می کنی go 2222. Gesangbuc für die protestantische Kirche des Königreichs Bayern. KON BAIE HARVARL Verkaufspreis, ungebunden: 38 fr. 1843. Kraft des der allgemeinen Pfarrwittwenkaffe zustehenden Berlagsrechtes dermalen im Berlag der J. E. v. Seidelschen Buchhandlung zu Sulzbach. Go 2922 15 Univ. Bibl. Giessan Privilegium. Wir Maximilian Joseph, von Gottes Gnaden König von Bayern. Nachdem Wir unterm 26. December vorigen Jahrs die Einführung eines neuen Gesangbuches für sämmtliche protestantische Gemeinden Unseres Königreiches genehmigt haben, so finden Wir Uns nunmehr bewogen, zur bessern Begründung einer VersorgungsAnstalt für Pfarrers- Wittwen und Waisen das Pris vilegium auf dieses Gesangbuch sowohl, als auf alle noch erscheinenden liturgischen Schriften zum kirchlichen Gebrauche, so wie auf die protestantischen Religionsbücher zum Unterrichte in Schulen, der zu errichtenden allgemeinen Pfarr- Wittwen- Kaffe zu verleihen. Wir ertheilen daher dieser allgemeinen PfarrWittwen- Kaffe das Recht, die obgedachten Bücher, zur Erzielung der möglich wohlfeilsten Preise und der nöthigen Gleichförmigkeit, ganz allein zu verlegen, zu drucken, auszugeben und feil zu haben, und dieselben durch ihre aufgestellten Kommissionarien im ganzen Königreiche verkaufen zu lassen. Demzufolge verbieten wir allen Unsern Unterthanen, insonderheit aber allen in Unsern Staaten angesessenen Buchdruckern und Buchhändlern, bei Vers meidung Unserer allerhöchsten Ungnade und einer Strafe. von Ein Hundert Dukaten, wovon jedesmal die Hofte Unserer Staats- Kaffe, die andere Hälfte aber er allgemeinen Pfarr- Wittwen Kaffe zufallen soll, sich unter keinerlei Form und Vorwand, weder mittel oder unmittelbar, einen Nachdruck oder Debit gemeldter Bücher und Schriften zu erlauben. Zugleich ermächtigen Wir die allgemeine PfarrWittwen- Kaffe- Administration zur Sicherung dieses Privilegiums, bei verspürten Eingriffen mit Hilfe Unserer Obrigkeiten gegen die Beeinträchtigenden einzuschreiten, die unrechtmäßigen Auflagen wegnehmen zu lassen, und nach den darüber erhaltenen Weisungen damit zu schalten; weßwegen auch, zu Jedermanns Kenntniß und Warnung, die in dem Verlage der Pfarr- Wittwen- Kaffe erscheinenden Schriften mit einem besondern Stempel vor der Abgabe bezeichnet werden sollen. Zu dessen Urkunde haben Wir diesen Brief allerhöchst eigenhändig unterschrieben, Unser königliches geheimes Infiegel aufdrucken lassen, und die Bekanntmachung desselben durch das Regierungsblatt befohlen. Gegeben in Unserer Haupt- und Residenzstadt München den vierten August im Ein Tausend acht hundert und eilften Jahre, Unsers Reiches im Sechsten. Mar Joseph. Graf von Montgelas. Auf königlichen allerhöchsten Befehl, der General Secretar F. Kobell. Inhalt. Erste Abtheilung. Allgemeine Gesänge für den öffentlichen Gottesdienst. Anfang und Schluß des Gottesdienstes Num. 1-11. Sonntag 12-19. Allgemeine Lob, Gesänge 20-36. 20, gemeine Bitten 37-46. 3 weite Abtheilung. Gesänge für kirchliche Feste und Handlungen. 1. Kirchliche Feste. Advent 47-53. Weihnachtsfest 54-66. Jahress schluß 76-78. Neujahrsfest 67-75. Wechsel des Kirchens jahres 79. 80. Fest der Erscheinung Chrifti 81. 82. Passionss zeit 83-119. Ofterfest 120-142. Himmelfahrtsfest 143152. Pfingstfest 153-168. Fest der Dreieinigkeit 169-174. Allgemeiner Bußtag 175-178. Erndtefest 179-183. Res formations und Kirchweihfest 184-188. Geburtstag des Regenten 189-191. $ 2. Kirchliche Handlungen. Taufe 192-198. Confirmation 199-206. Beichts handlung 207-218. Abendmahlsfeier 219-241. Traus ung 242-244. Jubelhochzeitfeier 245. Begräbniß 246-255. 3. Außerordentliche Andachtsfeier. Huldigung 256-258. Fahnenweihe 259. 260. Eins weihung einer Kirche 261. Einweihung zum Predigtamte 262. 263. Einführung eines Predigers 264. 265. Jubels feier eines Predigers 266. In allgemeiner Noth 267, 268. Krieg 269-271. Giegesfeier 272. Friedensfeier 275-275. Inbalt. Theurung 276. 277. Bei ansteckenden Krankheiten und Seuchen 278. 279. VI Dritte Abtheilung. Gesänge über die gesammte christliche Glaubens- und Pflichtenlehre. 1. Chriftliche Glaubenslehre. Gott. Deffen Daseyn, Wesen und Eigenschaften 280316. Schöpfung 317-329. Vorsehung, Erhaltung und Regierung 330- 339. Natur, Würde und Bestimmung des Mens fchen 340-357. Sittliches Verderben des Menschen 358-362. Erldsung 363-372. Wandel Jesu auf Erden 373-382. Heiligung des Menschen Sendung des heiligen Geistes. Siehe Pfingstfest.- Christliche Kirche 383-388. Wort Gottes 389-398. Selbstprüfung, Reue und Bess ferung 399-409. Glaube und seine Wirkungen 410-417. Wachsthum im Guten 418-434. Glückseligkeit des Chris sten in diesem Leben 435-449. COMM Vom Tode 450-464. Auferstehung 465-470. Gericht 471-477. Vom ewigen Leben 478-492. 2. Christliche Pflichtenlehre. Christliches Verhalten gegen Gott. Erkenntniß Gottes 493-495. Ehrfurcht 496-498. Der Eid 499-501. Demuth 502. 503. Freude an Gott und Liebe zu ihm 504-507. Streben nach Aehnlichkeit mit Gott 508. Gehorsam 509-511. Treue 512. 513. Danks barkeit 514. 515. Vertrauen 516-534. Geduld und Ers gebung 535-543. Gebet 544-551.( Lob Gottes 20-36.) Gesinnungen gegen Jesum 552-562. Christliches Verhalten gegen uns selbst. Achtung für Menschenwerth 563. Vernünftige Selbstliebe 565. Selbstschätzung 566. 567. Sorge Selbstkenntniß 564. Inhalt. für die Seele 568-570. Streben nach gend 571. Menschen 574. Selbstbeherrschung 572. 573. Einsamkeit 575. Wachsamkeit 578-580. Weifer Gebrauch der Zeit 581-586. Sorge für Leben und Gesundheit 587. 588. Måßigkeit 589591. Arbeitsamkeit und Berufstreue 592-595. Keusch, heit 596. 597. Vernünftige Ehrliebe 598. 599. Weiser Ges brauch irdischer Güter 600-604. Zufriedenheit 605-609. Muth und Gelaffenheit im Leiden 610-616. Chriftliche Todeserinnerung 617-622. VII Weisheit und Tus Umgang mit guten Gewissenhaftigkeit 576. 577. Christliches Verhalten gegen den Nächsten. 1. Allgemeine Pflichten. Menschenachtung und Menschenliebe 623-631. Sors ge für die geistige und sittliche Wohlfahrt des Nächsten 632-634. Sorge für des Nächsten Leben und Gesunds heit 635. 636. Sorge für des Nächsten Ehre 637-639. Gorge für des Nächsten Eigenthum 640. 641. Gerechtigkeit und Billigkeit 642-644. Aufrichtigkeit und Wahrheitss liebe 645. 646. Verschwiegenheit 647. Gemeinnüßigkeit und Dienstfertigkeit 648. 649. Theilnahme 650-653. feligkeit 654. 655. Friedfertigkeit und Duldsamkeit 656-658. Versöhnlichkeit 659-661. Fürbitte 662. 663. Wohlthätigs feit 664-667. Dankbarkeit 668. 669. Freundschaft 670. 671. Verhalten gegen das Alter 672. Leuts 2. Pflichten in besondern Verhältnissen. Hausliche Gesellschaft 673. Ehegatten 674. 675. Heltern 676-679. Kinder 680. 681. Herrschaften 682. 683. Dienende 684. 685. Bürgerliche Gesellschaft 686. Vaterlandsliebe 687. 688. Obrigkeit 689. 690. Unterthanen 691. 692. Vaterlandsvertheidiger 693. Fürbitte für den König 694. ( 189-191.) Der Kirchliche Gesellschaft. Lehrer und Zuhörer 695. 696. Schullehrer 697. Vor dem Schulunterricht 698. Nach der Schule 699. Bei der Schulprüfung 700. Inhalt. Vierte Abtheilung. Gefange in besondern Zeiten und Lagen, hauptsächlich für die Privaterbauung. Abendlieder 714 729. Morgenlieder 701- 713. Jahreszeiten 730-733. 750. 751. Saatzeit 734. Witterung 735741. Geburtstag 742. 743. Jugend 744. 745. Reifere Jahre 746. 747. Alter 748. Kummervolles Alter 749. Reife Armuth 752. 753. Bei großem Verluste 754. Krankheit 755-757. Genesung 758. 759. Fürbitte für Abwesende 760. Fürbitte für Sterbende 761-763. Cod des Gatten 764. Tod der Gattin 765. Tod der Kinder 766-768. Tod der Aeltern 769. Tod geliebter Freunde 770. Andenten an Vollendete 771-773. Der sterbende Chrift 774. 775. 310 VIII — Erste Erste Abtheilung. Allgemeine Gesänge für den öffentlichen Gottesdienst. Anfang des Gottesdienstes. Mel. Komm heil'ger Geist, im Staub ein Fremdling ist! Herre 2c. unserm I. Erheb' uns zu dir, du, lande hinauf die hohe Seele steigen, hinauf zu Gott, hin. auf zu Gott! der ist, und war, und seyn wird, Ewiger! Du Uner forschter, und Bekannter! Du aller Himmel Erstaunen! Vor Mel. Liebster Jesu, wir sind zc. dem sein Snie der Cherub 2. Herr, vor deinem Anbeugt, und nieder seine Krone wirft! O du, vor dem bald Sünder weinen, bald Lobgesang zu stammeln wagen, Unendlicher, Unendlicher! gesicht hat die Andacht uns versammelt. Ach verwirf die Bitten nicht, die dein Volk dir, Höchster, stammelt! Hör' auf unsre schwachen Lieder, und sieh gnädig auf uns nieder. 2. Entreiß uns der Welt; weck' uns auf von unsrer Eitelkeiten Traum! Es ruh' auf uns des Sabbats Stille, damit im Himmel wir wandeln! O sey, wie du verheißen haft, Versöhner, mitten unter uns! Denn, sieh, in deinem großen Namen sind wir versammelt, anzubeten, o du, der uns bei Gott vertritt. 3. Es fliehe von uns, was die Welt nur angeht, und nicht ewig ist! Zu klein sey hier im Heiligthume uns je der Erdegedanke! Hier fühl' es unsre Seele ganz, daß sie 2. Laß dein Wort, das hier erschallt, viele gute Früchte bringen, und mit göttlicher Gewalt tief in unsre Seelen dringen. Laß es unsern Sinn erneuen, und des Irrthums Nacht zerstreuen: 3. Daß, von Eifer ganz entbrannt, wir, was du bes fohlen, üben, dich und den, den du gesandt, Jesum Christum, herzlich lieben; daß kein Schmerz und keine Freude uns von deiner Liebe scheide. 1 2 Allgemeine Gesänge bei dem Anfange des Gottesdienstes. Eigne Melodie. nem Licht von Angesicht zu Angesicht. 3. Liebster Jeft, wir find himmelpreist, dir, Vater, 4. Gott, den Erd' und hier, um dein heilig Wort zu hören; schenk uns Andacht und Begier zu den süßen Himmelslehren, daß die Seele von der Erde ganz zu dir gezogen werde! deinem Sohn und Geist, dir, der mit Hülf uns gern ers freut, sey Lob und Preis in Ewigkeit! Mel. Herr, du regierst, deß als les 2c. 2. ſchaft bleibt mit Finsterniß 5. Sen uns gesegnet, Tag der stillen Feier! Du heil'ger Tag, sey unserm Herzen theuer! Erfüll' mit An dacht uns, Gott zu verehren, sein Wort zu hören. umhüllet, wenn nicht deines Geistes Kraft uns mit Licht von Gott erfüllet. Gutes den ken, Gutes dichten wollst du selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herrlichkeit! Ficht vom Licht aus Gott geboren! Mach' uns Alle jetzt bereit; öffne Herzen, Mund und Ohren! Unser Hören, Beten, Singen, laß, Herr Jesu, wohl gelingen. Mel. Aus deiner Quelle, Schö, pfer zc. 4. D Vater, send' uns deinen Geist, der, wie dein heilig Wort verheißt, mit seiner Gnabe uns regiert, und auf den Weg zur Wahrheit führt. 2. Eröffne deinem Lob den Mund, und mach' uns deinen Willen kund; rühr' unser Herz, stårk' den Verstand, so wird dein Name recht bes kannt. 3. Halleluja! Einst fingen wir, Gott, heilig, heilig, heilig dir, und schauen dich in dei 2. Sein Wort ist Ruf zur Pflicht, zum höhern Leben! uns, frei von Erdgeschäften, zu erheben zur Ewigkeit, in unentweihter Stille ist Gottes Wille. 3. D'rum soll uns nichts, was irdisch ist, zerstreuen. Wir wollen nur des ew'gen Heils uns freuen, und uns zum Glauben und zu guten Wers ken auf's Neue stärken: 4. Daß wir nach immer höh'. rer Tugend ringen, stets freus dig unser Tagewerk vollbrin gen, und reich an Thaten, mit dem Ruhm der Frommen, zum Vater kommen. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele zc. 6.3eig Jeige dich uns ohne Hülle; from' auf uns der Gnade Fülle, daß an diesem Gottestage unser Herz der Allgemeine Gesänge bei dem Schlusse des Gottesdienstes. 3 Welt entsage; daß, o du, der starb, vom Bösen uns Gefallne zu erlösen, daß die glaus bende Gemeine mit dem Va ter sich vereine! Grab einst höre, sind's nicht Ueberwinderchore? Feiernd. tragen sie die Palmen: ihr Triumph erschallt von Pfal. men. Herr, du selber wollst mich weihen diesem Sabbat deiner Treuen! 2. O, daß frei von Erde burden und der Sünde Lasten würden unsre Seelen: 4. Decke meiner Blöße unser Wille sanft wie diese Schande mit dem festlichen Cabbatsstille! daß in deines Gewande deiner Unschuld, daß Himmels Höhen wir von fern am Tage deines Mahls ich den Aufgang sähenjeneslichts, froh es wage, dort zu wandas dann verkläret, wann der Sabbat ewig währet! 3. Was ich strahlen seh' am Throne, ist es nicht der Sie ger Krone? Was ich über'in deln, wo voll Gnaden deine Schaar du eingeladen; wo nicht mehr die Streiter rins gen, wo fie Siegeslieder singen. Schluß des Gottesdienstes. Me 1. Nun danket alle Gott zc. 7. Dir, unserm Gott, fey und Geist. Lob für deines Wortes Leb dein Wort verheißt, dein Fried' in Ewigkeit, o Vater, Sohn ren! Sündern du Eigne Melodie. en fich ernstlich zu bekehren; 8. Es woll' uns Gott geBetrübten gabst du Trost, den Schwachen Muth und Straft, und Lust zur Heiligung in ih rer Pilgrimschaft. 2. D segne nun dein Wort durch deines Geistes Stärke, um Jesu willen, stets mit Früchten guter Werke; daß unser Glaube dir bis in den Tod getreu, und immer thdtiger durch wahre Liebe sey. nådig seyn, und seinen Segen geben. Sein Antlitz uns mit hellem Schein erleucht' zum ew'gen Leben; daß wir erkennen seine Werk', und was ihn liebt auf Erden, auch Jesus Christus Heil und Stärk' bekannt den Heiden werde, und sie zu Gott bekehre. 3. Gib, Gott, daß wir dich stets als Kinder fürchten mdgen, daheim und in der Welt, auf allen unsern Wegen! Dein Segen sey mit uns, den uns 2. So danken Gott und loben dich die Völker überalle, und alle Welt, die freue sich, und sing' mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist und läßt die Sünd' nicht 1* Allgemeine Gesänge bei dem Schluffe des Gottesdienstes. Werke; segne jeden in der Noth mit Geduld, mit Trost und Stärke, daß wir, seines Sohnes Erben, ihm nur les ben, ihm nur sterben. walten. Dein Wort die Hut, und Weide ist, die alles Volk erhalten in rechter Bahnt zu wallen. 3, Es danke Gott und lobe dich das Volk in guten Thaten! Das Land bring' Frucht Eigne Melodie. en beffre fich, bein Wort 10. Jehova, Jehova, Je und laß wohl gerathen. Uns segne Vater und der Sohn, uns hova! fegne Gott der heil'ge Geist, Ehre, dem alle Welt die Ehre thut, vor ihm sich fürchten aller meist, und sprecht von Her. zen Amen. D. M. Luther. Deinem Namen sey Macht und Ruhm. Amen! Amen! Bis einst der Tempel dieser Welt auf dein Wort in Staub zerfällt, soll in unsern Hallen das Heilig! Heilig! Heilig! erschallen. Halleluja! Halleluja! Mel. Liebster Jesu, wir sind hier zc. 9. Gott sey Preis und Dank gebracht! Denn nun was haben wir vernommen, die Sünder selig macht, Gottes Wort, den Trost der Frommen; Lehren, die zu guten Werken unsern schwachen Glauben stårken. 2. Unser Gott erhört Gebet, gibt uns seinen Vatersegen; wer nur seine Wege geht, findet Heil auf seinen Wegen. Laßt uns denn, ihm zu gefallen, freudig diese We. ge wallen. 3. Seine Liebe müsse sich immer mehr uns offenbaren, und die Seinen väterlich vor der Sündenlust bewahren; daß wir nie von ihm uns trennen, ihn bis in den Tod bekennen. Mel. Wohl mir, Jeſus meine sc. II. V II.Vater, bir fen Preis und. und Ehre, dir sey Lob Dank gebracht: Dank und Preis für jede Lehre, die uns weiser, besser macht! Laß uns jede still erwägen, und sie still in's Herz uns prägen. 2. Daß wir hier zufrieden leben und einander gern erfreu'n, stets nach deinem Beis fall streben, und den kleinsten Fehltritt scheu'n; mit Geduld Beschwerden tragen, und im Leiden nicht verzagen. 3. So laß auf der Tugend Wegen uns durch dieses Leben geh'n, dankbar froh in deinem Segen deine Vaterhuld uns seh'n. Laß uns treu den Lauf 4. Unsern Ausgang segne vollbringen, und den Preis Gott, unsern Eingang, unsre am Ziel erringen! Sonntag. Sonntag. Mel. Es ist ein Gott! Vers get Leid und Freude bir den zc. 12. An deinem Thron, Preis. Allmächtiger! sinkt die Gemeine nieder. Du wirst ihr immer herrlicher! Denn durch Gebet und Lieder prüft sie ihr Innres; und dein Licht erquickt sie, wie dein Wort ver, spricht, und scheint auch heut' uns wieder. 3. Hier, wo, beseelt von gleichem Triebe, ein frommes Feierlied das andre hebt, und Alles, voll von deiner Liebe, in hohem Himmelsfinne lebt und webt- wie stärkt und tröstet hier, wie weihet mich der heil'ge, felige Gedank' an dich! 4. Verkläre dich aus deis nem Worte, o du, des Lichtes Quell! auch heut' uns ganz. Nicht hier allein, an jedem Orte umstrahl'uns deiner ew's gen Wahrheit Glanz; in Lieb' und Glauben froh uns dir zu weih'n, dein Tempel, Heil'ger, überall zu seyn. 2. Und so erfleh'n wir denn vereint, was du so oft uns schenktest- Trost, Trost für de, der vor dir weint! und dem du Freuden schenktest, sich recht zu freu'n, Gefühl und Kraft! und Frieden dem, der Gutes schafft, seit du zu dir thn lenktest. Mel. Dir, bir, Jehova, willich xc. 13. Dich preifen, Herr, Gesang und Lieder in all den tausend Stimmen der Natur; und Erd' und Himmel tönt sie wieder, nicht die nach dir genannte Ståtte nur. Dein großer Tempel ist die weite Welt, ist jedes Herz, das, Heil'ger, dir gefällt. 2. Doch voller noch strömt uns dein Segen, wie reich er auch den stillen Beter lohnt, in Gnad' und Wahrheit hier entgegen, wo deines Namens Ehre sichtbar thront. Hier fleht die Jugend, und hier banft der Greis; hier brin5 Mel. Herr, du regierst, daß als 2c. 14. Dies ist der Tag, zum Segen eingeweiher. Ihn feiert gern, wer deiner, Gott, sich freuet. O laß auch mich mit Freuden vor dich treten, dich anzubeten. 2. Dich rühmt der Lobges fang der Himmelsheere. Auch unser Tempel schallt von deiner Ehre. Laß Aller Lob, laß das Gebet von Allen dir wohlgefallen. 3. Wie freu' ich mich die Stätte zu begrüßen, wo heiliger Erkenntniß Quellen fließen, und wo dein Ruhm, o Herr, von tausend Zungen froh wird befungen! Sonntag. 6 4. Vergebens lockt die Welt zu ihren Freuden. Mein Geist soll sich am Anschau'n Gottes weiden; das heil'ge Wort, das feine Boten lèhren, mit Andacht hören. 5. Mit Ehrfurcht will ich, Höchster, vor dich treten. Ich weiß, du liebst, die kindlich zu dir beten; und willst, was wir zum wahren Heil begehren, uns gern gewähren. 6. O laß auch heute deinen Geist mich lehren, und von der Sünde mich zu dir bekehren. Regiere mich, daß meine ganze Seele dich, Herr, erwähle. 7. Dein Tag sen mir ein Denkmal deiner Güte; sey mir voll heils, und lenke mein Gemüthe auf jenen Trost, den uns dein Sohn erworben, da er gestorben. 8. Dich bet' ich an, du To. desüberwinder, der du an diesem Tag zum Heil der Sünder, die, fern von Gott, in Todesschatten saßen, dein Grab verlassen. 9. Dein Siegstag ist ein Tag des Heils der Erde. Gib, daß er immer heiliger mir werde. Lob sey, Erldser, deinem großen Namen auf ewig! Amen. vor dir oft und gern erscheis nen? Du erfreuft unsern Geist, wenn wir vor dich tre. ten, Herr, dich anzubeten. 2. Groß ist überall dein Ruhm, wo nur Wesen den. ken. Dieses Tempels Heiligthum kann dich nicht beschrän ken; doch auch hier strömt von dir deiner Gnade Segen deinem Volk entgegen. 3. Von dem Weltgeräusch entfernt, das uns oft zerstreuet, fühlt hier unser Geist. und lernt, was ihn stets ers freuet. Eitles Glück weicht zurück vor den höhern Gaben, die die Seele laben. 15. Froh verfammelt find wir hier, froh, Herr, als die Deinen. O wer wollte nicht 4. Unser Herz erweitert sich, wenn wir Menschen sehen, die hier still und feierlich mit uns vor dir stehen. Jeder nennt und bekennt, trotz dem Wahn der Spotter, dich, den Gott der Götter. 5. Jeden zieht ein sanftes Band hin zu seinen Brüdern. Alle fühlen sich verwandt, Hohe mit den Niedern, Freund und Feind sind vereint, dich, durch den sie leben, dankbar zu erheben. 6. Hier wird Christensinn geweckt, Licht und Trost vers breitet, mancher Sünder auf. geschreckt und zu dir geleitet; Noth und Schmerz lernt das Mel Mache dich, mein Geist ic. Herz hier gestärkt ertragen, ohne zu verzagen. 7. Ja, dein Wort, das hier ertönt, ist das Wort des Le, bens. Er, der uns mit dir Sonntag. versöhnt, sprach es nicht ver. gebens. Selig ist, jeder Christ, der es achtsam höret und durch Tugend ehret. 8. Gott, wir wollen oft und gern dich im Tempel preisen, und hier Jesu, unserm Herrn, dankbar uns beweisen. Er allein soll es seyn, den sich unfre Seelen stets zum Füh. rer wählen. Eigne Melodie. 10. Sa a, Tag des Herrn, du sollst mir heilig, ein Fest tag meiner Seele seyn; gleich jenen ersten Christen heilig will ich den Tag der Ruhe weih'n. Weit weg von allen eiteln Dingen, zum Himmel foll mein Geist sich schwingen. Ja, Vater, fröhlich feir' ich heut' den Festtag der Unsterblichkeit. 2. Sey stark und triumphir', mein Glaube, nun weiß ich, daß du Wahrheit bist! Emporgeschwungen aus dem Staube des Todes hat sich Jesus Christ. Wo ist nun der Triumph des Spottes? Ja, Wahrheit find, und Wor, te Gottes find deine Worte! Ja, du bist der Sohn des Hochsten, Jesus Christ. ? ben mir erworben; fein Sterb licher, du bist gestorben; du auferstanden, Herr und Gott, du, der der Welt zu seyn gebot! 4. Und diesen Tod, und dieses Leben des Sohns, des Herrn der Herrlichkeit, das sollte nicht mein Herz erhe. ben? dem sång' ich keine Lies der heut'? Wer ist im Himmel und auf Erden werth. mehr, als du, geehrt zu wers den, Erbarmer Jesus? Ich bin dein; und sollte keinen Dank dir weih'n? 5. Ja, mit den heiligen Ge. -meinen, die heut' vor deinem Antlitz steh'n, soll meine See. le fich vereinen, Herr, deine Liebe zu erhöh'n. Wo sich die Heiligen versammeln, will ich dein Lob mit Ehrfurcht stammeln. Dort fing' ich in der Engel Chor mein frommes Lied zu dir empor! 3. Unbeten darf ich nun mit Freuden, von ganzer Seele, Jesus, dich; nicht eines Men schen Tod und Leiden war dein Schmerz und dein Tod für mich. Der Sohn hat Le. 6. An diesem Gott geweih, ten Orte erschallt der Gnade. Stimme mir; ich höre, Jesu, deine Worte, und stille seufzt mein Herz zu dir. Da wirst du Lehrer mir und Tröster; da kann ich mich, ich dein ErIdster, Gottheiland, deiner Lies be freu'n, da lern' ich dir er. gebner seyn. 7. Die Schriften Gottes still zu lesen, ist heut' mein Glück und meine Pflicht. Wie blind wär' ich, allweises We. sen, verwürf ich diesen Un. terricht! Nein, nein, mit ein. 8 Sonntag. faltvoller Seele erforsch' ich, Vater, die Befehle, die lauter Licht und Leben sind, mit Dank und Demuth, als ein Kind. 8. Und sammeln sollst du in der Stille, mein Geist, vor deinem Schöpfer dich! Da frage dich: was sucht mein Wille? Was quält, und was belustigt mich? Da, da ergründe dein Bestreben! Wieg' alle Reden! Prüf dein Les ben! Da, Seele, wenn du redlich bist, vergleiche dich mit Jesus Chrift! fer, eilen, um deinen Schmerz mit dir zu theilen! Du sollst in meinen Armen ruh'n! denn Sabbatsfei'r ist Gutes thun. 10. Und ferne soll von meinem Munde heut' jede eitle Rede seyn. Nein, keine Gott bestimmte Stunde will ich dem Land der Erde weih'n. Kein Weltbesuch soll mich zerstreuen; mit Frommen soll mein Herz sich freuen; und blieb' ich einjam und allein, in dir, Gott, würd' ich fröhlich seyn. 12. Tag des Herrn! du Tag der Wonne, du Tag des Segens für mein Herz! zur Andacht ruf die Morgensonne, und zieh die Seele him. melwärts! Gott! segne mets ne Andachtsfe: erfüll' mit deines Geistes vulle, mit deis nes Angesichtes Glanz mich heut', o Jesus Christus, ganz. Mel. Es ist ein Gott! Vers ne Sünden, die du vielleicht 17. euch mich, Heis noch nie bereut, mit tiefer Neue zu empfinden, bis Gott dein traurend Herz erfreut. Da, da erwåg' des Vaters Güte; da dank mit Freude, mein Gemüthe, dem Vater der Barmherzigkeit! Ja, tief im Staube dank' ihm heut'! liger, zu dir, am Tage deiner Ehre! Gib, daß ich heut? mit Lernbegier dein Wort erkenn' und höre. Laß diesen Ruhe. tag allein dir, o mein Gott, geheiligt seyn; geheiligt deis nem Ruhme! 2. Es freue meine Seele fich, hin in dein Haus zu ges hen. Dein göttlich Wort ers leuchte mich; laß schmecken mich und sehen, wie freund. lich du, mein Vater, bist, wie dein Gesetz nur Liebe ist, und selig, wer dir folget. 3. Dann, wann der Wahrheit Lehrer mir den Weg zum Himmel zeigen, dann laß mein Herz empor zu dir in heißer Andacht steigen. Gib Lernbegier, Lust und Verstand, daß mir dein Wille recht bekannt, dein Rath mir heilig wer. 11. Als fanfter, brüderlicher Trister, will ich, Verlaffner, zu dir geh'n; o mehr als je, du Hülfentblößter, soll heut' mein Herz dir offen steh'n! Mit Freuden will ich, Kran. de. Sonntag. 4. Gib, daß des Geistes Wort und Kraft mein ganzes Herz durchdringe, und ich treu und gewissenhaft, was er mich lehrt, vollbringe. Laß mich durch seinen Unterricht stets eifriger in meiner Pflicht, im Glauben stärker werden. 5. So wird dein Tag, o Vater, mir ein Tag des Segens werden; to seh' ich und empfind' in dir den Himmel schon auf Erden; so werd' ich nach der Prüfungszeit zur Ruh' in deiner Ewigkeit, zu deinem Anschau'n kommen. Me 1. Aus deiner Quelle, Schö 18. Seht, aus des Himmels goldnem Thor tritt unfer Feiertag hervor; der Tag des Herrn! Sein Angesicht umstrahlet hoheshimmelslicht. 2. Wohl heißest du ein Tag des Herrn!. Er labte und erquickte gern; und heiligte in Licht und Kraft die niedre Er denpilgerschaft. 3. Sey uns willkommen, Tag der Ruh'! Den Müden hauchst du Labung zu; du sens kest Andacht in das Herz, und hebst es fröhlich himmelwärts. 4. Du bist der Sonne Tag und Bild! wie sie mit Glanz die Erde füllt, so beut dein holdes Angesicht dem höhern Sinne Freud' und Licht. 5. Ein Engel Gottes, brin. gest du der stillen Erde Fried' und Ruh', und schwebeft auf 9 der Himmelsbahn den Mühe. tagen hehr voran! 6. hebe du mein sehnend Herz zur Geisterheimath him. melwärts! Einst, durch der Morgenrothe Thor, ein En gel, schweb' auch ich empor. 10. Wir Mel. Dir, dir, Jehova, will ich zc. fingen hier der Andacht Lieder, von Er.. denlast und Erdentande fern; verbunden, wie des Leibes Glieder, wir, frohe Untertha. nen Eines Herrn. Gestärkt, geweiht erhebet sich der Geist, der Gott in der Gemeine feiernd preist. 2. Preis dir, Vater in der Höhe! Du nährst den Wurm, du zählst des Menschen Haar; und wägest Urbeit, Glück und Wehe mit Weisheit, Macht und Güte jedem dar. Auf dich zu schauen mit Vertrau'n und Dank, erwecke uns der fromme Lobges sang. 3. Wir schmachten, ach! wir kämpfen, ringen, aus unsers Staubes irrer Dunkelheit, zu hellerm Licht empor zu dringen; zu Gottes Frieden, zur Vollkommenheit. Zu kämpfen nimmer matt und nimmer bang, begeistre uns der weis hende Gesang. 4. Wir forschen hier: was kann auf Erden, was soll der Gotteshauch im Staube hier; wir wünschen beiliger zu wer 10 Allgemeine Lebgesänge. deslied mit Himmelsvorgefühl. ben, und immer ähnlicher, triumphirend unser Ziel dasTo. o Vater, dir. Des Herzens Sehnsucht macht im Lied' der Mund, sie mit erweckend, unfern Brüdern kund. 6. So faltet betend eure Hände; so preist, auch für des Lieds Geschenk, den Herrn. Und mahnt ein Lied an's Lebens Ende, so hört auch dann sein Wort des Ernstes gern. Vollendet einst, o Gott des Lebens, preist dich herrlicher im Engelchor der Geist. 5. Des Saatkörns Hüllen nur vergehen, die Keime drin. gen fiegend in die Luft: So steigt der Geist zu reinern Hd hen, sinkt einst der Leib hin in die Modergruft. Es feiert Ullgemeine Lobgesänge. Eigne Melodie. Zweiter Chor. err Gott, dich lo. Herr Gott, wir danken ben wir! dir! ehrt die Welt weit und breit. und was da dienet deiner Ehr', singen immer mit hoherStimm': Heilig ist unser Gott! Chdre. 20. H Erfer Chor. Dich, Vater, in Ewigkeit, Al' Engel und Himmelsheer, Auch Cherubim und Seraphim, Heilig ist unser Gott, Beide Heilig ist unser Gott, Erfer Chor. Dein gåttlich macht und Herrs lichkeit Der heiligen zwölf Botenzahl, Die theuren Mårtrer allzu mal Die ganze werthe Christenheit Dich, Gott Vater, im höchsten Thron, Den heiligen Geist und Trd. ster werth, der Herre Zebaoth! Zweiter Chor. geht über Himmel und Erden weit. und die lieben Propheten all', loben dich, Herr, mit großem Schall. rühmt dich auf Erden allezeit: deinen rechten und einigen Sohn. mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. Gott Vaters ewiger Sohn du bift. Du König der Ehren, Jesu Christ, Der Jungfrau Leib nicht hast verschmäht, zu erlösen das menschlich' Ge. schlecht. Du hast dem Tod zerstört sein und alle Christen zum Himmel Macht, bracht. Allgemeine Lebgesänge. Erfier Chor. Zweiter Chor. Du sitz'st zur Rechten Gottes mit aller Ehr' in's Vaters gleich, Reich. Ein Richter du zukünftig bist, Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, Laß uns im Himmel haben Theil Hilf deinem Volk, Herr Jesu Christ, alles, das todt und lebend ist. die mit deinem theuren Blut erlöset seyn. Wart' und pfleg' ihr zu aller Zeit, Täglich, Herr Gott, wir loben dich, und ehr'n deinen Namen stetig lich. Behüt' uns heut', o treuer Gott, für aller Sünd' und Missethat! Sen uns gnädig, o Herre sey uns Gott, gnädig in aller Noth! Zeig' uns deine Barmherzig, wie unser keit, Singt ihm ein Lied in seinem Heiligthume! Er, der vom Himmel auf euch sieht, erschuf euch, ihm zum Rühme. Ihn zu verehren, send ihr da; Gott, der von Ewigkeit euch sah, kennt Herzen und Gedanken. Der Herr ist heilig; er allein will aller Menschen Vater seyn, und jeder soll ihm danken. mit den Heiligen im ewigen Heil. und segne, was dein Erbtheil ist. 2. Der Engel preist ihn, jauchzend nennt ihn uns das Heer der Sterne. Der Mensch, und heb' fie hoch in Ewig, Feit. Beide Chore. Auf dich hoffen wir, lieber Herr, in Schanden laß uns nimmermehr. Amen. D. M. Luther. Eigne Melodie. der ihn nur schwach erkennt, ehrt aus 21. Der Herr ift Gott! Ihm jauchzen tief in Staub und Gruft, auf weiter See, hoch in der Luft, beglückter Wesen Heere. Der Sonne strahlenreiche Pracht, das blaffe Licht der stillen Nacht verkün. digt Gottes Ehre. Hoffnung zu dir steht. 3. Der Herr vergibt uns unsre Schuld, läßt Gnade uns verkünden, trägt unsre Schwachheit mit Geduld, und tilget unsre Sünden. Er straft und er verschont zu. gleich; der Herr ist Gott, sein ist das Reich; er hört der 12 Allgemeine Lobgesänge. Frommen Gehnen. Er segnet fie; wenn Unfall droht, er löst er sie von Sorg' und Noth, und zählet ihre Thrånen. 4. Jauchzt, Völker, jauchzt: Gelobt sey Gott! Preist ihn durch frohe Lieder! Jauchzt, Berge, nach: Gelobt sey Gott! Ihr Thåler, hallt es wieder: Gelobt sey Gott! Voll Lust und Dank soll unser hoHer Lobgesang den Herrlichen erheben! Der Frevler zittre! Neuer Muth und frommer Andacht heil'ge Gluth soll un. ser Herz beleben! - ren Lauf; und selig ist der Mensch- er denkt: Du bist's, der auch sein Schick. sal lenkt. 3. Wie weise, groß und herrlich ist, Aherrscher, was dein Rath beschließt! Die Kronen sind in deiner Hand; dem Weisen gibst du den Vers stand, dem Fiben seinen Hels denmuth; dein Werk ist, was er Großes thut. Durch dich erringt ein Volk den Sieg; durch dich entfleucht der wilde Krieg, und Friede führt uns Ruh' und Glück, die Ordnung und das Recht zurück! 4. Das Feld belohnt auf Mel. Herr Gott, dich loben 2c. dein Geheiß des treuen Land manns es blu22. Dich, Höchster, prei. het Kunst und Wissenschaft sen wir! Herr Gott, wir dans ken dir! Dein Segen strömt durch deine Welt; und du bist's, der auch uns erhält. Drum steigt im hohen Jubelton auch unser Lied zu deinem Thron! Unendlicher, wer ist, wie du? Uns rufen alle Him mel zu: Der uns erschuf, ist groß! an Macht und Weisheit groß! an Huld und Lies be groß! ist unermeßlich groß! und alles, Herr, durch deine Kraft! Empor vom Staube flehen wir voll froher Zuversicht zu dir; zu dir, der uns im Himmel hört, und lieb. reich unsre Freuden mehrt. Kein Wesen ist vor dir zu klein; du willst sein milder Vater seyn. 2. Wie groß war deine Herrlichkeit schon vor dem Anbeginn der Zeit! Doch wolltest du, und es geschah; zahllose Welten standen da, und jede trat die weite Bahn, auf deinen Wink, mit Freuden an. Sie gehen unter, sie geh'n auf, und immer lenkst du ih. 5. Von deines hohen Namens Ruhm erschallt auch jetzt dein Heiligthum. Wie wohl haft du an uns gethan! Nimm unsers Dankes Opfer an; und öffne deine Vaterhand auch ferner über unser Land! Laß jeden Stand gesegnet seyn, und fromm sich deines Segens freu'n! Dann tönt einst lauter noch, als hier, Gott, unser Dank hinauf zu dir. Amen! Allgemeine Lobgesänge. Eigne Melodie. 23. Du bist's, dem Ruhm und Ehre gebühret, und Ruhm und Ehre bring' ich Dir. Du, Herr, hast stets mein Schick, sal regieret, und deine Hand war über mir. 2. Wennth zu meiner. Hütte sich na te, so hörte Gott, der Herr, mein Fleh'n und ließ, nach seinem gnädigen Rathe, mich nicht in met ner Noth vergeh'n. 3. Ich fank in Schmerz und Krankheit darnieder, und rief: o Herr, errette mich! Da half mir Gott, der Mäch. tige, wieder, und mein Gemüth erfreute sich. 4. Wenn mich der Haß des Feindes betrübte, klagt' ich Gott kindlich meinen Schmerz. Er half, daß ich nicht Rache verübte, und stärkte durch Ges duld mein Herz. 5. Wenn ich, verirrt vom richtigen Pfade, mit Sünden mich umfangen sah, rief ich zu ihm, dem Vater der Gnade; und seine Gnade war mir nah'. 13 Bösen, und gibt mir zu der Tugend Muth. 8. Dir dank' ich für die Prüfung der Leiden, die du mir liebreich zugeschickt. Dir dank' ich für die häufigern Freuden) womit mich deine Hand beglückt. 9. Dir dank' ich für die Güter der Erden, für die Geschenke deiner Tren'. Dir dank ich; denn du hießeft fie werden, und deine Güt' ist täglich neu. 10. Dir dank' ich für das Wunder der Güte; selbst deinen Sohn gabst du für mich. Von ganzer Seel' und gan zem Gemüthe, von allen Kräf ten preis ich dich. 11. Erhebt ihn ewig, gottliche Werke! Die Erd' ist voll der Huld des Herrn. Sein, sein ist Ruhm und Weisheit und Stärke; Er hilft und er errettet gern! 12. Er hilft; des Abends währet die Klage, des Morgens die Zufriedenheit. Nach einer Prüfung weniger Tage erhebt er uns zur Seligkeit. 13. Vergiß nicht deines Gottes, o Seele! Vergiß nicht, was er dir gethan! Verehr' und halte seine Befehle, und bet' ihn durch Gehorsam an! 6. Um Trost war meiner Seele so bange, denn Gott verbarg sein Angesicht. Ich rief zu ihm: Ach Herr, wie so lange! und Gott verließ den 7. Er half, und wird mich 24. Gott, aus deinen Mel. Heilig, heilig ist dein Wille zc. ferner erlösen. Er hilft; der Herr ist fromm und gut; Er hilft aus der Versuchung zum Schöpferhånden herrliche Natur. ging die Solchen Allgemeine Lobgesänge. 14 Bau so schon vollenden konnte deine Allmacht nur. O wie könnt' ich deine Werke, ihre Regelmäßigkeit, Pracht und Mannigfaltigkeit, wie die Zeu-gen deiner Stärke, deiner Huld und Weisheit seh'n, und doch stumm vorüber geh'n? 2. Rings auf Erden hallt es wieder: Gut und groß ist, der uns schuf! Betend werf auch ich mich nieder: Herr, dein Preis sey mein Beruf! Preis, daß ich dich Vater nenne; Preis, daß ich dich rühmen daß auch ich Mel. Womit soll ich dich wohl burch dich begann, dich als 25. alte ich nicht Låne meinen Schöpfer kenne, daß ich deiner Güte voll immer mehr dich lieben soll. 3. Ja, wann Thränen mir entgleiten, will ich deine Schöpfung seh'n, und durch ihre Herrlichkeiten froh mit offnem Herzen geh'n. Alle steh'n ja unverschlossen, sind dem Vermsten ja bekannt. Näher werd' ich dir verwandt, hab' ich schuldlos sie genoßen. Still und heiter wird mein Sinn, wenn ich hier nicht fühllos bin. gibt, o der zeigt, daß er mich liebt. 5. Ja, wer wollte je vermessen mitten in der schönen Welt deiner Herrlichkeit ver. gessen, und nicht thun, was dir gefällt? Du, der selbst dem kleinsten Wurme seine Vatersorge weiht, du bist's, der auch mich erfreut in der Stille, wie im Sturme. Danks bar will ich dir vertrau'n, und mein Heil auf dich nur bau'n! ger, fließe, stille Thräne meis nes Danks, und mein volles Herz ergieße sich in Strome des Gesangs! Selig einst vor ihm zu werden, schuf mich Gott; und schon auf Erden seh' und fühl' ich's wons nevoll, was ich künftig werden soll. 2. Jeder Tag gebiert mir Freude, Freude jeder Augenblick; selbst die Schmerzen, die ich leide, segnen mich und werden Glück. Riefeln nicht im Pilgerlande Quellen auch im dürren Sande? Immer strahlt die Sonne nicht, aber auch die Nacht hat Licht. 4. Du gedachtest meiner Leiden eh' noch dieses Herz dir schlug; sorgtest schon für meine Freuden vor dem er- 3. Strömen nicht durch alle sten Athemzug. Zum Genuß Sinne Lustempfindungen mir für Leib und Seele hast du, zu? Jedes Glück, das ich ges Herr, mit Freundlichkeit so winne, wer gewährt es mir, viel Gaben ausgestreut, daß als du? Ist es, Gott, nicht ich im Genuß oft wähle. deine Gabe, daß ich diese er so viel, so gern mir Sinne habe, und zum tåg. Allgemeine Lobgesänge. lichen Genuß Nothdurft, Fül. le, Ueberfluß? 4. Gott, wie viele frohe Tage floßen, weil mir nichts gebrach, ruhig hin und frei von Plage, wie ein sanfter, klarer Bach. Trafen mich auch Müh' und Sorgen; sie entfloh'n, und jeden Morgen, wen ich deine Sonne sah, waren neue Freuden da. 5. Hab' ich nicht aus deiner Fülle, was mein Herz nur wünschen mag, Speiß und Trank und Dach und Hülle, Schuß und Hülfe jeden Tag? Immer kam und kommt dein Segen unerwartet mir entgegen, und, wo mir ein Ulebel droht, Rettung oder Trost in Noth. 15 Bande für das menschliche Geschlecht; auch des Umgangs süße Freuden, und der Freundschaft Trost im Leiden, Rath und Hülfe haben wir, milder Vater, nur von dir! 9. Dieß gewährst du die. sem Leben in der kurzen Prüfungszeit; was wirst du uns dann nicht geben, Vater, in der Ewigkeit, wann wir unsern Lauf vollenden, und aus deines Sohnes Händen, Wandrer auf der Tugend Bahn, ihres Laufes Preis empfah'n! 10. Fließet stårker, und ers gießet in die Jubel des Ges sangs euch in vollern Strö men! fließet, Freudenthränen meines Danks! Selig einst vor Gott zu werden, schuf er mich, und schon auf Erden ſeh' ich's, fühl ich's wonnevoll, was ich künftig werden soll. 6. Aus den Tiefen, von den Höhen, in den Thälern, vom Gefild', aus den Flüssen, aus den Seen segnest du mich reich und mild. Selbst in Leidensstunden hab' ich trüben Mel. Herr, du regierst, daß als oft genug empfunden beiner 20. Ich will, mein Gott, les zc. Vatergüte Macht, aber nie genug bedacht. du König, dir lobfingen, und ewig Ehre deinem Namen bringen. Sen täglich, ewig sey von mir erhoben! Dich will ich loben! 7. Ach, bei diesem Ueberfluffe fehlt uns, immer froh zu seyn, diese Weisheit im Genusse, und Zufriedenheit allein. Darum fließen, darum floßen reiche Quellen unge noffen uns vorüber unerkannt, wie ein Waldstrom in dem Sand. 8. Sicherheit im Vaterlan, de, Ordnung und Gesetz und Recht, diese starken, festen 2. Du bist so groß; wer kann dich g'nug erheben? Wer kann mit seinem feurigsten Bestreben, wie groß du bist, begreifen und empfinden; wer dich ergründen? 3. Wie herrlich bist du, wie geschmückt und prächtig! Bie 16 Allgemeine Lobgesänge. groß in deinen Wundern, nem Preise, ist gut und Herr, wie mächtig, damit weise. dein Name von der ganzen Erde erhoben werde! 4. Daß deiner Wunder Ruhm umher erschalle; die Welt von deinen Thaten wiederhalle, und deine Wahrheit, deine Huld besinge, und Preis dir bringe. 11. Du bist auch nahe- denen, die dich bitten, die ernst. lich dich um deine Hülfe bitten, du thust, was Menschen, wenn sie dich verehren, von dir begehren. 12. Du schützest, Vater, Alle, die dich lieben, die aber, die Gewalt und Frevel üben, die werden für ihr Ulebelthun auf Erden gerichtet werden. 13. O Vater, ewig wollen wir dich loben, von Allen werde, Gott, dein Nam' ers hoben; was lebet, müsse, Herr, zu allen Zeiten dein Lob verbreiten! 5. Denn du bist mild, daß, wer nur lebt, sich freue, barm herzig und von großer Güt' und Treue. Erbarmst dich deiner Werke, hast an allen dein Wohlgefallen. 6. Jehova! alle deine Werke sollen dir jauchzend danken; deine Frommen wollen mit allen ihren Kräften sich bestreben, dich zu erheben. Mel. Du, Gott, bist über alles 7. Dein Reich, o Gott, ift 27. Sch finge bir mit Herz zc. dein herrlich. Ewig währen Reich und deine Macht, die wir verehren; und ewig wird von aller Völker Zungen dein Lob gesungen. meines mache und Mund, Herr, Herzens Lust! Ich deine Güte kund aus dankerfüllter Brust. 8.3u dir empor schau'n aller Wesen Blicke, daß deine Hand fie våterlich erquicke; und du gibst einem jeden seine Speise, daß er dich preise. 2. Ich weiß, daß du von Ewigkeit die reiche Quelle bist, woraus uns Allen je, derzeit viel Heil und Gutes fließt. 9. Du nur erhältst mit deinem Wohlgefallen, was lebt; thust deine Hand auf und bst Allen, was sie bedürfen; keiner sucht vergebens dich, Quell des Lebens. 3. Was sind wir doch? Was haben wir von Gütern aller Art, das uns, o Vater, nicht von dir, allein gegeben ward? 4. Wer hat des Himmels schönen Bau so prachtig aus, geschmückt? Wer ist's, der uns ser Feld mit Thau und Re5. Wer 10. In allen deinen Wegen strahlet Gnade; untadelhaft find alle deine Pfade, und was du thust, gereicht zu dei gen stets erquickt? 1 Allgemeine Lobgesänge. 5. Wer forgt für uns im Winterfrost, und unter Sturm und Wind? Wer macht's, daß jährlich Korn und Most für uns vorhanden sind? 6. Wer gibt dem Leibe Stårk' und Kraft? Wer ist es, dessen Hand den goldnen Fries den hält und schafft in unserm Vaterland? 9. Die Thränen, die der Fromme weint, bemerkst und zählest du, und sprichst ihm tröstend, als ein Freund, in seinem Kummer zu. 10. D Seele, die du zaghaft bist, wohlauf und fasse Muth! Gott, alles Guten Ursprung, ist und bleibt auch stets dein Gut. 11. Er ist dein Schaß, dein bester Theil, in Finsterniß dein Licht, in aller Noth dein Schirm und Heil, schafft Ruh' und läßt dich nicht. 17 ernährt, und wunderbar ber Dinge Lauf zu deinem Glück gekehrt? 7. Ach, Herr, mein Gott, das kommt von dir, du, du mußt alles thun; dein Aufseh'n wacht, du sorgst, daß wir im Frieden sicher ruh'n. Eigne Melodie. 8. Du nähreft uns von Jahr 28. Lobe den Herren, den zu Jahr, bleibst immer fromm und treu, und siehest du uns in Gefahr, so stehest du uns bei. mächtigen König der Ehre! Stimme frohlockend mit ein in die himmlischen Chöre! Seele, dein Dank schalle mit frohem Gesang, deinem Erhalter zur Ehre! 2. Lobe den Herren, der alles aufs Beste regieret; der dich mit Weisheit und Güte bis hieher geführet; der dir gewährt, was dich erfreuet und nährt. Dank' es ihm ins nigst gerühret! 3. Lobe den Herren, der deinen Leib künstlich bereitet; der dir Gesundheit verliehen; dich freundlich geleitet! In wie viel Noth hat nicht der gnädige Gott Schuß dir und Rettung bereitet! 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar geseg net! Strome des Guten hat auf dich sein Wohlthun gereg net. Denke daran, was der 2 12. Was frånkst du dich in deinem Sinn, und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorgen, wirf fie hin auf den, der dich gemacht. 13. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und 14. Er hat noch niemals was verseh'n in seinem Regis ment; nein, was er thut und låst gescheh'n, das nimmt ein gutes End'. 15. Ey nun, so laß ihn ferner thun, und red' ihm nicht darein: so wirst du hier im Frieden ruh'n, und ewig glücks lich seyn. 18 Allgemeine robgefänge. 4. Ein höher Lied ertönt! Nicht blos von Menschenzun. gen, in Engelchören wird dem Herrn ein Lied gesungen. Zum Sternenklang tont ihr Ges sang:" Lob, Ehre sey Gott in der Höh', und Friede wohn' auf Erden! und Heil euch, Menschen, Brüder, euch soll Himmelswonne werden!" Eigne Melodie. 5. D Menschen, stimmet drücken euch zwar 20. Lobfingt dem Mäch. Mängel und Unvollkommen. tigen, dem Gütigen und Weisheit, doch stimmt in's Lied der sen! Lobfinget unserm Gott, Engel, Unsterbliche! Gott in den Erd' und Himmel preis sen! Ihm, der die Welt mit Allmacht hält, der Alles, Alles weisheitsvoll und liebevoll regieret, bringt ihm anbetend Lob und Dank, dem Lob und Dank gebühret! der Höh', Gott überall sey Ehr' und Lob! Und Friede wohn' auf Erden! Und Engeln Gottes soll der Mensch durch Tugend ähnlich werden. Mel. Du, Gott, bist über alles ze. an die Erde predigt dich, 30. Nun banket Alle, umstrahlt mit Frühlingsglanze; Luft, Sonnen-, Mondenschein, Thau, Regen, Baum und Pflanze, der Thiere Heer, und Fluß und Meer, und Berg und Thal, und Flur und Wald, fie predigen und preisen dich, unsern Gott, den Mächtigen, den Gütigen und Weisen. 11 Almächtige fann; wie er dir buldreich begegnet. 5. Lobe den Herren und seinen hochheiligen Namen! Lob' ihn mit allen, die von ihm das Leben bekamen! Er ist dein Licht. Seele, vergiß feiner nicht; lob' ihn in Ewig keit, Amen! 3. Was ist der Erdenball, Gott, gegen Sternenheere? Ein Tropfen ist er nur im großen Weltenmeere. In stiller Nacht, mit welcher Pracht ist dort der Himmel ausgespannt in ungemeffner Ferne! Es fingen Gottes Sonnen ihm, es fingen ihm die Sterne. bringet Ehr', ihr Menschen in der Welt, dem Herrn, der Himmel, Erd' und Meer und, was da lebt, erhält. 2. Besingt mit frohem Jus belschall Gott, unser höchstes Gut, der große Wunder übers all, auch an uns Menschen thut! 3. Von unsrer zarten Kindheit an hat er uns unterstützt; er, der allein uns helfen kann und gern uns hilft und schützt. 4. Aus seiner Fülle nehmen wir noch immer, was uns nåhrt und unsern Seelen auch schon hier Zufriedenheit ges währt. Algemeine Lobgesänge. 5. Er streut auf dieses Le bens Pfad viel Freuden um uns her. Die Noth, womit sein weiser Rath uns prüft, erleichtert er. 6. Er trågt, nach gut'ger Våter Art, uns Schwache mit Geduld; er züchtigt wohl, doch nie zu hart, erläßt uns gern die Schuld. 7. Er wecket das Gewissen auf, ruft uns zur Besserung, und stärkt uns, achten wir darauf, mit Kraft zur Heiligung. 8. Er bleibt uns treu; sein Wort steht fest. Wer hier sich zu ihm hålt, kommt, wann er diese Welt verläßt, zum Glück der bessern Welt. 9. Er trag' uns ferner mit Geduld, und helf uns heilig seyn, und seiner väterlichen Huld uns allezeit 10. Er gebe uns ein fröh. 32. daß ich rein're lipMel. Wer mit dem reinen Sees lenblicke zc. lich Herz und einen frommen Sinn; er trost' uns auch in jedem Schmerz, und helf uns fernerhin! pen håtte und einen preisges übten Mund! Mit Engeln macht' ich um die Wette des Unerschaffnen Thaten kund. Ein hohes Preislied stimmt' ich an; denn Großes hat der Herr gethan. 11. Er laffe seinen Segen ruh'n auf uns und jedem Land! Er gebe Glück zu unserm Thun, und Heil für jeden Stand! 12. Singt, Christen, singt ihm Preis und Dank für seine Gütigkeit! Einst wird sie euer Lobgesang dort in der Ewigkeit. Eigne Melodie. 19 den, der große Dinge thut, hier und an allen Enden; der mächtig uns erhält, und schon von Kindheit an mehr wohlthut, als ein Mensch versteh'n und zählen kann. 31. un danket Alle Gott mit Herzen, Mund und Hän woll' uns in unserm Leben ein 2. Der ewig reiche Gott immerfrohes Herz und seinen seiner Gnad' erhalten fort und Frieden geben; woll' uns in fort, und uns aus aller Noth erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr' und Preis sey Gott, dem Vater und dem Sohne, und seinem heil'gen Geist! Er, der vom Himmelsthrone erbarmend auf uns schaut, bleibt, was er ewig war, unendlich groß und gut. Lob sey ihm immerdar! 2. Die Sonne flammt: Der Gott der Stärke bestimmte weise meinen Kreis! Der Mond: Mich schmückt' er! Wir sind Werke des Hochsten! strahlt der Sterne Preis. Der Sturmwind braust, die Blige glüh'n, der Donner rollt: wir sind durch ihn! 2* 20 Allgemeine Lobgesänge. 3. Der Herr erzog uns! deinen Wegen geh'n; voll rauschen Wälder; der Baum: Muth und Preis im tiefsten Gedeihen gab er mir! Er tief Leide empor zu dir, dem Hel mich! weht die Saat der fer, seh'n; und stürzten deine Felder. Die Blume dankt ihm Welten ein, wie könnt' ich oh ihre Zier. Er wog mich! ne Hoffnung seyn? stimmt das Meer mit ein; der Quell: durch ihn entsprang ich rein! 4. Noch froher preist ihn jedes Leben; das Würmchen auf dem kleinsten Blatt. Und ich, ich sollt ihn nicht erhes ben? ich, den er so erhoben hat? Ich könnte seine Wun der seh'n und stumm in seiner Schöpfung steh'n? 5. Nein, Ruhm dir, Vater! Was ich habe, ward nur durch deine Güte mein. Zur Freude läßt du jede Gabe mir unter deinem Schutz gedeih'n; erziehst voll Huld mich in der Zeit zur Wonne deiner Ewigfeit. 9. Welch Leid vertilgt mich? welches Wehe? Ist nicht die Ewigkeit mein Loos? Tont, Jubel, tint zu seiner Höhe; der Herr ist gnädig, mild und groß! Preis dir, Erhabner, in der Zeit! Preis dir in deis ner Ewigkeit! 10. Von deiner Güte will ich fingen so lange sich die Zunge regt; dir Dank und Ruhm und Ehre bringen, so lange mir das Herz noch schlägt. Und schlaf ich zur Verwandlung ein, soll Dank mein letzter Odem seyn. 11. O nimm mein schwaches Lob auf Erden, des Staubes Lob, in Gnaden hin! Zum hdhern Pfalme soll es werden, wann ich erwacht als Engel bin. Dann jauchz' ich in der Himmel Chor dir mein Ent. zücken rein empor. 6. Preis dir für jeden Er. densegen; auch für die Trübfal, Müh' und Last, die du mir auf des Lebens Wegen als Wohlthat zugewogen hast! War' hier der Mensch von Leiden frei, Herr, wer erkennte deine Treu'? 7. Du festeſt jeder Erden. 33. S plage und jedem Schmerz ein Furzes Ziel. Mir trübten oft fich heitre Tage; du winktest, und der Nebel fiel. Mir drohte nahende Gefahr; schnell ward ich deiner Hand gewahr. 8. D'rum will ich imnier voller Freude und Dank auf Eigne Melodie. en Lob und Ehr' dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüthe mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt! Gebt unserm Gott die Ehre! Allgemeine Lobgesänge. 2. Es banket dir des him. mels Heer, Beherrscher aller Thronen. Und die, die in der Luft, im Meer und auf der Erde wohnen, die preisen dei ne Schöpfermacht, die uns und sie hervorgebracht. Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott erschaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich ist Alles recht und Alles gleich; gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Noth: Ach, Gott, vernimm mein Weinen! da half Mel. Ich dank' dir schon durch ze. ber Helfer mir vom Tod, und 34. Singt unferm Gott ließ mir Trost erscheinen: D'rum dank', o Gott, d'rum dank' ich dir; ach, danket alle Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! ein neues Lied! Er ist der Gott der Stärke; die ganze Welt ist sein Gebiet, und groß sind seine Werke. 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht von seinem Volk geschieden; er bleibet ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhånden leitet er die Seinen allzeit hin und her. Gebt unserm Gott die Ehre! 21 7. Ihr, die ihr Christi Nas men nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt un serm Gott die Ehre! Die fals schen Gößen macht zu Spott! Der Herr ist Gott! Der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Ehre! 8. So kommt, laßt vor sein Angesicht auch uns mit Ehr. furcht dringen! bezahlet die ges lobte Pflicht, und laßt uns fröhlich fingen: der Herr hat Alles wohl bedacht, und Alles, Alles recht gemacht! Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Ich will dich all mein Les ben lang, o Gott von nun an ehren: man soll, Gott, deinen Lobgesang an allen Orten hd, ren. Mein ganzes Herz ermuns tre fich; mein Leib und Geist ers freue sich. Gebt unserm Gott die Ehre! ist sein Kleid, und was er 2. Der Herr ist groß! Licht wählt, das Beste; und Wahrheit und Gerechtigkeit sind seines Thrones Feste. will und spricht's, so sind und 3. Er herrscht als Gott; er leben Welten; sie fallen wie der in ihr Nichts auf seines Mundes Schelten. 4. Wer ist dir gleich, Herr aller Welt? Dich Gütigen und Weisen, der Alles wunderbar erhält, dich sollten wir nicht preisen? 5. Du kennest ja, was ist und war im Himmel und auf 22 Algemeine Lobgesänge. Erben; vor dir ist alles offen. bar: du hießest Alles werden. 6. Du bist nicht fern, du bist um mich, bei Allem, was ich thue; schirmst mich bei Tag, und schaffst, daß ich auch schlafend sicher ruhe. 7. Du bist mir allenthalben nah'; wenn ich an's Meer ents flöhe und selbst gen Himmel, bist du da, und folgst mir, wo ich gehe. Eigne Melodie. seu horft mein Seufzen, 35. Soll ich meinem allen fennst mein Fleh'n und ' Nath der Seele, du hast mein Thun voraus geseh'n, weißt, wie oft ich fehle. und 9. Herr, du bestimmtest, eh' ich war, wie lang ich leben follte; und deine Liebe wog mir dar, was sie mir geben wollte. 10. Nichts, nichts, o herr, mein Gott, ist mein, das dir nicht angehöre. Mein Mund soll stets voll Lobes seyn, zu deines Namens Ehre. 11. O, wer kann aller Wunder Pracht in deiner Schd. pfung fassen? Der Wurm verkündigt deine Macht, du hast ihn werden lassen. 12. Der kleinste Halm auf unsrer Flur ist deiner Weisheit Spiegel. Dein Loblied, Vater der Natur, find Auen, Thal und Hügel. 13. Du trankst mit Regen unser Land, und gibst uns grüne Weiden. Empfangen wir von deiner Hand nicht Korn und Wein und Freuden? 14 Herr, ohne deinen Wil. len fällt kein Sperling hier auf Erden; wie sollte, da dein Arm mich hålt, mein Herz nicht ruhig werden? 15. Allmächtiger, bist du mein Schuß, so steh' ich fest in Stürmen. Ich biete selbst der Hölle Truß; denn du wirst mich beschirmen. Gott nicht singen? Sollt ich ihm nicht dankbar seyn? Solls te nicht in allen Dingen seine Liebe mich erfreu'n? Ist's doch nichts als lauter Liebe, das sein treues Herz bewegt, das mit Vaterhånden trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles währet seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Ges fieder über seine Jungen streckt, also hat auch meine Glieder, Gott, dein starker Arm bedeckt. Ja, noch eh' ich war geboren, hatte deine Liebe schon mich in deinem lieben Sohn sich zum Liebling auserkoren. Al les währt nur kurze Zeit, Gots tes Lieb' in Ewigkeit. 3. Für mich Armen, mich Verlornen, der ich Staub und Asche bin, gabst du ihn, den Eingebornen, in den herbsten Tod dahin. Wer muß hier nicht Liebe finden, deren Tiefe unser Geist, selbst wenn Gott uns Beistand leist't, nimmer Allgemeine Lobgesänge. vaig fann ergründen. Alles währt nur ic. 4. Seinen Geist, den edlen Führer durch des Lebens Dunkelheit, sendet er mir zum Regierer auf dem Weg zur Seligkeit. Stårket dessen Gnadenfülle meines Glaubens schwaches Licht; dann, dann fürcht' ich kein Gericht, und mein bebend Herz wird stille. Alles währt nur zc. 5. Auf die Wohlfahrt meis ner Seelen ist er nicht allein bedacht; sollt' dem Leibe etwas fehlen, gibt er's auch durch seis ne Macht. Fehlt mir Kraft zu meinen Werken, bin ich schwach, daß ich nichts kann; nimmt mein Gott sich meiner an. Seine Hand eilt mich zu stärken. Alles währt nur ic. 6. Himmel, Erd' und ihre Heere hat er mir zum Dienst bestellt. Wohin ich mein Auge kehre, find' ich, was mich nährt, erhält. Thiere, Kraus ter und Getreide in den Gründen, auf der Höh', in den Wäldern, in der See, überall ist meine Weide. Alles währt nur ic. 7. Wann ich schlafe, wacht sein Sorgen; dieß beruhigt mein Gemüth; weil es neu mit jedem Morgen seiner Lie be Proben sieht. Wäre nicht mein Gott gewesen, hätte nicht sein Angesicht mich geleitet, war ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles währt nur ic. 25 8. Wie so manche schwere Plage, welche Andre öfters frånkt, hat durch meine Le benstage mein Gott von mir abgelenkt. Ja, der Engel, den er sendet, hat das Böse, das mein Feind anzurichten war gemeint, gnädig von mir abgewendet. Alles währt zc. 9. Wie ein Vater seinem Kinde niemals ganz sein Herz entzieht, ob es gleich zuweis len Sünde thut und seine Wege flieht. Also sieht auch mein Verbrechen Gott, als Vater, schonend an, züchtigt mich, daß ich's gethan; doch zu streng will er's nicht rächen. Alles währt zc. 10. Seine Strafen, seine Schläge, ob mir's gleich nicht also scheint, sind doch, wenn ich's recht erwäge, nur Bes weise, daß mein Freund, der mich leitet, mein gedenke, und mich von der argen Welt, die mir täglich Neße stellt, durch die Leiden zu ihm lenke. Als les währt ic. 11. Das weiß ich gewiß und lasse mir's nicht aus dem Sinne geh'n: Christenkreuz hat seine Maße, und muß endlich stille steh'n. Wann der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein; also wird auch nach der Pein, wer's er. warten kann, erfreuet. Alles währt zc. 12. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes tiebe find't, so erheb' ich meine Algemeine Bitten. 24 Hände zu dir, Vater, als dein Kind: bitte, wollft mir Gnas de geben, dir aus aller meiner Macht zu vertrauen Tag und Nacht, hier in meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieser Zeit lob' und lieb' in Ewigkeit. Muth, und dort die Selig. feit. 2. Laß nie gefühllos uns, Herr, deine Huld verkennen! Von wahrer Dankbarkeit laß unser Herz entbrennen! Mach' uns gehorsam dir, mach' im Bes ruf uns treu, daß unser Wandel dir stets wohlgefällig sey! 3. Wenn deine Huld uns Erden beglücket, Mel. Erscheine meinem Geift zc. 30. Wir danken freudig wie wird uns seyn, wann ung dein Himmel einst entzücket! Führ' uns dahin, und laß uns da dein Antlitz seh'n; dann wird dich unser Dank in Ewigkeit erhöh'n. dir für alle deine Gaben, die wir, Allgütiger, von dir em pfangen haben. Gesundheit gibst du uns, und Nahrung, die erfreut; hier einen frohen Allgemeine Bitten. Mel. Wenn wir in höchsten Erde Glück mich nicht. Die Welt mit 37. Bis hieher halfft du wer deinen Willen thut, bea steht. mir, mein Gott! Du halfft mir aus so mancher Noth. Wie manche blieb mir unbe kannt, die du von mir, Herr, abgewandt! 2. Zum frohen Aufenthalt allhier gabst du so manche Freuden mir; und immer noch ist deine Treu', mich zu beglüs cken, täglich neu. 3. D'rum wart' ich ferner auf dein Heil. Ein gut Gewissen sey mein Theil, das hier des Himmels Vorschmack ist, und einst mein Ende mir versüßt. 4. Dein Wort sey meines Lebens Licht! So tauscht der 5. Hilf, daß ich meiner Pflicht getreu, und gern dem Nächsten nüßlich sey; mich freue mit den Fröhlichen, und weine mit den Weinenden. 6. Zum Wohlthun sey mein Herz bereit, zur Sanftmuth, zur Versöhnlichkeit: so bring' ich christlich und in Ruh' auf Erden meine Tage zu. 7. Im Glück gib mir Bes scheidenheit, ein Herz voll frommer Dankbarkeit; im Unglück schenke mir Geduld, und Trost an deiner Vaterhuld. 8. Was sonst mir könnte nüßlich seyn, siehst du, mein Allgemeine Bitten, 25 Gott, am besten ein. D'rum. 5. In unsers Leibes fletbin ich ruhig und vergnügt nern Noth sey mit uns! Gib bei Allem, was bein Rath uns unser Brod! Labst dit verfügt. den Leib; schickst du ihm Schmerz: froh, still, voll Dank sey unser Herz! Erhalt uns dir! 9. Du, Herr, bist meine Zuversicht. Entzieh mir deine Gnade nicht, und schließt sich hier mein Lebenslauf, so nimm mich in den Himmel auf. 10. Da wechselt nicht mehr Freud' und Leid; da find' ich bis in Ewigkeit das Glück, das nun kein Wechsel stört, das Glück, das sich beständig mehrt. Eigne Melodie. 38. D u, deß sich alle Himmel freu'n, auch meine Seele freut sich dein, daß du, du selbst, der ewig ist, Herr, Herr! daß du mein Vater bist! Mein Vater bist! 2. Weit, über unser Stammeln, weit geht deines Namens Herrlichkeit; ihn heilige, von Lieb' entbrennt, wer deis nen großen Namen nennt, Uns endlicher! 6. Vergib uns unsre Mis fethat, die, Vater, dich erzurnet hat; wie wir, vom Haß des Bruders rein, Beleidis gungen ihm verzeih'n! Erbar. me dich! 7. 3u schwer sey die Ver. suchung nicht. Uns leucht', Erbarmender, dein Licht, wann uns der Fluch der Sünde schreckt und Nacht vor uns dein Antlig deckt, Erbarmens der! 8. Erlds', erlöf uns, unser Gott, aus dieser und aus aller Noth! Laß sterbend uns dein Herz erfleh'n, und ein zu deis ner Ruhe geh'n, Gott, dem wir trau'n! 9. In deines Himmels Heiligthum, auf deiner Erd' erschallt dein Ruhm! Du bist der Herr der Herrlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit. Ges lobt seyst du! 3. Du herrschest; Gott, wer herrscht dir gleich? Die Wel ten alle sind dein Reich. Am väterlichsten herrschest du durch Chriftum! Gib uns Chrifti 30. Gott, beine Güte Mel. Es ist ein Gott! Vers stumme 2c. Du bist versöhnt! 4. Der du dich uns durch ihn enthüllst, das nur ist selig, was du willst! Dein Will', o Liebender, gescheh' auf Erden; in der Himmel Höh', du Liebender! reicht so weit, so weit die Wol ken gehen; du kronst uns mit Barmherzigkeit, und eilst, uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Fleh'n, merk 26 auf mein Wort; denn ich will vor dir beten! Allgemeine Bitten. re meinen Geist; Aufrichtig. keit und rechter Ernst sey meine Frömmigkeit. Selbst meine Triebe, Wünsche und Gedanken laß alle dir, nur dir geheiligt seyn; mein gans zes Herz sey, wie mein Le ben, rein. 3. Gib, daß ich stets bei meinem Thun bedenke, ob dir, o Herr, es wohlgefällig sey; ob ich, der Pflicht und deinem Willen treu, mein Herz allein auf Recht und Tugend lenke; ob nie mein Fuß vom richt'. gen Pfade irrt, ob dein Gesetz mir immer theurer wird. 4. Daß du, mein Gott, stets nahe bist uns Allen, daß du auch mir allgegenwärtig bist, daß deinem Auge nichts verborgen ist, bewahre mich, zu straucheln und zu fallen. Lockt die Begier, lockt Eitelkeit der Welt; dann gib mir Muth, zu thun, was dir gefällt. Eigne Melodie. 5. Laß sorgsam mich mein schwachesHerz bewachen, wann eitle Lust und Thorheit mich und wann 40. Herr, lehr mich thun meine Freue übt: dann reiche du die starke Hand dem Schwas chen. Vergessen laß mich, was vergänglich ist, selbst leidend fühlen, daß du Vater bist. nach deinem Wohlgefallen, dein guter Geist führ' mich auf ebner Bahn! Durch ihn laß Weisheit mich und Kraft empfah'n, stets unverrückt den 6. Was du mir schickst, das rechten Weg zu wallen, dir immer mehr, mein Vater, zu vertrau'n, und stets mit Luft auf dein Gebot zu schau'n. vor laß mir nicht grauen, nichts scheuen mich, und wär' es auch der Tod; nur laß mich, Herr, in aller meiner Noth nicht meiner Kraft, nur dir allein vertrauen. Du ken. 2. Jch bitte nicht um Ule berfluß und Schäße dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Jch bitte nicht um Ehr' und Ruhm, so sehr sie Men schen rühren; des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sey meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht, und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt' ich dich, o treuer Gott, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demuth, Muth in Noth, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit; laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden. 2. Kein Heuchelschein, kein unbeständig's Wanken verfüh. Allgemeine Bitten. neft jeden Summer, der mich nagt; du hilfft gewiß, wie du es zugesagt! Mel. Wenn wir in höchsten Nds then 2c. 41.3 ch komme vor dein Angesicht, verwirf, o Gott, mein Flehen nicht; vergib mir alle meine Schuld, Gott der Gnaden und Geduld. du 2. Schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz voll frommer Lieb' zu dir, ein Herz voll Demuth, Preis und Dank, ein ruhig Herz mein Leben lang. 3. Sey mein Beschüßzer in Gefahr; ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Uebel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? 4. Ich bin ja, Herr, in deis ner Hand. Von dir empfing ich den Verstand; erhalt ihn mir, o Herr, mein Hort, und stårk' ihn durch dein göttlich Wort. 27 der Leidenschaft, so ziehe du mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erringen kann. 8. Gib von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel, als dir gefällt; gib deinem Knecht ein mäßig Theil, zu seinem Fleiße Glück und Heil. 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß, so laß mich måßig im Genuß, und dürft'ge Brüs der zu erfreu'n, mich einen frohen Geber seyn. 7. Bin ich zu schwach aus eigner Kraft zum Kampfe mit 10. Gib mir Gesundheit und verleih', daß ich sie nuß', und dankbar sey, und nie aus Liebe gegen sie, mich zaghaft einer Pflicht entzieh. 11. Erwecke mir stets einen Freund, der's treut mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Trost und Beispiel gibt. 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel, und werden meis ner Tage viel, dann Herr, Herr, meine Zuversicht, verlaß mich auch im Alter nicht. 13. Und wird sich einst mein Ende nah'n, so nimm dich meis ner herzlich an, und sen, durch Christum, deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild und großer Lohn. 5. Laß, deines Namens mich zu freu'n, ihn stets vor meinen Augen seyn. Laß, meis nes Glaubens mich zu freu'n, ihn stets durch Liebe thätig seyn. 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst. Das sey mein Glück, daß ich zuerst nach deinem und treuMel. In dich hab' ich gehoffet, Herr 2c. in anen meinen Pflichten fey! 42. Sch weiß, mein Gott, daß, was ich thu', allein auf deinem Willen ruh'; von dir Allgemeine Bitten. 28 fommt Glück und Segen. Regierst du mich, so geh' ich stets, o Herr, auf guten Wegen. 2. Es steht in feines Menschen Macht, daß das gescheh, was er bedacht, und er sich dessen freue. Dein weiser Räth, Gott, macht allein, daß Menschenrath gedeihe. 3. Oft denkt der Mensch und denkt's voll Muth, dieß oder jenes sey ihm gut, und täuscht sich doch und fehlet. Oft sieht er das für schädlich an, was selbst sein Gott er wählet. 4. D'rum gib mir Weisheit aus der Höh', damit ich nie aus Stolz besteh' auf meinem Mel. Odu Liebe meiner Liebe zc. eignen Willen. Mein höch. 43. Nicht um Reichthum, ster Wunsch sen, was du willst, gehorsam zu erfüllen. 5. Hilf mir, eh' sich mein Herz entschließt, erkennen, was mir schädlich ist; was dir mißfällt, verwehre. Mein einzig Biel, mein bestes Theil sey deine Lieb' und Ehre. 6. Jst's Werk von dir, so gib mir Glück; ist's nicht von dir, so treib's zurück, und laß mich's nicht beginnen. Was du nicht willst, das muß von selbst in kurzer Zeit zerrinnen. 7. Steh du mir bei und mache leicht, was mir sonst fast unmöglich däucht; Herr, du bist stark und weise. Vollende selbst durch mich dein Werk zu deines Namens Preise. 8. Scheint's gleich im Anfang mir zu schwer, will Furcht und Sorge zu mir her von allen Seiten dringen, so muß es doch durch deinen Schuß mir endlich wohl gelingen. 9. Der Weg zum Guten ist oft steil; doch immer findet Ruh' und Heil, wer ihn mit Freuden gehet. Und lohnen wird ihn einst sein Herz, wann er am Ziele stehet. 10. Dir, Herr, allein sey Ruhm gebracht, frohlockend will ich deine Macht vor aller Welt erheben, und dir zum Preis und mir zum Heil nach deinem Willen leben. nicht um Ehre bitt' ich, bester Vater, dich. Wenn ich Weltbesitzer wäre, ohne dich, wie arm wär' ich! Nicht um thras nenlose Tage steigt mein Fleh'n zu dir hinan; sende Freude, sende Plage, wenn ich dich nur lieben kann. 2. Dich, mein Schöpfer, mehr zu kennen, dich in Freude, dich in Schmerz meinen Vater froh zu nennen, dieß vor Allem wünscht mein Herz. Dankgefühl bei deinen Gas ben, Lust am Guten, Freud' in dir, und Gewissensruh' zu haben, dieß, Allgut'ger, wünsch' ich mir. 3. Kraft und Muth und Univ. Herzensfreude, allen Menschen Glessen Allgemeine Bitten. wohlzuthun; Trost und Står. ke, wann ich leide, sanft und still in dir zu ruh'n; Muth, die Laster zu bekämpfen, ihre Reize zu verschmäh'n, jede Lei denschaft zu dämpfen; dieß, Herr, ist mein kindlich Fleh'n. 4. Nur auf deinen Willen sehen, dich, o Gott, sonst Niemand scheu'n, fest in deiner Liebe stehen, und dir, Vater, ähnlich seyn; diesen heißen Wunsch zu stillen, wer vermag es? Du allein. Ja, um deiner Liebe willen wirst du, was ich bat, verleih'n. Eigne Melodie. 44. D Gott, du from mer Gott, du Brunnquell aller Gaben, ohn' den nichts ist, was ist, von dem wir Alles haben; gesunden Leib gib mir; und gib auch, daß dabei die Seele unverletzt, rein das Gewissen sey. 2. Gib, daß ich thu' mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Be-, fehl in meinem Stande füh, ret; gib, daß ich's thue bald, zu der Zeit, wann ich soll, und thu' ich's dann, so gib, daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnützes Wort aus meis nem Munde gehen; und wenn in meinem Amt ich reden soll uno muß, so gib den Worten 29 Kraft und Nachdruck ohn' Ver. druß. mit 4. Zeigt sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen. Verleih' mir Christenmuth; das Kreuz hilf selber tragen. Gib, daß ich meinen Feind Sanftmuth überwind', wenn ich Nath bedarf, guten Rath erfind'. 5. Laß mich mit Jedermann in Fried' und Freundschaft les ben, so weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichthum, Gut und Geld, so gib auch dieß dabei, daß von unrechtem Gut nichts untermenget sey. und auch 6. Sollt' ich in dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch in's Alter dringen, so gib Geduld; vor Sund' und Schanden mich bewahr', auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End' auf Christi Cod abscheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; dem keib ein Räumlein gonn' bei frommer Christen Grab, auf daß er seine Ruh' an ihrer Seite hab'. 8. Wann du an jenem Tag die Todten wirst erwecken, woll'st du auch deine Hand zu meinem Grab ausstrecken; laß hören deine Stimm', und meis nen Leib weck' auf, und führ ihn schon verklärt zum auser wählten Hauf. 30 9. Gott Vater! Dir sey Preis hier und im Himmel oben: Gott Sohn, Herr Jes su Christ! ich will dich all'zeit loben: Gott heil'ger Geist! Dein Ruhm erschalle mehr und mehr: o Herr, dreiein's ger Gott! Dir sey Lob, Preis und Ehr'! Allgemeine Bitten. Mel. Sollt' es gleich bisweis len 2c. 45. Urquell rquell aller Ses ligkeiten, die in Strömen sich verbreiten durch der Schd, pfung weit Gebiet, Vater, hör' mein flehend Lied! 2. Nicht um Güter dieser Erde, nicht damit ich reicher werde, auch um Weltlust komm' ich nicht, Vater, vor dein Angesicht. 3. Schätze, die mich nicht verlassen, wenn ich sterbend werd' erblaffen, Tugenden, des Christen werth, sind es, die mein Herz begehrt. 4. Geber aller guten Ga ben, festen Glauben möcht' ich haben, den kein Zweifel, keine Nacht schwerer Leiden wankend macht. 7. Starken Muth im Kampf des Christen mit der Welt und ihren Lüften, Sieg dem Geist, und wenn er siegt, Des muth, die im Staub sich schmiegt; 8. Stärke, alle Lebensplagen mit Gelassenheit zu tragen; stilles Harren, bis der Tod mich erlöst auf dein Gebot; 9. Seelenruhe, Muth im Sterben, wenn die Lippen sich entfärben, und der letzte Seufzer spricht: O mein Jes su, laß mich nicht! 10. Willst du mir in meis nem Leben, Vater, diese Güter geben, so wird meiner Leis den Nacht mir zum heitern Tag gemacht. 11. Immer will ich beten, ringen, stille harren, Dank dir bringen, bis dein Ruf einst meinen Geist zu dir, Vas ter, kommen heißt. 12. Gott, so stärke dann mich Müden, gib, daß ich, in dir zufrieden, nie vergesse dein Gebot: ,, Sey getreu bis in den Tod"! Mel. Freu' dich sehr, o meine 5. wahre Wes be, voller ebler, reiner Tries 40. W Seele zc. be; Liebe, die dem Feind ver, zeiht, und dem Freund das Leben weiht; 6. Hoffnung, die mit hos hem Haupte, wann die Welt ihr Alles raubte, hinblickt, wo fie wonnevoll Alles wieder fin, den soll; eg von allem, was ich sehe, weicht, Gedans ken, all' zurück! Vater, nur auf deine Nähe richte sich des Glaubens Blick! Wenn mein Herz sich deiner freut, Quelle jeder Seligkeit, wie erhebt sich mein Gemüthe, Gott, du grenzenlose Güte! Allgemeine Bitten. 31 den Ueberfluß, wann ich mich verdammen muß, wann mich Sündenlasten drücken, wies derum mein Herz erquicken. 2. Welche Wonne, dich erkennen, dich der Wesen Quell und Ziel! Kindlich rein dich Vater nennen, welch ein himmlisches Gefühl! Dich in deis 7. Lehre mich in bangen nen Werken seh'n, in den Tie- Stunden glauben, daß du fen, in den Höh'n, dich als wohl mir willst; wohl mir, Liebe stets empfinden, o wer schlägst du mir auch Wuns kann dieß Glück ergründen?- den; wohl mir, wann du dich 3. Deines Preises, deiner Freuden sey die ganze Seele voll! Lehre mich in Glück und Leiden, wie ich dich vers ehren soll. Laß mich kindlich auf dich seh'n, reiner immer zu dir fleh'n! Hilf mir, deis nen Gotteswillen immer freudiger erfüllen! verhüllst. Vater, hdre du mein Fleh'n! Ueber Bitten und Versteh'n kannst du weiss lich Alles lenken und die Ruh' mir wieder schenken. 8. Uleber Leben, über Sters ben, wo die Hoffnung schon verschwand; über jegliches Verderben sieget deine starke Hand. Gern erhörest du mein Fleh'n und willst gnädig bei mir steh'n. In dem schweren Kampf mit Sünden hilfst du, Herr, mir überwinden. 9. O vergåß' ich deiner Nähe, Gott, du Gnadenvoller, nie! Dacht' ich, wo ich geh' und stehe, wo ich leide, nur an sie! Doch mich Schwachen kennest du; decke meine Fehler zu, wehr' dem Leichtsinn meines Herzens, dieser Quelle meines Schmerzens. 10. Halten mich des Lasters Reize, Gott, von deiner Bahn zurück; schnell zu Jesu Christi Kreuze wende dann des Glaus bens Blick! Heilig sey der Vorsatz mir: lebend, leidend, sterbend dir, bester Vater, dir vor Allen durch Gehorsam zu gefallen! 4. Meine Tage, meine Stunden, Vater, sind gezählt von dir; und wie viel sind schon verschwunden, sind auf ewig fern von mir! Herr, um Weisheit bitt' ich dich; Stunden wägen lehre mich! Lehr' mich meine Tage zählen, Schd pfer aller Menschenseelen! 5. Wo nur meine Füße stehen in dem Tempel der Natur, öffne mir mein Aug', zu sehen deiner hohen Weisheit Spur. Hoffen auf den -Himmel, Gott, lehre mich in Glück und Noth! Mich, den Fremdling, laß auf Erden reif zu jenem Leben werden. 6. Ohne Zahl sind meine Sünden; ohne Maas ist deis ne Huld. Beides kennen und empfinden, reinigt mich von aller Schuld. Laß der Gnas 32 3 weite Abtheilung. Gesänge für kirchliche Feste und Handlungen. 1. Kirchliche Feste. Udvent. Smel. Seuch ein zu deinen 2c. nicht! Dein Name, Heil der 47. Erhebt den Herrn, Gib unfern Seelen Ruh'; hilf jeden Reiz zu Sünden uns glücklich überwinden! Gib Muth und Kraft dazu! 5. Dich wollen wir erhes ben hier und in Ewigkeit, wo uns ein besfres Leben vor deis nem Chron erfreut. Dann sind wir ewig dein, und nichts wird uns mehr fehlen; dann werden unsre Seelen sich deis ner ewig freu'n. ihr Frommen! Er hält, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Völker Trost und Licht. Gott, der uns nicht verstößt, hat uns zum Heil und Leben selbst seinen Sohn gegeben; durch ihn sind wir erlöst. 2. Er kommt zu uns auf Erden in niedriger Gestalt, voll Mühe und Beschwerden war hier sein Aufenthalt. Der ihm gegebnen Macht enthielt Mel. Jesu, Jesu komm zu mir er fich mit Freuden, bis er 48. Gott fey Dant itt sein durch großes Werk vollbracht. in aller Welt, der sein Wort getreulich hält, und der Sünder Trost und Rath zu uns hergesendet hat! 3. Er hat's vollbracht! O bringet Gott euern Lobgesang! Erlöste Menschen, singet dem Mittler ewig Dank! Wo Niemand helfen kann, da hilft er, der Vertreter, und wird der Menschheit Retter. O nehmt ihn glaubig an. 2. Was der frommen Vå ter Schaar heißer Wunsch und Sehnen war; er, nach dem ihr Auge sah, Jesus Christus ist nun da. 4. Du Freund der Menfchenkinder, verwirf unsJesu, 3. Hier ist mehr als Da vids Sohn; unvergånglich ist fein Advent. sein Thron. Ruh' der See. len, ew'ges Heil ward durch Jesum uns zu Theil. 4. Menschenfreund, wie dank' ich's dir! Schenke dieses Heil auch mir, das du unter vieler Last für die Welt bereitet hast. 5. Deiner Hülfe mich zu freu'n, laß mein Herz dein eis gen seyn; mach' es von der Sünde frei, daß es deiner würdig sey. 6. Deine Wahrheit leuchte mir, Herr, bei Allem, was ich hier zur Beförd'rung meiner Ruh' denke, wünsche, wähl' und thu'! 33 2. Ja, du bist bereits zu gegen, du Weltheiland, Gottes Sohn. Meine Seele labt sich schon an dem gnadenvollen Segen, der mit dir, Herr Jesu Christ, in die Welt gekommen ist. 3. Adle mich durch deine Liebe, die dem Eitlen mich entreißt, und gib Kräfte, daß mein Geist sich, dir zu gefallen, übe. Recht dich lieben, o mein Licht, kann aus eigner Kraft ich nicht. 4. Herr, erhebe mein Gemüthe, Sffne deinem Lob den Mund, daß ich jetzt aus Her. zensgrund dankbar preise deine Güte, weil auch mir, Herr Jesu Christ, du zu gut gekoma men bist. 7. Trifft mich Traurigkeit und Schmerz, trøste dann mein zagend Herz! wann mir Niemand helfen kann, hilf und nimm dich meiner an! 8. Wann ich kämpfe, schenke du Kräfte mir und Seelenruh'! Hilf zum treuen Tu gendlauf meiner Schwachheit mächtig auf. 9. Daß ich, wann du, Lebensfürst, herrlich wieder kommen wirst, froh dir mög' ents 50. obfingt! Gott hat Mel. Erschienen ist der herrs lich kc. gegen seh'n und gerecht vor dir besteh'n. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen zc. fein Wort erfüllt: Sein Sohn, der Gottheit Ebenbild, der Menschen Retter und ihr Freund, 40. Kommst du, Jefu, Licht erscheint. Lobsinget Gott! der Heiden? Helfer säumst du länger nicht? Ach, du weißt, was mir gebricht, Geber aller Seligkeiten! Komm, o komm, mich zu erfreu'n! Denn mein Wunsch ist, dein zu seyn. 5. Schenk' mir deines Geis stes Gaben, Liebe, Glaubent und Geduld, bis ich einst, durth deine Huld, über Sünd' und Welt erhaben, mit den Engeln dir alsdann Hosianna singen kann. 2. Des Irrthums finfire Nacht durchbricht nur hie und da ein Strahl von Licht. Die Welt, die ganz im Dunkeln lag, erleuchtet nun ein neuer Tag. Lobsinget Gott! 3 Advent. 34 3. Was mancher Weise selbst nicht fand, was Tausenden noch unbekannt, daß Gott der Vater Aller ist, die Wahrheit zeigte Jesus Christ. Lobfinget Gott! 4. Gestürzt ist nun der GöBen Thron. Dir, Gott, und Jesu, deinem Sohn, ertönet Preis und Lobgefang vom Aufgang bis zum Niedergang. Lobsinget Gott! Geist Gott und Unsterblichkeit, fühlt sich zum Kampf gestärkt, fühlt hier schon Seligkeit. gen, preist ihn mit uns, ihr Brüder! Hebt euer Herz zu Gott und singt ihm frohe Lie der! Es kommt die Zeit des Heils, in der der Herr er schien; auf, feiert sie erfreut; auf, Christen, preiset ihn! 2. Der Erdkreis lag in Nacht, mit Finsterniß umhüllet; vom Aberglauben war des Menschen Geist erfüllet. Die Finsternisse filoh'n, und helles Licht erschien durch Jesum unserm Geist: er ward belehrt durch ihn. 3. Durch ihn sind wir bes lehrt, die Tugendbahn zu wandeln, und fromm und gut, wie Er, zu denken und zu han, delu. Durch ihn kennt unser 4. Auf, laßt uns dieses Fest mit heil'ger Andacht feiern, froh laßt uns den Entschluß zur Tugend jetzt erneuern! Auf, bringet unserm Gott Anbetung, Preis und Dank, und laut erhebe sich des Herzens Preiss gesang! Wort erfüllt: Sein Sohn, 52. Sie eilt, fie kommt, 5. Lobsingt! Gott hat sein Mel. Erscheine meinem Geist ze. der GottheitEbenbild, der Mens schen Retter und ihr Freund, sein eingeborner Sohn, er scheint. Lobsinget Gott! die Zeit, die Gott nach seinem Willen bestimmt, und das, was er versprochen, zu erfül len. Der große Tag des Mel. Erscheine meinem Geist sc. Herrn, der Tag des Heils ist nah'. Denn der, der ihm den 51. Preist den Allguti. Weg bereiten fou, ist da. 2. Laut schallt das frohe Wort: Der Herr kommt! es verbreitet sich überall der Ruf: Erwachet! und bereitet dem, der da kommt, den Weg! Macht ihm, dem Retter, Bahn! Macht Bahn! Bereitet euch, ihn würdig zu empfah'n! 3. Er fommt, von Gott gesandt, der Völker Trost und Segen; und Gnad' und Wahrs heit ist auf allen seinen Wegen. Er kommt, um eine Welt vom Elend zu befrei'n, das menschliche Geschlecht zu segnen, zu erfreu'n. 4. Auf, Menschen, kommt, laßt uns den Gott der Wahr. heit preisen! Ihn, der ers füllt, was er aus Gnaden hat Advent. verheißen. Nie täuscht, was Gott verspricht; sein Wort bleibt ewig steh'n. Und fielen Berge hin, dieß Wort kann nicht vergeh'n! 5. Heiluns, mit uns ist Gott! die Hoffnung glaub'ger Våter, das längst gewünschte Licht, der ganzen Welt Vertreter. Ver. sammelt, Völker, euch, verfammelt euch zum Herrn! Freut euch, o Menschen, sein, freut euch, und folgt ihm gern! Mel. Balet will ich dir geben 2c. 53. Wie soll ich dich em pfangen, Heil aller Sterbli chen! Du Freude, du Verlan, gen der Trostbedürftigen! Gib felbft mir zu erkennen, wie, beiner Güte voll, dich meine Seele nennen, dich würdig preisen soll. 2. Mit Zweigen grüner Palmen holt dort dein Volk dich ein; ich will in Freudenpsalmen dir meine Liebe weih'n. Dich, dich will ich erheben, so gut ich Schwacher kann; mein Herz will ich dir geben; ach, nimm es gnás dig an! 3. Damit du mich befrets test, gabst du dich selbst für mich; mich zu erretten freut test du Seligmacher, dich. Du sahst, es wäre keiner vers mögend g'nug dazu; da jammerte dich meiner; da kamst und halfest du. 35 4. Mich hielten schwere Bans de; du kommst und kaufst mich los. Ich war bedeckt mit Schande; du kommst und machst mich groß; du hebst mich hoch zu Ehren, gibst mir ein ewig heil; was kann ich mehr Begehren? Der Himmel ist mein Theil. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben, zur Tilgung meiner Schuld so brünstig mich zu lies ben, als deine freie Huld. Mit göttlichem Erbarmen trugst du der Sünder Last; mit mitleidsvollen Armen hast du auch mich umfaßt. 6. Das schreibt in eure Herzen, Betrübte! klagt nicht mehr! Zagt nicht in euerit Schmerzen, als ob fein Hels fer wär'. O sehet auf, ihr habet den besten Helfer nah'; der eure Seelen labet, der treue Freund ist da. 7. Die ihr mit ernster Neue still eure Schuld beweint, wißt, daß er euch verzeihe! Er selbst, der Menschenfreund, ruft heilbegier'gen Sünderit der Gnade Trostwort zu, macht sie zu Gotteskinderit, schafft ihs ren Seelen Ruh'. 8. Und er verläßt hier keis nen, und weiß, was jedem nüßt. Hat er nicht all die Seinen von Anbeginn geschützt, und sie in ihrem Leide zu trdsten stets gewußt? Erfreu'n ist seine Freude, und Wohlthun ſeine Lust. 3* Weihnachtfest. 36 9. Er kommt zum Welt. gerichte: der Bösewicht ver geht, wann da im hellen Lich, te vor ihm sein Freund besteht. Wohl ewig allen denen, die seine Wege geh'n, und einst nach Leid und Thränen mit Freuden vor ihm steh'n. Weihnachtfest. Eigne Melodie. 7. Das hat er Alles uns gethan, sein' groß' Lieb' zeis 54. Gelobet feyst du, Je- gen an, deß freu fich alle su Christ, daß du Mensch geboren bist, von einer Jungs frau, das ist wahr, deß freuet fich der Engel Schaar. Kyrieleis. Christenheit, und dank' ihm deß in Ewigkeit. Kyrieleis. D. M. Luther. Des ew'gen Baters einig 55. Also hat Gott die Mel. Lobt Gott, ihr Christen, allzugleich zc. 2. Kind jetzt man in der Krippen find't, in unser armes Fleisch und Blut verkleidet fich das ew'ge Gut. Kyrieleis. Welt geliebt, daß er aus freiem Trieb uns seinen Sohn zum Heiland gibt. Wie hat uns Gott so lieb! 3. Den aller Welt Kreis nie beschloß, der liegt in Marien Schoos, er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding'. erhält allein. Kyrieleis. 4. Das ewig' Licht geht da herein, gibt der Welt ein'n neuen Schein, es leucht't wohl mitten in der Nacht, und uns des Lichtes Kinder macht. Kyrieleis. 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt ward, und führt uns aus dem Jammerthal, er macht uns Erben in seinem Saal. Kyrieleis. 6. Er ist auf Erden kom men arm, daß er unser sich erbarm', und in dem Himmel machet reich, und seinen lieben Engeln gleich. Kyrieleis. 2. Was sein erbarmungsvoller Rath schon in der Ewigkeit zu unserm Heil beschlossen hat, vollführt er in der Zeit. 3. Der Menschen Freund und höchstes Gut, der Alle segnen kann, nimmt, wie die Kinder, Fleisch und Blut, aus Liebe zu uns, an. 4. Ich freue mich, mein Heil, in dir. Du wirst ein Mensch, wie ich; was fehlt mir nun, ist Gott mit mir? wer ist dann wider mich? 5. Du, Sohn des Allerhöch sten, wirst auch mir Rath, Kraft und Held, mein Retter und mein Friedefürst, mein Heil, das Heil der Welt. 6. Was mir zur Seligkeit gebricht, das, Herr, erwarbst 1 Weihnachtfest. bu mir: Versöhnung, Leben, Trost und Licht. Wie viel hab' ich an dir! 7. Gelobt sey Gott, gelobt sein Sohn, durch den er Gnad' erweist. Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron! Erheb' ihn du, mein Geist! Mel. Vom Himmel hoch, da komm' 2c. 50. Eigne Melodie. 57. Ermuntre dich, mein schwacher Geist, die Gnade zu erheben, die aller Himmel Lob. lied preist; sie schafft uns Heil und Leben. Denk an die Nacht, da Jesus kam, und unsre Menschheit an sich nahm, um sein so theures Leben für Sünder hinzugeben. 2. Die Völker haben sein 2. Ogroßer Tag! Erwünschgeharrt, bis daß die Zeit erste Nacht, von Engeln selbst füllet ward; da sandte Gott besungen! Du hast den Mittvon seinem Thron, zum Heil ler uns gebracht, der uns das der Menschen, seinen Sohn. Heil errungen. In dir er. schien der starke Held, der Netter einer Sünderwelt, der Freund der Menschenkinder, des Todes Ueberwinder. 3. 3u retten eine Sünders welt, erscheinst du, langersehnter Held, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 3. Der du, zu uns gesandt vom Herrn, aus deinem Hims mel kamest, und unser Fleisch und Blut so gern in Demuth an dich nahmest; Sohn Got. tes, o wie hast du dich so tief erniedrigt, auch für mich! Wie arm bist du erschienen, um mir zum Heil zu dienen! 4. O lehre mich den großen Werth von solcher Liebe faffen! Was reizte dich auf dieser Erd', dich so herab zu lassen? Hier traf dich tausendfache Noth, Verachtung, Kummer, Schmerz und Tod, und doch kamst du ieß ist der Tag, den Gott gemacht! Sein werd' in aller Welt gedacht! Ihn preise, wer durch Jesum Christ Freund und Verehrer Gottes ist! 4. Herr, der du Mensch ges boren wirst, mein Heiland und mein Friedefürst, auf den die Våter hoffend sah'n, dich, Gott, mein Heiland, bet' ich an. 5. Durch Eines Sünde fiel die Welt; Ein Mittler ist's, der fie erhält. Was zag' ich nun, wenn der mich schüßt, der in des Vaters Schoose fitzt? 52 6. Jauchzt Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heis ligen Geburt; und Erde, die ihn heute sieht, sing' ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 7. Dieß ist der Tag, den Gott gemacht! Sein werd' in aller Welt gedacht! Ihn preise, wer durch Jesum Chrift Freund und Verehrer Gottes ist! 58 Weihnachtfest. auf Erben, ein Menschensohn Mel. Vom Himmel hoch, da fomm' 2c. zu werden. 58. Es kam bie gnaden. volle Nacht! Wie glänzte fie, voll Himmelspracht! Wie freu te sich der Engel Schaar, da Jesus Christ geboren war! 2, Erstaunend beteten fie an, da sie den Trost der Vol. ker sah'n, und jauchzend fang ihr strahlend Heer: Allein Gott in der Höh' sey Ehr'! 5. Viel stärker, Herr, als Schmerz und Tod, war deine Menschenliebe. Du sahest un, fre Sündennoth mit mitleidsvollem Triebe. Du stimmtest, unser Heil zu seyn, in deines Vaters Rathschluß ein; wardst Mensch, und kamst, mit Freuben den Tod für uns zu leiben. 6. Sohn Gottes, deiner freu' ich mich! Du bist auch mein Erretter, Auch mir zum Troste fandte dich der Herr, der Gott der Götter. Was mir ein wahres Wohl verschafft, Erleuchtung, Friede, Beff'rungs. kraft, und Freuden, die stets währen, willst du auch mir gewähren, 7. Was soll ich dir, mein Geelenfreund, für deine Treue geben? Du bist's, der mich mit Gott vereint; du bringst mir Heil und Leben. Herr, was ich hab' und was ich bin, das geb' ich dir zum Dienste hin. Ich will dich ohn' Aufs hören voll Dankbarkeit ver ehren. 8. Zwar sieht dich hier mein Auge nicht; doch du wirst wie. derkommen, dann schauen dich von Angesicht, Herr, alle dei ne Frommen. Dann seh' auch ich, o Jesu Christ, dich so verherrlicht, wie du bist; dann wirst du mich zum Leben, das ewig ist, erheben. 3. Und Ruhe und Zufries denheit herrsch' auf der Erde weit und breit! Ein Wohlges fallen habe nun auch Gott au seiner Menschen Thun! 4. Die Hirten hatten sie er. blickt; sie hören zitternd und entzückt; sie staunen, beten an und geh'n, in Bethlehem ihr Heil zu seh'n. 5. Und wer den Neugebor nen sah, war froh und sprach: der Herr ist da! Es kommt sein gnadenvolles Reich; welch Kind ist diesem Kinde gleich? 6. O wie viel Licht und Gnade gab mit ihm Gott in die Welt herab! Wie hoch sind wir von ihm geliebt, daß er den ein'gen Sohn uns gibt! 7. Der Alles schuf und Als les hålt, er kam herab in uns fre Welt! Er, der im höch. sten Himmel thront, hat auf dem Staube hier gewohnt! 8. Ja, Gottes Lieb' ist uns beschränkt. Ein Gott, der seis nen Sohn uns schenkt, schenkt Alles, was uns heilsam ist, auf. ewig nun durch Jesum Chrift. Weihnachtfert. Mel. Sollt' ich meinem Gott auf dich bau'n, deiner nimmer.. nicht zc. mehr daß ich 50. Ewig fen bir you ge, für deine Treu' ewig bir ergeben sey. fungen, menschgewordnez Got tesjohn! Liebe nur ha dich gedrungen, daß du von der Mel. Warum sollt' ich mich Himmel Thron bist in dieſe 00. Fröhlich laßt uns dann Belt gekommen, und uns Sterblichen zu gut, wie die Kinder, Fleisch und Blut hast so willig angenommen. O wer ist an Huld dir gleich, wer, wie du, so gnadenreich? Gott lobfingen! Hoch erfreut laßt uns heut' ihm Verehrung bringen! In des Himmels hohe Chöre stimmer ein: Gott allein, unserm Gott sey Ehre! 2. Jeder, der sich fühlt vers loren, freue sich inniglich! Christus ist geboren. Er, der vor der Welf gewesen, steigt herab bis in's Grab, Sünder zu erlösen. 3. Wer kann Gottes Rathschluß fassen? Aber dieß ist ges wiß; er kann uns nicht hassen. Kommt sein Sohn, von Huld getrieben, zu uns her, wie sollt' er nicht die Menschen lieben? 4. Wenn er uns verworfen hätte, nåhm' er dann Menschheit an, daß er uns errette? Deß soll sich der Erdkreis freuen: Zum Gericht kommt er nicht, sondern zum Verzeihen. 5. Eilt im Geist zu Bethlems Hütten! feht, was dort euer Hort schon für euch ers litten! Arm und niedrig eus retwegen; welch ein Freund! Er erscheint uns zum Heil und Segen. 6. Er, er will für eure Echulden Urmuth, Roth, 2. Liebend kamst du uns entgegen, uns vom Elend zu befrei'u, wurdeft aller Völker Segen, suchtest Aller Trost zu seyn. Hat die Sund' uns gleich verdorben, o so hast du neue Kraft uns zur Heiligung verschafft, und das große Glück erworben, einst von Sünden völlig rein, ganz dir gleich gesinnt zu seyn. 3. Ja, du zeigst durch deine Lehren uns den sichern Weg zum Heil; gibst uns, wenn wir treu dich ehren, an dem großen Vorzug Theil, in den Himmel einzugehen, und da Gottes Herrlichkeit, nach voll brachter Uebungszeit, ewig einst verklärt zu sehen. Ozu wel cher Zuversicht hebt das meine Seele nicht! 4. Herr, wie groß ist deine Güte! meine Seele freut sich dein, und mit dankendem Gemüthe will ich ganz dein eigen seyn. Wer kann deine Huld ermessen? Dir will ich mich ganz vertrau'n, freudig folgen, 40 Weihnachtfest. Schmach und Tob göttlich. groß erdulden. Lernt den Menschenfreund erkennen! Gnadenreich will er euch seine Brüder nennen. 7. Dankt ihm, der all euer Sehnen stillen kann! Betet an! Opfert Freudenthränen! Liebt ihn, der von Liebe brennet! Traut dem Herrn, der sich gern euren Bruder nennet! 8. Wann euch eure Sünden Frånken, eilt herzu! Seelen ruh' will euch Jesus schenken. Schaut auf ihn mit Glaubens. blicken! Bittert nicht; denn er spricht: ich will euch erquieten. 9. Drückt euch hier so manche Plage; euren Schmerz fühlt sein Herz; kein Erlöster zage! Bringet ihm an seinem Feste Preis und Ehr'! Wisset, er wählt für euch das Beste. 10. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen! mehr, als ihr, litt er hier, euch beglückt zu machen. Diese kurze Zeit der Leiden und der Müh', was ist sie gegen ew'ge Freuden? 11. Jesu, du nahmst meine Bürde gern auf dich, daß auch ich frei und selig würde. Wer kann deine Lieb' ergründen? Ewig föll freudenvoll sie mein Herz empfinden. 12. Dir will ich mein Leben weihen, mich in dir für und für, mein Erlöser, freuen. Keine Kreatur, kein Leiden, Feine Noth und kein Tod soll von bir mich scheiden. 13. Du kommst einst zum Weltgerichte! Dann werd' ich, Nichter, dich seh'n von Angefichte. Deine Feinde werden beben; aber ich werde mich freu'n, und ewig leben. Mel. Jesu, meine Freude 2c. 61. Jefit Jesus ist gekommen! Dankt ihm, seine Frommen, dankt ihm, daß er kam; daß er hier auf Erden, unser Heil zu werden, seine Wohnung nahm! Mensch, wie wir, er. schien er hier, um des Vaters gnåd'gen Willen an uns zu erfüllen. 2. Laßt uns niederfallen, danken, daß er Allen Freund und Bruder ist! Gott auf sei nem Throne liebt uns in dem Sohne, hilft durch Jesum Christ. Welch ein Heil, an Christo Theil, Theil an seiner Sendung Gaben, an Gott selbst zu haben! 3. Keine Macht der Leiden kann von ihm uns scheiden; er bleibt ewig treu. Einst wird er vom Bösen gänzlich uns erlösen; hier steht er uns bei. Unser Freund, mit Gott vereint, kann nicht seine Bruder hassen, noch fie hulflos laffen. 4. Wenn wir einst ermus den, führt er uns im Frieden durch des Grabes Nacht. Unfre todten Glieder gibt die Erde wieder ihm, der sie bewacht. Jesus ruft uns aus der Gruft, Weihnachtfest. er, ber selbst den Tod einst schmeckte, den das Grab auch deckte. 5. Auf dem Richterthrone werden wir im Sohne unsern Retter schau'n, Heil und ewig's Leben, wird er Allen geben, die ihm hier vertrau'n. Er ward hier versucht, wie wir, überschwenglich wird er loh nen, und der Schwachheit schonen. 6. Eilet, eilt, ihr Sünder! Werdet Götteskinder! Werdet seiner werth! Eilet, eilt, ihr wie vollEigne Melodie. Fromen! Bleibet feiner werth! 63. Lobt Gott, ihr Chri. Preiset ihn, daß er erschien, und sich für euch hingegeben, durch ein göttlich Leben. sten, freuet euch! es kam von seinem Thron, zu gründen unter uns sein Reich, herab des Höchsten Sohn. furchtvollem Dank den Gott der Lieb' erhöhen, mit feier. lichem Lobgefang des Heilands Fest begehen! Preis sey dem Bater, der ihn gab! Preis fey dem Sohn! Er kam herab, und ward das Heil der Mens schen. 1 2. Ist der ein Christ, der dieses Heil nicht schätzt und liebgewinnet? Nimm froh an seiner Liebe Theil, und werd' ihm gleichgesinnet! Wer nicht, wie er, gesinnet ist, der ehrt ihn nicht, ist nicht ein Christ, nicht seines Reiches Erbe. 3. D'rum laßt uns frohe Geber seyn, und sein dabei ge. denken. Laßt uns die Durf. tigen erfreu'n, bekleiden, speisen, tränken. Nahmt ihr euch hier der Meinen an, spricht er, so habt ihr mir's gethan, und ich, ich will's vergelten. Mel. Allein Gott in der Höh' sc. 2. Er kam seines Va. 62. Last uns mit ehr. ters Rath, mit Heil uns zu erfreu'n, und auf des ew'gen Lebens Pfad der Welt ein Licht zu seyn. 3. Er kam, durch seiner Wahrheit macht zu Gott uns hinzuzieh'n; vor seinem Lichte muß die Nacht des Aberglaubens flieh'n. 4. Wer ihn mit treuem Herzen ehrt, den wird sein Name trösten. Vertraut auf ihn, der uns erhört; lobfingt ihm, ihr Erlösten! Es freut sich deine Christenheit, Herr, deiner Menschenfreundlichkeit. Dir, dir sey ewig Ehre! 4. Er lehrt uns jedes Unrecht scheu'n und gibt uns Kraft dazu, und schafft uns, wenn wir es bereu'n, Begnadigung und Ruh'. 5. Er bringt den Trost der beffern Welt vom Himmel uns herab. Nun schreckt, wann unsre Hütte fällt, uns weder Tod, noch Grab. 42 Weihnachtfest. 6. Er& ffnet ist uns nun die zem Herzen Theil in wahrem Thur' zu seinem Himmelreich. D Christen, wie beglückt sind wir! Lobt Gott, und freuet euch! Glauben nehmen; ich will hinweg vom Eiteln seh'n, die Wege deiner Wahrheit geh'n, und deiner nie mich schämen, daß ich heilig leb' und sterbe, und zum Erbe deiner Frommen auch von dir werd' aufs genommen. 5. Dir bring' ich, Herr, ein dankbar Herz, bereit, in Freu. den und in Schmerz, wie dir's gefällt, zu wandeln Verleihe du mir selbst die Kraft, nach deinem Wort gewissen. haft zu denken und zu hans deln! Frdhlich will ich hier im Leben dich erheben, und einst droben mit den Seligen dich loben. Mel. O heil'ger Geist, kehr' bei 2c. 64. D stimm' auch du mit frohem Dank, mein Geist, in jenen Lobgesang, davon der Himmel tonte, als der zur elt hernieder kam, und unfre Menschheit an sich nahm, ber uns mit Gott versöhnte. Freu' dich innig! Er, dein Führer und Regierer, kam auf Erden, Licht und Heil auch dir zu werden. 2. Ja, Preis und Ehre, Gott, sey dir! Wie gnadenvoll bist du mir in deinem Sohn erschienen! Du 65. Vom Himmel kommt Mel. Vom Himmel hoch, da komm' 2c. fandtest aus Erbarmen ihn, die dem Verderben zu entzieh'n, die schndden Lüften die nen. Preis dir, daß mir neue Pfade zu der Gnade offen stehen, mich von Sünden rein zu sehen! der starke Held, der Retter der gefallnen Welt. Die Heerschaar jauchzt, des Himmels Pracht umstrahlt die Hirten in der Nacht. 3. Und wie vergelt' ich, Heiland, dir die große Treue, die du mir schon, eh' ich war, bewiesen? Du bahntest unter bitterm Leid auch mir den Weg zur Seligkeit. Sey hoch dafür gepriesen! Durch dich kann ich nun hienieden Gottes Frieden schon empfangen, und einst volles Glück erlangen. 4. So will ich denn an dies fem Heil nun auch von gan 2. Und seht, ein Bote Got. tes schwebt zu ihnen, deren Herz erbebt, und spricht mit Huld im Angesicht: O fürchtet euch, ihr Lieben, nicht! 3. Wißt, große Freude bring' ich euch; der Sohn des Höchsten ward euch gleich; gebo. ren ist in Davids Stadt, er, der des Lebens Fülle hat. 4. Der dort in einer Krippe liegt, er ist's, der Sünd' und Tod besiegt; der alles Volk Weihnachtfest. zur Seligkeit, zum Himmel Gottes Erde weiht. 5. Er spricht's, entschwebt, und ihn umringt ein strahlend Chor, das Gott lobfingt. Es jauchzt der Engel feiernd Heer: Gott in der Höhe, Gott sey Ehr'! 6. Und Friede herrsch' und Seligkeit auf seiner Erde weit und breit; Gott freue seiner Menschen sich, und segne fie nun ewiglich! 7. Anbetend stammeln ihren Dank die Hirten in den Preis gefang; erheben freudig fich, und geh'n nach Bethlehem, ihr Heil zu seh'n. 8. Laßt uns auch dieses Heils uns freu'n, und Gott von Herzen dankbar seyn; den Sohn verehren, lieben ihn, der uns zum Trost als Mensch erschien, 9. Erfüllen laßt uns sein Gebot, und treu ihm seyn bis in den Tod. Dann schauet er, der ihn uns gab, mit Wohl gefall'n auf uns herab; 10. Und nimmt uns nach vollbrachtem Lauf in seinen Himmel gnädig auf. Indeß schall' hier schon unser Dank in seiner Engel Preisgefang! Mel. Wie groß ist des All macht'gen 2c. 66.2 Die sollen wir dir, Vater, danken? Nein, deine Lieb' ist viel zu groß, ist un aussprechlich, ohne Schranken! Du gibst den Sohn aus dei, 43 nem Schoos dahin, den Sohn, den Eingebornen, er steigt vom Thron zum Staub herab; du sendest ihn zu uns Verlornen und weihest ihn für uns dem Grab. 2. Frohlocket ihm! Er steigt hernieder, ein Mensch, gleich uns ein Mensch zu seyn; er nennet Sünder seine Brüder, und macht sie von der Sünde rein; macht, daß wir wieder Gott gefallen, vergießt für uns sein theures Blut; erwirbt Unsterblichkeit uns Allen; und Lieb' ist Alles, was er thut. 3. Ach, daß auch wir in Liebe brennten, zu dir, du Gott in Knechtsgestalt! Ach, daß wir besser danken könnten! die wärmsten Herzen sind zu kalt, möchte uns dein Geist entzünden! Gåbst du uns gått. liches Gefühl! Kein Mensch kann würdig fie empfinden, die Liebe ohne Maas und Ziel, 4. Nun wissen wir, Gott voll Erbarmen, daß ewig du die Liebe bist. Zu deinen offnen Vaterarmen führt uns Erldste Jesus Christ. Nun fließt von Gott nur Heil und Leben, nur Liebe; o, wer liebt, wie er? Ein Gott, der seinen Sohn gegeben, ein solcher Gott versagt nichts mehr! 5. Er, unser Bruder, heißt uns beten; und du erhörest uns durch ihn! Durch ihn willst du vom Cod erretten, durch ihn dem Elend uns entzieh'n! Web' uns, wenn wir Neujahrsfest. jeßt noch Sünder bliebe, Ge. richt und Elend wär' sein Theil! Denn auf den Wolken wirst du kommen, Sohn Gottes und des Menschen 6. Dieß sey der Dank für Sohn, die Sünder richten, deine Liebe, du, unser Retter, und die Frommen erhöh'n zu unser Heil. Wer jetzt, auch dir, auf deinen Thron. nicht eifrig fireben, thm treu zu seyn mit festem Muth; und, wie er lebte, hier zu le. ben; ihm nachzukämpfen bis aufs Blut. Neujahrsfest. Mel. Allein Gott in der Höh'sey zer Seele preif' ich dich, auf's Ehr' 2c. Neue übergeb' ich mich, Gott, 07. Du, Gott, du bist deiner weisen Führung. der Herr der Zeit und auch der Ewigkeiten. Laß mich auch jetzt mit Freudigkeit dein hohes Lob verbreiten. Ein Jahr ist abermal dahin. Wem dank' ich's, Gott, daß ich noch bin? Nur deiner Gnad' und Güte. 2. Dich, Ewiger, dich bet' ich an; dir will ich mich ergeben; dir, den kein Wechsel treffen kann, vertrau' ich froh mein Leben. Wir blühen und vergeh'n durch dich; nur du bist unveränderlich; du warst, du bist und bleibest. 3. Herr, ewig währet deine Treu', mit Huld uns zu begeg nen, und jeden Morgen wird fie neu, mit Wohlthun uns zu fegnen. Ich kenne keinen Augenblick, da nicht von ihr stets neues Glück mir zugeflossen wäre. 4. Du hast auch im ver floffnen Jahr mich väterlich geleitet, und, wann mein Herz boll Sorgen war, mir Hülf und Trost bereitet. Von gan, 5. Vergib mir alle meine Schuld von den verfloffnenTagen, und laß mich deine Vas terhuld in Chrifto ferner tras gen. Laß mich in deiner Gnade ruh'n, und lehre lebenslang mich thun nach deinem Wohl gefallen. 6. Gib neue Luft und neue Kraft, vor dir gerecht zu wan-> deln. Laß mich, Herr, stets gewissenhaft mit mir und Andern handeln. Dein Geist bes lebe Herz und Muth, dich, o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt zu lieben. 7. Die Welt vergeht; dieß treibe mich, die Lust der Welt zu fliehen. Um beff're Freuden lerne sich mein Geist schon jetzt bemühen. Hier ist ja nur mein Prüfungsstand, im Himmel ist mein Vaterland; dahin, Herr, laß mich trachten. 8. Ermuntre mich, die ke. benszeit stets weislich anzus wenden, und laß die Bahn zur Ewigkeit mit Vorsicht mich Neujahrsfest. vollenden. Der Tage Last erleichtre mir, bis meine Ruhe dort bei dir kein Unbestand mehr stdret. Mel. Herr, ich habe mißgehan: delt 2č. 68. Gott, mit allen ſeinen Freuden schwand ein Jahr des Lebens hin; aber auch mit seinen Leiden! Preis sey dir, daß ich noch bin! Noch als Mensch, soll ich auf Erden mehr geübt, gebildet werden. 2. Vor so manchem, manchem Grabe führtest du vorüber mich. Im Genuß der hohen Gabe, der Gesundheit preis ich dich, preise dich für alle Freuden, preise dich für alle Leiden. 3. Ja auch für die trüben Stunden meines Lebens dank' ich dir; denn auch sie sind nun verschwunden, und sie wurden Wohlthat mir. Du führst auch auf Dornenwegen uns dem höhern Ziel entgegen. 4. Ulebung ist das Erdenleben, Bildung für die beffre Welt. Für mein eifriges Bes streben ist das Ziel mir aufges stellt: Ringen soll ich hier auf Erden, weiser, besser stets zu werden. 45 6. Her und Blick zu dir er. hoben, weih' ich heut' mich die auf's Neu'. Höre Besfrung mich geloben, dir geloben Tus gendtreu': Gib mir Kraft, nach deinem Willen meine Pflichten zu erfüllen. 5. Laß die Zeit mich Weißheit lehren. Ach, der Tropfen meiner Zeit, ohne je zurück zukehren, siromt in's Meer der Ewigkeit! Nichts kann Zeit. verlust ersetzen. Laß die Zeit mich weise schätzen. 7. Gib uns Allen deinen Ses gen; heilige der Liebe Band! Laß uns geh'n auf deinen Wes gen fest vereinigt Hand in Hand. Fried' und Heil dem Vaterlande; Fried' und Heil in jedem Stande! Mel. Es ist ein Gott! Vers stumme 2c. 69. ott ruft der Sonn' und schafft den Mond, die Tag und Jahr uns geben. Er schus Bet, was auf Erden wohnt, Er fichert unser Leben. Er ist's, der schafft und sorgt und wacht; auf! laßt uns ihn, den Gott der Macht, mit Preis und Dank erheben. 2. Herr, der da ist und der da war! Von dankerfüllten Zungen sey dir für das verfloffne Jahr ein heilig Lied gesungen! Für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, für Fried' und Ruh', für jede That, die uns durch dich ge. lungen. 3. Laß auch dieß Jahr ge segnet seyn, das du uns neu gegeben. Verleih' uns Kraft, die Straft ist dein, in deiner Furcht zu leben. Du schützest uns und du vermehrst der Menschen Glück, wenn sie ju Bleujahrsfest. 46 erst nach wahrer Weisheit streben. 4. Gib mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh' und Freuden; doch, schadet mir das Glück der Welt, so gib mir Kreuz und Leiden! Nur stårke mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern beneiden. 5. Hilf deinem Volke våter. lich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlaffnen dich, und der bedrängten Glieder. Gib Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern Fürsten nieder. 6. Daß Weisheit und Ge rechtigkeit in seinem Herzen throne; daß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohne; daß Treu' und Liebe bei uns sey, dieß, Gott der Liebe, uns verleih' in Christo, deinem Sohne. reich an Barmherzigkeit. Er war's, der unser Land und unser Leben schützte; er gab uns, was uns nüßte, mit våters licher Hand. 3. Er hat sein Wort erhals ten. der Kirche Schuß ges währt; die Jugend und die Alten gepfleget und ernährt, und mit stets milder Hand viel Freuden uns gesendet, viel Unglück abgewendet von uns serm Vaterland. 4. Er hat auch uns geschos net aus unverdienterHuld, und keinem noch gelohnet nach seiner Sündenschuld. Wir find in seiner Hand; doch hat er uns getragen, und wohlverdiente Plagen barmherzig ab. gewandt. 5. Mit väterlicher Treue nimmt er sich unser an, wenn wir mit wahrer Neue in Jesu glaubig nah'n. Er will, was wir bereu'n, aus Gnaden gern vergeben, und auch zum bess sern Leben uns Hülf' und Mel. Aus meines Herzens: Kraft verleih'n. zc. 70. Helft Gottes Huld fen für alle Gütigkeit, die bu an uns bewiesen in der vers gangnen. Zeit! Sey ferner unser Gott, und auch im neuen Jahre versorg' uns, und bes wahre die Deinen in der Noth. mir preisen! Stimmt, Chris sten, mit mir ein! Uns danks bar zu beweisen, soll unsre Frende seyn. Er ist der Herr der Zeit, Er, der die Welt regieret, und Sonn' und Sterne führet, und jetzt das Jahr er. neut. Mel. Sey Lob und Ehr' dem Mit fr& hlichem Gemüthe 71. Hur det fich die dankt ihm, dem Vater, heut'! neue Bahn auf meines Lebens Denn er ist reich an Güte, Neise. Froh tret' ich meine Neujahrsfest. Wallfahrt an, nach frommer Pilger Weise. Herr, mit Ges bet und mit Gesang beginn' ich muthig meinen Gang; du wirst mich sicher leiten. 2. Mich schrecket nicht der Zukunft Nacht, die meinen Pfad umhüllet. Ich weiß, daß einst durch deine Macht auch Licht aus Nächten quillet! Jetzt faff ich deinen Rathschluß nicht, doch einst, verklärt in deinem Licht, werd' ich ihn ganz verstehen. 3. Rauh oder eben sey mein Pfad: ich will ihn freudig gehen. Ich weiß, dein ewig weiser Rath hat ihn für mich ersehen. Was du verhängst, Glück oder Noth, ein frohes Leben oder Tod, es wird mir heilsam werden. 4. Mein Ziel sey nahe oder fern, das soll mein Herz nicht quälen. Dir, meiner Lebenstage Herrn, dir will ich es befehlen. In deiner Hand steht meine Zeit: laß mich den Weg zur Ewigkeit nur selig einst vollenden. 47 Neue dir erschallen, schwingt er sich auf zu deinem Chron. 2. Weit über alles Glück der Erde entzücket der Gedanke mich, daß ich von dir bemerket werde, ich, nur ein Staub, ein Sünder ich! Ja, was kein Loblied je verkünden und keine Zunge sprechen kann, des Dankes innigstes Empfinden siehst du- und siehst es gnås dig an. 3. Du kennest alle meine Triebe, weißt, wie mein Herz auf dich gelenkt, mit reinem Dank und Kindesliebe an deine große Güte denkt. Froh will ich's meinen Brüdern sagen, daß auch ihr Lobgesang ers wacht, wie gut in den vers floffnen Tagen, wie herrlich du's mit mir gemacht. Mel. Wie groß ist des Alls macht'gen ze. 72. Hi ier bin ich, Herr, mein ganz Gemüthe ist heute Lob und Preis und Dank, und die Erinn'rung deiner Güte erfüllet mich, und wird Ge. sang. Mit tausend Jubeln, die von allen gerührten See, len zu dir floh'n, und jetzt aufs 4. Du hast den Trost ge prüfter Freunde gesandt in meine Einsamkeit; du hast, wann bang mein Auge weinte, mit ihrer Liebe mich erfreut. Für tausend reine, süße Freuden, die du auf meinen Weg gestreut, und für die Wohlthat mancher Leiden sey dir mein heißer Dank geweiht. 5. Im stolzen Selbstgefühl vermessen, wie oft vergaß ich, Vater, dein! Doch du haſt meiner nie vergessen, und riefft mich wieder, dein zu seyn. Oft ließest du mich tief empfinden, wie gar nichts ohne dich ich sey; vergabst mir alle meine Sünden, und machtest von Gefahr mich frei. 48 Neujahrsfest. 2c. 73. Mit Freuden laßt 6. Noch, leb' ich, Vater, Mel. Nun laßt uns Gott lobs noch hienieden, erhalten und beglückt von dir! Du schenkst mir deinen hohen Frieden, und deine Gnade wohnt in mir. Noch kann ich gute Saas ten såen in Hoffnung auf die Erndtezeit, und glaubig ihm entgegen gehen, dem großen Lohn der Ewigkeit. uns treten vor Gott, ihn anzus beten! Vor Gott, der unserm Leben bisher hat Kraft geges ben. 7. Sollt' ich für ferne Tage forgen? Du hast es Alles wohl gemacht! Mich ångstet nicht der nächste Morgen, und nicht der fernen Zukunft Nacht. Dir, o mein Vater, will ich leben: mit freudigem Vertrau'n auf dich will ich mich völlig dir ergeben; ich zage nicht; du forgst für mich. 2. Wir Erdenpilger- wan dern von einem Jahr zum ans dern. Die schnelle Flucht der Stunden wird kaum von uns empfunden. 9. Was du mir, Weisester, beschieden, muß Glück und Wohlthat für mich seyn; er halte mir nur deinen Frieden, und stets sey deine Gnade mein. Laß in Versuchung mich nicht fallen, auf dich, des Gus ten Urbild seh'n, und stets zu deinem Wohlgefallen die Wes ge wahrer Tugend geh'n. 3. Und diese Wandertage sind nie ganz frei von Plage. Auf dornenvollen Wegen geh'n wir dem Grab entgegen. 4. Doch eilet, vollErbarmen, der Herr mit Vaterarmen uns in Gefahr und Stürmen allmächtig zu beschirmen. 5. Ach, Hüter unsers Lebens, wir sorgen ja vergebens, wenn du uns nicht beschüßzest, mit Kraft nicht unterstützest. 6. D'rum leite uns im Segen auf allen unsern Wegen; laß Großen und laß Kleinen dein Licht der Gnade scheinen. 8. Wenn sonst ein Wunsch hervor sich drånget, o Herr, nach irgend einem Glück und unter mein Gebet sich menget, ihn sieht und richtet schon dein Blick; mir Schwachen wollst du ihn verzeihen, den Wunsch, wenn er dir nicht gefällt, und 7. Wehr' ungerechten Kries gnädig mir nur das verleihen, gen; laß Menschenliebe siegent was mir dein Rath für nüßz-, und nach den Thränengüssen lich hält. der Freuden Strome fließen. 8. Sen der Verlaffnen Vas ter, der Irrenden Berather, der Unversorgten Gabe, der Armen Schutz und habe. 9. Hilf gnädig allen Kranken! Gib fröhliche Gedanken den kummervollen Seelen, die sich mit Schwermuth qualen. 10. Vor Allem, Herr, vers leihe uns deinen Geist auf's Neue, Neujahrsfest. Neue, der uns mit Tugend giere und so zum Himmel führe. 11. Das wollest du uns geben für unser Pilgerleben; so gehen wir im Segen der Ewigkeit entgegen. mel. Ich halt' an meinem Gottze. 6. Laß mir dieß Jahr gesegan åchten 74. Schnell eilen Jahr früchten. Um guter Thaten auf Jahre hin; schnell fliehen unsre Stunden. Wie viele sind, seitdem ich bin, mir un gezählt verschwunden! Und keine Stunde kommt zurück; felbst ein verlorner Augenblick läßt sich durch nichts erkaufen. mich zu freu'n, laß mich sie gern verrichten; voll Eifer für des Nächsten Glück, laß mich mit liebevollem Blick ihn trosten und erfreuen. 2. Gott, diese schnelle Flucht der Zeit soll meinen Geist beleben, nach Thaten, werth der Ewigkeit, nach meinem Heil zu streben. Beständig folgsam dir zu seyn, dir immer mehr mein Herz zu weih'n, laß auch dieß Jahr mich nüßen. 49 5. Laß mich mir strenge Res chenschaft von jedem Tage geben; verleih' mir Einsicht, Muth und Kraft, als wahrer Christ zu leben; gib, daß ich meinen Pflichten treu, und treu in dem Berufe sey, den du mir angewiesen. 3. Umringt mit täglicher Gefahr bin ich in diesem Les ben; dieß ist vielleicht das letzte Jahr, das du mir noch gegeben; wie sollte denn ich meiner Pflicht, und dir, Herr meiner Tage, nicht aus allen Kräften leben? sinn scheu'n; hilfmir Entschlüsse faffen, die selbst im Tode nicht mich reu'n; laß mich die Thorheit haffen, die dieses Lebens Zeit verträumt, des Geistes ew'ges Wohl versäumt, für diese Welt nur lebet. 7. Mein Schicksal übergeb ich dir; du wirst es weise lens ken. Herr, was mir gut ist, wirst du mir aus Vaterliebe schenken. Im Leiden selbst verzag' ich nicht; ich weiß mit froher Zuversicht, es muß mir Wohlthat werden. 8. Soll ich, eh' dieses Jahr verfließt, nach deinem Willen sterben: so laß, der du mein Vater bist, mich deinen Him. mel erben. Dann freu' ich mich der Ewigkeit, so dankbar, Gott, wie ich mich heut' des neuen Lebens freue.. Eigne Melodie. hilf mir allen Leicht. 75. Tausend Jahre find vor dir, wie einer unfrer Tas ge; und zum Tode reif find wir am ersten unsrer Tage. Du nur bleibest, wie du bist. Du heißest uns entstehen und deine Werke sehen; du rufft 4 50 Neujahrsfest. und wir vergehen. Wer, Un. fall in Gefahren. Deines endlicher, ermißt dein grenzen loses Leben? Jahrtausende felbst geben kein Maas von deinem Leben. Du, du warst vor aller Zeit und du wirst seyn in Ewigkeit. Trostes Freudenlicht wird unfern Muth erheben. Was nd. thig ist zum Leben, wirst du uns Alles geben. Dankbar lehr' es uns empfah'n und uns ferm Ziel getrost uns nah'n. 2. Mit dir unveränderlich ist deine Güt' und Stärke. Du erbarmst dich väterlich der Menschen, deiner Werke. Du bist unsre Zuversicht; du sät. tigst uns mit Segen auf unsern Lebenswegen, daß wir dich lies ben mögen. Herr, wir seh'n dein Angesicht, auch sterbend noch, voll Gnade. Selbst auf des Todes Pfade folgt uns noch deine Gnade. Sicher rub'n wir unsre Zeit; dann weckst du uns zur Ewigkeit. 5. Die schon an dem Ziele steh'n der Pilgerschaft auf Erden, lehre freudig zu dir geh'n, wenn sie gerufen werden. Führe selbst sie durch den Tod; versöhnt in deinem Sohne; gib ihnen vor dem Throne des bessern Lebens Krone. Ewig gnadenreicher Gott, du wollst uns Alle leiten durch diese Nacht der Zeiten zum Licht der Ewigkeiten. Unvers ånderlicher, dir, dir leben und dir sterben wir. 3. Auch das Jahr, du Ewis ger, das wir vollendet haben; wie so reich, Allgütiger, war es an deinen Gaben! Wie Jahresschluß. geſegnet war ſein kauf! Wir 70. Ach, wiederum ein Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz 2c. Jahr verschwunden! Ein Jahr sah'n, wie deine Treue uns wohlzuthun fich freue und je den Tag erneue. Unser Dank stieg zu dir auf. Wir durften in den Nöthen des Lebens vor dich treten und findlich zu dir beten; und du haft mit treuer Hand, was uns nicht gut war, abgewandt. und kommt nicht mehr zu rück! Dahin sind so viel taus send Stunden des Lebens, wie ein Augenblick. Hin meis ne Tugenden und Sünden! Doch nein!- Der Richter aller Welt läßt jegliche mich wieder finden, wann er vor seinen Thron mich stellt. 4. Hoffnungsvoll betreten wir die neue Bahn des Lebens. Niemals noch vertrauten dir wir Sterbliche vergebens. Auch thun wir es ferner nicht. Wir werden es erfahren, du wirst 2. Gedanken, Worte, Thas tenheere! wie?- dürft ihr Gotteslicht nicht scheu'n? Wenn ich dieß Jahr gestorben wa uns, Gott, bewahren vor Un. re, wo würd' jetzt meine See. Jahresschluß. le fenn? Stund' ich verklärt bei Gottes Kindern? Wår ich von seiner Lieb' entflammt? Wie, oder hätte mit den Sündern der Allgerechte mich ver. dammt? 3. Wie?- darf ich den Gedanken wagen: war ich jetzt reif zur Ewigkeit? Was würde mein Gewissen sagen, wenn Gott mir rief: du stirbst noch heut'! Wie? könnt' ich heute froh erscheinen, o Aller. heiligster, vor dir? Hab' ich denn nichts mehr zu beweis nen? Ist keine Sünde mehr in mir? 4. Nein, Vater, sie sind nicht zu zählen die Sünden dieses Jahres, nein! Wie kann ich's dir und mir verhehlen, ich bin nicht werth, noch hier zu seyn. Zu oft ließ ich mein Herz erkalten; zu oft verletzt' ich meine Pflicht; ich darf vor dir nicht Rechnung halten; ich zitt're!Geh nicht in's Gericht! 51 konnt' ich wieder Lob dir fin. gen, weil ich gehoffte Hülfe fand. Gott, dir danket mein Gemüthe, dich betet meine Seele an! Im Staube preis ich deine Güte, die Uns dank nicht ermüden kann. 6. Und mußt' ich auch mit Schmerzen ringen, so hielt' mich deine rechte Hand; bald 7. Verzeih' den Undank, schenk' Erbarmen! Gedenké meiner Sünden nicht, und zeig dem Reuenden und Armen, der Gnade sucht, dein Angesicht; wie freudig will ich dann mein Leben von nun an deinem Dienste weih'n! Wie eifrig will ich mich bestreben, duru deinen Geist ein Christ zu seyn! 8. Ich danke dir für alle Gnaden, die du dieß Jahr der Welt erzeigt. Den Armen eile zu entladen, den noch das Elend niederbeugt! Ja aller, aller Stenschen Seelen will ich, mein Heiland Jesus Christ, aufs Neue deiner Huld empfehlen, der du ihr aller Heiland bist. 5. Nein, Vater, sie sind nicht zu zählen, die Gnaden dieses Jahres, Wie Mel. Nun danket Alle Gott zc. tant ich obrest mein beete 77. Mit diesem Tag gebt len, ich bin nicht werth, mehr hier zu seyn. Wo fang' ich an? Gott, welche Menge, vom ersten bis zum letzten Tag! Ich weiß, daß, wenn ich Jahre sänge, ich dir zu danken nicht vermag. nun auch dieses Jahr zu Ende! Voll brünstigen Gefühls erheb' ich meine Hände mit meinem Geist zu dir, getreuer Gott, empor, und trage mein Gebet und meinen Dank dir vor. 2. Wo ist ein einziger der schnellen Augenblicke, die mir vorüber floh'n, der nicht von Jahresschluß. 52 einem Glücke, von einem Gut für mich durch dich bezeichnet war? Hier Wohlthat ohne Zahl; dort Rettung aus Ges fahr! 3. Du wareft über mir und gabst dem Körper Stärke und meinem Geiste Kraft zu jedem guten Werke. Und wel. che Freuden fand ich auf des Lebens Pfad für Sinn und Herz, wenn ich mit Unschuld ihn betrat! 4. Du schenktest mir Ver. stand, das Gute zu erkennen, durch dich fühlt' ich mein Herz, vom frommen Eifer brennen, es treulich zu vollzieh'n, und that ich es ja nicht: so gingst du doch mit mir, mein Gott, nicht in's Gericht. 5. Mit jedem neuen Tag' erneute sich dein Segen, mich leitete dein Aug' auf meines Lebens Wegen, mein Wirken kröntest du mit glücklichem Gedeih'n, und jeden Tag konnt' ich mich deiner Güte freu'n. 6. So ging dieß Jahr vors bet und jeder meiner Tage voll Proben deiner Huld entschwand mir ohne Klage! Nimm dafür meinen Dank in schwachen Liedern an! Preis ewig dir, o Gott, der dieß an mir gethan. Mel. Gott mein Troft und mein 2c. 78. V ater, mach' uns fromm und weise, treu zu nügen unsre Zeit! Eh' wir's merken, find wir Greise, find wir reif zur Ewigkeit. Dort im großen Weltgerichte, Gott, vor deinem Angesichte, wird Verwerfung oder Heil dann auf ewig unser Theil. 2. Seele, wiff es nicht vers gebens: klein ist deiner Tage Zahl. Thatst du jeden Schritt des Lebens mit Bedachtsamkeit und Wahl? Saume nicht, dich selbst zu richten! Forsche nach des Glaubens Früchten! Frage: bin ich auch bereit, wann Gott ruft, zur Ewigkeit? 3. Nah' bin ich vielleicht dem Ziele meiner kurzgemess'nen Bahn; willst auch du dich, wie so Viele, diesem Ziel mit Leichtsinn nah'n? Sieh, es ist von meinen Jahren wieder eins dahin gefahren! Sind noch viele Jahre mein? Oder wird's das letzte seyn? 4. Wie ein Schiff von stars ken Winden fortgerissen, ist's entfloh'n. Mit ihm sieh'n nun meine Sünden alle vor des Richters Thron. Auch was ich gethan, den Willen meines Gottes zu erfüllen; selbst, was ich dieß Jahr gedacht, Alles ist vor Gott gebracht. 5. Wåg' ich selbst von jedem Tage Tugenden und Sünden ab: o wie steiget dort die Wage! O wie finkt sie hier hinab! Kann ich so vor Got tes Throne freudig stehen? Ist die Krone, die den Frommen Gott verhieß, mir, so wie ich bin, gewiß? Kirchen Jahreswechsel. 53 ben! Fang' es diesen Tag noch 80. Freude sey des Sir. 6. O beginn' ein neues Les Mel. Mache dich, mein Geist, bereit zc. an; ernstlicher sey dein Bestreben, richtiger sey deine chenjahrs letzte stille Feier! Bahn! Laß nicht auch dieß Es entflieht, und, o wie war's Jahr, mit Sünden schwer be- allen Guten theiter, die dem lastet, dir verschwinden. See. Herrn immer gern liebend nå. le, nüße deine Zeit redlich für her kamen, und sein Wort ver. die Ewigkeit! nahmen! • Wechsel des Kirchen Jahrs. Mel. Vom Himmel hoch, da fomm' 2c. 79.Es 8 kommt ein neues Kirchenjahr; deß freuet sich die Christenschaar. Freu', Kirche Jesu, dich, und sprich: Herr, unser Gott, wir loben dich! 2. Nun hören wir aufs Neu' hinfort sein bessernd, trd stungsvolles Wort, das uns beseelt mit seinem Geist, das uns den Weg zum Himmel weist. 3. Gott, was uns deine Wahrheit lehrt, sey siets von uns mit Dank verehrt. Reich bring' es Früchte, daß wir dir lobsingen ewig, dort und hier. 2. Preis ihn laut, o Chri stenheit! Seiner Heilserkennt. niß war auch dieses Jahr ge. weiht. Bring' ihm das Geståndniß heut' aufs Neu', er sey treu seinem Vaterherzen stets in Freud' und Schmerzen! 3. Schüß' und bleibe bei uns, Herr! es will Abend werden! Förd're dein Reich immer mehr, Licht und Recht auf Erden, bis du einst hehr erscheinst, Richter deiner Brüder, Haupt der treuen Glieder. 4. Fromme Duldung fliehe nicht, Herr, aus unsern Grenzen! Möge deiner Wahrheit Licht immer reiner glänzen! Wer noch irrt, treuer Hirt, den auch wirst du finden, und mit dir verbinden! Fest der Erscheinung Christi. Mel. Allein Gott in der Höh' kennen ihn den Herrn, und sey Ehr' zc. 81.Dem em finstern Erdkreis ist vom Herrn ein helles Licht erschienen. Es leuchtet nah', es leuchtet fern. Zahl lose Völker dienen den todten Göttern nun nicht mehr; sie er läßt sie im Lichte wandeln. 2. Kaum fandte Gott durch seinen Sohn der Erde große Freuden; so sammelt er sich selber schon die Erstlinge der Heiden. Der Wahrheit Bild, ein lichter Stern führt sie zu Fest der Erscheinung Chrißi. 54 ihrem neuen Herrn. Sie kom. men, anzubeten. 3. D wär' uns nicht dein Licht, o Gott, so hell und rein erschienen; wir würden der Vernunft zum Spott noch jetzt den Gößen dienen. Nicht fie, nicht eigne Würdigkeit, nur deine Huld hat uns befreit von jenen Finsterniffen. 4. D'rum laß mit froher Dankbarkeit uns nun im Lichte wandeln, uns in der gnadenreichen Zeit stets fromm und weise handeln; auf dich, bei treuerfüllter Pflicht, zufrieden und voll Zuversicht in Noth und Tod vertrauen. 5. Es müsse, wer dich, Gott, erkennt, verehren deinen Willen, und wer den Namen Christi nennt, auch sein Ge. bot erfüllen. Nichts helfen Opfer des Gebets dem, der da glaubet und noch stets der Sunde knechtisch fröhnet. 6. Und wo noch bange Dunkelheit und falsche Schat. ten liegen; wo Irrthum, Wahn und Sinnlichkeit noch Sterbliche betrügen; auch da geh' nun im Siegeslauf das schöne Licht der Wahrheit auf, daß alle Welt dir diene! mehr vor ftummen Gößen; Jesus ist das Licht der Welt. Gott hat derer nicht vergessen, die im Finstern einst gesessen. Mel. Wohl mir, Jesus, meine Seele zc. 2. Ehe dieses Licht erschie. nen, das die Völker wünschten, lag eine dunkle Nacht auf ihnen; doch wir haben nun den Tag. D Gedanke voller Wonne! Jesus selbst ist unsre Sonne, 3. Weiche nicht mit deinem Segen, Heiland, ach verlaß uns nicht! Auf den dunkeln Leidenswegen leucht' uns deis nes Trostes Licht! Unterstütz' uns, wann wir gleiten, und laß deinen Geist uns leiten. 4. Herr, verleih' uns Luft und Stärke, daß wir in der Prüfungszeit uns befleißen guter Werke und der wahren Heiligkeit; daß wir in dem Lichte wandeln, und als wah. re Christen handeln. 5. Wandern wir dem fin. stern Thale näher zu und steh'n am Grab; dann sey unser Licht und strahle höhern Trost auf uns herab, daß wir ohne Furcht und Grauen unserm Tod ent gegen schauen. 6. Oder süßen Himmelss wonne, wann uns in der Ewigkeit, Jesu, wahre Lebensson82. ne, deines Lichtes Glanz erernt den theuren freut! Dieß gib mir und AlLehrer schäßen, der den Erd- len denen, die sich glaubig treis aufgebellt. Knie't nicht nach dir sehnen. Paffionszeit. Paffions feit. Allgemeine Gesänge. 10 Eigne Melodie. 5. Herr, dein Beiſpiel mich lehren, wie in 83. Ach, fich ihn duls Roth und Tob' die Tugend den, bluten, sterben! O meine lohnt. Ob sich auch Seele, bring' ihm frommen Dank! Sieh Gottes eignen Sohn und Erben, wie mäch. tig ihn die Menschenliebe drang! Wo ist ein Freund, der je, was er, gethan, der so, wie er, für Sünder sterben kann? meine Leiden mehren, wenn Friede nur in meinem Herzen wohnt. Wer treu dir folgt, der findet wahre Ruh', und geht getroft der Nacht des Todes zu. 2. Wie dunkel waren jene Stunden, o Herr, und welche Lasten drückten dich! Wie quoll das Blut aus deinen Wunden! und jeder Tropfe floß zum Trost für mich, und ruft noch heute mir ermune ternd zu, daß du mich liebst, du frommer Dulder, du. 6. Ich fürchte nicht des Todes Schrecken, du schliefst auch einst im Grabe, theurer Freund! Mag sie doch meine Asche decken die Erde, wann des Todes Nacht erscheint! Der Gott, der dir das Leben wieder gab, wälzt einstens auch den Stein von meinem Grab. 3. So sollt' es seyn. Du mußtest leiden; dein Tod macht mir des Vaters Liebe kund. Er wird für mich ein Quell der Freuden, ein Siegel auf den ew'gen Friedensbund. So wahr dich Gott mir zum Erlds ser gab, so wahr schaut er voll Huld herab. auf 4. Ja, mir zum Troft und 84. An deine Leiden dene Mel. Herr Jesu Christ, mein's Lebens 2c. dir zur Ehre gereicht dein ganzer Kampf, dein Kreuzestod. Bestätigt ist nun deine Lehre; ich baue fest darauf in jeder Noth. Unschuldig littest du; doch Preis und Ruhm ist auch im Kampf der Unschuld Eigen thum. ken wir, Herr Jesu Christ, und danken dir, daß du so wil lig ihre Last zu unserm Heil getragen hast. 2. Im Geiste folgen wir bir nach, von Schmerz zu Schmerz, von Schmach zu 7. Nimm hin den Dank für beine Plagen, mein Retter, den die treu'ste Liebe bringt! Dort will ich würd'gern Dank dir sagen, wann dich mein feiernd Lied erhabner singt, dann stimmen alle Heiligen mit ein, der ganze Himmel wird dann Zeuge seyn! 56 Paffionszeit. Schmach; wir schau'n zu deinem Kreuz hinan, und beten dich bewundernd an. 3. Auch uns zu gut, o Herr, betrat dein Fuß den dornen vollen Pfad. Auch uns sirdmt Kraft und Trost und Nuh' aus deinem bittern Leiden zu. 4. Daß Gott uns als ein Vater liebt, gern Reuigen die Schuld vergibt; daß ewig uns fre Seele lebt, und sich zur bessern Welt erhebt; 5. Daß deine Lehre fest besteht, dein heilig Reich nie untergeht; den hohen Trost: der Welten Gott ist nun uns Bater! gibt dein'n Tod. 6. Und an dich glaubten, Herr, wir nicht? Wer gåb' uns Trost und sichres Licht? Mit ungewissen Schritten geht des Lebens Pfad, wer dich verschmäht. 7. Mit Dank und Freude folgen wir, o Edelster und Bester, dir; und du wirst uns, wann wir dich seh'n, zur frohen Ewigkeit erhöh'n. 2. Menschenfreund von Gott gesendet, zu erfüllen seinen Nath; längst hast du dein Werk vollendet, weggethan die Missethat. Doch in den Gedächtnißtagen deiner bittern Leiden sagen wir Erldste, Jeſu, dir freudig neuen Dank dafür. 3. Du betratst, für uns zu sterben, willig deine Leidenserwerben, gern den Todess bahn; stiegst, uns Leben zu berg hinan. Du vergaßest uns in deinem Herzen. Taus eigne Schmerzen, trugst nur fend, tausendmal sey dir, o Erlöser, Dank dafür! 4. Meinetwegen trugst du Bande, littest frecher Lästrer Spott, achtetest nicht Schmach und Schande, mein Versöhner und mein Gott! Mich hast du der Schmach entrissen, die mich hätte treffen müssen. Wie verpflichtet bin ich dir lebenslang, mein Heil, dafür! 5. Frevler krönten dich zum Hohne, deine Stirne blutete unter einer Dornenkrone, Kdnig aller Könige! Das ers trugst du, mich zum Leben, mich zum Himmel zu erheben. mel. Jesu, meines Lebens Leben 2c. 85. Du, der Menschen dir, Ehrfurchtswürdigster, das für! Heil und Leben, deß fich meine Seele freut, der du dich für mich gegeben, Stifter meiner Seligkeit. Du, der sich dem Tode weihte, daß er mich vom Tod befreite, tausend, tausendmal sey dir, mein Erldser, Dank dafür! 6. Deine große Demuth büßte meinen Stolz und Uebers muth; daß nur ich nicht leiden müßte, floß für mich dein heis lig Blut. Trost in meinen leßten Stunden quillt mir nun aus deinen Wunden. Herr, Passionszeit. ich dank', ich danke dir einst im Tode noch dafür! 7. Ruh' im Leben, Trost am Grabe, unaussprechlicher Gewinn, den ich dir zu danken habe, dir, durch den ich selig bin. Jesu, dir mein Herz zu geben, und wie du gelebt, zu leben, willig einst zu sterben dir, dieß, dieß sey mein Dank dafür. Mel. Herzlich thut mich vers 80. langen 2. D u, dessen Herz voll Liebe sich bis zum Tod und Grab, aus mitleidsvollem Triebe, zu unsrer Rettung gab! Ach, unter welchen Plagen schloß, Jesu, sich dein Lauf! mit Bittern und mit Zagen stiegst du zum Delberg auf. 2. Hier sahst du schon bereiten dein Kreuz auf Golgatha; sahst dich den Grausam keiten ergrimmter Feinde nah'; sahst deine Grabeshöhle und fühltest Todesnoth; betrübt war deine Seele, betrübt bis in den Tod. 5! als du. Wie sehnlich war dein Flehen um Schonung, und wie still: es soll nur das geschehen, was Gott, mein Vater, will. 5. So warest du mit Freu. den gehorsam und bereit, nach Gottes Rath zu leiden, und gingst mit Billigkeit der frechen Schaar entgegen, die bluts begierig kam, di: Bande anzulegen, und dich gefangen nahm. 6. Der Menschen Heil zu fördern, gabst du mit sanftem Sinn dich willig deinen Mdr. dern und ihrer Bosheit hin. Um dich war Alles trübe; doch du bliebfi ruhevoll. So stark war deine Liebe zu uns und unserm Wohl. 7. Freund der Menschenkinder, den nun kein Leid mehr drückt! wie hoch haft du uns Sünder durch deinen Tod beglückt! Durch ihn ist uns bewähret des Vaters Gnadenrath, den uns dein Mund erkläret, und fest vers sichert hat. 8. Wie viel sind wir dir schuldig, daß du die schwere Laft des Kreuges so geduldig für uns getragen hast! Dich wollen wir erheben, so viel du vor Gott im Staube, mit die Schwachheit kann, und Todesschweiß bedeckt. Wie dir zur Ehre leben. Nimm kämpfte da dein Glaube von unser Opfer an! banger Furcht geschreckt! 3. Gott, welche Angstges fühle ergriffen da dein Herz! im nagenden Gewühle von Bangigkeit und Schmerz lagst Bester, brang Ungst auf Angst 87. Erforsche mich, er. 4. Auf dich, der Menschen Mel. Ein Lamm geht hin und trägt herzu; und doch hing Nies mand fester an seinem Gott, fahr' mein Herz, und sieh, Passionszeit. 58 Herr, wie ich's meine. Ich denk' an deines Leidens Schmerz, an deine Lieb', und weine. Dein Kreuz sen mir gebenedeit. Welch Wunder der Barmher, zigkeit hast du der Welt er wiesen! Wann hab' ich dieß genug bedacht, und dich aus aller meiner Macht genug dafür gepriesen? 2. Rath, Kraft und Friedes fürst und Held, in Fleisch und Blut gekleidet, wirst du das Opfer für die Welt, und deine Seele leidet. Du ringst mit Angst und Todesnoth, und gehst doch willig in den Tod; o Liebe sonder Ende! Du nimmst auf dich der Menschen Schuld, und gibst mit göttlicher Geduld dich in der Sün. der Hände. bezwungner Held, stirbst du, aus Liebe für die Welt, den Tod, der uns gebühret. 5. Du neigst dein Haupt; es ist vollbracht. Du stirbst, die Felsen beben. Du finkest hin in Grabesnacht, damit wir ewig leben. Was ist der Mensch, den du befreit? D war' ich doch ganz Dankbarkeit! Könnt' ich, wie du, Herr, lieben! Ja, deine Liebe drins ge mich, dir mich zu weihen, nimmer dich mit Sünde zu bes trüben. 6. Du hast's gesagt, du wirst die Kraft zur Heiligung mir schenken. Dein Tod ist's, der mir Trost verschafft, wann mich die Sünden frånken. Laß mich im Eifer des Gebets, laß mich in Lieb' und Demuth stets vor dir erfuns den werden. Dein Heil, Herr, sey mein Schirm in Noth, mein Stab im Glück, mein Schild im Tod, mein letzter Trost auf Erden! 3. Du trägst der Missethå. ter Lohn, und hattest nie ge fündigt, du, der gerechte Gots tessohn, zum Retter uns vers kündigt. Die blinde Schaar begehrt dein Blut; du duldest, göttlich groß, die Wuth, um Seelen zu erretten. verläßt Warum Mel. O Lamm Gottes, unschals dig zc. mich mein Gott? eufft, but in beiver Lodesnoth, 88. Erldfer, fich, ich falle du damit wir Frieden hätten. 4. Ein Opfer nach des Ew'gen Rath, beschwert mit unsern Plagen, um deines Volkes Missethat gemartert und geschlagen, gehst du den Weg zum Kreuzesstamm in Unschulb, stumm, gleich einem Lamm, das man zur Schlachts bank führet. Freiwillig, uns anbetend vor dir nieder. Zu deinem Himmel schalle der Jubel meiner Lieder. Als Held hast dugerungen, und hast den Tod bezwungen. Preis sey dir ewig, o Jesu!. 2. Du sahst sie schon, die Bande, womit dir Frevler drohten; sahst vor dir Qual und Schande, und dich schon Passionszeit. unter Todten. Doch du, voll Huld und Gnade, gingst gern die Marterpfade. Preis sey dir ewig, o Jesu! 3. Von heißer Angst er schüttert liegst du vor Gott im Staube. Doch, da dein Herz erzittert, erhshet sich dein Glaube, und unter Codes grauen wird fester dein Vers trauen. Preis sey dir ewig, o Jesu! 4. Nur uns zum Heil und Leben hast du in Angst und Plagen dich willig hingegeben, und gern dein Kreuz ges tragen. Nicht Glück, nicht Schmach und Leiden soll nun von dir mich scheiden. Dein bin ich ewig, o Jesu! Mel. O liebster Jesu, was haft du zc. 89. 5 err, stårke mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu vers senken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen! 2. Du wolltest, Herr, ein Mensch, gleich uns, auf Erden, und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tras gen! 3. Welch wundervoll, hoch. heiliges Geschäfte! finn' ich ihm nach, so sinken meine Kräf. te; mein Herz erbebt; ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. 59 4. Gott ist gerecht, ein Richter alles Bösen. Gott ist die Lieb', und läßt die Welt er Issen. Dieß kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder. Es stürzt mich tief, und es ers hebt mich wieder; lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. D Herr, mein Heil, an den ich herzlich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deiner Güte. 7. Sie übersteigt die mensch lichen Gedanken; allein, soll ich darum im Glauben wan ken? Ich bin ein Mensch; darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 8. Gott ist die Lieb', er will uns Lieb'erweisen; uns kommt es zu, sie demuthsvoll zu preis sen; zu seh'n, wie hoch, wenn Gott uns Gnad' erzeiget, die Gnade steiget. 9. So sey denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir bewies sen! Du hast, mein Heiland, auch für mich dein Leben das hingegeben. 10. Duliebtest mich; ich will dich wieder lieben, und stets mit Freuden deinen Willen üben. O gib zu diesem feli gen Geschäfte mir neue Kräfte! Passionszeit. 60 Mel. O liel er Jesu, was bast Du 2C. 90. L aß deinen Geist mich stets, mein Heiland, lehren, dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren; daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich christlich übe. 2. Das Gute thun, das Bose flieh'n und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Wer könnte wohl das Böse fich erlauben, und an dich glauben? ich dort, von Herrlichkeit um geben, einst ewig leben. 8. Gib nur, daß ich stets deinen Pfad betrete, im Glaus ben kämpf, im Glauben wach' und bete, wie du, mein Kreuz geduldig auf mich nehme, nie dein mich schäme. 9. Lockt bose Lust mein Herz mit ihrem Neize, so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze; und werd' ich matt in Uebung guter Werke, so sey mir's Stärke. 10. Seh' ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein Aergerniß und eine Thorheit werden, so sey's doch mir, troß alles frechen Spottes, die Weisheit Gottes. 11. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden kranken, so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken. Dein Sterben sey, wann ich den Tod einst leide, mir Fried' und Freude! 3. Du hast dich selbst für mich dahingegeben. Wie könnt' ich noch nach meinem Willen leben? und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? 4. Ich sollte nicht, wann Leiden dieser Erden, wann Kreuz mich trifft, gelaffnes Herzens werden, da du so viel für uns, die wir's verschuldet, liebreich erduldet? 5. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, sey unDank für Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz zc. Schmerzen; dein Geift gibt 91. Laß mir die Feier uns die Kraft, in deinem Namen, dich nachzuahmen. 6. Unendlich Glück! Du lits test uns zu gute; ich bin verföhnt mit deinem theuren Blus te. Du hast mir heil, da du für mich gestorben, am Kreuz erworben. 7. Ja, nun bin ich schon selig hier im Glauben; nun wird mir nichts, nichts mei ne Strone rauben; nun werd' deiner Leiden, o großer Dulder, heilig seyn! Sie lehre mich die Sünde meiden, und dir mein ganzes Leben weih'n, dir, der so ruhig und entschlos sen für mich die Last des Kreus zes trug, deß Herz, als schon sein Blut gefloffen, noch voller Liebe für mich schlug. 2. In der Betrachtung heil's gen Stunden will ich am Leis denshügel steh'n, und, Herr, Passionszeit. 61 Kreuzestod meinen Tod be zwungen. für deine Todeswunden mit errungen, und durch deinen Dank und Thränen dich erhdh'n; will tiefgerührt die huld ermessen, womit dein Herz die Welt umfaßt, und nie aus Uns dank es vergessen, was du für mich erduldet haft. 3. Da will ich lernen Tu gend üben, in Noth und Tod gelassen seyn; mich stärken, Findlich Gott zu lieben, und meinem Feinde zu verzeih'n. Dann wird dein Leiden mir zum Segen, dein Tod zum feligsten Gewinn. Dir schlage stets mein Herz entgegen, weil ich durch dich gerettet bin! Mel. Schwing' zu deinem Gott zc. 02. Mein Erlöser, Got tes Sohn, der du für mich littest, und, erhöht auf Gottes Thron, jetzt noch für mich bittest! Welche Wohlthat ist für mich dein versöhnend Lei den! Dwie preis' ich würdig dich, Stifter meiner Freu den? 2. Nun kann meine Miffes that noch Vergebung finden; denn du starbst nach Gottes Rath für der Menschen Sün, den. Unsre Strafen trugest du, starbst, um uns zu retten, daß wir im Gewissen Ruh', mit Gott Friede hätten. 4. Herr, was bin ich, daß du mein dich so angenommen? Laß die Frucht von deiner Vein mir zu Gute kommen! Gib mir Weisheit, gib mir Kraft, dankbar anzuwenden, was du mir zum Heil vers schafft, und, dir treu, zu enden. 5. Strafet mein Gewissen mich, reu'n mich meine Sün den; o dann laß, gestärkt durch dich, mich den Troft ems pfinden: daß du auch für meine Schuld einst am Kreuz gestorben, und auf Gottes Vas terhuld Anspruch mir erwors ben. 6. Laß das Wort von deis nem Kreuz mich mit Muth bes leben, standhaft jeder Sünde Reiz stets zu widerstreben, und voll Dankes, dir zum Ruhm, alle meine Pflichten, als dein theures Eigenthum, treulich zu verrichten. 7. Stärke mich durch deinen Tod auf die letzten Stunden! Wie du deine Codesnoth siegreich überwunden, o so bilf. dazu auch mir! Laß mich fröh lich scheiden! Herr, so dank' ich ewig dir für dein Todess leiden. 3. Nun kann ich in's Codesthat froh und heiter ſehen, und 03. D Lamm Gottes, im Mel. O Lamm Gottes, unschuls dig zc. zu jener Welt einmal ohne Schrecken gehen; denn du haft aus aller Noth Rettung mir Staube mit Blut und Thra nen bedecket! Dein tröste sich Passionszeit. 62 mein Glaube, wann Tod und Sünde mich schrecket! Dein tiefer Schmerz, dein Klagen, dein Todeskampf, dein Zagen sey meine Ruhe, Herr Jesu! 2. O Lamm Gottes, unschuldig trugst du die herbe Verhöhnung, und litteft sie geduldig zu meiner Mel. Herr Jesu Christ, mein's Lebens 2c. föhnung. Dein Bild foll mich 95. Wie, großer Dul beleben, zu dulden, zu verges ben, wie du zu lieben, Herr Jesu! der, danken wir, wir Sünder, für dein Leiden dir! Wer gibt für deiner Liebe Schmerz Emp, indung uns in unser Herz? 3. Lamm Gottes, uns schuldig für uns am Kreuze geschlachtet! Dein Tod mach' mich geduldig, wenn mich die Welt verachtet! Er schreck mich ab von Sünden; mit dir mich zu verbinden zu ew's ger Liebe, Herr Jesu!" 2. Wer hulf uns Sterblichen vom Tod, den dein Gesetz dem Sünder droht? Ach, würde deiner Liebe Macht von uns mit weisem Ernst bes dacht! Kreuzes geschlachtet; all'zeit erfunden geduldig, wie sehr du wurdest verachtet! All' Sünd' hast du getragen; sonst müßten wir verzagen. Gib uns deinen Frieden, o Jesu! Eigne Melodie. 3. Entgegen gingst du mit Geduld dem Code- rein von Du das 94. Lamm Gottes, menschliche Geſchlecht von Gott entfernt und ungerecht! unschuldig, am Stamm des Kreuzes geschlachtet; all'zeit erfunden geduldig, wie sehr du wurdest verachtet! All Sund' hast du getragen; sonst müßten wir verzagen. Erbarm' dich unser, o Jesu! 2. kamm Gottes, unschuldig, am Stamm des Kreuzes geschlachtet; all'zeit erfunden geduldig, wie sehr du wurdest verachtet! All' Sund' hast du getragen; sonst müßten wir verzagen. Erbarm' dich unser, o Jesu! 5. Wer kann, wer kann dich leiden seh'n, und muß in Wehs muth nicht vergeh'n! Dein unaussprechlichgroßer Schmerz erweiche jedes Sünders Herz! 6. Wen noch das Laster los cken kann, seh' unterm Kreuze, Herr, dich an! Fühl' etwas 3. D Lamm Gottes, uns von der Leiden Last, die du schuldig, am Stamm des für uns getragen hast! 4. Siehst Tod, wohin dein Auge blickt, und fühlst das Elend, das uns drückt, und hast umsonst gelehrt, gethan umsonst, was nur die Allmacht kann! 63 7. Gepriesen seyfi du, Jes sus Christ, daß standhaft du geblieben bist! Daß keine Schmach, 8. Du, der so viel für uns gethan, wie beten wir dich würdig an! Ach nimm die kein Hohn, kein Sünde von uns hin, und Schmerz ermüdete dein götte schenk' uns deinen frommen lich Herz! Sinn! Paffionszeit. und Tod Jesu. Leßtes Leiden Flucht der Jünger. Mel. O liebster Jesu, was hast 6. Welch eine Liebe! Jesut, welche Treue! Du leidest, daß der freue. 96. Befenner Jefu, wers Ach, laß uns nie mit zweifelnden Gedanken im Glauben wanken! det nie vermessen! Der Fall ist nahe, wenn wir Gott vergeffen. Wer ihn vergißt, den wird die Lust der Sünden stets forglos finden. 2. Ach, dann sind auch die feurigsten Entschlüsse gleich lichten Dünsten, die durch Finsternisse schnell in die Höhe schimmern und vergehen, wie fie entstehen. 3. Die Jünger stärken in der Trübsalsstunde mit Was chen und Gebet sich nicht im Bunde, sind sicher, und ents schlafen selbst vor Kummer in tiefen Schlummer. fahren! Wo ist ihr Muth, für ihren Herrn mit Freuden den Tod zu leiden? 7. Wer treu dir bleiben will, der fürchte Alles von seiner Schwachheit; eingedenk des Falles der bessern Jünger streb' er, sein Vertrauen auf dich zu bauen. Verläugnung Petri. 4. Der ihn verråth ist da mit seinen Schaaren. Wie Mel. Jesu, meines Lebens. Leben 2c. fürchten nie die handen See 97. Mitten unter deinent 5. Uneingedenk des Hirten, flieh'n die Schafe; er wird verlaffen, der die Todesfirafe so willig duldet, daß nur seine Heerde gerettet werde. 8. Dein Bild soll stets vor meine Blicke treten; mit dir, Herr, will ich wachen, will ich beten, dann werd' ich nie im Kampfe unterliegen, ich wers de siegen. Schmerzen sieht dein sanfter Blick herab auf den Freund, der deinem Herzen, Jesu, neues Leiden gab. Da noch zeigt sich dein Gemüthe reich an göttlich großer Güte. Du vergifsfest eignen Schmerz; für den Schwachen sorgt dein Herz. 64 2. Jhn vom Falle zu erhes ben, siehst du ihn voll MitDein Blick sagt: Es ist vergeben! Sey an Muth und Treu' ein Mann! und, zu deines Meisters Ehre, gib durch deinen Fall die Lehre: daß auch selbst ein Starker irrt, wenn er zu vermessen wird." Pafflonszeit. 3. O was fühlt dein Freund für Leiden bei dem liebevollen Blick! Sonst erfüllt er ihn mit Freuden, doch nun läßt er Schmerz zurück. Petrus zagt, der dich beleidigt, dessen Huld ihn selbst vertheidigt, dem er treu zu seyn verhieß, wenn ihn alle Welt verließ. 3. Wenn in mein Herz von deinem Munde das Wort des ew'gen Lebens fließt; wenn du noch in der Todesstunde der ganzen Welt ein Beispiel bist: dann fordre, was du willst, von mir, auch in den Tod ging' ich mit dir. 4. So fühlte Petrus sich durchdrungen von deiner Grös ße, Jesus Christ; so glaubt er fest das Band geschlungen, das treuer Liebe heilig ist. Doch kaum, daß die Gefahr erscheint, verläugnet er den Herrn und Freund. 5. Da trifft die Tiefe seines Herzens dein ernster, mitleidss voller Blick. Es kehrt im Uebermaas des Schmerzens sein besseres Gefühl zurück. Ihnschmerzt der Neue Schlans genstich; er geht, und weinet bitterlich. 6. Wenn vor den Lockuns Mel. Wer weiß, wie nahe mir gen der Sünde dein Bild aus mein 2c. meiner und 08. Wenn ich mich ganz mich in die tiefften Schlünde durchdrungen fühle von deiner der Thorheit und Zerstreuung zieht; 4. Thränen bittrer Neue fließen nun von seinem Angesicht; sie in Strömen zu vergießen, schämt sich der Erweichte nicht. Er enteilet dem Getümmel, flehet brünstig auf gen Himmel, daß ihm Gott die Schuld verzeih' und im Schwachen mächtig sey. Größe, Jesus Christ, und sehe, wie du bis zum Ziele der Laufs báhn unser Vorbild bist; wie jede Krone dir gebührt, und keine irdische dich ziert; 2. Wenn ich die Lieb' und Huld empfinde, mit welcher du die Welt umfingst, und jeden Irrthum, jede Sünde vom Menschen zu vertilgen ringst, und wie dein Herz sich von der Welt und ihrer Thors heit rein erhält; 5. Deinem Freunde bin ich ähnlich; ach, erbarm' auch meiner dich! Sich, ich fleh' zu dir so sehnlich: Stärke, leite, beff're mich, stets auf deinem Pfad zu wandeln, liebevoll, wie du, zu handeln, bis zum Tod dir treu zu seyn, lebend und im Tode dein! Passionszeit. zieht; bin ich's nicht auch, der treulos spricht: ich kenne meis nen Heiland nicht? 7. Ach, laß mir dann dein Bild erscheinen, mich hören deine Lehre dann! Wohl mir, wenn noch mein Auge weinen, mein Herz noch Neue fühlen kann! Wie deinem Freund, vergibst du mir, und ewig trennt mich nichts von dir! Leiden Jesu vor Gericht. 65 5. Kein Dank kann, Jesu, deine Huld erreichen; nichts, nichts ist deiner Gnade zu vers gleichen. Was könnt' ich dir für deines Todes Qualen, mein Heil, bezahlen? Eigne Melodie. 99. liebster Jeft, was hast du verbrochen? Dir wird das Todesurtheil nun gesprochen; du sollst, damit wir Sünder nicht verderben, wie Sünder sterben. 6. Doch dir gefällt's, wenn ich mich selbst bekämpfe, dir folg' und stets des Fleisches küste dämpfe; so sey denn auch forthin mein ganzes Les ben nur dir ergeben! 7. Gib selbst zu diesem ses ligen Geschäfte mir Schwachen deines guten Geistes Kräfte, daß er mich zu dir zieh', und mich regiere, zum Guten führe. leben, mich bemühen, die Lust 8. Dann werd' ich, dir zu der Welt aus Liebe zu dir flies hen, mit allem Eifer suchen, deinen Willen treu zu erfüllen. 9. Zu deiner Ehre will ich Alles wagen, kein Drohen achten, keine Schmach noch Plagen; mich sollen auch des bångsten Todes Leiden nicht von dir scheiden. 2. Du wirst verworfen und geschmäht, verhöhnet, mit einem Dornen- Kranz zum Spott gekrönet, gegeißelt und von Schmerzen ganz entkräftet an's Kreuz geheftet. 3. Was ist die Ursach' aller dieser Plagen? Ach, meine Mel. Herr Jesu Chrift, du höchs Sünden find es, die dich ſchlas 100.Seht, welch ein gen; was deine Liebe, Herr, für mich erduldet, hab' ich verschuldet. 4. O welche Liebe! kann der Mensch fie fassen? Auch mir zum Heil hast du dich martern lassen! Damit ich lernte Sünden ernstlich meiden, willst du, Herr, leiden. Mensch! wie lag so schwer auf ihm die Last der Sün der! Wie unaussprechlich dule det er für euch, ihr Menschens kinder! Wie ein Verbrecher steht er da; verachtet, und dem Tode nah', von blinder Wuth gelästert. 5 66 Paffionszeit. 2. Da ist kein Herz, das mit Gott, und sterb' um deis Mitleid fühlt, kein Aug', das netwillen. um ihn weinet; kein Balsam, der die Wunden kühlt; kein Netter, ach, erscheinet! Die Mordlust tobt, der Wahnsinn droht, aus jedem Munde ruft es: Tod! Er sterbe! sterb' am Kreuze! 3. Ich denke ohne Schaudern nie an jene Jammerstuns den; ich fühle fefter mich durch sie mit dir, mein Heil, vers bunden. Aus Liebe starbst du ja für mich; wie sollte meine Seele dich nicht ewig, ewig lieben? 4. Den Heiden, der sein Richter war, ergriff ein menschlich Schrecken; er stellt ihn feinen Brüdern dar, ihr Mitleid zu erwecken. Seht, welch ein Mensch! Ich kann ihn nicht verdammen, denn die Unschuld spricht zu machtig für sein Leben. 5. Vergeblich, ach vergeb lich war die Menschlichkeit des Heiden; die aufgebrachte wil de Schaar sah Jesu Schmach mit Freuden. Sein Tod bes friedigt fie allein; fie ſtürm ten auf den Richter ein, und schrie'n: er sterb' am Kreuze. 6. Sieh, welch ein Mensch! Er wird für dich verschmähet und zerschlagen. Hor' ihn! er spricht: ich selber, ich muß deine Sünden tragen. Die Schuld ist dein; durch meinen Tod versöhn' ich, Sünder, dich 7. D hochgelobter Gottessohn, du Tilger meiner Sünden, erhöht auf deines Vas ters Thron, ach, laß mich Gnade finden! Laß deines Todes Schmach und Pein Gerechtigkeit und Heil mir seyn, um deiner Liebe willen. 8. Ich schwöre, Welterldser, dir, und ewig will ich's halten: so wahr du lebest, soll in mir die Liebe nie ers kalten! Dein Leiden und dein Tod soll mich, so lang ich les be, Herr, an dich und deine Huld erinnern. 9. Lockt mich die Welt, lockt Fleisch und Blut mich auf den Weg der Sünde, und fehlt es mir an Kraft und Muth, daß ich sie überwinde; dann rufe mir vom Himmel zu: denk' welch ein Mensch ich war! Und du, du wolltest mich nicht lieben? Leiden Jesu am Kreuze. Eigne Melodie. IOI. Ber ereite dich, D Christ, wir gehen zum schmerzenvollen Golgatha, auf deffen fürchterlichen Höhen, was nie ein Engel faßt, geschah! Erwäg' an diesem heil'gen Orte des sterbenden Erlösers Worte, and rufe Gott um Glaus ben an! Sie können Ruhe dir im Leben, und hohen Trost Passionszeit. im Tode geben, wenn hier dich nichts mehr trösten kann. 2. Geduldig bei den größten Schmerzen nimmt er sich seiner Feinde an, und ruft mit fanftmuthsvollem Herzen: sie wiffen nicht, was sie gethan! Der Göttliche, der größte Beter, fleht liebreich noch für Missethäter, und duldet willig alle Schmach. O Mensch, den Rach' und Zorn verführen, laß dich durch dieses Beispiel rühren, und bete dem Versöhner nach. 3. Welch Beispiel kindlich frommer Triebe, als unter Leiden ohne Zahl, der Herr dem Junger seiner Liebe die Mutter sterbend anbefahl! Ach wird mein Aug' einst um die Meinen in meinerletzten Stunde weinen, so soll dieß Wort mir Trost verleih'n: Der, als der Tod schon um ihn schwebte, die Seinen noch zu schützen strebte, wird auch der Schuß der Meinen seyn. 67 dem Kreuze rief: mein Gott, wie hast du mich verlassen! Wie beuget ihn die Last so tief, die unsre Sünden auf ihn brachten! Vor Angst und Pein mußt' er verschmachten, wär' Gott nicht seine Zuvers sicht. Herr, der für mich zum Tod gegangen, für mich vers lassen da gehangen, mein Herr und Gott, verlaß mich nicht! 6. Der Herr des Himmels und der Erde, von allem Labsal jetzt entblößt, wünscht, daß sein Durst gestillet werde. O Mensch, der dich so theu'r ere Isst, der Heiland rufet dir noch heute aus tausend Armen dir zur Seite, die Hunger, Durst und Mangel drückt. D selig, wer den Ruf erfüllet! Denn, wer des Armen Mans gel stillet, hat seinen Heiland selbst erquickt. 4. Frohlockt, bußfertige Vers brecher! Wer glaubet, kommt nicht in's Gericht. Hört, was zu dem gebeugten Schächer der Mund der Liebe sterbend spricht: Du wirst, so ruft er ihm entgegen, noch heute dei nes Glaubens wegen mit mir im Paradiese seyn. O Herr, laß an des Todespforte einst diese gnadenvollen Worte auch meiner Seele Trost verleih'n! 5. Wer kann das hohe Leis den fassen, als Christus an 7. Nun enden sich die schwes ren Leiden; denn Jesus spricht: es ist vollbracht! O Wort des Sieges, Wort der Freuden! Du nimmst dem Tode seine Macht. Heil uns! nun darf es Niemand wagen, uns, die Erlösten, zu verklagen; mit Gott ist Friede nun gemacht. Gib, daß am Ende meiner Tage auch ich, o Herr, mit Freuden sage: Es ist volls bracht! Es ist vollbracht! 8. Das letzte Wort aus deis nem Munde, Versöhner Gots tes, sey auch mein! Laß es in meiner Todesstunde mir Muth und Zuversicht verleih'n! 5* Passionszeit. 68 Du rufeft: Vater, ich empfehle in deine Hände meine, Seele, die allen Menschen Heil erwarb. Nun war das große Werk vollendet, wozu der Vater ihn gesendet; da neigt er fanft sein Haupt, und starb. ich habe mit verschuldet, was du getragen hast. Schau' her, hier steh' ich Armer; um Huld fleh' ich zu dir. Du neigst dein Haupt, Erbarmer; o neig' es auch zu mir! 4. Du hast, Herr aller Güz 9. Bewein' ihn noch mit ter, so viel für mich gethan; frommen Zähren, o Christ, du verwirf mich nicht, mein Hus haft ihn sterben seh'n. Bald ter; ach nimm, mein Hirt, mich wirst du freudenvoll ihn ehren, an! Dein Mund erquicket und jauchzend seinen Ruhm Müde, Betrübten rufest du: erhöh'n. Er, den die From-, mit euch fey Gottes Friede!!! men jetzt beklagen, wird als von deinem Kreuze zu. ein Held nach dreien Tagen vom Grabe siegreich aufersteh'n. Den freche Spotter hier ent ehrten, den wirst du dort bei den Verklärten zur Rechten seines Vaters seh'n. 5. Es bringt mir Himmels freuden, was du am Kreuz empfandst, der du nach deinem Leiden für mich auch auf erstandst. Ach, möcht' ich einst mein Leben begnadigt, Herr, von dir, in deine Hände ges ben! Wie wohl geschähe mir! 6. Ich danke dir von Hers Mel. Herzlich thut mich vers langen 2c. 102. Der du, voll zen, o Jesu, tren ster Freund, Schmach und Wunden, für uns am Kreuze starbst, und unsern letzten Stunden den höchsten Trost erwarbst; o Jesu, der sein Leben, noch eh' ich war, auch mir zur Rettung hingegeben, mein Heil, wie 7. Wann ich einmal soll dank' ich dir! für deine Todesschmerzen; wie gut hast du's gemeint! Gib nun, daß ich mich halte zu dir mit wahrer Treu', daß, wann ich einst erkalte, in dir mein Ende sey. 2. Wer kann dir nach empfinden den Schmerz, die Todesangst, mit welcher du, von Sünden uns zu erretten, rangst? Die Last gehäufter Plas gen fiel dort so schwer auf dich, daß sie dich drang zu klagen: Gott, wie verläßt du mich! scheiden, ach, so verlaß mich nicht! Sen auch im Todess leiden mein Trost, mein Heil, mein Licht! Wird mir's am allerbångsten an meinem Ende seyn, so reiß mich aus den Alengsten, und lindre meine Pein. 3. Ach, was du, Herr, erduldet, das ist auch meine Last; 8. Belebe dann mein Hof fen, zur bessern Welt zu geh'n, und laß im Geist mich offen, Passionszeit. 69 Herr, deinen Himmel seh'n! Mel. Wenn mich die Sünden Dahin laß mit Entzücken als Frånken bann mich glaubensvoll nach 104. Hranten. in dein Kreuz dir, mein Heiland, blicken; wer zu treten, in deinem Leiden so stirbt, der stirbt wohl. dich voll Glauben anzubeten, Versöhner, stärke mich! Laß mich mit Wehmuth und Vers wie du einst für die Mel. Herr Jesu Christ, mein's Lebens 2c. 103. Du benfest in der Sünder den Tod erduldet, schau'n. tiefsten Noth, ergriffen, Herr, von Qual und Cod, an deiner Freunde Gram und Schmerz, und flößest ihnen Trost in's Herz. 2. Du siehst die Mutter, siehst den Freund, und sprichst zu ihr, die trostlos weint: Sieh, Mutter, dieser Sohn ist dein, was ich dir war, wird er dir seyn. 3. So innig bis zum Tod, so treu, sey meine Zärtlich keit; ich sey so willig, Andern beizusteh'n, und ihnen Beis stand zu erfleh'n! 4. Wenn euch, die hier mein Herz geliebt, ihr Freunde, einst mein Tod betrübt; dann über geb' ich euch dem Herrn; er hort, er hilft, er segnet gern. 5. Froh geh' ich, wann es ihm gefällt, den Weg zu jener bessern Welt; euch fag' ich, die ihr um mich weint: Getrost, bald werden wir vereint! 6. Den Trost, o Jesu, dank' ich dir; du brachtest ihn vom Himmel mir. Du hast verheifen: Ihr seyd mein; wo ich bin, sollt ihr ewig seyn! 2. Wie ist des Besten Seele bis in den Tod betrübt! So brünstig, meine Seele, hat Jesus dich geliebt! Er leidet unsers Todes Pein, fühlt un erhörte Qualen, uns Menschen zu befrei'n. 3. Hort's, die ihr eure Hers zen dem Sündendienst ergebt! Der Preis so vieler Schmerzen ist, daß ihr ewig lebt. D nehmt an seiner Gnade Theil; erkennet seine Liebe, verwerft nicht euer Heil! 4. Vernehmt's auch ihr, o schmäht! Er ist auch euer Spotter, die ihr den Mittler Netter; auch euch nennt sein Gebet: fie wissen nicht, was sie begeh'n; vergib, o Vater, ihnen, wenn sie zu dir einst fleh'n! 5. Jhr, eurer Brüder Feins de, o schlagt an eure Brust! Seyd aller Menschen Freunde! Verdammt der Rache Lust! Vergeltet euern Feinden nie; und Allen, die euch fluchen, vergebt und segnet sie. 6. Noch hat er keinen Fries den, noch steiget seine Noth. Seht, es ergreift den Müden Passionszeit.. 70 der fürchterlichste Tob! Nun finkt er in die Todesnacht. Erbarm', o Gott, dich unser! Er stirbt; es ist vollbracht! Eigne Melodie. 105. Mit welcher Zuns nicht Gutes thun mit Freuden? Wie nun nicht gern für Brus der leiden, für die du, Herr, gestorben bist? Wie nun auch nur von Unrecht sprechen? Wienoch dem Schuldner strens ge seyn? Wie mich am årgsten Feinde råchen? Wie nun nur siebenmal verzeih'n? 5. Auf Golgatha will ich mich schwingen, wann Nacht und Leiden mich umringen, will da im Geiste vor dir steh'n; will da dich, Unschuld, stille schmachten, das Kreuz erdulden, Schmach verachten, da bluten dich und schweis gen seh'n; will da mit allen Seelenkräften in deine Leis densnächte schau'n; will mit dir an dein Kreuz mich hef ten, und gleich dir lernen, Gott vertrau'n. ge, welchem Herzen dank' ich dir, Herr, für deine Schmers gen, für jede mir verborgne Last; für jeden Kampf, den du gestritten, für jeden Tod, den du gelitten, bekämpft und überwunden hast! Wer kennt der Leiden Last und Menge? Wer sieht der Seligkeiten Ziel? Wer gibt mir Zungen, wer Gesänge, wer meinem Herzen g'nug Gefühl? 