Schloß und Thor, Trägt weg den Raub mit Prangen; Nichts ist, das in dem Siegeslauf Den starken Held kann halten auf: Alles ist überwunden. 3. Des Herren Rechte, die behält Den Sieg und ist erhöhet; Des Herren Nechte mächtig fällt, Was ihr entgegen stehet: Tod, Höll' und aller Feinde List Durch Christi Sieg gedämpfet ist: Ihr Zorn ist kraftlos worden. Ostern. 4. Es war getödtet Jesus Chrift, Und sieh, er lebet wieder! Weil nun das Haupt erstanden ist, Stehn wir auch auf, die Glieder. So jemand Christi Worten gläubt, Im Tod und Grabe der nicht bleibt; Er lebt, ob er gleich stirbet. Mel. Jesu, meines Lebens. E Trau- ernd und mit Je- sum su chen = Jün- ger= paar! Meister war. 11 113 ben! 5. Wer täglich hier durch wahre Neu' Mit Christo auferstehet, Ist dort vom andern Tode frei Und übers Grab erhöhet. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wieder bracht Und unvergänglich Wesen. 6. Das ist die reiche Osterbeut', Fried', Freude, Heil, Gerechtigkeit Der wir theilhaftig werden: Im Himmel und auf Erden. Bis unser Leib wird ähnlich dort Hier sind wir still und warten fort, Des Herrn verklärtem Leibe. 7. O Tod, wo ist dein Stachel nun, Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann fortan der Feind uns thun, Wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg So herrlich hat in diesem Krieg Durch Jesum Christ gegeben! Justus Gesenius. 127. ban- gem Sehnen Wan- delt dort ein ih= re Thrä- nen, Der ihr Freund und Doch eh' sie's zu hof- fen wa- gen, 8 114 Fest- Lieder. Na= het er, um den sie kla- gen, = ist er schon, Schnell ist nun ihr Gram ent- flohn. 2. Ach, es gehn noch manche Herzen Ihrem stillen Kummer nach, Sie bejammern ihre Schmerzen, Ihre Noth und Ungemach; Manches wandelt ganz alleine, Daß es in der Stille weine, Aber Jesu tröstend Wort Scheuchet jeden Kummer fort. 3. Oft schon hab' auch ich empfunden: Jesus läßt mich nie allein, Jesus stellt zu rechter Stunden Sich mit seinem Beistand ein. Wenn ich traurig mich beschwere, Als ob er zu ferne wäre, D, so ist er mir schon nah' Und mit seiner Hülfe da. 4. Treuster Freund von allen Freunden, Bleibe ferner nah' bei mir. Sucht die Welt mich anzufeinden, O so wend' ich mich zu dir. Wenn mich Trübsalswetter schrecken, Woll'st du mächtig mich bedecken; Komm in meinem Geist zu ruhn, Was du willst, das will ich thun. Mel. Befiehl du deine Wege. 圈 Ich geh' zu deinem Die Hoffnung, die ich Ihr Begleiter II 5. Bin ich traurig, tief betrübet, Dann ruf' ich mir in den Sinn, Daß mich deine Seele liebet Und daß ich dein eigen bin. Laß in dir mich Ruhe finden, Auf dein Wort die Hoffnung gründen: Wer die Thränenfaat gestreut, Erntet einst die Seligkeit. 6. Tröst' auch andre, die voll Jammer Einsam durch die Fluren gehn, Oder in der stillen Kammer Tief betrübet zu dir flehn. Wenn sie von der Welt sich trennen, Daß sie satt sich weinen können, So sprich ihrer Seele zu: Liebes Kind, was trauerst du? 7. Wenn es einst will Abend werden, 128. Und der Lebenstag fich neigt, Wo dem dunklen Aug' auf Erden Nirgends sich ein Helfer zeigt: Bleibe dann an meiner Seite, Gieb mir Sieg im letzten Streite, Daß ich, bis ans Ende treu, Jener Krone würdig sei. Neunherz. Grabe, Du habe, Ist Sie- ges- fürst und nur auf dich ge 12. Held; stellt. Ostern. Du lehrst mich fröh- lich ster- ben Und fröhlich auf- erstehn, Und mit den Himmels- er- ben Ins Land des Le- bens gehn. Du wirst den Stein schon rücken, Der auch mein Grab bedeckt, Da werd' ich den erblicken, Der mich vom Tode weckt. Siegel, Und du bist dennoch frei; Auch meines Grabes Niegel Bricht deine Hand entzwei. Mel. Wer nur den lieben Gott. 茜 2. Du hast geweiht die Erde, In die man dich gelegt, Daß mir nicht bange werde, Wenn meine Stunde schlägt. Was an mir ist vom Staube, Geb' ich dem Staube gern, Weil ich nun freudig glaube: Die Erde ist des Herrn. 3. Du schlummerst in dem Grabe, Daß ich auch meine Ruh' Im Schooß der Erde habe, Schließt sich das Aug' einst zu. Nun soll mir gar nicht grauen, Wenn mein Gesicht vergeht; Ich werde den noch schauen, 5. Du fährest in die Höhe Und zeigest mir die Bahn, Wohin ich endlich gehe, Da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, Wo lauter Glanz um dich, Da warten Himmelskronen In deiner Hand auf mich. 6. O meines Lebens Leben, O meines Todes Tod! Ich will mich dir ergeben In meiner letzten Noth, Der mir zur Seite steht. 4. Dein Grab schließt Stein und Und meine Ruhstatt machen In deine liebe Gruft, Da werd' ich einst erwachen, Wenn deine Stimme ruft. Schmold. 115 129. ( Neue Mel.) Mein Jesus lebt! ich soll nicht ster ben, Hier steht mein Nun muß auch ich das Leben er= ben, Weil Höll' und Haupt und trium= phirt! Tod die Macht ver= liert. Mich schreckt nun kei- ne Zu- kunft mehr; Mein Je sus lebt, sein Grab ist leer. 2 8* 116 2. Mein Jesus lebt! er hat bezwungen, Fest- Lieder. Was mir das Leben rauben kann; Er hat mir Heil und Sieg errungen, Und alles ist ihm unterthan. Der Hölle tiefster Abgrund bebt, Denn überall schallt's: Jesus lebt! 3. Mein Jesus lebt! das Grab ist offen, So geh' ich freudig in die Gruft. Nun kann ich auch im Tode hoffen, Mel. Was Gott thut, das ist. be Daß mich sein Wort ins Leben ruft. Wie lieblich schallt die Stimme hier: Ich leb', und ihr lebt auch mit mir! 4. Mein Jesus bleibt mein Licht und Leben, 130. Mein Herz wallt nur für ihn allein. Soll ich ihm nun mein Leben geben, So wird kein Tod mir schrecklich sein, Weil er mich in den Himmel hebt, So wahr er Jesus ist und lebt. Schmolck. Ich weiß, daß mein Er löser lebt, Er ist schon hier mein Wer gläubig sich zu ihm er- hebt, Darf vor dem Tod nicht de= ben; Ihm folg' ich nach, Der Bahn mir brach. Auf be= 2. Du lebst, du lebst, o starker Held, Du Todesüberwinder! Du bist das Heil der ganzen Welt, Du bist der Trost der Sünder. Wer dich umfaßt, Dem wird die Last Der Sünden abgenommen, Er darf zum Vater kommen. 3. Du lebst, mein Arzt, du heilest noch Todesnacht und Grau- en Folgt Licht und sel'- ges Schau- en. 4. Du lebst, du bist in Nacht mein Licht, Und täglich mein Gebrechen; Du stärkest mich, was zag' ich doch Bei meiner Seele Schwächen? O leb' in mir, Daß ich in dir Auch selig leben möge Und wandeln deine Wege. Mein Trost in Noth und Plagen; Du weißt, was alles mir gebricht, Und wirst mir's nicht versagen. In Zweifeln Rath Und Kraft zur That, Jm Tode sel'ges Leben Wirst du den Deinen geben. 5. Bereite dir noch mehr mein Herz Zu deinen Seligkeiten, So lang' ich gegen Lust und Schmerz In dieser Welt muß streiten. Gieb, daß ich treu Im Kampfe sei, Dann wird auch mir zum Lohne Der Ueberwinder Krone. ( Berliner Gesangbuch.) Mel. Sollt' ich meinem Gott. -k: be Grab durch- wehn, auf= zu= stehn. A- men, dei- nes Gra- bes Frie- de Wird auch unser Wenn wir, von der Wall- fahrt mü- de, Ruhn, um fro- her Ostern. 131. Der des Gra- bes Sie- gel brach, Zeuch durchGrab und Tod uns nach = Zu des Won- ne reichs Erhöhung, Wo dem Lamm, das ll A- men, Fürst der Auf- er= stehung, 6 2. Großer Erstling deiner Brüder, Ja, du ziehest uns nach dir, Du, das Haupt, ziehst deine Glieder; Weil du lebst, so leben wir. Ja wir werden auferstehen, Mel. Allein Gott in der Höh'. & auf- ge = zu em 117 uns ver- söhnt, Al= ler Him- mel Lob- lied tönt. Weil du auferstanden bist, Werden dich, Herr Jesu Christ, Einst in deiner Klarheit sehen. Jetzt, o Herr, und ewiglich Leben wir allein durch dich. Garve. 132. Wach' auf, mein Herz, die Er muntre dei nen 11 = gan= gen; = pfan= gen, Nacht ist hin, Die Sonn' ist Geist und Sinn, Den Hei- land Der heu= te durch des 118 圈 Fest- Lieder. To- des Thür Ge- bro- chen aus dem Grab her- für, Der ganzen Welt zur Won= ne. 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf Und such' ein neues en; Vollführe deinen Glaubenslauf, Und laß dein Herz sich heben Gen Himmel, da dein Jesus ist, Und such, was droben, als ein Christ, Der geistlich auferstanden. 3. Vergiß nun, was dahinten ist, Und tracht nach dem, was droben, Damit dein Herz zu jeder Frist zu Jesu sei erhoben. Tritt unter dich die böse Welt Und strebe nach dem Himmelszelt, Wo Jesus ist zu finden. 4. Drückt dich ein schwerer Sorgenstein, Dein Jesus wird ihn heben; Es kann ein Christ bei Kreuzespein al= le richt ent In Freud' und Wonne leben.. Wirf dein Anliegen auf den Herrn Und sorge nicht, er ist nicht fern, Weil er ist auferstanden. 5. Es hat der Löw' aus Juda's Heut siegreich überwunden, Stamm Und das erwürgte Gotteslamm Hat uns zum Heil erfunden Das Leben und Gerechtigkeit, Weil er nach überwundnem Streit Die Feind' zur Schau getragen. Mel. Allein Gott in der Höh'. 133. From= men! = nom men. von allen Gotteskindern, 6. Sei hoch gelobt in dieser Zeit Und ewig in der Herrlichkeit Von allen Ueberwindern, Die überwunden durch dein Blut; Herr Jesu, gieb uns Kraft und Muth, Daß wir auch überwinden. Bringt Preis und Ruhm dem Hei- land dar, Froh- lockt ihm, der für uns ge töd= tet war, Jst dem Ge= Er, Laurenti. Sei hoch ge= lobt, Herr Jesu Christ, Daß du für uns ge= stor ben bist Und sieg- reich auf er = stan 2. Dein Leben in der Majestät Befestigt unsern Glauben. Wer kann, da dich dein Gott erhöht, Den großen Trost uns rauben, Daß du der Menschen Heil vollbracht Und über unsrer Gräber Nacht Ein helles Licht verbreitet? 3. Gott selbst, der dich dem Grab entrückt, Hat dem, was du gelehret, Der Wahrheit Siegel aufgedrückt Und dich als Sohn geehret; Hat deines Todes hohen Werth Der Welt aufs herrlichste bewährt, Da er dich auferweckte. 4. Erstandner, ich frohlocke dir! Dein Sieg ist auch mein Leben. Du lebst und herrschest, wirst auch. mir E Ein ew'ges Leben geben. Du wirst auch mein Regierer sein Und neue Kräfte mir verleihn, Mit Freuden Gott zu dienen. 5. O hilf du mir, mein Herr, dazu, 16 Befreie mich von Sünden, Laß mich für meine Seele Ruh' Im Glauben an dich finden, 16 $ Ostern. ge= ben; Der - den. Erwecke deinen Sinn in mir, Damit ich, Gott ergeben, hier Als dein Erlöser wandle. 6. Dein ist das Reich, dein ist die Macht, Verstorbne zu erwecken. Du rufft einst: und der Gräber Nacht Wird Todte nicht mehr decken. Denn wie du auferstanden bist, So werd' auch ich, Herr Jesu Christ, Durch dich einst auferstehen. 7. O laß mich, weil ich hier noch bin, Im Glauben an dich wandeln Und jederzeit nach deinem Sinn Rechtschaffen sein und handeln, Damit ich, wenn ich aufersteh'09 Und ich des Todes Sieger seh', Vor dir dann nicht erschrecke. 8. Wo du, Herr, bist, da soll auch einst. Dein Jünger mit dir leben, Und du wirst ihn, wenn du erscheinst, Zu deinem Licht erheben. Laß dieses Glück mein Erbtheil sein, So werd' ich dein mich ewig freun, Du Todesüberwinder! 134. 119 € Christ lag in To= des- ban= den Für unsre Sünd' geist wieder er = stan Diterich. Luther. 1524. = den Und hat uns bracht das Le= ben. Deß wir sol- len fröhlich 120 & 22 sein, Gott loben und ihm dank- bar sein Und sin- gen Hal- leIl lu 2 jah! Hal= le- lu- jah! 2. Den Tod niemand zwingen Damit dem Tod genommen fonnt' Bei allen Menschenkindern; Das machte alles unsre Sünd', Kein' Unschuld war zu finden. Davon kam der Tod sobald Und nahm auch über uns Gewalt, Hielt uns alle gefangen. Hallelujah! 3. Christus, der Heiland, Gottes Sohn, An unser Statt ist kommen, Und hat die Sünde abgethan, fc. 16 Fest- Lieder. Jesus, meine Dieses weiß ich, ist im Le= ben: frie- den ge= ben, II All sein Recht und sein' Gewalt, Da bleibet nichts, denn Todsgestalt, Den Stach'l hat er verloren. Hallelujah! 4. So feiern wir das hohe Fest Mit Herzensfreud' und Wonne, Das uns der Herre scheinen läßt; Er selber ist die Sonne, Der durch seiner Gnaden Glanz Erleuchtet unsre Herzen ganz. Der Sünd' Nacht ist vergangen. Hallelujah! Luther. 135. Zu- ver= sicht sollt' ich nicht Was die lange # Mir auch für Ge- danken macht? 2. Jesus, er mein Heiland, lebt, Ich werd' auch das Leben schauen, Sein, wo mein Erlöser schwebt: Warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, Welches es nicht nach sich zieht? C. Grüger. 1653. Und mein Hei- land, Dar- um mich zuTo= des= nacht 3. Ich bin durch derHoffnung Band Zu genau mit ihm verbunden, Meine starke Glaubenshand Wird in seiner Hand befunden, Daß mich auch kein Todesbann Ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher Auch einmal zu Asche werden. Das gesteh ich: doch wird er Mich erwecken aus der Erden, Daß ich in der Herrlichkeit Um ihn sein mög' allezeit. 5. Dieser meiner Augen Licht Wird ihn, meinen Heiland, kennen; Ich, ich selbst, ein Fremder nicht, Werd' in seiner Liebe brennen. Nur die Schwachheit um und an Wird von mir sein abgethan. 6. Was hier kranket, seufzt und fleht, Wird dort frisch und herrlich gehen, Irdisch werd' ich ausgesät, Himmlisch werd' ich auferstehen. Hier geh' ich natürlich ein, Dorten werd' ich geistlich sein. Mel. Sollt' ich meinem Gott. 16² Ostern. be Sieg be- singt. 121 7. Seid getrost und hoch erfreut, Jesus trägt euch, seine Glieder; Gebt nicht Statt der Traurigkeit: Sterbt ihr, Christus ruft euch wieder, Wenn einst die Posaun' erklingt, Die auch durch die Gräber dringt. 8. Lacht der finſtern Erdenkluft, Lacht des Todes und der Höllen; Denn ihr sollt euch aus der Gruft Eurem Heiland zugesellen: Dann wird Schwachheit und Verdruß Liegen unter eurem Fuß. 9. Nur daß ihr den Geist erhebt Von den Lüsten dieser Erden, Und euch dem schon jetzt ergebt, Dem ihr beigefügt wollt werden: Schickt das Herze da hinein, Wo ihr ewig wünscht zu sein. Louise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg. 136. Ueber win- der, nimm die Pal- men, Die dein Volk dir Das mit frohen D ster- psal- men Den er- kämpf- ten Wo ist nun der Fein- de Po= chen 2: Und der Würger Mord- ge- schrei, Da des To- des Nacht vor- bei €€€ Und sein Sta- chel ist zerbro- chen? Tod und Teu- fel T ] lie- gen da: Gott sei Dank, Hal= le= lu- jah! 122 2. Stecke nun dein Siegeszeichen Auf der dunkeln Gruft empor! Was kann deinem Ruhme gleichen? Held und König, tritt hervor! Laß dir tausend Engel dienen! Tenn nach harter Leidenszeit Ist dein Tag der Herrlichkeit, Höchste Majestät, erschienen. Welt und Himmel jauchzen da: Gott sei Dank, Hallelujah! 3. Theile, großer Fürst, die Beute Deiner armen Heerde mit, Die in froher Sehnsucht heute Vor den Thron der Gnade tritt. Deinen Frieden gieb uns allen! O so jauchzet Herz und Muth, Weil das Loos uns wundergut Und aufs lieblichste gefallen. Freud' und Wonne grünen da: Gott sei Dank, Hallelujah! Mel. Jesu, meines Lebens. Fest- Lieder. Blei- be, es will Kum- mer, Mü- hen sich ge= neigt; Muth ge beugt. = " 1 4. Laß, o Sonne der Gerechten, Deinen Strahl ins Herze gehn; Gieb Erleuchtung deinen Knechten, Daß sie geistlich auferstehn. Hält der Schlaf uns noch gefangen, so fördre du den Lauf, Rufe mächtig: wachet auf, Denn die Schatten sind vergangen, Und der helle Tag ist da! Gott sei Dank, Hallelujah! 5. Tilg in uns des Todes Grauen, Wann die letzte Stunde schlägt, Weil du denen, die dir trauen, Schon die Krone beigelegt. Gieb uns in den höchsten Nöthen, Gieb uns mitten in der Pein Deinen Trost und Glauben ein; O so kann der Tod nicht tödten, Denn die Hoffnung blühet da. Gott sei Dant, Hallelujah! Taddel. 137. A- bend werden, Und der Tag hat und Be- schwer- den Ha- ben mei- nen Im- mer mor- scher wird die Hüt- te, Und die letzten schwe- ren Schrit- te Zu des Grabes 2. Herr, vergieb dem bangen Zagen, Leicht gebrochen ist mein Herz; Bleibe, Jesu, hilf mir tragen, Lindre du der Trennung Schmerz! dunkler Nacht Sind in kur- zer Frist ge- macht. Ja, du hast den Tod bezwungen, Hast dich siegreich aufgeschwungen Und durch deine Gottesmacht Leben an das Licht gebracht. 3. Auferstehn! du Wort des Lebens, Ew'ger Gnade theures Pfand! Du verscheuchst die Nacht des Bebens Hier im dunkeln Pilgerland. Auf den finstern Lebenswegen Fühlt der Geist durch deinen Segen Sich ermuthigt und erquickt, Still zu künft'ger Lust entzückt. 4. Auferstehn! zu jenen Welten Folg' auch ich dem Heiland nach. Richtend wird er dort vergelten; Heil dem großen Erntetag! d Mel. Jesus, meine Zuversicht. 16 E Ostern. e deine Schrecken? auf er we= cken. 11 138. Jesus lebt, mit ihm auch ich: Er, er lebt und wird auch mich Die mit Thränen hier gesäet, Werden selig dort erhöhet; Thränen, Trübsal, Tod und Pein Werden jenseits nicht mehr sein. Dies ist meine 2. Jesus lebt, ihm ist das Reich Ueber alle Welt gegeben; Mit ihm werd' auch ich zugleich Ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; Dies ist meine Zuversicht. 5. Alle Lieben find' ich wieder Dort vereint um Gottes Thron, Wo der Sel'gen Wonnelieder Preisen den erstandnen Sohn. Alle Leiden sind bezwungen, Alle Klagen sind verklungen; Wandellos in Ewigkeit Steht das Reich der Seligkeit! Aschenfeld. 3. Jesus lebt! wer nun verzagt, Lästert ihn und Gottes Ehre; Gnade hat er zugeſagt, Daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht; Dies ist meine Zuversicht. ar Zu- ver- sicht. 4. Jesus lebt, sein Heil ist mein; Sein sei auch mein ganzes Leben. Reines Herzens will ich sein 123 Er verklärt mich in sein Licht; I Tod, wo sind nun Von den Tod- ten Und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht: Dies ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt, ich bin gewiß, Nichts soll mich von Jesu scheiden, Keine Macht der Finsterniß, Keine Herrlichkeit, fein Leiden. Er giebt Kraft zu dieser Pflicht; Dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt, nun ist der Tod Mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth Wird er meiner Seele geben, Wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Gellert. 124 Mel. Dir, dir, Jehovah. SEJ 圈 Fest- Lieder. 139. Wie jauchzt mein Geist schon hier im Staube, Wenn er an Wie trium- phirt mein Christen- glau- be, Wenn er sich 3 王 dich, Er stand- ner, in nig denkt! = = in dein off nes Grab ver= = senkt! 6 nun ge- trost ins eigne Grab, Er greif' an dei- ner = I Gruft der Hoff- nung Stab. 2. Ich seh' den Frühling jetzt er- Denn dort bin ich erlöst vom wachen, Sündenjoch. Ein frohes Bild der Auferstehung Brich, morsche Hütte, brich nur immer ein, Mein Geist wird dort verklärt und selig ſein. 4. Dir dant' ich dieser Hoffnung Freude, Erstandner, weil du lebst, ſo leb' auch ich. Wenn ich in dir die Seele weide, Verklärter, dann verklärt sie sich durch dich. mir. Ich darf des Todes Drohn verlachen; Erstandner, neues Leben strahlt von dir. Ich schau- e In jenes ew'gen Lebens Herrlichkeit Bin ich von aller Noth und Qual befreit. 3. Hier ist noch Dunkel, dort ist Helle, Hier wein' ich manche bittre Thräne noch, Dort aber strömt die Freudenquelle, Die Hoffnung seliger Unsterblichkeit Wirkt hier schon himmlische Zufriedenheit. Döring. Mel. Was Gott thut, das ist. & E Himmelfahrt. Himmelfahrt. 140. Soh- ne! Krone. Tri- umph! ihr Him- mel, freuet euch, Lob- sin- get Got- tes Er zie het ein zu seinem Reich, Empfängt des Sie- gers = Mit Majestät Wird er Ich leb' und ihr sollt leben! Erhebt sich einst zum ew'gen Licht Der Geist, von Gott gegeben. Mel. Wie schön leuchtet. &#C herrscht nach Kampf und Lei- den, Umstrahlt von Him- mels- freu- den. 2. Doch schließet ihn kein Himmel ein, Still sinkt ins Grab Der Leib hinab, Er wirkt noch fort auf Erden; Noch sollen, die ihr Herz ihm weihn, Durch ihn beseligt werden. Mit Muth hinan Die steile Bahn! Da ruht er aus von Leiden; Einst theilt er Himmelsfreuden. 4. Triumph! ihr Christen, freuet euch, Uns lohnt nach Kampf und Leiden Der Herr mit ew'gen Freuden. 3. So wahr, als Jesus Christus spricht: 125 er= höht Und Der Tod ist nun bezwungen, Wir haben Theil an Jesu Reich, Er hat es uns errungen. Auf, bringt ihm Dank Und Lobgesang! 141. Wir gehn durch Kampf und Leiden Mit ihm zu seinen Freuden. ( Rheinisches Gesangbuch.) # Owun- der- gro- Ber Sie- ges- held, Du Sün- den- til= ger Voll- en- det dei- nen schweren Lauf, Und fährst ver- klärt zum JE al= ler Welt Dein Werk hast du Va- ter auf, Der dich her ab voll- en= det, ge= sen= det; Woh- nest, 126 thro- nest Hoch und präch- tig, wal- test mäch- tig; Tod und LeFest- Lieder. 2 ben Sind in 2. Dir dienen alle Cherubim, Viel tausend hohe Seraphim Dich Siegesfürsten loben; Du hast den Segen wiederbracht Und bist in ew'ger Lebensmacht Auf Gottes Thron erhoben. Klinget, finget Freudenlieder! fallet nieder, rühmt und ehret Ihn, der auf gen Himmel fähret! 3. Du, Herr, bist unser Haupt und wir deine Hand ge= ge= ben. Lob er aus er = Sind deine Glieder; nur von dir Du Siegesfürst, Kommt auf uns Heil und Leben. Trost, Friede, Freude, Licht undKraft, Und was dem Herzen Labsal schafft, Wird uns durch dich gegeben. Neige, beuge Mein Gemüthe, ew'ge Güte, dich zu preisen Und mich dankbar zu erweisen! 4. Zeuch, Jesu, zeuch uns ganz zu dir, Hilf, daß wir künftig für und für Nach deinem Reiche trachten; Laß unsern Wandel himmlisch fein, Daß wir der Erde eitlen Schein Und Ueppigkeit verachten. Unart, Hoffart Laß uns meiden, christlich leiden, wohl ergründen, Wo die Gnade sei zu finden. 5. Herr Jesu, komm vom Gnadenthron! Held, Davids Sohn, Komm, stille mein Verlangen. Du bist uns allen ja zu Gut' Durch dein vergossnes theures Blut Ins Heiligthum gegangen. Dafür soll dir Von uns allen Dank erschallen. Herr, ohn' Ende, Heben wir zu dir die Hände! Homburg. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 142. 2 E Kö- nig, dem fein König glei- chet, Des- sen Ruhm kein &-ben- bild von Gottes Wesen, Uns zum Mittler - rei= chet, le sen, = 3. Grüger. 1649.( rhythm.) Sich der Welt zu of= fen= ba Himmelfahrt. #f ren, Als das Bild des Un- sicht= ba= ren! Dir ge= hört das Recht zum Thro- ne Als dem Mitt- ler, als dem Soh- ne. Deiner Größe zu vergleichen? Was dem Reichthum deiner Schätze? Was der Ordnung der Gesetze? Was der Herrlichkeit der Gaben, Welche deine Brüder haben? Du beschüßest deine Freunde, Du bezwingest deine Feinde. 5. Herrsche auch in meinem Herzen Ueber Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen; 2. In des Gnadenreiches Grenzen Sieht man dich am schönsten glänzen, Wo viel tausend treue Seelen Dich zu ihrem Haupt erwählen, Die durchs Scepter deines Mundes Nach dem Recht des Gnadenbundes Sich von dir regieren lassen, Um dich liebend zu umfassen. 3. In dem Reiche deiner Ehren Hört man stets dein Lob vermehren Von dem himmlischen Geschlechte, Von der Menge deiner Knechte, Die dort ohne Furcht und Grauen Dein verklärtes Antlitz schauen, Die dich unermüdet preisen, Und dir Ehr' und Dienst erweisen. 4. Herr, was ist in allen Reichen Mel. Aus meines Herzens Grunde. 127 Laß mich deinen Schutz genießen, Auf mich deine Gnade fließen, Dich stets fürchten, ehren, lieben, Und mich im Gehorsam üben, Hier mit leiden und mit streiten, Dort mit herrschen dir zur Seiten. Rambach. 143. t Der Herr fährt aufgen Him- mel Zu sei- nes Va- ters Thron; Aus nie- derm Welt- ge- tümmel Schwingt sich der Menschenſohn. # Lob- singt, lob- sin- get Gott! Lob- singt ihr Na- ti= 0= nen Dem = Herr- scher al- ler Thronen, Dem Herrn Gott Ze= ba oth. Es holen Jesum ein Des Himmels Engelchöre, 2. Der Herr wird aufgenommen In königlicher Pracht, Deß freun sich alle Frommen, Die er hat frei gemacht. 13 Die seiner Pracht und Ehre Sich gleich wie wir erfreun. 128 3. Wir wissen nun vom Siege, Der unser Haupt erhöht; Wir wissen zur Genüge, Wie man zum Himmel geht. Der Heiland geht voran, Läßt uns nicht von sich trennen; Daß wir ihm folgen können, Macht er uns freie Bahn. 4. Gen Himmel laßt uns dringen Mit herzlicher Begier; Mit Inbrunst laßt uns singen: Dich, Jesu, suchen wir. Auf, Kinder Gottes, auf! Wo Jesus hingegangen, Dahin steh' das Verlangen, Dahin kehrt euren Lauf. Herr- lich- keit; dieser Zeit. 6 Fest- Lieder. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 144. be 2. Herr, du fährst mit Glanz und Freu- den Auf zu Doch mich drücken noch die Lei den Dieses mei- ne 5. Hinweg mit deinen Schätzen, Du falsche, arge Welt! Sollt' uns dein Nichts ergößen? Dort ist, was uns gefällt. Der Herr ist unsre Zier, Der Herr ist unsre Wonne; Zu unsrer Lebenssonne, Zu Jesu ziehen wir. 6. Wann wird es doch geschehen, Wann kommt die frohe Zeit, Daß wir ihn werden sehen In seiner Herrlichkeit? Du Tag, wann wirst du sein, Da wir ihn mit Entzücken Zum ersten Mal erblicken? O Tag, brich bald herein! 2. Laß mir deinen Geist zurücke, Aber zeuch mein Herz nach dir; Wenn ich nach dem Himmel blicke, Deffne ihn dann gnädig mir. Neige meinem Flehn dein Ohr, Trag es unserm Vater vor, Daß er mir die Schuld vergebe, Daß ich mich bekehr' und lebe. Sacer. Gieb mir, Je- su, Muth und Kraft, Daß ich dei- ner Le- bens, Pilger- schaft So in dir zu- rü- ce le= ge, Daß ich dein stets bleiben mö-ge. 3. Lehre mich die Welt verachten Und was in mir Eitles ist, Und nach dem, was dort ist, trachten, Wo du, mein Erlöser, bist. Wollust, Ehrsucht und Gewinn Soll mich nicht zur Erde ziehn, Da ich jenseits überm Grabe Eine größre Hoffnung habe. 4. Dieſe müsse nichts mir rauben, Du erwarbst sie theuer mir; Jetzt noch seh' ich sie im Glauben, Droben find' ich sie bei dir; Dort belohnst du das Vertraun Deiner Gläubigen durch Schaun, Und verwandelst ihre Leiden In unendlich große Freuden. Mel. Nun freut euch, lieben. Himmelfahrt. # grün- de win= de; 145. Auf Chri- sti Him- mel- fahrt allein Jch mei- ne Nach- fahrt Und al= le Zwei- fel, Angst und Pein Hier- mit stets über129 5. Dort bereit' auch mir die Stätte In des Vaters Hause zu, Rufst du frühe oder späte Mich zu meines Grabes Ruh'; Leucht' auch mir in dieser Nacht Durch die Stärke deiner Macht, Die des Todes Macht bezwungen Und für uns den Sieg errungen. Neumann. Denn weil das Haupt im Himmel ist, Wird 2. Weil er gezogen himmelan Und große Gab' empfangen, Mein Herz auch nur im Himmel kann, Sonst nirgends Ruh' erlangen; Denn wo mein Schatz gekommen hin, Da ist hinfort mein Herz und Sinn: Nach ihm mich sehr verlanget. Mel. Jerusalem, du hochgebaute. 6 3. Crüger. 1649. seine Glie- der Je- sus Christ Aus Gna- den nach sich zie= hen. 3. Ach Herr, laß diese Gnade mich Von deiner Auffahrt spüren, Daß mit dem wahren Glauben ich Mag meine Nachfahrt zieren; Und dann einmal, wenn dir's gefällt, Mit Freuden scheiden aus der Welt: Herr, höre dies mein Flehen. Wegelin. 146. n. Erfurter Gesangbuch. 1663. M. Frank.( rhythm.) lebst, be- glückst, re= gierst! du zum Frie- den führst. BULL Mein sie- gend Haupt Dort in der Herr- lichkeit Du Ich bin dein Glied, Doch lieg' ich noch im Streit, Bis Noch kämpf' ich viel hie9 130 nie- den Mit Sünd' und Lei- den- schaft; Doch du giebst dei- nen = & 2. Zieh mich hinauf, Der du die Stätte dort Auch mir bereitet haſt. Ich schau' empor Zu jenem sel'gen Ort, Fest- Lieder. Frieden Und Muth und Sie= ger= fraft. Mel. Lobt Gott, ihr Christen. bej 147. Und leicht wird jede Last. Ich werde nie verderben, Bin ich doch Gottes Kind Mit allen Himmelserben, Die ewig bei dir sind. Wir schauen, Herr der Herrlich keit, zu dei- nes Î tausend Engel stehn. 2. Du nahmst von deiner Herrlichkeit Döring. Thro- nes Höhn, Vor dem, auf deinen Wink be- reit, Viel ¹ Schon längst Besitz; nur wir, Wir leben immer noch im Streit Und sehnen uns nach dir. 3. Doch du bist nah)', wir zagen nicht, 5. Wir preisen dich in dieser Zeit, Dich, der solch Glück uns schenkt, Der noch in seiner Herrlichkeit Der schwachen Freunde denkt. 6. Ja, Herr des Lebens, Jesus Chrifi, Auf dich nur hoffen wir. Wir suchen nun, was droben ist, Und sind im Geist bei dir. Uns schüßet deine Hand; Du giebst auf unserm Pfade Licht Und führst zum Vaterland. 4. Du stärkest unsers Glaubens Muth Mit deiner Gegenwart. Wohl dem, der deinen Willen thut, Dein volles Heil zu sehn. Und deiner gläubig harrt! ( Rheinisches Gesangbuch.) 7. Vollenden wir einst unsern Lauf, So eil', uns beizustehn; Nimm uns in deinen Himmel auf, Mel. Jesus, meine Zuversicht. E 勝 Him- mel- an geht un- sre Bahn, Wir sind Bis wir dort in Ca- na= an Durch die nur auf Er- den, kommen wer= den. Himmelfahrt. 148. Cro- ben un ser = 6 Vaterland. 2. Himmelan schwing dich, mein Ueber Sonne, Mond und Sterne; Geist, Denn ihr Licht ist viel zu klein Gegen jenen Glanz und Schein. 5. Himmelan wird mich der Tod In die rechte Heimath führen, Da ich über alle Noth Ewig werde triumphiren. Jesus geht mir selbst voran, Daß ich freudig folgen kann. 6. Himmelan, ja himmelan! Das soll meine Losung bleiben. Ich will allen eitlen Wahn Durch die Himmelslust vertreiben. Himmelan nur steht mein Sinn, Bis ich in dem Himmel bin. Schmold. Denn du bist ein himmlisch Wesen, Und kannst das, was irdisch heißt, Nicht zu deinem Ziel erlesen: Ein von Gott erleucht'ter Sinn Kehrt zu seinem Ursprung hin. 3. Himmelan! ruft er mir zu, Wenn ich ihn im Worte höre; Das weist mir den Ort der Ruh', Wo ich einmal hingehöre: Wenn mich dieses Wort verwahrt, Halt' ich sel'ge Himmelfahrt. 4. Himmelan! mein Glaube zeigt Mir das schöne Loos von ferne, Daß mein Herz schon aufwärts steigt Hier ist unser Bil- grims- stand, I 149. Mel. Wer nur den lieben Gott.( Neue Mel.) beate krönt, Herr Jesu sein, wo du nun 131 Christ; bist? Gä- ste Wü- ſte = Zum Him- mel bist du ein ge= gangen, Mit Preis geWie sollte mich nun nicht verlangen, Auch dort zu ਤੇ 11 Ich 350 bin ja nur ein 9* 132 Fest- Lieder. Pil- grim hier; Nimm in 2. Vom Tode standst du auf zum Leben Und gingst verklärt zum Himmel ein; So muß sich auch mein Geist erheben, Soll ich nicht todt in Sünden sein. Ein neues Leben wirk' in mir, So fomm ich einst gewiß zu dir. 3. Am Delberg fingen deine Leiden Mit bittern Todesängsten an; Am Delberg gingst in hohen Freuden Du siegreich deine Himmelsbahn. So folgt auf Leiden Herrlichkeit; Zu beiden mache mich bereit. 4. Du hobest segnend deine Hände Beim Scheiden von den Deinen auf; O hilf, daß einst auch ich vollende, die Hei- math mich zu dir. Von dir geleitet, meinen Lauf. Wenn ich von dir gesegnet bin, Dann fahr' in Frieden ich dahin. 5. Ich sehe dir mit Glaubensblicken In deinen Freudenhimmel nach; Mein Herz soll sich an dir erquicken, Der mir die Bahn zum Himmel brach. Sieht dich auch hier mein Auge nicht, Doch bleibst du meine Zuversicht. 6. Einst wirst du herrlich wiederkommen, Gleichwie du aufgefahren bist; Dann werd' ich völlig aufgenommen, Wo mir bereit mein Erbtheil ist. So leb' ich nun im Glauben hier, Jm Schauen aber dort bei dir. ( Berliner Gesangbuch.) 150. Mel. Jerusalem, du hochgebaute. bunden, und ist die Melodie des vierstimmigen Choralbuches darnach einzurichten. e Das Aug' em- por, Das Knie vor ihm ge- beugt, VerNun himmel- an, der Ehren könig steigt Hoch, ein te Jünger- schaar! präch- tig, wun- der= bar. II Seht, wie er geist- verkläret Im Glanz der Ma- je- stät Zum Vater wie= der= feh- ret, Wie ihn sein Gott er= Höht! 2. Er fährt empor zum höchsten Heiligthum, Bis auf den ew'gen Thron. Singt ihm Hallelujah! bringt Macht und Ruhm Dem Herrn, dem Menschensohn, Himmelfahrt. Ihm, der aus tiefstem Falle Ins Lichtreich uns erhob! Besingt mit höchstem Schalle Des Priesterkönigs Lob! 3. Getreues Herz! du läßt uns nicht allein; Du willst an jedem Ort Allgegenwärtig mit und um uns sein, Ein allgewalt'ger Hort. Du bist erhöht zur Rechten, Dein Nam' ist unser Truß; Die Schaar von deinen Knechten Wohnt unter deinem Schutz. 4. Du gingest, o Vollender, uns voran! Siegesbahn, Die uns dein Hingang brach. Die goldne Pfort' ist offen Zu Paradieses Au'n! Wir kommen bald dir nach, Wenn wir nur treu sind auf der Bei dir in Ewigkeit. Mel. Lobe den Herren, den mächtigen. 11: Das ist kein trüglich Hoffen; Wer's glaubet, wird es schaun. 5. Nun freun wir uns, wann unsre Hütte bricht; sel'ge Heimfahrt dann! Der Tod ist hin, die Erde hält uns nicht, Wir fahren hoch hinan: Aus schwerem Weltgetümmel Hebt leicht sich unser Flug; Uns trägt in deinen Himmel Dein mächt'ger Liebeszug. 6. Dort wird gestillt auf ewig aller Schmerz Und jeder Sehnsucht Leid; 151. - In voller Gnüge feiert unser Herz schwebt zwischen den ſe 2. Sebze, du König, zur Rechten des Vaters dich nieder! Wunderbar klingen von dir nun die himmlischen Lieder!- Einst, wann besiegt Wonne über Wonne, Wann wir auf Zions Höhn Dich, unsre Lebenssonne, Mit neuen Augen sehn! - keh= ren, Wenn er sich hebt Üle- ber die 133 JJ Himm- lische Pfor- ten, empfanget den König der =[ i= gen_ CUD Ehren, Wenn er zurück in sein hei- liges Er- be will H Feldhoff. Wol- ken und = ren. Alles zu Füßen dir liegt, Siehet die Erde dich wieder. 3. Immer und ewig, o Herr, wird dein Scepter bestehen, 134 Fest- Lieder. Immer wird liebliches Wesen zur Liegen die Freuden der Zeit und die Seite dir gehen; Qual der Gemüther. Siehe, der Geist, Den er den Seinen verheißt, Regt schon die mächtigen Flügel! Wer an dich glaubt, O du erhöhetes Haupt, Der wird die Herrlichkeit sehen. 4. Seht, der erniedrigte Mittler ist hoch und erhaben, Und der Gekreuzigte trägt nun die himmlischen Gaben! Kummer und Noth, Was ihn auf Erden bedroht, Bleibt in der Tiefe begraben. 5. Unter ihm lieget die Welt, die vergänglichen Güter, Sepp 6 6. Wer an ihn glaubt, ist geboren aus göttlichem Samen; Selig ist, der sich bekennt zum geheiligten Namen. Der es verspricht, Wohnet im ewigen Licht, Seine Verheißung ist: Amen. Puchta. Pfingsten. 152. Erfurter Enchiridion. 1524. Komm, heiliger Geist, Herre Gott! Er- füll' mit deiner Gnaden Gut Dei- ner Gläu- bi- gen Herz, Muth und Sinn, Dein' brün- stig Lieb' entzünd' in ihn'n. Herr, durch dei- nes Lich- tes 12. Glanz Zum Glauben du ver- sam- melt hast Das Volk aus al= ler Welt und Zungen; Das sei dir, Herr, zu Lob ge= sunb # gen. Hal- le- lu- jah! Hal- le= lu jah! Pfingsten. 135 2. Du heiliges Licht, edler Hort! 3. Du heilige Gluth, süßer Trost! Laß uns leuchten des Lebens Wort Und lehr' uns Gott recht erkennen, Von Herzen Vater ihn nennen. O Herr, behüt' vor fremder Lehr', Daß wir nicht Meister suchen mehr, Denn Jesum Christ mit rechtem Glauben Nun hilf uns fröhlich und getrost In deinem Dienst beständig bleiben, Die Trübsal uns nicht abtreiben. Durch deine Kraft uns, Herr, bereit', Und stärk' des Fleisches Blödigkeit, Daß wir hier ritterlich stets ringen, Durch Tod und Leben zu dir dringen. Hallelujah! Hallelujah! Und ihm aus ganzer Machtvertrauen. Hallelujah! Hallelujah! Mel. Komm, heiliger Geist. begle 153. 6 Komm über uns, du wer- ther Geist, Du Leh- rer, der zu Chri- sto weist! Lehr' ihn uns kennen, ihn em- pfan- gen, Der Luther. 22 vom Va- ter aus- ge- gan- gen. Er zahl- te für die ganze 17 Welt In seinem Blut das Lö- se- geld. Du knüpfst uns fest mit men. Halle- lu- jah! Halle- lu- jah! ihm zusammen und nun- mehr kann uns nichts ver- dam2. O halte dir mein Herz bereit Und schmück' es aus mit Heiligkeit! Dein Friede wohne stets darinnen Und bewahre Herz und Sinnen. So wird von Missethaten rein Des großen Gottes Tempel sein, Zu seines Namens Ruhm erbauet, An dem er sein Gefallen schauet. Hallelujah! Hallelujah! 3. Geist, der im Glauben uns erhält, Gieb mehr als Frieden dieser Welt; gieb uns jenen edlen Frieden, Den uns Gottes Huld beschieden, Den Christi Tod uns hat gebracht! Der ist es, der uns freudig macht Selbst unter schwerem Leidensdrange Noch preisen Gott mit Lobgesange: Hallelujah! Hallelujah! 136 Fest- Lieder. 4. Du der allein uns Hülfe schafft, Bis unser Geist den Leib verläßt; Gieb freudig einst zu sterben Kraft; Laß uns im Kampfe nicht erliegen, Befestige uns in dem Worte, Bis wir den letzten Feind besiegen. Christus sei die Lebenspforte. Hallelujah! Hallelujah! Halt uns in wahrem Glauben feſt, Mel. Wie schön leuchtet. 154. e & Dir jauch- zet froh die Chri- sten- heit, Du Geist der Kraft und Als un- sers Er bes Un- ter- pfand Bist du vom Va- ter Herrlichkeit, Du al- ler Geister Leben. aus ge- sandt, Zum Trö- ster uns ge= geben. = de Leit' auch uns auf un- serm Pfa- de. Glie- der Wirst du führen und re- gie- ren; dei- ne Gna2. O welch ein großer Tag erschien, Als man die Flammen sah erglühn Hell über jedem Haupte! Im Sturmwind thatest du dich kund, Dein Zeugniß heiligte den Bund Der Schaar, die freudig glaubte. Mächtig kamst du, Maukisch. Um die Schwachen stark zu machen, und erklungen Ist das Heil in allen Zungen. 3. Dank für so viel göttlich Licht, Daß jede Finsterniß durchbricht Zur himmlischen Belebung! Den Menschenherzen alt und jung Schaffst Kräfte du zur Heiligung, Zu stiller Gottergebung. Preis dir, Dank dir, Daß du kräftig und geschäftig uns belehrest, Jesum Christum uns verklärest. Je= su 4. Auch wir, die Christus sich erkauft, Wir sind mit deiner Kraft getauft, Die Welt zu überwinden. Wirk in uns allen Lieb und Zucht, Und laß in uns des Glaubens Frucht Sich hundertfältig finden. Gnädig hilf du Gottes Erben einst im Sterben, daß sie droben Ewig deine Wunder loben. 5. Wir beugen unsern Geist vor dir, Geist Gottes, alle flehen wir: Du wollest bei uns bleiben. Geh' ferner aus in alle Welt, Damit, von deinem Licht erhellt, Die Völker alle gläuben. Führe gnädig Sie zur Wahrheit und zur Klarheit, daß die Erde, Geist des Herrn, dein Tempel werde. Döring. Mel. Lobt Gott, ihr Christen. 6 6 ¤ Pfingsten. 155. 5 Nicht um ein flüch- tig Gut der Zeit, Ich fleh' um dei- nen GIFS Geist, Gott, den mir zur Se lig- feit Dein theu- res = Wort ver= heißt. 2. Die Weisheit, die vom Himmel Dann schenket selbst dein Geist stammt, Das freudige Bewußtsein mir, Daß du mir gnädig ſeist. 5. Er leite mich zur Wahrheit hin, Zur Tugend stärk' er mich, Bewähre, wenn ich traurig bin, Auch mir als Tröster sich. O Vater, lehr' er mich, Die Weisheit, die das Herz entflammt Zur Liebe gegen dich. 3. Dich lieben, Gott, ist Seligkeit; Gern thun, was dir gefällt, Wirkt reinere Zufriedenheit, Als alles Glück der Welt. 137 Mel. Komm, heiliger Geist. colp 6. Er schaff' in mir ein reines Herz, Versiegle deine Huld, 4. Alsdann hab' ich Vertraun zu Und er bewaffne mich im Schmerz Mit Muth und mit Geduld. dir, Chr. Fr. Neander. 156. Choralbuch. Anhang. 14. Welt er lö ser, sei ge- preist, Du sand- test uns den = = Himmel zu be rei= te. = heil- gen Geist, Der uns in al= le Wahrheit lei= te Und uns zum Er schen- ket uns zum Guten Kraft, Stärkt uns in unsrer Pil- ger- schaft, Hilft uns den Lauf zum 138 Fest- Lieder. Ziel voll- brin- gen Und einst des Lebens Kron' er= rin= gen. Halle- lu- jah! Hal= le= lu 2. Die Schaar der Boten wagt den Streit, Durch deines Geistes Kraft erneut, Kämpft gegen falscher Götter Heere, Siegt durch die Wahrheit deiner Lehre. Gewaltig geht des Lebens Wort Bis an der Erde Grenzen fort, Erleuchtet alle Nationen, Dringt von den Hütten zu den Thronen. Hallelujah! Hallelujah! 3. Zu uns auch sende deinen Geist, Der uns den Weg zur Wahrheit weist: Sind dunkel unsers Lebens Pfade, Erleucht' er sie durch deine Gnade. Er lehr' uns Gottes Heil verstehn; Er leit' uns, wenn wir irre gehn; Daß wir in Chrifto freudig sterben, Und sind wir in Gefahr zu fallen, Mit ihm das Himmelreich ererben. Lehr' er uns festen Schrittes wallen. Hallelujah! Hallelujah! Hallelujah! Hallelujah! 5. Geöffnet ist dir unser Herz, Zieh ein und leit' es himmelwärts; Wir wollen nimmer widerstreben, Regiere unser ganzes Leben. Und endet sich einst unsre Bahn, Dann nimm dich unsrer Schwachheit an, jah! 4. Wo wir vereint sind vor dem Herrn, Geist Gottes, sei von uns nicht fern! Auf uns, die wir sind Christi Glieder, Komm deine Segensfüll' hernieder. Gieb dem Verstande helles Licht, Dem Herzen feste Zuversicht, Daß uns von dem, den wir bekennen, Nie weder Glück noch Leiden trennen. Hallelujah! Hallelujah! 8 157. Mel. Komm, heiliger Geist. C Komm, o ver- heißner Gottes- geist, Der uns der Sün- de Sturm. dei- ner Hülf' er= zäh= len: 6 Nacht entreißt, Dein Licht verklär' auch un- fre See- len, Daß sie von 6 Choralbuch. Anhang. 14. Wie du auch uns so wohl- ge Pfingsten. H than, Er- hel- lend un sre Le- bens- bahn. O komm, du rei- nes 2 Licht von ben, Verklär' uns, wür- dig dich zu loben. Hal- le- lu- jah! Halle= lu= jah! 2. Komm, du ersehnter Gottesgeist, Gieb Glaubensmuth, gieb HeldenDer uns der Sündenangst entreißt. kraft, Ach, hart verklagt uns das Gewissen, Daß wir von Weltangst uns erheben Verwundet, blutend und zerrissen. Ins friedensreiche Himmelsleben. Gieb Zeugniß unserm Geist, daß wir Hallelujah! Hallelujah! Des Vaters Kinder sind schon hier, Von Gott durch Schuld nicht mehr geschieden: Geist Gottes, gieb uns deinen Frieden. Hallelujah! Hallelujah! 3. Komm, komm, o Tröster, Gottesgeist, Der uns der Erdennoth entreißt; Du bist ein Geist der reinen Freude, Mach' uns getrost in jedem Leide. O du, der alles in uns schafft, Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. E Geist vom Vater Und her- ab von Trö- ster bist Schwa- che siehst, 139 4. Komm, komm, du ew'ger Gottesgeist, Der uns der Erdenlast entreißt, Daß wir zur Himmelsfreiheit dringen Auf deiner ew'gen Gnade Schwingen. In Todesnacht sei unser Licht, Und Beistand droben im Gericht, Daß vor dem Richter wir bestehen Und selig ein zum Himmel gehen. Hallelujah! Hallelujah! 158. Döring. und vom Soh- ne, Der du un= ser Got- tes Thro- ne Hülf- reich auf uns Ste- he du mir mäch- tig bei, Daß ich 140 6 Fest- Lieder. dir er= ge= ben sei: 2. Laß auf jedem meiner Wege Deine Weisheit mit mir sein, Wenn ich Furcht und Zweifel hege, Deine Wahrheit mich erfreun. Lenke kräftig meinen Sinn Auf das Wohl der Seele hin; Lehrst du mich, was recht ist, wählen, Werd' ich nie mein Heil verfehlen. den Schon ein Tem- pel Got- tes 3. Heilige des Herzens Triebe, Daß ich über alles treu Meinen Gott und Vater liebe Und mir nichts so wichtig sei, Als in seiner Huld zu stehn, Seinen Namen zu erhöhn, Seinen Willen zu vollbringen: Alles muß durch dich gelingen. fe 4. Stärke mich, wenn zu der Sünde Mein Gemüth versuchet wird, Daß sie mich nicht überwinde. Hab' ich irgend mich verirrt, O, so wird mein Herz auf Erwerden. so strafe selbst mein Herz, Daß ich unter Reu' und Schmerz Mich vor Gott in Demuth beuge Und mein Herz zur Bess'rung neige. 5. Treib mich kräftig zum Gebete, Daß zu Gottes Thron ich trete Wenn mir Hülfe nöthig ist, Durch den Mittler Jesus Christ. Hilf mir gläubig auf ihn schaun Und auf sein Verdienst nur baun, Daß ich mög' auf mein Verlangen Gnad' umGnad'von ihm empfangen. 6. Stehe mir in allen Leiden Stets mit deinem Troste bei, Daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam sei. Gieb mir ein gelassnes Herz, Laß mich selbst im Todesschmerz Bis zum frohen Ueberwinden Deines Trostes Kraft empfinden. Hoffmann. Mel. Kommt her zu mir. e Gott Vater, sen de dei- nen Geist, Den uns dein Sohn er159. bit- ten heißt, Aus deines Him- mels Höhen. Wir bit- ten, wie er uns ge- lehrt: Laß uns doch ja nicht un- er- hört Von Pfingsten. dei-- nem Thro- ne ge= hen. 2. Kein Menschenkind hier auf Der leitet alles, was ihn liebt, der Erd' Auf wohlgebahnten Wegen; Er setzt und richtet unsern Fuß, Daß er nicht anders treten muß, Als wo man find't den Segen. Ist dieser edlen Gabe werth, Bei uns ist kein Verdienen. Hier gilt gar nichts als Lieb' und Gnad', Die Christus uns verdienet hat Mit Büßen und Verfühnen. 3. Wir halten, Herr, an unserm Heil Und sind gewiß, daß wir dein Theil In Christo werden bleiben: Die wir durch seinen Tod und Blut Des Himmels Erb' und höchstes Gut Zu haben treulich gläuben. 4. Dein Geist stärkt unsers Glaubens Licht, Wenn alle Welt dawider sicht Mit Sturm und vielen Waffen; Und wenn auch gleich der Fürst der Welt Selbst wider uns sich legt ins Feld, So kann er doch nichts schaffen. 5. Wo Gottes Geist ist, da ist Sieg, Wo dieser hilft, da wird der Krieg Gewißlich wohl ablaufen. Was ist doch Satans Reich und Stand? Wenn Gottes Geist erhebt die Hand, Fällt alles übern Haufen. 6. Er macht das bittre Kreuze süß, Ist unser Licht in Finsterniß, Führt uns als seine Schafe, Hält über uns sein Schild und wacht, Daß seine Heerd' in tiefer Nacht Mit Ruh' und Frieden schlafe. 141 7. Der Geist, den Gott vom Himmel giebt, 8. Er öffnet unsers Herzens Thor, Wenn man sein Wort in unser Ohr Als edlen Samen streuet; Er giebet Kraft demselben Wort, Und wenn es fället, bringt er's fort, So daß es wohl gedeihet. 9. Er lehret uns die Furcht des Herrn, Liebt Reinigkeit und wohnet gern In frommen, keuschen Seelen; Was niedrig ist, was Tugend ehrt, Was Buße thut und sich bekehrt, Das pflegt er zu erwählen. 10. Er ist und bleibet stets getreu, Wenn alle Dinge fallen; Er steht uns auch im Tode bei, Er lindert unsre letzte Qual Und läßt uns durch das Todesthal Zum Himmel fröhlich wallen. 11. O selig, wer in dieser Welt Läßt diesem Gaste Haus und Zelt In seiner Seel' aufschlagen! Wer ihn aufnimmt in dieser Zeit, Den wird er dort zur ew'gen Freud' In Gottes Hütte tragen. 12. Nun, Herr und Vater allerGüt', Hör unsern Wunsch: geuß ins Ge müth Uns allen diese Gabe; Gieb deinen Geist, der uns allhier Regiere und dort für und für Jm ew'gen Leben labe. Paul Gerhardt. 142 Mel. Wie schön leuchtet. FC 2 Fest- Lieder. 160. Oheil'- ger Geist, kehr' bei uns ein, Und laß uns dei- ne Du Him- mels- licht, laß deinen Schein Bei uns und in uns Woh- nung sein, O komm, du Her- zens- son- ne! kräftig sein zu ste= ter Freud' und Won- ne! 11 Trö- ster, Himm- lisch Leben willst du geben, wenn wir beE 3. Steh' uns stets bei mit deinem Rath Und führ' uns selbst den rechten Pfad, Die wir den Weg nicht wissen; Gieb uns Beständigkeit, daß wir Getreu dir bleiben für und für, Auch wenn wir leiden müssen. Schaue, baue, Was zerrissen und geflissen, dich zu schauen Und auf deinen Trost zu bauen. Höch- ster, ten Und in An- dacht vor dich tre= ten. 2. Du Quell, draus alle Weisheit Dadurch gestärket werden, fließt, Die sich in fromme Seelen gießt, Laß deinen Trost uns hören, Daß wir in Glaubenseinigkeit Auch können aller Christenheit Dein wahres Zeugniß lehren. Höre, lehre, Daß wir können Herz und Sinnen dir ergeben, Dir zum Lob und uns zum Leben. 4. Laß uns empfinden deine Kraft, Und dann zu guter Ritterschaft Auf daß wir unter deinem Schutz Begegnen aller Feinde Truß Mit freudigen Geberden. Laß dich reichlich Auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, Alles Unglück überwinden. 5. O starker Fels und Lebenshort, Laß uns dein werthes süßes Wort In unsern Herzen brennen, Daß wir uns mögen nimmermehr Von deiner weisheitreichen Lehr' Und reinen Liebe trennen. Fließe, gieße Deine Güte ins Gemüthe, daß wir können Christum unsern Heiland nennen. In unsre Herzen kräftiglich 6. Du Himmelsthau, ergieße dich Und schenk' uns deine Liebe, Daß unser Sinn verbunden sei Dem Nächsten stets mit Liebestreu' Und sich darinnen übe. Pfingsten. Kein Neid, kein Streit Daß uns hinfort sei unbewußt Dich betrübe; Fried' und Liebe Die Eitelkeit, des Fleisches Lust müsse walten, Freude wollst du uns erhalten. Und seine todten Werke. Rühre, führe Unser Sinnen und Beginnen von der Erden, Daß wir Himmelserben werden. Schirmer. 7. Gieb, daß in wahrer Heiligfeit Wir führen unsre Lebenszeit; Sei unsers Geistes Stärke, Mel. Warum sollt' ich mich denn. 16 be 161. Höch- ster Trö- ster, komm her= nie= der! Geist des Herrn, sei nicht fern, Stär- ke Christi Glie= der. 143 Sei- nem Volk ver sprochen. nie sein Wort ge= brochen, Je- sus hat dei= nen Rath 2. Geist der Wahrheit, gieb uns allen Durch dein Licht Unterricht, Wie wir Gott gefallen. Lehr' uns freudig vor ihn treten, Sei uns nah', sprich dein Ja, Wenn wir findlich beten. 3. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen, Gieb uns Muth, Fleisch und Blut, Sünd' und Welt zu dämpfen. Stärke uns in allen Leiden, Daß uns Noth, Schmerz und Tod Nicht von Jesu scheiden. Er, der 4. Hilf uns nach dem Kleinod streben Und verleih, daß wir treu Unserm Heiland leben. Nimmer laß uns stille stehen, Treib uns an, froh die Bahn Seines Heils zu gehen. 5. Sei in Schwachheit unsre Stüße, Gieb im Streit Freudigkeit, Trost in Trübsalshize. Führ', wenn Gott uns nach dem Leide Sterben heißt, unsern Geist In des Himmels Freude. Liebich. 144 Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. E = = Va ter lie best, Treu- er Gott, und bitten, gie= best, Ja, uns um ihn E dei- nen Geist bit- ten heißt, De- muths- voll fleh' ich zu dir: Va- ter, E f send' ihn auch zu mir, Daß er meinen Geist er= neue Fest- Lieder. 162. Der du uns als De- nen, die dich 11 Und ihn dir zum Tem- pel wei- he. 2. Fülle mich mit heil'gen Trieben, Daß ich dich, mein höchstes Gut, Ueber alles möge lieben, Daß ich mit getrostem Muth Deiner Vaterhuld mich freu', Und mit wahrer Kindestreu' Stets vor deinen Augen wandle Und rechtschaffen denk' und handle. 3. Geist des Friedens und der Liebe, Bilde mich nach deinem Sinn, Daß ich Lieb' und Sanftmuth übe Und mir's rechne zum Gewinn, Wenn ich je ein Friedensband Knüpfen kann, wenn meine Hand Zur Erleichtrung der Beschwerden Kann dem Nächsten nützlich werden. 4. Lehre mich mich selbst erkennen, Die verborgnen Fehler sehn, Sie voll Demuth Gott bekennen Und ihn um Vergebung flehn. Mache täglich Ernst und Treu', Sie zu bessern, in mir neu; Zu dem Heiligungsgeschäfte Gieb mir immer neue Kräfte. 5. Wenn der Anblick meiner Sünden Mein Gewissen niederschlägt, Wenn sich in mir Zweifel finden, Die mein Herz mit Zittern hegt, Wenn mein Aug' in Nöthen weint, Gott mich nicht zu hören scheint: O dann laß es meiner Seelen Nicht an Trost und Stärkung fehlen. 6. Was sich Gutes in mir findet, Ist dein Gnadenwerk in mir; Selbst hast du den Trieb entzündet, Daß mich, Herr, verlangt nach dir: so sebze durch dein Wort Deine Gnadenwirkung fort, Bis sie durch ein selig Ende Herrlich sich an mir vollende. Bruhn. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund. 16 6 Pfingsten. 163. Ba = = Geist her ab ge= ſenkt, Trieb gen Him- mel lenkt, Geist Gottes, aus des Ew'- gen Fül= le Der auch in un be merk- ter Stille = Weis- heit lehret flügelt, Den Se- hern Aug' und Mund ent= sie- gelt Und 145 Bono 140915 n. Ritter's Choralbuch. In unsern Des Her- zens # Du, der einst Da-vids Psalm beauch noch jetzt mit Gluth durchdringt, Auch jetzt uns Got- tes flä- ret, 2. Du Quell der reinsten Himmelsliebe, Die in das Herz lebendig quillt, Und so des neuen Menschen Triebe Mit heil'ger Gotteskraft erfüllt! Du bist es, der die Schwachheit stützet, Im Pilgerlauf sie stärkt und schüßet, Wenn sich die Seel' in Schlummer neigt; Und Chri- sti Wahr- heit uns ver= E dir lob- singt! Erhöhest durch des Herrn Gemeinen Des Kreuzes unbesiegten Ruhm. Und wo du sprichst mit Feuerzungen, Weckst du zu sel'gen Huldigungen Der Heiden großes Todtenfeld. Der Hölle Reich muß dir mit Beben Die Schaar Gefangner wiedergeben, Die es in seinen Feſseln hält. 4. Wer kann wie du mit Donner reden, Wenn du im Schlaf den Sünder schreckst? Wer tröstet, so wie du, die Blöden, Wenn du die neue Sehnsucht weckst? Wenn sie in ihr Verderben schauen, So lehrst du sie dem Ruf vertrauen, 10 hö= re den, der Der, o geschäh' es nicht vergebens! Als Unterpfand des ew'gen Lebens Uns hier des Himmels Krone zeigt. 3. Du bauest aus lebend'gen Steinen Der Kirche reines Heiligthum, 146 Fest- Lieder. Der sie mit Gottes Frieden grüßt; Die Liebe führest du zum Throne, Wenn sich der Geist zwar willig zeiget, Doch ihn des Fleisches Schwachheit beuget, Und ihren Werken wird zum Lohne Die Kraft in Demuth festzustehn. 6. Wenn Christus einst hernieder schwebet Bist du es, der das Leid versüßt. 5. Du drückest der Bewährung Siegel Den wohlgeprüften Seelen auf; Du giebst den Zeugen Glaubensflügel Und führst sie im Triumph hinauf. In aller Trübsal lehrst du beten, Du selbst willst unsre Noth vertreten, Auch ohne Wort, mit starkem Flehn. Auf das bedeckte Todtenfeld, Mit mächt'gem Wort es neu belebet Zum Erbtheil in der bessern Welt: Dann trägt in deiner Kraft die eine Bewährte heilige Gemeine 監 Zum Throne Herz und Psalm empor. Dann ströme du durch alle Glieder Die höh're Gluth der Himmelslieder Zum Preise dem, der uns erfor. Garve. Mel. Komm, heiliger Geist. 164. VEL Komm, Kraft des Höch- sten, komm her- ab! Pfand, das uns Got- tes Choralbuch. Anhang. 14. Gna- de gab, Du Segens- quell, Born al- ler Gaben, Nichts kann, wie t du, die See- le la= ben. Komm, Got- tes Geist, in un- sern Geist, Wie Himmelsthau her- nie- der fleußt; Komm mit der Friedenstau be schwe= ben, Und ruh' auf uns, so lang' wir le= ben. Hal= le- lu- jah! Hal= le- lu- jah! 2. Komm, Geist der Wahrheit, Gottes Licht! Pfingsten. Wo du fehlst, ist die Wahrheit nicht. Komm, uns mit Wahrheit zu erfüllen Und unsers Geistes Durst zu stillen. Komm, leuchte du mit hellem Schein Bis in des Herzens Grund hinein. O warn' und strafe, wenn wir fehlen, Und läutre aller Christen Seelen. Hallelujah! Hallelujah! 3. Komm, milder Tröster! wer als du Bringt bangen Herzen Trost und Ruh' Und Balsam für die innern Wunden Und Himmelsthau in heißen Stunden? Komm, gieb zu unsrer Ritterschaft Uns Heldenmuth und Glaubenskraft, Und rüste selbst zum Gotteswerke Geist, Seel' und Leib mit deiner Stärke. Hallelujah! Hallelujah! 4. Komm, Quell der Liebe! geuß sie aus Ins Herz und über Gottes Haus. Gieb, daß wir Gott mit reinen Trieben Und Christum in den Brüdernlieben. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. $ Geist der Wahr- heit, Jesum Chri- stum! Ur- quell kennen, Herrn ihn nen= nen; 147 Entflamm' in Leid' und Freude stets Die Gluth des Dankes und Gebets. Erhöh' uns vom Gewühl der Erde, Daß unser Wandel himmlisch werde. Hallelujah! Hallelujah! 5. Weih' uns zu deinem Tempel ein, Was unrein ist, das mache rein, Was nah' am Staube kriecht, erhebe, Was schon gestorben ist, belebe. Erwärme jedes falte Herz,.. Lenk' alle Seelen himmelwärts, Vereine die zerstreuten Glieder Und bringe das Verlorne wieder. Hallelujah! Hallelujah! 6. Wenn du nicht Beistand ihm verleihst, So strebt umsonst des Menschen Geist. Laß auf uns deine Gnade regnen, Komm, uns mit deiner Kraft zu ſegnen, Dann sind der guten Saat wir gleich Und bringen Frucht zum Himmelreich; Dann führt zum Leben uns das Sterben, Und ewig sind wir Gottes Erben. Hallelujah! Hallelujah! 165. leh- re mich Nur durch dich Garve. Ganz mein Herz zu Gott be- keh= ren. Aller Wahr- heit Kann ich meinen Du, du mußt ihn mir ver- klä- ren, 10* 148 2. Du nur machst das Herz gewiß Und erleuchtest meine Seele, Daß ich in der Finsterniß Nicht den Weg des Heils verfehle. Du führst mich auf Gottes Pfade, Zeugst von Wahrheit und von Gnade. 3. Unser Tröster heißest du, Ueberschwänglich kannst du trösten; Du erfüllst mit Himmelsruh' Die Gemüther der Erlösten, Daß sie nach der Angst der Sünden Gottes Vaterhuld empfinden. Fest- Lieder. 4. Mächtig stärkst du zum Gebet, Weckst in uns inbrünst'ges Sehnen, Das mit stillen Seufzern fleht Und zur Wonne führt durch Thränen. Hoffnung und Geduld im Leiden Ist dein Werk, du Geist der Freuden. 5. Heiligung und Reinigkeit Mel. Aus meines Herzens Grunde. Und ein gottgefällig Leben, Selige Zufriedenheit, Wahre Weisheit kannst du geben. Selig, die an deinen Gaben Theil durch Lieb' und Glauben haben! 6. Was mir fehlt, find' ich bei dir, Nur durch dich kann ich genesen. Komm und wohne selbst in mir, Schaffe neu mein ganzes Wesen; Dann wird meine Schwachheit Stärke, Und ich wirke Gottes Werke. 7. Sieh, ich öffne dir mein Herz, Läutre du es auch durch Leiden, Mache mich durch Noth und Schmerz Würdig deiner Himmelsfreuden. Hilf mir, Vater, beten, ringen Und hindurch zum Ziele dringen. Bürde. 166. 2. Zeuch ein, laß mich empfinden Und schmecken deine Kraft, Die Kraft, die uns von Sünden Hülf' und Errettung schafft. Entsünd'ge meinen Sinn, Taß ich mit reinem Geiste Dir Ehr' und Dienste leiſte, Die ich dir schuldig bin. 3. Du bist ein Geist, der lehret, Wie man recht beten ſoll; Dein Beten wird erhöret, Dein Singen flinget wohl; Zeuch ein zu dei- nen Tho- ren, Sei mei- nes Herzens Gast, Der du, da ich ge= bo= ren, Mich neu ge= bo= ren hast; T 12 O hoch- ge- lob- ter Geist Des Va- ters und des Soh- nes, Mit bei den glei- ches Thrones, Mit bei den gleich ge= preist! Es steigt zum Himmel an, Fleht um die rechten Gaben, Bis wir von dem sie haben, Der allen helfen kann. 4. Du bist ein Geist der Freuden, Von Trauern hältst du nicht, Erleuchtest uns im Leiden Mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manches Mal Hast du mit süßen Worten Mir aufgethan die Pforten Zum güldnen Freudensaal! Pfingsten. 5. Du bist ein Geist der Liebe, Ein Freund der Freundlichkeit, Willst nicht, das uns betrübe Zorn, Haß und Neid und Streit. Der Feindschaft bist du feind, Willst, daß durch Liebesflammen Sich wieder thu' zusammen, Was unversöhnlich scheint. 6. Du, Herr, hast selbst in Händen Die ganze weite Welt, Kannst Menschenherzen wenden, Wie es dir wohlgefällt. Leit' uns den Friedenspfad, Verknüpf' in allen Landen Mit sanften Liebesbanden, Was sich getrennet hat. 7. Beschirm' die Obrigkeiten, Bau unsers Kaisers Thron, Gieb Glück zu unsern Zeiten, Schmück als mit einer Kron' = 149 Die Alten mit Verstand, Mit Frömmigkeit die Jugend, Mit Gottesfurcht und Tugend Das Volk im ganzen Land. 167. 8. Erfülle die Gemüther Mit reiner Glaubenszier, Aus Gnaden für und für. Und segne Haus und Güter Vertreib den bösen Geist, Der sich dir widersetzet, Und, was dein Herz ergößzet, Aus unsern Herzen reißt. 9. Nicht' unser ganzes Leben Allzeit nach deinem Sinn, Und wenn wir's sollen geben In's Todes Hände hin, Wenn's hier mit uns ist aus: So hilf uns fröhlich sterben Und nach dem Tod ererben Des ew'gen Lebens Haus. Paul Gerhardt. Straßburger Kirchenampt. 1525. Nun bitten wir den heil'- gen Geist Um den rech- ten Glau- ben al- ler- meist, Daß er uns be- hü te an un- serm H 1 Ende, Wenn wir heimfahr'n aus diesem Elen- de. Herr, erDer uns gebracht zum rechten Vaterland. Herr, erbarm' dich unser! barm' dich un ser! 2. Du werthes Licht, gieb deinen 3. Du süße Lieb', schenk' deine Schein, Lehr'uns, Jesum Christ kennen allein, Daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, Gunst, Laß empfinden uns der Lieb' Inbrunst, Daß wir uns von Herzen einander lieben, In Frieden auf einem Sinne bleiben. Herr, erbarm' dich unser! 150 Fest- Lieder. 4. Du höchster Trost in aller Noth, Wenn der Feind wird das Leben Hilf, daß wir nicht fürchten Schand' und Tod, verklagen. Daß in uns die Sinne nicht einſt verzagen, mel. Dir, dir, Jehovah. GE. E 168. Herr, erbarm' dich unser! Von dir, mein Gott, fommt Licht und Leben, Der Ich bin mit Dun- kel noch um= ge= ben, Das = Licht und Le ben fel ber fehlt mir noch, das aus dir bist. iſt. 3. Dann werd' ich, Herr, dich. recht erkennen, Dich, der in Christo uns so hoch ge= liebt, Und froh dich meinen Vater nennen, 11 Luther. du das Leben fen = de mir der Wahr- heit hellen Schein, Be le be mich, daß = = ich dir leb' al= lein. 2. Du sprachst, und aus denFinster- Weil mir dein Geist der Kindschaft nissen Ging auf dein Wort des Lichtes Strahl hervor; Nun ward die Welt der Nacht entriffent, Zeugniß giebt. Dann wird mir erst das Heil in Christo klar, Das deiner Gnade ew'ger Nathschluß war. Die Sonne stieg in vollem Glanz empor. So sei durch deines Schöpferwortes Macht Der Wahrheit Licht auch in mir angefacht. 4. Ergreife, Herr, mit deiner Wahrheit Die, so noch wandeln in der Sünde Nacht; Sie leuchte hier mit sanfter Klarheit, Sie schrecke dort mit deines Donners Macht, Daß die verstockten Sünder in sich gehn Und wahrer Neue voll um Gnade flehn. Pfingsten. 151 5. Und merk' ich selbst mit bangem Das theure Wort: der Mittler starb Herzen, für dich! Daß ich bethört vom Weg des Heiles Daß ich Vergebung find' in Jesu wich, Blut; Dann stille meine bittern Schmer- Du aber gieb zur Bessrung Kraft zen Mel. Gott des Himmels. C red hund Muth. ( Rheinisches Gesangbuch.) 169. Albert. 1641. Abw. n. Kühnau. 11. Komm, o komm, du Deine Kraft ſei Geist des Le= bens, Wah- rer nicht ver= ge= bens, Sie erGott von= - füll' uns je= der- zeit: So wird Le= ben, Licht und Schein II 7 In dem dun- feln Her- zen sein. 2. Gieb in unser Herz und Sinnen Weisheit, Nath, Verstand und Zucht, Daß wir anders nichts beginnen, Als nur was dein Wille sucht. Dein' Erkenntniß werde groß, Und mach' uns vom Irrthum los. 3. Zeig' uns, Herr, die rechten Stege, Die dein Wort uns kund gethan; Räume ferner aus dem Wege, Was im Lauf uns hindern kann. Wirke Neue nach der That, Wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Wird um Trost dem Herzen bange, Daß es oftmals rufen muß: du Ach, mein Gott, mein Gott, wie lange? so mache den Beschluß: Sprich der Seele tröstlich zu Und gieb Muth, Geduld und Ruh'. 5. O du Geist der Kraft und Stärke, Du gewisser neuer Geist! Fördre in uns deine Werke, Wenn der Feind uns fliehen heißt; Schenk' uns Waffen in dem Krieg Und erhalt' in uns den Sieg. 6. Herr, bewahr' auch unsern Glauben, Daß kein Teufel, Tod noch Spott Uns denselben möge rauben: Sei du unser Schutz, o Gott! Sagt das Fleisch gleich immer nein, Laß dein Wort gewisser sein. 7. Wenn wir endlich sollen sterben, So versichre mehr und mehr Uns, als deines Reiches Erben, Jener Herrlichkeit und Ehr', Die Gott giebt durch Jesum Christ, Und die unaussprechlich ist. Held. 152 Mel. Dir, dir, Jehovah. 圈 $ C ¤J f Fest- Lieder. 170. Wach' auf, du Geist der ersten Die Tag' und Näch- te nim- mer die auf Zi- ons Mau- ern stehn, trost dem Feind entgegen gehn, 41 Schall die ganze Welt durch- dringt Und Schaa- ren zu dir bringt. 2. O, daß dein Feuer bald entbrennte, Daß wir es sehn in alle Lande gehn, Auf daß bald alle Welt erkennte, Was zur Erlösung ihr von dir ge= schehn. Herr der Ernte, siehe du darein: Die Ernt' ist groß, der Knechte Zahl ist klein. H Zeugen, Der Wäch- ter, schwei- gen Und die ge3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten Ja, de ren al= ler Völ- fer Und brich mit Macht hinein in Satans Reich. Obreite, Herr, auf weitem Erdenkreis Dein Reich bald aus zu deines Namens Preis. 5. Ach laß dein Wort recht schnelle laufen, Es sei kein Ort ohn' dessen Glanz und Schein; Ach führe bald dadurch mit Haufen Der Heiden Füll' in alle Thore ein; Ja, wecke doch auch Israel bald auf! Und also segne deines Wortes Lauf! 6. Laß jede hoh' und niedre Die Werkstatt deines guten Geiſtes Schule sein; Uns diese Bitte in den Mund gelegt. Osiehe, wie an allen Orten Sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, Dich hierum herzinbrünstig anzuflehn; Drum hör', o Herr, und sprich: es soll geschehn! Ja, sizze du nur auf dem Stuhle Und präge dich der Jugend selber Spoleh ein, 4. Breit' aus dein Wort durch große Schaaren, Mach' sie in Kraft Evangelisten gleich, Daß treuer Lehrer viel und Beter ſein, Laß eilend Hülf' uns wiederfahren Die kräftig für die Kirche stehen ein. Pfingsten. 7. Du hast uns Hirten ja versprochen, Die du nach deinem Herzen geben willt. Nun wird dein Wort niemals geou brochen, Ein jedes Wort wird treu von dir erfüllt; Drum halt' ich dieses klare Wort dir vor: Ach denke dran und neig' uns Herz und Ohr. Mel. Christus, der uns selig macht. 153 8. Du wirst dein herrlich Werk vollenden, Der du der Welten Heil und Richter biſt, Du wirst der Menschheit Jammer wenden, So dunkel jetzt dein Weg, o Heil'ger, ist. Drum hört der Glaub' nie auf zu dir zu flehn, Du thust doch über Bitten und Verstehn! Bogatky. 171. 3. Geist von oben, heil'ge du Alle meine Triebe! Was ich denke, red' und thu': Füll' das Herz mit Liebe! Böhmische Brüder. 1531. Geist von o- ben, len- ke du Unsers Fu- ßes Trit= te! Füh- re uns der Hei- math zu, Wohn' in un-- srer Mit= te. Knü- pfe du ein festes Band Um die Bru- der Daß wir ge- hen Hand in Hand, Schmückend un- fre 2. Geist von oben! du allein Machest helle Augen, Daß, vom Selbstbetruge rein, Sie zum Sehen taugen; Zündest an der Wahrheit Licht, Mir mein Bild zu zeigen; Du nur kannst zur reinsten Pflicht Herz und Sinne neigen. = her = zen, Kerzen. Treib hinaus den falschen Schein, Eigensinn und Tücke; Mache mich vom Stolze rein So im Schmerz als Glücke. 4. Geist von oben, stärke mich, Daß mein Fuß nicht gleite! Denn ein strauchelnd Kind bin ich, Gestern ach wie heute! Rüste mich mit Heldenmuth, Daß der Feind nicht siege, Ich vor seiner List und Wuth Nie im Kampf erliege.ed 154 5. Geist von oben, spende Licht In der Nacht der Leiden, Schatten, wenn die Sonne sticht, Trost, wenn Freunde scheiden! Sei du meine Kraft, mein Lied, Das die Brust erweitert, Das, wenn jede Hülfe flieht, Meinen Lauf erheitert. Mel. O du Liebe meiner Liebe. Fest- Lieder. 172. 6. Geist von oben! wann die Welt Mich allein wird lassen, Nichts mein brechend Aug' erhellt, Wang' und Mund erblassen: Laß mich dann die Himmelspfort' Schon von ferne schauen, Bis ich werde wohnen dort Auf den Friedensauen! Daß es auf der ar= men Er = Wie der einmal Pfing- sten wer to the 2. Mache alle kranken Glieder Rüstig, kräftig und gesund; Laß die erste Liebe wieder Einen unsern Christenbund, Daß bald wieder nur der eine Große, heil'ge Gottesgeist Sichtbar sei in der Gemeine, Welche Christi Kirche heißt. 11 3. Laß ihn unsre Herzen rühren, Daß in deiner Christenwelt Man es sichtlich möge spüren, Wie er neu sich eingestellt. Frühling blühet auf den Auen, Frühling soll im Herzen blühn, Von des Geistes Hauch soll's thauen Und ein neues Leben glühn. de = de, deiner Chri- sten- schaar ma- che gnä- dig wahr! € 1 Flam- men In den kalten Her- zen an; Fü- ge, was entzweit, zu sam- men, Daß man Ein- tracht se 2 = Fa= che du der Boget. Un= ter Herr, das Lie= be hen kann. 4. O so send' ihn uns hernieder, Und als neuer Lebenssaft Dringe er durch alle Glieder, Und belebe sie mit Kraft; Treibe sie zu Geisteswerken, Fache an der Liebe Gluth, Lehre treu aufs Wort uns merken, Weck der ersten Zeugen Muth! 5. Rüste deines Geistes Streiter Mit des Geistes Waffen aus; Zieh der Kirche Grenzen weiter Und erfülle Herz und Haus: Mach' in jeder Seele Pfingsten Nach dem Ostermorgenroth, Daß auch keines der geringsten Bleibe noch in Sünden todt. Pfingsten. 