N. ₂ gb 3660 W v Po Pas as heilige bendmahl. Stich, Druck und Verlag von Franz Schemm, Nürnberg. Gesangbuch für die evangelisch- protestantische Kirche des Großherzogtums Baden. Lahr. Drud und Verlag von J. H. Geiger. 1887. 374 D. as heilige Gesangbuch dism) für die evangelisch- protestantische Kirche des Großherzogtums Baden. Lahr. Druck und Verlag von J. H. Geiger. 1887. 881 Gb 3660 HOODISO Seine Königliche Hoheit der Großzherzog haben auf den unterthänigsten Dortrag des evangelischen Ober- Kirchenrats vom 24. Oktober 1882 Nr. 7915 mit Allerhöchster Entschließung vom 3.November 1882 Nr. 38 Sich gnädigst bewogen gefunden, das nach den Beschlüssen der Generalsynode von 1881/1882 bearbeitete neue Gesangbuch mit dem dazu gehörigen Choralbuch zur Einführung zu genehmigen und den evan: gelischen Ober- Kirchenrat mit dem Vollzug zu beauftragen. US Indem wir diesem Allerhöchsten Auftrage hiermit nachkommen, ordnen wir an, daß dieses Gesangbuch für Kirche und Schule in Gebrauch genommen werde. Karlsruhe, den 24. November 1882. Evangelischer Ober- Kirchenrat: von Stösser. fellmeth. Univ.- Bibl. Giessen Preis für 1 Exemplar ungebunden 2 Mark 10 Pfennig. Inhalts- Verzeichnis. I. Lob und Dank. II. Bitte und fürbitte III. Sonntag und Gottesdienst: 1. Eingangslieder 2. Zum Schluß des Gottesdienstes IV. Advent V. Weihnachten VI. Epiphanien: Jesu Lehramt und Wandel auf Erden VII. Passion: Jesu Leiden und Tod. VIII. Ostern IX. Himmelfahrt 108 X. Pfingsten 83-94 95- 122 123-137 138-145 146-155 156-159 160-174 175-185 186-194 XV. Die heilige Taufe. 195-198 XVI. Konfirmation 199-205 XVII. Das heilige Abendmahl 206-220 XVIII. Buße. 221-232 XIX. Gnade und Erlösung, Glaube und Rechtfertigung. 233-248 XX. Heiligung und christlicher Wandel: 1. Früchte des Glaubens 2. Liebe zu Gott und zu Jesus Christus XI. Dreieinigkeit XII. Kirche und Gemeinschaft der Heiligen XIII. Uusbreitung des Evangeliums XIV. Wort Gottes... Nr. 1- 20 21- 38 3. Der geistliche Kampf. 4. Nachfolge Chriſti 5. Nächstenliebe. 6. Gottvertrauen, Kreuz und Trost 39-50 51-56 57- 70 71- 82 249-259 260-275 276-294 295-305 306-313 314-341 XXI. für besondere Zeiten und Verhältnisse: 1. Am Morgen. 2. Am Abend 3. Jahreswechsel 4. Ernte und Dankfest 5. Kirchweihe und Einführung eines Geistlichen 6. Krieg und Frieden. 7. Kaiser und Landesfürst 8. Ehe- und Hausstand 9. Beruf.. 10. Im Alter.. 11. Krankheit und Genesung. XXII. Tod und Ewigkeit: 1. Vom Sterben 2. Bei Beerdigungen 3. Auferstehung, Gericht, Ewigkeit Anhang. I. Zwischengesänge: 1. An gewöhnlichen Sonntagen 2. Für Festzeiten und Festtage II. Lieder zur Christfeier III. Gebete IV. Derzeichnis der Liederdichter Lieder- Verzeichnis.. no ● ● Im H Nr. 342-348 349-360 361-368 369-372 373-374 375-376 377-378 379-384 385-387 388-389 390-395 396-409 410-417 418-437 Seite: 301 302 303 305 328 340 atoloon I. Lob und Dank. Großer Gott, wir loben dich, Herr, wir preisen deinen bb Stärke. da 1. Nach eigener Melodie. Vor dir neigt die Erde sich Und bewundert deine Werke. Wie du warst vor aller Zeit, So bleibst du in Ewigkeit. N₁ 2. Alles, was dich preisen kann, Cherubin und Seraphinen, Stimmen dir ein Loblied an; Alle Engel, die dir dienen, Rufen dir in selger Nuh Heilig, heilig, heilig zu. 3. Heilig, Herr Gott Zebaoth, Heilig, Herr der Kriegesheere, Starker Helfer in der Not: Himmel, Erde, Luft und Meere Sind erfüllt von deinem Ruhm, Alles ist dein Eigentum. 6. Herr, erbarm, erbarme dich! Über uns sei, Herr, dein Segen! Leit und schütz uns väterlich, Bleib bei uns auf allen Wegen! Auf dich hoffen wir allein, Laß uns nicht verloren sein! Nach dem Ambrosianischen Lobgesang; Bearbeitung aus dem 18. Jahrhunderk 2. Der große Dinge thut An uns und allen Enden, Der uns von Mutterleib Und Kindesbeinen an Unzählig viel zugut Und auch noch jetzt gethan! 4. Sieh dein Volk in Gnaden an, Hilf uns, segne, Herr, dein Erbe! Leit es auf der rechten Bahn, Daß der Feind es nicht verderbe! Hilf, daß es durch Buß und Flehn Dich im Himmel möge sehn! un danket alle Gott Mit Herzen, Mund und Händen, Dich und deinen Namen preiſen 5. Alle Tage wollen wir d Und zu allen Zeiten dir Ehre, Lob und Dank erweisen. Gieb, daß jeder fündenfrei, Deiner Gnade würdig sei! Nach eigener Melodie. 2. Der ewig reiche Gott Woll' uns bei unserm Leben Ein immer fröhlich Herz Und edeln Frieden geben, Und uns in seiner Gnad Erhalten fort und fort Und uns aus aller Not Erlösen hier und dort. UR 6 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, Dem Vater und dem Sohne Und dem, der beiden gleich Jm höchsten Himmelsthrone, Lob und Dank. Ich finge dir mit Herz und 3. Mel. Nun danket all und bringet Ehr. Herr, meines Herzens Lust; Ich fing' und mach' auf Erden kund, Was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad Und ewge Quelle ſeiſt, Daraus uns allen früh und spat Viel Heil und Gutes fleußt. 3. Was sind wir doch, was haben wir Auf dieser ganzen Erd, Das uns, o Vater, nicht von dir Allein gegeben werd'? 4. Wer hat das schöne Himmelszelt Hoch über uns geſetzt? Wer ist es, der uns unser Feld Mit Tau und Regen nett? 5. Wer wärmet uns in Kält und Frost, Wer schützt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Öl und Most Zu seinen Zeiten find't? 6. Wer giebt uns Leben, Kraft und Mut? Jhm, dem dreieingen Gott, Wie es anfänglich war Und ist und bleiben wird, Wie jetzt so immerdar! Wer hält mit seiner Hand Des goldnen Friedens wertes Gut In unserm Vaterland? 0 Martin Rindkart 1586-1649. 7. Ach Herr mein Gott, das dol sier kommt von dir, Und du mußt alles thun; Du hältst die Wach an unsrer Thür Und läßt uns sicher ruhn. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, Bleibst immer fromm und treu Und stehst uns, wenn wir in Gefahr Geraten, herzlich bei. 9. Du strafft uns Sünder mit Geduld Und schlägst nicht allzusehr, Ja endlich nimmst du unsre Schuld Und wirfst sie in das Meer. 10. Du zählst, wie oft ein Christ hier wein', Und was sein Kummer sei; Und ist ein Thränlein noch so klein, Du hebst und legst es bei. 11. Du füllst des Lebens Mangel aus Mit dem, was ewig steht, Und führst uns in des Himmels Haus, Wenn uns die Erd entgeht. 12. Wohlauf, mein Herze, sing und spring Und habe guten Mut! Dein Gott, der Ursprung allerll Ding', Ist selbst und bleibt dein Gut. Lob und Dank. 13. Er ist dein Schatz, dein Erb Versorget und ernährt? und Teil, Wie manchen schweren Unglückslauf Hat er zurückgekehrt! Dein Glanz und Freudenlicht, Dein Schirm und Schild, dein Hilf und Heil, Schafft Rat und läßt dich nicht. Tours 14. Was kränkst du dich in deinem Sinn Und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin Auf den, der dich gemacht! 15. Hat er dich nicht von Jugend auf Nu un danket all und bringet Ehr, Ihr Menschen in der Welt, Ihm, dessen Lob der Engel Heer Erhebt im Himmelszelt! 2. Ermuntert euch und singt mit bidrar tion thum Schall Gott, unserm höchsten Gut, Der seine Wunder überall Und große Dinge thut; 3. Der uns von Mutterleibe an Frisch und gesund erhält, Und wo kein Mensch mehr helfen kann, Sich selbst zum Helfer stellt; 4. Nach eigener Melodie. 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, Doch gnädig bleibt und gut, Die Straferläßt, die Schuld vergiebt Und nichts als Gutes thut! 16. Er hat noch niemals was versehn 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, Erfrische Geist und Sinn In seinem Regiment; Nein, was er thut und läßt geschehn, Das nimmt ein gutes End. 17. Einun, so laß ihn ferner thun Und red ihm nicht darein, So wirst du hier in Frieden ruhn Und ewig fröhlich sein! Paul Gerhardt 1607-1676. Und werf' all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz In's Meeres Tiefe hin! 6. Er lasse seinen Frieden ruhn Auf Fürst und Vaterland! Er gebe Glück zu unserm Thun Und Heil in jedem Stand! 7. Er lasse seine Lieb und Güt Stets bei und mit uns gehn, Was aber ängstet und bemüht, Gar ferne von uns stehn! toron 7 8. So lange dieses Leben währt, Sei er stets unser Heil, Und wenn wir scheiden von der Erd, Verbleib' er unser Teil! 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, Uns unsre Augen zu Und zeig' uns drauf sein Angesicht Dort in der ewgen Ruh! Paul Gerhardt 1607-1676. 8 Lob und Dank. 5. Nach eigener Melodie; oder: Lasset uns den Herren preisen. ollt' ich meinem Gott nicht armusin fingen? Sollt' ich ihm nicht dankbar sein? Denn ich seh' in allen Dingen, Wie so gut er's mit mir mein'. Ist doch nichts als lauter Lieben, Was sein treues Herz bewegt, Das ohn' Ende hebt und trägt, Die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, Also hat auch hin und wieder Mich des Höchsten Arm gedeckt, Alsobald im Mutterleibe, Da er mir mein Wesen gab Und das Leben das ich hab' Und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu teuer, Nein, er giebt ihn für mich hin, Daß er mich vom ewgen Feuer Durch sein teures Blut gewinn'. du Brunnen ohn' Ergründen, Wie will doch mein schwacher Geist, Ob er sich gleich hoch befleißt, Deines Grundes Tiefe finden? Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edeln Führer, Giebt er mir in seinem Wort, Daß er werde mein Regierer Durch die Welt zur Himmelspfort, Daß er mir mein Herz erfülle Mit dem hellen Glaubenslicht, Das des Todes Reich zerbricht Und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 5. Meiner Seele Wohlergehen Hat er ja recht wohl bedacht; Will dem Leibe Not entstehen, Nimmt er's gleichfalls wohl inacht. Wenn mein Können, mein Vermögen Nichts vermag, nichts helfen kann, Kommt mein Gott und hebt mir an, Sein Vermögen beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, in 6. Himmel, Erd und ihre Heere Hat er mir zum Dienst bestellt: Wo ich nur mein Aug hinkehre, Find' ich, was mich nährt und hält, Tier' und Kräuter und Getreide; In den Gründen, in der Höh, In den Büschen, in der See, del überall ist meine Weide. Alles Ding währt ſeine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen Und ermuntert mein Gemüt, Daß ich jeden lieben Morgen Schaue neue Lieb und Güt. Wäre nicht mein Gott gewesen, Hätte mich sein Angesicht Nicht geleitet, wär' ich nicht Aus so mancher Angst geneſen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. Lob und Dant. 8. Wie ein Vater seinem Kinde Niemals ganz sein Herz entzeucht, Ob es gleich bisweilen Sünde Thut und von dem Pfade weicht, Also hält auch mein Verbrechen Mir mein frommer Gott zugut, Will mein Fehlen mit der Nut Und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 9. Seine Strafen, seine Schläge, Ob es mir gleich bitter scheint, Sind, wenn ich es recht erwäge, Dennoch Zeichen, daß mein Freund, Der mich liebet, mein gedenke Und mich von der schnöden Welt, Die uns hart gefangen hält, Durch die Trübsal zu sich lenke. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 10. Das weiß ich fürwahr und lasse Mir's nicht aus dem Sinne gehn: Christenkreuz hat seine Maße Und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter ausgeschneiet, Tritt der schöne Sommer ein; Also wird auch nach der Pein, Wer's erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. Cobe den Herren, den mächtigen König der Ehren! Lob ihn mit Freuden, o Seele, das ist mein Begehren! Kommet zuhauf, Psalter und Harfe wacht auf, Lasset den Lobgesang hören! 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, Der wie auf Flügeln des Adlers dich sicher geführet, Der dich erhält, Wie es dir selber gefällt! Hast du nicht dieses verſpüret? 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, Der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet! 11. Weil denn weder Ziel noch Ende Sich in Gottes Liebe find't, Ei so heb' ich meine Hände Zu dir, Vater, als dein Kind; Bitte, wollst mir Gnade geben, Dich aus aller meiner Macht Zu umfangen Tag und Nacht Hier in meinem ganzen Leben, Bis ich dich nach dieſer Zeit Lob' und lieb' in Ewigkeit. Paul Gerhardt 1607-1676. 6. Nach eigener Melodie. In wie viel Not Hat nicht der gnädige Gott Über dir Flügel gebreitet! 4. Lobe den Herren, der sichtbar dein Leben gesegnet, Der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet! Denke daran, Was der Allmächtige kann, Der dir mit Liebe begegnet! 5. Lobe den Herren, was in mir ist lobe den Namen! Alles, was Odem hat, stimme voll Freuden zusammen! Er ist dein Licht, Seele, vergiß es ja nicht! Lob ihn und schließe mit Amen! Joach. Neander 1650-1680. 10 W underbarer König, Herrscher von uns allen, Lob und Dank. 7. Nach eigener Melodie. Laß dir unser Lob gefallen! Deine Vatergüte Hast du lassen fließen, Ob wir schon dich oft verließen. Hilf uns noch, Stärk uns doch, Laß die Zungen singen, Laß die Stimmen klingen! 2. Himmel, lobe prächtig Deines Schöpfers Stärke, Mehr als aller Menschen Werke! Preise deinen Schöpfer, Sonne, deren Strahlen Diese Welt so herrlich malen! Mond und Stern, Lobt den Herrn! Ihr der Allmacht Werke, Rühmet seine Stärke! Sei Lob und Ehr dem höchſten Gut, Dem Vater aller Güte, Dem Gott, der alle Wunder thut, Dem Gott, der mein Gemüte Mit seinem reichen Trost erfüllt, Dem Gott, der allen Jammer stillt: Gebt unserm Gott die Ehre! 3. O du meine Seele, Singe fröhlich, singe, Singe deine Glaubenslieder! Was den Odem holet, Jauchze, preise, klinge; iam man Wirf dich in den Staub darnieder! Er ist Gott 2. Es danket dir des Himmels Heer, O Herrscher aller Thronen, Und die in Lüften, Land und Meer In deinem Schatten wohnen, Die preisen deine Schöpfermacht, Zebaoth; Er nur ist zu loben Hier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, Wer den Herren fennet, Wer den Herren Jesum liebet. Halleluja singe, Wer da Christum nennet, Sich von Herzen ihm ergiebet. Owohl dir! Glaube mir: 8. Mel. Mein Herzens- Jesu, meine Lust. Endlich wirst du droben Ohne Sünd ihn loben! Joach. Neander 1650-1680. Die alles hat so wohl bedacht: Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, Das will er auch erhalten, Darüber will er früh und spat In seinem ganzen Königreich Mit seiner Gnade walten. Ist alles recht und alles gleich: Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Not: Ach Gott, vernimm mein Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod Und ließ mir Trost gedeihen. Lob und Drum dank' ich, Gott, drum dank' ich dir; Ach danket, danket Gott mit mir: Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht Von seinem Volk geschieden, Er bleibet seine Zuversicht, Sein Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er Die Seinen stetig hin und her: Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hilfe mangeln muß, Die sonst die Welt erzeiget, So kommt mit seinem überfluß Der Schöpfer selbst und neiget Die Vateraugen denen zu, Die sonsten nirgends finden Ruh: Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will dich all mein Leben lang, daß ich tausend Zungen hätte Und einen tausendfachen Mund: Dank. Gott, von nun an ehren; Man soll, Gott, deinen Lobgesang An allen Orten hören. Ich stimmte damit in die Wette Vom allertiefsten Herzensgrund Ein Loblied nach dem andern an Von dem, was Gott an mir gethan! 2. O daß doch meine Stimme schallte Bis dahin, wo die Sonne steht! O daß mein Blut mit Jauchzen wallte, So lang es noch im Laufe geht! Ach wär' ein jeder Puls ein Dank Und jeder Odem ein Gesang! Mein ganzes Herz ermuntre sich, Mein Geist und Leib erfreue dich: Gebt unserm Gott die Ehre! 9. Nach eigener Melodie. 11 8. Jhr, die ihr Christi Namen nennt, Gebt unserm Gott die Ehre; Jhr, die ihr Gottes Macht bekennt, Gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Götzen macht zu Spott; Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott: Gebt unserm Gott die Ehre! 9. So kommet vor sein Angesicht, Mit Jauchzen Dank zu bringen; Bezahlet die gelobte Pflicht Gott hat es alles wohl bedacht Und laßt uns fröhlich singen: Und alles, alles recht gemacht: Gebt unserm Gott die Ehre! Joh. Jak. Schüß 1640-1690. 3. Was schweigt ihr denn, ihr and meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euern Fleiß Und stehet munter im Geschäfte Zu Gottes, meines Herren, Preis! Mein Leib und Seele, schicke dich Und lobe Gott herzinniglich! 4. Jhr grünen Blätter in den Wäldern, Bewegt und regt euch doch mit mir! Ihr schwanken Gräser in den Feldern, Ihr Blumen, laßt doch eure Zier Zu Gottes Ruhm belebet sein Und stimmet lieblich mit mir ein! Lob und 5. Ach alles, alles, was ein Leben Und einen Odem in sich hat, Soll sich mir zum Gehilfen geben; Denn mein Vermögen ist zu matt, Die großen Wunder zu erhöhn, Die allenthalben um mich stehn. 12 6. Dir sei, o allerliebster Vater, Unendlich Lob für Leib und Geist, Für alles, mildester Berater, Was deine Güte mir erweist, Was du in deiner ganzen Welt Zu meinem Wohlsein hast bestellt. 7. Wie sollte ich nicht voller Freuden In deinem steten Lobe stehn? Wie sollt' ich auch im tiefsten Leiden Nicht triumphierend mit dir gehn? W Mo 10. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. omit soll ich dich wohl loben, Womit du, o Gott, mich Armen Mächtiger Herr Zebaoth? Hast getragen voll Erbarmen. Sende mir dazu von oben Tausend-, tausendmal sei dir, Deines Geistes Kraft, mein Gott! Großer König, Dank dafür! Denn ich kann mit nichts erreichen Deine Gnad und Liebeszeichen. Tausend-, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 2. Herr, entzünde mein Gemüte, Daß ich deine Wundermacht, Deine Gnade, Treu und Güte Stets erhebe Tag und Nacht! Denn an deinen Gnadengaben Können Leib und Seel sich laben. Tausend-, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! Dank. Und fiele auch der Himmel ein, So will ich doch nicht traurig ſein. 8. Ich will von deiner Güte sid, trofingen, fingen, s So lange sich die Zunge regt; Ich will dir Freudenopfer bringen, So lange sich mein Herz bewegt; Ja wenn der Mund wird kraftlos jein, 3. Denk' ich, wie ich dich verlassen, Wie ich häufte Schuld auf Schuld, So möcht' ich vor Scham erblassen Ob der Langmut und Geduld, So stimm' ich noch mit Seufzen ein. 9. Ach nimm das arme Lob auf Erden, Mein Gott in allen Gnaden hin! Im Himmel soll es besser werden, Wenn ich bei deinen Engeln bin; Da sing' ich dir im höhern Chor Viel tausend Halleluja vor. Joh. Menter 1658-1734. 4. O wie hat mich deine Gnade Stets gesucht zu dir zu ziehn, Daß ich von der Sünden Pfade Möchte zu dem Kreuze fliehn, Wo in meines Heilands Wunden Die Erlösung ist gefunden! mo Tausend-, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 5. Bald mit Lieben, bald mit Leiden Kommst du, Herr mein Gott, zu mir, Nur mein Herze zu bereiten, Ganz sich zu ergeben dir, Daß mein gänzliches Verlangen Möcht' an deinem Willen hangen. Tausend-, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! Lob und 6. Mich hast du auf Adlers Flüni geln Oft getragen väterlich, In den Thälern, auf den Hügeln Wunderbar errettet mich. Schien's, daß alles auch zerrinne, Ward doch deiner Hilf ich inne. Tausend-, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 7. Fielen tausend mir zur Seiten Und zur Rechten zehnmal mehr, Ließest du mich doch begleiten Durch der Engel starkes Heer, Daß den Nöten, die mich drangen, Ich bin dennoch stets entgangen. Tausend-, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! PAR Lobe obe den Herren, o meine Seele! Ich will ihn loben bis zum Tod; Weil ich noch Stunden auf Erden zähle, Will ich lobsingen meinem Gott. Der Leib und Seel gegeben hat, Werde gepriesen früh und spat. Halleluja, Halleluja! Tant. 8. Bater, du hast mir erzeiget Lauter Gnad und Gütigkeit, Und du hast zu mir geneiget, Jesu, deine Freundlichkeit, Und durch dich, o Geist der Gnaden, Werd' ich stets noch eingeladen. Tausend-, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 11. Nach eigener Melodie. 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, Und kehren um zu ihrem Staub; Ihre Anschläge sind auch verloren, Wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil dann kein Mensch uns helfen kann, Rufe man Gott um Hilfe an. Halleluja, Halleluja! 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, Des Hilfe der Gott Jakobs ist, 9. Tausendmal sei dir gesungen, Herr mein Gott, Preis, Lob und Dank, S Daß es mir bisher gelungen! Ach laß meines Lebens Gang des Ferner noch durch Jesu Leiten Nur gehn in die Ewigkeiten: Da will ich, Herr, für und für, Ewig, ewig danken dir! Ludw. Andr. Gotter 1661-1735. 13 Der fich vom Glauben durch nichts läßt trennen Und hofft getrost auf Jesum Chrift; Wer diesen Herrn zum Beistand hat, Findet am besten Rat und That. Halleluja, Halleluja! 4. Dieser hat Himmel und Meer und Erden, Und was darinnen ist, gemacht; Alles muß pünktlich erfüllet werden, Was er uns einmal zugedacht. Er ist's, der Herrscher aller Welt, Welcher uns ewig Glauben hält. Halleluja, Halleluja! 5. Zeigen sich welche, die Unrecht leiden, Er ist's, der ihnen Recht verschafft. Hungrigen will er zur Speis bescheiden, Was ihnen dient zur Lebenskraft. Die hart Gebundnen macht er frei, 14 Und seiner Gnad ist mancherlei. Halleluja, Halleluja! Lob und Dank. 6. Sehende Augen giebt er den Blinden, Erhebt, die tiefgebeuget gehn; Wo er kann gläubige Seelen finden, Die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsehn ist des Fremden Truß, Witwen und Waisen hält er Schutz. Halleluja, Halleluja! 7. Aber der Gottesvergeßnen Tritte Kehrt er mit starker Hand zurück, Dir, dir, Jehovah, will ich fingen, Denn wo ist doch ein solcher Gott wie du? Dir will ich meine Lieder bringen; Ach gieb mir deines Geistes Kraft dazu, Daß ich es thu' im Namen JesuChrist, Sowie es dir durch ihn gefällig ist! 12. Nach eigener Melodie. 2. Zieh mich, o Vater, zu dem Sohne, Damit dein Sohn mich wieder zieh' zu dir! Dein Geist in meinem Herzen wohne Und meine Sinne und Verstand regier', Daß ich den Frieden Gottes' schmeckt und fühl Und dir darob im Herzen sing' und ſpiel'. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, Daß sie nur machen verkehrte Schritte Und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ist König ewiglich; Zion, dein Gott sorgt stets für dich. Halleluja, Halleluja! So wird gewiß mein Singen recht gethan, 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen Des, der so große Wunder thut! Alles, was Ödem hat, rufe Amen Und bringe Lob mit frohem Mut! Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heilgen Geist! Halleluja, Halleluja! a dop Joh. Dan. Herrnschmid 1675-1723. So klingt es schön in meinem Liede, So bet' ich dich im Geist und Wahrheit an, So hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, Daß ich dir Psalmen sing' im höhern Chor! 4. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, Dem neiget sich dein Gotteswille zu; Weil ich's im Namen deines SohDas wird gewiß von dir erhöret, Durch welchen ich dein Kind und nes thu', Erbe bin und nehme von dir Gnad um Gnade hin. 5. Wohl mir, daß ich dies Zeugnis habe! Drum bin ich voller Trost und Freudigkeit; Ich weiß ja, alle gute Gabe, Die ich von dir verlange jederzeit, Lob und Dank. Die giebst du und thust überschwänglich mehr, Als ich verstehe, bitte und begehr'. 6. Wohl mir! Ich bitt' in Jesu Namen, Der mich zu deiner Rechten selbst vertritt. 13. Mel. O Gott, du frommer Gott. Anbetungswürdger Gott, Mit Ehrfurcht stets zu nennen, Du bist unendlich mehr, Als wir begreifen können. O flöße meinem Geist Die tiefste Demut ein Und laß mich stets vor dir Voll Ehrerbietung sein! 2. Du riefst dem, das nicht war, Um Lust und Seligkeiten p Aufs mannigfaltigſte Um dich her auszubreiten. Die Liebe bist du selbst, Verstand und Rat sind dein, Und du gebrauchst sie gern, Zu segnen, zu erfreun. 3. Du sprichst, und es geschieht. Auf dein allmächtig Werde Entstand dein großes Werk, Der Himmel und die Erde; Mit deinem kräftgen Wort Trägst du die ganze Welt, Und deine Macht vollführt, Was uns unmöglich fällt. 4. Du bist der Herren Herr; Der Erde Majeſtäten Knien in den Staub vor dir, Dich, Höchster, anzubeten. In ihm ist alles Ja und Amen, Was ich von dir im Geist und Glauben bitt'. Wohl mir! Lob dir jetzt und in Ewigkeit, Daß du mir schenkest solche Seligkeit! Barth. Crasselius 1667-1724. Wen du erniedrigeſt, Gott, wer kann den erhöhn? Wen du erhöhen willst, Des Hoheit muß bestehn. 5. Wer hat dich je gesehn? Wer kann im Fleisch dich sehen? Kein sterblich Auge reicht Bis zu des Lichtes Höhen, Von welchen du mit Huld Auf deine Schöpfung blickst Und alles, was da lebt, Erfreuest und beglückst. 6. Doch hier erkennen wir Dich noch gar unvollkommen; Wird aber dermaleinst 15 Der Vorhang weggenommen, Der jetzt das Heiligste Noch unserm Blick verschließt, Dann sehn wir klarer ein, Wie herrlich, Gott, du bist. 7. In Ehrfurcht sei schon jetzt Dein Ruhm von uns besungen; Verschmäh nicht unser Lob, Das Lallen schwacher Zungen! Dort soll, wenn wir dereinst Vor dir verherrlicht stehn, UP Ein Lied im höhern Chor Dich, großer Gott, erhöhn. Joh. Jak. Nambach 1693-1735. 16 ott ist gegenwärtig: Lasset uns anbeten Und in Ehrfurcht vor ihn treten! 6o Gott ist in der Mitte: Alles in uns schweige Und sich innigst vor ihm beuge! Wer ihn kennt, Wer ihn nennt, Schlagt die Augen nieder, Gebt das Herz ihm wieder! 14. Mel. Wunderbarer König. 2. Gott ist gegenwärtig, Dem die Cherubinen Lob und Dank. Unsre Stimm, Wenn auch wir Geringen Unsre Opfer bringen! Tag und Nacht gebeuget dienen. Heilig, heilig, heilig Singen ihm zur Ehre Aller Engel hohe Chöre. Herr, vernimm Sollst es sein, Unser Gott und Herre, Dir gebührt die Ehre! d 3. Wir entsagen willig Allen Eitelkeiten, Erdenlust und sündgen Freuden; Da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben, Dir zum Eigentum ergeben. Du allein 4. Majestätisch Wesen, Möcht' ich recht dich preisen Und im Geist dir Dienst erweisen! Möcht' ich wie die Engel Immer vor dir stehen Und dich gegenwärtig sehen! Laß mich dir Für und für Trachten zu gefallen, Liebster Gott, in allen! 5. Luft, die alles füllet, Drin wir sind und weben, Aller Dinge Grund und Leben, Meer ohn' Grund und Ende, Wunder aller Wunder, Ich sent' mich in dich hinunter: Ich in dir, Du in mir; Laß mich ganz verschwinden, Dich nur sehn und finden! 6. Du durchdringest alles; Wollst mit deinem Lichte, Herr, berühren mein Gesichte! Wie die zarten Blumen Willig sich entfalten Und der Sonne stille halten: Lehr mich so Still und froh Deine Strahlen fassen Und dich wirken lassen! 7. Mache mich voll Einfalt, Innig, abgeschieden, Sanft und still in deinem Frieden; Mach mich reines Herzens, Daß ich deine Klarheit Schau' im Geist und in der Wahrheit! Laß mein Herz Überwärts Wie ein Adler schweben Und in dir nur leben! 8. Komm in mir zu wohnen, Daß mein Geist auf Erden Dir ein Heiligtum fann werden! Komm, du nahes Wesen, Lob und Dank. Dich in mir verkläre, Daß ich stets dich lieb' und ehre! Wo ich geh', 15. Mel. O du Liebe meiner Liebe. inget Gott, denn Gott ist Liebe, Liebe, die da ewig währt; Singe durch des Geistes Triebe, Wer es an sich selbst erfährt! Wenn Gott läßt den Eifer brennen, Brennt er bis zum Höllengrund; Nun er sich läßt Liebe nennen, Wird es allen Himmeln kund. 2. Liebe, die er in Erkenntnis Seines Sohnes uns bezeugt, Liebe, welche das Verständnis Aller Menschen übersteigt, Sitz' und steh', Laß mich dich erblicken Und vor dir mich bücken! enn ich, o Schöpfer, deine 30050 Macht, Die Weisheit deiner Wege, Die Liebe, die für alle wacht, Anbetend überlege, So weiß ich, von Bewundrung voll, Nicht, wie ich dich erheben soll, Mein Gott, mein Herr und Vater. 2. Mein Auge sieht, wohines blickt, 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, Die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, Preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer fleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Evang. Gesangbuch II. Gerh. Terstegen 1697-1769. 17 Du bist weit: ob allen Kindern; Du währst lang: auf alle Zeit;" Du reichst tief: zu armen Sündern; Du führst hoch: zur Herrlichkeit. 16. Mel. Mein Herzens- Jesu, meine Lust. 3. Liebe, die mein Herz darf glauben, Ob sie mein Verstand nicht faßt, Laß den Feind mich dir nicht rauben, Der uns als die Deinen haßt! Liebe, laß es mir gelingen, Dich zu kennen, wie du bist! Liebe, lehr mich ewig singen, Wie es Gottes würdig ist! Phil. Friedr. Hiller 1699-1769. Wer schließt den Schoß der Erde auf, Mit Vorrat uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, So weit die Wolken reichen. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, Dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, Bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft die Saat, hat Gott geMich, ruft der Baum in seiner Pracht, macht, Bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand 2 18 So wunderbar bereitet, Der Mensch, ein Geist, den sein Verstand Lob und Dank. Dich zu erkennen leitet, Der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, Ist sich ein täglicher Beweis Von deiner Güt und Größe. 17. Nach eigener Melodie; oder: Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. Mie groß ist des Allmächtgen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt, Der mit verhärtetem Gemüte Den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen Sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen; Vergiß, mein Herz, auch seiner nicht! 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmut mich geleitet? Er, dessen Rat ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Guts genießen? Ist's nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, Erhebe seinen Namen! Gott unser Vater sei gepreist, Und alle Welt sag' Amen! Und alle Welt fürcht' ihren Herrn Und hoff' auf ihn und dien' ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Christ. Fürchtegott Gellert 1715-1769. Zu welchem du erschaffen bist, Wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist! Du hast ein Recht zu diesen Freuden, Durch Gottes Güte sind sie dein; Sieh, darum mußte Christus leiden, Damit du könnteſt selig sein. Und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören, Den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz geschrieben, Sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles lieben Und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: Ich soll vollkommen sein wie er. Je mehr ich dies Gebot erfülle, Stell' ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, So treibt sie mich zu jeder Pflicht, Und ob ich schon aus Schwachheit fehle, Herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. Gott, laß deine Güt und Liebe Mir immerdar vor Augen sein! Sie stärk' in mir die guten Triebe, Mein ganzes Leben dir zu weihn! Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, Sie leite mich zur Zeit des Glücks, 4. Und diesen Gott sollt' ich nicht Die Furcht des letzten Augenblicks! Und sie besieg' in meinem Herzen ehren Christ. Fürchtegott Gellert 1715-1769. Lob und Dank. 18. Mel. An Wasserflüssen Babylon. Ge etreuer Gott, wie viel Geduld Erzeigest du uns Armen! Wir häufen täglich unsre Schuld, Du häufest dein Erbarmen. Was ist des Menschen Lebenslauf? Er ist verderbt von Jugend auf, Sein Sinn ist dir entgegen; Und gleichwohl, Bater, suchst du ihn Durch Gnad und Huld zurückzuziehn, Durch Langmut zu bewegen. 2. Du giebst den Sündern Zeit und Raum, Der Strafe zu entgehen. So läsfest du den argen Baum Nicht ohne Pflege stehen; Du wartest sein, du suchest Frucht, Und wenn du gleich umsonst gesucht, Hörst du nicht auf zu bauen; Du schonest sein von Jahr zu Jahr, Dein Vaterherz hofft immerdar Noch Frucht von ihm zu schauen. 3. Barmherziger, so große Huld Erzeigst du frechen Sündern Und hast nicht weniger Geduld Mit deinen schwachen Kindern. Sie werden ja, wenn Fleisch und Welt Und Satan ihnen Netze ſtellt, Oft sicher, matt und träge; Sie straucheln, sie vergehen sich, Sie fallen oft, verlassen dich Und deine heilgen Wege. 4. Drum rufst du ihnen in Gefahr, So oft sie irre gehen, Reichst ihnen Hand und Stärke dar, Du lockest sie mit Baterhuld, Von Sünden aufzuſtehen. Versprichst, durch Christum ihre Schuld 19 Und Fehler zu vergeben, Giebst reichlich Glauben, Geist und Kraft Und nach vollbrachter Pilgerschaft Ein ewig Freudenleben. 5. O Gott der Güte, duld uns noch Um Christi Tod und Schmerzen! Erwecke du und rühre doch Die trägen sichern Herzen, Daß deine Huld und Batertreu Doch nicht an uns verloren sei, Daß wir das Böse hassen Und uns noch in der Gnadenzeit Durch deine große Gütigkeit Zur Buße leiten lassen! Joh. Christ. Zimmermann 1702-1783. 19. Mel. Es ist genug! So nimm, Herr, meinen Geist. Gott ist getreu! Sein Herz, sein Mein Glaubensgrund hat dieſes Vaterherz Siegel: Ist voller Redlichkeit. Gott ist getreu! Gott ist getreu bei Wohlsein und 2. Gott ist getreu! Er ist mein bei Schmerz, treuster Freund, In gut und böser Zeit. Dies weiß, dies glaub' ich fest. Weicht, Berge, weicht, fallt hin, ihr Ich bin gewiß, daß er mich keinen Hügel, Feind Lob und Dank. 20 Zu hart versuchen läßt. Er wiegt bei jeder Prüfungsstunde Die Kraft von meinem Glaubenspfunde. Gott ist getreu! 3. Gott ist getreu! Er thut, was er verheißt, Er hält, was er verspricht; Wenn mir sein Wort den Weg zum Leben weist, So gleit' und irr' ich nicht. Gott ist kein Mensch, er kann nicht lügen, Sein Wort der Wahrheit kann nicht trügen. Gott ist getreu! 4. Gott ist getreu! Er handelt väterlich, 6. Gott ist getreu! Mein Vater, des ich bin, Den eingen Sohn dahin. Der Heiligste bezahlt das Lösegeld, Damit ich selig bin. Sorgt für mein Seelenwohl; Sein Will und Wunsch, sein Zweck und sein Bemühn Um uns zu retten vom Verderben, Ließ er den Eingebornen sterben. Gott ist getreu! Ist, daß ich leben soll. Er reinigt mich von allen Sünden, Gott ist getreu! Er läßt mich Ruh in Christo finden. 7. Gott ist getreu! Sein göttlich treuer Blick Giebt sorgsam auf mich acht; Er sieht mit Lust, wenn mich ein zeitlich Glück Was uns zu schwer ist, hilft er tragen, Erfreut und dankbar macht. Und endlich stillt er alle Klagen. Gott ist getreu! Und gut ist, was er thut. Dich stets im Herrn zu freun? Sein Liebesschlag erweckt und bessert Sei Gott getreu, sei unverzagt, mich, Die Strafe meint es gut. Das Kreuz wird mir zur Himmelsleiter, mag doch Die Welt voll Falschheit sein! Der falschen Brüder Neid und Tücke Gereicht am Ende mir zum Glücke. Gott ist getreu! Der Kampf macht mich zum guten Streiter. Gott ist getreu! 8. Gott ist getreu! Mein Herz, was fehlt dir noch, Wie zärtlich treu er ist! 5. Gott ist getreu! Er giebt der Gott treu zu sein sei deine frohe bösen Welt 9. Gott ist getreu! Vergiß, o Seel, es nicht, Pflicht, So lang du denkst und bist. Halt fest an Gott, sei treu im Glauben, Laß dir den starken Trost nicht rauben: Gott ist getreu! Ehrenfried Liebich) 1713-1780. Bitte und Fürbitte. 20. D Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. er Herr ist mein getreuer Hirt, Mir wird kein Gutes fehlen; Der Hüter, der nicht schläft noch irrt, Kann mir nur Heil erwählen. Er weidet mich auf grüner Au, Die Speise giebt vom Lebenstau Des Geistes seiner Gnade. 2. Er führet mich zum reinen Quell, Der mein Gemüt beglücket, Zum Wasser, welches frisch und hell Den schwachen Mut erquicket; Er leitet mich auf rechter Bahn, Er nimmt sich meiner Seele an Um seines Namens willen. 3. Und ob ich wall' im finstern Thal, Fürcht' ich doch keinen Schaden; Sein Auge wachet überall, Ich bin der Sorg entladen; Ach bleib bei uns, Herr Jeſu Christ, Weil es nun Abend worden ist; Dein göttlich Wort, das helle Licht, Laß ja bei uns auslöschen nicht! 2. In dieser letzten trüben Zeit Verleih uns, Herr, Beständigkeit, Daß wir dein Wort und SakraII. Bitte und Fürbitte. 21. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. ment Behalten rein bis an das End! Sein Stab und Stecken tröstet mich, Auf seine Treu und Macht kann ich Gar ruhig mich verlassen. 4. Du machst mir einen Tisch bereit Auch gegen meine Feinde, Verscheuchest Angst und Traurigkeit, Sprichst freundlich zu dem Freunde; Du salbst mein Haupt mit Öl, du schenkst 21 Mir voll den Becher ein und lenkst Zum Himmel hin mein Sehnen. 5. Ja, Gutes und Barmherzigkeit Wird lebenslang mir werden; Ich bleib' im Haus des Herrn die Zeit, Die ich noch leb' auf Erden. Und ist des Lebens Wallfahrt aus, Dann trägt mich in sein Vaterhaus Der Flügel treuer Liebe. Joh. Friedr. v. Meyer 1772-1849. 3. Laß uns in guter stiller Ruh Das zeitlich Leben bringen zu, Und wenn das Leben neiget sich, Laß uns einschlafen seliglich! 4. Herr Jesu, deine Kirch erhalt, Wir sind gar sicher, träg und kalt; Gieb Glück und Heil zu deinem Wort, Damit es schall' an jedem Ort! 5. Erhalt uns nur bei deinem Wort 22 Bitte und Fürbitte. Und wehr des Teufels Trug und Mord; Gieb deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Mut und Geduld! 6. Den stolzen Geistern wehre doch, Die sich mit Macht erheben hoch Und bringen stets was Neues her, Zu fälschen deine rechte Lehr! Her 7. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, Nicht unser, sondern dein ja ist; err, wie du willst, so schick's mit mir Und dann im Frieden fahren fort Von hinnen aus dem Jammerthal Zu dir in deinen Himmelssaal! 1611; Str. 3-9 von Nit. Selnecker 1530-1592. 22. Im Leben und im Sterben! Allein zu dir steht mein Begier, Laß mich, Herr, nicht verderben! Erhalt mich nur in deiner Huld, Sonst wie du willst; gieb mir Geduld, Denn dein Will ist der beste! Mel. Aus tiefster Not schrei' ich zu dir. 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, Darum so steh du denen bei, Die sich auf dich verlassen frei! 8. Dein Wort ist unsers Herzens Truß Zu deinem Worte Liebe; Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr Und deiner Kirche wahrer Schutz; Dabei erhalt uns, lieber Herr, Daß wir nichts andres suchen mehr! 9. Hilf leben uns nach deinem Wort Ach bleib mit deiner Gnade Bei uns, Herr Jesu Christ, Daß uns hinfort nicht schade Des bösen Feindes List! 100 100 2. Ach bleib mit deinem Worte, Bei uns, Erlöser wert, Daß uns an jedem Orte Sei Güt und Heil beschert! Und hilf, daß ich mich übe In Werken wahrer Frömmigkeit; Wend ab all Ungerechtigkeit In meinem ganzen Leben! 3. Soll ich einmal nach deinem Rat Von dieser Welt abscheiden, Verleih mir, Herr, nur deine Gnad, Daß es gescheh' mit Freuden! Mein Leib und Seel befehl' ich dir; Herr, ein selig End gieb mirDurch Jesum Christum! Amen. Kasp. Bienemann 1540-1591. 23. Mel. Christus der ist mein Leben. 3. Ach bleib mit deinem Glanze Bei uns, du wertes Licht; Dein' Wahrheit uns umschanze, Damit wir irren nicht! 4. Ach bleib mit deinem Segen Bei uns, du reicher Herr; Dein' Gnad und all Vermögen Reichlich in uns vermehr! Bitte und Fürbitte. 5. Ach bleib mit deinem Schutze Bei uns, du starter Held, Daß uns der Feind nicht trutze Noch fäll' die böse Welt! Durch welchen alles ist, Von dem wir alles haben, Gefunden Leib gieb mir, Und daß in solchem Leib Die Seele unverletzt, Rein das Gewissen bleib'! Gott, du frommer Gott, Du Brunnquell guter Saben, 24. Nach eigener Melodie. 3. Hilf, daß ich rede stets, Womit ich kann bestehen; Laß kein unnützes Wort Aus meinem Munde gehen, Und wenn in meinem Amt Ich reden soll und muß, So gieb den Worten Kraft Und Nachdruck ohn' Verdruß! 6. Ach bleib mit deiner Treue Bei uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit verleihe, Hilf uns aus aller Not! Josua Stegmann 1588-1632. 6. Soll ich auf dieser Welt 2. Gieb, daß ich thu' mit Fleiß, Mein Leben höher bringen, Was mir zu thun gebühret, Wozu mich dein Befehl In meinem Stande führet! Gieb, daß ich's thue bald, Zu der Zeit, da ich soll, Und wenn ich's thu', so gieb, Daß es gerate wohl! Durch manchen sauern Tritt Hindurch ins Alter dringen, So gieb Geduld; vor Sünd Und Schande mich bewahr, Auf daß ich tragen mag Mit Ehren graues Haar! 4. Droht mir Gefährlichkeit, So laß mich nicht verzagen, Gieb einen Heldenmut, Das Kreuz hilf selber tragen! Gieb, daß ich meinen Feind Mit Sanftmut überwind', Und wenn ich Rat bedarf, Auch guten Rat erfind'! 5. Laß mich mit jedermann In Fried und Freundschaft leben, So weit es christlich ist! Willst du mir etwas geben An Reichtum, Gut und Geld, So gieb auch dies dabei, Daß von unrechtem Gut Nichts untermenget sei! 7. Laß mich an meinem End Auf Christi Tod abscheiden, Die Seele nimm zu dir Hinauf zu deinen Freuden; Dem Leib ein Räumlein gönn Bei frommer Christen Grab, Auf daß er seine Ruh An ihrer Seite hab'! 23 8. Wenn du die Toten wirst An jenem Tag erwecken, Wollst du auch deine Hand Zu meinem Grab ausstrecken. Laß hören deine Stimm, Ruf meinen Leib hervor Und führ ihn schön verklärt Zum auserwählten Chor! Jch. Heermann 1585-1647. 24 Bitte und Fürbitte. 25. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. Jesu Christ, du wahres Licht, Ihr wund Gewissen mache heil, Erleuchte, die dich kennen nicht, Laß sie am Himmel haben teil! Und bringe sie zu deiner Herd, Daß ihre Seel auch selig werd'! 2. Erfüll mit deinem Gnadenschein, Die noch ihr Ohr dem Irrtum leihn, Und die, so heimlich noch ficht an In ihrem Sinn ein falscher Wahn! 3. Und was sich sonst verlaufen hat Von dir, das suche du mit Gnad; ch Gott, verlaß mich nicht, Gieb mir die Gnadenhände; Ach führe mich, dein Kind, Daß ich den Lauf vollende Zu meiner Seligkeit; Sei du mein Lebenslicht, Mein Stab, mein Hort, mein Schutz: Ach Gott, verlaß mich nicht! 26. Mel. O Gott, du frommer Gott. Wenn mir Versuchung naht Und meine Seel anficht, So weiche nicht von mir: Ach Gott, verlaß mich nicht! 2. Ach Gott, verlaß mich nicht, Regiere du mein Wallen; Ach laß mich nimmermehr In Sünd und Schande fallen; Gieb mir den guten Geist, Gieb Glaubenszuversicht, Sei meine Stärk und Kraft: Ach Gott, verlaß mich nicht! 4. Erleuchte, die da sind verblend't; Bring her, die sich von uns geVersammle, die zerstreuet gehn; Mach feste, die im Zweifel stehn! trennt; 2 3. Ach Gott, verlaß mich nicht, Ich ruf' aus Herzensgrunde: Ach Höchster, stärke mich In jeder bösen Stunde; 5. So werden sie mit uns zugleich Auf Erden und im Himmelreich Hier zeitlich und dort ewiglich Für solche Gnade preiſen dich. Joh. Heermann 1585-1647. 4. Ach Gott, verlaß mich nicht, Ach laß dich doch bewegen; Ach Bater, kröne doch Mit reichem Himmelssegen Die Werke des Berufs, Die Werke meiner Pflicht, Zu thun, was dir gefällt: Ach Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach Gott, verlaß mich nicht, Ich bleibe dir ergeben! Hilf mir, o großer Gott, Recht glauben, christlich leben Und selig scheiden einst, Zu sehn dein Angesicht; Hilf mir in Not und Tod: Ach Gott, verlaß mich nicht! Salomo Franck? 1659-1725. Bitte und Fürbitte. 27. Mel. O Gott, du frommer Gott. err, du erforschest mich, Dir bin ich nicht verborgen; Du kennst mein ganzes Thun, Mein Schaffen und mein Sorgen; Ja was die Seele denkt, War dir bereits bekannt, Eh' der Gedanke noch Vor meiner Seele stand. 2. Wo meine Füße gehn, Wo ich mich niederlege, Da bist du stets um mich Und siehest meine Wege; Du weißt ein jedes Wort, Du schaffest, was ich thu'. Erstaunt seh' ich auf dich, Wie wunderbar bist du! 3. Wohin, wohin soll ich Vor deinem Geiste fliehen, Und wo kann deinem Aug Ich jemals mich entziehen? Führ' ich gen Himmel auf, So bist du, Höchster, da; Führ' ich zur Tief hinab, Auch dort bist du mir nah. 4. Wenn ich die Flügel nähm' Der lichten Morgenröte Und suchte, dich zu fliehn, Des Meeres fernste Öde, Doch hält auch dort mich fest Die starke Gotteshand, Die Erde, Luft und Meer Und jeden Raum umſpannt. 5. Und spräch' ich: Finsternis, Komm her, mich zu bedecken, Auch in der Nacht würd' mich Dein heilig Auge schrecken. Es ist die Finsternis Vor dir wie helles Licht, Die Nacht glänzt wie der Tag Vor deinem Angesicht. Herr höre, Herr erhöre! Ghre An allen Orten aus; Behüte alle Stände 6. Eh' ich geboren war, Fingst du an mich zu lieben, Und meiner Tage Zahl Ward in dein Buch geschrieben. Ich danke dir, daß du Mich wunderbar erschufst; Voll Wunder alles ist, Was du ins Leben rufft. 7. Wie köstlich sind vor mir Des Ewigen Gedanken! Unzählbar sind sie mir, Sind ohne Maß und Schranken. Mit Ehrfurcht will ich stets Auf dich, mein Schöpfer, sehn, Dir folgen und dein Lob, So gut ich kann, erhöhn. 8. Erforsche mich, mein Gott, Und prüfe, wie ich's meine, Ob ich dir folgsam bin Und nicht vielleicht nur scheine! Sieh, ob mein Fuß vielleicht Den bösen Weg betrat, Und hilf mir, daß ich geh' Allein den ewgen Pfad! Ludw. Andr. Gotter 1661-1735. 28. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 25 Durch deiner Allmacht Hände, Beschütze Kirche, Thron und Haus! 2. Ach laß dein Wort uns allen Noch ferner rein erschallen 26 Zu unsrer Seelen Nutz; Bewahr uns vor den Rotten, Tie deiner Wahrheit spotten, Biet allen deinen Feinden Trutz! Bitte und Fürbitte. 3. Gieb du getreue Lehrer Und unverdroßne Hörer, Die beide Thäter sei'n; Auf Pflanzen und Begießen Laß dein Gedeihen fließen Und ernte reiche Früchte ein! 4. Du wollst uns hoch beglücken, Mit hellen Gnadenblicken Auf unsern Fürsten ſehn; Schüß ihn auf seinem Throne, Laß allzeit Reich und Krone In segensvollem Glanze stehn! 5. Laß alle, die regieren, Ihr Amt getreulich führen, Schaff. jedermann sein Recht, Daß Fried und Treu sich müssen In unserm Lande küssen, Und segne beide, Herrn und Knecht! 6. Erhalt in jeder Ehe, Beim Glücke wie beim Wehe, Rechtschaffne Frömmigkeit; In Ehrbarkeit und Tugend Gedeihe unsre Jugend, Zu deines Reiches Dienst bereit! 7. O Vater, wend in Gnaden Krieg, Feuer, Wasserschaden Und Sturm und Hagel ab; Bewahr des Landes Früchte Und mache nicht zunichte, Was deine milde Hand uns gab! 8. Gedenke voll Erbarmen Der Leidenden und Armen, Verirrte bring herein; Die Witwen und die Waisen Wollst du mit Troste speisen, Wenn sie zu dir um Hilfe schrein! Offenbare deine Ehre, Gütig bist du ja gesinnt! Unsre Herzen flehn zu dir In dem Namen Jesu hier. 2. Wer kann dich genug erheben? 9. Hilf gnädig allen Kranken, Und die im Glauben wanken, Laß nicht zu Grunde gehn; Die Alten heb und trage, Auf daß sie ihre Plage Geduldig mögen überstehn! 10. Bleib der Verfolgten Stüte, Die Reisenden beschütze, Die Sterbenden geleit Mit deinen Engelscharen, Daß sie in Frieden fahren Zu Zions Freud und Herrlichkeit! 11. Nun Herr, du wirst erfüllen Was wir nach deinem Willen In Demut jetzt begehrt. Wir sprechen nun das Amen In unsers Jesu Namen: So ist all unser Flehn erhört! Benj. Schmold 1672-1737, 29. Mel. Gott des Himmels und der Erden. ater, lieber Vater, höre, Wie dein Name, so dein Ruhm. Wenn zum Himmel ruft dein Ach erhalt in Lehr und Leben Kind! Deines Namens Heiligtum! Diesen Namen laß allein Unsre höchste Freude sein! 3. Komm zu uns mit deinem Reiche, König, dem kein König gleich! Univ.- Bibl. Giessen Bitte und Fürbitte. Daß das Reich des Satans weiche, Bau in uns dein Gnadenreich! Führ uns auch nach dieser Zeit In das Reich der Herrlichkeit! 4. Lasse deinen guten Willen, Lieber Gott, bei uns geschehn, Daß wir ihn mit Lust erfüllen Und auf deinen Wegen gehn! Laß uns deines Willens sein, So stimmt Erd und Himmel ein! 5. Geber aller guten Gaben, Gieb uns das bescheidne Teil! Du weißt, was wir müssen haben, Und bei dir steht unser Heil. Hat man Gott und täglich Brot, O so hat es keine Not. 6. Großer Gott, von großen Gnaden, Mei ein lieber Gott, gedenke meiner Im besten jetzt und allezeit, Denn außer dir ist nirgend einer, Der mich mit Rat und Trost erfreut! Dein Wort macht mich voll Zuversicht Und sagt mir, du vergißt mein nicht. 30. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 2. Gedenke meiner, wenn ich höre Dein süßes Evangelium, Und mache durch die Himmelslehre Mein Herz zu deinem Heiligtum, Daß deine Aussaat wohl geling' Und tausendfache Früchte bring'! Ach vergieb die Sündenschuld, Die wir täglich auf uns laden; Habe nur mit uns Geduld! Laß uns andern auch verzeihn, Dann wirst du uns gnädig sein! 3. Gedenke meiner, wenn ich bete, Und merke du mit Gnaden drauf! Weil ich in Christo vor dich trete, So schließ dein Vaterherz mir auf; 27 7. Will die böse Lust uns leiten Auf die Sündenbahn der Welt, Hilf uns in Versuchung streiten, Daß der Geist den Sieg behält! Laß uns fest im Glauben stehn Und in keiner Angst vergehn! 8. Alle Not und Trübsal wende, Daß sie uns nicht schädlich sei, Und mach uns an unserm Ende Einst von allem Übel frei! Dein ist Reich und Kraft und Ehr; Amen, großer Gott, erhör! Benj. Schmold 1672-1737. Doch gieb mir nichts als dies allein, Was mir kann gut und selig sein! 4. Gedenke meiner, wenn ich falle, Und wirf mich nicht im Zorne hin! Weil ich, so lang ich hier noch walle, Im Fleische schwach und blöde bin! So fördre meinen Gang und Stand Durch Kraft und Stärke deiner Hand! Wen hab' ich sonst als dich allein, 5. Gedenke meiner, wenn ich leide! Der bei der Menschen Haß und Neide Mein Freund und Tröster könnte ſein? Und hab' ich dich, so lacht mein Mut, Wenn gleich die Welt mir Böses thut. 28 Bitte und Fürbitte.. 6. Gedenke meiner, wenn ich sterbe Und mich die ganze Welt vergißt! Verseße mich in jenes Erbe, Wo du mein Teil und Leben bist! Denn bleibst du nicht im Himmel mein, So wollt' ich nie geboren sein. 31. Mel. Allein Gott in der Höh sei Ehr. Gott, deine Güte reicht so weit, So weit die Wolfen gehen; Du frönst uns mit Barmherzigkeit Und eilst uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, Vernimm mein Flehn, mert auf mein Wort, Denn ich will vor dir beten! 2. Jch bitte nicht um Überfluß Und Schätze dieser Erden; Laß mir, so viel ich haben muß, Nach deiner Gnade werden! Gieb mir nur Weisheit und Verstand, Dich, Gott, und den, den du gesandt, Und mich selbst zu erkennen! Urquell aller Seligkeiten, Die in Strömen sich verbreiten 32. Mel. Sollt es gleich bisweilen scheinen. Durch der Schöpfung weit Gebiet, Vater, hör mein flehend Lied! 7. Ich will mich über nichts betrüben; In deine Hände hast du mich Zum Heil und Segen eingeschrieben, Drum hoffe ich allein auf dich. Ich glaube fest und ungekränkt, Daß Gott im besten mein gedenkt. Erdmann Neumeister 1671-1756. 2. Nicht um Güter dieser Erde, Des erhabnen Geists Beschwerde, Um die Weltlust komm' ich nicht, Vater, vor dein Angesicht. 3. Schätze, die mich nicht verlassen, Wann ich sterbend werd' erblassen, 3. Jch bitte nicht um Ehr und Ruhm, So sehr sie Menschen rühren; Des guten Namens Eigentum Laß mich nur nicht verlieren! Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, Der Ruhm vor deinem Angesicht Und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt' ich dich, Herr Zebaoth, Auch nicht um langes Leben; Im Glücke Demut, Mut in Not, Das wollest du mir geben! In deiner Hand steht meine Zeit; Laß du mich nur Barmherzigkeit Vor dir im Tode finden! Christ. Fürchtegott Gellert 1715-1769. Tugenden, des Christen wert, Sind es, die mein Herz begehrt. Festen Glauben möcht' ich haben, 4. Geber aller guten Gaben! Wie ein Meerfels unbewegt, Wenn an ihn die Woge schlägt; 5. Lieb, aus deinem Herzen stammend, Immer rein und immer flammend, Liebe, die dem Feind verzeiht und dem Freund das Leben weiht; Bitte und Fürbitte. 6. Hoffnung, die mit hohem Haupte, Wenn die Welt ihr alles raubte, Hinblickt, wo sie wonnevoll Alles wieder finden soll; 7. Starken Mut im Kampf des Christen Mit der Welt und ihren Lüsten; Sieg dem Geist, und wenn er siegt, Demut, die im Staub sich schmiegt; autoce 8. Duldung, alle Lebensplagen Mit Gelassenheit zu tragen; Stilles Harren, bis der Tod Mich erlöst auf dein Gebot; 9. Seelenruhe, Mut im Sterben, Wann die Lippen sich entfärben Gott Bater in dem Himmel, Dein Wort des Segens über mich, Daß ich im Frieden jeden Tag Beginnen und vollenden mag! Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 2. Herr, was mir deine Hand bestimmt, Was sie mir spendet oder nimmt, Glück oder Weh, das gelte mir Als Segen und Geschenk von dir! 3. Gieb mir ein Herz durch Gnade fest, Das dich in allem walten läßt Und unbedingt mit Kindesmut In deinem Vaterwillen ruht! Und der letzte Seufzer spricht: O mein Jesu, laß mich nicht! 12. Seele, gieb dich nun zufrieden, Jesus kommt und stärkt die Müden; Nur vergiß nie sein Gebot: Sei getreu bis in den Tod! Christ. Friedr. Dan. Schubart 1739-1791. 33. 4. Hilf, daß ich züchtig, klug und treu In Worten, Sinn und Werken sei 10. Willst du, Herr von meinem Leben, Diese Seligkeit mir geben, So wird auch die Leidensnacht Mir zum heitern Tag gemacht. 29 11. Immer will ich beten, ringen, Stille harren, Dank dir bringen, Bis dein Ruf einst meinen Geist Zu dir, Vater, kommen heißt. Und alles, was zur Sünde rät, In mir besiege durch Gebet! 5. Laß deines Sohnes Gnadenschein Beständig mir im Herzen sein; Sein Leben, Wort und Kreuzesbild Sei meiner Seele Sonn und Schild! 6. Fällt mir ins Herz dein Lebenswort, Dann wirke du, daß es sofort Im Innern aufkeimt, Wurzel schlägt Und Frucht für dich und andre trägt! 7. Bedroht mich Trübsal und Gefahr, So rette du mich immerdar Und laß mich, wenn ich Hilfe fand, In Demut preisen deine Hand! 30 Bitte und Fürbitte. 8. Sinkt aus der Hand mein Wanderstab, Geh' ich ins finstre Thal hinab, So nimm, o Gott, mein Heiland, dann Dich meiner Seele herzlich an! 2. Des Lebens Tag ist schwül, des Lebens Abend Oft stürmisch noch und wenigen nur labend. Ach, es bedarf das Herz im Staub hienieden, Herr, deinen Frieden! 34. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. ieb deinen Frieden uns, o Herr der Stärke! Im Frieden nur gedeihen deine Werke; Daß wir im Kampf mit Sünde nicht ermüden, Stärk uns mit Frieden! 3. Gieb Frieden, daß die fromme, dir getreue, Oft schwer geprüfte Seele sich erneue, Daß sie nicht mutios hingerissen werde Vom Geist der Erde! 9. Schenk mir im letzten Augenblick Gieb Frieden, Herr, gieb Frieden, Ein Vorgefühl von jenem Glück, Das du nach Tageshitz und Last Den Deinen dort bereitet hast! Sam. Gottlieb Bürde 1753-1831. Du milder Liebeshort! Einst bist du abgeschieden Mit süßem Freudenwort: Ich geb' euch meinen Frieden, Wie ihn die Welt nicht giebt, 4. Gieb, wie den Vätern, die dir wohlgefallen, Auch uns den Frieden, die im Kampf noch wallen; Gieb Hoffnung, daß des Glaubens Ehrenkrone Dem Sieger lohne! 5. Das ganze Leben auf der dunkeln Erde Ist, ach, ein Streit mit Sorgen und Beschwerde; O birg uns, Herr, in deines Friedens Schatten, Wenn wir ermatten! 6. Und wenn zuletzt wir mit dem Tode ringen, Deck' uns dein Engel, Herr, mit mächtgen Schwingen Und trag' uns hin, von allem Kampf geschieden, Zum ewgen Frieden! 35. Mel. Herzlich thut mich verlangen. Karl Bernh. Garve 1763-1841. Verheißen und beschieden Dem, der da glaubt und liebt. 2. Gieb Frieden, Herr, gieb Frieden! Die Welt will Streit und Krieg, Der Stille wird gemieden ,. Bitte und Fürbitte. Der Wilde hat den Sieg; Viel Unruh herrscht auf Erden Und Lug und Trug und List. Du milder Liebeshort! Dann wird es schon hienieden Ein Paradiesesort, Und Sorgen fliehn und Schmerzen Aus jeder schweren Brust; In Freuden glühn die Herzen, 3. Gieb Frieden, Herr, gieb Frie- In Lieb und Himmelsluſt. den, Ach laß es stille werden, Du stiller Jesus Christ! 36. Mel. Werde Licht, du Volk der Heiden. Hüter Ifraels, behüte bir vertraut Uns, die wir uns dir vertraut Und im Schatten deiner Güte Unsre Hütte aufgebaut; Laß uns ohne Furcht und Grauen Unter deinen Flügeln trauen! 2. Walte über uns in Gnaden, Hab auf alle treulich acht, Wende mächtig allen Schaden, Sei uns nah bei Tag und Nacht, Sei uns Schild und sei uns Sonne, Sei uns Leben, Licht und Wonne! 3. Wir sind Fremdlinge und Gäste, Du bist überall zu Haus; Mache Thor und Riegel feste, Leit uns sicher ein und aus! Ernst Moritz Arndt 1769-1860. 2. Walte, Herr, mit deiner Gnade Über deiner kleinen Schar, Gieß auf unsre Pilgerpfade Deinen Segen wunderbar! Unsre Leiber, unsre Seelen Wir in deinen Schutz befehlen. 31 4. O wie wohl sind wir geborgen Unter deiner Gottestreu! Deine Güt ist alle Morgen über deinem Volke neu, Und die Fülle deiner Gaben Läßt uns keinen Mangel haben. 37. De Mel. Ringe recht, wenn Gottes Gnade. er du trugst die Schmerzen aller, Vielgeprüfter Menschensohn, Blick auf deine armen Waller Nun vom ewgen Königsthron! 5. Halleluja! Preis und Ehre Sei dir unter uns bereit, Herz und Mund dein Lob vermehre Hier und dort in Ewigkeit, Wo wir mit den Millionen Deines Volkes bei dir wohnen. Karl Joh. Phil. Spitta 1801-1859. 3. Deines Geistes leises Wehen Fach' in uns dein Leben an, Daß wir festen Schrittes gehen Deine schmale Glaubensbahn. 4. In das Innerste der Herzen Sprich dein: Friede sei mit euch! Will die Not des Lebens schmerzen, Mach uns in dir froh und reich! 32 Bitte und Fürbitte. 5. Als ein Born von Lieb und Wahrheit, Als ein Licht am dunkeln Ort Wohne, wirke, leb' in Klarheit Unter uns dein heilges Wort. 9. Unsre dunkeln Lampen schmücke Mit des Glaubens Öl fortan; Stärke unsrer Hoffnung Blicke 6. Führt das eigne Herz uns irre, Ins verheißne Kanaan! Wache du und rette du, Nach des Tagewerks Gewirre Schenk uns deine Sabbatruh! 7. Will Versuchung uns umfangen, Laß uns schaun dein Kreuzesbild; Will im Kampf die Seel erbangen, Sei du Sieger, Schirm und Schild! 8. Deck von schön geschmückten Sünden Uns die Wurzel auf, und dann Laß den Weg zum Kreuz uns finden, Wo die Schuld du ausgethan! u bist das Licht von Gott geſendet, Dein Wort ist wie die Sonne klar, Und wer sich dem hat zugewendet, Der wird erleuchtet wunderbar. Du Licht aus Gott, ich bitte dich, Erleuchte mich, erleuchte mich! 2. Du bist die Macht, du bist die Stärke, Der Grundstein in dem Bau der Welt, Die Kraft zu jedem guten Werke, Der Fels, auf den das Werk gestellt. Du starter Held, ich bitte dich, Mit deiner Kraft durchdringe mich! 3. Du bist die Liebe, die getragen Der sündgen Menschheit Schuld und Not, Die Liebe, die, ans Kreuz geschlagen, 10. Gieße über die Gemeine Deiner Liebe Reichtum aus, Und in seligem Vereine Führ uns heim ins Vaterhaus! 38. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 11. O wie wollen wir dich loben, Guter Hirte, wenn du einst In der ſelgen Heimat droben Deine Herde dir vereinst! Meta Heußer 1797-1876. Mit Freuden starb den Opfertod. Du Liebesfürst, ich bitte dich, Zu deiner Lieb entflamme mich! 4. Du bist der Quell des ewgen Lebens, Den Gott uns offenbar gemacht, Und wen du tränkst, den schreckt vergebens Der Sünde und des Grabes Nacht. Du Lebensquell, ich bitte dich, In meinen Geist ergieße dich! 5. Du bist die Schönheit, die Vollendung, In der sich Gottes Bild erschloß, Als er in liebender Verschwendung Des Geistes Füll auf dich ergoß. Abglanz von Gott, ich bitte dich, Verkläre mich, verkläre mich! Julius Sturm geb. 1816. Sonntag und Gottesdienst. # 38721 III. Sonntag und Gottesdienst. bisfl 1. Eingangslieder. 39. Nach eigener Melodie. err Jesu Christ, dich zu uns et d. wend, Den heilgen Geist du zu uns send! Mit Hilf und Gnad er uns regier' Und uns den Weg zur Wahrheit führ'! 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein, Bereit das Herz zur Andacht sein, Den Glauben mehr, stärk den Verstand, Daß uns dein Nam werd' wohl bekannt! Liebi Diebster Jesu, wir sind hier, Dich und dein Wort anzuhören; Lenke Sinnen und Begier Auf die süßen Himmelslehren, Daß die Herzen von der Erden, Ganz zu dir gezogen werden! bin bin miqtis2 jaid 40. Nach eigener Melodie. 2. Unser Wissen und Verstand Ist mit Finsternis umhüllet, Wo nicht deines Geistes Hand adidl 33 3 tbon bim sino? 3. Einst singen wir mit Gottes Heer Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig, Lege mich vor deinen Thron; Schwache Thränen, Kindlich Sehnen Bring' ich dir, du Menschensohn. Evang. Gesangbuch II. Das: Heilig, heilig ist der Herr, Und schauen dich von Angesicht In ewger Freud und selgem Licht. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, Dem heilgen Geist im höchsten Thron; sisal Der heiligen Dreieinigkeit Sei Lob und Preis in Ewigkeit! Wilhelm II. von Sachsen- Weimar? 1598-1662. Uns mit hellem Licht erfüllet. Gutes denken, thun und dichten Mußt du selbst in uns verrichten. 41. Nach eigener Melodie. 3. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht, aus Gott geboren, Mach uns allesamt bereit, Öffne Herzen, Mund und Ohren; Unser Bitten, Flehn und Singen Laß, Herr Jesu, wohl gelingen! Tobias Clausnitzer 1619-1684. Laß dich finden, Laß dich finden, Bin ich gleich nur Staub und Thon! 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt' dich, 3 Sonntag und Gottesdienst. 34 Lenke mich nach deinem Sinn; Dich alleine Ich nur meine, Dein erkaufter Erb ich bin. Laß dich finden, Laß dich finden, Gieb dich mir und nimm mich hin! 3. Jch begehre, Herr, gewähre Mir nur deine freie G'nad, Die du giebest, Weil du liebest Den, der dich liebt in der That! Beschwertes Herz, leg ab die Sorgen, Erhebe dich, gebeugtes Haupt! Es kommt der angenehme Morgen, Da Gott zu ruhen hat erlaubt, Da Gott zu ruhen hat befohlen Und selbst die Ruhe eingeweiht. Auf, auf, die ihm geraubte Zeit In seinem Dienste einzuholen! 42. Mel. Mein Jesu, dem die Seraphinen. 2. Auf, laß die Welt aus deinem Sinne, Dein irdisch Wert laß stille stehn! Du sollst zu höherem Gewinne In deines Gottes Tempel gehn, Ihm zu bezahlen deine Pflichten Und zur Vermehrung seines Ruhms Die Werke deines Priestertums In tiefster Andacht zu verrichten. Laß dich finden, Laß dich finden; Der hat alles, der dich hat! 3. Mein Gott, ich bin vor dir schienen Und gebe auf dein Winken acht. Wie kann ich dir gefällig dienen, Wenn mich dein Geist nicht tüchtig dun dito macht? 4. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichtum, Wollust, Ehr und Freud Sind nur Schmerzen Meinem Herzen, Wie wird mein Herz in dir erfreuet, Wenn er nicht stillt der Sünde Bein? Welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, Laß dich finden, Großer Gott, ich bin bereit! Joach. Neander 1650-1680. Wie kann mein Beten kräftig sein, Wenn er mein Wesen nicht erneuet? 4. Kann meine Harfe lieblich klingen, Wenn sie dein Finger nicht berührt? Kann ich die düstre Nacht durchdringen, Wenn dieser Leitstern mich nicht führt? Kann ich ein reines Opfer werden, Wenn diese Flamm nicht in mich fährt Und mich in deiner Lieb verzehrt Und hebet von dem Staub der Erden? Die Hütte, bis ich scheid' einmal; Indessen gieb mir dich zu schauen, er- Lebenslicht und Gnadenstrahl! 5. In deinem Haus will ich mir bauen So feir' ich recht den Tag der Sonnen, So hab' ich meine Ruh in dir; Ach habe du dein Werk in mir, Vollführe, was du hast begonnen! 6. Wenn sich des Lebens Werktag' enden, Sonntag und Gottesdienſt. So ruh', von allem Frondienst los, Wo man in sicherm Frieden ruht, Mein Geist in deinen Vaterhänden, Nichts denket, redet oder thut, Mein Leib in seiner Mutter Schoß, Als dich zu lieben, dich zu loben. Bis beide feiern einst dort oben, Christoph Wegleiter 1659-1706. 43. Mel. Gott des Himmels und der Erden. hut mir auf die schöne Pforte, Führt in Gottes Haus mich ein! Ach wie wird an diesem Orte Meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angesicht, Hier ist lauter Trost und Licht. 2. Herr, ich bin zu dir gekommen, Komme du nun auch zu mir! Wo du Wohnung hast genommen, Da ist lauter Himmel hier: Zieh in meinem Herzen ein, Laß es deinen Tempel sein!" Halle alleluja, schöner Morgen, Schöner als man denken mag! Heute fühl' ich keine Sorgen, Denn das ist ein lieber Tag, Der durch seine Lieblichkeit Mich im Innersten erfreut. 44. Mel. Gott des Himmels und der Erden. 2. Süßer Ruhetag für alle, Sonntag, der voll Lichtes ist, Heller Tag im dunkeln Thale, Zeit in der viel Segen fließt, Stunde voller Seligkeit, Du vertreibst mir alles Leid! 3. Ach wie schmeck' ich Gottes Güte Recht als einen Morgentau, 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, Heilige du Leib und Geist, Daß mein Singen und mein Beten Dir ein lieblich Opfer heißt; Heilige du Mund und Ohr, Zieh das Herz zu dir empor! 35 4. Rede, Herr, so will ich hören, Und dein Wille werd' erfüllt; Nichts laß meine Andacht stören, Wenn der Brunn des Lebens quillt; Speise mich mit Himmelsbrot, Tröste mich in aller Not! Benj. Schmold 1672-1737. Die mich führt aus meiner Hütte Zu des Vaters grüner Au; Da hat wohl die Morgenstund Edeln Schatz und Gold im Mund. 4. Ruht nur, meine Weltgeschäfte! Begres hab' ich heut zu thun, Denn ich brauche alle Kräfte, In dem höchsten Gott zu ruhn; Heut schickt keine Arbeit sich Als nur Gottes Werk für mich. 5. Dies soll in der Zionsstille Heute meine Arbeit sein, Daß ich sammle da die Fülle Von den höchsten Schätzen ein, Wenn mein Jesus meinen Geist Mit dem Wort des Lebens speist. 36 6. Herr, ermuntre meine Sinnen, Wirke selbst in meiner Brust, Laß mich Lehr und Trost gewinnen, Gieb zu deinem Dienste Lust, Daß mir deines Wortes Schall Tief im Herzen wiederhall'! Sonntag und Gottesdienst. 7. Segne deiner Knechte Lehren, selber Mund; Mach mit allen, die dich hören, He di Mel. Liebster err, vor deinem Angesicht Hat die Andacht uns versammelt; Ach verwirf die Bitten nicht, Die dein Volk dir, Höchster, stammelt! Jeho Hör auf unsre schwachen Lieder Und sieh gnädig auf uns nieder! 2. Laß dein Wort, das hier erschallt, Viele gute Früchte bringen 45. Jesu, wir sind hier. ehovah, Jehovah, Jehovah, Heute deinen Gnadenbund, Daß, wenn man hier fleht und singt, Solches dir zum Herzen dringt! deinem Namen Sei Ehre, Macht und Ruhm! Amen, Amen! Bis einst der Tempel dieser Welt 8. Gieb, daß ich den Tag beschließe, Wie er angefangen ist! Segne, pflanze und begieße, der du Herr des Sabbats biſt, Bis ich einst auf jenen Tag Ewig Sabbat halten mag! Jonath. Krause 1701-17621 46. Nach eigener Melodie. Se Resu, Seelenfreund der Deinen, Sonne der Gerechtigkeit, Wandelnd unter den Gemeinen, Die zu deinem Dienst bereit, Komm zu uns, wir sind beisammen, Und mit göttlicher Gewaltsc Tief in unsre Seele dringen; Laß es unsern Sinn erneuen Und das Herz mit Trost erfreuen! 3. Dein Gebot mach uns bekannt Und hilf selbst es treulich üben, Dich und den, den du gesandt, Jesum Christum herzlich lieben, Daß kein Schmerz und keine Freude Uns von deiner Liebe scheide! Daniel Schiebeler 1741-1771. Auf dein Wort in Staub zerfällt, Soll in unsern Hallen d Das Heilig, Heilig, Heilig erschallen. Halleluja, Halleluja! Gottlieb Konr. Pfeffel 1736-1809. 47. Mel. Alle Menschen müssen sterben. Gieße deine Geistesflammen, in Gieße Licht und Leben aus Über dies dein Gotteshaus! 2. Komm, belebe alle Glieder, Du, der Kirche heilig Haupt; Sonntag und Gottesdienst. Treibe aus, was dir zuwider, Was uns deinen Segen raubt! Komm, entdeck uns in der Klarheit Gottes Herz voll Gnad und Wahrheit; Laß uns fühlen allzugleich: „ Ich bin mitten unter euch!" 3. Laß sich die Gemüter kehren Zu dir, Glanz der Ewigkeit! Laß uns innigst nur begehren, Was uns dein Erbarmen beut! Laß dein Licht und Leben fließen Und in alle sich ergießen, Stärke deinen Gnadenbund, Herr, in jedes Herzens. Grund! 4. Laß auch unsern Lehrer sehen Nur auf dich, Herr Jesu Christ! Laß die Hörer tief verstehen, Daß du selbst zugegen bist, Mild in jedes Herz zu kommen! wie freun wir uns der Stunde, Da wir dir, Herr Jesu, nahn, Um aus deinem heilgen Munde Lebensworte zu empfahn! Laß uns heute nicht vergebens Hörer deines Wortes sein, Schreibe selbst das Wort des Lebens Tief in unsre Herzen ein! 2. Sieh, wir sitzen dir zu Füßen, Großer Meister, rede du; Sieh, wir hören deiner süßen Rede heilsbegierig zu; 48. Mel. O du Liebe meiner Liebe. Denn was nicht aus dir genommen, Taugt, und wär' es noch so schön, Nicht in deine Himmelshöhn. Dir zur Ehre, Uns zur Lehre 5. Komm, o Herr, in jede Seele, Laß sie deine Wohnung sein, Daß dir einst nicht eine fehle In der Gotteskinder Reihn! Laß uns deines Geistes Gaben Reichlich miteinander haben, Offenbare heiliglich, Haupt, in allen Gliedern dich! 37 6. Was von dir uns zugeflossen, Müsse Geist und Leben sein; aff Was die Seele hat genossen, Mache sie gerecht und rein. Komm, o Jesu, uns zu segnen, Jedem gnädig zu begegnen, Daß in ewger Lieb und Treu Jedes dir verbunden ſei! Joh. Mich. Hahn 1758-1819. Lehr uns, wie wir selig werden, Lehr uns, wie wir unsre Zeit, Diese kurze Zeit auf Erden, Nützen für die Ewigkeit! 49. opinis mel. Sieh, hier bin ich Ehrenkönig. ieh uns fertig, Gegenwärtig, Anzubeten, Herr, vor dir! 3. Nun so lege Licht und Liebe, Kraft und Feuer auf dein Wort; Laß es mit lebendgem Triebe dall In uns wirken fort und fort; Hilf uns, daß wir treu bewahren, Was wir in das Herz gefaßt, Und laß andre auch erfahren, Daß du Lebensworte hast! Karl Joh. Phil. Spitta 1801-1859. C Sind wir all versammelt hier. Herr, erscheine! Groß und Kleine, Deiner Gnade harren wir. 38 Sonntag und Gottesdienst. 2. Hohe Stille, Segensfülle Weht um uns an diesem Ort. Was zerstreuet Und entzweiet, Bleib' aus diesen Mauern fort; Deine Hallen Soll durchschallen, Herr, Herr, dein lebendig Wort. 50. Mel. Heut singt die liebe Christenheit. Seins hätten wir von Herzen gern Und wollen unsern lieben Herrn Recht innig drum anflehen: Ach lieber Gott, in deinem Haus Laß uns gesegnet ein und aus Als deine Kinder gehen! 2. Es ist doch nirgends in der Welt Um unser Herz so wohl bestellt Als hier, wo wir erscheinen, Den schönen Gottesdienst zu schaun Und an dem Wort uns zu erbaun, Womit du dienst den Deinen. 3. Hier legen wir den Wanderstab Und allen Staub der Erde ab Und alle Mühn und Sorgen, 3. Sieh uns fertig, Gegenwärtig, Anzubeten, Herr, vor dir! Brich die Wolke, Zeig dem Volke Offen deine Himmelsthür! Laß uns brennen Und erkennen: Ja fürwahr, der Herr ist hier! Karl Gerok geb. 1815. Die ie Gnade unsers Herrn Jesu Christi Und die Liebe Gottes Wir halten miteinander Rast Und laden uns bei dir zu Gast Und fühlen uns geborgen. 4. Da wird das Herz so freudenvoll Und weiß nicht, wie es danken soll; Da beten wir und singen, Um dir mit aller Engel Heer Demütig Lob und Preis und Ehr Als Opfer darzubringen. 5. Ach komm und sei uns Burg und Hort Und laß von deinem lautern Wort Uns nichts auf Erden treiben, Und segne gnädig unsern Gang, Damit wir unser Leben lang Bei deinem Haus verbleiben! Julius Sturm geb. 1816. 2. Zum Schluß des Gottesdienstes. 51. Nach eigener Melodie. Und die Gemeinschaft des heilgen Geiſtes Sei:: mit uns allen.:,: Amen. 2. Kor. 13, 13. Zum Schluß des Gottesdienstes. 52. Mel. Valet will ich dir geben. Laß dein mich sein und bleiben, Herr, laß mich nur nicht wanken, Du treuer Gott und Herr; Von dir laß nichts mich treiben, Halt mich bei deiner Lehr; Gieb mir Beständigkeit; Dafür will ich dir danken In alle Ewigkeit! A 53. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. Unsern Ausgang segne, Gott, Unsern Eingang gleichermaßen, Segne unser täglich Brot, öchster Gott, wir danken dir, Daß du uns dein Wort gegegeben. Gieb uns Gnade, daß auch wir Nach demselben heilig leben; Gieb dem Glauben solche Stärke, Daß er thätig sei durch Werke! He 54. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 2. Uns, o Vater, lehrest du, Was wir thun und glauben sollen. Schenk uns deine Kraft dazu, err unser Gott, dich loben wir, Herr unser Gott, wir danken dir Die Feier dieser Stunde. O dir sei unsre Lebenszeit, Die uns noch übrig ist, geweiht Nit. Selnecker 1530-1592. Segne unser Thun und Lassen, Segne uns mit selgem Sterben Und mach uns zu Himmelserben. Hartmann Schenk 1634-1681. 55. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. aßt uns nun mit Jesu ziehen Durch das dunkle Thal der Zeit! 39 Gieb zum Wissen auch das Wollen Und zum Wollen das Vollbringen, So wird alles wohl gelingen! 3. Gieb uns, eh' wir gehn nach Haus, Deinen väterlichen Segen, Breite deine Hände aus, Leite uns auf deinen Wegen, Laß uns hier im Segen gehen, Dort gesegnet auferstehen! Joh. Adam Haßlocher 1645-1726. Zu einem ewgen Bunde. Hilf uns kämpfen Bis zum Sterben, Daß als Erben Zu den Höhen Einst wir siegend aufwärts gehen! Joh. Christ. Herm. Gittermann 1768-1834. 56. Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht singen; oder: Lasset uns den Herren preisen. In des Lebens Kampf und Mühen Strahlt der Stern der Ewigkeit. Laßt uns hier im Glauben wandeln, 40 Jesu Lieb in unsrer Bruſt! Es sei unsre höchste Lust, Gott zu fürchten, recht zu handeln. Advent. IV. Advent. 457. mest poptos Nach eigener Melodie. Macht hoch die Thür, die Thore Bringt mit sich lauter Freud und weit! Es kommt der Herr der Herrlichkeit, Ein König aller Königreich', Ein Heiland aller Welt zugleich, Der Heil und Leben mit sich bringt; Derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, Mein Schöpfer reich von Nat! Gelobet sei mein Gott, Mein Tröster früh und spat! 4. Macht hoch die Thür, die Thore weit! Das Herz zum Tempel macht bereit; Die Zweige der Gottseligkeit Streut hin mit Andacht, Lust und Freud, So kommt der König auch zu euch, Bringt Heil und Leben mit zugleich! Gelobet sei mein Gott Voll Rat, voll That, voll Gnad! 5. Komm, o mein Heiland Jesu Christ, Des Herzens Thür dir offen ist; Ach zeuch mit deiner Gnade ein, In Freundlichkeit auch uns erschein! 3. O wohl dem Lande, wohl der Dein heilger Geist uns führ' und leit' Den Weg zur ewgen Seligkeit. Dem Namen dein, o Herr, d Sei ewig Preis und Ehr! Georg Weissel 1590-1635. 2. Er ist gerecht, ein Helfer wert, Sanftmütigkeit ist sein Gefährt, Sein' Königstron ist Heiligkeit, Sein Scepter ist Barmherzigkeit, All unire Not zum End er bringt; Derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, Mein Heiland groß von That! Stadt, Die diesen König bei sich hat; Wohl allen Herzen insgemein, Wo dieser König ziehet ein! Er ist die rechte Freudensonn, Dazu hilf uns, gieb uns Kraft, Herr, auf unsrer Pilgerschaft! Joh. Christ. Herm. Gittermann 1768-1831. 58. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren. Der wunderstarke Held, Den Gott aus Gnad allein Der Welt zum Licht und Leben Mi it Ernst, o Menschenkinder, Das Herz in euch bestellt! Bald wird das Heil der Sünder, Versprochen hat zu geben, Bei allen kehren ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig Den Weg dem großen Gast, Macht seine Steige richtig, Laßt alles, was er haßt, Macht eben jeden Pfad, Die Thäler all erhöhet, Macht niedrig, was hoch stehet, Was krumm ist, macht gerad! Advent. 3. Ein Herz, das Demut übet, Bei Gott am höchsten ſteht; Ein Herz, das Hochmut liebet, du Auf, auf, ihr Reichsgenoſsen, Der König kommt heran! Empfangt ihn unverdrossen, Den großen Wundermann! Ihr Christen, geht herfür, Laßt uns vor allen Dingen Ihm Hosianna singen Mit heiliger Begier! 59. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren; oder: Aus meines Herzens Grunde. 2. Auf, ihr betrübten Herzen, Der König ist gar nah; Hinweg all Angst und Schmerzen, Der Helfer ist schon da! Seht, wie so mancher Ort Hochtröstlich ist zu nennen, Da wir ihn finden können In Nachtmahl, Tauf und Wort! 3. Auf, auf, ihr Vielgeplagten, Der König ist nicht fern! Seid fröhlich, ihr Verzagten, Dort kommt der Morgenstern! Der Herr will in der Not Mit reichem Trost euch speisen, Er will euch Hilf erweisen, Besiegen gar den Tod. 41 Mit Angst zu Grunde geht; Ein Herz, das richtig ist of$ 13 Das kann sich recht bereiten, Und folget Gottes Leiten, S Zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach mache du mich Armen In dieser Gnadenzeitidus hic Aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit! Zeuch in mein Herz hinein, Mach es zu deiner Krippe, m So werden Herz und Lippe Dir ewig dankbar sein! fl Valentin Thilo 1607-1662. 4. Seid fromm, ihr Unterthanen, Der König ist gerecht! Laß uns die Weg' ihm bahnen, Macht sie zum Einzug recht! Fürwahr, er meint es gut, Drum lasset uns die Plagen, Die er uns schickt, ertragen Mit unerschrocknem Mut! dall 5. Frisch auf, ihr Hochbetrübten, Der König kommt mit Macht! An uns, die Herzgeliebten, Hat er schon längst gedacht. Nun wird nicht Angst, noch Pein, Noch Zorn hinfort uns schaden, Dieweil uns Gott aus Gnaden Läßt seine Kinder sein. 6. So eilt mit schnellen Schritten, Den König selbst zu sehn! Er kommt in unsre Mitten Stark, herrlich, sanft und schön. Nun tretet all heran, Den Heiland zu begrüßen, Der alles Kreuz versüßen Und uns erlösen kann! 42 7. Der König will bedenken Die, so er herzlich liebt, Mit köstlichen Geschenken, Als der sich selbst uns giebt Durch seine Gnad und Wort. Ja, König hoch erhoben, Wir alle wollen loben Dich freudig hier und dort. dall and Advent. N un jauchzet all, ihr Frommen, In dieser Gnadenzeit, Weil unser Heil gekommen, Der Herr der Herrlichkeit; Zwar ohne stolze Pracht, Doch mächtig, zu verheeren Und gänzlich zu zerstören Des Teufels Reich und macht! 2. Kein Scepter, keine Krone Sucht er in dieser Welt, Auf hohem Himmelthrone Ist ihm sein Reich bestellt. Er will hier seine Macht Und Majestät verhüllen, Bis er des Vaters Willen Im Leiden hat vollbracht. 3. Ihr Mächtigen auf Erden, Nehmt diesen König an; Soll euch geholfen werden, So geht die rechte Bahn, 60. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren; oder: Aus meines Herzens Grunde. Die führt zum Himmelslicht! Sonst, wenn ihr ihn verachtet Und nur nach Hoheit trachtet, Trifft euch sein Strafgericht. 8. NunHerr, du giebst uns reichlich, Wirst selbst doch arm und schwach, Du liebest unvergleichlich, Du gehst den Sündern nach. Wir wollen dir allein Wi Und wie begegn' ich dir, ie soll ich dich empfangen O aller Welt Verlangen, O meiner Seele Zier? O Jesu, Jesu, setze Dein göttlich Licht mir bei, Die Stimmen hoch erschwingen, Ein Hosianna singen Und ewig dankbar sein. Joh. Rist 1607-1667. 4. Jhr Armen und Elenden In dieser bösen Zeit, Die ihr an allen Enden Müßt haben Angst und Leid: Seid dennoch wohlgemut! Laßt eure Lieder klingen, Dem König zu lobsingen, Er ist das höchste Gut! 61. Mel. Valet will ich dir geben. 5. Er wird nun bald erscheinen In seiner Herrlichkeit, Der euer Leid und Weinen Verwandeln wird in Freud. Er ist's, der helfen kann; Macht eure Lampen fertig, Seid seiner stets gewärtig, Er ist schon auf der Bahn! Mich. Schirmer 1606-1673. Damit, was dich ergötze, Mir fund, o Heiland, sei! 2. Dein Zion streut dir Palmen Und grüne Zweige hin, Und ich will dir in Psalmen Ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen In stetem Lob und Preis Und deinem Namen dienen, So gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlassen Zum Trost mir und zur Freud? Als Leib und Seele saßen In ihrem größten Leid, Als mir das Reich genommen, Wo Fried und Freude lacht, Bist du, mein Heil, gekommen Und hast mich froh gemacht. 4. Jch lag in schweren Banden, Du kommst und machst mich los; Ich stand in Spott und Schanden, Du kommst und machst mich groß Und hebst mich hoch zu Ehren Und schenkst mir großes Gut, Das sich nicht läßt verzehren, Wie Erdenreichtum thut. Advent. Zu mir vom Himmelszelt Als dein getreues Lieben, Womit du alle Welt In ihren tausend Plagen Und großen Jammerlaſt, Die kein Mund kann aussagen, So fest umfangen hast. Der eure Herzen labet Und tröstet, steht allhier! 9. Was fragt ihr nach dem Schreien 5. Nichts, nichts hat dich getrie- Der Feind' und ihrer Tück? ben Der Herr wird sie zerstreuen In einem Augenblick. Er kommt, er kommt, ein König, Dem alle Macht und List Der Feinde viel zu wenig Zum Widerstande ist. 6. Das nimm dir recht zu Herzen, Du hochbetrübtes Heer, Bei welchem Gram und Schmerzen Sich häufen mehr und mehr! Seid unverzagt, ihr habet Die Hilfe vor der Thür; 43 7. Jhr dürft euch nicht bemühen, Noch sorgen Tag und Nacht, Wie ihr ihn wollet ziehen Mit eures Armes Macht. Er kommt, er kommt mit Willen, Ist voller Lieb und Lust, All Angst und Not zu stillen, Die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken Vor eurer Sündenschuld; Nein, Jesus will sie decken Mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern Zum Trost und wahren Heil, Schafft, daß bei Gottes Kindern Verbleib' ihr Erb und Teil. 10. Er kommt zum Weltgerichte, Zum Fluch dem, der ihm flucht, Mit Gnad und süßem Lichte Dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne, Und hol uns allzumal Zum ewgen Licht, zur Wonne In deinen Freudensaal! Paul Gerhardt 1607-1676. Advent. 62. Nach eigener Melodie. ott sei Dank durch alle Welt, Der sein Wort beständig hält Und der Sünder Trost und Nat Zu uns her gesendet hat! 6⁰ 44 2. Was der alten Väter Schar Höchster Wunsch und Sehnen war, Was sie haben prophezeit, Ist erfüllt in Herrlichkeit. 3. Zions Hilf und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jungfrau Sohn, Gottes Sohn, der starke Held Hat sich treulich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein Heil! Hosianna, o mein Teil! Richte du auch eine Bahn Dir zu meinem Herzen an! Mel. Mein Mein Her 5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein, Es gehöret dir allein; Mach es, wie du gerne thust, Rein von aller Sündenlust! 6. Und wie deine Ankunft war Voller Sanftmut immerdar, Also sei auch jederzeit Deine Sanftmut mir bereit. 7. Tröste, tröste meinen Sinn, Weil ich schwach und blöde hin, Und des Satans Macht und List Sich gar hoch und kühn vermißt! 63. Herz, ermuntre dich zum Preise. 3. Er kommt, der Freund verlor8. Laß mich, wenn du Lebensfürst Prächtig wieder kommen wirst, Freudig dir entgegengehn Und vor dir gerecht bestehn! Heinrich Held t um 1660. Cor kommt, er kommt, geht ihm Als Friedefürst, Kraft, Nat und Held, Der als entgegen! Der Heiland aller Welt erscheint, Er bringt euch Leben, Heil und Segen. Ehrt ihn, der Menschen größten Freund, Der das Gesetz für uns erfüllt Und sterbend unsern Jammer ſtillt! Ihm, euerm großen König, gern! 4. Empfanget ihn, schenkt eure Herzen 2. Er kommt, der Glanz von jenem Die hier die Gnadenzeit verscherzen, Wesen, Sehn ihn einst dort als ihren Herrn, Das ewig und unsichtbar ist; Wo er als ernster Richter spricht: Aus seinen Thaten kann man lesen, Weicht, weicht von mir, ich kenn' Daß er die Menschen nicht vergißt; euch nicht! Durch seine Niedrigkeit erhebt Gott alles, was im Staube lebt. Erlöste durch sein Blut die Welt. Lobsinget ihm! Er heißt und ist Der treue Mittler Jesus Christ. 5. Mein Heiland, komm, mein bind Herz steht offen, Zieh, sanftmutsvoller König, ein! ner Sünder, Was außer dir die Menschen hoffen, Advent. Ist Eitelkeit und leerer Schein; Komm, meine Hoffnung fest zu Dein Reich nur schenkt Gerechtigkeit Und göttliche Zufriedenheit. gründen, Die dein Verdienst dem Glauben giebt! Mein größtes Glück, mein letztes Wort Sei: Jesus ist mein Fels und Hort! Joh. Friedr. Mudre 1756-1810. 6. Laß deine Liebe mich empfinore den, Mit der du diese Welt geliebt! 64. Mel. Wie groß ist des Allmächtgen Güte; oder: Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. M as wär' ich ohne dich gewesen, Und ohne dich was würd' ich trans Thes ſein? Und freudig klopft des Dulders Brust. Für alle deine tausend Gaben Bleib' ich dein demutsvolles Kind, Gewiß, dich unter uns zu haben, Wenn zwei auch nur versammelt sind. 4. Du kamst, ein Heiland, ein Befreier, Ein Menschensohn voll Lieb und Macht, Zu Furcht und Ängsten auserlesen Ständ' ich in weiter Welt allein. Nichts wüßt' ich sicher, was ich liebte, Die Zukunft wär' ein dunkler Schlund, Und wenn mein Herz sich tief betrübte, Wem thät' ich meine Sorge kund? 2. Doch du hast dich mir fund gegeben, Und hast ein allbelebend Feuer In unserm Innern angefacht. Nun sehn wir erst den Himmel offent Als unser altes Vaterland Und können froh im Glauben hoffen Und fühlen uns mit Gott verwandt. 5. Noch schwebt in wundersamem Glanze Dein Licht und Vorbild vor uns hier. Gerührt von deinem Dornenkranze Und deiner Treue danken wir. Ein jeder Mensch ist uns willkommen, Der deine Hand mit uns ergreift Und, in dein Herz mit aufgenommen, Zur Frucht des Paradieses reift. Nach Friedr.v. Hardenberg( Novalis) 1772-1801. 65. Und deiner bin ich nun gewiß; Du wandeltest in lichtes Leben Die bodenlose Finsternis. Wohl dem, dem du sein Heil geworden! Das Schicksal ist verklärt für ihn; Durch dich muß ihm an allen Orten Ein Paradies, o Heiland, blühn. 45 3. Das Leben ward zum Liebesbunde, Du wecktest Lieb und Himmelslust: Ein heilend Kraut wächst jeder Wunde, Deir Mel. Was sorgst du ängstlich für dein Leben. Jein König kommt in niedern Hüllen Sanftmütig auf der Ef'lin Füllen; Empfang ihn froh, Jeruſalem! Trag ihm entgegen Friedenspalmen, Bestreu den Pfad mit grünen Halmen, So ist's dem Herren angenehm! 46 2. O mächtger Herrscher ohne Heere, Gewaltger Kämpfer ohne Speere, O Friedensfürst von großer Macht, Es wollen dir der Erde Herren Den Weg zu deinem Throne sperren; Doch du gewinnst ihn ohne Schlacht. Advent. 3. Dein Reich ist nicht von dieser Erden, Doch alle Erdenreiche werden Dem, das du gründest, unterthan. Bewaffnet mit des Glaubens Worten Zieht deine Schar nach den vier Orten Der Welt hinaus und macht dir Bahn. 4. Und wo du kommest hergezogen, Da ebnen sich des Meeres Wogen, Es schweigt der Sturm, von dir bedroht. Du kommst, auf den empörten Triften Des Lebens neuen Bund zu stiften, Und schlägst in Fessel Sünd und Tod. 2. Aber der der Welt erschienen, Wie vom Vater er gesandt, Wandelt mitten unter ihnen Vielen fremd und unbekannt; Unbeachtet läßt man ihn Seinen Weg vorüberziehn; Ruft er, will man ihn nicht hören, Läßt in Sünde sich nicht stören. 5. O Herr von großer Huld und Treue, komme du auch jetzt aufs neue O Zu uns, die wir sind schwer verstört! Not ist es, daß du selbst hienieden Kommst, zu erneuen deinen Frieden, Dagegen sich die Welt empört. 6. laß dein Licht auf Erden fiegen, Die Macht der Finsternis erliegen Und lösch der Zwietracht Glimmen aus, Daß wir, die Völker und die Thronen, Vereint als Brüder wieder wohnen In deines großen Vaters Haus! Friedr. Rückert 1789-1866. niso dal 66. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. u, des Zukunft einst erflehten Tausende in Israel, Du bist unter uns getreten, Christus und Immanuel. Oder teuern Gnadenzeit! Nun ist allen Heil bereit, Nun soll keiner hilflos klagen, Keiner hoffnungslos verzagen. 3. Und er klopft an manche Pforte, Suchet Eingang hier und dort, Grüßet mit holdselgem Worte; Doch man weist ihn schnöde fort. Wer nicht fühlt, was ihm gebricht, Dem gefällt der Helfer nicht; Wer nicht in sein Herz will gehen, Läßt den Heiland draußen ſtehen. 4. Kennt ihr ihn, der uns zu retten Von dem Thron des Vaters kam Und, damit wir Frieden hätten, Uns're Strafe auf sich nahm? Lebt ihr als sein Eigentum Ihm zur Freude und zum Ruhm? Seid auch ihr schon angeschrieben Unter denen, die ihn lieben? Advent. 5. Hosianna, sei willkommen, Heiland, kehre bei uns ein, Du sollst von uns aufgenommen, 67. Mel. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren. Aber dein Blick önig der Könige, sei uns im Staube willkommen! Nicht bei den Engeln erscheinest du, nicht bei den Frommen; Sünder sind's nur, Wo du auf niedriger Spur Huldreich den Einzug genommen. 2. Heil uns, das Leben will arm und in Sanftmut erscheinen; Herrlichkeit will mit dem Elend sich liebend vereinen. Ehre sei dir! Anders, Herr, würden ja wir Ewiglich nimmer die Deinen. 3. Seliger Anblick, wie mild auf den irdischen Auen Läßt der Beherrscher der himmlischen Heere sich schauen! Seht, er empfäht Liebevoll. Gruß und Gebet Aller, die kindlich ihm trauen. 