2. Da, wo dein Blut her abgefloffen, lieg' ich im Stauz be hingegossen, da möcht' ich ganz Anbetung seyn! Gehors sam bis zum Kreuzestode warst du; gehorsam bis zum Tode soll ich, wie du, dem Vater feyn. Hier, Jesu, hier sind meine Kräfte; hier ist mein Leben; nimm es an! Dich lieben, dieß sey mein Geschäf te, mein Trost, auf den ich sterben kann. spannt Gebein, und nicht mit aller Kraft dem Guten und dir nicht ganz ergeben seyn? 4. Wie nun nicht Alle herz lich lieben? Wie nun nur Eis nen noch betrüben, für den du 3. Gekreuzigter, dein Leiden stärke mich stets in jedem gu ten Werke; im Tugendkampfe stårk' es mich. Wie sehr mich Luft zur Sünde reize, ich fliehe nur zu deinem Kreuze, umfasse, Mann der Schmerzen, dich. Wie könnt' ich seh'n dich, Jesu, bluten, wie seh'n dein ausges 6. Und wann mich meine Sünden krånken, so will ich an dein Leiden denken, will fließen seh'n dein göttlich Blut. Für mich auch ist dein Blut geflossen; wer zu dir kommt, wird nicht verstoßen; du starbst auch mir, auch mir zu gut. Auch ich kann Gnad' und Leben finden; mein Gott bleibt seinem Worte treu; vers gibt auch mir die schwersten Passionszeit. Sünden, macht mich, auch mich, vom Laster frei. 7. Und in den bangen To desstunden blick' ich empor zu deinen Wunden, und fürchte nicht dein Strafgericht. Wenn ich, wie du, nur heilig lebe, nur dich zu lieben mich bestres be, dann bleibst du meine Zu versicht; dann darf ich freu dig zu dir blicken, wann Alles dunkel um mich ist; dann wirst du meinen Geist erquicken, wann mir der Tod die Augen schließt. 8. Dann, dann wird alle Angst verschwinden, ich werde muthig überwinden, mich schwingen über Tod und Grab. unaussprechliches Entzücken! von Angesicht dich zu erblicken, der in den Tod dahin sich gab; dich, Jesu, der mit seinem Blute mich ewig macht von Sünden rein. Gott, wie wird mir dann zu Muthe, wie werd' ich Dank und Wonne seyn! Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein 2c. 100. D Im Golgatha, zu deinen Höhen erhebt sich dan kend jetzt mein Herz. Geiste will ich Jesum sehen, ihn seh'n in seines Todes Schmerz. Ich will mich seiner Liebe freu'n, und dankbar ihm mein Leben weih'n. 2. Wie rührend scheidet der Gerechte, deß Unschuld selbst fein Tod bewährt! 3war leis det er den Tod der Knechte, von Frevlern noch am Kreuz entehrt; doch seines Herzens Reinigkeit gibt ihm im Tode Freudigkeit. 3. Er stirbt, die hohen Him melslehren von Tugend, Pflicht undSittlichkeit auch selbst durch seinen Tod zu ehren: die Hoff nung der Unsterblichkeit gab seinem Geiste neues Licht, und Todesnacht umschloß ihn nicht. 4. Er stirbt, der Wohlthun ausgebreitet, oft Nächte mit Gebet durchwacht, die Sterblichen zu Gott geleitet, und treu sein Tagewerk vollbracht. Wie freudenvoll stirbt nun der Christ, dem Jesu Wandel Beis spiel ist! 5. Froh feiert er die große Stunde, da er zu seinem Va ter geht, und noch mit schon gebrochnem Munde voll Großmuth für die Feinde fleht; den. sterbend segnet, der ihn schalt, und Wohlthun ihm mit Haß vergalt. 6. Auf Freunde, die am Kreuze stehen, gießt er der FreundschaftSegen aus, spricht hoffnungsvoll vom Wiedersehen im Himmel, in des Vaters Haus, strömt neuen Trost und Muth und Ruh' den kummervollen Herzen zu. 7. Er sieht auf die vollbrachs ten Thaten als Aussaat für die Ewigkeit; dankt Gott, durch den sein Werk gerathen, und freut sich der Unsterblichkeit; empfiehlt den Geist in Gottes Passionszeit. 72 Hand, und geht getrost in's beffre Land. 8. Gib, Gott, daß ich ihm ähnlich werde, so wird auch mich der Hoffnung Strahl, rufst du mich einst von dieser Erde, begleiten durch des Todes Thal. Mir wird es dann nicht furchtbar seyn, denn auch im Tode bin ich dein. schalle ihm nun für unser Heil. Er starb, uns zu erretten, damit wir Friede hätten. Sein Segen wird auch mir zu Theil. 6. Mich dankbar zu erweis sen, will ich gerührt dich preis sen, Herr, ich dein Eigenthum. Dein Beispiel soll mich leh ren, des Höchsten Rath verehren, und dir gehorchen, sey mein Ruhm. Mel. Nun ruhen alle Wäls der zc. 7. Ich will des Lebens Plas 107. Welt, sich hier gen getroft und willig tragen, dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben; dein Heil finkt in den Tod! Mit tiefgerührtem Herzen schau' ihn, den Mann der Schmerzen, in seiner bangen Todesnoth. so lang es Gott gefällt; will alles Unrecht hassen, das Bdse flieh'n und lassen, gefiel es auch der ganzen Welt. 2. Noch ist der Heil'ge Gots tes ein Ziel des frechsten Spottes und unnennbarer Qual. Doch sorgt er für die Freunde, doch fleht er für die Feinde noch an dem blut'gen Marterpfahl. 8. Nur Gutes will ich üben, treu meine Freunde lieben, auch meinen Feind erfreu'n. Nie will ich wieder schelten, nie Spott mit Spott vergelten, wie du, dem Lästerer verzeih'n. 3. Er hatte nichts verschuldet, der alle Schmach erduldet, ach, alle Noth und Pein. Nein, er war nicht ein Sünder, wie andre Menschenkinder. Wer kann ihn einer Sünde zeih'n? 9. So will ich leben, rins gen, mein Werk hier zu vollbringen, und dann getrost, wie du, befehl' ich einst am Ende den Geist in Gottes Händeer führet ihn dem Himmel zu! 5. Vollbracht ist's für uns Alle, und Lob und Dank er Me 1. Herzlich lieb hab' ich dich 2c. 4. D'rum er voll Vers trauen fich noch an Gott im 108. Um Shade für bie Grauen der bångsten Todesnacht; befiehlt am Leidensende den Geist in seine Hände, und ruft: mein Werk, es ist vollbracht! Sünderwelt rufft du, mein Heil, am Kreuz gequält von frecher Sünder Rotten. Dir bricht erbarmungsvoll dein Herz, wenn dich bei deinem Lodesschmerz die Bösewichter spotten. Du siehst mit segens Passionszeit. 73 vollem Blick von ihnen weg mich erschrecket; o dann verauf den zurück, den diese fichre mich aufs Neu', daß meis Schaar in dir entehrt; rufft, nes Gottes Vatertreu' auch daß es Erd' und Himmel meine Schuld bedecket. Mein hort: vergib, o Gott, und Geift blickt glaubensvoll auf führe nicht fie in's Gericht; dich, und freuet deiner Hülfe denn, was sie thun, versteh'n sich. Beschließ' ich meine Pilfie nicht. grimschaft, so stärke mich mit neuer Kraft. Der letzte Kampf, Herr Jesit Christ, wird mir versüßt, wenn du mein Trost im Tode bist. 2. Erstaunend seh' ich diese Huld. Wie mitleidsvoll ist die Geduld, die Mördern so begegnet! Erkennt's, die ihr den Heiland ehrt! Fühlt seiner Großmuth hohen Werth, die selbst die Feinde segnet. Er hat auch uns durch sein Gebet den größten Trost von Gott etfleht; er sagt auch uns zu unsrer Ruh' Erbarmen und Vergebung zu. Er sey gelobt, der in der Noth, und selbst im Tod bewährte, was er uns gebot. 3. Daß Gott mit Langmuth und Geduld, auch selbst bei schwer gehäufter Schuld, der Sünder dennoch schonet; daß er so liebreich ihrer denkt, und ihren Zeit zur Beffrung schenkt, nicht nach Verdienste lohnet; daß ich noch fröhlich sagen kann: auch mich, mich Sünder, nimmt Gott an, dieß Glück hat deines Todes Kraft, mein treuer Heiland, mir verschafft. Ja, wenn ich, Herr, mit sanftem Sinn dir ähnlich bin, dann wird dein Tod auch mir Gewinn. 5. Den sanften, liebevollen Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, floß, Herr, in meine Seele! Gib, daß mein christlich liebend Herz bei uns verdientem Haß und Schmerz zum Vorbild dich erwähle. Besänftige mein reges Blut; und flammt des Zornes wilde Gluth mein Herz zur Nachbegierde an, o so erinnre mich daran, wie du einst sterbend noch ge schmäht, durch dein Gebet selbst deinen Mördern Gnad' ers fleht. 6. Mich tröste dein Versöh nungstod! Es bilde mich dein Geist, mein Gott, daß ich dir ähnlich werde. Erhebe mich, erhöhter Held, zu dir hinauf von dieser Welt, zum Himmel von der Erde. Du bist das Haupt, wir folgen dir; zieh uns dir nach, so werden wir dich lieben und uns deiner Pein, und deines Todes ewig freu'n. Herr Jesu Christ, wie selig ist, wie selig ist der Mensch, dem du ein Heiland 4. Wird je mein Herz vom Troste leer, weil meiner Sünden furchtbar Heer auf's Neue bist! 74 Passionszeit. Eigne Melodie. 100.23. enn mich die Sünden krånken, so laß, Herr Jesu Christ, mich glaubensvoll bedenken, daß du gestorben bist, und Rettung von der Sünden last den reuerfüllten Sündern am Kreuz erworben hast. 2. Dwundervolle Liebe! Bedenk's, o Seele, recht! Er starb aus freiem Triebe, der Herr für seinen Knecht. Selbst feinen eignen Sohn gab Gott für mich verlornen Menschen in Mar Schmach und Tod. 3. Was fann mir denn nun schaden der Fluch, der Sündern droht? Gott sieht auf mich in Gnaden; durch meines Mittlers Tod bin ich von diesem Fluch befreit, und darf nicht ängstlich fürchten Gericht und Ewigkeit. 4. D'rum ftrdmt aus meinem Herzen, o Jesut, dir mein Dank. Für deine Todesschmerzen tönt dir mein Lobgesang. Hilf, daß ich dir für deine Treu'auf ewig ganz ergeben, und thắtig dankbar sey. 5. Herr, laß dein bittres Leiden mir Kraft und Weisheit seyn, den Sündendienst zu meiden, mein Leben dir zu weih'n. Nie komme mir's aus meinem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlåset bin. 6. Mein Kreuz und meis ne Plagen, und wär's auch Schmach und Spott, laß mich geduldig tragen, gleich dir, mein Herr und Gott! Vers läugnen laß mich gern die Welt, dem johen Vorbild fols gen, das du mir aufgestellt. 7. Laß mich an Andern üben, was du an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen Jedermann, ohn' Eigennuß und Heuchelei, und gott, gefällig handeln, dir und der Pflicht getreu. 8. In meinen letzten Stun den schenk' du mir Kraft und Ruh'; und hab' ich überwunden, führ' mich dem Vater zu. Noch sterbend will ich dein mich freu'n; im finstern Thal des Todes wirst du mein Füh rer seyn. Cod Jefu. Mel. O Traurigkeit, o Herzes leid zc. 110.Am Kreuz erblaßit, der Marterlast, der Todesqual entbunden, hat nun in dem stillen Grab Jesus Nuh' gefunden. 2.Ein heil'gerSchmerz durchs dringt mein Herz. Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tiefgerühret schlagen. 3. Du liebtest mich, und gabest dich zum Opfer für die Sünden. Wo ist größre Liebe je, größre Huld zu finden? 4. Du hast's gethan! Dich bet' ich an, du König der Ers Issten! Dein will ich im Tode mich glaubensvoll getroffen. Passionszeit. 5. Du riefft mit Macht: es ist vollbracht! Du hast dein theures Leben, mein Versöhner, göttlich frei für mich hingegeben. 6. Hochheilge That! Des Höchsten Rath will ich in De muth ehren. Der Erwerber meines Heils wird mir's einst erklären. 7. Allmächtig rief er, der entschlief, den Todten; sie er standen! Leicht schwingt sich des Lebens Fürst aus des Todes Banden. 8. Das finfire Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen: denn durch dich, Erlöser, ist's mir der Weg zum Schauen. 9. Ich preise dich; erforsche mich, und siehe, wie ich's meine. Ja, du siehst es, wenn ich still meinen Dank dir weine. 10. Verges ich dein, so wers de mein in Ewigkeit vergessen. Herr, ich will, so lang ich bin, deine Lieb' ermessen. Mel. Jesus, meine Zuvers ficht III. Ausgerungen haft du nun, ausgeduldet deine Leis den, der du kamst, um wohl zuthun, der du wohlthatst noch im Scheiden. Dich umgab die Bångste Nacht: doch nun ist dein Werk vollbracht. 75 dein Ende! wie erhebend in der Noth! wie voll Trost in Schmerz und Tod! 3. Als Verbrecher darges stellt, wolltest du für uns ers blaffen; sahest dich von aller Welt, fühltest dich von Gott verlassen. Doch im größten Todesschmerz blieb dir, Heilis ger, dein Herz. 4. Freud' und Wehmuth kämpft in mir, lsst sich auf in Dankbegierde. Wer, o Dulder, sah in dir nicht der Tugend höchste Zierde? in der Mordlust Trunkenheit nicht der Sünde Häßlichkeit? 5. Um von ihr uns zu bes frei'n, uns zur Tugend zu ers heben, übernahmst duSchmach und Pein, opfertest du selbst dein Leben. So von unsrer Seele Werth hast du, Mitts ler, uns belehrt. 6. Und nun können voll Vertrau'n und voll kindlich frommer Triebe wir zu Gott im Himmel schau'n; denn er ist ein Gott der Liebe. Blutge Opfer will er nicht; Liebe nur und Zuversicht. 7. Ihm, der uns dieß Heil errang, falte, Erdkreis, deine Hånde! Einer Sonne Unters gang war des Heil'gen Lebenss ende. Unter Wettern sank fie schön, um verklärter aufzugeh'n. 2. Noch im Geist' am Gol gatha falt ich dankbar meine 112. Es ist vollbracht, Mel. Es ist genug! so nimm Hände. O du, den ich ster ben sah, wie so lehrreich ist das Opfer für die Welt! Passionszeit. 76 Das Licht der Wahrheit siegt! Es wird die Nacht, des Jrrthums Nacht erhellt, die auf der Menschheit liegt. Der Gottgefandte hat vollendet, sein Blut für unser Heil verpfändet. Es ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht! Er ruht nun von der Qual, deß Herz so fühlend schlug, der Unge= mach und Leiden ohne Zahl für uns aus Liebe trug. Sein Geift stieg aus dem Mordgetümmel als Ueberwinder auf zum Himmel. Es ist voll bracht! 3. Es ist vollbracht, des Vaters Rath erfüllt, erfüllt zu Der mel. Wer weiß, wie nahe mir mein 2c. fi; auf ewig ward's enthüllt, 113. Es ist vollbracht! riß; der Liebe Heiligthum. Die Mörder des Entschlafnen beben, ob er gleich ihnen laut vergeben. Es ist vollbracht! ruft nach dem Leiden des ster O benden Erldsers Mund. Wort des Trostes, Wort der Freuden, du machst mir die Erlösung kund. Das große Opfer ist gescheh'n, das Gott auch mir zum Heil erseh'n. 4. Es ist vollbracht! Wer fah nicht Gottes Spur, als er am Kreuz entschlief? Die Sonn' erlosch, Angst faßte die Natur, die Erde bebte tief; es spalteten sich Felsenwände bei seinem schauervollen Ende. Es ist vollbracht! 6. Es ist vollbracht! Mir ist nun himmlisch Licht, was Sein liebreich er gelehrt. Blut bewährt mir diesen Unterricht, sein Tod der Seele Werth. Welch Beiſpiel hat er mir gegeben! Wie er einst lebte, will ich leben. Es ist vollbracht! 7. Es ist vollbracht! Ach, ewig feierlich sey mir sein Todestag! Geweiht sey noch, zu preisen, Mittler, dich, mein letzter Herzensschlag. Hinauf zu dir blick ich am Ziele, und ruf voll hoher Dankgefühle: Es ist vollbracht! 5. Es ist vollbracht! Und ach, ein menschlich Herz blieb' kalt, schlug' ohne Dank am Kreuze deß, der unterm tiefsten Schmerz in Nacht des Todes sank? Wer sollte nicht mit heißen Zähren ihm heute Lieb' und Treue schwören? Es ist vollbracht! Mein Jesus stirbt. Die Felsen beben, der Sonne Schein verlieret sich; in Todte dringt ein neues Leben, der Heil'gen Gråber öffnen sich; der Vorhang reißt, die Erde kracht, und die Versöhnung ist vollbracht. 3. Wie viel, o Herr, haft du vollendet, als dir das Herz im Tode brach! Du hast den Fluch hinweggewendet, der auf der Welt voll Sünder lag. Für uns hast du genug ge Passionszeit. than: Gott nimmt uns nun noch gnädig an. 4. Neßt, fromme Thränen, meine Wangen; voll Glaus bens und voll Dankbarkeit fieh, Seele, den am Kreuze hangen, der uns vom ew'gen Tod befreit! Er, den mir Gott zum Heil gemacht, rief auch für mich: es ist voll bracht! 5. Du, der du dich für mich gegeben, o Jesu, laß mich eifrig seyn, zu deinem Dien ste ganz zu leben, und keine Schmach dabei zu scheu'n. Dein Dienst, mein Heiland, sey mein Ruhm! denn ich bin gang dein Eigenthum. 6. Soll ich bei dir ergebs nem Herzen auch hier durch manche Trübsal geh'n, und hat mein Gott gehäufte Schmerzen zu meiner Prüfung aus erseh'n; so laß auch mich den Trost erfreu'n: einst kommt das Ende meiner Pein. 7. Fühlt einst mein Herz des Todes Schrecken, dann, Herr, erleichtre mir die kast. Laß mich den Trost auch sterbend schmecken, daß du den Tod bezwungen hast; so blick ich in des Grabes Nacht mit Siegsgefang: es ist volls bracht! 77 wird in die meiner Seele Trauer. 2. Jhn, den emport sein Volk entehrt, daß ihm kein Nachruhm bliebe, den Gekrenzigten begrub hier die Hand der Liebe. 3. Indeß nun schon sein Geist den Lohn empfing vom Freudengeber, heiligte sein Leib in dir unsre stillen Gråber. 4. Welch Heiligthum! Um mich herum herrscht feierliches Schweigen. Selig, die ge trost ihr Haupt zu dem Grabe neigen! 5. Hier weicht der Schmerz, das matte Herz ruht sanft von seinen Leiden; und des Schattenlandes Traum wird zu Him melsfreuden 6. So ruhte sie von Schmerz und Müh' hier aus, die blut'ge Hülle: und verklärt entschweb te sie dieser heil'gen Stille. 7. Einst finkst auch du, mein Leib, zur Ruh'; schläfft unter kühlem Moose sicher, wie der Säugling ruht in der Mutter Schoose. 8. Dann ist vollbracht des Kummers Nacht, erduldet jede Plage; und die Nacht des Grabes wird bald zum ew'gen Tage. Mel. Es ist genug, so nimm, Herr 2c. Mel. O Traurigkeit, o Herzes 115. Ich bin erlöst! 114.Grabmeines Herrn, Es floß des Mittlers Blut; er ich weile gern in deinem heil's starb den Kreuzestod. Mit gen Schauer. Sanfter, stiller Gott versöhnt empfind' ich Passionszeit. Glaubensmuth; ich fürchte mel. Komm, Seele, setze dich zc. keine Noth. Die Weisheit hat mein Heil erfunden; die Liebe glorreich überwunden. Ich bin erlöst! 78 2. Ich bin erlöst! Es trifft des Donners Spruch vom Sinai mich nicht. Mein Heiland nahm von mir den schwe ren Fluch; ich komm' nicht in's Gericht. D'rum quält mich nicht, bereute Sünden; der Vater läßt mich Gnade fin ben. Ich bin erlöst! 3. Ich bin erlöst! Der Held zerriß das Band der Feinde meiner Ruh'. Zur Hölle hat die Schlüssel seine Hand; er schloß die Pforte zu. Nun Seelen mich nicht mit Furcht und Schrecken quälen. Ich bin erlöst! 4. Ich bin erlsst! Was ist noch, das mich schreckt? Licht wird die Todesnacht, aus der mich bald der Herr des Lebens pracht. Ich ruh', werd' ich in's Grab getragen, nur von den schwülen Prüfungstagen. Ich bin erlöst! 5. Ich bin erlöst! In Fries de fahr' ich hin, ist meine Stunde da. Der Tod wird mir zum seligsten Gewinn; mein Netter ist mir nah', den Geist beim Abschied von dem Leben in's Land der Engel zu erheben. Ich bin ers İdst! 116. Nach tief gefühls tem Schmerz brach ihm das Herz. Er ist für Menschenwohl gestorben. O Menschen, Menschen, weint! Weint Dank dem Menschenfreund! Wie viel hat Jesus euch erwors ben! 2. Send fromm und gut! Der ist kein wahrer Christ, der noch dem Laster ist ergeben. Ihm, der aus Liebe starb, euch ewig's Gut erwarb, ihm sey geheiligt euer Leben! Gemeine. weih'n, und treu zu seyn dir, 3. Dir schwör' ich, mich zu Göttlicher, in Freud' und Leis den! Die Tugend lehrtest du, der Tugend lebteft du; nichts soll mich von der Tugend scheiden! Mel. Ich hab' mein' Sach' Gott heimgestellt zc. 117. Nu alles wohl gemacht. Mein Jesus ruft: es ist vollbracht! Der neigt sein Haupt, o Mensch, und stirbt, der dir erwirbt das Erbe, welches nie verdirbt. 2. Der, dem an Hoheit Reis ner gleicht, der Herr der Herrlichkeit erbleicht. Seht Gottes Wink! Die Erde kracht, und dicke Nacht verhüllt der Sons ne Glanz und Pracht. 3. Das Heiligthum steht auf gedeckt! Die helfen bersten; Passionszeit. 79 des Kampfes Müh'. D'rum setz' ich freudig auf dein Wort den Kampf hier fort, und vol le Ruh' erwart' ich dort. - Dunkel schreckt; der Todten Gråber öffnen sich. Wie sichtbarlich zeigt hier der Gottheit Finger sich! 4. Weil furchtbar die Natur fich regt, so werd' auch du, mein Herz, bewegt! Em pfinde reu'voll deine Schuld. Aus Gottes Huld starb Jesus auch für deine Schuld. 5. Sein Tod, o nimm es wohl in und Heil auch dir gebracht. VerMel. Herr Jesu Christ mein's Lebens chre den, der bis in's Grab I18.Wir danken bir, für dich sich gab, und stirb der Sünde täglich ab! 6. Ja, Vater, unter Pein und Hohn erbleicht am Kreuz dein theurer Sohn; nun ist's versiegelt: deine Huld, meine Schuld, und trägt hinfort mit mir Geduld. tilgt 7. Hin auf sein Kreuz will ich stets seh'n, und dankvoll seine Treu' erhöh'n. Sein Tod soll meine Zuflucht seyn; auf ihn allein schlaf ich einst sanft und selig ein. 8. Und dient' ich nun der Sünde noch? Fern sey von mir ihr schnödes Joch! Auf, Seele, daß du dich erhebst, nur Jesu lebst, ihm zu gefallen dich bestrebst. 9. O tddte selbst in meiner Brust, mein Heiland, jede böse Lust; dein Tod, der mir das Leben schafft, verleih' mir Kraft im Kampf mit meiner Leidenschaft. 10. Gestärkt durch dich bes fieg' ich sie, die Tugend lohnt 11. Wie dank' ich dir, Herr Jesu Christ, daß du für mich gestorben bist! Dich preis ich hier schon hoch erfreut; doch nach der Zeit noch froher in der Ewigkeit. Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist. Dein heiliges und theures Blut komm' unsern Seelen stets zu gut! 2. Schau' liebevoll, o Gottes Sohn, auf uns von deines Vaters Thron! Bewahr' uns vor dem ew'gen Tod, und troft uns in der letzten Noth. 3. Los auf der Sünde schnddes Band, und reich' uns deine Gnadenhand! Hilf uns in Kreuz geduldig seyn! Uns trdste deine Todespein! 4. Auf dich steht unsre Zuerlöste nicht! Hilf uns der versicht; verlaß uns Theu'r. Sünde widersteh'n, und durch den Tod in's Leben geh'n! Mel. O Traurigkeit, o Herzes leid 2c. 119. 3ur Grabesruh entschliefest du, der du für uns gestorben, und am Kreuz uns schmerzenvoll ewig's heil er worben. 80 Ofterfest. 2. Du bist erblaßt, o Herr, und hast doch in dir selbst das Leben. Gleich den Sterblichen hielt dich einst das Grab umgeben. 3. Doch, Heil sey mir! du konntest hier nicht die Verwesung sehen. Bald hieß dich des Höchsten Kraft aus dem Grabe gehen. 4. Ich weiß, du wirst, mein Lebensfürst, dereinst auch mich erwecken. Könnt' ich jetzt noch hoffnungslos vor der Gruft erschrecken? 5. Hier werd' ich einst, bis du erscheinst, in sanftem Fries den liegen; denn durch deis nen Tod kann ich Tod und Grab besiegen. 6. Thr, die die Welt gefes felt hält, zagt nur vor der Verwesung! Ich, ich hoff durch Christum einst aus dem Grab Erlösung. 7. Nein, nichts verdirbt. Selbst das, was stirbt, der Leib wird auferstehen, und, zum Himmelsglanz verklärt, aus dem Grabe gehen. 8. So sint' in's Grab, mein Leib, hinab! Ich will mich doch nicht kranken. Ich will, Jesu, mir zum Trost an dein Grab gedenken. Osterfe ft. desbanden, für unsre Sünde gegeben, der ist wieder erstanden, und hat uns bracht das Leben, daß wir sollen fröh lich seyn, Gott loben und dankbar seyn, und singen Halleluja, Halleluja. Eigne Melodie. 120.Chrift lag in To- nommen all sein Recht und men, und hat die Sünde ab damit dem Tod sein' Gewalt, da bleibet nichts, denn Todsgestalt, den Stachel hat er verloren, Halleluja. 4. So feiern wir das hohe Fest mit Herzensfreud' und Wonne, das uns der Herr scheinen läßt, er ist selber die Sonne, der durch seinen Gnadenglanz erleuchtet unsre Her zen ganz, der Sünden Nacht ist vergangen, Halleluja. D. M. Luther. 2. Den Tod Niemand zwins gen kunnt bei allen Men schenkindern, das macht Alles unsre Sund', kein' Unschuld war zu finden; davon kam der Tod so bald, und nahm Gewalt, uns Eigne Melodie. in seinem Reich gefangen, 121. Jesus Christus, Halleluja. 3. Jesus Christus, Gottes unser Heiland, der den Tod Sohn, an unser Statt ist kom- überwand, ist auferstanden, die Osterfest. die Sund' hat er gefangen. Kyrieeleison. 2. Der ohn' Sunden war geboren, trug für uns Gots tes Zorn, hat uns versöhnet, daß uns Gott sein' Huld gönnet. Kyrieeleison. le 3. Tod, Sund', Teufel, Leben und Gnad', All's in Handen er hat, er kann erreiten, Alle, die zu ihm treten. Kyrieeleison. D. M. Luther. 81 3. Was vermag uns zu ers schüttern? Wer nicht an Ihn glaubt, moge zittern vor ihm, der ewig, ewig lebt. Wir, des Auferstandnen Brüder, wir Christen, seines Leibes Glies der, wir freu'n uns deß, der ewig lebt. Für uns litt er den Tod; für uns entrückte Gott ihn dem Grabe. Ems porer, bebt! der Sieger lebt: er lebt, und stirbt hinfort nicht mehr. Mel. Wachet auf, ruft uns die zc. 4. Unser Herz darf nun nicht wanken: die bangen zweis felnden Gedanken des 122. Amen! Lob und Glaubens Zuversicht. Wie im A. Preis und Stärke sey dem Vollender seiner Werke! dem TodesüberwinderDank! Singt dem auferstandnen Helden! und alle Himmel, alle Welten, und dieser Erdkreis sey Gesang! Ihm, der vom Tod erstand, ihm, der einst über wand, singt, ihr Christen! Sein ist die Macht, er hat's vollbracht! Die Welt ist seiner Ehre voll! 2. Ja, du Land der Gråber, Erde, auf! rühm' den Ueberwinder, werde ein Land des Lebens und des Lichts! Er, der siegreich auferstan. den, befreit uns von des To des Banden und von den Schrecken des Gerichts. Hell uns! sein Grab ist leer; Verwesung droht nicht mehr! Er hat gefiegt! des Todes Macht, 123.feb der Hölle ist zerstört. Sturm der Fels im Meere, steht unerschüttert Jesu Lehre, umglångt mit Seligkeit und Licht. Des Himmels Bau zers fällt; die Herrlichkeit der Welt wird verschwinden: doch fort und fort steht Jesu Wort, bleibt Trost und Heil in Ewigkeit. 5. Doch auch wir, wir wer den bleiben. Mag doch die Hülle einst zerstäuben; vers zehre Moder mein Gebein! Jesus lebt, und meine Glieder belebt einst seine Allmacht wies der, wie er, werd' ich unsterb lich seyn. In der Verwesung Grab dringt dann sein Ruf hinab; und ich lebe, und ich bin sein, auf ewig sein! Gleich ihm werd' ich unsterblich seyn! Mel. Heilig, heilig ist dein uferstanden, auf. erstanden ist, der uns mit Gott 6 82 Ofterfest. versöhnt. O wie hat nach Schmerz und Schanden Gott mit Ehren ihn gekrönt! Dort zu seines Vaters Rechten, über Schmach und Tod erhöht, lebt er nun in Majestät. Freut euch seiner, ihr Gerechten! Dankt dem Höchsten, und erhebt seine Gnade. Jesus lebt! Himmel strebt, find ihm sicher; - Jesus lebt!" 5. Uns vom Tode zu befreien, fant er in des Grabes Nacht; uns zum Leben einzuweihen, sieht er auf durch Gottes Macht. Tod, du bist in Sieg verschlungen, deine Schrecken sind gedämpft, deine Herrschaft ist bekämpft, und das Leben uns errungen. Die ihr vor dem Grabe bebt, send getrost; denn Jesus lebt! 5. Freut euch seiner, Gots tes Kinder! Er sey euer Lobs gesang. Eringt dem Todess überwinder ewig Ehre, Preis und Dank! Rühmt's in der Versuchung Stunden, wann euch Sünd' und Elend droht, rühmt's in eurer Todesnoth: Jesus Christ hat überwunden! Wann der Sünder zagt, so hebt euer Haupt auf;- Jes sus lebt! 2. Singt dem Herrn! Er ist erstanden, Er, der starb auf Golgatha. Rühmt es, rühmt's in allen Landen: was sein Wort verhieß, geschah! Wer, wer kann ihm widerstreben? Mächtig dringt der Held empor; im Triumph bricht er 124. hervor, und des Abgrunds Pforten beben, da ihr Sieger fich erhebt. Heil uns allen! Jesus lebt! 4. Aus dem Grab uns zu erheben, ging er zu dem Vater hin. Laßt uns ihm zur Ehre leben, dann ist Sterben uns Gewinn! Haltet unter Luft und Leiden im Gedächtniß Jesum Christ, der vom Tod erstanden ist. Unvergänglich sind die Freuden deß, der nach dem Mel. Erschienen ist der herrs lich 124. Bring, Secie, Preis dem Höchsten dar! Dein Heiland, der getödtet war, hebt fiegreich nun sein Haupt empor, und gehet aus dem Grab hervor mit Sieg gekrönt. 2. Die Erde bebt, die Wachter flieh'n; erfreut seh'n seine Jünger ihn; sie, die so zärt. sich ihn beweint, erkennen wies der ihren Freund, und jauchzen ihm. 3. Er lebt, o Seele, auch für dich; er lebt und herrschet ewiglich. So weit die ganze Schöpfung geht, reicht seine Kraft und Majestät. Obet' ihn an! 4. Sein müsse sich der ErdFreis freu'n, und Aller Herzen fich ihm weih'n. Er hat aus seines Grabes Nacht Unsterb lichkeit an's Licht gebracht. Gelobt sev er! Ofterfest. 5. Er, der nicht mehr im Grabe liegt, hat in dem Kampf für uns gefiegt. Durch seines neuen Lebens Kraft wird uns auch Muth und Sieg vers schafft; des jauchzen wir. 6. Nun fürcht' ich nicht mehr Grab und Tod. Mein Heis land lebt, gelobt sey Gött! Die Hoffnung der UnsterblichFeit erfüllt mich mit Zufries denheit. Preis sey dir, Herr! 7. Nichts reißt mich nun aus deiner Hand; dein Leben ist mir Unterpfand, daß ich, o feliger Gewinn! ein Kind und Erbe Gottes bin. Das dank' ich dir. 8. Rufft du mich einst zu deiner Ruh', dann eil' ich hoff nungsvoll dir zu; dann werd' ich ewig bei dir seyn, und Gott und Himmel sind dann mein. Gelobt seyst du! Mel. Allein Gott in der Höh' fey 2c. 125.B ringt Preis und Ruhm dem Heiland dar, frohlockt ihm, alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, ist nun dem Grab entnommen. Sen hochgelobt, Herr Jesu Christ, daß du für uns ges storben bist, und siegreich auferstanden! 2. Dein Leben in der Majestät befestigt unsern Glauben. Wer kann, da dich dein Gott erhöht, den großen Trost uns rauben, daß du nun un ser Heil vollbracht, und von 85 des em'gen Todes Nacht uns Sünder haft erlöset! 3. Gott selbst, der dich dem Grab' entrückt, hat dem, was du gelehret, der Wahrheit Siegel aufgedrückt und dich als Sohn geehret, hat deines Todes hohen Werth der Welt auf's Herrlichste bewährt, da er dich auferwecket. 4. Erstandner, ich frohlocke dir! Mein ist dein Sieg, dein Leben. Du lebst und herrschest nun, auch mir dein ewig's Heil zu geben, auch meiner Seele Trost zu seyn, zur Tugend Kraft mir zu verleih'n, und mich zu Gott zu führen. 5. Mein Herr, mein Gott, hilf mir dazu, befreie mich von Sünden. Laß mich für meine Seele Ruh' im Frieden Gottes finden. Erwecke deinen Sinn in mir, damit ich, Gott ergeben, hier als dein Erlöster wandle. 6. Dein ist das Reich, dein ist die Macht, die Todten zu erwecken. Du rufft einst, und der Gråber Nacht wird Todte nicht mehr decken. Denn, weil du auferstanden bist, so werd' auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auferstehen. 7. O laß mich, weil ich hier noch bin, im Glauben an dich wandeln, und jederzeit nach deinem Sinn rechtschaffen seyn und handeln, daß ich, wann ich nun aufersteh', und dich, des Todes Sieger, seh', nicht angsivoll vor dir bebe. 6* 84 Ofterfest. 8. Wo du, Herr, bist, da soll auch einst dein Jünger mit dir leben, und du wirst ihn, wann du erscheinst, zu deiner Freud' erheben. Laß einst dieß Glück mein Erbtheil feyn, so werd' ich dein mich ewig freu'n, du Todesüberwinder! 3. Herr, meine Seele preis set dich. Erlöst auf ewig haft du mich, so wahr du selbst vom Himmel kamst, dein Leben gabst und wieder nahmst. 4. Wer ist's, der mich vers dammen kann? Ich glaub' an dich, und rühme dann: der Gott, durch den die Himmel sind, der ist mein Vater, ich sein Kind. du, du lebst, und wir sind dein, und ewig werden wir es seyn. Mel. Vom Himmel hoch, da 2c. 120. Dich ber ich an, unausſprechlich iſt. 9. Der du für erstandner Held, Erretter ei ner Sünderwelt, dich, meine Zuflucht, für und für. Von ganzem Herzen dank' ich dir. 2. Um deinen Thron, der ewig steht, glänzt Seligkeit und Majestät. Ich nahe mich voll Zuversicht zu dir; denn du vers wirfst mich nicht. 5. Nun ist das Erdenleben mir ein segensreicher Weg zu dir. So lang ich hier bin, Gott, mein Heil, hab' ich an deinem Frieden Theil. 6. Zwar trifft noch mancher Schmerz uns hier; noch, o Erbarmer, sterben wir; doch 7. Ich weiß, daß mein Er Isser lebt. Trost, der meis nen Geist erhebt! Ich seh', durch dich gestärkt, in's Grab mit Ruh' und Heiterkeit hinab. 8. Welch eine Welt voll Se ligkeit erwartet mich nach dies fer Zeit! Da findet der ver klärte Christ das Heil, das unsre See len wachst, sie zu dir ziehst und selig machst, laß mich mit freu digem Vertrau'n im Tod auf dich, Erldser, schau'n. Eigne Melodie. 127. Dies ist das freu denvolle Fest, da Gott die lebenssonne auf unsre Gräber scheinen läßt, ein Fest der reinsten Wonne! Nach Kampf und Noth, nach Schmach und Tod lebt Jesus Christus wieder; nun beb' ich nicht, wann Gott einst spricht: leg' deine Hülle nieder! 2. Dem Edelsten sind wir verwandt; auch uns, auch uns umschlinget, mit ihm der Menschheit heil'gesBand. Wer Gottes Ruf vollbringet, dem ist die Welt schon aufgehellt, zu der wir uns erheben. Singt's hocherfreut, ihr Christen, heut': der Tod führt uns zum Leben! Osterfest. Mel Vom Himmel hoch, da 2c. 128.Erinnre bich, mein Geist, erfreut des hohen Tags der Herrlichkeit! Halt im Ge. dächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. 2. Fühl' alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir er, schien', als språch' er: Friede fey mit dir! so freue dich, mein Geist, in mir. 3. Schau' über dich, und bet' ihn an! Er mißt den Sternen ihre Bahn; er lebt und herrscht mit Gott vereint, er ist dein Bruder und dein Freund. 4. Macht, Ruhm und Ho heit immerdar dem, der da ist, und der da war! Sein Name sen gebenedeit von nun an bis in Ewigkeit. 5. Glaube, der das Herz erhöht! Was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? 6. Vor seinem Thron, in feinem Reich unsterblich, hei lig, Engeln gleich, und ewig, ewig selig seyn- Herr, diese Herrlichkeit ist mein! 7. Du, der du in den Him. meln thronst, ich soll da woh, nen, wo du wohnst; und du erfüllst einst mein Vertrau'n, dich in der Herrlichkeit zu schau'n. 8. Ich soll, wann du, des Lebens Fürst, in Herrlichkeit einst kommen wirst, erweckt 85 aus meinem Grabe geh'n, und froh zu deiner Rechten steh'n. 9. Dann stimm' ich, ganz von Sünden rein, in deiner Engel Loblied ein. Mit allen Frommen aller Zeit werd' ich mich freu'n in Ewigkeit. 10. Zu welchem Glück, zu welchem Ruhm erhebt mich nicht das Christenthum! Mit dir gestorben, Gottes Sohn, bin ich auch auferstanden schon. 11. Nie komm' es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin; damit ich mich, in Lieb' und Treu', zu deinem Bilde stets erneu'. 12. Du bist's, der alles in uns schafft; dein ist das Reich, dein ist die Kraft. Ich hoff auf dich, Herr Jesu Christ, der du vom Tod erstanden bist. Eigne Melodie. 120. E r ist erstanden aus des Todes Banden! Auch wir, wir werden aufersteh'n und in ein beffres Leben geh'n. Gelobt sey Gott! 2. Für seine Brüder weckte Gott ihn wieder: wer stets wie er, für Andre lebt, so fromm und duldend, den er. hebt auch Gott, wie ihn. 3. Er ist erstanden aus bes Todes Banden! Auch wir, wir werden aufersteh'n, und in ein ew'ges Leben geh'n. Gelobt sep Gott! 86 Osterfest. Mel. Ein' feste Burg ist unser heben! Laßt uns von nun an le. 130.Er lebt! o Freus ben! Wir sind ſein Eigenthum, erkauft zu seinem Ruhm. Sein wollen wir allein todt und lebendig seyn, und sein auch ewig bleiben. denwort! er lebt, der Heiland aller Sünder! Der Feinde Heer erschrickt und bebt vor seinem Ueberwinder. Er stritt mit Heldenmuth, und kämpfte bis auf's Blut: durch seinen Mel. Wachet auf, ruft uns Streuzestod erwarb er uns bei 131. Feiern last uns zc. Gott Vergebung unsrer Sünden. diese Stunden; denn unser Herr hat überwunden! Wie felig ist, wer ihn bekennt! Christus hat den Tod bezwungen; nun sey von uns ihm Lob gesungen, nun jauchze, wer nach ihm sich nennt! Er stieg zur Gruft hinab, und er verließ das Grab, groß und herrlich. Sein ist das Reich. Fleuch, Irrthum, fleuch! Der Wahr heit Macht behält den Sieg. 2. Nur der Sünder muß erzittern; ihn schreckt der Tod gleich Ungewittern; und Angst färbt seine Wangen bleich. Meiner wartet ew'ges Leben; der Gott, der mir Vernunft gegeben, hat auch ein unsichtbares Reich. Verkündigt hat's sein Sohn; auf Erden ist es schon bei den Frommen, und Seligkeit ist dem bereit, der treu bis in den Tod beharrt. 2. Er lebt, des Vaters ew'. ger Sohn, erhöht zu seiner Rechten! Er herrscht, und hilft von seinem Thron auch seinen schwachen Knechten. Er lebt nun ewiglich, und ewig schüßt er mich; er thut mit starker Hand den Feinden Widerstand; fie können mir nicht schaden. 3. Er lebt! Gott hat ihn auferweckt; Gott wird auch mich erwecken. Was Sterbe liche am meisten schreckt, der Tod, kann mich nicht schrecken. Sein Stachel ist dahin, da ich versöhnet bin. Dertreue Zeuge spricht: Wer glaubt, der stirbt nun nicht. Deß trost' ich mich von Herzen. 4. Er lebt, der unbezwungne Held; befingt, ihr Engelchore, befingt, ihr Völker in der Welt, des MittlersRuhm und Ehre! Erhebt des Siegers Macht, der von dem Tod erwacht, der unsern Tod bezwingt, uns Leben wieder bringt, und machtig für uns streitet. 5. Er lebt! O Christen last uns heut' frohlockend thn er. 3. Du, mein Glaube, lehrst mich siegen; vor dir mußFurcht und Grau'n erliegen, du Glaus be der Unsterblichkeit. Drücken mich des Lebens Leiden: wie lange währt's? des Himmels Freuden empfangen mich nach Ofterfest. furzer Zeit. Klag' ich um einen Freund: mit ihm werd' ich vereint ewig leben. Wen diese Welt gefeffelt hålt, nur der vergißt des hohen Ziels. 14. Daß ich einst vor Gott nicht zage, sen jeder meiner Lebenstage mit edeln Werken ausgeschmückt! Besser, immer beffer werden, das ist es, was schon hier auf Erden mich näher hin zum Ziele rückt. So leb' ich in der Zeit schon für die Ewigkeit, und ich sterbe, des Siegs gewiß, den Gott verhieß; der Tod hat keine Macht an mir. 5. Feiern laßt uns diese Stunden! Für uns hat Jesus überwunden; auch unser ist Unsterblichkeit! Furcht ist nicht im Christenglauben, wer kann 87 Preis und Ehre! Huldigt ihm und seiner Lehre! 132. Fr Mel. Wie schön leucht't uns der 2c. rohlockt dem Herrn! Bringt Lob und Dank ihm, der des Todes Macht bezwang, und uns, den Staub, erhöhte! Der hohe Sieger überwand. Nacht war um ihn, und sie verschwand in helle Morgenrothe. Bebet, gebet, stolze Spotter, unserm Retter 2. Preis ihm, Heil uns! Sein Grab ist leer. Fest ste. het, wie ein Fels im Meer, das Wort, das er gesprochen. selig, wer sich ihm vertraut! Er hat den Tempel neu gebaut, den blinde Wuth zerbrochen. Seele, wähle ihn zum Führer und Regierer deines Lebens. Auf ihn hoffst du nicht vergebens. 3. Zum höhern Leben führt er dich, und nimmt gewiß dich einst zu sich, sinkt deine Hütte nieder. Empfängt das Grab auch dein Gebein, in Gräber klärt erstehst du wieder. Herrs dringt einst Leben ein, vers lich wird sich dann aufs Neue seine Treue offenbaren; volles Heil wirst du erfahren. uns wenn wir nur thun, was Gott gebeut? Wir fürchten Mel. Erschienen ist der herrs lich zc. den Tod: nicht dein Gericht, 133.Gelobt, gelobt fen o Gott! Jesus lebt. O jauchzt ihm Dank, der für uns rang! auf, Halleluja, jauchzet ihm! Jesus Christ, der heut' vom Tod erstanden ist! Als Sieger geht aus seinem Grab, der erst für uns sein Leben gab. Lob sey dem Herrn! 2. Er hat sein großes Werk vollbracht; nun flieht der Sünde finstre Nacht. Er lebt, der für uns Alle litt, und bringt uns seinen Frieden mit. Lob sey dem Herrn! 3. Die Erd' erbebt; dort wälzt vom Grab den Stein die Allmacht Gottes ab; da riß der Fels, die Hüter floß'n; Osterfest. erwacht war Jesus Christus schon. Lob sey dem Herrn! 4. Frohlockend macht der Engel Mund sein neuerwachtes Leben kund. Die Jünger fehen ihn, der lebt, und bald zum Himmel sich erhebt. Lob sey dem Herrn! 5. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt; und stürb' auch alle Welt mir ab, er bleibt mein Freund bis in das Grab. Lob sey dem Herrn! 6. Er hält, er schützt und tröstet mich; sterb' ich, so nimmt er mich zu sich. Wo er jetzt lebt, da komm' ich hin, weil ich mit ihm vereinigt bin. Lob sey dem Herrn! 7. Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt, durch ihn mit Gnad' und Heil gekrönt. Mein banges Herz ermuntre sich; denn Gott, mein Vater, liebet mich. Lob sey dem Herrn! 8. Durch seiner Auferste. hung Kraft vollend' ich meine Pilgerschaft, freu' seiner mich in seinem Reich, und bin dort feinen Engeln gleich. Lob sey dem Herrn! Grabes Nacht; er ist frei von Todesbanden, und sein großes Werk vollbracht; ja, der Sieg ist nun errungen, und derlegte Feind bezwungen. 9. Für solchen Trost ber Seligkeit dankt dir, Herr, deine Christenheit. Wann wir von Angesicht dich seh'n, soll dich ein reiner Lied erhöh'n. Lob sey dem Herrn! 2. Laß das Siegeslied er. schallen Ins hat er den Sieg Gräbern wallen, aufgehellt des gebracht, uns, die noch auf Grabes Nacht; uns hat er den Sieg errungen, und sein Werk ist ihm gelungen. 3. Gott, in welcher Sonnenklarheit strahlt, was Jesus uns verheißt; ftrahlt die heil'ge, große Wahrheit: Ewig ist Tu. des Menschen Geist! gend reicht an Gottes Throne Frommen einst die Sie. geskrone!!! 4. Stimmt nun keine Trauer. lieder auf des Frommen Grabe an. Wir betreten sterbend, Brüder, eines bessern Lebens Bahn. Zu der Wahrheit lichten Höhen müssen wir durch Gråber gehen. 5. Unsern Todestag hienie. den feiern wir nun hochers freut, als den liebergang jum Frieden, als Geburt zur Se ligkeit. Weit vollkommner als auf Erden, heilig sollen wir dort werden. 6. Auf! an Jesu Siegess feste laßt uns das Gelübd' erneu'n: Hier schon soll das größte, beste, wichtigste Ge. uns Mel. Unser Herrscher, unser König 2c. 134. Jesus, Jesus ift ten zu vollbringen, nach der erstanden! Licht strömt in des Heiligung zu ringen! Osterfest. Mel. Jesus, meine Zuvers ficht 2c. 135. Sefus lebt, mit un deine Schrecken? Jefus 136.Jefus, meine 3u. ihm auch wo sind Eigne Melodie. lebt! er wird auch ich von den Todten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht; dieß ist meine Zuversicht. versicht, lebt, und ich soll mit ihm leben. Dieses weiß ich; follte nicht sich mein Herz zus frieden geben, wenn die lange Todesnacht mir auch Furcht und Grauen macht? 2. Jesus, er, mein Heiland lebt; leben werd' ich und ihn schauen, seyn, wo mein Erld. fer schwebt; warum sollte mir denn grauen? Nie verläßt er den, der glaubt; er ist seines Leibes Haupt. bens Band allzufest mit ihm 3. Ich bin durch des Glauverbunden; Jesus reicht mir seine Hand in des Todes bants gen Stunden, und führt mich zu meiner Ruh', führt mich seis nem Himmel zu. 2. Jesus lebt! Ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd' auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dieß ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt! Wer nun verzagt, fündigt wider Gottes Ehre; Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich beFehre. Gott verstößt in Chriso nicht; dieß ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt! Sein Heil if mein; sein sey auch mein ganzes Leben. Reines Her zens will ich seyn, und den Lusten widerstreben. Er vers läßt den Schwachen nicht; dieß ist meine Zuversicht. 89 ihm spricht: du bist meine Zus versicht! 5. Jesus lebt! Ich bin gewiß. Nichts soll mich von Jesu scheiden; keine Macht der Finsterniß, keine Herrlich keit, kein Leiden. Er gibt Kraft zu dieser Pflicht; dieß ist meine Zuversicht. 6. Jefus lebt! Nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in To. besnoth wird es meiner Seele geben, wenn sie glaubig zu bedeckt, wo ich Staub und 4. Mich, den einst das Grab Asche werde, mich, den nun kein Tod mehr schreckt, mich weckt Jefus aus der Erde, daß ich in der Herrlichkeit bei ihm sey in Ewigkeit. 5. Da wird mich, statt dies ser Haut, ein verklärter Leib umgeben, für die neue Welt gebaut, und geschickt zum bes fern Leben; und in diesem Leib seh' ich meinen Jesum ewiglich. 6. Dieses Aug', das ster. bend bricht, wird ihn, meinen Heiland kennen. Ich, ich selbst Osterfest. 90 im reinern Licht, werd' ihn meinen Retter nennen, wann er von der Sterblichkeit nun auf ewig mich befreit. 7. Was verwelklich ist, vers geht; Fleisch und Blut kann Gott nicht sehen; irdisch wird mein Leib gesa't, himmlisch wird er auferstehen. Zu verwesen fink' ich ein; dort werd' ich unsterblich seyn. 8. Send getrost, send hoch erfreut! Jesus kennt euch, seine Glieder. Christen, wehrt ber Traurigkeit! Sterbt ihr, Jesus ruft euch wieder, wann sein Ruf: erwachet! schallt, und durch alle Gråber hallt. 9. Lacht der finstern Erdens Fluft! Seht hinauf in's beffre Leben! Dorthin wird euch aus der Gruft eures Jesu Macht erheben. Dort liegt Schwachheit und Verdruß ewig unter eurem Fuß. 10. Selig, selig werd' ich seyn, aber hier schon muß ich streben, ähnlich, Jesu, dir zu seyn, und zu dir mich zu ers heben, und verklärt mich dort zu freu'n, wo ich ewig wünsch' zu seyn. Rel. Nun lob' mein' Seel' den Höchsten ze. 137. obfinge, meineSeele, dem Welterldser! Bet' ihn an! Lobsing' ihm, und erzähle, was dir zum Heil der Herr gethan! Er hat für dich gerungen; durch seine Macht hat er des Todes Macht bezwun. gen und seiner Schrecken Heer. Er hat des Grabes Grauen geschwächt, als er erstand. Nun läßt unsGott einst schauen der Frommen Vaterland. 2. Froh führte seine Sonne den festlich hohen Tag herauf. Da stand er, o der Wonne! mein Cott und mein Versöhner, auf. Gedanke, der zu Freuden des Himmels mich erhebt! Gedanke, der im Leis den mit reichem Trost belebt! Des höhern Lebens Quelle! Mein Schild in jeder Noth! Wo ist dein Sieg, o Hölle? Wo ist dein Stachel, Tod? 3. Des Felsen Grund erbebet; die Huter flieh'n, das Grab ist leer. Der todt war, sieh, der lebet; er lebt und stirbt hinfort nicht mehr. Die schwas chen Jünger wanken; er stärkt die Wankenden; sie seh'n ihn, freu'n sich, danken dem Auferstandenen. Sie seh'n empor ihn steigen; sie geh'n, wie er gebot, mit Freuden hin, und zeugen von ihm bis in den Cod. 4. Herr, deine Boten siegen, von dir und deinem Geist ges lehrt; die Gößentempel liegen, der Erdkreis wird zu Gott bes kehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freudevoll ein Christ. Ihn bet' ich an imt Staube, ihn, der erstanden ist. Ich werd' ihn ewig schauen, wann er auch mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen; er starb für mich und lebt. Ofterfest. 91 Mel. Wachet auf, ruft und die der Leib gleich in der Gruft. 138. Lobt ben Höchften! ben sich von der Erde Staub erheben, wann Jesus den Ents schlafnen ruft. Dann wird des Todes Feld zu einer regen Welt. Alles lebet, so wie ers neut zur Frühlingszeit die junge Schöpfung sich erfreut. Jesus lebet! Erlöste Men, schen, kommt, erhebet des Welterlssers Majestät! Hort's, bes trübte Sünder, gebet der Freude Raum, denn Jesus lebet; Gott hat ihn aus dem Staub erhöht. D Seele, dein Gesang erschall' auch ihm zum Dank, ihm zur Ehre! Dich, großer Held, erhebt die Welt, weil deine Hand den Sieg behält. 5. Auferstandner! welch ein Segen erwartet uns, wenn wir auf Wegen einhergeh'n, die dein Fuß betrat! Nie ges fühlte Seligkeiten, die ewig währen, sind die Beuten, die uns dein Sieg errungen hat. Einst sind sie unser Theil; einst krdnet uns das Heil deines Lebens! Halleluja! der Herr ist nah'! Bald ist der Tag des Sieges da! 2. Jesu Jünger, wehrt dem Leide! Lobsinget ihm, und nehmt voll Freude am Siege Theil, den er erstritt! Send ihr gleich des Grabes Kinder; er ist des Todes Ueberwinder; er herrscht, der für euch starb und litt. Was wollt ihr traurig seyn? Getrost könnt ihr euch freu'n! Jesus lebet in EwigMel. Sey Lob und Ehr' dem höchs sten zc. feit! 3u aller Zeit ist er zur 130. Mein ein Heiland lebt, Hülfe uns bereit. 3. Nun verzagt auch nicht, Verbrecher! Gott ist euch nun kein strenger Rächer, wenn ihr die Schuld mit Ernst bereut. Durch des Todes lleberwinder ist er dem reuerfüllten Sünder ein Vater der Barmher zigkeit. Er nimmt ihn liebreich auf, mit Kraft zum Tugendlauf ihn zu segnen. Preist feine Huld! Er tilgt die Schuld, und trägt uns lieb. reich mit Geduld. und hat die Macht des Todes ganz bezwungen, und siegreich aus des Grabes Nacht zu Gott sich aufgeschwungen. Er ist mein Haupt; sein Sieg ist mein; Sein soll mein ganzes Leben seyn, und ihm will ich auch sterben. 4. Tod, wo sind nun deine Schrecken! Nicht ewig wird das Grab uns decken, verwest 2. Nicht ewig wird, wer dein Wort hält, den Tod, o Jesu, schauen. D'rum geh' ich freudig aus der Welt, das Grab macht mir kein Grauen. Ich bin getroft und unverzagt, weil du den Deinen zuge. sagt: ich leb', und ihr sollt leben. Osterfest. 92 3. Wird gleich mein Leib des Todes Raub; er wird doch wieder leben, und einst aus der Verwesung Staub sich schon verklärt erheben, wann bu, o großer Lebensfürst, nun deinen Todten rufen wirst, zum Leben Eigne Melodie. 4. Wie froh und herrlich 140. Preis dem Todess werd' ich dann vor dir, mein Heiland, stehen! Dann nimmst du mich mit Ehren an, läßt in dein Reich mich gehen. Forthin von keiner Last beschwert, an Leib und Seele ganz vers klärt, leb' ich bei dir dann ewig. überwinder! Sieh, er starb auf Golgatha! Preis dem Heiliger der Sünder! Preis ihm, und Halleluja! Singt, des neuen Bundes Kinder, aus dem Grab eilt er empor! Singet ihm in höherm Chor! 5. O welche Herrlichkeit ist mir in jener Welt bereitet, wo fich ein Freudenstrom von dir auf Selige verbreitet! Ich werd' in deinem Himmelreich, unsterblich, deinen Engeln gleich, vollkommne Lust genießen. 6. Denn, wo du bist, da follen die, die dir hier folgen, leben, und, ewig frei von Schmerz und Müh', ihr siegreich Haupt erheben. O was find Leiden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit und unbegrenzte Freuden! 7. Gib, Herr, daß diese Herrlichkeit mir stets vor Augen schwebe, und oft in meiner Prüfungszeit mein Herz dahin erhebe, wo keine Schwachheit uns mehr drückt, wo wir, der Sterblichkeit entrückt, frohlo. kend vor dir wandeln. 8. Erwecke mich dadurch zum Fleiß, der Tugend nachzufire. ben, und, weil ich lebe, dir zum Preis, nach deinem Wort zu leben. Und fühl' ich hier noch Noth und Schmerz, so tröste dieß mein banges Herz: es kommt ein beffres Leben. 2. Laßt des Bundes Harfe klingen, daß die Seele freudig bebt! Laßt uns, laßt uns mach tig fingen dem, der starb und ewig lebt! Preis und Ehre laßt uns bringen dem, der starb und ewig lebt! Preis ihm, der nun für uns lebt! 3. Du, der uns nun nicht verdammet, wie erhebt dein Lob den Geist! Durch die Ewigkeit entflammet, rühmt er, dankt er, jauchzt und preist dich, der ihn nun nicht verdammet, weil du starbst und auferstandst, Gottmensch, weil du überwandst! 4. Ueberwunden, überwunden hat der Herr der Herrlichkeit! Sieh, er schlummerte nur Stunden in des Grabes Dunkelheit. Und da glänzten seine Wunden, bluteten, Halleluja! nun nicht mehr auf Golgatha. Ofterfest. gå 3. Wohlthat wird das Sters ben mir. Jesus kennt und liebt die Seinen; ewig nicht läßt er sie hier kämpfen, dulHerr, einst den, klagen, weinen. Nein, der Abend eilt herzu; einst gelangen sie zur Ruh'." 5. Bei den Todten ihn zu finden, ging fie hin, wo Chris stus schlief. Ach, was mußte fie empfinden, als er sanft: werd' auch ich dich finden, wo dein Gott ist, und mein Gott: ruft mich nun zu dir der Tod! 6. Wann ich aus dem Grabe gehe, wann mein Staub Verklärung ist, wann ich, Herr, dein Antlig sehe, dich, mein Mittler, Jesus Christ, o dann, wann ich auferstehe, hab' ich, du der Sünder Heil, ganz an deiner Gnade Theil! 7. Gerne will ich hier noch wallen, Herr, so lange du es willst. Knieen will ich, nieders fallen, fich'n, daß du dich mir 142.V Lob enthüllst, dein hochheilig zu lallen. Selig war stets, wen dein Lob, Ewiger, zu dir erhob! Mel. Meinen Jesum laff' ich zc. 141. Siegreich stand mein Heiland auf; Friede ruht auf meinem Grabe. Auch mein Morgen eilt herauf, wann ich ausgeschlummert habe. Mich erschreckt der Tod nicht mehr. Heil mir! Jesu Grab ist leer. 2. Froh besieg' ich nun das Grau'n, das die Todtenhügel decket. Meinen Heiland werd' ich schau'n, den der Vater auf. erwecket, der durch seines Gras bes Nacht meine Gruft mir heller macht. Geist, empor! Lerne nach dem 4. Schwing' dich dann, mein Himmel streben! Jesus ging den Weg dir vor; Jesus lebt, auch du sollst leben. Aufers standner, lebenslang weiht mein Herz dir Preis und Dank! Eigne Melodie. Chor. ergeßt die Leident dieser Zeit! Der Freude sey dieß Fest geweiht! Es folgen nach den Leiden der Erde Himmelsfreuden. Gemeine. Wir preisen dich, Herr Jest Christ, der du vom Tod er. standen bist! Chor. 2. Was sind die Leiden dies ser Zeit? In Freude und in Seligkeit verwandeln sich die Klagen nach kurzen Erdens tagen. Gemeine. Wir preisen dich, Herr Jesu Christ, daß du vom Tod erstanden bist! Himmelfahrtsfest. Chor. Gemeine. 3. Dank, froher Dank dir, Wir danken dir, Herr Je Jesu Christ, der du vom Tod su Christ, daß du vom Lod erstanden bist! Auch uns wird erstanden bist! neues Leben nach kurzem Schlaf gegeben. Himmelfahrtsfest. Mel. Allein Gott in der Höh' fährt auf zu seinem Reich. Er 143. Auf Chrifti Him. der Himmel Heere jauchzen ihm! melfahrt darf sich getroft die Hoffnung gründen, daß einst 2. Sein Werk auf Erden ist in meinem Tod auch ich werd' vollbracht; zerstört hat er des fiegreich überwinden. Mein Todes Macht; er hat die Welt Haupt lebt in der Herrlich mit Gott versöhnt, mit Herrs feit, und führt nach einer kur lichkeit ist er gekrönt. zen Zeit auch mich zu seiner Freude. 3. Weit, über alle Himmel weit geht seine Macht und Herrs lichkeit. Der Engel Schaaren dienen ihm; lobsinget ihm! lobsinget ihm! 2. Gen Himmel fuhr mein Heiland auf, die Krone zu empfangen. Zu ihm blickt nun mein Geist hinauf mit freudigem Verlangen. Da, wo mein Schatz ist, ist mein Herz; zu ihm schwingt es sich himmelwärts von dieser eis teln Erde. 4. Sein sind die Völker aller Welt. Er herrscht, der unbezwungne Held; er herrscht, bis unter seinen Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. 5. Er schützet feine Christenheit von nun an bis in Ewigkeit. Er ist ihr Haupt. Lobfinget ihm! Ihn preise Mensch und Seraphim! 3. Ach, Herr, verleihe du mir Kraft, nach deinem Reich zu ringen. Dein Geist, der alles Gute schafft, helf' mir den Kampf vollbringen. Und dann am Ende dieser Zeit führ' mich zum Licht der Ewigkeit, zu deines Reiches Freuden. 6. Ja, Heiland, wir erheben dich, und unsre Herzen freuen sich der Herrlichkeit und Majestät, zu der dich Gott, dein Gott, erhöht. Mel. Vom Himmel hoch, da komm' 2c. 7. Wohl nun auch uns bei dir 144. Auf, Jeft Jun- und Macht, und dein find wir. Jesu ger, freuet euch! Der Herr Nimmst du dich unser hülf. Himmelfahrtsfest. reich an, was ist, das uns gebrechen kann? 8. In deiner Hand ist unser Heil. Wer an dich glaubt, dem gibst du Theil am Segen, den du uns erwarbst, als du für uns am Kreuze starbst. 9. Wir freuen uns, nach dieser Zeit bei dir zu seyn in Ewigkeit. Nach treuvollbrachtem Lebenslauf nimmst du uns in den Himmel auf. 10. O zich uns immer mehr zu dir! Hilf uns, mit eifriger Begier nach dem nur trachten, das da ist, wo du, verklärter Heiland, bist. Mel. Dieß ist der Tag der Frühlichkeit zc. 145. Du bat, gefront und sterblich nicht. mit Preis und Rühm, o Herr, dein Werk vollendet, geweihet Gott ein Heiligthum, der dich zu uns gesendet; zu seinen Kindern uns geweiht, und dein ist nun die Herrlichkeit. 2. Du erndtest nun den groBen Lohn für deiner Leiden Menge. Versammelt steh'n um deinen Thron, in fröhlichem Gedränge, Vollendete, durch dich beglückt, belehrt, geheiligt und erquickt. 95 4. Gerettet sind, die sich ver. irrt, in Finsterniß verloren. Welch eine Schaar von Kins dern wird dir durch dein Wort geboren! Wie auf der frischen Morgenau' auf Blumen unge. zählt der Thau. 5. Sie Alle selig, und durch dich, sie Freude deinem Her zen, das nur für Andre schlug und sich vergaß bei eignen Schmerzen; gerettet Alle leben dir, und unter ihnen, Herr, auch wir. 6. Auch wir, o schau' von deinem Thron herab auf deine Kinder! auch wir sind deiner Mühe Lohn, zwar sterblich noch und Sünder; doch, das ist unsre Zuversicht, einst sündenfrei 3. Aus allen Völkern kamen fie, mühselig und beladen, und fuchten Ruh', und fanden sie, und sind des Jochs entladen; weih'n freudig sich dir, Gottes Sohn, und werden deiner Ar. beit Lohn. 7. O daß, Beseliger, wir nie undankbar dich verkennen; und vor der Welt uns schämen nie, dich unsern Herrn zu nennen! Ach, keiner von uns Allen sey dir, seinem Retter, unges treu! wir, zur Schaar der Seligen 8. Wie wird uns seyn, wann erhoben, nun schauen, was hier Glaube war, mit ihr dich würd' ger loben, dich selbst entzückt das Auge sieht, das Herz von reinerm Danke glüht¹ 9. O hilf vollenden uns den Lauf, das Tagewerk vollbrin gen, und ist's vollbracht, zu dir hinauf zu deinem Himmel drin gen; wie du, vor Gottes Richterthron auch finden guter Thaten Lohn. Himmelfahrtsfest. 96 Mel. Allein Gott in der Höh' sey 2c. 140.8 aft das Vollendungsfest uns heut' in heil'gen Freuden feiern! froh schauen über Welt und Zeit, und das Gelübd' erneuern: Gott und der Tugend treu zu seyn, treu auch in Trübsal, Schmach und Pein, wie Jesus, zu vollenden! 2. Er kam zu uns von Gott gefandt, und heiligte die Erde, daß sie der Eintracht stilles Land, ein Siß der Tugend werde. Nach seinem Beispiel sollen wir uns Alle bilden, Alle hier, daß wir zum Vater fommen. Wohnungen sind viel in seines Vaters Hause. 6. Was send ihr, Freuden dieser Zeit? Wer kann nach euch noch streben? wer ruh'n im Schoos der Sinnlichkeit? dem kaster sich ergeben? Die Zeit ist kurz, und steil die Bahn; auf, Christen, strebt zum Ziel hinan, und eilet, zu vollenden! 7. Ein Himmel wird schon unsre Welt, wenn wir einans der lieben, mit Freuden thun, was Gott gefällt, treu unsre Kräfte üben. Dann führ' an's Grab uns die Natur; aus eis nem Himmel geh'n wir nur in einen schönern Himmel. 3. Zum Vater! o wir fenEigne Melodie. nen ihn; um ähnlich ihm zu 147. Triumph! ihr Hime denn in. werden, folgt Jesu; ihm erschien sein Ebenbild auf Erden. Sein Gruß war Friede, sein Gebot nur Lieb' und Tugend; bis zum Tod war That auch seine Lehre. mel freuet euch, jauchzt ihm, dem Gottessohne! Er ziehet siegreich in sein Reich, empfängt des Siegers Krone, umstrahlet ganz mit Himmels glanz, genießt er nun der Tus gend Freuden. Triumph! bes fiegt sind alle Leiden. 4. Wie groß, wie edel durch sein Herz, wie treu der hohen Sendung, wie herrlich unter Spott und Schmerz erkämpft er die Vollendung! Die Krone ward ihm dargereicht. Nun wird der Kampf uns Schwa chen leicht, der Zukunft Dunfel schwindet! 2. Auf Erden ist vollbracht sein Lauf, das große Werk ges lungen; nun schwingt er sich gen Himmel auf, das Ziel ist nun errungen! Mit Majestät wird er erhöht zur Rechten Gottes; seine Leiden, Tris umph! verwandeln sich in Freuden. 5. Er schwang zum Himmel fich hinauf, die Stått' uns zu bereiten. Zum Himmel geht nun unser Lauf, zu ew'gen Seligkeiten. So hoch, so hoch steht unser Ziel! Der schönen 3. Doch schließet ihn kein Himmel ein; er wirkt noch fort auf Erden. Noch sollen, die Himmelfahrtsfest. 92 die ihr Herz ihm weih'n, durch gesegnet werden. Mel. Wachet auf, ruft uns die ihn Wouth hinant die steile Bahit 148.Ueber aller Himmel zum Ziel! Nach kurzem Erdens leide lohnt euch ar Ziele Hims melsfreude. 4. Gedanke, der das Herz erfreut, Gedanke voller Ses gen! Die Blume der Unsterb, lichkeit blüht uns am Grab entgegen. Die beffre Welt ist uns erhellt. Der Weg durch Gråber führt zu Freuden, und sanfter werden wir einst scheis den. 5. So wahr als Jesus Chris stus lebt, wir werden mit ihm leben! Zum Urquell alles Lichtes strebt der Geist von Gott gegeben. Sinkt nun in's Grab der Leib hinab: so ruht er aus von Erdenleiden; den Geist erwarten Himmelsfreus den. 6. Doch nur der Tugend Sonnenbahn führt zu den sel's gen Höhen. Auf ihr ging Jes sus uns voran. Laßt uns auch muthvoll gehen die Sonnens bahn zum Ziel hinan. Und kostet es auch Kampf und Leis den, dem Sieger lohnen ew'ge Freuden. 7. Triumph! ihr Christen freuet euch! Nun ist der Tod bezwungen; wir haben Theil an Jesu Reich, der Sieg ist uns errungen. Dem Sieger Dank und Lobgefang! Mit Jes su gehen wir durch Leiden, durch Müh' und Kampf zu Himmelsfreuden. Heere erhebst du dich zum Thron der Ehre, du Stifter unsrer Seligkeit. Hin zu dem, der dich gesendet, gehst du, da hier dein Werk vollendet, mit göttlicher Zufriedenheit. Du hast die Sünderwelt mit deis nem Licht erhellt. Preis und Ehre sey, Jesu, dir! Froh sehen wir dir nach in deine Herrlichkeit. 2. Deines Vaters Gnadens willen auf Erden freudig zu erfüllen, warst du gehorsam bis zum Tod., Sitze, Sohn, auf meinem Throne! Dir geb' ich meine Welt zum Lohne, und meine Herrlichkeit," sprach Gott. Wie herrlich ist dein Lohn, erhöhter Gottessohn! Ihr, ihr Frommen, folgt treu ihm nach durch Streit und Schmach! Gott, dem ihr dient, belohnt als Gott. 3. Deine traurenden Erlds, ten, o Herr, zu stärken und zu trösten kam über sie von dir dein Geist. Er ist's, der auch uns im Leiden mit Trost erfüllt, und zu den Freuden der bess fern Welt den Weg uns weist. Er leitet uns die Bahn, auf der dich wandeln sah'n deine Freunde. Bald, bald empfah'n auf dieser Bahn auch wir, wie du, des Kampfes Lohn. 4. Uns die Stätte zu bereis ten, um die wir Pilger hier noch streiten, gingst du voran 7 Himmelfahrtsfest. 98 in's Baterland. Herrlich wirst du wieder kommen, und zu dir alle deine Frommen versams meln in dieß Vaterland. Ges weiht hast du uns Gott, und dir, durch deinen Tod. Wo du let ft, und Gott mit dir, da follen wir auch mit dir leben ewiglich. 5. Welch ein Jubel wird es werden, wann wir dich wieder seh'n auf Erden in aller Mas jestät des Herrn! Dann vers schwinden unsre Leiden, dann geh'n wir ein zu deinen Freus den, und schauen dich nicht mehr von fern. Dann seh'n wir, hoch erfreut, ganz deis ne Herrlichkeit, Welterldser! Dann führest du der Wonn' uns zu, die bei dir ist in Ewigkeit. 3. Der Fromme dringet durch das Grab, um ewig Gott zu leben. Was Gott auf Erden ihm vergab, bleibt ewig ihm vergeben. Ihn macht der Glaube, den die Welt vers achtet und für Thorheit hält, gerecht und ewig selig. 2. Er kommt und führet euch an's Licht; doch nicht, daß er euch richte. Getrost send ihr und zaget nicht vor seinem Angesichte. Der Fromme hars ret wonnevoll des Richters; denn wer glaubt, der soll in sein Gericht nicht kommen. 4. Die stillste That, dem Herrn geweiht, will Jesus offenbaren. Lob wird der wahs ren Frömmigkeit vor Allen wiederfahren. O welch ein Ruhm, den sie gewinnt! Selbst heilige Gedanken sind gezählt, belohnt zu werden. 5. Wer Leidenschaften übers wand, um seines Gottes Wils len, obgleich die Welt ihm widerstand, doch standhaft zu erfüllen; wer heilig blieb, obgleich der Spott der Welt ihn traf, den wird sein Gott Mel. Sey Lob und Ehr' dem bich, als Ueberwinder krönen. 140. Bollendet freudig hörte; wer, wider aller Lüfte 6. Wen keine Wollust, wen kein kein eitles Lob bes euern Kauf! Bleibt, Christen, Gott ergeben! Einst weckt der Sohn die Todten auf, und rus fet sie zum Leben. Geht muthig feinen Pfad einher; er fuhr zum Himmel; einst wird er in Herrlichkeit erscheinen. Neiz, auf seinen Gott nur hörte; wer strebte, mäßig, keusch und rein, demüthig, sanft und mild zu seyn, der wird dann Gottes Erbe. 7. Wer eines der Gerings sten sich erbarmte; was ihn drückte, ihm tragen half, und brüderlich die Leidenden cFs te, den sieht der Völkerrichter an, als hätt' er solches ihm gethan; vergilt's ihm übers schwänglich. 8. So glaubet denn, und übet nur, was Gott gefällt, Himmelfahrtsfest. ihr Brüder! denn, der für uns zum Himmel führ, kommt zum Gerichte wieder. Wohl euch alsdann! dann führt er euch, euch zu belohnen, in sein Reich, zu seines Himmels Wonne. Mel. Mein Schöpfer, der mit 150. Vollendet ist dein und Freude zu erheben, zu dir in deine Herrlichkeit! D du, der mich den Finsternissen des ew'gen Todes hat entriffen, durch den sich Gott mit uns vereint, du, aller Welten Herr und Führer, der Geister ewis ger Regierer, du bist mein Bruder, bist mein Freund! Werk; vollendet, o Welterlds fer, unser Heil. Den Fluch hast du von uns gewendet, nun wird dein Segen uns zu Theil. Du, der herab kam, neues Leben, und Licht und Freuden uns zu geben, schringst dich auf zu Gottes Chron. du Nuhm zu wenig, o du, der Schöpfung Haupt, du König der Könige, des Vaters Sohn! 2. Heil, Sieger, dir! Die Wolken kommen herbei voll Majestät und Licht. Noch eins mal sehen deine Frommen dein hulderfülltes Angesicht. Noch fegnest du sie, die Geliebten, und senkest Trost auf die Bes trübten, und strömest Freude in ihr Herz. Du bist, du bist von Gott gekommen, wirst mit Triumph dort aufgenommen, zur hohen Wonne wird ihr Schmerz. 99 nieder: doch auch der Engel höh're Lieder verdrängen nicht mein schwaches Lied. Von meinen aufgehobnen Händen wirst du nicht weg dein Auge wenden, das freundlich auch aufs Niedre sieht. 4. Gib meinem Glauben Muth und Leben, sich über Für dich ist jeder 5. Einst wirst du herrlich wieder kommen. Erldser, komm, es seufzen hier im Thränens thale deine Frommen, ihr Glaus be seufzt nach dir, nach dir! Dann werden auf der Wols ken Wagen dich Millionen Engel tragen, du wirst in ih rer Herrlichkeit, Herr, Allen, die jetzt zu dir weinen, vom Himmel als ihr Freund ers scheinen, dann wird ihr Klas gen Seligkeit. 3. Ich seh' empor zu dir, Vertreter; dich bet' ich still im Staube an. Ich weiß, daß auch ein schwacher Beter im Staube dir gefallen kann. 3war fallen Engel vor dir 6. Ja, schon am Ende ihrer Tage wird deine Herrlichkeit ihr Theil; wird Himmelswons ne ihre Klage, erlangen fie ihr höh'res Heil. Und sie ers heben sich vom Staube, und Schauen, Schauen wird ihr Glaube; du, Herrlicher, bist selbst ihr Licht, und krönst, nach überstandnen Leiden, fie 7* 100 Himmelfahrtsfest. dann mit deinen ew'gen Freus ihm Sterne! Finsterniß vor den vor aller Himmel Anges dem, der uns dem Tod ents sicht. riß! Mel. Herr Gott, dich loben wir zc. 4. Sein Blick ist Huld, Licht fein Gewand, und Allmacht seine Hand. 151. Wie Gott belohnt, wert; Barmherzigkeit fein belohn', o Vater, deinen Sohn! So rief, der ganze Himmel rief, als Jesus Christ am Kreuz entschlief. Es hatte Gott der Himmel Fleh'n und seines Sohnes Tod geseh'n. Zu Gott schwingt sich der Sohn empor; ihm jauchzt der Engel feiernd Chor: Mittler, Vollender, Gott, Heiligster, welchen Tod starbst du auf Golgatha! Du fiegst! Halleluja! Chun; sein Lohn Unsterblichkeit! Wir freu'n uns seines gros ßen Lohns; freu'n uns des Vaters und des Sohns, den eine Sterbliche gebar, der ist, der seyn wird, und der war; des Bürgen für uns im Ges richt, wann unser Herz im Tode bricht. 2. Halleluja! Halleluja! Du stirbst nicht mehr auf Golgatha! Entzückt sah'n ihm die Jünger nach. Jetzt trug er nicht der Sünder Schmach. Ein schims merndes Gewölke kam, floß hin vor seinen Fuß, und nahm den Strahlenvollen ihrem Blick; und Wonn' und Thränen ward ihr Blick. Verschwunden in der Himmel Fern' ist nun die Herrlichkeit des Herrn. 3. Doch werden sie am, Thron einst steh'n, und Jes sum Christum wieder seh'n. Chut weit des Himmels Pfors ten auf! Der Sieger schwingt zum Thron sich auf! Ers höht, erhöhet Salems Thor! Der Ueberwinder steigt ems por. Steht, Sterne, still in eurem Lauf! Zu Gott, zu Gott steigt er hinauf! Staub sind 5. Du, unser Gott, und unser Herr, wer kann dir würdig danken? Wer von Allen, die du dir erschufft, zum Himmel riefft, zum Himmel rufft? Dank dir! Ja Dank und Preis und Ruhm sey dir in deinem Heiligthum, der für uns starb, der auferstand! Halleluja! Der überwand! Zu Gott ging er; zu Gott erhebt er jeden, der ihm treu hier lebt. Amen. Mel. Wie schön leucht't uns der zc. 152. Wie herrlich, Jes su, starker Held, du Netter eis ner Sünderwelt, hat sich dein Kreuz geendet! Nach wohl vollbrachtem Lebenslauf fährst du verklärt zum Vater auf, der dich zu uns gesendet. Ewig trifft dich nun kein Leiden; reine Freuden blüh'n dir dro ben, dich hat Gott zu sich ers hoben. Himmelfahrtsfest. 101 2. Dir dienen alle Seras und voll Demuth seyn, und eitle Lust verachten! Jede Sünde lehr' uns meiden, und mit Freuden unser Leben deis nem Dienste ganz ergeben. phim; und wir vereinen Herz und Stimm', mit ihnen dich zu loben; weil du dein großes Werk vollbracht, nach über standner Leidensnacht gen Him mel dich erhoben. Preis dir, daß wir schon auf Erden köns nen werden Gottes Kinder und des Todes Ueberwinder. 5. Sen unser Schutz und unser Hort, und trdst' uns durch dein heilsam Wort, wenn uns hier Trübsal drånget. Nur da ist Wonne, wo du bist; die Freude, die man hier genießt, ist noch mit Leid vermenget. Von dir kommt hier Trost im Herzen; laß in Schmerzen uns schon offen deinen Himmel seh'n und hoffen. 3. Du, du bist unser Haupt, und wir sind deine Glieder; nur von dir kommt auf uns Heil und Leben. Was unsern Seelen Nußen schafft, Licht, Friede, Freude, Tugendkraft wird uns von dir gegeben. 6. Für uns, Herr, floß dein Laß doch dein Joch gern uns tragen, und entsagen allen Sünden, daß wir hier schon Ruhe finden. 4. Zieh unsre Herzen ganz zu dir; hilf, daß vor allen Dingen wir nach deinem Reiche trachten. Laß uns im Wandel heilig, rein, voll Sanftmuth theures Blut, für uns bist du, auch uns zu gut, zur Freude eingegangen. Zieh, Jesu, zieh auch uns dir nach, daß wir, nach kurzem Ungemach, zur Freude dort gelangen. Dafür soll die von uns Allen Dank erschallen; Ueberwinder! durch dich sind wir Gottes Kinder. Pfingstfest. Eigne Melodie. 3. Zünd' uns ein Licht an im gib uns 153. Romm, Gott, Sch der Liebe Brunst, das schwach Fleisch in uns dir bekannt, ers halt' fest dein' Kraft und Gunst. 4. Du bist mit Gaben siebens falt, der Finger an Gottes rechter Hand, des Vaters Wort gibst du gar bald mit Zungen in alle Land'. pfer, heil'ger Geist, besuch' das Herz der Menschen dein, mit Gnaden fie füll', wie du weißt, daß dein' Geschöpf' vorhin seyn. 2. Denn du bist der Trd ster genannt, des Allerhöchsten Gabetheuer, ein' geistlich'Salb' an uns gewandt, ein lebend Brunn, Lieb' und Feuer. 5. Des Feindes List treib' von uns fern, den Fried schaff. 102 Pfingstfest. bei uns deine Gnad', daß wir Dein'm feiten folgen gern, und meiden der Seelen Schad'. 6. Lehr' uns den Vater kens nen wohl, dazu Jesum Christ, seinen Sohn, daß wir des Glaubens werden voll, dich, beider Geist, zu verstah'n. 7. Gott Vater sey Lob und der von den Tods Eigne Melodie. ten auferstund, dem Tröſter ſey 155. Nun bitten wir den dasselb' gethan, in Ewigkeit alle Stund'. Amen. D. M. Luther. Eigne Melodie. 154. Komm, heiliger omm, heiliger Geist, Herre Gott! Erfüll' mit deiner Gnadengut' deiner Glaus bigen Herz, Muth und Sinn, bein' brünstig' Lieb' entzünd' in ihn'n. Herr, durch deines Lichtes Glast zu dem Glauben versammelt hast das Volk aus aller Welt Zungen, das sey dir, Herr, zu Lob gesungen. Halleluja, Halleluja! beständig bleiben, die Trüb, fal uns nicht, abtreiben. D Herr, durch deine Kraft uns bereit, und stårk des Fleisches Blddigkeit, daß wir hie ritters lich ringen, durch Tod und Les ben zu dir dringen. Halleluja, Halleluja! D. M. Luther. heiligen Geist, um den rechten Glauben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wann wir heimfahren aus diesem Elende. Kyrieleis. 2. Du werthes Licht, gib uns deinen Schein; lehr' uns Jesum Christ kennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Kyrieleis. 3. Du süße Lieb', schenk' uns deine Gunst, laß uns empfins den der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen einander lies ben, und im Frieden auf einem Sinne bleiben. Kyrieleis. 4. Du höchster Tröster in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Schand' noch Tod, daß in uns die Sinne nicht verzagen, wann der Feind wird das Leben verklagen. Kys rieleis. D. M. Luther. 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Les bens Wort, und lehr' uns Gott recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen. Herr, behüt für fremder Lehr, daß wir nicht Meister suchen mehr, denn Jesum mit rechtem Glaus ben, und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Halleluja, Halleluja! Mel. Freu' dich sehr, o meine 3. Du heilige Brunft, füßer 150.D. Seele zc. Troft, nun hilf uns fröhlich er du, Gott, an und getrost in deinem Dienst uns gedenkest, deinen Geist Pfingstfest. uns, die du liebst, wenn wir darum bitten, schenkest, und uns seine Gaben gibst, des muthsvoll fleh' ich zu dir: Vater, send' ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue, und ihn dir zum Tempel weihe. 2. Fehlt nicht allem meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit; bleibt mein Herz nicht dir entrissen, und dem Dienst der Welt geweiht, wenn nicht deines Geistes Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe, und zu deiner Ehre lebe? 103 Brüdern knüpfen lerne, und der Zwietracht Geist entferne. 6. Lehre mich, mich selber kennen, die verborgnen Fehler seh'n, sie voll Demuth Gott bekennen, und ihn um Verges bung fleh'n; mache täglich Ernst und Treu', sie zu bessern, in mir neu. Zu dem Heiligungs geschäfte gib mir immer neue Kräfte. 7. Wann der Anblick meiner Sünden mein Gewissen nies derschlägt; wann sich Zweifel in mir finden, die mein Herz mit Zittern hegt; wann mein Aug zum Vater weint, und er nicht zu hören scheint, dann gib du, daß meiner Seele Licht und Kraft und Trost nicht fehle! 3. Ew'ge Quelle wahrer Güter, hochgelobter Gottes geist, der du menschliche Ges müther besserst und mit Trost erfreu'st; nach dir, Herr, vers lang' auch ich; beff're, tröste, stårke mich! Mache mich zu Gottes Preise heilig und zum Himmel weise. 4. Wecke in mir fromme Triebe, daß ich Gott, mein höchstes Gut, treu und über Alles liebe, daß ich mit getros stem Muth seiner Vaterhuld mich freu', und mit wahrer Mel. An Wasserflüffen BabyKindestreu nach des Baters 157.Dr, Bater, bankt lon's ic. Willen wandle, christlich denke, christlich handle. 5. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deis nem Sinn, daß ich Lieb' und Sanftmuth übe, und, zum feligen Gewinn für mein Herz, mit treuer Hand frommer Eins tracht schönes Band zwischen mein Herz und singt, daß dur den Sohn gegeben, den Sohn, der Heil den Sündern bringt, und unvergånglich's Leben. Ich danke dir, daß du den Geist, der deinen Sohn durch Wuns ber preist, zu Menschen haft gesendet; der Geist der Wahrs 8. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir; selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, Herr, vers langt nach dir. D so setze durch dein Wort deiner Gnas de Wirkung fort, daß sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende! Pfingstfest. 104 Beit Fam herab, der deinen Boten Stärke gab, daß sie dein Werk vollendet. 2. Erfüllt von seiner Wuns berkraft geh'n fie, die Welt zu lehren; der Geist, der neue Herzen schafft, hilft ihnen sie bekehren. Die Völker hören Mel. Nun bitten wir den heil's hocherfreut die Botſchaft ihrer 158.Du, bem wir uns gen 2c. Geligkeit; Vernunft und Wahrs heit siegen; die Blindheit und das Laster flieht; wo man den Finger Gottes sieht, muß jes der Feind erliegen. fre Herzen weih'n, laß, o Geist, fie deine Tempel seyn. Durch dein Wort erfreue die Erlöss ten, die sich ihres Heilands glaubig trösten, daß sie treu vollenden. 3. Umsonst, daß wilder Eifer tobt, Verfolgung zu erregen; der Name Jesu wird gelobt, fein Wort ist Kraft und Ses gen. Die Jünger schreckt nicht Pein noch Müh'; dein Geist, oVater, stårket sie in Martern und im Tode. Sie bleiben ihrem Herrn getreu, bekennen seinen Namen frei und preis sen ihn im Tode. mir ein neues Herz; es fühle tief der Sünde Schmerz, und lern' im Glauben beten. In bangen Stunden tröste mich, und deine Hülfe zeige sich mir einst in Todesnöthen. 4. Noch jetzt bist du der Geist der Kraft, noch jetzt der Mens schen Lehrer, der Jesu treue Junger schafft, des Sündens reichs Zerstörer. In Sündern wirkst du Neu' und Leid, in frommen Seelen Trost und 2. Reiß' uns von dieser Erde los. Zeig' uns, wie uns endlich schön und groß Gott ist und die Wahrheit, daß wir ihn kennen, lieben und durch Christum Vater nennen, und die Sünde hassen. 3. O wirk' in uns Beståns digkeit; gib uns Muth und Kraft in jedem Streit. Unfre Nacht wird kommen; wir Alle sterben; tröst' uns dann, daß wir den Himmel erben, und zum Vater kommen. Mel. Gott, vor desfen Anges Per Sunden. Yn bangen Stunf 150. Geift des Herrn, Muth im Kampf In bangenStuns den schenkest du, und noch im Tode Seelenruh', und lehrst ihn überwinden. 5. Des Vaters und des Sohnes Geist, du Quell des Lichts, der Liebe, den Gott den Betenden verheißt, ach, heil'ge meine Triebe! Schaff du in der von dem Throne einst auf jene Boten kam, und verheis ßen von dem Sohne, sie zu seiner Wohnung nahm, ihrer Sehnsucht Fleh'n gestillt, fie mit neuer Kraft erfüllt, komm zu mir herab, ich flehe, komm aus deiner sel'gen Höhe. Pfingstfest. 105 2. Ganz von deiner Kraft hier im Pilgerland meiner durchdrungen, wie erhellt ward Kindschaft Unterpfand, bis ich ihr Verstand! Dank und Preis zum Genuß gelange und das ward dem gesungen, der dich, Erbtheil selbst empfange. Geist des Herrn, gesandt. Ach erleuchte er erler Nacht entreißt! Laß 100.Geift vom Bater Mel. Jesu, Jesu, komm zu mir 2c. sich dein Licht auch mich empfins den, und bei dir Belehrung finden. und vom Sohn, weihe dir mein Herz zum Thron! Heil'ge dir es immerdar, wie der Jünger Herz es war. 3. Ach erwärme, Geist der Liebe, mein erstorbnes, tråges Herz für der Tugend fromme Triebe; richte du es himmels wärts, fern von diesem Pil gerland hin in's beffre Vaters land! O wie glücklich wird auf Erden dann schon meine Seele werden! 2. Geist der Wahrheit, leite mich! Eigne Leitung tauschet mich, weil sie leicht des Ziels verfehlt, und für Glück sich Unglück wählt. 3. Geist des Glaubens, stårk' in mir meinen Glauben für und für, der mich Christo einverleibt, und durch Liebe Früchte treibt. 4. Geist des Betens, lehre mich kindlich beten, nur durch dich kann des Kindes Flehen rein und vor Gott erhörlich seyn! 5. Geist der Liebe, Kraft und Zucht, wenn mich Fleisch und Welt versucht, o dann uns terstüße mich, daß ich ringe ritterlich! 4. Sen du mir ein Geist der Gnade und hilf meiner Schwachheit auf. Führe mich auf deinem Pfade und beförd're meinen Lauf! Reize, wecke, rühre mich, daß, der dich einst sandte, sich über den Gehors sam freue, den ich deiner Lehre weihe. 5. Heil'ge mich zu jedem Werke christlicher Rechtschafs fenheit. Sen mir Antrieb, Kraft und Stärke, treu zu nus Ben meine Zeit; laß mich auf der Tugend Bahn immer mehr dem Ziele nah'n, und durch dich schon hier auf Erden hei lig und dir ähnlich werden. 6. Laß in trüben Augens blicken deinen Trost mir nahe seyn; laß ihn dann mein Herz erquicken, wann mich sonst nichts kann erfreu'n! Sey mir 6. Geist der Heiligung, vers klar' in mir Jesum mehr und mehr. Mache mich von Süns den rein, laß mich, gleich ihm, heilig seyn. 7. Geist des Trostes, wann mir Noth, Schrecken im Ges wissen droht, o dann sende Trost und Ruh' meinem bans gen Herzen zu. Pfingstfest. 106 8. Geist der Hoffnung, führe du mich dem Himmelserbe zu! Laß mein Herz sich deiner freu'n und in Hoffnung selig seyn! Me 1. Warum sollt' ich mich 101. S komm hernieder! Herrn, sen nicht fern, stärke Christi Glieder! Er, der nie sein Wort gebrochen, Jesus hat deinen Nath seinem Volk versprochen. 2. Lehr' auf Jefum uns vertrauen, in der Noth und im Tod glaubig auf ihn schauen. Wann das Auge reuvoll thrånet, rufe du dann uns zu: ihr send Gott versöhnet. dann zc. schster Tröster, 102. Komm, Geist des 3. Geist der Weisheit, gib uns Allen durch dein Licht Uns terricht, wie wir Gott gefallen! Lehr' uns kindlich vor ihn tres ten; sey nicht fern, Geist des Herrn, lehr' uns glaubig bes mach' uns treu in der Tugend Werke. Führ', wann Gott uns nach dem Leide sterben heißt, unfern Geist zu des Himmels Freude! tent. 4. Hilf den Kampf des Glaus bens kämpfen! Gib uns Muth, Fleisch und Blut, Sünd' und Welt zu dampfen! Laß uns Trübfal, Kreuz und Leiden, Angst und Noth, Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden! 5. Hilf uns nach dem Höchsten streben, schenk' uns Kraft, tugendhaft und gerecht zu les ben! Gib, daß wir nie stille stehen; treib' uns an, froh die Bahn unsers Heils zu gehen! 6. Sey in Schwachheit uns fre Stärke! steh uns bei, Mel. Gott des Himmels und der 2c. omm, o Geist, von Gott gegeben, komm, ers leucht' und heil'ge mich! Weise, fromm und gut zu leben, dieß vermag ich nur durch dich. Gib, daß ich mit Ernst und Treu', mich zu beffern thắtig sen. 2. Ach, ich irr' in Finsters nissen, Geist der Wahrheit, ohne dich; von Begierden hins gérissen, täuscht die eitle Seele sich; suchet Ruh', und findet sie in der Erde Gütern nie. 3. Hilf mir nach dem Hims mel streben, der mein Erbtheil aufbehält. Gott und Jesu las mich leben, nicht den Lüften dieser Welt. Lehre mich von Sünden rein, heilig, wie mein Heiland, seyn. 4. Laß mich gern zum Vas ter treten, findlich und voll Zuversicht, nur um wahres Gute beten, froh erfüllen jede Pflicht. Gib mir Kraft und frohen Sinn, wann ich schwach und traurig bin. 5. Sey mein Beistand, wann ich sterbe; zeige meinem Geist von fern das mir aufbes halt'ne Erbe in der Herrlich, keit des Herrn. So, gestärkt durch deine Kraft, end' ich froh die Pilgerschaft. Pfingstfest. Mel. Ich finge meiner Seelen 2. laß mich tief empfins des neuen Geistes Kraft, 2c. 103. Nicht um ein flüch die Straft, die mir von Süns den Hülf und Errettung schafft. Erhebe meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dich ehr' und Alles leiste, was ich Gott schuls dig bin. tig Gut der Zeit, ich fleh' um deinen Geist, Gott, den zu meis ner Seligkeit dein theures Wort verheißt. 2. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, o Vater, lehr' er mich; die Weisheit, die das Herz entflammt zur Liebe ges gen dich. 3. Dich lieben, Gott, ist Seligkeit. Gern thun, was die gefällt, wirkt reinere Zufries benheit, als alles Glück der Welt. 107 4. Vertrauen hab' ich dann zu dir; dann schenket selbst dein Geist das freudige Bes wußtseyn mir, daß du mir gnädig seyst. 5. Er leite mich zur Wahrs heit hin; zur Tugend stärk' er mich, und zeige, wann ich trars, rig bin, auch mir alsTröster sich. 6. Er schaff in mir ein reis nes Herz, versiegle deine Huld, er waffne mich in jedem Schmerz mit Muth und mit Geduld. 4. Du lehrest beten; lehre, wie ich mich glaubensvoll, daß mich der Vater höre, ihm kinds lich nahen soll! Durch dich wird mein Gebet des Himmels beste Gaben von dem zu hoffen haben, der Seufzer auch vers steht. 5. Du bist ein Geist der Freuden, wer trauert, fennt dich nicht; so leuchte mir im Leiden auch deines Trostes Licht. Ach, nimm dich meiner an! Du hast in deinem Wors te mir selbst des Himmels Pforte so liebreich aufgethan. 6. ein der Mel. Seuch ein zu deinen Tho. ren 2c. 104. Geist, den Jesit Liebe, willst nicht, daß Haß und Neid der Christen Herz betrübe, liebst Fried' und Einigs keit. Dein keit. Laß allen Streit uns flieh'n, uns Nach' und Zorn verdammen; von deiner Liebe Flammen laß Aller Herzen glüh'n! Liebe auch mir verheißt, auch mir, ich fühle deine Triebe, und danke dir dafür. Dein Tempel sey mein Herz! Lehr' mich die Wege wallen, die meis nem Gott gefallen, und führ' mich himmelwärts! 3. Mit allen andern Res ben genieß' und fühl' auch ich des rechten Weinstocks Leben, in ihn versetzt durch dich. Gib, was mein Vater sucht, daß ich zum Erndtetage die Frucht des Glaubens trage, der gus ten Werke Frucht. 108 Pfingstfest. 7. Erhebe dich, und steure Mel. Wie schön leucht't uns der zc. den Kriegen; und dein Blick, 105. dein Blick voll Huld verheerterkänder Glück! Fried same Bürger laß in sichern Hütten wohnen; entferne von den Thronen Lift, Schmeiches lei und Haß! 8. Hilf allen Obrigkeiten! Bau' unsers Fürsten Thron! Beglücke feine Zeiten! Sen du sein Schild und Lohn! Den Alten gib Verstand, Ges lehrigkeit der Jugend; und Gots tesfurcht und Tugend schmück unser ganzes Land! 9. Gib zweifelnden Gemüs thern den Glauben, der ers freut; mit allen wahren Gus Gü tern auch wahre Dankbarkeit, Vertreib' den bösen Geist, der dir sich widerseßet, und das, was dich ergößet, aus unsern Herzen reißt. 10. Gib Freudigkeit und Stärke zum Kampf im Glaus ben; gib, der Sünde Reich und Werke zu hindern, Muth und Trieb. Hilf streiten rits terlich! Laß Jeden überwins den, und keinen mehr den Sünden zum Dienst ergeben sich! 11. Nicht' unser ganzes Les ben nach deinem Willen ein; damit wir, Gott ergeben, selbst auf den Tod uns freu'n. Kommt dann der letzte Streit, so hilf getroft uns sterben, und nach dem Tod ererben des Hims mels Seligkeit. heil'ger Geist, kehr' bei uns ein, und laß uns deine Wohnung seyn; komm, Beistand unsrer Seelen! Ers leucht' uns durch dein göttlich Licht, entzieh uns deine Hülfe nicht, und rath uns, wenn wir fehlen! Keine Freude, göttlich Leben, willst du ges ben, wenn wir beten; sieh uns glaubig zu dir treten! 2. Du Quell, aus dem die Weisheit fließt, die sich in fromme Seelen gießt, ergieß dich in uns Alle, daß dir die ganze Christenheit in wahrer Glaubenseinigkeit und Heilige keit gefalle. Laß uns Alle deis heit froh erkennen, Jesum uns ner Wahrheit Himmelsklars fern Heiland nennen. sern Heiland nennen. 3. Gib Kraft und Nachdruck deinem Wort; laß es wie Feuer immerfort in unsern Seelen brennen! Hilf Jesum uns von Herzensgrund mit Thaten mehr als mit dem Mund vor aller Welt bekens nen! Neue Treue gib uns Schwachen; lehr' uns wachen; stårk' den Glauben; laß uns nichts die Krone rauben. 4. Gib Allen Weisheit und Verstand, den rechten Weg in's Vaterland, den Glaubens weg zu wandeln. Laß Sünd' und Ungerechtigkeit uns standhaft flieh'n, und jederzeit ges recht und redlich handeln. Jes sus Christus, hilf uns Allen, Pfingstfest. 109 die hier wallen, schon auf der ew'gen Liebe Preis ges sungen! Die Erde lag in Nacht verhüllt, mit Wahn und Götzendienst erfüllt. Du hast des Irrthums Finsternissen nach langer Nacht die Welt entriffen. Gelobt sey Gott! Gelobt sey Gott!2. Tag, der du heitrer uns erscheinst, als jener, der mit Stürmen einst den finstern Sinai bedeckte und Israel mit Donner schreckte. Der du ein Tag des Segens bist, du Ses genstag, sey uns gegrüßt; wir jauchzen dankbar dir entgegen, für uns auch bist du reich an Segen. Gelobt sey Gott! Ges lobt sey Gott! Erden Bürger deines Hims mels werden! 5. Im Leiden schenk' uns " Muth und Kraft! Laß uns in unsrer Pilgerschaft nie tråg' und zaghaft werden! Vers lässt du uns, so sinken wir; wenn du uns stärkst, so siegen wir in jedem Kampf auf Ers den. Endlich, endlich wird doch Friede, ew'ger Friede, und die Krone deinen Siegern dort zum Lohne. 6. Uns Kindern Eines Vas ters sey die Eintracht heilig, daß wir treu die Pflicht der Liebe üben, und in der kurs zen Lebenszeit durch Neid und Haß und Bitterkeit einander nicht betrüben. Immer müssen Liebe, Güte, Treue, Friede bei uns wohnen, uns des Les bens Mühe lohnen! 7. Schmück' uns mit wahs rer Heiligkeit. Ihr sey das Leben ganz geweiht; sey du nur unsre Stärke! Laß uns ein Volk seyn, das dich ehrt, Gott angenehm, dem Menschen werth, durch wahre gute Wers ke! Endlich führ' uns hin zum Sohne, seinem Throne froh entgegen, daß wir ewig jauch. zen mögen. mel. Komm, heiliger Geist, Herre 2c. 106. Tag, der uns des Vaters Rath und Jesu Heil verkündet hat, mit Ins brunst sey von allen Zungen 3. Lobfingt ihm! Jesus ward erhöht auf Gottes Chron voll Majestät; nun segnet gnädig seine Jünger der triumphirende Vollbringer; er tauft mit Feuer und mit Geist die Schaar der Zeugen, die ihn preist. Sie sterben selbst für seine Lehre, daß sich die Welt zu ihm bes Fehre. Gelobt sey Gott! Ges lobt sen Gott! 4. Ein Sturmwind braust und macht ihm Bahn, und kündigt ihn den Jüngern an. Er kommt auf sie, bringt höh're Gaben, als Menschen je ems pfangen haben. Gleich Feuers flammen läßt er sich herab, es stimmet feierlich ihr Mund in lautes Lob zusammen. O himmlisch Lob! Wunders O flammen! Gelobt sey Gott! Gelobt sey Gott! 110 Pfingstfest. 5. D großer, seliger Bes ruf! Gott, der den Mund zur Rede schuf, lehrt schnell in fremden Sprachen reden; Bes redtsamkeit gibt er den Bld den, Verfolgten gibt er Freus digkeit, Verzagten Unerschros ckenheit. der Mel. Herr Gott, dich loben es der Erden aus Schwas 167. Von Gottes Thros wir zc. Kreis chen Gottes Lehrer werden. Gelobt sey Gott! Gelobt sey Gott! ne fließt ein Strom, der sich ergießt, durch's Heiligthum, durch's Weltenall, lebendig, rein, hell, wie Crystall. An ihm steh'n Lebensbäum' und blüh'n für Alle, die der Welt entflieh'n. Erlabt die Kommens den. Er stillt der Pilger Durst. Er ist dein Bild: Heiliger! Heiliger! Liebender! Tröstens der! Seliger! Schöpfer! Geist, der uns der Welt entreißt! 2. Du strömtest auf der Frommen Schaar, die glaus bensvoll versammelt war, dich, ihr verheißnes Licht, zu schau'n, und dann des Siegers Reich zu bau'n; mit Muth in alle Welt zu geh'n, vor Königen mit Muth zu steh'n, zu predis gen, der für uns starb, uns Heil, uns ewig's Heil erwarb; nicht Hohn, nicht Schmach,- nicht Qual zu scheu'n, und treu bis in den Tod zu seyn. 3. Da eines Sturmwinds Stimm' erscholl, da wurden fie, Gott, deiner voll. Vom Sturme zitterte das Haus, da goßest du auf sie dich aus. Dein Wunder, Herr, soll sichtbar seyn, d'rum weihst 6. Gesandt von Jesu, geh'n fie gern und sammeln überall dem Herrn, selbst aus Ver folgern, neue Zeugen ihm, dem sich alle Kniee beugen. Ums sonst bestürmt sie Grimm und Spott. Sie siegen dennoch, stark durch Gott, trotz alles Grimms, trok alles Spottes, und wirken große Thaten Gots tes. Gelobt sey Gott! Gelobt sey Gott! 7. Der Herr mit euch! Der Herr mit euch! Ihr baiet ihm sein neues Reich. Nun herrscht der Herr auch unter Heiden; die Völker dienen ihm mit Freuden. Nun lernt die Welt, erhellt und frei vom Joche der Abgötterei, den unerkanns ten Schöpfer kennen und ihn durch Christum Vater nennen. Gelobt sen Gott! Gelobt sen Gott! 8. Und dieser Segen dauert fort. Gelobt sen Gott! Es fiegt sein Wort durch Schaas ren von Evangelisten. Auf, rühme, danke, Volk der Chris sten! Dir sendet, wie sein Wort verheißt, der Vater seis nes Sohnes Geist; nun sollst du feine milde Gaben in reis cher Fülle von ihm haben. Gelobt sey Gott! Gelobt sey Gott! Pfingstfest. Hinderung der Anfang unsrer Heiligung! du fie mit Flammen ein. Es mangelhaft ist durch die viele glångt, indem er spricht, ihr Mund; die Thaten Gottes thut er kund in Sprachen, die sie nie gehört, und die ein Augenblick sie lehrt. 4. Wer nur in ihrem Schat, ten weilt, der Kranke wird durch sie geheilt. Wenn's ihm der Zeugen Mund gebot, ents floh vor ihnen selbst der Tod. Gott rüstete, Gött führte fie. Das Kreuz des Mittlers tragen sie zu jeder fernen Nas tion, und Aller Heil wird Gottes Sohn. Das Höchste, was sie lehren, ist, Gott, deine Lieb' in Jesus Christ. 5. Von Ewigkeit hast du ges liebt. Heil dem, der dich und Jesum liebt! ihn, und den Bruder, den dein Ruf zugleich mit uns zum Leben schuf. O du, der uns der Welt ents reißt, des Vaters und des Sohnes Geist, zur Liebe Christi flamm' uns an, so wandeln wir des Lebens Bahn; so has ben wir, Geist, Tröster, Theil an Jesu Christi ew'gem Heil. Amen. mel. Herr Jesu Christ, dich zc. 108.2 ohl uns, wenn wir, o Geist des Herrn, bes kehrt und glaubig sind, und gern auch heilig würden, wil lig nun versuchen, was Gott will, zu thun. 2. Allein des Glaubens erste Kraft, wie klein ist die, wie 111 3. Wie oft erwacht in uns frer Brust gewohnter Sünden bose Luft! Wie stark zieht Ehre und Gewinn ein schwas ches Herz zur Sünde hin!" 4. Der Kampf der Tugend ist so schwer; ach, Selbstvers läugnung fordert er; und frohe Sünder, o wenn die uns reis zen, was vermögen sie! 5. Mit Muth gerüstet soll der Christ bekämpfen jede Macht und List, die ihn vers folgt und ihn betrügt, soll streiten, bis er rühmlich siegt. 6. Wie leicht, wie leicht ers lågen wir, wenn wir, o Geist des Herrn, bei dir nicht Hülfe fäånden, wärst du nicht der Schwachen Kraft und Zuvers ficht! 7. Den du erleuchtest und bekehrst, versäumst du nie, wenn er nur erst sich redlich, gut zu seyn, entschließt, getreut auch nur im Kleinen ist. 8. Du gibst ihm, wenn ihm Rath gebricht, zur Wahl des Besten stets mehr Licht, zum Kampf in seiner Pilgrimschaft stets größern Muth, und auch mehr Kraft. 9. Wankt er aus Schwachs heit auch im Lauf und fällt: du hilfft ihm wieder auf. Er, wenn er sich auf dich verläßt, nimmt zu an Weisheit, und wird fest. 112 Dreieinigkeitsfest. 10. So wächst der Jungs ling auf zum Mann, der steh'n und überwinden kann, bis er erkämpft, was er begehrt, in allen Prüfungen bewährt. Fest der Dreieinigkeit. Eigne Melodie. 169. Wir ir glauben All' an einen Gott, Schöpfer Hims mels und der Erden, der sich zum Vater geben hat, daß wir seine Kinder werden. Er uns all'zeit ernähren, Leib wil weet auch wohl bewahs ren; allem Unfall will er wehs ren, kein Leid soll uns wider fahren; er uns, hüt't und wacht, es stehet Alles in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Je, sum Christ, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Ehren, von Maria der Jungfrauen ist ein wahrer Mensch geboren, durch den heil'gen Geist im Glauben, für uns, die wir war'n vers loren, am Kreuz gestorben, und vom Tod wieder auferstanden durch Gott. 11. So stehst du allen Froms men bei, daß fie, bis in den Tod getreu, sich sicher ihrem Ziele nah'n, des Glaubens Kleinod zu empfah'n. 3. Wir glauben an den heil's gen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, der aller Bld den Tröster heißt, und mit Gaben zieret schöne. Die gang' Christenheit auf Erden hält in einem Sinn gar eben, hie all' Sünd' vergeben werden, das Fleisch soll auch wieder leben, nach diesem Elend ist bereit uns ein Leben in Ewigkeit. Amen. D. M. Luther. Eigne Melodie. 170. Allein Gott in der Hdh sey Ehr', und Dank für feine Gnade! Er forget, daß uns nimmermehr Gefahr und Unfall schade. Uns wohl zu thun, ist er bereit; sein Will ist unsre Seligkeit. Erhebet ihn mit Freuden! 2. Ja, Vater, wir erheben dich mit freudigem Gemüthe. Du herrschest unveränderlich mit Weisheit und mit Güte. Unendlich groß ist deine Macht; und stets geschieht, was du bedacht. Wohl uns, daß du regierest! 3. O Jesu Christ, des Höchs sten Sohn, dich, seinen Eins gebornen, dich sandte Gott von seinem Thron zur Nets tung der Verlornen. Dit Mittler zwischen uns und Gott hilf uns im Leben und im Tod; erbarm' dich unser Aller! 4. D Dreieinigkeitsfest. 4. O heil'ger Geist, du Geist von Gott, erleuchte, beffre, tröfte, die Jesus Christ durch seinen Tod von Sünd' und Tod erlöste! Auf deinen Beistand hoffen wir; verlaß uns nicht; so find wir hier und einst dort ewig selig. 2. Lobsinget Gott, Dank, Preis und Ruhm sey von uns, deinem Eigenthum, Herr Jesu, Mittler Eigne Melodie. 171.Sch glaube, Bater, zwischen uns und Gott, haft durch Gehorsam bis zum Tod das Leben uns errungen. Heil uns! Heil uns schon auf Ers den! Selig werden einst die Frommen, die durch dich zum Vater kommen. Gott an dich! Du schufft die Welt, du schufft auch mich. Laß, dieser Wohlthat mich zu frei und immer dankbar dir zu seyn, mein Herz für dich von Liebe brennen, in Freud' und Leid dich treu bekennen. 113 Ewigkeit zu Ewigkeit lebt er und herrschet weit und breit mit Weisheit, Güt' und Stårs te. Singet, bringet frohe Lies der! Fallet nieder, und erhes bet euern Gott, durch den ihr lebet! Mel. Wie schön leucht't uns 172. der 2. Gett, obfinget Dank, Preis und Ehr' sey un ferm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke! Von 3. Lobfinget Gott! Du Geift des Herrn, sen nie von uns serm Geiste fern, mit Kraft ihn auszurüsten. Du machst uns weise, fromm und rein, hilf uns getroft und siegreich seyn im Streite mit den Lüsten. keit' uns; stårk' uns in der Freude, wie im Leide, Gott ergeben, und der Tugend treu zu leben. 2. Ich glaub' an dich, Herr Jesu Christ, der du der Mens schen Heiland bist. Du kamst vom Vater, und erwarbst uns ew'gen Segen, als du starbst. Laß diesen trosterfüllten Glaus ben mir weder Spott noch 3weifel rauben. 3. Ich glaub' an dich, o heil'ger Geist, der Führer, Helfer, Tröster heißt. Ach, leit' mich auf der Wahrheit Bahn zu Gottes beffrer Welt hinan; ſey Beiſtand mir in 173. Preis ihm, er schuf 173. P jedem Leide; im Tode gib mir und er erhält seine lebenvolle Muth und Freude. Mel. Gelobet feyst du, Jesu Christ zc. Welt. Du sprachst: da wurs den, Herr, auch wir. Wir leben und wir sterben dir! Gott, sen gelobt! 2. Preis ihm, er liebt von Ewigkeit; wird ein Mensch, stirbt in der Zeit! Erldst, ere löst hast du uns dir. Dit les 8 Dreieinigkeitsfest. 114 ben und dir sterben wir! Gott, fey gelobt! 3. Preis ihm, er führt des Himmels Bahn, führt den schmalen Weg hinan! Geheis liget hast du uns dir. Dir les ben und dir sterben wir! Gott, sen gelobt! Vater aller Welt, der durch sein mächtiges Gebot uns ers schuf und uns erhält, der voll Weisheit, Güt' und Macht stets für Alles forgt und wacht. 2. Wir glauben auch an Jes sum Christ, Gottes einges bornen Sohn, der Mensch für uns geworden ist, und nun herrscht auf Gottes Chron, der, indem er litt und starb, Heil und Leben uns erwarb. 3. Wir glauben an den heil's gen Geist, dessen gnadenvolle Kraft an unsern Herzen sich erweist, Rath und Troft und uns schafft. für Eigne Melodie. 174. Wir glauben ur Zeit und Ewigkeit fegne beine an Einen Gott, Herrn und Christenheit! 4. Sing' Seele! Freudens thrånen fließt! Heilig, heilig, heilig ist Gott, unser Gott! Ja, Höchster, dir, dir leben und dir sterben wir! Gott, sey gelobt! Allgemeiner Bustag. Mel. O liebster Jefu, was haft zc. Schmerzen leiden: hilf uns gib den der 175. An dit, an die, Freuden, uns, die wir keine eigne Kraft befißen, zu unters stüßen. Gott, haben wir gesündigt: o laß die Gnade, die dein Wort verkündigt, wenn Sünden uns von ganzem Herzen reuen, auch uns erfreuen. 2. Schaff in uns, Höchster, eine reine Seele, ein reines Herz, das deine Wege wähle. Beförd're, stårke bei uns das Bestreben, nur dir zu leben. 3. Verwirf uns nicht von deinem Angesichte, gib deinen Geist, daß er uns unterrichte; gib ihn, daß er auf deiner Wahrheit Wege uns leiten möge. 4. Mag unser Herz der Reue 5. Gott, deine Huld ist neu mit jedem Morgen, und deine Gnade hast du nicht verborgen: für uns hast du den Sohn das hingegeben, damit wir leben. 6. Zeig' uns dein Heil, vers gib uns unsre Fehle. Dein harret, Vater, unsre müde Seele. Laß Trost und Ruhe unser Herz erfüllen, um Jesu willen. 7. Erbarmend her', o Gott, auf unser Flehen. Reuvolle Herzen wirst du nicht vers schmähen; du willst die Sees Allgemeiner Bußtag. len, die nach Gnade schmach. ten, Gott, nicht verachten. 8. Hier find fie, Herr! Wir wollen dich verehren, dich kindlich lieben, Alles uns vers wehren, was dir mißfällt; wir wollen deinen Willen mit Luft erfüllen. 9. Befestige du selbst nur dieß Versprechen, und, daß wir es mit Vorsatz niemals bres chen, gib uns, Gott, unser Heil, vor allen Dingen auch das Vollbringen. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt zc. 176. in's Gericht! 3. Erhöre gnädig unsre Bits ten! schenk' uns in Jesu deine Huid, der liebevoll für uns gelitten zur Nettung von der Sünd' und Schuld, uns ew'ge Seligkeit erwerb, ja, selbst für uns am Kreuze starb. 115 Tugend reich zu seyn, dem Sündendienst uns zu entzies hen, und unfrer Pflicht uns ganz zu weih'n! Führ' uns auf achter Tugend Bahn zu uns serm großen Ziel hinan! 4. Hilf, daß wir uns mit Erust bemühen, an wahrer 5. Gib, der du Alles weißt zu wenden, daß unser Thun im Segen blüht! Heil unserm Fürsten und Regenten, der sich um unser Wohl bemüht! Beschüßze gnädig jeden Stand, und segne unser Vaterland! rhabner Gott, wir unterwinden uns, demuthsvoll dich anzufleh'n, die wir bes schämt, voll Reu' empfinden, wie vieles Unrecht wir begeh'n. Ach, Vater, groß ist unsre Schuld; doch größer deine Gnad' und Huld! 2. D'rum, Vater, nimm voll Gnad' und Treue dich unsrer mit Erbarmen an; der du, bei unversiellter Reue, uns die Versichrung hast gethan: du Mel. Herzlich lieb hab' ich dich, den Tod Herr nicht. Ach, seh' nicht mit uns 177.Gott, er du unfre 6. Erhalte uns bei Ruh' und stand, guter Zeit! Beglücke uns Frieden, Gesundheit, Wohls fer Chun hienieden, beförd're die Gerechtigkeit! Laß Kirch' und Schul' im Segen blüh'n, um Himmelsbürger zu erzieh'n! 7. So nehmen wir mit Dank und Freuden das Glück aus deiner Segenshand, das du uns gnädig wirst bereiten für uns und unser Vaterland. Ja, Herr, wir sind dein Eis genthüm; Dank sey dir, Ehre, Preis und Ruhm! Zuflucht bist, Gott, unser Mitts ler, Jesus Christ, Gott, heil's ger Geist der Gnaden, Erbars mer, ach verwirf uns nicht! Wir kommen vor dein Anges sicht, mit Misfethat beladen. Nimm von uns unsrer Suns den Schuld, du Gott der Langs muth und Geduld, und merk auf unser heißes Fleh'n, daß 8* Algemeiner Bußtag. 116 wir dein Heil, Erbarmer, seh'n. Herr, unser Gott, verbirg uns nicht dein Angesicht, und geh mit uns nicht in's Gericht! Schuß und Glück! O schütt auf ihn und auf sein Haus, auf seine Räthe Segen aus! Herr, unfer Gott, in deiner Hand ist unser Land; beglück' es, segne jeden Stand! 2. Wir haben unsern Bund entweiht, gebrochen unsern theuern Eid, und deinen Weg verlassen; doch sieh, wir kehs ren voller Reu' zurück zu dir; o laß aufs Neu' uns deine Rechte fassen! Laß sie uns führen auf den Pfad, den Je sus auch gewandelt hat; daß Irrthum und Versuchung nie uns auf die Bahn des Lasters zieh'. Herr, unser Gott, vor Ungeduld, vor aller Schuld behüt' uns deine Baterhuld. 3. Schüß' uns vor Jrrthum und Gefahr! Erhalte deiner Frommen Schaar der Glaus benseintracht Segen. Uns leis te, Gott, dein guter Geist; und was dein Wort verspricht und heißt, sey Licht auf unsern Wegen! Laß auch in Lehr' und Wandel rein die Diener deines Wortes seyn, und brins ge zu der Wahrheit Glück, zu dir die Frrenden zurück. Herr, unser Gott, breit' aus Wort an jedem Ort; gib Geist und Kraft zu deinem Wort. dein 4. Auch die Regenten lenke du, daß sie durch Weisheit und durch Nuh' der Länder Wohlstand heben. Dem Fürs Mel. Wer weiß, wie nahe mir sten, ber uns schüßt und liebt, 178. Gott, bir gefällt mein 2c. gib du, der gern uns Gutes gibt, das beste, långfie Leben! kein gottlos Wesen, wer bds Noch lange sey sein Vaters ist, bleibet nicht vor dir: d'rum blick uns, seinen Kindern, laß von Sünden mich genes 5. Vernimm der Leidenden Gebet! Wer in Gefahren zu dir fleht, dem hilf aus seinen Nöthen! Gib Kranken Lins derung und Ruh'; die Sters benden erlöse du, erhör' ihr letztes Beten! Sen aller Uns terdrückten Heil, der Wittwen und der Waisen Theil; vers eitle der Verfolger Nath, und lehre fie den rechten Pfad! Herr, unser Gott, durch alles Leid der Pilgerzeit führ uns zu deiner Herrlichkeit. 6. Du thust weit mehr, als wir versteh'n, kannst mehr ges währen, als wir fleh'n; laß uns Erhdrung finden! O neig' zu unserm Fleh'n dein Ohr; heb' unser Herz zu dir empor, und mach' uns rein von Suns den. Laß uns nun ganz dein eigen seyn, im Leben und im Tode dein! Wir sind durch Christi Blut erlöst, o du, der Sünder nicht verstößt, Herr, unser Gott, erbarme dich! ers barme dich! Vergib uns, leit' uns väterlich! Allgemeiner Bußtag. 117 Kräfte mir verleih', daß ich mit kindlich treuem Geiffe dire bis zum Tod ergeben sey: so sieg' ich über Sund' und Welt und thue, was dir wohlges fällt. sen, und schaff ein reines Herz in mir; ein Herz, das sich vom Sinn der Welt ents fernt und unbefleckt erhält. 2. Laß mich auf die begangs nen Sünden mit inniger Bes schamung seh'n; durch Chris stum vor dir Gnade finden, und standhaft deine Wege geh'n. Ich will forthin das Unrecht scheu'n, mein Leben deinem Dienste weih'n. 3. O stärke mich in dem Gedanken! Gib meinem Vors fag Festigkeit; und will mein schwaches Herz je wanken, so hilf der Unentschlossenheit. Wie viel vermag ich, Gott, mit dir! Nimm deinen Geift nur nicht von mir. 6. Erquicke mich mit deis nen Freuden, schaff ein ges trostes Herz in mir, und stärs ke mich in allen Leiden mit froher Zuversicht zu dir, bis nach vollbrachter Prüfungss 4. Gib, daß er mir stets zeit mich ungestörtes Glück Hülfe leiste und Muth und erfreut. 5. Doch, wenn ich je aus Schwachheit fehle, mein Vas ter, so verwirf mich nicht. Verbirg nicht der betrübten Seele, wenn sie dich sucht, dein Angesicht; o Herr, mach' in Bekümmerniß mein Herz von deiner Huld gewiß! Erndte fe ft. 2. Was nöthig ist zum Les ben, hat uns der Herr geges ben aus seinem Ueberflusse, zum freudigen Genusse. 3. Die Scheunen sind voll Segen; denn er gab Thau und Regen, gab Wachsthum und Gedeihen der Frucht, der wir uns freuen. Mel. Wach' auf, mein Hert, 2c. 4. Preis dir, Gott, unserm Sturm 179. Kommt, laßt uns und Wetter Berderben unsern Gott lobsingen, und Preis und Dank ihm bringen für seiner Erndte Gaben, die wir ges sammelt haben! Saaten. Dank dir, sie sind gerathen! 5. Du ließest froh uns ernds tent. D daß wir dankvoll lernten, dir ähnlich, uns der Armen mit mildem Sinn ers barmen! 6. Wenn wir die gern ers quicken, die Sorg' und Mans gel drücken, so wirst du, was zum Leben wir brauchen, fers ner geben. 7. Du wirst einst deine Erndtefest. 118 Treuen, die gute Saat hier streuen, zu höhern Festen schmücken, und ewig sie bes glücken. Mel. Allein Gott in der Höh' 2c. Chor und Gemeine. 180. Bater, fieh auf uns herab, die hier voll Dank erscheinen! Du bist's, der dies ses Fest uns gab; Preis dir! du denkst der Deinen; der Gute und der Böse freut sich deiner Huld und Freundlich keit, die Aller sich erbarmte. Chor. 2. O daß doch, wann du uns erfreust durch Segen fros her Erndte, wie reich du uns zu segnen seyst, ein Jeder füh, len lernte! Wenn du nicht unsern Mangel stillst, und uns mit Speif und Freud' erfüllst: wer sollte dann uns segnen? Gemeine. 3. Der ganzen Schöpfung Kräfte find bestimmt für uns zum Segen. Du sendest Hiße, Frost und Wind, gibst Sons nenschein und Regen; so blüht und reifet unsre Saat nach deis nem wundervollen Rath; so segnest du die Erde. Chor. 4. Gern siehst du's, wenn der Mensch sich freut, o Vas ter, deiner Güte, und, wenn mit frommer Achtsamkeit ein g'nügsames Gemüthe mit Dank aus deinen Händen nimmt, was du hienieden haft bestimmt zur Nahrung, zur Erquickung. Gemeine. 5. Die Erd' ist deiner Schäs Be voll; der Himmel träufelt Segen; doch der, dem Alles dieß entquoll, bist du, der allers wegen durch seine wundervolle macht dieß Alles hat hervors gebracht, und jährlich neu uns schenket. Chor. 6. So wollen wir uns seis ner freu'n; kommt, seine Huld zu feiern; dem Herrn der Erndte Dank zu weih'n, bei reich gefüllten Scheuern! Ihm, der uns stets Versorger war, bringt neuen Dank zum Opfer dar! O schön ist's, Gott zu danken! Gemeine. 7. Gepriesen sey die Wuns derkraft, die Liebe sen gepries fen, die Erdbewohnern Nahs rung schafft auf Feldern und auf Wiesen! Du nåhrest uns, wir werden satt; du gibst, daß man noch übrig hat, den Brüs dern mitzutheilen. Chor. 8. Nimm gnådig, was das Herz dir weiht, ein schwaches Lob der Liebe! Dein Segen wecke Dankbarkeit und des Ges horsams Triebe; daß unser ganzes Leben sey ein Preis für deine Vatertreu' in christlich froher Tugend. Gemeine. 9. Des Guten Samen auss Erndtefest. zuftreu'n, laß uns nie müde werden, und uns getrost der Erndte freu'n, die unserm Fleiß auf Erden im Guten, nach der Zeit der Saat, dein theures Wort verheißen hat; laß uns auf Hoffnung såen! Chor und Gemeine. 10. Ja, laß beim Leibess fegen nicht uns unsern Geist vergessen! Nein, mit noch größerem Gewicht sein Heil, sein Wohl ermessen, je mehr wir seh'n, wie du uns liebst, und darum hier uns Segen gibst, um ewig uns zu fegnen. tig ist doch Gott! lobsingt, lobs fingt dem Herrn! Er gibt uns täglich unser Brod, gibt mehr noch, und so gern. 2. Der Landmann måhte freudenvoll der Felder Segen ab; den Segen, der uns nåh, ren soll, und den der Herr ihm gab. 3. Dein Segensquell vers fiegt, Gott, nie; er fließt von Jahr zu Jahr. So reich bleibt deine Huld, als sie schon seit der Schöpfung war. 4. O freut euch Gottes Mils digkeit! Wer ist, wie er, so gut: der uns mit seiner Gnad' erfreut und reichlich Gutes thut? 119 und wenn ihr feiner Huld euch freut, so gebt, wie er, auch gern. 6. Kein Armer darbe, seufze nie: Ach, mir nur mangelt Brod! Erquickt und unters stüßet sie, ihr Reichen, in der Noth! Mel. Du, Gott, bift über alles zc. Mel. Wie groß ist des Alls mächt'gen 2c. 181.Wie mild umb gus 182.Wir Alle, Mens schenvater, bringen dir an dem Festaltare Dank! Das Alter und die Jugend fingen dir heus te frohen Lobgesang. Gekrönt hast du mit deiner Milde rings um uns her das ganze Land; dein Segen floß auf die Ges filde aus deiner offnen Vaters hand. 5. Genießt mit froher Danks barkeit den Segen eures Herrn; 7. Ein solcher Dank gefällt Gott wohl; und er verheißt, daß euch nie Saat und Erndte fehlen soll; denn er ist ewig reich. 8. Heil dem, der Tugends faaten streut auf seinem Lebenss pfad; zum Erndtefest der Ewigs Feit reift seine Tugendfaat. 2. Du schenktest Sonnens schein und Regen für jede Frucht zur rechten Zeit, und gabst dem Samen Kraft und Segen, den Menschenhände ausgestreut. Für Millionen deiner Kinder reicht deiner Gas ben Reichthum hin; du nährst den Frommen, nährst den Süns der mit ewigtreuem Vaterfinn. 3. Wer kann die Güte gang ermessen, die weiter, als die 120 Erndtefest. Wolken, reicht? Wer undanks bar der Treu' vergessen, die nie von uns, dem Staube, weicht? D, nimm in heißen Freudenzähren, in jedem Puls schlag unfern Dank! Wir wol len ewig dich verehren, durch Thaten, wie durch Preisges fang. 4. Was du uns gabst, wohl anzuwenden, lehr' Milde uns, gib uns Verstand; nicht, um es üppig zu verschwenden, ems pfingen wir's aus deiner Hand. Die Gaben sollen wir genies Ben, doch mäßig im Genuß uns freu'n; und mild, wie du, Herr, dich bewiesen, soll jeder der Beglückten seyn. 5. Auch für den Armen wuchs der Segen, den deine Hand so reichlich gab; wir wollen seiner liebreich pflegen; er trockne feine Thränen ab. Er danke heute mit uns Allen, frohlocke laut und bete an, daß bu nach deinem Wohlgefallen, so viel, o Gott, an uns ges than! 2. Er ist der Herr; in seis ner Hand steht, was die Erde bringet. Des Menschen Müs he baut das Land; Gott gibt, daß fie gelinget. Von ihm als lein kommt das Gedeih'n. Nur er läßt unsre Saaten blüh'n, reifen und gerathen. 183. Preist, Christen, mit Zufriedenheit, preist Gott, den Herrn der Erndte, daß fich nicht ganz die Fruchtbars keit von unsrer Flur entferns te. Noch stets erhält er seine Welt: was nothig ist zum Les ben, will er uns 20en geben. 3. Wir sahen froh in Hoffs nung schon der reichsten Erndt' entgegen, und plößlich ist er uns entfloh'n, der uns gezeigte Segen, Gott nimmt und gibt, was ihm beliebt; sein Rath ist uns verborgen; doch will er für uns sorgen. 4. Und, o welch seliger Ges winn, an dem sich g'nügen lass sen, was da ist, und mit heis term Sinn das feste Zutrau'n fassen, daß, der die Welt res giert und hält, auch uns, so lang wir leben, was nöthig ist, wird geben! 5. Ja, Höchster, wir verehs ren dich in allen deinen Wes gen, und trauen unveränders lich auf deinen milden Segen. Du wirst in Noth auch unser Brod doch täglich uns gewähs Mel. Was Gott thut, das ic. ren; laß uns dich kindlich Mißerndte. ehren. 6. Wir beten demuthsvoll dich an, der Alles weise füget, deß Vorsicht niemals irren kann, deß Wohlthun niemals trüget. Froh danken wir, Ers halter, dir, und preisen deine Güte mit g'nügsamem Ges müthe. Reformations und Kirchweihfest. ReformationsEigne Melodie. und Kirchweih fest. wir selbst ihr Licht nicht hins dern. 184. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort, und steure deiner Feinde Mord, die Je sum Christum, deinen Sohn, stürzen wollen von seinem Chron. 2. Beweis dein' Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist. Beschirm dein' arme Christenheit, daß sie dich lob' in Ewigkeit. 3. Gott, heil'ger Geist, du Tröster werth, gib deinem Volk ein'n Sinn auf Erd'. Steh bei uns in der letzten Noth, gleit' uns in's Leben aus dem Tod. 4. Thr' Anschlag, Herr, zu nichte mach'; zerstöre ihre böse Sach', und stürz' sie in die Grub' hinein, die sie machen den Christen dein. 5. So werden sie erkennen doch, du, unser Herr Gott, lebest noch, und hilft gewals tig deiner Schaar, die sich auf dich verlässet gar. D. M. Luther. 121 Wahrheit bist, Gott, zu dem ich singe, Gott, den kein Vers stand ermißt, Ursprung aller Dinge: alle Wahrheit kommt von dir zu den Menschenkins dern; sie erleuchtet uns, wenn 2. Vorurtheil und Finsters niß füllen unsre Seelen; uns ser Blick ist ungewiß, unsre. Schlüsse fehlen: aber dein Verstand weicht nicht von der lautern Wahrheit, was du denkest, das ist Licht, Richtigs keit und Klarheit. 3. Wirfdich, sterbliches Ges schlecht, dankbar vor ihm nies der; seine Wahrheit und sein Recht bracht' uns Jesus wies der. Weit erschallt das Wort des Herrn, das die Welt bes lehret: Glaubt es freudig, folgt ihm gern, Völker, die ihr's höret. 4. Gott, was uns dein Wort verspricht, wird und muß geschehen; deine Dros hung kann auch nicht leer vorüber gehen: haben Taus sende nicht schon, welche vor uns waren, deine Strafen, deinen Lohn, dir zum Ruhm erfahren? 5. Erd' und Himmel wird vergeh'n: Gott, dein Wort wird bleiben! Lasterhafte, die es schmäh'n, werden's nicht vertreiben. Mel. Schwing' dich auf zu deis nem 2c. 185. Der bu felbst die vor dir, sie mit ihren Heeren: lachest ihr, du im Himmel wenn sie sich empdren. 6. Du bist Wahrheit, ewig soll nichts von dir mich trens nen, mich die Welt, von Arge list voll, nicht erschüttern köns 122 Reformations und Kirchweihfest. nen; muß ich hier gleich um für Wonne! Mehr Schims dein Wort Schmach und Trüb, fal leiden: so belohnst du mir's doch dort, Gott, mit Ehr' und Freuden. mer, als der Morgenstern, mehr Strahlen, als die Sons ne. Wie strahlst, wie heiligst du, wie schmückst du unsre Seelen, wie beglückst du uns mit deinen Lehren! 6. D'rum wohne Mel. Es ist ein Gott! Vers zc. 186. Die Himmel preis immer rein in dieser heil'gen Stille, daß in des Irrthums Nacht dein Schein die Wahrs heit uns enthülle! Von dies fem Tempel strom' er aus; strom' Heiterkeit in jedes Haus, in jede niedre Hütte! sen deine Macht mit allen ihs ren Heeren, und ihrer Wuns der hohe Pracht strahlt, Schd, pfer, dir zu Ehren. Was deine Weisheit, Gott, vermag, lehrt jeder Tag den andern Tag, und jede Nacht die andre. 2. Doch deiner Schöpfung Unterricht verstanden selbst die Weisen mit allem ihrem Fors schen nicht, und lernten nicht dich preisen. Was wüßten wir, wenn deinen Ruhm, o Gott, dein Evangelium uns nicht verkündigt hätte? 3. Nur Jesu Weisheit, dies se nur gibt Blinden Kraft zu sehen, und lehrt das Loblied der Natur, der Schöpfung Ruf verstehen. Durch ihren heil'gen Unterricht wird erst des Lebens Dunkel Licht, dich, Schöpfer, zu erkennen. 4. Von ihr erhellt, seh'n wir den Pfad, der näher zu dir leitet; seh'n, was für uns dein weiser Rath in jener Welt bereitet; seh'n, was wir ohne dieses Licht am Himmel und auf Erden nicht zu unserm Trofte finden. 5. Was brachtest du, o Wort des Herrn, den Sterblichen 7. So können wir, o Dank sey dir! als deine Kinder les ben; bestimmt zu Engeln, mit Begier nach Gottes Himmel streben, und immer fröhlich mit Bertrau'n auf unsern gus ten Vater schau'n, und liebes voll ihn preisen. 8. Dann wird uns Wohls that jedes Leid; Lust jede Tagss beschwerde; Erquickung jedes Glück der Zeit, ein Paradies die Erde; ein Engel Gottes wird der Tod; und aus der Gruft glänzt Morgenroth den Kommenden entgegen. Eigne Melodie. 187.2 obfingt! denn Gots tes Huld und Macht vertrieb des Aberglaubens Nacht und jedes Irrthums Finsterniß, die uns sein heilig Wort entriß. Lobfingt dem Herrn! 2. Verdunkelt war des Wor, tes Licht, viel Christenlehrer Reformations und Kirchweihfest. sahen's nicht, und in des Irrs gen, da wir am Weihungsfest thums Wahn versank durch Finsterniß und Glaubenszwang das Volk des Herrn. in diesem Tempel dich, vers eint, o guter Gott, anbeten feierlich. 2.D welch ein Glück ist es, mit Andern froh verbunden, sich betend dir zu nah'n! Ja, das sind sel'ge Stunden! Hier ist's, wo unser Herz sich bes tend deiner freut, d'rum bleibe stets dieß Haus der Andacht nur geweiht. 3. Lobsingt, lobsingt dem Herrn! denn er schafft neues Licht und immer mehr vers schwindet Geistessclaverei; der Glaube und der Geist ist frei! Lobsingt dem Herrn! 4. Bewahrt das Wort des Herrn, und send verträglich! Liebe, Frömmigkeit und Tus gend sey der Wahrheit Zier; fo fieget fie. Gott ist mit ihr, und bleibt ihr Schuß. 5. Sagt nicht, wenn auch der Wahrheit Licht nicht gleich durch alle Nebel bricht, und Spotter Gottes Wahrheit schmäh'n. Gott hat sich seine Zeit erseh'n: er ist der Herr. 6. Seht Gottes Sonne, fie erhellt nicht gleich auf einmal alle Welt. Wohl dem, der rein'res Licht genießt, wenn er ein Kind des Lichtes ist! Das laßt uns seyn! 123 7. Lobfingt, lobsingt dem Herrn, und freut, ihr Chris sten, euch der Ewigkeit! Da wird kein Zwiespalt, wird allein Ein Hirt und Eine Heerde seyn. Lobsingt dem Herrn! 3. Mit lautem Preisgefang dich ehrfurchtsvoll erheben, dieß heilige Geschäft ist Ses ligkeit und Leben. Du, Vas ter, gibst sie uns; in diesem Tempel soll ertönen unser Lied zu dir anbetungsvoll. 4. Wir sollen hier, welch Glück! die ächten Christenlehs ren und ihren hohen Werth selbst fühlen, nicht bloß hören. Auch dazu hast du uns dieß Andachtshaus verlieh'n; d'rum müsse unser Herz von heißem Danke glüh'n. 5. Hier wird mit Dankgebet das Kind in früher Jugend geweiht dem Kinderfreund, dem Vorbild jeder Tugend; ein Wink zur großen Pflicht daß man das Kind schon früh zur Herzensreinigkeit, nach Jes fus Sinn, erzieh'. Mel. Erscheine meinem Geift 2c. 6. Hier sollen wir vereint der Liebe feiern, 188.Vom heiligen Ge, der Menschenliebe Pflicht ans fühl der Andacht tief durch brungen, sen heute dir von uns Lob, Preis und Dank gesuns schauend zu erneuern; erins nern uns an den, der auf der Liebe Bahn durch Leben und Geburtstag des Regenten. 124 durch Tod uns muthvoll ging voran. 7. Laß dieser Wohlthat Werth uns, Vater, stets ers wågen, und dieses Ortes Zweck Geburtstag des Regenten. Mel. Sey Lob und Ehr' dem höchs sten 2c. 180. Det er Thron der Weltbeherrscher ist ein Sches mel deinen Füßen. Sie sind nur Staub, du aber bist Gott, dem sie dienen müssen. Das Reich ist dein, und dein die Welt; du, der sie schuf und fie erhält, du bist allein ihr Herrscher. 2. Du aber sagtest: ,, Kds nige will ich den Völkern ges ben; hoch über andre Sterbs liche will ich, der Herr, sie heben! Verehrt der Könige Gebot! Das Leben gab ich und den Tod, mein Recht in ihre Hände!"/ recht ernstlich überlegen, dann wird uns dieses Haus ein Quell des Segens seyn, und feiner wird sich noch die spåte Nachwelt freu'n. 3. D Weltbeherrscher, laß sie nie die rechte Bahn vers lieren; bewahre stets vor Schmeichlern sie, daß die sie nicht verführen! Lehr' sie ihr eigen Herz durchschau'n, und nur mit Furcht sich selber trau'n, und dich um Weisheit bitten! reizen, dann gebeut dem Sies ge, sie zu schützen! 5. Unendlicher, regiere sie, daß sie getreu dir dienen! Vers laß mit deiner Huld sie nie, noch ihr Geschlecht nach ihs nen! Die Furcht vor dir, Barmherzigkeit, und Weisheit und Gerechtigkeit sen ihres Hauptes Krone. 6. Es müsse, Gott, auf jes dem Thron dein Wort Vers ehrer finden; auch Fürsten laß den höhern Lohn auf ihr Bewußtseyn gründen. Gott, sie sind Menschen, so wie wir, laß sie doch nicht ihr Theil bloß hier in diesem Leben has ben! 7. So weit dein Reich der Gnade geht, fleh'n darum deis ne Christen: Erhöre gnådig dieß Gebet, du Vater deiner Christen! So weit der Kreis der Erde geht, soll Jeder deis ne Majestät in seinem Fürsten ehren! 4. Gib Friede! Halte fie zurück von ungerechten Series 100.Der Weltenherrs Mel. Herr Gott, dich loben wir zc. gen! mit strengem Blick die Lafter zu besiegen. Wenn aber Völker fie zum Streit durch Unrecht scher, dir, dir, Vater, dans ken wir! Es schuf der Herr, der Herr erhält, der Herr bes Geburtstag des Regenten. herrscht auch unsre Welt. Des Segens Fülle strömt in's Land, Allmächtiger, aus deis ner Hand. Der Reiche Schicks sal wägst du ab; du warst es stets der Alles gab. Gott, Schöpfer, unser Gott! Erhals ter, unser Gott! Herr, Herr, Herr, unser Gott! Jehova Zebaoth! 2. Zwar hältst du hier noch nicht Gericht; ganz lohnst du, Vater, hier noch nicht; doch deiner Herrschaft Majestät, der keiner, keiner widersteht, hast du der Erde kund gethan. Dich beten alle Völker an! Gerech te Herrscher, Gott, gibst du dem einen Volk, und Füll' und Ruh'; Tyrannen aber sendest du und all ihr Weh' dem andern zu. 3. Du, Herr, du bist es, der es thut; wie du es lenkst, so ist es gut. Auf's Lieblichste fiel uns fer Loos. Wir ruh'n in eines Fürsten Schoos, der unser Freund und Vater ist, weil du sein Gott und Vater bist. Ach, laß ihn leben, leben, Gott! Der Enkel erst seh' seis nen Tod; Lang' üb' er noch Gerechtigkeit; noch lange üb' er Menschlichkeit! 4. Erhalt in deiner Weisheit ihn. Zu deiner Hülfe laß ihn flieh'n, wenn er sie fühlt, der Herrschaft Last, mit der du ihn begnadigt haft. Wie schmal, wie steil sein Weg auch sey; bleib' er dir, seinem Herrscher, treu! Wohl dem, der viele hier 125 erfreut! Jhr Segen folgt zur Ewigkeit, und der Beglücker wird erhöht von Gott, vor dem nur That besteht. 5. Wir zweifeln, Gott, wir zweifeln nicht, wir hoffen es voll Zuversicht, daß unser ins niges Gebet für ihn, für ihn umsonst nicht fleht. Gott, segn' ihn, Gott, behüte ihn! Umstrahl' mit deiner Gnade ihn! O Ewiger, dein Angesicht ums leucht' ihn stets mit seinem Licht. Dein Friede leit' ihn durch die Zeit, und uns mit ihm zur Seligkeit. Amen. Mel. Ich finge meiner Seele zc. 191. St In deiner Stärke freue fich der König, Gott, und sey, geheiligt und regiert durch dich, dir, seinem Herrn, getreu! 2. Begnadigt, Herr, mit deiner Kraft und deines Geis sies voll, gedenk' er stets der Rechenschaft, die er dir geben soll. 3. Er förd're willig deinen Ruhm; er denke gern daran: sein Reich sey auch dein Eis genthum, und Er dein Un. terthan. 4. Der über Christen, Gott, von dir zum Herrn verordnet ist, sen deiner Kirche Schuß und Zier, der beste Mensch und Christ! 5. Groß und voll Müh' ist seine Pflicht, und er ein. Mensch, wie wir. Ach, er bes 126 Geburtstag des Regenten. darf vor Andern Licht, und len soll! Gott, mache seiner Rath und Kraft von dir. 6. Er suche dich; wenn er begehrt, dir ähnlich, Gott, zu fenn, so muß er, in dein Bild verklärt, sein Volk, wie du, erfreu'n! 7. Er lieb' auf seinem Thros ne dich; dein erster, treu'ster Sohn! Er sey dem Laster fürchterlich; der Tugend Lust und Lohn! 8. Beglückter Völker Liebe sen der Ruhm, den er vers dien'; und keiner ihrer Seufs zer schrei' um Rache wider ihn! 9. Fern sen für ihn das bohe Ziel, nach dem er wals Tage viel, und jeden ehrens voll! 10. Sein Thron besteh' uns wandelbar! Sen seiner Freuns de Freund; sen sein Beschüs Ber in Gefahr, und seiner Hass ser Feind! 11. Er wünsche nie der Helden Ruhm; doch, zeucht er in den Krieg, zu schützen Recht und Eigenthum, so folg' ihm Muth und Sieg! 12. Sein werd' in jedem Fleh'n zu dir mit Lieb' und Dank gedacht! Erhör' uns, Gott, fo jauchzen wir, und preisen deine Macht! 2. Kirchliche Handlungen. Taufe. Bei einer Taufhands lung. flamm' uns heute zu Lob und Preis und Dankbarkeit; ers weck' uns zum Vertrauen, mit gen Mel. Nun lob', mein'Seel', den ic. 192. Geweiht zum Chris Himmel aufzuſchauen, zu dir, dem Vater, hin; erweck uns zu ermessen, was uns dein Wort verspricht, und nimmer zu vergessen der dir gelobten Pflicht! stenthume ist dieses Kind nun, Gott, geweiht. Erzieh es dir zum Ruhme, zur Tugend und zur Seligkeit. Verläns gert deine Liebe sein Leben, so verleih' durch deines Geistes Triebe, daß es, dir immer treu, den hohen Werth der Tugend schon früh empfinden lern'. Es folg' in seiner Jus gend, es folge stets dir gern! 2. Auch wir sind, welche Freude! durch unsre Taufe dir geweiht! Dieß Glück ents 3. Du, Vater von uns Als len, o lehre du uns selbst stets thun nach deinem Wohlgefals len, laß deinen Segen auf uns ruh'n! Dem Alter und der Jugend gib deines Geis stes Licht; gib Allen Lust zur Tugend und zu der schwersten Pflicht. Gib uns der Unschuld Taufe. Freuden in unserm Leben viel, und führ' uns auch durch Leis den zu unserm hohen Ziel! Mel. Meinen Jesum laff ich nicht zc. 193. Sieb uns betend, es fügt! Ist wenig dir bes 3. Es gehe, wie dein Gott Goft, vor dir, sieh dieß Kind auf unsern Armen! Zu dir, Vater, flehen wir, dich auch seiner zu erbarmen. Es sey dein, es lebt durch dich; segne, schütz' es våterlich. schieden, so sey bei Wenigem vergnügt, bei kleinem Gut zus frieden; und trifft dich Leiden, Gott ist gut, du bist unsterbs lich, habe Muth, und reiner Unschuld Ruhe! 2. Führ' es aus der Nacht zum Licht, daß es sich und dich erkenne, froh erkenne seis ne Pflicht, und dich liebend Bater nenne; daß es Jesu Lehre treu, folgsam deinem Geiste sey. 3. Laß es, herr, in Lust und Schmerz, unter Arbeit und Beschwerden, rein erhalten dir sein Herz, und der Mensch heit nüßlich werden; einst in höherm Licht sich freu'n, Bürs ger deines Reichs zu seyn! 127 sterblichkeit, empfang' der Chris sten Segen! Bei ihnen find auf deinem Pfad getreue Liebe, Trost und Rath, und Lehre bis an's Ende. der Menschheit Arm, geliebs tes Kind, willkommen! O, sey mit Freuden mild und warm zur Bildung aufgenoms men! Bedürft'ger, als das junge Thier, doch Mensch ges boren, so wie wir, bist du, wie wir unsterblich. 2. Empfang' im Schoos der Christenheit auf Jesu Tugends wegen, du 3dgling der Uns 4. Du mögest dich des Les bens freu'n, es ist ein Mens schenleben; und soll dein Geist, zu höherm Seyn gebildet, einst fich heben, so finke, wann dein Gott dich ruft, so still und rus hig in die Gruft, als jetzt in Mutterarme. Taufe. Erinnerung an die Mel. Du, Gott, bist über alles sc. 105. D aß ich in deiner Mel. Sey Lob und Ehr' dem höchs Christenheit, mein Gott, gebos ren dir durch die Taufe 104. Willkommen in bin geweiht, wie ſehr ist mir's Gewinn! 2. Nun ward ich in der Kindheit schon mit dir und dem bekannt, den du, o Gott, als deinen Sohn, zum Heil der Welt gefandt. 3. Ich lernte früh bereits versteh'n, was dein allweiser Nath auch mir zum ew'gen Wohlergeh'n voll Huld geords net hat. Taufe. 123 4. Und so, erleuchtet durch dein Wort, sah ich die sichre Bahn, darauf wir Alle hier und dort uns unserm Ziele nah'n. erald 5. Ich kannte noch das Las fter nicht; du warntest mich davor, und hobest durch der Wahrheit Licht zur Tugend mich empor. 6. Du warst mein Führer immerdar auf meiner Lebenss bahn, und nahmst bei drohens der Gefahr dich meiner hulds reich an. 7. Wie dank' ich dir, Alls liebender, für diese Vaters treu'? Gib, daß dir immer inniger mein Herz ergeben sen! 8. Dein Geist, o Vater, stårke mich, mein Leben dir zu weih'n; so freut mein Herz des Glückes sich, dein Eigens thum zu seyn. zu 3. Jch, ein Sünder von Natur, ich Gefallner soll auf Erden eine neue Kreatur, foll, o Gott, dir ähnlich werden. Heilig, heilig soll ich seyn; Jesus und sein Geist ist mein! 4. Ja, dieß ist sein Bund mit mir; gnädig hat er mir's verheißen; und ich sollte, Suns de, dir, dir mich nicht mit Macht entreißen? Ja, ich will es, will nicht dein, ich will meines Gottes senn. 5. Wachen will ich, fleh'n um Kraft, daß ich stets auf seinem Wege heilig und ges wissenhaft und im Glauben wandeln möge. Er wird mir die Kraft verleih'n, treu bis in den Tod zu seyit. 2. Welch ein göttlicher Ges winn, daß ich durch der Taufe Gabe nun dein Kind und Erbe bin, daß ich dich zum Vas ter habe! Einst von allen Sünden rein, ewig, Vater, bin ich dein. 6. Höre mich, denn ich bin dein, theuer dir, mein Gott, erkaufet; bin auf dich, unt dein zu seyn, Vater, Sohn und Geist getaufet. Ewig, ewig laß mich dein, ewig laß mich selig seyn! Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 196.€ 1, wig, ewig bin ich bein, theuer dir, mein Gott, 107. Ich bin getauft Mel. Wer weiß, wie nahe se. erkaufet; bin auf dich, um dein zu seyn, Bater, Sohn und Geist getaufet. Deffen soll mein Herz fich freu'n. Ewig, ewig bin ich dein. nach Jesu Lehren, dich, Vas ter, deinen Sohn und Geist so zu bekennen und zu ehren, daß Herz und Mund und That dich preist, und dann des Glücks, ein Christ zu seyn, mich hier und ewig zu erfreu'n. 2. Sey hochgelobt für diese Gnade! Der Christen Rechte find nun mein. Du weihtest mich in diesem Bade zu deinem Kind Laufe. 129 Kind und Erben ein, und thas und laß mich stets dein eis test in der Folgezeit an mir gen seyn! noch mehr Barmherzigkeit. 3. Du öffnetest mir das Ver Mel. Vor dir ist alles offenbar 2c. ständniß durch deines Sohnes 198. Mein Vater, o Lehr' und Geist. Durch fie gelangt' ich zur Erkenntniß, wie man dich würdig ehrt und preist, und welch ein Heil dein weiser Nath dem, der dich ehrt, bereitet hat. Noch wie dank' ich dir! Von dir hab' ich mein Leben, und durch die Taufe hast du mir noch) eh' ich dieses Heil empfand, eh' ich dich lieben konnte, als ich, mir selbst noch unbekannt, nicht für mich sorgen konnte, hast du mich schon gesegnet. 2. Du nahmst in Chrifti Reich mich auf, kamst liebs reich mir entgegen, verhießest mir zum Tugendlauf Erleuch tung, Kraft und Segen, vers sprachst mir deine Vaterhuld, und einst das ew'ge Leben, versprachst mir alle meine Schuld durch Christum zu vers geben, wenn sie mich herzlich reue. 4. Gelobt, mein Gott, sey deine Liebe, die mir, noch eh' ich dich gekannt, aus freiem, väterlichem Triebe schon so viel Gutes zugewandt. Wie huldreich hast du mein gedacht, und für mein wahres Wohl gewacht! 5. Wie sollt' ich dich denn nicht verehren, nicht dir ein Herz voll Liebe weih'n? Nicht gern auf deine Stimme hos ren, und kindlich dir gehorsam fenn? Was dich entehrt, sen fern von mir! Geheiligt sen mein Leben dir. 6. O stehe nur mit deinem Geiste, wie du verheißen hast, mir bei, daß ich, was ich vers sprach, auch leiste, und stand. haft dir ergeben sey. Ach, fehl' ich, so verwirf mich nicht, mein Gott, von deinem Angesicht. 7. Erwecke mich durch deine Gnade zum steten Ernst der Besserung, und leite mich auf sicherm Pfade des Glaubens und der Heiligung. Gott meines Heils sey ewig mein, 3. Wie groß ist meine Pflicht, nur dir mein ganzes Herz zu geben, mit kindlich folgsamer Begier nach deinem Wort zu leben, den Reiz der Sündenlust zu scheu'n, und ihre Macht zu dämpfen, des Lasters steter Feind zu seyn, mich selber zu bekämpfen, und ähnlich dir zu werden! 4. So bahntest du an deinem Theil mir schon die sichern Pfade von Kindheit an zu meinem Heil, zu deiner Huld und Gnade. O wär' ich doch auch jederzeit der Pflicht ge9 Confirmation. 130 treu geblieben! Ach, hätte mich die Dankbarkeit doch ims mer angetrieben, stets als ein Christ zu leben! 5. Beschämt gesteh' ich meis ne Schuld, und flehe dich um Gnade. Gott, habe noch mit Confirmation. mel. Komm, heiliger Geist zc. 199.& rhöre, Vater, uns ser Fleh'n für sie, die hier ents schlossen steh'n, den Bund der Taufe zu erneuern, und feiers lich dir zu betheuern, in ihrem Glauben fest zu steh'n, in ih rem Thun auf dich zu seh'n, im Wandel rein, und rein im Herzen, dein Heil nie sorglos zu verscherzen. Erfülle sie das zu mit Kraft! 2. Gib ihnen, Vater, Freus bigkeit! Laß des Gelübdes Heiligkeit ihr zartes Herz so tief durchdringen, daß sie das Wollen treu vollbringen. Auch wir erneuern unsern Bund, dir treu zu seyn mit Herz und Mund. Laß Alle, die hier bes tend stehen, mit ihnen einst zum Himmel gehen. Erhör' uns Gott! Erhör' uns Gott! mir Geduld! Ich will des Christen Pfade forthin mit größerm Eifer geh'n, will meis ne Pflicht erfüllen. Vernimm, o Gott, vernimm mein Fleh'n, und gib zum guten Willen auch Kraft, ihn zu vollbringen. Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. Die Gemeine. und Segen! Wallet standhaft, Engeln gleich, euerm hohen Ziel entgegen! Dort am Ziele winkt euch schon eurer Treue ew'ger Lohn. 2. Heilig sey euch dieser Tag, heilig, was ihr jetzt vers sprochen! Was heut' euer Mund versprach, werde nie von euch gebrochen! Bleibt auch in Gefahr und Nothstands haft treu bis in den Tod! 3. Kämpfet, um den Sieg im Streit mit der Sünde zu erringen! Wisset, Welt und Sinnlichkeit legt, euch zu vers derben, Schlingen. Doch bleibt treu, und wanket nicht, bis das Herz im Tode bricht. Die Confirmirten. 4. Gott, zur treuen Folgs samkeit haben wir uns dir Bund erneut, den wir einst verpflichtet, und der Taufe mit dir errichtet; hilf uns, Bater, daß wir nicht brechen die gelobte Pflicht! 200- Gottes Gnade fey Kraft, schüß' uns vor Gefahr 5. uns mit deiner mit euch, stärke euch mit Kraft der Sünden! Gib, daß wir Confirmation. ihre übers Eigne Melodie. winden. Hilf, daß unser Herz 202. Mittler, schau auf dir treu, standhaft unsre Tus gend sey! Die Gemeine. 6. Ja, o Vater, stärke fie, diese dir geweihten Seclen! Hilf du ihnen, daß sie nie ih ren großen Zweck verfehlen! Gib, daß ihre Lebenszeit ganz der Tugend sey geweiht! Mel. Deine Schöpfung, Erd' ze. Die Kinder. 131 201. Sa, Gott, hor uns, wir geloben, zum Himmel Herz und Blick erhoben, dein o Eigenthum zu seyn. Ewigen wir dich lieben, in jedernd früh uns üben, uns dankbainer Gus te freu'n. O nimm uns reich auf, und stärk' uns in dem Lauf nach dem Ziele, wo Ses ligkeit für Müh' und Streit die Treuen lohnt in Ewigkeit. Die Gemeine. 2. Segen euch zum Chris stenbunde! Stets heilig sey euch diese Stunde! Gottschaut auf sie einst im Gericht. Ihm, dem Ew'gen, der einst richtet, habt ihr auf ewig euch vers pflichtet; wie groß ist, Chris sten, eure Pflicht! Er richtet Wort und That, und selbst des Herzens Rath, der Gerechte. Vor seiner Schaar wird's of fenbar, wer treu hier seinem Bunde war. sie hernieder, die sich deiner Lehre freu'n, und als deiner Kirche Glieder dir geloben, treu zu seyn; dir, der mit der größten Treue auch für sie das hin sich gab! Segnend schau bei ihrer Weihe, seguend stets auf fie herab. 2. Laß die Blüthe ihrer Jugend dir, nur dir geheiligt seyn, daß sie nie vom Pfad der Tugend in der Irre sich perchlingen, vor den Los ckungen der Welt; hilf, daß sie ihr Herz bezwingen, wenn ihm falscher Reiz gefällt. 3. Laß fie treu in deiner Liebe, fest in deiner Lehre seyn, und durch deines Geis stes Triebe Wunsch und That Bösen scheu'n. Stårke sie dir ſie tu lich fleh'n, daß ſie dura cine Gnade, wenn zut auf der auf der Unschufade zu dem höhern Leben geh'n. ent 4. Halte sie mit Armen, wenn sie strauchem wollen, fest; laß fie fühlen dein Erbarmen, das die Schwachen nie verläßt. Und wenn eines sich verirrte, und verließ der Tugend Bahn; ach, dann nimm dich, treuer Hirte, des verirrten Kindes an! 5. Keines, keines ach, von allen, die mit dir den Bund erneu'n, laß aus deiner Guas 9* Confirmation. 132 de fallen, und von dir geschies den seyn! Wehe, Wehe trifft den Sünder; ihn verfolget Scham und Neu'. Nein, Herr, feines dieser Kinder werde je lohnen hier den Deinen schon; und die Krone dort am Ziele ist der Ueberwinder Lohn. Herr, auch diese Bundesglies der lohn' dein Heil schon in der Zeit! Sammle sie einst alle wieder dort in deiner Herrs lichkeit! Mel. Christus, der ist mein 2c. Friede, felige Gefühle 204. Sich diese jungen Seelen, die, Vater, dir sich nah'n! Sie kommen deinen Segen von Neuem zu ems pfah'n. 2. Sie kommen, dir, o Vas ter, sich feierlich zu weih'n, und heilig zu geloben, dir ewi treu zu seyn; 3. Zu schwören, jeder Süns de mit Muth, zu widersteh'n; den Weg, den Jesus lehrte und selbst betrat, zu geb' egne sie, die dir, o Gott, Treu' gelobet haben; 4. blick auf mit Ses gen, Alllieher, herab, daß fegne, guter Bater, sie mit sie vom vethaltare treu wans den besten Gaben! Laß sie vollots an's Grab. Vertrau'n und Muth deine Me Mel. Kommt mit Dank vor Gots tes 2c. Die Gemeine. 203.S nen Lehren! Gib, daß durch Religion immer mehr auf Ers den Tugend und Zufriedens heit ausgebreitet werden! an 2c. ge wandeln; christliche, mel. Lobsinget Gott und betet chriftlich gut bis sum Tode handeln! 205. So lang ihr auf der Erde lebt, sey dieser Tag euch heilig! So oft Versus chung um euch schwebt, sey dieser Tag euch heilig! Ges schworen habt ihr heut' dem Herrn: weicht nicht, wenn ihr oft nah' und fern der Sünde Lockung höret. Thr send nun Jesu Eigenthum; weicht nicht zurück; lebt ihm zum Ruhm, dem ihr jetzt ans gehöret! 2. Euch segne heut' fein Abendmahl mit neuer Kraft Die nfirmirten allein. Wir auch bitten demuths voll dich um deinen Segen. Herzlich, Vater, bitten wir dich um deinen Segen. Segne deiner Kinder Fleiß, segne das Bestreben, schuldlos, fromm und tugendhaft stets vor dir zu leben! Gemeine und Confirmirs ten. 3. Laß uns Alle, Alle, Gott, Jefum thätig ehren, eifrig und gewissenhaft folgen seis Confirmation. und Stärke! Fromm sey das Herz und groß die Zahl in Gott vollbrachter Werke! Bricht einst die Nacht der Leis den ein, so tröstet euch in Schmerz und Pein mit dem, der auch gelitten. Im Tode stårk' euch dieses Pfand; ihn selbst seht ihr im Vaterland, wann ihr nun ausgestritten. 133 Wegen, und leite mich an deis ner Hand dem großen, schos nen Ziel entgegen, hinauf in's beffre Vaterland. Dort wars tet mein der Tugend Lohn, verheißen mir durch deinen Sohn. 2. Dich, Vater, will ich kindlich ehren, der mich zur Ewigkeit erschuf; auf deine Stimme will ich hören, nie auf der Sünde Zauberruf; denn ihre Reize sind Betrug, und bringen Elend nur und Fluch. Mel. Der du dein Wort mir 2c. 200. Wie beilig ift nen Gang gewiß! mir diese Stunde, da ich dir treu zu seyn versprach! Gott, stärke mich in meinem Bunde; erinnre mich an diesen Tag! Mein Herz vergesse seiner Pflicht, der neubeschwornen Treue nicht! 3. Dich will ich über Alles lieben, und deiner Liebe werth zu seyn, mit Eifer mich im Guten üben, und ernstlich alles Bose scheu'n. Doch, ach, du weißt, wie schwach wir sind; d'rum stärke du dein schwaches Kind! 4. Erhalte mich auf deinen 5. Und du, erbetner Geist der Liebe, der alles Gute in uns schafft, beförd're jeder Tus gend Triebe! Erfülle mich mit deiner Kraft! Erleuchte mich in Finsterniß, und mache meis 6. Erinnre du mich, wenn ich fehle; hilf meiner Schwachs heit liebreich auf! Erwecke, stårke meine Seele im anges wiefnen Tugendlauf! In trus ben Stunden sende du, o Trösters, deinen Trost mir zu! 7. Laß mich das Alles treus lich halten, was heute, Gott, mein Mund verspricht, und laß mich nimmermehr erkals ten in meiner dir beschwors nen Pflicht. Ach, stärke du mich, Herr, mein Gott, dir treu zu seyn bis in den Tod! 8. Dann werd' ich dieses Tages Feier in meinem Les ben nie entweih'n; ihr Anges denken wird mir theuer und ewig unvergeßlich seyn. Bis einst mein Aug' im Tode bricht, vergess ich dieses Tas ges nicht. 134 Beichthandlung. Beichthandlung. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 207.A, ch, abermal bin ich gefallen mit Ueberlegung und mit Wahl! Tief, o wie tief bin ich gefallen, vielleicht noch nicht zum letzten Mal! Elender Sünder, der ich bin, in welchen Abgrund eil' ich hin! 2. D die verhafte Lieblingss sünde, o die Gewohnheit bd, ser Lust, der Hang, den ich zu ihr empfinde, wie stürmen fie in meiner Brust! Wie mach tig und wie fürchterlich ist ih. re Herrschaft über mich! 3. Längst warnte schon mich das Gewissen: Mensch, du empörst dich wider Gott! von böser Lust dahin geriffen, eilst du, Betrogner, in den Tod; dir raubt die Sünd' in kurzer Beit dein Glück und deine Seligkeit. 4. Wie oft hab' ich mir vors genommen: nun, nun, will ich die Sünde flieh'n; rein und unsträflich und vollkommen zu wandeln, will ich mich bes müh'n! Wie oft, o Gott, hat mein Gebet um Kraft dazu dich angefleht!. 5. Doch regte sich auf's Neu' die Sünde, und schwach nur war mein Widerstand; fie lockte mich, und ach, geschwin de ergriff sie mich, und über wand. Die Lust verschwand mir im Genuß; ihr folgten Ekel und Verdruß. 6. Auch diesmal bin ich überwunden, und abermal fiel ich so tief! Mein Vorsatz war noch nicht verschwunden; mein Herz schlug, mein Gewissen rief; Gott, Richter, ich ges dacht' an dich, und dennoch, dennoch fündigt' ich. 7. tief verborgne Suns denliebe, wie werd' ich endlich frei von dir? Wie überwind' ich deine Triebe, wie dampf ich deine Macht in mir? Gott, mein Erbarmer, hor mein Fleh'n, und lehre mich ihr widersteh'n! 8. Ach, liebt' ich dich nur, wie ich sollte; dann flsh' die Luft zur Sünde mich; und wenn sie mich versuchen wolls te, ich würde Sieger, stark durch dich; durch deiner Lies be Gotteskraft blieb' ich dir treu und tugendhaft. 9. Gott, pflanze du in meine Seele rechtschaffne Lieb' und Lust zu dir; und was ich dens ke, was ich wähle, das zeuge durch die That von ihr! Stets leben als dein Eigenthum, das sey mir Lust und Heil und Ruhm! 10. So werd' ich endlich überwinden und Herrscher meis ner Lüfte seyn; und du wirst die bereuten Sünden mir aus Barmherzigkeit verzeih'n. Dank wird mein Leben in der Zeit, Beichthandlung. und Dank in deiner Ewigs keit. denn verzagen? Verdammte mich dein Zorn, der ich zwar schwach bin, aber glaube; was nützte mir mein Glaube? du mir Mel. Was Gott thut, das ist zc. 208. Ach, wird denn Mächtiger, mein Herz zu überwinden! So werd' ich täglich heiliger und freier von den Sünden. Dort werden dein Erlöster nie frei vom Gesetz der Sünden? Ich kämpfe täglich wider sie, und kann nicht überwinden. Ich haff ihr Joch, und trag' es doch; du siehst, Herr, dem ich's flage, wie ungern ich es trage. 2. Weit mehr, mein Gott, betrübt mich dieß, als alle Noth der Erde, daß ich noch immer nicht gewiß und fest im Guten werde. Wie fürcht' ich mich, ich werde dich, durch Fleisch und Blut getrieben, nicht treu, nicht ewig lieben. 3. Doch will ich ruhig seyn in dir, der du die Herzen prüs fest. Du kennest uns; nur Staub sind wir, die du in's Lebent riefest. Gott, dein Ges richt verdammt uns nicht, wenn wir nicht schon auf Erden, wie Engel heilig werden. 4. Wir geh'n in Unvollkom, menheit auf dieses Lebens Pfas de; doch unsre schwache Fröms migkeit belohnst du auch mit Gnade. Das Herz soll rein von Bosheit seyn; so willst du die Gebrechen der Mensch lichkeit nicht rächen. 135 5. Ich weiß, mein Mittler, Jesus Christ, hat meine Schuld getragen. Weil er für mich gestorben ist, wie könnt' ich sie mich ewig nie von deiner Liebe trennen, mich nie vers führen können. Mel. O liebster Jesu, was zc. 200.Erzeig' an mir, Ers barmer, deine Gnade; gib, daß sie meiner Sünden mich ents lade! Du hast ein Vaterherz; du liebst das Leben; du kannst vergeben! 2. Dein Eifer müsse sich an mir nicht rächen! Gott, wasche mich von allen den Verbrechen, die mich beflecken; rein von allen Sünden, die ihn entzünden! 3. Ich kenn' die Sünden, welche mich entweihen; ich fühle fie, ich sehe, wie sie drauen; sie schrecken mich des Tags, in bangen Nächten, mich Ungerechten! 4. Jehova, dir allein hab' ich gesündigt! Mich schreckt der Fluch, den dein Gesetz vers kündigt! Ach, unter seinem Zorn vergeh' ich Armer! Sey mein Erbarmer! 5. Ja, Nichter, deine Dros hungen beweisen, daß du gerecht bist, deine Strafen preis Beichthandlung. 136 sen bich, daß du rein seyft, heilig, der Verbrecher furchts barer Rächer. 6. Du liebst ein reines, heis liges Gewissen. Ach, gib es! laß in meinen Finsterniffen mich deine weisheitsvolle Gnas de sehen; mich nicht verges hen! 7. Verbirg, verbirg vor deis nem Angesichte mein Uebers treten, daß es mich nicht rich, te! Eilg' aus die Sünden, die mich, Herr, entweihen, die mich nun reuen! 8. Erschaff in mir, Gott, eine reine Seele, ein neues Herz, das deine Wege wähle. Befördere und stärke mein Bestreben, nur dir zu leben. 9. Verwirf mich nicht von deinem Angesichte! Gib dei nen Geist, daß er mich unters richte; versag' ihn nicht, daß er auf deine Wege mich leiten möge! 10. Erquicke mich in meiner Seele Leiden mit deiner Hülfe; gib den Geist der Freuden, damit er, weil ich keine Kraft befiße, mich unterstütze! 11. Eröffne meine Lippen, dich zu loben! Es werde, Herr, dein Ruhm von mir erhoben! Ich will voll Dank barkeit auf alle Zeiten dein Lob verbreiten! Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz 2c. 210. G ott, endlich wachet mein Gewissen aus seinem langen Schlummer auf. Wie ist mein Herz von Reu' zers riffen! Was zeigt mir meines Lebens Lauf? Ach, Thorheit, Undank und Verbrechen; und das Gewissen ruft in mir: das heilige Gesetz wird rås chen, was du verschuldet; wehe dir! 2. Wo sind die Freuden, die die Sünde in ihrem Diens ste mir versprach? Ach, wie entfloh'n sie so geschwinde, und ließen Gram und Ekel nach! Und mit euch, o ihr eiteln Freuden, entfloh mir meines Lebens Ruh'; nun stürmen täglich neue Leiden von allen Seiten auf mich zu. 3. Ich fühl' es, ewig werd' ich leben, und schrecklich wird mein Urtheil seyn. Was ich verdient, wird Gott mir ges ben, hier Trübsal, und dort Angst und Pein. Verachtet hab' ich seine Liebe, getrobet ihm in's Angesicht. Gerecht, wenn ungestraft ich bliebe, wär' er, der Weltenrichter, nicht. 4. Darf ich noch vor dein Antlitz treten, der du nur fromme Beter hörst? vor dir noch weinen, zu dir beten, und hoffen, daß du mich erhörst? Du bist gerecht, mein Herz erbebet vor deiner Hei ligkeit in mir. Du bist die Liebe, dieß erhebet mein sinkendes Vertrau'n zu dir. 5. Wenn ich der Sünde nun entfage, fie flieh' und Beichthandlung. 137 haffe wie den Tod; hinfort 4. Will die Welt mit ihrer nach deinen Rechten frage, und ernstlich ehre dein Ges bot; wenn ich zu dir in deis nem Sohne noch bete: hab', o Gott, Geduld; um deines Sohnes willen schone! O dann vergibst du mir die Schuld. Lust, will die Sünde uns bes trügen, will in unsrer eignen Brust unsre böse Neigung fsiegen; dann, ach, dann vers laß uns nicht, du der Schwas chen Zuversicht! 6. Ihr Himmel, hört es! Erde höre! Seyd Zeugen zwischen Gott und mir! Vers gib mir, Ewiger, ich schwöre bei Christi Code Besfrung dir! Erbarm' dich meiner, und befreie vom Elend meis ner Sünde mich! Mit kind licher, mit ew'ger Treue, so wahr du lebst, verehr' ich dich! 5. Unvergeßlich soll sie seyn diese Feier unsers Bundes; unsre Herzen stimmen ein in die Schwüre unsers Mundes. Unsre Treue wanke nicht, bis das Herz im Tode bricht! 6. Alle, die wir hier, vers eint durch der Andacht Feier, stehen, werden, wann der Tod erscheint, froh in's beffre Leben gehen, einzuſammeln vor dem Thron treu bewährs ter Tugend Lohn. Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. Eigne Melodie. 211. Deilig fen uns dies fer Tag, dieſe Feter unfers 212. Herr Jefu Chrift, Bundes! Unfre Herzen spres en nach die Gelübde unsres Mundes. Gott, du bist es, der es hört, was hier unser Herz dir schwört! du höchstes Gut, du Zuflucht der Erlösten, ich komme mit gebeugtem Muth zu dir, mich dein zu trösten; durch dich zum Vater mich zu nah'n, von dir Vergebung zu empfah'n, und Kraft zum neuen Leben. 2. Wir versprechen Alle dir neue Treue, neue Liebe, und wir Alle weihen dir des ges rührten Herzens Triebe. Alle wollen wir nur dein, nie der Welt und Sünde seyn. 3. Aber, ach, wie schwach sind wir, leicht vom Bösen überwunden! Herr, wir Alle fleh'n zu dir! Stårk' uns dann in solchen Stunden; stårke uns durch deinen Geist, wels chen uns dein Wort verheißt. 2. Wie drücket mich der Sünden Last! Nimm sie von meinem Herzen, der du auch mich erlöser hast, erlöst mit Todesschmerzen; damit ich nicht vor Angst und Weh' bei dem Bewußtseyn ganz vers geh', daß ich mich schwer vers schuldet. 3. Denk' ich mit stillem Ernst zurück an mein geführ, 138 Beichthandlung. tes Leben, an das von mir Mel. Wer nur den lieben zc. dann Frost mir geben? Bei 213. Ich armer Mensch, dir, Herr, find' ich ihn allein; ich würde ganz verloren seyn, wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Dieß ewig theure Wort verspricht Heil Allen, die dich ehren; die reuevoll zu ihrer Pflicht zurück, zu dir, Herr, Fehren, und nun vom Suns denjoch befreit, aus wahrer, frommer Dankbarkeit treu deis ne Wege wandeln. 5. Du rufft den Sündern liebreich zu: Ihr Reuerfüllten alle, kommt her zu mir; ich schenk' euch Ruh', und richt' euch auf vom Falle; mein Joch ist sanft, leicht meine East; nehmt willig sie auf euch, und faßt die Hoff nung, Ruh' zu finden. 6. Herr, dieser Zuruf tröst' auch mich, wann mich die Sünden schrecken; du weißt es, ich vertrau' auf dich; laß seine Kraft mich schmecken! Vergib, o du, der gern vers gibt, das Unrecht, das ich oft verübt, nach deiner Lieb' und Gnade. 7. Es stärke mich dein Freus dengeist einst in den letzten Stunden, wann sich mein Geist der Erd' entreißt, von Sünden ganz entbunden; und nimm mich, wann es dir ges fällt, des Himmels würdig, aus der Welt, zu deinen Auserwählten. ich armer Sünder steh' hier vor deinem Angesicht, Erbars mer aller Menschenkinder! Gott, geh nicht mit mir in's Gericht! Bin ich es gleich vor dir nicht werth, daß mir noch Gnade wiederfährt. 2. Um Trost ist meiner Seele bange; die Last ges häufter Missethat liegt schwer auf mir, die mich so lange von dir, mein Gott, entfernet hat. Weß tröst' ich mich, ich Schuldiger, als deiner, Alls barmherziger! 3. Soll ich an deiner Huld verzagen, ich, dein Geschopf? das willst du nicht. Du, der mit Langmuth mich getragen, bleibst ewig meine Zuversicht. Du Gott, durch den ich leb' und bin, gibst mich nicht dem Verderben hin. 4. Du siehst die Folgen meiner Sünden, und seufz' ich: wer vertilget die? so läsfest du mich Ruhe finden, und sprichst: Ich, ich vertils ge sie. Du schenkest mir an Jesu Heil, zur Stillung meis nes Kummers, Theil. 5. Auch mir hat er das Glück erworben, getroft zu dir empor zu seh'n; auch mir zum Heil ist er gestorben; auch ich, Herr, darf um Gnas de fleh'n zu dir, dem Gott, der gern vergibt, und liever segs net als betrübt. Beichthandlung. 139 so höre le hofft auf dich. 6. Sprich denn zu mir: ter, ja verzeihen. dir ist vergeben! und stille denn auch mich! Meine Sees des Gewissens Schmerz; und will mein zaghaft Herz noch beben, so sprich du stärker als mein Herz. Dein Gnadenwort mach' Alles gut, und schenke mir zur Bessrung Muth. 7. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret; mein Glaube sagt mir, daß ich's bin. Der Trost, der sich im Herzen meh ret, der neue dir geweihte Sinn, mein kindliches Vers trau'n auf dich bezeugen's: du begnadigst mich. 4. Gott, du willst des Süns ders Leben; dir ist seine Sees le werth. Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sündenwege machst du mein Gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umkehrt! du verwirfst ihn nicht! 5. Allen, die zu dir sich wenden, über ihre Schuld betrübt, willst du Trost und Rettung senden, wenn ihr Herz sich dir ergibt. Freude deine dem geängs Mel. Jesu, meines Lebens Les ben 2c. 214. Sch erhebe mein steten Gemüthe, welchem du Gemüthe sehnsuchtsvoll, mein die Sündenlast liebreich abs Gott, zu dir. Denn ich kens genommen hast. ne deine Güte: o wie theuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens, keiner harrt auf dich vergebens. Nur Verach ter deiner Huld stürzet ihre eigne Schuld. 6. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich immer heilig leben, Herr, vor deinem Angesicht. Keine schndde Luft der Sünden soll mich ferner überwinden! Ach, bes wahr', ich bitte dich, meinen Geist und stärke mich! 2. Lehre mich, Herr, deine Wege, zeige deinen Willen mir, daß ich richtig wandeln möge, führe du mich selbst zu Gott, du siehest mein Mel. Jesus, meine Zuversicht ze. Vertrauen; ficher kann ich auf 215. Seus nimmt die dich bauen. Deine Vatertreue ist ewig, wie du selber bist. 3. Ach, gedenke, Herr, der Sünden meiner Jugendjahre nicht! Laß mich Gnade vor dir finden, geh nicht mit mir in's Gericht. Alle Sünden, die uns reuen, willst du, Vas 2. Keiner Gnade sind wir Sünder an. Sagt doch dieses Trostwort Allen, die noch auf verkehrter Bahn und auf Sündenwegen wallen! Hier ist, was sie retten kann. Jes sus nimmt die Sünder an. Beichthandlung. 140 werth; dennoch hat in seinem Worte gnadenreich er sich ers klärt, und uns selbst des Hims mels Pforte durch sein Ster ben aufgethan. Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf vers loren ist, suchet es ein treuer Hirte. Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das Verirrte, und zeigt ihm die rechte Bahn. die Sunder an. 4. Kommet Alle, kommet her, kommt, ihr tief gebeugten Suns der! Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern Gots testinder. Auf, und laßt uns zu ihni nah'n! Jesus nimmt bie Sünder an. 5. Ich Betrübter komme hier, und bekenne meine Süns den. Laß, mein Heiland, mich bei dir Ruh' für meine Sees le finden, daß dieß Wort mich starken kann: Jesus nimmt die Sünder an. Jesus nimmt Jeſus nimmt 210. 6. Du, der Allen Heil ges bracht, nimmst von mir den Fluch der Sünden, und dein Kampf am Kreuze macht, daß auch ich Vergebung finden, und voll Trostes jauchzen kann: Jesus nimmt die Suns der an. kann. Jesus nimmt die Suns der an. 7. Nun stürmt keine Leis denschaft, und ich kann mein Herz jest stillen. Auch mir Schwachen gibst du Kraft, Gottes Willen zu erfüllen, mir, den nichts verdammen 8. Jesus nimmt die Süns der an. Auch mich hat er angenommen, mir den Hims mel aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen, und noch sterbend rühmen kann: Jesus nimmt die Sünder an. Mel. Wer nur den lieben 2c. 210. Mein Gott, zu dem ich weinend flehe, erbarme dich, erbarme dich. Noch eins mal sieh ve deiner Höhe mit gnadenvollem Blick auf mich. Vergib mir, Vater, geh noch nicht mit mir, dem Sünder, in's Gericht. 2. Wie oft hast du mir schon vergeben, wenn reu'voll ich um Gnade bat! Wie oft versprach ich dir ein Leben, gereiniget von Missethat! Doch ich vergaß, was ich versprach, und ging der Sünde wieder nach. 3. Nun bin ich nah' dem Untergange, den dein gerechter Ernst mir droht. Um Trost wird meiner Seele bans ge, um einen Retter aus der Noth. Mein richtendes Ges wissen wacht, und Alles um mich her ist Nacht. 4. Zu wem, o Vater, soll ich fliehen? Wo findet meine Seele Ruh'? Wer kann fie aus dem Abgrund ziehen, in dem sie seufzet, als nur du? Ich feße mein Vertrau'n auf Beichthandlung. dich, du Freund des Lebens, rette mich! 5. Für alle, auch für' meis ne Sünden, floß einst des Welterldsers Blut. Olaß durch ihn mich Gnade finden, und zu der Tugend Kraft und Muth! Noch einmal, Vater, sprich zu mir: Auch diese Schuld erlaff ich dir. 6. Gott, sey mein Zeuge, da ich schwore: Mein Herz soll dir gehorsam seyn! Dir, deinem Willen, deiner Eyre will ich mein ganzes Leben weih'n; der unde will ich widers it, und standhaft deis ege geh'n. 7. Vergiß nicht wieder, meis ne Seele, wie oft du schon gefallen bist! Merk' auf die heiligen Befehle des Gottes, der dein Retter ist! Ruf ihn im Glauben täglich an: Er halt' mich, Herr, auf ebner Bahn! 8. Bin ich gleich schwach; du wirst mich stärken, mein Helfer in Versuchung seyn; zum Glauben und zu guten Werken mir Kraft und Freus digkeit verleih'n. So steh' ich fest und wanke nicht; denn dy bist meine Zuversicht. 141 dein Gericht. Sich vor dir mich beben; wirst du mir vergeben? 2. Ja, denn zürnend strafft du nicht, wie oft Menschen pflegen. Weise schafft hier dein Gericht selbst durch Strafe Segen. Ach, sie soll reuevoll uns zur Tugend leiten, und zu Seligkeiten. 3. Ruft nicht von, des Las fers Bahn selbst dein Sohn die Sünder: Kommt, Müh sel'ge, kommt heran, werdet Gotteskinder; Gott vergibt, der euch liebt; es soll euren. Seelen nicht an Troste fehs len? 4. Herr, ich komme! Sieh in mir sehnliches Verlangen, bei der Neue Schmerz von dir Gnade zu empfangen. Dir will ich dankbar mich ganz zum Opfer geben; ewig dir nur leben. 5. Hålt noch Sinnlichkeit mich fest an gewohnten Kets ten; du, der Schwache nie verläßt, kannst davon mich retten. Mach' mich frei, steh mir bei, daß ich jede Sünde mächtig überwinde! Mel. Ach, Gott, erhör'mein Seufs zen 2c. 218.Umfon Mel. Mache dich, mein Geist 2c. msonst ist's, daß ich mir mein verhehle! 217. Neuvoll nah' ich Du, Heiligster, durchſchaueſt im mich zu dir, Gott, um Trost meine Seele. Du siehst zu finden. Bangen Schmerz Licht, was ich oft nicht an erweckt in mir das Gefühl mir erkenne; siehst, wie oft der Sünden. In mir spricht ich fehle. Abendmahlsfeier. 142 2. Schwach bin ich, Gott, umringt von Eitelkeiten; leicht kann ihr Reiz mein sich'res Herz verleiten; schnell wächst die Kraft der Leidenschaft, wenn nicht Vernunft und Wil le fie bestreiten. 3. D'rum hilf, daß nie mich Schein und Wahn bethore; daß ich mit Ernst auf deine Stimme höre, die in mir spricht, daß Weltlust nicht der Eugend zarten Keim in mir zerstöre. 4. Laß mich aus Leichtsinn nie die kleinsten Sünden ents schuldigen und unbedeutend finden; fiets sie bereu'n, und ernstlich scheu'n; sie könnten leicht in mir das Laster gründen. 5. Wer Eine Sünde liebt, fällt leicht in alle: wer Ein Gesetz verletzt, entweiht im Falle die andern mit. Ja, schon ein Schritt führt ab vom Ziel, nach dem ich Pils ger walle. 