6. Also laß des Geistes Wehen Daß in jeder Christgemeine, In der ganzen Christenheit, Jesu, heute neu erstehen! Gieb uns Glaubensfreudigkeit, Mel. Valet will ich dir geben. e ein; Schein! Lip= pen komm, du Geist der Wahr- heit, Und keh- re bei uns Ver breite Licht und Klar- heit, Ver- ban- ne Trug und 2 173. Daß Nah und fern, zu Berg und Thal, Deines Geistes Macht erscheine: Pfingsten werde überall! Meißer. Geuß aus dein heilig Geuß aus dein heilig Feu er, Rühr' Herz und हिं ant, 155 jeg- li- cher ge= treu- er = Herrn beken- nen fann. 2. Unglaub' und Thorheit brüsten Sich frecher jetzt als je, Darum mußt du uns rüsten Mit Waffen aus der Höh'; Du mußt uns Kraft verleihen, Geduld und Glaubenstreu', Und mußt uns ganz befreien Von aller Menschenscheu. 3. wahrlich, wir verdienen Ein strenges Strafgericht; Uns ist das Licht erschienen, Allein wir glauben nicht. Den Das Auge werd' uns feuchter, Wenn wir voll Neue flehn: Laß, Herr, bei uns den Leuchter Des Geistes fürder stehn! 4. Du heil'ger Geist, bereite Ein Pfingstfest nah und fern; Mit deiner Kraft begleite Das Zeugniß von dem Herrn! Döffne du die Herzen 174. Der Welt und uns den Mund, Daß wir in Freud' und Schmerzen Das Heil ihr machen kund. Spitta. Mel. Aus meines Herzens Grunde. cJ O Geist, den wir empfan gen Vom Va- ter und vom Sohn, Der du bist aus- ge= gan= gen Von Chri- sti Himmelsthron: 156 T Komm, nimm dich un- ser an! Komm, ma- che uns le= ben- dig; Komm, hei- le uns in wen- dig; Führ' uns auf eb- ner Bahn! 5. Droht uns der Trübsal Wetter, Jst Welt und Feind erbost, So sei du unser Netter, Du einig wahrer Trost! Weih' uns zu Priestern ein, Zu Königen im Streiten, Zu Helden in dem Leiden, Zu Šiegern in der Pein! 6. Laß uns dich nie betrüben! Schmück' unsre Seelen aus Mit Früchten, die auch drüben Bestehn im Vaterhaus. Ja, mach' uns allezeit In Heiligkeit rechtschaffen; Laß unsre Glieder Waffen Sein der Gerechtigkeit! Fest- Lieder. 2. Du kommst beseelend nieder Auf das, was todt und wild, Erneust Verlornes wieder Zu Gottes Ebenbild. Wend' uns durch Buß' und Neu' Von Sünden, von der Erden, Damit wir himmlisch werden; Schaff' unsre Herzen neu! 3. Du Finger Gottes, schreibe Dein Lebenswort in mich! Die Kraft des Höchsten treibe Mein Herz beständiglich! O Kraft, die alles schafft, Du kannst uns mächtig machen; Ach, schenke doch uns Schwachen Die rechte Lebenskraft! 4. Laß uns nach dem nur streben, Was Gott gefallen kann, Und fang' ein ewig Leben In unsern Herzen an. Laß Christi heil'ges Bild In uns Gestalt gewinnen, Bis uns in allen Sinnen Sein Will' und Wort erfüllt! Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen. 圈 colp Geist, mit Seel'" und neu- en ew'= gen Ihr Chri- sten, rühmt, er Die Gna- de, die der 7. Herr, laß hier unsre Glieder Nur deine Tempel sein, Und droben füg' uns wieder In Salems Mauern ein! Erzeig' uns hier dein Licht Geheim in stillem Hoffen, Dann, wann der Himmel offen, In Gottes Angesicht! Joh. Arndt. Hiller. 175. hebt und prei set Mit Herz und Herr er= wei set In seinem = Mund Bund! Er tränkt mit Him- mels Pfingsten. E fraft die See len Und gießt den Geist der Kindschaft aus; Zum Tem- pel will er sie er wäh= len Und wei- hen = Ĉ sie zum Gottes= haus. 2. Auf, auf, ihr Herzen und ihr Zungen, Verkündigt Gottes hohen Ruhm! Dein Name werde stets besungen Von uns, Herr, deinem Eigenthum. O daß ein Geist des Lebens wehe Und was nur Athem hat, erfüll', Daß alle Welt die Wunder sehe, Die Gott in Christo schaffen will! 3. Im Geiste laßt uns Pfingsten halten, Im Geist, und nicht in Fleischessinn! Verharren träge wir im Alten, Wo bleibt dann unsers Heils Gewinn? 157 Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 3. Christus- Lieder. 176. nennen! bren- nen! Nur das heißt neu geboren werden, Wenn Christi Geist auch in uns lebt, Und unser Sinn schon hier auf Erden Durch himmlisch Thun zum Himmel schwebt. 4. Ach Jesu, schenk uns armen Sündern Des Glaubens hohe Zuversicht; Mach'uns zu Gottes wahren Kindern Durch deines Geistes Kraft und Licht. Ozünde deine reine Liebe In unser aller Herzen an, Und schaffe, daß mit heil'gem Triebe, Was lebt, dich ewig lieben kann! ( Schaffhauser Gesangbuch.) # WING süßester der Na- men all, Die Men- schen- zun- gen O du, der Him- mel Wi- der- schall, Dem tau- send Her- zen J11 Je- sus, Jesus Christus, wie Beugt tief ge 158 f nug sich unser Knie Vor dir, o mein Er lö= ser? Christus- Lieder. 2. O du, der ewig uns befreit Von Todesnoth und Schmerzen! Wer, Heiland und Erretter, freut Sich deiner nicht von Herzen? Dein Nam' ist Hülfe, Heil und Huld, Vor dir verschwindet Tod undSchuld; Wer ist, wie du, ein Netter? 3. Erlöser, Jesu, ein'ger Sohn Des Vaters aller Wesen, Zum König auf Jehovah's Thron, Vom Anbeginn erlesen, Mel. Es ist das Heil uns kommen. Ge 323 Er= den wer= den! Voll Gottesweisheit, Licht aus Licht, Voll Kraft, die warm zum Herzen spricht, Voll reinster Gottesliebe! 4. Hoch über alle Namen geht Dein Name, Weltregierer, Du Hoherpriester und Prophet, Du aller Seelen Führer! Dein ist die Tiefe, dein die Höh', OKönig aller Könige, Dein alles, Jesus Christus! 221 Halt im Ge- dächt- niß Je- sum Christ, O Mensch, der auf die Vom Thron des Himmels kommen ist, Dein Bru- der da zu Lavater. Vergiß nicht, daß er dir zu gut Hat f an- ge- nommenFleisch und Blut: Dank' ihm für die- se Lie= be. 2. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, Mit ihm bist du erstanden. Das Leben hat er wiederbracht Und uns gerecht vor Gott gemacht: Dank' ihm für diese Liebe. Der für dich hat gelitten; Ja gar am Kreuz gestorben ist Und dadurch hat bestritten Welt, Sünde, Teufel, Höll' und Tod, Und dich erlöst aus aller Noth: Dank' ihm für dieſe Liebe. 4. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, Der nach den Leidenszeiten Gen Himmel aufgefahren ist, Die Stätt' dir zu bereiten, Da du sollst bleiben allezeit Und sehen seine Herrlichkeit, Dank' ihm für diese Liebe. 3. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, Der aus des Todes Banden Als Held hervorgegangen ist; 5. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, Der einst wird wiederkommen Und sich, was todt und lebend ist, Zu richten vorgenommen. O denke, daß du da bestehst Und mit ihm in sein Reich eingehst, Jhm ewiglich zu danken. Christus- Lieder. 159 6. Gieb, Jesu, gieb, daß ich dich fann ken- nen doch! schwe- res Joch, Mit wahrem Glauben fassen, Und nie, was du an mir gethan, Mög' aus dem Herzen lassen, Daß dessen ich in aller Noth Mich trösten mög' und durch den Tod Zu dir ins Leben dringen. Günther. 178. 2. Eins ist noth; ach Herr, dies Ei- ne Al= les an= dre, wie's auch schei- ne, 3 1704. Dar un- ter das Her- ze sich na- get und ja get. Er lang' ich dies Ei- ne, das = い Leh- re mich erJst ja nur ein pla- get Und dennoch kein wahres Vergnü- gen ersetzt, So werd' ich mit Ei- nem in al= les er= 3 er= götzt. al= lem 3. Wie dies Eine zu genießen Sich Maria dort befliß, Als sie sich zu Jesu Füßen Voller Andacht niederließ; Das Herz ihr entbrannte nur einzig zu hören, Wie Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren: 2. Seele, willst du dieses finden, Such's bei keiner Kreatur; Laß, was irdisch ist, dahinten, Schwing dich über die Natur, Wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet, Wo alle vollkommene Fülle erscheinet, Da, da ist das beste, nothwendigste Jhr Alles war gänzlich in Jesum versenkt, Theil, Mein Ein und mein Alles, mein felig- Und wurde ihr alles in Einem gestes Heil. schenkt. 160 4. Also ist auch mein Verlangen, Liebster Jesu, nur nach dir; Laß mich treulich an dir hangen, Schenke dich zu eigen mir. Ob viele zum größeren Haufen sich kehren, So soll doch mein Herze dir einzig gehören; Tenn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist. Christus- Lieder. Was ist wohl, das man nicht in Jesu geneußt? 5. Aller Weisheit höchste Fülle In dir ja verborgen liegt. Gieb nur, daß sich auch mein Wille Fein in solche Schranken fügt, Worinnen die Demuth und Einfalt regieret Mel. Christus, der ist mein Leben. 6²₂ 2 E 7. Nun so gieb, daß meine Seele Auch nach deinem Bild erwacht; Du bist ja, den ich erwähle, Mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, Ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben; Entreiße mich aller vergänglichen Lust, Dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt. 8. Volles Gnügen, Fried' und Freude Und mich zu der Weisheit, die himm lisch ist, führet. Ach, wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, So hab' ich der Weisheit vollkommenen Preis. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, Als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen Durch dein theures Opferblut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir erworben, 9. Drum auch, Jesu, du alleine Sollst mein Ein und Alles sein. Prüf, erfahre, wie ich's meine, Tilge allen Heuchelschein; Sieh, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, Da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben; Und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege; Die Kleider des Heils ich da habe Gieb, daß ich hier alles nur achte erlangt, für Spott Worinnen mein Glaube in Ewig- Und Jesum gewinne: dies Eine ist feit prangt. noth. Schröder. Jezzo meine Seel' ergößt, Weil auf eine frische Weide Mich mein Hirte hat geſetzt. Nichts Süßers kann also mein Herze erlaben, Als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben; Nichts, nichts ist, das also mich innig erquidt, Als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. 179. M. Vulpius. 1609. Ach, bleib' mit deiner Gna- de Bei uns, Herr Je- sus 49 ele? Christ, Daß uns hinfort nicht scha- de Des bö- sen Fein- des List. Christus- Lieder. 2. Ach, bleib mit deinem Worte Dein' Gnad' und all's Vermögen Bei uns, Erlöser, werth, In uns, o Herr, vermehr'. Daß uns in diesem Horte Sei Trost und Heil beschert. 3. Ach, bleib mit deinem Glanze Bei uns, du werthes Licht, Dein' Wahrheit uns umschanze, Damit wir irren nicht. 4. Ach, bleib mit deinem Segen Bei uns, du reicher Herr, 5. Ach, bleib mit deinem Schuße Bei uns, du starker Held, Daß uns der Feind nicht trube, Noch fäll' die böse Welt. 180. 6. Ach, bleib mit deiner Treue Bei uns, mein Herr und Gott: Beständigkeit verleihe, Hilf uns aus aller Noth! Stegmann. 161 dern. 3. Wenn ich ihn nur habe, Schlaf' ich fröhlich ein; Ewig wird zu süßer Labe Seines Herzens Fluth mir sein, Die mit sanftem Zwingen Alles wird erweichen und durchdringen. Wenn ich ihn nur ha= be, Wenn er mein nur ist, n. Breiden stein. 1824. Wenn mein Herz bis hin zum Gra= be Seine Treu= e nie ver= gißt, Weiß ich nichts von Lei- de, Füh= le T nichts als An- dacht, Lieb' 2. Wenn ich ihn nur habe, Laß ich alles gern, Folg' an meinem Wanderstabe Treugesinnt nur meinem Herrn; Lasse still die andern Breite, lichte, volle Straßen wan2 A de. und Freu 4. Wenn ich ihn nur habe, Hab' ich auch die Welt, Weil des Himmels schönste Gabe Meinen Blick nach oben hält. Hingesenkt im Schauen Kann mir vor dem Irdischen nicht grauen. 5. Wo ich ihn nur habe, Ist mein Vaterland, Und es fällt mir jede Gabe Als ein Erbtheil in die Hand. Längst vermißte Brüder Find' ich nun in seinen Jüngern wieder. Novalis. 11 162 Mel. Jesus, meine Zuversicht. 6 Christus- Lieder. 181. Mei- nen Je- sum for= dert er= 11 mich ge= ge= ihn zu ben, le= ben. e } Er ist mei- nes Mel. O du Liebe meiner Liebe. lass' ich nicht; Weil er sich für meine Pflicht, In ihm und für Meinen Jesum lass' ich nicht. 2. Jesum lass' ich nimmer nicht, Mich erfreut sein Angesicht; Weil ich soll auf Erden leben; Meinen Jesum lass' ich nicht. Ihm hab' ich voll Zuversicht, Was ich bin und hab', ergeben. Alles ist auf ihn gericht't, Meinen Jesum laſs' ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht 3. Laß vergehen das Gesicht, Alle meine Sinne weichen; Laß das letzte Tageslicht Mich auf dieser Welt erreichen; Wenn der Lebensfaden bricht, Meinen Jesum lass' ich nicht. 4. Ich werd' ihn auch lassen nicht, Wenn ich nun dahin gelanget, Wo vor seinem Angesicht Frommer Christen Glaube pranget. 182. Meine Seel' in mir sich sehnet; Jesum wünscht sie und sein Licht, Der mich hat mit Gott versöhnet, Der mich frei macht vom Gericht: Meinen Jesum laſs' ich nicht. 6. Jesum lass' ich nicht von mir, Geh' ihm ewig an der Seiten; Christus wird mich für und für zu den Lebensbächen leiten. Selig, wer mit mir so spricht: Meinen Jesum lass' ich nicht. Keimann. eu- ret= wil Bleibt bei dem, der Der, um euern Schmerz zu stil F = Erd' her nie- der= kam; Schmerzen auf sich nahm; 20 Le= bens Licht; 1 = 2 len Auf die len, Tau- send Bleibt bei dem, der einzig Christus- Lieder. 6 學 2. Alles schwindet, Herzen brechen, Denen ihr euch hier ergabt, Auch der Mund hört auf zu sprechen, Der euch oft mit Trost gelabt, Und der Arm, der euch zum Stabe Und zum Schilde ward, erstarrt, Und das Auge schläft im Grabe, Das euch sorgsam einst bewahrt. 3. Alles stirbt; das Ird'sche findet In dem Irdischen sein Grab; Alle Lust der Welt verschwindet, Und das Herz stirbt selbst ihr ab. Ird'sches Wesen muß verwehen, € blei- bet, Wenn auch al= les unter= geht, Der, wenn al- les auch zerstäu- bet, Sie- gend überm Stau- be steht. Ird'sche Flamme muß verglühn, Ird'sche Fessel muß sich lösen, Ird'sche Blüthe muß verblühn. 4. Doch der Herr steht überm Staube Alles Irdischen und spricht: Stüße dich auf mich und glaube, Hoffe, lieb', und fürchte nicht! Darum bleibt bei dem, der bleibet Und der geben kann, was bleibt, Der, wenn ihr euch ihm verschreibet, Euch ins Buch des Lebens schreibt. Spitta. 183. 163 e. Al- lein zu dir, Herr Je- su Christ, Mein' Hoffnung steht auf Ich weiß, daß du mein Trö- ster bist, Kein Trost mir sonst mag Er- den; Von An- be= ginn ist nichts er- kor'n, Auf = werden. helfen kann: Dich ruf' 1545.( Urspr. rhythm.) Er den ist kein Mensch ge- bor'n, Der mir aus Nö- then # helfen will und kann. ich an, Du bist's, der 11* Christus- Lieder. 164 2. Herr, meine Schuld ist übergroß Und reuet mich von Herzen; Erbarme dich und sprich mich los Durch deinen Tod und Schmerzen. Nimm meiner dich beim Vater an, Der du für mich genug gethan, Dann werd' ich los der Sünden Laſt. Mein Glaub' umfaßt, Herr, was du mir verheißen hast. 3. Verleih mir aus Barmherzigkeit Des Glaubens Kraft und Stärke, Auf daß ich deine Freundlichkeit Recht innig fühl' und merke, Vor allen Dingen liebe dich Mel. Wer nur den lieben Gott. # Ich will dich Ich will dich Und meinen Nächsten gleich als mich. Hilf mir in meiner letzten Noth, Mein Herr und Gott, Der du für mich besiegt den Tod. 4. Ehr' sei Gott auf dem höchsten Thron, 184. Dem Vater aller Güte, Und Jesu Christo, seinem Sohn, Der uns allzeit behüte, Und seinem werthen heil'gen Geist, Der uns den Weg zum Himmel weist! So singet alle Christenheit Hier in der Zeit und dort in sel'ger Ewigkeit. Schneefing. E lie- ben, mei- ne lieben mit dem will dich lieben, mei- immer wäh- ren- der Be€ 3. Ach, daß ich dich so spät erkannte, - ne Zier! gier. Du hochgelobte Liebe du! Daß ich nicht früher mein dich nannte, Stär- fe, Ich Wer= fe Und lie- ben, schönstes Licht, Bis mir das Herz im To= de bricht. 2. Ich will dich lieben, o meinleben, Du höchstes Gut und wahre Ruh'! Als meinen allerbesten Freund; G3 ist mir Leid und bin betrübt, Ich will dich lieben und erheben, Daß ich so spät erst dich geliebt. So lange mich dein Glanz bescheint; Ich will dich lieben, Gotteslamm, Als meiner Seele Bräutigam. Ich will dich 4. Ich lief verirrt, und war verblendet, Ich suchte dich und fand dich nicht. Ich hatte mich von dir gewendet Und liebte das geschaffne Licht; Nun aber ist's durch dich geschehn, Daß ich dich mir zum Heil ersehn. Christus- Lieder. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, Daß mir dein Glanz hat Licht gebracht; Ich danke dir, du Himmelswonne, Daß du mich froh und frei gemacht; Ich danke dir, du heil'ger Mund: Du Heiland machtest mich gesund! Mel. Jesu, meines Lebens. 6 E Gro- ßer Mittler, Und die Schaar von 11 165 6. Erhalte mich auf deinen Stegen, Und laß mich nicht mehr irre gehn; Laß meinen Fuß auf deinen Wegen Nicht straucheln oder stille stehn; Erleucht' mir Leib und Seele ganz, Du reiner, heller Himmelsglanz! Scheffler. 185. der zur Rechten Sei- nes großen seinen Knech- ten In dem Reich der Va= tersDem auf dem er- hab- nen Thro- ne Gna- den schüßt, In der könig- lichen Kro= ne 2. Dein Geschäft auf dieser Erden Und dein Opfer ist vollbracht; Was vollführet sollte werden, Das vollführtest du mit Macht. Da du bist für uns gestorben, Ist uns Gnad' und Heil erworben, Und dein siegreich Auferstehn Läßt uns in die Freiheit gehn. 3. Nun ist dieses dein Geschäfte In dem obern Heiligthum, Die erworbnen Segensträfte Durch dein Evangelium Allen denen mitzutheilen, Die zum Thron der Gnaden eilen; Nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. Al= ler Ewig# kei- ten Heer Bringt in De- muth Preis und Ehr'! 4. Die durch dich zum Vater kamen, Derer denkest du mit Lust, Trägest eines jeden Namen Priesterlich auf deiner Brust; Du vertrittst, die an dich gläuben, Daß sie dir vereinigt bleiben, Wirkest in des Vaters Haus Ihnen eine Wohnung aus. 5. Doch vergißt du auch der Armen, Die der Welt noch dienen, nicht, Weil dein Herz dir vor Erbarmen Ueber ihrem Elend bricht: Daß dein Vater ihrer schone, Daß er nicht nach Werken lohne, Daß er ändre ihren Sinn, Ach, da zielt dein Bitten hin. 166 6. nd es wird, was es begehret, Von der Allmacht unterſtützt, Da die Menschheit nun verkläret Zu der Rechten Gottes sigt: Nun kannst du des Feindes Klagen Majestätisch niederschlagen, Und nun macht dein redend Blut Unsre böse Sache gut. Christus- Lieder. Mel. Befiehl du deine Wege. steht, weht; t Ich weiß, wo- ran ich glau- be, Wenn alles hier im Stau- be 2E 7. Großer Mittler, sei gepriesen, Daß du in dem Heiligthum So viel Treu' an uns bewiesen; Dir sei Ehre, Dank und Ruhm! Dein Verdienst laß uns vertreten, Wenn wir zu dem Vater beten; Sprich für uns in letzter Noth, Wenn den Mund verschließt der Tod. Rambach. 186. fällt, Wo Wahn die Weisen 2. Das ist das Licht der Höhe, Das ist mein Jesus Christ, Der Fels, auf dem ich stehe, Der unvergänglich ist, Der nimmermehr kann wanken, Der Heiland und der Hort, Die Leuchte der Gedanken, Die leuchtet hier und dort; 3. Er, den man blutbedecket Am Abend einst begrub, Er, der von Gott erwecket Sich aus dem Grab erhub; Ich weiß, was e= wig blei- bet, Wo al- les wankt und trei- bet Und Trug die Klugen hält. Der meine Schuld versöhnet, Der seinen Geist mir schenkt, Der mich mit Gnaden frönet Und ewig mein gedenkt! Ich weiß, was fest beWie Rauch und Staub ver4. Drum weiß ich, was ich glaube, Ich weiß, was fest besteht Und in dem Erdenstaube Nicht mit zu Staub verweht; Es bleibet mir im Grauen Des Todes ungeraubt: Es schmückt auf Himmelsauen Mit Kronen einst mein Haupt. E. M. Arndt. Joh. Crüger. 1656.( rhythm.) 187. = Je su, mei- ne Freude, Ach wie lan- ge, lan= ge Mei- nes Her- zens Wei- de, Ist dem Her- zen ban= ge, Ê Je su, mei- ne Zier! = und ver- langt nach dir! Christus- Lieder. e 2. Unter deinem Schirmen Bin ich vor den Stürmen Aller Feinde frei. Laß von Ungewittern Rings die Welt erzittern: Jesus steht mir bei! Wenn die Welt in Trümmer fällt, Wenn michSünd' und Hölle schrecken: Jesus wird mich decken! 3. Weg mit allen Schäßen; Du bist mein Ergößen, Jesu, meine Lust! Weg ihr eiteln Ehren, Die das Herz verkehren, Au- ßer dir soll mir auf Er- den Nichts sonst lie- ber werden. Bleibt mir unbewußt! Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod, Soll mich, ob ich viel muß leiden, Nicht von Jesu scheiden. 4. Weicht ihr Trauergeister, Denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein! Denen, die Gott lieben, Muß auch ihr Betrüben Lauter Segen sein. Duld' ich schon hier Spott und Hohn: Dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. J. Franc. C. Praetortu s. 1599.( rhythm.) = Wa- chet auf! ruft Mitternacht heißt sehr hoch auf der uns mit hel- lem ru- sa- lem! Jung- frau- en? 167 Got- tes Lamm, mein Bräu- ti- gam, 188. uns die Stim me Der Wäch- ter diese Stun= de, Sie ru fen Zin= ne, Wach' auf, du Stadt JeMun= de: Wo seid ihr klugen Wohl- auf, der Bräut'gam kömmt, Steht auf, die Lam- pen nehmt, Halle- lu- jah! Macht euch bereit zur 168 Christus- Lieder. & # Hoch- zeits- freud', Jhr müs- set ihm entgegen gehn. 2. Zion hört die Wächter singen, Wir folgen all' zum Freudensaal Das Herz thut ihr vor Freuden Und halten mit das Abendmahl. springen, Sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, Von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig: 3. Ehr' und Preis sei dir gesungen MitMenschen und mitEngelzungen, Mit Harfen und mit Cymbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Thore An deiner Stadt; wir stehn im Chore Der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug' hat je geſpürt, Kein Ohr hat mehr gehört Solche Freude. Ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werthe Kron', Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Mel. Gott des Himmels. Lie= be, die du Lie= be, die du a 189. Gott- heit hast ge= macht; Fall hast wie- der- bracht: Deß jauchzen wir und singen dir Das Hallelujah für und für. Ph. Nicolai. 3. Liebe, die für mich gelitten Und gestorben in der Zeit; Liebe, die mir hat erstritten Ew'ge Lust und Seligkeit: Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. Dei- ner mil- de Nach dem mich zum Bil- de mich so Lie= be, dir er= geb' ich mich, wig- lich. Dein zu bleiben e= 2. Liebe, die mich hat erkoren, Eh' ich noch geschaffen war; Liebe, die du Mensch geboren 4. Liebe, die du Kraft und Licht und Wahrheit, Geist und Wort, Liebe, die sich dargegeben Und mir gleich wardst ganz und gar: Mir zum Trost und Seelenhort: Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die mich hat gebunden An ihr Joch mit Leib und Sinn; Liebe, die mich überwunden Und mein Herze hat dahin: Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. Christus- Lieder. 6. Liebe, die mich ewig liebet, Die für meine Seele litt; Liebe, die das Lös'geld giebet Und mich kräftiglich vertritt: Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 169 7. Liebe, die mich wird entrücken Aus dem Grab der Sterblichkeit; Liebe, die mich einst wird schmücken Mit dem Laub der Herrlichkeit: Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich! 190. Scheffler. Mel. Nun ruhen alle Wälder. ed. Du Glanz vom ew'- gen Lichte, Von Got- tes An- ge= sich- te, Du Herr der Herr- lich- keit, Durch den Gott sei- ne beut! Gna- den uns er= 2. In dir kann ich auf Erden Gerecht und heilig werden Und ewig selig sein; Dir fern sein ist Verderben, Qual, Finsterniß und Sterben, Unseligkeit und Höllenpein. 3. Ich gehe oder stehe, Ich jauchze oder flehe, Ich sei auch, wo ich bin: Wenn du nicht in mir bleibest, Nicht durch den Geist mich treibest, Sinkt alles zu dem Tode hin. 4. Komm, Jesu, meine Liebe, Entflamme meine Triebe Vom Himmel her für dich! Ach komm, mein ewig Leben, Mir Geist und Kraft zu geben; Komm, o mein Licht, erleuchte mich! 5. Verbinde mein Gemüthe Nach deiner Wundergüte Auf ewig, Herr, mit dir; Die Demuth sei die Würde, Mil- de Jm reinsten& ben bil- de, Und al= le = Die Sanftmuth meine Zierde, Dein Bild mein reichster Schmuck in mir. 6. Bei Freuden und bei Schmerzen Sprich du in meinem Herzen Des Vaters ewig Wort: Und laß, wenn du willst zeugen, Die Welt ganz in mir schweigen; Treib allen Lärm der Lüste fort. 7. Wie gut ist's, wo du wohnest, Wie schön ist's, wo du thronest! Da bleibt kein Gram, kein Tod. Ach, meine Seele banget, Mein Geist sehnt sich, verlanget Zu dir nur hin, mein Herr und Gott! 8. Wohl denen, die dich kennen, Dich ihre Stärke nennen, Die nimmermehr zerrinnt, Von Herzen dir nachwandeln, Nach deinem Worte handeln, Voll Glauben, Lieb' und Hoffnung sind! 170 9. Dein heilig Angedenken Soll mich mit Freude tränken, Dein Lieben mach' mich satt! Christus- Lieder. Mel. Seelenbräutigam. e.. Wer ist wohl wie 191. du, Herr, wohn' in meiner Seele, Damit ihr nichts mehr fehle; Du bist's, in dem man alles hat. Hiller. ren Und ihr Licht da- zu, 2. Glanz der Herrlichkeit! Du bist vor der Zeit Zum Erlöser uns geschenket, Und in unser Fleisch versenket In der Füll' der Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 3. Großer Siegesheld! Sünde, Tod und Welt Hast du mächtig überwunden Und ein ewig Heil erfunden Durch das Lösegeld Deines Bluts, o Held! 4. Höchste Majestät, König und Prophet, Deinen Scepter will ich küssen, Ich will sitzen dir zu Füßen, Wie Maria thät, Höchste Majestät! vie- len aus- er- foren, Le- ben de- rer, die ver Lo= H 5. Laß mich deinen Ruhm Als dein Eigenthum Durch des Geistes Licht erkennen, Stets in deiner Liebe brennen Als dein Eigenthum, Allerschönster Ruhm! 6. Zeuch mich ganz in dich, Daß vor Liebe ich Ganz zerrinne und zerschmelze Adam Drese. 1698.( rhythm.) Je- su, süße Ruh'? Un- ter Je su, süße Ruh'! Und auf dich mein Elend wälze, Das stets drücket mich; Zeuch mich ganz in dich! 7. Deiner Sanftmuth Schild, Deiner Demuth Bild Mir anlege, in mich präge, Daß kein Zorn noch Stolz sich rege. Vor dir sonst nichts gilt, Als dein eignes Bild. 8. Steure meinem Sinn, Der zur Welt will hin, Daß ich nicht mög' von dir wanken, Sondern bleiben in den Schranken: Sei du mein Gewinn, Gieb mir deinen Sinn! 9. Wecke mich recht auf, Daß ich meinen Lauf Möge sichern Schritts vollbringen Und die Sünd' in ihren Schlingen Mich nicht halte auf; Fördre meinen Lauf! 10. Deines Geistes Trieb In die Seele gieb, Daß ich wachen mög' und beten, Freudig vor dein Antlig treten. Ungefärbte Lieb' In die Seele gieb! Christus- Lieder. 11. Wenn der Wellen Macht In der trüben Nacht Will des Herzens Schifflein decken, Wollst du deine Hand ausstrecken; Habe auf mich Acht, Hüter in der Nacht! 12. Einen Heldenmuth, Der da Gut und Blut Gern um deinetwillen lasse Mel. Wer nur den lieben Gott. E! Er= we= de, Daß wir mit Und des Fleisches Lüste hasse, Gieb mir, höchstes Gut, Durch dein theures Blut. 192. 13. Soll's zum Sterben gehn, Wollst du bei mir stehn, Mich durchs Todesthal begleiten Und zur Herrlichkeit bereiten, Daß ich einst mag sehn Mich zur Rechten stehn. Freylinghausen. Je su, stets die = Her- zen, ErSün- den nicht mehr scher- zen, Die re uns durch deinen Geist, inn dein Gebot uns flie- hen heißt. 2. Erwecke mich, dir Dank zu geben Für dein Verdienst und Opfertod. Du starbst und gabst für mich dein Leben, Dulittest Schmerzen, Angst und Noth. Erwecke mich, erinnre mich, Daß ich mit Dank recht preise dich. 3. Erwecke mich zur Buß' und Reute, Und mache mich von Sünden frei. Ach Herr, ich bitte dich, verleihe, Daß ja mein Herz nicht sicher sei. Erwecke mich, erinnre mich, Daß ich in Buße suche dich. 4. Erwecke mich zum wahren Glauben, Der nach dir dürstet, seufzt und ringt. Auf Dornen wachsen keine Trauben; Gieb Glauben, der auch Früchte bringt. 171 mich, er- inn- re mich! Ich will dir dan- ken Er= we= cke e= wig- lich. Erwecke mich, erinnre mich, Daß ich von Herzen glaub' an dich. 5. Erwecke mich zur wahren Liebe, Zur Liebe, die fest zu dir hält, Damit ich stets in dem mich übe, Was dir, mein Jesu, wohlgefällt. Erwecke mich, erinnre mich, Daß ich recht innig liebe dich. 6. Erwecke mich zur Kraft im Leide, Mach' mich an Trost und Hoffnung reich. Dein Kreuz sei mir der Grund der Freude, Dein Herz mir stets an Huld sich gleich. Erwecke mich, erinnre mich, Daß ich im Kreuze seh' auf dich. 172 7. Erwecke mich zu sel'gen Sterben, Mein Jesu, mache mich bereit! Laß mich, o Herr, dein Reich ererben Und führe mich zur Seligkeit. Erwecke mich, erinnre mich, Daß ich im Sterben halte dich. Mel. Sollt' ich meinem Gott. 16 2 E Christus- Lieder. 28 52-2 k Wo ist gött- li- ches Er- bar- men, Daß die Sün- der Liebe, die mit off-= nen Armen Neu- i gen ent= II nicht ver- schmäht? ge= gen geht? 8. Herr Jesu, höre meine Bitte, Nimm dich, o Heiland, meiner an. Ich walle noch in dieser Hütte; Dein Geist führ' mich auf eb'ner Bahn. Erwecke mich, erinnre mich, Bis ich im Himmel schaue dich. Kleiner. 193. 2 Wo wird al= le Schuld ver- ge- ben, Al- le Mis- se that be deckt Und, wenn Tod und Höl- le schreckt, Se- lig feit geschenkt und Leben? Jas- se Muth! in Jesu Christ Solcher Gna- den Fülle ist! 2. Wo wird Balsam für die Und mit allem, was Gott füget, Wunden, Völlige Zufriedenheit? Wo wird Lindrung für den Schmerz, Wo wird Rath und Trost gefunden Für ein rath- und trostlos Herz? Wo erquickt man müde Seelen, Richtet die Gefallnen auf, Stärkt zu unverdrossnem Lauf, Läßt des rechten Wegs nicht fehlen? Sei getrost! in Jesu Christ Solcher Gnaden Fülle ist! 3. Wer giebt Leben, das genüget? Wer giebt Freud' in Traurigkeit Wer giebt kindliches Vertrauen, Legt uns in des Vaters Schooß, Macht uns eitler Sorgen los, Läßt uns Gottes Wunder schauen? Freue dich: dein Jesus Christ Solcher Gnaden Geber ist! 4. Wer giebt Sinn der Kinder Gottes, Demuth, die ihr Nichts erwägt, Sanftmuth, die den Pfeil des Spottes Ungereizt zur Seite legt; Liebe, die kein Opfer scheuet, Der das Geben Seligkeit, Die zu allem Dienst bereit, Mit den Fröhlichen sich freuet? Danke Gott! dein Jesus Christ Solcher Gnaden Geber ist! 5. Wer macht zum Gewinn das Sterben, Christus- Lieder. Läßt den Tod uns nimmer sehn Und uns ew'ge Güter erben, Wann wir nackt von hinnen gehn? Wer läßt einmal noch auf Erden Für die Saat, die da gesät, Daß sie herrlich aufersteht, Mel. Sollt' ich meinem Gott. be -₂173 Frühling durch sein Wort es werden? Lob' und singe: Jesus Christ Solcher Gnaden Geber ist! 6. O du einer, der du allen Alles giebst und alles bist, Weil nach Gottes Wohlgefallen Alle Fülle in dir ist! Alle hast du eingeladen, Alle sollen zu dir nahn, Allen hast du aufgethan Solche Fülle deiner Gnaden. Selig, wer es recht genießt, Was du giebst und was du bist! Spitta. fol- gen nach, er uns brach, 194. Las set uns mit Je su ziehen, Sei- nem Vor- bild In der Welt der Welt entfliehen Auf der Bahn, die 11 Immer- fort zum Him- mel rei- sen, € Irdisch nicht, schon himmlisch sein, Glauben recht und le- ben rein, Glau- ben in der Lieb' er= weisen! Treu- er_Je= su, # fol= ge dir. Nach dem Regen bald die Sonne. Jesu, hier leid' ich mit dir, Dort theil' deine Freud' mit mir. 3. Lasset uns mit Jesu sterben! Sein Tod rettet uns vom Tod, Von dem ewigen Verderben, Daß dem sichern Sünder droht. bleib bei mir, Geh' vor an, ich 2. Lasset uns mit Jesu leiden, Seinem Vorbild werden gleich! Nach dem Leide folgen Freuden, Armuth hier macht droben reich; Thränensaat geht auf in Wonne, Hoffnung tröstet mit Geduld; Denn es scheint durch Gottes Huld 174 Laßt uns sterben, weil wir leben, Sterben unsern Lüsten ab, So wird er uns aus dem Grab In des Himmels Glanz erheben. Jesu, sterb' ich, sterb' ich dir, Daß ich lebe für und für. Christus- Lieder. 4. Lasset uns mit Jesu leben! Weil er auferstanden ist, fc al= le! Schal= le; 195. Mir nach, spricht Christus, un- ser Held, Mir nach, ihr Christen Verleugnet euch, ver- laßt die Welt, Folgt meinem Ruf und H. Schein. N. ält. Lied. 1628.( rhythm.) Nehmt eu- er Kreuz und Un- ge- mach Auf 2. Ich bin das Licht, ich leucht' euch für euch, folgt mei- nem Wan- del nach. Muß das Grab uns wiedergeben. Jesu, unser Haupt du bist, Wir sind deines Leibes Glieder, Wo du lebst, da leben wir! Ach, erkenn' uns für und für, Treuer Freund, als deine Brüder! Jeſu, dir ich lebe hier, Dorten ewig auch bei dir. v. Birken. Mit heil'gem Tugendleben; Wer zu mir kommt und folget mir, Darf nicht im Finstern schweben; Ich bin der Weg, ich weise wohl, Wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll Demüthigfeit, Voll Liebe meine Seele; Mein Mund, der giebt zu jeder Zeit Sanftmüthige Befehle; Mein Geist, Gemüthe, Kraft und Sinn Ist Gott ergeben, schaut auf ihn! 4. Fällt's euch zu schwer? Ich geh' voran, Ich steh' euch an der Seite; Ich kämpfe selbst, ich brech' die Bahn, Bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still darf stehn, Sieht er voran den Feldherrn gehn! 5. Wer seine Seel' zu finden meint, Wird sie ohn' mich verlieren; Wer sie hier zu verlieren scheint, Wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, Ist mein nicht werth und meiner Zier. 6. So laßt uns denn dem lieben Herrn Mit unserm Kreuz nachgehen Und wohlgemuth, getrost und gern Bei ihm im Leben stehen! Wer nicht gekämpft, trägt auch die Kron' Des ew'gen Lebens nicht davon. Scheffler. Mel. Valet will ich dir geben. 監 ¤ Aus ir= di- schem Ge- tüm- mel, Wo Glück und Lust verWer zeigt den Weg zum Him- mel, Da= hin die Hoff- nung El geht, steht? ● Christus- Lieder. 196. " Holej Wer lei- tet unser Stre- ben, Wenn es das Ziel ver= gißt? Wer führt durch Tod zum Le= ben? Der Weg ist Jesus Christ! 2. Wenn Irrthum uns befangen, Kein Strahl die Nacht durchbricht, Wie mögen wir gelangen Zu der Erkenntniß Licht? Getrost! es strömet Klarheit Von Gottes ew'gem Thron; Denn Christus ist die Wahrheit, Der eingeborne Sohn. 3. Wer schenkt in Noth und Leiden, Wenn bang' das Herz verzagt, Die Hoffnung ew'ger Freuden, Daß einst der Morgen tagt? Mel. Mir nach, spricht Christus. Le= ben! stre= ben, 175 Wer stillt der Seele Beben? Wer giebt im Tode Ruh'? Heil! Christus ist das Leben, Führt uns dem Vater zu! 4. Führ' uns auf rechtem Pfade Hinauf zum Vaterland; Die Wahrheit und die Gnade Mach' uns, o Herr, bekannt. Das Heil wollst du uns geben, Das unvergänglich ist, Weg, o Wahrheit, Leben, Heiland Jesus Christ! 197. Welch hohes Bei- spiel gabst du mir, Mein Heiland, durch dein Sollt' ich nicht gern und mit Be- gier, Dir nach- zu- ah- men = J Nicht gehn den Weg, den Aschenfeld. du be- tratst, Und 176 wil- lig thun, was du, Herr, thatst? Christus- Lieder. 2. Dein Herz, von Sünden nie entweiht, War rein, wie deine Lehre, Dein ganzer Wandel Heiligkeit, Dein Endzweck Gottes Ehre. Du giebst uns hier Zufriedenheit Und dort die ew'ge Seligkeit. 3. Darum entäußerteſt du dich Und stiegst vom Himmel nieder, Wardst Mensch, ein schwacher Mensch wie ich Und alle meine Brüder. Du warst, obgleich der Menschen Spott, In deinem Wandel gleich wie Gott. 4. In Knechtsgestalt erschienest du, Uns Sünder frei zu machen. Den Kranken gabst du Trost und Nuh', Warst mächtig in den Schwachen. Du trugst die Leiden mit Geduld, Ob du gleich littest ohne Schuld. Mel. Herzliebster Jesu. 6 E 5. Ein Opfer unsrer Missethat, Liebst du uns doch als Freunde, Erfüllst für uns des Vaters Nath Und bittest selbst für Feinde. Du starbst, getreu bis in den Tod, Gehorsam selbst im Tode Gott. 6. Dies große Beispiel hast du mir, Mein Heiland, hinterlassen, In meinem Thun und Lassen. Daß ich gesinnet sei gleich dir Komm, sprichst du, nimm dein Kreuz auf dich, komm, folge mir und thu' wie ich! 7. Ich komme, Herr, gieb Kraft und Licht, Daß ich mein Heil erkenne, Dein wahrer Jünger sei und nicht Mich fälschlich nur so nenne. Hilf, daß ich, deinem Vorbild treu, Auch andern selbst ein Vorbild sei. mon Rambach. 198. F Du bist der Weg, die Wahr- heit und das Le= ज ben, Darauf hast du uns, Herr, dein Wort ge= geben. O lei= te uns, die wir in Schwachheit wal= len, Daß wir nicht fal= len. 2. Du bist der Weg; wenn deine Erhalt' uns stets, o Hirt voll Huld Hand uns leitet, und Gnade, So stehn wir fest, wenn unser Fuß Auf rechtem Pfade. auch gleitet. Christus- Lieder. 177 3. Du bist die Wahrheit; gehn 4. Du bist das Leben; ewig wir gleich im Dunkeln, himmlisch Leben Doch muß dein himmlisch Licht uns Wirst du, o Lebensfürst, den Deinen freundlich funkeln. geben. Du bleibst der Morgenstern in unsern O hilf, bis wir zum Himmel hingelangen, Danach verlangen. Herzen, In Nacht und Schmerzen. 199. Mel. Wer nur den lieben Gott.( Neue Mel.) Seale # = Du bist das Licht von Gott ge= sen det, Dein Wort ist Und wer sich dem hat zu= ge= wen= det, Der wird erflar, wie die Son= ne leuchtet wun- der= bar. bit= te dich, Er= leuchte 2. Du bist die Macht, du bist die Stärke, Der Grundstein in dem Bau der Welt, Die Kraft zu jedem guten Werke, Der Fels, auf den das Werk gestellt: Du starter Held, ich bitte dich, Mit deiner Kraft durchdringe mich! 3. Du bist die Liebe, die getragen Der sünd'gen Menschheit Schuld und Noth, Die Liebe, die ans Kreuz geschlagen, Mit Freuden starb den Opfertod: Du Liebesfürst, ich bitte dich, Zu deiner Lieb' entflamme mich! 11 ( Rheinisches Gesangbuch.) Du Licht aus Gott, ich mich, er = leuch- te mich! 4. Du bist der Quell des ew'gen Lebens, Den Gott uns offenbar gemacht, Und wen du tränkst, den schreckt vergebens Univ.- Bibl. Giessen Der Sünde und des Grabes Nacht: Du Lebensquell, ich bitte dich, In meinen Geist ergieße dich! 5. Du bist die Schönheit, die Vollendung, In der sich Gottes Bild erschloß, Als er in liebender Verschwendung Des Geistes Füll' auf dich ergoß. Abglanz von Gott, ich bitte dich, Verkläre mich, verkläre mich! Sturm. 12 178 Christus- Lieder. 200.024390 In Ph. Nicolai's Freudenspiegel. 1599. Nach Kühnau.( Urspr. rhythm.) C JP Wie schön leuch- tet der Morgenstern, Voll Gnad' und Wahrheit Ogu ter Hir= te, DavidsSohn, Mein König auf dem von dem Herrn Unz herr- lich auf= ge= gan- gen!} Lieb- lich, Du mein- freund- lich, Schön und präch- tig, groß und mäch- tig, reich an Ga2. ben, Hoch und wun- der- voll er Kleinod, dem kein Kleinod gleicht, Sohn Gottes, den kein Lob erreicht, Vom Vater uns gegeben! Mein Herz zerfließt in deinem Ruhm; Dein heil'ges Evangelium Ist lauter Geist und Leben. Dich, dich will ich Ewig fassen, nimmer lassen; Brod des Lebens, Dein begehr' ich nicht vergebens. 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, Du Gottesglanz und Himmelsschein, Die Flammen deiner Liebe, Und stärk' mich, daß ich ewig bleib', O Herr, ein Glied an deinem Leib In frischem Lebenstriebe! Nach dir wallt mir Mein Gemüthe, ew'ge Güte, bis es findet Dich, deß Liebe mich entzündet. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenlicht, = ha = ben! Wenn mich dein heilig Angesicht Mit Freundlichkeit anblicket. O Herr Jesu, mein trautes Gut! Dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut Mich innerlich erquicket. Nun ich bitt' dich: Blick' mich Armen voll Erbarmen an mit Gnaden; Auf dein Wort komm' ich geladen. 5. Herr Gott, Vater, du starker Held! Du hast mich ewig vor der Welt In deinem Sohn geliebet; Dein Sohn hat sich mit mir vertraut, Mein Herz auf ihn mit Freuden schaut, Was ist's, das mich betrübet? Preis dir! Heil mir! Himmlisch Leben wird er geben mir dort oben; Ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Wie freu' ich mich, Herr Jesu Christ, Christus- Lieder. Daß du der Erst' und Letzte bist, Der Anfang und das Ende! Du, der sein Leben für mich ließ, Nimmst mich einst in dein Paradies, Drauf fass' ich deine Hände. & deiner Lie- be ruh'! deinen Armen zu: scheiden, Wenn mit ſo 201. - Wie wohl ist mir, o Freund der See len, Wenn ich in Ich steige aus der Schwermuth Höhlen Und ei= le # Da muß die Nacht des Trau- erns 2 an= ge= neh- men Freu- den Die schon auf Erden; 11 Amen! Amen! Komm, o Sonne, meine Wonne, bleib nicht lange, Daß ich ewig dich umfange. Phil. Nicolai. Knapp. 179 Chr. Friedrich Richter. 1701. Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Him- mel Es sei also; ich trau' ihr nicht, Wenn sie mir gleich will Lieb' erweisen Wer woll- te nicht vergnü- get wer- den, Der in dir su= chet Ruh' und Lust? 2. Die Welt mag meine Feindin heißen, Der Haß der Welt fann mich nicht fällen, Weil in den stärksten Unglückswellen Mir deine Treu' den Anker reicht. 3. Werd' ich bedroht von Unglücksschlägen, Bei einem freundlichen Gesicht: In dir vergnügt sich meine Seele, Ich folg' und lehne mich auf dich; Du bist mein Freund, den ich erwähle, Du nährest aus der Wolke Regen Du bleibst mein Freund, wenn Und labest aus dem Felsen mich: Freundschaft weicht; Ich traue deinen Wunderwegen, 12* 180 Christus- Lieder. Sie enden sich in Lieb' und Segen, Aus dieser finstern Wildniß scheiden Genug, wenn ich dich bei mir hab': Zu deiner Ruh' der Ewigkeit. Ich weiß, wen du willst herrlich zieren Und über Sonn' und Sterne führen, Den führest du zuvor hinab. HOTER 5. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, So wohl, wenn ich mich lehn' auf dich! Mich kann Welt, Noth und Tod nicht quälen, Weil du, mein Gott, erquickest mich: Laß solche Ruh' in dem Gemüthe, Nach deiner unumschränkten Güte, Des Himmels süßen Vorschmack sein. Weg, Welt, mit allen Schmeicheleien! Nichts kann als Jesus mich erfreuen. OreicherTrost! mein Freund ist mein. Dekler. 4. Der Tod mag andern düster scheinen, Mir nicht, weil Seele, Herz und Muth In dir, der du verlässest keinen, allerliebstes Leben, ruht. Wen kann des Weges End' erschrecken, Wenn er an deinem starken Stecken Gelanget in die Sicherheit? Mein Licht, so will ich auch mit Freuden & c. 2 deiner See= Je su Christ, mein schön- stes Licht, Der du in Herz dich wie der = gen nicht Aus- spre- chen kann noch zäh f um 202. Mög' um= HJ thum Nur ein- zig len So hoch mich liebst, daß ich es fan C. Reinthaler. 1872. = gen = Und len: Gieb, daß mein Mit Lie- ben JI und Ver- lanals dein Eigenan dir han= gen. 2. Gieb, daß sonst nichts in meiner Seel' Als deine Liebe wohne; Gieb, daß ich deine Lieb' erwähl' Als meinen Schatz und Krone. Stoß alles aus, nimm alles hin, Was mich und dich will trennen Und nicht gönnen, Daß all' mein Muth und Sinn In deiner Liebe brennen. Christus- Lieder. 3. Was ist's, mein Heiland, das ich nicht big bin dire An deiner Liebe habe? Sie ist mein Stern, mein Sonnenlicht, Mein Quell, da ich mich labe, Mein Lebenswein, mein Himmelsbrod, Mein Kleid vor Gottes Throne, Meine Krone, Mein Schuß in aller Noth, Mein Haus, darin ich wohne. 4. Du hast mich je und je geliebt Und auch nach dir gezogen; Eh' ich noch je was Guts geübt, Warst du mir schon gewogen. Mel. Allein zu dir, Herr Jesu. 11 Zäh- ren, feh- ren. ü= ber sei Ach laß doch ferner, edler Hort, Mich deine Liebe leiten Und begleiten, Daß sie mir immerfort Beisteh' aus allen Seiten. 5. Laß meinen Stand, darin ich steh', 181 Herr, deine Liebe zieren Ünd, wo ich etwa irre geh', Alsbald zu rechte führen. Laß sie mich allzeit guten Rath Und reine Werke lehren, Sünden wehren, Und wo ich Unrecht that, Bald wieder mich bekehren. 6. Sei du, Herr, meine Freud' in Leid, E Um Zi- on, Je- su, flos- sen einst Von deinen Au- gen Wie du stets um die Sün- der weinst, Wenn sie sich nicht beIn Schwachheit mein Vermögen, Und wenn ich nach vollbrachter Zeit Mich soll zur Ruhe legen, Alsdann laß deine Liebestreu, Mir Himmelsluft zuwehen, Bei mir stehen, Daß ich getrost und frei Mög' in dein Reich eingehen. Paul Gerhardt. prog diaj 203. Wer reu= e= voll vor dir er- scheint Und - ne Sün- den weint, Dem strö- mest, treu- er 182 Christus- Lieder. E Hei- land, du Ge Gna- den- fül le = = zu. 2. Herr, mache deine Thränen mir zu reichem Heil und Segen, Daß sie, wenn ich gefehlt vor dir, Zur Buße mich bewegen. wis Du hast, o heil'ger Menschenfreund, Um fremde Sünden einst geweint; Wie könnt' ich meine eignen sehn, Ohn' hinzugehn Zu dir und Gnade zu erflehn! 3. Hier muß ich oft im tiefsten Schmerz Viel bittre Thränen weinen; Wie oft drückt eigne Noth mein Herz, Wie oft die Noth der Deinen! Doch legt des Vaters Wille mir Das Kreuz auf, dann schau' ich nach dir, Mel. O, daß ich tausend Zungen. Ich Wo Der du in Noth gewesen bist, Herr Jesu Christ, Dies tröstet mich zu jeder Frist. 4. Herr, du siehst meine Thränen an, = Den Frommen Himmelsseligkeit. 6. Für deine Thränen dank' ich dir, Sie sind mir Trost im Leiden; Auch noch im Tode sind sie mir Die Bürgschaft sel'ger Freuden. Mein Herr und Gott, wenn du dereinst In deiner Herrlichkeit erscheinst Und führest zur Verklärung mich, Dann preis ich dich Und du haft sie gezählet, Wenn ich sie selbst nicht zählen kann, Für deine Thränen ewiglich. Daß dir nicht eine fehlet; J. Heermann. Sie bleiben immerdar vor dir Und neigen bald dein Herz zu mir, Daß du erbarmend auf mich blickst Und gnädig schickst, Wodurch du wahrhaft mich erquickst. 5. Wer in Geduld hier Thränen 500 bin 01 jä't An- fer e= wig hält. vor der Zeit der Welt: sens- ruh' Aus dei- ner Und seinem Gott hält stille, Der erntet, wenn er aufersteht, Der Freuden reichste Fülle. Was dort an ihm wird offenbar, Ist hier noch keinem Auge klar; Allein der Erde Kreuz und Leid Wird nach der Zeit 204. habe nun den Grund ge- fun- den, Der mei- nen an- ders als in Je su Wun- den? Da lag er 11 Der Grund, der un- be Christus- Lieder. 17 weg- lich steht, Wenn Erd' und Him- mel un= ter= geht. 2. Es ist das ewige Erbarmen, Das alles Denken übersteigt; Der Herr ist's, der mit Vaterarmen Sich gnädig zu uns Sündern neigt, Weil ihm sein Herz vor Mitleid bricht, Wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden, Gott will, uns soll geholfen sein; Denn darum litt sein Sohn aufErden Und nahm für uns den Himmel ein; Deswegen klopft er für und für So stark an unsre Herzensthür. 4. Wird alles andre mir entrissen, Was Leib und Seel' erquicken kann, Muß ich auch jeden Trost vermissen, Nimmt auch kein Freund sich meiner an, Scheint die Errettung noch so weit: Mir bleibt des Herrn Barmherzigkeit. Mel. Befiehl du deine Wege. 1. 勝 205. f 5. Wenn ich in meinem Laufe gleite, Demüthigt seine Gnade mich, Erneuert mich zu neuem Streite, und unterstüßt mich väterlich; Und wenn mir sein Gesetz auch dräut, So hoff' ich doch Barmherzigkeit. 6. Gott giebt zur Tugend Lust und Stärke, Doch klebt die Sünde stets mir an; Ich habe keine solchen Werke, Mit denen ich mich retten kann; Ich rühme bloß mich Hocherfreut Der Hoffnung auf Barmherzigkeit. 7. Auf diesem Grunde will ich bleiben, mir! auch mich er= he bet 2 183 So lange mich die Erde trägt; Das will ich denken, thun und treiben, So lange sich ein Glied bewegt. So sing' ich ewig hoch erfreut: O Abgrund der Barmherzigkeit! Rothe. Wenn alle von mir schei- den, So schei- det er doch nicht, Auch in der Nacht der Lei- den Bleibt er mein Trost, mein Licht. 2. Er liebt, er tröstet, heilet Das müde, wunde Herz, Und wer zu ihm nur eilet, Dem nimmt er allen Schmerz. Er liebt, so lang' er le bet, Drum liebt er e= wig- lich; Heil L Er einst hin- auf zu Er liebt uns ohne Ende, Ist allen treu gesinnt, Uns segnen seine Hände, Die einst durchgraben sind. sich. 184 3. Versöhnte Gotteskinder, Liebt ihn nur lebenslang! Dem Todesüberwinder Bringt ewig Preis und Dank! Ihm dürft ihr fest vertrauen, Er lebt, er lebt für euch; Er will, ihr sollt ihn schauen In seinem Himmelreich. 4. Wer kann so kräftig trösten, Wer kann so hoch erfreun? Wer kann so die Erlösten Beseligend erneun? Christus- Lieder. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Mein Je Aus un Pla- gen tra- gen. Den Himmel hat hienieden, Wem er im Herzen wohnt; Was wird erst dem beschieden, Dem er dort oben lohnt! 5. Das Menschenleben schreitet Zum ew'gen Leben hin. Dorthin, von dir geleitet, Schaut der verklärte Sinn. Zum Himmel wir verlangen, Wir sehnen uns von hier; Du bist vorangegangen, Heil uns! wir folgen dir. Döring. 206. E su! du hast un- fre Schuld, der Sün- de Straf' und er hör- ter Lieb' und Huld Frei- wil- lig wol= len = T Du, der Ge- rech- te, lie- ßeſt dich Zur Sün- de CÊ Mel. Ewigkeit, du Donnerwort. & 2. In keinem andern ist das Heil, Kein Name uns gegeben, Darin wir können nehmen Theil An Seligkeit und Leben. Du bist's allein, der jedermann Ein ew'ges Leben schenken kann. Gelobet sei dein Name! 3. Dein Name, Heiland, werd' Und Seligkeit mein Erbe. in mir Freylinghausen. ma- chen, nun kann ich In dir gerecht mich nennen. Durch Gottes Geist verkläret. Im Glauben halt ich mich zu dir, Der alles Heil gewähret. So wird der Sünden Noth gewehrt, In Hoffnung meine Furcht verfehrt, 207. 3. Schop. 1642. n. Crüger.( rhythm.) Der Tag, an dem mein Heiland spricht: Kommt, Men- schen, Der mich zu seiner Schaar be= rief, Auf dessen Christus- Lieder. Be- ben. kommt vor mein Ge- richt! Er- füllt mich nicht mit Tod ich hier ent- schlief, Wird mich zu sich er he ben. = 2: Ich kann auf die Ber= heißung baun, Daß ich sein Ant= litz wer- de schaun. 2. Wie freu' ich mich der großen Zeit, Da ich zu seiner Herrlichkeit Verklärt hinüber gehe! Heil mir, wenn ich, vonSünden rein, Mich seiner ewiglich zu freun, Vor seinem Throne stehe: Wo ich mit den Erlösten dann Ein höh'res Lied ihm singen kann. Mel. Jesus, meine Zuversicht. be Je sus nimmt die Wel- che von der F 2 len, Trost- wort al Weg ver= fal= len. Je sus nimmt die = 208, 3. Da, wo mein Heiland Jesus ist, Wohnt Freude, die kein Geist ermißt, Und seliges Entzücken. Der Herr, mein Heil auf Erden schon, Wie wird er dort vor seinem Thron Mich wunderbar erquicken! Von ihm strömt Seligkeit und Ruh' Mir dann in ew'ger Fülle zu. ( Rheinisches Gesangbuch.) mun3 Sünder an! rechten Bahn 185 Hier ist, der sie Sün- der an. 2. Keiner Gnade sind wir werth, Doch er beut in seinem Worte, Was ein reuig Herz begehrt; Sehet nur, die Gnadenpforte, Ist hier völlig aufgethan: Jesus nimmt die Sünder an. Sa- get doch dies Auf ver- kehr- ten retten kann: 3. Wenn ein Schaf verloren ist, Suchet es der treue Hirte, Jesus, der uns nie vergißt, Suchet treulich das verirrte, Daß es nicht verderben kann. Jesus nimmt die Sünder an. 186 Christus- Lieder. 4. Kommet alle, kommet her, 6. Mein Gewissen zaget nicht; Naht euch, ihr betrübten Sünder! Wer will mich vor Gott verklagen? Jesus rufet euch, und er Macht aus Sündern Gotteskinder. Glaubet's doch und denket dran: Jesus nimmt die Sünder an. Der mich frei und ledig spricht, Hat die Schulden abgetragen, Daß mich nichts verdammen kann. Jesus nimmt die Sünder an. 5. Jch Betrübter komme hier Und bekenne meine Sünden. Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, Daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Jesus nimmt die Sünder an. Mich auch hat er angenommen Und den Himmel aufgethan, Daß ich selig zu ihm kommen Und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an. Neumeister. Mel. Aus tiefer Noth. 209. Got- tes Sohn, Herr Jesu Christ, Du weißt, daß wah- rer Nicht eig- nes Werk des Menschen ist, So lang' er wallt im #J Drum hilf du mir von o- ben her, Den wah- ren Glau- be Stau- be. Glau- ben mir ge- währ', Dar- in laß mich be- har= ren. Es wohl zu Herzen fasse, Daß sich mein Glaube immerfort Auf dein Verdienst verlasse, Laß durch den Glauben mich die Welt, 2. Lehr' du und unterweise mich, Daß ich den Vater kenne, Daß ich, o Christus Jesus, dich Den Sohn des Höchsten nenne, Und den, der uns zum Himmel weist, Des Vaters und des Sohnes Geist, Mit gleicher Ehrfurcht preiſe. 3. Laß mich vom großen Gnadenheil Die recht' Erkenntniß finden, Wie der nur an dir habe Theil, Dem du vergiebst die Sünden. Hilf, daß ich's such', wie mir gebührt; Du bist der Weg, der recht mich führt, Die Wahrheit und das Leben. 4. Gieb, daß ich traue deinem Wort, Und was sie für das Höchste hält, Nicht für mein Kleinod achten. 5. Hilf, daß ich stets sorgfältig sei, Den Glauben zu behalten, Ein gut Gewissen auch dabei, Und daß ich so mög' walten, Daß ich sei lauter jederzeit, Ohn' Anstoß, mit Gerechtigkeit Erfüllt und ihren Früchten. 6. Herr, durch den Glauben wohn' in mir, Laß ihn sich immer stärken, Christus- Lieder. Daß er sei fruchtbar für und für Daß ich bis an mein Ende Und reich an guten Werken, Stets übe gute Ritterschaft, Daß er sei thätig durch die Lieb', Zu dir allein mich wende; Mit Freuden und Geduld sich üb', Daß ich in meiner letzten Noth Dem Nächsten treu zu dienen. Des Glaubens Ziel durch deinen Tod, Die Seligkeit erlange. 7. O rüste mich mit deiner Kraft, Denicke. 210. Mel. Jesus, meine Zuversicht. C Stark ist Hat zu F e= wig fas zu= las los= mei- nes viel an sen, fen. 21 2 Je su Hand, Und er wird mich mich ge- wandt, Um mich wieder Mein Erbar- mer läßt mich nicht, Das ist meine Zu- ver- sicht. 2. Sieht mein Kleinmuth auch Gefahr, Fürcht' ich auch zu unterliegen: Christus reicht die Hand mir dar, Christus hilft dem Schwachen siegen. Daß mich Gottes Huld verficht, Das ist meine Zuversicht. 3. Wenn der Kläger mich verklagt, Christus hat mich schon vertreten; Wenn er uns zu sichten wagt, Christus hat für mich gebeten. Daß mein Mittler für mich spricht, Das ist meine Zuversicht. 187 4. Würd' es Nacht vor meinem Schritt, Daß ich keinen Ausgang wüßte Und mit ungewissem Tritt Ohne Licht verzagen müßte: Christus ist mein Stab und Licht, Das ist meine Zuversicht. # 5. Mag die Welt in Mißgeschick Leben oder ängstlich klagen! Ohne Halt ist all' ihr Glück, Wahrlich, sie hat Grund zu zagen. Daß mein Anker nie zerbricht, Das ist meine Zuversicht. 6. Will der Herr durch strenge Zucht Mich nach seinem Bild gestalten, Dennoch will ich ohne Flucht Seiner and nur stille halten. Er übt Gnad' auch im Gericht, Das ist meine Zuversicht. 7. Seiner Hand entreißt mich nichts: Wer will diesen Trost mir rauben? Mein Erbarmer selbst verspricht's; Sollt ich seinem Wort nicht glauben? Jesus läßt mich ewig nicht, Das ist meine Zuversicht. Garve. 188 Christus- Lieder. 211. Bekannt seit 1562. Verf. v. Kühnau.( rhythm.) Mel. Herzlich lieb' hab' ich dich. € Herr Je- su Christ, mein höchstes Gut, Mein See- len- schatz, mein Ich blei- be den- noch stets an dir, So ist auch nichts, das Her- zens- muth Und al- ler Sin- nen Freu- de: dich von Du machst mir Irat dei- nen Weg be- kannt, Hältst mich bei mei- ner rech- ten Hand, Regierst und führst den Le- bens- lauf Und hil fest mei- ner Schwach- heit auf. Herr Jesu Christ, Herr Jesu Christ! du I bist mein Licht: Ich 2. Du leitest mich nach deinem Nath, Der anders nichts beschlossen hat, Als was mir Segen bringet: Geht's gleich zu Zeiten wunderlich, So weiß ich dennoch, daß durch dich Der Ausgang wohl gelinget: Nach hartem Tritt auf rauher Bahn Nimmst du mich dort mit Ehren an, Wo mich vor deinem Thron erfreut Die Krone der Gerechtigkeit: Herr Jesu Christ, Herr Jesu Christ! ach voll Begier Wünscht' ich mich heute noch zu dir. 3. Und sollte mir durch Kreuz und Noth, fol= ge dir, so irr' ich nicht. D Durch Marter, durch Gewalt und Tod Auch Leib und Seel' verschmachten: Das alles wird, wenn's auch noch mehr, Ja gar wie eine Hölle wär', Mein Glaube gar nichts achten. Du bist, du bleibest doch mein Heil Und meines Herzens Trost und Theil; So wird und muß durch dich allein Auch Leib und Seele selig sein: Herr Jesu Christ, 102 Herr Jesu Christ! ich hoffe fest, Daß deine Kraft mich nicht verläßt. Christus- Lieder. 4. Drum halt' ich mich getrost zu dir; Du aber hältst dich auch zu mir, Und das ist meine Freude; Ich setze meine Zuversicht Auf dich, mein Fels, der nicht zerbricht, In Freud' und auch im Leide. Mel. Wie schön leuchtet. с 189 Dein Thun soll alles und allein Im Herzen mir und Munde sein, Bis ich dich kann mit Augen sehn: Ach, möchte solches bald geschehn! Herr Jesu Christ, Herr Jesu Christ! ich warte drauf, Komm, komm, mein Heiland, nimm mich auf! Neumeister. 212. Je su, Je su, Gottes Sohn, Mein Bruder und mein Du weißt es, daß ich re- de wahr, Vor dir ist al= les Gnadenthron, Mein'Freud' und mei- ne Won- ne! offenbar Und klarer als die Son- ne. den kann und mag mir lieber werden. 2. Das ist mein Schmerz, das fränket mich, Daß ich nicht g'nug kann lieben dich, Wie ich dich lieben wollte. Je mehr die Lieb' in mir entbrennt, Um so viel mehr mein Herz er= fennt, " fuck". such' ich Dir vor al= len zu ge= fal= len, nichts auf ErWie es dich lieben sollte. Von dir laß mir Deine Güte ins Gemüthe lieblich fließen, So wird sich die Lieb' ergießen. 3. Durch deine Kraft treff' ich das Ziel, Daß ich, so viel ich soll und will, Dich allzeit lieben könne. 11 Herz- lich nichts auf der ganzen weiten Welt, Macht, Wollust, Ehre, Glanz und Geld, So viel ich auch gewönne, Kann mich ohn' dich G'nugsam laben, ich muß haben reine Liebe, Die tröst't, wenn ich mich betrübe. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, Schaffst seinem Herzen Fried' und Ruh', Erfreuest sein Gewissen; Es geh' ihm, wie es will, auf Erd', Wenn Kreuz ihn auch so hart be= schwert, Soll er doch dein genießen. 190 Christus- Lieder. Endlich wird er Nach dem Leide volle Freude bei dir finden, Alles Trauern wird verschwinden. 5. Kein Ohr hat dies jemals gehört, Kein Mensch gesehen noch gelehrt, Und niemand kann's beschreiben, Was denen dort für Herrlichkeit Bei dir und von dir ist bereit't, Die in der Liebe bleiben. Würdig läßt sich Nicht vergleichen noch so reichen Erdenschäßzen, Was alsdann uns wird ergößen. 6. Drum laß ich billig das allein, O Jesu, meine Sorge sein, Mel. O du Liebe meiner Liebe. 堅 e Daß ich dich herzlich liebe; Daß ich in dem, was dir gefällt, Und mir dein Wort vor Augen stellt, Aus Liebe stets mich übe, Bis ich endlich Werde scheiden und mit Freuden zu dir kommen, Aller Trübsal ganz entnommen. 7. Da werd' ich deine Süßigkeit, Du Himmelswonne, allezeit In reiner Liebe schmecken, Und sehn dein liebreich Angesicht Mit unverwandtem Augenlicht Ohn' alle Furcht und Schrecken. Reichlich werd' ich Dann erquicket und geschmücket vor dem Throne Mit der schönen Himmelskrone. J. Heermann. 213. Herz und Herz ver= eint zu= sam men, Sucht in Las- set eu- re Lie- bes- flam = men Lo- dern Gottes Herzen Ruh'. auf den Hei- land zu. a HE POLI Er das Haupt, wir sei- ne Glie- der, Er das Licht und wir der Schein; Er der Mei- ster, wir die Brüder, Er ist unser, wir sind sein. 2. Kommt, ach kommt, ihr Festigkeit und Stärke fehlt, Gnadenkinder, O so flehet um die Wette, Bis sie Jesus wieder stählt. 3. Legt es unter euch, ihr Glieder, Auf so treues Lieben an, Daß ein jeder für die Brüder Und erneuert euren Bund! Schwöret unserm Ueberwinder Lieb' und Treu' von Herzens Grund! Und wenn eurer Liebeskette Christus- Lieder. Auch das Leben lassen lann. So hat uns der Freund geliebet, So vergoß er dort sein Blut: Denkt nur, wie es ihn betrübet, Wenn ihr selbst Euch Eintrag thut. 4. Hallelujah, welche Höhen, Welche Tiefen reicher Gnad', Daß wir dem ins Herze sehen, Der uns so geliebet hat, Daß der Vater aller Geister, Der der Wunder Abgrund ist, Daß du, unsichtbarer Meister, Uns so fühlbar nahe bist! 5. O du holder Freund, vereine Deine dir geweihte Schaar, Daß sie es so herzlich meine, Wie's dein letzter Wille war. Und daß, wie du eins mit ihnen, Also sie auch eines sein, Mel. O du Liebe meiner Liebe. Bei dir, Je su, Nichts soll mich von 214. dei- nem C deinen Wegen gehn. Sich in wahrer Liebe dienen Und sich an einander freun. 6. Liebe, hast du es geboten, Daß man Liebe üben soll: O so mache doch die todten, Trägen Geister lebensvoll! Zünde an die Liebesflamme, Daß ein jeder sehen kann: Wir als die von einem Stamme Stehen auch für einen Mann. 7. Laß uns so vereinigt werden, Wie du mit dem Vater bist, Bis schon hier auf dieser Erden Kein getrenntes Glied mehr ist. Und allein von deinem Brennen Nehme unser Licht den Schein; Also wird die Welt erkennen, Daß wir deine Jünger sein. Zinzendorf. will ich blei dir ver- trei 191 ¹ = = seinen Re- ben 2. Könnt' ich's irgend besser haben, Als bei dir, der allezeit So viel tausend Gnadengaben Für mich Armen hat bereit? Könnt' ich je getroster werden, Als bei dir, Herr Jesu Christ, ben, Stets in ben, Will auf Du bist meines Lebens Le= ben, Mei- ner See- le Trieb und Kraft, Wie der Weinstock Zu- strömt Kraft und Le= bens- saft. Dem im Himmel und auf Erden Alle Macht gegeben ist? 3. Wo ist solch' ein Herr zu finden, Der, was Jesus that, mir thut, Mich erkauft von Tod und Sünden Mit dem eignen theuren Blut? Christus Lieder. 192 Sollt' ich dem nicht angehören, Der sein Leben für mich gab? Sollt' ich ihm nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grab? 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib' ich, So in Freude, wie in Leid; Bei dir bleib' ich, dir verschreib' ich Mich für Zeit und Ewigkeit. Deines Winks bin ich gewärtig, Auch des Rufs aus dieser Welt; Denn der ist zum Sterben fertig, Der sich lebend zu dir hält. 5. Bleib mir nah' auf dieser Erden, Bleib auch, wenn mein Tag sich neigt, Wenn es nun will Abend werden Mel. Preis, Lob, Ehr', Ruhm. 11 Und die Nacht hernieder steigt. Lege segnend dann die Hände Mir aufs müde, schwache Haupt, Sprechend: Kind, hier geht's zu Ende, 215. Aber dort lebt, wer hier glaubt. 6. Bleib mir dann zur Seite stehen, Graut mir vor dem kalten Tod, Als dem kühlen scharfen Wehen Vor des Himmels Morgenroth. Wird mein Auge dunkler, trüber, Dann erleuchte meinen Geist, Daß ich fröhlich zieh' hinüber, Wie man nach der Heimath reist. Spitta. komm, beu- ge dich, mein Herz und Sinn, Vor Chri- sti Thro- ne Zu sei- nen Füßen sin- ke hin Und bring' ihm dei- nes bist, Wie Gott in 2. Wo wär' in dir ein Funken Kraft, C. Freylinghausen. 1704. tief da=- Dan- kes Lieder. Er- ken- ne, wie du selbst aus dir nichts dir und al= len al= les ist. Wenn du sie nicht erlangt von oben? Wer hat dir Schutz und Ruh' geschafft Vor deiner Feinde List und Toben? Wer bändigte des Bösen finstre Macht? Wer hat der Wahrheit Glanz ans Licht gebracht? 3. Wer hat dich aus der Noth befreit, Ist er es nicht, der unerschöpfte Quell, Der täglich noch uns zuströmt rein und hell? 4. Ja, deine Hand hat uns gefaßt Und über all' Verdienst und Hoffen Hinweggethan der Sünden Last, Daß nun der Himmel uns steht offen! Du machst das Herz von Furcht und Zweifel leer, Und sel'ger Friedewaltet um uns her. 5. Was zwischen uns sich drängen will, Dein Leben dem Verderb entrissen? Wer frönt dich mit Barmherzigkeit, Hat deine Kraft gar bald vernichtet; Wer läßt dich seine Rechte wissen? Du hältst den Tempel rein und still, Jatimosdos Christus- Lieder. Abit 193 und Sinn Den du dir selbst in uns errichtet. Nimm Leib und Seel', nimm Herz Ja, fest bestehet deine Herrlichkeit, Die dir in uns der Vater hat geweiht. 6. Du überschüttest uns mit Lieb' Und reinigst Herzen, Mund und Sinnen, Zum Eigenthum statt andrer Gaben. Bereite selbst dir aus der Schwachen Mund Ein würdig Lob; mach' deinen Namen fund. 8. Hierzu gieb einen Sinn und Muth, Halt deine Gläub'gen fest zusammen, Daß unser Herz von heil'ger Gluth Entbrenn' in deiner Liebe Flammen. Zu deinem Thron steigt unser Dank Daß wir aus deines Geistes Trieb Dich stets in uns mehr liebgewinnen. Du drückst dem Geist der Reinheit Siegel auf, Daß unbefleckt wir enden unsern Lauf. 7. So nimm dafür zum Opfer hin Uns selbst mit allem, was wir haben; E 4. Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. = Ein' fe ste Er hilft uns E Wehr und Waf- fen; hat betrof empor, Bis würd'ger er erschallt im höhern Chor. Arnold. чезды 216. 11 e un= te ser Gott, Ein' gu Burg ist frei aus aller Noth, Die uns jetzt Au å un fen. Der alt' böse Feind Mit Ernst F er's jetzt meint, Groß Macht und viel List Sein' grausam Rüstung 道 。 ist, Auf Erd'n ist nicht sein's glei chen. Var. I. C 13 = Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. 194 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, Wird sind gar bald verloren; Es streit't für uns der rechte Mann, Den Gott selbst hat erforen. Fragst du, wer der ist: Er heißt Jesus Christ, Der Herr Zebaoth, Und ist kein andrer Gott; Das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär' Und wollt' uns gar verschlingen, So fürchten wir uns nicht so sehr, Es soll uns doch gelingen. Mel. Wachet auf, ruft uns. C Gottes Stadt steht Den- noch steht sie Der Fürst dieser Welt, Wie sau'r er sich stellt, Thut er uns doch nicht; Das macht, er ist gericht't, Ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn, Und kein'n Dank dazu haben; Er ist bei uns wohl auf dem Plan Mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr', Kind und Weib, Laß fahren dahin; Sie haben's kein'n Gewinn, Das Reich muß uns doch bleiben. Luther. 217. fest ge= grün- det Auf heil'- gen und wird ste= hen, Man wird mit 1 = Sich wi der sie die Wer hier die Hut und Ber- gen; es ver= bün= det Stau- nen an ihr se= hen, 11 gan- ze Welt:} Der Hüter J= fra Wa- che hält. = els Jst ih= res Hei- les Fels. Hal- le- lu= jah! Lob- singt und sprecht: Wohl = # dem Ge- schlecht, Das in ihr hat das Bür- ger- recht! 2. Zions Thore liebt vor allen Der Herr mitgnäd'gem Wohlgefallen, Macht ihre Riegel stark und fest, Segnet, die darinnen wohnen, Weiß überschwänglich dem zu lohnen, Der ihn nur thun und walten läßt. Wie groß ist seine Huld! Wie trägt er mit Geduld Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. All die Seinen! O Gottes Stadt, Dut reiche Stadt, Die solchen Herrn und König hat! 3. Große, heil'ge Dinge werden In dir gepredigt, wie auf Erden Sonst unter keinem Volk man hört. Gottes Wort ist deine Wahrheit, Du hast den Geist und hast die Klärheit, Die alle Finsterniß zerstört. Da hört man fort und fort Das theure, werthe Wort Ew'ger Gnade. Wie lieblich tönt, Was hier versöhnt Und dort mit ew'gem Leben krönt! 4. Auch die nichts davon vernommen, Die fernsten Völker werden kommen Und in die Thore Zions gehn. Denen, die im Finstern saßen, Wird auch der Herr noch pred'gen lassen, 195 Was einst für alle Welt geschehn. Wo ist der Gottessohn, Wo ist sein Gnadenthron? Wird man fragen. Dann kommt die Zeit, Wo weit und breit Erscheint der Herr in Herrlichkeit. 5. Gottes Stadt! du wirst auf Erden Die Mutter aller Völker werden, Die ew'ges Leben fanden hier. Welch ein Jubel, wie im Reigen, Wird einst von dir zum Himmel steigen! Die Lebensbrunnen sind in dir! In dir das Wasser quillt, Das alles Dürsten stillt. Hallelujah! Von Sünd' und Tod, Von aller Noth Erlöst nur einer: Zions Gott! Spitta. 218. Mel. Kommt her zu mir. e Verza ge nicht, du Häuf- lein klein, Ob- schon die Fein- de Wil- lens sein Dich gänz- lich zu ver= stören, Und su- chen dei= = nen Un- ter- gang, Da- vor dir wird recht angst und bang: Es wird nicht lange wäh- ren. 2. Tröste dich deß, daß deine Sach' Ist Gottes, dem befiehl die Nach' Und lasse ihn nur walten: Er wird durch seinen Gideon, Den er wohl weiß, dir helfen schon Dich und sein Wort erhalten. 13* Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. 