4. Komm zu den Deinen, o Herr, die dich innig begehren! Feinde noch triffst du genug, die das Herz uns beschweren; Auf, ihr Poſaunen, das Nahen des Königs verkündet, Der allenthalben aufs neue ſein Feuer entzündet! Herzlich aufgenommen ſein! Sieh, zum Einzug öffnen wir Freudig unsre Herzen dir; Komm, o komm, darin zu wohnen, Ja als König drin zu thronen! Karl Joh. Phil. Spitta 1801-1859. Scheucht sie allmächtig zurück. Hilf uns, du König der Ehren! 5. Hebe dein Antlitz auf deine versöhnte Gemeinde, Treibe hinweg die Verblendung, vernichte die Feinde, Bis wir befreit, Ganz dir zum Dienste bereit, Unserm Erlöser und Freunde! 47 6. Pflanze die Palmen des Glaubens im Grunde der Seelen, Wo mit den Blüten sich reifende Früchte vermählen; Frieden und Ruh, Siegende Hoffnung dazu Laß dem Gemüte nicht fehlen! 68. Mel. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren. 7. Komm, Hosianna! So tönt dir's von Orten zu Orten. Komm, Hosianna! Begrüß uns mit gnädigen Worten! Dort nach dem Lauf Thu uns in Herrlichkeit auf, Jesu, die himmlischen Pforten! Alb. Knapp 1798-1864. Jesus ist da, Unsre Erlösung ist nah, Dunkel und Finsternis schwindet. 48 2. Zion, Verkünderin, steige hin- Zärtlich und warm an auf die Höhen! Laß, o Jerusalem, mächtig dein Rufen ergehen! Bring es ans Licht, Ruf es und fürchte dich nicht: Kommt, euern König zu sehen! 3. Denn der Herr Herr kommt gewaltig herniedergefahren, Jesus wird herrschen und Gnade und Recht offenbaren; Bei ihm sein Lohn, Die unvergängliche Kron, Um ihn frohlockende Scharen. 4. Jauchzet und rühmet und prediget's unter den Heiden, Daß er als liebender Hirte die Herde wird weiden; Advent. Auf und mache dich bereit, gegangen; Thu ihm auf die Thore weit, Um ihn würdig zu empfangen; Ebne freudig ihm den Pfad, Wenn er deinem Herzen naht! 2. Denke, wie er für dich stritt Und den Frieden dir erworben, Wie er Schmach und Schmerzen litt Und am Kreuz für dich gestorben, Wie er ging zum Vater ein, Daß du könntest selig sein! Trägt er die Lämmer im Arm, Treu wird die Schwachen er leiten! 5. Nichts ist zu ferne der treuen erbarmenden Liebe, Daß es den Hirten zu suchen, zu retten nicht triebe; Willst du noch länger draußen stehn, Gesegneter des Herrn? sall Ich fühle deinen Atem wehn Und weiß, du bist nicht fern. Was sich verlor, Hebt er voll Mitleid empor, Daß es im Tode nicht bliebe. R 69. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 6. Öffnet, ihr Völker, die Thore dem König der Ehren, Möge doch niemand dem Retter den Eingang verwehren! Selige Ruh, Liebe und Freude dazu Will er dem Herzen bescheren. Georg Friedr. Kayser 1817-1857. 3. Nimm ihn auf, den hohen Gast, Zünd ihm an der Andacht Kerzen; Gönn ihm eine stille Rast, Bett ihn sanft in deinem Herzen; Gieb mit demutsvollem Sinn Dich ihm ganz zu eigen hin! 18 4. Laß ihn nicht von dannen ziehn, Halt ihn fest für alle Zeiten, Schlinge liebend dich um ihn Und laß nichts von ihm dich scheiden! Denn mit ihm fannst du allein Glücklich hier, dort selig sein. Julius Sturm geb. 1816. 70. Mel. Nun danket all und bringet Ehr. 2. Die Pforten sind weit aufgethan of Für dich, du werter Gast. Sieh meine Niedrigkeit nicht an Und halte bei mir Raſt! SPUN Weihnachten. 3. Mein brennend Herz verlangt nach dir, Um ganz sich dir zu weihn. Herr Jesu, komm, fehr ein bei stis mir, Wohn in mir, du allein! Belobet seist du, Jesu Chriſt, Daß du Mensch geboren bist Von einer Jungfrau, das ist wahr, Des freuet sich der Engel Schar. Halleluja! V. Weihnachten. 3167& 71. 2. Des ewgen Vaters einig Kind Jetzt man in der Krippe find't, In unser armes Fleisch und Blut Verkleidet sich das ewge Gut. Halleluja! Nach eigener Melodie. 3. Den aller Weltkreis nie beschloß, Der liegt in Mariens Schoß, Er ist ein Kindlein worden klein, Der alle Ding' erhält allein. Halleluja! 4. Das ewge Licht geht da herein, Giebt der Welt ein'n neuen Schein, Es leucht't wohl mitten in der Nacht 4. Schließ aus die Welt, schließ do alles aus, Was mich von dir noch trennt, Und mach mein Herz zum Gotteshaus 3: 3 Bis an mein selig End! Cormuntre ormuntre dich, mein schwacher Geist, Und trage groß Verlangen, Ein göttlich Kind, das Jesus heißt, Mit Freuden zu empfangen! Dies ist die Nacht, darin es kam Evang. Gesangbuch II. 49 Julius Sturm geb. 1816. pierbommid ais 72. Nach eigener Melodie. mot 18 Und uns zu Lichtes Kindern macht. Halleluja! 0898 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, Ein Gast in der Welt hie ward Und führt uns aus dem Jammerthal, Macht Erben uns in seinem Saal. Halleluja! 6. Er ist auf Erden kommen arm, Daß er unser sich erbarm' Und uns im Himmel mache reich Und seinen lieben Engeln gleich. Halleluja! 7. Das hat er alles uns gethan, Sein' groß Lieb zu zeigen an; Des freu' sich alle Christenheit Und dank' ihm des in Ewigkeit. Halleluja! Martin Luther 1483-1546. Und menschlich Wesen an sich nahm, Daß es mit Lieb und Treue Die ganze Welt erfreue. 2. Willkommen Held aus Davids mis Cup Stamm, Du König aller Ehren! 50 Willkommen Jesu, Gottes Lamm! Ich will dein Lob vermehren, Ich will dir all mein Leben lang Von Herzen sagen Preis und Dank, Daß du, da wir verloren, Für uns bist Mensch geboren. 3. Gottes Sohn, wie konnt' es sein, Dein Himmelreich zu lassen, Zu kommen in die Welt herein, Da nichts denn Neid und Hassen? Wie konntest du die große Macht, Dein Königreich, die Himmelsprächt, Ja selbst dein teures Leben Für solche Feinde geben? Weihnachten. 4.Ogroßes Werk, o Wundernacht, Dergleichen nie gefunden! Du hast den Heiland hergebracht, Der alles überwunden; Du hast gebracht den Gottesmann, Der Sturm und Wolken zwingen kann, Vor dem die Felsen splittern Und alle Himmel zittern. 5. O liebes Kind, o süßer Knab, Holdselig von Gebärden, Mein Bruder, den ich lieber hab' röhlich soll mein Herze springen Als alles Gut auf Erden: Dich schließ' ich in mein Herz hinein, O laß es deine Wohnung sein, Komm, komm, ich will beizeiten Die Herberg dir bereiten! Laut es ruft: Christus ist geboren! 6. Mein Heiland, der vom Himmel kam Zur Freud mir und zum Leben, Du edler Zweig aus Davids Stamm, Was soll ich dir doch geben? Ach nimm von mir Leib, Seel und Ach nimm von mir Leib, Seel und Geist, Ja alles, was Mensch ist und heißt; Ich will mich ganz verschreiben, Dir ewig treu zu bleiben. 73. Mel. Warum sollt' ich mich denn grämen. Der die Welt 7. Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christ, Sei dir von mir geſungen, Daß du mein Bruder worden bist Und hast die Welt bezwungen. Hilf, daß ich deine Gütigkeit Stets preif' in dieser Gnadenzeit Und mög' hernach dort oben In Ewigkeit dich loben! Joh. Rist 1607-1667. Reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch, dir Mensch zu gute, Dieser Zeit, Da vor Freud Alle Engel singen. Gottes Kind, Hört, hört, wie mit vollen Chören Das verbind't Alle Luft Sich mit unserm Blute. 3. Nun er liegt in seiner Krippen, Ruft zu sich 2. Heute geht aus seiner Kammer Mich und dich, Gottes Held, Spricht mit süßen Lippen: Lasset fahren, liebe Brüder, Was euch quält! Was euch fehlt, Bring' ich alles wieder. 4. Ei so kommt und laßt uns bithist laufen, Juill Stellt euch ein, Groß und klein, Kommt mit großen Haufen! Liebt den, der vor Liebe brennet, Schaut den Stern, Der uns gern Licht und Labsal gönnet!. Weihnachten. 5. Die ihr schwebt in großen Leiden, Da hinfort Euch kein Kreuz wird rühren. 6. Wer sich fühlt beschwert im Herzen, Wer empfind't Seine Sünd Sehet, hier Ist die Thür Zu den wahren Freuden! Faßt ihn wohl, er wird euch führen Wohl zufrieden geben. An den Ort, Und Gewissensschmerzen, Sei getrost! Hier wird gefunden, Der in Eil M ir singen dir, Immanuel, Du Lebensfürst und Gnadenquell, Machet heil Auch die tiefsten Wunden, id ult Du Himmelslicht und Morgenstern, Du Sohn der Jungfrau, Herr der Herrn. ( Halleluja!) 7. Die ihr arm seid und elende, Kommt herbei, id must. Füllet frei Fures Glaubens Hände! ties Hier sind alle guten Gaben Und das Gold, Dran ihr sollt Eure Herzen laben. wall pan 8. Süßes Heil, laß dich umfangen, Laß mich dir, Meine gier, Unverrückt anhangen! diy idus Du bist meines Lebens Leben; Nun kann ich Mich durch dich 9. Ich will dich mit Fleiß bewahren, 51 Ich will dir Leben hier Und mit dir heimfahren; Mit dir will ich endlich schweben Voller Freud, Ohne Zeit, Dort im andern Leben. 74. Mel. Vom Himmel hoch da komm' ich her; oder( mit Halleluja! am Schluß): Du, des sich alle Himmel freun. Paul Gerhardt 1607-1676. 2. Wir singen dir mit deinem Heer Aus aller Kraft Lob, Preisund Ehr, Daß du, o lang ersehnter Gast, Dich nunmehr eingestellet hast. ( Halleluja!) 3. Von Anfang, da die Welt gemacht, 4* 52 Hat manches Herz nach dir gewacht, Auf dich gehofft so lange Jahr' Der Väter und Propheten Schar. ( Halleluja!) Weihnachten. Doch wird dir nicht zuwider sein Mein armes Herz, und was es kann, 4. Nun bist du hier, da liegest du, Wirst du in Gnaden nehmen an. ( Halleluja!) Hältst in der Krippe deine Ruh, Bist klein und machst doch alles groß, Bekleidst die Welt und kommst doch bloß. immol of 10 8. Bin ich gleich schwach und sündenvoll, Hab' ich gelebt nicht, wie ich soll: Ei kommst du doch deswegen her, Daß sich der Sünder zu dir kehr'. ( Halleluja!) 9. Du bist mein Haupt, hinwieder( Halleluja!) 5. Du bist der Ursprung aller Freud Und duldest so viel Herzeleid, Bist aller Heiden Trost und Licht, Suchst selber Trost und findst ihn nicht. ( Halleluja!) 6. Jch aber, dein geringster Knecht, Ich sag' es frei und mein' es recht: Ich liebe dich, doch nicht so viel, Als ich dich gerne lieben will. ( Halleluja!) Bhd - Di ies ist die Nacht, da mir erschienen 7. Der Will ist da, die Kraft ist klein; Des großen Gottes Freundlichkeit; Das Kind, dem alle Engel dienen, Bringt Licht in meine Dunkelheit, Und dieses Welt- und Himmelslicht Weicht wahrlich tausend Sonnen nicht. 75. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, Versäume nicht den Gnadenschein! Der Glanz in dieser kleinen Höhle Streckt sich in alle Welt hinein; Er treibet weg der Höllen Macht, Der Sünden und des Todes Nacht. um Bin ich dein Glied und Eigentum Und will, so viel dein Geist mir giebt, Stets dienen dir, wie dir's beliebt. ( Halleluja!) 10. Ich will dein Halleluja hier Mit Freuden singen für und für, Und dort in deinem Ehrensaal Soll's schallen ohne Zeit und Zahl. ( Halleluja!) Paul Gerhardt 1607-1676. 3. In diesem Lichte kannst du sehen Das Licht der klaren Seligkeit; Wenn Sonne, Mond und Stern' vergehen Vielleicht in einer kurzen Zeit, Wird dieses Licht mit seinem Schein Dein Himmel und dein Alles sein. 4. Laß nur indessen helle scheinen Dein Glaubens- und dein Liebeslicht! MitGott mußt du es treulich meinen, Sonst hilft dir diese Sonne nicht; Willst du genießen diesen Schein, So darfst du nicht mehr dunkel sein. Weihnachten. 5. Drum Jesu, schöne Weihnachtssonne, Bestrahle mich mit deiner Gunst; Dein Licht sei meine Weihnachtswonne 2. Jauchzet, ihr Himmel, frohlockt, alle Völker der Erden! Gott und der Sünder, die sollen zu Freunden nun werden. Friede und Freud Wird uns verkündiget heut; Freuet euch, Hirten und Herden! 76. Ja Mel. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren. auchzet, ihr Himmel, frohlocket, Sollt' nicht mein Sinn ihr Engel, in Chören! Singet dem Herren, dem Heiland der Menschen, zu Ehren! Sehet doch da, Gott will so freundlich und nah Zu den Verlornen sich kehren! 3. Gott ist im Fleische! Wer kann dies Geheimnis verstehen? Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen. Gehet hinein, Freunde des Kindes zu sein, Die ihr zum Vater wollt gehen! 4. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen gedenken? Du willst dich selber, dein Herz voll Erbarmen mir schenken. Dies ist der Tag, den Gott gemacht; Und lehre mich die hohe Kunst, Wie ich im Lichte wandeln soll Und sei des Weihnachtsglanzes voll! Sein werd' in aller Welt gedacht, Ihn preise, was durch Jesum Christ Im Himmel und auf Erden ist! 53 Kasp. Friedr. Nachtenhöfer 1624-1685. 2413 14100 god Innigst sich freuen darinomm Und sich in Demut versenken? julf babie 5. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, Du, dem ich wieder mein Herz in der Liebe verbinde, Du sollst es sein, Den ich erwähle allein! Ewig entsag' ich der Sünde. 77. Mel. Vom Himmel hoch da komm' ich her. 6. Treuer Immanuel, werd auch in mir nun geboren! Komm doch, mein Heiland, denn ohne dich bin ich verloren; Wohne in mir, Mache ganz eins mich mit dir, Der du mich liebend erforen! 7. Menschenfreund Jesu, dich lieb' ich, dich will ich erheben; Laß mich doch einzig nach deinem Gefallen nur streben! Herr, nimm mich hin, Gieb mir in kindlichem Sinn Ewiglich dir nur zu leben! Gerh. Tersteege n 1697-1769. sid 2. Die Völker haben dein geharrt, Bis daß die Zeit erfüllet ward; Da sandte Gott von seinem Thron Das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. pie 54 Weihnachten. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, So steht mein Geist vor Ehrfurcht still; Er betet an und er ermißt, Daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, Auf den die Väter hoffend sahn, Dich Gott, mein Heiland, bet' ich an. 5. Du, unser Heil und höchstes Gut, Vereinest dich mit Fleisch und Blut, Wirst unser Freund und Bruder hier, Und Gottes Kinder werden wir. hre sei Gott in der Höhe, der Herr ist geboren! Lasset uns singen, ihr Brüder, er hat uns erforen, Sein uns zu freun, Und durch ihn selig zu sein! Christen, wir sind nicht verloren. 2. Schatten und Dunkel bedeckten den Erdkreis, es irrten Völker umher wie die Herden, verlassen vom Hirten. Jesus erschien, Nächte verschwanden durch ihn, Die auch den Weisen verwirrten. 6. Durch eines Sünde fiel die Welt, Ein Mittler ist's, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schützt, Der in des Vaters Schoße sitzt? 3. Menschen, berufen durch Liebe die Gottheit zu ehren, Folgten der Zwietracht und haßten sich vor den Altären. Jesus erschien, Und es ward Friede durch ihn; Singet es laut ihm zu Ehren! 7. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, Den Tag der heiligsten Geburt, Und Erde, die ihn heute sieht, Sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 78. Mel. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren. 8. Dies ist der Tag, den Gott drus gemacht; Sein werd' in aller Welt gedacht, Ihn preise, was durch Jesum Christ Im Himmel und auf Erden ist! Christ. Fürchtegott Gellert 1715-1769. old indie 4. Gnade und Wahrheit entkeimten des Göttlichen Tritten, Trost und Erquickung trug er in der Weinenden Hütten. Er selbst, ihr Freund, Hatte gleich ihnen geweint, Selber gekämpft und gelitten. 5. Ehre sei Gott in der Höhe! Ein ewiges Leben Hat er durch ihn, den Geliebten, uns allen gegeben. Bis in das Grab Stieg er vom Himmel herab, Uns in den Himmel zu heben. 6. Selige Aussicht, wenn dann meinen Retter ich sehe, Ihn mit den Scharen Vollendeter ewig erhöhe! fi ast Danket schon hier, Selige Brüder, mit mir: ra Ehre sei Gott in der Höhe! Aug. Herm. Niemeyer 1754-1828. Weihnachten. 79. Mel. Heut singt die liebe Christenheit. Bri rich an, du schönes Morgenlicht! Das ist der alte Morgen nicht, Der täglich wiederkehret; Ein Licht von dem, der ewig wacht, Durchbricht die lange finstre Nacht, Ein Tag, der ewig währet. 2. Es ist ein König aller Welt, Von Ewigkeit zum Heil beſtellt, Ein zartes Kind geboren. Er hat mit seiner Liebesmacht Den Fluch gelöst und wiederbracht Das Reich, das war verloren. Compor zu Gott, mein Lob80. Mel. Vom Himmel hoch da komm' ich her. gefang! d Er, dem das Lied der Engel klang, Der hohe Freudentag ist da; Lobsinget ihm, Halleluja! 2. Vom Himmel kam in dunkler mis Nacht, Der uns des Lebens Licht gebracht; Nun leuchtet uns ein milder Strahl Wie Morgenrot im dunkeln Thal. 3. Er kam, des Vaters Ebenbild, Von schlichtem Pilgerkleid umhüllt, Und führet uns mit sanfter Hand, Ein treuer Hirt, ins Vaterland. er heilge Christ ist kommen, Der teure Gottessohn; Des freun sich alle Frommen 3. Nun ist der Himmel nimmer weit, Der Lieb und Freiheit felge Zeit Ist mit ihm aufgegangen; Ein ewig festes Liebesband Hält fortan jedes Haus und Land, Hält alle Welt umfangen. 4. Wer ist nun, der noch sorgt und sinnt? Geboren ist uns heut ein Kind, Das aller Heil soll werden. Willkommen, du ersehnter Held, DuLicht und Trost der ganzen Welt, Willkommen uns auf Erden! Nach Mar von Schenkendorf 1781-1817. siste 4. Er, der jetzt bei dem Vater thront, 55 Hat unter uns ein Mensch gewohnt, Damit auch wir ihm werden gleich Auf Erden und im Himmelreich. 5. Einst führet er zur Himmelsbahn Uns, seine Brüder, auch hinan Und wandelt unser Pilgerkleid In Sternenglanz und Herrlichkeit. 81. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren. 6. Empor zu Gott, mein Lobgejang! Er, dem der Engel Lied erklang, Der hohe Freudentag ist da; Ihr Christen, singt Halleluja! Friedr. Adolf Krummacher 1768-1845. Am höchsten Himmelsthron. Auch was auf Erden ist, Soll preisen hoch und loben 56 Mit allen Engeln droben Den lieben heilgen Christ. Weihnachten. 2. Das Licht ist aufgegangen, Die lange Nacht ist hin; Die Sünde liegt gefangen, Erlöst ist Herz und Sinn, Die Sündenangst ist weg; Der Glaube geht zum Himmel Nun aus dem Weltgetümmel Auf einem sichern Steg. 3. Nun sind nicht mehr die Kinder Verwaist und vaterlos, Gott rufet selbst die Sünder DE orfüllt sind Stund' und Zeiten, Der neue Tag bricht an; Das Licht der Ewigkeiten Tritt auf die Siegesbahn. Zur Mitternacht verschwiegen Hat es sich eingeſtellt, Die Engel Gottes fliegen Und rufen's in die Welt. 82. Mel. Valet will ich dir geben. 2. Hier liegt's im Mutterschoße Und ist noch schwach und klein; Nur zu geringem Lose Scheint es bestimmt zu sein, Als sollt' es sich verlieren In tiefer Dunkelheit, Und doch soll es regieren Die Welt in Herrlichkeit. bl 3. Es muß vor diesem Lichte Der Erde Glanz vergehn, Vor diesem Angesichte Die Sonne finster stehn. In seinen Gnadenschoß. Er will, daß alle rein Von alten Vertrauend ſeinen Gnaden, Gehn in den Himmel ein. mondo 257 bed ads 4. Drum freut euch hoch und preiſet, Ihr Seelen fern und nah! Der euch den Vater weiset, Der heilge Christ ist da. Er ruft euch insgemein S mit süßen Liebesworten: Geöffnet sind die Pforten, Ihr Kinder, kommt herein! Ernst Moritz Arndt 1769-1860. Sein still verborgnes Wesen Hat eine solche Macht, Daß Kranke drin geneſen Und Totes neu erwacht. 4. Es freuen sich die Armen, Die Müden in dem Schein; Es ladet voll Erbarmen Die Schwachen zu sich ein; Die Stolzen nur erquicken Sich nicht an seinem Strahl, Nur den verkehrten Blicken Ist dieses Licht zur Qual. 5. O Licht, laß uns hienieden Als deine Kinder stehn, Bis wir dereinst im Frieden O Den höhern Aufgang sehn! dell Jesu, Stern der Gnade, Des Vaters Glanz und Zier, Oleucht auf unsre Pfade, Damit sie gehn zu dir! Christ. Rud. Heinr. Puchta 1808-1858. Epiphanien: Jesu Lehramt und Wandel auf Erden. VI. Epiphanien: Jesu Lehramt und Wandel auf Erden. 83. Mel. Nun banket all und bringet Ehr. Auf, Seele, auf und säume nicht! Das fest ist und gewiß; Es bricht das Licht herfür; Der Wunderstern giebt dir Bericht, Der Held sei vor der Thür. 2. Geh aus von deinem Vaterland, Zu suchen solchen Herrn; Laß deine Augen sein gewandt Auf diesen Morgenstern! 3. Gieb acht auf diesen hellen Schein, Der aufgegangen ist; Er führet dich zum Kind hinein, Das heißet Jesus Christ! 4. Er ist der Held aus Davids Stamm, Der alle Feinde schlägt; Er ist das teure Gotteslamm, Das unsre Sünde trägt. 5. Drum mache dich behende auf, Befreit von aller Last, Und laß nicht ab von deinem Lauf, Bis du dies Kindlein hast! 6. Halt dich im Glauben an das Wort, W er ist wohl wie du, Jesu, süße Ruh? Unter vielen außerforen, Leben derer, die verloren, Und ihr Licht dazu, Jesu, süße Ruh! Das führet dich zum Lichte fort Aus aller Finsternis! Tari 57 7. Drum sinke nur vor seinem Glanz In tiefste Demut eine Und laß dein Herz erleuchten ganz Von solchem Freudenschein! 01 8. Bring willig dich zum Opfer dar, Dich selbst mit Leib und Seel, Und singe mit der Engel Schar: Hier ist Immanuel! 84. Mel. Seelenbräutigam. 9. Hier ist das Ziel, hier ist der Ort, Wo man zum Leben geht, Hier ist des Paradieses Pfort, Die wieder offen steht. 10. Hier fallen alle Sorgen hin, Zur Lust wird alle Bein, Es wird erfreuet Herz und Sinn, Denn Gott ist wieder dein. 11. Der zeigt dir einen andern Weg, Als du vorher gekannt, Den stillen Ruh- und Friedenssteg Zum ewgen Vaterland. Mich. Müller 1673-1704. tunis 2. Leben, das den Tod, Mich aus aller Not Zu erlösen, hat geschmecket, Meine Schulden zugedecket, Und mich aus der Not Hat geführt zu Gott! C 20 3. Glanz der Herrlichkeit, Du bist vor der Zeit Zum Erlöser uns geschenketAls dein eigen Bild. Und in unser Fleisch versenket Zur erfüllten Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 58 4. Großer Siegesheld, Tod, Sünd, Höll und Welt Hast du mächtig überwunden Und ein ewig Heil erfunden Durch das Lösegeld Deines Bluts, o Held! Epiphanien. as medic 5. Höchste Majestät, König und Prophet, Deinen Scepter will ich küssen, Mit Maria dir zu Füßen Sitzen früh und spät, Höchste Majestät! 6. Laß mich deinen Ruhm Als dein Eigentum Durch des Geistes Licht erkennen, Stets in deiner Liebe brennen Als dein Eigentum, Du mein höchster Ruhm! 7. Zieh mich ganz in dich, Daß die Liebe mich Ganz durchdringe und erneue, Mich von aller Last befreie, Die noch drücket mich; Zieh mich ganz in dich! 8. Deiner Sanftmut Schild, Deiner Demut Bild Mir anlege, in mich präge, Daß kein Zorn und Stolz sich rege! Vor dir sonst nichts gilt Jejų Reju, großer Wunderstern, Der aus Jakob ist erschienen, Meine Seele will so gern 9. Steure meinem Sinn, Der zur Welt will hin, Daß ich nicht mög' von dir wanken, Sondern bleiben in den Schranken; Sei du mein Gewinn, Gieb mir deinen Sinn! 10. Deines Geistes Trieb In die Seele gieb, Daß ich wachen mög' und beten, Freudig vor dein Antlitz treten; Ungefärbte Lieb In die Seele gieb! 11. Wenn der Wellen Macht In der trüben Nacht Will des Herzens Schifflein decken, Wollst du deine Hand ausstrecken; Habe auf mich acht, Hüter in der Nacht! 12. Einen Heldenmut, s Der da Gut und Blut Gern um deinetwillen lasse 200 Und des Fleisches Lüste hasse, Gieb mir, höchstes Gut, Durch dein teures Blut! 13. Soll's zum Sterben gehn, Wollst du bei mir stehn, Mich durchs Todesthal begleiten Und zur Herrlichkeit bereiten, Daß ich einst mag sehn Mich zur Rechten stehn! Joh. Anast. Freylinghausen 1670-1739. 85. Mel. Meinen Jesum laff' ich nicht. Dir an deinem Feste dienen; Nimm doch, nimm doch gnädig an, Was ich Armer schenken kann! Jesu Lehramt und Wandel auf Erden 2. Nimm das Gold des Glaubens hin, Wie ich's von dir selber habe Und damit beschenket bin, So ist dir's die liebste Gabe; Laß es auch bewährt und rein In dem Trübsalsfeuer sein! bets, Laß denselben zu dir dringen, Herz und Lippen sollen stets Heife e 4. Nimm die Myrrhen bittrer do Reu! and finds Ach, mich schmerzet meine Sünde; Aber du bist fromm und treu, 06 3. Nimm den Weihrauch des Ge- Daß ich Trost und Gnade finde eiland, deine Menschenliebe War die Quelle deiner Triebe, 86. Mel. Schmüde bich, o liebe Seele. Die dein treues Herz bewogen, Dich zu uns herabgezogen, Dich mit Schwachheit überdecket, Dich vom Kreuz ins Grab gestrecket. Oder wunderbaren Triebe Deiner treuen Menschenliebe! 2. Über seine Feinde weinen, Jedermann mit Hilf erscheinen, Sich der Blinden, Lahmen, Armen Mehr als väterlich erbarmen, Der Betrübten Klagen hören, Sich in andrer Dienst verzehren, Für die Welt sein Leben lassen: Wer mag solche Lieb erfassen! Jhn als Opfer vor dich bringen! Wenn ich bete, nimm es auf Und sprich Ja und Amen drauf! 3. O du Zuflucht der Elenden, Wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hilf und Heil genommen, Der gebeugt zu dir gekommen? O wie ist dein Herz gebrochen, Wenn dich Kranke angesprochen; Owie pflegtest du zu eilen, Das Erbetne mitzuteilen! 4. Die Betrübten zu erquicken, Kinder an dein Herz zu drücken, Und nun fröhlich sprechen kann: Jesus nimmt mein Opfer an. Erdmann Neumeister 1671-1756. 59 Die Unwissenden zu lehren, Die Verführten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, Täglich liebreich zu sich locken: Das, o Herr, war deine Weise, Das war täglich deine Speise. 5. Deine Lieb hat dich getrieben, Sanftmut und Geduld zu üben, Ohne Schelten, Drohen, Klagen Andrer Schmach und Last zu tragen, Allen freundlich zu begegnen, Für die Lästerung zu fegnen, Für der Feinde Schar zu beter Und die Mörder zu vertreten. 6.Dwie hoch stieg dein Erbarmen, Da du für die ärmsten Armen Dein unschätzbar teures Leben In den ärgsten Tod gegeben, Da du in der Sünder Händen, Alle Leiden zu vollenden Und den Segen zu erwerben, Als ein Fluch haft wollen sterben! 7. Demut war bei Spott und Hohne Deiner Liebe Schmuck und Krone; Diese machte dich zum Knechte Einem sündigen Geschlechte, 60 In ihr warst du, gleich den Tauben, Ohne Falsch; und Treu und Glauben, de Epiphanien.de#bC Mit der Klugheit stets gepaaret, Hast du bis zum Tod bewahret. 8. Herr, laß deine Liebe decken Meiner Sünden Meng und Flecken! 87. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. süßester der Namen all, Die Menschenzungen nennen! O du, der Himmel Wiederschall, Dem tausend Herzen brennen! Jesus, Jesus Christus, wie Beugt tief genug sich unser Knie Vor dir, o mein Erlöser? 2. O du, der ewig uns befreit Von Todesnot und Schmerzen: Wer, Heiland und Erretter, freut Sich deiner nicht von Herzen? Dein Nam ist Hilfe, Heil und Huld, Vor dir verschwindet Tod und Schuld; Wer ist wie du ein Retter? Du hast das Gesetz erfüllet, Seinen Fluch hast du gestillet; Laß mich wider dessen Stürmen Deiner Liebe Schild beschirmen; Reinge meines Herzens Triebe, Heilge sie durch deine Liebe! Joh. Jat. Rambach 1693-1735. Werbe Licht, du Volk der Heiden, Werde Licht, Jerusalem! Dir geht auf ein Glanz der Freuden Vom geringen Bethlehem; Er, das Licht und Heil der Welt, Christus hat sich eingestellt. 88. Nach eigener Melodie. 2. Ehe dieses Licht erschienen, Das die Völker wünschten, lag Dichte Finsternis auf ihnen; Doch uns scheinet lichter Tag, Und ein strahlenvoller Stern Führt uns sicher zu dem Herrn. 3. Erlöser Jesu, einger Sohn Des Vaters aller Wesen, Zum König auf Jehovahs Thron Von Anbeginn erleſen, Voll Gottesweisheit, Licht aus Licht, Voll Kraft, die warm zum Herzen ſpricht, Voll reinster Gottesliebe! 4. Hoch über alle Namen geht Dein Name, Weltregierer, Du Hoherpriester und Prophet, Du aller Seelen Führer! Dein ist die Tiefe, dein die Höh, OKönig aller Könige, Dein alles, Jesus Christus! Joh. Kasp. Lavater 1741-1801: 3. Aber ach, von deinem Volke Wirst du, Heiland, nicht erkannt, Und des Irrtums finstre Wolfe Überschattet noch dein Land; Über Salem strahlt dein Licht, Aber Salem kennt dich nicht. 4. Ach verwerfet doch, ihr Sünder, Den nicht, der euch retten kann; Kommt und werdet Gottes Kinder, Betet euern König an! Eilt zu ihm und säumet nicht, Macht euch auf und werdet Licht! Jesu Lehramt und Wandel auf Erden. 5. Nun wir eilen mit Verlangen, Dich zu ehren, sind bereit, Dich, o Heiland, zu empfangen; Zeig uns deine Herrlichkeit! Unsre Kniee beugen sich, Unser Glaub umfasset dich. est 6. Auf des Lebens Pfad geleite Täglich uns dein Geist und Wort; Gieb uns Mut zu gutem Streite, Daß wir siegen fort und fort, Stets an deiner Seite gehn, Nie verzagend stille stehn! H ört das Wort voll Ernst und Liebe, Das zu euch der Heiland spricht; Hört's und prüft des Herzens Triebe Bei des Wortes hellem Licht! Was der Mund des Herrn gebeut, Das ist eure Seligkeit. 89. Mel. Gott des Himmels und der Erden. 2. Nicht aus Sinais Gewittern Donnert hier des Herrn Gebot, Daß die Herzen bang erzittern, Weil es Zorn und Strafe droht; Seligpreisend thut sein Mund Euch den Sinn des Vaters kund: 3. ,, Selig sind die geistlich Armen, Denn das Himmelreich ist ihr!" Ihnen öffnet voll Erbarmen Gott der ewgen Gnade Thür, Da wird ohne Maß gewährt, Was ihr sehnend Herz begehrt. 4. ,, Selig sind, die Leid empfinden Auf des Lebens schmaler Bahn! Ihre Traurigkeit wird schwinden, 7. Jn des Leidens Finsternissen Leucht' uns deines Trostes Licht. Ach in unsern Kümmernissen, Jesu, ach verlaß uns nicht, im si Bis uns in der Ewigkeit Deines Lichtes Glanz erfreut! 8. Wandern wir im finstern Thale Endlich näher hin ans Grab, Dann sei unser Licht und strahle Himmelstrost auf uns herab, Daß wir ohne Furcht und Graun Unserm Tod entgegenschaun! Ho Joh. Friedr. Mudre 1756-1810. Reicher Trost wird sie umfahn;" Denn sie wirkt zur Seligkeit Reue, welche nie gereut. 61 C 5. ,, Selig sind, die sanften Mutes Und in Demut milde sind! Sie erfreuen sich des Gutes, stist 0 Das kein Troß und Streit gewinnt." Durch der Sanftmut stille Macht Wird das Schwerste leicht vollbracht. 6. ,, Selig sind, die hier mit Schmachten Dürsten nach Gerechtigkeit, Die nach Gottes Reiche trachten, Nicht nach Gütern dieser Zeit! Wo der Born des Lebens quillt, Wird ihr Seelendurst gestillt." 7. ,, Selig sind, die voll Erbarmen Auf der Brüder Leiden sehn Und den Schwachen, Kranken, Armen Freudig eilen beizustehn! Noch vor Gottes Thron erfreut Einst auch sie Barmherzigkeit." AN sarju 8. ,, Selig sind die reinen Herzen, Die nicht Sünd und Welt umstrict, 62 Epiphanien. Die mit schnöder Lust nicht scherzen, Weil nur Heilges sie entzückt! Einst im reinen Himmelslicht Schaun sie Gottes Angesicht." 9. ,, Selig sind, die Frieden bringen, sidst Schuld und Kränkung übersehn, Feindeshaß mit Huld bezwingen, Für Verfolger segnend flehn!" Trifft sie auch der Menschen Spott, Seine Kinder nennt sie Gott." 2. Du bist der Weg! Wenn deine Hand uns leitet, So stehn wir fest, wenn unser Fuß auch gleitet. Erhalt uns stets, o Hirt voll Huld und Gnade, Auf rechtem Pfade! The 10. ,, Selig sind, die als Gerechte Dulden Kreuz, Verfolgung, Schmach, Als des Herrn getreue Knechte Bis zum Tod ihm folgen nach! Groß ist dort vor Gottes Thron Seiner überwinder Lohn." 90. Du Mel. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. u bist der Weg, die Wahrheit und das Leben, Darauf hast du uns.Herr, dein Wort gegeben. O leite uns, die wir in Schwachheit wallen, Daß wir nicht fallen! ch folge dir, mein Führer, auf der Bahn, Da du mich führst zum Ziel. Die Welt erwählt in ihrem blinden Wahn Sich falscher Führer viel. 11. ,, Seid ein Salz, ein Licht der Erde, Laßt der Wahrheit Früchte sehn, Daß durch euch verherrlicht werde Euer Vater in den Höhn!" Ob der Erdball untergeht, Sein Gebot, sein Wort besteht. Karl Bernh. Garve 1763-1841. How to end o 3. Du bist die Wahrheit! Gehn wir gleich im Dunkeln, Doch muß dein himmlisch Licht uns freundlich funkeln; Du bleibst der Morgenstern in unſerm Herzen In Nacht und Schmerzen. 4. Du bist das Leben! Ewig himmlisch Leben Wirst du, o Lebensfürst, den Deinen geben. hilf, daß wir zum Himmel hingelangen, Darnach verlangen! Friedr. Adolf Krummacher 1768-1845. 91. Mel. Jerusalem, du hochgebaute Stadt. Ich bleibe dir ergeben, Nur ewig dir geweiht, Dir folg' ich nach im Leben, Dir nach in Ewigkeit. 2. Ich folge dir, Prophet, der nie mich trügt, Jesu Lehramt und Wandel auf Erden. Nie ohne Trost mich läßt; Hier alles unterthan. Ich weiß, daß nie dein heilig Wort Die Welt vergeht, zuschanden wird mir lügt, der Spott, Verschwinden muß der Wahn. Welch Heil ist mir bereitet, Wenn mich dein Geist regiert, Auf ebner Bahn mich leitet Und zu dem Himmel führt!!! Es steht wie Felsen fest. Wenn alles wird vergehen, us In Feuersglut zerstäubt, Wird fest dein Wort bestehen, Und deine Gnade bleibt. 3. Jch folge dir, mein Hoherpriester, nach Zu deinem Kreuzesstamm, Wo dir das Herz in treuer Liebe brach, Unschuldig Opferlamm! sa dall Als du am Kreuz geendet, Da ward ich Gottes Kind, Da wurden die vollendet, Die dir geheiligt sind. 4. Jch folge dir, mein König, dem wie Gott A₁ us irdischem Getümmel, Wo Glück und Lust vergeht, Wer ist mein Weg zum Himmel, Dahin die Hoffnung steht? Wer leitet unser Streben, Wenn es das Ziel vergißt? Wer führt durch Tod zum Leben? Der Weg heißt Jesus Christ. 92. Mel. Valet will ich dir geben. D 2. Wenn Irrtum uns befangen, Kein Strahl die Nacht durchbricht, Wie können wir gelangen Zum wahren Lebenslicht? Getrost, es strömt die Klarheit Den Blick empor und halte ſtill zum 5. Ich folge dir, mein Hirt, durch Kampf und Qual, Du leitest mich einst auch durchs Mich lenkt dein Hirtenstab. Todesthal, Nicht furchtbar ist das Grab, 3 Der Eingang ist's zur Höhe, Zu dir, Herr Jesu Christ, Wo man in deiner Nähe Der armen Welt vergißt. Karl Aug. Döring 1783-1844. Laß ruhn dein Auge auf dem Stern, Der hell im Osten steht! 63 Von Gottes ewgem Thron, Denn Christus ist die Wahrheit, Der eingeborne Sohn. 3. Wer schenkt in Not und Leiden, 93. Mel. Nun danket all und bringet Ehr. Die Hoffnung ewger Freuden, Wenn bang das Herz verzagt, Daß einst der Morgen tagt? Wer stillt der Seele Beben, Wer giebt im Tode Ruh? Heil! Christus ist das Leben, Führt uns dem Vater zu. Christoph K. J. Asschenfeldt 1792-1856. 2. Das ist der rechte Morgenstern, Jhm weicht die dunkle Nacht; Er führt herauf den Tag des Herrn, Den Tag, den Gott gemacht. Univ.- Bibl. Giessen 64 Passion: Leiden und Tod Jesu. 3. Den Blick zurück nach Bethlehem In ferne graue Zeit, Wo in der niedern Krippe lag Der Herr der Herrlichkeit! 4. Den Blick hinauf nach Golgatha, Wo an des Kreuzes Štamm Die Welt mit ihrem Gott versöhnt Das letzte Opferlamm! 5. Den Blick ins Herz und frage dich, mais Ob drinnen aufgestellt Die Krippe mit dem Christuskind, Dem Herren aller Welt! sa stal 390 Die Durch öde Wüsten irrten wir, Da ist ein Licht uns aufgegangen; Das Licht, Herr Jesu, kam von dir. Nun muß die Nacht um uns vergehn: Wir haben deinen Stern gesehn. 94. Mel. O taß ich tausend Zungen hätte. ie Finsternis hielt uns gefangen, 2. Er leitet uns auflichte Bahnen, Und wenn wir freudig ihm vertraun, Erwacht in uns ein selges Ahnen 6. Frag, ob das Kreuz dabei nicht fehlt Mit seinem blutgen Schein? Für Bethlehem und Golgatha Muß Raum im Herzen sein. 7. Und dann hinaus in alle Welt! Und wo noch weilt die Nacht, Verkünde du als Morgenstern Den Tag, den Gott gemacht! W ir singen und verkünden Dein Lob, Herr Jesu Christ, Der du für unsre Sünden Am Kreuz gestorben bist. 8. Gründ überall ein Bethlehem, Wo man die Krippe sieht, Und überall ein Golgatha, Wo man am Kreuze kniet! Julius Sturm geb. 1816. Von ewig grünen Friedensaun, Wo du uns wirst entgegengehn: Wir haben deinen Stern gesehn. 3. Der Stern, der über unserm Pfade Helleuchtend zieht in stiller Pracht, Es ist die Botschaft deiner Gnade, Die arme Sünder selig macht. Wir können nicht verloren gehn: Wir haben deinen Stern gesehn. Julius Sturm geb. 1816. VII. Passion: Leiden und Tod Jesu.. 95. Mel. Christus der ist mein Leben. 2. O neige dich uns Armen, Du gnadenreicher Gott, Dich unser zu erbarmen Durch deinen bittern Tod! Leiden und Tod Jesu. 3. Ach wer ermißt die Schmerzen Und wägt der Leiden Last, Die du aus freiem Herzen Für uns getragen hast? 4. Du hast in Todesnöten Für uns dein Haupt geneigt, Wie solches die Propheten Zuvor uns angezeigt. Nach einem Lied aus dem 14. Jahrhundert von Julius Sturm, geb. 1816. 96. Stets gefunden geduldig, Wiewohl du wurdest verachtet; All Sünd hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen: Erbarm dich unser, o Jeſu! Nach eigener Melodie. Lamm Gottes, unschuldig 2. Lamm Gottes, unschuldig Am Stamm des Kreuzes ge- Am Stamm des Kreuzes geschlachtet, ſchlachtet, Stets gefunden geduldig, Wiewohl du wurdest verachtet; All Sünd hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen: Gieb deinen Frieden, o Jesu! Nik. Decius 1541. Herzliebſter Jeſu, was haſt du 97. Nach eigener Melodie. Daß man ein solch scharf Urteil dir geſprochen? Was ist die Schuld, in was für Missethaten 5. Nun danken wir von Herzen Dir heut und allezeit, Denn von der Hölle Schmerzen Sind wir durch dich befreit. 6. Für uns hast du gelitten So blutig und so bleich Und uns am Kreuz erstritten Dein selges Himmelreich. Bist du geraten? 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, Ins Angesicht geschlagen und verhöhnet, Du wirst mit Ejjig und mit Gall getränket, Ans Kreuz gehenket. 3. Was ist doch wohl die Ursach solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich geschlagen: Evang. Gesangbuch II. 65 Ich, o Herr Jesu, habe das verschuldet, Was du erduldet! 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe; Die Schuld bezahlt der Herr selbst, der Gerechte, dubles si Für seine Knechte. 5. O große Lieb, o Lieb ohn' alle Die dich gebracht auf diese MarterMaße, straße! Sugden Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, Und du mußt leiden! 6. Ach großer König, groß zu allen Zeiten, 5 66 Passion. Wie kann genug ich solche Treu ausbreiten? Kein Menschenherz vermag es auszudenken, Was dir zu schenken. 7. Doch ist noch etwas, das du wirst annehmen: Ich will des Fleisches böse Lüste zähmen, Daß sie aufs neue nicht mein Herz entzünden Mit alten Sünden. 8. Weil aber dies nicht steht in eignen Kräften, Fest die Begierden an das Kreuz zu heften, So gieb mir deinen Geist, der mich regiere, Zum Guten führe! 9. Dann werd' ich deine Gnad und Huld betrachten, Aus Lieb zu dir die Welt für nichts mehr achten, Bemühen werd' ich mich, Herr, deinen Willen Stets zu erfüllen. 10. Ich werde dir zu Ehren alles wagen, Kein Kreuz mehr achten, keine Schmach und Plagen; Nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen Nehm' ich zu Herzen. Geben mir zu allen Stunden Trost und Kraft in jeder Not. Fällt mir etwas Arges ein, Denk' ich bald an deine Pein, Die erlaubt nicht meinem Herzen, Mit der Sündenlust zu scherzen. sub ardo 11. Wenn dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne Auf meinem Haupte ſtehn die Ehren20 98. 2. Will sich je in Lüsten weiden Mein verderbtes Fleisch und Blut, So gedenk' ich an dein Leiden; Bald wird alles wieder gut. Kommt der Feind und setzet mir Heftig zu, halt' ich ihm für Deine Gnad und Gnadenzeichen; Bald muß der Versucher weichen. krone, Dann will ich dir, wenn alles wohl wird klingen, Loblieder singen. Je Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. eju, deine tiefen Wunden, Joh. Heermann 1585-1647. 3. Ja für alles, was mich kränket, Deine Qual und bittrer Tod Geben deine Wunden Kraft; Wenn mein Herz darein sich senket, Schöpf' ich neuen Lebenssaft. Deines Trostes Süßigkeit Wendet mir das bittre Leid, Weil du mir das Heil erworben, Da du bist für mich geſtorben. 4. Auf dich setz' ich all mein Hoffen, Du bist meine Zuversicht, Dein Tod hat den Tod getroffen, Daß er mich kann töten nicht. Daß ich an dir habe teil, Bringet mir Trost, Schutz und Heil; Deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. Leiden und Tod Jesu. 5. Hab' ich dich in meinem Her- Ich verberge mich in dich, di Kein Feind kann verletzen mich. Wer vertraut auf deine Wunden, Der hat selig überwunden. Joh. Heermann 1585-1647. zen, Brunnquell aller Gütigkeit, So empfind' ich keine Schmerzen Auch im letzten Kampf und Streit. HIST 99. Mel. Herr Christ, der einig Gottssohn. W enn mich die Sünden kränken, O mein Herr Jesu Christ, So laß mich wohl bedenken, Wie du gestorben bist Und alle meine Sündenlast Am Stamm des heilgen Kreuzes Auf dich genommen hast! 4. Drum sag' ich dir von Herzen Jetzt und mein Leben lang Für deine Bein und Schmerzen, Jesu, Lob und Dank, Für deine Angst und bittre Not, Für dein unschuldig Sterben, Dein Lieben bis zum Tod. 2. Wunder ohne Maßen, Wer es betrachtet recht: Es hat sich martern lassen Der Herr für seinen Knecht; 6. Mein Kreuz und meine Plagen, Und wär's auch Schmach und Spott, Hilf mir geduldig tragen; Gieb, o mein Herr und Gott, Selbst seinen eignen Sohn hat Gott Daß ich verleugne dieſe Welt Für mich verlornen Menschen Gegeben in den Tod. Und treu dem Beispiel folge, Das du mir vorgestellt! 3. Was kann mir denn nun schaden Der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden; Die Schuld ist allzumal Bezahlt durch Christi teures Blut, Daß ich nicht mehr darf fürchten Der Höllen Qual und Glut. Sein Lamm geht hin und trägt die Schuld 5. Herr, laß dein bittres Leiden Mich reizen für und für, Mit allem Ernst zu meiden Die sündliche Begier, Der Welt und ihrer Kinder; Daß mir nie komme aus dem Sinn, Wie viel es dich gekoſtet, Daß ich erlöset bin! 67 Was du an mir gethan, 7. Laß mich an andern üben, Und meinen Nächsten lieben, Gern dienen jedermann Ohn' Eigennutz und Heuchelschein Und, wie du mir erwiesen, Aus reiner Lieb allein! 100. Mel. An Wasserflüssen Babylon. Mich trösten kräftiglich 8. Laß endlich deine Wunden In meinen letzten Stunden Und das versichern mich: Weil ich auf dein Verdienst nur trau', Du werdest mich annehmen, Daß ich dich ewig schau'! Justus Gesenius 1601-1673. Es geht und träget in Geduld Die Sünden aller Sünder; Es geht dahin, wird matt und krank, 68 Ergiebt sich auf die Würgebank, Entzieht sich allen Freuden; Es nimmt auf sich Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod Und spricht: Ich will's gern leiden. Passion. 2. Das Lamm, es ist der große Freund Und Heiland unsrer Seelen. Ihn, ihn hat Gott zum Sündenfeind Und Sühner wollen wählen: ,, Geh hin, mein Kind, und nimm dich an Der Kinder, die von Anfang an Verdienet Straf und Ruten; Die Straf ist schwer, der Zorn ist groß, Du kannst und sollst sie machen los Durch Sterben und durch Bluten!" 3. ,, Ja, Vater, ja von Herzensgrund, Leg auf, ich will's gern tragen; Mein Wollen hängt an deinem Mund, Mein Wirken ist dein Sagen!" Wunderlieb, o Liebesmacht, Haupt voll Blut und Wunden, 200 Girlf Voll Schmerz und voller Hohn, O Haupt, zum Spott gebunden Mit einer Dornenkron, O Haupt, sonst schön gekrönet Mit höchster Ehr und Zier, Jetzt aber frech verhöhnet, Gegrüßet seist du mir! 2. Du edles Angesichte, Du kannst, was nie ein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abdringen! Liebe, Liebe, du bist stark, Du streckest den in Grab und Sarg, Vor dem die Felsen ſpringen! 4. Mein ganzes Leben will ich dich Aus meinem Sinn nicht lassen; Dich will ich stets, gleich wie du mich, Mit Liebesarmen fassen; Du sollst sein meines Herzens Licht, Und wenn mein Herz im Tode bricht, Sollst du mein Herze bleiben; Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, Hiermit zu deinem Eigentum Beständiglich verschreiben. dan 101. Mel. Herzlich thut mich verlangen. Davor sonst alle Welt Erschrickt und wird zunichte, Wie bist du so entſtellt, Wie bist du so erbleichet! Wer hat dein Augenlicht, Dem sonst kein Licht mehr gleichet, So schändlich zugericht't? 5. Ich will von deiner Lieblichkeit Bei Nacht und Tage singen, Mich selbst auch dir zu aller Zeit Zum Freudenopfer bringen. Es soll mein Lebensquell sich dir Und deinem Namen für und für In Dankbarkeit ergießen, Und was du mir zugut gethan, Das will ich stets, so tief ich kann, In mein Gedächtnis schließen. Paul Gerhardt 1607-1676. 3. Nun, was du, Herr, erduldet, Ist alles meine Last; Ich hab' es selbst verschuldet, Leiden und Tod Jesu. Was du getragen hast. Schau her, hier steh' ich Armer, Der Zorn verdienet hat; Gieb mir, o mein Erbarmer, Den Anblick deiner Gnad! 4. Erkenne mich, mein Hüter, Mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, 18 Ist mir viel Guts gethan; Dein Mund hat mich gelabet dart Mit süßer Gnadenkoſt, dir Dein Geist hat mich begabet Mit reichem Himmelstrost. 5. Ich will hier bei dir stehen, Verachte mich doch nicht! Von dir will ich nicht gehen, Wann dir dein Herze bricht; Und wird dein Haupt erblassen Im letzten Todesstoß, Alsdann will ich dich fassen In meinen Arm und Schoß. 6. Es dient zu meinen Freuden Und thut mir herzlich wohl, Wenn ich mich in dein Leiden, Mein Heil versenken soll. Ach möcht' ich, o mein Leben, An deinem Kreuze hier Welt, sieh hier dein Leben Am Stamm des Kreuzes schweben, Dein Heil sinkt in den Tod! Der große Fürst der Ehren Läßt willig sich beschweren is Mit Schlägen, Hohn und großem Spott. Mein Leben von mir geben, Wie wohl geschehe mir! 2. Tritt her und schau die Plagen, Die er am Kreuz muß tragen, 7. Ich danke dir von Herzen, O Jesu, liebster Freund, Für deine Todesschmerzen, dll Da du's so gut gemeint; Ach gieb, daß ich mich halte Zu dir und deiner Treu, Und wann ich einst erkalte, In dir mein Ende sei! 102. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 69 8. Wenn ich einmal soll scheiden, So scheide nicht von mir; Wenn ich den Tod soll leiden, So tritt du dann herfür! Wenn mir am allerbängsten Wird um das Herze sein, So reiß mich aus den Ängsten Kraft deiner Angst und Pein! 9. Erscheine mir zum Schilde, Zum Trost in meinem Tod, Laß schaun zu deinem Bilde Mich in der letzten Not! Da will ich nach dir blicken, Da will ich glaubensvoll Fest an mein Herz dich drücken; Wer so stirbt, der stirbt wohl. Paul Gerhardt 1607-1676. Bis sie der Tod ihm stillt! Aus seinem edlen Herzen Vor unerhörten Schmerzen Ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer ist's, der dich geschlagen, Mein Heil, und dich mit Plagen So zugerichtet hat? mom and dil Du bist ja nicht ein Sünder Wie wir und unsre Kinder Und weißt von keiner Missethat. Paffion. dis 70 4. Jch, ich und meine Sünden, Die sich wie Körnlein finden Des Sandes an dem Meer, Die haben dir erreget Das Elend, das dich schläget, Und deiner Martern großes Heer. 5. Du nimmst auf deinen Rücken Die Lasten, die mich drücken Viel schwerer als ein Stein; Du wirst ein Fluch, dagegen Verleihst du mir den Segen, Dein Leiden muß mein Labsal sein. 6. Wie bin ich dir verbunden All Augenblick und Stunden Zur höchsten Dankbarkeit! Was Leib und Seel vermögen, Das bring' ich dir entgegen, Zu deinem Dienst und Ruhm bereit. 10. Ich will mich mit dir schlagen Ans Kreuz und widersagen Den Lüsten dieser Welt; Was deine Augen hassen, Das will ich fliehn und lassen Und gerne thun, was dir gefällt. JUST 11. Dein Seufzen und dein Stöhnen Und die viel tausend Thränen, Die dir geflossen zu, 7. Nun, ich kann nicht viel geben In diesem armen Leben, Eins aber will ich thun: Es soll dein Tod und Leiden, Bis Leib und Seele scheiden, Die sollen mich am Ende In deinen Schoß und Hände Mir stets in meinem Herzen ruhn. Begleiten zu der ewgen Ruh. Paul Gerhardt 1607-1676. 8. Ich will's vor Augen haben, Mich stets daran erlaben, Ich sei auch, wo ich sei; Es soll mir sein ein Spiegel Der Unschuld und ein Siegel Der Lieb und unverfälschten Treu. ei mir tausendmal gegrüßet, Der mich je und je geliebt, Jesu, der du selbst gebüßet Das, womit ich dich betrübt! Ach wie ist mir doch so wohl, Wenn ich knien und liegen soll An dem Kreuze, da du stirbest, Und um meine Seele wirbest! 9. Ich will daran erblicken, Wie ich mein Herz soll schmücken Mit stillem sanftem Mut, Und wie ich die soll lieben, Die mich doch sehr betrüben Mit Werken, so die Bosheit thut. 103. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 2. Schreibe deine blutgen Wunden Mir, Herr, in das Herz hinein, Daß sie mögen alle Stunden Bei mir unvergessen sein! Du bist doch mein schönstes Gut, Drin mein ganzes Herze ruht; Laß mich hier zu deinen Füßen Deiner Lieb und Gunst genießen! 3. Dich, dich will ich ewig halten, Gieb mir, daß ich's ewig tann; Schaue meiner Hände Falten Und mich Armen freundlich an; Leiden und Tod Jesu. Schau vom hohen Kreuzesstamm Auf mich nieder, Gotteslamm! eju, meiner Seele Licht, Freude meiner Freuden, Meines Lebens Zuversicht Fließt aus deinem Leiden! Nimm den Dank in Gnaden an Für die Todesschmerzen, Ob ich gleich ihn bringen kann Nur aus schwachem Herzen! 104. Mel. Schwing dich auf zu deinem Gott. 2. Jch erwäg' es oft und viel, Was dich angetrieben, Sünder ohne Maß und Ziel Bis zum Tod zu lieben, Daß du Angst, Gewalt und Not, Schläg' und Hohn in Banden, Lästerung und Kreuz und Tod Willig ausgestanden. 3. War es unsre Würdigkeit? Nur des Vaters Güte, Deine Herzensfreundlichkeit Und dein treu Gemüte Hat den Segen uns gebracht, Daß kein Mensch verzaget, Wann der Sünden Meng und Macht Am Gewissen naget. 4. O du wunderbarer Rat, Den man nie ergründet; Oder unerhörten That, Die man nirgends findet! si pils Sprich: Laß all dein Trauern schwinden, di Ich, ich tilge deine Sünden! Jeių esu, meines Lebens Leben, Jesu, meines Todes Tod, Der du dich für mich gegeben Paul Gerhardt 1607-1676. serib 71 Was der Mensch, der Sünde Knecht, Trotig hat verbrochen, Büßt der Herr, der doch gerecht- Wir sind freigesprochen. 5. Herr, dein Friede sei mit mir, Und auf mein Gewissen, Wenn es zaget, laß von dir Trost und Freude fließen! Trost ergießt in jedes Herz Sich aus deinem Herzen, Und den bängsten Seelenschmerz Heilen deine Schmerzen. 6. Gieb, sobald mein Herz erschrickt Über Straf und Sünde, Daß ich durch dein Wort erquickt Bald Vergebung finde! Sieh, ich fall' in ernster Neus Mit wahrhaftger Buße, Mit Begier nach beßrer Treu, Jesu, dir zu Fuße. 105. Nach eigener Melodie. 7. Ich will, weil ich mit dir frei Werd' im Himmel erben, Herr, in deinen Armen treu Leben und auch sterben, Bis man fröhlich sagen wird Nach den Todesbanden: ich, dein König und dein Hirt, Jeſus ist vorhanden! Heinrich Held um 1660. In die tiefste Seelennot, In das äußerste Verderben, Nur daß ich nicht möchte sterben 72 Tausend-, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! Passion. 2. Du, ach du hast ausgestanden Lästerreden, Spott und Hohn, Und du gingst in schweren Banden, Du gerechter Gottes- Sohn, Nur mich Armen zu erretten Von den argen Sündenketten. Tausend-, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 3. Wunden ließest du dir schlagen, Angst und Pein erlittest du, Um zu heilen meine Plagen, Um zu setzen mich in Ruh. Ach, du hast zu meinem Segen Lassen dich mit Fluch belegen; Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! Es ist vollbracht! Er ist verschieden, 106. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mein Jesus schließt die Augen zu; Der Friedefürst schläft ganz mit Frieden, Die Lebenssonne geht zur Ruh Und sinkt in stille Todesnacht. O großes Wort: Es ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht! Er hat's gesprochen. Das Lebenswort muß sprachlos sein, Das Herz der Treue wird gebrochen, Den Fels des Heils umschließt ein Stein, Verschmachtet ist die höchste Kraft. O wahres Wort: Es ist vollbracht! 4. Du hast dich mit Schmach bedecket, Hast gelitten mit Geduld, Gar den herben Tod geschmecket, Um zu büßen meine Schuld; Daß ich würde frei gegeben, Gabst du hin dein teures Leben. Tausend-, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 5. Nun, ich danke dir von Herzen, Herr, für alle deine Not, Für die Wunden, für die Schmerzen, Für den herben bittern Tod, Für dein Zittern, für dein Zagen, Für die tausendfachen Plagen, Für die Angst und tiefe Pein Will ich ewig dankbar sein! Ernst Christoph Homburg 1605-1681. D¹₁ u gehest in den Garten beten, Mein treuster Jesu, nimm mich mit; 3. Es ist vollbracht, und meine Sünden Verdammen nun mein Herz nicht mehr; Denn Gnade hör' ich mir verkünden Durch Jesu Blut vom Kreuze her; Getilget ist der Hölle Macht. O tröstlich Wort: Es ist vollbracht! 4. Es ist vollbracht! Ich will mich legen Zur Ruh in meines Heilands Grab; Die Engel sind allhier zugegen Und steigen bei mir auf und ab; Die Himmelspfort ist aufgemacht. O selig Wort: Es ist vollbracht! Salomo Franck 1659-1725. 107. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Laß mich an deine Seite treten, Ich weiche von dir keinen Schritt! Ich will an dir, mein Lehrer, sehn, Leiden und Tod Jesu. Wie mein Gebet soll recht geschehn.dll 2. Du gehst mit Zittern und mit Zagen Und bist bis in den Tod betrübt. Ach, dies soll mir ans Herze schlagen, Daß ich die Sünde so geliebt. Drum willst du, daß ein Herz voll Reu Mein Anfang zum Gebete. sei. 3. Du reißest dich von allen Leuten, Du suchst die stille Einsamkeit; So muß auch ich mich wohl bereiten Und fliehen, was mein Herz zerstreut. Laß mich von aller Welt allein Und nur mit dir beisammen sein! 4. Du kniest und wirfst dich hin zur Erden, Fällst nieder auf dein Angesicht. So muß die Demut sich gebärden; Drum rühm' ich Asch und Staub mich nicht, Ich lieg' und beuge mich mit dir Vor meinem Gott in Demut hier. 5. Du greifst voll Zuversicht und Liebe Dem Vater tief ins treue Herz Und rufft aus stärkstemHerzenstriebe Mein Vater, Vater" himmelwärts. Ach, Glaub und Liebe sind mir not, Sonst ist mein Leben kalt und tot. 6. Geduldig Lamm, wie hältst du stille, Hältst im Gebete dreimal an! du Liebe meiner Liebe, Du erwünschte Seligkeit, Die du dich aus höchstem Triebe Es ist dein heilig guter Wille, d Ich soll so thun, wie du gethan. Gott hilft nicht stets aufs erstemal, Drum fleh' und ruf' ich ohne Zahl. 7. Dein Wille senkt sich in den Willen 73 Des allerbesten Vaters ein; In ihm muß auch mein Herz sich stillen, d Wofern ich will erhöret sein. Was mein Gott will, gescheh' allzeit. Drum bet' ich in Gelassenheit: 8. Obgleich die Jünger dein vergessen, Gedenkst du doch getreu an sie, Und da dich alle Martern pressen, Sorgst du für sie mit höchster Müh. Mein Beten bleibet ohne Frucht, Wenn es des NächstenHeil nicht ſucht. 9. Du, Herr, erlangest auf dein Flehen Trost, Kraft, Sieg, Leben, Herrlichkeit; AP Und so wird's auch mit mir geschehen, Daß ich zur angenehmen Zeit Auf ernstlich Beten freudenvoll Den gleichen Segen ernten soll. 108. Nach eigener Melodie. 10. Mein Jesu, hilf mir so zu beten, U Wie mich dein heilig Vorbild lehrt! So kann ich frei zum Vater treten Und werde stets von ihm erhört, So bet' ich mich zum Himmel ein Und will dir ewig dankbar sein. Joh. Menter 1658-1734. zg) In das jammervolle Leidubad ab) Deines Leidens mir zugute Als ein Opfer eingestellt 2) 74 Und bezahlt mit deinem Blute Alle Missethat der Welt! Passion. 2. Liebe, die mit blutgen Thränen An dem Ölberg sich betrübt; Liebe, die mit heißem Sehnen Unaufhörlich treu geliebt; Liebe, die den eignen Willen In des Vaters Willen legt Und, um Gottes Zorn zu stillen, Gern die Last des Kreuzes trägt! 3. Liebe, die mit starkem Herzen Allen Spott und Hohn gehört; Liebe, die voll Angst und Schmerzen Blieb im Tode unversehrt; Liebe, die sich liebend zeiget, ds Da der Atem geht zu End; Liebe, die sich liebend neiget, Als sich Leib und Seele trennt! dall Gottlob! der Weg ist nun ge= bahnet, 109. plots nied Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mein Jesus gehet selbst voran; Auf ihn gestützt, von ihm ermahnet Betret' ich freudig seine Bahn. Er rufet selber: Folge mir! Ich folg', o ziehe mich nach dir! 2. Wie willig giebst du hin dein Leben! Du gehst mit Freuden in den Tod, Da siehet man kein Widerstreben, Du scheuest nicht die größte Not; Du siehst vor dir das Blutgericht Und weichest doch, o Heiland, nicht. 3. ,, Wir gehn," so sprichst du auf dem Wege, 4. Liebe, die für mich gestorben Und ein immerwährend Gut An dem Kreuze mir erworben, Ach wie tröstet mich dein Blut! Ach, wie dank' ich deinen Wunden, Schmerzensreiche Liebe du, Wenn ich in den letzten Stunden Sanft an deinem Herzen ruh'! Es drängt dich niemand mit Gewalt; Es warten auf dich Schmach und is Schläge, 5. Liebe, die sich tot gefränket Und für mein erkaltet Herz In ein faltes Grab gesenket, Ach, wie dank' ich deinem Schmerz! Habe Dank, daß du gestorben, Daß ich ewig leben kann! Ewge Liebe, nimm mich an! Die du mir das Heil erworben, Elisabeth von Seniş 1629-1679. 306 Und doch sprichst du: Ich komme bald. Dein Sterblied ist ein Lobgesang, DeinGang zum Tod ein Siegesgang. 4. So ich nun will dein Jünger heißen, Muß ich in deinen Spuren gehn Und mich nicht lassen von dir reißen, Wenn Not und Trübsal gleich entor stehn. Wer sich nicht selbst verleugnen kann, Den siehst du nicht als Jünger an. Crit 5. Nimmst du das Kreuz auf deinen Rücken, So rufst du mir auch: Folge nach! Ich will mich auch darunter bücken, Ich achte künftig feine Schmach; Es wird dein Leiden, Kreuz und Pein Mir dennoch lauter Ehre sein. Leiden und Tod Jesu. 6. Wie sollt' ich mich auf Rosen weiden, Da deine Stirne Dornen trägt? Ein Glied muß mit dem Haupte leiden, Wie schwer auch Trübsal auf uns schlägt. Der Herr erduldet solche Bein, Der Knecht wird ja nicht besser sein. 110. Mel. Meinen Jesum lass' ich nicht. Seele, geh nach Golgatha, Nahe dich zu Jesu Kreuze Und bedenke, was dich da Für ein Trieb zur Buße reize! Nur ein hartes Herz wie Stein Kann hier unempfindlich sein. 2. Schaue doch das Jammerbild Zwischen Erd und Himmel hangen, Wie das Blut in Strömen quillt, Daß ihm alle Kraft vergangen! Ach der übergroßen Not: Jesus sintet in den Tod! 3. Lamm Gottes ohne Schuld, Alles das hab' ich verschuldet, d Und du hast aus großer Huld Bein und Tod für mich erduldet! Daß ich nicht verloren bin, Giebst du dich am Kreuze hin. 4. Ulubeflecktes Gotteslanım, Ich verehre deine Liebe; Schaue von des Kreuzes Stamm, 7. So will ich leiden,- gieb mir soms Stärke, alg Zu leiden was du mir bestimmt! Weil ich mir das zum Troste merke, Daß alles Kreuz ein Ende nimmt. Die Dornenkrone hab' ich hier, Die Siegestrone dort bei dir. lise Benj. Schmolck 1672-1737. 75' Wie ich mich um dich betrübe! Dein für mich verblutend Herz Setzt mich in den tiefsten Schmerz. 5. Ach, was kann ich thun für dich? Ich will dir mein Herz ergeben. Herr, laß mich beständiglich Unter deinem Kreuze leben! Wie du mein, so will ich dein Lebend, leidend, sterbend sein. d 6. Kreuzige mein Fleisch und Blut, Lehre mich die Welt verschmähen: Laß mich dich, du höchstes Gut, Immer vor den Augen sehen, Führ in allem Kreuze mich, Wie du willst, nur ſeliglich! 7. Endlich, laß mich meine Not Auch geduldig überwinden! Nirgends sonst soll mich der Tod Als an deinem Kreuze finden. Wer sich dies zur Zuflucht macht, Spricht getrost: Es ist vollbracht! Benj. Schmold 1672-1737. ( burn sdsi 111. nisd Nach eigener Melodie. er am Kreuz ist meine Liebe, Meine Lieb ist Jesus Christ. Weg, ihr argen Sündentriebe, Welt und Fleisch mit eurer List! Eure Lieb ist nicht von Gott, Eure Lieb ist gar der Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, Weil ich mich im Glauben übe. 76 Passion, disk 2. Der am Kreuz ist meine Liebe; Frevler, was befremdet dich, Daß ich mich im Glauben übe? Jesus gab sich selbst für mich; So ist er mein Friedensschild, Aber auch mein Lebensbild. Der am Kreuz ist meine Liebe, Weil ich mich im Glauben übe. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe; Sünde, du besiegst mich nicht! Weh mir, wenn ich den betrübe, Der für mich ging ins Gericht! Kreuzigt' ich nicht Gottes Sohn, Trät' ich nicht sein Blut mit Hohn? Der am Kreuz ist meine Liebe, Weil ich mich im Glauben übe. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe; Sündenangst, nun schweige du! Gott zeigt seine Liebestriebe Und schenkt meinem Herzen Ruh, Denn es floß ja mir zugut 6. Der am Kreuz ist meine Liebe; Nun ist auch der Tod mein Freund. Wenn ich wie ein Staub zerstiebe, Wird mein Jesus mir vereint; Da, da schau' ich Gottes Lamm, Meiner Seele Bräutigam. Der am Kreuz ist meine Liebe, s Weil ich mich im Glauben übe. Verfasser unsicher( Joh. Greding? 1676-1748). 112. Mittler, alle Kraft der Worte, Die du sprachst in hoher Pein, Seines Sohnes teures Blut. Der am Kreuz ist meine Liebe, Weil ich mich im Glauben übe. Vor der offenen Todespforte, Soll auch mir zum Segen sein, Mir mein Trost, wenn ich einst scheide, Meiner Seele Lust und Weide! Nun ich so gerüstet bin, Kann ich froh zum Himmel ziehn. Keine Trübsal noch so groß, 5. Der am Kreuz ist meine Liebe. Hunger, Blöße, Geißelhiebe, Nichts macht mich von Jesu los, Nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 2. ,, Vater," batest du, ,, laß diesen Ihren blinden Frevel nach!" Edle Langmut, sei gepriesen! Ich auch will nicht eigne Rach Wider meinen Nächsten hegen Engel nicht, kein Fürstentum. Der am Kreuz ist meine Liebe, Weil ich mich im Glauben übe. Und mir selbst den Weg verlegen. Jesu, deine reiche Hulded nd Tilge mein und seine Schuld! 3. Liebreich wiesest du dem Jünger An dem blutgen Kreuze, du Großer Friedenswiederbringer, Deine arme Mutter zu. Gieb, daß die, so ich verlasse, Treue Liebe auch umfasse, und in deiner Lieb und Treu Eins des andern Zuflucht ſei! 4. ,, Heute" - welch ein tröstlich Heute! Leiden und Tod Jesu. 11 ist „ Heute", sprachst du, soll gewiß Deine Seele nach dem Streite Sein mit mir im Paradies!" Dieses lasse wie dem Schächer So auch mir, o Todesrächer, Bricht der Augen matter Schein, Meiner Seele Leitstern sein! 5. ,, Ach, warum bin ich verlassen, O mein Gott, mein Gott, von dir?" Jesu, wie ist dies zu fassen? Klagst du so, wie geht's dann mir? Durch dein Klagen, durch dein Ringen Willst du meine Seele bringen, Trotz der Sünden Scheidewand, In des Himmels Ruhestand. 6. Aber ,, welch ein heißes Dürsten" Klagt der ausgedörrte Mund Meines reichen Lebensfürsten Noch in der Vollendungsstund! Mir bei meiner Lippen Lechzen Und bei meiner Seele Ächzen, Wenn kein Trost sonst in der Welt, Bleibt zum Labsal dies beſtellt. Mich in das Meer der Liebe zu verſenken, Die dich bewog, von aller Schuld des Bösen Uns zu erlösen! 2. Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Erden Und bis zum Tod am Kreuz gehorbursam werden, 7. Nun, nun ist das Heil erworben, Denn du sagst: ,, Es ist vollbracht!" Jesu, eh' du noch gestorben, Leuchtet schon die Siegesmacht. Laß nun immerhin geschehen, me Was an Schmerzen auszustehen; Du, Vollender, bist in mir Und vollendet ich in dir! 77 Subie 8. ,, Vater," rufst du, ,, ich befehle Deinen Händen meinen Geist!" Scheidet einst auch meine Seele, So vertritt mich allermeist! Wann der letzte Zug vorhanden, Lös mich aus des Todes Banden, Nimm, Herr, deines Pilgrims wahr, Stelle mich dem Vater dar! 9. Jesu, deine hohen Worte Fühl' ich froh in meiner Brust. Ja, zum schönen Freudenorte, Dessen Trost mir nun bewußt, Will ich mich mit dir erheben, Dort bei dir, o Heiland, leben. Zu der Selgen frohem Chor Heb, o Retter, mich empor! Nach Joh. Albrecht Bengel 1687-1752. 113. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. Herr, stärke mich, dein Leiden zu An unsrer Statt gemartert und zer= schlagen Die Sünde tragen: 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn' ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, Mein Herz erbebt; ich seh' und ich empfinde Den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Nächer ad alles Böſen; .COM Passion. 78 Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen. Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken Am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder, Es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder, Lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde Zu Gottes Freunde. 7. Laß deinen Geist mich stets, mein Heiland, lehren, Dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren, Und an dich glauben? 9. Unendlich Glück! Du littest uns zugute, 6. Herr, mein Heil, an dessen Ich bin versöhnt mit deinem teuern Blute. Blut ich glaube, Ich liege hier vor dir gebückt im Staube, Verliere mich mit dankendem Gemüte In deine Güte. Sie lehre mich die Sünde meiden Und dir mein ganzes Leben weihn, Dir, dessen Blut für mich geflossen, Des Herz für mich noch sterbend schlug, Daß ich getreu in dem Beruf der Liebe Und der so ruhig und entschlossen Auch meiner Sünde Strafe trug. Mich christlich übe! 8. Das Gute thun, das Böse fliehn und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir erlauben 2. Ja, in den stillsten meiner Stunden Will ich nach deinem Kreuze sehn 114. Laß mir die Feier deiner Leiden, Mel. Wie groß ist des Allmächtgen Güte; oder: Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. Und dich, o Herr, für deine Wun den mein Du hast mein Heil, da du für mich gestorben, Am Kreuz erworben. 10. So bin ich denn schon selig hier im Glauben; So wird mir nichts, nichts meine Krone rauben; So werd' ich dort von Herrlichkeit umgeben, Einst ewig leben./do? Christ. Fürchtegott Gellert 1715-1769. Mit tief gerührtem Dank erhöhn. Olaß mich deine Huld ermessen, Womit dein Herz die Welt umfaßt, Und nie im Undank es vergessen, Was du für mich gelitten hast! 3. Mir sollen diese Feierzeiten Der größten Liebe heilig sein; Still soll dein Kreuz mich stets be gleiten Und jede meiner Stunden weihn, Leiden und Tod Jesu. Dein Leiden sei mein höchster Segen, Dein Tod mein seligster Gewinn. Mein Herz schlägt dir voll Dank entgegen, Daß ich durch dich erlöset bin. 4. Bleibt mir zu allen Zeiten teuer, Laip Nach eigener Melodie. Ach sieh ihn dulden, bluten, sterben! Gethsemane und Golgatha, Ihr Stätten, wo die Welt die Feier Der allergrößten Liebe ſah! Nach euch will ich voll Andacht schauen, Wo mein Erlöser litt und starb, Auf ihn allein will ich vertrauen, Der mir die Seligkeit erwarb. Christoph Georg Ludw. Meister 1738-1811. 115. O meine Seele, sag ihm frommen Dank! Sieh Gottes eignen Sohn und Erben, Wie mächtig ihn die Menschenliebe drang! Wo ist ein Freund, der je was er gethan, Der so wie er für Sünder sterben kann? im go dll 2. Wie dunkel waren jene Stunald tiden, O Herr, und welche Lasten drückten dich! im Wie quoll das Blut aus deinen drie Wunden, ach, es floß zum Trost und Heil für mich Und Und ruft noch heute mir ermunternd zu, Daß du mich liebst, du treuer Heiim straffesland, du! 2. So sollt' es sein, du mußtest leiden, Dein Tod macht mir des Vaters Liebe fund, 79 Er wird für mich ein Quell der Freuden, Ein Siegel auf den ewgen Friedensbund. So wahr dich Gott für mich zum Opfer giebt, So fest steht es, daß er mich herzlich liebt. 4. Dein bin ich nun und Gottes Erbe, Ich seh' getrost ins Vaterherz hinein; Wenn ich nun leide, wenn ich sterbe, kann ich unmöglich je verloren ſein; Wenn Sonne, Mond und Erde untergehn, So bleibt mir Gottes Gnade ewig stehn. 5. Ja, mir zum Trost und dir zur Ehre Gereicht dein ganzer Kampf, dein Kreuzestod; Bestätigt ist nun deine Lehre, Ich baue fest darauf in jeder Not. Unschuldig littest du, doch Preis und Ruhm Ist auch im Kampf der Unschuld Eigentum. 6. Herr, dein Vorbild soll mich lehren, 80 Die Unschuld sei das schönste Ehrensido fleid; Gern will ich deine Stimme hören Und willig thun, was mir dein Wort gebeut; Die Dankbarkeit dringt innigst mich dazu, Wer hat es mehr um mich verdient als du? 7. Nimm hin den Dank für deine Plagen, 1 Passion. di him and over 116. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. ch sente mich in deine Wunden, So dent' ich, wie die Schar der Deinen, Wie Gott selbst dich verließ im Streit; Mit dir wird Nacht zum Morgenschein, Bei dir ist kein Verlassensein. Wenn in der Buße Trauerstunden Die Sünde mir Verdammnis droht; Ich schaue deine Schmerzen an Und weiß, du hast genug gethan. 2. All Weh will ich in dich verfenten, Will teilen deine bittre Not Und hier an keine Rosen denken, Wo dir der Acker Dornen bot; Ich sprech' auf meiner Kreuzesbahn: Das hat man Gottes Sohn gethan. Mein Retter, den die treue Liebe bringt! Noch heißern Dank will ich dir tring los sagen, Wann dich mein Geist im Engelchor befingt; Dann stimmen alle Selgen fröhlich alleg ein, Der ganze Himmel soll dann Zeuge jein! Joh. Timoth. Hermes 1738-1821. 3. Flößt die verbotne Lust dem Herzen Ihr Gift mit süßen Reizen ein, So geh' ich ein in deine Schmerzen Und töte sie durch deine Bein; Seh' ich dein Dürsten, deine Schmach, So scheu' ich, was dein Herz dir brach. 4. Will teine Sonne mehr mir scheinen, Und schweb' ich in Verlassenheit, 5. Will einst des Todes Pfeil mich schrecken, Und macht mir bang des Grabes Nacht, So hoff' ich ihn mit dir zu schmecken, Der mir Unsterblichkeit gebracht. Wer mit dir stirbt, der lebt zugleich, Sein Sterben wird zum Himmelreich. 6. So will ich die Gemeinschaft üben, Aus deren Leid mir Freude grünt; Könnt' auch die Marter mich betrüben, Durch die du Segen mir verdient? Ich geh' in deine Leiden ein; Mit dir vereint heißt selig sein. Joh. Friedr. von Meyer 1772-1849. Leiden und Tod Jesu. 117. Mel. Herr und Ältster deiner Kreuzgemeine. Cines wünsch' ich mir vor allem Und dann auch an mich gedacht, Als er rief: Es ist vollbracht! andern, Eine Speise früh und spät; Selig läßt's im Thränenthal sich wandern, 3. Ja, mein Jesu, laß mich nicht vergessen Wenn dies Eine mit uns geht: Unverrückt auf einen Mann zu schauen, Der mit blutgem Schweiß und Todesgrauen Auf sein Antlitz niedersank Und den Kelch des Vaters trank. 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, Wie er als ein stilles Lamm Dort so blutig und so bleich zu sehen, Hängend an des Kreuzes Stamm, Wie er dürstend rang um meine Seele, Daß sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, Du u schaust wohl Christi Leiden an Und denkst in deinem Sinne, Das hat der Herr für mich gethan, Daß ich bei Gott gewinne Durch seine große Gnad und Huld Erlaß für meine Sündenschuld, Die mich zu Boden drücket. 118. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 2. Doch hast du auch daran gedacht, Daß dir sein bittres Sterben Nur dann allein hat Heil gebracht Und Rettung vom Verderben, Wenn du mit ihm, der für dich stritt Evang. Gesangbuch II. Meine Schuld und deine Huld! Als ich in der Finsternis gesessen, Trugest du mit mir Geduld; Hattest längst nach deinem Schaf getrachtet, Eh' es auf des Hirten Ruf geachtet, Und mit teuerm Lösegeld Mich erkauft von dieser Welt. 4. Jch bin dein! Sprich du darauf dein Amen! Treuster Jesu, du bist mein! Drücke deinen süßen Jesusnamen Brennend in mein Herz hinein! Mit dir alles thun und alles lassen, In dir leben und in dir erblassen: Das sei bis zur letzten Stund Unser Wandel, unser Bund! Albert Knapp 1798-1864. Und bittern Tod am Kreuz erlitt, Der Welt bist abgestorben? 81 3. Da wo dein Schatz ist, sei dein Herz! sieh, voll Blut und Wunden Hängt Gottes Sohn in Qual und Schmerz Ans Marterholz gebunden! So geh mit deinem Herzen ein In deines Herren Angst und Bein Und stirb, wie er gestorben! 4. Ja, streite mit ihm, wie er stritt, 6 82 Und teile seine Wunden, Und leide mit ihm, wie er litt, Bis du nach bangen Stunden du Darfst rufen mit ihm durch die Nacht Von seinem Kreuz: Es ist vollbracht! Dann erst bist du gerettet. Traurigkeit, O Herzeleid! Ist das nicht zu beklagen? Gott des Vaters einig Kind Wird ins Grab getragen. 2. O große Not, Der Herr liegt tot! Am Kreuz ist er gestorben, Hat dadurch das Himmelreich Uns aus Lieb erworben. Inbo Jarbose ju marr and Jeſu Grablegung. 119. Nach eigener Melodie. 3. O Menschenkind, Nur deine Sünd Hat dieses angerichtet, o ruhest du, Passion. nowy O meine Ruh, In deines Grabes Höhle Und erweckst durch deinen Tod Meine tote Seele. 2. Man senkt dich ein Nach vieler Pein, TRO. 5. Ein ewger Friede folgt dem Streit, Dem Tod ein ewges Leben, Und ewige Gerechtigkeit Wird dir dein Heiland geben, Der freundlich ruft: Mein Leidgenoß, Das Blut, das ich für dich vergoß, Tilgt alle deine Sünden! Julius Sturm geb. 1816. Tropradoin gilim nisi juk Da du durch die Missethat Warest ganz vernichtet! are 2 120. Mel. O Traurigkeit. oltrld of p Budy 4. O ſelig ist Zu aller Frist, Der dieses recht bedenket, Wie der Herr der Herrlichkeit Wird ins Grab gesenket! 5. O Jesu, du Mein' Hilf und Ruh, Ich bitte dich mit Thränen: Hilf, daß ich mich bis ins Grab Nach dir möge sehnen! Joh. Rist 1607-1667. Du meines Lebens Leben; Dich hat jetzt ein Felsengrab, Fels des Heils, umgeben. 3. O Lebensfürst, Ich weiß, du wirst Mich wieder auferwecken; Sollte denn mein gläubig Herz Vor der Gruft erschrecken? Leiden und Tod Jesu. soy Und mit dir, o Herr, verklärt Ein zum Himmel gehen.. 4. Sie wird mir sein Ein Kämmerlein, Da ich im Frieden liege, Weil ich nun durch deinen Tod Tod und Grab besiege. 5. Nein, nichts verdirbt, Der Leib nur stirbt, Doch werd' ich auferstehen un gingst auch du Zur Sabbatsruh Ins stille Grab hinüber; Deine Arbeit ist gethan, All dein Leid vorüber. 19 Amen! Deines Grabes Friede Wird auch unser Grab durchwehn, Wenn wir, von der Wallfahrt müde, Ruhn, um froher aufzuſtehn. Amen! Fürst der Auferstehung, Der des Grabes Siegel brach, Zieh durch Grab und Tod uns nach Zu der Heiligen Erhöhung, Wo dem Lamm, das uns versöhnt, Aller Himmel Loblied tönt! 121. Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht fingen; oder: Lasset uns den Herren preisen. 6. Indes will ich, Mein Jesu, dich In meine Seele senten Und an deinen bittern Tod Bis zum Tod gedenken. 2. Nichts fränkt dich mehr, Fried ist umher; Dein Herz hat ausgeschlagen, Das im heißen Kampf für uns Unsre Sünd getragen. 3. Erdengruft, Du dunkle Kluft, Wie heilig und voll Segen Burdest du, seit Gottes Sohn Hat im Grab gelegen! 122. Mel. O Traurigkeit. Salomo Franck 1659-1725. 2. Großer Erstling deiner Brüder, Ja, du ziehest uns nach dir; Du, das Haupt, ziehst deine Glieder; Weil du lebst, so leben wir. Ja, wir werden auferstehen, Weil du auferstanden biſt, Werden dich, Herr Jesu Christ, Einst in deiner Klarheit sehen. Unsre Herzen harren dein; Amen, ewig sind wir dein! Karl Bernhard Garve 1763-1841. 4. Wie selig ruhn Die Toten nun, Die in dem Herrn verſchieden! All ihr Werk folgt ihnen nach, Ja, sie ruhn in Frieden. 5. O Sabbatsruh, Durch welche du Uns jede Ruh erworben, Wo du wie ein Saatkorn lagst In der Erd erstorben! E 6. Herr, führe du Zur Sabbatsruh Die tiefbetrübten Seelen, Die um ihre Sündenlast Sich in Neue quälen! 83 6* Intl. 2 84 7. Laß deiner Herd, O Heiland wert, Bald ihren Sabbat kommen, rühmorgens, da die Sonn aufgeht, Ostern. VIII. Ostern. 123. Mel. Du, des sich alle Himmel freun. Fot Mein Heiland Christus aufersteht. Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Halleluja! 2. Wunder groß, o starker Held! Wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Kein Angststein liegt so schwer auf mir, Er wälzt ihn von des Herzens Thür. Halleluja! Wo sie allem Kampf und Leid Ewig ist entnommen! Viktor Friedr. von Strauß geb. 1809. 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf Und such ein neues Leben, Vollführe deinen Glaubenslauf Und laß dein Herz sich heben 3. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt. Und stürb' gleich alle Welt mir ab, Gnug, daß ich Christum bei mir hab'. Halleluja! 4. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt. Dort wollen wir mit größerm Fleiß Erheben deinen Ruhm und Preis. Halleluja! Joh. Heermann 1585-1647. 124. Mel. Mein Herzens- Jesu, meine Lust. Wach auf, mein Herz, die Nacht Gen Himmel, da dein Jeſus iſt, hin, Die Sonn ist aufgegangen! Ermuntre dich, mein Geist und Sinn, Und such, was droben, als ein Christ, Der geistlich auferstanden! Den Heiland zu empfangen, Der heute durch des Todes Thür Gebrochen aus dem Grab herfür, Der ganzen Welt zur Wonne! 3. Vergiß nun, was dahinten ist, Und tracht nach dem, was droben, Damit dein Herz zu jeder Frist Tritt unter dich die böse We Zu Jesu sei erhoben! Und strebe nach dem Himmelszelt, Wo Jesus ist zu finden! 4. Drückt dich ein schwerer Sorgenstein, Dein Jesus wird ihn heben; Es kann ein Christ bei Kreuzespein In Freud und Wonne leben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn Und sorge nicht, er ist nicht fern, Weil er ist auferstanden! 5. Wohlauf, mein Herz, fang an den Streit, Weil Jesus überwunden! Er wird auch überwinden weit In dir, weil er gebunden Der Feinde Macht, daß du aufstehst Und in ein neues Leben gehst Und Gott im Glauben dienest. Ostern. Zwei wei der Jünger gehn mit Sehnen 6. Ach mein Herr Jesu, der du bist Daß wir auch überwinden! Über Feld nach Emmaus, Ihre Augen sind voll Thränen, Ihre Seelen voll Verdruß, Und sie wechseln Klageworte; Doch es ist von ihrem Orte Schon der Meister gar nicht weit Und vertreibt die Traurigkeit. 2. Ach, es gehn noch manche Herzen Ihrem stillen Kummer nach, Sie bejammern ihre Schmerzen, Ihre Not und Ungemach. Mancher wandert gar alleine, Daß er zur Genüge weine; Doch mein Jesus ist dabei, Fragt, was man so traurig sei. 3. Wenn zwei Seelen sich besprechen, Vom Tode auferstanden, Rett uns aus Satans Macht und List Und aus des Todes Banden, Daß wir zusammen insgemein Zum neuen Leben gehen ein, Das du uns hast erworben! 125. Mel. Alle Menschen müssen sterben. Nimmt er liebend daran teil, Er bemerket die Gebrechen, Spendet Trost und bringet Heil. Denn er kann uns nicht versäumen, Wie wir glaubenslos oft träumen, 7. Sei hochgelobt in dieser Zeit Von allen Gotteskindern von allen Überwindern, Und ewig in der Herrlichkeit Die überwunden durch dein Blut! Herr Jesu, gieb uns Kraft und Mut, 85 Laurentius Laurenti 1660-1722. Er hat alles im Gesicht, Seine Treu verläßt uns nicht. 4. Jesus ist mir nachgegangen, Wann ich meiner Eitelkeit Und der Sünde nachgehangen. Oder unglückfelgen Zeit, Die ich Armer so verloren! Doch er hat mich neu geboren, Jesus hat an mich gedacht Und das Schäflein wiederbracht. 5. Oft schon hab' ich's auch empfunden, Jesus läßt mich nicht allein, Jesus stellt zur rechten Stunden Sich mit seinem Beistand ein. Wenn ich mich in Leid verzehre, Gleich als ob er ferne wäre, O so ist er mehr als nah Und mit seiner Hülfe da. 6. Treuster Freund von allen Freunden, Bleibe ferner noch bei mir; Kommt die Welt, mich anzufeinden, 86 Ach so sei du auch allhier! Wenn mich Trübfalswetter schrecken, Wollst du mächtig mich bedecken! Komm in meinem Geist zu ruhn; Was du willst, das will ich thun! 7. Bin ich traurig und betrübet, Herr, so ruf mir in den Sinn, Daß mich deine Seele liebet Und daß ich der Deine bin! Laß dein Wort mich fester gründen, Laß es auch mein Herz entzünden, Daß es voller Liebe brennt Und dich immer besser kennt! 8. Tröst auch andre, die voll Jammer Einsam durch die Fluren gehn Halleluja! Jejus lebt, Oftern. 126. Mel. Jesus, meine Zuversicht. Tod und Hölle sind bezwungen, Totengruft und Erde bebt, Da der Held hindurchgedrungen. Geht nicht mehr nach Golgatha: Jesus lebt, Halleluja! 2. Halleluja! Seht das Grab, Die ihr seinen Tod beweinet! Wischet eure Thränen ab, Weil die helle Sonne scheinet; Euer Heiland ist nicht da: Jesus lebt, Halleluja! 3. Halleluja! Suchet nicht Den Lebendgen bei den Toten, Glaubet freudig dem Bericht Oder in der stillen Kammer Tief bekümmert zu dir flehn! Wenn sie von der Welt sich trennen, Daß sie satt sich weinen können, Sprich dann ihrer Seele zu: Liebes Kind, was trauerst du? 9. Hilf, wann es will Abend werden Und der Lebenstag sich neigt, Wann dem dunkeln Aug auf Erden Nirgends sich ein Helfer zeigt; Bleib alsdann in unsrer Mitten, Wie dich deine Jünger bitten, Bis du sie getröstet hast: Bleibe, bleibe, teurer Gast! Sch geh' zu deinem Grabe, Du großer Osterfürst, Weil ich die Hoffnung habe, Joh. Neunherz 1653-1737. wid pl Der verklärten Osterboten! Diese wissen, was geschah: Jesus lebt, Halleluja! 4. Halleluja! Dieses Wort Soll mich wiederum beleben. Kann ich gleich nicht an den Ort Seines Grabes mich begeben, Gnug, daß es mein Glaube sah: Jesus lebt, Halleluja! 127. Mel. Valet will ich dir geben. 5. Halleluja! Er wird mir Leben in dem Tode geben. Also sterb' ich freudig hier, Christi Tod ist nun mein Leben. Nur getrost, ich glaube ja: Jesus lebt, Halleluja! Benj. Schmoldk 1672-1737. Daß du mir zeigen wirst, Wie man kann fröhlich sterben Und fröhlich auferstehnER Und mit des Himmels Erben Ins Land des Lebens gehn. 2. Du liegest in der Erde Und hast sie eingeweiht, Wenn ich begraben werde, Daß sich mein Herz nicht scheut, Auch in den Staub zu legen, Was Asch und Staub vermehrt, Weil dir doch allerwegen Die Erde zugehört. 3. Du ruhest in dem Grabe, Daß ich auch meine Ruh An diesem Orte habe, Drückst mir die Augen zu; So soll mir gar nicht grauen, Wann mein Gesicht vergeht, Ich werde den wohl schauen, Der mir zur Seite steht. 4. Dein Grab war wohl versiegelt, Doch brichst du es entzwei. Wenn mich der Tod verriegelt, Ostern. 2. In der Gerechten Hütten Schallt schon das Siegeslied, Du trittst in unsre Mitten Und bringst den Osterfried'. 3. Der Feind ist schon geschlagen Und ist nunmehr ein Spott; Wir aber können sagen: Mit uns ist unser Gott! 4. Ach teile doch die Beute Bei deinen Gliedern aus! 128. Mel. Christus der ist mein Leben. Wit illkommen, Held im Streite, Wir alle kommen heute Aus deines Grabes Kluft! Deswegen in dein Haus. Wir triumphieren heute Um deine leere Gruft. 803 So bin ich dennoch frei; Du wirst den Stein schon rücken, Der auch mein Grab bedeckt, he Da werd' ich dich erblicken, Der mich vom Tode weckt. 5. Du fährest in die Höhe Und zeigest mir die Bahn, Wohin ich endlich gehe, Da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, Wo lauter Glanz um dich, Da warten lauter Kronen In deiner Hand auf mich. 6. O meines Lebens Leben, O meines Todes Tod, Ich will mich dir ergeben In meiner letzten Not! Ich will mein Lager machen In deine liebe Gruft, Da werd' ich schon erwachen, Wenn deine Stimme ruft. 87 Benj. Schmold 1672-1737. 5. Laß unser aller Sünden Mit dir begraben sein, Uns einen Schatz hier finden, Der ewig kann erfreun! j Gall 6. Wir sind mit dir gestorben, So leben wir mit dir; Was uns dein Tod erworben, dll Das stell uns täglich für! 7. Wir wollen hier ganz fröhlich Mit dir zu Grabe gehn, Wenn wir dereinst nur selig Mit dir auch auferstehn.79 40 88 Oftern. 8. Der Tod kann uns nicht schaden, Sein Stachel ist nun stumpf; 2. Laß nun deine Siegeszeichen Glänzen aus dem Grab empor! Was kann deiner Krone gleichen? Held und König, tritt hervor! Laß dir tausend Engel dienen; Denn nach harter Leidenszeit Ist dein Tag der Herrlichkeit, Höchste Majestät, erschienen! Erd und Himmel jauchzen da: Gott sei Dank, Halleluja! 129. berwinder, nimm die Palmen, Die dein Zion heute bringt, Das mit frohen Osterpsalmen Den erkämpften Sieg besingt! Wo ist nun der Feinde Pochen Und der Würger Mordgeschrei, Da des Todes Nacht vorbei Und sein Stachel ist zerbrochen? Tod und Teufel liegen da: Gott sei Dank, Halleluja! Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht singen; oder: Lasset uns den Herren preisen. Daß sie geistlich auferstehn! Hält der Schlaf uns noch gefangen, O so fördre selbst den Lauf; Rufe mächtig: Wachet auf!" Denn die Schatten sind vergangen Und der helle Tag ist da: Gott sei Dank, Halleluja! 3. Teile, großer Fürst, die Beute Deiner armen Herde mit, Die in froher Sehnsucht heute Vor den Thron der Gnade tritt! Deinen Frieden gieb uns allen, O so jauchzet Herz und Mut, Weil das Los so wundergut Und aufs lieblichste gefallen; Denn der Ölzweig grünet da: Gott sei Dank, Halleluja! Wir sind bei Gott in Gnaden Und rufen schon: Triumph! 4. Laß, o Sonne der Gerechten, Deinen Strahl zum Herzen gehn; Gieb Erleuchtung deinen Knechten, Benj. Schmold 1672-1737. 5. Tilg in uns des Todes Grauen, Wann die letzte Stunde schlägt, Weil uns in des Himmels Auen Ist die Krone beigelegt! Laß uns in den höchsten Nöten, Mitten in der Todespein, Voll des Glaubenstrostes sein! O so kann der Tod nicht töten, Denn die Hoffnung blühet da: Gott sei Dank, Halleluja! 6. Zeige, wenn der blöde Kummer Über Gruft und Bahre weint, Wie die Schwachheit nach dem Schlummer Dort in voller Kraft erscheint! Sind wir sterblich hier geboren, O so nimmt das kühle Grab Nichts als nur was irdisch ab, Und der Staub ist unverloren. Unser Hirte hütet da: Gott sei Dank, Halleluja! 7. Wecke die erstorbnen Glieder Endlich aus der dunkeln Nacht, Daß des Geistes Hülle wieder In verklärtem Glanz erwacht! Dann wirst du die Krone geben, Während wir aus voller Brust, Herr, in engelgleicher Lust Ewig deinen Sieg erheben. Serinnre dich mein Geist, erfreut 130. Mel. Vom Himmel hoch da komm' ich her. Des hohen Tags der Herrlichkeit, Halt im Gedächtnis Jesum Christ, Der von dem Tod erstanden ist! 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn, Als ob er heute dir erschien' Und spräche: Friede sei mit dir! So freue dich, mein Geist, in mir! 3. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar Dem, der da ist und der da war; Sein Name sei gebenedeit Von nun an bis in Ewigkeit! Jerus Ostern. 4. Glaube, der das Herz erhöht! Was ist der Erde Majestät, Wenn sie mein Geist mit der vergleicht, Die ich durch Gottes Sohn erreicht? 5. Vor seinem Thron in seinem Reich Unsterblich, heilig, Engeln gleich Und ewig, ewig selig sein: Ach, welche Herrlichkeit ist mein! 89 Selig sprechen wir allda: m Gott sei Dank, Halleluja! Christ. Ludw. Taddel 1706-1775. Resus lebt, mit ihm auch ich; Tod, wo sind nun deine. Schrecken? Jesus lebt und wird auch mich Von den Toten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht, Dies ist meine Zuversicht. 6. Herr, der du in den Himmeln thronst, Ich soll da wohnen, wo du wohnst, Und du erfüllest mein Vertraun, Dich in der Herrlichkeit zu schaun! 7. Ich soll, wann du, o Lebensfürst, Einst in den Wolken kommen wirst, Erweckt aus meinem Grabe gehn Und rein zu deiner Rechten stehn. 8. Mit deiner heilgen Engel Schar Soll ich dich loben immerdar, Mit allen Frommen aller Zeit Soll ich mich freun in Ewigkeit. 9. Nie komm' es mir aus meinem Sinn, Was ich, mein Heil, dir schuldig bin, Damit ich mich in Lieb und Treu Zu deinem Bilde stets erneu'! 131. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 10. Er ist's, der alles in uns schafft, Sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, Der von dem Tod erstanden ist! Christ. Fürchtegott Gellert 1715-1769. 2. Jesus lebt, ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; Mit ihm werd' ich auch zugleich Ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht, Dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt; wer nun verzagt, 90 Oftern. Lästert ihn und Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, 110 Daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht, Dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt; sein Heil ist mein, Sein sei auch mein ganzes Leben. Reines Herzens will ich sein Und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht, Dies ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt; ich bin gewiß, 2. Heil uns, des Heilands Grab iſt leer! 132. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. rohlockt dem Herrn, bringt Lob und Dank Ihm, der des Todes Macht bezwang Und uns vom Staub erhöhte! Der große Sieger überwand; Be Nacht war um ihn, und sie verschwand In helle Morgenröte. Bebet, Gebet, Stolze Spötter, Unserm Retter Preis und Ehre! Glaubt an ihn und seine Lehre! Fest stehet wie ein Fels im Meer Das Wort, das er gesprochen. O selig, wer sich ihm vertraut! Er hat den Tempel neu gebaut, Nichts soll mich von Jesu scheiden, 2 Keine Macht der Finsternis, Keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er giebt Kraft zu jeder Pflicht, Dies ist meine Zuversicht. Auferstanden, auferstanden Ist der Herr, der uns verjöhnt. 6. Jesus lebt; nun ist der Tod Mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnot Wird er meiner Seele geben, Wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Christ. Fürchtegott Gellert 1715-1769. Den blinde Wut zerbrochen.. Mächtig, Prächtig Ist der Sieger, Gottes Krieger, Auferstanden Und macht seinen Feind zu schanden. 3. Leer ist die Gruft, die ihn umgab; Sei mir gegrüßt, mein künftig Grab, Du Wohnung ernster Stille! Nur wenig Tage werden's sein, O dann empfängst du mein Gebein In deiner Schattenhülle.des Bull Freude, Freude! Meine Glieder Werden wieder Auferstehen, Meinen Heiland werd' ich sehen. Dan. Schiebeler 1741-1771.) 133. Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht fingen; oder: Lasset uns den Herren preisen. Seht, wie hat nach Schmach und Banden Gott mit Ehren ihn gekrönt! Dort auf seines Vaters Throne, Über Schmerz und Tod erhöht, Herrscht er nun in Majeſtät. Fallet nieder vor dem Sohne, Der uns einst zu sich erhebt! Halleluja, Jesus lebt! Ostern. Da er starb auf Golgatha. Rühmt es laut in allen Landen: Was sein Mund verhieß, geschah! Wer kann ihm noch widerstreben? Mächtig steigt der Held empor, Im Triumph bricht er hervor. Seht, des Abgrunds Pforten beben, Da ihr Sieger sich erhebt! Halleluja, Jesus lebt! Und das Leben ist errungen. Ob man unsern Leib begräbt: Halleluja, Jesus lebt! 4. Aus dem Grab uns zu erheben, Ging er zu dem Vater hin. Laßt uns ihm zur Ehre leben, 2. Singt dem Herrn! Er ist er- Dann ist Sterben uns Gewinn! standen, Haltet unter Lust und Leiden Im Gedächtnis Jesum Christ, Der vom Tod erstanden ist! Unvergänglich sind die Freuden Des, der nach dem Himmel strebt. Halleluja, Jesus lebt! 5. Freut euch seiner, Gottes Kinder, 3. Uns vom Tode zu befreien, Sank er in des Grabes Nacht; Uns zum Leben zu erneuen, Steht, er auf durch Gottes Macht. Tod, du bist in Sieg verschlungen, Deine Schrecken sind gedämpft, Deine Herrschaft ist bekämpft, 91 Er sei euer Lobgesang! Bringt dem Todesüberwinder Ewig Ehre, Preis und Dank! Rühmt es in Versuchungsstunden, Wenn euch Sünd und Elend droht, Rühmt es in der Todesnot: Unser Herr hat überwunden, Der uns einst zu sich erhebt; Halleluja, Jesus lebt! Nach Joh. Friedr. Danneil 1719-1772 von Christoph Christian Sturm 1740-1786. 134. Mel. Wachet auf! ruft uns die Stimme. LDE Cobt den Höchsten, Jesus lebet! Erlöste Menschen, auf, erhebet Des Welterlösers Majestät! Hört's, betrübte Sünder, gebet Der Freude Raum, denn Jesus lebet; Gott hat ihn aus dem Staub erhöht! O Seele, dein Gesang Erschalle ihm zum Dant, Ihm zur Ehre! Dich, großer Held, Erhebt die Welt, dult Weil deine Hand den Sieg behält! 2. Jesu Jünger, wehrt dem Leide, Lobsinget ihm und nehmt voll Freude Am Siege teil, den er erstritt! Ob auch ihr dem Tod erlieget, Er hat für euch den Tod besieget; Er herrscht, der für euch starb und litt. Was wollt ihr traurig sein? Ihr könnt getroft euch freun. Jesus lebet Von Ewigkeit Zu Ewigkeit, disy 10180 Derselbe gestern und auch heut. 06 92 3. Nun verzagt auch nicht, Verbrecher! Ostern. Gott ist euch nun fein strenger Rächer, Wenn ihr die Schuld mit Ernst be- Alles lebet, reut. Durch des Todes Überwinder Ist er dem reuevollen Sünder Ein Vater der Barmherzigkeit. Er nimmt ihn liebreich auf, Mit Kraft zum Glaubenslauf Ihn zu segnen. Preis sei der Huld, Die mit Geduld Uns trägt und tilget unsre Schuld! 4. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Nicht ewig wird das Grab uns decken, Verwest der Leib gleich in der Gruft. Einst wird er zum bessern Leben Hall alleluja! Jauchzt, ihr Chöre, Singt Jesu Christo Preis und Ehre, Sich aus des Todes Staub erheben, Wenn Jesus den Entschlafnen ruft. Dann wird des Todes Feld Zu einer regen Welt. Wie groß und herrlich ist sein Tag! Er, der Held ist von den Banden Des Todes siegreich auferstanden, Er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Gewalt und macht. Preis ihm, er hat's vollbracht! Halleluja! Er hat's vollbracht, Er, der die Macht Des Todes und des Grabes hat. 2. Glorreich hat der Held gerungen, Hat mächtig Grab und Tod bezwungen, Sowie erneut Zur Frühlingszeit Sich alles regt und alles freut. 5. Auferstandner, welch ein Segen Erwartet uns, wenn wir auf Wegen Einhergehn, die dein Fuß betrat! Unnennbare Seligkeiten, Die ewig währen, sind die Beuten, Die uns dein Sieg erkämpfet hat. Bald sind sie unser Teil, Bald krönet uns das Heil Deines Lebens. Halleluja! 135. Mel. Wachet auf! ruft uns die Stimme. Der Herr ist nah, Bald ist der Tag des Sieges da. Christoph Christian Sturm 1740-1786. Von ihren Schrecken uns befreit. Wir von Gott gefallne Sünder Sind nun mit ihm versöhnte Kinder Und Erben seiner Seligkeit. Bald, bald entschlafen wir, Entschlafen, Chriſtus, dir, Ruhn in Frieden Die kurze Nacht, Bis deine Macht Das Licht des ewgen Tages ruft. 3. Unsern Staub mag Staub bedecken, Du wirst ihn herrlich auferwecken, Der du des Staubes Schöpfer bist. Du wirst unvergänglich Leben Und Kraft undHerrlichkeit ihm geben, Dem Staube, der dir teuer iſt. Wir werden ewig dein, Gerecht und selig sein. Halleluja! Tod und Gericht Erschreckt uns nicht, Denn Jesus, unser Mittler, lebt. 4. Tag des Lebens, Tag der Wonne! Wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne Durch unsers Grabes Dunkel bricht! ch sag' es jedem, daß er lebt Und auferstanden iſt, Daß er in unsrer Mitte schwebt Und ewig bei uns ist. 2. Ich sag' es jedem, jeder sagt Es seinem Freunde gleich, Daß bald an allen Orten tagt Das neue Himmelreich. Ostern. 3. Jetzt scheint die Welt dem neuen Sinn 136. Mel. Mun danket all und bringet Ehr. Erst wie ein Vaterland, Ein neues Leben nimmt man hin Entzückt aus seiner Hand. 4. Hinunter in das tiefe Meer Versant des Todes Graun, Und jeder kann nun leicht und hehr In seine Zukunft schaun. eju, Todesüberwinder, Auferstandner Siegesfürst, Der du einst als Herr und König Aller Welt erscheinen wirst! O was werden wir empfinden, Wenn Nacht und Finsternis verschwinden Und uns umstrahlt des Himmels Licht! 93 Vollender, führe du Uns diesem Tage zu, Uns, die Deinen! Die Todesbahn Gingst du voran, Wir folgen dir in deine Ruh. Gottfried Benedikt Funk 1734-1814. 5. Der dunkle Weg, den er betrat Geht in den Himmel aus, Und wer nur hört auf seinen Rat, Kommt auch ins Vaterhaus. 6. Nun weine feiner mehr allhie, Wann eins die Augen schließt, Vom Wiedersehn spät oder früh Wird dieser Schmerz versüßt. 137. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 7. Es kann zu jeder guten That Ein jeder frischer glühn, Denn herrlich wird ihm diese Saat In schönern Fluren blühn. 8. Er lebt und wird nun bei uns jein, Wenn alles uns verläßt, Und so soll dieser Tag uns sein, Ein Welterlösungsfest! Friedr. von Hardenberg( Novalis) 1772-1801. Leiblich bist du uns genommen, Doch du willst im Geiste kommen, Leben spendend allerwärts In ein jedes Menſchenherz. 94. Himmelfahrt. 2. Herr, mit vielen tausend Brüdern Fleh' ich nun bei Tag und Nacht: Komm, o komm, laß uns erfahren Deine Liebe, deine Macht! Komm, vom lauen trägen Wesen Uns allmächtig zu erlösen; Nimm hinweg, was uns beschwert Und was dir den Zugang wehrt! 3. Tratst du einst zu deinen. Jüngern Durch verschloßne Thüren ein, Sollten dann die Menschenherzen Dir zu fest verschlossen sein? Wir freuen uns, Herr Jesu IX. Himmelfahrt. 138. Mel. Du, des sich alle Himmel freun. Daß du von Gott erhöhet biſt. Immanuel, du hohes Haupt, Stärk nun dein Volk, das an dich glaubt! Halleluja! 2. Nun freut sich alle Christenheit Und singet dir befreit von Leid: Gott Lob und Dank im höchsten Thron, Denn unser Freund ist Gottes Sohn! Halleluja! Siehe, wie sie sich ermüden, Ohne Leben, ohne Frieden! Komm, die Riegel brich entzwei, Mach lebendig, froh und frei! 3. Nun thronet er im Himmel hoch Und ist doch bei uns allzeit noch. Sein' Macht und Gnad unendlich ist, Er ist der Herr zu aller Frist. Halleluja! 4. Mache los von Satans Banden, Froh und stark in dir allein! Ach die Blinden und die Toten Führ ins Licht und Leben ein, Daß sich alle dir ergeben, Dir zu sterben, dir zu leben! Jesu, kommst du, bist du nah? Amen, ja! Halleluja! Verfasser unbekannt. 4. Er ist der Sieger, dessen Hand Welt, Sünd und Hölle überwand. Trotz', wer da will, was liegt daran? Der Herr ist's, der ihn stürzen kann. Halleluja! 5. Wohl dem, des Herz in Christo ruht Und der in ihm hat frischen Mut! Was frag'ich dann, o Welt, nach dir? Nach Christo nur verlangen wir. Halleluja! 6. Wir freuen uns aus Herzensgrund Und singen dir mit frohem Mund; Du Bruder, unser Fleisch und Blut, Bist unser Heil und höchstes Gut! Halleluja! Himmelfahrt. 7. Durch dich der Himmel unser 8. Komm, lieber Herr, komm, es ist Zeit! Komm doch in deiner Herrlichkeit, Führ uns aus diesem Jammerthal In deinen ewgen Freudensaal! Halleluja! Verfasser unbekannt; 1611. ist; Hilf uns, o Heiland Jesu Christ, Daß wir vertrauen fest auf dich Und durch dich leben ewiglich! Halleluja! hart 139. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher Geist. Du u Lebensfürst, Herr Jesu Christ, Der du bist aufgenommen Gen Himmel, da dein Vater ist Und die Gemein der Frommen, Wie soll ich deinen großen Sieg, Den du erwarbst nach schwerem pilsiog misd jud Krieg, di O starker Held, recht preiſen, Dir Ehr genug erweisen? 2. Du hast die Höll und Sündennot Mit starker Kraft bezwungen, Hast über Teufel, Welt und Tod Den Sieg am Kreuz errungen, Du hast gesieget weit und breit; Wie werd' ich solche Herrlichkeit, O Herr, in diesem Leben Recht würdiglich erheben? 3. Du hast durch deine Himmelpug of iallfahrt Die Straße uns bereitet; Du hast den Weg uns offenbart, Der uns zum Vater leitet; Und weil denn du, Herr Jesu Christ, Nun stets in deiner Wonne bist, So werden ja die Frommen Dahin zu dir auch kommen. 4. Hilf, daß wir suchen unsern Schatz Nicht hier in diesem Leben! Leit uns dorthin, wo du den Platz Willst Gottes Kindern geben! Ach laß uns streben fest und wohl Nach dem, was künftig werden soll, Laß uns dein Heil ergründen Und deine Wohnung finden! 5. Zieh uns nach dir, so folgen wir, 95 Gieb uns des Glaubens Flügel! Hilf, daß wir sicher fliehn von hier Auf deinen Friedenshügel! Mein Gott, wann fahr' ich doch dahin, Woselbst ich ewig fröhlich bin? Wann werd' ich vor dir stehen, Dein Angesicht zu sehen? nd mod 6. Wann soll ich hin ins Paradies Zu dir, Herr Jesu, kommen? Wann labt mich Himmelsspeise ſüß, Wann werd' ich aufgenommen? Mein Heiland, komm und nimm mich an, e Auf daß ich fröhlich jauchzen kann Mit aufgehobnen Händen: Preis dir an allen Enden! Joh. Rist 1607-1667. 96 Himmelfahrt. 140. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. Ach wundergroßer Siegesheld, Welt, Heut hast du dich gesetzet Zur Rechten Gottes in der Kraft, Hast deinem Reich den Sieg verschafft, Den Feind zum Tod verletzet. Mächtig, Prächtig Triumphierst du Und regierst du. Tod und Leben, Alles ist dir untergeben. 2. Dir dienen alle Cherubim, Viel tausend hohe Seraphim Dich Siegesfürsten loben, Weil du den Segen wiederbracht, Mit Majestät und großer Pracht Zur Freude bist erhoben. Singet, Klinget, Rühmt und ehret, Den, der fähret Auf zum Throne, Zu empfahn die Himmelskrone! 3. Du bist das Haupt, o Herr, und wir Sind deine Glieder, nur von dir Kommt auf uns Heil und Leben; Trost, Friede, Freude, Licht und Kraft, Und was dem Herzen Labsal schafft, Wird uns durch dich gegeben. Neige, Beuge Mein Gemüte, 4. Zeuch, Jesu, uns, zeuch uns nach dir,.. Hilf, daß wir fortan für und für Nach deinem Reiche trachten! Laß unsern Wandel himmlisch sein, Laß uns demütig, züchtig, rein All üppigkeit verachten! Unart, Hoffart Hilf uns meiden, Christlich leiden, Wohl ergründen, Wo die Gnade sei zu finden! 5. Sei, Jesu, unser Schutz und Hort Und gründ uns auf dein göttlich Wort, So sind wir nie verlassen! Laß suchen uns, was droben ist; Auf Erden wohnt viel Trug und List Und Feinde, die uns hassen! Lügen, Trügen, Angst und Klagen, Ach sie nagen, Ach sie quälen Stündlich arme Christenseelen. 6. Herr Jesu, komm vom Gnadenthron, Du Siegesfürst, Held, Davids Sohn, Komm, stille das Verlangen! Du bist uns allen ja zugut Durch dein vergoßnes teures Blut Ins Heiligtum gegangen. Dafür, Soll dir Von uns allen Ewge Güte, Preis erschallen; Nimm am Ende, Dich zu preisen, Ehr dem Siegsherrn zu erweisen! Herr, uns auf in deine Hände! Ernst Christoph Homburg 1605-1681. Himmelfahrt. 141. Mel. Allein Gott in der Höh sei Ehr. Auf Chriſti Himmelfahrt allein Ich meine Nachfahrt gründe Und allen Zweifel, Angst und Pein Hiermit stets überwinde; Denn weil das Haupt im Himmel ist, Wird seine Glieder Jesus Christ Zur rechten Zeit nachholen. 2. Weil er gezogen himmelan Und große Gab empfangen, Mein Herz auch nur im Himmel kann, Sonst nirgends, Ruh erlangen; ich uns nach dir, So eilen wir Mit herzlichem Verlangen hin, da du bist, Herr Jesu Christ, Aus dieser Welt gegangen! 2. Zieh uns nach dir, Herr Christ, und führ Uns deine Himmelsstege! Wir irren leicht, Sind abgeneigt Vom rechten Lebenswege. 142. Mel. Ach Gott und Herr. Rid KA Denn wo mein Schab gekommen hin, Dahin steht auch mein Herz und Sinn, Nach ihm mich stets verlanget. iegesfürst und Ehrenkönig, Du verklärte Majestät, Alle Himmel sind zu wenig, Du bist drüber hoch erhöht! Sollt' ich nicht zu Fuß dir fallen, Nicht mein Herz vor Freude wallen, Wenn ich gläubig, Herr, betracht' Deine Hoheit, deine Macht? Evang. Gesangbuch II. 3. Ach Herr, laß dieſe Gnade mich Von deiner Auffahrt spüren, Daß mit dem wahren Glauben ich Mög' meine Nachfahrt zieren Und dann einmal, wenn's dir gefällt, Mit Freuden scheiden aus der Welt: Herr, höre doch mein Flehen! Nach Josua Wegelin 1604-1640. 3. Zieh uns nach dir, So folgen wir Dir nach in deinen Himmel, Daß uns nicht mehr Allhier beschwer' Das böse Weltgetümmel! 4. Zieh uns nach dir Nur für und für Und gieb, daß wir nachfahren Dir in dein Reich, Und mach uns gleich Den auserwählten Scharen! 143. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 97 Friedr. Fabricius 1642-1703. 1 7 2. Seh' ich dich genHimmel fahren, Seh' ich dich zur Rechten da, Hör' ich, wie der Engel Scharen Rufen froh Halleluja: Sollt' ich nicht zu Fuß dir fallen Und mein Herz vor Freude wallen, Da der Himmel jubiliert Und mein König triumphiert? : 98 3. Weit und breit, du Himmelssonne, Leuchtet deine Herrlichkeit, Die mit neuem Glanz und Wonne Selge Geister hoch erfreut. Prächtig wirst du aufgenommen, Jauchzend heißt man dich willkommen; Schau, dein Kind im Staube hier Ruft auch Hosianna dir! Himmelfahrt. 4. Sollt' ich deinen Kelch nicht trinken, Da ich deine Klarheit seh'? Sollte jetzt mein Mut noch sinken, Da ich deine Macht versteh'? Meinem König will ich trauen, Vor dem Feind soll mir nicht grauen, Nur in Jesu Namen mich Beugen will ich ewiglich. Lesus Christus herrscht als König, Alles ist ihm unterthänig, Alles legt ihm Gott zu Fuß. Jede Zunge soll bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen, Dem man Ehre geben muß. 144. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 2. Gleicher Macht und gleicher Ehren Thront er unter lichten Chören über allen Cherubim. In der Welt und Himmel Enden Hat er alles in den Händen, Denn der Vater gab es ihm. 3. Nur in ihm - o Wundergaben! Können wir Erlösung haben, Die Erlösung durch sein Blut. Hört's, das Leben ist erschienen, 5. Herr, dein reicher Geist er gieße Über uns sich kräftiglich, Bis zum Schemel deiner Füße Alle Feinde legen sich. Herr, zu deinem Scepter wende Alles sich von End zu Ende; Mache dir auf Erden Bahn, Alle Herzen unterthan! 6. Nun erfüllst du aller Orten Alles durch dein Nahesein; Heiland, meines Herzens Pforten Stell' ich offen, komm herein! Komm, du König aller Ehren, Komm, bei mir auch einzukehren; Ewig in mir leb und wohn Als in deinem Himmelsthron! Gerh. Tersteegen 1697-1769. Und ein ewiges Verfühnen Kommt in Jesu uns zugut. 4. Aber dieses nicht alleine; Die begnadigte Gemeine Hat auch ihn zu ihrem Haupt. Er hat sie mit Blut erkaufet, Für das Himmelreich getaufet, Und sie lebet, weil sie glaubt. 5. Gebt, ihr Sünder, ihm die Herzen; Klagt, ihr Kranken, ihm die Schmerzen; Sagt, ihr Armen, ihm die Not! Er kann alle Wunden heilen, Reichtum weiß er auszuteilen, Leben schenkt er nach dem Tod. 6. Eil, es ist nicht Zeit zum Schämen! Willst du Gnade? Du sollst nehmen! Willst du leben? Es soll sein! Willst du erben? Du wirst's sehen! Soll der Wunsch aufs Höchste gehen: Willst du Jesum? Er ist dein! Himmelfahrt. 7. Zwar auch Kreuz drückt Christi Glieder Hier auf kurze Zeit darnieder, Und das Leiden geht zuvor. Nur Geduld! Es folgen Freuden, Nichts kann sie von Jesu scheiden, Und ihr Haupt zieht sie empor. 8. Jhnen steht ein Himmel offen, Welcher über alles Hoffen, über alles Wünschen ist. Die geheiligte Gemeine Halleluja! Wie lieblich stehn Hoch über uns die Himmels höhn, Seit du im Himmel sizest, Seit du vom ewgen Zion dort Aussendest dein lebendig Wort Und deine Herde schützest! Fröhlich, Selig Schaut der Glaube Von dem Staube Auf zum Sohne: Meine Heimat ist am Throne! 145. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. Lebensquellen Reichlich nieder, 2. Die Sterne leuchten ohne Zahl; Was ist ihr tausendfacher Strahl, Was ist der Glanz der Sonne? Ein Schatten nur von jenem Licht, Das dir vom holden Angesicht Ausgeht mit ewger Wonne. Spende, Sende Deine hellen Weiß, daß eine Zeit erscheine, Wo sie ihren König grüßt. 9. Jauchz ihm, Menge heilger Knechte, Rühmt, vollendete Gerechte, Und du Schar, die Palmen trägt, Und ihr Märt'rer mit der Krone, Und du Chor vor seinem Throne, Der die Gottesharfen schlägt! 10. Jch auch auf den tiefsten Stufen, Ich will glauben, zeugen, rufen, Öb ich schon noch Pilgrim bin: Jesus Christus herrscht als König, Alles sei ihm unterthänig, Ehret, liebet, lobet ihn! Phil. Friedr. Hiller 1699-1769. 99 Großes Haupt, auf deine Glieder! 3. Verhüllt den Erdkreis düstre Nacht, Ich weiß, daß dort ein Auge wacht, Das einst um uns geweinet, Das einst für uns im Tode brach; Es ist dein Aug, es bleibet wach, Bis neu die Sonne scheinet. O wer Nunmehr Nimmer klagte, Nimmer zagte, Da du wachest Und aus Nächten Tage machest! 4. Wohin wir ziehn durch Land und Meer, Ein Himmel neigt sich drüber her, Dein Himmel voller Gnaden. Da steigt erhörlich das Gebet, 7* 100 Pfingsten. Da wallt man sicher früh und spät Eine fehlen Vor Feindeslist und Schaden. Keiner Deiner Auserwählten Geistbeseelten Bleibt verlassen; Treu will ihn dein Arm umfassen. 5. Wir fliehn zu dir mit allem Schmerz, Zu dir, wenn sich das arme Herz Abhärmt in bittrer Neue. Du brichst nicht das zerstoßne Rohr, Und wenn der Docht sein Öl verlor, So tränkst du ihn aufs neue. Jm Licht Soll nicht O komm, du Herzenssonne! Du Himmelslicht, laß deinen Schein Bei uns und in uns kräftig sein Zu steter Freud und Wonne! Sonne, Wonne, Himmlisch Leben Willst du geben, Wenn wir beten; Zu dir kommen wir getreten. Von den Seelen, Die zum Leben Dir dein Vater übergeben. X. Pfingsten. 146. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. heilger Geist, kehr bei uns ein Und laß uns deine Wohnung sein; 2. Du Quell, draus alle Weisheit fließt, Die sich in fromme Seelen gießt, Laß deinen Trost uns hören, Daß wir in Glaubenseinigkeit Auch können alle Christenheit 1000 1314 6. O selger König Jesu Christ, Wie wundervoll und heilig ist, Was uns in dir geschenket! In dir, der Gottes Kinder schirmt, Bleibt unser Anker, wenn es stürmt, Auf ewig eingesenket! Hier, hier Sind wir Festgebunden, Unsre Stunden Fliehn in Eile; Dann hinauf zum ewgen Heile! Alb. Knapp 1798-1864. Dein wahres Zeugnis lehren! Höre, Lehre, Daß von hinnen Herz und Sinnen Wir erheben Dir zum Lob und uns zum Leben! 3. Sei stets bei uns mit deinem Rat Und führ uns selbst den rechten Pfad, Die wir den Weg nicht wissen! Gieb uns Beständigkeit, daß wir Getreu dir bleiben für und für, Auch wenn wir leiden müssen! Schaue, Baue, Was zerrissen Und beflissen Dich zu schauen Und auf deinen Trost zu bauen! Pfingsten. 4. Laß uns stets deine Gotteskraft Empfinden und zur Ritterschaft Dadurch gestärket werden, Auf daß wir unter deinem Schutz Begegnen aller Feinde Truß Mit freudigen Gebärden! Laß dich Reichlich Auf uns nieder, Daß wir wieder Trost empfinden, Alles Unglück überwinden! 5. O starker Fels und Lebenshort, Laß doch dein himmlisch süßes Wort In unsern Herzen brennen, Daß wir uns mögen nimmermehr Von deiner weisheitsreichen Lehr Und reinen Liebe trennen! Sende, Spende Deine Güte D du allersüßste Freude, O du allerschönstes Licht, Geist, der du in Lieb und Leide Unbesucht uns läsfest nicht, Geiſt des Höchſten, höchster Fürst, Der du hältst und halten wirst Unaufhörlich alle Dinge: Höre, höre, was ich singe! 2. Du bist ja die beste Gabe, Die ein Mensch je nennen kann. Wenn ich dich, o Tröster, habe, Geb' ich alles Wünschen dran. Ach erhör mich, komm zu mir, Wohn in meinem Herzen hier, 6. Du süßer Himmelstau, geuß dich 7. Gieb, daß in reiner Heiligkeit Wir führen unsre Lebenszeit, Sei unsers Geistes Stärke, Daß uns hinfort sei unbewußt Die Eitelkeit, des Fleisches Lust Und seine toten Werke! Rühre, Führe Unser Sinnen Ins Gemüte, Und Beginnen Von der Erden, Daß wir können Christum unsern Heiland nennen! Daß wir Himmelserben werden! Mich. Schirmer 1606-1673. 101 In unsre Seelen kräftiglich Und schenk uns deine Liebe, Daß unser Sinn verbunden sei Dem Nächsten stets mit Liebestreu Und sich darinnen übe! Kein Neid, Kein Streit Dich betrübe; 147. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Fried' und Liebe Soll hier schweben, Fried' und Freude wirst du geben. Das du dir, als ich geboren, Selbst zum Tempel auserforen! 3. Du wirst wie ein milder Regen Bringst uns nichts als lauter Segen Ausgegossen von dem Thron, Von dem Vater und dem Sohn. Laß doch, o du werter Gaſt, Gottes Segen, den du hast Und verteilst nach deinem Willen, Meine ganze Seel erfüllen! 4. Du bist weise, voll Verstandes, Das Geheimste ist dir kund, Hast gezählt den Staub des Sandes Und durchschaut des Meeres Grund. 102 Nun so kennst du auch gewiß Meines Herzens Finsternis; Drum gieb Weisheit und vor allen, Wie ich möge Gott gefallen! Pfingsten. 5. Du bist heilig und zu finden, Wo man rein und heilig ist, Fliehst hingegen Schand und Sünden, Weil du lauter Reinheit bist. Mache mich, o Gnadenquell, Rein und züchtig, keusch und hell; Laß mich fliehen, was du fliehest, Gieb mir, was du gerne siehest! 6. Deine Huld hat keine Schranfen, Du bist fromm und sanften Muts, Bleibst im Lieben ohne Wanken, Thust uns Bösen alles Guts. Ach verleih und gieb mir auch Diesen edeln Sinn und Brauch, Daß ich Freund' und Feinde liebe, Keinen, den du liebst, betrübe! 7. O mein Hort, ich bin zufrieden, Wenn du nur nicht weichst von mir; 3 euch ein zu deinen Thoren, Der du, da ich geboren, Mich neu geboren hast, O hochgelobter Geist Des Vaters und des Sohnes, Mit beiden gleichen Thrones, Mit beiden gleich gepreist! Bleib' ich von dir ungeschieden, Bin ich stets getrost in dir. Laß mich sein dein Eigentum, Ich versprech' hinwiederum, Hier und dort all mein Vermögen Dir zu Ehren anzulegen. 2. Zeuch ein und laß empfinden Mich deine hohe Kraft, Die Kraft, die uns von Sünden Hilf und Errettung schafft! 8. Wohl mir, wenn nur du mich stärkeſt Und mir treulich steheſt bei! Hilf, mein Helfer, wo du merkest, Daß mir Hilfe nötig ſei; Brich des Fleisches bösen Sinn, Nimm den alten Willen hin, Daß er sich in dir erneue Und mein Gott sich meiner freue! 9. Sei mein Retter, führ mich eben: Wenn ich finke, sei mein Stab; Wenn ich sterbe, sei mein Leben; Wenn ich wieder aufersteh', Wenn ich liege, sei mein Grab! 148. Nach eigener Melodie. O so hilf mir, daß ich geh' Hin, wo du in ewgen Freuden Wirst die Auserwählten weiden! Paul Gerhardt 1607-1676. Entsündge meinen Sinn, Daß ich mit reinem Geistes Dir Ehr und Dienste leiste, Die ich dir schuldig bin! 3. Du bist ein Geist, der lehret, Wie man recht beten soll. Dein Beten wird erhöret, Dein Singen flinget wohl; Es steiget himmelan Und hört nicht auf mit Flehen, Bis der die Hilf läßt sehen, Der allen helfen kann. Pfingsten. 4. Du bist ein Geist der Freuden, Das Trauern willst du nicht, Erleuchtest uns im Leiden Mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manches Mal Hast du mit süßen Worten Mir aufgethan die Pforten Zum goldnen Freudensaal! 5. Du bist ein Geist der Liebe, Ein Freund der Freundlichkeit, Willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Rachsucht, Haß und Neid. Der Feindschaft Feind du bist, Willst, daß in Liebesflammen Sich wieder thu' zuſammen, Was voller Zwietracht ist. 6. Du, Herr, hast selbst in Händen Die ganze weite Welt, Kannst Menschenherzen wenden, Wie es dir wohlgefällt. So gieb doch deine Gnad, Mit Fried' und Liebesbanden Verknüpf in allen Landen, Was sich getrennet hat! Homm, o komm, du Geist des Des Lebens, Wahrer Gott von Ewigkeit; Deine Kraft sei nicht vergebens, Sie erfüll' uns jederzeit! So wird Geist und Licht und Schein In den dunkeln Herzen sein. 7. Beschirm die Obrigkeiten, Bau unsers Fürsten Thron, Verleih uns gute Zeiten, Schmück, als mit einer Kron, Die Alten mit Verstand, Mit Frömmigkeit die Jugend, Mit Gottesfurcht und Tugend Das Volk im ganzen Land! 2. Gieb in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rat, Verstand und Zucht, Daß nichts andres wir beginnen, Als was nur dein Wille sucht! Dein Erkenntnis werde groß Und mach' uns von Irrtum los. 8. Erfülle die Gemüter Mit reiner Glaubenszier, Die Häuser und die Güter Mit Segen für und für; Vertreib den bösen Geist, Der dir sich widersetzet Und, was dein Herz ergötzet, Aus unserm Herzen reißt! 149. Mel. Gott des Himmels und der Erden. 9. Richt unser ganzes Leben Allzeit nach deinem Sinn; Und sollen wir es geben Der Hand des Todes hin, Und kommt der letzte Streit, So hilf uns fröhlich sterben Und nach dem Tod ererben Die ewge Seligkeit! Paul Gerhardt 1607-1676. 103 blant 3. Zeig uns, Herr, die rechten Stege Zu der wahren Wohlfahrt an; Räume fürder aus dem Wege, Was im Lauf uns hindern kann! Wirke Reu durch deine Gnad, Wenn der Fuß gestrauchelt hat! 4. Laß dein Zeugnis uns empfinden, Daß wir Gottes Kinder sind, Die allein auf ihn sich gründen, Wenn sich Not und Drangsal find't Denn des Vaters liebe Rut Ist uns allewege gut. 104 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten Frei mit aller Freudigkeit; Seufze in uns, wenn wir beten, Und vertritt uns allezeit! So wird unsre Bitt erhört Und die Zuversicht vermehrt. Pfingsten. 6. Wird um Trost dem Herzen bange, Daß es ruft voll Traurigkeit: Ach mein Gott, mein Gott, wie lange! O so wende unser Leid, Sprich der Seele tröstlich zu Und gieb Mut, Geduld und Ruh! 7. O du Geist der Kraft und Stärke, Du gewisser neuer Geist, 6 eist vom Vater und vom Sohne, Geist, der Heil und Leben schafft, Schenke du vom Himmelsthrone Meinem Herzen deine Kraft Und erfülle mein Gemüte, Daß der Reichtum deiner Güte Und die Stärke deiner Hand An mir Schwachem werd' erkannt! 2. Komm, erleuchte meine Sinne, Komm, durchstrahle den Verstand, Daß die Finsternis zerrinne Und nicht nehme überhand! Öffne meiner Seele Augen, Daß sie zu erkennen taugen Deines Wortes tiefen Grund, Das uns lehret Christi Mund! Fördre in uns deine Werke; Und wenn Satan Macht beweist, Schenk uns Waffen in dem Krieg Und erhalt in uns den Sieg! 3. Niemand ohne dich verspüret Reiner Gottesliebe Kraft; Wen nicht deine Gnade rühret, 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, Daß kein Teufel, Tod und Spott Uns denselben möge rauben; Sei du unser Schutz, o Gott! Sagt das Fleisch gleich immer nein, Laß dein Wort gewisser sein! 150. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 9. Wann wir endlich sollen sterben, So versichre uns je mehr, Als des Himmelreiches Erben, Jener Herrlichkeit und Ehr, Die Gott giebt durch Jesum Christ, Und die unaussprechlich ist!Heinr. Held t um 1660. Den täuscht eitle Leidenschaft. Komm, ach komm, mein Herz entzünde, Daß ich tief in mir empfinde Stets der Liebe heiße Glut, Die allein in Jeſu ruht! 4. Gieb mir Kraft zu widerstehen, Wenn sich regt die böse Lust, Laß es nimmermehr geschehen, Daß sie siegt in meiner Brust! Steh mir in dem Kampf zur Seiten, Hilf mir ritterlich bestreiten Diesen Feind, der in mir wohnt Und mit Tod und Hölle lohnt! 5. Du bist heilig, laß mich werden Rein und heilig immer mehr! Töt die Triebe, die auf Erden. Widerstreben deiner Ehr! Laß mich in dem neuen Leben Wachsen und nur dahin streben, Daß die Seel nach Gottes Bild Sich erneu', von dir erfüllt! 6. Endlich wenn ich soll durchs Leiden Meinem Heiland folgen nach Und zu meines Herren Freuden Pfingsten. 151. Mel. Warum sollt' ich mich denn grämen. Geist des Herrn, Sei nicht fern, Salbe Jesu Glieder! Er, der nie sein Wort gebrochen, Jejus hat Deinen Rat Seinem Volk versprochen. 2. Geist der Weisheit, gieb uns allen Höchster Tröſter, komm her- Laß uns Trübfal, Kreuz und Leiden, nieder; Angst und Not, Schmerz und Tod Nicht von Jesu scheiden! Durch dein Licht Unterricht, Wie wir Gott gefallen! Lehr uns freudig vor ihn treten, Sei uns nah Und sprich ja, Wenn wir gläubig beten! 3. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen, Gieb uns Mut, Fleisch und Blut, Sünd und Welt zu dämpfen! Gehen durch viel Ungemach: Leite mich durch deine Güte, Daß mein Geist und mein Gemüte Lobe dich in süßem Ton Samt dem Vater und dem Sohn! Gottfried Hoffmann 1658-1712. mungilis Geiſt, Der uns den Weg zum Himmel weist, Der uns die dunkle Erdennacht Durch seine Lichter helle macht; 4. Hilf uns nach dem Besten streben; Schenk uns Kraft, Tugendhaft Und gerecht zu leben! Gieb, daß wir nicht stille stehen; Treib uns an, Froh die Bahn Deines Worts zu gehen! 5. Sei in Schwachheit unſre Steh uns bei, Mach uns treu 105 In der Prüfungshitze! Führ, wenn Gott uns nach dem Leide Sterben heißt, Unsern Geist In des Himmels Freude! Ehrenfried Liebich) 1713-1780. 152. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. Gottes Geist und Christi 2. Du Hauch, der durch das Weltall weht Als Gottes stille Majeſtät, Du aller Lichter reinstes Licht, Erleucht uns Herz und Angesicht! 106 Pfingsten. 3. Komm, leuchte mit dem Gnadenschein Hell in die weite Welt hinein; Komm, mach uns in der Finsternis Des lichten Himmelswegs gewiß! 4. Ach, hier ist alles Staub und Nacht, Die Wahn und Sünde trübe macht; Ach, hier ist alles Not und Tod, Geht uns nicht auf das Morgenrot; 5.Das Morgenrot der bessern Welt, Das wie ein Strahl vom Himmel fällt, Schenke dich mir immerdar Sowie einst der Jüngerschar! Als Gottes Macht und Gottes Lust Im Glanze deines Angesichts Schon meinen kurzen Erdenlauf Durchblitzt die kranke Menschenbrust. Stets himmelein und himmelauf. Ernst Moritz Arndt 1769-1860. 153. Mel. Gott sei Dank durch alle Welt. Geist vom Vater und vom Sohn, Laß mein Bitten innig, rein Weihe dir mein Herz zum Thron, Und vor Gott erhörlich sein! 2. Geist der Wahrheit, leite mich! Eigne Leitung täuschet sich, Da sie leicht des Wegs verfehlt Und den Schein für Wahrheit wählt. 3. Geist des Lichtes, mehr in mir Meinen Glauben für und für, Der mich Christo einverleibt Und durch Liebe Früchte treibt! 6. Gottes Geist und Christi Geist, Der uns wie Kinder beten heißt, Der uns wie Kinder glauben heißt, O komm, o komm, du heilger Geist! 7. Komm, Gottes Friede, Gottes Mut, Komm, stille Kraft, die nimmer ruht; Komm, gieße deinen Gnadenschein In Seele, Sinn und Herz mir ein! 8. Dann wandl' ich wie ein Kind des Lichts 4. Geist der Andacht, schenke mir Salbung, Inbrunst, Glut von dir; komm, du Geist der Wahrheit, Und kehre bei uns ein, Verbreite Licht und Klarheit, Verbanne Trug und Schein, 5. Geist der Liebe, Kraft und Zucht, Wenn mich Welt und Fleisch versucht, O dann unterstütze mich, Daß ich ringe; rette mich! 7. Geist der Hoffnung, führe du Mich dem Himmelserbe zu; Laß mein Herz sich deiner freun Und in Hoffnung selig sein! Ign. Heinr. Karl v. Wessenberg 1774-1860. 154. 6. Geist der Heiligung, verklär Jesum in mir mehr und mehr Und erquicke innerlich Durch den Frieden Gottes mich! Mel. Herzlich thut mich verlangen. Gieß aus dein heilig Feuer, Rühr Herz und Lippen an, d Daß jeglicher getreuer Den Herrn bekennen kann! 2. O du, den unser größter Regent uns zugeſagt, Komm zu uns, werter Tröster, Und mach uns unverzagt; Gieb uns in dieser schlaffen Und glaubensarmen Zeit Die scharfgeschliffnen Waffen Der ersten Christenheit! 3. Unglaub und Thorheit brüsten Sich frecher jetzt als je; Darum mußt du uns rüsten Mit Waffen aus der Höh, Du mußt uns Kraft verleihen, Geduld und Glaubenstreu, Und mußt uns ganz befreien Von aller Menschenscheu. 4. Es gilt ein frei Geständnis In dieser unsrer Zeit, Ein offenes Bekenntnis Bei allem Widerstreit, Pfingsten. Homm, o heilger Geiſt, her= nieder, Komm, der Pfingsten Tag ist heut, Leucht mit heilgen Flammen wieder, Schenke Kraft und Fried' und Freud! Und gleichwie in Flur und Wald Neuen Lebens Jubel schallt, Also werd' mit neuen Zungen Neues Lied dem Herrn gesungen! 2. Komm und walle durch die Herzen, Die gar finster, tot und kalt; Voll von Trotz und Furcht und Schmerzen, Ohne Trost und ohne Halt; Rausch hinein mit Gottesmacht, Die vertreibet alle Nacht. Trotz aller Feinde Toben, Trotz allem Heidentum Zu preisen und zu loben Das Evangelium. 5. Fern in der Heiden Lande Erschallt dein kräftig Wort; Sie werfen Satans Bande Und ihre Götzen fort, Von allen Seiten kommen Sie in das Reich herein. Ach, soll es uns genommen, Für uns verschlossen sein? 155. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 6. Du heilger Geist, bereite Ein Pfingstfest nah und fern, Mit deiner Kraft begleite Das Zeugnis von dem Herrn! O öffne du die Herzen 107Der Welt und uns den Mund, Daß wir in Freud und Schmerzen Das Heil ihr machen kund! Karl Joh. Phil. Spitta 1801-1859. Und laß leuchten deine Sonne Voller Klarheit, Trost und Wonne! Wandle sie zum Gotteshaus, 3. Komm, erfülle du die Hütten, Sammle stets zu Dank und Bitten Alle, die gehn ein und aus, Halt sie eins in Freud und Leid Fördre auch das Werk der Hände, Und versöhn, was sich entzweit; Und die Trübsal gnädig wende! 4. Komm und rausche durch die Lande, Zeig das Kreuz als höchsten Hort; Und daß starker Treue Bande" Fest nun ruhn in Gottes Wort, Mache Fürst und Völker gleich, Treu zu bauen Gottes Reich 108 Und in Kriegs- und Friedenstagen Sein Panier voranzutragen! In das bleiche Totenfeld! Schaffe, daß doch balde wird Eine Herde und ein Hirt, 5. Rausche durch die ganze Erde Und dann unter Friedenspalmen Bis zum letzten Sünderzelt, Ruf hinein das neue Werde Alle jauchzen Freudenpsalmen! Wilh. Krizinger geb. 1816. Dreieinigkeit. XI. Dreieinigkeit. 156. Nach eigener Melodie. Allein Gott in der Höh sei Ehr Und Dank für Gnade, Darum daß nun und nimmermehr Uns rühren kann kein Schade! Ein Wohlgefalln Gott an uns hat, Nun ist groß Fried ohn' Unterlaß, All Fehd hat nun ein Ende. 6 2. Wir beten an und loben dich, Wir bringen Ehr und danken, Daß du, Gott Vater, ewiglich Regierst ohn' alles Wanken. Ganz ohne Maß ist deine Macht, Allzeit geschieht, was du bedacht; Wohl uns des starken Herren! elobet sei der Herr, Mein Gott, mein Licht, 157. Mel. Nun danket alle Gott. mein Leben, Mein Schöpfer, welcher mir Hat Leib und Seel gegeben, Mein Vater, der mich schützt Von Mutterleibe an, Der jeden Augenblick Viel Gutes mir gethan. 2. Gelobet sei der Herr, 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn, Für uns ein Mensch geboren, Der uns vertritt vor Gottes Thron Und rettet, was verloren; Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, Nimm an die Bitt in unsrer Not, Erbarm dich unser aller! 4.O heilger Geist, du höchstes Gut, Mit deinem Heil uns tröste! VorSatans Macht nimm uns inhut, Die Jesus Christ erlöste Durch Marter groß und bittern Tod; Wend allen Jammer ab und Not! Darauf wir uns verlassen. Nit. Decius 1541. Mein Gott, mein Heil und Leben, Des Vaters liebster Sohn, Der sich für mich gegeben, Der mich erlöset hat Mit seinem teuern Blut, Der mir im Glauben schenkt Das allerhöchste Gut. 3. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, mein Trost, mein Leben, Des Vaters werter Geist, Den mir der Sohn gegeben, Der mir das Herz erquickt, Der mir giebt neue Kraft, Der mir in aller Not Rat, Trost und Hilfe schafft. 4. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, der ewig lebet, Dreieinigkeit. Für alle seine Werke; Von Ewigkeit zu Ewigkeit Sei in uns allen ihm bereit Dant, Weisheit, Kraft und Stärke. Klinget, Singet: Gott ist heilig, 158. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. alleluja! Lob, Preis und Ehr Sei unserm Gott je mehr Spil und mehr Heilig, heilig; Preis und Ehre Sei dem Herrn der Himmelsheere! 2. Halleluja! Preis, Ehr und Macht Sei auch dem Gotteslamm gebracht, In dem wir sind erwählet, Der uns mit seinem Blut erkauft, In dessen Tod wir sind getauft, Dem wir sind zugezählet. Heilig, Selig Ist die Freundschaft Und Gemeinschaft, Die wir haben Und darinnen uns erlaben. Den alles lobt und preist, Was ist und lebt und webet; Gelobet sei der Herr, Des Name heilig heißt, Der einge wahre Gott, Gott Vater, Sohn und Geist. ch glaube, daß mit Liebe Daß, wenn sein Kind ich bliebe, Mein Glück, wär' festgestellt, Joh. Olearius 1611-1684. 3. Halleluja! Gott heilger Geist Sei ewiglich von uns gepreist, Durch den wir neu geboren, Der uns mit Glauben hat geziert, Uns dem Erlöser zugeführt, Zur Herrlichkeit erforen. Heil uns, Heil uns! Da ist Freude, Seelenweide, Himmlisch Manna Und ein ewig Hosianna. 4. Halleluja! Lob, Preis und Ehrolo 159. Mel. Valet will ich dir geben. 109 Sei unserm Gott je mehr und mehr Und seinem großen Namen. Stimmt an mit aller HimmelSchar Und singet nun und immerdar Mit Freuden Amen, Amen! Klinget, Singet: Gott ist heilig, Heilig, heilig; Breis und Ehre Sei dem Herrn der Himmelsheere! Barth. Grasselius? 1667-1724. Daß, was ich Gutes habe, Ist seine milde Gabe, Die fromm und selig macht. 110 Kirche und Gemeinschaft der Heiligen. 2. Ich glaube, daß von oben Ein Heiland freundlich kam, Der hoch mein Herz erhoben, Die Sünde von mir nahm. Mein Licht, mein Seelenleben, Mein Führer himmelan, Der sich für mich gegeben Und aufwärts brach die Bahn. XII. Kirche und Gemeinschaft der Heiligen. 160. Mel. Aus tiefer Not schrei' ich zu dir. Ach Gott, vom Himmel sieh darein Und laß dich es erbarmen! Wie wenig sind der Heilgen dein, Verlassen sind wir Armen; Dein Wort will man nicht haben do wahr, Der Glaub ist auch erloschen gar Bei so viel Menschenkindern. 2. Sie lehren eitel falsche List, Was eigner Wiß erfindet; Ihr Herz nicht eines Sinnes ist, In Gottes Wort gegründet. Der wählet dies, der andre das, Sie trennen uns ohn' alles Maß Und gleißen schön von außen. 3. Gott woll' ausrotten alle Lehr', Die falschen Schein uns lehren, Dazu ihr' Zung hochmütig sehr Spricht: Trot, wer will uns wehren? Wir haben Recht und macht allein, Was wir gesetzt, gilt allgemein; Wer ist, der uns soll meistern? 3. Ich glaube, daß ins Helle Ein klarer Stern mich weist, Daß frisch aus reiner Quelle Mich tränkt der heilge Geist, Der stets mich aus der Höhe Mit Himmelskraft umschwebt, Und wenn ich schlafen gehe, Die Seel zum Himmel hebt. Joh. Friedr. Möller 1789-1861. 4. Darum spricht Gott: Ich muß auf sein, Die Armen sind verstöret, Ihr Seufzen dringt zu mir herein, Ich hab' ihr' Klag erhöret, Mein heilsam Wort soll auf den Plan, Getrost und frisch sie greifen an Und sein die Kraft der Armen. 5. Durchs Feuer siebenmal bewährt Wird Silber echt erfunden; An Gottes Wort man das erfährt Desgleichen alle Stunden. Es will durchs Kreuz bewähret sein, Da wird erkannt sein' Kraft und Schein Und leucht't start in die Lande. 6. Das wollst du, Gott, bewahren rein Vor dieser Zeit Geschlechte; Und laß uns dir befohlen sein, Daß uns hier nichts anfechte! Der gottlos Haufe da sich find't, Wo diese losen Leute sind In deinem Volk erhaben. Martin Luther 1483-1546. Kirche und Gemeinschaft der Heiligen. 161. Nach eigener Melodie. Sin' feste Burg ist unser Gott, Ein' gute Wehr und Waffen, Er hilft uns frei aus aller Not, Die uns jetzt hat betroffen. Der alt' böse Feind Mit Ernst er's jetzt meint, Groß' Macht und viel List Sein' grausam Rüstung ist; Auf Erd ist nicht seinsgleichen. 2. Mit unsrer Macht ist nichts He gethan, Wir sind gar bald verloren; Es streit't für uns der rechte Mann, Den Gott hat selbst erkoren. Fragst du, wer der ist? ndai Er heißt Jesus Christ, Der Herr Zebaoth, Und ist kein andrer Gott, Das Feld muß er behalten. onis hand drios sid Bisur door 2 troll nisl di Nach st Serhalt uns, Herr, bei deinem Wort Und steure deiner Feinde Mord, Die Jesum Christum, deinen Sohn, Stürzen wollen von deinem Thron! 2. Beweis dein' Macht, Herr Jesu Christ, Der du Herr aller Herren bist, 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär' 111 Und wollt' uns gar verschlingen, So fürchten wir uns nicht so sehr, Es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, Wie sau'r er sich stellt, dall Thut er uns doch nichts; Das macht, er ist gericht't, Ein Wörtlein kann ihn fällen. 162. eigener Melodie. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn Und kein' Dank dazu haben; Er ist bei uns wohl auf dem Plan Mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib: Laß fahren dahin, Sie haben's kein' Gewinn; Das Reich muß uns doch bleiben! Martin Luther 1483-1546. Beschirm dein' arme Christenheit, Daß sie dich lob' in Ewigkeit! 13. Gott heilger Geist, du Tröster wert, Gieb Eintracht deinem Volk auf Erd, Steh bei uns in der letzten Not, Leit uns ins Leben aus dem Tod! Martin Luther 1483-1546. 163. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Mo Gott der Herr nicht bei uns Wo er der Kirche Schutz nicht iſt Und selber der List, So ist's mit uns verloren. hält, Wenn unsre Feinde toben, Wo er nicht unsrer Sach zufällt Im Himmel hoch dort oben, 2. Was Menschen- Kraft und -Witz anfäht, 112 Kirche und Gemeinschaft der Heiligen. Soll billig uns nicht schrecken. Der Herr sitzt an der höchsten Stätt, Wird ihren Rat aufdecken. Wenn sie's aufs flügste greifen an, Geht Gott doch eine andre Bahn, Es steht in seinen Händen. 3. Sie drohen uns voll Grausamfeit Und wollen uns verschlingen; Lob, Dank und Preis sei Gott allzeit, Er läßt es nicht gelingen. Der Feinde Strick zerreißet er Und stürzet ihre falsche Lehr, Sie werden's Gott nicht wehren. 4. Ach lieber Gott, wie tröstest du, Die gänzlich sind verlassen! Der Gnaden Thür steht nimmer zu; Vernunft kann das nicht fassen, Sie meint, daß alles sei verlorn, Verzage nicht, du Häuflein Obschon die Feinde willens sein, Dich gänzlich zu verstören, Und suchen deinen Untergang, Davon dir wird recht angst und bang; Es wird nicht lange währen! 164. Mel. Heut singt die liebe Christenheit. 2. Des tröst dich nur, daß deine Sach Ist Gottes; dem befiehl die Rach Und laß du ihn nur walten! Nach Da doch das Kreuz hat neugeborn, Die deiner Hilfe warten. ahre fort, fahre fort, Mache deinen Leuchter helle, Laß die erste Liebe nicht, Suche stets die Lebensquelle! 5. Die Feinde sind in deiner Hand, Dazu all ihr' Gedanken, Ihr Anschlag ist dir wohlbekannt; Hilf nur, daß wir nicht wanken! Wenn Menschenwitz dein Wort anficht, Aufs Künftge will vertrauen nicht, Da wirst du selber trösten. 6. Den Himmel hast du und die Erd, Herr unser Gott, gegründet; Dein Licht auch bei uns helle werd, Das Herz uns werd' entzündet, In rechter Lieb des Glaubens dein Bis an das Ende treu zu ſein; Die Welt laß immer murren! Justus Jonas 1493-1555. Er wird durch einen Gideon, Den er wohl weiß, dir helfen schon, Dich und sein Wort erhalten. 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, Muß Teufel, Welt und Höllenpfort Und was dem thut anhangen, Endlich werden zu Schand und Spott. Gott ist mit uns und wir mit Gott; Den Sieg woll'n wir erlangen. Mich. Altenburg 1584-1640. 165. eigener Melodie. Zion, dringe durch die enge Pfort, Fahre fort, fahre fort! 2. Leide dich, leide dich, Zion, leide ohne Scheu Kirche und Gemeinschaft der Heiligen. Trübsal, Angst mitSpott undHohne, Sei bis in den Tod getreu, Siehe auf die Lebenskrone! Stärke dich mit Geist und Leben, Sei nicht wie die andern tot, Sei du gleich den grünen Reben! Zion, fühlest du der Schlange Stich, Zion, in die Kraft statt in den Schein Leide dich, leide dich! Dringe ein, dringe ein! 3. Folge nicht, folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, Wenn sie dich sucht groß zu machen, Achte nichts ihr Gut und Geld, Nichts ihr Dräuen, nichts ihr Lachen! Zion, wenn sie dir viel Lust verspricht, Folge nicht, folge nicht! 4. Prüfe recht, prüfe recht, Zion, prüfe recht den Geist, Der dir ruft zu beiden Seiten; Thue nicht, was er dich heißt, Laß nur deinen Stern dich leiten! Zion, beides, was da gut und schlecht, Prüfe recht, prüfe recht! 5. Dringe ein, dringe ein, Zion, dringe ein in Gott! Herz und Herz vereint zuſammen Sucht in Gottes Herzen Ruh, Lasjet eure Liebesflammen Lodern auf den Heiland zu! Er das Haupt, wir seine Glieder, Er das Licht und wir der Schein, Er der Meister, wir die Brüder, Er ist unser, wir sind sein. 2. Kommt, ach kommt, ihr Gottesfinder, Und erneuert euern Bund! Schwöret unserm überwinder Lieb und Treu von Herzensgrund! Und wenn eurer Liebeskette Festigkeit und Stärke fehlt, Evang. Gesangbuch II. 6. Brich herfür, brich herfür, Zion, brich herfür in Kraft, Weil die Bruderliebe brennet! Zeige, was der in dir schafft, Der als seine Braut dich kennet! Zion, durch die dir gegebne Thür Brich herfür, brich herfür! 7. Halte aus, halte aus! Zion, halte deine Treu, Laß nicht lau und träg dich finden! Auf, das Kleinod rückt herbei, Auf, verlasse was dahinten; Zion, in dem letzten Kampf und Strauß Halte aus, halte aus! 113 166. Zorks Mel. O du Liebe meiner Liebe. Joh. Eusebius Schmidt 1669-1745. josta sid O so flehet um die Wette, Bis sie Jesus wieder stählt! 3. Legt es unter euch, ihr Glieder, Auf so treues Lieben an, Daß ein jeder für die Brüder Auch das Leben lassen kann! So hat uns der Herr geliebet, So vergoß er dort sein Blut; Wenn ihr selbst euch Eintrag thut! Denkt doch, wie es ihn betrübet, 4. O du treuster Freund, vereine Deine dir geweihte Schar, Daß sie es so herzlich meine, Wie's dein letzter Wille war, Und daß, wie du eins mit ihnen, 8 114 Kirche und Gemeinschaft der Heiligen. Also sie auch eines ſei'n, phis Trägen Geister lebensvoll! Sich in wahrer Liebe dienen Und einander gern erfreun. 5. Friedefürst, laß deinen Frieden Stets in unsrer Mitte ruhn, Unser Tagewerk hienieden All in einem Geist zu thun! Denn wie kann die Last auf Erden Und des Glaubens Ritterschaft Besser uns versüßet werden. Als durch deiner Liebe Kraft? 6. Liebe, hast du es geboten, Daß man Liebe üben soll, O so mache doch die toten 7. Laß uns so vereinigt werden, Wie du mit dem Vater bist, Bis schon hier auf dieser Erden Kein getrenntes Glied mehr ist, Und allein von deinem Brennen Nehme unser Licht den Schein: Also wird die Welt erkennen, Daß wir deine Jünger sei'n! Nik. Ludw. Graf von Zinzendorf 1700--1760. 167. Mel. Dir, dir Jehovah will ich singen. Mach auf, du Geist der erſten Zeugen, Der Wächter, die auf Zions Mauern stehn, Die Tag und Nächte nimmer schweigen Und die getrost dem Feind entgegengehn, Ja deren Schall die ganze Welt durchdringt Und aller Völker Scharen zu dir bringt! 2. O daß dein Feuer bald entbrennte, Omöcht' es doch in alle Lande gehn; Gieb zu der Ernte doch die Hände, Gieb Knechte, die in treuer Arbeit bus stehn! Zünde an die Liebesflamme, Daß ein jeder sehen kann: Wir, als die von einem Stamme, Stehen auch für einen Mann! O Herr der Ernte, siehe doch darein: Die Ernt ist groß, der Knechte Zahl ist klein! 3. Dein Sohn hat ja mit klaren diman Wortened diff Uns diese Bitte in den Mund gelegt. O siehe, wie an allen Orten Sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, Mit tiefster Inbrunst dich, Herr, anzuflehn; Drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn! 4. Herr, gieb dein Wort mit großen Scharen, Cu Die in der Kraft Evangelisten sein! Laß eilend Hilf uns widerfahren Und brich in Satans Reich mit gad siur Macht hinein! O breite, Herr, auf weitem Erdenfreis Dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! daß dein Geist, so wie dein Wort 5. Ach daß die Hilf aus Zion käme! non verspricht, Dein Volk aus dem Gefängnis st sta nähme; Jord gi sule comer Kirche und Gemeinschaft der Heiligen. O würd' es doch nur bald vor Abend Licht! Ach reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei Und komm herab zur Hilf und mach uns frei! 6. Ach laß dein Wort recht schnelle laufen; Es sei kein Ort ohn' dessen Glanz olin und Schein! Ach führe bald dadurch mit Haufen Der Heiden Füll zu allen Thoren ein; Ja wecke doch auch Israel bald auf Und also segne deines Wortes Lauf! 7. O begre Zions wüste Stege; Und was dein Wort im Laufe hindern kann, Das räume bald aus jedem Wege; Vertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn! Von Mietlingen mach deine Herde frei, 2. Es soll uns nicht gereuen Der schmale Pilgerpfad; Wir kennen ja den Treuen, Der uns gerufen hat. Kommt, folgt und trauet dem; Ein jeder sein Gesichteti Daß Kirch und Schul ein Garten Gottes sei! 115 8. Laß jede hoh' und niedre Schule Die Werkstatt deines guten Geistes sein! Ja sizze du nur auf dem Stuhle Und präge dich der Jugend selber ein, Daß treue Lehrer viel und Beter sei'n, Die kräftig für die Kirche stehen ein! 9. Du wirst dein herrlich Werk vollenden, Der du der Welten Heil und Richter Du wirst der Menschheit Jammer di bist; no.3 wenden, So dunkel jetzt dein Weg, o Heilger, nabonist. Drum hört der Glaub nie auf zu endir zu flehn; Du thust noch über Bitten und Verstehn! Karl Heinrich von Bogazky 1690-1774. 168. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren. Fest nach Jerusalem! our bod Dommt, Kinder, laßt uns gehen, Mit ganzer Wendung richte Der Abend kommt herbei! Es ist gefährlich stehen In dieser Wüstenei. Kommt, stärket euern Mut, Zur Ewigkeit zu wandern, Von einer Kraft zur andern; Es ist das Ende gut! 3. Geht's der Natur entgegen, So geht's gerade doch. Die Fleisch und Sinne pflegen, Sind schlechte Pilger noch. Verlaßt die Kreatur Und was euch sonst will binden, Laßt gar euch selbst dahinten, Es geht durchs Sterben nur! 4. Schmückt euer Herz aufs beste, Weit mehr als Leib und Haus, Wir sind hier fremde Gäste Und ziehen bald hinaus! 8* 116 Kirche und Gemeinschaft der Heiligen. Gemach bringt Ungemach; Ein Pilger muß sich schicken, Sich dulden und sich bücken Den kurzen Pilgertag. 5. Ist gleich der Weg sehr enge, So einsam, krumm und schlecht, Der Dornen in der Menge Und manches Kreuze trägt: Es ist doch nur ein Weg; Laß sein, wir gehen weiter, Wir folgen unserm Leiter Und brechen durchs Geheg. Harrt noch ein wenig aus! 6.Kommt, Kinder, laßt uns gehen, Es wird nicht lang mehr währen, Der Vater gehet mit; Er selbst will bei uns stehen Bei jedem sauern Tritt! Er will uns machen Mut, Mit süßen Sonnenblicken Uns locken und erquicken; Ach ja, wir haben's gut! So kommen wir nach Haus. Da wird man ewig ruhn, Wann wir mit allen Frommen Daheim zum Vater kommen; Wie wohl, wie wohl wird's thun! 10. Drauf wollen wir's denn wagen, 7. Sollt' wo ein Schwacher fallen, Es ist wohl Wagens wert, Und gründlich dem absagen, Was aufhält und beschwert. Welt, du bist uns zu klein, Wir gehn durch Jesu Leiten Hin in die Ewigkeiten; Es soll nur Jesus sein! So greif' der Stärkre zu; Man trag', man helfe allen, Man pflanze Lieb und Ruh. Kommt, schließt euch fester an; Ein jeder sei der Kleinste, Doch wohl auch gern der Reinste Auf unsrer Liebesbahn! Die ie wir uns allhier beisammen Me 169. Mel. Herr und Ältster deiner Kreuzgemeine. finden, Schlagen unsre Hände ein, Uns auf deine Marter zu verbinden, Dir auf ewig treu zu sein. 8. Kommt, laßt uns munter 2 wandern, Der Weg kürzt immer ab; Ein Tag, der folgt dem andern, Bald fällt das Fleisch ins Grab! Nur noch ein wenig Mut, Nur noch ein wenig treuer, Vor allen Dingen freier Gewandt zum ewgen Gut! 9. Es wird nicht lang mehr währen: enn Christus seine Kirche schützt, Gerhard Tersteegen 1697-1769. So mag die Hölle wüten; Und zum Zeichen, daß dies Lobgetöne Deinem Herzen angenehm und schöne, Sage Amen und zugleich: Friede, Friede sei mit euch! Christ. Renat. Graf von Zinzendorf 1727-1752. 170. Mel. Ein' feste Burg ist unser Gott. Er, der zur Rechten Gottes sitzt, Hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hilfe nah, Kirche und Gemeinschaft der Heiligen. Wenn er spricht, steht's da. Er schützt seinen Ruhm Und hält sein Heiligtum; Mag doch die Hölle wüten! 2. Gott siehet wider seinen Thron Die Völker sich empören, Denn den Gesalbten, seinen Sohn, Den wollen sie nicht ehren. Sie schämen sich des Worts, Des Heilands, des Horts, Sein Kreuz ist ihr Spott, Doch ihrer lachet Gott; Sie mögen sich empören! 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn, Uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn, Großer Hirte deiner Herden In dem Himmel und auf Erden, Treuer Heiland Jesu Christ, Laß in diesen letzten Zeiten Sich dein Reich noch mehr verbreiten, Als bisher geschehen ist! 171. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 2. Laß es sich zu deinen Ehren Kräftiglich in uns vermehren; Breit es, Herr, von Haus zu Haus Unter Freunden und Verwandten, Breite es in allen Landen, Unter allen Völkern aus! 3. Gieb dazu von Jahr zu Jahren Viel Evangelistenscharen, Treue Lehrer ohne Fehl, Die im Glauben, Wort und Leben Gründlich, findlich dir ergeben, Heiliger in Israel! 117 Wir halten fest am Glauben.. Gelobt sei Jesus Christ! Wer sein Jünger ist, Sein Wort gläubig hält, Dem kann die ganze Welt Die Seligkeit nicht rauben. ja? 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, Laßt euch kein Drohn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, Wird uns gewiß bedecken. Der Herr, der starke Gott, Hält auf sein Gebot, Giebt Geduld in Not Und Kraft und Mut im Tod; Was will uns da erschrecken? 13 Christ. Fürchtegott Gellert 1715-1769. 4. Flöße früh der zarten Jugend Jede Kenntnis, jede Tugend Nur durch dein' Erkenntnis ein; Gieb ihr Leben, nicht nur Wissen, Und behalt von Ärgernissen Lehrer mit den Schülern rein! 5. Laß dein Wort die Sichern schrecken au Und die geistlich Toten wecken, Stürz die Selbstgerechtigkeit, Mach die geistlich Blinden sehend, Mach die geistlich Lahmen gehend, ach dir selbst den Weg bereit! 6. Schenke den Erwachten Gnade, Nicht zu ruhen, bis ihr Schade Recht entdeckt und schmerzhaft ist; Zieh sie dann zu dir, dem Sohne, Daß vor deinem Gnadenthrone Sie sich laben, Jesu Christ! dull Kirche und Gemeinschaft der Heiligen. 118 7. Welchen ihre Schuld vergeben, Die laß stets im Glauben leben, Der viel Geistesfrüchte bringt; Laß sie niemals stille stehen, Treibe sie stets fortzugehen, Bis ihr Geist die Kron erringt! 8. Die am Ende sich befinden, Denen hilf selbst überwinden, Zeig dem Glauben jenen Lohn, Die Feinde deines Kreuzes drohn, 172. Mel. Es ist das Heil uns kommen her.. Dein Reich, Herr, zu zerstören; Du aber, Mittler, Gottes Sohn, Kannst ihrem Troßze wehren. Dein Thron bestehet ewiglich, Vergeblich wird sich wider dich Die ganze Hölle waffnen. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, Kein Werk von Menschenkindern, Drum konnt' auch keine Macht der Welt, Herr, seinen Fortgang hindern. Dein Erbe bleibt dir immerdar Und wird selbst durch der Feinde Schar Zu deinem Ruhm sich mehren. 3. Weit wollst du deine Herrschaft noch Den du denen aufgehoben, Die nach wohlbestandnen Proben Siegreich stehn vor deinem Thron! In deiner Welt verbreiten Und unter deinem sanften Joch Zum Heil die Völker leiten! Vom Ausgang bis zum Niedergang Bring' alle Welt dir Preis und Dank Und glaub' an deinen Namen! 9. Herr, so sammle deine Glieder, Dann erscheine gnädig wieder Als der ewig gute Hirt, Da aus so viel tausend Herden Eine Gottesherde werden Und um dich sich scharen wird! S Joh. Jak. von Moser 1701-1785. 4. Auch deine Feinde, die dich schmähn, Die frevelnd sich empören, Laß deiner Gnade Wunder sehn, Daß sie sich noch bekehren! Lehr sie mit uns gen Himmel schaun Und unerschüttert im Vertraun Auf deine Zukunft warten! 5. Uns, deine Christen, wollest du Fest in der Wahrheit gründen, Daß wir für unsre Seelen Ruh In deiner Gnade finden! Mach unsers Glaubens uns gewiß, Vor Irrtum und vor Finsternis Bewahr uns, weil wir leben! 6. Dein Geist führ' uns auf ebner Bahn Und heilge unsern Willen, So wird dein Volk, dir unterthan, Gern dein Gesetz erfüllen, Bis du erscheinest zum Gericht Und dann vor deinem Angesicht Die Menschenkinder ſammelſt. 7. Voll Zuversicht erwarten dich, Herr, alle deine Frommen Kirche und Gemeinschaft der Heiligen. Und freun des großen Tages sich, Da du wirst wiederkommen. Dann werden sie, o Gottes Sohn, 173. Mel. Nun danket alle Gott. N un danket alle Gott Und gebet ihm die Ehre, Der wieder hergeſtellt Der Bibel reine Lehre, Der seiner Knechte Mut Gerüstet hat mit Kraft Und gegen alle Welt Der Kirche Sieg verschafft! 2. Du Ewiggnädiger, Wir hoffen mit Vertrauen, Du werdest ferner noch Die Mauern Zions bauen, Und was begonnen ward, So fördern fort und fort, Daß endlich alle Welt Sich weid' am reinen Wort! Auf heilgen Bergen; es verbündet Sich wider sie die ganze Welt. Dennoch steht sie und wird stehen, Man wird an ihr mit Staunen sehen, Wer hier die Hut und Wache hält. Der Hüter Israels Den längst verheißnen Gnadenlohn, Dein Himmelreich ererben. C Balthasar Münter 1735-1793. Ist ihres Heiles Fels. Halleluja! Lobsingt und sprecht: Wohl dem Geschlecht, Das in ihr hat das Bürgerrecht! 2. Zions Thore liebt vor allen Der Herr mit gnädgem Wohlgefallen, thon 119 3. Mit Gnaden schau herab Auf unsern Landesvater; dis Laß auch die Kirche sehn In ihm den Freund und Rater; Laß über seinem Haus Stets walten deine Hand Und segne, Herr, durch ihn Das ganze Vaterland! 4. Erhalt dies Heiligtum Und in ihm reine Lehre, Auf daß auch stets bei uns Dein Himmelreich sich mehre, Und jeder würdig ſei, Schließt sich sein Lauf allhier, Das ewge Freudenfeſt Zu feiern dort bei dir! 174. Gott Mel. Wachet auf! ruft uns die Stimme. ottes Stadt steht fest gegründet Fürchtegott Christ. Fulda 1768-1817. Macht ihre Riegel stark und fest, Segnet, die darinnen wohnen, Weiß überschwänglich dem zu lohnen, Der ihn nur thun und walten läßt. Wie groß ist seine Huld, Wie frägt er mit Geduld All die Seinen! Gottesstadt, Du reiche Stadt, Die solchen Herrn und König hat! 3. Große heilge Dinge werden In dir gepredigt, wie auf Erden Sonst unter keinem Volk man hört. Gottes Wort ist deine Wahrheit, Du hast den Geist und hast die Klarheit, Ausbreitung des Evangeliums. 120 Die alle Finsternis zerstört; Da hört man fort und fort Das teuerwerte Wort Ewger Gnade. Wie lieblich tönt, Was hier versöhnt Und dort mit ewgem Leben krönt! 4. Auch die nichts davon vernommen, Die fernsten Völker werden kommen Und in die Thore Zions gehn. Denen, die im Finstern saßen, Wird auch der Herr noch predgen lassen, Was einst für alle Welt geschehn. Wo ist der Gottessohn, Wo ist sein Gnadenthron? Wird man fragen. Dann kommt die Zeit, Wo weit und breit Erscheint der Herr in Herrlichkeit. 5. Darum stellet ein die Klagen! Man wird noch einst zu Zion sagen: Wie mehrt sich deiner Bürger Zahl! Voll Erstaunen wird man schauen, Wie Gott sein Zion mächtig bauen Und herrlich weitern wird einmal. Erhebet Herz und Sinn! Es ist die Nacht schier hin Für die Heiden; Es kommt ihr Tag, Sie werden wach, Und Israel folgt ihnen nach. Sein Tisch ist noch zu leer; Der Platz ist da, wo jeder sitzen soll: SR 6. Gottes Stadt, du wirst auf Erden, Die Mutter aller Völker werden, Die ewges Leben fanden hier. Welch ein Jubel, wie am Reigen, Wird einst von dir zum Himmel steigen! Die Lebensbrunnen sind in dir; In dir das Wasser quillt, Das alles Dürsten stillt. Bon Sünd und Tod, Halleluja! Von aller Not Erlöst nur einer: Zions Gott. Karl Joh. Phil. Spitta 1801-1859. XIII. Ausbreitung des Evangeliums. Do 175. Mel. Es ist genug! So nimm, Herr, meinen Geist. Es ist noch Naum! Sein Haus ist Der Herr hat viel bereiten laſſen: noch nicht voll, 2. Es ist noch Zeit! Die Liebe rufet noch; Bringt seine Gäste her! Noch gehen Diener aus Geht, nötigt sie von allen Straßen, Zu Stadt und Land, sie laden heute noch Ausbreitung des Evangeliums. Ins große Rettungshaus. Noch ist die Thüre nicht verschlossen, Für Kind und Greis noch nicht verflossen Die Rettungszeit. 3. Doch ist es Zeit! Die Stunden folgen schnell, 2. Zwar brennet es mit heller Flamme Schon hier und dort, in Ost und West, Dir, dem am Kreuz erwürgten Lamme, 176. Mel. Wie groß ist des Allmächtgen Güte; oder: Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. daß doch bald dein Feuer brennte, Du unaussprechlich Liebender, Und bald die ganze Welt erkennte, Daß du bist König, Gott und Herr! O möchten seine Himmelsfunken Entzünden jedes tote Herz, Die Durstgen machen freudetrunken Und heilen allen Sündenschmerz! Ein herrlich Pfingst- und Freudenfest. Doch wecke, läutre und vereine Des ganzen Christenvolkes Schar Und mach in deinem Gnadenscheine Dein Heil noch jedem offenbar! Es geht auf Mitternacht, Bald schlägt es voll, von ferne schimmert's hell: gang Erschallet dir der Lobgesang Erretteter Gerechten. Unzählbar sind die Scharen schon, 121 Ihr Jungfrauen erwacht! Der Bräutigam erscheint von weitem, Auf, auf, die Lampen zu bereiten, Auf, es ist Zeit! Ernst Gottlieb Woltersdorf 1725-1761. 3. Du unerschöpfter Quell des Lebens, Allmächtger starker Gotteshauch, Dein Feuermeer ström' nicht vergebens; Ach zünd in unsern Herzen auch! Schmelz alles, was sich trennt, zuſammen 177. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. Vom Ausgang bis zum Nieder- Die gerne dir vor deinem Thron Ein würdig Loblied brächten. Und baue deinen Tempel aus; Laß leuchten deine heilgen Flammen Durch deines Vaters ganzes Haus! 4. Beleb, erleucht, erwärm, entflamme Doch bald die ganze weite Welt Und zeig dich jedem Völkerstamme Als Heiland, Friedefürst und Held! Dann tönen dir von Millionen Der Liebe Jubelharmonien, Und alle, die auf Erden wohnen, Knien vor dem Thron des Lammes hin. Joh. Ludw. Fricker 1729-1766. Preis dir, Jesu! Einst noch werden Mehr auf Erden 122 Ausbreitung des Evangeliums. Dir lobsingen, Top 82) Preis und Ruhm und Dank dir bringen. 2. Wie groß, wie angebetet ist Dein Nam, o Heiland Jesu Christ, Wie herrlich bei den Deinen! Doch führst du uns zu deiner Ruh, Vat ater, deines Geistes Wehen Durch die ganze Christenheit Läßt uns schon von ferne sehen Deines Reiches Herrlichkeit; Denn dein Wort wird ausgespendet Durch die ganze weite Welt, Millionenweis versendete Auf das große Ackerfeld. thach 178. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 2. Dieser Samen wird bald blühen in Allenthalben hoch und hehr, Denn Evangelisten ziehen Über Inseln, Land und Meer, Seine Herde und ein Hirt! Wie wird dann dir sein, o Erde, O wie weit herrlicher wirst du Den Deinen dann erscheinen! Ewig müsse Dir zur Ehre Ihrer Chöre Lob erschallen, Durch die Himmel wieder hallen. Joh. Andr. Cramer 1723-1788. 3. Sei gegrüßt, du ewger Morgen! Steige, Sonne, bald empor, Weicht nun, all ihr bangen Sorgen, Tagverkünder, tritt hervor! Seht, der Berge Spitzen glühen Schon im ewgen Morgenlicht, Und die Frühlingsblumen blühen: Brüder alle, sorget nicht! Joh. Heinr. Jung, gen. Stilling 1740-1817. 179. Mel. Jesus, meine Zuversicht. Wenn sein Tag erscheinen wird! Freue dich, du kleine Herde, Mach dich auf und werde Licht: Jesus hält, was er verspricht! 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, Und die Herrlichkeit des Herrn Nahet dämmernd sich den Heiden, Blinde Pilger flehn um Licht: Jesus hält, was er verspricht. Um die Saaten zu begießen. Geist der Pfingsten, komm herab, Laß uns Lebensströme fließen Bis zum Grabe tief hinab! Daß die Nacht zum Tage werde! Ach wie manches Schäflein irrt Fern von dir und deiner Herde! Kleine Herde, zage nicht: Jesus hält, was er verspricht! 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht Vor des Morgenrotes Helle, Und der Sohn der Wüste kniet Dürstend an der Lebensquelle, Ihn umleuchtet Morgenlicht: Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren aufgethan. Rauscht, verdorrete Gebeine, 3. Komm, o komm, getreuer Hirt, Macht dem Bundesengel Bahn; Ausbreitung des Evangeliums. Großer Tag des Herrn, erscheine! Und auf Erden weit und breit Jesus ruft: Es werde Licht! hose Licht und Wahrheit, Fried und ne Jesus hält, was er verspricht. Wonne! dull 6. O des Tags der Herrlichkeit! Jesus Christus, du die Sonne, De er du in Todesnächten Erkämpft das Heil der Welt Und dich als den Gerechten Zum Bürgen dargestellt, Der du den Feind bezwungen, Den Himmel aufgethan: Dir stimmen unsre Zungen Ein Halleluja an. 180. Mel. Valet will ich dir geben. 2. Jm Himmel und auf Erden Ist alle Macht nun dein, Bis alle Völker werden Zu deinen Füßen sein, Bis die von Süd und Norden, Bis die von Ost und West Sind deine Gäste worden das Bei deinem Hochzeitsfest. 3. Noch werden sie geladen, Noch gehn die Boten aus, Um mit dem Ruf der Gnaden Zu füllen dir dein Haus. Mach dich auf, es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. De er du zum Heil erschienen Der allerärmsten Welt Und von den Cherubinen Zu Sündern dich gejellt, Den sie mit frechem Stolze Verhöhnt für seine Huld, Als du am Marterholze Verfähntest ihre Schuld: 2. Damit wir Kinder würden, di Friedr. Adolf Krummacher 1768-1845. Es ist kein Preis zu teuer, isd sie Es ist kein Weg zu schwer, adsling Zu streun dein Lebensfeuer Ins weite Völkermeer. mil 4. So ziehen deine Flammen Wie Sonnen um die Welt, Getrenntes fließt zusammen, Das Dunkle wird erhellt; Und wo dein Name schallet, Du König Jesu Christ, Ein selig Häuflein wallet Dahin, wo Friede ist. 181. Mel. Valet will ich dir geben. 123 5. So sammle deine Herden Dir aus der Völker Zahl, Daß viele selig werden dall Und ziehn zum Abendmahl!# 507 Schließ auf die hohen Pforten, Es strömt dein Volk heran; Wo's noch nicht Tag geworden, Da zünd ein Feuer an! Christ. Gottlob Barth 1799-1862. asis Gingst du vom Vater aus, Nahmst auf dich unsre Bürden Und bautest uns ein Haus. Von Westen und von Süden, Von Morgen ohne Zahl Sind Gäste nun beschieden Zu deinem Abendmahl. 3. Im schönen Hochzeitskleide, Von allen Flecken rein, # 2 124 Ausbreitung des Evangeliums. Führst du zu deiner Freude Die Völkerscharen ein; Und welchen nichts verkündigt, Kein Heil verheißen war, Die bringen nun entsündigt Dir Preis und Ehre dar. 4. Du hast dem ärmsten Sklaven, Wo heiß die Sonne glüht, Wie deinen andern Schafen Zuliebe dich gemüht, Und selbst den öden Norden, Den ewges Eis bedrückt, Zu deines Himmels Pforten Erbarmend hingerückt. 5. Drum kann nicht Ruhe werden, Bis deine Liebe siegt, Bis dieser Kreis der Erden Zu deinen Füßen liegt, Bis du im neuen Leben Die ausgeföhnte Welt Dem, der sie dir gegeben, Vors Angesicht geſtellt. 6. Und siehe, tausend Fürsten Mit Völkern ohne Licht Stehn in der Nacht und dürsten Nach deinem Angesicht! Auch sie hast du gegraben In deinen Priesterschild, Am Brunnquell sie zu laben, Der dir vom Herzen quillt. Siner ist's, an dem wir hangen, Der für uns in den Tod gegangen Und uns erkauft mit seinem Blut. Unsre Leiber, unsre Herzen Gehören dir, o Mann der Schmerzen; In deiner Liebe ruht sich's gut. Nimm uns zum Eigentum, Bereite dir zum Ruhm Deine Kinder, Verbirg uns nicht Das Gnadenlicht Von deinem heilgen Angesicht! 7. So sprich dein göttlich Werde, Laß deinen Odem wehn, Daß auf der finstern Erde Daß, wo man Götzen frönet, Die Toten auferstehn, Vor toten Bildern kniet, Ein willig Volk versöhnet Zu deinem Tempel zieht! 8. Wir rufen, du willst hören; Wir fassen, was du sprichst; Dein Wort muß sich bewähren, Womit du Fesseln brichst. Wie viele sind zerbrochen, Wie viele sind's noch nicht! O du, der's uns versprochen, Werd aller Heiden Licht! Albert Knapp 1798-1861. 182. Mel. Wachet auf! ruft uns die Stimme. 2. Nicht wir haben dich erwählet, Du selbst hast unsre Zahl gezählet Nach deinem ewgen Gnadenrat. Unsre Kraft ist schwach und nichtig, Und keiner ist zum Werke tüchtig, Der nicht von dir die Stärke hat. Drum brich den eignen Sinn, Denn Armut ist Gewinn Für den Himmel; Wer in sich schwach, Folgt, Herr, dir nach Und trägt mit Ehren deine Schmach. 3. Herr Jesu, Ehrenkönig, Ausbreitung des Evangeliums. Die Ernt ist groß, der Schnitter wenig, Drum sende treue Zeugen aus; Send auch uns hinaus in Gnaden, Viel frohe Gäste einzuladen Zum Mahl in deines Vaters Haus! Wohl dem, den deine Wahl Beruft zum Abendmahl Im Reich Gottes! Da ruht der Streit, Da währt die Freud Heut, gestern und in Ewigkeit. 4. Schau auf deine Millionen, Die noch im Todesschatten wohnen, Von deinem Himmelreiche fern! Seit Jahrtausenden ist ihnen Kein Evangelium erschienen, Kein gnadenreicher Morgenstern. Glanz der Gerechtigkeit, Geh auf, denn es ist Zeit! Komm, Herr Jesu, Zieh uns voran Und mach uns Bahn, Gieb deine Thüren aufgethan! Her du err Jesu, du regierst Zu deines Vaters Rechten, Von Engeln hochgelobt, Verehrt von deinen Knechten. Du haft für alle Welt Am Kreuz genug gethan; Nimm dich nun aller Welt In ihrem Elend an! 125 5. Deine Liebe, deine Wunden, it Die uns ein ewges Heil erfunden, Dein treues Herz, das für uns fleht, Wollen wir den Seelen preisen Und auf dein Kreuz so lange weisen, Bis es durch ihre Herzen geht. d Denn kräftig ist dein Wort, Es richtet und durchbohrt Geist und Seele; Dein Joch ist süß, Dein Geist gewiß, Und offen steht dein Paradies. 2. Dein Evangelium Gieb allem Volt auf Erden, Laß jedes Menschenherz Dadurch erleuchtet werden! In Nord, in Ost, in West 6. Heiland, deine größten Dinge Beginnest du still und geringe; Was sind wir Armen, Herr, por dir? Aber du wirst für uns streiten Und uns mit deinen Augen leiten, Auf deine Kraft vertrauen wir. Dein Senfkorn, arm und klein, Wächst endlich ohne Schein Doch zum Baume, Weil du, Herr Christ, 183. Mel. O Gott, du frommer Gott. Sein Hüter bist, Dem es von Gott vertrauet iſt. Albert Knapp 1798-1864. Und in des Mittags Land Werd' hoch dein Ruhm erhöht, Dein Name recht bekannt. 3. Auf Erden sei tein Knie, Das sich vor dir nicht beuge, Und keine Kreatur, Die sich vor dir nicht neige; Kein Mund, der nicht bekenn', Daß Jesus unser Herr, Heiland und König sei Zu seines Vaters Ehr. 4. Komm, froher Tag, o komm, Der unsre Sehnsucht stillet o Ausbreitung des Evangeliums. 126 Und das Verheißungswort. Im ganzen Sinn erfüllet: m Es ist das Reich, die Macht, Die Herrlichkeit und Kraft sk Auf ewig unserm Gott Und seinem Christ verschafft. 5. Mit Herrlichkeit wird er In Ewigkeit regieren, Doch in der Majeſtät Ein Friedensscepter führen, Ihr Völker, jauchzt ihm zu, Machet auf, erhebt die Blicke! Laut mahnen uns die Weltgeſchicke, Es dränget hart der Brüder Not. Seht gekommen ist die Stunde, Die uns vereint zu schönem Bunde, Zu thun, was uns der Herr gebot. Laßt nicht die Hände ruhn, Auf, laßt uns Gutes thun Allen Menschen 184. Mel. Wachet auf! ruft uns die Stimme. Im rechten Geist, Doch wie es heißt: An Glaubensbrüdern allermeist! 2. Wachet auf, schaut an das Gute, Das ihr der Väter Mut und Blute Und ihrer Glaubenstreu verdankt! Auf und tilgt die alten Schulden! Wie lange soll sich noch gedulden Das Schifflein, das im Sturme schwankt? Preis' jedes, wie es soll, Die ganze Erde sei Nur seiner Ehre voll! Eilt ihm zur Hilf herbei! Es rudert froh und frei, Wenn ihm Liebe Die Segel schwellt Hin durch die Welt; Gott ist es, der das Steuer hält. 6. Ehr sei dem höchsten Gott, Dem Sohne gleich dem Vater, Dem heilgen guten Geist, Der Gläubigen Berater! d Die auserwählte Schar, Der Himmel weit und breit Preist dich, dreieinger Gott, In alle Ewigkeit. Verfasser unbekannt. 3. Wachet auf! In allen Landen Erheben sich, vom Tod erstanden, Die Zeugen frischer Glaubensmacht. Werdet müde nicht im Werke, Der Gott des Rechts ist unsre Stärke, Und seinem Lichte weicht die Nacht Drum wirkt, so lang es Tag, So heiß er glühen mag! Reift doch die Frucht Im Sonnenglanz: Der Erntefranz Wiegt auf die Mühe voll und ganz. 4. Wachet auf, die Zeit zum Wachen Soll alle Glieder munter machen, Und keines trete scheu hintan! Leidet eins, so leiden alle; Drum wachet, daß nicht eines falle, Und stehet freudig Mann für Mann! So streitet wacker fort Und haltet fest am Wort! Hoch vom Himmel Strahlt uns das Licht, Es trüget nicht; binisite edo go Der Herr ist unsre Zuversicht! Karl Rud. Hagenbach 1801-1874. Wort Gottes. i 185. zo cha Mel. Wachet auf! ruft uns die Stimme. Yönig Jesu, streite, fiege, Daß alles bald dir unterliege, Was lebt und webt in dieser Welt! Blick auf deine Friedensboten, Laß wehen deinen Lebensodem Durchs ganze weite Totenfeld! 2. Dein Wort bewegt des Herzens Grund, Dein Wort macht Leib und Seel gesund, Erhöre unser Flehn Und laß es bald geschehn! Amen, Amen! 2. O wie selig, wer dich höret, Wer von dir will sein gelehret, Wer zu jeder Zeit und Stund Schaut auf deinen treuen Mund! 3. Sprich doch ein in meiner Seele, dusor off?.0 XIV. Wort Gottes.euanspoj todel 793 186. Isik dib.2 Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. err, öffne mir die Herzensthür, Zeuch durch dein Wort mein Herz zu dir, Laß mich dein Wort bewahren rein, Laß mich dein Kind und Erbe sein! 90-10di ne So rühmen wird Und jauchzen dir asd dull Ein Halleluja für und für. 123 Verfasser unbekannt. 127 #iran pos 187. Mel. Sollt' es gleich bisweilen scheinen. reuster Meister, deine Worte Sind die rechte Himmelspforte, Deine Lehren sind der Pfad, Der uns führt zur Gottesstadt. Dein Wort ist, was mein Herz erfreut, Dein Wort giebt Trost und Seligfeit. 3. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, Dem heilgen Geist in einem Thron Der heiligen Dreieinigkeit Sei Lob und Preis in Ewigkeit! Joh. Olearius 1611-1684. Gieb ihr Weisung und Befehle, Lehr sie halten bis zum Tod Deiner Liebe sanft Gebot! 4. Hilf mir mich im Lieben üben Und Gott über alles lieben, is Meinen Nächsten gleichwie mich Laß mich lieben inniglich! 5. Lehr mich heilige Gebärden, Laß mir deine Demut werden, Gieß mir deine Sanftmut ein, Laß mich flug in Einfalt sein! 128 6. Also werd' ich mich verbinden Ganz mit dir und Ruhe finden, Wort Gottes. Also werd' ich in der Zeit Schon gelehrt zur Ewigkeit. Joh. Scheffler( Angelus Silesius) 1624-1677. 188. Mel. Valet will ich dir geben. Mohl dem, der Jesum liebet Und dessen Himmelswort! Dies Licht glänzt ungetrübet Zum Trost ihm immerfort. Wo Jesus sich befindet, Da stehet alles wohl; Wer sich auf Jesum gründet, Der lebet segensvoll. 2. Suchst du, vom Ziel verirret, Die wahre Lebenspfort, Hat dich die Welt verwirret: Komm, hier ist Gottes Wort! Das wird dir deutlich weisen Die rechte Lebensbahn, Auf welcher du mußt reisen, Wenn du willst himmelan. 3. Bist du vielleicht betrübet, Ja wirst du fort und fort In Kreuz und Not geübet: Komm, hier ist Gottes Wort! 5. Hilf, Jesu, daß ich liebe Dein seligmachend Wort Und stets darin mich übe; Hilf, liebster Seelenhort, Daß ich's in meinem Herzen Bewahr' durch deine Huld, Damit in Kreuz und Schmerzen Es Frucht trag' in Geduld! Anna Sophie Landgräfin v. Hessen- Darmstadt 1638-1683. T eures Wort aus Gottes Munde, Das wird dich schon erquicken, Daß, wenn gleich Höll und Welt Dich wollten unterdrücken, Du doch behältst das Feld. 4. Wirst du gleich auch geführet Zum bangen finstern Ort, Wo sonst der Tod regieret: Komm, hier ist Gottes Wort! Dies ist der Stab und Stecken, Mit diesem kannst du dich Vor Furcht und Todesschrecken Beschützen mächtiglich. 189. Mel. Gott des Himmels und der Erden. Das mir lauter Segen trägt, Dich allein hab' ich zum Grunde Meiner Seligkeit gelegt. In dir treff' ich alles an, Was zu Gott mich führen kann. 2. Geist der Gnaden, der im Worte Mich an Gottes Herze legt, Öffne mir des Himmels Pforte, Daß mein Geist hier recht erwägt, Was für Schätze Gottes Hand Durch sein Wort mir zugesandt! 3. Was ich lese, laß mich merken; Was du sagest, laß mich thun! Wird dein Wort den Glauben stärken, Laß es nicht dabei beruhn, Sondern gieb, daß auch dabei Ihm das Leben ähnlich sei! 4. Hilf, daß alle meine Wege Nur nach deiner Nichtschnur gehn! Was ich hier zum Grunde lege, Müsse wie ein Felsen stehn, Daß mein Geist auch Rat und That In den größten Nöten hat. Wort Gottes. 5. Laß dein Wort mir einen 1911 Smart Spiegel nistis W ort des höchsten Mundes, Bote seines Bundes, Du warst niemals stumm. Bald, da wir gefallen, Ließ dich Gott erschallen, Evangelium, Eine Kraft, Die Glauben schafft, Eine Botschaft, die zum Leben Er uns hat gegeben. Alles ein in Jesu Namen Und ist Ja und Amen. 2. Was dein Wohlgefallen Vor der Zeit uns allen Fest bestimmet hat, Was die Opferschatten Vorgebildet hatten, Das vollführt dein Nat. Was die Schrift Verspricht, das trifft 190. Mel. Jesu, meine Liebe. 4. Uns in Sünde Toten Machen Jesu Boten Dieses Leben fund; Lieblich sind die Füße Und die Lehren süße, Evang. Gesangbuch. II. bise 3. Alles ist vollendet, Jesu Gnade wendetsor Alle Straf und Schuld. Jesus ist gestorben, Jejus hat erworben b Alle Gnad und Huld. fois Auch ist dies Fürwahr gewiß: Jesus lebt in Preis und Ehre. erwünschte Lehre! In der Folge Jeſu sein, Drücke drauf dein Gnadensiegel, Schließ den Schatz im Herzen ein, Daß ich fest im Glauben steh', Bis ich dort zum Schauen geh'! Benj. Schmolck 1672-1737. Teuer ist der Bund. Aller Welt Wird vorgestellt Durch der guten Botschaft Lehre, Daß man sich bekehre. 5. Kommt, zerknirschte Herzen, Die in bittern Schmerzen Gesetz Kommt zu dessen Gnaden, Ho Der für euch beladen Alle Schmerzen trug! Jesu Blut Stärkt euern Mut; Gott ist hier, der euch geliebet Und die Schuld vergiebet. 129 6. Dieser Grund beſtehet; Wenn die Welt vergehet, Fällt er doch nicht ein. Darauf will ich bauen, So soll mein Vertrauen Evangelisch sein. Auch will ich Nun würdiglich In der Kraft, die mir gegeben, Evangelisch leben. 102 Schaffet diese Werke, 7. Jesu, deine Stärke Stehe du mir bei! Nichts kann mich nun scheiden, Hilf denn, daß mein Leiden Evangelisch sei; Laß auch mich Einmal auf dich Als ein Kind, mit dir zu erben, Evangelisch sterben! Heinr. Kornelius Hecker 1699-1743. 9 130 Her err, dein Wort, die edle Gabe, Diesen Schatz erhalte mir, Denn ich zieh' es aller Habe Und dem größten Reichtum für! Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, Worauf soll der Glaube ruhn? Mir ist's nicht um tausend Welten, Aber um dein Wort zu thun. 191. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 6⁰ ott ist mein Hort, Und auf sein Wort Soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, Mein Gott, vor dir Im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; Laß immerdar Mich seine Kräfte schmecken, Laß keinen Spott, 3. Wo hätt' ich Licht, Wort Gottes. Wofern mich nicht 192. Mel. Ach Gott und Herr. Verständ' ich nie, Wie ich dich würdig ehrte. Dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie 4. Dein Wort erklärt Der Seele Wert, Unsterblichkeit und Leben; Zur Ewigkeit Ist diese Zeit Von dir mir übergeben. 2. Halleluja! Ja und Amen, Herr, du wollest auf mich sehn, Daß ich mög' in deinem Namen Fest bei deinem Worte stehn! Laß mich eifrig sein beflissen, Dir zu dienen früh und spat, Und mich stets zu deinen Füßen Sitzen, wie Maria that! Nik. Ludw. Graf von Zinzendorf 1700-1760. Nein, du verzeihst, O Herr und Gott, Lehrst meinen Geiſt Mich von dem Glauben schrecken! Ein gläubig Abba sagen. 5. Den ewgen Rat, Die Missethat Der Sünder zu verfühnen, Den kennt' ich nicht, Wär' mir dies Licht Nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz In Reu und Schmerz Der Sünden nicht verzagen; 7. Mich zu erneun, Mich dir zu weihn, Ist meines Heils Geschäfte; Durch meine Müh Vermag ich's nie, Dein Wort giebt mir die Kräfte: 8. Herr, unser Hort, Laß uns dies Wort, Denn du hast es gegeben; Es sei mein Teil, Es sei mein Heil Und Kraft zum ewgen Leben! Christ. Fürchtegott Gellert 1715-1769. Wort Gottes. 193. Mel. Gott sei Dank durch alle Welt. Malte, walte nah und fern, Allgewaltig Wort des Herrn, Wo nur seiner Almacht Ruf Menschen für den Himmel schuf! 2. Wort vom Vater, der die Welt Schuf und in den Armen hält Und aus seinem Schoß herab Seinen Sohn zum Heil ihr gab; 3. Wort von des Erlösers Huld, Der der Erde schwere Schuld Durch des heilgen Todes That Ewig weggenommen hat; 4. Kräftig Wort von Gottes Geist, Der den Weg zum Himmel weist N₁ un geh uns auf, du Morgenstern, Du seligmachend Wort des Herrn, Du Pfand des Heils, das uns im Sohn Der Vater gab von seinem Thron! 2. Du Wort der Wahrheit, lautrer Quell, Mach unsre dunkeln Augen hell, Daß wir die Wege Gottes fehn, Nicht in der Wahrheit irre gehn! 194. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 3. Du Wort der Buße, füll das Herz Uns an mit tiefem Reueschmerz, Daß unser Flehn und Seufzen sei: Gott steh uns armen Sündern bei! 131 Und durch seine heilge Kraft Wollen und Vollbringen schafft; 5. Wort des Lebens, stark und rein, Alle Völker harren dein: Walte fort, bis aus der Nacht Alle Welt zum Tag erwacht! 6. Auf zur Ernt in alle Welt! Weithin wogt das weiße Feld, Klein ist noch der Schnitter Zahl, Viel der Garben überall. 7. Herr der Ernte, groß und gut, Wirk zum Werke Lust und Mut, Laß die Völker allzumal Schauen deines Lichtes Strahl! Jonath. Friedr. Bahnmeier 1774-1841. 4. Du Wort der Gnade, tröstend Wort, O bring uns Botschaft fort und fort Von ihm, der für uns litt und starb Und uns Gerechtigkeit erwarb! 5. Du Wort des Glaubens, gieb uns Kraft, Daß wir, der Eitelkeit entrafft, Im gnädig dargebotnen Heile Ergreifen unser ewges Teil!# 6. So geh uns auf, du Gottesglanz, Durchdring uns und verklär uns ganz, Du Wort, das noch in Kraft besteht Wenn Erd und Himmel untergeht! Julius Sturm. geb. 1816. 9* 132 Die heilige Taufe. XV. Die heilige Taufe. 195. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. Diebster Jesu, wir sind hier, Deinem Worte nachzuleben. Dieses Kindlein kommt zu dir, Weil du den Befehl gegeben, Daß die Kindlein dir sich nahen, Heil und Segen zu empfahen. 2. Darum eilen wir zu dir; Nimm das Pfand von unsern Armen, Tritt mit deinem Glanz herfür Und erzeige dein Erbarmen, Daß es dein Kind hier auf Erden Und im Himmel möge werden! 3. Hirte, nimm dein Schäflein an; Haupt, mach es zu deinem Gliede; Himmelslicht, zeig ihm die Bahn; Friedefürst, o schenk ihm Friede! Hilf, daß weder Leid noch Freuden Es von deiner Liebe scheiden! 3. Doch hab' ich dir auch Furcht und Liebe, Gehorsam zugesagt und Treu; 4. Nun, wir legen an dein Herz, Was von Herzen ist gegangen; Führ die Bitten himmelwärts Und erfülle das Verlangen! Ja, den Namen, den wir geben, Schreib ins Lebensbuch zum Leben! Benj. Schmoldk 1672-1737. 196. Jeh Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. Ich bin getauft auf deinen Namen, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, Ich bin gezählt zu deinem Samen, Zum Volk, das dir geheiligt heißt. Ich bin in Christum eingeſenkt, Ich bin mit seinem Geist beschenkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, Erben, Mein lieber Vater, mich erklärt; Du hast die Frucht von deinem Sterben, Mein treuer Heiland, mir gewährt; Du in aller O guter Geist, mein Tröster sein. Ich habe dir aus reinem Triebe Gelobt, daß ich dein eigen sei. Hingegen sagt' ich bis ins Grab Der Sünd und ihren Werken ab. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite Wenn aber ich ihn überschreite, Bleibt dieser Bund wohl feste stehn. So laß mich nicht verloren gehn; Nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, DUR Wenn ich hab' einen Fall gethan! 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs hin; neue Leib, Seel und Herz zum Opfer Erwecke mich zu neuer Treue Und nimm Besitz von meinem Sinn! Es sei in mir kein Tropfen Blut, Konfirmation. Der nicht, Herr, deinen Willen thut. io 6. Laß meinen Vorsatz nimmer wanken, Gott Vater, Sohn und heilger Geist; 197. Mel. Wer nur den lieben Gott armherziger, laß deiner Gnade Ba Jetzt dieses Kind empfohlen ſein, Das wir im heilgen Wasserbade Nach deines Sohns Befehl dir weihn; Erfülle, was dein Wort verheißt, An ihm, Gott Vater, Sohn undGeist! №₁ un sind die Kindlein Gott geweiht, Fest steht der Gnadenbund; Nun werde Glaub und Heiligkeit In ihrem Leben kund! Halt mich in deines Bundes Schranken, Bis mich dein Wille sterben heißt; So leb' ich dir, so sterb' ich dir, So lob' ich dich dort für und für. Joh. Jak. Rambach 1693-1735. 2. Gott, bewahre du ihr Herz, Steh ihnen mächtig bei, läßt wat läßt 198. Mel. Nun danket all und bringet Ehr. walten. 133 nondi rahs 2. Regiere nun das ganze Leben Auch dieses Kindes, treuer Gott! Dir sei und bleib' es stets ergeben, Sei du mit ihm in Glück und Not; Ach führ es selbst auf rechter Bahn, Nimm es zuletzt mit Ehren an! Aus dem Baseler Gesangbuch. Daß all ihr Wandel himmelwärts Zu dir gerichtet ſei! 3. Und ist ihr Lauf einst wohl vollbracht, 20131 So führe deine Hand Getrost sie durch des Todes Nacht Ins selge Vaterland! Friedr. Aug. Köthe 1781-1850. and XVI. Konfirmation. 199. Mel. Ewigkeit, du Donnerwort. ( Gemeinde.) Steh ihnen bei mit deiner Kraft, Forhör, o Gott, das heiße Flehn Die Wollen und Vollbringen schafft! Der Kinder, die hier vor dir stehn, Blick gnädig auf sie nieder; Gieb ihnen, Vater, Sohn und Geist, Den Segen, den dein Wort verheißt, Denn sie sind Jesu Glieder! ( Konfirmanden.) 2. Wir wollen unsern Bund erneun, Mit Herz und Leben dir uns weihn Und freu am Glauben halten, 134 Auf Christi hohes Vorbild sehn Und fest in unsrer Hoffnung stehn, Nicht in der Lieb erfalten. Zu dem Gelübde, Vater, sprich Dein Ja und Amen gnädiglich! ( Gemeinde.) Konfirmation. 3. O mache sie zum Kampf bereit, Schenk ihnen Kraft und Freudigkeit, 200. Mel. Allein Gott in der Höh sei Chr. Die hier vor deinem Antlitz stehn, Sind Jesu Christi Glieder. Blick, wenn vereint wir für sie flehn, Erbarmend auf sie nieder! Gieb ihnen, Vater, Sohn und Geiſt, Das Gute, was dein Wort verheißt Im Leben und im Sterben! 2. Sie kennen, Vater, deinen Uller Sohn Und seine heilgen Lehren. Ist Freude, Gott, vor deinem Thron, Wenn Sünder sich bekehren, Wie groß soll unsre Freude sein, Wenn junge Seelen dir sich weihn, Dir treulich anzuhangen! 3. O laß sie niemals zum Gericht Dein heilig Mahl empfahen! Laß sie mit gläubger Zuversicht Das Böse zu bezwingen! in 193 Auch wir erneun mit Herz und Mund Des Glaubens und der Treue Bund; Laß uns das Ziel erringen, Daß alle, die vereint hier flehn, Auch dort vereint dein Antlitz sehn! Nach Elieser Gottlieb Küster 1732-1799. asisid inst Mel. Christus ir flehn um deine Gnade, Nichts sind wir ohne dich; Führ uns auf deinem Pfade Und hilf uns mächtiglich! 2. Wir flehn um deine Wahrheit Sich dem Altare nahen! Es stärke sie in aller Not, Es reize sie, des Heilands Tod Zu preisen durch ihr Leben. 4. Lacht ihnen bei dem edeln Lauf Die falsche Welt entgegen, Hilf dann den schwachen Herzen auf; Und wenn sich Lüste regen, Laß sie hinauf auf Jesum sehn, Die Welt mit ihrer Lust verschmähn, Beharren bis ans Ende! fi 5. Den wichtgen Lohn der Ewigfeit, Die Herrlichkeit dort oben, Zeig ihnen, die auf alle Zeit Jetzt Treue dir geloben! Der Blick müss' ihnen Kraft verleihn; Herr, segne sie, denn sie sind dein; Erhalte sie im Glauben! Theod. Gottlieb von Hippel 1741-1796. 201. der ist mein Leben. In unsers Lebens Nacht; Durch dich nur wird uns Klarheit? In unsern Geist gebracht. 3. Wir flehn um deinen Frieden In dieser Welt voll Angst; Uns sei das Heil beschieden, Das du am Kreuz errangst. Konfirmation. 