6. Oft sucht der Mensch aus Scham, aus Furcht und Schrecken die erste Schuld durch andre zu bedecken; schwächt mehr die Kraft, die Beffrung schafft, und läßt zu spät sich aus dem Taumel wes cken. 2. Herr, durch deinen heis ligen Leichnam, der von deis ner Mutter Maria kam, und 7. Dieß warne mich, um sicher nie zu leben, und dem Gewissen nie zu widerstreben, das uns beglückt, oft unters drückt nur ruht, um schrecks liche fich zu erheben. 8. Gib, ich täglich mehr des Guten übe, hoch nicht aus Eigennuß und Triebe; nie, weil der m es wohlgefällt; nein, immer nur aus wahrer Tugendliebe. derm 9. Mich selbst veredeln, Andern nüglich werden, und auch umringt von Trübsal und Beschwerden, treu zu den Höh'n der Tugend geh'n; dieß, Heiligster, dieß sey mein Ziel auf Erden. 2 bendmah Eigne Melodie. 219.Gott ott sey gelobet und gebenedeiet, der uns sels ber hat gespeiset mit seinem Fleische und mit seinem Blus te, das gib uns, Herr Gott, zu gute. Kyrieleison. Isfeier. das heilige Blut hilf uns, Herr, aus aller Noth. Kyris eleison. 3. Der heilig' Leichnam ist für uns gegeben zum Tod, daß wir dadurch leben, nicht größer Güte konnte er uns schenken, dabei wir sein sollen gedenken. Kyrieleison. 4. Herr, dein' Lieb' so groß dich zwungen hat, daß dein Abendmahlsfeier. 143 von Sünden schwer, und vor Angst ist betrübet sehr. 6. Solch' groß' Gnad' und Barmherzigkeit sucht ein Herz 5. Gott geb' uns Allen seis in großer Arbeit; ist dir wohl, ner Gnaden Segen, daß wir so bleib' davon, daß du nicht geh'n auf seinen Wegen, in kriegest bösen Lohn." rechter Lieb' und braderlicher Treue, daß uns die Speis nicht gereue. Kyrieleison. 7. Er spricht selber: Kommt, ihr Armen, laßt mich über euch erbarmen, kein Arzt ist dem Starken noth, sein' Kunst wird an ihm gar ein Spott. 6. Herr, dein heil'ger Geist uns nimmer laß, der uns geb' zu halten rechte Maas, daß dein' arm' Christenheit, leb' in Fried' und Einigkeit. Kyris eleison. D. M. Luther. 8. Hått'st du dir was könn'n erwerben, was dürft' ich denn für dich sterben? Dieser Tisch auch dir nicht gilt, so du selber dir helfen willt. Blut an uns groß' Wunder that, und bezahlt unser' Schuld, daß uns Gott ist worden hold. Kyrieleison. Eigne Melodie. 220. Sesus Christus, dem Munde, ſo bist du recht 9. Glaubst du das von Hers zensgrunde, und mit wohl geschickt, und die Speis se deine Seel' erquickt. unser Heiland, der von uns Gottes Zorn wandt, durch das bitter' Leiden sein, half er uns aus der Hölle Pein. 2. Daß wir nimmer deß vergessen, gab er uns sein'n Leib zu essen, verborgen im Brod so klein, und zu trinken sein Blut im Wein. 10. Die Frucht soll auch nicht ausbleiben, deinen Nächs sten sollst du lieben, daß er dein genießen kann, wie dein Gott an dir hat gethan. D. M. Luther. Tisch machen, der hab wohl 221. Salt im Gedächts 3. Wer sich will zu dem Mel. Es ist gewißlich an der Zeit zc. wer acht auf sein' Sachen, unwürdig hinzu geht, für das Leben den Tod empfäht. niß Jesum Christ, o Seele, der auf Erden von seinem Thron gekommen ist, ein Heis land dir zu werden. Vergiß sein nicht, denn dir zu gut verband er sich mit Fleisch und Blut. Dank' ihm für diese Liebe. 4. Du sollst Gott, den Va ter, preisen, daß er dich so wohl wollt' speisen, und für deine Missethat in den Tod sein'n Sohn gegeben hat. 5. Du sollst glauben und nicht wanken, daß ein' Speise fep der Kranken, den'n ihr Herz 2. Halt im Gedächtniß Jes sum Christ! Er hat für dich Abendmahlsfeier. 144 gelitten, und dir, da er ges storben ist, am Kreuz das Heil erstritten. Errettung von der Sündennoth erwarb dir durch seinen Tod. Dank' ihm für diese Liebe. er 3. Halt im Gedächtniß Jes sum Christ, der von dem Grab erstanden, nunmehr zur Rechten Gottes ist, und von des Todes Banden die Seinigen hat frei gemacht, und ew'ges Leben wiederbracht. Dank' ihm für diese Liebe. 4. Halt im Gedächtniß Jes fum Christ, der mit Triumph und Freuden gen Himmel aufs gefahren ist, die Stätte zu bes reiten, da du einst seine Herr lichkeit und ihn wirst schau'n in Ewigkeit. Dank' ihm für diese Liebe. 5. Halt im Gedächtniß Jes fum Chrift, der einst wird wiederkommen, zu richten, was auf Erden ist, die Bösen und die Frommen. D'rum sorge, daß du dann bestehst und mit ihm in den Himmel gehst, ihm ewiglich zu danken. 6. Mein Heiland, den der Himmel preist, dich will ich ewig loben. O stärke dazu meinen Geist mit neuer Kraft von oben! Dein Abendmahl vermehr' in mir des Glaus bens Kraft, damit ich dir mit neuer Treue diene. bens letzte Nacht, die Nacht voll Angst und Schmerzen, die dich dem Tode nah' ges bracht, sey heilig unserm Hers zen. An deine Leiden ohne Zahl laß uns, wann dein Ges dächtnißmahl wir feiern, danks bar denken. 2. Im Leiden selbst lag dir das Wohl der Deinen noch am Herzen; wie sprachst du ihnen liebevoll Trost zu, bei eignen Schmerzen. Du reichs test ihnen Brod und Wein; dieß sollte ihnen Denkmal seyn von deiner großen Liebe. 3. Dank dir, der du aus Liebe starbst; dein Tod gibt Trost im Leiden; die Hoffs nung, die du uns erwarbst, gibt selbst im Tode Freuden. Du heißest uns bei Brod und Wein uns deines Ses genstodes_freu'n, und deiner nie vergessen. 4. Aus Dankbarkeit laß uns auch nun die Sünde ernstlich meiden, mit Freuden Gottes Willen thun, und standhaft seyn im Leiden. Wir wollen deine große Huld und deine Sanftmuth und Geduld durch unser Leben ehren. 5. So wird uns dein Ges dächtnißmahl Ermunterung zur Liebe, so stärkt es in uns überall der Tugend edle Tries be. So können wir uns deis Mel. Es ist gewißlich an der zc. ner freu'n, beruhigt und vers fichert seyn, mit dir, Herr, 222. Herr, beines Les einst zu leben! Mel. Abendmahlsfeier. Mel. Ich halt' an meinem Gott zc. 223. Sch preise bich, o fen. Herr, mein Heil, für deine Lodesleiden. Hab' ich an ihs ren Früchten Theil, was fehlt dann meinen Freuden? Du warst ein Opfer auch für mich. Ogib, daß meine Sees le sich deß ewig freuen mdge! 2. O wie viel Segen läßt dein Tod zu meinem Heil mich finden! Erlösung aus der größten Noth, Vergebung als ler Sünden, Gewissensruh' und Tugendkraft, und Trost in meiner Pilgrimschaft, das hat er mir erworben. 3. Reu' und Schmerz, die Schwes re meiner Sünden. Faß mein vor dir gebeugtes Herz den großen Trost empfinden: daß du aus deines Vaters Huld auch die Vergebung meiner Schuld mir Reuigem erworben. 4. Dein Abendmahl ist mir ein Pfand von dieser großen Güte. Wie viel hast du an mich gewandt! O stårke mein Gemüthe, daß ich voll Zuversicht auf dich in meinem ganzen Leben mich an deine Gnade halte. 145 6. Die Liebe, die du mir erzeigt, ist gar nicht zu ermess O mache selbst mein Herz geneigt, fie nimmer zu vergessen; daß ich aus wahs rer Gegentreu' dir bis zum Tod ergeben sey, und dir zur Ehre lebe. 5. Der Trost, den mir dein Tod verschafft, werd' ewig mir zum Segen. Er stärke mich mit neuer Kraft auf als len meinen Wegen, nur das zu thun, was dir gefällt, und alle Furcht und Lust der Welt stands haft zu überwinden. 7. Zum ew'gen Leben haft du' dich für mich dahingeges ben. Dein Abendmahl erwes cke mich, mit Ernst darnach zu streben. Herr, mache mich das zu geschickt, und werd' ich einst der Welt entrückt, so sey dein Tod mein Leben. Vor dem Abendmahl. Mel. Vater unser im Himmels 224.Chrift, eile nie mit zc. sicherm Sinn zum Liebesmahle Jesu hin; denk nicht, des großen Dulders Blut macht jedes Sünders, Laster gut. Weh' dem, der dieses Mahl entweiht durch Selbstbetrug und Sicherheit. 2. Wer sich zu ihm unwür dig naht, der häuft die Schuld der Missethat. Sen nicht dein Feind, empfang' es nicht dir, ach, zum strengeren Gericht! Nein; erst empfinde tief dein Herz der Sünde Schmach, der Reue Schmerz. 3. Erst sen dein Vorsatz fest und rein, nicht mehr der Sünde Sclav' zu seyn; erst gib zurück, was deine Hand durch kist, durch Trug, durch 10 Abendmahlsfeier. 146 Raub entwandt; erst, Zürnen, der, versöhne dich mit deinem Bruder brüderlich. 4. Besiegst du so in deiner Brust des Lasters Macht, die bdse Lust; bist du entschlossen und bereit, zu kämpfen mans chen harten Streit: dann nahst du dich der Tugend Bahn; dann gehe zum Altar hinan. 5. Beschämt und mit gebeugs tem Sinn schau' auf den gros Ben Dulder hin, der liebreich für die Sünder starb, und ihnen Gottes Huld erwarb; dann glaube froh, daß Gott uns liebt, gern Reuigen die Schuld vergibt. 6. So, frei von Heuchelei und Wahn, muss jeder sich dem Mahle nah'n, das du in deiner letzten Nacht, o Herr, zum Denkmal uns gemacht; gerührt denk' er hier an dein Kreuz, und widersteh' der Sün, de Reiz. 7. Da rühr' uns tief dein göttlich Bild, und mach' uns liebreich, sanft und mild; da schenk' dein Geist uns Muth und Kraft zum Kampfe mit der Leidenschaft, daß heilig wir durch's Leben geh'n, und froh dem Tod entgegen seh'n. Mel. Deine Schöpfung, Erd' und 2c. 225. Herr, du wollst uns vorbereiten zu deines Mahles Seligkeiten; sen mits ten unter uns, o Gott! Laß uns, Leben zu empfahen, mit glaubenvollem Herzen nahen, und sprich uns los von Sünd' und Tod! Wir find, o Jesu, dein; dein laß uns ewig seyn. Amen, Amen! Anbetung dir! Einst feiern wir das große Abendmahl bei dir! 226. Schicke bich, ers Mel. Schmücke dich, o liebe Seele zc. Idste Seele, glaubig nach des Herrn Befehle, seinen Mitts lertod zu feiern, deinen Dank ihm zu erneuern. Auch für dich hat er sein Leben in den bångsten Tod gegeben, dir auf Zeit und Ewigkeiten Heil und Wohlfahrt zu bereiten. 2. Zum Genusfe seiner Gnas den wirst du von ihm einges laden. Eil' ihm demuthsvoll entgegen, und nimm Theil an seinem Segen. Komm ges trost, es ist sein Wilie! Komm und schopf aus seiner Fülle neuen Muth und neue Triebe zur Verehrung seiner Liebe. 3. Herr, ich komme mit Vers langen, Glaubensstärkung zu empfangen. Der du huldreich deinen Frieden sterbend mir auch hast beschieden, hier fall' ich zu deinen Füßen; laß mich würdig doch genießen deines Mahls, der Seelenspeise, mir zum Heil und dir zum Preise. 4. Dwie sehnt sich mein Ges müthe, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ewig währet deine Treue, und du siehst Abendmahlsfeier. 147 mein Herz voll Neue. Ach rer ju den Sternen, da, von so stille denn mein Sehnen, dem wir lieben lernen; blick, trockne liebreich meine Thras nen! Tilg', Erbarmer, meine Sünden; laß mich Ruh' und Frieden finden! o Herr, auf die Geweihten, die ein Opfer dir bereiten! Tief im seligen Gemüthe flammt Empfindung deiner Güte. 5. Ja, ich hoff auf deine Gnade, daß sie mich der Schuld entlade, und mit neuer Kraft zum Werke meiner Heis ligung mich stårke. Was du, da du für uns starbest, jedem, der Gott sucht, erwarbest, Seelenruh' und ew'ges Leben wirst du mir gewiß auch ges ben. 6. Deiner will ich stets mich freuen, ganz mich deinem Diens ste weihen; nur nach deinem Willen leben, und dich danks bar froh erheben. Deine Huld ist unermeßlich. Herr, sie sey mir unvergeßlich, daß ich dich auf alle Weise herzlich lieb' und thätig preise. 7. Du, dem die verklärten Schaaren, die, wie ich, auch Sünder waren, ewig Dank und Jubel fingen, daß sie hier bein Heil empfingen, laß auch mich dahin einst kommen, daß ich mich mit allen From men ewig deiner Huld erfreue, und dir meine Jubel weihe. Bei der Abendmahlss - 2. Du hast auch für uns dein Leben in der Blüthe hins gegeben; auch für uns hast du gelitten, und den schwers sten Kampf gestritten. Durch des Lebens Dunkelheiten willst du uns zum Lichte leiten; mächtig willst du in Gefahren unser Herz dir treu bewahs ren. 3. Sieh, wir freuen uns und beben im Bemüh'n, uns zu erheben. Unsre Schwäche schlägt uns nieder, deine Huld erhebt uns wieder. In dem sehnlichen Verlangen, dir nun ewig anzuhangen- o wie innig fleh'n wir Alle: schütze selbst uns vor dem Falle! 4. Du, dem unsre Thränen fließen, laß dein Mahl uns recht genießen! Wohl uns, wohl in deinem Lichte! Ach, nicht Weh' uns zum Gerichte! Unsre heiligen Gefühle, rette fie im Weltgewühle; daß dich unser Herz verkläre im Gehors sam deiner Lehre. feier. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele zc. 5. Segen hat dein Mund gesprochen, liebend ist dein Herz gebrochen. Liebe wird in uns hinauf zu 227.Blick herab aus bir begleiten. Liebe müſse uns deinen Höhen, du, nach dem wir liebend sehen! Unser Fühs serm Leben deines Segens Weihe geben! Wir sind deis 10* Abendmahlsfeier. 148 ner Liebe Erben, laß uns segnend, liebend sterben! Wechselgesang. Die Versammlung. Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. Die Versammlung. Mel. Jesus, meine Zuversicht ze. 5. Bis zum Tode liebtest du, bis zum Tode all' die Deinen. Wort voll 228. Die ihr feine Lauf, rub', voller Trost für die, die weinen, wenn sie Schuld und Vorwurf schreckt, wenn ihr Auge Nacht bedeckt. bahn lauft, theure, miterlöste Brüder, Alle, die ihr seyd ges tauft, Alle Jefu Chrifti Glies der, kommt, Erldste, kommt, erneut hier den Bund der Seligkeit. Die Kommunikanten. Mel. Herzlich thut mich verl. 2c. 2. Voll Undacht, Dank und Freude, o Jesu, kommen wir, gedenken deines Todes, erhes ben uns zu dir. Erweckt bei deinem Mahle zu neuer fester Treu', empfinden wir, wie ses lig, wer dir sich weihet, sey. Tugend unser Leben bis in den Tod zu weih'n.. Die Versammlung. mel. Jesus, meine Zuversicht zc. 3. Sie, die jetzt voll Zuvers sicht, Jesu, deines Heils sich freuen, laß sie wandeln stets im Licht, und sich ewig ganz dir weihen! Laß ihr Herz vom Stolze rein, voll von deiner Demuth seyn! Die Kommunikanten. Mel. Herzlich thut mich zc. 6. Wie viel du, Herr, ers duldet, bis in den Tod uns freu; wie voll des hohen Ses gens, dein Tod, dein Leiden sey; zu welchen Seligkeiten uns unser Glaube führt; wie fühlen wir's so innig, wie tief zum Dank gerührt! Die Versammlung. Mel. Jesus, meine Zuversicht ze. 7. Gott ist gnädig, und wir trau'n seiner Gnade nicht vers gebens. Unterpfand vom künft's gen Schau'n wird uns dieses Mahl des Lebens. Inniger fühlt hier der Geist, daß Gott hält, was er verheißt. Die Kommunikanten. Mel. Herzlich thut mich zc. 8. Zwar sehen unsre Augen dich, unsern Heiland, nicht; nicht deine Huld und Liebe in deinem Angesicht; seh'n nicht das Brod dich reichen, des Bundes Kelch uns weih'n; hier spricht nicht deine Stims me: Nehmt, und gedenket Die Kommunikanten. Mel. Herzlich thut mich zc. 4. Wie brennen unsre Sees len in heil'ger Dankbegier! Wie schlagen unsre Herzen voll heißer Liebe dir! Wie fromm ist das Gelübde, hins fort, von Sünde rein, der mein! Abendmaßisfeier. 9. Doch wir, auch wir ems pfinden, wie göttlich du uns liebst, wann du in deinem Mahle der Gnade Pfand uns gibst. In's Reich des Lichts erhebet sich unser Geist ents zückt, wo er einst, frei vom Staube, dich, Jesu, selbst ers blickt. Die Versammlung. Mel. Jefus, meine Zuversicht 2c. 10. Jesu Christi Schmerz und Tod werd' in aller Welt verkündigt. Freudig nahe sich zu Gott, wer geheiligt, wer entsündigt, dem, der liebend uns verzeiht, sich zum Opfer dankbar weiht. 140 fen, soll sich unfer Hers a dir, Jesus Christ, voll Andacht lenken; heiß zu Gott um Stårs kung fleh'n, muthvoll deinen Pfad zu geh'n. 2. Zu der hohen Seligkeit, die ein reines Herz gewähret, zu der sanften Heiterkeit, die kein Erdensturm zerstöret, führt uns Sterbliche der Pfad, wels chen einst dein Fuß betrat. 3. Wer dir ähnlich werden will, wache über seine Triebe; weihe anspruchslos und still sich der großen Pflicht, der Liebe; segne, wie du, Mens schenfreund, liebevoll selbst seis nen Feind. Die Kommunikanten. Mel. Herzlich thut mich zc. 11. Laß diesen Tag der Wons ne uns, Herr, gesegnet seyn, daß wir noch einst im Hims mel uns seines Segens freu'n. Und was wir dir gelobten, das zu verleih' uns Kraft. Dann enden wir einst freudig des Les bens Pilgerschaft. 4. Fühlt auch tiefen Gram das Herz, drückt auch schwer der Leiden Bürde; es bewahr' im bängsten Schmerz still ers duldend seine Würde; strahlt doch frommer Zuversicht in die Nacht des Unglücks Licht. 5. Wenn die heil'ge Pflicht gebeut, Wunsch und Neigung zu besiegen, wollen wir im heißen Streit nicht verzagen, nicht erliegen. Hoher Friede lohnt das Herz für der Ülebers windung Schmerz. Die Versammlung. Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. 12. In das Chor der Hims mel dringt, Herr, auch unser stammelnd Lallen. Wann, von 6. Ja, mit unnennbarer Seligen umringt, wir vor dir einst niederfallen, singt ein beff'rer Lobgesang deiner hohen Liebe Dank. Ruh', die kein Erdenglück ges währet, wandelt der dem Zies le zu, der den Ruf der Tugend ehret; dessen Leben, Jesus Christ, deinem Vorbild ähns lich ist. Mel Jesus, meine Zuversicht zc. 220.Feier eierlich vereinigt bier, deines Codes zu geden, 7. Stårk' uns Pilger in der Zeit, diese Ruhe zu erringen, daß wir einst mit Freudigkeit Abendmahlsfeier. 150 unser Tagewert vollbringen. Feierlich geloben wir, Heiland, fest're Treue dir. 8. Reich' uns Schwachen deine Hand, richte wieder auf, die fallen, daß vereint zum Vaterland wir mit heil'ger Sehnsucht wallen. Wenn wir still im Guten steh'n, laß uns auf dein Beispiel seh'n. 9. Sinkt sie dann zum letzs ten Mahl uns hinab, der Erde Sonne, endet sich der Tage Zahl, o so schlummern wir zur Wonne jener Welt, im Herzen rein, voll Vertrau'n und Hoffnung ein. Todesschmerz jetzt neuen Eins druck auf mein Herz! 4. Laß mich mit Ernst die Sünde scheuen, für welche du, Erldser, starbst; durch schnds den Mißbrauch nie entweihen, was du so theuer mir ers warbst. Nie führe mich zur Sicherheit der Trost, den mir dein Tod verleiht. 5. Ich übergebe mich aufs Neue, o du, mein Herr und Gott, an dich; ich schwore dir bestånd'ge Treue bei deinem Mahle feierlich. Dein eigen will ich ewig seyn. Du starbst für mich, d'rum bin ich dein. Mel. Wer weiß, wie nahe mir ze. 6. Nie will ich mich vor Spöttern schämen der Ehre, die man dir nie mich 230. Hier bin ich, Jefu, zu einem Schritt bequemen zu erfüllen, was du in jener Leidensnacht nach deinem gnas denvollen Willen zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleih' zur Uebung dieser Pflicht mir deines Geistes Kraft und Licht. den mein Gewissen sündlich heißt. O flöße mir den Eifer ein, wie du, o Herr, gesinnt zu seyn! 2. Es werde mir für mein Gewissen dein Mahl ein tröst, lich Unterpfand, daß ich, der Sündenschuld entriffen, durch dich bei Gott Vergebung fand: so freuet meine Seele sich in deinem Heil und preis set dich. 3. Bewundernd denk' ich an die Liebe, mit der du unser Heil bedacht. Wie stark sind deines Mitleids Triebe, die bich bis an das Kreuz ges bracht! Es mache, Herr, dein 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben und, wenn er strauchelnd was versicht, Vers föhnlichkeit und Sanftmuth üben, aus frommem, christs lichem Gemüth, stets einges denk der Schuldenlaft, die du mir, Herr, erlassen hast. 8. Es stärke sich in mir der Glaube, daß ewig meine Sees le lebt, und daß einst aus des Grabes Staube mich dein all mächt'ger Ruf erhebt, wann du dich großer Lebensfürst, den Völkern sichtbar zeigen wirst. 9. Gebeugt lieg' ich zu deis Abendmahlsfeier. nen Füßen mit Dank und kod, Gebet und Fleh'n. Laß neue Gnade auf mich fließen! Mein Heiland, laß es doch gescheh'n, daß mir zur Stärkung meiner Treu' dein Abendmahl geseg, net sey. 151 Heil erwarb, von ganzem Her zen leben. 4. Ja, Herr, mein Glüc ist dein Gebot; ich will es treu erfüllen, und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen! Laß mich von nun an würdig seyn, mein Mel. An Wasserflüffen Babys ganzes Leben dir zu weih'n, und preisen. Ion's 2c. 231.Sch tomme, Herr, laß mich den Ernst der Heis und suche dich, mühselig und beladen. Erbarmer, würdige du mich des Reichthums deis ner Gnaden. Ich liege hier vor deinem ligung durch eine wahre Bess serung mir und der Welt bes weisen. Gote Mel. Herzlich thut mich zc. tes und des Menschen Sohn, 232. Ich fieh' voll Dank mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh'; ich suche Ruh' und finde sie im Glauben der Erlösten. und Liebe bei Jesu Kreuze hier; sein Pfad so steil und trübe, er lieget ernst vor mir. Ihn seh' ich, der sein Leben der Menschheit Wohl geweiht, so ruhig hingegeben für unsre Seligkeit. 2. Dich bet' ich zuversichtlich an; du bist das Heil der Süns der. Du hast die Handschrift abgethan, und wir sind Gots testinder. Ich denk' an deine Leidensnacht und an dein Wort: Es ist vollbracht! Du hast mir Heil erworben. Für mich hast du dich dargestellt; mit sich versöhnte Gott die Welt, da du für sie gestorben. 3. So freue dich, mein Herz in mir! Er tilget meine Sün den, und läßt bei seinem Mahs le hier mich Gnad' um Gnade finden. Er hört der Neue sehnlich Fleh'n, will gern mich frei und glücklich seh'n, will gern die Schuld vergeben. Nur soll ich ihm, der für mich starb, und mir so großes 2. Es fließt der Rührung Zähre, o Allerbarmer, dir; ich seh' aus höh'rer Sphäre die Erde unter mir. Es scheis nen jetzt die Freuden des Les bens mir so flein, der schwere Kampf mit Leiden so leicht und kurz zu seyn. 3. Beruhigt weicht das Tos ben der Leidenschaft zurück; mein Geist, zu dir erhoben, genießt der Tugend Glück, des Himmels Vorgefühle, wo, Gott, dein Friede wohnt, wo herrlich dort am Ziele der Preis den Sieger lohnt. 4. Dir schwdr' ich: bis die 152 Abendmahlsfeier. Sonne des Lebens niedersinkt, ten, zu dem bein Wink mich zu der Vergeltung Wonne die leßte Stunde winkt, mit gleis cher, fester Treue gehorsam dir zu.seyn; dir, Ewiger, auf's Neue mein ganzes Herz zu weih'n. schuf. Nah' dann sich einst das Ende vom kurzen Pilgers lauf: du nimmst in deine Hände dein Kind, o Vater, auf. 5. O wenn im Weltgewüh, le dieß Herz des Schwurs vers gißt, dem warnenden Gefühle der Neue sich verschließt: wer wird mich dann bewahren, und mein Erretter seyn, wo ringsum mir Gefahren, Vers lust des Friedens drau'n? 6. Du wirst es, dessen Gnas de dem Schwachen Muth vers leiht, auf ungebahntem Pfade die Vaterhand ihm beut. Ers halte meiner Seele der Uns schuld hohes Glück, und führe, wenn ich fehle, erbarmend mich zurück. 7. Laß mich nie muthlos zagen, wenn Dunkel mich um gibt, wenn in den Prüfungs tagen sich jede Aussicht trübt. Es ist, o Gott, dein Wille, der über mich gebeut: dieß stärke mich zur Stille und sanften Heiterkeit. 8. Laß mich des Lebens Freus den durch reinen Dank dir weih'n, und mäßig und bes scheiden mich meines Glückes freu'n; was du mir schenktest, theilen bereit mit Freund und Feind, und schnell zu helfen eilen, wo ein Verlaffner weint. 9. Laß treu mich meinen Pflichten, treu deinem großen Ruf, mein Tagewerk verrich, Mel. Es ist gewißlich an der zc. 233. Ich will ben Bund mit meinem Herrn bei seinem Mahl erneuern; ich will von Weltgeschäften fern heut' sein Gedächtniß feiern. Der Tag sey still und heilig mir. Froh foll mein dankbar Herz zu dir, Erldser, sich erheben. 2. Mich führe nicht Gewohns heit hin, nicht der Betrug der Sünde, als ob ein unbekehrs ter Sinn dadurch schon Gnas de finde. Nein, frei von niedrer Heuchelei, von eitlem Selbstbetruge frei, will ich dein Mahl heut' feiern. 3. Zum Eigenthume will ich mich aufs Neue dir ergeben; bekennen will ich's öffentlich, dein Sterben sey mein Leben. So lang ich athme, will ich dein, und deiner Liebe mich ers freu'n, und sie noch sterbend preisen. 4. Mit Reue will ich meine Schuld vor meinem Gott ges stehen, und, unwerth seiner Vaterhuld, ihn um Vergebung flehen. Laß mich mit glaubis gem Vertrau'n auf dich, mein treuer Mittler, schau'n und Seelenruhe finden. 5. Es sey das Mahl der Abendmahlsfeier. Liebe mir ein Pfand von Gots tes Gnade, daß ich mit fros herm Muthe dir folg' auf der Tugend Pfade, mich immer meines Vaters freu' und voll der frohen Hoffnung sey, den Himmel einst zu erben. 6. Hilf, daß ich, jeder Süns de feind, Gott über Alles lies be, durch dein Verdienst mit ihm vereint, das Gute eifrig übe. Gefällig ist dir dieser Dank; ihn will ich dir mein Lebenlang mit reinem Herzen bringen. 2. Herr, du hast auch mir bereitet, was zum wahren Wohl mich leitet; Licht, den Weg des Heils zu finden; Trost bei dem Gefühl der Sünden; Kraft, der Besf'rung nachzujagen; Muth, des Les bens Last zu tragen, und die Hoffnung beff'rer Zeiten in dem Reich der Ewigkeiten. 153 ben, leiten. Du, du willst mich bessern, trösten und zum Erbtheil der Erlösten, zu des Himmeis Herrlichkeiten, wenn ich folge, vorbereiten. 5. Doch ich fühle meine Mel. Schmücke dich, o liebe zc. Schwäche. Jesu, was ich dir wie leicht ist 234. Sefu, Freund der bas gebrochen! schneller oft, Menschenkinder, der du dich zum Heil der Sünder, von des Himmels hohen Freuden zu den bångsten Todesleiden willig haft herabgelassen, wer kann dein Erbarmen faffen? Tiefgerührt von deiner Güte, preist dich dankvoll mein Ges müthe. als ich's versprochen. Darum stårk in mir die Triebe danks befliffner Gegenliebe, daß ich, bis ich einst erkalte, treu dir sey und Glauben halte. 6. Hilf mir wider Alles streiten, was von dir mich will verleiten. Auch den stärksten Reiz zu Sünden hilf mir glücklich überwinden, daß ich stets in dem Gewissen deis nen Frieden mag genießen, und, erstanden einst vom Gras be, Theil an deinen Freuden habe. 7. O wie will ich dich ers heben, wann du einst im hos hern Leben zu der Wonne deiner Frommen, Herr, ich hoffs, mich läsfest kommen! Da, da wird mich nichts mehr stören, dich aufs Innigste zu ehren; da werd' ich, befreit 3. Ja, du willst mit deiner Gnade selbst mich auf des Les bens Pfade zum Genuß der Seligkeiten, die du mir erwors 4. Run so sen der Bund erneuet! Ganz sey dir mein Herz geweihet! Täglich will ich mich bestreben, nur nach deinem Wort zu leben; was du liebst, will ich auch lieben, ernstlich mich im Guten üben; was du hasfest, will ich hassen, stets von dir mich leiten lass sen. Abendmahlsfeier. 5. Wer wollte nicht den letzten Willen des Heiligsten, der je auf Erden war, zu seis Mel. Dir, dir, Jehova, will c. nem eignen heil erfüllen; ges denken nicht des am 235. Last uns den Bund Altar, ver Sund und Tod, sich opfernd, überwand, und Erd' und Himmel feierlich verband? 154 von Sünden, deinen Frieden ganz empfinden. der Liebe feiern, den Jesus Christus durch sein Blut ges weiht! Laßt uns ihn preis sen, unsern theuern, erhabnen Freund, voll Lieb' und Danks barkeit! Wer that je für der Menschen Wohlfahrt mehr? Wer war so groß, so liebes voll, wie er? 2. Die ganze Menschheit, rein von Sünden, mit seinem ew'gen Vater durch den Bund der heil'gen Liebe zu verbinden, Fam er und that uns Gots tes Willen kund; ertrug er Schmach und Qual mit Hels denmuth, und gab zum Buns desopfer selbst sein Blut. 6. Wie felig, fern vom Erds gewühle, sich ihm zu weih'n in Liebe und Vertrau'n, und voll der heiligsten Gefühle auf's schöne Ziel der Ewigkeit zu schau'n; da, wo so göttlich uns sein Bild erscheint, und selbst die Reu' dankbare Thras nen weint! 4. Ich scheide, sprach er, um die Meinen, die freudig üben, was ich lehrt und that, mit mir auf ewig zu vereinen, im Hause deß, der mich gesendet hat. Nehmt, eßt und trinkt, dieß ist mein Leib, mein Blut; gedenket mein, so oft ihr solches thut. 7. So laßt uns oft in heil', ger Stunde bei seinem Mahs le das Gelübd' erneu'n, der Liebe feierlichem Bunde durch Zeit und Ewigkeit getreu zu seyn; und froher dann hinan des Lebens Hdh'n zum großen Hause seines Vaters geh'n! 3. Er sah sie nahen seine Feinde, im bangen Dunkel seis ner letzten Nacht; doch war im Kreife seiner Freunde er noch auf Aller Trost und Heil bedacht; vergaß der inahen 230.N und stiftete fein großes Abends mahl. Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. Laht mit Andacht im Gemüth euch dem heiligen Altare! Wer von Jugendfeuer glüht, und der Greis im Sils berhaare, hoch und niedrig, arm und reich, naht, hier send ihr Alle gleich! 2. Alle geh'n wir Eine Bahn, Alle streben wir zum Ziele reiner Heiligkeit hinan: reicht mit herzlichem Gefühle, durch der Lieb' und Hoffnung Abendmahlsfeier. 155 Band fest verknüpfet, euch ten, Troft im Leiden. Und die Hand. was hier ihm theuer war, bleib' uns theuer immerdar! 3. Auf, den Blick zur hd bern Welt! Fließt, der Freus de Thränen, fließet. Wer vom Brod des Herrn erhält, wer vom Kelch des Herrn genießet, fühle, seiner Würde voll, was er seyn und werden soll. 4. Laßt uns Alle rein und gut, himmlisch wandeln, Schwes stern, Mel. Herzlich thut mich vers langen Chritt Blut floß für uns 237. bu, der bis zum am Kreuze nieder; Liebessinn und Pflichtgebot sieget über Schmerz und Cod. 5. Der uns mahnt, der Welt Gewinn für den Hims mel hinzugeben, gab für Gots tes Sache hin Ruhe, Freude, Blut und Leben. Weihet dem Erlöser Dank, weiht euch selbst ihm lebenslang! 6. Wer gebeugt von Sors gen geht, wer des Lebens Glück genießet, wer vor Gott in Unschuld steht, wem der Neue Thräne fließet, sey in Liebe uns vereint; unser Herz kennt keinen Feind! 9. Jesus Christus hat sein Blut für der Menschen Wohl gegeben: laßt uns Kräfte, Zeit und Gut Menschen wids men, für sie leben! Laßt uns zu des Himmels Höh'n auf der Bahn der Liebe geh'n. 7. Nein, es kennet keinen Feind! Wohl und Frieden wünscht es Allen! Wo des Höchsten Sonne scheint, möge Jeder ihm gefallen: wer den Heiland, Jesus, ehrt, und wer immer von ihm hört. 8. Fließt, der Liebe Thrås nen, fließt; Seelenruhe, Hims melsfreuden fühle, wer das Mahl genießt, Kraft zum Gus Tode am Kreuz auch uns ges liebt, der bis zum Tode Tus gend bei Schmerz und Hohn geübt, wir nahen uns voll Andacht zu deinem Todess mahl, gedenken deiner Liebe, gedenken deiner Qual. 2. Wir weihen uns aufs Neue dir, Herr, zum Eigens thum; wir wollen dir nur les ben, durch ächtes Christens thum. Es ist auf Erden keis ner, der besser ist, als du; es findet unsre Seele bei dir nur wahre Ruh'. 3. Wenn, Herr, auf dich zu hören, sich unser Ohr vers schließt; wenn, deinem Wink zu folgen, das Herz zu tråge ist; wenn eitle Lust der Sins nen in unsrer Seele wohnt: dann erndten wir die Früchte, womit die Sünde lohnt. 4. Von Eitelkeit umgeben, geleitet oft von Wahn, verirs ren, ach, wir Schwache uns leicht von deiner Bahn. Das Vorbild deiner Tugend vera 156 Abendmahlsfeier. gißt so oft bas Herz; ders bewährter Tugend, des Wies wirft die bessern Freuden, und tochlet Reu' und Schmerz. derseh'ns am Ziel. 5. Doch heut', o Jesu, fühs len wir deine Lieb' auf's Neu'; empfinden ganz, wie selig dein treuer Junger sen. Das Vors bild deines Lebens erneut sich unserm Blick; wir seh'n auf unsre Schwächen mit Scham und Reu' zurück. 6. O laß, wann wir der Liebe geweihtes Mahl ems pfah'n, mit sündenreinem Hers Der Segen deines Todes wird dem nur, der, dir gleich, nach Gottes Reiche trachtet; ihn lohnt das Himmelreich. 7. Mit ganzer Seele hans ge das Herz an seiner Pflicht. Auf Freuden und auf Schmers zen acht es im Kampfe nicht. So standhaft, wie du kämpfs test, sey unsrer Tugend Streit; so herrlich, wie du siegtest, der Sieg, der uns erfreut. 8. Sen es auch kaft und Mühe, der Pflicht getreu zu seyn; führ's auch zu Spott und Schande, ihr standhaft uns zu weih'n: was ist das Glück der Erde? Wie bald ist es dahin! Was sind der Erde Leiden? Wie bald sind fie dahin! 9. Kommt, miterlöste Brüs ber, wir wandeln, Hand in Hand, dem großen Ziel ents gegen, in's rechte Vaterland, voll Bruderlieb' und Treue, tm füßen Vorgefühl des Lohns 10. Den herrlichen Vollen, der erhebe mein Gesang! Bringt bei dem Mahl der Liebe ihm Preis und frohen Dank! Wir schauen hier im Bilde, und dort von Anges sicht; wir wandeln hier im Dunkeln, doch einst wird Alles Licht. Mel. Gott, vor desfen Anges zc. 238.Voller Ehrfurcht, Dank und Freuden komm' ich, Herr, auf dein Gebot, zu dem Denkmal deiner Leiden, und gedenk' an deinen Tod. Mitts ler, der du für mich starbst, mir ein ew'ges Heil erwarbst, dir zur Ehre stets zu leben, sey mein eifrigstes Bestreben. 2. Ich empfind' es jetzt aufs Neue, was ich, Herr, dir schuldig bin. Du, du gabst mit großer Treue ganz dich mir zum Segen hin, zeigtest mir den Weg zu Gott, und ertrugst den Kreuzestod, mir im Leben und im Sterben sichre Tröstung zu erwerben. 3. Durch dich ist zu Gottes Gnade freier Zutritt mir und Kraft, auf der Tugend sicherm Pfade fest einherzugeh'n, vers schafft. Und du rufft aufs Neue mir durch dein Nachts mahl, daß ich hier Theil an deinem Segen nehme, und mich deiner niemals scháme. Abendmahlsfeier. 157 4. Sollt' ich, Jesu, denn ner Mittler, Jesus Chrift! vergebens deinen Leib, dein Gib, daß ich nun mit Freuden Blut empfah'n? Nicht zur übe, was dir, Herr, wohlges Beffrung meines Lebens mich fällig ist. Es müsse deines zu deinem Tische nah'n? Ja, Todes Pein mir immerdar vor mit wahrem Ernst will ich mich Augen seyn! vor Sünden scheu'n, und dich durch ein neues frommes Leben mit vermehrtem Fleiß erheben. 2. Wie kann ich dich ges nug erheben? Ich, sündhaft und des Todes werth, ich soll nicht sterben, sondern leben; denn leben soll, wer sich bes kehrt. Du starbst für Süns der, starbst für mich; wie preis ich, o wie preis ich dich! 3. Heil mir, dein Brod ward mir gebrochen; ich trank, Herr, deines Bundes Wein. Von Herzen hab' ich dir vers sprochen, dir bis zum Tode treu zu seyn; und feierlich gelobt ich's dir; sey du nun Hülf und Beistand mir. 5. Diesen Vorsatz, den ich habe, thätig dankbar dir zu seyn, pråg' ihn, Jesu, bis zum Grabe tief in meine Seele ein. Gib mir Kraft, ihn zu vollzieh'n, Muth, die Sünde stets zu flieh'n, ihre Lockuns gen und Freuden bis an meis nen Tod zu meiden. 6. Geh mir, wo ich bin und wandle, immerfort mit Hülfe nach, daß ich als ein Christ stets handle; und wird je mein Glaube schwach, o so hilf mir liebreich auf, daß ich in dem Tugendlauf nimmer wanke, nie ermüde; so erquis cket mich dein Friede. 4. Bewahre mich vor neuen Sünden; verlaß mich in Vers suchung nicht; im Kampfe hilf mir überwinden, und stärke mich zu jeder Pflicht. Im Tode noch sey, Herr, dein Heil mein höchster Trost, mein bestes Theil. 5. So soll denn weder Spott noch Leiden, noch Ehre, Gut und Lust der Welt mich je von deiner Liebe scheiden, die selbst im Tode mich erhält. Du bist und bleibest ewig mein: o laß mich deiner würs dig seyn! Nach dem Abendmahl. Mel. Der du dein Wort mir haft 230. Nimm bin ben 240. mchtsen 26. Mel. Wie groß ist des Alls hast Dank für deine Liebe, erhab, aus deiner Fülle, Herr, unser reis dir, du 7. Ewig will ich dir es danken, daß du so barmhers zig bist, daß auch, wenn wir Schwache wanken, deine Treu' beständig ist. Herr, ich hoff es froh und fest, daß sie mich auch nicht verläßt. Nach des Lebens kurzen Leiden führt sie mich zu Himmelsfreuden. 158 Trauung. schmachtend herg erquickt! In welches Licht, in welche Stille war betend unser Geist ents rückt! In unserwachten hdh're Mel. Wie schön leucht't uns der ic. Triebe, als sich die Welt um 241.Wir nahen uns, uns verlor. Um uns war Himmel; Gottesliebe hob uns vom Irdischen empor. 2. Vollbracht ist nun die heil'ge Feier, verkündet ward von uns dein Tod. O dein Gedächtniß bleib' uns theuer, und unvergeßlich dein Gebot! Laß nie des Himmels Vorges fühle in uns erkalten und vers geh'n! Laß würdig einst am o Gottes Sohn, von Dank durchdrungen deinem Thron; du hast uns nun gegeben im Nachtmahl deinen Leib, dein Blut; dieß komm' auf ewig uns zu gut und stårk in uns dein Leben. Amen! Amen! Welche Freuden nach dem Leis den warten droben, wo wir dich ohn' Ende loben! Trauung. Mel. Du, Gott, bist über alles Mel. Wie schön leucht't uns derze. Herr 2c. 242.21 uf euch wird Gots 243. Von dir, du Gott tes Segen ruh'n; er hat ihn euch gewährt! Geht hin, und macht durch frommes Thun euch dieses Segens werth. 2. Der Herr erfüllt, was er versprach; sein Heil sollt ihr empfah'n; kommt ihr nur dem Gelübde nach, das ihr dem Herrn gethan. 3. hm heiligt nun Beruf und Stand, ihm heiligt euer Herz, und folgt der Leitung seiner Hand durch Freuden und durch Schmerz, großen Ziele, Herr, deine Herrs lichkeit uns seh'n! 4. Bis ihr den Lauf der Pilgerzeit nach Gottes Willen schließt, und ihn in seiner Herrlichkeit einst schauet, wie er ist. der Einigkeit, ward einst der Ehe Bund geweiht; o weih' auch sie( uns) zum Segen, die hier( wir) vor deinem Anges sicht entschlossen steh'n, den Schwur der Pflicht vereinigt abzulegen. Laß sie( uns), Vas ter, dir ergeben, einig leben, einig handeln, fromm vor dir und heilig wandeln! 2. Laß sie( uns) auf dich im Glauben seh'n; der Zukunft froh entgegen geh'n; Beschwers den muthvoll tragen; im Stils len immer dein sich( uns) freu'n, geschäftig, treu und friedsam seyn; in Leiden nicht verzagen. Ja, gib, daß sie( wir) dir ers geben, glücklich leben, freus Trauung. big sterben, und dereint den Himmel erben. Mel. Wer weiß, wie nahe mirzc. 244. Von on dir, Gott, find der Ehe Freuden. Du, der du Mann und Weib erschufft, und fie im Glück, so wie im Leis den, zu großer Pflichten Ues bung rufft: gib, daß sie beide dir sich weih'n, und dein sich über Alles freu'n. 2. Erhalte sie auf deinen Wegen, nimm alles ihres Thuns dich an, und laß fie jedes Glückes Segen mit Dank aus deiner Hand empfah'n, wenn ihr vereinigtes Gebet zu dir um Gnad' und Hülfe fleht. 3. Dir sey durch deines Geis stes Triebe geheiliget ihr Geist und Leib. Gib, daß mit uns verrückter Liebe sich stets ihr Herz ergeben bleib', mit Liebe, die voll Zärtlichkeit einander fich zu dienen freut. 159 6. Und gonnst bu ihnen, Gott, die Freude, an Kindern ihre Lust zu seh'n: so laß fie fröhlich dann auch beide, Alls gütiger, dein Lob erhöh'n, und eifervoll sich stets bemüh'n, sie fromm und weise zu erzieh'n. 4. Kein Theil verbittre seine Tage dem andern je durch uns gestum. Und trifft den einen Last und Plage, so mildre fie der andre ihm. Das Glück, deß sich der eme freut, schaff auch dem andern Seligkeit. 5. Laß fie einander, wo sie fehlen, sanftmüthig nachseh'n und verzeih'n, und sich, das Gute nur zu wählen, Ermuns terung und Beispiel seyn. Wie wächst dann jeden Augenblick mit ihrer Tugend auch ihr Glück. 7. Wenn sie so deine Wege wallen, vereinigt durch der Liebe Band, o Gott, zu deis nem Wohlgefallen, wie hoch beglückt ist dann ihr Stand! Belebt fie deiner Liebe Sinn: o! so wird Alles ihr Gewinn. 8. D'rum leite fie auf deis nem Pfade, bis an das Ziel von ihrer Bahn, nach deinem Rath; und deine Gnade nehm' einstens sie zu Ehren an. Dann krönt sie auch vor deis nem Chron der frommen Liebe höh'rer Lohn. Jubelhochzeitfeier. Mel. Es ist ein Gott! Vers stumme zc. 245. bu, ben keine D Sprache nennt, den tief das Herz empfindet, der süße Bans de knüpft und trennt, und dann auf ewig bindet: des Dankes Opfer ist bereit; hier steh'n, von deiner Huld erfreut, zwei hochbejahrte Zeugen. 2. Ein tiefgerührtes Greis senpaar sinkt betend vor dir nieder; der Tag, der einst ihr ( der unser) Glück gebar, er kehret festlich wieder. Ein halb Jahrhundert floh dahin; fie( wir) sah'n es still vorüber 160 zieh'n, denn ihre( unsre) Liebe weilte. Begräbniß. 3. Du leitetest sie( uns) Hand in Hand, Ein Herz und Eine Seele, mit jedem Jahre mehr verwandt. Der Frohe Mund erzähle, wie jeder Trug der Sinne wich, im ras schen Strom der Jahre sich veredelte die Liebe. - 4. Gott, welche Wunder deis ner Macht enthüllt ein langes Leben! Bis hieher hast du sie ( uns) gebracht! Sieh ihre ( unfre) Lippen beben! Vers nimm der Enkel Jubelchor, und diesen Seufzer, tief hervor aus frohgerührtem Herzen! 5. Bis hieher haft bu fie ( uns) gebracht;- wie mans che treue Gatten barg schon des Grabes tiefe Nacht in ihre Trauerschatten! Wie viele wurs den früh getrennt; sie( wir) steh'n vereint, und selig nennt dich ihre( unsre) Seele: Vas ter! 6. So leite fie( uns) durch's Alter auch, du Stärke aller Schwachen! Bis zu des Les bens letztem Hauch wird deine Liebe wachen. Wie Eine Stunde sie( uns) verband- so führe deine Baterhand fie ( uns) auch vereint zum Zies le! Begräbniß. Eine Stimme. Grabt mein verwesliches Gebein, o ihr noch Sterblichen, nur ein! Es bleibet ja im Gras be nicht, denn Jesus kommt, und hält Gericht. Der Chor. 2. Zurück zur Mutter Erde Fehrt hier Alles, was ihr an gehört. Der Leib verwest; doch einst erwacht er wieder aus des Codes Nacht. Mel. Nun lasset uns den Leib zc. 240. Begrabt den Leib bein nun die Verweſung weit Eine Stimme. Es mag mein Ges in seine Gruft; bis ihn des Richters Stimme ruft. Wir fäen ihn, einst blüht er auf, und steht zum bessern Leben auf. zerstreu'n; es bleibt als Staub in dessen Hand, der mächtig es mit mir verband. Der Chor. 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, frei von der Erde Schmerz und Noth; verziehen hat ihr Gottes Huld der Erdenschwachheit Fehl und Schuld. Eine Stimme. Gott ist barmherzig; er vers stößt im Tode nicht, die er ers ldst, für die der Welterlöser starb, der Allen Gnad' und Heil erwarb. 4. Der Begräbniß. Der Chor. 4. Wir wandeln hier im dunkeln Thal, erdulden oft hier Müh' und Qual. Wir tragen Jesu Christi Joch, ents schlafen einst, und leben doch. Eine Stimme. Auch mich hat Trübsal oft gedrückt; nun hat mich Gots tes Ruh' erquickt. Was sind die Leiden dieser Zeit, Gott, gegen deine Herrlichkeit! Der Chor. 5. Nun, du Erlöster, schlaf in Ruh'! Wir gehen unsern Hütten zu, und machen zu der Ewigkeit mit Freud' und Bittern uns bereit. Eine Stimme. Wohl euch, wenn treu ihr darnach ringt, bis ihr euch auch der Erd' entschwingt! Heil uns, wenn euch, die ihr jeßt weint, mit mir einst wies der Gott vereint! Der Chor. 6. D laß, Erlöser, deinen Tod uns stärken in der letzten Noth! Laß unsre ganze Seele dein, und freudig unser Ende seyn! 101 Was sich auch das Herz erko, ren- ach verloren ist verloren? 2. Nein, du bist uns nicht verloren, Theurer, den( Theus re, die) der Sarg umschließt! Heil dir, dich hat, neugebos ren, eine höh're Welt begrüßt! Was du Wahres hier ges dacht, was du Edles treu volls bracht, reift in ew'ger Wonne Segen, dort vergeltend dir entgegen. des 3. Dank dir, Dank für Lieb' Auge Dank! Dank für deines und Treue, aus dem nassen Herzens Innerm Dank! O Beispiels Weihe; aus es leitet licht und mild, durch das Leben uns dein Bild; und der Erde schönste Habe ward dir Liebe noch im Grabe. - 4. Daß du, Gott, ihn( fie) uns geschenket, deiner Güte Preis dafür! Der du ihn, ( sie) an's Ziel gelenket, Preis auch dafür, Vater, dir! Auch im dumpfen Grabgesang dir, o Jesu, frohen Dank! Unfrer harrt ja, was wir flehen, ewig sel'ges Wiedersehen. Mel. Nun laffet uns den Leib 2c. Mel. Freu' dich sehr, o meine zc. 248. Nun bringen wir 247. Si bieß unfer Biel? den Leib zur Ruh', und becken ft und endet Alles in des Gras bes Nacht? Und des Todes Schrecken wendet von uns keis nes Gottes Macht? War' es Wahrheit, wenn das Herz ahs net bei der Trennung Schmerz: ihn mit Erde zu, den Leib, der nach des Schöpfers Schluß zu Staub und Erde werden muß. 2. Er bleibt nicht immer Asch' und Staub, nicht immer 11 Begräbniß. 162 der Verwesung Raub; er wird, wann Christus einst erscheint, mit seiner Seele neu vereint. 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist: lern' hier, was unser Sors Mel. Welt ade, ich bin dein müde zc. ge, Furcht und mancher Noth 240. Sanft und ruhig kommt endlich noch zuletzt der Tod. 4. Schnell schwindet unsre Lebenszeit. Auf Sterben folgt die Ewigkeit. Wie wir die Zeit hier angewandt, so folgt der Lohn aus Gottes Hand. 5. So währen Reichthum, Ehr' und Glück, wie wir selbst einen Augenblick; so währt auch Kreuz und Traurigkeit, wie unser Leben, kurze Zeit. 6. sichrer Mensch, bes finne dich! Tod, Grab und Richter nahen sich. In Allem, was du denkst und thust, bes denke, daß du sterben mußt. 7. Hier, wo wir bei den Gräbern steh'n, soll Jeder zu dem Vater fleh'n: ich bitt', 0 Gott, durch Christi Blut, mach's einst mit meinem Ende gut. tig öffnen wirst; dann laß uns fröhlich aufersteh'n, und dort dein Antlitz ewig seh'n. Gewinn; das Sterben zum zich unsre Seelen zu dir hin. 10. Und wann du einst, du Lebensfürft, die Gråber mách, sey dein Schlummer in der Erde kühlem Schoos! Nach des Lebens Müh' und Kums mer ward dir nun ein beffres Loos. Wir umringen noch dein Grab, schauen wehmuthss voll hinab; doch zur Ruhe geh'n auch wir. Gott sey Dank! wir folgen dir. hier nicht. 2. Weg mit unserm Blick Was vom Staube! schlummert, bist du Schon erblickt dich unser Glaus be dort, umglångt von höherm Licht. Nach des Lebens Pils gerlauf schwang dein Geist zu Gott sich auf. Nein, du selbst bist nicht mehr hier! Gott sey Dank! wir folgen dir. 3. Laßt uns trocknen unsre Thränen; ewig ist auch unser Geist! Heil uns, wann nach langem Sehnen er dem Staus be sich entreißt! Dort, wo keine Thräne fließt, wo nicht Tod, nicht Trennung ist, freu'n wir ewig uns mit dir. Gott sen Dank! Dir folgen wir. 8. Laßt alle Sünden uns bereu'n, vor unserm Gott uns Findlich scheu'n. Wir sind hier immer in Gefahr; nehm' Jeder seiner Seele wahr! 9. Wann unser Lauf vols lendet ist, so sey uns nah', Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. err Jefu Chrift; mach' uns 250. Tiefe Trauer eint uns hier, wo uns Freude sonst umfangen, des( der) Geliebs ten denken wir, der( die) den Begräbniß. Weg vorangegangen, und sein ( ihr) schlummerndes Gebein segnen wir mit Thränen ein. 2. Was er( sie) Gutes hier gethan, was uns einst mit ihm ( ihr) verbunden, blicken wir voll Wehmuth an; es ist nicht mit ihm( ihr) verschwunden: denn wie schnell das Leben eilt, Gutes bleibt und Liebe weilt. 3. Christen schreckt nicht Grab und Tod; nicht erhebt sich bange Klage. Durch das Grab glänzt Morgenroth von dem ew'gen Frühlingstage; und der Tempel Gottes steht, wo kein Sturm der Erde weht. 163 ches Gesicht findest du im Gras be nicht. Eigne Melodie. 251. Trockne rockne deines Jammers Thränen; heitre dets nen Blick: denn es bringt kein banges Gehnen ihn, der starb, zurück. Ach, die holde Stimm' und Rede, und der Lieblich, keiten jede, und sein freundlis 2. Gleich des Feldes Blus men schwindet alles Fleisch umher; traurig sucht der Freund, und findet seinen Freund nicht mehr. Vor dem welken Greis am Stabe sinkt der Jüngling und der Knabe; vor der Mutter sinkt in's Grab oft die junge Braut hinab. 3. Gleich des Feldes Blus men werde alles Fleisch vers stäubt. Nur der Erdenleib wird Erde; sein Bewohner bleibt. Ja, du lebst, Geliebs ter( Geliebte), lebest über Sternen, oder schwebest mits leidsvoll um deinen Freund, der an deinem Grabe weint. 4. Flucht an eines Engels Hand, Rettung vor den Uns 4. Diese Kräfte, dieses gewittern, Weg in's ew'ge Vas Trachten nach Vollkommens terland- kann der Christ vor heit, dieses Vorgefühl, dieß dir erzittern? Seines Glaus Schmachten nach Unsterblich bens Freudigkeit harrt des keit: dieser Geist, der Wel Tags, der ihn befreit! ten denket, würde mit in's Grab gesenket? Und geschafs fen hätte Gott dieses Alles nur zum Spott? 5. Laßt uns oft den ernsten Blick in die Nacht der Gråber senken! Laßt uns liebevoll zus rück an geliebte Todte denken; daß wir in Bereitschaft steh'n, muthig ihnen nachzugeh'n! 5. Nein, nicht spottend, nicht vergebens schufst du, Gott, dein Bild! Lieb' und Weisheit hat des Lebens Geist in Staub gehüllt! Diese Hüls le wird zertrümmert, und die freie Seele schimmert zu der höhern Geister Chor immer herrlicher empor. 6. Auf, von Moder und Verwesung blick' hinauf, mein Geist, wo im Friedensthal Genesung alles Jammers 11* Begräbniß. 164 fleust; wo nicht Krieg, Erds beben, Fluthen, Hunger, Pest und wilde Gluthen, wo nicht Trennung mehr, noch Tod lies benden Geliebten droht. 7. O des Wonnetags, der wieder ewig Freund und Freund, Aeltern, Kinder, Schwestern, Brüder, Mann und Weib vereint! Wann, gelehrt von Himmelsweisen, wir des Vaters Liebe preisen, der aus Irrthum, Kampf und Gram uns in seine Ruhe nahm. 8. Bald vielleicht, ach bald verschwunden ist auch meine Zeit, und die letzte meiner Stunden naht vielleicht noch heur. O laßt Gottes Weg uns wandeln; immer gut und redlich handeln! Wann uns dann der Vater ruft, schrecket uns nicht Tod, noch Gruft. Bei der Beerdigung eis nes Kindes. Eigne Melodie. 252.A... eltern, weinet auf das Grab eures Kindes Thras nen hin; aber trocknet sie auch ab; denn sein Tod ist euch Gewinn. 2. Prüfen will Gott euer Herz, prüfen eures Glaubens Werth. Zeigt ihm, daß ihr auch im Schmerz kindlich seis nen Willen ehrt! 3. Er, der euerm Arm ents riß, was ihr jetzt noch weinend liebt, er ist's, der es euch ges wiß einst vollkommner wieder gibt. 4. Ja, ihr sollt es wieder seh'n, euer Kind, das ihr bes weint; sollt mit ihm am Thros ne steh'n, wo euch Gottes Huld vereint. 5. Schaut denn weg von jener Gruft, die nun euern Liebling deckt! Wißt, daß Gott auch euch bald ruft, und auch euch einst auferweckt! 6. Blickt zur Ewigkeit ems por! Lernet euch des Himmels freu'n! Was sich hier in Nacht verlor, wird euch dort einst lichtvoll seyn. Am Grabe Frühverstors bener. Mel. Herr, ich habe mißgehans 2c. 253. Wenn der Schös unsre pfer der Geschlechter Lieben zu sich ruft; wenn die Söhne, wenn die Tochter fins ken in die frühe Gruft: ach, dann fühlen unsre Herzen uns aussprechlich tiefe Schmerzen. 2. Wenn der Säugling, kaum geboren, gleich der Blus me, schnell verblüht, und die Mutter nun verloren ihre gans ze Hoffnung sieht: kaum kann, ohne zu verzagen, diesen Schmerz das Herz ertragen. 3. Wenn der Tod im edlen. Sohne seine Lust dem Vater raubt; wenn des Hauses Stolz und Krone sinket mit Begräbniß. 165 des Vaters Haupt; Mütter zu unserm Trost zurück! Allen von den Kindern scheiden: Gott, was gleichet diesen Leis den! müss es Beispiel seyn, zu bes glücken, zu erfreu'n! 4. Ach, es müßte unterlies gen, dieses arme, schwache Herz, hulfest du uns, Herr, nicht siegen über Tod und Trennungsschmerz! Deine Rechte schlug uns nieder; deis ne Rechte hebt uns wieder. 5. Wandeln nicht in hohen Freuden unsre Lieben dort am Thron? Sollten wir sie nicht beneiden um den früh ers rungnen Lohn? Du wirst uns im bessern Leben die Verlors nen wieder geben! 6. Vater, deines Trostes Quelle trocknet auch am Gras be nicht. Selbst des Todes Nacht wird helle durch des Glaubens mildes Licht. Alles, was wir hier beweinen, wird uns einst als Glück erscheinen. Am Grabe eines edlen Mannes. Mel. Gott des Himmels und der zc. 254. Nube fanft hier, wo die Schwule banger Ers dentage weicht! Lieblich weh' um dich die Kühle; Gottes Erde sen dir leicht! Segen folgt dir nach in's Grab; Alle weinen Dank hinab. 2. Wohlzuthun war dein Bestreben; und du warst uns Freud' und Glück. Welch ein Bild von deinem Leben blieb Thaten lebst du fort noch in 3. In dem Segen deiner der Zeit; jenseits werden dir die Saaten Erndten ew'ger Ses ligkeit; schon lohnt dich erfüllte Pflicht, denn du schauest Gots tes Licht. 4. O dann, wann zum vols len kohne die Gerechten auf ersteh'n, werden wir mit dir zum Throne des Vergelter preisend geh'n; rufen dort vor seiner Schaar: Kron' ihn, der uns Segen war! Mel. Alle Menschen müssen 2c. 255.Wer er mit Lust und Eifer firebte, seine Brüder zu erfreu'n, wer der Welt zum Segen lebte, soll uns unvers geßlich seyn! Sein Gedächt, niß bleib' und daure! Seine Nachwelt klag' und traure! Wo sein Grab ist, weine dann, wer, was gut ist, schå. Ben kann. 2. Laßt uns Alle heute klas gen, denn es starb ein edler Mann! O wie viele müssen sagen: Mir auch hat er wohl gerhan! Ja, gerecht sind unfre Zähren, die ihn noch im Tode ehren. Ihn und unser eignes Herz ehrt der Wehmuth lau ter Schmerz. 3. Seines frommen Lebens Thaten bleiben fegnend uns Außerordentliche Andachtsfeier. 166 zurück; und die Frucht der edlen Saaten ist der Nachs welt Heil und Glück! Ach, ten laßt uns seinen Namen! leih'n! 3. Außerordentliche Andachtsfeier. Seine Tugend nachzuahmen, edel, wie er war, zu seyn, wolle Gott uns Kraft vers Huldigung. 250. Dir, höchster Herr Mel. Ich lobe, Herr, und preife zc. und König der Könige und Herrn! dir ist man unterthås nig; du herrschest nah' und fern, du unser Herr und Gott; an Ehren groß und prächtig, zum Schußze stark und mach, tig, ein Helfer in der Noth. 4. Laß deines Geistes Gas ben stets reichlich auf ihm ruh'n; laß ihn, auch hoch ers haben, gern deinen Willen thun. Du herrschest selbst im Land; das Herz der Obrig, feiten kannst du wie Bäche leiten, es steht in deiner Hand. 5. Es leuchte, Gott der Gus te, dem Könige dein Licht; Ges rechtigkeit behüte ihn allzeit im Gericht. Laß stets durch sein Bemüh'n die Frommen sicher wohnen, nie laß ihn Frevler schonen, selbst stets das Uns recht flieh'n. 6. Gib, daß durch sein Res gieren wir mit Zufriedenheit ein ruhig Leben führen in wahs rer Frömmigkeit. Herr Gott, du segnest gern. Wir bitten ohn' Ermüden: gib Segen, Heil und Frieden durch Jes sum, unsern Herrn! 2. Nach deines Wortes Lehs re ist auch die Obrigkeit von dir, und dir zur Ehre; ihr Schwert, das Frevlern dråut, empfing sie nur von dir. Wer ihr zuwider lebet, der, Hoch, ster, widerstrebet, dir selbst sos wohl, als ihr. lehre, bag ich den König ehre, 257. Erhalt uns, Herr, 3. Du, höchster Herrscher, lehre mich selbst durch deinen Mel. Sey Lob und Ehr' dem zc. heißt. wie es dein Wort uns Er trågt ja, Gott, dein Bild; und wenn wir seinen Willen in Furcht und Lieb' erfüllen, wird dein Will' auch erfüllt. die Obrigkeit, die du uns gabst auf Erden, mit Wohlstand und mit Sicherheit durch sie beglückt zu werden. Verleih' ihr Weisheit, Lust und Kraft, was wahres Heil uns Allen schafft, mit Sorgfalt wahrzus nehmen. 2. Gib, daß fie, deinem Vorbild gleich, uns väterlich regiere, zu uns den Segen Außerordentliche Andachtsfeier.. 167 der herrschen kann; sey ein guter Unterthan. und dein Reich durch gute mer sich bewußt, daß nicht Jes Anstalt führe, der Unschuld Schirm und Wächter sey, den Nedlichen mit Hülf erfreu', dem Unrecht kraftig steure. 3. Laß uns, durch ihre Macht beschützt, des Friedens Glück genießen; erwerben, was dem Leben nützt, und seis ne Müh' versüßen. Hilf, daß wir in Gottseligkeit dir bienen, und schon in der Zeit die Frucht davon empfinden. 4. Beschirme sie durch deis nen Schuß, daß, die ihr les bels gonnen, mit ihrer List und ihrem Truß ihr niemals schaden können. Nie fehle jes der guten That, die sie sich vorgenommen hat, dein segs nendes Gedeihen. 5. Gib denen Folgsamkeit und Treu', die ihr sind unters geben, daß Jedermann bes flissen sey, nach seiner Pflicht zu leben. Erleichtre ihres Ams tes Müh'; mit deinem Segen krone sie, und sey ihr Lohn auf ewig. 2. Nie vermessen strebe er höher, als er soll, als er Recht, Gelegenheit und Rath, und auch Kraft zu nüßen hat. 6. Laß fie und uns voll Eifer seyn, in deiner Furcht zu leben; uns deiner Obers herrschaft freu'n, mit ihr dein Lob erheben: daß so vor deis ner Majestät, die über Alles, Alles geht, Regent und Volk fich beuge. 3. Ungleich ist der Mens schen Loos; der ist niedrig, der ist groß. Scham' dich deines Standes nicht; nothig ist doch jede Pflicht.. 4. Zur gemeinen Wohlfahrt sey den Gesetzen stets getreu; denn wer diese gern vollführt, ist so frei, als der regiert. 5. Schaue Jesum Christum an: sen, wie er, auch unters than; halte gern, nicht blos aus Noth, deiner Obrigkeit Gebot. 6. Selbstbeherrschung ist so schwer. Irrt dein Herrscher, strauchelt er: so verdamm' ihn nicht und sprich: Er ist auch ein Mensch, wie ich. 7. Ach, wie oft verführt ihn nicht zur Vergessenheit der Pflicht, schmeichelnd oder rånkevoll, der, den er beglüs cken soll. 8. Lebe selbst gewissenhaft; deiner Obern Rechenschaft laß dem Herrn, und sich nur du, daß du selbst gerecht seyst, zu. Mel. Jesu, Jesu, komm zu mir zc. 9. Ehre, Furcht, wem sie gebührt; Schoß und Zoll dem, der regiert! Gib, als gåbst du Gott, dem Herrn, 258. Wer gehorcht, der was du schuldig bist, fiets thu's mit Luft. Er bleib' ims gern. Außerordentliche Andachtsfeier. 168 10. Ordnung und Gerech, tigkeit, Schuß und Fried' und Sicherheit, welch' ein Glück, das, wer es hat, nur durch gute Obern hat! 11. Wo sich Alle, groß und klein, dieses Glückes recht er freu'n: da ist glücklich jeder Stand, ja, da blühen Stadt und Land. 12. Wer sich stråflich wis derseßt, Ordnung und Gesetz verleßt, wird der Strafe nicht entflieh'n, Gott, sein Richter, findet ihn. 13. Obrigkeit und Unterthan bete Gott, den höchsten, an; fürcht' ihn, scheue sein Gericht, das gerecht ist; frevle nicht! Fahnenweihe. Eigne Melodie. 250.5 ebt das Herz! hebt die Hand! Erd' und Himmel soll ihn hören unsern hohen Schwur der Ehren, unfern Schwur für's Vaters land! Glorreich schwebe dies ses Zeichen, das voran im Streite weht! Keiner soll von hinnen weichen, wo sich dieß Panier erhebt! 2. Hebt das Herz! hebt die Hand! Wehe muthig, edle Fahne! Daß sich jede Brust ermanne für das heil'ge Vas terland. Mache, stolzes Eh, renzeichen, alle Männer ehrens fest, daß sie tausendmal er. bleichen, eh' nur einer dich verläßt. 3. Hebt das Herz! hebt die Hand! hebt sie zu der Himmel Meister! Hebt sie zu dem Geist der Geister! Hebt sie hoch vom Erdentand! Daß wir's treu und heilig halten in Gedanken, Wort und That! Gott muß doch zuletzt verwals ten, was der Mensch beschloss sen hat! mel. Es ist ein Gott! Vers stumme 2c. 200. Herr, unfer Gott, auf deffen Ruf die Erde blüht und bebet, der unsern Geist zum Licht erschuf, das deinen Thron umschwebet, wir sind, o Herr, dein Eigenthum; laß dir in deinem Heiligthum jetzt unsern Schwur gefallen! 2. Du schenktest uns ein Vas terland, worin wir glücklich leben. Was konnte deine Ses genshand uns Neidenswers thers geben? Heil unserm Kd nig! Er ist gut; wer wollte nicht mit frohem Muth Jhm Blut und Leben weihen! 3. Des Vaterlandes Ruf vereint zum starken Schutz die Brüder. Nicht Macht allein besiegt den Feind; die Treue wirft ihn nieder. D'rum bleibt der Fahne treu, sie führt zu Ruhm und Sieg; denn Ruhm gebührt dem Tapfern nur, dem Treuen! 4. So denket, Brüder, die ihr hier den heil'gen Bund 169 beschwöret, an Gott und Vas terland, daß ihr treu haltet, was ihr schwöret. Dem Eide treu, dem König hold, so gebt auch freudig, wenn ihr sollt, Ihm euer Blut und Leben! späht, dem komm' hier Trost von oben in das beklommne Herz; zu dir, o Gott, erhoben, vergess er seinen Schmerz. Uno des heiße Flehen, das hier dich kindlich ehrt,- laß in Erfüllung gehen, wenn es uns Heil gewährt. Einweihung einer Kirche. Mel. Nun lob', mein' Seel, 4. Die feiernd am Altare verkündigen des Heilands Tod, erwecke und bewahre zur Heis dein o Gott. Die zc. 201.Dir bleibe, Herr, in der Taufe Weihe dir wers geweihet, dir, unser Gott, dein Tempel hier! Dir wurde er geweihet; stets sey er auch beschirmt von dir. Wend' ab von ihm Gefahren; gib Pfles ger, treu bemüht, daß noch in fernern Jahren hier ton' des Enkels Lied. Kein Frevlender betrete das theure Heiligs thum; es wohn' an dieser Stätte nur deines Namens Nuhm. den dargebracht, veredle und erfreue des Christenglaubens Macht. Die hier vor dir bes schwören der Ehe heil'gen Bund, laß treu im Wandel ehren, was dir gelobt ihr Mund. 2. Gib hier stets treue Leh, rer, die rein dein Wort vers kündigen! Gib hier stets from me hörer, die reich des Glaus bens Früchte seh'n! Es geh', wer hieher komme, gebessert weg von hier; der Glaubige und Fromme fühl' sich gestärkt in dir. Das zagende Gemüs the erheb' hier muthig sich; gerührt von deiner Güte such' hier der Sünder dich. 5. Erhör uns, Herr, so schauen als Himmelsvorhof wir dieß Haus; noch in der Gråber Grauen strömt es dann seinen Segen aus. Es nah' nun auch die Stunde, die uns von hinnen ruft: die hier erhaltne Kunde folgt uns selbst in die Gruft, daß einstens höh're Sonnen sich uns zumTempel weih'n, daß rein'res Preises Wonnen uns ewig dort erfreu'n. Einweihung zum Pres digtamt. Mel. Komm, heiliger Geist zc. 202.Det 3. Wen Sorg' und Mangel drücken, wer einsam unter Menschen steht, wer mit des Kommers Blicken umsonst nach Hülf und Hoffnung Außerordentliche Andachtsfeier. er du vom Hims mel Licht uns gibst, und alle Menschenseelen liebßt, fie alle Außerordentliche Andachtsfeier. 170 schufft zum ew'gen Leben, fie alle willst zu dir erheben, o segne, Vater, ihn, der heut' der Wahrheit heil'gem Dienst sich weiht! Auch er will Licht von dir verbreiten; auch zum Himmel Seelen leiten. Gib Weisheit ihm und Freus digkeit! uns für den Pilgerlauf; richt' unsern Blick zur Heimath auf! Die sich zum Himmelsdienste weihen, die laß sich deiner Kraft erfreuen, in Jesus Christ, zu deinem Ruhm. er Einführung eines Pres digers. 2. Gott, schwören will er, schwören dir, mit Muth und Mel. Von dir kommt jede gute zc. heiliger Begier der Wahrheit 204. Gib, Gott, dem um Spur stets nachzugehen, immer mehr des Lichts zu ses hen; ihr göttlich Wort zu lehs ren rein, und Thäter selbst des Worts zu seyn, um Alle, die sich ihm vertrauen, durch Lehr und Leben zu erbauen. Laß diesen Schwur ihm heilig seyn! Lehrer Glück und Kräfte zu seinem segensreichen Stand, ihm, den zum Heiligungsges schäfte du uns als Führer zus gesandt! Hilf du ihm selbst, daß seine Treu', o Gott, an uns gesegnet sey. 3. Einst wird ihn richten dein Gericht, ihn richten nach der großen Pflicht, die er ges lobt. Wir Alle hören ihn feis erlich dir Treue schwören. O wehe, weh' ihm, wenn er bricht, was er so heilig dir verspricht! Wohl aber ihm und ew'ger Segen, führt treu er Seelen dir entgegen! Dann, Gott, verklärt ihn einst dein Licht! 2. Laß dir auf allen seinen Wegen ihn, den du riefft, ems pfohlen seyn; beglücke, was er thut, mit Segen, der Auss saat Mühe mit Gedeih'n. Für unser Wohl schlag' ihm das Herz; Gram, den er fühlt, sey unser Schmerz. 3. Knüpf zwischen ihm und uns der Liebe und des Vers trauens festes Band; ihm reiche mit aufricht'gem Triebe der Achtung Jeder gern die Hand. Wer Gott und sein Mel. Komm, heiliger Geist 2c. Wort liebt und ehrt, der hält auch dessen Diener werth. 203. Komm, Geift des omm, Geist des Herrn, du Geist der Kraft, der Göttliches im Menschen schafft! Müh'n und Gefahren hat das Leben; und eitel ist der Sinnen Streben; o stårk 4. Einst laß uns dankvoll ihm begegnen, der Gottes Weg uns gehen hieß, ihn mit ents zückter Rührung segnen, daß er ihn uns so treulich wies. Er find' im höhern Vaterland Außerordentliche Andachtsfeier. 171 uns wieder, wie er hier uns den, wie in Freuden, seine fand. Lehre, uns zum Heil und dir zur Ehre. 5. Dann rufen, Herr, du wollst es geben! ihm einstens viele Seelen zu: Heil sey dir, denn du hast das Leben, die Seele mir gerettet, du! Gott, laß ihn dieses Glück erfreu'n, von Menschenseelen Netter seyn! 4. Wann einst dein großer zag erscheint, dann führe uns der ticue Freund dir, Vater, froh entgegen. Die Seelen sind ihm zugezählt; wenn des ren keine dort ihm fehlt, dann lohn' ihm Himmelssegen! Gott, wie werden wir uns Mel. Wie schön leucht't uns der ic. freuen mit dem Treuen, wann zum Lohne deine Hand ihm 205. Wohl uns! wohl reicht die Krone! uns, daß Gott uns liebt, uns immer treue Lehrer gibt, die uns zum Himmel führen; die aufgeklärt durch Wissenschaft, voll Tugendliebe, Geist und Kraft der Sünder Herzen rühren! Rühmet, preiset seine Treue! Wieder neue ward sie heute. Dank sey unsre heil'ge Freude! 2. Wir reichen segnend ihm die Hand, den Gott zum keh, rer uns gesandt; Heil ihm zu dem Geschäfte, uns treu zu bilden in der Zeit, zum Leben in der Ewigkeit, Herr, gib das zu ihm Kräfte! Lehr' ihn, hilf ihm thun und leiden, dulden, streiten, beten, wachen, selig sich und uns zu machen. 3. Laß deinen Geist stets auf ihm ruh'n; laß ihn sein Amt mit Freuden thun; nichts sey, das ihn betrübe! Gib für die Wahrheit, die er lehrt, ein Herz uns, das sie willig hört, ein Herz voll reiner Liebe. Ueben hilf uns dann im Leis Nach der Handlung. 5. So sey gesegnet, Knecht des Herrn! Nie sey dein Herz nun von uns fern; du kommst in Gottes Namen. Wir reis chen freudig dir die Hand; wir geh'n mit dir in's Vaterland du führst uns. Amen, Amen! Heilig bleib' uns diese Stuns de! Unserm Bunde treu zu les. ben, sen stets unser Aller Streben! ; Jubelfeier eines Pres digers. Mel. Gott, vor dessen Anges fichte zc. 206.2 uf, und dankt dem Herrn der Geister, daß er uns zu Geistern schuf! preist des Weltbau's Herrn und Meister: daß sein liebes voller Ruf, hoch empor in seis ner Welt, hat die Menschheit aufgestellt, in der Wahrheit Licht zu wandeln, und der Pflicht getreu zu handeln. Außerordentliche Andachtsfeier. 172 2. Preist ihn lauter! Ach verblendet hatte uns der Sins ne Wahn! Aber, Heil uns, Heil! gesendet ward nach seis ner Liebe Plan Gottes einges borner Sohn, daß er uns zum lichten Thron, zu des Allerbarmers Gnade, leitete auf mit dir. Sieh die andachts volle Menge bringt mit dir Gott Lobgesänge. In allgemeiner Noth. Mel. Auf meinen lieben Gott zc. ficherm Pfade. eius fam! Im Geist 207. Es güchtigt beine 3. verehret, ward forthin der ein'ge Gott; Jesus kam! o Menschen höret: Liebe war Sein Hauptgebot! Jesus kam! und aufgehellt ward die Nacht der Geisterwelt, und der Gs, Bendienst zersidret, und der Liebe Geist verklåret! 4. Uns auch, uns hat er bes glucket! Jesu seligmachend Wort- preis ihn seine Schaar entzucket!- spendet uns noch fort und fort hohe Gotteswiss senschaft, Ruh' des Herzens, Tugendkraft, frohen Muth in schweren Leiden, Hoffnung ew's ger Himmelsfreuden. 5. Dank dir, der zum gros Ben Werke, das du angefans gen hast, deinen treuen Dies nern Stärke, Muth verleihst zu jeder Last; daß du fromme Lehrer schon hier mit reichem Segenslohn, mit der Hoff nung mehr zu geben, still bes glückft im Erdenleben. 6. Auf denn, frommer Greis, und preise deinen Gott heut' froh gerührt, der dich auf des Lebens Reise, an ein seltnes Ziel geführt! Sich, wir Alle, Alle hier freuen innigst uns Hand, o Höchster, unser Land. Zu deinem Vaterherzen steigt auf, in Furcht und Schmers zen, das heiße Fleh'n der Ar men; vernimm es mit Erbars men! 2. Du siehst des Landes Noth; sie kam auf dein Gebot. Du kannst mit starken Händen sie lindern, kannst sie enden. Ein Wort aus deinem Munde verändert Zeit und Stunde. 3. Verkürze, guter Gott, die Dauer unsrer Noth; uns, die jetzt angstvoll flehen, laß Trost und Rettung sehen! Verwandeln kannst du Leiden in neue Lebensfreuden. 4. Doch wenn, o Herr der Welt, es dir noch nicht ges fällt, die Trübsal zu entfers nen: so stark uns, daß wir lernen, mit ehrfurchtsvollem Schweigen vor dir uns kindlich beugen. 5. Herr, deine Züchtigung leit' uns zur Besserung! Laß fie die Sichern schrecken, die Schläfrigen erwecken, und Redlichfromme stärken, auf dein Gebot zu merken. 6. Wenn unser Herz dich Außerordentliche Andachtsfeier. liebt, so wird, was uns bes trübt, uns doch zum Heil ges deihen, und uns zuletzt ers freuen; es wird uns deine Gnade ein Licht auf dunkelm Pfade. 7. So stärke denn das Herz, daß auch im größten Schmerz es nie an Muth ihm fehle. Osprich zu unsrer Seele: Getrost, dich soll kein Leiden von meiner Liebe scheiden. 8. Schließt einst sich unser Lauf: dann klärt sich alles auf; dann trocknet Gott die Thränen, und stillt des Froms men Sehnen; dann finden uns fre Herzen nur Wonne nach den Schmerzen. 173 uns nicht, o Herr, von deinem Angesicht. 5. D'rum kommen wir, Herr, unser Gott, und rufen zu dir in der Noth. Ach, deine Vas teraugen seh'n, wie hulflos wir, Herr, zu dir fleh'n. 6. Nur du bist unsre Zus versicht! Vergilt nach unfree Schuld uns nicht! Um Christi willen steh uns bei, mach' uns von aller Plage frei! 7. Dann danken und lobs singen wir mit freudenvollem Herzen dir; gehorsam deinem theuren Wort, Herr, preisen wir dich hier und dort. Krieg. Eigne Melodie. 260. Verleih uns Fries Gott zu unfern Zeiten; es ist doch ja kein Andrer nicht, der für uns kodunte streiten, denn du, unser Gott, alleine. Gott, gib Fried' in unserm Lande, Glück und Heil zu allem Stande! D. M. Luther. Mel. Wenn wir in höchsten Nd 2c. 208. Seh'n wir nur den gnädiglich, Herr Trübsal um uns her, und wiss sen keinen Ausgang mehr, und finden weder Schutz noch Rath, ob wir auch sorgen früh und spat; 2. Dann bleibt das unser Trost allein, daß wir uns deis ner Hülfe freu'n; wir flieh'n dir, Gott, du Mel. Wer nur den lieben zc. eing'ger Helfer in der Noth! 270. Gott, ein furchts 3. Wir heben unser Aug' und Herz zu dir hinauf in uns serm Schmerz und fleh'n dich um Begnadigung, um unsres Elends Linderung. bar Kriegeswetter, zieht über unser Haupt daher! Doch, bist du unser Schutz und Rets ter: so schreckt uns feines Feindes Heer, wie sehr es auch Gefahr und Noth den Völkern und den Ländern droht. de 4. Erbarmend, Vater, sagest du dem, der dir trauet, Gnade zu durch Jesum; du verwirfst 174 Außerordentliche Undachtsfeier. 2. Ach, gib in diesen bangen zu dir. Steh uns bei, Alls Tagen uns, Herr, den Sinn, liebender, Herr der Welt, auf dich zu seh'n, und da, wo Allmächtiger! Hör uns, rett' Andre trostlos zagen, mitzuvers uns aus der Noth! Hilf, denn ficht zu dir zu fleh'n; weil Men allenthalben droht Raub, Vers schenhülfe wenig nüßt, wenn wüstung, Elend, Tod. deine Macht uns nicht beschützt. 3. Nicht blinder Zufall herrscht auf Erden; du bist es, der die Welt regiert. Laß jetzt die Menschen inne wers den, daß deine Hand den Scepter führt; daß über sie dein Auge wacht, und dein die Weisheit ist und Macht. 2. Ach, des Krieges Flams men glüh'n! Ordnung, Ruh' und Segen flieh'n. Keine Hülfe sehen wir, keine Hülfe, als bei dir. Denk an uns in Gnad' und Huld, nicht an uns srer Sünden Schuld; gib uns Hoffnung und Geduld. 3. Du, der zu dem Meere spricht: Bis hieher, und weis ter nicht! sprich, o Höchster, nur ein Wort, und die Schres den fliehen fort; Fried' und Ordnung, Glück und Ruh' eis len uns von Neuem zu. Unsre Zuflucht, Herr, bist du! 4. Gibst du Frieden, dann, o dann beten wir dich freudig an; Unschuld, Fleiß und Reds lichkeit preisen dich in Sichers heit. Aber jetzt noch seufzen wir, jetzt noch fleh'n wir angsts voll hier um Erbarmen, Gott, zu dir! 4. Dir werfen wir uns in die Arme, und flehen um Barmherzigkeit! Sey unser Vater, und erbarme dich über uns zur bösen Zeit! Beschüßze gnådig Stadt und Land vor Blutvergießen und vor Brand. 5. Doch findet dein allweis ser Wille noch hårtre Prüfun gen für gut: so fassen wir in frommer Stille, voll Zuver sicht und Glauben, Muth. Du bist gewiß zu rechter Zeit zu retten uns, o Herr, bereit. 6. Dann werden wir ges rührt dich preisen, wann du uns wieder wohlgethan, dich, Gott, den Gütigen und Weis sen; d'rum beten wir dich hofs Siegesfeier. Mel. Herr Gott, dich loben fend an! Ja, du bist unsre 272. Dich, Gott, dich wir 2c. Zuversicht! Wer dir traut, den verläßt du nicht. preisen wir; Dank, Vater, Dank sey dir! Du führst die Sonnen ihre Bahn, dich fleht das Kind des Staubes an. Mel. Singen wir aus Herzens: grund zc. 271.Um Erbarmen fles Hüllst du auch deinen Pfad in ben wir, um Erbarmen, Gott, Nacht: o so verherrlicht deine Außerordentliche Andachtsfeier. Macht doch segnend einst in Liebe sich; und frohe Herzen suchen dich. Was sich auch hebt, was fällt: du bist der Herr der Welt! Wie du es warst bis heut', bleibst du's in Ewigkeit. 175 dem jede Macht sich beugt, vor dem das kühnste Drohen schweigt. Zu dir schaut in des Sieges Lauf anbetend auch der Krieger auf; und auch im grausen Schlachtgewühl ehrt dich und sich das Pflichtges fühl. 2. Auch, wo auf blutger Schlachten Feld der Tod die grause Erndte hålt; wo zwis schen Brüdern furchtbar'n Streit, ach, selbst die heil'ge Pflicht gebeut: auch da, Herr, waltet deine Macht, du lenkest jeden Sturm der Schlacht. Ob stolz die Kraft, ob kühn der Muth viel angestaunte Thaten thut: das Ziel von jes dem Volkerkrieger ruht in deiner Hand, der Sieg! Heil unsers Reiches Heere! Heil! Ihm ward der Sieg, der Sieg zu Theil! Friedensfeier. 3. D'rum bringen wir im Festgesang dir, Gott der Sies Feigefasern Dank. Miſcht 273. Bringt Ehre Gott, Mel. Du, Gott, bist über alles zc. bringt Ehr ihm her, und Jus bel und Gesang; ihm, machs tig, gnädig, mild ist er! der Wonne lauten Dank! gleich zur Freude sich auch Schmerz, doch preist dich danks bar unser Herz! Ging über Leichen auch der Pfad, auf dem des Friedens Hoffnung naht; sieht auch der Blick, von Thränen schwer, der Traus renden viel um sich her; ist auch bei solchem Dankgefühl die Menschheit ferne noch vom Ziel: doch bringen wir im Festgesang, Allmächtiger, dir unsern Dank. 2. Das Land ist frei, bas Land ist frei von jedem Grâu'! des Kriegs, von der bedroh ten Sclaverei, vom Jammer selbst des Siegs! 3. Der Friede kehrt von Gott zurück; der Freude Ruf voran; mit ihm der Völker Lust und Glück. Das hat der Herr gethan! 4. Denn jetzt auch hast du dich verklärt, weil fromm dich unser Glaube ehrt. Du bist's, 4. Der Herr hat sich zu uns 5. Aus tausend Wunden seufzt der Schmerz: Erbars me dich, o Vaterherz! Ach, trösste du, des Trostes Gott, die trauern um der Lieben Tod! Du, der uns oft gehol fen hat, Allmächtiger, zu Rath und That hilf auch forthin; laß Segen blüh'n, wo jetzt die Donnerwolken zieh'n. Ach, ende, Herr, des Krieges Noth; gib Frieden, du, des Friedens Gott! Außerordentliche Andachtsfeier. 176 geneigt, hat Frieden uns ges währt; es ruht der Sturm; der Donner schweigt; zur Pflugschaar wird das Schwert. 5. Mit Feierkleidern anges 274. Gott, unfer fros Mel. Allein Gott in der Höh sey Ehr' zc. than, bringt Ruhm und Preis ihm her! Kniet hin vor ihm und betet an! Wo ist ein Gott, wie er? her Lobgesang erschallet dir zum Preise! Vernimm ges rührter Herzen Dank, daß du nach Vaterweise dich haft ers barmt und Hülf gesandt, und Schwert und Feuer abges wandt, die uns verderben wollten. 6. Wie er ein Vater, der so reich an Huld und Mitleid ist? Jauchzt; er erbarmt sich über euch! Fließt, Freuden, thrånen, fließt! 7. Des Säuglings Wims mern drang vor ihn; der Mutter Angstgeschrei; und, feht, des Krieges Wetter flieh'n; sie flieh'n, und wir sind frei. 8. Der Greis, verjüngt, wie schwach er war, eilt hin, zum Dank entbrannt, mit seinen Kindern zum Altar, den Säugs ling an der Hand. 9. Und dankt, daß du die Menschen liebst, und Fröhs lichkeit für Schmerz, und friedliche Gedanken gibst den Fürsten in das Herz. 10. Und find die Völker nun versöhnt, so werd' auch, wo ein Feind noch einen Bruder haßt und höhnt, sein Herz mit ihm vereint. 11. Weil nun des Krieges Stürme ruh'n, laß uns aus Dankbarkeit mit Eifer, Gott, und freudig thun, was dein Gesetz gebeut! 12. So viel hast du an uns gethan, o Allgewaltiger! Dich bete froh der Erdkreis an, dich preis er, Gütiger! 2. Wie manche Stadt, wie manches Land ward, ehe du gewehret, von der zum Streit erhobnen Hand geängstigt und verheeret! Nur du hast grds Berm Leid gewehrt, du hast Gebet und Fleh'n erhört, auch unsre Noth geendet. 3. Wo Furcht und Angst die Herzen brach, wo Mordges wehre schreckten, wo Zucht und Ordnung niederlag, das Feld Erschlagne deckten: da kehrt zurück die goldne Zeit, Erholung, Ruhe, Sicherheit und deines Segens Fülle. 4. Der Landmann sammelt ungestört in ausgeleerte Scheus ern, was, Gott, ihm deine Hand beschert, froh deine Huld zu feiern. Und schwes sterlich vereinen sich Güt' und Gerechtigkeit, durch dich der Länder Glück zu bauen. 5. Gott, der das Glück der. Menschen liebt, schützt und erfreut ihr Leben, du bist's, der Sieg und Frieden gibt, und Außerordentliche Andachtsfeier. und ihn auch uns gegeben. Nur dir gebühret unser Dank, nur dich preist unser Lobges fang, der du so gern erfreuest. 6. Wehr' ferner nun, nach deiner Treu', wehr mächtig allen Kriegen, daß uns der Friede lang erfreu'; laß Men schenliebe fiegen! Beschüßze du mit starker Hand des Königs Thron und Stadt und Land, und jedes Standes Wohls fahrt. 7. Wir trau'n auf dich, nur wollst du auch uns wahre Weisheit lehren, daß wir des Friedens rechten Brauch in Mißbrauch nicht verkehren, und nicht durch Stolz und Ueppigkeit, durch Leichtsinn, Ungerechtigkeit uns eigne Noth bereiten. 8. Erhebt, erhebt Gott immerdar, den Geber aller Gü ter! Er ist und bleibet, wie er war, der Menschen Freund und Hüter. Gleich herrlich, so von Rath als That, hilft er, wie er geholfen hat. Ihm sen allein die Ehre! 177 lobt, gelobt fey Gott, der Welt. beherrscher, Gott; der Welts beglücker, Gott; der Friedens geber, Gott! 2. Wer ist an Majestät dir gleich; an Güte und an Macht so reich? Du sprichst ein Wort: das Weltall schweigt; du sprichst ein Wort: der Ens gel neigt sich tief anbetend vor dir, Gott, und ehret schweis gend dein Gebot. Du siehst, daß Völker sich entzwei'n, mit Schwert und Waffen sich bes drau'n; die Waffen sinken, und der Streit wird still, wird Ruh' und Einigkeit, 3. So bald dein Wille, Herr, gebeut, und aller Krieger Macht zerstreut. Wie schreckend, wie verheerend war emporter Vdl, ker Zwist! Gefahr und Angst und Noth und Tod umgab uns drohend; offen stand das Grab, und unsre Brüder sans ken hin; bei Schaaren in das Grab dahin; und Schmerz, der Mutterherzen brach, und Thränen floßen ihnen nach. 4. Gott, furchtbar war der Völker Zwift. Dank dir, All Mel. HerrGott, dich loben wir zc. gütiger! Er ist durch dich, der Erd' und Himmel trägt, 275. 3u bir, Unendlis geschlichtet und nun beigelegt. cher! zu dir, Allgütiger! der Völkern still zu seyn gebot, und Frieden sandte, zu dir, Gott, steigt unser Jubelton empor; zu unsrer höhern Brüder Chor singt unser Herz, entflammt von Dank, den laus ten hohen Lobgesang: Ges gethan. Das Schwert, das Bruders blut vergoß, ist weggelegt. Aus deinem Schoos sirdmt uns des Friedens sanfte Ruh' und Ueberfluß und Segen zu. Hier liegen wir und beten an dich, Gott, der dieß an uns 12 178 Außerordentliche Andachtsfeier. 5. Laß ihn, laß ihn beståns und nicht mit Härte sprechen: dig seyn den Frieden, deß geht hin, euch helfe Gott! wir uns jetzt freu'n; in seis nem Schoose laß uns nun, und spät noch unsre Nach welt ruh'n! O segne, Gott, das Vaterland, beglück und segne jeden Stand! So lang du uns noch wallen heißt im Pilgerthal, laß deinen Geist, den treuen Führer, m- uns seyn! Dann führ' zur ew'gen Rub' uns ein! Amen! 4. Laß Fleiß und gute Thas ten zu Aller Wohl gedeih'n. Die Früchte laß gerathen, uns wieder zu erfreu'n. Mit mils der Vaterhand gib Wärme, Thau und Regen: dann kehs ret reicher Segen zurück in unser Land. 5. Erhör' uns, Vater, krds ne das Jahr mit deinem Gut; und unser Herz gewöh ne ju stillgelaffnem Muth. Lehr' es, sich deiner freu'n, zu dir Vertrauen haben, und Theurung. Mel. Von Gott will ich nicht deine Segensgaben durch Mißs brauch nie entweih'n. 270.Du bester Troft der Armen, du Herr der gans zen Welt! du Vater voll Er. barmen, der selbst den Wurm erhält! o fich auf unsre Noth! Laß deine Hülf ers scheinen! Wir trauern, Gott, und weinen, die Armuth seufzt nach Brod! 6. Allgütiger, wir hoffen auf dich und deine Freu'. Oft hat uns Noth getroffen; doch standest du uns bei. Du hilft, du rettest gern; so sey denn unser Leben dir voll Vers Gott und Herrn! trau'n ergeben, dir, unserm Mel. Ich halt' an meinem Gott ze. 2. wens de der Zeiten schweren lauf; 277. Du haft, o gnas thu' deine Baterhånde, uns zu versorgen, auf. Uns hels fen ist dir leicht; du kannst dem Mangel wehren, in lles berfluß ihn kehren, wann's uns unmöglich däucht. denreicher Gott! in Theurung uns ernähret, im Elend und in Hungersnoth Errettung uns gewähret; und nun hat deine Segenshand von uns und unserm Vaterland den Mans gel abgewendet. 3. Den Reichen gib Erbars men, Gefühl für Andrer Schmerz, und, zu erfreu'n die Armen, ein mitleidsvolles Herz; damit sie gern ihr Brod hülflosen Brüdern brechen, 2. Dich jammerte, Herr, unser Leid, das Angstgeschrei der Armen; du, Vater der Barmherzigkeit, sahst auf sie voll Erbarmen! Groß war Außerordentliche Andachtsfeier. 179 die Noth; groß unsre Schuld; wir, die Hände ringend, Herr, doch größer noch war deine zu dir: du wollest dich erbars Huld, und deine Macht und Weisheit. men! 3. Auf, laßt uns unserm Helfer Dank und Preis und Ehre geben; laßt mit vereins tem Lobgesang uns Gottes Huld erheben! Der Herr ers füllt, was er verspricht: So lang die Erde steht, soll's nicht an Saat und Erndte fehlen. 4. Wie schrecklich lehrte Hungersnoth uns unser Nichts erkennen! O laß uns dich allein, o Gott, stets unsern Retter nennen! Lehr uns in Allem auf dich schau'n, dich kindlich fürchten, dir vertrau'n und deine Gaben schätzen. 5. Verleih', daß wir im Ueberfluß uns nie mit Stolz erheben; stets måßig bleiben im Genuß, der Wollust widers streben; daß wir mit dem, was deine Hand so liebevoll uns zugewandt, auch Arme gern erfreuen! Bei ansteckenden 2. Der Seuche Gift vers breitet sich weit um uns her; erbarme dich; laß uns nicht plötzlich sterben! Sieh, wir bes weinen unsre Schuld! Vers gib, vergib uns, Gott der Huld, und laß uns nicht vers derben! Auge nicht bewacht, nicht, Gott, uns rettet deine Macht; wer wacht, wer hilft uns Armen? In unserm Jammer flehen 3. Kein Reichthum schützt, fein Stand, kein Ort, hier jammern Wittwen, Eltern dort, und da verwaiste Kins der. Der Seuche Todeshauch erreicht auch den, der angsts lich vor ihr fleucht, den Froms men, wie den Sünder. 4. Auch Kunst und Vors sicht retten nicht; wir haben feine Zuversicht, als nur zu deiner Güte. O hilf uns, hilf uns in der Noth! Allmächti ger, gebeut dem Tod, daß er nicht länger würhe! Krankheiten und Seuchen. 5. Sey mit den Sterbens den, daß sie dein Antlitz schau'n, und Alle, die noch leben, die bewahre! Still' Aller Stums mer, Angst und Schmerz, daß bald ein jedes bange Herz, wie gern du hilfft, erfahre!" 6. Das ganze Volk frohs dir dann, und dich, Mel. Kommt her zu mir, spricht zc. 278. Wenn uns dein Erretter, an, und preiſet beis ne Gnade. Mit neuem Leben wandeln wir, mit Muth und Treue, Gott, zu dir, auf deis nem sichern Pfade. 12* Außerordentliche Undachtsfeier. 180 Mel. An Wafferflüffen Babys Ion's 2c. 279.Es 8 soll, Herr, uns fer Lobgesang jetzt deinen Ruhm befingen, des ganzen Volkes lauter Dank dir Preis und Ehre bringen. Du warst mit uns in großer Noth, wir sas hen überall den Tod, den Uns tergang uns drohen. Nun wüthet böser Seuchen Heer in unserm Vaterland nicht mehr, sie sind vor dir entflohen. 2. Wir sahen dort und sa hen hier so viele Brüder sters ben, und allenthalben waren wir umfangen vom Verders ben. Da war kein Schonen; stundlich war mit Schrecken näher die Gefahr, fast alle Kunst vergebens. Der Tod wich vor ihr nicht zurück; ach, es schien jeder Augenblick der letzte unsers Lebens. 3. Zu dir, du Menschen, vater, schrie'n der Deinen bans ge Herzen. Du hörtest uns, die Seuchen flieh'n, du heilest unsre Schmerzen. Odu Ers barmer voll Geduld, nach uns rer Uebertretung Schuld hast du uns nicht gelohnet. Ges züchtigt, o wir preisen dich, gezüchtigt hast du väterlich, und väterlich geschonet. 4. Wir wollen, der du uns befreist, o Gott, dich ewig loben. Sen ewig, Vater, Sohn und Geist, von deinem Volk erhoben! Es bete dich, Erretter, an; es jauchze, wer nur danken kann, und diene deinem Namen, und rühme: Gott ist unser Gott! Frohs lockt; er hilft uns in der Noth, frohlockt ihm, Amen, Amen! Dritte Abtheilung. Gesänge über die gesammte Glaubens- und Pflichtenlehre. 1) Christliche Glaubenslehre. Gott. Gottes Daseyn und und doch offenbar in seiner Wesen. Werke Wundern. Mel. Allein Gott in der Höh' sey Ehr' zc. 4. Wir waren nicht, wenn seine Kraft uns nicht gebildet 280. Derherrift Gott, hätte! Nur er erhält, was er erschafft, der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weisheit und Verstand, bei ihm ist Stårke; seine Hand umspans net Erd' und Himmel. 5. Ist er nicht nah'? Ift er nicht fern? Weiß er nicht Aller Wege? Wo ist die Nacht, die vor dem Herrn ein Herz verbergen möge? Die Finsterniß ist vor ihm Licht; Gedanken selbst entflieh'n ihm nicht, noch ehe sie ents stehen. und keiner mehr, frohlockt ihm, alle Frommen! Wer ist ihm gleich? Wer ist wie er, so herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß; sein Nam' ist groß; er ist unendlich, grens genlos in seinem ganzen Wes sen. 181 2. Er ist und bleibet, wie er ist; wer strebet nicht vers gebens, ihn auszusprechen? Wer ermißt die Dauer seines Lebens? Wir Menschen sind von gestern her; eh' noch die Erde war, war er, noch eher als der Himmel. 3. Um seinen Thron her strömt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet. Ihn fassen alle Himmel nicht, die feine Kraft erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, verborgen 6. Wer schüßt die Welten ohne dich, o Herr, vor ihrem Falle? Und wessen Arme breis ten sich beschüßend über Alle? Du bist es, Gott der Macht und Huld, barmherzig, gnås dig, voll Geduld, du, unser Herr und Vater. 182 7. Unsträflich bist du, heis lig, gut, und reiner als die Sonne. Wohl dem, der deis nen Willen thut; denn du vergiltst mit Wonne! Du hast Unsterblichkeit allein, bist ses lig, wirst es ewig seyn; hast Freuden, Gott, die Fülle. 8. Dir nur gebühret Lob und Dank, Anbetung, Preis und Ehre. Kommt, werdet Gottes Lobgesang, ihr alle seine Heere! Der Herr ist Gott, und keiner mehr! Wer ist ihm gleich? Wer ist wie er, so herrlich, so vollkoms men? Gott. Eigne Melodie. 281. Ca 8 ist ein Gott! Verstumme, Schmerz! flieht, zweifelnde Gedanken! Laß, Bater, o laß nie mein Herz in seinem Glauben wanken! Du bist, du bist, ich seh' dich ja in allen deinen Werken da; du schaffst und du regierest! 2. Da stehet deiner All, macht Bild! Wie funkeln deis ne Sterne! Wie leuchtet mir so sanft, so mild dein Mond aus tiefer Ferne! Jetzt flieht vor größerm Glanz die Nacht; die Sonn' entsteigt in ihrer Pracht dem Schoos der Mors genrothe. 3. Wer hieß sie werden? zog sie an mit diesem Strahs lenkleide? Wer führte sie durch ihre Bahn Jahrtausende, wie beute? Wer bat mit seiner starken Hand das Zelt so herrs lich ausgespannt, hoch über tausend Welten? 4. Wer schmücket Hügel, Feld und Au' mit wunders voller Güte? Weß ist der Regen? weß der Thau? wer tránket Saat und Blüthe? Wer donnert von der Alls macht Siß? Wer ruft dem Sturme, ruft dem Blitz? Wer wälzt des Meeres Wogen? 5. Wo ist der Anfang seis ner Kraft? Wo wird sein Wirken enden? Er, der seit Ewigkeiten schafft, schafft noch mit Vaterhånden. In taus send Stimmen tont und hallt aus Höh' und Thal, von Berg und Wald des Schöpfers Lobs lied wieder. 6. Und konnte, Gott, und könnte mir die ganze Welt entschwinden; ich würde den Beweis in mir von deinem Daseyn finden. Ich bin! Ich bin! und könnt' ich seyn, wär' ich, Allmächtiger, nicht dein, wärst du nicht, Gott, mein Vater? 7. Der mich aus seiner Quelle trånkt, mich speist von seinem Gute, deß Kraft in meiner Seele denkt, und wallt in meinem Blute, und fühlt und wirkt im Herz und Sinn, durch den ich ward, und deß ich bin, muß der nicht seyn und leben? 8. Ja, Gott, du bist! Vers stumme, Schmerz! flieht, zweifelnde Gedanken! Laß, Gott. 133 Bater, o las nie mein Herz aller Müh', dir Yob in ew'ger in seinem Glauben wanken! Wonne. Du bist, du bist, ich seh' dich ja in allen deinen Werken da; du schaffest, du regierest! Mel. Herr, du regierst, daß als les 2c. 283.3 Ich weiß, daß Gott Mel. Bis hieher warst du stets ist; er hat mich erschaffen! mit 2c. 282. Es lebt ein Gott, Gram mir Waffen, wenn dies se Welt kein Werk zu seiner Ehre, wenn er nicht ware? der Menschen liebt; wohin mein Auge blicket, ruft Alles laut: Gott lebt, Gott gibt, was unser Herz entzücket. 2. So ruft die dunkle Res gennacht, von keinem Stern erleuchtet; so ruft der Mond in seiner Pracht, der meinen Pfad erleuchtet. 3. Nicht nur wenn Frühs lingslüfte weh'n durch Laub und junge Blüthe; nicht nur wenn reife Saaten steh'n, seh' ich des Schöpfers Gute: 4. Ich seh' fie auch, wenn tiefer Schnee die starre Flur bedecket, und wenn der Dons ner in der Höh' die bangen Herzen schrecket. 5. Ich sehe fie bei stetem Glück in tausend, tausend Freus den; auch sieht sie mein bes thranter Blick in kurzen Ers denleiden. 6. Es lebt ein Gott, der Menschen liebt, so ruft, was ich erblicke, und wenn sich auch der Himmel trübt, es dient zu meinem Glücke. 7. Einst seh' ich ohne Thrås nen sie noch heifrer als die Sonne, und singe, frei von 2. Ich, ohne Vater auf der weiten Erde, ging' trofilos durch ein Leben voll Bes schwerde, wüßt' keine Heis math, schlich' am Pilgerstabe nur bang zum Grabe. 3. War' ich nicht elend, wär' ich nicht verloren? Ach beffer wär's, ich wäre nicht geboren, wenn ich, wo Taus schung herrscht und Trug der Lüste, von Gott nichts wüßte! 4. Im Menschen wohnte darum eine Seele, damit er fich mit bangen Zweifeln quas le? Er sehnte nach dem Heil des bessern Lebens sich nur vergebens? 5. Flieht, låsternde Gedans fen! Ihr entehret die Seele, deren Himmel ihr zersidret. Flieht! nur der unglücksel'ge Bahn der Thoren hat euch geboren. 6. Ich weiß, daß Gott ist, weiß, an wen ich glaube, weß Hauch mein Geist ist, wer den Leib vom Staube so kunstvoll schuf, mich trågt, mich unters stützet, mich täglich schüßet. Gott. 184 7. Ich weiß, auf welchen Grund mein Glück ich baue, wen ich verehre, wem ich kindlich traue. Stets will ich dankbar mich im Guten üben, ihn ewig lieben. 5. Dien' ihm mit allen Kraf ten; gehorch' ihm; sey bereit zu heiligen Geschäften, die dir sein Wort gebeut! So lerne deinen Werth in seinem Dienst empfinden; zerbrich das Joch der Sünden, das Joch, das dich entehrt. Mel. Ich lobe, Herr, und 284. Schwingt, heilige Seele, der väterlich dich liebt! Gedanken, euch von der Erde los! Gott, frei von allen Schranken, ist unaussprechlich groß. Kommt, Menschen, und lobsingt vor seinem Angesichte! Gott wohnt in einem Lichte, zu dem kein Auge dringt. Erfülle die Befehle, die er dir freundlich gibt, und ehr ihn durch Vertrau'n! Dann wirst du über Sternen iha näher kennen lernen, ihn ins mer größer schau'n. 2. Kein Sinn fann ihn ers Mel. Herzlich lieb hab' ich dich sc. reichen; kein Mensch, kein 285. Web dem, ter eh' Engel ist dem Höchsten zu vergleichen, den fein Gedanke mist. Macht euch von ihm kein Bild, der aller Welten Kreise zu seinem ew'gen Preise mit Herrlichkeit erfüllt. 3. Laß, Sonn', in hoher Ferne bein Anrlig schöner glüh'n; glänzt, Sonnen gleich, ihr Sterne: was send ihr ges gen ihn? Ihr seyd mit aller Pracht, womit der Herr euch schmucket, womit ihr uns ents fücket, nur Abglanz seiner Macht. 4. Preist, Menschen, euern Meister, wie ihn der Engel preist, den Vater aller Gei, ster, den allerhöchsten Geist! Auch du bist Gottes Hauch, o Seele, hoch erhoben; ein Geist, um ihn zu loben! Ers wåg's, und preis ihn auch! läugnet, daß du bist, Unends licher! Sein Leben ist ihm leer von reiner Freude. Sein wilder, lasterhafter Blick sehnt sich umsonst nach wahrem Glück, umsonst nach Trost im Leide. Die Lust zu guten Thaten flieht vor dem, der seinen Gott nicht sieht. Nie fühlet sich sein Herz erfreut von Wonne der Unsterblich feit. Gott, unser Gott! wie jammervoll, wie fürchterlich wird unser Leben ohne dich!" 2. Wenn du nicht bist, wer trägt und hält, und wer res gieret dann die Welt? Wer sorgt dann für mein Leben? Zu wem soll sich mein Lobs gesang, daß ich einst ward, zu wem mein Dank, daß ich noch bin, erheben? Berhängniß Gott. 185 oder Ungefähr war dann ew'ger Geist, mag mich ein mein Gott, und blind ist der! Thor verspotten! Laut will Vernunft und Freiheit was ich zeugen, daß du bist, und ren Sport, und schreckenvoll daß es schnöder Frevel ist, wär' einst mein Tod. Gott, dich fühlen und noch spotten. wahrer Gott! Wie grau'nvoll Mein Geist und Leib freut sich wird mir deine Welt, wenn in dir, Unsterblicher, weich' deine Macht sie nicht erhält. nicht von mir! Was sind die Leiden dieser Zeit dem, der sich seines Gottes freut? Dort im Gericht, wann Erd' und Himmel untergeh'n, wird, daß du bist, der Spotter seh'n. 3. Kann ohne dich ein Glück erfreu'n, für mich ein Gut auf Erden seyn, und kann ich's froh genießen? Was hilft mir Freiheit und Vers stand? ist's keine Wohlthat deiner Hand; was nutzt ein Mel. Wer mit dem reinen Sees gut Gewiffen? Biſt du nicht, 286. Wo find' ich Gott, lenblicke 2c. so erfreu'n sie nie; ein Traum bild, ein Gedicht sind sie! Die Erd' ist Finsterniß; kein Licht strahlt her von deinem Angesicht. Kein Schutz ist da. Auf Tugend wartet dort kein Lohn, und hier trifft sie oft Schmach und Hohn. den meine Seele weit über Alles schätzt und liebt? Gott, den ich mir zum Freunde wähle, und der allein mir Freude gibt? Wann kommt die Zeit, wo er, mein Freund, sich inniger mit mir vereint? 4. Ach wußt' ich keinen Gott, wohin wollt ich vor meinen Feinden flieh'n? Wem klagt ich ihr Verbrechen? Des Frommen Thränen, seinen Tod, wer achtet ihrer, wenn kein Gott sich aufmacht, ihn zu rächen? Vor Schmach und Ungerechtigkeit gåb' nur das Grab mir Sicherheit. Mit meinem Hauch wär' mein Ges bet alsdann wie leichter Staub verweht, und er, mein Feind, der troßig keinen Rächer glaubt, erhobe höhnend dann sein Haupt. 5. Nein, eh' ich zweifle, daß du seysi, unwandelbarer, 2. Ich seh' ihn nur in eis nem Spiegel; ich ber' ihn hier in Schwachheit an. Ach, hats. te meine Seele Flügel, sich dir, mein Schöpfer, mehr zu nah'n! Wie würde sie sich deiner freu'n! wie selig, wie verherrlicht seyn! 3. Dürft' ich am Fuße deis nes Thrones mit allen Ens gein dich erhöh'n; könnt ich zur Seite deines Sohnes, wie die Vollendeten dich seh'n! ich, der ich hier kaum stams mein kann, welch hohes Lob. lied stimme ich an! 4. Doch, Gott, auch hier will ich dich preisen, seh' ich Gott. 186 dich gleich nicht wie du bist; denn deine Wunder, Herr, beweisen, wie unaussprechlich groß du bist. Wie glänzen fie! doch zeigt ihr Glanz mir deine Herrlichkeit nicht ganz. 5. Zwar sprichst du, wie mit einem Kinde, in deinem Worte hier mit mir; wie gut, wie zärtlich! Nur die Sünde verdunkelt oft dieß Licht von dir. Was kann ich wissen, wenn dein Geist nicht selbst von dir mich unterweist? Mel. Wach' auf, mein Herz, und 6. Doch, wenn in meinen 287.3u bir erhebt mein 2c. mein blo Finsternissen er auch des Alug' erhellt; was lern' ich, Gott, von dir? Mein Wiffen bleibt doch nur Stück werk in der Welt. Auch nehm' ich allzuoft nur Wahn und Vorurtheil für Wahrheit an. Glaube mich, Gott, vom nies dern Staube. Wohl mir, ich kann dich finden, dein Daseyn froh empfinden! 7. Doch hört ich nur auf deine Stimme in deinem Wors te! Hort' ich nur mit froms mem Herzen auf die Stimme der dir lobsingenden Natur! Dann würd' ich inniger mich dein und deiner Herrlichkeit erfreu'n. deine Weisheit wohn' in mir, daß ich von allem Irrthum frei, vor jedem Blendwerk sicher sey. 9. O treuer Vater, ich ems pfinde mein Elend! Zich mich ganz zu dir! Entkräfte selbst bie Macht der Sünde, und 10. Gib, daß der Strahl von deiner Wahrheit mein Leben leite, bis ich dort dich näher seh' in größrer Kiars heit, als hier an diesem Pris fungsort. Ich, der ich hier faum stammeln kann, erhebe würdiger dich dann. 2. Wer wollt es, daß die Erde, daß ihre Sonne werde? Wer rief dem Sternenheere? schuf Wolken, Ström' und Meere? 3. Wer hieß zu Luftgefilden sich Au' und Hügel bilden? hieß all' die Millionen Luft, Erd' und Meer bewohnen? 4. Und wer hat mir das Les ben, mir diesen Leib gegeben, mir diesen Geist geschenket, der fühlt, erkennt und den. fet? 8. Wie brünstig würd' ich dann dich lieben! Mit welchem Eifer würd' ich mich dir, Vas ter, zu gefallen üben! Wie selig wär' ich dann durch dich! 5. Wer gab mir das Ges Nun aber täuscht oft meinen Geist ein Glück, das nur von außen gleißt. wissen, mich in den Finsters nissen des Lebens früh zu lehs ren, die Tugend zu vereh, ren? 6. Wer mir zu Erdenleiden die Hoffnung neuer Freuden, und Sinn und Kraft zum Stres Gott. 187 ben nach einem höhern Les Mel. Vor dir ist alles offenbar ic. ben? 7. Nur du, den Gott ich 289. Wer ist bir gleich, nenne! Wohl mir, daß ich dich kenne! Laß mich dir stets vertrauen, dich immer näher schauen! du Einziger? Wer thut, Gott, deine Werke? Wen nennen alle Himmel Herr? Wen Gott der Macht und Stärke? Du warst, und deiner Allmacht Ruf hieß Erd' und Himmel werden. Bekennt es, Einheit. Mel. Bis hieher warst du stets 2c. dlfer, die er schuf: im Hims mel und auf Erden ist keiner 288. Nur Einer, nur der ſeines Gleichen! Herr ist Gott im Himmel und auf Erden. Nur sein allmäch tiges Gebot hieß Erd' und Himmel werden. 2. Was er erschuf, das kann allein durch seine Kraft bestehen. Will er, die Welt soll nicht mehr seyn, schnell muß die Welt vergehen. 3. Sein ist Gewalt und Majestät. Nur er ist Welt, regierer; der Sterne, die er ausgesa't, und unsers Lebens Führer. 4. Groß ist sein Name; mit der That kann er's der Welt beweisen. Herr, groß an Huld, an Macht und Rath, wer solls te dich nicht preifen? 5. Dich preist entzückt der Himmel Heer; es kennt nicht deines Gleichen. Nur du bist Gott, sonst keiner mehr; sollt' ich von dir je weichen? 6. Mein ganzes Leben weih' ich dir mit kindlichem Ver trauen. Im Lichtreich werd' ich mee als hier, von dir, Erhabner, schauen. 2. Der Sonnen unzählbas res Heer, und die sie hoch umschweben, die Welten all', und Luft und Meer, und die in ihnen leben; wie preiset ihre Harmonie dich, o du Geist der Geister! mit wels cher Eintracht rufen fie: Der Schöpfung Herr und Meis ster ist Einer, Gott, der Höchs ste. 1 3. Sinkt in den Staub hin, betet an! Lobfingt! Gott ist der Höchste, der Allgewaltige! Wer kann ihm gleich seyn? Wer der Nächsie? Er selber spricht: Ich bin der Herr! ich bin, ich war, ich werde seyn, der ich bin; kein Andes rer, im Himmel, auf der Ers de, hat meinen Ruhm und Namen. 4. Und du bist's, den als Gott allein anbetend ich vers ehre! Und ewig soll's kein Ans drer seyn, von dem ich Heil begehre! Vom Staube blick ich jetzt zu dir, mein Gott, auf den ich traue; mehr zeigst du Gott. 188 deine Größe mir, wann ich dein Antlitz schaue, wo Engel dich anbeten. ewig lieben; mein Name ward in deine Hand zu meinem Heil geschrieben. 5. Was zaget denn mein Herz in mir? Was flag' ich angstlich, daß ich hier kein dauernd Gut genieße; und daß voll Müh' und Unbestand dieß Leben mir verfließe? 6. Was flag' ich? Liebest bu mich doch mit aller deiner Liebe noch, und willst mich 7. Ja, ich bin Gottes, Gott ist mein, und ewig, ewig wird er's seyn; von ihm kann nichts mich scheiden. Die Welt vers geht mit ihrer Lust; nicht Gott und seine Freuden. Ewigkeit und Unver, ånderlichkeit. Mel. In dich hab' ich gehoffet, zc. 200. Gott, wie du bist, du noch du Mel. Es ist ein Gott! Vers von deinem Thron Geschöpfe, 201. Unendlicher, den die nicht waren, in's Leben riefft, um deine Macht und Gute zu erfahren. 2. Du wirst auch bleiben, wie du bist, wann dieser Erds freis nicht mehr ist, in jenen Ewigkeiten; wo du uns kronst, uns, die wir hier um deinen Himmel streiten. keine Zeit umschließt mit ihs ren Schranken! Denk ich mir deine Ewigkeit, so schwinden die Gedanken. Ich finne nach bewundrungsvoll, und weiß nicht, wie ich's faffen soll: du bist und bleibest ewig! 3. Du nur bist unveráns derlich; mit dir wird deine Wahrheit sich unwandelbar ers halten, wann alle Welten, die du schufft, wie ein Gewand veralten. 4. Ob Felfen weichen, Bers ge hin in's Meer sich stürzen; Sonnen flieh'n, und bang der Erdkreis zittert; bleibt deiner Liebe Bund mit mir doch ewig unerschüttert. 2. Noch ward von keiner Sonne Licht durch unsre Welt verbreitet; die Himmel jauchzs ten dir noch nicht, durch deine Macht bereitet; noch war kein Land, noch floß kein Meer an hoher Berge Gründen her; du aber warst schon ewig. 3. Von Ewigkeit her sahest du die Welten all' entstehen, und maßest ihnen Zeiten zu, und Kreise, die sie gehen. Vom Engel bis zum Wurm herab wogst Jedem du sein Schicksal ab, daß er sein Ziel erreiche. 4. Kein Zeiten Wechsel ist vor dir, kein Anfang und kein Ende. Kaum Augenblicke les ben wir, wir Werke deiner Hände. Nie nehmen deine Jahre zu; in alle Ewigkeit Gott. 189 wirst du derselbe seyn und bleiben. Mel. Es ist ein Gott! Vers stumme zc. 5. Ja, du bist ewig, du 202. Wer gleicht bir, stirbst nie, bleibst ewig meiner Seele der Fels, den sterbend ich für sie zur sichern Zuflucht wähle; denn deine Guad' und Wahrheit ist so ewig, als du selber bist. Wohl mir, daß ich dir trane! 6. Mit Ruhe kann ich einst den Geist dir, Vater, überge, ben. Dein Wort, das Wahrs heit ist, verheißt ihm ein un endlich Leben. Der Leib selbst ruht nur kurze Zeit; am Ernds, tetag der Ewigkeit wirst du ihn auferwecken. 7. Ob Alles um mich her vergeht, werd' ich doch nicht vergehen; vor deinem Thron, der ewig steht, werd' ewig ich bestehen. Du gibst an allem deinem Heil, Gott, deinen Auserwählten Theil; auch mir, auch mir mit ihnen! 8. Einst fallen Erd' und Himmel hin an deinem Welts gerichte; dann dank' ich's dir, daß ich noch bin, und wohn' in deinem Lichte. Dann werd' ich ewig, ewig seyn, mich ewig deiner Gnade freu'n, und dich ohn' Ende preisen. 9. Der seligen Unsterblichs feit, die du mir dort wirst schenken, lehr' mich in dieser kurzen Zeit, o Gott, mit Ernst gedenken! Sie sey mein Trost, mein höchstes Gut; sie stärke mich mit Kraft und Muth, ges recht vor dir zu leben! Gott? Undenkbar ist die Zahl von deinen Jahren. Du warst, o Schöpfer, was du bist, eh' alle Sonnen waren. Schon eh' dein Arm die Welten trug, warst du dir immer selbst ges nug, und keiner Welt bedürfs tig! 2. Ja, Höchster, tausend Jahre sind dir weniger als Stunden; dir, wie der Tros pfe schnell zerrinnt, begonnen und verschwunden; sie, långst entfloh'n, sind immerdar mit Allem, was da ist und war, dir, Schöpfer, gegenwärtig. 3. Was bin ich, Gott, vor dir? Ich Staub, ich schnell verblühte Blume; ich, ach, wie bald des Grabes Raub, mit Glück und Lust und Ruhe me? Wie ein Geschwätz des Tages fleucht mein Pilgerles ben hin; es gleicht dem leichs ten Morgentraume. 4. Und dennoch zeigst du mir von dir so viel in Augens blicken; entdeckest deinen Raths schluß mir, mich ewig zu bes glücken! Du machst dieß Les ben, dir sen Dank! zu einem heitern Uebergang in jenes beff're Leben. 5. Unwandelbar und ewig ist, Herr, deine Gnad' und Treue. Du bleibst auf ime mer, was du bist, der Gott, deß ich mich freue. Ob Erd' und Himmel untergeht, wohl Gott. 190 mir! wohl mir! dein Wort besteht, du wirst mich nie vers lassen. Allgegenwart und All, wissenheit. Mel. Nun lob', mein' Seel', den zc. 203. D er Herr ist in den Höhen, auch in den Ties fen ist der Herr. Wo Mens schen zu ihm fiehen, wo ihn der Engel preist, ist er. Ift, wo ich in Gedanken mich dens ken mag, mir nah'; ist, frei von allen Schranken, in je dem Raume da; umfaßt mit seinen Händen die Welten, und umspannt an allen ihren Enden, was je durch ihn ents stand. 2. Er zündet jede Sonne, und aller Sterne Lichter an; strömt Leben, Lust und Wons ne durch Alles, was empfinden kann! Der Erde froh Gewims mel, und was im Meere webt, was unter seinem Hims mei, und was im Himmel lebt, ihr, alle seine erke, empfinder Tag und Nacht ers staunt des Schöpfers Stärke und seine Huld und Macht! 3. Von seinem hohen Thros ne vertheilt er weise Lust und Schmerz; gibt Fürsten ihre Krone, lenft, Wasserbächen gleich, ihr Herz. Es müssen seinen Willen selbst Volksvers derber thun; was er beschließt, erfüllen, und toben oder ruh'n; bald, gleich dem Laube, zits tern, bald, furchtbar nur durch ihn, die Welt im Sturm ers schüttern, und, will er, muths los flieh'n. 4. Allgegenwärtig schauet sein allumfassend Aug' umher; und wer nur ihm vertrauet, den schüßzet, den versorget er. Er hört das Schrei'n der Ras ben, hat für die ganze Welt, hat für den Wurm selbst Gas ben, und Schmuck für Thal und Feld. Für sein Geschöpf zu sorgen, fehlt ihm nie Rath und macht; Er ist's, der auch verborgen ans nah' ist, uns bewacht. 5. Wie könnt ihr denn, Vers brecher, dem, der so nah' euch ist, entgeh'n? könnt wähnen, er, der Rächer, werd' euer finstres Werk nicht seh'n? Eh' noch Gedanken werden, von ferne fieht er sie, und alle Nächt auf Erden verhüllen euch ihm nie. Wähnt nicht, daß er's nicht wisse; mit seis nen Schrecken fullt er selbst die Finsternisse, worein ihr euch verhüllt. 6. Flieht, fliehet, wie vor Winden die Wolken, an das fernste Meer; er wird, er wird euch finden; an allen Enden herrschet er. Sagt, Sünder: mir zur Rechten, zur Linken hier ist Gott; am Tag, in allen Nächten, und wo ich bin, ist Gott. Sagt: wo ich sitz' und gehe und liege, hier ist Gott; im Thal und Gott. in der Höhe, und überall ist Gott! 7. Er ist auch nahe denen, die willig thun, was er gebot, hört sie, zählt ihre Thränen, hilft und entfernt, was ihnen droht. Sagt, From: mir zur Rechten, zur Linken hier ist Gott; in meines Kummers Nächten, und wo ich seufs, ift Gott. Wo keinen Freund ich habe, wo Niemand hilft, ist Gott; im Sturm, im Tod, im Grabe, und überall ist Gott! schest mich, dir bin ich nie vers borgen; du kennst mein gans zes Thun und alle meine Sors gen; was je mein Geist ges dacht, war dir bereits bekannt, eh' ein Gedanke noch in meis ner Seel' entstand. Mel. O Gott, du frommer zc. 204. Derr, bu erfors bein, eh' ich an's Licht gekoms 6. Du mein Ges men, da ich im Dunkeln erst die Bildung angenommen; dein Aug' erblickte mich, eh' ich bes reitet war, und meiner Tage Lauf war dir schon offens bar. 2. Auf meiner Zunge ist kein Wort, das du nicht wiss feft. Du schaffest, was ich thu'; du ordnest, du beschlies Beft, was mir begegnen soll. Erstaunt seh' ich auf dich; wie groß ist dein Verstand! Wie wunderbar für mich! 191 4. Könnt auf dem Sons nenstrahl ich fern zum Meere fliehen, mich würde deinem Blick fein fernes Meer ents ziehen. Auch dort umschlöße mich doch deiner Allmacht Hand; denn du bist überall, und dein ist jedes Land. 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste fliehen? Wo könnt' ich jemals wohl mich deinem Aug' entziehen? Führ' ich zum Himmel auf, so bist du, Höchster, da; führ' ich zur Tief hinab, auch hier bist du mir nah'. 5. Rief' ich der Finsterniß, vor dir mich zu bedecken; doch würde deine Hand mich fass sen und erschrecken! Denn auch die Finsterniß ist vor dir helles Licht; die Nacht glänzt, wie der Tag, vor deis nem Angesicht. 7. D welche Tiefen, Gott, der Weisheit und Gedanken! sie sind ohne Schranken. Voll Unzählbar sind sie mir; denn Ehrfurcht ber ich an. Laß mich auf dich nur seh'n, und durch Gehorsam dich und deis nen Ruhm erhöh'n. 8. Erforsche mich, mein Gott, und prüfe, wie ich's meine; ob ich unsträflich sey, wenn ich mir heilig scheine. Sieh, ob mein Fuß vielleicht sich einem Irrweg naht, und leite meinen Gang auf deiner Wahrheit Pfad. 192 Gott. Mel. Mir nach, spricht ze. liger, zum Vorbild mir erwäh le; daß Auge 205. Nie bist du, Hochs scheu', dich zu verehren eifrig sey. ster, von uns fern; du wirst an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb' und athme ich, und deine Rechte schützet mich. 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich hans deln; d stärke mich mit deis ner Kraft, vor dir getrost zu wandeln. Du bist um mich, o Herr, verleih', daß dieß mir Trost und Warnung sey! 2. Was ich nur denke, Gott, weißt du, du prüfest meine Seele. Du siehst es, wenn ich Gutes thu'; du siehst Mel. Aus tiefer Noth schrei' 2c. es, wenn ich fehle. Nichts, 200.Umsonst, umsonst nichts kann deinem ents flich'n, und nichts mich deiner Hand entzieh'n. 3. Wenn ich in stiller Eins famkeit mein Herz an dich ergebe, und, über deine Huld erfreut, lobsingend dich erhes be, so hörst du es, und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer sey. verhülst du dich, mein Herz, in Finsternisse; was kann ich Gott verbergen? ich? daß er nicht Alles wisse? Und wärst du dunkler als das Grab, das Auge Gottes schaut hinab, und fennet deine Liefen. 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rath verkehrte Wege wählet, und bleibt auch eine böse That vor aller Welt vers hehlet: so weißt du sie und züchtigst mich zu meiner Beff rung väterlich. 5. Du hörest meinen Seufs zern zu; schaffst, daß mir Hulf erscheine. Mit Vaters liebe zählest du die Thränen, die ich weine. Du siehst und wågest meinen Schmerz, ers füllst mit deinem Trost mein Herz. 6. D drück, Allgegenwärs tiger, dieß tief in meine Sees le; gib, daß ich dich, du Heis 2. Wo ist die Nacht der Einsamkeit, die mich vor ihm verhehle? Er sieht euch schon, eh' ihr noch seyd, Gedanken meiner Seele. Eh' ich euch selbst entdecken kann, von eus rer ersten Bildung an, bis ihr euch ganz entfaltet. 3. Er fennet und durchs schauet euch, wenn ihr euch mir entziehet; bemerkt euch, wenn ihr, Bligen gleich, schnell auffahrt, schnell entfliehet. Vergebens wünsch' ich: sterbt! vergeht! Ich haff euch! Aufs gezeichnet steht ihr schon in seinem Buche. 4. Der Herr gedenket ihrer noch; Jahrhunderte verschwins den. Sie bleiben, und ich traume Gott. 193 traume doch: Gedanken sey'n Punkt der Ewigkeit! O du, nicht Sünden. Nein, alle muss der alles weiß und nennet, sen an das Licht, wann er ers. was ist, und werden soll, und scheint, und im Gericht der war, wie bist du jedem, der Herzen Rath entdecket. dich kennet, unendlich groß und wunderbar! 5. Seyd heilig, o seyd Gots tes voll, Gedanken meiner Seele, daß, wann gerichtet werden soll, kein einziger mich quäle! Seyd heilig! O dann fürcht' ich nichts! Gott wird am Tage des Gerichts wie Thaten euch belohnen. Mel. Wie groß ist des Alls macht'gen 2c. 297.23. o sind die Weis sen, die mich lehren, wie Gott erkennt, was war, was ist, was werden wird? Wer kann erklären, was sein Verstand durchschaut und mißt? Wer kennet ihn von Angesichte? Und ob er sich zum Himmel schwingt, er sieht ihn nicht; Er wohnt im Lichte, zu dem kein sterblich Auge dringt. 2. Könnt ich die Sterne Gottes zählen, der Erde Staub, den Sand am Meer, und die Gedanken aller Sees len von seiner ersten Scho, pfung her; so wär' ich weis fer, als auf Erden ein Mensch ist, als am Strom des Lichts vielleicht auch selbst nicht En. gel werden; doch wußt' ich gegen Gott noch nichts. 4. Ja, dich bewundern, dir vertrauen, ist meines Geistes erste Pflicht. Mit Ehrfurcht darf ich nach dir schauen, bes greifen gleich dich Engel nicht. Ich seh', ich fühle meine Schranken; doch du vergiltst mein Forschen mir mit immer würdigern Gedanken, o Uners forschlicher, von dir! 5. Du schaust in Nächte, kannst ergründen, was noch so tief verborgen ist; dieß wars ne mich vor allen Sünden, vor Heuchelei, Betrug und Lift. Nichts kann vor deinem Blick mich decken; kein fals scher Schein betrüget ihn; dein Daseyn würde stets mich schrecken, könnt' ich auch aus der Welt entflieh'n. 6. Wer kennet seines Hers zens Tiefen? Wer darf, o Gott, sich selber trau'n? Hilf mir, Allwissender, mich průs fen, und meines Herzens Grund durchschau'n! Ach, siehst du mich auf bösen. Wegen, so führe mich auf deine Bahn! Dann werd' ich hier schon deis nen Segen, und dort dein ewig Heil empfah'n. 3. Nichts gegen ihn, der sie durchschauet, die Tiefe der Linendlichkeit, und jede Welt, 298.3 Gott, o Seele, Mel. Allein Gott in der Höh sey ze. die er gebauet, und jeden 13 Gott. 194 schwing' dich auf, und werde Dank und Wonne! Er lenkt voll Kraft der Welten Lauf, zeigt ihre Bahn der Sonne! Durch ihn nur sind und leben wir. Was mich erfreut, das schenkt er mir; er ist allges genwärtig. 6. Dann schwing' ich mich zu dir hinauf, zu deines Hims mels Freuden; beginne meis nen höhern Lauf, auf ewig frei von Leiden; dann werd' ich dich, der Alles lenkt, im Tod und Leben Freude schenkt, mit allen Engeln preisen. 2. Wenn sich in stiller Eins samkeit mein Geist zu ihm ers hebet, und, voll von hoher Seligkeit, in ihm, in ihm nur lebet; dann ſieht ſein gnadens 200. voller Blick Wohlgefallen auch mein Glück; er sieht's allgegenwärtig. 3. Wenn ich, zu thun, was ihm gefällt, den frommen Vors faßs faffe; wenn ich die Eitel feit der Welt und jedes Lafter haffe, so mangelt mir nie Licht und Kraft; denn er, der das Vollbringen schafft, Gott, ist allgegenwärtig. 4. Wenn er mir heitre Tas ge gibt, und dieses Lebens Freuden, und wenn er meine Eugend übt durch Prüfungen und Leiden; so trau' ich ihm und zage nicht, denn er schafft Finsterniß und Licht; er ist allgegenwärtig. 5. Und wann mein Auge sterbend bricht, wann jeder Sinn nun schwindet, und schon die bange Seele nicht der Freundschaft Trost empfindet; wann nichts mehr mich ers freuen kann, o Gott der Hüls fe!- dann, auch dann bist du mir gegenwärtig. Allmach t. Eigne Melodie. ie Himmel rühs men des Ewigen Ehre, ihr Schall pflanzt seinen Namen fort. Ihn rühmt der Erd kreis, ihn preisen die Meere; vernimm, o Mensch, ihr götts lich Wort! 2. Wer trägt der Himmel unzählbare Sterne? Wer führt die Sonn' aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet und segnet von ferne, und läuft den Weg, gleich als ein Held. 3. Vernimm's, und siehe die Wunder der Werke, die die Natur dir aufgestellt! Vers fündigt Weisheit und Ords nung und Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du der Wefen unzählbare Heere, den kleins sten Staub fühllos beschau'n? Durch wen ist Alles? O gib ihm die Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertrau'n. 5. Mein ist jede Kraft, mein Himmel und Erde; an meinen Werken kennst du mich; ich bin's, und werde seyu, der ich Gott. 195 senn werde, dein Gott und Mel. O Jesu, wahrer Frömmigs Vater keit zc. 6. Ich bin bein Schöpfer, 301. Herr, eine s bin Beisheit und Güte, ein Gott der Ordnung, und dein Heil; ich bin's! Mich liebe von ganzem Gemüthe, und nimm an meiner Gnade Theil. Eigne Melodie. 300.. ott, grenzenlos, undenkbar groß, der Urquell aller Kraft ist deine Stärke. Schon seh'n wir hier so viel von ihr; doch seh'n wir kaum den Anfang ihrer Werke. 2. Durchfldg' ich gleich dein weites Reich, und sähe deine fernste Sonne glänzen; ich sähe dort doch nicht den Ort, wo du nicht wärst, nicht deis ner Allmacht Grenzen. 3. Was du erschufft, was du jetzt rufft, und rufen wirst, wer kann das Alles zählen? Doch wolltest du noch mehr. dazu erschaffen, würd' es dir an Kraft nicht fehlen. 4. So lange fließt ihr Quell, und ist, doch nicht erschöpft, und wird es auch nie werden. Sprich nur ein Wort, so fließt er fort in neuen Himmeln, und auf neuen Erden. macht reicht so weit, als selbst dein Wesen reicher. Nichts ist, das deiner Herrlichkeit und deinen Thaten gleichet. Was ist zu groß, was ist zu schwer, das dir zu thun nicht möglich wär'? 2. Du hast dein großes Schöpfungswerk allmächtig ausgeführet. Es bleibet stets dein Augenmerk und wird durch dich regieret. Noch ims merfort besteht die Welt, weil deine Allmacht sie erhält. 3. Die Größe deiner Thaten zeigt, daß, Schöpfer, dein Vermögen weit über alle Kräfs te steigt, die die Natur bewes gen. Du bleibst ihr Herr, in deiner Hand bleibt Alles, was durch dich entstand. 4. Allmächtiger, erstaunt fall' ich vor dir anbetend nieder; mein Geist verliert bewuns dernd sich, und singt dir schwas che Lieder; erreicht nicht dich und deine Kraft, die ewig und allmächtig schafft. 5. D schenke mir die Zus versicht, die deiner Macht vers trauet! Sie, die aus Nichts mich rief an's Licht, und was mein Auge schauet, sie ist, fie ist die Gotteskraft, die auch mir Trost und Hülfe schafft. 5. Und deine Kraft, o Gott, erschafft stets, was mir nützt; denn du bist groß und weise! Dieß lehre mich, damit ich dich fue lles, was du thust, mit 302. Wotdnt berpfalm, Mel. Vor dir ist alles offenbar zc. Ehrfurcht preise. 13* Gott. 196 der dich erreicht, dich, Herr, und deine Stärke; die Macht, der außer dir nichts gleicht, die Größe deiner Werke? Wo tont der festliche Gesang? Laß mich die Jubel hören! Laß meines schwachen Liedes Dank, mit ihm vereint, dich ehren, dein Lob hier wiederhallen! 2. D könnt' ich, Schöpfer, dich erhöh'n, wie meine höhern Brüder, die Engel, die dein Untlig seh'n! Verständ' ich ihre Lieder! So lange schon von dir gewöhnt zu deinem hohen Preise, lobsingen sie; ihr Jus bel tönt durch aller Himmel Kreise, ein voller Strom des Lobes. 3. Und dennoch, könnt' ich auch, wie sie, mich näher zu dir schwingen; doch faßt' ich deine Größe nie, und würde schwach nur singen. So hoch sich auch ihr Jubel hebt mit tausendfachen Stimmen dich zu erreichen; dennoch strebt, hinauf zu dir zu klimmen, ihr boher Flug vergebens. 4. Unübersehbar, grenzen los ist deiner Wunder Menge! Ein hoher Inhalt, allzugroß für endliche Gesänge! Wo kann ich hinschau'n, wo sich mir nicht unermeßlichkeiten entdecken, Herolde von dir, die feit der Schöpfung Zeis ten, wie groß du bist, erzählen? 5. Ich kann, mein Gott, wie du mehr, als wiffen. Was iſt der 303. S Erde Kreis? Er ist ein Sches preife anbetend dich allein! mel deinen Füßen. Der Hims mel, welchen deine Hand auss breitet, den du fülleft? Zum Zelte ist er ausgespannt, dars ein du dich verhüllest, daß mich dein Glanz nicht tödte. 6. Wie strahlt, zum Preise deiner Macht, in nie durchs schanten Fernen dein Himmel mir in jeder Nacht von Sters nen über Sternen! Wer zählt, wer leitet ihre Schaar? Wer nennet sie beim Namen? Du thust's! Als keine Welt noch war, da riefft du: kommt! sie kamen, und lobten ihren Vater. 7. Auch mich riefst du aus jener Nacht, mir Leben zu bes reiten; und mich erhielt, Herr, deine Macht, wann mir Ges fahren dräuten. Die Himmel schuf allein dein Ruf, und mich auch, deinen Erben; doch jeder Himmel, den er schuf, wird altern und verderben; ich aber werde leben. 8. Stärke Gottes, Macht des Herrn, o meines Gottes Rechte! o Gott der Liebe, dem ich gern ein würdig Opfer brachte! Ergreife, stårk', ents flamme mich, daß ich dich rühmen könne; daß ich, von dir begeistert, dich stets zu vereh, ren, brenne. Dein Lob sey meine Wonne! Weisheit. Eigne Melodie. ch lobe, Herr, und Gott. Wer ist, wie du, so weise? Verstand und Rath ist dein. Erwecke meinen Geist, in als len deinen Werken die Weiss heit zu bemerken, die hoch der Engel preist. 2. Herr, deine Weisheit schmücket, bereichert und ers bält, nährt, schützet und bes glucket die lebenvolle Welt. Sie rühme mein Gesang! er ton' zu deinem Preise; denn, Gott, du bist allweise; Anbes tung dir und Dank! Mel. Ermuntre dich, mein schwas 304. cher 2. Per kann, o Gott, wie groß du bist, ganz den ken, ganz empfinden? kann, was des Höchsten Weisheit ist, begreifen und ergründen? Wem wird sie je enthüllet seyn? Wer dringt in ihre Tiefen ein; sieht hier nicht Dunkelheiten des Forschers Blick begleiten? 2. Es kann, Alweiser, wie du schufft, kein Sterblicher verstehen. Es kann, was du in's Daseyn rufft, kein Auge übersehen. Wer fennet aller Kräfte Gang? erforschet den Zusammenhang, durch den du sie verbindest, und Welt auf Welten gründest? 3. Wer weiß, wie du der Sonnen Flug und ihre Strah, len leitest; wie du des Mons des stillen Zug und seine Bahn bereitest; die Erd' um ihre Sonne führst, und aller Wel, 197 ten Lauf regierst; des Früh. lings Schmuck erneuest, und Schnee und Schloßen streuest? 4. In tausend Stufen bil, dest du der Thiere lange Reis hen, und allen fließt dein Ses gen zu, daß alle sich erfreuen. Sie sammeln gern mit fros her Müh'; du nährest und du fåttigft sie; låff'st auch für sie die Saaten und süße Frucht gerathen. 5. Wer hätte diese Stufens bahn so gut, wie du, gewäh let? Wer hätte, was du thatst, gethan, des Mittels nicht vers fehlet, das allen Wesen Ues berfluß, und stets erneuerten Genuß aus deiner Hand ges währet, und ihr Geschlecht vermehret? 6. Wohin mein forschend Auge sieht, in Thieren, Baus men, Pflanzen, schließt immer Alles Glied an Glied, ist Ords nung in dem Ganzen; zielt hier Verlust, zielt dort Ges winn auf's allgemeine Beste hin; ward, was ein Theil entbehret, dem nüßlichern ges währet. 7. Wer weiß, wenn er auch mehr Verstand, als selbst der Engel hätte, weiß, wie sich Kraft mit Kraft verband, wie in der Wesen Kette fich Glied an Glied zusammenfügt, fein Hinderniß die Kraft besiegt, die Thätigkeit und Leben dem Erdenstaub gegeben. 8. Was, Gott, dein weiser Rath beschließt, ist gut, und Gott. 198 muß geschehen; und was uns unerforschlich ist, hast du vors hergesehen; du weißt durch deine große Kraft, die Alles kann und Alles schafft, der Menschen freies Denken zu deinem Zweck zu lenken. 9. Dir will ich denn, voll Zuversicht, mein Schicksal über lassen, und wenn mir Hülf und Rath gebricht, die frohe Hoffnung faffen: Du werdest stets mein Helfer seyn, durch deine Weisheit mich erfreu'n, und wenn mich Leiden drücken, mich sicher doch beglücken. den täuschet nicht die Hoffnung beffrer Welten. In deinem Lichte, wo du wohnst, entdes ckest du, Herr, und belohnst die Thaten der Gerechten. 4. Oft prangt der Sünder wie ein Baum, voll grüner, frischer Blätter, beschattet eis nen weiten Raum, und trotzt dem fernen Wetter. Schon braust der Sturm, der Stolze fällt; entwurzelt liegt er und entstellt; zerstreut sind seine Blätter. 5. Und sollt' ich darum Uns recht thun, weil der Verbres cher Strafen hier oft, wie ferne Stürme, ruh'n, ihr Haupt nicht hier schon trafen? Dein heilis ges Gericht erfüllt, was du gedroht hast, und vergilt dem Sünder seine Thaten. Heiligkeit und Gerech, tigkeit. Mel. Ich halt' an meinem Gott zc. 305. Du bist, o Gott, gerecht; du gibst uns heilige Gesetze, und willst, weil du das Gute liebst, daß keiner sie verleße. Dein Wort, und die Vernunft erklärt uns deiner Rechte hohen Werth; sey, Herr, dafür gepriesen! 2. Was du befiehlst, machst leicht Eigne Melodie. durch Vermögen. Wer nicht 306.Gott, vor beffen weicht, von deiner Ordnung den krönet Heil und Segen. Ein Segen, den kein Sünder hat, erwächst aus des Gerech, ten Saat: die Ruhe des Ges wissens. Angesichte nur ein reiner Wans del gilt; keiner kommt zu deis nem Lichte, der nicht dein Ges set erfüllt. Heilig und gerecht bist du, und uns Allen rufft du zu: ich bin heilig; heilig werde jeder Mensch schon auf 6. Gerechter Gott, dieß wars ne mich, wenn mich die Süns de locket, eh' meine Seele sorgs los sich verschlimmert und vers stocket! Der Tugend Werth erhalt in mir stets Trieb und Kraft, o Vater, dir mit Freus den zu gehorchen. 3. Du bist der Frommen Zuversicht, und wirst gerecht vergelten. Wer dir gehorcht, der Erde. Soft. 199 nur die erheben, bie im Glaits ben heilig leben. 2. Heilig ist dein ganzes Wes sen, und kein Boses ist an dir. Ewig bist du so gewesen, und so bleibst du für und für. Was Mel. Nun danket Alle Gott 2c. bein Wille wählt und thut, ist 307. Preis bir, bem untadelhaft und gut, und uns sträflich sind die Werke deiner Weisheit, deiner Stärke. 3. Heilig sollen deine Kins der, ähnlich deinem Bilde seyn. Herr, vor dir besteht kein Sünder, denn du bist vollkoms men rein. Du bist nur der Frommen Freund; Uebelthås tern bist du feind. Wer bes harrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. Heiligen! lehr' uns dir ges fallen, durch Aehnlichkeit mit. dir! Du schenkest ja uns Als len Erkenntniß deines Rechts; schenk uns auch Lust dazu, und lehr' uns heilig seyn, und fromm und gut, wie du. 2. Wer schützte so das Glück des menschlichen Geschlechtes durch unser eigen Herz, durch sein Gefühl des Rechtes? Wer schreckt des Sünders Troß? Wer gibt der Tugend Ruh', auch wann sie kämpfen muß? Du thust's, Vergelter, du! 4. O so laß uns nicht vers scherzen, was dein Rath uns zugedacht. Schaff in uns, Gott, reine Herzen! Todt' in uns der Sünde Macht! Unser Elend ist vor dir; schwach und bald verführt sind wir, und wer kann sie alle zählen, die Gebrechen unsrer Seelen? 3. Wer fromm ist, fühlt durch dich Zufriedenheit und Ruhe; sein Herz gibt Zeugs niß ihm, daß er, was Recht ist, thue. Mit Seligkeit bes lohnt's ihm jede gute That. Selbst leidend freut er sich des Wegs, den er betrat. 4. Wer von der Frömmigs keit, von dir, Gerechter, weis chet, der flieht umsonst vor dir; denn dein Gericht erreis chet ihn dennoch, es verfolgt, wo kein Verfolger ist, ihn selbst sein eignes Herz, durd das du Richter bist. 5. D'rum will ich, Heiliger, die Sünde stets verachten; nur auf der Tugend Ruf und deis nen Willen achten. Mein Sinn sey Jesu Sinn, so beis 5. Starb, o Gott, uns zu erlösen, Jesus einst, so laß uns nun ernstlich durch ihn allem Bösen widersteh'n, und Gutes thun! Gib uns, wie dein Wort verheißt, gib uns deinen heil's gen Geist, daß er unsern Geist regiere, und auch uns zum Himmel führe. 6. Unsers Wandels höchste Zierde sen, was deinen Beis fall hat; feine sündliche Bes gierde schände Neigung, Wort und That. Mach' uns deinem Bilde gleich! denn zu deinem Himmelreich wirst du, Herr, Gott. 200 lig und so rein! Dann wird gewiß mein Herz voll deines Friedens seyn. Treue. Wahrhaftigkeit und weisem Plan, im Wechsellauf der Dinge zum Gewinn des ew'gen Heils hinan; vergibt mir gnädig meine Sünden, und mich Eigne Melodie. 308.oft ift getreu! stum finden. Gott iſt getreu! 6. Gott ist getreu! Stets hat sein Vaterblick auf seine Kinder acht. Auch freut es ihn, wenn schon ihr irdisch Glück sie froh und dankbar macht. Was uns zu schwer wird, hilft er tragen, und ends lich stillt er alle Klagen. Gott ist getreu! Sein Herz, sein Vaterherz vers läßt die Seinen nie. Gott ist getreu! Im Wohlseyn und im Schmerz erfreut und trägt er fie. Mich decken seiner Alls macht Flügel. Stürzt ein, ihr Berge! Fallt, ihr Hügel! Gott ist getreu! 2. Gott ist getreu! Er ist mein treu'ster Freund! Dieß weiß, dieß hoff ich fest; ich bin gewiß, daß er mich keinen Feind zu hart versuchen läßt. Er stårket mich nach seinem Bunde in meiner Prüfung trübsten Stunde. Gott ist ges treu! zum Fleiß in jedem guten Werke. Gott ist getreu! 5. Gott ist getreu! Er, dem ich theuer bin, führt mich nach 3. Gott ist getreu! Er thut, was er verheißt. Er sendet mir sein Licht. Wenn dieses mir den Weg zum Leben weist; so irr und gleit' ich nicht. Das Laster soll mich nicht bes lügen, mich um den Himmel nicht betrügen. Gott ist ges treu! 7. Gott ist getreu! Mein Herz, was fehlt dir noch, dich Gottes fiets zu freu'n? Sey Gott getreu, und fürchte nichts! Mag doch die Welt voll Args list seyn! Selbst falscher Mens schen Neid und Tücke gereichen mir zum wahren Glücke. Gott ist getreu! 8. Gott ist getreu! Vergiß, o Seele, nicht, wie zärtlich treu er ist! Gott treu zu seyn, sey deine liebste Pflicht, weil du so werth ihm bist! Halt fest an Gott, sey treu im Glaus ben! laß nichts den starken Trost dir rauben: Gott ist ges treu! 4. Gott ist getreu! Er hans delt väterlich, und, was er thut, ist gut; die Trübsal auch; mein Vater bessert durch Mel. Der du dein Wort mir haft Alles, was er thut. Die Trüßs 300. Noch nie baft bu hast du fal gibt Geduld und Stärke dein Wort gebrochen, nie dei, Gott. nen Bund, o Gott, berleßt. Du hältst getreu, was du vers sprochen; vollführst, was du dir vorgesetzt. Wenn Erd' und Himmel gleich vergeh'n, wird ewig doch dein Wort besteh'n. 2. Du bist kein Mensch, daß was uns dein Eigne Melodie. Mund verheißen hat. Nach 310. Weicht, ihr Bers deiner nach deiner Treue bringst du, was du vers sprichst, zur That. Scheint die Erfüllung gleich noch weit, so kommt sie doch zur rechten Zeit. ge! fallt, ihr Hügel! Berg' und Felsen, stürzet ein! Fester wird als Berg' und. Hügel Gottes Vatertreue seyn! Laßt den Weltkreis untergeh'n; Gots tes Wahrheit muß besteh'n. 3. Wie du unfehlbar das verleihest, was deine Güte uns verhieß; so trifft die Stras fe, die du drauest, den Suns der endlich auch gewiß. Die deine Langmuth, Gott, vers schmäh'n, wie wollen sie vor dir besteh'n? 4. O pflanze, Herr, in mein Gemüthe die Ehrfurcht, die dich kindlich scheut! Gib, daß ich mich vor Leichtsinn hüte, vor aller Ungerechtigkeit! Nie werde das von mir gewagt, was dein Gesetz mir unters fagt! 201 meinen Pflichten treu, burch Falschheit keinen je betrübe, und ferne sey von Heuchelei. Dann bin auch ich des Gottes Kind, dem Treu' und Wahrs heit heilig sind. 5. Doch laß mich auch mit festem Glauben dem Worte beiner Gnade trau'n. Wer kann den Trost uns jemals rauben, den wir auf dein Vers sprechen bau'n? Du bist ein Fels; dein Bund steht fest. Wohl dem, der sich auf dich verläßt! 6. Gib, Herr, daß ich die Wahrbeit liebe, und, allen 2. Gnade hat er mir vers sprochen; das ist Gottes Bund mit mir! Dieser Bund wird nie gebrochen; seine Treue bürgt dafür! Erd' und Hims mel mag vergeh'n; was er zus sagt, muß gescheh'n. 3. Nicht auf Menschen will ich schauen; wie betrüglich ist die Welt! Meinem Gott will ich vertrauen, der, was er ges lobt, auch hält. Er, ein Feind der Heuchelei, ist wahrhaftig und getreu. 4. Draut die Welt mir, mich zu hassen, und verfolgt mich, will ich mich immer auf den Herrn verlassen; er erbarmt doch meiner sich; denn er bleis bet immerdar, was er ist und was er war. 5. Scheint er auch mich nicht zu achten, und verbirgt sein Angesicht, läßt mich rufen, läßt mich schmachten, doch vers gist er meiner nicht; denn er 202 Gott. bleibet immerdar, was er ist und was er war. 6. Er will Frieden mit mir halten, wenn sich auch die Belt emport; ihre Liebe mag erkalten, bleib' ich meinem Gott nur werth. Er, der meinen Kummer stillt, bleibt mir ims mer Schirm und Schild. 7. Ihm allein will ich vers trauen, will auf diesem Felsen ruh'n; will mein Glück auf ihn nur bauen, was er sagt, wird er auch thun. Erd' und Himmel mag vergeh'n; doch fein Bund bleibt ewig steh'n. 4. Ja, Herr, unendlich gut bist du. Der Morgen ruft's dem Abend zu, der Tag der stillen Nacht. Die Flur, bes deckt mit Schnee und Eis, das Erndtefeld ruft dir zum Preis: gut ist der Gott der Macht! 5. Nichts ist von deinem Wohlthun leer; das kleinste Sandkorn an dem Meer ist deiner Güte Preis. Der Wurm im Staube lebt durch dich; durch dich freut er des Lebens sich, und stirbt auf dein Geheiß. 6. Aus deines Segens Ues berfluß schöpft unaufhörlichen Genuß der Engel an dem Thron. So lang wir pils gern- bis zum Grab, strömt Seligkeit auf uns herab, der Güte und Barmherzig, feit. Eigne Melodie. 311. Augufiger, mein Tugend ſüßer Lohn. Preisgesang frohlockt zu dir, und lebenslang sey dir mein Lob geweiht; denn du bist gut, und jeder Ort, die Erde hier, der Himmel dort, rühmt deine Gütigkeit. 7. Doch wer begreift, wie gut du bist? Undenkbar, wie dein Wesen, ist, Herr, deine Freunds lichkeit. Vom Staube jauchzt mein Lied zu dir, und reiner, feuriger als hier, tont's in der Ewigkeit. 2. Die Sonne, Vater, ist dein Bild; ist segensreich und gut und mild; thut immer wohl, wie du. Es von 312. strömt und ihr mit jedem Strahl Licht Erquickung ohne Zahl der fros hen Erde zu. 3. An jedem Schmucke der Natur, in jedem Blümchen auf der Flur fühl' ich's, wie gut du bist; selbst wenn dein Wettersturm uns draut, seh' ich, wie neue Fruchtbarkeit aus Wetterwolken fließt. Eigne Melodie. obfinget Gott, und betet an, preist ihn mit frohen Liedern! Lobsing' ihm, Seele! denn wer kann sein Wohlthun ihm erwiedern? Er ist die Liebe! Rühmt es laut, Geschöpfe, die ihr ihm vers traut, die ihr ihn kennt und ehret! Rühmt es, daß seine Gütigkeit mit jedem Morgen Gott. sich erneut, und ewig, ewig währet! 2. Daß außer dir nicht als les leer von Freud' und Leben bliebe, schufft du, o Gott, der Himmel Heer und diese Welt aus Liebe. Du selbst bedurfstest ihrer me, Unendlicher, du ließest sie zu ihrem Heile wers Sie wurden; und du fühlest nun die Wonne, Allen wohlzuthun im Himmel und den. auf Erden. 3. Kein Mensch, kein Ens gel selbst ermißt, o Vater, dies sen Segen; wie gutig deine Weisheit ist in allen ihren Wegen. Liebe reicht ich so weit als deines Reichs Unendlichkeit, weit über alles Denken! Ach, was sind wir, die deine Macht aus tobtem Staub hervorgebracht, uns ewig Heil zu schenken? 4. Undankbar wichen wir von dir und folgten unserm Herzen, und seine Thorheit büßten wir mit Neue und mit Schmerzen. Da fandtest du den Sohn, o Gott! Unsterb, lichkeit hat uns sein Tod, und ew'ges Heil erworben. Vers söhnt bist du; erlöst sind wir. Preis, ewiger Erbarmer, dir, daß er für uns gestorben! 203 dich thätig liebe, und gern in meiner Lebenszeit Erbarmen und Wohlthätigkeit an meinen Brüdern übe. 5. Vater, welchem keiner gleicht an Liebe wie an Stårs ke; kein Dank, kein Lobges fang erreicht die Wunder deis ner Werke! Doch ist dir's angenehmer Dank, dir ist es mehr als Lobgesang, wenn ich 6. Du bist die Liebe! Dank sey dir, daß ich dich so erken, ne, und dir zum Ruhm, zum Troste mir, dich meinen Vas ter nenne! Auch ich will gut und liebreich seyn, will glück, lich machen, will erfreu'n, will fegnen und dir gleichen. Von diesem Sinn und dieser Pflicht, Gott der Liebe, laß mich nicht, so lang ich lebe, weichen. mel. Nun lob', mein' Seel', den ze. 313. Mit fröhlichem Ges müthe dankt, die ihr Christo angehört, dankt Gott, daß seine Gute, so wie sein Daseyn ewig währt. Nach so viel tausend Jahren, die durch sie alle reich an ihrem Segen waren, bleibt sie sich immer gleich. Nie hört sie auf zu sorgen, und forget immer treu; sie wird mit jedem Morgen an den Geschspfen neu. 2. Sie reicht durch Erd' und Himmel, um, was da les bet, zu erfreu'n. Welch frühs liches Gewimmel in ihrem mils den Sonnenschein! Von ihs ren heitern Strahlen, wo sie hervorbricht, flieh'n die bans gen, finstern Qualen, wie leichs te Wolken hin. Wer zählt die Millionen, die sie erwärmt und nährt? So weit nur We 204 sen wohnen, hat sie auch sich verklärt. 3. Süß ist das Licht der Sonne, das täglich jedes Aug' entzückt; weit süßer ist die Wonne, womit uns Gottes Lieb' erquickt. Erfreulich ist Gott. 6. Wir sind viel zu geringe der Treu', die er an uns ges than! Wir schau'n die großen das Leben, und schauervoll der Tod; doch besser noch als Les ben ist deine Güte, Gott! Wie sie so theuer! denn Eigne Melodie. birlift uns nie. Was ist 314. Wie groß ist des wohl milder, treuer, und tros fiender, als sie? 4. Wer wollte sie nicht los ben? sie, die doch Allen Alles gab, vom hohen Engel dros ben, bis zu dem kleinsten Wurm hinab. Von so viel Kreaturen läßt sie nicht eine leer; und ihres Segens Spus ren verbreitet sie umher. Und wie sie voll Entzücken stets für den Himmel quoll, ist auch, wohin wir blicken, von ihr der Erdkreis voll. Allmächt'gen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? der mit verhärtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sen ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vers geffen; vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meis ner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Nath ich oft verwarf. Wer stårtt den Frieden im 5. Zu ihrem Lob erwecke vor allem du dein Herz, o Chrift! Komm her, und sieh, und schmecke, wie freundlich Gewissen? Wer gibt dem Geis Gott, dein Vater, ist! Auf, ste neue Kraft? Wer läßt seinen Ruhm erzähle dein mich so viel Glück genießen? frommes Saitenspiel, und Ift's nicht sein Arm, der Alles deine ganze Seele sey Inz schafft? brunft und Gefühl! Von seis ner Güte sage, wie treu sie für uns wacht, ein Tag dem andern Tage, die Nacht der nächsten Nacht. 3. Blick, o mein Geist, in jenes Leben, für welches du erschaffen bist; wo du, mit Herrs lichkeit umgeben, Gott ewig seh'n wirst, wie er ist! Du hast ein Recht zu diesen Freuden; durch Gottes Güte sind sie dein. Sieb, darum mußte Dinge mit heiliger Bewund', rung an. Er schenkt den Sohn uns Sündern, erlöset uns durch ihn, erwählet uns zu Kindern, will selbst uns zu sich zieh'n. Auf, da in Jesu Namen ihm unser Lob gefällt; lobsingt ihm, Amen! Amen! Sein Lob füll' alle Welt! - Gott. Chriftus leiden, damit du könns test selig seyn, 4. Und diesen Gott sollt' ich nicht ehren, und seine Güte nicht versteh'n? Er sollte rus fen, ich nicht hören? Den Weg, den er mir zeigt, nicht geh'n? Sein Will' ist mir in's Herz geschrieben; sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über Alles lieben, und meinen Nächsten so wie mich). 5. Dieß ist mein Dank, dieß ist sein Wille. Ich soll die Liebe seyn, wie er. Je mehr ich dieß Gebot erfülle, stellt sich sein Bildniß in mir her." Lebt seine Lieb' in meiner Sees le, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. Gott, laß deine Gut und Liebe mir immerdar vor Augen seyn! Sie stårk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weih'n. Sie troste mich zur Zeit der Schmerzen; sie leite mich zur Zeit des Glücks; und sie bes fieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. 205 zu erbarmen! Ach, wie so mancher Sünder lebt in stols zer Sicherheit, und strebt dir immerdar entgegen. Und doch, o Vater, suchst du ihn von seinem Irriveg abzuzieh'n, zur Beffrung zu bewegen. 2. So nachfichtsvoll ers barmst du dich selbst unbiegs famer Sünder; wie liebreich, Gott, wie väterlich verschonst du deine Kinder! Läßt ihrer Tugend Eifer nach, und wers den sie im Glauben schwach, und tråg' in guten Werken ſo jammert's dich; du denkst daran, wie leicht ihr Herz sie täuschen kann, und eilest, sie zu stärken. 3. Du warneft sie vor der Gefahr, noch eh' sie irre ges hen; Gefallnen reichst du Stärke dar, gleich wieder aufs zustehen. Verirrte rufest du voll Huld; versprichst den Kommenden die Schuld aus Gnaden zu vergeben; schenkst ihnen Muth, zur Beffrung Kraft, und nach vollbrachs ter Pilgerschaft Heil, Rubé, Wonn' und Leben. 4. Laß diese Langmuth, der nichts gleicht, doch alle Suns der rühren; sie, eh' der Tag des Heils entweicht, zurück zur Tugend führen. Ach, keis Geduld und Lang, muth. Mel. An Wasserflüssen Babyl. 2c. ner 315. Gott, welche Langs durch frechen Mißbrauch deis muth und Geduld erzeigest du uns Armen; bereit, auch bei gehäufter Schuld, dich unsrer ner Huld! Hilf uns das Bös se haffen, daß wir uns, Herr, durch dich erneut, den Reichs 206 Gott. thum deiner Gütigkeit zum oft, was er an uns gethan; Himmel leiten lassen. der Gnade, die kein Mensch ermessen, des Heils, das uns ser Herz nicht fassen kann; vergessen sein, der unsrer nie vergißt, den Undank sieht, und doch Erbarmer ist. Mel. Dir, dir, Jehova, will zc. 310.8 aßt uns, dem Vas ter laßt uns fingen aus voller Seel' ein dankbar frohes Lied! vom Irdischen zu ihm uns schwingen, der immer freunds lich auf uns niedersieht! Er höret unsern Preis; und reis ne Lust strömt, wenn er herzs lich tont, in unsre Brust. 2. Laßt uns ihm fingen! Was wir haben, sind schwas che Lieder und ein dankbar Herz, für alle, alle seine Gas ben, für alle Vatertreu' bei Freud' und Schmerz, für jeden Trost, den, zu ihm hins gewandt, ein blutend Herz in seiner Liebe fand. 3. Er ist voll Liebe, voll Erbarmen; hat, eh' wir was ren, uns als Gott geliebt. Mit immer offnen Vaterar, men nimmt er uns auf, auch wenn wir ihn betrübt. Er ruft zurück uns von des Las sters Bahn, und leitet uns der Tugend Pfad hinan. 4. Nur wir, sein Werk, nur wir vergessen undankbar 5. Seit wir auf dieser Ers de wallen, hat er uns mit Barmherzigkeit geführt; uns segnen, war sein Wohlgefals len, uns retten, wenn wir uns von ihm verirrt, uns tros sten, wenn wir weinten, und aus Leid uns Freude schaffen, war ihm Seligkeit. Schöpfers Ehre, Alles rüh, met feine Macht. Zahllos sind 6. Und so mit treuen Vas terhånden will er uns leiten bis an unser Grab; uns volls bereiten, uns vollenden; im Todesthal uns seyn ein sich rer Stab; und, lebten wir ihm unsre Pilgerzeit, uns ges ben Leben und unsterblichkeit. 7. Gott, Gett, wie gut bist du! Seele, sink' in den Staub, bet' ihn verstummend an! Fließ, Freudenthrane, fließ, erzähle, wie viel, wie viel der Herr an mir gethan! Ihm ähnlich werden, sey mein bester Dank, mein Leben ihm ein steter Lobgesang. öpfung. Mel. Heilig, heilig ist dein der Welten Heere, die sein Wink Wille zc. Liebs317. ues rühmt des lich strahlet unter ihnen deine A₁ Sonne, Gott, es bricht durch des Himmels Raum ihr Licht Schöpfung. mild hervor, auch uns zu dies nen, deine Schöpfung zu ers freu'n; Gott, wie herrlich mußt du seyn! 207 hes Lied; mir Verstand, es einzusehen: Liebe, Liebe seyst du nur; o so soll mit der Natur auch mein Mund dein Lob erhöhen! Nimm, Herr, meinen Lobgesang! Mein Ges horsam sey mein Dank! 2. Allenthalben find' ich Spuren: Gott ist weise, gut ist Gott. Herr, dich lobet auf den Fluren früh der Thau, das Herrlich Eigne Melodie. länzen die Gefilde, wenn der 318. Augewaltiger! Al neue Tag erwacht. Gott, der weiten Schöpfung Pracht pres digt deine Treu' und Milde. D, wer kann in deine Höh'n ohne Dank und Nührung seh'n! gegenwärtiger! die Himmel erzählen donnernd dein Lob; es ruft's der Sphären Biesderhall; verkündet's laut der Welten All, die einst dein Wink als Sterne in unges meffne Ferne aus altem Nichts in's Daseyn hob. 3. Hüte dich, o Mensch, zu klagen, daß der Herr nicht Liebe sey. Sieh den Wurm, er wird dir's sagen: Gottes Huld ist täglich neu. Wer ernähret im Gesträuche die Geschöpfe, wenn es schneit? Wer den Wurm zur Winters, zeit? Und in deinem großen Reiche hättest du, der Alles macht, mich, den Menschen, nicht bedacht? 2. Herr, Herr, unser Gott! Du, aller Völker Gott! dich preiset der Wesen unzählbare Schaar an allen Orten fern und nah' als ihren Urquell, Jehova. Du Herr der Ewigs keiten, Regierer aller Zeiten, der ewig seyn wird, ist und war. 4. Keine Blume blüht vers gebens, denn sie duftet und erfreut. Gib, o Vater meines Lebens, meinem Herzen Acht samkeit, deine Absicht zu er, füllen, dir mein Leben ganz zu weih'n, Alles um mich zu erfreu'n, und zu thun nach deinem Willen. Selbst die kleinste That entflieh', unbes merkt, o Herr, mir nie! 5. Gabst du, Schöpfer deis ner Werke, die kein Auge vols lig sieht, allen Thieren ihre Stärke, ihrem Mund ein fros 3. Unerforschlicher, Allwets ser, Schöpfer, Herr! Wer zeichnete dem Winde die Bahn? Wer spaltete der Bers ge Schlund? Wer öffnete der Meere Grund? Wer hieß des Lichtes Strahlen das Blau der Lüfte malen? Wer zog mit Grün die Fluren an? 4. Du, deß starke Hand die Elemente band, als aus dem Schoose ter ewigen Nacht durch deines Schöpfers odems Weh'n die Welt, wie Schöpfung. 208 fie dein Plan erseh'n, hervors ging;- alles Leben und Regsamkeit und Streben nach Ordnung war durch deine Macht. 5. In den Lüften schallt, aus jeder Tiefe hallt das Zeugs niß deiner göttlichen Kraft; der Löwe brüllt's bei seinem Raub, das Würmchen trägt's durch Schutt und Staub, es prangt durch Nehrenfelder, im Schatten kühler Wälder, quillt aus der Traub' im Purpurs faft. 6. Doch vor Allen preist, Gott, dich des Menschen Geist. Ihn rüstete dein mächtiger Ruf zum Herrn von deinem Ueberfluß, gab ihm den köst lichsten Genuß; gab, daß er Flüglich wähle, Vernunft ihm in die Seele, und Drang nach höherem Beruf. 7. Allgewaltiger! O du Alls gütiger! laut töne durch Erd' und Himmel dein Lob! Es preise jedes Wesen dich, und freue seines Daseyns fich; doch mehr als tausend Chöre bringt, Gott, mein Geift dir Ehre, daß ihn dein Wink zum Geist erschuf! geschaffne waren, schon Wuns der seiner Güte sah'n. Ihr Heer, umstrahlt von Licht, bes deckt das Angesicht vor dem Schöpfer. Voll Preis und Dank tönt ihr Gesang durch alle Himmel Gottes hin. 2. Er nur kennt die Mils lionen, die seiner Himmel Kreis bewohnen, und seiner Größe Ruhm erhöh'n. Heilig ist er, heilig! rufen fie tiefs anbetend an den Stufen des hohen Throns, um den sie steh'n. So weit er herrscht, so weit geht seine Herrlichs keit! jauchzen Alle. Wer ist, wie er, frohlockt ihr Heer, wer ist, wie Gott, der uns erschuf? 3. Hohe Seligkeit ist's ihs nen, dem Gott, der sie ers schuf, zu dienen, und treu zu thun, was er gebeut. Wins den gleich, und gleich den Blißen, geh'n sie vom Thron aus, segnen, schützen, und förs dern unsre Seligkeit. Sie freu'n sich brüderlich, wenn Sünder reu'voll sich der Tus gend weih'n; wenn unser Dank den Preisgesang der Himmel hier schon wiederhallt. Mel. Wachet auf, ruft uns 4. Gott, mit allen diesen Heeren soll, wer hier heilig wird, dich ehren, und ewig 319. Betetan, ihr Mens sich mit ihnen freu'n; ſoll, ers löst durch deine Gnade, zu dir geführt auf ebnem Pfade, wie sie verklärt und selig seyn. Vernehmt's, ihr Mens schen, hört: wer sich zu Gott bekehrt, schen, bringet dem Höchsten Ruhm und Preis! Lobsinget Gott, unserm Schöpfer, betet an! Zahllos sind der Geister Schaaren, die, eh' noch Erd Schöpfung. bekehrt, wird am Throne in seinem Reich, den Engeln gleich, in seiner Herrlichkeit ihn schau'n! 5. Werdet heilig, gleich den frommen, verklärten Geistern! Gott wird kommen mit seiner Heerschaar zum Gericht. Wels cher Ruhm, wenn er uns Als len, mit einem Blick voll Wohlgefallen, in ihrem Kreis das Urtheil spricht! Heil uns, wir beten dann mit allen Ens geln an, gleich den Engeln! Ihr Preisgesang und unser Dank hallt dann durch alle Himmel hin. Mel. Wachet auf, ruft uns die zc. 320. etet an, laßt uns lobsingen, und Ruhm und Dank dem Schöpfer bringen. Sein, sein ist Weisheit, Gür' und Macht. Betet an, er hat erschaffen; er hat, was ist, aus Nichts erschaffen! Ihm werde Lob und Preis gebracht! Wer ist dem Höchsten gleich? Er hat sein weites Reich sich bereitet; er schuf die Welt, die er erhält. Es rühm', es preis ihn seine Welt! 2. Wohlzuthun aus seiner Fülle, sich mitzutheilen, war sein Wille; und was er wolls te, das geschah. Er gebot alls mächtig: Werde! Da ward der Himmel, stand die Erde zum Preise seiner Güte da. Der Allmacht erster Sohn, der Engel jauchzte schon seinem 209 Schöpfer; doch war's noch nicht auf Erden Licht. Er sprach: Es sey! Da ward es Licht. 3. Oben wolbt er seinen Himmel; aus Wassern unter seinem Himmel wird jede Wolk' ein hangend Meer. Wasser deckt der Erde Höhen; es flieht auf sein allmächtig Wehen, und überströmet sie nicht mehr. Tief braust um sie die Fluth; am Strom des Lichtes ruht nun die Erde, sein Eigenthum, für seinen Ruhm ein großes, schönes Heiligs thum. 4. Er gebeut; der Erde Felder und Hügel, Thåler, Berg'und Wälder blüh'n fruchts bar durch sein Wort voll Macht. Seine Sonn' in hos her Ferne regiert den Tag, und Mond und Sterne regies ren stiller in der Nacht. Er spricht; da füllt das Meer ein tausendfältig Heer ihm zum Preise. Auch singt und ruft das Volk der Luft zum Schös pfer, der's zum Leben ruft. 5. Und wie wimmelr's im Gefilde von Thieren! wie im Wald vom Wilde! Von Freus den hallen Berg und Thal. Wer bevölkerte die Erde mit diefer lebensfrohen Heerde, so mannigfaltig ohne Zahl? Was sich auf Erden regt, sich fühs let, fich bewegt, schuf der Höschste. Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott! Er ist der Schöpfer, er ist Gort! Schöpfung. 210 6. Liefer betet an, und bringet des hohen Lobes mehr, und singet erhabner euren Preisgefang! Laßt uns, sprach er, Menschen schaffen; ein Bild von uns, nach uns ges schaffen, und Adam ward, und jauchzte Dank! Dank, rief er, Schöpfer, Gott! ich ward auf dein Gebot, Preis dir, Schos pfer! Du, Herr, bist Gott, du, Herr, bist Gott! Es ist kein andrer Herr, als Gott! 7. Ewig wollen wir lobs fingen, und Ruhm und Dank dem Schöpfer bringen. Sein, sein ist Weisheit, Gut und Macht. Jauchzt, er hat auch uns erschaffen; nach seinem Bild auch uns erschaffen! Ihm werde Dank und Preis gebracht! Wir sind, o Gott, von dir. Frohlockend rufen Mel. Wie schön leucht't uns wir: Preis dem Schöpfer! 322. Erhebe dich, mein 2c. Er schuf die Welt, die er ers hält; es rühm', es preif ihn seine Welt! Lobgesang, zu Gott, um Ruhm und Preis und Dank vor seis nen Thron zu bringen! Er hört auch Menschenlieder gern, wenn gleich die Engel ihrem Mel. Ich lobe, Herr, und preise zc. 321. Erfreuender Ges Herrn noch höh're Psalmen fingen. Mich auch hat er mit den Heeren, die ihn ehren, zu den Stufen seines hohen Throns gerufen. 2. Wie groß ist Gottes Herrlichkeit! Er sprach zu seis nen Himmeln: Seyd! und zu dem Erdkreis: Werde! Gleich standen da voll Reiz und Pracht vor ihm, zum Preise seiner Macht, die Himmel und danke: Gott schuf, o Seele, dich! Gott, dem ich Alles danke, rief auch in's Leben mich. Er, der mit Licht und Pracht den ganzen Erdkreis schmucket, und jeden Wurm beglücket, er hat auch mich gemacht. 2. Erfreuender Gedanke, der mächtig mich erhebt, und, wenn ich irr' und wanke, wohl thätig mich belebt! Ich weiß, mein Schöpfer, Gott, gab mir dieß erste Leben, wird mir ein beffres geben; er ist und bleibt mein Gott. 3. Ich sollte muthlos klas gen, wenn mich mein Vater schlägt? Nicht gern ein Leiden tragen, das er mir auferlegt? Es dient zu meinem Heil; er kann und wird es enden. Von seinen treuen Händen erwart' auch ich mein Theil. 4. Erfreuender Gedanke: Gott schuf, o Seele, dich! Gott, dem ich Alles danke, rief auch in's Leben mich! Er wägt mein Glück mir zu, und macher meine Leiden zu Quels len größrer Freuden; Gedans ke voller Ruh'! Schopfung. die Erde. Wie er's ausrief, da begonnen tausend Sonnen, und erhellten ein unzählbar Heer von Welten. 3. Wie sie so herrlich sind, so schön, einträchtig alle Gott erhöh'n, und seine Größe preis fen! Wie Alles Jubel ist und Dank, ein hoher, lauter Lobs gefang des Gütigen und Weis sen! Ach, wie könnt' ich fühls los schweigen, solcher Zeugen Lob vernehmen, und doch seis nes Ruhms mich schämen! 4. Er hat, o Sonne, dein Gezelt, die Himmel über seine Welt für mich auch ausgebreis tet. Wer nützt die Erde mehr, als ich? hat sie mein Vater nicht für mich gegründet und bereitet? Lachen mir nicht alle Wälder, alle Felder froh ents gegen, reich für mich an seis nem Segen? 211 entzücken. Eher werden auch die Werke seiner Stärke nicht veralten, bis er kommt, Ges richt zu halten. 7. So hat mein Gott an mich gedacht, hat über sie durch seine Macht zum Herrs scher mich erhoben. Er gab mir meinen Leib, gab auch die Seele, seines Odems Hauch, gleich Engeln ihn zu loben. Rühm' ihn, Seele! Jauchzend halle von dem Schalle deiner Lieder Gottes Erd' und Himmel wieder! 8. Das Kind, der Jüngs ling und der Mann, die gans ze Schöpfung bet' ihn an, und seiner under Menge! Strömt hin aus meiner vols len Brust, strömt hin, Ems pfindungen voll Luft, in hos he Dankgesänge! Schöpfer, Vater, dich erhebe, weil ich lebe, meine Seele, meine hochs beglückte Seele! 5. Wem blüht das Thal? Für wen erhebt sich das Ges birg? Wem tönt und schwebt der Sänger in den Lüften? Für wen bevölkert sich das 323. Es war noch keine Mel. Herr Gott, dich loben wir zc. Meer? Wem lebt der Thiere zahllos Heer in Höhen und auf Triften? Quellen rieseln, Winde wehen, Flüss und Seen werden Meere mir zum Segen, ihm zur Ehre. 6. Noch strahlt mir unges schwächt sein Licht; noch weis gert die Natur fich nicht, die Welt für mich zu schmücken. Noch hat sie Freuden g'nug für mich, noch immer schön und jugendlich mein Auge zu Zeit; es war nur Ewigkeit: jetzt schufst du, Gott, der Hims mel Heer, und aller deiner Geister Heer. Die Himmel sind, wie weit sie sich aus breiten, wie geschmückt durch dich, nur Hütten für den bess sern Geist, der, selig nur, dich kennt, und preist: Erster! Unendlicher! Weiser! Allmächs tiger! Gnädiger! Heiliger! Jehova! unser Gott! 14* Schöpfung. 212 2. Du hast den Erdkreis aus, geschmückt mit Schönheit, die die Seel' entzückt; fie, die die Himmel überstrahlt, die Sons ne, die uns Leben strahlt, du führest sie zu uns herauf, und immer läuft sie ihren Lauf. Den fanftern Mond hast du gemacht, den Führer und den Schmuck der Nacht. Wohin wir, unser Schöpfer, geh'n, wie weit des Forschers Blis cke seh'n, 5. Trieft, o Allmächtiger, dein Fuß von deiner Gnade Ueberfluß. Die Quelle rinnt, es träuft der Thau; fie tránket uns, er trånft die Au. Der Berg, das Thal, der Wald, das Feld, der Erdkreis, den dein Arm erhält, ist schön, ist Segen, ist bestreut, Aumächtiger, mit Fruchtbarkeit. Wir leben gern! des Lebens Müh', du linderst und versüßest sie! 4. Den Schweiß auf unserm Angesicht bestrahlet deines Ses gens Licht. So hast du unsre Welt geschmückt mit Schöns heit, die die Seel' entzückt. Doch was sie war, das ist sie nicht! Sie trifft auch deis nes Fluchs Gericht: Erdbes ben, Donner, Stürme, Meer, Krieg, ungezählter Seuchen Heer. Wir sterben, denn du schickst das Schwert, den Tod, den Tod, der uns verheert. 5. Ach, Staub zu werden, finken wir in's Grab, furchts barer Gott, bor dir. Ein schwaches Lüftchen weht, wenn du ihm winkst, dem nahen Grab uns zu. Der Mensch, des Todes fichrer Raub, was wär' des Elends Knecht, der Staub, hätt' ihn dein Mitts ler nicht versöhnt, mit dir, Unendlicher, versöhnt? Gerechs tester, was wären wir, Jehos va, Richter, was vor dir? Mel. Aus deiner Quelle, Schis zc. 324. Ich freue meines Lebens mich, und preise, Gott der Liebe, dich. Ich rufe dir mit Jubel zu: Mein Schös pfer und mein Gott bist du! 2. Wo du bist, Vater, bin ich froh. Wo ist ein Punkt der Schöpfung, wo der Strahl von deiner Herrlichkeit nicht jedes Aug' und Herz erfreut? 3. Wenn aus des Schlums mers stiller Nacht mein Aug' zum neuen Tag erwacht, und Alles lebt im neuen Licht, wer fühlt, wer fühlt dich, Vater, nicht? 4. Mein Herz schlägt mächs tiger in mir; es strebt empor, empor zu dir, du Quell des Lebens, höchster Geist, den jeder Hauch des Mundes preist. 5. Mit stiller Luft erfüllt es mich: wohin ich sehe, seh' ich dich; und Alles, was ich seh', ist dein, und Alles gut, und Alles mein. 6. Der Sonne Strahl, des Mondes Licht ist dein, und leuchtet dir doch nicht; ist Schöpfung. 213 mein, und ihre, Herrlichkeit durch die er alles schafft? erfreut dich, weil sie mich er. freut. 7. Mich fühlet, mich belebt die Luft. Mein ist der Frühs lingsblume Duft, und mein der Bach, der Quell, der See, die Tiefe mein, und mein die Höh'. 3. Du fegnest mich durch Tag und Nacht, durch deines Himmels stille Pracht; und täglich und auf tausend Art hast du dich mir geoffenbart. 9. Was bin ich, Gott, was werd' ich seyn? Unsterblich einst, und ewig dein! Wer fühlt die Lieb', und sinket nicht lobpreifend auf sein An. gesicht? 10. Empfindung deiner Herrs lichkeit, ein Herz, das ganz sich deiner freut, das still in beiner Fügung ruht, und freue dig deinen Willen thut; 11. Das sey mein Dank, das sey mein Preis! Er ist dir angenehm. Ich weiß, auch dieß, mein schwaches Loblied bringt hinauf, wo dir der Engel singt. Eigne Melodie. Er spannet, gleich Gezelten, die weiten Himmel aus; er spricht, so gehen Welten aus ihrem Nichts heraus. 2. Er will, und Sonnen flammen; es drången Wasser, wenn er spricht, in Wolken sich zusammen, und ihre Schläuche reißen nicht. Er ruft den Uns gewittern; das Meer wird uns gestüm, des Himmels Säulen zittern, die Erde bebt vor ihm. Er schafft, wenn Blige zünden, wenn Inseln untergeh'n. Er winkt den raschen Winden; schnell wird sein Himmel schön. 3. Tief aus emporten Wels len hebt er Gebirg', und trocks net sie. Er legt in Felsen Quellen, sie rieseln und vers siegen nie. Er ziert mit juns gem Lichte das Antlit der Nas tur, und Blumen, süße Früch te sind dann der Schmuck der Flur. Er füllt selbst Wüstes neien mit seinen Wundern an; heißt Thiere da sich freuen, wo Niemand wohnen kann. 4. Herr, dein ist Huld und Stärke, und alle Weisheit, Gott, ist dein. Das rühmen deine Werke, das jauchzen, die sich deiner freu'n. Hoch in des Weltalls Chöre tönt unser Jus belruf. Preis dir und Dank und Ehre, dir, der auch uns erschuf! Sieh, Freudenthras nen fallen, die Herzen schlas gen dir! Du lebst, du wirkst in allen; nur dir vertrauen 325. Kommt, ommt, kommt, den Herrn zu preisen, der groß von Rath ist, stark von That; den Gütigen, den Weisen, der keinen seines Gleichen hat; den Schöpfer großer Werke, den Vater jeder Kraft! It's Weisheit nicht und Stärke, wir. 214 Schöpfung. Mel. Bis hieher twarst du stets zc. heit deiner Wege, die Liebe, wacht, 320. Mit heil'gem überlege: so weiß ich, von Bewund'rung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächs tig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn' an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? Schauer blick ich hin, Herr, zu des Himmels Höhen, wo Sonn' auf Sonne, Welt auf Welt so schön geordnet stehen. 2. Auf deine Erde strahlt herab aus weiter, hoher Fer ne des Mondes sanfter Sils berglanz, das milde Licht der Sterne. 3. Vom Staube wag' ich's hinzuschau'n, wo deine Sons nen glänzen, und forschend sucht mein Auge dort, Herr, deines Reiches Grenzen. 4. Umsonst! den grenzens losen Raum der fernsten Sons nenheere mißt kein Erschaffner, zahllos sind sie, wie der Sand am Meere. 5. Du zählst, o Unermeßs licher, der Sterne Millionen, und herrschest hier, und segs nest dort, wo nur Geschöpfe wohnen. 6. Auch dort ist deines Reichs Gebiet erfüllt mit hds hern Wesen: und sie, wie ich, find, Herr, durch dich zur Ewigkeit erlesen. 7. Frei werd' ich einst mit ihnen mich von Sonn' zu Sons ne schwingen; mit ihnen, Weltenschopfer, dir Dank, Preis und Ehre singen. Mel. Sey Lob und Ehr'dem höch sten zc. 327.2. enn ich, o Schd, pfer, deine Macht, die Weiss 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schoos der Erde auf mit Vorrath uns zu segnen? Gott der Macht und Herrs lichkeit! Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen! 4. Dich predigt Sonnens schein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. ,, Bringt," ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre!" Mich," ruft der Baum in seiner Pracht ,,, mich, ruft die Saat, hat Gott ges macht; bringt unserm Schös pfer Ehre!!! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunders bar bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand dich zu erkennen leitet: der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Be weis von deiner Güt' und Größe. Schöpfung. 6. Erheb' ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Der, den der Welten Loblied preist, sen angebetet! Amen. Und alle Welt fürcht' ihren Herrn, und hoff auf ihn, und dien' ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Mel. In allen meinen Thaten zc. 329.23. Mel. Aus deiner Quelle, Scho pfer er zählt der Ens gel Heere, die du zu deiner Ehre, Welten, 328. Unendlicher, wer schufft! Sie freu'n fich, deinen Willen gehorsam zu erfüllen, wie Flammen schnell, wenn du sie rufft. zählt die Reih'n der Schaaren, die sich deiner freu'n, hinauf zu dir als Vater seh'n, dir jauchzen, betend dich erhöh'n? 2. Unzählbar ist der Seelen Schaar, die einst an Staub gefesselt war, und, die erzos gen in der Zeit, sich nun in höhern Welten freut. 3. Unzählbar ist der Seelen Schaar, die jetzt und einst noch wunderbar du mit der Mensch heit Hülle zierst, und durch den Tod zum Leben führst. 4. Bahllose Geister preisen dich von Welt zu Welt und sehnen sich, den Einzigen, dem sie vertrau'n, im Licht der Selis gen zu schau'n. 5. Wann, o ihr Himmlis fchen, mein Geist sich seinen Fesseln einst entreißt, drångt er auch sich in eure Reih'n, ein Mitanbeter Gottes, ein. 215 7. Dem Vater, deffen 20 machtsruf auch ihn mit euch verbrüdert schuf, der Erdens hülle nur ein Grab, Unsterb. lichkeit dem Geiste gab. 6. Entzückt vom Licht, das er errang, begeistert von dem Throngesang, frohlockt er Dank, und strebt und ringt euch nach, wenn er dem Vas ter singt. 2. Sie, die nur Tugend üben, dich über Alles lieben, in Eintracht dich erhöh'n, fie eilen, in Gefahren uns Pils ger zu bewahren, in Noth uns liebreich beizusteh'n. 3. Bekehren, Gott, sich Suns der, und werden beine Kins der, die nun das Böse scheu'n; dann jauchzen ihre Lieder, daß ihre neuen Brüder sich einst, wie sie, am Throne freu'n. 4. In solchen Geisterchdren dich ewig zu verehren, welch eine Seligkeit! Wer wird fie einst empfinden? Der, der entwöhnt von Sünden, sich, ihnen gleich zu werden, freut. 5. D'rum, Höchster, laß auf Erden mich ihnen ähnlich wers den, wie sie, dir folgsam seyn; laß retten und bewahren mich Menschen in Gefahren, mich Jeden gern durch Hülf ers freu'n. 6. Was sind einst Müh' und Leiden, wann du zu ihren Vorsehung. 216 Freuden vor deinen Thron mich rufft! Dann jauchz' ich laut und preise dich, Gott, in ihrem Kreise, daß du für mich auch Engel schufft. 7. Froh lehren sie mich Vorsehung, Erhaltung und Regierung. Eigne Melodie. 330. Die Sonne schmu, det Berg und Thal; es wars met uns ihr milder Strahl; und schon hat manch Jahrs hundert ihr mildes Feuer übers all empfunden und bewuns dert. droben, dich würdiger zu los ben, des Himmels höhern Dank. Ich stimm' in ihre Chöre; dann wird zu deiner Ehre der ganze Himmel ein Gesang. 5. D Wahrheit, Himmels, glanz vom Herrn, sen mir zu meinem Heil nicht fern; geh auf in meiner Seele, daß ich mein Ziel hier kennen lern', und sichre Wege wähle! 6. Ja, Herr, dein Wort sey stets mein Licht. Olag mich deiner Leitung nicht muths willig widerstreben! Zu treuer Uebung meiner Pflicht gib Wärme, Licht und Leben. 2. Doch ist sie nur dein Bild, o Eigne Melodie. ſchwache weit erfaut! Du bist 331. Gott, deine weife ber die Welt erfüllt! bie wahre Sonne. Aus deis ner Vatergüte quillt Licht, Les ben, Heil und Wonne. Macht erhält die ganze lebens volle Welt, und Aller Augen freuen sich, und warten hoffs 3. Dein Auge, das für Alnungsvoll auf dich; auf dich, les wacht, hat auch auf unser der du sie Alle liebst, und Als Wohlseyn acht, und wird nie len ihre Speise gibst. matt und trübe. Selbst in bewolkter Mitternacht ums strahlt uns deine Liebe. 4. Du bist's, der die er, schaffne Welt vom Engel bis gum Staub erhält; du siehest unfre Sorgen. Kein Blätts chen, das vom Baume fällt, bleibt deinem Blick verbors gen. 2. Du öffnest deine Hand, so fließt herab, was Jedem nothig ist; mit Wohlgefallen sättigt fie dein Aufseh'n, und versäumt sie nie. Nie find Geschöpfe deiner Hand dir unwerth oder unbekannt. 3. Auch mir gabst du, mein Gott und Heil, noch täglich mein bescheiden Theil; gabst mir's mit Huld und Freunds lichkeit, so lang ich bin, zu rechter Beit. Kein Vater sorgt Vorsehung. so båterlich für seinen Sohn, als du für mich. 4. Ich bin's gewiß, du Fannst mich nicht verlassen, meine Zuversicht; ich bin's gewiß, du thust mir wohl, so lang ich hier noch leben soll.. Nicht Ueberfluß bitt' ich von dir; was ich bedarf, das gibst du mir. 217 9. Bei deiner Gaben les berfluß erhalt mich måßig im Genuß; bewahr' mich in der Dürftigkeit vor Schmach und Unzufriedenheit! Du nährst mich, Vater; Preis und Dank bring' ich dir all mein Lebens lang! Eigne Melodie. Der Bogel bauet nicht 332. Gott ist mein Lieb! 5. das Land; doch nährt ihn deis ne milde Hand. Du schmückft die Blume königlich, die nicht zur Arbeit eilt, wie ich; und Vater, ich vergeff es nie, weit mehr bin ich vor dir, als sie! Er ist der Gott der Stärke; groß ist sein Nam', und groß sind seine Werke, und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und spricht's: so sind und leben Welten. Und er gebeut: so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, und seines Thrones Feste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 6. Mich schufft du nicht für diese Zeit; mein Ziel ist eine Ewigkeit. Vernunft hab' ich von dir, o Gott; für mich ging Jesus in den Tod; nichts, was die Erde zeugt und nährt, gleicht mir an Hoheit und an Werth. 7. Von dir, der das an mir gethan, werd' ich auch Speis und Trank empfah'n. Dem Sünder selbst, der dich verschmäht, gibst du sie ohne sein Gebet. Auch mich wirst bu, Herr, auf mein Fleh'n, mit dem, was ich bedarf, verseh'n. 8. Laß du mich nur genüg. sam seyn, und deiner Gaben mich erfreu'n; doch mehr noch deiner, der du dich so freund, lich zeigest gegen mich, und selbst die reiche Quelle bist, aus welcher jede Wohlthat fließt. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn' Anfang Gott, und Gott in Ewigkeis ten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war, im Himmel, Erd' und Meere, das kennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nab', du fißest Vorsehung. 218 oder geheft; ob du an's Meer, ob du gen Himmel flöhest: so ist er allenthalben da. 8. Er fennt mein Fleh'n und allen Rath der Seele. thu' und fehle, und eilt, mir gnädig beizusteh'n. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch uns bereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr, immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde seyn! 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern faffen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, verkündigt seis nes Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du, Luft und Meer, ihr, Auen, Thal und Hügel, ihr send sein Loblied und sein Pfalm. 13. Du trånkst das Land, führst uns auf grüne Weis den; und Nacht und Tag, und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. Himmel und nach Erden, und biete selbst der Hölle Truß. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; follt ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben bålt? Mel. Herr, du regierst, daß als les 2c. 333. Goff forgt für Alle, die auf Erden wohnen; er ist der Vater aller Nationen, der allen reichlich gibt, und gern gewähret, was sie ernähret. 2. Er schaut die Erd' an; die Gefilde lachen; er wässert sie mit Thau, sie reich zu machen. Sein Strom ist voll; er forget für die Saaten, daß sie gerathen. 4. Auf Bergen und in Thås lern hüpfen Heerden; er schafs fet Gras, daß sie gesättigt wers den. Dem Schnitter rauscht der vollen Felder Segen zur Erndt entgegen. 5. Sein Ruhm ertönt von den Geschöpfen allen, und Wald und Au' und Berg und Thal erschallen von lautem, ihm frohlockendem Getümmel hinauf zum Himmel. 6. Dich preist, o Gott, entzückt auch meine Seele. Was ist's, das ihr an Glück und Wonne fehle? Und wenn 15. Ist Gott mein Schuß, die Welt und alles Gut will Gott mein Netter wers zerstäubet: ihr Segen bleis ben: so frag' ich nichts nach bet. 3. Die tief gepflügten Furs chen füllt sein Segen; die Erde lechzt, und sie erfrischt sein Regen. Der Sommer glüht; es reifet das Getreide zu unsrer Freude. Vorsehung. Mel. O du Liebe meiner Liebe zc. 334. Sch will danken und lobfingen Gott, der seine Welt regiert. Preis und Ruhm will ich ihm bringen, der mich wie ein Vater führt. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Deen Augen nie ermüden, 335. Nie kann ich meis der zu bewachen, die er liebt; mir Leben, Freude, Frieden, der mir Alles, Alles gibt. 2. Alle liebst du, Aller Les ben ist dein Werk und ist dir werth; Allen gibst und wirst du geben, was das fromme Herz begehrt. Alles Große, alles Kleine ist, Herr, offens bar vor dir, und für Alle forget deine Vatergüte für und für. nes Gottes Wege mit meinen Blicken überseh'n; noch, wenn ich Alles überlege, vollkommen seinen Rath versteh'n. Doch weif und heilig ist sein Plan: er herrscht als Gott; ich bet ihn an. 3. Meines kurzen Lebens Tage zähleft und bewahrest du; wiegest auf gerechter Was ge mir mein ganzes Schicksal zu: überschüttest mich mit Ses gen, sättigst mich mit milder Hand, führest mich auf sichern Wegen, Gott, nach meinem Vaterland. 219 mich erfreu'n! Täglich wirst du mir beweisen, wie so mild und gut du bist. Deine Gus te werd' ich preisen, daß sie unerschspflich ist. 4. In die Tiefen meiner Seele blickst du und ergrün, dest sie. Was ich denke, was ich wähle, birgt sich deinem Auge nie; du, du siehst's, ob ich dich liebe, Geber der Uns sterblichkeit, ob ich jede Tus gend übe, die mir dein Gesetz gebeut. 5. Heil mir, wenn ich ernst lich strebe, deiner Liebe werth zu seyn; o dann werd' ich, weil ich lebe deiner Aufsicht 2. Ich kann genug von ihm erkennen, mich seiner Macht und Huld zu freu'n, bewuns dernd Vater ihn zu nennen, mein ganzes Leben ihm zu weih'n; genug, ihm kindlich zu vertrau'n, und immer froh auf ihn zu schau'n. 3. Er wählt, was brauch' ich mehr zu wissen? nichts Bödses, thut vergebens nichts. Selbst in des Lebens Finsters nissen bedarf ich keines hellern Lichts. Was er hier werden läßt, ist ja zum Besten feiner Menschen da. 4. Der Wolken Sturm, des Meer's Getümmel braust, oder ruht, wie er's beschließt, er, welcher höher als die Hims mel, und tiefer als der Abs grund ist; er segnet selbst im Sturm, was lebt, wenn auch die Welt erschüttert bebt. 5. Was brauch' ich Alles zu ergründen, was er beschlossen Vorsehung. 220 hat und macht? Genug, ich kann den Vater finden im Sonnenglanz und in der Nacht. Was er für seine Kinder thut, ist alles recht, ist Alles gut. 6. Kenn' ich den Weg des Lichts, des Regens, des Blis Bes und der Winde Gang? Kenn' ich die Quellen alles Segens? Versteh' ich's, wie das Meer entsprang? Sah ich's, wie er die Berge wog, und seiner Erde Richtschnur zog? 7. Wer trägt die Himmel, die nicht wanken? Wer hält uns, daß wir nicht vergeh'n? Wer gibt verständige Gedans ken, der Weisheit Lehren zu versteh'n? Der Herr, der weise nur beschließt, nur thut, was gut und heilig ist. 8. Jhm will ich folgen, Als les haffen und meiden, was er mir verbeut; ihm will ich Findlich überlassen mein Glück in Zeit und Ewigkeit. Er führe mich; er führt gewiß zum Lichte von der Finsters niß. das Land mit deinen Gütern an. 3. Dein Fußtritt in den Wolken träuft von Fett und Fruchtbarkeit; die Saat geht auf und blüht und reift, und fåttigt und erfreut. 4. Wie herrlich glänzet jede Flur! Es fließt, sich immer gleich, der Freude Quell, und die Natur ist unerschöpflich reich. 5. Wem strömt sie nicht, von dir erfüllt, in tausend Bächen zu? Wer ist so gut, so treu, so mild, so väterlich, wie du? 6. O betet, Menschen, bes tet an! Erwägt's, und dens ket nun: was hat Gott schon an uns gethan? Was will er künftig thun? 7. Läßt er uns seine Freunds lichkeit schon hier so reichlich seh'n: was wird in der Volls kommenheit der bessern Welt gescheh'n? 8. Noch tiefer dringt alss dann mein Blick in seine Wunder ein. Gott, lag O dieß erhabne Glück mir stets vor Augen seyn! Mel. Du, Gott, bift über alles Herr 2c. 336. Noch immer wech, 337. D Jahres feln ordentlich des Beiten ab, und früh und spat ergießet sich dein Regen, Gott, berab. 2. Noch öffnest du die milde Hand, Herr, wie du stets ges than; du segneft und du füüst Eigne Melodie. Herr, mein Gott, durch den ich bin und lebe, gib, daß ich mich in deis nen Rath ergebe; laß ewig deinen Willen mein, und was du thust, mir theuer seyn. 2. Du, du regierst, bist. Vorsebung. Weisheit, Lieb' und Stärke. Du, Herr, erbarmst dich aller deiner Werke. Was zag' ich einen Augenblick? Du bist mein Gott, und willst mein Glück. 3. Von Ewigkeit hast du mein Loos entschieden. Was du bestimmst, das dient zu meinem Frieden. Du wogst mein Glück, du wogst mein Leid; und was du schickst, ist Seligkeit. 4. Gefällt es dir, so müsse feine Plage sich zu mir nah'n; gib mir zufriedne Lage! Allein, verwehrt's mein ewig Heil, so bleibe nur dein Trost mein Theil. 5. Aus Liebe gibst du uns der Erde Freuden; aus Liebe sendest du der Erde Leiden. Ist nur mein Weh' nicht meis ne Schuld, so zag' ich nicht; du gibst Geduld. 6. Soll ich ein Glück, das du mir gabst, verlieren, und willst du, Gott, mich rauhe Wege führen: so wirst du, denn du hörst mein Fleh'n, mir dennoch eine Hülf ers seh'n. 7. Vielleicht muß ich nach wenig Tagen sterben; Herr, wie du willst! Soll ich den Himmel erben, und dieser ist im Glauben mein, wie kann der Tod mir schrecklich seyn? Mel. Vom Himmel hoch, da zc. 338.S. eh' ich erstaunt der Welten Pracht, und denk' 221 ich dessen Gut und Macht, der fie erschuf: so steigt mein Geist empor, und betet an und preist. 2. Gott, der den Himmel ausgespannt, umfasset ihn mit starker Hand, und seines Reis ches Herrlichkeit ist ohne Grenzen, Maas und Zeit. 3. Und diese Welt, im Schöpfungsreich ein Punkt Wie voll von Freuden ohne nur, wie an Schmuck so reich! Zahl, und Wundern Gottes überall! forgt nicht nur der gute Vas 4. Doch für das Ganze ter der Natur; er, der den kleinsten Staub beseelt, hat jedes Haupthaar auch gezählt. 5. Und ohne seinen Willen fällt kein Sperling nieder; denn er hält den Wurm, der sich im Staube nährt, bes Schußzes, wie den Engel, werth. 6. Und so sorgt auch sein Vaterfinn für mich, und was ich hab' und bin. Leib, Seele, Geist, Herz und Verstand vers dank' ich seiner Vaterhand. 7. Er wog nach meiner Fås higkeit mir meine Wohlfahrt und mein Leid, mein ganzes Schicksal bis in's Grab, und meine Lebensdauer ab. 8. Erhalte den Gedanken mir, o Gott: was kommt, das kommt von dir! Was deine Vorsicht an mir thut, ist herre lich, weise, beilig, gut. Natur, Würde und 222 Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 330. Wie eingeschränkt Wie uners ist alles Wissen! forschlich die Natur! Umhüllt von tiefen Finsternissen ver, lier' ich oft der Weisheit Spur. Ich bin ein Mensch, ein Mensch von Staub, und ach, wie leicht des Irrthums Raub! 2. Was ist doch alle Lust auf Erden? Ein süßer Traum Schnell fliehet fie. Sie wirkt oft Sorgen und Beschwerden, und was sie gibt, befriedigt nie. Man hofft, genießt und wünschet mehr, und das ges täuschte Herz bleibt leer. 3. Wie oft darbt nicht die stille Tugend, die weinend zu dem Himmel blickt! Die Uns schuld seufzt, oft in der Jus gend schon vom Verfolger uns terdrückt; und oft ist des Vers Gott, dich soll mein Geist ers heben! Du gabst der ganzen Welt Bewegung, Kraft und Leben. Was Geist und Körs per heißt, was Erd' und Hims mel hegt, hat deine Hand ges baut, die jetzt noch Alles trägt. dienstes Lohn nur Müh' und Elend, Schmach und Hohn. 4. Ich sehe Sünder kühn sich brüsten, und fest und uns erschüttert steh'n. Sie folgen frech nur ihren Küsten, als könns ten sie nicht untergeh'n. Sie freveln, und ihr Glück gedeiht; fie trotzen der Gerechtigkeit. 5. Doch Gott regiert! O keiten nicht! Er richtet einst; Seele, zage bei Unbegreiflichs hier dunkel war, dir Licht. an jenem Tage wird, was Es folgt dem Sünder seine Schmach, dem Frommen seine Tugend nach. Natur, Würde und Bestimmung des Menschen. Mel. Erscheine meinem Geist zc. Menschen sich verklåre. Das rum hast du den der in 340. Almächtig großer mir lebt und denkt, mir zur Unsterblichkeit, aus freier Huld geschenkt. 3. O welch ein großer Zweck, dazu du, Gott, mich schufest! Wie herrlich ist das Glück, wozu du mich berufest! Dir, Höchster, ähnlich seyn, wohls thätig seyn, wie du: o wohl mir, wenn ich's bin! Hilf du mir selbst dazu! 2. Du schusst, ich dank' es dir! auch mich zu deiner Ehre, und wolltest, daß dein Bild im 6. Entreiße dich der Erde Lüsten! Erhebe dich zur Ewigs feit! Geht gleich dein Weg durch dunkle Wüsten, getrost! kurz ist der Pfad der Zeit. Bald, bald wird er dir aufges hellt, und dich umstrahlt die beffre Welt. Bestimmung des Menschen. 223 4. Laß mir dieß große Ziel hier kann ähnlich werden. doch stets vor Augen schweben. Dann werd' ich ewig einst mit Mein allerstärkster Bunsch, dir vereinigt seyn, und mich mein eifrigstes Bestreben in ohn' Unterlaß, Gott, deiner allem meinem Thun sey dieß, Güte freu'n. o Gott, allein, daß ich auch so wie du gesinnet u bist der Wahrheit 341. Es werde Gott von Mel. Wer mit dem reinen Sees lenblicke 2c. dir erhoben, du seines Odems Hauch, mein Geist! Sollt' ich nicht meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preist? Ihn, der mich schuf, sein Bild zu seyn und seiner Liebe mich zu freu'n? Freund; laß mich auch Wahrs heit lieben, und mit stets muns term Fleiß in allem dem mich üben, was mich zur Weisheit führt- zur Weisheit, die dich ehrt, und Allem Beifall gibt, was du uns selbst gelehrt. 6. Laß deine Heiligkeit mich stets zum Muster nehmen. Hilf mir die Sünde flieh'n, des Fleisches Lust bezähmen, nur das, was recht ist, thun, des Guten mich erfreu'n, und dem, der's üben will, auch gern bes bülflich seyn. 7. Gib, daß ich, so wie du, ein Freund der Menschen wer de, dem Wohlthun Freude macht, der Kummer und Bes schwerde dem Nächsten gern erspart, sein Leiden ihm vers füßt und, wo er helfen kann, jum Helfen willig ist. 8. Noch bin ich weit ents fernt, o Gott, von diesem Zies le. Du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich selber fühle, wie wenig ich dir noch im Gus ten ähnlich bin. O bilde du mich ganz nach dir und deis nem Sinn! 9. Beglückt ist nur alsdann mein Lebenslauf auf Erden, wenn ich dir immer mehr schon 2. Schon ist der sonnens reiche Himmel, den er zu seis nem Throne wählt; doch ist der sonnenreiche Himmel ges dankenlos und unbeseelt; doch mir gab seine Vaterhand Ems pfindung, Leben und Verstand. 3. Anmuthig, prachtig, zum Entzücken ist Gottes ganze Körperwelt. Wer zählt die Reize, die sie schmücken? Und doch, was nüßte diese Welt dem Menschen, könnt' er nicht, wie schön, wie wundervoll sie sey, versteh'n. 4. Für Engel nur, und nur für Seelen, die zu den Geis stern Gott erhob, find sie so herrlich; sie erzählen nur ihnen meines Schöpfers Lob. D Seele, jauchze, daß der Ruf der Allmacht dich zum Geiste schuf! 5. Gott, ich kann denken, ich gewinne, weil ich zu einem Geiste ward, durch die Em 224 Natur, Würde und pfindung meiner Sinne Ges zu seyn, und seiner Liebe mich danken tausendfacher Art. Ach, zu freu'n. strebt' ich, alle dir zu weih'n, wie selig könnt' ich hier schon seyn! Mel. Dir, dir, Jehova, will zc. 6. Ich kann fie fammeln 342. Ho och über mir und verbinden, und trennen, wie es mir gefällt; die Welt empfinden, mich empfinden, mich unterscheiden von der Welt. Zu tausend Thaten hab' ich Kraft; wer gibt sie? Gott, der Alles schafft. dein Sternenhimmel und dein Gefeßz, o Heiligster, in mir erhebt den Geist vom Erdges tümmel, hebt ihn anbetungss voll hinauf zu dir; der Andacht heiliges Gefühl durchglüht, Unendlicher, mein staunendes Gemüth. 7. Wie feurig dürftet meine Seele nach Wonne, Glück und Seligkeit! Nur daß ich oft bes trogen wähle, was mich nach dem Genusse reut. Doch, das ist meiner Thorheit Schuld, und schndder Mißbrauch seiner Huld. 8. Begabt mit wundervols len Sinnen, mit Freiheit, mit Vernunft von dir, sollt' ich, o Gott, dich liebgewinnen, dich nur, und nichts gebräche mir. Ach, möchte meine Seele dein mit allen ihren Kräften seyn! 9. Gott, meine Lust sen, dich zu kennen, dich, Urquell der Bollkommenheit! Von deiner Liebe zu entbrennen, dieß sey mir Ruhm und Seligkeit! Nimm hin mein Herz; was fehlt mir dann, wenn es sich beiner rühmen kann! 10. Es werde Gott von dir erhoben, du, feines Odems Hauch, mein Geist! Auch ich will meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preist. Ihn, der mich schuf, sein Bild 2. Gefühl für meine Mens schenwürde prägt jenes heilige Gesetz mir ein; selbst bei des Erdenlebens Bürde fühl ich den hohen Werth, ein Mensch zu seyn, wenn ich mit Eifer und Entschlossenheit erfülle, was mir dein Gesetz gebeut. 3. Ich soll, ich will das Gute lieben, nicht darum, weil hier jeder Tugendthat Belohs nung folgt; ich soll sie üben, weil Tugend ihre innre Würs de hat. Sie hebt den Geist hoch über Grab und Zeit, bes lebt den Glauben an Unsterbs lichkeit. 4. Nicht angstlich streb' ich nun auf Erden nach dem Ges nusse voller Seligkeit; nur würdig will ich ihrer werden, das Gute thun, weil es die Pflicht gebeut. Bin ich es würdig, dann gewiß, o dann bet' ich dich einst in deinem Himmel an. 5. Vater, fegne mein Bestreben, dem hohen Ruf zur Tugend Bestimmung des Menschen. 225 Tugend treu zu seyn; laß mich sich dein, der du mein Vater ganz meinen Pflichten leben, bist, zu freu'n und dich zu nur ihnen meine Lebenskräfte lieben. weih'n! Dem Frommen nur, der treu war seiner Pflicht, strahlt einst der Tugend Werth im hellern Licht. 5. In stiller Andacht kann mein Geist sich bis zu dir ers heben, und dir, den Erd' und Himmel preist, auch Preis und Ehre geben. Auch ich kann thun, was dir gefällt, her in deiner Mel. Ich halt' an meinem Gott ze. 343. Laß mich des Mens Welt, was nüßlich ist, vers breiten. schen wahren Werth, mein Gott, zu Herzen nehmen, und dessen, was mich selbst ents ehrt, mich allzeit innig schäs men. Nie komm' es mir aus meinem Sinn, was Alles ich vermag und bin durch deine weise Güte. 2. Du bildetest mir mein Gebein, du hauchtest mir die Seele allmächtig, o mein Schöpfer, ein, durch die ich denk und wähle. Noch mehr, als was die Sinnen rührt und durch sie Schmerz und Lust gebiert, kann ich versteh'n und fassen. 3. Gott, diesen Vorzug gabst du mir vor so viel Millionen, die auch beseelt, genährt von dir, auf deiner Erde wohnen. Was jenen fehlt, verliehst du mir, Vernunft und Freiheit, und mit ihr Gefühl für Recht und Unrecht. 4. Du schufft mich zur Ges selligkeit und für der Freunds schaft Freuden, gabst mir ein Herz voll Fühlbarkeit für An drer Glück und Leiden; noch mehr, ein Herz, das fähig ist, 6. Nicht blos für diese kurze Zeit riefst du mich in dieß Les ben; zu Freuden einer Ewigs keit soll sich mein Geist erhes ben. Und wird auch gleich der Leib zu Staub, so bleibt er nicht des Grabes Raub; du wirst ihn auferwecken. 7. Vom Himmel kam, ges fandt von dir, dein Sohn zu uns auf Erden; er kam und ward ein Mensch, wie wir, der Menschen Heil zu wers den. Wie hoch sind wir durch ihn geehrt! wie ernstlich durch ihn selbst belehrt, der Menschs heit Werth zu schätzen! 8. Und ich sollt' diesen Werth entweih'n, und meiner unwerth handeln? der schnöden Lust ergeben seyn, nicht deine Wes ge wandeln? Fern sey von mir ein solcher Sinn! Bewah re mich, Gott, deß ich bin, daß ich so tief nicht sinke! 9. Gib vielmehr, daß ich allezeit auf mein Gewissen achte, nach Weisheit und Ges rechtigkeit mit allem Eifer trachte, dich liebe, und mich 15 Warde und vollkommner zu versteh'n, was Sterbliche nur dunkel seh'n. 6. Durch deiner Vorsicht gnåd'ges Walten, die mich von Kindheit an umfing, bin ich 220 Natur, deiner freu', und so des Vor zugs würdig sey, den du mir haft verliehen. Mel. Wer mit dem reinen Sees lenblicke zc. 344. Gott, den Erd' Noth vorüber ging. Ich lebe noch und preise dich, Herr, deine Rechte schützet mich. und Himmel ehren, von dir kommt aller Welten Pracht! Was wir Vollkommnes seh'n und hören, hat deine Schöpfers hand gemacht. An deine Weiss heit, an dein Licht reicht aller Menschen Weisheit nicht. 7. Hilf, daß ich dir zur Ehre lebe, und willig thu', was dich erfreut, und Geist und Leib und Glieder gebe zu Waffen der Gerechtigkeit: daß ich bis in den Tod dir treu, dir danks bar und gehorsam sey! 2. Ich preise, Vater, deine Güte, die mich auch wunders bar erschuf, und mit frohlos ckendem Gemüthe verehr' ich deinen Mel. Ich halt' an meinem Gott ze. deis ner Wunder zu erfreu'n und 345. We ie wichtig ist Herold deines Ruhms zu seyn. 3. Du hast den Leib, obs schon aus Erde, doch wuns derbar und schon gebaut; daß er der Seele würdig werde, ihm Sprach' und Sinne ans vertraut. Und mich hast du zum Herrn der Welt, dem Alles dienen soll, bestellt. doch der Beruf, den Gott uns hat gegeben! Gott, als uns deine Liebe schuf, da schuf fie uns zum Leben; zum Leben, welches ewig währt, wo uns kein Leiden mehr beschwert, willst du uns hier erziehen. 4. Du gabst zum Denken und Empfinden mir dieß Ges fühl, mir diesen Geist, der zwar zu schwach ist, zu ergrüns ben, wie herrlich du, mein Schöpfer, senst; jedoch, was du an mir gethan, erkennen und bewundern kann. 5. Und diesen Geist, der in mir denket, schufst du nicht blos für diese Zeit; nein, Herr, du hast ihn mir geschenket zum Leben in der Ewigkeit, um da 2. Nicht hier ist unser Vas terland; nur, Gott, bei dir dort oben, da ist der Ort, wo deine Hand ein Glück uns aufs gehoben, das keine Zeit uns wieder nimmt; hier sind wir nur von dir bestimmt, uns dess sen werth zu machen. 3. laß mir doch dieß große Ziel durch nichts vers rücket werden! Was hilft's, wenn ich auch noch so viel von Gütern dieser Erden, von Ehre, Geld und Luft gewinn', wenn ich dabei nicht tüchtig Bestimmung des Menschen. 227 bin, dein Himmelreich zu ers Leib auch deine Spur, Gott, ben? der du ihn bereitet. Du gabst ihn mir, Herr, nur von dir bin ich so schön bekleidet. 4. Dein Pilger bin ich ja nur hier; laß mich dieß nie vergessen. Nur wenig Tage hast du mir zur Wallfahrt zus gemessen. Schnell wie ein Traum sind sie vollbracht, und dieser schönen Erde Pracht wird dann für mich verges hen. 5. O laß des Himmels Herrlichkeit mich stets vor Aus gen haben, und hier in dieser Prüfungszeit um jene beffre Gaben, die mir im Tode nicht entflieh'n, am ersten und mit Ernst bemüh'n, damit ich einst nicht darbe. 6. Ein Herz, das dich, Vater, liebt, sich seiner Würs de freuet, das so, wie Jesus, Tugend übt, und sich vor Suns den scheuet: ein solches Herz, das wird allein sich ewig deis ner Gute freu'n in jenem hos hern Leben. 7. Zu diesem Sinne wollst du mir, Gott, Muth und Kräfs te geben, damit ich immer md, ge hier nach den Gesetzen les ben, die selbst im Himmel gültig sind, bis ich als dein bewährtes Kind dein Erbtheil einst empfange. 2. Schon der Geschöpfe gros ßes Heer, die du uns unters warfst, wie sehr rühmt's deine Güt' und Stärke! Wohin ents zückt mein Auge blickt, erblick ich Wunderwerke. 3. Doch lauter predigt noch von dir des Menschen edler Blick an mir. Auch in des Körpers Hülle verklaret sich so sichtbarlich, Herr, deiner Gnaden Fülle. 4. Froh trägt der Mensch sein Haupt empor; ohn' Uns terlaß bringt Aug' und Ohr ihm neuen Stoff zum Dens ken; wohin es sey, kann leicht und fret er seine Glieder lens ken. 5. Sanft, lieblich oder fürchs terlich, malt jede Herzenss regung sich im Ausdruck der Geberden. Will ich's auch nicht, muß mein Gesicht beim Unrecht schamroth werden. 6. Auch Andern soll mein innrer Sinn, gut oder böse, wie ich bin, nicht ganz vers borgen bleiben; mein Anblick soll, gleich tugendvoll zu wers den, Andre treiben. Der Leib. 7. Doch ist mein Leib die Hülle nur; allein die geistige Mel. In dich hab' ich gehoffet ze. Natur kann, Gott, dein Bild ich's 340. Dbschon des Geis nie bloßen Schein von außen ftes hulle nur, zeigt doch mein glänzen lassen! 15* 228 Natur, Würde und Der Geift. Mel. Wie groß ist des Alls macht'gen 2c. 347.3 ch bin, und Dank wird meine Freude; ich bin, und mein ist eine Welt. Ich seh' und hör', und unterscheis de, was mir in's Ohr und Auge fällt. Ich, selber mir bewußt, gewinne Gedanken zahllos, wo ich bin. Zum Kunstwerk meiner äußern Sin, ne ward mir ein hoher innrer Sinn. 2. Es wallt die Saat im seyn? goldnen Lichte; es tönt Ge- 6. Was werd' ich einst, o fang; es wehet Duft; mich laben süßgereifte Früchte; mich kühlt ein sanfter Hauch der Luft; und Alles wird in mir Gedanke, schnell in's Bewußts feyn mir gestellt; ein Blick nur, und in enger Schranke faff ich die weite Außenwelt. Gott, erkennen, wann meine Sinnenhülle fällt, dort, wo zahllose Sonnen brennen, zu leuchten mir von Welt zu Welt! Da wird, ach, was fein Aug' erspähte, fein Ohr vernahm, mir offenbar; und jede Welt, die ich betrete, weih' ich dir, Gott, zum Danks altar. durch stilles Anschau'n hell; vermag Gedanken zu verbins den, und wird sich selbst Ers fenntnißquell. 5. Was war' ich ohne diese Gabe? Was ohne sie die Schöpfung mir? Du, dem ich sie zu danken habe, mein Dank frohlockt hinauf zu dir. Du siehst Gedanken, eh' fie werden; sollt' ich dir, Gott, nicht jeden weih'n? Nicht stres ben, als dein Bild auf Erden auch an Erkenntniß reich zu 3. Doch wer erforscht es, wie verlieren sich fremde Wes sen in mein Ich? Wo steh'n die Grenzen? Wo berühren der Geist und die Erscheinung fich? Ich Gott, Verstand und Vers nunft. Mel. Ich halt' an meinem Gott 2c. macht entrissen, und finde 348. Dem Menschent, Wunder im Verstand; er ist's, durch den ich alles Wissen, mir immer unbegreiflich, fand. Schöpfer, glänzt dein Licht. mit heiligen Gedanken naht er sich dir; ihn hemmen nicht des Körpers enge Schrans ken. Er ist dein Bild im Wes senheer; mit Sinn und Trieb empfing nur er Vernunft, der Gaben höchste. 4. Er nur erkennt die Näh' und Ferne, der Dinge Stus fenbahn und Lauf; nimmt, wie den Himmel voller Sters ne, so auch das Sonnenstaubs chen auf; macht Alles, was die Sinn' empfinden, in mir 2. Mit ihr empfing er, Gott, von dir die Herrschaft Bestimmung des Menschen. beiner Erde, und Schöpfer, kraft, daß Alles hier durch ihn verschönert werde. Sie macht ihm Müh' und Arbeit leicht; und was nicht Aug' und Ohr erreicht, kann er durch sie ers gründen. 3. Sie zeigt im Staub ihm deine Spur, wie in der Wels tenferne; führt von dem Schauplatz der Natur zu dir ihn über Sterne; zerstreut um ihn des Irrthums Wahn, und weiß des Lebens dunkle Bahn ihm freundlich zu erhellen. 4. Sie macht durch weisen Unterricht ihm schöner seine Freuden, und bringt ein über irdisch Licht in seine Nacht der Leiden. Sie zeigt ihm sein erhabnes Ziel, und weckt und nährt in ihm Gefühl für seine hohe Würde. 229 sie kämpft mit Macht, der Menschheit Recht zu schützen; verläßt der Wahrheit Spuren nie, und selbst durch Zweifel dringet sie zu ihrem reinern Lichte. 6. Durch sie erkennet er das Band, das deine Vaterliebe um alle, alle Menschen wand, und fühlet höh're Triebe. Tief rührt ihn nun der Brüder Schmerz; mild wird die Hand, und groß das Herz, auch Feins de zu beglücken. 7. Es stürm' auf sie der Wetter Nacht mit fürchterlis chen Blizen; sie zaget nicht, 8. Durch Jesum, preist es laut! erschien sie in des Hims mels Klarheit. Wir freuen uns, belehrt durch ihn, des höhern Lichts der Wahrheit. Er liebte stillen Prüfungsgeist, der sich dem Vorurtheil ents reißt, und haßte blinden Glaus ben. 9. Preis dir, der uns so herrlich schuf! Dich mit Vers nunft zu ehren, und folgsam stets auf ihren Ruf, auf ihr Gesetz zu hören, dieß sey uns Allen heil'ge Pflicht, daß wir des Menschen Würde nicht in schudder Lust vergessen. Gefühlsvermögen. Mel. Valet will ich dir geben sc. 5. Sie gibt ihm Muth, sie gibt ihm Kraft, sich selber zu bezwingen; im Kampfe mit der Leidenschaft die Freiheit zu erringen. Sie daß zu einer schönern Welt hinan, zu deis nem Himmel führet. nur der Lugend Bahrteak 340. Wie feblågt voll schlägt Dank und Liebe dir, Gott, mein fühlend Herz! Du gabst mir Sinn für Freude, gabst mir Gefühl für Schmerz; und Wohl und Wehe bilden im Wechsellauf der Zeit mich zu dem höhern Leben in deiner Ewigkeit. 2. Schön ist dein Land, die Erde, reich jeder Quell der Lust; und schnell werd' ich des Guten und Schönen mir bewußt; und jede reine Freus 250 Natur, Würde and be ist Lebenssonnenschein, in der Schmerz von dieser Erde bem des Geistes Kräfte zur Thätigkeit gedeih'n. Banden, von Sinnlichkeit mein Herz. 3. Was fühl ich, wenn die Sonne, wie neugeschafs fen, glüht, und auferstandnes Leben auf Erden grünt und blüht! Was, wenn am Fries densstrahle die schön're Saat gedeiht, die mild umher die Weisheit und Menschenhuld gestreut! 8. Wenn einsam meine Sees le zu dir, dem Retter, fleht, wie stärkt mich hoher Friede im findlichen Gebet! Und preist des Dankes Thrane dich an des Leidens Ziel: o dann ist mein Entzücken des Himmels Vorgefüh!! 4. Schlingt in des Freuns des Leben sich freundliches Geschick; fällt selber mir zum Loose ein unverhofftes Glück; lohnt mir des Tages Mühe ein rdles Herz mit Lust: welch heilige Gefühle erfüls len meine Brust! Da 9. Es flieh'n die Erdges danken; ich athme Seligkeit, wenn dir im Heiligthume die Andacht Opfer weiht. knie ich mit den Frommen vor deinem Thron und du siehst freundlich unsre Rüh. rung, und lohnst mit Hims melsruh'. 5. Sanft hebt, was ich 10. Sieh jetzt auch meine empfinde, mich zu der Geis sterwelt, wenn mir das Licht der Wahrheit das Leben mehr erhellt; wenn ich die Lust bes fiege, die bald die Reue trübt, und des Gewissens Stimme mir stillen Beifall gibt. Thrane, sie rinnt voll Dank herab! Preis dir, des Vaters gute ein fühlend Herz mir gab! Nie schlag' es für die Sünde! Nein dieses zarte Herz fühl' nur der Unschuld Freuden, nie, nie der Neue Schmerz! 6. Wie ist so wohl dem Herzen nach jeder Edelthat! Wenn ich den Kummer stillte, eh' mich der Dulder bat; Sprache. wenn ich die Unschuld schütz, M el. Alles ist an Gottes Segen 2c. te, die Hand dem bot: wie füßß ist dann die 350. L aßt dem Schös Ruhe im sanften Abendroth! 7. Ob auch des Bruders Leiden tief meine Brust ers füllt; wohlthätig ist die Zäh re, die aus dem Mitleid quillt, Faßt Kummer selbst mein Leben; getrost! es löst schuf. pfer Dank uns singen! Preis und Jubel ihm zu bringen, sey uns heiliger Beruf! Wer vermag von ihm zu schweiz gen? Unsre Worte selbst find Zeugen, daß uns seine Güte Bestimmung des Menschen. 2. Daß in Laute wir ver, tddten, und der Eintracht mdgen unfrer Seele Sinn zu Störer seyn. prägen, welche wunderbare Kraft! Ohne das Geschenk der Rede wär' des Menschen Leben dde. Sie ist's, die ihm Bildung schafft. 3. Sie, im Bunde mit den Sinnen, ordnet erst, was sie gewinnen, unterrichtet Aug' und Ohr. Sie verknüpfet die Gedanken. Durch fie tritt aus seinen Schranken Willensfreiheit. rifer Geift zur Welt hervor. 351. Es schuf die ew'ge Mel. Ich lobe, Herr, und preise zc. 4. Was wir fühlen, den ken, wählen, wechseln schnell Liebe; aus ihren Händen ging durch sie die Seelen; sie der Mensch, der mehr als stimmt Herzen zum Verein. Triebe, der auch Vernunft Durch sie herrschen wir auf empfing. Da sprach fie: Alles Erden; können Andrer Lehrer sey dir unterthan auf Erden; werden, und mit Rath und such' Schöpfer da zu werden; Troft erfreu'n. geh', wähle, du bist frei! 5. O wie schon verfließt die Stunde, wenn im treuen Freundschaftsbunde jeder, was er denket, spricht! Unsern Gram hilft es besiegen; süßer wird uns das Vergnügen, heller uns der Wahrheit Licht. 6. Gott, wie könnten wir auf Erden weise je und glücks lich werden, wären ohne Sprache wir? Welche Gabe! Mit Entzücken unsern Dank dir auszudrücken, tönt sie jetzt hinauf zu dir. 7. Dankbar wollen wir sie brauchen; nie in Gift die Worte tauchen, nie durch Schmåhung sie entweih'n; nie durch Spott und freche Res ben Tugend lästern, Unschuld 231 8. Nein, durch sie dich, Gott, verehren, Menschen ras then, Menschen lehren, und sie trösten wollen wir. Dan. ken noch für diese Gabe follen an dem offnen Grabe unsre letzten Worte dir. 2. Preis ihr, die zu dem Range der Freiheit uns ers hob! Im heiligen Gesange verkünden wir ihr Lob! Frei sollen wir uns freu'n, selbst unser Glück bereiten, Glück überall verbreiten, der Gotts heit ähnlich seyn. 3. Gefesselt ist durch Triebe das Thier in Luft und Meer; Zwang ist des Thieres Liebe; frei ist der Mensch, nur Er. Ihm folgt selbst die Natur; denn er ist Herr der Erde; wie er will, daß sie werde, so wird, so blüht die Flur. 4. Er drückt sein Herrschers fiegel rings ihren Werken auf; er ebnet Thal und Hügel; lenkt rascher Strome Lauf, 232 Natur, Würde und kann Selbstbeherrscher seyn; nenheer der Nacht schloß in kann, was er will auf Ers Kreise deine Macht; nie ges den, ein Thier, ein Engel leitet vom Gedanken, folgen werden; er kann, wie Gott, Thiere knechtisch nur blinden fich freu'n. Trieben der Natur. 5. Er kann im Kreis der Pflichten der Gottheit, die ihn schuf, ein neues Reich errich, ten; und dieß ist sein Bes ruf. Und er wollt ihn ents weih'n? entweih'n der Mensch heit Würde, und unter seis ner Bürde von Erde Thier nur seyn? 6. Nein, frei gefinnt, zer stören wir unsre Würde nicht. Nein, ungezwungen hören wir auf den Ruf der Pflicht. Es feffelt Sinnlichkeit vergebens unsern Willen! frei sind wir, und erfüllen, was die Vers nunft gebeut. 7. Um Ziele lohnt der Fries de uns jeden heißen Streit; am Biele trinkt der Müde vom Strom der Seligkeit, Dort fammelt fie, dort krönt die Liebe jeden Frommen, ins deß um ihn: ,, Willkommen!" der ganze Himmel tont. Mel. Ach, was soll ich Sünder 352. Freiheit gabst du meinem Willen; selbst durch bich, allweiser Gott, ward ich fähig, dein Gebot zu verles Ben, zu erfüllen. Tod und Leben, Heil und Qual, beis des steht in meiner Wahl. 2. Was ich seh', hat seine Schranken; selbst das Ster, 3. Aber mir ist mehr vers liehen, fern von Zwang und Sclaverei. Ich kann denken, handeln frei, Gutes thun und Böses fliehen; bin der Herrs schaft mir bewußt über jede niedre Lust. 4. Regt in mir euch, starke Triebe! Jhr verdrängt im Kampf mich nicht von dem Pfade meiner Pflicht, wenn ich sie von Herzen liebe. Meinem Geiste bleibt das Neich; will er, so besiegt er euch. 5. Binden kann man mir die Glieder, aber nie den res gen Geist. Er ist frei, und er zerreißt alle Bande, stres bet wieder auf zur Wahrheit, auf zu Gott; allen Zwang macht er zu Spott. 6. O wie fühl ich mich erhaben! Wie durch Freiheit mich geehrt! Gott, wie ist sie mir so werth; sie, die schöns deiner Gaben! vom Drucke der Natur, folgt mein Geist nun deiner Spur. 7. Seine Freuden zu erhos hen, drångst du nicht gewalts sam ihn auf den Weg der Tugend hin; willig soll er selbst ihn gehen. Zwar ges segnet ist sein Gang; doch dein Ruf ist obne Zwang. Bestimmung des Menschen. 8. Menschenwürde, Mens schenwürde, ja, du sollst mir heilig seyn! Leichter wird, gedenk' ich dein, mir des Er benlebens Bürde; stiller duld' ich Hohn und Schmerz, und den Himmel hofft mein Herz. 9. Stärke, Gott, mich in dem Streben, meines Geis ftes freie Kraft über wilde Leidenschaft immer siegreich zu erheben! Mich begleite jeders zeit Sanfmuth und Besons nenheit, 10. Wenn ich frei und uns gezwungen und mit christlich frohem Sinn, dir, o Vater, folgsam bin; welches Heil wird dann errungen! Mag die ganze Welt vergeh'n; ewig wird mein Heil besteh'n. 233 3. O sey immer heilig mir, heilig, wo ich lebe, Stimme Gottes, daß ich dir niemals widerstrebe; mich auch in vers schwiegner Nacht nie vermes sen freue; auch da, wo kein Zeuge wacht, jedes Unrecht scheue! de, lohnt den Sieg mit Him melsruh' und mit Qual die Sünde? 4. Sen mir heilig, daß ich treu meine Kräfte übe, für die Menschheit thätig sey, nie ein Herz betrübe; daß ich auf der Pilgerbahn jeden Kampf bestehe, und von Sieg zu Sieg hinan zu dem Biele gehe. Gewissen. Mel. Schwing' dich auf zu deis ein gut Gewissen. nem zc. 353. Welche Stimme Fähigkeit vollkommner 2. Ist es Stimme der Nas tur? Stimme der Erfahrung? Nein, so spricht die Gottheit nur. Welche Offenbarung! Aus dem Reich der Geister spricht sie in meine Seele, daß im Sinnenland ich nicht meines Ziels verfehle. 5. Einst zerrinnt mein Ers denglück; alle meine Habe nimmt die Erde einst zurück an dem dunkeln Grabe. Und doch komm' ich reich zu dir, Gott, aus Finsternissen; denn ich hörte dich, und mir folgt spricht in mir, spricht zu meis ner Seele, bei der Lockung zu werden. der Begier, daß ich ängstlich Me I. Alles ist an Gottes Segen zc. wähle? Ruft mir Muth im Tampfe zu, daß ich überhin 354. Mitten unter uns derkreise legtest du, Herr, sanft und leise mich als schwas chen Säugling hin; decktest noch aus Vaterliebe Ohnmacht über meine Triebe, Schlums mer über jeden Sinn. 2. Doch bald schien von als len Seiten mir die Welt sich auszubreiten; Aug' und Ohe ward aufgethan. Täglich rief die Schöpfung lauter; unvers Natur, Würde und 234 merkt mit ihr vertrauter stieg ich, Gott, zu dir hinan; 3. Sah, wie dich, den Unfichtbaren, Erd' und Hims mel offenbaren; sah durch deines Wortes Kraft sich des Irrthums Nacht erhellen; trank aus tausend, tausend Quellen Bildung, Tugend, Wissenschaft. 4. Aber, Gott, was ist mein Wissen? Nur ein Strahl in Finsternissen, nur ein Tropfen aus dem Meer. Was mein Eifer, deinen Willen stets durch Thaten zu erfüllen? Nur ein Schwanken hin und ber. 5. Doch, was kann der Mensch besiegen! Welche Hd hen sind erstiegen, selbst mit Kummer, Schweiß und Blut! Meine Brüder auf den Hd hen winken, ihnen nachzuges hen; rufen: Alles zwing: der Muth! 6. Treffen, meinen Geist zu nähren, nicht der Weisheit hohe Lehren allenthalben mein Gehör? Liegen nicht die Näh' und Ferne, hier die Erde, dort die Sterne immer lehs rend um mich her? 7. Grenzenlos sind die Ges biete, die, o Schöpfer, deine Gute meinem Geiste übergab. Wenn ich von der niedern Erde durch dich abgerufen werde, überflieg' ich Zeit und Grab. 8. Sonnen flammen, Ers ben glänzen; neue Welten ohne Grenzen nehmen mich als Schüler auf. Jede Last ist abgefallen; zu des Son nentempels Hallen trägt mich neue Kraft hinauf. 9. Wo ist Ziel, und wo ist Ende? Wo ich hin das Auge wende, strömt aus allen Welten Licht. Ewig zu ihm aufzustreben, gibst du, Gott, unsterblich Leben; diesen Geist zerstörst du nicht! Unsterblichkeit. Mel. Wer mit dem reinen Gees lenblicke 2c. 355.Jd ch bin zur Ewigs feit geboren, für eine beffre Welt bestimmt; mein Leben ist nicht ganz verloren, wenn gleich das Grab die Hülle nimmt. Zu groß bin ich für diese Zeit; mein Loos ist die Unsterblichkeit. 2. Was ist die Welt, was Glück und Ehre? War' auch ihr ganzer Reichthum mein; er bliebe, wenn kein Himmel wäre, für meine Wünsche doch zu klein. Mein Geist hat nicht im Staube Ruh', er eilt erhabnern Gütern zu. 3. Er schuf mich ja, der Gott der Liebe, zu höherm Glück, zu höh'rer Lust, und pflanzte selbst dazu die Tries be so stark, so tief in meine Brust. Er, der mit Sehns sucht mich erfüllt, läßt wahrs lich sie nicht ungestillt. 4. Der Wunsch, ibn ewig Bestimmung des Menschen. treu zu lieben, der Wahrheit hellres Licht zu seh'n, der hier noch unerfüllt geblieben, muß einst doch in Erfüllung geh'n. Gott, der auch diesen Trieb mir gab, vertilgt ihn sicher nicht im Eigne Melodie. 5. Er ist gerecht, er muß 350. Ich sterbe nicht; vergelten. Die Tugend wird von ihm gekrönt, und fern es mögen die Gestalten, die von seinen bessern Welten bleibt, wer sie lästert und vers höhnt. Das Laster, mag's auch hier sich freu'n, das kas ster kann nicht glücklich seyn. um mich blüh'n, verwelken und vergeh'n; es mag der Leib, der mich umgibt, veralten, mein Auge seinen Tag sich neigen seh'n. Nein, jenseits steht mein Ziel; die Ewigkeit verspricht mir ein geheim Ges fühl. Ich sterbe nicht! 6. Einst führet er mich aus dem Staube herauf, zum Les ben und zum Licht. Es trium phirt mein frommer Glaube! Ich zittre vor dem Tode nicht, und froh erhebt sich nun mein Geist, dem Gott Unsterblichs keit verheißt! 2. Ich sterbe nicht! Die Kräfte, die ich habe, der Sinn und Trieb nach der Unends lichkeit, vergehen nicht am schauerlichen Grabe; nur ihs ren Reim entfaltet mir die Zeit. In Schatten ring' ich hier nach Wahrheit; doch ihr Licht winkt immer höher mir. Ich sterbe nicht! 7. Mein Jesus lebt; wer will mich tosten? Er sichert mir Unsterblichkeit; er gibt mir Muth in Codesnsthen, und leitet mich zur Seligkeit. Auch dieser Leib soll aufers steh'n, vollkommen einst zum Himmel geh'n. 8. Ihr Thäler, sinkt! Fallt, Berge, nieder! Mein fester Glaube fürchtet nichts. Ich sehe einst den Morgen wies ber, den Morgen jenes ew'gen Lichts. Dann fängt mein wahres Leben an; o. Gott, wie selig bin ich dann! 235 Geist mir Kräfte geben, tm Glauben tugendreich zu seyn, Dann hältst du auch für mich bereit die Wonne der Unsterb lichkeit! 9. Herr Jesu, laß zu jenem Leben mich täglich hier die Aussaat streu'n. Laß deinen 3. Ich sterbe nicht! Zu arm ist dieses Leben für meinen Geist, zu eng die Gegenwart. Die Zukunft nur kann, was er wünscht, ihm geben, die Freiheit ihm, der er entgegen harrt. Und nur gefesselt seyn sollt' er zum Kampf der Pflicht, um zu verschmachten? Nein, ich sterbe nicht! 4. Ich sterbe nicht! Ich fah die stille Tugend so himms lisch, nahm zu ihr den schwes ren Lauf; ich opfert' ihr die Natur, Würde und 256 Freuden meiner Jugend, und Glück und Ruh' für Müh' und Leiden auf. Vollkommen wollt' ich seyn; und ich, voll Zuvers ficht, blieb' unvollendet? Nein, ich sterbe nicht! 5. Ich sterbe nicht! Von Gott gesandt zur Erde, reicht die Religion mir ihre Hand; fie, Engel mir in Trubsal und Beschwerde, zeigt mir den Hims mel als mein Vaterland. Und, ach, mich tilgte Gott aus seis nem Angesicht? Flieht, 3weis fel! Schweige, Spott! Ich sterbe nicht! 6. Ich sterbe nicht, muß gleich der Leib verwesen, durch den ich mich und meinen Schö, pfer fand. Der innre Mensch fångt an erst zu genesen, lsst freundlich ihm der Tod sein irdisch Band. Sobald der dus Bre fällt, schwebt jener auf in's Licht der hohen Geisters welt. Ich sterbe nicht! 7. Ich sterbe nicht! Mein ist ein ewig Leben. D'rum finke, Haupt, es schwinde jeder Sinn! Was ich verlier', wird Gott mir wiedergeben am Auferstehungsfeste mit Ges winn. Zum Engel eingeweiht, entschweb' ich dem Gericht in die Unendlichkeit; ich sterbe nicht! ihrem eiteln Glücke, aber nicht für Ewigkeit? Spotter sagen: nur ein Hauch ist das Leben, schwindet auch, wie ein Strahl in Nacht verschwindet, daß man seine Spur nicht findet. für Augenblicke, blos für dies fen Traum der Beit? Nur zu 2. Bin ich, wann ich sters ben werde, völlig der Verwes sung Raub? Dieser Leib, ich seh's, wird Erde, und ein bald verwester Staub. Ach, ers reicht' ich hier mein Ziel, hätt ich alles Selbstgefühl, alles Leben dann verloren, lieber wär' ich nicht geboren! 3. Ist dieß Leben nicht zum Leben einer bessern Welt der Pfad: sagt, warum mir's Gott gegeben, mir Vernunft gegeben hat? Glücklich war ich, nåhm' er mir's, gabe mir die Lust des Thiers, das in Freuden hüpft und spielet, und den Tod voraus nicht fühlet. 4. Nein, Verachter, meinen Glauben, daß ich nicht ganz sterblich sey, laff ich mir kein Blendwerk rauben, nicht des Leichtsinns Spotterei, als vers. gehe, gleich dem Rauch, mit des Mundes letztem Hauch, was den Leib von Staub bes lebet, in ihm denket, Gott ers hebet. Mel. Freu' dich sehr, o meine zc. 5. Geist, das ist mein hoher Name. Dieser Leib ist Hülle nur; eines bessern Leibes Sas me auf der 357. Schuf mich Gott Wie das Korn wird aufges löst, Frucht zu tragen, so vers west auch mein Leib, dem bos Bestimmung des Menschen. 237 hern Leben einen edlern Keim tes, dut,-fichre Bürgen seyd zu geben. auch ihr für die dunkle Zus kunft mir, daß mein Geist nicht sterben werde, wann der Leib zerstäubt zu Erde. 6. Nein, Gott schuf nicht unfre Seelen blos für einen Augenblick; nicht durch Sehns sucht sie zu quälen; schuf sie für ein ewig Glück.- Sees len, Seelen sterben nie. Nach des kurzen Lebens Müh' wird er jegliche einst richten, aber feine je vernichten. 7. Dieser heiße Durst im Herzen nach der Unvergångs lichkeit; dieser Drang in Leid und Schmerzen nach der Heis math aus der Zeit, Zeugen, Bürgen sind sie mir, daß ich, Schöpfer, mich zu dir, daß ich einst, wohin ich strebe, mich erheb' und ewig lebe. 8. Du, o Schrecken im Ges wissen der Verbrecher, du, o Ruh', und was Fromme nur genießen, hoher Friede Gots Krone! - 9. Heil mir! ewig soll ich leben; sicher der Unsterblichs keit, streb' ich, mich empor zu heben über jeden Traum der Zeit. Wandeln will ich fest und still jeden Pfad der Eus gend; will unverrückt zum Ziele streben, hier schon für den Himmel leben. 2. Ich fühl's, die Tugend, Gott, ist schon; ich will auch ihre Bahn nur geh'n; betrete fie voll Lust und Muth, ges 10. Aber daß mein Fuß nicht wanke, stärke mich, o Gott, dein Wort und der ses lige Gedanke: dort ist meine Heimath, dort! Dort ist wes der Schmerz noch Leid, Wons ne nur und Herrlichkeit! Dort, o Gott, vor deinem Throne meines Kampfes Preis und Sittliches Verderben des Menschen. Mel. Vater unser im Himmel wiß, daß, wer nicht Sünde und Pflichten nie zc. 358. Die Luft zum Bd, vergißt, hier ruhig und dort sen wohnt in mir. Auch wenn ich schon, mein Gott, von dir geheiligt bin, versucht sie mich zur Sünde doch, und stärket sich durch Leidenschaft und Sinnlichkeit zu thun, was dein Gesetz verbeut. selig ist. 3. Doch bald erwacht in meis ner Brust die unterdrückte böse Lust, und locket mich zur Sis cherheit, zu eitler Selbstgefäls ligkeit; gelingt es ihr, so glaub' ich dann gar leicht, daß ich nicht fallen kann. 4. Dann bin ich bald vers führt, denn, ach! wer stolz und sicher wird, ist schwach, Sittliches Verderben des Menschen. vergrößert seine Kräfte sich, schen gut; du gabst ihm Sinn verläßt sich mehr auf sich, als dich, verachtet Feinde, die ihm drau'n, wird träg' und laß, und schlummert ein. und Kräfte zum seligen Ges schäfte, stets recht vor dir zu handeln, in Heiligkeit zu wans deln. 238 5. Wie nah', wie nah' ist dann sein Fall, wenn er, vers sucher überall, durch sein bes thortes eignes Herz, durch Lust, Gewinn und Furcht und Schmerz, nun kämpfen soll! Wie leicht, wie leicht verliert er alle Kraft und weicht! 6. Ich fühle meine Schwachs heit, Gott; mich schrecken leicht Gefahr und Spott. Zerstreus ung und Vermessenheit, des Betspiels Reiz, die Weich, lichkeit, des Fleisches Lust, der Seele Schmerz, wie leicht vers derben sie mein Herz! 7. Wer kann mir beisteh'n? Du allein sollst meine Hülf und Stärke seyn! Laß meine Schwachheit immer mir vor Augen seyn, daß ich von dir nie weiche, daß ich standhaft sey und bis zum Tode dir ges treu. 8. Dann kommt die Zeit, wo, Herr, von dir die Lust zum Bösen ganz in mir vers tilgt und ausgerottet wird, wo nie Verstand und Herz mehr 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach, wir, dein Eis genthum, wie tief sind wir ges fallen! Wo ist jetzt unter Allen Ein Mensch ganz rein von Sünden vor dir, o Gott, zu finden? 3. Verderbt ist unser Sinn; die Weisheit ist dahin, die uns regieren sollte, nur, was deint Wille wollte, zu wählen und zu lieben und freudig auszus üben. Wie heilig werd' ich dann, wie rein, wie herrlich und wie selig seyn! 5. Dir folgen, dünkt uns Zwang; des Herzens eitler Hang reißt uns zur Sündens liebe, erstickt die edlen Triebe; und wer vermag's zu zählen, wie oft vor dir wir fehlen? 6. Herr, gib uns dein Licht, daß wir, was uns ges bricht, beschämt vor dir ers kennen, und von dem Ernst entbrennen, der Sünde zu ents sagen, der Beff'rung nachzus jagen. Mel. Wo soll ich fliehen hin zc. 7. Wohl dem, der sie ges winnt! Denn, so verderbt wir so du doch zum Les 359. Du, der fein Bs. ben der Tugend Kraft uns ge, ses thut, du schufft den Men ben, damit wir noch auf Er 4. Der Sinne Lust und Schmerz rührt, leider! unser Herz mehr als die höhern Freuden, mehr als die größern Leiden, die wir auf Ewigkeis ten selbst unserm Geist bereiten. Gittliches Verderben des Menschen. 239 den bir gleich gefinnet wer, daß mein Glaube sieget! Und den. ewig, ewig dank' ich dir. 8. Ach, laß durch unsre Schuld uns diese deine Huld nicht freventlich verscherzen! Erwecke, Gott, die Herzen, nach Heiligung zu streben, daß ewig dir wir leben. Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz zc. 300. Soft, welch ein Kampf in meiner Seele, welch fteter Widerspruch in mir! Mein Geist gebeut, daß ich dich wähle; er sehnt, o Tus gend, sich nach dir; allein das Fleisch verführt den Willen, macht ihn den Sinnen unters than, strebt ihre Lüsternheit zu stillen, schmiegt sich den Leis denschaften an. 2. Der gute Vorsaß, den ich faffe, entweicht oft, wie ein Traumgesicht; das Böse thu' ich, das ich hasse, das Gute, das ich liebe, nicht. Getrieben, wie ein Schiff vom Winde, dem Mast und Steuerruder brach, reißt sie mich hin, die Macht der Suns de, zu späte Thränen folgen nach. 3. Wer lost mich von den Sclavenketten? Wer schafft in meinem Innern Ruh'? Wer kann mich von der Sünde rets ten? Nur du, Allgütiger, nur du! Ein Strahl von deiner Gnade gnüget zur seligsten Genesung mir; o send' ihn, mel. Ich hab' mein' Sach' Gott zc. 301. Noch schauen wir im dunkeln Wort; noch reißt uns Wahn und Irrthum fort, und unser wankender Vers stand hat, abgewandt von Gott, oft Gottes Rath verkannt. 2. Auch der, der nicht aus Leichtsinn fehlt, der weiser denkt, mit Vorsicht wählt, stets forschet mit Bescheidenheit, dringt hier nicht weit, ums ringt von tiefer Dunkelheit. 3. Uns decket Dunkelheit vom Herrn. Auf Erden sollen wir nur fern des Ewigweisen Rathschluß seh'n, im Vorhof steh'n, und noch in's Heiligs thum nicht geh'n. 4. Wenn vor dem Schöpfer tief gebeugt die kühne Wißs begier auch schweigt, so tras gen wir der Sünde Joch, so flieh'n wir doch, du Heiligster, dein sanftes Joch. 5. Ach wir, der llebertres tung Raub, wirHimmelserben, und wir Staub, wir Sünder, Gott, was wären wir, erhos ben wir nicht glaubend unsern Blick zu dir? 6. Wird hier der Sohn der Sterblichkeit nie von der Süns de ganz befreit? Ach, wären's Schwächen nur allein, die uns entweih'n! Mocht unsre Schuld nie Bosheit seyn! Sittliches Verderben des Menschen. 240 7. Du, der uns Arme nicht verstößt, von allem Elend einst erlöst, wie werden wir, von Sünden rein, uns deiner freu'n! wie dann uns dir, Vollender, weih'n! 5. Ein gegenwärtig Gut versäum' ich zu genießen; im Glücke bin ich stolz, verzagt in Kümmernissen; ich fliehe, was mich sucht, und suche, was mich flieht: so bin ich ohne Ruh' um Ruhe stets bemüht. 6. Mein Nächster hat ein auf heil'ge Menschens Mel. O Gott. du frommer 2c. 302. Wer bin ich, Gott, Pflichten; versagt er eine mir, vor dir, wenn ich mein Inns wie eil' ich ihn zu richten! res prüfe? Es ist verderbt, Und, o wie oft hab' ich sein darum verbirgt mir's feine heilig Recht entweiht! Wie Tiefe; es würde, ach, sich nahe grenzt mein Recht an selbst in seiner Bldße seh'n: Ungerechtigkeit! d'rum weigert's troßend sich, die Prüfung zu besteh'n. 2. 3war kann mein Herz fich nie der Wahrheit ganz vers schließen, gleich deiner Stims me, spricht mein warnendes Gewissen, ein Schimmer jenes Lichts, das du mir aufgesteckt, bricht in die Nacht hinein, mit der das Herz sich deckt. 7. So ist des Menschen Herz! Wer hat dieß Herz vers kehret? Er selbst aus Unbes dacht hat Gottes Werk ents ehret. Der Mensch kam uns befleckt aus seines Schöpfers Hand; er sank und er vers darb, weil er sich ihr ents wand. 3. Der Richter in mir selbst stört dann die falsche Ruhe. Ich billige zwar nicht das Bose, das ich thue, ich flag' mich selber an, und steh' ers schrocken still: und dennoch thu' ich nicht das Gute, das ich will. 8. Doch, so verderbt wir sind, du willst uns, Vater, heilen, uns deines Geistes Kraft zur Besserung ertheis len; du gibst der Seele Licht, dem Herzen Lauterkeit. Du hilfft, daß auch die Müh' der Schwächeren gedeiht. 4. Ich weiß, wie groß es sey, aus Ueberlegung handeln; und dennoch eile ich, der Mens ge nachzuwandeln; ich folge ungezähmt dem sinnlichen Ges fühl, der Strom reißt mich das bin, und ich verfehl' mein Ziel. 9. Nie müsse dir mein Herz, o Netter, widerstreben. Du beutst den Himmel mir, du willst, auch ich soll leben; mein Glück ist dein Gebot; noch steht mein Heil bei mir: o reich' mir deine Hand; ich komme, Herr, zu dir. Erlösung. Erldsung. Erlösung. Mel. Lobfinget Gott und betet bist es noch jetzt auf der Him. mel 303. Anbetung, Preis weg der Sünde Joch mit ihrem und Dank sey dir, o Jesu, unser Leben! Preiswürdig bist du für und für; wer fann dich g'nug erheben? Eh' noch die Welt ward, warst du schon, groß, herrlich, und des Höchs sten Sohn, Besitzer seiner Ehre. Dein ist das Reich, die Herrlichkeit, und du beherrs schest weit und breit der Kreas turen Heere. schnöden Lohne; suchst, die ihr dienen, zu befrei'n; beschwers ter Herzen Trost zu seyn, ist deines Herzens Freude; du gibst den Müden Seelenruh', und wer dich liebt, den stårs test du, daß nichts von dir ihn scheide. 2. Dein sind sie; denn durch beine Kraft ward Himmel, Meer und Erde. Wer hat das Leben uns verschafft? Wer sprach zum Engel: werde! Du bist das Wort, durch wel, ches Gott der ganzen Welt zu seyn gebot. Du bist's, der Alles tråget, was sichtbar und uns sichtbar ist, was Erd' und Himmel in sich schließt, und was im Meer sich reget. 3. Und dennoch bist du uns zu gut in diese Welt gekoms men, und hast selbst unser Fleisch und Blut freiwillig angenommen. Dein Leben gabst du willig dar, zu retten, was verloren war; du wardst ein Knecht auf Erden. Huld, die sonst nichts Gleis ches hat! Du starbst für uns fre Missethat, ein Heiland uns zu werden. 4. Du wardst es uns, und 241 5. Du hörst der Deinigen Gebet, und endest ihre Plage. Du bleibst, bis Zeit und Welt vergeht, bei uns noch alle Tas ge. Herr, dir sey ewig Dank und Ruhm für dieses Evans gelium, für alle deine Liebe! Dir geb' ich mich zu eigen hin; gib, daß ich mich, so lang ich bin, in deinem Lob stets übe! mel. Sey Lob und Ehr' dem höchs 2c. 304. Auf, Chriſten, laft uns unsern Gott mit frohem Dank erheben! Er hat nicht Lust an unserm Tod, will, daß wir ewig leben. Was uns zum Heile nöthig ist, das hat er uns durch Jesum Christ erbars mungsvoll bereitet. 2. Nach seinem gnadenvols len Rath fam er, sein Sohn, auf Erden, für unsre Schuld und Missethat ein Netter uns zu werden. Er ward's, und hat sein Werk vollbracht, und 16 Erlösung. 242 sich nach furzer Grabesnacht Mel. Erscheine meinem Geist sc. en Himmel aufgeſchwungen. 365. Beginnt ein Lieb 3. Wo ist des Todes Herrs schaft nun? Hier ist sein Ues berwinder! Die Furcht vor ihm hinwegzuthun, starb er, das Heil der Sünder. Eröff net ist uns nun die Bahn, die von der Erd' uns himmelan zur ew'gen Wonne leitet. voll Dank, mit feierndem Ges müthe, Erlöste Gottes, singt dem Vater aller Güte, dem Augewaltigen, dem, welcher groß von Rath, uns seinen eignen Sohn zum Heil erwes cket hat! 4. Wie hat uns doch der Herr so lieb! Wie sucht er unser Bestes! Er gibt für uns aus freiem Trieb sein Liebstes und sein Großtes. Preis ihm, der so viel an uns thut! Preis seinem Sohn, der, uns zu gut, sich bis zum Tod erniedrigt! 5. Was er zum Leben uns verschafft, das ist in seinen Händen. Sein ist das Reich, fein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns erwarb, als er für uns am Kreuze starb. Wohl Allen, die ihm trauen! 6. laßt uns ihm uns ans vertrau'n und seine Stimme hören! Auf unsers Mittlers Hülfe bau'n, ihn mit Gehorsam ehren. Das ist der Weg zum ew'gen Wohl, der Weg, auf dem man friedevoll, auch schon auf Erden, wandelt. 7. Herr, leite uns auf dies ser Bahn, zieh uns zu deinem Sohne! Er ging als Vors bild uns voran; dort reicht er uns die Krone. Dort haben wir an seinem Heil, an seinem Himmel ewig Theil, und preis fen deine Liebe. 2. Gefallen waren wir, und niemand konnte retten; fein Vater sein Geschlecht, kein Bruder Brüder retten; erlds sen konnte nur der Abgefalls nen Schaar sein eingeborner Sohn, er, der ihr Schöpfer war. 3. Er hat's gethan! Er hat erlöset, feiert, feiert! Er hat zur Seligkeit die Sünderwelt erneuert; er hat errettet, er! Durch seiner Liebe Macht hat er Unsterblichkeit für uns an's Licht gebracht. 4. Wo find die Götter nun, die Tempel, die Altäre? Wo sind sie? Einget, dankt, bringt Gott, dem Vater, Ehre! Bringt Ehre seinem Sohn; er hat's, er hat's gethan, der Liebe größtes Werk! Der Erds freis bet' ihn an! Mel. Bis hieher warst du stets mit zc. 366.6 edanke, der uns Leben gibt, wer kann dich ganz durchdenken? Also hat Gott die Welt geliebt, ums seinen Sohn zu schenken. Erlösung. 2. Hoch über die Vernunft erhöht, umringt mit Finsters nissen, lehrst du mich Gottes Majestät, und stillest mein Ges wiffen. 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Bau ergründen, und doch kann ich der Sonne Licht und Wärme froh empfinden. 4. So kann ich auch nicht Gottes Nath von Jesu Tod ergründen; allein das Götts liche der That, das kann mein Herz empfinden. 5. Fehlt mir der Trost, daß Jesus Christ nicht meine Schuld getragen, nicht Gott und mein Erlöser ist, so werd' ich angstvoll zagen. 6. ft Christi Wort nicht Gottes Sinn, so werd' ich ir ren müssen, und wer Gott ist, und was ich bin und werden soll, nicht wissen. 7. Nein, diesen Trost der Christenheit soll mir kein Zweis fel rauben; ich fühle seine Göttlichkeit, und halte fest am Glauben. 243 10. So lang ich seinen Wils len gern mit reinem Herzen thue, so fühl' ich Freudigkeit im Herrn, und des Gewissens Ruhe. 11. Ich weiß, daß mein Ers Isser lebt, und mich einst aus der Erde erweckt, und zu dem Reich erhebt, da ich ihn schaus en werde. 12. Und meine Liebe konnte hier für ihn jemals erkalten? Dieß ist die Liebe, Gott, zu dir: dein Wort von Herzen halten. 13. Erfüll' mein Herz mit Dankbarkeit, so oft ich dich, Herr, nenne; und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne. 14. Soll ich dereinst noch würdig seyn, für dich hier Schmach zu leiden, so laß mich keine Schmach noch Pein von deiner Liebe scheiden. 15. Und soll ich, Gott, nicht für und für des Glaubens Freud' empfinden, so förd're doch dein Werk in mir, und rein'ge mich von Sünden. 16. Hat Gott uns feinen Sohn geschenkt, laß mich noch sterbend denken, wie sollt' uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht Alles schenken? 8. Des Sohnes Gottes Eis genthum, durch ihn des Hims mels Erbe, dieß bin ich; und das ist mein Ruhm, auf den ich leb' und Mel. Wachet auf, ruft uns die zc. 9. Er fendet mir den Geiſt 307. Herr, wir fingen der Kraft, im Glauben mich zu stärken, und macht durch ihn mich tugendhaft, und reich an guten Werken. deiner Ehre. Erbarm' dich unser, und erhöre! Nimm gnädig unser Loblied an! Herr, wir danken voll Entzücken. Wo ist ein Gott, der so bes 16* Erldsung. 244 glücken, so lieben und so segs nen kann? Der Gott, den wir erhöh'n, er, dessen Heil wir seh'n, ist die Liebe; schon der Zeit, von Eigne Melodie. vor. Gott die Liebe, wird fie 368. Kommt mit Dank war seyn. 2. Um zu dir uns zu erhes ben, hauchst du in unsre Brust das Leben, und schenkest uns der Erde Glück. Um zu dir uns zu erheben, entziehst du unsrer Brust das Leben, und schenkest uns des Himmels Glück. Du gibst das Leben, Gott, du sendest uns den Tod nur zum Segen; bist liebes voll; nur unser Wohl, nicht unser Elend schaffest du. vor Gottes Thron! Preiset Gott auf Erden! Denn er fandte seinen Sohn, unser Heil zu werden. Ehret, preist ihn, der da kam, daß wir selig würden. Er ward Mensch, und übernahm schwerer Leiden Bürden. 2. Treu vollbracht' er seine Zeit. Seines Vaters Ehre, Wahrheit und Gerechtigkeit war des Heil'gen Lehre; Mens schen trösten und erfreu'n, ims mer sein Bestreben; und um Aller Heil zu seyn, ließ er selbst sein Leben. 3. Als wir, von der Süns de Plagen gequält, in unserm Elend lagen, und Nacht des Todes uns umfing, fern von deiner Wahrheit Pfade; da war es, Gott, als deine Gnas de erbarmend vor uns übers ging. Da rief dein Vater Blick in's Leben uns zurück; von der Sünde, von ihrer Nacht sind wir erwacht, ers wacht, um Gottes Licht zu seh'n. 3. Nun als Herr, von Gott erhöht, nach vollbrachtem Wers ke, herrschet er voll Majestät, und mit Gnad' und Stärke; sammelt All' uns in sein Reich, die wir darnach streben. Froms me sollen Engeln gleich mit ihm ewig leben. 4. Preiset ihn, ihr Jubels lieder! Zur Erde stieg sein Sohn hernieder, ward Mensch und starb der Sünder Tod. Christus hat den Tod bezwuns gen; ein Loblied werde ihm gefungen! Uns fegnet und bes gnadigt Gott. Wir sind mit ihm versöhnt; ihr Lobgesänge, tont, tont zum Himmel! Er schallt schon hier! Einst knieen wir an seinem Thron und bes ten an. 4. Ehrfurcht und Gehorsam soll ihm der Mensch bezeugen, Aller Knie' sich demuthsvoll vor dem Mittler beugen, freudig jede Nation es mit Dank bekennen: Er sey Gots tes höchster Sohn, unser Herr zu nennen. 5. Wer ihn ehret, ehrt zus gleich Gott, durch den wir les ben; denn der Lugend heilig Erlöfung. Reich ist ihm übergeben. Wer zu Jesu: Herr, Herr! spricht, und doch Böses übet, kennt ihn und den Vater nicht, der nur Fromme liebet. 6. Laßt uns Christen, laßt uns ihn reines Herzes lies ben, auch die kleinste Sünde flieh'n, jede Tugend üben, eifrig thun, was er gebeut, auf sein Vorbild sehen, und, wie er, mit Freudigkeit auch burch Leiden gehen. 7. Können wir: Es ist volls bracht! froh, wie er, einst sprechen: o dann schreckt uns nicht die Nacht, wann die Aus gen brechen. Sicher wird uns feine Hand zu den Seligkeiten seines Reiches, in das Land der Verklärung, leiten. 245 schufft uns, wie das heer ber jetzt schon sel'gen Geister, doch liebtest du uns mehr! Die Strafen unsers Falles nahmst du am Kreuz auf dich, regierst nun über Alles, und herrschest ewiglich. 3. Du trågest alle Dinge, Allmächt'ger, durch dein kräfs tig Wort; das Große und Ges ringe geht blos durch deinen Willen fort. Sohn Gottes, du regierest den ganzen Kreis der Welt; weil du das Sceps ter führest, geschieht, was dir gefällt. Bei dir steht Tod und Leben: d'rum wird einst jede Gruft die Todten wieder geben, wann deine Stimme ruft. 4. Dir Ehre zu erzeigen, dieß ist des Vaters Wille, Mel. Nun lob', mein' Seel', soll vor dir fich Alles beugen, die Welt deines Lobes 2c. 309. Mein, Heiland, voll! Du bist das Heil der fieh, im Staube bet' ich, o Ewiger, dich an! Ich weiß, an wen ich glaube, du hast als Gott dich Fund gethan. Du bist der Erstgeborne vor aller Kreatur; famst zwar für uns Verlorne in menschlicher Nas tur, ein Volk dir zu erlösen, erschienst du in der Zeit; doch, eh' die Welt gewesen, warst du von Ewigkeit. Erden: wer auf dein Wort nicht hört, kann nimmer fes lig werden; wer aber dich verehrt, dem hilfst du vom Verderben, schaffft ihm Zus friedenheit, und machst ihn einst zum Erben vollkommner Seligkeit. 2. Der Himmel und die Erde sind durch dein kräftig Wort gemacht. Auf dein alls mächtig: Werde, entstand die Welt in ihrer Pracht. O uns fer Herr und Meister, du 5. Wie herrlich ist dein Name schon jetzt, o Herr, in unsrer Welt, wo der Gerech ten Same vor dir, dich preis send, niederfällt! Dort preis sen Seraphinen dich, großer Menschensohn! Mit Freude dir zu dienen, steh'n sie vor Wer sollte deinem Chron. 246 dein sich schämen? Du bist ja unser Ruhm, und würdig, Preis zu nehmen von deinem Eigenthum. Erldsung. 6. Mein Heiland, ich vers ehre dich, der auch meine Sünde trug. Beschäme und bekehre durch deiner Gnade fanften Zug, die deinem Wort nicht glauben, und dir, der für sie litt, die schuld'ge Ehre rauben; theil' ihnen Kräfte mit, dich glaubig zu erkennen, und welche dich erkannt, die laß von dir nichts trennen. Erleuchte jedes Land. erhöh'n; wir werden deinen Himmel seh'n, den Preis von deinen Leiden genießen, weil du für uns starbst, was du uns durch dein Blut erwarbst, der Engel hohe Freuden. Was sind Menschen, daß auch Suns der Gottes Kinder werden sols len, wenn an dich sie glauben wollen? lichkeit entäußert, eine kurze 4. Du hast dich deiner Herrs Zeit für uns von Gott vers lassen. Und nun mit Preis und Ruhm gekrönt, nun machst du selig, die versöhnt der Süns willst du Heil und Leben wies de Gräuel haffen. Sündern Mel. Wie schon leuchttuns der 2. 370. Wie groß, wie ans nur wollen, auf vom Falle. der alle, die gebetet ist dein Name, Herrs scher Jesu Chrift! Wie theuer deinem Volke! Wie hell ward's in der Finsterniß durch deine Lehre! Wie zerriß, wie floh des Irrthums Wolke! Als du, Herr, kamst, hörten Taube, und der Glaube half den Kranken; Stumme sangen, dir zu danken. 5. Vom Aufgang schallt zum Niedergang dein Wort, und auch der Lobgesang erretteter Gerechten. Unzählbar sind die Schaaren schon, die gerne dir vor deinem Thron ein würdig Loblied brachten. Ihrer, Jes su, Jesu, werden mehr auf Erden dir lobsingen, Preis und Ruhm und Dank dir bringen. 2. Nur Schwache waren's, die dein Licht verbreiteten, die Weisen nicht. Wo sind sie? wo die Hohen, und wo die Reichen? wo die Macht, vor der des Gößendienstes Nacht und ihre Schatten flohen? Nicht fie; Jesu, deine Leh, ren, die wir hören, machen weise, dir zum Ruhm und Gott zum Preise. 3. Wir werden deinen Ruhm 6. Wie groß, wie angebetet ist dein Name, Herrscher, Jesu Christ! Wie herrlich bei den Deinen. Doch, führst du uns zu deiner Ruh', o wie weit herrlicher wirst du den Deinen dann erscheinen! Ewig müsse dir zur Ehre ihrer Chore Lob erschallen, durch die Himmel wiederballen! 247 Erlösung. O el. Wie schön leucht't uns der ic. Trdste du mich, Seligmacher, daß ich der 371. Wie herrlich strahlt Erde Himmelsfreuden inne der Morgenstern! welch werde. ein Glanz geht auf vom Herrn! Wer sollte sein nicht achten! Glanz Gottes, der die Nacht durchbricht, du bringst in fins stre Seelen Licht, die nach der Wahrheit schmachten. Dein Wort, Jesu, ist voll Klarheit, führt zur Wahrheit und zum Leben; wer kann dich genug erheben? 5. Und wie, Gott Vater, preis' ich dich! Von Ewigkeit her hast du mich in deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich mit dir vereint, er ist mein Bruder und mein Freund: was ist's, das mich betrübet? Ceele, wähle ihn, den Besten, ihn, den Größten, dir zum Freunde, und dann fürchte keine Feinde. 6. Ihm, welcher Tod und Grab bezwang, ihm müsse froher Lobgesang mit jedem Tag erschallen! Dem Lamme, das erwürget ist, dem Freuns de, der uns nie vergißt, jum Ruhm und Wohlgefallen! To, net, tonet, Jubellieder, schals let wieder, daß die Erde voll von seinem Lobe werde! 2. Du, hier mein Trost, und dort mein Lohn, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, des Himmels großer König: von ganzem Herzen preif' ich dich; hab' ich dein Heil, so rühret mich das Glück der Erde wes nig. Zu dir komm' ich; wahr, lich feiner tröstet deiner sich vergebens, sucht er dich nur, Herr des Lebens. 7. Wie freu' ich mich, o Jesu Christ, daß du der Erst' und Letzte bist, der Anfang und das Ende! Ich gebe, Heiland, meinen Geist, wann er sich einst dem Staub entreißt, in Ewig deine treuen Hände. werd' ich, Herr, dert oben hoch dich loben, dem ich traue, wann ich nun dein Antlig schaue. 3. Durch dich nur kann ich selig seyn. O drucke tief in's Herz mir ein Empfindung deis ner Liebe, damit ich ganz dein eigen sey, aus Weltfinn deis nen Dienst nicht scheu', gern deinen Willen übe. Nach dir, nach dir, den ich faffe, und nicht laffe, ewig wähle, durs ftet meine ganze Seele. 4. Von Gott strahlt mir ein Freudenlicht, die Hoffnung, daß dein Angesicht ich einstens werd' Mel. Dich, Gott, täuscht Wahn bord erblicken. Du wirst ins 372. Wo ist ein solcher und 2c. die deß durch deine Kraft, Ruh' in müden Seelen schafft, mich fårfen und erquicken. Gott, wie du? Du schafffi ben Müben Troft und Rub'; Erlösung. 248 Rub', die nicht zu ergründen. Du bist ein Gott, der gern erfreut; d'rum sollen wir Barmherzigkeit durch dich, o Jesu, finden. Segnend kamst du zu uns nieder, deine Brus der zu dem Leben, das aus Gott ist, zu erheben. 2. Auch mich hast du vom Fluch befreit; wer faßt, Herr, diese Seligkeit, und deines Mitleids Triebe? Erwåg' ich, was du mir erwarbst, als du für mich am Kreuze starbst, so glüht mein Herz voll Liebe. Ewig laß mich voll Vertrauen auf dich schauen, Schmerz und Freuden sollen nie von dir mich scheiden. 3. Du, hier und dort mein bestes Theil, wie sehntest du dich nach dem Heil der tief gefallnen Kinder! Du stelltest dich als Mittler dar, verbans dest, was getrennet war, Gott und verlorne Sünder. Freude! Beide werden Eines; unges meines Werk der Güte! Jesu, du bist unser Friede! 4. Mitleidig, Heiland, fies best du den Fehlern schwacher Kinder zu; noch Bengt uns Sünde nieder. Doch, straus cheln wir in unserm Lauf, so hilfst du uns voll Sanftmuth auf, und stärkst zum Kampf uns wieder. Schwache trägst du voll Erbarmen auf den Armen; willst Gebrechen nicht an schwachen Menschen rås chen. 5. Die Gnade macht uns ewig frei von jeder Sünde Sclaverei; sie hilft uns übers winden. Nach dieser Freis heit dürft' auch ich; o Jesu, Jesu, laß sie mich im Glaus ben an dich finden! Herzlich will ich dich nur lieben, und mich üben, deinen Willen freus dig immer zu erfüllen. 6. Gib Kräfte mir, denn ich bin schwach; von dir ges stärkt folg' ich dir nach auf steilem Tugendwege: daß ich im Tod und Leben dein, uns sträflich und von Sünden rein, dein Untlig schauen möge. Reiner, reiner laß mich wers den schon auf Erden, bis ich droben dich kann ohne Ende loben! Wandel Jesu auf Erden. Mel. Dir, dir, Jehova, will ich zc. Tugend unser Herz entflammt, in 373. Auf Erden Wahr, der Welt; und freudig seh'n wir ihre Nacht erhellt. heit auszubreiten, die reine Wahrheit, die vom Himmel stammt, und die, zum Himmel uns zu leiten, für Gott und schwerden nahmst du über 2. Um Wahn und Irrthum zu zerstören, was für Bes Wandel Jesu auf Erden. dich! Es mochten Rotten sich emporen; du lehrtest frei; nichts war dir fürchterlich. Du starbst für deine Lehre; hell und rein wird sie nun374. stets das Licht der Menschen seyn. 3. Ihr Licht, den Weg zu Gottes Gnade, zu ihrem Heil, das nie vergeht, zu seh'n; ihr Licht, auf diesem sel'gen Pfas de mit sicherm Schritte muthig fort zu geh'n; ihr Licht, mit immer freudigem Vertrau'n zu Gott, zur Ewigkeit empor zu schau'n. 4. wie erhebend ist die Wahrheit, die, eh' du kamst, auch nicht die Weisen sah'n! Des Menschen Ziel umleuch, tet Klarheit; die Tugend fühs ret uns zu ihm hinan: führt uns zu Gott, der väterlich uns liebt, und Reuevollen gern die Schuld vergibt. 249 und deiner sich noch alle Mens schen freu'n! das wollen wir, wie du es uns gelehrt; dann werden wir des höhern Lebens werth. 6. Dank, Ehre dir, erhab, ner Lehrer, und dem, der dich zu unserm Heil gefandt! Ach, würde jeder dein Verehrer, der irrend dein Verdienst noch nicht erkannt. Laß deine Wahrs beit jeden Wahn zerstreu'n, Mel. Wer weiß, wie nahe mir ze. 374. Der du auf Erden 5. Jhn lieben, weif und heilig leben, dem Nächsten Rath und Trost und Hülfe seyn, wie Gott, den Schuldis gern vergeben, selbst den Eigne Melodie. Todfeind segnen und erfreu'n, 375. E rscheine meinem Geist, erhabnes Bild der Tus gend, erleichtre mir den Weg, den steilen Weg der Tugend! Von Kindheit an betratst du, Jesu, diesen Pfad, und ehrs test deinen Gott mit Herz und Mund und That. 2. Mit Freuden stets bereit, des Vaters hohen Willen, wär' er auch Kreuzestod, ge haft gewandelt in unbefleckter Heiligkeit, und stets gerecht und gut gehandelt, gib, daß in meiner Prüfungszeit ich auch so eifrig und so treu in allen meinen Pflichten sey. 2. Laß mich nach deinem Beispiel leben, denn dieß ist Weisheit, ob die Welt auch dieses selige Bestreben für ergerniß und Thorheit hält. feit belohnt mich mit Zufrie Nur unverfälschte Frömmigs denheit. Gewissen mir stets ein gutes 3. Hilf, daß mein eigenes Zeugniß gibt; dann werd auch ich das Glück genießen, daß Gott, der Heilige, mich liebt, und, was er über mich verhängt, gewiß zu meinem Besten lenkt. 250 Wandel Jefu auf Erten. borsam zu erfüllen, trugst du Zeit; dann erbst du auch, geduldig, still, Entbehrung, wie er, das Reich der Herrs Müh' und Schmerz, sahst die lichkeit. Beglückteren, und neidlos blieb dein Herz. Mel. Liebster Jesu, wir sind 2c. 3. menschlich dein Mers für jedes Menschen Leis 370. Führer zur volls Herz den; theilnehmend sah dein Blick unschuld'ge Menschen freuden. Dein himmlisch hos her Sinn, von Eigennuß wie rein! nur selig im Gefühl, stets Andre zu erfreu'n. 4. Versuchung ohne Zahl, hier Ruhm und Schmeiches leien, dort lockender Gewinn, bier bitt'rer Feinde Drauen umgaben, wo du gingit, dich, Heiliger, doch du gingst stands haft durch sie hin mit Festigs feit und Ruh'. 5. Voll hohen Friedens blieb bis an des Lebens Ende dein schuldlos Herz; der Geist gab in des Vaters Hände sich ohne Beben hin; vollendet war die Bahn; mit jedem Schritt sahst du den großen Lohn dir nah'n. 6. Vollendeter, auch ich, auch ich kann ohne Beben in meis nes Vaters Hand die Seele übergeben, wenn sie, voll Eis fer, rein von des Gewissens Schuld, dir ähnlich wird an Treu', an Tugend und Ges duld. 7. Schau' auf, mein Geist, auf ihn! verschmåh' des Las sters Freuden! Der Sünde Sold ist Tod und ihre Frucht And Leiden. Wie Jesus, weihe Gott des Lebens furie kommenheit, Lehrer, Muster uns zu werden hoher, reiner Sittlichkeit, wurdest du ein Mensch auf Erden. Dir schlägt unser Herz entgegen, Jesu, dir, der Menschheit Segen. 2. Du gabst unserm Geiste Licht, lehrtest uns Gott nås her kennen, uns mit froher Zuversicht unsern Schöpfer Bater nennen, der uns liebt, versorgt, beschützet, und uns gibt, was wahrhaft nüket. 3. Du hast uns der Menschs heit Werth durch dein Leben und die Lehre, die von Gott kommt, aufgeklärt, uns ges lehrt des Geistes Ehre nur auf wahre Tugend gründen, und das Laster überwinden. 4. Dann auch, wann das Auge bricht, Todesschrecken uns umgeben, blickt, erhellt von deinem Licht, unser Geist in jenes Leben, in das Land vollkommner Freuden, um mit frohem Muth zu scheiden. 5. Danket, Christen, betet an! Laßt uns Christum herzs lich ehren, wandeln auf der Tugend Bahn, willig folgen seinen Lehren, treu durch Noth und Leiden gehen, um sein ew'ges Licht zu seben. Wandel Jesu auf Erden. 251 Mel Gott, deine weise Macht 6. Noch immer hilfst du deis nem in Siegen zc. 377. Kein Lehrer ist dir, mächtig fort. Du ſendest, wie Jesu, gleich! An Weisheit und an Liebe reich bist du, sos wohl durch Wort als That, der schwachen Menschen sichrer Rath. Es freut mein Geist im Glauben sich, und preist für deine Lehre dich. es uns verheißt, noch immer deinen guten Geist, der Jedem, welcher Wahrheit liebt, zum Guten Licht und Kräfte gibt. 2. Du kamst zu uns, von Gott gesandt, und machtest uns den Weg bekannt, wie wir, befreit von Sündenschuld, theilhaftig werden seiner Huld. Auf ewig sey dir Dank und Mel. Dies ist derTag derFröhlichs keit zc. Ruhm, Herr, für dein Evans 378. Mit nach, spricht gelium. 3. Die Wahrheit, die du uns gelehrt, wird nicht durch Wunder nur bewährt; auch ihre Gründe wanken nie, und die Erfahrung spricht für sie. Nie schwäche mir der Frevs ler Spott den Glauben an dieß Wort von Gott. 4. Und wie bewährt es deis ne That! Du zeigtest uns der Tugend Pfad, und gingst als Vorbild uns voran. Wie könnt' ich, dir auf solcher Bahn zu folgen, tråg' und muthlos feyn! Wie je mich einer Süns de freu'n! 7. Mein Heiland, send' ihn auch zu mir, daß ich mit heis liger Begier nach Wahrheit strebe, fromm und treu den Lehren deiner Weisheit sen, bis mich bei dir in Ewigkeit der reinern Wahrheit Licht erfreut. 5. Du bist es, Herr, von dem das Amt, das die Vers söhnung predigt, stammt. Du machst durch treuer Lehrer Mund noch jetzt dein Heil den Menschen kund. Begleite stets mit deiner Kraft ihr Amt, das mit es Nutzen schafft. Christus, unser Herr, folgt meinem Vorbild, Christen! Kommt, heiliget euch immer mehr; entreißt euch allen Lüs sten. Ich litt für euch, und ihr seyd mein; ihr Alle sollt mir ähnlich seyn. 2. Ja, Herr, dein Vorbild leuchte mir zu einem frommen Leben. Mit Ernst und Freude will ich, dir zu folgen, mich bes streben. Du zeigst zur Tugend uns die Bahn, auf der man ficher wandeln kann. 3. Nie suchtest du bei Mens schen Ruhm, warst gütig, sanft und stille; du starbst, wir find dein Eigenthum; das war des Vaters Wille. Du dachs test nur an unsre Ruh', und selbst für Feinde batest du. 4. Dein Beispiel lehrt, was schädlich ist, mit weiser Vors ficht flieben; es lebret mich 252 Wandel Jefu auf Erden. mein Herz der Lift und heus Willen? Dir war es Ruhm chelei entziehen. O wohl mir, wenn ich deinem Sinn in Wahrheit, Heiland, ähnlich bin! und Seelenruh' ihn treulich zu erfüllen; dir keines Eigens ruhms bewußt, war, ihn zu preisen, deine Lust. 5. Du gingst als Führer einst voran, und stehst mir noch zur Seite; du kämpftest selbst, du brachst die Bahn, und stärkst auch mich im Streis te. Wie könnt' ich denn noch gaghaft seyn, und mich, dir nachzufolgen, scheu'n? 3. Wenn je dein Auge Frevs ler sah, warst du voll edler Schmerzen; doch, wenn des Vaters Wort geschah, quoll Freud' aus deinem Herzen. An ihm nur hing dein gans zer Sinn; auf ihn sah stets dein Auge hin. 6. Wer hier sein Glück zu finden meint, wird's ohne dich verlieren; wer's bei dir zu verlieren scheint, den wirst du dazu führen; wer mit dem Mund nur dich verehrt, und bir nicht folgt, ist dein nicht werth. 4. Ihn ehrtest du mit Wort und That vor aller Welt mit Freuden. Du warst bereit, nach seinem Rath zum Heil für uns zu leiden. Wie er die Liebe felber ist, so warst du's auch, Herr Jesu Christ. im 7. Dir, Herr, zu folgen, wünschen wir. Gewähr Kampf uns Allen Standhafs tigkeit; gib Stärke mir, der Tugend Weg zu wallen. Wer hier nicht kämpft, trägt auch ben Lohn des ew'gen Lebens nicht davon. 5. Du zeigtest, daß die größs te Noth dich nicht zum Murs ren reize, warst, Gott gehors sam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuze. Auch da war feste Zuversicht auf ihn dir ewig theure Pflicht. 6. Von ihm verlassen blieb dein Herz an ihm, trok alles Spottes; dein Hoffen war im die sichre Eigne Melodie. 379. O Jefu, wahrer Hülfe Gottes. Und, was du D Frömmigkeit vollkommenstes hofftest, ist gescheh'n; Gott Erempel, dein Herz, dem Vas hörte deiner Stimme Fleh'n. ter ganz geweiht, war jeder Tugend Tempel; dein Wans del rein von aller Schuld, Gott angenehm, werth seiner Huld! 7. Mit Ehr' und Preis von ihm gekrönt, lebst du zu seis ner Rechten voll Majestät, und dir ertönt von allen Got tesknechten das Lob, deß du so würdig bist. D selig, wer 2. Wer war wohl eifriger als du, zu thun des Vaters bir ähnlich ist! Wandel Jefu auf Erden. 3. Gib, daß nach deinem Beispiel hier gewissenhaft ich lebe, in Geist und Wahrheit Gott, gleich dir, stets zu vers ehren strebe; mit Freuden seinen Willen thu', und ganz in seiner Fügung ruh'! Mel. O liebster Jesu, was sc. 380. Still, niedrig, oh, ents ne rauschendes Gepränge, fernt von dem, was sonst der Menschen Menge für groß hålt, wandelte der Herren Größter, der Menschen Bester. 2. Ach, nicht sich dienen lass sen, Andern dienen wollt' Er, der Herr, der uns zum Heil erschienen. Freiwillig wählte er, statt Erdenfreuden, Armuth und Leiden. 3. Doch groß war er bei aller äußern Blöße, groß durch die stille, ihm nur eigne Größe; erhaben, groß durch Alles, was er dachte, sprach und vollbrachte. 253 folget mir! und ich will euch erquicken. Wer mein Wort hört und glaubet, der wird les ben, ja ewig leben." 5. Kraftvolle Lehren wahs rer Weisheit floßen von seis nem Munde; um ihn her ers goßen sich Strome von Hold feligkeit und Gnade auf jedem Pfade. 6." Thr Müden," sprach er einst mit sanften Blicken," kommt 7. Untadelhaft, von keiner Sünd' entweihet, sprach er, wer ist, der mich nur Einer zeihet? Und zeihen konnte seiner Tadler keiner ihn auch nur Einer. 8. Wer hat wie er gelebet und gelehret? Wer so viel Licht und Heil währet? Wer hat je solcher Thaten Ruhm erreichet, der seinem gleichet? der Welt ges 9. Er war's, der uns zum Heil erscheinen sollte, durch den uns Gott begnad'gen, segs nen wollte. Ihn kennen und verehren macht auf ewig bes glückt und selig. 10. Herr, gib uns Kraft, mit Eifer nachzustreben dem großen Vorbild, das du uns gegeben: an Eugend und an Weisheit groß zu werden schon hier auf Erden. 4. Erbarmen, Gute war sein ganzes Leben, der Menschen wohl geweiht und Gott ers 381. V. geben; voll Thätigkeit, sein Werk und Gottes Willen treu zu erfüllen. Mel. Schmücke dich, o liebe ze. Vorbild wahrer Menschenliebe, Jesu, deines Mitleids Triebe zogen dich herab auf Erden, der Vers lornen Heil zu werden, und für sie dein theures Leben in den Tod dahin zu geben. Wo ist Jemand, der die Größe deis ner Lieb' und Huld ermäße? 2. Ohne Vortheil zu begehs ren, sich in Undrer Dienst vers Wandel Jefu auf Erden. 254 zehren, Gutes Jedem gern ers zeigen, zu Beleidigungen schweis gen, auch an Feinden Wohls thun üben, das heißt Menschen göttlich lieben. Und wie voll von dieser Gute war, Erldser, dein Gemüthe! 3. D du Zuflucht aller Ars men, jeder fand bei dir Ers barmen; jeder hat auf sein Verlangen Ruh' und Trost von dir empfangen! Dwie pflegtest du zu eilen, das Ers betne zu ertheilen! Freude war dir's, Seligkeiten schon auf Erden auszubreiten. 4. Menschenseelen zu beglüs cen, Neuerfüllte zu erquicken, Unverständige zu lehren, Abs gewichne zu bekehren, Suns der, die sich selbst verstocken, liebreich zu dir hinzulocken; dieß war, Herr, in deinem Les ben dein beständiges Bestres ben. 5. Und wie hoch stieg dein Erbarmen, da du, Mittler, von uns Armen Gottes Stras fen abzuwenden, unter fres cher Mörder Hånden Angst und unerhörte Schmerzen lits teft mit gelaffuem Herzen, als ein Missethäter starbest, und uns ew'ges Heil erwarbest! und für sie zu Gott. zu bes ten. 7. Demuth war bei Spott und Hohne deiner Tugend Schmuck und Krone. Nie hast du nach Ruhm getrachs tet, noch auf Menschenlob ges achtet. Deines Vaters heil's gen Willen mit Gehorsam zu erfüllen, uns zum Himmel zu erheben, war der Zweck von deinem Leben. 8. Laß mich, Herr, zu meis nem Segen deinen Wandel oft erwägen! Laß mich in und Hülfe bei dir finden! der Angst der Sünden Trost Gib zur wahren Menschen, liebe Kraft und immer rege Triebe! Laß mich immer mehr auf Erden ähnlich deinem Bilde werden! mel. O Jesu, wahrer Frömmigs keit 2c. 382. Welch hohes Beis spiel gabst du mir, mein Heis land, durch dein Leben! Sollt' ich nicht gern und mit Bes gier, dir nachzuahmen, stres ben? Nicht geh'n den Weg, den du betratst, nicht freudig thun, was du, Herr, thatst? 6. Deine Huld hat dich ges trieben, Sanftmuth und Ges duld zu üben; Haß mit Haß nicht zu vergelten; deine Schmaher nicht zu schelten; Allen freundlich zu begegnen; die dich lästerten, zu segnen; deine Mörder zu vertreten seyn. 2. Dein Herz, von Süns den nie entweiht, war rein, wie deine Lehre; dein gans zer Wandel Heiligkeit, dein Endzweck Gottes Ehre. Du littft und starbst, uns zu bes frei'n, und unsre Seligkeit zu Wandel Jefu auf Erden. 3. Du führtest uns zur Feinde. Du warst gehorsam Tugend an, und, standhaft bis zum Tod, und ehrtest ihr ergeben, gingst du selbst selbst im Tode Gott. ihre schwere Bahn, mit Muth uns zu beleben. So große Leiden, ohne Schuld, ertrugst du alle mit Geduld. 4. Der Kummervollen Trost zu seyn, zu wehren jedem Leis be, stets wohl zu thun und zu erfreu'n, war deine Sorg' und Freude; und eines jeden Menschen Schmerz durchdrang dein liebevolles Herz. 7. Ich komme, Herr, gib Kraft und Licht, daß ich mein Heil erkenne, dein wahrer 5. Du trugst mit Sanfts Jünger sey und nicht mich muth und und mit Huld die deinen Freund nur nenne, Schwachheit deiner Freunde; damit ich deinem Vorbild treu, auch Sünder trugst du mit auch Andern selbst ein Beis Geduld, und batst für deine spiel sey. Heiligung des Menschen. Christliche Kirche. unser Gott, ein' gute Wehr und Waffen, er hilft uns frei aus aller Noth, die uns jest hat betroffen. Der alt' böse Feind mit Ernst er's jetzt meint, groß Macht und viel' List sein' grausam' Rüstung ist, auf Erd' ist nicht sein's gleis chen. 255 6. Ein solches Vorbild hast du mir, o Jesu, hinterlassen, wie du zu leben, ähnlich dir in deinem Thun und Lassen. Nimm, sprichst du, meine Laft auf dich; komm, folge mir, und thu', wie ich! Eigne Melodie. 383. Ein' feste Burg ist Zebacth, und ist kein ander Fragst du: wer er ist? Er heißt der Herr Gott, das Feld muß er bes halten. 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren; es streit't für uns der rechte Mann, den Gott hat bat selbst erforen. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär', und wollt' uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie sauer er sich stellt, thut er uns doch nicht, das macht, er ist gericht't, ein Wortlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stah'n, und kein'n Dank dazu haben, er ist bei und 256 wohl auf dem Plan, mit seis nem Geist und Gaben. Neh, men sie den Leib, Gut, Ehr', Kind und Weib, laß fahren dahin, sie haben's kein Ges winn, das Reich muß uns doch bleiben. D. M. Luther. Chriftliche Kirche. unerschüttert im Vertrau'n auf deine Zukunft warten! 4. Auch deine Feinde, die dich schmäh'n, die frevelnd sich emporen, laß deiner Gnade Wunder seh'n, daß sie sich noch bekehren! Lehr' sie mit uns gen Himmel schau'n, und left du fest in der Wahrheit 5. Uns, deine Christen, wols gründen, daß wir durch sie Heil, Trost und Ruh' für unsre Seelen finden. Mach' Vor Irrthum und vor Fins unsers Glaubens uns gewiß! sterniß bewahr' uns, weil wir leben. Mel. Ich halt' an meinem Gott ze. 384. Die Feinde deines Kreuzes droh'n, dein Reich, Herr, zu verwüsten. Du aber, Mittler, Gottes Sohn, bes schützest deine Christen. Dein Thron bestehet ewiglich; vers geblich wird sich wider dich die ganze Hölle waffnen. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, kein Werk von Menschenkindern; d'rum fonnt auch keine Macht der Welt, Herr, seinen Fortgang hindern. Dir können deine Feins de nie dein Erbe rauben; selbst durch sie wird es vers größert werden. bei alle leiten! Vom Aufgang 385. Herr, unfer Hort, 3. Weit wollst du deine Herrschaft noch in deiner Welt verbreiten, und unter deinem sanften Joch die Völ ter bis zum Niedergang alle Welt dir Preis und Dank und glaub' an deinen Namen! Mel. O Herre Gott, dein göttlich Wort zc. bring' dein göttlich Wort blieb lans ge Zeit verborgen. Wir sas hen nicht der Gnade Licht, bis der Erleuchtung Morgen nun wieder kam; dann erst vernahm dein Volk das Wort der Wahrheit. Die Nacht entwich, du zeigtest dich der Welt in Himmelsklarheit. 2. Vers 6. Ein reines Herz schaff in uns, Herr, ein Herz nach deinem Willen! Lehr uns mit jedem Tage mehr treu dein Gesetz erfüllen! Gehors sam deiner Vorschrift seyn, und dann uns deiner Gnade freu'n, sey unser Heil auf Erden! 7. So werden wir, dir uns terthan, mit Ernst die Süns de meiden, und du führst uns auf ebner Bahn zu deines Reiches Freuden; und herrs lich wird in dieser Zeit, noch herrlicher in Ewigkeit dein großer Name werden. Christliche Stirche. 2. Vergebung, Heil, am Himmel Theil gibt, Herr, allein der Glaube. Er führt zu dir, sonst würden wir dem Fluch und Tod zum Raube. Er zieht das Herz auch hims melwärts, und füllt's mit heil'gen Trieben; er lehret mich, vor allem dich, und meinen Nächsten lieben. 3. D'rum dankt, o Herr, dir weit umher dein Volk für diese Lehren. Doch viele sind noch stolz und blind, und wols len sie nicht hören. 3ers trummre doch des Irrthums Joch, daß Alles Eine Heerde, von dir geführt, o guter Hirt, in Geisteseinheit werde. 257 geht, dein Reich besteht; du. bleibst Gesalbter Gottes. Doch bitten wir, o Herr, von dir: zum Haufen deiner Zeugen bekehr' auch fie; laß jedes Knie sich deinem Scepter beus gen. 6. Vergebens ist der Feins de List, der Hohngesang des Spottes. Der Spott vers 7. Fest, wie ein Fels, Gott Israels, steht uns noch. dein Versprechen:" Wenn auch die Welt in Trümmer fällt, soll doch mein Bund nicht brechen." Empdren sich gleich wider dich der Völker große Schaaren; du kannst und wirst, o Friedefürst, die Kirche doch bewahren. 8. Du bist ihr Herr; was will sie mehr? Du hast, als du gestorben, zum Eigenthum, zum ew'gen Ruhm sie theuer dir erworben. Sie bleibt in dir und du in ihr; nichts kann sie dir entreißen; was ihr Gebet von dir erflebt, gibst du, wie du verheißen. 4. Gib auch, daß wir von Herzen dir für diesen Segen danken. Entzieh uns nicht der Wahrheit Licht; laß uns nicht ferner wanken von eis nem Sinn zum andern hin; gib Hoffnung, Glauben, Liebe; ein Herz, das treu und christs lich frei sich stets im Guten übe. 5. Wir können's nicht; die Kraft gebricht; uns stärkt nur deine Gnade. Doch wissen wir, vertrau'n wir dir, daß uns kein Unfall schade. Bes stürmen gleich dein Königreich der Feinde große Heere; mag's immer seyn! Der Sieg bleibt dein, und dein 380.D alle 9. Dir traut, o Gott, in jeder Noth die Kirche deines Sohnes. Noch harret sie in Kampf und Müh', o Jesu, deines Lohnes. Doch wird sie einst, wann du erscheinst zum letzten deiner Siege, fich freu'n mit dir, daß ewig ihr der Feind zu Füßen liege. Mel. Ich halt' an meinem Gott zc. Jesu, Licht und Heil der Welt, der du in dies sem Leben dein Wort, das zue Gottes Rath enthält, 17 Chriftliche Kirche. Nichtschnur uns gegeben, du wir erhoben werden. Dann bist der Herr der Christenheit, die du, voll Huld und Freunds lichkeit, dir aus den Menschen fammelst. endet sich der Deinen Müh'; dann krönest und belohnst du sie mit Preis und ew'ger Freude. 7. Dann seh'n wir dich in Majestät, und uns, gleich deis nen Engeln, zu nie empfunds nem Glück erhöht, befreit von allen Mängeln. Dann preisen wir frohlockend dich, daß deine Macht und Gnade sich so hoch an uns verherrs licht! 258 2. Du willst sie als dein Eigenthum, zur wahren Weiss heit leiten, und durch dein Evangelium zur Seligkeit bes reiten. Du, Herr, bist groß von Rath und That; und was dein Mund versprochen hat, wirst du gewiß erfüllen. 3. Du bist der Deinen Trost und Heil. So viel nur an dich glauben, die haben Mel. Ein' feste Burg ist unser zc. an dem Segen Theil, den uns 387. Wenn Christus kein Feind kann rauben. Zus friedenheit und Himmelsruh' fließt Allen schon auf Erden zu. Dein ist des Guten Fülle. 4. Mag auch der Spötter immerhin auf deinen Ruf nicht hören, und mancher in vers fehrtem Sinn fich wider dich empören; es fällt doch deine Kirche nie; du hältst und du beschützest sie durch deines Geistes Weisheit. 5. Dein ist das Reich und dein die Kraft; wer sollte dir nicht trauen? auf dich, der Alles kann und schafft, nicht seine Hoffnung bauen? Dein Heil ist unser höchstes Gut; hilf, daß wir stets mit frohem Muth dich vor der Welt bekennen. 6. 3war kämpfen wir noch manchen Streit auch mit uns felbst auf Erden; doch wer ben zur Vollkommenheit auch seine Kirche schützt, so mag die Hölle wüthen; er, der zur Rechten Gottes fißt, hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah'; wenn er gebeut, steht's da. Er schüßet seinen Ruhm, und hält das Christenthum. Mag doch die Hölle wüthen. 2. Und wenn auch Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören; stets werden ihn, des Höchsten Sohn, zahllose Völker ehren. Sein Wort ist wahr; nichts ist der Gros Ben Macht und List. Wie lange währt ihr Spott? Auch Staub sind sie vor Gott. Sie mögen sich empören. 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmäh'n; uns fann er sie nicht rauben. Der Urchrist- mag ihr widersteh'n; wir halten fest am Glauben. Christliche Kirche. 269 Gelobt sen Jesus Chrift! nen Trost, Ein Glück, Ein Wer hier fein Jünger ist, sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. 4. Auf, Christeit, die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Droh'n erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß bedecken. Der Herr, der starke Gott, hålt über sein Gebot, gibt uns Geduld in Noth, und Kraft und Muth im Tod; was kann uns denn erschres cken? Heil. 4. Ja, alle Christen auf der Erde, wie weit sie auch getrenne: sind, sind alle doch nur Eine Heerde, in Liebe Jesu gleit gesinnt, durch Glaus ben, Hoffnung, Liebe gleich, an Früchten guter Werke reich. 2. Er sey auch unbekannt: thn lieben und achten Alle die, die sich im Glauben, in der Tugend üben, aufrichtig, treu und brüderlich, so bald sie seh'n, daß er ein Chrift, ein wahrer Jünger Jesu ist. 3. Kein Eigennuß, kein Stolz, kein Leiden, kein Wechs fel ihres Glücks, kein Schmerz entzieht ihm ihrer Treue Freus den, ihr fest mit ihm vers bundnes Herz. Ei- haben au einander Theil durch Eis 5. Und welche Freunde, welche Brüder hat nicht im Himmel dort der Christ, wo Jesus seines Leibes Glieder versammelt, wo er sichtbar ist! Da foll: sein Diener nicht allein, mit Allen soll er selig Mel. Wer weiß, wie nahe mir zc. feyn. 6. 388. Wohl dem, der sollen leben; ich will, daß, Christo angehöret! Auch er hat Freunde: denn sein Freund ist Christus, und wer Chris stum ehret, durch) Einen Sinn mit ihm vereint. Nicht eins sam wandelt er den Pfad, auf den ihn Gott gerufen hat. wo ich bin, die sey'n, die, Vater, mir von dir gegeben, fich meiner hier im Glauben freu'n: Eins dort, wie schon im Glauben hier, auch in der Herrlichkeit mit mir." 7. O Trost, zu Jesu Ausers fornen zu kommen, zu der Båter Schaar, zu unsers Gottes Erstgebornen, zu Jes dem, der hier heilig war, mit denen dort am Thron zu steh'n, mit ihnen Allen Gott ers höh'n! 8. Mach' uns, o Jesu, dazu tüchtig, bein würdig Eigens thum zu seyn. O mach' das Christenthum uns wichtig! denn was kann uns so sehr erfreu'n, wie hier in dieser Pilgerzeit, so dort einst in der Ewigkeit. 17* 260 Wort Gottes. 9. Schenk uns den Geist edler Dienstbeflissenheit, daß der Bruderliebe, der Nach Alles, unserm Bunde treu, ficht und der Einigkeit. Gib, Ein Herz und Eine Seele daß sich Jeder eifrig übe in sey. Wort Gottes. getroft und frisch sie greifen an, und seyn die Kraft der Eigne Melodie. 389. Ach Gott, vom Armen. As Himmel sieh darein, und laß dich deß erbarmen, wie wes nig sind der Heil'gen dein, verlassen sind wir Armen, dein Wort man läßt nicht haben wahr, der Glaub' ist auch verloschen gar bei allen Menschenkindern. 5. Das Silber, durch's Feuer siebenmal bewährt, wird lauter funden, an Gottes Wort man warten soll deßs gleichen alle Stunden, es will durch's Kreuz bewähret seyn, da wird sein Kraft erkannt und Schein, und leucht't stark in die Lande. 2. Sie lehren eitel falsche List, was eigen Wiß erfindet, ihr Herz nicht eines Sinnes ist in Gottes Wort gegrüns det, der wählet dieß, der Ander' das, sie trennen uns ohn' alle Maas und gleißen schon von außen. 3. Gott woll' ausrotten alle Lahr, die falschen Schein uns lehren, darzu ihr' Zung' stolz, offenbär spricht: Troß, wer will's uns wehren? Wir has ben Recht und macht allein, was wir setzen, das gilt ges mein, wer ist, der uns sollt' meistern? 4. Darum spricht Gott, ich muß auf seyn, die Armen find verstdret, ihr Seufzen dringt Eigne Melodie. the Slag erhøret, mein heils 300. Dies find bie heil', sam Wort soll auf dem Plan gen zehn Gebot', die uns gab 6. Das wollst du, Gott, bewahren rein, vor diesem ars gen Geschlechte, und laß uns dir befohlen seyn, daß sich in uns nicht flechte, der gottlos Hauf sich umher find't, wo diese lose Leute sind in deinem Volk erhaben. 7. Ehr' sey Gott Vater alles zeit, auch Christ, dem Einges bornen, und dem Tröster, heiligen Geist, gar hoch in Himmelschoren. Wie es im Anfang und auch jetzt gewes sen ist, und bleibet stets in der Welt, der Welt. Amen. D. M. Luther. Wort Gottes. 201 unser Herre Gott, durch Mo, Jemands Schweiß nnd Blut; sen, seinen Diener treu, hoch du sollt aufthun bein' milde auf dem Berg Sinai. Kys Hand, den Armen in deinem rieleis. Land. Kyrieleis. 2. Ich bin allein dein Gott, der Herr, kein Götter follt du haben mehr; du sollt mir gang vertrauen dich, von Hers zensgrund lieben mich. Ky rieleis. 3. Du sollt nicht brauchen zu Unehr'n den Namen Gots tes, deines Herrn; du sollt nicht preisen recht noch gut, ohn' was Gott selbst red't und thut. Kyrieleis. 4. Du sollt heil'gen den fiebten Tag, daß du und dein Haus ruhen mag; du sollt von deinem Thun lass'n ab, daß Gott sein Werk in dir hab'. Kyrieleis. 5. Du sollt ehren und g'hors sam seyn dem Vater und der Mutter dein, und wo dein Hand ihn'n dienen kann, so wirst du lang's Leben han. Kyrieleis. 9. Du sollt fein falscher Zeuge seyn, nicht lügen auf den nächsten dein; sein Uns schuld sollt auch retten du, und seine Schand' decken zu. Kyrieleis. 8. Du sollt nicht stehlen Geld noch Gut, nicht wuchern 10. Du sollt dein's Nach, sten Weib und Haus begeh ren nicht, noch etwas d'raus; du sollt ihm wünschen alles Gut', wie dir dein Herz selber thut. Kyrieleis. 11. Die Gebot all' uns ges geben sind, daß du dein' Sünd', o Menschenkind, ers kennen sollst, und lernen wohl, wie man vor Gott leben soll. Kyrieleis. 12. Das helf uns der Herr Jesus Christ, der unser Mitt ler worden ist, es ist mit uns serm Thun verlor'n, verdienen doch eitel Zorn. Kyrieleis. D. M. Luther. 6. Du sollt nicht tödten zorniglich, nicht haffen, noch Mel. Der du dein Wort mir felbſt rächen dich, Geduld has 301. Dein Wort, zc. und Muth, und auch dem Feind thun das Gut. Kyrieleis. 7. Dein Eh' sollt du bes wahren rein, daß auch dein Herz kein Ander mein', und halten keusch das Leben dein, mit Zucht und Mäßigkeit fein. Kyrieleis. Höchster, ist vollkommen. Es lehrt uns unsre ganze Pflicht; es gibt dem Sünder und dem Frommen zum Leben sichern Unterricht. O felig, wer es achtsam hört, bewahrt und mit Gehorsam ehrt! 2. Es leuchtet uns auf uns sern Wegen, zerfireut des Irrs thums Finsterniß; verkündigt Wort Gottes. 262 Gnade, Heil und Segen, und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchster, was du bist, und was dir wohlgefällig ist. 3. Dein Wort ermuntert, dich zu lieben; lehrt, wie viel Gut's du denen gibst, die dein Gebot mit Freuden üben, und wie du väterlich uns liebst. Und was, o Herr, dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr, und trüget nicht. 4. Herr, deine Tröstungen sind besser, als alles Silber, Gold und Geld; ein Schatz, weit köstlicher und größer, als alle Schätze dieser Welt. Wer das thut, was dein Wort ges beut, dem ist dein Segen stets bereit. 5. D'rum laß auch mich mit Lust betrachten, was mich dein Wort, o Höchster, lehrt. Laß mich darauf gehorsam achten, was dein Befehl von mir bes gehrt: fo fließen Trost und Seelenruh' auch mir aus deis nem Worte zu. Pfaden würd' ich ein Raub des Irrthums seyn; mit Suns denschuld und Fluch beladen, mußt' ich des Richters Strafe scheu'n. Ich hatte keinen Trost in Noth; mich schreckte stünds lich Grab und Tod. 3. Doch allen diesen Fins sterniffen des Irrthums und der Sünde Macht hat Jesu Lehre mich entrissen; ihr Licht zerstreut des Zweifels Nacht. Sie zeiget mir des Höchsten Rath, und führt mich auf der Wahrheit Pfad. 4. Ich weiß, wozu mich Gott geschaffen; ich kenne meine ganze Pflicht, mein Geist wird nicht im Tod entschlafen; wer an dich, glaubt, wird im Gericht durch dich, o Heiland, wohl besteh'n, in deiner Herrs lichkeit dich seh'n. 5. Gott, laß mich dieser guten Lehre gehorchen mit stets größrer Lust; und keines Spotters Wahn zerstöre ihr Trostgefühl in meiner Brust! Mein ganzes Leben preise dich! Dein Heil erfreu' im Tode mich! Eigne Melodie. 302.D er du dein Wort Mel. Ach Gott und Herr 2c. mir hast gegeben, wie preif' ich nicht meth Gott, barit: 303. Gott ist mein bort, mein dafür! Nie kann mein Dank dich g'nug erheben. Durch Chris stum schenkst du Weisheit mir. Kennt' ich die Lehre Jesu nicht, wie wenig hätt' ich Trost und Licht! 2. Auf ungewissen, finstern und auf sein Wort soll meine Seele trauen! Ich wandle hier, mein Gott, vor dir, im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kraft empfinden; daß ich dir treu Wort Gottes. im Glauben sey, und rein, o Herr, von Sünden. 3. Wo hätt' ich Licht, wos fern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne fie verstund' ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben. Zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir übers geben. 5. Den ew'gen Rath, die Missethat der Sünder zu vers föhnen, den kennt' ich nicht, wär' mir dieß Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Neu' und Schmerz der Sün, den nicht vergehen; nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist recht kindlich zu dir flehen. 7. Mich zu erneu'n, mich dir zu weih'n, ist deines Heils Geschäfte. Durch eigne Müh' vermag ich's nie; dein Wort gibt mir die Kräfte. 203 den; laß mich dadurch weise werden. 2. Lautre Wahrheit ist dein Wort. Lehre mich es recht verstehen. Hilf du selbst mir, immerfort deutlicher es eins zusehen, was zu meinem Heil mich führet, was zu meiden mir gebühret. 3. Aber laß mich nicht als lein richtig seinen Sinn vers. stehen; laß mich auch befiffen seyn, den erkannten Weg zu gehen; sonst würd' ich bei allem Wissen seinen Trost ents behren müssen. 4. Folg' ich seinem Unters richt, so werd' ich's an mir erfahren, was es denen fest verspricht, die es hören und bewahren; mir auch wird es dann im Leiden eine Quelle wahrer Freuden. 5. Laß mich hier schon in der Zeit dein Erkenntniß stets vermehren. Find' ich manche Dunkelheit bei des Glaubens hohen Lehren; laß mich Zweis felsucht entfernen, und in Des muth glauben lernen. 6. Immer lenke meinen Einn von dem Wechselglück der Erde auf den ewigen Ges winn, daß ich frei und selig Mel. Liebster Jesu, wir sind zc. werde. Was sind Güter dies fer Zeiten gegen jene Herrliche 304. Herr, mein Licht, feiten. erleuchte mich, daß ich dich und mich erkenne; daß ich voll Vertrauen dich meinen Gott und Vater nenne. Wahrs beif lehrt dein Wort auf Er, 8. Herr, unser Hort, bu haft dieß Wort zu meinem Trost gegeben. Es sey mein Heil, mein bestes Theil, mein Weg zum ew'gen Leben. 7. Gib mir täglich neue Kraft, deinem Wort gemäß zu handeln, und vor dir ges wissenhaft als bein treues Kind zu wandeln, fo wird Wort Gottes. 264 einst, in fenem Leben, mich ein bell'res Licht umgeben. zeigst uns auch den Weg zum Leben, und lehrest uns: Gott will verzeih'n. Du führst zu dem, der uns versöhnt, und ung mit Heil und Gnade Wel. Wernur den lieben Gott zc. 395. Geift des Lichts, frönt. den Finsternissen des Irrs thums wird, wer Licht bes gehrt, durch deine Wahrheit nur entriffen, die uns den Weg des Friedens lehrt. Ges tauscht von Trug und Thors heit irrt, wer nicht von dir ers leuchtet wird. 2. Zur wahren Weisheit oft zu tråge, fennt er nicht fich, noch seine Pflicht, nicht feinen Gott, noch seine Wege, und selbst sein tiefes Elend nicht; vergißt in eitler Sichers heit Tod, Rechenschaft und Ewigkeit. 3. Dank dir, o Geist, und Preis und Ehre! Du hast uns Himmelslicht gewährt. Durch Jesu Wort, der Wahrs oll dein verderbe heit Lehre, wird uns das tes Herz zur Heiligung genes Dunkel aufgeklärt. So lers nen wir durch dich, wie blind, wie thdricht und verderbt wir sind. Bahr: 396.S sen, Christ, so versäume nicht das Wort des Herrn zu leſen. Bedenke, daß dieß Wort das Heil der ganzen Welt, den Rath der Seligkeit, den Geist aus Gott enthält. 4. Du zeigst uns Gott in seiner Größe, in seiner Heis ligkeit und Huld; zeigst uns fein Recht, des Menschen Blöße, und unsers Ungehors sams Schuld, das Elend uns frer Sicherheit, Tod, Rechens schaft und Ewigkeit. 5. Das sehen wir durch bich und beben. Doch sollen wir verzagen? Nein. Du erbau'n. 6. Auch schauen wir in deis nem Lichte der Frömmigkeit und Tugend Werth, und alle Frommen im Gerichte von Gott begnadigt und verklärt, und ihre Leiden in der Zeit wie nichts in jener Herrlichs feit. 7. O laß dieß Licht, zu Gots tes Ehre und unserm Heil, uns Alle seh'n; und das Geschenk der besten Lehre nicht undanks bar, noch frech verschmäh'n! Gib, daß wir thun, was du uns lehrst, bis du bei Gott uns einst verklärst. Mel. O Gott, du frommer Gott zc. 2. Merk' auf, als ob dir Gott, dein Gott, gerufen håts te. Merk' auf, als ob er selbst zu dir vom Himmel red'te. So lies, mit Ehrs furcht lies, mit Luft und mit Vertrau'n, und mit dem froms men Ernst, in Gott dich zu Wort Gottes. 3. Sprich fromm: O Gott, vor dem ich meine Hände falte, gib, daß ich dein Ges bot für ew'ge Wahrheit halte, laß mich das Göttliche in deis ner Lehre seh'n, und immer mehr den Nath von meinem Heil versteh'n. 4. Er, aller Wahrheit Gott, kann dich nicht irren lassen. Lies, Christ, sein heilig Buch, lies oft; du wirst es fassen, so viel dein Heil verlangt: Gott ist's, der Weisheit gibt dem, der sie redlich sucht, und sie von Herzen liebt. 5. Lies, frei von Leidens schaft, und ledig von Geschäfs ten, und sammle deinen Geist mit allen seinen Kräften. Der beste Theil des Tags, des Morgens Heiterkeit, sey, wie der Tag des Herrn, von dir der Schrift geweiht. 6. Nührt dich ein schöner Spruch, so ruf ihn, dir zum Glücke, oft bei des Tages Müh' in dein Gemüth zus rücke; empfinde seine Kraft, und stärke dich durch ihn zu dem gefaßten Schluß, das Gute zu vollzieh'n. 7. Um tugendhaft zu seyn, dazu sind wir auf Erden. Thu', was die Schrift ges beut; dann wirst du inne wers den, die Lehre sey von Gott, die dir verkündigt ist; du wirst das Wort versteh'n, dem du gehorsam bist. 8. Spricht es geheimnißvoll, 265 so laß dich das nicht schrecken; ein endlicher Verstand kann Gott nie ganz entdecken; Gott bleibt unendlich hoch. Wenn er sich dir erklärt, so glaube, was er spricht, nicht, was dein Witz begehrt. 9. Sich seines schwachen Lichts vor Gott nicht übers heben, fern von Vernünftelei ihm Dank und Ehre geben, wenn er sich offenbart, ist der Geschöpfe Pflicht; und weise Demuth ist's, das glaus ben, was er spricht. 10. D'rum laß dich, froms mer Christ, durch keine Zweis fel krånken. Hier bist du Kind; doch dort wird Gott mehr Licht dir schenken. Dort wächst mit deinem Glück dein Licht in Ewigkeit; dort ist die Zeit des Schau'ns, und hier des Glaus bens Zeit. 11. Verehre stets die Schrift; und stehst du Dunkelheiten, so laß dich einen Freund, der mehr als du sieht, leiten. Ein forschender Verstand, der sich der Wahrheit freut, ein schon geprüftes Herz, hebt oft die Dunkelheit. 12. Halt' fest an Gottes Wort; es ist dein Glück auf Erden, und wird, so wahr Gott ist, dein Glück im Hims mel werden. Verachte christs lich groß des Bibelfeindes Spott; die Lehre, die er schmäht, ist doch und bleibt von Gott. 266 Mel. Ich halt' an metnemGott zc. 307. Wenn hier in dies fer Uebungszeit mein Herz voll Unruh bebet; und wenn nach reiner Sittlichkeit mein Geist oft irrend strebet: so gibt dein Wort, o Gott, zur Pflicht dem Herzen Muth, dem Geiste Licht; gibt Trost und Seelenruhe. Wort Gottes. 4. Ja, Vater, meine Bes serung, sie wird, fie muß ges lingen; ich will nach meiner Heiligung mit Muth und Ei fer ringen. Nein wird dann meine Tugend seyn; ich werde jedes Lafter scheu'n, gestärkt durch diesen Glauben. standhaft meine Pflicht. Du, Gott, bist einst Vergelter. 6. Und wenn mein Aug' auf Gråber blickt, wo meine Brüder liegen; dann denk' und fühl' ich hochentzückt, daß Grab und Tod nicht siegen; daß über sie der Geist sich hebt, und dort in bessern Wels ten lebt, wo Tugend nicht mehr weinet. 2. Gott, welches Glück! zu dir kann sich mein Geist und Herz erheben, zum fros hen Glauben, daß auch ich soll ewig, ewig leben; daß ich zu reinrer Sittlichkeit, zu immer größrer Seligkeit ohn' Ende reifen werde. 3. Die Tugend hofft einst Seligkeit; der Glaube kann nicht die Mel. Jesu, meine Freude zc. Sinnlichkeit zum Streit, fann 308. W. ort, von Gott die Vernunft nun siegen. Ein Blick hin auf die Ewigkeit und, Gott, auf deine Heilig, kejt stärkt sie bei ihrem Kams pfe. gegeben, Wort voll Heil und Leben, Evangelium! Du vers kündigst Freude uns im tiefs sten Leide, zu des Höchsten Ruhm! Seinen Bund machst du uns kund; seinen Frieden, ew'gen Segen bringst du uns entgegen. 5. Wenn hier der Fromme dulden muß, der sich der Tus gend weihet; und wenn der Sünder im Genuß des Glüs ckes sich erfreuet, so stört dieß meine Ruhe nicht; ich übe 7. O Glaube, der das Herz erfreut, nichts, nichts soll dich mir rauben! Mich lehrt an Gott und Ewigkeit ein heilig Wort fest glauben. Dich, Vater, will ich lebenslang für diese Führerin mit Dank, im Tode noch dich preisen. 2. Was den Menschen allen Gottes Wohlgefallen ausers sehen hat; was sonst dunkle Schatten vorgebildet hatten, das vollführt sein Rath. Nun ist klar, was dunkel war, daß sich seiner Gnad' und Treue stets die Menschheit freue. 3. Alles ist vollendet; Gott hat den gesendet, der verheis ßen war. Jesus bat ſein Selbstprüfung, Reue und Besserung. 267 Leben für uns dargegeben auf wenn wir von der Sünde las dem Blutaltar. Er, erhöht sen, Muth zur Tugend fassen. zur Majestät, hat bestätigt seine Lehre, von dem Thron der Ehre. 5. Ich will mein Vertrauen auf dieß Troftwort bauen, Jesu, dir mich weih'n. Fromm, 4. Alle, die sie hören, sich wie du, zu leben, soll hier zu Gott bekehren, finden Trost mein Bestreben, meine Freude und Heil. Immer höh're seyn! So werd' ich auch einst Freuden werden, wann sie durch dich, o mein Heiland, scheiden, dort ihr ew'ges Theil. selig sterben und den Himmel Gott vergibt uns, die er liebt, erben. Selbstprüfung, Reue und Besserung. Mel. O Gott, du frommer 2c. 509. Austr llwissender, ich will jetzt meines Herzens Ties fen und meinen Lebenslauf nach deiner Vorschrift prüfen. Ich möchte gern von Schuld und von Vergehen rein, mich meiner Besserung und deiner Gnade freu'n. 2. Hab' ich dich, Gott, ges liebt, und durch ein frommes Leben von dieser Liebe auch Beweise dir gegeben? Hab' ich dich treu verehrt, im Kums mer dir vertraut, und durch mein Beispiel stets die Meis nigen erbaut? 3. Gebraucht' ich meinen Geist mit allen seinen Kräf ten, Verstand und Willen stets zu müßlichen Geschäften? Hab' ich für meinen Leib mit Weis heit fiets gewacht, und keine bose Lust genährt und anges facht? 4. War ich gerecht und treu? Bewies ich Menschenliebe, und regten sich in mir des Mits leids eble Triebe bei jeder fremden Noth? Floh ich des Stolzes Reiz, der Schadens freude Hohn, und Schmähs sucht, wie den Geiz? 5. Hab' ich wie Jesus that, gesegnet, die mir fluchten? Durch Güte die beschämt, die mir zu schaden suchten? Bes zwang ich meinen Zorn? lebt ich Versöhnlichkeit, und sah ich Andrer Glück mit Luft und ohne Neid? 6. War ich der Unschuld Schußz, und hab' ich sie vers theidigt? Durch Spott und Bitterkeit nie Redliche beleis digt? Hab' ich Geringere durch Härte nicht gedrückt, und, soviel ich vermocht, auch Ans dere beglückt? 7. Bar mir das Seelens heil des Nächsten immer theus er? Goß ich in keine Brust der Wollust wildes Feuer? Selbstprüfung, Rene und Besserung. 268 Reizt' ich zum Leichtsinn nicht? Verlor durch meine Schuld auch keiner seinen Trost, auch keiner deine Huld? 8. Allwissender, wer kann, wie oft er fehlet, merken! Sen gnädig, handle nicht mit mir nach meinen Werken. Ich will mit größerm Fleiß mich jeder Tugend weih'n, und wies der sanftmuthsvoll den Fehs lenden verzeih'n. bir hab' ich gesündigt, und übel, Gott, vor dir gethan. Du siehst die Schuld, die mir den Fluch verkündigt; sieh, Gott, auch meinen Jammer an. Mel. An Wasserflüssen Babys Eigne Melodie. 401. Erbarm'bich, Herr, 400. An bir allein, an mein schwaches Herz, geneigt zu Eitelkeiten, läßt bald durch Freude, bald durch Schmerz sich auf den Irrweg leiten. Gleichwie ein Rohr vom Wind regiert, so irrt, von Leidens schaft verführt, auch oftmals meine Seele. Wann komm' ich zu der wahren Ruh', daß ich das Gute gerne thu', und nur, was Recht ist, wähle. 2. Laß doch mein Herz nicht fernerhin in seiner Neigung wanken. Erhebe den verirrs ten Sinn zu himmlischen Ges danken. Wenn von dem Dienst der Eitelkeit mich deines Geis stes Kraft befreit, so wird es mir gelingen. Ich halte deis nem Geiste still; ich will mich åndern, Herr, ich will. Gib selber das Vollbringen! 2. Dir ist mein Fleh'n, mein Seufzen nicht verborgen, und meine Thränen sind vor dir. Ach Gott, mein Gott, wie lan ge soll ich sorgen? Wie lang entfernst du dich von mir? 3. Herr, handle nicht mit mir nach meinen Sünden, vers gilt mir nicht nach meiner Schuld. Ich suche dich; laß mich dein Antlitz finden, du Gott der Langmuth und Ges duld. wieder eifrig wallen, und lehre. mich dein heilig Recht, mit Freuden thun nach deinem Wohlgefallen; du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. 4. Früh wollst du mich mit deiner Gnade trösten, Gott, Vater der Barmherzigkeit. D, schenke mir den Frieden der Erlösten; du bist ein Gott, der gern erfreut. 5. Laß deinen Weg mich 6. Herr, eile du, mein Schutz, mir beizustehen, und leite mich auf ebner Bahn. Er hört mein Schrei'n, der Herr ers hört mein Flehen, und nimmt fich meiner Seele an. 3. Umsonst such' ich der Tu gend Bahn, wenn du mich nicht begleitest, und mich, bes freit von Menschenwahn, zu deiner Wahrheit leitest. Du Selbstprüfung, Keue und Besserung. 269 uns ewig freu'n. baffest jeden falschen Schein; von Sünden rein, deines Heils mit Ernst willst du verehret seyn. Herr, hilf mir redlich kämpfen! Erhebe den gebeugs ten Muth; hilf mir der Leis denschaften Gluth durch deine Gnade dämpfen. 4. Mein Gott, mein Gott, gedenke nicht der Sünden meis ner Jugend! Wie hart schien mir oft meine Pflicht! Wie rauh die Bahn der Tugend! Und doch trugst du mich mit Geduld. Laß, Vater, laß mich diese Huld undankbar nicht verachten! Dir folgen, bringt mir wahres Heil; laß mich nach diesem bessern Theil von ganzer Seele trachten. 5. Ich bin ein Mensch; du kennest mich. Wie schwach find meine Kräfte! Doch meine Seele hofft auf dich; Du wirst zu dem Geschäfte der Heilis gung mir Kraft verleih'n, und mich mit deiner Hülf erfreu'n, vor dir gerecht zu leben. Das für will ich, dein Eigenthum, oVater, deines Namens Ruhm in Ewigkeit erheben. 2. Von den Sterblichen ist feiner deiner großen Gnade werth; unter allen auch nicht einer, der nicht oft von die sich kehrt. Dennoch willst du das Verderben deiner schwas chen Kinder nicht; rufest fie zu ihrer Pflicht; rufeft: Was rum wollt ihr sterben? Süns der, kehrt zu eurem Glück, kehrt auf meinen Weg zurück! 3. Laß, Herr, dieses Wort mich rühren, reu'voll dir mein Herz zu weih'n; laß es mich zur Tugend führen, um ges fällig dir zu seyn. Komm' ich mühvoll und beladen mit der Sündenlast zu dir: o so nahe du dich mir mit dem Reichthum deiner Gnaden; sey Er barmer, gehe nicht, Vater, mit mir in's Gericht! 4. Dein Erbarmen übers wieget alle Schuld, die mich verklagt; deines Geistes Beis stand sieget, wenn mein Geist erschrocken zagt. O wie soll mein Herz dich lieben, der du mich in Chrifto liebst, und mir neue Kräfte gibst, gern die Pflichten die Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht zc. 402. Gott, aus beffen das Wort der Seligkeit den Begnadigten gebeut! Gnadenfülle lauter Segen auf uns fließt, Alles, was dein Rath und Wille fordert, ords net und beschließt, ist der Weg zum wahren Leben. Wahre Sinnesbesserung, steter Fleiß der Heiligung, soll uns immer mehr erheben, bis wir, ganz 5. Dich von ganzem Hers zen lieben, deinem Wink ges horsam seyn; auch am Nachs sten Liebe üben, und mich seis nes Wohlfeyns freu'n; fromm bei allen meinen Pflichten, Gott, auf deinen Willen seb'n; 270 Selbstprüfung, Reue und Besserung. deine Wege folgfam geh'n; reds stets offen sey; weil frevelmus lich, was du willst, verrichs thige Verstockung, und ach, ten; Sündenwege ernstlich ein Leben, ohne Reu' im Süns flich'n; dieß sey täglich mein dendienste zugebracht, einst ewig Bemüh'n! unglückselig macht. Mel. Wer nur den lieben Gott ze. 403.6 ott, hilf mir, daß ich Buße thue, weil mich noch deine Stimme lockt. Bewahre mich vor falscher Ruhe, das bei das Herz sich leicht vers stockt, wenn du gleich das Ges wissen rührst, und zum Ges fühl der Sünde führst. 2. Du willst nach deiner großen Güte nicht eines eing's gen Sünders Tod: d'rum weckst du oftmals sein Gemüs the, zu fühlen seine Sünden noth. Wohl dem, der deine Stimme hört, und redlich sich zu dir bekehrt! 3. Den rettest du, Herr, vom Verderben, nimmst seine Buße gnädig an; machst ihn zu deinem Kind und Erben, daß er frohlockend rühmen kann: wie groß ist Gottes Vaterhuld! Er tilget meine Sündenschuld. 4. Sollt' ich die Güte denn verachten, die mir noch Kraft zur Beffrung reicht? Vom Troste leer muß der verschmach, ten, von dem, Gott, deine Gnade weicht; sie aber weicht von dem zuleßt, der frevelt und gering fie schätzt. 5. So gib, daß deiner sanfs ten Lockung, o Gott, mein Herz 6. Sich bessern, ist der Weg zum Leben: d'rum laß mich in der kurzen Frist, die du zum Heile mir gegeben, und die für mich so wichtig ist, nur dafür sorgen, daß mein Geist dem Sündenelend sich entreißt. 7. Verleihe mir dazu die Gnade, die uns vom Sündens dienst befreit, und leite mich selbst auf dem Pfade der christs lichen Rechtschaffenheit. Wie selig bin ich dann schon hier! Wie glücklich einst, mein Gott, bei dir! Mel Freu' dich sehr, o meine zc. 404.6 ott, ich will mich ernstlich prüfen, ob ich redlich bin vor dir. Du kennst meis nes Herzens Tiefen; ach, ents decke sie auch mir. Laß mich sehen, ob ich treu dir in meis nem Wandel sey; ob ich recht zu thun mich übe, weil ich dich von Herzen liebe. 2. Eitelkeit und Eigenliebe sind die Gößen dieser Welt; aber sie sind nicht die Triebe, deren Wirkung dir gefällt. Wer das Gute, das er übt, nicht mit reiner Seele liebt, Richter, dem gibst du die Kros ne der Gerechten nicht zum Lohne. 271 Einen hin, dich zu lieben, und vor allen dir, o Höchster, zu gefallen. Selbstprüfung, Reue und Besserung 3. Die um deiner Liebe wils len wandeln, wie dein Wort gebeut, diese, diese nur erfüls len das Gesetz der Frömmigs keit. Nicht nur das, was wir gethan, auch die Absicht siehst du an; deine Liebe soll uns dringen, gute Werke zu volls bringen. 4. Wie ein leichter Nebel schwinden meine Tugenden vor dir; denn noch trennen Liebe lingssünden mich, o Heiligster, von dir. Deine Liebe trieb mich nicht zur Erfüllung meiner Pflicht; ich vergaß an dich zu denken, ließ von Eigen nuß mich lenken. 5. Oft gehorcht' ich deinem Rechte nur, daß meine Folg famkeit mir bei Menschen Ehre brachte, und den Ruhm der Frömmigkeit. Wenn ihr Beifall mich erhob, o wie füß war mir dieß Lob! Nur von ihm ließ ich mich treiben, dem Gefeßze treu zu bleiben. 6. Ach, wie konnt' ich dich vergessen, wie so undankbar dir seyn, deine Liebe nicht ers messen, deines Beifalls nicht mich freu'n! Meinen Lohn hab' ich dahin; eitler Ruhm ward mein Gewinn; aber ihn solle ich verachten, nur nach deinem Beifall trachten. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Vater, 7. Du, der jedes Herz voll neu. Von wie manchen schwes Neue gern mit seinem Trost ren Sorgen machte sie das erfreut, sey mir gnädig und Herz mir frei! Was mir verzeihe die unlautre Fröms nüßte, gabst du mir. Aber migkeit. Mache reiner meis ach, wie dankt' ich dir? O nen Sinn; lenk' ihn zu dem wie bab' ich so vermessen dels 8. Laß, Herr, alle meine Werke Früchte deiner Liebe seyn; gib mir täglich neue Stärke, ganz der Tugend mich zu weih'n! Ich bin, Gott, dein Eigenthum; d'rum sey dieß mein höchster Ruhm, daß ich hier schon auf der Erde deiner Liebe würdig werde. mel. Freu' dich sehr, o meine zc. 405. schster, denk ich an die Gute, die du mir biss her erzeigt, o so wird mein ganz Gemüthe zu der tiefsten Scham gebeugt, daß ich dich gering geschäßt, dein Gebot hintangesetzt, und dich, der du mich geliebet, mit Vergehuns gen betrübet. 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder sind ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig seyn. D wie hab' ich sie entweiht! Ach zur Ungerechtigkeit und zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. Selbstprüfung, Reue und Besserung. 272 nes Wohlthuns Zweck vers geffen. 4. Bei dem hellen Licht der Gnaden sollt' ich ja die Sünde flieh'n, und von meinem Sees lenschaden frei zu werden mich bemüh'n. Deine Güte lockte mich oft zur Buße, aber ich floh vor ihrem sanften Los cken, suchte selbst mich zu vers stocken. 5. Ach, an dir hab' ich ges fündigt, Gott, mein Vater, ohne Scheu! Dir hab' ich oft aufgekündigt meine schuld'ge Kindestreu'. Ach vergib, was ich gethan! Nimm mich doch erbarmend an! Führe mich vom Sündenpfade schnell zus rück durch deine Gnade. 6. Dir ergeb' ich mich auf's Neue; gib, daß mein gebeug, ter Geist deiner Vaterhuld sich freue, die dein tröstend Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, da er für die Sünder starb, Fried' und Freude im Gewissen, ach, das laß auch mich genießen! hin auf die durchlebten Tage; fie bringt kein Wunsch zurück, sie fesselt keine Klage. Doch was sie thaten, führt, mit richterlichem Blick, mir, ernst und warnend, jetzt Erinnerung zurück. 2. Des Menschen Seligs feit, des Herzens süßen Fries den, das höchste Gut, das hier den Sterblichen beschieden, ers warb ich mir noch nicht zum bleibenden Gewinn; gab es, vom Schein getäuscht, für kurze Lust oft hin. 3. Ach, ich vergaß der Pflicht, die Neizungen zu Süns den, durch Weisheit und durch Muth gestärkt, zu überwins den; ergebungsvoll und still, mit ruhigem Vertrau'n, auf dornenvollem Pfad zu Gott empor zu schau'n. 4. Verzeih', Allgütiger, du siehst der Neue Zähren. Du wirst dem Schwachen Kraft und Hülfe gern gewähren. mit neuer Treue will ich deine Wege geh'n. Laß einst am großen Ziel, o Gott, dein Heil mich seh'n! Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weih'n. Gib, daß keine Kraft mir fehle, folgsam deis nem Wort zu seyn. Stehe mir stets mächtig bei, mein Herz dir heilig sey. Dich zu lieben, dir zu leben, sey mein herzliches Bestreben. Stebe 407. Mein Jeſus ist ein daß der Freund der Seelen, die in Angst und Sündennoth nur ihn zu ihrem Trost sich wäh len, der sie geliebt bis in den Tod. Sie sollen Ruh' von ihm empfah'n; mein Heiland Mel. O Gott, du frommer Gott zc. 400. Sch blicke prüfend nimmt die Sünder an. 2. Wenn Selbstprüfung, Reue und Besserung. 273 2. Wenn das verdammen, Sünden Schmerzen, wenn er de Gewissen sie bis zur Hölle auf Jesu Tod uns weist. niederbeugt; wenn Thränen Wer ist, der uns verdammen ohne Hoffnung fließen, ist's kann? Mein Heiland nimmt Jesus doch, der ihnen zeigt, die Sünder an. wie man dem Fluch entrinnen kann; mein Heiland nimmt die Sünder an. dankt 3. Er kam vom Himmel zu uns nieder, ein Fluch zu wers den für die Welt. ihm laut, erlöste Brüder! Er hat den Frieden hergestellt, ins dem er Gott genug gethan; mein Heiland nimmt die Süns der an. 4. Wie willig hat er einst sein Leben zur unerhörten Tos despein für uns am Kreuz dahingegeben! Wer wollte nun noch traurig seyn? Er zeigt zum Himmel uns die Bahn; mein Heiland nimmt die Sünder an. 5. Hort dieß, ihr angefochts nen Seelen; eilt alle, flieht in Jesu Schooß! Er macht von allem, was euch quälen und schaden kann, auf ewig los. Er ist mit Huld euch zuges than; mein Heiland nimmt die Sünder an. 6. Er bringt in seinen offs nen Armen versöhnt zu eurem Gott euch hin, und neigt zum ewigen Erbarmen des liebes vollen Vaters Sinn, den Jes sus nur versöhnen kann; mein Heiland nimmt die Sünder an. 8. Nichts, nichts tilgt seis nes Mitleids Triebe. Wenn auch kein Strahl der Hoffnung scheint, so zage nicht; er ist die Liebe; er ist dein Retter und dein Freund. Heil allen, die im Ernst sich nah'n! mein Heiland nimmt die Sünder an. 9. Komm glaubensvoll! Er stillt dein Sehnen und schließt des Jammers Pforte zu. Er trocknet liebreich deine Thras nen und schenkt den Müden süße Ruh'. O selig, wer noch weinen kann! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 10. Vernimm denn seinen Ruf, und zähle mit Vorsicht jeden Tag des Heils. Ach eil', errette deine Seele, und triff die Wahl des besten Theils! Flieh' heute noch der Sünde Bahn und komm; heut nimmt dich Jesus an. 11. Hier sind wir, Heiland aller Sünder! Erbarme dich, und mach' uns rein, so wols len wir, der Gnade Kinder, dir ewig dafür dankbar seyn. Weil dann ein jeder rühmen kann: Gottlob, auch mich nahm Jesus an! auch fendet er in unſre 408. Wie fürcht, ich Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz Herzen den wahren Tröster, feinen Geist; der stillet aller mich, mein Herz zu prüfen, 18 Selbstprüfung, Reue und Besserung. 274 mich zu erforschen, wer ich bin! Bie blick ich über seine Tiefen bald låffig, bald mit Vorsatz hin! Mich warnet heimlich mein Gewissen: bes trug', o Mensch, dich selber nicht! Geneigt, mein Unrecht nicht zu wissen, vergeff ich als les, was es spricht. 2. Ich wandle ruhig auf dem Pfade des Leichtsinns und der Eitelkeit. Gott, durch den Mißbrauch deiner Gnade vers finke ich in Sicherheit. Nach tausend gern vollbrachten Suns den denk' ich einmal an Jes fum Christ, und hoffe dich versöhnt zu finden, weil er für mich gestorben ist. bleiben Mel. O Gott, du frommer Gott meine Eriebe, und unerleuchs 409. Wiuft bu die Bur illst du tet mein Verstand. Mein Herz ist leer von deiner Lies be, mit meinen Pflichten uns bekannt; mein Glaub' ist todt und ohne Früchte; mein Wan del ohne Besserung; und den noch hoff ich im Gerichte, o Gott, von dir Begnadigung. 4. Ich Unbesonnener, wie lange werd' ich mich selber hintergeh'n! Ich nahe mich dem Untergange, und will doch die Gefahr nicht seh'n. Erwe cke, Gott, mich aus dem Schlas fe; ach groß ist freilich meine Schuld! Doch eile nicht mit deiner Strafe, und hab', D Vater, noch Geduld! 5. Ob ich mich vor mir felbst verhehle, verhehl' ich mich vor dir doch nicht; denn in der Tiefe meiner Seele ift alles deinen Augen Licht. Reis' mich aus meinen Finsterniffen! Entfalte du mein Herz vor mir! Dann treibe mächtig mein Gewissen zur Buße mich und, Gott, zu dir. 6. Der du die Herzen prüfft, bekehre, erleuchte, besfre, leite mich auf deiner ebnen Bahn, und lehre mich dann Gehors sam gegen dich. Auf dich, o Heil'ger, laß mich sehen; vor dir sey Herz und Wandel rein, so werd' ich der Gefahr ents gehen, betrogen von mir selbst zu seyn. 1001 Just se noch, die Gott gebeut, verschieben, so schändest du sein Wort, und mußt dich selbst nicht lieben. Ist deine Besserung nicht deiner Seele Glück? Und wer verschiebt sein Heil gern einen Augens blick? 2. Allein, wie schwer ist's nicht, sein eigen Herz bekams pfen, Begierden widersteh'n, und seine Lüste dämpfen? Ja, Sünder, es ist schwer; allein zu deiner Nuh' ist es der eing'ge Weg. Und dem ents sagest du? 3. Ist deine Pflicht von Gott, wie kannst du sie vers gessen? Nach deinen Kräften selbst hat er sie abgemeffen. Was weigerst du dich noch? Selbstprüfung, Reue und Besserung. 275 Ist Gott denn ein Tyrann, der des Höchsten Feind zu seyn: mehr von mir verlangt, als ich ihm leisten kann? um wie viel weniger wirst du dich morgen scheu'n! 4. Sprich selbst, gewinnet Gott, wenn ich ihm kindlich diene, und seiner werth zu seyn, im Glauben mich er kühne? Wenn du die Tugend übst, die Gott, dein Herr, gebeut, wem dienst du? Ringst du nicht nach deiner Seligs keit? 5. Was weigerst du dich noch, das Laster zu verlassen? Weil es dein Unglück ist, bes fiehlt es Gott zu haffen. Was weigerst du dich noch, der Tugend Freund zu seyn? Weil fie dich glücklich macht, bes fiehlt sie Gott allein. 6. Gott beut die Kraft dir an, das Gute zu vollbringen. Soll er durch Allmacht dich, ihm zu gehorchen, zwingen? Er gab dir die Vernunft; und du verläugnest sie? Er sendet dir sein Wort; und du ges horchst ihm nie? 7. Sprich nicht: Gott kennt mein Herz; ich hab' es ihm verheißen, mich noch dereinst, mich bald vom Lafter loszus reißen; jest ist dieß Werk zu schwer. Doch diese Schwies rigkeit, die heute dich erschreckt, wächst sie nicht durch die Beit? 8. Je öfter du vollbringst, was Fleisch und Blut bes fohlen, je stärker wird der Hang, die That zu wiederholen. Schenst du dich heute nicht, 9. Ist denn die Besſerung ein Werk von Augenblicken? Kann dich kein schneller Tod der Welt noch heut' entrücken? Ist denn ein Fleh'n zu Gott, ein Wunsch nach Besserung, und Angst, durch Schuld ers zeugt, die wahre Heiligung? 10. Genügt's zur Seligkeit, des Glückes der Erlösten, wann uns der Tod ergreift, sich sicher zu getrösten; reicht das Bekenntniß hin, daß uns die Sünde reut: so ist kein leichter Werk als deine Ses ligkeit. 11. Doch fordert Gott von uns die Reinigkeit der Sees len; ist keine Seele rein, der Glaub' und Liebe fehlen; ist dieses dein Beruf, Gott dies nen, den du liebst: so zittre vor dir selbst, wenn du dieß Werk verschiebst. 12. Der Glaube heiligt dich. Ist dieser dein Geschäfte? Nein, Mensch! Und du vers schmähst des Geiftes Gottes Sträfte? Erschreckt dich nicht sein Wort? Gibt in verkehrs tem Sinn den Sünder, der bes harrt, nicht Gott zulegt das hin? 13. Hat Christus uns ers löst, damit wir Sünder bleis ben, und, sicher durch sein Blut, das kaster höher treiben? Gebeut uns Christi Wort nicht Tugend, Recht und Pflicht: so 18* Selbstprüfung, Reue und Besserung. 276 ist es nicht von Gott; Gott widerspricht sich nicht. 14. Entschließe dich beherzt, dich selber zu besiegen; der Sieg, so schwer er ist, bringt göttliches Vergnügen. Was fagst du? Geht er gleich im Anfang langsam fort; sen wacker! Gott ist nah', und stärkt dich durch sein Wort. 15. Ruf ihn in Demuth an; er tilget deine Sünden. Und läßt dich sein Gesetz erst ihs ren Fluch empfinden: so widers streb ihm nicht; denn diese Traurigkeit wirkt eine Reu' in dir, die niemals dich gereut. 17. Die Buße führt dich nicht in eine Welt voll Leis den; Gott kennt und liebt dein Glück; sie führt zu seinen Freuden, und schafft ein reis nes Herz voll frommer Zus versicht, gibt Weisheit und Verstand, und Muth zu deis ner Pflicht. 18. Sprich selbst: Ist dieß kein Glück, mit ruhigem Ges wissen die Güter dieser Welt, des Lebens Glück genießen, und mäßig und gerecht in dem Genusse seyn, und sich der Ses ligkeit schon hier im Glauben freu'n? 19. Noch heute, weil du lebst und seine Stimme hos rest, noch heute schicke dich, daß du vom Bösen kehrest! D suche deinen Gott, willst du zu deiner Pein dein hier verscherztes Glück nicht ewig 16. So süß ein Laster ist, so gibt's doch keinen Frieden. Der Tugend nur allein hat Gott dieß Glück beschieden. Ein Mensch, der Gott ges horcht, erwählt das beste Theil; ein Mensch, der Gott ver läßt, verläßt sein eignes Heil. dort bereu'n. Glaube und seine Wirkungen. 2. Uns, uns Verlorne zu erretten, gabst du für uns felbst deinen Sohn. Er litt, Mel. Wer weiß, wie nahe mir damit wir Frieden hätten, für uns den der Sünde Lohn. mein zc. 410.Goff, beine Gnade Gott, wie hast du uns ges liebt! Welch ein Erbarmen ausgeübt! ott, bringt uns Leben; sie schafft uns Heil und Seelenruh'. Dein ist's, die Sünden zu vergeben, und willig ist dein Herz dazu. Du nimmst die Sünder gnås dig an, die sich voll Reue zu dir nah'n. 3. Dank, ewig Dank sey deiner Treue, die niemand g'nug erheben kann! Nun nimmst du jede wahre Neue um Christi willen gnädig an. Wohl dem, der sich zu dir bes kehrt, und glaubig seinen Mitts ler ehrt! Glaube und seine Wirkungen. 277 4. Du rettest ihn von allen freu'n, und deinem Dienst mein Plagen, die dem Gewissen furchtbar sind; er kann ges trost und freudig sagen: Gott ist für mich, ich bin sein Kind. Mein Jesus ist's, der für mich litt und mich noch ganzes Leben in kindlichem Gehorsam weih'n. Herr, du vergabst mir meine Schuld; nie, nie vergeff ich diese Huld. 5. Herr, wie ruhig ist die Seele, die ganz sich deis ner Gnade freut! Sey's auch, daß irdisch Glück ihr fehle; nie fehlt ihr doch Zufriedens heit. Denn überwiegt dein Heil nicht weit die Welt und ihre Herrlichkeit? 6. Dein Friede stårkt mit frohem Muthe das Herz auch in der größten Noth, gibt Hoffnung zu dem ew'gen Gule, und macht getroft selbst in dem Tod. Er ist schon in der Pils gerzeit ein Vorschmack jener Seligkeit. 7. Laß, Vater, denn auch mich empfinden, wie köstlich dieser Friede sey. Auch mich sprachst du von meinen Sün ben und ihren Strafen völlig frei. Denn der, der Aller Sünden trug, that sterbend auch für mich genug. 8. laß mich dieß im Glauben faffen, und, Vater, mich voll Zuversicht auf deine Treue stets verlassen! Wenn alles wankt, wankt sie doch nicht. Wohl dem, der sich auf dich verläßt! Sein Heil steht unbeweglich fest. 9. Lobsingend will ich dich ers heben, mich ewig deiner Gnade Mel. O Gott, du frommer Gott 2c. 411. Herr, the Slaus ben kann kein Mensch vor dir bestehen; d'rum wend' ich mich zu dir mit demuthsvollem Fles hen: o zünde selbst in mir den wahren Glauben an, weil ich durch meine Kraft ihn mir nicht geben kann. 2. Laß mich, Gott, daß du bist, mit Ueberzeugung glaus ben. Nichts müsse mir den Trost aus meinem Herzen raus ben, daß du dem, der dich sucht, stets ein Vergelter seyst, und hier und ewig ihn mit deinem Heil erfreust. 3. Wahrhaftig ist dein Wort; gib, daß ich ihm vertraue, und meine Hoffnung fest auf deine Treue baue. Gib, dag ich dir im Glück und Unglück inimer treu, und dem, was du gebeutst, von Herzen folgs sam sey. 4. Auch hilf mir, daß ich den, den du gefandt, erkenne, ihn meinen Herrn und Gott von ganzer Seele nenne, und dankbar für das Heil, das mir sein Tod gewährt, stets thue, was er mich in seinem Wort gelehrt. 5. Sein göttliches Verdienst sey mir beständig theuer; er 270 Glaube und seine Wirkungen. fülle mich mit Trost, und Seelenruh' gegeben. Ich steh' mache mich stets freier vom im Glauben, bin ein Chrift, schnöden Sündendienst; es an dem nun nichts verdamms stärke mich mit Kraft, zu deis lich ist. nes Namens Ruhm, in meis ner Pilgerschaft. 6. Wie selig leb' ich dann im Glauben schon auf Erden! Noch herrlicher wird einst mein Theil im Himmel werden. Dann schau' ich, was ich hier, Herr, auf dein Wort geglaubt, und meine Krone wird mir nimmermehr geraubt. 4. Mir widerfuhr Barms herzigkeit. Mit himmlischer Zufriedenheit lohnt Gott mich schon hienieden. Ich bete vols ler Zuversicht; mich schreckt kein Tod und kein Gericht, mein Geist fühlt Gottes Fries den. Auf ewig ist mein Herz, Gott, dein, auf ewig deine Gnade mein. Mel. Ewigkeit, du Donners 5. Ich weiß, worauf mein Glaube ruht. Nichts raubt meinen und Muth, wort 2c. 412. Ich schäme mich nicht Leiden, nicht Gefahren. des Heilands nicht, vor dem voll froher Zuversicht mein Knie sich dankbar beuget, Gott, welch ein theures, werthes Wort: ich hier dein Kind, dein Erbe dort, wie mir dein Geist bezeuget, ich soll durch Jesum Christum rein, durch ihn gerecht und selig seyn. Durch den ich alles hier vers mag, mein Gott wird bis auf jenen Tag mein Erbtheil mir bewahren. Ja du, der mich berief, bist treu; gib, daß ich's auch im Glauben sey. 2. Froh fühlt mein Herz bie Gotteskraft, die in der fel'gen Wissenschaft von dem Erldser lieget: die alle Kennt niß dieser Welt, und was sie Reizendes enthält, unendlich überwieget. Mein größtes Glück, mein h& chster Ruhm, ist Jesu Evangelium. 3. Auf ewig ist's mein bes ftes Theil. In feinem andern ist mir heil und Recht zum ew'gen Leben, Vergebung meis ner Sündenschuld, der Beis fall Gottes, seine Huld, und Mel. Ich halt' an meinem Gott 2c. 413. Ich weiß, an wem mein Glaube hålt; kein Feind soll mir ihn rauben. Als Bürs ger einer beffern Welt, leb' ich hier nur im Glauben. Dort schau' ich, was ich hier ges glaubt; wer ist, der mir mein Erbtheil raubt, das Jesus mir erworben? 2. Mein Leben ist ein kurs zer Streit, und herrlich ist die Krone, die Gott dem Uebers minder beut, zum ew'gen Sies geslohne. Ob auch des Kams pfes Müh' mich schreckt; du, Glaube und seine Wirkungen. 279 ber den Tod für mich ges das Leben nicht, und nicht der schmeckt, du stärkst mich, daß Tod. Mein find des Hims ich fiege. mels Freuden. 3. Du, Herr, du bist mein ganzer Ruhm, mein bester Trost im Leben; einst wirst du mich, dein Eigenthum, zu deinem Reich erheben. Der Freuden Fülle ist bei dir; dort hab' ich alles, was ich hier nur suche, und nicht finde. 4. O lenke meines Geistes dieser Welt Mel. Jesu, meines Lebens zc. me! auf dich, auf meiner Geel 414.Oft noch will mein Glück, auf Ewigkeit und Hims mel. Kurz ist der Erde Herr lichkeit, vergänglich alles Glück der Zeit; im Himmel sey mein Wandel. 5. Jetzt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was jene beffre Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wann mein Auge nicht mehr weint, und mein Vollendungstag ers scheint, dann werd' ich's froh empfinden. 8. Wie groß ist meine Herrs lichkeit! Empfinde sie, o Sees le! Vom Tand der Erde uns entweiht, erhebe Gott, o Seele! Der Erde glänzend Nichts vers geht; nur des Gerechten Glück besteht durch alle Ewigkeiten. 6. Jm Dunkeln nur, Herr, feh' ich hier, wo ich dir glaus big traue, die Seligkeit, die bort bei dir in vollem Licht ich schaue. Hier ist mein Werth mir noch verhüllt; dort wird er sichtbar, wann dein Bild in mir sich ganz verklåret. Glaube wanken; stårk' ihn, Gott, ich bitte dich! Dwie wird mein Herz dir danken und frohlocken! Hdre mich! Laß mich nicht an dir verjagen! immer fühn're Bitten wagen! Sinkt mein Glaube, gieße du Del dem schwachen Lichte zu! 2. Wollen Zweifel fich ers heben, blender mich des Irrs thums Schein, o so laß mein Herz nicht beben, den Vers stand nicht dunkel seyn! Beig' alsdann dein Licht mir wies der! Ströme Glauben auf mich nieder! Deiner Wahrs heit reiner Glanz, Herr, ents hülle mir sich ganz! 3. Auf dein Wort mur, nicht auf Lehren schwacher Menschen, laß mich seh'n! Deine Stimme laß mich hören, deine Stimme recht versteh'n! Mehr, als Zeugniß aller Welten, laß mir, Gott, dein Zeugnis gels ten! Richte meinen ganzen Sinn nur auf deine Bahr: 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden; auf deinen Tod bin ich getauft; was kann von dir mich scheiden? Nicht Glück und Last, nicht Leid und Noth, beit bin! Glaube und seine Wirkungen. 280 4. Wahren Glauben schenk vor allen andern Gaben, Bas ter, mir! Wem er fehlt, muß bir mißfallen; wer ihn hat, ist Eins mit dir. Er belebe meine Triebe, sey der Stab, die Hand der Liebe! Er bes fiege, wie ein Held, meine Sünde, Fleisch und Welt! 5. Glauben, als wenn ich bich såhe, flöße mir, mein Heiland, ein! Im Gefühl von deiner Nähe laß mein Herz sich täglich freu'n! Jesu, willst du dich nicht zeigen? Hore mich! wie kannst du schweis gen? Gib mir Glauben; nahe bich meinem Geist, und stärke mich! 2. Er, der das Verborgne kennet, kennt auch mich, und weiß allein, wie dieß Herz von Sehnsucht brennet, ganz sich seinem Dienst zu weih'n; schaut den Kummer meiner Seele, der mich beugt, so oft ich fehle; und nicht meiner Zweifel Wahn, meinen Glaus ben sieht er an. 3. Mir auch ist sein Sohn gegeben, durch den Glauben ist er mein. Ja, ich weiß, ich werde leben und in ihm einst selig seyn. Mich sah' Gott von seinem Throne; mich ers wählt' er in dem Sohne, eh' noch seiner Allmacht Ruf mich und alle Wesen schuf. 6. Unaussprechlich schwach und flüchtig ist mein tief vers berbtes Herz. Heut' ist mir die Tugend wichtig, morgen mir die Sünd' ein Scherz. Wäre nur mein Glaube fe ster! Stärk' ihn, mehr' ihn, Allerbester! Jesu, eile, stårt' ihn du! Ach, sonst find' ich keine Nuh'! 4. Wer will nun noch den verklagen, den Gott selbst zum Leben wählt? den noch zu vers dammen wagen, den er zu den Seinen zählt? Hier ist Gott; mich kann nichts schrecken. Gottes Huld wird mich bes decken. War ich gleich der Sünde Knecht: er, mein Gott, macht mich gerecht. mel. Jesu, der du meine Seele sc. 5. Theuer bin ich ihm er worben. Heil mir! hier ist für 415.Schweiget, bange mich gestorben, auch für mich Zweifel, schweiget! Mein Ers barmer ist getreu; und sein Geist in mir bezeuget, daß ich Gott versöhnet sey. Mir droh'n keiner Rache Flammen; will mich auch mein Herz verdams men, faff ich dennoch Muth im Schmerz; Gott ist größer, als mein Herz. erstanden ist, der zur Rechten Gottes sißet, auch mich sieht, mich mächtig schüßzet, mich vers tritt und nie verstößt, mich aus aller Noth erlöst. 6. Trotz der Welt und ihres Spottes! Trotz der Höll' und ihrer Wuth! Ich, gewiß der Liebe Gottes, überlaß mich sei, Glaube und seine Wirkungen. 281 ner Hut. Was will je von mir, was mir draut! Ich bin ihm mich scheiden? Nein, ich durch das Leiden meines Heis werd' in allen Leiden mehr als lands eingeweiht zu des Hims nur geduldig seyn; selbst mich mels Freuden. meiner Trübfal freu'n. 7. Laßt denn rauhe Wetter stürmen! Alles um mich her sey Nacht! Gott, mein Gott wird mich beschirmen, der für meine Wohlfahrt wacht. Wenn ich lang auch hülflos bliebe, leitet doch mich seine Liebe in die Wohnungen des Lichts, durch die Nacht; d'rum fürcht' ich nichts. 3. Was ich Böses je ges than, reuet mich von Herzen. Glaubig schau' ich Jesum an, ihn, den Mann der Schmers zen. Vater, dein geliebter Sohn starb für mich mit Freus den; nun darf ich der Sünde Lohn im Gericht nicht leiden. 8. Jch beharr' in meinem Glauben. Nichts, wenn man auch Alles raubt, kann mir Gottes Liebe rauben; d'rum erheb' ich froh mein Haupt. G'nug, daß meiner der gedens fet, der mir seinen Sohn ges schenket, und mich nimmers mehr verläßt. Dieser Fels steht ewig fest. 4. Stürme Welt nur, stürs me Tod! Wer ist, der mir schade? Deckt mich doch in jeder Noth Gott mit seiner Gnade. Sie, mein Schild im schwersten Streit, füßer noch als Leben, kann mir Trost in Traurigkeit, Ruh' in Stürs men geben. 5. Quält der Zweifel mich, es sey Gott mir nicht gewos gen; Täuschung ist's, denn er ist treu; er hat nie gelogen. Wärest du, o Gott, mein Feind, könnt' ein Trost mich laben? Eigne Melodie. 416. Schwing' zu beis Freund und Erlöſer haben? 6. Sagt, was ist im Hims melszelt? Was im tiefen Meere? Was ist Gutes in der Welt, das für mich nicht wäre? Wer hat Sonn' und Sternens glanz für mich leuchten lassen? Gottes Huld umfließt mich ganz, und mich sollt' er haffen? nem Gott dich auf, schwers muthsvolle Seele! Hemme deiner Thränen Lauf, bange, blöde Seele! Zweifel nicht, nicht Droh'n noch List sollen die den Glauben und den Trost, den Jesus Christ dir erwors ben, rauben. 2. Auf, ermanne dich zum Streit! Sieh die Palme wes hen! Kämpf um's Glück der Ewigkeit! Gott will bei dir stehen. Sprich: nimm von 7. Ich bin Gottes, Gott ist mein; wer ist, der uns scheide? dringen Leiden auf mich ein, schwindet alle Freude; nun so' kommt die Prüfung doch von Glaube und seine Wirkungen. geliebten Händen, und ein hoff ein ewig Leben. Mein Tag muß endlich noch all mein Gott, ein Vater, der verzeiht, Unglück enden. hat mir das Recht zur Seligs keit in seinem Sohn gegeben. 8. Gottes Kinder såen zwar traurig und mit Thränen; doch, es kommt ein Freudenjahr einst nach langem Sehnen. Ja, fie kommt, die Erndtezeit, wo die Saat auf Erden, wo die Thrá nen dieser Zeit lauter Jubel werden. 2. Herr, welch ein unaussprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben; im Hers zen durch den Glauben rein, dich lieben und versichert seyn von deines Geistes Gaben! 282 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt göttliche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns Trost im Elend zu, versüßet uns des Lebens Ruh', und stårkt uns in Gefahren. 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort, um deis nes Namens willen! Laß ihn mein Erden Mel. Kommt her zu mir, 417.So hoff ich denn ihn täglich mehr mein Herz mit festem Muth auf Gottes Gnad' und Christi Blut; ich erneu'n, und mich mit Trost erfüllen! 9. D so faffe dich, mein Herz! Wanke nicht im Glaus ben! Laß nicht Freude, laß nicht Schmerz dir die Krone rauben! Preis ihm, der den Tod bezwang! Seinem gros Ben Namen ton' auf ewig mein Gesang! Er wird hels fen. Amen. Wachsthum im Guten. Mel. Es wolle Gott uns gnädig zc. 2. Die kommen nicht in's 418. Bewahre mich, Sefu ſagen, und nicht mit rech Herr, daß der Wahn nie mein Gemüth bethdre, als wär' es schon genug gethan, wenn dir nur außre Ehre der Mensch, dein Unterthan, ers weist! Erinnre mein Ges twissen, wie in der Wahrheit und im Geift dich die verebs ren müssen, die dir gefallen wollen. tem Ernst zugleich der Heilis gung nachjagen. Nur die, die deinen Willen thun, låffst du als deine Kinder, o Gott, in ew'gem Frieden ruh'n, wenn heuchlerische Sünder von dir verstoßen werden. 3. D'rum laß mich doch vom Glauben nie ein heilig Leben trennen; mich nicht für Jesu Wachsthum im Guten. Junger hie bloß äußerlich bes kennen. Gib, daß mein Glaus be thätig sey, und Tugendfrüchte bringe; daß ich, vom Sündendienste frei, mit Eifer darnach ringe, im Glauben zus zunehmen. 4. Du kennst, o Gott, der Menschen Herz, und liebst, die redlich handeln; o laß in Freude und im Schmerz mich richtig vor dir wandeln! Dein Wille sey mein Augenmerk; hilf selbst mir ihn vollbrins gen! Durch dich muß jedes gute Werk dem immer wohl gelingen, der deine Hülfe sus chet. 5. Doch wenn ich aus Uns wissenheit und Uebereilung fehs le, so thu' an mir Barmhers zigkeit; sen gnädig meiner Seele, und hilf ihr auf von ihrem Fall! Erhalt mich bei dem Einen, daß ich dich fürch, te überall, bis ich einst mit den Deinen dort würdiger dir diene. 285 kennen, nur seinen Gott und Herrn ihn mit dem Munde nennen, ist ächtes Christens thum. Befolge deine Pflicht, wie dir sein Wort sie lehrt; die Heuchler kennt er nicht. 3. Zum Guten willig seyn, mit Ernst das Böse haffen, den Lüsten widersteh'n, gewohns te Sünden lassen, dieß ist des Herrn Befehl; dieß seiner Lehre Sinn; kein todter Glaus be führt zur ew'gen Wohlfahrt hin. ein Chrift! Wohl dir, wenn Herz und Leben von deinem Christenthum ein sichres Zeugs niß geben! Wo ist ein höh'rer Ruhm? Welch Glück kann größer seyn, als Christi Wege geh'n, und Gottes Huld sich freu'n? 2. Du sagst: ich bin ein Christ! Nicht Jefum nur bes 4. Nur dann erst, wenn dein Sinn, wenn alle deine Triebe dem Herrn geheiligt sind, in unverfälschter Liebe, wenn du, wie Christus war, voll stiller Sanftmuth bist, voll Demuth und Geduld, dann sag': ich bin ein Chrift! 5. Jedoch, so lang dich noch der Sinn der Welt regieret, dein Stolz zur Eitelkeit und Schmähsucht dich verführet; nicht Sanftmuth in dir herrscht, nur Zorn und Haß und Neid, so bist du noch entfernt von Mel. O Gott, du frommer 2c. wahrer Heiligkeit. 6. Wenn, Jedem 410.Du fagft: ich bin thun, die Unschuld zu beschüs sen, mit möglichst treuem Fleiß den Brüdern gern zu nutzen, ohn' Eigennuß und Stolz, dein Herz stets willig ist; auch wenn's Verläugnung gilt, dann sag': ich bin ein Christ! 7. Gott, Allbarmherziger, o schenke doch uns Allen, die Christi Namen schmückt, auch Kraft, dir zu gefallen! Vers Wachsthum im Guten. 284 leih' uns, Vater, Kraft, zu folgen Jesu Ruf, zu wandeln würdiglich dem himmlischen Beruf! 6. Nein, wache, kämpfe, bete du, dein Gott sieht deinem Kampfe zu, einst wird er dich belohnen! O bleib' ihm treu, und wanke nicht! Denk' an den Tod, denk' an's Gericht und an des Sieges Kronen! Mel. Kommt herzumir, spricht zc. 420. rmuntre, Seele, bich erschaffen, treu, und fols 421.Fern vom Ziel, wors bich, und sey dem Gott, der Mel. Gott, des Himmels und ze. ge dem Gewissen. Nie, glaub' es, wird es dich gereu'n, haft du, unsträflich fromm zu seyn, von Herzen dich beslissen. nach ich ringe, fleh' ich, o mein Gott, zu dir. Hilf, daß ich den Lauf vollbringe; wirke Muth und Kraft in mir. Mache täglich Ernst und Treu', mich zu bessern, in mir neu. 2. Des Lasters Ruf gehors che nicht. Gehorche Gott; er täuscht dich nicht; was er ges beut, ist Segen. Er liebt uns Menschen väterlich, führt durch Geduld und Tugend dich dem höchsten Glück entgegen. 2. Ach, ich irr' in Finsters niffen, Geist der Wahrheit, ohne dich. Von Begierden hingerissen, täuscht oft meine Seele fich, suchet Ruh', und findet sie in den Erdengütern nie. 3. Gott theilt dir selbst die Stärke mit; d'rum gehe stets mit festem Schritt fort auf der Tugend Pfade. Die Lust verführt, die Tugend nie, und Gott, dein Gott, belohnet sie mit ewig großer Gnade. 4. Laß dir die schreckenvolle Pein der Sünde stets vor Aus gen seyn; bich täuschen ihre Freuden. Bald, bald verwans delt ihr Genuß in Unruh' sich und Ueberdruß, und endigt sich im Leiden. 5. Gott kennt der Tugend hohen Werth, und den hat Jes fus dich gelehrt, den wolltest du verachten, und nicht mit aller deiner Kraft die Seligs feiten, die sie schafft, früß zu besißen trachten? 3. Hilf mir nach dem Hims mel fireben, der den Lohn mir aufbehält; Gott und Jesu laß mich leben, nicht den Lüften dieser Welt. Lehre mich von Sünden rein, eifrig nur im Guten seyn. 4. Leite du mich auf dem Pfade deines Lichts zum Le ben hin; und mich stärke deine Gnade, wenn ich schwach und muthlos bin, daß ich näher jes den Tag meinem Biele koms men mag. 5. Gib zur Uebung guter Werke mir Erkenntniß, Kraft und Lust; und im Kampfe flöße Stärke mir in die vers Wachsthum im Guten. zagte Brust; gib mir Trost in jeder Noth, hilf mir treu seyn bis zum Tod. 285 Nimm allen Kaltfinn von mir hin; gib, daß ich stets mich übe, auf ihn zu seh'n, ihm nachs zugeh'n, mich seiner nicht zu schämen, und allezeit mit Freus digkeit sein Kreuz auf mich zu nehmen. 6. Sey mein Beistand, wann ich sterbe: zeige meinem Geist von fern das mir auf behaltne Erbe in der Herr lichkeit des Herrn. Dann, ges stärkt durch deine Kraft, end' ich froh die Pilgrimschaft. 5. Nie müsse Stolz und Eis telkeit mein schwaches Herz res gieren; nie Haß und Zorn und Bitterkeit zur Nache mich vers führen. Dein Wort gebeut verdammt der Mel. Was mein Gott will, das zc. 422. Dilf mit, mein Nachſucht Triebe; nicht bloß mein Freund, auch selbst mein Feind erfahre meine Liebe. Gott, verleihe mir, daß ich nur dich begehre, mein ganzes Glück nur such' in dir, und dich allein verehre; daß ich in Noth dich, meinen Gott und Vater, glaus big nenne; daß weder Leid, noch Glück und Freud', mich jemals von dir trenne. 6. Nach vielem Neichthum, Gut und Geld laß, Herr, mich ja nicht trachten. Laß mich die Ehren dieser Welt nicht für das höchste achten, und nie nach Pracht, nach Hoheit, Macht und Würden ängstlich streben; laß mich vielmehr, nach deiner Lehr', in wahrer Demuth leben. 2. Erfülle mich mit wahrer Neu', wenn ich dich, Gott, be trübe. Gib, daß ich alles Böse scheu', und nur das Gute liebe. Laß meine Pflicht, mein Gott, mich nicht mit Vorsatz je verleßen. Der Seele Heil, mein bestes Theil, das laß mich theuer schätzen. 7. Betrug und List und Heus chelei hilf mir mit Sorgfalt fliehen. Nie muss ich mich durch Gleißnerei um Mens schengunst bemühen. Laß Ja und Nein mir heilig seyn; laß mich nie lieblos richten, und Zank und Streit mit Freunds lichkeit, mit Lieb' und Sanfts muth schlichten. 3. Mein Gott, ich bitte dich, verleih' mir einen festen Glaus ben, der standhaft, treu und thätig sey; nichts soll mir dies sen rauben. Gib, daß ich mich allzeit auf dich und auf dein Wort verlasse, und in der Noth, ja selbst im Tod, dein Heil getroft umfasse. 4. Hilf mir, der ich erlöset bin, daß ich den Heiland liebe. 8. Herr, lehre mich Enthalts samkeit, gib mir ein rein Ges müthe, daß ich in dieser Pris fungszeit vor böser Lust mich hüte. Der Lügen Feind, der Wahrheit Freund, muß ich 280 Wachsthum im Guten. aufrichtig wandeln, und jeders zeit nach Billigkeit mit meis nem Nächsten Handeln. 9. Gib, daß ich stets den Müßiggang und alle Trägheit fliehe, und meinem Nächsten lebenslang zu dienen mich bes mühe. Laß meinen Fleiß zu deinem Preis, o Gott, mir wohl gelingen; und segnest du das, was ich thu', so laß mich dir lobsingen. 