196 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, Muß Teufel, Welt und Höllenpfort' Und was dem thut anhangen, Endlich werden zu Hohn und Spott: Gott ist mit uns und wir mit Gott, Den Sieg woll'n wir erlangen. Mel. Herr Jesu, send' uns. E 219. # Herr Je- su Christ, dich zu uns wend', Dein heil'- gen Geist du 4. Amen, das gieb, Herr Jesu Christ, Dieweil du unser Schutzherr bist, Hilf uns durch deinen Namen, So wollen wir, deine Gemein', Dich loben und dir dankbar sein Und fröhlich singen: Amen. Gustav Adolf. Altenburg. zu uns send'; Mit Lieb' und Gnad' er uns re- gier' Und Daß uns dein Nam' werd' wohl bekannt. uns den Weg zur Wahr- heit führ'. 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein, Bereit' das Herz zur Andacht fein; Den Glauben mehr', stärk' den Verstand, 3. Bis wir singen mit Gottes Heer: Heilig, heilig ist Gott der Herr! Gothai- Gant. 1651.( rhythm.) P ge= ben, Le= ben, Und schauen dich von Angesicht In ew'gem Heil und sel'gem Licht. 4. Ehr' sei dem Vater und dem Sohn, Dem heil'gen Geist auf einem Thron: 220. Zuerst in der Straßburger Kirchenordnung. 1525.( Urspr. rhythm.) Der heiligen Dreieinigkeit Sei Lob und Preis in Ewigkeit. Wilhelm II., Herzog v. Weimar. c.1 Es wol- le Gott uns gnä- dig sein Und seinen Se- gen Sein Ant- litz uns mit hel- lem Schein Er- leucht' zum ew'- gen Daß wir er- ken- nen seine Werk' Und was ihm E Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. 197 lieb auf Erden, Und Jesu Christi Heil und Stärk' BeH kannt den Heiden werden Und sie zu Gott be= keh= ren. 2. So danken, Gott, und loben dich Das Volk in guten Thaten; Die Völker überalle, Das Land bring' Frucht und bessre sich, Und alle Welt, die freue sich Und sing' mit großem Schalle, Daß du auf Erden Richter bist Und läßt die Sünd' nicht walten: Dein Wort die Hut und Weide ist, Die alles Volk erhalten, In rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich Mel. Ein' feste Burg ist unser Gott. Herr, dei= ne Von dei- ner Wort im Lan= de; Geist zum Pfan Kirche Gna- de Au å 30 221. 11- de. Dein Wort laß wohl gerathen. Uns segne Vater und der Sohn, Uns segne. Gott der heil'ge Geist, Dem alle Welt die Ehre thu', Vor ihm sich fürchte allermeist: Nun sprecht von Herzen: Amen. Luther. dan- fet ha= ben 2. Ja, deine Kirche streitet noch, Hilf du ihr mächtig siegen. Nimm ganz von ihr der Knechtschaft Joch, Laß sie nicht unterliegen. Var. I. dir, Noch wohnt dein wir Noch dei- nen Und kommt sie in G'fahr Durch der Fein- de Schaar, Dann hilf, Je su Christ! Be sie- ge Macht und = = List Und herrsch' in al= len Lan= den. Hör' ihr kindlich Flehn, Gil', Herr, beizustehn, Daß sie standhaft sei, Stets deiner Wahrheit treu, Hilf deiner Kirche siegen. 198 Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. 3. Eins ist, Herr, was dein Zion fränkt, Daß unter deinen Christen Noch mancher deiner nicht gedenkt, Beherrscht von seinen Lüſten. Ihr Glaub' ist so schwach, Die Lieb' falt, und ach, Sie denken dran nicht, Daß dort ein schwer Gericht Auf sichre Sünder wartet. 4. Laß alle, die noch draußen stehn, Herr, deine Stimme hören, Und die noch in der Irre gehn, Sich bald zu dir bekehren. Mel. Jesu, meines Lebens. fie Ewig weis' und Deckt mit seiner 11 Christen= heit, weit und breit. 11 Du, der das Gut' schafft, Gieb uns Lieb' und Kraft, Gieb Entschluß und Muth, zu wagen Gut und Blut Zu deines Namens Ruhme. 5. Die Zwietracht tilg' an jedem Ort, 222. Erhalt' uns Ruh' und Frieden. Laß uns, gestärket durch dein Wort, Im Guten nie ermüden. Du, der ging voran, Ebne selbst die Bahn, Nach der Prüfungszeit Führ' uns zur Seligkeit Der himmlischen Gemeine. e= wig mil- de Leitet Gott die All- macht Schil de Seine Kinder Stehn sie mit entschloſs- nem Mu- the Fest im Kam- pfe für das Gu- te, 2. Alles Gute muß ja siegen Durch des Ew'gen starken Schutz. Scheint es oft auch zu erliegen: Allen Feinden beut es Truß. Gott wird in den wild'sten Stürmen Alich. Mächtig Licht und Recht beschirmen. Eine feste Burg ist Gott, Aller Frevel wird zu Spott. sie ver- traun Und voll Hoff- nung vor- wärts schaun. O dann dür- fen II 3. Menschen können den ver= dammen, Der die Wahrheit liebt und thut; Doch sie selbst stirbt nicht in Flammen, Sinft nicht unter in der Fluth. Und fein frecher Spott wird hindern, Daß sich ihre Feinde mindern; Wenn man wähnt, sie sei entehrt, Wird sie herrlicher verklärt. Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. 4. Wie des Goldes echte Währung Sich im Feuer erst ergiebt, So tritt aus des Streites Gährung Auch die Wahrheit ungetrübt. Fruchtlos strebten oft Tyrannen, Durch Gewalt sie zu verbannen; Fruchtlos nahm oft Menschenwahn Selbst den Schein der Wahrheit an. 5. Gott hilft seinem Reiche siegen, Er, der selbst die Wahrheit ist, Mag der Irrthum es bekriegen Oder Bosheit, Trug und List. Und nichts hat es mit den Waffen Mel. Wachet auf, ruft uns. ¤ J Ei= ner ist's, an Un fre Lei- ber, Irdischer Gewalt zu schaffen, Weil es nur den Sieg erringt, Wenn das Wort zum Herzen dringt. 6. Auf denn, weihet euch dem Wahren, Bleibt dem Guten immer treu! Drohten ferner auch Gefahren, Der Befreier kommt herbei. Suchet, Brüder, nur hienieden Christi Wahrheit, Licht und Frieden, Bis euch in der bessern Welt Ganz das ew'ge Licht erhellt. ( Berliner Gesangbuch.) 223. dem wir un- fre in den Tod ge= gan= gen dir, o Mann der Schmerzen, [ 199 han= gen, Der für uns Her zen, Gehören 2 Und uns er kauft mit dei= ner Lie In be = Blut. ruht sich's gut! Nimm uns zum Ei- gen- thum, Be- rei- te Gnaden- licht Von deinem heil'- gen Ange- sicht. 2. O Herr Jesu, Ehrenkönig, Die Ernt'ist groß, der Schnitter wenig, Drum sende treue Zeugen aus; Send' auch uns hinaus in Gnaden, Viel frohe Gäste einzuladen Zum Maht in deines Vaters Haus. 6. I dir zum Ruhm Deine Kinder! Ver= birg uns nicht Das Wohl dem, den deine Wahl Beruft zum Abendmahl Im Reich Gottes! Da ruht der Streit, Da währt die Freud', Heut', gestern und in Ewigkeit. 200 Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. 3. Schau' auf deine Millionen, Denn kräftig ist dein Wort, Die noch im Todesschatten wohnen, Es richtet und durchbohrt Von deinem Himmelreiche fern! Geist und Seele; Seit Jahrtausenden ist ihnen Dein Joch ist süß, Kein Evangelium erschienen, Dein Geist gewiß, Kein gnadenreicher Morgenstern. Glanz der Gerechtigkeit, Geh' auf, denn es ist Zeit! Komm, Herr Jesu! Zeuch uns voran Und mach' uns Bahn, Gieb deine Thüren aufgethan. 4. Deine Liebe, deine Wunden, Die uns ein ew'ges Heil erfunden, Dein treues Herz, das für uns fleht, Wollen wir den Seelen preisen Und auf dein Kreuz so lange weisen, Bis es durch ihre Herzen geht. Mel. Nun lob', mein Seel'. 16 Und offen steht dein Paradies. 5. Heiland, deine größten Dinge Beginnest du still und geringe! Was sind wir Armen, Herr, vor dir? Aber du wirst für uns streiten Und uns mit deinen Augen leiten; Auf deine Kraft vertrauen wir. Dein Senfforn, arm und klein, Wächst endlich ohne Schein Doch zum Baume, Weil du, Herr Christ, Sein Hüter bist, Dem es von Gott vertrauet ist. Knapp. 224. Fest steht zu Gottes Ruh- me Die Kirche, die geDie ihm zum Hei- lig= thu- me Des Menschen Sohn ge11 weih- te Stadt, Er wohnt mit seiner Wahrheit In hat. ih- ren Mau- ern gern; Sie glänzt in ho- her Klar- heit Und freut sich ihres Herrn. Oft stürm- ten schon die Wo- gen Des Krie- ges ge- gen sie: Um- sonst, die Fein- de zo= gen Zurück und sieg- ten nie. Kirche, Gottesdienst 2. Auf Felsengrund erbauet, Ist sie zur Gottesstadt erhöht, Die ihm allein vertrauet Und ewig durch sein Wort besteht. Von ihren Bergen funkelt Der Wahrheit Sonnenlicht, Das, niemals mehr verdunkelt, Durch alle Nebel bricht. So bleibt dem Wahn entrissen Die gläub'ge Schaar des Herrn; Sie reinigt ihr Gewissen, Gehorcht und dient ihm gern. Mel. Es ist das Heil uns kommen. b c d stö= ren;} weh= ren. 225. f Die Fein- de dei- nes Kreu- zes drohn, Dein Reich, Herr, zu zerDu a- ber, Mitt- ler, Got- tes Sohn, Kannst ihrem Tro- ße Dein Thron be= ste= het und Gnadenmittel. 3. Frohlocke denn und singe, Stadt Gottes, deines Königs Ruhm! Breit' aus sein Reich und bringe, Die draußen sind, ins Heiligthum, Daß alle selig werden, Von seinem Wort belehrt, Und freudig thun auf Erden, Was seinen Namen ehrt; Bis alles Volk, erneuert Und in sein Licht verklärt, Ein Fest des Friedens feiert, Das ewig, ewig währt. ( Rheinisches Gesangbuch.) Welt, Kein Werk von Menschenkindern, Drum kann auch keine Macht der Welt, Herr, seinen Fortgang hindern. Dein Erbe bleibt dir immerdar, Und wird selbst durch der Feinde Schaar f ge- bens wird sich wi- der dich Die MachtderHöl- le rü= sten. 2. Dein Reich ist nicht von dieser 4. Auch deine Feinde, die dich schmähn, Zu deinem Ruhm sich mehren. 3. Du wollest deine Herrschaft noch 201 Auf Erden weit verbreiten Und unter deinem sanften Joch Zum Heil die Völker leiten, Vom Aufgang bis Niedergang zum Bring' alle Welt dir Preis und Dank Und glaub' an deinen Namen! e= wig- lich, VerDie frevelnd sich empören, Laß deiner Gnade Wunder sehn, Daß sie sich noch bekehren. Lehr' sie mit uns gen Himmel schaun, Und unerschüttert im Vertraun Auf deine Zukunft warten. 5. Uns, deineGläub'gen, wollest du Fest in der Wahrheit gründen, Daß wir für unsre Seelen Ruh' In deiner Gnade finden. Mach' unsers Glaubens uns gewiß, Vor Irrthum und vor Finsterniß Bewahr' uns bis ans Ende. 6. Dein Geist führ' uns auf ebner Bahn Und heil'ge unsern Willen, 202 Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. So wird dein Volk, dir unterthan, Herr, alle deine Frommen, Gern dein Gesetz erfüllen, Bis du erscheinest zum Gericht Und dann vor deinem Angesicht Die Menschenkinder sammelst. 7. Voll Freudigkeit erwarten dich, Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen. 16 auf Ich lo be dich, mein Au- ge schau- et, Wi Dir eine Kirche hast er= bau= et Zu dei- nes 226. diesem Er den= freis Na- mens Lob und Preis, # Und freun des großen Tages sich, Da du wirst wiederkommen. Dann werden wir, o Gottessohn, Den uns verheißnen Gnadenlohn, Dein Himmelreich ererben. Münter. fie, er löst von sam- men fin den In einem hei- li- gen Ver- ein, Wo = # Daß Wo alle unter Christus stehen Als ihrem königlichen Haupt, Auf den sie alle freudig sehen, Sie, deren Herz an Christum glaubt. 3. Nicht eignem Werk gilt ihr Vertrauen, al= le sich zu= ih- ren Sün- den, Sich, Je su, = E3 ruht auf dir und deinem Sohn. Er ist der Fels, auf den sie bauen, deines Rei- ches freun. 2. Herr, unter Völkern vieler Er ist ihr Weg zu Sieg und Lohn! Zungen Er ist der Weinstock, sie die Reben, Hast du dein Haus nun aufgeführt, In ihm nur reifet ihre Frucht; In dem dein Preis dir wird gesun- Er ist ihr Licht, ihr Heil und Leben, gen, Durch Wahrheit, Lieb' und fromme Zucht. Das Glaube, Lieb' und Hoffnung ziert; 4. Ein Herr, Ein Glaub' und Eine Taufe Vereinigt sie zum heil'gen Bund; Ein Ziel erglänzt dem Pilgerlaufe, Ein Fels ist ihres Friedens Grund; Ein Vater waltet über allen, Und allen, Gott, bist Vater du; Dir streben alle zu gefallen, Und du giebst ihnen Heil und Ruh'. Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. 203 6. Erhalt' uns, Herr, im wahren Glauben 5. So weih' uns denn zum neuen Leben, Daß wir nur deine Wege gehn, Zuerst nach deinem Reiche streben Und niedern Lüsten widerstehn. Gieb, daß wir als getreue Glieder Festhalten an dem Haupt und Herrn, Und dann auch allesammt als Brüder Auch fernerhin bis an das End'; Laß nichts uns deine Schäße rauben, Dein heilig Wort und Sacrament. Erfülle deiner Christen Herzen, O Gott, mit deinem Gnadenheil, überwundnen Und gieb nach Schmerzen In Lieb' ihm folgen treu und gern. Uns droben einst das bessre Theil. Groffer. 227. Mel. Wie schön leuchtet. E 2² Je su, Herr der Herrlichkeit, Du König dei- ner = Du siehst auf die er löste Welt, Ne- gierst sie, wie es = #E Chri- sten- heit, Du Hir- te dir ge- fällt, Sorgst, daß sie deiner Heer- de! se lig wer- de. = Von dir sind wir Auch er- wäh- let, zu- ge- zäh- let den Er- lösten, Die du seg- nen willst und trở= ften. Gieb Weisheit ihm und Kräfte. Mächtig steh' ihm Stets zur Seite, daß er streite, bet' und wache, 2. O wohl dem Volke, das du liebst, Und dem du treue Hirten giebst, Die es zum Himmel führen, Die auf des Lebens rechter Bahn Nach deinem Vorbild gehn voran Und deine Lehre zieren! Treue Hirten Laß den Seelen niemals fehlen, und die Heerden Mit dem Hirten selig werden! 3. Wir nehmen hier von deiner Hand Den Lehrer, den du uns gesandt; Herr, segne sein Geschäfte! Die Seelen, die sich ihm vertraun, Durch Lehr' und Leben zu erbaun, Und auf deinen Wegen gehen. Sich und andre selig mache. 4. Herr! deinen Geist laß auf ihm ruhn, Lehr' ihn sein Amt mit Freuden thun, Schaff' weg, was ihn betrübet. Gieb, wenn er deine Wahrheit lehrt, Uns stets ein Herz, das folgsam hört Und sich im Guten übet. Stärke Lehrer Und Gemeine; laß sie deine Treue sehen 204 Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. 5. Sei uns gesegnet, Knecht des Herrn! Gott mit dir! Amen! Amen! Segne, Vater, Du kommst im Namen unsers Herrn, Diese Stunde! Laß dem Bunde treu In Jesu Christi Namen. uns leben, Oreich' uns deine Freundeshand, Bis wir uns zu dir erheben! Führ' uns zum ew'gen Vaterland, Bickel. Mel. Jesus, meine Zuversicht. E 圈 Fest ge grün- det = Ih= re Säulen Stadt auf Er= den; trüm- mert wer= den; 228. ste= het ſie, wan- ken nie, Ihres Bau- es Scha det nicht die Macht der Zeit. 2. Christus hat mit starker Hand Selbst auf Felsen fie gegründet; Seine Boten ihr gesandt, Seinen Beistand ihr verkündet, Und des Lehramts heil'ge Wacht Nimmt vor Feinden sie in Acht. 3. In ihr glänzt der Wahrheit Licht, Strahlend wie des Himmels Sonne. Es erlischt dem Frommen nicht, Strahlt ins Herz ihm Trost und Wonne; Denn er sieht, die Dornenbahn Führet doch ihn himmelan. 4. Wird im Kampf das Herz ihm matt, Hat die Erde keinen Frieden, O, dann bietet Gottes Stadt Einen Lebensquell dem Müden, Bis auf jenen heil'gen Höhn Ihm die Friedenspalmen wehn. 10000 Got- tes heil'- ge Kön- nen nie zerHerr- lich- keit 5. Bricht des Todes Macht herein, Wanken alle ird'schen Stützen, Ruhig kann der Fromme sein: Ihn wird sein Erlöser schützen, Und ein ew'ges Morgenroth Leuchtet ihm um Grab und Tod. 6. Auf denn, Herz, auf, flüchte dich Aus dem eitlen Weltgetümmel! Christi Tempel öffnet sich, Zeiget dir den offnen Himmel; Und er selbst mit Freundeshand Führet dich ins Vaterland! 7. Heil uns! siegreich stehet sie, Gottes heil'ge Stadt auf Erden; Ihre Säulen wanken nie, Können nie zertrümmert werden. Ihres Baues Herrlichkeit Glänzt in alle Ewigkeit! Gottermann. Istimms Wort Gottes.lt vist 205 Wort Bottes. be Mel. Nun komm, der Heiden Heiland. 229. Nach: Veni redemptor gentium. Del. b. Kluge. 1543. Wal- te, wal- te nah und fern, All- ge- wal- tig Wort des Herrn, Wo nur sei- ner Allmacht Ruf Menschen für den Him- mel schuf. 5. Wort des Lebens, stark und rein, Alle Völker harren dein. Walte fort, bis aus der Nacht Alle Welt zum Tag erwacht. 6. Auf, zur Ernt' in alle Welt! Weithin wogt das reife Feld; Klein ist noch der Schnitter Zahl, Viel der Garben überall. 2. Wort vom Vater, der die Welt Schuf und in den Armen hält Und aus seinem Schooß herab Seinen Sohn zum Heil ihr gab: 3. Wort von des Erlösers Huld, Der der Erde schwere Schuld Turch des heil'gen Todes That Ewig weggenommen hat: 4. Kräftig Wort von Gottes Geist, Der den Weg zum Himmel weist Und durch seine heil'ge Kraft Wollen und Vollbringen schafft: Mel. Befiehl du deine Wege. be Herr, Lehr'. 7. Herr der Ernte, groß und gut, Wirk' zum Werke Lust und Muth, Laß die Völker allzumal Schauen deines Lichtes Strahl. Bahnmaier. 230. Laß mich dein sein und bleiben, Du treuer Gott und Von dir laß mich nichts treiben, Halt mich bei dei- ner Herr, laß mich nur nicht wan- ken, Gieb mir Be- stän- digkeit; Da- für will ich dir danken In alle E- wig- keit. Selnecker. 206 Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. 231. Mel. Es ist das Heil uns kommen. HE C Ein neues Lied singt Gott dem Herrn Und rüh- ret Wohl- auf! begrüßt den Mor- gen- stern, Den Bo- ten Saiten! Zei= ten. Er geht den from- men Her- zen auf, Er J wandelt leuchtend sei- nen Lauf, Uns himmel- an zu lei= ten. 4. Was wagst du, Welt der Finsterniß, Dich wider Gott zu sträuben? Die Männer Gottes stehn gewiß; Das Reich muß uns doch bleiben. Es bleibt und steht, wenn alles wankt; Dir, Herr der Herren, sei's gedankt Von allen, die da gläuben! 5. Führ' deine Heerd' auf rechter Bahn, 2. Er ist das rechte Gotteswort, Vom Himmel uns gegeben; Ein Quell, der quillet fort und fort Und fließt ins ew'ge Leben. Und nimmer dürstet, wer ihn trinkt; Und wer ihn trank, viel Früchte bringt, Zi- ons lich- ter Gleich edlen Weinstocksreben. 3. Das Wort von Gott ist wahr und rein; Kein Mensch hat es erfunden. Frei zieht es in die Seele ein, Gehemmt nicht, noch gebunden. Und ob der Feind viel Unkraut sä't: Der Wächter wachet früh und spät Bis zu der Ernte Stunden. Daß nimmer sie verderbe. Zünd' Glauben, Lieb' und Hoffnung an, Daß Christi Sinn nicht sterbe. Wir folgen dir, wir traun auf dich: Hilf deinem Volke väterlich Und segne, Herr, dein Erbe! Sachse. 232. Von Luther eingerichtet 1542.( rhythm.) Erhalt' uns, Herr, bei deinem Wort, Sei dei- nem Volk ein starker Hort, Wenn deines Soh- nes Fein- de stammeden Wort Gottes. drohn zu stür- zen ihn von seinem Thron. 2. Beweis dein' Macht, Herr 3. Gott heil'ger Geist, du Tröster Jesu Christ, Der du Herr aller Herren bist, Beschirm' dein' arme Christenheit, werth, Gieb dein'm Volk einen Sinn auf Erd', Daß sie dich lob' in Ewigkeit. Steh' bei uns in der letzten Noth, Leit' uns in's Leben aus dem Tod. Luther. Mel. O Gott, du frommer Gott. 上 gie- ren, führen; 233. Bleib' ja bei mir, mein Gott, Laß mich dein Wort reSo wird kein Jrr- weg mich Be trüben noch verKomm zu mir durch dein Wort, Komm in der letz- ten Mel. du Liebe meiner Liebe. Noth, Bring' mich zur Friedens- stadt In's Leben durch den Tod. 2. Komm mir zu Trost und Freud', Und führ' mich in dein Reich Wenn diese Welt vergehet, Zu deiner Herrlichkeit, Wenn Himmel, Erde, Gut Mein König, daß ich dich Und Ehr' nicht mehr bestehet, Dort lob' in Ewigkeit. 234. Wort des Lebens, laut- re Le= bens- kräf- te giebst du O 207 Him- mel sich er= gießt, Geist und Herz er= schließt; 1 Quel= le, je = Der sich, wie die Olearius. Die vom dem, Der dir wel- ke 208 Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. Blu- me, Die der Son- nen- brand ge- bleicht, Dürstend von dem dür- ren Lan- de 2. Ohne dich, was ist die Erde? Ein beschränktes düstres Thal; Ohne dich, was ist der Himmel? Ein verschlossner Freudensaal; Ohne dich, was ist das Leben? Ein erneuter finstrer Tod; Ohne dich, was ist das Sterben? Nachtgraun ohne Morgenroth. 3. Wort des Lebens, du erleuchtest, Doch erwärmst du auch zugleich; Eine Hölle offenbarst du, Aber auch ein Himmelreich! Furchtbar schreckest du den Sünder Aus der trägen sichern Nuh'; Doch mit Liebe deckst du wieder Jedes Büßers Fehle zu. Mel. Nun danket alle Gott. be Zu der Quel- le nie- der= neigt. Händen, sen- den, C 4. Einen Richter lehrst du fürchten, Der mit rechter Wage wägt, Doch auch einen Vater lieben, Der mit Langmuth alle trägt, Einen Gott, der den geliebten Ein'gen Sohn zum Opfer giebt, Der an ihm die Sünde richtet Und in ihm die Sünder liebt. Nun bit tet al= le Gott Mit Her- zen, Mund und Daß er uns seinen Geist Vom Him- mel wol- le 2. Nun bittet alle Gott, Daß er uns Sünder schone, Daß er uns nahe sei In Jesu, seinem Sohne; 5. Wort des Lebens, wer dich höret, Dem versprichst du ew'ges Heil; Doch nur dem, der dich bewahret, Wird das Kleinod einst zu Theil. Nun so will ich dich bewahren, Schwert des Geistes, Gotteswort; Hilf mir hier auf Erden streiten, Und die Kron' erwerben dort. Spitta. 235. Wort, So jetzt, wie al- le 29 Der uns ein Trö- ster sei Nach sei- nem theu- ren Zeit, Hier und an je- dem Ort. Daß er die Kirche bau' Durch sein lebendig Wort Und uns einst gebe Raum Bei seinen Engeln dort. Jsttimustom Wort 3. Ach ja, Herr, lehre uns, So sind wir recht gelehret! Ach, Herr, bekehre uns, So sind wir recht bekehret! Ach, Heiland, heile uns, So sind wir ewig heil! Dein Blut sei unser Trost, Dein Geist sei unser Theil! be no 2. Dulde still:: Zion, dulde ohne Scheu 236. Gottes. Ho sori 4. Es segne uns der Herr, Der Urquell aller Güter; Der ew'ge Arzt und Hort Sei unser Hort und Hüter; E Es leuchte über uns Sein Gnadenangesicht; Sein Friede ruh) auf uns; Sein Geist verlass' uns nicht! ( Knapp's Liederſchak.) Og Fah- re fort, fah- re fort, Zi- on, fah- re fort im Licht, F Ma- che dei- ne Leuchter hel- le! Laß die erste Lie- be nicht; 7 Suche stets die Lebens- quel- le: Sei bis in den Tod getreu, Siehe auf die Lebenskrone. Zion, wenn der Feind dich tödten will, Dulde still:: 3. Folge nicht:: Zion, folge nicht der Welt, Die dich suchet groß zu machen, Achte nichts ihr Gut und Geld; Ernst im Beten, ernst im Wachen, Sieh dich vor, wenn sie viel Lust verspricht, Folge nicht:: 209. Halle. 1704. durch die enge Pfort', Fah-= re fort, fah= re fort. 4. Prüfe recht:: Zion, prüfe recht den Geist, Trübsal, Angst mit Spott und Der dir ruft zu beiden Seiten, Hohne, Thue nicht, was er dich heißt, Laß nur deinen Stern dich leiten; Beides, was dir gut scheint und was schlecht, Prüfe recht:: Zi- on, drin- ge 5. Dringe ein:: Zion, dringe ein in Gott; Stärke dich mit Geist und Leben, Sei nicht wie die andern todt, Sei du gleich den grünen Reben; Zion, in das Wesen, nicht in Schein Dringe ein:: 14 210 Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. 6. Brich hervor:,: Zion, brich hervor in Kraft, Weil die Bruderliebe brennet. Zeige, was der in dir schafft, Der als seine Braut dich kennet. Auf, er selbst hat aufgethan das Thor! Brich hervor:: Mel. Ein' feste Burg ist unser Gott. e 6 Ver= za= ge Halt' dich an 勝 Fein de schnau- ben! fest im Glauben! 7. Halte aus:,: Zion, halte deine Treu. Laß doch nimmer lau dich finden: Auf! das Kleinod rückt herbei, Auf! verlasse, was dahinten! Zion, in dem letzten Kampf und Strauß ING Halte aus:: 3. Euf. Schmidt. 237. nicht, du kleine Schaar, Ob auch die Gott in der Ge= fahr Und ste- he Var. II. Sein hel- les Au- ge wacht Auch in der Mitternacht. Ge- wal- tig ist sein Arm; Der Wider- sacher Schwarm Schlägt seine Hand zu Bo= den. Des Heilands reine Lehr' 2. Mag immerhin ihr stolzer Mund Viel neue Satzung lehren, Ist unsre Waff' und Wehr; Christi Gerechtigkeit Den alten tiefen Glaubensgrund Der Christen umzukehren: So weichen wir doch nicht Von Gott und seinem Licht. Es wird die Höllenpfort' Sein seligmachend Wort Doch nimmermehr bezwingen. 3. Wir ziehn den Harnisch Gotstes an, Umgürten unsre Lenden Und slehn, mit Wahrheit angethan, Das Geistesschwert in Händen. Ist unser Panzerkleid Und unser Schild der Glaube. 4. DuGlaubensherzog, Jesu Christ, Hilf uns dein Wort bewahren Und, wächst der Feinde Macht und List, So stärk' uns in Gefahren! Held Gottes, dein Panier Nicht auf, wir folgen dir! In deiner heil'gen Hut Steht Ehre, Gut und Blut Der treuen Kampfgenossen. Bähr. Attimado Wort Gottes. 238. Mel. Ach Gott und Herr. ¤ Gott ist mein Hort, Und auf sein Wort Soll mei- ne Glau- ben, nicht im Schau- en. See- le trau- en. Ich wand- le hier, Mein Gott, vor dir Im 2. Dein Wort ist wahr; Laß immerdar Mich seine Kräfte schmecken. Laß keinen Spott, Herr, mein Gott, Mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt' ich Licht, Wofern mich nicht Dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie Verstünd' ich nie, Wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt Der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben. Zur Ewigkeit Ist diese Zeit Von dir mir übergeben. 5. Dein ew'ger Rath, Die Missethat Der Sünder zu verfühnen; Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. e n. H. Schein. 1627, Den fennt' ich nicht, Wär' mir dies Licht 211 Nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz In Reu' und Schmerz Der Sünden nicht verzagen; Nein, du verzeihst, Lehrst meinen Geist Ein gläubig Abba sagen. 7. Mich zu erneun, Mich dir zu weihn Ist meines Heils Geschäfte; Durch meine Müh' Vermag ich's nie, Dein Wort giebt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, 239. Laß uns dies Wort! Denn du hast's uns gegeben. Es sei mein Theil, Es sei mir Heil Und Kraft zum ew'gen Leben. Gellert. = Herr, du willst dein Reich er hal= ten Ewig und unUn- ter deines Gei- stes Wal- ten Trium- phirt es 4 wan- del- bar; Fest steht dei- nes Frie- dens Bund, M- ſo 2 14* 212 Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. spricht der Wahr- heit Mund: Erd' und Him- mel wird ver- geI hen, Got- tes es Wort bleibt e= wig stehen! 2. Nun so sei denn, Wort des Für das Reich der Ewigkeit! Lebens, Breitet aus das Wort des Herrn: Hofft auf ihn und dient ihm gern! Selig sind, die Jesu dienen; Er ist mitten unter ihnen. 4. Daß es deinem Wort gelinge, Schütz' es, Gott, durch deine Hand; Deiner Wahrheit Band umschlinge Jedes Volk und jedes Land! Wirke, bis die ganze Welt Jesu einst zu Fuße fällt; Hilf, daß alles auf der Erde, Ein Hirt, eine Heerde werde! 3. Fr. v. Meyer. Uns gesegnet bis ans Grab; Sei die Richtschnur unsers Lebens, Unsrer Hoffnung sichrer Stab! Treu bewahre dich das Herz In der Freude, wie im Schmerz; Sei uns Quell von Trost und Segen, Und ein Licht auf unsern Wegen! 3. Laßt uns froh den Bund erneuen, In der kurzen Pilgerzeit Guten Samen auszustreuen Mel. Jesus, meine Zuversicht. SE 圈 Si= ne Heer- de Wann sein Tag er sein, o Erde, kleine Heer de! 240. I 1 und ein Hirt! Wie wird dann dir schei- nen wird! Freu- e dich, du 11 # Mach' dich auf, es er ver- spricht. Jesus hält, was 2. Hüter! ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, Und die Herrlichkeit des Herrn Nahet dämmernd sich den Heiden; Blinde Pilger flehn um Licht: Jesus hält, was er verspricht. wer- de Licht: 3. Komm, o komm, getreuer Hirt, Daß die Nacht zum Tage werde! Ach, wie manches Schäflein irrt Fern von dir und deiner Heerde! Kleine Heerde, zage nicht: Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, das Herr der Nebel flieht Vor des Morgenrothes Helle, Und der Sohn der Wüste kniet, Dürstend an des Lebens Quelle; Ihn umleuchtet Morgenlicht: Jesus hält, was er verspricht. 5. O des Tags der Herrlichkeit! Mel. Gott des Himmels. ¤ Wort Gottes. Theures Wort aus Dich allein hab' lau- ter Se- gen trägt, Se ligkeit ge= legt! Worte Mich an Gottes Herze legt, E Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. & Höch- ster Gott! dir Innig bit ten = sorik 213 Jesus Christus, du die Sonne Und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried' und Wonne! 241. - ben; Wort gege da= nach le= ben; Mach' dich auf, es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. Krummacher. & Was zu Gott mich füh- ren kann. 2. Du, mein Leitstern hier auf Deffne mir des Himmels Pforte, Erden, Daß mein Geist hier recht erwägt, Was für Schäße Gottes Hand Durch sein Wort ihm zugesandt. Leuchte in mein Herz hinein! Laß mich täglich weiser werden, Daß dein heller Gnadenschein Tief mir in die Seele dringt Und die Frucht des Lebens bringt. 3. Geist der Gnaden, der im 4. Gieb dem Samen einen Acker, Der die Frucht nicht schuldig bleibt. Mache mir die Augen wacker, Und was hier dein Finger schreibt, Präge meinem Herzen ein, Laß den Zweifel ferne sein. Schmold. Gottes Mun= de, ich zum Grun= de 11 In dir treff' ich 242. Das mir Mei- ner al= les an, I dan- fen wir, Daß du uns dein wir von dir: Hilf uns heilig Gieb dem Glau- ben sol- che Stär- ke, 214 Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. $ Taß er thätig sei durch Wer- fe. 2. Uns, o Vater, lehrest du, Was wir thun und glauben sollen: Schenk uns deine Kraft dazu, Mel. Was Gott thut, das ist. See- len! feh= len. 243. ť Dein Wort, o Herr, ist mil- der Thau Für trost- be- dürft'- ge Laß kei- nem Pflänzchen deiner Au Den Him- mels- bal- sam } Er quickt durch ihn, Laß je- des blühn, Und = ele Dir Frucht und Sa- men tra- gen. Sie zeigte mir Den Weg zu dir, Und leuchtet meinen Schritten Bis zu den ew'gen Hütten. 5. Auf immer gilt dein Segensbund, Dein Wort ist ja und Amen; Nie weich' es uns aus Herz und Mund, Es sei uns Lebenssamen. Laß immerfort in der Zu- kunft Tagen 2. Dein Wort ist, Herr, ein Flammenschwert, MIK Gieb zum Wissen auch das Wollen Und zum Wollen das Vollbringen; So wird alles wohl gelingen. Haslocher. Ein Blitz, der Felsen splittert; Ein Feuer, daß im Herzen zehrt Und Mark und Bein durchschüttert. O, laß dein Wort Noch fort und fort Der Sünde Macht zerscheitern Und alle Herzen läutern. 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern Für unsre Pilgerreise; Es führt auch Thoren hin zum Herrn Und macht die Einfalt weise. Dein Himmelslicht Verlösch' uns nicht, Und leucht' in jede Seele, Daß keine dich verfehle. 4. Ich suchte Trost und fand ihn nicht: Da ward das Wort der Gnade Mein Labsal, meine Zuversicht, Die Fackel meinem Pfade. Dein helles Wort In allen Lebenszeiten Uns trösten, warnen, leiten! 6. O sende bald von Ort zu Ort Den Durst nach deinen Lehren, Den Hunger aus, dein Lebenswort Und deinen Geist zu hören; Und send' ein Heer Von Meer zu Meer, Der Herzen Durst zu stillen Und dir dein Reich zu füllen! Garve. 244. Mel. Wer nur den lieben Gott.( Neue Mel.) 菌 E Jimmsdon Wort Gottes.100.sbri Dein Wort, o Höch- ster, ist voll kommen, Es lehrt uns Es weckt den Sün- der, stärkt den From- men, Reicht al= les unsre ganze Pflicht; dar, was uns ge= bricht. & Zerstreut des Irrthums Finsterniß; Es führt uns unserm Ziel entgegen Und macht uns unsers Heils gewiß: Es lehrt uns, daß durch Jesum Christ Du unser Gott und Vater bist. 3. Dein Wort erweckt uns dich zu lieben, Dich, der so väterlich uns liebt, Mit Freuden dein Gebot zu üben, So wie dein Sohn es hat geübt. Es zeiget uns den Gnadenlohn, Der unser harrt an deinem Thron. e acht- sam hört, Be- wahrt und durch Ge- hor- sam ehrt! 2. Es leuchtet uns auf unsern Wegen, 4. Ja, deine heiligen Gesetze Sind unsrer ganzen Liebe werth, Sind köstlicher, als alle Schätze Und was die eitle Welt begehrt. Was aller Menschen Weisheit spricht, Muß weichen, Herr, vor deinem Licht. 5. Drum soll das Wort, das du gegeben, Stets meines Fußes Leuchte sein; Zu dir soll es mein Herz erheben, Mich stärken, trösten und erfreun. Noch sterbend will ich darauf baun: Was es verheißt, werd' ich einst schaun. Lavater. Fitn = Liebster Jesu, Lenke Sin- nen a Bottesdienst. 245. = ren: an= zu= hö Him- mels- leh= rent, 215 se= lig, wer es ਤੇਜ wir sind hier, Dich und dein Wort und Begier Auf die süßen Daß die Her- zen von der Er- den 216 Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. Ganz zu dir ge = 30= gen wer= den. 2. Unser Wissen und Verstand Ist mit Finsterniß umhüllet, Wo nicht deines Geistes Hand Uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, thun und dichten, Mußt du selbst in uns verrichten. Mel. Herr Gott, dich loben alle wir. 3. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht aus Gott geboren, Mach' uns allesammt bereit, Deffne Herzen, Mund und Ohren. Unser Bitten, Flehn und Singen Laß, Herr Jesu, wohl gelingen. Clausniter. 246. Cl. Goudimel. 1555.( rhythm.) C Nun jauchzt dem Her- ren, al= le Welt, Kommt her, zu sei- nem Dienst euch stellt! Kommt mit Froh- lo- cken, säu- met nicht, Kommt 4. Die ihr nun bei ihm wollet sein, Kommt, geht zu seinen Thoren ein, vor sein heilig An= ge= sicht! 2. Erkennt, daß Gott ist unser Mit Loben durch der Psalmen Klang, Herr, Zu seinem Vorhof mit Gesang. Der uns erschaffen ihm zur Ehr', 5. Dankt unserm Gott, lobsinget Daß wir mit Wort und mit der ihm, That Rühmt seinen Nam'n mit lauter Stimm': Lobsingt und danket alleſammt; Gott loben, das ist unser Amt. Verkünd'gen unsers Schöpfers Gnad'. 3. Er hat uns ferner wohl bedacht Und uns zu seinem Volk gemacht, Zu Schafen, die er ist bereit zu führen stets auf gute Weid'. 6. Er ist voll Güt' und Freundlichkeit, Voll Lieb' und Treu' zu jeder Zeit, Sein' Gnade währet dort und hier Und seine Wahrheit für und für. star Denicke. Jatticonsdon Gottesdienst. brin Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 247. ₂b C tra Zei- ge dich uns ohne Hül- le, Ström' auf uns der Daß an diesem Got- tes- ta- ge Unser Herz der Gna- den Fül- le, Welt ent sa= ge: ✔ 11 sen Uns Ge fall- ne zu cr= lösen, Dei- ne glau- ben= b₁ Mel. Gott des Himmels. $ de Ge- meine Mit dem Va- ter sich ver- ei= ne. Feiernd tragen sie die Palmen, Ihr Triumph erschallt von Psalmen. Herr, du selber wollst mich weihen reuen! Diesem Sabbath deiner 4. Decke meiner Blöße Schande Mit dem festlichen Gewande Deiner Unschuld, daß am Tage Deines Mahls ich froh es wage, Dort zu wandeln, wo voll Gnaden Deine Schaar du eingeladen, Wo nicht mehr die Streiter ringen: Wo sie Siegeslieder singen. Klopstock. 2. O, daß frei von Erdenbürden Und der Sünde Lasten würden Unsre Seelen, unser Wille Sanft wie diese Sabbathstille! Daß in deines Himmels Höhen Wir von fern den Aufgang sähen Jenes Lichts, das dann verkläret, Wenn der Sabbath ewig währet. 3. Was ich strahlen seh' amThrone, Ist es nicht der Sieger Krone? Was ich überm Grab einst höre, Sind's nicht Ueberwinderchöre? Daß durch dich, der starb, vom Bö248. Großer Gott von Des sen Treu' auf = 217 Hand die Welt re- giert, Ji Ju- gend auf ge- führt! al= al 2 C ten Zei= ten, Def- sen len Seiten Mich von Heute weckt des Tages Lauf 218 Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. Mich zu lau- ter An- dacht auf. 2. Ach, wie lieb' ich diese Stunden, Denn sie sind des Herren Fest, Daß mit so viel Trost verbunden, Da mein Gott mich ruhen läßt Und durch seinen guten Geist Mir den Weg zum Leben weist. 3. Habe Dank für diesen Morgen, Der mir Zeit zum Guten schenkt: Das sind unsre besten Sorgen, Wenn der Mensch an Gott gedenkt Und von Herzen betend singt, Daß es durch die Wolken dringt. 4. Was ist schöner als Gott dienen, Mel. Gott des Himmels. EJ Thut mir auf die Ach, wie wird an mich in See- le 249. Zi- on ein! fröh- lich sein! 11 Was ist süßer als sein Wort, Da wir sammeln wie die Bienen Und den Honig tragen fort! Selig ist, wer Tag und Nacht Also nach dem Himmel tracht't. 5. O mein Gott, sprich selber Amen, Denn wir sind dein Eigenthum. Alles preise deinen Namen, Alles mehre deinen Ruhm, Bis es fünftig wird geschehn, Daß wir dich im Himmel sehn. Neumann. 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, Heilige mir Leib und Geist, Daß mein Singen und mein Beten schö- ne die- sem Pfor= te, Or= te Füh- ret Mei- ne Hier ist Gottes Angesicht, # Hier ist lau- ter Trost und Licht. Heilige mir Mund und Ohr, Zeuch das Herz zu dir empor! 2. Jch bin, Herr, zu dir gekommen, Ein gefällig Opfer heißt. Komme du nun auch zu mir! Wo du Wohnung hast genommen, Ist der Himmel hell vor mir. Zeuch du in mein Herz hinein, Laß es deinen Tempel sein! 4. Stärk' in mir den schwachen Glauben, Laß dein theures Kleinod mir Nimmer aus dem Herzen rauben, Halte stets dein Wort mir für, Daß es mir zum Leitstern dient Und zum Troft im Herzen grünt. Jollinsdon Gottesdienst. 5. Rede, Herr, so will ich hören, Und dein Wille werd' erfüllt! Laß nichts meine Andacht stören, 250. Mel. Wer nur den lieben Gott.( Neue Mel.) Le CJ| Noch sing' ich hier aus dun- keln Fer= nen, Gott mei- nes Wenn einst, weit über allen Sternen, Dich mein ver6 DETTESHE Lebens, dir mein Lied. klärtes Au- ge sieht, 219 Wenn der Brunn des Lebens quillt; Speise mich mit Himmelsbrod, Tröste mich in aller Noth! Schmolck. Mit väterlichem Wohlgefall'n. Und meine Besserung und Ruh' Nimmt durch ein frommeslied oft zu. 3. Froh wall' ich hin mit meinen Brüdern 6 Jubel- klang Der Ue= ber= win- der mein Ge- sang. 2. Wohl mir indeß! du schaust hernieder 5. Oft hab' ich auch in stillen Stunden, Auf mich, dein Kind, und hörst mein Lall'n, Das Flehn, den Dank der schwachen Lieder Zu deines Tempels Heiligthum. Da schallt in dir geweihten Liedern Des Dankes Stimm' zu deinem Ruhm; Und dann durchwandelt meine Brust Ein fromm Gefühl von heil'ger Lust. 4. Die Kraft von deinen Himmelslehren Dann schal- let dir im Ergießet sich durch meinen Geist, Wenn er, vereint mit heil'genChören, Gott, deinen großen Namen preist, Anbetung dir und Ehre bringt Und Fülle der Empfindung fingt. Wenn ich dir meine Freuden sang, Der Andacht reine Gluth empfunden, Die da durch meine Seele drang. Mein Herz, wenn dir mein Lied erscholl, Ward seliger Empfindung voll. 6. Ich habe mir die Last der Leiden Oft durch ein Trostlied leicht gemacht, Und statt des Kummers Ruh' und Freuden In mein beklommnes Herz gebracht. Die Hoffnung lebte wieder auf, Sang ich zu dir, mein Gott, hinauf. 7. Doch sing' ich noch aus dunkeln Fernen, welche Wonne wird es sein, Wenn einst, weit über allen Sternen, Gott, mich dein Antlitz wird erfreun! Da sing' ich dir ganz Lobgesang In aller Himmel Jubelflang. Heeren. 220 Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. 251. Mel. Herzliebster Jesu. C Dies ist der Tag, zum Segen ein- ge= wei het! Ihn = feiert gern, wer dei- ner, Gott, sich freu- et. O laß auch mich mit Freuden vor dich tre- ten, Dich an zu= be= ten! 2. Dich rühmt der Lobgesang der Regiere mich, daß meine ganze Seele Himmelsheere! Nur dich erwähle. Auch dieses Haus erschall' von deiner Ehre; Auch unser Dank und unsers Geistes Flehen Soll dich erhöhen! 3. Wie freu' ich mich die Stätte zu begrüßen, Wo Dürstenden des Lebens Bäche fließen, Und wo dein Heil von der Erlösten Zungen Froh wird besungen! 4. Vergebens lockt die Welt mit ihren Freuden; Mein Geist soll sich auf Gottes Auen weiden, Ich will an seines Wortes Gnadengaben Die Seele laben. Jomtie 5. O laß auch heute deinen Geist mich lehren, 6. Dein Tag sei mir ein Denkmal deiner Güte, Er bring' mir Heil und lenke mein Gemüthe Auf jenen Trost, den uns dein Sohn erworben, Da er gestorben. 7. Dich bet' ich an, du TodesUeberwinder! Der du an diesem Tag zum Heil der Sünder, Die fern von Gott im Todesschatten jaßen, Dein Grab verlassen. 8. Dein Siegstag ist ein Tag des Heils der Erde; Gieb, daß er mir zum wahren Sabbath werde! Lob sei, Erlöser, deinem großen Namen Vom Weg, der dir mißfällt, mich Auf ewig, Amen! abzukehren; Mel. Herr Jesu, send' uns. € Sturm. 252. H Oheil'- ger Geist, laß uns dein Wort So hören fort und istian Gottesdienst. immer fort, Daß sich in uns und durch dein' Lehr' Glaub', Lieb' und Hoff- nung reich- lich mehr'. 2. Erleuchte uns, du wahres Licht, Sei unser Trost in aller Noth, Entzieh' uns deine Gnade nicht, Stärk' uns im Leben und im Tod. Selnecker. 221 ndog 253. Mel. Wie schön leuchtet. C| Heut' ist der Ruhe- tag des Herrn! Hier tre- te eit= le Ver- geßt der Sor- gen dieser Zeit, Und le- bet für die Welt- lust fern, Hier schwei- ge ihr Ge- tüm- mel." E= wig- keit; Er= he= bet euch zum Him- mel! Glau- bend, men, Die zur 2. Auf, Christen, hof- fend, Fühlt hie- nie- den schon den Frie- den je- ner Fromew'- gen Ruh' ge= kom- men. preist des Der Demuth Bitte bring' ihm dar: Der Herr wird sie gewähren. Alle dürft ihr Schöpfers Macht, Der diese Welt hervorgebracht, Den Heiligen, Allweisen! Schaut der Erlösung Wunder an Und rühmt, was der an uns gethan, Den wir als Mittler preisen. Heilig, heilig, Heilig ist er, ewig lebt er! Ihn erhebet, Ihn, der todt war und nun lebet. 3. Verkündigt wird des Lebens Wort An diesem gottgeweihten Ort; Kommt, ehrfurchtsvoll zu hören. Sei voll von Gott, der Beter Schaar, Zu ihm nahen, sollt empfahen Heil und Leben Und den Trost: euch ist vergeben! 4. Zu Gott, zu Gott hinauf das Herz! Hinauf die Blicke himmelwärts, Nicht bloß in Tempelhallen: Auch unser Haus sei Gott geweiht, Auch in der stillen Einsamkeit Soll unser Lob ihm schallen. Bleib, o Seele, Jhm ergeben, daß im Leben dieser Erde Jeder Tag ein Festtag werde! Heydenreich. 222 Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. 254. Mel Wie schön leuchtet C Sei uns geseg- net, Tag des Herrn! Zu Got- tes Prei- ſe Ihr Lob- ge- sang tönt spät und früh, Zum Hei- lig- thu- me nah und fern Weckst du der Chri- sten Men- ge. wal- len sie In fest- li- chem Ge- drän- ge. & ten, Froh den Va- ter 2. Komm, Geist der Andacht und der Ruh', Beleb' auch uns, entferne du, Was stört die heil'ge Stille. Mach' unsern Geist von Irrthum frei, In allem Guten fest und treu, schal- len, Ihre Lieder, wo die Brü- der vor dich treMel. Liebster Jesu, wir sind hier. 16 Wir verlassen, Führ' uns ein und theu= = rer Se= gen! Gottes We gen! Gieb uns Sieg zum an= zu= be= ten. Das Herz mit Trost erfülle. Hilf uns! stärk uns! Gott ergeben hilf uns leben, lehr' uns sterben, Daß wir Gottes Reich ererben. Niemeyer. Dir, Herr, 255. Herr, dein Haus, Bleib' bei uns, du führ' uns aus, Heil' ger Geist, auf Segne fer- ner, schir- me, lei- te, guten Strei= te. Jonim Gottesdienst. sobrin 223 2. Unsern Ausgang segne, Gott! Segne unser Thun und Lassen, Unsern Eingang gleichermaßen; Segne uns mit heil'gem Sterben, Segne unser täglich Brod, Und mach' uns zu Himmelserben! Schenk. # Die Gnade 256. BU fti Und die Lie= be Gottlob Friedr. Hilmer. † 1835. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. C unsers Herrn Jesu ChriGot= tes mein- schaft des heiligen Gei- stes Sei mit uns al= len! mit uns al= len! A= men. Taufe und Confirmation. 2009) 300 257. 11 Lieb- ster Je- su, hier sind wir, Dei- nem Wor- te Dieses Kind- lein kommt zu dir, Weil du den Benach- zu = le= ben: fehl ge= ge= ben, H Denn das Him- mel= reich ist ih Und die GeDaß man Kind- lein zu dir füh- re; = re. 224 Kirche, Gottesdienst 2. Darum eilen wir zu dir, Nimm das Pfand von unsern Armen; Tritt mit deinem Glanz herfür Und erzeige dein Erbarmen, Daß es dein Kind hier auf Erden Und im Himmel möge werden. 3. Hirte, nimm dein Schäflein an, Haupt, mach' es zu deinem Gliede; Himmelsweg, zeig' ihm die Bahn, Mel. Die Himmel rühmen. und Gnadenmittel. Friedefürst, sei du sein Friede; Weinstock, hilf, daß diese Rebel Auch im Glauben dich umgebe! & 4. Nun, wir legen an dein Herz, Was von Herzen ist gegangen. Führ' die Seufzer himmelwärts, Und erfülle das Verlangen; Ja, den Namen, den wir geben, Schreib ins Lebensbuch zum Leben. Schmolck. Mel. Wie schön leuchtet. 258. E O Va- ter, sieh mit Wohl- ge= fal- len Dies Kind- lein an, daß wir dir weihn, Und laß des Säuglings schwaches Lallen Dir Lob- ge= sang und Psal- ter ſein. 2. O Hirt voll Liebe und Er- 3. Geist des Lichtes und der barmen, Nimm dieses zarte Schäflein auf; Mit deiner Liebe starken Armen Behüte seinen Lebenslauf. Wahrheit, Erfülle du mit sanftem Schein Das zarte Herz, laß deine Klarheit Im Pilgerthal sein Leitstern sein. Krummacher. Riem. 259. 16 Herr, dessen Thron dieHimmel sind, Schau' gnä- dig auf dies Nimm, gu- ter Hir= te, freundlich ein, Was du er=- kauft mit. all zar te Kind, Dies arm' Ge- bild von Er- de! To- des- pein, Nimm's auf zu deiner Heer- de! Sen- de, sims Taufe und Confirmation. 18 J spen- de, O du Treu- er, Geist und Feu- er O fe; Weih' es früh zum Sie- ges= lau= fe! 2. Gieb Gnad' und Wahrheit in sein Herz, Damit es frühe himmelwärts Mit Kindesaugen blicke Und freudig sich zum guten Streit Für dich und deine Herrlichkeit Aus allen Kräften schicke. Nühre, führe, Schirme, leite, vollbereite du dies Kleine, Daß dein Bild an ihm erscheine. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. be chem Er bar men ange= nom= men! 260. 225 in der Tau3. 3 athme dir, es blühe dir! Es müsf' in steter Kraft und Zier An dir, dem Weinstock, bleiben! Es müss' in Sturm undSonnenschein Dein Pilgrim und dein Bürger ſein Und Himmelsfrüchte treiben. Vater, Mittler, Geist der Wahrheit, komm in Klarheit, sprich dein Amen! Halt' es feft bei deinem Namen! Knapp. du reicher Herr der Ar- men, mit welch herz- liBist du uns zu vor= ge- kom- men, Hast dich un= ser Wie kamst du mit al= lem SeR gen Uns ver- heißungsvoll ent= ge- gen Schon an dei- nes 2 Reiches Pfor= te Durch das Was- ser- bad im Wor- te! 2. Sind wir selbst doch unaus- Aber reinigend und heilend, sprechlich Kraftlos, hülflos und gebrechlich, Ja, als Fleisch von Fleisch geboren, Sündlich, sterblich und verloren. Geist und Leben uns ertheilend, Schenkest du uns reine Gnade In der Taufe heil'gem Bade. 15 226 Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. 3. Herr, wir glauben deinem Worte! Darum bringen wir zur Pforte Deines theuren Gnadenreiches Dieses Kind; thu' an ihm Gleiches! Die Verheißung, die zum Leben Deinem Volke du gegeben, Geht nach deiner Huld nicht minder Ueber deines Volkes Kinder. Mel. Ewigkeit, du Donnerwort. 6 ₂2 C 6 Ich Auf 2: 4. Sei auch diesem Kinde gnädig, Mach' es aller Sünde ledig; Schenke ihm zu sel'ger Freude Die Gerechtigkeit zum Kleide; Salbe es mit deinem Geiste, Und ihm alle Hülfe leiste, Daß der Segen deiner Hände Auf ihm bleibe bis an's Ende. Spitta. 261. 20 ew'= = ge Liebe, dir freund- lich schon dein Kind, bin in dir und du in mir; Nichts soll mich, Er= den, wo nur Sün- der sind, Nennst du mich In dieser Welt ent= rei- ßen! laß mich's e= wig hei- ßen Und treu mit Wan- del, Herz und Mund Be dei= nen Frie- dens- bund. 2. Ich bin in dir und du in mir; Noch wohn' ich völlig nicht bei dir, Weil ich auf Erden walle; Drum führ' mich, Jesu, treuer Hirt, Daß mich, was locket, schreckt und irrt, Nicht bringe je zu Falle! O daß, was ich dir, Herr, versprach, Mir gehe tief und ewig nach! = Mel. Christus, der ist mein Leben. 262. ₂ b C wah- ren 3. Jch bin in dir und du in mir; Komm, Herr, mir deine Jugendzier Frühzeitig anzulegen, Daß mir des Lebens Glück und Noth, Ja selbst der letzte Feind, der Tod, Nur kommen mög' ein Segen! Mit dir will ich durchs Leben gehn, Dir leben, sterben, auferſtehn. Knapp. Wir flehn um deine Gna- de, Nichts sind wir oh= ne Jim Taufe und Confirmation.hr T dich; Führ' uns auf dei- nem Pfa- de Und hilf uns mäch- tig- lich. min 4. Wir flehn um deine Stärke: Du weißt, wie schwach wir sind. Zu jedem guten Werke Stärk' jedes schwache Kind. 5. Wir flehn um deinen Segen Zum Bund an diesem Tag, Daß wir auf allen Wegen Dir treulich folgen nach. 2. Wir flehn um deine Wahrheit In unsers Lebens Nacht, Durch dich nur wird uns Klarheit In unsern Geist gebracht. 3. Wir flehn um deinen Frieden In dieser Welt voll Angst; Uns sei das Heil beschieden, Das du am Kreuz errangst. 263. Mel. Wer nur den lieben Gott.( Neue Mel.) 睦 EJ Ich bin getauft auf deinen Namen, Gott Va- ter, Ich bin ge- zählt zu deinem Sa- men, Zum Volk, das SIS Sohn und heil'- ger dir ge= heiligt Geist, heißt. Mein lieber Vater, mich erklärt. Du hast die Frucht von deinem Sterben, 227 11 Mein treuer Heiland, mir gewährt. Du willst in aller Noth und Pein, O guter Geist, mein Tröster sein. 3. Ich habe, Herr, mich dir verschrieben Und angelobt mich dir zu weihn, Dich als mein höchstes Gut zu lieben, Treu und gehorsam dir zu sein. Dem Dienst der Sünde sagt' ich ab, Da ich mich dir zu eigen gab. Döring. ein gesenkt, Ich bin mit seinem Geist be- schenkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite Ich bin in Christum Bleibt dieser Bund wohl feste stehn; Wenn aber ich ihn überschreite, So laß mich nicht verloren gehn. Nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, Wenn ich hab' einen Fall gethan. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel' und Herz zum Opfer hin. Erwecke mich zu steter Treue, Dein Geist regiere meinen Sinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut, Der nicht, Herr, deinen Willen thut. 15* 228 Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. 6. Laß diesen Vorsatz nimmer Vis mich dein Wille sterben heißt; wanken, So leb' ich dir, so sterb' ich dir, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist! So lob' ich dich dort für und für. Halt' mich in deines Bundes Schranken, Rambach. ₂C Sieh, hier bin ich, Eh- ren- könig, Le= ge mich vor I dei- nen Thron; Schwa- che Thrä- nen, find- lich Seh- nen R= Bring' ich dir, du 264. Darmstädter Gesangbuch. 1698. J Mel. Dir, dir, Jehovah. be laß dich finden, Bin ich gleich nur Asch' und Thon! 4. Himmelssonne, Seelenwonne, Hör', wie dir die Seele singt, Wie voll Demuth und voll Wehmuth Deines Kindes Stimme klingt! Laß dich finden, laß dich finden! Denn mein Herze nach dir ringt. 5. Dieser Zeiten Eitelkeiten: Reichthum, Wollust, Ehr' und Freud', EJ Men- schen- sohn. Laß dich fin- den, 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt' dich, Lenke mich nach deinem Sinn! Dich alleine ich nur meine, Dein erkaufter Erb' ich bin. Laß dich finden, laß dich finden, Gieb dich mir, und nimm mich hin! 3. Herr, erhöre! Ich begehre Nichts als deine freie Gnad', Die du giebest, wo du liebest Und man dich liebt in der That. Laß dich finden, laß dich finden! Der hat alles, der dich hat. Sind nurSchmerzen meinem Herzen, Welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden! Großer Gott, ich bin bereit. Joachim Neander. 265. = Dir ew'- ge Treu- e 311 ge= lo- ben Sind wir verDas Herz zu dir, o Herr, er= ho= ben, Bringt dir ge Joti Taufe und Confirmation. schri sammelt hier im Heilig= thum. rührt An= be- tung, Preis und Ruhm. nimm dich unsrer Schwachheit an; Führ' uns zum Licht, leit' El gern. 3. Dir schmücken heut' sich unsre Herzen: Zieh ein, du König voller Herrlichkeit! Von Erdenfreuden, Erdenschmerzen 229 uns auf eb= ner Bahn! 2. Wir sind auf dich, o Herr, Zieh' uns hinauf zum Glanz der getaufet, Ewigkeit. Du nahmst uns schon als zarte Nimm unser Herz! wir bringen es Kinder an; Du hast so theuer uns erkäufet, Als einst dein Blut herab vom Kreuze rann. Wir glauben fest, du bist auch jetzt nicht fern Und hörest unser schwaches Flehen 勝 Hei- land, 266. Mel. Wer nur den lieben Gott.( Neue Mel.) TEJ dir dar; Wir opfern dir es ſelbst jetzt am Altar. 4. Wir flehen, Herr, in dieser Stunde: Weich' nicht von uns, wenn uns Anfechtung naht! Erhalte uns in deinem Bunde, Laß uns im Glauben gehn des Lebens Pfad! Dann stehn wir einst verklärt vor deinem Thron, Um zu empfahn des ew'gen Lebens Kron'. Langbecker. Wir über geben uns auf's neu- e Dir, Vater, = Ge= lo ben dir auf ewig Treue, Und glau- ben, = 3 Sohn und heil- ger Geist, ľ So schließen wir mit was dein Wort ver= heißt. Herz und Mund Mit dir, o Gott, den heil'- gen Bund. 230 Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. 2. Gedenke nicht der Jugend- 3. Dreiein'ger, nimm uns an sünden, auf's neue, Vater, nimm uns gnädig an; Hilf, Jesu, daß wir Gnade finden, Und führ' uns stets auf deiner Bahn. Wir stehn gerührten Herzens hier. D stärke du selbst unsre Treue, Daß wir stets wandeln, Herr, vor dir. Dir weihn wir uns mit Herz und Mund, Geist Gottes, der das Wollen schafft, Gieb uns auch zum Vollbringen Kraft. Mel. Mein Jesus, meiner Seele. 267. Wie heilig ist mir die se Stunde! Sie führt mich, = und ewig, ewig sei der Bund. ( Rheinisches Gesangbuch.) Gott, zu dei- nem Bun- de, Und dir ge- lob' ich treu zu sein, Mein # ganzes Leben dir zu weihn. 2. Dich will ich über alles lieben, Mit Eifer deinen Willen üben; Doch ach, du weißt, wie schwach ich bin, Drum stärk' in mir den frommen Sinn. 3. Und dir, mein Heiland, der sein Leben Für mich am Kreuz dahin gegeben, Verpflicht' ich mich, mein Herr und Gott, Getreu zu sein bis in den Tod. 4. Doch wenn ich jemals mich verirrte, So suche mich, mein guter Hirte, Mit deinem treuen Liebesblick Und bring' zur Heerde mich zurück. Mel. Komm, heiliger Geist. ber S. Chr. Stößer. 5. Geist Gottes, Geist der Kraft und Liebe, Dir weih' ich alle meine Triebe, Erleuchte mich in Finsterniß Und mach' im Glauben mich gewiß. 6. Erinn're du mich, wenn ich fehle, Und stärk' im Kampfe meine Seele, Damit, von allem Bösen frei, Mein Herz dein heil'ger Tempel ſei. 7. So sei denn Treue dir ge= schworen, Dreieiniger, der mich erforen; Und bis zum letzten Herzensschlag Sei heilig meines Bundes Tag. ( Berliner Gesangbuch.) 268. Choralbuch. Anhang. 14. Er- hör', o Gott, das heiße Fleh'n Der Kin- der, die hier Jei Taufe und Confirmation. i vor dir stehn; Er- bar- mend blick' auf sie her- nie- der! Denn dein sind sie, sind Christi Glieder. Gieb ih- nen, Va- ter, Sohn und Geist, Den Se- gen, den dein Wort ver- heißt: Er- fül- le dei - nen Ga- ben, Mit dir laß sie Ge- mein- schaft haben. Er- bar- me dich! Er- bar= me 2. Sie wollen, deiner sich zu freun, Sich ganz nun deinem Dienste weihn, Den Taufbund feierlich erneuern Und dir mit Herz und Mund betheuern, In ihrem Glauben fest zu stehn, In ihrem Thun auf dich zu sehn, Im Wandel rein und rein im Herzen, Ihr Heil nie sorglos zu verscherzen. Gieb Kraft dazu! Gieb Kraft dazu! Mel. O du Liebe meiner Liebe. e Mitt- ler, schau' auf Und als dei= ner dich! 3. Schenk' ihnen Muth und Freudigkeit, 231 Laß des Gelübdes Heiligkeit So stark, so tief ihr Herz durchdringen, Daß sie ihr Wollen treu vollbringen! Auch uns laß jetzt mit Herz und Mund Mit dir erneuern unsern Bund, Und einst hör' unser brünstig Flehen 269. Mit ihnen in den Himmel gehen! Erhör' uns Gott! Erhör' uns Gott! Küster. sie her= nie Kirche Glie 11 fie mit # Univ.- Bibl. Giessen = = der der, Die sich Dir ge dei= ner Gna- de freun, Dein, der mit der größ- ten lo= ben dein zu 232 Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. Treu- e Auch für sie sein Leben gab. Sie sind dein, ErSie dir ganz bis in das Grab. bar= mer, wei- he 2. Sie bekennen deine Lehre, Sind auf deinen Tod getauft. Laß sie leben dir zur Ehre, Denn sie sind durch dich erkauft. Leite sie mit deinen Händen, Daß sie auf der rechten Bahn Ihren Lauf durch dich vollenden, Immer wallen himmelan. 3. Laß die Blüthe ihrer Jugend Dir, nur dir geheiligt sein, Daß sie nie vom Pfad der Tugend In die Irre sich zerstreun. Schütze sie vor allen Sünden, Vor den Lockungen der Welt, Laß sie deinen Schuß empfinden, Wenn sie ihnen Netze stellt. 4. Laß sie treu in deiner Liebe, Fest im wahren Glauben sein, Und durch deines Geistes Triebe Wunsch und That des Bösen scheun. Stärke sie durch deine Gnade, Wenn sie kindlich zu dir flehn, Daß sie auf dem schmalen Pfade Stets den Weg zum Leben gehn. 5. Keines, feines, ach, von allen, Die mit dir den Bund erneu'n, Laß aus deiner Gnade fallen Und von dir geschieden sein. Herr, besiegle ihren Glauben, Der sie ewig selig macht, Keinem laß die Krone rauben, Die du allen zugedacht. 6. Sieh hernieder auf die Deinen, Die sich jetzt zu dir gewandt! Ach die Thränen, die sie weinen, Zeugen, was ihr Herz empfand. Laß die seligen Gefühle Nie erkalten, nie vergehn; Bis zu ihrem Lebensziele Laß sie fest im Glauben stehn. v. Lehr. 270. Mel. Herr Jesu, send' uns. C Für diese Kinder beten wir mit heißer In- brunst, Gott, zu dir. Nimm du dich ihrer gnädig an Und lei= te sie auf eb= ner Bahn. Taufe und Confirmation. 2. Erhalte sie vom Irrthum frei Und mache sie im Glauben treu, Und wenn Versuchung ihnen naht, Sei du ihr Helfer, Schutz und Rath. Mel. Mitten wir im Leben sind. fej 233 3. In Schmerz und Kummer tröste sie, und in der Noth verlaß sie nie, Gieb ihnen hier Zufriedenheit Und dort des Himmels Seligkeit. ( Berliner Gesangbuch.) 271. Stär- ke, Mittler, stär- ke sie, 69 Luther. Dei- ne theu'r Er= lö= sten, Laß sie ihr Ver- trau'n auf dich Unaussprechlich trö- sten. Wach' $. über ihre Seelen; Sie stehen und ge= lo- ben dir: Herr, dein Eigen- thum sind wir! Hei- li- ger Schö- pfer, Gott! 圈 ਜੋ 12 Heiliger Mittler, Gott! Hei li- ger Gott, Lehrer und 2 Was sie heilig heut' ge= lobt 2. Viele, ach, gelobten auch Fest an dir zu halten; Aber treulos ließen sie Ihre Lieb' erkalten: Verderben ward ihr Ende. Beständig laß dir diese sein, Die sich jetzt dir zu eigen weihn. Trö- ster! All- gü- ti- ger Gott! Laß sie nie ver= gef= sen, Bei deinem Namen. Heiliger Schöpfer, Gott! Heiliger Mittler, Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Allgütiger Gott! Stärke die deinen, Im Vertrau'n auf Jesu Tod Zu steter Treue. 234 Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. 3. Locken wird sie nun die Welt Herr, zu ihren Lüsten; 4. In der Todesnoth laß sie, Deine theu'r Erlösten, Ach du wollest sie mit Kraft Aus der Höhe rüsten. Laß streiten sie und siegen; Die Triebe zu verbotner Lust Dämpfe früh in ihrer Brust. Heiliger Schöpfer, Gott! Heiliger Mittler, Gott! Daß ihr Glaube standhaft blieb, Unaussprechlich trösten. Sprich dann: sie sollen leben! Einst führe sie mit uns zugleich In dein unvergänglich Reich. Heiliger Schöpfer, Gott! Heiliger Mittler, Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Allgütiger Gott! Allgütiger Gott! Laß sie alle Feinde Ihres ew'gen Seelenheils Weit überwinden. la= den; Gnaden. 6 Laß sie nie vergessen, Was sie heilig heut' gelobt Bei deinem Namen. Mel. Ein Lämmlein geht und trägt. Perle Ich kom- me, Herr, und su= che dich, Müh- se- lig und beGott, mein Er- bar- mer, würd'- ge mich Des Wun- ders dei- ner # 11 Beichte und Abendmahl. 272. Ich lie= ge hier vor Münter. dei= Köpbl. 1537. - nem Thron, Sohn Got tes und des Men- schen Sohn, Mich dei- ner zu ge= trö- sten. Ich füh- le mei- ner Sünden Müh', Ich suche Ruh' und fin de fie Im Glau- ben der Er= lö= sten. Jonim Beichte und Abendmahl. 2. Dich bet' ich zuversichtlich an, Du bist das Heil der Sünder, Du hast die Handschrift abgethan, Und wir sind Gottes Kinder. Ich denk' an deines Leidens Macht Und an dein Wort: es ist vollbracht! Du hast mein Heil verdienet. Du hast für mich dich dargestellt, Gott war in dir und hat die Welt In dir mit sich versühnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir, Er tilget deine Sünden Und läßt an seinem Tische hier Dich Gnad' um Gnade finden. Du rufft, und er erhört dich schon, Spricht liebreich: Sei getrost, mein Sohn, Die Schuld ist dir vergeben; Du bist in meinen Tod getauft, Und du wirst dem, der dich erkauft, Von ganzem Herzen leben. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. ਉਸ 235 4. Dein ist das Glück der Seligkeit, Bewahr' es hier im Glauben, Und laß durch keine Sicherheit Dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir, Ich bin der Weinstock, bleib an mir, So wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, Und durch die Liebe gegen mich Wird dir der Sieg gelingen. 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein 5 Gebot, Gna- den! la= den! Ich will es treu erfüllen Und bitte dich durch deinen Tod Um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig sein, Mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn Und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung Durch eine wahre Besserung Mir und der Welt beweisen. Gellert. 273. # Herr Jesu Christ, du höch- stes Gut, Du Brunnquell al= ler Sieh doch, wie ich in mei- nem Muth Mit Schmerzen bin be2 # J Und in mir hab' der Pfei- le viel, Die im Ge= E wissen ohne Ziel Mich ar- men Sün- der 2. Erbarm' dich mein bei solcher Laſt, Nimm sie von meinem Herzen, Dieweil du sie gebüßet haft Am Kreuz mit Todesschmerzen, Auf daß ich nicht vor großem Weh In meinen Sünden untergeh' Und ewiglich verderbe. quä- len. 3. Führwahr, wenn alles mir kommt ein, Was ich mein' Tag' begangen, So fällt mir auf das Herz ein Stein Und hält mich Furcht umfangen! Ja, ich weiß weder aus noch ein, Und müßte gar verloren sein, Wenn ich dein Wort nicht hätte. 236 Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. 4. Doch durch dein theures Wort Um deines Namens willen! erwacht Mein Herz zu neuem Leben; Erquickung hat es mir gebracht, Ich darf nicht trostlos beben, Dieweil es Gnade dem verheißt, Der sich mit tief zerknirschtem Geist Zu dir, o Jesu, wendet. 5. So komm' ich jetzt zu dir allhie In meiner Noth geschritten, Und will dich mit gebeugtem Knie Von ganzem Herzen bitten: Vergieb es mir doch gnädiglich, Was ich mein Lebtag' wider dich Auf Erden hab' begangen! 6. Vergieb mir's doch, o Herr, mein Gott, f Du wollst in mir die große Noth Der Uebertretung stillen, Daß sich mein Herz zufrieden geb' Und dir hinfort zu Ehren leb' In kindlichem Gehorsam. Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen. 274. € T Hier bin ich, Herr, du ru- fest mir. Du ziehest mich, ich 3. Nun aber säum' ich länger nicht, Zu suchen, Herr, dein Angesicht. Ich komm', erfüllt von wahrer Neu'; Hilf, daß ich auch beständig sei. 7. Stärk' mich mit deines Geistes Muth, 4. Noch bin ich wie auf wildem Meer, Zu oft nur braust ein Sturm daher; Heil' mich mit deinen Wunden; Wasch' mich mit deiner Gnade Fluth In meinen letzten Stunden, Und führ' mich einst, wenn dir's gefällt, Jm rechten Glauben aus der Welt Zu deinen Auserwählten. Ringwaldt. f fol= ge dir. Be tre te freudig deine Bahn: Ach Hei- land, nimm mich gnädig an! 2. Ich fühl' es tief, ich komme spät, Lang' hab' ich deinen Ruf verschmäht, Und doch trügst du mich mit Geduld Und gingst mir nach mit Gnad' und Huld. po no Leicht stürzt mich schnöder Lüste Macht Tief in des Abgrunds finstre Nacht. 5. Dreiche deine Hand mir dar, Daß ich entrinne der Gefahr. Du weißt, o Herr, wie schwach ich bin, Hältst du mich nicht, so sink' ich hin. 6. Dein Ruf hat mich zu dir gebracht, Wie selig hast du mich gemacht! Und nun erhalte deine Hand Mich auch in meinem Gnadenstand. Rambach. Isitim Beichte und Abendmahl. 4012 275. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen. & Cº € 2 Du ladest, Herr, zu dei= nem Ti= sche Hier je- den Da soll, daß sich sein Herz er= fri- sche, Der Äerm- ste Er den pil ger = ein; dir will- kom- men sein. mei- nem ar- men Und kran- fen Her- zen auf dein Wort; Mich ruft dein gött- li= ches Er= bar= men Il mächtig zu dir fort. 2. So schuldbefleckt und tief verstricket Auch noch mein Herz ist in der Welt, So oft es auch, vom Wahn berücket, Noch strauchelt und in Sünden fällt: Willst du doch nicht das Urtheil sprechen, 237 Willst löschen nicht der Hoffnung Licht, So komm' ich denn mit Willst nicht das schwache Rohr zerbrechen; Du gehst nicht mit mir ins Gericht. 3. Du kennest wohl der Menschen Herzen Und siehst auch meine ganze Schuld; Drum ludst du auf dich meine Schmerzen, Trugst meine Krankheit mit Geduld. So schau' ich dich am Kreuzesstamme, Verhöhnt, gemartert auch für mich. Herr, deine heil'ge Liebesflamme Entzünde warm mein Herz für dich! Und treibt mich 4. Nun senk' ich muthig mein Verschulden In deiner Gnade tiefes Meer; Du blickst mich an mit ew'gen Hulden, Und freudig schau' ich um mich her: Wer will, die du erwählt, verklagen? Ist Gott nicht hier und macht gerecht? Wer will noch zu verdammen wagen Des Höchsten freigesprochnen Knecht? 5. Ist Christus nicht für uns gestorben? Vielmehr auch für uns auferweckt? Er hat uns ew'ges Heil erworben Und alle Sünden zugedeckt. Zur Rechten Gottes hoch erhaben, Vertritt er uns, der treue Hort; Erfüllt von seines Geistes Gaben, Reißt uns der Glaube mächtig fort. Wohlan, entfalte deine 6. Schrecken, Du letzter Feind, der uns noch droht! Des guten Hirten Stab und Stecken 238 Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. Ist unser Trost in Todesnoth. Wo wir ihn unverhüllet schauen Er leitet uns zu Himmelsauen, Und ewig sein das Herz genießt. Die der krystallne Strom durchfließt, Sack. Mel. Zion klagt mit Angst. & = b² e 276. Zuerst bei Schein. 1627.( Urspr. rhythm.) D du Schöpfer Das ich vor dein höre mein Ge= bet, Herz in Aeng- sten steht. Und be ken= ne = al= ler Din= ge, Hö= re, Ant lig bringe, Weil mein = # wi- der mich, Dar- um komm' ich mei- ne Herr, mich Gna- de 2. Weil du heißest alle kommen, Die mit Angst beladen sind, Bin ich auch nicht ausgenommen, Ich bin kein verstoßnes Kind. Auch an mich dein Ruf ergeht: Such' mein Untlig im Gebet! Dieses Wort, das du gesprochen, Bleibet ewig ungebrochen. Meine Schuld zeugt 19/03 Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 277. e auch vor dich fin= den! 3. Gott, du Vater voller Gnaden, Nimm als Kind mich wieder an, Heile meiner Seele Schaden, Leite mich auf rechter Bahn. Jesu, deiner tröst' ich mich, Und mein Glaub' ergreifet dich. Laß mich nun für alle Sünden In dem Nachtmahl Gnade finden. Califius. Sünden. Laß, o 3 Gott, dein Er- bar- men rüh- men wir, Daß du noch willst verDenn viel Ver= ge- bung ist bei dir, Und du hast Lust am Jetting Beichte und Abendmahl. ge- ben;" Le- ben. Dies sagst du uns als Va= ter zu; Aus dem Verder ben ret test du = = 239 Und frö- nest uns mit Gna= den. Mein Herz ist voll, drum geht der Mund 2. Ja du erläsfest uns die Schuld, Du heilest die Gebrechen; Du läßt das Wort von deiner Huld Uns in die Herzen sprechen: Daß wir, die Fluch und Tod verdient, Nun seien durch den Tod versühnt Mit deinem theuren Blute. 3. Es hat der Glaube Macht und Fug, Von Dank und Loben über. 5. Herr, gieb mir Ernst und Wachsamkeit, Die Gnade zu bewahren! Wie leicht kann man durch Sicherheit In sein Verderben fahren! Oschenk' mir täglich neue Kraft Zur Uebung guter Ritterschaft Und hilf dem Glauben siegen! 6. Ich bin dein Kind, doch bin ich schwach, Getrost das Heil zu fassen; Jhm ist dein Wort zum Grund genug, Sich ganz drauf zu verlassen. Der Geist des Herrn versiegelt dies Und macht durch Frieden uns gewiß; Das Herz fühlt, daß es lebe. 4. Es thut mir wohl, ja ewig wohl, Was mir dein Wort verkündigt: Daß ich nun Frieden haben soll, Weil Jesus mich entsündigt. Sein Blut und Wort macht mich gesund; Mel. Herzlich lieb' hab' ich dich. E Ich kom- me, Heil der Welt, zu dir, Er- bar- mend rufst du Der Sün- den Last ist mir zu schwer, Laß doch mein Herz von Kann unversehens fallen; Ach, deine Gnade geh' mir nach, Wie deinen Kindern allen! Sie leite mich auf jedem Tritt Und führe mit dem letzten Schritt mich ein zum ew'gen Leben! Siller. 278. ja auch mir, Den Frie- den zu em- pfan- gen. Die Ru- he, Trost Ach, er= wel- che selbst dein Geist Mir durch dein trostvoll Wortverheißt. Wer 240 Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. tröstet mich, als du allein? Wer macht mein Herz von Sünden rein? Herr Jesu Christ Mein Trost und Licht, mein 6 C Trost und Licht, Ver wirf mich, o mein Hei- land, nicht. 