4. Wir flehn um deine Stärke, Du weißt, wie schwach wir sind; Zu jedem guten Werte Stärk jedes schwache Kind! V on des Himmels Thron Sende, Gottes Sohn, Deinen Geist, den Geist der Stärke; Gieb uns Kraft zum heilgen Werke, Dir uns ganz zu weihn, Ewig dein zu sein! 202. Mel. Seelenbräutigam. 2. Mach uns selbst bereit, Gieb uns Freudigkeit, Unsern Glauben zu bekennen Und dich unsern Herrn zu nennen, Dessen teures Blut Floß auch uns zugut! AME Be 3. Richte Herz und Sinn Zu dem Himmel hin, Daß wir unsern Bund erneuern ei dir, Jesu, will ich bleiben, Stets in deinem Dienste stehn; Nichts soll mich von dir vertreiben, Deine Wege will ich gehn. Du bist meines Lebens Leben, Meiner Seele Trieb und Kraft, Wie der Weinstock seinen Reben Zuströmt Kraft und Lebenssaft. 5. Wir flehn um deinen Segen Zum Bund an diesem Tag, Daß treu auf allen Wegen Dir jeder folgen mag. Karl Aug. Döring 1783-1844. 2. Könnt' ich's irgend besser haben Als bei dir, der allezeit Und gerührt vor dir beteuern, Deine Bahn zu gehn, Weltlust zu verschmähn! 203. Mel. du Liebe meiner Liebe. 135 4. Wenn wir betend nahn, Segen zu empfahn, Wollest du auf unsre Bitten Uns mit Gnade überschütten; Licht und Kraft und Ruh Ströme dann uns zu! menn til no 5. Gieb auch, daß dein Geist, Wie dein Wort verheißt, Unauflöslich uns vereine Mit der gläubigen Gemeine, Bis wir dort dich sehn In den Himmelshöhn! Samuel Marot 1770-1865. So viel tausend Gnadengaben Für mich Armen hat bereit? Könnt' ich je getroster werden Als bei dir, Herr Jesu Christ, Dem im Himmel und auf Erden Alle Macht gegeben ist? 3. Wo ist solch ein Herr zu finden, Der, was Jesus that, mir thut, Mich erkauft von Tod und Sünden Mit dem eignen teuern Blut? Sollt' ich dem nicht angehören, 136 Der sein Leben für uns gab? Sollt' ich ihm nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grab? Konfirmation. 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib' ich, So in Freude wie in Leid; Bei dir bleib' ich, dir verschreib' ich Mich für Zeit und Ewigkeit. Deines Winks bin ich gewärtig, Auch des Rufs aus dieser Welt; Denn der ist zum Sterben fertig, Der sich lebend zu dir hält. Bleibt bei dem, der euretwillen 204. Mel. O du Liebe meiner Liebe. Auf die Erde niederkam, Der, um euern Schmerz zu stillen, Tausend Schmerzen auf sich nahm! Bleibt bei dem, der einzig bleibet, Wenn auch alles untergeht, Der, wenn alles auch zerstäubet, Siegend überm Staube steht! 2. Alles schwindet; Herzen brechen, Denen ihr euch hier ergabt, Und der Mund hört auf zu sprechen, Der euch oft mit Trost gelabt, Und der Arm, der euch zum Stabe Und zum Schilde ward, erstarrt, Und das Auge schläft im Grabe, Das euch sorgsam einst bewahrt. Vo 5. Bleib mir nah auf dieser Erden, Bleib, auch wann mein Tag sich neigt, Wann es nun will Abend werden Und die Nacht herniedersteigt! Lege segnend dann die Hände Mir aufs müde schwache Haupt; Sprich dann: Kind, hier geht's zu Ende, Doch dort lebet, wer hier glaubt! Karl Joh. Phil. Spitta 1801-1859. ( Gemeinde.) or dir, Todesüberwinder, Stehn diese teurerlösten Kinder, Ihr Lobgesang sei dir gebracht! 3. Alles stirbt; das Irdsche findet In dem Irdischen sein Grab, Alle Lust der Welt verschwindet, Und das Herz stirbt selbst ihr ab. Irdsches Wesen muß verwesen, Irdsche Flamme muß verglühn, Irdsche Fessel muß sich lösen, Irdsche Blüte muß verblühn. 4. Doch der Herr steht überm Staube Alles Irdischen und spricht: Stütze dich auf mich und glaube, Hoffe, lieb und fürchte nicht! Darum bleibt bei dem, der bleibet, Und der geben kann, was bleibt, Der, wenn ihr euch ihm verschreibet, Euch ins Buch des Lebens schreibt! Karl Joh. Phil. Spitta 1801-1859. 205. Mel. Wachet auf! ruft uns die Stimme. Freudig gehn sie dir entgegen, Weil du der Liebe reichsten Segen Den Kinderseelen zugedacht. Dein Auge sieht sie hier Im Jugendschmuck vor dir Das heilige Abendmahl. Knien und beten. Herr, sie sind dein, Laß ihre Reihn Dir an dein Herz geleget sein! ( Konfirmanden.) 2. Friedefürst, ich ward erkoren Am ersten Tag, als ich geboren, Zu deinem selgen Gnadenkind; Du gabst mir des Himmels Gaben, Weil wir nichts Gutes eigen haben Und ohne dich verloren sind. O Jesu, meine Ruh, Ich greife freudig zu Nach den Gaben, Die du mir heut Zur Seligkeit Durch dein Erbarmen hast erneut. 3. Laß dich halten und umfassen, Ich will dich ewig nicht verlassen, Verlaß auch du mich ewig nicht! Schüße mich vor Welt und Sünde Christe, du Lamm Gottes, Und offenbare deinem Kinde Dein gnadenvolles Angesicht, Auf daß ich Tag für Tag In dir mich freuen mag Still und heilig, Der du trägst die Sünd der Welt: XVII. Das heilige Abendmahl. 206. Nach eigener Melodie. Heilig, heilig, heilig ist der Herr Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn! Zebaoth; Alle Lande sind seiner Ehre voll. Hosianna in der Höhe! 207. Nach eigener Melodie. Erbarm dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, Und mich dein Mund Zu jeder Stund Erinnre an den Liebesbund! ( Gemeinde und Konfirmanden.) 4. Odu Hirt erfaufter Seelen, Ich muß des rechten Wegs verfehlen, Wenn meine Seele von dir geht; Darum gieb mir Licht und Stärke UndGlaubensmut zum guten Werke, Zum Ringen, Wachen und Gebet, Bis ich den Pilgerstand Zum ewgen Vaterland Siegreich ende, Und du den Lohn, O Gottes Sohn, Mir reichst von deinem Gnadenthron! Albert Knapp 1798-1864. Hosianna in der Höhe! 137 C. Jesaj. 6, 3. Matth. 21, 9. 10 S 3 Der du trägst die Sünd der Welt: Erbarm dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, Der du trägst die Sünd der Welt: Gieb uns deinen Frieden! Amen. Alte Kirche. 138 D Das heilige Abendmahl. 208. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. u Lebensbrot, Herr Jesu Christ, Kann dich ein Sünder haben, Als der ich jetzt erscheine Der nach dem Himmel hungrig ist Mit Sünden allzuviel beschwert, Und will sich an dir laben: So bitt' ich dich demütiglich, Du wollest so bereiten mich, Daß ich recht würdig werde. Die schmerzlich ich beweine. In solcher Trübsal tröste mich, Herr Jesu, daß du gnädiglich Der Sünder dich erbarmest. 2. Auf grüner Aue wollest du, Herr, diesen Tag mich leiten, Den frischen Wassern führen zu, Den Tisch für mich bereiten. Weil ich bin sündig, schwach und Sunt frank, 4. Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ, Komm selbst, dich mir zu schenken! Dein Blut, das mir vergossen ist, Woll' auch mich Schwachen tränken. Ich bleib' in dir, du bleibst in mir, Du öffnest mir des Himmels Thür, Aus deinem Becher trinken! Auch mich dort aufzunehmen. So laß mich deinen Gnadentrant Joh. Rist 1607-1667. 3. Zwar bin ich deiner Gnad nicht wert, 209. Nach eigener Melodie. chmücke dich, o liebe Seele, Laß die dunkle Sündenhöhle; Komm ans helle Licht gegangen, Fange herrlich an zu prangen! Denn der Herr voll Heil und Gnaden Will dich jetzt zu Gaste laden; Der den Himmel kann verwalten, Will jetzt Herberg in dir halten. 2. Eile, wie Verlobte pflegen, Deinem Heiland froh entgegen, Der mit süßen Gnadenworten Klopft an deines Herzens Pforten! Säume nicht, ihm aufzuschließen, Wirf dich hin zu seinen Füßen! Sprich: O Herr, laß dich umfassen, Von dir will ich nicht mehr lassen! 3. Mag ein köstlich Gut auf Erden Sonst um Geld erkaufet werden, Du, o Herr, für deine Gaben Willst nicht Erdenschätze haben; Und in allen Bergesgründen Könnt' ich ja kein Kleinod finden, Das bei diesem heilgen Mahle, Herr, dein Manna dir bezahle. 4. Ach wie hungert mein Gemüte, Menschenfreund, nach deiner Güte; Ach wie pfleg' ich oft mit Thränen Mich nach diesem Mahl zu sehnen; Ach wie pfleget mich zu dürsten Nach dem Trank des Lebensfürsten, Daß in diesem Brot und Weine Christus sich mit mir vereine! Das heilige Abendmahl. 5. Beides, Wonne und auch du plats Bangen, Fühl' ich jetzt mein Herz umfangen. Das Geheimnis dieser Speise, n? Ihre unerforschte Weise Machet, daß ich staunend merke, Herr, die Größe deiner Werke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, Der dies Wunder kann ergründen? S 6. Jesu, meine Lebenssonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, den ich mir erwähle, uddal Lebensquell und Licht der Seele, Hier fall' ich zu deinen Füßen; Laß mich würdiglich genießen Diese deine Himmelsſpeiſe, Mir zum Heil und dir zum Preiſe! duni mi said to adourse. did dal 8. Jeju, wahres Brot des Lebens, Hilf, daß ich doch nicht vergebens Oder mir vielleicht zum Schaden Sei zu deinem Tisch geladen! Laß mich durch dies Seelenessen Deine Liebe recht ermessen, Daß ich auch, wie jetzt auf Erden, Mög' dein Gast im Himmel werden! Joh. Franck 1618-1677. 7. Herr, es hat dein treues Lieben Dich vom Himmel hergetrieben, Daß du willig hast dein Leben In den Tod für uns gegeben Und dazu ganz unverdrossen, Herr, dein Blut für uns vergossen, Das uns jetzt kann kräftig tränken, Deiner Liebe zu gedenken. 210. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Halt alt im Gedächtnis Jesum no diald, bon Christ, mid O Seele, der auf Erden Vom Himmelsthron gekommen ist, Dein Bruder hier zu werden! Vergiß nicht, daß er dir zugut di Hat angenommen Fleisch und Blut; Dank ihm für diese Liebe! Jedste 2. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, Der für dich hat gelitten Und dir, da er gestorben ist, Am Kreuz das Heil erstritten! Er hat besiegt Sünd, Höll und Tod Und dich erlöst aus aller Not; ui Dank ihm für diese Liebe! 3. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, Der auch am dritten Tage 139 Siegreich vom Tod erstanden ist, Befreit von Not und Plage! Bedenke, daß er Fried' gemacht, Das Leben wieder hat gebracht; Dank ihm für diese Liebe! 4. Halt im Gedächtnis Jesum Doci 80: Christ, Christ, Der nach den Leidenszeiten Gen Himmel aufgefahren ist, Die Stätt dir zu bereiten, Da du sollst bleiben allezeit Und sehen seine Herrlichkeit; Tank ihm für diese Liebe! 5. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, Der einst wird wiederkommen Und sich, was tot und lebend ist, Zu richten vorgenommen! O denke, daß du da bestehst Das heilige Abendmahl. 140 Und mit ihm in sein Reich eingehst, Ihm ewiglich zu danken! Und nie, was du an mir gethan, Mög' aus dem Herzen lassen, Daß dessen ich in aller Not 6. Gieb, Jesu, gieb, daß ich dich mich trösten mög' und durch den ** kann Mit wahrem Glauben fassen Tod Zu dir ins Leben dringen! ishote Cyriak Günther 1650-1704. oud 1. 211. Mel. An den Wasserflüssen Babylon. Jeh Ich komme, Herr, und suche dich, Mühselig und beladen; Gott, mein Erbarmer, würdge mich Des Wunders deiner Gnaden! Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, Mich deiner zu getrösten; Ich fühle meiner Sünden Müh, Ich suche Ruh und finde sie Im Glauben der Erlösten. is 2. Dich bet' ich zuversichtlich an, Du bist das Heil der Sünder; Du hast den Schuldbrief abgethan, Und wir sind Gottes Kinder. Ich denk' an deines Leidens Macht Und an dein Wort: Es ist vollbracht. Du hast mein Heil erworben, Du haft für mich dich dargestellt; Gott hat mit sich versöhnt die Welt, Da du für sie gestorben. 3.So freue dich, meinHerz, in mir! Er tilget deine Sünden Und läßt an seinem Tische hier Dich Gnad um Gnade finden. Du rufft, und er erhört dich schon, Spricht liebreich:„ Sei getrost, mein Sohn, Die Sünd ist dir vergeben; 20 Du bist in meinen Tod getauft, Und du wirst dem, der dich erfauft, mans Von ganzem Herzen leben!" 330 4. ,, Dein ist das Glück der Sediligkeit; Bewahr es hier im Glauben Und laß durch keine Sicherheit Dir deine Krone rauben! Sieh, ich vereine mich mit dir, Ich bin der Weinstock, bleib an mir, So wirst du Früchte bringen! Ich helfe dir, ich stärke dich, Und durch die Liebe gegen mich Wird dir der Sieg gelingen." 11 5. Ja Herr, mein Glück ist dein Gebot, Ich will es treu erfüllen und bitte dich durch deinen Tod Um Kraft für meinen Willen. Laß mich von nun an willig sein, Mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn Und deinen Tod zu preisen! Laß mich den Ernst der Heiligung Durch eine wahre Besserung Mir und der Welt beweiſen! Christ. Fürchtegott Gellert 1715-1769. Das heilige Abendmahl. 212. Rom Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. omm, mein Herz, in Jesu Leiden Strömt auch dir ein Quell der HOME niste Freuden; Stille hier dein sehnlich Dürsten, An dem Mahl des Lebensfürsten! Daß ich einen Heiland habe, Mich in seinem Heile labe Und in sein Verdienst mich kleide, Das ist meines Herzens Freude. 2. Zwar hab' ich ihn alle Tage, Wenn ich nach ihm Sehnsucht trage; Er ist auf der Himmelsreise Täglich meine Seelenspeiſe. Daß ich einen Heiland habe, Bleibt mein Alles bis zum Grabe, Und ich mag nichts andres wissen, Als sein Leiden zu genießen. 3. Aber ich will mit Verlangen Auch sein Abendmahl empfangen. Hier schenkt er sich ganz zu eigen; Nimmer will ich's nun verschweigen, Daß ich einen Heiland habe, Der am Kreuz und in dem Grabe, Wie sein Wort mir sagt und schreibet, Mein Erlöser war und bleibet. 4. Ach wie werd' ich oft so müde, Wie entweicht der süße Friede! Sünd und Welt kann mich ver109wunden, Wenn mir dieses Licht verschwunden, Daß ich einen Heiland habe, Der mit seinem Hirtenstabe Sanft und mild und voll Vergeben Mir nichts ist als Heil und Leben. 5. O ich Armer, ich Verlorner, Ich in Sünden schon Geborner! 141 200: 1100.00 Was wollt' ich vom Troste wissen, Wäre dies mir weggerissen, Daß ich einen Heiland habe, Dessen Blut mich Sünder labe! Besser wär' es, nie geboren, Als dies teure Wort verloren! 6. Sei geſegnet, ewge Liebe, Daß du mir aus treuem Triebe, Ta das Mißtraun mich vergiftet, Solch ein Denkmal selbst gestiftet: Daß ich einen Heiland habe, Der den Gang zum Kreuz und Grabe, Ja den Schritt in Todes Rachen Gern gethan, mich los zu machen. Weil mir der in dir begegnet, 7. Heilges Brot, sei mir gesegnet, Der mit seinen Todeswunden Die Erlösung mir erfunden! Der erblaßt und tot im Grabe Daß ich einen Heiland habe, Auch für meine Schuld gelegen, Will ich schmecken und erwägen. 8. Heilger Kelch, sei mir gesegnet, Weil mir der mit dir begegnet, Dessen Blut mich lässet finden Die Vergebung aller Sünden! Daß ich einen Heiland habe, Der die arme Seele labe, Muß nicht dies mein Dürsten stillen Und mein Herz mit Wonne füllen? meines Sammers zu vergessen; 9. Er gebietet mir zu essen, Er gebietet mir zu trinken und in Freude zu versinken, Daß ich einen Heiland habe, Der sich selbst zur Opfergabe, Ja zur Nahrung und zum Leben Mir aus freier Hand gegeben. 142 Das heilige 10. Gott, was brauch' ich mehr zu wissen, Ja was will ich mehr genießen? Wer kann nun mein Heil ermessen, Werd' ich das nur nie vergessen, Daß ich einen Heiland habe! Ich bin frei von Tod und Grabe; Wenn mich SündundHölle schrecken, So wird mich mein Heiland decken. Die ie ihr Christi Jünger seid, All ihr miterlösten Brüder, Alle seinem Dienst geweiht, Alle seines Leibes Glieder, Kommt, Versöhnte, kommt, erneut Euern Bund der Seligkeit! 2. Nehmet hin und eßt sein Brot! Jesus Christus ward gegeben Für die Sünder in den Tod. Nehmt und trinkt! Ihr trinkt sein Leben. 213. Mel. Meinen Jesum lass' ich nicht. Seht, wie er die Sünder liebt, Da er selbst sich für sie giebt! 3. Die mit voller Zuversicht Deines Heils, o Herr, sich freuen, Laß sie stets in diesem Licht Wandeln, ewig dir sich weihen! Laß ihr Herz vom Stolze rein, Voll von deiner Demut sein! H Abendmahl. 11. Will hinfort mich etwas quälen, Oder wird mir etwas fehlen, Oder wird die Kraft zerrinnen, So will ich mich nur besinnen, Daß ich einen Heiland habe, Der vom Kripplein bis zum Grabe, Bis zum Thron, wo man ihn ehret, Mir, dem Sünder, zugehöret. err, du wollst uns vorbereiten Zu deines Mahles Seligfeiten, Sei mitten unter uns, o Gott! Ernst Gottlieb Woltersdorf 1725-1761. i til i Gull nism 1200 4. Tröste, die in Traurigkeit über ihre Seelen wachen; Hilf du, Herr der Herrlichkeit! Herr, sie glauben, hilf den Schwachen! Die gebeugt von ferne stehn, S Können unerhört nicht flehn. ill 5. Hoherpriester, ja du bist Dort für sie auch eingegangen. Sprich sie los, Herr Jesu Christ, Wenn sie nun dein Mahl empfangen; Laß sie fühlen, ins Gericht Kommen sie nun, Mittler, nicht! 6. Nehmet hin und eßt sein Brot! Jesus Christus ward gegeben Für die Sünder in den Tod. Nehmt und trinkt! Jhr trinkt sein Leben. Seht, wie er die Sünder liebt, Da er selbst sich für sie giebt! Friedr. Gottlieb Klopstock 1724-1803. 214. Mel. Wachet auf! ruft uns die Stimme. Heil und Leben zu empfahen, Laß uns, o Herr, dir würdig nahen Und sprich uns los von Sünd und Tod! Wir sind, o Jesu, dein, Dein laß uns ewig sein! Hosianna, Volle Das heilige Abendmahl. Mel. Der am Kreuz ist meine Liebe. Anbetung dir! Einst feiern wir Das große Abendmahl bei dir. Friedr. Gottlieb Klopstock 1724-1803. 215.De oller Ehrfurcht, doch mit Freuden Komm' ich, Herr, auf dein Gebot Und gedenke an dein Leiden Und an deinen Martertod. Mittler, der du für mich starbst, Mir ein ewig Heil erwarbst, Ach möcht' ich mich würdig nahen Und das Leben hier empfahen! 2. Laß mich vor dein Antlitz kommen, Dein Gedächtnis zu erneun, Laß mich heut mit deinen Frommen Deines Todes Zeuge sein! Herr, ich schau' nach Golgatha, Wo die Welt dich sterben sah, Sehe dich in deinem Blute: Herr, du littest mir zugute. 3. Möcht' ich, Jesu, nicht vergebens Mich zu deinem Kreuze nahn! Möcht' ich dieses Mahl des Lebens Nicht mir zum Gericht empfahn! Ach, es gründ' und stärke mich, Mittler, im Vertraun auf dich! Ach, es lenke meinen Willen, Dein Gesetz, Herr, zu erfüllen! Jefu, Heiland der verlornen Sünder, Der zur Sühnung unsrer Schulden Kreuzesschmach hat wollen dulden: Wer kann fassen das Erbarmen, eju, Freund der Menschenkinder, 143 4. Diesen Vorsatz, den ich habe, Mich nicht wieder zu entweihn, Laß ihn, Jesu, bis zum Grabe Start in meiner Seele sein! Vor der drohenden Gefahr Schütze du mich immerdar, Gieb mir, daß ich Scheu empfinde Vor der bösen Macht der Sünde! 216. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 5. Wenn ich in der Irre wandle Geh du mir, Erbarmer, nach; Zeig mir, wie ich unrecht handle; und ertrage mit Geduld, Stärke mich, denn ich bin schwach, Meine Schwachheit, meine Schuld! Sage: Du sollst Gnade finden; Ich, ich tilge deine Sünden! 6. Dir will ich es ewig danken, Daß du so barmherzig bist; Laß mich nur nicht wieder wanten, Mein Erretter Jesu Christ! Hilf mir, daß ich dir getreu, Und mein Vorsatz standhaft ſei, Jede Sünd und ihre Freuden Bis an meinen Tod zu meiden! Balthasar Münter 1735-1793. Das du trägest mit uns Armen? In der Schar erlöster Brüder Fall' ich dankend vor dir nieder. 2. Ja, auch mir strömt Heil und Segen, Herr, aus deiner Füll entgegen. 144 Das heilige Abendmahl. In dem Elend meiner Sünden Soll bei dir ich Hilfe finden; Meine Schulden willst du decken, Mich befrein von Furcht und Schrecken, Willst ein ewig selges Leben Als des Glaubens Frucht mir geben. 3. Ja, du kommst, dich mit den Deinen 6. Gieb, daß ich und alle Christen Uns auf deine Zukunft rüsten, Daß, wenn heut der Tag schon käme, keinen, Herr, dein Blick beschäme! Schaff ein neues Herz den Sündern, Mache sie zu Gottes Kindern, Die dir leben, leiden, sterben, dll. Deine Herrlichkeit zu erben! 7. Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirst du komIn spy men, 6011 Daß wir mit der Engel Chören, Herr, dich schaun und ewig ehren? Halleluja, welche Freuden Sind die Früchte deiner Leiden! Danket, danket, fromme Herzen, Ewig ihm für seine Schmerzen! Joh. Kasp. Lavater 1741-1801. 217. In dem Nachtmahl zu vereinen; Du, der Weinstock, giebst den Reben Mut und Kraft zum neuen Leben. Durch dich muß es mir gelingen, Reiche gute Frucht zu bringen Und durch Frömmigkeit zu zeigen, Daß ich gänzlich sei dein eigen. 4. Nun so sei der Bund erneuet Und mein Herz dir ganz geweihet! Auf dein Vorbild will ich sehen Und dir nach, mein Heiland, gehen. Was du hassest, will ich hassen, Stets von dir mich leiten lassen; Was du liebest, will ich lieben, Nie durch Untreu dich betrüben. 5. Doch ich kenne meine Schwäche; Mel. Wie schön feucht't uns der Morgenstern. Wir nahen uns, o Gottes Sohn, Und stärk' in uns dein Leben. The Amen, Amen! chil wisd Welche Freuden Nach dem Leiden' Warten droben, Wo wir dich ohn' Ende loben! Joh. Leonh. Walz 1749-1817. deinem Thron; Schwer ist, was ich dir verspreche. Werd' ich dir auch Glauben halten Und im Guten nie erkalten? O steh du mir bei und stärke Mich zu jedem guten Werke! Hilf, daß ich die Lust zur Sünde Durch dich kräftig überwinde! Du hast uns nun gegeben Im Nachtmahl deinen Leib, dein Blut; Dies komm' auf ewig uns zugut 218. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Du haft ein ewiges Erbarmen, Du stehst vor dem mit offnen ArHerr, und Tod bewährt; Der deine Stimme glaubend hört, men, Das heilige Abendmahl. Und ziehst ihn in der Buße Schmerz Mit sanfter Liebe an dein Herz. 2. O Jeſu, deine Stimme klinget So freundlich und so sanft auch mir. Ich höre deinen Ruf, er dringet Und treibt mein ganzes Herz zu dir. Ermutigt, Herr, durch dein Gebot Komm' ich, zu feiern deinen Tod. 3. Du hast im Drange deiner Liebe Gestiftet dieses heilge Mahl, Daß dein Gedächtnis bei uns bliebe In dieses Lebens dunkelm Thal. Du sprichst bei deinem Brot und Wein: Mein Leib und Blut soll euer sein! 4. Ich fühl', o Jesu, deine Nähe, Ich fühle deines Geistes Licht. Es tagt in mir; es ist, als sähe Ich dich, o Herr, von Angesicht, Wie du am Holz des Kreuzes starbst Und mir die Seligkeit erwarbst. ie könnt' ich sein vergessen, Der mein noch nie vergaß? Kann ich die Lieb ermessen, Dadurch mein Herz genas? Ich lag in bittern Schmerzen, Er schafft mein Leben neu, Und stets quillt aus dem Herzen Ihm neue Lieb und Treu. 2. Wie sollt' ich ihn nicht lieben, Der mir so hold sich zeigt? Wie jemals ihn betrüben, Der sich so zu mir neigt? Er, der ans Kreuz erhoben Getragen meine Schmach, Evang. Gesangbuch II. 5. Ich höre dich am Ölberg klagen, Ich höre, wie man dich verhöhnt; Ich seh' das Kreuz von dir getragen, Ich seh' mit Dornen dich gekrönt; Ich sehe dich, mir bebt das Herz, Herr, am Kreuz im höchsten Schmerz. 219. Mel. Herzlich thut mich verlangen. - 6. Was du in diesem Schmerz erduldet, Es war ein Opfer auch für mich; und alles, was mein Herz verschuldet, Ist ausgetilgt, o Herr, durch dich. Du sichertest mir durch dein Blut Vergebung und das höchste Gut. 7. Dich will ich lieben, o mein Leben; Dir will ich folgen, o mein Licht; Dir will ich ganz mein Herz ergeben, Bis hoffend es im Tode bricht; Dann halt' ich in des Himmels Saal Mit dir, o Herr, dein Abendmahl. Joh. Christ. Herm. Gittermann 1768--1834. 145 Ruft er mir nicht von oben: Komm, folge du mir nach? 3. Ihn will ich ewig lieben, Der mir aus Todesnacht, Von meinem Schmerz getrieben, Unsterblichkeit gebracht; Der noch zur letzten Stunde Mir reicht die treue Hand, Daß mich kein Feind verwunde Im Lauf zum Heimatland. 4. Er giebt zum heilgen Pfande Mir seinen Leib, sein Blut, Hebt mich aus Nacht und Schande, Füllt mich mit Himmelsmut; 10 146 Will selber in mir thronen Mit heilgem Gnadenschein: Sollt ich bei ihm nicht wohnen, In ihm nicht selig sein? Buße. 5. Bei Freuden und bei Schmerzen Durchleuchte mich dein Bild, 220. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seele. Dein Wort hast du uns, Herr, gegeben, Das aus der ewgen Weisheit quillt, Erleuchtet, heiligt unser Leben Und unsern Durst und Hunger stillt; Dein Gnadenmahl ist uns bereitet, Und uns, die armen Gäste, leitet Zu ihm das sanfte Friedenswort. laß es uns zum Heil gereichen, Daß wir von dir, von dir nicht weichen, Daß dein wir bleiben hier und dort! 2. Gott, welche Gnade, welch Erbarmen Wird uns bei deinem Mahl zuteil! Du selbst umschlingst mit Liebesarmen Uns Sünder und bringst Trost und Heil. Herr Gott, erhör mein Flehen! Wie du, o Herz der Herzen, Geblutet hast so mild! Mein Lieben und mein Hoffen, Mein Dulden weih' ich dir; Laß mir die Heimat offen Und dein Herz für und für! Gottlob Christ. Kern 1792-1835. Dein gnädig Ohr neig her zu mir, Laß, was ich bitt', geschehen! Denn so du willst das sehen an, ur Du kommst, um stets bei uns zu the bleiben, All Angst und Zagen zu vertreiben, In deiner Gnad uns zu erneun; Wir sind von unsrer Schuld gereinigt Und selig nun mit dir vereinigt, Wir dürfen uns nun deiner freun. 3. O eile, eil uns zu bekleiden mit deinem reinen Festgewand! Nun soll uns nichts von dir mehr scheiden Und nichts entreißen deiner Hand. Wir stehen auf vom Schlaf der Sünden, XVIII. Buße. 221. Nach eigener Melodie. A us tiefer Not schrei' ich zu dir, Was Sünd und Unrecht ist gethan, Wer kann, Herr, vor dir bleiben? Wir wollen deinen Tod verkünden In neuer Lieb und Seligkeit; Du hast dich selbst uns hingegeben, So sei nun unser Herz und Leben Auf ewig einzig dir geweiht! Friedr. Aug. Köthe 1781-1850. 2. Bei dir gilt nichts denn Gnad allein, Die Sünden zu vergeben; Es ist ja unser Thun nicht rein Auch in dem besten Leben. Vor dir sich niemand rühmen kann, Drum muß dich fürchten jedermann Und deiner Gnade leben. Buße. Und wieder an den Morgen, Soll doch mein Herz an Gottes Macht Verzweifeln nicht noch sorgen. So thu' das Volk von rechter Art, Das aus dem Geist geboren ward, Und harre seines Gottes. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, Auf mein Verdienst nicht bauen; Auf ihn will ich verlassen mich Und seiner Güte trauen, Die mir verheißt sein wertes Wort. Das ist mein Trost und treuer Hort, Des will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht err Jesu Christ, du höchstes Gut, 222. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Du Brunnquell aller Gnaden, Sieh doch, wie ich in meinem Mut Mit Schmerzen bin beladen Und in mir hab' der Pfeile viel, Die im Gewissen ohne Ziel Mich armen Sünder plagen! 2. Erbarm dichmein in solcher Last, Nimm sie von meinem Herzen, Dieweil du sie gebüßet hast Am Kreuz mit Todesschmerzen, Auf daß ich nicht vor großem Weh In meinen Sünden untergeh' Und ewiglich verzage! 3. Fürwahr, kommt alles mir zu Sinn, Was ich jemals begangen, So fällt mir aller Mut dahin, Ich bin mit Furcht umfangen; Ja, ich weiß weder aus noch ein Und müßte ganz verloren ſein, Wenn ich dein Wort nicht hätte. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, Bei Gott ist viel mehr Gnade; Wie groß auch sei der Schade. Sein' Hand zu helfen hat kein Ziel, Er ist allein der gute Hirt, Er, der sein Volk erlösen wird Von seinen Sünden allen. Martin Luther 1483-1546. 147 4. Jedoch dein heilsam Wort das macht Mit seinem süßen Klingen, Daß mir das Herze wieder lacht Und froh beginnt zu singen, Weil Gnade uns dein Wort verheißt Für die, die mit zerknirschtem Geiſt Zu dir, o Jesu, kommen. 5. So komm' ich jetzt zu dir allhie In meiner Not geschritten Und will dich mit gebeugtem Knie Von ganzem Herzen bitten: Verzeihe mir doch gnädiglich, Was ich mein Lebtag wider dich Auf Erden hab' gesündigt! 6. Vergieb mir doch, o Herr mein Gott, Um deines Namens willen! Du wollst in mir die große Not Der Übertretung stillen, Daß sich mein Herz zufrieden geb' Und dir hinfort zu Ehren leb' Mit kindlichem Gehorsam. 10* 148 7. Stärk mich mit deinem Freudengeiſt, Heil mich durch deine Wunden, Daß dich mein Herz noch dankbar preiſt Ach ch Gott und Herr, Wie groß und schwer Sind meine vielen Sünden! Niemand ist hier Als Helfer mir In dieser Welt zu finden. Buße. 2. Lief' ich gleich weit Zu solcher Zeit Bis an des Erdreichs Enden, Um los zu sein Des Elends mein, Würd' ich es doch nicht wenden. 223. Nach eigener Melodie. 3. Zu dir flieh' ich; Erbarme dich, Ob ich's wohl nicht verdienet! Ach geh doch nicht, Gott, ins Gericht, Dein Sohn hat mich verjühnet! Je In meiner letzten Stunden, Und führ mich einst, wann dir's ge fällt, Im rechten Glauben aus der Welt Zu deinen Auserwählten! Barth. Ringwaldt 1530-1598. Resu, der du meine Seele Dir erwarbst durch deinen Tod, Der du starbst, daß mir nicht fehle Trost in meiner Sündennot, Der du mich der Angst entrissen Und mein Heil mich lassen wissen Durch dein teuerwertes Wort: Sei und bleibe du mein Hort! 2. Du mit herzlichem Verlangen 4. Soll's ja so sein, Daß Straf und Pein Auf Sünde folgen müssen, So fahr hier fort, Nur schone dort, Laß mich nicht ewig büßen! 5. Hab, Herr, Geduld, Vergiß der Schuld, Schaff ein gehorsam Herze, Daß ich mein Heil, Mein bestes Teil, Durch Murren nicht verscherze! 6. Verfahr mit mir, Wie's dünket dir, Ich will es gerne leiden; Nur wollst du mich Nicht ewiglichid Von deiner Liebe scheiden! OK 224. Mel. Alle Menschen müssen sterben. Mart. Rutilius 1550-1618. Suchtest die verlorne Herd, Als sie kläglich irrgegangen, Sich dem Abgrund zugekehrt; Du, des Satans Überwinder, Rufft die tiefbetrübten Sünder So zur Buße für und für, Daß ich kommen muß zu dir. 3. Ach, ich bin ein Kind der Sünde; Ach, ich irre weit und breit; Buße. Du erkennest meine Pein; Nichts ist tröstlich meinem Herzen Als dein herber Tod allein. Dies mein Herz, von Leid bedrücket, Aber durch dein Blut erquicket, Das am Kreuz vergossen ist, Geb' ich dir, Herr Jesu Christ! Was ich leider an mir finde, Ist nur Ungerechtigkeit. Daß ich oft dein Wort verachtet, Oft nach Bösem hab' getrachtet, Deinen Willen nicht gethan, Klagt mich mein Gewissen an. 4. Jesu, du hast weggenommen Meine Schulden durch dein Blut; Laß es, o Erlöser, kommen Meiner Seele nun zugut! Du, gemartert und zerschlagen, haft die Sünd am Kreuz getragen; Sprich mich, o mein Heiland, frei, Taß ich ganz dein eigen sei! 5. Du ergründest meine Schmerzen, 225. Mel. Aus tiefer Not schrei' ich zu dir. Vater der Barmherzigkeit, Ich falle dir zu Fuße; Verstoß den nicht, der zu dir schreit In wahrer Reu und Buße! Was ich begangen wider dich, Verzeih mir alles gnädiglich Durch deine große Güte! 2. Durch deiner Allmacht Wunderthat Nimm von mir, was mich quälet, Durch deine Weisheit schaffe Rat, Wo es an Rat mir fehlet; Gieb Willen mir und Kraft und Stärk, Daß ich mit dir all meine Werk' Anfange und vollende! 3. Jesu, laß dein teures Blut, Dein Leiden und dein Sterben Mir kommen kräftiglich zugut, Daß ich nicht muß verderben! Bitt du den Vater, daß er mir 149 6. Herr, ich glaube, hilf mir Schwachen, Laß mich ja verzagen nicht! Du, du kannst mich stärker machen, Wenn mich Sünd und Tod ansicht. Deiner Güte will ich trauen, Bis ich fröhlich werde schauen Dich, Herr Jesu, nach dem Streit In der selgen Ewigkeit. Joh. Rist 1607-1667. Nicht möge lohnen nach Gebühr, Wie ich es hab' verschuldet! 4. O heilger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, Wenn mich der Sünden Lust ansicht, Laß mich von dir nicht wanken! Verleih, daß nun und nimmermehr Begier nach Wollust, Geld und Ehr In meinem Herzen herrſche! 5. Und wenn mein Stündlein kommen ist, So hilf mir treulich kämpfen, Daß ich des bösen Feindes List Durch Christi Sieg mög' dämpfen, Auf daß mir Krankheit, Angst und Not Und dann der letzte Feind, der Tod, Nur sei die Thür zum Leben! David Denicke 1603-1680, 150 Buße. 226. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Jah ch armer Mensch, ich armer Sünder Steh' hier vor Gottes Angesicht; AchGott, mein Gott, verfahr gelinder Und geh nicht mit mir ins Gericht! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 2. Wie ist mir doch so angst und bange, Herr, wegen meiner großen Sünd! Hilf, daß ich wieder Gnad erlange, Ich armes und verlornes Kind! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 3. Ach höre doch mein seufzend Schreien, Du allertreustes Vaterherz! Wollst alle Sünden mir verzeihen Und lindern meiner Seele Schmerz! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! Wir liegen hier zu deinen Füßen, Ach Herr von großer Güt und Treu, Und fühlen leider im Gewissen, Wie sehr dein Zorn entbrennet ſei. Das Maß der Sünden Ach weh uns, wenn du strafen willt! 4. Nicht, wie ich hab' verschuldet, Lohne, Und handle nicht nach meiner Sünd! O treuer Bater, schone, schone, Erkenn mich wieder für dein Kind! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 5. Sprich nur ein Wort, so werd' ich leben; 2. Doch Vater, denk an deinen Namen, Gedenk an deinen lieben Sohn! Dein Wort heißt immer Ja und Amen, Sprich, daß ich armer Sünder hör': Nur fündige hinfort nicht mehr! Ich habe dir die Sünd vergeben, Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 6. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret, 227. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Gott höret und erbarmt sich mein; Weil sich der Trost im Herzen mehret, Drum stell' ich nun das Klagen ein: Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! Christoph Tietze( Titius) 1641-1703. Und die Verheißung zeugt davon, Du willst der Sünder Tod ja nicht; Ach geh nicht mit uns ins Gericht! 3. Wir liegen hier vor dir im Staube Und unser Herz ist ganz zerknirscht; Es tröstet uns allein der Glaube, Daß du dich noch erbarmen wirst. Ach ja, du hast ein Vaterherz; So siehe doch auf unsern Schmerz! 4. Das teure Blut von deinem Sohne Ruft für uns um Barmherzigkeit. Schau doch von deinem Gnadenthrone Und denke noch der alten Zeit, Da du auch Gnade haft erzeigt, Dein Herz dem Sünder zugeneigt! 5. Ach laß die wohlverdiente Strafe Buße. 151 Gieb Sonnenschein zur rechten Zeit, Laß Lieb und Treu sich stetig küssen Und fördre die Gerechtigkeit, Krön unser Feld mit deinem Gut, Nimm Kirch und Haus in deine Hut! Nicht über unsre Häupter gehn, Daß wir nicht als verlorne Schafe Von deiner Hut verlassen stehn! Ach sammle uns in deinen Schoß Und mach uns aller Plagen los! 6. Gieb Fried' im Land und im Gewissen, Herr, der du in der Höhe wohnest, Ich liege tief gebeugt vor dir; Herr, der du richtest und belohnest, Wie schwer liegt meine Schuld auf mir! 228. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Wie hoch und ernst ist dein Gebot, Wie tief der Abgrund meiner Not! 2. Aus meiner Not, aus meiner Tiefe 7. So wollen wir dir Opfer bringen, Dein eigen sein mit Leib und Seel; Lob gen Himmel dringen, Ruf ich zu dir, zu dir allein. Wenn ich zu einem andern riefe, Es würde doch vergeblich sein. Mein Flehen steigt zu dir empor; Herr, öffne mir dein gnädig Ohr! 3. Herr, willst du ins Gerichte is du gehen, Der du unendlich heilig bist, Herr, wer wird dann vor dir bestehen, Wenn er auch sonst unsträflich ist? Dein Auge, das nicht fehlen kann, Trifft überall noch Fehler an. on Und dein erlöstes Israel Stimm' in die Lieder Zions ein: Der Herr soll mein Gott ewig sein! Benj. Schmolck 1672-1737. 4. Und ach, mir wird die Welt op zu enge, Wenn des Gesetzes Donner schlägt Und bei der Übertretung Menge Sich ängstlich mein Gewissen regt, Das dich als einen Richter scheut, Der Rechnung heischt und Strafe dräut. 5. In deiner Hand steht Tod und Leben, Du bist es, den man fürchten muß; Doch Herr, du kannst und willst vergeben Aus deiner Gnade Überfluß. Dein Wort, das Wort des Lebens, spricht, Du willst den Tod des Sünders nicht. 6. Es heißt mich auf das Opfer schauen, Das, Herr, vor deinem Throne gilt; Es heißt mich auf den Felsen bauen, Aus dem der Strom derGnade quillt, 152 Die alles tilget, was mich quält, Die alles schenket, was mir fehlt. 7. Dein guter Geist will mich erfreuen Buße. Auf dich, meinHüter, du wirst wachen, Mein Heil, du kommst und hilfst gewiß. Und sich mein Herz zum Tempel weihn; Ich soll den Richter nicht mehr scheuen, Aus Gnaden frei und selig sein. O Wort, das durch die Seele dringt Und Licht in finstre Tiefen bringt! 8. Ich hoff' auf dich, du Kraft der Schwachen, Auf dich, du Licht in Finsternis, Höchſter, denk' ich an die Güte, Die du mir bisher erzeigt, O so wird mein ganz Gemüte Zu der tiefsten Scham gebeugt, Daß ich dich gering geschätzt, Dein Gebot hintangesetzt Und dich, der du mich geliebet, Doch so oft und schwer betrübet. 2. Alle meine Seelenkräfte, Meine Glieder sind ja dein, Und sie sollten zum Geschäfte Deines Dienstes fertig sein. O wie hab' ich sie entweiht! Ach, zur Ungerechtigkeit Und zum schnöden Dienst der Sünden Sei angstvoll meine Trauernacht, Von dir wird Hilf und Trost gebracht. 229. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Owie hab' ich so vermessen Deines Wohlthuns Zweck vergessen! Ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen Über mir, o Vater, neu; Von wie manchen schweren Sorgen Machte sie das Herz mir frei! Was mir nützte, gabst du mir; Aber ach, wie dankt' ich dir? 9. O Vater, nimm für dein Erbarmen, Lamm, für dein Versöhnungsblut, Geist, du Trost der geistlich Ärmen, Für deiner Gaben reiches Gut Von Herz und Lippen Dank und Ruhm, Und mich zu deinem Eigentum! Paul Gottlieb Werlhof 1699-1767. 4. Bei dem hellen Licht der Gnaden Sollt' ich ja die Sünde fliehn Und von meinem Seelenschaden Frei zu werden mich bemühn. Deine Güte lockte mich Oft zur Buße; aber ich Floh vor ihrem sanften Locken, Suchte selbst mich zu verstocken. 5. Ach, an dir hab' ich gesündigt, Gott mein Vater, ohne Scheu; Dir hab' ich oft aufgekündigt Meine schuldge Kindestreu. Ach vergieb, was ich gethan, Nimm mich doch erbarmend an, Führe mich vom Sündenpfade Schnell zurück durch deine Gnade! 6. Dir ergeb' ich mich aufs neue; Gieb, daß mein gebeugter Geist Deiner Vaterhuld sich freue, Die dein tröstend Wort verheißt! Was dein Sohn auch mir erwarb, Da er für die Sünder starb, Fried' und Freude im Gewissen, Ach das laß auch mich genießen! 7. Stärke selbst in meiner Seele Den Entschluß, mich dir zu weihn! Buße. 230. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. err, an dir hab' ich gesündigt, Und vor deinem Angesicht Fühl' ich, daß dein Wort verkündigt Ein vergeltendes Gericht; Und was kann vor deinen Schrecken, Richter aller Welt, mich decken? 2. Kann ich deinem Arm entfliehen? Du bist allenthalben nah. Führ' ich, dir mich zu entziehen, Himmelan, so bist du da. Stürzt' ich in die Tiefe nieder, Deine Rechte hält mich wieder. 3. Herr, ich flieh' in deine Hände, Außer dir ist keine Ruh. Dein Erbarmen hat kein Ende; Wer ist gnädiger als du? Du bist Gott und kannst vergeben; Ach vergieb und laß mich leben! 4. Groß sind meine Sündenschulden, Ihre Last ist mir zu schwer. Ja wenn, länger mich zu dulden, Re Dehre wieder, kehre wieder, Der du dich verloren hast, Sinke reuig bittend nieder Vor dem Herrn mit deiner Last! Wie du bist, so darfst du kommen Gieb, daß keine Kraft mir fehle, Folgsam deinem Wort zu sein! Stehe mir stets mächtig bei, Daß mein Herz dir heilig sei; Dich zu lieben, dir zu leben, Sei mein herzliches Bestreben! Joh. Sam. Dittrich 1721-1797. 153 Deine Langmut müde wär', Müßt' ich, würdest du nur winken, In des Todes Nacht versinken. Reichet Reue noch nicht zu; 5. Mich für straflos zu erklären, Und zerflöss' mein Herz in Zähren, Fänd' ich darum doch nicht Ruh. Können eines Sünders Thränen Dich, o Heiliger, versöhnen? 6. Herr, mein Heiland, dein Erbarmen, Dein für mich vergoßnes Blut Und dein Tod erlöst mich Armen, Heilet mich und giebt mir Mut. Dein Verdienst ist's, was mich decket, Wenn mich dein Gerichtstag schrecket. 231. Nach eigener Melodie. 7. Rette mich vor meinenSünden, Schaff ein reines Herz in mir, Laß bei dir mich Ruhe finden, Zieh mich immer mehr zu dir! Dankbar will ich mich bestreben, Mein Erlöser, dir zu leben! Christoph Friedr. Neander 1724-1802. Und wirst gnädig aufgenommen. Sieh, der Herr kommt dir entgegen, Und sein heilges Wort verspricht Dir Vergebung, Heil und Segen; Kehre wieder, zaudre nicht! 154 2. Kehre aus der Welt Zerstreuung In die Einsamkeit zurück, Wo in geistiger Erneuung Deiner harrt ein neues Glück, Wo sich bald die Stürme legen, Die das Herz so wild bewegen, Wo des heilgen Geistes Mahnen Du mit stillem Beben hörst Und von neuem zu den Fahnen Jesu Christi heilig schwörst! 3. Kehre wieder, irre Seele! Deines Gottes treues Herz Beut Vergebung deinem Fehle, Balsam für den Sündenschmerz. Sieh auf den, der voll Erbarmen Dir mit ausgestreckten Armen Winket von dem Kreuzesstamme! Kehre wieder, fürchte nicht, Daß der Gnädge dich verdamme, Dem sein Herz vor Liebe bricht! Buße. Schmerzen, Staub und Asch ist unsre Zier. Hab Erbarmen Mit uns Armen! Aus der Tiefe rufen wir. 2. Wir verzagen, Denn wir tragen 232. Mer. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig. ott der Gnaden, Schwer beladen Neigt sich unser Haupt vor dir. Unsre Herzen Sind voll G Auf uns aller Sünden Last, Aller Qualen Volle Schalen, Die du ausgegossen hast. Hab Erbarmen Mit uns Armen! Angst und Not hat uns erfaßt. 4. Kehre wieder, neues Leben Trint in seiner Liebeshuld! Bei dem Herrn ist viel Vergeben, Große Langmut und Geduld; Faß ein Herz zu seinem Herzen! Er hat Trost für alle Schmerzen, Er fann alle Wunden heilen, Macht von allem Aussatz rein; Darum kehre ohne Weilen Zu ihm um und bei ihm ein! 3. Wenn du richtest, Wenn du i bude sichteſt, 5. Kehre wieder, endlich fehre In der Liebe Heimat ein, In die Fülle aus der Leere, In das Wesen aus dem Schein, Aus der Lüge in die Wahrheit, Aus dem Dunkel in die Klarheit, Aus dem Tode in das Leben, Aus der Welt ins Himmelreich! Doch was Gott dir heut will geben, Nimm auch heute- fehre gleich! Karl Joh. Phil. Spitta 1801-1859. Geht das Zittern vor dir her; Wenn unsdecken Deine Schrecken, Dann ist keine Rettung mehr. Hab Erbarmen Mit uns Armen! Deine Hand ist uns zu schwer. 4. Herbe Strafe Trifft die Schafe, Deren Ohr nicht Folge gab; Vor dem Schwerte Bebt die Herde, Die nicht hielt dem Hirtenstab. Hab Erbarmen Mit uns Armen, Führ uns nicht zum Tod hinab! 5. Wir bekennen, Herr, wir nennen Laut vor dir die Miſsethat; Es ist keiner Hier ein Reiner, Jeder erntet böse Saat. Gnade und Erlösung; Glaube und Rechtfertigung. Hab Erbarmen Mit uns Armen; Unser Trost und Zuflucht sei! Sieh auf ihn, der für uns bat! 6. Hör uns rufen An den Stufen Deines hohen Gnadenthrons; Tilg in Hulden Unsere Schulden In dem Blut des Menschensohns! Hab Erbarmen Mit uns Armen; Sprich uns los des Sündenlohns! 7. Herr, verzeihe! Jesu, leihe Uns dein priesterlich Gebet! Gott, verschone, Wenn vom Sohne Das Erbarmen zu dir fleht! Hab Erbarmen Mit uns Armen, Wenn der Mittler vor dir steht! 8. Jesu, rette, Brich die Kette Unsrer Finsternis entzwei, Daß der Glaube Tief im Staube Hab Erbarmen Mit uns Armen, Jesu, mach uns wieder frei! 9. Du mußt siegen, Wir erliegen, 2. Gerecht vor Gott sind die allein, Die dieses Glaubens leben; Dann wird des Glaubens heller Schein, Durch Werke kund sich geben. 155 Du bist frei, wir sind in Haft; Du alleine Bist der Reine, Wir sind schwach, dein ist die Kraft. Hab Erbarmen Mit uns Armen, Denk an deine Pilgrimschaft! 10. Wenn du Frieden Uns beschieden, Dein Versöhnen Wird uns frönen Fürchten wir die Strafe nicht; Mit Gerechtigkeit und Licht. Dein Erbarmen Hilft den Armen, XIX. Gnade und Erlösung; Glaube und Rechtfertigung. Du bist unsre Zuversicht! Christ. Rud. Heinr. Puchta 1808-1858. 233. Nach eigener Melodie. Es ist das Heil uns kommen her Der Glaub ist wohl mit Gott daran, Und aus der Nächstenlieb sieht man, Daß du aus Gott geboren. Voll Gnad und lauter Güte; Die Werke helfen nimmermehr, Sie mögen nicht behüten. Der Glaub sieht Jesum Christum an, Der hat genug für uns gethan, Er ist der Mittler worden. 3. Die Hoffnung harrt der rechten Zeit. Was Gottes Wort zusaget, Das wird geschehen uns zur Freud, Wenn Gott es auch vertaget. Er weiß wohl, wann's am besten ist, Und braucht an uns kein' arge List; Des sollen wir ihm trauen. 4. Sei Lob und Ehr mit hohem Preis 156 Gnade und Erlösung. Um dieser Wohlthat willen minG'scheh' wie im Himmelsthrone; Gott Vater, Sohn und heilgem do Das täglich Brot auch heut uns Geist; werd'; Der woll' mit Gnad erfüllen, Was er in uns begonnen hat Zu Ehren seiner Macht und Gnad, Daß heilig werd' sein Name. Gott, unsrer Schuld verschone, Wie wir den Schuldnern thun nach Pflicht, Auch führ uns in Versuchung nicht; Lös uns vom Übel! Amen. Paul Speratus 1484-1551. 5. Dein Reich, Herr, komm', dein Will auf Erd 234. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Ein ander Sucht ihn all Stund Von Herzensgrund, Sucht ihn allein, Denn wohl wird sein Dem, der ihn herzlich ehret! 4. Mein's Herzens Kron, Mein' Freudensonn Sollst du, Herr Jesu, bleiben. Laß mich doch nicht von deinem Licht uch', wer da will, Ziel, Die Seligkeit zu finden: Mein Herz allein Bedacht soll ſein, Auf Christum sich zu Sein Wort ist wahr, gründen. Sein Werk ist klar, Sein heilger Mund All Feind' zu überwinden. Hat Kraft und Grund, 2. Such', wer da will, Nothelfer viel, Die uns doch nichts erworben: Hier ist der Mann, Der helfen kann, Bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil Durch ihn zuteil, Der treue Uns macht gerecht Knecht, Der für uns ist gestorben. Durch Eitelkeit vertreiben; Bleib du mein Preis, Bleib du mein Ehr, An dich stets fest zu glauben! 5. Wend von mir nicht Dein Angesicht, Dein Wort mich speis'; Dein Wort mich lehr' Laß mich im Kreuz nicht zagen, Weich nicht von mir, Mein' höchste Zier, 40 Hilf mir mein Leiden tragen! Hilf mir zur Freud 3. Ach sucht doch den, Laßt alles stehn, Hilf, daß ich mag Die ihr das Heil begehret; Er ist der Herr, und keiner mehr, Dir ewig dort Lob sagen! Der euch das Heil gewähret. Nach diesem Leid, Nach dieser Klagom Georg Weissel 1590-1635. Glaube und Rechtfertigung. 235. Mel. Valet will ich dir geben. Giebt und Dem, was er in mir schafft, Hilft mir das Abba schreien Aus aller meiner Kraft. Jit ft Gott für mich, so trete Gleich alles wider mich. So oft ich ruf und bete, Weicht alles hinter sich. Hab' ich das Haupt zum Freunde Und bin geliebt bei Gott, Was kann mir thun der Feinde Und Widersacher Rott? 2. Nun weiß und glaub' ich feste, Ich rühm's auch ohne Scheu, Daß Gott, der Höchst' und Beste, Mein Freund und Vater sei, Und daß in allen Fällen Er mir zur Rechten steh' Und dämpfe Sturm und Wellen Und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, worauf ich gründe, Ist Christus und sein Blut; Das machet, daß ich finde Das ewig wahre Gut. An mir und meinem Leben Ist nichts auf dieser Erd; Was Christus mir gegeben, Das ist der Liebe wert. 4. Nichts, nichts kann mich verdammen, Ich fürchte kein Gericht, Die Höll und ihre Flammen Beängstigen mich nicht. Rein Urteil mich erschrecket, Kein Unheil mich betrübt, Da mich mein Heiland decket, Der ewig treu mich liebt. 5. Sein Geist wohnt mir im Herzen, Regieret meinen Sinn, Vertreibet Sorg und Schmerzen, Nimmt allen Kummer hin, 157 6. SeinGeist spricht meinem Geiste Manch süßes Trostwort zu, Wie Gott dem Hilfe leiste, Der bei ihm suchet Ruh, Und wie er hab' erbauet Die neue Friedensstadt, Da Aug und Herze schauet, Was es geglaubet hat. 7. Da ist mein Teil und Erbe Mir prächtig zugericht't; Wenn ich gleich fall' und sterbe, Durchseufz' ich auch hienieden Fällt doch mein Himmel nicht. Mit Thränen manche Zeit, Mein Jesus schenkt mir Frieden, Versüßet alles Leid. 8. Kein Engel, feine Freuden, Nicht Thron noch Herrlichkeit, Kein Lieben und kein Leiden, Nicht Angst, nicht Herzeleid, Noch was man sonst kann nennen, Es sei klein oder groß, Nichts soll von dir mich trennen Aus deinem Arm und Schoß. 9. Mein Herze geht in Sprüngen Und kann nicht traurig sein, Ist voller Freud und Singen, Sieht lauter Sonnenschein: Die Sonne, die mir lachet, Ist mein Herr Jesus Christ; Das, was mich singen machet, Ist, was im Himmel ist. Paul Gerhardt 1607-1676. 158 Gnade und Erlösung. 236. Nach eigener Melodie. Muhe ist das beſte Gut, Das man haben kann; Stille und ein guter Mut Steiget himmelan; Die suche du! Hier und dort ist keine Ruh Als bei Gott, ihm eile zu: Gott ist die Ruh! 2. Ruhe suchet jedes Ding, Allermeist ein Christ; Du, mein Herz, nach Ruhe ring, Wo du immer bist, O suche Ruh! In dir selber wohnt sie nicht; Such in Gott, was dir gebricht: Gott ist die Ruh! 3. Ruhe giebt dir nicht die Welt, Ihre Freud und Pracht; Ruhe giebt nicht Gut und Geld, Lust, Ehr, Gunst und macht; Keins reichet zu. Wenn du recht bekümmert biſt, Suchst du das, was droben ist: Gott ist die Ruh. 4. Ruhe geben kann allein Jesus, Gottes Sohn, Der uns alle ladet ein Vor des Himmels Thron Zur wahren Ruh. Wer den Ruf vernommen hat, Dringe ein zur Gottesstadt: Gott ist die Ruh. 5. Ruhe beut er allen an, Die beladen sind; Arm' und Reiche kommt heran, Mann und Weib und Kind, Ihr findet Ruh! Traget ihr des Leides viel, Gott setzt allem Leid ein Ziel: Gott ist die Ruh. bojtout dail 6. Ruhe kommt aus Glauben her, Der nur Jesum hält; des d Jeſus machet leicht, was schwer, Richtet auf, was fällt; Sein Geist bringt Ruh. Gieb im Glauben Herz und Sinn Seinem Geist zu eigen hin: dul Gott ist die Ruh! Christi sanftes Joch; mo t 7. Ruhe hat, wer willig trägt Alle Last, die er auflegt, Sit ja lieblich doch Und schaffet Ruh. Folge deinem Heiland gern, Dann ist nie dein Friede fern: Gott ist die Ruh! 8. Ach du Gott der wahren Ruh, Gieb auch Ruhe mir; Was ich denke, red' und thu', Streb' nach Ruh in dir; Gieb Ruh dem Geist! Schließt sich dann mein Auge zu, So führ Leib und Seel zur Ruh: Gott ist die Ruh! Joh. Kaspar Schade 1666-1698. 237. Nach eigener Melodie. Wie wohl ist mir, o Freund der Ich steige aus der SchwermutsWenn ich in deiner Liebe ruh'! 10 Und eile deinen Armen zu. Glaube und Rechtfertigung. Da muß die Nacht des Trauerns scheiden, Wenn mit so angenehmen Freuden Die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden; Wer wollte nicht vergnüget werden, Der in dir suchet Ruh und Lust? 2. Die Welt mag meine Feindin bud heißen, Es sei also, ich trau' ihr nicht, Wenn sie mir gleich will Lieb erweisen Bei einem freundlichen Gesicht. In dir vergnügt sich meine Seele, Du bist mein Freund, den ich erwähle, Du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht. Der Haß der Welt kann mich nicht fällen, Weil in den stärksten Unglückswellen Mir deine Treu den Anker reicht. 3. Will mich die Last der Sünden drücken, Fällt auf mich des Gesetzes Weh, Seh' ich heran die Strafe rücken, So steig' ich gläubig in die Höh Und flieh' in deine heilgen Wunden; Da hab' ich schon den Ort gefunden, Wo mich kein Fluch mehr treffen kann. Tritt alles wider mich zusammen: Du bist mein Heil! Wer will vernmen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Führst du durch Wüsten meine Reise, Meicht ihr Berge, fallt ihr Hügel, Brecht ihr Felsen alle ein! Gottes Gnade hat dies Siegel, Ich folg' und lehne mich auf dich, Dugiebst mir aus den Wolken Speise Und labest aus dem Felsen mich Ich traue deinen Wunderwegen, Sie enden sich in Lieb und Segen; Genug, wenn ich dich bei mir hab'. Ich weiß, wen du willst herrlich zieren Und über Sonn und Sterne führen, Den führest du zuvor hinab. 159 5. Der Tod mag andern düster scheinen, Mir nicht, weil Seele, Herz und Mut In dir, der du verlässest keinen, allerliebstes Leben, ruht. Wen macht des Weges End erzittern, Wenn aus Gefahr und Ungewittern Er eingeht in die Sicherheit? Mein Licht, so will ich auch mit Freuden Aus dieser finstern Wildnis scheiden Zur Ruhe deiner Ewigkeit. 238. Mel. Gott des Himmels und der Erden. 6. Wie ist mir doch, o Freund der Seelen, di So wohl, wenn ich mich lehn' auf dich! Mich kann Welt, Not und Tod nicht quälen, Weil du, mein Gott, vergnügest mich. Laß solche Ruh in dem Gemüte Nach deiner unumschränkten Güte Des Himmels süßen Vorschmack sein! Weg Welt mit allen Schmeicheleien! Nichts kann als Jesus mich erfreuen; Oreicher Trost: Mein Freund ist mein! Wolfg. Christoph Deßler 1660-1722. Sie will unverändert sein. Laß die Welt in Trümmer gehn, Gottes Gnade wird bestehn. € 160 Gnade und Erlösung. 2. Gott hat mir ein Wort versprochen, Gott hat einen Bund gemacht, Der wird nimmermehr gebrochen, Bis er alles hat vollbracht. Er, die Wahrheit, trüget nicht; Es geschieht, was er verspricht. 3. Seine Gnade soll nicht weichen, Wenn gleich alles bricht und fällt; Sie wird ihren Zweck erreichen, Der mein Herz zufrieden stellt. Gott ist fromm und gut und treu, Sei die Welt voll Heuchelei. 4. Will die Welt den Frieden brechen, Hat sie lauter Krieg im Sinn, Gott hält immer sein Versprechen: So fällt aller Zweifel hin, Als wär' er nicht immerdar, Was er ist und was er war. 5. Mag sein Antlitz sich verstellen, Ist sein Herz doch treu gesinnt Und bezeugt in allen Fällen, Saget doch dies Trostwort allen, Welche von der rechten Bahn Auf verkehrten Weg verfallen! Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. Daß ich sein geliebtes Kind, Dem er beide Hände reicht, Wenn auch Grund und Boden weicht. 2. Keiner Gnade sind wir wert, Doch hat er in seinem Worte Treulich sich dazu erklärt. Sehet nur, die Gnadenpforte Ist hier völlig aufgethan: Jesus nimmt die Sünder an. 6. Er will Frieden mit mir halten, Wenn die Welt sich auch empört. Ihre Liebe mag erkalten, Achtet doch mein Gott mich wert; Und wenn Sturm und Donner brüllt, Bleibt er mir doch Sonn und Schild. 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer, So hat er sich selbst genannt. Das ist Trost, so werd' ich Armer Immer als sein Kind erkannt. Sein Erbarmen läßt nicht zu, Daß er mir was Leides thu'. 239. Mel. Meinen Jesum lass' ich nicht. 8. Nun so soll meinganz Vertrauen Ewig fest auf ihm beruhn. Auf ihn will ich Felsen bauen; Was er sagt, das wird er thun. Erd und Himmel kann vergehn, Doch sein Bund bleibt ewig stehn. Benj. Schmold 1672-1737. Suchet es ein treuer Hirte; Jesus, der uns nie vergißt, Suchet treulich das Verirrte, Daß es nicht verderben kann: Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommet alle, kommet her, Kommet, ihr betrübten Sünder! Jesus rufet euch und er Macht aus Sündern Gottes Kinder. Glaubt es doch und denkt daran: Jesus nimmt die Sünder an! 5. Jch Betrübter komme hier Und bekenne meine Sünden; 3. Wenn ein Schaf verloren ist, Laß, mein Heiland, mich bei dir Glaube und Rechtfertigung. Gnade und Vergebung finden, Daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an! 6. Ich bin nun getrosten Muts; Wenn der Sünde Last mich drücket, Werd' ich doch kraft deines Bluts Mit dem reichen Trost erquicket, Jah Ich habe nun den Grund gefunden, Der meinen Anker ewig hält; Wo anders als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt, Der Grund, der unbeweglich steht, Wenn Erd und Himmel untergeht. 240. Mel. Mein Herz, ermuntre dich zum Preise. 2. Es ist das ewige Erbarmen, Das alles Denken übersteigt, Da Gott mit offnen Liebesarmen Sich zu uns armen Sündern neigt, Dem stets das Herz vor Mitleid bricht, Wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden, Gott will, uns soll geholfen sein; Deswegen kam der Sohn auf Erden Und nahm hernach den Himmel ein; Deswegen flopft er für und für So stark an unsers Herzens Thür. 4. O Abgrund, welcher alle Sünden Durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunden recht verbinden, Frang. Gesangbuch II. Daß ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Jesus nimmt die Sünder an. Mich auch hat er angenommen, Mir den Himmel aufgethan, Daß ich selig zu ihm kommen Und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an. Erdmann Neumeister 1671-1756. Da findet kein Verdammen statt, Weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit, Barmherzigkeit! 161 5. Darein will ich mich gläubig fenten, Tem will ich mich getrost vertraun Und, wenn mich meine Sünden kränken, Nur gleich nach Gottes Herzen schaun: Da findet sich zu aller Zeit Unendliche Barmherzigkeit. 6. Wird alles andre mir jarp sands entrissen, Was Seel und Leib erquicken kann, Darf ich von keinem Troste wissen, Und nimmt kein Mensch sich meiner an, Ist die Errettung noch so weit: Mir bleibet die Barmherzigkeit. 7. Beginnt das Irdische zu drücken, Ja häuft sich Kummer und Verdruß, Daß ich mich noch in vielen Stücken Mit eiteln Dingen mühen muß, Worüber sich mein Geist zerstreut, So hoff' ich auf Barmherzigkeit. Univ.- Bibl. Giessen 11 Gnade und Erlösung. 162 8. Muß ich an meinen besten Werken, Die ich zu thun beslissen bin, Viel Unvollkommenheit bemerken, So fällt wohl alles Rühmen hin; Doch ist auch hier der Trost bereit: Ich hoffe auf Barmherzigkeit. 9. Es gehe mir nach dessen Willen, Bei dem so viel Erbarmen ist; Er wolle selbst das Herz mir stillen, 2. Ich bin zu meinem Heiland kommen Und eil' ihm immer besser zu; Ich bin auch von ihm aufgenommen Und find' an seinem Herzen Ruh. Er ist mein Kleinod und mein Teil, Und außer ihm weiß ich kein Heil. 3. Jch bleib' in Christo nun erfunden Und bin in ihm gerecht und rein; Ich traue fest auf seine Wunden, Da kann ich immer sicher sein; Gott sieht auch mich in Christo an, Daher mich nichts verdammen kann. Damit es das nur nicht vergißt: Dann steht es fest in Lieb und Leid Gegründet auf Barmherzigkeit. 4. Ich fühle noch in mir die Sünde, 10. Bei diesem Grunde will ich bleiben, 241. Mel. Mein Herz, ermuntre dich zum Preise. ch weiß von keinem andern Grunde, Als den der Glaub in Christo hat; Ich weiß von keinem andern Bunde, Von keinem andern Weg und Rat, Als daß man elend, arm und bloß Sich legt in Christi Arm und Schoß. So lange mich die Erde trägt; Das will ich denken, thun und treiben, So lange sich ein Glied bewegt. Dann sing' ich einstens hoch erfreut: O Abgrund der Barmherzigkeit! Joh. Andr. Rothe 1688-1758. Doch schaden kann sie mir nicht mehr, Weil ich in Christo mich befinde; Wohl aber beuget sie mich sehr. Ich halte nichts gering und klein, Sonst dringt ein sichres Wesen ein. 5. Ich kämpfe gegen mein Verderben Im Glauben und in Christi Kraft; Der alte Mensch muß täglich sterben, Der mir noch immer Unruh schafft. Dies aber macht mich arm und klein Und lehrt mich stets nach Hilfe schrein. 6. O Jesu, laß mich in dir bleiben, O Jesu, bleibe du in mir; Laß deinen guten Geist mich treiben, Laß mich nur fromm und wachſam Daß ich im Glauben folge dir! ſein, So reißet nichts den Grund mir ein! Karl Heinr. v. Bogatty 1690-1774. Glaube und Rechtfertigung. 242. Mel. Christus der ist mein Leben. Di ie Gnade sei mit allen, Die Gnade unsers Herrn, Des Herrn, dem wir hier wallen Und sehn sein Kommen gern. 2. Auf dem so schmalen Pfade Gelingt uns gar kein Tritt, Es gehe seine Gnade Denn bis zum Ende mit. 3. Auf Gnade darf man trauen, Man traut ihr ohne Neu; Und wenn uns je will grauen, So bleibt der Herr doch treu. 4. Wird stets der Jammer größer, So glaubt und ruft man noch: Mir ist Erbarmung wider= fahren, Erbarmung, deren ich nicht wert; Das zähl' ich zu dem Wunderbaren, Mein stolzes Herz hat's nie begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut Und rühme die Barmherzigkeit. 2. Ich hatte nichts als Zorn verdienet Und soll bei Gott in Gnaden sein; Gott hat mich mit sich selbst verfühnet Und macht durchs Blut des Sohns mich rein. Wo kam dies her, warum geschicht's? Erbarmung ist's und weiter nichts. 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen, Du mächtiger Erlöſer, Du kommst, so komme doch! 243. Nach eigener Melodie; oder: O daß ich tausend Zungen hätte. Das rühm' ich, wenn ein Mensch mich fragt, 5. Damit wir nicht erliegen, Muß Gnade mit uns sein; Denn sie flößt zu dem Siegen Geduld und Glauben ein. 6. Bald ist es überwunden Nur durch des Lammes Blut, Su Das in den schwersten Stunden Die größten Thaten thut. 7. Herr, laß es dir gefallen, e Noch immer rufen wir: Die Gnade sei mit allen, Die Gnade sei mit mir! Phil. Friedr. Hiller 1699-1769. 163 Ich kann es nur Erbarmung nennen, So ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut Und rühme die Barmherzigkeit. 4. Dies lass' ich kein Geschöpf mir rauben, Dies soll mein einzig Rühmen sein; Auf dies Erbarmen will ich glauben, Auf dieses bet' ich auch allein, Auf dieſes duld' ich in der Not, Auf dieses hoff' ich noch im Tod. 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, Nimm dein Erbarmen nicht von mir Und führe durch den Tod mich Armen Durch meines Heilands Tod zu dir; Da bin ich ewig hoch erfreut Und rühme die Barmherzigkeit! Phil. Friedr. Hiller 1699-1769. 11* Gnade und Erlösung. 244. A Mel. Mein Herz, ermuntre dich zum Preise. us Gnaden soll ich selig werden! 164 Herz, glaubst du's oder glaubst du's nicht? Was willst du dich so blöd gebärden? Ist's Wahrheit, was die Schrift verſpricht, So muß auch dieses Wahrheit sein: Aus Gnaden ist der Himmel dein. 2. Aus Gnaden! Hier gilt kein Verdienen, Die eignen Werke fallen hin. Der Mittler, der im Fleisch erschienen, Hat diese Ehre zum Gewinn, Daß uns sein Tod das Heil gebracht Und uns aus Gnaden selig macht. 3. Aus Gnaden! Merk dies Wort: aus Gnaden! So hart dich deine Sünde plagt, So schwer du immer bist beladen, So schwer dein Herz dich auch verklagt: Was die Vernunft nicht fassen kann, Das beut dir Gott aus Gnaden an. 4. Aus Gnaden kam sein Sohn auf Erden Und übernahm die Sündenlast. Was nötigt' ihn, dein Freund zu werden? Sprich, wes du dich zu rühmen hast? Gab er sich nicht zum Opfer dar Und nahm dein Heil in Gnaden wahr? 5. Aus Gnaden! Dieser Grund wird bleiben, So lange Gott wahrhaftig heißt. Was alle Knechte Jesu schreiben, Was Gott in seinem Worte preist, Worauf all unser Glaube ruht, Ist Gnade durch des Sohnes Blut. 6. Aus Gnaden! Doch du fichrer Sünder, Denk nicht: wohlan, ich greife zu! Wahrist's, Gott ruft verlorneKinder Aus Gnaden zur verheißnen Ruh; Doch nimmt er nicht zu Gnaden an, Wer noch auf Gnade sündgen kann. 7. Aus Gnaden! Wer dies Wort gehöret, Tret' ab von aller Heuchelei. Nur wenn der Sünder sich bekehret, Dann lernt er erst, was Gnade sei; Beim Sündethun scheint sie gering, Dem Glauben ist's ein Wunderding. 8. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen Wenn's unter Angst und heißen Das Herz des Vaters aufgethan, Schmerzen Nichts sieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm' ich oftmals Stärkung her, Wenn Gnade nicht mein Anker wär'? 9. Aus Gnaden! Hierauf will ich sterben! Ich glaube, darum ist mir wohl. Ich weiß mein sündliches Verderben, Doch den auch, der mich heilen soll. Mein Geist ist froh, mein Herzelacht, Weil mich die Gnade selig macht. Christian Ludw. Scheidt 1709-1761. Glaube und Rechtfertigung. ied partier 245. THE SONO Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. Gott, deine Gnad ist unser Leben, Sie schafft uns Heil und Seelenruh. Dein ist's die Sünden zu vergeben, Und willig ist dein Herz dazu. Dem tiefgefallenen Geschlecht Schenkst du zum Himmel neues Recht. 2. Uns, uns Verlorne zu erretten, Gabst du für uns selbst deinen Sohn. Er litt, damit wir Frieden hätten, Für uns den Tod, der Sünde Lohn. O Gott, wie hast du uns geliebt, Welch ein Erbarmen ausgeübt! 3. Dank, ewig Dank sei deiner Treue, Die niemand gnug erheben kann.. Nun nimmst du jede wahre Reue Um Christi willen gnädig an. Wohl dem, der sich zu dir bekehrt Und gläubig seinen Mittler ehrt! 4. Du rettest ihn von allen Plagen, Die dem Gewissen furchtbar sind; Er kann getrost und freudig sagen: Gott ist für mich, ich bin sein Kind; ch schäme mich des Heilands nicht, Vor dem voll froher Zuversicht Mein Knie sich dankbar beuget. Gott, welch ein teures wertes Wort: Ich hier dein Kind, dein Erbe dort, Wie mir dein Geist bezeuget, Ich soll durch Jesum Christum rein, Durch ihn gerecht und selig sein! 2. Froh fühlt mein Herz dieGotteskraft, 165 Mein Jesus ist's, der für mich litt Und mich noch jetzt bei Gott vertritt. Die ganz sich deiner Gnade freut! 5.0 Herr, wie ruhig ist die Seele, Sei's auch, daß irdisch Glück ihr fehle, Nie fehlt ihr doch Zufriedenheit. Denn überwiegt dein Heil nicht weit Die Welt und ihre Herrlichkeit? 6. O laß mich dies im Glauben fassen Und, Vater, mich voll Zuversicht Auf deine Treue stets verlassen; Wenn alles wankt, wankt sie doch nicht. Wohl dem, der sich auf dich verläßt, Sein Heil steht unbeweglich fest! 246. Mel. Ewigkeit, du Donnerwort, 7. Lobsingend will ich dich erheben, Mich ewig deiner Gnade freun Und deinem Dienst mein ganzes Leben In findlichem Gehorsam weihn. Herr, du vergabst mir meine Schuld; Nie, nie vergess' ich diese Huld. Joh. Sam. Diterich 1721-1797. Die in der selgen Wissenschaft Von dem Erlöser lieget, Die alle Kenntnis dieser Welt, Und was sie Reizendes enthält, Unendlich überwieget. Mein größtes Glück, mein höchster Ruhm Ist Jesu Evangelium. 3. Auf ewig ist's mein bestes Teil, In keinem andern ist mir Heil Gnade und Erlösung. 166 Und Kraft zum ewgen Leben, Vergebung meiner Sündenschuld, Der Beifall Gottes, seine Huld Und Seelenruh gegeben. Ich steh' im Glauben, bin ein Christ, An dem nun nichts verdammlich ist. 4. Mir widerfuhr Barmherzigkeit; Mit himmlischer Zufriedenheit Lohnt Gott mir schon hienieden; Ich bete voller Zuversicht, Mich schreckt kein Tod und kein Gericht, Mein Geist fühlt Gottes Frieden. ch weiß, an wen ich glaube, Ich weiß, was fest beſteht, Wenn alles hier im Staube Wie Rauch und Staub verweht; Ich weiß, was ewig bleibet, Wo alles wankt und fällt, Wo Wahn die Weisen treibet Und Trug die Klugen hält. 247. Mel. Valet will ich dir geben. 2. Ich weiß, was ewig dauert, Ich weiß, was nie verläßt; Auf ewgem Grund gemauert Steht diese Schutzwehr fest. Es find des Heilands Worte, Die Worte fest und klar; An diesem Felsenhorte Halt' ich unwandelbar. 3. Auch kenn' ich wohl den Meister, Der mir die Feste baut: Es ist der Herr der Geister, Auf den der Himmel schaut, Vor dem die Seraphinen Anbetend niederknien, Um den die Heilgen dienen, Ich weiß und kenne ihn. Gott, ewig ist mein Herz nun dein, Und ewig deine Gnade mein. - 5. Ich weiß, worauf mein Glaube ruht; Nichts raubt mir meinen Trost und Mut, Nicht Leiden, nicht Gefahren. Durch den ich alles hier vermag, Mein Gott wird bis auf jenen Tag Mein Erbteil mir bewahren. Ja du, der mich berief, bist treu; Hilf, daß ich's auch im Glauben sei! Friedr. Wilh. Lober 1757-1823. 4. Das ist das Licht der Höhe, Das ist mein Jesus Christ, Der Fels, auf dem ich stehe, Der diamanten iſt, Der nimmermehr kann manken, Mein Heiland und mein Hort, Die Leuchte der Gedanken, Die leuchtet hier und dort; 5. Er, den man blutbedecket Am Abend einst begrub; Er, der von Gott erwecket Sich aus dem Staub erhub; Der meine Schuld versöhnet, Der seinen Geist mir schenkt, Der mich mit Gnade krönet Und ewig mein gedenkt. 6. Drum weiß ich, was ich glaube, Ich weiß, was fest beſteht Und in dem Erdenstaube Nicht mit zu Staub verweht. Es bleibet mir im Grauen Des Todes ungeraubt, Es schmückt auf Himmelsauen Mit Kronen einst mein Haupt. Ernst Moritz Arndt 1769-1860. Heiligung und christlicher Wandel. 248. Mel. Valet will ich dir geben. V on Gnade will ich leben, Auf Gnade sterben auch, Auf Gnade mich ergeben Bis zu dem letzten Hauch. Der Quell all meiner Freude, All meines Trostes Grund, Die Kraft in jedem Leide Bleibt Gottes Gnadenbund. 2. Wohl hat auf allen Wegen Viel Lieb und Freundlichkeit, Viel tausendfachen Segen Mein Gott für mich bereit; Wohl in der Näh und Ferne Erkenn' ich seine Güt, Dort oben Sonn und Sterne, Hier unten Baum und Blüt. XX. Heiligung und christlicher Wandel. 1. Früchte des Glaubens. 249. Naß, Bater, deinen guten Geist Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Allzeit mein Herz regieren, Zu thun, was dein Gebot mich heißt; Nichts soll mich mehr verführen. Hilf mir der Sünde widerstehn Und nicht von deinem Wege gehn Zur Rechten oder Linken! 3. Ich weiß, was sie verkünden, Hab' meine Lust daran. Doch daß in meinen Sünden Ich Gnade finden kann, Das ist das Allergrößte, Dem kommt doch gar nichts gleich; Das ist der Gaben beste, Macht auch den Ärmsten reich. 2. Regt sich oft böse Lust in mir, Weil ich auf Erden lebe, So stärke mich, damit ich ihr Gleich anfangs widerstrebe, Und daß ich ja vergesse nicht Die Todesstunde, das Gericht, Den Himmel und die Hölle! 167 4. Wie müßt' ich doch verzagen, Wo fänd' ich Kraft und Licht, Wie könnt' ich selbst mich tragen, Trüg' mich die Gnade nicht! Der Gnad allein ergeben Stimmt alle mit mir ein: Von Gnade will ich leben ,. Durch Gnade selig sein! Julie Hausmann geb. 1826. 3. Gieb, daß ich denke jederzeit An diese letzten Dinge Und dadurch alle Sündenfreud Aus meinem Herzen bringe, Damit ich mög' mein Leben lang Dir dienen ohne Furcht und Zwang In willigem Gehorsam! 4.GottVater, deine Kraft und Treu Laß reichlich mich empfinden! O Jesu Christe, steh mir bei, Daß ich kann überwinden! Hilf, heilger Geist, in diesem Krieg, Auf daß ich freudig einen Sieg Erhalte nach dem andern! David Denice 1603-1680. 168 Heiligung und christlicher Wandel. 250. Mel. Nun danfet all und bringet Ehr. Mein Gott, das Herz ich bringe Als Gabe und Geschenk; Du forderst solches ja von mir, Des bin ich eingedent. 2.Gieb mir, mein Sohn, dein Herz, sprichst du, Das ist mir lieb und wert, Du findest anders keine Ruh Im Himmel und auf Erd! 3. Nun, du mein Vater, nimm es an, Mein Herz, veracht es nicht; Ich geb's, so gut ich's geben kann, Neig mir dein Angesicht! 4. O reinge du, Herr Jesu Christ, Mich durch dein teures Blut! Ich glaub', daß du gekreuzigt bist Der Welt und mir zugut. 5. Gott heilger Geist, nimm du auch mich In die Gemeinschaft ein, Ergieß um Jesu willen dich Tief in mein Herz hinein! Mei ein Gott, weil ich in meinem Leben Dich stets vor Augen haben soll, So wollest du ein Herz mir geben, Das deiner Furcht und Liebe voll; Denn beides muß beisammengehn, Soll unser Christentum beſtehn. 6. Dein göttlich Licht gieß in mich 2. Laß deine Furcht im Thun und Denken Mir aller Weisheit Anfang sein aus Und Glut der reinen Lieb, Lösch Finsternis, Haß, Falschheit aus, Schenk mir stets deinen Trieb! 7. Hilf, daß ich sei von Herzen treu Im Glauben meinem Gott, Daß mich nie wieder mache scheu Der Welt List, Macht und Spott 8. Hilf, daß ich sei von Herzen fest In Hoffnung und Geduld, Daß, wenn nur du mich nicht verläßt, Mich tröste deine Huld! 251. Mel. Wer nur den lieben Gott fäßt walten. 9. Hilf, daß ich sei von Herzenrein; Mein Wandel thue fund, Daß ich dich liebe nicht zum Schein, Vielmehr von Herzensgrund. 10. Nimm ganz, o Gott, zum Tempel ein Mein Herz hier in der Zeit; Ja laß es deine Wohnung sein Auch in der Ewigkeit! Joh. Kaspar Schade 1666-1698. Und immer meine Schritte lenken, Von allem Leichtsinn mich befrein! Nur wer dich fürchtet in der That, Der meidet auch der Thorheit Pfad. 3. Gieb, daß ich stets zu Herzen nehme, Daß du allgegenwärtig biſt, Und das zu thun mich ernstlich schäme, Was, Herr, vor dir ein Greuel ist; han Früchte des Glaubens. Ja, deine Furcht bewahre mich Vor allen Sünden wider dich! 4. Laß mich vor deinem Zorne beben Und wirke wahre Buß in mir, Laß nur in deiner Furcht mich leben, Daß ich die Gnade nicht verlier", Die meiner in der Missethat Mit Langmut oft verschonet hat! 5. Erhalt in mir ein gut Gewissen Und hohe Glaubensfreudigkeit, Gieb mir bei allen Hindernissen Den Geist, der wahre Kraft verleiht Und in mir einen Mut erweckt, Den keine Menschenfurcht erschreckt! 6.Hilf, daß ich immer also wandle, Daß deine Furcht mein Leitstern sei, Und nie aus falschem Herzen handle Der bleibt in Sünden liegen, Und wer nicht Gottes Kraft benützt, Wird sich gewiß betrügen; Den Himmelsweg und schmalen Steg Hat er nie angetreten; Er weiß auch nicht In Gottes Licht, Bas kämpfen sei und beten. 2. Was jetzt die Welt nurSchwachheit heißt, Ist ihrer Bosheit Stärke; Dadurch vermehrt der böse Geist Gar mächtig seine Werke. Auf, Seele, auf, Richt deinen Lauf Zur Allmacht, die dich rettet! In bloßem Schein und Heuchelei! Du siehest in das Herz hinein, Nichts kann vor dir verborgen sein. 252. Mel. Was mein Gott will, gescheh' allzeit. Wer sich auf seine Schwachheit Des Heilands Hand Zerreißt das Band, Womit du angefettet. 3. Der erste Schritt im Christentum Heißt von der Sünd uns scheiden, Und bei dem wahren Glaubensruhm Muß man die Weltlust meiden. Wenn Christi Geist Die Seel entreißt 7. Ach gieb mir, stets mit Furcht und Zittern zu schaffen meine Seligkeit! Laß mich nicht deinen Geist erbittern Durch Eigensinn und Sicherheit, Und zeige du die Hölle mir, Daß ich den Himmel nicht verlier'! 169 8. In deiner Furcht laß mich auch sterben! So fürcht' ich weder Tod noch Grab Die mir dein Wort aus Gnaden gab. Und werde die Verheißung erben, Die Gottesfurcht bringt Segen ein, Ihr Lohn wird groß im Himmel sein. Benj. Schmold 1672-1737. Aus ihren Todesbanden, So spürt sie Kraft, Die Jesus schafft, Mit dem sie auferstanden. 4. Mein Heiland, fördre selbst dein Werk, Laß mich gekräftigt werden; Es ist Gerechtigkeit und Stärk Mein bestes Teil auf Erden! 170 Heiligung und christlicher Wandel. Du machst gerecht Uns, dein Ge- Dadurch wir frei Von Heuchelei schlecht, Im Streit stets siegreich leben! Und willst zugleich uns stärken, Daß wir in dir Des Glaubens Zier, Die Macht der Gnade merken. 5. Brich durch, o starker Gottesſohn, Damit auch wir durchbrechen; Laß uns vor deinem Gnadenthron Nicht mehr von Schwachheit sprechen, Wenn deine Hand Dasteure Pfand Des Geistes uns gegeben, 253. Mel. Nun danket all und bringet Ehr. Der uns mit ihm versühnt. Mie gut ist's von der Sünde frei, Das Leben ist in Gottes Sohn, Wie selig Christi Knecht! Im Sündendienst ist Sklaverei, In Christo Kindesrecht. 2.JmSündendienst ist Finsternis, Den Weg erkennt man nicht; Bei Christo ist der Gang gewiß, Man wandelt in dem Licht. 3. Jm Sündendienst ist Haß und Leid, Man plagt und wird betrübt; In Christi Reich ist Freudigkeit, Man liebt und wird geliebt. 4. Die Sünde giebt den Tod zum Lohn, Das heißt ja schlimm gedient! 6. Gieb Kraft, wo keine Kraft mehr ist, Gieb Kraft, das Fleisch zu dämpfen. Gieb Kraft, wenn Satans Macht und List Uns schwächen will im Kämpfen! Wenn uns die Welt Viel Netze stellt, Gieb Kraft, sie zu vernichten; So wird in Not, Ja selbst im Tod Uns deine Kraft aufrichten! Bernh. Walter Marperger 1682-1746. Gott, vor dessen Angesichte Nur ein reiner Wandel gilt; Ewges Licht, aus dessen Lichte Stets die reinste Klarheit quillt: 5. Heiland, dir nur dien' ich gern, Denn du hast mich erkauft; Ich weiß und will sonst keinen Herrn, Auf dich bin ich getauft. 6. Wen du befreist, der ist recht frei, Du schenkst ihm alle Schuld, Und darum dank' ich deiner Treu Und rühme deine Huld. 7. Jch bete an, Herr Jesu Christ, Und sage: Ich bin dein! Nimm mich zu dir, denn wo du bist, Soll auch dein Diener sein! Phil. Friedr. Hiller 1699-1769. 254. Mel. Der am Kreuz ist meine Liebe. Deines Namens Heiligkeit Werde stets von uns gescheut, Laß sie doch uns kräftig dringen, Nach der Heiligung zu ringen! Früchte des 2. Heilig ist dein ganzes Wesen Und kein Böses ist an dir; Ewig bist du so gewesen Und so bleibst du für und für; Was dein Wille wählt und thut, Ist unsträflich, recht und gut, Und mit deines Armes Stärke Wirkst du stets vollkommne Werke. 3.Herr, du willst, daß deine Kinder Deinem Bilde ähnlich sei'n. Nie besteht vor dir der Sünder, Denn du bist vollkommen rein. Du bist nur der Frommen Freund, übelthätern bist du feind; Wer beharrt in seinen Sünden, Kann vor dir nicht Gnade finden. 4. O so laß uns nicht verscherzen, Was du uns noch zugedacht! Schaff in uns stets reine Herzen, Töt in uns der Sünde Macht! W er Gottes Wort nicht hält und spricht: Ich kenne Gott, der früget; In solchem ist die Wahrheit nicht, Die durch den Glauben sieget. Wer aber sein Wort glaubt und hält, Der ist von Gott, nicht von der Welt. 255. Mel. Mach's mit mir, Gott, nach deiner Güt. 2. Der Glaube, den sein Wort erzeugt, Muß auch die Liebe zeugen; Je höher die Erkenntnis steigt, Je mehr wird diese steigen. Der Glaub erleuchtet nicht allein, Erstärkt das Herz und macht es rein. Glaubens. 171 Denn was sind wir, Gott, vor dir? Du bist heilig, aber wir Sind verderbt, und wer kann zählen, Großer Gott, wie oft wir fehlen? 3. Durch Jesum rein von Missethat 5. Uns von Sünden zu erlösen, Gabst du deinen Sohn dahin; O so reinige vom Bösen Durch ihn unsern ganzen Sinn! Gieb uns, wie dein Wort verheißt, Gieb uns deinen guten Geist, Daß er unsern Geist regiere Und zu allem Guten führe! 6. Keiner sündlichen Begierde Bleibe unser Herz geweiht; Unsers Wandels größte Zierde Sei rechtschaffne Heiligkeit. Mach uns deinem Bilde gleich! Denn zu deinem Himmelreich Wirst du, Herr, nur die erheben, Die im Glauben heilig leben. Joh. Christ. Zimmermann 1702-1783. Sind wir nun Gottes Kinder. Wer solche Hoffnung zu ihm hat, Der flieht den Rat der Sünder, Folgt Christi Beispiel als ein Christ, Um rein zu sein, wie er es ist. 4. Alsdann bin ich Gott anges nehm, Wenn ich Gehorsam übe. Wer die Gebote hält, in dem Ist wahrlich Gottes Liebe; Ein täglich thätig Christentum, Das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in Gott und Gott in ihm, Heiligung und christlicher Wandel. 172 Wer in der Liebe bleibet. Die Lieb ist's, die die Cherubim Gott zu gehorchen treibet. 256. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Nim imm hin mein Herz, Gott, nimm es an! Ich bring' es dir zur Gabe, id Ich bring' es dir, so gut ich's kann, So schwach und arm ich's habe; Ich weiß doch, du verschmähst es nicht, So viel dem Opfer auch gebricht, Das ich dir willig weihe. 2. Nimm, o mein Heiland, nimm es hin, Du Herz voll ewger Liebe! Mein Herz ist voller Eigensinn Und voll verkehrter Triebe; Es hängt an Welt und eitler Lust; Doch ist dir's auch, o Herr, bewußt, Ich kann's nicht selbst bekehren. 3. Mach du's zu deinem reinen Haus, Das dir gefallen könne; Was dir zuwider, reiß heraus, Daß dich und mich nichts trenne! Entsündge mich mit deinem Blut, Gieb mir den Geist, dann werd' ich gut, Dann fang' ich an zu leben! 4. Herr, gieb und kost' es immerhin - Dem Fleische tausend Schmerzen- Herr, gieb mir einen neuen Sinn, Ein Herz nach deinem Herzen, Ein Herz, das dich mit Freuden. ehrt, Gott ist die Lieb, an seinem Heil Hat ohne Liebe niemand teil. dull Christ. Fürchtegott Gellert 1715-1769. Das kindlich deine Stimme hört Und deinen Namen fürchtet! 5. Gieb mir ein Herz, das dich forthin Mit Vorsatz nie betrübet, Ein Herz, das dich mitlauterm Sinn Aus allen Kräften liebet, moni? Ein Herz, das nur für dich entbrennt Und keine falsche Liebe kennt, Ein Herz voll Kraft und Glauben! 6. Gieb mir ein Herz, das deine Zucht, Wenn es gefehlt, bald spüret, Das keine andre Straße sucht, Als die zum Himmel führet; Ein Herz, das auch in Not und Pein zu dir die Zuflucht nimmt allein und auch im Kreuz dich preiſet; 7. Ein Herz, das Freund' und Feinde liebt Und nichts haßt als die Sünden; Ein Herz, das täglich mehr sich übt, Sich stets in dir zu finden; Ein Herz, das immer droben ist, Dort, wo du bist, Herr Jesu Christ, Zu deines Vaters Rechten! 8. Herr, giebst du mir ein solches Herz, Was will ich mehr verlangen? Dann bleib' ich fest in Freud und Schmerz An deiner Liebe hangen; Dann bin ich dein, und du bist mein, Dann werd' ich einst dort oben sein Und selig dich umfangen. Ernst Gottlieb Woltersdorf 1725-1761. Früchte des Glaubens. 257. Mel. Ach sieh ihn dulden, bluten, sterben. Laß mich, o Herr, in allen Dingen Auf deinen Willen sehn und dir mich weihn! Gieb selbst das Wollen und Vollbringen Und laß mein Herz dir ganz geheiligt sein! Nimm meinen Leib und Geist zum Opfer hin; Dein, Herr, ist alles, was ich hab' und bin! 2. Gieb meinem Glauben Mut und Stärke Und laß ihn in der Liebe thätig sein, Daß man an seinen Früchten merke, Er sei kein eitler Traum und falscher Schein! Er stärke mich in meiner Pilgrimschaft Und gebe mir zum Kampfe Sieg und Kraft. ollt' ich jetzt noch, da mir schon Deine Güt erschienen, Dich verlassen, Gottes Sohn, Und der Sünde dienen, Mit den Lüsten dieser Zeit Wieder mich beflecken Und nicht mehr die Süßigkeit Deiner Liebe schmecken? 2. Hab' ich doch allein bei dir Meine Ruh gefunden; Mittler, heiltest du doch mir Alle meine Wunden! Und ich sollte dein Gebot 3. Laß mich, so lang ich hier soll leben, In gut und bösen Tagen sein ver gnügt Und deinem Willen mich ergeben, Der mir zum Besten alles weislich fügt! Gieb Furcht und Demut, wenn du mich beglückst, Geduld und Trost, wenn du mir Trübsal schickst! 258. Mel. Schwing dich auf zu deinem Gott. 173 4. Ach hilf mir beten, wachen, ringen! Einst werd' ich noch, wenn ich den Lauf vollbracht, Jm Himmel ewig Dank dir bringen, Dir, der du alles hast so wohl gemacht; Dann werd' ich heilig, rein und unentweiht Dein Lob verkündigen in Ewigkeit. Georg Joach. Zollikofer 1730-1788. Wie die Frevler hassen Und mein Recht an deinen Tod Wieder fahren lassen? 3. Nein, ich bin und bleib' ein Christ, Halt' auf deine Lehren," Lasse keine Macht noch List Mir den Glauben wehren. Fielen tausend ab, nicht ich; Mag's die Welt verdrießen, Sie wird mein Vertraun auf dich Mir doch lassen müssen. 4. Zeigt die Welt ein Heil wie du 174 Heiligung und christlicher Wandel. Bringt sie Kraft den Müden, Den Bedrängten Trost und Ruh, Sündern Gottes Frieden? Giebt sie mir die Zuversicht, Daß ich, trotz dem Grabe, Deiner Ewigkeiten Licht Zu erwarten habe? 5. Rettet sie mich, wenn vor Gott Einst die Völker stehen Und das Leben und den Tod Ihm zur Seite ſehen, Wenn der Sichre nun zu spät Aus dem Schlaf erwachet, Und der Spötter, der hier schmäht, Glaubt und nicht mehr lachet? La Caffet uns im Geiste wandeln, Wie's dem Volk des Herrn 259. Mel. Freu dich sehr, o meine Secle. Zieh in unsre Herzen ein, Laß des sündgen Fleisches Werke Nicht mehr in uns mächtig sein! Töt in uns die Eitelkeit, Wehre allem Zank und Streit, Hilf uns frei von dem Verderben, Daß das Himmelreich wir erben! gebührt, Daß in unserm Thun und Handeln Nie des Fleisches Lust regiert! Gottes Geist sei immerdar Unser Beistand in Gefahr, Daß in seiner Kraft wir siegen, Wenn das Fleisch uns will betrügen. 2. Wo der Geist des Herrn regieret, Bricht das neue Leben an, Und die Gnade Gottes führet Unsern Gang auf rechter Bahn; Herz und Wandel werden rein, Dienen Gott dem Herrn allein, Um je mehr und mehr auf Erden Vor ihm angenehm zu werden. 6. O wie thöricht, wenn ich mich Noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes Huld genieße, Da ich weiß, auf wessen Wort Ich die Hoffnung gründe, Daß auch ich unfehlbar dort Gnad und Leben finde! 3. Drum, o Geist der Kraft und Stärke, 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, Trübsal nicht noch Freuden Sollen mich, mein Herr und Gott, Jemals von dir scheiden. Sünde, Welt und Eitelkeit Und des Fleisches Triebe, Alles überwind' ich weit, Herr, durch deine Liebe! Balthasar Münter 1735-1793. Die des Glaubens Früchte bringt, 4. Mehre in uns deine Liebe, Schenk uns deine heilgen Triebe, Daß all Gotteswert gelingt! Halte uns in treuer Hut, Gieb uns Freudigkeit und Mut, Daß allweg uns sei beschieden Freud in dir und süßer Frieden! 5. Ziere uns in allen Stücken Mit Geduld und Freundlichkeit, Daß zum Helfen und Beglücken Wir im Bruderdienst bereit; Laß uns allen gütig sein Liebe zu Gott und Jesus Christus. Ohne Trug und Heuchelschein; Lehr uns, wenn sie uns betrüben, Sanftmut und Versöhnung üben! 6. Führe uns auf allen Wegen, Daß uns nichts mehr schaden kann, Und so oft sich Lüste regen, Nimm dich unsrer Schwachheit an! Stärke uns durch deine Kraft Zu der rechten Ritterschaft, Herzlich lieb hab' ich dich, o 2. Liebe zu Gott und Jesus Christus. 260. Nach eigener Melodie. Ich bitte, sei von mir nicht fern Mit deiner Gnade Gaben! Die ganze Welt erfreut mich nicht, Nach Erd und Himmel frag' ich nicht, Wenn ich nur dich kann haben. Und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, Bist du doch meine Zuversicht, Mein Trost und meines Herzens Teil, Und bringst durch deinen Tod mir Heil. Herr Jesu Christ,:;: mein Gott und Herr,:,: In Schanden laß mich nimmermehr! 2. Es ist ja dein Geschenk und Gab Als die Christo angehören, Aller bösen Lust zu wehren! Mein Leib und Seel und was ich hab' In diesem armen Leben; Damit ich's brauch' zum Lobe dein, 175 7. Also wird es uns gelingen, Gottes heilig Volk zu sein; Dann wird Wollen und Vollbringen Immer mehr von Sünden rein. Nicht mehr schreckt uns das Gericht, Wenn uns das Gesetz ansicht, Weil wir in der Gnade stehen Und des Geistes Wege gehen. Otto Schulze 1823-1884 Zu Nuß und Dienst des Nächsten on mein, Wollst du mir Gnade geben! Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr, Des Satans Macht und Lügen wehr, In allem Kreuz erhalte mich, Auf daß ich's trag' geduldiglich! Herr Jesu Christ,:,: mein Herr und Gott,:,: Tröst meine Seel in Todesnot! 3. Ach Herr, laß deine Engelein Am letzten End die Seele mein In Abrahams Schoß tragen, Den Leib in seinem Kämmerlein Gar sanft ohn' alle Qual und Pein Ruhn bis am jüngsten Tage! Alsdann vom Tod erwecke mich, Daß meine Augen sehen dich In aller Freud, o Gottessohn, Mein Heiland auf dem Gnadenthron! Herr Jesu Christ,:,: erhöre mich,:,: Ich will dich preisen ewiglich! Martin Schalling 1532-1608. 176 St Heiligung und christlicher Wandel. 261. Nach eigener Melodie. ie schön leucht't uns der Morgenstern, Voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn Aus Juda aufgegangen! Du Davids Sohn aus Jakobs Stamm, Mein König und mein Bräutigam, Du hast mein Herz umfangen; Lieblich, Freundlich, Schön und prächtig, Groß und mächtig, Reich an Gaben, über alles hoch erhaben. 2. O meine Perle, werte Kron, Sohn Gottes und Marias Sohn, Du hochgeborner König, Mein Herz ist voll von deinem Ruhm; Dein süßes Evangelium Ist lauter Milch und Honig. Herr, dich Preis' ich, Hosianna! Himmlisch Manna, Das wir essen, Deiner kann ich nicht vergessen. 3. Geuß tief mir in das Herz hinein, Du Gottesglanz und Himmelsschein, Die Flamme deiner Liebe Und stärk mich, daß ich ewig bleib', Herr, ein Glied an deinem Leib In frischem Lebenstriebe! Nach dir Wallt mir Mein Gemüte, Ewge Güte, Bis es findet Dich, des Liebe mich entzündet. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenlicht, Wenn ich dein holdes Angesicht Seh' freundlich auf mich blicken. Jesu, du mein höchstes Gut, Dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut Mich innerlich erquicken. Nimm mich Freundlich In die Arme, Herr, erbarme Dich in Gnaden! Auf dein Wort komm' ich geladen. 5. Gott Vater, o du starter Held, In deinem Sohn geliebet. Du hast mich ewig vor der Welt Dein Sohn hat sich mit mir vertraut, Mein Herz auf ihn mit Freuden schaut; Was ist's, das mich betrübet? Preis dir! Heil mir! Himmlisch Leben Wird er geben Mir dort oben; Ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Spielt unserm Gott mit Saitenklang Und laßt den süßen Lobgesang Ganz freudenreich erschallen! Ich will mit meinem Jesus Christ, Der mir mein Ein und Alles ist, In treuer Liebe wallen. Singet, Klinget, Jubilieret, Triumphieret! Dankt dem Herren, Ihm, dem König aller Ehren! Liebe zu Gott und Jesus Christus. 7. Wie freu' ich mich, Herr Jesu Christ, Daß du der erst' und letzte bist, Der Anfang und das Ende! Du wirst mich einst, ich bin's gewiß, Aufnehmen in das Paradies, 262. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. Jesu, Jesu, Gottes Sohn, Mein Bruder auf dem Himmelsthron, Du meine Freud und Wonne; Du weißt es, daß ich rede wahr, Vor dir ist alles sonnentlar, Ja klarer als die Sonne. Herzlich Lieb' ich Mit Gefallen Dich vor allen; Nichts auf Erden Kann und soll mir lieber werden. 2. Dies ist mein Schmerz, dies tränket mich, Daß ich nicht so kann lieben dich, Wie ich dich lieben wollte. Mein Herz dich lieber stets gewinnt, Je mehr ich lieb', je mehr ich find', Wie ich dich lieben sollte. Von dir Laß mir Deine Güte Ins Gemüte Lieblich fließen, So wird sich die Lieb ergießen! 