10. Ach gib mir deinen gus ten Geist, der seibst mein Herz regiere, und mich, wie es dein Wort verheißt, auf deinen We gen führe; so wird mein Herz in Freud' und Schmerz dir zu gefallen streben, und du wirst mir, Gott, einst bei dir den Lohn der Treue geben. Mel. Oliebster Jesu, was hast zc. 423. Sch Ich hab', o Gott, mir ernstlich vorgenommen, nie auf der Uebertreter Pfad zu kommen, vor dir zu wandeln, dir mich und mein Leben ganz zu ergeben. 2. Erforsche mich, sieh, ob ich's redlich meine; gib, daß ich nicht bloß, was ich seyn soll, scheine; gib, daß ich nie ermüde, deinen Willen treu zu erfüllen. 3. Wenn deine Furcht mich überall begleitet, und meinen Gang, wann mich kein Mensch fieht, leitet: wie sicher werd' ich deine Wege wandeln; wie richtig bandeln! 4. Laß auch im Dunkeln mich dein Auge scheuen, nicht achten auf der Sünde Schmeis cheleien, aufmerksam des Ges wissens Stimme hören, und thätig ehren. 5. Gib Eifer, Kraft und Muth zu meinen Pflichten: so mag die Welt, wie ihr's gefällt, mich richten. Ehrt mich dein Beifall, so kann ich mit Freuden Verachtung leis den. 6. Du achtest nicht das Ans seh'n der Personen, gerecht wirst du einst richten und belohnen; mit Herrlichkeit und Ehre deine Kinder, mit Schmach die Sünder. 7. Vollend' ich einstens meis ne Prüfungsstunden, und werd' ich bis zum Tode treu erfuns den: wie schon verwandeln sich dann meine Leiden in ew'ge Freuden. Mel. Befiehl du deine Wege zc. 424.3 Ich soll zum Leben dringen, für welches Gott mich schuf, soll nach dem Himmel ringen, das, das ist mein Bes ruf. In einer Welt voll Suns den soll ich nur ihm mich weih'n, fie flieh'n, sie überwinden, und dann erst selig seyn. 2. In meiner früh'ften Jus gend hat er mich das gelehrt. Schön, göttlich ist die Tugend, und meines Eifers werth. Ihr folgen reine Freuden; und wer, was Gott will, thut, hat Wachsthum im Guten. felbst in seinem Leiden Zufries denheit und Muth. 3. Und wenn der Pilger Gottes der Sünder Lust verschmäht, wenn er, troß ihres Spottes, auf seinem Pfade geht: was wird ihm nicht zum Lohne, wenn er die kurze Zeit getreu war; welche Krone! welch eine Seligkeit! 4. Das glaub' ich; mich vers langet, dein Kind, o Gott, zu seyn; und meine Seele hans get doch nicht an dir allein. Ich lasse nach zu ringen; und doch ist's mein Beruf, ich soll zum Leben dringen, für wel ches Gott mich schuf. 5. Dir, feufs' ich, anzuhane gen, Erbarmer, dir allein. Du haft es angefangen, das gute Werk ist dein. Vollende, Gott, vollende, was mir dein Wort verheißt. In deine Vater 287 glücklich ist. Gottes Huld wird ihn erfreu'n, und das Hims melreich ist sein; Gott wird Heil und ew'ges Leben ihm zum Lohn der Tugend ges ben. uns Jesu Lehren, laßt uns, was er uns verheißt, Wahr. heit Gottes von ihm hören, hören, wen er selig preist! Die im Glauben fest besteh'n, treu der Tugend Wege geh'n, und ihn vor der Welt bekens nen, dürfen sich die Seinen nennen. 2. Selig, wer in Demuth lebet, seiner Schwachheit nie vergißt; nie voll Stolzes sich erbebet, wenn er groß und 3. Selig ist, wer seine Suns de wehmuthsvoll vor Gott bes reut, und, damit er Gnade finde, ernstlich alle Sünden scheut. Gott will ihm die hånde befehl' ich meinen Geist! 5. Selig, die mit Ernst vers Mel. Freu' dich sehr, o meine ze. langen, heilig und gerecht zu seyn; welche fest am Guten hangen, bloß an des Gus 425. Kommt, und last ten chein; deren Herz nichts mehr begehrt, als was ihre Tugend mehrt. Gott wird ihr Verlangen stillen, sie mit höh's rer Kraft erfüllen. 6. Selig sind, die voll Er, barmen keinem ihre Hülf' ents zieh'n; bei den Kranken, bei den Armen, nie des Elends Anblick flieh'n; gern behülfe lich sind mit Rath und nach Kräften mit der That. Diese werden Hülf empfangen und Barmherzigkeit erlangen. Schuld verzeih'n, Kraft zum Guten ihm verleih'n; glücklich soll er hier auf Erden, seliger im Himmel werden. 4. Selig ist, wer Sanftmuth übet, seinem Feinde niemals flucht, gern Beleidigung vers gibet, nie sich selbst zu rächen sucht; ruhig seine Pflicht volls bringt, und sein eignes Herz bezwingt. Mächtig wird der Herr ihn schüßzen: er wird Gottes Reich besitzen. 288 Wachsthum im Guten. 7. Selig sind, die ihrer Hers zen reine Unschuld nie ents weih'n; züchtig, auch in ihren Scherzen, den Verdacht des Leichtsinns scheu'n. Die dem Reize böser Lust, regt er sich in ihrer Brust, immer stand, haft widerstehen, werden Gots tes Antlig sehen. 8. Selig, wer im Frieden lebet, wer stets Ruh' und Einigkeit zu erhalten sich bes strebet, und, wenn Feindschaft, Haß und Streit seiner Brü der Glück zerstört, sie die Pflicht der Eintracht lehrt; die des Friedens sich befleis Ben, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig sind, die ohn' Vers schulden Schmach, Verfols gung, Haß und Pein, als Verehrer Christi dulden, und Gott mehr, als Menschen, scheu'n. Gott steht ihnen mäch tig bei, und will sie für ihre Treu' auf das herrlichste bez lohnen, bei ihm sollen sie einst wohnen. 10. Herr, du wollest selbst mich leiten auf der Tugend sichern Bahn, daß ich dieser Seligkeiten hier und dort mich freuen kann. Gib, daß ich in Freud' und Schmerz treu dir bleibe; daß mein Herz sich, durch deines Geistes Stärke, stets befleiße guter Werke! Herz, wie schwer es sen, den Weg des Herrn zu wandeln, und täglich seinem Worte treu zu denken und zu handeln. Wahr ist's, die Tugend kostet Müh', sie ist der Sieg der Lüste; doch, richte selbst, was wäre sie, wenn sie nicht kams pfen müßte? 2. Die, die sich ihrer Las ster freu'n, trifft die kein Schmerz hienieden? Sie sind die Sclaven eigner Pein, und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüste dämpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er kämpft, verwandelt sich in Freuden. 3. Des Lasters Bahn ist ans fangs zwar ein breiter Weg durch Auen; allein sein Forts gang wird Gefahr, sein Ende Nacht und Grauen. Der Tus gend Pfad ist anfangs steil, läßt nichts als Mühe blicken; doch weiter hin führt er zum Heil und endlich zum Ents zücken. 4. Nimm an, Gott hätt' es uns vergönnt, nach unsres Fleisches Willen, wenn Wols lust, Neid und Zorn entbrennt, die Lüste frei zu stillen; nimm an, Gott ließ' den Undank zu, den Frevel, dich zu kränken, den Menschenhaß; was würs dest du von diesem Gott wohl denken? Mel. Durch Adams Fall ist ganz zc. 420. Oft Flagt dein Geſeße. Sie find es, die das 5. Gott will, wir sollen glücks lich gab er uns Herz Wachsthum im Guten. 289 Kraft der beffern Welt all. mächtig ihn beleben. Herz erfreu'n; fie find des Les bens Schätze. Er spricht in uns durch den Verstand, er redet durch's Gewissen, was wir, Geschöpfe seiner Hand, flieh'n oder wählen müssen. 10. Und endlich, Christ, sey immer glücket; wenn dich, so unverzagt, wenn dir's nicht viel dein Herz auch wagt, 6. Ihn fürchten, das ist stets neue Schwachheit drus Weisheit nur, und Freiheit cket. Gott kennt des Herzens ist's, sie wählen. Ein Thier Redlichkeit und sieht auf dein folgt Trieben der Natur, ein Bestreben; er ist ein Vater, Mensch dem Licht der Sees der verzeiht, und er hat Lust len. Was ist des Geistes Eis am Leben! genthum und sein Beruf auf Erden? Die Tugend; was ihr Lohn, ihr Ruhm? Gott ähns lich einst zu werden. 7. Lern' nur Geschmack am Wort des Herrn und seiner Gnade finden, und übe dich getreu und gern, dein Herz zu überwinden. Wer Kräfte bat, wird durch Gebrauch von Gott noch mehr bekommen; wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen. 8. Dich stärket auf der Tus gend Pfad das Beispiel selger Geister; ihn zeigte dir, und ihn betrat bein Gott, dein Herr und Meister. Dich müsse nie des Frechen Spott auf dies sem Pfade hindern; der wahre Ruhm ist Ruhm bei Gott, und nicht bei Menschenkins dern. Mel. Deine Schöpfung, Erd' 427. Eugend ist der Sees 2c. le Leben. Wie sollt ich denn nach ihr nicht streben? Des größten Eifers ist sie werth. Gott, du kennest mein Vers langen! Dir und dem Guten anzuhangen, ist, was mein ganzes Herz begehrt. Ach, würde mir doch Kraft von dir dazu verschafft! O wie innig würd' ich mich freu'n, war ich ganz rein! Wer heis lig ist, muß selig seyn. 2. Gott, du bist der Freus den Fülle, denn dein Verstand ist Licht; dein Wille ist Ordnung und Vollkommenheit. Du liebst mit stets gleicher Stårs ke das Gute nur, und deine Werke sind Wahrheit und Ges rechtigkeit. O bilde mich nach dir, so finde ich schon hier Ruh' der Seele; bis, nach dem Leid der Prüfungszeit, 9. Sen stark, sen månns lich allezeit, tritt oft an deine Bahre; vergleiche mit der Ewigkeit den Kampf so kurzer Jahre. Das Kleinod, das dein Glaube hält, wird neuen vollkommne Wonne mich ers Muth dir geben, und jene freut. 19 Wachsthum im Guten. 290 3. Uch, wie ausgesetzt dem Falle bin ich, so lang ich hier noch) walle! Zerstreut ist hier noch oft mein Sinn. Wach sam g'nug bin ich nicht immer, oft blendet mich ein falscher Schimmer, und oft reißt Leis denschaft mich hin. So fehl' ich häufig noch; wie drückt mich dieses Joch! Ach, ich Armer! Wann nimmt kein Schein mich täuschend ein? Wann werd' ich fest im Gus ten seyn? 4. Herr, du kannst allein mich stärken! Von dir kommt Kraft zu guten Werken, du, aller guten Gaben Quell. Leite mich nach deiner Wahrheit; fie leuchte mir in voller Klars heit beständig, unbefleckt und hell. Wer sich auf dich vers läßt, wird in der Tugend fest. Mein Erbarmer, ich hoff auf dich; o mache mich im Guten unveränderlich! Mel. Befehl du deine Wege zc. 428.1m als ein Chrift zu leben, muß ich die Sünde fcheu'n, und immer mich bes streben, von Herzen fromm zu seyn; muß Gottes Wege wans dein; auch bei dem Haß der Welt nach seiner Vorschrift handeln, und thun, was ihm gefällt. 2. Ich muß mit Ernste rins gen, und stets gewissenhaft bes kämpfen und bezwingen die Macht der Leidenschaft; muß, daß ich überwinde, auf Gots tes Hülfe seh'n; muß jeden Reiz zur Sünde und ihre Lust verschmäh'n. 3. Die Täuschungen der Sinne muß ich behutsam flieh'n; daß ich mein Heil gewinne, mich eitlem Stolz entzieh'n; muß standhaft in Gefahren, die oft mir furchtbar drau'n, den Glauben treu bewahren, und ohne Tadel seyn. 4. Wie schwach sind meine Kräfte zur Lebensbesserung; wie schwach, Herr, zum Ges schäfte der wahren Heiligung! Doch sollt' ich darum zagen? Nein, im Vertrau'n zu dir, Gott, will ich's muthig was gen; sey du nur stets mit mir! 5. Verleih' zu diesem Werke mir nur, durch deinen Geist, die Weisheit und die Stärke, die mir dein Wort verheißt. Durch ihn gib meiner Seele die Einsicht und die Kraft, daß ich das Eine wähle, was ewig's Glück mir schafft. 6. Werd' ich im Guten trås ge, so stärke mich zum Lauf; fall' ich auf meinem Wege, so hilf mir wieder auf, und mache jedes Laster, ob Sunder gleich sich freu'n, mir jes den Tag verhaßter, um treuer dir zu seyn. 7. So kann ich alle Suns den, mich selbst, die Welt, den Tod, und Alles überwins den, was mir Verderben droht. Ich werde nicht erliegen; ich Wachsthum im Guten. 291 bring' in's Reich des Lichts; Herzen. Tief im Staube bitt' ich bin gewiß zu fiegen. Dein Wort, o Gott, verspricht's. ich dich: heilige du selber mich! mel. Jesu, der du meine Seele zc. 5. Sieh mich dürsten nach dem Guten; früh und spät zu dir. 420. Vater heilig mocht nicht länger bluten; beinen ich leben, Rechtthun wäre meine Lust; aber Lüste widers streben dem Gesetz in meis ner Brust. Ach, die Flüchtig, keit des Herzens ist noch oft ein Quell des Schmerzens. Schwer drückt mich der Süns de Joch; was ich nicht will, thu' ich doch. Geist verleihe mir. Laß mein Fleh'n nicht seyn vergebens; sende doch den Geist des Les bens. Zieh mit neuer Kraft mich an, daß ich dir gefallen kann. 6. Ja, du hörst mein kinds lich Flehen und erquickst mein Herz mit Ruh'. Leben werd' ich, nicht vergehen; meine Stärke, Gott, bist du. Uebers winden, überwinden werd' ich durch dich alle Sünden, und in jenen Himmelshsh'n rein vor deinem Antlitz steh'n. 2. Sieh um Kraft mich Schwachen beten; meinem Vor: fatz trau' ich nicht. Lockende Begierden treten zwischen mich und meine Pflicht. Selbst den heil'gen Andachtsstunden, wo, der niedern Welt entschwuns den, ich von dir und Tugend Mel. An Wafferflüffen Babyl. ze. fprach folgten Sündentage 430. Was hilft es mir, nach. ein Christ zu seyn, wenn ich nicht christlich lebe, und heis lig, fromm, gerecht und rein zuwandeln mich bestrebe; wenn ich dem seligen Beruf, zu welchem mich mein Gott ers schuf, nicht würdig mich bes weise, und den, der mich ers Isfet hat, in Worten nur, nicht durch die That und gute Werke preise? 2. Was hilft es, wenn hier Jesum Christ mein Mund Ers löser nennet, wenn keine Tus gend in mir ist, und ihn mein Herz verkennet? Was hilft's, 19* 3. Tausendmal hab' ich ges weinet, schmerzlich meinen Fall bereut, glaubig mich mit dir vereinet und mich deiner Huld gefreut. Gnädig sahst du auf mich nieder; aber bald vers gaß ich wieder, Vater, meine Pflicht und dich, und mein Herz besiegte mich. 4. Vater, du nur kannst mich retten, wenn mich Nies mand retten kann. Beten will ich, brünstig beten: schau' mich mit Erbarmen an! Reiß die Wurzel meiner Schmerzen, reiß' die Sünd' aus meinem Wachsthum im Guten. 292 sein Vorbild anzuseh'n, doch ohne Lust, ihm nachzugeh'n? sen. Was hilft mir seine Lehre, wenn mich sein Geist nicht stets regiert, wenn, von der Sünde Reiz verführt, ich seis nen Ruf nicht höre? 3. Weit strafenswürd'ger bin ich dann, ich, der ich Chriftum tenne; weiß, was er einst an mir gethan, ihn Herrn und Meister nenne; als der, der in der Finsters niß des Irrthums lebt noch ungewiß, ob er auch richtig wandle. Was nüßt mir seis nes Wortes Licht? Was hilft mir aller Unterricht, wenn ich darnach nicht handle? 4. Und woher nehm' ich Trost und Nuh', wann Leiden mich rigeben, und meine Sünden noch dazu mir dann vor Augen schweben? Wer hilft mir in der legten Noth, zeigt sich der schauervolle Tod mir einst mit seinen Schres den, wacht mein Gewissen drohend auf, von meinem ganzen Lebenslauf die Schuld mir aufzudecken? 5. Web' mir! Was hilft es mir einst dort, erweckt aus meinem Grabe, daß ich an Christum und fein Wort zum Schein geglaubet habe, wenn feine fromme gute That mein Leben hier bezeichnet hat, den Glauben zu beweisen? Denn Glaube, wie ihn Gott gebeut, muß ihn durch wahre Fröm, migkeit in guten Werken prete 6. Gott, dieser Hoffnung werth zu seyn, hilf, daß ich christlich lebe, und vor dir heilig, fromm und rein zu wandeln mich bestrebe; daß ich, an Muth und Kraft ein Held, der Sünde Reiz, die Lust der Welt im Glauben überwinde, und dann nach wohl durchlebter Zeit den Lohn in jener Ewigkeit für meine Treue finde. mel. O liebster Jeſu, was ze. 431.W. die Wonne der Erlösten, nach en wird, o Gott, dieses Lebens furzem Kampfe trösten? Wen schmückt im Himmel einst vor deinem Throne der Sieger Krone? 2. Nur den, o Herr, der, abgewandt vom Bösen, fich von der Sünde Herrschaft läßt erlesen; der an den Sohn glaubt, seinen Herrn ihn nennet und frei bekens net; 5. Der deine Wahrheit uns ter Menschen Kinder verbreis tet, fie erleuchtet, und die Sünder durch Thaten reist, mit einem bessern Leben dich zu erheben; 4. Der, was er glaubt, ges wissenhaft auch übet, die Mens schen all' als seine Brüder liebet, nicht lästert, fie nicht fränkt, nicht stel; fich blähet, und keinen schmähet; Wachsthum im Guten. 5. Der Sünden haffet, und boch mit den Sündern Mits leiden fühlet, und an deinen Kindern die Gottesfurcht und ihre Gaben ehret, hält, was er schwöret; 6. Der nicht der Brüder Ruhm und Glück beneidet, felbst reich, die Armen speist, die Nackten kleidet, froh, oh, ne Wucher auch mit milden Gaben genüßt zu haben; 7. Der, züchtig in Gedans ken, keusch auch lebet; der feiner Hoheit nie sich übers hebet; im Glücke måßig, gus tig und bescheiden, getroft im Leiden; 8. Den wird, o Gott, die Wonne der Erlösten nach dieses Lebens kurzem Kampfe trösten; den schmückt im Hims mel einst vor deinem Throne des Mittlers Krone. 2093 3. Durch Jesum rein von Missethat, find wir nun Got tes Kinder. Wer solche Hoff, nung zu ihm hat, der flieht den Rath der Sünder, und reinigt sich, wie Jesus Christ, der hier sein hohes Vorbild ist. 4. Alsdann bin ich Gott angenehm, wenn ich Gehors sam übe. Wer seinen Willen thut, in dem ist wahre Gots tesliebe. Ein täglich thätig Christenthum, das ist des Glaus bens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in Gott, und Gott in ihm, wer in der Liebe bleibet. Die lieb' ist's, die die Cherubim Gott zu gehorchen treibet. Gott ist die Lieb'; an seinem Heil hat ohne Liebe Niemand Theil. Eigne Melodie. 433. Wer hat den Glaus Mel. Dies ist der Tag der zc. ben, dessen Früchte beweisen, daß er Gott gefällt, und einst 432. Wer Gottes Wort vor seinem Ungefichte der wah, nicht hält, und spricht: ich ren Tugend Preis erhält? kenne Gott, der trüget: in folchem ist die Wahrheit nicht, die durch den Glauben fieget. Wer aber sein Wort glaubt und hält, der ist von Gott, nicht von der Welt. 2. Der, der durch seines Gets stes Triebe zu allem Guten sich entschließt, und Gott aus Dankbarkeit und Liebe gehors fam und ihm ähnlich ift; 3. Der, der vor Gott un stråflich wandelt, nichts lieber thut, als seine Pflicht; der heilig denkt und heilig han delt, und gern die Wahrheit sucht und spricht; 4. Der alle Menschen ernst, lich liebet, gerecht, gelind, voo 2. Der Glaube, den fein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen. Je höher dein Erkenntniß steigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub' erleuchtet nicht allein; er stärkt das Herz und macht es rein. Wachsthum im Guten. 294 Reblichkeit und mild ist, feis nen je betrübet, und Andre zu erfreu'n sich freut; 5. Der, der den Ruhm, felbst seiner Feinde, durch keine Lästerung verlegt; wenn er gleich seines Gottes Freunde nur seiner Freundschaft wür, dig schätzt; 6. Der die Verehrer Got, tes ehret, mit ihnen thut, was Gott gefällt; der, was er seinem Nächsten schwöret, und schwür' er sich zum Schas den, hält; 7. Der nie, zum Troße der Gesetze, auf ungerechten Wus cher leiht, und durch gerecht erworbne Schätze der Armen traurend Herz erfreut; 8. Der die Bedrängten mit den Armen erquicket und in Schuß fie nimmt: der findet auch bei Gott Erbarmen; dem ist des Glaubens Preis bes stimmt. 9. Der, der im Glücke ftets bescheiden, in Trübfal stets geduldig ist: der Gott, erbt deines Himmels Freuden, der ist dein Kind; der ist ein Christ. entreißt, der sammelt Schätze für den Geist. 2. Er trachtet nach dem höchsten Gute, nach Weisheit und Gerechtigkeit; und Jesus spricht: Wer darnach trachs tet, der findet auch Zufriedens heit; ihn lohnet innre Sees lenruh', und alles Undre fällt ihm zu. 3. Die Tugend nur, nur Herzensgüte, nur das, was innern Werth verleiht; nicht eitles Glück, nicht macht und Schimmer beruht auf deiner äußerm Glanze strebt, der Thätigkeit. Wer bloß nach täuscht sich selbst, so lang er lebt. 4. Zum Guten sey nicht sichern Vortheil bringt. Sey dann nur willig, wann es dir fromm und gut, wenn auch nicht immer die fromme Abs sicht dir gelingt! Frag' nicht: Was bringt die That mir ein? Sie selbst, o Mensch, muß Lohn dir seyn. 5. Doch übst du redlich deis ne Pflichten; so sey getrost und zage nie! Dein Gott war Zeuge deiner Tugend, und er, dein Gott, belohnet sie. Ein Herz, von Sünd' und Lastern rein, kann nicht auf immer elend seyn. Mel. Wer mit dem reinen Sees lenblicke 2c. 434. Wer stets mit reis nem Wohlgefallen der Tugend hohe Schönheit sieht, und, frei von Stolz und Eigens nuße, für alles wahre Gute glübt; wer jedem Laster fich Jesus gab sein Leben bin, 6. Ja, leb' und stirb für alles Gute; es folgt gewiß Vergeltung einst, und du ges winnest noch im Tode, indem du zu verlieren scheinst. Auch Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. 205 und Herrlichkeit ward sein sind oft beide nicht vereinet; Gewinn. nur droben ist Vollkommens 7. Im Himmel dort ist heit. Wer hier der Tugend nicht nur Tugend, dort ist Saaten så't, wird dort zum auch hohe Seligkeit. Hier ew'gen Glück erhöht. Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. Mel. Wer mit dem reinen See: lenblicke 2c. 5. Beschwerden scheut er nicht, mit 435.Beglückt, beglückt läugnung, und entbehrt, was Sinn und Phantasie gelüftet, großmüthig, größrer Freuden werth; wie schmeichelnd auch das kaster sey, er bleibt sein Feind, und Gott getreu. 6. Er widersetzt mit festem Muthe dem Lafter fich, und tämpft für Gott; ihn treff im Kampfe für das Gute der Welt Verfolgung oder Spott: ihm bleiber doch der Preis des Streits. Er kämpft, und ringt, denn Gott gebeut's! 7. Er zählt der großen Siege viele, und alle werden ihm belohnt, wenn er nun, nach erreichtem Ziele, im Paras diese Gottes wohnt. Wohl euch, die ihr ihm gleicht, wohl euch! Nur ihr seyd groß; nur ihr send reich! ist, wer auf Erden mit allen feinen Kräften strebt, an gus ten Werken reich zu werden; und nicht für diese Welt nur lebt; stets vorwärts dringt, und nie vergißt, daß seine Seel' unsterblich ist. 2. Er forscht nach seines Gottes Wegen, was gut ist, gern und schnell zu thun; spricht nicht im Sommer, gleich dem Trågen: Noch will ich schlummern, will noch ruh'n; så't früh, und wuchert mit der Zeit, zur Erndte für die Ewigkeit. 3. Erfüllet mit der Tugend Sorgen, denkt er, und denkt mit Lust daran, wie er, hier sichtbar, dort verborgen, ein edles Werk vollenden kann; und nutzet jeden Augenblick für Gett und seiner Brüder Glück. 4. Nie abgeschreckt von Hins dernissen, stärkt er durch Gots tes Stärke sich zu seinen heis ligen Entschlüssen, gleich Fels sen unerschütterlich; und wie er auch zu fämpfen hat, wird jeder doch vollführt zur That. Eigne Melodie. 430. Befits' ich nur ein ruhiges Gewissen: so ist für mich, wenn Andre zagen müss sen, nichts Schreckliches in der Natur. 2. Dieß sey mein Theil! Dieß soll mir Niemand raus 296 ben. Ein reines Herz von ungefärbtem Glauben; der Friede Gottes nur ift Heil. 3. Welch ein Gewinn, wenn meine Sünde schweiget; wenn Gottes Geist in meinem Geis ste zeuget, daß ich sein Kind und Erbe bin! Gludseligkeit des Christen 75 4. Und diesen Trost im Tos de und im Leben sollt ich für Lust, für Luft der Sinne geben? Dieß lasse Gottes Geist nicht zu! 5. Laß auch die Pflicht, dich felber zu besiegen, die schwers ste seyn! Sie ist's! Doch welch Vergnügen gewährt die les berwindung nicht! 6. Welch Glück, zu sich mit Wahrheit sagen können: Ich fühlt in mir des Bösen Lust entbrennen; doch, Dank sey Gott! ich schützte mich! 7. Und welch Gericht, selbst zu sich sagen müssen: Ich konnte mir den Weg zum Fall verschließen; und doch verschloß ich mir ihn nicht! 8. Was kann im Glück den Seelen trachten? Ein ruhig Herz, dieß größre Gut. 11. Was ist der Spott, den ein Gerechter leidet? Sein wahrer Ruhm. Denn wer das Böse meidet, das Gute thut, hat Ruhm bei Gott. 12. Im Herzen rein, hinauf gen Himmel schauen, und fas gen: Grit, du Gott bist mein Vertrauen! Welch Glück, o Mensch, kann größer seyn? 13. Sieh, Alles weicht, bald wirst du sterben müssen. Was wird alsdann dir deinen Tod versüßen? Ein gut Gewissen macht ihn leicht. 14. Heil dir, o Christ, der diese Ruh' empfindet, und der sein Glück auf das Bewußts seyn gründet, daß nichts Vers dammlich's an ihm ist. 15. Laß Erd' und Welt, so kann der Fromme sprechen, laß unter mir den Bau der Erde brechen! Gott ist es, dessen Hand mich hält. Mel. Kommt mit Dank vor Gots 2c. Tin tubig werd veerust um 437. Deines Gottes Wohlergehen dir jeden frohen Augenblick. freue dich, dank' ihm, meine Seele! Sorget er nicht vas terlich, daß kein Gut bir fehs le? Schüßzt dich seine Vors sicht nicht, wann Gefahren drauen? It's nicht Selig, keit und Pflicht, seiner dich zu freuen? 2. Ja, mein Gott, ich hab' an dir, was mein Herz begeh. ret, einen Vater, welcher mir, 9. Was kann im Schmerz den Schmerz der Leiden stils len; im schwersten Kreuz mit Freuden dich erfüllen? Ein in dem Herrn zufriednes Herz. 10. Was gibt dir Muth, die Güter zu verachten, wors nach mit Angst bie niedern in diesem Leben. was mir nugt, gewähret; der mich durch sein göttlich Wort hier zum Guten lenket, und mit Himmelswonne dort meine Seele tranfet. 3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, findlich fürcht und liebe; wenn ich redlich dein Gebot und mit Freuden übe, o wie ist mir dann so wohl! Wie ist mein Gemüs the seliger Empfindung voll, voll von deiner Gute! 8. Gib mir nur, so lang ich hier als ein Pilger walle, das Bewußtseyn, daß ich dir, Herr, mein Gott, gefalle! Diese sanfte Freudigkeit, die zu dir ich habe, sey mein Glück in dieser Zeit und mein Trost am Grabe. 4. Dann darf ich mit Zus versicht auf zum Himmel blis 9. Laß die Luft zur Sünde cken; selbst der Leiden acht' nie dieses Heil mir rauben! ich nicht, wie sie mich auch Rüste selbst mich wider sie drücken. Hoffnung und Zus mit entschlossnem Glauben! friedenheit wohnen mir im Gib mir deinen Geist, der Herzen, trösten und erhöh'n mich und mein Thun regiere, mich weit über alle Schmers daß ich mein Vertrau'n auf zen. dich ewig nicht verliere. 297 menheit, such' ich nicht vers gebens. Wann mein Lauf vollendet ist, und vollbracht mein Leiden, ruft mein Mitts ler, Jesus Christ, mich zu seis nen Freuden. 5. Du bist mein! so jauchz' ich dann; wer ist, der mir daß ich rühmen kann: mein iſt being 438.& Kreuz ic. Gnade! Dir ist meine Wohl fahrt werth, du gabst mir das Leben, und du wirst auch, was mich nährt und erfreut, mir geben. 6. Jesus ist nach deinem Rath in die Welt gekommen; alle meine Missethat hat er weggenommen. Ihm vertrau' ich, bet' ihn an, glaub' an seine Leiden, folg' ihm treus lich, und so kann nichts von ihm mich scheiden. 7. Dich, du Trost der Sterbs lichkeit, Heil des bessern Les bens, himmlische Vollkoms Mel. Die Tugend wird durch's ntfernet euch, uns fel'ge Spotter! Ihr zittert, wo der Fromme glaubt. Mein Herz hat einen Gott zum Rets ter, und einen Trost, den nichts mir raubt. Ich sehe meinen Heiland leben; ich weiß, daß ich nicht sterben kann; ich weiß, mit diesem Leib umgeben, schau' ich einst Jesum Christum an. 2. Was send ihr, stolze Weltbezwinger, wenn euch die beste Hoffnung fehlt? Gott achtet eure Macht geringer, als ihr den Sclaven, den ihr quält. Wie furze Zeit, mit Glückseligkeit des Christen 298 wie viel Sorgen genießt ihr eurer Ehrsucht Raub! Ihr sieget heut', man haßt euch morgen; ihr waret Götter, und send Staub! 3. Weltmenschen, was sind eure Freuden? Die Wollust, die Kein Mel. Der du dein Wort mir hast zc. Christ wird euch dieß Glück 430. Es firmen unfre beneiden; es folgt nicht in des Grabes Nacht. Ihr rechs net mit erhißtem Blute des fernen Tages Mißbrauch aus; die nahe schreckliche Minute tilgt euer Glück auf ewig stromen Lebenstage aus ihrer Quelle fort und fort; es hemmt die flücht'gen keine Klage; Nichts bat auf Erden sichern Ort: und dennoch hängt dein Herz sich leicht an das, was immer aus. dir entweicht. 4. Ihr send dahin! Des Christen Größe geht auf nach Furzer Todesnacht, am Tage, da Gott eure Bloße zum Schaus [ piel aller Augen macht. Der Tag macht Könige den Knech ten, und Bettler den Monars chen gleich; der Tag gibt Adel den Gerechten, und macht des Christen Seele reich. 5. Ein Blick in jene 3us kunft treibet Verdruß und Angst aus meiner Brust. Ein Herz, das nicht auf Erden bleibet, ist sich des Himmels stets bes wußt. Kein Unglück kann mich niederschlagen; ich weiß, mein Heil entgeht mir nie; ich darf vor Feinden nicht verzagen; tch weiß, mein Tod entwaff net sie. Du lehrst mein Leben mich ger nießen; du bist mein Lohn aus Gottes Hand. Wie sanft wird sich mein Auge schließen! Mein Geist erblickt sein Vaterland. 6. Dich, letzte Stunde meis nes Lebens, die du dem Chris ften heilig bist, dich, dich er wart' ich nicht vergebens; ich thu', was deiner würdig ift. 2. Ein Fremdling bist du nur hienieden. Vergiß es nie, dein höh'res Ziel! und wisse: Nur im Seelenfrieden besitzt der Mensch des Segens viel. Das andre gibt und nimmt die Zeit; es bleibt nur innre Seligkeit. 3. Doch, wo erringst du diesen Frieden? Nicht, wo des Glückes Sonne lacht. Die süße Ruh' labt nur den Müs den, und Licht geht aus der Mitternacht. Durch Schmerz, durch Mißgeschick allein ers ringt der Mensch das beffre Seyn. 4. Der Tugend Fülle, ihre Tiefe, wer fände sie, wenn bei dem Schmer; nicht eine höh're Stimme riefe:" Ers manne dich! gib Gott dein Herz!" Ja, Gott, mein Gott, dein weiser Rath- er leite mich den Lebenspfad! in diesem Leben. 299 5. Wenn ich nur dich, mein und Freiheit rauben; ruft sie mir zu: Verzage nicht! Bater, habe, dann fürcht' ich Feine Erdennoth; von dir kommt jede gute Gabe, und muthvoll troß' ich selbst dem Cod. Heil dem, der freudig beten kann: Was Gott thut, das ist wohlgethan. 6. Nach diesem Heile will ich ringen. Nur dann besiege ich die Welt, wenn unter allen Erdendingen mein Herz nichts mehr gefangen hält. Dem freien Geist, dem reinen Sinn wird auch das Mißgeschick Gewinn. 7. Ich preise meines Gots tes Gute, und er ist meine Zuversicht; geduldig harre ich der Blüthe, die aus dem Dorn der Leiden bricht. Sie blüht, im ew'gen Himmelsglanz, noch bort in meinem Siegerkranz. Mel. Was sorgst du ängstlich zc. 440. iegt Gottes Beis fall mir am Herzen; will ich nicht Ruh' und Heil verschers gen, nicht zittern, wenn mir Menschen drau'n; will ich den Frieden im Gewissen, und süs Ber Hoffnung Trost genießen: so muß ich treu der Tugend seyn. 3. Ich fühl im Innern Muth und Kräfte zu jedem nützlichen Geschäfte, wenn ihr mein ganzes Herz sich weiht. Zum Himmel hebt sich meine Seele, und läßt mich hoffen, daß die Fehle der Schwachheit Gottes Huld verzeiht. 4. Den Bruder, wie mich selber, ehren, stets seines Les bens Wohlfahrt mehren, ihn warnen, wenn Gefahr ihm dreht; und wenn ihn herbe Leiden drücken, mit Trost sein wundes Herz erquicken; das ist ihr heiliges Gebot. 5. Mein Lohn, wenn ich sie redlich übe, ist Gottes Huld, der Menschen Liebe; dem Tode kann ich ohne Grau'n, wenn er mir winkt, entgegen blis ken; ich kann mit freudigem Entzücken empor zu Gott, dem Richter, schau'n. 6. Dann weiß ich, Gott, sie wird mir werden, die Ses ligkeit, nach der auf Erden mit frommer Sehnsucht ich gestrebt. Zu deiner Rechten werd' ich stehen, umringt von Seligen mich sehen, die tugends haft, wie ich, gelebt. 7. Mit allen Guten, allen Weisen werd' ich dich, ew'ger Vater, preisen, und höh'rer Wirksamkeit mich weih'n. Mit den Verklärten, mit den Ens geln werd' ich, befreit von Erdenmängeln, dir, Heiligs 2. Sie ist mein Schmuck und meine Würde; leicht wird durch sie mir jede Bürde; sie ist in finstrer Nacht mein Licht. Wenn mir Verleumder Treu' und Glauben, Tyrannen Glück ster, dann ähnlich seyn. 300 Glückseligkeit des Christen Eigne Melodie. 441. M ein Glaub' ift meines Lebens Ruh'; er führt mich deinem Himmel zu, o Gott, an den ich glaube. Vers leih' auch mir Beständigkeit, daß diesen Trost der Sterbs lichkeit nichts meiner Seele raube. Tief pråg' es meinem Herzen ein, welch Glück es sey, ein Christ zu seyn! 2. Du hast dem sterblichen Geschlecht zu deiner Ewigkeit ein Recht durch Jesu Tod ers worben. Nun bin ich nicht -mehr Asch und Staub, nicht mehr des Todes ew'ger Naub; er ist für mich gestorben. Mir, der ich dein Eridster bin, ist dieses Leibes Tod Gewinn. 3. Ich bin erlöst, ich bin ein Christ; mein Herz ist rus hig, und vergißt die Schmers zen dieses Lebens. Ich duls be, was ich dulden soll, und bin des hohen Trostes voll, ich leide nicht vergebens. Gott felber mißt mein Theil mir zu, hier kurzen Schmerz, dort ew'ge Ruh'. so trag' ich doch nicht mehr der Sünde schimpflich Joch in meinem Lauf auf Erden. Die Tugend ist mir füße Pflicht; und kann ich gleich hienieden nicht ganz frei von Fehlern werden, so ist mein Trost: Gott hat Geduld, und straft mich nicht nach meiner Schuld. 6. Der du den Tod für mich bezwangst, du hast mich, Mittler, aus der Angst, die mich umfing, gerissen. Dir, dir verdank ich meine Ruh', du heiltest meine Wunden zu, du stilltest mein Gewiffen; und fall' ich noch in meinem Lauf, so richtest du mich wieder auf. 7. Gelobt sey Gott! Ich bin ein Christ, und seine Gnad' und Wahrheit ist an mir auch nicht vergebens. Ich wachse in der Heiligung, ich spüre täglich Besserung des Herzens und des Lebens; ich fühle durch des Geistes Kraft mich stark, getrost und tugendhaft. 8. Dank sey dir, Vater, Dank und Ruhm! Mich lehrt dein Evangelium feft glauben, Liebe üben. Es macht mich ruhig und erfreut, führt mich zur wahren Seligkeit; wie sollt' ich es nicht lieben? Erhalte 4. Was send ihr Leiden dies fer Zeit, mir, der ich jener Herrlichkeit mit Ruh' entgegen schaue? Bald ruft mich Gott, und ewiglich belohnet und ers quickt er mich, wenn ich ihm hier vertraue; bald, bald vers schwindet aller Schmerz, und Himmelsfreuden schmeckt mein 442. S stets mein Herz dabei, fo preis ich ewig deine Treu'. Mel. Du, Gott, bist über alles zc. Herz. chon hier lebt 5. Bin ich gleich schwach, felig und vergnügt, wer Got, in diesem Leben. tes Wege geht, die schndde Lust der Welt besiegt, fest in Versuchung steht. 2. Sein Theil ist hier Zus friedenheit, die im Gewissen wohnt, wenn er des Beifalls fich erfreut, mit dem ihn Gott 444. Va belohnt.se. 3. Weich größrer Lohn ers wartet ihn in jener Ewigkeit, wenn er mit Gott ergeb'nem Sinn gethan, was Gott ges beut. 4. Herr, laß mit allem Eis fer mich den Weg der Wahrs heit geh'n, so werd' ich einst im Himmel dich zu meiner Wonne seh'n. 301 Tod ist nun nicht mehr. Preis fet Jesum! Er sank hinab, wie wir, in's Grab: Er ging zu Gott; wir folgen nach. Mel. Alles ist an Gottes Segen 2c. ater, meine Sees le kennet dich, und ehrt dich gern, und nennet gut und heis lig dein Gebot. Ewig wünscht fie, dich zu lieben, deinen Wils len gern zu üben, dein allein zu seyn, o Gott. 2. Ohne dich ist doch kein Friede, und die Seele jagt sich müde nach dem Blendwerk dies fer Zeit. Ihren Durst kannst du nur stillen; möchtest du sie Mel. Wachet auf, ruft uns die zc. ganz erfüllen, hier und dort in Ewigkeit! 443. Selig find des Himmels Erben, die Todten, die in Christo sterben; sie ges hen ein zur Herrlichkeit. Nach den letzten Augenblicken des Todesschlummers folgt Ents ücken und Wonne der Uns fterblichkeit. Im Frieden rus hen sie von aller Sorg' und Müh'. Gelobt sey Gott! Vor seinen Thron, zu seinem Sohn begleiten ihre Werke fie. 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, Herrlichkeit und Ehre sey dem Versöhner, unserm Herrn! Siegend sind sie eingegangen zum Heil, nach dem sie weis nend rangen: nun seh'n sie es nicht mehr von fern. Nun weinen sie nicht mehr; der 3. Gib, daß aller Tand der Erde nie für mich verführend werde; keines Wunsches ist er werth. Tugend ist das Glück der Seele; gib, daß ich nur diese wähle, Gott, der mein Gebet erhört. 4. Frieden werd' ich im Gewissen, hier den Himmel schon genießen, lieb' ich herzs lich dich allein; such' ich, Vas ter, mehr als Allen, such' ich dir nur zu gefallen, o so ist dein Himmel mein. 5. Mag die Welt mich ims mer hassen, kann ich dich im Geist umfassen, und verdammt mein Herz mich nicht, o so bin ich voller Freude, und vers lier', auch wenn ich leide, nicht den Muth zu meiner Pflicht. Glückseligkeit des Christen 6. Laß den Reiz der Eitels gleich mehr Glück und Uns feiten nie von dir hinweg mich seh'n haben, bei dem, was leiten; bleibe du mein höchstes Gott ihm gibt, erfreut. Gut! Hilf mir den Betrug der Sünden seh'n, und stands haft überwinden: gib dazu mir Kraft und Muth. 5. Schenkt Gottes Huld ihm viel, so wird er Vielen nüßen, und, wie sein Gott, gutthätig seyn; des Freundes Glück erhöh'n, verlaff'ne Tus gend schüßen, und selbst den Feind in Noth erfreu'n. 6. Ihm ist es leichte Laft, die Pflichten auszuüben, die er dem Nächsten schuldig ist; die Liebe gegen Gott heißt ihn die Menschen lieben; und durch die Liebe siegt der Christ. 302 7. Lenke, Vater, mein Bes streben hin zu jenem bessern Leben; lehre mich schon in der Beit mich am Ewigen ergsten, hier den Werth der Dinge schätzen, wie dort in der Ewigs Feit. Eigne Melodie. 445. Wer Gottes We, schützt deinen Nuhm, dein Les 7. Er frånket nie dein Glück, ben; denn er ehrt Gottes Bild in dir. Er trägt dich mit Ges duld, ist willig zum Verges ben; denn Gott- denkt ervergibt auch mir. 8. Sein Beispiel fucht dein Herz im Guten zu bestärken, er nimmt an deiner Tugend Theil; denn Alle sind von Gott bestimmt zu guten Werken, und haben Einen Herrn, Ein Heil." 9. Dieß Heil der Ewigkeit, das hier der Fromme schmes cket, erhöht sein Glück, stillt seinen Schmerz, gibt ihm Ges duld und Muth. Kein Tod, der ihn erschrecket! Im Tode noch freut sich sein Herz. ge geht, nur der hat wahren Frieden; er widersteht der bds sen Lust; er kämpft, und ist des Lohns, den Gott dem Kampf beschieden, ist seiner Tugend sich bewußt. 2. Er merkt auf seinen Gang, geht ihn mit heil'gem Muthe, wächst an Erkenntniß und an Kraft; wird in der Schwachs heit stark, liebt immer mehr das Gute, das Gott durch sein Wort in ihm schafft. 3. Gott hat er allezeit vor Augen und im Herzen, prüft täglich ernstlich sich vor ihm; bereut der Fehler Zahl, und stillt der Sünde Schmerzen durch Jesu Huld, und traut auf ihn. - 4. Getreu in seinem Stand Mel. Von dir kommt jede gute zc. genießt er Gottes Gaben, bleibt 446.Wer, o mein Gott, frei von Habsucht, Geiz und Neid; und ist, wenn Andre aus dir geboren, ein neues in diesem Leben. 303 Herz von dir empfängt, zum ihm auf, und förderst seiner Eigenthume dir Tugend Lauf. erkoren der Sünd' entsagt, und göttlich denkt, und göttlich lebt: wie felig ist dein Kind, dein Eis genthum, der Christ! 2. Befreit aus seinen Fins sternissen, und von der Sünde Sclaverei; begnadigt, ruhig im Gewiffen, vom Fluche des Gesetzes frei, sieht er in dir, mit dir vereint, den Vater nur, und keinen Feind; 3. Darf Alles, Gott, von dir verlangen, was ihm dein eigner Sohn erwarb; wird Alles auch von dir empfangen, weil der zu seinem Heile starb; Licht, wo er's braucht, und Muth und Kraft zum Kampfe in der Pilgerschaft; 4. Zum sichern Siege deine 4. 3um sichern Siege deine Stärke, und deinen Geist der Heiligung zu einem jeden guz ten im 7. Er wandelt gern auf deinen Wegen; liebt alle Mens schen brüderlich. Was er nur thut, wird heil und Segen; auch freut er deines Beifalls sich. Mag doch der Sünder ihn verschmäh'n: er wird von dir, o Gott, geseh'n. 8. Er, sicher, daß er selig werde, zufrieden hier mit seis nem Loos, ist für die eitle Lust der Erde zu selig schon, zu reich und groß, und ſeine Wünsche, Gott, begrenzt kein Glück der Welt, wie sehr es glänzt. 9. Er sieht den Tod von ferne kommen, und zittert nicht; er ist sein Freund. Von dir zum Erben angenommen, frohs lockt der Christ, wenn er ers scheint. Er endet fröhlich seis nen Lauf, und schwinget sich zu dir hinauf. 10. Wie selig, wer aus dir geboren, ein neues Herz von dir empfängt, und dir zum Eigenthum erkoren, der Sünd' entsagt, und göttlich denkt, und göttlich lebt! wie selig ist dein Kind, dein Eigenthum, der Christ! und Linderung; und selbst in seiner Prüfungszeit den Vors schmack jener Herrlichkeit. 5. In seinem kindlichen Ges bete ist er der frohen Zuvers ficht, daß ihn dein Sohn vor dir vertrete; und du beschämst dein Kind auch nicht. Ja, deine Vaterhuld gewährt ihm immer mehr, als er begehrt. mel. Jesu, meine Freude zc. 6. Bereit, zu helfen und zu 447. Wie getroft und trösten, lenkst du mit våters licher Huld, was nur geschieht, zu seinem Besten, und hast, wenn er auch fehlt, Geduld; hilfft gern von seinem Fall heiter, Herr, mein Licht und Leiter, machst du meinen Geist! Der du, die dir trauen, führst auf grüne Uuen, und so gern Glückseligkeit des Christen 304 erfreuft; niemals wird bei dir, mein Hirt und Beruhiger der Seelen, mir Erquickung fehlen. 2. Deinem Rath ergeben, freu' ich mich, zu leben; was du willst, ist gut. Nichts vers mag ich Schwacher, du, mein Seligmacher, waffnest mich mit Muth. Wenn die Welt er bebt und fällt, wenn Gericht und Hölle schrecken, wirst du mich bedecken. 3. Ich kann ohne Grauen Gråber vor mir schauen, mein Erlöser lebt. Ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein Arm erhebt. Todestag, dein Schrecken mag eines Frevlers Herz erschüts tern, ich, ich darf nicht zits das schåßzet meine Seele nicht. Hab' ich dich, wie gern will ich das, wornach die Thoren trachten, reich in dir, verachs ten! 7. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde durch Zufriedenheit? Sind nicht auch die Ehren, die die Welt bethdren, Traum und Eitels keit? Du erfreust des Mens schen Geist; du willst die, die dich verehren, ewig wieder ehren. 8. Deinen hohen Frieden schmeck ich schon hienieden; und was hoff ich dort? Uns begrenzte Zeiten, voller Ses ligkeiten, hoff' ich auf dein Wort. Sie sind mein durch dich allein; bleib' ich dir getreu im Glauben, wer kann sie mir rauben? tern. 4. Auch in mir ist Sünde; doch ich überwinde sie, gestärkt durch dich. Sink' ich oft noch nieder, du erhebst mich wieder; du begnadigst mich. Deine Huld tilgt meine Schuld; nie wird rcuevollen Seelen dein Erbarmen fehlen. Mel. Nun ruhen alle Wälder ze. am bank ich dir allein; daß 448. Wie fanft seh'n wir 5. Daß ich Gott erkenne, froh ihn Vater nenne, und mich ewig sein; daß ich hier am Grabe Trost und Hoffnung habe, dein Geist mich unterweist, und mich führt auf ebnem Pfade, dank' ich deiner Gnade. 6. Würdig dir zu leben, dieß sey mein Bestreben, meine Lust und Pflicht! Was die Welt ergoßet, o mein Gott, den Frommen, wie frei, wie unbeklommen sich seinem Ziele nah'n! Wo Erdenglück und Leiden von ihm auf immer scheiden, wird ihm der Hims mel aufgethan. 2. Er 9. Voll von deiner Güte jauchzet mein Gemüthe, Gott, mein Heiland, dir. Dieser Geist der Freuden stärke mich im Leiden, weiche nicht von mir! Laß mich so beherzt und froh einst durch's Thal des Todes dringen, dort dein Lob zu singen. in diesem Leben. 305 2. Er fieht sein Erdenleben dem Herrn nur lebt, daß ihr gleich einem Traum verschwes ben, steht ohne Reu' am Ziel. Es blühen seine Saaten; schon lohnt für seine Thaten ihn Ruh' und reines Selbstgefühl. 3. Von keiner Angst betrofs fen, sieht er das Grab nun offen; er geht und fürchtet nichts. Ein Strahl der ew'gen Gnade schwebt auf dem duns keln Pfade ihm vor; nah' ist das Reich des Lichts. 4. Auf seinem Angesichte ruht schon vom Himmelslichte ein sanfter Wiederschein. Oft spricht aus seinen Blicken ein feliges Entzücken; ihn laden Boten Gottes ein. 5. Er segnet froh die Seis nen, die um sein Lager weis nen; ermahnt und tröstet sie; und seiner Treue wegen ers füllt Gott diesen Segen, vers fäumet und verläßt sie nie. 6. Er faltet noch am Ende zu Gott die kalten Hände, um dans kend sich zu freu'n. Preis dir, Herr! Ich befehle dir, Vas ter, meine Seele! Er spricht's, und schlummert lächelnd ein. - 7. D laßt, wie er, uns les ben, uns nach dem Sinne stres ben, der ihm dieß Glück ers warb; damit auch wir, als Ers ben der Seligkeit, einst sterben, wie der bewährte Frommestarb. an guten Werken reich zu wers den euch bestrebt! 2. Wohl euch, wohl euch, daß ihr mit Lust, was Gott befiehlt, hier lernt, und, eus res Vorzugs euch bewußt, von Sünden euch entfernt! 3. Daß ihr dem folgt, was er gebeut, und, von ihm unters stüßt, Licht, Kraft, Gelegens heit und Zeit zu edlen Thaten nüßt! 4. Daß ihr die Selbstvers läugnung nicht, der Tugend Kampf nicht scheut; auch, wenn sie schwer ist, doch der Pflicht getreu zu seyn euch freut! 5. Daß, leidet für die Tus gend ihr Verfolgung oder Spott, ihr recht thut ohne Ruhmbegier, und keinen scheu't, als Gott! 6. Wohl dem, der Glauben hat und übt, und alles Gute blos um seines Gottes willen liebt! Wohl ihm! Sein Lohn ist groß. 7. Wo wohnet die Zufries denheit, wo wahre Ruh' und Lust? Nur bei der wahren Heiligkeit; nur in des Froms men Brust. 8. Wenn er ein trauernd Herz erquickt; sieht das nicht Jesus an, der Herr, der ihn so hoch beglückt, als hätt' er's ihm gethan? Mel. Du, Gott, bist über alles Herr 2c. 449. Wohl euch, the ihr 9. Die Erndt' ist reicher als Glaubigen, wohl euch, daß ihr die Saat, die hier sein Glaube 20 306 Vom fa't; thm folget jede gute That, wenn er zum Vater geht. 10. Zu dürftig ist die ganze Vom Mel. Oliebster Jesu, was haft ze. 450. A ch, daß fie bald der müden Seele schlüge, die Stunde, die mich sanft hins über trüge, wo ich, befreit von jeder Laft der Erde, Gott schauen werde! Code. Welt dem, der der Sünd' ents floh'n, fest an dem Unsichts baren hält; der Himmel ist sein Lohn. Tode. einstens fich die Schlacken scheiden, geläutert, reif für höhere Genüsse, die Heimath grüße. 7. Bis ich die letzte Thrane ausgeweinet, bis mir auf dein Geheiß der Tod erscheinet, gebeut dein heiliger, dein weis fer Wille mir tiefe Stille. 8. So will ich, dir ergeben, ruhig warten; du wirst auch mich, wie Alle, die dein harrs ten, wenn ich vollendet dieses ben. Prüfungsleben, zu dir erhes 2. Sen mir willkommen, heiß ersehnte Stunde, wann scheidend ich, mit schon ers blastem Munde, Ihn sterbend preise, der mich nun gerufen auf höh're Stufen. 3. Komm, führe mich auf lichtumstrahlten Wegen dem meines entgegen, wo ich, ein Wandes entgegen, wo ich, ein Wandes rer am hellen Tage, vor nichts mehr zage! 4. Doch, ist's auch recht, voll Ungeduld und Thränen sich nach dem Biele seiner Laufbahn Eigne Melodie. nicht, vor Gott fich findlich 451. Christus, der ist beugen, und männlich schweis gen? mein Leben, und Sterben mein Gewinn. Ihm hab' ich mich ergeben; mit Freuden geh' ich hin. 5. Der Vater nur weiß, was dem Kinde nüßet; Er ist's, der mich mit Liebe uns terstüßet; an seiner Hand, wann war ich je erlegen auf rauhen Wegen? 6. Ja, heilsam find mir dies fer Erde Leiden, daß ich, wann 9. Er kommt gewiß, mein hoher Feierabend, der endlich mir fich nahet, still und las bend; im Arm des Todes, nach bringt in's Kühle. des Tages Schwüle, mich bringt in's Kühle. M 2. Ich freue mich zu sters ben; denn nach vollbrachtem Lauf soll ich fein Reich erers ben; mein Heiland nimmt. mich auf. Vom Tode. 3. Bald hab' ich überwuns den des Lebens Angst und Noth; nach kurzen Prüfungss stunden leb' ich bei dir, o Gott. 4. Wann mir die Augen brechen, sey, Jesu, du mein Licht! Und kann ich nicht mehr sprechen, verwirf mein Seufs zen nicht! 5. Wann Sinne, wann Ges danken, wie ein verlöschend Licht, hieher und dahin wans Fen; ach, dann verlaß mich nicht! 6. Laß, Herr, mich sanft und stille einst scheiden von der Welt; doch, es gescheh' dein Wille, thu', wie dir's wohl, gefällt! 7. Dann fing' ich mit der Menge, die dich im Himmel preist, dir ewig Lobgesänge, Gott, Vater, Sohn und Geist! Mel.Ich lobe, Herr, und preiseze. 452. Der lette meiner nicht Tage ist mir vielleicht fern: o dann wird meine Klas ge ein Lobgesang dem Herrn! Dann endet fich mein Lauf, und jedes meiner Leiden; mich nimmt zu seinen Freuden der Herr, mein Mittler, auf. 2. Für seines Reiches Ers ben hat Jesus mich erklärt: was fürcht' ich mich zu sterben, wenn er mich sterben lehrt? Mir ist der Tod Gewinn! Daß ich unsterblich werde, ent, 307 schwing' ich mich der Erde, ich, der ich Erde bin. 3. Nur meines Leibes Bürs de, nicht mich verschließt die Gruft. Mich hebt zu höh'rer Würde mein Jesus, der mich ruft. Sein Bote ist der Tod. Er, schrecklich nur den Suns dern, willkommen Gottes Kins dern, führt mich hinauf zu Gott. 4. Jch, der Gefahr entrons nen, geh' aus dem Kampf hervor. Hoch über alle Sons nen hebt mich mein Glaub' empor. Da tret' ich in die Reih'n der Engel, meiner Brüs der, in ihre hohen Lieder stimm' ich, selbst Engel, ein. 5. Gott schaut von seinem Throne mit Huld auf mich herab, dem er in seinem Sohne das Recht der Kind schaft gab. In seiner Ewigs keit wird er mit höhern Freus den die Auserwählten weiden, die hier sich ihm geweiht. 6. Die Leiber seiner From, men sind Saat, von Gott ges så't; der Freudentag wird koms men, da reif die Erndte steht. Dann wird der Erndtetag ein neues ew'ges Leben auch meis nem Staube geben, der tief im Tode lag. 7. Mit dir steh' ich im Buns de, Herr, meines Lebens Fürst, der du mir einst die Stunde des Todes senden wirst. Ers halt mich stets bereit im Glaus ben deiner Frommen: laß dann 20* 308 Vom bie Stunde kommen, die mich und sie befreit. 8. Dann wandl' ich frei von Kummer des Todes dunkle Bahn; mir bricht nach kurs zem Schlummer ein ew'ger Morgen an. Heil mir, er ist nicht fern, der letzte meiner Tage, er kommt, und meine Klage wird Lobgesang dem Herrn! Code. wenn des Kampfes Ende ges waltiger mich faßt, nimm mich in deine Hände, den du erlös set haft. wallen, die Sterblichen, sind Staub. Sie blühen auf, und fallen, des Todes fichrer Raub. Verborgen ist die Stunde, da Gottes Stimme ruft; doch jes de, jede Stunde bringt näher uns der Gruft. 5. Des Himmels Wonn' und Freuden faßt nie ein sterblich Herz. O Troft für kurze Leiden, für kurzen Tos desschmerz! Dem Todesübers winder sey ewig Preis und Dank! Preis ihm, der auch für Sünder den Kelch des Todes trank! Mel. Befiehl du deine Wege zc. 453. Die auf der Erde den sich schon dem Himmel 6. denen, auf Ers weih'n, die, aufgeldst zu wers den, mit heil'ger Furcht fich freu'n! Bereit, es Gott zu ges ben, wann er, ihr Herr, ges beut, geh'n sie getrost durch's Leben hin zur Unsterblichkeit. 2. Getroft geh'n Gottes Kins Eigne Melodie. ber die öve, dunkle Bahn, zu 454. Freue bich, o meine vers der verstockte Sünder zweiflungsvoll sich nah'n; wo jelbst der freche Spotter nicht mehr zu spotten wagt, vor dir, vor seinem Retter, erzits tert und verzagt. Seele, selig, felig sollst du seyn; Gottes, dem ich dich bes fehle, sollst du ewig dich ers freu'n! Aus der Trübsal dies ser Zeit führt er dich zur Ses ligkeit, zu dem Throne seines Sohnes, zum Genuffe seines Lohnes. 3. Wann, diese Bahn zu gehen, dein Will' einst mir ges beut; wann nahe vor mir stehen Gericht und Ewigkeit; wann meine Kräfte beben, und nun das Herz mir bricht: Herr über Tod und Leben, o dann verlaß mich nicht! 4. Hilf, Todesüberwinder, hilf mir in dieser Angst, der du zum Heil der Sünder selbst mit dem Tode rangst. Und 2. Dank ihm für dein Pils gerleben. Wie viel Gutes hat er schon dir in dieser Welt gegeben, und wie groß ist dort dein Lohn! Ueberschwänglich segnet Gott jede durchgekämpfte Noth derer, die aufs Künft'ge schauen, und im Glauben ihm vertrauen. Vom Tode. 309 3. Reine, ganz vollkommne treue Hand hin zu deinem Freuden kennen Gottes Pilger Vater führen, um bei dir zu nicht; dennoch sind sie auch triumphiren. im Leiden ruhig und voll Zus versicht. Ihres Glaubens Lauterung ist die Frucht der Züchtigung. Alle Dinge müss sen ihnen endlich doch zum Besten dienen. 4. Sen bei allen deinen Sorgen Gottes Willen unters than; bricht doch auch ein heitrer Morgen auf die långs ste Nacht einst an. Endlich ruht der Wandrer aus, und sein väterliches Haus tröstet, nach dem Pilgerleiden, ihn mit tausend süßen Freuden. 5. Ringe, dich von allen Sünden loszureißen, und die Welt, und dich selbst zu übers winden; liebe nur, was Gott gefällt. mit Eigne Melodie. Lugend; fey Gott bis in den 455.Goft hab' ich Alles die Tod getreu, um, erscheint Beit zu sterben, seines Soh, nes Reich zu erben. heimgestellt; er mach's mit mir, wie's ihm gefällt. Verlåns gert er die Prüfungszeit, ich bin bereit zu Allem, was der Herr gebeut. 2. Die Stunde wähl' er, wie er will; ich harre seiner und bin still. Er, der auch meine Haare zählt, hat schon gewählt, auch meine Tage find gezählt. 3. Er schmückt zwar auch mein irdisch Haus mit seinen reichen Gaben aus. Und doch bleibt meine Lebenszeit Müh. seligkeit, ein schwerer, sorgen. voller Streit. 6. Jesu, den ich hier bes kenne, gib, daß weder Lust noch Schmerz mich von deis ner Liebe trenne; wo mein Schatz ist, sey mein Herz! Mache du mich selbst bereit für das Heil der Ewigkeit! Ich, von dir erlöst zum Leben, will mich ewig dir ergeben. 7. Jn des Todes bittern Stunden will ich deiner Huld mich freu'n; dann auch sollen deine Wunden meiner Seele Zuflucht seyn. In mein himms lisch Vaterland wird mich deine 8. Dort, zu deiner Wonn'. erhoben, übt mit neuen Kräfs ten sich meine Seele, dich zu loben, preist, Erlöser, ewig dich; sicher, daß ihr Leib ders einst, wann du zum Gericht erscheinst, auferwecket aus der Erde, auch, wie sie, verherrs licht werde. 9. Darum freue dich, o Seele, felig, selig sollst du seyn; Gottes, dem ich dich bes fehle, sollst du ewig dich ers freu'n! Aus der Trübfal dies ser Zeit führt er dich zur Ses ligkeit, hin zum Throne seines Sohnes, zum Genusse seines Lohnes. 310 Vom Tode. 4. Hier finden wir kein dauernd Glück, wir blüh'n nur einen Augenblick, wir fallen gleich den Blumen ab, dann nimmt das Grab den Leib, den uns der Schöpfer gab. 5. Jetzt sind wir jung, ges fund und stark, doch bald ums schließet uns ein Sarg. Wie groß, wie angeseh'n du bist, ach, bald vergißt die Welt, was du gewesen bist. 6. Ach, machte doch, o Ewis ger, der Tod mich stets bedachs tiger! Hålt doch um keinen Augenblick ihn Jugend, Glück, Stand, Reichthum oder Macht zurück. 7. Das ist der Sünde Schuld, o Gott, denn sie allein gebar den Tod. Von seiner Macht ist Niemand frei, wie groß er sen; denn, wer ist, Gott, von Sünden frei? 8. Und, ach, wie wechseln Lust und Leid in meiner kurs zen Eu Pilgerzeit! D'rum geh' 450. Ich bebe nicht vor Mel. Was Gott thut, das ist zc. ich mit gelaff'nem Sinn zum Grabe hin; denn Sterben ist für mich Gewinn. Tod und Grab. Im Grabe ruht der Müde; auf den Entschlummernden herab finkt schon des Himmels Friede. Aus aller Noth erlöst der Tod; der Augenblick des Scheidens ist auch das Ziel des Leidens. 9. Ich fühl's, wie Sünd' und Zukunft drau'n; doch will Ich frohen Muthes seyn. Litt' ja bein eigner Sohn, o Gott, für mich den Tod; litt' Alles, was dein Fluch mir droht. 11. Was er mir auflegt, trag' ich gern; ich leb' und sterbe meinem Herrn. Ich werde leben, Gott und dann bet' ich dich an, wo mich kein Tod mehr tödten kann. 10. Und er erstand, das tröstet mich; denn auferstehen werd' auch ich. Ich glaube, was er mir verspricht, voll Zuversicht; er läßt auch mich im Grabe nicht. 12. Ich schaue dann dein Angesicht; das glaub' ich fest. und zweifle nicht. Ich lebe dann in Ewigkeit, durch dich befreit, in deiner Wonn' und Herrlichkeit. 13. Nimm, Gottes Sohn, mein Heil, mich an, wenn feine Welt mich trösten kann. Schließ' du in deine Huld mich ein, und laß mich dein im Les ben und im Tode seyn. 14. Erhdre mich, erhör' uns, Gott! Gib Allen einen sel'gen Tod! Auch mach' uns selbst dazu bereit, und nach der Zeit führ' uns in deine Herrlichs keit. 2. Es gibt ja nichts auf dieser Welt, was meine Sehns sucht stillet; nur dann, wann diese Hütte fällt, wird erst mein Wunsch erfüllet. Zum Sternenchor steig' ich empor, Vom Code. vom Schattenthal zur Klars heit, von Täuschung zu der Wahrheit. 3. Von hier, wo oft die Unschuld weint, und oft das Laster sieget, bis der Vergels tungstag erscheint, wo dies ses unterlieget. Die Klage schweigt; der Jubel steigt! Der Unschuld schönste Freus den blüh'n aus der Saat der Leiden. 4. D'rum freu' ich mich im Glauben schon auf jenes beff're Leben; denn unsrer Tugend vollen Lohn will Gott uns bort einst geben. Was Tod uns heißt, befreit den Geist; er muß zu allen Frommen als Engel Gottes kommen. Mel. Ich sterbe täglich und sc. 457.3ch 311 Geist hier wohnt, zerfällt; ich eile hier mit jedem Schritte entgegen einer beffern Welt. Ich bin getroft und zittre nicht; denn Gott ist meine Zuvers sicht. 4. Wie sollt' ich vor dem Tode beben, da du, Erldser, für mich starbst? Er ist durch dich der Weg zum Leben, das du am Kreuze mir erwarbst. Du gingst voran; ich folge dir; zum Leben wird der Tob auch mir. 5. Und mag auch in des Grabes Nähe mir die Vers wesung furchtbar drau'n; du; Herr, auf den ich hoffend sebe, du wirst auch dann mir Beis stand seyn. So nah' dem Lohn, den Gott verspricht, so nah' am Ziel verzag' ich nicht. 6. Ich will dich noch im Tod erheben, Herr, noch am Grabe preis ich dich; denn ewig werd' ich bei dir leben, und ewig freu' ich deiner mich. Durch dich ist Sterben mir Gewinn; wohl mir, daß ich erlöset bin! Ich will dich noch im Tod erheben, Herr, noch am Grabe dank' ich dir. Zum Segen gabst du mir das Les ben, und auch zum Segen nimmst du's mir. Wohl mir! sucht' ich es dir zu weih'n; dann bleib' ich auch im Todé dein. Mel. Valet will ich dir geben zc. der Erb entziehst; auf mich, 458. In Gottes Rath 2. Gott, welche feierliche Stunden, wann du nun Erd' den du getreu erfunden, voll schonender Erbarmung fiehst! Allmächtiger, in dein Gericht gehst du mit mir, Erlösten, nicht! 3. Der Leib wird schwach; die morsche Hütte, in der mein ergeben, verlaff ich gern die Welt; ich geh' zum bessern kes ben, sobald es ihm gefällt. Was wär's, das mich betrüb. te? Dort schau' ich ewig den, den meine Seele liebte, noch eh' ich ihn geseh'n. Vom Tode. 312 2. Er ruft zur Zeit der Schmerzen uns voll Erbars men zu:" Kommt her, belads ne Herzen, ihr findet bei mir Ruh'!" Dieß Wort aus deis nem Munde, laß, Herr, mich zu erfreu'n, in meiner letzten Stunde mir Geist und Leben seyn. 3. Mit bir muß es mir glus cken, den Kampf zu übersteh'n. Im glaubigen Entzücken laß meine Seele seh'n, wie du, o Heil der Sünder, einst mit dem Tode rangst, und wie du, Ueberwinder, allmächtig ihn bezwangst. 4. Der frohe Siegsgedans ke: wo ist dein Stachel, Tod? stårk' mich, daß ich nicht wanke in meiner Codesnoth! So ist, ob ich gleich sterbe, doch Sterben mein Gewinn. Ich bin des Himmels Erbe; dein Wort sagt, daß ich's bin. 5. Du schriebst in's Buch des Lebens auch meinen Nas men ein; dein Blut kann nicht vergebens für mich vergoffen seyn. Dir trauet meine Sees le; dich lobt, was in mir ist, dich, dem ich sie empfehle, der du die Liebe bist. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. 459.Romm omm nur, geliebs ter Todestag, komm, Ende meiner Leiden! Der Pilger, der in Schmerzen lag, ents schlummert nun mit Freuden, und bürstet, seinen Gott zu seh'n, im Kleid der Unschuld hinzugeh'n zu seinem Gnadens throne. 2. Ich zittre zwar, ein Mensch bin ich, in's Grab hinab zu schauen. Der Tod, o Gott, ist fürchterlich, er füllt das Herz mit Grauen. Oft ist der Geist zwar schreckenleer; doch oft noch, Herr, erzittert er vor jenem Todesschauer. 3. Doch kann ich, mein Ers Idser, dich in jener Nacht einst finden; wachst du, Allmäch tiger, um mich, so muß die Angst verschwinden. Mit Freus den scheid' ich dann von hier. Ich bebe nicht, ich will mit dir durch finstre Thäler wals len. 4. Du, mein Erbarmer, läsfest mich nicht ewig unters gehen; nach jenem letzten Kampf will ich von Anges sicht dich sehen, will mich in deiner Liebe freu'n, und ewig, ewig bei dir seyn, mein Gott und mein Erldser! 5. Du kämpfteft auch; einst schreckten dich des Todes schwes re Bande. Du gingst den finstern Weg für mich voran zum Vaterlande. Den letzten Schritt aus dieser Zeit, den Uebergang zur Ewigkeit, wirst du mir einst erleichtern. 6. D'rum zage, meine Seele, nicht! Du lebst, du lebst ohn' Ende. Wirf dich voll hoher Zuversicht in deines Schöpfers Hände. Verlaß den Leib des Todes gern! Vielleicht ist je Vom ner Tag nicht fern, an dem ihn Gott erwecket. 7. Bald weicht der Stand der Dunkelheit, und Jesus fährt hernieder. Der Treue kommt mit Herrlichkeit zu uns, den Seinen, wieder. Er macht uns seinem Bilde gleich, das mit wir dort in seinem Reich wie Sterne Gottes glänzen. 8. An uns stirbt nichts, als Sterblichkeit; der Geist bleibt unverloren; wir werden nur der Last befreit, und himm, lisch neu geboren. Denn was wir hier verweslich så'n, wird dort unsterblich aufersteh'n in Kraft und hoher Klarheit. 9. Du Todeshülle, lege dich mit Freuden in die Erde! Ruht, ihr Gebeine, ruht, bis ich von Gott gerufen werde! Im neuen himmlischen Gewand wird er mich dann in's Vaters land der Auserwählten führen. 10. Mich wird er, wann ich sterben soll, zu seinem Reich erheben, und ich werd', hoher Wonne voll, vor ihm dann ewig leben. Voll götts licher Zufriedenheit will ich in alle Ewigkeit ihm Halles luja singen. Tode. 313 2. 3war nug' ich mit Zus friedenheit die Tage meiner Sterblichkeit; denn du vers süßest sie, o Gott; doch Müh' und Noth find ihr Gefolg', und dann der Tod. 3. Die Blume pranget und fällt ab; so blüht der Mensch und sinkt in's Grab. Nicht Tugend schüßt, nicht Stand noch Geld, nichts in der Welt ist, was ihn davor sicher stellt. 4. Wer rustet mich mit Muth und Kraft auf's Ende meiner Pilgerschaft? und wer beruhiget mich hier? Allein von dir, o Herr, kommt Muth und Ruhe mir. 5. Du bringst mich, bin ich nur bereit, zum sichern Glück der Ewigkeit, wo man des kurzen Grams vergißt, und selig ist, und ewig lebt mit Jesus Christ. 6. Froh werd' auch ich, wann's dir gefällt, ein Bürs ger deiner bessern Welt; dann fag' ich dem, der um mich weint: Gott ist der Freund, der uns einst wieder froh vereint. 7. Den Trost, o Jesu, dank ich dir; du brachtest ihn vom Himmel mir. Du hast's vers Mel. Gott hab' ich alles heims sichert: ihr send mein, auch ihr sollt seyn, wo ich bin, und 2c. 400. Mein Leben steht euch ewig freu'n. in Gottes Hand. Er thu', was er für heilsam fand! Er Mel, Jesus, meine Zuversicht zc. zählte ja, so wie mein Haar, 401. S mir, eh' ich war, auch meine Lebensstunden dar. elig find die, welche nun in dem friede. 314 Vom vollen Grabe von des Lebens Arbeit ruh'n, und sich Gottes größter Gabe, eines ew'gen Lebens freu'n. Möchten wir schon selig seyn! 2. Gott, du willst's, wir leben noch mühsam hier in Pilgerhütten. Alle trugen einst dieß Joch, die des Lebens Kron' erstritten. Endlich aber führt der Tod uns auch hin zu dir, o Gott! 3. Jesus selber lebte hier vormals auch in Pilgerhütten. Mehr, unendlich mehr als wir, hat der Göttliche gelit ten. Lehr' uns glaubig auf ihn seh'n, und durch ihn im Kampf besteh'n. 4. Was ist diese Lebenss zeit? Ach, nur eine kurze Stunde gegen jene Ewigkeit. Aber an die kurze Stunde knüpftest du, o heil'ger Gott, für uns Leben oder Tod. 5. Gib uns Weisheit, gib uns Kraft, diese Stunde wohl zu nutzen, und beim Schluß der Pilgerschaft wollest du uns unterstüßen, daß wir freudig auf dich seh'n, und getrost zum Tode geh'n. 6. Daß wir dein sind, nicht der Welt, daß du uns wirst auferwecken; diese Kraft der beffern Welt laß uns, wann wir sterben, schmecken; flöße Ruh' und Trost uns ein, selbst m Tode froh zu seyn. 7. Wann wir auch, um auszuruh'n, zu den Todten Gottes gehen, wollst du mehr Tode. noch an uns thun, als wir bitten und verstehen. Auch für unsre Todesnacht riefft du einst: es ist vollbracht! Mel. Wenn mein Stündlein zc. 402. Wann einst mein sterbend Auge bricht, mein letzter Hauch verschwindet, mein Leib erstarrt, und selber nicht, daß er entschläft, ems pfindet; wann meine Lieben um mich steh'n, und mich in dir entschlummern seh'n, und meinen Tod beweinen: 2. Dann, Gott, empfange meinen Geist, der sich zu dir erhebet, der dankbar deine Güte preist, daß er nun ewig lebet. Dann tröste, die bes trübt um mich mit Thränen klagen; laß fie fich mehr meis ner Bonne freuen. 3. Mein hingefallner Leib bleibt hier, ihn wird das Grab verschließen. Heil mir, das Grab wird einstens dir ihn wieder geben müssen! Du kommst, Erwecker, deine Macht, die ihn aus Staub hervorgebracht, kann ihn aus Staub erneuern. 4. Was sollt' ich trauern, daß im Tod mein Leib zu Staub vermodert? Ich weiß ja, daß ihn einst mein Gott vom Tode wieder fordert. D Hoffnung, daß nach kurzer Rub' mein Leib erwacht, wie groß bist du! und welch ein Trost im Tode! Vom Code. 5. Des Todes Schmerzen, Gott, will ich, wann er nun fommt, nicht achten; mit glaus bensvollem Blick auf dich, nach meinem Ziele trachten; will mich demselben freudig nah'n, mein himmlisch Kleinod zu empfah'n, das Jesus mir bewahret. Mel. Gott des Himmels und zc. 403. W eiche, Todess schrecken, weiche, freu' des Grabes dich, mein Herz! Liegt fie da, die kalte Leiche, weggeweint ist jeder Schmerz, und der Thränen Quell vers fiegt, wann mein Staub beim Staube liegt. 2. Tod, du heileft jede Wunde; jeden Kummer ens dest du! Flieht der Odem mir vom Munde, eil' ich Himmelsfreuden zu. Deckt die Grabnacht mein Gebein, werd' ich Licht und Freiheit seyn. 315 nimmt die Ruh' in ihren Schooß. 5. Wann ich in den besten Stunden, an des treusten Freundes Hand, inniglich mit ihm verbunden, jeden Wunsch befriedigt fand, fühlt' ich doch mit stillem Leid jeder Freude Nichtigkeit. 3. Nimm für alle Erden freuden, Vater, frommen Dank von mir! Dank für alle meine Leiden bringt die frohe Seele dir! Doch ents führst du beiden mich, preis' ich herzlicher noch dich. 6. Alles flieht. Was soll mich heften an die Erde, an die Zeit? Nein, mit allen meinen Kräften ring' ich nach Unsterblichkeit. Weiche, Furcht des Grabes, weich'! Engeln macht der Tod mich gleich. 7. Frei von jeglicher Bes schwerde, ferne von der Leis den Nacht, flieg' ich über Zeit und Erde, im Gefühl: es ist vollbracht. Ueber Bits ten und Versteh'n werd' ich fühlen, werd' ich seh'n. 8. Nie gehörte Preisgesänge hört dann mein entzücktes Ohr; und zur auserwählten Menge tragen Engel mich empor. Selig bin ich einst, wie sie; fliehe, Furcht des Todes, flieh'! 9. Bald, o bald ist's übers standen; ruhig harr' ich, Herr, auf dich! Viele Tausend übers wanden; überwinden werd' auch ich. Lauter noch, als die Natur, ruft mir Jesus: glaube nur! 10. Soll ich zagen, soll ich beben? Du, mein Heiland, rufest mich durd) des Todes Nacht in's Leben; mir ist sie 4. Hier nicht, dort nur, dort nur quillen Seligkeiten ohne Zahl. Eins mit deinem Baterwillen, erndt' ich Freus den, frei von Qual. Mich, von Erd' und Sünde los, nicht fürchterlich, da mich der, 316 Vom der ewig lebt, zu sich in sein Reich erhebt. 11. Fliehe denn von meis nem Munde, Lebensodem! In das Grab blick ich, naht die leßte Stunde, ohne Furcht und Grau'n hinab. Herr, du starbst, du lebtest mir; freus dig, freudig sterb' ich dir. Mel. Dich Gott täuscht Wahn und 2c. 404. Wi ie wird mir dann, o dann mir seyn, wann ich, mich ganz des Herrn zu freu'n, in ihm entschlafen werde? Von keiner Sünde mehr entweiht; entladen von der Sterblichkeit; nicht mehr der Mensch von Erde! Freu' dich, Seele! Stårke, tröste bich, Erldste, mit dem Leben, das dir dann dein Gott wird geben. 2. Ich freue mich, und bebe doch. So drückt mich meines Elends Joch, der Fluch der Sünde, nieder! Der Herr erleichtert mir dieß Joch, es stärkt durch ihn mein Herz sich doch, glaubt, und erhebt sich wieder. Jesus Christus, laß mich streben, dir zu leben, dir zu sterben, deines Vaters Reich zu erben! 3. Verachte benn des Tos des Grau'n, mein Geist, er ist ein Weg zum Schau'n, der Weg im finstern Thale! Er sey dir nicht mehr fürchter, Tode. lich! In's Allerheiligste führt dich der Weg im finstern Thale. Gottes Ruh' ist uns vergånglich, überschwänglich! Die Erlösten wird sie unauss sprechlich trösten. 4. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wann nun mein Auge bricht, Vielleicht umgibt mich ihre deinen Todten Nacht, eh' ich dieß Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Vater, Vas ter! Ich befehle meine Seele deinen Händen; jezzo, Vater, deinen Händen. 5. Vielleicht sind meiner Tage viel; ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert! Bin ich von meinem Ziel noch weit; die Hütte meiner Sterblichs keit, wird sie erst spät zertrüms mert: laß mich, Vater, gute Thaten, gute Thaten mich bes gleiten vor den Thron der Ewigkeiten. 6. Wie wird mir dann, ach dann mir seyn, wann ich, mich ganz des Herrn zu freu'n, ihn dort anbeten werde? Von keiner Sünde mehr entweiht; ein Mitgenoß der Ewigkeit; nicht mehr der Mensch von Erde! Heilig, heilig, heilig fingen wir dir; bringen Preis und Ehre, dir, der war und seyn wird, Ehre. Auferstehung. Auferstehung. Eigne Melodie. 465. Aufersteh'n, ja aufs ersteh'n wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh'! Unsterbs lich's Leben wird, der dich schuf, dir geben. Halleluja! 2. Wieder aufzublüh'n, werd' ich gesa't. Der Herr der Erndte geht, und sammelt Garben uns ein, uns ein, bie starben. Halleluja! 3. Tag des Dank's, der Freudenthränen Tag, du, meis nes Gottes Tag, wann ich im Grabe genug geschlummert habe, erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wird's dann uns seyn. Mit Jesu geh'n wir ein zu seinen Freuden. Der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 5. Ach, in's Allerheiligste führt mich mein Mittler! Dann leb' ich im Heiligthume, zu seines Namens Ruhme. Halleluja! 317 ist, ist auch für mich erstans den! 2. Ich finke zu verwesen ein, und werde wieder Erde; doch werd' ich nicht auf ewig seyn, was ich im Grabe wers de. Im Schooße Gottes ruht mein Geist von diesem Leben aus, und fleußt von Wonn' anbetend über. Ach, mein Auge sahe nie, meinem Ohr ertonte nie solch Heil in dies sem Leben! Eigne Melodie. 466. inst reift die Saat: mein Staub ersteht zu Jesu Christi Leben. D, die ihr meinen Glauben schmäht, wie werdet ihr dann beben! Im Wetter des Gerichts gefä't ward, wer alsdann zum Tod ersteht. Fallt über ihn, ihr Berge! Hosianna! Jesus Christ, der für mich gestorben 3. Das kam in keines Mens schen Herz, was denen Gott bereitet, den Pilgern, die oft trüber Schmerz zum ew'gen Leben leitet. Wir schauen in das tiefe Meer, erforschen's nicht; denn Gott ist der, der unser sich erbarmet. Mehr, viel mehr, als wir versteh'n, mehr, als unsre Thränen fleh'n, gibt uns, der ewig liebte. 4. Sen, Seele, stark, und fürchte nicht, durch's finstre Thal zu wallen. Nah' an des Thales Nacht ist Licht; der Engel Jubel schallen in's letzte Seufzen der Natur. Der bei sich selbst dir Gnade schwur, sein Haupt am Kreuze neigte: er erfüllt des Buns des Eid; er ist ganz Barms herzigkeit; Dank sey ihm, Preis und Ehre! 5. Anbetung ihm! Des Bundes Eid erfüllt er, der sein Leben mit herzlicher Barms herzigkeit hin in den Tod ge 318 Auferstehung. gewiß ich verherrlicht wieder habe. Gott, wie werd' ich dann mich freu'n, ein vertlårs ter Mensch zu seyn! 6. Wohlthat wird das Sters ben mir; Gottes Liebe denkt der Seinen. Ewig sollen wir nicht hier kämpfen, dulden, Elagen, weinen. Unser Mors Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 407. Von dem Grab Frommen Streitern Nuh'. eilt bringt stand Jesus auf. Friede ruht auf meinem Grabe. Auch mein Morgen eilt herauf, wann ich ausgeschlummert has be. Mich erschreckt der Tod nicht mehr. Heil mir! Jesu Grab ist leer. 7. Schwinge dich, mein Geist, empor! Heilig sey dein ganzes Leben! Jesus ging den Weg mir vor; Jesus lebt, und ich soll leben. Heis land, bist du nur bei mir, o so leb' und sterb' ich dir! 2. Froh besieg' ich nun das Grau'n, becker; meinen Heiland werd 468. Wachet auf! ruft Eigne Melodie. ich schau'n, den der Vater aufs erwecket, der durch seines Grabes Macht mir mein Grab hat froh gemacht. einst die Stimme, des Soh nes Gottes Allmachtsstimme. Verlaßt, ihr Todten, eure Gruft! Wachet auf, erlöste Sünder! Versammelt euch, ihr Gotteskinder! Der Wels ten Herr ist's, der euch ruft. Des Todes stille Nacht ist nun vorbei; erwacht! Lobt den Höchsten! Macht euch bereit zur Ewigkeit; sein Tag, sein großer Lag ist da! geben: in jenen Tod auf Gol, gatha. Dein Vater, der dich Bluten sah, ward da, ward mir versöhnet. Sohn, ers würgt bist du für mich, eh' die Welt war. Dein bin ich, eh' ward, was ist, und ewig! 3. Keine Zukunft macht mir bang; ewig, ewig werd' ich leben. Froh will ich mit Lobs gesang meinen Leib ihm wies der geben; weil den bessern Theil, den Geist, nichts aus feinen Händen reißt. 4. Ihm sen Preis! er hat die Macht dir, o Tod, o Grab, genommen. Mich heißt jene finstre Nacht nur zu meinem Freunde kommen. Ruft sie später, ruft sie früh; meine Seele stirbt doch nie. 5. Ruhe dann, und schlafe füß, du mein Leib, im kühlen Grabe, den aus seiner Hand 2. Erd' und Meer und Fels sen beben, die Frommen stes hen auf zum Leben, zum neuen Leben steh'n sie auf. Ihr Ers Idser kommt voll Klarheit, vor ihm ist Gnade, Tren' und Wahrheit, der Tugend Lohn krönt ihren Lauf. Licht ist um Auferstehung. beinen Thron und Leben, Gots tessobn. Preis dir, Heiland! Erlöser, dir, dir folgen wir zu deines Vaters Herrlich Feit. 3. Ew'ges Lob sey dir ges sungen! Wir sind zum Leben durchgedrungen; genießen nun der Tugend Lohn. Christus ftrömt der Freuden Fülle auf uns; wir schau'n ihn ohne Hülle, ihn, unsern Freund und Gottes Sohn. Kein Auge sahe sie, das Ohr empfand fie nie, diese Wonne. diese Wonne. In Ewigkeit sey dir geweiht, Herr, unser Dank und Lob und Preis! 319 Wer an ihn glaubt, soll leben, sich seines Heils erfreu'n, sich aus dem Grab erheben, und ewig bei ihm seyn. 4. Ja, Jesu, deine Brüder, die Glaubigen, dein Ruhm, sind deines Leibes Glieder, find Gottes Heiligthum, durch deinen Geist erneuet, zum Erbs theil dort im Licht versiegelt und geweihet, noch eh' ihr Auge bricht. 5. Wann ich denn nun im Grabe des Todes stille Nacht einst durchgeschlummert habe, erweckt mich deine Macht. Nie müsse diesen Glauben ein finstrer Zweifel mir aus meinem Herzen rauben! Er Mel. Valet will ich dir geben zc. kommt, mein Heil, von dir. 400. Wann einst in be: der Herr kommt zum Ges 6. fel'ger Glaus meinem Grabe des Todes stille Nacht ich durchgeschlummert habe, so weckt mich Jesu Macht. Ja, ja, mein Leib wird leben, wann ihm mein Heiland ruft. Heil mir! ich darf nicht beben beim Anblick meiner Gruft. richt, und weckt mich aus dem Staube, und führt mich dann zum Licht! Bewahre meine Seele, damit ich, dir getreu, nicht Tod für Leben wähle; dein ewig, Jesu, sey. 2. Du, der uns sich ſelbst dem Tode gab, bat unvergänglich Wesen, Sieg über Tod und Grab uns lies bevoll erworben, und an das Licht gebracht; du nahmst, da du gestorben, dem Tode seine Macht. 3. Wie riefen deine Boten der Welt so trostvoll zu: Er Fommt, und weckt die Tods ten aus ihrer Grabes Rub'! Mel. Ich sterbe täglich und ze. 470.. arum erbebst du, meine Seele, bei dem Ges danken an das Grab? Nicht dich umschließt einst seine Höhs le, nur deine Hülle finkt hins ab. Sie schuf des Schöpfers Hand aus Staub; d'rum wird sie der Verwesung Raub. 2. Du, zur Unsterblichkeit erlesen, schwingst dich empor zu Gottes Licht, und schaust Welt Gericht. 320 den Ursprung aller Wesen von Angesicht zu Angesicht; bes wunderst deines Gottes Macht in jener Welten Bau und Pracht. 3. Dann, Seele, wirst du bas verstehen, was keines Weis sen Mund erklärt; was hier vollkommen einzusehen des Wissens Trieb umsonst bes gehrt. Dann täuscht dich Wahn und Irrthum nicht, und selbst die Finsterniß wird Licht. 4. Dann wirst du den, ach, heit an sich nahm, als er uns zu versöhnen kam, kommt einst zu richten wieder. Gewiß ist feiner Zukunft Zeit; in aller seiner Herrlichkeit steigt Jes sus dann hernieder. Vers nimm's, o Welt, und besfre dich! Der Tag des Schres ckens nahet sich. 2. Wo bleibt der Rächer? fragt der Spott; warum vers zeucht denn euer Gott? Hort's, Sünder, hört's mit Beben! Euch, die ihr frech ihm widers strebt, und in der Bosheit ficher lebt, zur Beffrung Frist zu geben. Bald ist der Suns den Maas erfüllt, bald kommt der Richter und vergilt. den erblicken, den hier allein der Glaube sieht; den, der dich ewig zu beglücken, Vers brechern gleich am Kreuz vers schied. Dann jauchze, daß kein Wahn, kein Spott dich hier getrennt von deinem Gott. Welt= Gericht. Mel. O Ewigkeit, du Donners jener Ewigkeit mit allen seis dann wird wort 471.DerunfreMensch, euch, wann der Richter droht, nicht Berg und Meer, nicht Grab und Tod, vor seinem Zorn bedecken. Denn nun nicht mehr erbarmt er sich, und sein Gericht ist fürchters lich. 3. Dann öffnet um euch ber sich weit der Abgrund 5. Wann nun der Tag des Herrn erscheinet, verläßt dein Leib der Gråber Nuh'. Zum zweitenmal mit dir vereinet, wird er unsterblich, so wie du. O Seele, zittre länger nicht, daß deiner Hütte Bau zerbricht. 4. Wann schrecklich seiner Donner Schall und tonender Posaunenhall der Erde Grund erschüttern; wann nun des Sünders ganze Welt wankt, krachend stürzt, zertrümmert fällt, wann selbst die Himmel zittern, und, vor den Richter hingerückt, der Spotter glaus bet und erschrickt; 5. Dann ist nicht mehr zur Buße Zeit. Wo werdet ihr Barmherzigkeit und Gnad' und Rettung finden? Die ihr der Bosheit Maas noch häuft: füblt, Welt, Gericht. 321 ter offenbar! fühlt, eh' euch dieser Tag ers ten Schaar wird der Rich, greift, die Lasten eurer Suns den; daß ihr euch selbst nicht einst verflucht, wenn ihr vers gebens Hülfe sucht. 3. Zahllos, wie der Sand am Meer, sammeln dann sich Millionen. Alle sieht und kennet er, Allen kommt sein Tag zu lohnen. Alles schweis get, wenn er spricht; jeder fühlt, Gott hält Gericht. 4. Auch von Worten muß ich dann, wie von Werken, Rechnung geben, um Vergels fung zu empfah'n, wie ich that bei Leibes Leben; wie ich Samen hier gestreut, erndt' ich in der Ewigkeit. len Nath wird der Richter 5. Selbst der Herzen stil. offenbaren; jedem wird für jede That Lohn auf ewig widerfahren. Jener Tag, 0 Gott, macht klar, daß dein Dienst umsonst nicht war. ters Reich der Gerechte wie 6. Dann glänzt in des Vas die Sonne; fühlt auf ewig, Engeln gleich, unaussprechlich süße Wonne. Aber fern vom Vaterland bleibt, wer Jesum nicht erkannt. ilend rückt mein 7. Spotter, schmäht nicht Tod heran; stündlich eil' ich Gottes Huld, schmäht nicht ihm entgegen, um von dem, der Versöhnung Lehre! Ach, was ich gethan, Rechenschaft Gott hat mit uns Geduld; Gott abzulegen. will, daß jeder sich bekehre. der Prüfungszeit In des Herrn Barmherzigs ganz die Ewigkeit. feit suchet eure Seligkeit! Thaten in lohnt erst 6. Mein Herz erschrickt; es bebt in mir mein Innerstes, o Gott, vor dir; ich bin ein Misfethäter. Begnadige, wenn dein Gericht mir einst mein letztes Urtheil spricht, auch mich, den Uebertreter. Du, der die Sünder nicht vers stößt, du, Jesu, bast auch mich erlöst. 7. Tag Gottes, Tag der Ewigkeit, du predigst uns den Werth der Zeit laut mit des Donners Stimme. Reizt, Menschen, nicht durch eure Schuld den Gott der Langs muth und Geduld, daß er nicht schnell ergrimme; denn schrecklich wird der Sünder Pein, und groß der From men Wonne seyn. Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. 472. C 2. Den nach seiner Niedrigs feit einst der Himmel aufges nommen, Jesus wird voll Herrlichkeit zum Gerichte wie derkommen, in der Engel lich 8. Sünder, die ihr euer Herz, wie auf einen Schlachts tag, weidet, Flagt, und weinet bei dem Schmerz, den ihr selbst euch zubereitet! Zumi 21 Welt, Gericht. 322 Gericht führt euer Pfad; zits tert, wann der Richter naht! 9. Jungling, deines Lebens Lust müße froh in allen Din gen; aber wisse, was du thuft, wird Gott vor Gericht einst bringen; frühe, frühe denk' an ihn, um der Süns den Reiz zu flieh'n! kleinste Sünde scheu'n, dir auch meine Freuden weih'n. 15. Dir, der schonend im Gericht über mich das Urtheil fället, und mich vor sein Ans gesicht unbefleckt mit Freuden stellet, dir sey Preis und Herrs lichkeit nun und bis in Ewigs keit! 10. Richte, Mensch, nicht vor der Zeit, bis der Tag des Herrn erscheinet. Me L. Aus tiefer Noth schrei' ze. blickt zur Ewigkeit, wenn ihr 473.Grog wird beg unter Leiden weinet! Bald geht ihr zum Himmel ein, ewig bei dem Herrn zu seyn. 11. Siehe, Chrift, ein Ackerss mann hofft geduldig warmen Regen für die Saaten zu em pfah'n, sieht der kostbar'n Frucht entgegen; sey auch du geduldig, Christ, da der Richter nahe ist. roß des Sünders Elend seyn, unends lich schwer zu tragen. Ach, unter des Gewissens Pein wird seine Seele zagen, wann ihn, den nichts zur Buße weckt, der Tag des Weltgerichts ers schreckt; zur Rechenschaft ihn fordert. 12. Heil mir, wer an Jes sum glaubt, dringt vom Tod hindurch in's Leben, kann beim Weltgericht sein Haupt als Versöhnter froh erheben. Dieß, Erldser, sagtest du jedem deis ner Junger zu. 2. Verschwendet ist die Gnas denzeit! Wie viele seiner Stun den sind in dem Dienst der Eitelkeit vergebens ihm vers schwunden! Er hat des Les bens Zweck verfehlt, o welche Neu' ergreift und quält zu spåt nun seine Seele! 13. Ein Geringes soll mir's seyn, wenn ein Sterblicher mich richtet. Ogefiel ich Gott allein, der zur Treue mich verpflichtet! Hilf mir, Vater, daß ich treu, treu in meinem Wandel sey! 3. Wo bleibt nun jedes eitle Gut, worauf sein Wunsch sich lenkte? Wo bleibt der Stolz, der Uebermuth, womit er Ans bre frånkte? Gebeugt ist jetzt sein trotzig Herz, und jede Lust wird nun in Schmerz, in Pein und Qual verwandelt. 14. Laß mich stets gewissens haft, rein und heilig vor dir wandeln! Eingedenk der Rechenschaft, fromm auch im Verborgnen handeln, selbst die 4. Nun flucht ihm, wer des Lasters Bahn, durch ihn verführt, erwählte. Nun klas gen ihn die Seelen an, die er aus Bosheit quälte. Und Welt Gericht. feder Schmerz, durch ihn vers mehrt, und jedes Glück, durch ihn gestört, tritt furchtbar ihm vor Augen. 5. Des Richters ernste Stimme spricht:" Weicht von mir, Uebelthäter!" und selber sein Gewissen spricht:" Du bist ein llebelthäter!" Von Gottes Angesicht verbannt, fühlt er, was sonst er frech verkannt: Gott ist gerechter Richter. 6. O Sünder, sichre Suns ber, eilt, euch reu'voll zu bes Fehren! Laßt nicht, weil das Gericht verweilt, euch durch den Wahn bethdren: zur Bessrung sen noch immer Zeit, und fern sey noch die Ewigs keit, fern des Gerichtes Strafe. 7. Sie kommt; ihr mögt, was Gott euch droht, bezweis feln oder glauben. Und leicht kann euch ein schneller Tod die Zeit zur Beffrung rauben! Jetzt noch will Gott Erbar mer seyn, will eure Sünden noch verzeih'n; o suchet seine Gnade! Mel. Straf mich nicht in 2c. 474. Ser err, ich bin dein Eigenthum; dein ist auch mein Leben. Mir zum Heil und dir zum Ruhm hast du mir's gegeben. Väterlich führst du mich auf des Lebens Wegen meinem Ziel entgegen. 2. Einst kommst du mit großer Kraft zum Gericht auf 323 Erden; und ich soll zur Res chenschaft dann gerufen wers den. Dein Gericht schonet nicht, Richter aller Welten: du, du willst vergelten. 3. Weh' dann mir in Ewigs keit, wenn ich deine Gabe, meine Kräfte, meine Zeit hier gemißbraucht habe! Wehe mir! hab' ich hier sie nicht treu vers wendet, sorglos sie verschwens det! 4. Möchte täglich dein Ges richt mir vor Augen schwes ben! Möcht' ich immer, meis ner Pflicht treu zu bleiben, streben, daß ich nie thdricht sie außer Augen, setze, nie sie frech verletze. 5. Lehre mich gewissenhaft meine Tage zählen, eingedenk der Rechenschaft, nur, was gut ist, wählen. Gib, daß ich ernstlich mich täglich, und auch heute, darauf vorbereite. 6. Zeigt sich erst die Ewigs keit furchtbar in der Nähe, o dann ist es nicht mehr Zeit, daß ich Gnad' erflehe. Wann der Tod schon mir droht, kann ich deinen Willen, Herr, nicht mehr erfüllen. 7. Mein Gewissen strafe mich gleich bei jeder Sünde, daß ich, Mittler, bald durch dich Gnade such' und finde. Rufe du dann mir zu: bess serst du dein Leben, so ist dir vergeben. 8. Einst am Tage des Ges richts werd' ich mit den Froms men zu dem Anschau'n deines 21* 324 Welt, Gericht. 5. Sie geh'n verzweifelnd, jammern, fleh'n: Stürzt über uns zusammen, ihr Welten! fallt, daß wir vergeh'n, die wir uns selbst verdammen! Die Frommen aber steh'n im Friedens, Mel. Es ist gewißlich an der zc. 475. Schon ist der Tag Angesicht strahlt ſeliges Ent von Gott bestimmt, da, wer auf Erden wandelt, sein Loos aus Gottes Händen nimmt, nachdem er hier gehandelt. Er kommt, er kommt des Menschen Sohn; er kommt, und Wolken sind sein Thron, der Erde Kreis zu richten. 2. Hier an dem Rand der Ewigkeit versammeln sich die Schaaren, die seit dem ersten Tag der Zeit der Erde Bür ger waren, nur dem Allwis fenden bekannt, unzählbar, wie des Meeres Sand; hier steh'n fie vor dem Richter. Lichts gnädig aufgenommen. Wonnevoll, Jesu, soll dich im höhern Leben dann mein Dank erheben! 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahrheit unterliegen. Hier, wo das hält, zücken. 6. Frohlockend zieh'n sie in das Reich, das Gott für sie bereitet, wo er sie, seinen Engeln gleich, von Licht zu Lichte leitet. Das Stückwerk wird Vollkommenheit; kein Kummer, keine Traurigkeit stört ihre sel'ge Freude. 7. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken. Es stårke mich mit Zuversicht, so oft mich Leiden kranken. Es reize mich, ge wissenhaft, und eingedenk der Rechenschaft, nach deinem Wort zu wandeln. Mel. Wachet auf, ruft uns die zc. Feine Sünde fiegen. Hier ist 470. Wachet auf vom zur Buße nicht mehr Frist; hier gilt nicht mehr Betrug und List; hier gilt kein fals scher Zeuge. 4. Der Richter spricht, der Himmel schweigt, und alle Völker hören erwartungsvoll und tief gebeugt. Kommt, erbt das Reich der Ehren! so spricht er zu der frommen Schaar; zu der, die ihm nicht folgsam war: hinweg von mir, Verbrecher! Schlaf, ihr Sünder! Ers wacht! denn euch, ihr Mens schenkinder, erwartet Grab und Ewigkeit. Lohn und Strafe, Tod und Leben, hat Gott in eure Hand gegeben. Erwacht! noch ist zur Bessrung Zeit. Gerecht, gerecht ist Gott! Er hört der Frevler Spott. Frevs ler, zittert! Wißt, was er spricht, gerent ihn nicht; er kommt gewiß und hält Ges: richt. Welt Gericht. 325 seine Baterhuld zur Selbsts verläugnung, zur Geduld. 2. Sünder werden angsts standhaft bin, gestärkt durch voll zagen, sich vor dem Nich ter selbst verklagen, und bes bend steh'n vor seinem Thron. Jauchzet, jauchzt, ihr seine Frommen! Er wird zu eurem Heile kommen; bald kommt er, und mit ihm sein Lohn. Euch schrecket kein Gericht; der Herr verwirft euch nicht. Euer Mittler hat euch vers föhnt, mit Gott versöhnt; wer überwindet, wird gekrönt. 3. Oft will ich zu mir sels ber sagen: die Welt vergeht mit ihrer Luft! Wohl mir, bin ich bei allen Plagen nur keines Frevels mir bewußt! Es kommt, es kommt die Ewigkeit, die mich von aller Noth befreit. 3. Send bereit, ihn mit Verlangen, mit reinem Hers zen zu empfangen; denn plötz lich bricht sein Tag herein; und der Richter wird vom Bösen sein Volk, die From men, ganz erlösen, von Sund' und Tode sie befrei'n. Dann ist vollkommnes Heil in Ewigs feit ihr Theil. Jauchzt, ihr Frommen, feyd stets bereit auf diese Zeit, und singt Gott Dank in Ewigkeit. Mel. Ich sterbe tåglich und sc. 477.23 enn ich auf Gots tes Wegen wanke und straus cheln will, so schrecke mich der herzerschütternde Gedanke: Gott richtet einst die Welt und dich! Er hat's verkündigt; sein Gericht ist unausbleiblich: strauchle nicht! 2. Der Weg der Tugend, den ich walle, sey rauh und steil; wo führt er hin? Zum Himmel, wenn ich Gott ges falle, wenn ich getreu und 4. Einst werd' ich Sesu Stimme hören: der du zu meis ner Nechten bist, du warst ges horsam meinen Lehren; nimm hin, was dir bereitet ist! Komm, erbe meines Vaters Reich! Sen selig und den Engeln gleich! 5. Du hast in deinen ars men Brüdern Barmherzigkeit an mir gethan; ich nahm in meiner Kirche Gliedern den Segen deiner Wohlthat an. Komm nun, Gesegneter, zu mir; des Himmels Freuden werden dir! 6. O welche Wonne wars tet meiner, wenn ich mit bruderlichem Sinn den nächsten lieb', und gern mich seiner erbarm', und Jesu ähnlich bin! Wie könnt ich hart und lieblos seyn; Betrübte seh'n, und nicht erfreu'n? 7. Den aber, der hier, ohn' Erbarmen, nicht menschens freundlich sich beweist; der, fühllos bei der Noth der Ars men, sie ihrem Elend nicht entreißt, den Hungrigen fein 326 Vom ewigen Leben. Brod nicht bricht, verwirft reich an Früchten guter Wer, der Herr einst im Gericht. ke, bewährt und unverwerfs lich sey! So werd' ich ewig selig seyn; mich ewig deiner, 8. D Herr, verleih' mir Muth und Stärke, damit mein Glaube dir getreu, und Gott, erfreu'n. Vom ewigen Leben. Eigne Melodie. 478. Nemenid le Menschen muss sen sterben, ihre Herrlichkeit verblüht; feiner kann den Himmel erben, der zuvor den Tod nicht sieht. Staub wird dieser Leib von Erde, doch, damit er himmlisch werde, wird er einst von Gott erneut, und erhält Unsterblichkeit. 2. Gerne will ich dieses Les ben, wenn es deinem Rath gefällt, dir, mein Vater, wie bergeben, gern verlassen diese Welt. Denn nach diesem Ers denleiden warten meiner höh're Freuden. Ich, als Christ, ich fürchte nicht Grab und Tod und Weltgericht. 3. Nichts soll mir den Trost entreißen, er soll mir stets hei lig seyn. Gott erfüllt, was er verbeißen; seiner will ich stets mich freu'n. Mir macht nun der Tod nicht bange; ruft er mich, o dann erlange ich das Heil der Ewigkeit, wenn ich nüßte diese Zeit. 4. Dort, bei Jesu, find' ich Leben. Millionen stehen schon, ihren Retter zu erhe ben, um des Hocherhabnen Thron. Schaaren fel'ger Geis fter ringen, mitanbetend ihm, zu singen, der des Ruhms fo würdig ist, dem Erlöser, Jes sus Christ. 5. Alle, die ihm nachges wandelt, seh'n des Glaubens Dunkelheit dort in Licht und Schau'n verwandelt, und in Wonne jedes Leid; weihen ihm die neuen Lieder, werfen sich voll Ehrfurcht nieder vor dem Herrn, und opfern Dank, ihm, der einst den Tod bes zwang. 6. Vaterland verklärter Frommen! Heil, Unsterblichs keit und Ruh', was kein Sterblicher vernommen, Gots tes Heil gewährest du! Freus denerndten schenkt Gott denen, welche hier geså't mit Thras nen; alle Thränen trocknet er; Sünd' und Elend sind nicht mehr. 7. Möcht' ich doch, sie zu empfangen diese große Herrs lichkeit, hier nur thun und nur verlangen, was im Tos de noch erfreut! Diese Hütte mag zerstäuben; wird mein Geist doch ewig bleiben. Sters ben wird mir zum Gewinn: Vom ewigen Leben. denn zum Vater geh' ich bin. 8. Welche Trostung, dieß zu wissen! Dieser großen Hoffs nung voll, jag' ich nicht in Kümmernissen, die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz sind diese Leiden; sie vers wandeln sich in Freuden, wenn ich christlich sie ertrug, bis Gott spricht: Es ist genug! 327 6. D fel'ge Aussicht auch für mich! Entzückt hebt meis ne Seele sich; ich seh' im Geist des Christen Lohn, ich sehe meinen Himmel schon. 7. Da find' ich, was dein heil'ger Rath zu meinem Wohl geordnet hat; von Angesicht schau' ich dich dann, und bete deine Führung an. 8. Viel Freude gabst du mir schon hier; Allgütiger, wie dank' ich's dir! Wie oft kleinerm bald Mel. Nun laßt uns den Leib zc. 479. Des Todes felige Vergütung nach! Grau'n, des Grabes Nacht flieht, Herr, vor deiner Wahrheit macht; mein Geist, ers leuchtet durch dein Licht, er bebt vor der Verwesung nicht. 2. Es falle nur die Hütte hin, mit der ich hier umges ben bin; mein Geist, noch lebend, wie zuvor, schwingt aus den Trümmern sich empor. 3. Ein inn'res mächtiges Gefühl verkündigt mir mein höh'res Ziel; dieß Streben nach der Ewigkeit erhebt mich über Erd' und Zeit. 4. Dich, Höchster, hab' ich hier erkannt, voll Liebe Vas ter dich genannt; Gott, welch ein Vorzug! In ihm liegt ein Hoffnungsgrund, der nims mer trügt. 5. Dein Wort zeigt mir die beff're Welt, an der des Chris ften Glaube hält. Wie herrlich wird der Menschheit Werth durch Jesu Lehren aufges flårt! 9. So hat schon dieser Kinds heitsstand der höhern Hoffs nung Unterpfand; die Huld, die segnend hier erfreut, bleibt und beglückt in Ewigkeit. 10. Des freudigsten Vers trauens voll erwart' ich, was mir werden soll, wenn einst von Sünd' und Noth befreit, ich; reife zur Vollkommens heit. 11. Der Tod darf mir nie furchtbar seyn; er führt zum wahren Leben ein. Durch Gots tes Kraft besiegt mein Herz der Krankheit und der Trens nung Schmerz. 12. Wann hier von uns, die Gott vereint, der feste auch hat ausgeweint; dann wird ein frohes Wiederseh'n auf ewig unser Glück erhsh'n. 13. Herr unsrer Tage, füh re du uns alle diesem Ziele zu! Mach' uns im Guten fest und treu, daß uns ber Cod erfreulich sey. 328 Vom ewigen Leben. O el. Es ist gewißlich an der zc. dieses Körpers Banden auf Wink ents 480. Die hoffinung nas reißt, und nun nicht mehr ſo eingeschränkt, als hier auf Erden, lebt und denkt. 2. Zu dieser Ruhe werd' ich kommen, und, Gott, wie selig bin ich dann! In deinem Himmel aufgenommen, fang ich das bespre Leben an, wo nach der Last, die hier mich drückt, der Freuden Fülle mich erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kin der trösten, so tröstet deine Gütigkeit mich mit der Wonne der Erlösten, mit ewiger Zu friedenheit; dann wird mir völlig offenbar, wie gut hier deine Führung war. 4. Da schweigen alle meine Klagen; da bringt mein from mer Lobgesang dir selbst für dieses Lebens Plagen mit nie gefühlter Regung Dank. Frob jauchz' ich dann: sie sind volls bracht; der Herr hat Alles wohlgemacht! her Ewigkeit, voll reiner Hims melsfreuden, versüßt in dies ser Pilgerzeit dem Christen alle Leiden. Er blicket, trifft ein Kummer ihn, getrost nach seiner Heimath hin, wo ihn kein Schmerz mehr quålet. 2. Und selbst die Leiden, die uns hier noch immerfort umgeben, sind Mittel, unser Herz zu dir, Erbarmer, zu erheben; zu dir, der sie zum Besten lenkt, und dann auch gnädig an uns denkt, wann wir im Stillen weinen. 3. Du siehst, o Vater, un fern Schmerz; du zählest uns fre Zähren, du stärkest das gebeugte Herz, und wirst uns Trost gewähren. Du schaust auch liebevoll auf mich; mein Gott, mein Gott, ich hoff auf dich; du bist mein Fels, mein Netter! 4. Soll ich in dieser Les benszeit noch manche Trübsal leiden, so harr' ich in Ges laffenheit auf deines Hims mels Freuden. Bald sind sie deiner Frommen Theil; dort schau' ich dich, o Gott, mein Heil, und segne meine Thrås nen. 5. Auf ewig trifft mich dann kein Leiden, kein Schmerz und keine Schwachheit mehr; ich denk' und fühle nichts als Freuden, gekrönt von dir mit Preis und Ehr'. Mein Glück wird fest, und alles Heil bleibt dann in Ewigkeit mein Theil. 6. Gott, laß mich dieß zu mel. Ich sterbe täglich und ze. Herzen fassen, daß du den, dich redlich liebt, nicht 481. Es ist noch eine sters willst in der Unruhy' lafs fen, die dieses Leben noch umgibt; dieß flöße Muth und Ruh' vorhanden für jeden Gott ergebnen Geist, wann er sich Vom ewigen Leben. 329 Kraft mir ein, die auch im Wie tief war er von Angst Leiden treu zu seyn. 7. Gib, daß in Hoffnung jener Ruhe, die einst der Frommen Erbtheil ist, ich gern des Vaters Willen thue; wie du darin mein Vorbild bist; so folgt auf meine Prüfungs, zeit gewiß vollkommne Selig Feit. durchdrungen! wie seufzt' er laut! wie floß sein Blut! Doch sah'n die Feinde nicht auf seinem Angesicht bange Schrecken. Treu blieb er Gott bis in den Tod; dann fuhr er herrlich auf zu Gott. 4. Mitgenossen seiner Leis den sind wir; einst erndten wir auch Freuden mit ihm, dem Ueberwinder, ein. Laßt uns uns rins Mel. Wachet auf, ruft uns zc. 482. Jeſus wird einst gen, mit unſerm Haupt hins wiederkommen; erlösen wird durch zu dringen, und seines er seine Frommen von allem Himmels werth zu feyn! Er, Elend dieser Zeit. Dann, an unsre Zuversicht, verläßt die seinem großen Tage verwans Frommen nicht; Halleluja! delt sich der Frommen Klage die ihm vertrau'n, die werden in ewige Zufriedenheit. Sey schau'n, wie herrlich er die fröhlich, Volk des Herrn! Seinen führt. Er kommt, er ist nicht fern, dein Erretter. Dein Schmerz ist kaum ein Morgentraum; auf ihn folgt ewig, ewig Heil. 2. Augenblicke dieser Leis den: was send ihr gegen je ne Freuden der unbegrenzten Ewigkeit? Seht die Kron' am Ziele prangen, und kämpft, und ringt, sie zu erlangen, die ihr dazu berufen seyd. Euch halt' in eurem Lauf kein Schmerz des Lebens auf. Ues berwindet! das Ziel ist nah'; bald send ihr da, und eure Leiden sind nicht mehr. 3. Der sich euch zum Volk erwählet, der eure Thränen alle zählet, stritt auch mit unerschöpftem Muth. Ach, wie bat er selbst gerungen! 5. Ja, Herr Jesu, du wirst kommen, wirst einst erlösen deine Frommen; wir freuen uns und danken dir. In den trüben Leidenstagen soll uns fer Herz nun nicht verzagen; auf deine Zukunft hoffen wir. Wir wissen, wer du bist, wer dein Erlöster ist; wir find stille. Und wenn die Welt in Trümmer fällt, bist du's, an den der Christ sich hält. Mel. Wie schön leucht't uns der zc. 483. Mein ganzer Geist, Gott, wird entzückt, wenn er nach jenem Himmel blickt, den du für uns bereitet; wo deine milde Vaterhand aus neuen Wundern wird erkannt, 330 Vom ewigen Leben. die du dort haft verbreitet. melt deine Vaterhand, die Mächtig fühl ich mich ges deine Liebe hier verband, Herr, trieben, dich zu lieben, der alle deine Glieder. Ewig zum Leben jener Welt mich werd' ich, frei von Mängeln, will erheben. selbst mit Engeln, mir zum Segen dort die reinste Freunds schaft pflegen. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die bei dir ist zu finden? Du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar, daß wir sie froh empfinden; doch hier sind wir bei den Freus den noch mit Leiden stets um geben; dort nur ist vollkomm nes Leben. 3. Dort ist kein Tod mehr und kein Grab. Du trocknest alle Thränen ab von deiner Kinder Wangen. Kein Leid ist mehr, der Schmerz ist fern; dort ist die Herrlichkeit des Herrn im Glanz uns aufges gangen. Völlig gibt sich den Erlösten, sie zu trösten, der zu kennen, den sie hier schon Vater nennen. 6. Dort ist mein Freund, des Höchsten Sohn, der mich geliebt. Wie glänzt sein Thron in jenen Himmels Höhen! Dort werd' auch ich, Herr Jesu Christ, der du der Deis nen Bonne bist, dich mit Ents zücken sehen. Dann wird, mein Hirt, nichts mich scheis den von den Freuden, die du droben deinen Freunden aufs gehoben. 7. Wie herrlich ist die neue Welt, die Gott den Frommen vorbehält! Kein Mensch kann sie erwerben. Der du vorans gegangen bist, zieh dir mich nach, Herr Jesu Christ, hilf mir dein Reich ererben. Ach, ein Strahl nur jener Freude nach dem Leide leucht' mir Schwachen, mir mein Ende froh zu machen. 4. Mit neuer Inbrunst lies ben wir, o Gott, dich dann, und dienen dir mit fröhlichem Gemüthe. Nichts stört den Frieden unsrer Brust und uns fre tauſendfache Luft an deis 484. Ra ner großen Güte. Kein Neid, kein Streit hemmt die Tries be reiner Liebe unter Seelen, die nun ewig nicht mehr fehs len. 5. Gott, welche Schaar ist bort vereint! Die Frommen, die ich hier beweint, die find' ich droben wieder. Dort sam. Mel. Ich sterbe tåglich und zc. ach einer Průfung kurzer Tage erwartet uns die Ewigkeit. Dort, dort vers wandelt sich die Klage in gott liche Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und jene Welt reicht ihr den Preis. 2. Wahr ist's, der Fromme schmeckt auf Erden schon man. Vom ewigen Leben. chen fel'gen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm ein unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh' nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusche dieser Welt; bald kämpft in seinem eignen Hers zen ein Feind, der öfters siegt, als fällt; bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kums mer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend Sfters leidet, das kaster ofters glücklich ist; wo man den Glücklichen beneidet, und des Bekümmerten vergißt; hier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eig, ner Schwachheit seyn. 5. Hier such' ich's nur, dort werd' ich's finden. Dort werd' ich heilig und verklärt der Tugend ganzen Werth em pfinden, den unaussprechlich großen Werth; den Gott der Liebe werd' ich seh'n, ihn lies ben, ewig ihn erhöh'n. 6. Da wird der Vorsicht heil'ger Wille mein Will' und meine Wohlfahrt seyn, und lieblich Wesen, Heil die Fülle, am Throne Gottes mich ers freu'n. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn mich füh, len, daß ich ewig bin. 7. Da werd' ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah; das wuns derbar und heilig nennen, was 331 unerforschlich hier geschah; da denkt mein Geist, mit Preis und Dank, die Schickung im Zusammenhang. 8. Da werd' ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart; ein heilig, heilig, heilig singen dem Lamme, das erwürget ward. Und Cherubim und Seraphim, und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd' ich in der Ens gel Schaaren mich ihnen gleich und heilig seh'n, das nie ges störte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzus geh'n. Da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd' ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn zu Millionenmalen noch segnen, daß er mir ihn wies; da find' ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o möchte Gott es geben! vielleicht auch mir ein Sel'ger zu: Heil sey dir! denn du hast mein Leben, die Seele mir gerettet, du! O Gott, wie muß dieß Glück erfreu'n, der Retter einer Sees le seyn! 12. Was send ihr, Leiden dieser Erden, doch gegen jene Herrlichkeit, die offenbart an uns soll werden von Ewigs feit zu Ewigkeit? Wie nichts, 332 Vom ewigen Leben. wie gar nichts gegen sie, ist doch ein Augenblick voll Müh'! verließ, grausam in der Noth verstieß. Mel. Alle Menschen müssen 2c. 5. Allen, die ich werde ses hen, werd' ich jenseits hoffs und entges 485. Nirgends ist Ge, gen geben, reiner Gottes, nuß hienieden immer rein und unvergällt. Hat dieß Leben fteten Frieden? ungetrübte Eust die Welt? Selbst an treuer Freunde Herzen drohen uns der Trennung Schmer zen, und des Lebens schöns liebe voll. Liebte ich hier treu die Brüder, segnend find' ich sie dort wieder, und durch jes den Augenblick wächst mit ih rem Heil mein Glück. stes Glück währt kaum einen 480. Noch wallen wir Mel. Kommt her zu mir, ſpricht zc. Augenblick. im Thránenthal, gedrückt von Kummer, Müh' und Qual, doch nur noch wenig Tage. Dann fliehen wir aus dieser Zeit hinüber in die Ewigkeit, weit weg von jeder Plage. 2. Dann sinkt der Leib in's fühle Grab, der Staub zu als lem Staub hinab, nicht sterb lich mehr zu leben. Mit freiem Flug und hohem Blick kehrt der entbundne Geist zurück zu dem, der ihn gegeben. 3. Owohl ihm, war er fromm und gut, wenn er von seiner Arbeit ruht, wenn Thas ten ihn begleiten! wenn er, vereint mit Jesu Christ, uns sträflich, rein und fähig ist zum Glück der Ewigkeiten! 2. Aber einst stillt Wieders finden jeder Trennung her ben Schmerz. Wo wir treuer uns verbinden, schließt sich fester Herz an Herz. Und der Edlen Kreis wird grds ßer, der Verbundnen Freude beffer; die wir liebten unges seh'n, freu'n sich mit uns ums zugeh'n. 3. D des Wiedersehens Stunde, von der Trennung ungetrübt, wo dem reinen Freundschaftsbunde Ewigkeit nun Dauer gibt! O dich ficher zu erleben, will ich uns ablåffig streben, weise, gut und fromm zu seyn: so werd ich mich deiner freu'n. 4. Dann werd' ich dort Keinen sehen, dessen Anblick mich erschreckt; kein Verführs ter wird dort stehen, der mit Vorwurf mich bedeckt; so wird mir kein Feind erscheis nen; über mich wird Keiner weinen, daß ich fühllos ihn Brüder! 4. O hohes Glück, vor Gott zu steh'n! O Freude, Jesu, dich zu seh'n, und mit dir deine Glieder! zu sehen dich in deis nem Licht von Angesicht zu Angesicht, dich, Erster aller Vom ewigen Leben. 333 find alle Thränen? 5. Ich, ich, der jetzt noch den dieser Zeit? Wie nichts Thränen weint, ich werde, wann der Herr erscheint, dann leuchten, wie die Sonne! Ich, Sünder, werd' von Sün den rein, ich, Sterblicher, un sterblich seyn; ich Gottes Bild und Wonne. 6. Wie wird mir dann zu Muthe seyn, wann alle Tod ten, groß und klein, o Jesu, vor dir stehen! wann du mich dann mit vor mel. Alle Menschen müssen zc. Gott und Engeln mich bekennst, 487. D wie unauss ich ewig dich soll sehen! 7. Wann ich in meines Gots tes Stadt, die seine Hand ers bauet hat, im Anschau'n mich verliere! wann ich in deinem Himmelreich, den Engeln und dir selber gleich, ein neues Leben führe. sprechlich selig werden wir im Himmel seyn! Da, da ernds ten wir unzählig, was wir hier gesået, ein. Da wird ohne Leid und Zähren unser Leben ewig währen. Gott, zu welcher Seligkeit führst du uns durch diese Zeit! 8. Befreit, und ewig_fern von Qual, erquickt mit Freus den ohne Zahl, komm' ich Gott immer näher. Dann steigt mit jedem Augenblick der Sees le unaussprechlich Glück noch unaussprechlich höher. 11. Sen stark, sey freudens voll, mein Geist! Gott lebt! Gott bält, was er verheißt! Gott ist ein Gott der From men! Nichts, glaub' es, ist für dich zu groß, für dich, zu dem aus Gottes Schooß selbst Jesus ist gekommen. 9. Und aller Seraphinen Schaar, und wer auf Erden heilig war, find alle meine Brüder, find alle nur Ein Leib mit mir, und fingen ewig, Jesu, dir aus Einem Munde Lieder. 10. Wie ist der Seligkeit so viel! Freuden, ohne Maas und Ziel, hoch über alles Sehnen! Ewigkeit! o Ewigkeit! Was ist das Leis 2. Hier zwar kann, was du den Deinen, dort für Glück bereitet hast, nicht in vollem Licht erscheinen; noch hat's kein Verstand gefaßt. Nach der Erde kurzen Leiden findet einst an Himmelsfreuden Jes der, der dich treu verehrt, mehr, als je sein Herz bes gehrt. 3. Neue Wunder deiner Güte werden unser Glück ers höh'n, und mit dankbarem Ges müthe werden wir einst dort es seh'n, deine Huld sey übers schwänglich, und die Wohls fahrt unvergånglich, die dem, der dich redlich liebt, deine Vaterhand dort gibt. 334 Vom ewigen Leben. 4. Dann wirst du dich uns fern Seelen offenbaren, wie du bist. Keine Wonne wird uns fehlen, da, wo Alles Wonne ist. Zu vollkommnen Seligkeiten wird uns dort der Mittler leiten, der uns dieses Glück erwarb, als er an dem Kreuze starb. Stadt der Frommen, voll Bes gier dahin zu kommen, trachs te, weil du hier noch bist, nur nach dem, das droben ist. 9. Ohne Heiligung wird keiner, Herr, in deinen Hims mel geh'n. Mache du mein Herz nur reiner, daß auch ich dich möge seh'n! Hilf, ach hilf du meiner Seele, daß sie nie des Wegs verfehle, der mich sicher dahin bringt, wo man ewig Lob dir singt! 5. Da wird deiner Froms men Menge Ein Herz, Eine Seele seyn, Liebe, Dank und Lobgesänge dir, erhabner Gott, zu weih'n; dir und dem, der felbst sein Leben willig für Mel. Wachet auf, ruft uns uns hingegeben. Mit ihm, 488. Neiß dich los, zc. unserm großen Freund, sind wir ewig dann vereint. mein Geist, von Sorgen! die Todesnacht hat hellen Mors gen, hat ew'ges Licht im Hins terhalt. Denn so spricht, der wahrhaft zeuget: ich komme! Du, den Elend beuget, hör's und sey froh, ich komme bald; ich, und mit mir mein Lohn! Schau', dich erwartet schon deine Krone. Halt aus im Streit! Sturz ist die Zeit; wer glaubt, der überwindet weit. 2. Zuruf, der mich ganz beseelet, mein Heiland lebt; weg, was mich quälet! denn, wo er ist, da soll ich seyn.. Mir die Stätte zu bereiten, schmeckt er des Todes Bitters keiten, nahm er das Reich als Sieger ein. Von seinem Hims mel her fließt nun ein Gnas denmeer auf mich nieder. Er ist mein Hort, sanft wie sein Wort, mein Seligmacher fort 6. wer sollte sich nicht sehnen, aufgelöst und da zu seyn, wo nach ausgeweinten Thränen ew'ge Güter uns er freu'n; wo sich unser Kampf in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unsre Angst in Lust verkehrt, die forthin kein Kummer stört. 7. Was ist unser Loos auf Erden? Ob's auch noch so köstlich sey, ist's doch niemals von Beschwerden, Sorgen, Furcht und Kummer frei. Schnell folgt hier auf Lust oft Weinen; dort nur wird die Zeit erscheinen, wo kein Uebel mehr uns beugt, wo das Glück beständig steigt. 8. Sey, o Seele, hoch ers freuet über das erhabne Glück, das dir einst dein Gott vers leihet! Richte deines Glaus bens Blick oft nach dieser und fort. Vom ewigen Leben. 3. Dieses weiß ich; könnt' dich gern schon heut' ich beben, zu schwach vom Staube mich zu heben, zu dem mich Kummer nieder reißt? Nein, das Haupt liebt feine Glieder, der Bruder schämt sich nicht der Brüder; groß ist, was Jesus uns vers heißt, was er schon hier ers füllt. Die Thräne, die jetzt quillt, Lust und Prüfung flieh'n schnell vorbei; doch seine Treu' wird jeden Morgen an uns neu. 4. Streue denn nur noch mit Weinen die edle Saat! Gott kennt die Seinen. Für Ewigkeiten säest du. Nach des rauhen Winters Wüthen erscheinen frische Frühlings, blüthen, eilt bald die Erndtes zeit herzu. Dann geht Christ hervor, hebt froh Haupt empor, Hosianna! Er, auf dem Thron, des Höch, sten Sohn, ist seiner Treuen großer Lohn. der sein 5. Wirf alsdann in eine Wage, was nun dich drückt, die ganze Plage der schweren Pilgerschaft hinein: ach, was wird dann alle Plage der 335 herbei. Doch noch soll ich Feffeln tragen, noch oft vielleicht im Stillen klagen, wie schwer der Leib des Todes sey. Ges trost, zu meinem Glück bringt jeder Augenblick mich ihm nå her. Bald heißt es ja: das Grab ist da; und Jesus kommt, Halleluja! Pilgerschaft, was aller Tage ertragne Last und Hiße seyn? Ein leichter, dunner Rauch, von dem die Spur sich auch schnell verlieret; den Tropfen Leid der bittern Zeit verschlingt das Meer der Seligkeit. 6. Tag voll himmlischem Entzücken, mit nassen sehns fuchtsvollen Blicken zog' ich me I. Alle Menschen müssen ze. 480. Unter andel i ist Köstlich Wort, im Himmel! wie strömest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Muth und süße Hoffnung zu! Jes der Fußtritt, den ich thue, bringet mich dem Land der Ruhe näher, immer näher zu. Wort, wie hoch erfreuest du! 2. Haltet's fest, ihr theuern Brüder, halter's fest, dieß werthe Wort! Nichts schlag' eure Hoffnung nieder, wallet immer muthig ført! Muthig blicket hin zum Ziele! Viele schon erreichten's, Viele! Wir, so wahr es Gott verhieß, wir erreichen's auch gewig! 3. Nur, wie fromme Vans drer müssen, bleibet wacker, send nie laß! Stets des hos hen Zwecks beflissen, wacht und kämpft ohn' Unterlaß! Feinde steh'n an euren Bes gen, Stürme toben euch entgegen; mancherlei Gefahren droh'n. Fasset Muth! groß ist der Lohn. 336 Vom ewigen Leben. 4. Was kein Auge je geses Liebe mir erscheint; dann steht hen, was kein Ohr gehöret es hell vor meinem Blick: hat, was kein Herz hier zu" Auch was beweint ward, erflehen je sich unterwunden kommt zurück." hat, das hat Gott dort dem bereitet, der hier tapfer kämpft und streitet: d'rum verlaßt nicht eure Bahn; Jesus selbst ging euch voran. 5. Diese Bahn führt uns zum Himmel. Dwie strömst, Gedanke, du, mir, umringt vom Weltgetümmel, Muth und süße Hoffnung zu! Auf, mein Geist, ermüde nimmer! schon des Schimmer, Mel. Es ist ein Gott! Vers stumme 2c. bas nach einer furzen, Grift 401. Wenn oft iu jes auch von mir errungen ist. zu ner Seligkeit mein Geift ems por sich schwinget, und Gott, von jenem Glück erfreut, schon hier ein Loblied singet: dann fühl ich mich hier nur als Gast, und leicht wird dieses Lebens Last, die sonst so oft ermüdet. Mel. Wer mit dem reinen Sees lenblicke zc. 400. W. enn oft in feis erlicher Stille, vom Todes grau'n der Welt entführt, mein Herz in tiefer Wehmuthsfülle sich über Zeit und Grab vers liert; dann hör' ich, daß es in mir spricht:" Ich bin! und d'rum vergeh' ich nicht!" 2. Wenn tiefgebeuget von Beschwerde des Lebens Freu: de mir entflieht, und nirgends auf der weiten Erde mein Herz sich Rath und Trost ersieht, dann tonet mir ein Engelwort: Hier ist die Saat, die Ernd te dort!" 3. Wenn in der Nacht, beim Glanz der Sterne mein Aug' am Grab der Theuren weint, und, Tröstung bietend aus der Ferne, der Geist der 4. Himmelshoffnung, låchle immer, wenn Freud', wenn Leid das Herz bewegt! Umglänze mich wie Morgens schimmer, wenn Nacht auf meinen Pfad sich legt, und drück' es tief dem Schwachen ein:" Was göttlich ist, muß ewig seyn." 2. Zwar der kann hier schon selig seyn, der sich im Guten übet; auf Erden schon darf der sich freu'n, der Gott und Tugend liebet. O Vorschmack jener Himmelslust, entflamme doch in meiner Brust den Trieb zu jeder Tugend. 3. Dort, Gott, belohnst du mein Vertrau'n vor deinem Angesichte; führst mich von Glauben hin zum Schau'n, vom Dunkeln zu dem Lichte. Dich preif' ich dann und deis nen Sohn, der dir zur Rechs ten auf dem hron der Macht. und Ehre fizet. 4. An Vom ewigen Leben. 357 4. An Kenntniß und an vergessen. Wo Menschen geh'n, wohin wir seh'n, weht Staub zerfallner Glieder der Våter und der Brüder. Herrlichkeit wachs ich durch Ewigkeiten. Verwandelt ist in Glück mein Leid, und in Triumph mein Streiten. Und diese hohe Seligkeit hat nie ein End', ist ohne Zeit, kein Tod ist mehr, kein Weinen. 5. Dann heb' ich meine Hånd' empor, und falle jauch zend nieder, und stimme mit der Engel Chor in frohe Jubellieder; und unsern hos hen Lobgesang voll Halleluja, Preis und Dank hallt jeder Himmel wieder. Mel. Was Gott thut, das ist zc. 492.3um um Himmel schaus en wir hinauf, und falten froh die Hände. Einst endet sich des Lebens Lauf; doch segnen wir das Ende. Nicht furchts bar droht der nahe Tod; die Leiber nur zerstäuben; froh, lockt! die Seelen bleiben. 2. O lasset in Unsträflichs feit uns nach dem Ziele stres ben; wir wallen hier nur kurs ze Zeit, Ein Tag ist unser Leben. Der Tag entflieht, ach, oft verblüht im Morgenroth der Knabe; und wer ist fern vom Grabe? 3. Hier waren vor uns Vies le schon; wer mag die Zaht ermessen? Sie flohen, wie die Jahre floh'n, die meisten sind 4. Wie Manchen haben wir gekannt, der weit hinaus noch blickte, und, o so bald, mit matter Hand, an's Herz uns scheidend drückte. Längst ward beweint der Jugendfreund; es wankt der Greis am Stabe zu seiner Enkel Grabe. 5. Wir gleichen All' der Feldessaat, vom Sommers wind umwehet, sie weiß nicht, wann der Schnitter naht; ein Wink: die Sichel mähet. Es ruft, es ruft aus jeder Gruft:" O Mensch, gedenk' an's Ende!" Wir denken, Gott, an's Ende. 6. 3um Himmel führt des Lebens Lauf: d'rum segnen wir sein Ende; zum Vater schauen wir hinauf, und fals ten froh die Hände. Der Vas ter beut Unsterblichkeit. Das Grab mag einst uns decken; das Grab kann uns nicht schrecken. 7. Wohlan, von Herzen wollen wir die Bahn der Lus gend gehen! Wer weiß, ob wir uns Alle hier noch eins mal wiedersehen? Wir seh'n uns doch im Himmel noch. Mag denn das Grab uns decken: es foll uns nimmer schrecken! - 22 Chriftliches Verhalten gegen Gott. 2. Christliche Pflichtenlehre. Christliches Verhalten gegen Gott. Erkenntniß Gottes. te wird die Finsterniß, Mel. Vor dir ist alles offenbarze. dich und deine Pfade ihm oft wird gewiß, die 403. Der du, o Gott, Herrlichkeit und Gnade fiets 338 mein Schöpfer bist, du, den ich findlich ehre, dich richtig zu erkennen, ist des Christen Luft und Ehre. Stets feliger durch dich zu seyn, dich immer mehr zu lieben, sich deiner immer mehr zu freu'n, muss er sich täglich üben, von dir stets mehr zu lernen. 2. Wir können uns zu dir auch hier schon immer nåber schwingen; wie schwach wir find, mit dir, mit dir wird uns dieß Wert gelingen. Nur laß uns auf den Unterricht von dir in deinen Werken, und auf der Offenbarung Licht getreu und forschend merken, damit wir weiser werden. 3. Nur Sünder geben, Herr, nicht acht, wie du dich ans verklärest; mit welcher Weiss heit, Huld und macht du uns erhältst und nährest; wie Alles, schon geordnet, sich zum alls gemeinen Segen vereinigt; wie so väterlich du uns auf tausend Wegen mit Lust und Heil begegnest! 4. Wer fromm und gut ist, fieht's erfreut; sieht täglich mehr Beweise von deiner Größ und Herrlichkeit, zu deinem Ruhm und Preise. 3um Lichs deine Werke kronen. 5. Was er nicht faßt, vers schmäht er nicht, empört sich nicht dawider; und, wo er zweifelt, sucht er Licht, fragt seine weisern Brüder; fragt ſeis ne Lehrer; harrt und schweigt, daß er nicht frevelnd richte, was er nicht einsieht; übers zeugt: im Dunkel und im Lichte ſeyst du gleich groß und herrs lich. 6. Wie liebt er nicht dein Wort, o herr, das doch die Spotter hassen! Er ehrt's, und täglich strebet er ganz seis nen Sinn zu fassen. Wenn's ihm nun zeiget deinen Sohn, und deiner Liebe Thaten, der Seele Berth, der Tugend Lohn, die Erndten ihrer Saas ten: was fühlt er da für Freus den! 7. Ist dieß blos Morgens rothe, spricht der Heilige voll Wonne, was wird der Tag einst seyn, welch Licht der Zus kunft volle Sonne! Wie theuer sind ihm dann, o Herr, nicht deines Worts Gesetze! viel theurer, Gott, viel herrlicher, als aller Reichen Schäße, als jedes Glück der Erde. 8. So wird er stets erleuchs teter, von Borurtheilen freier, Chriftliches Verhalten gegen Gott. 339 gum Guten immer williger, rauben, was mir mein ewig standhafter Heil gebiert. Kein Zweifel sey mir hinderlich; kein fres cher Spott verführe mich. und getreuer. Mehr Weisheit, mehr Ers kenntniß gibt mehr Freudigs keit im Leiden; gibt, weil er brünstiger dich liebt, mehr Trost, gibt hohe Freuden, selbst in der Angst des Todes. 4. Vor Allem laß bei mir lebendig die Lehre deines Wors tes seyn, und mich, wie sie gebeut, beständig dir meine ganze Liebe weih'n. Gib, daß ich thu' mit allem Fleiß, was ich von deinem Willen weiß. 9. Laß denn von heiliger Begier und Sehnsücht mich entbrennen, dich, Gott, und deinen Sohn schon hier stets besser zu erkennen; daß ich, von jedem Wahne frei, dich immer treuer liebe, dir immer mehr gehorsam sey, und tågs lich mehr mich übe, dich wurs dig zu erheben! 5. Was hilft das richtigste Erkenntniß, wenn's nicht zu deiner Liebe treibt? Was nust ein aufgeklärt Verständnis, wenn doch das Herz noch böse bleibt? D'rum hilf, daß ich der Wahrheit treu, und daß mein Glaube thätig sey. Mel. Der du dein Wort mir 6. Laß dein Erkenntniß mie Leiden die Quelle im 404. Mein Gott, du Troſtes ſeyn, und mich, wenn wohnst in einem Lichte, zu dem fein sterblich Auge dringt; doch gibst du mir zum Unters richte dein Wort, das mich zur Weisheit bringt, und dich und meiner Seele Werth, und deinen Rath mich kennen lehrt. Leib und Seele scheiden, mit Kraft und Muth und Licht erfreu'n. Dort feh' ich dich im hellern Licht von Anges sicht zu Angesicht. Mel. Herr, du regierst, daß als les brt Sib, daß ich es fiets 495. Wenn ich, o Gott, 2. theuer achte, dieß Licht in meiner Finsterniß; und mas che mich, wenn ich's betrach, te, von seiner Göttlichkeit ges wiß. Für deiner Wahrheit hellen Schein laß, Gott, mein Herz stets offen seyn. 3. Dein Wort seyn mir ein Licht im Glauben, das mich zur wahren Weisheit führt. Laß mir doch keinen Irrthum mein Geist zu dir erhebet, dich suchet, dich zu finden sich bes strebet, so müss er nicht an Eitelkeiten denken; dich müss er denken. 2. Sey du, mein Schöpfer, wenn ich dich betrachte, mein einziger Gedanke! Herr, ich schmachte dich recht zu kennen, und nach deinen Lehren dich zu verehren. 22* 340 Chriftliches Verhalten gegen Gott. 5. Was ist im Himmel, leite meine Seele, daß sie den Höchster, was auf Erden, das, Weg zur Wahrheit nicht vers so wie du, verdient, erkannt fehle! Verleih' ihr, daß sie zu werden? Nichts ist, das nicht so leicht ermüde, Ernst, meinen Durst nach Heil so Lust und Friede! stille, als deine Fülle. 4. Dich kennen, ſsen die erste meiner Sorgen! Bist du gleich unerforschlich und verborgen, so willst du doch, wenn wir dein Licht nicht haffen, dich finden lassen. Ehrfürcht. 5. Mit lauter Stimme lehs ren deine Werke uns deine Weisheit, deine Güt' und Mel. O Gott, du frommer Gott du Starte; auch haft bu uns, 400. Beware meinen hoch dafür gepriesen! felbst unterwiesen. 6. Und immer mehr willst du dich offenbaren, wenn wir nur deine Lehren treu bewahs ren; wenn wir den Weg, den sie uns führen sollen, nur wandeln wollen. 7. 3u diesem, mir so felis gen Geschäfte erheb' und stärs le meiner Seele Sträfte! Gib, wenn ich dich in deinem Wors te höre, daß nichts mich stdre. 8. Ach mein Verstand ist tråg', ist leicht zerstreuet, und irrt, weil er den Ernst des Denkens scheuet, dir, Gott, entrissen, eh' ich's inne werde, zurück zur Erde. 9. Auch täuscht oft Stolz thn, macht ihn leicht vermessen, verführt ihn, seiner Gränzen zu vergessen; will mehr, als beine Lehren uns vergönnen, von dir erkennen. 10. Steh mir denn bei und 11. Dann werd' ich immer besser dich erkennen; dann tågs lich mehr von deiner Lieb' entbrennen; dir gern gehors chen, fröhlich dich erheben, dir ewig leben! Mund, so oft er, Gott, dich nennet, dich, den mit Ehrfurcht selbst der Geister Heer erkens net, daß nie durch Unbedacht ich strafbar ihn entweih'; daß nie mir Scherz und Spott dein großer Name sen. 2. Stets heilig bleib' er mir; und muß mein Ohr es hören, daß Andre dich, o Herr, und dein Gebot entehren: so reiße nie der Strom der Spots ter mich dahin. Die Schuld wird mein, wenn ich ihr Mits genosse bin. 3. Auch sey der Name deß, durch den ich, Gott, dich kenne, mir heilig, daß ich ihn stets ehrerbietig nenne. Die kens nen Jesum nicht, die nicht sich seiner freu'n, und seinen Nas men frech durch Lästerung entweih'n. 4. Von meinen Lippen, fern sep Fluch, sev freches Schws. Chriftliches Verhalten gegen Gott. ren! Fern sei schamloser 5. Ja, Vater, laß mit Furcht Scherz! Der Mensch kann und Zittern mich schaffen meis dich nicht ehren, auf dess ne Seligkeit; laß mich nicht sen Lippen schwebt, was strens deinen Geist erbittern durch ge Tugend schmäht; und nicht Eigenfinn und Sicherheit. gefallen kann dir, Höchster, Stärt mich zu allem Guten fein Gebet. hier, daß ich den Himmel nicht verlier'. 341 Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 6. Gib, daß ich stets ein vor dir has 407. Vor dir, o Gott, ben ſorgſam ſey), und mache fich findlich scheuen, ist unser Glück, ist unsre Pflicht. Kein Mensch kann deiner Huld sich freuen, scheut er dein heilig Auge nicht; d'rum wirk' in mir durch deinen Geist die Furcht vor dir, die kindlich heißt. von den Hindernissen der wahs ren Tugend selbst mich frei. Nie halte Furcht und Lust der Welt mich ab, zu thun, was 2. Bei Allem, was ich thu' und denke, laß, Herr, dieß meine Weisheit seyn, daß ich mein Herz zur Sorgfalt lens te, vor jeder Sünde mich zu scheu'n. Denn wer noch Lust zur Sünde hat, der fürchtet dich nicht in der That. 7. Laß stets in deiner Furcht mich wandeln, und überall, wo ich auch sey, nach deiner Vorschrift redlich handeln; du hasfest alle Heuchelei. Wer dich von Herzen scheut und ehrt, nur der ist dir, o Vater, werth. 8. In deiner Furcht laß einst mich sterben, so schreckt mich weder Tod noch Grab. Ich werde jenes Leben erben, zu dem dein Sohn das Recht mir gab. Gott, deine Furcht bringt Segen ein; ihr Lohn wird groß im Himmel seyn. I 3. Gib, daß ich stets zu Hers zen nehme, daß du allgegens wärtig bist, und das zu thun mich ernstlich schäme, was dir, mein Gott, ein Gräuel ift. Der Beifall einer ganzen Welt hilft dem ja nichts, der dir mißfällt. Met. Wer mit dem reinen Gees lenblicke 4. Faß immer bein Gericht 498. Will be mich scheuen, und wirke froms men Ernst in mir, mein Leben deinem Dienst zu weihen, daß ich die Gnade nicht verlier', die mich bei aller Missethat so liebreich noch getragen hat. Pillst du der Weisheit Quelle fennen? Es ist die Furcht vor Gott dem Herrn. Nur der ist weis und flug zu nennen, der alle seine Pflichten gern, weil Gott fie ihm gebeut, vollbringt, wenn 342 Chriftliches Verhalten gegen Gott. gleich dazu kein Mensch ihn zwingt. 2. Des Ew'gen Größe lern' empfinden, und fühle deine Nichtigkeit, so wirst du nicht dich unterwinden, mit thdrich ter Verwegenheit zu tadeln, was sein Rath beschließt, der wunderbar, doch heilig ist. 3. Wirst du den Höchsten findlich scheuen, so wird dir keine Pflicht zur Last. Nur das wirst du vor ihm bereuen, daß du sie oft vergessen hast. Wer Gott als Zeugen vor sich hat, der freut sich jeder guten That. 4. Wenn Nacht und Duns Felheit dich decken, die dem Verbrecher Muth verleih'n, Der Eid. wird dich die Furcht des Herrn Mel. O Ewigkeit, du Donners wort 2c. 7. Sich stets vor dem All, macht'gen scheuen, gibt Kraft und Muth und Freudigkeit, wenn uns der Menschen stols zes Drauen, was Gott mißs fällt, zu thun gebeut. Ist Gott mein Schuß, mein Heil und Licht, so bebe ich vor Menschen nicht. 8. Laß deine Furcht, Gott, mich regieren, mich stets auf dich, o Höchster, seh'n; laß sie mich zu der Weisheit fühs ren, so werd' ich niemals irre geh'n. Wohl dem, der dich stets kindlich scheut! Dich fürchten, Gott, ist Seligkeit! erwecken, auch dann das uns 400.off Denk' recht noch zu mur: vor seinem Angesicht ist Finsterniß wie Mittagslicht. ott, der du Hers zenskenner bist, dem Falschs heit stets ein Gräuel ist, und 5. Den höchsten vor der Lügen ein Verbrechen; kein Welt verehren sowohl als in Wort spricht je ein falscher der Einsamkeit, auf des Ge Mund, Allwissender, dir ist wissens Stimme hören, und es kund; und einst wirst du willig thun, was er gebeut; es rächen. Laß jederzeit mein auch das lehrt dich die Furcht. des Herrn; auch das übt, wer ihn fürchtet, gerit. Ja und Nein aufrichtig und voll Wahrheit seyn! 6. Läßt dich die Welt Vers achtung merken, wenn du dich fromm von ihr entfernst, so wird die Gottesfurcht dich står ken, daß du auch dieß vers schmerzen lernst. Wer seinem Schöpfer wohlgefällt, ist glücks lich selbst beim Spott der Welt. 2. Gott, wenn ich schwe rend vor dir steh', hinauf zu deinem Himmel seh', und meis ne Hand erhebe; wenn ich, voll heil'gen Ernstes, dich, Alls wissender, anrufe, dich, durch den ich bin und lebe: dann sey von Trug und Heuchelei mein Herz und meine Zunge frei. Chriftliches Verhalten gegen Gott. 3. Wenn Frevler auch noch da dich schmäh'n, und frech vor dir mit Lügen steh'n; dann laß mein Herz erschrecken! Weh' dem, der dich und deine Macht zur Hülle seiner Boss heit macht, sie vor der Welt zu decken! Weh' ihm! er stürs zet freventlich in ewiges Vers berben sich. 4. D Seele, wenn du noch dich liebst, bedenk, was du zum Pfande gibst: dein Glück, bein ew'ges Leben! Verwirf nicht mit Verwegenheit dein Theil an Gott und Seligkeit; wer kann dir's wiedergeben? Was hilft dir dann die ganze Welt? Nichts hat sie, das dich schadlos hält. 345 7. O'rum soll nicht Ehre, Gut und Geld, und nicht die Macht der ganzen Welt mich blenden und verführen; und drohten mir auch Schmerz und Leid; ich will doch meine Seligkeit muthwillig nicht vers lieren. Es gilt kein Leid, kein Glück der Zeit, nein, es gult Gott und Ewigkeit. 6. Wie thoricht, wer noch denkt und spricht: Gott fieht es nicht! Gott achtet's nicht! So låstern Spotterrotten. Zwar seine Langmuth ist bekannt; er lähmt nicht jede falsche Hand: doch läßt er sein nicht fpotten; ift Richter uns schon in der Zeit, einft Richter in ber Ewigkeit. 8. Gott, heilige du selbst mein Herz, daß ich nie fres velnd Spott und Scherz mit Wort und Eidschwur treibe; daß ich der Wahrheit treuer Freund, auch wenn es mir zu schaden scheint, mit frohem Muthe bleibe! Dann kann ich ohne Furcht und Grau'n dem Tode selbst in's Untlig schau'n. mel. Jesus, meine Zuversicht se. 5. Gott, wenn du nicht mein nicht mehr mein Beiland iſt, 500. Heilig, beilig fey dein Himmel nicht mein Erbe; wenn bei den Leiden dieser Beit dein Trost nicht mehr mein Herz erfreut, dein Trost nicht, wann ich sterbe: wer wird mich dann von Qual bes frei'n? Dann besser, nie ges boren seyn. der Eid euch, ihr Christen, die ihr schwöret! Furchtbar ist die Heiligkeit eures Richters, der euch höret; furchtbar aller Lügen Feind, hier, und wann er einst erscheint. 2. Er, der Wahrheit Gett, begehrt, wenn wir ihm ges fallen wollen, daß wir ihren hohen Werth fühlen, und auch ehren sollen; denken, wie wir reden; sie nie verstellen, laugs nen nie. 3. Wenn ihr eure Hand erhebt, dann ergreif' euch heil's ges Echrecken. Denkt: Gott ist uns nah', er lebt, er wird Alles doch entdecken, was Be 344 Chriftliches Verhalten gegen Gott. trug und List verstellt, er, der sten Meere, du findest allent, Richter aller Welt. halben ihn; er kann, so máche tig er auch wäre, sich deiner Allmacht nicht entzieh'n; ihm hilft nicht Ehre, Macht und Geld, nicht Beifall, Gunst und Schutz der Welt. 4. Wenn ihr freveln wols let, ach, eures eignen Herzens Klage folgt auf jedem Tritt euch nach, quält bei Nacht euch und am Tage: Selbsts gericht was ist ihm gleich! alle Ruhe raubt es euch. 5. Fluch und Elend würde dann Alles um euch her auf Erden; Alles, was sonst seg nen kann, würde Pein und Rache werden; und Verzweifs lung fam' zugleich ohne Rets tung über euch. Demuth. 6. Nein! für aller Welt Gewinn geb' ich nicht des Herzens Ruhe, nicht die les mel. In allen meinen Thaten 2c. daß das Recht ist, was ich thue; daß mir, 502. Gi ib, Gott, wenn was mein Gott befiehlt, mehr ich dir diene, daß ich mich als meine Neigung gilt. 7. Dann kann ich zu Gott empor voll Vertrau'n und Hoff nung sehen; gnädig neigt er bann sein Ohr allezeit zu meis nem Flehen. Er, der Herr, der Lügen Feind, ist mein Vater, ist mein Freund. nicht erkühne, darüber stolz zu seyn. Wer kann bei seis nen Werken, wie oft er fehle, merken? Wer ist von allen Mängeln rein? - 3. D'rum laß mich eher nichts betheuern, bis ich erwos gen, was ich thu', und den Gedanken oft erneuern: des Eides Richter, Gott, bist du. Du schaust in's Herz, und dein Gericht bringt einst mein Inns res an das Licht. willen so eifrig zu erfüllen, 2. Such' ich wohl deinen als mir dein Wort gebeut? Trag' ich die sanfte Bürde, Mel. Wer nur den lieben Gottze. aus 501. Wer, Gott, bei wohl immer mit Zufriedens heit? deinem Namen schwöret, und treulos sein Versprechen bricht, ber ist ein Frevler; denn er ehret dich, Gott, den Gott der Wahrheit nicht. Er kann nicht, froh, nicht mit Vertrau'n zu dir hinauf gen Himmel schau'n. 2. Und fish' er zu dem ferns 3. Such' ich den Trieb zu Sünden in mir zu überwins den aus wahrer Frömmigs keit? Oft sind die guten Tries be nicht Früchte deiner Liebe, nein, Früchte nur der Furcht und Zeit. Chriftliches Verhalten gegen Gott. 4. Der Sünden meiner Jus gend, der Mängel meiner Tus gend, wie viel sind ihrer nicht! Welch unbestånd'ges Wanken in Thaten und Ges danken, bei deiner Wahrheit hellem Licht! 5. Doch, wenn auch, dir zur Ehre, rein meine Tugend wäre, ist das mein Eigens thum? Wer ließ mich unters richten? Wer ließ in meinen Pflichten mein Glück mich seh'n und meinen Ruhm? 6. Wer gab mir, dich zu lieben, und dein Gebot zu üben, die Lust und Freudig keit? Wer stärkte meine Kräf te zum Heiligungsgeschäfte? Wer gab mir Much und Sieg im Streit? 7. Du lehrst uns weise wählen; du rufft uns, wenn wir fehlen, auf deinen Weg zurück; entwöhnest uns von Sünden, lehrst uns die Tus gend finden, und in der Tus gend unser Glück. 345. ward mir von dir gegeben, und ohne dich vermag ich nichts. 2. Verstand und Lust und Kräfte zum nüßlichen Ges schäfte hab' ich von deiner Huld. Dein ist's, wenn gus te Thaten dem Vorsatz wohl gerathen; an Fehlern bin als lein ich schuld. 8. Fern sey's, wenn ich dir diene, Gott, daß ich mich erkühne, darüber stolz zu seyn. Nie, nie will ich vermessen, wie schwach ich bin, verges sen; der Demuth soll mein Herz sich weih'n. 3. Das Glück, deß ich mich freue, wer schafft mir's? Deis ne Treue, du Herr der gans zen Welt! Du ordnest meine Tage, ihr Glück und ihre Plage, wie dir's, Allweiser, wohlgefällt. 4. Sollt' ich mich denn ers heben, wenn mir in diesem Leben viel Gutes widerfährt? Was hat dich, Herr, bewos gen, daß du mich vorgezogen? War ich deß mehr, als Ans dre, werth? 5. Ich bin viel zu geringe der Huld, die ich besinge, und werd es ewig seyn. Das laß mich nie vergessen; so werd' ich nie vermessen vor dir mich meines Vorzugs freu'n. 6. Das nützlich anzuwens den, was du mit Baterhånden mir gütig zugewandt; gehors sam dir zu werden, das sey mein Fleiß auf Erden, dazu gib Demuth und Verstand. Freude an Gott und Liebe zu ih m. Mel. Was ist's, daß ich mich 2c. 503. Was ich nur Gus tes habe, ist deine milde Gas Mol. Wer mit dem reinen Sees 504. Dich lieb' ich, lenblicke zc. be, du Vater alles Lichts. Mein Daseyn und mein Leben Gott, denn deine Gnade ver. 346 Chriftliches Verhalten gegen Gott. jungt' mit jedem Morgen sich; bet bort und hier mich, o bewahre mich auf deinem Barmherzigster, von dir. Pfade, und stark in deiner Liebe mich, daß ich, dir ganz Mel. Wer nur den lieben Gott ze. geweiht und treu, versichert 505. Du, Bater beis beiner Güte sey. ner Menschenkinder, der du die Liebe selber bist, und dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist: laß mich von ganzem Herzen dein im Leben und im Tode seyn. 2. Gib, daß ich als dein Kind dich liebe, da du mich als ein Vater liebst, und so gesinnt zu seyn mich übe, wie du mir selbst die Vorschrift gibst. Was dir gefällt, gefall' auch mir; nichts scheide mich, mein Gott, von dir. 2. Laß mich, weil ich noch leb' auf Erden, stets fest in beiner Liebe steh'n; laß nie, dem Frevler gleich zu wers den, mich Wege des Verders bens geh'n. Ich habe meine Lust an dir, und diese, Gott, erhalte mir. 3. Wo deine Frommen dir lobsingen, wo sie vor deinem Sohn, dem Herrn, die Opfer ihres Dankes bringen, da, lieber Vater, blieb' ich gern; dazu gib selber mir die Kraft, die alles Gute in uns schafft. 4. So lern' ich, Gott, dich findlich lieben, und deine Wuns der recht versteh'n; in deinem Dienst willst du mich üben, mich vorbereiten, dich zu seh'n, bis einst in jener Herrlichkeit mich deine Liebe ganz erfreut. 5. Erhalte nur mir diese Liebe zu dir, mein Vater, und mein Gott; wird über mir der Himmel trübe, und häuft fich Angst, Gefahr und Noth, so laß auch da mich standhaft seyn, in deiner Liebe mich zu freu'n. 6. Lieb' ich nur dich, so kann im Leben kein Schicksal mir erschrecklich seyn. Wenn Tos desschatten mich umgeben, kann ich noch dein, o Gott, mich freu'n. Ich weiß, nichts scheis 3. Vertilge, Herr, burch deine Liebe in mir die Liebe zu der Welt, und gib, daß ich Verläugnung übe, wenn mir das Eitle noch gefällt. Wie könnt ich je die Kreatur dir vorzieh'n, Schöpfer der Nas tur! 4. Laß mich um deines Nas mens willen gern thun, was mir dein Wort gebeut. Kann ich's nicht, wie ich soll, erfüls len, so sieh auf meine Willigs keit, und rechne mir nach deis ner Huld die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden, das thut, was dir, o Gott, mißfällt. D'rum laß es mich mit Sorgs falt meiden, gefiel' es auchder ganzen Welt. Die kleinste Christliches Verhalten gegen Gott. 347 Sünde selbst zu scheu'n, laß, deines Gleichen? Du stehst Vater, mich beflissen seyn. 6. Aus Liebe laß mich Alles leiden, was mir dein weiser Rath bestimmt. Auch Trubs sal führt zu ew'gen Freuden. Wer ihre Last gern auf sich nimmt, sie willig trägt und weislich nüßt, wird mächtig von dir unterstützt. 7. In deiner Liebe laß mich sterben, so ist auch Sterben mein Gewinn: so werd' ich deinen Himmel erben, wo ich dir ewig nahe bin. Da lieb' ich in Vollkommenheit dich, Vater der Barmherzigkeit. 5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, mein Fels und Heil; d'rum frag' ich nicht nach Hims mel und nach Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, das mir erfreulich werde. 6. Du segnest mich, wenn man mir flucht; und wer auch mein Verderben sucht, der wird zu Schanden werden. Du fehst mir bei mit Vatertreu', so lang ich leb' auf Erden. Mel. In dich hab' ich gehoffet, zc. 7. Und schließt sich einst mein Lebenslauf, so nimmst du mich zu dir hinauf, dem Freuden. 500. Ich freue mich, ie leicht vergißt, wer ſelig ist, des Lebens kurze Leiden! mein Gott, in dir, und bin getrost, wenn ich dich hier zu meinem Theil mir wähle. Du, Herr, bist mein, und ich bin dein; was mangelt meis ner Seele? mir bei und bleibst mir treu, wenn Berg' und Hügel weis chen. 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergibst durch Christum mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Du gibst mir Theil an seinem Heil; dieß tröstet meine Seele. 2. Du hast mich vor der Welt gewählt und deinen Kin dern zugezählt; mag mich die Welt doch haffen! Du liebst mein Wohl, wirst gnadenvoll 507. Quelle der Volls Mel. Gott der Wahrheit und der Liebe zc. mich nimmermehr verlassen. kommenheiten, Gott, mein Gott, wie lieb' ich dich! Und mit welchen Seligkeiten fegnet deine Liebe mich! Könnt ich je nach Weltlust trachten? Mehr, als dich, ein Gut hier achten? Mir soll deine Lieb allein mehr als Erd' und Hims mel seyn. 4. Du bist mir der bewährs te Freund, der es auf's Beste mit mir meint; wo find' ich 8. Noch hat's kein menschs lich Ohr gehört, was uns dein Himmel einst gewährt; doch seh' ich's schon im Glauben. Vollkommnes Heil ist dort mein Theil, und Niemand wird mir's rauben. Chriftliches Verhalten gegen Gott. 2. Denk' ich deiner, wie ers nen und erfüllen, mich der hebet meine Seele fich in mir! reinsten Liebe freu'n, und in Wie getröstet, wie belebet, dir ganz selig seyn. fühl ich mich, o Gott, von dir! Jeder Blick auf deine Werke, deine Weisheit, Huld und Stärke, wie entlastet er mein Herz von Bekümmerniß und Mel. Dir, dir, Jehova, will ich sc. 3. Floß aus deiner Segens, 508. Dir immer åbns ähn fülle mir nicht stündlich Gus tes zu? Daß ich ward, das war dein Wille; daß ich noch bin, wirkest du. Daß ich den te, daß ich wähle, dankt dir, Vater, meine Seele; dankt dir, daß sie dich erkennt, und durch Jesum Vater nennt. licher zu werden, du hohes Vorbild der Vollkommenheit, das ist mein Ziel schon hier auf Erden, das bleibt mein Ziel noch in der Ewigkeit. Wie selig ist, wer stets ihm näher strebt, obschon er sich nie ganz zu ihm erhebt! 4. Heil und unvergånglich Leben thatst du, Gott, durch ihn mir kund. Um zu dir mich zu erheben, schloß dein Sohn der Liebe Bund, den er in dem bangsten Streite, selbst mit feinem Blute weihte. Und mun zeigt den Weg zu dir nur der Geist der Liebe mir. 348 5. Und ich sollte dich nicht lieben, der du mich zuerst ges liebt? nicht aus Liebe Gutes üben, auch wenn sich mein Les ben trübt? Könnt ich ohne fie auf Erden ruhig und zus frieden werden? ohne sie nach dieser Zeit würdig seyn der Seligkeit? Streben nach Aehnlich. keit mit Gott. Menschenliebe, die selbst den 2. Wenn ich aus reiner Schein des Eigennußzes flieht, des Wohlthuns edle Pflichten übe, auch wenn die That kein sterblich Auge sieht: dann bin Welt aus Liebe schuf, und ich ähnlich dem, der einst die liebevoll erhält. 3. Wenn ich auf seine Weiss heit achte, die nicht dem kleins sten seiner Werke fehlt; wenn ich den edeln Zweck betrachte, zu dem er stets die besten Mits tel wählt, und selbst mit Weiss heit handle, so wie er: so gleich ich meinem Vorbild ims mer mehr. 6. Heil mir, daß ich es empfinde, welcher Liebe werth bu bist; meiner das nur würs big finde, was dir wohlges fällig ist! Einst, Herr, werd' ich deinen Willen gang erkens be, wie sehr auch oft der Sün, 4. Wenn ich mit immer res gem Triebe das Böse hasse, das mich elend macht, und als mein Glück das Gute lies: Christliches Verhalten gegen Gott. be Luft erwacht; wenn in Gehorsam. Gefahr mein Herz sich nie vers Mel. Wer weiß, wie nahe mir sc. gißt: dann gleich ich dem, der rein und heilig ist. 500. Gott, beinen heis 5. Wenn ich, um Tugend ligen Befehlen will ich mit auszubreiten, Verdienste förs dre, lohne Fleiß und Treu'; wenn ich, zur Beffrung ihn zu leiten, den Frevler strafe, selbst das Unrecht scheu': dann gleich ich dem, der mit Gerechtigkeit belohnt und straft, so gern sein Herz verzeiht. Lust gehorsam seyn; sie stets zu meiner Richtschnur wähs len, und dir mein ganzes Les ben weih'n. Dein Will' ist heis lig, recht und gut; wohl dem, der ihn mit Freuden thut. 6. Wenn ich durch Taus schung nie betrüge, die Wahrs heit ehre, Feind der Falsch, heit bin; mein Wort nie bres che, niemals lüge, und brächt' es mir der ganzen Welt Ges winn: dann gleich ich dem, der es aufrichtig meint, und Falschheit haßt, dem großen Wahrheitsfreund. 349 7. Wenn ich mich Leidender erbarme, mit liebevollem, brüs derlichem Sinn; nicht stol; erst frage, ob der Arme es werth sey, daß ich sein Ers retter bin: dann gleich ich dem, der ganz die Liebe ist, und keines Menschen, keines Wurms vergißt. 8. So sen, dir ähnlicher zu werden, du hohes Urbild der Vollkommenheit, mein höch, stes Ziel schon hier auf Ers den; mein Ziel, zu welchem einst in Ewigkeit mit höh'rer Kraft mein Geist zu dringen strebt, ob er sich gleich nie ganz dazu erhebt. 2. Gehorsam ist die beste, Gabe, ist mehr als Opfer und Gesang. Wenn ich dir die geopfert habe aus Liebe nur, und nicht aus Zwang; o dann erfüllet Himmelslust schon hier auf Erden meine Brust. 3. Dein Sohn gehorchte dir so gerne; o hilf mir, daß ich immerdar dir, Vater, so gehorchen lerne, wie Jesus dir gehorsam war. Er war's auch unter Schmach und Noth: er war gehorsam bis zum Tod. 4. Laß deine heiligen Ges feße mir immer gegenwärtig seyn; gib, Herr, daß ich sie nicht verletze, und ernstlich fürchte, was sie drau'n. Dein Joch ist fanft, leicht deine Last; wohl dem, der dieß im Glauben faßt! 5. Wenn ich, Herr, deine Stimme höre, so mache du mich selbst bereit, daß ich sie durch Gehorsam ehre, und thue, was sie mir gebeut. Laß mich nicht Hörer nur allein, Chriftliches Verhalten gegen Gott. 350 laß mich zugleich auch Thäter seyn. 6. Verspricht die Welt mir tausend Freuden, daß ich dir ungehorsam sey, so laß mich ihre Lockung meiden, und mas che mich vom Eitlen frei; bis, frei von allem Menschenwahn, ich dir mit Freuden folgen fann. 7. Wenn ich mich im Ges horsam übe, dann fühl ich, Vater, daß ich dich mit jedem Tage stårker liebe; und thu' ich das, so liebst du mich, und lohnst die Mühe dieser Zeit mit Freuden deiner Ewigs feit. Mensch erkennt's oft nicht für sein Glück und seine Pflicht. 3. Stolz emport sich meine Seele, Herr und Schöpfer, wider dich. Deine göttlichen Befehle wirft sie thöricht hins ter sich, läßt sich nicht von dir regieren; glücklicher nach ihrem Wahn, wählt sie eine andre Bahn, die sie soll zum Himmel führen; sie geht mit bethörtem Sinn auf verkehrs ten Wegen hin. 4. Laß es doch uns tief empfinden, daß uns unser Herz verführt, daß die eitle Lust der Sünden uns zuletzt den Tod gebiert. Mach' uns deis nen Willen wichtig, führ' auf Mel. Sollt' ich meinem Gott zc. deine Bahn uns hin, lehr' uns jeden Irrweg denn 510. Gut und heilig bein Weg allein ist richtig. ist dein Wille, wie du selbst es bist, o Gott. Du gebeutst! in tiefer Stille hört die Schös pfung dein Gebot. Die im Mach' uns unsern Pflichten treu, daß der Wandel heilig sey. 5. So wird auch bei uns auf Erden, wie im Himmel, dein Gebot dankbar ausges richtet werden, heiliger und A großer Gott. Alle Werke deis ner Hände werden unterthan dir seyn; alle deiner Huld fich freu'n, bis an deiner Schöpfung Ende. Denn, wer deinen Willen thut, hat allein es ewig gut. Himmel dir lobsingen, steh'n um deinen Chron bereit, freuen fich der Seligkeit, deinen Wils len zu vollbringen; nur der Mensch erkennt's oft nicht für sein Glück und seine Pflicht. 2. Dir gehorcht mit sanfter Wonne deiner Engel zahllos Heer. Deine Feste, deine Sonne, Sturm und Donner, Meer, Alles dienet beinem Willen; Alles, Höch, 511. Herr, bein Gebot Mel. O Gott, du frommer Gott 2c. fter, was du schufft, eilt und brängt sich, wenn du rufft, dein Gebot stets zu erfüllen: nur der bringt Heil, und deine Lehre Leben; wie könnt' ich dir, dem Christliches Verhalten gegen Gott. Gott der Liebe, widerstreben? erzieh'n, ist dein Bemüh'n. Mag auch des Lasters Freund, im Glücke stolz hier blüh'n: mich soll dieß dennoch nicht in feine Neße zieh'n. 351 Treue. Eigne Melodie. 512. Dr Gott, haft mich so väterlich, so treu biss her geleitet; errettet oft aus Trubsal mich, mir Glück und Luft bereitet; im dunkeln Les ben mir Licht gegeben. Sieh, wie bewegt mein Herz dir schlägt! Wie könnt' ich nun auf Erden dir jemals untreu werden! 2. Auch wann kein Mensch mich sieht, will ich mein Herz bewahren! was hier verbors gen blieb, wirst du einst of fenbaren. Wenn mir die bos se Lust unwiderstehlich ist, dann will ich denken, Gott, daß du mein Richter bist. 3. Sollt' ich der Menschen Gunst nur zu erringen trachs Mel. Was mein Gott will, das ic. en? Rein; Herr, wenn du 513.Sen Gott getreu, mich liebst, mag mich die Welt nicht achten! Gib, daß halt seinen Bund; bekenn ich nur allein der Frömmigkeit mich weih', und daß mein Leben stets dir woblgefällig sey. ihn durch dein Leben. Dein Glaube ruht auf festem Grund; d'rum bleib' ihm stets ergeben. Wie hat Gott dich verpflichs tet sich durch seine Huld und Gnade! Vertrau' dem Herrn, und wandle gern der Tugend fichre Pfade. 2. Der Menschen Gunst vers ändert sich, stammt oft von niederm Triebe. Nur du bist unveränderlich; du bleibst der Gott der Liebe. Im Lauf der Beiten zu Seligkeiten mich zu Wie sollt' ich deinen Willen nicht immer gern erfüllen! 3. Ein Wechsel ist's von Freud' und Leid, das Leben auf der Erde; oft weichet Glück und Heiterkeit vor Uns fall und Beschwerde: doch soll nicht Leiden, noch Lust mich scheiden, noch frecher Spott von dir, mein Gott! Du reichst des Himmels Krone der Treue nur zum Lohne. 2. Sey Gott getreu von Jugend auf; laß keine Lust, fein Leiden dich je in deines Lebens Lauf von seiner Liebe scheiden: denn seine Treu' ist täglich neu; sein Wort kann niemals trügen. Was er vers spricht, das bricht er nicht; daran laß dir genügen. 3. Sey Gott getreu in jes dem Stand, in welchen er dich seßzet; dann schützt dich seine starke Hand: wer ist, der dich verleßet? Wer seinen Rath zum Beistand hat, ist immer wohl berathen. Wer Chriftliches Berhalten gegen Gott. 352 mit Gebet zur Arbeit geht, hat Glück bei seinen Thas ten. 4. Sen Gott getreu, sein theures Wort freimuthig zu bekennen vor Jedermann, an jedem Ort, dich seinen Freund zu nennen. Was in der Welt dir wohlgefällt, muß Alles bald vergehen; nur Gottes Wort bleibt immerfort zum Heil der Frommen stehen. 5. Sen Gott getreu in je dem Streit, dann wirst du überwinden; denn er läßt Muth und Freudigkeit den treuen Kämpfer finden. Vers lege nicht die kleinste Pflicht. Doch wirst du dich vergehen: so nuts' die Reu', um fünftig treu die Prüfung zu bestehen. 5. Täglich kann ich es erfahs ren, wie du deine Kinder liebst, ihnen Schutz und Beis stand gibst, sie vor Uebeln zu bewahren; wie du sie vers sorgst und nährst, ihnen mans chen Wunsch gewährst. 6. Wie du stets mich weise führest, väterlich an mich ges denkst, Böses auch zum Gus ten lenkst; wie du mein Ges schick regierest, meine Wohls Mel. Ach, was soll ich Sünder ic. fahrt zu erhöh'n, lern' ich ims Dankbarkeit. 6. Sey Gott getreu bis in den Tod; laß nichts von ihm dich scheiden. Er ist mit dir in jeder Noth; er schützt in Glück und Leiden. Und seine Macht wird durch die Nacht des Grabes selbst dich leiten. Dann lohnen dich einst ewiglich des Himmels Seligkeiten. 2. Eh' ich noch dich Vater nannte, eh' ich reif zum Dens ken war, eh' ich Schmerzen und Gefahr, eh' ich Glück und Freude kannte, sorgtest du schon väterlich für mein Das seyn und für mich. 3. In den Jahren meiner Jugend, wo ich schwach an Einsicht war, warntest du mich vor Gefahr, gabst du mir Ges fühl für Tugend, segnetest du mein Bemüh'n, mich Verfühs rernu entzieh'n. 4. Alle meine Lebensfreus den hab' ich, Vater, nur von dir; Glück und Wohlfahrt gibst du mir, frohen Muth in jedem Leiden; und wie oft trägt deine Huld meine Fehler mit Geduld! 514. Ales hast du mir gegeben, Alles bin ich, Gott, durch dich; du, nur du beglüs ckest mich; Glieder, Kräfte, Sinne, Leben, Triebe, Freis beit und Verstand gab mir beine Schöpferband. mer mehr versteh'n. 7. Mit dem freudigsten Ges müthe fühl' ich jeder Wohls that Werth, die mir täglich widerfährt; preise deine weis se Güte, und erfleh' auch künfs tig mir Segen, Troft und Heil von dir. SOR el. Christliches Verhalten gegen Gott. 353 Mel. Nun lob', mein' Seel, blieben, wie viel wir wider dich verübt. Mit Gnaden uns den 2c. 515. Gott, du bist die zu segnen ist ewig deine Luft; mit Dank dir zu begegnen, sey stets auch unsre Lust! Zu ehren deinen Willen, uns selbst zum Glück und Heil, ihn freus big zu erfüllen, sey unser bes stes Theil! Liebe! uns wohlzuthun ist deine Lust. D'rum preist mit frohem Triebe dich unsre danks erfüllte Brust. Wie so gar ohne Grenzen ist deine Gütig, keit! So weit die Himmel glänzen übst du Barmherzig keit. Du siehst mit Wohlges fallen auf das, was du ges macht; und hast auch uns, uns Allen viel Gutes zuges dacht. 2. Uns ewig zu beglücken, erschufst du uns und deine Welt, die hier schon zum Ents zücken so viele Wunder in sich hält; noch größrer Gute Pros ben hat für uns deine Hand im Himmel aufgehoben, der Wonne Vaterland. Dahin Vertrauen. uns zu erheben, fandt'st du den Sohn herab, der huldreich Mel. Ach, was soll ich, Sünderze. felbst ſein Leben für uns Ver. 510. Ach, wie ist der lorne gab. Menschen Liebe so veränders lich, so kalt! Wie erstirbt fie doch so bald! Seele, ses' auf diese Liebe, die nicht hält, was sie verspricht, nimmer deine Zuversicht.d 3. Mit jedem neuen Mors .gen ist immer deine Güte neu, und allen unsern Sorgen kamst du zuvor mit Vatertreu'. Du, Ursprung aller Gaben, du weißt, was uns gebricht; und was wir nöthig haben, versagest du uns nicht. Wie sind doch unsre Tage, Herr, deiner Güte voll! selbst ihre Last und Plage lenkst du zu unserm Wohl. 5. Wer hier auf seinen Wes gen dein Wort vor Augen hat und hält, den setzest du zum Segen, in dieser und in jener Welt. Du schafft ihm selbst aus Leiden den herrlichsten Ges winn, und führest ihn zu Freuden, die ewig währen, hin. Wie groß ist deine Güs te! mich ihrer stets zu freu'n, laß, Gott, auch mein Gemüs the voll Liebe zu dir seyn. 4. Wer sollte dich nicht lies ben? Du hast uns ja zuerst geliebt, und bist stets treu ges 2. Aber deiner Liebe trauen, Höchster, das gereuet nie; denn ein starker Fels ist sie. Die auf diesen Felsen bauen, wohnen unverlegt, und seh'n ruhig Welten untergeh'n. 3. Täglich sag ich's meiner Seele: Gott liebt ewig! seine Treu' wird mit jedem kors 23 354 Chriftliches Verhalten gegen Gott. gen neu. Jhn, den Ewigen, Segen, großer Gott, allein erwähle dir zum Freund und gelegen: du bist unser höchs jauchze dann, daß kein Feind stes Gut. Ueber Alles hoch dir schaden kann. dich schätzen, und auf dich die Hoffnung setzen, gibt allein getrosten Muth. 2. Du, der mich bisher ers nåhret, manche Freude mir gewähret, bist und bleibest ewig mein. Du, mein Vater und Regierer, wirft mein Hels fer und mein Führer durch mein ganzes Leben seyn. 4. Darum will ich dich ers wählen, Vater, ich will nur allein ganz dir mein Vertrauen weih'n. Aber ach, die Kräfte fehlen meinem Vorsatz; bald vergißt Fleisch und Blut, wie treu du bist. 5. Plößlich überfällt mich wieder Sorge der Vergångs lichkeit, irdisch Hoffen, irdisch Leid, und dann sink' ich muths los nieder, suche bei dem Mens schen Ruh', und mein Helfer bleibst doch du. 6. Ach vergib mir, wenn im Staube dieses Lebens sich mein Geist oft so schwer der Welt entreißt. Ach, vergib mir, wenn mein Glaube hier noch wankt, und sich nicht fest, sich nicht ganz auf dich verläßt. 7. Täglich laß mein Herz empfinden, daß ihm Menschen. gunst nicht nützt, wenn es nur auf sie sich stützt. Allen Troft laß mir verschwinden, bis ich wieder flieh' zu dir, und dann, Vater, hilf du mir. 8. Der du deiner Kinder Flehen, Gott, mein Gott, so gern erhörst, der du sie selbst beten lebust; laß mich fest im Glauben stehen; und erfahren, wie fo treu deine Vaterliebe sey. Eigne Melodie. 517. Alues 3. Soll ich ängstlich mich um Sachen, die nur Sorg' und Unruh' machen, und vers gänglich sind, bemüh'n? Nein, ich will nach Gütern streben, die mir wahre Ruhe geben, und im Tode nicht entflieh'n. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken. Was ich wünsche, wird sich schicken, wenn es anders dir gefällt. Dir will ich mich froh ergeben; Glück und Trübsal, Tod und Leben, Alles sey dir heimgestellt. all 5. Ist mein Wunsch nach deinem Willen, o so wirst du ihn erfüllen, und gewiß zu rechter Zeit. Dir hab' ich nichts vorzuschreiben; wie du willst, so soll es bleiben; was du willst, ist Seligkeit. 6. Soll ich hier noch länger leben: o so wollst du Kraft mir geben, mich um das nur zu bemüh'n, was in Ewigkeit bestehet; alles Irdische vers gehet, und fährt wie ein es ist an deinem Strom dahin. Chriftliches Verhalten gegen Gott. Mel. Was Gott thut, das ist zc. 73: 355 6. Was ist der Lebens Herrs bald ist sie vers 518. Auf Gott, und schwunden! Was ist das Leis nicht auf meinen Rath, will den dieser Zeit? Wie bald ich mein Glück stets bauen, und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tas gen als Gott und Vater tragen. aller Ewig, Mel. Herzlich thut mich verlans gen 2c. feit, wie viel mir nüßen würs 510. Befehl but beine de, bestimmte meine Lebenss zeit, mein Glück und meine Burde. Was zagt mein Herz? kann auch ein Schmerz bei diesem festen Glauben mir meine Ruhe rauben? du Wege und Alles, was dich frånkt, der treuen Vaterpflege deß, der den Weltkreis lenkt. Den Sternen, Wolken, Wins den bezeichnet er die Bahn; sollt' er nicht Wege finden, wo dein Fuß gehen kann? 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh' ich's bat, gewährt, wenn's seine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, sein Wille nur geschehe! 4. ft nicht ein ungestörs tes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das wis brige Geschick, bei dessen Last wir klagen? Die größte Noth hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und habe verläßt mich einst am Grabe. 5. An dem, was ewig glück, lich macht, läßt Gott es Reis nem fehlen; Gesundheit, Ehre, Reichthum, Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal einst versüßen. ist's überwunden! Hofft auf den Herrn! er hilft uns gern. Seyd fröhlich ihr Gerechten! der Herr hilft seinen Knechten. 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, wenn dir's soll wohl ergeh'n; auf sein Werk mußt du schauen, dann wird dein Werk besteh'n. Er läßt durch Sorg' und Gramen, und selbst gemachte Pein sich keine Wohls that nehmen; sie muß erbeten seyn. 3. O Vater voller Gnade, dir ist allein bekannt, was gut sey, oder schade Geschöpfen deiner Hand! Und was du dann erlesen zum Besten deis ner Welt, das kommt zum Stand und Wesen, sobald es dir gefällt. 4. An wunderbaren Wegen. fehlt's dir, Auweiser, nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht! Dein Werk kann niemand 23* 356 Chriftliches Verhalten gegen Gott. hindern, wenn du entschlossen fre Wege gewiß um Him, bist zu thun, was deinen Kins mel ein. dern wahrhaftig nüßlich ist. 5. Und brausten alle Stürs mel. Valet will ich dir geben sc. me und Wetter her auf fie; 520.Dem Herrn will Gott, unter deinem Schirme verzagten sie doch nie! Im Himmel und auf Erden kann nichts dir widersteh'n. Was du gebeutst, muß werden, und was du willst, gescheh'n. ich vertrauen, verlassen mich auf Gott, auf Sand nicht Schlösser bauen, nicht zagen in der Noth. Er ist's, der mich geführet, so lang ich denken kann. Er, der die Welt regieret, nimmt sich auch meiner an. 2. Bei ihm ist Himmel, Erde, und Mensch und Ens gel gleich. Er spricht:" vers geh' und werde!" zum Staub und Königreich. Er straft, und kann behüten, denn sein ist Rach' und Lohn. Hier läßt er Donner wüthen, bort läßt er sie nur droh'n. Er 6. D'rum, Seele, laß ihn walten! Er will dein Wohls ergeh'n. Er wird auch dich erhalten; bewundernd wirst du seh'n, wie gut er dich res gieret, wie wunderbar fein Rath das Werk hinausgefühs ret, das dich bekümmert hat. 7. Verzieht der Trost auch lange, weil's so dir heilsam ist: so werde dir nicht bange, daß deiner Gott vergißt! wird dir Hülfe senden, um die dein Auge thrånt, und all dein Unglück wenden, aus dem du dich gesehnt. 8. Wohl dir! denn deine Treue trägt einst den Sieg davon. Daß dich dein Kampf nicht reue, denk' feinen großen Lohn! Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du singst Freuden psalmen dem, der dein Leid gewandt. 9. Mach', Herr, ein selig Ende mit aller unfrer Noth. Stark aller Müden Hände, und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu' empfohlen seyn; so gehen uns 3. Die Thräne, die ich weine, fließt oft aus Unvers stand. Wann ich verlaffen scheine, hålt mich des Hochs sten Hand. Was ich heut' Uns glück nenne, ist morgen schon mein Glück. Ich, der ich mich nicht kenne, fenn auch nicht mein Geschick. 4. Wenn aber trübe Stuns den, wenn mancher Jammers tag, wenn hier geheime Wuns den, und wenn dort Schlag auf Schlag, und Schrecken schnell auf Schrecken den Uns tergang mir droh'n, ist Gott mir Stab und Stecken, und Echild und großer Lohn. Christliches Verhalten gegen Gott. 352 Was 5. Den Frommen, die Gott nüßen deine Sorgen? lieben, ist Alles Seligkeit. Jhr irrest du mit bangem Sinn Jauchzen, ihr Betrüben, ihr durch tausend Kümmerniffe Siegen und ihr Streit, ihr hin, und denkst: wie will's Glück und ihre Plage, ihr ganzer Lebenslauf löst sich am legten Tage in Himmelsfreus den auf. auf Erden doch endlich mit mir werden. 