3. Mein ganzes Leben preise dich; Erlöst, mein Mittler, bin auch ich, Dein Eigenthum zu werden. O bin ich dein, so fehlt mir nichts, Nichts einst am Tage des Gerichts, Nichts, o mein Heil, auf Erden. Auf dieser Bahn zum Vaterland Entzieh' mir niemals deine Hand. Zu deinem Dienste stärke mich, Damit ich siege, Herr, durch dich. Herr Jesu Christ, Mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, Zum Leben führ' uns durch den Tod. Bürde. 2. Nur du bist meine Zuversicht, Entzieh' mir deine Gnade nicht, Mich reuen meine Sünden. Laß mich, verdien' ich gleich den Tod, Den Gottes Fluch den Sündern droht, こ Durch dich das Leben finden. Dein Tod ist der Verlornen Heil, Gieb mir an seinem Segen Theil; Er sei auch mir Beruhigung Und meines Lebens Heiligung. Herr Jesu Christ, Ich hoff' auf dich, ich hoff' auf dich, In dieser Hoffnung stärke mich. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 16 ced Mit den Schaa- ren deiner Frommen Will auch ich, o 6 279. Ist kein Maß und Heiland, kommen Zu des neu- en Bun- des Mahl. Al- le Chri- sten S sind ge laden; Reicher König! fei== ne Zahl. dei= = ner Gna- den 2. Welche große Seligkeiten Willst du, Mittler, uns bereiten! Seele, freu' dich seiner Huld! Wenn dich Sünd' und Elend drücken, Gott ist hier, dich zu erquicken, Jesus tilgt auch deine Schuld! 3. Darf, ach Herr, ich Sünder nahen, nh Deine Gnade zu empfahen, Jch, der nichts als Fluch verdient? Ja, auch mir bist du gestorben, Leben hast du mir erworben, Mich durch deinen Tod versühnt. 4. Wer nur glaubt, wird nicht verloren, Istin Beichte und Abendmahl. st. 241 Freuet euch, erlöste Sünder; Gott ist Vater, wir sind Kinder, Hier ist der Erlösung Pfand. 5. Pfand von Christi Tod und Leben, Wenn wir ihm, nicht uns mehr leben, Siegel unsrer Seligkeit! Aber Siegel des Gerichtes, Wenn wir fliehn den Weg des Lichtes, Wenn uns noch die Sünde freut! 6. Seele, dent' an deine Würde Und, drückt dich des Leidens Bürde, Denk' an deinen großen Lohn! Kämpfe wider jede Sünde, Streite männlich, überwinde, Deine Krone wartet schon! Lavater. Er wird rein und neu geboren; Droben ist sein Vaterland. k. Sün- den Höhle, an zu pran- gen; 2 吧 。 Schmücke dich, o Komm an's helle ⇒ Ⓡ = 280. J. Crüger. 1649.( rhythm.) JU liebe See le, Laß die dun- kle = Licht ge- gan- gen, Fan- ge herr- lich 11 # Denn der Herr voll Heil und Gnaden Will dich jetzt zu Ga- ste la= den; Der den Himmel kann ver= wal ten, Will jezzi Her- berg in dir hal= ten. = 2. Ach, wie hungert mein Gemüthe, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ach, wie pfleg' ich oft mit Thränen Mich nach deinem Mahl zu sehnen! Ach, wie pfleget mich zu dürften Nach dem Trank der Lebensfürsten, Daß in diesem Brod und Weine Christus sich mit mir vereine. 3. Beides, Wonne und auch Beben, Fühl' ich jetzt im tiefsten Leben. Das Geheimniß dieser Speise Und die unerforschte Weise Machet, daß mein Herz vermerke, Herr, die Größe deiner Stärke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, Der sie jemals könnt' ergründen? 16 242 Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. 4. Jesu, meines Lebens Sonne, Jesu, meine Freud' und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen! Hier fall' ich zu deinen Füßen, Laß mich würdiglich genießen Dieser deiner Himmelsspeise, Mir zum Heil und dir zum Preise. 5. Herr, es hat dein treues Lieben Dich vom Himmel hergetrieben, Daß du willig hast dein Leben In den Tod für uns gegeben, Mel. Wer nur den lieben Gott. Hier bin ich, Nach dei- nem du in dei= ner Pflicht und Wohlthat lê 281. Daß du hast ganz unverdrossen, Herr, dein Blut für uns vergossen, Uns am Lebensquell zu tränken, Deiner Liebe zu gedenken. 6. Jesu, wahres Brod des Lebens, Hilf, daß ich doch nicht vergebens Oder mir vielleicht zum Schaden, Sei zu deinem Tisch geladen; Laß mich durch dies Seelenessen Deine Liebe recht ermessen, Daß ich auch wie jeßt auf Erden, Mög' dein Gast im Himmel werden. 2. Franck. Je= fu, zu er gna- den- vol- len Lei- dens- nacht mir ge- macht. Ue- bung die- ser Pflicht Mir 2. Es werde, Herr, für mein Gewissen Dein Abendmahl ein Unterpfand, Auch mir sei dein versöhnend Büßen Von Gott aus Gnaden zuerkannt: So freuet meine Seele sich In deinem Heil und lobet dich. 3. Bewundernd denk' ich an die Liebe, 11 fül- len, Was Wil- len Zur Ver- leih' zur JE = dei- nes Gei- stes Kraft und Licht. Durch schnöden Mißbrauch nie entweihen, Was du so theuer mir erwarbst. Nie führe mich zur Sicherheit Der Trost, den mir dein Tod verleiht. 5. Ich übergebe mich auf's neue, Ddu, mein Herr und Gott, an dich, Gelobe dir beständ'ge Treue Vor deinem Tische feierlich. Dein eigen will ich ewig sein, Du starbst für mich, drum bin ich dein. Mit der du unser Heil bedacht: Wie stark sind deines Mitleids Triebe, Die dich bis an das Kreuz gebracht! Ogieb von deinem Todesschmerz 6. Laß mich mit Ernst den NächJetzt neuen Eindruck in mein Herz. sten lieben, 4. Laß mich mit Ernst die Sün- Und, wenn er strauchelnd was verden scheuen, sieht, Für welche du dich opfernd starbst, Versöhnlichkeit und Sanftmuth üben. ein Beichte und Abendmahl. advi Nie komm es mir aus dem Gemüth', Welch eine schwere Schuldenlast Du mir aus Huld erlassen hast. 7. Es stärke sich in mir der Glaube, Wenn du dich, großer Lebensfürst, Den Völkern sichtbar zeigen wirst. 8. Gebeugt lieg' ich zu deinen tolen Füßen Mit Dank und Lob, Gebet und Fleh'n. Laß neue Gnade auf mich fließen, Mein Heiland, laß es doch geschehn, Daß mir zur Stärkung meiner Treu' Mich dein allmächt'ger Ruf erhebt, Dein Abendmahl geſegnet sei. Bruhn. Daß meine Seele ewig lebt, Und daß einst aus des Grabes Staube Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 2 E Last der Sün- den, auf- ge gangen, 243 282. See- le, willst du Nu- he finden, Drü- cket dich die Komm, Ver- ge- bung zu empfan- gen; Denn dein Licht ist ਡ 2 Und der Herr voll Heil und Gnaden Hat dich zu sich ein- ge= la= den. Deinen Bund sollst R- J du er= neu- en Und dich sei- nes To- des freu- en. O, wer darf sich unterwinden, Deine Liebe zu ergründen? 2. Eil', wie wahre Christen pflegen, Glaubensvoll dem Herrn entgegen; Komm, den gnadenvollen Willen Deines Heilands zu erfüllen; Komm mit brünstigem Verlangen, Seine Güter zu empfangen. Daß er dich der Sünd' entlade, 4. D laß, Herr, mich würdig nahen, Heil und Leben zu empfahen. Ach, wie pflegt' ich oft mit Thränen Mich nach deinem Mahl zu sehnen! Giebt er heute Gnad' um Gnade. Wünscht' ich, Herr, bei dir zu finden. Tilgung aller meiner Sünden Laß, Erlöser, laß mich nahen, Heil und Leben zu empfahen. 3. Herr, ich freue mich mit Beben, Laß mich Gnad' empfahn und Leben. Du willst hier dich mit den Deinen Durch des Glaubens Band vereinen, Willst sie reich mit Segen tränken Und dich ihnen selber schenken. 5. König, Hoherpriester, Lehrer, Du mein göttlicher Bekehrer, Du, der selbst sein eignes Leben 16* 244 Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. Für mich in den Tod gegeben, Hier fall' ich zu deinen Füßen: Ach, laß würdig mich genießen Diese deine Himmelsspeise, Mir zum Heil und dir zum Preise; 6. Zum Gedächtniß deiner Leiden Und zum Vorschmack jener Freuden, Die du, Heiland, mir erstrittest, Als du unaussprechlich littest, Als dich Todesschweiße deckten, Dich die Schrecken Gottes schreckten, Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. be 監 學 6 Oder wun- der Daß uns Je sus = Gü- tig- keit, er be- reit't? 18 283. Sieh, er Als du selbst für mich gestorben, Mir die Vaterhuld erworben. 7. Deines Heils will ich mich freuen, H großen Gna- den! Hei- ßet das nicht hat ge- la- den Zu dem Tisch, den al= ler Sor- gen- last, Dir will ich mich ewig weihen. Eng' ist deines Lebens Pforte, Noch schau' ich im dunkeln Worte; Einst werd' ich dich ganz erkennen, Ganz in deiner Liebe brennen; Laß sie mich auch hier empfinden, Hilf mir, hilf mir überwinden! Klopstock. 2. Herr, du hast dich hingegeben Für uns Arme in den Tod, Daß wir möchten wieder leben, Frei von Sündenstraf' und Noth; Aber deiner Liebe Macht Hat dich auch dahin gebracht, Daß du selbst wirst Seelenspeise; Oder nie erhörten Weise! 3. Nun zu dir komm' ich geschritten, O mein Heiland, Jesu Christ. Laß dich jetzt von mir erbitten, Weil für mich bereitet ist la= det uns zu Gast, Daß wir Aller Sünd' und Noth ent- nommen, In den Himmel mögen kommen. Dein so theurer Gnadentiſch, Daß sich meine Seel' erfrisch'; Du wollst ihren Hunger stillen Und in ihrem Durst sie füllen. 4. Ach, du wollest, Herr, mich laben Mit dem rechten Himmelsbrod, Und mit reichem Trost begaben Wider alle Sündennoth. Herr, verleihe, daß ich nicht E' und trinke zum Gericht, Da du dich zum Heil und Leben Und Erlösung mir gegeben. Istin Beichte und 5. Leite mich durch deine Güte Stets mit deinem guten Geist, Daß ich mich vor Sünden hüte Und das suche allermeiſt, Was du willst und dir gefällt, Daß ich mich der bösen Welt Mag in Gottes Furcht entziehen, Ihre bösen Lüste fliehen. 6. Gieb mir auch Geduld im Leiden Und des wahren Glaubens Licht; Laß mich Geiz und Hoffart meiden, Hilf, daß ja ich zürne nicht, Abendmahl. 245 Wenn mein Nächster mich betrübt, Sondern, wie du mich geliebt Und mir meine Schuld vergeben, Laß mich mit ihm friedlich leben. 7. In dich, Jesu, soll sich schicken Mein ganz müdes, mattes Herz; Ach, das wollest du erquicken Und wegnehmen meinen Schmerz. Nimm's zu deiner Wohnung ein, Laß es dir zum Tempel sein; Du wollst selbst darinnen leben, Herr, dir sei es ganz ergeben. Anna Sophie, Landgräfin von Helfen. 284. Mel. Wie schön leuchtet. 把 = Hirr Je su, dir sei Preis und Dank Für die se heil'- ge = Dein Brod und Wein, deinLeib und Blutkonimt uns wahr- haf- tig H € Speis' und Trank, Wo- mit du uns be = ga= wohl zu gut, An ihm das Herz sich la- bet. Daß wir, H Herr, dir, Dir vor al= len wohl- ge= fallen, hei- lig le= ben, Sol- ches wol- lest du uns 2. Du kehrest, o Immanuel, Ja selber ein in unsre Seel', Dir Wohnung da zu machen. Drum uns ein solches Herz verleih', Das von der Weltlieb' ledig sei Und allen eitlen Sachen. Bleibe, treibe Unser Sinnen und Beginnen, daß wir trachten Alles Eitle zu verachten. 3. Ach, Herr, laß uns doch nehmen nicht ge ben! Dein werthes Nachtmahl zum Gericht. Ein jeder recht bedenke, Daß wir mit diesem Lebensbrod Im Glauben stillen unsre Noth, Der Fels des Heils uns tränke, Züchtig, tüchtig, Dich dort oben stets zu loben, wenn wir werden Zu dir kommen von der Erden. 4. O daß wir solcher Seligkeit Nur harren möchten allezeit 246 Kirche, Gottesdienst In Hoffnung und Vertrauen, Und endlich aus dem Jammerthal Eingehen in den Himmelssaal, Wo wir den Vater schauen, Ewig selig, Uns als Gäste dann auf's beste bei ihm laben Und dann volle Gnüge haben. 5. Das gieb du uns von deinem Thron, Mel. Herzliebster Jesu. ¤ & TE Er- lö- ser, der du selbst uns hast ge- ru- fen, Hier und Gnadenmittel. Jesu Christe, Gottes Sohn, Gieb's durch dein bittres Leiden. O laß, so lang' wir leben hier, Es uns betrachten für und für, Das Böse darum meiden. Amen, Amen, Hilf uns kämpfen, hilf uns dämpfen alle Sünden, Hilf uns fröhlich überwinden. Derschau. 285. stehen wir an dei- nes Al- tars Stufen. Müh- se= lig und voll Reu', voll tiefer Schmer- zen Sind unsre Her- zen. 2. Du hast verheißen, Müde zu erquicken Und uns zu laben, wenn uns Lasten drücken. Du willst, wenn wir jetzt würdig dein gedenken, Dich selbst uns schenken. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 3. Wir kommen, Herr, und nehmen deine Speise Und deinen Trank zu deines Todes Preise. Nun sind wir dein und bleiben dir ergeben In Tod und Leben. ( Berliner Gesangbuch.) 286. Dir schwör' ich ew'ge Treu- e, Ich ge= be, Herr, auf's neue Mich dir zum Dien- ste hin; Laß nie mich treu- los 6² in Beichte und Abendmahl.brik bre- chen Dies hei= li= ge Ver- spre- chen, Es # nie aus meinem Sinn. 2. Damit ich treu dir bliebe, Nahmst du mit reiner Liebe Dich meiner Seele an. Weit mehr, als ich verstehe, Mehr, als ich weiß und flehe, Hast du, o Herr, für mich gethan. 3. Für mich hast du gerungen, Für mich den Tod bezwungen, Verscheucht des Grabes Nacht; Du hast durch deine Leiden Die Hoffnung ew'ger Freuden In meinem Herzen angefacht. 4. D Leben aller Leben! Was hab' ich dir zu geben? Was forderst du von mir? Du willst, daß meine Seele Nur dich zum Führer wähle; Herr, mit Freuden folg' ich dir! 5. In manchen stillen Stunden Hat schon mein Herz empfunden, Wie viel es dir verdankt. hor- sam sein; bot mich ein. 11 Nun stärke seine Triebe, So daß in ihm die Liebe Zu dir, Erlöser, niemals wankt. 6. Nach deinem Wohlgefallen Will ich hienieden wallen, Du bist mein treuer Hirt. Zu dir will ich mich halten, Bis einst mein Leib erkalten Und in dem Grabe ruhen wird. 287. 7. So oft ich deiner Treue Bei deinem Mahl mich freue, Soll dies mein Vorsatz sein: Ich will dich nicht betrüben, Wie du, die Brüder lieben Und ernstlich jede Sünde scheu'n. 8. Zu welchen Seligkeiten Wirst du, o Herr, mich leiten, Bleib' ich mit dir vereint! Ich werde zu dir kommen mit allen deinen Frommen, Wenn einst dein großer Tag erscheint. ( Berliner Gesangbuch.) Mel. Nun lob', mein' Seel'. c J. H Dem Wor- te dei- nes Mun- des Will ich, o Herr, ge= Zum Mah- le dei nes Bundes Stell' ich auf dein Ge247 kom- me Die bäng- ste dei- ner Näch = te Schwebt mei- nem Geiste vor: Das Brod brach deine Rech- te, Den 248 Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. Kelch hielt sie em- por. Deß will ich jetzt ge- den- fen, O = 1 du, mein höchstes Gut; Du willst mich spei- sen, trän- ken Mit deinem Leib und Blut. 2. Heil mir, ich soll genießen Die Speise, die der Heiland beut, Und Labung soll mir fließen Aus jenem Kelch, den er geweiht. Laß, Herr, mich nicht vergebens Empfangen am Altar Das wahre Brod des Lebens, Das du mir reichest dar; Laß mir die heil'ge Schale Mit deines Bundes Wein Bei diesem Glaubensmahle Trost und Erquichung sein. 3. Wie kann ich wohl ergründen Die Wunder deiner Lieb' und Huld! Du selbst willst dich verbünden Mit mir, der ich bin voller Schuld. Du, der da ewig lebet, Du kommst, an Gnade reich, Zu mir, der bald verschwebet, Dem flücht'gen Schatten gleich. Du läsfest dich hernieder, Ziehst mich zu dir hinan; Was geb' ich, Herr, dir wieder, Das dir gefallen kann? 4. Ein Herz, von Reu' zerschlagen, Mel. O Gott, du frommer Gott. 6 C Ach, Das sich an deiner Gnade hält, Das freudig will entsagen Der Sünd' und aller Lust der Welt: Das wirst du nicht verachten, Das bring' und geb' ich dir. Nach deinem Reiche trachten Hilf du nun selber mir; Dann darf ich fest vertrauen, Daß ich nach dieser Zeit Dein Antlitz werde schauen Dort in der Ewigkeit. 5. Hierauf will ich empfangen Das Himmelsbrod, den Himmelstranf; Des demuthvollen Herzens Dank. Laß, Herr, zu dir gelangen Hinweg das Weltgetümmel Mit seinem eitlen Tand! Ich wandle schon im Himmel, Der Frommen Vaterland. Vereint mit dir zu werden, Dies ist mein heißes Fleh'n; Herr, laß hier auf Erden Mich schon dein Antlitz seh'n. ( Berliner Gesangbuch.) 288. Jesus lebt in mir! Nichts ist, das uns kann ist im Abendmahl Eins worden aus uns Istins Beichte und Abendmahl. sti schei- den; bei den. Ich hab' ihn, er hat mich; Was ſein iſt, das iſt mein: Sein Herz, mein Herz: ein Herz! Was mein ist, das ist sein. Auf diesen Trost leb' ich Und fahr' auch drauf dahin, Weil du mein Leben bist, Und sterben mein Gewinn. 2. An Jesu hange ich; Er lebt, und ich soll leben! Er hat mir deß zum Pfand Sein Fleisch und Blut gegeben. Ich hab' die rechte Speif', Ich hab' den rechten Trank, Dadurch ich ewig leb', Herr, dir zu Lob und Dank. 3. Zum Leben hast du mich Gespeiset und getränket; Der Vater hat mit dir Auch alles mir geschenket. Vers 1 u. 2. 249 289. 4. Sterb' ich dem Leibe nach, So muß mir's doch gelingen: Ich werde durch den Tod Zu dir in's Leben dringen. Ich weiß es zu gewiß, Daß mein Erlöser lebt, Der aus dem Grab auch mich Zum Leben einſt erhebt. Er- barm' dich un- fer! Aemilia Juliana, Gräfin von Schwarzburg- Rudolstadt. Chri- ste, du Lamm Got- tes, Der du trägst die Sünd' der Welt: Vers 3. Aus dem 7. Jahrhundert. Chri- ste, du Lamm Got- tes, A- men! Amen! 2= men! Der du trägst die Sünd' der Welt: Gieb uns dei- nen Frie- den. # ( Alter Kirchengesang.) 250 Kirche, Gottesdienst und Gnadenmittel. 290. Mel. Wer nur den lieben Gott. Nun ha= be Gieb, daß ich 0 Dank für deine Lie- be, dich nicht mehr be= trü- be, 7 großer Mitt- ler, Je su Christ. du für mich ge= stor- ben bist. 2. O laß mich dankbar stets ermeſsen, Was du für mich gelitten hast, Und deine Liebe nie vergessen, Die so viel Segen in sich faßt. Laß meinen Glauben thätig sein Und mir zum Guten Kraft verleihn. Leidens Angst und Pein Mir immer dar vor Augen ſein. = 3. Jm Streite hilf mir über: winden Und stärke mich zu meiner Pflicht, Bewahre mich vor neuen Sünden, Verlaß mich in Versuchung nicht, Und dein für mich vergossnes Blut Schenk' mir im Todeskampfe Muth. 4. Mit dir mich näher zu verbinden, Wie sehnet sich mein durstend Herz, In dir Gerechtigkeit zu finden, Mit dir zu theilen Freud' und Schmerz, Durch dich, was du gethan, zu thun, In deiner Ruh' mit dir zu ruh'n! 5. Und ihr auch, seines Leibes Glieder, Du Der Die Jesu Heil wie mich erfreut, Euch lieb' ich stets als seine Brüder, Laß dei nes Als Erben seiner Herrlichkeit. Wir haben einen Herrn und Gott Uns speist und tränkt ein Wein und Brod. 6. Wie jetzt in unsers Heilands Namen Sein Volk vor ihm versammelt war, So stehn wir, die wir zu ihm kamen, Vor ihm mit seiner Engelschaar Und preisen als sein Eigenthum Dann ewig seines Namens Ruhm. 7. Hier will ich mich mit euch Die ihr ihn ewiglich erhöht, vereinen, Und wenn wir einst vor ihm erscheinen Im Glanze seiner Majestät, Dann geh'ich im Triumph mit euch, Ihr Auserwählten, in sein Reich. 8. So soll denn weder Spott noch Noch Ehre, Freud' und Lust der Welt Leiden, Mich, Herr, von deiner Liebe scheiden, Die selbst im Tode mich erhält. Du bist und bleibest ewig mein, Und ewig werd' ich dein auch sein. Lavater. Beichte und Abendmahl. 291. Mel. Wachet auf, ruft uns. 6 Herr, du wollst fie Le- ben, Leben 2 Mah- les Se lig Sohn, sich wür- dig F = voll- be= rei= pfa zu em = = = Sünd und Tod. Sie sind er= Sei fei= ten, na= hen, Durch dich Nehmt hin und trinkt zum ew'gen Leben! 251 = ten Zu dei nes hen, Laß sie, D mit ten un= ter be- freit von J löst und rein, Sind, Je= su Chri- ste, dein, Sind un- sterblich: Laß, laß sie seh'n In $ # # deinen Höh'n Von fern der Ueber= win- der Lohn. 2. Nehmt und eßt zum ew'gen Leben! медури. Ererbt, ererbt des Mittlers Neich! Wacht, eure Seele sei fl Die Gnade Jesu sei mit euch! Nehmt und eßt zum ew'gen Leben! Bis in den Tod getreu: Amen! Amen! Der Weg ist schmal, Klein ist die Zahl Nehmt hin und trinkt zum ew'gen Der Sieger, die der Richter krönt. Leben! Klopstock. TOXUM R 942 252 監 E Heilsordnung.6 5. Heilsordnung. Buße und Bekehrung. 292. An dir al= lein, an dir hab' digt Und ü- bel oft vor dir ge= H Schuld, die mir den Fluch ver= $ # mei- nen Jam- mer an. 2. Dir ist meinFleh'n, mein Seufzen nicht verborgen, Und meine Thränen sind vor dir. Ach Gott, mein Gott, wie lange foll ich sorgen, Wie lang' entfernst du dich von mir? 3. Herr, handle nicht mit mir nach meinen Sünden, Vergilt mir nicht nach meiner Schuld. Ich suche dich, laß mich dein Antlitz finden, Du Gott der Langmuth und Geduld. 4. Früh wollst du mich mit deiner Gnade füllen, Gott, Vater der Barmherzigkeit. fün C. Reinthaler. 1872. ich ge= sünthan. Du siehst die digt; Sieh, Gott, auch Erfreue mich um deines Namens willen; Du bist ein Gott, der gern erfreut. 5. Laß deinen Weg mich wider freudig wallen, Und lehre mich dein heilig Recht, Mich täglich thun nach deinem Wohlgefallen; Du bist mein Gott, ich bin deinknecht. 6. Herr, eile du, mein Schuß, mir Und leite mich auf ebner Bahn. beizustehn, Er hört mein Schrei'n, der Herr erhört mein Flehen Und nimmt sich meiner Seele an. Gellert. Buße und Bekehrung. 293. Mel. Herzliebster Jesu. E Aus ei- nem tief vor dir gebeugten Her Willst du auf Schuld und Uebertretung sehen, ich zu dir in mei- nen Sün- den- schmer- zen. Oma- che Wer wird bestehen? 3. Bei dir allein, Herr, steht es, zu vergeben. Du willst nicht, daß wir sterben, sondern leben; Uns soll die Größe deiner Liebe lehren, mich, Gott, meines Kummers le= dig Und sei mir gnä- dig. 2. Beschämt erkenn' und fühl' ich Laß Trost und Ruh' um des Vermeine Sünden; Laß, Vater, mich Erbarmung vor dir finden! söhners Willen Mel. Herzliebster Jesu. = Dich treu zu ehren. 4. Verzeihe mir in Christo meine Fehle; Dein harrt im Glauben meine müde Gewiß erlösen. Seele. 253 mein Herz erfüllen. 5. Vom Abend an bis zu dem frühen Morgen Hoff' ich auf dich, o stille meine Sorgen! 294. zen Ruf' Du schenkest ja Beladenen und Müden Gern deinen Frieden. 6. Ja, hoffe nur, mein Herz, auf Gottes Gnade! Sie ist viel größer, als dein Seelenschade, Und endlich wird sie dich von allem Bösen - = All- lein an dir, mein Gott, hab' ich gesün digt! O Cramer. laß die Gna- de, die dein Wort ver= kün- digt, Wenn Sün- den uns von ganzem Her- zen reu- en, Auch mich er= freu- en. = 254 Heilsordnung. Seelenleide 2. Für mich auch hat dein Sohn 5. Erquicke mich in meinem sich hingegeben, Laß mich vor dir um seinetwillen leben. Tilg' aus die Laster, welche mich entweihen Und nun mich reuen. 3. Schaff' in mir, Höchster, eine reine Seele, Ein frommes Herz, das stets das Gute wähle. Beförd're du und stärke mein Bestreben, Nur dir zu leben. 4. Verwirf mich nicht von deinem Angesichte! Gieb deinen Geist, daß er mich unterrichte Von deinem Willen und auf deine Wege Mich leiten möge. Mel. Aus tiefer Noth. 6 Fuße: Bu- Be. IL Mit deiner Hülfe! gieb den Geist der Freude, Damit er, weil ich keine Kraft besitze, Mich unterstütze. 6. O höre, Gott, erbarmend auf mein Flehen! Wie solltest du ein banges Herz verschmähen, Das seine Schuld voll Reue dir gestehet, 295. Vater der Barm- her- zig- keit, Jch fal= le dir zu Ver- stoß den nicht, der zu dir schreit Und thut noch end- lich Um Gnade flehet! 7. Ein Herz, bekümmert, sich verirrt zu haben, Das liebest du, willst es mit Troste laben. die Seelen, die nach Gnade schmachten, Du wirst Herr, nicht verachten. 2. Durch deiner Allmacht Wunderthat Nimm von mir, was mich quälet; Durch deine Weisheit schaffe Rath, Worinnen mir's sonst fehlet. Gieb Willen mir und Kräft' und Stärk', Cramer. Was ich be- gan- gen wider dich, Ver- gieb mir Daß ich mit dir all' meine Werk Anfange und vollende. al= les gnä- dig- lich Durch deine große Gü- te. 3. Jesu Christe, der du hast Am Kreuze für mich Armen Getragen aller Sünden Last, Wollst meiner dich erbarmen. Bitt' du den Vater, daß er mir Dereinst nicht lohne nach Gebühr, Wie ich es hab' verschuldet. 4. O heil'ger Geist, du wahres Licht, Buße und Bekehrung. Regierer der Gedanken, Wenn die Versuchung mich ansicht, So laß mein Herz nicht wanken. Daß unbefleckt mein Wandel sei, Steh du mit deiner Kraft mir bei Und wohn' in meinem Herzen. 5. Und wenn mein letztes Stündlein schlägt, keh- ren; sche- ren, 296. 255 So hilf mir treulich kämpfen, Daß ich die Furcht, die dann sich regt, mel. Aus tiefer Noth. e Ich will von meiner Mis- se- that Zum Her- ren mich beDu wol- lest selbst mir Hülf' und Rath Hie- zu, o Gott, be3. Bisher hab' ich in Sicherheit Gar unbesorgt geschlafen, Gedacht: es hat noch lange Zeit, Gott pflegt nicht bald zu strafen; Er handelt nicht nach unsrer Schuld So streng mit uns, es hat Geduld Der Hirte mit den Schafen. Durch Christum möge dämpfen; So wird mir Krankheit, Angst und Noth, 4. Doch endlich aus dem Schlaf erwacht, Ja selbst der letzte Feind, der Tod, Die Thür zum ew'gen Leben. Denicke. Und dei- nes guten Gei- stes Kraft, Die neu- e Will mir das Herz zerspringen: Ich sehe des Gesetzes Macht Und Schrecken auf mich bringen. 6 Herzen in uns schafft, Aus Gna- den mir ge= wäh- ren. 2. So klopfe gnädig bei mir an Du regest wider mich zugleich Und führ' mir wohl zu Sinnen, Was Böses ich vor dir gethan; Du kannst mein Herz gewinnen, Daß ich aus Kummer und Beschwer Lass über meine Wangen her Viel heiße Thränen rinnen. Des Todes und der Hölle Reich; Die wollen mich verschlingen. 5. Die mich verfolgt, die große Noth, Fährt schnell ohn' Zaum und Zügel. Wo flieh' ich hin? du Morgenroth, Ertheil' mir deine Flügel! Verbirg mich wo, du fernes Meer! Stürzt hoch herab, fallt auf mich her, Ihr Klippen, Thürm' und Hügel! 6. Nimm du, Herr Jesu, mich in Schuß, Ich flieh' zu deinen Wunden; So biet' ich Tod und Hölle Truß, Ich hab' Erlösung funden. Damit ich möchte selig sein, Hast du der Sünde Kampf und Bein Am Kreuzesstamm empfunden. 256 7. So will ich denn mein Leben lang Heilsordnung. Mit Ernst die Sünde meiden. Dies, mein Erlöser, sei der Dank Für deine Lieb' und Leiden. Mel. Warum sollt' ich mich denn. 16 Aus den Tiefen Steh' du mit deinem Geist mir bei, Erhalte deinem Dienst mich treu, Laß mich einst selig scheiden. Louise Henriette, Kurfürstin v. Brandenburg. Ar= mer, Herr, zu J dir: sei du mir, Gott, ein Er- bar= mer! Willst du el: in's Gerichte ge= hen, Rech- nest du Sün- den zu, # Mel. Aus tiefer Noth. GET. 297. ruf' ich Herr, wer wird be= ste= hen? 2. Nichts errettet mir das Leben, Nichts schafft Ruh', aber du Kannst und willst vergeben. Schäm' ich mich so vieler Sünden, Läßt du doch Gnade noch Mich durch Christum finden. 3. Darauf gründet sich mein Glaube: Gott, du liebst, du vergiebst, Du erhebst vom Staube. Darauf gründet sich mein Beten; Durch den Sohn darf ich schon Zu dem Vater treten. 4. Darauf gründet sich mein Leben; Fehl' ich je, Gott ist hie, Gott will mir vergeben. Dies ist's, was im Kreuz mir dienet Zur Geduld; meine Schuld Ist doch ausgesühnet. 5. Auf Vergebung will ich sterben; Das Gericht trifft mich nicht, Ich soll nicht verderben. Ich erwart' ein ewig Leben Als ein Kind; Sünden sind Mir von Gott vergeben. Hiller. 298. Wie ist mein Herz so fern von dir, Von dir, du Quell des Mein Geist be- küm- mert sich in mir, Sucht Ruh' und sucht ver 11 Le- bens! ge- bens. Buße und Bekehrung. Ver- laß mich Gott, mein Va- ter, nicht! Ber- birg mir nicht dein An- ge= sicht, Du al= ler Geister Won= ne! 2. Umhüllt von Dunkelheit bin ich, Mich fasset Angst und Beben; Mein Herz sucht Licht und ängstet sich, Doch fruchtlos ist sein Streben. Der Kampf, der täglich sich erneut, Die Bürde meiner Sterblichkeit Beugt in den Staub mich nieder. 3. Ich bin zu schwach, aus eigner Macht Zu dir mich aufzuschwingen, Zu schwach, durch diese dunkle Nacht Zum Licht empor zu dringen. Wirst du nicht meine Stärke sein, Wo find' ich Trost? zu dir allein, Gott, steht mein Vertrauen. 4. Mit festem Glauben an dein Wort Mel. Jesu, meines Lebens. 把 257 mei- ne meiner Brust. Will ich dich mächtig faſsen. Ich will von dir, mein Fels, mein Hort, Nicht weichen, dich nicht lassen. Wie viel auch meiner Sünden sind, Bin ich durch Christum doch dein Kind, Du, mein versöhnter Vater. 5. Wohl mir, so fürcht' ich keinen Streit, Du kannst mich sieghaft machen. Du giebst den Bangen Freudigkeit Und Kraft und Muth den Schwachen. Du, Gott, bist meiner Seele Licht, Hab' ich nur dich, so frag' ich nicht Nach Himmel und nach Erde. Funk. 299. Bater, heilig möcht' ich leben, Recht- thun wä- re Doch Begierden wider- stre- ben Dem Gesetz in Luſt; Ach, der Sün- den- trieb im Her- zen Ist die Quel- le mei- ner Schmer- zen; Mich be- schwert der Sün- den Joch, Was ich nicht will, thu' ich doch. 17 258 Heilsordnung.148 Tief int Staube bitt' ich dich: Leite selbst zur Tugend mich! 2. Sieh um Kraft mich Schwachen Reiß die Sünd' aus meinem Herzen! beten, Meinem Vorsatz trau' ich nicht; Lockende Begierden treten Zwischen mich und meine Pflicht. Selbst den heil'gen Andachtsstunden, Wo, der niedern Welt entschwunden, Ich zu dir von Treue sprach, Folgten Sündentage nach. 5. Sieh, mich dürstet nach dem that you Guten, Früh und spät ruf' ich zu dir: Laß mein Herz nicht länger bluten, Deinen Geist verleihe mir. Hilf die böse Lust bezwingen Und nach deinem Beifall ringen, Stärke mich mit hoher Kraft, Das zu thun, was Segen schafft. 3. O wie oft hab' ich geweinet, Schmerzlich meinen Fall bereut, Gläubig mich mit dir vereinet Und mich deiner Huld gefreut! Gnädig sahst du zu mir nieder, Aber bald vergaß ich wieder Meine Pflicht und, Bater, dich, Und die Welt besiegte mich. 6. Ja, du hörst mein kindlich Flehen, 4. Vater, du nur kannst mich retten, Wenn mich niemand retten kann. Ach zerschlage meine Ketten, Nimm dich des Gefangnen an! Reiß die Wurzel meiner Schmerzen, Du erquichst mein Herz mit Ruh'. Leben werd' ich, nicht vergehen, Meine Stärke, Gott, bist du. Ueberwinden, überwinden Werd' in dir ich alle Sünden. Meine Seele, fasse Muth: Endlich, endlich wird es gut. Lavater. Mel. Wer nur den lieben Gott. Vel 6 hier vor dei- nem geh' nicht mit mir 300. to Ich ar- mer Mensch, ich ar- mer Sün- der Steh' Ach Gott, ach Gott, ver- fahr' ge= lin- der, Und He An= ge= sicht. in's Ge- richt. adicio 2. Wie ist mir doch so herzlich bange, Wie kränkt mich meine große Sünd'! Hilf, daß ich wieder Gnad' erlange, Ich armes und verlornes Kind. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! Er- bar- me dich, er- bar- me dich, Gott, mein Er- bar- mer, ü- ber mich! 3. Ach, laß mich nicht vergeblich klagen, Verwirf mein armes Flehen nicht. Soll ich in meiner Noth verzagen? Hör', was der arme Sünder spricht: Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! Buße und Bekehrung. 4. Nicht, wie ich hab' verschuldet, lohne Und handle nicht nach meiner Sünd'. O treuer Vater, schone, schone, Erkenn' mich wieder für dein Kind. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! Mel. Jesu, meines Lebens. 監 4 259 5. Sprich nur ein Wort, so werd' isi ich leben; 301. Du, der Herz und Wandel ken- net,& wi- ger, erAch ich war von dir ge- tren- net, A ber du er= Sprich, daß der arme Sünder hör': Geh' hin, die Sünd' ist dir vergeben, Nur sündige hinfort nicht mehr! Ich zweifle nicht, ich preise dich, Du, Herr, erbarmst dich über mich. Ticke. 2 barm- teft bich. Du vernahmst mein Fleh'n und Seh- nen, 2. Forsche selbst in meinem Herzen, Sieh, es fehlt und wanket noch, Fühlt noch unter Sorg' und Schmerzen Sahst auf meiner Reue Thränen; Da ver- gabst du ਤੂੰ I mir die Schuld, Nahmst mich auf mit Va= ter- huld. Oft der Sünde schweres Joch. Strauchelnd, ungewiß und träge Wandt' ich auf dem schmalen Wege, Und zu oft noch sieht mein Blick Auf die breite Bahn zurück. 3. Als zuerst ich voll Entzücken, Vater, dich im Sohne fand Und mit andachtsvollen Blicken Deinem Throne nahe stand, Wie war da der Neiz der Sünden Mir so leicht zu überwinden, Wenn ich dachte, wie du liebst, Der du so die Schuld vergiebst! 4. Welche Ruhe, welcher Friede Wohnte da in meiner Brust! Alles Eitlen war ich müde Und verschmähte niedre Lust. Um nur deine Huld zu haben, Mißt' ich gern des Glückes Gaben, Und ein Herz, daß dich verehrt, War mir mehr als alles werth. 5. Doch der Andacht heil'ge Stunden, Reich an himmlischem Gewinn, Ach wohin sind sie geschwunden, Wo die sel'ge Ruhe hin? Hilf auch mir die Welt bezwingen, Um zum Siege durchzudringen! Vater, bis an's Ende sei Dir mein ganzes Herz getreu. 17* Heilsordnung. 260 6. Wer getreu bleibt bis an's Ende Und nicht achtet Spott und Hohn, Dem bereiten Gottes Hände Eine ew'ge Siegeskron'. Kampf und Muth war nicht vergebens; Gott giebt ihm vom Baum des Lebens, Und er kommt nicht in's Gericht, Stirbt den Tod der Sünder nicht. Eschenburg. 302. Mel. Herzlich lieb' hab' ich dich. e = Gott, der du un fre Zu- flucht bist, Herr, un ser Mitt- ler, D Hei- li- ger! wir fleh'n zu dir, Dein Gna- den- ant- litz all Je= fu Chrift, Geiſt Got- tes, Geist der Gna- den,} Nimm von uns und la = = 2 = J # un- fre Sün- den- schuld, Du Gott der Langmuth und Ge- duld! Erhö= re gnä- dig unser Fleh'n, Daß weiht Und oft in Ungerechtigkeit, Herr, deinen Weg verlassen. Doch reuig kehren wir zurück; O richt' auf uns der Gnade Blick, Zu der wir Hoffnung fassen. Sie leit' uns auf den ebnen Pfad, Den uns dein Wort bezeichnet hat, Daß nie Versuchung oder Wahn der Ver- söh- nung Heil wir sehn. Herr un ser Gott! Ver- birg uns nicht dein = TE An--gesicht Und geh' mit uns nicht in's Ge- richt. 2. Wir haben unsern Bund ent- Der Sünd' uns mache unterthan. Herr, unser Gott, Groß von Geduld! vor aller Schuld Behüt' uns deine Vaterhuld. 3. Vernimm der Leidenden Gebet, Und wer zu dir im Glauben fleht, Dem hilf aus seinen Nöthen! Gieb Kranken Linderung und Ruh'; Die Sterbenden erlöse du, Erhör' ihr letztes Beten. Buße und Mach' alle Unterdrückten frei; Steh' Wittwen, Herr, und Waisen bei; Vernichte der Verfolger Nath Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. = Schuld be trübt, mich ge= liebt! 11 303. E H = = Seid ge seg net, heil'- ge Stun- den, Wo mich meine Wo ich blick' auf Je su Wun- den, Füh- le, wie er = Bekehrung. Und wehre jeder bösen That. Herr, unser Gott, Durch Freud' und Leid der Pilgerzeit Führ' uns zu deiner Herrlichkeit. Eschenburg. Dann ent- weicht der Zwei- fel Heer, Furcht be261 drän- get mich nicht mehr, Und der Geist der Kraft und WahrSchaue sehnend himmelwärts; Auf zu Gott schwingt sich mein Glaube, heit Naht sich mir in Him- mels- klar- heit. 2. Dann entwind' ich mich dem 3. Aber der verlornen Tage Staube, Sind noch immer gar zu viel, Wo ich müd' am Abend klage: Heute keinen Schritt zum Ziel! Das ist noch der Geist der Welt, Der mich so gefangen hält. Diese Knechtschaft, Herr, zerstöre, Daß ich ganz dir angehöre. ( Berliner Gesangbuch.) Betend öffnet sich mein Herz; Christi Geist durchdringet mich Und vertritt mich kräftiglich: Bald strömt Friede, Heil und Segen Mir von Gottes Thron entgegen. 304. di mar Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen. cal Nach dir, o Gott, ver lan- get mich; Mein Gott, ich denk' al= 262 F lein an dich: Zieh mich nach dir, nach dir mich wend' Und CAE Heilsordnung. nimm mich auf in dei- ne Händ'! 2. Ach, wer wird mich befreien doch Daß ich nach dir mit freiem Lauf Von diesem schweren Sündenjoch? Mich könne schwingen himmelauf! Mein Herz, das sehnet sich nach dir; Befrei' es bald, ach komm zu mir! 5. Nach dir, mein Gott, soll nun forthin 3. Mein Wollen ist nach dir gericht't; Doch das Vollbringen mir gebricht. Was ich nicht will, daß thu' ich doch; Das macht: die Sünd' beherrscht Gerichtet sein mein Herz und Sinn; Ich eigne mich dir gänzlich zu Und such' in dir nun meine Ruh'. 6. Ach, alles was mich reißt von dir, Mein liebster Gott, das treib' von mich noch. mir: 4. Bedenke, daß ich bin dein Kind, Drum tilge von mir meine Sünd'; Mel. Jesu, meines Lebens. # 6 Ach, wann werd' ich Daß ich ganz sie É völlig frei, fäl= lig ſei? Bei dir, mein Gott, bei dir allein Hinfort soll meine Freude sein. Anton Alrich v. Braunschweig. 305. von der Sünde, Gott, mein Va- ter, ü- ber= win- de, Ganz dir wohl- geNoch nicht, ich ge= steh's mit Zäh- ren, H Kann ich ihrer mich er wehren; Sie ver- sucht mich = ]] wider dich, Und noch oft be= siegt sie mich. Buße und Bekehrung. 2. In der Andacht sel'gen Stunden, Wenn ich, Herr, dein Wort gehört, Hab' ich oft das Glück empfunden, Das die Frömmigkeit gewährt. Nichts wünscht' ich alsdann hienieden Mir so sehr als innern Frieden, Als ein Leben, dir geweiht, In des Glaubens Šeligkeit. 3. Mit beruhigtem Gewissen Der Erlösung mich zu freu'n, Treu den heiligsten Entschlüssen, Folgsam deinem Wort zu sein, Meines Glaubens Frucht zu zeigen, In der Heiligung zu steigen, Treu zu leben, Herr, vor dir, War der heiße Wunsch in mir. 4. Doch die Sehnsucht wird zerstöret Und der heiße Eifer falt, Wenn sich Leidenschaft empöret Und die Lust im Herzen wallt. Leichtlich bin ich zu verleiten Durch den Reiz der Eitelkeiten, Der mich überall umringt Und mein schwaches Herz bezwingt. Mel. Jesu, meines Lebens. HE = Ich er= he be Denn ich kenne E dir; Gott, zut ist sie mir! 11 263 5. Weh' mir, daß ich deinen Willen, Den ich doch so lieb gewann, Nicht mit Freudigkeit erfüllen, Nicht beständig halten kann! Ach, wer wird mich von dem Bösen, Von der Sünde ganz erlösen? Dich Armer, wer befreit Mich vom Dienst der Sinnlichkeit? 6. Gott, du läsfest Heil versprechen, Unsrer sündigen Natur, Tilgst durch Christum ihr Gebrechen, Zeigt sich wahre Reue nur. Ohne diese Hoffnung würde Allzuschwer mir meine Bürde, Und ich könnte niemals dein, O du höchstes Gut, mich freu'n. 7. Laß mich merken, wo ich wanke, Daß ich strebe fest zu stehn, Und mich stärke der Gedanke, Meinem Heiland nachzugehn. Führe, Gott, mich täglich weiter Und dein Geist sei mein Begleiter, Bis ich in der Ewigkeit Dringe zur Vollkommenheit. 306. Münter. mein Ge- mü= the Sehnsuchtsvoll, mein deine Gü- te, wie theu- er Gott der Liebe und des Lebens, 1978 Keiner harrt auf dich ver- ge- bens. Nur Ver- äch- ter # deiner Huld Stür- zet ih= re eig= ne Schuld. 264 2. Lehre mich, Herr, deine Wege, Zeige deinen Willen mir; Daß ich richtig wandeln möge, Führe du mich selbst zu dir. Gott, du siehest mein Vertrauen; Sicher kann ich auf dich bauen. Deine Vatertreue ist Ewig, wie du selber bist. 3. Allen, die zu dir sich wenden, Ueber ihre Schuld betrübt, Willst du Trost und Rettung senden, Wenn ihr Herz sich dir ergiebt. bed. Heilsordnung. Klagen; za- gen. Freude schenket eine Güte Dem geängsteten Gemüthe, Welchem du die Sündenlast Liebreich abgenommen hast. 4. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich immer heilig leben, Herr, vor deinem Angesicht. Keine schnöde Lust der Sünden Soll mich ferner überwinden. Ach bewahr', ich bitte dich, Dir mich treu und stärke mich! Sal. Wolf. n. Babst. 1545.( rhythm.) Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ! Ich bitt', er- hör' mein Verleih' mir Gnad' zu dieser Frist, Laß mich doch nicht verwol- lest du mir 307. tontorrad Den rechten Glau- ben, Herr, ich mein', Den ge = ben: Dir zu le ben, Dem = JU Näch- sten nütz zu sein, Dein Wort zu halten e= ben. 2. Verleih', daß ich aus Herzensgrund Den Feinden mög' vergeben; Verzeih' mir auch zu dieser Stund', Schaff' mir ein neues Leben! Dein Wort laß meine Speise sein, Damit mein' Seel' zu nähren, Mich zu wehren, In dieser Welt abwenden; Beständigkeit an's End' gieb' mir: Du hast's allein in Händen. Und wem du's giebst, umsonst der's hat; Wenn Unglück bricht herein, Das mich leicht möcht' verkehren. 3. Laß mich nicht Lust noch Furcht von dir Es mag niemand ererben Noch erwerben Durch Werke deine Gnad', Die uns erlöst vom Sterben. 4. Jch lieg' im Streit und widerstreb'; Hilf, o Herr Christ, mir Schwachen! Buße und Bekehrung. In deiner Gnad' allein ich leb'; Du kannst mich stärker machen. Kommt nun Anfechtung und Gefahr, Wollst du mich nicht verlassen, 308. Mel. Christus, der uns selig macht. E 1 Gott, mein Va- ter! ich, dein Kind, Fal- le vor dir nie= der. Fest mich fassen; Behüt' mich immerdar! Ich weiß, du wirst's nicht lassen. Agricola. Du weißt, was wir Menschen sind, Und er- barmst dich wie= der! JE 93 Groß ist mei- ne Sün- den- schuld, Die mich in- nigst Doch du bleibest Vater mir, Du vernimmst mein Flehen, Kennst mein Herz, ermunterst mich, Es vor dir zu stillen: Du erhörst mich väterlich Noch um Christi Willen. 265 3. Du bist meine Zuversicht, Außer dir ist's feiner. Dein Geschöpf verwirfst du nicht, Gott, dich jammert seiner: Der du deinen Sohn für mich In den Tod gegeben; Sein Erlöster bin auch ich, Durch ihn soll ich leben. 4. Dies, dies soll in jedem Schmerz Mein Vertrau'n erwecken: Vor der Sünde soll mein Herz, Nicht vor dir, erschrecken; reu= Grö- ßer dei- ne Vater- huld, Die mich noch er= freu= et. 2. Zwar bin ich nicht werth zu dir Trauen will ich, Vater, dir, Kindlich aufzusehen; Stets die Sünde hassen, Nie vergessen, daß du mir So viel Schuld erlassen. et; HTT 5. Preis sei dem Allgütigen, Der mein Inn'res fennet, Der dem Gnadenſuchenden Freien Zutritt gönnet. Sing es, Seele, vor dem Herrn, Fließ von Freuden über: Gott, dein Gott verstößt nicht gern, Er begnadigt lieber! 6. Ewig bist du so gesinnt, Retter meiner Seele! Ach wenn ich, dein strauchelnd Kind, Noch aus Schwachheit fehle: So gedenkst du, der du weißt, Daß mein Herz dich ehret, Ich sei Staub, und du verzeihst Dem, der wiederkehret. Ticke. 266 Mel. Nun ruhen alle Wälder. 16 Heilsordnung. 309. E# Die Sün- den sind ver= ge- ben! Das ist ein Wort zum Leben Für den gequäl- ten Geist. Sie sind's in Je su = Na- men; In ihm ist ja und A- men, Was Gott uns Sün- dern je ver- heißt. 2. Das ist auch mir geschrieben; Auch mich umfaßt sein Lieben, Weil Gott die Welt geliebt; Auch ich kann für die Sünden Bei Gott noch Gnade finden; Ich glaube, daß er mir vergiebt. 3. Hier ist die Zeit der Gnaden, Der Angst sich zu entladen, Auf Gottes Wort zu ruh'n, Die Seele zu erretten, Zu glauben und zu beten, Und das in Jesu Namen thun. 11 bo= ren; lo- ren. 4. Ach, Gott, laß meiner Seelen Es an dem Trost nicht fehlen, Daß du die Schuld vergiebst! Wenn ich mich betend beuge, So sei dein Geist mein Zeuge, Daß du dein Kind in Chrifto liebst. 5. Wann ich von hinnen scheide, So mach' mir das zur Freude, Daß ich begnadigt bin. Im Glauben der Vergebung, In Hoffnung der Belebung Geh' ich alsdann in Frieden hin. Hiller. Mel. Aus tiefer Noth. EJ In Gottes Reich geht nie- mand ein, Er sei denn neu geSonst ist er auch beim be- sten Schein Mit Seel' und Leib ver€ Was fleisch- li che Na- tur ver- derbt, In der man 310. Sünd' und Schwachheit erbt, Das muß Gott neu er= schaffen. 2. Soll man mit Gott, dem höchsten Gut, In der Gemeinschaft leben, Muß er erneuen Geist und Muth Und neue Kräfte geben. Denn nur sein göttlich Ebenbild Ist das, was einzig vor ihm gilt, Und dies muß er erneuern. Buße und Bekehrung. 3. Ach Vater der Barmherzigkeit, Was Jesus uns erworben, Als er zu unsrer Seligkeit Am Kreuz für uns gestorben Und wieder auferstanden ist, So daß du nun versöhnet bist, Das laß uns auch genießen. Mel. Allein zu dir, Herr Jesu. fe Du wei- nest um Je Be- zeugst, es sei dir keh- ren. 11 267 4. Wirst du uns durch dein GnaSup denwort Und deinen Geist erneuern, So wollen wir dir, treuer Hort, Mit Herz und Mund betheuern, Von nun an nicht in Sicherheit, Vielmehr mit Fleiß, Beständigkeit Und treu vor dir zu wandeln. 5. O Herr, laß deine Vaterhuld Uns jederzeit bedecken! Dann kann uns weder Sündenschuld, Noch Zorn und Strafe schrecken. Mach' uns der Kindschaft hier gewiß, Und schenk' uns dort das Paradies, Das Erbtheil deiner Kinder. Stübner. lau- ter Gnad' All' 311. = ru- sa- lem, Herr Je su, hei- Be an- ge- nehm, Wenn Sün- der sich beWenn ich vor dir mit Buß' er- schein' Und ü= ber mei- ne Sün- de wein', So tilgst du mir aus Mis= se= that, Die mich bisher ge= quä= let hat. 2. Wenn deines Vaters Zorn ent- Wer auf ihn sein Vertrauen ſetzt, brennt Von wegen meiner Sünde, Den blickt Gott an voll Gütigkeit Zu jeder Zeit Zu deinen Thränen ich mich wend', Da ich Erquickung finde. Vor Gott sind sie so hoch geschätzt! Und sein betrübtes Herz erfreut. 3. Hier muß ich auch im Thränenhaus puu Heilsordnung. 268 Vor großer Angst oft weinen, Der Welt aushalten manchen Strauß, Sie martert stets die Deinen; Auf allen Seiten, wo sie kann, Fängt sie mit mir zu hadern an. Dies tröstet mich zu aller Frist: Herr Jesu Christ, In Noth du auch gewesen bist! Mel. Ewigkeit, du Donnerwort. Pb G 4. Für deine Thränen dank' ich dir, Daß du die Freudenkrone, Herr Christ, dadurch erworben mir Bei dir im Himmelsthrone. O nimm mich nach vollbrachtem Lauf Zu deinen Auserwählten auf! So will ich freudig singen dir, Ohöchste Zier, Blaube. 312. Für deine Thränen für und für. Johann Heermann. Mein Glaub' ist mei- nes Le bens Ruh' Und führt mich Ach, gieb mir, Herr, Be- ständigkeit, Daß die- sen = deinem Himmel zu, D du, an den ich glau- be! Trost der Sterb- lich- keit nichts mei- ner See- le rau- be! ist, ein Christ zu sein. 2. Du hast dem sterblichen Geschlecht Tief präg' es meinem Herzen ein, Welch Glück es I Zur sel'gen Ewigkeit das Recht Durch deinen Tod erworben. Nun bin ich nicht mehr Asch' und Staub, Nicht mehr des Todes ew'ger Raub, Du bist für mich gestorben! Mir, der ich dein Erlöster bin, Ist dieses Leibes Tod Gewinn. 3. Ich bin erlöst, ich bin ein Christ! Mein Herz ist ruhig und vergißt Die Schmerzen dieses Lebens. Ich dulde, was ich dulden soll, Und bin des hohen Trostes voll: Ich leide nicht vergebens! Gott selber mißt mein Theil mir zu, Hier kurzen Schmerz, dort ew'geRuh'. 4. Was seid ihr Leiden dieser Zeit, Wenn ich auf jene Herrlichkeit Mit froher Hoffnung schaue? Bald ruft mich Gott, und ewiglich Belohnet und erquickt er mich, Weil ich ihm hier vertraue. Bald, bald verschwindet Mie Schmerz, Und Himmelsfreuden schmeckt mein Herz! aller Glaube. 5. Der du den Tod für mich bezwangst, Du hast mich, Mittler, aus der Angst, In der ich lag, gerissen! Dir, dir verdank' ich meine Ruh', Denn du heilst meine Wunden zu Und stillest mein Gewissen; Und fall' ich noch in meinem Lauf, So richtest du mich wieder auf. Mel. O Gott, du frommer Gott. be 269 6. Gelobt sei Gott! ich bin ein Christ, und seine Gnad' und Wahrheit ist An mir auch nicht vergebens. Sein Wort hilft mir zur Heiligung; Die Gnade wirkt Erneuerung Des Herzens und des Lebens. Jch fühle, daß des Geistes Kraft Den neuen Menschen in mir schafft. 7. Dank sei dir, Vater, Dank und Ruhm, stehen; Fle- hen. Daß mich dein Evangelium Lehrt glauben, hoffen, lieben! Was mir schon jetzt in dieser Zeit Den Vorschmack giebt der Seligkeit, Wie sollt' ich nicht das üben? O präg' es meinem Herzen ein, Welch Glück es ist, ein Christ zu sein. Münter. 313. Herr, ohne Glau- ben kann Kein Mensch vor dir beDrum wend' ich mich zu dir Mit de- muths- vol- lem D zün- de selbst in mir Den wah- ren Glauben an, Weil ich durch mei- ne 2. Laß mich, Gott, daß du seist, Mit Ueberzeugung glauben. Nichts müsse mir das Wort Aus meinem Herzen rauben, Daß du dem, der dich sucht, Stets ein Vergelter seist Und hier und ewig ihn Mit deinem Heil erfreust. Kraft Ihn mir nicht ge- ben kann. Gieb, daß ich dir im Glück Und Unglück stets getreu Und durch des Glaubens Kraft Allzeit gehorsam sei. 4. Lehr' mich, mein Jesu, dich Im Glauben recht erkennen, Dich meinen Herrn und Gott, Trost, Schutz und Heiland nennen. 3. Herr, laß mich auf dein Wort Lehr' mich im Glauben thun, Von ganzem Herzen trauen Und stets auf deine Treu' Und Wahrheit feſte bauen. Was mich dein Wort gelehrt, Daß dich Herz, Mund und That Als meinen Heiland ehrt. 270 5. Mein König und Prophet, Komm, herrsch' in meiner Seele, Regier' und führe mich, Damit ich ja nicht fehle. Du sollst mein König sein, Dem ich gehorchen will, Mein Lehrer und Prophet, Deß Willen ich erfüll'. Heilsordnung. 7. Ach Jesu, stärke mich In diesem meinem Glauben; Laß mir ihn weder Tod, mi dult Noch Welt, noch Teufel rauben. 6. Ich will auch, Herr, an dich Bleib durch den Glauben stets Genau mit mir vereint; Als Hohenpriester gläuben; So bin ich dein, du mein, O theurer Seelenfreund! Laß, Jesu, dein Verdienst Den Grund des Glaubens bleiben. Mel. Allein Gott in der Höh'. E Ich Als mir ihn nur im O glücklich, wenn mein Geiste Hierauf sich treu und fest Als auf sein einzig Heil Und wahren Trost verläßt. 314. rau= ben, Glau= ben. weiß, an wem mein Glaub' sich hält; Kein Feind soll Bür- ger einer beff'- ren Welt, Leb' ich hier Je sus mir er 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit; Durch dich, Herr, werd' ich siegen. Ich kämpfe für die Ewigkeit; Wie könnt' ich da erliegen? Der du für mich den Tod geschmeckt, Du bist es, der mich mächtig deckt; Was kann mir denn nun schaden? 3. O Herr! du bist mein höchster Ruhm, Mein bester Trost im Leben; Einst wirst du mich, dein Eigenthum, Zu deinem Reich erheben. 050 Busch. Dort schau' ich, was ich Hier ge- glaubt, Wer ist, der mir das Erb- theil raubt, Das = wor= ben? Von fern glänzt mir mein Kleinod zu; Du schaffest nach dem Streit mir Ruh' Und reichst mir meine Krone. 4. Herr, lenfe meines Geistes Blick Von dieser Welt Getümmel Auf dich, auf meiner Seele Glück, Auf Ewigkeit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit Vergeht und währt nur kurze Zeit. Im Himmel sei mein Wandel. Glaube. 271 5. Jetzt, da mich dieser Leib be- Dort wird er sichtbar, wenn dein Bild In mir sich ganz verkläret. 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, O Herr, durch deine Leiden; Auf deinen Tod bin ich getauft: Wer will von dir mich scheiden? Du zeichnest mich in deine Hand; Herr, du bist mir, ich dir bekannt, Mein sind des Himmels Freuden. schwert, Ist mir noch nicht erschienen, Was jene bessre Welt gewährt, Wo wir Gott heilig dienen. Dann, wenn mein Auge nicht mehr weint, Wenn mein Erlösungstag erscheint, Dann werd' ich's froh empfinden. 6. Nur dunkel seh' ich hier mein Heil; 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! Empfinde sie, o Seele! Dort ist mein Auge heiter. Hier ist die Schwachheit noch mein Erhebe Gott, o Seele! Theil: Dort ist sie es nicht weiter. Hier ist mein Werth mir noch verhüllt; Vom Tand der Erde unentweiht, brennen, fen= nen, Der Erde glänzend Nichts vergeht; Nur des Gerechten Glück besteht Durch alle Ewigkeiten. Sturm. 315. Mel. Es ist das Heil uns kommen. | ej|. Herr, laß des wah- ren Glaubens Schein In mei- nem Her- zen Dich, der du wah- rer Gott al- lein, Le- ben- dig zu er= So, wie dein Strahl, du ew'- ges Licht, Aus dei- nes Wortes Spie- gel bricht, Das du uns noch willst gön- nen! 2. Laß mich bei dieses Lichtes Nur deine Wahrheit, Gnad' und Kraft, Glanz Dich hier im Glauben schauen, Mein Heil auf diesen Felsen ganz Von Grund der Seele bauten. Wenn uns dein heilig Wort verspricht, Du wollst den Tod des Sünders nicht, Hilf mir auf dies vertrauen! 3. Laß nach des Glaubens Eigenschaft Mich, bis ich werd' erfalten, Als wie drei Säulen, halten; So hat mein Herz genug daran; Denn Gott, mein Vater, will und kann Ob Leib und Seele walten. 4. Gieb meinem Glauben frischen Muth Und täglich neue Stärke, Und halt' es, Vater, mir zu gut, Wenn ich oft Schwachheit merke. 272 Bring' du mein glimmend Docht empor Und brich nicht das zerstoß'ne Rohr! Denn das sind Gottes Werke. 5. Laß ihn nur wie ein Senfforn sein, Doch wurzeln, wachsen, keimen, Und pflanz' ihm Lebensfrüchte ein Gleich auserwählten Bäumen, Die Gutes tragen dir zum Ruhm; Denn sie sind nicht dein Eigenthum, Die ihre Frucht versäumen. 6. Du Geist des Glaubens, mach' mit Gott Heilsordnung. Mel. O Gott, du frommer Gott. e ste het, : ge= het ● Im Glauben mich verbunden, Und stärke mich in Kampf und Noth, Bis ich den Herrn gefunden! Die Sünde scheidet mich und dich; Ach führe du im Glauben mich Zu Gott durch Christi Wunden! 7. Gieb, daß ich endlich meinen Geist In Gottes Vaterhände, Wann er sich aus dem Kerker reißt, Mit wahrem Glauben sende, Und thu' mir nach vollbrachtem Lauf Durch Jesum dort die Heimat auf, Als meines Glaubens Ende! Hiller. 316. F = C Ver su chet euch doch selbst, Ob ihr im Glau- ben Ob Christus in euch Ob ihr ihm auch nachiſt, 12 In Demuth und Ge- duld, In Sanftmuth, Freundlichkeit, In Lieb' dem Näch- sten stets Zu die- nen seid bereit. 4. Er nimmt mit Freuden an, Was Gott im Wort verkündet; Der Glaube schwingt sich auf, Die Hoffnung wird begründet; Die hält in jeder Noth Sich an dem Worte fest, Daß Gott uns alle Ding' Zum Besten dienen läßt. 2. Der Glaube ist ein Licht, Im Herzen tief verborgen, Bricht als ein Glanz hervor, Scheint als der helle Morgen, Erweiset seine Kraft, Macht Christo gleich gesinnt, Erneuert Herz und Muth, Macht uns zu Gottes Kind. 3. Er schöpft aus Christo Heil, Gerechtigkeit und Leben, Und will, was er empfing, Dem Nächsten wiedergeben. Dieweil er überreich In Christo worden ist, Preist er die Gnade hoch, Bekennet Jesum Christ. 5. Im Glauben wissen wir, Daß Gott den Sohn gegeben, Der uns dem Tod entreißt Und führt zum ew'gen Leben. Und weil wir Gottes Lieb' In seinem Sohn erkannt, So ist von Gegenlieb' Auch unser Herz entbrannt. 6. Die Liebe dringt empor, Mit Gott sich zu verbinden; Sie kann in ihm allein, Was sie verlanget, finden. Den Nächsten liebet fie, Wie Gott uns hat geliebt; Und fluchet uns der Feind, Sie segnet und vergiebt. 7. So prüfe dich denn wohl, Ob Christus in dir lebet; Denn Christi leben ist's, Wonach der Glaube strebet. Mel. Lobt Gott, ihr Christen. Glaube. 317. Wie hat's die See- le doch so gut, Die sich dem daß sie Je- sum liebt! 2. Still wandelt sie an seiner Hand, Ein selig Kind des Lichts, Das Antlitz hin zu ihm gewandt, Und scheut und fürchtet nichts. Mel. Herzliebster Jesu. b Erst machet er gerecht, Dann heilig, wirket Lust Zu allem guten Werk; Sieh, ob du auch so thust. 8. Gieb diesen Glauben mir, O Herr, verleih ihm Stärke; Er bringe stets in mir Die Frucht der guten Werke! Wo Licht ist, geht der Schein Freiwillig davon aus. Du bist mein Gott und Herr, Bewahr' mich als dein Haus. Breithaupt. 3. Sie ziehet muthig ihre Bahn; Mit ihm wird nichts zu schwer, Und Erdenlust und eitler Wahn Verlocken sie nicht mehr. 4. Sie geht getrost, heißt er sie gehn, Sie weiß, er ist ihr Hort; Herrn er= giebt, Die nichts mehr will und nichts mehr thut, Als 273 P 318. Kann sie doch seine Liebe sehn, Glaubt sie doch seinem Wort! 5. Sie trägt geduldig ihre Last, Bis seine Stunde schlägt; Sie weiß: er gönnt ihr wieder Raſt, Der treu die Schwachen trägt. 6. Ach ja, die Seele hat es gut, Die sich dem Herrn ergiebt, Die nichts mehr will und nichts mehr thut, Als daß sie Jesum liebt! ( Knapp's Liederschak.) c.. Gieb dei- nen Frie- den uns, o F Herr der Stär- ke! Jm 18 274 Frie- den nur ge- dei- hen deine Werke. Daß wir im Kampf mit Sünde nicht er- mü- den, Stärk' uns dein Frie- den! 2. Des Lebens Tag ist schwül; Gieb Hoffnung, daß des Glaubens des Lebens Abend Ehrenkrone Oft stürmisch noch und wenigen nur labend. Ach, es bedarf das Herz im Staub hienieden, Herr, deinen Frieden! Heilsordnung. 3. Gieb Frieden, daß die fromme, dir getreue, Oft schwergeprüfte Seele sich erneue, Daß sie nicht muthlos hingerissen werde Vom Geist der Erde! 4. Gieb, wie den Vätern, die dir wohlgefallen, Auch uns den Frieden, die im Kampf noch wallen! & Mel. Lobe den Herren, den mächtigen. Be= bens. lein Al- les ist eu= er, Dem Sieger lohne! 5. Das ganze Leben auf der dunkeln Erde Ist, ach, ein Streit mit Sorgen und Beschwerde. O birg uns, Herr, in deines Friedens Schatten, 319. Wenn wir ermatten! 6. Und wenn zuletzt wir mit dem Tode ringen, Deck' uns dein Engel, Herr, mit mächt'gen Schwingen Und trag' uns hin, von allem Kampf geschieden, Zum ew'gen Frieden! Tönen die o Wor- te des Le= bens! Fühl' sie, Ver- trau- ter des Mittlers, voll hei- li- gen Garve. e= wi= gen Al= les ist dein! Ir- di- schen Menschen alWorte ver= ge = bens. 2. Göttliche Würde, entzückende Hoheit des Christen! Ist er gleich dürftig, ein Waller in traurigen Wüsten, Findet er gleich Thoren geachtet und reich: Wie kann nach Eitlem ihn lüsten? 3. Immer das Auge gerichtet nach heiligen Höhen, Sieht er die Güter der Thoren im Sturme verwehen. Wohl ihm, er faßt Statt der vergänglichen Last Güter, die nimmer vergehen. Glaube. 4. Alle Geschenke der Erde, die Menschen umgeben, Dinge, die fünftig die Allmacht des Schöpfers erheben, Leben und Tod Ist euch auf Gottes Gebot Unter die Füße gegeben. Mel. O, daß ich tausend Zungen. 275 5. Alles ist euer! o Christen, vom Heiligthum nieder Schauet der Mittler auf seine ihm ähnlichen Glieder; Lächelt und spricht, Frieden und Gnad' im Gesicht: Alles ist euer, ihr Brüder! re- den und nicht thun? wal- lend Herz je ruhn? 6. Seid ihr auch elend, verlassen und krank und gefangen, Rinnen die Zehren des Kummers von bleichenden Wangen: Droben im Licht, Freut euch, da rinnen sie ht, Dort ist das Alte vergangen. 7. Singt denn, ihr künftigen Herrscher, in heiliger Feier Eure unendliche Herrlichkeit, die euch so theuer 320. 2. Drum sucht bei dir die Seele Frieden, Verleih ihn du, o Jesu, mir! Und trifft mich Prüfung noch hienieden, Jesus erwarb, Als er auf Golgatha starb. Amen, ja alles ist euer! Sollt' er ver- spre- chen und nicht hal = Kann je der Wahr- heit Kraft ver- al = Schubart. ten? Sollt' er nur ten? Sein lie= benein, sein Wort steht fel- sen- fest; Wohl dem, der sich auf ihn ver= läßt! Behalte du mich fest an dir, Daß ich mit Glaubensfreudigkeit Zu dir vollende meine Zeit. ( Berliner Gesangbuch.) 18* 276 Mel. Wachet auf, ruft uns. 6 6 C Heilsordnung. 321. THE LOVE Auf, em por mit Mich durchströmt des je= nen heil'== gen meines Le= bens feit ent- quillt! Chri- sti Bild. Adlers= flü- geln, Mein Geist, zu Him- mels Won= ne, Der Herr ist Hügeln, Von Son= ne, Ich A die Se- ligwo bin ver- klärt in Mir ward das theu- re Pfand: Gott hat in Î J sei- ne Hand Mich ge- zeich= net. Zu ihm em- por, Der Und schwebt empor zu Gottes Thron. Nicht mehr unterm Sündenfluche: Mein Name steht im Lebensbuche, Geschrieben von dem ew'gen Sohn. Getilgt ist meine Schuld Durch Christi Gnad' und Huld; O Erbarmer! Aus Angst und Noth, Von Sünd' und Tod Errettest du, mein Herr und Gott! 3. Geist vom Vater und vom Sohne! Du bringst das Siegel mir vom Throne, Das Zeugniß, Gottes Kind zu sein. Herr, du zählst mich zu den Deinen; Die Gnadensonne seh' ich scheinen, Des Himmels Seligkeit ist mein. dich er= for, Mein Geist, und sing' im höhern Chor! 2. Heller flammt der frohe Glaube; Gesalbt bin ich vom Herrn; Mein Geist erhebt sich von dem Es strahlt der Morgenstern Staube Mir im Herzen. Im Jubelton Preis ich den Sohn Und schwinge mich zu seinem Throu. 4. Wenn auch noch im Staubgewande: Schon sind gesprengt des Todes Bande; Ich leb' im ew'gen Sonnenschein. Ohne Mängel und Gebrechen, Von Sünden frei und frei von Schwächen, Geh' ich dereinst zum Himmel ein. In Jesu Opfertod Blüht mir das Morgenroth Ew'gen Lebens. Mich schrecken nicht Grab und Gericht; Der Glaube führt zum ew'gen Licht. 811 Glaube. 5. Jesu! Jesu! welch Erbarmen! Du hast mich dir geweiht, Mir deine Herrlichkeit Offenbaret. Du giebst die Seligkeit mir Armen, Der ich des Heils so unwerth bin! Du hast mich den Finsternissen, Dem Fluch des ew'gen Tods entrissen; Herr, ich bin dein, Und du bist mein; So laß es ewig, ewig sein! Engstfeld. Anbetend sink' ich vor dir hin. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 5 #EJ 322. Nach Hammerschmidt. 1658. Vers. v. Kühnau. 277 Mei- nen Frie- den geb' ich euch! Al- so hat der Herr ver- heiBen. Auf, mein Herz, die Sor- gen fleuch! Er wird aus der € Angst dich rei= ßen. Sei ge= trost und un- verzagt, # Glau- be, was er zu= ge= fagt! 2. Herr, du hältst, was du ver- Bist der Grund des neuen Lebens. sprichst, Rühre mich mit deiner Kraft, Die den neuen Menschen schafft. Giebst noch immer deinen Frieden, Wenn du in die Herzen brichst Mit dem Wahrheitsglanz hienieden. Kehre eilig bei mir ein, Laß in dir mich selig sein! 3. Güter, die die Erde giebt, Sind nur mangelhafte Gaben; Ewig, Herr, wird, wer dich liebt, In dir volle G'nüge haben. Schütte auf mein ganzes Haus Deine Gnadenfülle aus! 4. Ohne dich vermag ich nichts; Eignes Ringen ist vergebens. Du allein, o Quell des Lichts, Durch die sturmbewegten Wellen, 5. Führe du mein Glaubensschiff Das es nicht am Felsenriff Banger Zweifel mög' zerschellen! Wenn ich's nicht mehr lenken kann, So sei du der Steuermann! 6. Rette mich in jenen Port, Wo die Erdenstürme schweigen, Und vor dir, o Gnadenhort, Alle Seligen sich neigen! Dann in deines Vaters Haus, Werf' ich meinen Anker aus. Bähr. 278 Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen. ¤ · lp• Hier Got- tes Kinder und dort Er ben Als Je= su Um die- sen Namen laßt uns wer- ben, Er ist der Heilsordnung. 323. = Christi Ei gen= Gnade Werk und Ruhm! wir er= fo= ren, Da- nach das Herz sich sehnt und schlägt, Bis Mel. Wachet auf, ruft uns. 16 € thum!} Zeug- niß in sich trägt. 2. Dann ist uns wohl, und doch das Beste, Das Herrlichste ist noch voraus. Hier sind wir Fremdlinge und Gäste, Im Himmel heimisch und zu Haus. Hier gilt es kämpfen, leiden, sterben; Doch nur getrost, es kommt die Zeit, Da Gottes Kinder alles erben Im Stand der ew'gen Herrlichkeit! es, aus Got- tes Geist ge bo= ren, Der Kind- schaft CP Das sei das Theil, das Herr, welch Heil kann 3. Drum freuet euch, wenn eure Namen Im Himmel angeschrieben stehn! Die hier zu solcher Ehre kamen, Die sind wahrhaftig angesehn. Die treu hier glauben, hoffen, lieben, Schreibt Gott in's Buch des Lebens ein, Und dort im Himmel angeschrieben, Das heißt gut angeschrieben sein! Spitta. 324. ich er= rin= gen! In welche du Wort voll heil' gen Be= bens, Und doch voll Höh'n darf ich mich Wonn' und ew'= gen Him- mel sein! Wan- del sein! Flo wer ich Glaube. schwingen! Mein Wan- del soll im Le= bens: Im Him- mel soll mein 279 Ich sin= ke staunend hin, Jch ah= ne, bin, Wer ich sein kann. Ich trage noch Des # To- des Joch; Jm Him- mel soll ich wan- deln doch. 2. Schwing' ich denn zu diesen Höhen, Und lern' im Lichte Gottes sehen, Wer du, versöhnte Seele, bist. Mit dem seligsten Entzücken Wirst du in diesem Licht erblicken, Wer, Seele, dein Versöhner ist. Du, durch sein Opfer rein, Bist stark, dich ihm zu weihn Ohne Wanken, Er, Gottes Sohn, Giebt reichen Lohn Den Gläubigen an seinem Thron. 3. Wort vom Anfang, Eingeborner, Eh' du herabkamst, Auserkorner, Lag auf dem Erdkreis Dunkelheit; Du erschienst, du Licht vom Lichte, Wir schau'n in deinem Angesichte Nun deines Vaters Herrlichkeit; Nicht Wahrheit nur, auch Ruh' Strahlst du uns, Gottmensch, zu: Scelenfrieden. 4. Wenn die Seel' in tiefe Stille Versunken ist, wenn ganz ihr Wille Der Wille deß ist, der sie liebt; Wenn ihr inniges Vertrauen, Ihr freudig Hoffen fast zum Schauen Emporsteigt, wenn sie wieder liebt; Und nun wahrhaftig weiß, Dein Kampf und Todesschweiß, Gottversöhner, Dein Blut am Kreuz, Dein Tod am Kreuz Versöhn', o Herr, versöhn' auch sie: 5. O dann ist ihr schon gegeben Ihr neuer Nam' und ew'ges Leben, Im Himmel ist ihr Wandel dann. Stark, den Streit des Herrn zu streiten, Sieht sie die Krone schon von weiten, Die Kron' am Ziel, und betet an. Preis, Ehr' und Stärk' und Kraft Sei dem, der neu uns schafft, Ihm zu leben! Für uns verbürgt, Bist du erwürgt. Du hast's vollbracht: Tes Irrthums Nacht, Der Sünde dunkle Nacht ist hin. Anbetung, Ruhm und Dank ſei dir. 280 6. Preis sei dem, der auf dem Throne Mel. Wie schön leuchtet. Heilsordnung. Der Himmel sitzt, Preis sei dem Sohne, Jhm, der da ist und der da war! Dort werden wir, Lauter Weisheit, Gnad' und Stärke Barmherz'ger, dir Und Wunder sind, Herr, deine Ein Lob bereiten für und für. Werke, Klopflock. 購 Dort sind sie ganz und offenbar. Dort strahlt dein Angesicht Jm reinsten Himmelslicht Allen Frommen. 325. Wie groß ist un fre Se- lig- keit, O Gott, schon in der Wenn unser Herz sich dir er- giebt Und treu in Je su = 11 Prü- fungs- zeit, Selbst unter viel Be- schwer- den, Dienst sich übt! Wie groß wird sie einst wer- den, Wenn sich herr- lich Je- nes Leben wird an he- ben, wo man Freu= Und Bundesvolk zu heißen! Bei dir ist unser Vaterland, Und wer will deiner starken Hand, Allmächt'ger, uns entreißen? Wenn wir gleich hier Müssen streiten und zu Zeiten schwach uns finden, Hilfst du doch uns überwinden. 3. Du deckest unsre Schulden zu, Schenkst unsern Seelen wahre Ruh' Und stärkest uns mit Freude. Dein Sohn ist unser Haupt und id in Ruhm, den Ern- tet von der Saat der Lei= den! 2. O wie erhaben ist das Recht, Wir sein erkauftes Eigenthum Das du uns giebst, Herr, dein Und Schafe seiner Weide. Gutes Muthes Geschlecht Sind auf Erden in Beschwerden unsre Seelen. Herr, was kann bei dir uns fehlen? 4. Es bleibet zwar der hohe Werth Der Gnade, die uns widerfährt, Verborgen hier auf Erden: Doch wenn dereinst vor aller Welt Er, unser Haupt, Gerichtstag hält, Dann wird er sichtbar werden. Alsdann sieht man Ihn mit Kronen uns belohnen und mit Ehren Für sein treues Volk erklären. An Glaube. 5. Wie selig, Gott, sind wir Der kurzen Leiden Bürde. Herr, gieb den Trieb In die Seelen, dich zu wählen und das Leben Ganz in Jesu Dienst zu geben. 3. Euf. Schmidt. alsdann, Wie viel hast du an uns gethan, Wie groß ist unsre Würde! Laß auf sie sehn uns jederzeit, So tragen wir mit Willigkeit Mel. Nun freut euch, lieben. ure feh= len; wäh= len. 326. Gf E Der Herr ist mein ge treuer Hirt, Mir wird kein Gu- tes Der Hü- ter, der nicht schläft noch irrt, Kann mir nur Heil er11 281 Er weidet mich auf grüner Au Und spen- det mir des Le- bens Thau Vom Gei- ste seiner Gna- de. 2. Er führet mich zum reinen Quell, 4. Du machst mir meinen Tisch bereit Der mein Gemüth beglücket, Zum Wasser, welches frisch und hell Den schwachen Muth erquicket. Er leitet mich auf rechter Bahn, Er nimmt sich meiner Seele an, Um seines Namens Willen. 3. Und ob ich wall' im finstern Thal, Fürcht' ich doch keinen Schaden; Sein Auge wachet überall, Ich bin der Sorg' entladen. Sein Stab und Stecken trösten mich, Auf seine Treu' und macht kann ich Gar ruhig mich verlassen. Mel. In dich hab' ich gehoffet. 圈 Im Auge meiner Feinde, Verscheuchest Angst und Traurigkeit, Sprichst freundlich zu dem Freunde. Du salbst mein Haupt mit Del, du schenkst Mir voll den Becher ein und lenkst Zum Himmel hin mein Sehnen. 5. Ja, Gutes und Barmherzigkeit Wird Lebenslang mir werden; Ich bleib' im Haus des Herrn die Zeit, Die ich noch leb' auf Erden; Und ist des Lebens Wallfahrt aus, Dann trägt mich in sein Vaterhaus Der Flügel treuer Liebe. J. F. v. Meyer. 327. e Ich freue mich, mein Gott, in dir, Du bist mein Trost, und 282 Heilsordnung. HE was kann mir In deiner Liebe feh 12 mein Und ich 2. Du hast mich Und deinen Kindern zugezählt, Mag mich die Welt doch hassen. Du liebst mein Wohl, Wirst gnadenvoll Mich nimmermehr verlassen. 3. Du trägst mich Sünder mit Geduld, Vergiebst in Christo mir die Schuld, Wenn ich aus Schwachheit fehle. Du giebst mir Theil An seinem Heil: Dies tröstet meine Seele. 4. Du bist mir der bewährte Freund, Der es am besten mit mir meint, Wo find' ich deines Gleichen? Du stehst mir bei Und bleibst mir treu, Wenn Berg' und Hügel weichen. 