3. Durch deine Kraft treff' ich das Ziel, Daß ich, so viel ich soll und will, Dich allzeit lieben könne. Nichts auf der ganzen weiten Welt, Pracht, Wollust, Ehre, Freud und Geld Evang. Gesangbuch II. Froh fass' ich deine Hände. Amen, Amen, Komm, o schöne Freudenkrone, Bleib nicht lange, Weil ich sehnlich dein verlange! Phil. Nicolai 1556-1608. 177 Und was man sonst auch nenne, Kann mich Ohn' dich Gnugsam laben; Nur die Gaben Deiner Liebe Trösten, wenn ich mich betrübe. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, Schaffst seinem Herzen Fried' und Ruh, Erfreuest sein Gewissen. Wie's ihm auch gehn mag auf der whit, pims hi Erd, Wenn ihn gleich ganz das Kreuz verzehrt, Soll er doch dein genießen. Ewig Nach dem Leide Große Freude Selig Wird er finden; Alles Trauern muß verschwinden. 5. Kein Ohr hat jemals dies gehört, Kein Mensch gesehen noch gelehrt, Es läßt sich nicht beschreiben, Was denen dort für Herrlichkeit Bei dir und von dir ist bereit, Die in der Liebe bleiben. Gründlich Nicht erreichen Läßt sich Noch vergleichen 12 Heiligung und Erdenschätzen, smisd bi in dos Was uns droben wird ergötzen. 6. Drum laff' ich billig dies allein, O Jesu, meine Sorge sein, Daß ich dich herzlich liebe, Daß ich in dem, was dir gefällt, Was mir dein Wort vor Augen hält, Aus Liebe mich stets übe, Bis ich Endlich Werde scheidene Und mit Freuden Zu dir kommen, Aller Trübsal ganz entnommen. 178 christlicher Wandel. Me einen Jesum lass' ich nicht. Weil er sich für mich gegeben, So erfordert meine Pflicht, Ganz von Herzen ihm zu leben. Er ist meines Lebens Licht: Meinen Jesum lass' ich nicht. 2. Jesum lass' ich ewig nicht, Weil ich soll auf Erden leben; Ihm hab' ich voll Zuversicht Was ich bin und hab' ergeben. Alles ist auf ihn gericht't: Meinen Jesum lass' ich nicht. 263. Nach eigener Melodie. 3. Laß vergehen das Gesicht, Alle Sinne mir entweichen, Laß das letzte Tageslicht Mich auf dieser Welt erreichen, Wenn der Lebensfaden bricht: Meinen Jesum lass' ich nicht. 7. Da werd' ich deine Freundlichkeit, Die hochgepriesen weit und breit, In reiner Liebe schmecken Und sehn dein liebreich Angesicht Mit unverwandtem Augenlicht Ohn' alle Furcht und Schrecken. Reichlich Werd' ich Sein erquicket Und geschmücket Vor dem Throne Mit der schönen Himmelskrone. Joh. Heermann 1585-1647. Hi ier ist mein Herz! Herr, nimm es hin, Dir hab' ich mich ergeben. Hinweg, o Welt, aus meinem Sinn 4. Ich werd' ihn auch lassen nicht, Wenn ich bin dahin gelanget, Wo vor seinem Angesicht Meiner Väter Glaube pranget. Mich erfreut sein Angesicht: Meinen Jesum lass' ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht Meine Seel in mir sich sehnet; Der mich hat mit Gott verſöhnet, Jesum sucht sie und sein Licht, Der mich frei macht vom Gericht: Meinen Jesum laff' ich nicht. 6. Jesum lass' ich nicht von mir, Geh' ihm ewig an der Seiten; Christus wird mich für und für Zu der Lebensquelle leiten. Selig wer mit mir so spricht: Meinen Jesum lass' ich nicht! Christ. Keymann 1607-1662. 264. Mel. Was mein Gott will, gescheh' allzeit. Mit deinem schnöden Leben! Dein Thun und Tand Hat nicht Bestand, Wie man's auch mag beginnen; Liebe zu Gott und Drum schwingt aus dir Sich mit Begier Mein freier Geist von hinnen. 2. Gott ist mein allerbestes Gut, Nach ihm steht mein Verlangen. Ach könnt' ich doch mit frohem Mut Nur meinem Gott anhangen! Ach wäre doch Der Sünde Joch Von mir hinweggenommen, Daß ich einmal In seinen Saal Des Himmels möchte kommen! 3. Ich sehe doch, daß diese Welt Mit allen ihren Sachen, 19disle Was sie von Gütern in sich hält, Nicht kann recht glücklich machen. Es muß geschwind Wie Staub 5. Drum fahre hin, was flüchtig du plate iſt! ist! holl sine Ich will es lassen fahren. Gott ist mein Teil zu jeder Frist, Der wird mich wohl bewahren, Daß ich die Pracht Der Welt und Wind Smi ( nicht acht', Die Lust der Welt zerstieben; Nur Gott, mein Licht, Verläßt mich nicht, an Vielmehr nur ihn verlange Mit festem Mut, Das höchste Gut, Ihn will ich ewig lieben. Und ewig an ihm hange.i thias Sebastian Franc? 1606-1668. pono Jesus Christus. 4. Gieb, daß ich meinen Sinn 13126 zu dir sl Hinauf gen Himmel schwinge Mit Lieb und wahrer Heilsbegier, Und mich in keinem Dinge, die Erfreue hier Als nur in dir, Gott, meiner Seele Leben! Nur du allein Kannst mich erfreun Und wahren Frieden geben. 10 mid nd sid stund 265. 1931 den dost esu, meine Freude, stand bf Meines Herzens Weide, Jesu, meine Zier: Indro 3 Ach wie lang, wie lange gol Ist dem Herzen bangem da Und verlangt nach dir! Du bist mein Und ich bin dein, Außer dir soll mir auf Erden Nichts sonst lieber werden. 10:00 2. Unter deinem Schirmen Bin ich vor den Stürmen Aller Feinde frei. Nach eigener Melodie. isil pid Laß von Ungewitterndi dul Rings die Welt erzittern, Ob gleich Sünd und Hölle schrecken, Jesus will mich decken. 179 3. Trotz der Feinde Lauern, Trotz des Todes Schauern, ITAL Trotz der Furcht dazu! Zürne, Welt, und tobe: Ich steh' hier und lobe Gott in sichrer Ruh. Gottes Macht Hält mich inacht; Erd und Abgrund mögen zittern, Mich kann nichts erschüttern. 4. Weg mit allen Schätzen! Du bist mein Ergötzen, Jesu, meine Lust. Mir steht Jesus bei. Ob die Welt In Trümmer fällt, Will von euch nichts hören, Weg, ihr eiteln Ehren, 1 02 12* 180 Heiligung und Bleibt mir unbewußt! A Elend, Not, Kreuz, Schmach und Tod im Soll mich, ob ich viel muß leiden, Nicht von Jesu scheiden. 5. Gute Nacht, o Wesen, Das die Welt erleſen, Mir gefällst du nicht! Gute Nacht, ihr Sünden, Bleibet weit dahinten, Kommt nicht mehr ans Licht! Gute Nacht, Du Stolz und sus Pracht; christlicher Wandel. Dir sei ganz, du Sündenleben, Gute Nacht gegeben! ch will dich lieben, meine 266. Nach eigener Melodie; oder( mit den eingeklammerten Worten): O daß ich tausend Zungen hätte. Jd nd Stärke, Ich will dich lieben, meine Zier; Ich will dich lieben mit dem Werke Und immerwährender Begier. Ich will dich lieben, schönstes Licht, Bis mir( im Tod) das Herze bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, Als meinen allerbesten Freund; Ich will dich lieben und erheben, So lange mich dein Glanz bescheint. Ich will dich lieben, Gotteslamm, Als meinen( Seelen-) Bräutigam. 3. Ach daß ich dich so spät erkennet, Du hochgelobte Liebe du ,. Und dich nicht eher mein genennet, Du höchstes Gut und wahre Ruh! Es ist mir leid, ich bin betrübt, Daß ich dich( erst so) spät geliebt. 6. Weicht, ihr Trauergeister, Denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein! Denen, die Gott lieben, Muß auch ihr Betrüben Lauter Eegen sein. Duld' ich schon Hier Spott und Hohn, Dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude! Joh. Franck 1618-1677. 4. Ich lief verirrt und war verblendet, Ich suchte dich und fand dich nicht; Ich hatte mich von dir gewendet Und liebte nicht das wahre Licht. Nun aber ist's durch dich geschehn, Daß ich dich mir( zum Heil) ersehn. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, Daß mir dein Glanz hat Licht gebracht; Ich danke dir, du Himmelswonne, Daß du mich froh und frei gemacht; Ich danke dir, du süßer Mund, Daß du mich( wieder) machst gesund. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen Und laß mich nicht mehr irre gehn! Laß meinen Fuß auf deinen Wegen Nicht straucheln oder stille stehn! Erleuchte Leib und Seele ganz, Du( ewig) starker Himmelsglanz! 7. Ich will dich lieben, meine Krone, Ich will dich lieben, meinen Gott, Auch fern von allem Erdenlohne Und in der allergrößten Not; Ich will dich lieben, schönstes Licht, Bis mir( im Tod) das Herze bricht. Joh. Scheffler( Angelus Silesius) 1624-1677. HOND Liebe zu Gott und Jesus Christus. meni tohin naid 267.129 aid flord Mel. Gott des Himmels und der Erden. Riebe, die du mich zum Bilde Deiner Gottheit hast gemacht, Liebe, die du mich so milde Nach dem Fall hast wiederbracht: Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 2. Liebe, die du mich erkoren, Eh' ich noch geschaffen war, Liebe, die du Mensch geboren Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. Und mir gleich warst ganz und gar: Und mich kräftiglich vertritt: Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 3. Liebe, die für mich gelitten Und gestorben in der Zeit, Liebe, die mir hat erstritten Ewge Lust und Seligkeit: Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 4. Liebe, die mich hat gebunden An ihr Joch mit Leib und Sinn, Liebe, die mich überwunden Und mein Herz hat ganz dahin: Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die mich ewig liebet, Die für meine Seele litt, Liebe, die das Lösgeld giebet 2. Ich lass' ihn nicht, ich will ihn halten, Wie es mir auch auf Erden geh'; Ich lasse meinen Jesum walten, Bei welchem ich in Gnaden steh'. Er ist stets meine Zuversicht; Ich lasse meinen Jesum nicht. 6. Liebe, die mich einst wird führen Aus dem Grab der Sterblichkeit, Liebe, die mich dort wird zieren Mit dem Kranz der Herrlichkeit: Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. Joh. Scheffler( Angelus Silesius) 1621-1677. 268. Von Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. on Jesu will ich nimmer wanken; Er liebt mich treu, ich lieb' auch ihn. Ihm hab' ich all mein Heil zu danken, Der ich durch ihn in Gnaden bin; Daher ihm Mund und Herz verspricht: Ich lasse meinen Jeſum nicht. 181 3. Er läßt mich nicht; sollt' ich ihn lassen? O nein, mein Jesus bleibet mein. Ich will ihn immer stärker fassen Und schließen in mein Herz hinein, Das froh und fest im Glauben spricht: Ich lasse meinen Jesum nicht. 4. Mag man mich hie und da vor vertreiben, Ich weiß noch einen sichern Ort, Da werd' ich fest und standhaft bleiben: Es ist mein Jesus und sein Wort. Sein Glaube ist mir süße Pflicht; Ich lasse meinen Jesum nicht. Heiligung und christlicher Wandel. 5. Bedroht die Welt mir selbst 7. Ich lass' ihn nicht in jenem Leben, Dort will ich ihm zur Seite stehn, Und ewig, ewig ihm ergeben Werd' ich dort nimmer von ihm gehn. Dort schau' ich einst sein Angesicht Und lasse meinen Jesum nicht. 182 das Leben, się bod Die Welt, die oft Verfolgung übt, Mein Heiland kann mir's wieder geben, Den meine ganze Seele liebt. du Jhm sterb' ich, wenn mein Auge bricht; is Ich lasse meinen Jesum nicht. plus birg sid 6. Die Welt muß endlich auch vergehendai Mit aller ihrer Herrlichkeit; Doch wird das Reich des Herrn beſtehen, Das für die Frommen ist bereit. Wenn Himmel, Erd und alles bricht, Lass' ich doch meinen Jesum nicht. 8. Dort werd' ich ihm mein Loblied singen, dort selig einst vor seinem Thron Ihm Dank und Preis und Ehre bringen, Ihm, dem Erlöser, Gottes Sohn; Dort steh' ich einst in seinem Licht Und lasse meinen Jesum nicht. Erasmus Finr 1627-1694. 269. Coin Mel. Mein Herz, ermuntre dich zum Preise. in Wort ist mir ins Herz geschrieben, Es giebt mir frohe Zuversicht, Auch wenn mich alles will betrüben, Raubt man mir diese Freude nicht. O weil ich Jesum nennen kann, So schau' ich freudig himmelan. is 2. In diesem Worte glänzt mein mism Himmel, 3. Mein Herz ist froh bei diesem Worte, In Jesu bin ich hoch entzückt; Dies ist die goldne Lebenspforte, Nach welcher meine Seele blickt; Es quillt ein edler Lebensjaft Aus diesem Namen voller Kraft. 4. O könnt' ich je was Schönres sagen? Mein Herz und Mund spricht froh dies Wort. Ruf' ich, so hört er meine Klagen, Er, meine Burg, mein Schild, mein Hort. asdonto Nichts außer ihm ist meine Lust, Nur Jesus wohn' in meiner Brust. Nur dieser Name bringt das Heil. Ach, alles Welt- und Lustgetümmel Trägt Dornen statt der Rosen feil. Hab' ich nur Jesum in der Brust, Bin ich mir keines Grams bewußt.or 5. Wohlan, es bleibt, was ich gesprochen, Ich nehme Jesum an mein Herz! Es mag die Welt aufs Eitle pochen, Ich schaue freudig himmelwärts. Indessen bleibt die Losung hier Nur Jesu Name für und für. Benj. Schmold 1672-1737. Liebe zu Gott und Jesus Christus. 270. Nach eigener Melodie. ch bete an die Macht der Liebe, Die sich in Jesu offenbart; Ich geb' mich hin dem heilgen Triebe, Mit dem ich selbst geliebet ward; Ich will, anstatt an mich zu denken, Ins Meer der Liebe mich versenken. 2. Ich fühl's, zum Heil muß ich dich haben, Ich fühl's, ich muß für dich nur sein. Nicht im Geschöpf, nicht in den Gaben, Mein Leben ist in dir allein; Hier ist die Ruh, hier ist Vergnügen, Drum folg' ich deinen selgen Zügen. 2. Hab' ich sonst mein Herz geteilet, Hab' ich hie und da verweilet, Endlich sei der Schluß gemacht, Meinen Willen ganz zu geben, Meinem Gott allein zu leben, Ihm zu dienen Tag und Nacht. 3. Herr, ich opfre dir zur Gabe All mein Liebstes, das ich habe; Schau, ich halte nichts zurück! Schau und prüfe Herz und Nieren; Solltest du was Falsches spüren, Nimm es diesen Augenblick! 183 3. Dein ewig sei mein Herz und Leben, Erlöser, du mein einzig Gut! Für dich hast du mir's nur gegeben, In dir es still und selig ruht. Du Heiland meines tiefen Falles, Für dich ist ewig Herz und alles. 271. Nu Mel. Alles ist an Gottes Segen. un so will ich denn mein Leben Völlig meinem Gott ergeben; Nun wohlan, es ist geschehn! Sünd, ich will von dir nicht hören; Welt, ich will mich von dir kehren, Ohne je zurück zu sehn. 4. O Jesu, daß dein Name bliebe Im Grunde tief gedrücket ein! Laß deine treue Jesusliebe In Herz und Sinn gepräget sein! Im Wort, im Werk und allem Wesen Sei Jesus und sonst nichts zu lesen! Gerh. Tersteegen 1697-1769. 4. Ich scheu' keine Müh und Schmerzen, Gründlich und von ganzem Herzen Will ich folgen deinem Zug. kann ich stetig und in allem Deinen Augen nur gefallen, Ach, so hab' ich ewig gnug. 5. Eines will ich nur betrachten Und nicht wissen noch drauf achten, Was sonst draußen mag geschehn: Fremd der Welt und ihren Sorgen Will ich hier, in dir verborgen, Als ein wahrer Pilger gehn. 6. Dich allein will ich erwählen, Alle Kräfte meiner Seelen Nimm nur ganz in deine Macht! Ja, ich will mich dir verschreiben, Laß es ewig feste bleiben, Was ich dir hab' zugesagt! Gerh. Tersteegen 1697-1769. Heiligung und christlicher Wandel. 272. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. as freut mich noch, wenn du's 2. Was freut mich noch, wenn du's nicht bist, nicht bist, Herr Gott, der doch mein Alles ist, Mein Herr, Erlöser Jesu Christ, Mein Trost und meine Wonne? Mein Friede und mein Leben? Bist du nicht Schild, was decket mich? Heilst du mich nicht, wo find' ich Heil? Bist du nicht Licht, wo finde ich Bist du nicht mein, wo ist mein Teil? Im Finstern eine Sonne? Giebst du nicht, wer wird geben? Keine Reine Meine Eine Wahre Freude, Auch im Leide, Auch für Sünden, Ist, Herr, außer dir zu finden. 184 273. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Dich, Jeſum, laff ich ewig nicht, Will ich allzeit Dir bleibt mein Herz ergeben; Du kennst dies Herz, das redlich ſpricht: Nur einem will ich leben! Du, du allein, Du sollst es sein, Du sollst mein Trost auf Erden, Mein Glück im Himmel werden. 2. Dich, Jesum, lass' ich ewig nicht, Ich halte dich im Glauben; Nichts kann mir meine Zuversicht Und deine Gnade rauben. Der Glaubensbund. Hat festen Grund; Die deiner sich nicht schämen, Die kann dir niemand nehmen. Wahre Freude, Wahre Weide, Wahre Gabe Hab' ich, wenn ich Jesum habe. Phil. Friedr. Hiller 1699-1769. 3. Dich, Jesum, laff' ich ewig nicht. Aus göttlichem Erbarmen Gingst du für Sünder ins Gericht Und büßtest für mich Armen. Aus Dankbarkeit Um deines Leidens willen Die Pflicht der Treu erfüllen. 4. Dich, Jesum, lass' ich ewig nicht, Du stärkest mich von oben; Auf dich steht meine Zuversicht, Wenn meine Feinde toben. Ich flieh' zu dir, Du eilst zu mir; Wenn mich die Feinde hassen, Wirst du mich nicht verlassen. 5. Dich, Jesum, lass' ich ewig nicht, Dich, Gottes größte Gabe; Ich weiß, daß mir kein Gut gebricht, Herr, wenn ich dich nur habe. Ich will der Welt Für Gut und Geld, Den Heiland nicht verkaufen. die Eiteln 6. Dich, Jesum, lass' ich ewig nicht Das Kreuz soll uns nicht scheiden; Es bleibet jedes Gliedes Pflicht, Liebe zu Gott und Jesus Christus. Mit seinem Haupt zu leiden. Doch all mein Leid Währt kurze Zeit, Bald ist es überstanden, Und Ruh ist dann vorhanden. 7. Dich, Jesum, lass' ich ewig nicht, Nie soll mein Glaube wanken; Und wenn des Leibes Hütte bricht, Sterb' ich mit dem Gedanken: Mein Freund ist mein, Und ich bin sein; Er ist mein Schut, mein Tröster, Und ich bin sein Erlöster. 8. Dich, Jesum, lass' ich ewig nicht; Wenn alles wird vergehen, u Vater deiner Menschenfinder, Der du die Liebe selber bist, Und dessen Herz auch gegen Sünder Noch gütig und voll Mitleid ist, Laß mich von ganzem Herzen dein, Laß mich's mit allen Kräften sein! 2. Gieb, daß ich als dein Kind dich liebe, Da du mich als ein Vater liebst, Und so gesinnt zu sein mich übe, Wie du mir selbst die Vorschrift giebst! Was dir gefällt, gefall' auch mir; Nichts scheide mich, mein Gott, von dir! 3. Vertilge du durch deine Liebe In mir die Liebe dieser Welt Und gieb, daß ich Verleugnung übe, Wenn mir das Eiile noch gefällt! Wie sollt' ich je die Kreatur Dir vorziehn, Schöpfer der Natur? Werd' ich getrost auch im Gericht, Erlöser, auf dich sehen. Sieh brüderlich Vom Thron auf mich, Stell mich zu deiner Rechten, Zu deinen treuen Knechten! 274. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 185 Hier will ich dir vertrauen, 9. Dich, Jesum, lass' ich ewig nicht; Dort hoff' ich dich von Angesicht Zu Angesicht zu schauen. Mich ewig freun Dort werd' ich dein Und ewig deinen Namen, Erlöser, preisen! Amen. C Ehrenfried Liebich 1713-1780. 4. Laß mich um deines Namens willen Gern thun, was mir dein Wort gebeut! Kann ich's nicht, wie ich soll, erfüllen, So sich auf meine Willigkeit Und rechne mir nach deiner Huld, Die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld! 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden Das thut, was dir, o Gott, mißfällt. Drum laß es mich mit Ernst verGefiel' es auch der ganzen Welt! meiden, Die kleinste Sünde selbst zu scheun, Laß, Vater, mich behutsam sein! 6. Aus Liebe laß mich alles leiden, Was mir dein weiser Rat bestimmt! Auch Trübsal führt zu ewgene Freuden; Heiligung und chriftlicher Wandel. 186 Wer ihre Last gern übernimmt, Geduldig trägt und weislich nützt, Wird mächtig von dir unterstützt. no 7. In deiner Liebe laß mich houssterben, d med 275. Mel. Warum sollt' ich mich denn grämen. Meines Herzens reinste Freude Einer weint, Ist nur die, Daß ich nie Mich von Jesu scheide, Daß ich ihn durch Glauben ehre, Jederzeit s an Hoch erfreute? Seine Stimme höre. O dann pflegt Er und trägt Uns in unsern Schwächen. 2. Freundlich ruft er alle Müden Selig, wer in bösen Zeiten, Und erfüllt In Gefahr Sanft und mild Immerdar Ihren Geist mit Frieden; Sich von ihm läßt leiten! Seine Last ist leicht zu tragen, Er macht Bahn, Geht voran, Stärkt uns, wenn wir zagen. Dann ist auch Sterben meinGewinn, Dann werd' ich deinen Himmel erben, Wo ich dir ewig nahe bin. Da lieb' ich in Vollkommenheit Dich, Vater der Barmherzigkeit! Balthasar Münter 1735-1793. 3. Ja, er kennt die Leidensstunden; Größern Schmerz Als sein Herz Hat kein Herz empfunden. Darum blickt, wenn seiner Brüder Unser Freund Mitleidsvoll hernieder. 4. Will das Herz vor Jammer brechen, 5. Jesu, treuster Freund von allen, Mit dir will Froh und still Ich durchs Leben wallen! Auch der Tod kann mich nicht schrecken, Denn du wirst, Lebensfürst, Mich einst auferwecken. Sam. Gottlieb Bürde 1753-1831. 3. Der geistliche Kampf. 276. Nach eigener Melodie. Coins ist not! Ach Herr, dies Eine Darunter das Herze fich naget und Lehre mich doch! Alles andre, wie's auch scheine, Und dennoch kein wahres Vergnügen Ist ja nur ein schweres Joch, erjaget. Der geiſtliche Kampf.gilis Erlang' ich dies Eine, das alles erſetzt, So werd' ich mit einem in allem ergößt. 2. Seele, willst du dieses finden, o fins Such's bei keiner Kreatur; Laß, was irdisch ist, dahinten, Schwing dich über die Natur! Wo Gott und die Menschheit in einem vereinet, Wo alle vollkommene Fülle erscheinet, Da, da ist das beste notwendigste Teil, Mein Ein und mein Alles, mein seligstes Heil. 3. Wie dies Eine zu genießen Sich Maria dort befliß, Als sie sich zu Jesu Füßen Voller Andacht niederließ; Das Herz ihr entbrannte, nureinzig zu hören, Was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren; Ihr Alles war gänzlich in Jesum versenkt Und wurde ihr alles in einem geschenkt: 4. Also ist auch mein Verlangen, Liebster Jesu, nur nach dir; Laß mich treulich an dir hangen, Schenke dich zu eigen mir! Ob viele zum größesten Haufen auch fallen, So will ich dir dennoch in Liebe nachwallen; Denn Leben und Geist ist, o Jesu, dein Wort; Was fehlt meiner Seele bei dir, o mein Hort? 5. Aller Weisheit höchste Fülle In dir ja verborgen liegt. 187 Gieb nur, daß sich auch mein Wille Fein in solche Schranken fügt, Worinnen die Demut und Einfalt regieret Und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet! Ach wenn ich nur Jesum recht kenne So hab' ich der Weisheit vollkomund weiß, menen Preis. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen Als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen Durch dein heilges teures Blut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir erworben, Da du bist am Stamme des Kreuzes Da hab' ich die Kleider des Heiles gestorben; erlangt, Worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 7. Nun so gieb, daß meine Seele Auch nach deinem Bild erwacht; Du bist ja, den ich erwähle, Mir zur Heiligung gemacht! Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, Ist in dir, mein Heiland, mir alles in the gegeben; Entreiße mich aller vergänglichen Luſt, Dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt! 8. Ja, was soll ich mehr verlangen? Auf mich strömt die Gnadenflut. Du bist einmal eingegangen In das Heilge durch dein Blut. Heiligung und christlicher Wandel. 188 Da hast du die ewge Erlösung erfunden, Daß ich nun von Tod und Verdammnis entbunden; Dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, In kindlichem Geiste das Abba nun klingt. 9. Drum auch, Jesu, du alleine Sollst mein Ein und Alles sein! Durchbrecher aller Bande, Der du immer bei uns bist, Derda Schaden, Spott und Schande Uns mit Himmelslust versüßt: übe ferner dein Gerichte Wider unsern Adamssinn, Bis dein treues Angesichten Uns führt aus dem Kerker hin! 277. Mel. O bu Liebe meiner Liebe. 2. Ist's doch deines Vaters Wille, Daß du endest dieses Werk; Hiezu wohnt in dir die Fülle Aller Weisheit, Lieb und Stärk, Daß du nichts von dem verlierest, Was er dir geschenket hat, Und es aus dem Treiben führest Zu der süßen Ruhestatt. 3. Schaue doch auf unsre Ketten, Da wir mit der Kreatur Seufzen, um Erlösung beten Von der sündigen Natur, Von dem Dienst der Eitelkeiten, Der uns noch so hart bedrückt, Ob auch schon der Geist zu Zeiten Sich auf etwas Beßres schickt. Prüf, erfahre, wie ich's meine, Tilge allen Heuchelschein! Sieh, ob ich auf bösem betrüglichem Stege, Und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege! 4. Herr, zermalme, brich, vernichte Alle Macht der Finsternis, d Gieb, daß ich nichts achte, nicht Leben noch Tod, Und Jesum gewinne: dies Eine ist not! Joh. Heinr. Schröder 1666-1699. Rette uns aus dem Gerichte, Mach des Sieges uns gewiß! Heb uns aus dem Staub der Sünden, Wirf die Schlangenbrut hinaus, Laß uns wahre Freiheit finden Droben in des Vaters Haus! 5. Wir verlangen keine Ruhe Für das Fleisch in Ewigkeit; Was du nötig findest, thue Noch vor unsrer Abschiedszeit! Aber unser Geist, der bindet Dich im Glauben, läßt dich nicht, Bis er die Erlösung findet, Die dein treuer Mund verspricht. 6. Herrscher, herrsche! Sieger, fiege! König, brauch dein Regiment! Führe deines Reiches Kriege, Mach der Sklaverei ein End! Aus dem Kerker führ die Seelen Durch des neuen Bundes Blut! Laß uns länger nicht so quälen, Denn du meinst's mit uns ja gut! 7. Teuer sind wir ja erworben, nicht der Menschen Knecht' zu sein. Drum so wahr du bist gestorben, Der geistliche Kampf. Mußt du uns auch machen rein, Rein und frei und ganz vollkommen Und verkläret in dein Bild. Der hat Gnad um Gnad genommen, Welchen deine Füll erfüllt. 8. Liebe, ziehuns in dein Sterben, Den schweren Streit. 2. Du darfst ja wie ein Kind nur sein, Du darfst ja nur die leichte Liebe üben. 278. Mel. Es fostet viel, ein Christ zu sein. Es ist nicht schwer, ein Christ zu Drum übergieb ihn willig in den Tod, d ſein Und nach des reinen Geistes Sinn zu leben. So hat's nicht Not! Zwar der Natur geht es gar sauer ein, Sich immerdar in Christi Tod zu geben; Doch führt die Gnade selbst zu aller Zeit O blöder Geist, schau doch, wie gut er's mein'; Das kleinste Kind kann ja die Mutter lieben. 189 Drum fürchte dich nur ferner nicht so sehr: Es ist nicht schwer! 3. Dein Vater fordert nur das Herz, Daß er es selbst mit reiner Gnade fülle; Der treue Gott macht dir ja keinen Laß mit dir gekreuzigt sein, Was dein Reich nicht kann ererben; Führ ins Paradies uns ein! Doch wohlan, du wirst nicht säumen, Laß nur uns nicht lässig sein! Wird's doch sein, als ob wir träumen, Wenn die Freiheit bricht herein! Gottfr. Arnold. 1666-1714. 4. Wirf nur getrost den Kummer hin, Der nur dein Herz vergeblich schwächt und plaget! Erwecke nur zum Glauben deinen Sinn, Wenn Furcht und Weh am schwachen Herzen naget! mein Elend gnädig an! Sprich: Bater, schau So ist's gethan. 1970 5. Erhalt dein Herz nur in d Geduld, Wenn du nicht gleich des Vaters Hilfe merkest! Versiehst du's oft und fehlst aus eigner Schuld, So sieh, daß du dich durch die Gnade stärkeſt! Dann gilt dein Fehl und kindliches Versehn Als nicht geschehn. Schmerz, 6. Laß nur dein Herz im Glauben ruhn, ind Die Unlust schafft in dir dein eigner Wenn dich will Nacht und Finsternis Wille. bedecken! Heiligung und christlicher Wandel. Dein Vater wird nichts Schlimmes O Seele, sieh doch, wie ein wahrer mit dir thun, Vor keinem Sturm und Wind darfst Christ bin iriur du erschrecken. Ja, siehst du auch von Hilfe keine tajor Spur, 190 So glaube nur! 7. So wird dein Licht aufs neu entstehn, Du wirst dein Heil mit größrer Klarnad ni pillion ndi ir neiheit schauen. Was du geglaubt, wirst du dann Tovor dir sehn, Drum darfst du nur dem frommen Vater trauen. So selig ist! 1941 8. Auf, auf, mein Geist, was säumest du, Dich deinem Gott ganz kindlich zu ergeben? Geh ein, mein Herz, genieß die süße Ruh, Jth Frieden sollst du vor dem Vater schweben! Die Sorg und Last wirf nur getrost und kühn Allein auf ihn! s kostet viel, ein Christ zu ſein Und reinen Geistes Sinn zu leben; Denn der Natur geht es gar sauer ein, Sich immerdar in Christi Tod zu geben; Und ist hier gleich ein Kampf wohl ausgericht't, Das macht's noch nicht. dus Christ. Friedr. Richter 1676-1711. 279. Nach eigener Melodie. 3. Du sollst ein Kind des Höchsten ſein, Ein reiner Glanz, ein Licht im großen jus Lichte. Wie wirst du da so stark, so hell und rein, Angesichte, So herrlich sein, verklärt im Dieweil da Gottes wesentliche pid Prachten So schön dich macht! mo sa m 2. Doch ist es wohl der Mühe wert, 4. Da wird das Kind den Vater ſehn, Daß man mit Ernst die Herrlichkeit erwäget, Im Schauen wird es ihn mit Lust empfinden; Die ewiglich ein solcher Mensch erfährt, Des Lebens Strom wird es da ganz durchgehn Der wahren Himmelssinn im Herzen Und es mit Gott zu einem Geist verbinden. träget... Es hat wohl Müh, die Gnade aber. Wer weiß, was da im Geiste wird schafft geschehn, Uns Mut und Kraft. Wer mag's verstehn? dun Der geistliche Kampf. 5. Was Gott genießt, genießt es auch, Was Gott besitzt, wird ihm in Gott gegeben; Der Himmel steht bereit ihm zum Gebrauch, Wie lieblich wird es dort mit Jeſu leben! Nichts höher wird an Kraft und Würde sein Als Gott allein. Daß dich nicht die böse Zeit Unverhofft betrete! Denn es ist Satans List über viele Frommen Zur Versuchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf Von dem Sündenschlafe! Denn es folget sonst darauf Eine lange Strafe, Und die Not Samt dem Tod Möchte dich in Sünden Unvermutet finden. 3. Wache auf, sonst kannst du nicht Christi Klarheit sehen; Wache, sonst wird dir sein Licht Ewig ferne stehen! Denn Gott will Für die Füll Ceiner Gnadengaben Offne Augen haben. 280. Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. Mache dich, mein Geiſt, bereit, Weil's ihm sonst ein Leichtes iſt, Dich zu überwinden! 191 6. Auf, auf, meinGeist, ermüde nicht, Der Macht der Finsternis dich zu entreißen! Was sorgest du, daß dir's an Kraft gebricht? Bedenke, was für Kraft uns Gott sds verheißen! 4. Wache, laß des Feindes List Nicht im Schlaf dich finden, Wie gut wird sich's doch nach der Arbeit ruhn, Wie wohl wird's thun! Christ. Friedr. Richter 1676-1711. Gott läßt zu, Daß auch du, Wenn du sorglos wallest, In Versuchung fallest. Durch Gewalt bezwinge, and dul 5. Wache, daß dich nicht die Welt Oder, wenn sie sich verstellt, di Wieder an sich bringe! Wach und sieh, Es fehlt nie Hier an falschen Brüdern Unter Christi Gliedern! 6. Wache, nimm dein Fleisch in acht, Trau nicht deinem Herzen; Leicht kann, wer es nicht bedacht, l Gottes Gnad verscherzen! nito O, es ist bi sdsiz solnce Voller List, Kann sich selber heucheln Und in Hoffart schmeicheln. 7. Bete aber auch dabei, Bete bei dem Wachen! Denn der Herr nur kann dich frei Von dem allem machen, 192 Was dich drückt Und bestrickt, Heiligung und chriftlicher Wandel. Daß du schläfrig bleibest Und sein Werk nicht treibest. 8. Ja, er will gebeten sein, Soll er etwas geben; Er verlanget unser Schrein, Wenn wir wollen leben Und durch ihn Unsern Sinn, Ninge recht, wenn Gottes Gnade Dich nun ziehet und bekehrt, Daß dein Geist sich recht entlade Von der Last, die ihn beschwert! 281. Nach eigener Melodie. 2. Ringe, denn die Pfort ist enge Und der Lebensweg ist schmal! Hier bleibt alles im Gedränge, Was nicht zielt zum Himmelsjaal. 3. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, Dring hinein in Gottes Reich;, Will der Feind dir widerstreben, Werde weder matt noch weich! Welt und Fleisch und Sünden Kräftig überwinden. 4. Ringe, daß dein Eifer glühe Und die rechte Liebe dich Gänzlich von der Welt abziehe; Halbe Liebe hält nicht stich! 9. Nun so laßt uns immerdar, Wachen, flehen, beten, Weil uns Angst, Not und Gefahr Immer näher treten! Denn die Zeit Ist nicht weit, Da uns Gott wird richten Und die Welt vernichten. 6. Nimm mit Furcht doch deiner bo Seele, sd no Joh. Burkhard Freystein 1671-1718. Deines Heils mit Zittern wahr! Hier in dieser Leibeshöhle Schwebst du täglich in Gefahr. 7. Halte deine Krone feste, Halte männlich, was du haft! Recht beharren ist das Beste, Rückfall wird zur schweren Last. 8. Laß dem Fleische nicht den Willen, Gieb der Lust den Zügel nicht! Willst du die Begierden stillen, So verlischt das Gnadenlicht. Bis ins Grab beständig Krieg, Richtet sich nach keinem Winde, Sucht in jedem Kampf den Sieg.) 10. Wahre Treu liebt Christi Wege, 5. Ringe mit Gebet und Schreien, Halte damit feurig an, Laß dich keine Zeit gereuen, Steht beherzt auf ihrer Hut, Weiß von keiner Wollustpflege, Wär's auch Tag und Nacht gethan! Hält sich selber nichts zugut. 11. Wahre Treu kommt dem Getümmel Dieser Welt niemals zu nah; 9. Wahre Treu führt mit der Sünde Der geistliche Kampf. Ist ihr Schatz doch in dem Himmel, Drum ist auch ihr Herz allda. 12. Dies bedenket wohl, ihr Streiter, 282. THE Mel. Jesu, meines Lebens Leben. Wer er das Kleinod will erlangen, Jag' ihm nach, so viel er kann; Wer die Krone will empfangen, Der muß kämpfen als ein Mann, Muß sich auch zu allen Zeiten Auf das beste vorbereiten, Alles andre lassen gehn, Was ihm kann im Wege stehn. 2. Treuer Jesu, deine Güte hält auch mir ein Kleinod für, Das entzückt mich im Gemüte Durch den Reichtum seiner Zier. O wie glänzt die schöne Krone Von dem hohen Ehrenthrone, dlf Die du in der Herrlichkeit Deinen Streitern hast bereit! 3. Mich verlangt von ganzem Herzen, Daß sie mög' mein eigen sein; Ja ich sehne mich mit Schmerzen Nach dem freudevollen Schein. Schaffet, schaffet, Menschenkinder, Schaffet eure Seligkeit; Bauet nicht wie sichre Sünder Nur auf gegenwärtge Zeit, Sondern schauet über euch, Ringet nach dem Himmelreich Und bemühet euch auf Erden, Wie ihr möget selig werden! Evang. Gesangbuch II. Kämpfet recht, bezwinget euch! Dringet alle Tage weiter, Bis ihr kommt ins Himmelreich! Joh. Jof. Winckler 1670-1722. del and mislio Doch das Ringen macht mir bange, Und der Kampf währt mir zu lange, An der Erde hängt mein Sinn, Bald sinkt meine Kraft dahin. 283. Mel. Der am Kreuz ist meine Liebe. 193 4. Drum, mein Jesu, steh mir Armen In so großer Schwachheit bei; Laß dich meine Not erbarmen, Mache mich von allem frei, Was mir will mein Ziel verrücken; Laß mich in die Zeit mich schicken, Gieb mir Kraft und Freudigkeit, Fördre meinen Lauf und Streit! 5. Es verlohnt sich wohl der Mühe Kämpfen, eh' ich werd' gekrönt; Drum ich mich der Welt entziehe, Die den heilgen Kampf verhöhnt. Deine treue Gnadenkrone Ist mir übergnug zum Lohne; Wirst du nur mein Beistand sein, So ist sie in kurzem mein. Joh. Mentzer 1658-1734. 2. Daß nun dieses mög' geschehen, So bekämpfet Fleisch und Blut, Und der Welt zu widerstehen, Rüstet euch mit Kraft und Mut! Gottes Wille soll allein Eures Lebens Richtschnur sein, Mag es eure schwachen Herzen Nun erfreuen oder schmerzen. 13 194, Heiligung und christlicher Wandel, 3. Ihr habt Ursach zu bekennen, Daß man noch mit sicherm Herzen Daß ihr noch in Sünden seid, ni Mit der Sünde wollte scherzen. mi Daß ihr Fleisch vom Fleisch zu silk 7. Furcht muß man im Herzen nennen, tragen Daß ihr fehlt zu jeder Zeit, Und daß Gottes Gnadenkraft Nur allein das Gute schafft, Ja daß außer seiner Gnade Nichts euch bleibt als Seelenschade. Vor dem Herrn, der Leib und Seel Kann zur Hölle niederschlagen, Doch auch allen, ohne Fehl, Weil er ewig uns geliebt, Wollen und Vollbringen giebt.. O so laßt uns zu ihm gehen, Ihn um Gnade anzuflehen! 4. Selig wer im Glauben kämpfet, Selig wer im Kampf besteht, Wer des Fleisches Lüste dämpfet, Selig wer die Welt verschmäht! Unter Christi Kreuzesschmach Jaget man dem Frieden nach; Wer den Himmel will ererben, Muß zuvor mit Christo sterben. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, Sondern träg und lässig sein, Eure Lüste zu bezwingen, So bricht eure Hoffnung ein. Ohne tapfern Streit und Krieg Folget niemals rechter Sieg; Nur den Siegern wird die Krone Beigelegt zum Gnadenlohne. 6. Mit der Welt nach Lust zu jagen, Hat bei Christen keine Statt; veichtsinn bei der Welt Gelagen Schwächt den Geist und macht ihn " pastic matt. Unter Christi Kreuzesfahn Geht es wahrlich niemals an, 8. Und dann zähmet eure Glieder, Drin die Sündenlust sich regt, Kämpft den alten Menschen nieder, Bis ihm seine Macht gelegt! Was euch ärgert, hauet ab; Was euch hindert, senkt ins Grab Und gedenket oft der Worte: Dringet durch die enge Pforte! 9.3ittern will ich vor der Sünde Und dabei auf Jesum sehn, Bis ich seinen Beistand finde, In der Gnade zu bestehn. Ach mein Heiland, geh doch nicht Mit mir Armem ins Gericht; Gieb mir deines Geistes Waffen, Meine Seligkeit zu schaffen! 10. Amen, es geschehe, Amen! Gott versiegle dies in mir, Auf daß ich in Jesu Namen Meinen Glaubenskampf vollführ Er verleihe Kraft und Stärk Und regiere selbst das Werk, Daß ich wache, bete, ringe Und also zum Himmel dringe. Ludw. Andr. Gotter 1671-1735. 284. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Ficht der nur das Ende Meinen in dieſer Krönet die Beständigkeit. Ach getreuer Gott, vollenden Hab' ich einmal dich bekannt, d So verleihe mir Bestand, Der geistliche Kampf. Daß ich, bis ich einst erfalte, Glauben und Gewissen halte! 2. Du bist treu in allen Dingen, Und dein Wort ist auch getreu; Laß mich dir ein Herze bringen, Das dem deinen ähnlich sei! Wanket oft mein Fleisch und Blut Und entfället mir der Mut, So laß doch den rechten Glauben Nicht aus meinem Herzen rauben! 3. Laß mich halten, was ich habe, Daß mir nichts die Krone nimmt! Es ist deines Geistes Gabe, Rüstet euch, ihr Christenleute! Die Feinde suchen euch zur Beute, Ja Satan selbst hat euch begehrt. Wappnet euch mit Gottes Worte Und kämpfet frisch an jedem Orte, Damit ihr bleibet unversehrt! Ist euch der Feind zu schnell, Hier ist Immanuel. Hosianna! 285. Mel. Wache auf! ruft uns die Stimme. Wohlan, so seid Zum Kampf bereit, Dann krönet euch die Ewigkeit! Der Starke fällt Durch diesen Held, Und wir behalten mit das Feld. 2. Reinigt euch von euern Lüsten, Besieget sie als rechte Christen Und stehet in des Herren Kraft! Stärket euch in Jeſu Namen, Daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen, Zeigt eures Glaubens Ritterschaft! Wer hier ermüden will, Der schaue auf das Ziel: Da ist Freude. Daß mein Glaubensdocht noch englimmt. Lösche nicht den Funken aus, Mach ein helles Feuer draus, Laß den Glauben in mir brennen, Dich vor aller Welt bekennen! 195 4. Jesu, hilf mir an dir hangen, Wie die Reb am Weinstock hängt, Fest im Glauben dich umfangen, Bis mich dort dein Arm umfängt! Kommt es auch zur letzten Not, So versiegle durch den Tod, Was ich hier geglaubt auf Erden, Und laß es zum Schauen werden! Benj. Schmold 1672-1737. 3. Streitet recht die wengen Jahre, Ch' ihr kommt auf die Totenbahre; Kurz, kurz ist unser Lebenslauf! Wenn Gott wird die Toten wecken Und vor dem Herrn die Welt erschrecken, So stehen wir mit Freuden auf. Gottlob, wir sind versöhnt; Daß uns die Welt noch höhnt, Währt nicht lange, Und Gottes Sohn Hat lange schon Uns beigelegt die Ehrenkron. 4. Jesu, stärke deine Kinder Und mach aus ihnen überwinder, Die du erkauft mit deinem Blut! Schaff in uns ein neues Leben, Daß wir uns stets zu dir erheben, 13* Heiligung und christlicher Wandel. So halten wir Getreu an dir Im Tod und Leben für und für! Wilh. Erasmus Arends+ 1721. 196 Wenn uns entfallen will der Mut! Gieß aus auf uns den Geist, Dadurch die Liebe fleußtin In die Herzen: 286. Mel. Meinen Jesum lass' ich nicht. Seele, was ermüdst du dich In den Dingen dieser Erden, Die doch bald verzehren sich Und zu Staub und Asche werden? Suche Jesum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht! 2. Sammle den zerstreuten Sinn, Laß ihn sich zu Gott aufschwingen, Nicht ihn stets zum Himmel hin, Laß ihn in die Gnad eindringen! Suche Jesum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht! 3. Du verlangst oft süße Ruh, Dein betrübtes Herz zu laben; Eil der Lebensquelle zu, Da kannst du sie reichlich haben! Suche Jesum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht! 4. Geh in Einfalt stets einher, Laß dir nichts das Ziel verrücken! Gott wird aus der Liebe Meer Dich, den Kranken, wohl erquicken. Suche Jesum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht! Und zu seinem Reich erkoren. Suche Jesum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht! 5. Du bist ja ein Hauch aus Gott Und aus seinem Geist geboren, Bist erlöst durch Christi Tod 6. Schwinge dich nur oft im Geist über alle Himmelshöhen, Laß, was dich zur Erde reißt, Unter deinen Füßen stehen! Suche Jesum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht! 7. Nahe dich dem lautern Strom, Der vom Thron des Lammes fließet Und auf die, so keusch und fromm, Sich in reichem Maß ergießet! Suche Jejum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht! 8. Laß dir seine Majestät Immerdar vor Augen schweben, Laß mit brünstigem Gebet Sich dein Herz zu ihm erheben! Suche Jesum und sein Licht, Alles andre hilft dir nicht! 9. Sei im übrigen ganz still, Du wirst schon zum Ziel gelangen; Glaube, daß sein Liebeswill Stillen werde dein Verlangen! Drum such Jesum und sein Licht, Alles andere hilft dir nicht! 2500 Jak. Gabriel Wolf 1684-1754, Ter geistliche Kampf. 287. Nach eigener Melodie. Jd chwillstreben Nach dem Leben, Wo ich selig bin. Ich will ringen Einzudringen, Bis daß ich's gewinn'. Hält man mich, so lauf' ich fort; Bin ich matt, so ruft das Wort: Fortgerungen, Durchgedrungen Bis zum Kleinod hin! 2. Als berufen Zu den Stufen Vor des Lammes Thron, Will ich eilen; Das Verweilen Bringt oft um den Lohn; Wer auch läuft und läuft zu schlecht, Der versäumt ſein Kronenrecht. Was dahinten, Das mag schwinden, Ich will nichts davon. ortgekämpft und fortgerungen, Bis zum Lichte durchgedrungen Muß es, bange Seele, sein! Durch die tiefsten Dunkelheiten Kann dich Jesus hingeleiten, Mut spricht er den Schwachen ein. 288. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 2. Bei der Hand will er dich fassen, Scheinst du gleich von ihm verlassen: Glaube nur und zweifle nicht!! Bete, kämpfe ohne Wanken: Bald wirst du voll Freude danken, Bald umgiebt dich Kraft und Licht! 3. Bald wird dir sein Antlitz funkeln; Hoffe, harre auch im Dunkeln, Nie gereut ihn seine Wahl! Er will dich im Glauben üben, 3. Jesu, richte Mein Gesichte Nur auf jenes Ziel; Lenk die Schritte, Stärk die Tritte, Wenn ich Schwachheit fühl'! Lockt die Welt, so sprich mir zu; Schmäht sie mich, so tröste du; Deine Gnade Führ' gerade Mich aus ihrem Spiel! 4. Du mußt ziehen, Mein Bemühen 197 Ist zu mangelhaft. Wo ihr's fehle, Spürt die Seele; Aber du hast Kraft, Weil dein Blut uns Leben bringt Und dein Geist das Herz durchdringt. Dort wird's tönen Bei dem Krönen; Gott ist's, der es schafft! Phil. Friedr. Hiller 1699-1769. Gott, die Liebe, kann nur lieben: Wonne wird bald deine Qual. 4. Weg von aller Welt die Blicke, Schau nicht seitwärts, nicht zurücke, Nur auf Gott und Ewigkeit! Nur zu deinem Jesus wende Aug und Herz und Sinn und Hände, Bis er himmlisch dich erfreut! 5. Aus des Jammers wilden Wogen de Hat dich oft herausgezogen Seiner Allmacht treue Hand. Nie zu kurz ist seine Rechte; Wo ist einer seiner Knechte, Der bei ihm nicht Rettung fand? 6. Schließ dich ein in deine Kammer, 198 Heiligung und Geh und schütte deinen Jammer Aus in Gottes Vaterherz! Kannst du gleich ihn nicht empfinden, Worte nicht noch Thränen finden: Klage schweigend deinen Schmerz! 7. Kräftig ist dein tiefes Schweigen, Gott wird sich als Vater zeigen; Glaube nur, daß er dich hört! Auf, auf, mein Geiſt, betrachte 289. Mel. Valet will ich dir geben. Wach auf vom Schlaf, verachte Der Eitelkeiten Tand! Die Lust der Welt vergehet Und endet sich in Leid; Des Christen Glück bestehet In Zeit und Ewigkeit. 2. Dich stellt zu Gottes Bilde Dein Mittler wieder her; Drum sei gerecht und milde Und rein und fromm wie er! Auf, auf, die Zeit verschwindet Und alles mit der Zeit; Nur dem, der überwindet, Lohnt einst die Ewigkeit! 3. Gebet und Ernst erringen Das Heil der bessern Welt. Auf, alles zu bezwingen, Was dich gefangen hält! O wache! Deine Feinde Verändern die Gestalt: Bald schmeicheln sie als Freunde, Bald brauchen sie Gewalt. christlicher Wandel. Glaub, daß Jesus dich vertreten, Glaube, daß, was er gebeten, Gott sein Vater ihm gewährt! O 4. Vergleiche dieses Leben Mit dem, was Gottes Geist, Aus Gnaden uns zu geben, 8. Drum so will ich nicht verzagen, Mich vor Gottes Antlitz wagen, Flehen, ringen fort und fort. So werd' ich ihn überwinden: Wer ihn sucht, der wird ihn finden, Wird ihn haben fort und fort. Joh. Kaspar Lavater 1741-1801. In seinem Wort verheißt: Dann wirst du bald erkennen, Es sei doch in der That Nur Eitelkeit zu nennen, Was diese Erde hat! 5. Du ringst nach Ruhm und Ehre Und willst bewundert sein, Als ob nichts Höhres wäre: Denk nur an Jesu Pein! Er ist für dich gestorben Und hat zum Eigentum Den Himmel dir erworben: Das sei dein wahrer Ruhm. 6. Was sind des Reichtums Gaben, Die hier der Rost verzehrt? Willst du den Schatz nicht haben, Den Jesus uns gewährt, Wenn wir uns ihm ergeben Und unser Herz ihm weihn, Um ihm getreu zu leben Und uns in ihm zu freun? 7. Was sind des Leibes Freuden, Der Sinne Gaukelspiel? Sie schaffen dir der Leiden, Der Müh und Sorgen viel, Entfernen deine Seele Je mehr und mehr von Gott, Und in des Grabes Höhle Begräbt sie doch der Tod. Der geistliche Kampf. 8. Gott ist die rechte Quelle, Aus der sich Lust ergießt, Die ewig rein und helle Für fromme Seelen fließt. Dem lohnet kein Vergnügen, Auf den sein Aug nicht blickt; si Er bleibt ihm Staube liegen Und ewig unerquickt. 9. Auf denn, mein Geist, entschwinge Seit du zu Gott Dich dieser Sinnlichkeit Nach Christ. Ludw. Edeling 1678-1742, bearbeitet von Friedr. Brauer 1754-1813. err, laß mich deine Heiligung Durch deinen Geist erlangen! Du hast die Sinnesänderung Selbst in mir angefangen; Dein Geist wirkt Heiligung allein, Nur deine Kraft macht Herzen rein, gegangen. lif maniad ni il 290. Und glaube, bete, ringe inng Nach jener Seligkeit! bid sduidas Die Welt wird einst vergehen Mit dem, was in ihr ist; i thote Doch Gott bleibt ewig stehen, Mit ihm dein Heil, o Christ! ist 10. Vom Dienst der Eitelkeiten Befreie, Gott, mein Herz! Den heißen Wunsch nach Freuden, Den lenke himmelwärts! 2. Ich kann mich selber vor der Welt Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 199 Ruh kann die Welt nicht geben Dem Geist, der ewig ist; Nur der hat Ruh und Leben, i Dem du, Gott, alles bist. 3. Ich stehe immer in Gefahr, Das Kleinod zu verlieren; Die Sünde lockt mich immerdar Und will mich dir entführen. Herr Jesu, nimm dich meiner an, Erhalt mich auf der Lebensbahn, Nur du wollst mich regieren! 4. Die Kraft von deinem teuern Blut Laß innig mich durchdringen, Dein Leben, o du höchstes Gut, Mir in das Herz zu bringen, Damit dein Geist, der ewig frei, Allein mein innres Leben sei: Dann wird es mir gelingen! Nicht unbefleckt bewahren; Ich kann nicht thun, was dir gefällt, Das hab' ich oft erfahren. Ich will mich übergeben dir: Die Lebensnahrung finden, 5. Laß mich in deiner Lieb allein Vertreib aus mir den Lügenschein O mach ein neu Geschöpf aus mir Nur die Gemeinschaft mit dem Licht Der angewohnten Sünden! In meinen Gnadenjahren! Sei meine Lust und süße Pflicht: Dann wird die Knechtschaft schwinden. 6. Lösch alles fremde Feuer aus, Das in mir möchte brennen! Mach mich zu deinem reinen Haus, 200 Laß nichts von dir mich trennen! Verbinde dich im Geist mit mir, Damit ich, völlig eigen dir, Nach dir mich dürfe nennen! Heiligung und christlicher Wandel. 7. Laß mich in deiner Gegenwart Mit stillem Geiste bleiben; 291. Mel. Wie groß ist des Allmächtgen Güte; ober: Die Tugend wird burchs Kreuz geüber. Behalte mich in deiner Pflege, der dem Tode mich entrückt, Daß nicht der Trug der eignen Wege Mich kaum Erlösten neu umstrickt! Du kennst mein Herz in seinem Trube, Du kennst's in seiner Kreuzesflucht; Behalte mich in deinem Schutze, Behalt mich, Herr, in deiner Zucht! 2. Behalte mich in der Bereitung Des heilgen Geistes für und für! Es würde ohne deine Leitung Ein unbrauchbarer Baum aus mir. Vo olk des Herrn, du hast hienieden Mach mein Gefühl mir rein und zart, Das Böse wegzutreiben; In dir laß mich stets grünend sein: So führst du mich zum Himmel ein, Mag auch mein Leib zerstäuben! Nach Jch. Mich. Hahn 1758-1819. Einen langen schweren Streit. Kämpfe sind dir hier beschieden, Friede in der Ewigkeit. Lege an die rechte Wehre, Stehe auf dem ewgen Fels, Daß dir Sieg und Heil beschere Er, der Heiland Israels! 292. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 2. Träumest du von guten Tagen, Oder wachst du auf zum Streit? Wiegst du dich in alten Sagen, Oder kennst dit deine Zeit?@ Die Keime selbst der Lieb und Güte, Die du mir neu ins Herz gelegt, Ach sie verkümmern vor der Blüte, Wo deine Rechte sie nicht pflegt. 3. Du mußt, was du begannst, vollenden, Aus mir wächst Heilges nicht hervor: Behalt in deinen Bildnerhänden Mich weiches Wachs, mich schwankes Rohr! Ob milde Lüfte wehn, ob Stürme, O laß mich nimmer, nimmer los! Behalte mich in deinem Schirme Und deiner Liebe treuem Schoß! Friedr. Adolf Krummacher 1768-1845. Hörest du den Ruf der Wächter: 11 Glaubet ihr, so bleibt ihr stehn; Aber wehe dem Verächter, Denn sein Trost wird untergehn?" 3. Volk des Herrn, du hast hieod nieden Einen langen schweren Streit. Nun so suche keinen Frieden In der bösen Zeitlichkeit! Führe deines Gottes Kriege! Jesu Kreuz ist dein Panier; Unter diesem Zeichen siege, Seine Schmach sei deine Zier! Samuel Preiswert 1799-1871. Der geistliche Kampf. 293. Mel. Christus der ist mein Leben. Hindurch, hindurch mit Freuden! Hindurch durch alle Leiden, Durch Kreuz und Not und Pein! 2. Hindurch, hindurch mit Freuden, Mit Gottes Helm und Sieg, Durch Leiden und durch Streiten, In seinem heilgen Krieg! 3. Hindurch die öden Strecken Von unsrer Wanderschaft, Durch Klüfte und durch Schrecken Mit seiner Gottestraft! kommen sei, Noch bin ich fern der heilgen Stätte Wo ich von allen Sünden frei; Doch jag' ich ihm mit allen Kräften Als meinem höchsten Gute nach, Wenn auch in meines Laufs Geschäften Mir oft die Kraft zuſammenbrach. 2. Ich jag' ihm nach, ob ich's ergreife, Weil Jesus Christus mich ergriff, Und wenn ich ab vom Ziele schweife, Wie beugt es mich so schrecklich tief! Ich will verschmerzen und vergessen Das alles, was dahinten ist, Und meinen Lauf nur darnachmessen, Ob ich mich nahe Jesu Christ. 294. Mel. Wie groß ist des Allmächtgen Güte; oder: Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. Nicht daß ich es ergriffen hätte Dem einem vorgeſteckten Ziel, Und jetzt schon gar vollOb ich es möchte noch erlangen All andres ist nur Tand und Spiel, 3. Ich jage nach mit Lust und Bangen 201 4. Und wenn es schwül und traurig Und trostlos allwärts ſteht, Und das Gewölke schaurig Fast bis zur Erde geht: 5. Hindurch mit Adlerflügeln, Mit Danken und Gebet Hin, wo auf ewgen Hügeln dll Der Tempel Gottes steht! 6. Hindurch, hindurch mit Freuden Selbst durch des Todes Nacht, Hin, durch die letzten Leiden, Bis daß es heißt: Vollbracht! Frnst Albert Zeller 1804-1877. Dem Kleinod, das mir vorgehalten Als himmlische Berufung ist, Und trotze aller Welt Gewalten Und selbst des Satans Trug und List. 4. Doch wie ich kflüglich mich gehütet, Noch hab' ich nicht aufs Blut gekämpft; Das Feuer, das im Innern wütet, Ist nicht erloschen, nur gedämpft; Ich kann der Schlange nicht zertreten Den Kopf, das kannst du, Herr, allein; Ich kann verwunden, doch nicht töten, Und meine Siege sind nur Schein. 100 GIEALE MAL 5. Gieb mir den starken Schild des Glaubens Heiligung und christlicher Wandel. 202 Und auf das Haupt den Helm des Heils, Sonst wird kein Ende des Beraubens Des mir von dir verliehnen Teils; Gieb mir das Schwert in meine Rechte, Das Glaubensschwert, das niemals fehlt: Dann halt'ichStand in dem Gefechte, Und meine Seele wird gestählt. 6. So nah am Ziel und mod liegen? Die Kraft zum Kampfe geht mir aus. Herr, führ aufs neue mich zum Siegen! Schon winket mir das Vaterhaus. unterMir nach, ihr Christen alle! Verleugnet euch, verlaßt die Welt, Folgt meinem Ruf und Schalle, Nehmt euer Kreuz und Ungemach Aufeuch, folgt meinem Wandel nach! 2. Ich bin das Licht, ich leucht' 10 euch für Mit heilgem Tugendleben; Wer zu mir kommt und folget mir, Darf nicht im Finstern schweben; Ich bin der Weg, ich weise wohl, Wie man wahrhaftig wandeln soll. Nur wer getreu bis an das Ende Den Streit als wie ein Held besteht, Empfängt in seine Siegerhände Die Krone, die nicht mehr vergeht. 4. Nachfolge Christi. 295. Mel. Mach's mit mir, Gott, nach deiner Güt. Mi ir nach, spricht Christus unser Mein Geist und Wille, Kraft und Held, 3. Mein Herz ist voll Demütigkeit, Voll Liebe mein Gemüte, Mein Mund voll Huld und Freundlichkeit, Voll Sanftmut und voll Güte. 7. Doch wer auch mit dem fühnsten Wagen Vordringt, daß ihm nicht einer gleicht, Würd' er von dir nicht hingetragen, Er hätte nie das Ziel erreicht. Du giebst das Wollen und Vollbringen, Dein ist die Ehre, dein der Preis; So laß es du uns, Herr, gelingen Und schmück uns mit dem Siegesshere brud da preis! Crnst Albert Seller 1804-1877. Sinn Ist Gott ergeben: schaut auf ihn! 4. Ich zeig' euch das, was schädlich ist, Zu fliehen und zu meiden Und euer Herz von arger List Zu reingen und zu scheiden. Ich bin der Seelen Fels und Hort Und führ' euch zu der Himmels pfort. 5. Fällt's euch zu schwer, ich geh voran, Ich steh' euch an der Seite; Ich kämpfe selbst und breche Bahn, Bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still mag stehn, Sieht er voran den Feldherrn gehn. Round Nachfolge Chriſti. 6. Wer hier sein Heil zu finden meint, meint, siis Wird's ohne mich verlieren; n Wer hier es zu verlieren scheint, Den werd' ich dazu führen. Wer nicht sein Kreuz nimmt in Geduld, Ist mein nicht wert und meiner Huld. 11 112 296. Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht singen; asset uns mit Jesu ziehen, Seinem Vorbild folgen nach, In der Welt der Welt entfliehen, Auf der Bahn, die er uns brach, Immerfort zum Himmel reisen, Irdisch noch, schon himmlisch sein, Glauben recht und leben rein, In der Lieb den Glauben weisen! Treuer Jesu, bleib bei mir; Geh voran, ich folge dir! 2. Lasset uns mit Jesu leiden, Seinem Vorbild werden gleich! Nach dem Leide folgen Freuden, Armut hier macht droben reich, Thränensaat die erntet Wonne, Hoffnung tröstet mit Geduld, Denn es scheint durch Gottes Huld Nach dem Regen bald die Sonne. Jesu, hier leid' ich mit dir, Dort teil deine Freud mit mir! Spoties 203: 7. So laßt uns denn dem lieben snied Herrn Herrn d Mit unserm Kreuz nachgehen ist Und wohlgemut, getrost und gern Bei ihm im Leiden stehen; is Denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron Des ewgen Lebens nicht davon! Joh. Scheffler( Angelus Silesius) 1624-1677. ol oder: Lasset uns den Herren preisen. 3. Lasset uns mit Jesu sterben l Sein Tod wehret unſerm Tod, Rettet uns von dem Verderben, Von der Seele ewger Not. Laßt uns töten, weil wir leben, Unser Fleisch, ihm sterben ab, So wird er uns aus dem Grab In des Himmels Leben heben! Jesu, sterb' ich, sterb' ich dir, Daß ich lebe für und für! ei getreu bis an das Ende, Daß nicht Marter, Angst und Not Dich von deinem Jesu wende; Sei ihm treu bis in den Tod! Ach, das Leiden dieser Zeit g 4. Lasset uns mit Jesu leben! Weil er auferstanden ist, Muß das Grab uns wieder geben. Jesu, unser Haupt du bist, Wir sind deines Leibes Glieder; Wo du lebst, da leben wir. Ach erkenn uns für und für, Trauter Freund, für deine Brüder! Jesu, dir nur leb' ich hier Und dort ewig auch bei dir! Sigismund von Birken 1626-1681. 110 CA 297. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 1 tchise Ist nicht wert der Herrlichkeit, Die dein Jesus dir will geben Dort in jenem Freudenleben. gain 2. Sei getreu in deinem Glauben; Laß dir dessen festen Grund Heiligung und christlicher Wandel. 204 Ja nicht aus dem Herzen rauben, Halte treulich deinen Bund, Welchen in der Taufe Bad Gott mit dir geschlossen hat! dall Der ist gottlos und verloren, Wer ihm treulos hat geschworen. 3. Sei getreu in deiner Liebe Gegen Gott, der dich geliebt! An dem Nächsten Gutes übe, Und wenn er dich hat betrübt, Denke wie dein Heiland that, Als er für die Feinde bat! So mußt du Verzeihung schenken, Soll Gott gnädig dein gedenken. 4. Sei getreu in deinem Leiden! Lasse dich kein Ungemach Von der Liebe Jesu scheiden, Murre nicht in Weh und Ach! Denn du machest deine Schuld Himmelan geht unſre Bahn; Wir sind Gäste nur auf Erden, Bis wir hin nach Kanaan Durch die Wüste kommen werden; Hier ist unser Pilgerstand, Droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist, Denn du bist ein himmlisch Wesen Und kannst das, was irdisch heißt, Nicht zu deinem Ziel erlesen!" Ein von Gott gelehrter Sinn Kehrt zu seinem Ursprung hin. Größer nur durch Ungeduld. Leichter trägt, wer willig träget, Was sein Gott ihm auferleget. 298. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 3. Himmelan, ruft Gott mir zu, Wenn ich ihn im Worte höre; Das weist mir den Ort der Ruh, Traue fest auf Gottes Wort! 5. Sei getreu in deinem Hoffen, Hat dich Kreuz und Not betroffen. Und Gott hilft nicht allsofort: Hoff auf ihn doch festiglich! Nimmermehr vergißt er dich. Seine Hilf ist schon vorhanden Hoffnung machet nie zuschanden. 6. Nun wohlan, so bleib im Leben Glaube, Lieb und Hoffnung fest! Ich will Treu für Treue geben, Weil mein Gott mich nicht verläßt. Herr, den meine Seele liebt, Dem sie sich im Kreuz ergiebt, Sieh, ich fasse deine Hände: Hilf mir treu sein bis zum Ende! Nach Benjamin Prätorius+ nach 1668. Wo ich einmal hingehöre. Wenn ich dieses Wort bewahrt, Halt' ich frohe Himmelfahrt. 4. Himmelan! Mein Glaube zeigt Mir das schöne Los von ferne, Daß mein Herz schon aufwärts steigt Über Sonne, Mond und Sterne; Tenn ihr Licht ist viel zu klein Gegen jenen Glanz und Schein. 5. Himmelan wird mich der Tod In die rechte Heimat führen, Da ich über alle Not Ewig werde triumphieren.com Jesus geht mir selbst voran, Daß ich freudig folgen kann. Nachfolge Christi. 6. Himmelan, ja himmelan! Das soll meine Losung bleiben. Ich will allen eiteln Wahn 299. Mel. Unerschaffne Lebenssonne. Auf, uf, ihr Streiter, durchgedrungen, Auf und folgt dem Heiland nach, Der durch Marter, Tod undSchmach Sich zum Himmel aufgeschwungen! Ringt ihm nach in seiner Kraft; Er ist's, der den Sieg verschafft! 2. Kein Erlöster müsse sagen, Ihm gebreche Kraft und Mut Zu dem Kampf mit Fleisch und Blut; Alles soll der Jünger wagen, Weil der Herr die Wunden heilt Und den Schwachen Kraft erteilt. 3. Sind wir schwach, bei ihm ist Stärke; Sind wir arm, der Herr ist reich. Wer ist unserm Führer gleich? Unser Gott thut Wunderwerke. esu, geh voran Auf der Lebensbahn, Durch die Himmelslust vertreiben; Himmelan steht nur mein Sinn, Bis ich in dem Himmel bin! Benj. Echmold 1672-1737. gadud stund on 22 nic Und wir wollen nicht verweilen, Dir getreulich nachzueilen; Führ uns an der Hand Bis ins Vaterland! 2. Sollt's uns hart ergehn, Laß uns feste stehn Und auch in den schwersten Tagen Niemals über Lasten klagen! Denn durch Trübsal hier Geht der Weg zu dir. Sagt, ob der nicht helfen kann, Dem die Himmel unterthan? 2052 4. Ja, Gott kann und will une schirmen. Drum so dringet mutig ein, Schämt euch, träg und feig zu sein! Mag es drohen, mag es stürmen: Nur durch Müh, Geduld und Streit Führt der Weg zur Seligkeit. 300. Mel. Seelenbräutigam. 5. Nun so wachet, kämpft und ringet, Bleibet wacker im Gebet, Bis ihr auf der Höhe steht, Wo der Sieg die jahne schwinget! Ist der Erde Werk gethan, Hebt des Himmels Sabbat an. Nach Joh. Simon Buchka 1705-1752. 3. Rühret eigner Schmerz Irgend unser Herz, Kümmert uns ein fremdes Leiden, Oso gieb Geduld zu beiden; Richte unsern Sinn 18 Auf das Ende hin! 4. Ordne unsern Gang, Heiland, lebenslang! Führst du uns durch rauhe Wege, Gieb uns auch die nötge Pflege; Thu uns nach dem Lauf Deine Thüre auf! Nik. Ludw. Graf von Zinzendorf 1700-1760. 206 nodis Heiligung und christlicher Wandel. sid 301. Mel. Ich dank' dir schon durch deinen Sohn. Christ, erhebe Herz und Sinn! Was hängst du an der Erden? Hinauf, hinauf zum Himmel hin! Ein Christ muß himmlisch werden. 2. Was bist du in der Welt? Ein Gast, Ein Fremdling und ein Wandrer. Wenn du kurz ausgehalten hast, So erbt dein Gut ein andrer. 3. Was hat die Welt, was beut sie an? Nur Tand, nur eitle Dinge.dit Wer einen Himmel hoffen kann, Der schätzt die Welt geringe. 4. Wer Gott erkennt, kann der wohl noch Den Sinn aufs Niedre lenken? Nur wer an Gott denkt, denket hoch; So müssen Christen denken. 5. Sieh, Christ, nie mutlos unter dich, Wenn dich die Leiden drücken, Sieh gläubig in die Höh und sprich: Der Herr wird mich erquicken! 6. Der Christen hohes Bürgerrecht Ist dort im Vaterlande; Himmelan, nur himmelan der Was die Frommen wünschen, kann Dort erst ganz geschehn, Der Christ, der irdisch denkt, denkt schlecht Und unter seinem Stande. Auf Erden nicht. Freude wechselt hier mit Leid; 7. Dort ist das rechte Kanaan, Wo Lebensströme fließen; Blick oft hinauf, der Anblick kann Den Leidenskelch versüßen! 8. Dort oben ist des Friedens Haus, Gott teilt zum Gnadenlohne Den Überwindern Kronen aus; Kämpf auch um Ruh und Krone! 9. Dort singt der Engelchor im Licht 900 Von Gott und seinen Werken; O Seele, sehnest du dich nicht, Dies Loblied zu verstärken? 302. Mel. Ruhe ist das beste Gut. 10. Dort herrscht dein Heiland Jesus Christ, Der Tilger deiner Sünden; Mit dem, durch den du selig bist, Muß sich dein Herz verbinden. 11. Hilf, Heiland, daß ich für und für Den Geist dorthin erhebe, Und daß ich jetzt und ewig dir Zu Ehren denk' und lebe! Ehrenfried Liebich 1713-1780. Richt hinauf zur Herrlichkeit Dein Angesicht! 2. Himmelan schwing deinen Geist Jeden Morgen auf! Kurz, ach kurz ist, wie du weißt, Jodna Unser Bilgerlauf. sid how Fleh täglich neu: Gott, der mich zum Himmel schuf, Präg ins Herz mir den Beruf, Mach mich getreu! Nachfolge Chrifti, nugis ( Statt zu klagen, bete mehr, di Erkämpf den Sieg! 3. Himmelan hat er dein Ziel Selbst hinaufgestellt. Sorg nicht mutlos, nicht zu viel Um den Tand der Welt! Flieh diesen Sinn! Nur was du dem Himmel lebst, Dir von Schäßzen dort erstrebit, Das ist Gewinn. 4. Himmelan erheb dich gleich, Wenn dich Kummer drückt, Weil dein Vater treu und reich, Stündlich auf dich blickt! Was quält dich so? Droben in dem Land des Lichts Weiß man von den Sorgen nichts; Sei himmlisch froh! 5. Himmelan wallt neben dir Alles Volk des Herrn, Trägt im Himmelsvorschmack hier Seine Lasten gern. Oschließ dich an! Kämpfe drauf, wie sich's gebührt; Denke, auch durch Leiden führt Die Himmelsbahn! 6. Himmelan ging Jesus Christ Mitten durch die Schmach; Folg, weil du sein Jünger bist, Seinem Vorbild nach! 7. Himmelan führt seine Hand Durch die Wüste dich, Ziehet dich im Prüfungsstand Näher hin zu sich Im Himmelssinn; or Von der Weltlust freier stets Und mit ihm vertrauter geht's Zum Himmel hin. d teil und dornicht ist der Pfad, Der uns zur Vollendung leitet. Selig ist, wer ihn betrat 8. Himmelan führt dich zuletzt Selbst die Todesnacht. Sei's, daß sie dir sterbend jetzt Kurze Schrecken macht, Harr aus, harr aus! Auf die Nacht wird's ewig hell, Nach dem Tod erblickst du schnell Des Vaters Haus. 9. Halleluja! Himmelan Steig' dein Dank schon hier. Einst wirst du mit Scharen nahn, Und Gott naht zu dir In Ewigkeit. S Aller Jammer ist vorbei, Alles jauchzt verklärt und neu In Ewigkeit. Er litt und schwieg; od dnl Halt dich fest an Gott wie er, jo Gelobt ſei er! PA SIC 207 090 10. Halleluja fingst auch du, ale Wenn du Jesum siehst, Unter Jubel ein zur Ruhand dull In den Himmel ziehst.d Gelobt ſei er! Der vom Kreuz zum Throne stieg, Hilft auch dir zu deinem Sieg: Joh. Gottfr. Schöner 1749-1818. 303. Mel. Jesus, meine Zuversicht. Und im Namen Jesu streitet, Selig, wer den Lauf vollbringt Und nicht kraftlos niedersinkt! Heiligung und 2. Überschwänglich ist der Lohn Der bis in den Tod Getreuen, Die, der Lust der Welt entflohn, Ihrem Heiland ganz sich weihen, Deren Hoffnung unverrückt Nach der Siegeskrone blickt. 208 3. Den wir lieben und nicht sehn, Der hat uns den Lohn errungen, Von dem Kreuz zu Gottes Höhn Sich vomStaub emporgeschwungen. Sieger in des Todes Nacht, Sprach er selbst: Es ist vollbracht! 4. Zieh, o Held, uns hin zu dir, Sos s kennt der Herr die Seinen Und hat sie stets gekannt, Die Großen und die Kleinen In jedem Volk und Land; Er läßt sie nicht verderben, Er führt sie aus und ein, Im Leben und im Sterben Sind sie und bleiben sein. christlicher Wandel. Zieh uns nach, die Schar derStreiter! Sturm und Nacht umfängt uns hier, 2. Er kennet seine Scharen Am Glauben, der nicht schaut Und doch dem Unsichtbaren, Als säh' er ihn, vertraut; Der aus dem Wort gezeuget Und durch das Wort sich nährt Und vor dem Wort sich beuget Und mit dem Wort sich wehrt. 3. Er kennt sie als die Seinen An ihrer Hoffnung Mut, Die fröhlich auf dem Einen, Daß er der Herr ist, ruht, In seiner Wahrheit Glanze Sich sonnet frei und kühn,- Die wunderbare Pflanze, Die immerdar ist grün. Droben ist es still und heiter. Hoffnung sieht das Morgenrot Schimmern hinter Grab und Tod. 304. Mel. Valet will ich dir geben. 5. Auf deun, Mitgenossen, geht Mutig durch die kurze Wüste; Seht auf Jesum, wacht und fleht, Daß Gott selbst zum Kampf euch rüſte! Der in Schwachen mächtig iſt, Giebt uns Sieg durch Jesum Christ. Sam. Gottlieb Bürde 1753-1831. 4. Er kennt sie an der Liebe, Die seiner Liebe Frucht, Und die mit lauterm Triebe Jhm zu gefallen sucht, Die andern so begegnet, Wie er das Herz bewegt, Die segnet, wie er segnet, Und trägt, wie er sie trägt. 5. So kennt der Herr die Seinen, Wie er sie stets gekannt, Die Großen und die Kleinen In jedem Volk und Land: Am Werk der Gnadentriebe Durch seines Geistes Stärk, An Glauben, Hoffnung, Liebe Als seiner Gnade Werk. 6. So hilfuns, Herr, zumGlauben Und halt uns fest dabei, Laß nichts die Hoffnung rauben, Die Liebe herzlich ſei! Und wird der Tag erscheinen, Da dich die Welt wird sehn, So laß uns als die Deinen Zu deiner Rechten stehn! Karl Joh. Phil. Spitta 1801-1859. Nächstenliebe. 305. Mel. Wie groß ist des Allmächtgen Güte; oder: Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. ier Gottesfinder und dort Erben Als Jesu Christi Eigentum: Um diesen Namen laßt uns werben, Er ist der Gnade Werk und Ruhm! Das sei das Teil, das wir erkoren, Tarnach das Herz sich sehnt und schlägt, 3.Sie werden als ein heilgerSame In ihr verheißnes Erbe gehn, Es wird ein neuer Gottes- Name An den verklärten Stirnen stehn. Was unter Glauben, Hoffen, Lieben Der innre Mensch geworden war, Das ist, wenn alles starb, geblieben Und wird als Wesen offenbar. Bis es, aus Gottes Geist geboren, Der Kindschaft Zeugnis in sich trägt. 2. Dann ist uns wohl; und doch sind das Beste, 4. Drum freuet euch, wenn eure Namen Das Herrlichste ist noch voraus. Hier sind wir Fremdlinge und Gäste, Im Himmel heimisch und zu Haus. Hier gilt's zu kämpfen, leiden, sterben; Doch nur getrost, es kommt die Zeit, Da Gottes Kinder alles erben Im Stande ewger Herrlichkeit. Hier Seelen, laßt uns Gutes thun Und dabei nicht müde werden! Wenn es Zeit ist, wird man ruhn, O wie sanft, von den Beschwerden; Aber ruhen nicht allein, Dort wird auch die Ernte sein. 5. Nächstenliebe. 306. Mel. Meinen Jesum laff' ich nicht. 2.O daß wir in unsrer Zeit Auf die Ewigkeit hin lernten! Wer hier färglich ausgestreut, Wird auch wieder färglich ernten; Wer hier reichlich Gutes thut, Sammelt dort auch reiches Gut. 3. Nicht nur nach dem Augenschein Müssen wir das Säen richten; Nanches Körnlein scheinet klein, Evang. Gesangbuch II. Im Himmel angeschrieben stehn! Die hier zu solcher Ehre kamen, Die sind wahrhaftig angesehn. Die treu hier glauben, hoffen, lieben, Schreibt Gott ins Buch des Lebens ein; 209 Und dort im Himmel angeschrieben, Das heißt gut angeschrieben sein. Karl Joh. Phil. Spitta 1801-1859. Dennoch wächst es reich an Früchten. Klein gesät und dennoch dicht Fehlet in der Ernte nicht. 4. Lehr, o Gott, mich Gutes thun Und im Wirken nicht erliegen! Denn die Zeit dazu ist nun, Und sie wird so schnell verfliegen. Wenn man auch Geringes thut, Ist's nur gut, so ist es gut. 5. Stelle mir die Ernte für, Daß ich darf auf Hoffnung säen! Was wir thun und thun es dir, Läßt du nicht umsonst geschehen; Hat man kein Verdienst davon, Giebt die Gnade dennoch Lohn. Phil. Friedr. Hiller 1699-1763. 14 Heiligung und christlicher Wandel. 307. Mel. Mach's mit mir, Gott, nach deiner Güt. o jemand spricht: Ich liebe Gott, Und haßt doch seine Brüder, Der treibt mit Gottes Wahrheit Spott Und reißt sie ganz darnieder. Du Herr von meinen Tagen; Ich aber sollte nicht Geduld Mit meinen Brüdern tragen, Dem nicht verzeihn, dem du vergiebst, Gott ist die Lieb und will, daß ich Und den nicht lieben, den du liebst? Den Nächsten liebe gleich als mich.. 2. Wir haben einen Gott und Herrn, 5. Was ich den Frommen hier gethan, Sind eines Leibes Glieder; Drum diene deinem Nächsten gern, Denn wir sind alle Brüder! Gottschuf die Welt nicht bloß für mich, Mein Nächster ist sein Kind wie ich. 210 3. Ein Heil ist unser aller Gut; Ich sollte Brüder hassen, Die Gott durch seines Sohnes Blut So hoch erkaufen lasſen? Daß Gott mich schuf und mich verſühnt, Hab' ich dies mehr als sie verdient? Dom Dommt ins Reich der Liebe, ihr Gotteskinder, Jhr mit Gott versöhnten Sünder! Lernt von eurem Heiland Eure Brüder lieben Und euch recht darinnen üben! Folgt dem Herrn, Traget gern Seines Leibes Glieder, Auch die schwachen Brüder! 2. Sünde zu vergeben, Sünde zu vergessen, Das hat keiner so besessen 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, 308. Mel. Wunderbarer König. Tem kleinsten auch von diesen, Das sieht er, mein Erlöser, an, Als hätt' ich's ihm erwiesen; Und ich, ich sollt' ein Mensch noch ſein Und Gott in Brüdern nicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges Gericht Wird über den ergehen, Der nicht barmherzig ist und nicht Gern hilft, wenn Arme flehen. Drum gieb mir, Gott, durch deinen Geist Ein Herz, daß dich durch Liebe preist! Christ. Fürchtegott Gellert 1715-1769. Als der Freund der Sünder, Der mit eignem Blute, Seinen Feinden selbst zugute, Voller Huld Alle Schuld Auf sich hat genommen Und getilgt vollkommen. 3. Wirft der Feind der Seelen Zwischen eure Herzen Streit, Verdacht und Kränkungsschmerzen, O so seid nicht stille; Wartet nicht so lange Bis zum Sonnenuntergange; Tötet bald Die Gewaltid main Aller Zwistigkeiten, Die den Fall bereiten! 4. Bleibt nicht eigensinnig Auf dem eignen Rechte, Werdet gern der andern Knechte! Denn die süße Liebe Deckt der Sünden Menge, Duldet ohne Maß der Länge. Liebt euch sehr, Liebet mehr, Nächstenliebe. eid barmherzig, Menschen! Höret, 309, Mel. Werde Licht, du Volk der Heiden. Hört das heilige Gebot, Das uns Jesus Christus lehret: Seid barmherzig so wie Gott! Gebt, so wird auch euch gegeben Einst am Throne Heil und Leben! 2. So viel Menschen, so viel Brüder! Ein Gott ist es, der uns schuf; Wir sind alle Christi Glieder Durch des Vaters Gnadenruf. So den Bösen wie den Seinen Läßt der Herr die Sonne scheinen. Menschenfreund, nach deinem Bilde Nährt das Liebesfeuer ud 3.8 Alle Tage treuer! ud ind nois it Bilde sich mein ganzer Sinn! Deine Sanftmut, deine Milde Sei mein köstlichster Gewinn. Unwert wär' ich, dich zu kennen, Liebt' ich nicht, wie du geliebt, Unwert, mich nach dir zu nennen, Wenn ich andre schwer betrübt'. 5. Abba, lieber Vater, Sohn und Geist der Gnaden, Heile allen unsern Schaden! Falschheit, Schein und Tücke, Stolz und Eigenliebe Kreuzige durch deine Triebe! lig Höll und Welt Sind gefällt, Wenn wir dich nur kennen Und in Liebe brennen. Ernst Gottlieb Woltersdorf 1725-1761. and than 3mm 211 3. Gottes Bild in euch zu sehen, Seid barmherzig so wie er! Eilt, dem Armen beizustehen! Was ihr gebt, empfängt der Herr. Mag's im stillen auch geschehen, Wird's doch Gottes Auge sehen. 4. Herr, wir geben von dem Deinen; 310. Mel. O bu Liebe meiner Liebe. Laß uns thun, wie sich's gebührt! Laß, wenn unsre Brüder weinen, Nie die Herzen ungerührt; Lehr uns selbst dein Gut verwalten, Um hier klüglich hauszuhalten! Theod. Gottlieb v. Hippel 1741-1796. 2. Jesu, wo du liebend nahteſt, Folgte Wohlthun deiner Spur, Da du segnend Gutes thatest In der Hütte, auf der Flur, An dem Lager kranker Brüder; Wo du je nur hingeblickt. Kehrte Freud und Hoffnung wieder, Und der Dulder ward erquickt. 14* 212 Heiligung und christlicher Wandel. 3. O du Menschlichster von allen, Keinen hast du je verschmäht; Wer verirrt war, wer gefallen, Wer um Trost zu dir gefleht, Hat für alle seine Wunden, Herr, in deiner treuen Hand Rettung, Heil und Trost gefunden, Hilfe, die er nirgends fand. 4. Drum, wenn mich mein Bruder fränket, Dent' ich: Jesus litt noch mehr. Ob er Böses von mir denket, Sanfter will ich sein wie er. Ob er Kummer mir bereitet, Irrt vielleicht nur sein Verstand; Weil er strauchelt, weil er gleitet, Braucht er öfter meine Hand. icht Opfer und nicht Gaben, Auch Ruhm und Ehre nicht, Noch was sonst Menschen haben, Befreit uns vom Gericht. Nur Jesu Liebe bleibet, Sie ist von Ewigkeit; Was außer ihr uns treibet, Verschwindet mit der Zeit. 5. Nimmer soll mein Herz ermüden, Dem Bedrängten beizustehn! Es gewährt so hohen Frieden, Seinen Schmerz geſtillt zu ſehn. Wer um Dank und Lohn nur ringet, Hat dahin der Erde Lohn; Wen die Liebe einzig dringet, Fühlt in ihr den Himmel schon. 6. Zwar so manche Thräne fließe: Dem, der edle Saat gestreut, Wenn der Hoffnung Feld nicht ſprießet, 311. Mel. Valet will ich dir geben. 3. Sie ist die höchste Zierde, Des Christentumes Kern, Sie gilt als schönste Würde Und Krone vor dem Herrn. Oder wenig Frucht ihm beut; Aber wer beim Säen weinet, Freut doch einst sich, wär's auch spät; Denn in ewger Frucht erscheinet, Was die Liebe ausgesät. August Herm. Niemeyer 1754-1828. Was hilft's, mit Engelzungen Wohlreden ohne Herz? Wen Liebe nicht durchdrungen, Der ist ein totes Erz. 4. Geheimnisvolle Lehren Und starker Glaubenssinn Stehn nicht bei Gott in Ehren, Wenn Liebe nicht darin. 2. Sie giebt uns Kraft und Leben, Der treibt nur arm Geschwätze, Reißt jeden Bann entzwei, Lehrt helfen, trösten, geben, Macht von der Lüge frei. Sie muß uns heilig machen Und los von Sündenlust, Zum Beten und zum Wachen Bewegen unsre Brust. Wer kalt und liebeleer Der größten Weisheit Schätze Darleget um sich her. 5. Der Vater ist die Liebe, Der Sohn ist Lieb allein, Des heilgen Geistes Triebe Sind Liebe heiß und rein. Das ist die Lebensquelle Vom Vater und vom Sohn: Mach unsre Seelen helle, Du Strom von Gottes Thron! Johannes Rothen 1797-1876. Nächstenliebe. 312. Mel. Zeud) ein zu deinen Thoren. We enn uns die Feinde kränken, Und uns ein Freund vergißt, Dann laß uns dein gedenken, O Heiland Jesu Christ; Sei du uns Schirm und Schutz. Daß nicht in uns erwache Der böse Geist der Rache Und sündger Groll und Truß! 2. Das Herz ist leicht erschüttert, Und wogend wallt das Blut, Der Sinn ist leicht verbittert, Und trotzig ist der Mut; Schnell reißt der Zorn uns fort, Und aus empörtem Grunde Drängt nach dem stolzen Munde Sich grollend Wort um Wort. eilge Liebe, die du mich Bis zum Tode treu geliebet, Sent in meine Seele dich, Daß sie ganz sich dir ergiebet Und in deiner Lebenskraft Liebe sinnt und Liebe schafft! 313. Mel. Meinen Jesum lass' ich nicht. 2. Laß mich täglich auf dich sehn Und in dir das Herz erneuern, Fest und treu dir nachzugehn Und dem bösen Feind zu steuern, Daß ich so, wie du gethan, Meine Brüder lieben kann! 3. Das ist ja dein neu Gebot, Das den Deinen du gegeben, Daß wir treu bis in den Tod Liebend für einander leben Und in Herzenseinigkeit Fest beharren allezeit. 4. Drum laß deiner Liebe Kraft, Liebster Jesu, mich durchdringen, 3. Ach Herr, laß vor uns stehen Dein bleiches blutges Haupt, Wenn der Verleumder Schmähen Uns frech die Ehre raubt! Wie blickest du so mild Und betest noch im Sterben Für die, so dich verderben, Und deckst sie als ein Schild! 4. Zieh ein, du Fürst der Liebe, Zieh ein in unsre Brust Und heilge unsre Triebe Und tilg die böse Lust, Daß wir, wie Gott es will, Gern unserm Feind vergeben Und in der Liebe leben Geduldig, sanft und still! Julius Sturm geb. 1816. Sie, die alles kann und schafft, Alles Wollen und Vollbringen, Daß ich deinem Vorbild gleich Sei an Liebeswerken reich! 213 5. Laß mich, weil ich hier noch bin, Meiner Liebesschuld gedenken, Daß ich möge Herz und Sinn Nur auf dieses Eine lenken, Wie ich komme da hinan, Daß ich nichts als lieben kann! 6. Soll's dann einst zum Sterben gehn, Wird mich deine Liebe decken; Offen wird dein Himmel stehn, Und kein Tod wird mich mehr schrecken. Du führst mich zum Leben ein, In der Liebe dein zu ſein. Otto Schulze 1823-1884. 214 Heiligung und christlicher Wandel. 6. Gottvertrauen, Kreuz und Croft. 314. Nach eigener Melodie. as mein Gott will, gescheh' allzeit; Sein Will der ist der beste. Zu helfen dem ist er bereit, Der an ihn glaubet feſte. Er hilft aus Not, Der fromme Gott, Gebeut es Gottes Wille, Zu meinem Gott, wenn's ihm gefällt, Will ich ihm halten stille. Mein' arme Seel Ich Gott befehl' In meiner letzten Stunden: Fest auf ihn Du frommer Gott, Sünd, Höll baut, und Tod Und züchtiget mit Maßen. Wer Gott vertraut, Den will er nicht verlassen. 2. Gott ist mein Trost, mein' Zuversicht, Mein' Hoffnung und mein Leben: Was mein Gott will, daß mir geschicht Will ich nicht widerstreben. Sein Wort ist wahr, Daß all mein Haar Er selber hat gezählet; Er hütet, wacht Und hat wohl acht, Auf daß uns gar nichts fehlet. long 3. Und muß ich scheiden aus der Welt, V on Gott will ich nicht lassen, Denn er läßt nicht von mir, Führt mich auf rechter Straßen, Sonst ging' ich in der Jrr. Er reicht mir seine Hand; Den Abend und den Morgen Will er mich wohl versorgen, Wo ich auch sei im Land. Hast du mir überwunden! 4. Noch eins, Herr, will ich bitten dich, Drauf sprech' ich fröhlich Amen. Albrecht Markgr. von Brandenburg- Gulmbach 1522-1557. 2. Auf ihn will ich vertrauer In meiner schweren Zeit, Du wirst mir's nicht versagen: Wenn mich der böse Geist ansicht, Laß mich, Herr, nicht verzagen; Hilf mir und wehr, Ach Gott mein Herr, Zu Ehren deinem Namen! Wer das begehrt, Dem wird's gewährt: 315. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren. Es kann mir nimmer grauen, Er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt: Mein Leib, mein' Seel, mein Leben Sei Gott dem Herrn ergeben; Er mach's, wie's ihm gefällt. 3. Es kann ihm nichts gefallen, Als was mir nützlich ist; Gut meint er's mit uns allen Und schenkt uns Jesum Christ, Gottvertrauen, Den eingebornen Sohn, Durch den uns wird bescheret, Was Leib und Seel ernähret: Lobt ihn im Himmelsthron! 4. Lobt ihn mit Herz und Munde, Die er uns beide schenkt! Wie selig ist die Stunde, Darin man sein gedenkt! Denn sonst ist alle Zeit Verloren hier auf Erden: Wir sollen selig werden In Zeit und Ewigkeit. 5. Darum, ob ich schon dulde Hier Widerwärtigkeit, Auf meinen lieben Gott Trau' ich in Angst und Not; Der kann mich allzeit retten Aus Trübfal, Angst und Nöten, Mein Unglück kann er wenden, Es steht in seinen Händen. 316. Nach eigener Melodie. 2. Ob mich die Sünd ansicht, Will ich verzagen nicht, Auf Christum will ich bauen Und ihm allein vertrauen; Ihm hab' ich mich ergeben Im Tod und auch im Leben. Kreuz und Trost. 215 Wie ich's auch wohl verschulde, j Kommt doch die Ewigkeit, 192 Ist aller Freuden voll, Die, weil ich Christum fenneboil Und meinen Herrn ihn nenne, Mir widerfahren soll. Der uns geschaffen hat; 6. Das ist des Vaters Wille, Sein Sohn giebt uns die Fülle Der Wahrheit und der Gnad; Auch Gott der heilge Geist Im Glauben uns regieret, Zum Reich der Himmel führet: Drum sei er hoch gepreist! Ludw. Helmbold 1532-1598. In n allen meinen Thaten Lass' ich den Höchsten raten, Der alles kann und hat; Er muß zu allen Dingen, den Dem hab' ich mich ergeben. Ich sterb' heut oder morgen, Die Seel wird er versorgen. 4. O mein Herr Jesu Christ, Der du so willig bist Für mich am Kreuz gestorben, Du hast mir Heil erworben, Uns allen auch beschieden Den ewgen Himmelsfrieden. 5. Amen zu aller Stund.89 Sprech' ich aus Herzensgrund. Du wollest selbst uns leiten,@ 3. Ob mich der Tod nimmt hin, Herr Christ, zu allen Zeiten, Ist Sterben mein Gewinn, Auf daß wir deinen Namen Ohn' Ende preisen. Amen. Und Christus ist mein Leben, Sigismund Weingärtner um 1600. 317. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. Soll's anders wohl gelingen, Uns selber geben Rat und That. 2. Nichts ist es spät und frühe Heiligung und christlicher Wandel. 216 Um alle meine Mühe Mit aller Ungeduld; Er mag's mit meinen Sachen Nach seinem Willen machen, Ich stell's in seine Baterhuld. 3. Es kann mir nichts geschehen, Als was er hat ersehen, Und was mir heilſam ist. Ich nehm' es, wie er's giebet; Was ihm von mir beliebet, Das will auch ich zu jeder Frist. 4. Jch traue seiner Gnaden, Die mich vor allem Schaden, Vor allem übel schützt. Folg' ich des Herrn Gesetzen, So, wird mich nichts verletzen, Nichts fehlen, was mir ewig nüßt. 5. Leg' ich mich späte nieder, Erwach' ich frühe wieder, Lieg' oder zieh' ich fort, In Schwachheit und in Banden, Und was für Not vorhanden, So tröstet mich sein heilig Wort. Be efiehl du deine Wege Und was dein Herze kränkt, Der allgetreusten Pflege Des, der den Himmel lenkt! Der Wolken, Luft und Winden Giebt Wege, Lauf und Bahn, Der wird auch Wege finden, Da dein Fuß gehen kann. 6. Hat er es denn beschlossen, So will ich unverdrossen An mein Verhängnis gehn. Kein Unfall unter allen Wird je zu hart mir fallen, Mit Gott will ich ihn überstehn. sn 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, Wenn dir's soll wohl ergehn; Auf sein Werk mußt du schauen, Wenn dein Werk soll bestehn. 7. Ihm hab' ich mich ergeben, Zu sterben und zu leben, Sobald er mir gebeut. Es sei heut oder morgen, Dafür lass' ich ihn sorgen, Er weiß allein die rechte Zeit. 318. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 8. Indes wird er den Meinen Mit Segen auch erscheinen, Ihr Schutz wie meiner sein, Wird beiderseits gewähren, Worinnen unsre Zähren Und Bitten kommen überein. 9. So sei nun, Seele, seine Und traue dem alleine, Der dich geschaffen hat! Es gehe, wie es gehe, Dein Vater in der Höhe Der weiß zu allen Sachen Rat. Paul Flemming 1609-1640. Mit Sorgen und mit Grämen Und mit selbsteigner Pein Läßt Gott sich gar nichts nehmen, Es muß erbeten sein. 3. Dein' ewge Treu und Gnade, O Bater, siehet recht, Was gut sei oder schade Dem sterblichen Geschlecht; Und was du, dann erlesen, Das treibst du, starker Held, Und bringst zum Stand und Wesen Was deinem Rat gefällt. Gottvertrauen, Kreuz und Trost. 4. Weg' hast du allerwegen, An Mitteln fehlt dir's nicht. Dein Thun ist lauter Segen, a Dein Gang ist lauter Licht, Dein Wert kann niemand hindern, Dein' Arbeit wird nicht ruhn, Wenn du, was deinen Kindern Ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel Hier wollten widerstehn, So wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn. Was er sich vorgenommen Und was er haben will, Das muß doch endlich kommen Zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, Hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, Da dich der Kummer plagt, Mit großen Gnaden rücken; Erwarte nur die Zeit, So wirst du schon erblicken Die Sonn der schönsten Freud! 7. Auf, auf, gieb deinem Schmerze o Und Sorgen gute Nacht! Laß fahren, was das Herze Betrübt und traurig macht! Bist du doch nicht Regente, Der alles führen soll, Gott sitzt im Regimente dul Und führet alles wohl. 8. Jhn, ihn laß thun und walten! Er ist ein weiser Fürst blo Und wird sich so verhalten, Daß du dich wundern wirst, Wenn er, wie ihm gebühret, Mit wunderbarem Rat Das Werk hinausgeführet, Das dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile Mit seinem Trost verziehn. Und thun an seinem Teile, Als hätt' in seinem Sinn Er deiner sich begeben Und sollt'st du für und für In Angst und Nöten schweben, Als fragt' er nichts nach dir. 10. Wird's aber sich befinden, Daß du ihm treu verbleibst, So wirst du Hilfe finden, Da du's am mindsten gläubst; Er wird dein Herze lösen Von der so schweren Last, Die du zu keinem Bösen Bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der de todos Treue, Du trägst den Sieg davon; Drum rühme laut und freue Dich deiner Ehrenfron! Gott giebt dir selbst die Palmen In deine rechte Hand, Und du singst Freudenpfalmen l Dem, der dein Leid gewandt. duf 12. Mach End, o Herr, mach Ende 217 Mit aller unsrer Not! Stärk unsre Füß' und Hände Und laß bis in den Tod Uns allzeit deiner Pflege Und Treu empfohlen sein, So gehen unsre Wege Gewiß zum Himmel ein! Paul Gerhardt 1607-1676. 218 Heiligung und christlicher Wandel. 319. Mel. Was mein Gott will, gescheh' allzeit. J of ch hab' in Gottes Herz und Sinn Mein Herz und Sinn ergeben. Was böse scheint, ist mir Gewinn, Der Tod selbst ist mein Leben. Der alles lenkt, Auch mein gedenkt, Hat mich zu sich gezogen; Und ob er schlägt Und Kreuz auflegt, Bleibt er mir doch gewogen. 2. Das kann mir fehlen nimmermehr, Mein Vater muß mich lieben. Drückt mich das Kreuz auch noch so ſehr, So will er mich nur üben Und mein Gemüt Jn seiner Güt Gewöhnen festzuſtehen. Halt' ich dann Stand, Weiß seine Hand Mich wieder zu erhöhen. 3. Es ist ja Weisheit und Verstand Bei ihm ohn' alle Maßen; Zeit, Ort und Stund ist ihm bekannt, Zu thun und auch zu lassen. Er weiß, wann Freud, Er weiß, wann Leid Uns seinen Kindern diene; Und was er thut, Ist alles gut, Ob's noch so traurig schiene. 4.Wie'sGott gefällt, so muß es sein, Zuletzt wird's dich erfreuen. Was du jetzt nennest Kreuz und Bein, Wird dir zum Trost gedeihen. Wart in Geduld, Die Gnad und Huld Wird sich doch endlich finden; All Angst und Qual Wird auf einmal Gleichwie ein Dampf verschwinden! 5. Das Feld bei lauter Sonnenschein Kann keine Früchte tragen; Auch Menschenwohl kann nicht gedeihn Bei lauter guten Tagen. Und bist du krant, Muß bittrer Trank Dir neue Kräfte bringen: So muß ein Herz Durch Angst und Schmerz Zu seinem Heile dringen. 6.Einun, mein Gott, so fall' ich dir Getrost in deine Hände! Nimm mich und mach es so mit mir Bis an mein selig Ende, Wie du wohl weißt, Daß meinem Geiſt Dadurch sein Heil entstehe, Und deine Ehr Je mehr und mehr Sich auch an mir erhöhe! 7.Willst du mir geben Sonnenschein, So nehm' ich's an mit Freuden; Soll's aber Kreuz und Trübsal sein, Will ich's geduldig leiden. Soll mir allhier Des Lebens Thür Noch ferner offen stehen: Wie du mich führst Und führen wirst, So will ich gern mitgehen. 8. Soll ich dann auch des Todes on Weg Und sinstre Straße reisen, Wohlan, so geh' ich Bahn und Steg, Den deine Augen weisen! Du bist mein Hirt, Der alles wird Zu solchem Ende fehren, Daß ich einmal In deinem Saal Dich ewig möge ehren. Paul Gerhardt 1607-1676. Gottvertrauen, Kreuz und Trost. oll 320. Nach eigener Melodie. chwing dich auf zu deinem Gott, Du betrübte Seele! Flieh zu ihm in Angst und Not, Daß kein Trost dir fehle! om Reines Feindes Macht noch List Coll dir deinen Glauben Und das Heil, das Jesus Christ Dir erworben, rauben. 2. Stürme Welt und stürme Tod! Wer ist, der mir schade? Deckt mich doch in meiner Not Gott mit seiner Gnade, Der Gott, der mir seinen Sohn. Hat geschenkt aus Liebe, Daß ich selbst bei Spott und Hohn Mich doch nicht betrübe. 3. Meine Seele lebt in mir Turch die süßen Lehren, Die die Christen mit Begier Und mit Eegen hören. Gott eröffnet früh und ſpat Mir in seinem Worte Durch des Geistes reiche Gnad Seine Himmelspforte. M Hab' ich doch 4. Ja, auf diesen heilgen Grund Bau' ich mein Gemüte, Wie des bösen Feindes Bund Auch dagegen wüte. Ewig, ewig muß bestehn, Was Gott aufgerichtet, Aber schmählich wird vergehn, Was die Welt erdichtet. arum sollt' ich mich denn grämen? 5. Ich bin Gottes, Gott ist mein Wer ist, der uns scheide? Dringt die Prüfung auch herein Mit dem bittern Leide, Laß sie kommen, kommt sie doch Von geliebten Händen, ill Und er wacht im Himmel noch, Der das Leid wird wenden. 219 6. Es ist herzlich gut gemeint Mit der Christen Plagen. Wer hier zeitlich wohl geweint, Darf nicht ewig klagen; Keines Leides mehr bewußt, Hat er dort im Garten Šeines Gottes ewge Lust Endlich zu erwarten. 7. Gottes Kinder säen zwar Traurig und mit Thränen, Doch es kommt ein Freudenjahr Und stillt all ihr Sehnen. Ja, es kommt die Erntezeit, Wo sie Garben bringen, Da wird all ihr Gram und Leid Lauter Freud und Singen. 