6. Hinweg mit bangen Klas gen, mit Gram und Unges duld! Durch Zittern und durch Zagen häuft Strafe sich und Schuld. Wir meh ren unsre Schmerzen, vers größern unsre Pein, und fößen unserm Herzen geheis mes Gift nur ein. 7. Wie troftlich sind die Lehren, die Gottes Wort mir gibt! Mein Fleh'n will Gott erhören; er züchtigt, den er liebt. Nach trüben Augens blicken geh' ich zur frohen Ruh. Mein Geist eilt mit Entzücken der Schaar der Sel'gen zu. 8. Kurz sind der Christen Leiden, kurz ihre Prüfungs, zeit, nicht werth der ew'gen Freuden und der Unsterblich feit. O Trost, wie kannst du trösten, wie sehr das Herz erfreu'n! Ich geh' mit den Erlösten zum Lohn des Hims mels ein. 2. Was quälst du dich, und willst in Schmerz und Sors gen dich verlieren? Ist Gott nicht weiser als dein Herz? Laß ihn allein dich führen! Denn all dein Gram dient nur dazu, daß du dich selbst aus deiner Ruh' in Angst und Schwermuth stürzest, und dir dein Leben kürzest. 3. Wirf deine Sorgen doch auf ihn, der schon so lang regieret, und vielmals, was unmöglich schien, voll Weiss heit ausgeführet. Ergib dich seiner Vaterhuld, und trag' dein Leiden mit Geduld! Er wird, was gut ist, schicken, und dich gewiß beglücken. 4. Eh' deine Mutter dich gebar, als noch in ihr vers borgen dein schwaches Leben schlummernd war, wo waren deine Sorgen? Wer hat schon da dein Wohl bedacht? Wer hat dich an das Licht gebracht, und Seele, Leib und Leben aus Gnaden dir gegeben? Mel. Ermuntre dich, mein schwas 5. Wer hat gesorgt, daß nichts gebrach, als du die noch ebe deine cher 2c. 521.Du bistein Mensch, Zunge sprach, uns dur durch und Gottes Rath ist Sterblis chen verborgen; noch herrscht er, wie er immer that; was einen batest? We hat an deiner Mutter Brust gefunde Nahrung, stille Lust dir schon Christliches Verhalten gegen Gott. 358 voraus bereitet, und dich bis, her geleitet? 6. Erhebe nur dein Anges ficht! Hier unten und dort oben, wo siehst du Gottes Gute nicht, nicht seiner Weis heit Proben? Wie oft hat er dir väterlich ein Glück bes reitet, das du dich zu hoffen nicht erkühntest; und mehr, als du verdientest! 7. Doch willst du niemals ruhig seyn; willst Gott nicht walten lassen. Dringst du in seine Weisheit ein, die Men schen doch nicht faffen? Wenn du nicht siehst, wie er regiert; wenn er nicht deinen Weg dich führt, so fängst du an zu za gen, zu murren und zu klagen. 8. Bedenke doch, wie mans ches Mal du nicht zum Ziel gekommen, wann ohne Gott, auf eigne Wahl, du etwas unternommen. Was aber dir dein Gott erseh'n, das mußte seyn, das ist gescheh'n, und Niemand konnt es hindern von allen Menschenkindern. 9. Er richtet die Betrübten auf, macht gut, was wir vers wirren; er leitet liebreich un fern Lauf, und lenkt uns, wo wir irren; gibt immer das nur, was uns nützt, errettet uns, und hilft und schüßt, eh' wir Gefahren fehen, und ihn um Hülfe fleben. 10. Und diesem Vater wolls test du dein Heil nicht anvers trauen? Nicht deines Lebens ganze Rub' auf diesen Felfen bauen? Vertrau' ihm, und dann zage nicht! Ein Herz voll fester Zuversicht darf auch in Ungewittern nicht ohne Hoffnung zittern. 11. Wirf als ein Kind voll Glaubens dich in deines Gots tes Arme, und fleh' ihn, daß er väterlich auch deiner sich erbarme. So kommt dein ångstlich Herz zur Ruh'; vers trau' auf ihn, so findest du auf deines Vaters Wegen zus letzt mur Heil und Segen. Mel. Was Gott thut, das ist ze. 522. meine Zuversicht, mein bester u, Herr, bist Trost im Leben. Nie fehlt es mir an Trost und Licht; dir hab ich mich ergeben. Du bist mein Gott; auf dein Ges bot wird meine Seele stille; mir gnügt dein weiser Wille. 2. Wer wollte dir, mein Gott, nicht trau'n? Du bist der Schwachen Stärke; die Augen, die auf dich nur schaun, seh'n deine Wunders werke. Herr, groß von Rath und stark von That, mit gnas denvollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlaffen sehen müssen; du läßt ihn, wenn ihn Noth umgibt, doch deinen Erost genießen. Des Froms men Herz wird frei von Schmerz; der Sünder eitles Christliches Verhalten gegen Golf. 359 mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Untlitz schaue. Dichten eilst du, Herr, zu zernichten. 4. D'rum hoff, o Seele, Hoff auf Gott; der Thoren Trost verschwindet, wann der Gerechte in der Noth Hülf und Erbarmung findet. Wann Ich sorge nicht, denn er ist jener fällt, ist er ein held; er steht, wann Sünder zits tern, ein Fels in Ungewits meine Zuversicht. Stürzt auch der ganze Weltkreis ein; er wird mein Schuß und Retter seyn! Gott lebet noch! tern. 5. Sieh auf das große Beispiel hin, das Jesus dir gelassen; sieh ihn im Kampf, sieh sterbend ihn den Vater noch umfassen! O möchtest du zu deiner Ruh' auf Jes sum Christum schauen und lers nen, Gott vertrauen! 8. In deine Hand empfehl' ich mich, mein Wohlfeyn und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich; dir will ich mich ergeben. Sen du mein Gott, und einst im Tod Mel. Lobsinget! Gottes Huld und zc. 523. Gott lebet noch! 2. Gott lebet noch! Was gråm' ich mich? Sorgt nicht mein Schöpfer väterlich? Ist er's nicht, der die ganze Welt durch seine weise Macht ers hålt? Gott lebet noch! 3. Fehlt mir's an Einsicht, Macht und Rath, wann mich Gefahr umgeben hat: so denk ich voll Vertrau'n daran, daß Gott regiert, und bet' ihn an. Gott lebet noch! 6. D'rum bebe nicht, wann um dich her fich Wetterwols ken sammeln. Gott hilft, wann Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er; er wägt die Schmerzen, und wälzt sie weg vom Herzen. 4. Gott lebet noch, und weiß gar wohl, wie er mein Schicksal lenken soll. Mein Vater meint und macht es gut, wann er mich prüft; d'rum hab' ich Muth; Gott lebet noch! 7. Herr, du bist meine Zus versicht! auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meis 5. Legt Gott auf mich ein nem Glück gebricht, wann ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlassen, und sich im Kummer faffen? schweres Joch, wie schwer's auch sey, so hoff ich doch; denn er hilft tragen, was uns plagt; er stärket den, der nicht verzagt; Gott lebet noch! 6. Naht der Versuchung Stunde sich, so sieht er liebes voll auf mich. Er gibt mir Kraft zum Kampf und Lauf; und fall' ich, so hilft er mix auf; Gott lebet nochi 360 Christliches Verhalten gegen Gott. 7. Mein Vater, sorge du ich nur bei dir in Gnaden, für mich, denn ich vertraue nur auf dich. Hilf mir in meiner letzten Noth; so sing' ich fröhlich selbst im Tod: Gott lebet noch! welcher Feind kann dann mir schaden? Deiner Führung folg' ich still; wie du willst, nicht wie ich will. Mel. Gott der Wahrheit und 5. Muß ich manchen Schmerz empfinden, fühl ich oft, wie schwer es sen, sich durch Leis weiß ich der zc. 524. Gott, mein Troft dech, mein Gott ist treu. Jede Last hilfst du mir tragen, und ich sollte trestlos zagen? Deis ner Führung folg' ich still; wie du willst, nicht wie ich will. und mein Vertrauen, ewig meine Zuversicht! Deine Hüls fe werd' ich schauen, seh' ich sonst auch nirgends Licht. Auch quf rauhen, dunkeln Wegen find' ich Freude, find' ich Segen. Deiner Führung folg' ich still; wie du willst, nicht wie ich will. 2. Seit der Jugend ersten Jahren hast du treulich mich geführt. wie oft hab' ich erfahren, wie dein Vaterherz gerührt Hülfe mir und Net tung fandte, wann mein Fleh'n zu dir sich wandte! Deiner Führung folg' ich still; wie du willst, nicht wie ich will. 3. Alles sey dir übergeben; was du thust, ist wohlgethan, es sey Sterben oder Leben; dankbar nehm' ich Alles an. Mag die Last auch schwer mich drücken, du kannst står ken und erquicken. Deiner Führung folg' ich still; wie du willst, nicht wie ich will. 4. Führe mich, Herr, wie du denkest, daß ich vor dir wandeln soll! Wenn nur du mein Schicksal lenkest, o so geht mir's ewig wohl. Steh' 6. Bin ich niedrig hier auf Erden, trifft mich unverdiens ter Hohn, hoff ich doch ers höht zu werden, Ewiger, vor deinem Thron. Mögen dann mich Menschen haffen! Du, du wirst mich nicht verlaffen. Deiner Führung folg' ich still; wie du willst, nicht wie ich will. 7. Würden nicht, die Mens schen geben, nicht der Sin nen Lust, nicht Geld, such' ich; nur ein frommes Leben sey mein Reichthum auf der Welt. Meine Lust sey, dich zu schauen, und mein Stolz, dir zu vers trauen. Deiner Führung folg' ich still; wie du willst, nicht wie ich will. 8. Ich empfehl' mich deinen Händen, Vater, voll Zufries denheit. Jede Klage wird sich enden, jeder Schmerz wird Seligkeit. Kann ich von des Himmels Höhen einst mein Schicksal übersehen, o dann Chriftliches Verhalten gegen Gott. fprech' ich tief gerührt: selig hast du mich geführt. Mel. Was mein Gott will, das ic. 5. Trifft dich ein Leiden, duld' es nur; auch Leiden sind uns Segen. Kein Baum 525. Sch hab' in Gottes Früchte, feine Flur blüht ohne Sturm und Regen. So dringt mein Herz auch oft durch Schmerz zu meines Gottes Freuden; nimmt er mich dann zu Ehren an, was schaden alle Leiden? Herz und Sinn mein Herz und Sinn ergeben. Was böse scheint, ist mir Gewinn, der Tod selbst ist mein Leben; denn Gott ist mein, und ich bin sein; was ist wohl, das mir schade? Ob er gleich schlägt, und Kreuz auflegt, ist doch sein Thun voll Gnade. 2. Es kann mir fehlen nims mermehr, mein Vater muß mich lieben. Läst er mich auch oft freudenleer, so will er mich nur üben. Er will mein Herz auch unter Schmerz, gewöhnen sich zu fassen. Trau' in Geduld ich seiner Huld, wird er mich nicht verlassen. 361 Alles gut, ob's noch so trau. rig schiene. 3. Gebildet hat mich seine Kraft, mir Seel' und Leib gegeben. Er ist's, der Nah rung mir verschafft; er fristet mir das Leben. Erbarmend hat auch mich sein Rath ges zählet zu den Seinen. Der so mich liebt, so viel mir gibt, er kann's nicht böse meinen. 4. Bet ihm ist Allmacht und Verstand; gut ist der Herr, und weise. Mein Beinen ist ihm wohl bekannt; kein Seufs zer klagt zu leise. Er weiß, wann Freud', er weiß, wann Leid uns, seinen Kindern, diene, und was er thut, ift 6. So fall', o Vater, denn auch ich getrost in deine Hån de. Ich traue dir; du sorgst für mich bis an der Laufbahn Ende. Wie treu du seyst, das wird mein Geist zu deinem Preis erfahren. Du wirst's auch einst, wann du erscheinst, vollkommen offenbaren. nenschein, ich nehm' ihn an 7. Willst du mir geben Sons mit Freuden; doch sollte Glück mir schädlich seyn, so gib mir Kreuz und Leiden. Die bångs ste Nacht ist bald durchwacht, dann folgt ein ew'ger Mors gen. Wie du mich führst und führen wirst, laff ich dich gerne sorgen. 8. Auch noch im Tode bin ich dein; mir soll vor ihm nicht grauen; er führt zum beffern Leben ein, und leitet mich zum Schauen. Dort wird mir klar, was dunkel war in meinem ersten Leben; und dann werd' ich voll Wonne dich für Leiden selbst erber ben. 362 Chriftliches Verhalten gegen Gott. Eigne Melodie. 520. On allen meinen Thaten laff ich den Höchsten rathen, der Alles kann und hat. Er muß in allen Din gen, soll etwas mir gelingen, mein Helfer seyn mit Rath und That. 2. Nichts hilft mein bans ges Sorgen vom Abend bis zum Morgen, nichts meine Ungeduld, Er mag's mit meis nen Sachen nach seinem Wil, Mel. Von dir kommt jede guteze. len machen; ich traue ſeiner 527. Mein Hort ift Gott, ihn laff ich walten: ich hoff auf ihn, er kennet mich. Ihm fehlt's, die Seinen zu erhalten, an Mitteln nicht, und sein bin ich. Ich setze meine Zuversicht auf diesen Fels und wanke nicht. Vaterhuld. 3. Es kann mir nichts ges schehen, er hat's vorher geses hen, und weise mir bestimmt. Nie will ich mehr begehren, und willig das entbehren, was seine Vaterhuld mir nimmt. 4. Wohl mir, daß seine Gnade auf meines Lebens Pfade mich leitet und beschützt! Hab' ich mich ihm ergeben, wie freudig kann ich leben! Nichts fehlt mir, was mir ewig nutzt. 5. Leg' ich zum Schlaf mich nieder; und weckt der Tag mich wieder zu neuer Lebens pflicht; irr' ich auf dunkeln Wegen Gefahr und Noth ents gegen: so ist sein Wort mir Trost und Licht. 7. Dir hab' ich mich erge. ben, zu sterben und zu leben, wie mir's dein Wink gebeut; es sei heut' oder morgen, dich, Vater, laff ich sorgen; du weißt allein die beste Zeit. 8. So sey nun, Seele, stils le; dich leitet Gottes Wille, der dich erschaffen hat. Es gehe, wie es gehe; dein Bas ter in der Höhe, Er weiß zu allen Sachen Kath. 6. Ja, Herr, was du bes schloffen, dem will ich unvers broffen und froh entgegen geh'n. Kein Unfall unter als. len soll je zu hart mir fallen; mit dir will ich ihn übersteh'n. 2. Was qual' ich mich? Bin ich ein Heide, der ohne Gott und Hoffnung ist? Nein, das ist meines Herzens Freus. de, daß du mein Gott und Helfer bist. Hilf, mein Ers retter, stärke mich! denn nichts vermag ich ohne dich. 3. Der Herr erzieht hier seine Kinder zur Ewigkeit mit weiser Huld; er schont, er züchtigt viel gelinder; als ich's verdien', und hat Geduld. Er hat nicht Luft an unserm Schmerz, er hat ein våters liches Herz. 4. Gott ist die Liebe! Sollt' ich zagen? Er gab mir dich, o Jesu Chrift! Was könnte Chriftliches Verhalten gegen Gott. mir ein Gott versagen, der so unendlich gütig ist? Erhabner Trost, der nimmer trügt, und über jeden Unmuth siegt! 5. Ich harre seiner und bin stille. Wie bald verstreicht die Prüfungszeit! Dann nehm' ich dort aus seiner Fülle uns endliche Zufriedenheit. Er leite mich nach seinem Rath, wie er mir zugesaget hat. 363 ist Alles, was Gott will; wil. lig duld' ich, dulde still. 5. Will mein Anschlag nicht gedeihen, und mißlingt mir mein Bemüh'n; denk' ich: was mir Glück erst schien, muß ich oft nachher bereuen. Wohls that ist's für mich gewiß, daß mir's Gott mißlingen ließ. 6. Wenn Gott nicht so reis chen Segen, als dem Nächs sten mir verlieh; soll doch Andrer Wohlstand nie Neid in meiner Mel. Ach, was soll ich Sünder zc. 528. Selig, wer mit Fremden Glücks will ich mich freu'n; fremdes Glück wird dadurch mein. stillem Herzen dem Allweisen, ber uns liebt, gan; sein Schick, sal übergibt, und auch in den tiefsten Schmerzen seinem Kummer muthig wehrt, durch Geduld den Herrn verehrt! 7. Wenn mir Frevler Angst erwecken; wenn ihr Haß mich drückt und kränkt, hält sie Gots tes Macht umschränkt. Droht der Tod mit seinen Schrecken; der vom Tode retten kann, nimmt sich meiner gnädig an. 8. Ich bin unverzagt und heiter; im Vertrau'n auf Gots tes Wort, setz' ich meine Walls fahrt fort. Der bis hieher half, hilft weiter; er hålt fest, was er verspricht. Gott, mein Gott verläßt mich nicht. 4. Dankbar nehm' ich Glück und Freuden aus des Höchs sten milder Hand; und ist Kreuz mir zuerkannt: o so fa ich Muth zu leiden! Gut 2. Ach, kein Schicksal meis nes Lebens, sorgt' ich auch von Jugend auf, nimmt d'rum einen andern Lauf. Sorge quält mich nur vergebens; meine Kräfte zehrt sie ab, stürzt nur früher mich in's Grab. 3. Eh' ich noch das Licht erblickte, wog er, der mir Leben gab, meines Lebens Schicksal ab; ehe mich Eigne Melodie. Schitter pruckte, eh noch 520.Von Gott will ich Kummer meine Thrane rann, sah mich Gott schon gnädig an. nicht laffen, denn er verläßt mich nicht; im Kummer mich zu fassen, gibt er mir Kraft und Licht. Er steht mir hülfs reich bei; mit jedem neuen Morgen weiß er mich zu ver sorgen, ich sey auch, wo ich sev. Christliches Verhalten gegen Gott. 364 2. Der Menschen Gunst und Liebe wankt oft und ändert sich; doch Gottes Vatertriebe find unveränderlich. Er weiß aus jeder Noth, eh' wir's vers muthet hatten, uns wunders bar zu retten; er hilft uns selbst vom Tod. 3. Nur ihm will ich vers trauen, und in der schwersten Zeit auf seine Hülfe bauen; er wendet alles Leid. Ihm sey es heimgestellt! Leib, Sees le, Gut und Leben will ich ihm übergeben; er mach's, wie's ihm gefällt! der Leib wird neu geboren zum bessern Vaterland. Wie selig werd' ich seyn! Mit Gott und seinen Frommen soll ich mich da vollkommen, soll ich mich ewig freu'n. 8. Ob ich schon Trübsal dulde und Leiden dieser Zeit, das ich auch oft verschulde, kommt doch die Ewigkeit. O die ist freudenvoll! Dann wird mir Gott versüßen, was ich hier dulden müssen; dann ist mir's ewig wohl. 9. Das ist des Vaters Wil, le, das ist sein weiser Rath; aus seines Sohnes Fülle, der mich erlöset hat, empfang' ich Trost und Licht. Sein Geist ist's, der mich leitet, zum Hims mel mich bereitet. Wie felig bin ich nicht! 4. Es kann ihm nichts ges fallen, als was uns nüßlich ist. Gut meint er's mit uns Allen; er gab uns Jesum Christ. Hat er so viel ges than, so wird er auch gewäh, ren, was unsern Leib ernähs ren, Geist erfreuen kann. Eigne Melodie. debt, ihn mit Herz und 530. Warum sollt ich 5. Lobt beides Munde, ihn, der uns schenkt! Gesegnet ist die Stuns de, darin man sein gedenkt. So braucht man recht der Beit. Wir sollen ja auf Er den in ihm schon selig wers den, noch mehr in Ewigkeit. mich denn gråmen? Hab' ich doch Christum noch; wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beis gelegt im Glauben? 2. Nackend kam ich in das Leben, da es mir ward von dir, Herr, zuerst gegeben. Nackend geh' ich von der Erde, wann ich sie nach viel Müh' einst verlaffen werde. 3. Gut und Blut, Leib, Seel' und Leben, ist nicht mein, Gott allein ist es, der's gegeben. Nimmt er's wies 6. Mag doch die Welt vers gehen mit aller ihrer Pracht! Das Glück bleibt ewig sies hen, das Gott mir zugedacht. Zwar schließ ich hier den Lauf; doch, wann auch ich im Grabe nun ausgeschlummert habe, weckt er mich wieder auf. G 7. Mein Geist ist unvers loren in Gottes Vaterhand; Christliches Verhalten gegen Gott. 365 der, wer kann's wehren? in sich hält, muß wie Rauch Nehm' er's hin, ich will ihn verschwinden. dennoch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein, sollt' ich d'rum vers zagen? Der es schickt, der wird es wenden; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein; Niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben, und dein Blut, mir zu gut, in den Lod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich 6. Spotter mögen mich vers dich fasse, und dich nicht, o achten! Kränkt in Noth gleich mein Licht, aus dem Herzen der Spott, will ich's doch lasse. Laß mich, laß mich hins nicht achten. Laßt sie spotten, gelangen, wo du mich, und last fie lachen! Gott, mein ich dich ewig werd' umfans Heil, wird in Eil' sie zu gen! Schanden machen. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergötzt; soll ich jetzt nicht auch etwas tragen? Er liebt mich im tiefsten Leide; väterlich führt er mich von dem Schmerz zur Freude. 10. Was sind dieses Les bens Güter? Eine Hand vols ler Sand; Kummer der Ges müther. Wohl mir, daß mit edlern Gaben dort mein Hirt, Christus, wird mich ohn' Ens de laben. Eigne Melodie. Grauen per ein Chrift, wo 531. Was Gott thut, Unverzagt und ohne er ist, seinem Gott vertrauen. Nichts wird er zu schrecklich finden. Auch den Tod hilft ihm Gott freudig überwinden. 8. Denn kein Tod kann ganz mich tädten; nein, er reißt meinen Geist aus viel tausend Nöthen, endigt auch die schwers sten Leiden, und gibt mir einst dafür alle Himmelsfreuden. 9. Dann wird sich an bess fern Schäßen unser Herz auf den Schmerz ewig dort ers gößen. Hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt Gerecht Wer das ist wohlgethan! bleibt stets sein Wille. Dieß von Herzen glauben kann, der ist vergnügt und stille. Er ist mein Gott, der in der Noth mich wohl weiß zu ers halten; d'rum laff ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Sein Wort kann ja nicht trügen. Er führet mich auf rechter Bahn; so laff ich mir genügen an seis ner Huld und hab' Geduld. Er wird mein Unglück wens 366 ben; es steht in seinen Håns ben. Chriftliches Verhalten gegen Gott. 3. Was Gott thut, das ist woh gethan! Nur er weiß, was mir nüßet. Der irrt auf ungewisser Bahn, der sich auf ihn nicht stützet. Ja, seine Treu ist täglich neu; d'rum will ich auf ihn bauen, und seiner Gute trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er ist mein Licht und Leben; ihm, der nichts Boses wollen kann, ihm will ich mich ergeben in Freud' und Leid. Es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Muß ich den Kelch gleich trinken, der bitter ist nach meinem Wahn, soll doch mein Muth nicht sinken, weil Gott zuletzt auch mich ers gößt mit süßem Trost im Hers zen, dann weichen alle Schmers zen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Das soll mein Trost stets bleiben. Es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben: so wird Gott mich doch våters lich in seinen Armen halten; d'rum laff ich ihn nur walten. Eigne Melodie. 532.2 Pas ist's, daß ich mich quale? Harr' seiner, meis ne Seele; harr' und sey uns verjagt! Du weißt nicht, was dir nüßet; Gott weiß es, und Gott schüßet; er schüßzet den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh' ich die Welt noch sah: eh' ich mich selbst noch kannte, eh' ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah'. 3. Die kleinste meiner Sors gen ist dem Gott nicht verbors gen, der Alles sieht und hält; und, was er mir beschieden, das dient zu meinem Frieden, wär's auch die größte last der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Erden, um glücklich hier zu werden; die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein Geist, besteht. 5. Was dieses Glück vers mehret, sey mir von dir ges währet! Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glück verleßet, wenn's alle Welt auch schäßzet, sey, Herr, mein Gott, mir ewig fern! 6. Sind auch der Krankheit Plagen, der Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott: so harr' ich, und bin stille zu Gott; denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh', o Gott. 7. Du bist der Müden Stårs fe, und aller deiner Werke ers barmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, wenn Gott mich will bewahren? Und er, mein Gott, bewahret mich. Chriftliches Verhalten gegen Gott. Eigne Melodie. 533. W as mein Gott will, gescheh' allzeit! Er wäh let stets das Beste. Zu helfen ist er dem bereit, der an ihn glaubet feste. Aus jeder Noth hilfft du, mein Gott, und züchs tigest mit Maßen. Wer dir vertraut, fest auf dich baut, den wirst du nicht verlassen. 2. Herr, meine Seele hofft auf dich; du bist mir Ruh' und Leben. Dein Thun ist Liebe! nie will ich dir murs rend widerstreben. Dein Wort ist wahr, und in Gefahr werd' ich von dir beschützet. Herr, deine Macht, die für mich wacht, gibt mir stets, was mir nüßet. 367 uns unser Weh' und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Uns gemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. Ers 3. Wenn es dein Wille mir gebeut, das Leben zu verlassen, so will ich voll Ergebenheit in deinen Rath mich fassen. barme dich, und rette mich in meinen letzten Stunden. Dein Sohn, o Gott, hat Grab und Tod auch für mich überwunden. 3. Zu Gott sey deine Seele stille, und stets mit seinem Nath vergnügt! Erwarte, was sein guter Wille zu deinem Wohlergeh'n verfügt. Gott, der uns ihm hat auserwähit, weiß doch am besten, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, und weiß wohl, was uns nützlich sey. Wenn er uns nur hat treu ers funden, aufrichtig, ohne Heus chelei; so kommt er, eh' wir's uns verseh'n, und lässet uns viel Gut's gescheh'n. 5. Denk nicht in deiner Drangsalshiße, daß du von Gott verlassen seyft; daß Jeder wahres Glück besitze, den alle Welt als glücklich preist. Bet allem Scheinglück ist das Herz oft voller Unruh', Sorg' und Schmerz. Eigne Melodie. 6. Es sind ja Gott geringe Sachen, und Allmacht 534. Wer nur den lies gilt es gleich, den Reichen ben Gott låst walten, und hofs fet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Noth und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand ges baut. Flein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich. Er ist's allein, der Jedermann bald stürzen, bald erhöhen kann. 7. Sing', bet und geh auf Gottes Wegen! Verrichte deis 2. Was helfen uns die ne Pflicht getreu! Trau' ihm schweren Sorgen? Was hilft und seinem reichen Segen, so Chriftliches Verhalten gegen Gott. 368 wird er täglich bei dir neu! Denn, wer nur seine Zuvers sicht auf Gott setzt, den vers läßt er nicht. Geduld und Ergebung. Mel. Was Gott thut, das ist zc. 535. S ie Bahn ist rauh, auf der ich hier nach meiner Heimath eile. Wie viel Gefahr seh' ich vor mir! Wie droht sie meinem Heile! Gott, wärst du nicht mein Trost und Licht, mein Heil in finstern Tagen, so müßt' ich längst verzagen. 2. Vor dir darf ich mein traurig Herz, Erbarmer, nicht verhehlen; darf meinen Kums mer, meinen Schmerz vertraus lich dir erzählen. Dann schafs fest du mir Trost und Ruh' aus deiner Gottheit Fülle, und meine Seel' ist stille. 3. Du lehrest mich den hos ben Werth der Trübsal, die ich leide, daß sie mich dir vers trauen lehrt, mich führt zu wahrer Freude. Ich würde dein mich minder freu'n, nur dieser Welt begehren, wenn keine Leiden waren. 5. dann wird alle Traus rigkeit aus meiner Brust vers schwinden; vergessen werd' ich all mein Leid, und nur mein Glück empfinden. Mein Lobs gesang voll Preis und Dank wird, dir zum Wohlgefallen, durch deinen Himmel schallen. 6. D'rum will ich dieses Lebens Schmerz, mein Gott, geduldig tragen. Beruhigen soll sich mein Herz, und nicht voll Unmuth klagen. Du bist bereit, zu rechter Zeit, o Gott, von allem Bösen mich herrlich zu erlösen. Mel. O liebster Jesu, was zc. 536.€ in Herz, o Gott, in Leid und Kreuz geduldig, das bin ich dir und meinem Heile schuldig. Laß mich die Pflicht, die wir so oft vers gessen, täglich ermessen! 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Väter? Bin ich vor dir, Herr, nicht ein Uebertres ter? Thu' ich zu viel, wenn ich die schweren Tage stands haft ertrage? 3. Wie oft, o Gott, wenn wir das Böse dulden, erduls den wir nur unsrer Thorheit Schulden, und nennen kohn, den wir verdient bekommen, Trubsal der Frommen. 4. Dein Wort gibt mir die Zuversicht, du forgst für meis ne Tage. Dein Auge schläft und schlummert nicht; du hos rest meine Klage. Du kronst 4. Ist Dürftigkeit, in der mich einst, wann du erscheinst, die Trägen klagen, sind Haß in deinem Heiligthume mit und Pein, die Stolz und Wols Wonne, Preis und Ruhme. luft tragen, des Schwelgers Schmerz, Chriftliches Verhalten gegen Gott. 369 Schmerz, des Neid's vermißte er nicht auch dein Helfer und Freuden, christliches Leiden? Berather, ewig dein Vater? 5. Ist deren Qual, die deis nen Rath verachtet, nach Gots tesfurcht und Glauben nie ges trachtet, und die sich jetzt in finstrer Schwermuth quälen, Prüfung der Seelen? 6. Doch selbst, o Gott, in Strafen unsrer Sünden läßt du den Weg zu unserm Heil uns finden, wenn wir sie uns, die Missethat zu hassen, zuch, tigen lassen. 7. Jag' ich nur nach dem Frieden im Gewissen; wird Alles mir zum Besten dienen müssen. Du, Herr, regierst, und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle. 8. Ich bin ein Gast und Pilger auf der Erden; nicht hier, erst dort, dort soll ich glücklich werden; und gegen Mel. Wer nur den lieben Gott ze. euch, was find, ihr ew'gen 537. Entschwinge dich, Freuden, dieser Zeit Leiden! mein Geist, den Nächten, in welche dich die Schwermuth hüllt! Willst du mit deinem Schöpfer rechten, daß er nicht jeden Wunsch erfüllt? Jetzt kennst du, was dir gut ist, nicht; einst strahlet dir sein höh'res Licht. 2. In Finsterniffen wankt hienieden des Menschen unges wiffer Schritt; was Gottes Vorsicht ihm beschieden, was 11. Schau' über dich! Wer ihn erfreute, was er litt, klärt trågt der Himmel Heere? fich am Ziel von seinem Lauf Mert auf! wer spricht: Bis für ihn als gleiche Wohlthat bieber! zu dem Meere? Ist auf. 10. Ich bin ein Mensch, und Leiden müssen kränken; doch in der Noth an seinen Schöpfer denken, und ihm vertrau'n, dieß stårket unsre Herzen mitten in Schmerzen. 24 9. Wenn ich nur nicht mein Elend selbst verschulde; wenn ich als Mensch, als Christ hier leid' und dulde: so kann ich mich der Hülfe der Erlös, ten sicher getrösten! 12. Willst du so viel, als der Allweise wissen? Jetzt weißt du nicht, warum du leis den müssen; allein du wirst, was seine Wege waren, dort einst erfahren. 13. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, die Heilis gung des Geistes zu empfahen, und mit dem Trost der Hülfe, die wir merken, Andre zu stärken. 14. Das Kreuz des Herrn wirkt Weisheit und Erfahs rung; Erfahrung gibt dem Glauben Muth und Nahrung. Ein starkes Herz steht in der Noth noch feste. Hoffe das Beste. 370 Christliches Verhalten gegen Gott. 3. Dort findest du, von les åndern kann, und, was du Licht umflossen, auch deiner thust, ist wohlgethan. Erdenthránen Lohn. Schau! ihre Saat ist aufgeschlossen, fie blüht der nahen Erndte schon. Im Kummer ward sie ausgestreut; bald reift sie für die Ewigkeit. 2. Du führst uns selbst auf unsern Wegen zu höherer Volls kommenheit. Auch Widerwärs tigkeit wird Segen für Jeden, welcher dir sich weiht. Sieht's gleich der blöde Geist nicht ein, wird doch der Ausgang herrlich seyn. 3. Laß denn mich stille seyn und hoffen! Hast du mir Prus fungen bestimmt, so steht dein Vaterherz dem offen, der seis ne Zuflucht zu dir nimmt. Wer still in deiner Fügung ruht, mit dem machst du es immer gut. 4. Uns bleibt oft, was uns nüßt, verborgen; genug für uns: du haft's erkannt! Wie oft sind unsre Wünsch' und Sorgen kurzsichtig und voll Unverstand! Was schädlich ist, das hinderst du; das Gute sendest du uns zu. 4. D'rum heb' empor die trüben Blicke, wann sich in Nacht dein Weg verliert: dich leitet Gott. O denk' zurücke, wie gut er immer dich geführt; wie oft, wann Dunkel um dich lag, das Licht dir selbst aus Nächten brach! 5. Gott, gnädig, wenn du uns erhörest, oft gnädiger, wenn du den Plan, den unsre Thorheit schuf, zerstörest, dich, Bater, ber ich findlich an! Ich hoff auf dich mit festem Muth; denn, was du sendest, ist mir gut. 6. Die Liebe hat den Pfad bestimmet, den ich auf Erden wandeln soll. Ob er sich auch durch Dornen krümmet, ich geh' ihn hoher Ahnung voll. Einst werd' ich in des Hims mels Höh'n ganz deiner Füh, rung Weisheit ſeh'n. 5. Und endlich wird die Stunde kommen, da mich volls kommnes Glück erfreut; denn endlich führest du die Froms men zur völligen Zufriedens heit. Und dann wird Jedem offenbar, daß, Gott, dein Rath der beste war. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 538. Herr, mache meis Gewinn erfreu'n; dann wird 6. Dann wird auch mich Plagen ein ne Seele stille! Bei jedem Leiden, das mich kränkt, ges schieht doch nur dein weiser Wille, der Alles mir zum Bes sten lenkt. Du bist's, der Als mein Herz, statt aller Klagen, voll Dankes und voll Lobes seyn: Der Herr hat für mein Heil gewacht, und Alles mit mir wohl gemacht! Chriftliches Verhalten gegen Gott. 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafft du gelinder, als es der Mensch verdient. Sollt' ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlich Weh' erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich erges ben; nicht meine Ruh', mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen, und nicht auf Mens schen bauen; du hilfft und du errettest gern. Mel. In allen meinen Thaten ze. 530.Sch ch hab' in guten Stunden des Lebens Glück Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. empfunden, und Freuden oh. 540. Se deine Thrä. ne Zahl. So will ich denn gelassen mich auch im Leiden fassen. Welch Leben hat nicht seine Qual? nensaat, frommer Dulder, hier im Glauben! Dunkel sey dein Lebenspfad; doch laß nie den Trest dir rauben, daß nach dieser Dunkelheit dich ein hels les Licht erfreut. 4. Las du mich Gnade fins den, mich alle meine Sünden erkennen und bereu'n. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Les ben seyn. 5. Wenn ich in Chrifto fierbe, bin ich des Himmels Er be; was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Tos des Pfade vertrau' ich deiner Gnade; du, Herr, bist bei mir in der Noth. 321 lenken, und, was mir gut ist, wird gescheh'n. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm fleh'n. Ich will den Tod bes benken. Der Herr wird Alles 2. Ausgerungen haben schon viele, die im Glauben litten. Sieh, sie steh'n vor Gottes Thron; ihre Kronen sind ers stritten. Du, auch du wirst Sieger seyn, und dich bald der Krone freu'n. 3. Weislich hat des Vaters Hand manches Kreuz dir auf erleget. Ihm ist deine Noth bekannt; er ist's, der dich liebs reich tråget. Väterlich ist sein Bemüh'n, dich zum Himmel zu erzieh'n. 4. Es ist Liebe, wenn er dir Lebensglück und Freuden schenket; es ist Liebe, wenn dich hier Angst und Schmerz und Kummer frånker. Gott ist Vater, mild und gut; Lieb' ist Alles, was er thut. 5. Lerne denn Gelaffenheit, Unterwerfung und Vertrauen! Einst am Ziel der Prüfungss eit wirst du froh hernieder schauen auf den Weg, der durch die Nacht dich in's Land des Lichts gebracht. 6. dann fließet ihr nicht mehr, Thränen, wie ihr hier 24* 372 Chriftliches Verhalten gegen Gott. geflossen! Wie ein Strom von oben her, wird dann Trost in's Herz gegoffen; und vor dem verklärten Blick schwebt des Himmels ewig Glück. 7. D'rum sey, Dulder, uns verzagt; harr' in deiner Nächte Grauen! Wann der große Morgen tagt, wirst du die Gefilde schauen, die dem Sie ger offen steh'n; wirst die Kros ne winken seh'n. 8. Dort verschwindet alles Leid, wie der Nebel vor, der Sonne; vor dir liegt die Ewigs keit und das heitre Land der Wonne. In den Himmel gehst du ein, ewig selig da zu seyn. Mel. Wernur den lieben Gott zc. 541.2 as ist mein Les ben hier auf Erden? Ein Wechs fel ist's von Lust und Leid. Hier stören Sorgen und Bes schwerden nicht selten die 3us friedenheit. Hier wohn' ich noch in einer Welt, die kein vollkommnes Glück enthält. 2. Weß soll ich mich, o Herr, denn trösten? Nur deis ner Huld. Du bist mein Heil, und bleibst, wenn auch die Noth am größten, doch meis nes Herzens Trost und Theil, und stehst, nach deiner Vaters treu', mir stets mit Rath und Hülfe bei. 3. Du stärkst mir unter als ler Plage, o Gott, auf mein Gebet den Muth, daß ich ges laffen sie ertrage, und machst zuletzt doch Alles gut. Auf Kummer folgt zufriedner Dank, auf Klagen froher Lobgesang. 4. Erwarte nicht bestand ge Freuden, mein Geist, in deis nem Prüfungsstand. Denn bliebst du frei von allen Leis den, wie würde deine Treu² erkannt? Vollkommne Ruh' und Sicherheit ist nur ein Glück der Ewigkeit. 5. Was bist du denn, o meine Seele, in deiner Noth so fummervoll? Vertraue Gott. Nur ihn erwähle zu deinem Troft. Er schützt dein Wohl. Einst dankst du ihm nach der Gefahr, daß er dein Gott und Retter war. 6. Er wird es seyn. Ruf in Gefahren ihn als den bes sten Helfer an. Er weiß dich mächtig zu bewahren, und da, wo Niemand helfen kann, fehlt ihm die Kraft zu helfen nicht. Dieß stärke deine Zus versicht! 7. Befiehl ihm alle deine Wege; hoff, und vertrau' ihm allezeit. Auch auf dem allers rauhsten Stege blick' freudig auf zur Ewigkeit: da wirst du frei von aller Pein, zufrieden einst und selig seyn. 8. So laß mich, Gott, stets dahin schauen, und dann mit starkem Muth auf dich, auch in der größten Noth, vertrauen. Du bist bei mir, das stärke mich. Wer dessen stets vers sichert ist, der lebt und stirbt getrost als Christ. 373 Chriftliches Verhalten gegen Gott. Mel. Gott hab' ich Alles heimges haft seyn, und mich, daß du stellt zc. mich läuterst, freu'n. 542. Wenn du burch willst, ich bin bereit, die Laſt 543. Wohlthätig find Widerwärtigkeit mich lautern Mel. Wer weiß, wie nahe mir zc. zu tragen, die du hier, mein Vater, mir auflegen willst; sie kommt von dir! der Erde Leiden; dieß glaub' ich fest, und murre nicht. Am Ende folgen ihnen Freuden; auf Nacht und Grau'n folgt Sonnenlicht. In Glauben und Gelassenheit vollend' ich diese Lebenszeit. 2. Kann ich, was deine Blicke seh'n, kurzsichtig, wie ich bin, versteh'n? Ist, was für Einen Augenblick sich mir als Glück darstellen mag, auch wirklich Glück? 3. Kaum seh' ich eine Spans ne weit; du siehst durch Zeit und Ewigkeit, und wählest, übergeb' ich mich getrost an dich, was ewig Wonne bringt, für mich. 4. Ich zittre zwar, denn ich bin schwach, bin sinnlich, eil' auch dem oft nach, was der, dem seinen wahren Werth dein Wort erklärt, nicht schätzen kann und gern entbehrt. 5. Die Selbstverläugnung fordert Muth; doch ist sie nicht ein köstlich Gut? Wer ist ein Christ, und gleicht nicht gern den Märtyrern, nicht gern auch Christo, seinem Herrn? 6. Wo ist der Held, den je ein Streit, wie hart und mühs voll er war, reu't, wenn er nur kämpfte wie ein Mann, das Feld gewann, und dann des Sieg's genießen kann? 7. Das werd' auch ich; denn beine Huld belohnet Hoffnung und Geduld. Ich will in jes dem Leiden dein, will stands 2. Durch Leiden will mich Gott bewähren, entwöhnen von der Lust der Welt; will mich das weise Streben leh ren, mit Ernst zu thun, was ihm gefällt. Ich soll mit kindlichem Vertrau'n auf ihn und seine Hülfe schau'n. 3. Würd' ich bei lauter Erdenfreuden, und in des Glüs ckes Sonnenschein so leicht der Thorheit Pfad vermeiden? so sehr der Sünde Lockung scheu'n? War' ich stets frei von Noth und Schmerz, wie leicht verführt war dann mein Herz! 4. Nichts predigt mir so laut die Lehre: Vergänglich ist die Luft der Welt! als Trübsal, wann die heiße Zähs re der Wehmuth auf die Wange fällt. Sie lehret mich Bes ständigkeit, Geduld und Gotts ergebenheit. 5. Wird einst der letzte Stab zerbrechen, auf welchen sich mein Arm gestützt wann Krankheit, Schmerz und Gram Chriftliches Verhalten gegen Gott. 374 mich schwächen, und macht und Reichthum mich nicht schüßt: dann folg' ich gern ber süßen Pflicht, zu suchen Gottes Angesicht. 6. Ja, Leiden sind die weis sen Wege, wodurch mich Gott zur Tugend führt; wohlthå tig sind die sanften Schläge, wodurch er mein Gewissen rührt. Ich ehre seine Vaterhand, die mir das Leiden zus gefandt. 7. Gott will, wie gute Vås ter handeln, durch Züchtigung mich auferzieh'n; ich soll vor ihm unsträflich wandeln, die Welt und ihre Lüste flieh'n; mich bilden in der Prüfungs, zeit zum Leben der Unsterbs lichkeit. 8. Ich nehm' in Demuth und Vertrauen den Kelch des Leidens willig an, und walle ohne Furcht und Grauen, auch auf der rauhsten Lebensbahn. Ihr Ende wird mich einst ers freu'n, mir Wonne, Ruh' und Friede seyn. 2. Geheiligt werd' der Nas me dein, dein Wort bei uns hilf halten rein, daß auch wir leben heiliglich, nach deinem Namen würdiglich; behüt' uns, Herr, vor falscher Lehr', das arm' verführet Volk befehr. Himmelreich, der du uns Alle heißest gleich Brüder seyn, und dich rufen an, und willst das Beten von uns han; gib, daß nicht bet' allein der Mund, hilf, daß es geb' von Herzens, grund. 5. Es komm dein Reich zu dieser Zeit, und dort hernach in Ewigkeit. Der heilig' Geist uns wohne bei mit ſeinen Gaben mancherlei, des Sas tans Sorg' und groß' Gewalt zerbrich, vor ihm dein' Kirch' erhalt. 4. Dein Will' gescheh', Herr Gott, zugleich, auf Erden, wie im Himmelreich, gib uns Ges duld in Leidenszeit, gehorsam seyn in Lieb' und Leid, wehr' und steur' allem Fleisch und Blut, das wider deinen Wil. len thut. 5. Gib uns heur' unser tågs lich Brod, und was man darf zur Leibes Noth; b'hüt uns, Herr, vor Unfried' und Streit, vor Seuchen und vor theurer Zeit, daß wir in guten Fries den steh'n, der Sorg' und Geis zes müßig geh'n. Gebet. Eigne Melodie. 6. All' unser' Schuld vers gib uns, Herr, daß sie uns nicht wie wir 544. Bater unfer im auch unsern Schuldigern ihr Schuld und Fehl vergeben gern; zu dienen mach' uns All' bereit, in rechter Lieb' und Einigkeit. 7. Führ' uns, Herr, in Vers suchung nicht; wenn uns der böse Geist anficht zur linken Christliches Verhalten gegen Gott. 375 und zur rechten Hand, hilf met? Jst des Gebetes Frucht uns thun starken Widerstand, nicht dein? Wer sich der im Glauben fest und wohls Pflicht zu beten schämet, der gerüst't, und durch des heil'gen schämt sich, Gottes Freund Geistes Trost. zu seyn. 8. Von allem Uebel uns erlöf, es sind die Zeit und Tage bds, erlöf uns von dem ew'gen Tod, und tröst' uns in der letzten Noth, bescher' uns auch ein sel'ges End', nimm unser' Seel' in deine Händ'. 9. Amen, das ist, es wers de wahr, stårk' unsern Glauben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln d'ran, das wir hiemit gebeten han, auf dein Wort, in dem Namen dein, so sprechen wir das Amen fein. Und 3. Sein Glück von seinem Gott begehren, ist dieß denn eine schwere Pflicht? seine Wünsche Gott erklären, erhebt dieß unsre Seele nicht? Sich in der Furcht des Höchs sten stärken, in dem Vertrau'n, daß Gott uns liebt, im Fleiß zu allen guten Werken, ist diese Pflicht für dich betrübt? 4. Bet oft in Einfalt deis ner Seelen; Gott sieht aufs Herz, Gott ist ein Geist. Wie können dir die Worte fehlen, wofern dein Herz dich beten heißt? Nicht Tone find's, die Gott gefallen, nicht Worte, die die Seunst gebeut. Gott ist kein Mensch; ein glaubig Lallen, das ist vor ihm Beredtfair feit. 5. Wer das, was uns zum Frieden dienet, im Glauben sucht, der ehret Gott. Wer das zu bitten sich erkühnet, was Er nicht wünscht, ents ehret Gott. Wer täglich Gott die Treue schwöret, und dann vergißt, was er beschwur, und klagt, daß Gott ihn nicht erhöret, der spottet seines Schöpfers nur. D. M. Luther. Mel. Wie groß ist des Allm. zc. 545. D ein Heil, o Christ, nicht zu verscherzen, sen wach und nüchtern zum Gebet! Ein Fleh'n aus reis nem gutem Herzen hat Gott, dein Vater, nie verschmäht. Erschein' vor seinem Ange fichte mit Dank, mit Demuth, oft und gern, und prüfe dich in seinem Lichte, und klage deine Noth dem Herrn. 2. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden, und im Gebet vor Gott zu steh'n! Der Herr des Himmels und der Erden, bedarf der eines Men, schen Fleh'n? Sagt Gott nicht: Bittet! daß ihr neh, in Leiden, wie göttlich er das 6. Bet' oft zu Gott, und schmeck in Freuden, wie freundlich er, dein Vater, ift. Bet' oft zu Gott, und fühl' 376 Chriftliches Verhalten gegen Gott. Leid versüßt. Bet' oft, wann Herz. Nicht dein gebognes dich Versuchung quålet; Gott Knie, nicht Thränen, nicht hort's, Gott ist's, der Hülfe Worte, Seufzer, Psalm und schafft. Bet' oft, wann inn Ton, nicht dein Gelübd' rührt rer Trost bir fehlet; er gibt Gott, dein Sehnen, dein Glaub' den Müden Stärk' und Kraft. an ihn und seinen Sohn. 7. Bet' oft, und heiter im Gemüthe, schau' dich an seis nen Wundern satt. Schau' auf den Ernst, schau' auf die Güte, mit der er dich geleis tet hat. Hier irrtest du in deiner Jugend, im Alter dort, er trug Geduld, rief dich durch Glück und Kreuz zur Tugend; erkenn' und fühle seine Huld. 8. Bet' oft, und schau' mit fel'gen Blicken hin in des Ewigen Gezelt, und schmeck in glaubigem Entzücken die Kräfte der zukünft'gen Welt. Ein Glück von Millionen Jah, ren, welch Glück! Doch ist's von jenem Glück, das dem der Herr wird offenbaren, der ihm hier dient, kein Aus genblick. 9. Bet' oft; durchschau' mit heil'gem Muthe die herzliche Barmherzigkeit deß, der mit seinem theuern Blute die Welt, der Sünder Welt, befreit. Nie wirst du dieses Werk ergründen; nein, es ist eine Gottes That. Erfreu' dich ihrer, rein von Sünden, und ehr' im Glauben Gottes Rath. 10. Bet oft; entdeck' am stillen Orte Gott ohne Zagen deinen Schmerz. Er schließt vom Herzen auf die Worte, nicht von den Worten auf das 11. Bet oft; Gott wohnt an jeder Stätte, in keiner minder, oder mehr. Denk' nicht: wenn ich mit Vielen bete, so find' ich eh' bei Gott Gehör. Gott ist kein Mensch; ist dein Begehren gerecht und gut, so hört's Gott gern; ist's nicht gerecht, so gelten Zähs ren der ganzen Welt nichts vor dem Herrn. 12. Doch säume nicht, in den Gemeinen auch öffentlich Gott anzufleh'n, und seinen Namen mit den Seinen, mit deinen Brüdern zu erhöh'n; dein Herz voll Andacht zu ents decken, wie es dein Mitchrist dir entdeckt, und ihn zur Ins brunst zu erwecken, wie er zur Inbrunst dich erweckt. 13. Bist du ein Herr, dem Andre dienen, so sey ihr Beispiel, sey es stets, und fei're täglich gern mit ihnen die sel'ge Stunde des Gebets. Nie schäme dich des Heils der Seelen, die Gottes Hand dir anvertraut. Kein Knecht des Hauses müsse fehlen; er ist ein Christ, und werd' ers baut! 14. Bet' oft zu Gott für deine Brüder, für alle Mens schen, als ihr Freund; denn wir sind Eines Leibes Glie, Chriftliches Verhalten gegen Gott. 372 der; ein Glied davon ist auch nem Geist, daß ich dein Kind dein Feind. Bet' oft, so wirst und ein Miterbe Jesu Christi du Glauben halten, dich prús sey; er stärkt mich auch im fen, und das Böse scheu'n, an Kreuz zu frommer Treu'. Lieb' und Eifer nicht erkals ten, und gern zum Guten weise seyn. Eigne Melodie. 540. Dir ir, dir, Jeho, va, will ich singen; wer ist an Huld und macht so reich, wie du? Dir will ich meine Lieder bringen; o gib mir deis nes Geistes Kraft dazu, daß ich es thu' im Namen Jesu Christ, wie es allein dir wohls gefällig ist! 2. Zieh mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn vereine mich mit dir; dein Geist in meinem Herzen woh. ne, und meine Sinnen und Verstand regier'; daß ich mich ganz, Herr, deinem Willen weiß, und in dem Frieden Gottes selig sey. 5. Wenn mich dein Geift selbst beten lehret, so bitt' ich nur: dein Will', o Herr, ges scheh'! und Alles wird von dir erhöret, was ich im Nas men deines Sohnes fleh', durch welchen ich mit dir vers einigt bin, und nehme von die Gnad' um Gnade hin. 6. Wohl mir, daß ich dich, Vater, habe! ich bin nun vols ler Trost und Freudigkeit, und weiß es, alle gute Gabe, die ich von dir verlange jederzeit, die gibst du; und thust übers schwänglich mehr, als ich vers stehe, bitte und begehr. 3. Verleih' mir, Höchster, folche Güte, so bet' ich dich in Geist und Wahrheit an; so preist aus dankendem Gemüs the mein frommes Lied, was du an mir gethan. Es hebt dein Geist mein Herz empor zu dir, und deinen Himmel ahn' ich dann schon hier. 4. Dein Geist treibt mich vor dich zu treten mit Seuf zern, die mir unaussprechlich find; er lehret mich recht glaus big beten, gibt Zeugniß meis 7. Wohl mir! ich ber in Jesu Namen, der mich zu deis ner Rechten selbst vertritt. In ihm ist Alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt'. Wohl mir, Lob dir, jetzt und in Ewigkeit, daß du mir schenkest solche Seligkeit! mel. Jesu, meine Freude zc. 547. Kommt, und laft uns beten! Oft vor Gott zu treten, ist der Christen Pflicht. Ruft! der Gott der Ehren wird als Vater hören; ruft mit Zuversicht! Naht zum Herrn; er sieht es gern, wenn die Kinder vor ihn treten. Kommt, und laßt uns beten! 378 Christliches Verhalten gegen Gott. 2. Betet, daß die Heerde mir Kraft in Schwachheit ge. nicht zerstreuet werde, die an ben, Geduld und Muth in Jesu hält. Betet für die jeder Noth; bei jedem Gram, Feinde, werdet betend Freuns bei jedem Schmerz ein ruhis be Freunde aller Welt. ges, zufriednes Herz. Welche Noth auch immer droht; dein Gebet und deinen Glauben muß sie dir nicht rauben. 3. Sieh in Freud' und Nds then deinen Jesus beten! Wer sein Junger ist, bet' in Geist und Worten, bet' an allen Orten, bete fiets als Christ. Ruf Gott an; er will und kann dich in aller Noth er quicken, liebreich dich beglüs cken. 2. Wie kann ich Trost und Ruhe finden, wenn mein Gewissen mich verklagt? wenn bei der Menge meiner Sün den mein Herz vor seinem Richter jagt? Nichts tröstet mehr, als ein Gebet, das, Gott, bei dir um Gnade fleht. - 4. Geh' in deine Kammer, flag' ihm deinen Jammer, der dich muthloß macht. Gott hat auf die Seinen dann auch, wann sie weinen, als ihr Hüs ter, acht. Gottes Herz fühlt unsern Schmerz; kann nicht ungerührt es tragen, daß wir jammerd klagen. 5. Scheint Gott auf dein Beten fern von dir zu treten, bleibt er d'rum doch nah'. Er wird die Getreuen endlich doch erfreuen, ist nur Glaube da. Sprich: mein Hort! es sagt dein Wort:" ruf, ich will dir Hülf erweisen, und du sollst mich preisen." 3. Muß ich um des Ges wissens willen ein Spott der Lasterhaften seyn, so ber' ich demuthsvoll im Stillen zu meinem Gott; er hört mein Schrei'n, nimmt väterlich sich meiner an, und stärkt mich auf der Tugend Bahn. 4. Ich will mich nie zu rå chen suchen, wann mich ein Feind zu krånken sucht; und dem will ich nicht wieder flus chen, der mir aus Unverstand geflucht. Nein, meine Nach' ist ein Gebet, das um Verges bung für ihn fileht. 5. Und wann ein Kummer. mich verzehret, den ich der Welt nicht klagen kann, dann ruf ich Gott, der mich erhd. ret, um Trost in diesem Kums mer an. Wer ihm sein Leid mit Zuversicht entdecket, den Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. verwirft er nicht. ich ihn an bei dem 548. Mein bester Troft Geschäfte des Standes, den in diesem Leben ist ein Gebet er mir verlieh, so fleh' ich zu meinem Gott. Dieß kann nicht umsonst um Kräfte; der Chriftliches Verhalten gegen Gott. 379 Gott der Stärke gibt mir fie. bleibt dem Alwissenden vers Er gibt aus väterlicher Huld borgen, der in des Herzens mir Segen, Klugheit und Tiefen blickt. Er bleibt mein Geduld. Vater, der mich liebt, auch wann er mich durch Leiden übt. 7. Wenn meine böse Lust zu dampfen, mir Schwachen Muth und Kraft gebricht, dann bitt' ich Gott; er hilft mir käms pfen, und gibt mir Muth zu jeder Pflicht; und, stark durch meines Gottes Kraft, bezwing' ich jede Leidenschaft. 8. Wenn ich im letzten Kampf des Lebens bei Nies mand Hülfe finden kann, so ruf ich Gott doch nicht vers gebens um seinen Trost und Beistand an, der, wann die Sprache mir vergeht, doch meine Seufzer noch versteht. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 4. Ja, das Gebet gibt Kraft im Leiden, erhebt zum Glaus ben unsern Geist, und hilft uns Alles, Alles meiden, was uns der Tugend leicht ent reißt; nur müssen unsre Bits ten rein und eines Christen würdig seyn. 549. Wann ich vor oft in heil'ger Einsamkeit zu 550. Wie füß, o Bas meinen Schepfer trete, und Mel. Ermuntre dich, mein schwas cher zc. ihm aus voller Seele bete, was fühl' ich da für Seligs keit! Mein Geist erhebt fich; Alles flieht, was mich zur Erde niederzieht. ter, ist die Pflicht, als Kind vor dich zu treten, voll Des muth und voll Zuversicht, o Gott, zu dir zu beten! Welch Glück, das Alles übersteigt, wird im Gebete mir erzeigt, wenn ich mit Kindestrene mein Herz dir, Vater, weihe! 2. Dann acht' ich nicht der niedern Freuden, durch die die Welt mit ihrer Pracht die Menschen, die sich d'rum beneis den, hier oft zu ihren Sclas ven macht, und freue mich des Glücks allein, Gott angenehm und werth zu seyn. 5. D'rum bitt' ich nicht in\ meinen Leiden:" Vater, nimm du sie von mir!" Auch bitt' ich nicht in meinen Freu den:" Erhalte, Schöpfer, diese mir" Nur um ein Gott ers gebnes Herz bet' ich in Freuden und im Schmerz. 5. Dann weichen auch die schwersten Sorgen; kein Leiden, dessen Last mich drückt, 2. Alwissender, ich bete nicht, um dich erst zu beleh ren; nicht in dem Wahn, was mir gebricht, das müsseft du gewähren; nicht, Wunder von bir zu erfieh'n; nicht, andern Pflichten zu entgeh'n; nicht, 380 Christliches Verhalten gegen Gott. träge, dich zum Segen durch land gründen. Geist des Bitten zu bewegen. D Herrn und des Gebets, laß in dem Glück und Unglück stets, zu meiner Tugend Ses gen, mit Gott mich Umgang pflegen! 3. Nein, guter Vater, nur um dich recht innig zu ems pfinden, zum Dank, zur Ehrs furcht feierlich die Seele zu entzünden, zur Demuth, Liebe, Freundlichkeit, zu findlicher Ergebenheit, zum Fleiß in gus ten Werken mein Herz vor bir zu stärken. 4. Wann ich in stiller Eins famkeit mein Herz zu dir ers hebe, dir, Vater, voll Zufries denheit mein Schicksal übers gebe; dann schöpf' ich für die Tugend Kraft, Muth in dem mit Ers Mel. Der du dein Wort mir haft zc. quickung in dem Leiden, und 551. 3 u dir, o Gott, das Hoffnung ew'ger Freuden. 5. Hier fleh' ich, warm von Bärtlichkeit, für meine Hers zensfreunde; im Geiste der Versöhnlichkeit, dem Mittler nach, für Feinde. Ich bete für das Wohl der Welt, der Obern, die mir Gott bestellt, um ruhig unter ihnen als Bürger treu zu dienen. Herz erheben, zu dir mit from mer Andacht fieh'n, um uns zum Guten zu beleben, und unsre Tugend zu erhöh'n, ist dein Befehl und meine Pflicht, und stärket meine Zuversicht. 6. Mit keiner Welt vertaus sche ich die wonnevollen Stun den, wo betend dich mein Herz, o dich, mein Vater, hat empfunden; wo ich mit Thrås nen vor dir stand, tief deine Vaterhuld empfand, die liebes voll mich führte, mit Weiss heit mich regierte. 7. Gott, laß mich nur durch Nüchternheit der Andacht Gluth entzünden, und der Erhörung Freudigkeit auf meinen Hei 8. Bin ich am Ziel von meis nem Lauf zu schwach, um laut zu beten, dann blick ich, Gott, zu dir hinauf, und will im Geiste beten. Noch sterbend, Bater, dank' ich dir, der du so vieles Gute mir im Leben bast erwiesen. Sen ewig, Herr, gepriesen! 2. Laß dieser Pflicht mich nie vergessen; laß mich, bes kannt mit ihrem Werth, es täglich und mit Dank ermess sen, welch Heil von dir mir widerfährt, von dir, der alle Menschen liebt, und allen gern, was gut ist, gibt. 3. Wann ich vor dich, mein Vater, trete, dir meinen stils len Wunsch vertrau'; wann ich in meinem Kummer bete, und auf zu dir um Hülfe schau'; dann sey mein Geist von Heuchelei, von Stolz und Eigendunkel frei. Chriftliches Verhalten gegen Gott. 4. Nie muff ich das von Einem will ich leben. dir begehren, was deine Weiss heit nicht erlaubt; nie bitten, das mir zu gewähren, was Andern ihre Wohlfahrt raubt. Denn du erhdrest kein Gebet, das zu des Undern Schaden flebt. 381 Du, du allein, du sollst es seyn; du sollst mein Troft auf Ers den, mein Glück im Himmel werden. 2. Dich, Jesum, laff ich ewig nicht; ich halte dich im Glauben. Nichts kann mir 5. Wünsch' ich mir Güter meine Zuversicht und deine dieser Erde, so sey auch dieß Gnade rauben. Der Glaus mein herzlich Fleh'n, daß ihr bensbund hat festen Grund: Besitz mir Mittel werde, der Brüder Wohlfahrt zu erhöh'n; daß ich, von Geiz und Kargs heit fern, mit Weisheit sie ges brauchen lern'. 7. Dann wird dir mein Gebet gefallen, und nie werd' ich mich hülflos seh'n; du, Herr und Vater von uns Allen, erhorst gewiß mein kind lich Fleh'n; gibst mir im Glück Zufriedenheit, in Trubsal Ruh' und Heiterkeit. Gesinnungen gegen Jesum. Mel. Was Gott thut, das ist sc. 552. Dich, Jefum, Laff ich ewig nicht, dir bleibt mein Herz ergeben. Du kennst dieß Herz, das redlich spricht: nur die deiner sich nicht schämen, die kann dir Niemand nehmen. 3. Dich, Jesum, laff ich ewig nicht; aus göttlichem Ers barmen gingst du für Süns der in's Gericht, und büßteſt für mich Armen. Aus Dank, barkeit will ich erfreut, um beines Leidens willen, die Pflicht der Treu' erfüllen. 6. Wünsch' ich bei kummers vollen Leiden von ihrer Last mich frei zu seh'n; und bitt' ich dich um Lebensfreuden; so laß mich, Gott, um das nur fleh'n, was deiner Weisheit Rath beschließt, und was mir 4. Dich, Jesum, laff ich wahrhaft nüßlich ist. ewig nicht; du stärkest mich von oben. Auf dich steht meine Zuversicht, wann meine Feins de toben. Ich flieh' zu dir; du eilst zu mir; wann mich die Feinde haffen, wirst du mich nicht verlassen. 5. Dich, Jesum, laff ich ewig nicht; das Kreuz foll uns nicht scheiden. Es bleis bet jedes Gliedes Pflicht, mit seinem Haupt zu leiden. Doch) all mein Leid währt furze Zeit; bald ist es überstanden, und Ruh' ist dann vorhanden. 6. Dich, Jesum, laff ich ewig nicht; nie soll mein Glaus be wanken; und wann des Leibes Hütte bricht, sterb' ich Christliches Verhalten gegen Gott. mit dem Gedanken: mein mehr irre geh'n. Laß meinen Freund ist mein, und ich bin Fuß auf deinem Pfade nicht fein; er ist mein Schußz, mein straucheln oder stille steh'n. Tröster, und ich bin sein Ers Du reines Licht, du Gnadens låster. glanz, füll' meine Seele ganz. 6. Im höchsten Glück, im tiefsten Leide nur dich zu lies für Eigne Melodie. 553. Dich will ich lies ich lebe, Pflicht und Freude. noch reiner lieb' ich, Jesu, dich, erhaben über Welt und Zeit, dort in der Ewigkeit. ben, meine Stärke, mein Heis land dort, mein Heiland hier, nicht nur mit Worten, auch durch Werke und immerwäh rende nur dir zu fols o niein Herz einst bricht. Eigne Melodie. gen, mein Licht, bis mir 554. Jest, meine Freus 2. Dich will ich lieben, o mein Leben! Du bist mein Herr, du bist mein Gott. Ich will dich sterbend noch erhes ben; du liebtest mich bis in dent Tod. Sieh, wie mein Aug', o Menschenfreund, des Dankes Thränen weint! de, bester Trost im Leide, höchstes Gut im Glück: alle meine Triebe richten stets in Liebe nur auf dich den Blick. Hab' ich dich, wie reich bin ich! Ohne dich kann ich auf Erden nimmer glücklich wers den. 382 3. Ach, daß ich dich so spåt erkannte, und dich, mein Trost und höchstes Gut, nicht frü, her meinen Retter nannte, da doch mein Heil auf die bes ruht! Es ist mir leid, ich bin betrübt, daß ich dich nicht ges liebt. 2. Wenn der Sünde Schres cken Zagen mir erwecken: Jes sus hebet sie. Mag der Tod sich nahen, mich das Grab ums fahen: Jesus läßt mich nie. mich schreckt nicht das Welts gericht; freudig, daß ich Jes sum sehe, blick ich auf zur Höhe. 3. Wer ist, der den Glaus ben meinem Herzen rauben, ihn erschüttern kann? Bei der Hölle Toben stimm' ich, Gott zu loben, Freudenlieder an. Mich bewacht des Mitts lers Macht; die kann aller Feinde Wüthen mächtig Ruh' 4. Ich lief verirrt und war verblendet; ich suchte Ruh' und fand sie nicht; ich hatte mich von Gott gewendet, da brang in meine Nacht ein Licht. Ich folgte ihm, da schenktest du mir wieder Sees lenruh'. 5. Erhalte mich in deiner Snabe, und laß mich nicht gebieten. Christliches Verhalten gegen Gott. 4. Lockt nur, Gold und reine Tugend, die er lehrte, Schäße, Ehre sey der Götze durch sein göttlich Leben ehrte; der betrognen Welt: mich sollt ihr nicht blenden, nicht von dem mich wenden, der mich treu erhält. Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 3. Der mit liebevollem Hers zen hohen, fesien Muth vers band; der selbst bei des Tos des Schmerzen Mitleid gegen die empfand, die mit Graus samkeit ihm fluchten, seine Qual zu mehren suchten; 5. Weich des Eiteln Liebe, weicht des Fleisches Triebe: Thoren täuschet ihr. Mich follt ihr, ihr Sünden, nie mehr willig finden; fliehet fern von mir. Uleppigkeit, Geiz, Hochmuth, Neid, ihr beschweret das Gewissen: euch will ich nicht wissen. 6. Weichet Sorg und Za gen! schweiget, bange Klagen! Jesus ist ja mein. Wenn mein Herz ihn liebet, muß, was jetzt betrübet, endlich mich erfreu'n. Hab' ich hie viel Angst und Müh': Jesu, auch im bångsten Leide bleibst du meine Freude! 383 4. Den kein Sturm des Schicksals beugte, der gerecht und tadellos sich in Wort und Werken zeigte, göttlich edel, göttlich groß, willig, freudig Glück und Leben für die Menschheit hingegeben. 2. Sollt' ich ihn nicht folgs sam preisen, der das Heil der Menschen ist? Nennt den Edeln, nennt den Weisen, welcher so, wie Jesus Christ, 5. O ich weil an deinem Bilde gern, erhabner Mens schenfreund, wo mit so viel sanfter Milde hohe Würde sich vereint; und zu jedem guten Werke find' ich Antrieb hier und Stärke. 6. Durch mein Leben dich zu preisen, sen mir hohe, heil'ge Pflicht; dich, den lies bevollen Weisen, dich, der Menschheit Heil und Licht! Aehnlich, Jesu, dir wers Eigne Melodie. 555.Jefum ewig zu ver, ben, ſey mein höchfies Ziel ehren, ist mir eine heil'ge auf Erden. Pflicht; seine weisheitsvollen Eigne Melodie. Geiste Licht, und zu jedem guten Wers 556. Meinen Jefum laff ke gibt sein Beispiel Kraft und Stärke. ich nicht; er hat sich für mich gegeben. Fordert es nicht Dank und Pflicht ihn zu lies ben, ihm zu leben? meines Lebens Licht; Jesum laff ich nicht. Er it meinea 384 Christliches Verhalten gegen Gott. 2. Durch ein Herz voll mel. O Jesu, wahrer Frömmigs Dankbarkeit, 2c. wenn ich übe, was er liebes 557. Preis, Chr und voll gebeut, halt' ich fest an seiner Liebe, traue dem, was er verspricht, und verlass ihn ewig nicht. Ehr' Dank, Erldser, dir! dich rühs met meine Seele. Den Fries den Gottes gibst du mir; was ist noch, das mir fehle? Du führst mich deinem Himmel zu; wo ist ein solcher Gott, wie du? 3. Er nur ist mein Theil und Ruhm bis an meines Lebens Ende; ihm geb' ich zum Eigenthum ganz mich bin in seine Hände. Er ist meine Zuversicht; meinen Jes sum laff ich nicht. 4. Wenn mein Auge schon verlischt, Wang' und Lippen sich entfärben, mich kein Labs sal mehr erfrischt, alle Sinne mir ersterben, und das matte Herz nun bricht, laff ich meis nen Jesum nicht. 5. Auch im Himmel ist er mir Leben, Licht und sel'ge Freude; dort belohnt er, was ich hier ihm zu Ehren willig leide. Dort schau' ich sein Angesicht: meinen Jesum laff ich nicht. 6. Weder Welt, noch Welts Iuft ist's, was mit Ruhe mich erfüllet; du nur, Jesu, du nur bist's, der des Herzens Wünsche stillet. Dich, mein Reichthum, Ruhm und Licht, dich, mein Jesu, laff' ich nicht. 7. Dich, mein Jesu, halt ich fest, lasse nichts von dir mich scheiden. Weh' euch, die ihr ihn vergeßt! ihr beraubt euch ew'ger Freuden.' Selig, wer in Wahrheit spricht: meis nen Jesum laff ich nicht. 2. Mein Glück ist's, deiner mich zu freu'n, von Herzen dich zu lieben; mein höchster Ruhm, dir werth zu seyn; was du gebeutst, zu üben; mein Trost, auf deinen Schutz zu trau'n, und meine Hoffe nung, dich zu schau'n. 3. Heil mir, ich bin dein Eigenthum; nichts soll von dir mich scheiden, nicht Wols luft, Güter oder Ruhm, nicht Schmach, nicht Tod noch Leis den; du hast mich durch dein Blut erkauft; auf deinen Tod bin ich getauft. 4. Du, der gern Allen Freus de gibt, du wirst mich nicht vernichten; du, der mich bis zum Tod geliebt, du wirst mich gnädig richten; wann Erd' und Himmel untergeh'n, werd' ich zum Leben aufers steh'n. 5. Nicht Trübsal mehr, nicht leid, noch Schmerz, bes trübt dort uns, die Deinen; nicht klagen mehr wird unser Herz, nur Freudenthränen weinen. Du, der für uns sein Leben gab, du trocknest alle Zähren ab. 6. Dort Christliches Verhalten gegen Gott. 385 gen! 6. Dort schauen wir und mich Heil und Troft erlan beten an vor deinem Anges fichte; wir, die wir hier im Dunkeln sah'n, wir werden dort im Lichte die Wunder deiner Liebe seh'n, und ewig deinen Ruhm erhöh'n. 7. Du, der uns dieses Heil erwarb, laß, Jesu, mich's ers werben; du, der für seine Menschen starb, laß, Jesu, dir mich sterben; gib, daß ich bir im Leben treu, getreu bis ' in den Tod dir sey. 8. Mit Furcht und Zittern laß mich stets nach deiner Gnade ringen; gib mir den Eifer des Gebets, zu dir mich aufzuschwingen; laß standhaft mich im Kampfe steh'n, ges trost den Pfad der Trübsal geh'n. 9. So lang ich noch als Fremdling hier in diesem Les ben walle, so schaff ein reis nes Herz in mir, ein Herz, das dir gefalle; so dank ich bir auf Erden schon, und reis ner einst vor deinem Thron. Mel. Dich, Gott, täuscht Wahn und zc. 558. S 2. Ich streb', o Jesu, hims melwärts; entzünde du doch selbst mein Herz mit Flams men reiner Liebe; damit ich gan; dein eigen sey, aus Welts sinn deinen Dienst nicht schen', und dein Gebot gern übe. Nach dir, nach dir, den ich faffe, und nicht laffe, ewig wähle, dürstet meine ganze Seele. 3. Hier seh' ich zwar dein Angesicht, o göttlicher Erlöser, nicht; dort werd' ich's einst erblicken. Doch kannst du hier durch deine Kraft, die müden Seelen Ruhe schafft, mich stärken und erquicken. Jeſu, hilf du, daß mein Glaube hier vom Staube mich erhebe mir des Himmels Vorschmack gebe. 4. Gott Vater, o wie preif ich dich! Von Ewigkeit her hast du mich in deinem Sohn geliebet. Mit dir hat Jesus mich vereint; er ist mein Brus der und mein Freund; was ist, das mich betrübet? Ewig liebt er. Ihn erwähle dir, o Seele, nur zum Freunde, und dann fürchte keine Feinde. ohn Gottes und des Menschen Sohn, du, hier mein Trost und dort mein Lohn, des Himmels großer König! Von ganzem Herzen lieb' ich dich. 5. Ihm, welcher Tod und Grab bezwang, ihm soll auch unser Lobgesang mit jedem Tag Hab' ich nur dich, so erschallen; dem Lamme, das rühret mich das Glück der Ers erwürget ist, dem Freunde, der de wenig. Laß mich, bitt' ich, uns nie vergißt, zum Ruhm Quell des Lebens, nicht vers und Wohlgefallen. Singet, gebens dich verlangen! Laß finget, Jesu Brüder, Freudens 25 386 Chriftliches Verhalten gegen Gott. lieder! Gottes Kinder, singt den Müden? den Bedrängten dem großen Ueberwinder! Trost und Ruh'? Sündern Gottes Frieden? Gibt sie mir die Zuversicht, daß ich, troß dem Grabe, deiner Ewigkeis ten Licht zu erwarten habe? 6. Wie freu' ich mich, o Jes fu Christ, daß du der Erst' und Letzte bist, der Anfang und das Ende! Du endest felig meinen Lauf, und nimmst mich einst zu dir hinauf; ich eil' in deine Hände. Amen! Amen! Ja, ich werde von der Erde freudig gehen, und dein Antlitz ewig sehen. Mel. Schwing' dich auf zu zc. 559. Sollte ich jest noch, da mir schon deine Gut' erschienen, dich verlassen, Gots tes Sohn, und der Sünde bienen? Mit den Lüsten die fer Zeit wieder mich befles cken, und nicht mehr die Ses ligkeit deiner Liebe schmecken? 2. Hab' ich doch allein bei bir meine Ruh' gefunden! Mittler, heiltest du doch mir alle meine Wunden! und ich follte dein Gebot, wie die Sünder, hassen, und mein Recht an deinem Tod wieder fahren lassen? 3. Nein, ich bin und bleib' ein Christ, halt auf deine Lehren, lasse feine Macht noch List wehren. Fielen tausend ab, nicht ich; mag's die Welt verdrießen! Sie wird mein Vertrau'n auf dich mir doch laffen müssen. 4. Beigt fie mir ein Heil, wie du? Bringt sie Kraft 5. Rettet sie mich, wann vor Gott einst die Völker stes hen, und das Leben und den Tod ihm zur Seite sehen? wann der Sich)' re nun zu spät aus dem Schlaf erwas chet, und der Spotter, der hier schmäht, glaubt, und nicht mehr lachet? 6. Dwie thdricht, wann ich mich noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes Huld genieße; da ich weiß, auf wessen Wort ich die Hoffnung gründe, daß auch ich unfehlbar dort Gnad' und Leben finde! 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, Trubsal nicht, nicht Freuden, sollen mich, mein Herr und Gott, jemals von dir scheiden. Sünde, Welt und Eitelkeit, und des Fleis sches Triebe, Alles überwind' ich weit, Herr, durch deine Liebe. Mel. Wieschön leucht't uns der ze. mit ben Glauben 500. Welch Glück, a Jesu, dein zu seyn, und hier in deinem Dienst allein mit Freuden sich zu üben! Wer liebt, wie du? Wer rettet mich? Wer gab sich in den Tod für mich? O, sollt' ich Chriftliches Verhalten gegen. Gott. 387 dich nicht lieben! Mein Theil, Christ; du, der einst starb und mein Heil! Dir ergeben sey mein Leben, sen mein Sters ben, deinen Himmel einst zu erben. ewig ist, lohnst dort mit hos hern Freuden. Selig, felig werd' ich enden; deinen Hans den, Herr, befehle ich noch sterbend meine Seele! 2. Herr, laß mich uners schüttert dein, im Tod und Leben treu dir seyn; dieß bitt' ich dich mit Thränen. Befrer 501. Wer mich von der Sünde Schmach; ihr Reiz ist groß; ich bin zu schwach, von ihr mich zu ents wöhnen. Tröst' mich, wenn ich über Alles meines Falles dann mich schäme, und zur Gnade Zuflucht nehme! 3. Zwar Alle, die sich, Jes fu, dir ergeben, drückt manch Leiden hier. Es fordert deine Liebe Gehorsam, Demuth, Wil ligkeit, Verläugnung mancher Eitelkeit, selbst meiner liebs sten Triebe. Und sie, die nie Laster meiden, fast kein Leis den hier empfinden, spotten mein bei ihren Sünden. 4. Doch, wanke, meine Seele, nicht! Gerecht ist Gott und sein Gericht; schau' über's Grab hinüber. Das Glück sen auch dem Sünder hold: die Tugend lohnt Gott nicht mit Gold; ist dir sein Heil nicht lieber? Glaube! bleibe treu, und streite: dir zur Seite hilft die Sünden dir dein Heis land überwinden. 5. Ja, dennoch bleib' ich, Herr, bei dir. Nichts raus bet meinen Himmel mir, nichts kann von dir mich scheiden. Du bist mein Heil; ich bin ein Mel. Seelenbräutigam! Jesu ze. er ist gut wie du, Stifter wahrer Ruh'? Jesu, Freund der Menschens kinder, Retter der verlornen Sünder, Licht und Seelens ruh' fließt von dir uns zu. 2. Herr der Herrlichkeit! zur bestimmten Zeit kamst du uns zum Heil auf Erden, warst zur Duldung der Beschwers den unsrer Niedrigkeit liebes voll bereit. 3. Du haft Schmerz und Noth, selbst den Kreuzestod, von der Sünde schweren Bans den uns zu lösen, ausgestans den; hast durch deinen Tod uns versöhnt mit Gott. 4. Deine Majestät, König und Prophet, will ich des muthsvoll verehren und auf deine Stimme hören; denn dein Reich besteht, wann die Welt vergeht. 5. Zieh zu dir mein Her;; laß in Freud' und Schmerz mich an deine Treue denken, und wann Noth und Furcht mich frånken, o so gib im Schmerz Muth und Troft in's Herz! 6. Bilde mich nach dir, daß ich eifrig bier mich in wahrer 25* 386 Christliches Verhalten gegen Gott. Sanftmuth übe, und wie du Eigne Melodie. Demuth liebe; Stolz und Stolz Fachbegier herrsche nie in 562. Wie wohl ist mit, mir. wenn Ich o Freund der Seelen, ich in deiner Liebe ruh'! traure nicht; was kann mich quälen? Mein Trost, mein Licht, mein Heil bist du. Bei dir vergess ich meine Leiden; denn, o wie viele hohe Freus den genieß ich nicht, vereint mit dir! Hier ist mein Hims mel schon auf Erden; wie könnt' ich jemals muthloß wers den? Du, du bist überall mit mir. 7. Neiget fich mein Sinn zu dem Eiteln hin; o dann warne meine Seele, daß sie nicht ihr Ziel verfehle! Len te meinen Sinn auf das Ew'ge hin. 8. Wecke stets mich auf, daß in meinem Lauf nichts von dir zurück mich halte, und mein Eifer nicht erkalte. Auf der Tugendbahn führ' mich himmelan. 9. In Versuchungszeit stårs ke mich zum Streit; laß mich wachen, und mit Beten kinds lich vor den Vater treten; bis nach Kampf und Streit mich der Sieg erfreut. 10. Will der Trubsal Nacht und der Menschen Macht meis ne bange Seele schrecken, müsse mich dein Schild bedes cken. hab' in solcher Nacht buldreich auf mich acht. 11. Einen edlen Muth, daß ich irdisch Gut, Alles, und auch selbst mein Leben mög' für's Gute willig geben; dies fen Heldenmuth gib mir, höchs stes Gut. 12. Soll's zum Sterben geh'n, laß auf dich mich seh'n, und auf deine Lieb' und Treue, daß ich mich im Glauben freue, um zu dir zu geh'n, um dein Heil zu seh'n. 2. Hab' ich, Erldser, dich zum Freunde, was fehlt mir dann? Du sorgst für mich. hätt' ich auch eine Welt voll Feinde; ich bin getrost, ich trau' auf dich. Auch wenn die Sünden mich verklagen, darf ich nicht rettungslos vers zagen; ich weiß, was du für mich gethan. Tråt' Alles wis der mich zusammen, ich bebe nicht; wer will verdammen? Gott nimmt sich meiner gnäs dig an. 3. Hier wall' ich zwar auf rauhen Wegen; doch du bist meine Zuversicht. Auch Leis den werden mir einst Segen; aus dunkeln Nächten strahit dein Licht. Nur Sünder zits tern vor dem Grabe; ich, der ich dich zum Freunde habe, kann über Tod und Grab mich freu'n; denn ich gehöre zu den Deinen. Bald wird nicht mehr mein Auge Christliches Verhalten gegen uns selbst. 389 weinen; bald werd' ich ewig schwerden hab' ich den Him, selig seyn. mel schon auf Erden; denn 4. Gelobet seyft du, Freund du bist durch den Glauben der Seelen! In deiner Huld, mein. Weg, Welt, mit deis wie wohl ist mir! Du liebest nen Schmeicheleien! Du hast mich; was kann mir fehlen? nichts mehr, mich zu erfreuen. Ich finde jedes Heil bei dir. Mein Freund ist mein, und In noch so drückenden Bes ich bin ſein! Christliches Verhalten gegen uns selbst. Achtung für Men re mich das Alles meiden, was meinen Menschenrang entehrt; denn jene Welt mit ihren Freuden ist auch des größten Opfers werth. fchenwerth. Mel. Wie groß ist des All, 2c. 503. Wie groß ist meis ne Menschenwürde, wie hoch mein Rang schon in der Welt! Dort werd' ich, daß ich selig würde, selbst Engeln Gottes zugesellt. Wie hoch bin ich fchon hier erhoben, wie herrs lich ist mein Erdenstand! ich kann Gott kennen, ehren, los ben, und dort ist einst mein - würde vergessen, noch sie je 4. Nie will ich meine hohe entweih'n; sie sey mein Adel, meine Zierde! Nie will ich ihrer unwerth seyn. Getren dem himmlischen Berufe will ich auf Jesu Vorbild seh'n, um stets zu einer höhern Stufe des Lichts zu ihm hinanzugeh'n. Vaterland. Selbstkenntniß. Mel. Wer nur den lieben Gott ze. 504. Wer bin ich? wel, 2. Mein Geist, bestimmt noch fortzuleben, wann dieser Leib in Staub zerfällt, wird über Sonnen sich erheben, in Wohnungen der bessern Welt. che wicht'ge Frage! Gott, lehre Erinnre mich an diese Wür sie mich recht versteh'n! Gib, de, Gott, deffen Hand mich daß ich mir die Wahrheit fage, dazu schuf! fie sen mir bei um mich so, wie ich bin, zu des Lebens Bürde Ermuns seh'n. Wer nicht sich selbst t'rung Trost und Tugendruf. 3. Sie stärke mich zu allen Pflichten, zu Allem, was dein Wort gebeut; das Alles freu, dig zu verrichten, sey hier für sich schon Seligkeit. Sie leb. recht kennen lernt, bleibt von der Weisheit weit entfernt. 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen; du schufft mich, Gott, zu deinem Preis. Mein Leben nüßlich anzuwenden, ist Christliches Verhalten gegen uns selbst. 390 mein Beruf, und dein Geheiß. Doch leb' auch ich, dein Eigens thum, wie mir's gebührt, zu deinem Nuhm. Ach, 3. Ich bin ein Christ nach dem Bekenntniß. Beweist es aber auch die That? öffne du mir mein Verständs niß, recht einzuseh'n, ob ich ben Pfad, den Jesus mir ges wiesen, geh', und ob ich auch im Glauben steh'. 8. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war und hier gethan. O laß mich's nicht bis dahin sparen, wo Reue nichts mehr helfen kann. Hier mache mich zum Hims mel klug, und frei von Bahn und Selbstbetrug. Vernünftige Selbsts liebe. 4. Du fennest meines Her, zens Tiefen, die mir selbst unergründlich sind; d'rum laß mich oft und ernstlich prüfen: Mel Gott, du frommer O trag ich bein Bild? bin ich 505. Du willst es, Gott dein Kind? Bewahre mich vor eitlem Wahn, der auch den Klügsten täuschen kann. 5. Wer Alles weiß, und doch verborgen und unbekannt sich felbst noch bleibt, wie kann der für sein Bestes sorgen? Was ist, das ihn zur Bessrung treibt? Sich selbst recht kens nen, ist Verstand; d'rum mache mich mit mir bekannt. Herr, mein Gott, ich soll mich felber lieben. Hilf denn mir diese Pflicht nach deiner Vors schrift üben, und schränke selbst den Trieb, froh und beglückt zu seyn, den du mir einges pflanzt, in heil'ge Grenzen ein. 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, mein Vater, das entdecke mir. Hab' ich der Wahrheit Weg erwählet, so gib, daß ich ihn nicht vers lier. Erleuchte mich mit deis nem Licht, so tauschen mich Verführer nicht. 7. Doch bin ich von dem Tugendpfade, der mich zum Leben führt, noch fern: so wecke mich durch deine Gnas be, daß ich ihn ernstlich su den lern'. Gib mir zur Beff', rung Lust und Kraft; du bist's, der beides in mir schafft. 2. Gib, daß mein ganzes Herz sich deiner Liebe weihe, das Gute willig thu', das Bds se ernstlich scheue. Wer als ein Christ sich liebt, der flieh' auch als ein Christ, was der Vernunft und dir, o Gott, zuwider ist. 3. Kein nied'rer Eigennut beherrsche meine Seele; und wenn zu meinem Glück ich Weg und Mittel wähle, so laß mich stets dabei auf Recht und Wahrheit schau'n, und nie mein Wohlergeh'n auf An drer Unglück bau'n. Chriftliches Verhalten gegen uns selbst. Selbstschätzung. 4. Kein Segen wohnt bei dem, der nicht das Unrecht meidet; das kann mein Glück nicht jevn, wodurch mein 506. Voir in dieſe Mel. Der du dein Wort mir haft zc. on Nachster leidet. Wer Unrecht liebt und thut, hat deinen Beis fall nicht; wie könne' er einst besteh'n vor dir, Herr, im Ges richt? Welt gerufen, steh'n, Schös pfer, alle Menschen hier auf vielerlei verschiednen Stufen der Kräfte, die du gabst, vor dir; nie gleich einander an Gestalt, an Neigung, Stans den und Gewalt. 5. Nie blende mein Ges muth der Eitelkeiten Schims mer! Die Welt mit ihrer Lust vergeht doch einft auf immer. Was hilft ein flüchtig Glück? Was nüßet eitle Pracht? Wo ist ein zeitlich Gut, das stets zufrieden macht? 6. Ein dir ergebnes Herz, ein unverleßt Gewissen, dieß, bieß allein kann uns des Les bens Müh' versüßen; dieß bleibt uns auch im Tod, und folget aus der Zeit, wann als les Andre weicht, uns in die Ewigkeit. 7. felig, wer darnach mit Ernst und Eifer trachtet, und für sein größtes Glück, Gott, deinen Beifall achtet. Der, nur der liebt sich recht; der findet in der Zeit schon wahre Ruh' und einst volls kommne Seligkeit. 391 8. Dieß sey mein Ziel, mein Fleiß! O segne mein Bestres ben; dann werd' ich wahrs haft froh schon hier auf Ers den leben; dann nur lieb' ich mich so, wie dir es wohlges fällt, lieb' über Alles dich, dich, Gott, und nicht die Welt. 2. Nicht Jeder hat, was Undre haben: und das ist Güte; denn du gibst dem diese, jenem andre Gaben, weil du, als Vater, Alle liebst; denn Einer sich des Undern freu'n. Alle sollen glücklich seyn, und 3. Beglücken, Herr, und glücklich werden, ist Aller Ruf, ist Aller Loos. Nur darum, Gott, ist der auf Erden gering und arm, der reich und groß; der hat mehr Kraft, der mehr Verstand; und jener braucht, was der erfand. 4. Wer hat mich Undern vorgezogen? Wer wieder ans dre Menschen mir? Du thuft's, durch freie Huld bewogen; benn alles Gute kommt von dir. Ich gab dir nichts zus vor, und ich bin Alles, was ich bin, durch dich. 5. Laß mich in meinem gans zen Leben mich meines Glücks und Vorzugs nicht zu Andrer Kränkung überheben, verkens nen nie der Demuth Pflicht; nicht blos auf meinen Vors Christliches Verhalten gegen uns selbst. 392 zug seh'n; nicht Andrer Gas ben stolz verschmäh'n! 6. Ja, meine Brüder will ich ehren, wie arm, wie nies drig sie auch seyn; sie köns nen meiner nicht entbehren, ich kann mich ohne sie nicht freu'n. Nimmt keiner meines Glücks sich an, wie arm, wie niedrig bin ich dann! 7. Wer eitler Ehre gern entbehret, und Tugend an Geringern gern erkennt und schäßt und ehrt, der ehret der Niedrigkeit und Hoheit Herrn. Wohl, wohl ihm! denn Bes scheidenheit ist aller Stånde Herrlichkeit. 8. Sie schmückt das Alter, gibt der Jugend Reiz, kies benswürdigkeit und Werth, und Glanz und Hoheit jeder Tugend, die eiteln Schimmer gern entbehrt; denn Demuth und Bescheidenheit ist unsre wahre Herrlichkeit. 9. Gib, Herr, zu allen deis nen Gaben auch diese: Laß vom Stolze rein, uns Alles brauchen, was wir haben, uns mit einander zu erfreu'n! Dann werden all' in deinem Reich an Seligkeit einander gleich. habe, vor Stolz und Uleber, muth! 2. Wenn ich vielleicht der Welt mehr, als mein Nächs ster, nüße: wer gab mir Kraft dazu? Und wenn ich mehr Verstand, als er besitzt, bes site: wer gab mir ihn, als du? 3. Wenn mir ein größer Glück, als ihn erfreut, bes gegnet: bin ich dein beffrer Knecht? Gibt deine Gütigs keit, die mich vor Andern segs net, mir wohl zum Stolz ein Recht? 4. Wenn ich, geehrt und groß, in Würden mich erblis cke: Gott, wer erhöhte mich? Ist nicht mein Nächster oft, bei seinem kleinern Glücke, viel würdiger als ich? 5. Wie könnt' ich mich, o Gott, des Guten überheben, und meines schwachen Lichts? Was ich besit, ist dein! Du sprichst; so bin ich Leben: du sprichst; so bin ich nichts. 6. Von dir kommt das Ges deih'n und jede gute Gabe, von dir, du höchstes Gut! Bewahre mich, o Gott, von dem ich Alles habe, vor Stolz und Uebermuth! Eigne Melodie. Sorge für die Seele. 507. W as ist mein Mel. Lobsinget! Gottes Huld und 2c. Stand, mein Glück, und jes 508. E de Gabe? Ein unvers gute rwache, Sohn dientes Gut. Bewahre mich, der Ewigkeit! entreiße dich o Gott, von dem ich Alles der Dunkelheit, und strebe Christliches Verhalten gegen uns selbst. mit entzücktem Sinn zum hos hen Ziel der Weisheit hin! Mensch, du bist Geist! 2. Die Tausend Wunder seiner Welt hat Gott umsonst nicht aufgestellt; mit Forschers blick sollst du sie seh'n, und ihres Schöpfers Ruhm ers bsh'n; du, Wunder selbst! 3. Gott lenkt mit Weisheit, was er schuf; und dir ertönt der innre Ruf: beacht' es, wie dein Gott regiert, und Alles, Alles herrlich führt, in Macht und Huld! 560. Nach meiner Sees Mel. Es ist gewißlich an der Zeit zc. le Seligkeit soll ich hier eifrig streben; d'rum will ich, Vater, meine Zeit in Leichtsinn nicht verleben. Wie könnt' ich sonst vor dir besteh'n? Wer in dein Reich wünscht einzugeh'n, muß reines Herzens werden. 2. Erst an dem Schluß der Lebensbahn auf sein Verders ben sehen; wann man nicht sündigen mehr kann, dich um Erbarmung flehen, das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht in deis nem Wort bezeichnet. 3. Du rufft uns hier zur Heiligung; so laß denn schon auf Erden des Herzens wahre Besserung mein Hauptgeschäfte - 6. Es leuchtet dir auch; werden. Gib dazu Weisheit, sen ein Christ! Dann wird dir's klar, was Wahrheit ist. Dir stürzt des Aberglaubens Reich; es schwingt dein Geist fich, Engeln gleich, zum hs hern Licht. Lust und Trieb! Nichts sey so groß, nichts mir so lieb, das ich dir nicht aufopfre. 4. Gewann' ich auch die ganze Welt mit allen ihren Freuden, und sollte das, was dir gefällt, o Gott, darüber meiden: was hülfe mir's? kann auch die Welt mit Allem, was sie in sich hålt, mir deis ne Huld ersetzen? 5. Was führt mich zur Zus friedenheit schon hier in dies fem Leben? Was kann mir 4. Erkenne, was die Menschheit ehrt, und reine Freuden ihr gewährt. Erhebe deines Geistes Blick vom wandelbas ren Erdenglück zum höchsten Gut. 5. Dich selbst, dein Stres ben, deine Kraft erforsche stets gewissenhaft, und wandle, blins dem Wahn entfloh'n, im Lichte der Religion; es strahlt aus Gott. 393 Lebens Hauch entflieh'n; o Weisheit! du wirst mich ers freu'n, und mich zum Anschau'n Gottes weih'n in Ewigkeit. 7. Weisheit, Weisheit, leite mich! ich bin ein Christ, und liebe dich. Ich fühle fie, die rege Kraft, die Gott in meiner Seele schafft, dir treu zu seyn. 8. Mag jeder Reiz der Welt verblüh'n; mag dieses 594 Christliches Verhalten gegen uns selbst. übel oder wohl gefallen. Troft und Freudigkeit auch mag Fleisch und Blut in Allem selbst im Tode geben? Nicht Menschengunst, nicht irdisch Glück; nur deine Gnade, nur ein Blick in jenes Lebens Freuden. 6. Nach diesem Kleinod, Herr, laß mich vor allen Dins gen trachten, und, ist die Welt mir hinderlich, die Welt mit Muth verachten. Daß ich auf deinen Wegen geh', und im Gericht vor dir besteh', sey meine größte Sorge. 3. Ihr habt Ursach' zu bes kennen, daß in euch noch Sünde steckt; daß ihr Fleisch von Fleisch zu nennen, daß euch lauter Elend deckt; und daß Gottes Gnadenkraft nur allein das Gute schafft; ja, daß außer seiner Gnade, in euch nichts, denn Seelens schade. 7. Doch, was vermag ich, wenn du nicht vor Trägheit mich beschüßest, und mich zur Treu' in dieser Pflicht mit Kräften unterstützest? O stårs ke mich, mein Gott, dazu! so find' ich hier schon wahre Ruh', und dort ein ewig les ben. 4. Selig, wer im Glauben tampfet, felig, wer im Kampf besteht, und die Sünden in sich dämpfet, selig, wer die Welt verschmäht. Unter Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach; wer den Hims mel will ererben, muß zuvor mit Christo sterben. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, sondern tråg' und låffig seyn, eure Neigung zu bezwingen, so bricht eure Hoffs nung ein; Streit nel. Freu' dich sehr, o meine zc. 570. Schaffet, schaffet, und Krieg folget niemals rechs ter Sieg: wahren Siegern wird die Krone nur zum beis gelegten Lohne. 6. Mit der Welt sich lustig machen, hat bei Christen keine Statt: fleischlich reden, thun und lachen, schwächt den Geist und macht ihn matt. Ach, bei Christi Kreuzesfahn' geht es wahrlich niemals an, daß man noch mit frechem Herzen sicher wolle thun und scherzen. 7. Furcht muß man vor Gott stets tragen, denn er kann mit Leib und Seel uns zur Hölle Menschenkinder, schaffet eure Seligkeit! bauet nicht, wie freche Sünder, nur auf ges genwärt'ge Zeit; sondern schaus et über euch, ringet nach dem Himmelreich, und bemühet euch auf Erden, wie ihr könnet ses lig werden. 2. Daß nur dieses mög' ges schehen, müßt ihr nicht nach Fleisch und Blut, und dessels ben Neigung gehen; sondern, was Gott will und thut, das muß einzig und allein eures Lebens Richtschnur seyn, es Christliches Verhalten gegen uns selbst. 395 niederschlagen; er ist's, der Weisheit sey; meinen Fleiß des Guten Quell, und, nach dem es ihm beliebt, Wollen und Vollbringen gibt. O so laßt uns zu ihm gehen, ihn um Gnade anzuflehen. 8. Und dann schlagt ihr, Christus Glieder, die der Geist des Höchsten regt, in den Kreuzestod darnieder, was zum Bösen euch bewegt. Hauet Hånd' und Füße ab, was euch argert, senkt in's Grab, und denkt mehrmals an die Wor, te: dringet durch die enge Pforte! 9. Sittern will ich vor der Sünde, und dabei auf Jes sum seh'n, bis ich seinen Beis stand finde in der Gnade zu besteh'n. Ach, mein Heiland, geh doch nicht mit mir Ars men in's Gericht! Gib mir deines Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen. 10. Amen, es geschehe, Amen, Gott versiegle das in mir; auf daß ich in Jesu Nas men so den Glaubenskampf ausführ'. Er, er gebe Kraft und Stärk', und regiere selbst das Werk, daß ich wache, bete, ringe, und also zum Himmel dringe. darauf zu lenken, siehe mir aus Gnaden bei. Denn was eitler Wahn der Welt oft für hohe Weisheit hält, fördert nicht mein Wohlergehen, und kann nicht vor dir bestehen. 2. Weisheit ist's, mit Ernste trachten, sich von Mängeln zu befrei'n; sich nicht schon vollkommen achten, und den Eigendünkel scheu'n; oft auf seine Fehler seh'n, reuig sie vor Gott gesteh'n; eifrig stets nach Besf'rung streben, und doch nie sich stolz erheben. 3. Weisheit ist es, Alles meiden, was mit Neu' das Herz beschwert, fern sich hals ten von den Freuden, die der Sünde Dienst gewährt; eiteln Ruhm, der bald verblüht, Lust, die im Genusse flieht, nicht für wahre Wohlfahrt achten; stets nach bessern Gütern trachten. 4. Weisheit ist es, Gottes Gnade sich zu seinem Ziel ers seh'n, und auf seiner Wahrheit Pfade diesem Glück entgegen geh'n; gern nach Gottes Wil len thun; froh in seiner Fus gung ruh'n, leidend durch Ges duld ihn ehren, nicht im Gras me sich verzehren. Streben nach Weisheit und Tugend. 5. Weisheit ist es, stets bes denken, daß, was irdisch ist, vergeht; Wunsch und Hoffs nung dorthin lenken, wo das seine Mel. Freu' dich sehr, o meine sc. 571. Lehr, o Gott, mich Blicke unverwandt auf bas recht bedenken, was die wahre wahre Vaterland richten, und 396 Christliches Verhalten gegen uns ſelbst. mit Ernste streben, für die laß, Herr, mich achtsam seyn; Ewigkeit zu leben. 6. Weisheit ist es, Chris stum ehren, seiner Mittlers huld vertrau'n; glaubig seine Stimme hören, und auf seis nen Wandel schau'n. Solche Weisheit kommt von dir; Herr verleihe sie auch mir; laß sie mich zu allen Zeiten auf des Friedens Wege leiten. laß mich die Eigenliebe und jeden Dunkel scheu'n. Will Wollust, Zorn und Geiz mein schwaches Herz berücken, hilf mir sie unterdrücken, besiegen ihren Reiz. 5. Auf dich nur will ich ses hen; gestärkt durch dich, o Herr, den Streit mit mir bes stehen, er sey mir noch so schwer. Du unterstüßest mich, mich selber zu bekämpfen, der Lüfte Macht zu dâmpfen; ich fiege, Gott, durch dich. Mel. Die Tugend wird durch's ic. 573. S Selbstbeherrschung. Mel. Von Gott will ich nicht zc. 572. Mich selbst muß ich bezwingen, um dir, Gott, treu zu das Gute zu vollbringen, der Sünde Lust zu scheu'n, muß ich, mit Chris stenmuth, den Kampf der Tus gend wagen, mir manchen Wunsch versagen, und jedes falsche Gut. chwer ist der Kampf! denn nur errungen will jeder Preis der Tugend senu; wer bis zum Ziele durchgedrumgen, kann sich der Siegeskrone freu'n. Hier ist der Kampfplatz jeder Tugend, 2. Jch foll kein Uebel flies, das angewief'ne llebungsfeld; hen, wenn mir die Pflicht ges hier, wo das Alter, wie die beut, mich ihm zu unterzies Jugend, wankt, strauchelt, hen; soll mit Entschlossenheit und gar öfters fällt. da, wo Gefahren sind, aus Pflicht Gefahr nie scheuen, um mich des Lohns zu freuen, den Kampf und Sieg gewinnt. 2. Schwer ist es, Lüfte zu besiegen, für die das Herz empfänglich ist, das, oft ges neigt, sich zu betrügen, schon wählt, eh' sich der Geist ents schließt. Es strömt die Lust durch alle Sinnen in's offne Herz und siegt geschwind!Schwer ist's, den Sieg da zu gewinnen, wo in uns selbst die Feinde sind. 3. Die Tugend soll der Macht der Sinnen, dem Spott 3. Wer gibt mir zum Ges schäfte der Selbstbeherrschung Kraft? Wie schwach sind meine Kräfte! wie stark die Leidens schaft! Du, Vater, kannst alls ein zu meinem treuen Streben mir Muth und Stärke geben, und mir den Sieg verleih'n. 4. Auf jeden meiner Triebe Christliches Verhalten gegen uns selbst. 392 der Welt, der Eitelkeit der schaft, Herr, verbinde uns in Eiege schwersten abgewinnen: dem Kampfe wider jede Süns ein großer, aber edler Streit! de, daß der Versuchung keiner Sie soll die feinsten Lieblingss unterliege, daß jeder siege. sünden, erregter Leidenschaften Macht und böse Wünsche überwinden, schon früh im Herzen angefacht. 3. Laß ihren Eifer in der Tugend Werken mich seh'n, und meinen Fleiß und Eifer stärken, um nicht, wenn sie dein Werk mit Eifer treiben, zurück zu bleiben. 4. Wahr ist es: ach! nicht leicht errungen wird hier des Sieges Krone seyn; und doch ist's Tausenden gelungen, die nun sich ihres Sieges freu'n! Verzage d'rum nicht, edler Streiter! Schwer ist dein Kampf, doch groß dein Lohn. Ermanne dich, und dringe weiter, bis zu des größten Siegers Thron. 4. Laß mich mit Luft den Rath der Weisen hören, und mache sie geneigt, mich zu bes lehren; und, brauch' ich Trost, mich, ihren Miterlösten, mits leidig trösten; 5. Ja, ring' ihm nach, dem Sieger! streite, bis du die Krone einst erringst, und an des Ueberwinders Seite Triumphs gesänge feiernd fingst. Dort wehen einst der Sieger Pals men, hier übt die Tugend sich im Streit; dort schallt dein Lob und ihre Psalmen von Ewigkeit zu Ewigkeit. Umgang mit guten Menschen. 5. Daß sie mich liebreich warnen, eh' ich falle; und mir's entdecken, wenn ich richtig walle, wie ich der wahs ren Tugend Hindernisse bes siegen müsse. 6. Sind wir nicht darum deine Kinder, Brüder; und Alle, Vater, Eines Leibes Glies der, daß wir, um Einen Hims mel zu besißen, einander nüßen? 7. Nun darum laß, Erbar mer, uns zusammen einander stets zur Tugend mehr ents flammen; und so vereint, o laß es uns gelingen! zum Himmel dringen! Mel. Oliebster Jesu, was hast zc. 574. In Einsamkeit. deiner Liebe, Mel. Gott des Himmels und zc. Gott, nicht zu erkalten, will ich deinen bern halten; burch ſie erleuch- 575. Ja, zur Stille will tet, freudiger mit ihnen nur bir zu dienen. 2. Der Heiligung Gemeins ich fliehen, will durch Einges zogenheit dem Geräusche mich entziehen, das mich stdret und Christliches Verhalten gegen uns selbst. 398 zerstreut; ruhig will ich und allein, Gott, mit dir beschäfs tigt seyn. willst, zu thun; hab' auch dann durch deine Huld in der Trübsal mehr Geduld. 2. Nicht aus Wahn, noch 8. Und so kehr' ich, theure Aberglauben, oder nur aus Eigensinn; nicht, der Welt den Fleiß zu rauben, den ich Brüdern schuldig bin; weder wild noch menschenscheu; nicht aus Stolz und Gleißnerei. Brüder, freudiger zu dem zurück, was mein Amt ist; lebe wieder unter euch für euer Glück; um euch nützlicher zu seyn, um mich auch mit euch zu freu'n. 3. Nur zu prüfen mehr im Etillen, wie entschlossen, wie getreu, deinen Willen zu ers füllen meines Herzens Vor satz sey; ob, von niedrer Selbsts sucht fern, ich dir redlich dien' und gern? 4. Jeder Täuschung dann entriffen, seh' ich näher, Gott, mein Ziel; freier sieht auch mein Gewissen, wo ich siegte, Gewissenhaftigkeit. Mel. Ich halt' an meinem Gott zc. wo ich fiel: stärker flammt 570. D welch ein un mein Herz sich dann zu der Tugend Kämpfen an. 5. Mehr empfind' ich deine Liebe, wo mich kein Geräusch zerstreut, stårker deines Geis stes Triebe, mehr der Zukunft Herrlichkeit; heller seh' ich dein Gericht, mehr die Würde meiner Pflicht. schätzbares Gut ist doch ein rein Gewissen! Besitz' ich das, so hab' ich Muth, wenn Ans bre zagen müssen. Dann zittert meine Seele nicht; mich schreckt kein Tod und kein Ges richt; ich habe Gott zum Freunde. 6. Wohl mir, Gott, denn ich gewinne dann für meine Pilgerschaft über alle meine Sinne mehr Gewalt, mehr Licht und Kraft; deiner Gnas de mir bewußt, mehr zum Guten Muth und Lust. 9. Aber meine Seel' erhebet nur zu dem, was sie er for, zu dem Himmel, dem fie lebet, sich mit leichterm Flug empor, daß, von jeder Bürde frei, sie nun bald ganz felig sey. 7. Wenn, in dir geweihter Stille, meine Leidenschaften ruh'n, werd' ich fester, strebt mein Wille froher, was du 2. Herr, deines Beifalls mir bewußt, freu', ich mich deiner Gnade; dein Friede wohnt in meiner Brust, und wer ist's, der mir schade? Ich seh' auf dich in jeder Noth, womit die Zukunft mich bes droht; mich tröstet deine Liebe. 3. Und ob ich auch oft låsterung und Schmach hienies den dulde; so ist mir's dock Chriftliches Verhalten gegen uns selbst. 399 Beruhigung, daß ich sie nicht auf meiner dunkeln Bahn gab verschulde. mir der Schöpfer das Ge wissen; es zeigt mir jeden Irrweg an; es ist ein heis liges Gericht, durch das die Stimme Gottes spricht. Erhalt' ich mein Gewissen rein, und meid' ich auch des Bösen Schein; dann wirst du, Herr, mich schützen. 4. Ich sehe mit Zufriedens heit der künft'gen Welt entgegen; sie gibt mir Muth und Freudigkeit auf allen meinen Wegen. Dort macht, Wahrs haftiger, dein Mund den wah ren Werth der Menschen kund, bort wird der Fromme siegen. 2. Hätt' ich ein Paradies auf Erden, und wäre Frevels mir bewußt; es würde mir zur Hölle werden; denn Hölle war' in meiner Brust! O jes des Kleinod gåbest du bei ih ren Qualen hin um Ruh'. 5. Bewahre denn, o Vas ter, mir ein unverletzt Ges wissen. Nie werde dieses Kleinod hier durch Sünde mir entriffen. Dein heilig Recht nie zu entweih'n, und deiner Huld gewiß zu seyn, sey meine größte Sorge. 3. Und ob ich über's Meer entfishe, und eine grause Wüste mir zu meiner Wohnung ausersähe; ein bds Gewissen folget mir. Kein Jauchzen kann es überschrei'n, fein Bild der Wollust schläfert's ein. 6. Laß mich, was mein Ges wissen spricht, als Stimme Gottes ehren; laß mich mit Widerwillen nicht auf seine Warnung horen. Erinnert's mich an meine Schuld, so laß mich, Vater, deine Huld voll Reu' und Glauben suchen. 4. Wohl dem, der in sich selber findet, was ihm die Welt nicht geben kann; ſein. Glück auf das Bewußtseyn gründet, treu hab' er seine Pflicht gethan; der höher als den Ruhm der Welt, ein freus diges Gewissen hält! 7. Mit deinem Beifall trd ste mich, und stärke meine Seele, daß sie vor Sünden hüte sich, und nie aus Vorfats fehle. Denn wer stets reines Herzens ist, nur der kann, als ein wahrer Christ, sich deines Beifalls freuen. 5. Es lehrt mich, wenn ich schuldlos leide, Geduld, auch in der größten Pein; ein dürfs tig Glück, die kleinste Freude, wird mir, mit ihm, Entzücken seyn. Der Friede wohnt in meiner Brust, bin ich mie Böses nicht bewußt. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 6. Und einst, wann ich volls endet habe, wann Todess Nacht mein Auge deckt; wohl meinem dann am Grás 577. 3um Trost in meis be, daß mich kein inn'rer Rich, nen Kümmerniffen, zum Licht ter schreckt! Dann, Trost der Christliches Verhalten gegen uns selbst. Unschuld, führest du mich eis und voll Hochmuth schmeis nem ew'gen Frieden zu! cheln. Wachsamkeit. 6. Aber bet' auch stets das bei, bete bei dem Wachen! Gott muß dich von Trägheit frei und behutsam machen. Er Munterkeit auf Eigne Melodie. 578. Mache dich, mein dem rechten Pfade durch ers Geist, bereit! wache, fleh' und-betne Gnade. bete! Schlummre nicht in Sicherheit; du erwachst zu spåte, wenn die Noth und der Cod dich vielleicht in Sünden unbereitet finden. 2. Wache! dir ist unbekannt, ob dich nicht auf Erden Prus fungen von Gottes Hand noch betreffen werden. Der fällt leicht, dem daß er mel. Der du dein Wort mir zc. ficher siehe auf der Eugend 579. Nicht, daß ich's Höhe. 3. Wach'! sonst bringt des Feindes List dich zu schweren Sünden. Er kann, wenn du schläfrig bist, leicht dich über winden. Gott läßt zu, auch du, wenn du sorglos wallest, in Versuchung falleft. Tugend bleibt noch schwach; schon ergriffen hätte; die beste doch, daß ich meine Seele rette, jag' ich dem Kleinod eifrig nach; denn Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. daß 400 4. Wache! daß dich nicht die Welt durch Gewalt bes zwinge, oder, wenn sie sich verstellt, listig an sich bringe. Wach' und sieh, daß dich nie die Verführer fällen, die dir Netze stellen! 7. Nun so will ich immers dar wachen, fleh'n und beten, und vermehrt sich die Gefahr, brünstiger noch beten. In der Noth, selbst im Tod, werd' ich froh bestehen; Gott wird mich erhöhen. 2. So lang ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böſe Lust stirbt niemals ganz in unsrer Brust. 5. Wach' und hab' auf dich 3. Nicht jede Besserung ist wohl acht! Trau' nicht dei- Tugend; oft ist sie nur ein nem Herzen! Leicht kann, wer Werk der Zeit. Die wilde es nicht bewacht, Gottes Huld Hitze roher Jugend wird mit verscherzen. es ist voller den Jahren Sittsamkeit; und List, kann sich selber beucheln, was Natur und Zeit gethan, fiebt Christliches Verhalten gegen uns selbst. fieht unser Stolz für Tus Wir werden im Geräusche gend an. ner 4. Oft ist die Uend'rung deis Seele ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, daß Stolz und Ruhmsucht quas le, und dämpfst fie; doch du wechselst nur; dein Herz fühlt einen andern Reiz, dein Stolz wird Wollust oder Geiz. 5. Oft ist es Kunst und Eigenliebe, was Andern strenge Tugend scheint. Der Trieb des Neids, der Schmähsucht Triebe, erweckten dir so mans chen Feind; du wirst behuts sam, schränkst dich ein, fliehst nicht die Schmähsucht, nur den Schein. 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der Andern Tugend fällt, so werde nichts dein Herz vers führen; doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 401 7. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen. Du scheinst von Rachsucht dir befreit; jetzt soust du eine Schmach verschmerzen, und sieh, dein Herz wallt auf und draut, und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst gescholten schwach, und geben endlich strafbar nach. 9. Du opferst Gott die leichs tern Triebe durch einen strens gen Lebenslauf; doch opferst du, will's seine Liebe, ihm auch die liebste Neigung auf? Dieß ist das Auge, dieß der Fuß, die sich der Christ ents reißen muß. 10. Du fliehst, geneigt zu Ruh' und Stille, die Welt, und liebst die Einsamkeit; doch bist du, fordert's Gottes Wille, auch dieser zu entflieh'n bereit? Dein Herz haßt Habsucht, Neid und Zank; flieht's Unmuth auch und Müßiggang? 11. Du bist gerecht; d'rum auch bescheiden? Liebst mäßig, keit; d'rum auch Geduld? Du dienest gern, wann Andre leis den; vergibsi du Feinden auch die Schuld? Von allen Las stern sollst du rein, zu aller Tugend willig seyn. 12. Eey nicht vermessen! Wach' und streite; denk' nicht, daß du schon g'nug gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite, die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sichers heit droht dir den Fall; d'rum wache stets, wach' überall! Mel. An Wafferflüffen Babyl. zc. ard. Oft denkt, wann wir 580. Wenn ich, o Gott, 8. der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegen, so regt sich unsre Leidenschaft. von dir geführt, auf deinen Wegen wandle; wenn ich, durch deinen Geist regiert, nach dei 26 Christliches Verhalten gegen uns selbst. 402 nem illen handle; wenn mir mein Herz das Zeugniß gibt, daß meine Seele mehr dich liebt, als alles Gut der Erden: so kann ich dieser Seligkeit durch Stolz und durch Vermessenheit gar leicht verlustig werden. 2. Wie bald erliegt ein sichrer Sinn, bekämpft durch seine Lüste; sieht ruhig auf Gefahs ren hin, wovor er zittern müßte. Vollkommen glaubt er schon zu seyn; denkt, diese Sünde sey nur klein, und jene Pflicht nicht wichtig: nun ist er seinem Falle nah', fällt uns vermerkt, und glaubt noch da, er und richtig. wandle fet ach inhere, 3. So schwach ist, der Mensch! so bald Šüns de fortgeriffen; sein Eifer wird gar leichtlich kalt, nachgebend sein Gewissen. Weh' ihm, wenn er vermessen ist, wenn feine Schwachheit er vergißt, in sich nur Stärke siehet! Der Irrthum und die Sinnlichkeit besiegen ihn in kurzer Zeit, wenn er nicht wacht und flies het. 4. D'rum lehre mit Behuts famkeit auf meine Bahn mich schauen, laß nie mich, Gott, in Sicherheit auf meine Tus gend trauen. Wenn mich Ver, suchungen bedroh'n, so zeige sie von fern mir schon, daß ich mich zeitig rüste. Bedachtsam wende sich mein Blick auf diese Welt, auf Zeit und Glück, und auf die Macht der Lüste. 5. So werd' ich, Gott, von dir geführt, auf deinen Wegen wandeln, durch deinen guten Geist regiert, nach deis ner Vorschrift handeln; ich werde nicht durch Sicherheit, durch Stolz und durch Vers messenheit von deinen Rechs ten weichen. Heil allen Froms men! Heil auch mir! Wir werden, Preis und Dank sey dir! des Glaubens Ziel ers reichen. Weiser Gebrauch der Zeit. mel. Befiehl du deine Wege zc. 581.Bestimme meinem Pfade, Herr, wie du willst, sein Ziel! Du schenkest mir der Gnade, auf kurzem Weg auch, viel; du, Vater, gabst das Les ben, und dein Kath weiß es wohl, was er dem Kinde ges ben, wie lang es leben soll. 2. Jm hellen Sonnenglanze, im fanften Morgenlicht, im bunten Blüthenkranze, den uns der Frühling flicht, im golds nen Fruchtgefilde, und in des Winters Ruh' sprichst du mit Vatermilde dem Menschen freundlich zu. 3. Wer überall dich findet, du, Höchster, groß und gut, auf dich sein Hoffen gründet, und seinen Trost und Muth, dem wurde mehr gegeben in engbeschränkter Zeit, als auch Chriftliches Verhalten gegen uns selbst. 403 das lånafte Leben dem Uns Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz ic. dankbaren beut. 4. Daß wir vereint mit Uns 582. G ilt, furze Tage dern, in Frieden, Hand in Hand das Erdenthal durch wandern in's beffre Vaterland, daß Recht und Lieb' und Treue, in aller Freud' und Noth, uns für den Himmel weihe, das, Herr, ist dein Gebot. meines Lebens! eilt in dem schnellsten Flug dahin! Ich weiß, ich lebe nicht vergebens, weil ich dereinst unsterblich bin. Sie flieh'n, die kurzen Augenblicke, wie süße Morgens traume flieh'n; und jeder ist mir doch zum Glücke der gans zen Ewigkeit verlieh'n. 5. Wer deine Stimme hos ret, auf deine Weisheit traut, stets, wie es Jesus lehret, 2. Wie kurz ist meine Pile hinauf zum Himmel schaut, gerreise hinüber in das Vas und nach des Geistes Frieden terland? Doch dieß ist Wohls mit regem Eifer strebt that, dieß ist weise Regierung wohl dem! der hat hienieden stets lang genug gelebt. 6. Um künft'ger Tage Mors gen will ich nicht ängstlich fleh'n, und nicht mit bangen Sorgen hinaus in's Weite seh'n; bis sich die Augen schlies Ben, das Gute freudig thun, das Gute froh genießen, und dir ergeben ruh'n. einer Vaterhand. Nah' ist vielleicht der Wallfahrt Ende, und nah' am großen Ziel mein Lauf; dann eil' ich in des Bas ters Hände zu seiner Herrlich keit hinauf. 3. Was ist alsdann dieß Erdenleben mit aller feiner schweren Pein? Wie froh wird sich mein Geist erheben, und seiner Seligkeit fich freu'n! Wie kurz ist dieses Lebens Dauer! Vielleicht, daß bald die Stunde schlägt, da sich des nahen Todes Schauer in allett meinen Adern regt. - 7. Du läsfest jetzt mich leben, ich fülle diesen Tag mit dir geweihtem Streben; so folgt ihm Friede nach. Der Tag kommt nimmer wieder; ich will mich heute freu'n, und was euch nüßet, Brüder, in treuer Kraft euch weih'n. 8. Der du die Sterne fühs rest am Himmel auf und ab, auch meinen Lauf regierest du, Vater, bis in's Grab;, du schenkest Ghad' auf Gnade, du führst zur bessern Welt. O setze meinem Pfade sein Ziel, wie bir's gefällt! 4. Wohl mir dann, wenn ich keine Stunde verschwen det von der kurzen Zeit; wenn ich mit dem verlieh'nen Pfun de gewuchert für die Ewigs keit! Früh oder spåt mag ffe dann schlagen, die Sterbes glocke; sie befreit von jedem Schmerz, und ohne Zagen ers wart' ich Tod und Ewigkeit. 26* 404 Chriftliches Verhalten gegen uns ſelbst. 5. Sie ist mir Ruf zu hos Ende war auch fern: sey ber Wonne in einer Welt voll fromm und wandle vor dem Trost und Licht, wo nichts Herrn! den Mittagsglanz der Sonne des neuen Tages unterbricht. Dann zähl' ich nicht mehr Tag und Stunden; mein Maas stab ist die Ewigkeit, und mein Gefühl, der Erd' entbunden, des Himmels ganze Seligkeit. 5. Mit jedem neugeschenks ten Morgen erwecke dich zu dieser Pflicht; sprich: Dir, o Gott, ist nichts verborgen, ich bin vor deinem Angesicht, und will, mich deiner Huld zu freu'n, mein Leben ganz der Tugend weih'n! Mel. Wer nur den lieben Gott ze. 583. Es eilt der legte vermag. Du gönnst, daß ich 6. Erleucht' und stärke meine Seele, weil ohne nichts von den Tagen, die du hier lebst, o Mensch, herbei. Er fauf die Zeit! Und, statt zu klagen: sie sey) zu kurz, ges brauch' fie treu! Nimm mit erkenntlichem Gemüth der nas ben Stunde wahr; sie flieht. mein Heil erwähle, aus Gnas den mir noch diesen Tag. Wie viel ist jede Stunde werth, die deine Langmuth mir gewährt! 2. Getäuscht von Tand und Eitelkeiten verfehlst du deines Lebens Ziel; verschiebst dein Heil auf ferne Zeiten; haft du der Jahre noch so viel? Wer kann dir dafür Bürge seyn, der nächste Morgen sey noch dein? 3. Einst Ewigkeiten zu bes sitzen, sollst du des kurzen Les bens Zeit als theure Saatzeit weislich nüßen, und thun, was dir der Herr gebeut. Er ruft mit hohem Ernst die zu: Sieh, Eins ist noth! Was säumest du? 7. Wohl mir, wenn ich aus allen Kräften nach Gottes Reiche hier gestrebt, in gotts gefälligen Geschäften die Pils gertage durchgelebt, und einst im Glauben sagen kann: dur nimmst mich, Herr, zu Ehren an! 8. Mein sprachlos Fleh'n bei meinem Ende vernimmst du, meine Seele preist dich sterbend noch, in deine Häns de befehl' ich, Vater, meinen Geist! Er schwingt sich über Grab und Welt zu dir, wenn seine Hülle fällt. Mel. Jefu, Jesu, komm zu e. umerum eil', errette deine 584. Menschen, enter Le 4. Seele, und denke nicht: ein andermal! Auf! sammle dich! und überzähle der Menschens tage fleine Zahl. Gesetzt, dein ben eilt. Ohne Rast und uns verweilt fließt fie hin, die kurze Beit, in das Meer der Ewigkeit. Chriftliches Verhalten gegen uns selbst. 405 2. Nehmt auch Stunden getreu, bir zum Preis und mir wohl in acht! Wirket Gutes! zum Glück, nüße jeden Augens denn die Nacht, da man nicht blick. mehr wirken kann, kommt, und rückt oft schnell heran. 3. Jetzt noch ist der Tag des Heils; trefft die Wahl des bessern Theils. Stellt euch dieser Welt nicht gleich, send an guten Werken reich. 4. Die ihr eure Zeit vers traumt, fie in träger Ruh' vers faumit, fie in eitlem Tand vers derbt, wel' alsdann euch, wenn ihr sterbt! 5. Der Versäumniß eurer Pflicht folgt im göttlichen Ges richt, wann der Tod euch hins gerafft, eine strenge Rechen. schaft. 6. Uber so ist nicht der Christ; weise lebt er, und vers gißt nicht der nahen Ewigs keit, und nützt sorgsam seine Zeit. 7. Jede Stunde, da sein Geift sich der Erde mehr ents reißt, bringt ihm, flieht sie gleich dahin, einen ewigen Gewinn. 8. Jede Stunde, die er nutzt, Waisen hilft und Witts wen schützt, Arme speist, die dauert dort stets in ihrem Lohne fort. 9. Laß mir diesen Werth der Zeit und des Frommen Thätigkeit täglich, Gott, vor Augen seyn, daß ich Trägheit lerne scheu'n. 10. Steh mit deiner Kraft mir bei, daß ich meiner Pflicht 11. Dann vertausch' ich diese Zeit ruhig mit der Ewigkeit, und empfang' vor deinem Thron meiner Arbeit Gnadens lohn. Mel. Wer nurden lieben Gott ze. 585. daß von meinen Lebenstagen doch keiner ganz verloren sey! Verlorne Stun ben, ach, fie nagen das Herz zu spät mit Gram und Neu', und den entwichnen Augens blick bringt Reue nicht, nicht Fleh'n zurück. 2. Laß jeden meiner Augenblicke, o Gott, mir werth und theuer seyn; laß mich die Zeit, durch Sünde nie entweih'n, die du zum Glücke mir gabst, nie durch die Luft der Eitels feit, die doch zuletzt das Herz bereut. 3. Noch ist es Tag; jetzt laß mich Werke der Tugend wirken; denn die Nacht, wo Niemand wirkt, kommt bald; es stärke zum Tugendfleiß mich Wie viel ist deine Macht. noch für mich zu thun! und ich, ich sollte jetzt schon ruh'n? 4. Wie schwach ist noch mein Herz, wie schwanket es zwischen dieser Welt und dir! Wie oft, o Gott der Liebe, wanket der Bruderliebe Sinn in mir! Wie viel ist noch für Chriftliches Verhalten gegen uns selbst. 406 mich zu thun! und ich, ich sollte jetzt schon ruh'n? 5. Auf, auf, mein Geist, laß keine Stunde des Lebens ungenützt vorbei! Ich schwör' es, Gott, mit Herz und Muns de- erhalte mich dem Schwus re treu!- dir, Herr der Zeit und Ewigkeit, sey jeder Augens blick geweiht! 6. Geht dann mein Tages werk zu Ende, und ist am Biele nun mein Lauf; so heb' ich freudig meine Hände zu dir mein Gott und Vater, auf, und ruf: Es ist volls bracht; nicht mein, bein sen der Ruhm, die Ehre dein! Doch, ach, was ist das Leben werth, wenn es nicht unsre Tugend mehrt? 4. Nicht eine Stunde will ich müßig, verdrossen nie zur Arbeit seyn; kein Augenblick ist überflüssig: d'rum soll mir jeder wichtig seyn; denn ein Verlust, zu spät bereut, ist der Verlust der edlen Zeit. 2. Ermuntre dich aus deis nem Schlummer; auf, auf, mein Geist, ermuntre dich! Dieß sey dein Gram, dieß sey bein Kummer, daß mancher Tag umsonst verstrich. Den ungenützten Augenblick bringt teine Reue dir zurück. 3. Der Thor durchlebet seine Jahre, eh' er des Lebens Werth versteht; er nähert früs ber sich der Bahre, als er den Weg der Tugend geht. 5. Von jedem meiner Les benstage, Gott, forderst du einst Rechenschaft. D'rum sey an jedem meine Frage: Volls bracht' ich ihn auch tugends haft? und jede Stunde meis ner Zeit sey dir und meiner Pflicht geweiht. Mel. Wernur den lieben Gott ze. 586. W. eilt ihr hin, Sorge für Leben und Gesundheit. Beit, wo fliehst du hin? Wie 587. Des Leibes war, ihr Lebensstunden? Ach, edle Mel. Wernur den lieben Gott 2c. viele Tage sind verschwunden, feit ich der Erde Pilger bin! Ein großer Theil von meiner Beit floß schon in's Meer der Ewigkeit. ten und ihn nähren, dieß ist, o Schöpfer, meine Pflicht; durch eigne Schuld ihn zu zers stören, verbietet mir dein Un, terricht. Ostehe mir mit Weiss heit bei, daß diese Pflicht mir heilig sey! 2. Sollt ich, o Herr, nicht theuer schäßen, was deine Hand mir anvertraut? den wundervollen Bau verletzen, den du, mein Schöpfer, selbst erbaut? Weß ist mein Leib? Er ist ja dein; wie dürft' ich sein Zerstörer seyn? 3. Ihn zu erhalten, zu bes schüßen, gibst du mit milder Christliches Verhalten gegen uns selbst. 407 Vaterhand die Mittel uns, lich Leben? Wozu ist mir's daß wir sie nüßen, und zum Gebrauch gibst du Verstand. Dir ist die Sorge nicht zu klein; wie sollte sie denn uns es seyn? gegeben? Es ist, Herr, dein Geschenk! Ich lebe, um auf Erden zum Himmel reif zu werden; deß sey mein Herz stets eingebenk! 4. Gesunde Glieder, muns tre Kräfte sind mehr als alle Schäße werth. Wie leiden des Berufs Geschäfte, wenn Krankheit unsern Leib bes schwert! Ist nicht der Erde größtes Gut Gesundheit und ein froher Muth? 5. D'rum gib, daß ich mit Sorgfalt meide, was meines Körpers Wohlseyn stört; daß nicht, wenn ich je Schmers zen leide, mein Geist den ins nern Vorwurf hört: du selbst bist Storer deiner Ruh'; du selbst zogst dir dein Leiden zu! 6. Doch niemals will ich übertreiben, was auf des Leis bes Pflege zielt, und stets in jenen Schranken bleiben, die bein Gesetz mir anbefiehlt. Des Leibes Wohl soll nie allein mein Wunsch und meine Sorge seyn. 7. Mein größter Fleiß auf dieser Erde sen meiner Seele, Gott, geweiht, daß sie zum Himmel weise werde, und reife zur Vollkommenheit. gånglich ist der Leib von Staub; mein Geist wird nie des Todes Raub. Vers Mel. In allen meinen Chatenic. 588.2 00.2as ist mein zeit, 2. Hier wird die Saat ges streuet; dort, wenn sie wohl gedeihet, werd' ich mich ihrer freu'n. Je länger ich hier lebe, und, gut zu handeln, strebe, je reicher wird die Erndte seyn. 3. Sollt' ich dieß Glück mir rauben? Gib, Herr, daß mir, im Glauben der fünft'gen Erndtezeit, mein Leben auf der Erde so werth und wichs tig werde, wie mir's dein heilig Wort gebeut. 4. Mir selbst es zu vers fürzen, mich in den Tod zu stürzen, ist wider meine Pflicht. Du, Herr, riefft mich in's Les ben; dir soll ich's wieders geben, wann du gebeutst, doch früher nicht. 5. Die Luft, die leicht bes thöret, des Lebens Kraft zers störet, laß mich mit Sorgfalt flieh'n; doch laß mich auch nicht zagen, es für die Pflicht zu wagen; auch dazu hast du mir's verlieh'n. 6. Was müßt ein langes Leben dem, der nicht, Gott ergeben, nach wahrer Tugend strebt? Wer Gott und Mens schen liebet, im Guten treu sich übet, nur der hat lang und wohl gelebt. 408 Christliches Verhalten gegen uns selbst. Måßigkeit. Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz 2c. mer reicher Nehren im Som, mer dir entgegen blinkt, so oft im aus 580. Gowi, wir ren Weinhügeln Gottes Ses ott follen uns der Jugend und gen winkt. jeder Zeit des Lebens freu'n: denn selbst die Fröhlichkeit ist Tugend, nur, o mein Herz, genieße rein! Genieß der Freus ben dieser Erde, Gott will's! Nur hute dich, mein Herz, daß keine Lust dir Unlust wers de, und niemals deine Freude Schmerz. 2. Brich jede Blume, die des Lebens verschlungne Pfas de für dich schmückt! Sie blüht und duftet nicht verges bens; nur der ist weise, der fie pflückt! Umsonst blüht nicht die Nosenlaube, der Gärten Schönheit jedes Jahr; und nicht umsonst färbt sich die Traube, fie beut dir ihre Freuden dar. 3. Gott füllet feine schöne Erde mit neuem Segen jedes Jahr, daß sie der Freude Schauplatz werde, für seine Menschen immerdar. Thal, Hain und Flur ruft uns ents gegen: Gott liebt die mens fchen, die er schuf; genießt, genießt von seinem Segen! tont überall der Schöpfung Ruf. 5. Freu' dich der Welt, doch nie genieße die Freude ganz allein für dich; getheilte Luft ist doppelt süße, und höh're Wonn' erfüllet dich, wenn deis ne Hand des Kummers Thras nen von deiner Brüder Auge wischt, und, die sich nach Ers quickung sehnen, durch einen Labetrunk erfrischt. 6. Dann blüht mit süßerem Entzücken die Schöpfung Gots tes um dich her; es gibt dir stärkendes Entzücken die Luft, von Blumendüften schwer; dann gießt wohlthätiger die Sonne ihr Licht auf deinen Lebenspfad; und reiner wird das Bewußtseyn guter That. der Schöpfung Wonne durch beschieden, doch so, daß nie 7. Genieße, was dir Gott dein Herz vergißt, daß auch die reinste Lust hienieden nur Vorbereitungsfreude ist; daß nicht allein für diese Erde, was in dir denkt, geschaffen ist; genieße mäßig, weiß, und werde der höhern Freuden werth, als Christ. nimm die Freude mit frohem 500. Herr, beffen Bas 4. Folg diesem Ruf, und Mel. Erscheine meinem Geist zc. Sinn, die Gott dir beut; freu' dich, so oft im Blumen Fleide fich rings um dich die Flur erneut, so oft der Schim, terhuld uns so viel Luft bereis tet, wie selig ist der Mensch, ber, gern von bir geleitet, nur Chriftliches Verhalten gegen und ſelbst. 409 7. Des Zweckes eingedenk, zu welchem ich geboren, geb' mir kein Freudentag ganz un genügt verloren. Erholung sey er mir; er stårke mich mitMuth, des Guten mehr zu thun, so oft ich ausgeruht. dann sich glücklich fühlt, wenn er zu dir sich hält, und jede Lust verschmäht, die dir nicht wohlgefällt. 2. Wie selig, wenn sein Geist zu dir, durch den er lebet, durch den er denkt und wählt, anbetend sich erhebet; wenn er mit Eifer strebt, Gott, deis ner werth zu seyn, und dieß ihn fähig macht, sich deiner Huld zu freu'n! 3. Wie felig, wenn er stets der Erde kurze Freuden mit weis ser Vorsicht wählt! Ihr Uebers maas wird Leiden, und hinters läßt oft Neu', oft Kummer und Mel. Wer weiß, wie nahe mir ze. te schenkt ein beiliger Genuß. 501. Wie mannigfals die 4. Verleih', Allgütiger, daß meine schwache Seele, wenn fie nach Luft sich sehnt, nie folche Freuden wähle, ſpäter mich gereu'n; es schlage meine Brust, zu meinem eignen Wohl, nur für die reine Lust. 5. Daß leerer Zeitvertreib nie meine Tage tödte; daß fromme Tugend nie bei meis nem Scherz erröthe! Denn nach vollbrachter Pflicht darf ich mich zwar erfreu'n, doch keinen Augenblick dem Dienst der Sünde weih'n. 6. D'rum sen die Unschuld stets Gefährtin meiner Freus den. Dem Schwelger will ich nie sein blendend Glück bes neiden; was mir an Reichs thum fehlt, ersetzt Zufriedens heit; das schönste Lebens, glück gibt stille Häuslichkeit. 8. Nie soll durch meine Lust der ärmre Bruder leiden; der Tag, der mich erfreut, erfüll' auch ihn mit Freuden; dann darf ich mich getroft, Gott, deiner Güte freu'n, und füg wird mir davon einst die Erinn'rung seyn. tig sind die Gaben, womit uns deine Güte nährt, die, uns zu stärken, uns zu laben, so viel des Guten uns ges währt! Ja, Alles, was der Mensch genießt, beweist, wie freundlich, Gott, du bist. 2. Du fegnest Uuen und Ges filde mit unerschöpfter Fruchts barkeit, die deine väterliche Milde und Allmacht jedes Jahr erneut, damit der Mensch, von Sorgen frei, sich sättige und dankbar sen. 3. Du läsfest uns nicht Mangel leiden; du gibst uns unser täglich Brod; du gibst noch mehr, gibst uns auch Freuden für einen jeden Sinn, o Gott. Wie groß, zum Wechs sel im Genuß, ist deiner Ga ben Ueberfluß! Chriftliches Verhalten gegen uns selbst. 410 4. D'rum will ich måßig im Genusse der Gaben deiner Güte seyn, und nichts von meinem Ueberfluffe durch nies d're Schwelgerei entweih'n. Denn schon des Dankes Pflicht gebeut mir Mäßigung und Nüchternheit. 5. Mit Speis und Trank den Leib beschweren ist strafs bar, ziemet Christen nicht. Gott gibt sie uns, daß sie uns nähren, uns stärken zu Bes ruf und Pflicht. Was ist, das mehr den Geist entweiht und schwächt, als rohe Sinns lichkeit? 6. Unmäßigkeit lähmt alle Kräfte, bringt Krankheit, Ars muth, Zank und Streit; macht träge zum Berufsgeschäfte, und hemmt des Geistes Thas tigkeit. D'rum laßt uns dies ses Laster scheu'n; laßt mäßig uns und nüchtern seyn! läßt sie uns gelingen. Was unser Fleiß hier unternimmt, wird, wenn's mit seinem Wils len stimmt, nicht ohne Forts gang bleiben. 2. Nie müßig seyn soll meis ne Hand, das freudig zu vers richten, wozu mich Kraft, Bes ruf und Stand, die Gott mir gab, verpflichten! Dann wird mir seine Gütigkeit auch von den Gütern dieser Zeit, ſo viel mir nuget, geben. 3. D'rum gib, daß ich, o Gott, auf dich bei meiner Ars beit sehe. Mit Licht und Weiss heit segne mich, daß deinen Weg ich gehe; nach deines Reichs Gerechtigkeit, nach Tus gend und Vollkommenheit laß mich vor Allem trachten. 4. Laß Müßiggang und Trägheit mich mit allem Erns ste meiden; und hilf, daß ich, gestärkt durch dich, voll Muth, mit Lust und Freuden in meis nem Stande thätig sey. Deint Segen krone meine Treu', daß sie auch Andern nüße! 7. Uns den Genuß mehr zu versüßen, laß, Gott, auf dich uns findlich seh'n, so oft wir Speif und Trank genießen, und dich durch Dankbarkeit erhöh'n, dich, der uns, seine Kinder, liebt, und Nahrung uns und Freude gibt. 5. Sey überall, o Gott, mit mir! Die Werke meiner Hans de befehl' ich, Allerhöchster, dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines großen Namens Preis, und daß die Frucht von meinem Fleiß in jene Welt mir folge. Arbeitsamkeit und Berufstreue. Mel. Sey Lob und Ehr' dem zc. 502. Gott ift's, ber das Mel. Wernur den lieben Gottu. 503. Mit bir geh' ich Vermögen schafft, das Gute zu vollbringen; er gibt zur Urbeit Muth und Kraft, und an mein Geschäfte, o Gott! Christliches Verhalten gegen uns selbst. Du gibst durch deinen Geist Dann freu' ich mich in Ewig mir gutig auch zur Arbeit feit des nützlichen Gebrauchs Kräfte, so lange du mich les der Zeit. ben heiß'st. Laß, dieser Hoffs nung mich zu freu'n, auch deis nen Rath mir heilig seyn! 2. Der ehrt dich nicht, der seine Tage in trågem Müßigs gang verlebt, und sich und Andern nur zur Plage, das ihm verlieh'ne Pfund vergräbt. Du bist's, der uns den Fleiß gebot; und wer ihn übet, ehrt dich, Gott. 3. Du gabst mit so viel andern Trieben uns auch den Trieb zur Thätigkeit, und ihn auf's Nützlichste zu üben, gibst du uns auch Gelegenheit. Du kennest unsrer Arbeit Muh', und deine Kraft erleichtert fie. 4. Ich will auf diese Ords nung sehen, ihr folgen, und mich ihrer freu'n. Wie sollt' ich dabei irre gehen, und nicht vielmehr gesegnet seyn von dir, der du der Arbeit Last auch reichen Lohn beschies den hast? 5. So wart' ich denn auf deinen Segen, und sorge nicht, wie's werden soll; ich geh' ihm doch gewiß entgegen, und bin des hohen Trostes voll: mein Fleiß, o Höchster, ist vor dir; du siehst und du vergiltst ihn mir. 6. Ich trosie mich deß nicht vergebens, bleibt er gleich unvergolten hier; du reichst am Abend meines Lebens auch mir der Treue Lohn dafür. 411 Mel. In allen meinen Thaten zc. 504. 3um Fleiße ward das Leben vom Schöpfer mir gegeben, und nicht zu tråger Ruh'. Wie Fruchtbarkeit dem Negen, so folgt dem Fleiße Segen; er strömt uns Glück und Freuden zu. te; 2. Er stärkt des Leibes Kräf, er fördert die Geschäfte, gibt uns ein fröhlich Herz; er schafft uns süßen Schlummer, erleichtert Gram und Kums mer, und lindert oft den herbs sten Schmerz. 3. Er hilft den Hang besies gen zu fündlichem Bergnüs gen. Nur das, was stets ers freut- der Unsern Wohlfahrt schüßzen, der Welt und Nach welt nüßen- das ist das Glück der Thätigkeit. 4. D'rum laß uns, Gott, auf Erden nie tråg' im Gus ten werden; du gabst der Kraft uns viel. Dich, unsern Herrn, zu ehren, und Menschenglück zu mehren, sen immer unser höchstes Ziel! 5. Wann Andre troftlos klagen; dann werden wir nicht zagen, und keinen Tag bereu'n. Wann Träge trauern müssen, dann spricht ein gut Gewissen uns Muth und frohe Hoff nung ein. Christliches Verhalten gegen uns selbst. 6. Wann einst viel eble der Arbeit Heiterkeit, verfüßet Thaten um uns, gleich reifen jede Mühe. Saaten, mit reichem Gegen steh'n; wann Tausende sich freuen, und heißen Dank uns weihen: wie ist dann unser Lohn so schön! 412 Mel. Sey Lob und Ehr' dem höchs sten zc. 505.3ur ur Arbeit, nicht zum Müßiggang, bin ich bes stimmt auf Erden. D'rum Keuschheit. 506. Der Wollust Neiz will ich jetzt und Lebenslang Mel. Wernur den lieben Gott ze. durch Arbeit nüßlich werden; will gern mit aller meiner Kraft, will eifrig und gewiss senhaft, was mir gebührt, verrichten. zu widerstreben, laß, Höchs ster, meine Weisheit feyn. Sie ist ein Gift für unser Leben, und ihre Freuden wers bemuthsvoll zu dir: schaff den Pein. D'rum fleh' ich ein reines Herz in mir. o Tage; fie raubt dem Körper 2. Die Wollust kürzet unfre seine Kraft, und Armuth, Seuchen, Schmerz und Plage find Früchte dieser Leidens schaft. Der haßt sich selber, der fie liebt, und sich in ihre Fesſeln gibt. 3. Sie raubt dem Herzen Muth und Stärke; schwächt den Verstand, der Seele Licht; erstickt den Eifer edler Werke, und Ernst und Lust zu jeder Pflicht; führt Reue, und Ges wissensschmerz in das ihr preiss gegebne Herz. 4. Der Mensch sinkt unter ihrer Bürde zur Niedrigkeit des Thiers berab; er schans Amt, so Herr, ges Du gibst zu meinem Thun Gedeih'n, wenn ich ihn treu erfülle; gibst, daß ich an Vollkommenheit, an Einsicht und an Fertigkeit stets im Berufe wachse. 2. Hast du ein warte sein! So, beut dein Wille. 3. D'rum will vor tråger Weichlichkeit ich standhaft mich bewahren, und, wo die Pflicht mir Müh' gebeut, nie meine Kräfte sparen. Wann sie ers matten, dann will ich durch reine stille Freuden mich zu neuer Arbeit stärken. 5. Gib, daß mein Fleiß in dem Beruf, zu dem mich auf der Erde dein weiser Rath, o Gott, erschuf, mir Vorbereis tung werde, damit ich hier schon in der Zeit zur höhern Kraft und Thätigkeit des bess sern Lebens reife. 4. Ein heil'ger Trieb belebe mich, Herr, meines Standes Pflichten in deiner Furcht, ges stärkt durch dich, mit Freuden zu verrichten! Ein Herz, das fich des Guten freut, gibt bei Chriftliches Verhalten gegen uns selbst. 413 bet und entehrt die Würde, 3. Unsre Kindheit, unfre die ihm sein heil'ger Schöpfer gab; vergißt den Zweck, zu bem er lebt, wenn er nach niedern Lüsten strebt. Jugend, unser Alter darf sich freu'n. Auch die Freude selbst ist Tugend, aber heilig muß fie seyn; nicht ein Taumel, der bethört, der Gefühl und Kraft zerstört, der im Sturme wils der Lüfte Paradiese macht zur Wüste. 5. So schimpflich sind der Wollust Bande! Schon vor der Welt sind sie ein Spott. Sie sind vor dem Gewissen Schande, und noch weit mehr vor dir, o Gott! Wer sich in ihre Knechtschaft gibt, wird nie von dir, o Gott, geliebt. 6. D'rum will ich allen bd, sen Lüften mit Muth und Nach, druck widersteh'n, und, um mich gegen sie zu rüsten, auf dich, Allgegenwärt'ger, seh'n. Wer dich, o Gott, vor Augen hat, flieht auch verborgne Sissethat. 4. Nur in unbefleckten Hers zen, nur in einer keuschen Brust toben nie der Neue Schmerzen, wohnen wahre Ruh' und Lust. Unbeherrschte Sinnlichkeit tödtet die Zufries denheit; fie vergiftet alle Freus den, und verwandelt sie in Leiden. 5. Sittsamkeit und Unschuld schmücket mehr als Schöns heit; sie vermehrt jede Lust, die uns entzücket, jedes Glüs ckes Reiz und Werth. Reis nen Herzen fließt der Quell Mel. Werde munter, mein 2c. 507. Eifrig fey und feft jeder Wonne rein und hell, und sie hoffen voll Vertrauen, Gott, dein Untlig einst zu schauen. 6. Keusch und züchtig stets zu leben, unbefleckt an Geist und Leib, sollen deine Jüns ger streben, Jungfrau, Jungs ling, Mann und Weib. Vor Verführung schüße sie, und ihr Herz gehorche nie einer schåndlichen Begierde; Heis ligkeit sey ihre Sierde! 7. Laß fie fröhlich und ges sellig, sanft und willig zum Erfreu'n, liebenswürdig und gefällig, aber nur durch Cus gend seyn; hold und ohne mein Wille, reines Herzens, Gott, zu seyn, in der Unschuld heitern Stille deiner Gnade mich zu freu'n! Keine Freude dieser Welt, wenn sie noch so sehr gefällt, laß mich wider mein Gewissen wünschen, su chen und genießen! 2. Weiß ich doch, daß deine Güte viel zu reich und freund lich ist, als daß sie aus Neid verbiete, was das Leben uns versüßt. Uns zum Besten nur gebeut dein Gesetz Bescheidens heit, Zucht und Ordnung im Genusse, Mäßigung im Uebers fluffe. 414 Chriftliches Verhalten gegen uns selbst. Schmeichelei, stets bescheiden und doch frei, ohne Frech heit stets bedächtig, immer ihs rer selber machtig! 8. Laß die Frechheit wilder Sitten nimmer unser Herz ents weih'n! Laß Pallàste, laß die Hütten jeder Tugend Woh, nung seyn! Gib, daß Jeder als ein Christ, dessen Wunsch der Himmel ist, sich bestrebe, daß die Erde deines Himmels Vorhof werde. 9. Dann umfah'n uns Heil und Segen; göttliche Zufries denheit leitet uns auf unsern Wegen zu noch größrer Ses ligkeit; bis zum Heiligthum auch wir aus dem Vorhof dringen, dir reiner Herzen Opfer bringen, ewig dir, o Gott, lobsingen. weinen sie an meiner Gruft noch Thränen wahrer Liebe. 3. Vermag ich auch kein großes Glück den Meinen zu gewähren; mein guter Name bleibt zurück, und wird auch sie noch ehren. Sie finden leichter dann den Freund, der's gut und treu mit ihnen meint, ihr Leben gern versüßet. Vernünftige Ehrliebe. Ehrliebe. Mel. Ich halt' an meinem Gott ic. 4. Ja, Gott, ich will durch frommen Sinn nach gutem Namen streben, und ist und bleibt er mein Gewinn, doch nie mich stolz erheben. Wird aber hier mein Werth vers kannt, getrost! im bessern Vas terland nimmst du mich an mit Ehren. mel. Wenn mich die Sünden ze. 500. Herr, laß nach eitler Ehre mich niemals geis sig seyn! Gib, daß dein Geist mich lehre, der Ehre mich zu freu'n, die einst vor dir 508. Du gabft, o Gott, beſteht, und mit mir von der Erde zum Himmel übergeht! der Alles schafft, das Leben mir auf Erden; ich soll mit immer reger Kraft den Mens schen nützlich werden. Doch, ach, wie schwer wird diese Pflicht, wenn guter Name mir gebricht, und Jeder mich vers achtet! 2. Nie blende mich der Schimmer des Anseh'ns vor der Welt! Nur das sey, Vas ter, immer mein Ruhm, was dir gefällt. Wie bald verführt ein stolzer Sinn mich von der Demuth Pfade, verbirgt mir, wer ich bin! 2. So sey denn mehr als alles Gold, mir dieser Name theuer! Ist meiner Brüder Herz mir hold, so leb' ich sorgenfreier; und wann der 3. Nicht im Besitz von Schäs Ben und Gütern dieser Zeit laß meinen Ruhm mich setzen; sie sind doch Eitelkeit; sie sind Tod zu dir mich ruft, dann so oft des Thoren Glück, vers Christliches Verhalten gegen uns selbst. 415 laffen uns im Sterben, und hauszuhalten, wie mir es bleiben hier zurück. nüßt und dir gefällt, daß ich die Güter jener Welt darüber. nicht verliere. 4. Nicht Stand und auß re Würde verblende meinen Sinn! Wie oft zieht ihre Bürde den Geist zur Erde hin! Verdienst und Tugend sey als lein der Ruhm, nach dem ich ringe! Nur er bleibt ewig mein. 5. Dich kennen, meine Pflichs ten mit Fleiß und Redlichkeit, mit Muth und Treu' verrich ten, wie mir dein Wort ges beut, und überall mein Chris stenthum nach Jesu Vorbild üben, das sey mir wahrer Ruhm. 6. Sey's auch, daß auf der Erde das Gute, das ich that, verkannt, vergessen werde; es bleibt doch stille Saat, die aufkeimt für die Ewigkeit, und, Herr, dein Beifall lohnet mit mit Zufriedenheit! 7. Wann einst die ernste Was ge du, Weltenrichter, nimmst, und am Vergeltungstage der Thaten Werth bestimmst, dann müsse meinem ew'gen Geist des Himmels Krone werden, die mir dein Wort verheißt! Weiser Gebrauch irdis scher Güter. Mel. Wo Gott der Herr nicht zc. 600. Der err, lehre mich gewissenhaft mein zeitlich Gut verwalten! Gewähre mir Vers stand und Kraft, damit wohl 2. Mein Hab' und Gut kommt nur von dir; es ist dein milder Segen. Nicht zum Vers derben gabst du mir mein zeits liches Vermögen; zu meinem und zu Andrer Wohl verliehst du mir es; dazu soll ich weiss lich es benutzen. 3. Es ist das mir geschenkte Gut vergänglich, ist nur Ers de. Gib, daß ich nie zum Ules bermuth dadurch verleitet wers de. Nie reiß' ein irdischer Ges winn mein Herz so weit zum Eiteln hin, daß ich mein Heil vergesse! 4. Was nüßte mir die ganze Welt mit allen ihren Schäs Ben, verblendeten mich Gut und Geld, die Pflichten zu vers letzen, die mich dein heilig Wort gelehrt? Die Tugend nur hat wahren Werth; nach ihr nur will ich trachten. 5. O schenke dazu gnädig mir, Gott, deines Geistes Gas ben; so werd' ich, reich genug in dir, die besten Güter has ben; so bin ich sicher deiner Huld, voll Frieden, Freude und Geduld; nichts fehlt dann meiner Seele. 6. Den Geiz laß ferne von mir seyn, die Wurzel alles Bösen. Von Unruh und Gewissenspein kann Reichs thum nicht erlösen; er nütet mir im Tode nichts, und wird 416 Christliches Verhalten gegen uns selbst. am Tage des Gerichts die und nichts darfs ihm ents Seele nicht erretten. rücken. Der Thor hat Geld und Gut; er hat's, und wünscht noch mehr; doch immer bleibt sein Herz von Nuh' und Freus de leer. 7. Was du mir schenktest will ich nicht, dem Thoren gleich, verschwenden; nein, sorgen will ich, es nach Pflicht mit Nußen anzuwenden. Hilf mir damit aus Dankbegier auch meinem Nächsten, nicht blos mir, des Lebens Last ers leichtern. 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft; dieß laß mich stets bedenken, und ernstlich, treu, gewissenhaft mein Stres ben dahin lenken, daß von Mel. Gott des Himmels und zc. ben Gütern dieſer Zeit ich 602. Neichthum ist, des iſt einst noch in der Ewigkeit den reichsten Segen erndte. Höchsten Gabe, ist des wärms ften Dankes werth. Schwes rer wird der Gang zum Gras be dem, der alles Glück ents behrt, und mit jedem Mors genroth kläglich ruft: woher nun Brod? 2. Aber nichts find alle Schätze, wenn uns Tugend nicht belebt, und wenn über die Gesetze kühn sich unser Stolz erhebt. Reichthum in des Thoren Hand ist nur segens loser Tand. Mel. O Gott, du frommer 601.af 4. Ein weises, frommes Herz, das sey mein Schatz auf Erden! Sonst Alles, nur nicht dieß, kann mir entriffen wers den. Dieß bleibt im Tod auch mein; dieß folgt mir aus der Zeit, zum seligsten Gewinn, hin in die Ewigkeit. aß mich doch nicht, o Gott, dem Reichthum dieser Erde so meine Neigung weih'n, daß er mein Abgott werde! Oft fehlt beim Uleberfluß doch die Zufriedenheit; und was ist ohne sie des Lebens Herrlich feit? 2. Kann ein vergånglich Gut des Geistes Wünsche stillen? Und reich zu werden, Gott, steht das in meinem Willen? Nicht stets wird Reichthum dem, der rafflos darnach ringt, und oft verliert ihn der, dem sein Bemüh'n gelingt. 3. Ein Gut, das unsern Geist wahrhaftig soll beglüs den, muß unvergänglich seyn, 3. Wen die Habsucht quält und drånget, wer sich nie ges sichert glaubt, wem der Geiz das Herz verenget, und des Lebens Frieden raubt, wen nur goldner Staub entzückt, nein, der ist noch nicht bes glückt. 4. Flüchtig sind der Erde Freuden, flüchtig, wie die Blüthens Christliches Verhalten gegen uns selbst. 417 fann den beneiden, der ſein 603. Wenn uns, o Blüthenzeit. Nur ein Thor Mel. Der du dein Wort mir haft zc. Herz durch Sinnlichkeit und durch Glück der eiteln Welt seinen Geist gefesselt hält.- Gott, durch deine Milde, dieß Leben wie ein Bach verfließt, der durch beblümte Lustgefilde in größre Ströme sich ergießt; dann lehr' uns dankbar nicht allein, lehr' weise uns und wachsam seyn. 5. Dwie bald ist hingeschwunden, was nur glänzt und Lüste reizt! Noch hat Niemand Heil gefunden, der nur eitle Pracht ergeizt. Oft zerstört ein Augenblick selbst das höchste Erdenglück. 2. Die Gunst des Glückes bringt Gefahren; o lehr' uns, 6. Sey es auch von langer durch Bescheidenheit vor seis Dauer! Mensch, dich treffe keine Noth! Jest ergreift dich Todesschauer, morgen schon vielleicht der Tod. Ach, nun sinkt in's dunkle Grab auch dein ganzes Glück hinab. nem mißbrauch uns bewahren, vor Uebermuth und Ueppigkeit, daß Jeder, deinem Rufe treu, nie unwerth seis nes Glückes sey. 7. Neiße denn von schnd den Ketten deine freie Seele los! Lerne deinen Himmel retten! Sen für diese Welt zu groß! Alles, was du siehst, zerstäubt; nur das Unsichtbare bleibt. 8. Nutze deines Gottes Gabe! Mindre seiner Kinder Noth! Gib dem Kranken, was ihn labe! Brich dem Hungrigen dein Brod! Folge redlich deiner Pflicht! Diese Freuden fliehen nicht. 9. Gott, wie reich an Seligkeiten ist der Menschenfreund schon hier! Friede wandelt ihm zur Seiten, Kronen schim. mern ihm bei dir, und in deinem Heiligthum tönet einst ihm Dank und Ruhm. 3. Des hohen Werthes deiner Gaben und ihres Zweckes eingedenk, beweise Jeder, was wir haben, sey nicht verdient, sey dein Geschenk; sey ein Ge schenk nur für die Zeit, und nicht für eine Ewigkeit. 4. Daß nie der Schimmer ihn verblende, daß er dir nicht, durch ihn bethört, sein Hers und seine Lieb' entwende, die, milder Geber, dir gehört; so stärke liebreich seinen Geist, daß er der Weltluft sich ents reißt. 5. Und daß kein Armer sich bekümmre, nicht so beglückt, wie er, zu seyn; so strahl' umher sein Glück und schimmre auf Arme hin, sie zu erfreu'n. Er sey durch Macht und les berfluß des Schwachen Stab, des Lahmen Fuß! 27 Christliches Verhalten gegen uns selbst. 418 6. O dann wird seiner Milde wegen, die Andre zu erfreu'n fich freut, für ihn aus dieses Lebens Segen ein Reichthum für die Ewigkeit. Der folget ihm, denn nie vers gißt sein Gott, daß er ihm ähnlich ist. Mel. Dieß ist der Tag der zc. 604. Wohl dem, der beffre Schäße liebt, als SchåBe dieser Erden! Wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Tu gend reich zu werden; und in dem Glauben, deß er lebt, sich über diese Welt erhebt! sucht deinen Geist, und tödtet dein Gewissen, und reißt durch schmeichelnden Gewinn dich blind zu jedem Frevel hin. 6. Um wenig Vortheil wird er schon aus dir mit Meineid sprechen; dich zwingen, der Arbeiter Lohn hartherzig abs zubrechen; er wird in dir der Wittwen Fleh'n, der Waisen Thränen widersteh'n. 7. Wie könnt' ein Herz, vom Geize hart, des Wohls thuns Freuden schmecken, und in des Unglücks Gegenwart den Ruf zur Hülf' entdecken? Und wo ist eines Standes Pflicht, die nicht der Geiz entehrt und bricht? 2. Wahr ist es, Gott vers wehrt uns nicht, hier Güter zu besitzen. Er gab sie uns, und auch die Pflicht, mit Weiss heit sie zu nutzen. Sie durs fen unser Herz erfreu'n, und unsers Fleißes Antrieb seyn. 3. Doch nach den Gütern dieser Zeit soll nicht die Seele schmachten; ich soll zuerst nach Frömmigkeit, nach Gottes Reiche trachten; dieß ist des Zufriedenheit. Menschen hoher Ruf, den Gott 605. Du flagst, und Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz 2c. zur Ewigkeit erschuf! fühlest die Beschwerden des Stand's, in dem du dürftig lebst; du strebest glücklicher zu werden, und siehst, daß du vergebens strebst. Ja, flage! Gott erlaubt die Zähren; doch denk im Klagen auch zurück. Ist denn das Glück, das wir begehren, für uns auch stets ein wahres Glück? 4. Der Geiz erniedrigt uns fer Herz, erstickt die edlern Triebe. Die Liebe für ein schimmernd Erz verdrängt der Tugend Liebe, und machet, der Vernunft zum Spott, ein elend Gold zu deinem Gott. 5. Der Geiz, so viel er an fich reißt, läßt dich kein Gut genießen; er quålt durch habe 8. Erhalte mich, o Gott, dabei, daß ich mir g'nügen lasse, Geiz ewig als Abgöttes rei von mir entfern und hasse. Ein weises Herz und guter Muth sey meines Lebens größtes Gut! Christliches Verhalten gegen uns selbst. 419 bete Gottes Führung an! Die 2. Nie schenkt der Stand, einst zum Segen werden, und nie schenken Güter dem Mens schen die Zufriedenheit. wahre Ruhe der Gemüther ist Tugend und Genügsamkeit. Genieße, was dir Gott bes schieden; entbehre gern, was du nicht hast; ein jeder Stand hat seinen Frieden, ein jeder Stand hat seine Last. 3. Gott ist der Herr, und seinen Segen vertheilt er stets mit weiser Hand; nicht so, wie wir's zu wünschen pfle gen, doch so, wie er's uns heilsam fand. Willst du zu denken dich erkühnen, daß feine Liebe dich vergißt? Er gibt uns mehr, als wir verdienen, und niemals, was uns schädlich ist. 4. Verzehre nicht des Les bens Kräfte in träger Unzus friedenheit; beforge deines Stand's Geschäfte, und nüße deine Lebenszeit. Bei Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, ein ewig Glück in Hoffnung seh'n, dieß ist der Weg zu Nuh' und Leben, Herr, lehre diesen Weg mich geh'n! Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz 2c. 600. G ntehre nicht, o Chrift, mit Klagen den Gott, der dich zum Glück erschuf! Des Lebens Mühe zu ertras gen und froh zu seyn, ist dein Beruf. Erdulde standhaft die Beschwerden, die keine Sorge falt hindern kann, daß sie dir 2. Gott hat dir selbst dein Loos beschieden; nimm's danks bar an aus seiner Hand; ers fülle jede Pflicht zufrieden, die seine Huld mit ihm vers band. Er gibt dir Munters keit und Kräfte, er nährt und stärkt sie väterlich; sie braus chen, das ist dein Geschäfte, und beides, Glück und Ruhm für dich. 3. Hat Andern deines Vas ters Segen mehr Güter anvertraut, als dir, so denke fröhlich: mehr Vermögen vers weigert er aus Güte mir. Weiß er nicht besser, was mir nußet, was meinem Näch sten nußt, als ich? Wenn er mich nährt, wenn er mich schüßzet, wie gütig sorgt er dann für mich! 4. Du prangest nicht in hos hen Würden; beneide nicht der Größen Glück! Sie seuf zen unter schweren Bürden; oft stürzet sie ein Augenblick. Dir ist kein Ueberfluß ges währet; ihn wünschen ist ein Selbstbetrug. Wer gern, was er nicht braucht, entbehret, der ist beglückt und reich genug. 5. Du hast, o Gott, zum frohen Leben mir, was ich brauch', und mehr verlieh'n; laß täglich sich mein Herz bestreben, die Unzufriedenheit zu flieh'n. In Demuth laß mein Herz sich üben, und sich 27* Christliches Verhalten gegen uns selbst. 420 stets deiner Güte freu'n. Dich fürchten, dir vertrau'n, dich lieben, soll ewig meine Freude seyn. Christ von dir berufen ist, da kann er deinen Willen zu deis nem Ruhm erfüllen; auch selbst in allen Leiden durch deine Kraft mit Freuden. Mel. Auf meinen lieben Gott 2c. 607. Mein Loos in dies ewis zu erfreuen, die Heilis 7. Harrt deine Seligkeit nicht gen und Treuen? Die wünsch' ich zu erstreben; die wolleft du mir geben! ser Welt sen stets, was Gott gefällt! Dich, Vater, laff ich wählen; mir, wählst du's, kann nichts fehlen; wenn ich nur heilig lebe, und dir mich ganz ergebe! 2. Laß meine Seele nie, denn dir gehöret sie, an eiteln Gütern hangen, sie nie so sehr verlangen, als ob sie, zu ents behren, zu schön und herrlich wären! 3. Erretten Stand und Macht, Rang, Anseh'n, Gold und Pracht, wenn ich nichts Edlers habe, vom Schrecken vor dem Grabe, und von Be fümmernissen ein zagendes Ges wissen? 4. Ist die Trei und rein, darf ich mich deiner freu'n, und dich, mein Gott, nicht fürchten, was hab' ich dann zu fürchten? Was kann mir biesen Glauben mit seinen Freuden rauben? 5. Weß nimmst du dich nicht an? Was ewig freuen kann, das gibst du, Vater, Allen mit Huld und Wohlges fallen, und was du weigerst, follen wir gern entbehren wollen. 6. Wohin, o Gott, dein 8. Gewährst du diese mir, dann werde mir von dir von dieses Lebens Freuden, und auch von seinen Leiden, was dir gefällt, beschieden; ich habe deinen Frieden! Mel. Herr, ich habe mißgehans delt 2c. 608.S cheint dir freus denleer das Leben, freudenleer dein Stand, dein Loos; ist dein höchster Wunsch, dein Streben, reich zu seyn, ges ehrt und groß: dann verflies Ben deine Tage unter Mißs muth, Sorg' und Plage. 2. Lerne mäßiger begehren, mäßiger im Wünschen seyn, jetzt genießen, dann entbehs ren; o wie glücklich wirst du seyn! Deine Freuden, deine Schmerzen fließen dir aus deis nem Herzen. 3. Hoher Stand und große Güter schaffen nicht Zufries denheit; wahre Ruhe der Ges müther wohnt nur bei Genügs famkeit, die mit Weisheit sich verbindet, und ihr Glück auf Tugend gründet. Christliches Verhalten gegen uns selbst. 421 4. Gott vertheilet seinen was nicht Engel faffen, ords Segen stets mit weiser Vater hand, nicht, wie wir's zu wünschen pflegen, immer, wie er's heilsam fand; dich auch hat er nicht vergessen, auch dein Theil dir zugemessen. nen, so wie mir's gefällt? Hier sollst du dem Herrn vers trau'n, glauben hier, und dort erst schau'n. 5. Ringe, um der Tugend willen, ringe nach Zufrieden heit! Schwere Pflichten zu erfüllen, brauchst du Geistes, heiterkeit. Gram, im Herzen tief verschlossen, macht zu jeder Pflicht verdrossen. 4. Soll er deine Wünsch' erheben zu Beherrschern seis ner Welt? Kann er heilig seyn und geben, was doch Lüsten nur gefällt? Wohl uns, wenn er nicht gewährt, was ein thöricht Herz begehrt! 6. Laß mich, Gott, in meinem Leben redlich meine Pflichten thun, still und kindlich die ergeben, fromm in deiner Fü gung ruh'n; und ein Blick auf ew'ge Freuden stärke dann mich auch im Leiden! 5. Hier in meinem Pilgers stande sey mein Theil Zufries denheit. Dort in meinem Vas terlande wohnt die wahre Ses ligkeit. Find' ich dort gewiß mein Heil, o so sey mein Weg hier steil! 6. Wandelst du auf rauhen Wegen, meine Seele, klage nicht! Was hier schmerzet, Mel. Gott des Himmels und zc. wird dort Segen; was hier Nacht ist, dort Licht; 609. Unerforschlich fey und einst faff ich Gottes Sinn, wann ich ganz vollendet bin. mir immer meines Gottes Weg und Rath, und die Nacht sen ohne Schimmer, die mich hier umschattet hat; ist doch Alles, was er thut, wie's auch scheine, weis und Muth und Gelassenheit im Leiden. Mel. Jesu, meine Freude zc. 2. Sollt' out ich das von Gott 610. Chrift, aus deis auch ich schon It's nicht nem Herzen banne Sorg und Schmerzen! Schöpfe neuen Muth! Wenn schon Kreuz dich drücket, Gott ist's, der erquicket; was er schickt, ist gut. Wenn dich Neth ringsum bedroht, Sorgen stets mit dir erwachen; wohl wird's Gott doch machen. nur loben, wo Weisheit seh'? ein Geschenk von oben, wenn ich seinen Weg versteh'? Fre. velt der nicht, welcher klagt, daß ihm Gott mehr Licht versagt? 3. Soll ein Vater unterlaffen, was sein Kind für Thorheit hålt? Soll Gott, Christliches Verhalten gegen uns selbst. 422 2. Ist der Himmel trübe, wankt der Freunde Liebe, wird die Last dir schwer; stürzt mit jedem Tage eine neue Plage über dich daher; weicht das Glück stets mehr zurück, scheint's dich nicht mehr anzus lachen; wohl wird's Gott doch machen. 3. Lasten abzunehmen, hilft nicht Angst noch Gråmen, schafft auch keine Raft. Unges duld macht Bürden, die dir leicht seyn würden, erst zur Felsenlast. Bagend Herz, zähm' deinen Schmerz! Drückt bie Bürde schon den Schwas chen; wohl wird's Gott doch machen. 4. Du führst Christi Namen; Christum nachzuahmen, das ist deine Pflicht. Werde nicht erschüttert, wenn die Erd' erzittert und die Welt zerbricht. Der steht fest, der Gott nicht läßt. Nings um dich laß Donner krachen; wohl wird's Gott doch machen. 5. Herrlich ist die Krone, die der Christ zum Lohne seis ner Treu' empfängt. Nur nichts selbst verschuldet, und dann froh erduldet, was dein Gott verhängt! Sieg' als Held! Mag doch die Welt deiner Hoffnung spottisch la chen! wohl wird's Gott doch machen. 6. Dabei soll's denn bleis ben! Ich will nie mich sträus ben, folgsam Gott zu seyn. Stets, im Tod und Leben, bleib' ich ihm ergeben; ich bin sein, er mein. Ihm, dem Herrn, vertrau' ich gern. Wunderbar mag Gott es mas chen; wohl wird er's doch machen. OII, Da Mel. Herr Jesu Chrift, du zc. en Herrn, der an mein Leiden denkt, mich, wenn ich's ihm erzähle, aus seinem Freudenbecher trånkt, erhebet meine Seele. Er ist mein Lobgesang, mein Heil, mein starker Fels, mein Licht, mein Theil, das ich auf Ers den wähle. 2. Er hat durch Weisheit und Verstand den Himmel ausgebreitet. Wie groß ist er, wenn seine Hand den Gang der Blige leitet! wie gnädig, wenn ein Frommer weint, und er in seiner Macht ers scheint, und für den Froms men streitet! 3. Er fandte Schrecken über mich; da war um Trost mir bange. Ich rief: Warum vers birgst du dich? Mein Gott, ach wie so lange! Wie lange soll ich traurig seyn? Las ab, daß ich nach deinem Drau'n Barmherzigkeit erlange! 4. Da sab' der Herr mein Elend an, wie seine Hand mich drücke; ließ Gnad' in meiner Angst sich nah'n, das mit er mich erquicke, und sprach, als ich im Glauben bat: ich werfe deine Miffe, Christliches Verhalten gegen uns selbst. that weit hinter mich zu rücke. wacht, und wird mir väterlich Hilf und Errettung senden. 5. Er strafte, wenn ich von ihm wich, mit väterlichen Schlägen, und schlug mit Menschenruthen 10. Er ist mit mir, ich zittre nicht; er richtet meine Gänge. Kommt mit mir vor mich nicht sein Angesicht im heiligen Ges über mein Vermögen; und pränge! Versammelt euch hers kam mir, wenn ich zu ihm rief, damit ich nicht im Tod entschlief, mit Rath und Trost zu von fern! Gerechte, singt mit mir dem Herrn! Dem Herrn singt Lobgesänge! entgegen. 6. Oft muß sich meine Red. lichkeit von Frevlern spotten 612. mit mir oft Bank und Streit, die mich ohn' Ursach' haffen. Oft res det hart und trotziglich die böse Zunge wider mich: der Herr bat ihn verlaffen. 7. Dann schütt' ich aus vor ihm mein Herz, wann ich deß inne werde, und weine kinds lich meinen Schmerz zum Him mel von der Erde. Da nimmt der Herr sich meiner an, und läßt mich Trost und Schutz empfah'n, daß ich errettet werde. 8. Er spricht: ich habe dich erlöst; wenn ich nach Trost verlange, vernimmt mein Fles hen, und verstößt mich nicht, ist mir gleich bange; er stårs fet den betrübten Muth, daß wider aller Feinde Wuth ich Rath und Hülf erlange. 423 9. Und wenn sein Zorn die Völker schlägt, trägt er mich auf den Händen, wie seinen Sohn der Vater trågt, Ges fahren abzuwenden. Empore, Welt, dich wider mich! Gott Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 612. Der wahren Chris sten ganzes Leben ist eine ftete Pilgerschaft. In viel Gefah, ren hingegeben, braucht hier der Wandrer große Kraft; braucht Vorsicht, Treue, Wachs samkeit, braucht Eifer und Entschloffenheit. 2. Kein wahrer Christ hat immer Frieden; von Kampf zu Kampfe muß er geh'n. Nur denen ist der Lohn bes schieden, die in dem Streit als Helden steh'n; nur diese labt einst Himmelsruh'; d'rum kämpf, o Seele, kämpfe du! 3. Was ist der Frommen långstes Leiden? Ein kurzer wie oft schwerer Traum;- erquicket ihn dafür mit Freus. den sein Gott; er hilft ihm unverhofft, und stromet Heis terkeit und Ruh' dem kummers vollen Herzen zu. 4. Zwar Fleisch und Blut pflegt's oft zu grauen, es hålt das Kreuz für überschwer; die aber auf zum Himmel schauen, die fürchten sich davor Christliches Verhalten gegen uns selbst. 424 nicht mehr. Wenn unser Geist nur willig ist, so hilft der Sies ger, Jesus Christ. 5. D'rum soll die Hoffnung fest mir stehen, daß alles Leis den dieser Zeit, das, gleich der Erde, wird vergehen, nicht werth sey jener Herrlichkeit, die schon am Ziel der Lauf bahn glänzt, und treue Streis ter dort umkrångt. 6. Wohlan, es stürmen Noth und Plagen, es stürmen Feins de auf mich zu! Ich bin ein Christ, ich will nicht zagen; denn meine Hülfe, Herr, bist du, zu dem umsonst kein Schwacher fleht; und meine Waffen sind Gebet. 7. Hilf, Jesu, jeden Feind bekämpfen, und Glauben halten und besteh'n; hilf mir die Leidenschaften dämpfen, und stets auf dich, Vollender, seh'n. Dann gib mir nach vollbrach tem Streit die Krone der Gerechtigkeit. sind denn seines Geistes Tries be? Warum empfind' ich nicht die Liebe, und hoffe nicht ges trost auf ihn? 2. Sind meine Sünden mir vergeben; hat Gott mir Sünder Heil und Leben in seinem Sohn verlieh'n: Wo 3. Mühselig, sprichst du, und beladen hör' ich den Trost vom Wort der Gnaden, und ich empfind' ihn nicht; bin abgeneigt, vor Gott zu treten; ich bet, und kann nicht glaus big beten; denn, ach, es fehlt mir Zuversicht! 4. Sonst war mir's Freus de, seinen Willen von ganzem Herzen zu erfüllen; sein Wort war mir gewiß. Jetzt kann ich's nicht zu Herzen fassen, und meine Straft hat mich vers lassen, und meinen Geist deckt Finsterniß. " 5. Oft fühl' ich Zweifel, die mich quälen, und wein' voll Unruh' meiner Seelen, und meine Hülf' ist fern. Ich suche Ruh', die ich nicht finde; in meinem Herzen wohnt nue Sünde, nur Unmuth, keine Furcht des Herrn. Eigne Melodie. 613. Du flagst, o Zeugen beffrer Herzen, als 6. Zag' nicht, o Christ, denn Schmerzen Christ, in schweren Leiden, und seufzest, daß der Geist der Freus den von dir gewichen ist. Du Flagst und rufft: Herr, wie so lange? Und Gott verzeucht, und dir wird bange, daß du von Gott verlaffen bist.. dir das deine scheint. Wie könntest du dich so betrüben, daß dir die Kraft fehlt, Gott zu lieben, wär' nicht dein Herz mit ihm vereint? 7. Kein Mensch vermag Gott zu erkennen, noch Jes sum einen Herrn zu nennen, als durch den heil'gen Geist. Hast du nicht diesen Geist empfangen? Er ist's, der dich Christliches Verhalten gegen uns selbst. nach Gott verlangen, und sein Erbarmen suchen heißt. 8. Vertrau' auf Gott! Er wohnt bei denen, die sich nach feiner Hülfe sehnen; er kennt und will dein Glück. Er sieht dein Leid, er hört dein Weinen, und läßt dir Trost und Hülf erscheinen, nach einem kurzen Augenblick. 9. Gott ließ so manchen seis ner Frommen in dieß Gefühl des Elends kommen, und stand ihm machtig bei. Du sollst dein Nichts erkennen lernen, sollst das Vertrau'n auf dich Mel. Die Tugend wird durch's foufernen, und ſeh'n, was 614. Klag nicht, mein 2c. Gottes Gnade sey. Herz, wenn alle Freuden des Lebens ferne von dir flieh'n; wenn schwere Prüfungen und Leiden dir oftmals allen Trost entzieh'n. Trag' standhaft jeg liche Beschwerde; wie bald verfließt die Prüfungszeit! Erhebe dich vom Staub der Erde, und freue dich der Ewigfeit! 10. Vor Sicherheit dich zu bewahren, läßt er oft Strenge dich erfahren, und schickt dir diese Last. Er reinigt dich wie Gold im Feuer, macht dir das Heil der Seele theuer, damit du haltest, was du hast. 11. So wie ein Vater über Kinder, erbarmet Gett sich über Sünder, die seinen Namen scheu'n. Dein Seufzen ist ihm nicht verborgen. So fern der Abend ist vom Morgen, läßt er von dir die Sünde seyn. 425 tig in den Schwachen, ist Güte für und für. Laß dir an seiner Gnade g'nügen. Sein Wort ist wahr, und kann nicht trügen: Ich stärke dich, ich helfe dir! 12. Zwar ist um Trost dir jetzo bange; denn alle Züchtigung, so lange sie da ist, scheint uns hart. Doch nachmals wird sie Frieden geben, Frucht der Gerechtigkeit und Leben dem, der durch sie geübet ward. 13. Fahr' fort zu beten und zu wachen. Gott ist noch mäch14. Auf, faffe dich in deinen Nöthen! Sprich: Wollte mich der Herr auch tödten, so harr' ich dennoch sein. Mit bleibt das Erbtheil der Erlösten; und will mich Gott nicht eher trösten, wird er mich auch im Tod erfreu'n. 2. Wirst du auch über deis nen Glauben an Gott und Jes sum stolz verlacht; sey stark, und laß dir ihn nicht rauben! Gott, der allmächtig für dich wacht, der Herr und Richter aller Welten, der aller From men Zuflucht ist, wird dir's einst tausendfach vergelten, wenn bis an's Ende treu du bist. 3. Verachten dich der Tus gend Feinde, wenn du in Eins falt Tugend übst; verlachen 426 Chriftliches Verhalten gegen uns selbst. dich selbst deine Freunde, weil nicht leben magst; wenn Gott du Gott mehr als Freunde sein Angesicht verhüllet, dich liebst; sey standhaft! Jesus nicht erhöret, wann du klagst; wird dich nennen; sein Freund, so darfst du dennoch nicht vers sein Liebling wirst du seyn; zagen, weil er dein Trost und vor Engeln wird er dich bes Retter ist; dein künftig Schicks kennen, dich ewig lieben und sal wird dir sagen, daß du sein erfreu'n. Freund und Liebling bist. 8. Sen stark, mein Geist, in deinem Leiden! dein Glaus be kämpfe ritterlich! Sey redlich, Lafter stets zu meiden; der größten Trübsal rühme dich! Sen stark! Gott ruft die Uleberwinder nach ihrem Kampf zu seinem Thron, und segnet ewig seine Kinder. Sey stark! Gott selber ist dein Lohn. 4. Bemühst du dich, der Deinen Segen, des Vaters Landes Glück zu seyn; steht dir die ganze Welt entgegen, laß dein Bemüh'n dich nicht gereu'n! Bald wallst du nicht mehr hier auf Erden; es ist ein Himmel, Seele! dort wird deine Treu' vergolten werden; d'rum sey beherzt, und kämpfe fort! 5. Wenn man dich einen Heuchler nennet und deine Mel. Herr Jesu Chrift, mein's ic. Tugend Lafter schilt, so zage 615. Nun ist die Leis nicht, weil Gott dich kennet, bei dem nicht Menschenurtheil gilt. Sey still! dem Herrn gehört die Rache; wenn Er nur redlich dich erklärt. Er kennt und führt der Unschuld Sache, und ehrt den ewig, der ihn ehrt. densstunde! Nun soll ich in Gott anbetend ruh'n, soll glaus ben, wo mein Aug' nichts fieht; Allmächtiger, stårk' mein Gemüth! 6. Mußt du mit Leiden schaften ringen, und beugen ihre Stürme dich; bist du zu schwach, dich zu bezwingen, emport in dir die Sünde sich; so bete! Gott hilft; bet' und leide; bald kommt des Kam pfes letzte Seit. Ersiege dir des Himmels Freude! Gott hilft; ergreif' die Ewigkeit! 7. Wenn Traurigkeit dein Herz erfüllet, und du vor Angst 2. Ob Bangigkeit mein Herz umgibt, so weiß ich doch, daß Gott mich liebt; und wenn er noch so ferne scheint, so weiß ich doch, wie gut er's meint. 3. Er ist ein Vater; er vers zeiht die Sünden, die mein Herz bereut, und wären meis ner Fehler mehr, als meiner Haar, als Sand am Meer. 4. Wenn ihn mein Glaube fest umfaßt, erleichtert er die schwerste Last; wann Elend und Gefahr mir draut, ist Christliches Verhalten gegen uns selbst. er's, der sanft mein Herz ers freut. 5. Noch nie hat er mir Trost versagt, wann Angst mein bans ges Herz zernagt; flieht nur mein banges Herz ihm zu, so schenket er mir Seelenruh'. 6. Wann folgte nicht auf Nacht der Tag? Wenn nur die Seele warten mag, so hars ret sie vergebens nicht auf Gott und seines Trostes Licht. 7. Heil mir! Gott ist, und Gott ist mein, so nah' er sey, fern er schein'; ob ihn mein Herz auch nicht empfind', er ist mein Vater, ich sein Kind. 8. Ich warte, schweige, dulde nur, seh' ich von ihm auch keine Spur, such' ich auch lang vergebens ihn; mein ist er, so gewiß ich bin. 9. Sein bin ich, so gewiß er ist; sein, so gewiß als Jes sus Christ zu uns vom hohen Himmel kam, und Theil an unserm Elend nahm. 10. Ich seh' ihn nicht; doch er sieht mich; er kennt mich, weiß es, Staub bin ich. Der Vater zürnt von Herzen nicht; Gedanke, sey mir Trost und Licht! 