5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, Mein Fels und Heil; drum frag' ich nicht 16 bin dein: Was man- gelt mei- ner See= len? von der Welt Nach Himmel und nach Erde. erwählt Herr, ohne dich Ist nichts für mich, Daß mir erfreulich werde. 6. Du bist mein allerhöchstes Gut, Darauf mein ew'ges Wohl beruht; In dir bin ich zufrieden. Wie dort, so hier, Herr, bleiben wir In Liebe ungeschieden. 7. Du läßt mir's ewig wohl er= gehn; Mel Jesu, meine Freude. O = 328. Wie ge- trost und hei= ter, Al- le, die dir trau- en, b Machst du mei- nen Geist! Wo du sie er= freust. len? Du, Herr, bist Einst werd' ich dich noch näher sehn, Du Ursprung aller Freuden! An dir wird sich Dann ewiglich Mein ganzes Herze weiden. 8. Noch hat's kein menschlich Ohr gehört, Was uns dein Himmel einst gewährt; Doch seh' ich's schon im Glauben. Vollkommnes Heil Ist da mein Theil, Das wird mir niemand rauben. Salomo Siscow. JJ Du Ge- be ne= Führst du zu den dei- ter, Au- en, Nie- mals wird bei dir, o Hirt, Glaube. Freund und Trö- ster mei- ner See- len, Mir Er- quickung fehlen. 2. Deinen Nath ergeben Freu' ich mich zu leben; Was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher; Du, mein Seligmacher, Rüstest mich mit Muth. Wenn die Welt erbebt und fällt, Wenn Gericht und Hölle schrecken, Willst du mich bedecken. 3. Ich kann ohne Grauen Gräber vor mir schauen, Mein Erlöser lebt. Ich weiß, wem ich glaube, Weiß, daß aus dem Staube Mich sein Arm erhebt. Todestag, dein Schrecken mag Eines Frevlers Herz erschüttern: Was brauch' ich zu zittern? 4. Auch in mir ist Sünde, Doch ich überwinde Sie, mein Hort, durch dich. Sink' ich oft noch nieder, Du erhebst mich wieder, Du begnadigst mich. Deine Huld tilgt meine Schuld; Nie entziehst du deinem Knechte Der Erlösten Rechte. 5. Daß ich Gott erkenne Und ihn Vater nenne Und mich ewig sein, Daß ich hier am Grabe Trost und Hoffnung habe, Dank' ich dir allein. Daß dein Geist mich unterweist Und mich führt auf deinem Pfade, Das ist deine Gnade. 6. Der du Blut und Leben Für mich hingegeben, Daß in meiner Noth Ich nicht hülflos bliebe: Groß ist deine Liebe, Stärker als der Tod. 283 Herr, und ich, ich sollte mich Deiner Huld nicht dankbar freuen, Dir mein Herz nicht weihen? 7. Würdig dir zu leben, Dies sei mein Bestreben, Meine Lust und Pflicht. Was die Welt vergnüget, O mein Heil, das g'nüget Meiner Seele nicht. Hab' ich dich, wie gern will ich Das, wonach die Heiden trachten, Reich in dir, verachten! 8. Deinen hohen Frieden Schmeck' ich schon hienieden, Und was hoff' ich dort! Unbegrenzte Zeiten Voller Seligkeiten Hoff' ich auf dein Wort. Die sind mein durch dich allein; Bleib' ich dir getreu im Glauben, Wer kann sie mir rauben? 9. Voll von deiner Güte, Jauchzet mein Gemüthe, Gott, mein Heiland, dir. Dieser Geist der Freuden Stärke mich im Leiden, Weiche nie von mir. Laß mich so, beherzt und froh, Einst durchs Thal des Todes dringen, Dort dein Lob zu singen. C. F. Neander. медура 284 Christliches Leben. € 6. Chriftliches Leben. Bottvertrauen. 329. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Du sollst in allen Sa- chen Mit Gott den Anfang ma- chen Aus Schuld und treu- er Pflicht. Wem hast du Dank zu ge- ben Für al= les Heil und Leben? Nur ihm; von dir entspringt es nicht. 2. Der Mensch mit seinem Dichten Weiß wenig auszurichten, Was gut zu heißen sei. Was will dein eitles Sinnen, Du armer Staub, beginnen, Steht dir nicht seine Hülfe bei? 3. Drum sei nicht zu verwegen Auf deines Lebens Stegen, Und such' nicht eig'nen Ruhm. Dir sollst du nicht vertrauen, Auf deine Kraft nicht bauen, Sie ist ja nicht dein Eigenthum. 4. Klopf' an die Himmelpforten Mit starken Glaubensworten, Da bitte Beistand aus; Daher wird Segen fließen Und reichlich sich ergießen Auf dich und auf dein ganzes Haus. 5. Wo Gott die Hand dir reget, Den Grund zur Arbeit leget, Da zieht der Segen ein; Entzieht er seine Gnaden, So muß das Werk mißrathen, Wie trefflich auch die Meister sei'n. Tscherning. 330. 1710.( rhythm.) e Gott, Du Brunn- quell gu- ter Ohn' den nichts ist, was ist, Von dem wir al= les Gott, du from mer Ga= ben, ha= ben: 1 Gottvertrauen. Ge- sun- den Leib gieb mir, Und daß in sol- chem 77 Seel' Und rein Ge- wis- sen bleib'. An Neichthum, Gut und Geld: So gieb auch dies dabei, Daß von unrechtem Gut Nichts untermenget sei. Leib in' un- ver= letz- te 2. Gieb, daß ich thu' mit Fleiß, Was mir zu thun gebühret, Wozu mich dein Befehl In meinem Stande führet; Gieb, daß ich's thue bald, Zu der Zeit, da ich soll; Und wann ich's thu', so gieb, Daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, Womit ich kann bestehen; Laß kein unnützes Wort Aus meinem Munde gehen; Und wenn in meinem Amt Ich reden soll und muß, So gieb den Worten Kraft Und Nachdruck ohn' Verdruß. 4. Find't sich Gefährlichkeit, So laß mich nicht verzagen. Gieb einen Heldenmuth, Das Kreuz hilf selber tragen. Gieb, daß ich meinen Feind Mit Sanfmuth überwind', Und wenn ich Rath bedarf, Auch guten Rath erfind'. 5. Laß mich mit jedermann In Fried' und Freundschaft leben, So weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben 6. Soll ich auf dieſer Welt Mein Leben höher bringen, Durch manchen sauren Tritt Hindurch in's Alter dringen: So gieb Geduld, vor Sünd' Und Schanden mich bewahr', Auf daß ich tragen mag Mit Ehren graues Haar. 285 7. Laß mich an meinem End' Auf Christi Tod abscheiden; Die Seele nimm zu dir Hinauf zu deinen Freuden; Dem Leib ein Räumlein gönn' Bei seiner Eltern Grab, Auf daß er seine Nuh' An ihrer Seite hab'. 8. Wenn du die Todten wirst An jenem Tag erwecken, So thu' auch deine Hand Zu meinem Grab ausstrecken: Laß hören deine Stimm', Und meinen Leib weck' auf, Und führ' ihn schön verklärt Zum auserwählten Hauf. J. Heermann. 331. n. Fischer.( Erfurt.) Al= les ist an Gottes Segen und an seiner 286 $ H€ Gnad' ge- le- gen Ue- ber al- les Geld und Gut; Wer auf Gott sein' 6 黄 Christliches Leben. Hoff- nung se bet, = 16 Der be hält ganz un ver le= bet II Ginen freien Hel- den= muth. 2. Der mich hat bisher ernähret Und so manches Glück bescheret, Ist und bleibet ewig mein; Der mich wunderbar geführet Und noch leitet und regieret, Wird forthin mein Helfer sein. 3. Viele mühen sich um Sachen, Die nur Sorg und Unruh' machen Und ganz unbeständig sind. Ich begehr', nach dem zu ringen, Was der Seele Ruh' kann bringen, Und man hier gar selten find't. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken: Was ich wünsche, wird sich schicken, So es anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben Hab' ich seiner Gnad' ergeben und ihm alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen Mein Verlangen zu erfüllen; Es hat alles seine Zeit. Ich hab' ihm nichts vorzuschreiben, Wie Gott will, so muß es bleiben, Wann Gott will, bin ich bereit. 6. Soll ich hier noch länger leben, Will ich ihm nicht widerstreben, Ich verlasse mich auf ihn. Ist doch nichts, das lang' bestehet, Alles Irdische vergehet Und fährt wie ein Strom dahin. Kohlros. 332. Ursprünglich weltlich von Gesius. Geistlich n. Praetorius. 1607. 12 Auf mei- nen lieben Gott Trau' ich in Angst und Noth. Der kann mich all- zeit ret= ten Aus Trüb- sal, Î Angst und Nö- then; Mein Un- glück kann er wen- den, Es Gottvertrauen. steht in seinen 2. Ob mich mein' Sünd' ansicht, Will ich verzagen nicht, Auf Christum will ich bauen Und ihm allein vertrauen. Ihm will ich mich ergeben Jm Tode wie im Leben. Händen. Mel. Aus tiefer Noth. fel. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, Ist sterben mein Gewinn, Und Christus ist mein Leben; Dem hab' ich mich ergeben: Ich sterb' heut' oder morgen, Mein' Seel' wird er versorgen. 4. O mein Herr Jesu Christ, Der so geduldig ist Für mich am Kreuz gestorben, Hast mir das Heil erworben, Üns allen auch beschieden Den ew'gen Himmelsfrieden. 5. Amen, zu aller Stund' Sprech' ich aus Herzensgrund: Du wollest selbst uns leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, Auf daß wir deinen Namen Ewiglich preisen. Amen! Weingärtner. 333. 287 Wie Gott mich führt, so will ich gehn, Ohn' al= les Ge- schieht, was er mir aus- er- sehn, Wird mir's an Ei= genkei- nem wäh- len; Wie er mich führt, so geh' ich mit Und fol- ge feh- len. willig Schritt vor Schritt Jn kind- li- chem Ver= trau= en. 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still Und folge seinem Leiten, Obgleich im Fleisch der Eigenwill' Will öfters widerstreiten; Wie Gott mich führt, bin ich bereit, In Zeit und auch in Ewigkeit Stets seinen Rath zu ehren. 3. Wie Gott mich führt, bin ich vergnügt, Ich ruh' in seinen Händen; Wie er es schickt und mit mir fügt, Wie er's will mit mir wenden, Das sei ihm ganz anheimgestellt; Er mach' es, wie es ihm gefällt, Zum Leben oder Sterben. 4. Wie Gott mich führt, so geb' ich mich In seinen Vaterwillen. Scheint's der Vernunft gleich wunderlich: Sein Rath wird doch erfüllen, Christliches Leben. 288 Was er in Liebe hat bedacht, Eh' er mich an das Licht gebracht; Ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie Gott mich führt, so bleib' ich treu Im Glauben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Hand mir bei, Was will mich von ihm scheiden? Ich fasse in Geduld mich fest; Was Gott mir widerfahren läßt, Muß mir zum Besten dienen. 334. Mel. Wie schön leuchtet. E € Die ihr den Hei- land kennt und liebt, Jhn, der uns Se- ligDie noch in jenen ew'- genhöh'n Kein sterb- lich Au- ge JE F kei- ten giebt, Die noch kein Ohr ver- nom- men, je ge- fehn, Die in kein Herz ge= kom- men. 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, Es geh' durch Dorn und Hecken; Kann ich's auch anfangs nicht verstehn, Einst wird er mir's entdecken, Wie er nach seinem Vaterrath Mich treu und wohl geführet hat: Dies sei mein Glaubensanker. di 2. Was klagt ihr denn? was zagt daß Herz? Kurz ist und leicht der Erde Schmerz Und wirket ew'ge Freude. Ach, groß und herrlich ist das Ziel, Der Wonne dort unendlich viel, Getrübt von keinem Leide. Traurig, schaurig Sein Reich Bleibt euch al- len! Bald wird's schallen: Kommt zum LohJE ne, Nehmt des Kam- pfes Sieges= fro= ne! Ist's hienieden; aber Frieden wohnt dort oben, Gedicke. Wo die Ueberwinder loben. 3. Ein Blick auf jene Herrlichkeit Füllt unser Herz mit Trost und Freud' Und tausendfachem Segen, Freut euch! Erquickt uns, wie der Morgenthau Die dürre, fast versengte Au, Wie milder Frühlingsregen. Thränen, Sehnen, Aug' und Herzen voller Schmerzen: glänzt doch immer Uns der ew'ge Hoffnungsschimmer. 4. Drum sind wir froh: wir gehn im Licht, Und heiter ist das Angesicht Bei aller Noth hienieden; Im Heiligthum des Himmels liebt Uns Jesus Christus, und er giebt Der Seele heil'gen Frieden. Wer kennt, wer nennt, Was wir erben nach dem Sterben, was uns giebet Der, der uns zuerst geliebet? 5. Was klagst du denn, der du ihn kennst, Der du dich Christi Jünger nennst? Was ist's, das dich betrübet? Mel. Valet will ich dir geben. Gottvertrauen. e 6 kannt, Land; E3 kennt der Herr die Die 335. 289 Froh kannst und sollst du immer sein Und dich des ew'gen Lebens freun, Dich freun, daß er dich liebet! O sei nur treu! sei fröhlich, hoffend, selig schon im Staube; Gotteskraft sei dir dein Glaube! Menken. Sei- nen, Und hat sie stets geGroßen und die Kleinen In je dem Volk und Er läßt sie nicht ver= der ben, Er führt sie 一 aus und ein; Jm Le= ben und im Sterben Sind sie und bleiben sein. 2. Er fennet seine Schaaren Am Glauben, der nicht schaut Und doch dem Unsichtbaren, Als säh' er ihn, vertraut; Der aus dem Wort gezeuget Und durch das Wort sich nährt Und vor dem Wort sich beuget Und mit dem Wort sich wehrt. 3. Er kennt sie als die Seinen An ihrer Hoffnung Muth, Die fröhlich auf dem Einen, Daß er der Herr ist, ruht; In seiner Wahrheit Glanze Sich sonnet frei und fühn, Die wunderbare Pflanze, Die immerdar ist grün. 4. Er kennt sie an der Liebe, Die seiner Liebe Frucht, Und die mit lauterm Triebe Ihm zu gefallen sucht; Die andern so begegnet, Wie er das Herz bewegt, Die segnet, wie er segnet, Und trägt, wie er sie trägt. 5. So kennt der Herr die Seinen, Wie er sie stets gekannt, Die Großen und die Kleinen In jedem Volk und Land: Am Werk der Gnadentriebe Durch seines Geistes Stärk, An Glauben, Hoffnung, Liebe, Als seiner Gnade Werk. 19 290 Christliches Leben. 6. So hilf uns, Herr, zum Glau- Und wird der Tag erscheinen, bent, Und halt' uns feſt dabei; Da dich die Welt wird sehn, So laß uns als die Deinen zu deiner Rechten stehn! Laß nichts die Hoffnung rauben, Die Liebe herzlich sei! 336. Mel. Befiehl du deine Wege. € 1. Christ, alles, was dich krän- ket, Er, der die Him- mel len- ket, 藍 6: 1: #F Wa- rum willst du ver- za= gen? Zu Gott er he- be dich, Er E O hö= ret dei= ne Kla- gen 2. Wenn dich die Sünden schmerzen, So fühle deine Schuld, Doch trau' mit ganzem Herzen Auf deines Mittlers Huld. Zu wahrer Ruhe führet Die Reu', die Gott gefällt; Allein den Tod gebieret Die Traurigkeit der Welt. 3. Wenn deine Feinde wüthen, Wie groß ihr Zorn auch sei: Dein Gott wird dich behüten, Bleibst du nur ihm getreu. Gehorchen seinen Winken Nicht immer Erd' und Meer? Laß deinen Muth nicht sinken, Dein Schirm und Schild ist er. Spitta. 4. Auch in den bängsten Leiden Sei start in seiner Kraft, Ergieb dich ihm mit Freuden, Er ist's, der Hülfe schafft. 12 Be- fiehl ge- trost dem Herrn; Ist auch von dir nicht fern. Und liebt dich vä= ter= lich. Er weiß ja, was dir fehlet, In jedem Augenblick; Und was dein Vater wählet, Führt dich zum wahren Glück. 5. Denk' seines Worts und weine Voll Freud', und denk', o Christ: Ist auch der Mütter eine, Die ihres Sohns vergißt? Und könnt' sie sein vergessen, Vergess' ich doch nicht dein. Wer könnte dies ermessen, Und dennoch trostlos sein? 6. Ergreif' im festen Glauben Den Trost der Ewigkeit! Wer kann das Heil dir rauben, Das Gott den Frommen beut? Auf kurze Prüfungstage Folgt ew'ger Preis und Dank; Dann schweiget jede Klage Und wird ein Lobgesang. Chr. Fr. Neander. Gottvertrauen. 337. Mel. Wer nur den lieben Gott.( Neue Mel.) Geale * = Du Vater deiner Men- schen- kin der, Der du die Und dessen Herz auch gegen Sün- der Noch gü- tig = Lie= be sel ber und voll Mit- leid bist, ist, 3. Laß mich um deines Namens willen Gern thun, was mir dein Wort gebeut. Kann ich's nicht, wie ich soll, erfüllen, So sieh auf meine Willigkeit, Und rechne mir nach deiner Huld Die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld. Herzen dein Im Le= ben und im 2. Gieb, daß ich als dein Kind dich liebe, Da du mich als ein Vater liebst, Und so gesinnt zu sein mich übe, Wie du mir selbst die Vorschrift giebst. Was dir gefällt, gefall' auch mir, Nichts scheide mich, mein Gott, von dir. 4. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden Mel. Mache dich, mein Geist, bereit. Laß 291 To= de sein. Das thut, was dir, o Gott, mißfällt: Drum laß es mich mit Sorgfalt meiden, mich von gan zem Gefiel es auch der ganzen Welt. Laß, Vater, mich behutsam sein, Die kleinste Sünde selbst zu scheun. 338. 5. Aus Liebe laß mich alles leiden, Was mir dein weiser Nath bestimmt; Auch Trübsal führt zu ew'gen Freuden: Wer ihre Last gern auf sich nimmt, Sie willig trägt und weislich nützt, Wird mächtig von dir unterstüßt. So ist auch sterben mein Gewinn; 6. In deiner Liebe laß mich sterben, Dann werd' ich deinen Himmel erben, Wo ich dir ewig nahe bin; Da lieb' ich in Vollkommenheit Dich, Vater der Barmherzigkeit. Münter. J. Rosenmüller. 1695. Wei- ne nicht! Gott le- bet noch, Du be- trüb- te See- le. O zum Vater schau- e doch, Ob die Welt dich quä- le. 19* 292 Christliches Leben. H Nur Ge- duld! Got- tes Huld Giebt dir nach dem Lei- den 13 Wie der Trost und Freuden. 2. Weine nicht! Gott denkt an dich; Hat man dein vergessen, dann hat er längst bei sich, Was dir nützt, ermessen. Eh' zerfällt Diese Welt, Eh' er dich kann lassen Oder gar dich hassen. 3. Weine nicht! Gott siehet dich, Ist er gleich verborgen. Trage nur geduldiglich Deine Last der Sorgen. Der läßt, Glaub' es fest, Endlich nach dem Weinen Seine Sonne scheinen. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 4. Weine nicht! Gott höret dich, Hört in Noth dein Flehen, Hülfreich wird er gnädiglich Dir zur Seite stehen. Immer hat, Wer ihn bat, In den Leidensstunden Rettung noch gefunden. 5. Weine nicht! Gott sorgt für dich: Was kann nun dir fehlen? Wer wird nun mit Sorgen sich Noch vergebens quälen? Wirf auf ihn Alles hin, Er wird sich bewähren, Deinen Gang verklären. 339. Schmold. = Geh' hin nach Got- tes Wil len In De- muth und Ver- trau'n, Lern' das Gebot er= füllen, Sein großes Feld zu bau'n. & Frag' nach der Ern- te nicht; Du darfst den Lohn nicht mes- sen, mußt *] Freud' und Lust ver= gessen, nur sehn auf deine Pflicht. 2. Willst du nur sein geborgen Und vor der Welt geehrt, So kannst du nicht besorgen, Was deinem Herrn gehört. Sieht jemand auf Gewinn, Sucht Schäße nur auf Erden, Um glücklicher zu werden, Der hat den Lohn dahin. 3. Doch hast du deine Gaben Dem Dienst des Herrn geweiht, So wirst du Augen haben Zu sehn, was er gebeut. Das thue still und gern: Du darfst nicht zaudernd wählen, Nicht rechnen und nicht zählen; Er ruft, du folgst dem Herrn. Gottvertrauen. Mel. Werde munter mein Gemüthe. √₂ E sei= ner Hand ist be= kannt. # Got- tes Mund hat uns ver- heißen, Es soll uns aus We der Welt noch Teu- fel rei- ßen; Seine Wahr- heit = 90 340. 293 4. Nur frisch an allen Enden Die Arbeit angefaßt! Mit unverdross'nen Händen Sei wirksam ohne Rast! Das ist der rechte Muth. Streu' aus den edlen Samen, Und wirk' in Gottes Namen, So feimt und wächst es gut. Möller. Da- rum fürch- ten wir uns nicht, Wenn gleich Welt und Him- mel bricht. Seine Treu' kann 3. Er hat sich mit uns verbunden Durch den Bund, der ewig gilt; Dieser Bund wird fest erfunden, Dieser Bund ist unser Schild. ihr Versprechen nicht ver= 2. Mögen doch die Berge weichen Und die Felsen untergehn, Nichts mag unserm Felsen gleichen, Gottes Bund bleibt ewig stehn. Fallt, ihr Hügel, immer hin! Unsers Gottes Vatersinn 4. Drum sei ruhig meine Seele, Kann kein Schlag noch Fall er- Wenn in dieser Jammerhöhle Trau' auf Gott, der für dich wacht, schüttern, Wenn gleich Erd' undHimmel zittern. Wer sich nur auf Gott verläßt, Dir ein Zweifel Kummer macht. Der steht unbeweglich fest. Dein Erbarmer wird dich stützen, Seine Treu' wird dich beschützen. Suberich. ges- sen o= der brechen. Droht auch des Versuchers Pfeil, Gott bleibt unser Erb' und Theil: Das hat uns sein Mund geschworen, Da sein Geist uns neugeboren. 294 Mel. Gott des Himmels. Christliches Leben. 341. Hört das Wort voll Hört's und prüft des € Das zu Ernst und Lie= be, Herzens Trie= be Bei des euch der Hei- land spricht;( Was der Mund des Herrn ge- beut, Wor- tes hel- lem Licht! Das ist eu re Selig- keit. 2. Selig sind die geistlich Armen, Denn das Himmelreich ist ihr; Ihnen öffnet voll Erbarmen Gott der ew'gen Gnade Thür. Da wird ohne Maaß gewährt, Was ihr sehnend Herz begehrt. 3. Selig sind, die Leid empfinden Auf des Lebens schmaler Bahn. Ihre Traurigkeit wird schwinden, Reicher Trost wird sie umfahn; Denn sie wirkt zur Seligkeit Reue, welche nie gereut. plar S Dürsten nach Gerechtigkeit; Die nach Gottes Reiche trachten, Nicht nach Gütern dieser Zeit. Wo der Born des Lebens quillt, Wird ihr Seelendurst gestillt. 6. Selig sind, die voll Erbarmen Auf der Brüder Leiden sehn, Und den Schwachen, Kranken, Armen Freudig eilen beizustehn. Noch vor Gottes Thron erfreut Einst auch sie Barmherzigkeit. 7. Selig sind die reinen Herzen, Die nicht Sünd' und Welt umstrickt, Die mit schnöder Lust nicht scherzen, Weil nur Heil'ges sie entzückt. Einst im reinen Himmelslicht Schau'n sie Gottes Angesicht. 4. Selig sind, die sanftes Muthes Und in Demurh milde sind; Sie erfreuen sich des Gutes, Das kein Troß und Streit gewinnt. Durch der Sanftmuth stille Macht d. Selig sind, die als Gerechte Wird das Schwerste leicht vollbracht. 5. Selig sind, die hier mit Schmachten Duldenkreuz, Verfolgung, Schmach, Als des Herrn getreue Knechte Bis zum Tod ihm folgen nach. Groß ist dort vor Gottes Thron Seiner Ueberwinder Lohn. 8. Selig sind, die Frieden bringen, Schuld und Kränkung übersehn, Feindeshaß mit Huld bezwingen, Für Verfolger segnend fleh'n. Trifft sie auch der Menschen Spott: Seine Kinder nennt sie Gott. 10. Seid ein Salz, ein Licht der Erde, Laßt der Wahrheit Früchte sehn, Daß durch euch verherrlicht werde Euer Vater in den Höh'n. Ob der Erdball untergeht, Sein Gebot, sein Wort besteht. ( Berliner Gesangbuch.) Mel. Nun freut euch, lieben. & c. E bringen; lin- gen. Gottvertrauen. 342. Gott ist's, der das Ver- mö- gen schafft, Das Gu- te zu vollEr giebt zur Arbeit Lust und Kraft Und läßt sie wohl geWas mit des Höch- sten Wil- len stimmt, Wird, wenn man's freudig unternimmt, Nicht oh- ne Fortgang blei= ben. 2. Gott segnet gnädig den, der strebt, 4. Drum gieb, o Gott, daß ich auf dich Vor ihm gerecht zu werden, Und treu nach seinem Willen lebt, Schon hier auf dieser Erden; Er reicht ihm dar mit milder Hand In seinem Amt, Beruf und Stand, Was ihm wahrhaftig nüßet. 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, Er frönet sie mit Gnaden; Was sollte ihrer Feinde Hohn Und Mißgunst ihnen schaden? Mit seinem Schutz bedeckt er sie Und stärket bei des Lebens Müh' Ihr Herz mit Trost und Hoffnung. 295 Mel. Was Gott thut, das ist. finden? pfinden. Bei meiner Arbeit sehe. Mit Licht und Weisheit segne mich, Daß deinen Weg ich gehe. Laß mich, wie mir's dein Wort gebeut, Nach deines Reichs Gerechtigkeit Vor allen Dingen trachten. 5. Mein Vater, ich befehle dir Die Werke meiner Hände! Sei überall, mein Gott, mit mir, Daß ich sie wohl vollende! hilf zu deines Namens Preis, Daß mir die Frucht von meinem Fleiß In jenes Leben folge. 343. Liscow. Gott lebt: wie kann ich traurig sein, Als wär' kein Gott zn Er weiß ja wohl von meiner Pein, Die ich hier muß em} Er kennt mein Herz Und mei- nen Schmerz, So 296 Christliches Leben. darf ich nicht ver- za= gen Und ihm nur al= les kla- gen. 2. Gott hört, wenn niemand hören will; Wie sollte mir denn bangen, Als könnt' an der Erhörung Ziel Mein Seufzen nicht gelangen? Ruf' ich empor, So hört sein Dhr, Sein Amen schallet wieder Und sendet Hülf' hernieder. 3. Gott sieht: wie klaget denn mein Herz, Als säh' er nicht mein Weinen? Vor ihm muß auch der tiefste Schmerz Ganz offenbar erscheinen. Zur Erde fällt Nicht ungezählt Die kleinste meiner Zähren; Er wird mir Trost gewähren. rin- gen. brin- gen? 4. Gott führt! drum geh' ich sig ruhig fort Auf allen meinen Wegen. Mag mir die Welt bald hier, bald dort Arglistig Schlingen legen, So wird er zwar 2. Erst an dem Schluß der Lebensbahn Mich wunderbar, Doch gnädig immer leiten, Daß nie mein Fuß kann gleiten. 5. Gott lebt! ich merk' es überall, Gott hört, ihm darf ich klagen, Gott sieht, er kennt der Thränen Zahl, Gott führt, ich darf nicht zagen. Drum nicht betrübt! Mel. Aus tiefer Noth. fel = Nach meiner See- len Se- lig- keit Laß, Herr, mich eifrig Sollt' ich die fur- ze Gna- den- zeit In Sicher- heit verE T € Wie würd' ich einst vor dir be- stehn? Wer in dein 344. Auf seine Sünden sehen, Und wenn man nicht mehr sünd'gen kann, Gott um Erbarmung flehen, Gott giebt und liebt, Wird mir die Gnade geben, Auch dort mit ihm zu leben. Schmold. Reich wünscht ein-zu- gehn, Muß rei- nes Her- zens wer= den. Das ist der Weg zum Leben nicht, Den uns, o Gott, dein Unterricht, In deinem Worte zeiget. 3. Du rufft uns hier zur Heiligung, Trum laß auch hier auf Erden Des Herzens wahre Besserung Mein Hauptgeschäfte werden. Herr, stärke mir dazu den Trieb, Nichts sei so groß, nichts mir so lieb, Daß ich es dir nicht opf're. 4. Gewänn' ich auch die ganze Welt Mit allen ihren Freuden, Und sollte das, was dir gefällt, Gott, darüber meiden, Was hülfe mir's? nie kann die Welt, Mit allem, was sie in sich hält, Mir deine Gnad' ersetzen. Gottvertrauen. 5. Was führt mich zur Zufriedenheit Schon hier in diesem Leben? Mel. Valet will ich dir geben. 6 & E wandt? Canh! Was kann mir Trost und Freudigfeit 345. = Auf, auf, mein Geist, be trach- te: Wach' auf, wach' auf, ver= ach = te In Noth, im Tode geben? Nicht Menschengunst, nicht irdisch Glück, Zeit und& wig= feit. = Nur Gottes Gnade und der Blick Auf jenes Lebens Freuden. 6. Herr, laß nach diesem Kleinod mich Vor allen Dingen trachten Und, was mir daran hinderlich, Mit edlem Muth verachten. Daß ich auf deinen Wegen geh' Und im Gericht vor dir besteh', Sei meine größte Sorge. 2. Gewalt und Ernst ersteget Den Himmel, spricht dein Heil; Wer hier nicht mannhaft krieget, Hat dorten keinen Theil. Drum auf! denn deine Feinde Verändern die Gestalt: Oft thun sie gleich als Freunde, Oft brauchen sie Gewalt. 297 großes Leid; Der Christ al= lein be Denn ihre Lust ver ge= het, Und fol= get Wie ist's mit dir beDie Welt und ih= ren Dieterich. = ste= het In 3. Gott ist die rechte Quelle, D'raus alle Freude fließt, Die lauter, flar und helle Sich in die Seele gießt. Ohn' ihn ist kein Vergnügen; Worauf sein Aug' nicht blickt, Das bleibt im Staube liegen Und ewig unerquickt. 298 4. D'rum auf, mein Geist, laß fahren, Was Gott nicht selber heißt, Weil hier doch mit den Jahren Sich alles dir entreißt! Gott aber bleibet stehen, Wenn alles in der Welt Christliches Leben. Wird fallen und vergehen, Was jetzo dir gefällt. Mel. Von Gott will ich. bei; nei. e Kommt Kin= der, laßt uns ge= hen, Der A- bend kommt herEs ist gefährlich ste= hen In dieser Wü- ste7. Kommt, stär- ket euren Muth, Zur Ewig- keit zu wan= dern, Von 346. 5. Ach, mache Herz und Sinnen, O Gott, von allem frei Und gieb, daß mein Beginnen Aufwärts gerichtet ſei! Die Welt kann doch nichts geben, Was wahre Ruhe brächt'. Wer dich zur Ruh' und Leben Erwählt, der trifft es recht. Edeling. einer Kraft zur ist das En= de 2. Es soll uns nicht gereuen Der schmale Pilgerpfad; Wir kennen ja den Treuen, Der uns gerufen hat. Kommt, folgt, und tranet dem! Ein jeder sein Gesichte Mit ganzer Wendung richte Fest nach Jerusalem. 3. Der Ausgang, der geschehen, Ist uns fürwahr nicht leid; Es soll noch besser gehen Zur Abgeschiedenheit. Nein, Kinder, seid nicht bang, Verachtet tausend Welten, Ihr Locken und ihr Schelten, Und geht nur euren Gang. an= dern; Es gut. 4. Geht's der Natur entgegen, So geht's gerad und fein; Die Fleisch und Sinne pflegen, Noch schlechte Pilger sein. Verlaßt die Creatur Und was euch sonst will binden; Laßt gar euch selbst dahinten, Es geht durch's Sterben nur. 5. Man muß wie Pilger wandeln, Frei, bloß und wahrlich leer; Viel sammeln, halten, handeln Macht unsern Gang nur schwer. Wer will, der trag' sich todt; Wir reisen abgeschieden, Mit wenigem zufrieden: Wir brauchen's nur zur Noth. Gottvertrauen. 6. Schmückt euer Herz auf's beste, Wir gehen Hand in Hand; Sonst weder Leib noch Haus; Wir sind hier fremde Gäste Und ziehen bald hinaus. Gemach bringt Ungemach: Ein Pilger muß sich schicken, Sich dulden und sich bücken Den kurzen Pilgertag. Eins freuet sich am andern In diesem wilden Land. Kommt, laßt und kindlich sein, Uns auf dem Weg nicht streiten; Die Engel uns begleiten Als unsre Brüderlein. 12. Sollt' wo ein Schwacher fallen, So greif' der Stärk're zu. Man trag', man helfe allen, Man pflanze Lieb' und Ruh'. Kommt, bindet fester an; Ein jeder sei der kleinste, Doch auch wohl gern der reinste Auf unsrer Liebesbahn. 7. Ist gleich der Weg wohl enge, So einsam, frumm und schlecht, Der Dornen in der Menge Und manches Kreuz auch trägt: Es ist doch nur ein Weg; Laß sein, wir gehen weiter, Wir folgen unserm Leiter Und brechen durch's Geheg. 8. Was wir hier hör'n und sehen, Das hör'n und seh'n wir kaum; Wir lassen's da und gehen, Es irret uns kein Traum. Wir gehn ins Ew'ge ein; Mit Gott muß unser Handel, Im Himmel unser Wandel Und Herz und alles sein. 9. Wir wandeln eingekehret, Veracht't und unbekannt; Man siehet, kennt und höret Uns faum im fremden Land; Und höret man uns ja, So höret man uns singen Von all den großen Dingen, Die auf uns warten da. 299 Der Vater gehet mit. Er selbst will bei uns stehen In jedem sauren Tritt; Er will uns machen Muth, Mit süßen Sonnenblicken Uns locken und erquicken: Ach ja, wir haben's gut. 14. Es wird nicht lang' mehr währen, Halt't noch ein wenig aus! Es wird nicht lang' mehr währen, So kommen wir nach Haus. Da wird man ewig ruh'n, Wenn wir mit allen Frommen Daheim zum Vater kommen; 10. Kommt, Kinder, laßt uns Wie wohl, wie wohl wird's thun! gehen, 15. D'rauf wollen wir's denn wagen, Es ist wohl Wagens werth, Und gründlich dem absagen, Was aufhält und beschwert. Welt, du bist uns zu klein; Wir gehn durch Jesu Leiten Hin in die Ewigkeiten: Es soll nur Jesus sein! 11. Kommt, Kinder, laßt uns wandern, 13. Kommt, laßt uns munter wandern, Der Weg kürzt immer ab; Ein Tag der folgt dem andern, Bald fällt das Fleisch in's Grab: Nur noch ein wenig Muth, Nur noch ein wenig treuer, Vor allen Dingen freier Gewandt zum ew'gen Gut! Tersteegen. 300 Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. E TOPO = Se lig sind die geistlich Ar- men, Die betrübt und Die nichts suchen als Er- bar- men Und vor Gott mit trau- rig gehn. Thrä- nen stehn: Christliches Leben. 347. 6 ben De- nen öffnet er einst sein Paradies, Daß sie sol= len HE 2. Selig sind, die Leide tragen, Da die Noth ist täglich Gast; Gott giebt unter allen Plagen Trost und endlich Ruh' und Rast: Wer sein Kreuz in Demuth trägt Und sich ihm zu Füßen legt, Dem wird er sein Herz erquicken; Keine Last darf ihn erdrücken. gewiß Dro- ben 3. Selig sind die frommen Herzen, Die mit Sanftmuth angethan, Die der Feinde Zorn verschmerzen, Gerne weichen jedermann; Die auf Gottes Hülfe schaun Und die Sach' ihm ganz vertraun: Die wird Gott mit Gnaden schützen, Daß das Erdreich sie besitzen. Voller Freud'und e wig le= ben. = 4. Selig sind, die im Gemüthe Hungert nach Gerechtigkeit, Gott wird sie aus lauter Güte Sättigen zur rechten Zeit: EJ vor ihm schweSelig sind, die fremde Noth Klagen dem Erbarmer, Gott, Mit Betrübten sich betrüben; Gott wird sie hinwieder lieben. 5. Er wird sich zu ihnen kehren Und wird allen Feinden wehren, Mit Barmherzigkeit und Treu', Die sie plagen ohne Scheu: Selig sind, die Gott befind't, Daß sie reines Herzens sind, Die der Unzucht Lüste meiden; Diese schauen Gott mit Freuden. 6. Selig sind, die alles Zanken Meiden, Zwiespalt, Haß und Streit, Immerdar und ohne Wanken Stiften Fried' und Einigkeit: Die sind's, die sich Gott erwählt Und zu seinen Kindern zählt. Selig, die Verfolgung leiden; Gott nimmt sie zu seinen Freuden. J. Heermann. Gottvertrauen. 348. Mel. Werde munter mein Gemüthe. C Sei getreu in Von der Liebe deinem Leiden, Las= se dich kein Je su schei- den; Mur- re nicht mit 2 Un= ge= mach Den- te, wie er Weh' und Ach! Êt Dir zu helfen war bereit. 2. Sei getreu in deinem Glauben; Laß dir dessen festen Grund Nimmer aus dem Herzen rauben; Sage den gewissen Bund, So geschlossen in der Tauf', Deinen Gott nicht wieder auf, Fange an ein besser Leben, dall Deinem Gott zum Dienst ergeben. 301 3. Sei getreu in deiner Liebe Gegen Gott, der dich geliebt; An dem Nächsten Gutes übe, Ob er dich gleich hat betrübt. Denke, wie dein Heiland that, Als er für die Feinde bat! Zu verzeihen mußt du streben, Soll Gott anders dir vergeben. wil- lig trä- get, Was sein Gott ihm auf er= le= get! 5. Sei getreu in Todesstunden, Halt dich glaubenstreu an Gott; Flieh getrost zu Christi Wunden, Sei getreu bis in den Tod! Wer mit Jesu gläubig ringt Und die Lust der Welt bezwingt, Dem will er in jenem Leben Seine Freudenkrone geben. 4. Sei getreu in deinem Hoffen; Hilft Gott gleich nicht, wie du willt, Er hat bald den Weg getroffen, Daß dein Wünschen wird erfüllt. Hoffe fest! Gott ist schon hier, Sein Herz öffnet stets sich dir, Hoffe mur! Gott ist vorhanden; Hoffnung macht dich nicht zu Schanden. man- che Zeit, Se= lig iſt, wer 6. Sei getreu bis an das Ende, Daß nicht Marter, Angst und Noth Dich von deinem Jesu wende; Sei ihm treu bis in den Tod! Ist das Leiden dieser Zeit Doch nicht werth der Herrlichkeit, Die dein Jesus dir wird geben Dort in jenem Freudenleben. 7. Nun wohlan, so will ich leiden, Glauben, lieben, hoffen fest Und getreu sein bis zum Scheiden, Weil mein Gott mich nicht verläßt. Herr, den meine Seele liebt, Dem sie sich am Kreuz ergiebt, Sieh, ich fasse deine Hände: Hilf mir treu sein bis ans Ende! Prätorius. 302 Mel. Aus tiefer Noth. Geal Christliches Leben. 349. Dein bin ich, Herr! Dir will ich mich Zum Opfer ü= berLe= ben- dig, hei- lig, rein will ich Vor dei- nen Au- gen ge- ben. le- ben. Wie könnt' ich eines An- dern sein? Bin ich nicht durch die Schö- pfung dein, Nicht dein durch die Er= lö= sung? 2. Ich fiel und wandte mich von dir, Von dir nie wieder scheiden. Gefreuzigt werde mir die Welt, Getödtet, was dir nicht gefällt, Damit ich dir nur lebe! Zur Finsterniß vom Lichte: Doch wandtest du dich, Gott, zu mir, Mit deinem Angesichte. Erbarmen war dein Angesicht, Mich von der Finsterniß in's Licht Zu dir zurück zu rufen. 3. Dein, dein ist die Barmherzigkeit; Du liebest selbst die Sünder. Seid, rufst du, heilig, mir geweiht Und meiner Gnade Kinder! Laßt euch erneuern, werdet gut; Dort fließet des Erlösers Blut, Zu tilgen eure Sünden. 4. Durch ihn versöhnt und dir zum Ruhm Erkauft mit seinem Leiden, Will ich mich, als dein Eigenthum, Mel. Wachet auf, ruft uns. be Rüstet euch, ihr Wapp- net euch mit 5. Dies wirke deine Kraft in mir; Ich habe kein Vermögen, Die Sünde, alles, Gott, was dir Verhaßt ist, abzulegen. Hier ist mein Herz, nimm ganz mich hin Und gieb mir einen neuen Sinn, Damit ich dir gefalle! 6. So werd' ich, der im Finstern war, Ein Licht in deinem Lichte; Besteh' einst mit der kleinen Schaar Der Frommen im Gerichte; Frohlocke dann und lobe dich, Daß deine Treu' und Gnade mich Gerecht und selig mache! 350. Christen Got= tes 2 Cramer. f te! Die Fein- de Wor= te Und käm- pfet leu= suchen euch zur frisch an je dem 2 Gottvertrauen. Beu= te, Or= te, 6 F euch be- gehrt. Ist euch der Feind zu schnell, Hier iſt ImDer schaue auf das Ziel: Da ist Freude! Wohlan, so seid ma- nu el! Ho= si= an- na! Der Star- ke fällt Durch I R 2. Reinigt euch von euren Lüften, Besteget sie, die ihr seid( Shristen, Und stehet in des Herren Kraft. Stärket euch in Jesu Namen, Daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen; diesen Held, Und wir be- hal- ten mit das Feld. Wo ist des Glaubens Ritterschaft? Wer hier ermüden will, 2 Zum Kampf bereit; So frönet euch die Ewigkeit. Ja, Da Satan selbst hat mit ihr blei= bet 303 3. Jesu, stärfe deine Kinder, Und mach' aus denen Ueberwinder, Die du erkauft mit deinem Blut. Schaff' in uns ein neues Leben, Daß wir uns stets zu dir erheben, Wenn uns entfallen will der Muth. Gieß aus auf uns den Geist, Dadurch die Liebe fleußt In die Herzen! So halten wir Getreu an dir Bebet. 351. In Tod und Leben für und für. W. E. Arends. nüchtern zum Ge= bet. Va- ter, nie ver= schmäht. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen. € ·| Dein Heil, o Christ, nicht zu ver- scher- zen, Sei wach und Ein Fleh'n aus reinem guten Herzen Hat Gott, dein 11 Er schein' vor ſei- nem = 304 An- ge= fich Christliches Leben. € - te Mit Dank und Demuth oft und gern Und prü- fe dich in sei- nem Lich 6 deine Noth dem Herrn. 2. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden Und im Gebet vor Gott zu stehn! Der Herr des Himmels und der Erden, Bedarf er eines Menschen Fleh'n? Sagt Gott nicht: bittet, daß ihr nehmet? Ist des Gebetes Frucht nicht dein? Wer sich der Pflicht zu beten schämet, Der schämt sich Gottes Freund zu ſein. 3. Sein Glück von seinem Gott begehren, Ist dies denn eine schwere Pflicht? Und seine Wünsche Gott erklären, Erhebt dies unsre Seele nicht? Sich in der Furcht des Höchsten stärken, In dem Vertraun, daß Gott uns liebt, Im Fleiß zu allen guten Werken, Ist diese Pflicht für dich betrübt? 4. Bet' oft in Einfalt deiner Seelen, Gott sieht auf's Herz, Gott ist ein Geist. Wie können dir die Worte fehlen, Wofern dein Herz dich beten heißt? Nicht Töne sind's, die Gott gefallen, Nicht Worte, die die Kunst gebeut. Gott ist kein Mensch; ein gläubig Lallen, Das ist vor ihm Beredtsamkeit. = te, Und kla= ge 5. Wer das, was uns zum Frieden dienet, Im Glauben sucht, der ehret Gott. Wer das zu bitten sich erkühnet, Was er nicht wünscht, entehret Gott. Wer täglich Gott die Treue schwöret Und dann vergißt, was er beschwur, Und klagt, daß Gott ihn nicht erhöret, Der spottet seines Schöpfers nur. 6. Bet' oft zu Gott und schmeck' in Freuden, Wie freundlich er, dein Vater, ist, Bet' oft zu Gott, und fühl' im Leiden, Wie göttlich er das Leid versüßt. Bet' oft, wenn dich Versuchung quälet, Gott hört's, Gott ist's, der Hülfe schafft. Bet' oft, wenn inn'rer Trost dir feblet, Er giebt den Müden Stärk' und Kraft. 7. Bet' oft und schau' mit sel'gen Blicken Hin in des ewigen Gezelt, Und schmeck' im gläubigen Entzücken Die Kräfte der zukünft'gen Welt. Ein Glück von Millionen Jahren, Welch Glück! Doch ist's von jenem Glück, Das dem der Herr wird offenbaren, Der hier ihm dient, kein Augenblick. 8. Bet' oft, durchschau' mit heil'gem Muthe Die herzliche Barmherzigkeit Deß, der mit seinem theuren Blute Die Welt, der Sünder Welt befreit. Nie wirst du dieses Werk ergründen, Nein, es ist eines Gottes That. Erfreu' dich ihrer, rein von Sünden, Und ehr' im Glauben Gottes Rath. 9. Bet' oft, entdeck' am stillen Orte Gott ohne Zagen deinen Schmerz. Er schließt vom Herzen auf die Worte, Nicht von den Worten auf das Herz. Nicht dein gebog'nes Knie, nicht Thränen, Nicht Worte, Seufzer, Psalm und Ton, Nicht dein Gelübd' rührt Gott: dein Sehnen, Dein Glaub' an ihn und seinen Sohn. 10. Doch säume nicht, in den Gemeinen Auch öffentlich Gott anzufleh'n, Und seinen Namen mit den Seinen, Mel. Jesus, meine Zuversicht. 6 Gebet. C 1 Kum- mer krän- fen, an dich den- fen; = Mit deinen Brüdern zu erhöhn, Dein Herz voll Andacht zu entdecken, Wie es dein Mitchrist dir entdeckt, Und ihn zur Inbrunst zu erwecken, Wie er zur Inbrunst dich erweckt. 11. Bist du ein Herr, dem and're dienen, Fleb'n Dir zur rechten Zeit gewähren; Glaube nur, es wird geschehn, So sei ihr Beispiel, sei es stets, Und fei're täglich gern mit ihnen Die sel'ge Stunde des Gebets. Nie schäme dich des Heils der Seelen, Die Gottes Hand dir anvertraut. Kein Knecht des Hauses müsse fehlen, Er ist ein Christ, und werd' erbaut. 12. Bet' oft zu Gott für deine Brüder, als ihr Freund. eines Leibes Glieder: Ein Glied davon ist auch dein Feind. Bet' oft, so wirst du Glauben halten, Dich prüfen und das Böse scheun, An Lieb' und Eifer nicht erkalten, Und selbst zum Guten weise sein. Gellert. Für alle Menschen Denn wir sind 352. 305 Be= te nur, be= trübtes Herz, Wenn dich Angst und Klag' und sag' Gott deinen Schmerz, Er wird end- lich BR Gott wird dein Ge= bet und Fleh'n, Ist es ernst- lich, nicht ver- schmäh'n. 2. Gott wird dein Gebet und Was die Frommen hier begehren; Denn Gott kennet deinen Schmerz: Bete nur, betrübtes Herz! 20 306 Christliches Leben. 3. Bete mit beherztem Muth, 4. Gott wird dir zur Seite stehn; Gott kann dich nun nicht verdammen; Deines Jesu Tod und Blut Stillet des Gewissens Flammen; Sei getreu bis in den Tod, Beten hilft aus aller Noth. Mel. Wer nur den lieben Gott. E! Mein Gott, ich Ich hal= te Seuf- zen, Fleh'n und an, so wird euch 353. Vor wem sollte dir nun grauen? Mußt du hier auf Dornen gehn, Endlich sollst du Rosen schauen, Denn Gott kennet deinen Schmerz; Bete nur, betrübtes Herz! Krause. klopf' an dei= ne mich an dei= ne Bit- ten an. auf= ge= than! Das herzlich, gläubig, kindlich ist; Der mich heißt freudig vor dich treten, Ist mein Erlöser, Jesus Christ; Und der in mir das Abba schreit, Ist, Herr, dein Geist der Freudigkeit. 4. Gieb, Vater, gieb nach deinem Willen, Was deinem Kinde nöthig ist. Nur du kannst mein Verlangen stillen, Weil du die Segensquelle bist. Doch gieb, o Geber, allermeist, Was mich dem Sündendienst entreißt. Pforte Mit Worte: Klopft mir die Gnaden- thür, In Je su Na- men steh' ich hier. 2. Wer kann doch etwas Gutes 5. Verleih' Beständigkeit im haben, Das nicht von dir den Ursprung hat? Du bist der Geber aller Gaben, Bei dir ist immer Rath und That. Du bist der Brunn, der immer quillt, Das Gut, das alle Sehnsucht stillt. 3. Drum nah' ich dir mit meinem Beten, Ach, öff= ne Glauben, Laß meine Liebe heilig sein. Will mir der Feind das Kleinod rauben, So halte der Versuchung ein, Und rüste mich mit starkem Muth, Zu siegen über Fleisch und Blut. 6. Erweck' in mir ein gut Gewissen, Das weder Welt noch Teufel scheut; Wenn Züchtigungen folgen müssen, So schic' sie in der Gnadenzeit; Vergieb die Schuld durch Jesu Blut, Und mach' mein Böses wieder gut. 7. Ich darf nicht bloß um Freude bitten, Und daß mich Kreuz verschonen soll. Mein Heiland hat ja selbst gelitten, Drum leid' ich mit ihm freudenvoll. Doch wird Geduld mir nöthig sein, Die wollest du mir, Herr, verleihn. Schmolck. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 11 Gebet. 2 354. € Gott und Vater! zu dir wen- det Jm- mer sich des Wenn du Freu- den ihm gesendet, der wenn es Kin- des Herz; weint im Schmerz.f Al=. so laß, o Herr, mich dein Stets getrö- sten, stets mich fren'n! Laß mein Au- ge dich nur schauen, Laß mein Herz nur dir ver= trau- en. 2. Wenn ich froh bin, laß mich Wenn ich gläubig vor dir steh', beten, Daß die Freude heilig ſei, Giebt's dann irgend noch ein Weh'? Ist in dir nicht allen Frommen Stets die beste Hülfe kommen? Daß ich vor dich möge treten, Von der Schuld im Herzen frei. Blick' ich ohne Scheu zurück Auf das froh empfundne Glück: Dann hast du es selbst gegeben; Preis und Dank dir für mein Leben. 3. Laß mich beten, wenn ich zage, Daß ich nicht verzag' im Drang! Wenn ich dich im Herzen trage, Was ist da der Seele bang? 307 4. Laß mich beten allerwege, Laß mich beten Tag und Nacht, Wenn ich mich zum Schlummer lege, Wenn zum Licht das Aug' erwacht; Betend, wie es Christus heißt, Betend in dem heil'gen Geist, Also betend laß mich leben, Betend einst hinüber schweben! Sesekiel. 355. Mel. Lamm Gottes. CAPA O Va- ter, Gott voll Gna- de, Der lie- bend uns getra- gen, Der auch auf stei= lem #P Pfa = de Sein 20* 308 Christliches Leben. Volk nicht läßt ver= = za= gen, O zieh' uns aus Erbar- men Zu dir mit Va= ter bei uns, e= wi= ger, 2. O Sohn Gottes, gestorben Uns Sündern zur Erlösung, Der du im Tod erworben Dem franken Geist Genesung; Herr, deine Gnad' und Milde Werd' uns zum starken Schilde, Verein' dich mit uns, o Jesu, o Jesu! 3. Geist Gottes, erfülle Mel. Befiehl du deine Wege. groß; Schooß, A 356. 2 ar men, Sei e= wi= ger Va= ter! Mit deinem Licht die Seelen, Daß heilig werd' der Wille, Dein Heil wir nicht verfehlen. Führ' uns in alle Wahrheit, Führ' uns zur ew'gen Klarheit, Sei mit uns, heilsamer, heilsame Tröster. Hammerschmidt. Ach Gott, dir muß ich's kla- gen, Mein Un- glück ist zu Ein ganzes Herz voll Pla- gen Schütt' ich in dei- nen H: Die Noth nur will nicht las- sen Mich sonst ver- lass'ne Seel'; Dir ich's mit Wangen nas- sen, Mit blas- sem Mund er- zähl'. 2. Zum Leiden bin geboren Ich dein elendes Kind: Bei dir, den ich verloren, Ich Trost, o Vater, find'. Wenn Menschenhülf aufhöret, So hebt die deine an; Wenn alles mich verstöret, Dein' Hand mich bauen kann. 3. Nicht Trost kann ich noch fassen Die Angst zum Herzen bricht. Die Freunde mich verlassen Und achten meiner nicht! Kein' Hülf' seh' ich auf Erden; Ich schaue himmelauf: Dorther mir Hülf' soll werden, Die ich mit Thränen kauf. er E 1 1₁ 4. Die Angst in meinem Herzen Legt mir die Zung' in Band: Du kennest meine Schmerzen, Dem nichts ist unbekannt. Ich kann nur sehnlich sagen: Herr, zeig' mir deine Huld! Soll ich denn länger klagen, Gieb Hoffnung und Geduld! Mel. Aus tiefer Noth. fe # mode Gebet. sin= nen, gin= nen 357. = Vater, un ser Gott, es ist Unmöglich aus= zuWie du recht an zu rufen bist; Hilf sel= ber uns beall SAITE Und geuß, wie uns dein Wort ver- heißt, In un- sre 2. Laß ihn bei dir uns kräftiglich Mit Seufzen stets vertreten, So oft wir kommen, Herr, vor dich, Zu danken und zu beten. Laß nicht nur sprechen unsern Mund, Hilf, daß zu dir aus Herzensgrund, O großer Gott, wir rufen. Herzen dei- nen Geist Der Gnad' und des Ge 3. Zeuch unser Herz zu dir hinauf Jm Beten und im Singen, Und thu' uns auch die Lippen auf, Ein Opfer dir zu bringen. Laß dir gefallen, wenn wir dann Mit Herz und Lippen dir uns nahn, Sei, Herr, von uns nicht ferne. 5. Der Glaub' läßt nicht verderben; Ich hoff' in meiner Noth. Drauf will ich fröhlich sterben; Mich löset auf der Tod Von allem Jammerweſen, Setzt mich in deine Händ'. Gott laß mich so genesen, Mein Elend wend' und end'! 4. Laß uns im Herzen und Gemüth Auf unser Thun nicht bauen, Laß einzig deiner großen Güt' Uns ganz und gar vertrauen. 309 Maria Elisabeth, Markgräfin v. Brandenburg- Culmbach. = be= tes. Ob wir es gleich nicht würdig sein, So wollest du aus Gnad' allein Die Bitte uns gewähren. 5. Du, Vater, weißt, was uns gebricht In diesem armen Leben, Es ist dir auch verborgen nicht, Um Beistand flehen wir dich an, Wie wir in Nöthen schweben. Verlassen, deine Kinder. Dein Vaterherze uns nicht kann 6. Dein Nam', o Gott, geheiligt werd', Dein Reich laß zu uns kommen, Dein Will' geschehe stets auf Erd', Gieb Brod, Fried', Nuß und Frommen. All unsre Sünden uns verzeih', Steh' uns in der Versuchung bei, Erlös' uns von dem Ülebel. 310 Christliches Leben. 7. Dies alles, Vater, werde wahr, Du wollest es erfüllen; Erhör' und hilf uns immerdar Um Jesu Christi willen; b 358. Mel. Wer nur den lieben Gott.( Neue Mel.) CCJJJJJ Ich will zu meinem Gott mich hal= ten, Und das soll Ich stell' auf meines Herren Wal ten Mein Fleh'n und B meine Freude ſein! Hof- fen ganz al= lein; grün- det ruhn, Daß ich 2. Er wendet stets sich voll Erbarmen Zu der Verlassnen bangem Fleh'n, Verschmäht nicht das Gebet der Armen Und läßt sie nicht in Elend stehn. Ja, ihm gebühret dieser Ruhm: Er höret uns im Heiligthum! 3. Herr, du hast deines Namens Ehre Hochherrlich in der Welt gemacht. Wenn ich dich bitte, so erhöre; Du wußtest es, eh' ich's gedacht. Gieb meiner Seele Muth und Kraft Zur Uebung guter Ritterschaft. Denn dein, o Herr, ist allezeit Von Ewigkeit zu Ewigkeit Das Reich, die Kraft, die Ehre. J. Arndt. Mel. Nun ruhen alle Wälder. e Was ich nur Gu- tes Dann wird mein Herz gever= kün- de all' sein Thun. 4. Der Herr ist hoch und siehet gerne Auf das, was arm und niedrig heißt; Er kennt die Stolzen in der Ferne. Wie soll dem Herrn mein schwacher Geist Vergelten all' das theure Gut, Das er aus Gnaden an mir thut? 5. Ich will den Kelch des Heils erheben Demuth. 359. Und singen meines Gottes Ruhm; Ich will am Kreuze nicht erbeben, Denn ich bin ja sein Eigenthum. Ich lobe, Herr, und preise dich, Und wenn ich bete, höre mich. Hiller. ha- be, Ist dei= ne mil- de sd Demuth.0 Gabe, Du Va- ter al= les Lichts. Mein Da- sein und mein Leben Ward mir von dir gegeben, und oh= ne dich ver= mag ich nichts. 2. Verstand und Muth und Kräfte Zum nützlichen Geschäfte Hab' ich aus deiner Huld. Dein ist's, wenn gute Thaten Dem Vorsatz wohl gerathen, An Fehlern bin allein ich schuld. 3. Das Glück, deß ich mich freue, Wer schafft mir's? deine Treue, Du Herr der ganzen Welt. Du ordnest unsre Tage, Ihr Glück und ihre Plage, Nur so, wie es dir wohlgefällt. 4. Sollt' ich mich denn erheben, Wenn mir in diesem Leben Viel Gutes widerfährt? Mel. Jesu, meines Lebens. E Gern in al= les Ohne Worte still zu freu'n, Dienst zu weih'n, 311 11 Was hat dich, Herr, bewogen, Daß du mich vorgezogen? Bin ich auch jemals dessen werth? 5. Ich bin viel zu geringe Der Huld, die ich besinge, Und werd' es ewig sein. Olaß mich's nicht vergessen; So werd' ich nicht vermessen, Nicht stolz auf meine Kräfte sein. 6. Das nüßlich anzuwenden, Was du mit Vaterhänden Mir gütig zugewandt, Gehorsam dir zu werden, Das sei mein Fleiß auf Erden, Dazu gieb Demuth und Verstand. Diterich. 360. = mich zu fü gen, Mich der Stil- le mit Ver- gnügen Mich der Men- schen Nie mit Ga- ben stolz zu pran- gen, Men- schen- ruhm nie zu ver- lan= gen: Diese Weisheit 312 € ]] fleh' ich mir, Hoch- er- hab'- ner Gott, von dir. Christliches Leben. 2. Unbekannte Wege wandeln, Wege, die dein Aug' nur kennt, Stille dulden, schweigend handeln, Wo kein Menschenmund mich nennt: Das, du freundlicher Gewährer, Aller Demuth Quell und Lehrer, Jesus Christus, lehre mich, Still und schweigend sehn auf dich. 3. Gott der Niedrigen und Stillen, Die so gern im Schatten ruhn, Streng und fromm nach deinem Willen Einſam leiden oder thun! Mel. Eins ist noth, ach Herr. = wohl- zu- thun. Laß, o Vater, mich nicht klagen, Sollt' ich schwere Lasten tragen, Schweigend lieber in mich gehn, Demuthsvoll auf dich nur sehn. = 3a get nicht, wenn Dun-kel- hei- ten Gott ist gut, er wird euch lei= ten, 4. Gott, du bist mein Gott, ich falle Demuthsvoll zu Füßen dir, Schenkest Gnad' und Nuh' auch mir; Du erquickst, begnadigst alle, Unterstüßest mein Bestreben, Immer stiller dir zu leben, Meiner Ohnmacht nie zu traun, Fester stets auf dich zu baun. Lavater. 361. dan- ken, Laßt den noch, o = Auf des Le- bens Ihmist's Freu- de 3 4 Sind seine Ge- dan- ken nicht eu- re GeChristen, den Glau- ben nicht wan- ken, Daß er, der des Wur- mes im Stau- be ge€ denkt, Auch sorg- sam und freundlich durch's Dun- kel euch lenkt. Demuth. 313 2. Alles Dunkel dieses Lebens In Gott sind die Schäße des Christen Glänzt vor Gott wie Sonnenlicht; Wir durchforschen's oft vergebens, Seinen Blick hemmt Dunkel nicht. Er tennet das Große, das kleine, das Ferne, Die Thränen der Armen, die Schaaren der Sterne, Mit mächtiger Liebe verfolgt er den Plan, Den seine unendliche Weisheit ersann. 3. Ach, erkenne dich, o Seele, Fühle, wie so schwach du bist; Blicke still zu Gott und wähle, Was von ihm verordnet ist. Der Trübsal entströmen oft heilige Freuden, Und Segen entsprießet den bittersten Leiden. Bedenk' es, und jauchze, daß Gott dich regiert, Nun ängsten die künftigen Tage uns nicht; Der Ewige spricht, und das Dunkel wird licht. 6. Schwinge dich empor vom Staube, Siegen, siegen wird mein Glaube, Fasse Muth, verzagter Geist! den Herrn des Lebens laß dich das Dunkel der Erde nicht kümmern, Der preist. 4. Nicht das sinnliche Vergnügen Wird von Christen hochgeehrt; Schon sieht ja dein Glaube die Herrlichkeit schimmern, Schäße nur, die nimmer trügen, Die jenseits der Sterne dir Jesus Sind des heißen Strebens werth. enthüllt. Hinweg denn, ihr bangen entehren- Da rufst du einst jauchzend: das den Sorgen! Herz ist gestillt! Sei folgsam, auch wenn er durch Dornen dich führt. verborgen. Hier tilgt sie kein Unfall, kein tobender Schmerz; Auch traurige Stunden bereichern das Herz. 5. Dulden wir gleich manche Plage, Der Allweise wägt sie ab; Er durchschauet unsre Tage Von der Wiege bis zum Grab. Was jetzt uns betrübet, wird einst uns entzücken, O selige Hoffnung, wie kannst du erquicken! Mel. Alles ist an Gottes Segen. 堕 362. Reche. Wei- ter mußt du käm- pfen, rin- gen, Willst du durch zum Î Lich- te drin- gen, Al- so, See- le, muß es sein! Doch durch al- le S Dunkelheiten Wird dein Hei- land dich be- glei= ten, 314 Christliches Leben. 匿 Muth flößt er dem Schwa- chen ein. 2. Viele sind hervorgezogen Aus der Drangsal wilden Wogen Durch der Allmacht treue Hand. Nie zu kurz ist Gottes Rechte; Wo ist einer seiner Knechte, Der bei ihm nicht Rettung fand? 3. Scheinst du gleich von ihm verlassen, Doch wird seine Hand dich fassen; Glaube nur und zweifle nicht! Kämpfe standhaft ohne Wanken, Bald wirst du ihm freudig danken, Bald durchströmt dich Kraft und Licht. 4. Wende von der Welt die Blicke, Schau' nicht seitwärts, nicht zurücke, Nur auf Gott und Ewigkeit. Nur zu deinem Helfer wende Herz und Augen, Sinn und Hände, Bis er himmlisch dich erfreut. 5. Schließ dich in die stille Kammer, Schütte deines Herzens Jammer In das treue Vaterherz. Weißt du Worte nicht zu finden, Kannst du nur dein Leid empfinden, Klag' auch schweigend ihm den Schmerz! 6. Kräftig ist ein solches Schweigen; Gott wird sich als Vater zeigen, Glaube, daß er dich erhört, Weil dein Heiland dich verstehet Und zum Vater für dich flehet, Der dem Sohn sein Fleh'n gewährt. 7. Nun, so will ich nie verzagen, Will vor Gottes Thron mich wagen, Kindlich und voll Zuversicht! Kämpfen will ich ohne Wanken, Bald wird froh mein Herz ihm danken, Bald durchströmt mich Kraft und Licht. ( Berliner Gesangbuch.) Mel. Mein Jesus, meiner Seele. 363. He Hier legt mein Sinn sich vor dir nie- der, Mein Geist sucht 2. Schau' her, ich fühle mein Verderben, Laß mich in deinem Tode sterben; O möchte doch in deiner Pein Mein ganzes Selbst ertödtet sein! sei- nen Ursprung wie- der; Herr, dein er- freu- end An- ge- sicht Verbirg vor meinem Fle- hen nicht. 3. Ich fühle wohl, daß ich dich liebe Und mich in deinen Wegen übe, Jedoch ist von Unlauterfeit Die Liebe noch nicht ganz befreit. modeDemuth. 315 4. Ich muß noch mehr auf dieser Ach drücke tief in meinen Sinn, Daß ich in dir schon selig bin. Erden Durch deinen Geist geheiligt werden; Wer macht sein Herz wohl selber rein? Es muß durch dich gewirket sein. 5. Doch kenn' ich wohl dein treues Lieben, Du bist noch immer treu geblieben; Ich weiß gewiß, du stehst mir bei Und machst mich von mir selber frei. 6. Drum will die Sorge meiner Seelen Ich dir, mein Vater, ganz befehlen. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 7. Wenn ich mit Ernst hieran gedenke Und mich in deine Liebe senke, So werd' ich von dir angeblickt, Und mein Herz wird von dir erquickt. 8. So wächst der Eifer mir im Streite, 364. hat nicht sei- ne Qual? 2. Ja Herr, ich bin ein Sünder, Und stets strafst du gelinder, Als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, Kein zeitlich Weh' erdulden, Das doch zu meinem Besten dient? Ich habe schon des Sieges Beute Und fühle, daß es Wahrheit iſt, Daß du, mein Gott, die Liebe biſt. Richter. Ich hab' in guten Stun- den Des Le- bens Glück em3. Dir will ich mich ergeben, Nicht meine Ruh', mein Leben Mehr lieben als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen Und nicht auf Menschen bauen. Du hilfft und du errettest gern. pfun- den Und Freu- den ohne Zahl: So will ich denn geਸਿੰ lassen Mich auch im Lei- den fassen, Welch' Le= ben 4. Laß du mich Gnade finden, Mich alle meine Sünden Erkennen und bereu'n. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte, Sein Heil laß mein Geschäfte, Dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, Bin ich des Himmels Erbe; Was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade Vertrau' ich deiner Gnade, Du, Herr, bist bei mir in der Noth. 316 Christliches Leben. 6. Ich will dem Kummer wehren, Ich will den Tod bedenken, Gott durch Geduld verehren, Der Herr wird alles lenken, Im Glauben zu ihm fleh'n. Und was mir gut ist, wird geschehn. Gellert. Mel. O Gott, du frommer Gott, 365. E 2 an, Mit Je su fang' ich Mit Je su will ich Was ich nur im- mer thu', Wo hin ich mich mag = = en- den;} Soll mei- ner Au- gen Ziel Nur Je- sus Chri- ſtus be sein; Ihn prei- se mein Ge- müth, Jhn mei- ne Zung' al- lein. 2. Hab' ich nur ihn zum Freund: Was frag' ich nach der Erde? Da ist kein Fall so schwer, Daß mir nicht Rettung werde. Durch seine Hirtenhand Wird jede Last zur Lust; Und auch in tiefster Noth Kommt Fried' in meine Brust. 3. Mit Jesu steh' ich auf, Mit Jesu geh' ich schlafen Und ruhe ohne Furcht Vor Schrecken und vor Strafen. Mit Jesu geh' ich einst Auch freudig in mein Grab, Und durch das Todesthal Bringt mich sein Hirtenstab. 4. Du, Jesu, wirst das Werk, Das du in mir begonnen, Fortführen, bis du ganz Mich für dein Reich gewonnen. Ich hange fest dir an, Ich lasse nicht von dir, Bis deine Lieb' und Treu' Vollkommen herrscht in mir. 5. Ich opf're dir mein Herz, Mein Wollen und Beginnen, Leib, Seele, Geist, Gemüth, Die Kraft und alle Sinnen. Ach, nimm dies Opfer an, Laß dir's gefällig sein! Gieb ganz dein Ebenbild In meine Seel' hinein! 6. Ich will an jedem Tag Mich inniglich befleißen, Dein liebes, frommes Kind Zu werden und zu heißen. Ich will gehorsam sein In Lieb' und auch in Leid, So lange du mich hier Willst haben in der Zeit. 7. Und kommt die Stunde mic Nach deinem Wohlgefallen, Daß meine Hütte ſoll In Erd' und Staub zerfallen: So folg' ich fröhlich dir; Du führst mich selber aus Und bleibst mein ew'ges Licht In deines Vaters Haus. Heermann. Knapp. and Demuth. do 366. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 11 Mei- ne Sce- le, laß es ge= hen, Wie in die- ser Laß auch gerne das ge- sche= hen, Was dein Herz hier le, Denk', es wal= tet 2. Ist auch in dem bangen Herzen Nichts als Kummer, Sorg' und Leid, Zagst du unter herben Schmerzen Hier in dieser Sterblichkeit: Bleib, o Seele, fromm und stille, Dent, es waltet Gottes Wille. Welt es geht; Bleib', o See- le, fromm und ſtilver= steht. 3. Gott erbarmt sich seiner Frommen, Wenn das Kreuz sie hat bewährt, Läßt sie zu dem Frieden kommen, Den schon lange sie begehrt. Bleib, o Seele, fromm und stille, Denk', es waltet Gottes Wille. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 2 317 Mein Herz, gieb dich zu n. J. Crüger. 1649.( rhythm.) 367. H Gottes Wil= le. 4. Nach dem Regen scheint die Sonne, Freude folgt auf Traurigkeit, Angst verwandelt sich in Wonne Und in Himmelslust das Leid. Bleib, o Seele, fromm und stille, Denk', es waltet Gottes Wille. 5. Sollst du von der Erde scheiden, Scheide nur getrost zu Gott; Gott giebt dir des Himmels Freuden, Warst du treu bis in den Tod. Bleib, o Seele, fromm und stille, Denk', es waltet Gottes Wille. ( Rheinisches Gesangbuch.) frie- den Und blei= be ganz geschie- den Von Sor- ge, Furcht und Gram: Die Noth, die dich jetzt 318 Christliches Leben. E drücket, Hat Gott dir zu geschicket; Sei still, wie = E Jesus, Got- tes Lamm. 2. Mit Sorgen und mit Zagen Und unmuthsvollen Klagen Häufst du nur deine Pein. Durch Stillesein und Hoffen Wird, was dich jetzt betroffen, Erträglich, sanft und lieblich sein. 3. Kann's doch nicht ewig währen; Oft hat Gott unsre Zähren, Eh' man meint, abgewischt; Wenn's bei uns heißt: wie lange Wird mir so angst und bange! So hat er Leib und Seel' erfrischt. 4. Ja, wenn ich's recht erwäge, So sind's nur Liebesschläge, Womit er uns belegt: Nicht Schwerter sind's, nur Ruthen, Womit er bloß zum Guten Als Vater seine Kinder schlägt. 5. Er will uns dadurch ziehen, Daß wir vor allem fliehen, Was ihm nicht wohlgefällt, Mel. Valet will ich dir geben. heut'; zeit. Den alten Menschen schwächen, Den Eigenwillen brechen, Die Lust ertödten dieser Welt. 6. Er will uns dadurch lehren, Mit Glauben und Geduld Wie wir ihn sollen ehren Und, sollt' er uns in Nöthen Auch lassen, ja gar tödten, Uns doch getrösten seiner Huld. 7. Denn was will uns auch scheiden Dazu er uns ersehn? Von Gott und seinen Freuden, Ich lebe oder sterbe, So bleibet mir das Erbe Des Himmels ewiglich doch stehn. 8. Drum gieb dich ganz zufrieden, Mein Herz, und bleib' geschieden Von Sorge, Furcht und Leid. Bald mag Gott Engel senden, Die dich auf ihren Händen Hintragen in die Herrlichkeit. Freylinghausen. 368. e : Wollt ihr den Hei- land finden, So su chet ihn noch Eilt, ihm euch zu ver= bin- den, Noch ist die Gna- denWollt ihr die Kron' em= pfan- gen, Dringt eifrig 圈 hin zum Ziel; Demuth. Wer Großes will er- lan- gen, Der sucht und müht sich viel. 2. Soll er sich zu euch neigen, So sucht ihn in Geduld; Gelassen sein und schweigen Erwirbt euch seine Huld. Soll er sich euch vereinen, Sucht ihn in Niedrigkeit; Die hoch zu stehen meinen, Verfehlen seiner weit. 3. Drückt euch das Kreuz hienieden, Sucht ihn in eurer Pein; Leicht sind von ihm geschieden, Die mit der Welt sich freun. Mel. Nun sich der Tag geendet. 319 369. Urspr. weltlich. 1698. Umbildung n. Kühnau. Und kommt's mit euch zum Sterben, Sucht ihn mit gläub'gem Sinn; Er läßt euch nicht verderben, Der Tod ist euch Gewinn. 4. Sucht ihn im Himmel droben, Jm Chor der Seraphim; Die ihn hier liebend loben, Sind dort auch nah' bei ihm. Sucht ihn in eurem Herzen Mit tiefster Innigkeit, So seid ihr frei von Schmerzen Jetzt und in Ewigkeit. ( Vorsts Gesangbuch.) & Mein Gott, das Herz ich bringe dir Zur Ga= be und Geschenk. Du for- derst die ses bin ich ein- ge= denk. 2. Gieb mir, mein Sohn, dein Herz, sprichst du, Das ist mir lieb und werth, Du findest anders auch nicht Ruh' Im Himmel und auf Erd'. 3. Nun, du mein Vater, nimm es an Mein Herz, veracht' es nicht; # ja von mir, Deß Ich geb's, so gut ich geben kann, Kehr' zu mir dein Gesicht. 4. Noch ist dies Herz voll Eitelkeit Und nicht vom Bösen frei; Noch ist es mit sich selbst in Streit Und fühlt nicht wahre Reu'. 5. O rein'ge du, Herr Jesu Christ, Mich durch dein theures Blut; 320 Ich glaub', daß du gekreuzigt bist Der Welt und mir zu gut. 6. Schenk' mir nach deiner Jesus: huld Gerechtigkeit und Heil, Nimm auf dich meine Sündenschuld Und meiner Strafe Theil. 7. Gott, heil'ger Geist, nimm du auch mich In die Gemeinschaft ein. Ergieß um Jesu willen dich Tief in mein Herz hinein. 8. Hilf, daß ich sei im Glauben treu Christliches Leben. Mel. Nun lob', mein' Seel'. T c ↓. hab'- ner Gott, Ze= ba= oth. An Christum, Gottes Sohn, Und ihn bekenne sonder Scheu Trotz seiner Feinde Hohn. 9. Hilf, daß ich sei von Herzen fest In Hoffnung und Geduld, Daß, wenn du mich nur nicht verläßt, Mich tröste deine Huld. 10. So nimm mein Herz zum Tempel ein, O Gott, schon in der Zeit, Und laß es deine Wohnung sein Auch in der Ewigkeit. 370. Man lobt dich in der Stil- le, Du gro- ßer, hoch- erDes Rüh- mens ist die Fül- le Vor dir, du star- fer Ï Schade. Du bist doch Herr auf Er- den, Der From- men Zu- ver- sicht, Jn Trüb- sal und Be- schwer- den Läßt du die Dei- nen nicht. Drum soll dich stünd- lich ehren Mein lang' er lal= len kann. Mund vor je- der- mann Und dei- nen Ruhm ver= meh- ren, So 1 2. Es müsse dein sich freuen, Wer deine Macht und Gnade kennt, Und stets dein Lob erneuen, Wer dich in Christo Vater nennt. Dein Name sei geprieſen, Der große Wunder thut, Und der auch mir erwiesen, Was mir ist nüß' und gut. Nun dies ist meine Freude Zu hangen fest an dir, Daß nichts von dir mich scheide, So lang' ich walle hier. Demuth. 2 勝 371. Mel. Wer nur den lieben Gott.( Neue Mel.) Vor dir, o Gott, sich kind- lich Kein Mensch kann dei- ner Huld sich 321 3. Herr, du hast deinen Namen So herrlich in der Welt gemacht; Denn als die Schwachen kamen, Hast du gar bald an sie gedacht. Du hast mir Gnad' erzeiget: Nun wie vergelt' ich's dir? Ach, bleibe mir geneiget, So will ich für und für Den Kelch des Heils erheben Und preisen weit und breit Dich, Herr mein Gott, im Leben Und dort in Ewigkeit. 2. In allem, was ich thu' und denke, al= ler= größte Pflicht. Drum wirk' in mir durch hei- lig Au= ge nicht. dei- - nen Geist Die Furcht vor dir, die Laß, Herr, das meine Weisheit sein, Daß ich mein Herz zur Sorgfalt lenke, Vor jeder Sünde mich zu scheun. Denn wer noch Lust zur Sünde hat, Der fürchtet dich nicht in der That. 3. Gieb, daß ich stets zu Herzen nehme, Daß du allgegenwärtig bist, Und das zu thun mich schäme, Was dir, mein Gott, zuwider ist. ernstlich Rist. scheu= en, Ist un- sre = freu= en, Scheut er dein kind- lich heißt. Der Beifall einer ganzen Welt Hilft dem ja nichts, der dir mißfällt. 4. Laß immer dein Gericht mich scheuen Und wirke steten Ernst in mir, Mein Leben deinem Dienst zu weihen; Dein guter Geist erhalt' mich dir, Dir, der mich vom verdienten Fluch Befreit, und stets mich liebreich trug. 5. Ja, Vater, laß mit Furcht und Zittern mich schaffen meine Seligkeit. Soll nichts mein ew'ges Glück erschüttern, 21 322 Christliches Leben. So führ' mich in der Gnadenzeit. Nach deiner Vorschrift redlich handeln Mit Vorsicht lehr' mich Unrecht Und hassen alle Heuchelei. fliehn, Wer dich von Herzen scheut une ehrt, Mich nur um deine Gunst bemühn. 6. Gieb, daß ich stets ein gut Gewissen Nur der ist dir, o Vater, werth. Vor dir zu haben sorgsam sei, Und mache von den Hindernissen Der wahren Tugend selbst mich frei. Nie störe Furcht und Lust der Welt Mich, das zu thun, was dir gefällt. 7. In deiner Furcht laß mich stets wandeln Und überall, wo ich auch sei, Mel. Aus tiefer Noth. Ster- ben; der- ben! 8. In deiner Furcht laß einst mich sterben, So schreckt mich weder Tod noch Grab, So werd' ich jenes Leben erben, Für das dein Sohn sein Leben gab. Dichfürchten, Herr, bringt Segen ein wird ſein. Schmold. Diterich. 372. e Herr, wie du willst, so schick's mit mir Im Leben und im Allein zu dir steht mein' Be- gier, Laß mich, Herr, nicht versit Er- halt' mich nur in dei- ner Huld, Sonst wie du € Zu deinem Worte Liebe. Behüt' mich, Herr, vor falscher Lehr', Und hilf, daß ich mich übe In Werken wahrer Frömmigkeit. Wend' ab all' Ungerechtigkeit In meinem ganzen Leben. willst, gieb nur Geduld, Denn dein Will' ist der 2. Zucht, Ehr' und Treu' verleih' mir, Herr, be= ste. 3. Soll ich einmal nach deinem Nath Von dieser Welt abscheiden, Verleih' mir, Herr, nur deine Gnad' Daß es gescheh' mit Freuden. Mein Leib und Seel' befehl' ich dir: Herr, ein selig End' gieb mir Durch Jesum Christum. Amen. Bienemann. Mel. O Gott, du frommer Gott. e Le= ben, ge= ben, = Herz aller liebster Gott, Der du mir die= fes Leib, See- le und Vernunft Aus Gnaden hast geDemuth. 373. } Ne= gie- re fer- ner_mich Durch dei- nen gu- ten Geist, Daß er in al- lem Thun Mir Kraft und Beistand leist'. 2. Hilf, daß ich allzeit fern Von Fleischeslüsten bleibe, Dagegen emsiglich Des Geistes Werke treibe, Daß gute Ritterschaft Ich üb' in wahrer Treu', Daß ich in Hoffnung stark Und fest gegründet ſei. 5. Verleihe, daß ich stets Nach deinem Reiche ringe, Auf daß dein Segen dann Zu mir herunter dringe. Wer nach dem Ewigen Vor allen Dingen tracht't, Der wird auch wohl mit dem, Was zeitlich ist, bedacht. 