321. Nach eigener Melodie. 8. Nun so laß, o Christenherz, Alle eiteln Sorgen! Schaue mutig himmelwärts, Auf die Nacht folgt Morgen! Stärke dich je mehr und mehr, Gieb dem großen Namen Deines Gottes Preis und Ehr: Er wird helfen! Amen. Paul Gerhardt 1607-1676. Christum noch, Wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, 220 36. Unverzagt und ohne Grauen Soll ein Christ, Wo er ist, Stets sich lassen schauen. 2. Gut und Blut, Leib, Seel und Wollt' ihn auch der Tod aufreiben, Leben Soll der Mut Heiligung und christlicher Wandel. Den mir schon Gottes Sohn Beigelegt im Glauben? Ist nicht mein, Gott allein Ist es, der's gegeben. Will er's wieder zu sich kehren, Nehm' er's hin, Ich will ihn Dennoch fröhlich ehren. 3. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, Dringt herein Angst und Pein, Sollt' ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden; Er weiß wohl, Wie er soll All mein Unglück enden. Oft ergötzt, Sollt' ich jetzt Nicht auch etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit Maßen Sein Gericht, Kann mich nicht Ganz und gar verlassen. Dennoch gut Und fein stille bleiben. 7. Kann uns doch der Tod nicht töten, Nichts mehr hier Thun als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen, Gott, mein Heil, Wird in Eil Sie zuschanden machen. Sondern reißt Unsern Geist 4. Gott hat mich bei guten Tagen In sich hält, Aus viel tausend Nöten, Schließt das Thor der bittern Leiden Und macht Bahn, Daß man kann Gehn zu Himmelsfreuden. 8. Allda will in bessern Schätzen Ich mein Herz Auf den Schmerz Ewiglich ergötzen. Hier ist kein recht Gut zu finden: Was die Welt Muß im Nu verschwinden. 9. Was sind dieses Lebens Güter? Eine Hand Voller Sand, Kummer der Gemüter. Dort, dort sind die edlen Gaben, Da mein Hirt Christus wird 5. Satan, Welt und ihre Rotten Mich ohn' Ende laben. Können mir 10. Herr mein Hirt, Brunn aller Freuden, Du bist mein, Ich bin dein, M Niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben Gottvertrauen, Kreuz und Trost. O mein Licht, Aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, Wo du mich Und ich dich Ewig werd' umfangen! Und dein Blut Mir zugut In den Tod gegeben. 11. Du bist mein, weil ich dich fajjed Und dich nicht, al 322. Mel. Unerschaffne Lebenssonne. ollt' ich meinem Gott nicht trauen, Der mich liebt so väterlich, Der so herzlich sorgt für mich? Sollt' ich auf den Fels nicht bauen, Der mir ewig bleibet feſt, Der die Seinen nicht verläßt? 2. Er weiß alles, was mich drücket, Mein Anliegen, meine Not, Er steht bei mir bis zum Tod, Er weiß, was mein Herz erquicket; Seine Lieb und Vatertreu Ist mit jedem Morgen neu. W 3. Der die Vögel all ernähret. Der die Blumen, Laub und Gras Kleidet schön ohn' Unterlag, Alles Gute uns bescheret, Sollte der verlassen mich? Nein, ich trau' ihm sicherlich. er nur den lieben Gott läßt walten Und hoffet auf ihn allezeit, Den wird er wunderbar erhalten In aller Not und Traurigkeit. Wer Gott dem Allerhöchsten traut, Der hat auf keinen Sand gebaut. 221 Paul Gerhardt 1607-1676. 4. Wenn nach seinem Reich ich trachte, Wenn ich die Gerechtigkeit Christi, mir zur Seligkeit, Mehr als Gold und Silber achte, Segnet Gott mir früh und spat Wort und Werke, Rat und That. 5. Nun so sorg' ich nicht für morgen; 323. Nach eigener Melodie. Alles, was zukünftig ist, Irrt mich nicht, ich bin ein Chrift. Meinen Gott nur lass' ich sorgen, Denn es ist für jede Zeit Seine Hilfe schon bereit. 6. Gott sei Lob, der mich erfreuet, Daß ich glaube festiglich: Gott mein Vater sorgt für mich! Preis ihm, der den Trost erneuet, Daß ich weiß, Gott liebet mich, Gott versorgt mich ewiglich! Joh. Olearius 1611-1684. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen, Beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid Nur größer durch die Traurigkeit. Heiligung und 3. Drum halte nur ein wenig na stille 222 christlicher Wandel. Den hier die Welt als glücklich preist. Die Zukunft ändert oft sehr viel Und setzet jeglichem sein Ziel. Und warte in dir selbst vergnügt, Wie unsers Gottes Gnadenwille Und sein allweiser Rat es fügt! Gott, der uns ihm hat auserwählt, Der weiß am besten, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, Er weiß wohl, was uns nützlich sei; Wenn er uns nur hat treu erfunden Und merket keine Heuchelei, So kommt er, eh' wir's uns verſehn, Und lässet uns viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drangsalshitze, Daß du von Gott verlassen seiſt, Und daß ihm der im Schoße sitze, ollt' es gleich bisweilen scheinen, Als ob Gott verließ' die Seinen, Oso glaub' und weiß ich dies: Gott hilft endlich noch gewiß. 2. Hilfe, die er aufgeschoben, Hat er drum nicht aufgehoben; Hilft er nicht zu jeder Frist, Hilft er doch, wenn's nötig ist. 3.Gleichwie Väter nicht bald geben, Wonach ihre Kinder streben, So hält Gott auch Maß und Ziel; Er giebt, wem und wann er will. 6. Es sind ja Gott geringe Sachen Und seiner Allmacht gilt es gleich, Den Reichen klein und arm zu Den Armen aber groß und reich; Gott ist der rechte Wundermann, Der bald erhöhn, bald stürzen kann. machen, 324. Nach eigener Melodie. 4. Seiner kann ich mich getrösten, Wenn die Not am allergrößten; Er ist gegen mich, sein Kind, Mehr als väterlich gesinnt. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, Verricht das Deine nur getreu Und trau des Himmels reichem Segen, So wird er täglich bei dir neu; Denn welcher seine Zuversicht Auf Gott setzt, den verläßt er nicht! Georg Neumark 1621-1681. 5. Will mir Satan bange machen, Ich kann seine Macht verlachen; Drückt mich schwer des Kreuzes Joch, Gott mein Vater lebet noch. 6. Laß die Welt nur immer neiden, Will sie mich nicht länger leiden, Ei so frag' ich nichts darnach: Gott ist Richter meiner Sach. 7. Will sie gleich mich von sich treiben, Muß mir doch der Himmel bleiben; Ist der Himmel mein Gewinn, Geb' ich alles andre hin. 8. AchHerr, wenn ich dich nur habe, Frag' ich nicht nach andrer Gabe; Legt man mich gleich in das Grab, Gnug Herr, wenn ich dich nur hab'! Christoph Tiepe( Titius) 1641-1703. Gottvertrauen, Kreuz und Trost. 325. Nach eigener Melodie. gelegen, Alles ist an Gottes Segen Und an seiner Huld über alles Geld und Gut. Wer auf Gott sein Hoffen setzet, Der behält ganz unverletzet Einen freien Heldenmut. 2. Der mich hat bisher ernähret Und mir manches Glück bescheret, Ist und bleibet ewig mein; Der mich wunderbar geführet Und noch leitet und regieret, Wird hinfort mein Helfer sein. 3. Viele mühen sich um Sachen, Die nur Sorg und Unruh machen Und ganz unbeständig sind. Ich begehr' nach dem zu ringen, Was allein kann Frieden bringen, Den man in der Welt nicht find't. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken; Was Gott thut, das ist wohlgethan; Es bleibt gerecht sein Wille. Wie er fängt meine Sachen an, Will ich ihm halten stille. mas Er ist mein Gott, Der in der Not Mich wohl weiß zu erhalten; Drum lass' ich ihn nur walten. 326. Nach eigener Melodie. 2. Was Gott thut, das ist wohl= gethan; Sein Wort kann ja nicht trügen. Er führet mich auf rechter Bahn; So lass ich mir genügend An seiner Huld 223 Was ich wünsche, wird sich schicken, So es anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben Hab' ich seiner Gnad ergeben Und ihm alles heimgeſtellt. # 2 5. Er weiß schon nach seinem Willen Mein Verlangen zu erfüllen, Es hat alles seine Zeit. Ich hab' ihm nichts vorzuschreiben; Wie Gott will, so muß es bleiben, Wann Gott will, bin ich bereit. 6. Soll ich hier noch länger leben Will ich ihm nicht widerstreben, Ich verlasse mich auf ihn. st doch nichts, das lang bestehet, Alles Irdische vergehet Und fährt wie ein Strom dahin. Verfasser unbekannt, um 1676. Und hab' Geduld; and G Er wird mein Unglück wenden, Es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Er wird mich wohl bedenken. Mein Arzt, der alles heilen kann, Wird mir nicht Gift einschenken Anstatt Arznei; Drum will ich auf ihn bauen Gott ist getreu, Und seiner Gnade trauen. diste 4. Was Gott thut, das ist wohl= gethan; Er ist mein Licht und Leben, 224 Heiligung und christlicher Wandel. Der mir nichts Böses gönnen kann. Ich werd' ergötzt Ihm will ich mich ergeben In Freud und Leid; Es kommt die Zeit, Da öffentlich erscheinet, Wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Muß ich den Kelch gleich schmecken, Der bitter ist nach meinem Wahn, Lass' ich mich doch nicht schrecken, Weil doch zuletzt Gott will's machen, Daß die Sachen Gehen, wie es heilsam ist. Laß die Wellen Höher schwellen, Wenn du nur bei Jesu bist! 2. Wer sich kränket, Weil er denfet, Jesus liege in dem Schlaf, Wird mit Klagen Nur sich plagen, Denn der Unglaub leidet Straf. 3. Du Verächter! Gott dein Wächter Schläfet ja und schlummert nicht. Zu den Höhen Aufzusehen Wäre deines Glaubens Pflicht. 327. Mel. Ringe recht, wenn Gottes Gnade. über dich beschlossen jei! Wenn dein Wille Nur ist ſtille, Wirst du von dem Kummer frei. 6. Willst du wanken In Gedanken, 4. Im Verweiten- Und im Eilen Bleibt er stets ein Vaterherz. Laß dein Weinen Bitter scheinen, Dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. Mit süßem Trost im Herzen: Da weichen alle Schmerzen. 5. Glaub nur feſte, Daß das Beste 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Dabei will ich verbleiben. Es mag mich auf die rauhe Bahn Not, Tod und Elend treiben, So wird Gott mich Ganz väterlich In seinen Armen halten; Drum lass' ich ihn nur walten. Sam. Rodigast 1649-1708. Faß dich in Gelassenheit! Laß den sorgen, Der auch morgen Herr ist über Leid und Freud! 7. Gottes Hände Sind ohn' Ende, Sein Vermögen hat kein Ziel. Ist's beschwerlich, Scheint's gefährlich: Deinem Gott ist nichts zu viel. 8. Wenn die Stunden Sich gefunden, Bricht die Hilf mit Macht herein; Und dein Grämen zu beschämen, Wird es unversehens sein. 9. Nun so trage Deine Plage Fein getrost und mit Geduld! Wer das Leiden Will vermeiden, Häufet seine Sündenschuld. Gottvertrauen, 10. Aber denen, Die mit Thränen Nehmen ihres Jesu Joch, di Wird die Krone Vor dem Throne Ihres Heilands werden noch. 328. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. Ach wenn ich dich, mein Gott, nur habe, Frag' ich nach Erd und Himmel nicht; Nichts ist, was meine Seele labe, Als du, mein Gott, mein Trost und Licht! Rühmt sich die Welt mit ihrer Lust, Ohn' dich ist mir kein Trost bewußt. 2. Soll Leib und Seele mir verschmachten, Ich hoffe doch getrost auf dich; Nichts will ich alle Plage achten, Kreuz und Trost. 11. Amen, Amen! In dem Namen Meines Jesu halt' ich still, Es geschehe Und ergehe, Wie und wann und was er will. Joh. Dan. Herrnschmid 1675-1723. An n Gott will ich gedenken, Denn er gedenkt an mich. Wenn mich die Sorgen kränken, So hebt mein Herze sich Zu meinem Gott empor; Bald weichen alle Schmerzen, Denn er stellt meinem Herzen Nichts als Vergnügen vor. 2. Denk' ich an seine Liebe, Wie werd' ich doch entzückt, Daß, wenn es noch so trübe, Mir gleich die Sonne blickt! Da kommt mir immer ein: Er hat sich hoch verbunden, Er denkt mein alle Stunden, Wie könnt' ich traurig sein! Evang. Gesangbuch II. An dir allein erquick' ich mich; Regt sich auch alles wider mich, Es bleibt dabei, ich liebe dich. 329. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren. 3. Hab' ich nur dich, so hab' ich alles, Was meine Seele wünschen kann, Auch fürcht' ich mich gar keines Liebst du mich nur, was ficht mich Falles; an? 225 Drum spricht mein Herz: Du bist mein Teil, In dir ist meiner Seele Heil! Benj. Schmold 1672-1737. 3. Dent' ich an seine Güte, Die alle Morgen neu, So freut sich mein Gemüte Bei solcher Vatertreu. Die Last werf ich auf ihn, So wird die Arbeit ſüße, Auch wenn ich Schweiß vergieße; Denn Gott ist mein Gewinn. 4. Dent' ich an sein Erbarmen, Er schenket mir sein Kind; O Gnade für mich Armen! Heißt das nicht treu gesinnt? Gott ist in Christo mein; Daß er sein Kind sollt' hassen, Daß er mich sollt' verlassen, Das kann unmöglich sein.al 15 Heiligung und christlicher Wandel. 226 5. Drum will an Gott ich denken; Die Welt mag immerhin Den Sinn aufs Eitle lenken, Hier ist ein andrer Sinn. Ich trage Gott allein Im Herzen und im Munde, So kann mir keine Stunde Allhier zu lange ſein. 330, Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Je e größer Kreuz, je näher Himmel. Wer ohne Kreuz, ist ohne Gott; Bei Sündenlust und Weltgetümmel Vergißt man Hölle, Fluch und Tod. Oselig ist der Mensch geschätzt, Den Gott in Not und Trübsal setzt! 2. Je größer Kreuz, je beßre Christen. Gott prüft uns an dem Probestein; Die Gärten wandeln sich in Wüsten, Fällt nicht ein Thränenregen drein. Das Gold wird auf dem Feuerherd, Ein Christ in mancher Not bewährt. 3. Je größer Kreuz, je stärkrer Glaube. Die Palme wächset bei der Last; Die Süßigkeit fließt aus der Traube, Wenn du sie wohl gefeltert haſt. Im Kreuze wächset uns der Mut, Wie Perlen in gesalzner Flut. 4. Je größer Kreuz, je größre Liebe. Der Wind bläst nur die Flammen auf; 6. An Gott will ich gedenken, So lang ich denken kann. Wird man ins Grab mich senken, So geh' ich zwar die Bahn, Da mein die Welt vergißt; Doch glaub' ich dieses feste: Gott denket mein aufs beste, Wo kein Vergessen ist. Benj. Schmold 1672-1737. sur Und scheinet gleich der Himmel trübe, So lachet doch die Sonne drauf. Das Kreuz vermehrt der Liebe Glut, Gleichwie das Öl im Feuer thut. 5. Je größer Kreuz, je mehr. Gebete. Da fleht man gern um Trost und Licht; Wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, So seufzte man um Rettung nicht. Wo kämen Davids Psalmen her, Wenn er nicht auch versuchet wär'? 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen. Vom Thale steiget man bergan; Wer durch die Wüste lang gegangen, Der sehnet sich nach Kanaan. Das Täublein findet es nicht Ruh, So fliegt es nach der Arche zu. 7. Je größer Kreuz, je lieber Sterben. Man freut sich recht auf seinen Tod; Denn man entgehet dem Verderben, Es stirbt auf einmal alle Not. Das Kreuz, das stille Gräber ziert, Bezeugt, man habe triumphiert. 8. Je größer Kreuz, je schönre Krone, Gottvertrauen, Die Gottes Gnad uns beigelegt, Und die einmal vor seinem Throne Der Überwinder Scheitel trägt. Ach, dieses teure Kleinod macht, Kreuz und Trost. Je länger und je lieber sein! Daß mich die Ungeduld nicht reize, So pflanz ein solches Herz mir ein, Das Glauben, Liebe, Hoffnung hegt, Daß man dasgrößteKreuznicht acht't. Bis dort mein Kreuz die Krone trägt! Benj. Schmold 1672-1737. 9. Gekreuzigter, laß mir dein Kreuze 331. Mel. Jesu, meine Liebe. Seele, sei zufrieden! Was dir Gott beschieden, Das ist alles gut. Treib aus deinem Herzen Ungeduld und Schmerzen, Fasse frischen Mut! Wenn dich Not Ringsum bedroht, Und kein Glück will freundlich lachen: Wohl wird's Gott doch machen. 2. Bringt der Feinde Menge Alles ins Gedränge, Was die Wahrheit liebt; Will man dir den Glauben Aus dem Herzen rauben: Werde nicht betrübt! Naht zu dir Viel Elend hier, Droht der Bosheit offner Rachen: Wohl wird's Gott doch machen. 3. Scheint der Himmel trübe, Stirbt der Menschen Liebe Ganz für dich dahin, Stören Mißgeschicke Fast all Augenblicke Deinen Geist und Sinn: Nur Geduld! Des Himmels Huld Sieht auf alle deine Sachen: Wohl wird's Gott doch machen. 4. Ungeduld und Grämen Kann das Leid nicht nehmen, Nein, es mehrt den Schmerz. Drücket gleich die Last den Schwachen: Wohl wird's Gott doch machen. Wer sich widersetzet, Wird nur mehr verletzet; Drum Geduld, mein Herz! Wirf, mein Sinn, Die Sorgen hin! 6. Kronen sollen tragen, Die des Kreuzes Plagen In Geduld besiegt. Fröhlich ausgehalten Und Gott lassen walten, Das macht recht vergnügt. Drum, mein Herz, Beschließ im Schmerz, 227 5. Auf die Wasserwogen d Folgt ein Regenbogen, Und die Sonne blickt. So wird auf das Weinen Lauter Freud erscheinen, Die das Herz erquickt. Laßes sein, Wenn Angst und Pein Mit dir schlafen, mit dir wachen: Wohl wird's Gott doch machen. Alles Unglück zu verlachen: Wohl wird's Gott doch machen. 7. Nun so soll's verbleiben, Ich will nie mich sträuben, Folgsam Gott zu sein. pul 15* 228 Heiligung und christlicher Wandel. Veides, Tod und Leben, Sei ihm hingegeben: Ich bin sein, er mein; bim ng 332. Mel. Warum sollt' ich mich denn grämen. Daß man hier Nach Gebühr ei zufrieden, mein Gemüte! Gott ist gut, Was er thut, Ist auch voller Güte. Schaue seine großen Thaten! Was die Welt In sich hält, Ist ihm wohlgeraten. 2. Beides, Erd und Himmel preiſen Teine Macht, Tag und Nacht Müssen sie beweisen, Sonn und Stern' sind Gottes Zeugen; Was sich regt Und bewegt, Kann von ihm nicht schweigen. 3. Schau die Werke seiner Hände! Mensch und Tier Sagen dir, Daß sein Ruhm ohn' Ende; Auch der Wurm in seiner Blöße, Gras und Laub, Selbst der Staub Zeugt von Gottes Größe. 4. Was auf Bergen und in Gründen, Denn mein Ziel Ist, wie Gott will. Drum sag' ich in allen Sachen: Wohl wird Gott es machen. Benj. Schmold 1672-1737. In der Höh, In der See Oder sonst zu finden, Rühmet seines Schöpfers Stärke, Seine Weisheit merke. 5. Wie muß ich sein Lob erheben, Wie so gar Wunderbar Gab er mir mein Leben! Seel und Leib ist sein Geschenke; Ist es nicht Meine Pflicht, Daß ich dran gedenke? 6. Er hat seine Huld vermehret, Da er hier Jesum mir Als ein Pfand bescheret Und durch ihn auf meinem Pfade Mich beglückt Und erquickt; Heißet das nicht Gnade? 7. Wie mich sein getreues Sorgen Tag und Nacht Nimmt inacht, Das zeigt jeder Morgen; Ja kein Augenblick verschwindet ,. Der mir nicht, Gott mein Licht, Deine Huld verkündet. 8. Sandt' er mir des Kreuzes Plagen, War die Last Kaum gefaßt, Gottvertrauen, Kreuz und Trost. So half er mir tragen; Die die Welt War nicht mehr Geduld vorhanden, Um mich her bewohnen; Seine Kraft Der den Himmel unterstützet, Weiß, was dir Hat geschafft, Daß ich's überstanden. Auch hinfür 9. Nun mein Herz, das hat schon Schadet oder nüßzet. lange Gott gethan; Denke dran, Er hilft gern, Er wird dich nicht hassen! 10. Der viel tausend Millionen Noch erhält, Will dir werden bange! Dein Gott wird dich nicht verlassen; Einst wird sich's enthüllen! Trau dem Herrn, Denn Gott weiß in allen Sachen, 11. Drum ergieb dich seinem Willen! 2. Er kann es thun, drum will ich hoffen; Er will es thun, so trau' ich drauf. Sein Vaterherz steht immer offen, Und er nimmt meine Seufzer auf. Sein Wort ist mir ein sichres Pfand; Da stärkt mich meines Gottes Hand. Heiße gut, Was er thut, 3. Es kann nicht jeder Wunsch gelingen, Den man sich etwa ausgedacht. Man sieht, wer's mit Gewalt will zwingen, Daß der nur übel ärger macht. Groß an Rat, Stark von That, Alles wohl zu machen. 333. Jah Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Ich bin bei allem Kummer stille, Der mir auf meinem Herzen liegt. Es ist des lieben Gottes Wille, Der mich zu seiner Zeit vergnügt; Denn dieser Trost ist mir bekannt: Es ändert's meines Gottes Hand. 229 Benj. Schmoldk 1672-1737. Doch was mir fehlt, ist Gott bekannt: Es hilft mir meines Gottes Hand. 4. Die rechte Stunde wird schon fommen, hit Wo seine Hilfe mich erfreut. Ich weiß, daß endlich doch den Frommen Der Wunsch des Herzens wohl d gedeiht. So hält mein Glaube festen Stand: Mich segnet meines Gottes Hand. 5. Will's Gott, so stellet sich schon morgen Der Segen meiner Hoffnung ein, Und wird von allen meinen Sorgen Kein Stäubchen ferner übrig sein. So hab' ich ein gelobtes Land; Es frönt mich meines Gottes Hand. 6. Geduld! will ich indessen ſprechen; 230 Heiligung und christlicher Wandel. Die mir aus Gottes Liebe blühn. verziehn; Dabei verharr' ich unverwandt: Bald ändert's meines Gottes Hand. Erdmann Neumeister 1671-1756. Geduld! wenn sich's noch will verGeduld! die Zeit wird Rosen brechen, Auf 334. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. [ uf Gott und nicht auf meinen Rat Will ich mein Glück nur bauen Und dem, der mich erschaffen hat, Mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt Allmächtig hält, Wird mich in meinen Tagen Als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewigkeit, Wie viel mir nüßen würde, Bestimmte meine Lebenszeit, Mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, Der zu des Glaubens Ehre Nicht zu besiegen wäre? 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, Und hätte, was ich bitte, Mir gnädig, eh' ich's bat, gewährt, Wenn's seine Weisheit litte; Er sorgt für mich Stets väterlich. Nicht was ich mir ersehe, Sein Wille der geschehe. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück Weit schwerer oft zu tragen Als selbst das widrige Geschick, Bei dessen Last wir flagen? Die größte Not Der er Herr ist meine Zuversicht, Mein bester Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Trost und Licht, Der sich an ihn ergeben. Hebt doch der Tod, Und Ehre, Glück und Habe Verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, Läßt Gott es keinem fehlen; Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht Sind nicht das Heil der Seelen. Wer Gottes Rat Vor Augen hat, Dem wird ein gut Gewissen Die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ist's überwunden! Hofft auf den Herrn, Er hilft uns gern! Seid fröhlich, ihr Gerechten, Der Herr hilft seinen Knechten! Christ. Fürchtegott Gellert 1715-1769. 335. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Er ist mein Gott, Auf sein Gebot Wird meine Seele stille; Mir gnügt des Vaters Wille. 1101 Gottvertrauen, 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun? Du bist des Schwachen Stärke. Die Augen, welche zu dir schaun, Sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rat Und stark von That, Mit gnadenvollen Händen Wirst du dein Werk vollenden. Verlassen sehen müſsen; Du läßt ihn, wenn ihn Not umgiebt, Doch deinen Trost genießen. Des Frommen Herz Wird frei von Schmerz, Der Sünder eitles Dichten Wird einst dein Rat zernichten. 20 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott! 3. Noch nie hat sich, wer dich ge- Die Zeit der Qual, liebt, Der Thränen Zahl Des Thoren Trost verschwindet, Wenn der Gerechte selbst im Tod Ruh und Erquickung findet. Wenn jener fällt, Ist er ein Held; Er steht, wenn Sünder zittern, Ein Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht den Trost der Hoffnung hin, Den dir der Glaube reichet! Weh dem, der zu der Welt will fliehn 6⁰ Kreuz und Trost. Und von dem Höchſten weichet! Dein Heiland starb, Und er erwarb ott, mein Trojt und mein Vertrauen, Ewig meine Zuversicht, Deine Hilfe werd' ich schauen, Seh' ich sonst auch nirgends Licht; Auch auf rauhen dunkeln Wegen Auf seinem Todeshügels Dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her Auch Trübsalswetter stürmen! Flieh nur zu Gott, gewiß wird er Mit starkem Arm dich schirmen! Zählt er, er wägt die Schmerzen Und wälzt sie von dem Herzen. 231 7. Herr, du bist meine Zuversicht, Auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Glück gebricht, Wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich Nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlassen Und sich im Kummer fassen? 336. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 8. In deine Hand befehl' ich mich, Mein Wohlsein und mein Leben; Mein hoffend Auge blickt auf dich, Dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott Und einst im Tod Der Fels, auf den ich traue, Bis ich dein Antlitz schaue! Christoph Christ. Sturm 1740-1786. Find' ich Freude, find' ich Segen. Deiner Führung folg' ich still; Wie du willst, nicht wie ich will. 2. Seit der Jugend ersten Jahren Hast du treulich mich geführt. 232 O wie oft hab' ich erfahren, Wie dein Vaterherz gerührt Hilfe mir und Rettung sandte, Wenn mein Flehn zu dir sich wandte! Heiligung und christlicher Wandel. Deiner Führung folg' ich still; Wie du willst, nicht wie ich will. 3. Alles sei dir übergeben; Was du thust, ist wohlgethan. Es sei Sterben oder Leben, Dankbar nehm' ich alles an. Mag dieLast auch schwer mich drücken, Du kannst stärken und erquicken. Deiner Führung folg' ich still; Wie du willst, nicht wie ich will. 4. Führe mich, Herr, wie du denkest, Daß ich vor dir wandeln soll! Wenn nur du mein Schicksal lenkest, O so geht's mir ewig wohl; Steh' ich nur bei dir in Gnaden, Welcher Feind kann dann mir schaden? dat Deiner Führung folg' ich still; Wie du willst, nicht wie ich will. 5. Muß ich manchen Schmerz empfinden, Hoffe offe, Herz, nur mit Geduld, Endlich wird der Tag anbrechen! Jede Last hilfst du mir tragen, Und ich sollte trostlos zagen? Deiner Führung folg' ich still: Wie du willst, nicht wie ich will. 6. Bin ich niedrig hier auf Erden, Trifft mich unverdienter Hohn, Hoff' ich doch erhöht zu werden, Ewiger, vor deinem Thron. Mögen denn mich Menschen hassen, Du, du wirst mich nicht verlassen. Deiner Führung folg' ich still; Wie du willst, nicht wie ich will. Fühl' ich oft, wie schwer es sei, Sich durch Leiden durchzuwinden, Weiß ich doch, mein Gott ist treu. Nach Elisabeth Eleonore von Sachsen- Meiningen 1658-1729, von Friedr. Brauer 1754-1813. Gott dein Vater ist voll Huld, Kindlich darfst du zu ihm sprechen; Auf dein gläubiges Vertraun Wird er gnädig niederschaun. 7. Nicht den Ruhm, den Menschen geben, Nicht der Sinne Lust, nicht Geld Such' ich; nur ein frommes Leben Sei mein Reichtum auf der Welt. Meine Lust sei dich zu schauen, Und mein Stolz dir zu vertrauen. Deiner Führung folg' ich still; Wie du willst, nicht wie ich will. 8. Ich empfehl' mich deinen Händen, Vater, voll Zufriedenheit. Jede Klage wird sich enden, Jeder Schmerz wird Seligkeit. Kann ich von des Himmels Höhen Einst mein Schicksal übersehen, O dann sprech' ich tiefgerührt: Selig hast du mich geführt: 337. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 2. Wolken kommen, Wolken gehn; Bau auf deines Gottes Gnade! Zu der Freude Sonnenhöhn Führen stürmisch dunkle Pfade, Doch ein treues Auge wacht; Zittre nicht in Sturm und Nacht! 3. Ankre du auf Felsengrund, Gottvertrauen, Schwinge dich zu Gottes Herzen, Mach ihm deine Leiden kund, Sag ihm deine tiefsten Schmerzen! Er ist gütig und erquickt Jedes Herz, das Kummer drückt. 4. Faß im Glauben kühnen Mut, 338. 6⁰ Mel. Es ist genug! So nimm, Herr, meinen Geist. ott ist mein Licht! Verzage nicht, mein Herz, In banger dunkler Zeit! Die Sonne sinkt, die Nacht bringt Furcht und Schmerz, Mein Licht strahlt allezeit; Es schimmert an dem Tag der Freuden, Es leuchtet in der Nacht der Leiden: Gott ist mein Licht! 2. Gott ist mein Heil! O Seele, fürchte nichts! Dein Helfer ist getreu; Er läßt dich nicht, sein Vaterwort verspricht's, Er steht dir mächtig bei. Er will dich bis ins Alter tragen, Kein wahres Gut dir je versagen: Gott ist mein Heil! Kreuz und Trost. Kraft wird dir dein Helfer senden; Mit der Hand, die Wunder thut, Wird er deine Leiden enden! Er ist lauter Lieb und Huld; Hoffe, Herz, nur mit Geduld! Siegfried Aug. Mahlmann 1771-1826. 3. Sein ist die Kraft! Er spricht's, und es geschieht, Gebeut, und es steht da; Und wenn mein Blick noch keine Hoffnung sieht, It schon die Rettung nah. Wo schwache Menschen nichts vermögen, Da kommt Gott stärkend uns entgegen: Sein ist die Kraft! 233 4. Sein ist das Reich! Er herrscht im Weltgebiet dif Mit Weisheit, Huld und Macht. Die Sterne gehn, der Strom der Zeiten flieht, dall Von seinem Blick bewacht, Und alles lenfet er im stillen Zum Ziel nach seinem heilgen Willen: Sein ist das Reich! 5. Gott ist mein Schild, mein Schirm in der Gefahr, Die er nur wenden kann! Er deckt mein Haupt, und ohn' ihn fällt kein Haar, Er nimmt sich aller an. Ob tausende, die mit mir wallen, Zur Rechten oder Linken fallen: Gott ist mein Schild! in ll 6. Gott ist mein Lohn! Drum geh' ich unverzagt Die Bahn, die er mir zeigt. Der Gang ist schwer, er wird mit Gott gewagt, Der dort die Palme reicht. Froh will ich wachen, kämpfen, ringen, Durch Gnade stark den Feind bezwingen: Gott ist mein Lohn! Heiligung und 7. Gott ist mein Preis! Er sei mein Lobgesang, 234 Er, des ich ewig bin! Der Herr ist groß, und seines Ruhud mes Klang christlicher Wandel. Tönt durch das Weltall hin. Ich stimme mit den Erdgebornen Ins hohe Lied der Auserfornen: Gott ist mein Preis! Joh. Heinr. Karl Hengstenberg 1770-1834. 339. Mel. Mein Herzend- Jesu, meine Lust. Jd Ich steh' in meines Herren Hand Und will drin stehen bleiben, Nicht Erdennot, nicht Erdentand Soll mich daraus vertreiben; Und wenn zerfällt Die ganze Welt, Wer sich an ihm und wen er hält, Wird wohlbehalten bleiben. 2. Er ist ein Fels, ein sichrer Hort, Und Wunder sollen schauen, Die sich auf sein wahrhaftig Wort Verlassen und ihm trauen. Er hat's gesagt, Und darauf wagt Mein Herz es froh und unverzagt Und läßt sich gar nicht grauen. 3. Und was er mit mir machen will, Ist alles mir gelegen. Ich halte ihm im Glauben still Und hoff' auf seinen Segen; Denn was er thut, Ist immer gut, ch will in Gott mich fassen Und stille, stille sein; Dann bin ich nicht verlassen In herbster Not und Pein, Dann geht auf meinem Pfade, Wie dunkel er auch wär', Ein Bote seiner Gnade, Ein Engel vor mir her. Und wer von ihm behütet ruht, Ist sicher allerwegen. 4. Ja wenn's am schlimmsten mit mir steht, Freu' ich mich seiner Pflege; Ich weiß, die Wege, die er geht, Sind lauter Wunderwege. Was böse scheint, 3st gut gemeint, Er ist doch nimmermehr mein Feind Und giebt nur Liebesschläge. 5. Und meines Glaubens Unterpfand Ist, was er selbst verheißen, Daß nichts mich seiner starten Hand Soll je und je entreißen. Was er verspricht, Das bricht er nicht, Er bleibet meine Zuversicht, Ich will ihn ewig preisen. Karl Joh. Phil. Spitta 1801-1859. 340. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 2. Er trägt in seinen Händen Ein wunderhelles Licht, Mir süßen Trost zu spenden Und reine Zuversicht. Von solchem Licht geleitet Fühl' ich die Furcht gebannt, Denn über mich gebreitet Ist Gottes Vaterhand. Für besondere Zeiten und Verhältnisse. 3. Zur Rechten und zur Linken Mag der Versucher nahn, Mich lockt sein schmeichelnd Winken Nicht hin auf seine Bahn; Wie fänd' ich dorten Frieden, Hätt' ich mich falschgesinnt Von Gottes Huld geschieden, Ein ungehorsam Kind? Sat 341. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. klage nicht, wenn dir dein Gott Ein Kreuz will auferlegen! Sei's Krankheit, Mangel, Gram und Spott, Vom Kreuze kommt der Segen, Wenn du, bereuend deine Schuld, Es trägst in gläubiger Geduld Und fest auf Christum bauest. 2. Macht auch das Kreuz dem Fleische bang, Mein Christ, laß dich's nicht reuen! Des alten Menschen Todesgang Ist Lebensweg dem neuen; Erst wenn der starre Trotz erliegt, Und sich das Fleisch dem Kreuze fügt, Beginnt das wahre Leben. 4. Mein Herz will ich bewahren Dem, der es treulich liebt, Auch wenn er mit Gefahren Zur Prüfung mich umgiebt. Er will die Kraft mir stärken, ee Sie kommt von ihm allein; In Worten und in Werken Soll ich sein Zeuge sein. Julius Hammer 1810-1862. Aus meines Herzens Grunde Sag' ich dir Lob und Dank In dieser Morgenstunde Und all mein Leben lang; O Gott auf deinen Thron, nis 235 3. Du gehst vor Gottes Angesicht Und stehst in seinem Cegen, Und deines Fußes Leuchte ist Sein Wort auf allen Wegen. Du hältst an ihm, der dich nicht läßt, An deinem Herrn und Heiland feſt Im Leben und im Sterben. XXI. für besondere Zeiten und Verhältnisse. 4. Und himmelan, nur himmelan Ist all dein Lauf gewendet, Bis er am Ziele deiner Bahn In Herrlichkeit sich endet, Bis Gott sich dir in Gnaden neigt Und dir durch Jesum Christum reicht An Kreuzes Statt die Krone. Julius Sturm geb. 1816. 1. Am Morgen. 342. Nach eigener Melodie. Dich will ich ewig ehren, Laß mich dein Lob vermehren Durch Christum, deinen Sohn! 2. Dank dir, daß du aus Gnaden Für besondere Zeiten und Verhältniſſe. 236 In der vergangnen Nacht Mich vor Gefahr und Schaden Behütet und bewacht! Demütig bitt' ich dich, Wollst mir die Sünd vergeben, Womit in dieſem Leben d Ich hab' erzürnet dich. 3. Du wollest auch behüten Mich gnädig diesen Tag Vor Feindes List und Wüten, Vor Sünden und vor Schmach, Vor Feur und Wassersnot, Vor Armut und vor Schanden, Vor Krankheit und vor Banden, Vor bösem schnellem Tod. 4. Die Seele, Leib und Leben, Gut, Ehre, Weib und Kind Will ich dir übergeben, Dazu mein Hausgesind; Was deine Huld mir gab, 6⁰ ott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist, Der uns Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, Dessen starke Hand die Welt Und was drinnen ist erhält: 343. Nach eigener Melodie. 2. Gott, ich danke dir von Herzen, Daß du mich in dieser Nacht Vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen Die Eltern und Verwandten, Die Freunde und Bekannten Und alles, was ich hab'. Hast behütet und bewacht, Daß des bösen Feindes List Mein nicht mächtig worden ist. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden Jetzt mit dieser Nacht vergehn; 5. Gott will ich lassen raten, Der alle Ding' vermag; hi Er segne meine Thaten Auch an dem heutgen Tag. Ihm hab' ich heimgestellt Leib, Seele, Gut und Leben Und was er mir gegeben; Er mach's, wie's ihm gefällt. 6. Drauf sprech' ich fröhlich Amen Und zweifle nicht daran, Gott nimmt in Jesu Namen Mein Beten gnädig an. Drum streck' ich aus die Hand, Greif' an das Werk mit Freuden, Das Gott mir wollt' bescheiden In meinem Amt und Stand. Verfasser unbekannt. 1592. O Herr Jesu, laß dich finden Und dein Herz mir offen stehn, Da allein ja Hilf und Rat Ist für meine Miſsethat! 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen Geistlich auferstehen mag Daß, wenn nun dein großer Tag Und für meine Seele sorgen, Uns erscheint und dein Gericht, Ich davor erschrecke nicht! 5. Führe mich, o Herr, und leite Meinen Gang nach deinem Wort, Sei und bleibe du auch heute Mein Beschützer und mein Hort! Nirgends als bei dir allein Kann ich recht bewahret sein. 6. Meinen Leib und meine Seele Samt den Sinnen und Verstand, Großer Gott, ich dir befehle Unter deine starke Hand. Herr, mein Schild, mein Ehr, mein Ruhm, Nimm mich auf, dein Eigentum! Die goldne Sonne, Bringt unsern Grenzen Am Morgen. Voll Freud und Wonne, dd 344. Nach eigener Melodie. onsBlog do Und wo die Frommen 7. Deinen Engel zu mir sende, Der des bösen Feindes Macht, List und Anschläg' von mir wende Und mich halt' in guter Acht, Der auch endlich mich zur Ruh Trage nach dem Himmel zu! Heinr. Alberti 1604-1651. Mit ihrem Glänzen 4. Abend und Morgen Ein herzerquickendes liebliches Licht. Sind seine Sorgen; Mein Haupt und Glieder Segnen und mehren, Unglück abwehren Die lagen darnieder, Aber nun steh' ich, Bin munter und fröhlich, Schaue den Himmel mit meinem Gesicht. Dann sollen hinkommen, Wann sie mit Frieden Von hinnen geschieden Aus dieser Erde vergänglichem Schoß. Von Herzen gekommen, Das ist ein Opfer, dran er sich erfreut. 2. Mein Auge schauet, Was Gott gebauet Zu seinen Ehren Und uns zu lehren, 5. Alles vergehet, Wie sein Vermögen sei mächtig und Gott aber stehet groß, Sind seine Werke und Thaten allein. Wenn wir uns legen, So ist er zugegen, Wenn wir aufstehen, So läßt er aufgehen Über uns seiner Barmherzigkeit Schein. Ohn' alles Wanken; 237 Seine Gedanken, Sein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden Die nehmen nicht Schaden, Heilen im Herzen Die tödlichen Schmerzen, Halten uns zeitlich und ewig gesund. 3. Lasset uns singen, Dem Schöpfer bringen Güter und Gaben; Was wir nur haben, Alles das sei Gott zum Opfer geweiht! Laß meine Schulden Die besten Güter In Gnad und Hulden Sind unsre Gemüter; Lieder der Frommen, 6. Gott, meine Krone, al Vergieb und schone, Aus deinen Augen sein ferne verbannt! 238 Sonst Herr, regiere, Mich lenke und führe, Wie dir's gefället: Ich habe gestellet Alles in deine Beliebung und Hand! 7. Willst du mich fränken, Für besondere Zeiten und Verhältnisſe. Mit Galle tränken, Und soll von Plagen Ich auch was tragen, Wohlan, so mach es, wie dir es beliebt! Was gut und tüchtig, Was schädlich und nichtig Meinem Gebeine, Mach auf, mein Herz, und singe Dem Schöpfer aller Dinge, Dem Geber aller Güter, Dem treuen Menschenhüter! 2. Heut, als die dunkeln Schatten Mich ganz umgeben hatten, Hast du, o Gott, gewehret, Daß mich kein Leid verjehret. 3. Du sprachst: Kind, lieg im Frieden, Ich will dich treu behüten; Schlaf wohl, laß dir nicht grauen, Du sollst die Sonne schauen! 345. Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. 4. Dein Wort, Herr, ist geschehen, Ich kann das Licht noch sehen, Von Not bin ich befreiet, Dein Schutz hat mich erneuet. Das weißt du alleine, Hast niemals zu sehr die Deinen betrübt. 5. Du willst ein Opfer haben: Hier bring' ich meine Gaben 8. Trübsal und Zähren Nicht ewig währen, Nach Meeresbrausen Und Windessauſen Leuchtet der Sonne erwünschtes Gesicht. Freude die Fülle Und selige Stille Darf ich erwarten Im himmlischen Garten; Dahin sind meine Gedanken gericht't. Paul Gerhardt 1607-1676. Und leg' in Demut nieder Vor dir Gebet und Lieder. 6. Die wirst du nicht verschmähen, Du kannst ins Herz mir sehen Und weißt wohl, daß zur Gabe Ich ja nichts Beßres habe. 7. Dein Werk wollst du vollenden Und deinen Engel senden, Der mich an diesem Tage Auf seinen Händen trage. 8. Sprich Ja zu meinen Thaten, Hilf selbst das Beſte raten, Den Anfang, Mitt und Ende, Ach Herr, zum besten wende! 9. Herr, segne meine Tritte, Mein Herz sei deine Hütte, Dein Wort sei meine Speise, Bis ich gen Himmel reise! Paul Gerhardt 1607-1676. Am Morgen.nongisd# adserdil nog od 346. aid primo Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. ein Gott, nun ist es wieder Morgen, Me Die Nacht vollendet ihren Lauf; Nun wachen alle meine Sorgen Auf einmal wieder mit mir auf. Die Ruh ist aus, der Schlaf dahin, Ich sehe wieder, wo ich bin. 2. Ich bin noch immer auf der Erde, Wo jeder Tag sein Elend hat, Wo ich zwar immer älter werde, Doch nimmer rein von Missethat. Ich kenn', o Gott, dein heilig Recht Und bin doch kein getreuer Knecht. 3. Vergieb mir, Vater, alle Sünden, Die ich von Kindheit auf gethan, Laß früh vor dir mich Gnade finden Und nimm mein reuig Bitten an! Ist deine Gnade nur mein Teil, So fehlt mir nichts zu meinem Heil. 347. Mel. O Gott, du frommer Gott. Jesu, süßes Licht, Nun ist die Nacht vergangen, Nun hat dein Gnadenglanz Aufs neue mich umfangen; Nun ist, was an mir ist, Vom Schlafe aufgeweckt Und hat sich, Herr, nach dir Verlangend ausgestreckt. 239 ang ndi Ido pofidsilialla C our.th.le 4. Hilf du in allen Sachen raten, Denn wo wär' ich mir selbst genug? Bewahre mich vor Missethaten, Vor böser Menschen List und Trug! Laß mich den Tag wohl wenden an Und Gutes schaffen, wo ich kann! Fest THEE 5. Behüte mir Leib, Seel und Verwandte, Freunde, Hab und Gut! Leben, Willst du mir Kreuz zu tragen geben, So gieb dabei auch Trost und Mut; Und willst du Freuden mir verleihn, mir zum ſein! 6. Du gavst mir Kraft, jetzt aufzustehen, Dein Aufsehn ist's, das mich erhält. Ich weiß nicht, wie mir's heut wird gehen, Doch schick es, Herr, wie dir's gefällt! Schließ mich in deine Obhut ein, So bin ich tot und lebend dein! Kaspar Neumann 1648-1715. 2. Was soll ich dir denn nun, O Herr, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar In deine Gnade senken Mit Leib, mit Seel und Geist 202 Heut diesen ganzen Tag: Das soll mein Opfer sein, Weil ich sonst nichts vermag. 3. Drum siehe da, mein Herr, Da hast du meine Seele, Sie sei dein Eigentum, Daß sie nur dich erwähle In deiner Liebe Kraft; Da hast du meinen Geist, Darinnen wollst du dich Verklären allermeist! 90 4. Hier sei denn auch mein Leib Zum Tempel dir ergeben; 240 Wähl ihn zur Wohnung dir, O allerliebstes Leben! Ach wohn, ach bleib in mir, Beweg und rege mich, Für besondere Zeiten und Verhältniſſe. So hat Geist, Seel und Leib Mit dir vereinigt sich! do 5. Mein Jesu, schmücke mich Mit Weisheit und mit Liebe, Mit Keuschheit, mit Geduld Durch deines Geistes Triebe; Kleid mit der Demut mich Und mit der Sanftmut an, So bin ich wohlgeschmückt Und köstlich angethan! 6. Gieb, daß mir diesen Tag Mein erst Gefühl sei Preis und Dank: Erhebe Gott, o Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang: Lobsing ihm, meine Seele! 348. Mel. Ich dank' dir schon durch deinen Sohn. 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, Lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht Und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, Mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Kreis Und schützt mich vor Gefahren? Stets vor den Augen schwebe, Daß dein' Allgegenwart Mich wie die Luft umgebe, Auf daß mein ganzes Thun Durch Herz, durch Sinn und Mund Dich lobe inniglich, l Mein Herr, zu aller Stund! 4. Gelobet seist du, Gott der Macht, Gelobt sei deine Treue, Daß ich nach einer sanften Nacht Mich dieses Tags erfreue! 7. Ach segne, was ich thu', Ja rede und gedenke; Durch deines Geistes Kraft Es also führ und lenke, Daß alles nur gescheh' Zu deines Namens Ruhm, Und daß ich unverrückt Verbleib' dein Eigentum! TER Joachim Lange 1670-1744. 5. Laß deinen Segen auf mir ruhn, Mich deine Wege wallen, Und lehre du mich selber thun Nach deinem Wohlgefallen! 6. Nimm meines Lebens gnädig wahr, Auf dich hofft meine Seele; Sei mir ein Retter in Gefahr, Ein Vater, wenn ich fehle! 7. Gieb mir ein Herz voll Zuversicht, Erfüllt mit Lieb und Ruhe, Ein weises Herz, das seine Pflicht Erkenn' und willig thue; 8. Daß ich das Glück der Lebenszeit In deiner Furcht genieße Und meinen Lauf mit Freudigkeit, Wann du gebeutst, beschließe! Christ. Fürchtegott Gellert 1715-1769. Am Abend. 2. Am Abend. Am Aben dal 349. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Werde munter, mein Gemüte, Und ihr Sinne, geht herfür, Daß ihr preiset Gottes Güte, Die er hat gethan an mir, Da er mich den ganzen Tag Vor so mancher schweren Plag Durch sein gnadenreiches Walten Hat beschirmet und erhalten! 2. Lob und Dank sei dir gejungen, Vater der Barmherzigkeit, Daß mir heut mein Werk gelungen, Dağ du mich vor allem Leid Und vor Sünden mancher Art So getreulich haft bewahrt, Manches Unheil auch vertrieben, Daß ich unversehrt geblieben! 4. Herr, verzeihe mir aus Gnaden 3. Dieser Tag ist nun vergangen, Und das Dunkel bricht herein; Hin ist nun der Sonne Prangen Und ihr freudenreicher Schein. Stehe mir, o Vater, bei, Daß mein Licht stets bei dir sei; Laß es hell im Herzen werden, Ist auch tiefe Nacht auf Erden! Alle Sünd und Missethat, Die mein armes Herz beladen lind dich sehr erzürnet hat! Des Versuchers List und Tück Treib durch deine Macht zurück! Gott, du kannst allein mich retten, Strafe nicht mein Übertreten! Evang. Gesangbuch II. SR 5. Bin ich gleich von dir gewichen, Stell' ich mich doch wieder ein; Denn dein Sohn hat ausgeglichen Meine Schuld durch seine Bein. Ich verleugne nicht die Schuld; Aber deine Gnad und Huld Ist viel größer als die Sünde, Die ich stets noch in mir finde. 6. O du Licht der frommen Seelen, 241 Dir will ich mich ganz befehlen O du Glanz der Ewigkeit, Diese Nacht und allezeit. Bleibe doch, mein Gott, allhie In der Dunkelheit bei mir, Daß kein Unfall mich betrübe; Tröste mich mit deiner Liebe! ST 7. Laß mich diese Nacht empfinden Eine sanfte süße Ruh! Alles übel laß verschwinden, Decke mich mit Segen zu! Leib und Seele, Mut und Blut, Weib und Kinder, Hab und Gut, Freunde, Feinde, Hausgenossen Sei'n in deinen Schutz geschlossen. 8. O du großer Gott, erhöre, Was dein Kind gebeten hat! Jesu, den ich stets verehre, Bleibe ja mein Schutz und Nat! Und mein Hort, du werter Geist. Der du Freund und Tröster heißt: Höre doch mein sehnlich Flehen! Amen, ja es soll geschehen! Joh. Rist 1607-1667. 16 242 Für besondere Zeiten und Verhältnisſe. 350. Mel. O Welt, ich muß dich N un ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städt' und Felder, Es schläft die ganze Welt; Jhr aber, meine Sinnen, Auf, auf, ihr sollt beginnen, Was euerm Schöpfer wohlgefällt! 2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, Die Nacht, des Tages Feind. Fahr hin, ein' andre Sonne, Mein Jesus, meine Wonne, Gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun vergangen, Die goldnen Sternlein prangen Am blauen Himmelsjaal: Also werd' ich auch stehen, Wenn mich wird heißen gehen Mein Gott aus diesem Jammerthal. 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, Legt ab das Kleid und Schuhe, Das Bild der Sterblichkeit; Die zieh' ich aus, dagegen Wird Christus mir anlegen Das Kleid der Ehr und Herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß, und Hände Sind froh, daß nun zum Ende fen. Die Arbeit kommen ſei. Herz, freu dich, du sollst werden Vom Elend dieser Erden Und von der Sünden Arbeit frei! 6. Nun geht, ihr matten Glieder, Geht hin und legt euch nieder, Der Ruhe ihr begehrt! Es kommen Stund' und Zeiten, Da man euch wird bereiten Zur Ruh ein Bettlein in der Erd. 7. Mein' Augen stehn verdrossen, Im Nu sind sie geschlossen; Wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden, Sei gut für allen Schaden, Du Aug und Wächter Israel! 8. Breit aus die Flügel beide, Jesu, meine Freude, Und nimm dein Küchlein ein! Will Satan mich verschlingen, So laß die Engel singen: Dies Kind soll unverletzet sein! 9. Auch euch, ihr meine Lieben, Soll heute nicht betrüben Kein Unfall noch Gefahr! Gott laff euch ruhig schlafen, Stell' euch die mächtgen Waffen Ums Bett und seiner Engel Schar. Paul Gerhardt 1607-1676. 351. Nach eigener Melodie. D er Tag ist hin, mein Jeju, bei Erleuchte mich, ach Herr, denn es ist Zeit! mir bleibe; O Seelenlicht, der Sünden Nacht vertreibe; Geh auf in mir, Glanz der Gerechtigkeit, 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen, Dir sei die Ehr, daß alles wohl gelungen Nach deinem Rat, ob ich's gleich nicht versteh'; Du bist gerecht, es gehe, wie es geh'. 3. Nur eines ist, das mich empfindlich quälet: Beständigkeit im Guten mir noch fehlet; Am Abend. Das weißt du wohl, du Herzensbi 30 fündiger, Ich strauchle noch wie ein Unmündiger. 4. Vergieb es, Herr! Mir sagt es mein Gewissen, Der Sünde Lust hat mich von dir gerissen; Es ist mir leid, ich stell' mich wieder ein, Wo willst du hin, weil's Abend ist, Oliebster Pilger Jesu Christ? Komm, laß mich so glückselig sein Und kehr in meinem Herzen ein! 2. Laß dich erbitten, liebster Freund, Dieweil es ist so gut gemeint; Du weißt, daß du zu aller Frist Ein herzenslieber Gast mir bist! 352. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 3. Es hat der Tag sich sehr de santos adis geneigt, 243 Da ist die Hand: du mein und ich bin dein! Herr, es ist von meinem Leben err, es ist von meinem Leben ein Tag dahin. Lehre mich nun Achtung geben, Ob ich fromm gewesen bin; 5. Jsraels Schußz, mein Hüter und mein Hirte, Zu meinem Trost dein sieghaft dll Schwert umgürte, Bewahre mich durch deine große Macht, Wenn Belial nach meiner Seele tracht't! 6. Du schlummerst nicht, wenn matte Gliederschlafen, Ach laß die Seel im Schlaf auch Gutes schaffen! Lebenssonn, erquicke meinen Sinn! Dich lass' ich nicht, mein Fels- der Tag ist hin! Joachim Neander 1650-1680. Die Nacht sich schon von ferne zeigt; Drum wollest du, o wahres Licht, Mich Armen ja verlassen nicht. 4. Erleuchte mich, daß ich die Bahn Zum Himmel sicher finden kann, Damit die dunkle Sündennacht Mich nicht verführt noch irre macht! 5. Vor allem in der letzten Not Hilf mir durch einen sanften Tod! dall Herr Jesu, bleib; ich halt' dich fest, Ich weiß, daß du mich nicht verläßt! Verfasser anbekannt; 1674? 353. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Zeige mir auch selber an, So ich was nicht recht gethan, Und hilf jetzt in allen Sachen Guten Feierabend machen! 16* E 241 Für besondere Zeiten und Verhältnisse. 2. Freilich wirst du manches finden, Was dir nicht gefallen hat; Denn ich bin noch voller Sünden In Gedanken, Wort und That, Und vom Morgen bis zur Stund Pfleget Herze, Hand und Mund Mannigfach und oft zu fehlen, Daß ich's selber nicht kann zählen. 3. Aber, o du Gott der Gnaden, Habe noch einmal Geduld; Ich bin freilich schwer beladen, Doch vergieb mir alle Schuld! Deine große Batertreu Werde diesen Abend neu, So will ich noch deinen Willen Künstig mehr als heut erfüllen. 4. Heilige mir das Gemüte, Daß der Schlaf nicht sündlich sei; Decke mich mit deiner Güte, Auch dein Engel steh' mir bei! Lösche Licht und Feuer aus Und bewahre sonst das Haus, Daß ich morgen mit den Meinen Nicht im Unglück müsse weinen! Zu dir im Fortgang dieser Zeit Mein Herz sich sehnlich wendet, O Quell, daraus mein Leben fließt Und alle Gnade sich ergießt Zu meiner Seele Leben. 5. Steure den gottlosen Leuten, Die im Finstern Böses thun! Sollte man gleich was bereiten, Uns zu schaden, wenn wir ruhn, So zerstöre du den Nat Und verhindere die That; Wend auch allen andern Schrecken, Den die Bosheit kann erwecken! 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, Jahr, Und wird mir allzu lange, Bis es erscheine, daß ich gar, Wenn es bei uns Abend wird; Denn du bleibest ewig munter Und bist wie ein guter Hirt, Der auch in der finstern Nacht über seine Herde wacht. Darum hilf uns, deinen Schafen, Daß wir alle sicher schlafen!! 354, Mel. Mein Herzens- Jesu, meine Lust. Gottlob, ein Schritt zur Ewigkeit Leben, dich umfange, abermals 7. Laß mich dann gesunderwachen, Wenn es rechte Zeit wird sein, Daß ich ferner meine Sachen Richte dir zu Ehren ein! Oder haſt du, lieber Gott, Heut bestimmet meinen Tod, So befehl' ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. Kaspar Neumann 1648-1715. Damit, was sterblich ist an mir, Verschlungen werde ganz in dir, Und ich unsterblich werde. 3. O daß du selber kämest bald! Ich zähl' die Augenblicke. Ach komm, bevor mein Herz wird kalt 2. Jch zähle Stunden, Tag und Und sich's zum Sterben schicke! Komm doch in deiner Herrlichkeit, Schau her, die Lampe steht bereit, Die Lenden sind umgürtet! Am Abend. 4. Doch sei dir ganz anheimgeſtellt Die rechte Zeit und Stunde, Wiewohl ich weiß, daß dir's gefällt, Wenn ich mit Herz und Munde Dich kommen heiße und darauf Von nun an richte meinen Lauf, Daß ich dir komm' entgegen. 5. Ich bin vergnügt, daß mich du nichts kann Von deiner Liebe trennen, Und daß ich frei vor jedermann Dich meinen Freund darf nennen, Und daß du dort, o Lebensfürst, Dich ganz mit mir vereinen wirst Und mir dein Erbe schenken. 6. Drum preis' ich dich in Dankbarkeit, Daß heut der Lauf geendet, Und daß dadurch von dieser Zeit Ein neuer Schritt vollendet. Ach führe du mich weiter fort, Bis ich gelange an die Pfort Jerusalems dort oben! De er Sabbat ist vergangen, Ich habe mein Berlangen Nach Herzenswunsch erfüllt. Gott hat mich unterweiset, Mit Lebensbrot geſpeiſet Und meiner Seele Durst geſtillt. 2. Gott ruht durchs Wort im Herzen, Drum leg' ich ohne Schmerzen Auch meinen Leib zur Ruh; Denn allen Sündenschaden du 7. Wenn auch die Hände lässig sind Und meine Kniee wanken, So biet mir deine Hand geschwind Und halt mich in den Schranken Des Glaubens, daß in dir mein Herz Sich stärke, und ich himmelwärts Ohn' Unterlaß aufsteige! 8. Geh, Seele, frisch im Glauben dran Und sei nur unerschrocken, Laß dich nicht von der rechten Bahn Die Lust der Welt ablocken! So dir der Lauf zu langsam dünkt, So eil, wie sich ein Adler schwingt, Mit Flügeln heilger Liebe! 245 9. O Jesu, meine Seele ist Zu dir schon aufgeflogen; Du hast, weil du voll Liebe bist, Mich ganz zu dir gezogen. Fahr hin, was heißet Stund und Zeit: Ich bin schon in der Ewigkeit, Weil ich in Jeſu lebe! 355. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. Aug. Herm. France 1663-1727. Deckt Jesus nun in Gnaden Mit seiner treuen Liebe zu. 3. O du dreieinig Wesen, Mein Geist ist schon genesen, Weil ich dein Tempel bin! Ich habe Licht vom Lichte, Dein leuchtend Angesichte Treibt alle Finsternisse hin. 4. Du wirst schon bei mir wachen Und eine Sonne machen Für besondere Zeiten und Verhältnisſe. 246 Auch mitten in der Nacht, Bis bei den Cherubinen Ein Sonntag ist erschienen, Der alle Nacht zuschanden macht. 5. Ich schlafe ganz vergnüget, 356. Mel. Jesu, meine Freude. Hirte deiner Schafe, Schlafe von Etwas wissen mag, Deine Wundermilde Diente mir zum Schilde an Den vergangnen Tag. Sei die Nacht Auch auf der Wacht Und laß mich von deinen Scharen Um und um bewahren! 2. Decke mich von oben Vor der Feinde Toben Mit der Vaterhuld; Ein versöhnt Gewissen Sei mein Ruhekissen, Drum vergieb die Schuld! Jesus Christ Mein Mittler ist, Er hat das, was ich verschuldet, Williglich erduldet. 3. Laß auch meine Lieben Keine Not betrüben, Sie sind mein und dein! Schließ uns mit Erbarmen In den Vaterarmen Wohlgeborgen ein! Du bei mir Und ich bei dir, Also sind wir ungeschieden, Und ich schlaf' in Frieden! 4. Komm, verschließ die Kammer Denn wo mein Herze lieget, Da ist der Engel Heer; Mich stört kein Weltgetümmel, Es träumt mir nur vom Himmel: Ach wer doch nur bald droben wär'! Benj. Schmold 1672-1737. H err, der du mir das Leben Bis diesen Tag gegeben, Dich bet' ich findlich an. Und laß allen Jammer Ferne von uns sein! Sei du Schloß und Riegel, Unter deine Flügel Nimm dein Küchlein ein; Deck uns zu Mit Schutz und Ruh, So wird uns kein Grauen wecken. Noch der Feind uns schrecken! 5. Wie, wenn ich mein Bette Heut zum Grabe hätte? Wie bald rot, bald tot! Drum hast du beschlossen, Taß mein Ziel verflossen, Kommt die Todesnot, So will ich nicht wider dich; Hab' ich Jesum nur gefunden, Sterb' ich alle Stunden. 357. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. du 6. Nun wohlan, ich thue In vergnügter Ruhe Meine Augen zu! Seele, Leib und Leben Hab' ich dir ergeben, Treuer Hüter du! Gute Nacht, Nimm mich innacht; Und erlebe ich den Morgen, Wirst du weiter sorgen! Benj. Schmold 1672- 1737. Ich bin viel zu geringe Der Treue, die ich singe, Und die du heut an mir gethan. Am Abend. 2. Mit dankendem Gemüte Freu' ich mich deiner Güte, b Ich freue mich in dir. Du giebst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke, dil Und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seelen. Nach deines Worts Befehlen Einher im Leben gehn, Auf deine Güte hoffen, Im Geist den Himmel offen Und dort den Preis des Glaubens ſehn! ie Sonne sinfet nieder, Die stille Nacht kommt wieder Und mit ihr Schlaf und Ruh. Sie bringt uns neue Kräfte, Beschließt des Tags Geschäfte Und drückt die müden Augen zu. 358. Mel. O Welt, ich muß dich laffen. 2. Noch wach' ich und erzähle Mit tiefgerührter Seele, Was Gott an mir gethan. Mit dankendem Gemüte Lobsing' ich seiner Güte; Er hört mein frommes Loblied an. 3. Von ihm kommt jede Gabe, Das Leben, das ich habe, Die Ruhe dieser Nacht. Er ist der Quell der Güter, Er ist mein treuer Hüter, Der, wenn ich schlummre, für mich wacht. 4. Er läßt es finster werden Und hüllt den Kreis der Erden In stille Dunkelheit; Doch auch in dunkler Stille 4. Ich weiß, an wen ich glaube, Und nahe mich im Staube mind Zu dir, mein Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen, Ich bin bei dir in Gnaden, Und in dem Himmel ist mein Teil. 247 5. Bedeckt mit deinem Segen Eil' ich der Ruh entgegen, Dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende Ist dein; in deine Hände Befehl' ich, Vater, meinen Geist. Christ. Fürchtegott Gellert 1715-1769. Wohnt Gott mit seiner Fülle Und zeigt mir seine Herrlichkeit. 5. Aus unermeßner Ferne Führt er jetzt Mond und Sterne Am Firmament herauf; Sie leuchten, ihm zur Ehre, Hoch über Erd und Meere, Und seine Hand lenkt ihren Lauf. 6. Groß, wenn der Morgen grauet, Groß, wenn der Abend tauet, Groß in der stillen Nacht, Im Sonnenschein und Sturme, Am Menschen und am Wurme, Groß zeigst du, Vater, deine Macht! 7. Voll Majestät und Stärke Stehn lauter Wunderwerke In deiner Schöpfung da. Wie kann ich dir's vergelten? Du, Gott so vieler Welten, Warst auch mir Armem heute nah. 8. Gott, groß von Macht und pid Treue, Jetzt, da ich dein mich freue, Wird mir die Nacht zum Licht. ? me Für besondere Zeiten und Verhältniſſe. 248 Leg' ich die müden Glieder Mir neue Kräfte geben, In deinem Namen nieder, on onll So schlaf' ich fröhlich ein; bij So wachest du, ich sorge nicht. Soll er mein Leben enden, d So wirst du mich vollenden Und auch mein Gott im Tode sein. Joh. Zach. Junkheim 1729-1790. 9. Soll jetzt der Schlaf zum Leben 359. Mel. Nun danket all und bringet Ehr. o fliehen unsre Tage hin, Auch dieser ist nicht mehr; Die Nacht, der Müden Trösterin, Eilt wieder zu uns her. 2. Herr, du mur bleibest, wie du bist, Du schläfst und schlummerst nicht; Die Finsternis, die uns umschließt; Ist deinem Auge Licht. 3. Dir übergeb' ich voll Vertraun Mich auch in dieser Nacht; Und wovor sollte mir denn graun? Mich schützt ja deine Macht. 4. Hab' ich an deiner Gnade nur Noch teil, mein Herr und Gott, So fürcht' ich keine Kreatur Und scheue nicht den Tod. Doch mein Erlöser, deine Huld, Wie trostvoll ist mir die! 6. Jch eil' im Glauben zu dir hin Und weiß, wie sicher ich Im Schatten deiner Flügel bin; Du wachest über mich. 7. Flieht, finstre Sorgen, weit von mir! ei mein Gedanke; weihe dir Herr Jesu, du allein Mein Herz zum Tempel ein! Wirf ab des Tages Lasten, Der stille Abend kommt; Nun, Seele, sollst du rasten Dort, wo die Ruhe frommt; An deines Vaters Herzen Sollst du, entledigt nun Der Sorgen, Mühn und Schmerzen, Recht sanft und selig ruhn! 8. Ist dies vielleicht die letzte Nacht In meiner Prüfungszeit, So führe mich durch deine Macht Zum Licht der Ewigkeit! 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, Dein bin ich auch im Tod; 5. Zwar ich erkenne meine Schuld, Du, mein Erretter, bist bei mir Mit Reue fühl' ich sie; Und hilfft aus aller Not! Christoph Friedr. Neander 1724-1802. 360. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 2. Dort ist dir Rast beschieden Nach mühevoller Zeit, Dort findest du den Frieden Nach unheilvollem Streit; Dort schlässt du frei von Sorgen, Von seinem Arm bedeckt, Bis dich der junge Morgen Zu neuer Arbeit weckt. 3. Die Rast giebt neue Kräfte, Die Kraft giebt neuen Mut, Daß man des Tags Geschäfte Mit neuer Freude thut. Gern wirst du sie vollbringen Und fühlst dich nicht beschwert, Und Gott läßt dir gelingen, Was seinen Ruhm vermehrt. modnick Jahreswechsel. 3. Jahreswechſel. 361. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. D as alte Jahr vergangen iſt; Wir danken dir, Herr Jesu. Christ. Daß du in Not uns und Gefahr So gnädig hast beschützt dies Jahr. 2. Wir bitten dich, du ewger Sohn Des Vaters auf dem höchsten Thron, Wollst deine arme Christenheit Bewahren ferner allezeit. 3. Entzieh uns nicht dein heilsam Wort, Das ist der Seelen höchster Hort; Vor Irrlehr und Abgötterei Behüt uns, Herr, und steh uns bei! Hilf ilf, Herr Jesu, laß gelingen, Hilf, das neue Jahr geht an, Laß es neue Kräfte bringen, Daß aufs neu ich wandeln kann! Neues Glück und neues Leben Wollest du aus Gnaden geben. 2. Meiner Hände Werk und Thaten, 4. Mit ihm beginn den Morgen, Vor ihn trag deine Last, Auf ihn wirf deine Sorgen, Bei ihm such deine Raſt! So fließet leicht dein Leben Dem klaren Himmel zu, Wo dir dein Gott wird geben Die ewig selge Ruh. Jud Julius Sturm geb. 1816. 249 4. Hilf, daß wir fliehn der Sünde Bahn Und fromm zu werden fangen an! Der alten Sünde nicht gedenk, Ein gnadenreich Neujahr uns schenk! 362. Mel. Werde Licht, du Volk der Heiden. 5. Hilf christlich leben, seliglich Einst sterben und hernach fröhlich Am jüngsten Tage auferstehn, Mit dir zum Himmel einzugehn, 6. Zu danken und zu loben dich Mit allen Engeln ewiglich! O Jesu, unsern Glauben mehr Zu deines Namens Lob und Ehr! Joh. Steuerlein 1516-1613. Meiner Zunge Red und Wort Können nur durch dich geraten Und ganz glücklich gehen fort. Neue Kraft laß mich erfüllen, Zu verrichten deinen Willen! 3. Was ich denke, was ich mache, Das gescheh' in dir allein; Wenn ich schlafe, wenn ich wache, 250 Für besondere Zeiten und Verhältnisse. Wollest du, Herr, bei mir ſein. Geh' ich aus, wollst du mich leiten, Komm' ich heim, so steh zur Seiten! 4. Laß dies sein ein Jahr der Gnade, Laß bereun mich meine Sünd; Hilf, daß sie mir nimmer schade Und ich bald Verzeihung find'! Niemand sonst als du, mein Leben, Kann die Sünde mir vergeben. 5. Tröste mich mit deiner Liebe, Nimm, o Herr, mein Flehen hin; Wenn ich mich auch sehr betrübe Und voll Angst und Zagen bin, Nu un laßt uns gehn und treten Mit Singen und mit Beten Zum Herrn, der unserm Leben Bis hierher Kraft gegeben! 2. Wir gehn dahin und wandern Von einem Jahr zum andern, Wir leben und gedeihen Vom alten bis zum neuen: 3. Durch so viel Angst und Plagen, Durch Zittern und durch Zagen, Durch Not und große Schrecken, Die alle Welt bedecken. 363. Mel. Nun laßt uns Gett dem Herren. 4. Denn wie von treuen Müttern In schweren Ungewittern Die Kindlein hier auf Erden Mit Fleiß bewahret werden: Stärke mich in meinen Nöten, Daß mich Sünd und Tod nicht töten! 5. Also auch und nicht minder Läßt Gott uns, seine Kinder, Wenn Not und Trübsal blitzen, In seinem Schoße sitzen. 6. Herr, du wollest Gnade geben, Daß dies Jahr mir heilig sei Und ich christlich könne leben, Sonder Trug und Heuchelei, Daß ich noch allhier auf Erden Fromm und selig möge werden! 7. Jesu, laß mich fröhlich enden Dieses angefangne Jahr, Trage stets mich auf den Händen, Halte bei mir in Gefahr! Freudig will ich dich umfassen, Wann ich soll die Welt verlassen. Joh. Rist 1607-1667. 6. Ach Hüter unsers Lebens, Fürwahr, es ist vergebens Mit unserm Thun und machen, Wo nicht dein' Augen wachen! 7. Gelobt sei deine Treue, Die alle Morgen neue! Lob sei den starken Händen, Die alles Herzleid wenden! 8. Laß ferner dich erbitten, O Vater, und bleib mitten In unserm Kreuz und Leiden Ein Brunnquell unsrer Freuden! 9. Gieb mir und allen denen, Die sich von Herzen sehnen Nach dir und deiner Hulde, Ein Herz, das sich gedulde! 10. Schließ zu des Jammers Pforten Und laß an allen Orten, Wo Krieg und Blutvergießen, Die Friedensströme fließen! sind 11. Sprich deinen milden Segen Zu allen unsern Wegen, Laß Großen und auch Kleinen e Die Gnadensonne scheinen! Jahreswechsel. 12. Sei der Verlaßnen Vater, Der Irrenden Berater, Der Unversorgten Gabe, Der Armen Gut und Habe! 13. Hilf gnädig allen Kranken, Gieb fröhliche Gedanken Resus soll die Losung sein, Da ein neues Jahr erschienen, Jesu Name soll allein Denen zum Paniere dienen, Die in ſeinem Bunde stehn Und auf seinem Wege gehn. 2. Jesu Name, Jeju Wort Soll in den Gemeinden schallen, Und so oft wir nach dem Ort, Der nach ihm genannt ist, wallen, Mache deines Namens Ruhm Unser Herz zum Heiligtum.d 364. Mel. Jesus, meine Zuversicht. Gott ruft der Sonn und ſchafft den Mond, Den hochbetrübten Seelen, Die sich mit Schwermut quälen! Das Jahr darnach zu teilen; Er schafft es, daß man sicher wohnt, Und heißt die Zeiten eilen; Er ordnet Jahre, Tag und Nacht: Auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Dank erteilen! 2. Herr, der da ist und der da war, 14. Und endlich, was das Meiste, Füll uns mit deinem Geiste, Der uns hier herrlich ziere Und dort zum Himmel führe! 15. Das alles wollst du geben, O meines Lebens Leben, Mir und der Christenschare Zum selgen neuen Jahre! Paul Gerhardt 1607-1676. 251 3. Unsre Wege wollen wir Nun in Jesu Namen gehen. Geht uns dieser Leitstern für, So wird alles wohl bestehen Und durch seinen Gnadenschein Alles voller Segen ſein. 365. Mel. Allein Gott in der Höh sei Chr. 4. Alle Sorgen, alles Leid Soll sein Name uns versüßen, So wird alle Bitterfeit Uns zum Segen werden müssen. Jesu Nam ist Sonn und Schild, Welcher allen Kummer stillt. Benj. Schmold 1672-1737, Von dankerfüllten Zungen in dall Sei dir für das verfloßne Jahr Ein heilig Lied gesungen, Für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rat, Für Fried' und Ruh, für jede That Die uns durch dich gelungen! 3. Laß auch dies Jahr gesegnet ſein, Das du uns neu gegeben! 252 Für besondere Zeiten und Verhältniſſe. Verleih uns Kraft, die Kraft ist Und laß dich, Gott, mein Heil und dein orbap Rat, In deiner Furcht zu leben! Auf unsern Fürsten nieder; Du schüßest uns und du vermehrst Der Menschen Glück, wenn sie zuerst Nach deinem Reiche streben. ann seinem Herzen throne, In 4. Hilf deinem Volke väterlich In diesem Jahre wieder! Erbarme der Verlaßnen dich Und der bedrängten Glieder! Gieb Glück zu jeder guten That Mel. Wie groß ist des Allmächtgen Güte; Coin in neues Jahr ist angefangen, Laß es ein Jahr der Gnade fein! 366. Herr, jeder blicket voll Verlangen In diese künftge Zeit hinein. Laß jeden finden und erfahren, Was seiner Seele dient und frommt! O Heil uns, wenn in allen Jahren Dein Reich uns immer näher kommt! 2. Die Tage fliehn und tauchen nieder, Die Jahre schwinden wie ein Rauch. Du sprichst: Ihr Menschen, kommet wieder? 5. Daß Weisheit und Gerechtigfeit Und nimmst sie weg mit einem Hauch. Du führst heraus die Zahl der Sterne, Vor dir ist alles Fleisch wie Heu; Was du gebeutst, das kommt von ferne, Und deine Hand macht alles neu. 3. O laß auch uns ein Neues hören In dieser neuen Gnadenzeit, Daß Tugend und Zufriedenheit In unserm Lande wohne, Daß Treu und Liebe bei uns sei: Dies, lieber Vater, dies verleih In Christo, deinem Sohne! Christ. Fürchtegott Gellert 1715-1769. oder: Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. Ein Neues aus des Himmels Chören, Ein Neues aus der Ewigkeit, Ein neues Wort von alter Treue, Die täglich neu die Hand uns beut, Ein Wort, das unser Herz erfreue, So oft es seine Kraft erneut! 4. Hilf, Gott, mit deinem Gnadengeiste, Daß dieses angefangne Jahr In deinem Reich ein Beßres leiste, Als der Gewinn des alten war! Erwecke du den Trieb der Seelen, Der ein erneutes Herz begehrt, Und laß es nicht an Früchten fehlen, Wenn sich der alte Mensch bekehrt! 5. Laß deinen Namen neu erschallen, So weit dein Reich die Erde deckt; Laß alle falschen Götter fallen, So weit das Kreuz die Arme streckt! Du hast den heilgen Christusnamen Zum Gnadenthrone hingestellt; Aus diesem Lebenskeim und Samen Erneure die erstorbne Welt! Ernte6. Laß Trost und Frieden neu verkünden Den Herzen, die zerschlagen sind, Zerbrich das Joch der alten Sünden Und rette das verirrte Kind! und Dankfest. 253 Vergieb uns, Herr, was wir bereuen, Und lege du den bessern Grund, Auf dem wir Tag für Tag erneuen Den festgeschloßnen Gnadenbund! Christ. Heinr. Nud. Puchta 1808-1858. 367. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. Sein Jahr geht hin, das andre fommt; Nur eines bleibt und steht auch fest, Und eines bleibt, das ewig frommt: Gott, der die Seinen nie verläßt; 2. Gott, der die Seinen nie verläßt, Sie hebt und hält, sie hegt und pflegt Und doppelt fest ans Herz sie preßt, Wenn seine Baterhand sie schlägt. un gottlob, wir stehen hier Wieder an des Jahres Ende; Leib und Seel empfehlen wir, Gott, in deine Baterhände, Mag's zum Kampf und Sterben gehen, Du wirst tröstend bei uns stehen. 3. Das Jahr wird alt, das Jahr wird neu, Gott, von dem wir alles haben, Die Welt ist ein so großes Haus, Du aber teilest deine Gaben Recht wie ein Vater drinnen aus; Dein Segen macht uns alle reich, Ach lieber Gott, wer ist dir gleich? Gott aber ist stets neu und alt, Neu in der Lieb, alt in der Treu. Laßt uns auch leben dergestalt! 368. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 4. Laßt uns auch leben dergestalt: So werden stets jahraus jahrein Und grau und alt und todeskalt Wir Gottes und er unser sein! Wilh. Wackernagel 1806-1869 in end auth not oc 2. Ruhet wohl, die ihr von hier Unter Thränen seid geschieden! Kurze Zeit noch kämpfen wir, Und dann gehn wir auch zum Frieden; Gott wird uns in jenem Leben Einst einander wieder geben. Verfasser unbekannt 4. Ernte und Dankfest. 369. dou Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. mi du naudsfm/ 2. Wer kann die Menschen alle zählen, Die heut bei dir zu Tische gehn? Doch soll die Nahrung keinem fehlen, Denn du weißt allem vorzuſtehn Und schaffest, daß ein jedes Land Sein Brot empfängt aus deiner Hand. 254 Für besondere Zeiten und Verhältnisse. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung fäet Und endlich auch die Frucht genießt; Der Wind, der durch die Felder wehet, Die Wolke, die das Land begießt, Des Himmels Tau, der Sonne Strahl Sind deine Diener allzumal. 4. Und also wächst des Menschen Speise, Der Acker reichet ihm sein Brot. Es mehret sich vielfältger Weise, Was anfangs schien, als wär' es tot, Bis in der Ernte jung und alt Erlanget seinen Unterhalt. W So denken Gottes Kinder. Wenn man nicht reichlich ernten kann, Liebt er uns doch nicht minder. Er zieht das Herz Nur himmelwärts, Wenn er uns läßt auf Erden Ein Ziel der Plagen werden. 370. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan, es bleibt gerecht sein Wille. as Gott thut, das ist wohlgethan, Und können ruhig leben. Er nimmt und giebt, Weil er uns liebt, 5. Nun Herr, dies laß uns recht bedenken! Der Wunder ist hier gar so viel. So viel als du kann niemand inschenken, Und dein Erbarmen hat kein Ziel, Denn immer wird uns mehr beschert, Als wir zusammen alle wert. Und seine Hände müssen Wir stets in Demut küssen. 6. Wir wollen es auch nie vergessen, Was uns dein Segen träget ein; Ein jeder Bissen, den wir essen, Soll deines Namens Denkmal sein; Und Herz und Mund soll lebenslang Für unsre Nahrung sagen Dank. Kaspar Neumann 1648-1715. gethan. Er zeigt uns oft den Segen, Und ehe man ihn ernten kann, Muß sich die Hoffnung legen. Weil er allein 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Im Nehmen und im Geben Sind wir bei ihm stets wohl daran Nicht viel enthält, Der Schatz will sein, So nimmt er andre Güter Zum Heile der Gemüter. 4. Was Gott thut, das ist wohl gethan. Es geh' nach seinem Willen; und läßt sich's auch zum Mangel an, So weiß er ihn zu stillen. Obgleich das Feld 40 Man kann bei wenig Gaben Satt werden und sich laben. 5. Was Gott thut, das ist wohlogethan. Das Feld mag traurig stehen, 3. Was Gott thut, das ist wohl- Wir gehn getrost auf seiner Bahn Und wollen ihn erhöhen. Sein Wort verschafft Ernte und Dankjeſt. Uns Lebenskraft, Es nennt uns Gottes Erben; Wie können wir verderben! 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan, So wollen wir stets schließen. Wire Dir Preis und Dank im Heiligtum, Und unsre frohen Herzen singen Von deines Namens hohem Ruhm. Gekrönt hast du mit deiner Milde Rings um uns her das ganze Land; Dein Segen strömt auf die Gefilde Aus deiner reichen Baterhand. Weiß, was uns not, med sto Und wird es gern uns geben: dll Kommt, laßt uns ihn erheben! Nach Benj. Schmold 1672-1737. 371. 12 Mel. Wie groß ist des Allmächtgen Güte; oder: Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. Wir alle, Gott und Bater, 4. Wer kann die Güte ganz erbringen 2. Du schenktest Sonnenschein und Regen Für jede Frucht zu rechter Zeit Und gabst Gedeihen, Kraft und Segen Dem Samen, den wir ausgestreut. Für Millionen deiner Kinder Reicht deiner Gaben Fülle hin; Du nährst den Frommen und den Sünder Mit ewig treuem Vatersinn. 3. Du giebst, uns liebreich zu versorgen, Ist gleich bei uns kein Kanaan, Wo Milch und Honig fließen, Er, unser Gott, Mehr, als wir bitten und verstehn, Du wachst am Abend und am Morgen Und hörest unser gläubig Flehn. Selbst unsern Undant, unsre Sün255 den Vergiebst du, der die Liebe ist; Wir schmecken täglich und empfinden, Wie gütig, Herr, du allen bist. messen, Die weiter als die Wolken reicht? Wer dürfte undankbar vergessen Die Treue, die nie von uns weicht? Wir wollen deiner stets gedenken, Des Wohlthun uns begnadigt hat, Das Herz nach deinem Reiche lenten, Dich preisen stets durch fromme That. 5. Was du uns gabst, wohl anzuwenden, Verleih uns Weisheit und Verstand! Bewahr uns, daß wir nicht verschwenden Die reichen Gaben deiner Hand! Du willst, wir sollen froh genießen Und dankbar im Genusse sein; Gieb, daß mit ruhigem Gewissen Wir deiner Güte stets uns freun! 6. Auch für den Armen kam dein Segen In solcher Füll auf uns herab; Wir wollen liebreich seiner pflegent Von dem, was deine Milde gab. Er danke heute mit uns allen, Frohlocke laut und bete an, Daß du nach deinem Wohlgefallen So Großes hast an uns gethan. Christ. Georg Ludw. Meister 1738-1811. 256 Für besondere Zeiten und Verhältniſſe. 372. Mel. O du Liebe meiner Liebe. H err, die Erde ist gesegnet Von dem Wohlthun deiner odon on Hand; dall Güt und Milde hat geregnet, Dein Geschenk bedeckt das Land. Auf den Hügeln, in den Gründen Ist dein Segen ausgestreut; Unser Warten ist gefrönet, Unsre Herzen sind erfreut. 2. Aller Augen sind erhoben, Herr, auf dich zu jeder Stun Daß du Speise giebst von oben Und versorgest jeden Mund; Und du öffnest deine Hände, Dein Vermögen wird nicht matt, Teine Hilfe, Gab und Spende Machet alle froh und satt. 3. Gnädig hast du ausgegossen Deines Überflusses Horn, Ließest Gras und Kräuter sprossen, Ließest wachsen Frucht und Korn. Mächtig hast du abgewehret Schaden, Unfall und Gefahr, Und das Gut steht unversehrer, Und gesegnet ist das Jahr Jeju, Herr der Herrlichkeit, Du König deiner Christenheit, Du Hirte deiner Herde, Du siehst auf die erlöste Welt, Regierst sie, wie es dir gefällt, Sorgst, daß sie selig werde. Von dir Sind wir Auch erwählet, 4. Herr, wir haben solche Güte Nicht verdient, die du gethan. Unser Wissen und Gemüte Klagt uns vieler Sünden an. Ach gieb, daß auch das Gefilde Für dich rühre unser Herz, Daß der Reichtum deiner Milde Uns bewege himmelwärts! Zugezählet Den Erlösten, Die du fegnen willst und trösten. 5. Hilf, daß wir dies Gut der Erden 5. Kirchweihe und Einführung eines Geistlichen. 373. Tren verwalten immerfort! Alles soll geheiligt werden Durch Gebet und Gottes Wort. Was wir wirken und vollenden, Sei gesät in deinen Schoß, Dann wirst du die Ernte senden Unaussprechlich reich und groß. Christ. Heinr. Rud. Puchta 1808-1858. Vel. Wie schön leucht't uns der Morgenstein. 2. Owohl dem Volke, das du liebst, Nach deinem Sinn ihm Hirten giebst, Die es zum Himmel führen, Und die in deines Geistes Kraft Aus göttlich tiefer Wissenschaft Das Herz der Sünder rühren! Treue Hirten Laß den Seelen Niemals fehlen, Daß die Herden Mit den Hirten selig werden! Kirchweihe und Einführung eines Geistlichen. 3. Wir nehmen hier von deiner Hand Den Lehrer, den du uns geſandt; Herr, segne seine Werke! Die Seelen, die sich ihm vertraun, Durch Lehr und Leben zu erbaun, Gieb Weisheit ihm und Stärke! Lehr ihn, Hilf ihm Than und leiden, Dulden, streiten, Beten, wachen, Selig sich und uns zu machen! 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn, Laß ihn sein Amt mit Freuden thun; Nichts sei, das ihn betrübe! Wenn er uns deine Wahrheit lehrt, Gieb uns ein Herz, das folgsam hört, G ott Vater, aller Dinge Grund, Gieb deinen Vaternamen kund An diesem heilgen Orte! Wie lieblich ist die Stätte hier, Die Herzen wallen auf zu dir, Hier ist des Himmels Pforte! Wohne, Throne Hier bei Sündern Als bei Kindern Voller Klarheit, Heilge uns in deiner Wahrheit! 2. Sohn Gottes, Herr der Herrlichkeit, Ein Herz voll treuer Liebe! Lehrer, Hörer Dies Gotteshaus ist dir geweiht, O laß dir's wohl gefallen! Hier schalle dein lebendig Wort, Dein Segen walte fort und fort In diesen Friedenshallen. Einheit, Reinheit Gieb den Herzen, Frang. Gesangbuch. II. Laß in Freundschafi Und Gemeinschaft Feste stehen Und den Weg zum Himmel gehen! 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, 374. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. 257 Laß ihn als unsern Seelenfreund Uns dir entgegen führen! Du giebst ihm heut in seine Hand Die Seelen als ein teures Pfand, Laß keine ihn verlieren! Deine Hilfe, Herr, uns sende, Daß am Ende Hirt und Herde Treu von dir erfunden werde! Joh. Dan. Karl Bickel 1737-1809. Angst und Schmerzen Tilg in Gnaden Und nimm von uns allen Schaden! 3. Oheilger Geist, du wertes Licht, Wend her dein göttlich Angesicht, Daß wir erleuchtet werden! Gieß über uns und dieses Haus Dich mit allmächtgen Flammen aus, Mach himmlisch uns auf Erden, Lehrer, Hörer, Kinder, Väter! Früher, später Geht's zum Sterben: Hilf uns Jesu Reich ererben! 4. Dreieinger Gott, Lob, Dank und Preis Sei dir vom Kinde bis zum Greis Für dies dein Haus gesungen! Du hast's geschenkt und aufgebaut, Dir ist's geheiligt und vertraut 17 258 Mit Herzen, Händen, Zungen. Ach, hier Sind wir Noch in Hütten; Für besondere Zeiten und Verhältnisſe. Herr 6. Krieg und Frieden. 375. Mel. Aus tiefer Not schrei' ich zu dir. err, der du vormals hast dein Land Mit Gnaden angeblicket Und hast dein Volk ausFeindes Hand Erlöset und erquicket, Der du die Sünd und Missethat, Die es zuvor begangen hat, Hast väterlich verziehen; 2. Herr, der du deines Eifers Glut Zuvor oft abgewendet Und nach der Straf das süße Gut Der Lieb und Huld gesendet: Ach treuer Gott, du unser Heil, Nimm weg und hebe auf in Eil, Was uns so schwer jetzt fränket! Herr, wir bitten: na Stell uns droben In den Tempel, dich zu loben! Albert Knapp 1798-1864. 3. Willst du, o Vater, uns denn nicht Nun einmal wieder laben, Und sollen wir an deinem Licht Nicht wieder Freude haben? Ach gieß von deines Himmels Haus, Herr, deine Güt und Segen aus Auf uns und unsre Häuſer! 4. Ach daß ich hörte doch das Wort Erschallen bald auf Erden, Daß Friede soll an jedem Ort, Wo Christen wohnen, werden! Ach daß uns Gott doch sagte zu. Des Krieges Schluß, der Waffen Ruh Und alles Unglücks Ende! 5. Ach daß doch diese böse Zeit Bald wiche guten Tagen, Damit wir in dem großen Leid Nicht ganz und gar verzagen! Doch Gottes Hilje ist nicht weit, Und seine Gnade ist bereit All denen, die ihn fürchten. 6. Wenn wir nur fromm sind, wird sich Gott Schon wieder zu uns wenden, Den Krieg und alle andre Noi Nach Wunsch und also enden, Daß seine Ehr in unserm Land Und überall recht werd' erkannt, Ja stetig bei uns wohne. 7. Die Güt und Treue werden schön Einander grüßen müssen, Das Recht wird durch die Lande gehn Und wird den Frieden küssen, Die Treue wird mit Lust und Freud Auf Erden blühn, Gerechtigkeit Wird von dem Himmel schauen. 8. Der Herr wird uns viel Gutes thun, Das Land wird Früchte geben, Und die in seinem Schoße ruhn, Die werden davon leben; Gerechtigkeit wird bei uns stehn Und stets in vollem Schwange gehn Zur Ehre seines Namens. Paul Gerhardt 1607-1676. Kaiser und Landesfürst. 376. Mel. Nun danket alle Gott. err Gott, dich loben wir, pretjen deine Wir rühmen deine Macht Mit freudigem Gemüte; Es steiget unser Lied Bis an des Himmels Thür Und tönt mit lautem Schall: Herr Gott, dich loben wir! 2. Herr Gott, dich loben wir Für deine großen Gnaden, Daß du das Vaterland Von Kriegeslast entladen, Daß du uns blicken läßt Des goldnen Friedens Zier; Drum jauchzet alles Volk: Herr Gott, dich loben wir! 3. Herr Gott, dich loben wir, Die wir in herben Jahren Des Krieges harte Laſt Und viele Not erfahren; Führ durch ihn auf seinen Wegen Herrlich deinen Ratschluß aus! Deiner Kirche sei er Schuß, Deinen Feinden biet' er Truß. 2. Rüst ihn mit des Glaubens Schilde, Jetzt rühmet unser Mund Mit herzlicher Begier: Gottlob, wir sind in Ruh; Herr Gott, dich loben wir! Reich ihm deines Geistes Schwert, Daß Gerechtigkeit und Milde Ihm des Friedens Heil gewährt; 4. Herr Gott, dich loben wir, Daß du uns zwar gestrafet, Jedoch in deinem Zorn Nicht gar hast weggeraffet. Es hat die Vaterhand Uns deine Gnadenthür Jetzt wieder aufgethan: Herr Gott, wir danken dir! 7. Kaiser und Landesfürst. 377. Vate Mel. Gott des Himmels und der Erden. ater, fröne du mit Segen Unsern Fürsten und ſein Haus, 250 5. Herr Gott, wir danken dir Und bitten, du wollst geben, Daß wir auch künftig stets In guter Ruhe leben! Krön uns mit deinem Heil! Erfülle für und für, O Vater, unsern Wunsch! Herr Gott, wir danken dir! Joh. Franck 1618-1677. Mach ihm leicht die schwere Laſt, Die du auferlegt ihm haſt! 1. 3. Sammle um den Thron die Treuen, Die mit Rat und frommem Flehn Fest in deiner Streiter Reihen Für des Landes Wohlfahrt stehn; Baue um den Fürstenthron Eine Burg, o Gottes Sohn! 4. Breite, Herr, dein Reich auf Erden Auch in unserm Lande aus, 17* ant! Für besondere Zeiten und Verhältniſſe. Frieden und Gerechtigkeit Gieb uns jetzt und allezeit! 260 Daß wir deine Bürger werden, Ziehen in dein Vaterhaus! 378. Mel. Allein Gott in der Höh sei Ehr. in Haupt hast du dem Volk geſandt Und Trotz der Feinde Toben In Gnaden unser Vaterland Geeint und hoch erhoben. Mit Frieden hast du uns bedacht, Den Kaiser uns bestellt zur Wacht Zu deines Namens Ehre. 2. Wir danken dir mit Herz und Mund, Du Retter aus Gefahren, Und flehn aus tiefster Seele Grund, Du wollest uns bewahren, Herr aller Herrn, dem keiner gleich, Den Kaiser und das deutsche Reich Zu deines Namens Ehre. Nach Wilh. Hülsemann 1781-1865. Im Stande, da dein Segen ist, Im Stande heilger Che! Wie neigt sich freundlich deine Gab Und alles Gut so mild herab Aus deiner heilgen Höhe, Wenn sich An dich Und dein Walten Gläubig halten Treue Seelen, Die in Eintracht sich vermählen! 2. Wenn Mann und Weib sich wohl verstehn Und Hand in Hand durchs Leben gehn 3. Verwirf, Gott, unser Flehen nicht, Laß auf des Kaisers Wegen Dein huldvoll heilig Angesicht Ihm leuchten uns zum Segen Und salbe ihn mit deinem Geist, Daß er sich kräftiglich erweist Zu deines Namens Ehre! 8. Ehe- und Hausstand. 379. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. ie schön ist's doch, Herr Jesu Christ, 4. Ach komm, wie zu der Väter Zeit, Ein Feuer anzuzünden, Daß wir im Frieden und im Streit Fest auf dein Wort uns gründen, Ein frommes Volk, das dir vertraut Und dir zum Tempel sich erbaut Zu deines Namens Ehre! Julius Sturm geb. 1816. Jm Bunde reiner Treme, Da blüht das Glück von Jahr zu Jahr, Da sieht man, wie der Engel Echar Jm Himmel selbst sich freue. Kein Sturm, Kein Wurm Kann zerschlagen, Kann zernagen, Was Gott giebet Dem Paar, das in ihm sich liebet. 3. Seid gutes Muts! Nicht Menschenhand Hat aufgerichtet solchen Stand, Gott ist es, unser Vater; Der hat uns je und je geliebt Ehe- und Hausstand. Und bleibt, wenn Sorge uns betrübt, Der beste Freund und Rater. Anfang, Ausgang Aller Sachen, dll Die zu machen Wir gedenken, Wird er wohl und weislich lenken. 4. Zwar bleibt's nicht aus, es kommt ja wohl Ein Stündlein, da man Leides voll Wage, Trage Nur ein wenig, Unser König Wird behende Machen, daß die Angst sich wende! Die Thränen lässet fließen; Indessen wer sich in Geduld Ergiebt, des Leid wird Gottes Huld Zu erfüllen, In großen Freuden schließen. 5. Wohlan, mein König, tritt herzu, 2. Der du sie bisher erhalten Bei so manchem Unglücksfall, Wollest über ihnen walten Immerdar und überall; Bricht Gefahr für sie herein, Gieb Rat im Kreuz, in Nöten Ruh, In Ängsten Trost und Freude! Des sollst du haben Ruhm und Preis, Wir wollen singen besterweis Und danket alle beide, Bis wir Bei dir, Deinen Willen Deinen Namen Ewig loben werden. Amen! 261 380. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. Mach, Herr, ein Herz aus den Laß sie alt beisammen werden Und viel Gutes sehn auf Erden, Steh bei ihnen in der Not zweien Durch der Liebe festes Band, Gieße Segen und Gedeihen Auf den neuerwählten Stand! Und sei ewig unser Gott! Paul Gerhardt 1607-1676. 381. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. S orge, Herr, für unsre Kinder, Wollst du ihr Beschützer ſein; Wenn in Not sie zu dir flehen, Laß sie deine Hilfe sehen! Sorge für ihr wahres Heil! Sind sie gleich vor dir auch Sünder, Haben sie an dir doch teil. Sie sind in der Taufe schon Dir geweiht und deinem Sohn; Darum leite deine Gnade Sie auf ihrem Lebenspfade. Kaspar Neumann 1648-1715. 3. Dringt auf sie von allen Seiten Der Verführer Schar heran, Laß doch ihren Fuß nicht gleiten, Halte sie auf rechter Bahn! Regt in ihrer eignen Bruſt Sich mit Macht die böse Lust, Gieb dann, daß sie mutig kämpfen Und den Reiz der Sünde dämpfen! 14. Herr, erhalte deinem Reiche Unfre Kinder stets getreu! pa 262 O daß keines von dir weiche Und dereinst verloren sei! Weck in ihnen frommen Sinn, Für besondere Zeiten und Verhältniſſe. Hi ginča, i moldal 382. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. Vo geweiht, on dir, du Gott der Einigkeit, Laß Untreu nie den Bund entweihn, Ward einst der Ehebund Den sie dir heut beschwören! Immer Laß sie, Dir ergeben, Friedlich leben, Einig handeln, Fromm und heilig vor dir wandeln! Von dir kommt auch der Segen. O segne jetzt von deinen Höhn, Die hier vor deinem Antlitz stehn, Um Hand in Hand zu legen! Laß sie, Vater, Dir ergeben, Einig leben, Treu sich lieben Und in deinem Wort sich üben! 2. Gott, der du selbst geknüpft ihr Band, Laß sie durch Eintracht, Hand in Hand, Ihr Eheglück stets mehren! Laß ihre Liebe lauter ſein, Jaf ch und mein Haus, wir sind bereit, Lenk ihr Streben darauf hin, Dir sich gänzlich zu ergeben Und zur Ehre dir zu leben! Nach Ludw. Heinr. Schlosser 1663-1723. 383. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern An unser aller Seelen; Dir, Herr, die ganze Lebenszeit Mit Leib und Seel zu dienen. Du sollst der Herr im Hause sein, Gieb deinen Segen nur darein, Daß wir dir willig dienen! Eine Kleine Fromme reine 3. Nimm sie in deine Vaterhut, Halt ihren Sinn bei frohem Mut, Ihr Herz dem Himmel offen, Und lehre sie sich deiner freun, Ein Herz und eine Seele sein Im Glauben, Lieben, Hoffen! Laß sie, Vater, Dir ergeben, Glücklich leben, Freudig sterben Hausgemeine Mach aus allen; Dir nur soll sie wohlgefallen! Und vereint den Himmel erben! Nach Georg Ernst Waldau 1745-1817. Er leucht' uns wie das Sonnenlicht, Damit's am rechten Lichte nicht Im Hause möge fehlen. Reiche Gleiche Seelenspeise Auch zur Reiſe Durch dies Leben Uns, die wir uns dir ergeben! 3. Gieß deinen Frieden auf das Haus Und alle, die drin wohnen, aus, 2. Es wirke durch deinkräftig Wort Jm Glauben uns verbinde; Dein guter Geist stets fort und fort Laß uns in Liebe allezeit Ehe- und Zum Dulden, Tragen sein bereit Voll Demut, sanft und linde! Liebe übe Jede Seele; Keinem fehle, Dran mon kennet Den, der sich den Deinen nennet. 4. Laß unser Haus gegründet sein Auf deine Gnade ganz allein Und deine große Güte! Auch laß uns in der Nächte Graun Auf deine treue Hilfe schaun Mit kindlichem Gemüte, Selig, Fröhlich, Selbst mit Schmerzen In dem Herzen Dir uns lassen Und dann in Geduld uns fassen! 5. Giebst du uns irdsches Glück ins Haus, So schließ den Stolz, die Weltlust aus, Wo aller Lippen dein Gebot erfragen, Und alle deines Winks gewärtig stehn! Hausstand. Des Reichtums böse Gäste! S Denn wenn das Herz an Demut leer Und voll von eitler Weltlust wär', So fehlte uns das Beste: Jene Schöne Tiefe ſtille Gnadenfülle, Die mit Schäßzen Einer Welt nicht zu ersetzen. 2. O selig Haus, wo Mann und Weib in einer, In deiner Liebe eines Geistes sind, 263 Heim und oben Dich in deinem Hause loben! je Daß in dem Haus kein andrer Geist 6. Und endlich flehn wir allermeist, Als nur dein Geist regiere; Der ist's, der alles wohl bestellt, Der gute Zucht und Ordnung hält, Der alles liebreich ziere. Sende, Spende Ihn uns allen, Bis wir wallen 384. Nach eigener Melodie. selig Haus, wo man dich auf- Als beide eines Heils gewürdigt, feiner genommen, Du wahrer Seelenfreund, Herr Jeſu Im Glaubensgrunde anders ist gesinnt; 2000 Christ, Wo unter allen Gästen, die da kommen, Wo beide unzertrennbar an dir hangen Du der gefeiertste und liebste bist, Wo aller Herzen dir entgegenschlagen Und aller Augen freudig auf dich sehn, In Lieb und Leid, Gemach und Ungemach, Und nur bei dir zu bleiben stets verlangen 12 An jedem guten wie am bösen Tag! 3. O selig Haus, wo man die lieben Kleinen e Mit Händen des Gebets ans Herz dir legt, Du Freund der Kinder, der sie als die Seinen Karl Joh. Phil. Spitta 1801-1859. Für besondere Zeiten und Verhältniſſe. 