427 mich kranken, Alles mich in Noth versenken, dennoch hab' ich Trost und Muth, was mein Vater thut, ist gut. 3. Wann ich in Gefahren lebe, mein Erbarmer, so erhebe meine Hoffnung sich zu dir;. Trost sey deine Liebe mir! 4. Rühmen will ich sie, nicht zagen; Alles, was du zuschickst, tragen, und in deiner Gute ruh'n, und mit Lust, was recht ist, thun. 5. Muß ich seufzen: Vater, zähle jeden Seufzer meiner Seele! Zeichne meine Thras nen an; ja, du zeichnest, Gott, sie an! 6. Einst erfahr' ich's, und mit Freuden, daß in allen meis nen Leiden deine Huld unends lich ist; daß du, Gott, unends lich bist. 7. Mächtig ist der Herr, mein Retter; denn er ist der Gott der Götter. Auf sein Wort verlass ich mich; seines Wortes rühm' ich mich. 8. Schweiget alle meine Klagen! Hoffen will ich und nicht zagen, und in deiner Güte ruh'n, und mit Lust, was recht ist, thun. Eigne Melodie. Christliche Todeserins 616. Wenn auch Wis nerung. derwärtigkeiten wider meine Mel. Jesu, Jesu, komm zu zc. Nuhe ſtreiten, will ich dennoch 617.C auf zu dir, mein voll Vertrau'n Vater, schau'n. 2. Dann mag, was da will brist, gedenk' an deinen Tod, eh' er in der Nähe drobt, daß du von ihm weisen 428 Christliches Verhalten gegen uns ſelbst. Ernst, früh dein Heil zu schaf fen lernst; 2. Daß du, wann er nun erscheint, nicht ihn flieht, als einen Feind, aus der Furcht dich stracks ermannst, gern die Hand ihm bieten kannſt. 3. Kennst du ihn, so zags du nicht, blickst ihm heiter in's Gesicht! Er führt Gottes sel'ger Ruh', deinem großen Ziel dich zu. 4. Uleberfiel' er dich auch früh: wohl dir! dieses Lebens Müh' endet er und du kommst dann an dem Ziele früher an. 5. Da, Beglückter, findest du nach der Arbeit deine Ruh'; ba reicht Gott von seinem Thron ewig dir der Tugend Lohn. 6. Nur sey weise, nur laß ist keine Stunde ungenüßt, laß, des Guten viel zu thun, Geist und Kräfte niemals ruh'n. 7. Wann dann früh dein Tod fich naht, reift auch früh dort deine Saat: Wer früh viel zu nutzen strebt, hat auch jung schon viel gelebt. Mel. Ich sterbe tåglich und 2c. 618. 3. Sebt eßt leb' ich; ob ich morgen lebe? ob diesen Abend? weiß ich nicht. Wohl mir, wenn ich mich Gott er gebe! dann kenn' und thu' ich meine Pflicht; dann bin ich durch des Geistes Kraft bes reit zu meiner Rechenschaft. 2. Am Morgen blüht und glänzt die Blume, und fällt So oft schon am Abend ab. sinkt mit seinem Glück und Ruhme der Mensch, eh' er's besorgt, in's Grab. Und Seele, du mißbrauchst so leicht ein Leben, das so schnell entfleucht? 3. Entziehe dich dem Weltgetümmel! Hier ist der Kampf, dort ist die Ruh'. Ach, streb' und ringe nach dem Himmel! eil' einer bessern Heimath zu! Wie bald verfließt der Prü fung Zeit! D'rum lebe für die Ewigkeit. 4. Verschiebe niemals deine Pflichten; was du zu thun jetzt schuldig bist, das eile heu. te zu verrichten; wer weiß, ob's morgen möglich ist? Nur dieser Augenblick ist dein; der nächste wird's vielleicht nicht seyn. 5. Es sey, o Vater meines Lebens, die Warnung: wachet! send bereit! an meiner Seele nicht vergebens, verloren nicht der Gnade Zeit. Dann führt mich selbst ein schneller Tod zu deiner Seligkeit, o Gott! Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. 619. Meine Lebenszeit ich zu verstreicht, stündlich eil' dem Grabe. Und wie wenig ist's vielleicht, das ich noch Denk', o zu leben habe? Mensch, an deinen Tod! Saus me nicht; denn Eins ist Noth. Christliches Verhalten gegen uns ſelbst. 2. Lebe, wie du, wann du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben. Guter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Mens ſchen gaben, nichts wird dich 020. W im sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Gus tes liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß gibt, wird einst deis nen Tod verfüßen. Dieses Herz, von Gott erneut, gibt im Tode Freudigkeit. 4. Wann in deiner letzten Noth Freunde hülflos um dich beben, dann wird über Welt und Tod dich dieß reine Herz erheben. Dann erschreckt dich kein Gericht; Gott ist deine Zuversicht. 429 jeden Tag, daß ich weiser werden mag. Eigne Melodie. 5. Daß du dieses Herz ers wirbst, fürchte Gott, und bet' und wache! Sorge nicht, wie früh du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern nicht nur den Tod nicht schei'n, lern auch seiner dich er freu'n. 6. Uleberwind' ihn durch Vertrau'n! Sprich: ich weiß, an wen ich glaube, und ich weiß, ich werd' ihn schau'n; einst erweckt er mich vom Staube. Er, der rief: Es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. as sorgst du Es ängstlich für dein Leben? Gott gelassen übergeben, ist wahre Ruh' und deine Pflicht. Du sollst es lieben, weislich nüßzen, es dankbar als ein Glück besitzen, verlieren, als verlörst du's nicht. 2. Der Tod soll nicht dein Herz erschrecken; doch, dich zur Weisheit zu erwecken, soll er dir stets vor Augen seyn. Er soll den Wunsch zu leben mindern, doch nicht in deiner Pflicht dich hindern, vielmehr dir Kraft dazu verleih'n. 3. Ermattest du in deinen Pflichten, so laß den Tod dich unterrichten, wie wenig deiner Tage sind. Sprich: sollt' ich Gutes wohl verschieben? Nein, meine Zeit, es auszuüben, ist kurz, und sie verfliegt geschwind. 4. Denk' an den Tod, wann böse Triebe, wann Lust der Welt und ihre Liebe dich reis zen; und ersticke sie. Sprich: kann ich nicht noch heute siers ben? Und könnt' ich auch die Welt erwerben, beging ich doch solch Uebel nie. 7. Tritt im Geift zum Grab oft hin, siehe dein Gebein vers senken! Sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich stets bedenken! Lehre du mich's liebst. Denk' an die Eitelkeit 5. Denk' an den Tod, wann Ruhm und Ehren, wann deis ne Schäßze sich vermehren, daß du sie nicht zu heftig Christliches Verhalten gegen uns selbst. 430 der Erden, daß, wann sie dir entriffen werden, du dann dich nicht zu sehr betrübst. 6. Dent' an den Tod bei frohen Tagen! Kann deine Lust sein Bild vertragen, so ist sie gut und unschuldsvoll. Sprich, dein Vergnügen zu versüßen: welch Glück werd' ich erst dort genießen, wo ich unsterblich leben soll! 7. Denk' an den Tod, wann deinem Leben das fehlt, wo nach die Reichen streben; sprich: bin ich hier, um reich zu seyn? Heil mir! wann ich in Christo sterbe, dann ist ein unbeflecktes Erbe, dann der Himmel Reichthum mein. ist 8. Dent' an den Tod, wann Leiden kommen! Sprich: alle Trubsal eines Frommen ist zeitlich, und im Glauben leicht. Ich leide; doch von allem Bös sen wird mich der Tod bald, bald erlösen; er ist's, der mir die Krone reicht. wie behende kann kommen meine Todesnoth. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut. 2. Es kann vor Abend ans ders werden, als es am frühen Morgen war. So lang ich lebe hier auf Erden, leb' ich in steter Tod'sgefahr. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut. 3. Laß mich mein Ende stets bedenken, und Buße thun, wenn ich gefehlt, und nicht in Lüste mich versenken, nicht wählen, was mich ewig quält. Mein Gott, ich bitt' durch Chris sti Blut, mach's nur mit meis nem Ende gut. 4. Laß mich noch in gesuns den Tagen mein Haus bestels len, um zu dir mit wahrer Freudigkeit zu sagen: Herr, wie du willst, so schick's mit mir. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut. 5. Erhebe meinen Geist zum Himmel, und lehre mich das Eitle flieh'n! Lenk' meinen Wunsch, auch im Getümmel der Welt auf ew'ge Güter hin! Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut. 9. So suche dir in allen Fällen den Tod oft lebhaft vorzustellen, so wirst du ihn nicht zitternd scheu'n; so wird er dir ein Trost in Klagen, ein weiser Freund in guten Tagen, ein Schild in der Vers suchung seyn. Eigne Melodie. 621. Wer weiß, wie meine Sünde mit dem Bers Ach, deck' all' dienste Jesu zu, damit ich hier Vergebung finde, und dort bei dir vollkommne Ruh'. Mein nahe mir mein Ende! Schnell flieht die Zeit, schnell kommt der Tod; wie unvermuthet, Christliches Verhalten gegen uns selbst. 431 Gott, ich bitt' durch Christi der Tag des Todes sey noch Blut, mach's nur mit meinem Ende gut. fern. 7. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichts, es sey Leben oder Tod; im Leben ist er meine Freude, mein Trost in meiner letzten Noth. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut. 8. Ich weiß, ich weiß, an wen ich glaube, der Tod ist mir nicht fürchterlich. Die Seele lebt und aus dem Staube erhebt auch einst mein Körper sich. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut. 9. D'rum leb' ich in gelassner Stille, und so gelassen sterb' ich auch. Wie Gott es füget, ist sein Wille mir heilig bis zum letzten Hauch. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut. 10. Mein Ende komm' heut' oder morgen! Ich weiß, mit Jesu glückt es mir: er wird für meine Seele sorgen; er bringt sie, Vater, einst zu dir. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr; und keiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht: ich denk' in Glück und Noth im Hers zen oft an meinen Lod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn ges dacht. 4. Wir leben für die Ewigs feit, zu thun, was uns der Herr gebeut, und unsers Les bens kleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod ruft Seelen vor Gericht; da bringt Gott Alles an das Licht, und macht, was hier verborgen war, den Rath der Herzen offenbar. 6. D'rum, da der Tod dir täglich draut, so sey stets wachs sam und bereit; prüf deinen Glauben als ein Christ, ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Seufzer in der letzs ten Noth, ein Wunsch durch des Erldsers Tod vor Gottes Thron gerecht zu seyn, dieß macht dich nicht von Sünden rein. Mel. Nun laßt uns den Leib zc. Stimme hört, ihr folgt, und 8. Ein Herz, das Gottes vom ein 622. Wie ficher lebt glaubig Herz von Lieb' erfüllt, dieß ist es, was in Christo gilt. der Mensch, der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub; und dennoch schmeichelt er sich gern, 9. Die Heiligung erfordert Müh'; du wirkst sie nicht, Gott Christliches Verhalten gegen den nächsten. 432 wirket fie. Du aber ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Werk von dir. 10. Der Zweck, zu welchem du hier lebst, dein höchstes Ziel, nach dem du strebst, und was dir ewig Glück verschafft, ist Tugend durch des Glaus bens Kraft. 11. Ihr alle seine Tage weih'n, heißt eingedenk des Todes seyn; und wachsen in der Heiligung, ist wahre Tod's, erinnerung. 12. Wie oft vergeff ich diese Pflicht! Herr, geh' mit mir nicht in's Gericht; drück' selbst des Todes Bild in mich, daß ich dir wandle würdiglich; 2. Dein Leben in der Sterb.. lichkeit war für die Menschen Segen; dir folgten Lieb' und Freundlichkeit auf allen deinen Wegen. Wohin du gingst, ging Wohlthun mit; dein Wort, dein Werk, und jeder 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor dir, o Gott, erforschen mag, ob Liebe, Des muth, Fried' und Treu' die Frucht des Geistes in ihm sey; 14. Daß ich zu dir um Gnas de fleh', stets meiner Schwachs heit widersteh', und einstens in des Glaubens Macht mit Freuden ruf: Es ist volls bracht! Christliches Verhalten gegen den Nächsten. Menschen achtung und Menschenliebe. Mel. Lobsinget Gott und betet Schritt war Segen und Ers barmen; du übernahmst die schwerste Pein, uns vom Vers derben zu befret'n, und starbft zum Heil uns Armen. an 2c. 023.D er du die Liebe selber bist, und gern die Mens schen segnest, auch Jedem, der dein Feind noch ist, mit Freund lichkeit begegnest; o bilde meis nen Sinn nach dir, und laß mich doch, mein Heiland, hier auf deinen Wegen wandeln. Die können keine Christen seyn, die sich nicht Andrer Wohl fahrt freu'n, nicht menschen freundlich handeln. 3. Auch jetzt noch auf der Himmel Thron bist du das Heil der Sünder; auch da noch bleibst du, Gottessohn, ein Freund der Menschenkins der. Du schaffst den Deinen wahre Nuh, und die Verirrs ten suchest du auf rechten Weg zu leiten; du hörst der Seufs zenden Gebet, und brauchst nur deine Majestät, um Ses gen auszubreiten. 4. Laß, denn in meiner Pils gerschaft mich auf dein Vors bild sehen. Erfülle mich mit Lust und Kraft, dem Nächsten beizustehen, betrübter Herzen Trost zu seyn, mich mit den Fröhlichen zu freu'n, mit Weis nenden Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. 455 nenden zu klagen. Nie müss ich dem, der meinen Rath, der meine Hülfe nöthig hat, was er bedarf, versagen. 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienst dem Durstigen begegs net; ein Blick voll Trost, mit dem mein Herz Betrübte segs net; ein Rath, mit dem mein Mund im Kummer Andre stärkt; nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Gott, unbes merkt. 5. Laß mich mit brüderlicher Huld des Nächsten Fehler des cken, durch Sanftmuth, Mits leid und Geduld zur Besfrung ihn erwecken; und fündigt er oft gegen mich, so freue meis 5. Sucht Bosheit irgendwo ne Seele sich, ihm willig zu nur Zwietracht anzurichten, vergeben. Dann werd' ich so will ich sorgsam seyn, der dich, Herr Jesu Christ, der Brüder Zwist zu schlichten. du die Liebe selber bist, stets würdiger erheben. Aus Schmähsucht störe nie mein Mund des Nächsten Ruh'; er rühme sein Vers dienst, und decke Fehler zu! 6. sey's, o von Mel. O Gott, du frommer Gott 2c. 024. Gib mit, o Gott, mir, das Böse zu vergelten! Still, duldsam sey mein Sinn, wenn Andre drau'n und schels ten! Vergeben will ich dem, der mir zu schaden sucht, den lieben, der mich hast, den segs nen, der mir flucht. ein Herz, das alle Menschen liebet, bei ihrem Wohl sich freut, bei ihrer Noth betrübet; ein Herz, das Eigennuß und Neid und Härte flieht, und sich um Andrer Glück, wie um sein Glück, bemüht. 2. Erblick ich Dürftige, so laß gerührt mich eilen, von dem, was du mir gabst, gern ihnen mitzutheilen; nicht aus dem eiteln Trieb, groß vor der Welt zu seyn, und mich geehrt zu seh'n; nein, Mens schen zu erfreu'n. 3. Es sey mir heil'ge Pflicht, selbst unbemerkt von ihnen, den Brüdern, wo ich kann, mit Rath und That zu dienen! Nicht Dank erst treibe mich zu milder Wohlthat an; nein, was ich Gutes thu', das sey, Herr, dir gethan! 7. Auch laß mich nie allein auf zeitlich Wohlergehen, mit eingeschränktem Blick, bei meis nem Nächsten sehen. Noch mehr, Herr, müsse mich sein Seelenwohl erfreu'n, und über Alles werth sein ewig's heil mir seyn! 8. Den, der im Guten wankt, im Tugendsinn zu stärken; den, der noch sicher ist bei seinen bösen Werken, von der vers kehrten Bahn des Lasters abzus zieh'n; dazu verleih' mir Kraft, und segne mein Bemüh'n. 9. heilige du selbst, Gott, meines Herzens Triebe, durch 28 434 Chriftliches Verhalten gegen den nächsien. deine Lieb' und Furcht, zu wah, rer Menschenliebe! Wer nicht den nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein. Laß diese Wahrheit, Gott, mir stets vor Augen seyn. und Zeit meiner Brüder Glid geweiht. 6. Dieß ist wahre Mens schenliebe, die Vernunft und Schrift uns lehrt; wenn ich sie mit Freuden übe, dann wird Jesu Reich vermehrt. Daß ich's mehre, stärke du, Gott der Liebe, mich dazu! Mel. Gott des Himmels und 625. Immer will ich, frei vom Neide, und vom Eis gennuße rein, euerm Glücke, 626. L Laf eurer und Kräfte weih'n, und dem Unrecht herzlich feind, leben als ein Menschenfreund. aß mich, o Gott, die Achtung nie verleßen, die ich als Mensch dem Menschen schuldig bin. Ihn nie gering, ihn wie mich selbst zu schäßen, zu bieten ihm die Hand mit Brudersinn; dieß sey mir ims mer heil'ge Pflicht! Wer nicht den Nächsten ehrt, der schäßt sich selber nicht. 2. Gern zu rathen, froh zu geben, hier zu helfen, dort zu leih'n, Unterdrückte zu erhes ben, und Beleidigern verzeih'n, trösten, wo der Trost gebricht, sen mir Freude stets und Pflicht. Eigne Melodie. 2. Er sey entblößt von Reich, thum, Macht und Ehre solch Außenwerk gibt nicht dem Menschen Werth!- er wohne fern; er kenne nicht die Lehs re, die mich so froh dich, Gott, anbeten lehrt; verkenn' in seis nem Wahn auch mich; er ist mit mir verwandt; ist, Gott, dein Kind, wie ich. 3. Treuer Freundschaft Band zu schlingen, zu entfernen, was fie trennt, Feinde zur Vers söhnung bringen, löschen, wo die Streitsucht brennt, Uns schuld schützen in der Noth, sey mir heiliges Gebot. 4. Arme suchen, die verbors gen in der Noth zum Himmel fleh'n, Wittwen, Waisen gern versorgen, hilfreich nach den Kranken seh'n, lindern des Bedrängten Schmerz: dieß sen Wonne für mein Herz. 5. Freudig, thätig will ich nüßen, Gott, für Licht und Besserung, jede Anstalt unters stüßen für des Elends Mil berung; wo ich kann, fey Kraft Ber Menschenfreund! 3. Und ich sollt' ihn aus Uebermuth verachten?- aus Eigennuß sein heilig Recht entweih'n? aus Zorn und Haß ihn nur zu kränken trachten? Nein, Gott, ich will ihm wohls thun, ihn erfreu'n; ihm wohls thun, war' er auch mein Feind! D segne mein Gelübd', du gro Christliches Verhalten Mel. O du Liebe meiner Liebe zc. 027. M. Men enschenfreund, nach deinem Bilde, bilde sich mein ganzer Sinn! Deine Sanftmuth, deine Milde neig' auch mich zur Liebe hin. Uns werth war' ich, dich zu kennen, liebt' ich meine Brüder nicht; unwerth mich nach dir zu nens nen, ehrt' ich nicht der Liebe Pflicht. 2. Wo du dich nur Mens schen nahtest, folgte Wohlthun deiner Spur; wo du segnend Gutes thatest, in den Hütten, auf der Flur; an dem Lager Franker Brüder, wo du je nur hingeblickt, kehrte Freud' und Hoffnung wieder, und die Menschheit ward erquickt. 3. du Gütigster von Al. len! Keinen hast du je vers schmäht; wer verirrt war, wer gefallen, wer um Trost zu dir gefleht, hat für seines Hers zens Wunden, Herr, in deis fe, wie er nirgends fand. 4. Rettend streck' ich meine Arme, du Verlaffner, aus nach dir; wenn ich dein mich nicht erbarme, wende sich mein Gott von mir. Ohne Liebe ist kein Leben; liebend nur gleich' ich dem Herrn; sein Verschonen, sein Bergeben üb' auch meine Seele gern. gegen den Nächsten. 435 man Arges von mir benken; dulden will ich es, wie er. Wenn ein Mensch mir Gram bereitet, irrt vielleicht nur sein Verstand; und ich reich' ihm, weil er gleitet, um so williger die Hand. Meil und Troft gefunden, Huls 628.Sab' ich der Dins ner treuten Hand Rettung, Mel. Ich halt' an meinem Gott zc. ge tiefsten Grund, und sprach' mit Engelzungen; macht' ich der Zukunft Thaten kund, vers seßzte, ganz durchdrungen von Glaubenskraft, auch Berg' in's Meer, und käm' das nicht aus Liebe her, so wär's für mich vergebens. 5. Mag man mich auch bits ter frånken; er, mein Heis land, litt wohl mehr. Mag - 6. Nimmer soll mein Herz ermüden, reiner Liebe sich zu weih'n. Es gewährt so hohen Frieden, wohlzuthun und zu erfreu'n. Wer nach Dank und Ruhm nur ringet, hat ja ſeis nen Lohn dahin. Wen das Herz zur Liebe dringet, ernd, tet dauernden Gewinn. 7. Zwar der Wehmuth Zähr' entfließet dem, der reiche Saat gestreut, wenn der Hoffnung Feld nicht sprießet, oder wes nig Frucht ihm beut; doch des Segens reiner Güte freut er einst sich, wår's auch spåt; endlich- Heil uns!- kommt zur Blüthe, was der Mens schenfreund gefä't. 2. Gåb' ich mein ganz Vers mögen hin zur Gabe für die Armen; ich hätte dessen nicht Gewinn, that' ich's nicht aus 28* Chriftliches Verhalten gegen den Mächsten. 436 Erbarmen. Ja, stürzt' ich mich mit Heldenmuth, gleich Mårs tyrern, in Feuersgluth; umsonst wär's ohne Liebe. 3. Die wahre Lieb' ist sanfts muthvoll, ist schonend und ges linde; sie meidet Bitterfeit und Groll, und deckt des Nächsten Sünde. Von Neid und Mißs gunft ist sie fern, und rühmt die guten Thaten gern, die sie am Nächsten findet. 4. Nicht ihre Größe sieht fie an, beschämet nicht den Schwachen. Die Hoffnung eignen Vortheils kann sie nies mals wankend machen. Sie zürnet nicht; auch selbst im Echerz betrübt sie nicht des Nächsten Herz; zum Besten febrt fie Alles. 5. Wo Laster stolz das Haupt erhebt, da trauert still die Lies be; sie freut sich deß, der eifrig strebt, daß er die Tugend übe. Nur bei der Wahrheit woh, net sie; des Nächsten Schas den sucht sie nie, fitzt nie im Nath der Spotter. 6. Die Liebe trägt den Schwachen gern, glaubt wils lig alles Gute; scheint oft die Hülfe noch so fern, sie hofft mit starkem Muthe. Umgibt fie Leiden ohne Schuld, auch bas erträgt sie mit Geduld, und niemals wird sie müde. 7. Wann endlich jede Wiss senschaft, wann Alles hier vers gehet; wann dort, wo Gott ein Neues schafft, fein Stück, werk mehr bestehet; bleibt Liebe doch nach dieser Zeit, und bleibt in alle Ewigkeit des Himmels größte Tugend. 8. So gib denn Kraft zu lieben mir, du Schöpfer guter Triebe! Mein ganzes Herz gehört nur dir; erfüll' es ganz mit Liebe! daß ich, Gott, über Alles dich, und meinen Nächs sten gleich als mich, nach Jesu Vorbild, liebe. 020. S. Mel. Dieß ist der Tag der ze. Jemand spricht: Ich liebe Gott! und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott, und reißt sie ganz dars nieder. Gott ist die Lieb', und will, daß ich den Nächsten liebe, gleich als mich. 2. Wer dieser Erde Güter hat, und sieht die Brüder leis den, und macht den Hungris gen nicht satt, läßt Nackende nicht kleiden, der ist ein Feind der ersten Pflicht, und hat die Liebe Gottes nicht. 3. Wer seines Nächsten Ehre schmäht, und gern sie schmähen höret, sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, und nichts zum Besten kehret, nicht den Verleumdern widers spricht, der liebt auch seinen Bruder nicht. 4. Wer zwar mit Rath, mit Trost und Schutz den Nächs sten unterstüßet, doch nur aus Stolz, aus Eigennuß, aus Weichlichkeit ihm nüßet, nicht Christliches Verhalten gegen den nächsten. aus Gehorsam, nicht aus Alle Brüder. Gott schuf die Pflicht, der liebt auch seinen Welt nicht bloß für mich; Nächsten nicht. mein Nächster ist sein Kind, wie ich. 5. Wer harret, bis ihn ans zufleh'n, ein Armer erst erscheis net, nicht eilt, dem Frommen beizusteh'n, der im Verborg, nen weinet, nicht gütig forscht, was ihm gebricht, der liebt auch seinen Nächsten nicht. 6. Wer Andre, wenn er sie beschirmt, mit Hårt' und Vors wurf qualet, und ohne Nachs ficht straft und stürmt, so bald sein Nächster fehlet; wie bleibt bei seinem Ungestüm die Liebe Gottes wohl in ihm? 11. Ein Heil ist unser Aller Gut. Ich sollte Brüder hassen, die Gott durch seines Sohnes Blut, wie mich, erkaufen lass sen? daß Gott mich schuf, und mich versühnt, hab' ich dieß mehr als sie verdient? 12. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen! Ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüs dern tragen? dem nicht vers zeih'n, dem du vergibst, und den nicht lieben, den du liebst? 13. Was ich den Frommen hier gethan, den Kleinsten auch von diesen, das sieht er, mein Erlöser, an, als hätt' ich's ihm erwiesen; und ich, ich follt' ein Mensch noch seyn, und Gott in Brüdern nicht erfreu'n? 14. Ein unbarmherziges Ges richt wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. D'rum gib mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist! 7. Wer für der Armen Heil und Zucht mit Rath und That nicht wachet, dem Uebel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet, nur sorglos ihnen Gaben gibt, der hat sie wenig noch geliebt. 8. Wahr ist es, du vers magst es nicht, stets durch die That zu lieben; doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreus lich auszuüben, und wünschest dir die Straft dazu, und sorgst dafür, so liebest du. 9. Ermattet dieser Trieb in dir, so such' ihn zu beleben. Sprich oft: Gott ist die Lieb', und mir hat er sein Bild ges Mel. Ach, was soll ich Sünder c. geben. Denk oft: Gott, was 630. Sollten Mens ich bin, ist dein; sollt' ich, gleich dir, nicht gütig seyn? 10. Wir haben Einen Gott und Herrn, sind Eines Leibes Glieder; d'rum biene beinem Nächsten gern, denn wir sind schen, meine Brüder, mir, o Gott, nicht theuer seyn? Sollt' ich sie nicht gern er freu'n? Sie sind Alle Chrifti Glieder; Chrifti, der für Alle Chriftliches Verhalten gegen den Nächsten. 438 starb, Allen Gottes Huld ers warb. 2. Er hat All' aus Einem Blute stammen lassen; Alle find Gottes; Jeder ist sein Kind. Alle sind mit Einem Blute ihm erkauft, und Eines Throns Erben- Erben seis nes Sohns. 3. Gottes Kinder wollt' ich Hassen? lieblos, unbarmhers sig seyn? meinem Feinde nicht verzeih'n? seine Schuld ihm nicht erlassen? Und der Herr erläßt mir doch meine Schuld, und trägt mich noch! 5. Wenn mein Herz, vom Hang zur Sünde hingerissen, dich verkennt, und zu Haß und Rach' entbrennt; überwind', o überwinde meinen Haß, und laß mich seh'n in den Tod für uns dich geh'n! 6. Deine Chránen, wie sie floßen, als dein Aug' um mich geweint, laß mich seh'n, o Menschenfreund; laß mich seh'n dein Blut vergossen, aus geschüttet, Herr, für mich, und von Gott verlaffen dich! bleibt über ihm! Gottes Born bleibt über ihm! 4. Der du für die Uebels thäter um Geduld batst, und thatest unsrer Schuld getras 631. Theuer, wie mein Mel. Gott des Himmels und ze. die gen hast, unser Mittler und Vertreter, es versöhnte Gott durch dich eine Sünderwelt mit sich. eignes Leben, wie mein Nam' und Eigenthum, sey mir, Mens schen, euer Leben, euer Eigens thum und Ruhm; Alles, was euch Gottes Rath gab, und noch bestimmet hat. 7. Dringe dann zu meinen Ohren, Wort des Herrn: Ich liebte dich; wer den Bruder liebt, liebt mich; wer nicht lies bet, ist verloren; Gottes Zorn 8. Laß mich's hören, daß ich übe, was dein Wille mir gebeut, Nachsicht, Sanftmuth, Gütigkeit; daß ich, wie du liebs test, liebe, redlich liebe, mild, getreu, sanft und leicht vers söhnlich sey! 9. ihr, Eines Hauptes Glieder, Christi, der für Alle starb, Allen Gnad' und Heil erwarb; lieben will ich euch, ihr Brüder; für euch beten, euch erfreu'n, wohlthun, duls den, und verzeih'n! 2. Strebt schon in der Zeit der Jugend nach Verdiensten; werbt, gewinnt durch Geschäfs tigkeit und Tugend, die die besten Schätze sind; werdet angeseh'n und reich: Alles, Alles gonn' ich euch. 3. Immer will ich, frei vom Neide, und vom Eigennuße rein, eures Segens, eurer Freude, eures Glücks und Ruhms mich freu'n; froh, daß unser Gott euch liebt, euch so mild und reichlich gibt; 4. Allen belfen; eifrig ihnen wohlthun, wie mein Heiland Christliches Verhalten gegen den nächsten. 459 10. Also laßt, von Gott getrieben, uns einander gern und treu, und als seine Kin der lieben ohne Zwang und Heuchelei! O wie selig wers den wir dann nicht werden dort und hier! that; Schaden wehren; Allen dienen, dem mit Hülfe, dem mit Rath; willig; jedes Un rechts Feind; aller Menschen wahrer Freund. 5. Lasset uns einander lies ben, gern einander glücklich seh'n; Keinen frånken und bes trüben, Keinen drücken, Reis nen schmäh'n; aller Zwietracht, alles Streit's Feinde seyn; denn Gott gebeut's. 6. Laßt uns halten Treu' Mel: Dieß ist der Tag der ic. und Glauben; flich'n, was 032.Daß ich das Bs. Andern schädlich ist; Arme, Schwache nicht berauben durch se nie, bethört durch boses Gewalt, Betrug und List. Beispiel, wähle; nicht, wo Welch ein Grau'l vor Gott man Böses sieht und hört, ist nicht falsches Maas und nachahmend mich verfehlé: o falsch Gewicht! Gott, der alles Gute schafft, gib dazu Weisheit mir und Kraft. 7. Laßt uns nie, was wir versprechen, widerrufen, weil's uns reut; nie, was zugesagt ist, brechen, oder schånden uns sern Eid; von Betrug und Tücken rein, lieber arm, als treulos senn. 2. Gib Kraft und Weiss heit, daß ich nur auf gutes Beispiel achte, mich freue jes des Edlen Spur, und gleich zu werden trachte den From men, die, treu jeder Pflicht, froh wandeln, Gott, in deis nem Licht. 8. Haffen laßt uns alle Lüs gen, alle Schmähsucht; Jeder sen offenherzig und verschwies gen; in der Freundschaft fest und treu; jeder nehme, wo er kann, der Verleumdeten sich an. 9. Laßt uns Gutes gern belohnen, wie's uns unser Gott belohnt; und der Brüs der Fehler schonen, wie der Herr auch unser schont. Ach, er schont, mit welcher Huld, welcher Langmuth und Ges duld! Sorge für die geistige und fittliche Wohls fahrt des nächsten. 3. Es leucht' auch meines Glaubens Licht in Worten und in Werken, daß Andre sich zu frommer Pflicht auch durch mein Beispiel stärken, und Tugend, die an mir sich zeigt, der Brüder Herz zur Tugend neigt. 4. Weh' mir, wenn auf des Lasters Bahn mein Beispiel Andre führte, fie das, was ich gered't, gethan, zur Sünde 440 Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. reizen würde. Weh' mir, wenn je durch mich verführt, ein Mensch den Pfad des Heils verliert! 5. Bewahre mich, o Herr, mein Gott, daß nie mein Chun und Leben durch Leichtsinn, frechen Scherz und Spott mog' Andern Anstoß geben. Mein Herz und Wandel müsse rein, und Wort und That stets nüglich seyn! Mel. Sey Lob und Ehr' dem höchs sten 2c. 033. L. aß meines Näåch sten bestes Theil mich werth und theuer achten, o Gott, und seiner Seele Heil zu förs dern, ernstlich trachten. Du schufft sie zur Unsterblichkeit, und hast sie selbst zur Seligs keit durch deinen Sohn bes rufen. 2. schlimmerung, zu Thorheit, Eitelkeiten, zum Irrthum, zur Verfündigung durch List und 3wang verleiten; durch That und böses Beispiel ihn in Las ster und Verderben zieh'n; o Gott, welch ein Verbrechen! 3. Hilf mir nach seiner Bess ferung im Glauben und im Leben, durch Rath und durch Erinnerung, durch lehrreich Beispiel streben, daß Achtung für Religion und Jesum Chris stum, beinen Sohn, in ihm fich stets vermehre. 4. Gibst du mir Kinder, Herr, mein Gott, gibst du mir Hausgenossen; laß mich dein heiliges Gebot fie lehren, uns verdroffen. Du gabst sie mir, und deine Hand wird dieß mir anvertraute Pfand von mir einst wieder fordern. 5. Kann ich kein zeitlich Glück und Gut den Meinigen erwerben, so laß sie doch das größte Gut, die Tugend, von mir erben. Laß mich, dir, Gott, sie zu erzieh'n, selbst Sund' und Laster eifrig flieh'n, und stets behutsam wandeln. 6. Und hätt' ich eine Sees le, Gott, geärgert und vers blendet, durch Leichtsinn, Bos. heit, frechen Spott von dir fie abgewendet; o so vergib mir diese Schuld, und laß mich wieder deine Huld durch ihre Beff'rung finden! Den Nächsten zur Vers 634. Bon bir, ber meis Mel. Gott, deine weise Macht erhält zc. ne Freuden schuf, ist auch mein heiliger Beruf, im Herzen und im Wandel rein, und nüßlich in der Welt zu seyn. Wer diese große Pflicht nicht ehrt, der ist auch keiner Freus de werth. 2. Es war, o Vater, deine Hand, die mit den Menschen mich verband. Ich sollte reds lich mich bemüh'n, auch sie zum Guten hinzuzieh'n; und wird mein Beispiel ihnen Licht, so fehlt mir deine Liebe nicht. 3. Wie groß ist jedes Beis spiels Macht! O würd' es Chriftliches Verhalten fiets von uns bedacht, wie viel im Stillen um sich her es tågs lich wirkt, und immer mehr die schwächern Herzen, die es rührt, zum Guten oder Bösen führt! 4. O wehe dem, der sorgs los bleibt und kühn des La sters Werke treibt, den nie der Blick der Unschuld schreckt und aus des Lasters Taumel weckt; der selbst die Schwas chen gern berückt, und listig in sein Netz verstrickt! 5. Wie trostlos wird er einst sich seh'n, wann um ihn die Verführten steh'n, und, wann nun Jeder laut ihm flucht, ihm seine Qual zu meh ren sucht, vor dir, o Richter, ihn verklagt, und dann sein frecher Geist verzagt! 6. Fern sen so schwere Schuld von mir! Ja, Vas ter, ich gelob' es dir! Mein Beispiel reize jederzeit zur Tugend nur und Frömmig, feit! Gib selbst, o Gott, gib mir die Kraft zu dem, was Heil und Segen schafft! Sorge für des Nächsten Leben und Gesundheit. Mel. Sollt' ich meinem Gott 2c. 635. H gegen den Nächsien. 441 nimmer bricht ein Menschenherz ohne eines Undern Schmerz; unsre Sorgen selbst und Leis den såen für ein fremdes Glück, leichtern ähnliches Ges schick. 2. Schon des Kindes erstes Lächeln scheuchet Mutterfors gen fort; noch des Greises mattes Rscheln spricht der Lehr' und Warnung Wort. Wer das Leben auch als Bürde von sich wirft, ist Ans dern doch theuer, unentbehrs lich noch! und zu seiner Menschenwürde kann ein reds liches Bemüh'n selbst den Bös. wicht noch erzieh'n. 3. Weh' darum dem Mdr. der! wehe! Aber weh' auch mir, wenn ich, je bedrängt ein Leben sähe, und ihm kalt entzöge mich. Wehe, wenn des Todes Same, mit des Lasters Gift getränkt, in ein Leben sich gesenkt, wenn es langsam stirbt am GrameMensch, durch deine Schuld, wenn früh fich's verzehrt in Sorg' und Müh'. 4. Heil, o Heil dem weis chen Herzen, Heil der jars dich vom Lod, von Schmers ten, festen Hand, wenn durch zen je sich los ein Leben wand; Heil dir, wenn gebeugte Krans ken in der distern Einsams keit du mit deinem Trost ers freut! Sieh, o sieh, wie herzs lich danken Seufzer, Wort' und Ton und Blick, flehen eilig sey des Menschen Leben, heilig jeder Menschenbrust! Gott, Gott war es, der's gegeben, der es schuf für Schmerz und Lust. Jedes Leben schaffet Freuden; bir vom Himmel Glück. - 442 Christliches Verhalten gegen den Nächsten. 5. Menschen! einem Mens Wohl zu mehren, der Brüder schenleben, wall' es unbes Last erschweren! merkt auch hin, Dauer, Kraft und Freuden geben welch ein seliger Gewinn! Müssen wir auch d'rum entbehren, kos stet es der Stirne Schweiß, gilt es manches Opfers Preis: fröhlich wollen wir's gewähs ren. Nur in steiler Höhen Glanz schwebt der Liebe Sies geskranz. 4. Des Schwachen Füh, rer will ich seyn; den Strans ken will ich pflegen; den Traus rigen mit Trost erfreu'n auf seinen Leidenswegen; will eis len beizusteh'n in Noth; will retten aus Gefahr und Tod; will Schmachtende erquicken; will helfen und beglücken. Mel. Ermuntre dich, mein 2c. 5. Mein Herz, zur Rettung stets bereit, soll sich, auch in Gefahren, vor Härt und Uns Feigheit 636. Mein eignes les treu bewahren. Welch ein Ges winn harrt hier mein schon, und höh'rer dort am Richters thron, wird mir der Ruhm gegeben: du rettetest ein Les ben! - ben nicht allein, auch meiner Brüder Leben soll mir, o Vas ter, heilig seyn, und deinen Ruhm erheben. So will ich stets denn ihnen gern, von Kaltsinn, Neid und Rachs fucht fern, ihr Leben zu bes schüßen, durch Rath und Hüls fe nüßen. 2. Mit Ernst ermahnen will ich sie, mit Freundlich, keit sie bitten: den Segen der Gesundheit nie durch Leicht sinn zu zerrütten. Was ihres Lebens Frieden stört, was deffen Sorgenbürde mehrt, das will ich stets mit Freuden ents fernen und vermeiden. 3. Es müsse, wer mir diensts bar ist, nie über Härte flas gen! Mensch und Christ, die Schos nung ihm versagen, die mir, o Herr, dein Wort gebeut! Wie dürft' ich, fern von Menschlichkeit, mein eignes 6. Ich will des Lebens beil'ges Gut als dein Ges schenk, Herr, ehren; und mit der Liebe frohem Muth der Menschen Freuden mehren. Wann dann der Tod sie scheis den heißt, so quält kein Vors wurf meinen Geist, und ich kann ohne Grauen auf ihre Gråber schauen. Sorge für des Nach, sten Ehre. Mel. Oliebster Jesu, was haft ze. Wie bürfte ich, als 037. Hilf, Gott, daß ich den Nächsten redlich liebe, durch Schmäh'n und Richten nimmer ihn betrübe, ihn nicht verleumde, noch durch Tuck Christliches Verhalten gegen den Nächsten 443 und Kånke sein Wohlseyn 2. Siehest du auch stets Frånke. 2. Gib, daß ich nachsichts, voll des Nächsten Fehle, wo es die Pflicht vergönnt, der Welt verhehle, und strauchelt er, auf mich, der ich noch stehe, mit Vorsicht sehe. die Gründe von dem Thun des Nächsten ein? Ist auch, was du tadelst, Sünde? trus get dich nicht oft der Schein? Urtheilst du gewissenhaft? Oder reizt dich Leidenschaft? 3. Hilf, daß ich weise ihn zu bessern trachte, und seiner Seele Wohlfahrt theuer ach te, für die ja auch der Heis ligste sein Leben dahin geges ben. 4. Was andre Menschen Gutes an sich haben, laß mich erkennen, Herr, als deine Gas ben. Es fülle nie mein Herz mit eitlem Neide, vielmehr mit Freude. 5. Gib, daß ich stets in wahrer Demuth lebe, und Jedermann das Seine willig gebe; nichts Arges denke, suche oder übe, gern helf und liebe. 6. Laß mich, o Vater, ims mer mehr auf Erden an Lies be dir und Jesu ähnlich wers den! Gib Kraft dazu, so hab' ich schon hienieden, Herr, deis nen Frieden. Mel. Gott des Himmels und zc. 038. Nichte Lichte nicht mit bittrer Strenge, wenn du Ans dre fehlen siehst; groß ist auch der Fehler Menge, die du selbst nicht sorgsam fliehst. Lieblos richten sollst du nicht; Schonen ist des Christen Pflicht. 3. Christ, vergiß nicht zu bedenken, was dein Nächster fordern kann! O wie würde dich es krånken, griff er deis ne Ehre an! Nein, auch deis ner schont der Herr; schonend sollst du seyn, wie Er. 4. Selbst bei wirklichen Vergehen meide mit Beschets denheit alles unbefugte Schmas hen, Hårte, Sport und Bitters feit. Menschenfreundlich decke du deines Bruders Fehler zu. 5. Irrt dein Nächster, o so biete ihm die Hand zur Leis tung dar! Warne du mit Ernst und Güte ihn vor dros hender Gefahr; und fällt er in seinem Lauf, hilf mit sanfs tem Geist ihm auf. 6. Siehe nicht des Nach, ften Leiden gern als Strafe Gottes an; gonne dem erlaubs te Freuden, der sie noch ges nießen kann! Nie gib schulds los frohen Sinn heuchleris scher Schmähsucht hin. 7. Er, der Richter aller Welten, richtet mit Gerech tigkeit. Jedem wird er einst vergelten, wie er lebt in dies fer Zeit. Ueberlaß ihm das Gericht; richte du den Nach, ften nicht. 444 Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. Mel. O Gott, du frommer Gott zc. 030. Wen enn ich mit Freuden hör' des Undern Ehre schmälern, und rede selber gern von meines Bruders Feh, lern; aus Mißgunst oder Stolz verkleinre seinen Ruhm; deck seine Schwächen auf: wo bleibt mein Christenthum? 2. Wenn ich aus Argwohn bloß von ihm nur Böses dens ke, und durch ein falsch Ges rücht ihm schade und ihn fråns ke; wenn ihn mein Neid, mein Haß, mein Stolz, mein Spott entehrt: bin ich dann noch ein Christ, und dieses Namens werth? 6. Darf ich mit Spott und Hohn die Tugend jemals schänden; dem Würdigen das Lob, das er verdient, entwens den? Allwissender, du hörst der frechen Schmähung zu; ihr Richter, Heiliger, ihr Rås cher bist einst du! 7. Hab' ich durch Lästerung je Schuld auf mich geladen; se laß durch Widerruf mich tilgen ihren Schaden. Des Nächsten Ehre sey mir stets ein Heiligthum! Nicht lieblos richten, nein, sie schützen sev mein Ruhm! Sorge für des Nächsten Eigenthum. 3. Wer, wenn er Låstrer hort, und bei Verleumdern fißet, aus niedrer Menschen, 040.2 furcht nicht Mel. Freu' dich sehr, o meine zc. lles, was ich bin und habe, kommt, o Gott, aus deiner Hand. Wie so manche gute Gabe hast du mild mir zugewandt! Vater, all mein Glück ist dein; deis nem Ruhme will ich's weih'n! Niemals laß mich mehr vers langen, als was ich von dir empfangen. 2. Laß mich dankbar und zus frieden im Genuß der Güter seyn, die mir deine Huld bes schieden; über Andrer Glück mich freu'n; nie auf meiner Brüder Glück neidisch seh'n mit schelem Blick; nie, was du mir gabst, verachten, nie nach fremden Gütern trach. schußet; wer aus Gefälligkeit selbst ein Verleumder ist, und nichts zum Besten kehrt: bleibt der auch noch ein Chrift? 4. Wer jeden Schein ers greift, den nächsten hart zu richten, verleßet der nicht frech die heiligste der Pflich ten? Ist dieß nicht eitler Stolz, ist's nicht Vermessens heit? Vergißt er dabei nicht der eignen Fehlbarkeit? 5. Gott ist mir immer nah'; er hört an jedem Orte, wo ich nur immer sey, ein jedes meiner Worte; er gab die Sprache mir; darf ich mich untersteh'n, mit dieser Gabe mun Unschuldige zu schmäh'n? ten. Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. 3. Dem, der Arbeit und Ges schäfte, die mir nüsten, übers nahm, der mit Aufwand seis ner Kräfte meinem Fleiß zu Hülfe kam, laß mich lohnen seine Müh', redlich ihm vers gelten fie; Trug und Unrecht laß mich fliehen, Niemand Lohn und Sold entziehen. 4. Eigenthum, das ich ents wende, muß Verderben für mich seyn; aber halt' ich meis ne Hände von Betrug und Raube rein: dann darf ich mit Zuversicht treten vor dein Ans gesicht. Dessen Fleh'n, Gott, wirst du heren, den Verbres chen nicht entehren. 5. Hätt' ich mich durch Ans drer Schäße und durch Args list reich gemacht: Laß mich, Gott, daß ich's ersetze, bald und eifrig seyn bedacht! Lies ber arm und dürftig seyn, als mich eines Unrechts freu'n, und nach bald entfloh'nenFreus den des Gewissens Qualen leiden! 445 zu scheu'n, frei vom Betrug zu leben, gerecht und treu zu seyn; daß ich aus Habsucht nicht durch schlau erdachte Ranke des Nächsten Rechte fränke, so viel mir auch ges bricht." 6. Heil'ger Gott, ein froms mes Leben liebeft und belohs nest du. Gib mir Kraft, und laß mich streben, stets gerecht zu seyn, wie du; daß mein Leben ohne Reu', ohne Qual mein Ende sey; daß mich, wann ich einst erwache, keine Schuld verdammlich mache! 2. Ich soll sein Glück vers mehren, weil ich sein Bruder bin, nicht seine Wohlfahrt stos ren durch schändlichen Ges winn; das, was er mir ges lieh'n, gelieh'n zu treuen Hans den, darf ich ihm nicht ents wenden, und listig an mich zieh'n. 3. Gewinn, der ihm gebühs ret, wird durch Betrug nur mein; was er dadurch vers lieret, kann nie mir Segen seyn; sein Recht gehört mir nicht, nie darf ich es verles ßen, ich muß es heilig schäs ßen, das ist Gewissenspflicht. 4. Er soll durch mich nicht leiden; und raub' ich ihm sein Gut, raub' ich ihm seine Freus den aus Geiz und Uebermuth; so wird sein tiefer Schmerz, der Gram, der ihn verzehret, das Glück, das er entbehret, ein Vorwurf für mein Herz. 5. Ich muß mir das vers bieten, was Andern Schaden bringt; und Schaden auch verhüten, wo kein Gesetz mich zwingt. Was ich erstatten soll, das darf ich nicht verschieben; mel. Aus meines Herzens Gruns Gerechtigkeit stets lieben, ist Pflicht für Andrer Wohl. zc. 641. Befördre, Herr, 6. Wer, Schaden zu erseßen, mein Streben, den Eigennuß aus falscher Scham sich scheut, Christliches Verhalten gegen den nächsten. 446 weiß nicht das Glück zu schås Ben, das dauerhaft erfreut; raubt sich sein ew'ges Heil, hat, weil er Brüder frånket, und an ihr Recht nicht den ket, auch nicht am Himmel Theil. 7. Gott, dieß will ich ers messen, den Reiz der Habsucht scheu'n; die Folgen nie vers geffen, die Tod und Zukunft brau'n, wenn stråflicher Ge winn, der leicht mein Herz bethoret, mein Eigenthum vers mehret, und ungerecht ich bin. Gerechtigkeit und Bil ligkeit. Mel. Gott der Wahrheit und der Liebe zc. 642. A er meiner Brus der Rechte sollen, Gott, mir heilig feyn! Wenn ich sie zu Frånken dächte, ihres Kums mers mich zu freu'n, über fie mich zu erheben, oder mir allein zu leben: dann verletzt ich meine Pflicht, ehrte deinen Willen nicht. 2. Könnt' ich, taub bei ih, ren Klagen, ihnen das aus Eigensinn oder Neid und Geiz versagen, was ich ihnen schuls dig bin; könnt' ich ohne Treu' und Glauben Andern Gut und Ehre rauben: welchen Haß verdient ich nicht! welch ein schreckliches Gericht! 3. Nein, ich will das Un recht haffen, Recht erzeigen Jedermann; Jedem geben, Jes dem lassen, was er hat und fordern kann. Lieber will ich Unrecht leiden als begehen, und mit Freuden lieber nies drig seyn und bloß, als durch Unrecht reich und groß. 4. Würden der Bedrängten Zähren, würden ihre Seufs zer nicht Rettung, Gott, von dir begehren, und erschweren mein Gericht? Würd' ich nicht fiets zittern müssen? Würde nicht selbst mein Gewissen mir mit Angst und Schrecken drau'n, und ihr erster Rächer seyn? 5. EinesUnterdrückten Thras nen, o wie furchtbar sind nicht die! Eh' es Ungerechte wäh nen, trifft, Herr, deine Strafe fie. Wolltest du auch mein Vers brechen langmuthsvoll nicht hier schon rächen: harr't denn mein am Grabe nicht ein noch schrecklicher Gericht? 6. Nein, ich will gerecht und billig, felbst auch gegen Feinde seyn; Keinen drücken; lieber willig dem Beleidiger verzeih'n. Hab' ich macht: ich will sie nützen, die Bes drängten zu beschüßzen; eilen, wo Verlassne fleh'n, ihnen liebreich beizusteh'n. 7. Sichern will ich meine Rechte, aber sanft und mit Geduld. Wir sind Alle deine Knechte; und wie groß ist deine Huld! Du vergibst mir so viel Schulden: sollt ich denn kein Unrecht dulden; nicht gelind seyn, mich nicht Christliches Verhalten gegen den nächsten. 447 fort mit Jedermann in Einige keit zu leben. freu'n, wie du, Vater, zu vers zeih'n? 8. Hilf mir immer richtig wandeln, und, von allem Uns recht fern, billig, schonend, liebreich handeln, ähnlich Jes fu, meinem Herrn. Er, der Richter aller Welten wird mir Alles einst vergelten, was ich meinen Brüdern that, im Gericht, das mir sich naht. 2. Gerechter Gott! laß deis nen Geist zu dem, was recht und billig heißt, stets meine Seele lenken. Nie komm' es mir in meinen Sinn, verführt durch schändlichen Gewinn, des Nächsten Recht zu kränken. Mel. Kommther zu mir, spricht zc. 643. Du liebst, o Gott, Laffe mich zu feiner Zeit der reize und Liebe Pflicht vergessen! Gerechtigkeit, und strafest den, der sie entweiht, am nächsten Unrecht übet. Er kann vor dir, Herr, nicht besteh'n; nur der wird einst dein Antlitz seh'n, der Recht und Wahrs heit liebet. 3. Pflanz Redlichkeit in meine Brust, und laß mich stets mit wahrer Lust der Liebe Pflichten üben. Ein Herz, das gern auf Unrecht denkt, das Schaden sucht und Andre Frånkt, wie kann das Brüder lieben? 5. Laß mich beständig darauf seh'n, mit jeglichem so umzus geh'n, wie ich's von ihm bes gehre; damit ich keines Mens schen Herz durch Druck und Härte je mit Schmerz und Kümmerniß beschwere. 4. Nie seufze Jemand über mich. Mein ganzes Herz bes strebe sich, dem Nächsten gern zu geben, was er mit Recht verlangen kann, und immers 6. Herr, mit dem Maas, womit ich hier dem Nächsten messe, wirst du mir dereinst auch wieder messen. Dieß Mel. Wenn wir in höchsten Nos then 2c. 044. Fe ern sey mein Les ben jederzeit von aller Unges rechtigkeit. Wie fonnt' ich sonst dein Jünger seyn, und deiner Gnade, Gott, mich freu'n? 2. Wer seines Nächsten Rechte krånkt, auf seinen Schas den boshaft denkt, verleget des Gewissens Pflicht, und ehrt dich, Gott der Liebe, nicht. 3. Wer Undern Schaden hat gethan, und irgend ihn erfeßen kann, doch deß sich weigert, findet nicht vor dir Erbarmen im Gericht. 4. Er kann nicht wahre Buße thun; dein Segen wird nicht auf ihm ruh'n, eh' er das Böse, das er that, nach Möglichkeit ersetzet hat. 5. Wohl dem, o Gott, der dieß bedenkt, und nie durch 448 Christliches Verhalten gegen den nächsten. Unrecht Andre frånkt! Du bist gerecht, dieß sey auch ich; in diesem Vorsatz stårke mich! Aufrichtigkeit und Wahrheitsliebe. Mel. Wo Gott zum Haus nicht 045.2 gibt 2. ufrichtig, redlich, offen, frei ist Jesu Jünger; stets getreu der Wahrheit, die er nie verleßt, und über Alles liebt und schätzt. 2. Er, irrt er gleich, und oft auch leicht getäuscht von Heuchlern, haßt und fleucht der schleichenden Verstellung List, die Gott und ihm ein Gräuel ist. wann ihn sein Rath erleuch, ten kann. 7. Er spricht mit Wahl und Vorbedacht; scheut aber keis nes Menschen Macht, wann Wahrheit und Gerechtigkeit der Unschuld Rettung ihm ges beut. 8. Wohl ihm! denn Er, der Lügen Feind, der Gott der Wahrheit, ist sein Freund. Er fürchte nichts; er wird besteh'n, wann alle Lügner untergeh'n. 9. Mit ihm ist Gott! Mit ihm ist Gott! Tråf ihn Vers leumdung oder Spott, traf ihn der Haß der ganzen Welt: was achtet's der, der Gott ges fällt? 10. Er wird vor seinem Angesicht einst strahlen, wie der Sonne Licht, die früh in voller Herrlichkeit hervorglänzt und die Nacht zerstreut. 3. Er haft Verleumdung, Schmeichelei und glatter Wors te Tauscherei; betrügt mit feinem Auge nicht; spricht, wie er denkt; denkt, wie er spricht. mel. Befiehl du deine Wege zc. 4. Er Preis der Welt der Großen 040. W ohl dem, der Laster, und enthält sich auch des Scheines von Betrug; flug, aber ohne Falschheit Flug. 5. Was aus der Liebe Quels le fließt, was seinen Brus bern nüßlich ist, und wohls gefällig Gott dem Herrn, das redet er, und redet's gern; richtig wandelt, der als ein Wahrheitsfreund in Wort und Werken handelt, und das ist, was er scheint; der Recht und Treue liebet, und von dem Sinn der Welt, die Trug und Falschheit übet, sich unbefleckt erhält. 6. Entdeckt nicht Alles, was er denkt; verschweigt, was schadet oder frånft; nimmt 2. Wohl dem, der Gut und Leben, droht ihn Gewalt und List, für Wahrheit hinzuges ben, bereit und willig ist! Du, gern des Irrenden sich an, Gott, wirst ihn erhöhen, wann einst Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. 449 einst in ihrem Licht beschämt Verschwiegenheit, du schone die Falschen stehen, enthüllt Pflicht der Freunde! Wer nicht durch dein Gericht. aus Leichtsinn dich entweiht, der macht sich selten Feinde; er spricht mit Vorsicht, wenn er spricht, und schadet und ers bittert nicht. 3. Herr, laß alles Lügen stets ferne von mir seyn; nie soll die Lippe trügen; nie sey die Tugend Schein! Erinnre mein Gewissen, du hassest Heuchelei, damit ich stets bes flissen der Treu' und Wahrs heit sey. 2. Wer dich bewährt im Freunde fand, welch Heil ist dem beschieden! Du knüpfest fest der Herzen Band, und sicherst Ruh' und Frieden; du minderst Gram, beförderst Glück, verhütest manches Mißs geschick. 4. Laß niemals mich vers sprechen, was ich nicht wohl bedacht; auch dann mein Wort nicht brechen, wann mir's Bes schwerde macht; nie Leichtsinn 3. Wie oft entzweit Ges mich verleiten, und nie des schwäßigkeit verbundne gute Beispiels Macht, als Wahr, Herzen! Wie oft erregt sie heit auszubreiten, wasSchmah, Zank und Streit, und Kums sucht nur erdacht. mer, Gram und Schmerzen! Des Guten würd' auch mehr gethan, zerstörte sie nicht oft den Plan. 5. Doch laß zu allen Zeis ten auch deiner Weisheit Licht, Herr, meine Seele leiten, das mit ich meine Pflicht mit Klugs heit üb' und wisse, wann ich für Andrer Wohl, und für mich reden müsse, und wann ich schweigen soll. 4. D'rum will ich sie von Herzen scheu'n, und jedes Wort bedenken; will, wenn ich's soll, verschwiegen seyn, um Andre nicht zu kranken. Nein, durch sie werde niemals laut, was mir ein offnes Herz vers traut! 5. Wenn mir nicht höh're Pflicht gebeut, es frei zu ofs fenbaren, will ich es stets mit Sorgsamkeit in meiner Brust bewahren. Brächt' auch Vers rath mir Glück und Ruhm; es bleibet mir ein Heiligthum. 6. Würd' auch mein Freund Mel. Dieß ist der Tag der zc. mir ungetreu, und brach' er Versprechen, will ich doch Verschwiegenheit. 647. Sep beilig mir, durch Berrätherei nie meine 29 6. Ein Herz voll Treu' und Glauben, das, Gott, zu dir sich hält, das soll mir Nies mand rauben! So geh' ich aus der Welt im freudigen Vertrauen, wann einst dein Tag erscheint, mit Wonne dich zu schauen, dich, Gott, der Wahrheit Freund. 450 Chriftliches Verhalten gegen den Nächsten. Treue brechen; will dann auch noch verschwiegen seyn, der Freundschaft Rechte nicht ents weih'n. 7. Auch sollen meine Lippen nicht des Nächsten Ruhm bes flecken, nicht Fehler, die der Liebe Pflicht mich bergen heißt, entdecken. Geheime Sorge soll mir's seyn, ihn davon warnend zu befrei'n. 8. So laß, Gott, durch Vorsichtigkeit mich meines Nächsten schonen; durch Treu' und durch Verschwiegenheit ihm sein Vertrauen lohnen; und nie aus Nachsucht, Haß und Groll mich reden, wann ich schweigen soll. Gemeinnüßigkeit und Dienstfertigkeit. ob Lust, die zu beschämen, die Gutes von mir nehmen, nicht meines Wohlthuns Quelle sey? 2. Laß nie bei Andrer Klas gen mich, eh' ich helfe, fras gen: was wird mein Lohn denn seyn? Ich will, nach deis nem Bilde, mit reiner Her, zensmilde zur Hülfe schnell und willig seyn. 3. Bei meinen guten Wers ken laß stets mich darauf mers fen, ob Stolz und Prahlerei, 4. Wenn ich des Dankes Zähre für Wohlthun auch ents behre: so laß doch nie mein Herz des Wohlthuns müde werden; ja selbst auch mit Bes schwerden vermindre gern es fremden Schmerz! 5. Es liebe nicht nur Freuns de; es forge selbst für Feinde, voll Großmuth, voll Geduld! Du hilfst ja in Gefahren, o Gott, auch Undankbaren; selbst Böse segnet deine Huld. 6. Laß mich dir ähnlich wers den; dann lohnt mein Fleiß auf Erden mich schon mit Seligkeit. Noch größern Lohn verkündet dein Wort mir, Herr; ihn findet mein Geist einst in der Ewigkeit. mel. In allen meinen Thaten ze. 648. Herr, fegne mein 640.B Bestreben, nicht bloß für mich zu leben, auch Menschenfreund zu seyn; auch Undern gern zu nüßen; des Glücks, das sie besitzen, mich, wie des meinis gen zu freu'n. Mel. Von dir kommt jede gute zc. ereinigt laßt uns Gutes wirken! Christen, füget Hand in Hand! Es schlinge sich um unsre Hers zen der Menschenliebe sanftes Band; und Jeder liebe Recht und Pflicht, bis einst sein sters bend Auge bricht. 2. Wir sind ja Eines Vas ters Kinder, in jedem Stande vor ihm gleich; sind ohne Uns terschied hier Brüder, wir mos gen arm seyn oder reich. In Eintracht sollen wir uns freu'n, einander Hülf und Beistand seyn. Christliches Verhalten gegen den nächsten. 3. So schlage denn für Menschenfreude, für Mens schenwohl auch unser Herz! Und leidet irgendwo ein Ars mer, gemildert sey durch uns sein Schmerz! Sein heitrer, dankerfüllter Blick erhöht dann unser eignes Glück. 4. Wonne, Menschen glücklich machen! Wonne, Menschen glücklich seh'n! Durch dich wird Gottes schöne Erde dem Herzen noch einmal so schon. Ja, eine freudenreich're Pflicht, als Menschenliebe, gibt es nicht. 5. Erscheint des Todes erns ste Stunde dir, Menschen freund, so naht mit ihr ein Engel Gottes, und verkün digt den Lohn der Menschens liebe dir. Des Grabes Nacht wird dir erhellt; du så'test für die beff're Welt. 6. Ja, Christen, wer sein Herz hienieden der reinsten Dienschenliebe weiht, der streut den Samen edler Thaten, und erndtet hohe Seligkeit. Auf, laßt uns diesen Samen streu'n! Auf, laßt uns Menschenfreuns de seyn! Theilnahme. Mel. Bis hieher warst du stets zc. 050. A Am liebender, du schufft mein Herz, bei meines Nächsten Freuden mich mit zu freu'n, und, fühlt er Schmerz, auch gern mit ihm zu leiden. 451 2. D'rum will ich biese heil'ge Pflicht nie aus den Augen seßen, und, wär's auch der Geringste, nicht gering sein Wohlseyn schätzen. 3. Nie reize mich ein frems des Glück zur Mißgunst und zum Neide; nie Andrer wis driges Geschick zu hohn und Schadenfreude. 4. Ich will vielmehr in Ans drer Wohl, o Gott, mein eige nes finden, und, wenn ich kann, auch wie ich soll, gern ihre Wohlfahrt gründen. 5. Ich will auch selber meis nem Feind des Mitleids Thras ne weihen; wann er in seinem Unglück weint, ihn gern mit Hülf' erfreuen. 6. Gott, welch ein seliger Gewinn ist dann schon mein auf Erden, wenn ich an liebes vollem Sinn dir lerne ähnlich werden. 7. Dein Beifall ist mir dann gewiß, und unter deis nem Segen geh' ich,- dein Wort verspricht mir dieß- froh jener Welt entgegen. 8. Da wirst du dann, mein Vater, mir das Glück des Him mels geben; ich werd' erfreut, belohnt von dir, im Reich der Deinen leben. Mel. Kommt mit Dank vor Gots tes 2c. 651. Deilig, heilig ift das Band, das die Menschen bindet; ist geknüpft von dessen Hand, der die Welt gegrün 29* 452 Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. det; ist geknüpft, daß besser euern Gram verweinen, bis mir seine Welt gefalle. Eis die Sonne neue Luft euch in's nen Schöpfer haben wir, Eis Herz wird scheinen. nen Vater Alle! 2. Einen Vater, der uns Brod und Gesundheit schen ket, der im Glück und in der Noth unsrer gleich gedenket; der nicht nur mit Freundlich keit schaut auf Fürstenthronen, der auch segnet und erfreut, die in Hütten wohnen. 3. Wohl mir! auch auf Mel. Freu' dich sehr, o meine zc. mich, sein sind, blickt er freund; 052. Sollt' ich den bes lich nieder. Menschen, nah' und ferne, sind alle meine Brüder. Froh und herzlich follen wir uns einander lies ben; wohlthun, Elend mins dern hier, feinen je betrüben. neiden können, den Gott mehr, als mich, beglückt? Sollt' ich ihm das Leiden gönnen, das ihn kränkt und niederdrückt? Sollt' ich je so grausam seyn, seines Unglücks mich zu freu'n, hämisch seine Noth vermeh ren, und sein Glück aus Miß, gunft stören? 4. Und ich fühlte keinen Schmerz bei des Bruders Leiden? Kalt und fühllos blieb' mein Herz bei des Bruders Freuden? Und es sollt' in meiner Brust Stolz und Haß entbrennen? Könnt' ich dann wohl Gott mit Lust meinen Vater nennen? Und es sollt' in 2. Nein, so wär' ich ein Empörer in dem Reiche meis nes Herrn, blieb' als frecher Ruhestörer, auch von eigner Ruhe fern, wäre nicht des Glückes werth, das der Herr auch mir gewährt; ja, ich würs de selbst mich hassen, und den Weg des Herrn verlassen. 5. Brüder, nein, dieß Herz soll nie sich vor euch verschlies Ben; immer will ich Sorg' und Müh' liebreich euch vers süßen. Alle, Alle leben wir, um uns zu beglücken; und ihr seyd nur theurer mir, wenn euch Leiden drücken. 7. O gewiß! dann werdet ihr froh den Vater preisen, und auch Duldern gern mit mir hülfreich euch erweisen; werdet- welch ein Trost! auch mich, wann mich Leiden drücken, mitleidsvoll und brüs derlich trösten und erquicken. 6. Immer will ich, wie ich kann, sie euch helfen tragen; kann ich's nicht, so will ich dann trösten, mit euch klagen. Dann sollt ihr an meiner Brust 3. Darum will ich stets ers wägen, daß wir Alle Brüder sind. Auch mein Nächster fleht um Segen, und auch er ift Gottes Kind. Der wird durch sich selbst entehrt, wer, von niederm Neid emport, seines Nächsten Werth verkennet, und sein Wohlseyn ihm mißgonnet. Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. 453 mich freuen kann! Hilf mir, daß ich mitleidsvoll fremde Leiden, wie ich soll, sorgsam mir zu Herzen ziehe, und zu lindern mich bemühe! 4. Gott vertheilet seine Gas ben, wann und wie es ihm gefällt. Alles, Alles, was wir haben, kommt von ihm, dem Herrn der Welt. Geb' er wenig oder viel, unser Wohl ist nur sein Ziel. Thorheit Mel. Ich dank' dir schon durch ze. war es, barauf benken, ſeine 653. Wer Menschen, Liebe zu beschränken. 5. Keiner hat ein Recht zu fragen: Herr der Welt, was machest du? Mürrisch seyn, und neidisch klagen, zieht uns seine Strafen zu. Weislich und mit Vatersinn geht er fest und still dahin. Wer kann feine Wege tadeln, ohne selbst sich zu entadeln? 6. Gut in meines Nächsten Händen dienet oft zu größerm Heil; um es edler zu verwens den, ward's nur ihm, nicht mir, zu Theil. Aber wenn er forglos ist, und des Menschen wohls vergißt; o dann wird fein Glück auf Erden ihm ein Quell des Schreckens wer, den. 7. Einst entflieh'n der Erde Freuden; auch der Reiche stirbt dahin. Ach, wie könnt' ich ihn beneiden, wenn ich fromm und heiter bin? Nein, ich will mich treu bemüh'n, Neid und Mißgunst stets zu flieh'n; will mit Fröhlichen mich freus en, Traurigen mein Mitleid weihen. 8. Schenke mir, o Gott der Liebe, Liebe gegen Jeders mann, daß ich stets aus reis nem Triebe fremden Glücks seine Brüder, liebt, der freut sich ihrer Freuden; und wenn ein Unfall sie betrübt, so theilt er ihre Leiden. 2. Sein edles, liebevolles Herz ist fern von allem Neide, und fühlet nie bei fremdem Schmerz die Regung wilder Freude. 3. Er wird, sucht ihn auch mancher Feind durch Haß und Spott zu krånken, dem Feinde, der im Unglück weint, des Mitleids Thräne schenken. 4. Er wird voll Mensch, lichkeit sich freu'n, des Nächsten Wohl zu mehren; gern in der Noth sein Beistand seyn, gern seinem Kummer wehren; 5. Wird, wenn er's kann, selbst Andrer Glück mit fros hem Eifer gründen, und im mer mit zufriednem Blick darin das Seine finden. 6. Gott, laß mich, deiner werth zu seyn, so meine Brus der lieben; gern Leiden mildern, gern erfreu'n, und nie ein Herz betrüben. 7. Dann werd ich immer, Herr, vor dir, froh und zu, frieden leben, und du wirst, 454 Chriftliches Verhalten gegen den Nächsten. guter Vater, mir das Glück haßt, auch er; in seinem Blick der Zukunft geben. auch keusch und rein, stets fröhlich, ohne frech zu seyn. 6. Durch liebliches Gespräch erheitert er auch des Blöden und jedes Herz sich erweitert und freus 054. Nicht mürrisch, benvoller, wann er ſpricht; denn, was er sagt, und was er thut, ist anmuthsvoll, ist wahr und gut. finster, ungesellig ist, wer ein Christ zu seyn sich freut; ist ohne Schmeichelei gefällig; vereinigt Ernst und Freunds lichkeit; ist traurig mit den Traurigen, und fröhlich mit den Fröhlichen. 2. Es liegt in keinem seiner Blicke, als wie in einem Hins terhalt, auflaurend schadens frohe Tücke und Haß in las chelnder Gestalt. Sein Blick, kein Blick der Heuchelei, ist liebreich, offen, gut und frei. 7. Er muß gefallen, er ges biete, er warn', er straf auch; er gebeut, er warnt, er straft voll Lieb' und Güte, mit Ernst, und doch mit Freundlichkeit; und tröstet er: wie kräftig spricht sein Wort zum Trost des Bruders nicht! 3. Sein Untliß, heiter wie der Morgen, wird trüb' und seine Freud' entflieht, wann er Bekümmerniß und Sors gen in seines Bruders Auge sieht, und strahlt in neuer Herrs lichkeit, wann ein Getrösteter fich freut. Leutseligkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. Angesicht; 8. Nicht rauh, noch hart, noch menschenfeindlich, nein, eifrig, Jeden zu erfreu'n, und sanft, und anmuthsvoll und freundlich soll jeder Jünger Jesu seyn. Ach, wären wir's! Ach, glichen wir, o Vorbild aller Liebe, dir! 9. In allen Worten und Geberden, in allen Thaten laß, o Herr, uns aller Menschen Freunde werden, dir, Heis land, immer ähnlicher; so werden wir uns ewig freu'n, und Gottes wahre Kinder seyn! 4. Bescheiden, sittsam, ehrs erbietig ist, wer ein Jünger Jesu ist; nie sclavisch, auch nicht übermüthig, wenn er vor Undern glücklich ist. Er ist, weil er wie Jesus liebt, die Brüder zu erfreu'n geübt. Mel. Herr Jesu Christ, du höchs 5. Er ſchleicht, für fromm 655. Was Menschen 2c. erklärt zu werden, nicht traus rig, Heuchlern gleich, einher; krånket, will ich flieh'n, fie doch freche, lüsterne Gebers zu erfreuen sinnen; will mich den baßt, wie sein Gott sie durch Freundlichkeit bemüh'n, Christliches Verhalten gegen den nächsten. 455 auch Nied're zu gewinnen. Der daß ich mit Verdruß, was ich Menschheit Werth würd' ich entweih'n, wollt' ich je übers müthig seyn, und stolz auf Andre blicken. 2. Voll Sanftmuth, Nach, ficht, Freundlichkeit will ich der Schwachen schonen; mit Gegenlieb und Dankbarkeit will ich der Liebe lohnen, die meine Wünsche gern erfüllt, Friedfertigkeit und Duldsamkeit. mel. Von dirkommt jede gute zc. und meines Herzens Stum, 650.Dir Bater, Dank Kums mer stillt, mich tröstet, wars net, bessert. 3. Der stille Dulder, der deiner Kinder Schaar, sich scheut, die Sorgen, die ihn nagen, aus Ehrgefühl und Schüchternheit, vertraulich mir zu klagen, der seh' in meinem Blick ein Herz, das Mitges fühl bei seinem Schmerz und milder Sinn belebet. und Preis und Ehre von aller dir, Herr der hohen Sternenhees re, bring' jeder Mund Unbe, tung dar! Du unser Aller Vater, gib, zu preisen dich, uns Kraft und Trieb. 4. Nie, nie will ich mit Bitterfeit mir Spott und Scherz erlauben; mir nie durch Unbescheidenheit des Nächsten Zutrau'n rauben. Nie schrecke der Verachtung Blick den Hülfsbedürftigen zurück, mir seinen Wunsch zu äußern. 5. Darf ich, als Freund der Tugend, nicht zu frems den Fehlern schweigen; ge beut es meines Standes Pflicht beim Unrecht Ernst zu zeigen: dann lehr' mich weise Mäßi gung, und Tadel und Erinnes rung sey Ausdruck edler Liebe. 6. Wann ich aus Pflicht ges bieten muß, und auf Gehors fam bringe: fern sey's dann, befahl, erzwinge; auch war, nend will ich freundlich seyn, mich vor des Unmuths Härte scheu'n, und strafend auch noch lieben. 2. Bereit, dich dem zu offenbaren, den Sehnsucht drängt, sich die zu nah'n, nimmst du von allen Völker, schaaren Gebete, Lieder, Opfer an. Ganz ohne Strahl von deinem Licht ist keines Mens schen Angesicht. 3. Von Allen Keiner, wel, che leben, ist fern, Unend Vater Aller, weben wir Alle, licher, dir. licher, von dir. In dir, du sind und athmen wir; und dich zu suchen, rufest du, voll Liebe, allen Herzen zu. 4. Dem rufft du lauter, jenem leise: Ein Gott ist, welcher dich erschuf! Nur der ist froh und gut und wei, se, der gläubig hört auf deis nen Ruf; und wer dich fromm Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. 456 und findlich ehrt, deß Flehen wird von dir erhört. 7. Wer heilig deinen Nas men nennet, dir ehrfurchts, voll zu dienen meint; so gut dich ehrt, als er dich kennet, sey Bruder uns, mit uns vers eint! wehe dem, der sie verdammt, die Andacht, die zum Himmel flammt! nun mit gleichem Ernst und Triebe den Andern liebe. 5. Kein Erdensohn hat ans dre Pflichten, als seinem Lich. te treu zu ſeyn. Wie könn test du den strenge richten, dem du mehr Licht versagtest? Nein! Begnadigtest du nicht 3. Soll denn, wer stark selbst den, der's wagte, dir ist, nicht die Schwächern tras zu widersteh'n? 6. Und wir, wir sollten gen? Soll er der Einigkeit, 6. Und wir, wir follten der Lieb' entsagen? Und du, strenge richten? Wir lieblos Allvater, schontest doch der seyn, wo du verschonst? die Schwachen, sie stark zu machen! Einfalt und die Tugend rich ten, die du vielleicht mit Ehre Lohnst? den schmähen, der dich anders ehrt, als uns der Vater Glaube lehrt? 4. Wenn wir, wie Brüder, bei einander wohnten, und, irrt ein Bruder, seiner Schwäs che schonten; wie würden wir, dir ähnlich schon auf Erden, wie selig werden! 8. Erwecke Fürsten, bils de Lehrer voll weiser Mens schenfreundlichkeit. Entwaffe ne mächtig, Herr, den Stö, rer der Eintracht und Vers träglichkeit; und heller strahle bald dein Licht, wo noch an Duldung es gebricht! 2. Wie darf denn die, die Einen Gott bekennen, der Streit, wer mehr Erkenntniß habe, trennen, und Herzen, die sich Eines Heilands freus en, zum Haß entzweien? 5. Wer heller sieht, sey froh des Lichts, und preise dich, der es gab; er sey in Demuth weise; den Brüdern leucht' er vor; an Einsicht größer, sen er auch besser. 6. Er liebe mehr, damit, wer irrt, aus Liebe fich freier in der Wahrheit Prüfung übe, und gern zum Lichte, frei vom Bruderhasse, sich leiten laffe. 7. O dazu müsse deine Lieb' uns dringen! Du wollest, Herr, dieß große Werk volls bringen, daß unter Einem Hirten Eine Heerde aus Allen werde. Mel. Oliebster Jesu, was ze. 657. Uns schuf Ein Mel. Herr, du regierst, daß als les 2c. 058. W Gott; uns ließ von allem Bosen er liebevoll durch seis Der leben will, nen Sohn erlösen, daß Jeder und glücklich, der betrübe nie Chriftliches Verhalten seine Brüder, fliehe Zank, und liebe stets selbst die Eintracht; herzlich, treu, verschwiegen, ein Feind der Lügen. 2. Er sen gerecht, sen bil, lig; übertreibe nie seine Rech te bis zur Härte, bleibe stets ruhig, sey im Eifer seiner mächtig, und stets bedächtig. 3. Er freue sich nicht, wenn nun die, die irren, aus Eifer, recht zu haben, sich verwirs ren; nie stolz, stets frei, daß er sie leicht gewinne, vom Eis gensinne. 4. Jm Tadel sanft; nie bitter im Verweise; stets herz lich in des Bruders Ruhm und Preise; stets sorgsam, wenn er Fehler sucht zu bess sern, nichts zu vergrößern. 5. Nachgebend, wo nicht Recht und Wahrheit leiden; in jedem Streite sittsam und bescheiden, auch sittsam, wann er siegt; holdselig, gütig, nicht ibermüthig. zum 7. Daß Brüder sich mit Brüdern nicht entzweien, eil' er, Verdacht und Mißtrau'n zu zerstreuen; und lindre flüglich Unmuth und die Schmerzen gekränkter Herzen. gegen den nächsten. 457 noch eh' sie bitten, ohne Selbsts erhebung, sie mit Vergebung. 9. Er wird in Sicherheit und Friede wohnen; ihn wird man preisen; wann er fehlt, ihn schonen; ihn, wann er spricht, zu warnen und zu lehren, mit Freuden hören. 10. Sein Beifall ist Bes lohnung; selbst Verweise von ihm find lieblich, sich zum Ruhm und Preise wird er nicht Fehler, die er straft, vergrößern; wird gern sie bessern. 11. So wird zur Freude jeder seiner Tage; nach seis nem Tode seufzt der Brüder Klage: ach, er war gut, nie stolz, nie übermüthig, stets sanft und gütig! 6. Demüthig, wie auch Christus war; stets billig; zu tragen Schwache, fie zu schos nen willig; nicht träge, die Gefallnen aufzuheben; schnell 650. Herr 8. Versöhnlich eil' er selbst der Feinde Reue entgegen; fordre fie nicht; und erfreue, 12. Frohlockend geht er und empfängt am Throne des Sohs nes, dem er folgte, seine Kros ne. Da wohnt er, Gott, in einem höhern Frieden deinem Frieden. in Versöhnlichkeit. Me L. O liebster Jesu, was hast zc. err, mein Vers föhner, der du für mich lits test, und noch zur Rechten Gottes für mich bittest! Ers weck in mir, du Muster wah rer Liebe, der Sanftmuth Triebe! 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergolten? Du schalt'st nicht wieder, als man 458 Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. dich gescholten. Du segnetest zes Glück verlieren; so laß, mit Wohlthun nicht nur Freuns de, nein, selbst auch Feinde. o Herr, mich, ihr zu widers stehen, auf dich dann sehen. 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen, und doch von Rachgier gegen Ans dre brennen? Ich sollte jes mals Haß mit Haß vergelten, und wieder schelten? 4. Wie kann ich Vater! zu dem Höchsten sagen; und Groll im Herzen gegen Brüs ber tragen? Wie kann ich zu ihm fleh'n, mir zu verzeihen, und Nache schreien? 5. Wer nicht vergibt, der wird für seine Sünden auch nicht bei dir, o Herr, Vers gebung finden. Dein Jun ger ist nur, wer, wie du, vers gibet, und Feinde liebet. 6. So heilige denn meiner Eeele Triebe, mein Heiland, durch den Geist der wahren Liebe, daß ich mich stets vers föhnlich finden lasse, und Rachgier basse. 7. Wann meine Brüder sich an mir vergehen, so lehre mich, ihr Unrecht übersehen. Laß mich, auch wenn sie mich empfindlich krånken, an dich gedenken. 8. Laß mich mit Sanftmuth meinem Feind begegnen, und, so wie du, den, der mir flus chet, segnen. Herr, mache ges gen Alle, die mich hassen, mein Herz gelassen. 9. Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, als würd' ich sonst mein gan, 10. Du schüßest den, der redlich vor dir wandelt, und überall nach deinem Vorbild handelt. D'rum laß in Allem mich schon hier auf Erden dir ähnlich werden. mel. Dies ist der Tag der zc. 660. H err, der du sters bend noch für die, die dich erwürgten, batest; der du vor deinem Vater fie so liebevoll vertratest; wann werd' ich doch dir ähnlich seyn, und meinem Feinde gern verzeih'n? 2. Ein Sünder, dem noch Nache glüht im aufgebrachten Herzen, der noch sein Wohls gefallen sieht an seiner Feinde Schmerzen, besteht vor deis nem Angesicht, o Gott der Lieb' und Langmuth, nicht. 3. D Stimme Gottes, schalle mir durch meine ganze Seele: wie du vergibst, vers gibt Gott dir! Erwäg' es, und dann wähle! Der wählt den Segen, der vergibt, und der den Fluch, der Nache liebt. 4. Sen, Seele, werth der Seligkeit, dich selbst zu übers winden. Duld' und vergib; auch Gott verzeiht, und straft nicht deine Sünden. Nicht Nache, Segen rufe du, Gott ähnlich, deinem Feinde zu! Chriftliches Verhalten gegen den Nächsten. 459 5. Auch mein Beleidiger rechte, vergalt die Schmach hat Theil am Heiland aller mit Huld; die Wuth ergrimms Sünder; mit Blut erwarb ter Knechte ertrug er mit Ges auch ihm das Heil der Todes, duld. Sollt ich denn wieder überwinder. An mich und ihn schelten, da er nicht wieder ergeht der Ruf des Gottes, schalt? Mit Liebe nicht vers der uns beide schuf. gelten, wie er dem Feind' vers galt? 6. O könnt ihn meine Sanftmuth noch zur Seligkeit bekehren! ihn, der mich haßt, das sanfte Joch der Liebe tras gen lehren! Wie göttlich würd' es mich erfreu'n, könnt' ich des Feindes Netter seyn! 7. Wie würd' er mich am Weltgericht dann seinen Brus der nennen, und als ein Freund sich ewig nicht von meiner Seite trennen, und Gott er heben, dessen Hand uns für die Ewigkeit verband! 8. Wie gern will ich, Gott, auf dein Wort Haß und Vers folgung leiden; wie gern vers zeih'n, da du mir's dort vers gilist mit ew'gen Freuden; wenn mir im Himmel einst mein Feind dankbare Freus denthranen weint. 3. Verleumdung dulden müss sen, ist schwer; doch diese Pflicht wird leicht, wenn das Gewissen für meine Unschuld spricht. Dieß will ich treu bewahren, so bessert mich mein Feind, lehrt weiser mich vers fahren, indem er's böse meint. 4. Ich will die Fehler scheuen, die er von mir ers sann; auch die will ich bes reuen, die er nicht wissen kann. Durch Huld will ich mich rächen, an ihm das Gute seh'n, und Gutes von ihm sprechen; wie könnt' er länger schmäh'n? 5. Auch ihm will ich mit Freuden zu dienen willig seyn, ihn gern in seinen Leiden mit Rath und Hülf erfreu'n. Wie wird es mich erquicken, wenn Mel. Befiehl du deine Wege zc. endlich er, erweicht, mit reues vollen Blicken, die Bruders 661.Nie will ich wieder hand mir reicht! fluchen, wann mir mein Hasser flucht, nie dem zu schaden suchen, der mir zu schaden sucht. Ich will ihm sanft bes gegnen, nicht drohen, wann er droht; schilt er, so will ich fegnen; dieß ist des Herrn Gebot. 2. Mein Jesus, der Se, Fürbitte. Eigne Melodie. 662. er du so gern uns Menschen segnest, uns immer liebevoll begegnest, hilf uns dir treu ergeben seyn, 460 Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. um beiner Huld uns stets zu deiner Huld, und preise freu'n. dich. 2. Vermehre, Gott, die Bahl der Frommen; laß Alle näher zu dir kommen, stets näher ihrer Seligkeit, die dir bereits ihr Herz geweiht. 3. Beglücke jedes deiner Kinder; mach' alles Elends täglich minder, gib Frieden unserm Vaterland und Glück und Heil zu jedem Stand. 4. Laß, die an deiner Statt regieren, den Herrscherstab mit Weisheit führen; ihr Herz sen der Gerechtigkeit und wah, rer Menschenhuld geweiht. 5. Laß treue Hirten, froms me Heerden Ein Herz und Eine Seele werden; laß jene weise Führer seyn, und diese stets den Irrweg scheu'n. 6. Laß eltern an dem Wohlergehen der Kinder ihre Freude sehen; die Kinder bilde deine Kraft verständig, fromm und tugendhaft. 7. Ja, Vater, komm mit deinem Segen dem Jüngling und dem Greis entgegen; laß Jeden, was ihm nißt, em pfah'n, und nimm dich aller Kranken an. 8. Erhöre das Gebet der Deinen; ach, laß sie niemals trostlos weinen, und sende jes dem Hülf und Rath, der keis nen Freund und Retter hat. 9. Gib, daß uns Allen schon die Erde ein Vorhof deines Himmels werde. Wer Mensch ist freue dankbar sich, Gott, then 2c. 003. F Für Mel. Wenn wir in höchsten Noür unsern Näch, sten beten wir, o Vater, wie für uns, zu dir. Gib, der du Aller Vater bist, gib Jedem, was ihm heilsam ist. 2. Dir tonet unser Lobges fang, wir bringen Ehre dir und Dank, daß du auch unsre Brüder liebst, und ihnen so viel Gutes gibst. 3. Dank, daß du auch an fie gedenkst, den Eingebornen ih, nen schenkst, zu deinem Hims mel sie auch schufft, zum Glaus ben sie, zur Tugend rufft. 4. Daß mit dem Glück der Zeit sie auch durch seinen heis ligen Gebrauch gesegnet sind; daß nach dem Tod auch sie dich sollen seh'n, o Gott! 5. Deß freu'n wir uns und danken dir, und beten brüns stig, Gott, zu dir: laß stets fie deine Kinder seyn, und ewig deiner Huld sich freu'n. 6. Nimm ihrer våterlich dich an, und leite fie auf deiner Bahn, und mache fie für deinen Ruhm zu deinem Erb' und Eigenthum. 7. Verirrte führe, Herr, zurück zu dir, zu ihrem wahs ren Glück; den, der von dir sich führen läßt, den mach' im Glauben treu und fest. 8. Entreiß' des Lasters Ty, rannei die Sünder; mach', Chriftliches Verhalten gegen den Nächsten. 461 ben, o alles Guten Geber, dich. o Gott, fie frei, daß sie nur deine Pfade geh'n, und einst dein Vaterantlig seh'n. 9. Gib Allen einen frohen Muth; bewahr' ihr Leben, Haus und Gut; bewahr' ihr bestes Eigenthum, des guten Namens Glück und Ruhm. 10. In ihrer Noth verlaß sie nie; und sind sie traurig, träfte sie. Gib ihnen hier Zus friedenheit, dort deines Him mels Seligkeit. 11. Einst preisen wir, den Engeln gleich, erhöht, vers sammelt in dein Reich, dich ewig; ewig danken wir, o unser Aller Vater, dir. 4. Nicht, um geseh'n zu werden, erleichtern sie Bes schwerden; beglücken bloß aus Pflicht. Nicht stolz noch übers müthig, sind sie, weil du's bist, gütig; beschämen, wenn sie geben, nicht. 5. Des Dankes frohe Zähre ist ihres Herzens Ehre, ist Seligkeit für sie. Fließt feine, so ermüden sie doch, in dir zufrieden, dir, Vater, nachs zuahmen, nie. 6. Sie, aller Menschen Freunde, sie sorgen selbst für Feinde voll Großmuth, voll Geduld. Du hilfft ja in Ges fahren, o Gott, auch Undanks baren; selbst Böse segnet deine Wohlthätigkeit. Mel. In allen meinen Thaten 2c. Huld. 7. wers 604. Daß fiets noch den erfahren, ſelbst auf Ers Christen streben, nicht bloß für sich zu leben, und wohlzus thun sich freu'n; gern ihren Brüdern nüßen, sie segnen, sie beschüßzen: das ist, o Gott, dein Werk allein! den, wie werth sie, Gott, dir sind; weit mehr noch in dem Lohne, den einst vor deinem Throne ihr menschens freundlich Herz gewinnt. 2. Daß sie bei ihren Klas gen nicht, eh' fie wohlthun, 605. Sa Mel. O liebster Jesu, was hast ze. Ich bin des fes Entschlusses, Sch sten, redlichen wird mein dafür? Solch eine reine Milde, die sie zu deinem Bilde verklären soll, entspringt von dir. die milden Gaben deines les berflusses zum Besten meiner Brüder anzuwenden, mit treus en Händen. 2. Jst, Gott, dein eigner Sohn doch nicht erschienen, daß er sich dienen ließ; er kam, u bienen, und ward 3. Dir ähnlich, geh'n und streuen sie ihre Saat aus, freuen, gefä't zu haben, sich, und preisen, daß sie Gaben für Andrer Wohlfahrt has Chriftliches Verhalten gegen den Nächsten. 462 ein Knecht der Menschen, um vom Bdsen sie zu erlösen. 3. Er brauchte seine Größ und macht die Armen zu trös sten, sich der Kranken zu ers barmen; Berlornen heil und Gnade zu erwerben; für uns zu sterben. 4. O wie verschönert sich nicht Gottes Erde, wo, daß er sanft und mild und gütig werde, sein Junger strebt, zu nachzuahmen! 5. Ich will denn auch durch ein wohlthätig Leben mich zu der Aehnlichkeit mit ihm erhes ben! Gib Kraft, daß ich das Glück, das ich befiße, für Andre nüße; 6. Nicht fuche nur, was mein ist; meinen Brüdern, die du erlöst hast, deines Leis bes Gliedern, mit Rath und Hülfe beisteh'; Allen, Allen, dir zu gefallen. ben hier, und dort das Les ben. 7. Denn darum gibst du uns so viele Gaben, daß Alle Segen auszutheilen haben, baß Jeder glücklich werd, und frei vom Neide, der Mens schen Freude. 2. So viel Menschen, so viel Brüder; Ein Gott ist es, der uns schuf! Wir sind Alle Christi Glieder; allgemein ist Gottes Ruf. So den Bösen, wie den Seinen, läßt der Herr die Sonne scheinen. Ehren seinem Namen, ihm stehen; was ihr gebt! Gott und der Herr. Weiß es Gott und dein Gewissen, warum soll die Welt es wissen? 3. Gottes Bild in euch zu sehen, seynd barmherzig, so wie er! Eilt, dem Armen beizus 4. Hülfreich zu Bedrängten eilen, ihnen Schutz und Rets ter seyn; Kummer lindern, Wunden heilen, wohlthun, tros sften und erfreu'n; und dieß thun aus edlem Triebe, das ist wahre Menschenliebe! 5. Herr, wir geben von dem Deinen, was wir geben; laß uns nie fühllos seyn, wo Menschen weinen; unser Mits leid tröste sie; daß, wann wir zu dir uns nahen, wir auch Trost und Hülf' empfahen. Mel. Jefum ewig zu verehren 2c. Mel. Jefum ewig zu verehren zc. 667. Wohlzuthun und 600. Send barmherzig, mitzutheilen, Christen, das vers Menschen, höret, hört das heilige Gebot, das uns Jesus Christus lehret:" Seyd barms herzig, so wie Gott!" Gebt, fo wird auch euch gegeben Les geffet nicht! Den Bedrängten zuzueilen, Armen beizusteh'n, ist Pflicht,- Pflicht, die Jes sus selbst uns lehret, und die Gott, den höchsten, ehret. Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. 463 Dankbarkeit 2. Speiset die, die Hunger leiden, und die durstig sind, die trånkt. Eilt, die Nackenden Mel. In dich hab' ich gehoffet zc. zu kleiben; tröffet bie, die 608. Ich Kummer Schwache sucht zu unterstützen, Unters drückte zu beschüßen. 3. Nicht nur denen, die euch lieben und zu euch um Hülfe fleh'n, Allen eilt, von Gott ges trieben, nach Vermögen beis zusteh'n. Die auch, die im Stillen leiden, führt zu unvers hofften Freuden. 4. Liebe fen dir keine Bürs de, keine Last, beglückter Christ! Hoheit ist es, Ruhm und Würde, wenn du mild und hülf. reich bist. Welch ein Ruhm für die Erldsten, arme Brüs der Christi trösten! 5. D was wirkt's für sanfte Freuden, der Verlass'nen Heil zu seyn; seh'n, wie sie in ihs rem Leiden sich, durch uns ges stärkt, erfreu'n! Ein betrübs tes Herz erquicken, schafft uns himmlisches Entzücken. 6. Heil und Glück auf uns fern Wegen, innige Zufries denheit, Huld bei Menschen, Gottes Segen folgen auf Barmherzigkeit; und einst dort zum Gnadenlohne schenkt uns Gott des Himmels Krone. 7. Laßt uns eilen, unsre Gaben, weil es Zeit ist, auss zustreu'n! Was wir hier ges fået haben, erndten wir dort reichlich ein. Send barmhers zig, liebt die Armen! Gott wird euer sich erbarmen. Ich fleh', Allies bender, zu dir: was du mir gabst, erhalte mir, den regsten aller Triebe, den Sinn der wahren Dankbarkeit für Mits gefühl und Liebe! 2. Web' mir, wenn Stolz und Sicherheit je meiner Brust die Seligkeit des Dankgefühls entrissen! Wie niedrig würd' ich dann, wie klein mir selbst erscheinen müssen! 3. Mir ist's, als fühlte ich noch heut' die Stunde der Vers lassenheit, wo ich nach Hülfe fragte, und mir, in tiefer Duns kelheit, kein Hoffnungsschims mer tagte. 4. Da stand die Liebe nah' bei mir, und rief: ich rath', ich helfe dir! und bot mir ihre Rechte; wie tief geſunken wäre ich, wenn ich deß nie gedächte! 5. Wenn jetzt, da ich gebors gen bin, ein thöricht eitler Ers densinn mit Undank mich bes fangen; wenn ich vielleicht seit Jahren schon gefühllos hinges gangen! 6. Nein! immer in der Ges genwart der kleinsten Wohls that, die mir ward, soll sich mein Herz erheben, und, war es wenig oder viel für Liebe Liebe geben. 7. Vergelten freilich fann ich nie, was mir zu meinem 464 Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. Glück gedteh; doch kann ich's auch Andern gibt, nie murs rein empfinden, und mit des Dankes Thränenblick der Welt und dir verkünden. risch, neidisch und betrübt. 8. Erhalte, Herr, mir dieß Gefühl, bis ich an deiner Hand das Ziel der Wallfahrt einst gefunden! Dort wird dann reiner, frommer Dank, was ich hier schwach empfunden. 5. Kann ich, was ihnen schadet, hindern, befördern, was ihr Wunsch begehrt, ers leichtern, was sie drückt, und lindern, was sie bekümmert und beschwert: frohlocken will ich, Vater, dann, wann ich's durch deinen Beistand kann. Mel. Von dir kommt jede gute zc. 6. Und kann ich's nicht, o Gott, so dringe mein brünstis ges Gebet zu und was sie 669. Wenn Menschen wünſchen, das gelinge; denn, Herr, sie thaten wohl an mir! Auf Jeden komme Freud' hers ab, der Freude gibt und Freus de gab. streben, dir an Güte und Wohlthun, Vater, gleich zu seyn, und mich mit willigem Gemüthe durch ihren Nath und Trost erfreu'n: mit reis chem Segen segne dann, die ich nicht wieder segnen kann! 2. Es zeuge meiner Freude Zähre von meines Herzens Dankbarkeit; mit was für Eifer ich begehre, was ihre Herzen, Gott, erfreut; mit welcher Inbrunft mein Ges bet für sie zu dir, mein Vas ter, flebt. 7. Umfahe sie mit deiner Güte, und deine Huld verlaß sie nie! Sen stets ihr Helfer und behüte vor Widerwärtig keiten sie; und trifft sie doch Gefahr und Schmerz, so tröst und heile selbst ihr Herz! 8. Nimm sie zu deines Reis ches Erben, wann einst sie scheiden, gnädig an! Erquicke sie mit Troft im Sterben, die mir im Leben wohlgethan; und dort, o Gott, vor deinem Thron, sey unaussprechlich groß ihr Lohn! 3. Ich will mich aller ihrer Freuden, und ihres Glücks von Herzen freu'n; voll Kum mer über ihre Leiden gern, wie ich kann, ihr Tröster seyn; und kann ich lindern ihre Noth: mit Freuden will ich's thun, o Gott! Freundschaft. Mel. Sollt' ich meinem Gott zc. 4. Ich will ſie lieben, will 670. was waren D fie ehren, will über mein Bes bürfniß fie mit meinen Klagen nicht beschweren, stets sittsam, überlästig nie; wenn ihre Hand meine Freuden, theilte sie kein Freund mit mir! und wie trüg' ich meine Leiden, irrt' ich Christliches Verhalten gegen den nächsien. 465 ich dd' und einsam hier, wär' 5. Alle, die mich nah' und ich wie in Wüsteneien auf ferne lieben, Albarmherziger, die Erde hingebannt, lebt' als segne sie, du segnest gers lein und unbekannt, müßte ne- segne sie, Algnädiger! ohne Freund mich freuen, ihrer Seele stilles Sehnen, fande hier in Freud' und ihr Bedürfniß, ihr Gebet, das Schmerz nie ein gleichges vielleicht für mich jetzt fleht, stimmtes Herz! ihre Freuden, ihre Thränen, ihre leiseste Begier, Alles, Herr, empfehl ich dir. 2. Dank dir, Herr, mit Herz und Munde, daß an treuer Freunde Hand manche frohe sel'ge Stunde, reich an Segen, mir verschwand! Dank für alle reine Freuden, die mir deren Liebe gab, die bereit, bis an das Grab mit zu dans Fen, mit zu leiden, deine treue Vaterhand mir so unverdient verband. laß 6. Hebe, wann der Tod die Bande, die uns binden, nun zerreißt, zu der Freundschaft Vaterlande, zu dem Himmel unsern Geist. D'rüben uns wieder finden, was hier unfrer Lieb' entfloh; doppelt glücklich, doppelt froh, himmlischer uns dann verbinden dort, o Vater, wo verklärt unsre Freundschaft ewig währt. 11 3. Dank, daß viel der bes sern Seelen, mir ein Segen und der Welt, mich zu ihren Freunden zählen, von dir selbst mir zugesellt; Freunde fellt; die das Gute 671. welch ein Ges Mel. Aus deiner Quelle, Schös pfer zc. mit mir theilen, das mir deine Gute schenkt, gern, wann mich ein Summer kränkt, meiner Seele Wunden heilen, mich erheben, wann ich sank: Preis dir, Vater, Preis und Dank! gen ist ein Freund, der, Gott, durch dich mit mir vereint, mit herzlichem Vertrau'n mich liebt, mit mir sich freuet und betrübt! 4. Dir geheiligt sen die Freude, die für mich aus Freundschaft quillt, voll Er quickung, wann ich leide, ims mer rein, und sanft und mild. Nur an frommer Freunde Händen, die, o Heiliger, fich dir ganz zum Opfer weih'n mit mir, sey mir wohl!o dann vollenden schnellern Schritts wir unsern Lauf, und er führt zu dir hinauf. 2. Der, fest vereinigt erst mit dir, in Einem Geiste dann mit mir für Wahrheit nur und Tugend lebt, mit mir nach Einem Ziele strebt! 3. Wir theilen brüderlich dein Licht, ermuntern uns zu jeder Pflicht; wir bitten dich vereint um Kraft, gleich gut zu seyn, gleich tugendhaft. 4. Vom Irren hålt er mich zurück durch weisen Rath, 30 466 Chriftliches Verhalten gegen den Nächsien. mit sanftem Blick; und wann am Stabe, bald reif zur Ruh' Er mir zu irren scheint, ſo im Grabe, warn' ich treulich ihn, als Erdenlebens sich. Freund. freut noch des 211 5. Nicht Argwohn, Miss trau'n oder Streit, nicht Freus de und nicht Traurigkeit, auch nicht des Glückes Unbestand trennt unsrer Freundschaft fes stes Band. 2. Er rufet nicht vergebens im Herbste seines Lebens dich, Ewigguter, an. Du tröstest ihn im Leiden, und läsfest Jugendfreuden ihm oft noch blüh'n auf seiner Bahn. 6. Wir theilen Alles, Lust und Leid, in inniger Vers traulichkeit; und treues Mits gefühl versüßt uns Alles, was uns schmerzlich ist. 3. Ihn macht des Alters Bürde, wenn er mit stiller Würde sie trägt, der Achtung werth; viel hat der Greis ers fahren, gekämpft oft mit Ges fahren, und manchen Dienst der Welt gewährt. 7. Trennt auch das Schick, fal Freund und Freund: die Herzen bleiben doch vereint durch Liebe, durch Gebet, durch Rath, und, wo wir können, durch die That. 8. Vollenden wir einst uns fern Lauf, so nimmt uns dann Ein Himmel auf; unendlich ist die Seligkeit, die ewig und vereint erfreut! 4. Jetzt ruft ihn vom Ges schäfte der Mangel seiner Kräfs te, und nöthigt ihn zu ruh'n; ich soll in jungen Jahren nie Fleiß und Eifer sparen, für ihn so viel ich kann, zu thun. 5. Ja, ich will mich bes streben, die nab' am Ziele leben, wie du, Gott, zu ers freu'n. Ich will die Alten ehren, will ihre Ruh' nicht stören, will ihnen Trost und Beistand seyn. Verhalten gegen das Alter. Mel. Nun ruhen alle Wälder zc. 6. Du Führer meiner Jus gend, von dir kommt Kraft jeders 672. Auch noch im spas zeit gern bieſe Pflicht erfülls ten Alter fühlt sich, o Welts erhalter, der Mensch beglückt durch dich. Der fromme Greis len; dann ehr' ich deinen Willen, und werd' im Alter auch erfreut. Christliches Verhalten gegen den nächsten. 462 Pflichten in besondern Verhältnissen. Hausliche Gesellschaft. Mel. Es ist genug! so nimm zc. 5. O welch ein Glück, wenn auch 673.D welch ein Glück, genosſen ziert; wenn Jedes, - bei seinen Lieben ruh'n, fern vom Geräusch der Welt! Mit frohem Muth das für die Seinen thun, was Gott felbst wohlgefällt; belohnt für Arbeit und Beschwekden von einer treuen Seele werden; o welch ein Glück! stets mit Fleiß zu thun, sich freut, was ihm zu the ges bührt! Auch ihnen frohe Stunden geben, auch sie zum Guten mehr beleben; o welch ein Glück! 2. O welch ein Glück, ums ringt von Kindern seyn, die frohen Muthes blüh'n; mit Lust und Fleiß sich ihrer Bil, dung weih'n, für Gott sie zu erzieh'n; still, wie ihr Geist erwacht, bemerken, ihn immer sanft im Guten stärken; o welch ein Glück! 6.D welch ein Glück! Gott, gib es doch auch mir! Ers füll' mit Frömmigkeit mich und mein Haus; dann leben Alle wir schon in der Seligs keit. Dann werden einst ich und die Meinen nur seliger vor dir erscheinen. O welch ein Glück! Ehegatten. sich in der Lieben Kreis von Gott 674. Die Ehe foll uns Mel. Kommt her zu mir, ze. gesegnet seh'n, und seine Huld mit Ehrfürcht, Dank und Preis vor ihnen laut erhöh'n; vereint mit ihnen vor ihn treten, und für ihr Wohl mit Andacht beten; o welch ein Glück! 4. O welch ein Glück, von stillem Wohl umblüht, in Ein tracht fröhlich seyn, und, wenn es welkt, der Freund selbst treulos flieht, sich noch der Seinen freu'n! Wie wird so klein das Maas der Schmer, zen an ihrem lieben, treuen Herzen! welch ein Glück! heilig seyn! Der Schöpfer setzte selbst sie ein der Welt zum Glück und Segen. Noch immer fließt in diesem Stand aus seiner milden Vaterhand den Frommen Heil entgegen. 2. Wie glücklich lebt ein frommer Mann, wenn er die liebt und ehren kann, die Gott ihm ausersehen! Wie glücks lich lebt an seiner Hand die Gattin, die ihm Gott gefandt, ihm hilfreich beizustehen! 3. Gott, der du uns vers bunden hast, mach' leicht uns 30* Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. 468 jede Lebenslast; laß jede still uns tragen. Ein Herz, das findlich dich verehrt, soll nicht, wenn Freud' in Schmerz sich kehrt, wild und verzweifelt flagen. 4. Gib unsern Seelen Einigs keit, daß, wie im Glück, uns auch im Leid Zufriedenheit nie fehle. Laß nie uns unsern Bund entweih'n; laß treu uns, redlich, friedsam seyn, Ein Herz und Eine Seele. 5. Lenk' ab den Sinn von Ueppigkeit auf Freuden, die man nie bereut, auf Freuden achter Tugend. Selbst unser spätes Alter sey von drückens den Beschwerden frei, und beiter wie die Jugend! ne leiden, deren Schicksal deine Hand segnend an das meine band." 3. Wer nach Gott nie wollte fragen bei des Kindes Todeskrampf, bei der Gattin Jammerklagen, betet er im Glaubenskampf. Und wenn in der Gråber Staube nun ein Herz vermodern soll, einst von sel'ger Liebe voll, spricht der Zweifel selbst:" Ich glaus be!" Was sich hier vereint ges seh'n, nein, es kann nicht uns tergeh'n! 2. Wer allein durch's Leben gehet, fühlet minder Schmerz und Luft; inniger zum Hims mel flehet eine liebevolle Brust: " Guter Vater, gib mir Freus den; sey in meiner Noth mir nah! Mir nicht, mir nicht gilt es ja; Jene freu'n sich, Jes - 4. Zu des Lebens Ernst ers ziehet ernst des Hauses Müh' und Pflicht, und die treue Liebe siehet edel auf das Ihre nicht. Eignes Glück im frems den finden, rastlos um sich Mel. Sollt' ich meinem Gott 2c. her erfreu'n, still entbehren, mild hohen Sinn's 075. Heil'ger Bund der sich überwinden, ſelig ſeyn in Herzensruh' lehrest, Bund der Ehe, du. Lieb' und Treue, ja, vom Hims mel stammest du, Ehe, und mit deiner Weihe führest du dem Himmel zu! Geister rus fest du in's Leben, leichterst jes den Lebensschmerz, fullst mit Seligkeit das Herz: aber uns zu Gott zu heben, zu der Tus gend Hochgefühl, das, das ist dein höher Biel. 5. In des Hauses trauter Stille keimt das zartere Ges fühl; dort erstarket auch der Wille für das weite Weltges wühl. Menschheit, huldige der Ehe! Sie nur hat zur Menschlichkeit pflegend dich zuerst geweiht; sie hob zu der Geisterhshe, von der Erde niedern Bahn, zu dem Hims mel dich hinan! 6. Darum waltet ob den Ehen wunderbar, o Gott, dein Nath; und wie du es haft ers sehen, also nur wird es zur That. Auch auf dunkeln, raus Christliches Verhalten gegen den nächsten. 469 hen Wegen hält die Treuen froh hinaus! Gott bau't ihnen deine Hand, krönt mit Segen ihren Stand. Für der Ehe reichen Segen, Herr der Ehen, Preis sey dir! jauchzt die Menschheit für und für. auch ihr Haus. Auch er wird Mann und Vater feyn; auch sie wird Weib und Mutter seyn! Lobsingt dem Herrn! 7. Gesegnet wird auch ihr Geschlecht; denn das ist der Frommen Recht und Segen; Mel. Gelobet sevst du, Jesus ic. Haus, wo Tugend wohnt! also wird belohnt ein jedes Heltern. 676. Die ihr beglückt Lobsingt dem Herrn! mit Kindern send, die Gott fürchten, freut euch; freut euch eures Glücks, und laßt nicht ab zu danken dem, der sie euch gab! Lobsingt dem Herrn! 8. Ihr könnt auch wohl noch Enkel seh'n auf den Pfaden Gottes geh'n; sie euren froms men Kindern gleich, und einst versammelt all' um euch, bei Gott, bei Gott. 2. Dank sey dem höchsten Vater, Dank, daß es euch durch ihn gelang, dem Hims mel Bürger zu erzieh'n, deß freuet euch, und preiset ihn! Lobfingt dem Herrn! 3. Der Segen eurer 3årts lichkeit, dessen ihr vor ihm euch freut, ist seine Gabe, sein Ges fchent; deß bleibet ewig eins gedenf, und dankt dem Herrn! 4. Wenn Söhn' und Tsch, ter um euch her blüh'n, und täglich eifriger, was gut ist, lieben: welche Lust durchsirds Mel. Wo Gott zum Haus nicht lich täglich eure Bruſt! Lob, 677. Die Kinder, be ic. met fingt dem Herrn! 5. Ninnt dann, ihr Freus denthránen, rinnt, daß fie fromm und glücklich find; die Tochter keusch und sanft und gut; der Sohn zu thun voll Lust und Muth, was Gott ges beut! ren wir uns freu'n, sind alle, Gott und Vater, dein; find deiner Menschheit Blüthen, Herr; bewahre sie, Barm. herziger! 2. Wenn treue Weltern sich bemüh'n, fie dir zum Preise zu erzieb'n: so gib zu dieſer 6. Schaut in die Zukunft 9. Wann ihr dann hingeht, redet dann segnend eure Lies ben an: Bleibt gut und fromm, so werdet ihr auch felig sterben, froh, wie wir! auch froh, wie wir! 10. Die ihr beglückt mit Kindern seyd, die Gott fürch ten, freut euch; freut euch eures Glücks, und laßt nicht ab zu danken dem, der fie euch gab! Lobsingt dem Herrn! 470 Chriftliches Verhalten gegen den Nächsten. schweren Pflicht Geduld und sie in früher Zeit zu nüßlicher Weisheit, Kraft und Licht. 3. Nie fehle wahre Zärts lichkeit, die ernstlich droht, doch auch verzeiht, die liebs reich warnt und weislich schont, zu rechter Zeit bestraft und lohnt. 4. Gib allen Kindern Lerns begier, zum Guten Lust und Furcht vor dir; zeig' ihnen in der Jugend schon des stillen Fleißes süßen Lohn. 5. Gesegnet sen ihr Unters richt in deines Wortes hd, herm Licht. Früh schau ihr Geist zu dir hinauf, früh schließ ihr Herz der Pflicht sich auf. 6. Im Glauben mache sie gewiß; bewahre sie vor Aers gerniß, und tilg' auch in der eignen Brust der Selbstvers führung böse Lust. 7. Daß wir in ihnen Chris ften seh'n, die freudig deine Wege geh'n; bei Mühe auch voll Lust und Muth, zu thun, was edel ist und gut. Geschäftigkeit. 2. Wohl euch, wenn keines je vergißt, was aller Weiss heit Anfang ist! Daß Liebe gegen Gott und Scheu vor ihm die beste Weisheit sey. 3. Lehrt sie, wann ihr Vers stand erwacht, Gott kennen, seine Lieb' und Macht; lehrt sie auf seine Werke seh'n, und, was sie lernen, auch vers steh'n. 8. Dann gib, so viel als dir gefällt, einst ihnen von dem Glück der Welt; bleibt deine Huld nur stets ihr Theil, Heil ihnen dann, auf ewig Heil! 4. Besorgt für ihren Leib, doch mehr für ihren Geist, schaut stets umher, was ihrer Unschuld schaden kann, und führt fie früh zur Tugend an. 5. Erstickt durch Unterricht und Zucht der ersten Sünde Keim und Frucht; damit sie Gottes Ebenbild früh werden, liebreich, fanft und mild. 6. Gedenkt, daß Kinder euern Wandel seh'n, was gut, leicht versteh'n, wenn sie auf was bos ist; leicht gerührt von dem, wozu ihr sie vers führt! 7. Rühmt, denn ihr Herz ist schwach und weich, o rühmt vor ihren Ohren euch der Uebertretung eurer Pflicht in eurer frühen Jugend nicht! 8. Muthwillen nennt nie Witz; nie preist des Knaben schadenfrohen Geift als Muns terkeit; ein trüglich Herz und Lügen nie als bloßen Scherz. Mel. Wo Gott zum Haus nicht gibt zc. 678. Groß ift, ihr Nel, 9. Erweckt des Guten schnell tern, eure Pflicht! Verzärtelt Gefühl in ihrem Herzen; euer eure Kinder nicht; gewöhnet Ziel sen nicht bloß Anstand Chriftliches Verhalten gegen den Nächsien. 471 vor der Welt; sey Liebe deß, traut, sorge, daß sie weise was Gott gefält. 10. Gewöhnt sie an der Tugend Müh', an Ernst, an Fleiß, und lehret sie, daß Ars beit keine Sclaverei, daß sie das Glück des Menschen sey. 11. So nehmt euch ihrer Seelen an! Gott richtet einst, und fordert dann, wenn ihr nicht, was ihr thun sollt, thut, von eurer Hand der Kinder Blut. 4. Menschenschöpfer, Tus gendlehrer, laß, zu fördern Menschlichkeit, Vater, Müts ter, Pfleger, Lehrer, Fürsten und die Obrigkeit mit vereins ter Sorgfalt wachen, unsre Jugend fromm zu machen; sie durch Lehr und Beispiel zieh'n, selber Sünd' und Laster flieh'n. 5. Pflanz' in aller Kinder Herzen weisen, frommen Tus gendsinn, daß sie nicht ihr Mel. Alle Menschen müssen sier:. Wohl verscherzen; laß sie 12. Erwägt's, und fürchtet fein Gericht, um auch vor seis nem Angesicht euch ewig ih, rer zu erfreu'n; denn sie sind sein Geschenk, und sein! werden, daß er ihre Wohl, fahrt baut; lehre früh fie Tus gend lieben, und das Gute willig üben. Diese Pflicht ist ernst und groß; nichts, nichts spricht von ihr uns los. 679. Menschen weife zu niß und Leichtſinn fliehen, und um Unschuld sich bemühen. Führe sie auf ebner Bahn sicher zu dem Ziel hinan. erziehen, die zum Leben Gott erschuf, welch ein wichtiges Bemühen! welch ein wichtiger Beruf! Gott zum Ruhm, der Welt zum Segen, ihres eig, nen Heiles wegen, Kinder weiß und gut erzieh'n, welch ein wichtiges Bemüh'n! 6. Dort, vor deinem Anges sichte werden die Erzieher steh'n; selig, wann sie im Ges richte ihre Kinder vor dir seh'n, und dann können fas gen: Keinen, Herr, verlor ich von den Meinen! und dann Kinder fleh'n für sie: Gott, vergilt nun ihre Müh'! 2. Wächst der Mensch von früher Jugend ohne Zucht und Bildung auf; fehlt Erkennts niß ihm und Tugend, o wie traurig ist sein Lauf! Unbes kannt mit seiner Würde, ist er sich und Undern Bürde; kann nicht deiner, Gott, sich freu'n, nicht dem Nächsten mützlich seyn. 3. Jeder, dem du hier auf Erden Kinder liebreich anver: 7. Menschen weis und gut erziehen, die dein Wort zum Leben schuf, welch ein wichtiges Bemühen! welch ein seliger Beruf! Laß, o Heil'ger, deinen Willen alle Aeltern treu erfül, len; lohne hier schon ihre Müh', lohn', Vergelter, ewig sie! Chriftliches Verhalten gegen den Nächsien. Kinder. el. Gott des Himmels und ze. 080. Gott ott, du hast mir viel gegeben; o wie dank' ich dir dafür! Liebreich gabst du mir das Leben; gabst auch gute Weltern mir; Weltern, des ren Zärtlichkeit immer sorgt und mich erfreut. 472 2. Sie vergessen, mich zu schüßen, ihre eigne Sicher, heit; sparen, thätig mir zu nügen, keine Sträfte, Muh' und Zeit; mich zur Tugend zu erzieh'n, ist ihr eifrigstes Bemüh'n. 3. Laß mich sie doch wieder lieben, ihnen immer dankbar seyn; um ihr Herz nicht zu betrüben, alles, alles Bose ( cheu'n. Niemals reiße Eigens finn mich zum Ungehorsam hin. 4. Laß auf ihren Wink mich achten, sie durch Folgsamkeit erfreu'n, ihre Warnung nie verachten, troßig nie und zor nig seyn. Fehler, die sie mir verzieh'n, laß mich immer sorg sam flieh'n. 5. Sorge für ihr Wohlers gehen; laß sie der Erziehung Müh' nicht durch mich vereis telt fehen. Segne, Vater, fegne fie! Langes Leben sey ihr Theil; einst ihr Lohn dein ew'ges heil! zen wallt. Leicht wird jede andre kalt; aber, o die heißen Triebe guter Weltern wechs feln nie, treu und ewig lies ben sie! 2. Wie besorgt in Kindes Pflege ist die Mutter! Wie so treu siehet ihr der Vater bei! Immer wach und im mer rege, fühlt nie ihre Zärtlichkeit Unlust und Vers drossenheit. 3. Für der Kinder Glück ers tragen beide willig jede Müh'; und kein Opfer scheuen sie, kein Entbehren, kein Entfas gen, wenn es ihren Lieben nützt, vor Gefahr und Schmerz sie schüßt. 4. Welcher Vater, um aus Fluthen seine Kinder zu bes frei'n, stürzte sich nicht selbst hinein? Würde nicht die Mutter bluten, riffe Blut ihr Kind aus Noth? Mutterliebe trotzt dem Tod! 5. Muttertreue, Vaterliebe, überschwänglich groß seyd ihr! diese Himmelstriebe, die, O wie elend wären wir ohne Huld unendlich groß, Gott in Aeltern Herzen goß. an 6. Muttertreue, Vaterliebe! Jede Tugend, Kunst, Geschick unsre Bildung, unser Glück ist das Werk der treuen Liebe; alles Gute kommt von ihr; Dank sey, Gott der Liebe, dir! Aeltern Mel. Ach, was soll ich Sünder zc. 081. Keine Liebe gleicht pflegen, fey, bis einst ihr Aus ber Liebe, die in Heltern her, ge bricht, guter Kinder füße Chriftliches Verhalten gegen den Nächsten. 473 Pflicht! Heil dem Kind und gewissenhaft gegen jeden Mens Gottes Segen, das den Aels schen sey. Hoch und niedrig, tern lebenslang Ehrfurcht weis arm und reich, Alle sind vor bet, Lieb' und Dank! dir wir gleich. Mel. Gott, mein Trost und ze. Herrschaften. 683. Hschfier Herrscher, Mel. Nicht so traurig, nicht so zc. du mit 082. Du vertheilst der tigkeit; beine große Herrschaft Menschen Loos, Gott, nach führest du mit Huld und deinem weisen Nath; machst Freundlichkeit. Laß, die herrs den Einen reich und groß, schen und befehlen, Alle, Herr, wenn der Andre Mangel hat; den Trieb beseelen: gleich wie bist gleich gut und gleich ges du gerecht zu seyn, und der recht; dieß erkenn' der Herr Milde sich zu freu'n. und Knecht. 2. Wer bei årmlichem Ges schick seine Zeit und Kraft mir leibt; wer zu meines Haus ses Glück treu sich meinem Dienste weiht; wer durch Folg, famkeit mich ehrt, der ist meis ner Liebe werth. 3. Er hat Recht auf Güt' und Huld, wenn ihn Redlich, keit beseelt; Recht auf Nach, sicht und Geduld, wenn er ohne Vorsatz fehlt. Ich bin felbst nicht fehlerfrei; kann ich fordern, daß er's sey? 4. Hochmuth, Stolz und Eigensinn ist Verlegung meis ner Pflicht. Wenn ich gleich beglückter bin, dennoch ziemt mir Herrschsucht nicht. Liebs los, streng und grausam seyn, heißt, der Menschheit Recht entweih'n. 5. Herr der Herren, gib mir Kraft, daß ich stets ge, recht und treu, liebreich und 2. Gib, daß sie mit Ernst erwägen, daß du Herr der Herren bist, daß die Quelle deiner Segen auch für die, so dienen, fließt; daß vor dir, dem Herrn der Welten, Tus gend nur und Weisheit gels ten: denn vor deinem höchs sten Thron ist kein Anseh'n der Person. 3. Und dann werden sie auch geben nach Gerechtigkeit den Lohn; sich, gelind zu seyn, bestreben, fern von Stolz und hartem Droh'n; werden zwar dem Unrecht wehren; doch auch treue Diener ehren; froms me Diener zu erfreu'n, werden sie stets willig seyn. 4. Aber, Gott, auch sie ers freue, wer nun ihnen Dienste weiht, durch Gehorsam, Ehrs furcht, Treue, Liebe, Zucht und Redlichkeit. Hilf, daß Alle, welche dienen, sich nicht frech, o Gott, erkühnen, zu verlegen Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. 474 ihre Pflicht, nicht zu achten das Gericht. 5. Treu und emfig alle Pflichten, wie sie ihr Beruf gebeut, auch die schwerern, auszurichten, gib du ihnen Willigkeit. Daß sie nicht bloß Menschen dienen, nein, dem Herrn: das rufe ihnen dein Geist zur Ermunt'rung zu, das geb' ihrem Herzen Ruh'. 6. Die befehlen und die dienen, beide lehre, Gott, dein Geist so zu handeln, wie es ihnen Jesu Lehr' und Beis spiel weist. Die Gerechten nur bestehen, herr, vor dir; die Frommen sehen, wie du ewig nicht vergißft den, der treu im Kleinen ist. Dienende. Mel. Ich dank' dir schon durch zc. 084. Bet schaft Willen, damit sie mei, nes Dienst's fich freu', mit Eifer mög' erfüllen. 5. Vertraut sie etwas meis ner Hut, so laß mich darauf achten, und immer, als mein eignes Gut, das ihrige bes trachten. 6. Nie komme mir es in den Sinn, mit raubbegier'gen Händen, aus schnöder Liebe zum Gewinn, ihr etwas zu entwenden! 7. Die Freude, die ihr wis derfährt, ihr Wohlstand, ihre Ehre, das Alles sey auch mir so werth, als ob's das Meis ne wäre. 4. Gib, daß ich, meinem Rufe treu, ftets meiner Herr, 8. Erkennt sie meine Treue nicht, so sey's mein Trost auf Erden, daß sie, Gott, deinem Angesicht nicht kann entzogen werden. 9. Mit Wohlgefallen fiehst du sie, und wirst schon hier im Leben mir unter meiner Last und Müh', Herr, deinen Frieden geben. 10. Kommt meines Lebens Abend dann, so nimmst du, der die Müden gern aufnimmt, mich zu Ehren an, und schenkst mir ew'gen Frieden. erufen hast du mich, mein Gott, in Andrer Dienst zu leben, um mir das durch mein täglich Brod in dieser Welt zu geben. 2. Auch ich soll hier in meinem Stand nach meinen Kräften nüßen; und du, du willst mit Vaterhand dabei mich unterstützen. Mel. Nun ruhen alle Wälder zc. 5. Laß dieß in meinem 685. off, beinen weis 3. Dienste nie mich aus den Aus gen setzen; und kostet mir's sen Willen soll Jeder hiek ers auch Kampf und Müh', nie meine Pflicht verletzen. füllen: laß ihn mir heilig seyn; und alle meine Kräfte von Herzen dem Geschäfte, zu dem du mich beriefest, weib'n. Chriftliches Verhalten gegen den Nächsien. 475 thun, nicht betrügen, nicht lås stern und nicht lügen, und als lem Leichtsinn mich entzieh'n. 2. Ich soll hier Andern dies nen; und dien' ich treulich ihnen, so folg' ich dir, mein Gott. Laß meiner Herrschaft Willen mich gern und treu erfüllen, als deinen Willen, dein Gebot. 3. Lehr ohne bittre Klas gen des Lebens Last mich tras gen, und immer auf dich seh'n. Im Reden und im Schweigen will ich als Christ mich zeis gen, und auf dem Pfad der Tugend geh'n. 4. Der Herrschaft Wohl zu mehren, und Schaden abzus wehren, soll mein Bestreben seyn. Ich will sie herzlich lieben, mit Vorsatz nie betrus ben, verdross'nen Sinn und Frechheit scheu'n. 6. In meinem Dienst auf Erden stets nüßlicher zu wers den, sey Freude mir und Pflicht. Ich bin ja, wo ich wandle, bei Allem, was ich handle, o Herr, vor deinem Angesicht. 7. Du bist stets der Gerechs te, der Herr der Herrn und Knechte, und beider Troft und Heil. Der Niedrigste auf Ers den kann groß im Himmel werden, hat, wie der Reiche, an dir Theil. 8. Laß mich dieß oft ermess sen, nie meine Pflicht vergessen, und meines Rufs mich freu'n: 5. Ich will sie nie beneiden, so wirst du, Herr der Welten, will alle Trägheit meiden, und es reichlich mir vergelten, und alle Zanksucht flieh'n, will recht ich werd' ewig glücklich seyn. Bürgerliche Gesellschaft. 2. Nur durch vereinte Thås tigkeit, die sich dem Dienst des Staates weiht, durch gegens seitiges Bemüh'n beginnt der Bürger Wohl zu blüh'n. 3. Bedürfniß und des Fleis ses Gang wirkt Ordnung und Mel. Wo Gott zum Haus nicht zc. Zusammenhang; der müßt durch dem 686. Nach Gottes weiss und durch die Arbeit seiner heitsvollem Rath, der Alles angeordnet hat, wird Völkern dauerhaftes Heil durch der Gesellschaft Band zu Theil. Hand; 4. Der durch Verstand und Geisteskraft, durch Einsicht, Kenntniß, Wissenschaft; der nügt mit seinem kühnen Muth, und der mit seinem Erdens gut. 5. So knüpfft du, Gott, durch jeden Stand der allges meinen Wohlfahrt Band; vers theilft mit Weisheit und mit 476 Christliches Verhalten gegen den Nächsten. Wahl des Fleißes Gang, der Kräfte Zahl. 6. Glück, Segen, Reich, thum, Ueberfluß, und immer wechselnder Genuß, Bequems lichkeit und Freud' und Ruh' fließt uns durch diese Ord, nung zu. 7. Wer wollte denn nicht thätig seyn? nicht seines Stans des fich erfreu'n? auf der ihm angewiefnen Bahn nicht wir, fen, was er wirken kann? 8. Wer jede ihm verliehne Kraft gebraucht, und durch sie Gutes schafft, der lebet, wie es Gott gefällt, zum Segen sich, zum Glück der Welt. immer mehr der Wahrheit mich entgegen! Hier war mein Bürgerrecht bereit; hier fand ich Ruh' und Sicherheit im Schutze der Gesetze. 4. So will ich denn auch dankbar seyn, und meinen Brüdern nüßen, will rathen, helfen und erfreu'n, und Gu. tes unterstützen. Was Ords nung, Recht und Eintracht nährt, und was des Landes Wohlstand mehrt, soll stets mir theuer bleiben. 5. Ich will durch Fleiß und Nedlichkeit dem Vaterlande dienen, und, was mir das Gesetz verbeut, mich nie zu thun erkühnen; will Jedem geben, was ich soll, und ohne 3wang und ohne Groll die Vorgesetzten ehren. Vaterlandsliebe. Mel. Es ist ein Gott! Ver stumme ze. 687.Beim theuren Nas begier des Landes Ruhm zu 6. Um überall aus Danks gründen, soll auch der Frems de stets in mir den Freund der Menschen finden. Ich will gerecht und liebreich seyn, ihm in Gefahren Schutz vers leih'n, und Freuden ihm ges währen. men: Vaterland, erwachen beil'ge Triebe. Ich fühle mich mit ihm verwandt; ich fühle, daß ich's liebe. Hier ging des Lebens Tag mir auf; o Land, in dir begann mein Lauf zum hohen Ziel des Lebens. 2. In heitrer Unschuld lernt' ich hier die ersten Worte stams meln, und mir Begriffe, Gott, on dir, und deinen Werken sammeln. Ich sah mit Aels tern mich vereint, und sie und mancher Jugendfreund vers füßten meine Tage. 3. Wie Viele waren um mich her geschäftig, mein zu pflegen! Wie Viele führten 7. Wie könnt' ich, ist mein Vaterland mir werth, mich so vergehen, ein fremdes Volk mit Unverstand zu hassen und zu schmähen. Verdienst und Tugend, nah' und fern, soll immer meine Seele gern an jedem Menschen schätzen. 8. D wohl dem Lande, wo der Geist des Christenthums regieret; wo Jeder dich, o Christliches Verhalten gegen den nächsten. 477 Vater, preist, und sich mit die Lüfte, Blumen schmücken Weisheit zieret; wo nie die auch die Grüste; unter Druck Bürgertreu' entflieht, und keis und Noth hervor drångt sich ner sich der Pflicht entzieht, Menschenkraft empor. Gemeinwohl zu befördern! 5. Nein, ihr sollt uns nicht verklagen, Enkel dieser erns Mel. Jesu, der du meine Seele zc. sten Zeit! Nein, wir wollen nicht was auch 688. Web bem, der drückt, und was auch bräut! im kalten Herzen stets das Weisheit rathe! Pflicht ges eigne Wohl nur trägt, seine biete dem erhobenen Gemüs Freuden, seine Schmerzen für the! Freudig gibt ein edler die Gegenwart nur wägt! Sinn sich dem Heil der Nachs Sind wir Schwestern nicht welt hin. und Brüder? Alle Eines Obrigkeit. Hauptes Glieder? Ward nicht uns vertraut das Recht selbst für's Geschlecht? Mel. Sey Lob und Ehr' dem ic. Der du frevelnd willst 680. Du gründeft, Alls 2. nicht zerstören, der du, tråge, magst bau'n! möchtest du die gewaltiger, der Weltbeherrs Seufzer hören, möchtest du die scher Thronen, und schaffest, Thränen schau'n von den Sch, o Allgütiger, daß wir hier nen und den Töchtern, spåt sicher wohnen. Preis deiner von künftigen Geschlechtern, Huld, die sie erhält! Dein wenn ihr Elend, in die Gruft ist ihr Reich, und dein die noch, ein" Wehe!" nach dir ruft. Welt; du bist auch ihr Bes 3. Aber Heil den treuen herrscher. Händen, Heil dem zarten milden Sinn, die im Wirken, die im Spenden seh'n den eigenen Gewinn! Wachs auch spåt, in fremdem Raume, einst der Kern empor zum Baus me, froh doch senken sie ihn ein: Menschen wird er ja erfreu'n! 4. Hätt' uns Dunkel auch umzogen, würde Theures auch vermißt: dennoch werde treu erwogen, was die Pflicht der Beiten ist. Stürme reinigen 2. Unendlicher, regiere fie, daß sie dir willig dienen! Verlaß mit deiner Huld fie nie; nicht ihr Geschlecht nach ihnen! Hulb, welche wohlzus thun sich freut, und Weiss heit und Gerechtigkeit sey ihre schönste Krone! 3. Gib, Vater, daß fie dir getreu, dir ähnlich, uns res gieren! Nie müsse Stolz, nie Heuchelei zu Lastern sie vers führen! Laß sie ihr eignes Herz durchschau'n; voll Furcht 478 Christliches Verhalten gegen den nächsten. Dor dir, sich selbst nicht trau'n, durch ein verddet Land! Er und dich um Weisheit bitten. suche seinen Ruhm als Held 4. Gib Friede; halte sie nicht im zerstörten Glück der zurück von ungerechten Kries Welt. gen! Ihr Ruhm sey ihres Landes Glück, sein Segen ihr Vergnügen! Wenn aber Völker sie zum Streit durch Unrecht zwingen, dann ges beut dem Siege, sie zu schüBen! 5. Es müsse, Gott, auf jedem Thron dein Wort Vers ehrer finden! Auch Fürsten laß auf deinen Sohn der Zus kunft Hoffnung gründen: Sie sind auch Sünder, Gott, wie wir; laß Gnade denn auch sie vor dir in ihrem Tode finden! Mel. Herr Gott, dich loben alle wir 2c. 690.23 er herrscht, wer Fürst, wer König ist, der wiss se, daß du Richter bist! Wer Macht hat, wisse, sein Beruf sey von der Macht, die Alles schuf! 2. Er, wie der Unterthan, dein Knecht, sey, Gott, dein Bild, und sen gerecht; sey menschenfreundlich, herrsch' als lein, ein Segen seines Volks zu seyn! 3. Nie brauch' er seine Größ' und Macht zur Uleppigs keit, zu eitler Pracht; nie zu des Armen Druck und fast, den du, wie ihn, geschaffen haft! 4. Nie flamm' und strahl' in seiner Hand sein Schwert 5. Nie stürz' er fremde Thronen um; des Friedens Delzweig sey sein Ruhm! Doch, heischt der Schutz der Seinen Krieg, so folg' ihm Muth zur Schlacht, und Sieg! 6. Für Andrer Jammer voll Gefühl, sey schnelle Hüls fe, Herr, sein Ziel; nie fres cher Lüfte Sättigung, nie sclavische Vergotterung 7. Der Unschuld Rechte beug' er nicht! Als ging er selbst in dein Gericht, so müss' er richten, und allein des Trugs und Frevels Schres cken seyn! 8. Er zeige, daß nur der, der frei die Wahrheit spricht, sein Liebling sey; denn hört, wer Macht hat, Schmeichler an, wie leicht, wie leicht wird er Tyrann! 9. Er ehre dich; doch zwing' er nie Gewissen, schon' und achte sie; gewiß, daß durch Gewalt, wer irrt, nie mehr, als bloß ein Heuchler wird. 10. Verdienste heb' er gern empor; sey überall selbst Aug' und Ohr; und sehe, nie ges täuscht durch Lift und Wahn, was Allen nützlich ist. 11. Cein eignes Beispiel wirke mehr, als sein Gesetz; weit um sich her verbreit' es Luft zu dem, was gut und recht ist, und zur Tugend Muth. Christliches Verhalten gegen den nächsten. 12. Er, seinem großen Rus fe treu, sen der Verlaffnen Zuflucht; sey der Armen Reich thum, und in Noth ein sichrer Schirm, wie du, o Gott! 13. Verloren rechn' er seine Zeit, wo er nicht wohlthut und erfreut! Doch werd' auch Wonne jeder Schmerz, den er geheilt hat, für sein Herz! 14. So herrsch' er, und ihm opfre dann mit Freuden Gut und Blut, wer Mann, wer gut und muthvoll, wie eit Chrift, solch eines Herrschers würdig ist! Unterthanen. Mel. Gott des Himmels und zc. 001. att der Ord, nung, Herr der Stände, Höchs ster, dessen Macht die Welt, alle Werke deiner Hände stets in weiser Ordnung hält: Preis sey dir, der Herren Herr! Ewig Allgewaltiger! 479 der Thron Wahrheit und Res ligion. 4. Weiser, besser soll auf Erden unser brüderlich Ges schlecht, ruhiger, beglückter werden durch der Ordnung Licht und Recht. Segnend ſoll die Saat gedeih'n, welche gute Fürsten streu'n. 5. Herr der Herren, für die Gaben deiner Ordnung danken wir; was wir Gutes durch sie haben, kommt doch Alles nur von dir. Gütig sieht dein Vaterblick auch auf uns und unser Glück. 2. Ruh' und Ordnung fest zu gründen, riefft du herrs scher auf den Thron. Schußz soll hier die Unschuld finden, das Verdienst gerechten Lohn, und das Schwert der Rache droht jedem Frevler Schmach und Tod. 6. Walte ferner, segnend walte über uns, dein Eigens thum! Unsern König, Gott, erhalte! Wohl des Landes sey sein Ruhm! Heil ihm, der Scepter ſey geliebt! uns Gutes gibt! und sein 7. Laß nach deines Wors tes Lehren Unterthan und Obrigkeit nur des Landes Wohl begehren, und mit frommer Willigkeit thun und geben, was die Pflicht fordert, Gott, und dein Gericht. 8. Gib uns gib auch uns sern Kindern Frieden, Ruhe, Sicherheit. Laß dein Wohls thun nie sich mindern; und führst du in schwere Zeit: o dann steh uns gnådig bei, daß auch sie uns heilsam sev! 3. Aehnlich deiner Gottheit Bilde soll des Landes Vater seyn, durch Gerechtigkeit und Milde schüßzen, segnen und erfreu'n; ehren, schirmen soll Reich beschieden sey, das auf 9. Leit' uns, Gott, mit Vas terhånden, deiner Ordnung stets getreu, daß, wann wir den Lauf vollenden, uns das 480 Christliches Verhalten gegen den nächsten. ewig die beglückt, die des Himmels Krone schmückt. Mel. Wo Gott zum Haus nicht gibt ze. 692.6 ott, der zum Segen für die Welt uns Obre gibt und sie erhält, du willst, daß ihnen Jeder treu, und folgsam dem Gefeßze sey. 2. Sie wachen stets mit offnem Blick und sorgsam für des Landes Glück. Durch sie fließt Sicherheit und Ruh' den Bürgern aller Stände zu. 3. Nicht Jeder ist an Würs de groß, oft ist ein niedrer Stand sein Loos; doch Jeder, fey er noch so klein, kann ach tungswerth als Bürger seyn. 4. Er ist's, wenn er die Bürgerpflicht nicht öffentlich, nicht heimlich bricht, ihr seine Corge, Kraft und Zeit mit Freude, Treu und Eifer weiht. 5. Er ist's, wenn er als Bürger denkt, nie andrer Bürs ger Rechte frånkt, und, fern von niedrer Nänke List, zum Wohl des Ganzen thätig ist. 6. Er weiß: nur des Ges feßzes Kraft, und wär' es auch noch mangelhaft, gewährt dem Volke Sicherheit und Ordnung und Zufriedenheit. 7. Er lebt, von Trug und Unrecht frei, stets folgsam dem Gesetz und treu, und fühlt, wenn er es gern volls führt, sich dann so frei, als der regiert. 8. möchten wir gewissens haft, und stark durch innre Tugendkraft, uns redlich dies sen Pflichten weih'n; wie glücks lich würden dann wir seyn! 9. Du kannst uns helfen, Gott, nur du; o gib uns selbst die Kraft dazu! Dann wers den Streit und Zwietracht flieh'n; Glück wird in jedem Stande blüh'n. Der Vaterlandsvers theidiger. Mel. Wenn wir in höchsten Nis then 2c. 603. Wir find, wenn es die Pflicht gebeut, zum Kampf für's Vaterland bereit; des Thrones Schuß, des Reis ches Wehr, steht stark und mus thig unser Heer. 2. Mit uns ist Gott! mit uns ist Gott! Wir scheuen nicht Gefahr, noch Tod. Wir stehen All' in Gottes Hand, und sterben gern für's Vaters land. 3. Umgib uns, Gott, du Herr der Macht! Dein ist der Sieg, das Glück der Schlacht! D führ' durch uns des Fries dens Glück, führ' uns gekrönt mit Sieg zurück! 4. Wir gehen muthig in die Schlacht; du bist es, Gott, der für uns wacht. Dich fürchten wir, nur das gibt Muth; wir fürchten keiner Feinde Wuth. 5. Und heilig ist uns unsre Pflicht! Wir laffen unsre Fahnen nicht! Wir trachten nicht Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. nicht nach Raub und Gold, und sind vergnügt mit unserm Sold. 6.Dem stolzen Feinde furcht bar, sind wir schonend gegen Weib und Kind, und Greis und Säugling und den Mann, der uns nicht widerstehen kann. 7. Der Arm des frommen Kriegers hebt den liebreich auf, der vor ihm bebt; und schus Bet ihn, und nie vergießt er dessen Blut, der wehrlos ist. 8. Er übet gern nach heis Bem Streit die schöne Pflicht der Menschlichkeit. Dem Vas terland, dem Fürsten werth, wird er von Freund und Feind geehrt. 9. Mit uns ist Gott, der uns bewacht! Und fällt auch einer in der Schlacht, die Himmelskron' ihm der er warb, der für uns All' am Kreuze starb. Fürbitte für den König. Mel. Wachet auf, ruft uns die zc. 481 der Welten Herr, sey unsers Königs Schirm und Schild! 2. Licht, Gerechtigkeit und Wahrheit umleucht' mit ewig schöner Klarheit des Königs Herz, des Königs Chron! Keinen Tag muss er verlies ren! Du, höchster Herr, hilf ihm regieren; gib du ihm Kraft, sen du ihm Lohn! Sein milder Herrscher Blick seh' auf des Volkes Glück! Wohlfahrt ströme im ganzen Land auf jeden Stand durch feine weise Menschlichkeit. 3. Für des Herrschens Müh' erquicke, o Gott, ihn mit des Landes Glücke, mit seines Volkes treuem Sinn; und, gedrückt von Fürstenfors gen, nehm' er am Abend und am Morgen im Landeswohl den Lohn sich hin. Durch treue Herzlichkeit sen sein Ges müth erfreut! Herr versüß' ihm des Lebens Müh', vers laß ihn nie, und stärk' ihn stets auf seiner Bahn. 4. Weisheit wollst du, Herr, 694. Herrscher, bir, der then und ſie lehren, was recht, der mächtig waltet, und überall was wahr ist, was beglückt. mit Weisheit schaltet, Jeder acht nur das für's Herrschaft gibt und Herrschaft Größte, und Jedem sey nur nimmt; dir, der bösen An- das das Beste, was unser schlag wendet, und Heil der ganzes Land erquickt. Der Erde Völkern spendet, in Eins Eintracht holdes Band vers klang jeden Mißlaut stimmt, binde Stand mit Stand! dir, Gott, tönt unser Dank, Aufzuopfern gemeinem Heil dich preist der Lobgesang, sein eigen Theil ist Christens Hocherhabner! Alwaltender, pflicht, sen Bürgerruhm! 31 Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. 482 5. Redlichkeit und lautre Tugend zier' unsre Männer, unsre Jugend, und Wahrheit jegliches Gemüth! Ernste Zucht und fromme Sitte sey über all in unsrer Mitte, von Ans dacht sey das Herz durchglüht! Des Glaubens helles Licht ents zeuch uns, Vater, nicht! denn es leuchtet durch Erdennoth, durch Schmerz und Tod, hins auf in's bess're Vaterland. 6. Herr, erhalt dem König Frieden! Ihm sey das schöne Loos beschieden, der Trost von Tausenden zu seyn! Schütt' auf seine Lebenspfade die Ses gensströme deiner deiner Gnade! Nur du kannst daurend uns erfreu'n. Wer, allem Bösen feind, es wohl mit Allen meint, den beglücke! Herr, unser Hort, sey hier, sey bort des Königs Wonne, Trost und Theil! Kirchliche Gesellschaft. Lehrer und Zuhörer. Mel. Wo Gott zum Haus nicht zc. Lehr' und That voll Geist und Kraft! 5. Unterrichts 695. Das Amt ber uns freu'n, gewissenhafte H& Lehrer, Herr, ist dein; dein soll auch Dank und Ehre seyn, daß du der Kirche, die du liebst, noch immer treue Lehrer gibst. rer seyn; erkannte Wahrheit üben treu, daß sich ihr Herz auch unsrer freu'. 2. Gesegnet sen ihr Amt und Stand! Sie pflanzen, Herr, von dir gesandt, mit treuem Fleiß dein heilig Wort, und Licht mit ihm und Tus gend fort. 3. Wie freut ein guter Lehs rer sich, wenn er, erleuchtet felbst durch dich, den Juns gern Jesu gleich gefinnt, viel Seelen für dein Reich ges winnt! 6. Das ist der Lehrer bester Lohn, wenn ihrer Mühe Früch te schon sie hier in unsrer Tugend seh'n, mit uns den Weg zum Himmel geh'n. 7. Fern sen von uns der Frevel, Gott, durch Undank fie, durch Haß und Spott zu fränken; daß sie, was sie thun, mit Freuden, nicht mit Seufzen, thun. 8. Ja, Gott, wir wollen fie erfreu'n, dankbare, froms me Hörer seyn; dann fühs 4. Wohl uns, wenn du auch uns so liebst, daß du rest du einst uns zugleich uns treue Führer gibst, die mit ihnen in dein ew'ges weise sind und tugendhaft, in Reich. Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. 483 Mel. Sey Lob und Ehr' dem zc. uns auch ihres Beispiels Licht 690.Dein ist das Licht auf deine Wege leite. das uns erhellt; von dir das Amt der Lehrer. Gott, welch Geschenk für deine Welt, für deines Worts Verehrer! Dieß lehrt uns deiner Boten Mund; so wird dein Reich uns Allen Fund, uns kund der Weg zum Leben. 6. Laß fie den Irrenden zurück zu deinem Pfade fühs ren, besorgt für seiner Seele Glück, zur Besserung ihn rühs ren. Laß sie geduldig und ges lind, nicht stolz, nicht hart seyn, stets gesinnt, wie's Christi Dienern ziemet. 7. Trifft fie Verfolgung oder Spott, o dann laß sie mit Freuden, mit unerschrocknem Muth, o Gott, für deine Wahrheit leiden. Du sands test sie; sie ehren dich. Um sonst empören Frevler sich, die Wahrheit zu vertilgen. 8. Belohne, Herr, sie auch schon hier. Dein Segen sey mit ihnen, wenn sie uneigens nützig dir und ihren Brüdern dienen. Laß sie mit Vorsatz nie betrübt, von allen Ned lichen geliebt, geschätzt von Allen werden. 9. Und wenn sie ihrem Rus Gaben, viel Seelen aus der fe treu, durch deines Geiftes Sclaverei der Sünd' errettet haben, so laß sie, Gott, im reinsten Licht des großen Lohns erfüllter Pflicht, des ew'gen Heils sich freuen. 2. Welch großes Amt, Bes trug und Wahn und Laster zu bestreiten, und Seelen auf der Wahrheit Bahn zu dir, o Gott, zu leiten! Wie edel, aber auch wie schwer! Laß alle Lehrer täglich mehr des Amtes Würde fühlen. 3. Gib ihnen deiner Weiss heit Licht; stärk' ihres Geis ftes Gaben, die sie zu Andrer Unterricht von dir empfangen haben. Laß ihre Lehren währ und rein, fest ihren eignen Glauben seyn, ihr Leben fromm und heilig. 4. An Sanftmuth und an Nachficht reich, laß sie die Schwachen tragen, und keimt der Saame nicht sogleich, nicht an der Frucht verzagen. Laß fie mit Unverdroffenheit und ohne Haß und Bitterkeit vor Sund" und Lafter warnen. Schullehrer. 5. Gib, Herr, der alles Gute schafft, wenn sie uns Mel. Dir, dir, Jehova, will ich zc. unterweiſen, daß ſie, voll Geis 607.2 der gend Würde preisen; gib, daß nicht nur ihr Unterricht, daß aßt dankbar uns die Lehrer ehren, die stets mit Ernst und Sorgfalt fich bes 31* Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. 484 müh'n, den Geist der Jugend zu belehren, ihr Herz von seis nen Fehlern abzuzieh'n! Durch fie wird Saat des Guten auss gestreut; sie keimt empor für Beit und Ewigkeit. 2. Bedauernswürdig sind die Seelen, die unbelehrt durch dieses Leben geh'n. Wie können sie das Gute wählen, wenn fie nicht auf das Licht der Wahrheit seh'n! Wo bleibt ihr Werth? Wo bleibet ihre Kraftg mit Tugendsinn zu thun, was Nußen schafft? 3. Preis dir und Dank, der du der Jugend auch un ter uns mit Baterhuld gedenkst, und zu der Weisheit und der Tugend durch treue Führer ihre Schritte lenkst! Wie weise, Gott, wie liebreich segnest du! Durch Schulen auch strömst du uns Segen zu. 4. Wir seh'n der Zukunft froh entgegen, wenn unser Blick auf gute Kinder fällt. Durch sie verbreitet sich dein Segen einst weit umber in deiner Menschenwelt; und naht uns einst der Tod sich auf dein Wort, so seßen sie dein Werk auf Erden fort. 5. D'rum gib, o Gott, den Lehrern Kräfte und regen Trieb, die Kinder dir zu weih'n. Laß treuen Fleiß im Lehrges schäfte stets ihren Ruhm und ihre Freude seyn! Erfülle fie mit Achtung für ihr Amt, aus dem das Heil so vieler Sees len stammt! 6. Laß sie durch Ernst dem Leichtsinn wehren, durch Freundlichkeit die Herzen an sich zieh'n; auch wann sie stras fen, noch belehren, und sorgsam selbst den Schein des Uns rechts fiieh'n. Religion und reine Sittlichkeit verbreite fich durch sie zu jeder Zeit. 7. O welche Pflichten! Wels che Würde! Gott, steh auch hier dem treuen Lehrer bei! Erleichtre seines Amtes Bürs de, damit er stets getroft und uns ein Herz, das gern ihn muthvoll sey; und gib auch ehrt, das dankbar ist, und seine Freuden mehrt! 8. Wenn ihn des Tages Las sten drücken, wenn ihm der heit're, frohe Sinn entweicht: dann laß ihn jenen Lohn ers blicken, den deine Hand einst treuen Lehrern reicht; und ims. mer zeig' er dann sich als ein Christ, der muthig wirkt, so lang es Tag noch ist! Vor dem Schulunters richt. Mel. Ich halt an meinem Gott zc. 698.5. err, unser Gott, wir bitten bich um Weisheit und um Tugend. Regiere du uns väterlich in unsrer frühen Jugend. Laß deinen Segen auf uns ruh'n, nur das zu lieben und zu thun, was deine Wahrheit lehret. Christliches Verhalten gegen den nächsten. 2. Nach Einsicht und Ges schicklichkeit laß täglich mehr uns streben. Mach' uns zum Dienst der Welt bereit, bereit zum höhern Leben. Dann werden wir mit Freudigkeit zurück auf unsre Jugendzeit in jeder Zukunft blicken. Nach der Schule. 5. Wer immer treu nach seis Mel. Christus, der ist mein sc. ner Pflicht gebrauchte Zeit und der freuet und bes 699. Die Stunden ber nicht, bei seiner Rechens schaft. 6. Jhn lohnet Preis, und stille Luft erfüllt sein gutes Herz. Bang schlägt dem Trås gen nur die Brust, und ihn trifft Scham und Schmerz. 7. Laß treu uns nützen Kraft und Zeit, o Gott, gewissenhaft; dann geben wir mit Freudigkeit auch dir einst Nechenschaft. Nach der Prüfung. weiser Lehre sind abermals das hin! Wohl uns, wenn wir sie nügten zu bleibendem Gewinn. 2. Wem wohlgenußt Stunden des Tags vorüber geh'n, den lohnet Nuh' im Her zen; dem ist der Abend schön. die 3. Der wird sich seiner Jus gend noch spät im Alter freu'n; wird froh zu Grabe gehen; dann ewig glücklich seyn. Bei der Schulprüfung. Mel. Du, Gott, bist über alles ze. 700. S 485 blüh'n zum Glück für Welt und Staat; und junge Mens schen da erzieh'n, zu geh'n der Tugend Pfad. 4. Du bildest sie zum Dienst der Welt; gibst ihrem Fleiß Gedeih'n, um nüßlich einst, wo dir's gefällt, in jedem Stand zu seyn. ich uns ver sammelt, Gott, vor dir, vers fammelt feierlich! Mit tiefer Rührung preisen wir an dies ser Stätte dich. Freuden sah'n, mit Freuden 8. Preis, Vater, dir! Mit Horten wir, was Fleiß und Eis fer hier gethan; nimm unsern Dank dafür! 9. Laß diese Schule ferners hin der Weisheit Tempel seyn; mach' Ordnung, Fleiß und Tugendsinn hier immer alls gemein. 10. Beglücke, Herr, die Obrigkeit; belohn' der Lehrer Treu'; gib, daß noch in der Ewigkeit die Saatzeit uns ers 2. Von dir kommt Weiss heit und Verstand, von dir der Wahrheit Licht; du machst uns mit uns selbst bekannt, und lehrst uns Recht und Pflicht. 3. Du läsfest gute Schulen freu"! 486 Vierte Abtheilung. Gesänge in besondern Zeiten und Lagen, hauptsächlich für die Privat Erbauung. Morgenlieder. 701. Almächtiger, ich Sünde seh'n, und flieh'n. Mel. Aus meines Herzens Gruns er mein Herz bewahren, und glücklich die der 5. Beglücke du die Meinen nach deiner Gutigkeit. Verlaß der Armen keinen; wehr' allem Herzeleid. Du willst so gern erfreu'n, und eilst, uns beis zustehen; so laß der Liebe Flehen dir wohlgefällig seyn. 6. Du kennst mein stillstes Sehnen, und neigst dein Ohr zu mir. Mein Seufzen, meine Thränen, Erbarmer, sind vor dir. Deß soll mein Herz sich freu'n. Nichts ist, wovor ich bebe; ich sterbe oder lebe, so bin ich ewig dein. hebe mein Aug' empor zu dir; Preis dir, durch den ich lebe, und neuer Dank dafür! Herr, deine Huld ist groß, und nie mals hat das Lallen des Dans kes dir mißfallen, das aus dem Herzen floß. 2. Daß nicht in tiefem Schlummer des Lebens Licht erlischt, und daß mich, frei von Kummer, ein sanfter Schlaf erfrischt; dieß. dank' ich deiner Macht und deiner Vatertreue. Durch sie bin ich aufs Neue mit heiterm Muth erwacht. 3. Beschüber meiner Seele! ich traue stets auf dich. Daß 702. Da hat fie fich Mel. Mein Gott, nun ist es wies der ich nichts Böses wähle, 10 wähle du für mich! Gib, was mir nützlich ist, Gott, dem ich Alles danke! Mich stärke der Gedanke, daß du stets um mich bist. empor gehoben, die Sonne Gottes, wie so schön! Sollt' ich nicht ihren Schöpfer loben, der sie erhält in ihren Höh'n? Wie groß ist sie, wie strahlens reich! Nichts ist an Herrlichs keit ihr gleich. 2. Sie gießt auf Tiefen und auf Höhen ein Meer von Freuden, bringt den Tag, beißt 4. Er stärke mich, mit Freus den zu thun, was dir gefällt; er tröfte mich im Leiden; und will die Lust der Welt mich femals nach sich zieh'n, belf In besondern Zeiten und Lagen. 487 Millionen Augen sehen, weckt, die heil'ge Pflicht, dem Höchs was in tiefem Schlummer lag. sten lobzusingen. Ich will, voll D Strahlenquelle, welche Lust frommer Dankbegier, mein Vas ergießest du in meine Brust! ter und Erhalter, dir Preis und 3. Jedoch nicht dir, dem Verehrung bringen! Echöpfer! schwachen Funken vom Licht Vater! deine Treue rührt auf's der Lichter, nein, nicht dir ges Neue mein Gemüthe. Froh bührt mein Lied; herabgesuns empfind' ich deine Güte. ken bist du aus Gottes Hand zu mir und Allen, die mit mir sich freu'n, hier Zeugen seiner Huld zu seyn. 4. Anbetung ihm! Er schuf mich höher. Ich kenne mich, weiß, daß er ist; bin ihm viel tausend Stufen näher; ein Mensch, ein Geist, sein Kind, ein Chrift! O, dieses Vorzugs mich zu freu'n, will ich ihm ganz mein Leben weih'n. 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was wär' ich, hättest du nicht dich so hülfs reich mir bewiesen? Zu meinem Leben setzest du jetzt einen neuen Tag hinzu; sey hoch dafür ges priesen! Durch dich bin ich, und ich merke neue Stärke. Dich erhebe Herz und Mund, so lang ich lebe! 5. Du magst dann auf sein Wort vergehen; es mag das Heer der Sterne flieh'n: ich werde jene Sonnen sehen, die für verklärte Wesen glüh'n; dich sehen, der mich rief aus Nichts, dich, Gott, den Urs quell alles Lichts. 6. Gott! laß auf meines Lebens Wegen mir theuer dies sen Glauben seyn. Du leitest mich dem Licht entgegen, auch wo des Todes Schatten drau'n; führst mich an deiner treuen Hand durch's dunkle Thal in's Vaterland. 3. Verleih', o Gott der Lieb' und macht, daß Sund' und Gram, wie diese Nacht, auf ewig von mir fliehe; daß ich die kurze Lebenszeit in christlicher Zufriedenheit zu nus Ben mich bemühe. Prüfe, siehe, wie ich's meine. Dir ist keine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht verborgen. 4. Ich bin ein Christ! O Herr, verleih', daß ich des Namens würdig sey! Mein Ruhm sey deine Gnade. Leicht in die Frre führet mich das eigne Hers, erhalte mich, o Herr, auf rechtem Pfade. Stark' mich, daß ich stets mich übe deine Liebe zu betrachten, über Alles dich zu achten. Mel. Wie schön leucht't uns derze. 703. Dich seh' ich wies Gedank an dich oft still zu 5. Auch im Geräusch der soll der heilige der, Morgenlicht, und übe froh dir erheben. Im dunkeln Thas In besondern Zeiten und Lagen. 488 le wall' ich hier: verklärt ers schein' ich einst vor dir im hd hern Licht und Leben. Auf dich hoff' ich, Herr, ich werde mich der Erde gern entschwingen, dir dort ewig lobzusingen. Eigne Melodie. 704. G of ott des Hims mels und der Erden, Vater, unerschaffner Geist, der uns Tag und Nacht läßt werden, Mond und Sonne scheinen heißt; dessen starke Hand die Welt, und was d'rinnen ist, erhält! und bewacht, und bei aller meiner Schuld mich noch trägst mit Vaterhuld. und mein Hort. Nirgends denn von dir allein kann ich recht bewahret seyn. 6. Meinen Leib und meine Seele übergeb' ich deiner Treu'. Du, dem ich mich ganz befehle, steh auch diesen Tag mir bei. Sey mein Schuß, mein Glück, mein Ruhm; denn ich bin dein Eigenthum. 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser vor Gefahren, Ungst Mel. Christus, der ist mein Les ben 2c. macht Schmesef haft beurt 705.In Morgenroth ses 3. Laß die Nacht auch meis ner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergeh'n! Laß vor dir mich Gnade finden, glaubens voll auf Jesum seh'n; treu nun wandeln seinen Pfad; scheuen jede Misfethat. 4. Hilf, daß ich auch diesen Morgen geistlich auferstehen mag, und für meine Seele sorgen, daß, wann nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor er schrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deis nem Wort; sey und bleibe du auch heute mein Beschüßer 7. Was ich thu' und treu vollende, sey, Herr, eine stille Saat für den Himmel; kommt mein Ende, sanft wird es durch gute That. Nach der Arbeit führest du freundlich mich in's Land der Ruh'. kleidet, beginnt sie ihren Lauf, die schöne, große Sonne, wie herrlich geht sie auf. 2. Willkommen uns, wills kommen, des guten Gottes Bild! So groß und so erhas ben, und doch so sanft und mild! 3. Du weckft zu neuem Les ben die schlummernde Natur, und Wohlgerüche duften auf blumenreicher Flur. 4. Und Alles, Alles freuet des neuen Lebens sich. Auch du, mein Geist, erfreue des neuen Lebens dich. 5. Dank ihm, dem Ewig, guten, mit frommem Lobges fang! Singt, Menschen, meine Brüder, singt eurem Schöpfer Dank. In besondern Zeiten und Lagen. 6. Zum Glücke zweier Wel, ten schuf er, der Vater, euch. Und ist die schöne Erde an Freuden schon so reich: 7. Wie wird dereinst sein Himmel für Eingeweihte seyn! Des Herzens Güte weihet zu Gottes Himmel ein. 8. Seyd gut und reines Hers zens! Gott, laß mich's immer feyn! So kann ich mich der Er de, wie deines Himmels freu'n. 489 Netter in Gefahr; ein Vater, wenn ich fehle. 7. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe; ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn' und willig thue. 8. Daß ich als dein gehors sam Kind dir zu gefallen stres be, dir treu ergeben, fromm gesinnt, in deinem Reiche lebe. 9. Daß ich, dem Nächsten beizusteh'n, nie Fleiß und Ars beit scheue; mich über Andrer Wohlergeh'n und ihre Tugend Mel. Ich dank' dir schon durch zc. 700. Mein erst Gefühl freute. Erhebe Herr sen Preis und Dank! Gott, o Seele! Der hört deinen Lobgesang; lob, fing' ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen viel zu schwach, lag ich und im wer war Eigne Melodie. fchiffen für mich wach? wer 707. Mein Gott, nun schenkte Schlaf dem Müden? ist es wieder Morgen; die Nacht vollendet ihren Lauf. Nun wachen alle meine Sor gen mit mir, o Vater, wieder auf. Die Nuh' ist aus, der Schlaf ist hin, und ich seh' wieder, wo ich bin. 2. Ich bin noch immer auf der Erde, wo jeder Tag sein Elend hat; hier, wo ich täglich älter werde, zum Tode reifer, der sich naht. O Gott, der mich beschützt und nährt, wär' ich doch deiner Liebe werth! 3. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben. Du, dessen Kraft es uns erhält, hast mir's jetzt neu gegeben. 4. Gelobet feyst du, Gott der Macht, gelobt sey deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue! 5. Laß deinen Segen auf mir ruh'n, mich deine Wege toallen. Herr, lehre du mich felber thun nach deinem Wohls gefallen. 6. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft meine Seele. Sen mir ein 10. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße, und meinen Lauf mit Freudigkeit, wann du gebeutst, beschließe. 3. Laß den Entschluß mein Herz erfüllen, stets gern zu thun, was dir gefällt! Es In besondern Zeiten und Lagen. 490 gehe mir nach deinem Willen, o weifer Herrscher aller Welt! Schließ' mich in deine Vors ficht ein, dein will ich todt und lebend seyn. 4. Vergib mir, Vater, alle Sünden! Vergib, was ich nicht recht gethan. laß mich Gnade vor dir finden; nimm mich durch Jesum wies der an. In seinem Namen fleh' ich dich; er litt und starb ja auch für mich. 5. Hilf du in allen Sachen rathen; ich bin mir selber nicht genug. Behüte mich vor Mis fethaten, vor böser Menschen List und Trug. Erhalte mich auf ebner Bahn, und, was ich thu', sey wohlgethan. 6. Behüte Seele, Leib und Leben, Verwandte, Freunde, Ehr' und Gut. Willst du mir Kreuz zu tragen geben, so gib auch dazu Kraft und Muth; und willst du mich mit Glück erfreu'n, laß mich auch dafür dankbar seyn. ten, was du an mir gethan? Wirst du nach Opfern schauen? Sie gelten nichts vor dir. Du forderst nur Vertrauen, nur Liebe, Gott, von mir. mich leben! Mit fröhlichem Gemüth' eil' ich, ihn zu erhes ben; er hört mein frühes Lied. Zu ihm entzückt mich wieder der Morgensonne Pracht; ich falle vor ihm nieder, der sie und mich gemacht. 2. Du, Herrscher aller Wels ten, nimmst dich auch meiner ant. Wie soll ich dir vergel, 3. Dir will ich mich ergeben; ich freue mich in dir. Erfreuens der als Leben ist deine Güte mir. Sie führe mich auch heute auf deiner Weisheit Pfad. Du Ewigweiser, leite mich selbst nach deinem Rath. 4. Nur eins laß mich erfles hen: ein christlich frommes Herz, auf dich stets aufzusehen, in Freuden wie in Schmerz; laß mich am ersten trachten nach dem, was dir gefällt; mehr deinen Beifall achten, als allen Ruhm der Welt. 5. Laß mich dir fest vertraus en, das Gute standhaft thun, und, froh gen Himmel schauen, in deinem Willen ruh'n. Bes reit, den Lauf zu schließen, bes währt durch Glück und Noth, und lauter im Gewissen; so finde mich der Tod! Mel. Befiehl du deine Wege zc. Eigne Melodie. 708. Noch låfit der Herr 700. Wach' auf, mein Herz, und finge dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, der Menschen treuem Hüter. 2. Ja, Vater, voll Erbar, men beschützest du mich Ars men. Schlaf, sprachst du, ohne Grauen! Du sollst die Sonne schauen. 3. Dein Wort, Herr, ist In besondern Zeiten und Lagen. 491 geschehen; ich kann das Licht entweiht. Auch noch heute noch sehen. Du gibst, daß wacht' ich auf: Dank dir, ich aufs Neue mich meines Herr! zu dir hinauf führ' mich Lebens freue. jeder meiner Tage, jede Freus de, jede Plage, 4. Steig' auf, mein Dank, zum Throne! dem Vater und dem Sohne, dem Geist des Herrn sey Ehre, Anbetung, Preis und Ehre. 5. Vernimm, o Gott, mein Flehen! Du kannst in's Inn're sehen; du, Zärtlichster der Vås ter, erhörst den frommen Beter. 6. Dein Werk wollst du voll enden, mir deine Hülfe senden, und mich zu guten Werken durch deine Gnade stärken. 7. In allen meinen Thaten 711. 3u wollst du mir selber rathen, mich stets zum Besten leiten, zum Himmel mich bereiten. 3. Daß ich's ohne Zittern sehe, wann mein letzter Tag erscheint, wann zum dunkeln Thal ich gehe, und mein Freund nun um mich weint. Lindre dann des Todes Pein; las mein End' ihm lehrreich seyn, daß ich ihn zum Himmel weise, und den Herrn des Todes preise. 8. Auf allen meinen Wegen begleite mich dein Segen; dein Wort sey meine Speise auf meiner Pilgerreise. Du deinem Preis und Ruhm erwacht, bring' ich dir Ruhm und Preis, dir, Gott, der durch die Ruh' der Nacht mich zu erquicken weiß. 2. D Schöpfer, deine Gus tigkeit ist alle Morgen neu! Du bist ein Vater, der erfreut, Mel. Freu' dich sehr, o meine zc. und groß ist deine Treu'. 3. mir zu 710. Wann ich einst von meinem Heil von Neuem einen Tag. Gib, daß ich davon jes den Theil mit Weisheit nüßen mag. jenem Schlummer, welcher Tod heißt, aufersteh', und, von dieses Lebens Kummer frei, den schönern Morgen seh': o dann wach' ich anders auf! Schon am Ziel ist dann mein Lauf! Träume sind des Pilgers Sorgen, großer Tag, an deinem Morgen. 2. Hilf, daß keiner meiner Tage, Geber der Unsterblich keit, jenem Richtenden einst fage, er sev ganz von mir Mel. Du, Gott, bist über alles sc. 4. Die Zeit, in deiner Furcht vollbracht, bringt ewigen Ges winn. So fließe vor dir, Gott der Macht, auch dieser Tag mir hin. 5. Gib, daß ich, fern von Müßiggang, in meinem Stans de treu, und, wem ich kann, mein Lebenlang bereit zu dies nen ſev. 492 In besondern Zeiten und Lagen. 6. In Allem, was ich denk' zustehen; verlaß den schwa, und thu', sey dein Gebot vor chen Dulder nicht! Ach, neige mir; und, wann ich von Ges zu mir, auf mein Flehen, dein schaften rub', so sey mein väterliches Angesicht. Gib mir Herz bei dir. Geduld, und bei dem Schmerz ein stilles, dir ergebnes Herz. 7. Was du mir zum Vers gnügen gibst, vermehr' in mir die Lust, ganz dein zu seyn, der du mich liebst, mir so viel Gutes thust. 4. Noch ist das Schicksal mir verborgen, das diesen Tag mich treffen soll; doch lass' ich dich, o Vater, sorgen: du kennst und willst mein wahres Wohl; und was dein Rath beschließt und thut, ist heilig, ist gerecht und gut. 5. Soll ich die Last noch läns ger tragen, so halt' ich deiner Fügung still. In dir zufrieden, will ich sagen: Es gehe mir, wie Gott es will! Ich will auch unter Schmerz und Pein ges duldig und voll Hoffnung seyn. 6. Einst kommen doch der Ruhe Stunden; es rückt mein Ende doch herbei: dann ist das Leiden überwunden; ich bin von aller Trübsal frei; dann folgt auf Sorge, Gram und Leid dort ewige Zufriedenheit. 8. Wann Sorg' und Kum mer mich befällt, so laß auf dich mich schau'n, und deiner Vorsicht, Herr der Welt, mit frohem Muthe trau'n. 9. An deiner Gnade g'nüge mir! Sie ist mein bestes Theil; mein Trost und meine Zus flucht hier, und dort mein volles Heil. Morgenlied eines Leis denden. Mel. Mein Gott, nun ist es wies der zc. 712. Det Morgen kommt, und eine Klage wird mit dem Morgen wieder neu. Wie traurig fließen mir die Tage der Erdenpilgerschaft vor bei! Der Morgensonne neues Licht erheitert meine Seele nicht. 7. Gestärkt durch diesen hos hen Glauben, geh' ich getrost der Leiden Pfad. Nichts soll mir diese Hoffnung rauben, auch dann nicht, wann der Tod sich naht. Vielleicht noch heut' erscheint er mir. Wohl mir! ich leb' und sterbe dir. 2. Noch immer bin ich auf der Erde, wo Schmerz und Kummer mich umringt; wo täglich größere Beschwerde zu Klagen mich und Thränen MelIch halt' an meinem Gott ze. swingt; noch immer fleh ich 713. Nach einer schmer, Stärkung, die unerhört um mein Herz begehrt. 3. Herr, eile doch, mir bei zensvollen Nacht seh' ich den Morgen wieder. Der über In besondern Zeiten und Lagen. 493 Kinder, Freunde tief betrübt an meinem Lager trauern. 2. So trag' ich willig jeden Schmerz und meiner Kranks heit Plage. Zu dir erhebet sich mein Herz, auch an dem bösen Tage. Durch Leiden ziehst du mich zu dir, und bleibst, mein Vater, ewig mir der Fels, auf den ich baue. 4. Auch sie verläßt du, Vas ter, nicht; du stärkst die bans gen Herzen, gibst Trost und fromme Zuversicht, und lins derst ihre Schmerzen. Dir, Ewiger, empfehl' ich sie; wenn Alles stirbt, Herr, du stirbst nie, du bleibst der Waisen Vater. 5. Doch, sollten meiner Tage viel noch unter Leiden 3. Du bist es, der mich nicht werden; wär ich noch fern verläßt, wenn auch der Tod von meinem Ziel, dem Ende erscheinet; dich hält mein Glaus der Beschwerden; so gib mir, be dann noch fest, wann Alles Vater, deine Kraft, die Muth um mich weinet. Du bist es, in jedem Leiden schafft, und der mir Ruhe gibt, wann frohe Hoffnung wirket. alles Leben wacht, sah' auch auf mich hernieder. In gro, Ber Angst verlieh er mir nicht Lindrung nur, er schenkte mir auch Trost und Seelenstärke. Abendlieder. Mel. Wenn wir in höchsten Nö- wie viel Seelen wallen nicht then 2c. im Schlummer hin vor dein 714. Ach, Gott, wie uns Gericht! bemerkt verfließt die Zeit, die mir geliehen ist; sie rauscht vorbei, schnell wie ein Bach, und dein Gericht, Gott, folgt ihr nach. 2. Die Ewigkeit, die Ewig, keit ergreift mich nach durch lebter Zeit; ich sey alsdann auch, was ich sey, ein Sün, der, oder Gott getreu. 3. Da wall' ich hin, da war, tet mein das Anschau'n Gottes, oder Pein; ach Gott, mein Heil und mein Vertrau'n, laß selig mich dein Antlitz schau'n! 4. Du schenkst den Müden sanfte Ruh', und, wann wir schlummern, wachest du; doch 5. Wir sind nur wie ein Traum vor dir; wie Gras, so blüh'n und welken wir. Bald forderst du uns vor Gericht; vor bir besteht der Sünder nicht. 6. Verzeihe denn nach deis ner Huld auch mir, Erbarmer, meine Schuld; schenk' mir an Jesu Christo Theil, und deine Gnade sey mein Heil. 7. Gib mir ein reines, froms mes Herz, lenk' meine Wüns sche himmelwärts; so leb' und sterb' ich dir allein, im Leben dein, im Tode dein. 8. Ich fürchte nichts, von dir bewacht, mein Gott, auch 404 In besondern Zeiten und Lagen. nicht des Grabes Nacht. Im ich Müh' und Last und Uns Todesthale beb' ich nicht; fall mit Geduld? Half ich in denn du bist meine Zuversicht. Noth? Vergab ich meinem Feind die Schuld? Mel. O Gott, du frommerGott zc. 715.Der Tag ist wie den Sühle ich der Freunds 6. Wie nußt' ich für mein Herz des Stuns schaft Glück? der hin; und diesen Theil des Lebens, wie hab' ich ihn vers lebt? Entfloh er mir verges bens? Hab' ich mit allem Ernst dem Guten nachgestrebt? Hab' ich vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht, gelebt? Sprach ich, was ich empfunden? War auch mein Ernst noch sanft, mein Scherz noch unschuldss voll? Und hab' ich nichts geredt, das ich bereuen soll? 2. War's in der Furcht des Herrn, daß ich ihn angefans gen, mit Dank und mit Ge, bet, mit eifrigem Verlangen, als ein Geschöpf von Gott der Tugend mich zu weih'n, fromm, züchtig und gerecht, und Got tes Freund zu seyn? 7. War mir der Fehltritt leid, so bald ich ihn begangen? Bes stritt ich auch in mir ein uners laubt Verlangen? Und wenn in dieser Nacht Gott über mich gebeut, bin ich, vor ihm zu steh'n, auch willig und bereit? 3. Hab' ich in dem Beruf, den er mir angewiesen, durch Eifer und durch Fleiß ihn, meinen Gott, gepriesen; mir und der Welt genützt, und was ich that, gethan, weil es der Herr gebot, nicht, weil mich Menschen sah'n? 8. Gott, der du Alles weißt, du, dem ich nichts verhehle, ich fühle täglich noch die Schwachs heit meiner Seele. Vergib dem Reuigen die oft verletzte Pflicht; vergib und geh, o Herr, mit mir nicht in's Gericht! 9. Ja, du verzeiheft dem, den seine Sünden Franken; und wirst, Barmherziger, nicht meis ner Schuld gedenken. Auch wann ich schlafe, wacht dein Auge über mir; leb' ich, so leb' ich dir; sterb' ich, so sterb' ich dir! 4. Wie hab' ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? Hat mich im Stillen oft ein Blick auf Gott gerühret? Erfreut' ich mich des Herrn, der unser Fleh'n bemerkt? Und hab' ich im Vertrau'n auf ihn mein Herz gestärkt? Mel. Nun ruhen alle Wälder zc. ers geftat? ich im Genuß 710. Die Sonne finfet 5. Gedacht' der Güter und der Freuden an ihren Geber froh? War ich im Glück bescheiden? Ertrug nieder; die stille Nacht kommt wieder, und mit ihr Schlaf und Ruh'. Sie bringt uns In besondern Zeiten und Lagen. 495 Du sorgeft auch für mich. Ja, Vater, ich empfehle dir freudig Leib und Seele; du bist mein Gott; ich trau' auf dich. 9. Soll jetzt der Schlaf zum Leben mir neue Kräfte geben, so schlaf' ich fröhlich ein; soll er mein Leben enden, so wirst du mich vollenden, und auch mein Gott im Tode seyn. neue Kräfte, beschließt des Tags Geschäfte, und drückt die müden Augen zu. 2. Noch wach' ich, und ers zähle mit tiefgerührter Seele, was Gott an mir gethan; mit kindlichem Gemüthe lobsing' ich seiner Güte; er hört mein frommes Loblied an. 3. Von ihm kommt jede Gas be, das Leben, das ich habe, die Ruhe dieser Nacht. Er ist der Quell der Güter; er ist mein 717.& treuer Hüter, der, wann ich schlummre, für mich wacht. 4. Er läßt es finster wers den, und hüllt den Kreis der Erden in tiefe Dunkelheit; doch auch in dunkler Stille wohnt Gott mit Segens Fülle, und zeigt mir seine Herrlichkeit. 5. Aus unermess'ner Ferne führt er das Heer der Sterne am Firmament herauf; sie leuchten, ihm zur Ehre, hoch über Erd' und Meere, und seine Hand lenkt ihren Lauf. 6. Groß, wann der Mors gen grauet; groß, wann der Abend thauet; groß in der stillen Nacht; im Sonnens schein und Sturme, am Menschen und am Wurme, groß zeigst du, Vater, deine Macht. 7. Voll Majestät und Stårs ke steh'n lauter Wunderwerke in deiner Schöpfung da. So bald du riefft: Es werde! so stand auch Meer und Erde mit allen Himmeln herrlich da. 8. Du Mächtigster und Größs ter! Du Gnädigster und Bester! Eigne Melodie. 717. Einfam bin ich; ties fe Stille herrscht um mich in der Natur. Unter einer duns keln Hülle liegt der Farbens schmuck der Flur. Alles ruht, sich zu erquicken; mich hält wach die stille Zeit; aufgethan vor meinen Blicken hat sich die Unendlichkeit. 2. Welche Tiefen! Welche Höhen! heil'ge Schauer fassen mich! Wie viel tausend Welten drehen hier um ihre Sonnen sich! Und wo sind des Raumes Grenzen, wo sich keine Welt mehr dreht, keine Sonnens strahlen glänzen, und kein Les bensodem weht? 3. Wie viel Millionen Leben freuen sich in jeder Welt, freus en sich, den zu erheben, der sie schuf und sie erhält! Und wer ist's, der stets sie alle liebend, segnend überschaut? wer, der seines Tempels Halle in's Unendliche gebaut? 4. Kann mich hier sein Name trügen? hier mir leuchten ohne Sinn? Er schrieb ihn mit In besondern Zeiten und Lagen. der beeligkeit ist's, bich zu 718. Gott der Tage, Flammenzügen; und sein Na- dann der Welten Schöpfung me heißt: Ich bin! Ja, du liegt. bist, den Gott wir nennen, der des Weltalls Schöpfer ist! kennen, der du Aller Vater bist. Mel. Jesu, der dumeine Seele zc. 5. Deiner Werke Offenbas rung liegt mir aufgeschlagen da; und im Lande der Erfah, rung fand ich dich mir immer nah. Gott der Nächte! unsre Sees le harret dein, hält sich nur an deine Rechte, nie kannst du uns ferne seyn; auch in stils ler Nächte Stunden hat dich manches Herz gefunden, und sich aus dem Lärm der Welt einsam bei dir eingestellt. Du, der wölbte diesen Bogen, und der Sterne Last bewegt, hast den Puls auch aufgezogen, der in meinem Herzen schlägt; 6. Hast den Funken mir gegeben, der in mir die Nacht erhellt; diesen Geist, der in das Leben aufstrebt aus der Sinnenwelt; in das Leben, wo er freier, näher schaut dich, Weltengeist; dich, bei feiner heil'gen Feier, frei vom Staub der Erde preist. 2. Vater, viele Menschen weinen, viele Krankeschmachten nun: aber du verläsfest keinen, heißest wachen, heißest ruh'n; trockneft viele tausend Thränen, und erfüllst das heiße Sehnen Aller, die zu deinen Höh'n hoffs nungsvoll um Ruhe fleh'n. 7. O dieß Sehnen, o dieß Streben, dieser hohe Lebens, finn, bürgt mir ein unendlich Leben, führt mich zur Vollen dung hin! Nein, dein Kind wird nicht versinken in des Grabes Dunkelheit; dem die lichten Welten winken in der Unermeßlichkeit. 496 8. Ist mein Leben hier vers ronnen; wird es Nacht auf meiner Bahn: o dann leuch, ten tausend Sonnen mir den Stufengang hinan. Ich steig' auf zum Quell der Strahlen, ihn zu schau'n, der nie versiegt, wo vor mir in tiefen Thalen 3. Vater! sende Muth den Schwachen, Licht in jedes dunks le Herz. Allen, die beküm mert wachen, lindre du den heißen Schmerz. Laß die Witts wen, laß die Waisen deine Lieb' und Treue preisen. Göns ne Kranken sanfte Nuh'; Sters benden sprich Tröstung zu. 4. O du treuer Menschens hüter! Nacht ist vor dir wie der Tag. Allgewaltiger Gebies ter! du verwandelst Schmerz und Plag' unverhofft in Dank und Freuden. Ach! laß Alle, die jetzt leiden, bald erlöst aus ihrer Pein, deiner Vaterhuld sich freu'n. 5. Vater! dieser Nam' ers weitert jede Brust voll Ungst und In besondern Zeiten und Lagen. und Schmerz. Wie der Mond die Nacht erheitert, kommt die Ruh' in jedes Herz, das nach deinem Troste weinet, eh' die Sonne wieder scheinet. D, wie oft verwandelst du bangen Schmerz in süße Ruh'! 6. Jesus Christus! manche Nächte hast du für uns durch gewacht, und dem menschlichen Geschlechte durch dein Wachen Ruh' gebracht. Tröster! du Mel. Werde munter, mein Ges Bilst veinen Kindern auch 720. Herr, es ist von zc. durch Schlaf den Kummer lindern: wachen, oder schlums mern sie, weichst du doch von ihnen nie. meinem Leben wiederum ein Tag dahin. Könnt' ich mir doch Zeugniß geben, daß ich ihn nach deinem Sinn recht und nüßlich zugebracht, und zur Freude mir's gemacht, die mir anbefohlnen Pflichten, treu und emfig zu verrichten! 2. Aber kann ich dir, dem Zeugen dessen, was ich denk und thu', meine Fehler wohl verschweigen? Ach, sie alle sahest du; Gott, wie oft vers ging ich mich nicht auch heute wider dich! Wer kann mers ken, wer kann zählen, Heilis ger, wie oft wir fehlen? Mel. Was ist's, daß ich mich zc. 710. S err, der du mir das Leben bis diesen Tag ges geben, dich bet' ich findlich an! Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich finge. Wie viel hast du an mir gethan! 2. Mit dankendem Gemüs the freu' ich mich deiner Güte; ich freue mich in dir. Du gibst mir Kraft und Stärke, Gedeih'n zu meinem Werke, und schaffft ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh' der Seelen, treu heiligen Befeh, len durch's ganze Leben geh'n! Auf deine Gute hoffen, im Geift den Himmel offen, und dort den Preis des Glaubens seh'n! 497 laden, ich bin bei bir in Gnas den, und in dem Himmel ist mein Theil. 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Etaube zu dir, o Gott, mein Heil! Ich bin der Schuld ents 5. Beschirmt von deinem Segen, eil' ich der Nuh' ents gegen, wofür mein Herz dich preist. Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Häns de empfehl' ich, Vater, meis nen Geift! 3. Aber, o du Gott der Gnas den, habe doch mit mir Ge duld! schwer mit ündens schuld beladen, fleh' ich: ach vergib die Schuld! Deine große Vatertreu' werd' auch diesen Abend neu. Hilf mir, fünftig deinen Willen immer freudiger erfüllen! 4. Heilig werde mein Ge müthe, daß mein Echlaf nicht sündlich sey! Eteh mit deiner 32 498 In besondern Zeiten und Lagen. großen Gute auch in dieser dir hin, und weiß, wie ficher Nacht mir bei! Nimm dich ich im Schatten deiner Flügel unser Aller an! Wehre dem, bin; du wachest über mich. was schaden kann, daß ich morgen mit den Meinen keis nen Unfall darf beweinen. 5. Laß mich dir zum Preis erwachen, dir mein Herz ges weihet seyn, daß ich mich in allen Sachen deiner Hülfe fann erfreu'n. Doch, bestimmt dein Rath, o Gott, mir noch beute meinen Tod, o so nimm an meinem Ende Leib und Seel' in deine Hände. 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, dein bin ich auch im Tod! Du, mein Erretter, bist bei Mel. Nun sich der Tag geendet zc. mir und hilfft aus aller Noth. 721. So flieben unfre S. Sage hin! auch dieser ist nicht mehr. Die Nacht, der Mus den Trösterin, eilt wieder zu uns her. 2. Herr, du mur bleibeft, wie du bist, du schläfft und schlummerst nicht; die Fins sterniß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. 