3. Gieb, daß ich als ein Christ Wie Christus mich bezeige Und willig stets mein Ohr Zu seiner Lehre neige. Im Glauben stärke mich, Daß ich der argen Welt Nicht folge, wenn sie mich Von deinem Wort abhält. 4. Entzünde du mein Herz Mit deiner wahren Liebe, Und gieb, daß ich zugleich Am Nächsten Liebe übe. Verleihe mir Geduld, Wenn Trübsal bricht herein, Und hilf, daß ich im Glück Demüthig möge sein. 323 6. Mit deiner rechten Hand, Herr, wollest du mich leiten, Mich schützen Tag und Nacht, Daß nicht die Tritte gleiten. Du wollest meine Burg, Mein Schutz in Nöthen sein, Wenn ich in meiner Pflicht Ausgehe oder ein. 7. Zuletzt erlöse mich Von allem Kreuz und Leiden, Und wenn ich soll einmal Von dieser Erde scheiden, So stehe du mir bei Mit deiner Gnadenhand Und führe mich hinauf In's rechte Vaterland. Scheffler. 21* 324 Mel. Seelenbräutigam. e Je- su, geh' vor= an ਸਬੰ wol- len nicht ver= wei= len, Christliches Leben. Sittlicher Wandel. 374. len. Führ' uns 2. Soll's uns hart ergehn, Laß uns feste stehn Und auch in den schwersten Tagen Niemals über Lasten klagen; Denn durch Trübsal hier Geht der Weg zu dir. 5 HE 2 C 3. Rühret eig'ner Schmerz Irgend unser Herz, Kümmert uns ein fremdes Leiden: Auf der Lebens- bahn, Und wir J Dir ge= treu- lich nach- zu= eian der Hand Bis in's Vater= land. Oso gieb Geduld zu beiden; Richte unsern Sinn Auf das Ende hin. 4. Ordne unsern Gang, Jesu, lebenslang. Führst du uns durch rauhe Wege, Gieb uns auch die nöth'ge Pflege. Thu' uns nach dem Lauf Deine Thüre auf! 375. Zinzendorf. Mein Schöpfer, steh' mir bei, Sei meines Le- bens Licht, Dein Au- ge lei te mich, Bis einst mein Au- ge bricht. = T Hier leg' ich Herz und Glieder Vor dir zum O- pfer nie- der Und wid- me mei- ne Kräf- te Für dich und dein Ge- schäf- te. Du Sittlicher Wandel. ਉਸ willst, daß ich der dei- ne sei: Drum, Schöpfer, steh' mir bei! 2. Mein Heiland, der du mich Ihn Herrn und Vater nennen, Erlöset durch dein Blut, Sein Gnadenwort verstehen, Auf seinen Wegen gehen: Du bist, der alles Gute schafft, Mein Tröster, gieb mir Kraft! 4. Gott Vater, Sohn und Geist! Dein bin ich, was ich bin. Ach, drücke selbst dein Bild Recht tief in meinen Sinn, Erwähle mein Gemüthe Zum Tempel deiner Güte; Verkläre an mir Armen Dein herrliches Erbarmen. Wohl mir, wenn du der meine heißt, Gott Vater, Sohn und. Geist! Rambach. Du bist's, der Sünden tilgt Und große Wunder thut. Schließ mich verirrten Armen Ganz ein in dein Erbarmen, Daß ich von Zorn und Sünde Hier wahre Freiheit finde. Ich bin ohnmächtig ohne dich; Mein Heiland, stärke mich! 3. Mein Tröster, gieb mir Kraft, Wenn sich Versuchung zeigt; Regiere meinen Geist, Wenn er zur Welt sich neigt; Gott lehr' mich recht erkennen, Mel. Ich dank' dir schon. 325 376. Nach Praetorius. 1610. Red. Kühnau.( rhythm.) # Christ, er- he- be Herz und Sinn; Was hängst du an der Er den? Hinauf zum Him- mel schwing' dich hin, Ein 2 Christ soll himmlisch werden. 2. Was hat die Welt? Was beut sie an? Nur Tand und eitle Dinge. Wer einen Himmel hoffen kann, Der achtet sie geringe. 3. Sieh, Christ, nie sorgend unter dich, Wenn dich die Leiden drücken; Sieh gläubig in die Höh' und sprich: Der Herr wird mich erquicken. 4. Schau' hin zum Land der Herrlichkeit, Wo Lebensströme fließen; Dies wird dir in der Prüfungszeit Den bittern Kelch versüßen. 5. Dort oben ist des Friedens Haus. Gott theilt zum Gnadenlohne Den Ueberwindern Kronen aus: Kämps' auch um Ruhm und Krone! 326 Christliches Leben. 6. Dort ist's den Engeln süße Da nach dem Kampf auf Erden Pflicht, Sollst du vor seinem Gnadenthron Von ihm gekrönet werden. Gott Preis und Dank zu bringen. O Seele, sehnest du dich nicht, Mit ihnen zu lobsingen? 7. Dort herrscht dein Heiland, Gottes Sohn; 8. Hilf, Jesu, daß ich für und für Den Geist zu dir erhebe, Und daß ich jetzt und ewig dir Anhange, diene, lebe. Liebich. [ 6] == k Mein Leben ist ein Pil- grim- stand, Ich rei- se nach dem Baseler Gesangbuch. Va- ter- land, Nach dem Je- ru- sa- lem dort o= ben, Ich suche meines Gottes Stadt, Die er mir dort er= bau- et R hat; Da werd' ich ihn ohn' En- de lo- ben. Mein Le- ben ist ein € Pil- grim- stand, Ich reise nach dem Vater- land. Mein matter Geist find't nirgend Ruh': 2. Es rinnet ohne Unterlaß Auch meines Lebens Stundenglas, Und was vorbei ist, kommt nicht wieder. Ich eile zu der Ewigkeit: Herr Jesu, mach' mich nur bereit, Eröffne meine Augenlider, Daß ich, was zeitlich ist, veracht' Und nur nach dem, was ewig, tracht'. 3. Der Sonne Glanz mir oft gebricht, Der Sonne, die mit Gnadenlicht In unverfälschte Herzen strahlet; Wind, Negen stürmen auf mich zu, Doch alle Müh' ist schon bezahlet, Wenn ich das goldne Himmelsthor Mir stell' in Glaub' und Hoffnung vor. 4. Du treuer Hüter, Jesu Christ, Der du ein Pilgrim worden bist, Da du mein Fleisch hast angenommen: Dein Wort bewahre meinen Tritt, Laß mich bei einem jeden Schritt Zu deinem Heil stets näher kommen. Mein Leben fleucht; ach eile du Mit deines Lebens Kraft herzu! Sittlicher Wandel. 5. Dein heil'ger Geist sei mein So bring' mich zu der wahren Ruh', Geleit, Gieb in Geduld Beständigkeit, Vor Straucheln meinen Fuß beschütze. Wo Streit und alle Müh' verschwinden, Und nimm das müde Kind alsdann Im Vaterhause freundlich an. Ich falle stündlich: hilf mir auf! Zeuch du mich selbst zu dir hinauf, Sei mir ein Schirm in Trübfalshize; Laß deinen süßen Gnadenschein In Finsterniß nie ferne sein. 6. Wenn mir mein Herz, o Gnadenfüll', Vor Durst nach dir verschmachten will, So laß mich dich zum Labsal finden; Und schließ' ich meine Augen zu, CH. A. 3 4 7. Bin ich in diesem fremden Land Der stolzen Welt gleich unbekannt, Dort sind die Freunde, die mich kennen; glän- zet der Was ihnen der Es Dort werd' ich mit der Himmelsschaar 378. 327 Dir jauchzend dienen immerdar und in der reinsten Liebe brennen. Mein Heiland, komm, ach bleib nicht lang'! Hier in der Wüste wird mir bang. Sampe. ### Fr. Richter( bei Freib. 1704.) = Chri- sten in wen- di- ges LeKönig des Him- mels ge= ge= 18st ben, Ob hier auch von außen kein Schim- mer sie schmückt. ben, Das wird nur vom Auge des Geistes er= blickt. Was vie- le ver- ach- ten bei ir di- schem Trach- ten, Hat = ih= re er= leuch- te= ten Sin- ne be= rüh- ret Und H sie zu der gött li- chen Wür de ge füh- ret. = 328 2. Sie gleichen im Neußern den Kindern der Erde, Christliches Leben. Und tragen auch an sich des Jrdischen Bild, Sie fühlen wie and're der Menschheit Beschwerde, Oft sehn sie die Sonne der Freude verhüllt. Sie stehen und wandeln, sie reden und Handeln, Wie jeder es treibet in zeitlichen Dingen; Doch kann sie die weltliche Lust nicht bezwingen. 3. Denn innerlich sind sie von göttlichem Stamme, Geboren aus Gott durch sein mächtiges Wort; Es lodert in ihnen die himmlische Flamme, Entzündet von oben, genährel von dort. Die Engel als Brüder erfreun sich der Lieder, Die hier von den Lippen der Frommen erklingen Und bis in das innerste Heiligthum bringen. 4. Sie wandeln auf Erden, und leben im Himmel, Sie bleiben ohnmächtig, und schützen die Welt. Sind arm, doch sie haben, was ihnen gefällt. Mel. Es fostet viel, ein Christ. Sie stehen in Leiden, und bleiben in Freuden; Sie scheinen ertödtet den äußeren Sinnen Und führen das Leben des Glaubens von innen. 5. Wenn Christus, ihr Leben, sich Wenn er sich einst allen in Herrwird offenbaren, Dann wird auch den frommen und lichkeit zeigt, gläubigen Schaaren Die Krone des ewigen Lebens gereicht. Sie werden regieren, mit ihm triumphiren, ihn hält. Hier wenig geschäßzet und oftmals verleget, Hier stille mit Christo im Vater gelebet: Sie schmecken den Frieden bei allem Das ist es, was einst uns zum Getümmel, Himmel erhebet. Richter. Wie leuchtende Sterne des Himmels dort prangen, Wenn weltlicher Schimmer in Nacht ist vergangen. 6. O Jesu, verborgenes Leben der Seelen, Laß deinen verborgenen Weg uns Du ewige Sonne der inneren Welt, erwählen, Wie oft auch die Menge für thöricht 379. 1704. Es ist nicht schwer, ein Christ zu sein Und nach dem Sinn des rei- nen Gei- stes le- ben. Zwar der Natur geht es gar sau- er Sittlicher Wandel. ein, Sich immer dar in Christi Tod zu geben; Doch ि führt die Gna- de selbst zu aller Zeit Den schwe- ren Streit. 2. Du darfst ja wie ein Kind So sieh, daß Dann gilt vor Als nicht geschehn. 6. Laß nur dein Herz im Glauben ruhn, nur sein, Du darfst ja nur die leichte Liebe üben. O blöder Geist, schau' doch, wie gut er's mein'! Das kleinste Kind kann ja die Mutter lieben. Drum fürchte dich nur ferner nicht so sehr; Es ist nicht schwer. 3. Dein Vater fordert nur das Herz, Daß er es selbst mit reiner Gnade fülle. Der treue Gott will ja nicht deinen Schmerz, Die Unlust schafft in dir dein eigner Wille; Drum übergieb ihn willig in den Tod, 329 Wenn Furcht und Weh' am schwachen Herzen naget; Sprich: Bater, schau' mein Elend gnädig an! du dich durch die Gnade stärkest; Gott dein kindliches Versehn So ist's gethan. 5. Fass' nur dein Herze in Geduld, Wenn du nicht gleich des Vaters Hülfe merkest. Versiehst du's oft und fehlst aus eigner Schuld, Wenn dich will Nacht und Finsterniß bedecken. Dein Vater wird nichts Schlimmes mit dir thun; Vor keinem Sturm darfst muthlos du erschrecken. Ja, siehst du endlich keiner Rettung Spur, Und wirst dein Heil mit großer Klarheit schauen. So hat's nicht Noth. Was du geglaubt, wirst du dann vor dir sehn; 4. Wirf nur getrost den Kummer Drum darfst du nur dem treuen Vater trauen. hin, So glaube nur. 7. So wird dein Licht aus Nacht erstehn, Der nur dein Herz vergeblich drückt D Seele, sieh doch, wie ein wahrer Christ und plaget. Erwecke nur zum Glauben deinen So selig ist! FO Sinn, 8. Auf, auf, mein Geist! was säumest du, Dich deinem Gott ganz kindlich zu ergeben? Herz, genieß die süße Ruh', In Frieden sollst du vor dem Vater Geh' ein, mein leben: Die Sorg' und Last wirf nur getrost und kühn Allein auf ihn. Richter. 330 Christliches Leben. 380. Es kostet viel, ein Christ zu sein Und nach dem Sinn des rei- nen Gei- stes le- ben; Denn der Na- tur geht es gar sau- er #E ein, Sich immer- dar in Chri- sti Tod zu geben. Auch werth, Wenn man mit Ernst die Herrlichfeit erwäget, Die ewiglich ein solcher Mensch erfährt, ist's mit einem Kampf, den wir vollbracht, nicht ausgemacht. 2. Doch ist es wohl der Mühe Und es mit Gott zu einem Geist verbinden. Wer weiß, was da im Geiste wird geschehn? Der reinen Himmelssinn im Herzen träget. Es kostet Müh': die Gnade aber macht, Daß man's nicht acht't. 3. Er soll ein Kind des Höchsten sein, Ein reiner Glanz, ein Licht im großen Lichte. Wie wird er da so stark, so hell und rein, 1704. So herrlich sein, verklärt im Angesichte, Wenn ihn daselbst Unsterblichkeit und Pracht So herrlich macht! 4. Da wird das Kind den Vater sehn, Im Schauen wird es ihn mit Lust empfinden, Der lautre Strom wird es da ganz durchgehn Wer mag's verstehn? 5. Was Gott genießt, genießt es auch, Was Gott befißt, wird ihm in Gott gegeben, Der Himmel steht bereit ihm zum Gebrauch; Wie lieblich wird es doch mit Jesu leben! Nichts Höh'res wird an Kraft und Würde sein, Als Gott allein. 6. Auf, auf, mein Geist! ermüde nicht, Der Macht der Finsterniß dich zu entreißen. Was sorgest du, daß dir's an Kraft gebricht? Bedenke, was für Kraft uns Gott verheißen! Wie gut wird sich's doch nach der Arbeit ruhn, Wie wohl wird's thun! Richter. Sittlicher Wandel. Mel. Lobt Gott, ihr Christen. be 五 381. Mein Herr und Gott, deß gu- te dar ge= führt, Hilf mir, daß ich in thu', was mir ge= bührt! 2. Was mir gebührt, das ist der Fleiß, Der sich nicht viel besinnt, Und wenn er, was er thun soll, weiß, Sogleich sein Werk beginnt. 3. Was mir gebührt, das ist die Treu', Die thut, so viel sie kann Und sieht auf's Werk mit ems'ger Scheu, Ob's völlig auch gethan. 4. Was mir gebührt, das liege mir Am Herzen allezeit, Daß ich nicht Zeit noch Kraft verlier' Durch Vielgeschäftigkeit; Mel. Nun ruhen alle Wälder. 331 Hand Mich im- mermei- nem Stand Das 5. Daß sich mein Herz nicht hin und Her Zu vielen Dingen neigt; Sonst macht es sich das Leichte schwer Und nimmt das Schwere leicht. 6. Drum hilf, daß meine kleine Kraft 382. In meinem Amt und Stand Das Ihre unverdrossen schafft Mit fleiß'ger treuer Hand. 7. Und was ich thu', das thu' ich dir; Ach richt's zu deiner Ehr'! Bekenne segnend dich zu mir Und meine Kraft vermehr'! Spitta. Was ist's, daß ich mich gäu- le? Harr' sei- ner, mei= ne : See- le, Harr' und sei un- ver- zagt! Du weißt nicht, was dir 332 nü- pet: Gott weiß es, und Gott schü- zet; Er schü= het Christliches Leben. den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, Mein Glück und meine Plage, Eh' ich die Welt noch sah. Eh' ich mich selbst noch kannte, Eh' ich ihn Vater nannte, War er mir schon mit Hülfe nah. 3. Die kleinste meiner Sorgen Ist dem Gott nicht verborgen, Der alles sieht und hält; Und was er mir beschieden, Das dient zu meinem Frieden, Wär's auch die größte Last der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Erden, Um glücklich hier zu werden; Die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen Den Grund zum Glück zu legen, Das ewig, wie mein Geist, besteht. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Ga= be; ha= be; 11 5. Was dieses Glück vermehret, Sei mir von dir gewähret! Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glück verletzet, Wenn's alle Welt auch schäßzet, Sei, Herr mein Gott, mir ewig fern! 6. Sind auch der Krankheit Plagen, Der Mangel schwer zu tragen, Noch schwerer Haß und Spott: So harr' ich und bin stille Zu Gott; denn nicht mein Wille, Dein Wille nur gescheh', o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke, Und aller deiner Werke Erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, Wenn Gott mich will bewahren? Und er, mein Gott, bewahret mich. Gellert. Nimm hin mein Herz, Gott, nimm es an! Ich bring' es dir zur Ich bring' es dir, so gut ich's kann, So schwach und arm ich's 383. Ich weiß doch, du verschmähst es nicht, So viel dem D- pfer auch ge- bricht, Das ich dir wil lig wei- he. = REST MIES Sittlicher Wandel. 2. Nimm, o mein Heiland, nimm es hin, Du Herz voll ew'ger Liebe! Mein Herz ist voller Eigensinn Und voll verkehrter Triebe; Es hängt an Welt und eitler Lust; Doch ist dir's auch, o Herr, bewußt, Ich kann's nicht selbst bekehren! 3. Mach' du's zu deinem reinen Haus, Das dir gefallen könne; Was dir zuwider, reiß heraus, Daß dich und mich nichts trenne! Entsünd'ge mich mit deinem Blut, Gieb mir den Geist, dann werd' ich gut, Dann fang' ich an zu leben. - 4. Gieb mir ein Herz, das dich forthin Mit Vorsatz nie betrübet; Ein Herz, das dich mit lauterm Sinn Aus allen Kräften liebet, Ein Herz, das nur für dich entbrennt Und keine falsche Liebe kennt, Ein Herz voll Kraft und Glauben. Mel. Marter Christi, wer kann dein. Eines wünsch' ich Selig läßt's im Eine Speise Wenn dies ei= ne 333 5. Gieb mir ein Herz, das deine Zucht, Wenn sich's verfehlt, bald spüret; Ein Herz, das keine Straße sucht, Als die zum Himmel führet; Ein Herz, das auch in Noth und Pein zu dir die Zuflucht nimmt allein, Und auch im Kreuz dich preiset; 6. Ein Herz, das Freund' und Feinde liebt, Und nichts haßt als die Sünden; Ein Herz, das täglich mehr sich übt, Sich stets in dir zu finden; Ein Herz, das immer droben ist, Dort, wo du bist, Herr Jesu Christ, Zu deines Vaters Nechten. 7. Herr, giebst du mir ein solches Herz, Was will ich mehr verlangen? Dann bleib' ich fest in Freud' und Schmerz An deiner Liebe hangen; Dann bin ich dein und du bist mein; Dann werd' ich einst dort oben sein, Und selig dich umfangen! Woltersdorf. 384. mir vor al= lem Thrä- nen- thal sich Ch. A. ei= nen Mann zu schau= en, An- dern, wan- dern, und spät; mit uns geht! Un- ver= rückt auf Der mit blut'- gem 334 Christliches Leben. el Schweiß und To= des= grau= en 21 nie- der= sank Und den Kelch des Va- ters trank. 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, Wie er als ein stilles Lamm Dort so blutig und so bleich zu sehen, Hangend an des Kreuzes Stamm, Wie er dürstend rang um meine Seele, Daß sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, Und dann auch an mich gedacht, Als er rief: es ist vollbracht! 3. Ja, mein Jesus, laß mich nie vergessen Meine Schuld und deine Huld! Als ich in der Finsterniß gesessen, Auf sein Ant= liz Mel. Herzlich lieb' hab' ich dich. Trugest du mit mir Geduld, Hattest längst nach deinem Schaf getrachtet, Eh' es auf des Hirten Ruf geachtet, Und mit theurem Lösegeld Mich erkauft von dieser Welt. 4. Ich bin dein: sprich du darauf ein Amen! Treuster Jesu, du bist mein. Drücke deinen süßen Jesusnamen Brennend in mein Herz hinein! Mit dir alles thun und alles lassen, In dir leben und in dir erblassen, Das sei bis zur letten Stund' Unser Wandel, unser Bund. Knapp. 385. Bekannt seit 1562. Vers. v. Kühnau.( rhythm.) Herzlich lieb hab' ich dich, o Herr, Ich bitt', wollst sein von Die ganze Welt er- freut mich nicht, Nach Him- mel und Erd' mir nicht fern mit dei- ner Güt' und Gna- den. frag' ich nicht, Wenn ich dich nur kann ha- ben; Und wenn mir gleich mein Herz zer- bricht, Bist du doch mei- ne Zu- ver- sicht, Mein Sittlicher Wandel. Theil und mei- nes Her- zens Trost, Der mich durch sein Blut 335 hat er-löst. Herr Jesu Christ, Mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, In Schan- den laß mich nim- mer- mehr! 2. Es ist ja dein Geschenk und Gab' Mein Leib und Seel', und was ich hab' In diesem armen Leben: Damit ich's brauch' zum Lobe dein, Zu Nuß und Dienst des Nächsten mein, Wollst mir dein' Gnade geben. Behür mich, Her vor fals Lehr', Der Sünde Macht und Lockung wehr', Ruhn bis am jüngsten Tage. Alsdann vom Tod erwecke mich, Daß meine Augen sehen dich In aller Freud', o Gottes Sohn, Mein Heiland und mein Gnadenthron! In allem Kreuz erhalte mich, Auf daß ich's trag' geduldiglich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Herr Jesu Christ, erhöre mich, erhöre mich: Gott, mein Herr und Gott, Ich will dich preisen ewiglich. Tröst' mir mein' Seel' in Todesnoth! Schalling. Wahrheitsliebe. Eid. 386. Mel. Befiehl du deine Wege. 3. Laß deinen Engel bei mir ſein, Der sanft am End' die Seele mein In's Reich der Seelen trage; Den Leib in seinem Kämmerlein Laß sanft ohn' ein'ge Qual und Pein Wohl dem, der rich- tig wan- delt, Der als ein Wahrheitsfreund In Wort und Werken han- delt, Und das ist, was er scheint; 336 Der Recht und Treue lie- bet, Und von dem Sinn der Welt, Die Trug und Falsch- heit übet, Sich un be- fleckt er= hält. 2. Wohl dem, der Lügen hasset, Du hassest Heuchelet, Damit ich stets beflissen Der Treu' und Wahrheit sei. Und der, so oft er spricht, Stets seine Reden fasset Vor Gottes Angesicht, Die Wahrheit nie verletzet, Und der an jedem Ort Sich dies vor Augen setzet: Gott merkt auf jedes Wort. Christliches Leben. 3. Wohl ihm, daß sein Gemüthe, Herr, deine Rechte übt! Ihn leitet deine Güte, Er wird von dir geliebt. Du wirst ihn einst erhöhen, Wenn in der Wahrheit Licht Beschämt die Falschen stehen, Erschreckt durch dein Gericht. 4. Herr, präge mir dein Leben Tief in das Herz hinein, Dann werd' ich danach streben, Der Lügen Feind zu sein. Erinn're mein Gewissen: Mel. Chrift, unser Herr. be $ We sen. = 5. Doch laß zu allen Zeiten Auch deiner Weisheit Licht, Herr, meine Seele leiten Zur Uebung meiner Pflicht. Gieb Klugheit, daß ich wisse, Wann ich für andrer Wohl Und meines reden müſse, Und wann ich schweigen soll. 6. Ein Herz voll Treu' und Glauben, Das, Gott, zu dir sich hält, Das soll mir niemand rauben; So kann ich aus der Welt Einst mit der Hoffnung gehen: Ich werde als dein Kind Dich mit den Frommen sehen, Die reines Herzens sind. Bruhn. 387. Zuerst bei Walter. 1524. Herr, du bist heilig im Ge- richt, Dein Zorn ver- tilgt die Vor dir besteht der Heuch- ler nicht, Kein Trug, kein gott- los Du bist ein Gott des Rechts, der Treu'; Wer's MIES Wahrheitsliebe. Eid. wagt, bei dir zu schwö- ren, Und hegt im Her- zen Heu che lei, Den wird dein Ohr nicht = Ei= fer wird ihn stra= fen. G Wahrheit nur Ein laut'res Zeugniß geben Und nie die Hand empor zum Schwur Auf Trug und Falschheit heben. Du blickst in's Inn're, wirst gar bald Die Wahrheit hell entdecken, Wenn wir sie gleich im Hinterhalt Der Lüge schlau verstecken Und blöde Menschen täuschen. 3. Auch des Gewissens Unruh' quält Den, der die Lügen liebet, Was wahr und redlich ist, verhehlt Und falsches Zeugniß giebet. Voll Argwohn geht er und beschämt, Aus Scheu entdeckt zu werden; Wer aber seine Zunge zähmt, Der findet Ruh' auf Erden Und Gnad' bei Gott im Himmel. 4. Wenn mich des Vortheils Stimme lockt, 2. Drum laß mich, Gott, der Wird lange nicht gedeihen; Was nie dahinfällt, nie zerrinnt Und ewig kann erfreuen, Ist Redlichkeit und Tugend. So laß mich sie nicht hören Und nicht, durch niedern Geiz verstockt, 337 Mir unrecht Gut erschwören. Was Arglist und Betrug gewinnt, hö= ren, Dein 5. Dann kann ich frei, von Falschheit rein, kann zu dir fleh'n mein Gott zu ſein, Zu deinem Throne treten, In festem Glauben beten. Des frommen Hülf' und Gott bist du, Wirst sein Gebet gewähren, Und des Gewissens heit're Ruh Wird ihm den Lohn bewähren, Der ewig seiner wartet. 6. Denn einst wirst du des Herzens Rath Der Menschen offenbaren, Und jedem wird, nachdem er that, Vergeltung widerfahren. Beschämt wird dann vor deinem Thron Entdeckt der Heuchler stehen; Den Frommen aber wird der Lohn, Dich, wie du bist, zu sehen: Du Gott der Treu' und Wahrheit. ( Braunschw. Gesangb.) 22 338 Mel. Gott, du frommer Gott. Christliches Leben. 11 lie= bet, trü- bet; Nächstenliebe. 388. Gieb mir, o Gott, ein Bei 17 Herz, Das je den Menschen seinem Wohl sich freut, Bei sei- ner Noth beP Ein Herz, das Ei- gen= nutz Und Neid und Här- te TER flieht, Und sich um An- drer 2. Seh' ich den Dürftigen, So laß mich gütig eilen, Von dem, was du mir giebst, Ihm hülfreich mitzutheilen; Nicht aus dem eitlen Trieb, Groß vor der Welt zu sein Und mich verehrt zu sehn, Nein, Menschen zu erfreun. 3. Dies sei mein Gottesdienst: Auch unbemerkt von ihnen Müss' Andern stets mein Herz Mit Rath und Hülfe dienen. Mich treibe nicht erst Dank Zu milder Wohlthat an: Nein, was ich Brüdern thu', Gott, das sei dir gethan. Than 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienst Dem Dürstenden begegnet, Ein Blick voll Trost, mit dem Mein Herz Bedrängte segnet, Ein Rath, mit dem mein Mund In Kummer Andre stärkt: Nichts bleibt, so klein es ist, Von dir, Herr, unbemerkt. Glück, Wie um sein Glück be- müht. 5. Sucht wo ein boshaft Herz Unfrieden anzurichten, So laß mich sorgsam sein, Der Brüder Zwist zu schlichten. Aus Schmähsucht fränke nie Mein Wort des Nächsten Ruh', Es rühme sein Verdienst, Deck' seine Fehler zu. 6. Den, der im Glauben wankt, Im Glauben zu bestärken, Den, der noch sicher ist Bei seines Fleisches Werken, Von der verkehrten Bahn Zum rechten Weg zu ziehn, Dazu verleih' mir Kraft Und segne mein Bemühn. 7. O heilige du selbst, Herr, meiner Seele Triebe Durch deine Lieb' und Furcht Zu wahrer Menschenliebe. Wer nicht den nächsten liebt, Geht nicht zum Himmel ein; Laß diese Wahrheit, Gott, Mir stets vor Augen sein. Gellert. Nächstenliebe. 389. Mel. O du Liebe meiner Liebe. & Menschenfreund, nach deinem Bil Dei=- ne Sanft- muth, deine Mil sich mein ganzer Sinn! köstlichster Ge- winn. de = de 2. Jesu, wo du liebend nahtest, Folgte Wohlthun deiner Spur; Wo du segnend Gutes thatest, In die Hütte, auf die Flur, Zu dem Lager kranker Brüder, Wo du je nur hingeblickt, Kehrte Freud' und Hoffnung wieder, Und der Dulder ward erquickt. 339 3. O du menschlichster von allen! Keinen hast du je verschmäht; Wer verirrt war und gefallen, Wer um Trost zu dir gefleht, Hat für alle seine Wunden, Herr, in deiner treuen Hand Rettung, Heil und Trost gefunden, Hülfe, die er nirgends fand. 4. Brüder, kommt in meine Arme! Wer da leidet, ruhe hier! Wenn ich sein mich nicht erbarme, Wendet sich mein Gott von mir. Seine Sonne scheinet allen, Er verschont, vergißt der Schuld; Retten ist sein Wohlgefallen, Sein Regieren lauter Huld. 5. Ob mich auch mein Bruder fränket: Bil- de Sei mein fen- nen, Liebt' ich nicht, wie du ge- liebt, Unwerth, mich nach DORIZE f Un- werth wär' ich, dich zu dir zu nen- nen, Würd' ein Mensch von mir be= trübt. Mein Erlöser litt viel mehr; Wenn er Böses von mir denket: Milder will ich sein, als er. Ob er Kummer mir bereitet, Irrt vielleicht nur sein Verstand; Weil er strauchelt, weil er gleitet, Braucht er öfter meine Hand. 6. Nimmer soll mein Herz ermüden, Dem Bedrängten beizustehn; Es gewähret Gottes Frieden, Seinen Schmerz gestillt zu sehn. Wer um Dank und Lohn nur ringet, Hat dahin des Heilands Lohn; Wen des Mittlers Liebe dringet, Solchem wird des Himmels Lohn. 7. Zwar der Wehmuth Zähre fließet Dem, der edle Saat geſtreut, Wenn der Hoffnung Feld nicht ſprießet Oder wenig Frucht ihm beut; Aber wer beim Säen weinet, Jauchzet einst doch, ob auch spät, Wenn am Erntetag erscheinet, Was die Liebe ausgesät. Niemeyer. 22* 340 Christliches Leben. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 390. ਇਸਨੂੰ Wohl- zu- thun und mit- zu- thei= len, Chri- sten, das verMit- leids- voll und willig ei= len, Armen bei- zuges= set nicht! stehn ist Pflicht. € 1 op tiste A Pflicht, die Je- sus ſelbst uns lehHE Und die Gott, den Höch- sten, eh= ret. ret, 2. Speiset die, die Hunger leiden, Und die durstig sind, die tränkt; Gilt die nackenden zu kleiden, Tröstet die, die Kummer kränkt; Schwache sucht zu unterstüßen, Unterdrückte zu beschützen. 3. Nicht nur denen, die euch lieben Oder euch um Hülfe flehn, Allen eilt von Gott getrieben, Nach Vermögen beizustehn. Führt zu unverhofften Freuden Die auch, die im Stillen leiden. 4. O wie schafft es sanfte Freuden, Der Verlass'nen Helfer sein, Sehn, wie sie in ihrem Leiden Sich, durch uns gestärkt, erfreun! Mel. Mir nach, spricht Christus. 的 把 2 Brüder, nie= der. Ein betrübtes Herz erquicken, Welch ein Himmlisches Entzücken! 5. Heil und Glück auf unsern Wegen, Innige Zufriedenheit, Huld bei Menschen, Gottes Segen Folgen auf Barmherzigkeit; Und dereinst zum Gnadenlohne Schenkt ihr Gott des Himmels Krone. 6. Laßt uns eilen, unsre Gaben, Weil es Zeit ist, auszustreun. Was wir hier gesäet haben, Ernten wir einst reichlich ein. Seid barmherzig, liebt die Armen, Gott will euer sich erbarmen. Paulmann. 391. So je- mand spricht, ich liebe Gott, Und haßt doch sei- ne Der treibt mit Got- tes Wahrheit Spott Und reißt sie ganz daGott ist die Lieb' und will, daß ich Den Nächstenliebe. Nächsten lie be, gleich als mich. い 2. Wer dieser Erde Güter hat Und sieht die Brüder leiden Und macht den Hungrigen nicht satt, Läßt Nackende nicht kleiden: Der ist ein Feind der ersten Pflicht Und hat die Liebe Gottes nicht. 3. Wer seines Nächsten Ehre schmäht Und gern sie schmähen höret, Sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, Und nichts zum Besten kehret, Nicht dem Verleumder widerspricht: Der liebt auch seinen Bruder nicht. 4. Wer harret, bis, ihn anzuflehn, Ein Dürftiger erscheinet, Nicht eilt, dem Bruder beizustehn, Der im Verborgnen weinet, Nicht gütig forscht, ob's ihm gebricht: Der liebt auch seinen Nächsten nicht. 5. Wer für der Armen Heil und Zucht Mit Rath und That nicht wachet, Dem Nebel nicht zu wehren sucht, Das oft sie dürftig machet, Nur sorglos ihnen Gaben giebt: Der hat sie wenig noch geliebt. 6. Wahr ist es, du vermagst es nicht, Stets durch die That zu lieben: Doch bist du nur geneigt, die Pflicht Getreulich auszuüben, Und wünschest dir die Kraft dazu Und sorgst dafür: so liebest du. 7. Ermattet dieser Trieb in dir, So such' ihn zu beleben. Sprich oft: Gott ist die Lieb', und mir Hat er sein Bild gegeben. 341 Denk' oft: Gott, was ich bin, ist dein; Sollt' ich, gleich dir, nicht gütig sein? 8. Wir haben einen Gott und Herrn, Sind eines Leibes Glieder; Drum diene deinem Nächsten gern, Denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich, Mein Nächster ist sein Kind wie ich. 9. Ein Heil ist unser aller Gut. Die Gott durch seines Sohnes Blut Ich sollte Brüder hassen, So hoch erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf verfühnt, Hab' ich dies mehr als sie verdient? und mich 10. Du schenkst mir täglich ſo viel Schuld, Ich aber sollte nicht Geduld Du Herr von meinen Tagen! Mit meinen Brüdern tragen? Dem nicht verzeihn, dem du vergiebst, Und den nicht lieben, den du liebst? 11. Was ich den Frommen hier gethan, Dem Kleinsten auch von diesen, Das sieht er, mein Erlöser, an, Als hätt' ich's ihm erwieſen. Und ich, ich sollt' ein Mensch noch sein Und Gott in Brüdern nicht erfreun? 12. Ein unbarmherziges Gericht Der nicht barmherzig ist und nicht Wird über den ergehen, Die rettet, die ihn flehen. Drum gieb mir, Gott, durch deinen Geist Ein Herz, daß dich durch Liebe preist. Gellert. Sty 342 Christliches Leben. Mel. Sollt' ich meinem Gott. 26 392. Unter al= len großen Gü- tern, Die uns Chri- stus Ist die Lieb' in den Ge- mü- thern Wie ein Bal- jam, # Wie ein Stern, der herr- lich blin- fet, zu= ge= theilt, der sie heilt; Wie ein Kleinod, dessen Preis Niemand zu be- nen- nen weiß, GE Wie die Schön- heit, die uns win- fet, Und die Lust, die je der- mann Zwin- gen und er freuen kann. = 2. Liebe kann uns alles geben, Was auf ewig nüßt und ziert; Sie kann unsre Seel' erheben, Sie ist's, die uns aufwärts führt. Menschen- oder Engelzungen, Wo sich keine Liebe find't, Wie beredt sie sonst auch sind, Sind noch nie in's Herz gedrungen, Sind ein flüchtiger Gesang, Sind ein Erz- und Schellenklang. 3. Was ich von der Weisheit höre, Die in alle Tiefen dringt, Von geheimnißvoller Lehre, Von dem Glauben, dem gelingt, Daß er Berge gar versetzet, Was sich sonst in uns verklärt: G3 verlieret seinen Werth, Ja, es wird für nichts geschäßet, Wenn sich nicht dabei der Geist, Der die Liebe wirkt, erweist. 4. Gäb' ich alle meine Habe Auch den Armen freudig hin, Opfert' ich mich selbst dem Grabe Meinem Nächsten zum Gewinn, Ließ ich meinen Leib gleich brennen Und ertrüge jeden Schmerz, Ist von Liebe leer mein Herz, Würd' es mir nichts nüßen können. Nur der Liebe reine That Ist der wahren Freuden Saat. 5. Glaubenssieg und Hoffnungsblüthe Führt uns tröstend durch die Welt, Bis das irdische Gebiete Und der Schöpfungsbau zerfällt. Nur der Liebe weite Grenzen Strecken sich in Ewigkeit; Alle, die sich ihr geweiht, Werden unaufhörlich glänzen. Glaub' und Hoffnung bleiben hier; Liebe währet für und für. S 6. O du Geist der reinen Liebe, Der von Gott du gehest aus, Laß mich spüren deine Triebe, Komm in meines Herzens Haus. Was in mir sich selbst nur suchet Mel. Nun freut euch, lieben. ਸ E Nächstenliebe. ge= ben; stre= ben. 11 = Verleih' mir, Je su, dei- nen Sinn, Dem Fein- de zu verLaß mich, der ich dein Jün- ger bin, Nach Fried' und Eintracht II 393. 343 Und nicht gut mit Andern meint, Mag es Feind sein oder Freund, Laß mich halten als verfluchet. Lenke meinen ganzen Sinn, Geist der Lieb', zur Liebe hin. Ernst Lange. Wie könnt' ich he gen bittern Zorn, Da = aus der Gna- de sü- ßem Born NurHeil mir quillt und Le= ben? 2. Ein Vater hat uns außer= wählt 4. In einem Herrn ließ Gottes Nath Zu seines Hauses Kindern; Ein Heiland brachte, was uns fehlt, Versöhnung allen Sündern; Ein Geist uns allesammt regiert Und zu des Himmels Erbe führt, Wenn wir ihn nur nicht hindern. 3. Wie dürft' ich wegen kleiner Schuld Den schwachen Bruder hassen, Da Gottes Langmuth und Geduld Mir große Schuld erlassen? Nein, immer sei mein Herz bereit, In wahrer Lieb' und Einigkeit Den Nächsten zu umfassen. Uns Heil und Gnade finden; Ein gnadenreiches Wasserbad Macht rein uns von den Sünden; Ein Abendmahl uns alle speist: Wie sollte nicht ein Herz und Geist Uns allesammt verbinden? 5. Nimm hin, o Bruder, meine Hand, Reich' deine mir zum Frieden! Aus unsern Herzen sei verbannt, Was uns bisher geschieden. Den Seligen im Himmelreich Sind wir durch wahre Liebe gleich Und selig schon hienieden. Mankisch. 344 dia me Christliches Leben. Kampf und Sieg. 394. Ma che dich, mein Geist, be- reit! Wa- che, fleh' und be= te, Daß dir nicht die böse Zeit Plöß- lich na he tre- te. = 3. Rosenmüller. 1695. 11 Un- ver- hofft ist schon oft Ue- ber vie le From- men 2 Die Ver- su chung kom- men. 2. Doch vor allem wache auf Von dem Sündenschlafe; Denn es folget sonst darauf Eine lange Strafe. Und die Noth sammt dem Tod Möchte dich in Sünden Gottes Huld verscherzen. O, es ist voller List, Kann sich selber heucheln Und voll Hochmuth schmeicheln. 6. Aber bet' auch stets dabei, Bete bei dem Wachen; Unvermuthet finden. 3. Wache, denn stets muß der Und behutsam machen. Gott verleiht Festigkeit Christ Kämpfen hier mit Sünden, Und nur der, der wachsam ist, Kann sie überwinden. Gott läßt zu, daß auch du, Wenn du sorglos wallest, In Versuchung fallest. Das wird dich von Trägheit frei Dir durch seine Gnade Auf dem rechten Pfade. 7. Doch getrost, es muß uns schon Alles glücklich gehen, Wenn wir nur durch seinen Sohn Denn er will alle Füll' 4. Wache, daß dich nicht die Welt Gläubig zu ihm flehen. Durch Gewalt bezwinge Oder, wenn sie sich verstellt, Wieder an sich bringe. Wach' und sieh, daß dich nie Seiner Gunst ausschütten, Wenn wir gläubig bitten. Die Verführer fällen, Die dir Netze stellen. 11 8. Drum so laßt uns immerdar Wachen, flehen, beten, Weil uns Angst, Noth und Gefahr 5. Wach' und hab' auf dich wohl Immer näher treten. Acht, Trau' nicht deinem Herzen; Leicht kann, wer es nicht bewacht, Denn die Zeit ist nicht weit, Da uns Gott wird richten Und die Seinen sichten. Freistein. -2. 2 E Ringe recht, wenn Gottes Gna- de Dich nun zie- het Kampf und Sieg. 395. Nach dem Gesangbuch von Franş. 1811. R: und bekehrt, Daß dein Geist sich recht ent= la= de ਜੀ Von der Last, die ihn be- schwert. 2. Ringe, denn die Pfort' ist enge, Und der Lebensweg ist schmal! Immer stehn hier im Gedränge Christi Streiter allzumal. 3. Ninge, daß dein Eifer glühe, Daß der ersten Liebe Band Ganz dich von der Welt abziehe; Halbe Liebe hält nicht Stand. 4. Hast du nun die Perl' errungen, Denke nicht: nun ist's gethan; Noch ist alles nicht bezwungen, Was der Seele schaden kann. 5. Nimm mit Furcht ja deiner Seelen, Deines Heils mit Zittern wahr; Denn des Weges zu verfehlen, Schwebst du täglich in Gefahr. 6. Deine Krone halte feste, Mel. Jesu, meines Lebens. E Krone ringt. ge nur singt 345 Halte treulich, was du hast. Recht beharren ist das Beste, Rückfall ist die schwerste Last. 7. Laß dem Fleische nicht den Willen, Laß der Lust den Zügel nicht; Willst du die Begierden stillen, So erlischt das Gnadenlicht. 8. Wahre Treu' führt mit der Sünde Bis in's Grab beständig Krieg, Schwankt nicht, wie ein Rohr im Winde, Sucht in jedem Kampf den Sieg. 9. Dies bedenket wohl, ihr Streiter, Streitet recht und fürchtet euch; Ringet, dringet immer weiter, Bis ihr kommt in's Himmelreich. Winkler. 396. # Nicht nur strei- ten, über= win- den Muß, wer nach der Ernst voll ist der Kampf der Sün- den, Und der Hei- liAn dem Zie- le Ju= bel= lie= der; 346 Er nur schaut mit Won- ne nie- der Auf des Hei- ßen # Christliches Leben. Streits Ge- fahr, In der 2. Ueberwunden, überwunden Hast du, Herr der Herrlichkeit. Todesschweiß und Blut und Wunden Zeugen von dem ernsten Streit. Tausendfache Angst und Schmerzen Lasteten auf deinem Herzen; Dennoch unterlagst du nicht Selbst im härtesten Gericht. 3. Wer kann sein Geheimniß fassen, Wer, wie hoch er sich auch schwang? Gott, sein Gott hatt' ihn verlassen, Als er mit dem Tode rang! Mel. Ach, was soll ich. E sei ne See= le war. Dennoch war Triumph sein Ende; Gil' mein Geist in Gottes Hände, Rief er, rief schon in der Nacht Seines Tods: es ist vollbracht! 4. Was sind meine kurzen Leiden Gegen die, die Christus litt, Und was gegen jene Freuden, Die mir Christi Tod erstritt? Und doch folg' ich dir mit Beben: Durchzudringen in dein Leben, Gieb mir, der du für mich strittst, Für mich unaussprechlich littst! Klopstock. 397. # E Auf, ihr Strei- ter, durch- ge- brun- gen, Auf, und folgt dem Hei- land nach, Der durch Marter, Tod und Schmach Sich zum £ F Him- mel auf ge- schwungen. Ringt ihm nach in seiner Kraft; = Er ist's, der den Sieg ver- schafft. Kampf 2. Kein Erlöster müsse sagen, Jhm gebreche Kraft und Muth Zu dem Kampf mit Fleisch und Blut. Alles soll der Jünger wagen, Weil der Herr die Wunden heilt Und dem Schwachen Kraft ertheilt. 3. Sind wir schwach, bei ihm ist Stärke; Sind wir arm, der Herr ist reich; Wer ist unserm Führer gleich? Unser Gott thut Wunderwerke. Sagt, ob der nicht helfen kann, Dem der Himmel unterthan? und Sieg. Drum so dringet muthig ein; Schämt euch träg' und feig' zu sein. Mel. Es ist das Heil uns kommen. Le= ben, ge= ben. Bleibet wacker im Gebet, Bis ihr auf der Höhe steht, Wo der Sieg die Fahne schwingt. Ist der Erde Werk gethan, 4. Ja, Gott kann und will uns Hebt des Sabbaths Wonne an. schirmen! ( Rigaer Gesangbuch.) 347 Mag es drohen, mag es stürment; Nur durch Müh', Geduld und Streit Führt der Weg zur Seligkeit. 5. Nun, so wachet, kämpft und ringet, 398. Du hast, o al= ler höchster Gott, Herr über Tod und Dein ma- je- stä= ti= sches Gebot Üns nicht umsonst geall Sich in der Seele reget, Da thut sie gern, was du sie heißt, 1 Du willst, daß wir aus al= ler Kraft, Die dei- ne Wir- kung in uns schafft, Es stets und treulich hal= ten. 2. Zwar wer noch todt in Sünden liegt, Der wird sich nicht bequemen, Dein Joch, das ihn gar nicht vergnügt, Was du ihr vorgeleget. Wer dich von reinem Herzen liebt Und sich in deiner Liebe übt, Der wird dein Wort auch halten. 4. Er wird an deinem theuren Sohn Mit Lust auf sich zu nehmen. Sein Sinn, der nichts als irren kann, Ist dem Gesetz nicht unterthan, Er hasset dessen Bande. In wahrem Glauben hangen Und ihm als seinem Schild und Lohn 3. Wo aber, Herr, dein guter Geist Stets treu zu sein verlangen; Es wird sein neugeborner Sinn Zu Gott und zu dem Nächsten hin Sich voller Liebe neigen. 348 5. Fehlt unserm Halten gleich noch viel Nach des Gesetzes Strenge, Erreicht man nicht das weitste Ziel Nach seiner Breit' und Länge: So sieht doch Gott den Willen an Und das, was Jesus hat gethan, Die Mängel zu ersetzen. Christliches Leben. 6. Die Luft, die noch im Fleische steckt, Muß völlig unterliegen; Der Geist, der Christi Liebe schmeckt, Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. E Gott, vor dessen Ew'- ges Licht, aus Wan- del gilt! Klar- heit quillt! Kann ihren Trieb besiegen: Man wandelt nicht mehr nach dem Fleisch, Man lebet fromm, gerecht und keusch, Man thut des Vaters Willen. 7. Mein Heiland, mache dein Gebot Mir angenehm und süße, Dein Wille sei des Geistes Brod, Die Leuchte meiner Füße. Schreib' dein Gesetz in meinen Sinn, Fall' ich, so wirf mich nicht dahin, Stärk' mich durch deine Gnade. Rambach. 399. An- ge- fich= te Nur ein des sen Lich= te Nichts als = 2. Laß uns darum nicht verscherzen, Was du uns hast zugedacht, Schaff' in uns stets reine Herzen, Tödt' in uns der Sünde Macht. Denn was sind wir, Gott, vor dir? Du bist heilig, aber wir Sind verderbt, und wer kann zählen, Großer Gott, wie oft wir fehlen? Laß uns doch zu je= der Zeit Dei- nen rei ner rein- ste Strahl der Hei- lig- keit So durch Herz und See- le dringen, Daß auch wir nach Heil'- gung rin- gen. 3. Uns von Sünden zu erlösen, Gabst du deinen Sohn dahin; O, so reinige vom Bösen Durch ihn unsern ganzen Sinn. Gieb uns, wie du uns verheißt, Gieb uns deinen guten Geist, Daß er unsern Geist regiere Und zu allem Guten führe. Kampf 4. Keiner sündlichen Begierde Bleibe unser Herz geweiht; Unsers Lebens größte Zierde Sei des Wandels Heiligkeit. Mach' uns deinem Bilde gleich, Denn zu deinem Himmelreich Wirst du, Herr, nur die erheben, Die im Glauben heilig leben. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. Schaf- fet, schaf- fet, Bau- et nicht, wie Se- lig feit, wisse Zeit, = 88 und Sieg. 349 5. Hilf, o Vater, unsern Seelen Glaubensvoll auf dich zu sehn, Deinen ew'gen Weg zu wählen Und ihn ohne Falsch zu gehn, Bis wir mit der sel'gen Schaar Der Erlösten immerdar Heilig! heilig! heilig! singen Und die reinsten Opfer bringen. Zimmermann. 400. Men- schen- kin- der, Schaf- fet sich' re Sün- der, Auf die nach dem Him- mel- reich F Son- dern schau- et den, Wie ihr 2. Soll nun dies an euch geschehen, So bekämpfet Fleisch und Blut, Und der Welt zu widerstehen, Rüstet euch mit Kraft und Muth. Gottes Wille soll allein Eures Lebens Richtschnur sein, Mag es unserm schwachen Herzen Freude bringen oder Schmerzen. 3. Selig, wer im Glauben kämpfet, Selig, wer im Kampf besteht, Wer des Fleisches Lüste dämpfet, Selig, wer die Welt verschmäht! Unter Christi Kreuzesschmach Jaget man dem Frieden nach: Wer den Himmel will ererben, Muß zuvor mit Christo sterben. eu= re un= ge= ü- ber euch, Nin- get Und be= mü- het euch auf Er# mö- get se- lig werden. 4. Werdet ihr nicht treulich ringen, Sondern träg' und lässig sein, Gure Neigung zu bezwingen: So bricht eure Hoffnung ein. Ohne tapfern Streit und Krieg Folget niemals rechter Sieg; Treuen Kämpfern reicht zum Lohne Dort der Herr die Ehrenfrone. 5. Auf, Erlöste, Christi Glieder, Die sein Geist erhält und trägt, Schlaget alles in euch nieder, Was sich noch von Sünde regt. Was euch ärgert, senkt ins Grab, Was euch hindert, werfet ab; Denket stets an Christi Worte: Dringet durch die enge Pforte! 350 Christliches 6. Zittern will ich vor der Sünde Und dabei auf Jesum sehn, Daß ich seinen Beistand finde, In der Gnade zu bestehn. Ach, mein Heiland, geh' doch nicht Mit mir Armen in's Gericht; Gieb mir deines Geistes Waffen, Meine Seligkeit zu schaffen. Mel. Was mein Gott will. 6² loh= ne! Kro= ne. Leben. 7. Amen, es geschehe, Amen! Gott versiegle dies in mir, Daß ich treu in Jesu Namen Meinen Glaubenskampf vollführ'. Er verleihe Kraft und Stärk' Und regiere selbst das Werk, Daß ich wache, bete, ringe Und also zum Himmel dringe. Gotter. 401. T H Ihr Mit- ge- nos- sen, auf zum Streit, Da- mit uns Gott beEs gilt das Reich der Herr- lich- keit, Der Ueber- win- der Der Wei- chen- de wird nicht ge= krönt, Wie hat der Herr ge= strit ten! Die Sie ger nur hat = er ver- söhnt, Als er 2. Miterben, haltet an und seht Empor zum großen Lohne; Denn nur durch unsre Feinde geht Der Weg zu jener krone. Ob tausend auch zur Rechten euch, Zur Linken tausend sänken: Getrost, ihr kämpft für Gottes Reich; Er wird die Kraft euch schenken. 3. Zwar groß ist unsers Kampf's Gefahr, Doch laßt uns nicht erschrecken. Mit uns ist Gott, und wunderbar Wird uns sein Schild bedecken. Er stärkt, der mächtig stärken kann, Wenn wir um Hülfe flehen; für uns ge= lit= ten. Er reicht den Harnisch: legt ihn an, So könnt ihr muthvoll stehen. 4. Mit seiner Hölle Grau'n um hüllt, Schießt Satan Flammenpfeile. Ergreift, ergreift des Glaubens Schild, Schüßt euch mit Christi Heile. Mit diesem Helm deckt euer Haupt, Kämpft mit des Geistes Schwerte; Das ist es, was kein Tod euch raubt, Das Mächtige, Bewährte. 5. Wer überwindet, soll den Tod, Den ew'gen Tod nicht sehen; Verging er auch in seiner Noth, Doch wird er nicht vergehen. Kampf und Sieg. 351 Nach dieses Lebens kurzem Streit, Wenn ich einst Ueberwinder bin, Nach seinen kurzen Leiden Wird euch der Unschuld weißes Kleid, Gerechtigkeit, bekleiden. 6. Ach Hüter, ist die Nacht bald hin, Wird licht das Dunkle werden. Dann seh' ich in dem Lebensbuch, Dank sei dir, meinen Namen: Des Kampf's, des Leidens ist genug, Erlöset bin ich, Amen! Klopstock. Die dunkle Nacht der Erden? effen 7. Tod und Ewigkeit. 402. Luther. Mit- ten wir im Leben sind Mit dem Tod um= fan= gen: Wen such'n wir, der Hül- fe thu', Daß wir Gnad'er= lan- gen? Das H bist du, Herr, al= lei= ne! Uns reu- et un- fre Mis- se= that, A Die dich, Herr, er= zür- net hat. Hei- li- ger Herre Gott, 2 Hei- li- g ger star- fer Gott, Hei- li- ger barm- her- zi- ger = Heiland, Du e= wi- ger Gott! Laß uns nicht ver= sin fen In des bit- tern To- des Noth! Er- barm' dich un= ser! Luther. 352 Tod und Ewigkeit. 403. Mel. Befiehl du deine Wege. be E Stimm' an das Lied vom Ster- ben, Den ern- sten Ab- schiedsViel- leicht läuft heut' zu Ende Dein ird'- scher Lebenssang! gang; Und eh' die Sonne sin-ket, Be- schließt du dei- nen Lauf, Und wenn die Sonne stei- get, Stehst du mit ihr nicht auf. Ein Pilgerkleid hat allen Die Erde hier beschert; Wir tragen's auf der Erde Und lassen's auf der Erd'. 2. Es giebt nichts Ungewissers Als Leben, Freud' und Noth; Allein auch nichts Gewissers Als Scheiden, Sterben, Tod. Wir scheiden von dem Leben Bei jedem Lebensschritt; Uns stirbt die Freud' im Herzen, Und unser Herz stirbt mit. 3. An unserm Pilgerstabe Ziehn wir dahin zum Grab, Und selbst ein Königsscepter Ist nur ein Pilgerstab. 4. So sing' das Lied vom Sterben, Das alte Pilgerlied, Weil deine Straße täglich Dem Grabe näher zieht. Laß dich es mild und freundlich Wie Glockenton umwehn, Es läute dir zum Sterben, Doch auch zum Auferstehn! 404. 2. Er ist nun angekommen, Wir pilgern noch dahin; Er ist nun angenommen, Der Tod war ihm Gewinn. Mel. Christus, der ist mein Leben. 2 G Am Gra- be stehn wir stil- le Und weinen Thrä- nenSpitta. faat Des lie- b- n Pil- gers Hül- le, Der aus- ge- pil- gert hat. Ihm kann der Feind nichts rauben, Der uns versucht und quält. 4. Jhn hat nun als den Seinen Der Herr dem Leid entrückt, Und während wir hier weinen, Ist er so hochbeglückt. 3. Er schaut nun, was wir glauben, Er hat nun, was uns fehlt; Tod und Ewigkeit. 5. Er trägt die Lebenskrone Und hebt die Palm' empor, Und singt vor Gottes Throne Ein Lied im höhern Chor. Mel. Wer nur den lieben Gott. 6 HI So tra-= gen Doch aus dem ist des Er- den ſei- nem Him- mel 關 C 405. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 6. Wir armen Pilger gehen Hier noch im Thal umher, Bis wir ihn wiedersehen, Und selig sind wie er. se- lig liebt und lebt, Was hier im Staub so 2. Dort über Särgen, überGrüften Ruft uns der Glaube zu: empor! Empor zu heitern Sternenlüften, Wo der Erlösten Jubelchor Sein heilig! heilig! heilig! singt, Das in die Gräber niederklingt. 3. Von dort klingt hell unsterblich Leben Uns unser Liebesheld herab, Der uns das höchste Pfand gegeben, Der Sieger über Tod und Grab. Er spricht: von dem, was hier zerstäubt, Schaut hin auf das, was ewig bleibt. laufs Ge- schick; auf den Blick, wir den Staub zum Stau- be, Dies Stau be hebt der Glau- be Zu = 353 Spitta. 406. Wo das jetzt oft ge= bebt. 4. Zum Licht empor! in's Reich der Frommen, Jn's Heimatland emporgeschaut! Von oben wird die Freude kommen, Wenn's auch hier unten bebt und graut. zu mir empor! Empor zum Licht! Empor das Herz, das Angesicht! 5. So decken Erde wir mit Erde und wanken in dem Glauben nicht, Daß alles Wahrheit sei und werde, Was unser Heiland zu uns spricht: O weint um das nicht, was zerstäubt, Freut euch mit dem, was ewig bleibt! E. M. Arndt. Welt, ich muß dich las- sen, Ich fahr' da- hin mein' 23 354 Tod und Ewigkeit. BI Stra- ßen In's ew'ge Va- ter- land: Mein'n Geist will ich aufge- ben, Da= zu mein Leib und Leben Se= ben in Got- tes gnäd'- ge Hand. 2. Mein' Zeit ist nun vollendet, Der Tod das Leben endet, Sterben ist mein Gewinn: Kein Bleiben ist auf Erden, Das Ew'ge muß mir werden, Mit Fried' und Freud' ich fahr' dahin. 4. Die Sünd' mag mir nich schaden, 3. Auf Gott steht mein Vertrauen, Sein Antlitz will ich schauen Wahrlich durch Jesum Christ, Der für mich ist gestorben, Des Vaters Huld erworben, 5. O Welt, laß ab von Sünden Der Tod wird dich auch finden; Drum richt' dich auf die Bahn Mit Beten und mit Wachen, Laß alle ird'schen Sachen Mein Mittler er auch worden ist. Und fang' ein göttlich Leben an. Heffe. Mel. Ich hab' mein' Sach' Gott. Erlöst bin ich aus Gnaden Umsonst durch Christi Blut: Kein Werk kommt mir zu Frommen So will ich zu ihm kommen; Der christlich' Glaub' allein es thut 407. Nach Wolder's Gesangbuch. 1690.( rhythm) H Got- tes- stadt, Die O se lig, wer das Heil er- wirbt, Daß er = im Herrn, in Chri- sto stirbt! O se= lig, wer, vom Laufe matt, Die dro- ben ist, ge= funden hat! t ₁ t. ₁ Tod und Mensch, bis in den Tod? Du suchst so viel, und eins ist noth! Die Welt beut ihre Güter feil: Denk an dein Heil Und wähl' in Gott das beste Theil. 2. Was suchst du, 3. Was sorgst du bis zum letzten Tritt? Nichts brachtest du, nichts nimmst du mit. Die Welt vergeht in Lust undSchmerz. Schau' himmelwärts! Da, wo der Schatz ist, sei dein Herz. 4. Mit Gott bestell' dein Haus bei Zeit, Eh' dich der Tod an Todte reiht. Sie rufen: gestern war's an mir, Heut' ist's an dir; Hier ist kein Stand, kein Bleiben hier. 5. Vom Freudenmahl zum Wanderstab, Aus Wieg' und Bett in Sarg und Grab: Wann, wo und wie, ist Gott bewußt. Schlag an die Brust! Du mußt von dannen, Mensch, du mußt! $ Ewigkeit. 6. Da ist kein Sitz zu reich, zu arm, Kein Haupt zu hoch, kein Herz zu warm; Mein Gott, ich Und fin- de = Da blüht zu schön kein Morgenroth: Im Finstern droht Der Tod und überall der Tod. 7. Ach, banges Herz im Leichenthal, Wo ist dein Licht, dein Lebensstrahl? Du bist es, Jesu, der mit Macht Aus Grabesnacht Das Leben hat an's Licht gebracht. 8. Dein Trostwort klingt so hoch und hehr: Wer an mich glaubt, stirbt nimmermehr! Dein Kreuz, dein Grab, dein Auferstehn, Mel. Wer nur den lieben Gott. 408. VE! 355 Dein Himmelgehn Läßt uns den Himmel offen sehn. 9. Wohl dem, der Jesu sich vertraut, Schon hier die ew'gen Hütten baut! Er sieht das Kleinod in der Fern' Und kämpfet gern Und harrt der Zukunft seines Herrn. Sachle. weiß wohl, daß ich hier kein sich'- res HE bin ein Mensch, der bald ver- geht, Gut, daß e= wig= lich be= ſteht; #d to ster- be, Ich Er- be, Kein Drum zei= ge mir in Gna- den an, Wie ich recht se lig ster- ben kann. = 23* 356 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe, Ob es nicht heute noch geschieht, Daß ich vor Abend mich entfärbe, Der Blume gleich, die schnell verblüht; Drum mache täglich mich bereit Zum Hingang in die Ewigkeit. Tod und Ewigkeit. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, Wie mich des Todes Hand berührt. Dem einen wird das Scheiden herbe, Sanft wird der and're heimgeführt. Doch wie du willst! nur das verleih', Daß ich getrost im Tode sei. Ch. A. 6CJ T hei 4. Mein Gott, ich weiß nic wo ich sterbe, Und welcher Hügel einst mich ded Genug, wenn ich nur dies erwerE Daß ich zum Leben werd' erwec Wo dann mein Grab auch möge sei Die Erd' ist allenthalben dein. 5. Nun, treuer Vater, wenn i sterbe, Zions Geistern hin! frei= e mei= nen Sinn. So nimm du meinen Geist zu de Ich weiß, daß ich dann nicht ve derbe, Lebt Christus und sein Geist in mi Darum erwart' ich ruhevoll, Wo, wie und wann ich sterben sol Schmolck. 409. ist genug, so nimm, Herr, mei- nen Geist Zu Lös' auf das Band, das schon all- mäh- lich reißt, Be11 O = ße Sehnen, Und mach' ein p Bei Diesel. 1731. Thrä- nen. Es ist ge= nug! E3 2. Es ist genug des Jammers, der mich drückt Im Thränenthale hier! Der Sünde Gift- es hatte fast erstickt Den guten Keim in mir. Es ist zu viel und kaum zu nennen, Was mich von meinem Gott will trennen, Es ist genug! Es ist genug! stil= le doch dies 13 En de mei- nen ist ge= nug! 3. Es ist genug, wenn Gott, mein Heiland, will; Er fennet ja mein Herz. Ich harre sein; geduldig balt' ich still; Er heilet jeden Schmerz. Was meine sieche Brust getragen, Nimmt er hinweg und wird dann sagen: Es ist genug! Es ist genug! be, ft. 11, ch 1. T. II. 3 Tod und 4. Es ist genug! Herr, wenn es dir gefällt, So ende meinen Lauf! Entrücke mich dem Jammer dieser Welt, Mel. Befiehl du deine Wege. 16 E Ewigkeit. Nimm mich zu dir hinauf! Heil mir, ich fahre hin in Frieden! Mein Kreuz und Elend bleibt hienieden! 410. Die auf der Er- de wal- len, Die Sterb- li- chen sind Staub, Sie blü- hen auf und fal- len, Des To- des sich- rer Raub. 2. Getrost gehn Gottes Kinder Des Todes dunkle Bahn, Zu der verstockte Sünder Mit bangen Herzen nahn; Wo selbst der freche Spötter Nicht mehr zu spotten wagt Und vor der Gläub'gen Netter Erzittert und verzagt. & c. el Die Stund' ist uns ver- bor- gen, Da Got- tes Stim- me ruft; Doch S 3. Wenn, diese Bahn zu gehen, Dein Will' einst mir gebeut, Wenn vor der Seele stehen Gericht und Ewigkeit, Wenn meine Kräfte beben Und nun das Herz mir bricht: Herr über Tod und Leben, Ď dann verlaß mich nicht! Mel. Christus, der ist mein Leben. $ Es ist genug! Es ist genug! Burmeister. je= der neu= e Mor- gen Bringt nä- her uns zur Gruft. k E 357 4. Hilf, Todesüberwinder, Hilf mir in solcher Angst, Der du zum Heil der Sünder Selbst mit dem Tode rangst. Wenn bei des Kampfes Ende Mich Todesschrecken faßt, Dann nimm in deine Hände, Den du erlöset haſt. 5. Des Himmels sel'ge Freuden Ermißt fein sterblich Herz. O Trost für kurze Leiden, Für kurzen Todesschmerz! Dem mächt'gen Ueberwinder Sei ewig Preis und Dank; Preis ihm, der für uns Sünder Den Kelch des Todes trank! Funk. 411. Mein Gott, in deine Hän- de Be fehl' ich meinen = 358 Tod und Ewigkeit. Geist: Du lebst und liebst ohn' En- de Und thust, wie du ver- heißt. Dieweil der Geist das Siegel Auf die Erlösung hat. 2 Wem sollt' ich mich empfehlen, Wenn ich will selig sein? Dein sind ja alle Seelen, So ist mein Geist auch dein. 3. Du hast ihn mir gegeben, So nimm ihn wieder hin, Dort bei dem Herrn zu leben, Dem ich zu eigen bin. 4. Mein Glaube schwingt die Flügel Bereits zu jener Stadt, $ wird mein Gott mich la= ben 5. Gott, warst du mein Befreier Schon in der Sündennoth, So bist du, o Getreuer, Es auch in meinem Tod. 412. Mel. Befiehl du deine Wege. 1. Ich bin ein Gast auf Er: den Und hab' hier kei- nen Stand: Der Himmel soll mir wer- den; Da ist mein Va- ter- land. E Hier muß ich Un- ruh' ha- ben, Hier reis' ich ab und zu: Dort 2. Was ist mein ganz Wesen Von meiner Jugend an Als Müh' und Noth gewesen? So lang' ich denken kann, Hab' ich so manchen Morgen, So manche liebe Nacht Mit Kummer und mit Sorgen Des Herzens zugebracht. 3. Ich habe mich ergeben In alles Glück und Leid: Was will ich besser leben In dieser Sterblichkeit? 6. Du lebst und liebst ohn' Ende Und thust, wie du verheißt; Mein Gott, in deine Hände Befehl' ich meinen Geist. Hiller. Mit seiner ew'gen Nuh'. Es muß ja durchgedrungen, Es muß gelitten sein: Wer nicht hat wohl gerungen, Geht nicht zur Freude ein. 4. Mein' Heimat ist dort oben, Da aller Engel Schaar Den großen Herrscher loben, Der alles ganz und gar In seinen Händen träget Und für und für erhält, Auch alles hebt und leget, Nachdem's ihm wohl gefällt. Tod und Ewigkeit. 5. Zu ihm steht mein Verlangen, Da wollt' ich gerne hin, Die Welt bin ich durchgangen, Daß ich fast müde bin. Je länger ich hier walle, Je wen'ger find' ich Freud', Die meinem Geist gefalle; Das Meist' ist Herzeleid. 6. Die Herberg' ist zu böse, Der Trübsal ist zu viel: Ach komm, mein Gott, und löse Mein Herz, wenn dein Herz will! Komm, mach' ein selig Ende Mit meiner Wanderschaft, Und was mich fränket, wende Durch deines Armes Kraft! 7. Du, Herr, bist meine Freude, Du meines Lebens Licht, 413. Du ziehst mich, wenn ich scheide, Hin vor dein Angesicht, In's Haus der ew'gen Wonne, Da ich stets freudenvoll Gleich als die helle Sonne Mit andern leuchten soll. Gleich einem leichten Wasserschaum, Dem Grase gleich, das heute steht Und schnell vergeht, Sobald der Wind darüber weht. 3. Nur du, Jehovah, bleibest 359 8. Da will ich immer wohnen, Und nicht nur als ein Gast, Bei denen, die durch Kronen Du ausgeschmücket hast. Da will ich herrlich singen Von deinem großen Thun Und frei von schnöden Dingen In meinem Erbtheil ruhn. Paul Gerhardt. Mel. Ich hab' mein' Sach' Gutt. Se Wie fleucht da- hin der Menschen Zeit! Wie ei len wir zur = Ewigkeit! Wie Wen'- ge den- ken an mir Das, was du bist; ich traue dir. Laß Berg und Hügel fallen hin: Mir ist Gewinn, Wenn ich bei meinem Jesu bin. Her- zens- grund! Wie schweigt hie- von der 2. Das Leben ist gleich wie ein Traum, die Stund' Von trä- ge Mund! 4. So lang'ich in der Hütte wohn', So lehre mich, o Gottes Sohn! Gieb, daß ich zähle meine Tag' Und immer wach', Daß eh' ich sterb', ich sterben mag. 5. Was hilft die Welt in letzter Noth, Lust, Ehr' und Reichthum in dem Tod? Bedent's, o Mensch, was eilest du Dem Schatten zu? Du kommst sonst nicht zu wahrer Ruh'. 360 6. Weg Eitelkeit, der Thoren Lust! Mir ist das höchste Gut bewußt; Das such' allein ich für und für, Das bleibet mir. Herr Jesu, zeuch mein Herz nach dir. Mel. O Gott, du frommer Gott. t Tod und Ewigkeit. werden: Er- den, Q 2 Bleib', Je su, bleib' bei mir, Es will nun A- bend Der Tag hat sich ge= neigt mit meiner Zeit auf 11 k 6. 7. Was wird das sein, wenn ich dich seh' nun, Da ich soll auf der 2. Die Zeit der Pilgrimschaft, Die ich hier angefangen, Ist über Berg und Thal Durch Kreuz und Noth gegangen. Du aber wärst bei mir, Auch wenn ich's nicht gemerkt, Und hast das matte Herz Durch deinen Trost gestärkt. 3. So wirst du mich zuletzt, Mein Jesu, nicht verlassen, Mein Glaube soll dich fest Mit beiden Armen fassen! Und dort vor deinem Throne steh'! Du, unterdessen lehre mich, Daß stetig ich Mit klugem Herzen suche dich. J. Neander. 414. Mein Abschied stellt sich ein, Die Stunde nacht ſich Welt Die letz- te Rei- se thun. Ach ja, ich höre schon, Was mir dein Mund verspricht: Ich weiche nicht von dir, So fürchte dich nur nicht! 4. Drum fürcht' ich mich auch nicht; Wird meine Seele scheiden, So führest du sie ein In's Paradies der Freuden: So wird der böse Weg Des ganzen Lebens gut, Wenn man den letzten Schritt Mit dir zum Himmel thut. Neumeister. 415. M. Vulpius. 1609. Christus, der ist mein Le- ben, Ster- ben ist mein Ge winn. Dem thu' ich mich er- ge- ben, Mit Fried' fahr' ich da- hin. = 2. Mit Freud' fahr' ich von hinnen Zu ihm, dem Bruder mein, Den Himmel zu gewinnen Und dort bei ihm zu sein. Tod und Ewigkeit. 3. Ich hab' nun überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Noth; Durch seine heil'gen Wunden Bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn mir die Augen brechen, Der Athem stockt im Lauf, Der Mund nicht mehr kann sprechen, Herr, nimm mein Seufzen auf. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 16 t F zu dem Gra= le= ben ha = be; be? p Meine Lebens zeit ver- streicht, Stünd- lich eil' ich Und was ist's, das ich vielleicht, Das ich noch zu 11 416. = 361 5. Wenn mir Sinn und Gedanken Vergehen wie ein Licht, Das hin und her muß wanken, Wenn Nahrung ihm gebricht: 6. Alsdann fein sanft und stille, Herr, laß mich schlafen ein Nach deinem Rath und Willen, Wenn kommt mein Stündelein. 7. Dann wollst du bei mir bleiben, Wenn's Abend worden ist, Und alle Furcht vertreiben, Bis sich mein Auge schließt. Anna, Gräfin v. Stolberg. 3. Nur ein Herz, das Gutes liebt, Nur ein ruhiges Gewissen, Das vor Gott dir Zeugniß giebt, Denk', o Mensch, an dei- nen Tod; Säu- me nicht, denn eins ist noth. 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, Wünschen wirst, gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, Nichts kann dich im Tod erfreun; Diese Güter sind nicht dein. Wird dir deinen Tod versüßen; Dieses Herz, von Gott erneut, Ist des Todes Freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten Noth Freunde hülflos um dich beben, Dann wird über Welt und Tod Dich dies reine Herz erheben; Dann erschreckt dich kein Gericht, Gott ist deine Zuversicht. 362 Tod und Ewigkeit. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, Fürchte Gott und bet' und wache. Sorge nicht, wie früh du stirbst; Deine Zeit ist Gottes Sache. Lern' nicht nur den Tod nicht scheun, Lern' auch seiner dich erfreun. 6. Ueberwind' ihn durch Vertraun; Sprich: ich weiß, an wen ich gläube, Und ich weiß, ich werd' ihn schaun Mel. Ich hab' mein' Sach' Gott. 417. Einst in dem verklärten Leibe. Er, der rief: es ist vollbracht, Nahm dem Tode seine Macht. Dein bin ich, Gott, in& wig- keit, In dei- ner Hand steht = Siehe dein Gebein versenken. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin; Sprich: Herr, daß ich Erde bin, Lehre du mich selbst bedenken. Lehre du mich's jeden Tag, Daß ich weiser werden mag. Gellert. meine Zeit. Du hast der ganzen Menschen- schaar Ihr E 2. Wenn meiner Tage Ende kömmt, Und deine Hand das Leben hemmt, Dann hilf mir in der Todesnoth, Getreuer Gott, Ein sanfter Schlaf werd' mir der Tod. 3. Nimm nach vollbrachtem Lebenslauf Zur Ruh' der Seligen mich auf; Verwirf, wenn einst das Herz mir bricht, To- des- jahr Be- stimmt schon, eh' die Zeit noch war. Daß es auch in der Schmerzen Wuth Mit starkem Muth In deiner weisen Fügung ruht. Verwirf mich nicht, Herr, Herr, vor deinem Angesicht. 4. Drückt mich auch schwerer Krankheit Schmerz Vor meinem Tod, so still' mein Herz, 5. O Jesu, bring' mich dann zur Ruh', In meinem Herzen wirke du, Daß ich mit gläubigem Vertrau'n Mög' ohne Grau'n Hin in die Nacht des Todes schau'n. 6. Hilf meiner Schwachheit, Geist des Herrn, Daß ich, wenn ich zum Vater fleh', Zeig' mir den Himmel dann von fern, Getröstet seh', Wie er mich liebt, zu dem ich geh'. Klopstock. Tod und Ewigkeit. 418. Mel. Jesu, meines Lebens. &# € Wenn ich vor's Gericht soll tre= ten, Wo man nicht entAch, so wol= left du mich ret- ten Und dich mei- ner flie- hen kann, Du allein, du kannst es weh- ren, neh- men an. Daß ich nicht den Fluch darf hören: Jhr, zu meiner linken Hand, Seid von mir noch nie er- kannt! 2. Herr, ich glaube! hilf mir Schwachen, Laß mich ja verzagen nicht.. Du, du kannst mich stärker machen, Wenn mich Sünd' und Tod anficht. 363 Deiner Güte will ich trauen, Bis ich fröhlich werde schauen Dich, Herr Jesu, nach dem Streit In der frohen Ewigkeit. 419. gesä't! Der Herr der Ernte geht e Auf- er- stehn, ja auf- er- stehn wirst du, Mein Staub, nach schuf, dir = ge ben! Hal- le= lu jah! 2. Wieder aufzublühn werd' ich Und sammelt Garben, Rist. n. Fischer.( Erfurt.) kurzer Ruh'! Unsterblich Le= ben Wird, der dich # = Uns ein, uns ein, die starben! Hallelujah! 364 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag! Tod und Ewigkeit. Du meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe Genug geschlummert habe, Erweckst du mich! 4. Wie den Träumenden wird's dann uns sein; Mit Jesu gehn wir ein 監 420. Mel. Wer nur den lieben Gott.( Neue Mel.) re Zu seinen Freuden! Der müden Pilger Leiden Sind dann nicht mehr! Nach einer Prü- fung fur- zer Ta= ge Dort, dort ver- wan- delt sich die Kla= ge H ihren Fleiß, Und je= 5. Ach ins Allerheiligste führt mich Mein Mittler dann; lebt' ich Jm Heiligthume Zu seines Namens Ruhme! Hallelujah! Klopstock. uns die Ewig= feit. che Zu- frie- den=} Hier übt die Tu- gend heit. auf Erden Schon manchen sel'gen Augenblick; Doch alle Freuden, die ihm werden, Sind nur ein unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh' Nimmt in der Seele ab und zu. 3. Hier, wo die Tugend öfters Er= war= tet In gött- li= ne Welt reicht ihr den Preis. leidet, Das Laster öfters glücklich ist, Wo man den Glücklichen beneidet Und des Bekümmerten vergißt: Hier kann der Mensch nie frei von Pein, Nie frei von eig'ner Schwachheit sein. 2. Wahr ist's, der Fromme schmeckt 4. Hier such' ich's nur, dort werd' ich's finden; Dort werd' ich, heilig und verklärt, Der Tugend ganzen Werth empfinden, Den unaussprechlich großen Werth: Den Gott der Liebe werd' ich sehn, Ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 5. Da wird der Vorsicht heil'ger Wille Mein Will' und meine Wohlfahrt sein, Und lieblich Wesen, Heil die Fülle Am Throne Gottes mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn Mich fühlen, daß ich ewig bin. Tod und Ewigkeit. 365 6. Da werd' ich das im Licht 9. Da werd' ich dem den Dank bezahlen, erkennen, Was ich auf Erden dunkel sah; Das wunderbar und heilig nennen, Was unerforschlich hier geschah; Da denkt mein Geist mit Preis und Dank Die Schickung im Zusammenhang. 7. Da werd' ich zu dem Throne dringen, Wo Gott, mein Heil, sich offenbart. Ein Heilig, Heilig, Heilig singen Dem Lamme, das erwürget ward: Und Cherubim und Seraphim Und alle Himmel jauchzen ihm. 8. Da werd' ich in der Engel Schaaren Mich ihnen gleich und heilig sehn; Das nie gestörte Glück erfahren, Mit Frommen stets fromm umzugehn. Da wird durch jeden Augenblick Ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. Mel. Befiehl du deine Wege. Der Gottes Weg mich gehen hieß, Und ihn zu Millionen Malen Noch segnen, daß er mir ihn wies; Da sind' ich in des Höchsten Hand Den Freund, den ich auf Erden fand. 10. Da ruft, o möchte Gott es geben! Vielleicht auch mir ein Sel'ger zu: Heil sei dir, denn du hast mein Leben, Die Seele mir gerettet, du! O Gott, wie muß das Glück erfreun, Der Retter einer Seele sein! 11. Was seid ihr Leiden dieser Erden Doch gegen jene Herrlichkeit, Die offenbart an uns soll werden Von Ewigkeit zu Ewigkeit! Wie nichts, wie gar nichts gegen sie Ist doch ein Augenblick voll Müh'! Gellert. 421. A In Got- tes Rath er geben, Verlass' ich gern die Welt; Ich geh' zum bes- sern Leben, So- bald es Gott ge- fällt. 2. Er ruft zur Zeit der Schmerzen Uns voll Erbarmen zu: Kommt her, belad'ne Herzen, Ihr findet bei mir Ruh'! Was wär's, das mich betrüb- te? Dort schau' ich ewig den, Der 勝 meine See= le lieb= te, Noch eh' ich ihn ge sehn. Dies Wort aus deinem Munde Laß, Herr, auch mich erfreun Und in der letzten Stunde Mir Geist und Leben sein. 2 366 3. Mit dir muß es mir glücken, Daß ich den Kampf besteh', Wenn ich mit gläub'gen Blicken Auf dich, mein Heiland, seh', Auf dich, der für die Sünder Selbst mit dem Tode rang, Als mächt'ger Ueberwinder Ihn auch für mich bezwang. 4. Der frohe Siegsgedanke: Wo ist dein Stachel, Tod? Stärkt mich, daß ich nicht wanke In meiner Todesnoth. Durch dich wird, wenn ich sterbe, Tod und Ewigkeit. Mel. Wie schön leuchtet. fe Das Sterben mir Gewinn; Ich bin des Himmels Erbe, Weil ich dein eigen bin. 5. Dein Blut wird nicht vergebens Für mich geflossen ſein; Du schreibst in's Buch des Lebens Auch meinen Namen ein. Du bist's, dem ich vertraue, Bis einst mein Auge bricht; Mit allen Sel'gen schaue Ich dann dein Angesicht. Chr. Fr. Neander. 