264 Mit mehr als Mutterliebe hegt und pflegt, Wo sie zu deinen Füßen gern sich sammeln Und horchen deiner süßen Rede zu Und lernen früh dein Lob mit Freuden stammeln, Sich deiner freun, du lieber Heiland du! 4. O selig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen Und wissend, wessen Augen auf sie ſehn, Bei allem Werk in einem Eifer brennen, Daß es nach deinem Willen mag geschehn, Als deine Diener, deine Hausgenossen, Mit Jefu fang' ich an, Mit Jesu will ich enden; Was ich nur immer thu', Wohin ich mich mag wenden, Soll meiner Augen Ziel Nur einzig Jesus sein; In meinem Herzen nichts Als Jesus wohn' allein. In Demut willig und in Liebe fret, Das Ihre schaffen froh und unverdrossen, In kleinen Dingen zeigen große Treu! 2. Mit Jesu wach' ich auf, Mit Jesu geh' ich schlafen; Nur Jesus einzig kann Der Seele Ruh verschaffen. Mit Jesu geh' ich auch Ganz freudig in mein Grab; 5. Oselig Haus, wo du die Freude teileſt, Wo man bei keiner Freude dein vergißt; O selig Haus, wo du die Wunden heilest Und aller Arzt und aller Tröster bist, Bis jeder einst sein Tagewerk vollendet, Und bis sie endlich alle ziehen aus Dahin, woher der Vater dich geſendet, 9. Beruf. 385. Mel. O Gott, du frommer Gott. Ins große freie schöne Baterhaus! Karl Joh. Phil. Epitta 1801-1859. Nichts kann mir schädlich sein, Wenn ich nur Jeſum hab'. 3. Herr Jesu, führe mich, So lang ich leb' auf Erden; Laß mich nie ohne dich Durch mich geführet werden! Führ' ich mich ohne dich, So werd' ich bald verführt; Wo du mich führest selbst, Thu' ich, was mir gebührt. 4. Jch opfere dir ganz auf Mein Herz, all mein Beginnen, Mein ganzes Jch, mein Thun, Mein Lassen, alle Sinnen. Ich will gehorsam ſein D as walte Gott, der helfen kann! Beruf.fed 386. Mel. Du, des sich alle Himmel freun. Mit Gott fang' ich die Arbeit an, Mit Gott nur geht es glücklich fort; Drum ist auch dies mein erstes Wort: Das walte Gott! 2. All mein Beginnen, Thun und Werk Erfordert Gottes Kraft und Stärk. Mein Herz sucht Gottes Angesicht, Drum auch mein Mund mit Freuden spricht: Das walte Gott! 3. Wenn Gott nicht hilft, ſo kann ich nichts, Wo Gott nicht giebet, da gebricht's; Gott giebt und thut mir alles Guts, Drum sprech' ich nun auch gutes Muts: Das walte Gott! 4. Will Gott mir etwas geben hier, So will ich dankbar ſein dafür. Auf sein Wort werf' ich aus mein Netz In Lieb und auch in Leid, So lang du mich noch hier Willst haben in der Zeit. Nach Joh. Heermann 1585-1647. Und sag' in meiner Arbeit stets: Das walte Gott! 5. Trifft mich ein Unglück: unverzagt! Ist doch mein Werk auf Gott gewagt, Er wird mir gnädig stehen bei; Drum dies auch meine Losung sei: Das walte Gott! 6. Er kann mich segnen früh und ſpat, Vis all mein Thun ein Ende hat. Er giebt und nimmt, macht's wie er will; Drum sprech' ich auch fein in der Still: Das walke Gott! 265 7. Thu' ich mein Werk mit Gottes Rat, Der mir beistehet früh und spat, Dann alles wohl geraten muß; Drum sprech' ich nochmals zum Beschluß: Das walte Gott! Joh. Betichius 1650-1722. 387. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Herr err, es sei mein Thun und Lassen Lehre mich, was ich nicht weiß, Zeige mir, was ich nicht sehe, Leite mich, wohin ich gehe! Dir allein ganz heimgeſtellt. Führe mich auf rechter Straßen, Mach's mit mir, wie dir's gefällt; Segne den geringen Fleiß, 2. Wirst du deinen Schutz gewähren, Für besondere Zeiten und Verhältnisſe. 266 Fang' ich gern die Arbeit an; Denn du, Vater, wirst mich lehren, Wie sie wohl geraten kann. Segne, Gottes Sohn, auch du; 10. Im Alter. 388. Mer. Christus der ist mein Leben. Verwirf mich nicht im Alter, Verlaß Gott! Bist du nur mein Erhalter, So werd' ich nie zu Spott. 2. Wie oft hab' ich erfahren, Der Vater sei getreu; Ach mach in alten Jahren Mir dieses täglich neu! 3. Wenn ich Berufsgeschäfte Von außen schwächlich thu', Leg deines Geistes Kräfte Dem innern Menschen zu! 4. Wenn dem Verstand, den Augen Die Schärfe nun gebricht, Daß sie nicht viel mehr taugen, Sei Jesus noch mein Licht. Heilger Geist, sprich Ja dazu!! Herr, in deinem großen Namen Heb' ich an und schließe: Amen! Verfasser unbekannt. ott hat in meinen Tagen Mich väterlich getragen Von meiner Jugend auf; Ich sah auf meinen Wegen Des Höchsten Huld und Segen, Er lenkte meines Lebens Lauf. 2. Sein Weg war oft verborgen; Doch wie der helle Morgen 5. Will mein Gehör verfallen, So laß dies Wort allein Mir in dem Herzen schallen: Ich will dir gnädig ſein! 6. Wenn mich die Glieder schmerzen, So bleibe du mein Teil Und mach mich an dem Herzen Durch Christi Wunden heil! 7. Sind Stimm und Zunge blöde, So schaffe du, daß ich Im Glauben stärker rede: Mein Heiland spricht für mich! 389. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 8. Wenn Händ' und Füße beben Als zu dem Grabe reif, Gieb, daß ich so das Leben, Das ewig ist, ergreif'! Phil. Friedr. Hiller 1699-1769. Aus dunkeln Nächten bricht, So hab' ich stets geſpüret: Der Weg, den Gott mich führet, Bringt mich durchs finstre Thal zum Licht. 3. War Menschenhilf vergebens, So kam der Herr des Lebens Und half und machte Bahn; Krankheit und Genesung. Wußt' ich mir nicht zu raten, So that Gott große Thaten Und nahm sich meiner mächtig an. 4. ,, Bis zu des Alters Tagen Will ich dich heben, tragen Und dein Erretter ſein": Dies hat mir Gott versprochen, Der nie sein Wort gebrochen; Ich werde sein mich ewig freun. 5. Er wird mir schwachem Alten, Was er verheißen, halten, Denn er ist fromm und treu. Bin ich gleich matt und müde, Er giebt mir Trost und Friede Des Herz zerknirscht vor ihm erbebet 267 Und steht mit Mut und Kraft mir bei. Und sich sein eigen Urteil spricht. Er züchtigt uns zu seiner Ehre Und unserm Heil mit Vatertreu Nur, daß man sich zu ihm befehre, Zum bessern Leben tüchtig sei. 2. Liebreicher Gott! Ich selber sehe Dein wahres Wort an mir erfüllt; Wenn ich mit Reu um Gnade flehe, Wird meiner Seele Angst gestillt. Da meine Werke nichts verdienen, Bleibt deiner Gnade ganz der Preis; 6. Noch wenig bange Stunden, Dann hab' ich überwunden, Ich bin vom Ziel nicht weit. O welche große Freuden Sind nach dem letzten Leiden Vor Gottes Thron für mich bereitk 11. Krankheit und Genesung. 390. Mel. Wie groß ist des Allmächtgen Güte; oder: Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. o wahr der Allerhöchste lebet, Will er den Tod des Sünders nicht, Die ist so herrlich mir erſchienen, Daß ich es nicht zu sagen weiß. mori 7. Ich harre froh und stille, Bis meines Gottes Wille Mich nach dem Kampfe krönt; An meiner Laufbahn Ende Sink' ich in Jesu Hände, Der mich dem Vater hat versöhnt. Jak. Friedr. Feddersen 1736-1788. 3. Ich sah die Welt und alles schwinden, Und meine Kräfte starben schon, Ich fühlte tief die Macht der Sünden Und sah schon deinen Richterthron: Da rührte dich mein ängstlich a Sehnen, Mein Jammer brach dein Vaterherz, Es galten für mich Jesu Thränen, Und mich erbat sein Blut und Schmerz. 4. Bald kam dein großer Trost hernieder, Der führte mich vom Tod herauf 268 Für besondere Zeiten und Verhältniſſe. Und stärkte mich vollkommen wieder Zu einem neuen Lebenslauf. Du sprachest freundlich mit mir Müden, Und ich vernahm dein Gnadenwort: Nun gehe hin, mein Kind, im Frieden, Doch fündige nicht mehr hinsort! 5. O welcher Seligkeiten Menge Erweckte dieses Heil in mir! Mein Herz ward für den Dank zu enge Und brannt und wallte nur von dir. Wie, Herr, vergelt' ich dir die Tage, Die deine Huld mir nun gewährt, Und wo sich meine Pein und Plage In Ruhe, Kraft und Ruhm verkehrt? Mie ie Simeon verschieden, Das liegt mir oft im Sinn; Ich führe gern im Frieden Aus diesem Leben hin. 2. Ach laß mir meine Bitte, Mein treuer Gott, geschehn, Laß mich aus dieser Hütte In deine Wohnung gehn! 3. Dein Wort ist uns geschehen, An diesem nehm' ich teil: Wer Jesum werde sehen, Der sehe Gottes Heil. 391. Mel. Christus der ist mein Leben. 4. Jch seh' ihn nicht mit Augen, Doch an der Augen Statt Kann mir mein Glaube taugen, Der ihn zum Heiland hat. 6. Ich weihe, was ich von dir habe, Mein Herz dir ganz zum Opfer ein; Es wird ja, Schöpfer, deine Gabe In deinen Augen teuer ſein. Nun weiß ich, was es heiße: leben, Da ich, was sterben sei, erfuhr; Nun wird mir stets im Sinne schweben, 5. Ich hab' ihn nicht in Armen, Wie jener Fromme da; Was ich dir in der Prüfung schwur. 7. Es ist genug, daß ich vor Zeiten Nach meines Fleisches Lüsten ging Und an den flüchtgen Eitelkeiten Mehr als an dir, o Vater, hing. Ich bin ja darum nur genesen, Daß ich die Seele bessern kann; Drum fang' ich, Herr, ein ander Wesen Mit deiner Gnade Beistand an. Joh. Jak. Spreng 1699-1768. Doch ist er voll Erbarmen Auch meinem Herzen nah. 6. Mein Herz hat ihn gefunden, Es rühmt: Mein Freund ist mein, Auch in den letzten Stunden Jit meine Seele ſein. 7. Ich kenn' ihn als mein Leben, Er wird mir nach dem Tod Bei sich ein Leben geben, Dem nie der Tod mehr droht. 8. Mein Glaube darf ihn fassen, Sein Geist giebt Kraft dazu; Er wird auch mich nicht lassen, Er führt mich ein zur Ruh. 9. Wenn Aug und Arm erkalten, Hängt sich mein Herz an ihn; Wer Jesum nur kann halten, Der fährt im Frieden hin. Phil. Friedr. Hiller 1699-1769. Krankheit und Genesung. 392. Mel. O Welt, Ich hab in guten Stunden Des Lebens Glück empfunden Und Freuden ohne Zahl: So will ich denn gelassen Mich auch im Leiden fassen; Welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, Und stets strafst du gelinder, Als es der Mensch verdient. Sollt' ich, beschwert mit Schulden, Kein zeitlich Weh erdulden, Das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, Nicht meine Ruh, mein Leben Mehr lieben als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen Und nicht auf Menschen bauen; Du hilfft und du erretteſt gern. Condlich bricht der heiße Tiegel, Und der Glaub empfängt jein Siegel, 393. Mel. Alles ist an Gottes Segen. Gleich dem Gold in Glut bewährt; Zu des Himmels höchsten Freuden Werden nur durch tiefe Leiden Gottes Lieblinge verklärt. 2. Unter Leiden prägt der Meister 2. Unter Leiden prägt der Meister In die Herzen, in die Geister Sein allgeltend Bildnis ein. Wie er dieses Leibes Töpfer, Will er auch des künftgen Schöpfer Auf dem Weg der Leiden sein. 3. Leiden bringt empörte Glieder Endlich zum Gehorsam wieder, muß dich lassen. 4. Laß du mich Gnade finden, Mich alle meine Sünden Erkennen und bereun! Jetzt hat mein Geist noch Kräfte, Sein Heil laß mein Geschäfte, Dein Wort mir Trost und Leben ſein! 269 5. Wenn ich in Christo sterbe, Bin ich des Himmels Erbe; Auch auf des Todes Pfade Was schreckt mich Grab und Tod? Vertrau' ich deiner Gnade; Du, Herr, bist bei mir in der Not! 6. Ich will dem Kummer wehren, Dich durch Geduld verehren, Im Glauben zu dir flehn. Ich will den Tod bedenken: Der Herr wird alles lenken, Und was mir gut ist, wird geschehn. Christ. Fürchtegott Gellert 1715-1769, Macht sie Christo unterthan, Daß er die zerbrochnen Kräfte Zu dem Heiligungsgeschäfte Sanft und still erneuern kann. 4. Leiden stimmt des Herzens Saiten Für den Psalm der Ewigkeiten, Lehrt mit Sehnſucht dorthin ſehn, Wo die selgen Balmenträger Mit dem Chor der Harfenschläger Preisend vor dem Throne stehn. 5. Leiden fördert unsre Schritte, Leiden weiht die Leibeshütte Zu dem Schlaf in kühler Gruft; Für besondere Zeiten und Verhältnisse. 270 Es gleicht einem frohen Boten Jenes Frühlings, der die Toten Zum Empfang des Lebens rust. 6. Leiden macht im Glauben gründlich, Macht gebeugt, barmherzig, kindlich; Leiden, wer ist deiner wert? Hier heißt man dich eine Bürde, Droben bist du eine Würde, Die nicht jedem widerfährt. 7. Wenn auch die gefunden Kräfte Zu des guten Herrn Geschäfte Wurden willig sonst geweiht, O so ist's für sie kein Schade, Daß sie ihres Führers Gnade Läutert in der Prüfungszeit. 8. Jm Gefühl der tiefsten Schmerzen Dringt das Herz zu seinem Herzen Immer liebender hinan, Und um eins nur fleht es sehnlich: Mache deinem Tod mich ähnlich, Daß ich mit dir leben kann! 9. Endlich mit der Seufzer Fülle Bricht der Geist durch jede Hülle, Und der Vorhang reißt entzwei. Wer ermisset dann hienieden, Welch ein Meer von Gottesfrieden Droben ihm bereitet sei! 10. Jesu, laß zu jenen Höhen Heller stets hinauf uns sehen, Bis die letzte Stunde schlägt, Da auch uns nach treuem Ringen Heim zu dir auf lichten Schwingen Eine Schar der Engel trägt! Nach Karl Friedr. Harttmann 1743-1815. 394. 2. Ach, wie könnt' ich diese Nacht Ohne dich bestehen? Ohne deine Huld und macht Müßt' ich ganz vergehen. Trübe fällt der Abend ein, Stille wird's auf Erden; Doch in diesem Kämmerlein Wird's so still nicht werden. 3. Jedes Auge thut sich zu, Ş Mel. Schwing dich auf zu deinem Gott. err, ein ganzer Leidenstag Ist nun überwunden. Ach, wie viel der Mensch vermag, Das hab' ich empfunden. Wie gebrechlich ist die Kraft, Wie verzagt der Glaube! Wenn der Herr nicht Hilfe schafft, Liegen wir im Staube. Alles sucht den Schlummer; Doch hier ist noch keine Ruh, Denn es wacht der Kummer. O so komm und bleibe hier Bei dem armen Kranken; Liebster Jesu, schenke mir Tröstliche Gedanken! 4. Zieh empor das matte Herz Aus der finstern Höhle, Salbe diesen Leib voll Schmerz Mit dem Lebensöle! Herr, du kannst die Furcht und Bein In der Seele stillen, Laß mich ganz ergeben sein In des Vaters Willen! 5. Wenn ich diese ganze Wachen muß und weinen, Nacht Tod und Herr, du bist's, der bei mir wacht, Du wirst mir erscheinen, Du wirst in der Dunkelheit Freundlich mit mir sprechen, Sollte gleich vor Traurigkeit Mir das Wort gebrechen. 6. Wo ich auch gebettet bin, 395. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. lieber Heiland Jesu Christ, Der du am Kreuz gestorben biſt, Gelitten hast die schwere Bein, Damit ich möge selig sein: W 2. Erbarm dich mein in meinem Schmerz, Ewigkeit. Lieg' ich dir in Händen; Wo mein Auge siehet hin, Wird's zu dir sich wenden. Mein Gebet bestärke du, Laß es nicht ermatten, Laß mich finden sanfte Ruh Unter deinem Schatten! Christ. Heinr. Rud. Puchta 1808-1858. zu fahren meine Straße, Geleit du mich, Herr Jesu Christ, Mit Hilf mich nicht verlasse! Die Seel an meinem letzten End Befehl' ich dir in deine Händ', Du wollst sie mir bewahren! 2. Die Sünde wird mich kränken ſehr Und mein Gewissen nagen, Denn ihr ist viel wie Sand am Meer, Doch will ich nicht verzagen, XXII. Tod und Ewigkeit. 1. Dom Sterben. 396. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. enn mein Stündlein vorhanden ist, 271 Gieb Glauben und Geduld ins Herz, Gieb mir in dir nur frohen Mut, Dann ist es auch im Leiden gut! ER 3.Hilf mir von deinesHimmelshöh, Daß ich in allem Kampf besteh', Und schließt einmal mein Leben hier, So nimm mich gnädig auf zu dir! Ernst Fink 1806-1863. Will denken, Herr, an deinen Tod; Herr Jesu, in der letzten Not Wird noch dein Blut mich trösten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, 4. Weil du vom Tod erstanden bist, Des tröst' ich mich von Herzen; Von dir ich ungeschieden bleib' In Todesnot und Schmerzen. Wenn ich gleich sterb', so sterb' ich dir, Ein ewig Leben hast du mir Durch deinen Tod erworben. Tod und Ewigkeit. 272 Werd' ich im Grab nicht bleiben; Mein Trost, Herr, deine Auffahrt ist, Kann Todesfurcht vertreiben. 397. Nach eigener Melodie. Vale alet will ich dir geben, Du arge falsche Welt; Dein sündlich böses Leben Durchaus mir nicht gefällt. Im Himmel ist gut wohnen, Hinauf steht mein Begier; Da wird Gott ewig lohnen Dem, der ihm dient allhier. 2. Rat mir nach deinem Herzen, O Jesu, Gottes Sohn! Soll ich ja dulden Schmerzen, Hilf mir, Herr Christ, davon; Verkürz mir alles Leiden, Stärk meinen blöden Mut. Laß selig mich abscheiden, Gieb mir dein ewig Gut! 3. In meines Herzens Grunde Dein Nam und Kreuz allein Funkelt all Zeit und Stunde, Drauf kann ich fröhlich sein.. Denn wo du bist, da komm' ich hin, Daß ich stets bei dir leb' und bin: Drum fahr' ich hin mit Freuden. Nik. Hermann 1480-1561. Christus der ist mein Leben, Und Sterben mein Gewinn; Ihm hab' ich mich ergeben, Mit Frieden fahr' ich hin. 2. Mit Freud fahr' ich von hinnen Zu Christ, dem Bruder mein, Daß ich ihn mög' gewinnen Und ewig bei ihm ſein. 3. Nun hab' ich überwunden Erschein mir in dem Bilde Zum Trost in meiner Not, Wie du dich, Herr, so milde Geblutet hast zu Tod! 4. Verbirg mein Seel aus Gnaden. Bei dir vor allem Leid, Rück sie aus allem Schaden Zu deiner Herrlichkeit! Der ist hier wohl gewesen, Wer erbt das Himmelslos, Und ewig ist geneſen, Wer bleibt in deinem Schoß. 398. Nach eigener Melodie. 5. Schreib mich in deiner Milde Ins Buch des Lebens ein, Laß mich nach deinem Bilde Ein Glied von jenen sein, Die in dem Himmel droben Dir leben froh und frei, So will ich ewig loben, Wie treu dein Herze sei! Valerius Herberger 1562-1627. Kreuz, Leiden, Angst und Not; Durch seine heilgen Wunden Bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, Ich kaum mehr atmen kann Und kann kein Wort mehr sprechen, Nimm, Herr, mein Seufzen an! 5. Wenn Sinne und Gedanken Zergehn als wie ein Licht, Vom Sterben. Das hin und her muß wanken, d Wenn ihm das Öl gebricht: 6. Alsdann fein sanft und stille Laß mich, Herr, schlafen ein, Wie es dein Rat und Wille, Wenn kommt mein Stündelein! 399. Mel. Schwing dich auf zu deinem Gott. Kümmerliches Leben einen guten Kampf hab' ich Auf der Welt gekämpfet, Denn mein Gott hat gnädiglich All mein Leid gedämpfet, Daß ich meinen Lebenslauf Selig nun vollendet Und die Seele himmelauf Gott dem Herrn gesendet. 2. Forthin ist mir beigelegt Der Gerechten Krone, Die mir wahre Freud erregt An des Himmels Throne; Forthin ist der Herr mein Licht, Dem ich hier vertrauet, Meines Gottes Angesicht Meine Seele schauet. 3. Dieser eiteln schnöden Welt Ich bin ein Gaſt auf Erden Und hab' hier keinen Stand; Der Himmel soll mir werden, Da ist mein Vaterland. Hier reif' ich bis zum Grabe; Dort in der ewgen Ruh Ist Gottes Gnadengabe, Die schließt all Arbeit zu. 7. Laß mich gleich einem Reben Anhangen dir allzeit Und ewig bei dir leben In Himmelswonn und Freud! Verfasser unbekannt; 1608. 2. Was ist mein ganzes Wesen Von meiner Jugend an Denn Müh und Not gewesen? Evang. Gesangbuch II. Mir nun länger nicht gefällt; Ich hab' mich ergeben Meinem Jesu, da ich bin Jetzt in lauter Freuden, Denn sein Tod ist mein Gewinn Und mein Trost sein Leiden. 4. Gute Nacht, ihr meine Freund', 400. Mel. Valet will ich dir geben. 273 Alle meine Lieben! Alle, die ihr um mich weint, Laßt euch nicht betrüben Diesen Schritt, den ich nun thu' In die Erde nieder! Schaut, die Sonne geht zur Ruh, Kommt doch morgen wieder! Heinrich Alberti 1604-1651. So lang ich denken kann, Hab' ich so manchen Morgen, So manche liebe Nacht Mit Kummer und mit Sorgen Des Herzens zugebracht. 3. Mich hat auf meinen Wegen Manch harter Sturm erschreckt; Blitz, Donner, Wind und Regen Hat mir oft Angst erweckt. Verfolgung, Haß und Neiden, Ob ich's gleich nicht verschuld't, 18 274 Hab' ich doch müssen leiden Und tragen mit Geduld. Tod und Ewigkeit. 4. So ging's den lieben Alten, An deren Fuß und Pfad Wir uns noch täglich halten, Wenn's fehlt an gutem Rat: Sie zogen hin und wieder, Ihr Kreuz war schwer und groß, Bis daß der Tod sie nieder Legt' in des Grabes Schoß. 5. Ich habe mich ergeben In gleiches Glück und Leid; Was will ich besser leben? Hier gilt es Müh und Streit. Es muß ja durchgedrungen, Es muß gelitten sein; Wer nicht hat wohl gerungen, Geht nicht zur Freude ein. 6. So will ich zwar nun treiben Mein Leben durch die Welt, Doch denk' ich nicht zu bleiben In diesem fremden Zelt. Ich wandre meine Straße, Die zu der Heimat führt, Da mich ohn' alle Maße Mein Vater trösten wird. 7. Die Heimat ist dort oben, Wo aller Engel Schar Den großen Herrscher loben, Der alles ganz und gar In seinen Händen trägetd Und für und für erhält Und alles hebt und leget, Wie es ihm wohlgefällt. 8. Dorthin steht mein Verlangen, Da wollt' ich gerne hin; Die Welt bin ich durchgangen, Daß ich's fast müde bin. Je länger ich hier walle, Je wenger find' ich Freud, Die meinem Geist gefalle, Das Meist ist Herzeleid. 9. Du aber, meine Freude, Du meines Lebens Licht, Du ziehst mich, wenn ich scheide, Hin vor dein Angesicht, Ins Haus der ewgen Wonne, Da ich stets freudenvoll Gleich als die helle Sonne Mit andern leuchten soll. 10. Da will ich immer wohnen, Und nicht nur als ein Gast, Bei denen, die mit Kronen Du ausgeschmücket haſt; Da will ich herrlich singen Von deinem großen Thun Und frei von eiteln Dingen In meinem Erbteil ruhn. Paul Gerhardt 1607-1676. 401. Nach eigener Melodie. Alle Menschen müssen sterben, 2. Drum so will ich dieses Leben, Alles Fleisch vergeht wie Heu; Wann es meinem Gott beliebt, Was da lebet muß verderben, Soll es anders werden neu. Dieser Leib der muß verwesen, Wenn er anders soll genesen Zu der großen Herrlichkeit, Die den Frommen ist bereit. Auch ganz willig von mir geben, Bin darüber nicht betrübt. Denn in meines Jesu Wunden Hab' ich schon mein Heil gefunden, Und mein Trost in Todesnot Ist mir meines Heilands Tod. Vom Sterben. 3. Jesus ist für mich gestorben, Und sein Tod ist mein Gewinn; Er hat mir das Heil erworben, Drum fahr' ich mit Freuden hin; Hin aus diesem Weltgetümmel In den schönen Gotteshimmel, Da ich werde allezeit Schauen Gottes Herrlichkeit. 4. Da wird sein das Freudenleben, Wo viel tausend Seelen schon Sind mit Himmelsglanz umgeben, Dienen Gott vor seinem Thron, Wo die Schar der Engel singet, Und das hohe Lied erklinget: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist; 5. Wo die Patriarchen wohnen, Die Propheten allzumal, Wo auf ihren Ehrenthronen Sizzet der Apostel Zahl; W Hin geht die Zeit, her kommt der Tod; Wie plötzlich, ach, und wie behende Kann kommen meine Todesnot! Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, 402. Mel. Wer nur den lieben Gett läßt walten. er weiß, wie nahe mir mein Ende! Mach's nur mit meinem Ende gut! 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, Als es am frühen Morgen war; So lang ich lebe hier auf Erden, Leb' ich in steter Todsgefahr. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut! 275 Wo in so viel tausend Jahren Alle Frommen hingefahren, Wo dem Herrn, der uns versöhnt, Ewig Halleluja tönt. 6. Jerusalem, du schöne, Ach wie helle glänzest du, Und welch lieblich Lobgetöne Hört man da in sanfter Ruh! Ach der großen Freud und Wonne, Endlich gehet auf die Sonne, Endlich gehet an der Tag, Der kein Ende nehmen mag! 7. Ach, ich habe schon erblicket Alle diese Herrlichkeit, Und ich werde jetzt geschmücket Mit dem weißen Himmelskleid; Mit der goldnen Ehrenkrone Steh' ich da vor Gottes Throne, Schaue solche Freude an, Die kein Ende nehmen kann. Joh. Georg Albinus 1624-1679. 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken Und, wenn ich einstens sterben muß, Die Seel in Jesu Wunden senken Und ja nicht sparen meine Buß! Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut! 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, Daß ich bereit sei für und für Und sage stets in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schick's mit mir! Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut! 18* Tod und Ewigkeit. 276 5. Ach Bater, deck all meine Sünde Mit dem Verdienste Christi zu, Darauf ich mich fest gläubig gründe, Das giebt mir die erwünschte Ruh! Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut! 6. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, Nichts, es sei Leben oder Tod; Ich leg' die Hand in seine Seite Und sage: Mein Herr und mein Gott! Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut! 7. Du hast zu dir mich hingezogen Schon längst in meiner heilgen Tauf; In Jesu bist du mir gewogen, Hast mich zum Kind genommen auf. Mein Gott, ich bitt' durch Christi en Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut! Es ist genug! So nimm, Herr, meinen Geist Sein Abendmahl empfangen hier. Das ist mein Trost, wenn ich einst scheide: Zu Zions Geistern hin! Lös auf das Band, das schon allmählich reißt; Befreie meinen Sinn, br Der sich nach seinem Gotte sehnet, Der täglichtlagt und nächtlich stöhnet: Es ist genug! Ich bleib' in ihm und er in mir.. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, 8.Jch hab' auch oft mit süßerFreude Machst du's mit meinem Ende gut. Ämilia Juliana Gräfin zu Schwarzburg- Rudolstadt 1637-1706. 403. 2. Es ist genug des Kreuzes, das mir faſt Den Rücken wund gemacht. Wie schwer, o Gott, wie hart ist His diese Last! Mach's nur mit meinem Ende gut! 9. So komm' mein End heut oder morgen, Ich weiß, daß mir's mit Jeju glückt; Ich bin und bleib' in deinen Sorgen, Mit Jesu Gnaden schön geschmückt. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut. Nach eigener Melodie. 10. Ich leb' indes in Gott vergnüget Und sterb' ohn' alle Kümmernis. Es gehe, wie mein Gott es füget; Ich glaub' und bin es ganz gewiß: Durch deine Gnad und Christi Blut Ich netze manche Nacht sidsp Die harte Lagerstatt mit Thränen; Wie lang, wie lang muß ich mich do bind ſehnen: Es ist genug! 3. Es ist genug, wenn nur mein Jesus will, Er kennet ja mein Herz. Ich harre sein und halt' indessen still, Bis er mir allen Schmerz, Den meine sieche Brust getragen, Hinweg wird nehmen und mir sagen: Es ist genug! 4. Es ist genug! Herr, wenn es dir gefällt, Vom Sterben. So spanne mich doch aus! Mein Jesus kommt: Nun gute Nacht, o Welt, Auf meinen Jesum will ich sterben Jd Getrost mit Fried' und Freudigkeit, Der mich zu Gottes Kind und Erben Durch sein unschuldig Blut geweiht. Mein Jesus ist mein Trost allein, Auf Jesum schlaf' ich selig ein. 2. Auf meinen Jesum will ich sterben; Brich immerhin, mein Herze, brich! Ich darf ja doch den Himmel erben, An Jesum hält mein Glaube sich. Mein Jesus ist mein Trost allein, Auf Jesum schlaf' ich selig ein. 3. Auf meinen Jesum will ich sterben; Er bleibt, wenn alles mich verläßt. Er starb, das Leben zu erwerben, An ihm hält sich mein Glaube feſt. Mein Jesus ist mein Trost allein, Auf Jesum schlaf' ich selig ein. 4. Auf meinen Jesum will ich sterben; Herr Jesu, nimm die Seele hin! Kann ich mit dir den Himmel erben, 404. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Ich fahr' ins Himmelshaus; Ich fahre sicher hin in Frieden, Mein großer Jammer bleibt hienieden. Es ist genug! ch sterbe täglich, und mein Leben Eilt immerfort zum Grabe hin. Wer kann mir einen Bürgen geben, 277 Franz Joachim Burmeister+ 1688. So ist das Sterben mein Gewinn Mein Jesus ist mein Trost allein, Auf Jesum schlaf ich selig ein. 5. Auf meinen Jesum will ich sterben, Wenn mir vergeht der Augen Licht, Wenn Mund und Lippen sich entfärben, Und wenn mir auch mein Herze bricht. Mein Jesus ist mein Trost allein, Auf Jesum schlaf' ich selig ein. 6. Auf meinen Jesum will ich sterben. Mit Leib und Seele bin ich dein, Herr Jesu, laß mich nicht verderben, Ach laß mich ewig selig sein! Mein Jesus ist mein Trost allein, Auf Jesum schlaf' ich selig ein. 7. Auf meinen Jesum will ich sterben. 405. Mel. Wer nur den lieben Geit läßt walten. Hilf, Jesu, in der letzten Not, Laß mich das beste Teil erwerben, Versüße mir den bittern Tod! Du bist mein höchster Trost allein, Auf dich nur schlaf' ich selig ein. Nach Salomo Franc 1659-1725. Ob ich noch morgen lebend bin? Die Zeit geht hin, der Tod kommt Her; Ach wer nur immer fertig wär'! Tod und 2. Ein Mensch, der sich mit Sünden träget, 278 Ist immer reif zu Sarg und Grab; Der Apfel, der den Wurm schon heget, Fällt endlich unversehens ab. Des Todes Stunde bleibt nicht aus, Mein Leib ist ein zerbrechlich Haus. 3. Es schickt der Tod nicht immer Boten, Er kommt auch oft unangemeld't Und fordert uns ins Land der Toten. Wohl dem, der Haus und Herz bestellt! Denn ewges Unglück oder Glück Hängt nur an einem Augenblick. 4. Herr aller Herren! Tod und Leben Hast du allein in deiner Hand. Wie lange du mir Frist gegeben, Das ist und bleibt mir unbekannt. Hilf, daß ich jeden Glockenschlag An meinen Abschied denken mag! 5. Es kann vor Abend anders werden, Als es am Morgen mit mir war. Den einen Fuß hab' ich auf Erden, Den andern auf der Totenbahr; Ein kleiner Schritt ist nur dahin, Wo ich ein Raub des Grabes bin. Ewigkeit. 6. Ein einzger Schlag kann alles enden, Und Fall und Tod beisammen sein. Doch schlage nur mit Vaterhänden Und schließ in Christi Tod mich ein, Daß, wenn der Leib zu Boden fällt, Die Seel an Jesu Kreuz sich hält! 7. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, Ich bin ein Mensch, der bald vergeht, Und finde hier fein solches Erbe, Das ewig in der Welt beſteht. Drum zeige mir in Gnaden an, Wie ich recht selig sterben kann! Wenn mich der Tod von hinnen reißt; Drum bet' ich bei gesunden Tagen: Herr, dir befehl' ich meinen Geist! Und schließen meine Lippen sich, So bitte Jesu Blut für mich. 8. Kann ich nicht segnen mehr die Meinen, Co segne du sie mehr als ich, Und wenn sie bittre Thränen weinen, O Tröster, so erbarme dich Und lasse der Verlaffnen Schrein Durch deinen Geist erhörlich sein! 9. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, 406. jai mins! Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe; So schließe mir den Himmel auf, Verkürze mir des Todes Schmerzen Und hole mich zu dir hinauf: So wird mein Abschied ohne Pein, Mein Ende sanst und selig sein! Benj. Schmoldk 1672-1737. Mein Gott, ich weiß wohl, daß kein Augenblick geht ſicher hin, Wie bald zerbricht doch eine Scherbe, Die Blume kann auch leicht verblühn: Drum mache mich nur stets bereit Hier in der Zeit zur Ewigkeit! 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, Dieweil der Tod viel Wege hält; Vom Sterben. Dem einen wird das Scheiden herbe, Sanft geht ein andrer aus der Welt. Doch wie du willst, gieb nur dabei, Daß einst mein Ende selig sei! 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe Und welcher Sand mein Grab bedeckt; Doch wenn ich dieses nur ererbe, Daß deine Hand mich auferweckt, $ err, meine Leibeshütte Sinkt nach und nach zu Grab, Gewähre mir die Bitte; Und brich sie stille ab! 2. Gieb mir ein ruhig Ende, Der Augen matten Schein Und die gefalt'ten Hände Laß sanft entseelet ſein! 3. Laß meine Atemzüge Am End zu schwer nicht sein 407. Mel. Christus der ist mein Leber. Meine Lebenszeit verſtreicht, eil' zu dem Grabe; 279. So sente man ins Grab mich ein, Die Erd ist allenthalben dein. Und wie wenig ist's vielleicht, Das ich noch zu leben habe! Denk, o Mensch, an deinen Tod, Säume nicht, denn eins ist not! 5. Nun, liebster Vater, wenn ich sterbe, 2. Lebe, wie du, wenn du ſtirbst, Wünschen wirst gelebt zu haben! Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, Nichts wird dich im Tod erfreun, Diese Güter sind nicht dein. So nimm du meinen Geist zu dir! Denn bin ich nur dein Kind und Erbe Und hab' ich Jesum nur bei mir, So gilt mir's gleich und geht mir wohl, Wann, wie und wo ich sterben soll. Benj. Schmolck 1672-1737. Und gieb, daß ich so liege, Als schlummerte ich ein! 4. Doch es gescheh' dein Wille; Ich scheide leicht dahin, Im Kämpfen oder stille. Wenn ich nur selig bin. 408. Mel. Meinen Jesum lass' ich nicht. 5. Ich werde auferstehen, Da geht's zum Himmel ein; Ich werde Jesum sehen, Er wird mir gnädig ſein. Phil. Friedr. Hiller 1699-1769. 3. Nur ein Herz, das Gutes liebt, Nur ein ruhiges Gewissen, Das vor Gott dir Zeugnis giebt, Wird dir deinen Tod versüßen. Solch ein Herz, von Gott erneut, Ist im Tod voll Freudigkeit. 4. Daß du dieses Herz erwirbst, Fürchte Gott und bet und wache! Sorge nicht, wie früh du stirbst; Deine Zeit ist Gottes Sache! Lern nicht nur den Tod nicht scheun, Lern auch seiner dich erfreun! 280 Tod und Ewigkeit. 5. Überwind ihn durch Vertraun! Sprich: Ich weiß, an wen ich glaube, Und ich weiß, ich werd' ihn schaun, Er erweckt mich aus dem Staube! Er, der rief: Es ist vollbracht, Nahm dem Tode seine Macht. 409. Mel. Herzlich thut mich verlangen. as macht ihr, daß ihr weinet Und brechet mir das Herz? Im Herrn sind wir vereinet Und bleiben's allerwärts. Das Band, das uns verbindet, Löst weder Zeit noch Ort; Was in dem Herrn sich findet, Das währt in ihm auch fort. 2. Man reicht sich wohl die Hände, Als sollt's geschieden sein, Und bleibt doch ohne Ende Im innigsten Verein. Man sieht sich an, als sähe Man sich zum letztenmal, Und bleibt in gleicher Nähe Dem Herrn doch überall. 6. Tritt im Geist zumGrab oft hin, Siehe dein Gebein versenken; Sprich: Herr, daß ich Erde bin, Lehre du mich selbst bedenken; Lehre du mich's jeden Tag, Daß ich weiser werden mag! Christ. Fürchtegett Gellert 1715-1769. 3. Man spricht: ,, Ich hier, du dorten, Du ziehest und ich bleib'," Und ist doch allerorten Ein Glied an einem Leib. Man spricht vom Scheidewege Und grüßt sich einmal noch Und geht auf einem Wege In gleicher Richtung doch. 4. Was sollen wir nun weinen Und gar so traurig ſehn? Wir kennen ja den Einen, Mit dem wir alle gehn, In einer Hut und Pflege, Geführt von einer Hand, Auf einem sichern Wege, Ins eine Vaterland. 5. So sei denn diese Stunde Nicht schwerem Trennungsleid, Nein, einem neuen Bunde Mit unserm Herrn geweiht! Wenn wir uns ihn erforen Zu unserm höchsten Gut, Sind wir uns nicht verloren, Wie weh auch Scheiden thut. Karl Joh. Phil. Epitta 1801-1859. 2. Bei Beerdigungen. 410. Mel. Wohlauf, wohlan zum letzten Gang. Wie fliegt dahin der Menschen Wie wenig' denken an die Stund Wie eilet man zur Ewigkeit! Wie schweigt hievon der träge Mund! Bei Beerdigungen. 2. Das Leben ist gleichwie ein Traum, Gleich einem leichten Wasserschaum; Im Augenblick es bald vergeht Und nicht besteht, Wie täglich ihr vor Augen seht. 3. Nur du, mein Gott, du bleibest mir, Was du mir bist, ich traue dir. Laß Berg und Hügel fallen hin: Mir ist's Gewinn, Wenn ich allein bei Jesu bin. 4. Was hilft die Welt in letzter Not, Lust, Ehr und Reichtum in dem Tod? O Mensch, du läufst dem Schatten zu, Mel. Es ist genug! Eo 411. 3euch Gott selbst fordert dich Aus dieser argen Welt! Ich leide zwar, dein Tod betrübet mich; Doch weil es Gott gefällt, So unterlass' ich alles Klagen Und will mit stillem Geiste sagen: Zeuch hin, mein Kind! 2. Zeuch hin, mein Kind! Der Schöpfer hat dich mir Nur in der Welt geliehn. Die Zeit ist aus, darum befiehlt er dir Jetzt wieder fortzuziehn. Zeuch hin, Gott hat es so versehen; Was dieser will, das muß geschehen: Zeuch hin, mein Kind! 3. Zeuch hin, mein Kind! Im Himmel findest du, Was dir die Welt versagt; Denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Ruh, Bedenk es du! Sonst kommst du nicht zur wahren Ruh. 281 5. Weg Eitelkeit, der Thoren Lust! Mir ist das höchste Gut bewußt; Das such' ich nur, das bleibet mir. O mein Begier, Herr Jesu, zieh mein Herz nach dir! 6. Wie wird mir sein, wenn ich dich seh' Und bald vor deinem Throne steh'! Du unterdessen lehre mich, Daß stetig ich Mit klugem Herzen suche dich! bit Jeachim Neander 1650-1680. nimm, Herr, meinen Geist. Kein Schmerz mehr, der uns plagt. Hier müssen wir in Ängsten schweben, Dort kannst du ewig fröhlich leben: Zeuch hin, mein Kind! 4. Zeuch hin, mein Kind! Wir folgen alle nach, Du eilest fort, eh' dich das Ungemach Sobald es Gott gefällt. Heimsucht in dieser Welt. Wer lange lebt, steht lang im Leide; Wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude: Zeuch hin, mein Kind! 5. 3cuch hin, mein Kind! Die Auf deinen frommen Geist. Engel warten schon Du siehest auch, wie Gottes lieber Sohn Dir schon die Krone weist. Nun wohl, die Seele ist entbunden, Du hast im Herren überwunden: Zeuch hin, mein Kind! Gottfried Feffmann 1658-1712. 282 Tod und Ewigkeit. 412. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan, es bleibt gerecht sein Wille, In Gottes Hand Ist dieses Pfand Ganz sicher aufgehoben, Wenn hier auch Stürme toben. M as Gott thut, das ist wohlgethan; Er giebt und nimmt auch wieder. Bald sieht er uns in Gnaden an, Bald beuget er uns nieder. Er schenkt auf Freud Bald bittres Leid; Wo Wiegenlieder klingen, Muß man zu Grabe singen. 2. Doch was Gott thut, ist wohl gethan; Wer will die Weisheit meistern? Rujt er, mein Kind, dich himmelan Zu Zions reinen Geistern, Und will mein Herz Bei seinem Schmerz In tausend Stücke brechen, Wer darf da widersprechen? 3. Gott thut's, drum ist es wohlgethan; Er macht es bald vollkommen, Ta er es von der Dornenbahn In seinen Schoß genommen. Was Gott gefällt, Muß in der Welt Nicht allzulange weinen: Er rettet gern die Seinen. 4. Thut's Gott, so ist es wohlge than. Die Welt kann leicht verführen, Dort aber trifft es Rosen an, Daran kein Dorn zu spüren. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Ich will drein mich ergeben. Tort in dem schönen Kanaan Blüht dir das wahre Leben. Zeuch hin, mein Kind, Wo Sonnen sind, Die niemals untergehen Und steis im Glanze stehen! M enn kleine Himmelserben In ihrer Unschuld sterben, So büßt man sie nicht ein; 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Das Herz des Christen glaube, Daß er uns wieder geben kann, Was uns der Tod geraubet. Wie freu' ich mich, Mein Kind, auf dich! Dort wollen wir uns füssen, Wo Freudenströme fließen. 7. Gott thut es, so ist's wohlgethan. Du sammelst meine Thränen, Ich aber schaue himmelan Mit Seufzen und mit Sehnen: Ach daß ich dort Bei dir, mein Hort, Mein Kind bald möchte sehen! Ach ja, es wird geschehen! Benj. Schmold 1672-1737. 413. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. Sie werden nur dort oben Vom Vater aufgehoben, Damit sie unverloren sei'n. Bei Beerdigungen. 2. Sie sind ja in der Taufe Zu ihrem Christenlaufe Für Christum eingeweiht Und noch bei Gott in Gnaden; Was sollt' es ihnen schaden, Wenn er sie nun zu sich gebeut? 3. Der Unschuld Glück verscherzen, Stets kämpfen mit den Schmerzen, Mit so viel Seelennot, N² un bringen wir den Leib zur Ruh Und decken ihn mit Erde zu, Den Leib, der nach des Schöpfers Schluß Zu Staub und Erde werden muß. 414. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend... 2. Er bleibt nicht immer Asch und Staub, Nicht immer der Verwesung Raub; Er wird, wenn Christus einst erscheint, Mit seiner Seele neu vereint. 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist; Schau hier, was unser Leben ist! Nach Sorge, Furcht und mancher Not Kommt endlich noch zuletzt der Tod. 4. Schnell schwindet unsre Lebenszeit, Aufs Sterben folgt die Ewigkeit; Wie wir die Zeit hier angewandt, So folgt der Lohn aus Gottes Hand. 5. Es währen Reichtum, Ehr und Glück, Wie wir selbst, einen Augenblick; 283 Im Angstgefühl der Sünden Das Sterben schwer empfinden Davor bewahrt ein früher Tod. 4. O wohl auch diesem Kinde, Es stirbt nicht zu geschwinde! Zeuch hin, du liebes Kind! Du gehest ja nur schlafen Und bleibest bei den Schafen, Die ewig unsers Jesu sind. Joh. Andr. Rothe 1688-1758. So währt auch Kreuz und Traurigfeit, Wie unser Leben, kurze Zeit. 6. O sichrer Mensch, besinne dich! Tod, Grab und Richter nahen sich. In allem, was du denkst und thust, Bedenke, daß du sterben mußt! 7. Hier, wo wir bei den Gräbern ſtehn, Soll jeder zu dem Vater flehn: Ich bitt', o Gott, durch Christi Blut, Mach's einst mit meinem Ende gut! 8. Laßt alle Sünden uns bereun, Vor unserm Gott uns kindlich scheun! Wir sind hier immer in Gefahr; Nehm' jeder seiner Seele wahr! 9. Wann unser Lauf vollendet ist, So sei uns nah, Herr Jesu Christ, Mach uns dasSterben zumGewinn, Zieh unsre Seele zu dir hin! 10. Und wann du einst, du Lebensfürst, Die Gräber mächtig öffnen wirst, Dann laß uns fröhlich auferstehn Und dort dein Antlitz ewig sehn! Ehrenfried Liebich 1713-1780. 284 Tod und Ewigkeit. 415. Mel. Meinen Jesum lass' ich nicht. Geht nun hin und grabt mein bus Grab, Denn ich bin des Wanderns müde! Von der Erde scheid' ich ab, Denn mir ruft des Himmels Friede, Denn mir ruft die süße Ruh Von den Engeln droben zu. 2. Geht nun hin und grabt mein Grab! Meinen Lauf hab' ich vollendet, Lege nun den Wanderstab Hin, wo alles Jrdische endet, Lege selbst mich nun hinein In das Bette ohne Pein. 3. Was soll ich hienieden noch In dem dunkeln Thale machen? Denn wie mächtig stolz und hoch Wir auch stellen unsre Sachen, Muß es doch wie Sand zergehn, Wenn die Winde drüber wehn. 4. Darum, Erde, fahre wohl, Laß mich nun in Frieden scheiden! Deine Hoffnung, ach, ist hohl, Deine Freuden selbst sind Leiden, Deine Schönhei: Unbestand, Eitel Wahn und Trug und Tand. 5. Darum letzte gute Nacht, Sonn und Mond und lebe Sterne, Fahret wohl mit eurer Pracht! Denn ich reis in weite Ferne, Reise hin zu jenem Glanz, Worin ihr erbleichet ganz. [. Mohlauf, wohlan zum letztenGang! Kurz ist der Weg, die Ruh ist lang; Gott führet ein, Gott führet aus: 6. Die ihr nun in Trauer geht, Fahret wohl, ihr lieben Freunde! Was von oben niederweht, Tröstet ja des Herrn Gemeinde; Weint nicht ob dem eiteln Schein, Droben nur kann ewig sein! 7. Weinet nicht, daß nun ich will Von der Welt den Abschied nehmen, Daß ich aus dem Irrtum will, Aus den Schatten, aus den Schemen, Aus dem Eiteln, aus dem Nichts Hin ins Land des ewgen Lichts! 8. Weinet nicht! Mein süßes Heil, Meinen Heiland, hab' ich funden, Und ich habe auch mein Tei An den warmen Herzenswunden, Woraus einst sein heilges Blut Floß der ganzen Welt zugut. 9. Weint nicht, mein Erlöser lebt! Hoch vom finstern Erdenstaube Hell empor die Hoffnung schwebt; Und des Himmels Held, der Glaube, Und die ewge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nicht! Ernst Moritz Arndt 1769-1860. 416. Nach eigener Melodie. Wohlan, hinaus! Zum Bleiben war nicht dieses Haus. 2. Du Herberg in der Wanderzeit. Du gabest Freuden, gabst auch Leid; Bei Beerdigungen. - Jetzt schließe, Welt,- das Haus bist du, Die Thüre zu! Dein Gast geht in die ewge Ruh; 3. Geht in ein beßres Schlafgemach, Die Freunde folgen segnend nach. Hab gute Nacht, der Tag war schwül Im Erdgewühl! Hab gute Nacht, die Nacht ist fühl! 4. Jhr Glocken, tönet festlich drein Und läutet hell den Sabbat ein, Der nach des Werktags kurzer Frist Durch Jesum Christ Für Gottes Volk vorhanden ist! II. 5. O selig, wer das Heil erwirbt, Daß er im Herrn, in Christo stirbt! O selig, wer vom Laufe matt Die Gottesstadt, Die droben ist, gefunden hat! 6. Was suchst du, Mensch, bis in den Tod? Du suchst so viel, und eins ist not! Die Welt beut ihre Güter feil; Denk an dein Heil Und wähl in Gott das beste Teil! 7. Was sorgst du bis zum letzten Tritt? Nichts brachtest du, nichts nimmst du mit. Die Welt vergeht mit Lust und Schmerz: Schau himmelwärts! Da, wo dein Schatz ist, sei dein Herz! 285 Heut ist's an dir; Minimic Hier ist kein Stand, kein Bleiben hier. 9. Vom Freudenmahl zum Wanderstab, Aus Wieg und Bett in Sarg und Grab: Wann, wie und wo, ist Gott bewußt; Schlag an die Brust, Du mußt von dannen, Mensch, du mußt! 10. Da ist kein Sitz zu reich, zu arm, Rein Haupt zu hoch, kein Herz zu warm, 8. Mit Gott bestell dein Haus bei Zeit, Eh' dich der Tod an Tote reiht! Sie rufen: Gestern war's an mir, Da blüht zu schön kein Wangenrot; Im Finstern droht Der Tod und überall der Tod. Wo ist dein Licht, dein Lebensstrahl? 11. Ach banges Herz im Leichenthal, Du bist es, Jesu, der mit Macht Aus Gräbernacht Das Leben hat ans Licht gebracht. 12. Dein Trostwort klingt so hoch und hehr: Wer an mich glaubt, stirbt nimmermehr. Dein Kreuz, dein Grab, dein Auferstehn, Dein Himmelgehn Läßt uns den Himmel offen sehn. 13. Wohl dem, der sich mit ihm vertraut, Schon hier die ewgen Hütten baut! Er sieht das Kleinod in der Fern Und harrt der Zukunft seines Herrn. Und kämpfet gern III. 14. Nun, Thor des Friedens, öffne dich! 286 Tod und Ewigkeit. Hinein! Hier schließt die Wallfahrt sich. Ihr Schlummernden im Friedensreich, Gönnt allzugleich Auch ihm( ihr) ein Räumlein neben euch! 15. Viel Gräber sind an diesem Ort, Viel Wohnungen im Himmel dort; Bereitet ist die Stätte schon A™ m Grabe stehn wir stille Und säen Thränenſaat: Des lieben Pilgers Hülle, Der ausgepilgert hat. 2. Er ist nun angekommen, Wir pilgern noch dahin; Er ist nun angenommen, Der Tod war ihm Gewinn. Am Gnadenthron, Bereitet ihm( ihr) durch Gottes Sohn. 417. Mel. Christus der ist mein Leben. 3. Er schaut nun, was wir glauben, Er hat nun, was uns fehlt; Ihm kann der Feind nichts rauben, Der uns versucht und quält. 16. Sein ist das Reich mit Allgewalt; Er zeugt und spricht: Ich komme bald! Ja komm, Herr Jesu, führ uns ein! Wir harren dein. Amen, dein laß uns ewig sein! Christ. Friedr. Heinr. Sachse 1785-1860. 4. Jhn hat nun als den Seinen Der Herr dem Leid entrückt, Und während wir hier weinen, Ist er so hoch beglückt. 5. Er trägt die Lebenskrone Und hebt die Palm empor Und singt vor Gottes Throne Ein Lied im höhern Chor. 6. Wir armen Pilger gehen Hier noch im Thal umher, Bis wir ihn wiedersehen Und selig sind wie er. Karl Joh. Phil. Spitta 1801-1859. 3. Auferstehung, Gericht, Ewigkeit. 418. Nach eigener Melodie achet auf! ruft uns die Stimme Wohlauf, der Bräutgam kömmt! Der Wächter sehr hoch auf Steht auf, die Lampen nehmt! Halleluja! Macht euch bereit der Zinne, Wach auf, du Stadt Jerusalem!Mitternacht heißt diese Stunde, Sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid ihr klugen Jungfrauen? Zu der Hochzeit! Ihr müsset ihm entgegen gehn. Auferstehung, Gericht, Ewigkeit. 2. Zion hört die Wächter singen, Das Herz will ihr vor Freuden ſpringen, Sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, Von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig, Ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werte Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all Zum Freudensaal Und halten mit das Abendmahl. Kerusalem, du hochgebaute Stadt, Wollt' Gott, ich wär' in dir! Mein sehnend Herz so groß Verlangen hat Und ist nicht mehr bei mir: Beit über Berg und Thale, Weit über Flur und Feld Schwingt es sich über alle Und eilt aus dieser Welt. 2. O schöner Tag und noch viel schönreStund, 419. Nach eigener Melodie. Wann bist du endlich hier, Da ich mit Lust, mit freiem Freudenmund Die Seele geb' von mir In Gottes treue Hände Zum auserwählten Pfand, Daß sie mit Heil anlände In jenem Vaterland? 3. OEhrenburg, sei nun gegrüßet mir, 3. Gloria sei dir gesungen Mit Menschen- und mit Engelzungen, Mit Harfen und mit Zimbelton. Von zwölf Perlen sind die Thore An deiner Stadt, wir stehn im Chore Der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gesehn, Kein Ohr hat je gehört Solche Freude. Drum jauchzen wir Und singen dir Das Halleluja für und für. 287 Philipp Nicolai 1556-1603. Thu auf die Gnadenpfort! Wie manche Zeit hat mich verlangt nach dir, Wie sehnt' ich oft mich fort Aus jenem bösen Leben, Aus jener Nichtigkeit! Nun hat mir Gott gegeben Das Erb der Ewigkeit. 4. Was für ein Volk, welch eine edle Schar Kommt dort gezogen schon! Was in der Welt von Auserwählten war, Trägt nun die Ehrenkron, Die Jesus mir entgegen Vom Himmel hat geſandt, Da ich auf fernen Wegen Noch war im Thränenland. 5. Propheten groß und Patriarchen hoch, Auch Christen insgemein, 288 Die weiland trugen ihres Kreuzes tim dan Joch Joch Und der Tyrannen Bein, Schau' ich in Ehren schweben, In Freiheit überall, Mit Klarheit hell umgeben, Mit sonnenlichtem Strahl. Tod und Ewigkeit. 6. Wenn dann zuletzt ich angelanget bin Fo reu dich sehr, o meine Seele, Und vergiß der Not und Qual! 420. Nach eigener Melodie. Christus, dem ich mich befehle, Jst mein Licht im finstern Thal. Aus der Trübsal, aus dem Leid Soll ich fahren in die Freud, Die kein Ohr hier hat gehöret, Die in Ewigkeit auch währet. 2. Tag und Nacht warst du mein Hoffen, Und ich rief zu dir, mein Gott, Weil mich stets viel Kreuz betroffen, Daß du hälfest aus der Not. Wie sich sehnt ein Wandersmann Nach dem Ziel auf seiner Bahn, Sehnt sich auch mein Herz im Leide Nach des Himmels ewger Freude. 3. Denn gleichwie um Rosen stehen Im schönen Paradeis, Von höchster Freud erfüllet wird der Sinn, Der Mund von Lob und Preis: Das Halleluja singet Man dort in Speiligkeit, Das Hosianna klinget In alle Ewigkeit. Jeh. Matthäus Meyfart 1590-1642. Scharf und spitzig Dornen gar, Also auch die Christen gehen Unter Angst und in Gefahr. Wie die Meereswellen sind Und der ungestüme Wind, Also ist allhier auf Erden Unsre Wallfahrt voll Beschwerden. 4. Wenn der Morgenröte Schimmer Leuchtet und der Schlaf entfleucht, Bleibt doch Sorg und Kummer immer Und die Not, die hier nicht weicht. Unter Thränen in der Not Essen wir hier unser Brot. Hört die Sonne auf zu scheinen, Währt das Klagen noch und Weinen. 5. O du schönster aller Sterne, Der du ewiglich aufgehst, Denn dein Blut hat mich erlöst! Du, mein Heiland, sei nicht ferne, Hilf, daß ich mit Fried' und Freud Komm' zu meiner Seligkeit! Ach mein freundlich Licht, verlasſe mich nicht auf des Todes Straße! 6. Ob mir schon die Augen brechen, Das Gehör mir ganz vergeht, Meine Zung nicht mehr kann sprechen Und mein Blut mir stille steht, Bist du doch mein Licht, mein Hort Leben, Weg und Himmelspfort; Du wirst selig mich regieren Und den Weg zum Himmel führen. Auferstehung, Gericht, Ewigkeit. 7. Freu dich sehr, o meine Seele, Und vergiß der Not und Qual! Christus, dem ich mich befehle, Führt mich durch das finstre Thal. Verfasser unbekannt, vor 1620; Bearbeitung von Gust. Friedr. Nik. Sonntag 1788-1858, 421. Nach eigener Melodie. wie selig seid ihr doch, ihr Frommen, Die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Ihr seid entgangen Aller Not, die uns noch hält gefangen. 2. Muß man hier doch wie im Kerfer leben, Wo Gefahr und Schrecken uns umschweben; Was wir hier kennen, Ist nur Müh und Herzeleid zu nennen. 3. Ihr hingegen ruht in eurer Kammer, Sicher und befreit von allem Jammer; Kein Kreuz und Leiden Störet euch in euern Himmelsfreuden. wie mögen wir doch unser Leben Seine Freud und Herrlichkeit Soll ich sehn in Ewigkeit, Mit den Engeln jubilieren, Ewig, ewig triumphieren. So der Welt und ihrer Lust ergeben, Und uns selbst scheiden Von der Frommen Ruh und tausend Freuden? 2. Müssen wir nicht auch nach kurzen Jahren Zu den Toten in die Grube fahren? Evang. Gesangbuch II. 4. Christus trocknet alle eure Thränen; Ihr habt schon, wornach wir uns erst sehnen; Euch wird gesungen, Was in keines Ohr allhier gedrungen. 289 5. Ach, wer wollte denn nicht gerne sterben Und den Himmel für die Welt ererben? 422. Mel. O wie selig seid ihr doch, ihr Frommen. Es wird geschehen, Wer wollt' hier bleiben, Länger mühevoll das Leben treiben? 6. Komm, o Christus, löse unsre Bande, Führuns zu dem wahren Vaterlande! Bei dir, o Sonne, Ist der frommen Seelen Freud und Wonne. Simon Dach 1605-1659. Daß ein jeder seinen Lohn wird ſehen. 3. Wenn die Welt ihr Ende nun genommen, Und der Richter wird vom Himmel kommen, Der wird entdecken Alles, was wir meinten zu verstecken. 19 Tod und Ewigkeit. 290 4. O was wird er für ein Urteil fällen, Wenn er unser Thun wird vor sich ſtellen, Wenn er wird finden, Wie wir hier gelebt in schweren Sünden! 5.0 HerrChristus, wollest meiner schonen Und mir Sünder nach Verdienst nicht lohnen! Ich will verlassen Alle Welt und ihre Lüste hassen. 6. Forthin will ich leben dir zu Ehren, Nimmer mich von deinem Worte kehren; ie Herrlichkeit der Erden Muß Staub und Asche werden, Kein Fels, tein Erz bleibt stehn. Was uns hier kann ergößen, Was wir für ewig schätzen, Wird als ein leichter Traum vergehn. 2. Was sind doch alle Sachen, Die uns so trotzig machen, Als Tand und Nichtigkeit? Was ist des Menschen Leben, Das stets umher muß schweben Als wie ein Traumbild dieser Zeit? 3. Der Ruhm, nach dem wir trachten, Dein will ich bleiben, Keine Welt soll mehr von dir mich treiben. Den wir unsterblich achten, Ist nur ein falscher Wahn. Sobald der Geist gewichen Und dieser Mund erblichen, Fragt keiner, was man hier gethan. 7. Deine Gnadenthür steht allen offen, Die auf dich in diesem Leben hoffen; Doch die verderben, Welche ohne dich, o Heiland, sterben. 423. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 8. Wohl dem Herzen, das in deinen Wunden Seinen Trost und Frieden hat gefunden! Dein Kreuz und Leiden Führet mich zu wahren Himmelsfreuden. Heinr. Alberti 1601-1651. 4. Es hilft nicht Kunst noch Wissen.. Wir werden hingerisser Al ohne Unterscheid. Was nützt der Güter Menge? Wem hier die Welt zu enge, Dem wird ein enges Grab zu weit. 5. Dies alles wird zerrinnen, Was Müh und Fleiß gewinnen Und saurer Schweiß erwirbt. Was Menschen hier besitzen, Kann für den Tod nichts nützen, Dies alles stirbt uns, wenn man stirbt. 6. Wie eine Rose blühet, Wenn man die Sonne siehet Begrüßen diese Welt, Doch eh' der Tag sich neiget, Auferstehung, Eh' sich der Abend zeiget, in Verwelkt und unversehns abfällt: 7. So wachsen wir auf Erden Und denken groß zu werden, Von Schmerz und Sorgen frei; Doch eh' wir zugenommen Und recht zur Blüte kommen, Bricht uns des Todes Sturm entzwei. 8. Auf, Herz, wach und bedenke, Daß dieser Welt Geschenke Nur turze Zeit sind dein! Was du zuvor genossen, Ist wie ein Strom verflossen: Je Resus, meine Zuversicht Und mein Heiland, ist im Leben; Dieses weiß ich, sollt' ich nicht Darum mich zufrieden geben, Was die lange Todesnacht Mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, er mein Heiland, lebt, Ich werd' auch das Leben schauen, Sein, wo mein Erlöser lebt: Warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, Welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band Zu genau mit ihm verbunden, Meine starke Glaubenshand Wird in ihn gelegt befunden, Daß mich auch kein Todesbann Ewig von ihm trennen kann. Gericht, Ewigkeit. Was künftig 424. Nach eigener Melodie. 4. Jch bin Fleisch und muß daher Auch einmal zu Asche werden; Das gesteh' ich, doch wird er wessen wird es sein? 9. Trau nicht auf Welt und Ehre, Der Menschen Gunst und Lehre; Ruf Gottes Gnade an, Der evig Vater bleibet, Den keine Zeit vertreibet, Der ewig selig machen kann! - 10. Wohl dem, der auf ihn trauet! Der hat recht fest gebauet; Und ob er hier gleich fällt, Wird er doch dort bestehen Und nimmermehr vergehen, Weil ihn die Allmacht selbst erhält. Andreas Gryphius 1616-1664. 291 Mich erwecken aus der Erden, Daß ich in der Herrlichkeit Um ihn sein mög' allezeit. 5. Dann wird ein verklärter Leib Mich in jener Welt umgeben; Allzeit bei dem Herrn ich bleib', Schau' ihn dort im bessern Leben. Froh und selig dort werd' ich Bei ihm wohnen ewiglich. 6. Dann mit meiner Augen Licht Werd' ich meinen Heiland kennen, Sehen dort sein Angesicht Und in seiner Liebe brennen; Nur was Schwachheit heißen kann, Wird von mir sein abgethan. 7. Was hier kränkelt, seufzt und flieht, Wird dort frisch und herrlich gehen; Irdisch werd' ich ausgesät, Himmlisch werd' ich auferstehen; Zur Verwesung fint' ich ein," Unverweslich werd' ich sein. 19* 292 Tod und Ewigkeit. 8. Wohl dem, der den Geist erhebt Von den Lüsten dieser Erden Und schon hier dem Heiland lebt, Verfasser unbekannt; Trostlied der Kurfürstin Luise Henriette von Brandenburg 1627-1667. 425. Mel. Alle Menschen müssen sterben. u, o schönes Weltgebäude, Magst gefallen, wem du willt; Ist doch deine eitle Freude Stets mit lauter Angst umhüllt. Denen, die den Himmel hassen, Will ich ihre Weltlust lassen; Mich verlangt nach dir allein, Lieber Herr und Heiland mein! 2. Müde, die der Arbeit Menge Und der heiße Strahl beschwert, Wünschen, daß des Tages Länge Werde durch die Nacht verzehrt, Daß sie nach so vielen Lasten Könnten sanft und süße rasten. Mein Wunsch ist, bei dir zu sein, Lieber Herr und Heiland mein! 3. Andre mögen durch die Wellen Und durch Wind und Klippen gehn, Ihren Handel zu bestellen, Und da Sturm und Not bestehn; Ich will auf des Glaubens Dort mit ihm vereint zu werden! Schicket da das Herz hinein, Wo ihr ewig wünscht zu sein! Schwingen Aufwärts in den Himmel dringen, Ewig da bei dir zu sein, Bieber Herr und Heiland mein! 4. Tausendmal pfleg' ich zu less dan sagen Und noch tausendmal dazu: Würd' ich doch ins Grab getragen, O so käm' ich ja zur Ruh, Und mein bestes Teil das würde, Frei von dieses Leibes Bürde, Dort im Himmel bei dir sein, Lieber Herr und Heiland mein! 5. Komm, o Tod, des Schlafes Bruder, Komm und führe mich nur fort! Löse meines Schiffleins Ruder, Bringe mich zum sichern Port! Mag, wer immer will, dich scheuen, Mich vielmehr kannst du erfreuen, Denn durch dich komm' ich hinein Zu dem lieben Heiland mein. 6. Ach daß ich des Leibes Bande Heute noch verlassen müßt', Käme zum gelobten Lande, Wo das Haus des Friedens ist! Da wollt' ich in heilgen Chören Mit den Engeln dich verehren, Rühmen deinen Gnadenschein, Lieber Herr und Heiland mein! 7. Doch weil ich die Friedensauen Und den goldnen Himmelssaal Jetzt nicht kann nach Wünschen schauen, Sondern muß im Thränenthal Noch im Prüfungskampfe leben, Soll mein Geist sich doch erheben, Unterdessen bei dir sein, Lieber Herr und Heiland mein! Jch. Frand 1618-1677. Auferstehung, Gericht, Ewigkeit. 426. Mel. Valet will ich dir geben. Sormuntert euch, ihr Frommen, Zeigt eurer Lampen Schein! Der Abend ist gekommen, Die finstre Nacht bricht ein, Es hat sich aufgemachet Der Bräutigam mit Pracht: Auf, betet, kämpft und wachet, Bald ist es Mitternacht! 2. Macht eure Lampen fertig Und füllet sie mit Öl Und seid des Herrn gewärtig, Bereitet Leib und Seel! Die Wächter Zions schreien: Der Bräutigam ist nah, Begegnet ihm in Reihen Und singt Halleluja! 3. Ihr klugen Jungfraun alle, Hebt nun das Haupt empor Mit Jauchzen und mit Schalle Zum frohen Engelchor! Die Thür ist aufgeschlossen, Die Hochzeit ist bereit: Auf, auf, ihr Reichsgenossen, Der Bräutgam ist nicht weit! 2. Muß ich nicht in Pilgerhütten Unter strengem Kampf und Streit, Da so mancher Christ gelitten, Führen meine Lebenszeit, Da oft wird die beste Kraft Durch die Thränen weggerafft? 4. Begegnet ihm auf Erden, Ihr, die ihr Zion liebt, Mit freudigen Gebärden Und seid nicht mehr betrübt! Es sind die Freudenstunden Gekommen, und der Braut Wird, weil sie überwunden, Die Krone nun vertraut. 427. Mel. Gott des Himmels und der Erden. 3. Ach, wie wünsch' ich dich zu schauen, Jerusalem, du schöne, Jesu, liebster Seelenfreund, Da man Gott beständig ehrt Dort auf deinen Friedensauen, Und der Engel Lobgetöne Heilig, heilig, heilig" hört: Ach, wann komm' ich doch einmal Hin zu deiner Bürger Zahl? Wo man nicht mehr klagt und weint, Sondern in dem höchsten Licht Schauet Gottes Angesicht! 5. O Jesu, meine Wonne, Komm bald und mach dich auf, Geh auf, ersehnte Sonne, Und fördre deinen Lauf! O Jesu, mach ein Ende Und führ uns aus dem Streit: Wir heben Haupt und Hände Nach der Erlösungszeit! Laurentius Laurenti 1660-1733. 293 4. Komm doch, führe mich mit Freuden Aus der Fremde hartem Stand, Hol mich heim nach vielem Leiden In das rechte Vaterland, Wo dein Lebenswasser quillt, Das den Durst auf ewig stillt! 5. O der auserwählten Stätte Tod und Ewigkeit. 294 Voller Wonne, voller Zier! Ach daß ich doch Flügel hätte, Mich zu schwingen bald von hier Nach der neuerbauten Stadt, Welche Gott zur Sonne hat! 6. Soll ich aber länger bleiben Auf dem ungestümen Meer, Da mich Sturm und Wellen treiben Durch so mancherlei Beschwer, Droben ernten wir unzählig Unsre Freudengarben ein. Hier noch gehn wir hin und weinen; Dort wird uns die Sonne scheinen, Dort ist keine Trauernacht, Die uns Gram und Kummer macht. 428. Mel. Alle Menschen müssen sterben. wie fröhlich, o wie selig Ewig sich an dem erquicken, Werden wir im Himmel sein! Was aus Gottes Liebe fließt, Da wird unser Ohr nur hören, Was die Freude kann vermehren; Da empfindet unser Herz Lauter Wonne ohne Schmerz. 2. Es ist doch ja dieses Leben Nur ein jammervolles Thun, Und die Not, die uns umgeben, Lässet uns gar selten ruhn. Von dem Abend bis zum Morgen Kämpfen wir mit lauter Sorgen, Und die überhäufte Not Endet sich erst mit dem Tod. 3. Ach, wer sollte sich nicht sehnen, Bald in Zion dort zu stehn Und aus diesem Thal der Thränen In den Freudenort zu gehn, Wo das Kreuz in Siegespalmen, Unser Klagelied in Psalmen, Unser Leid in Lust sich kehrt Und die Wonne ewig währt! Ach so laß in Kreuz und Bein Hoffnung meinen Anker sein! 4. Da wird unser Aug erblicken, Was ganz unvergleichlich ist, 7. Alsdann werd' ich nicht ertrinken, Christus ist mein Arm und Schild, Und sein Schifflein kann nicht finken, Wär' das Meer auch noch so wild; Ob gleich Mast und Segel bricht, Läßt doch Gott die Seinen nicht. Nach Friedr. Konr. Hiller 1662-1726. 5. Dort in welcher hohen Schöne Wird die Klarheit Gottes sein! Wie wird dort das Lobgetöne Seiner Engel uns erfreun! Wie wird unsre Krone glänzen Bei so vielen Siegeskränzen! Wie wird unser Kleid so rein, Heller als die Sonne sein! 6. Ach, wann werd' ich dahin kommen, Daß ich Gottes Antlitz schau'! Wann werd' ich dort aufgenommen In dem schönen Himmelsbau, Welchen nichts auf Erden gleichet, Dessen Glanz die Sonne weichet, Dessen wundervolle Pracht Alles Gold zuschanden macht! 7. Mich durchdringt ein heiß Verlangen; Auferstehung, O du großer Lebensfürst, Laß mich bald dahin gelangen, Wo du mich recht trösten wirst! Aber laß auch hier auf Erden Jetzt ist noch alles still. Wohl dem, der sich nun fertig macht Und ihm begegnen will! 429. De Mel. Nun danket all und bringet Ehr. er Herr bricht ein um Mitternacht, 2. Er hat es uns zuvor geſagt Und einen Tag beſtellt; Er kommt, wann niemand nach ihm fragt, Noch es für möglich hält. 3. Wer wacht und hält sich stets bereit Als ein getreuer Knecht, Daß er in jener Rechnungszeit Vor Gott bestehe recht? 4. Wer giebt sein Pfund auf Wucher hin Gericht, Ewigkeit. Jetzt mein Herz schon himmlisch werden, Bis mein Los in jener Welt Auf das allerschönste fällt! Und nützet jeden Tag, Daß er mit himmlischem Gewinn Vor Jesum treten mag? Benj. Schmold 1672-1737. 5. So wache denn, mein Herz und Sinn, 295 Und schlummre nun nicht mehr! Blick täglich auf sein Kommen hin, Als ob es heute wär'! 6. Der Tag des Urteils nahet sich, Du, meine Seele, schicke dich, Der Herr kommt zum Gericht. Steh und verzage nicht! 7. Dein Teil und Heil ist schön und groß; Steh auf, du hast es Macht, Geh hin, nimm und genieß dein Los, Das Gott dir zugedacht! 8. Der Herr bricht ein um Mitternacht, Jetzt ist noch alles still. Wohl dem, der sich nun fertig macht Und ihm begegnen will! Aus dem alten Gesangbuch der Brüdergemeinde; Verfasser unbekannt. 430. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. ir warten dein, o Gottes Sohn, Wir trösten uns, daß du die Schuld Und lieben dein Erscheinen; Wir wissen dich auf deinem Throu Und nennen uns die Deinen. Wer an dich glaubt, Erhebt sein Haupt Und siehet dir entgegen; Du kommst uns ja zum Segen. 2. Wir warten deiner mit Geduld In unsern Leidenstagen. Für uns am Kreuz getragen; So können wir Nun gern mit dir Uns auch zum Kreuz bequemen, Bis du es weg wirst nehmen. 3. Wir warten dein, du hast uns ja Das Herz schon hingenommen. Du bist uns zwar im Geiste nah, Doch sollst du sichtbar kommen, 296 Da willst uns du Bei dir auch Ruh, Bei dir auch Freude geben, Bei dir ein herrlich Leben. Tod und Ewigkeit. 4. Wir warten dein, du kommst gewiß, Die Zeit ist bald vergangen; Es ist noch eine Ruh vorhanden; 431. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seele. Auf, müdes Herz, und werde Licht! Du seufzest hier in deinen Banden, Und deine Sonne scheinet nicht. Sieh auf das Lamm, das dich mit Freuden Dort wird vor seinem Stuhle weiden. Wirf hin die Last und eil herzu! Bald ist der heiße Kampf geen et; Bald, bald der saure Laufvollendet, Dann gehst du ein zu deiner Ruh. 2. Die Ruhe hatGott auserforen, Die Ruhe, die kein Ende nimmt; Es hat, da noch kein Mensch geboren, Die Liebe sie uns schon bestimmt. Der Heiland wollte darum sterben, Uns diese Ruhe zu erwerben; Er ruft, er locket weit und breit: Ihr müden Seelen und ihrFrommen, Versäumet nicht, heut einzukommen Zu meiner Ruhe Lieblichkeit! 3. So kommet denn, ihr matten Seelen, Wir freuen uns schon über dies Mit findlichem Verlangen. Was wird geschehn, Wann wir dich sehn, Die manche Last und Bürde drückt, Eilt, eilt aus euern Kummerhöhlen, Geht nicht mehr seufzend und gebückt! Ihr habt des Tages Last getragen, Dafür läßt euch der Heiland sagen: Wann du uns heim wirst bringen, Wann wir dir ewig singen! Phil. Friedr. Hiller 1699-1769. Ich selbst will eure Ruhstatt sein! Ihr seid sein Volk, gezeugt von oben; Ob Sünde, Welt und Hölle toben, Seid nur getrost und gehet ein! 4. Was mag wohl einen Kranken laben Und einen müden Wandersmann? Wenn jener nur ein Lager haben Und sanft auf solchem ruhen kann, Wenn dieser sich darf niedersetzen, An einem frischen Trunk ergötzen, Wie sind sie beide so erfreut! Doch dies sind kurze Ruhestunden, Es ist noch eine Ruh erfunden, Die währt in alle Ewigkeit. 5. Da wird man Freudengarben bringen, Denn unsre Thränensaat ist aus; welch ein Jubel wird erklingen Und süßer Ton im Vaterhaus! Schmerz, Seufzen, Leid wird ferne weichen, Es wird kein Tod uns mehr erreichen, Wir werden unsern König sehn; Er wird beim Brunquell uns erfrischen, DieThränen von den Augen wischen; Wer weiß, was sonst noch wird geschehn! Auferstehung, 6. Da ruhen wir und sind im Frieden Und leben ewig sorgenlos. Ach fasset dieses Wort, ihr Müden, Legt euch dem Heiland in den Schoß! Ach Flügel her, wir müssen eilen, 432. Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. Christ, sei achtsam, ſei bereit, Kämpfe, bet und wache! Nah ist Tod und Ewigkeit, Nah dir Lohn und Nache. Hör, Gott spricht! Säume nicht, Seinen Ruf zu hören Und dich zu bekehren! 2. Noch tönt nicht zum Weltgericht Der Posaune Stimme, Noch bebt dieser Erdball nicht Vor des Richters Grimme; Aber bald, Hör, erschallt Gottes Ruf: Zur Erden Sollst du wieder werden! Gericht, Ewigkeit. Und uns nicht länger hier verweilen, Dort wartet schon die frohe Schar! Empor, mein Geist, zum Jubilieren, Auf, gürte dich zum Triumphieren, Auf, auf, es kommt das Ruhejahr! Joh. Sigiem. Kunth 1700-1779. 3. Kommt nun, ehe du's gedacht, Unter Sünd' und Freuden Deines Lebens letzte Nacht: Was wirst du dann leiden, Wenn dein Herz, Von dem Schmerz Deiner Schuld zerriſsen, Wird verzagen müssen! Auferstehn, ja auferſtehn wirſt du, Mein Staub, nach kurzer Ruh; 4. Wenn vor deinem Antlitz sich Jede Sünd enthüllet, Wenn dann jede, jede dich Ganz mit Graun erfüllet, Dich nichts dann Stärken kann, Keine deiner Freuden: Was wirst du dann leiden! 5.Ach, wie bang um Trost und Ruh An des Grabes Stufen, Nah dem Untergang wirst du Dann vergebens rufen: Rette, Gott, Mich vom Tod! Höre, Vater, Richter, Schöpfer und Vernichter! 29 7 6. Noch, noch wandelst du, o Christ, Auf des Lebens Pfade; Nah zu deiner Rettung ist Dir des Ewgen Gnade. Eil ihr zu, Daß du Ruh Für dein Herz empfindest Und Vergebung findest! Christoph Christ. Sturm 1740-1780. 433. Nach eigener Melidie. Unsterblich Leben Wird, der dich schuf, dir geben. Halleluja! Tod und 2. Wieder aufzublühn werd' ich gejät; Der Herr der Ernte geht Und sammelt Garben Uns ein, uns, die wir starben. Halleluja! 298 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag, Du meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe Genug geschlummert habe, Erweckst du mich. elig sind des Himmels Erben, Die Toten, die im Herren sterben, Zur Auferstehung eingeweiht! Nach den letzten Augenblicken Tes Todesschlummers folgt Entzücken, Folgt Wonne der Unsterblichkeit; Im Frieden ruhen sie, Los von der Erde Müh. Hosianna! 434. Mel. Wachet auf! ruft uns die Stimme. Vor Gottes Thron Zu seinem Sohn Begleiten ihre Werke sie. Ewigkeit, 4. Wie den Träumenden wird dann uns sein, Mit Jesu gehn wir eins Zu seinen Freuden; Der müden Pilger Leiden ² Sind dann nicht mehr. 2. Dank, Anbetung Preis und Ehre, Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehre Sei dir, Versöhner Jesu Christ! Thr, der überwinder Chöre, Bringt Dank, Anbetung, Preis und Ehre Dem Lamme, das geopfert ist! Er sank wie wir ins Grab, 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich Mein Mittler dann, lebt' ich Im Heiligtume Zu seines Namens Ruhme. Halleluja! Friedr. Gottlieb Klopstock 1724-1803. Wischt unsre Thränen ab, Alle Thränen. Er hat's vollbracht; Nicht Tag, nicht Nacht Wird an des Lammes Throne sein. 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne Scheint uns alsdann; er ist uns Sonne, Der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn. Heil, nach dem wir weinend rangen, Nun bist du, Heil, uns aufgegangen, Nicht mehr im Dunkeln, nicht von fern. Nun weinen wir nicht mehr, Das Alte ist nicht mehr, Halleluja! Er sant hinab, doch von dem Grab Erstand er, und wir folgen ihm. Friebr. Gottlieb Klopfted 1724-1803. Auferstehung, Gericht, Ewigkeit. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. ann der Herr einst die Gefangnen 435.dzim Threr Bande ledig macht, O dann schwinden die vergangnen Leiden wie ein Traum der Nacht; Dann wird unser Herz sich freun, Unser Mund voll Lachens sein; Jauchzend werden wir erheben Den, der Freiheit uns gegeben. 2. Herr, erhebe deine Rechte, Richt auf uns den Vaterblick, Rufe die zerstreuten Knechte In das Vaterhaus zurück! ſein, Wo Lebenslüfte mild und rein Durch Gottes Garten wehen! Da sieht man keines Winters Spur, Da prangt von Blüten Edens Flur, Die nimmermehr vergehen. Selig Werd' ich Deine Quen Einstens schauen, Neue Erde, Wenn ich dort erwachen werde! 436. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. W Mie wird's im ewgen Frühling Wahre Wonne Schaut die Sonne 2. Zwar schuf auch hier des Vaters Macht Die Welt in ungemeßner Pracht, Daß sie sein Lob verkünde. Doch bleibt im Land der Sterblichfeit Von Leid und Gram kein Herz befreit, Das ist der Fluch der Sünde. Keine Reine 299 Ach, der Pfad ist steil und weit; Kürze unsre Pilgerzeit, Führ uns, wenn wir treu gestritten, In des Friedens stille Hütten! 3.Ernten werden wir mitFreuden, Was wir weinend ausgesät; Jenseits reift die Frucht der Leiden, Und des Sieges Palme weht. Unser Gott auf seinem Thron, Er, er selbst ist unser Lohn; Die ihm lebten, die ihm starben, Bringen jauchzend ihre Garben. Cam. Gottlieb Bürde 1753-1831, Nun hienieden, Mit der Unschuld floh der Frieden. 3. Doch wenn, von Jesu Macht beſiegt, Der letzte Feind zu Füßen liegt, Auf ewig überwunden, Und er mit seines Wortes Kraft Von neuem Erd und Himmel schafft, Dann ist das Leid verschwunden. Droben Loben Selge Geister Dann den Meister, Der sie wählte Und zu seinem Volke zählte 4. Die Sonne, die uns hier ents zückt Und jetzt die niedre Erde schmückt, Wird dann uns nicht mehr scheinen; Dort wechseln Tag und Nächte nicht, 300 Von Gottes Stuhl strahlt ewges Licht Tod und Ewigkeit. Und leuchtet all den Seinen. Jesus Christus, Mel. Wie groß ist des Allmächtgen Güte; ch weiß, daß mein Erlöser 437. Und daß er ewig Treue hält. Wenn Leben, Lieb und Licht entschwebet, Was unser war, in Staub zerfällt, Wenn feine Sterne mehr uns schimmern Und lauter Todeshauche wehn, Dann wird er über allen Trümmern Der letzte auf dem Staube stehn. 2. Wir gehn dahin in harten Fesseln, Gnad und Wahrheit, Licht und Klarheit Bei jedem Schritte rings beengt, Umschlungen von der Sünde Nesseln, Die bis ins Heiligtum sich drängt. DerHerr, der ringend mit dem Bösen, Im heißen Kampfe einst gebebt, Er hat die Macht, den Bann zu lösen: Ich weiß, daß mein Erlöser lebt. Nur bei dir ist wahres Leben! Joh. Christ. Wilh. Aug Hopfensack 1801-1871. oder: Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. 3. Und daß er lebt und liebt und waltet, Das macht die dunkeln Nächte hell; Und ob dies Herz im Tod erkaltet, Sein Herz bleibt alles Lebens Quell. Das bange Menschenrätsel: Sterben, Es wird verklärt von seinem Licht; Der Sünde Sold wird ewges Erben, Wenn er, der letzte, lebt und spricht. 4. So rinnt dahin, ihr kurzen Stunden, Jahrhunderte der Erdenzeit! Ein Fels der Hoffnung ist gefunden, Ein Retter für die Ewigkeit. Es ringt sich fühn empor der Glaube, Von ewger Lebensluft umweht: Ich weiß, daß über allem Staube Der letzte mein Erlöser steht. Meta Heußer 1797--1876. Anhang. I. Zwischengesänge. 1. An gewöhnlichen Sonntagen. 1. Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut, Dem Vater aller Güte, Dem Gott, der alle Wunder thut, Dem Gott, der mein Gemüte Mit seinem reichen Trost erfüllt, Dem Gott, der allen Jammer stillt: Gebt unserm Gott die Ehre! Nr. 8,1. 2. Halleluja! Preis und Ehre Sei dir unter uns bereit, Herz und Mund dein Lob vermehre Hier und dort in Ewigkeit, Wo wir mit den Millionen Deines Volkes bei dir wohnen. i Nr. 36,5. 3. Sollt' ich meinem Gott nicht singen? Sollt' ich ihm nicht dankbar sein? Denn ich seh' in allen Dingen, Wie so gut er's mit mir mein'. Ist doch nichts als lauter Lieben, Was sein treues Herz bewegt, Das ohn' Ende hebt und trägt, Die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. Nr. 5,1, 4. Lobe den Herren, o meine Seele! Ich will ihn loben bis zum Tod; Weil ich noch Stunden auf Erden zähle, Will ich lobsingen meinem Gott. Der Leib und Seel gegeben hat, Werde gepriesen früh und ſpat. Halleluja, Halleluja! Nr. 11,1. 5. Womit soll ich dich wohl loben, Mächtiger Herr Zebaoth? Sende mir dazu von oben Deines Geistes Kraft, mein Gott! Denn ich kann mit nichts erreichen Deine Gnad und Liebeszeichen. Tausend-, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! Nr. 10,1, 302 Anhang. 2. Für Festzeiten und Festtage. i. Zum Advent. Hosianna, sei willkommen, Heiland, kehre bei uns ein, Du sollst von uns aufgenommen, Herzlich aufgenommen sein! Sieh, zum Einzug öffnen wir Freudig unsre Herzen dir; Komm, o komm, darin zu wohnen, Ja als König drin zu thronen! Nr. 66,5. 2. Auf Weihnachten. Empor zu Gott, mein Lobgesang! Er, dem das Lied der Engel klang, Der hohe Freudentag ist da; Lobsinget ihm, Halleluja! Nr. 80,1. Oder: Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, Der uns schenkt seinen eingen Sohn! Des freuet sich der Engel Schar Und singt uns solch ein neues Jahr. Anhang II, Nr. 2,7. 3. Auf Neujahr. Herr, der da ist und der da war, Mit dankerfüllten Zungen Sei dir für das verfloßne Jahr Ein heilig Lied geſungen, Für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rat, Für Fried' und Ruh, für jede That, Die uns durch dich gelungen! Nr. 365,2. 4. für die Passionszeit. Wir singen und verkünden Dein Lob, Herr Jesu Christ, Der du für unsre Sünden Am Kreuz gestorben bist. Für uns hast du gelitten So blutig und so bleich Und uns am Kreuz erstritten Dein selges Himmelreich. Nr. 95, 1.6. 5. Am Gründonnerstag. Liebe, die für mich gelitten Und gestorben in der Zeit; Liebe, die mir hat erstritten Ewge Lust und Seligkeit: Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. Nr. 267,3. 6. Am Karfreitag. Ich danke dir von Herzen, O Jesu, liebster Freund, Da du's so gut gemeint; Für deine Todesschmerzen, Ach gieb, daß ich mich halte Und wann ich einst erkalte, Zu dir und deiner Treu, In dir mein Ende sei! Nr. 101,7. 7. Auf Ostern. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar Dem, der da ist und der da war; Sein Name sei gebenedeit Von nun an bis in Ewigkeit! Nr. 130,3. 8. Am Himmelfahrtsfest. Wie groß, wie angebetet ist Dein Nam, o Heiland Jesu Christ, Wie herrlich bei den Deinen! Doch führst du uns zu deiner Ruh, Owie weit herrlicher wirst du Den Deinen dann erscheinen! Zwischengesänge. Lieder zur Chriftfeier. Ewig müsse Dir zur Ehredoed Ihrer Chöre Lob erschallen, Durch die Himmel wiederhallen! Nr. 177,2. 9. Auf Pfingsten. Herr, dein reicher Geist ergieße Über uns sich kräftiglich, Bis zum Schemel deiner Füße Alle Feinde legen sich. Herr, zu deinem Scepter wende Alles sich von End zu Ende; Mache dir auf Erden Bahn, Alle Herzen unterthan! Nr. 143,5. 10. Um Trinitatis fest. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, der ewig lebet, Den alles lobt und preist, Was ist und lebt und webet; Gelobet sei der Herr, Des Name heilig heißt, Der einge wahre Gott, Gott Vater, Sohn und Geist. Nr. 157,4. 11. Am Reformationsfest. König Jesu, streite, fiege, Daß alles bald dir unterliege, Was lebt und webt in dieser Welt! Blick auf deine Friedensboten, Laß wehen deinen Lebensodem Durchs ganze weite Totenfeld! Erhöre unser Flehn Und laß es bald geschehn! Amen, Amen! N₁ un singet und seid froh, Jauchzt alle und singt so: Unsers Herzens Wonne Liegt in der Krippe bloß Und leuchtet als die Sonne So rühmen wir Und jauchzen dir Ein Halleluja für und für. Nr. 185. 12. Um Ernte- und Dankfeſt. Wer kann die Güte ganz ermessen, Die weiter als die Wolken reicht? Wer dürfte undankbar vergessen Die Treue, die nie von uns weicht? Wir wollen deiner stets gedenken, Des Wohlthun uns begnadigt hat, Das Herz nach deinem Reiche lenken, Dich preisen stets durch fromme That. Nr. 371,4. II. Lieder zur Christfeier. 1. Nach eigener Melodie. 303 13. Am Buß- und Bettag. Ich armer Mensch, ich armer Sünder Steh' hier vor Gottes Angesicht; Ach Gott, mein Gott, verfahr gelinder Und geh nicht mit mir ins Gericht! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! Nr. 226,1. In seiner Mutter Schoß. :: Du bist A und O!:,: 2. Sohn Gottes in der Höh, Nach dir ist mir so weh! 304 Tröst mir mein Gemüte, O Kind voll Mildigkeit, Durch alle deine Güte, Du Fürst der Herrlichkeit! :: Zeuch mich hin nach dir!:,: 3. Groß ist des Vaters Huld, Der Sohn tilgt unsre Schuld. Wir wär'n all' verdorben Durch Sünd und Eitelkeit, So hat er uns erworben Anhang. s Vom om Himmel hoch da komm' ich her, Ich bring' euch gute neue Mähr; Der guten Mähr bring' ich so viel, Davon ich sing'n und sagen will. 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn 2. Nach eigener Melodie. Von einer Jungfrau auserkorn, Ein Kindlein, jetzt noch zart und fein, Das soll eur' Freud und Wonne sein. 3. Es ist der Herr Christ, unser Gott; Der will euch führ'n aus aller Not, Er will eu'r Heiland selber sein, Von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Seligkeit, Die Gott der Vater hat bereit't, Die ewge Himmelsfreud. l Wären wir doch da!:,: :: du fröhliche, du selige Gnadenbringende Weihnachtszeit! :: Welt ging verloren, Christ ist geboren; Freue, freue dich, o Christenheit!:: 2. O du fröhliche, O du selige Gnadenbringende Weihnachtszeit! 4. Wo ist der Freuden Ort? Nirgends mehr denn dort, Wo die Engel singen Das Heilig allzumal, Und wo die Psalmen klingen Im höhen Himmelssaal. :: Wären wir doch da!:;: Aus dem Mittelalter. 2 Daß ihr mit uns im Himmelreich Sollt ewig leben allzugleich. 5. Des laßt uns alle fröhlich sein Und mit den Hirten gehn hinein Zu sehn, was Gott uns hat beschert, Mit seinem lieben Sohn verehrt. 6. Sei mir willkommen, edler Ford Gast! Den Sünder nicht verschmähet haft Und kommst ins Elend her zu mir: Wie soll ich immer danken dir? 3. Nach eigener Melodie. 7. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, Der uns schenkt seinen eingen Sohn: Des freuet sich der Engel Schar Und singt uns solch ein neues Jahr. Martin Luther 1483-1546. :,: Christ ist erschienen, Uns zu verfühnen; Freue, freue dich, o Christenheit!:;: 3. O du fröhliche, O du selige Gnadenbringende Weihnachtszeit! :: König der Ehren, Dich woll'n wir hören; Freue, freue dich, o Christenheit!:,: Joh. Daniel Falt 1768-1826. Gebete. 4. Nach eigener Melodie. tille Nacht, heilge Nacht! Alles schläft, einsam wacht Nur das heilige Elternpaar, Das im Stalle zu Bethlehem war, :,: Bei dem himmlischen Kind.:,: 2. Stille Nacht, heilge Nacht! Hirten erst fund gemacht Durch der Engel Halleluja, 305 Tönt es laut von fern und nah: :,: Christ, der Retter, ist da.:;: 3. Stille Nacht, heilge Nacht! Gottes Sohn, o wie lacht Liebe aus deinem göttlichen Mund, Da uns schlägt die rettende Stund, :,: Christ, in deiner Geburt!:: Joseph Mohr † 1848. III. Gebete. 1. Morgen- und Abendgebete für jeden Tag der Woche. Sonntag Morgen. Herr unser Gott und Vater! Im Namen Jesu Christi, deines lieben Sohnes, treten wir in dieser Morgenstunde vor dein Angesicht und sagen dir Lob und Dank für den Ruhetag, den du uns nach deiner Gnade abermals hast anbrechen lassen. O laß diesen heiligen Tag für uns einen reich gesegneten Teil unserer Wallfahrt werden, damit wir heute dem vorgesteckten Ziele der Seligkeit näher kommen! Siehe, wir wollen mit Ehrfurcht und Andacht dein seligmachendes Wort hören und zu Herzen fassen, damit wir das Tagewerk der neuen Woche morgen mit gesammeltem Gemüte antreten können. Gieb, du himmlischer Vater, zu dem Wollen auch das Vollbringen nach deinem Wohlgefallen! Rede selbst zu uns, du hast Worte der Wahrheit; rede an unser Herz, du hast Worte der Liebe, des Trostes, der seligsten Hoffnung! Verleihe allen, die heute dein Wort verkündigen, hören und lesen, den Beistand deines heiligen Geistes und laß dich auch an denen nicht unbezeugt, die dein teures Evangelium noch geringachten! Hilf, daß die Schlafenden erweckt, die Trägen ermuntert, die Schwachen gestärkt, die Angefochtenen getröstet werden! Bewahre uns vor Gleichgültigkeit, vor Leichtsinn und vor allen Sünden, durch welche dein Tag entheiligt wird! Schenke uns im Glauben an deinen Sohn den Frieden, welchen die Welt nicht geben kann! Erbarme dich aller Mühseligen und Beladenen, aller Kranken und Sterbenden! Sei du ihre Stütze, erscheine ihnen mit Trost und Hilfe und führe all ihre Evang. Gesangbuch II. 20 306 Anhang. Leiden zu einem erwünschten und seligen Ende! Erquicke uns unter der Mühe und Arbeit dieser Zeit mit der Hoffnung auf den Frieden der Ewigkeit! Und wenn du uns dereinst abrufst von unserm irdischen Tagewerk, so laß uns zu der himmlischen Ruhe deines Volkes eingehen durch Jesum Christum, unsern Herrn und Erlöser! Amen. Psalm 84. Sonntag Abend. Es ist ein köstliches Ding, dir, Herr, danken und lobsingen deinem Namen, du Höchster, des Morgens deine Gnade und des Nachts deine Wahrheit verkündigen! So kommen wir denn auch jetzt zu dir, um dir von Herzen zu danken für alle leiblichen und geistlichen Segnungen, womit du uns heute wieder begnadigt hast. Du hast unfre heilsbegierigen Seelen gespeist mit dem Brote des Lebens, du hast unfre Herzen mit Kraft und Trost erfüllt. Dein heiliger Name sei dafür gepriesen! Wir können dir nicht genug danken für die vielen Erweise deiner Liebe und Barmherzigkeit. Nimm unser schwaches Lob in Gnaden auf! Vergieb uns, o barmherziger Gott, um Jesu Christi willen alle Übertretungen und Versäumnisse des heutigen Tages! Herr, wer kann merken, wie oft er fehlet? Verzeihe mir auch die verborgenen Fehler! Laß uns nun, deiner Vaterliebe aufs neue versichert, mit versöhntem Gewissen und im Frieden deiner Gemeinschaft diesen Tag beschließen! Nimm uns und alle deine Kinder in dieser Nacht in deine gnädige Obhut, behüte uns und einem jeglichen Haus und Hof, Hab und Gut! Höre das Seufzen der Kranken und Elenden, erlöse alle Sterbenden, die um ein seliges Ende flehen! Laß über uns und unsern Brüdern dein Angesicht leuchten und gieb uns deinen Frieden in Zeit und Ewigkeit um Jesu Christi, unseres Heilandes willen! Amen. Montag Morgen. Himmlischer Vater! Wir preisen dich, daß du uns abermals aus der Dunkelheit der Nacht zum hellen Tageslicht hast kommen lassen. Hilf uns nun im Licht deiner heiligen Gebote wandeln nach deinem Wohlgefallen! Laß uns unser irdisches Tagewerk heute und die ganze Woche hindurch unter deinem gnädigen Beistand und Segen vollführen! Du Gott der Liebe und des Friedens, bewahre uns vor allen Verfündigungen gegen deinen Willen und erhalte uns beständig in deiner Gemeinschaft, damit wir dein seien und bleiben und in dir allezeit Kraft, Trost und Frieden haben! Laß es uns, wenn es dein heiliger Wille ist, schon hienieden wohl ergehen und noch mehr einst Gebete. 307 in dem himmlischen Vaterland, in das du uns nach diesem Leben einführen wollest durch deinen lieben Sohn Jesum Christum! Nimm uns und unsere Lieben auch am heutigen Tag in deinen allmächtigen Schuß, wache über unsern Leib und unsere Seele und gieb uns als unser treuer Gott und Vater alles, was uns gut und heilsam ist für diese Zeit und für die Ewigkeit, um deiner Güte und Barmherzigkeit willen! Amen. Montag Abend. Barmherziger Gott! Wir danken dir, daß du auch heute dich an uns erwiesen hast als unsern rechten Vater, der seine Kinder nicht verläßt. Preis und Dank sei dir gebracht für alle deine Gnadenwohlthaten! Hilf uns dich dafür ehren mit dem Wort und Wandel und vergieb uns, wo wir wider dich gesündigt haben! Laß auf allen, die zu herrschen und zu befehlen, oder zu dienen und zu gehorchen haben, den Geist der Weisheit und Zucht ruhen, daß sie mit ihrem Thun und Lassen deinen Namen verherrlichen! Laß alle Familien, Eltern und Kinder, Herrschaften und Dienstboten dir empfohlen sein! Entferne überall den Geist der Zwietracht, Verleumdung und Bosheit und laß deine Liebe als die helle Sonne alle Herzen erwärmen und erleuchten! Laß uns nicht weichen von deinen heiligen Geboten, weder zur Rechten noch zur Linken! Weiche aber auch du, o getreuer Gott, nicht von uns mit deinem allmächtigen Gnadenschutz, halte in dieser Nacht deine Hand. über uns, behüte uns vor allen Gefahren Leibes und der Seele und gieb uns deinen Frieden in Christo Jesu, unserm Herrn! Amen. Dienstag Morgen. Allgütiger Gott und Vater, der du aus der Finsternis den Morgen bereitest und die Sonne dem Tage zum Licht giebst, wir preisen sich dafür, daß du uns einen neuen Gnadentag haft anbrechen lassen. Ach Herr, laß mit dem Tageslicht auch dein Erbarmen neu über uns aufgehen! Versichere uns der Vergebung unserer Sünden, gieb uns neuen Mut und Trost, neue Kraft, neue Freudigkeit, neues Leben! Walte über uns mit deiner Gnade, wende alles Herzeleid von uns að und erfreue uns nach deiner Güte! Wenn aber nach deinem heiligen Willen die Nacht des Leidens uns umgeben soll, dann sei du unser Licht und stärke uns in dem Glauben, daß denen, die dich lieben, alle Dinge müssen zum besten dienen! Du bist getreu und wirst uns nicht verlassen noch versäumen. Laß uns in deinem Lichte wandeln und bringe 20* 308 Anhang. uns einst dahin, wo wir mit allen selig Vollendeten deine Gnade rühmen und preisen werden von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Dienstag Abend. Lieber himmlischer Vater, du Vater der Barmherzigkeit und Gott alles Trostes! Wir kommen an diesem Abend und suchen dein Antlitz; wir rufen dich an, du wollest uns erhören. Sei uns gnädig, Gott, sei uns gnädig, denn auf dich traut unsere Seele, und unter dem Schatten deiner Flügel haben wir Zuflucht, bis alles Leid dieser Zeit und aller Kampf vorübergeht! Hilf uns aus aller Trübsal und Anfechtung und befreie uns von allem, was uns Angst und Not, Schmerzen des Leibes oder der Seele bereitet! Umgürte uns mit dem Schwerte des Geistes und laß uns nie entfallen den Schild des Glaubens! Erbarme dich über alle betrübten Seelen und verherrliche deine Hilfe an allen Traurigen, Kranken, Verlassenen, Verfolgten und Notleidenden! Bewahre uns auch in dieser Nacht vor allem Schaden und Unglück! Bleibe bei uns mit deinem allmächtigen Gnadenschutz und laß uns deine Hilfe widerfahren, wie du es verheißen hast! Amen. Mittwoch Morgen. Großer Gott, du bist das A und das O, der Erste und der Letzte, der Ursprung und das Ziel aller Dinge. Durch deinen Willen haben alle Menschen ihr Wesen und deine Gnade und die Gemeinschaft mit dir ist ihr Friede, ihre Freude und Seligkeit. So ziehe denn uns und die Unsrigen, ja alle Menschen immer mehr zu dir! Hast du durch deinen lieben Sohn das gute Werk in uns angefangen, o so vollführe es auch bis an seinen großen Tag! Hilf, daß uns niemand aus seiner treuen Hirtenhand reiße! Gedente unserer Sünden nicht, o Gott; gedenke aber unser nach deiner Barmherzigkeit um deiner Güte willen! Deine Gnade müsse unser Trost sein auf unserer Pilgerschaft. Wir ſehen hinauf; siehe, o himmlischer Vater, gnädig auf uns herab und laß uns an Treue und Liebe nichts mangeln, bis wir zu dir in den Himmel kommen!" Mache uns durch deinen Geist tüchtig, diesen Tag und unsere ganze Lebenszeit wohl zuzubringen, und nimm uns am Ende unserer Wallfahrt auf in die Wohnungen des Friedens durch unsern Herrn Jesum Christum! Amen." Mittwoch Abend. Barmherziger Gott, Vater unsers Herrn Jesu Christi und durch ihn auch unser Vater! Siehe von deiner heiligen Höhe gnädig auf Gebete. 