3. Dir übergeb' ich voll Vertrau'n mich auch in dieſer Nacht; und wofür sollte mir dann grau'n? Mich schüßt ja deine Macht. 4. Hab' ich an deiner Gnas de nur noch Theil, mein Herr und Gott, so fürcht' ich nichts in der Natur, und scheue nicht den Tod. 7. Flieht, finstre Sorgen, weit von mir! Herr Jesu, du allein fey mein Gedanke! Weihe dir mein Herz zum Tempel ein! 8. Jt dieß vielleicht die letzte Nacht in meiner Prús fungszeit; so führe mich durch deine Macht zum Licht der Ewigkeit. 5. 3war ich erkenne meine Schuld, mit Kene fühl' ich sie; doch, es verstist ja deine Huld den Reuevollen nie. 6. Ich eil' im Glauben zu Mel. O Ewigkeit, du Donners 722. So hab' ich, Gott, wort 2c. durch deine Macht nun wieder einen Tag vollbracht; sen hoch dafür gepriesen! Mit froher Nührung dank' ich dir für alle Wohlthat, die du mir so uns verdient erwiesen. Olaß mich ferner mit Vertrau'n auf dich und deine Leitung schau'n! 2. Auch des verfloff'nen Tas ges Schuld verzeihe mir nach deiner Huld, und fördre mein Bestreben, in deiner Fügung still zu ruh'n, und deinen Wils len gern zu thun, nicht mir, nur dir zu leben. Herr, was ich hab' und was ich bin, geb' ich in deine Hände hin. 3. Du, dessen Auge ewig wacht, verleih' du auch in dies ser Nacht Erquickung mir, dem Müden. Beschirmet deine Rechte mich; hab' ich zum In besondern Zeiten und Lagen. 499 Schuße, Höchster, dich: so entgegen dieser Nacht und je schlafe ich im Frieden; er wache froh; und dir geweiht sey dann die neue Lebenszeit! ner Nacht. Bleibt mir doch des Vaters Segen; schüßet mich doch Gottes Macht; und ein schönes Morgenroth weckt vom Schlaf mich und vom Tod. Mel. Gott des Himmels und 2c. 723. Stiller Friebe fins fet nieder, wann die Nacht die Erd' umfaßt. Friede stärk' auch meine Glieder, müde von des Tages Last! Auch mein Geist sehnt sich nach Nuh'; drücke mir die Augen zu! 2. Wann ich sie geschloffen habe, bin ich halb entrückt der Welt; liege, wie in meis nem Grabe einst der Todess schlaf mich hält. Ohne Sins ne, Kraft und Licht leb' ich noch und weiß es nicht. 3. Und so weit sich Nacht erstrecket schläft die Sorge, schläft der Fleiß. Finsternis und Ohnmacht decket einen halben Erdenkreis. Frevel mur und Rummer wacht hier und da noch in der Nacht. 4. Dennoch geht in tiefer Stille Gottes Schöpfung ihs ren Lauf. Ueber dieser Todten, hülle thun sich weite Himmel auf; Sonn' an Sonne, Stern an Stern, eine neue Stadt des Herrn. 5. Und, wann von dem Sternenheere keiner mehr am Himmel glüht; wann die grauenvolle Leere ew'ges Duns fel überzieht, find' ich an des Baters Brust ew'ges Licht und ew'ge Luft. 6. Freudig geh' ich ihr Mel. Du, Gott, bist über alles zc. 724. Wer unter deinem Schirme ruht, o Gott, der ewig wacht, der trotzt mit uners schrocknem Muth dem Grauen dunkler Nacht. 2. Aus dder, stiller Finsters niß sing' ich dir, Herr, ein Lied. Mein Herz frohlockt und ist gewiß, daß mich dein Auge sieht. 3. Der Tag ist schnell dahins geeilt, und deine Vaterhand hat mir viel Gutes zugetheilt, viel Boses abgewandt. 4. Du sahest auf mich, wann ich litt, und nahmst dich meiner an, und so ist nun ein neuer Schritt zur Ewigkeit gethan. 5. Gott, wie ist deiner Huld so viel! Du machst die Brüs fung leicht. Die Lage flieh'n, bald ist mein Ziel der Pilgrims schaft erreicht. 6. Doch dir empfehl' ich meine Zeit; so lang es dir gefällt, du Vater der Barms herzigkeit! leb' ich auf dieser Welt. 7. Ich trau' auf dich, und zittre nicht; kein Unfall wird sich nah'n; denn du bist meine Zus versicht von meiner Jugend an. 8. Mit Finsterniß umringt, schließ' ich die Augen betend zu; 32* In besondern Zeiten und Lagen. 500 benn du, mein Vater, bist um mich, und segnest meine Kuh'. meiner Pilgrimschaft kein Troft mir je zu Theil. 3. Ach, ohne dich, wie låge schwer auf mir des Lebens Noth; und aller Wilkommen, Hoffnung leer wär' ohne dich Mel. Befiehl du deine Wege zc. 725. 2 Abendstille, willkommen, Zeit der Ruh'! Es legte Gottes Wille heut' einen Tag mir zu. Er ist dahin! verschwunden in die Vergangenheit; und näher viele Stunden bin ich der Ewigkeit. der Tod. 4. Doch welchen Troft fühlt mun mein Herz! Du bist und bleibst mein Gott! dein Wort versüßt mir jeden Schmerz und Lindert jede Noth. Abendlied eines Leis denden. Mel. Nun fich der Tag geendet zc. 720. 2 Auch diesen Tag hab' ich vollbracht mit aller feiner Noth. Nur deiner Vaterlieb' und macht verdank ich es, o Gott! 2. Wärst du nicht meines Lebens Kraft, mein Netter und mein Heil, so würd' in 5. Froh kann ich mich dem Schlaf vertrau'n; auch schlas fend bin ich dein. Vor keinem Unfall soll mir grau'n; du wirst mein Helfer seyn. 2. Wohl mir, wenn keine Stunde in seinem schnellen Flug dem Herzen eine Wuns de qualvoller Reue schlug! Wohl mir, wenn ich jetzt müde nach guten Tagen ruh'! des Gewissens Friede, wie himmlisch lohnest du! 3. Es bring dem großen Biele mich näher jeder Tag! Mit Ruh' und Dankgefühle Mel. In dich hab' ich gehoffet ic. seh ich dann jedem nach. Zum 727. Ein Tag des Kum Himmel reif zu werden, dient Freude mir und Noth; mich Wanderer auf Erden führt freundlich heim der Tod. mers und der Last ist übers standen! Herr, du hast dem Schwachen Kraft geschenket. Du, treuer Gott, haft selbst die Noth zu meinem Heil gelenket. 2. Ich danke, freudig dank ich dir auch für die Leiden, die du mir, o Vater, zugetheilet. Er kommt von dir, der Troft, der mir einHerz voll Wunden heilet. 3. Leid' ich, so ist's auf dein Geheiß; du gibst mich nicht dem Zufall Preis, der Bosheit nicht zum Raube. Wenn ohne Freund mein Kummer weint, weiß ich, an wen ich glaube. 4. Du, Herr, bist meines 6. Und sollte, Vater, diese Nacht des Leidens letzte seyn; wohl mir! Dann ist mein Lauf vollbracht, dann ist dein Himmel mein! In besondern Zeiten und kagen. 501 Lebens Licht; mein Führer, leben soll, dann führ' uns aus darum graut mir nicht, durch Dunkelheit zu wallen. Laß mich in Noth, und einst im Tod in deine Hände fallen! Schluß der Woche. Mel. Erhalt uns, Herr, bei zc. 728. Unwiederbringlich schnell entflieh'n die Tage, die uns Gott verlieh'n. Die Woche kommt und eilt davon; vers gangen ist auch diese schon. 2. Dank sey dir, ewig treuer Gott, für deinen Beistand in der Noth, für tausend Proben deiner Treu'; denn deine Huld war täglich neu. 3. Wenn unser Herz, von Schuld befreit, sich mancher guter That erfreut; weß war die Kraft? Wer gab Ges deih'n? Dir, Herr, gebührt der Ruhm allein. 4. Oft fehlten wir, und merkten's nicht; verzeih' uns die verletzte Pflicht. Du siehst, Erbarmer, unsre Reu'; um Christi willen sprich uns frei. 5. Wir eilen mit dem Strom der Zeit stets näher hin zur Ewigkeit. Du hast die Stunden uns gezählt, die letzte weislich uns verhehlt. der Prüfungszeit zu deiner frohen Ewigkeit. 8. Da sind wir unsers Heils gewiß; da wechseln Licht und Finsterniß nicht mehr, wie hier. Du ew'ges Licht, Herr, unser Gott, verlaß uns nicht. 6. D'rum weck' uns aus der Sicherheit, daß, eingedenk der Sterblichkeit, wir stets dem Tod entgegen seh'n, und immer in Bereitschaft steh'n. 7. Ist einst die Zahl der Lage voll, die Jeder hier durch, Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 720. Die Woche gehet zwar zu Ende, doch Gottes Vatertreue nicht: wohin ich meine Blicke wende, schwebt sie vor meinem Angesicht. Ich leb', o Gott, allein durch dich; du schüßtest und erhieltest mich. 2. Mein Dank soll auf zum Himmel steigen für deine große Gütigkeit! Von ihr kann diese Woche zeugen, wie meine ganze Lebenszeit: die Hand, die mir viel Gutes gab, hielt auch viel Böses von mir ab. 3. Doch, Vater, meine Seele bebet, wenn sie mit Scham zurücke denkt, wie übel ich vor dir gelebet, und dich durch Uns dank oft gekränkt. Ich sehe meine große Schuld: wie uns werth bin ich deiner Huld! 4. Wie unwerth bin ich deis ner Treue! Ich fühl' es tiefs gebeugt vor dir! Verwirf, vers wirf nicht meine Neue! Vers gib um Jesu willen mir! Gott, ber so viel an mir gethan, nimm mich zum Kinde wieder an. 5. Soll ich noch länger auf der Erde ein Pilgrim seyn, so fteh mir bei, daß meine Seele frommer werde, mein Leben In besondern Zeiten und Lagen. 502 bir geheiligt sen: laß, unvers führt vom Reiz der Welt, mich willig thun, was dir gefällt. 6. Nun leg' ich mich zur Nu he nieder, und fürchte nichts: du bist bei mir! Weckt mich der neue Morgen wieder, dann bank' ich und lobfinge dir, daß du in grauenvoller Nacht für Jahrszeiten. Frühling. Mel. Es ist ein Gott! 730. Lumme ic. ob sey Gott, der den Frühling schafft; Gott, der den Erdkreis schmücket! Preis sen ihm, Ehre, Stärk' und Kraft, der, was er schuf, bes glücket! Der Herr erschafft, der Herr erhält, er liebt und fegnet seine Welt: lobsinget ihm, Geschöpfe! 2. Das Land, das erst ers storben lag, erwacht und lebt nun wieder: es strömet jeden neuen Tag sein Segen neu hernieder. Der Wurm, der in dem Staube webt, der Vos gel, der in Lüften schwebt, ers freut sich seines Lebens. Ver: 3. Der Erde Antlitz ist vers jungt, erheitert glänzt der Himmel; Gebirg und Thal und Wald erklingt von freudigem Getümmel: mit Freundlich, Feit schaut er herab, der allen Wefen Leben gab, auf seiner Hande Werke. mich, dein schwaches Kind, gewacht. 7. Doch soll in meinem Pilgerleben dieß meine letzte Woche seyn; ich will, in deinen Nath ergeben, mich, Herr, auf jene Ruhe freu'n, die mein Er. lsfer, als er starb, in seinem Reiche mir erwarb. 4. Lobsinget ihm, er ist uns nah': fingt alle seine Heere! Der Herr ist allenthalben da, im Himmel, Erd' und Meere. Ich preise dich, ich finge dir, denn wo ich bin, bist du bei mir mit Almacht, Lieb' und Gnade. 5. Du rufft die Wolken in das Land, und stillst den Durst der Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch ges segnet werde. Du machest Hagel, Thau und Wind, die, Höchster, deine Boten sind, zu Quellen deines Segens. 6. Selbst wann, vom Don nersturm bedráut, erschrockne Länder zittern, strömt Segen, Heil und Fruchtbarkeit aus Nacht und Ungewittern. Dann bricht die Sonne neu hervor, und Alles jauchzt zu dir empor, vor dem die Welten schweigen. 7. Von dir kommt, was uns hier erfreut, du Brunnquell aller Gaben; dort wirst du uns mit Seligkeit in reichen Stre men laben. Wohl, wohl den Menschen, die schon hier sich dir ergeben, und einst dir in Chrifto freudig sterben! In besondern Zeiten und Lagen. Commer. Eigne Melodie. 731.W eit um mich her ist Alles Freude, verschönt ist, Schöpfer, deine Welt; es prangt in seinem Feierkleide Gebirg und Thal und Wald und Feld. Wie heilig ist mir jede Stätte! Wohin ich seh', wohin ich trete, erblick ich dich, o Schöpfer, dich; wohin ich seh' auf allen Fluren, in allen deinen Kreaturen erblick ich, Welterhalter, dich. 503 4. Wie haft du, Gott der Macht und Güte, so liebevoll an uns gedacht! Echön war des Frühlings junge Blüthe; reich ist des Sommers ernste Pracht. Zum vollen, fröh lichen Genusse empfängt von deinem Ueberflusse, o Gott, was lebet, Speis und Tranf. Gebirge geben, Thäler geben was Allen nöthig ist zum Les ben; und Alle fauchen froh dir Dank. 5. Weit um mich her ist Alles Freude. O freu' auch, meine Seele, dich, in Gottes schönem Weltgebäude! Wie reichlich segnet er auch mich! Laß dessen Lob umher erschallen, der dir so wohl thut, Allen, Allen so wohl thut, der so freundlich ist! Stimm' ein in der Geschöpfe Chöre: Dir, Gott, sen Preis, dir Dank und Ehre, der du der Ewiggute bist! 2. Das Rauschen in belaubs ten Bäumen ruft: freudig müßt ihr Gott erhöh'n! Die Zeit in Schwermuth zu verträumen, ist Gottes Welt zu reich, zu schön! Mir sagt, beglångt vom Morgenstrahle, der Felder Reichthum in dem Thale: wie fegnet unser Gott so gern! Mir sagt das Wogen seiner Fluthen: Gott ist der Urquell alles Guten! die Bäche murs mein: lobt den Herrn! herbst. 5. Wie beugen sich der 732. Neif ist nunmehr Mel. Wo Gott zum Haus nicht gibt ic. Saaten Spitzen! Wie schwels len sie von Segen an, daß kaum der Halm die Nehre stüßen, die reiche Last kaum tragen kann! Der kühlen üfte Lieblichkeiten, die Wäls der um sich her verbreiten, haft du, o Gott, für mich ges macht. Gott! groß an Weiss beit, Huld und Stärke, wie viel, wie groß sind deine Wer te, wie milde hast du mich bedacht! der Felder Saat; vom Herrn der Zeit gerufen, naht der Herbst mit seiner Fülle sich, und öffnet sie uns mildiglich. 2. Der früchtevolle Garten prangt mit seinen Gaben, und verlangt von seiner Last bes freit zu seyn, um Gottes Kine der zu erfreu'n. 3. Auf traubenvollen Hügeln schallt des Winzers Lob und wiederhallt von Berg zu Berg: In besondern Zeiten und Lagen. 504 denn Most und Wein gibt uns der Herr, uns zu erfreu'n. 4. Wie liebevoll, wie mild und gut ist Gott, der so viel Wunder thut! Der Jüngling, und der Mann, der Greis, sen fröhlich, Gott zum Ruhm und Preis. 5. Auch wenn ich alt bin, forgt für mich mein Herr und Gott noch väterlich; er, der, auch ann mein Herbst sich naht, für mich noch viele Freus den hat. 6. Froh kann ich sterben, wenn ich nur, wie seine segs nende Natur, auch Segen gab, und er die Frucht, die er vers langt, umsonst nicht sucht. 7. Auch die Natur verblüht und stirbt, nur daß ihr Same nicht verdirbt, und schöner auf lebt, wann ihr Freund, der Frühling, wiederum erscheint. 8. So blüh' und reif ich in der Zeit zu größerer Vollkoms menheit: still feimt der Tu gend Saat hervor, und reift jur reichen Erndt' empor. Winter. des Schöpfers Ehre, lobfingen seiner Gut' und Macht. 3. Von ihrer Arbeit ruht die Erde, sie schläft von Gottes Hand bedeckt, daß ihre Kraft erneuert werde, bis sie der Frühling wieder weckt. Vers traut hat in des Schöpfers Namen der Landmann ihr den spåten Samen; der Schöpfer wacht auch über ihn. Todt liegt er da; ihm wird das Leben der Sonne Rückkehr wieder geben, und reich an Hoffnung soll er blüh'n. 4. So wird auch unser Leib ermüden; und ruhen in des Grabes Nacht. Sanft wird er schlummern da in Frieden, von dem, der nimmer schläft, bewacht. unser Staub Eigue Melodie. 733. Gott winft: fo geläutert werde, finkt er zur Aussaat in die Erde. Gott fordert thr ihn wieder ab. Sein ew'ger Frühlingstag wird kommen, und dann verlassen seine Frommen, voll neuer Lebenskraft, das Grab. 5. Tag des Lebens, Tag der Wonne, wie sehnet sich mein Geist nach dir! O du, stürzen Regengüsse sich täglich auf die Felder hin; der Sturm, die ausgetretnen Flüsse, die trüben Nebel preisen ihn. Die Sonn' in ihrer weitften Ferne am furzen Tage, Mond und Sterne in langer heller Winternacht; die wilden, uns gestümen Meere verkündigen 2. Er rief der Sonne: Kehre wieder auf deiner weiten Bahn zurück! Sie ging, sank täglich früher nieder, und immer matter ward ihr Blick. Er rief den Winden: stürmt! fie fuhren gewaltsam her; bedeck' die Fluren! rief er dem Schnee; er deckte sie; gerinnt ihr Strome! sie gerannen; ihr Meere wüthet! da begannen sie ihren Kampf, da brausten sie. In besondern Zeiten und Lagen. der Auferstehung Sonne, wann wirst du aufgeh'n über mir! Zum Leben führt mich Gott durch Sterben; des Reimes Hülle muß verderben, soll er entwickeln sich und blüh'n. Der Christ kann seinen Tod nicht scheuen; der Christ muß fich des Todes freuen: ein ew'ges Leben folgt auf ihn. 505 deinen Segen, daß Saat und Pflanzen wohl gedeih'n; gib Sonnenschein und Regen. Der Landmann baut umsonst das Land, wenn deine milde Vaterhand nicht seine Arbeit segnet. 3. So trdne denn mit Fruchtbarkeit das Land nach deiner Güte; und wenn die Aussaat dann gedeiht, Ullvas ter, so verhüte, daß weder Frost, noch Saatzeit. Mel. Sey Lob und Ehr' dem 2c. 734. Es bauet, Gott, Hagelsturm und Regenfluch ihr zum Verderben werde. auf dein Geheiß, der Mens schen Hand die Erde, voll fro her Hoffnung, daß ihr Fleiß von dir gesegnet werde. Auf dein Versprechen trauen fie: du sollst dein Brod bei Fleiß und Müh', so lang du lebest, effen. 2. Dieß Wort traf, Herr, genthum, forthin auch gnås noch immer ein. Gib ferner dig sorgen. 735. Der hohe Himmel dunkelt sich, ein Wetter Got tes draut; ich bebe nicht, ich freue mich, Gott, deiner Herr, lichkeit. 4. Du, Gott, bist unsre Zuversicht. Gern lassen wir dich walten. Du siehst, woran es uns gebricht, kannst mächs tig uns erhalten. Ja, Herr, du wir zu deinem Ruhm, für uns, dein Werk und Eis Witterung. Gewitter. fürchterlich; dem aber, der Mel. Nun sich der Tag geendet zc. dich Vater nennt, zeigst du 2. Du zurnest, wann du dons nerst, nicht, du bist der Men schen Freund. Nicht blasser sen mein Angesicht, wann uns bein Blis erscheint. 3. Dem Sünder nur, der dich nicht kennt, dem bist du als Vater dich. 4. Gut ist für uns der Sonne Strahl, gut für uns Tag und Nacht; gut ist auch deines Blizzes Strahl, der Zeuge deiner Macht. 5. Du reinigst durch den Bliß die Luft, dein Regen kühlt die Saat, ein frischer, balsamvoller Duft stärkt, was geschmachtet hat. 6. Laß frei das Herz von Hengsien seyn, wann uns bein 506 In besondern Zeiten und Lagen. Wetter broht. Weg bange 7. Dann reifen fröhlicher Furcht, wir sind ja dein, du der Tugend Saaten zu mans bist die Lieb', o Gott! nigfaltigern und schönern Thas ten. Sie werden, wenn die Mel. Herr, du regierst, daß als Trübfal sie bewähret, nur mehr verkiåret. les 730. Kommt, last uns erhes Gott und seine Größ ben; vor ihm, und nicht vor feinem Donner beben, und nicht, denn er kann schrecken und auch schüßen, vor seinen Bligen. 2. Sie können todten, euch und eure Heerden; Zerstörer seyn, und auch wohlthätig werden; ihr aber sollt, wann fie die Welt erschüttern, nicht heidnisch zittern... 3. Nicht wähnen, daß wir nur erbeben sollen, wo Don ner unter seinem Fustritt rol, len; nicht, daß, wo Blizze flammen, dann zur Rache sein Zorn erwache. 4. Sie zeugen, Gott, wie alle deine Werke, von deiner Weisheit, deiner Huld und Stärke. Gleich herrlich ist im Eturm und in der Stille dein Nath und Wille. 5. Von tiefer Ehrfurcht, Herr, vor dir, durchbrungen, seh'n wir in der Natur Erschuts terungen auch Güte, die sie schmucket und belebet, selbst, wenn sie bebet. 8. So strahlt, wann Don ner die Natur erschüttern, in größrer Schönheit sie nach' Uns gewittern, als schmückte fie nun eine neue Sonne mit neuer Wonne! 9. Verderbenschwangre Düns fie flieh'n, und Seuchen, die uns und unsern Heerden' n, entweichen; auch arhmen wir, von leichtrer Luft umgeben, mehr Kraft und Leben. 10. So steigt, wann einft am größten aller Tage für Fromme nicht mehr seyn wird Leid und Klage, empor aus deines Weltgerichts Getüm mel ein neuer Himmel. 11. Wir werden dann zu einem neuen Leben hervors geh'n, werden dir entgegen schweben, in diesen neuen Himmel aufgenommen mit allen Frommen. 12. Weil wir noch hier find, sen von uns erhoben! dann werden wir mit neuer Kraft dich loben; dir bringen, Herr, für alle deine Werke, Preis, Dank und Stärke! Mel. Mein Jesu, dem die ze. 6. Fruchtbarer wird sie dann, wie deine Frommen, 737. Mit geprüft zu Trubsal fommen. Wir leiden, durch Geduld zu edlen Werken uns mehr zu stärken. it reinem Glanz bestrahlt die Sonne nun wieder Gottes schöne Weit; in ihrem Licht fromt neue Bonne auf 507 In besondern Zeiten und Lagen. Menschen, Thiere, Wald und lich droht uns ihr Verluft; Feld. Des Donners furchtbar Sorge füllet unsre Brust. roilend Drohen hallt nicht mehr 3. Derhalt' uns deinen Se, durch die schwüle Luft; Erquis, gen, treuer, liebevoller Gott! ckung folgt dem kühlen Duft, gib uns einen milden Regen, und Angst und Sorge sind entflohen. und verkürze unsre Noth. Gott, wir trauen es dir zu, was uns gut ist, fügeft du. 4. Stärke du uns dieß Vers trauen: unser Wohl versäumst du nicht. Auf dich, Gnadens voller, bauen wir die feste Zuversicht: du, der helfen will und kann, nimmst dich unser gnädig an. 2. In der Natur ist Fries densfeier; die Hügel steh'n in höh'rer Pracht; und Alles, Alles athmet freier, und neue Lebenskraft erwacht. Der Landmann sieht durch milden Regen die Saat und Pflans zen satt getränkt; froh schlägt fein Herz; im Geifie denkt er sich den nahen Erndteſegen. Mel. O Gott, du frommer Gottic. 3. Bater, laß uns dich 730. Herr, allerhöchster O erkennen im Donner und im Sonnenschein; dich freudig unsern Helfer nennen, und deinem Ruf gehorsam seyn. Du bleibst der Vater von uns Allen, der auch durch Uebel uns beglückt, auf Alle huldvoll niederblickt. O laß dir unser Lob gefallen! Gett im Himmel und auf Ers den, dem Wolken, Luft und Wind allzeit gehorsam wers den; was du befiehlst, ge schieht: o laß auch unser Fleh'n durch dich, Allmächtis ger, jest in Erfüllung geh'n! 2. Wir bitten findlich dich um deinen Vatersegen: gid uns, o Vater, gib uns einen Mel. Gott des Himmels und ic. milden Regen! Staub ist jetzt unser ist die Dürre. 738. Gott, von großer Flur; es schmachtet Feld und Thier, es trauert die Natur. Macht und Güte, deine Hülfe fuchen wir, mit geängstes tem Gemüthe schauen wir ems por zu dir. Herr, du weißt, was uns gebricht; o verlaß, verlaß uns nicht! 3. Befeuchte Berg und Thal, erfrisch' jetzt unsre Felder! Dein Regen trâufle fanft auf Anger, Gärten, Wälder! Das, was bisher gelechzt, erquicke, Herr, auf's Neu'. daß jede Kres atur dir freudig dankbar sey! 2. Bald dem todten, dürren Sande gleichet weit umber das Land; und, versengt vom Sons nenbrande, welkt die Frucht, die kraftvoll fand. Schreck, 4. Ergieß zugleich dein Wort, gleich einem milden Regen, auf unser tråges Herz 508 In besondern Zeiten und Lagen. mit tausendfachem Segen. Der Was Thier und Menschen Fromme nur kann sich, Gott, nähret, schien durch die Fluth deines Segens freu'n; o laß verheeret. uns Alle reich an wahrer Tus gend seyn! Nåffe. Mel. Mache dich, mein Geist 2c. 740. S org' und Klage füllt das Land; Gott, hör' un fer Flehen! Soll der Segen deiner Hand uns verloren ges hen? Herr, wir schau'n voll Vertrau'n auf zu deinen Ho hen; laß uns Hülfe sehen. 5. Schon senkten sie sich nieder; doch du erhobft sie wies der. D Herr der milden Sons ne, du gibst uns neue Wonne. mit fröhlichem Gemüthe; und 6. Wir preisen deine Güte unser ganzes Leben sey kinds lich dir ergeben. 2. Herr, du lenkst der Wol, ken Lauf, du gebeutst dem Ne, gen. Sprich ein Wort, so hört er auf, und uns bleibt dein Geburtstag. Eigne Melodie. Segen. Steh uns bei, und zers 742. Dir dank ich heu, stren', Herr, mit starker Rechte unsers Kummers Nächte! 3. Sende warmen Sonnen, schein, der die Frucht erquicke! Auf dich schauen wir allein mit des Glaubens Blicke. Stets ist gut, was Gott thut. In den trübsten Tagen darf kein Herz verzagen. 4. Da drang zu deinen Hd, hen, Gott, unsers Herzens Flehen. Du hörtest, was wir baten, und schüßtest unsre Saaten. 2. Uns drückten bange Sors gen an jedem neuen Morgen, so oft fich Wolken thürmten, und Regenwetter stürmten. Mel. Wach' auf, mein Herz, und zc. 741. Ertönet, Freuden, meine Slage und meine Leiden in mein Glück. lieder, fie scheint, fie strahlet wieder! Wir seh'n sie, welche Bonne! die lang verhüllte Conne. 3. Des Feldes Früchte sahen wir dem Verderben nahen. te für mein Leben; am Tage, da du mir's gegeben, dank' ich dir, Gott, dafür. Durch freie Gnad' allein bewogen, hast du mich aus dem Nichts gezogen; durch deine Güte bin ich hier. 2. Du hast mich wunderbar bereitet; an deiner Rechten mich geleitet bis diesen Augens blick. Du gabst mir tausend 3. Ich bin der Treue zu ges ringe, mit der du, Herrscher aller Dinge, stets über mich gewacht. O Gott, damit ich glücklich werde, hast du an mich, mich Staub und Erde, von Ewigkeit her schon gedacht! 4. Du sabft und hörtest schon mein Sehnen, und zähl, In besondern Zeiten und Lagen. 509 teft alle meine Thränen, eh' ich pflege, für die Güte deiner bereitet war; und wogst, eh' Wege, wunderbarer Gott, sey ich zu seyn begonnte, eh' ich zu dir ewig Dank und Lob von dir noch rufen konnte, mir mir! mein bescheiden Theil schon dar. 5. Für alle under deiner Treue, für Alles, dessen ich mich freue, lobsinget dir mein Geist. Er selber ist dein größt' Geschenke; dein ist's, daß ich durch ihn dich denke, und dein, daß er dich heute preist. 6. Daß du mein Leben mir gefristet, mit Stårk und Kraft mich ausgerüstet, dieß, Bater, dank' ich dir; daß du mich wunderbar geführet, mit deis nem Geifte mich regieret, dieß Alles, Bater, dank' ich dir. 7. Soll ich, o Gott, noch långer leben, so wirst du, was mir gut ist, geben; du gibst's, ich hoff auf dich. Dir, Gott, befehl ich Leib und Seele! Der Herr Herr, dem ich sie befehle, der segne und behüte mich! 3. Weislich haft du Ort und Zeiten für mein Daseyn auss gewählt. Hat mir's an Gelegenheiten, fromm zu werdens je gefehlt? Niemals hast du mein vergessen, immer Heil mir zugemessen. Weiser Gott, ich bringe dir ewig Preis un Dank dafür! 4. Herr, du zähltest meine Thränen, eh' ich weinte, sahst du sie. Liebreich merkteft dut mein Sehnen unter dieses Les bens Müh'; und an jedem Leidenstage lindertest du meine Plage. Nimm, o Vater, nimm dafür ewig frohen Dank von mir! 5. Wann ich, Heiligster, mit Sünden mein verführtes Herz befleckt, ließest du mich Gnade finden, Gnade, die zur Buße weckt. Mit unendlichem Mel. Womit soll ich dich wohl zc. Erbarmen überströmtest du mich Barms 743. Schopfer der ers herziger, dafür reinen Hers zensdank von mir! 6. O, was bin ich, Mensch von Erde, daß du meiner so gedenkst, und damit ich heilig werde, mich zu dir so treulich lenkst; daß so viele deiner Gaben mich an jedem Tage las ben? Dir, du ew'ge Liebe, dir opfr' ich heißen Dank dafür! schaffnen Heere, freudig rühm' ich deine Macht, daß du mich auch dir zur Ehre hast an's Licht der Welt gebracht. Sins ne, Leib und Seel' und Leben hat mir deine Huld gegeben. Großer Schöpfer, nimm dafür ewig Dank und Lob von mir! 2. Wunderbar bin ich bes reitet, und mit Kräften auss geziert; wunderbar ward ich geleitet, meinem Glücke zuges führt. Für die treue Vaters 7. Laß mich fromm und christlich enden, Schöpfer, meis nen Lebenslauf! Führe mich mit Vaterhånden zu dem ho, In besondern Zeiten und Lagen. $ 10 hen Ziel hinauf! Mit des Hims mels Erstgebornen, mit des Mittlers Auserkornen jauchz' ich dort, o Höchster, dir ewig, ewig Dank dafür! Mel. Ermuntre dich, mein schwa: cher zc. 744.3 ch trete vor dein Angesicht, du Schöpfer meiner Tugend: verwirf mein kinds ch Flehen nicht um Weisheit und um Tugend. O nimm dich meiner Schwachheit an, und wenn sich mir Gefahren nah'n, so stehe mir zur Seite, damit mein Fuß nicht gleite! 2. Mein Herz, von Eastern zwar noch rein, doch jung und unerfahren, wird leicht geblens det durch den Schein, und stürzt sich in Gefahren. mache mich mir selbst bekannt, und gib mir Weisheit und Vers stand, damit ich meine Wege unsträflich gehen möge! ihr Spotten und ihr Lachen soll nie mich wankend machen! 5. Der Tugend heilige mich ganz, mein Schöpfer und Ers halter; sie werde meiner Jus gend Glanz, und sey mein Troft im Alter! Erhalte mein Gewissen rein; laß keinen meis ner Tage seyn, der nicht, zu deiner Ehre, geweiht der Tus gend wäre! 6. Auch lehre mich den Werth der Zeit, daß ich fie nie verschwende; daß ich mit weiser Thätigkeit zum Guten fie verwende. Gott, meiner Jugend Fleiß und Müh' sey nicht umsonst; o segne sie! Laß auch durch mich auf Erden dein Werk gefördert werden. 7. Erhöre gnädig mein Ges bet, du Führer meiner Jus gend; erhör' es! Meine Seele fleht um Weisheit und um Tugend. Mein ganzes Leben dank' ich dir. Nie weiche, Gott, dein Geist von mir, das mit ich meine Wege unsträfs lich wandeln möge. 3. Zum Leichtsinn, der das Herz verführt, das Böse zu erwählen; zum Ehrgeiz, der den Stolz gebiert, dieß Merks mal schwacher Seelen; zur Trägheit, die den Geiſt vers 745. W. zehrt, und jeden Trieb zum after nährt;- laß nie zu diesen Sünden in mir sich Neigung finden! 4. Wann mir auf meiner Jugend Bahn, mich in ihr Neß zu ziehen, Verführer sich voll Arglist nah'n, so laß mich weislich fliehen. Ihr Beis spiel, Herr, entferne nicht mein Herz von dir und seiner Pflicht; Mel. Wie groß ist des Allm. ze. Pohl dem, der seines Lebens Morgen ganz seinem Herrn und Schöpfer weiht, beschäftigt mit den edlen Sorgen der Aussaat für die Ewigkeit! Er wird die wilde Luft der Jugend und jedes Las sters Reije flieh'n; sein Herz wird nur für Gott und Tus gend, für Pflicht und Recht und Wahrheit glüh'n. In besondern Zeiten und Lagen. 2. Von Eorgen frei, voll Muth, und heiter wallt er der Tugend hohe Bahn mit fes stem Schritte immer weiter, und blickt getroft zu Gott hinan. Auch wo Verführer ihn umgeben, besiegt er sie durch Wachsamkeit; ermüdet nie in seinem Streben nach Uns schuld und Vollkommenheit. 3. Wie freudenreich sind seine Tage! Wie fanft entfließt ihm feine Zeit! Er fürchtet keiner Zukunft Plage, ihn reut nicht die Vergangenheit. Er streut den Samen jeder Tugend, und freuet sich der Erndte schon; die schöne Blüthe seiner Jus gend verheißet ihm des Als ters Lohn. Reifere Jahre. Eigne Melodie. 746. Sch ch kam aus meis 511 Sturm, in's Leben tiefer ein; die Blume ward ein Baum. 4. Einst Kind, nun Mann!Wie fern, wie tief liegt mir die Bahn, die ich durchlief durchlief an wessen Hand? Du warst mir allenthalben nah', o du, den nie mein Auge sah, und doch mein Herz ems pfand! 5. Du Unsichtbarer über mir, ich kam von dir und geb zu dir; du weißt es, wie und wann? Mein Leben welkt das hin wie Laub; du bist's, der auch aus Todesstaub mich neu beleben kann. 6. Ich wandle freudig meis nen Pfad; der bis hieher ges holfen hat, hilft wahrlich fers nerhin! Dort werd' ich unvers hüllt ihn schau'n; in diesem seligen Vertrau'n ist Sterben mein Gewinn! nehmerzens, nackt und 747. Schau hin in die ner Mutter Schooß, ein Sohn Mel. Von dir kommt jede zc. blos, mit Schwachheit anges than; ich kam in's ungekannte Land des Lebens, meinen neuen Stand trat ich mit Weinen an. 2. Ich wußte nicht woher? wohin? noch schlummerte Ges dank' und Sinn, unthätig, schwach und zart; der Blume, die allmählig sich am Sonnens strahl entfaltet, glich ich Blume böhrer Art. vergangnen Zeiten, o Christ, und sammle Weisheit ein! fern von dem Dienst der Eis telkeiten, der Tugend ganz dein Herz zu weih'n. Nur sie schafft dir zu aller Zeit das wahre Glück, Zufriedenheit. 2. Dank' ihm, dem Herrn, für alle Freuden, womit er dich so oft erquickt; doch dank ihm auch für jedes Leiden, das er dir liebreich zugeschickt. In Allem, was er an dir thut, bleibt stets sein Ratb doch zeite, bei Sonnenschein und weif und gut. 3. Die Blüthezeit ging schnell vorbei, der Kindheit füßes Einerlei, der Jugend Frühlingstraum. Ich wurs In besondern Zeiten und Lagen. 512 3. Vergiß nicht, wie er dich beschüßte, wann sich Gefahr zu bir genaht; dir gab, was deiner Seele nützte, so oft ein froms mes Fleh'n ihn bat; und wie er dir noch mehr gewährt, als je von ihm dein Herz begehrt. 4. Erinnre dich der Gnas denstunden, die der Allliebende dir gab: sind sie in seinem Dienst verschwunden, so fürch, te nicht das nahe Grab. Dir bleibt von der verschwundnen Zeit dann noch Gewinn in Ewigkeit. 5. Doch sieh auch voller Scham und Reue auf Fehler vor'ger Zeit zurück, und lerne daraus beff're Treue und größre Sorge für dein Glück: so fammelst du noch Weisheit ein, selbst aus den Fehlern, die dich reu'n. 6. Ermanne dich, dieß kurze Leben dem weifesten Gebrauch zu weih'n; vom Schöpfer ward es dir gegeben, hier guten Samen auszustreu'n, der für die Ewigkeit dir reift, und dir der Freuden Erndte häuft. 7. Dann siehst du einst am Ziel der Leiden zufrieden aufs Vergangne hin, und ahnest künft'ge Seligkeiten, die nicht, wie hier, vorüberflieh'n; dort, wo ein ew'ges Glück dir lacht, wenn du das Gute treu volls bracht. 3. Du, meines Lebens Quell und Kraft, mein Vater, sey gepriesen! du hast in meiner Pilgerschaft dich groß an mir bewiesen. Wie bast du mich stets väterlich, oft wunderbar geführet, wohl regieret! In jeder Noth hab' ich dein Wohls thun, Herr, gespüret. 4. Durch dich ist meiner Redlichkeit manch gutes Werk gelungen; doch that ich auch nicht jederzeit nach deinen Forderungen. Du, Gott der Huld, hast mit Geduld, auch in der Schwachheit Tagen, mich getragen. Gedenke nicht der Schuld von meinen vies len Tagen! 5. Du, Herr, bist meine Zuversicht, mein Schöpfer und Erhalter. Ich hoff auf dich; mich nicht, verlaß mich 748. Sieb, Seele, hins nicht im Alter! Mein Haar ter dich zurück auf die durch verbleicht, die Kraft entweicht; es lebten Jahre; doch wirf auch vorwärts einen Blick; was siehst du? Sarg und Bahre. Schon bin ich alt; wie bald, wie bald find meine Lebenss stunden hier verschwunden! Nach kurzem Aufenthalt werd' ich nicht mehr gefunden. 2. Gott, was ich bin, bin ich durch dich; du bist voll Huld und Gnade. Mit Vas terhånden trugst du mich auf jedem meiner Pfade. Wie dank' ich dir? Herr, du hast mir in meinem langen Leben viel gegeben. Was geb' ich dir dafür? Wie soll ich dich erheben? 2[ ter. Mel. Ich ruf zu dir, Herr sc. In besondern Zeiten und Lagen. es neigen sich die Jahre hin zur Bahre. Mach' einst mein Ende leicht, wann ich von hinnen fahre. 6. Gott, erlöse mich! ich bin von langem Kampfe müde. Nimm meine Seele zu dir hin, bei dir ist Ruh' und Friede. Schließ' meinen Lauf! froh hoff' ich d'rauf: ich werde auch im Sterben nicht verderben; verklärt steh' ich einst auf, die Seligkeit zu erben. 513 deß soll sich meine Schwachs heit freu'n. 5. Er will auch schwachen Alten, was er versprochen, halten; denn er ist fromm und treu. Bin ich gleich schwach und müde, bei ihm ist Trost und Friede; er steht in aller Noth mir bei. 6. Nach wen'gen bangen Stunden hab' ich ganz übers wunden; ich bin dem Ziele nah', dem Ziele meiner Leiden. Dwelche hohe Freuden ers warten meine Seele da! Kummervolles Alter. Mel. In allen meinen Thaten ze. 7. Ich harre froh und stille, bis Gnadenwille mich 740. Gott hat in trus frånet nach dem Streit. Un ben Tagen mich väterlich ges tragen von meiner Jugend auf. Ich sah' auf rauhen Wegen des Höchsten Hand und Ses gen; er lenkte meinen Les meiner Laufbahn Ende sink' ich in Jesu Hände, und er führt mich zur Seligkeit. 3. War Menschenrath vers gebens, so kam der Herr des Lebens, und half und machte Bahn. Ihn laff ich thun und rathen; denn er thut große Thaten, und nimmt sich unser mächtig an. 4." Bis zu des Alters Tas gen will ich dich stärken, tras gen, und dein Erretter seyn:" dieß hat mir Gott versprochen, der nie sein Wort gebrochen; Reise. Mel. Befiehl du deine Wege zc. 2. Sein Weg war oft vers 750. Beglücke meine borgen; doch wie der heitre Morgen aus dunkeln Nächten bricht, so hab' ich stets erfah, ren: der Herr weiß zu bewah, ren, und führt durch Finsters niß fum Licht. Reise; Gott, ich vertraue dir! Sey gnädig, und beweise, wie treu du bist an mir! Auf allen meinen Wegen begleite våters lich mit deinem Heil und Ses gen, mit deinem Schußze mich. 2. Ich bin in deinen Hans den, deß darf mein Herz sich freu'n. Du kannst mir Hülfe senden, wo mir Gefahren drau'n. Bin ich bei dir in Gnaden, so fürcht' ich keine Noth; du wehrest allem Echas den, und sicherst vor dem Tod. 3. So will ich denn mein Leben, mein zeitlich Glück und Gut dir, Vater, übergeben, 33 514 In besondern Zeiten und Lagen. und geh'n mit frohem Muth. hast mein Loos gewählet; dir Erhalte meine Kräfte, beglücke unterwerf' ich willig mich. Du meinen Fleiß und mein Bes kennst am besten, was mir feh, rufsgeschäfte, zu deinem Ruhm let, d'rum halt ich weinend und Preis. mich an dich. Schwer drückt der Armuth bittre Noth, und Kummer ist mein täglich Brod. 2. Laß nur an dir mich nicht verzagen, wann Alles wankt und Alles weicht; dann wird auch in den trübsten Tas gen mir selbst die schwerste Bürde leicht. Der größte Reichthum dieser Zeit ist doch zuletzt Vergänglichkeit. 4. Laß dir auch meine Lies ben, o Herr, empfohlen seyn! Nichts müsse sie betrüben; dein Segen sie erfreu'n! Seh'n wir uns fröhlich wieder im Glück und Wohlergeh'n, wie werden unsre Lieder, Gott, deinen Ruhm erhöh'n! Mel. Der du dein Wort mir hast zc. 751. Dank dir, Erhal, ter meines Lebens! Du haft mich froh zurückgebracht. Ich flehte nicht zu dir vergebens; mich schüßte gnädig deine Macht. Dir, dir, o Herr, ges bührt mein Dank; dich preise fröhlich mein Gesang! 2. Nun kann ich wieder mit den Meinen mich deiner Baters güte freu'n, mit ihnen mein Ges bet vereinen, dir meines Dans tes Opfer weih'n. Mein Thun gelang, o Gott, durch dich; du schütztest, du beglücktest mich. 3. Sen ewiglich von mir gepriesen! Wie viel des Gus ten hast du mir auch jetzt von Neuem, Gott, erwiesen! Mein schwaches Lob gefalle dir! Auch tünftig will ich dir vertrau'n, und stets auf deine Hülfe schau'n. 3. Oft ich dieser Erde voll Sorg und Uns zufriedenheit; der mächtige kämpft mit Beschwerde, den Stolzen drückt die Eitelkeit. Sind sie denn glücklicher, als ich? Und sorgt mein Gott nicht auch für mich? 4. Ja, sorge ferner! It's dein Wille, so mindre meine Dürftigkeit; wo nicht, so hofft in frommer Stille mein Herz auf eine bess're Zeit. Auch kleis ner Gaben mich zu freu'n, laß mich für wenig dankbar seyn. 5. Bei Müh' und Fleiß sich dir ergeben, ein ewig's heil in Hoffnung seh'n, dieß sen mein Glück im dunkeln Leben, um freudig meinen Weg zu geh'n. Dann wird gewiß der Mangel mir zur Segens fülle, Gott, bei dir. Armuth. mel. Wer nur den lieben Gott zc. Mel. Wo soll ich fliehen bin ic. 753. Nein, murren will 752. Du, Schopfer, ich nicht, Gott, meine Zuvers 515 In besondern Zeiten und Lagen. sicht, daß ich nur wenig habe. Bei großem Verluste. Auch dieß ist deine Gabe. Ich Mel. Oliebster Jesu, was haft ze. foul auch dafür danken; nicht 754. Du hast es mir soll im Vertrauen wanken. gegeben und genommen; Preis dir, o Herr! Zwar ist mein Herz beklommen: doch mein Vertrau'n, mein Glaube soll nicht wanken; ich will dir danken. 2. Du bist mein Gott, mein Heil: dieß bleibt mein bestes Theil, die Quelle meiner Freus de, auch wenn ich Mangel leide. Ward mir nicht viel beschieden, ist doch mein Herz zufrieden. 3. So war's auch Jesus Christ. Er, der mein Vors bild ist, wie arm war er hies nieden! Jedoch in Gott zu frieden hat er der Armuth Plagen mit stillem Muth ers tragen. 4. Ihm, meinem Haupt und Herrn, folg' ich, sein Jünger, gern. Ich will nicht ängstlich forgen, nicht für den andern Morgen mit Kummer mich bes fassen; Gott wird mich nicht verlassen. 2. Verborgen mir, doch gus tig ist dein Wille. Du bist mein Gott, und meine Seel' ist stille. Du führst gewiß mich auch auf rauhen Wegen dem Heil entgegen. 3. Wenn's nüßlich mir, und wenn es meiner Ehre, Allwiss sender, gemäß gewesen wäre; du hättest lieber Glück mir zus gewendet, als Noth gesenter. 4. Du sahst vielleicht, ich würd' in guten Tagen nicht mehr nach dir und deinen Rechs ten fragen; ich würde stolz des Glücks mich überheben, und fündlich leben. 5. Ja, herr, ich trau' auf dich: du sorgst gewiß für mich. So lang ich hier soll leben, wirst du mir Alles ges ben, was ich in meiner Lage bedarf mit jedem Tage. 5. Mein Herz vor Sünd' und Thorheit zu bewahren, ist mir vielleicht dieß Unglück widerfahren. Auch Trübsal läsfest du uns, Herr, begegs nen, um uns zu fegnen. 6. 3war drückt der Armuth Joch. Doch soll ich länger noch mit ihrer Last mich plagen, fo hilf sie mir ertragen, daß dieser Last Beschwerden mir nicht zum Fallstrick werden. 6. Wie viel des Guten ist mir noch geblieben, mein gus ter Name, Freunde, die mich lieben, und, Dank sey dir! es ist mein gut Gewissen mir nicht entrissen. 7. Schließt dieses Leben sich, so wird auf immer mich kein Mangel weiter drücken; mit 7. Wie sollt ich nicht auf freudigem Entzücken werd' ich dann deiner Gaben, mein Gott, die Fülle haben. deine Güte schauen, nicht rus hig seyn, und standhaft dir vertrauen! Auch künftig wirst 33* 516 In besondern Zeiten und Lagen. du, was zu meinem Leben mir Herr, Gelaffenheit, Geduld Noth ist, geben. mit meiner Schwäche! 5. Soll tödtlich meine Kranks heit seyn, und steht mein Grab schon offen; so laß mich, Herr, von Sünden rein, auf deinen Himmel hoffen. Des letzten bangen Kampfes Schmerz erleichtre mir, und laß mein Herz noch sterbend dir vertrauen. du neue Krankheit. Mel. Herr Jesu Christ, du höchs stes zc. 755. Es ist dein Wille, Kräfte mir zu längerm Leben 6. schenken; dann laß, so lang ich lebe hier, mich dankbar dein gedenken, damit ich künfs tig jederzeit mit aller Tren' und Redlichkeit der Tugend Wege wandle. 8. Herr, segne du die Ar. beit meiner Hände, und leite gnädig mich bis an mein Ende! Mit Allem, was du fügst und mir beschieden, bin ich zus frieden. Herr, mein Gott, daß ich jetzt Schmerzen leide; doch du bist Helfer in der Noth, und kehrst sie gern in Freude. Was ich bedarf, ist dir bekannt; mein Leben steht in deiner Hand; dein soll mein Herz sich trösten. 2. Voll Hoffnung wend' ich mich zu dir; ich bleibe dir ers geben. Herr, wie du willst, so schick's mit mir zum Sters ben oder Leben! Bei dir allein steht meine Zeit; nur mache mich der Seligkeit durch deine Gnade würdig. 3. Verhüt es, daß der Krankheit Pein zu schwer mir Schwachen werde. Laß mir Erquickung angedeih'n, erleichs tre die Beschwerde. Du, Vas ter, weißt, was jeden Tag zu tragen ich, dein Kind, ver mag; hilf, und erbarm' dich meiner! 4. Erquicke, Gott, und stärke fie, die liebreich meiner pfles gen; lohn' ihnen ihre Treu' und Müh' mit deinem besten Segen. Gib gegen sie mir Freundlichkeit, gib gib ihnen, Mel. Wernur den lieben Gott zc. 750. Nicht mehr, als meine Kräfte tragen, Barms herziger, legst du mir auf. Nicht immer wird der Schmerz mich nagen; es folgt gewiß Erquichung d'rauf. Auf meis nem Krankenlager hier lobs sing' ich, o mein Vater, dir. 2. Weil mich die Welt zu sehr zerstreute, rufst du mich in die Einsamkeit; weil ich den Kampf zu ängstlich scheus te, führst du mich mitten in den Streit, und übst durch körs perlichen Schmerz mein von Geduld entwöhntes Herz. 3. Den Kelch der Trübsal soll ich leeren! Ach Herr, du weißt, das Fleisch ist schwach! Vergib, wenn eine Fluth von Zähren aus meinen matten In besondern Zeiten und Lagen. 517 Augen brach. O stärke du, 5. Ich weiß nicht meiner voll Vaterhuld, mein Herz zu Tage Ziel; vielleicht ist es Glauben und Geduld! noch fern; doch laut spricht 4. Der Schmerz, der meine in mir ein Gefühl:" Dein Glieder schwächte, beraubet Leben weih' dem Herrn!" mich der sanften Ruh'; ich 6. Soll ich mich neu des bring', o Gott, die langen Nächte auf meinem Lager schlaflos zu; der Menschen Hülf ist schwach und klein: doch du, du wirst mein Hels fer seyn! Lebens freu'n, so will ich, Herr, es dir in guten, edlen Thaten weih'n; gib neue Kräfte mir! 7. Doch soll ich jetzt nach deinem Rath vollenden meis nen Lauf, so nehme denn der dunkle Pfad in seine Nacht mich auf. 5. Dein Wille mag allein entscheiden, wie lang die Prüs fungsstunde währt. Und wenn auch ganz im Kampf der Leis den sich meine Lebenskraft verzehrt; wenn auch mein Herz im Tode bricht: du, Herr, bist meine Zuversicht! Mel. Nun fich der Tag geendet zc. 757. Schwer brückt der Krankheit Bürde mich, mir schwindet Kraft und Muth; durch meine Adern windet sich nur matt das tråge Blut. 2. In meinen Nerven wühlt der Schmerz; wer kann mir Helfer seyn? wer Trdster, für das franke Herz? Du, du, o Gott, allein! 3. Ich weiß ja: Alles, was mich trifft, kommt, Herr, von deiner Hand; du sahest, Freude war mir Gift: du hast mir Schmerz gesandt. 4. Den bittern Kelch, ges füllt von dir, mit weiser Bas terhuld- ich trink' ihn still; du reichst ihn mir, du gibst mir auch Geduld. 8. Ich fasse kindlich deine Hand, du, meine Zuversicht; sie leitet mich in's Vaterland: ihr Lieben, weinet nicht! Genesung. Mel. Von Gott will ich nicht ze. 758. Als in der Kranke heit Schmerzen bie Seele faft versank, und nun aus vollem Herzen mein Fleh'n zum Him mel drang: da hörte Gott mein Fleh'n, da half mir seine Liebe. Nun soll voll frommer Triebe ihn Herz und Mund erhöh'n. 2. Herr über Tod und Les ben, du meiner Våter Gott, wie soll ich dich erheben, mein Retter von dem Tod? Was ist des Menschen Dank? Wer hat dich g'nug erhoben? Zu schwach ist, dich zu loben, der Engel Lobgesang. 3. Und doch von dir zu schweigen, wär' eine Frevels that. Ich will, ich will's bes feugen, wie Gott errettet hat. 518 In besondern Zeiten und Lagen. Hort's Menschen: Gott nur feit stets deine Liebe preifen, Fann uns von dem Tod errets und redlich meine Kraft dem ten. D, wenn wir ihn nicht Wohl der Menschen weih'n, hätten, wer hülf' uns Armen um ewig einst bei dir des Les dann? bens werth zu seyn. 4. Ja, laßt uns ganz ihm leben, wir sind sein Eigens thum; und jedes Tags Bestres ben sey seiner Gnade Ruhm! Fürbitte für Abwes sende. Mel. Kommther¡zu mir, spricht zc. widmen unsre einen Augen und Beit, vor 700.Du, welchen feine wallen, ihm dienen, ihm gefallen, ist Ehr' und Seligkeit. 2. Dem Tode war ich nah'; schon sah' ich für mein Leben, um meine Lagerstatt, Vers wandte, Freunde beben; allein ich bebte nicht, mich schreckte nicht das Grab; gestärkt durch deinen Geist, sah' ich getrost hinab. 3. 2llmächtig stärktest du die halberstorbnen Glieder; ich fand in neuer Kraft auch neue Freuden wieder; und, Herr, nun gibst du mich den Meinis gen zurück! Dir dank' ich, Gott, nur dir, des neuen Les bens Glück! Welt umschließt, der du allges genwärtig bist, mit allem deis nem Segen; wo meine Lieben sind, auch da bist du, mein Gott, bist ihnen nah', auf Mel. Nun danket Alle Gott zc. 750. Mit welchem Dank, allen ihren Wegen. 2. Du selber o Gott, soll dich mein Lied ers heben! Nur deine Vaterhuld erhielt mir noch das Leben. Du standst mit deiner Kraft mir in der Schwachheit bei, und von Gefahr und Schmerz bin ich nun wieder frei. trenntest fie laut von mir: da seufzte mein Herz in mir, da floßen meine Thränen. Doch schwand, Herr, meine Zuversicht zu dir, zu ihrem Vater, nicht; dir weint' ich meine Thränen... 3. Du, Herr, du bleibst ihr Freund und Gott, ihr Schuß, ihr Netter in der Noth, auf den sie sicher bauen. Gib ihnen auf der Pilgerschaft durch's Les ben Klugheit, Muth und Kraft, und laß sie dir vertrauen. 4. Erleichtre ihres Lebens Müh', dein bester Segen komm' auf sie, daß sie uns nie betrüben. Gesegnet sey durch sie ihr fand, beschüße fie mit deiner Hand, fie Alle, die wir lieben. 5. Vielleicht seh' ich ihr Angesicht nie wieder, und es soll uns nicht ein zweiter Abs schieb trüben. Bald kehren 4. Herr, durch mein Leben felbst will ich dir Dank bes weisen, durch fromme Thätig. fie- o füßes Glück!- viel In besondern Zeiten und Lagen. 519 wär' ich, Vater, ohne dich?- Mein Herz ist glaubensvoll. 7. Ich weiß, im größten Schmerz wirst du an meiner Seite steh'n; ich höre dich, du rufft mir zu:" Es gibt ein Wiederseh'n!" 702. Eir Mel. Wenn mein Stündlein zc. in Sterbender in Fürbitte für Ster, bende. ringt, Bater, hier mit bangen Todesschmerzen. Er fleht, und mit ihm flehen wir: O sende seinem Herzen Muth in der Laß ihn Mel. Nun sich der Tag geendet zc. 701. Barmherziger, wie in einem fanften Tod der Leis den Ende finden. 2. Mit Reu' im Herzen denket er an sonst begangne Sünden, und flehet: Laß mich, Gütiger, bei dir Verzeihung finden! Du hast sie ja dem zugesagt, der ernstlich sein Bergeh'n beklagt, und sich zu bessern strebet. 3. So schenk' ihm denn die Freudigkeit, daß er Verges bung habe, Vertrau'n und Unerschrockenheit beim duns keln Pfad zum Grabe! Laß ihn auf Jesum Chriftum schau'n, der, dir ergeben, voll Vertrau'n, auch diesen Weg einst wallte. 4. Nun übergibt er seinen Geist in deine Vaterhånde, und seufzt: Herr, wie bein Wort verheißt, gib mir ein sel'ges Ende! Ich sehne mich daheim zu seyn, wo deiner Liebe ich mich freu'n, ja, ewig freuen werde. 5. O gib ihm, was sein leicht in meinen Arm zurück! It's hier nicht, ist's doch d'rüben. 6. wie gedenk' ich dein so gern, du Tag des Lebens, Tag des Herrn! Wann wird dein Licht erscheinen! Tag, der gewiß mir wieder gibt, die ewig meine Seele liebt, die Seligen, die Meinen. gern nimmst du des Mitleids Seufzen an! O gib auch mir, dem Schwachen, Ruh', der nur noch beten kann. 2. Ach, ein mir theures Leben sinkt hinab in Codes, schmerz; wenn nicht dein Aus ge Rettung winkt: so bricht das franke Herz. 3. Darf ich dieß Leben nicht erfleh'n, so nimm es bald zu dir! Doch kann ich es gerets tet seh'n, so hilf, und schenk' es mir! 4. Ach, wenn ich ihn( fe) verlieren muß, entheb' ihn ( fie) sanft der Qual, und eis nes Engels heitrer Gruß wink' ihm( ihr) in's Ruhethal. 5. Du selber schlangst der Liebe Band so innig um mein Herz; o reich' mir deine Baterhand im hoffnungslosen Schmerz! 6. Im Augenblicke, da ich mich verlaffen seben foll; was 520 In besondern Zeiten und Lagen. Herz begehrt, und ende feine, du mit jenes Tages Licht. Geh Leiden! Beig' ihm, wenn seine Angst sich mehrt, den Vors schmack hoh'rer Freuden. Und, wenn er nicht mehr sprechen kann, so nimm sein stöhnend Seufzen an, und laß ihn ses lig enden! ein zu deiner Ruh'! Der Herr schließt nach dir zu. Auferstes hen nach kurzer Ruh' wirst, Todter, du, zum bessern leben aufersteh'n. Tod des Gatten. Eigne Melodie. Mel. Deine Schöpfung, Erd' 764. Last mich weinen! und 2c. 703. Gott fel mit dir! Uch, sie haben meinen besten Freund begraben. Er ging heim, ließ mich zurück, und zerstöret ist mein Glück. Amen, Amen. Entschlaf' in jenem großen Namen, den Erd' und Himmel tief vers ehrt. Deine Laufbahn hat ihr Ende; dein Schöpfer nimmt in seine Hände die Seele, die ihm angehört. Hor', o ers 18ster Geist, der bald am Thron ihn preist: Jesus Chris stus hat dich versöhnt! Von ihm gekrönt, empfängst du nun des Glaubens Lohn. 2. Welcher Glanz wird dich umfangen, ist dir der Tag nun aufgegangen des Lebens nach der Todesnacht! Sen gesegnet! Amen, Amen! Ents schlaf in Jesu Christi Nas men! Er starb für dich und hat's vollbracht. Er, er macht dich allein und ganz von Süns den rein. Und du sündigst nun bald nicht mehr; der Brüder Heer, der Engel Heer nimmt dich nun auf. 3. Nimm den letzten Trost und Segen: du eilest zwar dem Grab entgegen, doch zittre deine Seele nicht! Zwar wir gehen hin und såen dich irs disch aus, doch auferstehen sollst 2. Er, der zärtlichste der Gatten, ruht schon in des Grabes Schatten; und die weite Welt umher ist für mich nun dd' und leer. 200 3. Wie so schön war mir das Leben, seit ich ihm mein Herz gegeben! Was war Mus he, Sorg' und Schmerz? Als les theilte ja sein Herz. 4. Froh und glücklich mich zu sehen, meine Freuden zu erhöhen, sorgt' er immer. Uns fre Zeit war voll stiller Se ligkeit. 5. Nun zerstört vom Sturm der Leiden sind die Blüthen meiner Freuden, und voll Dornen ist der Pfad, den der Wittwe Fuß betrat. 6. Ach, ich rang, und rang vergebens um die Seele meis nes Lebens; du, o Gott, riefft sie von mir. Doch ich hadre nicht mit dir. 7. Nein, auch bei des Kummers Zähren will ich deis nen Rath verehren. hdre nur In besondern Zeiten und Lagen. 521 in deinen Höh'n der verlaffnen nend blick' ich um mich her, Wittwe Fleh'n. mehr, Lebens. und, ach, ich finde fie nicht die Freundin meines 8. Hilf, daß ich den Gram bezwinge, wann ich bang die Hände ringe, wann die Welt zu eng mir scheint, wann mein Aug in Nächten weint. 9. Hor' auf meines Glüs ckes Trümmern die verlaffnen Waisen wimmern; sorge du, daß sie gedeih'n, und laß nie uns hülflos seyn. 10. Gib, daß ich in from mer Stille jede Pflicht getrost erfülle, bis einst das zerriss'ne Band wieder knüpft des Tos des Hand. 4. du, deß Rath mir heis lig ist, blick' tröstend auf mich nieder! Ich weiß, daß du voll Liebe bist; und du nahmst mir sie wieder. Doch bleib' ich nicht getrennt von ihr; du nahmst sie früher nur zu dir, um früher ihr zu lohnen. 5. Ja, dort werd' ich sie wieder seh'n, in deinem bessern Leben. Als Engel wird aus deinen Höh'n sie mir entges gen schweben. Wie wird mir dann, o Vater, seyn, wann sie mich durch verklärte Neih'n Mel. Wenn mein Stündlein 2c. zu deinem Throne führet! Tod der Gattin. 705. Sie farb, ach, starb mir viel zu früh, zu früh auch für die Meinen, die alle wehmuthsvoll um sie mit mir, dem Vater, weinen. Gott, wels ches Leiden, welcher Schmerz! Mir blutet immer mehr das Herz bei meiner Kinder Thrås Tod der Kinder. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 700. Balb ald müssen wir oft wiedergeben, was Gott uns hier zur Freude gab. Oft fors dert er aus diesem Leben so früh schon unsre Kinder ab; Gott, wie verwundet dieß das Herz! wie weint aus ihm der bittre Schmerz! nen. 2. Du weißt, was ich in ihr verlor, um die so tief ich leide. Sie, die mein liebend Herz erkor, war meines Les bens Freude;, vergalt mir liebs reich jede Müh', und sorgte treulich spät und früh für mich und unsre Lieben. 2. Doch, was hilft unser banges Sehnen? ruft es die Schlummernden zurück? Was helfen unsre heißen Thränen? was hilft der schwermuths. volle Blick? Verdoppeln wir. nicht unser Leid durch allzus große Traurigkeit? 3. Du gabst sie mir; wie dankt' ich dir für diese schöne Gabe! Sie ward dann immer 3. Sind denn die Todten theurer mir; nun ruht sie zu beweinen, die sanft im schon im Grabe. Stillseh, stillen Grabe ruh'n, und deren In besondern Zeiten und Lagen. 522 Seelen zu den Seinen, um ih, nen ewig wohlzuthun, nach seis nem liebevollen Rath, schon Jesus aufgenommen hat? 4. Wir hoffen ja mit Freus denthránen für uns auch dies ses Himmelsglück; und, die es fanden, ach, die sehnen sich nicht in diese Welt zurück. Im Himmelsglanz vor Gott verklärt, sind sie nicht mehr bedauernswerth. 5. O dieser Glaube gibt im Leiden uns Kraft, Trost und Zus friedenheit; verwandelt dann in stille Freuden durch Hoff nung unsre Traurigkeit, und überzeugt uns, was Gott thut, sey weise, väterlich und gut. 6. Wohlan! so gehen wir, zufrieden mit Gottes Rath, die dunkle Bahn, dich, den( die) der Tod von uns geschieden, dich treffen wir dort wieder an; dort, wo einst Jesus, uns fer Hirt, die Seinen ewig segs nen wird. Mel. O Ewigkeit, du Donner: wort zc. 707-8 ür deinen Himmel reiften fie; doch meinen Wuns fchen noch zu früh. Es war, o Herr, dein Wille! Wie blutet mein verwundet Herz! Wie kämpf ich wider meinen Schmerz! Wo find ich, was 708.S stille? mel reiften fie; doch meinen Wünschen noch zu früh. voll Jugendkraft fie blüh'n, und hoffte, dir sie zu erzieh'n, dir, der sie mir gegeben. Mein Alter sollten sie erfreu'n, und. Trost mir noch im Tode seyn. 3. Herr, ich verehre dein Gebot. Doch darf ich meis ner Kinder Tod mit heißem Schmerz beweinen. Vor dir, der du barmherzig bist, voll Mitleid unsern Jammer siehst, vor dir, Herr, darf ich weis nen. Auch Welternliebe stammt von dir; nicht zürnen kannst du, Vater, mir. 4. Auch meine Thränen preifen dich. Sie sind, die Zeugen, Gott, daß ich die liebte, die du liebest, und jetzt in reinrer Heiligkeit und himms lischer Vollkommenheit vor deinem Throne übest. Bisher vertrautest du sie mir; Herr, meine Seufzer danken dir. 5. Rufft du, o Vater, einst auch mich auch dann preif ich mit Thränen dich;- doch Dann werd' ich meine Kinder dann mit Freudenthränen. feh'n, vor dir mit ihnen dans troftlos sehnen. Dann werd' kend steh'n, mich nicht mehr ich stets bei ihnen seyn, und ewig mich mit ihnen freu'n. Mel. Nun bringen wir den ze. 2. Ach, meine Kinder sind nicht mehr! Wie ist mein Herz so boffnungsleer, so freus benlos mein Leben! Ich fab o finke denn in's stille Grab, du, deines Got tes Saat, hinab! für eine beffre Welt bestimmt, die dich in ihre Pflege nimmt. 2. Dein Leben war ein fur zer Traum, du ahnteft seine In besondern Zeiten und Lagen. Freuden kaum; doch auch, daß Alles enden in des Sarges Leben Leiden hat, verbarg dir dunkelm Staub! Scheu muß deines Gottes Rath. felbst der Blick fich wenden von des Todes Moderraub! Und es blieb' im Schmerzs gewühl nur das mahnende Gefühl: Was sich auch das Herz erkohren- ach, verloren ist verloren. 3. Schon in des Lebens Morgenroth umarmte dich als Freund der Tod; der Mittag ist oft heiß und schwül, der Abend schauerlich und kühl. 4. Du sankest auf der Muts ter Schooß in sanften Schlums mer sorgenlos; wir sinken, ach, erst schwer gedrückt, in's stille Grab, das uns erquickt. 5. Du kanntest treue Liebe nicht; doch auch kein lächelnd Angesicht, das viel von heil'ger Liebe lügt, und tief verwuns dend dich betrügt. 2. Nein, du bist uns nicht vers loren, Theurer, den( Theure, die) der Sarg umschließt! Heil dir, dich hat, neugeboren, eine höh're Welt begrüßt! Was du Wahres hier gedacht, was du Edles treu vollbracht, reift, in ew'ger Wonne Segen, dort vergeltend dir entgegen. 3. Dank dir! Dank für Lieb' und Treue, aus dem nassen Auge Dank! Dank für deines Beispiels Weihe; aus des Herzens Innerm Dank! O es leitet, licht und mild, durch. das Leben uns dein Bild; und der Erde schönste Habe ward dir- Liebe noch im Grabe! 6. Dein Herz war ohne Schuld und Reu'; dein Geist von Vorurtheilen frei; so zogst du unentweiht und rein in deis nen Freudenhimmel ein. 7. Geborgen vor des Schicks fals Drau'n, bist du, wo wir einst werden seyn; all' unsre Sorgen, Kind, um dich nahm eine höh're Macht auf sich. da 8. Wo du nun lebst, reifest du. Wo du nun wans delst, da ist Ruh'. Die Liebe hat sich ausgeweint, mit Ens geln sieht sie dich vereint. 9. Vor des erhellten Auges Blick kehrt dein geliebtes Bild zurück. Du reichest uns die Palme zu, und rufft: kommt auch in's Land der Nuh'! 523 Tod der Freu' Met. Sten' dich febr, o meine zc. 709. Ach, so fou denn A. 4. Daß du, Gott, ihn( fie) uns geschenket, deiner Güte Preis dafür! Der du ihn( sie) an's Ziel gelenket, Anbetung, Erbarmer, dir! Auch im dums pfen Grabgesang dir, o Jesu, froher Dank! Unser harrt ja, was wir flehen, selig's, selig's Wiedersehen. Cod geliebter Freunde. Eigne Melodie. 770. Ach hier nicht mehr, fern von bist du! nichts feb' ich mehr von dir, 524 In besondern Zeiten und Lagen. o liebe, treue Seele! Entfloh'n ke; besiege jede Leidenschaft, aus meinen Armen weit, aus erfülle mich mit Muth und diesem Thal der Sterblichkeit Kraft, du himmlischer Ges entfloh'n bist du, o Seele! danke! 2. Der Freundschaft Labsal ist dahin; dein Trost, wann ich verlassen bin, dein Mitleid, wann ich leide. Mir fehlt, fehlt am Eigne Melodie. mesin's besfre Vaterland; 771. O wie felig feyd Weg mir fehlt des Lebens Freude. 3. Doch sey mein Schmerz auch noch so groß; mein Freund ruht nun in Gottes Schooß; vor Gott will ich mich beugen. Seliger, ges nieß' dein Glück! Ich wünsche dich nicht mehr zurück; geduldig will ich schweigen. ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott ges kommen! Ihr seyd entgangen allen Leiden, die uns noch umfangen. 2. Hier, ach hier ist auch das beste Leben immer noch mit Sorg' und Furcht umges ben. Was wir hier kennen, ist noch kein vollkommnes Glück zu nennen. 4. Ja, stille will ich Gott vertrau'n, auf seine gute Fühs rung schau'n, und geh'n auf seinen Wegen. Einst schwingt mein Geist sich auch empor; ich finde, was ich hier verlor; mein Freund fliegt mir entgegen. 3. Ihr hingegen ruht in sicherm Frieden, der euch nach dem Kampfe ward beschieden. Nicht Schmerz und Leiden stort den Geist in seinen Hims melsfreuden. 5. Du, Seliger, wirst vor mir steh'n, dich werd' ich fröhlich wieder seh'n. O freudens volle Stunde! Ich fliege deis nen Armen zu, unsterblich ich, unsterblich du, zum neuen Freundschaftsbunde. 6. Dann schau' und bet' ich an mit dir; Ein Herz und Sees le, fingen wir vom Segen uns frer Leiden, und von des Glaus bens großem Lohn. Schon dank' ich Gott, und fühle schon des Himmels hohe Freuden. 7. Gedanke der Unsterblich, teit, erheitre jede Dunkelheit, und stärk' mich, wann ich wan, Andenken an Vollens dete. 4. Abgetrocknet find all' eure Thränen, ihr genießt schon, wornach wir uns sehnen; ihr hört und sehet, was des Mens schen Geist hier nicht verstehet. 5. wer wollte denn nicht fröhlich sterben, und statt Erdenglücks den Himmel ers ben? Wer wollt' in Zeiten sich auf diesen Wechsel nicht bereiten? 6. Hilf uns, Vater, ernsts lich darnach streben! Führ' uns gnädig zu dem höhern Leben, wo deine Frommen erfi In besondern Zeiten und Lagen. zur vollen Ruh' und Freude kommen! Mel. Freu' dich sehr, o meine 2c. 772. R uhen sie in Gots tes Frieden, sie, die, hier be grüßet kaum, frühe schon hins über schieden, aus des Lebens Morgentraum; und die erst nach langer Qual aus der Erde dunkelm Thal mit zerrisnem Herzen schieden. All', ihr Seelen, ruht im Frieden! 2. Die nach Irdischem nicht strebten, ew'ges Glück in Hoff nung sah'n, treu der ernsten Pflicht nur lebten, trotz der dornenvollen Bahn; und, wie groß das Opfer war, freudig ihr es brachten dar; ungern d'rum vom Wirken schieden; Mel. Befiehl du deine Wege zc. ruhet, ruhet sanft, ihr Mü: 773. W ir denken, Gott, der Lieben, die frei von Sors gen ruh'n. Wir sind zurücks geblieben; sie sind in Frieden nun. Sie hörten unsre Klage, sie theilten unser Leid; sie has ben froher Tage sich oft mit uns gefreut. - 525 5. Alle Geister, die voll Klarheit, streitend für das Heiligthum, wurden Märtyrer der Wahrheit, suchend nicht des Streitens Ruhm; die, auf ihrem Pfad im Licht, hin sich opferten der Pflicht, und als Sieger Gottes schieden; ruht, ihr Kämpfer, ruht im Fries den! 3. Die sich still nach Liebe sehnten, wie der Mensch dem Menschen gibt, einsam ihren Pfad bethranten, ach, verkannt und ungeliebt; und von deren treuer Hand kaum Ein Herz den Druck verstand, die doch lies bend, segnend schieden; ruht, ihr Dulder, ruht im Frieden! 4. Die nicht Glück, nicht Ruhe kannten, auf des Kams pfes offnem Feld, aber Muth und Stärke sandten in die tiefentschlafne Welt; die die Geister aufgeweckt, nie durch Menschenfurcht geschreckt; die noch warnend, mahnend schies den; ruht, ihr Frommen, ruht im Frieden! 6. Ruht auch ihr, o theure Seelen, die ihr meiner Tage Glück, bei des Lebens Drang und Qualen, trugt in eurer Liebe Blick! Dort noch, in des Vaters Reich, mit euch selig, dank' ich's euch! Ach, daß ihr dahin geschieden!- Ruht in Gottes heil'gem Frieden! 2. D Gott, das ist vergans gen! Was irdisch ist, vergeht; doch inniges Verlangen nach ihrem Glück besteht. Gib ihs nen Wohlergehen in deiner bess sern Welt; laß uns fie wieders sehen, wann unsre Hülle fällt. 3. Ihr Loos ist nun gefals len; du, Herr, verwirfst sie nicht. Wo nun die Lieben wallen, ist Friede, Recht und Licht. Wir wollen würdig hans deln; nicht lang ist unsre In besondern Zeiten und Lagen. 520 Bahn: wans beln wir, ihnen gleich, hinan. 775. Still, o Seele, Mel. Deine Schöpfung, Erd' und 2c. 4. Der Geist entflieht der Hülle, die sich zum Grabe neigt, wann zu der Wonne Fülle er siegreich aufwärts steigt. Die Guten blicken nies der; wir seh'n im reinern Licht euch, die wir lieben, wieder, und trennen dann uns nicht! Gott erscheinet! Mein Auge hat bald ausgeweinet; der Himmel öffnet sich vor mir. Gottes Engel steigen nieder! Bald werd' ich nun, verklärte Brüder, an Gottes Throne steh'n, wie ihr. Mein Leben endet schon; bald ist es ganz entfloh'n: doch ein höhers, Gott, wartet mein; unsterbs lich seyn soll ich, soll ewig dein mich freu'n. 2. Welt und Sünde sind bezwungen; bald ist der hohe Lohn errungen, der nach dem Sieg den Streiter krönt. Matt am schweren Pilgerstabe sehnt ich mich oft nach Ruh' im Grabe, wie sich nach Rub' der Wandrer sehnt. Heil mir! Halleluja! Ich bin dem Ziele nah'; von der Hülle der Sterblichkeit nun bald befreit, schwing' ich mich über Welt und Zeit. 5.D stille, Herr, dieß Seh, nen nach Unvergånglichkeit; so trocknen unsre Thränen, so schwindet unser Leid. Wir wollen dir auf Erden mit fe ster Hoffnung trau'n, und reis nes Herzens werden, um ewig dich zu schau'n. Der sterbende Chrift. Mel. Ermunt're dich mein schwas cher 2c. 774. Gott, fine deinen Halleluja! ott, öffne deinen Himmel mir! Es nah'n die letten Stunden. Bald steigt mein Geist empor zu dir, bald bab' ich überwunden. Bald tröstet mich, nach Schmerz und Leid, des höhern Lebens Herrs lichkeit. Ich sterbe hier auf Ers den, um selig dort zu werden. 2. Herr, meine Seel em pfehl' ich dir in deine Vaters hånde. Sey gnädig, Gott, mein Vater, mir, und mache fanft mein Ende! Du, der mich für den Himmel schuf, ich hore deiner Stimme Ruf, und will mit Ruh' und Freuden von dieser Erde scheiden. 3. Gott, mein Heil und mein Vertrauen, du führst vom Glauben mich zum Schauen: Dank dir! mir ist der Tod Gewinn. Wer, wer winkt mir dort am Throne? Weß ist die hohe Siegeskrone? Ich eile zu dem Throne hin. Wie wird mir? Wie entstellt sinkt unter mir die Welt! Bald, bald seh' ich von Angesicht zu Angesicht in deinem Lichte, Gott, das Licht. - Register. NB. Die Lieder sind nach den Numern, nicht nach der Seitenzahl, bezeichnet. 20 Ach, abermal bin ich Ach, daß fie bald der Ach, Gott, vom Ach, Gott, wie unbemerkt Ach hier nicht mehr, Ach, sieh ihn dulden, Ach, so soll denn Alles Ach, wiederum ein Jahr Ach, wie ist der Ach, wird denn dein Heltern, weinet auf das Allein Gott in der Alle Menschen müssen Aller meiner Brüder Alles hast du mir Alles ist an deinem Alles rühmt des Alles, was ich bin und Auf Christi Himmelfahrt 143 Auf Erden Wahrheit 373 207 Auferstanden, auferstanden 123 Aufersteh'n, ja 450 465 Auf euch wird Gottes 242 518 144 Auf Gott, und nicht Auf, Jesu Jünger, Aufrichtig, redlich, 769 Auf, und dankt dem 83 645 266 76 Ausgerungen hast du B. 111 516 208 252 Bald müssen wir oft Barmherziger, wie 170 389 714 770 Befiehl du deine Wege Befördre, Herr, mein 514 Beginnt ein Lied voll 517 Beglücke meine Reise; Beglückt, beglückt ist, Begrabt den Leib in 317 640 Allgewaltiger! Allgegenw. 318 Algütiger, mein Aliebender, du schufft Allmächtiger, ich hebe Allmächtig großer Allwissender, ich will Als in der Krankheit Also hat Gott die Welt Amen! Lob und Preis Am Kreuz erblaßt, Anbetung, Preis und An deine Leiden denken An deinem Thron, 2n dir allein, an dir An dir, an dir, Gott, Auch diesen Tag hab' Auch noch im späten Auf, Christen, laßt 478 642 311 650 701 340 399 758 55 122 110 363 84 12 Betet an, ihr Menschen, Betet an, laßt uns Bewahre meinen Bewahre mich, Herr, Bis hieher halfft du Blick herab aus deinen 527 750 435 246 96 Beim theuren Namen. 687 Bekenner Jesu, werdet Bereite dich, o Christ, Berufen hast du mich, Besitz' ich nur ein Bestimme meinem Bring', Seele, Preis Bringt Ehre Gott, Bringt Preis und C. 400 175 726 672 Chrift, aus deinem 364 Chrift, eile nie mit 766 761 519 641 365 101 684 436 581 319 320 496 418 37 227 124 273 125 610 224 528 Chrift, gedenk' an Christ lag in Christus, der ist mein Register. 617 Dich, Höchster, preifen 120 Dich, Jesum, laff ich 451 Dich lieb' ich, Gott, Da hat sie sich Dank dir, Erhalter Das Amt der Lehrer Daß ich das Böse nie Daß ich in deiner Daß stets noch Christen Deines Gottes freue Dein Heil, o Christ, Dein ist das Licht, Dein Wort, o Höchster, Dem finstern Erdkreis Dem Herrn will ich Dich preisen, Herr, 702 Dich seh' ich wieder 751 Dich will ich lieben, 695 Die auf der Erde 632 Die Bahn ist rauh, 195 Die Ehe soll uns 664 Die Feinde deines 437 Die Himmel preisen 545 Die Himmel rühmen 696 391 81 520 Dem Menschen, Schöpfer, 348 Den Herrn, der an 611 Der du auf Erden 374 Der du dein Wort Der du die Liebe 392 623 156 493 Die Hoffnung naher Die ihr beglückt mit Die ihr seine Laufbahn Die Kinder, deren Die Lust zum Bösen Die Sonne schmücket Die Sonne sinket 190 596 587 479 22 552 504 13 703 553 453 535 674 384 186 299 480 676 228 677 358 Die Stunden weiser Die Woche gehet Dieß ist das freudenvolle 185 Dieß ist der Tag, den Dieß ist der Tag, zum 662 Dieß sind die heil'gen 102 Dir bleibe, Herr, 262 Dir dank' ich heute für Dir, dir, Jehova, will Dir, höchster Herr und Dir immer ähnlicher 735 Dir, unserm Gott, sey 293 7 Der du, Gott, an uns Der du, o Gott, mein Der du selbst die Der du so gern uns Der du, voll Schmach Der du vom Himmel Der Herr ist Gott! Singt 21 Der Herr ist Gott, und 280 Der Herr ist in den Der hohe Himmel Der lette meiner Der Morgen kommt, Der Tag ist wieder Der Thron der Der unsre Menschheit Der wahren Christen Der Welten Herrscher, Der Wollust Reiz zu Des Leibes warten und Des Todes Grau'n, des Dich bet' ich an, Dich, Gott, dich preisen 656 276 521 452 Dir, Vater, dankt mein 157 712 Dir, Vater, Dank und 715 Du bester Trost der 189 Du bist ein Mensch, 471 Du bist, o Gott, 612 Du bist's, dem Ruhm Du, dem wir unsre Du denkest in der Du, der kein Böses 305 23 158 103 359 85 Du, der Menschen Heil Du, dessen Herz voll 272 Du, deß sich alle 126 36 330 716 699 729 127 56 14 390 261 742 546 256 508 38 Du Register. Du gabst, o Gott, der 598 Du Gott, du bist der 67 Du, Gott, hast mich so 512 Du gründest, Allgewaltiger 689 Du hast es mir gegeben 754 Du hast, gekrönt mit 145 Du hast, o gnadenreicher 277 Du, Herr, bist meine Du klagft, o Christ, in Du klagst, und fühlest Du liebst, o Gott, Du sagst: ich bin ein Du, Schöpfer, hast Du, Vater deiner Du vertheilst der Du, welchen keine Du willst es, Herr, Eifrig sey und fest Eilend rückt mein Tod Eilt kurze Tage meines Ein' feste Burg ist Ein Herz, o Gott, in Einsam bin ich; tiefe Ein Sterbender ringt, Einst reift die Saat: Ein Tag des Kummers Entehre nicht, o Christ, Entfernet euch, unsel'ge Entschwinge dich, mein Erbarm' dich, Herr, Erforsche mich, erfahr' Erfreuender Gedanke: Erhabner Gott, wir Erhalt uns, Herr, bei Erhalt uns, Herr. die Erhebe dich, mein Erhebt den Herrn, ihr Erheb' uns zu dir, du, Erhöre, Vater, unfer Erinnre dich, mein Er ist erstanden aus 522 613 605 643 505 682 419 Es ist ein Gott! 752 Es ist noch eine Ruh' 529 88 57 Er lebt! D Freudenwort! 130 Erlöser, sieh, ich falle Ermuntre dich, mein Ermuntre, Seele, dich Erscheine meinem Geist, Ertonet, Freudenlieder, 741 Erwache, Sohn der 568 420 375 Erzeig' an mir, Erbarmer, 209 Es bauet, Gott, auf 734 Es eilt der letzte von 583 Es ist dein Wille, 755 281 481 438 537 401 760 Es ist vollbracht! ruft 565 Es kam die gnadenvolle Es kommt ein neues Es ist vollbracht, das Opfer für 597 472 582 Es lebt ein Gott, der Es schuf die ew'ge Es soll, Herr, unser Es stromen unsre 383 Es war noch keine 536 Es werde Gott von 717 Es woll' uns Gott 762 Es züchtigt deine Hand, Ewig, ewig bin ich Ewig sey dir Lob 466 727 606 87 321 F. Feierlich vereinigt Feiern laßt uns diese Fern sey mein Leben Fern vom Ziel, Freiheit gabst du 176 Freude sey des 322 47 184 Freue dich, o meine 257 Fröhlich laßt uns Gott Frohlockt dem Herrn! Froh versammelt sind Führer zur Vollkommens heit, 128 Für deinen Himmel 129 Für unsern Nächsten 1 199 54 112 113 58 79 282 351 279 439 323 341 8 267 196 59 229 131 644 421 352 80 454 60 132 15 376 767 663 Register. 530 021 dias 3.70 Gedanke, der uns Geist des Herrn, der Geist vom Vater und Gelobet seyst du, Jesu Gelobt, gelobt sey Geweiht zum Christenth. Gib, Gott, dem Lehrer Gib, Gott, wenn ich dir Gib mir, o Gott, ein Gott, aus deinen Gott, aus deffen Gnadenf. 402 Gott, deine Gnade 410 177 500 Halte dich nicht länger Halt im Gedächtniß Hebt das Herz! hebt 691 Heil'ger Bund der 718 Heilig, heilig ist das 692 Heilig, heilig sey der 704 Heilig sey des Menschen 635 178 Heilig sey uns dieser 680 Helft Gottes Huld 210 Herr, allerhöchster 200 Herr, deine Allmacht 300 Herr, deines Lebens 455 Herr, dein Gebot 211 70 739 Gott, deine Güte reicht Gott, deinen heiligen Gott, deinen weisen Gott, deine weise Macht 331 Gott, der du Herzenskenner 499 Gott, der du unsre Gott der Ordnung, Gott der Tage, Gott Gott, der zum Segen Gott des Himmels Gott, dir gefällt kein Gott, du hast mir viel Gott, endlich wachet Gottes Gnade sey mit Gott, grenzenlos, Gott hab' ich Alles Gott hat in trüben Gott, puf mir, daß ich Gott, ich will mich Gott ist getreu! Sein Gott ist mein Hort, Gott ist mein Lied! Gott ist's, der das Gott lebet noch! Ich Gott, mein Trost und Gott, mit allen seinen Gott, öffne deinen Gott ruft der Sonn' Gott sey Dank in aller Gott sev gelobet und 301 366 Gott sey mit dir! Gott sey Preis und 159 Gott sorgt für Alle, 160 Gott, unser frohern 54 Gott, von großer 133 Gott, vor dessen 192 264 502 624 24 Gott, welch ein Kampf Gott, welche Langmuth Gott, wie du bist, so Gott will, wir sollen Gott winkt: so stürzen Grab meines Herrn, Groß ist, ihr Äeltern, 39 Groß wird des Sünders 509 Gut und heilig ist dein H. 685 763 333 274 738 306 360 315 290 589 114 678 473 510 25 221 259 675 651 222 511 719 660 749 Herr, der du mir das 403 Herr, der du sterbend 404 Herr, dessen Vaterhuld 590 308 Herr, du erforschest 393 Herr, du wollst uns 332 Herr, es ist von 592 Herr Gott, dich loben 523 Herr, ich bin dein 524 Herr Jesu Christ, du 68 Herr, laß nach eitler 774 Herr, lehre mich gewissens haft 60 48 Herr, lehr' mich thun 219 Herr, mache meine 294 225 720 20 474 212 599 600 40 538 Register. 394 Ich komme vor bein 659 Ich lobe, Herr, und 411 Ich preife dich, o herr, Ich schäme mich des Ich finge dir mit Herz Ich soll zum Leben Ich steh' voll Dank 648 Herr, mein Licht, Herr, mein Versöhner, Herr, ohne Glauben Herr, segne mein Herr, stärke mich, dein Herr, unser Gott, auf 89 260 Herr, unser Gott, wir bitten 698 385 Herr, unser Hort, dein Herr, vor deinem Herr, wir singen deiner Herrscher, dir, der Heut' öffnet sich die Hier bin ich, Herr, Hier bin ich, Jesu, zu Hilf, Gott, daß ich den Hilf mir, mein Gott, Hin an dein Kreuz zu Hoch über mir dein Hochster, denk' ich an Höchster Herrscher, du Hochster Tröster, komm J. Ja, Gott, hör' uns, Ja, Tag des Herrn, Ja, zur Stille will ich Ich armer Mensch, ich Ich bebe nicht vor Ich bin des festen, Ich bin erlöst! Ich bin getauft nach Ich bin, und Dank Ich bin zur Ewigkeit Ich blicke prüfend hin Ich erhebe mein Ich fleh', Allliebender, Ich freue meines Lebens Ich freue mich, mein Ich glaube, Vater, Ich hab' in Gottes Ich hab' in guten Ich hab', o Gott, mir Ich fam aus meiner Ich komme, Herr, und 2 367 694 71 72 230 531 41 303 223 412 27 424 232 356 744 ch sterbe nicht; es Ich trete vor dein Ich weiß, an wem mein 413 Ich weiß, daß Gott ist; Ich weiß, mein Gott, Ich will danken und 283 42 334 233 457 26 10 234 554 555 ch will den Bund mit 637 Ich will dich noch im 422 Ich will, mein Gott, 104 Jehova, Jehova, 342 Jesu, Freund der 405 Jesu, meine Freude, 683 Jefum ewig zu 161 Jesus Christus, unser Heiland, der den Jesus Christus, unser Heiland, der von Jesus, Jesus ist 213 Jesus ist gekommen! 456 Jesus lebt, mit ihm 665 Jesus, meine 115 Jesus nimmt die 197 Jesus wird einst 201 16 575 135 136 215 482 347 618 355 Jest leb' ich; ob ich Immer will ich frei In allen meinen 626 406 525 574 214 In deiner Liebe, Gott, 668 In deiner Stärke freue 324 In Gottes Rath 191 458 506 In Morgenroth gekleidet, 705 171 Ist dieß unser Ziel? K. 247 525 539 Keine Liebe gleicht der 423 Kein Lehrer ist dir, Klag' nicht, mein 746 231 Komm, Geift des 121 220 134 61 681 374 617 263 Register. 532 Komm, Gott, Schöpfer, 153 154 Komm, heiliger Geist, Komm nur, geliebter Komm, o Geist, von Kommst du, Jesu, Kommt, kommt, den Kommt, laßt uns Gott Tap 450 162 lobsingen, Kommt, laßt uns Gott und 736 Kommt mit Dank vor 368 Kommt, und laßt uns beten! Kommt, und laßt uns 547 Jesu Lehren, nad 425 2. Laß deinen Geist mich Laß meines Nächsten Laß mich des Menschen Laß mich doch nicht, o Laß mich, o Gott, die Laß mir die Feier Laßt dankbar uns die Laßt das Vollendungsfest Laßt dem Schöpfer Laßt mich weinen! Laßt uns, dem Vater 49 325 90 633 343 601 626 91 697 146 M. Mache dich, mein Mein bester Trost in Mein eignes Leben Meine Lebenszeit Meinen Jesum laff Mein Erldser, Gottes Mein erst Gefühl sey Mein ganzer Geist, Mein Glaub' ist meines Mein Gott, du wohnst Mein Gott, nun ist es Mein Gott, zu dem ich Mein Heiland lebt, und Mein Heiland, sieh, im Mein Hort ist Gott, Mein Jesus ist ein Mein Leben steht in Mein Loos in dieser Mein Vater, o wie Menschen, euer Leben Menschenfreund, nach Menschen weise zu Mich selbst muß ich Mir nach, spricht Mit diesem Tag geht 350 764 316 Mit dir geh' ich an 235 Mit Freuden laßt uns Last uns den Bund Laßt uns mit ehrfurchtsv. 62 Mit fröhlichem Lehr', o Gott, mich Lernt den theuren Liebster Jefu, wir sind Liegt Gottes Beifall Lobe den Herren, den Lob sey Gott, der den Lobsinge, meine Seele, Lobsinget Gott, Dank, Lobsinget Gott, und 312 Lobsingt dem Mächtigen, 29 Lobfingt! denn Gottes Lobfingt! Gott hat sein Lobt den Hochsten! Pobt Gott, ihr Christen, 571 Mit heil'gem Schauer Mit reinem Glanz Mitten unter deinen 82 3 578 548 636 619 556 187 50 138 63 Nach tief gefühltem 92 706 483 441 494 707 216 139 369 527 407 460 607 198 584 627 679 572 378 77 593 73 313 326 737 97 440 Mitten unter Wunderkreise 354 28 Mittler, schau' auf sie 730 Mit welchem Dank, 137 Mit welcher Zunge, 202 172 759 105 N. Nach einer Prüfung 484 Nach einer schmerzensvoll. 713 Nach Gottes weisheitsv. 686 Nach meiner Seele 569 116 Register. Naht mit Andacht im Nein, murren will ich Nicht, daß ich's schon Nicht mehr, als meine Nicht mürrisch, finster, Nicht um ein flüchtig Nicht um Reichthum, Nie bist du, Höchster, Nie kann ich meines Nie will ich wieder Nimm hin den Dank Nirgends ist Genuß Noch läßt der Herr Noch immer wechseln Noch nie hast du dein Noch schauen wir im Noch wallen wir im Nun bitten wir den Nun bringen wir den Nun danket Alle, bringet Nun danket Alle Gott Nun ist die Leidenss stunde! Nun ist es Alles wohl Nur Einer, nur der Obschon des Geistes O daß ich rein're Lippen O daß von meinen O du, den keine Sprache O du, der bis zum Oft klagt dein Herz, Oft noch will mein D Geist, den Jesu Geist des Lichts, O Golgatha, zu deinen O Gott, den Erd' und D Gott, du bist die D Gott, du frommer D Gott, ein furchtbar O heil'ger Geist, kehr' D Herr, mein Gott, Jesu, Licht und 236 O Jesu, wahrer Frömmig. feit 753 579 D Lamm Gottes, im 756 Staube 654 Lamm Gottes, uns 163 schuldig, 43 liebster Jesu, was 295 stimm' auch du mit 335 661 239 485 708 336 309 361 155 248 30 31 615 117 288 Tag, der uns des Vater, send' uns Vater, sieh auf uns 486 O wie selig send ihr wie unaussprechlich zeuch mich, Heiliger, 346 32 585 245 237 426 was wären meine welch ein Glück, bei welch ein Segen ist P. Preis dem Todesübers winder! 671 welch ein unschätzbares 576 Welt, sieh hier dein Preis dir, dem Heiligen! Preis dir, du hast aus Preis, Ehr' und Dank, Preis ihm, er schuf, Preist, Christen, mit Preist den Allgütigen, D. 533 Quelle der Vollkommens heiten, R. 414 164 Reichthum ist des 395 Reifist nunmehr der 106 Reiß dich los, mein 344 Neu'voll nah' ich mich 515 Richte nicht mit bittrer 44 Ruhen fie in Gottes 270 Ruhe sanft hier, wo 165 337 Sie deine Thränensaat, 386 Såh' ich der Dinge 379 93 94 99 64 166 4 180 670 673 107 771 487 17 140 307 240 557 173 183 51 507 602 732 488 217 638 772 254 540 623 Register. 534 570 249 So hoff' ich denn mit So Jemand spricht: Ich So lang ihr auf der 747 Soll dein verderbtes Herz 608 Sollten Menschen, 226 Sollt' ich den beneiden 74 Sollt' ich jetzt noch, da Sollt' ich meinem Gott 743 Sorg' und Klage füllt So sinke denn in's 442 Sanft und ruhig sey Schaffet, schaffet, Mens schenkinder, Schau' hin in die Scheint dir freudenleer Schicke dich, erlöste Schnell eilen Jahr' auf Schöpfer der erschaffs nen Heere, Schon hier lebt selig Schon ist der Tag von Schuf mich Gott für Schweiget, bange Schwer drückt der Schwer ist der Kampf! Schwingt, heilige Ges danken, Schwing' zu deinem Segne fie, die dir, Seh' ich erstaunt der Seh'n wir nur Trubsal 268 475 Stiller Friede sinket Still, niedrig, ohne 357 415 Still, o Seele, Gott T. 573 Tausend Jahre sind 757 Theuer, wie mein eignes 284 Tiefe Trauer eint uns Triumph! ihr Himmel 416 203 338 18 Seht, aus des Himmels Seht, welch ein Selig find des Himmels Selig find die, welche Selig, wer mit stillem Seyd barmherzig, Sey Gott getreu, halt Sen heilig mir, Vers schwiegenheit, Sey Lob und Ehr' dem Sen uns gesegnet, Tag Sie eilt, sie kommt, Siegreich stand mein Sieh diese jungen Sieh, Seele, hinter Sieh uns betend, Gott, Sieb uns versammelt, Sie starb, ach starb Singt unserm Gott So fliehen unsre Tage So hab' ich, Gott, Sohn Gottes und des 528 666 515 417 629 647 33 5 52 141 204 748 193 205 396 630 652 559 35 740 768 723 380 775 147 Trockne deines Jammers 251 427 Tugend ist der Seele 11. Ueber aller Himmel 100 443 Um als ein Chrift zu 461 Um Erbarmen flehen Um Gnade für die Umsonst ist's, daß ich Umsonst, umsonst vers hüllst du Unendlicher, den keine Unendlicher, wer zählt Unerforschlich sey mir Unser Wandel ist im Uns schuf Ein Gott; Unwiederbringlich schnell Urquell aller Seligkeiten, V. 75 631 250 148 428 271 108 218 296 291 328 600 489 657 728 45 700 Vater, dir sey Preis 11 765 Vater, heilig mecht' ich 429 34 Vater, mach' uns fromm 78 721 Vater, meine Seele 722 Vater unser im Himmels. 444 558 reich), 544 Register. 649 142 Vereinigt laßt uns Vergeßt die Leiden Verleih' uns Frieden Vollendet freudig Vollendet ist dein Voller Ehrfurcht, Vom heiligen Gefühl Vom Himmel kommt Von dem Grab stand Von dir, der meine Von dir, du Gott der Von dir, Gott, find Von dir in diese Welt Von Gottes Throne Von Gott will ich Vorbild wahrer Mens schenliebe, Vor dir, o Gott, fich W. Wach' auf, mein Herz, Wachet auf! ruft einst Wachet auf vom Wann einst in meinem Wann einst mein sters bend Auge Weicht, ihr Berge, Weit um mich her ist 269 Welche Stimme spricht 149 Welch Glück, o Jesu, 150 Welch hohes Beiſpiel 238 Wenn auch Widerwärtigs keiten 188 467 65 Wenn Christus seine Wenn der Schöpfer Wenn du durch Widers 634 243 wärtigkeit 244 566 167 529 Wenn hier in dieser Wenn ich auf Gottes Wegen wanke Wenn ich mich ganz ganz Wenn ich mit Freuden Wenn ich, o Gott, von Wenn ich, o Schöpfer, Wenn Menschen streben, Wenn mich die Sünden 709 476 468 Wenn oft in feierlicher Wenn oft zu jener Wenn sich, o Gott, Wenn uns dein Auge Wenn uns, o Gott, 469 581 497 462 710 Wen wird, o Gott, die Wann ich einst von Wann ich vor meinen Warum erbebst du, Warum sollt' ich mich Was Gott thut, das Was hilft es mir, ein Was ich nur Gutes Was ist mein Leben Was ist mein Stand, Was ist mein zeitlich Was ist's, daß ich mich Was mein Gott will, Was Menschen frånket, 655 Was sorgst du ångstlich 620 Weg von Allem, was Weh' dem, der im Falten Weh' dem, der läugnet, Weiche, Todesschrecken, 549 Wer bin ich, Gott, vor 470 Wer bin ich? welche 530 Wer gehorcht, der thu's 531 Wer gleicht dir, Gott? 430 Wer, Gott, bei deinem 503 Wer Gottes Wege 541 Wer Gottes Wort nicht 567 Wer hat den Glauben, 588 Wer herrscht, wer 532 533 Wer ist dir gleich, du Wer ist gut, wie du, Wer kann, o Gott, wie Wer leben will, und Wer Menschen, seine Wer mit Lust und 46 688 535 310 731 353 560 382 616 387 253 542 397 477 98 639 580 327 669 109 490 491 495 278 603 431 362 564 258 292 501 445 432 433 690 289 561 304 658 653 255 534 285 Wer nur den lieben Gott 463 Wer, o mein Gott, aus 446 Register. 434 Wir glauben All' an Einen Gott, Schöpfer 621 Wir nahen uns, o 724 329 Wir sind, wenn es die 539 Wir singen hier der 408 Wo eilt ihr hin, ihr 447 Wo find' ich Gott, den 151 Wohl dem, der beffre Wohl dem, der Christo Wohl dem, der richtig Wohl dem, der seines Wohl euch, ihr Glaubis gen, wohl Wohlthätig sind der 95 536 Wer stets mit reinem Wer unter deinem Wer weiß, wie nahe Wer zählt der Engel Wie eingeschränkt ist Wie fürcht' ich mich, Wie getroft und heiter, Wie Gott belohnt, Wie, großer Dulder, Wie groß ist des Allmacht'gen Wie groß ist meine Wie groß, wie angebetet ist 370 314 563 Wie heilig ist mir 206 152 Wie herrlich, Jesu, Wie herrlich strahlt Wie mannigfaltig sind Wie mild und gütig Wie sanft seh'n wir den Wie schlägt voll Dank Wie ficher lebt der Wie sollen wir dir, Wie soll ich dich ems Pfangen, Wie fuß, o Vater, ist Wohl uns! wenn wir, 371 Wohl uns! wohl uns, Willst du der Weisheit Willst du die Buße Wir Alle, Menschenvas 591 181 448 349 Wo sind die Weisen, 622 Wo tont der Psalm, 66 53 550 345 464 Wie wichtig ist doch der Wie wird mir dann, o Wie wohl ist mir, o Willkommen, Abendstille, 725 562 Willkommen in der 194 498 409 ter, bringen 182 Wir danken dir, Herr 118 Wir danken freudig 36 Wir denken, Gott, der 773 Wir glauben All' an Einen Gott, Herrn Wohlzuthun und Wo ist ein solcher Gott, Wort, von Gott 174 3. Beige dich uns ohne 3u deinem Preis und 3u dir erhebt mein 3u dir, o Gott, das 3u dir, Unendlicher 3u Gott, o Seele, 3um Fleiße ward das Leben Zum Himmel schauen 3um Trost in meinen Kümmernissen, 3ur Arbeit, nicht zum Zur Grabesrul)' entschlies fest du, 169 241 693 19 586 286 604 388 646 745 449 543 265 667 372 398 297 302 6 711 287 551 275 298 594 492 577 595 119 Anhang von Gebeten. Morgengebet auf alle Tage in der Woche. ott, Schöpfer und Herr Himmels und der Erden, barm, herziger Wohlthäter und Vater der Menschen, dich bete ich als den Urheber und Erhalter meines Lebens, als den Gott meines Heils, als die einige und unerschöpfliche Quelle meis ner Glückseligkeit, demüthigst an. Dir danke ich mit Freuden für mein Leben, für meine Gesundheit, für meine Kräfte, für alle geistliche und leibliche Vorzüge, die ich besitze. Dir dans ke ich insbesondere dafür, daß du mich diese Nacht geschützt, daß du alle Gefahren von mir abgewandt, daß du mich durch einen sanften Schlaf erquicket, und mir neue Kraft und neues Leben eingeflößet hast. Gott, deine Güte ist alle Morgen neu, und deine Treue ist sehr groß. Wer bin ich, daß du auch mein gedenkest, und dich meiner so väterlich annimmst? Ich bin ein Sünder, der deine heiligen Gesetze oft übertreten, der deine Wohlthaten oft gemißbraucht, der sich oft undankbar gegen dich bewiesen, und nichts als Ungnade und Strafe verdienet hat. Ja, Herr, wie könnt' ich vor dir bestehen, wenn du mit mir in's Gericht gehen wolltest? Aber du handelst nicht mit uns nach unsern Sünden, und vergiltst uns nicht nach unsern Missethaten. Noch schonest du meiner, wie ein Vater seines Sohnes schonet. Noch fährest du fort, mich zu segnen, und mir Gutes zu thun. Noch willst du mich durch Güte zur Bus Be leiten. Noch schenkest du mir Zeit und Kräfte, an meiner Besserung zu arbeiten, und meine Heiligung in deiner Furcht zu vollenden. Wie beschämet mich deine Huld und Gute, o Gott! Wie reuet es mich, daß ich dich, meinen Vater und Wohlthäter, so oft beleidiget, und dir den schuldigen Gehors sam verweigert habe! Ach, strafe mich nicht, wie ich es vers dienet habe! Sen mir gnädig in Christo, deinem Sohne, und verzeibe mir um seinetwillen alle meine Sünden. Siehe, ich 1 Morgengebet auf alle Tage in der Woche. heilige mich dir ganz und gar. Ich verabscheue das Böse, das ich bisher gethan habe, und wünsche nichts mehr, als immer beffer, immer tugendhafter und heiliger zu werden. Ich ers neure hiermit in deiner Gegenwart, o Gott, den aufrichtigen Vorsaß, alle unordentliche Begierden, die in mir aufsteigen, zu unterdrücken; alle böse Gewohnheiten, die ich noch an mir habe, zu bestreiten und mich in meinem ganzen Verhalten nicht nach dem Willen meines Fleisches, oder nach dem Beis spiele der Lasterhaften, sondern allein nach deinen guten und heiligen Geboten zu richten. Dir, meinem Schöpfer und Herrn zu gehorchen, deiner Gnade und deines Beifalls mich zu versichern, nach deinem Bilde erneuert, und dadurch deis ner seligsten Gemeinschaft fähig zu werden: dieß soll meine Ehre, mein Ruhm, meine ernstlichste Bemühung und meine Geligkeit seyn. Ja, ich schwdre es, und will es halten, daß ich die Rech te deiner Gerechtigkeit halten will. Gott, stehe mir sels ber mit deiner Gnade bei, diesen guten Vorsatz mit Treue zu erfüllen; denn ohne dich vermag ich nichts. Schenke mir deinen Geist, der mich erleuchte, reinige, und auf den Weg der Wahrheit und Tugend führe. Bewahre mich auch heute vor allen Versuchungen zur Sünde, und wenn ich versucht werde, so laß mich nicht fallen. Bewahre mich insonderheit vor den Sünden, zu denen ich am meisten geneigt bin, und die noch die größte Gewalt über mich haben. Gib, daß ich forgfältig über mich selbst wache, daß ich allen Anlaß und alle Gelegenheiten zum Bösen fliehe, und jeden sündlichen Gedans Fen, jedé unerlaubte Neigung, die in mir entstehet, unverzügs lich unterdrücke. Laß mich stets bedenken, daß du ein alliviss fender und allenthalben gegenwärtiger Gott bist. Laß diesen Gedanken mich überall begleiten, und mein Herz mit der tiefs sten Ehrfurcht gegen dich und deine Gesetze erfüllen. Laß mich oft an den Tod, an das Gericht und die Ewigkeit gedenken, und dadurch weise werden zur ewigen Seligkeit. Erfülle mich mit einer aufrichtigen Liebe gegen alle Menschen, und laß mich meinen Brüdern so nüßlich werden, als es die Fås higkeiten, die du mir verliehen, und die Umstände, in welche du mich gesetzet hast, erlauben. 2 Verleihe mir Gesundheit und Kräfte zu meinen Berufss geschäften, und begleite fie mit deinem Segen. Gib, daß ich bei meiner Arbeit mein Herz oft zu dir erhebe, deine Vors sehung in Allem, was mir begegnet, demüthig verehre, und weder dem Geize, noch der Ungerechtigkeit, noch irgend ei Morgen, und Abendgebet auf alle Tage in der Woche. 3 nem andern faster den Zugang zu meiner Seele verstatte. Dir und deiner Gnade, o Gott, empfehle ich alle Menschen. Laß das Licht deiner Offenbarung sich über alle Völker auss breiten. Wehre dem Unglauben und dem Aberglauben, und erweitere die Grenzen des Reichs der Wahrheit und der Tus gend. Segne die Landesobrigkeit, die du über uns gesetzt hast. Segne die Lehrer, und laß fie reizende Muster der wahren Weisheit, der Liebe und aller christlichen Tugenden seyn. Segne diesen Ort, dieses Land und alle Einwohner desselben. Segne insbesondere diejenigen, die du durch die Bande des Bluts und der Freundschaft mit mir verbunden hast. Gib, daß wir alle Pflichten unsers Berufs treulich erfüllen, daß wir das allgemeine Beste unserm besondern Nußen vorzies hen, und deine Ehre, und das Heil unsrer unsterblichen Sees len zum letzten Endzweck aller unsrer Bemühungen machen. Erhöre mich, Vater der Barmherzigkeit, und sey mir gnas dig um Jesu Christi willen! Amen. Abendgebet auf alle Tage in der Woche. Ich freue mich deiner Güte, o Gott, und komme mit Dans ken vor dein Angesicht. Jeder Tag, jede Stunde, jeder Aus genblick meines Lebens gibt mir neue Beweise von deiner vå terlichen Huld und Gnade, und legt mir neue Verpflichtuns gen zur Dankbarkeit und zum Gehorsam gegen dich, meinen Vater und Wohlthäter, auf. Auch heute hast du dich an mir nicht unbezeugt gelassen. Auch heute hast du mir viel Gutes gethan. Wie viele bekannte und unbekannte Gefahren und Uebel hast du durch deine gnädige Vorsehung von mir abges wandt! Vor wie vielen Sünden hast du mich Schwachen bewahret! wie viele geistliche und leibliche Wohlthaten habe ich aus deiner freigebigen Hand empfangen! Womit soll ich dir all das Gute vergelten, das du an mir gethan haft? Nimm meinen Leib und meine Seele zum Opfer hin. Sie sind dein; und deinem Dienste, deiner Verherrlichung sollen sie auf ewig geheiliget seyn. Möchte nur mein Eifer, dir zu gefallen, bes ständiger; möchte der Gehorsam, den ich dir leiste, reiner und vollkommener seyn! Aber, o mein Gott, wie weit bin ich noch von dem Ziele der christlichen Vollkommenheit entfernt! Wie vieler Nachlässigkeit und Trägheit im Guten, wie vieler Vers gehungen und Fehler muß ich mich täglich vor deinem Ange fichte anklagen! Habe ich wohl den vergangenen Tag in als len Absichten so zugebracht, wie es einem vernünftigen Gesche I* 4 Abendgebet auf alle Tage in der Woche. pfe, einem Chriften, einem Erben der zukünftigen Herrlichkeit anständig ist? habe ich in deiner Furcht gewandelt, und die Empfindung deiner Gegenwart sorgfältig in meiner Seele uns terhalten? Habe ich mir das Beispiel meines Herrn und Heis landes zum Muster der Nachahmung vorgesekt, und durch mein Verhalten bewiesen, daß ich ein Jünger und Nachfolger des demüthigen, des sanftmüthigen, des wohlthätigen und himmlischgesinnten Jesu sey? Habe ich jeden Anlaß, mich selbst zu bessern und Andes ren nüßlich zu werden, begierig ergriffen; allen Reizungen zum Etolze, zur Eitelkeit, zum Born, zur Unzufriedenheit, zur Wol, luft widerstanden, und mich sorgfältig gehütet, weder mit Ges danken und Begierden, noch mit Worten und Werken zu füns digen? Habe ich meine Zeit, meine Kräfte, meine Güter so wohl angewandt, als ich es håtte thun sollen und können? Habe ich meine Pflichten gegen dich, gegen meinen Nächsten und gegen mich selbst mit der Willigkeit, mit dem Eifer, mit der Treue erfüllet, als es deine Wohlthaten und meine Schuls digkeit von mir fordern? Bin ich in einer solchen Verfaffung, daß ich freudig sterben und mich einer seligen Ewigkeit getrös sten könnte, wenn es dir gefallen sollte, meinem irdischen Les ben in dieser Nacht ein Ende zu machen? D Gott, wie bes schämt, wie erniedrigt mich diese Prüfung! Herr, wer kann merken, wie oft er fehle? Verzeihe mir auch die verborgenen Fehler! Gehe nicht in's Gericht mit mir; denn vor dir ist fein Lebendiger gerecht! Ich bekenne dir meine Sünden und bereue sie von ganzem Herzen; ich entschließe mich, in deiner Furcht mich immer mehr von allen Befleckungen des Fleisches und des Geistes zu reinigen, und meine Heiligung zu vollens den. Stärke mich selbst, o Gott, in diesem guten Vorsaße. Stehe mir in der Ausführung desselben mächtig bei. Gib, daß ich Alles, was dir zuwider ist, hasse, und als das größte Uebel meide und fliehe. Gib, daß ich Alles, was dein heilis ger Wille von mir fordert, aufrichtig und mit Freuden thue. Gib, daß ich den morgenden Tag heiliger hinbringe, als den heutigen. Laß mich täglich an Weisheit und an Tugend wachsen, und immer mehr nach deinem Ebenbilde erneuert werden. Her ge ich Haß und Neid gegen irgend einen Menschen in meinem Herzen, so laß den Schlaf ferne von mir seyn, bis ich ihm mit Aufrichtigkeit Gutes wünsche, und ihm solches wirklich zu ers zeigen geneigt bin. Laß mich so einschlafen, wie ich zu ster. ben, und dereinst vor deinem Richterstuhle zu erscheinen wun. Morgengebet am Sonntage. 5 sche. Dein mächtiger Schutz bedecke mich und auch die Meis nigen in dieser Nacht, damit uns kein Unglück begegne, und keine Plage sich zu unsrer Wohnung nahe. Schenke mir eis nen sanften und erquickenden Schlaf. Laß mich morgen, wenn es dir gefällt, mit neuen Kräften wieder aufwachen, und gib, daß ich sie nach deinem Willen und zu deiner Ehre anwende. Tröste, barmherziger Gott, tröste meine elenden Mitbrüder, die in dieser Nacht durch Schmerzen und Krankheit, oder andre Arten des Elendes der süßen Ruhe beraubt sind, und mit Verlangen auf den Anbruch des Tages warten. Står, ke die Sterbenden, und laß sie Gnade vor dir finden. Hins dere die Werke der Finsterniß; erbarme dich der Sünder, und bekehre sie. Dir, Herr, mein Gott, übergebe ich meinen Leib und meine Seele, mein Leben und alle meine Schick, sale. Führe mich selbst bei meiner Hand, leite mich nach deinem weisen Rath, und nimm mich dereinst in deine Herrs lichkeit auf. Ich bitte dich um dieses Alles, in dem Namen und als ein Jünger Jesu Christi, unsers Mittlers und Se, ligmachers! Amen. Morgengebet am Sonntage. Gott aller Gnade und Barmherzigkeit! ich fange nun wies der eine Woche meines kurzen Lebens an, von welcher ich nicht weiß, ob ich sie noch durchleben werde. Ich bitte dich kindlich: laß diese Woche mir eine Woche der Gnade und des Segens seyn. Laß alle meine Wünsche fromm und dir gefällig; alle meine Gedanken christlich; alle meine Worte nüglich; alles mein Beten andächtig; alle meine Verrich, tungen gewissenhaft, und alles mein Thun und Lassen ge segnet seyn. Dieser Tag ist mir vorzüglich zu meiner Erbauung und zu gottseligen Uebungen gegeben. Laß mich keinen Tag der Eitelkeit und des sträflichen Müßiggangs daraus machen. Laß mich Allem ausweichen, was mich von dir, nach der Prü, fung meiner selbst und von der Ueberlegung dessen, was zu meinem Besten dient, abziehen könnte. Laß alles Beten und Singen in der Gemeine mich zur wahren Andacht ermuntern, und dein Wort, wann ich es höre oder lese, mir wichtig, aber auch so reichlich gesegnet seyn, daß ich es recht verste he, wohl zu Herzen fasse, und die ganze Woche den Gehors sam dagegen in der That zeige. Laß auch den Hausgottes. dienst bei mir und Undern wohl eingerichtet und reichlich ge 6 Abendgebet am Sonntage, u. Morgengebet am Montage. ſegnet fenn, damit die Wohlthaten der Schöpfung, der Erld, fung und der Heiligung sowohl, als die besondern Proben deis ner Fürsorge und Führung einen Eindruck machen, der seine Kraft im ganzen Leben, und seinen Segen bis in die Ewigs keit hinein offenbare. Es sen dieser Tag ein gesegneter Tag durch Jesum Christum und in seiner Gemeinschaft! Umen. Abendgebet am Sonntage. Bis hieher haft du geholfen, gnådiger Gott! Dein Name sey gelobet! Viel Nüßliches hast du mich heute aus deinem heiligen Worte wissen und aufs Neue daran erinnern lassen. Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung ist vor deinen Thron gebracht worden. Unbezeugt hast du dich nicht gelassen. Wenn ich dieses Alles überdenke, so schäme ich mich meines Kaltsinns, meiner Untreue und meiner Unbeständigkeit im Guten. Mit reuigem Herzen nehme ich meine Zuflucht zu dir, und bitte dich, erbarmender Gott! du wollest mich in Christo, deinem Sohne, zu deinem Kinde annehmen, durch deinen heiligen Geist mich zu de nem Bilde in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit erneuern, und dein heute gehörs tes Wort seine Kraft an mir beweisen lassen, damit ich ein wahrer und gesegneter Thäter desselben werde, und im Bleis ben an deinem Worte Seligkeit suche und finde. Ich bitte dich darum, und auch um deine Aufsicht, Beschirmung und Regierung in dieser Nacht. Thue uns wohl nach deiner Gnade, so wollen wir uns deiner freuen und in deiner Kraft dir dienen. Amen. Morgengebet am Montage. Ich will dich erhshen, mein Gott, du König, und deinen Namen loben immer und ewiglich. Ich will dich täglich los ben, und auch jetzt deinen Namen rühmen, daß du mich in der vergangenen Nacht unter deiner Obhut ruhig schlafen laffen, und alles Unglück gnädiglich abgewendet hast. So bewahre mich denn auch heute diesen Tag, daß mir kein Ues bel begegne, und keine Plage zu meiner Hütte sich nahe. Auf dich traue ich, laß mich nimmermehr zu Schanden werden, errette mich durch deine Gerechtigkeit, neige deine Ohren zu mir, eilend hilf mir, sen mir ein starker Fels, und eine Burg, daß du mir helfest. Denn du bist mein Fels und meine Burg, und um deines Namens willen wollest du mich leiten Morgen und Abendgebet am Montage. und führen. Thue mir kund den Weg, darauf ich gehen soll denn mich verlanget nach dir. Ich weiß, mein Gott, daß du das Herz prüfest, und Aufrichtigkeit ist dir angenehm. So reinige nun meine Seele von aller Heuchelei, und erwecke in mir eine ungefärbte Liebe zu dir und meinem Nächsten. Gib, daß ich meine Stunden nicht mit fündlichem Müßiggang zubringe, sondern stets an die Rechenschaft gedenke, die ich dir einstens für die ganze Zeit meines Lebens werde geben müssen. Mache mich demnach fertig zu fleißiger Verrichtung meines Berufs: laß mich aber auch unter der Arbeit deiner nicht vergessen, und bei meinen irdischen Geschäften den Seelenfrieden nicht vers lieren. N Gib Segen und Gedeihen zu allem meinen Vornehe men, und fördere das Werk unsrer Hände bei uns, ja das Werk unsrer Hände wollest du fördern, um deines Namens Ehre willen! Amen. Abendgebet am Montage. Herr Gott Vater, und Herr meines Lebens, es ist nun aber. mal ein Theil meines Lebens verflossen, welches du mir ges geben hast, dir darinnen zu dienen in rechtschaffener Gerechs tigkeit und Heiligkeit, die dir gefällig ist. Wenn ich aber mich selbst prüfe, so muß ich, leider! bekennen, daß ich diesen Tag nicht ohne Sünden zugebracht, sondern dich, mein froms mer Gott, vielfältig beleidiget habe. Ja, wer kann merken, wie oft er fehle? Verzeihe mir die verborgenen Fehler. Sey mir gnädig nach deiner Güte, und tilge meine Sünde nach deiner großen Barmherzigkeit. Wasche mich wohl von meis ner Missethat, und reinige mich von meiner Sünde durch das Blut Jesu Christi, deines lieben Sohnes. Erneuere mich anbei durch deines Geistes Gnadenwirkung, damit ich mich je mehr und mehr bessere, und forthin würdiglich wandle, die zu allem Gefallen, und in allen guten Werken fruchtbar sey, und in deiner Erkenntniß wachse, und mit aller Kraft ges stärket werde, nach deiner herrlichen Macht, in aller Geduld und Langmüthigkeit mit Freuden. Wache auch in dieser Nacht, voll Gnade, über mich und alle meine Angehörige. Behüte uns, wie einen Augapfel im Auge, beschirme uns unter dem Schatten deiner Flügel. Was du mir geges ben hast, das erhalte durch deine starke Hand, und bewahre uns vor Feuer, vor Diebstahl, vor Kriegsgefahr, vor unrus Morgen, und Abendgebet am Diensttage. bigem Wachen, vor Schrecken und allem Ulebel. Unter deis nem Schirme ruhe ich sicher, auch wenn ich schlafe, und meine Seele ist stille zu dir, der mir hilft; denn du bist mein Hort, meine Hülfe, mein Schuß, daß mich kein Fall stürzen wird, wie groß er ist! Amen. Morgengebet am Diensttage. Herzlich lieb hab' ich dich, Herr, meine Stärke, Herr, mein Fels, meine Burg, mein Erretter, mein Gott, mein Hort, auf den ich traue, mein Schild und Horn meines Heils, und mein Schuß. Durch deine Gnade hab' ich diesen Tag erles bet, und danke dafür deiner unendlichen Barmherzigkeit. Durch dich, Allgütiger, bin ich, was ich bin. Du bist freunds lich dem, der auf dich harret, und der Seele, die nach dir fraget. Darum will ich auch ferner deinen Namen anrufen. Erhdre meine Stimme, verbirg deine Ohren nicht vor meis nem Seufzen und Schreien. Nahe dich zu mir, und sprich zu meiner Seele: fürchte dich nicht, ich bin deine Hülfe. Stärke meinen schwachen Glauben, laß den glimmenden Docht nicht verlöschen, und das zerstoßene Rohr nicht gar zers brochen werden. Gib, daß ich deine ewige Vaterliebe recht erkenne, aber auch hinwiederum dich kindlich liebe, und um deinetwillen meinen Nächsten liebe, als mich selbst, daß ich mich der Elenden erbarme, meinen Beleidigern vergebe, und dem Frieden gegen Jedermann und der Heiligung nachjage, ohne welche Niemand dein Angesicht sehen wird. Vertreibe aus meinem Herzen alle unreine Gedanken und böse Lüfte, und regiere mich so durch deinen heiligen Geist, daß ich stets an deine Allwissenheit und Allgegenwart gedenke, Niemand Uns recht thue, sondern ein unverletztes Gewissen allenthalben vor dir und den Menschen behalte. Beschirme mich auch vor Hofs fart, und laß mich wohl bedenken, daß stolzer Muth vor dem Fall gehe. Darum will ich mich unter deine gewaltige Hand demüthigen, und mich allein auf deine Gnade verlassen. Ach! verbirg dein Antliß nicht vor mir; wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erden. Erhalte, ernähre, versorge mich und die Meinigen, bewahre uns vor allem Uebel. Gedenke meiner, mein Gott, im Besten. Ja, gedenke an uns Alle, und nimm dich unser an! Amen. Abendgebet am Diensttage. Herr, err, du bist würdig, zu nehmen Preis und Ehre und Kraft: denn du bast alle Dinge geschaffen, und durch deinen Willen Abendgebet am Diensttage, u. Morgengebet am Mittwochen. 9 haben sie das Wesen, und sind geschaffen. Deine Macht und Güte hat auch mir das Leben bis auf diese Stunde gefristet und mich mit deinen Gütern gelabet. Leben und Wohlthat hast du an mir gethan, und dein Aufsehen hat auch an diesem Tag meinen Odem bewahret. Darum danke ich dir von gans zem Herzen, und ehre deinen Namen ewiglich, denn deine Güte ist groß über mich! Desto mehr aber schmerzet mich die Menge meiner Ues bertretungen, womit ich dich, meinen Gott und Vater, heute und die ganze Zeit meines Lebens vielfältig beleidiget habe. So du willst, Herr, Sünde zurechnen, wer wird bestehen? Ach! gedenke nicht meiner Uebertretung, gedenke aber meiner nach deiner Barmherzigkeit, die du uns in Jesu Christo vers heißen hast. Erquicke meine matten Glieder durch einen fanfs ten Schlaf, damit ich morgen gesund wieder aufstehe, und noch ferner tüchtig sey, dir in meinem Leben zu dienen. So oft ich erwache, so sey dieß mein erster Gedanke, daß ich, was ich bin, durch dich bin, und ohne dich nichts vermag. Deine Güte ist ja besser, denn Leben, und ob ich in Finsterniß liege, so grauet mir doch nicht: denn du bist mein Schuß und mein gnädiger Gott. Auf dich allein verlasse ich mich, und dieses Vertrauen läßt mich nicht zu Schanden werden! Amen. Morgengebet am Mittwochen. Gott, mein Vater, durch deine Gnade trete ich aus einer dunkeln Nacht an das Licht dieses Tages, und komme im Nas men Jesu Christi vor dein Angesicht, dir zu danken, daß du mir bis hieher geholfen hast. Ach! schaffe mir ferner Beis stand in allen meinen Nöthen; denn Menschenhülfe nüset nicht. Darum harret meine Seele nur auf dich! du bist meis ne Hoffnung, mein Hort und mein Schutz, der mich nicht fals len läßt. Bei dir ist mein Heil, meine Ehre, der Fels meiner Stärke, meine Zuversicht ist auf dich. Thue aber auch zu deis nen vielen Wohlthaten noch diese hinzu, daß du meine Seele in wahrem Glauben und in der Furcht deines heiligen Nas mens bis an mein seliges Ende erhaltest, auf daß ich dein Eis genthum sey, dir lebe und dir sterbe. Stärke mich durch deine Gnade, daß ich deine heiligen Gebote halte, und an dich auf allen meinen Wegen gedenke. Du kennest mein Herz, und sies hest wohl, wie es oft den Irrweg will. Wie leicht können wir fündigen, und von deiner ebnen Bahn abweichen, da wir es selbst nicht meinen! So behüte mich nun vor schädlichem Morgen und Abendgebet am Mittwochen. Selbstbetrug, laß meinen Gang gewiß seyn in deinem Wort, und laß kein Unrecht über mich herrschen. Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz, prüfe mich, und erfahre, wie ich's meine, und siehe, ob ich auf besem Wege bin, und leite mich auf den Weg zum ewigen Glück. Gib mir Weisheit, daß ich nur das Gute wähle, und erhalte mich in dem Eis nigen, daß ich deinen Namen fürchte! Sen du, o Gott, mein Freund und treuer Rath, lenke mein Herz zu dem, was dir gefällig und zu meinem Frieden dienlich ist. Mache mich vorsichtig in allen meinen Worten und Werken, auf daß ich nicht in Irrthum und Sünde falle, und deine Gnade nicht verliere! 10 Laß mich diesen und die übrigen Tage meines Lebens in Friede und Ruhe zubringen. Gib mich nicht in den Wils len derer, die mir llebels gonnen: laß mich nicht zu Schans den werden, denn ich traue auf dich. Schlecht und Recht das behüte mich, denn ich harre dein. aller unsrer Noth! Amen. Gott erlöse uns aus Abendgebet am Mittwochen. Ich freue mich in dem Herrn, und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott, welcher an dem heutigen Tag seine Hand über mir gehalten, und mich väterlich geführet hat. du Gott alles Trostes, wie reichlich tröstest du! O Vater der Barmherzigkeit! Keine Stunde gehet vorüber, darinnen ich nicht deine Wohlthaten genieße, welche mein Mund nicht alle erzählen, ja, mein Verstand nicht alle erkennen kann. Wie theuer ist deine Güte, die du auch im Verborgenen erzeigest denen, die dich fürchten! Ach, wie unzählig vielen Leibess und Seelengefährlichkeiten ist ein Mensch ohne sein Wissen uns terworfen! Wie vielfältiges Unglück wäre mir begegnet, wenn du mich nicht geschüßzet hättest! Daß ich nun noch lebe, und heute vielem Elend entgangen bin, viel Gutes aber empfans gen habe, das hab' ich, o gütiger Vater! bloß deiner über mich waltenden Vorsehung zuzuschreiben. Du hast mich noch in keiner Noth verlassen: desto getroster will ich auch in's künfs tige auf dich hoffen, aller ängstlichen Sorgen mich entschlas gen, und alles, was mich beunruhigt, deiner Güte und dem Rath deiner Weisheit anheim stellen. Du hast mich je und je geliebet: so laß mich nun auch in dieser Nacht unter dem Schuß deiner Liebe, wie ein Kind in dem Schooß seiner Muts ter, schlafen, und morgen sammt den Meinigen gesund und fröhe Morgengebet am Donnerstage. lich zu deinem Dienst wieder erwachen. Sen mir gnådig, Gott, fen mir gnädig! Denn auf dich trauet meine Seele, und unter dem Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht. Ich lasse dich nicht, du fegnest mich denn! Amen. 11 Morgengebet am Donnerstage. Erhalter meines Les Delobet feyst du, mein Gott, daß du mich auch in der vers gangenen Nacht väterlich behütet hast. Ich lebe noch, und empfinde deine Güte. Dank sey dir, bens! Gütigster Vater, durch den ich Alles bin, laß mich heute in deinem Namen und in deiner Furcht mein Tages werk vollbringen. Laß mich den großen Zweck des gegens wärtigen Lebens niemals aus dem Gesicht verlieren, und ims mer daran denken, daß ich mich hier zur seligsten Gemeins schaft mit dir, und zum Genuß der himmlischen Güter, die mir Christus erworben hat, unter dem Beistand deines Geis stes, geschickt machen soll. Jesus lehrt mich, daß ich mich selbst verläugnen, allem Bösen entsagen, meine sündlichen Lüste, und was mich an meiner Pflicht und Glückseligkeit hindert, verachten und flies hen soll. Ich soll dem Guten nachjagen, und nicht müde werden. Ich soll nicht mir selbst leben, sondern Christus soll leben in mir. Ach, Herr, mein Gott! wer ist zu diesen Dingen ges schickt? Wie werde ich diesen wichtigen Forderungen ein Ges nüge thun können, wenn mir der kräftige Beistand deines Gets ftes fehlt? wenn du nicht selbst in mir Schwachen mächtig bist? Ach, Herr, ich erkenne mein Unvermögen, ich fühle mich deiner Gnade höchst bedürftig! Aber ich weiß auch, daß Alle, die nach Gerechtigkeit hungern und dürsten, nach beiner unwandelbaren Verheißung gesättigt werden sollen. Laß denn deinen guten Geist auch mich zu allem Gus ten beleben. Laß mir deinen Beistand zur Unterdrückung und Beherrschung aller sündlichen Leidenschaften und Lüste keinen Augenblick fehlen. Laß mich aber auch redlich allen guten Antrieben folgen, die deine Gnade heute in meinem Herzen erwecken wird. Bewahre mich vor Nachläſsigkeit im Gebet, und gib, daß ich recht aufrichtig wünsche und suche, heilig, und frei von allen bösen Gedanken und Lüften zu werden. Laß mich allen Gelegenheiten zur Sünde gewiss senhaft ausweichen, und mit meinen Augen und Ohren eis nen Bund machen, sie vor Allem zu verschließen, was mich 12 Abendgebet am Donnerstage. von dem Weg der Tugend ablocken kann. Nun denn, o mein Gott, da ich deinen Willen weiß, so verleihe mir auch die Gnade, denselben redlich zu erfüllen. Lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen; denn du bist mein Gott! dein guter Geist führe mich auf ebner Bahn! Amen. Abendgebet am Donnerstage. Gott, hore mein Gebet, und verbirg dich nicht vor meis nem Flehen, merke auf mich, und höre mich: bleibe bei mir, denn es ist Abend worden, und der Tag hat sich geneiget. Du hast heut', wie allezeit, Alles wohl gemacht: aber mein Thun ist mit vielem Bösen beflecket. Hast du Lust mit mir zu hadern, so kann ich dir auf tausend nicht eines antwors ten. Darum demüthige ich mich vor dir und bitte dich, du wollest meine Missethat vertilgen, wie eine Wolke, und meine Sünde, wie den Nebel. Heilige mich hinfort durch und durch, damit mein Geist ganz sammt Seele und Leib bes halten werde unsträflich auf die Zukunft unsers Herrn Jesu Christi. Hier ist mein Herz, nimm es hin, und bilde es nach deinem Willen. Du bist mein Schaß, so soll auch mein Herz Tag und Nacht an dir hangen. In deiner Liebe will ich einschlafen, und wann ich aufwache, bin ich noch bei dir. Laß mir dein Untlig leuchten: so muß die Nacht auch Licht um mich seyn. Denn auch Finsterniß ist nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtet wie der Tag, Finsterniß ist wie das Licht. Du bist mein Licht, mein Heil, und meines Lebens Kraft: darum will ich mich nicht fürchten, noch mir grauen lassen, sondern zuversichtlich glauben, du werdest auch in dieser Nacht mich mit deinem Schutz bedecken. Ohne deinen Wils len kann mir nichts begegnen: dein Wille aber ist allezeit gut, und auf mein Bestes gerichtet. Darum vertraue ich bir, denn ich weiß, daß du es treu mit mir meinest, und väterlich gegen mich gefinnet bist. Wer ist jemals zu Schans den worden, der auf dich gehoffet hat? Wer ist jemals vers lassen, der in deiner Furcht geblieben ist? So wende dich denn auch zu mir, stärke mich mit deiner Macht, und nimm dich meiner Seele herzlich an, daß sie nicht verderbe. Nun, ich hoffe darauf, daß du so gnädig bist, mein Herz freuet fich, daß du so gerne hilfest. Ich will dem Herrn singen, daß er so wohl an mir thut. Amen. Morgen und Abendgebet am Freitage. Morgengebet am Freitage. Gott, du bist mein Gott, früh wache ich zu dir, es dürstet meine Seele nach dir. Denn deine Güte ist vor meinen Aus gen, und deiner Barmherzigkeit hab' ich's zu danken, daß ich abermal das Tageslicht erblicket habe. Herr, was ist der Mensch, daß du dich sein so annimmst? Und des Menschen Kind, daß du ihn so achtest? Du läsfest deine Sonne aufgehen über die Bösen und über die Guten: ach! daß ich nicht unter die Zahl der Undankbaren und Boshaften gehören, und deine Langmuth nicht mißbrauchen, sondern dir, meinem Schöpfer und Erhalter, mit rechtem Ernst dienen möchte. Erhalte meis nen Gang auf deinen Fußsteigen, daß meine Tritte nicht gleis ten. Behüte meinen Mund, und bewahre meine Lippen. Bewahre mich, daß ich nicht bösen Beispielen folge, sondern meine ganze Gesinnung nach der Anweisung deines Wortes einrichte. Laß mich diesen Tag in meinem Christenthum nicht ab, sondern zunehmen. Lehre mich wachen und beten, auf daß ich nicht in Anfechtung falle, noch auf eine Thorheit ges rathe. Das gute Werk, das du in mir angefangen hast, volls führe bis an den Tag Jesu Christi, und wirke in mir beide, das Wollen und das Vollbringen dergestalt, daß ich im Glaus ben nicht schwach, und in Uebung der Gottseligkeit nicht lau werde, sondern mit Wahrheit sagen könne: ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebet in mir. Mit dem, was meine zeitliche Wohlfahrt betrifft, mache es so, wie du nach deis ner unendlichen Weisheit erkennest, daß es zu deiner Ehre und meinem Heil dienlich sey. Willst du mich durch Kreuz prüfen, so verleihe mir dazu Muth und Stärke des Glaus bens, Geduld, Gelassenheit, und die Hoffnung, daß mir durch deine Vorsehung alle Dinge zum Besten dienen müssen. Tröste mich wieder mit deiner Hülfe, und dein freudis ger Geist treibe die Traurigkeit aus meinem Herzen. Auf dich, Herr, Herr, sehen meine Augen, ich traue auf dich! Amen. 13 Abendgebet am Freitage. Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen! Heilig, heilig, heilig bist du, Herr Zebaoth! Alle Lande find deiner Ehren voll. So soll dir nun auch aus meis nem Munde ein Lob bereitet werden: meine Lippen und meine Seele, die du erlöset hast, sind fröhlich, und preisen dich 14 Abendgebet am Freitage, u. Morgengebet am Samstage. für alle deine bekannte und unbekannte Wohlthaten, welche du mir an dem heutigen Tag erzeiget haft! So sey mir fers ner gnädig, und schüßze mich auch in dieser Nacht. Laß mich mit guten Gedanken einschlafen, behüte mich vor Unglück, sende deine Engel, daß sie mich bewachen, und dein Friede regiere in meinem Herzen. Mein beschiedenes Theil Trübsal mache mir durch deine Güte erträglich, und komme auch als len andern Mühseligen und Beladenen zu Hülfe, auf daß du erquickest den Geist der Gedemüthigten, und das Herz der Berschlagenen. Wir leben in der Welt, umgeben mit unzähs ligen Gefahren: doch du kannst uns aus aller Noth erlösen, du verbirgest uns heimlich vor Jedermanns Troß. Herr! weß soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich, und bin gewiß, du verläsfest mich nicht: ja, ich werde dir noch danken, daß du meines Angesichtes Hülfe und mein Gott bist. Amen. Morgengebet am Samstage. So habe ich denn durch deine Güte, Bater im Himmel, auch den letzten Tag in der Woche erlebt! Deine Barmhers zigkeit währet von einem Tage zum andern. Du wirst nie müde, uns Gutes zu erweisen, wenn wir gleich oft so bald müde sind, dich für deine Wohlthaten zu preisen. Wie glücklich bin ich, daß ich auch noch diesen Tag ers lebt habe! Heute kann ich mich noch mehr in der Reinigkeit meines Herzens, in der Ausübung des Guten, und in einer weisen Vorbereitung auf die Ewigkeit üben. Ach, vielleicht bin ich schon oft mit größter Seelengefahr eingeschlafen, und habe deine Stimme verachtet, die mir so ernstlich zurief: Was che auf, der du schläfest; stehe auf von den Todten, so wird dich Christus erleuchten! O mein Gott, wie gut ist es für mich, daß ich noch den heutigen Tag erlebt habe! Ich bete deis ne Güte an, und freue mich des Lebens. Jede Stunde, jeder Augenblick soll mir aufs Neue wichtig seyn. Ich will eilen, und nicht säumen, deine Gebote zu halten. O könnte ich heute alles das nachholen, was ich in dieser Woche versäumt habe! Gib nur, daß dieser letzte Tag derselben nicht verloren sey. Laß mir die Kürze und Ungewißheit des menschlichen Lebens tief im Sinne liegen, und erwecke mich dadurch, jede Stuns de, die du mir gönneft, weislich zu müßen. Laß doch nicht zu, baß ich so leichtsinnig, wie so viele, lebe, und mich weder um die Anwendung der gegenwärtigen Zeit, noch um die dars Morgen und Abendgebet am Samstage. auf folgende Ewigkeit bekümmere. Deffne allen gedanken, lofen Sündern, die ihre Buße von einem Tag zum andern auf. schieben, die Augen, daß sie den Abgrund, an dem sie schwins deln, mit Schrecken wahrnehmen. Laß ihnen die schnelle Flüchtigkeit ihres kurzen und ungewissen Lebens recht fühlbar werden. Gib, daß ihnen der letzte Tag dieser Woche ein Bild von dem Ende ihrer Gnadenzeit sey, damit er auch der letzte ihres lasterhaften Lebens seyn möge. Ach, laß sie Alle dich suchen, weil du noch zu finden bist! Gib, o ewige Liebe, daß fie heute noch umkehren und bedenken, was zu ihrem Frieden dienet. 15 Sen heute, barmherziger Vater, mit deinem Segen bei mir, wie du es diese ganze Woche warest! Laß mich dem Ziele der Vollkommenheit immer näher kommen, und Alles mit Eis fer thun, was mich in deiner Furcht und in der freudigen Ausübung der Tugend erhalten und stärken kann. Möchte ich endlich auch meine Gedanken oft auf dein Grab lenken, o mein verherrlichter Erldser! An diesem Tage feiertest du auch einen Sabbath nach vielem Leiden. Möchte ich einst auch so ruhig, und mit so süßen Hoffnungen einer fröhlichen Auferstehung entschlafen! Möchte ich nicht in das Grab fins ken, bis auch ich so viel Gutes gethan habe, daß ich mich mit Freuden niederlegen, und die Verwesung nicht fürchten darf! D Herr! hilf mir zu diesem Glück, um deiner unaussprech lichen Liebe und Barmherzigkeit willen! Amen. Abendgebet am Samstage. Vater der Barmherzigkeit, der du unerschöpflich an Güte und unermüdet im Wohlthun bist,- ewiger und unendlicher Cott, wie soll ich dir danken für alles das Gute, das du mir diese Woche hindurch vom ersten bis zum leßten Augenblick erzeigt haft? Wo soll ich die Empfindungen und Worte hers nehmen, mit denen ich dein Lob nach Würde verkündigen konnte? Ich kann nichts anders sagen, als: Du bist mein Vater! du bist die Liebe! Ich aber bin unwürdig, und viel zu gering aller Barmherzigkeit und Treue, die du an mir ges than haft. Dwie viel Gutes hast du mir in dieser nun geendig, ten Woche erzeigt! Du hast mich erhalten, ernährt, mein Herz mit Speise und Freude erfüllt; so manches Unglück, was mich hätte treffen können, gnädig abgewendet; vor vies len Sünden und Versuchungen mich bewabret, mich Unter 16 Abendgebet am Samstage. richt, Stärkung und Trost aus deinem Worte schöpfen laffen; mir viele gute Gedanken und Empfindungen eingeflößt; meine Arbeit und meine Verrichtungen gesegnet, und mich deine Güte auf mannigfaltige Weise empfinden lassen. Das Alles soll mich billig zur herzlichsten Dankbarkeit erwecken, und mich beschämt machen, wenn ich mir des geringsten bors sätzlichen Undanks bewußt bin. Herr, mein Gott! ich bitte dich um den Geist des rech ten Ernstes, der mich diese Woche nicht beschließen lasse, ohne daß ich dir gefälliger sey. Möchten mir doch alle Wohlthaten, die ich dir zu danken habe, und alle meine Süns den, noch ehe ich einschlafe, wieder in den Sinn kommen, damit ich beschämt, demüthig und zerknirscht, mich deiner Ers barmung und Gnade auf's Neue versichern könne! Gib auch, o barmherziger Gott, allen andern Menschen eben diese Gesinnungen in's Herz, daß sie nicht leichtsinnigers weise in fündlicher Sicherheit einschlafen, und ihre Uebers tretungen so wie deine Wohlthaten vergessen. Ach, vielleicht ist dieß der letzte Tag in meinem Leben! Möchte dieser Gedanke nichts Schreckliches für mich haben! Möchte ich mit Freuden an das Anschauen meines Erldsers denken können! Möchte Christus mein Leben,- und Sters ben mein Gewinn seyn! Ach, Herr, Herr! daß doch einmal die Liebe dieser Welt, und dessen, was in der Welt ist, in meinem Herzen erlöschte! daß mir doch von einem Tag zum andern das Üns sichtbare und Ewige wichtiger und wünschenswürdiger würde! Eine Woche nach der andern geht. hin, wie ein Tag nach dem andern; aber ich, ich bleibe; meine Seele bleibet, und vergeht nicht. Die Zeit wird immer kürzer, die Ewigkeit immer näher für mich. Ach, laß mich doch allen Leichtsinn und alle Sündenliebe mit dieser Woche ablegen, und morgen beiliger erwachen, mit innigster Begierde, alle Gelegenheiten zu benutzen, wo ich mich erbauen kann, und alle Gnadens mittel zu gebrauchen, die mich in der Gottseligkeit stårken, damit ich das Ende meines Glaubens, der Seelen Seligkeit davon bringen möge! Amen. Selbsts Selbstprüfung vor der Beichte. Selbstprüfung vor der Beichte. Aawissender Gott, der du die Herzen der Menschen prüfest, und unsre verborgensten Gedanken besser, als wir selbst, kens nest, ich bitte dich um deinen gnädigen Beistand zu dem wichs tigen Werke der Prüfung meiner selbst. Behüte mich dabei vor Heuchelei und gefährlichem Selbstbetrug, daß ich mir meine Schwächen und Fehler nicht verhehle. Ich muß ja doch einst offenbar werden vor deinem Richterstuhle. Wie unglücklich wäre ich, wenn ich mich da erst recht kennen lernte, und meine Thorheit zu spät bereuen müßte! Liebte ich denn, stets und wie ich sollte, Gott mehr, als mich und alle andern Geschöpfe? 17 Dankte ich ihm für alle Wohlthaten, die ich aus seis ner milden Vaterhand empfing? Setzte ich vornehmlich auf ihn, nicht auf meine Geschicklichkeit, nicht auf Menschengunst oder Hülfe mein Vertrauen? Redete oder handelte ich nie wider mein Gewissen, und fürchtete ich die Menschen nicht mehr, als Gott? Habe ich an allen Orten mich vor dem allgegenwärs tigen Gott gescheuet? That ich Gottes Willen stets mit kindlicher Bereitwils ligkeit? Entehrte ich seinen heiligen Namen nie durch Fluchen und Schwören, durch Lüge oder Aberglauben? Erhob ich im Gebet oft und mit Andacht mein Herz zu ihm? Hatte ich an seinem göttlichen Worte meine Freude? Besuchte ich die heiligen Versammlungen der Christen, so oft es seyn konnte? Hörte ich das Wort des Herrn mit Aufmerksamkeit, und war ich auch ein treuer und fleißiger Thater des Worts? Habe ich den Tag des Herrn allezeit nach Gottes Wils len heilsam angewendet, und nie durch eine sündliche Ruhe, oder unnöthige Arbeit, oder allzugroße Zerstreuungen ents weiht? Suchte ich meine( Aeltern und) Vorgesetzte stets durch Hochachtung, willige Folgsamkeit und Liebe zu erfreuen? Hab' ich sie nie erzürnet, nie betrit, nie ihre Wohls thaten vergessen? Bin ich meinen Untergebenen nicht zu hart begegnet? habe ich nichts gethan oder geredet, wodurch die Glücks feligkeit irgend eines meiner Nebenmenschen gestört worden ware? Selbstprüfung vor der Beichte. Bin ich den Armen, so viel es seyn konnte, mit Wohl thaten zu Hülfe gekommen? Habe ich die Betrübten gerne getröstet? Habe ich keinen Menschen geschmäht und gelåstert? Keinen mit Troß und feindseligen Geberden betrübt? Habe ich meinen Zorn stets gemäßiget? Nie eine unerlaubte Nachgierde im Herzen unterhalten? War ich stets bereit, mich mit meinem Feinde zu vers föhnen? 18 Habe ich meinem Feinde auch Gutes gewünscht und Gutes gethan? Habe ich nicht durch Unordnung im Essen und Trinken, durch heftigen Zorn, oder durch allzuviel Arbeit meiner Ges sundheit geschadet und meinen Leib geschwächt? Habe ich alle unzüchtige Gedanken und Begierden zu unterdrücken gesucht? Gab ich mir alle Mühe, meinen Leib und meine Seele rein und unbefleckt zu erhalten? Habe ich meinem Ehegatten stets die gebührende Treue geleistet, demselben mit Liebe begegnet, und sein Wohl, wie mein eigenes, befördert? Habe ich mich nie durch irgend eine Ungerechtigkeit an dem Nächsten verfündiget? Meinen Obern und Vorgesetzten nie etwas veruntreut oder vernachläffigt? Meinen Untergebenen ihren gebührenden Lohn und ihre gebührende Kost nie versagt oder geschmälert? Nie auch den geringsten Betrug im Handel begangen? Die Wohlfahrt meines Nächsten, wie meine eigene, zu befördern gesucht? habe ich auch das Meine weislich zu Rathe gehalten, und durch Arbeit zit vermehren gesucht? War ich mit dem, was mein Gott mir gab, auch zus frieden? Bin ich nie auf eine unerlaubte Art von der Wahrs beit abgewichen? Habe ich nie zum Schaden des Nächsten eine Unwahrs beit geredet? Nie gegen meine Vorgesetzten die Wahrheit geläugnet? Nie durch besen Argwohn mich an dem Nächsten vers fündiget? Nie die Heimlichkeiten des Nächsten unbefugt und zu seinem Schaden entdeckt? Habe ich keinen Menschen je durch böse Nachreden betrübt? Selbstprüfung und Gebet vor der Beichte. 19 Nie etwa sogar vor Gericht ein falsch Beugniß gege. War ich im Reden stets vorsichtig? Habe ich nie nach den Gütern des Nächsten listig ges trachtet, sondern einem Jeden das Seine gegonnt, und die Begierde nach irdischem Gute gemäßigt? Habe ich nie durch Ehrgeiz und Hoffart mich verfüns bigt? Habe ich dir, o du treuer Heiland, der du dich für mich in den Tod gabst, für deine Liebe genugsam gedankt, meinen Leib und meine Seele dir wieder zum Opfer übergeben, mich in deiner Nachfolge geübt, dem Geist der Gnade nie muths willig widerstrebt, und überhaupt den theuren Eid gehalten, den ich dir, o Gott, in der Taufe und auch nachher öfters feierlich gethan habe? ben? Ach du barmherziger Vater! gehe nicht mit mir in's Gericht, denn ich kann dir auf Tausend nicht Eins antwors ten. Vergib mir, um deines Sohnes willen, alle meine nun erkannten, oder auch unerkannten Sünden. Schenke mir Kraft, künftig aus Liebe zu dir, durch den Beistand deines Geistes, das Böse zu meiden, und das Gute zu thun, täglich vollkommner, und endlich von aller Sünde befreit, deinem Bilde ganz ähnlich zu werden. Amen. Gebet vor der Beichte. Anwissender und allgegenwärtiger Gott, der du das Herz prüfest, und dem die Aufrichtigkeit angenehm ist! Ich bereue alle Sünden, welche ich bisher begangen habe, und bitte dich um die Vergebung derselben. Du hast ja deinen eingebors nen Sohn auch für mich leiden und sterben lassen. Ich glaube von ganzer Seele an ihn, als meinen Erlds ser. In diesem Glauben, der allein mein Herz beruhigen kann, will ich mich abermals durch den würdigen Genuß des heiligen Abendmahls stärken. O segne dieses mein Vorhas ben, und verleihe mir die Gnade, daß ich, durch den würdis gen Genuß des heiligen Gnadenmahls beruhigt, erquickt und gestärkt, dir mit neuem Eifer diene und christlich lebe! Gib, daß auch jetzt das troftvolle Wort, welches mir bein Diener in deinem Namen verkündigen wird, einen ties fen Eindruck auf meine Seele mache! Amen. 11* Beichte. Beichte. Aawissender, heiliger und gerechter Gott! der du die Her. zen der Menschen erforschest und alles Böse haffest; aber auch barmherziger Vater! der du den Tod des Sünders nicht. willst, sondern seine Besserung und Seligkeit, siehe, ich des müthige mich im Gefühle meiner Uebertretungen und Süns den vor deinem Angesichte. 20 Ach, du weißt es, und ich klage mich selbst an, daß ich oft und mannigfaltig mit Gedanken, Begierden, Worten und Werken wider deine Gebote gesündigt habe. Deine Gaben und die mir verliehenen Kräfte habe ich oft zur Sünde mißs braucht und den Weg deiner Gebote und der Tugend verlass sen und bin auf bösen Wegen gewandelt. Ich erkenne es demüthig und mit tiefer Reue, daß ich mich deines Mißfallens und deiner gedrohten Strafen das durch schuldig gemacht habe, und flehe beschämt, doch glaus bensvoll zu dir: Gott sey mir Sünder gnädig! Barmherziger Vater! Schone deines fehlenden Kindes! Handle nicht mit mir nach meiner Sünde und vergilt mir nicht nach meiner Misfethat. Du hast ja auch mich durch deinen Sohn, Jesum Chriftum, erlöst, und ihn auch für mich leiden und sterben lassen. O so laß auch mir Gnade und Vergebung widerfahren, die du durch ihn Allen verheis Ben hast, die im Glauben zu dir kommen und sich bessern. Siehe, ich gelobe dir ernstlich eine aufrichtige und beständige Besserung meines Lebens. Feierlich entsage ich allen bösen Lüften und Werken, und allen sündlichen Gewohnheiten, und es ist mein fester und heiliger Vorsatz, Sinn und Wandel nach deinem Willen einzurichten, und vor dir zu leben in Gerechtigkeit und Heiligkeit, die dir gefällig ist. Doch, Herr, ich bin ein schwacher Mensch, und ohne deine Kraft vermag ich nichts. Darum flehe ich zu dir um deinen Beistand, mein Versprechen zu erfüllen. Befestige durch deinen Geist in mir gute Gesinnungen und Entschlies Bungen. Hilf mir der Sünde Reiz besiegen. Hilf mir ein reines Herz und ein gutes Gewissen bewahren bis an's Ende meines Febens, erhalte mich treu im Glauben und in der Gottesfurcht und führe mich zur ewigen Seligkeit, wozu du mich durch Jesum Christum berufen hast. Amen. Gebet nach der Beichte. Gebet nach der Beichte. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat! Der dir alle deine Suns den vergibt, und heilet alle deine Gebrechen; der dein Leben vom Verderben errettet, und dich mit Gnade und Barmhers zigkeit krdnet! Wer vermag die Langmuth und Geduld unsers Gottes auszusprechen? Er ist der gute Vater, den des vers lornen Sohnes jammert, der ihn mit Freuden zu seinem ges liebten Kinde wieder aufnimmt, wenn er in sich geht, und mit Erkenntniß seiner begangenen Missethaten, mit Reue über dieselben, zu ihm zurück kehrt, und um Vergebung bittet. Dieß habe ich jetzt zu meinem Troste erfahren. Ich hatte mit meinen Gedanken, Worten und Werken unzählbare Sünden wider dich, meinen Herrn und Wohlthäter, begans gen. Ich kam zu dir, im festen Vertrauen zu deiner unends lichen Barmherzigkeit und zu der versöhnenden Kraft des Tos des Jesu. Ich seufzte: Bater! ich habe gesündiget vor dir; ich bin hinfort nicht mehr werth, daß ich dein Kind heiße. Vergib mir meine Schuld, Gott, mein heiliger Nichter!" 21 Ich preise dich, Gott, mein Vater und Richter! Du gabst mir in deinem Worte die tröstende väterliche Versiches rung: fürchte dich nicht, dir sind deine Sünden vergeben! Sey getroff, du sollst nicht sterben, sondern leben! Gott, Vater! Anbetung, Preis und Ehre sey dir, daß du mir, nach deiner unendlichen Barmherzigkeit, alle meine Schuld erläsfest, und in Jesu Christo Frieden mit dir schenkest! Herr Jesu Christe, mein Heiland und Fürbitter! Anbetung, Preis und Ehre sey dir, daß du die Versöhnung für meine Sünde geworden bist, und mich zur Rechten Gottes vertrittst. Ewiger, heiliger Geist Gottes! Anbetung, Preis und Ehre sey dir, daß du meinem Geifte das Zeugniß gibst, ich sey Gottes Kind! Nun habe ich Frieden im Gewissen. Nun habe ich Freudigkeit zu Gott; ich rufe mit kindlicher Zuvers sicht zu ihm das Abba, lieber Vater! Ich sage getrost: wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hie, der da gerecht machet! Wer will verdammen? Christus ist hie, der gestorben ist; ja vielmehr, der auch auferwecket ist, welcher ist zur Rechten Gottes, und vertritt uns! Hochgelobter Gott! Vater, Sohn und heiliger Geist Anbetung, Preis und Ehre sey dir, jetzt und in Ewigkeit, daß du mich so hoch begnadiget bast! Ach! wie freuet sich mein 22 Gebet vor dem Gebrauch des heiligen Abendmahls. Herz über deine unaussprechliche Wohlthätigkeit, und mein Mund frohlocket über dein großes Erbarmen. Erwecke meine Seele, daß sie dich dafür immer erhebe. Ich wäre das uns dankbarste Geschöpf, wenn ich deine Barmherzigkeit, mit der du mich zu deinem Kinde wieder angenommen, je vergessen konnte, wenn ich für die neugeschenkte Gnade dir nicht von ganzem Herzen dankbar wäre. Laß mich diese Gnade nie wieder durch vorsätzliche Sünden verlieren, sondern darin bis an mein Ende verharren. Dir übergebe ich mich auf das Neue zu deinem Dienste. Dir will ich leben, die mit einem heiligen Wandel auf Erden danken, dich einst mit verklärten Lippen ewig preisen. Amen. Gebet vor dem Gebrauch des heiligen Abendmahls. Göttlicher Erlöser, Herr Jesu Christe! du hast dein Gedächts niß der Bunder deiner Liebe gestiftet, und dein heiliges Abends mahl zum Trost und zur Glaubensstärkung für deine Verehrer angeordnet, und auch mich läsfest du noch jetzt einladen, diese feierliche Handlung gemeinschaftlich mit meinen Nebenchriften zu begehen. Wie glücklich bin ich, o Herr, daß ich dich, den einigen und vollkommenen Mittler zwischen Gott und Mens schen, daß ich deine Lehre und dein Heil kenne, daß ich dich meinen Herrn und Erlöser nennen, mich deiner feligen Ges meinschaft rühmen, und zu deinen Erlösten und Freunden zäh len darf! wie viel habe ich dir, meinem Heiland, zu dans ken! Wie unwissend, wie verderbt, wie trosftlos, wie elend würde ich ohne dich und deine Gnade seyn: wie unerträglich würde mir die Last meiner Sünden, wie fürchterlich die Er wartung der damit verdienten Strafen, wie schrecklich der Anblick des Todes und des Grabes seyn, wenn du uns nicht felbst den gnädigen Willen Gottes bekannt gemacht, wenn du dich nicht zum Opfer für unsre Sünden dahingegeben, und uns durch deinen Tod Gnade, Leben und ewige Seligkeit erworben hättest! Ja, alles Licht, das mich erleuchtet; als ler Trost, der mich erquicket; alle Hoffnung, die mich bes lebet, sind Geschenke deiner unverdienten Liebe. Wie theuer soll mir denn nicht dein Gedächtniß seyn! Würde ich nicht der undankbarste unter allen Menschen seyn, wenn ich dein vergåße; wenn ich mit Kaltsinn und Gleichgültigkeit an bich gedachte; wenn ich mich weigerte, dir die Ehre und ben Dank zu geben, die dir gebühren? Nein, göttlicher Erldser! ich folge deiner liebreichen Einladung mit Begierde Gebet bei dem Genuß des heil. Ubendmahls. 25 und mit Freude. Ich komme, mich öffentlich für deinen Junger und Verehrer zu bekennen, und es Jedermann zu sagen, daß ich es für mein Glück und meinen Ruhm halte, dein zu seyn. Ich komme, als ein mühseliger und belades ner Sünder, Ruhe für meine Seele zu suchen, und ergreife mit bußfertigem Glauben die Gnade, die du mir anbietest, und das große Heil, das du gestiftet hast. Ich komme, dir für dein Leiden und Sterben feierlich zu danken, mich dir zum Eigenthum zu weihen, und den heis ligen Vorsatz zu erneuern, nicht mehr mir selber, sondern nur dir zu leben, der du für mich gestorben und auferstanden bist. Ich komme, meine Gemeinschaft mit allen Gläubigen zu befes stigen, und mich aufs Neue zu einer aufrichtigen und brüders lichen Liebe gegen sie und alle Menschen zu verpflichten. D Herr! laß mein Vorhaben gesegnet seyn! Erlaube nicht, daß ich bloß mit den Lippen zu dir nahe, aber mit dem Herzen fern von dir sey. Sende mir dein Licht und deinen Geist, und laß den Gedanken, daß du Herzen und Nieren prüfest, alle Falsch heit und Verstellung aus meiner Seele vertreiben. Laß mich die Wunder deiner Barmherzigkeit so bedenken, daß Glaube, Liebe und Hoffnung dadurch in mir gestärkt und ich auf das kräftigste bewogen werde, die Versprechungen, die ich dir thue, mit unverbrüchlicher Treue zu halten. Amen. Gebet bei dem Genuß des heiligen Abendmahls. Herr, mein Heiland! ich komme jetzt mit einem Herzen, das fich deiner freuet und tröstet, zu deinem Abendmahl: denn es versichert mich von deiner auch für mich vollbrachten Erld, sung. Gib, daß ich es in wahrem Glauben halte, und dir für dein Leiden und Sterben mein Lebenlang in treuem Ges borsam recht dankbar seyn möge. * * Herr Jesu! du bist das Brod des Lebens. Wer zu bir kommt, den wird nicht hungern; und wer an dich glaubet, den wird nimmermehr dürsten. Mit dieser Empfindung meis ner Unwürdigkeit komme ich zu dir. Stärke und erquicke mich durch dein heiliges Mahl. Dein Mahl sey mir ein Mahl des Lebens, eine stärkende Beruhigung gegen die Menge meiner Sünden, eine Kraft zur Heiligung und Besserung meiner Seele. Nach dem heiligen Abendmahl. Unmittelbar nach dem Genuß des heiligen Abendmahls. Ich lebe; aber doch nun nicht ich, sondern Christus lebet in mir! Christus ist mein Leben. Wie selig bin ich, wenn du in mir lebest, göttlicher Heiland! Ich bin mit dir durch den Glauben vereinigt. Ich bin dein: denn du hast mich theuer erkauft. Du bist mein. Ich umfasse dich im Glauben. Niemand foll uns scheiden. Ach! laß mich dir getreu, bis in den Tod getreu verbleiben. 24 Erhebe dich, mein Geist, zu deinem Gott empor, und banke dem Herrn für seine unaussprechliche Gnade, der dich gewürdiget hat, seinen Bund auf eine so feierliche Weise mit Bir zu erneuern. Möchte ich doch, o Jesu, von nun an täglich in bankbarer Erinnerung an den erneuerten Eid der Treue- leben! Gib, daß ich das, was ich dir jetzt bei deinem Gnadenmahle angelobet habe, niemals vorsätzlich brechen, sons dern demselben auf's möglichste nachkommen moge. Laß mich dir von nun an in Heiligkeit und Gerechtigkeit dienen, bis ich dereinst nach vollendetem Pilgrimslauf in deine ewige Herrlichkeit aufgenommen werde. Dankgebet nach dem heiligen Abendmahl. Ich danke dir, Herr Jesu Christe! daß du mich durch diese heilsame Gabe deines Leibes und Blutes erquicket hast, und bitte deine Barmherzigkeit, daß du mir solches gedeihen lass sest zu einem starken Glauben an dich, und zu brünstiger Liebe gegen meinen Nächsten; zu christlicher Geduld in allen Leiden, zu schuldigem Gehorsam im Leben und Tod, der du mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes lebes und regierest immer und ewiglich. Gebet bei Donnerwettern. Gott, du allmächtiger Herr der Welt, der du große Dinge thust, im Himmel und auf Erden, Herr, mein Gott, du bist sehr herrlich, wenn du den Himmel mit schwarzen Wolken verdeckest, und aus deinem heiligen Dunkel deine Blige leuchs ten und deine Donner hören läsfest! Ich bete dich an, mein König und mein Gott! Ich ebre dich in deiner majestätischen Pracht, und freue mich, daß du babei auch die Liebe bist, und daß ich dich Vater 25 Gebete vor und nach Gewittern. nennen darf, meinen Vater, durch Jesum Chriftum. Wie groß ist deine Macht im Wetter, du Gott der Ehren! Du siehest die Erde an, so bebt sie; du rührest die Berge an, so rauchen sie. Aber wie groß ist auch deine Weisheit und Güte, welche unfrer Erde auch in Wettern wohl thut, die schwüle Luft von schädlichen Dünsten reiniget, die welkenden Gewächse erfrischet, und die schmachtenden Geschöpfe erquis cket! Herr, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast fie alle weislich geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter. Olaß mich jetzt mit kindlicher Ehrfurcht und Freude hinaufsehen nach deiner heiligen Höhe! Laß meine Andacht nicht seyn, wie das Gebet der Sünder und Heuchler, die im Wetter sclavisch zittern, aber bei heiterm Himmel dich vers geffen und deiner spotten. Ich weiß, daß du, mein Schöpfer, alle Dinge in der Welt zu Werkzeugen deiner Gerechtigkeit machen, und zum Verderben der Sünder brauchen kannst; das Sandkorn eben sowohl, als den Blitz einer Wetterwolke. Aber wenn ich nur immer fromm und gottesfürchtig wandle, und dazu gib bu mir Gnade! alsdann kann ich mich jederzeit deiner Gnade freuen, die sich unser in Christo Jesu erbarmet, und keine Lust hat am Verderben des Sünders: alsdann kann ich den Trost haben, daß ohne dich kein Haar von meinem Haupte fällt; daß ohne deinen Willen kein Vers berben meine Hütte, kein Schaden unsre Felder trifft; oder wenn du auch eine Prüfung über mich wolltest kommen lassen, daß doch Alles zu meinem Besten von dir wird gelenket werden. Hier bin ich denn, mein Vater! Mit Allem, was ich bin und habe, ergebe ich mich in deine Vaterhuld, und über. laffe mich deinem Schuß. Bewahre mich und die Meinigen und alle Menschen! Behüte die Früchte des Landes, und segne uns an Seele und Leib mit deinen Gütern. Gott, tröste uns! Laß leuch, ten dein Antlitz über uns, so genesen wir. Amen. Danksagung nach dem Ungewitter. Du, Herr, haft Großes an mir gethan, und aus Gnade den Schaden abgewendet, den dieses fürchterliche Wetter hätte anrichten können. Lob und Dank bringt unser Herz: denn von dir allein und deiner väterlichen Erbarmung kommt diese Hülfe. Stets wollen wir daran gedenken, daß du Alles gebrauchen kannst, um uns deine Macht zu unserm Unglücke fühlen zu lassen. Immer wollen wir in deiner Furcht wans 26 Morgen und Abendgebet eines Reisenden. beln, auf deine heiligen Gebote sehen, und durch deine Gnade unser Gewissen vor der Schuld muthwilliger und vorsätzlicher Günden sorgfältig bewahren. Immer wollen wir dich lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüthe. Das sind wir deiner schonenden Güte schuldig; diese christliche Gesinnung wird auch unsre Seelen mit Hoffnung, Ruhe und Muth erfüllen, wenn neue Gefahren drohen. Herr, immer sey uns deine Hülfe nahe, und deine mächtige Hand schüße uns! Amen. Morgengebet eines Reisenden. Allmächtiger Gott! du bist mit deiner unsichtbaren Kraft und Wirkung bei allen deinen Geschöpfen zugegen: du ums gibst uns an allen Orten, und siehest alle unsre Wege. Dwie tröstlich ist dieser Glaube dem, der dich fürchtet! Wie tröstlich ist es auch mir in diesem Augenblicke, daß ich, fern von den Meinigen, mich unter deinem Schuße sicher weiß! Du hältst gewiß deine Hand über mir, daß mich kein Unfall treffen wird. Wer unter dem Schutz des Höchsten ist, und unter dem Schatten des Allmächtigen wohnet, der spricht u Gott: du bist meine Zuversicht und mein Trost; meine Hülfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. In diesem festen Vertrauen zu deiner Macht und Güte( fange ich jetzt meine Reise an) setze ich denn mit getros stem Muthe meine Reise nun fort. Sey du mein Schußz wider alle Gefahr, die mir begegnen kann. Sen du auch der mächtige Schuß aller der Meinigen, die ich zurückgelassen habe; behüte sie vor Sünden und allen betrübten Zufällen. Bringe mich gesund an den Ort, an den ich kommen will. Segne meine Verrichtungen, und laß mich Alles, was ich vorhabe, in deinem Namen thun. Laß mich an allen Orten vor dir wandeln, und von Herzen fromm seyn. Dich will ich für alle diese Wohlthaten täglich loben und preisen; mein Leben zur Verherrlichung deines Namens anwenden, und ends lich, wann ich diese Pilgrimschaft geendiget habe, dir dort in meinem himmlischen Vaterland ewig Dank sagen. Amen. Abendgebet eines Reisenden. Fürchte dich nicht: ich bin mit dir! weiche nicht, ich bin dein Gott; ich stärke dich, ich helfe dir, ich erhalte, dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit. Esaia 41, 10. Täglich erfüllest du diese tröstliche Verbeißung an mir, 27 Geber nach der Reise. o du getreuer Gott! Und ich habe auch an dem heutigen Tag aus der Erfahrung gelernet, daß die, welche dich fürchs ten, kein Uebel trifft. Du warst bei mir mit deiner unsichtbaren Kraft; du haft mein Leben und meine Gesundheit erhalten, meine Glies der zur Vollendung der Tagereife gestärket, Gefahren von mir abgewendet, und mich die Stätte erreichen lassen, da ich ruhen und mich wieder erquicken kann. Nimm meinen demis thigen Dank für alle Barmherzigkeit und Treue, die du an mir gethan hast. Vergib mir nur, geliebter Vater! alle Schuld, wo ich mich irgend auf eine Art an dir verfündiget haben mag. Laße um Christi willen, deine Gnade nicht von mir weichen. Bes decke mich mit deinem mächtigen Schilde wider alle Gefahren der Nacht. Laß mich den Morgen fröhlich wieder sehen, daß ich mit frohem Herzen rühmen und sagen könne: Gott ist bei mir, ich bin sicher und fürchte mich nicht. Der Herr ist mein Licht und mein Heil, wovor sollte ich mich fürch ten? Der Herr ist meines Lebens Kraft, wovor sollte mir grauen? Seine rechte Hand schüßzet mich; seine Güte leis tet und segnet mich." Amen! das wollest du an mir gnås dig erfüllen, um Jesu Christi willen. Amen. Gebet nach der Reise. Der Herr hat seinen Engeln befohlen über dir, daß sie dich bes hüten auf allen deinen Wegen; daß sie dich auf den Häns den tragen, und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest. Psalm 91, 11, 12. Gelobet feyst du, treuer Gott, daß du diese deine Verheis Bung auch an mir erfüllet; daß du mein Gebet erhdret hast; daß du mein Schutz auf allen meinen Wegen gewesen bist, und meine Reise zu einem guten Ende gebracht hast! Viele Gefahren hast du von mir abgewandt; ich gedenke jetzt, da Sicherheit bin, mit einem gerührten Herzen daran. Der Unglücksfälle, die mir im Verborgenen droheten, die mir unbekannt geblieben sind, sind gewiß noch weit mehrere. Aber du hast mich immer behütet, und sicher zu den Meinigen geleitet. Ich frohlocke jetzt: es ist gut unter der Obhut Gottes stehen, und sich seinen beschüßzenden Händen voll Vertrauen überlassen. Diese Erfahrung, die ich nun auf's Neue gemacht, stärke mich in meinem Glauben an deine Vorsehung. Gebete in Krankheit.. Ullmächtiger Gott! laß ferner deine Augen über mich zum Schutz offen stehen; dein Segen sey allenthalben mit mir. Behüte meinen Ausgang und Eingang, von nun an, bis in Ewigkeit. Amen! 28 -Gebet in Krankheit. Unendlich gütiger und barmherziger Gott, der du der Arzt der Kranken, der Trost der Betrübten und die Zuflucht der Verlassenen bist! Ich bekenne und klage dir meines Herzens Schwäche, die sich in meiner Krankheit so oft durch Unges duld, Mißtrauen und Kleinmüthigkeit äußert. Vergib es mir um Christi willen, wo ich irgend durch ängstliches Zagen und Murren mich an dir versündiget habe, und schenke mir die Geduld, die mir so nethig ist. Laß mich oft an deine Verheißungen gedenken, und laß mich die Kraft derselben an meinem Herzen erfahren, damit ich mit fester Ueberzeugung glaube: du werdest meiner nicht vergessen, du werdest mich nicht verlassen, noch versäumen. Du willst nicht, daß ich mein gegenwärtiges( langes) Leiden gering achten, oder unempfindlich dagegen seyn soll. Aber gib auch, daß ich dasselbe nicht als ein Zeichen deiner Uns gnade ansehe, sondern solches als eine weise und väterliche Büchtigung, die von beiner Hand kommt, verehre. Laß mich fest überzeugt werden, daß diese Krankheit nach deiner weisen Fügung mein wahres Seelenheil und den christlichen Vorsatz befördern werde, am meisten nach dem zu trachten, das droben ist. Gib mir aber auch den freudigen Trost, daß du zwar Wunden schlägst, sie aber auch wieder heilest, und daß der Lohn derer, die in Trubsalen aushalten, groß seyn wird. Erwecke mich dabei, immer auf das Mus ster meines Erldsers zu sehen, der dir gehorsam war bis zum Tode, ja zum Tod am Kreuze: damit ich nach seinem Exempel wahre Gelassenheit und Geduld beweise, und von dir und deiner Huld nicht geschieden werde! Amen. Ein Anderes. Großer Gott, der du die ganze Welt und die Schicksale eis nes jeden einzelnen Menschen mit der höchsten Weisheit regies rest. Ich bin überzeugt, daß auch diese Krankheit, auch dieses Leiden, das mich betroffen hat, von dir aus weiser, väterli, cher Absicht über mich verhängt ist. Darum schenke mir deine Gebet nach der Genesung. 29 Gnade, daß ich vertrauensvoll in deiner Führung ruhe. Laß mich stets bedenken, daß dein Wille ein guter und gnädiger Wille ist, der immer mein Bestes wählet. Ach! wie oft will mein Herz den Irrweg, und wie selten will es sich deine Wege wohlgefallen lassen! Ziehe mich zurück, wenn ich meis nem eigenen Willen folgen will, und lehre mich, mich selbst verläugnen, meinen eigenen Neigungen und Wünschen ents sagen, und mich ganz deinen Fügungen unterwerfen. Vers leihe, daß ich nicht nur mit dem Munde, sondern auch mit dem Herzen sage: Herr, dein Wille geschehe! Dann wird meine Seele ruhig, denn ich weiß, du wirst mir nichts geschehen lassen, als was mir nüglich und heils sam ist. So schaue denn, großer Gott, hernieder auf mich, der ( die) ich hier vor dir liege; nimm mein Herz, und mache es so gesinnet, wie es dir wohlgefällig ist. Mit Freuden kann ich bis hieher sagen, daß deine Hand mich geleitet, daß dein Arm mich geschüßzet, daß dein Trost mich erquicket hat. Nun, o Gott! du lebest noch, deine Treue ist noch immer groß, und deine Güte ist noch täglich neu. Was du willst, das geschehe! Dir ergebe ich mich in kindlichem Gehorsam, es sey zum Leben oder Sterben. Es gehe, wie es gehe, du, Vater in der Höhe, weißt doch zu allen Sachen Rath. Amen. Gebet nach der Genesung. Großer Gott, höchster Gebieter über unser Leben, der du allein in das Grab, und auch wieder herausführest, ich werfe mich in tiefster Demuth vor dir nieder, und danke dir von Herzen, daß du mich von den Pforten des Grabes zurücks riefest. Ich rief zu dir: ewiger Gott! ist es möglich, so frifte mir mein Leben noch auf einige Zeit. Da hortest du meine Klagen, und sahest meine Thränen an, und gabst mir Leben und Gesundheit wieder. O, daß ich deine Liebe und deinen Beistand nach Würden erheben könnte! Ich bekenne es mit freudigem Danke, daß ich dir allein meine Genesung zu danken habe. Auch die größte Klugheit und Sorgfalt der Menschen ist ohne dich vergebens. Was habe ich dir nicht, o mein Gott, in meiner Strankheit und in meinen Nengsten versprochen! Ich hatte mich dir ganz zu deinem Dienste gewidmet. Ich sagte allem dem ab, was dir mißfals len kann; ich versprach, die bis in den Tod treu zu bleiben. 30 Gebet nach der Genesung. Gib denn doch nicht zu, daß ich so heiliger Zusagen je ver, gesse, sondern präge sie mir tief in's Herz, daß ich alle Tage meines Lebens daran gedenke, und alle meine Kräfte anwens de, um sie zu erfüllen. Ja mein Gott, laß mich von nun an dir leben. Siehe du nur deine Hand nicht von mir ab, indem du mich wieder in die Welt treten läsfest, in welcher uns so viele Versuchungen zur Sünde umgeben. Du allein kannst mich erretten. Gib mir Einsicht und Kraft, gib mir Stands haftigkeit und Muth, damit ich allen Versuchungen widerstes ben, und alle Lockungen einer verführerischen Welt verachten möge. Sey du mir zur Rechten, damit ich niemals wanke. Deine Hand erhalte mich! Dein Rath führe mich! Dein Geist regiere mich! der Glaube sey mir anstatt des Schildes, und dein Wort anstatt eines Schwertes, um allen Anläufen der Feinde zu widerstehen, wider die ich werde zu streiten has ben. Nie komme mir doch die Ermahnung aus dem Sinne: Siehe zu, du bist gesund worden, fündige hinfort nicht mehr, auf daß dir nicht etwas ärgeres widerfahre! Ich weiß es, daß, obgleich du mir jetzt leben und Gesundheit wieder schens kest, ich doch einst diese Welt verlaffen muß. Ich weiß es, daß diese Lebensfrist mir nur zur Vorbereitung auf die Ewigkeit dienet: ich weiß es, daß der Himmel nur unser wahres Vas terland ist, und unser Herz und Bestreben dahin gerichtet seyn müssen, weil da unser Erbtheil aufbewahrt lieget. Ach! so laß mich denn dergestalt völlig genesen, daß meine Seele auch von den Wunden heil werde, welche die Sünde ihr ges schlagen hat, und daß, so angenehm und vortheilhaft auch die Gesundheit meines Leibes mir immer ist, doch die Gesundheit und Heilung meiner Seele mir noch weit wichtiger und ans gelegener sey, weil ich ohne diese dein Angesicht nicht schauen und an deinem Reiche keinen Theil haben kann. Erbarme dich auch, o mein Gott, aller armen Kranken. Höre ihr Bitten. Stehe ihnen bei, und gewähre ihnen Alles, was déine anbes tungswürdige Weisheit für sie am ersprießlichsten findet. Hilf auch allen denen, die du mit mir von ihrem Krans fenlager aufstehen, und die Sonne mit Freuden wieder erblis cken läsfest. Gib einem Jeden unter uns, daß wir weder beiner Wohlthaten, noch auch unsrer Versprechungen jemals vergessen. Erhöre, Vater im Himmel, mein Gebet, das ich im Vertrauen auf deinen Sohn, Jesum Christum, zu dir thue. Umen. 31 Seufzer eines Sterbenden. Seufzer eines Sterbenden. Mein Jesu, der du für mich gestorben bist, gib, daß mich mein Tod zur unvergänglichen Freude des Himmels bringe! Deine erbarmende Liebe, deine rettende Hülfe suche ich. Es ist nur noch ein Schritt zwischen mir und dem Tode, und dann das Gericht. Stehe mir bei, daß ich selig sterbe. Vertritt mich mit deiner Fürsprache, daß mich keint verdammendes Urtheil treffe. Du zur Rechten Gottes erhöhter Jesu! denke an mich, und laß mich bald mit dir im Paradiese seyn! Amen. * * Gelobet feyst du, mein Heiland! Sie geheit zu Ende, die Tage der Eitelkeit, der unvollkommenheit und der Plage. Ich sehe, im Glauben auf dein Verdienst, den Himmel offen, in den dit siegend eingegangen bist, mir daselbst eine Stätte zu bereiten. Ach! Hert! ich warte auf dem ewiges Heil. Laß mich bald genießen Freude die Fülle und liebliches Wes sen vor dir ewiglich! Amen. * Komm her, du Gesegneter( Gesegnete) meines Vaters! Komm, du frommer und getreuter Knecht;( du fromme und getreue Magd) ererbe das auch dir bereitete Reich. Uch! so empfange mich, so rede mich an, mein Heiland! wann ich nun werde vor dein Antlitz kommen. Zeige dich mir als eis nen Freund meiner Seele! Sterben ist mein Gewinn. Es ist besser, außer dieser Hütte wallen, und daheim seyn bei dem Herrn. So nimm nun meine Seele auf, meint Heiland, der du sie mit deinem Blute erkauft und von Sünden rein gemacht hast! * Du lebst, mein Heiland! und ich soll auch lebent. Ewig soll ich bei dir seyn. Deine Herrlichkeit soll ich sehen. Welch ein Trost für mein mattes Herz, in dieser schweren Stunde! An dich will ich mich halten, wenn mich alles verläßt. Freus big will ich dich umfassen, wenn ich soll die Welt verlassen. * Mein Gott! ich bin bein Kind, dein mit dir versöhntes Kind. Mache mich nun auch zu deinem Erben, zum Mits erben Jesu Christi. Laß mich dich sehen, wie du bist, herrlich, gnädig, als meinen Vater. Vater! ich befehle meinen Geist in deine Hände! Fürbitte für einen Sterbenden. Herr Jesu! nimm meinen Geist auf! Du hast mich theuer mit deinem Blut und Tod erkauft, daß ich dein eigen sey, in dem Reiche deiner Herrlichkeit lebe, und die diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit: Uch! schenke mir nun das ewige Leben! 32 * Du höchster Tröster in aller Noth! Du Stärke der Schwachen, du Beistand der Sterbenden, verlaß mich nicht! Jetzt, jest stärke meinen Glauben, meine Liebe, meine Hoffs nung, meine Geduld. Hilf mir meinen Kampf vollenden! Laß mich das verheißene Kleinod erlangen! * * Gottlob! mein Lauf ist vollbracht, mein Kampf gekäms pfet! Ich glaube, ich hoffe, ich halte mich fest an dich, mein Gott! mein Erlöser! mein Beistand! Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Fürbitte für einen Sterbenden, Allmächtiger Erbarmer! treuter Schöpfer und Vater der • Menschen, um deiner großen unaussprechlichen Barmherzigs feit willen flehen wir dich an, erquicke diese scheidende Seele in ihrer Todesangst! Hilf ihr nach deiner ewigen Gnade, daß sie bald mdge überwinden alles Leiden dieser Zeit! Ers barmender Vater, die du zum ewigen Leben erschaffen hast, bringe sie bald zur Freude desselben! Stärke sie im Glauben, so lange der letzte Kampf noch anhält! Heiliger, barmhers siger Heiland! verlaß sie nicht in ihrer Todes Noth! Auch für sie hast du dein Blut vergossen. Erbarmender Heiland! gedenke ihrer jetzt zum Besten, da der Menschen Hülfe und Trost bei ihr aus ist! Sey ihr gnädig, und laß sie nicht vers zagen in der letzten Angst. O Jesu Christe, Sohn Gottes, erbarme dich über sie! Durch deinen Todeskampf und blus rigen Schweiß hilf ihr! Durch dein Kreuz und Tod, durch dein heiliges Aufersteh'n, hilf ihr jetzt in der letzten Noth. Wir armen Sünder bitten, du wollest uns erhören, lieber Herre Gott! Da nun das Auge bricht, der Mund nicht mehr redet: so vertritt du sie mit unaussprechlichem Seufzen! D gib ihr deinen Frieden, den Frieden des Gewissens, den Frieden sterbender Gerechten, gib bald ihr deinen ewigen Frieden! Umen. Inches Centimetres Blue Ser Cyan 2 5 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 10 Red 12 5 13 Magenta 14 ( O 6 15 White 16 7 17 18 3/ Color 19 B.I.G. Black 8