422. Wie wird mir dann, o dann mir sein, Wenn ich, mich ganz des Von keiner Sün- de mehr entweiht, Ent la den von der = all TE Herrn zu freun, In ihm ent- schla- fen wer= de! Sterb- lich- keit, Nicht mehr der Mensch von Er- de! Freu' dich, See- le, Stär- te, tröste dich, Erlöste, mit dem Leben, Daß dir dann dein Gott wird 2. Ich freue mich und bebe doch, So drückt mich meines Elends Joch, Der Fluch der Sünde, nieder. Der Herr erleichtert mir mein Joch, Es stärkt durch ihn mein Herz sich doch, Glaubt und erhebt sich wieder. Jesus Christus, ge= ben. 3. Verachte denn des Todes Graun, Mein Geist; er ist ein Weg zum Schaun, Der Weg im finstern Thale. Er sei dir nicht mehr fürchterlich, In's Allerheiligste führt dich Der Weg im finstern Thale. Gottes Ruh' ist Laß mich streben, dir zu leben, dir Unvergänglich, überschwänglich; die Erlösten zu sterben, Deines Vaters Reich zu erben. Wird sie unaussprechlich trösten. 4. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, Die mich, wenn nun mein Auge bricht, Zu deinen Todten sammelt. Vielleicht umgiebt mich ihre Nacht, Eh' ich dies Flehen noch vollbracht, Mein Lob dir ausgestammelt. Vater, Vater, Tod und Ewigkeit. Ich befehle meine Seele deinen Händen; So laß mich den Lauf vollenden. 5. Vielleicht sind meiner Tage viel, Ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, An dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, Die Hütte meiner Sterblichkeit Mel. Wachet auf, ruft uns. e = Se lig sind des Nach den letzten ein- ge- weiht. sterb- lich- keit. Wird sie erst spät zertrümmert: Laß mich, Vater, Gute Thaten, gute Thaten mich begleiten Vor den Thron der Ewigkeiten. 6. Wie wird mir dann, ach dann mir sein, Wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, Ihn dort anbeten werde! Von keiner Sünde mehr entweiht, Ein Mitgenoß der Ewigkeit, Nicht mehr der Mensch von Erde! Heilig, Heilig, Heilig! singen wir dir, bringen Preis und Ehre! Dir, der war und sein wird, Ehre! Klopstock. 423. 367 Him- mels Er= Augen: bli= = die im Herren ster = = ben, Zur Auf er ste- hung schlummers folgt Ent= zü= cken, Folgt Won- ne der Unben, Die Tod- ten, cken Des To= des= = Im Frie- den ruhen sie, Los von der Er- de Müh'. Ho si- an na! Vor Gottes Thron Zu = II seinem Sohn Begleiten ih= re Wer- ke sie! 368 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehre Sei dir, Versöhner, Jesu Christ! Jhr, der Ueberwinder Chöre, Bringt Dank, Anbetung, Preis und Ehre Tod und Ewigkeit. Dem Lamme, das geopfert ist! Er sant, wie wir in's Grab, Wischt unsre Thränen ab, Alle Thränen! 藍 Er hat's vollbracht! Nicht Tag, nicht Nacht Wird an des Lammes Throne Wie wir, in's Grab: ſein. 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne Scheint uns alsdann; er ist uns Sonne, Der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn! Heil, nach dem wir weinend rangen, Nun bist du, Heil, uns aufgegangen, Nicht mehr im Dunkeln, nicht von fern! Nun weinen wir nicht mehr! Das Alte ist nicht mehr! 424. gan- gen 2. Muß man doch hier wie im Kerfer leben, Da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben. Hallelujah! Er sank hinab, O wie se lig seid ihr doch, ihr From= men, Was wir hier kennen, Ist nur Müh' und Herzeleid zu Er ging zu Gott; wir folgen ihm! Klopstock. Die ihr durch den Tod zu Gott ge= kom- men, nennen. 3. Ihr hingegen ruht in eurer Kammer, Sicher und befreit von allem Jammer; Kein Kreuz noch Leiden Ist euch hinderlich an euren Freuden. 4. Christus trocknet ab euch alle Thränen, wonach wir uns erst sehnen, Ihr habt schon, Joh. Crüger. 1649. Al- ler Noth, die uns noch hält ge= fan= gen. Euch wird gesungen, Was durch keines Ohr allhier gedrungen. Ihr seid ent5. Ach, wer wollte denn nicht gerne sterben Und den Himmel für die Welt ererben? Wer hier noch weilen Und nicht freudig zur Vollendung eilen? 6. Komm, o Jesu, bald uns zu erlösen Von der Erde Last und allem Bösen; Bei dir, o Sonne, Ist der frommen Seelen Freud' und Wonne. Sim. Dach. Tod und Ewigkeit. 425. Mel. Christus, der ist mein Leben. Ruht nun in Gott, ihr Frommen, Ruht un- ter sei- nem Dach; Ist eu- er Licht ver- glommen, Bleibt doch der Hü- ter wach. 2. Der alles Leid geendet, Das müde Wandrer traf, Hat euch den Schlaf gesendet Und hütet euren Schlaf. 3. Da rührt das Herz kein Jammer Und keine Qual mehr an; Kein Ach! tönt aus der Kammer, Die Gott euch aufgethan. 4. Nicht in des Grabes Höhle Schließt sich des Christen Lauf; Es steigt die fromme Seele Vom Grab zum Himmel auf. e 5. Kein Auge sah die Palmen, Die dort den Siegern wehn; Kein Ohr vernahm die Psalmen, Womit sie Gott erhöhn. 369 6. Hoch über unsern Wegen, Da wohnt der Frommen Glück; Ihr Grab, ihr Bild, ihr Segen Bleibt tröstend uns zurück. 7. Ruht denn in Gott, ihr Frommen, Gott, ich wär' in dir! ist nicht mehr bei mir. Ruht unter seinem Dach; Es wird ein Morgen kommen, Da seid ihr ewig wach: 8. Und wir mit euch, ihr Lieben, Wenn Gottes Stimme rief, Was wach im Herrn geblieben, Und was im Herrn entschlief. of a dos 2 426. 9. Sein ist des Lebens Gabe; Sein ist auch unsre Gruft. Preis ihm, der uns zum Grabe Und zum Erwachen ruft! Sachse. n. Erfurter Gesangbuch. 1663. M. Frank.( rhythm.) = Jerusalem, du hoch ge- bau- te Stadt, Wollt' Mein sehnlich Herz so groß Ver- lan- gen hat Und ਛੰ Weit über Berg' und 24 370 Tod und Ewigkeit. Tha- le, Weit ü- ber Flur und Feld Schwingt es sich ü- ber al= le 2. O schöner Tag, Augenblick, Wann bricht dein Glanz hervor, Da frei und leicht zu reinem Himmelsglück Und eilt aus dieser Welt. sel'ger Seh' ich, die beste Kron', Die Jesus mir voll Gnade Entgegen hat gesandt Auf meinem letzten Pfade Aus jenem Thränenland. Sich schwingt die Seel' empor, Da ich sie übergebe In Gottes treue Hand, Auf daß sie ewig lebe In jenem Vaterland! 3. hehre Burg, sei nun gegrüßet mir, Thu' auf der Gnaden Pfort'; Wie lange schon hat mich verlangt nach dir, Eh' ich bin kommen fort Aus jenem bösen Leben, Aus jener Nichtigkeit, Und mir Gott hat gegeben Das Erb' der Ewigkeit! 4. Was für ein Volk, welch' eine edle Schaar Kommt dort gezogen schon! Was in der Welt von Auserwählten war, Mel. Der Tag, der ist so freudenreich. ਨੂੰ 5. Propheten groß und Patriarchen hoch, Auch Christen insgemein, Gekommen einst aus schwerem Kreuzesjoch, Aus der Tyrannen Pein, Schau' ich in Ehren schweben, In Freiheit überall, Mit Klarheit hell umgeben, Mit sonnenlichtem Strahl. 6. Lang' ich dann an im schönen Paradies, Im Heiligthum des Herrn, Dann schaut mein Geist, was er einst glaubend pries, Was er gesehn von fern. O, welche Jubelklänge Hört mein entzücktes Ohr, Welch' hohe Lobgesänge Von aller Sel'gen Chor! 427. Meyfart. Dies est laetitiae. 11. Jahrh. Einst reift die Saat, mein Staub er- steht zu Jesu Chri- sti Er, der da kommt voll Ma- je- stät, Wird mir's aus Gna- den Le ben; ge= ben. Tod und Ewigkeit. mü- hen aus und fleußt Von Wonn'an- be- tend ü"- ber. C Im Schooße Got- tes ruht mein Geist Von LebensAch, mein Au- ge schau- te nie, Mei- nem Ohr er= tön te #f nie Solch' Heil in diesem Le= ben! 2. Das kommt in keines Men= schen Herz, Was denen Gott bereitet, Den Pilgern, die oft trüber Schmerz Zum ew'gen Leben leitet. Wir schauen in das tiefe Meer, Erforschen's nicht; denn Gott ist der, Der unser sich erbarmet. Mehr, viel mehr, als wir verstehn, Mehr, als unsre Thränen flehn, Giebt uns, der ewig liebte. Noth und Qual! Jam- mer- thal. 371 Freu' dich sehr, o Christus, dem ich 3. Sei, Seele, stark und fürchte nicht Durch's finstre Thal zu wallen. Nah' an des Thales Nacht ist Licht, Der Engel Jubel schallen In's letzte Seufzen der Natur. Der bei sich selbst die Gnade schwur, Sein Haupt am Kreuze neigte, Er erfüllt des Bundes Eid, Er ist ganz Barmherzigkeit. Dank sei ihm, Preis und Ehre! Klopstock. 428. n. Claude Goudimel. 1565. mei= ne See le, Und vergiß der mich be- feh = le, Ruft mich aus dem Aus der Trüb- sal dieser Zeit Führt er 24* 372 Tod und Ewigkeit. L ਤੇ mich zur Herr- lich- keit, ret Und die e= wig, 2. Tag und Nacht hab' ich gerufen Zu dem Herren meinem Gott, Weil mich stets viel Kreuz betroffen, Daß er mir hülf' aus der Noth. Wie sich sehnt ein Wandersmann Nach dem Ende seiner Bahn, Also seufz' ich alle Tage Nach dem Ende meiner Plage. 3. Denn wie unter Dornen blühen Rosen, schön wie Morgenroth, Also gehn durch Angst und Mühen Christen hin in Noth und Tod. Wie die Meereswellen sind Und der ungestüme Wind: So muß oft im Christenleben Sich der Leiden Sturm erheben. 4. Leuchte mir mit deiner Gnade, Jesu, heller Morgenstern, Daß ich deine Kreuzespfade Als dein Jünger gehe gern. Mel. Jesu, meines Lebens. ť Die kein Ohr je hat ge= höe= wig wäh- ret. Hilf, daß ich mit Fried' und Freud' Fahr' in deine Herrlichkeit; Steh' mir bei mit deinem Worte Bis an meines Grabes Pforte. 5. Gläubig will ich zu dir fliehen Auf dem bittern Todesgang, Gern zu dir, mein Heiland, ziehen In mein himmlisch Vaterland. In das schöne Paradies, Das dein Wort dem Schächer wies, Wirst du mich, Herr Christ, einführen, Mich mit ew'ger Klarheit zieren. 6. Freu' dich sehr, o meine Seele, Und vergiß der Noth und Qual! Christus, dem ich dich befehle, Ruft dich aus dem Jammerthal. Seine Freud' und Herrlichkeit Sollst du sehn in Ewigkeit Und dort mit den Engelchören Triumphiren ohn' Aufhören. S. Graf. 429. O wie un- aus- sprech- lich se = lig Werden wir im Da, da ern- ten wir un- zählig Unsers Glaubens E Him- mel sein! Da wird, frei von Leid und Zäh- ren, Früch- te ein. Tod und Ewigkeit. Unser Leben e= wig wäh- ren. Gott, zu wel- cher Se lig- keit Führst du uns durch die= se Zeit! Mit ihm, unserm besten Freund, Sind wir ewig dann vereint. 2. Hier ist zwar, was du den Willig für uns hingegeben. Frommen Dort für Heil bereitet hast, Noch in keines Herz gekommen. Welcher Mensch auf Erden faßt Deines Himmels große Freuden? Doch nach dieses Lebens Leiden Werden alle, die dir trau'n, Mehr noch, als sie hoffen, schau'n. 3. Neue Wunder deiner Güte Werden dort ihr Glück erhöhn, Und mit staunendem Gemüthe Wird es unser Auge sehn, Deine Huld sei überschwänglich Und das Gute unvergänglich, Welches dem, der recht dich liebt, Deine Baterhand dort giebt. 4. Dann wirst du dich unsern Seelen 373 Offenbaren, wie du biſt; Keine Wonne wird uns fehlen Da, wo alles Wonne ist. Zu vollkommnen Seligkeiten Wird uns dort der Mittler leiten, Der am Kreuze für uns starb Und uns dieses Heil erwarb. 5. Da wird deiner Frommen Menge Ein Herz, eine Seele sein, Liebe, Dank und Lobgesänge Dir, erhabner Gott, zu weihn, Dir und dem, der selbst sein Leben 6. Was ist unser Loos auf Erden? Ob's auch noch so köstlich sei, Ist's doch nimmer von Beschwerden, Sorg' und Kummer völlig frei. Schnell folgt hier auf Lust oft Weinen, Dort erst wird die Zeit erscheinen, Wo kein Wechsel mehr uns beugt, Wo das Glück beständig steigt. 7. Sei, o Seele, hoch erfreuet Ueber das erhabne Glück, Das dir einst dein Gott verleihet; Richte deinen Glaubensblick Oft nach jener Stadt der Frommen, Ringe standhaft hinzukommen, Trachte, weil du hier noch bist, Nur nach dem, was droben ist. 8. Ohne Heiligung wird keiner, Herr, in deinen Himmel gehn; O so mache immer reiner Hier mein Herz, dich einst zu sehn. Hilf du selber meiner Seele, Daß sie nicht den Weg verfehle, Der mich sicher dahin bringt, Wo dein ew'ges Lob erklingt. Schmolck. 374 Tod und Ewigkeit. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund. 430. ist noch eine Ruh' vor- han- den; Auf, mü- des Du seuf- zest hier in deinen Banden, Und dei ne HE Auf Je- sum sieh, der dich mit Herz, und wer- de Licht! Son= - ne schei- net nicht. Freuden Dort wird vor seinem Stuh- le wei- den; Wirf hin die Last und eil' ihm zu! Bald ist der hei= ße 4 Kampf ge en det, = Bald, bald der en- det, So gehst du ein zut dei= ner Ruh'. 2. Die Ruhe hat Gott auserkoren, Dafür läßt euch der Heiland sagen: Die Ruhe, die kein Ende nimmt; Es hat, da noch kein Mensch geboren, Die Liebe sie uns schon bestimmt. Der Heiland wollte darum sterben, Uns diese Ruhe zu erwerben; Er ruft, er locket weit und breit: Ihr müden Seelen und ihr FromIch selbst will eure Ruhstatt sein; Bereit ist sie für euch dort oben, Dort werdet ewig ihr Gott loben, Seid nur getrost und gehet ein! 4. Was mag wohl einen Kranken laben Und einen müden Wandersmann? Wenn jener nur ein Lager haben Und sanft von Schmerzen ruhen fann; men, Versäumet nicht, heut' einzukommen Zu meiner Ruhe Lieblichkeit! 3. So kommet denn, ihr matten Seelen, sau- re Lauf vollDie manche Last und Bürde drückt; Gilt, eilt aus euren Kummerhöhlen, Geht nicht mehr seufzend und gebückt! Ihr habt des Tages Last getragen, Wenn dieser sich darf niedersetzen, An einem frischen Trunk ergößen: Wie sind sie beide hocherfreut! Doch dies sind kurze Ruhestunden: Es ist noch eine Nuh' erfunden, Die währt in alle Ewigkeit. Tod und Ewigkeit. 375 5. Da wird man Freudengarben Wird dann auf ewig von uns scheibringen, den, Da ist die Saat der Thränen aus. Wir werden den Erlöser sehn! Er wird vom Kampf uns neu erfrischen, Die Thränen von den Augen wischen Und mit uns ein zur Freude gehn. Kunth. welch' ein Jubel wird erklingen: Das Kind kehrt in des Vaters Haus! Schmerz, Seufzen, Tod und banges Leiden Mel. Nun preiset alle Gottes. 3 431. Ich hab' von fer= ne, Und hätte ger= ne Apelles v. Löwenstern. 1644. hin= ge= ge= ben! 2. Das war so prächtig, was ich im Geist gesehn! Du bist allmächtig, drum ist dein Licht so schön. Könnt' ich an diesen hellen Thronen Doch schon von heute an ewig wohnen!:,: Herr, deinen Thron er- blickt, 3. Nur ich bin sündig, der Erde noch geneigt: Das hat mir bündig dein heil'ger Geist gezeigt. mein Herz vor= aus= Und hätte gern mein mü- des Leben, Schö- pfer der Ĵ ge- schickt, Gei- ster, dir hin ge= ge= ben! Schö- pfer der Gei- ster, dir = Ich bin noch nicht genug gereinigt, Noch nicht ganz innig mit dir vereinigt.:,: 4. Doch bin ich fröhlich, daß mich kein Bann erschreckt; Ich bin schon selig, seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben, Und dich zeitlebens inbrünstig lieben.:;: 376 Tod und 5. Jch bin zufrieden, daß ich die Stadt gesehn; Und ohn' Ermüden will ich ihr näher gehn, Mel. Wie schön leuchtet. fie Ewigkeit. Und ihre hellen goldnen Gassen Lebenslang nicht aus den Augen lassen.:,: 432. Mein gan- zer Geist, Gott, wird entzückt, Wenn er zu je- nem Wo dei- ne mil- de Va- ter- hand Aus neu- en Wun- dern Him- mel blickt, Den du für uns be= rei- tet, wird er- kannt, Die du da- selbst ver= brei- tet. ben Dro- ben dort mich will er= 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, Die dort bei dir zu finden? Du stellst uns hier auf Erden zwar Viel Wunder deiner Güte dar Zu fröhlichem Empfinden: Doch hier sind wir Bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben, Dort nur ist vollkommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab, Dort trocknest du die Thränen ab Von deiner Kinder Wangen; Da ist kein Leid mehr, kein Geschrei, Denn du, o Herr, machst alles neu, Das Alte ist vergangen. Hinfort sind dort Für gerechte Gottesknechte keine Plagen Mehr zur Prüfung zu ertragen. fühl' ich mich er= ho= ben, dich zu lo- ben, der zum Le$€ Hermes. he = ben. Mäch- tig 4. Vor deinem Antlitz wandeln sie, Auf ewig frei von Sorg' und Müh', Und schmecken deine Güte; nichts stört den Frieden ihrer Brust Und ihre tausendfache Lust Jm innersten Gemüthe. Kein Neid, kein Streit Hemmt die Triebe reiner Liebe in den Seelen, Die hinfort nun nicht mehr fehlen. 5. Gott, welche Schaar ist dort vereint! Die Frommen, die ich hier beweint, Die find' ich droben wieder. Dort sammelt deine Vaterhand, Die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd' ich, Frei von Mängeln, selbst mit Engeln Freundschaft pflegen: O, ein Umgang voller Segen! Tod und Ewigkeit. 6. Wo ist mein Freund, des Höchsten Sohn, Der für mich starb? wo glänzt der Thron In jenen Himmelshöhen? Dich werd' ich da, Herr Jesu Christ, Der du der Deinen Wonne bist, Einst mit Entzücken sehen. Da wird, mein Hirt, Nichts mich scheiden von den Freuden, die du droben Deinen Freunden aufgehoben. Mel. Kommt her zu mir. 433. # Noch wal= len wir im Thrä- nen- thal, Gedrückt von Kummer, 377 7. Wie herrlich ist die neue Welt, Die Gott den Frommen vorbehält! Kein Mensch kann sie erwerben. Jesu, Herr der Herrlichkeit, Du hast die Stätt' auch mir bereit't, Hilf sie mir auch ererben. Laß mich eifrig Danach streben, also leben auf der Erde, Daß ich dort dein Erbe werde. Diterich. Müh' und Qual, Doch nur noch wenig Ta= ge, Dann ruft uns Gott aus dieser Zeit Hin- über in die Ewig- feit, Und Z en= det je= de Pla= ge. 2 Den Leib legt man in's stille 4. Jch, der noch sorget hier und Grab, Zum Staube sinkt der Staub hinab, Einst wird ihn Gott beleben. Mit freiem Flug und frohem Blick Kehrt der entbundne Geist zurück Zu dem, der ihn gegeben. 3. O welch' ein Glück, vor Gott zu stehn! Freude, Jesus, dich zu sehn Und deines Reiches Glieder! Zu sehen dich in deinem Licht Von Angesicht zu Angesicht, Dich ersten aller Brüder! weint, Ich werde, wenn dein Tag erscheint, Verklärt und selig Leben; Ich Sünder werd' von Sünden rein, Ich Sterblicher unsterblich sein, Anbetend dich erheben. 5. Und aller hohen Geister Schaar, Und was auf Erden heilig war, Sind alle meine Brüder; Und alle sind vereint mit mir Und singen, treuer Heiland, dir Des Dankes Jubellieder. 378 Tod und 6. Wie ist der Seligkeit so viel, O Freuden ohne Maß und Ziel, Weit über alles Hoffen! Mel. Jesu, meines Lebens. 把 Al- le Menschen = müs- sen ster= ben, Al= les Fleisch verWas da le= bet, muß ver- der= ben, Soll es anders 3 geht wie Heu; wer- den neu. 434. Ewigkeit. O Ewigkeit! o Ewigkeit! Was ist das Leiden dieser Zeit? Ich seh' den Himmel offen. Lavater. Die- ſer Leib, der muß ver- we- ſen, Wenn er an- ders soll ge= ne- sen = 2. Drum, so will ich dieses Leben, Weil es meinem Gott beliebt, Auch ganz willig von mir geben, Bin darüber nicht betrübt; Denn durch meines Jesu Wunden Hab' ich schon Erlösung funden, Und mein Trost in Todesnoth Ist des Herren Jesu Tod. Herr- lich- keit, Die den From- men ist bereit. 3. Jesus ist für mich gestorben, Und sein Tod ist mein Gewinn; Er hat mir das Heil erworben, Drum fahr' ich mit Freuden hin, Hin aus diesem Weltgetümmel In den schönen Gotteshimmel, Da ich werde allezeit Schauen Gottes Herrlichkeit. 4. Da wird sein das Freudenleben, Da viel tausend Seelen schon Sind mit Himmelsglanz umgeben, Dienen Gott vor seinem Thron, Zu der großen Da die Seraphinen prangen Und das hohe Lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist. 5. O Jerusalem, du schöne, O wie helle glänzest du! Ach wie lieblich Lobgetöne Hört man da in sanfter Ruh'! der großen Freud' und Wonne: Jetzo gehet auf die Sonne, Jezzo gehet auf der Tag, Der kein Ende nehmen mag! 6. Ach ich habe schon erblicket Alle diese Herrlichkeit; Jezzo werd' ich schön geschmücket Mit dem weißen Himmelskleid, Mit der güldnen Ehrenkrone, Stehe da vor Gottes Throne, Schaue solche Freude an, Die kein Ende nehmen kann. Albinus. Tod und Ewigkeit. 435. Mel. Jesus, meine Zuversicht. fe 一 Geht nun hin und Von der Er de Wanderns mü- de. Him- mels Frie= de, 23 Denn ich bin des scheid' ich ab; Denn mir ruft des grabt mein Grab! HE Denn mir ruft die Von den En- geln 2. Geht nun hin und grabt mein Grab! dro- ben zu. Meinen Lauf hab' ich vollendet, Lege nun den Wanderstab Hin, wo alles Ird'sche endet, Lege selbst mich nun hinein In das Bette sonder Pein. 3. Was soll ich hienieden noch In dem dunkeln Thale machen? Denn wie mächtig, stolz und hoch Wir auch stellen unsre Sachen, Muß es doch wie Sand vergehn, Wenn die Winde drüber wehn. 4. Darum, Erde, fahre wohl, Laß mich nun in Frieden scheiden! Deine Hoffnung, ach, ist hohl, Deine Freuden selber Leiden, Deine Schönheit Unbestand, Eitel Wahn und Trug und Tand. 379 5. Darum, letzte gute Nacht, Sonn' und Mond und liebe Sterne! Fahret wohl mit eurer Pracht; Denn ich reif' in weite Ferne, Reise hin zu jenem Glanz, Drinnen ihr verschwindet ganz. sü- Be Ruh' 6. Die ihr nun in Trauer geht, Fahret wohl, ihr lieben Freunde! Was von oben niederweht, Tröstet ja des Herrn Gemeinde. Weint nicht ob dem eiteln Schein! Ew'ges kann nur droben sein. 7. Weinet nicht, daß ich nun will Von der Welt den Abschied nehmen, Daß ich aus dem Irrthum will, Aus den Schatten, aus den Schemen, Aus dem Eiteln, aus dem Nichts Hin in's Land des ew'gen Lichts! 8. Weinet nicht! mein süßes Heil, Meinen Heiland hab' ich funden, Und ich habe auch mein Theil In den heil'gen Todeswunden, Woraus einst sein theures Blut Floß der ganzen Welt zu gut. 9. Weint nicht! mein Erlöser lebt; Hoch vom finstern Erdenstaube Hell empor die Hoffnung schwebt, Und der Himmelsheld, der Glaube; Und die ew'ge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nicht! E. M. Arndt. 380 Zeiten- Lieder. 8. Beiten- Lieder. Silvester- und Neujahrs- Lieder. Mel. Christus, der ist mein Leben. 436. ਉਸ 2 E Das Jahr ist nun zu Ende, Doch, Herr, dein Lie- ben 275 # nicht; Noch seg- nen dei- ne Hän- de, Noch scheint dein Gnadenlicht. 5. Und ob der Lebensfaden Auch heute noch zerreißt: Du sicherst mich vor Schaden, Denn du bewachst den Geist. 2. Des Glückes Säulen wanken, Der Erde Gut zerstäubt, Selbst alte Freunde schwanken; Doch deine Liebe bleibt. 3. Der Jugend Reiz vergehet, Des Mannes Kraft wird matt; Doch innerlich erstehet, Wer dich zum Freunde hat. 4. Mein Tag ist hingeschwunden, Mein Abend bricht herein; Doch weil ich dich gefunden, So kann ich fröhlich sein. Mel. Valet will ich dir geben. Jahr; fahr. 6. Das Dunkel ist gelichtet, Das auf dem Grabe liegt; Das Kreuz ist aufgerichtet, An dem du hast gesiegt. 7. Du heilst der Sünden Schaden, Hilfst mir aus der Gefahr Und siehst mich an in Gnaden Auch in dem neuen Jahr. 437. G 5 Bis hie- her ist's ge= lun- gen, Vor über ist das Ich bin hin- durch- ge= drun- gen Durch Sor- gen und Ge11 € Nun schwei- ge je= de Klage, Mein ganz GeBähr. 2 Silvester- und Neujahrs- Lieder. # fühl sei Dank; Dir, Hüter meiner Tage, Er# schal le Lob- ge= sang. - 2. Der du mich haft erhalten, Mein Schöpfer und mein Hort, Dich laß ich ferner walten Und traue deinem Wort. Dir ist mein Will' ergeben, Er ist nicht weiter mein, Mein Herz, mein ganzes Leben Soll dir geheiligt sein. 3. In deinen Rath sich schicken Ist Weisheit und giebt Rub'. Soll mich die Armuth drücken: Mein höchstes Gut bist du. Mel. Nun laßt uns Gott dem. ² 438. 381 Soll mich Verfolgung plagen: So schüßest du mich doch; Soll Feindesspott ich tragen: Ich trage, Herr, dein Joch. 4. Soll ich verlassen leben: Verlaß nur du mich nicht. Soll ich in engsten schweben: Sei meine Zuversicht. Und soll ich Krankheit leiden: Wollst du Geduld verleihn. Soll ich von hinnen scheiden: Führ' mich zum Leben ein. Sacer. c• Ï. 中 Nun laßt uns gehn und treten Mit Singen und mit Kraft ge= ge= ben. 2. Wir gehn dahin und wandern Von einem Jahr zum andern, Wir leben und gedeihen Vom alten zu dem neuen: Be ten Zum Herrn, der un- serm Leben Bis hie- her # 3. Durch so viel Angst und Plagen, Durch Zittern und durch Zagen, Durch Noth und große Schrecken, Die alle Welt bedecken. 4. Denn wie von treuen Müttern In schweren Ungewittern Die Kindlein hier auf Erden Mit Fleiß bewahret werden: 5. Also auch und nichts minder Läßt Gott ihm seine Kinder, Wenn Noth und Trübsal blizen, In seinem Schooße sitzen. 382 6. Ach, Hüter unsers Lebens, Fürwahr, es ist vergebens Mit unserm Thun und machen, Wo nicht dein' Augen wachen. Zeiten-Lieder.be 7. Gelobt sei deine Treue, Die alle Morgen neue; Lob sei den starken Händen, Die alles Herzleid wenden! 8. Laß ferner dich erbitten, O Vater, und bleib' mitten In unserm Kreuz und Leiden Ein Brunnen unsrer Freuden. 9. Gieb mir und allen denen, Die sich von Herzen sehnen Nach dir und deiner Hulde, Ein Herz, das sich gedulde. Laß Großen und auch Kleinen Die Gnadensonne scheinen! 11. Sei der Verlassnen Vater, Der Jrrenden Berather, Der Unversorgten Gabe, Der Armen Gut und habe. 13. Und endlich, was das Meiste, Füll' uns mit deinem Geiste, Der uns hier herrlich ziere Und dort zum Himmel führe. 14. Das wollest du uns allen Nach deinem Wohlgefallen, 10. Sprich deinen milden Segen Du unsers Lebens Leben, Zu allen unsern Wegen, Zum neuen Jahre geben! Paul Gerhardt. 12. Hilf gnädig allen Kranken, Gieb fröhliche Gedanken Den hochbetrübten Seelen, Die sich mit Schwermuth quälen. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 439. 5 An- fang son- der En de, Du gro- ßer Herr der Zeit, Wir prei- sen dei- ner Hän- de Re- gie- rung hoch- er- freut, 2. Das Land ist voller Segen Und triest von Del und Most; Man schmecket allerwegen Der Felder edle Kost. Ist da und dort ein Schwert Durch unsre Seele gangen, Hast du in unserm Bangen Auch wieder Trost beschert. Weil du uns noch ein Jahr Mit Se- gen läs- sest schlie- ßen, Und wir be- fen- nen müssen, Dein Thun sei wun- der= bar. 3. Die Herzen sind voll Gnaden, Obgleich wir Zorn verdient; Doch hast du allen Schaden Durch Christum ausgefühnt; Wenn wir bei Tag und Nacht Mit Seufzen und mit Beten Vor deinen Thron getreten, Hast du es gut gemacht. Silvester- und Neujahrs- Lieder. 4. Nun, Herr, dein ist die Ehre, Du heißest Wunderbar; Drum unser Flehen höre, Daß wir das alte Jahr, Befreit von aller Noth, In deiner Gnade schließen, und in dem neuen wissen: Du seist der alte Gott. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund. # 383 5. Und wenn wir das vollendet, Was uns dein Wort gesagt, Und unser Lauf sich endet, Jung oder wohlbetagt: So führ' uns zu der Schaar Der Deinigen dort oben; Dann wollen wir dich loben Im ew'gen Friedensjahr. Schmolck. 440. Herr, den die Son- nen und die Er- den Durch ih- ren Durch dessen Macht- wort Welten werden, Und Wel- ten 18 Bau voll Bracht er- höhn; Herr, den durch lau- te Lob- gewie der un = = 1 sän= ge Der Cre- a= tu ren gan= ze Men- ge Zu al= ler Zeiten Lauf erhob: Der En= gel Chöre nach- zu= ah- men, Preist unsre See le deinen Na- men, Und un- sern Mund er= füllt dein Lob. 2. Wie, Gott, dein Arm die Welt bewahre, Verkündigt jeder Tag der Nacht; Ein Jahr erzählt dem nächsten Jahre Die großen Wunder deiner Macht. Das deine Gnade uns gegeben, Dein Stühl, o Gott, bleibt ewig stehen, Im Abgrund der Vergangenheit. Du bist und bleibest; wir vergehen, Wie schnell verströmet unsre Zeit! Schon wieder ist ein Jahr vom Leben, 384 3. Kommt, heut' sei uns ein Tag des Bundes! Dem frommen Bunde bleibet treu, Und den Gelübden unsers Mundes Stimm' ohne Falsch das Herz auch bei. Land, gelobe Gott zu dienen, Und du wirst wie ein Garten grünen, Den er sich selbst gepflanzet hat. Laßt wandeln uns auf seinen Wegen, Dann macht mit ihrem vollen Segen Uns seine Vatergüte satt. Zeiten- Lieder.vale 4. Gott, schau' herab aus deinen Höhen Mit Huld auf unser Volk und Land. Gieb uns, was wir in Christo flehen, Aus deiner milden Vaterhand.. Sei mit den Obern unsres Landes, Auf daß zur Wohlfahrt jedes Standes Jhr Amt und Wirken wohl gedeih'. Du wollest deiner Güte Segen Auf alle treuen Bürger legen, Daß jeder dir gehorsam sei. Mel. Nun freut euch, lieben. P € thei= len; ei= len; 5. Des Heiligthumes Diener stärke Der Geist des Lichtes und der Kraft, Er, der zu ihrem Segenswerke Das Wollen und Vollbringen schafft. Der Lehrer Arbeit laß gerathen, Wenn sie mit treuer Hand die Saaten thei= len. Der Weisheit und der Wohlfahrt streun. Bild' auch das zarte Herz der Jugend, Laß wahre Weisheit, fromme Tugend Die Zierde unsrer Jugend sein. 6. Dies Fleh'n sei vor dir Ja und Amen, Du kannst mehr thun, als wir verstehn; Erhör' uns, Gott, in Jesu Namen, Und laß uns deine Hülfe sehn. Wirtrauen deiner Macht und Gnade, Erhalt' uns auf dem ebnen Pfade, Den unser Herr uns wandeln lehrt. O segne, Vater, dir zum Preise Auch dieses Jahr, und so beweise, Du seist es, der Gebet erhört. 3. A. Schlegel. Er ruft der Sonn' und schafft den Mond, Das Jahr da- nach zu Er schafft es, daß man sicher wohnt, Und heißt die Zei- ten 441. Er ord= net Jah- re, Tag und Nacht; Auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Dank er Silvester- und Neujahrs- Lieder. 2. Herr, der da ist und der da war! Von dankerfüllten Zungen Sei dir für das verflossne Jahr Ein heilig Lied gesungen; Für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, Für Fried' und Ruh', für jede That, Die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dies Jahr gesegnet sein, Das du uns neu gegeben; Verleih' uns Kraft- die Kraft ist dein, - In deiner Furcht zu leben! Du schüßest uns und du vermehrst Der Menschen Glück, wenn sie zuerst Nach deinem Reiche streben. 4. Gieb mir, wofern es dir gefällt, Des Lebens Ruh' und Freuden; Doch schadet mir das Glück der Welt, So gieb mir Kreuz und Leiden. 4 Mel. Lobe den Herren, den mächtigen. LL 385 Nur stärke mit Geduld mein Herz, Und laß mich nicht in Noth und Schmerz Die Glücklichern beneiden. In 5. Hilf allem Volke väterlich Erbarme der Verlassnen dich diesem Jahre wieder; Und der bedrängten Glieder. Gieb Glück zu jeder guten That, Und laß dich, Gott, mit Heil und Rath Auf's Vaterland hernieder: 6. Daß Weisheit und Gerechtigfeit In unserm Volke throne, Daß Tugend und Zufriedenheit In unserm Lande wohne, Daß Treu' und Liebe bei uns sei, Dies, lieber Vater, dies verleih' In Christo, deinem Sohne! Gellert. 442. Lob von uns al= len dem e= wi- gen König der Zeiten! Jauch- zet dem Ba- ter des Le- bens, dem Ge- ber der Freuden! Freut euch des Herrn! Nim- mer ist Gott von uns € 1 fern, Va- ter im Glück wie im Lei= den. 2. Jahre beginnen und schwinden; Ewig der Herr! der Himmel veraltet. Erde und Menschen vergehen; doch gnadenvoll waltet Allmacht und Weisheit ist er; Nie seine Liebe erfaltet. RUTA 25 386 3. Laßt uns die Herzen vertrauend zum Vater erheben! Laßt uns ihm ferner mit kindlichem Sinn uns ergeben! Weiter mit Gott! Fröhlich durch Leben und Tod Näher zum ewigen Leben! Mel. Nun freut euch, lieben. 6 e fei= ten! brei= ten. Zeiten- Lieder. ● 4. Lob von uns allen dem mächtigen König der Ehre! Lobt ihn, ihr Pilger der Erde, ihr himmlischen Chöre! Du, Gott, du bist der Herr der Zeit Und auch der E= wigLaß mich auch jetzt mit Freu- dig- keit Dein hohes Lob verEhre schon hier, Ehre in Ewigkeit dir! Gott in der Höhe die Ehre! Heydenreich. 443. Ein Theil der Zeit ist Gü= te. 2. Dich, Ewiger, dich bet' ich an, Unwandelbares Wesen! Dich, den kein Wandel treffen kann! Wir werden, sind gewesen, Wir blühen und vergehn durch dich; Nur du bist unveränderlich, Du warst und bist und bleibest. 3. Herr, ewig währet deine Treu', Mit Huld uns zu begegnen; An jedem Morgen wird sie neu, Mit Wohlthun uns zu segnen. Ich kenne keinen Augenblick, Da nicht von dir stets Heil und Glück Mir zugeflossen wäre. dank' ich's, Gott, daß ich noch bin? Nur € 5 wie der hin. Wem dei= = ner Gnad' und 4. Du hast auch im verflossnen Jahr Mich väterlich geleitet, Und wenn mein Herz voll Sorgen war, Mir Hülf' und Trost bereitet. Von ganzer Seele preis' ich dich! Aufs neue übergeb' ich mich, Gott, deiner weisen Führung. 5. Vergieb mir die gehäufte Schuld Von den verflossnen Tagen, Und laß doch deine Vaterhuld Mich Schwachen ferner tragen! Laß mich in deiner Gnade ruhn, Und lehre lebenslang mich thun Nach einem Wohlgefallen. Silvester- und Neujahrs- Lieder. 387 stand; 6. Gieb neue Lust und neue Kraft, Hier ist doch nur mein PrüfungsVor dir gerecht zu wandeln, Und hilf mir stets gewissenhaft Nach deinem Willen handeln. Dein Geist belebe Herz und Muth, Dich, o du allerhöchstes Gut, Und nicht die Welt zu lieben! 7. Die Welt vergeht; dies reize mich, Die Lust der Welt zu fliehen. Um bessre Freude müsse sich Schon jetzt mein Geist bemühen. Mel. Jesus, meine Zuversicht. F neu- en Jah all er= fah 1 e Gott mit uns, Jm= ma nit= el! Deffne bei dem reichen Gna- den- quell, Daß man überDei== nen 2013 re = re, WW Im Himmel ist mein Vaterland: Dahin, Herr, laß mich trachten! 444. 8. Olehre selbst mich meine Zeit Recht weislich auszukaufen! Laß mich die Bahn zur Ewigkeit mit heil'ger Vorsicht laufen! Der Tage Last erleichtre mir, Bis meine Ruhe einst bei dir Kein Wechsel weiter störet. Diterich. 2. Segne uns an Seel' und Leib, O du Segen aller Segen! Was betrübet, das vertreib', Führ' uns stets auf solchen Wegen, Da dein Fuß von Segen träuft Und dein Brunn stets überläuft. Wie du seist das höchste Gut, # Welches al= len Gu- tes thut. 3. Aus- und Eingang sei beglückt, Thun und Lassen laß gelingen; Wenn auf uns dein Auge blickt, Muß uns lauter Heil umringen; Schau' uns nur in Gnaden an, So ist alles wohlgethan. 4. Schließe deinen Himmel auf, Laß auf Erden Frieden grünen, Und bei schlimmer Zeiten Lauf Alles nur zum Besten dienen; Setze beides, Stadt und Land, In vergnügten Ruhestand. 5. Zeichne mit des Bundes Blut Dieses Jahr in deine Hände; Halt' uns fest in deiner Hut, Segne Anfang, Mittel, Ende In dem neu erlebten Jahr; Sprich du Amen, so wird's wahr! Schmold. find tang 25* - 388 desi Zeiten- Lieder. lis Mel. Das alte Jahr vergangen ist. 445. T Un- wie- der- bring- lich schnell ent- fliehn Die Tage, die uns Gott ver- liehn. Ein Jahr tritt ein und eilt da- von; Wie man- ches ist bereits ent- floh'n! 2. Dank dir, du ewig treuer Gott, Stets näher hin zur Ewigkeit. Für deinen Beistand in der Noth, Du hast die Stunden zugezählt, Für tausend Proben deiner Treu', Die letzte weislich uns verhehlt. Denn deine Huld ward täglich neu. 3. Wenn unser Herz, von Schuld befreit, 6. Herr unsers Lebens, mache du Uns selber recht geschickt dazu, Daß nicht, indem wir sicher sind, Der Tod uns unbereitet find't. Sich mancher guten That erfreut; Weß war die Kraft? wer gab Gedeihn? 7. Ist einst die Zahl der Stunden voll, Die unser Loos entscheiden soll: So führ' uns aus der Prüfungszeit Zu deiner frohen Ewigkeit. 8. Da sind wir unsers Heils gewiß; Da wechseln Licht und Finsterniß Nicht mehr, wie hier; du ew'ges Licht, Herr, unser Gott, verlaß uns nicht! Chr. Fr. Neander. Dir, Herr, gebührt der Ruhm allein! 4. Oft fehlten wir und merkten's nicht; Verzeih' uns die verletzte Pflicht! Du siehst, Erbarmer, unsre Reu'; Um Christi willen sprich uns frei! 5. Wir eilen mit dem Strom der Zeit 446. Goudimel. Mel. d. 134. Pf.( Urspr. rhythm.) Das alte Jahr ver gangen ist; Wir dan- ken dir, Herr Jesu Christ, Daß du in Noth uns und Ge- fahr Bewahrt hast lan- ge Zeit und Jahr'. Silvester- und Neujahrs- Lieder. 2. Wir bitten dich, o ew'ger Sohn Des Vaters in dem höchsten Thron, Du wollst dein' arme Christenheit Bewahren ferner alle Zeit. 3. Hilf, daß wir fliehn der Sünden Bahn Und fromm zu werden fangen an; Der Sünd' im alten nicht gedenk', Ein gnadenreich neu Jahr uns schenk': Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. $ √₂ ₂² C Jahr geht an! wandeln kann. O Hilf, Herr Je- su, laß ge- lin= gen, Hilf, das neu- e Laß es neu- e Kräfte bringen, Daß er- neut ich 11 447. 4. Christlich zu leben, seliglich Zu sterben und einst freudiglich Am jüngsten Tage aufzustehn, Mit dir in Himmel einzugehn; 5. Zu danken und zu loben dich Mit allen Engeln ewiglich. O Jesu, unsern Glauben mehr' zu deines Namens Lob und Ehr'! Steuerlein. Tapp. Neues Glück und 389 Mach mich frei von meiner Sünd'. Laß sie mir nicht ferner schaden, Gieb, daß ich Verzeihung find'; Du allein, mein Licht und Leben, Kannst die Sünde mir vergeben. ben Wol- lest du aus 2. Was ich denke, was ich mache, Das gescheh' in dir allein; Wenn ich schlafe, wenn ich wache, Wollest du, Herr, bei mir sein; Geh' ich aus, wollst du mich leiten, Kehr' ich heim, steh' mir zur Seiten. 3. Laß mich beugen meine Kniee Nur zu deines Namens Ehr'! Hilf, daß ich mich stets bemühe, Dich zu preisen mehr und mehr; Laß mein Bitten und mein Flehen Auf zu dir gen Himmel gehen. 4. Laß dies sein ein Jahr der Gnaden, neu- es LeO = ben. Gna- de ge 5. Herr, du wollest Gnade geben, Daß dies Jahr mir heilig ſei, Daß ich christlich könne leben Sonder Trug und Heuchelei; Daß ich noch allhier auf Erden Fromm und selig möge werden. 6. Laß mich armen Sünder ziehen Deinen Weg der Herrlichkeit, Laß mich Stolz und Hoffart fliehen, Laß mich beten jederzeit, Laß mich Schand' und Unzucht meiden Und im Kreuz geduldig leiden. 7. Jesu, laß mich fröhlich enden Dieses angefangne Jahr; Trage mich auf deinen Händen, Halte bei mir in Gefahr. Freudig will ich dich umfassen, Wenn ich soll die Welt verlassen. Rist. 390 Mel. Jesu, meines Lebens. € Zeiten- Lieder. Jahreszeiten. 448. Gott, du läsfest Zierst die Erde 11 Treu' und Gü- te Täglich ü= ber neu mit Blü- the, Schmü- ckest Thal und = uns er schn, Daß sich in dem hol- den Mai- en Ber= ge Wald und Flur und Strö- me freuen; Wo das Aug' sich wen- det hin, Sieht es dei- nen 2. Deines Frühlings milde Zeiten Haben diese Welt verjüngt; Alles muß dein Lob verbreiten, Nachtigall und Lerche singt, Ja, kein Gras ist so geringe, Das, o Schöpfer aller Dinge, Nicht erzählte deine Treu', Und wie groß dein Wohlthun sei. 3. Soll der Mensch denn stille schweigen, Den du noch viel höher frönst, Den du dir erwählt zu eigen, Dessen Herz du dir versöhnst, Se- gen blühn. Den du durch dich selbst erneuest, Den du inniglich erfreuest, Daß er wieder dich erfreu' Und dein schöner Garten sei? 4. Auf, ihr frommen Christenglieder, Opfert eurem Schöpfer wieder Stimmet an den Freudenklang! Zarter Liebe Lobgesang, Daß er durch die Wolken dringe Und vor unserm Gott erklinge, Der vom Himmel segnend blickt Und das Jahr mit Gütern schmückt. ( Leipziger Gesangbuch von 1697.) 449. Nach Freylinghausen. 1704. E Geh' aus, mein Herz, und suche Freud' In die- ser lie- ben Jahreszeiten. Som- mer- zeit An deines Gottes Ga- ben! Schau' an der 21 = schönen Gär- ten Zier Und sie he, wie sie mir und ff5 dir Sich aus- ge= schmü- cket ha 2. Die Bäume stehen voller Laub, Das Erdreich decket seinen Staub Mit einem grünen Kleide; Die Blümlein auf dem Wiesenplan, Die ziehen sich viel schöner an Als Salomonis Seide. 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, Das Täublein fliegt aus seiner Kluft Und macht sich in die Wälder; Die hochbegabte Nachtigall Ergößt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Thal und Felder. 4. Die unverdrossne Bienenschaar Zieht hin und her, sucht hier und dar Die edle Honigspeiſe; 391 Des süßen Weinstocks starker Saft Bringt täglich neue Stärk' und Kraft In seinem schwachen Reise. 5. Der Weizen wächset mit Gewalt; Darüber jauchjet Jung und Alt Und rühmt die große Güte Teß, der so überfließend labt Und mit so manchem Gut begabt Das menschliche Gemüthe. 6. Ich selber kann und mag nicht ruhn; Deß großen Gottes großes Thun Erweckt mir alle Sinnen: Ich singe mit, wenn alles singt, Und lasse, was dem Höchsten klingt, Aus meinem Herzen rinnen. == ben. 7. Ach, denk' ich, bist du hier so schön Und läßt du's uns so lieblich gehn Auf dieser armen Erden: Was will doch wohl nach dieser Welt Dort in dem reichen Himmelszelt Und Paradiese werden. 8. Welch' hohe Lust, welch' heller Schein Wird wohl in Christi Garten sein, Wie muß es da wohl klingen, Da so viel tausend Seraphim Mit frohem Mund und hellerStimm' Ihr Hallelujah singen! 9. O wär' ich da, o stünd' ich schon, Du reicher Gott, vor deinem Thron Und trüge meine Palmen, So wollt' ich nach der Engel Weis' Erhöhen deines Namens Preis Mit tausend schönen Psalmen! 10 Doch will, so lang' auf Erden noch Ich trage dieses Leibes Joch, Ich auch nicht stille schweigen; Es soll mein Herz sich fort und fort Voll Freudigkeit an jedem Ort zu deinem Lobe neigen! 11. Hilf nur und segne meinen Geist Mit Segen, der vom Himmel fleußt, Daß ich dir stätig blühe! Gieb, daß der Sommer deiner Gnad' In meiner Seele früh und spat Viel Glaubensfrucht erziehe! 392 12. Mach' in mir deinem Geiste Raum! Zeiten- Lieder. Laß mich als einen guten Baum Am Lebenswasser grünen: Mel. Nun ruhen alle Wälder. 450. So will ich dir und deiner Ehr' Allein und keinem andern mehr Hier und dort ewig dienen. Paul Gerhardt. Otheu- re Se- gens= ga= ben, Die wir em- pfan- gen 12 ha- ben, Herr, Herr, aus deiner Hand! Wo- hin wir uns nur wen- den: Von deinen reichen Spen- den Prangt ü- ber2 all das wei- te Land. 2. Die Luft erschallt von Freude, Und mit dem Hoffnungskleide Ist Flur und Wald geschmückt. Hier steh' ich ohne Wehe, Und horche, fühle, ſehe, Und Aug' und Seele wird entzückt. 3. An Gottes Welt gebunden, Von Schönheit überwunden, Schau' ich mich nimmer satt. Nun prei- set al= le Lob' ihn mit Schal- le, Auf, Seele, auf nach oben! Der Herr ist hoch zu loben, Der solches dir verliehen hat. 451. 4. Wie schön ist's schon auf Erden! Dort, wo du näher biſt Wie wird es einst dir werden Dem dreimal heil'gen Throne, Geschmücket mit der Krone, Die Gläubigen verheißen ist! Fink. Apelles v. Löwenstern. 1644. Gottes Barm- her- zig- keit, wer- the= ste Chri- stenheit! 17 Er läßt dich freund- lich zu sich la= den: Freu- e dich, ☺ Jahreszeiten. Is- ra- el, sei= ner Gnaden! Freu- e dich, Js= ra= el, seiner Gna= den! 2. Der Herr regieret über die ganze Welt; Was sich nur rühret, froh ihm zu Füßen fällt: Viel tausend Engel um ihn schweben, Psalter und Harfen ihm Ehre geben.:,: 3. Wohlauf zu grünen ihr Heiden, lasset das Trauern sein; Weiden stellet euch willig ein! Da läßt er uns sein Wort verkünden, Machet uns ledig von allen Sün= den.:,: Mel. Mir nach, spricht Christus. C 11 393 4. Er giebet Speise reichlich und überall, Nach Vaters Weise sättigt er allzumal; Er schaffet früh'n und späten Regen, Füllet uns alle mit seinem Segen.:,: 5. Drum preis und ehre seine Barmherzigkeit; Sein Lob vermehre, wertheste Chriflenheit! Uns soll hinfort kein Unfall schaden: Freue dich, Israel, seiner Gnaden!:,: Matthäus Apelles v. Löwenstern. 452. = Lob- fingt am fro- hen Ern- te- fest, Preist ihn mit Freu- denDer Saat in Hal- men sprie- ßen läßt, Mit Aeh- ren krönt die € 5 psal- men, Und giebt, daß sie voll Frucht ge- deihn, Thau, Hal- men = Regen- guß und Son- nen- schein. 5010 394 Zeiten- Lieder. 2. Jm Wetterdunkel wandelt er, Noch schont, noch nährt er voll Sä't Heil aus milden Händen Geduld Und fährt auf Bliß und Sturm einher, Auch schuldbeladne Knechte. Um Segen auszuspenden. Und wenn sie gleich mit Donnern spricht, Doch spricht die Liebe: Zittert nicht! 3. Lobsingt! Uns füllte Gottes Hand Die leeren Scheuern wieder. O du vom Herrn begabtes Land, Bring' ihm des Dankes Lieder! Er dachte unsrer Schulden nicht, Voll Gnade schien sein Angesicht. 4. Noch strahlet seiner Sonne Huld Auf Sünder und Gerechte; Mel. O du Liebe meiner Liebe. Herr, die Erde Güt' und Mil- de Wohl- thun dei- ner Hand. schenk bedeckt das Land. O fallt aufs neu' mit Kindessinn Am Thron des guten Vaters hin. ist ge= frö- net, 2. Aller Augen sind erhoben, Herr, auf dich zu jeder Stund', Daß du Speiſe giebst von oben Und versorgest jeden Mund. 5. Des Erdensegens reichen Theil, Doch welch' unendlich größres Heil Wer kann ihn messen, wägen? Beut Gott in Christi Segen! Vergeßt, wenn euch sein Gut erlabt, Nicht deß, der euch so hoch begabt. 6. laßt uns guten Samen streu'n In stillen Glaubensthaten! Der Herr giebt Thau und Sonnenschein Zum Wachsthum solcher Saaten. Dann ziehn wir einst im Jubelchor Zum Erntefest in's Himmelsthor. Garve. 453. ist ge= seg hat ge= reg 12 11 11 = net Von dem net, Dein GeAuf den Hü- geln, in den Grün- den Ist dein Se- gen aus ge- streut. Un- ser War- ten = € Un- fre Her- zen sind er= freut. Und du öffnest deine Hände, Dein Vermögen wird nicht matt; Deine Hülfe, Gab' und Spende Machet alle froh und satt. Jahreszeiten. 3. Gnädig hast du ausgegossen Deines Ueberflusses Horn, Ließest Gras und Kräuter sprossen, Ließest wachsen Frucht und Korn. Mächtig hast du abgewehret Schaden, Unfall und Gefahr, Und das Gut steht unversehret, Und gesegnet ist das Jahr. 4. Herr, wir haben solche Güte Nicht verdient, die du gethan. Unser Wissen und Gemüthe Klagt uns vieler Sünden an. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen. € = Ach gieb, daß auch das Gefilde Für dich rühre unser Herz, Daß der Reichthum deiner Milde Uns bewege hinimelwärts! 454. 5. Hilf, daß wir dies Gut der Erden Treu verwalten immerfort! Alles soll geheiligt werden Durch Gebet und Gotteswort. Was wir wirken und vollenden, Sei gesä't in deinen Schooß! Dann wirst du die Ernte senden Unaussprechlich reich und groß. Puchta. Wir al= le, Gott und Vater, bringen Dir Preis und Und unsre frohen Herzen sin- gen Von dei- nes 395 Dank im Hei= lig Na- mens ho hem Ruhmm.Ge- krönt hast du mit reichen Vater= hand. 2. Du schenktest Sonnenschein und Regen Für jede Frucht zu rechter Zeit, Und gabst Gedeihen, Kraft und Segen Dem Samen, den wir ausgestreut. dei= - ner Mil- de Rings um uns her das ganze Land; Dein Se- gen strömt auf die Ge fil de = ਛੰ = Aus dei= ner Für Millionen deiner Kinder Reicht deiner Gaben Fülle hin, Du nährst den Frommen und den Sünder Mit ewig treuem Vatersinn. 396 Zeiten- Lieder. schwenden 3. Du giebst, uns liebreich zu Bewahr' uns, daß wir nicht verversorgen, Mehr als wir bitten und verstehn; Du wachst am Abend und am Morgen Die reichen Gaben deiner Hand. Du willst, wir sollen froh genießen Und dankbar im Genusse sein; Gieb, daß mit ruhigem Gewissen Wir deiner Güte stets uns freu'n. Und hörest unser gläubig Flehn. Selbst unsern Undank, unsre Sünden Vergiebst du, der die Liebe ist; Wir schmecken täglich und empfinden, Wie gütig, Herr, du allen bist. 4. Was du uns gabst, wohl anzuwenden, Verleih' uns Weisheit und Verstand; Mel. Nun laßt uns Gott dem. 455. 5. Auch für den Armen kam dein Segen In solcher Füll' auf uns herab. Wir wollen liebreich seiner pflegen Von dem, was deine Milde gab. Er danke heute mit uns allen, Frohlocke laut und bete an, Daß du nach deinem Wohlgefallen So Großes hast an uns gethan. Meister. Kommt, laßt uns Gott lob- sin- gen, Und Preis und Dank ihm bringen Für seiner Ernte Ga- ben, Die wir geII sam- melt ha= ben! 2. Der Herr hat uns gegeben, Was nöthig ist zum Leben, Zum freudigen Genusse Aus seinem Ueberflusse. 3. Frohlocket seiner Milde, Daß Auen und Gefilde, Was wir gesäet haben, So reichlich wiedergaben. 4. Er läßt uns Segen ernten: O, daß wir dankvoll lernten, Ihm ähnlich, uns der Armen Mitleidig zu erbarmen! 5. Verehret seine Gnade Und wandelt seine Pfade, Daß seine Mild' und Treue Euch auch forthin erfreue! Cramer. Mel. Valet will ich dir geben. 勝 勝 Jahreszeiten. 456. C Dir, Gott der Huld und Stär- fe, Dich lo ben deine Wer- ke, Dank! sang! neu' er= Auch das sind dei= ne reifen des Ge= deih'n. = 2. Wie prangt das Gold der Früchte, freun: Das Wachs- thum un- frer Saa- ten, Ihr I Des Sommers Feierkleid! Wir sehn im vollen Lichte, Herr, deine Herrlichkeit. Du willst uns Nahrung geben Und Ueberfluß dazu; Wer kann dich g'nug erheben, Wer segnet so wie du! 3. Die glänzenden Gefilde, So weit das Auge blickt, Sind Zeugen deiner Milde, Die jedes Herz entzückt. Schon lacht und winkt den Schnittern Der segenvolle Halm. Von Kindern, Vätern, Müttern Tönt dir ein Freudenpsalm. 397 4. Die Pracht der reichen Auen Strömt Wonn' in unsre Brust; Doch mischt auch Furcht und Grauen Sich oft zur Sommerlust. Du rufft vom Wolkensize Den Boten deiner Macht, Dem Wettersturm, dem Blize; Der Mittag wird zur Nacht. = Er schal- le Preis und Dich lo= be mein GeThaten, Die uns auf's 5. Der Donner rollt, es bebet Die schwache Creatur; Doch in dem Sturm belebet Dein Odem die Natur. Es wälzt sich milder Regen Vom Sturmgewölfe los, Und Fruchtbarkeit und Segen Trieft aus der Erde Schooß. 6. Die Blume stand in Trauer, Nun haucht sie stärkern Duft; Der Himmel färbt sich blauer, Und reiner wird die Luft; Thal, Hügel, Feld und Wiese Berkünden deinen Ruhm: Du schaffst zum Paradieſe Verwelkte Fluren um. 7. Der du das Land erquickest, Daß Trift und Anger grünt, Den Sterblichen beglückest, Auch wenn er's nicht verdient; Dich müssen alle preisen, Dir schalle froher Dank In tausend Sprach' und Weisen! Dir tön' auch mein Gesang. 3. Euf. Schmidt. 398 fe Kinder. min- der. Was Gott thut, das ist wohl ge- than! So denken Got- tes Wer auch nicht reich- lich ern- ten kann, Den liebt doch Gott nicht 11 } Zeiten- Lieder. 457. er es läßt auf Er- den Bei Man- gel trau- rig werden. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Im Nehmen und im Geben, Was wir aus seiner Hand empfahn, Genüget uns zum Leben. Er nimmt und giebt, weil er uns liebt; Er zieht das Herz nur him- mel- wärts, Wenn Laßt uns in Demuth schweigen Und vor dem Herrn uns beugen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Mel. Gott des Himmels. ť Es geh' nach seinem Willen! Läßt es sich auch zum Mangel an, Er weiß das Herz zu stillen. Wer als ein Christ genügsam ist, Kann auch bei wenig Gaben Mit Dankbarkeit sich laben. 1690. Herr, dein Name Du hast tau- send Das Feld mag traurig stehen: Wir geh'n getrost auf seiner Bahn Und wollen ihn erhöhen. Sein Wort verschafft uns Lebenskraft, Es nennt uns Gottes Erben; Wie können wir verderben? 458. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Wie er's auch mag beschließen! Ist gleich bei uns kein Canaan, Wo Milch und Honig fließen: Er, unser Gott, weiß, was uns noth Und wird es gern uns geben. Kommt, laßt uns ihn erheben! Schmolck. fei fach ge= prie- sen, Wenn du be= wie= sen, Wie du Jahreszeiten. nimmſt, und wenn du giebst! E= wig sei von uns ge- dacht sorgst Deiner Weiß- heit, Güt' und Macht. 2. Laß die Erde wieder schweigen, Stille sei vor dir die Welt; In der Demuth soll sich neigen, Was bedeckt dein Himmelszelt. Du allein bist reich und groß, Wir sind elend, arm und bloß. 3. Du verleihst das Kleid der Ehren, Welches unsre Schwachheit deckt, Und zum Staub muß wiederkehren, Was du aus dem Staub erweckt. Deine Huld und deine Treu' Macht allein die Erde neu. 4. Wie du führest unsre Schritte, Ist es gut und wohlgethan. Durch der finstern Zeiten Mitte Zeigst du uns die rechte Bahn. Wenn sich alles von uns kehrt, Hast du Gutes uns beschert. Gott rief der Son- ne: Sie ging, sanf täg- lich 399 wei- ten Bahn zurück!" ganz uns ihren Blick! 5. Herr, bewahr' den Keim des Lebens In der rauhen, harten Zeit, Daß der Glaube nicht vergebens Harr' auf deine Freundlichkeit! Unsre Hoffnung, unsre Ruh', Großer Schöpfer, bleibest du. 6. Wenn die Augen nichts mehr sehen Mel. Wie wohl ist mir, o Freund. 459. fe Und die Seele einsam wacht, Dann am Himmel lasse stehen Einen Stern in dunkler Nacht: Einen Stern der Ewigkeit Zeig' uns in der Winterzeit! 7. Wenn die Stimmen wieder klingen Und der Schöpfung Stunde schlägt, Laß uns von der Gnade singen, Von dem Wort, das alles trägt. Laß uns loben Jesum Christ, Der das Licht der Zeiten ist. Puchta. ,, kehre wie der Auf dei- ner früher nie- der, Ent- zog faſt Er rief den Win- den, und sie 400 Zeiten- Lieder. fuh- ren Gewalt- sam her; ,, be- deck' die Flu- ren!" Dem Schnee- ge- wölk: es deck= te sie; ,, Ge- rinnt ihr Strö- me!" fie ge- ron- nen; Ihr Mee- re wü- thet!" da be= gon- nen Sie ihren Kampf, da braus- ten sie. 2. Von ihrer Arbeit ruht die Daß unser Staub geläutert werde, Erde, Sie schläft, von Gottes Hand bedeckt, Daß ihre Kraft erneuet werde, Bis sie der Frühling wieder weckt. Vertraut hat in des Schöpfers Namen Giebt er als Aussaat ihn der Erde und fordert einst ihn wieder ab! Sein ew'ger Frühlingstag wird kommen, Dann, dann verlassen seine From= men Der Landmann ihr den späten Samen, Voll neuer Lebenskraft das Grab! Der Schöpfer wacht auch über ihn, Todt liegt er da; ihm wird das Leben Der Sonne Rückunft wieder geben, Und reich an Hoffnung wird er blühn. 3. So werden wir auch einst ermüden Und ruhen in des Grabes Nacht; Wir werden schlummern ganz in Frieden, Von ihm, der nimmer schläft, bewacht. 4. O Tag des Lebens, Tag der Wonne, Wie sehnet sich mein Geist nach dir! du, der Auferstehung Sonne, Wann wirst du aufgehn über mir! Erst muß ich die Verwesung sehen, Erst das Vergängliche vergehen, Die Saat muß sterben und dann blühn. Kann ich, ein Christ, den Tod noch scheuen? Nein, göttlich wird er mich erfreuen! Du Tag des Lebens folgst auf ihn. Münter. Jahreszeiten. Morgenlieder. Mel. Nun ruhen alle Wälder. c 460. Wie ru hest du so 3 Hül- le, Du müt- ter= li= ches Land! Wo sind die Früh- lings3. Die Zweig' und Aeste schimmern, Und tausend Lichter flimmern, Wohin das Auge blickt. Wer hat dein Bett bereitet, Die Decke dir gebreitet Und dich so schön mit Reif geschmückt? Mel. Ich dank' dir schon. 401 stille In dei- ner weißen lie der, Des Som- mers bunt Ge= fie= der Und dein be10 blüm- tes Fest- ge- wand? 2. Du schlummerst nun entkleidet; Kein Reh, fein Schäflein weidet Auf deinen Au'n und Höh'n; Der Vöglein Lied verstummte, Kein Bienlein mehr, das summte, Doch bist du auch im Winter schön! 4. Der gute Vater droben Hat dir dein Kleid gewoben; Er schläft und schlummert nicht. So ruhe denn in Frieden, Der Vater weckt die Müden Zu neuer Kraft und neuem Licht. 5. Bald bei des Lenzes Wehen Wirst du verjüngt erstehen Zum Leben wunderbar. Sein Odem schwebt hernieder, Dann prangst du Erde wieder Mit einem Blumenkranz im Haar. Krummacher. Morgenlieder. 461: Mein erst Ge- fühl sei Preis und Dank; Er- heb' ihn, mei- ne 26 402 Zeiten- Lieder. El See- le! Der Herr hört dei- nen sing' ihm, mei- ne See Ic! = 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, Lag ich und schlief in Frieden: Wer schafft die Sicherheit der Nacht Und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, Mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß Und schützt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, Sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, Die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Herr und Gott der Welt, Und dein ist unser Leben; Du bist es, der es uns erhält Und mir's jetzt neu gegeben. 6. Gelobet seist du, Gott der Macht, Gelobt sei deine Treue, Daß ich nach einer sanften Nacht Mich dieses Tags erfreue. 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, Mich deine Wege wallen, Und lehre du mich selber thun Nach deinem Wohlgefallen. Lob= ge= sang: Lob8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; Auf dich hofft meine Seele. Sei mir ein Netter in Gefahr, Ein Vater, wenn ich fehle. 9. Gieb mir ein Herz voll Zuversicht, Erfüllt mit Lieb' und Ruhe, Ein weises Herz, das seine Pflicht Erkenn' und willig thue; 10. Daß ich als ein getreuer Knecht Nach deinem Reiche strebe, Gottselig, züchtig und gerecht Durch deine Gnade lebe; 462. 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, Nie Fleiß und Arbeit scheue, Mich gern an Andrer Wohlergehn Und ihrer Tugend freue; 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit In deiner Furcht genieße Und meinen Lauf mit Freudigfeit, Wenn du gebeutst, beschließe. Gellert. Mel. Nun laßt uns Gott dem. I Wach' auf, mein Herz, und sin- ge Dem Schö- pfer al= ler Morgenlieder. Dinge, Dem Ge- ber aller Gü- ter, Dem from- men Men- schen= hü= ter! 2. Als mich die dunkeln Schatten Der Nacht umfangen hatten, Da decktest du mich Armen, O Vater, mit Erbarmen. 3. Du sprachst: mein Kind, nun Und deinen Engel sende, liege, Der mich an diesem Tage, Auf seinen Händen trage. Kein Schrecken dich betrüge; Schlaf wohl, laß dir nicht grauen, Du sollst die Sonne schauen. 4. Dein Wort, Herr, ist geschehen: Ich kann das Licht noch sehen; Von Noth bin ich befreiet, Dein Schutz hat mich erneuet. 5. Du willst ein Opfer haben: Mel. Auf meinen lieben Gott. E Hier bring' ich meine Gaben, Mein Loblied und mein Flehen, Das wirst du nicht verschmähen. 6. Dein Werk an mir vollende, 7. Sprich Ja zu meinen Thaten, Hilf selbst das Beste rathen; Den Anfang, Mitt' und Ende Ach, Herr, zum Besten wende. 403 8. Mein Herz sei deine Hütte, Lenk' alle meine Schritte; Dein Wort sei meine Speise, Bis ich gen Himmel reiſe. Paul Gerhardt. 463. Der schöne Tag bricht an, Die Nacht ist ab= ge= € than, Die Finsterniß ver gan-gen: Laß uns dein DE Welt zum Heil ge= ge= ben! Licht umfangen, Du un fre Sonn' und Le= ben, Der = 26* 404 2. Befiehl der Engel Schaar, Daß sie uns heut' bewahr'; Du selbst die Hand ausstrecke, Daß uns dein Schuß bedecke, Und alles Uebel weiche, Das Bös' uns nicht beschleiche. 3. Laß uns in deiner Hut Das thun, was recht und gut, Und recht wie Kinder leben, Dir Herz und Sinn ergeben, In deinen Wegen gehen Und fest im Glauben stehen. Zeiten- Lieder. die 4. Befällt uns Kreuz und Noth, So hilf, dn treuer Gott, Daß wir in allen Stücken Uns drein geduldig schicken; Denn dir nicht widerstreben Ist ja das beste Leben. 5. Gieb Speis' und Trank dem Mund, 464. mun- ter und Erhalt' den Leib gesund. Muß unser Leben enden, Nimm uns zu treuen Händen, Und laß auf deinen Namen Uns fröhlich fahren. Amen. Buchner. Die güld- ne Son= ne, voll Freud' und Won= ne, Bringt un- sern Gren- zen mit ihrem Glän- zen Ein herz- erla- gen da- nie- der; E qui- cken des liebliches Licht. Mein Haupt und Glie- der, = Ebeling. 1666. E H 2- ber nun steh' ich, bin fröhlich, Schau- e den Himmel mit 12 meinem Gesicht. Morgenlieder. 2. Mein Auge schauet, was Gott gebauet, Zu seinen Ehren und uns zu lehren, Wie sein Vermögen sei mächtig und groß, Und wo die Frommen dann sollen hinkommen, Wenn sie mit Frieden von hinnen geschieden Aus dieser Erde vergänglichem Schooß. 3. Lasset uns singen, dem Schöpfer bringen Güter und Gaben; was wir nur haben, 405 Sein Heil und Gnaden, die nehmen nicht Schaden, Heilen im Herzen die tödtlichen Schmerzen, Halten uns zeitlich und ewig gesund. 6. Gott, meine Krone, vergieb und schone, Laß meine Schulden in Gnad' und Hulden Aus deinen Augen, Herr, sein abgewandt; Sonsten regiere mich, lenke und führe, Wie dir's gefället: ich habe gestellet Alles in deine Beliebung und Hand. 7. Willst du mir geben, womit mein Leben Alles sei Gotte zum Opfer gesetzt. Die besten Güter sind unsre Gemüther, Dankbare Lieder sind Weihrauch und Widder, An welchen er sich am meisten ergößt. 4. Abend und Morgen sind seine Sorgen; Segnen und mehren, Unglück verwehren, Nach Meeres Brausen und Windes Sausen Sind seine Werke und Thaten allein. Wann wir uns legen, so ist er zugegen; Wann wir aufstehen, so läßt er aufgehen Leuchtet der Sonne gewünschtes Gesicht. Ueber uns seiner Barmherzigkeit Schein. Freude die Fülle und selige Stille Darf ich erwarten im himmlischen Garten, 5. Alles vergehet, Gott aber stehet Ohn' alles Wanken; seine Gedanken, Dahin sind meine Gedanken gericht't. Sein Wort und Wille hat ewigen Paul Gerhardt. Grund, Ich kann ernähren, so laß mich hören Allzeit im Herzen dies heilige Wort: Gott ist das Größte, das Schönste und Beste, Gott ist das Süßte und Allergewißte, Aus allen Schäßen der edelste Hort. 8. Kreuz und Elende, das nimmt ein Ende, 465. Sohn und heil'- ger Geist," Mond uns schei- nen heißt, Albert. 1641. Abw. n. Kühnau. C Gott des Him- mels und der Er= den, Va- ter, Der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn' und Dessen starke Hand die Welt, 406 Zeiten- Lieder. Und was drin- nen ist, erhält! 2. Gott, ich danke dir von Herzen, Daß, wenn einst dein großer Tag Daß du mich in dieser Nacht Uns erscheint und dein Gericht, Ich davor erschrecke nicht. Vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen Hast behütet und bewacht, Daß des bösen Feindes List Mein nicht mächtig worden ist. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden Jetzt mit dieser Nacht vergehn; Herr Jesu, laß dich finden, Laß dein Herz mir offen stehn, Da alleine Hülf' und Nath Ist für meine Miſsethat. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen Geistlich auferstehen mag Und für meine Seele sorgen: 5. Führe mich, o Herr, und leite Meinen Gang nach deinem Wort; Sei und bleibe du auch heute Mein Beschützer und mein Hort: Nirgends als bei dir allein Kann ich recht bewahret sein. 6. Meinen Leib und meine Seele Sammt den Sinnen und Verstand, Großer Gott, ich dir befehle Unter deine starke Hand; Herr, mein Schild, mein' Ehr' und Ruhm, Nimm mich auf, dein Eigenthum. Albert. 466. Mel. Wie schön leuchtet. 把 # 1 Wie schön leucht't uns der Morgenstern Vom Fir- ma- ment des All' Cre= a= tur macht sich her- für, Des ed= len Lich- tes ## Him- mels fern! Die Nacht ist nun ver- gan- gen. Pracht und Zier Mit Freu- den zu em- pfan- gen. Was lebt, fth was schwebt Hoch in Lüf- ten, tief in Klüf- ten, läßt zu Ehren Seinem Gott ein Dank- lied hö= ren. ETETT HIERA 2. Drum, o mein Herz, dich auch aufricht', Erheb' die Stimm' und säume nicht, Dem Herrn dein Lob zu bringen. Denn, Herr, du bist's, dem Lob gebührt, Morgenlieder. Der alle Welt so gnädig führt, Dem man läßt innig klingen Mit Fleiß, Dank, Preis, Freudensaiten, die von weiten man kann hören Und dich, meinen Heiland, ehren. Mel. Nun ruhen alle Wälder. & e 407 3. Geuß deiner Gnaden reichen Strahl 467. Auf mich vom hohen Himmelssaal, Das Herz in mir erneue! Dein guter Geist mich leit' und führ', Auf daß nach meiner Pflicht Gebühr Zu handeln ich mich freue! Gieb Rath und That; Laß mein Sinnen und Beginnen stets sich wenden, Meinen Lauf in dir zu enden! Wiesenmeyer. # Dir dank' ich für mein Leben, Gott, der du mir's gege- ben, Ich danke dir da- für. Du hast, von Huld be= Gü- te bin ich hier. 2. Du, Herr, hast mich bereitet, Mich väterlich geleitet Bis diesen Augenblick. Du gabst mir frohe Tage Und wandtest auch die Plage Zu meiner Seele wahrem Glück. wo- gen, Mich aus dem Nichts ge 3. Ich bin nicht werth der Treue, Der ich mich täglich freue, Der Huld, die mich bewacht. Damit ich Staub und Erde Auf ewig glücklich werde, Hast du schon ewig mein gedacht. = 30- gen, Durch dei- ne 4. Du kanntest schon mein Sehnen Und zähltest meine Thränen, Eh' ich bereitet war. Noch konnt' ich dich nicht denken, Zu dir das Herz nicht lenken, Dawogst du schon meinTheil mir dar.. 5. Für alle meine Sünden, Herr, ließest du mich finden In Christo Gnad' und Huld. Höchster, welch' Erbarmen! Du nahmest an mich Armen Und tilgtest alle meine Schuld. 408 6. Daß du mich liebreich führest, Mit deinem Geist regierest, Dies, Vater, dank' ich dir. Daß du mein Leben fristest, Mit deiner Kraft mich rüstest, Dies alles, Vater, dank' ich dir. Zeiten- Lieder. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 468. Pe Wenn ich einst von Und von dieses = Mor- gen seh': 11 je- nem Schlum- mer, Wel- cher Tod heißt, Le- bens Kum- mer Frei, den schönern O! dann wach' ich an- ders auf, Schon am 7. Was noch in diesem Leben Mir frommt, wirst du mir geben; Du giebst's, ich hoff' auf dich. Ja, Vater, ich befehle Dir kindlich Leib und Seele; Herr, segne und behüte mich. Gellert. Ziel ist dann mein Lauf; Träu- me sind des Pil- gers SorI gen, Großer Tag, an deinem Mor- gen. 2. Hilf, daß keiner meiner Tage, Geber der Unsterblichkeit, Dir, dem Nichtenden, einst ſage, Er sei ganz von mir entweiht. Auch noch heute wacht' ich auf, Dank dir, Herr; zu dir hinauf Führ' mich jeder meiner Tage, Jede Freude, jede Plage: All- mäch- ti- ger, ich he Preis dir, durch den ich le Mel. Aus meines Herzens Grunde. 469. 2 - 3. Daß ich gern sie vor mir sehe, Wenn ihr letzter nun erscheint, Wenn zum dunkeln Thal ich gehe, Und mein Freund nun um mich weint. Lindre dann des Todes Pein, Und laß mich den Stärksten sein, Mich, der ihn gen Himmel weiſe Und dich, Herr des Todes, preise! Klopstock. be Mein Aug' em- por zu dir. be, Und neu- er Dank da- für! Morgenlieder. Herr, dei- ne Huld ist groß, Und du läßt dir das Lal= len Des Dan- kes wohl- ge= fal len, Das aus dem Her- zen floß. Mich jemals nach sich ziehn: Helf' er mein Herz bewahren, Helf' er mir die Gefahren Der Sünde sehn und fliehn! 2. Daß nicht in tiefem Schlummer Des Lebens Licht verlischt, Und daß mich, frei von Kummer, Ein sanfter Schlaf erfrischt: Dies dank' ich deiner Macht Und deiner Vatertreue; Durch sie bin ich auf's neue Mit Heiterm Muth erwacht. 3. Beschüßer unsrer Seele, Ich traue freudig dir; Nicht, was ich mir erwähle, Dein Rath gescheh' an mir! Gieb, was mir heilsam ist, Und wenn ich Schwacher wanke, So stärke der Gedanke, Daß du stets um mich bist. 4. Er stärke mich, mit Freuden Zu thun, was dir gefällt; Er tröste mich im Leiden, Und will die Lust der Welt be. 409 5. Beglücke du die Meinen Nach deiner Gütigkeit. Vergiß der Armen keinen, Wend' alles Herzeleid. Du willst ja gern erfreun, Eilst, allen beizustehn; So laß auch dies mein Flehen Dir wohlgefällig sein. Dein Friede ruh' auf mir 6. Gott, dem ich angehöre, Mein Seufzen, meine Zähre, Erbarmer, ist vor dir. Deß soll mein Herz sich freun! Wer dir nicht traut, der bebe! Ich sterbe oder lebe: So bin ich ewig dein. Chr. Fr. Neander. 470. schaffnen Lichte, Schick' uns die= se Dreßel. 1731. Mor- gen- glanz der Ewig- keit, Licht vom un- er= Mor- gen- zeit 410 # 6 Deine Strah- len zu Ge= sich- te, dei- ne Macht Un- sre 2. Deiner Güte Morgenthau Fall' auf unser matt Gewissen, Laß die dürre Lebensau' Lauter süßen Trost genießen, Und erquick' uns, deine Schaar, Immerdar. Zeiten- Lieder. 3. Gieb, daß deiner Liebe Glut Unsers Herzens Kält' ertödte, Und erwecke Sinn und Muth Bei der neuen Morgenröthe, Daß wir, eh' wir gar vergehn, Recht aufstehn. 4. Schmück' uns mit Gerechtigkeit, Als mit einem weißen Kleide, Nie von uns es werd' entweiht, Mel. Gott des Himmels. e Großer Gott, den Sich als Vater Mich zu neu- er je und je ge= liebt, Sohn zum Hei- land giebt! 471. 11 Nacht. Nie an seinem Glanz es leide; Laß uns hell und fündenrein Vor dir sein. Und ver- treib' durch 5. Ach, du Aufgang aus der Höh', Gieb, daß auch an jenem Tage Deine gläub'ge Schaar ersteh' Und, erlöst von aller Plage, Auf der ew'gen Freudenbahn Wallen kann. 6. Leucht' uns selbst in jene Welt, Du verklärte Gnadenſonne, Führ' uns durch das Thränenfeld In das Land der süßen Wonne, Wo die Lust, die uns erhöht, Nie vergeht. Knorr v. Rosenroth. = al= les prei uns er= wei= set, An- dacht auf. set, Der uns Uns den Heu- te weckt des Tages Lauf Morgenlieder. 