309 uns herab, auf die Unsrigen in der Nähe und Ferne, auf alle deine Kinder, ja auf alle Menschen! Vergieb uns alles Böse, segne und bewahre uns auch in dieser Nacht vor allem übel, das uns zustoßen könnte! Herr unser Gott, du Allmächtiger und Alleinweiser, du hast den Himmel, die Erde, das Meer und alles, was darin ist, gemacht. Mache auch aus uns etwas zum Lobe deiner Gnade! Laß uns Pflanzen der Gerechtigkeit dir zum Preise werden, damit du dein Wohlgefallen an uns haben könnest! Erhöre uns um deines lieben Sohnes Jesu Christi willen! Amen. Donnerstag Morgen. Heiliger und gerechter Gott, der du in das Verborgene siehst, und por dessen Auge niemand bestehen kann, wir beugen uns vor dir und preisen deinen heiligen Namen, daß du bis auf diesen Morgen uns gnädig behütet und uns nicht verstoßen hast von deinem Angesicht. Herr, höre nicht auf uns zu tragen in Langmut und Geduld! Mache dein Wort jetzt in der Gnadenzeit zu einem zweischneidigen Schwert in uns, daß es ein Richter sei der Gedanken und Sinne des Herzens! übe dein innerliches Gnadengericht an uns, zeige uns auch das Kleinste, das du wider uns hast! Erfülle uns mit dem Geiſte der Demut, Sanftmut und Liebe! Hilf uns zur vollkommenen Freiheit der Kinder Gottes, damit wir in dir Leben und volle Genüge finden mögen! Segne uns auch den heutigen Tag, sei uns nahe mit deinem allmächtigen Schutz und Frieden, laß dir uns und alle die Unsern herzlich empfohlen sein und gieb uns, was wir bedürfen für Zeit und Ewigkeit, um unsers Herrn und Heilandes willen! Amen. Donnerstag Abend. Getreuer Gott und Herr! Wie hinfällig und vergänglich sind wir Menschen! Wie kurz und mühselig ist unser Leben! Wie mannigfaltig und gefährlich sind die Versachungen, die uns begegnen! Doch das ist unser Trost, daß du dein Volk nicht verstoßen und dein Erbe nicht verlassen wirst. Wir bitten dich herzlich: Sei uns gnädig und hilf uns! Wir haben außer dir keinen Trost und keinen Helfer. Siehe in Gnaden auf uns, deine Kinder! Ach, es ist noch so viel Jammer und Elend in der Welt! Erleichtere du die Laſten, unter welchen so viele seufzen! Trockne die Thränen der Witwen und Waisen, nimm dich in Gnaden an der Unmündigen, der Armen, Kranken und Hochbetagten! Sei allen angefochtenen Seelen ein Fels des Glaubens! 310 Anhang. Höre die Seufzer der Sterbenden und bereite ihnen ein seliges Ende! Erbarme dich unser aller, o Gott, um Jesu Christi willen und gieb uns deinen Frieden in Zeit und Ewigkeit! Amen. find freitag Morgen. Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen! Wir danken dir für deine Gnade und lobsingen deinem Namen, du Höchster. Von Herzen bitten wir dich, o großer treuer Gott, verleihe uns deinen heiligen Geist, daß wir in dir bleiben und in dir völlige Hoffnung haben mögen, wenn auch ein Tag unseres Lebens nach dem andern dahin geht. Ach, es ist ja alles eitel! Alles Fleisch ist wie Gras und alle Herrlichkeit der Menschen wie des Grases Blume. Du allein bleibest immerdar, und nur in dir haben wir das ewige Leben. Laß uns das täglich bedenken und erfülle uns mit herzlicher Zuversicht zu dir und mit unerschütterlichem Vertrauen auf deine Allmacht und Güte! Dir befehlen wir unsere Wege, du wirst es wohl machen. Herr unser Gott, laß unser Flehen vor dich kommen und verwirf uns nicht von deinem Angesicht! Erzeige an uns für und für deine Gnade und Barmherzigkeit! Segne unsere Obrigkeit, unser geliebtes Fürstenhaus, unsern Kaiser und unser ganzes deutsches Vaterland! Gieb uns fruchtbare Zeiten vom Himmel und laß uns in stillem Frieden dir dienen! Walte mit deinem Segen über Kirchen und Schulen! Nimm dich nach deiner Treue der Kinder an und laß sie wachsen an Alter, Weisheit und Gnade bei dir und den Menschen! So hilf uns, o Gott, in allen Dingen und stärke uns zu einem gottseligen Wandel auch an dem heutigen Tag! Offenbare heute und allezeit deine Treue an uns durch unsern Herrn Jesum Christum! Amen. - Freitag Abend. Herr, wir rufen zu dir, eile zu uns, vernimm unsre Stimme, wenn wir zu dir flehen! Siehe uns um Christi willen in Gnaden an! Wir preisen dich von ganzer Seele für alle Treue und Barmherzigkeit, die du uns heute abermals erwiesen hast. Du, Herr, bist groß von Rat und mächtig von That. Du zählest die Sterne und nennest sie alle mit Namen; du heilest, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindest ihre Schmerzen. Sei uns gnädig, o Herr, um deiner Barmherzigkeit willen! Tröste uns in aller Trübsal, erleichtere unsere Sorgen und Mühen, laß uns und allen, die dich suchen, dein Gnadenantlitz leuchten! Herr, wir rufen zu dir, vernimm unser Flehen; be Gebete. 311 wahre uns vor jeglichem Unheil, vor Krankheiten, vor Migwachs und teurer Zeit, vor Feuers- und Wassersnot und vor einem bösen schnellen Tod! Wo du nicht das Haus behütest, da wacht der Wächter umſonst. Darum bleibe bei uns mit deinem allmächtigen Schuß und Segen und laß uns erfahren, daß du der Gott bist, an welchem niemand zuschanden wird, der auf dich traut! Erhöre unser Bitten um Jesu Chriſti, unseres Heilandes willen! Amen. Samstag Morgen. Herr unser Gott, du unser ewiger Trost und unsre Zuflucht für und für! Wir beugen uns vor deiner Herrlichkeit und preisen deine ewige Gnade, die sich in dieser ganzen Woche an uns verherrlicht hat. In Freude und Leid willst du nur unser Heil und unsre Seligkeit. Ehre und Ruhm sei deinem großen heiligen Namen! Entziehe uns auch fernerhin deinen Beistand nicht! Deine Macht allein ist es ja, die uns beschirmt und uns bewahren kann zur Seligkeit. Hilf uns, o Gott, daß wir dir, unserm Herrn, mit Treue und Gehorsam dienen und ernstlich ringen nach der Krone des Lebens! Regiere uns mit dem Scepter deiner Gerechtigkeit; weihe unsre Seelen zu deinem Tempel, darin du wohnen könnest als König der Gnade und des Friedens! Sei auch heute mit uns und mit allen, die deinen heiligen Namen anrufen; verleihe uns einen gesegneten Schluß der Woche und gieb uns zu allem guten Vornehmen das rechte Gelingen nach deinem Wohlgefallen! Deine Güte, Herr, sei über uns, wie wir auf dich hoffen! Amen. Samstag Abend. Allgütiger Gott und Vater! Ehe wir uns zum Schlummer niederlegen, kommen wir noch vor deinen Gnadenthron und bitten dich: nimm das arme Lob unsrer Lippen in Gnaden an und verwirf nicht das Flehen deiner Kinder! Wir danken dir von Herzen, daß du in Jesu Christo uns dein Vaterantlitz zugewendet und dein Vaterherz aufgeschlossen hast. Hilf uns deinen heiligen Namen preisen mit Wort und That! Laß alles, was uns widerfährt, es sei Freude oder Leid, dazu dienen, daß dein Reich zu uns komme! Du bist der Alleinweise, der am besten weiß, was uns gut und heilsam ist; darum befehlen wir dir getrost unsre Wege und sprechen in kindlichem Vertrauen: dein Wille, o Vater, geschehe! Segne die Arbeit unsrer Hände und laß es uns nicht fehlen am täglichen Brot! Gieb uns einen genügsamen Sinn und ein dankbares Herz und bewahre uns vor klein 312 Anhang. gläubigem Sorgen! Sprich uns los von aller Schuld unsers bisherigen Lebens und vergieb uns insbesondere die Versäumnisse und übertretungen der ganzen zu Ende gehenden Woche wie die des heutigen Tages! Bewahre uns, o Herr, in jeder Versuchung und erlöse uns aus aller Not! Du kannst es ja, denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit. Großer Gott! Unser Leben fährt schnell dahin, als flögen wir davon; Tag um Tag und Woche um Woche eilt vorüber; du aber bleibest, wie du bist, und deine Jahre nehmen fein Ende. Darum bist und bleibst du auch unsre Zuflucht für und für. Dir übergeben wir uns für diese Nacht und für die ganze noch kommende Zeit unsers Lebens. Führe uns alle an deiner Vaterhand durch Glauben und Liebe zum seligen Ziel unsrer himmlischen Berufung und nimm uns endlich auf zu dir in die ewige Freude und Seligkeit durch deinen lieben Sohn, unsern Herrn Jesum Christum! Amen. Dr. M. Luthers Morgensegen. Das walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist! Amen. Ich danke dir, mein lieber himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Üübel, daß dir all mein Thun und Leben wohlgefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht über mich habe. Amen. Dr. M. Luthers Abendsegen. Des walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist! Amen. Ich danke dir, mein lieber himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte dich, du wollest mir vergeben all meine Sünde, wo ich Unrecht gethan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht über mich habe. Amen. Gebete. 2. Festgebete. Advent und Weihnachten. Preis, Ehre und Dank sei dir, allmächtiger Gott, barmherziger Vater, der du dich unser so gnädig angenommen und aus großer Liebe deinen eingebornen Sohn gesendet hast, uns deine Herrlichkeit zu offenbaren und dein Volk selig zu machen von seinen Sünden! O hilf uns dies Wunder deiner Liebe mit demütigem Herzen betrachten und erwecke uns zu treuer Gegenliebe, du Gott unsers Heils! Du hast Großes an uns gethan, des sind wir fröhlich. So ziehe nun ein, Herr unser Heiland, in unsre Herzen, die nach dir verlangen, und erfülle uns mit allen Gaben deiner himmlischen Güte! Regiere uns mit deinem Geiste, laß in unserm ganzen Hause deine Liebe walten, nimm uns, unsre Kinder und unser Hausgesinde in deine heilige Zucht, heile uns und alle Menschen durch deine Gnade vom Elend der Sünde! Verleihe uns, treuer Herr und Erlöser, Trost in allem Leid, Hilfe in jeder Not, Kraft in den Versuchungen dieser argen Welt und selige Hoffnung im letzten Kampf! Unsre Seele erhebt dich und unser Geist freut sich deiner. Sei und bleibe du unsers Herzens höchstes Gut und unser ewiges Teil! Hosianna, sei willkommen, Heiland, kehre bei uns ein, Du sollst von uns aufgenommen. Herzlich aufgenommen sein! Sieh, zum Einzug öffnen wir Freudig unsre Herzen dir; Komm, o komm, darin zu wohnen, Ja als König drin zu thronen! Amen. Jahresschluß. Allmächtiger Gott, himmlischer Vater! Ehe das Jahr zu Ende geht, kommen wir vor den Thron deiner Gnade und sagen dir von Herzen Lob und Dank für alle väterliche Liebe und Treue, für alle Wohlthaten an Leib und Seele, die du uns in den vergangenen Tagen erwiesen hast. Ach Herr, wir sind zu gering aller Barmherzigkeit und Treue, die du an uns gethan. Aber mit herzlicher Reue bekennen wir dir, daß wir den Reichtum deiner väterlichen Liebe nicht nach Gebühr geschätzt, sondern mit Gedanken, Worten und Werken vielfach wieder dich in diesem Jahre gesündigt haben. Ach Herr, unser Gott, barmherzig und gnädig, geduldig und von großer Güte und y firs 313 - UNS 314 Anhang Treue, verwirf uns nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von uns! Erneure uns im Geiste unseres Gemüts und hilf uns den neuen Menschen anziehen, der nach dir geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit! Unsere Zeit vergeht, verlaß uns nicht und entzieh uns deine Gnade nicht! Umgieb mit deinem Schutz und Segen Obrigkeiten und Unterthanen, Prediger und Gemeinden, Lehrer und Schüler, Eltern und Kinder, Frohe und Traurige, Gesunde und Kranke, Lebende und Sterbende! Herr, bleibe bei uns, denn es ist Abend geworden und der Tag hat sich geneiget. Behüte uns vor allem übel, behüte unsere Seele! Herr, behüte unsern Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit! Amen. Psalm 121. - Neujahr. Herr Gott, himmlischer Vater! Bei den Beginn dieses neuen Jahres unserer Wallfahrt kommen wir mit Danken vor dein Angesicht und rühmen deinen herrlichen Namen.. Leben und Wohlthat hast du an uns gethan, und dein Aufsehen hat unsern Odem bewahrt. Wir danken dir für den Reichtum deiner Güte, die du täglich an uns bewiesen hast. Deiner gnadenreichen Obhut befehlen wir uns und die Unsrigen auch für den neuen Abschnitt unsrer Pilgerschaft, den wir heute antreten. Laß deine Treue, wie bisher, so auch fernerhin über uns walten und gieb, daß wir reichlich erfahren, wie wohl du an denen thust, die auf deine Güte hoffen! Befiehl deinen Engeln, daß sie sich um uns her lagern und unsere und unserer Kinder Wächter und Hüter seien in jeglicher Gefahr! Verleih uns in immer reicherem Maße die Gabe deines heiligen Geistes, damit wir die kurzen Tage unserer Wallfahrt wohl anwenden und gewisse Tritte thun auf unserer Lebensbahn! Sei du unser Licht und unsre Kraft auf allen unsern Wegen! Schenke uns Gesundheit und Segen zu den Werken unseres Berufs und hilf uns denselben treulich ausrichten, wie es dir wohlgefällt! Laß uns unser täglich Brot unter deinem Schirm mit Danksagung genießen, und wenn Kreuz und Leiden uns befällt, so entziehe uns nicht den Trost deiner Gnade und Hilfe! Hast du aber in deinem Rate beschlossen, in diesem Jahre uns abzufordern aus dieser prüfungsvollen Zeit, so gedenke unserer Sünden nicht, o Gott, sondern hilf uns in Gnaden aus zu deinem himmlischen Reiche, damit wir dort mit allen Erlösten vor dir leben und ewig deiner seligen Gemeinschaft uns freuen mögen durch Jesum Christum, unsern Herrn! Gebete. Con use? pai O höre, Bater, unser Flehn! O laß uns allen wohlgeschehnt Und wohne bei uns immerdar Bis zu dem ewgen neuen Jahr! Das werde wahr! Amen. Psalm 90. 315 Gründonnerstag und Karfreitag. Herr Gott, Vater unsers Herrn Jesu Christi! Wir kommen vor dein heiliges Angesicht und beten dich in tiefer Demut an. Du hast den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, auf daß wir würden in ihm die Gerechtigkeit, die vor dir gilt. O gieb uns heute recht zu erkennen den unerforschlichen Reichtum deiner ewigen Liebe, daß unser Mund voll werde von deinem Lob und wir einstimmen in das große Halleluja, das die Seligen dir im Himmel darbringen! Herr Jesu, du Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt, was können wir dir zum Dankopfer geben für deine Liebe, als den Leib, den du dir geheiligt, und die Seele, die du dir erworben hast! Nimm uns hin zu deinem Eigentum! Du hast das große Werk unserer Erlösung vollbracht. Laß dein Sterben unser Leben, deine Gerechtigkeit unser Heil, deinen Todeskampf unsern Sieg und ewigen Frieden werden! Gieb, o Herr, daß das Wort vom Kreuz eine Gotteskraft und Friedensbotschaft werde bei allen Menschen und unter allen Völkern, damit auch die, welche noch ferne stehen, erlöst werden von ihren Sünden und samt uns deine Gnade und Herrlichkeit rühmen dürfen! Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt, erbarme dich über uns alle und gieb uns deinen Frieden! Erscheine mir zum Schilde, Zum Trost in meinem Tod, Laß schaun zu deinem Bilde Mich in der letzten Not! Da will ich nach dir blicken, Da will ich glaubensvoll Fest an mein Herz dich drücken;, Wer so stirbt, der stirbt wohl. Amen. 1:50 bild Ostern und Himmelfahrt. Heiliger, lebendiger Gott! Mit Rühmen und Frohlocken treten wir heute vor dein Angesicht und danken dir, daß du deinen Sohn, 316 Anhang. unsern Herrn, mit Preis uno Ehre gekrönt und durch ihn Leben und unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hast. Mit getrostem Glauben halten wir uns nun an das Wort unsers Erlösers:„ Ich lebe und ihr sollt auch leben", und: ,, Wo ich bin, da soll mein Diener auch sein." Wir bitten dich von Herzen: erleuchte und heilige uns durch die Kraft deines heiligen Geistes, damit wir den guten Kampf des Glaubens kämpfen, der Sünde täglich absterben und ernstlich trachten nach dem, was droben ist! Gieb, daß wir in Anfechtung, Kreuz und Leiden uns Jesu Christi, unseres Siegesfürsten, getrösten können und in ihm deines Friedens teilhaftig bleiben! Erhalte uns in lebendiger Gemeinschaft mit ihm, unserm himmlischen Haupte, und nimm uns, wann wir unsern Lauf im Glauben und in der Heiligung durch deine Gnade vollendet haben, auf in die himmlische Seligkeit und Freude, wohin Jesus, unser Heiland, uns vorangegangen ist! Tag des Lebens, Tag der Wonne! Wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne Durch unsers Grabes Dunkel bricht! O was werden wir empfinden, Wenn Nacht und Finsternis verschwinden Und uns umstrahlt des Himmels Licht! Vollender, führe du Uns diesem Tage zu, Uns, die Deinen! Die Todesbahn Gingst du voran, Wir folgen dir in deine Ruh. Amen. Pfingsten und Trinitattsfest. Sei hochgelobet, gnädiger Gott, Vater unseres Herrn Jesu Christi, daß du uns nicht nur geschaffen und erlöst, sondern auch den verheißenen Tröster in die Welt gesendet und ihn uns als das Pfand unseres himmlischen Erbes gegeben hast! Gieße ihn immer reichlicher über uns aus, richte dein Königreich auf in unseren Herzen, führe uns aus der Finsternis zum Licht, aus der Knechtschaft der Sünde zu der herrlichen Freiheit deiner Kinder! Stärke und erfreue uns durch diesen himmlischen Tröster und laß ihn unsern Führer und Beistand sein in dieser Pilgerzeit! Echenke uns durch ihn die Gnade, daß wir mit immer freudigerem Herzens rufen: Abba, lieber Vater! Laß das helle Licht deines Geistes aufgehen auch über die Menge derer, die noch in Finsternis und Schatten des Todes sitzen! Heilige die Gebete. 317 ganze Christenheit und mache sie zu einem wahrhaften Abbilde deines unsichtbaren Reiches! Tilge aus alle Spaltung und Zwietracht, daß wir rechtschaffen seien in der Liebe und wachsen in allen Stücken an dem, der das Haupt ist, Christus! Gott, unser Vater, erbarme dich unser und erfreue uns mit deiner Liebe! Herr Jesu, du Sohn Gottes, erbarme dich unser und mache uns gerecht und selig durch deine Gnade! O heiliger Geist, erbarme dich unser, heilige und tröste uns durch deine Gemeinschaft! Dir, dem dreieinigen Gott, sei Anbetung, Preis und Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Psalm 96. Reformationsfest. Gelobet seist du, Herr unser Gott, du Gott unserer Väter! Dir gebührt Majestät und Gewalt, Herrlichkeit, Sieg und Dank; dein ist das Reich, und in deiner Hand steht Kraft und Macht. Du bist freundlich, deine Gnade währet ewiglich und deine Wahrheit für und für. Wir gedenken heute all der Treue und Barmherzigkeit, die du unsern Vätern erzeigt, all der wunderbaren Hilfe, wodurch du dich seit mehr als drei Jahrhunderten an unsrer Kirche unter allen Stürmen und Gefahren bis auf diese Stunde verherrlicht hast. Wir bitten dich, bleibe fort und fort der Schild und Schutz deiner Kirche, decke sie mit deinen Fittigen und laß ihre Zuversicht sein unter deinen Flügeln! Bewahre, o barmherziger Gott, unsre teuere evangelische Kirche vor aller Zerrüttung und Trennung; halte ferne den Geist der Zwietracht, damit der Glaube nicht not leide und die Liebe nicht erkalte! Steure dem Unglauben, dem Aberglauben und der Gleichgültigkeit und vernichte alle Keime des Hasses und der Unduldsamkeit zwischen uns und unsern Mitchristen, welche unserer Kirche nicht angehören! Vater des Lichtes und der Liebe, gieße deinen Geist aus über deine Kinder allerorten, damit die Zeit herbeikomme, wo auf der ganzen Erde eine Herde unter einem Hirten sein wird, welcher ist dein Sohn Jesus Christus, hochgelobt in Ewigkeit! Amen. Ernte und Dankfest. Allmächtiger Gott, Vater aller Gnade! Wir bringen dir heute unsern demütigen Dank dar für die Liebe, womit du auch in diesem Jahr deine milde Hand aufgethan und alles, was lebet, mit Wohlgefallen gesättigt hast. Herr, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weislich geordnet und die Erde ist voll deiner Güter. Ja deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, 318 Anhang. so weit die Wolken gehen. Herr, was ist der Mensch, daß du sein gedenfest und des Menschen Kind, daß du dich seiner annimmst! Vergieb uns, o Vater, unsere Sünden! Bewahre uns vor dem Leichtsinn, der deiner Gebote vergißt, vor der Trägheit, die deine Gnade versäumt, vor der Unmäßigkeit, die deine Güter mißbraucht, vor dem Geiz, der Herz und Hand dem Bruder verschließt! Bewahre uns in Gnaden vor Mangel und Teuerung und laß uns deinen Segen in Frieden und guter Gesundheit genießen! Erfreue nach dem Reichtum deiner Liebe auch die Herzen aller Armen, Verlassenen und Betrübten und laß sie inne werden, daß keines von dir vergessen sei! Hilf uns durch deine Gnade, daß wir nicht auf das Fleisch säen, sondern auf den Geist, damit wir vom Geist einst das ewige Leben ernten durch Jesum Christum, unsern Herren. Amen. Psalm 145. Buß- und Bettag. Aus der Tiefe unsres Herzens rufen wir, Gott, zu dir. Herr, höre uns, merke auf die Stimme unseres Flehens! So du willst Sünde zurechnen, Herr, wer wird bestehen? Gehe nicht mit uns ins Gericht, barmherziger Gott, um Jesu Christi willen! Verwirf uns nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von uns! Unsre Seele dürstet nach deiner Gnade, unsre Hände strecken sich aus nach deiner Hilfe. Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von der Welt her gewesen ist! Herr unser Gott, laß diesen Tag unsrer gemeinsamen Demütigung vor dir an unser aller Seelen gesegnet sein! Schaffe in uns ein reines Herz und gieb uns einen neuen gewissen Geist! O Jesu, erbarme dich über uns und gieb uns deinen Frieden! Wenn du Frieden Uns beschieden, Fürchten wir die Strafe nicht; Dein Versöhnen Wird uns frönen Mit Gerechtigkeit und Licht. Dein Erbarmen Hilft den Armen, Du bist unsre Zuversicht. Amen. Psalm 51. 130. Gebete. 319 Gebete zur Feier des heiligen Abendmahls. 1. Vor der Beichte. Heiliger und gerechter Gott! Du kennst mein Herz, und mein Leben ist dir nicht verborgen. Ich demütige mich vor dir im Gefühl meiner Sünde und Schuld. Vater, ich bin nicht wert, daß ich dein Kind heiße. Siehe meine Reue gnädig an und wirke du selbst in mir einen solchen Abscheu gegen alles Böse, daß ich die Sünde ernſtlich fliehe und mich ganz mit Seele und Leib dir heilige! Vergieb mir, o Gott, meine Sünden um meines Herrn und Heilandes willen, vergieb mir alle Undankbarkeit und Untreue, jede Versündigung gegen dein Gebot der Nächstenliebe! Mit gebeugtem Herzen klage ich mich vor dir an. Laß mich Freude und Erquickung hören in dem erbarmungsvollen Worte: Sei getrost, deine Sünden sind dir vergeben! Aus tiefer Not rufe ich zu dir, o Gott, erhör mein Flehen! Meine Sünden gehen mir über mein Haupt, sie sind mir zu schwer geworden. Sei mir gnädig nach deiner Güte und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit! Schaffe du selbst in mir ein reines Herz und gieb mir einen neuen gewissen Geist! Erhöre mein Flehen durch meinen Herrn Jesum Christum, welchem sei Ehre in Ewigkeit! Ich zweifle nicht, ich bin erhöret, Gott höret und erbarmt sich mein; Weil sich der Trost im Herzen mehret, Drum stell' ich nun das Klagen ein: Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! Amen. 2. Vor der Abendmahlsfeier. Getreuer Gott und Vater! Im Namen unseres Herrn Jesu Christi, der für uns seinen Leib dahin gegeben, für uns sein Blut vergossen hat, bitte ich dich herzlich: gieb mir erleuchtete Augen des Verständnisses, daß ich erkennen möge den Reichtum des heiligen Mahles, in welchem du mir alle himmlischen Güter spendest, Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit! Erfülle mich mit deinem Geiste, damit ich als würdiger Gast an deinem Tische erscheine! Hilf mir alle erlittene Kränkung und Feindschaft von Herzen vergeben und vergessen und gegen alle meine Mitmenschen versöhnlich sein, wie ich selbst der Versöhnung bedarf! Laß mich reichen Trost und Frieden in meinem Herzen empfinden; und wie du auf Erden unsre hungernden 320 Anhang., und dürstenden Seelen nährst zum ewigen Leben, so laß uns einst droben dein himmlisches Abendmahl feiern und sjatt werden aus deiner himmlischen Gnadenfülle! Amen. 3. Während der Abendmahlsfeier. Liebreicher Gott, du Quelle alles Heils und Lebens! Laß die Feier des heiligen Abendmahls, die wir jetzt im Namen Jesu, unsers Herrn und Erlösers begehen, mir und allen, die es heute empfangen, insbesondere den Angefochtenen und Bekümmerten zum Segen gereichen, damit wir Ruhe und Erquickung finden für unsre Seelen und gestärkt werden im Glauben, in der Gottseligkeit und in der frohen Hoffnung des ewigen Lebens! O Gott, sei mitten unter uns und segne uns! Herr Jesu, erbarme dich meiner und gieb mir deinen Frieden! Amen. Oder: Lob, Preis und Dank sei dir, Herr Jesu, für deine unaussprechliche Liebe! Du bist das wahrhaftige Brot, das vom Himmel kommt und der Welt das Leben giebt. Laß mich die Heiligungskraft und den Segen der seligen Vereinigung mit dir in reichem Maße an meinem innern Menschen erfahren! Gieb, daß ich an deinem Tische gestärkt und erquickt werde mit dem Trost der Vergebung meiner Sünden und mit der Hoffnung des ewigen Lebens! Mache mir den Genuß deines Leibes und Blutes zu einem Unterpfand des großen Abendmahls, welches du einst in deinem himmlischen Reiche mit den Deinigen feiern wirst! Amen. 4. Nach Empfang des heiligen Abendmahls. Barmherziger Gott und Vater! Lob und Preis sei deinem heiligen Namen für die unaussprechliche Güte, welche du mir durch die Gabe des heiligen Abendmahls erwiesen, für den Trost und die Stärkung, die du mir dadurch verliehen hast! Stehe mir nun bei, getreuer Gott, daß deine Gnade mir gereichen möge zur Stärkung meines Glaubens und zur Liebe gegen die Brüder, damit ich hinfort viele Früchte der Gerechtigkeit bringe! Mache mich fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal und hilf mir anhalten am Gebet, damit ich Sünde, Not und Tod durch deine Kraft überwinde und endlich dahin gelange, wo ich mit allen Seligen und Vollendeten dein himmlisches Abendmahl feiern möge! Erhöre mein Gebet um meines Herrn und Erlösers willen! Amen. Psalm 103. Gebete. 321 4. Gebete für besondere Zeiten und Umstände. Se 1. für die Gewächse der Erde. Allmächtiger Gott, barmherziger Vater, der du durch deine göttliche Kraft alles erschaffen hast und sättigest, was da lebet und webet, nach deinem Wohlgefallen, wir bitten dich demütig, du wollest unsere Felder mit deinem Segen krönen und alles, was wir zur Nahrung und Notdurst gebrauchen, unter deinem Schutz und Schirm gnädig gedeihen lassen und erhalten. Wende jede Gefahr von unsern Fluren gnädig ab, behüte sie vor Frost und Dürre, vor anhaltender Näſſe, vor Hagelschlag und verheerenden Gewittern und verleih uns deinen Segen, damit durch deine Güte das Gewächs unsers Landes gedeihe und reife, wir dasselbe mit Freuden können einsammeln und dich als unsern gnädigen Gott und Vater preisen durch Jesum Christum, unsern Herrn! Amen. 2. Bei einem Gewitter. Lobe den Herrn, meine Seele! Herr, mein Gott, du bist sehr herrlich, du bist schön und prächtig geschmückt. Licht ist dein Kleid, das du anhast; du breitest aus den Himmel wie einen Teppich. Du wölbest es oben mit Wasser, du fährest auf den Wolken wie auf einem Wagen und gehest auf den Fittichen des Windes. Du machest die Winde zu deinen Boten und die Feuerflammen zu deinen Dienern. Du hast das Erdreich gegründet auf seinen Boden, daß es bleibet immer und ewiglich. Mit der Tiefe deckest du es wie mit einem Kleide, und Wasser stehen über den Bergen. Aber von deinem Schelten fliehen sie, von deinem Donner fahren sie dahin. Deine Blizze leuchten auf den Erdboden, das Erdreich sieht es und erschrickt. Aber wer unter deinem Schirm, du Höchster, sitet und unter deinem Schatten, o Allmächtiger, bleibet, der spricht getrost und unverzagt: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe! Herr, erzeige uns deine Gnade und hilf uns! Halte die zuckenden Blitze in deiner allmächtigen Hand, steure dem Sturm und Unwetter und behüte unsre Häuser und Felder, daß sie nicht Schaden leiden! Laß deine Wetter gnädig an uns vorüberziehen, so wollen wir dir mit Freuden die Opfer unsers Lobes und Dankes darbringen, der du unser treuer Gott und Vater bist von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. 3. Jn Kreuz und Leiden. Ewiger, barmherziger Gott und Vater! Zu dir nehmen wir unsre Zuflucht in unsrer Not. Höre auf unser Flehen und verwirf Evang. Gesangbuch II. 21 322 Anhang. uns nicht von deinem Angesicht! Wir hoffen auf dich, denn bei dir ist Gnade und viel Vergebung. Lindre du die Leiden, mit denen du uns heimgesucht hast! Tröste, stärke, errette, hilf uns nach deiner Barmherzigkeit! Wohl müssen denen, die dich lieben, alle Dinge zum besten dienen. Doch du kennst unser schwaches, trotziges und verzagtes Herz. O hilf uns, daß wir nicht verderben! Entziehe uns nicht des Glaubens Trost! Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit unsre Seele, Gott, zu dir. Dir befehlen wir alle unsre Wege. Du wirst uns nicht ewig in Unruhe lassen, du wirst uns nicht verlassen noch versäumen. Auf dich harren wir, Herr; mache dich auf, hilf uns und erlöse uns um deiner Güte willen! Amen. Psalm 25. 39. 73. 126. 146. 4. In Kriegsnot. Starker und treuer Gott, groß von Rat und mächtig von That! Schaue gnädig hernieder auf uns, deine Kinder, die unter den Gefahren, Unruhen und Schrecken des Kriegs zu dir ihre Zuflucht nehmen! Du bist der König von alters her, der alle Hilfe schafft. Deinem allmächtigen Schutz befehlen wir uns und alle die Unsrigen, unser Fürstenhaus, unsern Kaiser und das ganze deutsche Vaterland. Laß deine Güte und Treue uns allewege behüten! Ziehe aus in deiner Kraft mit unserm Heere! Stärke den Mut und den Arm unsrer Brüder und Söhne und hilf ihnen zum Sieg über die Feinde! Sollen sie auf dem Feld der Ehre fallen, so schließe ihnen deinen Himmel auf! Sei allen Bedrängten nahe mit Trost und Errettung! Laß vor dich kommen das Seufzen der Gefangenen, der Verwundeten, der Sterbenden! Nimm der Verirrten und Verlassenen dich väterlich an! Heile die Wunden, die der Krieg geschlagen hat und noch immer schlägt, und laß auch aus dieser Thränensaat eine Freudenernte reifen für Zeit und Ewigkeit! Gieb, daß wir aus der Unruhe und dem Streit hienieden mit immer herzlicherem Verlangen hinaufblicken in das Land des ewigen Friedens! Laß leuchten, o Gott, dein Antlitz über uns und gieb uns Frieden allenthalben und auf allerlei Weise, um Jesu Christi, unsers Friedensfürsten willen! Amen. Psalm 46. 62. 85. 5. Bei herrschender Seuche. Herr, erbarme dich unser! Wir sind Asche und Staub, hinfällige fündige sterbliche Menschen; aber du bist der Allmächtige und Allerbarmende. An dir haben wir einen Gott, der da hilft, und den 323 Gebete. Herrn, der vom Tode errettet. So bitten wir dich denn: Hilf uns in der verderblichen Plage, die uns getroffen hat! Wenn es deiner Weisheit gefällt, so gebiete dem Engel des Todes, daß er an unsern Hütten vorübergehe! Wo du es anders beschlossen hast, da sei nahe mit deinem Trost und deiner Hilfe! Mindere und erleichtere jede Not durch deinen gnädigen Beistand, sei der Arzt der Kranken, erquicke die bekümmerten und gebeugten Seelen, die Schmachtenden und Sterbenden mit dem Troste deiner Gnade und mit dem seligen Frieden, den uns unser Herr und Heiland erworben hat! Erwecke unser aller Herzen zu selbstverleugnender aufopfernder Liebe und zu Werken der Barmherzigkeit! Lehre uns in der ernsten Zeit, in der wir leben, wohl bedenken, was zu unserm Frieden dient! Du hast uns verwundet, du kannst uns auch heilen. Nimm dich, o Herr, der Verlassenen, der Witwen und Waisen väterlich an! In deine Hände befehlen wir unsern Leib und unsre Seele. Handle mit uns nach deinem heiligen Willen, nur sei und bleibe unser gnädiger Gott im Leben und im Sterben, durch unsern Herrn Jesum Christum! Amen. Psalm 91. 5. In Krankheit. Allgemein. Gnädiger und allmächtiger Gott! Im Namen meines Herrn und Heilandes schaue ich zu dir auf von meinem Krankenlager. Du hast mich bisher am Leben erhalten, wofür ich dir von Herzen Lob und Dank sage. O laß dich auch fernerhin an mir nicht unbezeugt: Sei du mein Arzt und Helfer! Meinen Leib und meine Seele befehle ich in deine Hände. Laß es mich erfahren, daß du meine Kraft seist und meines Lebens Licht! Bewahre mich vor Murren und Ungeduld! Hilf mir von meinen Schmerzen! Stärke meinen Glauben, richte auf den sinkenden Mut, wenn Verzagtheit und Kleinglauben sich meiner bemächtigen wollen! Alle meine Sorgen werfe ich auf dich, du wirst es wohl mit mir machen. Erhöre mein Gebet um Jesu Christi willen! Amen. Psalm 42. Bei schwerer Erkrankung. Barmherziger Gott, gnädiger Vater! Mein Leben steht in deiner Hand. In meinem schweren Leiden suche ich dein Angesicht, o laß 21* 324 Anhang. dich von mir finden! Wo Menschen nicht helfen können, da kannst du, Allmächtiger, noch helfen mit deiner starken Hand. Doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe! Hilf mir nur geduldig leiden und im Glauben ausharren bis ans Ende! O Gott, versuche mich nicht über Vermögen, lege mir nicht mehr auf, als ich tragen kann! Du kennst ja mein schwaches, sündhaftes Herz. Sei mir nahe mit deinem Trost und Frieden bei Tag und bei Nacht! Befreie mich von eiteln Sorgen und lenke meinen Sinn beständig hin auf das Eine, was not thut! Meine Seele ist stille zu dir, mein Gott, der mir hilft. Großer Gott, lieber himmlischer Bater, erbarme dich meiner! Herr Jesu, hilf mir in Zeit und Ewigkeit! Amen. Oder: Auf dich, Herr, hofft meine bange Seele; ach laß mich nicht zu schanden werden! Siehe an meinen Jammer und mein Elend und hilf mir aus meinen Nöten! Ich habe ja keinen Netter außer dir. An dich halte ich mich im Glauben; verlaß mich nicht! Siehe, um Trost ist mir so bange; o stche mir bei und erquicke mich nach deiner Barmherzigkeit! Wenn ich versinken will, sei du mein Stab; wenn es Nacht um mich wird, sei du mein Licht! Herr, Herr, ich hoffe auf dein Heil. Mag alles Irdische mir schwinden, so bleibst doch du meines Herzens Trost und mein Teil. Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott, denn ich werde ihm noch danken, daß er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist! Heiliger Vater! Wenn du mit mir rechten willst, kann ich dir auf tausend nicht eines antworten. O vergieb mir alle meine Sünden um Jesu Christi, meines Heilandes willen! Soll hier meine Wallfahrt zu Ende gehen, so schreibe meinen Namen ins Buch des Lebens ein! Herr, dein Wille geschehe! Willst du mich noch länger am Leben erhalten, so sei es zu deiner Ehre! Willst du mich abrufen, so beschere mir einen sanften Tod und ein seliges Ende und führe mich in deinen Himmel ein durch Jesum Christum, meinen Herrn! Amen. für Sterbende. Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln; er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser; er erquicket meine Seele, er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finstern Thale, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein lebenlang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar. Amen. Gebete. Oder: Herr, mein Gott, erbarme dich meiner! Herr Jesu, mein Heiland, erbarme dich meiner und hilf mir aus zu deinem ewigen Reiche! Ach Herr, wie so lange! Hilf mir und erlöse mich nach deiner unergründlichen Barmherzigkeit! Amen. Oder: Herr, Herr, sei du mit mir! Verlaß mich nicht in meiner letzten Not! Stärke meinen Glauben, erhalte mir deinen Frieden, führe mich an deiner Hand, wenn mir die Sinne schwinden; begleite mich durchs dunkle Thal zum ewigen Licht, zur ewigen Heimat! Erhöre, ach erhöre mich und vergieb mir alle meine Sünden um Jesu Christi willen! Amen. Oder: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist. Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Amen. 325 Unser Vater. Unser Vater in dem Himmel! Dein Name werde geheiligt! Dein Reich komme! Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel! Unser täglich Brot gieb uns heute! Und vergieb uns unsre Schulden, wie wir vergeben unsern Schuldigern! Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem übel! Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen. Der Segen. Der Herr segne uns und behüte uns! Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig! Der Herr hebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden! Amen. 6. Tischgebete. Vor dem Essen. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. Speise, Vater, deine Kinder, Tröste die betrübten Sünder; Sprich den Segen zu den Gaben, Die wir jetzt hier vor uns haben, Daß sie uns zu dieſem Leben Stärke, Kraft und Nahrung geben, Bis wir endlich mit den Frommen Zu dem Himmelsmahle kommen! por. Amen. Joh. Heermann 1585-1617. 326 Anhang. Oder: Herr, wir kommen zu dem Essen, Laß uns deiner nicht vergessen, Denn du bist das Lebensbrot; Speis die Leiber, stärk die Seelen, Die wir dir jetzt anbefehlen, Nach dem Effen. Wir danken Gott für seine Gaben, Die wir von ihm empfangen haben; Wir bitten unsern lieben Herrn, Er woll' auch ferner sie bescher'n Steh uns bei in aller Not; Hilf uns, daß wir nach der Erden Deine Gäst' im Himmel werden! Amen. 2. Lebenswort Jesu, komm, speise die schmachtenden Seelen, Laß hier auf Erden uns nimmer das Nötige fehlen; Gieb nur, daß wir Und speisen uns mit seinem Wort, Daß wir satt werden hier und dort. Ach lieber Gott, du wollst uns geben Nach dieser Welt das ewge Leben! Amen. Oder: Mel. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren. 1. Danke dem Herren, o Seele, dem Ursprung der Güter, Der uns erquicket die Leiber und stärkt die Gemüter! Gebet ihm Ehr, Liebet den Gütigen sehr, Singet ihm dankende Lieder! Innig stets dürften nach dir, Ewig zum Heil dich erwählen! 3. Gütigster Hirte, du wollest uns stärken und leiten Und zu dem himmlischen Mahle recht würdig bereiten; Bleib uns hier nah, Bis wir dich ewig allda Schmecken und schauen in Freuden! Amen. Gerhard Tersteegen 1697-1769. 7. Schulgebete. Zum Anfang. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 1. Mein Gott, mein Vater und mein Hort, Zu dir ruf'ich, nimm auf mein Wort! Laß lernen mich, was heilsam ist, Daß ich dich lob' zu jeder Frist! 2. Steh du mir bei, Herr Jesu Christ, Der du der rechte Lehrer bist; Lehr mich vor allem, was ich soll, Dich, meinen Herrn, erkennen wohl! 3. O heilger Geist, gieb Kraft und Stärk, Vollbring in mir dein göttlich Werk, Gebete. Komm, du Herr des ewgen Lebens, Tritt in unsern Kreis herein! Hilf und laß uns nicht vergebens Deines Wortes Schüler sein! Oder: Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Den Glauben und die Lieb vermehr In mir zu deines Namens Ehr! Amen. Gieb uns den selgen Kindersinn, Dağ wir in deinem Willen ruhn Und nicht nach unserm Willen thun! Nimm des treuen Lehrers wahr, Segne deiner Kinder Schar, So wird alles wohl gedeihen, Und dein Herz sich unser freuen! Amen. Zum Schluß. Mel. Ninge recht, wenn Gottes Gnade. Herr, dein Licht, dein Schutz, dein Leit uns selbst auf allen Wegen, Segen, Daß dein Friede mit uns sei! Amen. Deine Gnade steh' uns bei! Oder: Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 1. Herr Jesu, nimm uns völlig hin, 327 2. Den Eigenwillen brich entzwei, Mach uns von Trotz und Tücke frei! Regier uns selbst mit deiner Hand Und trag uns bis ins Vaterland! Amen. IV. Derzeichnis der Liederdichter. Alberti, Heinrich, geb. 1604 zu Lobenstein im Voigtlande, † 1651 als Or ganist am Dom in Königsberg. 343. 399. 422. Albinus, Johann Georg, geb. 1624 zu Unternessa bei Weißenfels, † 1679 als Pfarrer in Naumburg. 401. Altenburg, Michael, geb. 1584 zu Alach bei Erfurt, † 1640 als Pastor in Erfurt. Das Lied Nr. 164, zu sein und anderer Christen Trost" im 30jährigen Krieg und mit besonderer Beziehung auf die Lofung der evang. Armee bei der Leipziger Schlacht( 1631) ,, Gott mit uns!" verfertigt," ließ Gustav Adolf in der vor der Lüzener Schlacht gehaltenen Betstunde singen; es wurde deshalb ,, Gustav Adolfs Feldliedlein" genannt. Ambrofius, 340-397, Bischof von Mailand. Der ihm zugeschriebene ,, ambrosianische Lobgesang"( ,, Te Deum laudamus" Dich, Gott, loben wir) ist wahrscheinlich nur eine von ihm herrührende lateinische Bearbeitung eines morgenländischen Hymnus. 1. Arends, Wilhelm Erasm+ 1721 als Pastor in Halberstadt. 285. Arndt, Ernst Morik, geb. 1769 auf Rügen, † 1860 als Professor der Geschichte in Bonn, berühmt als Vaterlandsfreund, Dichter und Schriftsteller zur Zeit der Befreiungskriege. 35. 81. 152. 247. 415. Arnold, Gottfried, geb. 1666 zu Annaberg, Schüler Speners, † 1714 als Pastor in Perleberg. 277. Asschenfeldt, Christoph Karl Julius, Oberkonsistorialrat und Probst in Flens burg, 1792-1856. 92. Bahnmaier, Jonathan Friedrich, geb. 1774 in Oberstenfeld( Württ.), Profeffor der Theologie in Tübingen, † 1841 als Dekan in Kirchheim u. T. 193. Barth, Christian Gottlob, geb. 1799 in Stuttgart, Pfarrer in Möttlingen, nach Niederlegung seines Amtes als unermüdlicher Missions- und Jugendschriftsteller thätig in Calw, † 1862. 180. Bengel, Johann Albrecht, geb. 1687 in Winnenden, † 1752 in Stuttgart als Konsistorialrat und Prälat von Alpirsbach; Hauptvertreter des württ. Pietismus seiner Zeit. 112. - Betichius, Johann, Diakonus in 3erbst, 1650-1722. 386. Bickel, Johann Daniel Karl, Konsistorialrat und Superintendent zu Usingen ( Nassau), 1737-1809. 373. Bienemann,( Melissander), Kaspar, geb. 1540 in Nürnberg, Erzieher ant Hofe Herzogs Johann Wilhelm zu Weimar, † 1591 als Generalsuperintendent in Altenburg. 22. 329 Birken, Sigismund von, Betulius aenannt, geb. 1626 bei Eger, mit seinen Eltern des Glaubens wegen aus vohmen flüchtig, Erzieher an verschiedenen Höfen, von Ferdinand III. geadelt und als Dichter gekrönt, † 1681 als Privatgelehrter in Nürnberg. 296. Bogatky, Karl Heinrich von, geb. 1690 zu Jankowe( Schles.), seit 1746 als Privatmann im Waisenhaus zu Halle a./S., als dessen Wohlthäter † 1774 ,, Verf. ¡ ahlreicher Erbauungsschriften. 167. 241. Brandenburg- Culmbach, Markgraf Albrecht von, geb. 1522 zu Ansbach, ein unruhiger und streitlustiger Fürst, 1554 geächtet, flieht nach Frankreich, wo er nach völliger Sinnesänderung das ihm zugeschriebene Lied gedichtet haben soll; † 1557 zu Pforzheim bei seinem Schwager Markgraf Karl II. 314. Brauer, Friedrich, Großh. badischer Staatsrat und Kirchenratsdirektor, 1754 bis 1813. 289. 336. Buchka, Johann Simon, Konrektor und Prediger in Hof, 1705-1752. 299. Bürde, Samuel Gottlieb, geb. 1753 in Breslau, Kanzleidirektor daselbst, † 1831 als Kammerdirektor in Berlin. 33. 275. 303. 435. Burmeister, Franz Joachim, Pastor in Lüneburg, † 1688. 403. Glausniker, Tobias, geb. 1619 bei Annaberg, zu Ende des 30jährigen Kriegs schwedischer Feldprediger, hielt auf Wrangels Befehl die westfälische Friedenspredigt zu Weiden( Oberpfalz) und starb 1684 als 1. Pfarrer und furpfälzischer Kirchenrat daſelbst. 40. Cramer, Johann Andreas, geb. 1723 zu Jöhstadt im Erzgebirge, angesehener Kanzelredner, Pfarrer in Crellwig, Quedlinburg, Kopenhagen und Lübeck, zuletzt Professor in Kiel und † 1788 als Kanzler daselbst. 177. Craffelius, Bartholomäus, geb. 1667 zu Wermsdorf bei Glauchau, Schüler August Hermann Franckes, † 1724 als Pfarrer in Düsseldorf. 12. 158. Dach, Simon, aus Memel, Professor der Dichtkunst in Königsberg, 1605 bis 1659. 421. Danneil, Johann Friedrich, 1719-1772, Konsistorialrat und Pfarrer in seiner Vaterstadt Quedlinburg. 133. 1911. Decius, Nikolaus, ursprünglich Mönch, seit 1523 angeblich Prediger in Stettin, wo er 1541 starb. Seine beiden Lieder Nr. 96 und 156 sind übertragungen lateinischer Gesänge. Denicke, David, geb. 1603 in 3ittau, † 1680 als Konsistorialrat in Hannover. Mit Justus Gesenius gab er das- nachmals so einflußreiche Gesangbuch von 1646 heraus, in welchem zum erstenmal grundsäglich und planmäßig ältere Lieder nach neuerem Geschmacke umgedichtet erscheinen. 225. 249. - 237. Değler, Wolfgang Christoph, geb. 1660 zu Nürnberg, Konrektor der Schule zum heiligen Geist daselbst, viel kränklich, † 1722. Diterich, Johann Samuel, 1721-1797, ein Berliner, Oberkonsistorialrat und Pastor zu St. Marien daselbst, war der eigentliche Führer der Gesangbuchstürmer und hat durch seine willkürlichen und weitgehenden Änderungen viele ältere Lieder verschlechtert. 229. 245. 330 Döring, Karl August, geb. 1783 zu Markt Alvensleben im Magdeburgischen, Lutherischer Pfarrer in Elberfeld, eifriger Förderer der inneren Mission, † 1844. 91. 201. Edeling, Christ. Ludwig, 1678-1742, 3inzendorfs Hofmeister bis 1711, ipäter Oberpfarrer zu Schwanebeck bei Halberstadt. 289. Fabricius, Friedrich, geb. 1642 zu Stettin, † 1703 als Pastor daselbst. 142 Falf, Johannes Daniel, 1768-1826, geb. zu Danzig, stiftete 1813 als Legationsrat zu Weimar die Gesellschaft der Freunde in der Not" zum Zweck der Heranbildung verlassener Kinder und gründete hiezu die Schulanstalt, welche noch jetzt unter dem Namen ,, Faltsches Institut" beſteht. Anhang II, 3. Feddersen, Jakob Friedrich, 1736-1788, Propst in Altona. 389. Fink, Ernst, geb. 1806, erster evangelischer Hausgeistlicher der 1837-42 erbauten badischen Landesirrenanstalt Illenau, † 1863 daselbst. 395. - Fing, Erasmus, genannt Franzisci, 1627-1694, Privatgelehrter und Schriftsteller in Nürnberg. 268. Flemming, Paul, geb. 1609 zu Hartenstein an der Mulde, nahm 1633 teil an einer 6 Jahre dauernden Gesandtschaft nach Rußland und Persien, bei deren Beginn er das Lied Nr. 317 dichtete, und starb infolge der Anstrengungen dieser Reise kurz nachher( 1640) als Dr. med. in Hamburg. Franck, Johann, geb. 1618 zu Guben, † 1677 als Bürgermeister seiner Vaterstadt, nächst Gerhardt der bedeutendste Kirchenliederdichter seiner Zeit. 209. 265. 376. 425. Frand, Salomo, Oberkonsistorialsekretär in seiner Vaterstadt Weimar, 1659 bis 1725. 26. 106. 120. 401. Franck, Sebastian. geb. 1606, † 1668 als Diakonus in Schweinfurt. 264. Francke, August Hermann, geb. 1663 zu Lübeck, Professor und Pfarrer zu Halle a./S., Begründer des weltberühmten Waisenhauses und der mit diesem verbundenen Anstalten( ,, Frankesche Stiftungen"), Hauptvertreter der von Spener ins Leben gerufenen sog. pietistischen Bewegung zur Neubelebung der Kirche, † 1727. 354. Freylinghausen, Johann Anastasius, geb. 1670 zu Gandersheim( Braunschweig), Schüler, Schwiegersohn und Nachfolger Frances in Halle, † 1739. 84. Freystein, Johann Burkhard, 1671-1718, † als Hof- und Justizrat in Dresden. 280. Fricker, Johann Ludwig, geb. 1729 zu Stuttgart, † 1766 als Pfarrer zu Dettingen bei Urach. 176. Fulda, Fürchtegott Christian, Prediger zu Halle a./S., 1768-1817. 173. Funk, Gottfried Benedikt, 1734-1814, Konsistorialrat und Direktor des Domgymnasiums in Magdeburg. 135. Garve, Karl Bernhard, 1763-1841, Prediger der Brüdergemeine, † in Herrnhut. 34. 89. 121. 331 Gellert, Christian Fürchtegott, geb. 1715 zu Hainichen( Sachsen), † 1769 als Professor der Dichtkunst, Beredsamkeit und Moral in Leipzig, hat durch die Einfachheit, Wärme und Frömmigkeit seiner 54 geistlichen Lieder unter seinen Zeitgenossen und bis heute großen Segen gestiftet. 16. 17. 31. 192. 211. 255. 307. 334, 348. 357. 365. 392. 408. 77. 113. 130. 131. 170. Gerhardt, Paul, 1607-1676, von Gräfenhainichen bei Wittenberg, nach langem Warten Propst in Mittenwalde, 1657-1667 Diakonus an St. Nikolai in Berlin, welche Stelle er konfessioneller 3wistigkeiten wegen auf geben mußte, 1669 Archidiakonus in Lübben; der größte Kirchenliederdichter früherer Zeit( 123 Lieder). 3. 4. 5. 61. 73. 103. 147. 148. 235. 318. 319. 320. 321. 344. 345. 350. 363. 375. 379. 400. 74. 100. 101. 102. Gerot, Karl, geb. 1815 in Stuttgart, Oberhofprediger und Prälat daſelbst, gefeierter neuerer Liederdichter. 49. Gesenius, Justus, Generalfuperintendent in Hannover, 1601-1673. Vergl. Denicke. 99. Gittermann, Johann Christian Hermann, 1768-1834, Prediger in Emden. 55. 56. 218. Gotter, Ludwig Andreas, 1661-1735, Hof- und Assistenzrat in seiner Baterstadt Gotha. 10. 27. 283. Greding, Johann Ernst, 1676-1748, † als Pfarrer zu Altheim bei eburg 111(?). Gryphius, Andreas, 1616-1664, † als Syndikus in seiner Vaterstadt Glogau, verpflanzte das geschichtliche Schauspiel auf den deutschen Boden und war der hervorragendste Tichter seines Jahrhunderts in Deutschland. 423. Günther, Cyriak, 1650-1704, Lehrer am Gymnasium in Gotha. 210. Hagenbach, Karl Rudolf, 1801-1874, Professor des Theologie in seiner Ge burtsstadt Basel. 184. Hahn, Johann Michael, 1758-1819, geb. zu Altdorf bei Böblingen, lebte später in Sindlingen bei Herrenberg; ein Bauer, der durch seine Schriften und erbaulichen Vorträge in Stunden" großen Einfluß und Anhang gewann( Michelianer). 47. 290. 11 Hammer, Julius, 1810-1862, Schriftsteller in Leipzig und Dresden. 340. Hardenberg, Friedrich von, als Dichter Novalis genannt, geb. 1772 im Mansfeldischen, † 1801 zu Weißenfels, durch den Ernst und die rel giöſe Innigkeit seiner geistlichen Lieder" bekannt. 64. 136. Harttmann, Karl Friedrich, geb. 1743 zu Adelberg( Württ.), Professor auf der Solitude und an der Karlsakademie, Dekan in Lauffen a./N. bis 1812, † 1815. 393. Haßlocher, Johann Adam, geb. 1645 zu Speier, später Pfarrer daselbst, nach Zerstörung der Stadt durch die Franzosen Konsistorialrat in Weilburg ( Nassau) bis zu seinem Tode 1726. 54. Hausmann, Julie, geb. 1826 in Riga, Lehrerin in Petersburg, Verfasserin der Lieder einer Stillen im Lande." 248. Hecker, Heinrich Kornelius, 1699-1743, Pfarrer in Meuselwitz bei Altenburg. 190. 11 332 Heermann, Johann, geb. 1585 zu Raudten im Fürstentum Wohlau, 1611 bis 1634 Pastor zu Köben im Fürstentum Glogau, erduldete viel Kreuz, mußte wegen Krankheit sein Amt aufgeben und starb 1647 zu Lissa in Polen. 24. 25. 97. 98. 123. 262. 385. Anhang III, S. 325. Held, Heinrich, Sachwalter zu Guhrau in Schlesien bis gegen 1650, † um 1666. 62. 104. 149. Helmbold, Ludwig, 1532-1598, Superintendent in seiner Heimat Mühlhausen in Thüringen. 315. Hengstenberg, Johann Heinrich Karl, 1770-1834, Pfarrer zu Wetter a. R. 338. Herberger, Valerius, 1562-1627, † als Pfarrer am Kripplein Christi in seiner Vaterstadt Fraustadt in Posen, Verfasser mehrerer weitverbreiteter Erbauungsschriften. Das Lied Nr. 397 dichtete H. während der Pest, welche 2000 Menschen in Fraustadt hinraffte. Die Anfangsbuchstaben der Strophen geben seinen Vornamen Valerius, und außerdem dachte er bei dem Anfangswort der 1. Strophe an das Vale( Lebewohl), welches er der Welt damals täglich zurief. Hermann, Nikolaus, Kantor zu Joachimsthal in Böhmen, Freund seines Pfarrers Matthesius, dessen Predigten ihn oft zu seinen Liedern anregten, † 1561 in hohem Alter. 396. Hermes, Johann Timotheus, 1738-1821, Oberkonsistorialrat und Professor der Theologie in Breslau. 115. Herrnschmid, Johann Daniel, geb. 1675 zu Bopfingen( Württ.), † 1723 als Professor der Theologie in Halle und Mitdirektor der Franckeschen Stiftungen. 11. 327. Hessen- Darmstadt, Anna Sophie Landgräfin von, geb. 1638 zu Marburg, Pröpstin des Stiftes in Quedlinburg, † 1683 als Äbtissin desselben. 188. Heußer Schweizer, Meta, 1797-1876, Frau des Arztes Friedrich Heußer zu Hirzel( 3ürich). 37. 437. Hiller, Friedrich Konrad, 1662-1726, war 30 Jahre lang Kanzleiadvokat in seinem Geburtsort Stuttgart. 427. Hiller, Philipp Friedrich, 1699-1769, geb. zu Mühlhausen a. d. Enz, 1748 Pfarrer in Steinheim, wo er aber bald seine Stimme verlor und dem Amte entsagen mußte, der fruchtbarste Liederdichter Württembergs, Verfasser des weitverbreiteten ,, Geistlichen Liederkästleins zum Lobe Gottes zc." und zahlreicher anderer Erbauungsschriften. 15. 144. 242. 243. 253, 272. 287. 306. 388. 391. 407. 430. Hippel, Theodor Gottlieb von, 1741-1796, zuletzt Bürgermeister und Polizeidirektor in Königsberg. 200. 309. Hoffmann, Gottfried, 1658-1712, Rektor des Gymnasiums in Zittau. 150. 411. Homburg, Ernst Christoph, geb. 1605 zu Mühla in Thüringen, † 1681 als Rechtskonsulent und Gerichtsaktuar in Naumburg. 105. 140. Hopfensack, Johann Christian Wilhelm August, 1801-1874, Gymnasialoberlehrer in Cleve, von 1857 an im Ruhestand. 436. Hülsemann, 1781-1865, Pfarrer zu Elsey in Westfalen und Superinten dent der Synode Iserlohn. 377. 333 Jonas, Justus( eigentlich Jodocus Roch), 1493-1555, eifriger Mitarbeiter Luthers in Wittenberg, später Ephorus in Halle und zuletzt Superintendent in Eisfeld( Koburg). 163. Jung, Johann Heinrich, genannt Stilling, ein Nassauer, 1740-1817, armen Ursprungs, zuerst Kohlenbrenner und Schneider, dann Hauslehrer und Mediziner, als Arzt in Elberfeld berühmt durch Augenoperationen, Professor in Heidelberg und Marburg, † als Geh. Hofrat in Karlsruhe; populärer Schriftsteller. 178. Junkheim, Johann Zacharias, 1729--1790, Ronsistorialrat in Ansbach, gab mit Uz das Ansbacher Gesangbuch heraus. 358. Kayser, Georg Friedrich, 1817-1857, Diakonus in Gernsbach. 68. Kern, Gottlob Christian, 1792-1885, Professor am niedern Seminar in Schönthal, † als Pfarrer in Dürrmenz- Mühlacker. 219. Keymann, Christian, 1607-1662, Rektor in Zittau. Das Lied Nr. 263 ist auf die letzten Worte des Kurfürsten Johann Georg I. von Sachsen ges dichtet, der am 8. Oktober 1656 mit dem Bekenntnis verschied: Meinen Jesum lass' ich nicht." Die Anfangsworte der 5 ersten Strophen bilden diesen Spruch; und wenn man in der letzten Strophe die( fett gedruckten) Anfangsbuchstaben der 5 ersten Zeilen, das Schlußwort der 5. Zeile und die ganze 6. 3eile zusammenliest, so ergiebt sich folgendes: Johann Georg Churfürst zu Sachsen spricht:„ Meinen Jesum lass' ich nicht." Klopstock, Friedrich Gottlieb, 1724-1803, aus Quedlinburg, lebte lange in Kopenhagen und andern Orten, so 1776 in Karlsruhe und starb in Hams burg. 213. 214. 433. 434. 11 Knapp, Albert, 1798-1864, geb. in Tübingen, Stadtpfarrer in Stuttgart, einer der begabtesten und beliebtesten geistlichen Dichter der Neuzeit, Her ausgeber des Liederschakes", einer großen Sammlung von Kirchenliedern. 67. 117. 145. 181. 182. 205. 374. Köthe, Friedrich August, 1781-1850, Professor der Theologie in Jena, dann Oberpfarrer in Altstädt. 198. 220. Krause, Jonathan, 1701-1762, Superintendent in Biegnit. 44. Krizinger, Wilhelm, geb. 1816, Direktor des Lehrerinnenfeminars in Droyffig ( bei Zeit). 155. Krummacher, Friedrich Adolf, geb. 1768 zu Tecklenburg in Westfalen, Pro feffor der Theologie in Duisburg, Prediger in Krefeld und Rettwig, Konsistorialrat in Bernburg, Pastor( zu St. Ansgari) in Bremen, wo er 1845 im Ruhestand starb; Verfasser christlicher Jugend- und Volksschriften( beſ. Parabeln). 80. 90. 179. 291. Küster, Elieser Gottlieb, 1732-1799, Generalsuperintendent in Braunschweig. 199. Kunth, Johann Sigismund, 1700-1779, Superintendent in Baruth ( Sachsen). 431. Lange, Joachim, 1670-1744, Frances Freund, † als Professor der Theologie in Halle. 347. 334 Laurenti, Laurentius( eigentlich Lorenz Lorenzen), 1660-1722, aus Husum, † als Kantor und Musikdirektor am Dom in Bremen. 124. 426. Lavater, Johann Kaspar, 1741-1801, Prediger in seiner Vaterstadt Zürich, ebenso vielseitig und beredt wie von musterhaft christlichem Wandel. 87. 216. 288. Liebich, Ehrenfried, 1713-1780, anfangs Müller, dann eifriger und gelehrter Theolog, starb als Pfarrer von Lomnitz und Erdmannsdorf( Schlesien). 19. 151. 273. 301. 414. Loder, Friedrich Wilhelm, 1757-1823, aus Regensburg, starb als Hof. und Konsistorialrat in Ohrdruf( Gotha). 246. Luther, Martin, 1483-1546, der deutsche Reformator, geb. und gest. zu Eisleben, Professor der Theologie in Wittenberg, Vater und Meister des deutschen Kirchengefanges, schuf seine 37 Lieder teils frei, teils durch Verdeutschung alter lateinischer Hymnen, Umarbeitung vorhandener Gesänge und Bearbeitung von Bibelstellen. 71. 160. 161. 162. 221. Anhang II, 2. Mahlmann, Siegfried August, 1771-1826, geb. in Leipzig, seit 1798 daselbst als Litterat, zuletzt Direktor der ökonomischen Societät. 337. Marot, Samuel, 1770-1865, aus Magdeburg, Mitarbeiter an dem Berliner Gesangbuche von 1829, † als Oberkonsistorialrat und Prediger an der Neuen Kirche zu Berlin. 202. Marperger, Bernhard Walter, geb. 1682 zu Hamburg, Pfarrer in Nürnberg, † 1746 als Oberhofprediger( und Nachfolger Speners) in Dresden nach schweren Leiden und angefeindet wegen seiner versöhnlichen Stellung zu den damals allgemein bekämpften Pietisten. 252. Meister, Christoph Georg Ludwig, 1738-1811, aus Halle, Pastor und theologischer Professor am Gymnasium in Bremen. 114. 371. Menter, Johann, 1658-1734, mit der Zinzendorfschen Familie genau bekannt. † als Pfarrer in Kemnitz( Oberlausitz). 9. 107. 282. Meyer, Johann Friedrich von, 1772-1849, aus Frankfurt a./M., † als Bürgermeister seiner Vaterstadt und Bundestagsgesandter der( damaligen) 4 freien Reichsstädte, aus Neigung theologischen Studien zugewandt und Verfasser einer bekannten Bibelübersetzung. 20. 116. Meyfart, Johann Matthäus, 1590-1642, Professor der Theologie in Erfurt. 419. Möller, Johann Friedrich, 1789-1861, zuletzt Generalsuperintendent in Magdeburg. 159. Mohr, Joseph, Hilfsgeistlicher zu Oberndorf bei Salzburg, wo er das Lied Anhang II, 4 dichtete, † 1848 als katholischer Geistlicher zu Wagram. Moser, Johann Jakob von, 1701-1785, Regierungsrat in Stuttgart, berühmter Professor des Staatsrechts in Tübingen, Professor zu Frankfurt a./O., dann Landschaftskonsulent in Stuttgart, wegen seiner freimütigen Verteidigung der Rechte der Landschaft gegen Herzog Karl 5 Jahre Staatsgefangener auf dem Hohentwiel, nach seiner Loslassung für unschuldig erklärt und hochgeachtet bis zum Tode. Mudre, Johann Friedrich, 1756-1810, Gellerts Schüler, Pfarrer bei Freis berg( Sachsen). 63. 88. 171. 335 Müller, Michael, geb. 1673 zu Blankenburg am Harz, † 1704 als Hofmeister auf Schaubeck bei Kleinbottwar( Württ.). 83. Münter, Balthasar, geb. 1735 in Lübeck, † 1793 als deutscher Prediger in Kopenhagen. 172. 215. 258. 274. Nachtenhöfer, Kaspar Friedrich, 1624-1665, aus Halle a./S., Pastor in Koburg. 75. Neander, Christoph Friedrich, 1724-1802, Pfarrer und Propst zu Gränzhof in Kurland, Herausgeber eines Gesangbuchs für die Kirche dieser Provinz. 230. 359. Neander, Joachim, 1650-1680, Prediger in seiner Vaterstadt Bremen, wegen seines Lobpreises der Herrlichkeit Gottes der Psalmist des neuen Bundes" genannt. 6. 7. 41. 351. 410. Neumann, Kaspar, 1648-1715, † in seiner Vaterstadt Breslau als Pastor, theologischer Professor am Gymnasium und Inspektor der evangelischen Kirchen. 346. 353. 369. 380 Neumark, Georg, geb. 1621 in Mühlhausen,+ 1681 als Sekretär, Bibliothefar und Hofpoet des Herzogs Wilhelm II. in Weimar. 323. Neumeister, Erdmann, 1671-1756, aus üchterit bei Weißenfels, Hauptpastor in Hamburg. 30. 85. 239. 333. Neunherz, Johann, 1653-1737, Oberpfarrer in Hirschberg. Nicolai, Philipp, 1556-1608, ein Hauptkämpfer gegen 125. Papisten" und „ Calvinisten", allezeit streitfertig, zuletzt Pastor in Unna( Westfalen) und seit 1601 in Hamburg. 261. 418. Maste Niemeyer, August Hermann, 1754-1828, Professor, Kanzler der Universität und Direktor der Franckeschen Stiftungen in Halle. 78. 310. Olearius, Johann, 1611-1684, geb. zu Halle, Generalsuperintendent daselbſt und nachher in Weißenfels. 157. 186. 322. Pfeffel, Gottlieb Konrad, 1736-1809, als Fabeldichter bekannt, seit seinem 21. Jahre ganz erblindet, † als Präsident des Konsistoriums in Kolmar. 46. Prätorius, Benjamin, aus Weißenfels, † nach 1668 als Pastor in Großlissa bei Delitzsch. 297. Preiswert, Samuel, 1799-1871, Pfarrer in Baſel. 292. Puchta, Christian Rudolf Heinrich, 1808-1858, † als Pfarrer in Augsburg. Sophidia 82. 232. 366. 372. 394. 13. 86. 196. Rambach, Johann Jakob, 1693-1735, aus Halle, Professor der Theologie daselbst, † als Superintendent und Professor in Gießen. Richter, Christian Friedrich, 1676-1711, aus Sorau, Frances Mitarbeiter als Inspektor des Pädagogiums und Arzt des Waisenhauses in Halle, dem er überhaupt sich völlig widmete. 278. 279. 222. Ringwaldt, Bartholomäus, 1530-1598, aus Frankfurt a. O., starb als Pfarrer zu Langfeld bei Sonnenburg in der Neumark. Rindkart, Martin, 1586-1649, seit 1617 Archidiatonus in seiner Vaterstadt Eilenburg, erlebte hier das ganze Elend des 30jährigen Krieges, half in einem Jahre 4480 an der Pest Gestorbene beerdigen, geriet unter dem Druck der Zeit tief in Schulden, dichtete aber gleichwohl aus Freude über das Ende der Not sein herrliches Dank- und Friedenslied. 2. 336 Rift, Johann, geb. 1607 zu Ottensen, † 1667 als Pastor zu Wedel( Holstein), Stifter einer dichterischen Gesellschaft, des„ Elbschwanenordens", welcher aber bald wieder einging. 59. 72. 119. 139. 208. 224. 349. 362. Rodigast, Samuel, geb. 1649 zu Gröben bei Jena, † 1708 als Rektor des Gymnasiums zum grauen Kloster in Berlin, mit Spener befreundet. 326. Nothe, Johann Andreas, 1688-1758, zuerst 3inzendorfs Patronatspfarrer in Berthelsdorf, konnte sich aber in die Herrnhuter Art auf die Dauer nicht finden und starb als Pfarrer zu Thommendorf bei Bunzlau. 240. 413. Rothen, Johannes, 1797-1876, Schüler des Inspektors Zeller in Beuggen, dann in Basel. 311. Rückert, Friedrich, 1789-1866, geb. in Schweinfurt, Professor in Erlangen. und Berlin, starb auf seinem Gute zu Neuseß bei Koburg; hervorragender Kenner des Morgenlandes, als Dichter ausgezeichnet durch Formvollenduna und Vielseitigkeit. 65. Rutilius, Johann Martin, 1550--1618, † als Archidiakonus in Weimar. 223. Sachse, Christian Friedrich Heinrich, 1785-1860, Hofprediger und Konſistorialrat in Altenburg. 416. Sachsen- Weimar, Wilhelm II. Herzog von, 1598-1662, geb. in Altenburg, † in Weimar, angeblicher Verfasser des Liedes 39. Schade, Johann Kaspar, 1666-1698, Gefinnungsgenosse Franckes und Speners, † als Diakonus in Berlin. 236. 250. Echalling, Martin, geb. 1532 in Straßburg, † 1608 als Prediger in Nürn berg. 260. Scheffler, Johann, 1624-1677, geb. zu Breslau, seit 1649 Leibarzt des Herzogs Sylvius Nimrod von Württemberg zu Öls, wurde 1653 katholisch und nahm bei seiner Firmung den Namen Angelus an( daher Angelus Silesius, d. h. der Schlesier genannt), trat später in ein Minoritenkloster, wurde geistlicher Rat des Fürstbischofs von Breslau und starb im jeſuitischen Matthiaskloster daselbst. 187. 266. 267. 295. Echeidt, Christian Ludwig, 1709-1761, geb. zu Waldenburg im Hohenloheschen, † als Hofrat und Bibliothekar in Hannover. 244. Schent, Hartmann, geb. 1634 zu Ruhla bei Eisenach, † 1681 als Pfarrer in Ostheim vor der Rhön. 53. Schenk von Schenkendorf, Friedrich Ferdinand Gottfried Mar Freiherr, geb. 1784 zu Tilsit, verheiratete sich 1812 in Karlsruhe, Kämpfer und Sänger der Befreiungskriege 1813/15, † 1817 als Regierungsrat in Koblenz. 79. Echiebeler, Daniel, 1741-1771, Kanonikus am Domkapitel Hamburg. 45. 132. Schirmer, Michael, geb. 1606 in Leipzig, Konrektor am Gymnasium zum grauen Kloster in Berlin, † 1673, nannte sich seiner vielen Leiden wegen den deutschen Hiob. 60. 146. Schlosser, Ludwig Heinrich, 1663-1723, geb. in Darmstadt, † als Prediger in Frankfurt a. M. 381. 337 Schmidt, Johann Eusebius, 1669-1745, † als Pastor zu Siebleben bei Gotha. 165. Schmold, Benjamin, 1672-1737, geb. zu Brauchitschdorf( Schles.), Pfarrer und Inspektor in Schweidnig; einer der fruchtbarsten geistlichen Dichter ( 1200 Lieder). 28. 29. 43. 109. 110. 126. 127. 128. 251. 269. 284. 298. 328. 329. 330. 331. 332. 355. 356. 364. 370. 189. 195. 227. 238. 412. 428. 405. 406. Schöner, Johann Gottfried, 1749- 1818, aus Rügheim bei Würzburg, † als Pfarrer in Nürnberg. 302. Schröder, Johann Heinrich, 1666-1699, Pastor zu Meseberg im Magdeburgischen. 276. Schubart, Christian Friedrich Daniel, 1739-1791, Organist und Musikdirektor an verschiedenen Orten, † als Hofpoet und Theaterdirektor in Stuttgart. 32. Schük, Johann Jakob, 1640-1690, zuerst mit Spener befreundet, Nechtskonsulent und Reichsrat in Frankfurt a./M. 8. Schulze, Otto, 1823-1884, Pastor zu Derenburg( Prov. Sachsen). 259. 313. Schwarzburg- Nudolstadt, Ämilia Juliana Gräfin zu, 1637-1706, Gemahlin des Grafen Albrecht Anton, geb. Gräfin von Barby. 402. Selnecker, Nikolaus, 1530-1592, geb. zu Hersbruck bei Nürnberg, Schüler Melanchthons, Pastor und Professor der Theologie in Leipzig, Mitarbeiter an der Konkordienformel. 21. 52. Senik, Elisabeth von, 1629-1679, geb. zu Rantau in Schlesien, einige Zeit Hoffräulein am Hofe zu Brieg, später zu Öls, zuletzt in ernster Burückgezogenheit nur Andachtsübungen und der geistlichen Dichtkunst lebend. 108. Sonntag, Gustav Friedrich Nikolaus, 1788-1858, geb. zu Kandern, Diakonus und Stadtpfarrer zu Müllheim, nach Prälat Hebels Tod 1826 Kirchen- und Ministerialrat in Karlsruhe, fing frühe an in alemannischer und hochdeutscher Mundart zu dichten und war der Verfasser des bisherigen Gesangbuchs, welches er für die Generalfynode von 1834 bearbeitete und nach den Beschlüssen derselben fertigstellte. 420. Speratus( eigentlich von Spretten), Paul, 1484-1551, geb. zu Rottweil, frühe der Reformation zugethan, an mehreren Orten verfolgt, zuletzt von Luther dem Herzog Albrecht von Preußen empfohlen, als dessen Hosprediger und dann Bischof von Pomesanien er der Reformator Preußens wurde und zu Marienwerder starb. Er war der erste, welcher dem Rufe Luthers folgend Lieder für die evangelische Kirche dichtete( 1524). 233. Spitta, Karl Johann Philipp, 1801-1859, geb. in Hannover, † als Superintendent zu Burgdorf, hervorragender und vielgelesener geistlicher Dichter unsers Jahrhunderts( ,, Psalter und Harfe"). 36. 48. 66. 154. 174. 203. 204. 231. 304. 305. 339. 383. 384. 409. 417. Spreng, Johann Jakob, 1699-1768, Pfarrer am Waisenhaus und Profesſor in seiner Vaterstadt Baſel. 390. Stegmann, Josua, 1588-1632, † als Professor der Theologie in Rinteln. 23. Evang. Gesangbuch II. 22 338 Steuerlein, Johann, 1546-1613, geb. zu Schmalkalden, Stadtschultheiß in Meiningen. 361. Strauß, Viktor Friedrich von, geb. 1809 zu Bückeburg, Archivrat daſelbst, dann Geheimerat und Bundestagsbevollmächtigter, jetzt im Ruhestand in Dresden. 122. Sturm, Christoph Christian, 1740-1786, Hauptpastor in Hamburg. 133. 134. 335. 432. Sturm, Julius, geb. 1816, Pfarrer und Kirchenrat in seiner Vaterstadt Köstrik( Reuß i. 2.), mit Spitta der bedeutendste und fruchtbarste Dichter geistlicher Lieder in unserm Jahrhundert. 38. 50. 69. 70. 93. 94. 95. 118. 194. 312. 341. 360. 378. Taddel, Christian Ludwig, 1706-1775, † als Kanzleidirektor in seiner Vaterstadt Rostock. 129. Tersteegen, Gerhard, 1697-1769, aus Mörs, Bandmacher zu Mülheim an der Ruhr, einflußreicher christlicher Schriftsteller und eifriger Pfleger der Erbauung in Privatgemeinschaften. 14. 76. 143. 168. 270. 271. Anhang III, S. 326. Thilo, Valentin, 1607-1662, Professor der Beredsamkeit in seiner Vaterstadt Königsberg. 58. Tiete,( Titius), Christoph, 1641-1703, aus Schlesien, † als Pfarrer in Hersbruck bei Nürnberg. 226. 324. Wackernagel, Wilhelm, geb. 1806 in Berlin, † 1869 als Professor der deutschen Sprache und Litteratur am Pädagogium zu Basel. 367. Waldau, Georg Ernst, 1745-1817, Antistes in Nürnberg. 382. Walz, Johann Leonhard, geb. 1749 in Lörrach, bearbeitete 1787 ein neues badisches Gesangbuch, † 1817 als Oberhofprediger in Karlsruhe. 217. Wegelin, Josua, 1604-1640, aus Augsburg, † als Pfarrer in Preßburg. 141. Wegleiter, Christoph, geb. 1659 in Nürnberg, † 1706 als Dr. der Theologie in Altdorf. 42. Weingärtner, Sigismund, angeblich um 1600 Prediger in oder bei Heilbronn. 316. Weissel, Georg, 1590-1635, † als Prediger in Königsberg. 57. 234. Werlhof, Paul Gottlieb, 1699-1767, Hofmeditus in Hannover. 228. Wessenberg, Ignaz Heinrich Karl Freiherr von, 1774-1860, geb. zu Dresden, katholischer Domherr und Generalvifar, zuletzt Bistumsverweser in Konstanz, aber vom Papste nicht bestätigt, seit Aufhebung des Bistums( 1827) Privatmann, Schriftsteller und Wohlthäter daselbst. 153. Winckler, Johann Joseph, 1670-1722, ein Freund Speners, Konsistorialrat und Domprediger in Magdeburg. 281. Wolf, Jakob Gabriel, geb. 1684 in Greifswald, † 1754 als Hofrat und Professor der Rechte in Halle a./S. 286. Woltersdorf, Ernst Gottlieb, 1725-1761, Prediger in Bunzlau, Mitbegründer und Leiter des dortigen Waisenhauses, starb frühe infolge Überarbeitung. 175. 212. 256. 308. Zeller, Ernst, Albert, 1804-1877, langjähriger Direktor der württembergischen Heil- und Pflegeanstalt Winnenthal. 293. 294. 339 Zimmermann, Johann Christian, 1702-1783, † als Propft zu Ülgen in Hannover. 18.254. Zinzendorf, Nikolaus Ludwig Graf von, 1700-1760, geb. zu Dresden, Gründer von Herrnhut und Stifter der Brüdergemeine( 1727), verbrachte nach vielen Reisen die beiden letzten Lebensjahre ruhig in Herrnhut, wo er auch starb, verfaßte zahlreiche Schriften und dichtete bis ins Alter über 2000 Lieder. 166. 191. 300. Zinzendorf, Christian Renatus Graf von, zweiter Sohn des vorigen, 1727 bis 1752, treuer Gehilfe seines Vaters. 169. Zollikofer, Georg Joachim, 1730-1788, Prediger in Leipzig. 257. Unbekannte Verfasser haben die Lieder: 137. 138( angeblich von Selnecker). 368. 387. 398. 424. 429. Anhang II, 1 183. 185. 197. 207. 325. 342. 352. Lieder- Verzeichnis. Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ Ach bleib mit deiner Gnade. Ach Gott und Herr, wie groß Ach Gott, verlaß mich nicht. Ach Gott, vom Himmel sieh darein 160 Ach sieh ihn dulden, bluten, sterben. 115 Ach wenn ich dich, mein Gott, nur habe. 328 401 Ach wundergroßer Siegesheld 140 Allein Gott in der Höh sei Ehr 156 Alle Menschen müssen sterben Alles ist an Gottes Segen. Amen! Deines Grabes Friede Am Grabe stehn wir stille. Anbetungswürdger Gott An Gott will ich gedenken. Auf, auf, ihr Reichsgenossen Auf, auf, mein Geist, betrachte. 289 Auf Christi Himmelfahrt allein. 141 Auferstanden, auferstanden. 133 Auferstehn, ja auferstehn wirst du 433 Auf Gott und nicht auf meinenRat 334 Auf, ihr Posaunen, das Nahen. 68 Auf, ihr Streiter, durchgedrungen 299 Auf meinen Jesum will ich sterben 404 Auf meinen lieben Gott. 316 Auf, Seele, auf und säume nicht 83 Auf und mache dich bereit 69 Aus Gnaden soll ich selig werden 244 Aus irdischem Getümmel 92 Aus meines Herzens Grunde. 342 Aus tiefer Not schrei' ich zu dir 221 . . Nr. Nr. 21 Behalte mich in deiner Pflege. 291 23 Bei dir, Jesu, will ich bleiben. 203 223 Beschwertes Herz, leg ab die 26 Sorgen 42 Bleibt bei dem, der euretwillen. 204 Brich an, du schönes Morgenlicht 79 ● Christe, du Lamm Gottes, der du 207 432 Christus der ist mein Leben.. 398 trägſt. Christ, sei achtsam, sei bereit. 325 Das alte Jahr vergangen ist. 361 121 Das walte Gott, der helfen kann 386 417 Dein König kommt in niedern 13 Hüllen 65 329 Dein Wort hast du uns, Herr, 59 Barmherziger, laß deiner Gnade 197 Befiehl du deine Wege.... 318 gegeben 220 93 181 Den Blick empor und halte still Der am Kreuz ist meine Liebe. 111 Der du in Todesnächten... 180 Der du trugst die Schmerzen aller 37 Der du zum Heil erschienen Der heilge Christ ist kommen Der Herr bricht ein um Mitternacht 429 Der Herr ist meine Zuversicht. 335 Der Herr ist mein getreuer Hirt 20 Der Sabbat ist vergangen 81 355 Der Tag ist hin, mein Jesu bei mir bleibe ● 351 Dich, Jesum, laff' ich ewig nicht 273 Die Feinde deines Kreuzes drohn 172 Die Finsternis hielt uns gefangen 94 Die Gnade sei mit allen 242 Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi 51. Lieder- Verzeichnis. Nr. Nr. Die goldne Sonne, voll Freud. 344 Erinnre dich, mein Geist, erfreut 130 Die Herrlichkeit der Erden 423 Er kommt, er kommt, geht ihm entgegen. Die hier vor deinem Antlit stehn Die ihr Christi Jünger seid. Dies ist der Tag, den Gott gemacht Dies ist die Nacht, da mir erschienen. Die Sonne sinket nieder Die wir uns allhier beisammen finden.. Dir, dir, Jehova, will ich singen Du bist das Licht von Gott gesendet Du bist der Weg, Wahrheit Ehre sei Gott in der Höhe! Der Herr ist geboren. Du, des Zukunft einst erflehten. Du gehest in den Garten beten 107 Du hast ein ewiges Erbarmen. 218 Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ 208 Du Lebensfürst, Herr Jesu Christ 139 Du, o schönes Weltgebäude Du schaust wohl Christi Leiden an 118 Du Vater deiner Menschenkinder 274 425 ● ● 200 213 77 75 358 Eine Herde und ein Hirt Einen guten Kampf hab' ich.. 399 Einer ist's, an dem wir hangen 182 Eines wünsch' ich mir vor allem andern Ein' feste Burg ist unser Gott. Ein Haupt hast du dem Volk gesandt Ein Jahr geht hin, das andre kommt.. . 169 12 38 90 66 Ein Lamm geht hin und trägt die Schuld 117 161 378 367 100 Ein neues Jahr ist angefangen. 366 Eins hätten wir von Herzen gern 50 Eins ist not! Ach Herr, dies Eine 276 Ein Wort ist mir ins Herz ge= schrieben. 78 179 269 80 Empor zu Gott, mein Lobgesang Endlich bricht der heiße Tiegel. 393 Erfüllt sind Stund und Zeiten. 82 Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort 162 Erhör, o Gott, das heiße Flehn 199 Ermuntert euch, ihr Frommen Ermuntre dich, mein schwacher Geist ● 341 72 Es ist das Heil uns kommen her 233 Es ist genug! So nimm, Herr, meinen Geist. 403 Es ist nicht schwer, ein Christ zu 63 426 sein.. 278 Es ist noch eine Ruh vorhanden 431 Es ist noch Raum! Sein Haus 175 ist noch nicht voll Es ist vollbracht! Er ist verschieden 106 Es kennt der Herr die Seinen. 304 Es kostet viel, ein Christ zu sein 279 . Geht nun hin und grabt mein Grab Geist vom Vater und vom Sohne, Geist, der Heil Geist vom Vater und vom Sohn, Fahre fort, fahre fort, 3ion.. 165 Fortgekämpft und fortgerungen. 288 Freu dich sehr, o meine Seele. 420 Fröhlich soll mein Herze springen 73 Frohlockt dem Herrn, bringt Lob und Dank. 132 Früh morgens, da die Sonn aufgeht 123 415 150 34 35 weihe dir 153 Gelobet sei der Herr, mein Gott 157 Gelobet feist du, Jesu Christ.. 71 Getreuer Gott, wie viel Geduld 18 Gieb deinen Frieden uns, o Herr Gieb Frieden, Herr, gieb Frieden Gott, deine Gnad ist unser Leben 245 Gott, deine Güte reicht so weit 31 Gott der Gnaden, schwer beladen 232 Gott des Himmels und der Erden 343 Gottes Stadt steht feft gegründet 174 Gott hat in meinen Tagen.. 389 Gott ist gegenwärtig 14 342 Lieder- Verzeichnis. Gott ist gefreu! Sein Herz, sein Vaterherz Gott ist mein Hort, und auf sein Wort. 19 192 Gott ist mein Licht! Verzage nicht, mein Herz 338 Gottlob, der Weg ist nun gebahnet 109 Gottlob, ein Schritt zur Ewigkeit 354 Gott, mein Trost und mein Vertrauen. 336 Gott ruft der Sonn und schafft den Mond 365 Gott sei Dank durch alle Welt. 62 Gott Vater, aller Dinge Grund 374 Gott Vater in dem Himmel, sprich 33 Gott, vor dessen Angesichte. 254 Gott will's machen, daß die Sachen 327 Großer Gott, wir loben dich. Großer Hirte deiner Herden 1 171 ● ● Halleluja, jauchzt ihr Chöre.. 135 Halleluja, Jesus lebt. 126 Halleluja! Lob, Preis und Ehr. 158 Halleluja, schöner Morgen. 44 Halleluja, wie lieblich stehn 145 Halt im Gedächtnis Jesum Christ 210 86 0. Heiland, deine Menschenliebe. Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth 206 Heilge Liebe, die du mich 313 Herr, an dir hab' ich gesündigt 230 Herr, dein Wort, die edle Gabe 191 Herr, der du in der Höhe wohnest 228 Herr, der du mir das Leben.. 357 Herr, der du vormals hast dein Land . Nr. • . 375 Herr, die Erde ist gesegnet. 372 Herr, du erforschest mich 27 Herr, du wollst uns vorbereiten 214 Herr, ein ganzer Leidenstag.. 394 Herr, es ist von meinem Leben. 353 Herr, es sei mein Thun und Lassen 387 Herr Gott, dich loben wir, wir preisen . 0 376 Herr Höre, Herr erhöre. 28 Herr Jesu Christ, dich zu uns wend 39 . Nr. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut 222 Herr Jesu, du regierst 183 Herr, laß mich deine Heiligung. 290 Herr, meine Leibeshütte. 407 Herr, öffne mir die Herzensthür 186 Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken. Herr, unser Gott, dich loben wir Herr, vor deinem Angesicht Herr, wie du willst, so schick's mit mir.. Liebe . Hoffe, Herz, nur mit Geduld Hüter Israels, behüte Herzlich lieb hab' ich dich Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen 97 Herz und Herz vereint zusammen 166 Hier Gottes Kinder und dort Erben. 305 Hier ist mein Herz, Herr nimm es hin. Hilf, Herr Jesu, laß gelingen 298 Himmelan geht unsre Bahn Himmelan, nur himmelan 302 Hindurch, hindurch mit Freuden 293 Hirte deiner Schafe 356 Höchster, denk' ich an die Güte. 229 Höchster Gott, wir danken dir 54 Höchster Tröster, komm hernieder 151 Hört das Wort voll Ernst und . . Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Engel Ich armer Mensch, ich armer Sünder. 113 55 45 . 22 260 264 362 89 337 36 76 226 Jch bete an die Macht der Liebe 270 Jch bin bei allem Kummer stille 333 Jch bin ein Gast auf Erden.. 400 3ch.bin getauft auf deinen Namen 196 3ch folge dir, mein Führer 3ch geh' zu deinem Grabe. Ich glaube, daß mit Liebe 91 . 1 3ch habe nun den Grund gefunden 240 ? Ich hab' in Gottes Herz und Sinn 319 127 159 Nr Nr. Staube willkommen König Jesu, streite, siege ... 67 185 3 Ich hab' in guten Stunden. 392 König der Könige, sei uns im Ich komme, Herr, und suche dich 211 Ich sag' es jedem, daß er lebt. 136 Ich schäme mich des Heilands nicht 246 Ich senke mich in deine Wunden 116 Ich finge dir mit Herz und Mund Ich steh' in meines Herren Hand 339 Ich sterbe täglich, und mein Leben 405 Ich und mein Haus, wir sind bereit 383 Ich weiß, an wen ich glaube. 247 Ich weiß, daß mein Erlöser lebet 437 Ich weiß von keinem andern Grunde. Jesu, großer Wunderstern Jesu, meine Freude Jesu, meiner Seele Licht Lieder- Verzeichnis. 241 Ich will dich lieben, meine Stärke 266 Ich will in Gott mich fassen. 340 Ich will streben nach dem Leben 287 Je größer Kreuz, je näher Himmel 330 Jehovah, Jehovah, Jehovah. Jerusalem, du hochgebaute Stadt 419 Jesu, deine tiefen Wunden. 46 98 Jesu, der du meine Seele. Jesu, Freund der Menschenkinder Jesu, geh voran auf der Lebensbahn Jesus lebt, mit ihm auch ich Jesus, meine Zuversicht Jesus nimmt die Sünder an Jesus soll die Losung sein. Jesu, Todesüberwinder In allen meinen Thaten Ist Gott für mich, so trete . ● . 224 216 104 Jesu, meines Lebens Leben 105 Jesus Christus herrscht als König 144 Jesu, Seelenfreund der Deinen. 47 131 424 300 85 265 Fehre wieder, kehre wieder, der du dich 231 Komm, mein Herz, in Jesu Leiden 212 Komm, o heilger Geist, hernieder 155 Komm, o komm, du Geist des Lebens . ... 149 Kommt, Kinder, laßt uns gehen 168 Kommt ins Reich der Liebe.. 308 343 Laß dein mich sein und bleiben 52 Raffet uns im Geiste wandeln. 259 Lasset uns mit Jesu ziehen.. 296 Laß mich, o Herr, in allen Dingen. 257 56 249 267 Laß mir die Feier deiner Leiden 114 Laßt uns nun mit Jesu ziehen Laß, Vater, deinen guten Geist. Liebe, die du mich zum Bilde Liebster Jesu, wir sind hier, deinem Worte nachzuleben. Liebster Jefu, wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren 195 6 Lobe den Herren, o meine Seele 11 Lobt den Höchsten, Jesus lebet. 134 40 Mache dich, mein Geist, bereit. 280 Mach, Herr, ein Herz aus den zweien. 380 Macht hoch die Thür, die Thore weit Meine Lebenszeit verstreicht Meinen Jesum lass' ich nicht Mein erst Gefühl sei Preis und Dank 348 Meines Herzens reinste Freude. 275 239 364 Mein Gott, das Herz ich bringe 250 137 Mein Gott, ich weiß wohl, daß 317 ich sterbe. 406 235 Mein Gott, nun ist es wieder Morgen Mein Gott, weil ich in meinem Leben. 57 408 263 295 58 346 251 30 Mein lieber Gott, gedenke meiner Menschenfreund, nach deinem Bilde 310 Mir ist Erbarmung widerfahren 243 Mir nach, spricht Christus unser Held Mit Ernst, o Menschenkinder 344 Lieder- Verzeichnis. Mit Jefu fang' ich an.. Mittler, alle Kraft der Worte. 112 Nicht daß ich es ergriffen hätte 294 Nicht der Anfang, nur das Ende 284 Nicht Opfer und nicht Gaben 311 Nimm hin mein Herz, Gott, nimm es an 256 Nun bringen wir den Leib zur Ruh' Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund. Nun danket alle Gott und gebet ihm. Nun danket all und bringet Ehr Nun geh uns auf, du Morgenstern Nun gingst auch du zur Sabbatsruh. 122 Nun gottlob, wir stehen hier.. 368 Nun jauchzet all, ihr Frommen 60 Nun laßt uns gehen und treten 363 Nun ruhen alle Wälder.... 350 Nun sind die Kindlein Gott geweiht. 198 Nun so will ich denn mein Leben 271 Nr. Nr. 385 O komm, du Geist der Wahrheit 154 O Lamm Gottes, unschuldig. 96 O lieber Heiland Jesu Christ O felig Haus, wo man dich aufgenommen 395 O süßester der Namen all. O Traurigkeit, o Herzeleid O Vater der Barmherzigkeit, ich falle dir. . 29 9 9 9 9Q ● 225 2 O Welt, sich hier dein Leben 102 Obie freun wir uns der Stunde 48 O wie fröhlich, o wie selig.. 428 O wie mögen wir doch unser Leben. 173 422 4 O wie selig seid ihr doch, ihr Frommen 194 414 Christ, erhebe Herz und Sinn 301 O daß doch bald dein Feuer brennte 384 87 . 119 . 421 Ringe recht, wenn Gottes Gnade 281 Ruhe ist das beste Gut. 236 . Rüstet euch, ihr Christenleute.. 285 Schaffet, schaffet, Menschenkinder 283 Schmücke dich, o liebe Seele.. 209 Schwing dich auf zu deinem Gott 320 Seele, geh nach Golgatha. Seelen, laßt uns Gutes thun Seele, sei zufrieden 110 306 . 331 Seele, was ermüdst du dich.. 286 Seid barmherzig, Menschen! Höret 309 Sei getreu bis an das Ende Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut 297 176 O daß ich tausend Zungen hätte 9 O du allersüßste Freude 147 108 24 du Liebe meiner Liebe Durchbrecher aller Bande.. 277 Gott, du frommer Gott Gottes Geist und Christi Geist 152 O Gott, von dem wir alles haben 369 Haupt voll Blut und unden 101 heilger Geist, kehr bei uns ein 146 Jerusalem, du schöne Jesu Christ, du wahres Licht Jesu, Herr der Herrlichkeit Jesu, Jesu, Gottes Sohn. Jesu, süßes Licht.. flage nicht, wenn dir dein Gott 427 25 So jemand spricht: Ich liebe 373 Gott 307 262 Sollt es gleich bisweilen scheinen 324 347 Sollt ich jetzt noch, da mir schon 258 Sollt' ich meinem Gott nicht 341 singen. 5 . 8 103 Sei mir tausendmal gegrüßet Sei zufrieden, mein Gemüte. 143 332 Selig find des Himmels Erben 434 Siegesfürst und Ehrenkönig Eieh, hier bin ich, Ehrenkönig Sieh uns fertig, gegenwärtig Singet Gott, denn Gott ist Liebe 15 So fliehen unsre Tage hin 41 49 359 Lieder- Verzeichnis. Nr. Sollt' ich meinem Gott nicht trauen 322 Sorge, Herr, für unsre Kinder. 381 So ruhest du, o meine Ruh.. 120 So wahr der Allerhöchste lebet. 390 Steil und dornicht ist der Pfad 303 Such', wer da will, ein ander Ziel 234 Thut mir auf die schöne Pforte 43 Teures Wort aus Gottes Munde 189 Treuster Meister, deine Worte. 187 Überwinder, nimm die Palmen 129 Unsern Ausgang segne Gott Urquell aller Seligkeiten 53 32 Valet will ich dir geben. Vater, deines Geistes Wehen Vater, kröne du mit Gegen Vater, lieber Vater, höre Verwirf mich nicht im Alter. 388 Verzage nicht, du Häuflein klein 164 Volk des Herrn, du hast hienieden 292 Voller Ehrfurcht, doch mit Freuden 215 Vom Aufgang bis zum Nieder● zeit. 314 64 Was wär' ich ohne dich gewesen Weicht ihr Berge, fallt ihr Hügel 238 Wenn Christus seine Kirche schützt 170 Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht. Wenn kleine Himmelserben 397 Wenn mein Stündlein vorhanden 178 iſt. 396 377 Wenn mich die Sünden kränken 99 29 Wenn uns die Feinde kränken. 312 Wer das Kleinod will erlangen 282 Werde Bicht, du Volk der Heiden 88 Werde munter, mein Gemüte Wer Gottes Wort nicht hält und spricht. 349 Wer ist wohl wie..du Wer nur den lieben Gott läßt walten Wer sich auf seine Schwachheit stüzt Wer weiß, wie nahe mir mein Ende gang Von des Himmels Thron 248 Von dir, du Gott der Einigkeit 382 Von Gnade will ich leben. Von Gott will ich nicht lassen. 315 Von Jesu will ich nimmer wanken 268 Vor dir, Todesüberwinder.. 205 177 202 Wach auf, du Geist der ersten Beugen Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin 124 Wach auf, mein Herz, und singe 345 Wachet auf, erhebt die Blicke 184 418 193 Wachet auf! ruft uns die Stimme Walte, walte nah und fern Wann der Herr einst die Gefangnen. 167 345 Warum sollt' ich mich denn 321 grämen Was freut mich noch, wenn du's 272 Was Gott thut, das ist wohlgethan; er giebt 412 Was Gott thut, das ist wohlge326 than; es bleibt gerecht Was Gott thut, das ist wohlge= than; so denken. 370 Was macht ihr, daß ihr weinet 409 Was mein Gott will, gescheh' allWie fliegt dahin der Menschen Beit Wie groß ist des Allmächtgen Güte Wie gut ist's, von der Sünde frei. Nr. Christ. Wie schön leucht't uns der Morgenſtern. 435 Wie Simeon verschieden 16 413 255 84 323 252 402 410 17 253 Wie könnt' ich sein vergessen. 219 Wie schön ist's doch, Herr Jesu 379 261 391 346 Wie soll ich dich empfangen. Wie wird's im ewgen Frühling sein. Wie wohl ist mir, o Freund der Seele Willkommen, Held im Streite Willst du noch länger draußen stehn Bieder- Verzeichnis. • 805 70 360 201 Wir alle, Gott und Vater, bringen 371 Wirf ab des Tages Lasten. Wir flehn um deine Gnade Wir freuen uns, Herr Jesu Christ 138 Wir liegen hier zu deinen Füßen 227 Wir nahen uns, o Gottes Sohn 217 Wir singen dir, Immanuel Wir singen und verkünden. Danke dem Herren, o Seele, dem Ursprung der Güter Herr, dein Licht, dein Schuß, dein 188 。 Nr. Nr. 61 Wir warten dein, o Gottes Sohn 430 Wo Gott der Herr nicht bei uns 436 163 326 Segen 327 Herr Jesu, nimm uns völlig hin 327 Herr, wir kommen zu dem Essen 326 Komm, du Herr des ewgen Lebens 327 Mein Gott, mein Vater und mein Hort 326 237 128 Wohl dem, der Jesum liebet Womit soll ich dich wohl loben Wort des höchsten Mundes Wo willst du hin, weil's Abend ist 352 7 Wunderbarer König 74 95 hält Wohlauf, wohlan zum letzten Gang 2[ n b a n g. Seite. 416 188 10 190 Reuch ein zu deinen Thoren.. 148 3euch hin, mein Kind, denn 411 Gott selbst fordert dich. 3ich uns nach dir, so eilen wir 142 3wei der Jünger gehn mit Sehnen 125 Seite. 325 305 Nun singet und seid froh... 303 O du fröhliche, o du selige.: 304 Speise, Vater, deine Kinder Stille Nacht, heilge Nacht. Vom Himmel hoch da komm' ich her d Wir danken Gott für seine Gaben 326 Elamig Bad ma .304 tistginjo adal of liat adond not 418. stol in hi, Dior Ho not POR nstmas asmui di Bists C. mott 19dniarvedited and roll tball aid and is fun ond 5700 648 mil O திதமிதிக்கு நாம் 1 Christian Jäkle 1890. Inches 1,24 1 Centimetres Blue 3 Cyan 2 4 17 Farbkarte# 13 Green 5 6 3 ¹8 Yellow 19 4 10 Red 11 12 LO 5 13 Magenta 14 () 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8