2. O wie lieb' ich dieſe Stunden, Wo die Welt mich ruhen läßt, Wo wir, treu in ihm verbunden, Feiern unsers Heilands Fest, Und er uns durch seinen Geist Selbst den Weg zum Himmel weist. 3. Habe Dank für diesen Morgen, Der mir Kraft zum Guten schenkt. Das sind doch die besten Sorgen, Wenn sein Heil der Mensch bedenkt, Wenn er betet, wenn er singt, Daß es durch die Wolken dringt. & 411 4. Was ist sel'ger als Gott dienen? Was ist süßer als sein Wort? Laßt uns sammeln gleich den Bienen, Jeder trage Segen fort. Selig ist, wer Nacht und Tag, Gern darin sich üben mag. 5.O mein Gott, sprich selber Amen, Denn wir sind dein Eigenthum. Alles preise deinen Namen, Alles mehre deinen Ruhm, Bis es fünftig wird geschehn, Daß wir dich im Himmel sehn. Neumann. 472. Melodie 1598.( Urspr. rhythm. n. Schein.) F Aus mei- nes Her- zens Grun- de Sag' ich dir Lob und Dank In dieser Mor- gen= stun- de Und all mein Le- ben- lang, O Gott, in dei- nem Thron, Dir zu Lob, Preis und Eh- ren, Durch Chri- stum un- sern Her- ren, Dein' ein- ge- bor- nen Sohn: 2. Daß du mich haft aus Gnaden In der vergangnen Nacht Vor allem Schreck und Schaden Behütet und bewacht. Dir sei es heimgestellt, Leib, Seele, Geist und Leben, Und was du mir gegeben; Mach's, wie es dir gefällt! 3. Dich will ich lassen rathen, Der alle Dinge lenft; Du segne meine Thaten, Und was mein Herz gedenkt. Ich bitt' demüthiglich, Wollst mir mein' Sünd' vergeben, und zweifle nicht daran: 4. Darauf so sprech' ich Amen Womit in diesem Leben Ich hab' erzürnet dich. Gott nimmt in Jesu Namen Mein Flehen gnädig an. Drauf streck' ich aus die Hand, Greif' an das Werk mit Freuden, Das Gott mir wollt' bescheiden In meinem Amt und Stand. Matthesius. 412 Zeiten- Lieder. 473. T Mel. Wie schön leuchtet. el Brich an, du schö- nes Mor- gen- licht, Und ma- che hell mein Brich, heil'- ge An- dacht, mit her- vor! So sing' ich Gott im An- gesicht In dieser Freu- den- stun- de! höhern Chor Ein Lied von Her- zens- grun- de. rüh- met Den ohn' En- de, dessen Hände, des- sen WalJE er= hal= ten! 4. Herr Jesu, leite meinen Gang, Daß ich heut' und mein Lebenlang Nach deinem Willen walle. Auf deinem Herzen trage mich, Mit meinem Geist vereine dich, Daß ich nicht irr' und falle. Ach, gieb Antrieb, Deiner Liebe heil'ge Triebe zu betrachten Und die Welt für nichts zu achten. ten Gnä- dig Leib und Seel' 2. Gott, ew'ger Gott! ich danke dir Von ganzem Herzen, daß du mir Bewiesen deine Güte; Daß du mich in der finstern Nacht Durch deiner Engel Schaar bewacht An Leib, Seel' und Gemüthe. Fröhlich reg' ich Heute wieder meine Glieder zum Geschäfte; Fröhlich spür' ich deine Kräfte. Prei- set, 3. Ach gieb mir, treues Vaterherz, Daß alle Sündenangst und Schmerz Mit dieser Nacht vergehen; Daß ich in deiner Lieb' und Huld Auch jetzo möge, frei von Schuld, Neu geistlich auferstehen! Laß mich christlich Diesen Morgen trachten, sorgen, dir Sanft im Frieden hingeschieden, zu dir dringe Und dir ewig Psalmen singe. ( Nürnberger Gesangbuch von 1676.) zu leben, Jesu ganz mich hinzugeben. 5. Regiere mich mit deinem Geist, Der mir den Weg zum Himmel weist Damit ich überwinde; Daß ich auskaufe meine Zeit Für deines Reiches Herrlichkeit Und volle Hoffnung finde, Bis ich endlich, Morgenlieder. Mel. O Gott, du frommer Gott. 474. C# D = Je su, süßes Licht, Nun ist die Nacht ver= Nun hat dein Gna- den- glanz Auf's neue mich umgan- gen, fan- gen, } Nun ist, was an mir iſt, Vom Schla- fe neu erwacht; Drum sin- get dir mein Herz: Dir, Herr, sei Dank ge- bracht! 5. Mein Jesu, schmücke mich Mit Weisheit und mit Liebe, Mit Keuschheit, mit Geduld, Durch deines Geistes Triebe; Vor allem leite mich 2. Was soll ich dir denn nun, Mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar In deine Gnad' versenken, Mein Leib und Seel' und Geist Sei dein den ganzen Tag; Das soll mein Opfer sein, Weil ich sonst nichts vermag. 413 3. Drum siehe da, mein Gott, Da hast du meine Seele, Sie sei dein Eigenthum, Daß ihr kein Gutes fehle. Dir geb' ich meinen Geist, Verschmäh' die Gabe nicht, Verkläre dich in ihm Durch deines Geistes Licht. 4. Ich will auch meinen Leib Zum Tempel dir ergeben, Darin du wohnen magst, Herr, mein Heil, mein Leben! Ach wohn', ach leb' in mir, Beweg' und rege mich, So hat Geist, Seel' und Leib Mit dir vereinigt sich. Zur wahren Demuth an, So bin ich wohl geschmückt Und köstlich angethan. 6. Gieb, daß es diesen Tag Mir stets vor Augen schwebe, Daß deine Gegenwart Mich wie die Luft umgebe, Damit mein ganzes Thun Durch Herz und Sinn und Mund Dich lobe inniglich, Mein Gott, zu jeder Stund'. 7. O segne, was ich thu', Mein Reden und mein Denken, Durch deines Geistes Kraft Wollst du es weislich lenken, Daß alles nur gescheh' Zu deines Namens Ruhm, Und daß ich unverrückt Verbleib' dein Eigenthum. Joachim Lange. 414 Zeiten- Lieder. 475. Mel. Erschienen ist der herrlich' Tag. Ge Das wal= te Gott, der helfen kann! Mit Gott fang' $ 17 ich mein' Ar- beit an, Mit Gott nur geht es glück- lich fort; Drum ist auch dies mein erstes 2. All' mein Beginnen, Thun und Werk Erfordert Gottes Kraft und Stärk': Mein Herz sucht Gottes Angesicht; Drum auch mein Mund mit Freuden spricht: Das walte Gott! 3. So Gott nicht hilft, so kann ich nichts, Wo Gott nicht giebet, da gebricht's; Gott giebt und thut mir alles Gut's, Drum sprech' ich nun auch guten Muths: Das walte Gott! 4. Will Gott mir etwas geben hier, So will ich dankbar sein dafür; Auf sein Wort werf' ich aus mein Netz Und sag' in meiner Arbeit stets: Das walte Gott! 5. Anfang und Mitte sammt dem End' Stell ich allein in Gottes Händ': Er gebe was mir nüßlich ist; Drum sprech ich auch zu jeder Frist: Das walte Gott! Wort: Das wal- te Gott! 6. Legt Gott mir seinen Segen bei Nach seiner großen Güt' und Treu', So gnüget mir zu jeder Stund'; Drum sprech' ich auch von Herzensgrund: Das walte Gott! 7. Trifft mich ein Unglück: unverzagt! Ist doch mein Werk mit Gott gewagt. Er wird mir stehen gnädig bei, Drum dies auch meine Losung sei: Das walte Gott! 8. Er kann mich segnen früh und spat, Bis all mein Thun ein Ende hat. Er giebt und nimmt, macht's, wie er will; auch fein in der Still': Drum sprech' ich Das walte Gott! 9. Thu' ich denn was mit Gottes Rath, Der mir beistehet früh und spat, Dann alles wohl gerathen muß; Drum sprech' ich nochmals zum Beschluß: Das walte Gott! Belichius. Morgenlieder. Abendlieder. 476. Mel. Nun laßt uns Gott dem. T Er- wacht durch deine Gü- te Preist, Va- ter, mein Gemü- the Dein lie= be vol- les Wal- ten, Das mich bis= II = her er hal- ten. 2. Dies neu geschenkte Leben Weckt mich zu neuem Streben, Zu deinem Wohlgefallen Auch diesen Tag zu wallen. 3. Kann mir doch nichts gelingen, Hilfst du mir's nicht vollbringen. Zu jedem guten Werke Gieb Freudigkeit und Stärke. 4. Weckt auch der neue Morgen Im Herzen manche Sorgen; Mel. Herr Gott, dich loben alle wir. Ich schau' zu deinen Höhen: Du willst, und sie vergehen. 415 5. Hilf mir, was gut ist, wählen Und nie den Weg verfehlen, Auf den dein Wort mich leitet, Dein Segen mich begleitet. Abendlieder. 477. 6. Nichts soll den frohen Glauben Dann meinem Herzen rauben: Es sind, die treu dich lieben, In deine Hand geschrieben. S. Th. Gerhard. E Hin un ter ist der Son- ne Schein, Die fin- stre Nacht bricht 2 nun her- ein, Leucht' uns, Herr Christ, du wah- res Licht, Laß uns im Fin- stern wan- deln nicht. Zeiten- Lieder. EDAR 416 2. Dir sei Dank, daß du uns den Tag Vor Schaden, Angst und mancher Plag' Durch deine Engel haft behüt't Aus Gnad' und väterlicher Güt'. 3. Womit wir, Herr, erzürnet dich, Mel. Nun ruhen alle Wälder. 478. Dasselb' verzeih' uns gnädiglich Und rechn' es unsrer Seel' nicht zu, Laß schlafen uns mit Fried' und Nuh'. A. Hermann. Herr, der du mir das Le- ben Bis diesen Tag gege- ben, Dich bet' ich kind- lich an. Ich bin viel zu geheut' an mir ge- than. 2. Mit dankendem Gemüthe Freu' ich mich deiner Güte; Ich freue mich in dir. Du giebst mir Kraft und Stärke, Gedeih'n zu meinem Werke Und schaffst ein reines Herz in mir. ringe Der Treu- e, die ich sin ge, Und die du = E ਤੂੰ 3. Gott, welche Ruh' der Seelen, Nach deines Worts Befehlen Einher im Leben gehn; Auf deine Güte hoffen, Im Geist den Himmel offen Und dort den Preis des Glaubens ſehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, Und nahe mich im Staube Zu dir, o Gott, mein Heil! Ich bin der Schuld entladen, Ich bin bei dir in Gnaden, Und in dem Himmel ist mein Theil. 5. Bedeckt mit deinem Segen, Eil' ich der Ruh' entgegen; Dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende Ist dein, in deine Hände Befehl' ich, Bater, meinen Geiſt. Gellert. fed 16 Abendlieder. 479. Nun ru- hen al= le Wäl- der, Vieh, Menschen, Städt'und 417 Fel- der, Es schläft die ganze Welt. Ihr a- ber, mei- ne Schö- pfer wohl- ge- fällt. 2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, Die Nacht, des Tages Feind. Fahr' hin, ein' and're Sonne, Mein Jesus, meine Wonne, Gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun vergangen; Die gold'nen Sterne prangen Am blauen Himmelssaal. Also werd' ich auch stehen, Wenn mich wird heißen gehen Mein Gott aus diesem Erdenthal. Geistl. zuerst Nürnberg. 1539.( rhythm.) Sin- nen, Auf, auf! ihr sollt be= gin- nen, Was eu- rem 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, Legt Kleider ab und Schuhe, Das Bild der Sterblichkeit. Die zieh' ich aus; dagegen Wird Christus mir anlegen Das Kleid der Ehr' und Herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß' und Hände Sind froh, daß nun zum Ende Die Arbeit kommen ſei. Herz, freu' dich! Du sollst werden Vom Elend dieser Erden Und von der Sündenarbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, Geht hin und legt euch nieder; Der Ruhe ihr begehrt. Es kommen Stund' und Zeiten, Da man euch wird bereiten Zur Ruh' ein Bettlein in der Erd'. 7. Breit' aus die Flügel beide, Jesu, meine Freude, Laß mich dein eigen sein. Will mich der Feind verschlingen, So laß die Engel singen: ,, Dies Kind soll unverleßet sein!" 8. Auch euch, ihr meine Lieben, Soll heute nicht betrüben Kein Unfall noch Gefahr; Gott lass' euch ruhig schlafen Und stell' mit heil'gen Waffen Um's Lager seiner Engel Schaar! Paul Gerhardt. 27 418 Mel. Nun sich der Tag geendet. $ Zeiten- Lieder. 480. So fliehen unwie der zu uns = #o ist nicht mehr. Die Nacht, der Mü- den Tröste- rin, Gili her. 2. Herr! du nur bleibest, wie du bist, Du schläfst und schlummerst nicht; Die Finsterniß, die uns umschließt, Ist deinem Auge Licht. 6 be - fre 3. Dir übergeb' ich voll Vertrau'n Mich auch in dieser Nacht. Und wovor sollte mir dann grau'n? Mich schützet deine Macht. 4. Hab' ich an deiner Gnade nur Noch Theil, o Herr, mein Gott, So fürcht' ich nichts in der Natur Und scheue nicht den Tod. 5. Zwar ich erkenne meine Schuld, Mit Reue fühl ich sie; Doch, mein Erbarmer, deine Huld, Wie trostvoll ist mir die! 6. Jch eil' im Glauben zu dir hin geht her= für, than an mir, Ta ge hin! Auch die- ser = Und weiß, wie sicher ich Im Schuße deiner Allmacht bin: Ich trau' allein auf dich. 7. Flieht, finst're Sorgen, weit von mir! Herr Jesu, du allein Sei'st mein Gedanke! weihe dir Mein Herz zum Tempel ein. 8. Ist dies vielleicht die letzte Nacht In meiner Prüfungszeit, So führe mich durch deine Macht Zum Licht der Ewigkeit. 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, Dein bin ich auch im Tod! Du, mein Erretter, bist bei mir und hilfst aus aller Noth. Chr. Fr. Neander. 481. Nach J. Schop. 1652.( rhythm.) Wer de mun- ter, mein Ge- mü- the ,. Und ihr Sin- ne, Daß ihr prei- set Got- tes Gü- te, Die cr hat geDa er mich den ganzen Tag Abendlieder. Vor so mancher schwe- ren Plag' Durch sein gna- denreiches Wal- ten Hat be- schir- met und 4. Laß mich 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der Barmherzigkeit, Daß mir ist mein Werk gelungen, Daß du mich vor allem Leid Und vor Sünden mancher Art So getreulich haft bewahrt, Auch den Feind hinweggetrieben, Daß ich unbeschädigt blieben. 3. du Licht der frommen Seelen, O du Glanz der Ewigkeit! Dir will ich mich ganz befehlen Diese Nacht und alle Zeit. Bleibe doch, mein Gott, bei mir, Weil es nunmehr dunkel schier; Daß ich nimmer mich betrübe, Tröste mich mit deiner Liebe! Mel. Nun ruhen alle Wälder. und ent= 482. 419 er= :- hal= ten. zün- de mich. diese Nacht empfinden Eine sanfte süße Ruh'; Alles Uebel laß verschwinden, Decke mich mit Segen zu; Leib und Seele, Muth und Blut, Weib und Kinder, Hab' und Gut, Freunde, Feinde, Hausgenossen Sei'n in deinen Schutz geschlossen! 5. du großer Gott erhöre, Was dein Kind gebeten hat! Jesu, den ich stets verehre, Bleibe ja mein Schutz und Rath! Und mein Hort, du werther Geist, Der du Freund und Tröster heißt, Höre doch mein sehnlich Flehen! Amen, ja es soll geschehen! Rift. Nun sich der Tag ge= en= det, Mein Herz zu dir sich 12 H wen- det Und dan- ket in- nig- lich. Dein hol- des An- ge= 17 sich te Zum Se- gen auf mich richte, Er- leuch- te 27* 420 Seiten- Lieder. 2. Jch schließe mich auf's neue In deine Vatertreue Und Schuß und Gnade ein. Der Finsterniß Geschäfte Und alle bösen Kräfte Vertreibe durch dein Nahesein. 3. Daß du mich herzlich liebest, Daß du mich stets umgiebest Und rufft zu dir hinein, Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen. 483. Ich dan- ke dir mit Herz und Mund, O Gott, in die- ser A- bend- stund' Für al= le Gü- te, Treu' und Gnad', Die = Gemacht nach deinem Ebenbild: In dir nur web' und lebe ich, Vergehen müßt' ich ohne dich. meine Seel' empfunden hat. 2. Du hast mich, o Gott, Vater mild, 3. Du, Heiland, haft mich durch dein Blut Daß du vergnügst alleine So wesentlich und reine, Laß alle Zeit mir heilig sein. Erlöset von der Höllen Glut, Hast das Gesetz für mich erfüllt, Damit des Vaters Zorn gestillt. 4. Ein Tag der sagt's dem andern, Mein Leben sei ein Wandern Zur großen Ewigkeit. Ewigkeit, du schöne, Mein Herz an dich gewöhne: Mein Heim ist nicht in dieser Zeit. Tersteegen. 4. Du bist mein Fürsprech alle Zeit, Mein Heil, mein Trost und meine Freud'. Ich kann durch dein Verdienst allein Hier ruhig und dort selig sein. 5. Oheil'ger Geist, du höchsteKraft, Deß Gnade in mir alles schafft, Ist etwas Gut's am Leben mein, So ist es wahrlich alles dein. 6. Dein ist's, daß ich Gott recht erkenn', Ihn meinen Herrn und Vater nenn', Sein wahres Wort und Sacrament Behalt' und lieb' bis an mein End'; 7. Daß ich fest in Anfechtung steh' Und nicht in Trübsal untergeh', Daß ich im Herzen Trost empfind', Zuletzt mit Freuden überwind'. 8. Entlaß mich, Gott, der Sündenschuld Und hab' mit deinem Knecht Geduld, Zünd' in mir Glauben an und Lieb', Zu jenem Leben Hoffnung gieb. 9. Ein selig Ende mir bescher', Zumjüngsten Tag erweck' mich, Herr, Daß ich dich schaue ewiglich: Amen! Amen! Erhöre mich! Hodenberg. Mel. Werde munter, mein Gemüthe. & Unsre mü- den Und des Lei= bes schläfrig zut, A= bend- ruh'; Abendlieder. 484. Hat des hel= len = Augen- li der Schließen sich jetzt mat- te Glie- der Grüßen schon die Mel. In dich hab' ich gehoffet. 6 G Denn die Finster= niß der Nacht BE Ta= ges Pracht In der See verde- cket Und die Ster= ne 2. Ach bedenk', eh' du gehst schlafen, Du, o meines Leibes Gast, Ob du den, der dich erschaffen, Heute nicht erzürnet hast; Thu', ach thu' bei Zeiten Buß', Geh' und falle ihm zu Fuß Und bitt' ihn, daß er aus Gnaden Dich der Strafe woll' entladen. 3. Sprich: Herr, dir ist unverHohlen, 421 tie= auf= ge= ste= cket. 4. Ach Herr, laß mich Gnad' erlangen, fen 485. Gieb mir nicht verdienten Lohn, Laß mich deine Hut umfangen, Sieh an deinen lieben Sohn, Der für mich genug gethan; Vater, nimm den Bürgen an: Dieser hat für mich erduldet, Was in Sünden ich verschuldet. od 5. Vater droben in der Höhe, Daß ich diesen Tag verbracht Dessen Nam' uns hehr und werth, Anders, als du mir befohlen, Dein Reich komm', dein Will' geschehe, Ja, ich habe nicht betracht't Unser Brod werd' uns beschert, Meines Amtes Ziel und Zweck, Und vergieb uns unsre Schuld, Habe gleichfalls deinen Weg Schenk' uns deine Gnad' und Huld, Sträflich, o mein Gott, verlassen, Laß uns nicht Versuchung tödten: Bin gefolgt der Weltlust Straßen. Hilf uns, Herr, aus allen Nöthen. Joh. Franck. €€ Für alle Gü te sei ge- preist, Gott, Va- ter, Sohn und 422 Zeiten- Lieder. heil'- ger Geist, Ihr bin ich zu ge= rin Dank, den Lob- ge- sang, Den ich dir kind- lich sin= ge. 2. Du nahmst dich meiner Herzlich an, Was ich vermag bis diesen Tag, Ist alles deine Güte. Hast Großes heut' an mir gethan, Mir mein Gebet gewähret, Hast väterlich mein Haus und mich Beschüßet und genähret. 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk, Der Geist, mit dem ich dein gedenk', Ein ruhiges Gemüthe; =- ge. Vernimm den 4. Sei auch nach deiner Lieb und Macht Mein Schutz und Schirm in dieser Nacht, Vergieb mir meine Sünden. Und kommt der Tod, Herr Zebaoth, So laß mich Gnade finden. Gellert. 486. Urspr. weltlich. 1698. Umbildung n. Kühnau. was zuvor ge= weint. 2. Nur du, mein Gott, wirkst sonder Rast, Du schläfst noch schlummerst nicht, Die Finsterniß ist dir verhaßt, Weil du bist selbst das Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich In dieser dunkeln Nacht, Und schenke du mir gnädiglich Den Schirm von deiner Wacht. Nun sich der Tag ge= ent= det hat, Die Son- ne 6 nicht mehr scheint, Schläft, was von Ar- beit müd' und matt Und 4. Zwar fühl' ich wohl der Sünde Schuld, Die mich bei dir verklagt, Doch hat mir deines Sohnes Huld Vergebung zugesagt. 5. Drauf thu' ich meine Augen zu Und schlafe fröhlich ein. Mein Gott wacht über meiner Ruh'; Wer wollte traurig sein? Abendlieder. 6. Soll diese Nacht die letzte sein In diesem Erdenthal: So führ' mich, Herr, zum Himmel ein, Zur auserwählten Zahl. Mel. Nun sich der Tag geendet. E 487. Nun bricht die fin- stre Nacht her- ein, Des Ta= ges # Glanz ist todt; Jedoch mein Herz, schlaf' noch nicht ein, Komm, sprich zuvor mit Gott. 2. O Gott, du großer Herr der Welt, Den niemand sehen kann, Du siehst auf mich vom Himmelszelt, Hör' auch mein Seufzen an. 423 7. Und also leb' und sterb' ich dir, Du starker Zebaoth: Im Tod und Leben hilfst du mir Aus aller Angst und Noth. Herzog. 3. Der Tag, den ich nunmehr vollbracht, War dein, vor allen dein, Drum sollt' er mir bis in die Nacht Vor allen heilig sein. 4. Doch ach, mich reizte heute noch Die Lust der blinden Welt, Noch trage ich das Sündenjoch, Das mich gefesselt hält. 5. Drum such' ich deinen Gnadenthron, Sich meine Schuld nicht an, Und laß durch deinen lieben Sohn Vergebung mich empfahn. 6. Erhalt' uns fernerhin dein Wort, Es sei uns helles Licht, Daß wir dir dienen immerfort In froher Zuversicht. 7. Jetzt aber such' ich meine Ruh', O Vater, steh' mir bei, Und gieb mir deinen Engel zu, Daß er mein Wächter sei. 8. Und endlich führe, wenn es Zeit, Mich in den Himmel ein, Da wird in deiner Herrlichkeit Mein Sabbath ewig sein. Neumann. 488. Mel. In dich hab' ich gehoffet. cj Mit meinem Gott geh' ich zur Ruh' Und thu' mein Aug' in 424 Zeiten- Lieder. Frie- den zu; Denn Gott im Himmels- thro== ne Hält treu- e Wacht bei Tag und Nacht, Auf daß ich sicher woh- ne. 2. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ, Gott heil'ger Geist, dein' Hülf' uns leiſt'! Der du allein mein Helfer bist: Laß mich kein Leid erfahren! Vor Sündenschuld mög' deine Huld Mich gnädiglich bewahren. 3. Laß deiner heil'gen Engel Schaar Sich um uns stellen immerdar, Daß alles Leid verschwinde. 監 Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 489. № E Schüß' uns vor Schmach und Sünde. 4. Herr, meinen Geist befehl' ich dir, Mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, Nimm mich in deine Hände! O wahrer Gott, aus aller Noth Hilf mir an meinem Ende! Rist. je er= wacht, dei- ne Nacht, Sink' ich einst in je nen Schlum- mer, Aus dem kei- ner Geh' ich aus der Welt voll Kum- mer, To= des ruh', in H } D, dann schlaf' ich an- ders ein, Weg aus die= ses Lebens Pein Wall' ich hin zu ten, Die, nun glück- lich, hier auch lit= ten. de= - rer Hüt Trauung. 2. Jeßt noch schlaf' ich, aufzuwachen Für die Tage dieser Zeit; Laß mich fertig stets mich machen, Vater, zu der Ewigkeit, Daß ich Wanderer dann sei, Leicht, bereit, von Bürden frei, Von den Lasten dieser Erde, Wenn ich nun unsterblich werde. qen Mel. Wie schön leuchtet. 6 FC Ehestand. 3. Gerne laß den Tag mich sehen, Der als Retter mir erscheint, Wenn mit unerhörtem Flehen, Wer mich liebet, um mich weint! Stärker als mein Freund im Schmerz Sei mein gottverlangend Herz; Voll von deines Namens Preisen, Laß mich ihn gen Himmel weisen. Klopstock. 9. Hausstands- Lieder. Trauung. Chestand. 490. Herr, der da sein wird, ist und war, Blick' an voll Gna- den Kein Heil er- blüht in dieser Zeit, Kein Lie- ben währt in dieses Paar, Das sich auf dich ver- bün- det! Ewig- keit, Wenn's dei- ne Hand nicht grün- det. 425 nest Und einst dort im Himmel nen= nest! Laß dies Bünd- niß Sein geschrie- ben bei den Lieben, die du fen 426 2. Fromm ist die Weisheit, feusch dein Geist, Der Seelen rührt und unterweist, Die Kindschaft zu erlangen. O halt auch diese Scelen keusch, Damit sie fern vom Weltgeräusch Das Heil in dir empfangen! Kindlich, gründlich Voll Vertrauen laß sie bauen ihre Hütte: Dich als Heilsgott in der Mitte! Hausstands- Lieder. Mel. Wie schön leuchtet. fc. 3. Ach gründe, Vater, selbst ihr Haus, Und führ' sie gnädig ein und aus An deiner Hand wie Kinder! Laß alle, die darinnen sind, Den Mann, die Mutter und daßkind, Gedeih'n als Ueberwinder, Die sich treulich Um dich reihen und gedeihen in dem Sohne Dir zum Lob vor seinem Throne! Knapp. 491. Von dir, du Gott der Ei- nig- keit, Ward einst der G= he Die hier vor dei- nem An- ge- sicht Be- reit stehn, dir den Vund ge- weiht: O weih' auch sie zum Se- gen, Schwur der Pflicht Und Ein- tracht ab- zu= le- gen! 11 E f ben, Treu die Pflicht der Chri- sten ü= ben. 2. Gott, der du sie verbunden hast, Mach' ihnen leicht des Lebens Last, Gieb, daß kein Gutes fehle; Den Eh'bund laß sie nie entweihn, Keusch laß sie, friedsam, zärtlich sein, Ein Herz und eine Seele! Immer laß sie, Dir ergeben, einig leben, einig Handeln, Fromm und heilig vor dir wandeln. Va- ter, Dir er= ge= ben, ei nig le- ben, treu sich lie= } Laß fie, 3. O segne sie, der gern beglückt Und Segen uns von oben schickt, Auf allen ihren Wegen! Laß ihr Geschlecht sich deiner freun, Gieb selbst zu ihrem Fleiß Gedeih'n, Und ihr Beruf sei Segen! Laß sie, Vater, Dir ergeben, glücklich leben, freudig sterben: So sind sie des Himmels Erben. Eschenburg. € 492. Mel. Was Gott thut, das ist.( NB. die legte Zeile im Choralbuch zweimal.) E Trauung. Ehestand. faj= ſen, las= ſen; Zwei Hände wol- len heute sich An heil'- ger Stät- te Sich hal- ten treu und in- nig- lich Und nim- mer- mehr sich = Doch fest- zu- ziehn ſolch' Lie= bes- band, Soll helfen ei= ne andre Hand, Soll Gottes Hand zum 427 Se auf die eu ern gen Sich 2. Zwei Zungen wollen heut' ein Wort, Ein heilig Ja sich geben; Das kurze Wort, o kling' es fort Durch's ganze lange Leben! Doch daß dies Ja gesegnet sei, Ertöne noch ein Ja dabei, Erschall' aus Gottes Munde Das Ja zu eurem Bunde! 3. Zwei Herzen brennen fröhlich heut' In einer Liebe Flammen Und halten fest in Leid und Freud' Von heute an zuſammen; Doch daß da bleibe Herz an Herz, So haltet fleißig himmelwärts Zum Vaterherzen droben Die eurigen erhoben! 4. Zwei Namen wollen heute gern In einen sich verschlingen, Den ihren will dem Eheherrn Die Braut zum Opfer bringen; le= gen! Doch soll der Bund geſegnet sein, So klinge noch ein Name drein, So kling' in Gottes Namen Zu eurem Ja das Amen! 5. Zwei Häuser blicken lieb und traut Auf's neugeschmückte dritte; Der Eltern Segen hat's gebaut Den Liebenden zur Hütte; Wie glänzt das Hüttchen schmuck und neu! Doch daß da gut zu wohnen sei, Laßt fleißig euch die Glocken Zum Hause Gottes locken! 6. So zieht zu Zwei'n in's Gotteshaus, Die Freunde zum Geleite! So kommt vereint vom Herrn heraus, Er selbst an eurer Seite! Zieht fröhlich ein zur eignen Thür, Bleibt eins in Liebe für und für, Und Gott in eurer Mitte Sei selbst int Bund der Dritte! Gerok. 428 Mel. Wie schön leuchtet. Hausstands- Lieder. 493. Wie schön ist's doch, Herr Jesu Christ, Jm Stande, da dein Wie steigt und neigt sich deine Gab' Und al- les Gut so Segen ist, Jm Stan- de heil'- ger mild her- ab Aus dei- ner heil'- gen ben Sich ein an der hin- ge = H an dich Flei- ßig hal- ten Jung' und Al- ten, die für's Le2. Wenn Mann und Weib sich wohl verstehn Und unverrückt zusammengehn Im Bunde reiner Treue, Da geht das Glück in vollem Lauf, Da sieht man, wie der Engel Hauf' Jm Himmel selbst sich freue. Kein Sturm, kein Wurm Kann zerschlagen, kann zernagen, was Gott giebet Dem Paat, das in ihm sich liebet. 3. Der Mann wird einem Baume gleich, &= he! Höhe, An Aesten schön, an Zweigen reich; Das Weib gleicht einer Reben, Die ihre Trauben trägt und nährt Und sich je mehr und mehr vermehrt Mit Früchten, die da leben. Wohl dir, o Zier, Manneswonne, Hausessonne, Ehrenkrone! Gott denkt dein auf seinem Throne. Wenn sich ge== ben. 4. Sei gutes Muths! nicht Menschenhand Hat aufgerichtet solchen Stand: Es ist ein höh'rer Vater; Der hat uns je und je geliebt Und bleibt, wenn unsre Sorg' uns trübt, Der beste Freund und Rather. Anfang, Ausgang Aller Sachen, die zu machen wir di gedenken, Wird er wohl und weislich lenken. 5. Zwar bleibt's nicht aus, es kommt ja wohl Ein Stündlein, da man leidensvoll Die Thränen lässet fließen; Doch wer sich still und in Geduld Ergiebt, des Leid wird Gottes Huld In großen Freuden schließen. Zage, trage Nur ein wenig: unser Herrscher wird behende Machen, daß die Angst sich wende. Trauung. 6. Wohl denn, mein König, nah' herzu! GiebRath im Kreuz, in Nöthen Ruh', In Aengsten Trost und Freude. Deß sollst du haben Ruhm und Preis: be Ehestand. Wir wollen singen bester Weis', Und danken alle beide, Bis wir bei dir, Deinen Willen zu erfüllen, deinen Namen Ewig loben werden. Amen. Paul Gerhardt. 494. 429 C. Reinthaler. 1861. = O se lig Haus, wo man dich auf- ge= nom- men, Du Wo un- ter al= len Gästen, die da kom- men, Du Ha wah- rer See- len- freund, Herr Jesu Christ der ge= fei= ert= ste unb lieb- ste bist; Wo al= ler Her- zen dir entgegen schlagen, Und Im Glaubensgrunde anders iſt gefinnt; al= ler Au- gen freu- dig auf dich sehn; Wo al= ler Lip- pen dein Ge- bot er= fra- gen, Und al- le dei nes = Winks gewärtig stehn. 2. O selig Haus, wo Mann Wo beide unzertrennbar an dir und Weib in einer, In deiner Liebe eines Geistes sind, Als beide eines Heils gewürdigt, feiner hangen In Lieb' und Leid, Gemach und Ungemach, Und nur bei dir zu bleiben stets verlangen An jedem guten, wie am bösen Tag! Hausstands- Lieder. 3. O selig Haus, wo man die Als deine Diener, deine Hausgenossen, lieben Kleinen dif Mit Händen des Gebets an's Herz dir legt, In Demuth willig und in Liebe frei Du Freund der Kinder, der sie als die Seinen Das Ihre schaffen, froh und unverdrossen, In kleinen Dingen zeigen große Treu'. 430 Mit mehr als Mutterliebe hegt und pflegt; Wo sie zu deinen Füßen gern sich sammeln Und horchen deiner süßen Nede zu Und lernen früh dein Lob mit Freuden stammeln, Sich deiner freun, du lieber Heiland, du! 4. O selig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen, Und wissen, wessen Augen auf sie sehn, Bei allem Werk in einem Eifer brennen, Daß es nach deinem Willen mag geschehn; Mel. Werde munter, mein Gemüthe. E 5. O selig Haus, wo du die Wo man bei keiner Freude dein Freude theilest, vergißt! O selig Haus, wo du die Wunden heilest Und aller Arzt und aller Tröster bist, Bis jeder einst sein Tagewerk vollendet, Und bis sie endlich alle ziehen aus, Dahin, woher der Vater dich ge= sendet, In's große, freie, schöne Vaterhaus! Spitta. Erziehung. 495. Sor- ge, Herr, für unsre Kinder, Sorge für ihr Sind sie gleich vor dir auch Sün- der, Ha- ben sie an wahres Heil Sie find in der dir doch Theil. Tau- se schon dir ge= weiht und deinem Sohn, Dar- um lei= te Erziehung. dei ne Gnade Sie auf 2. Der du sie bisher erhalten Bei so manchem Unglücksfall, Wollest über sie nun walten Immerdar und überall. Bricht Gefahr für sie herein, Wollst du ihr Beschützer sein; Wenn in Noth sie zu dir flehen, Laß sie deine Hülfe sehen. 3. Dringt auf sie von allen Seiten Der Verführer Schaar heran, Laß doch ihren Fuß nicht gleiten, Halte sie auf rechter Bahn. Regt in ihrer eignen Brust Sich mit Macht die böse Lust, Gieb dann, daß sie muthig kämpfen Und den Reiz der Sünde dämpfen. Mel. Aus tiefer Noth. fe 431 ihrem Lebens- pfa- de. 4. Herr, erhalte deinem Reiche Unsre Kinder stets getreu; O daß keines von dir weiche Und dereinst verloren sei! Immer geh' ihr frommer Sinn Und ihr Streben darauf hin, Christo ganz sich zu ergeben Und zur Ehre dir zu leben. 496. 1 = Ach Gott, laß dir be fohlen sein Jetzt und zu al= len All' un= sre Kin- der groß und klein, Hilf sie zum Gu- ten 5. Gönne mir die Himmelsfreude, Daß ich einst am jüngsten Tag Nach so manchem Kampf und Leide Mit Frohlocken sprechen mag: Liebster Vater, siehe hier Meine Kinder all' mit mir; Ihrer keines ist verloren, Alle sind aus dir geboren. Schlosser. Knapp. hüt', Dein' Gnade sie regiere; Dein guter Geist leit' ihr Gemüth, Zeiten} Gar bald die Ju- gend wird verführt, Wohl auch das lei= ten! E Al= ter sich ver- irrt; Drum hilf uns al= len bei= den! 2. Dein' Vatertreu' sie mir be- Daß niemand sie verführe. Wir bringen sie, o Herr, dir dar, Daß sie dein starker Arm bewahr', Kein Unheil sie berühre. 432 3. Und weil man dir, Herr, dienen soll Allhier in allen Ständen, So mach' sie deiner Weisheit voll Und laß sie Wege finden, Zu dienen dir in der Gemein'; Laß alle dir zur Ehre sein, Bis sie den Lauf vollenden. Mel. Allein Gott in der Höh'. 16 e 6: All' al= len ord= net Vaterland. Or= wor= 10. Vaterland. nessen. 4. Dir, o mein Gott, erzieh' ich sie, In deiner Furcht und Treue; Schaff', daß nicht Arbeit, Sorg' und Müh' In's fünft'ge mich gereue, Daß ich vielmehr in Ewigkeit Mich meiner Kinder Seligkeit Vor deinem Thron erfreue. Wegelin. 497. € Gott voll Macht und Wun- der- that! Es Obrig- keit aus wei- sem Rath Von ten den. 11 2. Laß unter ihrer Hand und Wacht Uns Heil und Wohlfahrt spüren, Daß wir durch deine Lieb' und anlad Macht ist an dir verObrigkeit, Die du uns gabst für diese Zeit, Mit € Segen, Heil und Gna= de! Drum krö= ne, Herr, die £ Ein stilles Leben führen In Züchten und Gerechtigkeit Und Gutes üben allezeit Nach rechter Christenweiſe. di 3. Du wollest selbst ihr deinen Schutz, Kraft, Ehr' und Ansehn gönnen, Daß weder Bosheit, List noch Truß Jhr jemals schaden können; Halt selber aufrecht dein Gebot, Und wer sie ehrt, dem laß, o Gott, Es wohlgehn hier auf Erden! 4. Verleih dabei das große Gut, Daß wir durch ihr Regieren Mit Ehrfurcht, Lieb' und sanftem Muth Mel. Allein Gott in der Höh'. e & Vaterland. an= ge um er 11 11 Herr, der du vor- mals haft dein Land Mit Gna- den Und wenn du Stra- fen ihm ge- sandt, Es wie- der게 HE bli= cfet, qui = det, 498. = Selbst deine Herrschaft spüren. Gieb du ihr Weisheit und Geduld, Daß sie durch Recht, Gericht und Huld An deiner Statt uns leite. vä- ter- lich ver 2. Willst du, o Vater, uns denn nicht 433 Und hilf vor allen Dingen, 5. Laß uns dein Volk und Erbe sein Daß Haupt und Glieder dir gedeihn, Dir Lob und Ehre bringen. Ja, führe Herrn und Knecht zugleich Dereinst in dein verklärtes Reich, Um ewig dir zu dienen. ( Knapp's Fiederschak.) Mis se that, Die al= les Volk be= gangen hat, Uns = : Nun einmal wieder laben? Und sollen wir an deinem Licht Nicht wieder Freude haben? Ach geuß aus deines Himmels Haus Herr, deine Güt' und Segen aus Auf uns und unsre Häuser! zie= hen: Der du die Sünd' ind 3. Ach, daß ich hören sollt' das Wort Erschallen bald auf Erden: Daß Friede sollt' an jedem Ort, Wo Christen wohnen, werden! Ach, daß uns doch Gott sagte zu Des Krieges Schluß, der Waffen Ruh' Und alles Unglücks Ende 28 434 4. Ach, wandelte die böse Zeit Sich um zu guten Tagen, Damit wir in dem großen Leid Nicht möchten ganz verzagen! Doch ist ja Gottes Hülfe nah, Und seine Gnade stehet da All denen, die ihn fürchten. 5. Wenn wir nur fromm sind, wird sich Gott Schon wieder zu uns wenden, Den Krieg und alle andre Noth Nach Wunsch und also enden, Mel. Wachet auf, ruft uns. 圈 泰 Großer Gott der Wir er he= ben = Vaterland. fund ge- than, Woh- nung an; fort und fort Daß seine Ehr' in unserm Land Und allenthalben werd' erkannt, Ja, stetig bei uns wohne! 6. Die Güt' und Treue werden schön Einander wieder grüßen; Das Recht wird durch die Lande gehn Und Frieden wir genießen; Die Treue wird mit Lust und Freud' Auf Erden blühn; Gerechtigkeit Wird von dem Himmel schauen. Paul Gerhardt. 499. herr- lich Offen= ba= ren Völ- ker, daß ſie Hee- res schaa= ren, Der durch dein deinen Namen, Du riefft die = Dein fa- men, Und Wesen du uns wie- sest ihnen Du star- ker, treu- er Hort, Er- ziehst fie Mit Er- bar- men, Du mächt'- ger Held, Regierst die Welt Geheim- niß- voll vom Him- mels- zelt. Vaterland. 2. Deine Hand mit Vaterwalten Hast du auch über uns gehalten Und uns gezeigt des Lebens Bahn; Wie die Väter du gesegnet, Bist huldreich du auch uns begegnet, Hast Großes unserm Volk gethan: Der Widersacher Macht Hast du zu Fall gebracht, Hast geschlungen Der Einheit Band Um unser Land, Des Friedens Segen uns gesandt. Laß ernst und licht Dein Angesicht Uns leuchten, daß wir irren nicht. 4. Ohne dich kann nichts gedeihen: Du mußt die Völker segnend weihen, Wenn ihre Wohlfahrt soll bestehn; Aller Ruhm und alle Ehre, Der Menschen Kunst und Kraft und Wehre 3. Dafür wollen wir dich preisen 6. Segne du mit langem Leben Den Kaiser, den du uns gegeben, Bewahr' ihn und sein ganzes Haus. Fördre seiner Hände Werke In neuen, frohen Dankesweisen, Dein sei die Ehre ganz allein. Wir sind nicht werth deiner Gnaden, Mit alter Schuld gar schwer beladen, Von immer neuer Schuld nicht rein. In Demuth bringen dir Als unserm König wir Unire Opfer: Muß ohne dich wie Rauch vergehn. In dir allein ist Heil! Du bist das beste Theil, Du alleine! Nur deine Hand Kann unser Land Mit Segen krönen unverwandt. 435 5. O so komm in uns zu wohnen! Dein heilig Richten, gnädig Schonen Walt' über uns alltäglich neu. Laß dein Reich du zu uns kommen, Beschirm' die Freien und die From= men Und pflanz' Gerechtigkeit und Treu'. Entsünd'ge unsern Sinn Und ziehe zu dir hin Unsre Herzen; Als beste Wehr Die Liebe mehr', Daß sie des Bösen Macht verzehr'. Und salbe ihn mit Kraft und Stärke, Daß Freudigkeit ihm nie geh' aus. Die Fürsten im Verein, Der Städt' und Stämme Reih'n, Haupt wie Glieder Befehlen wir Fürbittend dir, Daß sie dein Geist allzeit regier'. 7. Knüpfe du der Eintracht Bande Um alle Völker, alle Lande, Und wehre du dem bösen Streit. Laß sie suchen deinen Frieden Und gläubig aufwärts schaun hienieden Zu deinem Reich der Ewigkeit, Das uns dein Sohn enthüllt, Wo sich dein Rath erfüllt Uns zum Heile, Das ewig steht In Majestät, Wenn alles Irdische vergeht. Thikötter. 28* 436 Mel. Nun danfet alle Gott. e Gnaden, la= den, Herr Gott, dich lo= ben wir Für deine großen Daß du das Vaterland Von Krie- ges- last entVaterland. 500. Zier; Drum jauchzet al- les Volk: Herr Gott, dich lo- ben wir! Es hat die Vaterhand Uns deine Gnadenthür' Jetzt wieder aufgethan: Herr Gott, wir danken dir! Daß du unz bli- cken läßt Des goldnen Friedens 2. Herr Gott, dich loben wir, Die wir in bangen Tagen Der Waffen schweres Joch Und wilden Grimm ertragen; Jetzt rühmet unser Mund Mit herzlicher Begier: Gottlob, wir sind in Ruh'! Herr Gott, wir danken dir! 26 3. Herr Gott, dich loben wir, Daß du uns zwar gestrafet, Jedoch in deinem Zorn Nicht gar hast weggeraffet! Mel. Nun danfet alle Gott. 圈 Hän- den, En- den, Nun dan- fet al= le Der große Din- ge 4. Herr Gott, wir danken dir, Und bitten, du wollst geben, Daß wir auch künftig stets In guter Ruhe leben. Krön' uns mit deinem Gut, Erfülle für und für O Vater, unsern Wunsch: Herr Gott, wir danken dir! 501. Joh. Franck. Gott Mit Her- zen, Mund und thut Hier und an al= len E Der mäch- tig uns er hält, Mit sei- ner star- fen = 2. Nach blut'gem Kampfe woll' Der Herr uns Ruhe geben. Er lasse unser Volk In stetem Frieden leben; In Fried' und Einigkeit, Daß seine Gnad' und Treu' Das ganze Land umfah)', Sein Segen mit uns sei. Mel. Wie schön leuchtet. 圈 Hand In Krieg und in Gefahr Be- schützt das Va- ter- land. 2372 3. Dir, Gott, dir und nicht uns, Sei Ehr' und Preis gegeben! Im Siege laff' uns, Herr, Nur deine Huld erheben. Vor deines Mundes Hauch Der Feinde Schaar zerstob; Der Friede ist dein Werk! Dir, Herr, sei Dank und Lob! ( Bremen 1871.) Vaterland. E 502. f= Halle- lu- jah Gott un- sermHerrn! Heil Je- su, un- serm Noch stam- meln wir in dieser Zeit Dein Lob; einst in der Mor- gen- stern, Und seinem großen Na- men! Ewigkeit Er- schallt das große A= men! 437 Fro- her Ju- bel, Laute Freude schal- let heu- te; Lob und Ehre Tö- nen heut' durch tau send Chö- re! 2. Den Tag, o Herr, hast du Auf dein allmächtig Werde! Ehre, Ehre gemacht; Erseufzt nach langer, langer Nacht, Erschien er unsrer Erde. Jhm riefest du mit Majestät, Und sieh, die Friedenspalme weht Sei dem Vater, sei dem Sohne, sei dem Geiste: Gott bleibt ewig der Getreuste! 438 3. Viel tausend Thränen fließen 4. Hallelujah Gott unserm Herrn! Heil Jesu, unserm Morgenstern, Der uns so hoch gesegnet! Wir bringen, Herrscher, Preis und Ruhm Vaterland. schon, Erhabner Gott, vor deinem Thron, Voll Dank's und hoher Wonne! Wir schrien zu dir aus großer Noth, Da rissest du uns aus dem Tod, Nun glänzt die Friedenssonne. Friede, Friede, d Goldner Friede sei willkommen, sei gegrüßet, Dir jetzt in deinem Heiligthum, Daß uns dein Heil begegnet! Ewig, Vater, Sei erhoben, hier und droben! deinem Namen Daß dein Freudenquell nun fließet! Sei Anbetung! Amen! Amen! 2. I. Maier. Verzeichniß der Verfasser und Bearbeiter der Lieder.. Vorbemerkung. Die eingeklammerten Zahlen bezeichnen Lieder, die von dem genannten Dichter nur überarbeitet sind. Ein? steht bei zweifelhaften Angaben. Bei einigen Verfassern war das Geburts- oder Todesjahr nicht zu ermitteln. Aemilia Juliana, Gräfin von Schwarzburg- Rudolſtadt, 1637 -1706. Nr. 10. 288. Agricola, Johann, 1492-1566. Nr. 307? Albert,( Alberti), Heinrich, 1604 -1651. Nr. 465. Albinus, Joh. Georg, 16241659. Nr. 434. Albrecht der jüngere, Markgraf zu Brandenburg- Culmbach, 1522 -1557. Nr. 47? Altenburg, Michael, 1584-1640. Nr. 218. Angelus Silesius, s. Scheffler. Anna, Gräfin von Stolberg, um 1600. Nr. 415? 1 16 - -- Anna Sophia, Landgräfin von Hessen, 1633-1683.- Nr. 283. Anton Ulrich von Braunschweig, 1633-1714. Nr. 304. - Arends, Wilh. Erasmus, † 1721. Nr. 350. Arndt, Ernst Morib, 1769-1860. Nr. 91. 186. 435. Arndt, Johann, 1555-1621.- Nr. 174. 357. Arnold, Gottfried, 1665( 1666) -1714. Nr. 215. Aschenfeld, Christian Karl JuNr. 137. lius, 1792-1856. 196. 1082 Bahnmaier, Jonathan Friedrich, Nr. 229. 1774-1841. Bähr, Christian August, 17951846.- Nr. 237. 322. 436. Becker, Cornelius, 1561-1604. Nr. 59. - Betichius, Johann, um 1700.- Nr. 475. - Bickel, Joh. Daniel Karl, 1727 -1809. Nr. 227.2 Bienemann, Caspar, 1540-1591. - Nr. 372. 1 - v. Birken, Siegmund, 16261681. Nr. 194. 1 v. Bogazky, Karl Heinrich, 1690 Nr. 170. -1774. # 0 Böhmer, Justus Henning, 1674 -1749. Nr. 119. Breithaupt, Joachim Justus, 1658-1732. Nr. 316? Bruhn, David, 1727-1782. Nr. 162. 281. 386. L 440 Verfasser und Bearbeiter der Lieder. Buchner, August, 1591-1661. Fink, Gottfried Wilhelm, 17831846. Nr. 450. Nr. 463. Bürde, Samuel Gottlieb, 17531831. Nr. 165. 278. Burmeister, Franz Joachim, † 1688. Nr. 409. 13. Busch, Peter, 1682-1744.- Nr. 313. 3. Calisius, Johann Heinrich, 1633 -1703. Nr. 276. Clausnizer, Tobias, 1618( 1619) -1684. Nr. 245. Cramer, Johann Andreas, 1723 -1788. Nr. 14. 22. 23. - 26. 34. 37. 113. 293, 294. 349. 455. Crasfelius, Bartholomäus, gegen an1700. Nr. 19. - Dach, Simon, 1605-1659.- Nr. 424. Decius, Nicolaus,+ 1541. Nr. 15. 107. Denicke, David, 1603-1680.- Nr. 209. 246. 295. v. Derschau, Bernhard, 15911639. Nr. 284. - 44 Deßler, Wolfg. Cristoph, 1660 --1722. Nr. 201. Diterich, Joh. Samuel, 17211797. Nr. 51. 99. 133. 344. 359.( 371). 432. 443. Döring, Karl August, 1783-1844. Nr. 139. 146. 154. 157. 205. Eber, Paul, 1511- 1569. Nr. 52. - Edeling, Christian Ludwig, † 1742. Nr. 345. - - 882 Engstfeld, Peter Friedrich, 1793 -1848. Nr. 321. Eschenburg, Johann Joachim, 1748-1820. Nr. 301. 302. 491. Feldhoff, Friedrich August, 1800 --1844. Nr. 150. - Fischer, Christoph, geb. 1544, † um 1600. Nr. 95. Flemming( Fleming), Paul, 1609 -1640. Nr. 40. Förster, Chriſtian Friedrich. Nr. 89. Franck, Johann, 1618-1677.Nr. 85. 187. 280. 484. 500. France, August Hermann, 1663 -1727. Nr. 58. Freylinghausen, Joh. Anaſtaſius, - Nr. 191. - 1670 1739. 206. 367. 1720. Freistein, Joh. Burkhard, † um Nr. 394. Funk, Gottfried Benedict, 1734 -1814. Nr. 116. 298. - - Garve, Karl Bernhard, 17631841.-Nr. 31. 117. 131. 163. 164. 210. 243. 318. 452. - Gedicke, Lampertus, 1683-1735. Nr. 333. - Gellert, Christian Fürchtegott, 1715-1769. Nr. 12. 20. 25. 30. 33. 60. 63. 76. 138. 272. 292. 351. 364. 382. 388. 391. 416. 420. 441. 461. 467. 478. 485. Gerhard, Karl Theodor, 17731840. Nr. 476. Gerhardt, Paul( Paulus), 1607 ( 1606)-1676. Nr. 11. 17. 21. 32. 35. 46. 54. 56. 57. 67. 72. 73. 83. 88. 98. 100. 105. 159. 166. 202. 412. 438. 449. 462. 464. 479. 493. 498. Gerok, Karl, geb. 1815.-Nr. 492. v. Gersdorf, Henriette Catharine, 1648-1726. Nr. 62. Gesenius, Justus, 1601-1671. ( 1673). Nr. 126. - Gottermann, Joh. Christian Hermann, geb. 1768,+?- Nr. 228. Gotter, Ludwig Andreas, 1661 1735. Nr. 400. - Göz, Christian Gottlieb, 17461803. Nr. 122. - Verfasser und Bearbeiter der Lieder. Graf( Graaf), Simon, 16031659. Nr. 428. Gramann( Graumann), Johann, 1487-1541. Nr. 13. Greding, Johann Ernst, 16761748. Nr. 102. 1945 Grosser, Samuel, 1664-1736. Nr. 226. 1 Günther, Cyriacus, 1650-1704. Nr. 177. Gustav Adolf, König v. Schweden, 1594-1632. Nr. 218? Hammerschmidt, Wilhelm. Nr. 355. v. Hardenberg, Friedrich, s. Novalis. Haslocher( Haßlocher), Joh. Adam, 1645-1726. Nr. 242. Heeren, Heinrich Erhard, 1728 -1811. Nr. 250. Heermann, Johann, 1585-1647. Nr. 65. 97. 118. 203. 212. 311. 330. 347. 365. Held, Heinrich, † 1643. Nr. 169. - - - - Helmbold, Ludwig, 1532-1598. Nr. 53. - Hermann, Joh. Gottfried, 1707 -1791. Nr. 49. Hermann, Nicolaus, 1480-1561. Nr. 477. Nr. 431. Hermes, Joh. Timotheus, 1738 1821. Herrnschmidt, Johann Daniel, 1675-1723. Nr. 7. Herzog( Herzog), Johann, 1647 -1699. Nr. 486. - 441 Hesekiel, Christian Friedrich, 1794 -1840. Nr. 354. Hesse, Johann, 1490-1547. Nr. 406. - Heydenreich, August Ludwig Christian, 1773-1858. Nr. 253. 442. Hiller, Philipp Friedrich, 16991769. Nr. 81.( 174). 190. 277. 297. 309. 315. 358. 411. Hinkelmann, Abraham, 16521695. Nr. 16. v. Hodenberg, Bodo, um 1604 -1650. Nr. 483. - - Hoffmann, Gottfried, 1658-- 1712. Nr. 158. Homburg, Ernst Christoph, 1605 Nr. 70. 141. 1681. Huberich, Jeremias.- Nr. 340. Kannegießer, Karl Ludwig, 1781 -1861. Nr. 18. Keimann( Keymann), Christian, 1607-1662. Nr. 181. Kleiner, Gottfried, um 1750. Nr. 192. 1 - - Klopstock, Friedrich Gottlieb, 1724 -1803. Nr. 247. 282. 291. 324. 396. 401. 417. 419. 422. 423. 427. 468. 489. Knapp, Albert, 1796-1864. Nr. 80.( 200). 223.( 365). 384. 490. Knorr v. Rosenroth, Christian, 1636-1689. Nr. 470. Köhler, Johann Georg Friedrich, 1788-1855. Nr. 125. Kohlros, Johann, um 1550. Nr. 331? Kramer, Mauritius, 1646-1702. Nr. 29. - - Krause, Jonathan, geb. 1701, † nach 1741. Nr. 352. Krummacher, Friedrich Atolf, 442 Verfasser und Bearbeiter der Lieder. Nr. 64. 79. 0151 1767-1845. 240. 258. 460. Kunth, Joh. Siegmund, 17001779. Nr. 430. Küster, Elieser Gottlieb, um 1780. Nr. 268. - sollic Lampe, Friedrich Adolf, 16831723. Nr. 377. Langbecker, Christian Emanuel Gottlieb, 1792- 1843. Nr. 265. - Lange, Ernst, 1650-1727. Nr. 392. Lange, Joachim, 1670-1744. Nr. 474. Lappenberg, Samuel Christian, 1720-1788. Nr. 6. - - Laurenti, Laurentius, 16601722. Nr. 132. hissdud 1801. Lavater, Joh. Caspar, 1741- Nr. 41. 123. 176. 244. 279. 290, 299. 360. 435. v. Lehr, S. Nr. 269. Liebich, Ehrenfried, 1713-1780. Nr. 27. 50. 115. 161. 376. Liscow, Salomo, 1640-1689. Nr. 327. 342. - - -- - v. Löwenstern, Matthäus Apelles, 1594-1648. Nr. 451. Luise Henriette von Brandenburg, 1627-1667.- Nr. 135. 296. - Luther, Martin, 1483-1546. Nr.( 3). 45. 92. 134. 152. 167. 216. 220. 232. Maier, Johann Jacob, 17961825. Nr. 502. - Maria Elisabeth, Markgräfin von Brandenburg- Culmbach, 1628-1666. Nr. 356. Matthesius, Johann, 15041565. Nr. 472. Maukisch, Johann, 1617-1669. Nr. 153. 393.sp Meisser, Leonhard, geb. 1803.- Nr. 172. Meister, Christoph Georg Ludwig, 1738-1811.- Nr. 103. 112. 454.( 070) 1870 Menken, Gottfried, 1768-1831. Nr. 334. Menzer, Johann, 1658-1734. Nr. 8. amidsvo v. Meyer, Joh. Friedrich, 1772 -1849. Nr. 239. 326. Meyfart, Joh. Matthäus, 1590 -1642. Nr. 426. 11 Möller( Moller), Martin, 1547 -1606. Nr. 339. Mudre, Joh. Friedrich, 17361810. Nr. 86. Münter, Balthasar, 1735-1793. - Nr. 24. 90. 225. 271. 305. 312. 337. 459. Nachtenhöfer, Nathanael Friedrich, 1624-1685. Nr. 75. Neander, Christian Friedrich, 1723-1802. Nr. 155. 328. 336. 421. 445. 469. 480. Neander, Joachim, 1650-1680. Nr. 2. 264. 413. Neumann, Caspar, 1648-1715. Nr. 144. 248. 471. 487. Neumark, Georg, 1621-1681.- Nr. 38. Neumeister, Erdmann, 16711756. Nr. 208. 211. 414. Neunherz, Johann, 1653-1737. Nr. 127. Nicolai, Philipp, 1556-1608. Nr. 188. 200. Niemeyer, August Hermann, 1754-1828. Nr. 74. 254. - 389. Novalis( Friedrich von Harden berg), 1772-1801.- Nr. 106. 124. 180. Olearius, Johann, 1611-1684. Nr. 5. 43. 104. 233. Verfasser und Bearbeiter der Lieder. Paulmann, Joh. Ludwig, um 1790. Nr. 390. Pfeffel, Gottlieb Conrad, 17361809. Nr. 1. Prätorius, Benjamin, um 1660. Nr. 348. - Puchta, Christian Rudolph Heinrich, 1808-1858. Nr. 151. 453. Rambach, Johann Jacob, 1693 -1735. Nr. 28. 142. 185. 197. 263. 274. 375. 398. Reche, Johann Wilhelm, Nr. 361. Reimann, Georg, † 1615. Nr. 121. - - Richter, Christian Friedrich, 1676 Nr. 363. 378. 379. 1711. 380. - Rinckhart, Martin, 1586-1649. Nr. 9. - Ringwaldt, Bartholomäus, 1530 1598. Nr. 273. Rist, Johann, 1607-1667. Nr. 71. 370. 418. 447. 481. 488. Rodigast, Samuel, 1649-1708. Nr. 55. Rothe, Johann Andreas, 16881758. Nr. 204. Rückert, Friedrich, 1788-1866. Nr. 69. - Sacer, Gottfried Wilhelm, 1635 -1699. Nr. 143. 437. Sachs, Hans, 1494-1576.- Nr. 39. 443 Sack, Friedrich Ferdinand Adolf, 1788-1842. Nr. 275. Sachse, Christian Friedrich Heinrich, 1785-1860.- Nr. 231. 407. 425. - Schade, Johann Caspar, 1666Nr. 369. 1698. -- Schalling, Martin, 1532-1608. Nr. 385. Scheffler, Johann,( Angelus SiNr. 94? lefius), 1624-1677. 184. 189. 195. 373. - - Schenk, Hartmann, 1634-1681. Nr. 255. Schiebeler, Daniel, 1741-1771. Nr. 78. Schirmer, Michael, 1606-1673. Nr. 68. 160. - Schlegel, Joh. Adolf, 17211793. Nr. 44. 87. 440. Schlosser, Ludwig Heinrich, 1663 -1723. Nr. 495. 14 Schmidt, Johann Eusebius, 1669 -1745. Nr. 236. 325. 456. Schmolck, Benjamin, 1672-1737. Nr. 128. 129. 148. 241. 249. 257. 338. 343. 353. 371. 408. 429. 439. 444. 457. Schneesing, Johann, † 1567.- Nr. 183. - Schröder, Johann Heinrich, 1666 -1699. Nr. 178. - Schubart, Christian Heinrich Daniel, 1739-1791.- Nr. 96. 319. Schük, Johann Jacob, 16401690. Nr. 4. - Selnecker, Nicolaus, 1535-1592. Nr. 230. 252. Spitta, Karl Philipp, 18011859. Nr. 173. 182. 193. 214. 217. 234. 260. 323. 335. 381. 403. 404. 494. Stegmann, Josua, 1558-1632. Nr. 179. Steuerlein, Johann, 15431613. Nr. 446. 444 Stübner, Conrad Gebhard, um 1730. Nr. 310. - Verfasser und Bearbeiter der Lieder. Sturm, Christoph Christian, 1740 -1786. Nr. 36. 156. 199. 251. 314. Taddel, Ludwig, 1706-1775.- Nr. 136. Tapp, Jacob, um 1620. ( Nr. 446). - Tersteegen, Gerhard, 16971769. Nr. 42. 48. 346. 482. Thikötter, Julius, geb. 1832. Nr. 499. Thilo, Valentin, 1607--1662. Nr. 66. - Tieke, Christoph, 1641-1703.- Nr. 61. 300. 308. - Tode, Heinrich Julius, 1733 1797. Nr. 93. 108. Tscherning, Andreas, 16111659. Nr. 329. Ulich, J. M.- Nr. 221. Voget, Karl Octavius.- Nr. 171. - Wegelin, Josua, 1604-1640.- Nr. 145. 496. Weingärtner, Siegmund, um 1610. Nr. 332. Weissel, Georg, 1590-1635. Nr. 77. Werner, Georg, 1607-1671. Nr. 84. 110. - Wiesenmeyer, Burkhard. Nr. 466. Wilhelm II., Herzog v. SachsenWeimar, 1598-1662. Nr. 219. Winkler, Joh. Joseph, 16701722. Nr. 395. Wolf, Salomo. Nr. 306. Woltersdorf, Ernst Gottlieb, 1725-1761. Nr. 383. Zimmermann, Joh. Christian, 1702-1783. Nr. 399. v. Zinzendorf, Nicolaus Ludwig, 1700-1760.- Nr. 109. 214. 374. ESC - - - G Register der Lieder. Nr. Ach bleib' mit deiner Gnade. 179 Ach Gott, dir muß ich's flagen 356 Ach Gott, laß dir befohlen sein 496 Ach Jesus lebt in mir..... 288 Ach wann werd' ich von der 305 Alle Menschen müssen sterben 434 Allein an dir mein Gott.. 294 Allein Gott in der Höh' sei Ehr' 15 Allein zu dir, Herr Jesu Christ 183 Alles ist an Gottes Segen. 331 Alles ist euer, o Worte des. 319 Allmächtiger ich hebe...... 469 Am Grabe stehn wir stille.. 404 Amen, deines Grabes Friede 131 An dir allein, an dir hab' ich 292 Anbetungswürd'ger Gott... Auf, auf, ihr Reichsgenojien 71 Auf, auf, mein Geist, betrachte 345 Auf Christi Himmelfahrt allein 145 Auf empor, mit Adlers Flügeln 321 Auf Gott und nicht auf meinen 60 Auf ihr Streiter, durchgedr. 397 Auf meinen lieben Gott.... 332 Auferstanden, auferstanden ist 123 Auferstehn, ja auferstehn.... 419 Nr. Aus den Tiefen ruf' ich Armer 297 Aus einem tief vor dir gebeugten 293 Aus irdischem Getümmel... 196 Aus meines Herzens Grunde 472 Aus tiefer Noth schrei' ich zu 45 Befiehl du deine Wege..... 54 Bei dir Jesu will ich bleiben 214 Bete nur, betrübtes Herz... 352 Betet an, ihr Menschen, bringet 23 Bis hieher hat mich Gott.. 10 Bis hieher ist's gelungen... 437 Bleib' ja bei mir mein Gott 233 Bleib' Jesu, bleib' bei mir... 414 Bleibe, es will Abend werden 137 Bleibt bei dem, der euretwillen 182 Brich an, du schönes...... 473 Brich heller Morgenstern herein 89 Bringt frohen Dank und... 82 Bringt Preis und Ruhm dem 133 Christ, alles was dich fränket 336 Christ ist erstanden von der. 120 Christ lag in Todesbanden. 134 Christe, du Lamm Gottes.. 289 Christus, der ist mein Leben 415 446 Register der Lieder. Nr. Danket dem Herren für.... 18 Das alte Jahr vergangen ist 446 Das Aug' empor, das Knie 150 Das Jahr ist nun zu Ende 436 Das walte Gott, der helfen. 475 Daß es auf der armen Erde 172 Dein bin ich, Gott, in Ewigkeit 417 Dein bin ich, Herr, dir will ich 349 Dein Heil, o Christ, nicht zu 351 Dein König kommt in niedern 69 Dein Wort, o Herr, ist milder 243 Dein Wort, o Höchster, ist.. 244 Dem Worte deines Mundes 287 Der am Kreuz ist meine Liebe 102 Der du, Herr Jesu, Ruh' und 110 Der du uns als Vater liebest 162 Der heil'ge Christ ist kommen 91 Der Herr, der aller Enden. 46 Der Herr fährt auf gen Himmel 143 Der Herr ist Gott und keiner 22 Der Herr ist mein getreuer Hirt, dem...... 59 Der Herr ist mein getreuer Hirt, mir...... 326 Der schöne Tag bricht an.. 463 Der Tag, an dem mein Heiland 207 Dich dreimal Heiliger...... 6 Die auf der Erde wallen... 410 Die Feinde deines Kreuzes. 225 Die Gnade unsers Herrn... 256 Die güldne Sonne, voll Freud' 464 Die Himmel rühmen des... 30 Die ihr den Heiland kennt und 334 Die Sünden sind vergeben. 309 Dies ist der Tag, denn Gott 76 Dies ist der Tag, zum Segen 251 Dies ist die Nacht, da mir. 75 Dir dank' ich für mein Leben 467 Nr. Dir, dem weisesten Regierer. 41 Dir, dir Jehovah will ich singen 19 Dir ew'ge Treue zu geloben 265 Dir, Gott, der Huld und Stärke 456 Dir jauchzet froh die ...... 154 Dir schwör' ich ew'ge Treue. 286 Du bist das Licht von Gott 199 Du bist der Weg, die Wahrheit 198 Du bist's, dem Ruhm und Ehre 20 Du, der Herz und Wandel. 301 Du Glanz vom ew'gen Lichte 190 Du Gott, du bist der Herr der 443 Du hast, o allerhöchster Gott 398 Du ladest, Herr, zu deinem. 275 Du meine Seele singe..... 35 Du sollst in allen Sachen.. 329 Du Vater deiner Menschenfinder.... 337 Du weinest um Jerusalem.. 311 Ehre sei Gott in der Höhe. 74 Ein' feste Burg ist unser Gott 216 Ein neues Lied singt Gott dem 231 Eine Heerde und ein Hirt.. 240 Einer ist's, an dem wir hangen 223 Eines wünsch' ich mir vor allem 384 Eins ist noth, ach Herr, dies 178 Einst reift die Saat, mein.. 427 Empor zu Gott meinLobgesang 79 Erhalt' uns Herr, bei deinem 232 Erhöhter Siegesfürst und Held 122 Erhör', o Gott, das heiße Fleh'n 268 Er kommt, er kommt, der.. 78 Er kommt, er kommt, geht. 86 Er lebt, o Freudenwort, er. 115 Er ruft der Sonn' und schafft 441 Erlöser, der du selbst uns hast 285 Erwacht durch deine Güte.. 476 Register der Lieder. Nr. Erwecke, Jesu, stets die Herzen 192 Es glänzet der Christen.... 378 Es ist genug, so nimm, Herr, 409 Es ist nicht schwer, ein Chrift zu 379 Es ist noch eine Ruh' vorhanden 430 Es ist vollbracht, so ruft am 99 Es kennt der Herr die Seinen 335 Es kostet viel, ein Christ zu sein 380 Es wolle Gott uns gnädig sein 220 Ewig weis und ewig milde. 222 Fahre fort, fahre fort, Zion 236 Fest des Lebens sei willkommen 114 Fest gegründet stehet sie.... 228 Fest steht zu Gottes Ruhme 224 Fleug auf, mein Psalm.... 34 Freu' dich sehr, o meine Seele 428 Fröhlich soll mein Herze... 83 Früh Morgens, da die Sonn' 118 Für alle Güte sei gepreist.. 485 Für diese Kinder beten wir. 270 Geh' aus, mein Herz, und suche 449 Geh' hin nach Gottes Willen 339 Geht hin, ihr gläubigen.... 49 Geht nun hin und grabt mein 435 Geist der Wahrheit, lehre mich 165 Geist Gottes aus des Ew'gen 163 Geist vom Vater und vom. 158. Geist von oben, lenke du... 171 Gelobet sei der Herr... 5 Gelobet seist du, Jesu Christ 92 Gern in alles mich zu fügen 360 Gieb deinen Frieden uns... 318 Gieb dich zufrieden und sei stille 57 Gieb mir, o Gott, ein Herz 388 Gleich wie du auferstanden. 125 Gott, dein Erbarmen rühmen 277 ..... 447 ... Nr. Gott, deine Güte reicht so weit Gott, der an allen Enden.. Gott, der du Ouell der Wesen 27 Gott, der du unsre Zuflucht 302 Gott der Macht, in deinem. 31 Gott des Himmels und der 465 Gott, du läsfest Treu' und Güte 448 Gott ist gegenwärtig...... Gott ist getreu, sein Herz.. Gott ist mein Hort Gott ist mein Lied 42 50 238 12 Gott ist's, der das Vermögen 342 Gott lebt, wie kann ich traurig 343 Gott mein Vater, ich dein Kind 308 Gott mit uns, Immanuel.. 444 Gott rief der Sonne, kehre. 459 Gott sei gedankt zu jeder Zeit 121 Gott und Vater zu dir wendet 354 Gott Vater, sende deinen Geist 159 Gott, vor dessen Angesichte. 399 Gottes Mund bat uns..... 340 Gottes Stadt steht fest..... 217 Großer Gott, den alles preiset 471 Großer Gott der Heeresschaaren 499 Großer Gott von alten Zeiten 248 Großer Mittler, der zur Rechten 185 63 62 Hallelujah, Christus lebt... 117 Hallelujah Gott unserm Herrn 502 Hallelujah, jauchzt ihr Chöre 116 Halt' im Gedächtniß Jesum. 177 Herr, dein Name sei gepriesen 458 Herr, deine Kirche danket dir 221 Herr, den die Sonnen und die 440 Herr, der da sein wird, ist und 490 Herr, der du mir das Leben 478 Herr, der du vormals hast dein 498 Herr, dessen Thron die Himmel 259 448 Register der Lieder. Nr. Herr, die Erde ist gesegnet.. 453 Herr, du bist heilig im Gericht 387 Herr, du fährst mit Glanz und 144 Herr, du willst dein Reich.. 239 Herr, du wollst sie vollbereiten 291 Herr Gott, dich loben wir, dich 3 Herr Gott, dich loben wir für 500 Herr Jesu Christ, dein theures 104 Herr Jesu Christ, dich zu uns 219 Herr Jesu Christ, du höchstes 273 Herr Jesu Christ, mein höchstes 211 Herr Jesu, dir sei Preis und 284 Herr Jesu, Licht der Heiden. 85 Herr, laß des wahren Glaubens 315 Herr, mache meine Seele stille 51 Herr, ohne Glauben kann.. 313 Herr, welch Heil kann ich.. 324 Herr, wie du willst, so schick's 372 Herz und Herz vereint..... 213 Herzallerliebster Gott, der du 373 Herzlich lieb hab' ich dich... 385 Herzliebster Jesu, was hast du 97 Heut' ist der Ruhetag des Herrn 253 Hier bin ich, Herr, du rufest 274 Hier bin ich, Jesu, zu erfüllen 281 Hier Gottes Kinder und dort 323 Hier legt mein Sinn sich vor dir 363 Hilf, Herr Jesu, laß gelingen 447 Himmelan geht unsre Bahn 148 Himmlische Pforten, empfanget 151 Hinunter ist der Sonne Schein 477 Höchster Gott, dir danken wir 242 Höchster Tröster komm'..... 161 Hört das Wort voll Ernst und 341 Ja, fürwahr uns führt.... 64 Ich armer Mensch, ich armer 300 Ich bin ein Gast auf Erden 412 Ich bin getauft auf deinen. 263 Nr. Jch bin in dir und du in mir 261 Ich danke dir mit Herz und 483 Ich erhebe mein Gemüthe.. 306 Ich freue mich, mein Gott, in 327 Ich geh' zu deinem Grabe.. 128 Ich hab' in Gottes Herz und 32 Ich hab' in guten Stunden. 364 Ich hab' von ferne, Herr... 431 Ich habe nun den Grund.. 204 Ich komme, Heil der Welt, zu 278 Ich komme, Herr, und suche 272 Ich lobe dich, mein Auge schauet 226 Ich ruf zu dir, Herr Jesu. 307 Ich sag' es jedem, daß er lebt 124 Ich finge dir mit Herz und. 21 Ich steh' an deiner Krippe.. 88 Ich weiß, an wen mein Glaub' 314 Ich weiß, daß mein Erlöser lebt 130 Ich weiß, woran ich glaube. 186 Ich will dich lieben, meine.. 184 Ich will von meiner Missethat 296 Ich will zu meinem Gott mich 358 Jehovah, Jehovah, Jehovah. 1 Jerusalem, du hochgebaute.. 426 Jesu, geh' voran.. Jesu meine Freude Jesu, meines Lebens Leben, du 111 Jesus ist gekommen 90 374 187 Jesus lebt, mit ihm auch ich 138 Jesus meine Zuversicht..... 135 Jesus nimmt die Sünder an 208 Ihr Christen auserkoren.... 84 Ihr Christen rühmt, erhebt. 175 Ihr Mitgenossen, auf zum. 401 In allen meinen Thaten... 40 In Gottes Rath ergeben... 421 In Gottes Reich geht niemand 310 Jst Gott für mich, so trete. 56 Register der Lieder. Nr. König, dem kein König gleichet 142 König der Könige, sei uns. 80 Komm, beuge dich mein Herz 215 Komm, heiliger Geist, Herre 152 Komm, Kraft des Höchsten. 164 Komm, o komm, du Geist des 169 Komm, o verheißner....... 157 Komm über uns, du werther 153 Kommst du, kommst du, Licht 70 Kommnt Kinder, laßt uns gehen 346 Kommt, laßt uns Gott.... 455 Lasset uns mit Jesu ziehen. 194 Laß deine letzten Stunden.. 103 Laß mich dein sein und bleiben 230 Laß mir die Feier deiner... 112 Liebe, die du mich zum Bilde 189 Liebster Jesu, hier sind wir. 257 Liebster Jesu, wir sind hier. 245 Lob von uns allen dem ewigen 442 Lobe den Herren, den mächtigen 2 Lobe den Herren, o meine Seele 7 Lobsinge Gott, erheb' ihn meine 14 Lobsingt am frohen Erntefest 452 Mache dich, mein Geist, bereit 394 Macht hoch die Thür, die Thore 77 Man lobt dich in der Stille 370 Marter Christi, wer kann dein 109 Mein erst Gefühl sei Preis. 461 Mein ganzer Geist, Gott, wird 432 Mein Glaub' ist meines... 312 Mein Gott, das Herz ich bringe 369 Mein Gott, ich klopf' an deine 353 Mein Gott, ich weiß wohl, daß 408 Mein Gott, in deine Hände 411 Mein Herr und Gott, deß gute 381 Mein Herr und Heiland, laß 101 449 Nr. Mein Herz, gieb dich zufrieden 367 Mein Jesu, du hast unsre.. 206 Mein Jesus lebt, ich soll nicht 129 Mein Leben ist ein........ 377 Mein Schöpfer steh' mir bei 375 Mein siegend Haupt dort... 146 Meine Lebenszeit verstreicht. 416 Meine Seele, laß es gehen.. 366 Meine Seele, laß Gott walten 29 Meinen Frieden geb' ich euch 322 Meinen Jesum laß ich nicht 181 Menschenfreund, nach deinem 389 Mir nach, spricht Christus.. 195 Mit den Schaaren deiner... 279 Mit Ernst, o Menschenkinder 66 Mit Jesu fang' ich an..... 365 Mit meinem Gott geh' ich zur 488 Mittler, schau' auf sie hernieder 269 Mitten wir im Leben sind.. 402 Morgenglanz der Ewigkeit.. 470 100 Nach dir, o Gott, verlanget 304 Nach einer Prüfung kurzer. 420 Nach meiner Seelen Seligkeit 344 Nicht nur streiten, überwinden 396 Nicht um ein flüchtig Gut der 155 Nie bist du Höchster von uns 36 Nimm hin mein Herz, Gott 383 Noch sing ich hier aus dunkeln 250 Noch wallen wir im....... 433 Nun bitten wir den heil'gen 167 Nun bittet alle Gott....... 235 Nun bricht die finstre Nacht 487 Nun danket all' und bringet 17 Nun danfet alle Gott( I).. 9 Nun danket alle Gott( II). 501 Nun habe Dank für deine Liebe 290 Nun jauchzt dem Herren alle 246 29 450 Register der Lieder. Nr. Nun jauchzet all' ihr Frommen 68 Nun laßt uns gehn und treten 438 Nun lob' mein' Seel' den.. 13 Nun preiset alle Gottes.... 451 Nun ruhen alle Wälder.... 479 Nun sich der Tag geendet hat 486 Nun sich der Tag geendet, mein 482 Nun so will ich denn mein. 48 O Anfang sonder Ende.... 439 O auferstand'ner Siegesfürst 119 Christ, erhebe Herz und Sinn 376 O, daß ich tausend Zungen. 8 O der wundergroßen Gnaden 283 O du Liebe meiner Liebe... 94 O du reicher Herr der Armen 260 O du Schöpfer aller Dinge. 276 Geist, den wir empfangen 174 O Gott, du frommer Gott. 330 O Gott voll Macht und... 497 O Gottessohn, Herr Jesut.. 209 O Haupt voll Blut und... 98 O heil'ger Geist, kehr' bei uns 160 O heil'ger Geist, laß uns dein 252 Jesu Christ, mein schönstes 202 Jesu, Herr der Herrlichkeit 227 Jesu, Jesu, Gottessohn.. 212 Jesu, süßes Licht.... 474 komm, du Geist der.... 173 Lamm Gottes unschuldig. 107 selig Haus, wo man dich 494 selig, wer das Heil erwirbt 407 O Sohn Gottes im Staube 108 O süßester der Namen all'.. 176 Otheure Segensgaben..... 450 O Tod, wo ist dein Stachel 126 O Vater der Barmherzigkeit 295 O Vater, Gott voll Gnade. 355 PS Nr. Vater, sieh mit Wohlgefallen 258 O Vater unser Gott, es ist. 357 Welt, ich muß dich lassen 406 Welt, sieh hier dein Leben 100 O Welterlöser, sei gepreist... 156 O wie selig seid ihr doch... 424 O wie unaussprechlich selig. 429 O wundergroßer Siegesheld. 141 Quelle der Vollkommenheiten 24 Ringe recht, wenn Gottes.. 395 Ruht nun in Gott, ihr.... 425 Rüstet euch, ihr Christenleute 350 Schaffet, schaffet, Menschenfinder.... 400 Schaut, welch ein Wunder.. 73 Schmücke dich, liebe Seele 280 Schweiget, bange Zweifel... 44 Seele, willst du Ruhe finden 282 Sei getreu in deinem Leiden 348 Sei Lob und Ehr' dem höchsten 4 Sei mir tausendmal gegrüßet 105 Sei uns gesegnet, Tag des. 254 Seid gesegnet, heil'ge Stunden 303 Selig sind des Himmels Erben 423 Selig sind die geistlich Armen 347 Seligstes Wesen, unendliche. 16 Senke dich auf uns hernieder 96 Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig 264 Sink' ich einst in jenen.... 489 So fliehen unsre Tage hin. 480 So jemand spricht, ich liebe. 391 So tragen wir den Staub. 405 So weit nur deine Sonnen. 37 Sollt' er versprechen und... 320 Sollt' es gleich bisweilen... 61 Register der Lieder. Sollt' ich meinem Gott nicht 002 fingen..... Sollt' ich meinem Gott nicht trauen Nr. 11 43 Sorge, Herr, für unsre Kinder 495 Stark ist meines Jesu Hand 210 Stärke, Mittler, stärke sie... 271 Sterbend für das Heil der.. 113 Stimm' an das Lied vom.. 403 Theures Wort aus Gottes.. 241 Thut mir auf die schöne Pforte 249 Tief anbetend, tief im Staube 26 Trauernd und mit bangem. 127 Triumph, ihr Himmel freuet 140 Ueberwinder, nimmt die.... 136 Um Zion, Jesu, flossen einst 203 Unsre müden Augenlider... 484 Unter allen großen Gütern. 392 Unwiederbringlich schnell.... 445 Vater, heilig möcht' ich leben 299 Verleih mir, Jesu, deinen Sinn 393 Versuchet euch doch selbst... 316 Verzage nicht, du Häuflein klein 218 Verzage nicht, du kleine Schaar 237 Von dir, du Gott der Einigkeit 491 Von dir, mein Gott, kommt 168 Von Gott will ich nicht lassen 53 Vor dir, o Gott, sich findlich 371 Wach' auf, du Geist der ersten 170 Wach' auf, mein Herz, die.. 132 Wach' auf, mein Herz und singe 462 Wachet auf, ruft uns die... 188 Walte, walte nah und fern. 229 Warum betrübst du dich mein 39 451 Was Gott thut, das ist wohl2e gethan, es Was Gott thut, das ist wohlgethan, so... .... Nr. 55 457 Was ich nur Gutes habe... 359 Was ist's, daß ich mich quäle 382 Was mein Gott will, gescheh' 47 Was von außen und von innen 58 Was willst du dich betrüben. 65 Weine nicht, Gott lebet noch 338 Weiter mußt du kämpfen... 362 Welch hohes Beispiel gabst.. 197 Wenn alle untreu werden.. 106 Wenn alle von mir scheiden. 205 Wenn ich einst von jenem.. 468 Wenn ich ihn nur habe.... 180 Wenn ich, o Schöpfer, deine 25 Wenn ich vor's Gericht.... 418 Wenn wir in höchsten Nöthen 52 Wer ist wohl, wie du...... 191 Wer nur den lieben Gott läßt 38 Werde munter, mein Gemüthe 481 Wie fleucht dahin der Menschen 413 Wie getrost und heiter..... 328 Wie Gott mich führt, so will 333 Wie groß ist des Allmächt'gen 33 Wie groß ist unsre Seligkeit 325 Wie hat's die Seele doch so gut 317 Wie heilig ist mir diese Stunde 267 Wie jauchzt mein Geist.... 139 Wie ist mein Herz so fern.. 298 Wie lieblich klingt's den Ohren 81 Wie ruhest du so stille..... 460 Wie schön ist's doch, Herr Jesu 493 Wie schön leuchtet der...... 200 Wie schön leucht't uns der.. 466 Wie soll ich dich empfangen. 67 Wie wird mir dann, o dann 422 452 Register der Lieder. Nr. Wie wohl ist mir, o Freund der 201 WillkommenQuell der Freuden 93 Wir alle, Gott, und Vater. 454 Wir danken dir, Herr Jesu. 95 Wir fleh'n um deine Gnade 262 Wir schauen, Herr der..... 147 Wir singen dir, Immanuel. 72 Wir übergeben uns aufs neue 266 Wir verlassen, Herr, dein Haus 255 Wo ist göttliches Erbarmen. 193 Wohlauf mein Herz, verlaß. 87 SEE Dive Nr. Wohl dem, der richtig wandelt 386 Wohlzuthun und mitzutheilen 390 Wollt ihr den Heiland finden 368 Wort des Lebens, lautre Quelle 234 Zaget nicht, wenn Dunkelheiten 361 Zeige dich uns ohne Hülle.. 247 Zeuch ein zu meinen Thoren 166 Zum Himmel bist du eingegangen.... 149 Zwei Hände wollen heute sich 492 25 Okt mer bumid bid ad mid Inches 124 ¹2 1. Centimetres Blue 14 Cyan 2113 6 5 Farbkarte# 13 Green H Yellow 9 4 110 111 Red 12 LO 5 13 Magenta I 14 6 15 White 116 117 71 18 3/ Color 19 B.I.G. Black 8